——.— SST Allgemeines ö Evangelisches * 66 b Gesangbuch für das ö Großherzogthum Hessen. Im Verlage der Großherzoglichen Invaliden⸗ und Soldaten⸗Waisen⸗Anstalt. ö Darmstadt 1879. Druck der L. C. Wittich' schen Hofbuchdruckerei. —— I* TII......—— 2 5 1 — Inhalt. Allgemeine Lieder beim Anfang und Schluß der öffentlichen Gottesverehrung. Nr. 1—9. 716. Erste Abtheilung. Christliche Glaubenslehren. 8 Nr. 10—289. Gott und sein Wesen. Nr. 10—41. Dasein Gottes 10. Einheit Gottes 11. 12. Majestät und Größe Gottes 13—17. Auch 11. 30. 57. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes 18—20. Allgegenwart und Allwissenheit Gottes 21. 22. 24. 25. Allmacht Gottes 23. Auch 50. 72. Allweisheit Gottes 26. 27. Auch 50. 59. Heiligkeit und Ge⸗ rechtigkeit Gottes 28. 29. Auch 270—275. Wahr⸗ haftigkeit und Treue Gottes 32—39. Geduld, Lang⸗ muth und Gnade Gottes 40. 41. 703. Die heilige Dreieinigkeit. Nr 42—46. Werke und Wohlthaten Gottes. Nr. 47—242. Schöpfung 47—53. Auch 420 und 589. Vorsehung, Erhaltung und Regierung der Welt 54—66. Auch 26. 34. 36. Von den Engeln 67—69. Der Mensch, seine Würde und Gottahnunten 7 25 nlichkeit 74—77. Er⸗ stimmung des Menschen zur Gottãä IV Erlösung 78—187. Von der Sünde 78—83. Folgen der Sünde 84—88. Erlösungildess Menschen durch Christum 89—100. Würde des Erlösers 101—103. Sendung und Geburt Jesu(Adventslieder) 104—109. 704. 719.(Weihnachtslieder) 110—119. 729. Erscheinung Christi 120. 121. Darstellung Christi im Tempel 122. 123. Johannes, der Vorgänger Jesu 124. 125. Lehre, Leben und Thaten Jesu 126—134. 333. 479. Leiden, Tod und Begräbniß Jesu(Pas⸗ sionslieder) 135—173. Auferstehung Jesu(Oster⸗ lieder) 174—184. 705. 723. 724. 725. Christi Hingang zum Vater und Verherrlichung(Himmel⸗ fahrtslieder) 185—187. 706. 726. Heiligung 188—242. Sendung des heiligen Geistes 198.203 507. er) 188197. 727. Wort Gottes 08. 707. Von der heiligen christlichen Kirche 209— 218. 728. 729. 730. 783. 734. 750. Am Reformationsfest 210—218. Heilige Taufe 219—224. 104 912.595 Abendmahl 225—242. Auch 133. 161. Unsterblichkeit und Vergeltung nach dem Tode. Nr. 243—289. Vom Tode 243—263. 665. 666. Auferstehung 264—269. Auch 699. 708. Gericht 29. 270—- 275. 709. 710. 748. Seligkeit der Frommen nach dem Tode 276—287. 289. Auch 77. 178. 312. Verdammniß der Gottlosen 273. 275. 288. Zweite Abtheilung. Christliche Lebenspflichten. Nr. 290—498. Gesinnung und Leben des Christen im Allge⸗ meinen. Nr. 290—- 354. Eigenschaften des Christen überhaupt 290. 292. 293. 317. 325, 328. 336. 346. 347. 354. Werth und Er V gen keit der christlichen Tugend 291. 296. 310—312. irch 314. 318. 319. 322. 324. 334. 342. 353. Entschluß 03. zur christlichen Tugend 297. 313. 323. 330. 341. r) Selbstprüfung 295. 300. 338. 349. Erkenntniß der 19. Sünde und Reue 78. 79. 83. 294. 306. Buße oder isti Sinnesänderung und Lebensbesserung 298. 299. 301. ůesu 304. 711. 735. Bitte um Gottes Beistand zum 34. Guten 80. 337. 339. 340. Wider den Aufschub der 2275 Buße 303. 307. Am allgemeinen Bußtage 309. 4447 Trost der Sündenvergebung durch Christum 302. isti ö 305. 308. 316. Auch 144. Thätiger Glaube an 4 Jesum Christum 312. 320. 321. 326. 331—333. 335. 343—345. 347. 348. 504. 736. 738. 740. Wach tes samkeit auf unsern Sinn und Wandel 81. 274. 349. tes Beharrlichkeit und Fortschritte in der Besserung che 315. 327. 332. 350—352. 737. 61. Gesinnung und Leben des Christen in Beziehung auf Gott. Nr. 355—420. Erkenntniß Gottes 355—358. Ehrfurcht vor Gott und Heilighaltung des Eides 359—361. 754. Liebe zu Gott 362. 365. 739. 752. 753. Gehorsam gegen 39. Gott 366. 367. Freude in Gott 368-370. Ver⸗ 18. trauen auf Gott 371—390. 744. Gebet 391—403. 87. 742. Dankbarkeit gegen Gott 404— 411. 712. Lob en Gottes 412—420. 713. 717. 718. Gesinnung und Leben des Christen gegen sich selbst. Nr. 421— 476. Selbsterkenntniß und Demuth 421—425. Selbstliebe 426. Selbstachtung 71. 73—76. 443. Sorge für die Seele 427—431. Sorge für Leib, Leben und Gesundheit 432—435. Berufstreue 436—439. Würdigung und weiser Gebrauch der irdischen Gü⸗ 17 ö ter 440—448. Weiser Gebrauch der Lebenszeit ig⸗ ö 445—448. 260—262. Genügsamkeit und n eit ei VI heit 449—452. Streben nach Herzens⸗ und Ge⸗ wissensruhe 453. 454. 500—5085. Weiser Genuß der Lebensfreuden 455—458. Geduld und Gelas⸗ senheit im Leiden 459—476. Gesinnung und Leben des Christen gegen andere Menschen. Nr. 477—498. Allgemeine Menschenliebe 477—482. Mitfreude und Mitleid 482. Gerechtigkeit und Billigkeit 483. 484. Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit 485. 486. Dienst⸗ fertigkeit und Gefälligkeit 487. Sanftmuth, Fried⸗ fertigkeit und Eintracht 488. Versöhnlichkeit und Fein⸗ desliebe 489—491. Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit 492—496. Gutes Beispiel 497. Demuth und Bescheidenheit 421—424. 498. G 12910 2199 wahrer Christen 499—509. Auch Dritte Abtheilung. Die Pflichten des Christen in besonderen Verbindungen, Zeiten und Umständen. Nr.510—702. Gesinnung und Leben des Christen in besonderen gesellschaftlichen Verbindungen. Nr. 510-559. Häusliche Gesellschaft 510—532. Der Ehestand 512. 513. 745. Bei Trauungen 514. 515. Nach der Trauung 516. Aelternpflicht 517—521. Kindes⸗ pflicht 522—524. Geschwisterliebe 525. Für Herrschaften 526. 527. Für Dienende 528. Für Für Kir Ja! Ge⸗ zenuß Belas⸗ VII Für Wittwen 530. Für Waisen 531. Dankbarkeit gegen Wohlthäter 532. Kirchliche Gesellschaft 533—544. Lehrer und Zu⸗ hörer 533. Bei Einführung eines Religionsleh⸗ rers 534. 731. Bei der Confirmation 535—542. 330. Vor der Einsegnung 539. Nach der Einseg⸗ nung 540. Nach der Confirmation 541. 542. Bei Einweihung einer Kirche 443. 732. Bei Einfüh⸗ rung eines Schullehrers 544. Bürgerliche Gesellschaft 545—556. Vaterlands⸗ liebe 546. Regent, Obrigkeit und Unterthan 402. 547. 548. Hoher Stand 549. Der Richter 550. Der Soldat 551. Der Landmann 552. Der Nach⸗ bar 553. Umgang 554. Freundschaft 555. 556. Gesinnung und Leben des Christen zu besonderen Zeiten. Nr. 560—624. Tageszeiten. Am Morgen 560—570. Am Sonn⸗ tagsmorgen 571. Beim Anblicke der aufgehenden Sonne 572. Am Abend 573—583. Unter gestirn⸗ tem Himmel 584. Jahreszeiten 63. Im Frühling 585—-587. Im Saommer 588—590. Im Herbst 591. 592. Im Winter 593. 594. Saat⸗ und Aerndtezeit. Zur Saatzeit 595. Nach einer reichen Aerndte 596. 597. 62. Nach einer sparsamen Aerndte 598. Witterung. Flehen um Regen 599. Nach verliehe⸗ nem Regen 600. Flehen um Sonnenschein 601. Nach verliehenem Sonnenschein 602. Beim Ge⸗ witter 603. 604. Nach dem Gewitter 605. Jahreswechsel. Neujahrslieder 606-613. 721. 722. Beim Anfang eines Kirchenjahres 212. 614. 719. Lebenszeiten. Am Geburtstage 66. 615. 616. 407. 411. 418. 576. Die Lebensalter 617. Für die Ju⸗ gend 618—620. Für Jünglinge 621. 447. 455. 624 Für Jungfrauen 622. Für das Alter 623. Ge⸗ VIII Gesinnung und Leben des Christen unter be⸗ sonderen Umständen. Nr. 625— 702. Bei 620.. Wohlstand 625. In allgemeiner Noth 62 In Kriegszeiten 628—630. 365 Frie⸗ Datsfeier 631. 632. In Theuerung 633. In Was⸗ sersnoth 634. 635. Nach überstandener MWth 636. Nach einer Feuersbrunst 637. Nach einem großen Verluste 638. Auf der Reise 639. 55. 752. Der reisende Jüngling 640. Fürbitte für liebe Abwesende 641. Bei ansteckenden Krankheiten 642. Nach 2. 588 643. In Krankheiten 644—652. 252. 378. 382. 462. 463. 474. Abendmahlsfeier eines Kranken 653. 654. Fürbitte für Kranke und Leidende 655. 656. Nach der Genesung 657. 274. Vorbereitung auf den Tod und Trost für Sterbende 658—668. 247. 260—262. 268. 270. 282—286. 746. Der sterbende Jüngling 669. Das sterbende Kind 670. Fürbitte für Sterbende 671. 672. Einsegnung eines Ster⸗ benden 673. Der Tod des Frommen 674. Beim Tode guter Aeltern 675. Beim Tode hoffnungs⸗ voller Kinder 676. 677. Beim Tode eines guten Ehegatten oder eines Freundes 678. Bei Begräb⸗ nissen 679—702. Auch 243. 250. 258. 264. 265. 267. 269. 276. 278—287. 289. Am Trauerhause und beim Zug zum Grabe 243. 246. 248. 253. 254. 258. 260. 262. 679. 680. 747. Am Grabe 681-691. Beim Grabe eines Verunglückten 692. Am Grabe Frühverstorbener 693—695. Am Grabe eines ver⸗ dienstvollen Lehrers und Seelsorgers 697. Trost und Gelübde auf Gräbern 698—700. Trost des Wiedersehens 701. 702. Anhang. Nr. 703—754. Liturgien zu den Geburtsfesten des Großherzogs und der Großherzogin. —— dich fl Gläu ihnen lichen Manr die V versar far⸗ luja! 28 keit, keit, a Regier 2. 0 unser Zuver Sohn, vor d Heilan wir zu Allgemeine Tieder bei der öffentlichen Gottesverehrung. omm, heiliger Geist! Er⸗ füll die Herzen deiner Gläubigen und entzünd in ihnen das Feuer deiner gött⸗ lichen Liebe, der du durch Mannichfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt hast zur Einig⸗ keit des Glaubens! Halle⸗ luja! Halleluja! In eigener Melodie. 2 Schöpfer⸗ Gott, Herr ö der Zeit und Ewig⸗ keit, Vater der Barmherzig⸗ keit, aller Welt Erhalter und Regierer! Erbarme dich! 2. Christe, aller Welt Licht, unser Heil und Trost und Zuversicht, du Gottes ewger Sohn, ach, unser Mittler vor des Höchsten Thron, Heiland! brünstig seufzen wir zu dir: Erbarme dich! 3. Heiliger Geist, dich, dich flehen wir: führ uns, stärk uns und erhalt uns dir! Mit deinem Trost, o Gott, verlaß uns nicht in Erbar⸗ unsrer letzten Noth! me dich! In eigener Melodie. 3 ob, Preis und Ehre bringen wir, Gott, Vater, Sohn und Geist, nur dir! Es müsse jedes Land auf Erden mit deinem Ruhm er⸗ füllet werden! Wie selig, wie begnadigt ist ein Volk, deß Zuversicht du bist! O Höchster, deinem großen Na⸗ men sei ewig Ruhm und Ehre! Amen! Erhör uns, Gott! Erhör uns, Gott! Vor der Predigt. In eigener Melodie. 4 Lichster Jesu, wir sind hier, um dein göttlich Wort zu hören; lenke Sin⸗ nen und Begier zu des Him⸗ A mels 2 Allgemeine Lieder mels heilgen Lehren, daß das Herz jetzt von der Erde ganz zu dir gezogen werde! 2. Dieses Lebens Wissen⸗ schaft bleibt mit Finsterniß umhüllet, wenn nicht deines Geistes Kraft uns mit Licht von Gott erfüllet! Lehr aufs Woct ans glaubend merken, laß es uns zur Tugend stärken! 3. O du Glanz der Herr⸗ lichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, dir sei unser Herz geweiht, dir zum Tem⸗ pel auserkoren! Lenke du Gebet und Lehre uns zum Heil und dir zur Ehre! Mel. Liebster Jesu, wir sind 5 vor deinem An⸗ ö gesicht hat die An⸗ dacht uns versammelt. Ach, verwirf das Flehen nicht, das dein Volk dir, Höchster, schrachen Hör auf unsre chwachen Lieder und sieh gnädig auf uns nieder! 2. Laß das Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte bringen und mit göttlicher Gewalt tief in unsre Seelen dringen; laß es unsern Sinn erneuen und des Irrthums Nacht zerstreuen! 3. Mach uns so dein Wort bekannt, daß wir seine Vor⸗ schrift üben, dich und den, den du gesandt, Jesum Chri⸗ stum herzlich lieben, daß kein Leid und keine Freude uns von dieser Liebe scheide! In voriger Melodie. 6 D komm ich zu dir, dich im Geiste zu verehren. Vater! ach verleihe mir wahre An⸗ dacht, daß die Lehren deiner Weisheit mich recht rühren, mich den Weg zum Himmel führen. 2. Ach gib, daß dein theu⸗ res Wort meine Seele ganz durchdringe und in mir, o Herr, mein Hort, Frucht zum ewgen Leben bringe; gib, daß es mich mächtig stärke zur Vollbringung gu⸗ ter Werke! 3. Laß es sein mein Trost, mein Licht, Herr, auf allen meinen Wegen; meine starke Zuversicht, wenn sich Zwei⸗ fel in mir regen, meines Her⸗ zens höchste Freude, wann ich von der Welt einst scheide! Mel. Vom Himmel kam der 7 O Gott! du bist mein Preis und Ruhm; mein Herz sei ganz dein Eigenthum! Laß mir den Sonntag heilig sein und gern ihn deinem Dienste weihn. 2. Gib, daß ich mein Ge⸗ müth bewahr, wenn ich mit deiner Christenschaar zu dei⸗ nes Hauses Stätte geh und hier mit Ehrfurcht vor 95. Er⸗ uns m ich im zater! e An⸗ deiner ihren, mmel theu⸗ ganz mir, Frucht ringe; lächtig ig gu⸗ Trost, 3. Erinnere selber meinen Geist, daß du mir gegen⸗ wärtig seist, damit ich deines Wortes Lehr mit Andacht und mit Nutzen hör! 4. Drück Alles tief ins Herz hinein und laß mich nicht blos Hörer sein; steh mir mit deiner Gnade bei, daß ich des Wortes Thäter sei! 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag zu meinem Segen feiern mag; bewahr mich vor dem Geist der Welt, der deinen Tag verächtlich hält! 6. Was dein Wort heute in uns schafft, behalt die ganze Woche Kraft, und meine ganze Lebenszeit sei deinem Dienst und Ruhm geweiht. Mel. Herr Jesu Christ, dich 8 Der du stets unsre Zuflucht bist, sei mit den Deinen, Jesu Christ! send uns den Geist, der uns regiert und uns den Weg zur Wahrheit führt! 2. Er stärkt den wanken⸗ den Verstand, macht deine Lehre uns bekannt; er flammt zur Heiligkeit uns an; er lei⸗ tet uns des Lebens Bahn. 3. Halleluja! Einst singen wir, Gott, heilig! heilig! heilig! dir und schauen dich in deinem Licht von Ange⸗ sicht zu Angesicht. bei der öffentlichen Gottesverehrung. Bei dem Schlusse der Gottesverehrung. Mel. Liebster Jesu, wir find 9 HHan Gott, wir danken dir, daß du uns dein Wort gegeben; hilf uns ferner, daß auch wir nach demselben heilig leben; gib dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sei durch Werke!— 2. Uns, o Vater, lehrest du, was wir thun und glau⸗ ben sollen; schenk uns deine Kraft dazu! Gib zum Wissen auch das Wollen und zum Wollen das Vollbringen, so wird Alles wohlgelingen. 3. Gott sei Preis und Dank gebracht! Auch jetzt haben wir vernommen, was uns fromm und weise macht: Gottes Wort, den Trost der Frommen, Lehren, die zu guten Werken unsern schwa⸗ chen Glauben stärken. 4. Unser Gott erhört Ge⸗ bet, gibt uns seinen Vater⸗ segen. Wer nur seine Wege 900 findet Heil auf diesen Wegen. Laßt uns, um ihm zu gefallen, freudig seine Wege wallen! 5. Unsern Ausgang segne A 2 Gott Gott Gott, unsern Eingang glei⸗ chermaßen, segne unser täg⸗ lich Brod, segne unser Thun und Lassen, segne uns mit selgem Sterben und mach uns zu Himmelserben. Erste Abtheikung. Lie d er über die christlichen Glaubenslehren. Gott und sein Wesen. Dasein Goͤttes. Mel. Kommt her zu mir 1 0 Wer könnte zweifeln, daß du bist, o Gott! Der ganze Weltbau ist ein Zeuge deines Lebens. Zu sichtbar ists, daß Güt und Macht mit Weisheit ihn hervorgebracht. Nichts ist daran vergebens. 2. Wohin auch nur mein Auge blickt, da seh ich Ord⸗ nung, die entzückt, im Gro⸗ ßen und im Kleinen; ich seh und ganz erstaunt bin ich, wie der Geschöpfe Heere sich zu Einem Ziel vereinen. 3. Eins muß dem andern nutzbar sein, daß die sich ihres Daseins freun, die si 0 empfinden können. Und wie? doch wäre die Natur und ihre weise Ordnung nur des Zu⸗ falls Werk zu nennenꝰ?“ 4. Nein, wahrlich nicht von ungefähr entstanden Himmel, Erd und Meer; so konnte nichts entstehen! Nur du, Gott, schufest die Natur, und einzig deine Creatur ist Alles, was wir sehen. 5. Du bists, der die ge⸗ schaffne Welt in ihrer Ord⸗ nung stets erhält, mit Weis⸗ heit sie regieret. Du bist es, der nach seinem Rath auch uns auf unsers Lebens Pfad mit weiser Gnade führet. 6. O wohl mir, Höchster, daß du bist, daß dein Werk Erd und Himmel ist! Nun ist gewiß mein Leben nicht eines blinden Zufalls Spiel, ich darf nach meiner Wün⸗ she mit mach und sein Wesen. 5 1 Ziel nun nicht vergeb⸗ ich streben. 7. Mein Sehnen nach Zu⸗ friedenheit, mein Durst nach ewger Seligkeit wird sicher nun gestillet, wenn nur zu dir mein Geist sich hält und nicht die schnöde Lust der Welt hier mein Gemüth er— füllet. 8. Drum soll es stets mir Freude sein, dir, Gott, mein ganzes Herz zu weihn, zur Ehre dir zu leben. Du wirst mir dann in jeder Noth hier reichen Trost und einst im Tod des Himmels Wonne geben. Einheit Gottes. Mel. Kommt, kommt, den 11 Der Herr ist Gott und keiner mehr. Frohlockt ihm, alle From-— men! Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, so herrlich so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam ist groß, er ist unendlich gränzenlos in seinem ganzen Wesen. 2. Er ist und bleibet, wie er ist. Wer strebet nicht ver⸗ gebens, ihn auszusprechen? Wer ermißt die Dauer sei⸗ nes Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; eh noch die rde war, war er, noch eher als die Himmel. 3. Um seinen Thron her strömt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet; ihn fas⸗ sen alle Himmel nicht, wie weit er sie erfüllet. Er blei⸗ bet ewig, wie er war, ver⸗ borgen und auch offenbar in seiner Werke Wundern. 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, kennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand und Kraft und Stärke, seine Hand umspannet Erd und Himmel. 5. Ist er nicht nah? ist er nicht fern? weiß er nicht alle Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Finsterniß, was ihr beginnt; er siehts gewiß, er sieht es schon von ferne. 6. Wer schützt den Welt⸗ bau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwär⸗ tig breitet sich dein Fittig über Alle. Du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Ver⸗ schoner. 7. Gerecht bist du, bist heilig, gut und reiner, als die Sonne! Wohl dem, der deinen Willen thut, denn du vergiltst mit Wonne! Du hast Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig sein, der Seligkeiten Fülle! 8. Du nur verdienest Lob und Dank, du nur Gesang A 3 und 6 und Ehre! Kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? Wer ist wie er, so herrlich, so vollkom⸗ men? Mel. Mein erst Geschäft sei Preis 12 E ist nur Einer Herr und Gott im Himmel und auf Erden. Nur'sein allmächtiges Ge⸗ bot hieß Erd und Himmel werden. 2. Was er erschuf, das kann allein durch seine Kraft bestehen; will er, die Welt soll nicht mehr sein, so muß die Welt vergehen. 3. Mit Allgewalt und Majestät ist er nur Weltre⸗ gierer, der Sterne, die er ausgesät, und unsers Lebens Führer. 4. Groß ist sein Name, mit der That kann ers der Welt beweisen. Herr! groß an Huld, an Macht und Rath, wer sollte dich nicht preisen! 5. Dich preist entzückt der immel Heer; es kennt nicht deines Gleichen! Nur du bist Gott, sonst keiner mehr; sollt ich von dir je weichen? 6. Nein, ewig bleibst du mir allein der Herr, dem ich anhange; und ewig solls Gott kein Andrer sein, von dem ich Heil verlange. 7. Mein ganzes Leben weih ich dir, du Gott, auf den ich traue, bis ich dich einst noch mehr, als hier, in deiner Größe schaue. Majestät und Größe Gottes. In eigener Melodie. 13 Schroingt, heilige Gedanken, euch von der Erde los! Gott, frei von allen Schranken, ist unaussprechlich groß. Lob⸗ singet Gott, lobsingt vor seinem Angesichte! Er wohnt in einem Lichte, zu dem kein Auge dringt. ö 2. Kein Sinn kann ihn erreichen, kein endlicher Ver⸗ stand; was kann sich ihm vergleichen? Wer hat ihn ganz erkannt? Macht euch von ihm kein Bild, der aller Welten Kreise zu seinem ewgen Preise mit Herrlich— keit erfüllt! 3. Die Sonn in hoher Ferne mag strahlenreicher glühn; glänzt heller noch, ihr Sterne, was seid ihr gegen ihn? Ihr seid mit eurer Pracht in eurem schön⸗ sten Lichte von seinem An⸗ gesichte nur Schimmer sei⸗ ner Macht. 4. Wie sollen wir dich nennen, dich, Vater 2 Na, ur? dem Leben auf dich er, in öße heilige euch Gott, anken, Lob⸗ vor wohnt n kein in ihn r Ver⸗ ihm t ihn teuch raller seinem errlich⸗ hoher reicher noch, id ihr und sein Wesen. 7 tur? Was wissen wir? Wir kennen der Wesen Hülle nur. Der Weisen Scharf⸗ sinn steigt nie zur Natur der Geister. Hier staunt der klügste Meister; er glaubet nur und schweigt. 5. Von dir strömt alles Leben, du bist der reinste Geist; du hast die Kraft ge⸗ geben dem Engel, der dich preist. In deinem Heilig⸗ thum ertönen Lobgesänge in seiner Brüder Menge zu deines Namens Ruhm. 6. Stimm in der Engel Chöre, o meine Seele, auch; sei voll von Gottes Ehre, du, seines Odems Hauch! Wie groß ist dein Beruf! Auf, widme deine Kräfte dem würdigsten Geschäfte, wozu dich Gott erschuf. 7. Im Geiste bet ihn, Seele, bet ihn in Wahrheit an! Liebst du des Herrn Befehle, wie selig bist du dann! Er hat Unsterblich— keit und Seligkeit und Leben. Das Alles wird er geben, dem, der sich ganz ihm weiht. Mel. Nun danket Alle Gott 1 4 Awtangdiurdohe⸗ Gott, mit Ehr⸗ furcht stets zu nennen! Du bist unendlich mehr, als wir begreifen können. O flöße meinem Geist die tiefste Demuth ein und laß mich stets vor dir voll Ehrerbie⸗ tung sein. 2. Du bist das höchste Gut, du weißt von keinem Leide; höchst selig in dir selbst, schmeckst du voll⸗ kommne Freude. Dein ist die Herrlichkeit, auch ohne Creatur bist du dir selbst ge⸗ nug, du Schöpfer der Natur. 3. Du riefst dem, das nicht war, um Lust und Seligkeiten aufs mannichfal⸗ tigste rings um dich auszu⸗ breiten. Du bist die Liebe selbst; Verstand und Rath sind dein, und du gebrauchst sie gern, zu segnen, zu erfreun. 4. Du sprichst und es ge⸗ schieht. Auf dein allmäch⸗ tig: Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel und die Erde. Mit deinem kräftgen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 5. Du bist der Herren Herr, der Erde Majestäten sind, Höchster, vor dir Staub; auch Geister kannst du tödten. Wen du ernie⸗ drigest, Gott, wer kann den erhöhn? wen du erhöhen willst, deß Hoheit muß be⸗ stehn. 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit besitzet, der Leben gibt und nimmt, der unsern Odem schützet; den Geist, der in uns lebt, den A 4 ha⸗ 8 Gott haben wir von dir. Willst du, so wird er Nichts; doch du bleibst für und für. 7. Wer hat, Unendlicher, wer hat dich je gesehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu des Lichtes Höhen, von welchen du mit Huld auf deine Schöpfung blickst und Alles, was da lebt, mit Seligkeit beglückst. 8. Was wir, Unendlicher, von deinem Wesen wissen, das hast du selbst zuvor uns offenbaren müssen. Die Schöpfung zeugt von dir; und deines Sohnes Mund macht uns noch deutlicher, Gott, deine Liebe kund. 9. Wir schaun dich nur von fern, 9009 schwach, noch unvollkommen; doch wird die grobe Hüll dereinst hin⸗ weggenommen, die, Unbe⸗ greiflicher, dich unserm Blick verschließt, dann sehen wir dich, Gott, so herrlich, wie du bist. 10. Indeß sei auch schon hier dein Ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht ein Lob von lallend schwa— chen Zungen! Dort soll, wenn wir dereinst vor dir verherrlicht stehn, ein beßrer Preisgesang dich, großer Gott, erhöhn. Mel. Freu dich sehr, o meine 15 Hder d wer ists, der dir gleichet? Was sind Engel? Was bin ich? Du, an den kein Se⸗ raph reichet, wer, ach, wer begreifet dich? Niemand war und Niemand ist, was du warst und immer bist. Wer ersteigt des Himmels Höhen, um dich selbst im Licht zu sehen? 2. Unerschaffner, Erster, Bester, Schöpfer, Vater der Natur, du, der höhern Gei⸗ ster größter, Gott der Men⸗ schen, Gott der Flur! Du bist ganz Vollkommenheit, lebst und wirkst von Ewig⸗ keit. Wer verkennt bei dem Gedanken seiner Einsicht enge Schranken? 3. Du, der Ursprung al⸗ ler Gaben und Beherrscher jeder Welt, über Alles hoch erhaben, was ihr Umfang in sich hält, du bist unver⸗ änderlich, Alles, Alles blos durch dich. Nur in deines Reiches Gränzen sehn wir deine Wunder glänzen. 4. Ja, du wohnst in einem Lichte, das kein Mensch durchdringen kann. Deine Wege und Gerichte staunet selbst der Engel an. Kein Erschaffner siehet ganz dei⸗ ner Hoheit vollen Glanz. Stets wird neue Tiefen finden, wers versucht, sie zu ergründen. 5. Dennoch soll mir mei⸗ nen Glauben, daß du bist und auch für mich, nie der Thor **—*—„ bin Se⸗ wer and was bist. nels im ster, der Gei⸗ Nen— Du heit, wig⸗ dem isicht Wal⸗ scher hoch fang wer⸗ blos ines wir inem ensch eine unet Kein dei⸗ lanz. iefen e zu mei⸗ bist der Thor und sein Wesen. 9 Thor und Spötter rauben, der vom Tugendpfade wich. Sei gleich unerforschlich mir, dennoch bleib ich stets an dir. Welten sinds, die von dir zeugen und mein Herz zum Glauben neigen. In eigener Melodie. 16 Cbabner Gott! was reicht an deine Größe! Denk ich an dich, so fühl ich meine Blöße; ich fühle, Herr, daß du un⸗ endlich bist, und daß be— schränkt mein forschend Denken ist. 2. Du wohnst im Licht, wozu kein Mensch kann kommen. Was haben wir von deinem Ruhm vernom⸗ men? Den kleinsten Theil von deiner Majestät, die dir gebührt und über Alles geht. 3. Dein ewges Sein, dein ganz vollkommnes Wesen; das, was du wirkst, und was dein Rath erlesen, ist viel zu hoch für menschlichen Verstand, von Engeln selbst wird es nie ganz erkannt. 4. Wie sollt ich denn, ich Staub, mich überwinden, Unendlicher, dich völlig zu ergründen? O mache mich von solchem Dünkel frei und gib, daß nur dein Wort mir Richtschnur sei. 5. Mein eigner Geist kann sich leicht hintergehen. Dein Wort ist wahr, es bleibet ewig stehen. Erforsch ich gleich dein göttlich Wesen nicht, so gnüge mir davon dein Unterricht. 6. Von dir, durch dich, zu dir sind alle Dinge; gib, daß ich dir mich selbst zum Opfer bringe. Begreif ichs nicht, wie du die Welt regierst, so sei mirs gnug, daß du mich selig führst. 7. Einst wirst du dich mir näher offenbaren; einst werd ich mehr von deinem Rath erfahren, wenn ich nur dem, was mich dein Wort gelehrt, geglaubt, gefolgt und treu dich hier verehrt. 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle, in allem Thun nach deinem Willen handle, zufrieden sei, wie du mich hier regierst, bis du mich einst zu deinem Himmel führst. 9. Dann werd ich dich im hellern Lichte sehen und, froh in dir, dein ewig Lob erhöhen! Herr! du bist groß und zeigst es mit der That, unendlich groß an Huld, an Macht und Rath! In eigener Melodie. 17 Gott ist mein Lied! Er ist der Gott der Stärke; groß ist sein Nam, und groß sind seine A Werke 10 Goit Werke und alle Himmel sein Gebiet. ö 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten; und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Him⸗ mel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist kein Kleid und seine WWalz das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Feste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott und Gott in ewgen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war im Himmel, Erd und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe, er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sitzest oder gehest. Ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest, so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch un⸗ bereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. err! immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkün⸗ digt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein salm. 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Wei⸗ den; und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Ist Gott mein Schutz, will Gott mein Retter wer⸗ den, so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete selbst der Hölle Trutz. Ewigkeit und Unveränder⸗ lichkeit Gottes. Mel. Liebster Jesu, wir sind 18 Gott. du bist von 48 Ewigkeit, und dein und sein Wesen. 11 dein herrlich großes Wesen ändert sich zu keiner Zeit. Du bleibst stets, was du gewesen. Laß dieß meinen Geist beleben, ehrfurchtsvoll dich zu erheben. 2. Ewig und unwandel⸗ bar ist, o Gott, dein hohes Wissen; was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig bleiben müssen. Niemals kann dein Ausspruch fehlen. Laß mich ihn zum Leitstern wählen. 3. Herr! du bist kein Menschenkind, daß dich et⸗ was reuen sollte; immer bleibst du gleichgesinnt. Was dein Rathschluß vormals wollte, willst du noch. O hilf uns allen thun nach deinem Wohlgefallen. 4. Sünden bleibst du ewig feind; wehe denen, die sie lieben! Ewig bleibst du de— rer Freund, die, was recht und gut ist, üben. Laß uns darin schon auf Erden dei⸗ nem Bilde ähnlich werden. 5. Deine Worte trügen nicht. Du bist ewig der Ge⸗ treue, der da hält, was er verspricht. O, daß dieß mich stets erfreue! Laß nur dei⸗ nen Geist mich treiben, dir, Dan. auch getreu zu blei⸗ den. 6. Stets ist Wohlthun deine Lust, ewig Währet deine Liebe. Wohl mir, wenn ich auch mit Lust mich in deinem Willen übe! Dann o Herr, wirds meiner Seelen nie an wahrem Wohl⸗ sein fehlen. 7. Erd und Himmel wird vergehn; alle Welt wird mich verlassen. Nur durch dich kann ich bestehn, deine Hand wird mich umfassen, wann ich nun von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude! 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, Herr des Himmels und der Erden, diese deine Ewigkeit einen starken An-⸗ trieb werden, dich zu lieben, dir zu trauen und mein Glück auf dich zu bauen. Mel. Erhabner Gott 19 HD Gott, du bist die Zuflucht aller Zeiten, denn du bist Gott in allen Ewigkeiten. Du warst es schon, eh Erd und Himmel ward, eh noch dein Arm sich uns geoffen⸗ bart. 2. Was bin ich, Herr, und alle Menschenkinder? Staub ist vor dir der Hei⸗ lige, der Sünder. Wie schnell entflieht das Leben doch von mir! Du, Höchster, du nur bleibest für und für. 3. Du hast vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, Gott, den Himmel aus⸗ gebreitet. Doch sie vergehn, A 6 ver⸗ veralten wie ein Kleid; du rt. bleibst in alle Ewig⸗ eit. 4. Es werden noch die Himmel und die Erden wie ein Gewand von dir ver⸗ wandelt werden; du bleibest, wie du bist: denn welche Zeit umgränzet wohl, Herr, die Unendlichkeit! 5. Das ist der Trost, die Hoffnung deiner Knechte, du schützest sie mit deiner star⸗ ken Rechte, du läßt ihr Herz sich ewig deiner freun und bleibst ihr Gott: denn sie sind ewig dein. 6. Das sei mein Trost in allen trüben Stunden; vom Tode selbst bleibt er un⸗ überwunden. Kein Tod, kein Grab trennt mich, o Gott, von dir; mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir. Mel. Ich freue mich, mein Gott 20 So wie du bist, so warst du schon, Gott, ehe du von deinem Thron Geschöpfe, die nicht waren, beriefst zu sein, um deine Macht und Güte zu erfahren. 2. Du wirst auch sein, so wie du bist, wenn längst die Erde nicht mehr ist, wenn längst schon Ewigkeiten uns Kämpfer krönen, die wir hier um deinen Himmel streiten. Gott 3. Von Ewigkeit zu Ewig⸗ keit kann deines Wesens Herrlichkeit sich selbst nicht ungleich werden, bedarf auch nie, sich gleich zu sein, der Himmel und der Erden. 4. Gott, mit dir unver⸗ änderlich, bezeugte deine Weisheit sich Geschöpfen, die da waren, und wird den Welten, die du schufst, sich ferner offenbaren. 5. Ob Felsen weichen, Berg ins Thal sich stürzen, daß von ihrem Fall die Erde weit erzittert, bleibt deiner Liebe Bund mit mir doch ewig unerschüttert. 6. Was zaget denn mein Herz in mir; was klag ich ängstlich, daß ich 22. kein dauernd Gut genieße, und daß in Unbeständigkeit dieß Leben mir verfließe! 7. Was klag ich, der dein Wort noch hat, den Trost, daß meine Missethat mich einst gewiß nicht richte, und daß mein Erbtheil ewig sei vor deinem Angesichte! 8. Was klag ich! Liebest du mich doch mit aller dei⸗ ner Liebe noch und willst mich ewig lieben, hast selber meinen Namen dir in deine Hand geschrieben. 9. Ja, ich bin Gottes, Gott ist mein; und ewig, ewig wirst du's sein. Von dir kann mich nichts scheiden. Die Welt vergeht mit ihrer Lust, **νꝗ.* mein g ich kein und dieß dein rost, mich und g sei iebest dei⸗ villst elber deine ottes, ewig, n dir iden. ihrer Lust, *+———— und sein Wesen. 13 Lust, nicht du und deine Freuden. Allgegenwart Gottes. Mel. Auf, Christenmensch! 21 Nie bist du, Höch⸗ ster, von uns fern; du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ick in deinen Händen. Durch dich nur leb und athme ich; denn deine Rechte schützet mich. 2. Was ich gedenke, weis⸗ sest du; du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu; du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug entfliehn und nichts mich deiner Hand eutzichn. 3. Wenn ich in stiller Ein⸗ samkeit mein Herz an dich ergebe und, über deine Huld erfreut, lobsingend dich er— hebe, so hörst du es und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sei. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte Wege wählet; und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verhehlet, so weißt du sie und strafest mich zu meiner Beßrung väterlich. 5. Du hörest meinen Seufzern zu, daß Hülfe mir erscheine. Voll Mitleid, Va⸗ ter, zählest du die Thränen, die ich weine! Du siehst und wägest meinen Schmerz und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6. O drück, Allgegenwär⸗ tiger! dieß tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu und dir zu dienen eifrig sei. 7. Laß überall gewissen⸗ haft nach deinem Wort mich handeln und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getrost zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich seist, das tröst und beßre meinen Geist. In eigener Melodie. 0 Allgegenwärtiger! ich 22 A bin dir nicht ver⸗ borgen, wo ich bin, wollt auch auf schnellen Schwin⸗ gen mich an die fernsten Meere hin die Morgenröthe bringen. 2 Flieg ich zum Himmel hoch empor, mich unter sei⸗ nem Sternenchor im Glanze zu verstecken, so bist du da, ziehst mich hervor, und Schande wird mich decken. 3. Steig ich vor deinem Thron hinab ins Haus der Finsterniß, das Grab: du bist auch da zugegen; auch da folgt mir dein Richterstab auf schauervollen Wegen. 4. Der DMMMAI—————————————..————“—————— — 1 H 4. Der Alles schuf, ist überall— o fürchterlicher Donnerschall in aller Sün⸗ der Ohren! Sie fürchten keinen Ueberfall: nun zit⸗ tern sie, die Thoren. 5. Der Gott des Him⸗ mels ist so nah, das Hei⸗ ligste der Wesen sah, was wir im Herzen dachten, was in geheimer Nacht geschah, wann wir und Satan wach⸗ en. 6. Wir Thoren haben wohl gedacht, du würdest uns, o Mitternacht, mit schwarzen Flügeln decken! Umsonst! Gott wacht um uns, er wacht mit allen sei⸗ nen Schrecken. 7. Noch keines Herzens böser Rath, ihr Sünder, keine schnöde That ist seinem Aug entronnen. Er kennet den geheimen Pfad des Staubes und der Sonnen. 8. O gehe nicht, Herr, ins Gericht, wenn wider die gelobte Pflicht wir, deine Knechte, handeln! Laß uns vor deinem Angesicht in frommer Ehrfurcht wan⸗ deln! Daß deinem Blicke nichts entflieht, was war und ist und einst geschieht, sei meine Ruh und Freude! Ein Gott, der Alles weiß und sieht, der weiß auch, wann ich leide. Gott Allmacht Gottes. In eigener Melodie. 23 Hue deine All⸗ macht reicht so weit, als selbst dein Wollen reichet. Nichts ist, das dei⸗ ner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Was ist zu groß, was ist zu schwer, das dir zu thun unmöglich wär! 2. Du sprichst, und auf dein mächtig Wort fällt Alles dir zu Füßen. Du führest deinen Rathschluß fort bei allen Hindernissen. Wenn du gebeutst, so steht auch da, was noch zuvor kein Auge sah. 3. Du hast dein großes Schöpfungswerk allmächtig ausgeführet. Es bleibet stets dein Augenmerk und wird durch dich regieret. Noch immerfort besteht die Welt, weil deine Allmacht sie er— hält. 4. Die Größe deiner Thaten zeigt, daß Schöpfer, dein Vermögen weit über alle Kräfte steigt, die die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, in deiner Hand bleibt Alles, was durch dich entstand. 5. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug einst sehen, wann nach der langen Grabesnacht die Todten auferstehen, 33„ u All⸗ )t so zollen 5 dei⸗ heinen 3ist hwer, öͤglich d auf fällt Du schluß nissen. steht 500 an ch dich wann du du von unserm Staub den Rest zu neuen Körpern wer⸗ den läßt! 6. Allmächtiger! erstaunt fall ich vor deinem Throne nieder; mein blöder Geist verlieret sich und lallt nur schwache Lieder, bewundert dich und deine Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. 7. O schenke mir die Zu⸗ versicht, die deiner Macht vertrauet, der Macht, die Hülf und Trost verspricht, wenn man auf dich nur bauet, auf dich und deines Armes Kraft, die Alles kann und Alles schafft. Allwissenheit Gottes. Mel. O Gott, du frommer Gott. 2 4 Hn du erforschest mich, dir bin ich nicht verborgen; du kennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits bekannt, eh der Gedanke noch in meiner Seel entstand. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wissest. Du schaffest, was ich thu; du ordnest, du beschließest, was mir begeg⸗ nen soll. Erstaunt seh ich auf dich. Wie grost ist dein Verstand! für mich! 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? Wie wunderbar und sein Wesen. 15 Wo könnt ich jemals wohl mich deinem Aug entziehen? Führ ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ ich zur Tief hinab, auch hier bist du mir nah. 4. Nähm ich auch, schnell zu fliehn, die Fittige vom Morgen, selbst an dem fernsten Meer blieb ich dir nicht verborgen. Auch da umschlösse mich doch deine Allmachtshand, denn du bist überall, und dein ist jedes Land. 5. Spräch ich zur Finster⸗ niß: sei um mich, mich zu decken! so sucht ich doch um⸗ sonst vor dir mich zu ver⸗ stecken, denn auch die Fin⸗ sterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Ange⸗ sicht. 6. Du warst schon über mir in meiner Mutter Leibe; du bildetest mein Herz, Gott, deß ich bin und bleibe! Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht und meiner, eh ich war, schon väterlich gedacht. 7. Du kanntest mein Ge⸗ bein, eh ich ans Licht ge— kommen, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenom⸗ men. Dein Auge sah mich schon, eh ich bereitet war, und meiner Tage Lauf war dir schon offenbar. 8. Was für ür 16 für köstliche Gedanken! Un⸗ zählbar sind sie mir, denn sie sind ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, sehn, dir folgen und dein Lob, so gut ich kann, erhöhn. 9. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ichs meine; ob ich rechtschaffen bin, wie ich von außen scheine. Sieh, ob mein Fuß vielleicht auf falschem Wege geht, und leite mich den Weg, der mich zu dir er— höht. Mel. Wie groß ist des Allmächt. 25 Wẽẽ sind die Wei⸗ sen, die mich lehren, wie unser Gott all⸗ wissend ist? Wer kann mir Forschenden erklären, was sein Verstand faßt und er⸗ mißt? Wer kennet ihn von Angesichte? wer, wenn er noch so hoch sich schwingt? Bekennts: Er wohnt in einem Lichte, zu dem kein sterblich Auge dringt. 2. Könnt ich die Sterne Gottes zählen, der Erde Staub, den Sand am Meer und die Gedanken aller See⸗ len von ihrem ersten Ur⸗ sprung her, so wär ich wei⸗ ser, als auf Erden ein Mensch ist, als am Strom des Lichts vielleicht selbst Engel jemals werden; doch Gott wüßt ich gegen Gott noch Nichts. 3. Nichts gegen ihn, der sie durchschauet, die Tiefen der Unendlichkeit und jede Welt, die er gebauet, und jeden Punkt der Ewigkeit. O du, der Alles weiß und nennet, was ist, was werden soll und war, wie bist du jedem, der dich kennet, un⸗ endlich groß und wunder⸗ bar! 4. Ja, dich bewundern, dir vertrauen ist meines Geistes erste Pflicht. Mit Ehrfurcht darf ich nach dir schauen, doch dich begreifen kann ich nicht. Gott! nach dem Licht, in dem du woh⸗ nest, schau ich mit heiliger Begier. Du siehst es gnädig und belohnest mit Weisheit meinen Blick nach dir. 5. Die Weisheit warnet mich vor Sünden, vor Selbstbetrug und Heuchelei. Ich denke stets: Gott kann mich finden, wie tief ver⸗ borgen ich auch sei. Vor ihm kann keine Nacht mich decken, kein falscher Schein betrüget ihn. Mich würde stets sein Dasein schrecken, könnt ich gleich aus der Welt entfliehn. 6. Wer kennet seines Her⸗ zens Tiefen? Wer darf, o Gott, sich selber traun? Allwissender! du wollst mich prüfen, du wollest ganz mein uner Men stand 4 vorg sobal noch n, der Tiefen d jede „und digkeit. ß und verden ist du t, un⸗ under⸗ ndern, meines Mit ich dir greifen nach woh⸗ heiliger gnädig eisheit varnet vor uchelei. t kann Ff ver⸗ Vor t mich Schein würde hrecken, is der 5 Her⸗ arf, o raun? st mich ganz mein und sein Wesen. 17 mein Herz durchschaun. Er⸗ blickst du mich auf bösen Wegen, so führe mich auf deine Bahn und laß mich einst am Ziel den Segen der Frömmigkeit von dir empfahn! Weisheit Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott Du weiser Schöpfer 26 D aller Dinge, der Alles weiß, erkennt, versteht! Nichts ist so groß, nichts so geringe, das nicht nach dei— ner Ordnung geht. Denn der Geschöpfe ganzem Chor schreibst du Maß, Ziel und Regel vor. 2. Die vielen wunder— vollen Werke, was unsern Augen fern und nah, stehn als Beweise deiner Stärke, als Zeugen deiner Weisheit da. Unendlich, Herr, ist dein Verstand; der ganze Weltbau machts bekannt. 3. Mit eben diesen Mei⸗ sterhänden, mit welchen du die Welt gemacht, regierst du auch an allen Enden, was dein Verstand hervor— gebracht. Du brauchst, o unerschaffnes Licht, der Menschen Rath und Bei⸗ stand nicht. 4. Was du zu thun dir vorgenommen, krönt auch, sobald du willst, die That; wenn tausend Hindernisse kommen, so triumphirt dein hoher Rath. Den besten Zweck wählt dein Verstand; die Mittel stehn in deiner Hand. 5. Die Menge so ver⸗ schiedner Willen, wo jeder seinen Weg erwählt, muß doch den deinen blos erfül— len, der seines Zieles nie verfehlt und aller Feinde stolzen Wahn als Unvernunft beschämen kann. 6. O Weisheit! decke mei⸗ ner Seele die angeborne Thorheit auf, damit sie dich zum Leitstern wähle auf ihrem sonst verwirrten Lauf. Ich weiß den Weg zur Wohlfahrt nicht, drum leite mich dein sichres Licht. 7. Du hast mich durch mein ganzes Leben nach dei⸗ nem weisen Rath geführt. Mein Geist muß dir die Ehre geben, daß du aufs Beste mich regiert; o leite mich durch Welt und Zeit hinüber in die Ewigkeit! Mel. Gott des Himmels nnd der Erde. 27 Merforschlich sei mir immer mei⸗ nes Gottes Weg und Rath, und die Nacht sei ohne Schimmer, die mich hier umschattet hat; doch ist 165 es, 18 Gott les, was er thut, wie's auch scheine, weis und gut. 2. Sollt ich meinen Gott nur loben, wenn ich seine Absicht seh? Pflicht ist's, ihn auch dann zu loben, wenn ich sie noch nicht ver⸗ steh. Frevelt der nicht, wel⸗ cher klagt, daß ihm Gott mehr Licht versagt? 3. Soll ein Vater unter⸗ Thort was dem Kinde Thorheit ist? Kühner Tad⸗ ler, Engel fassen das, wo du im Dunkeln bist. Hier sollst du dem Herrn ver⸗ traun, glauben, noch nicht völlig schaun. 4. Sollt er zu Regiere⸗ rinnen seiner Werke, seiner Welt meine Lüste setzen? sinnen, ordnen, thun, was mir gefällt? Wohl uns, wenn er nie gewährt, was ein thöricht Herz be— gehrt. 5. Hier in meinem Pil⸗ erstande sei mein Theil Zu⸗ friedenheit; dort in mei⸗ nem Vaterlande wohnt die wahre Seligkeit. Führt mein Gang zum Himmel ein, mag er immer dunkel sein. 6. Wenn du auch auf rauhen Wegen wandelst, ach, so klage nicht. Was hier schmerzet, wird dort Segen; was hier Nacht ist, wird dort Licht, und ich faß erst Gottes Sinn, wann ich ganz vollendet bin. Heiligkeit und Gerechtig⸗ keit Gottes. Mel. Freu dich sehr, o meine S. 28 ott! vor dessen Wandol nur ein reiner Wandel gilt; ewges Licht, aus dessen Lichte stets die reinste Wahr⸗ heit quillt, deines Namens Heiligkeit werde stets von uns gescheut! Laß sie uns doch kräftig dringen, nach der Heiligung zu ringen! 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, und kein Böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, ist untadelhaft und gut; und mit deines Armes Stärke wirkst du stets vollkommne Werke. 3. Herr! du willst, daß deine Kinder, deinem Bilde ähnlich sein. Nie besteht vor dir der Sünder; denn du bist vollkommen rein. Nur der Fromme darf sich dein, deiner Gnad und Huld erfreun. Wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. Ol so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaff in uns stets reine Herzen; tödt in uns der Sünden Macht! Denn was sind wir, Gott! vor dir? Du Een hei⸗ htig⸗ — eine S. dessen nur gilt; dessen Wahr⸗ mens von e uns nach en! ganzes es ist du so bst du dein it, ist mund Stärke mmne st, daß Bilde besteht denn jaff in Herzen; zünden id wir, u bist hei⸗ und sein Wesen. 19 heilig, aber wir sind ver⸗ derbt, und wer kann zäh⸗ len, großer Gott, wie oft wir fehlen! 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin. O so reinige vom Bösen unsern ganzen Sinn durch ihn. Gib uns, wie dein Wort verheißt, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere und uns zu dem Him⸗ mel führe. 6. Jede Neigung und Be⸗ gierde, jede That sei dir geweiht! Unsers Wandels größte Zierde sei rechtschaffne Heiligkeit! Mach uns dei— nem Bilde gleich; denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr, nur die erheben, die im Glauben heilig leben. Mel. Schon ist der Tag von Gott 29 Gerechter Gott! vor dein Gericht muß alle Welt sich stellen; du wirst in ihrem Angesicht auch mir mein Urtheil fäl— len. O laß mich jede Sünde scheun und hier mit Ernst beflissen sein, vor dir einst zu bestehen. 2. Du siehst von deinem hohen Thron herab auf deine Kinder; bestimmest jedem seinen Lohn, dem Frommen und dem Sünder. Nicht siehst du die Personen an, auf das allein, was wir gethan, siehst du, ge⸗ rechter Richter. 3. Das Vorgefühl der Seligkeit gibst du schon hier den Frommen; du schützest sie vor manchem Leid, in das die Sünder kommen. So zeigest du vor aller Welt, daß dir der Eifer wohlgefällt, den man der Tugend weihet. 4. Du liebst, was recht ist, Herr, und gut, du bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, wird von dir aufge⸗ nommen. Sein Tugend⸗ fleiß gefällt dir wohl, ist er gleich nicht so, wie er soll, ganz heilig, ganz voll⸗ kommen. 5. Doch dem, der dich, o Gott, nicht scheut, dem frevelnden Verbrecher, der dein Gesetz und Recht ent— weiht, bist du ein strenger Rächer. Verachtung, Elend, Schmerz und Hohn, Ge⸗ wissensmartern sind sein Lohn oft schon in diesem Leben. 6. Bleibt hier viel Böses ungestraft, viel Gutes un⸗ belohnet, so kommt ein Tag der Rechenschaft, der keines Sünders schonet. Da zeigest du im hellsten Licht, wie recht und billig dein Ge⸗ richt; dann triumphirt der Fromme. 7. Gerechter Gott! Laß mich 20 Gott mich, wie du, das Gute eifrig lieben; verleihe mir die Kraft dazu, es willig auszuüben. Regt sich die Sünde noch in mir, so stärke mich die Furcht vor dir, daß ich sie überwinde. Treue und Wahrhaftigkeit Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott 30 Noch nie hast du dein Wort ge⸗ brochen, nie deinen Bund, o Gott, verletzt. Du hältst getreu, was du versprochen, vollführst, was du dir vor⸗ gesetzt. Wenn Erd und Himmel auch vergehn, wird ewig doch dein Wort be⸗ stehn. 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was uns dein Wort verheißen hat; nach deiner Macht, nach deiner Treue bringst du, was du versprichst, zur That. Scheint die Erfül⸗ lung gleich noch weit, so kommt sie doch zur rechten eit. 3. Und wie du das un⸗ fehlbar giebest, was deine Lieb uns zugedacht, so wird, wann du Vergeltung übest, die Drohung auch gewiß vollbracht. Wer hier ver⸗ letzet seine Pflicht, entgehet deiner Strafe nicht. 4. O drücke tief dieß in mein Herze, daß es vor deinem Wort sich scheut; gib, daß ich nie leichtsinnig scherze mit deiner Strafge⸗ rechtigkeit. Nie werde das von mir gewagt, was dein Befehl mir Aasmi 5. Doch laß mich auch mit festem Glauben dem Worte deiner Gnade traun. Wer kann den Trost uns jemals rauben, den wir auf dein Versprechen baun? Du bist ein Fels, dein Bund steht fest; wohl dem, der sich auf Gott verläßt! 6. Erwäge dieß, o meine Seele, und traue Gott, ders treulich meint. Sei stets nach seines Worts Be⸗ fehle der Wahrheit Freund, der Lügen Feind; beweise dich als Gottes Kind, dem Treu und Wahrheit heilig sind. Mel. Gott des Himmels und 31 Hügel, brecht, ihr Felsen, stürzet ein! Fester wird, als Berg und Hügel, Gottes Vatertreue sein, unbewegter noch, als sie. Seine Wahr⸗ heit trüget nie. 2. Gnade hat er mir versprochen, das ist Gottes Bund mit mir. Dieser Bund wird nie gebrochen, seine Treue bürgt dafur Erd ieß in vor scheut; tsinnig trafge⸗ de das 8 dein )auch dem traun. st uns dbir auf n? Du Bund der )Dmeine Gott, Sei ts Be⸗ Freund, beweise „ dem heilig ls und ihr Ber⸗ allt, ihr Felsen, ird, als Gottes dewegter Wahr⸗ er mir Gottes Dieser brochen, dafür. Erd und sein Wesen. 21 Erd und Himmel mag ver⸗ gehn, was er zusagt, muß geschehn. 3. Nicht auf Menschen will ich bauen. Wie betrüg⸗ lich ist die Welt! Meinem Gott will ich vertrauen, der, was er gelobt, auch hält. Er, ein Feind der Heuchelei, ist wahrhaftig, ist getreu. 4. Dräut die Welt mir, mich zu hassen, und ver⸗ folgt mich, will ich mich immer auf den Herrn ver⸗ lassen: er erbarmt doch meiner sich. Denn er blei⸗ bet immerdar, was er ist und was er war. 5. Scheint auch er mich nicht zu achten und verbirgt sein Angesicht, läßt mich rufen, läßt mich schmachten, so vergißt er mich doch nicht: denn er bleibet immerdar, was er ist und was er war. 6. Friede will er mit mir halten, wenn sich auch die Welt empört; ihre Liebe mag erkalten, bleib ich mei⸗ nem Gott nur werth. Er, der meinen Kummer stillt, bleibt mir immer Sonn und Schild. 7. Er der Herr ist mein Erbarmer; so hat er sich selbst genennt; das ist Trost genug: ich Armer werde nie von ihm getrennt. Er will meine Zuflucht sein; sollte nicht mein Herz sich freun? 8. Ihm allein will ich vertrauen, will auf diesem Felsen ruhn, will mein Glück auf ihn nur bauen, was er sagt, wird er auch thun. Erd und Himmel mag ver⸗ gehn: ewig wird sein Bund bestehn. In eigener Melodie. (bp) ott ist getreu! 31 G Sein Herz, sein Vaterherz verläßt die Seinen nie. Gott ist ge⸗ treu! Im Wohlsein und im Schmerz erfreut und schützt er sie. Mich decken, seiner Allmacht Flügel. Stürzt ein, ihr Berge, fallt ihr Hügel! Gott ist getreu! 2. Gott ist getreu! Er ist mein treuster Freund! Dieß weiß, dieß hoff ich fest: ich bin gewiß, daß er mich kei⸗ nen Feind zu hart versuchen läßt. Er stärket mich nach seinem Bunde in meiner Prüfung trübster Stunde. Gott ist getreu! 3. Gott ist getreu! Er thut, was er verheißt. Er sendet mir sein Licht. Wenn dieses mir den Weg zum Leben weist, so irr und gleit ich nicht. Das Laster soll mich nicht belügen, mich um den Himmel nicht be⸗ trügen. Gott ist getreu! 4. Gott ist getreu! Er handelt väterlich, und was er thut, ist gut. Auch l a 22 Gott sal ists; mein Vater bessert mich durch Alles, was er thut. Die Teübsal gibt Ge⸗ duld und Stärke zum Fleiß in jedem guten Werke. Gott ist getreu! 5. Gott ist getreu! Er, dem ich theuer bin, führt mich nach weisem Plan im Wechsellauf der Dinge zum Gewinn des ewgen Heils hinan; vergibt mir gnädig meine Sünden und läßt mich Trost durch Christum finden. Gott ist getreu! 6. Gott ist getreu! Stets hat sein Vaterblick auf seine Kinder Acht. Auch freut es ihn, wenn schon ein ir⸗ disch Glück sie froh und dankbar macht. Was uns zu schwer wird, hilft er tragen und endlich stillt er alle Klagen. Gott ist ge⸗ treu! 7. Gott ist getreu! Mein Herz, was fehlt dir noch, dich Gottes stets zu freun! Sei Gott getreu und fürchte nichts: mag doch die Welt voll Arglist sein. Selbst falscher Menschen Neid und Tücke gereichen mir alsdann zum Glücke. Gott ist ge⸗ treu! 8. Gott ist getreu! Ver⸗ giß, o Seel, es nicht, wie zärtlich treu er ist! Ihm treu zu sein, sei deine liebste Pflicht, weil du so werth ihm bist! Halt fest an Gott, sei treu im Glauben, laß nichts den starken Trost dir rauben: Gott ist getreu! Liebe, Güte und Barm⸗ herzigkeit Gottes. In eigener Melodie. 32 Wie groß ist des All⸗ mächt'gen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit ver⸗ härtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihr gebührt? Nein, seine Liebe zu ermes⸗ sen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß mein Her auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunder⸗ bar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich ge⸗ leitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ists nicht der Herr, der Alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott, ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes Güte sind sie dein. Auch dar⸗ um mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 4. Und 22.—72—29. ß⏑—— — VV...—..—5———————..22....— —585353 ‚I‚I—-- 2— 22999999995999977774 en, laß rost dir reu! Barm⸗ Ees. le. des All⸗ uGüte! den sie nit ver⸗ n Dank ebührt? ermes⸗ e größte jat mein vergiß er nicht. wunder⸗ zott, der f. Wer mich ge⸗ Rath ich ärkt den n? Wer e Kraft? welchem wo du, umgeben, irst, wie Recht zu ch Gottes Auch dar⸗ 8 leiden, selig sein. 4. Und und sein Wesen. 2³ 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben, sein Wort bestärkt ihn ewig⸗ lich: Gott soll ich über Alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dieß ist mein Dank, dieß ist sein Wille: ich soll vollkommen sein wie er. Solang ich dieß Gebot er⸗ fülle, stell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht, und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. O Gott! Laß deine Güt und Liebe mir immer⸗ dar vor Augen sein. Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. Mel. Herzliebster Jesu 3 3 Jauchzt unserm Gott! NI Er ist von großer Güte, barmherzig und von duldendem Gemüthe; will Allen Heil und ewge Lust gewähren, die ihn verehren. 2. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und läßt verschonend uns das nicht empfinden, was wir, weil wir ihm unser Herz nicht gaben, verschul⸗ det haben. 3. Hoch ist der Himmel über seiner Erde. So groß ist auch, daß er geliebet werde, die Huld des Herrn bei denen, die ihn lieben und Gutes üben. 4. Wem bleibt sein Ant⸗ litz, wenn ers sucht, ver⸗ borgen? Soweit der Abend ist entfernt vom Morgen, entfernt auch Gott der Sünde Schuld und Schmerzen von unserm Herzen. ö 5. So zärtlich sich ein Vater seiner Kinder erbar⸗ met, so erbarmt sich Gott der Sünder, wenn sie von Herzen sich zu ihm bekehren, ihm Treue schwören. 6. Er schlägt und heilt, verwundet, läßt genesen. Er weiß, der Mensch ist ein gebrechlich Wesen; er denkt daran, daß das Ge⸗ woerdt aus Erde doch Asche werde. 7. Von Ewigkeit zu Ewig⸗ keiten währet die Güte Got⸗ tes jedem, der ihn ehret. Ach, leite denn auch mich auf deinem Pfade, du Gott der Gnade. ö 8. So werd ich ewig dei⸗ ne Huld genießen; so wird mein 24 mein Leben sanft vor dir verfließen; so werd ich dort mit allen Engelchören dich fröhlich ehren. Mel. Mein Gott, das Herz 3 4 enn sich mein Geist, Allmäch⸗ tiger, der Gnaden Menge denkt, womit du mich, mein Gott und Herr, so unver⸗ dient beschenkt. 2. Dann ist mein Herz so hoch erfreut, ganz deiner Güte voll und weiß vor heißer Dankbarkeit nicht, wie es danken soll. 3. Als ich noch in der Mutter Schooß in Nacht verborgen schlief, bestimmtest du, o Herr, mein Loos, das mich zum Leben rief. 4. Du wählst des Sterb⸗ lichen Geschick, eh er geboren ist; und so ward ich, o welch ein Glück! durch die Geburt ein Christ. 5. Als ich noch schwach, vernahmst du schon, was kein Gebet noch war, und neigtest zu des Weinens Ton dein Ohr gefällig dar. 6. Wenn ich als Jüng⸗ ling von dem Pfad der Tugend mich verirrt, hat mich unsichtbar, Herr/ dein Rath oft wieder drauf ge⸗ führt. 7. Du warst mein Schutz und meine Wehr vor Un⸗ glück und Gefahr und vor Gott dem Laster, das noch mehr, als sie, zu fürchten war. 8. O sah, vor Krank⸗ heit bleich, durch dich mein Leben hergestellt, und deine Gnade schmückte mich, wenn Sünde mich entstellt. 9. Von Freudenstrahlen glänzt mein Blick, da du so hoch mich liebst und mir in wahrer Freundschaft Glück mehr, als ich wünschte, gibst. 10. Und welche Wohl⸗ that, Herr, ist nicht dieß Herz, das fühlen kann, dieß Herz, ganz dein, das dank⸗ bar spricht, was du an mir gethan! 11. Kein Tag soll würd⸗ ger mir vergehn, als, Ew⸗ ger, dir zum Preis; ich⸗ will frohlockend dich erhöhn als Jüngling und als Greis. 12. In Schrecken, Angst Gesahr und Noth trau ich allein auf dich. Durch dich gestärkt ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. Mel. Mein ganzer Geist, Gott 3 5„. Gott, deß starke Hand die Welt erschaffen hat und noch er⸗ hält, ich spüre deine Güte hier auf der Welt an je⸗ dem Ort. Sie hilft mir Schwachen gnädig fort; und wenn ich mein Gemüthe von hier zu dir, o Gott, wende; streckst du Haue vo mehr, ar. Krank⸗ h mein d deine „ wenn strahlen du so id mir ndschaft ünschte, Wohl⸗ t dieß in, dieß 8 dank⸗ an mir würd⸗ 8, Ew⸗ is; ich⸗ erhöhn 5 Greis. „Angst rau ich rch dich er Tod chterlich. st, Gott an je⸗ Ift mir rt; und und sein Wesen. voll Erbarmen und voll Wohlthun nach mir Armen. 2. Seh ich den weiten Himmel an, so viel ich da⸗ von sehen kann, so sch ich deine Güte. Der Himmels⸗ körper Lauf und Pracht, das Sternenheer, das du gemacht, erreget mein Ge⸗ müthe, mächtig, freudig dir zu singen, dir zu bringen Ehr und Stärke. Groß sind deiner Hände Werke! 3. So oft ich athme und den Hauch der Lüfte fühle, fühl ich auch, Gott, deine große Güte. Wind, Wasser, Feuer, Schnee und Eis sind deines Wohlthuns lauter Preis und rühren mein Ge⸗ müthe, täglich hier mich dein zu freuen und von neuem, Herr, mein Leben dir zum Dienste zu ergeben. 4. Herr! dazu, bitt ich, hilf du mir. Zeuch immer näher mich zu dir durch deine große Güte. O heilige zu deinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich vor dem Undank hüte. Laß mich, was ich bitt, er⸗ langen, dir anhangen hier auf Erden, bis mir wird der Himmel werden. Mel. Wer nur den lieben Gott 36 Soweit, Herr, deine ö Himmel reichen, reicht deine Huld, die uns Eh werden Berg und Hügel weichen, als deine Gnade wankt und fällt; gleich mächtigen Ge⸗ birgen steht die Güte, die dein Volk erhöht. 2. Gott, dir ist kein Ge⸗ schöpf verborgen, nicht Eins vom Seraph bis zum Thier. Du würdigst alle deiner Sorgen, sie danken Lust und Leben dir. Es mag auch klein und niedrig sein, dir, Gott ist nichts zu groß, zu klein. 3. Mit frommem, freu⸗ digem Gemüthe erheb ich, Gott der Gnade, dich; wie theuer ist doch deine Güte! Wie liebst du uns so väter⸗ lich, uns, die wir ohne Furcht und Graun dem Schatten deiner Flügel traun! 4. Mit welchem reichen Ueberflusse erfüllst du diese Welt, dein Haus! Du theilst ihn Allen zum Ge⸗ nusse so väterlich, so reich⸗ ich aus. Herr, unsers Lebens Quelle fließt aus dir, der du das Leben bist. 5. Wir sehn, o Herr, in deiner Sonne den Schatten deiner Huld, dein Licht. Entzeuch uns deiner Güte Wonne, dein gnadenvolles Antlitz nicht, Herr, deine Huld erfreue die, die dich 3579 segne sie! erhält. 26 Mel. Herzliebster Jesu Gett ist die Liebe! Gott kann nur beglücken! Dieß ruft uns Alles zu, wohin wir blicken. Sei blau der Himmel, sei er schwarz und trübe: Gott ist die Liebe! 2. Gott ist der Menschen Vater, und ich fände, selbst wenn ich an dem Saum der Erde stände, selbst wenn ich in die tiefste Gruft mich grübe, dich, Gott der Liebe! 3. So sei es denn mein höchstes Ziel auf Erden, dir, Geist der Liebe, ähnlich hier zu werden; der heißeste, der erste meiner Triebe sei Menschenliebe! Mel Es ist das Heil uns ie viele Freuden 38 Wé dank ich dir, die du mir, Herr, verliehen; und wie viel Sünden hast du mir aus Gnaden schon verziehen! O Gott, voll Langmuth und Geduld! noch täglich häuf ich meine Schuld, und deine Liebe währet. 2. Bedenk ich Schöpfer, deine Macht, blick ich in jene Ferne und überseh des Himmels Pracht und Sonne, Mond und Sterne, so bet ich dich voll Ehrfurcht an. Was ist der Mensch, ruf ich alsdann, daß du dich sein erbarmest! *. Unv.-Sivi. Gless Gott 3. Dein Auge schaut auf ihn herab, so geht er nicht verloren; nicht für die Welt, nicht für das Grab ist er allein geboren. Die Welt vergeht mit ihrer Lust; der du den Willen Gottes thust, dein Glück soll ewig dauern. 4. Wann ich erwache, denk ich dein, und wann ich schla— fen gehe; denn du, mein Vater, kannst verleihn, um was ich kindlich flehe. Drum seufz ich kindlich stets zu dir: Herr, was mir nützet, schenke mir um deiner Güte willen! Mel. Herr, wir singen deiner uldigt Gott, ihr 39 H frohen Triebe! Der Gott des Himmels ist die Liebe! Er ists in alle Ewigkeit! O wo kann ich Worte finden, den Ruhm der Liebe zu verkünden, die ewig segnet und erfreut? Wer bin ich, Herr, vor dir? Nur stammeln kann ich hier: Liebe! Liebe! Kein Mensch ermißt, wie gut du bist; ja selbst der Engel faßt es nicht. 2. Wundervoll sind deine Werke. Ich sehe Weisheit, Macht und Stärke, und meine Seele beuget sich. Aber deine Liebe thronet da auch, wo Macht und Weisheit wohnet; ich seh und erhebe mich. Was ists, lut auf rnicht ie Welt, ist er e Welt st; der 5 thust, dauern. he, denk ch schla⸗ „mein yn, um Drum tets zu e nützet, er Güte deiner in alle ann ich Ruhm Veisheit, e, und t sich. thronet ists, das mich erschreckt? Mein heller Blick entdeckt nichts, als Liebe. Der kleinste Wurm, der Donnerstürm und Alles, Alles preiset sie. 3. Huldreich riefst du mich ins Leben, um hohe Kräfte mir zu geben, um Freude um mich her zu streun. Je—⸗ der Tag erzählts dem an⸗ dern, die Erde, wo die Menschen wandern, soll Vor⸗ hof deines Himmels sein. Ich jauchze, daß ich bin, und öffne Herz und Sinn deiner Liebe. Von dir ge⸗ schützt und unterstützt, durch⸗ lauf ich fröhlich meine Bahn. 4. Trüben sich auch meine Tage, hinweg mit jeder Jammerklage! Nur du, mein Vater, trübest sie. Licht entströmt den Dunkel⸗ heiten; du willst nur Segen mir bereiten, und Trost und Hoffnung fehlt mir nie. Vor dir entweicht der Schmerz, und froh erfährt mein Herz deine Liebe. Wenn Alles bricht, ich zage nicht! Du reichst mir deine Vaterhand. 5. Ach! wie kann ich dir vergelten, was du, Beherr⸗ scher aller Welten, mir ar⸗ men Erdbewohner gibst? Sünde häuf ich oft auf Sünde und dennoch seh ich und empfinde, daß du, Er⸗ barmer, mich noch liebst. Du hast Geduld mit mir und sein Wesen. 27 und lockst mich hin zu dir durch die Liebe. Und wer dich ehrt und wiederkehrt, o Preis dir! den begnadigst du. 6. Ja, du willst der Sün⸗ der Leben. Selbst deinen Sohn hast du gegeben, daß er ihr Seelenretter sei. Weisheit kam mit ihm her— nieder; er litt und starb für seine Brüder und sprach ihr Herz von Aenasten frei. O Gott, was fühlt mein Geist! Wie staunt er nun und preist deine Liebe! Dein Sohn erschien, du sandtest ihn. Wie hoch hast du die Welt geliebt! 7. Gott! ich will dir folg⸗ sam werden. Wer ist im Himmel und auf Erden, der so, wie du, beglücken kann? Einst umstrahlet, gleich der Sonne, mich ewig, ewig Licht und Wonne, geh ich nur gern auf deiner Bahn. Dann schwebt mein Geist empor und singt im Sternenchor: Liebe! Liebe! O Here der Zeit und Ewig⸗ keit! Ich weiß, daß du die Liebe bist. Geduld, Langmuth und Gnade Gottes. Mel. Ein Lämmlein geht welcher Lang⸗ muth und Ge⸗ Dilld 40 Mit 5 2 28 Gott duld trägst du die Men⸗ schenkinder, o Gott! Auch bei gehäufter Schuld trägst du die frechen Sünder! Sie nahen dem Verderben sich; du siehst es, und es jam⸗ mert dich des Elends dieser Armen. Daß sie demselben noch entfliehn, suchst du ihr Herz zu dir zu ziehn aus innigem Erbarmen. 2. Du gönnest ihnen Zeit und Raum, noch in ihr Herz zu gehen, du läßt den unfruchtbaren Baum nicht ohne Pflege stehen. Du scho⸗ nest sein von Zeit zu Zeit; erziehest voll Barmherzig⸗ keit, ihn gänzlich abzuhauen. O welche Langmuth und Geduld! Wer sollte deiner Vaterhuld nicht inniglich vertrauen! 3. Erbarmest du dich schon so sehr selbst frevelhafter Sünder, so trägst du scho⸗ nend noch vielmehr die From⸗ men, deine Kinder. Läßt ihrer Tugend Eifer nach, und werden sie im Glauben schwach und träg zu guten Werken, so zürnst du nicht; du denkst daran, wie leicht ein Herz sich täuschen kann; und eilest, sie zu stärken. 4. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott, unsre Herzen rühren! Nie müsse deine Vaterhuld zur Sicher⸗ heit uns führen! Ach, keiner häufe Schuld auf Schuld durch kühnen Mißbrauch deiner Huld! Nur Tugend sei uns Freude, damit uns in der Prüfungszeit der Reichthum deiner Gütigkeit zur wahren Beßrung leite. In eigener Melodie. 41 ller Welten Herr⸗ scher, Gott, dein ganz Gebiete ist ein Schau⸗ platz deiner Güte. Sie ver⸗ herrlicht täglich sich auch an uns allen, die wir noch auf Erden wallen. Ja, sie pflegt, nährt und trägt nicht nur deine Kinder, selbst die größ⸗ ten Sünder. „Dieser Langmuth Größe läßt sich zwar empfinden; aber wer kann sie ergrün⸗ den? Sünder so verschonen, Millionen Schulden mit so vieler Nachsicht dulden und dabei doch so treu warnen, die dich hassen: Herr! wer kann dieß fassen? 3. Doch du strafst nicht gerne, liebst nur unser Le⸗ ben, Zeit Uur Beßrung uns zu geben, dringt dich deiner Liebe zärtliches Erbarmen. Darum hast du mit uns Armen, so voll Huld, noch Geduld, daß wir darauf achten und nach Beßrung trachten. 4. O daß doch der Reich⸗ thum deiner Vaterliebe uns zur Sinnesändrung—— Frauch ugend t uns der tigkeit eite. Herr⸗ „dein Schau⸗ e ver⸗ ich an ch auf pflegt, t nur größ⸗ Größe inden; rgrün⸗ honen, mit so n und arnen, wer t nicht ser Le⸗ ig uns deiner armen. it uns „ noch darauf eßrung Reich⸗ be uns triebe! O und sein Wesen. 29 O daß wir, voll Reue, Unsre Schuld bedächten und dir willig folgen möchten! unser Schmerz rührt dein Herz, Schulden, die uns kränken, gnädig uns zu schenken. 5. Dank sei dir, o Vater, daß du unser schonest und nicht nach Verdienst uns lohnest. Stets noch ist uns Schwachen nöthig deine Gna⸗ de selber auf dem Tugend⸗ pfade. Leit uns doch damit noch, bis wir dich einst dro⸗ ben ohne Sünden loben. Von der heiligen Dreieinigkeit. Gott, Vater, Sohn und heiliger Geist. In eigener Melodie. 42. Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade! Er sorget, daß uns nimmer⸗ mehr Gefahr und Unglück schade. Uns wohlzuthun ist er bereit, er will nur unsre Seligkeit. Erhebet ihn mit Freuden! Ja, Vater, wir erhe⸗ ben dich mit freudigem Ge⸗ müthe, du herrschest unver⸗ änderlich mit Weisheit und mit Güte. Unendlich groß ist deine Macht, und was sie wirkt, ist wohlbedacht. Wohl uns, daß du regierest! 3. O Jesu Christ, des Höchsten Sohn! Dich, seinen Eingebornen, dich sandte Gott vom Himmelsthron zur Rettung der Verlornen. Du Mittler zwischen uns und Gott, hilf uns im Le⸗ ben und im Tod: erbarm dich unser aller! 4. O heiliger Geist, du Geist von Gott! Erleuchte, beßre, tröste, die Jesus Christ durch seinen Tod vom Sündendienst erlöste. Auf deinen Beistand hoffen wir; ach, leit uns stets, so sind wir hier beglückt, dort ewig selig. Mel. Erschienen ist der herrlich 43 Di und Anbetung bringen wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. Du bist es, der die ganze Welt erschaffen hat und noch erhält. Halleluja! 2. Dank und Anbetung bringen wir, Sohn Gottes, Herr und Heiland, dir. Du littst für uns des Todes Pein, uns vom Verderben zu befrein. Halleluja! 3. Gelobet seist du, Geist des Herrn! Wir waren einst von Christo fern. Du hast durch deines Wortes Macht B 3 uns 30 uns allen Licht und Heil gebracht. Halleluja! In eigener Melodie. 4 4 Wir glauben an den eingen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden. Er, aller Vater, unser Gott, hieß uns seine Kinder werden. Er will uns auch stets 1 jedes wahre Gut gewähren. Er erwog schon, eh wir waren, unsre Rettung in Gefahren. Er ists, der für uns sorgt und wacht, und Alles steht in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes Sohn, den Eingebornen, den Herrn, der Mensch geworden ist, den Erretter der Verlornen. Er, er achtete sein Leben nicht zu theur, für uns zu eben. Er erstand, herrscht 99 erhöhet in dem Reich, das nie vergehet. Er läßt uns auch im Grabe nicht und kommt dereinst zum Weltgericht. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, unsern gött⸗ lichen Regierer, den Jesus Christus uns verheißt uns zum Beistand und zum Füh⸗ rer, der in Trübsal seine Christen eilt mit Muth und Kraft zu rüsten, der uns lehrt Vergebung finden und der Tugend Werth empfin⸗ den. Er flößet uns im Todes⸗ Gott Taon des ewgen Lebens rost ins Herz. Mel. Mein ganzer Geist 45 Lobsenget Gott! Dank, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt er und herrschet weit und breit mit Weisheit, Güt und Stärke. Singet, bringet frohe Lieder! fallet nieder! Gott ist herr⸗ lich, unaussprechlich groß und selig. 2. Lobsinget Gott, Dank, Preis und Ruhm sei von uns, deinem Eigenthum, Herr Jesu, dir gesungen. Du Mittler zwischen uns und Gott, hast durch Ge⸗ horsam bis zum Tod das Leben uns errungen. Hei⸗ lig, selig ist die Freund⸗ schaft und Gemeinschaft aller Frommen, die durch dich zum Vater kommen. 3. Lobsinget Gott! Du Geist des Herrn, sei nie von unserm Geiste fern, mit Kraft ihn auszurüsten! Du machst uns gläubig, weise, rein, hilfst uns ge⸗ trost und siegreich sein im Streit mit unsern Lüsten. Leit uns, stärk uns, in der Freude, wie im Leide, Gott ergeben und der Tugend treu zu leben. und sein Wesen. 31 Mel. Es wolle Gott uns 46 H unser Gott, wer ist dir gleich? Du bist das höchste Wesen; und doch hast du an Gnade reich, uns dir zum Dienst erlesen. Gemeinschaft sollen wir mit dir, du Allerhöchster, haben. Mit deinem Heil willst du uns hier und ewig einst begaben, du Quelle alles Segens. 2. Wir beten dich, o Va⸗ ter, an. Sind wir gleich vor dir Sünder, so nimmst du dich doch unser an, wie Väter ihrer Kinder. Du hast für uns aus großer Huld selbst deinen Sohn gegeben; dein Herz, voll Güte und Geduld, verleih uns Trost und Leben, daß wir dich kindlich fürchten. 3. O Jesu, ewger Gottes⸗ sohn! Du Heil, darauf wir hoffen! Durch dich steht zu des Vaters Thron der Weg uns wieder offen. Uns zu befrein von Sünd und Tod, kamst du zu uns auf Erden. O laß uns, unser Herr und Gott, froh deines Segens werden und dir im Glauben dienen. 4. O heilger Geist, du Geist von Gott! wehr in uns dem Verderben! Im Glauben an des Mittlers Tod hilf uns der Sünde sterben. Du gibst zum Gu⸗ ten Lust und Kraft; laß es uns stets erfahren. Stärk uns in unsrer Pilgrimschaft, bewahr uns vor Gefahren, hilf uns dir willig folgen. 5. Laß, Gott, uns dein auf Erden schon als unsers Gottes freuen. Herr, segne uns von deinem Thron, daß wir vor dir gedeihen! Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, dir wollen wir hier leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit uns einst dahin erheben, wo wir dich ewig schauen. Werke und Wohlthaten Gottes. Schöpfung. Mel. Es ist das Heil uns kommen 47 Wer machte diese schöne Welt, das Nahe und das Ferne? Wer hat am Himmel hin⸗ gestellt die Sonne, Mond und Sterne? Wer schuf die Wälder, Feld und Au, be⸗ fahl dem Regen, sprach zum Thau: Erquicke Saat und Blüthen? 2. Auf wessen mächtiges Geheiß entstanden Ström und Seen? Wer gab dem Winter Schnee und Eis? Wer hieß die Winde we⸗ hen? 34 weiht,“ du bists, der auch mich erfreut in der Stille, wie im Sturme. Herr, dir will ich ganz vertraun und mein Heil auf dich nur baun. Mel. Sei Lob und Ehr dem 50 enn ich, o Schöpfer deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für Alles wacht, anbetend über⸗ lege, so weiß ich von Be⸗ wundrung voll, nicht wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wo⸗ hin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Him⸗ mel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schooß der Erde auf, mit Vorrath uns zu segnen? Du, Gott der Macht und Herrlichkeit! Gott, deine Güte reicht so weit, als deine Himmel reichen. 4. Dich predigt Sonnen⸗ schein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der ge⸗ ringste Wurm, bringt mei⸗ Werke und Wohlthaten Gottes. nem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunder⸗ bar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei ge⸗ preist, und alle Welt sag: Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? In eigener Melodie. 51 ie Himmel rüh⸗ men Gottes Ehre, ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn die Meere! o Mensch, ihr vernimm, göttlich Wort! 2. Wer trägt die unzähl⸗ baren Sterne? Wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet uns von ferne und lauft den Weg gleich als ein Held. 3. Vernimms und sieh die Wunderwerke, die We⸗ 1 Schöpfung. Natur dir aufgestellt! Ver⸗ kündigt Weisheit, Ordnung, Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du die unzähl⸗ baren Heere der Wesen jüht⸗ los wohl beschaun? Durch wen ist Alles? Gib ihm Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun! 5. Mein sind die Him-⸗ mel, mein die Erde; an meinen Werken kennst du mich! Ich werde sein, der ich sein werde, dein Gott und Vater ewiglich! 6. Ich bin dein Schöpfer, Weisheit, Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil! Ich bins! Mich liebe dein Gemüthe und nehm an mei⸗ ner Gnade Theil! Mel. Herr, wir singen 52 Ut Gott ist groß und mächtig, und seine Schöpfung schön und prächtig, voll Weisheit und Vollkommenheit. O ihr, sei⸗ ner Allmacht Heere, verkün⸗ digt eures Schöpfers Ehre und preiset seine Herrlichkeit! Sein Kleid ist reines Licht! Er hält im Gleichgewicht gan⸗ ze Welten. Der Wesen Heer, das weite Meer, den Engel und den Wurm schafft er. 2. Allmacht sprach zum Nichts: Es werde! Da trat auch unsere schöne Erde vor ihren Herrn, um aufzublühn. 35⁵ Allmacht spricht: so stürzen Welten, die Berge fliehn vor ihrem Schelten und sinken vor dem Donner hin. Er hat wie ein Gewand die Hihn mel ausgespannt. Durch ihn geht, gleich wie ein Held aus seinem Zelt, die Sonne und erfreut die Welt. 3. Er, der auf den Win⸗ den schwebet, er schaut die Erde an: sie bebet! Er nchtl den Berg an und er raucht! Vögel nährt er, speist die Heerden, erneuert die Gestalt der Erden, erfreut, was in ihr lebt und haucht. Mit milder Freundlichkeit gibt er zu seiner Zeit Allen Speise, liebt und erhält die ganze Welt und tränkt die Thiere auf dem Feld. 4. Kräuter schuf er, uns zu heilen; den Mond, das Jahr danach zu theilen; der Sonne Licht zur Fruchtbar— keit. Gott ist gnädig, Gott regieret, wenn er die Flur mit Blumen zieret und sie mit Saaten überstreut. Der Wallfisch und der Wurm, der Blüthenduft und Sturm zeugt vom Schöpfer. Der Tag, die Nacht rühmt seine Macht und rühmt, daß er für Alles wacht. 5. Gott voll Weisheit, Gott voll Stärke, wie viel und groß sind deine Werke! wie reich an Gütern ist das Land! Schiffe gehn in wei⸗ B 6 ten 36 ten Meeren; da wimmelts von den frohen Heeren der Thiere zahllos wie der Sand. Mit Mannichfaltigkeit, mit Regelmäßigkeit prangt die Erde; wohin entzückt mein Auge blickt, da ist die Welt mit Reiz geschmückt. 6. Wer vergänglich Gras bekleidet, die Fische nähret, Lämmer weidet, der sorgt als Vater auch für mich. Seele, wolltest du für mor⸗ gen schon heute bang und ängstlich sorgen? Nein, sei getrost, ermanne dich! Ver⸗ traue Gott! Auf ihn werf alle Sorgen hin! Er wird sorgen, er, der uns hört und gern gewährt, was unser wahres Wohl vermehrt. 7. Dank dem guten Gott zu singen und stets mein Herz ihm darzubringen, soll meine höchste Freude sein. Laut soll ihm mein Lob er⸗ schallen! mein Opfer wird ihm wohlgefallen, gerührt will ich mich seiner freun. Sein Lob ist Seligkeit! Es macht schon hier bereit für den Himmel. Dort werd ich stehn, entzückt ihn sehn und ewig seinen Ruhm erhöhn. Mel. Wer nur den lieben Gott Gott des Himmels 53 O und der Erden, der du allgegenwärtig bist, von Niemand kannst begrif⸗ fen werden, vor dem kein Werke und Wohlthaten Gottes. Ding verborgen ist, ach ziehe mich doch ganz zu dir und offenbar dich selber mir! 2. Wohin ich Herz und Augen lenke, da find ich deiner Gottheit Spur. Wenn ich voll Andacht überdenke dein Werk, die prächtige Na⸗ tur, so ruft mir Alles, Alles zu: Wie groß ist Gott! wie klein bist du! 3. Mir zeigen alle Ele⸗ mente Macht, Güt und Weis⸗ heit überall. O wenn das Stumme reden könnte, wie groß war stets der Jubelschalll Rühmt, Menschen, Gottes Güt und Macht, die euch und uns hervorgebracht! 4. Herr Gott! wie groß ist deine Liebe! Die Erd ist deiner Güte voll. O gib mir dankbar fromme Triebe, daß ich dich preise, wie ich soll. Nimm, was ich kann und hab und bin, zu deinem Dienst auf ewig hin 5. Hilf, daß die Güter dieser Erden mich zu dir locken, höchstes Gut, daß sie mir nicht zum Fallstrick wer⸗ den und ihr Genuß mir Schaden thut! Laß allen Mißbrauch ferne sein; mein letztes Ziel sei du allein! 6. Hier ist mein Leben eine Reise, ich geh nach jener höhern Welt. Drum mache du mich fromm und weise, daß ich hier thu, was dir gefällt! Und end ich Wfur⸗ Ur⸗ Vorsehung. kurzen Lauf, so nimm zu höherm Glück mich auf! Vorsehung, Erhaltung und Regierung der Welt. Mel. Nun danket Alle Gott 54 N von un⸗ gefähr; ein gro⸗ ßer Gott regieret, ein Gott, der seine Welt mit reichem Segen zieret. Auch was uns Zufall heißt, ist, eh es noch geschieht, in seinem Plan be⸗ stimmt und einer Kette Glied. 2. Er sah vor aller Zeit, was künftig werden sollte, und nichts ist, nichts wird sein, als was sein Rathschluß wollte; und Alles, was er will, ist weise, recht und gut. O wohl mir, daß mein Glück in Gottes Händen ruht! 3. Wie dürft ich mißver⸗ gnügt in meinem Stande le⸗ ben? Kann jemals böse sein, was Gott mir pflegt zu ge⸗ ben? Der Thor nur klagt und murrt und lästert Got⸗ tes Rath; er hat nicht, was er will, und will nicht, was er hat. 4. Wer wahre Weisheit liebt, der liebt auch den Ge⸗ danken: Mein Heil, mein Fels ist Gott, und wenn auch Welten wanken! Ich sollte, was ich bin, nicht etwas Anders sein, und mein be⸗ sondres Loos stimmt mit dem Ganzen ein. 37 5. Mein Unmuth ändert nie die Ordnung aller Dinge. Ich quäle nur mich selbst, wenn ich die Hände ringe. Doch folg ich meinem Gott, so lindert sich mein Schmerz; denn was mich elend macht, ist immer nur mein Herz. 6. Wie thöricht würd ich sein, wenn ich begehren wollte, daß alles Ungemach nur mich verschonen sollte! Mein Vater liebt auch mich und mischt mit Freundlichkeit in seinen Segenskelch des Lei— dens Bitterkeit. 7. Im Leiden lern ich mich und meinen Gott erkennen und mich mit edlem Sinn von falschen Freuden tren⸗ nen. Wie kann mir schreck⸗ lich sein, was mich voll⸗ kommner macht? Mehr ist die Tugend werth, als Sin⸗ nenlust und Pracht. 8. Die Tugend wird bald schwach im Schooße niedrer Freuden und stark erschei⸗ net sie, umringt von stillen Leiden. Sie strahlt am gött⸗ lichsten aus tiefer Dunkel⸗ heit; da leuchtet sie der Welt und überlebt die Zeit. 9. Hinweg mit blöder Furcht! Der Herr will mich regieren, mich auch auf rauher Bahn zu meinem Ziele führen. Hier bin ich, Herr, mein Gott! O stehe du mir bei, daß selbst in Noth und Tod 97 Herz dir folgsam sei! ————————— 38 In eigener Melodie. 5 5 In allen meinen Tha⸗ * ten laß ich den Höchsten rathen, der Alles kann und hat. Er muß in allen Dingen, solls anders wohl gelingen, mein Helfer sein mit Rath und That. 2. Nichts hilft mein ban⸗ ges Sorgen vom Abend bis zum Morgen, nichts meine Ungeduld. Er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen: ich traue seiner Vaterhuld. 3. Es kann mir nichts ge⸗ schehen, als was sein Rath ersehen und mir für heil⸗ sam hält. Mit dem, was Gott beschieden, bin ich, sein Kind, zufrieden: mir geh es, wie es ihm gefällt. 4. Ich traue seiner Gnade, die mich auf meinem Pfade vor allem Uebel schützt. Leb ich nach seinen Sätzen, so wird mich nichts verletzen, nichts fehlen, was mir ewig nützt. 5. Leg ich zum Schlaf mich nieder, weckt mich der Mor⸗ gen wieder zu meines Lebens Pflicht; irr ich auf finstern Wegen, geh ich dem Leid entgegen, so sei sein Wort mir Trost und Licht. 6. Was über mich beschlos⸗ sen dem will ich unverdros⸗ en, getrost entgegengehn. Kein Unfall unter allen soll je zu hart mir fallen; ich will mit Gott ihn überstehn. Werke und Wohlthaten Gottes. 7. Ihm hab ich mich er— geben, zu sterben und zu leben, wie es sein Wink ge⸗ beut. Sei mir mein End verborgen, komm es heut oder morgen: er weiß dazu die rechte Zeit. 8. So sei nun, Seele, stille, dich leitet dessen Wille, der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehe! Dein Vater in der Obhe, der weiß zu allen Sachen Rath! Mel. Es ist das Heil uns 56 Dir, unser Gott, ist ö Niemand gleich im Himmel und auf Erden. Du bist der Höchste und dein Reich kann nie begriffen werden. Unendlich ist die Majestät, die über Alle dich erhöht, die Kron und Scep⸗ ter tragen. 2. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet! Wo ist der, der es messe? Wohin 5. nur mein Auge sieht, da seh ich deine Größe. Weit über alle Himmel weit geht dei— nes Reiches Herrlichkeit. Du herrschest über Alles. 3. Du herrschest weislich, recht und gut, nach heiligen Gesetzen. Du willst auch dei⸗ ner treuen Hut das Kleinste würdig schätzen. Auf Alles geht dein Augenmerk, und immer ists dein liebstes Werk, zu segnen, zu beglük⸗ ken. 4. Wohl —9—9—9—9—9—9—9————— Vorsehung. 4. Wohl uns, daß du das Regiment, Gott, über Alles führest! Und wohl dem, der den Zweck erkennt, dazu du uns regierest! Ich, dein so schwacher Unterthan, ich bete dich in Demuth an. O sieh auf mich mit Gnade! 5. Ich bin verderbt und fehlervoll, bin auf dem Tu⸗ gendwege nicht stets so eifrig, wie ich soll, bin oft zum Guten träge; doch du bist gnädig und voll Huld ver⸗ gibst du Reuigen die Schuld. Drum hoff ich auf Verge⸗ bung. ö 6. Ich hoffe, weil mich der vertritt, den du für mi gegeben. Mein Jesus, wel⸗ cher für mich litt, erwarb mir Recht zum Leben. Sein Tod macht mich von Zwei⸗ fel frei, ob ich der Gnade würdig sei: auch mich hat er versöhnet. 7. Herr! ewig will ich deinen Ruhm mit Lob und Dank erheben. Dir will ich, als dein Eigenthum, mich ganz zum Dienst ergeben. Mit Lust will ich bis in den Tod nach deinem hei⸗ ligen Gebot durch deinen Beistand wandeln. ommt, kommt, den 57 Herrn zu preisen, der groß von Rath ist, groß von That, den Gütigsten, In eigener Melodie. 39 den Weisen, der keinen sei⸗ nes Gleichen hat! Der Herr thut große Werke. Wer beu⸗ get seine Kraft? Wer sei⸗ nes Armes Stärke, die alles Gute schafft? Er dehnet, gleich Gezelten, den weiten Himmel aus; er spricht, so gehen Welten aus ihrem Nichts heraus. 2. Er will, und Sonnen flammen; auch drängt das Wasser, wenn er spricht, in Wolken sich zusammen, und ihre Schläuche reißen nicht. Er ruft den Unge⸗ wittern, das Meer wird un⸗ gestüm, des Himmels Säu⸗ len zittern, die Erde bebt vor ihm. Er will, und Blitze zünden, daß Städte flam⸗ mend stehn. Er winkt und droht den Winden, schnell wird sein Himmel schön. 3. Er, er gebeut den Wellen: Bis hierher!— Ihm gehorchen sie. Er legt in Felsen Quellen: sie rie⸗ seln und versiechen nie. Er füllet Wüsteneien mit seinen Wundern an; heißt Thiere da sich freuen, wo kein Mensch wohnen kann. Wer kann die Sterne führen? Wer kann als er allein, der Dinge Lauf regieren, zerstören und erneun?. 4. Herr! dein ist alle Stär⸗ ke, und alle Hülfe, Gott, 0 dein! Das preisen deine erke, die deiner umsi ich — 40 Werke und Wohlthaten Gottes. sich erfreun. Auch wir er⸗ freun uns ihrer: ihr Lob sei unsre Pflicht! O Vater, o Regierer, wen hält, wen schützt sie nicht? Du lebst, du wirkst in Allen, wir le⸗ ben nur in dir. Erhalter, wer kann fallen? Dir, dir vertrauen wir! Mel. Von Gott will ich, oder Zeuch ein zu deinen Thoren 58 ott, der an allen Enden viel große Wunder thut, du bists, in dessen Händen mein ganzes Schicksal ruht; hast in der Prüfungszeit mir jeden mei⸗ ner Tage, mein Glück und meine Plage bestimmt von Ewigkeit. 2. Da ich noch tief ver⸗ borgen im Mutterleibe lag, wacht über mich dein Sor⸗ gen. Ach, Vater! wie ver⸗ mag mein dürftiger Ver⸗ stand das Gute zu erheben, das du in meinem Leben mir huldreich zugewandt? 3. Drückt mich auf mei⸗ nen Wegen gleich manche Last und Müh, so führt auch sie zum Segen, und du versüßest sie. Du bleibest mitleidsvoll, hilfst liebreich deinen Kindern sie tragen und vermindern, beförderst stets ihr Wohl. 4. Stets hat in meinem Lehen mir dieses Trostes Licht von neuem Kraft ge⸗ geben und frohe Zuversicht. Wenn ich bekümmert war, so seufzt ich und war stille, und dein stets guter Wille entriß mich der Gefahr. 5. Dein Name sei geprie⸗ sen, der jederzeit an mir so herrlich sich erwiesen! Mein Herz und Mund soll dir, du Retter aus Gefahr, mein schuldig Opfer bringen, von deiner Güte singen jetzund und immerdar. 6. Du hast mir wohlge⸗ rathen und lauter Guts ge⸗ than, daß deiner Liebe Tha⸗ ten ich nicht aussprechen kann. Hilf, Vater, daß ich dort verklärt und ganz voll⸗ kommen mit allen deinen Frommen dir danke fort und fort! Mel. Wer nur den lieben Gott 59 Firgah du bist, o Gott, verborgen, dein Rath bleibt für uns wunderbar! alle unsre Sorgen: du sorg⸗ Umsonst sind test, eh die Welt noch war, für unser Wohl schon väter⸗ lich. Dieß sei genug zum Trost für mich. ö 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen vor unsern Au⸗ gen oft versteckt; doch wenun wir erst den Ausgang wissen, wird uns die Ursach auch entdeckt, warum dein Rath, der niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. 3. Nie rnn Vorsehung. 41 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weis⸗ heit, deiner Macht; du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vernunft sie nie ge⸗ dacht. Aus Finsterniß bringst du das Licht. Dir folgen sei stets unsere Pflicht. 4. Drum will ich mich der überlassen mit Allem, was ich hab und bin; und kann ich auch nicht Alles fassen, so trau ich dir mit frohem Sinn. Der Ausgang macht mir endlich klar, daß stets dein Rath voll Güte war. 5. Gib, daß dieß mein Vertrauen mehre in Glück und Unglück, Freud und Leid; denn Alles wirkt zu deiner Ehre und meiner Seele Seligkeit, und einst preis' ich vollkommen dich und freue deiner ewig mich. Mel. Warum sollt ich mich 60 Sei zufrieden, mein Gemüthe! Gott ist gut; was er thut, ist voll Lieb und Güte! Er nur weiß in allen Sachen, groß von Rath, wie von That, Alles wohlzumachen. 2. Beides, Erd und Him⸗ mel preisen seine Macht; Tag und Nacht müssen sie beweisen. Sonn und Mond,‚ das Heer der Sterne, was sich regt und bewegt, lobt ihn nah und ferne. 3. Schau die Werke sei⸗ ner Hände! Mensch und Thier melden dir seinen Ruhm ohn Ende. Was wir noch so Kleines nennen, Gras und Laub, selbst der Staub, gibt ihn zu erkennen. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh, in der See oder sonst zu finden, rühmt die Weisheit seiner Werke; jeder Wurm, Wind und Sturm preisen seine Stärke. 5. Sollt ich denn nicht ihn erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir das Leben! Was ich hab, ist sein Geschenke, auch der Geist, der ihn preist, mit dem ich an ihn denke. 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeigt jeder Morgen. Ja, kein Augenblick verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Licht, dir zum Dank ver⸗ bindet. 7. Setzten mir des Kreu⸗ zes Plagen heftig zu, so halfst du, o mein Gott, sie tragen. War kaum noch Geduld vorhanden, deine Kraft hat geschafft, daß ich überstanden. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott ge⸗ than! Denke dran, wird dir jemals bange, als wollt er dich ganz verlassen. Es ge⸗ schicht 42 Werke und Wohlthaten Gottes. chicht wahrlich nicht; er n dich nicht hassen. Drum ergib dich sei⸗ nem Willen, heiße gut, was er thut, er wirds auch er⸗ füllen. Denn er ist in allen Sachen groß von Rath, wie von That; er, er wirds wohlmachen. In eigener Melodie. 61 Alles ist an deinem Segen, großer Gott, allein gelegen; du bist unser höchstes Gut. Ueber Alles hoch dich schätzen und auf dich Vertrauen Math. gibt allein getrosten Muth. 2. Du, der mich bisher ernährte, manche Freude mir gewährte, bist und blei⸗ best ewig mein. Du, mein Schöpfer und Regierer, wirst mein Helfer und mein Führer durch mein ganzes Leben sein. 3. Sollt ich ängstlich mich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen, nur um eitles Glück bemühn? Nein, ich will nach Gütern stre⸗ ben, die mir wahre Ruhe geben und im Tode nicht entfliehn. 4. Auch die Hoffnung kann erquicken: was mir gut ist, wirst du schicken; du bist Herr der ganzen Welt! Dir will ich mich froh ergeben; Glück und Unglück, Tod und Leben, heimgestellt! zu rechter Zeit. Alles sei dir 5. Ist mein Wunsch nach deinem Willen, o so wirst du ihn erfüllen, und gewiß Dir hab ich nichts vorzuschreiben; wie du willst, so soll es bleiben; was du willst, ist Seligkeit. 6. Soll ich hier noch län⸗ ger leben, o so wollst du Kraft mir geben, daß ich stets dir folgsam sei. Alles Irdische vergehet; nur die Frömmigkeit bestehet und sie macht mich sorgenfrei. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 62 Gett sorgt für uns! O singt ihm Dank, ihr ihm gern! Vom Aufgang bis zum Niedergang trägt uns die Huld des Herrn. Christen, singt 2. Vom Menschen bis ine ö kleinsten Wurm reicht eine Gnad und Macht; im Son⸗ nenschein, sowie im Sturm ist er auf Heil bedacht. 3. Mit froh gerührter Seele bringt ein Herz voll Dank ihm dar! Die Aehre, die vom Segen sinkt, ist sein; Gott krönt das Jahr. 4. Ja, Höchster, wir ver⸗ ehren dich mit kindlich fro⸗ hem Dank; du nährst uns und gibst väterlich auch mehr, als Speis und Trank. 5. Fried Vorsehung. 5. Fried und Gesundheit, Kraft, Gedeihn zu unsrer Hände Fleiß, auch das gibst du, und dir allein gebührt dafür der Preis. 6. Laß deines Segens Ueberfluß uns nun auch nützlich sein und hilf uns, daß wir beim Genuß uns dessen mäßig freun. Vermehr in uns die Zuversicht, dir ewig zu ver⸗ traun, bis wir dereinst in deinem Licht des Glaubens Aerndte schaun. Mel. Lobt Gott, ihr Christen, oder Mein Gott, das Herz ich bringe 63 Noch immer wech⸗ seln ordentlich des Jahres Zeiten ab, und früh und spät ergießet sich dein Segen, Gott, herab. 2. Noch öffnest du die milde Hand, Herr, wie du stets gethan; du segnest und du füllst das Land mit dei⸗ nen Gütern an. 3. Von deinem Himmel, Höchster, träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit; die Saat geht auf und blüht und reift und sättigt und erfreut. Von dir gesegnet gibt der Baum, wenn Einer Schatten sucht, ihm unter ahch Zweigen Raum, Er⸗ rischung und auch Frucht. 5. Wie fröhlich lächelt jede Flur! Es fließt, sich immer gleich, der Freude 43 Quell, und die Natur ist unerschöpflich reich. 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, Lust und Erquickung zu? Wer ist 5 gut, so treu und mild, so väterlich wie du? 7. Herr! ohne dich ver⸗ gingen wir und wir ver⸗ dientens auch; und dennoch leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. 8. Nicht Einem Riranlet deine Huld; wem strahlet nicht dein Licht? Mit wel⸗ cher Langmuth und Geduld verschonst du unser nicht! 9. O betet, Menschen, betet an! Erwägts und denket nun: Was hat Gott schon an uns gethan! was will er nicht noch thun? Mel. Vom Himmel hoch 6 4 Mein Auge sieht, o Gott, nach dir: von deinem Throne hilf du mir! Mein Heil kommt nur von deiner Macht, die diese Welt her⸗ vorgebracht. 2. Getrost, mein Herz! Mein treuer Hirt schafft, daß mein Fuß nicht gleiten wird, der mich behütet, schlummert nicht; in Finster⸗ niß ist er mein Licht. 3. Kein Uebel sei mir fürchterlich: denn Gottes Rechte schützet mich. Wsei ei⸗ —————————x::ę.:: 44 seine treue Vaterhand wird aller Schade abgewandt. 4. Sein Schutz gewährt mir Sicherheit, sein Trost füllt mich mit Freudigkeit. Er leitet mich auf ebner Bahn und nimmt mich einst zu Ehren an. 5. Herr, segne und be⸗ hüte mich! Dus bist mein Heil, ich hoff auf dich. Dein Segen folg aus dieser Zeit hinüber mir zur Ewigkeit! Mel. Gott Vater, an Erbarmen 65 Gel deine weise Macht erhält die ganze lebevolle Welt, und Aller Augen freuen sich und warten hoffnungsvoll auf dich, auf dich, der du sie alle liebst und allen ihre Speise gibst. 2. Du öffnest deine Hand, so fließt herab, was jedem nöthig ist; mit Wohlgefallen sättigt sie dein Aufsehn und versäumt sie nie. Nie sind Geschöpfe deiner Hand dir unwerth oder unbekannt. 3. Auch mir gabst du, mein Gott und Heil, noch täglich mein bescheiden Theil, gabst mirs mit Huld und Freundlichkeit, solang ich bin, zu rechter Zeit. Kein Vater sorgt so väterlich für seinen Sohn, als du, für mich. 4. Ich bins gewiß, du kannst mich nicht verlassen, Werke und Wohlthaten Gottes. mir. meine Zuversicht! Ich bins gewiß, du thust mir wohl, solang ich hier noch leben soll. Nicht Ueberfluß bitt ich von dir: was ich bedarf, das gibst du mir. ö 5. Der Vogel bauet nicht das Land; du nährst ihn doch mit milder Hand. Du schmückst die Blume könig⸗ lich, die nicht zur Arbeit eilt, wie ich. Vergiß es, meine Seele, nie: weit mehr bin ich vor Gott, als sie. 6. Mich schufst du nicht für diese Zeit, mein Ziel ist in der Ewigkeit. Du gabst mir Weisheit und Verstand und machtest selbst dich mir bekannt. Nichts was die Erde zeugt und nährt, gleicht mir an Hoheit und an Werth. ö 7. Von dir, der das an mir gethan, werd ich auch Speis und Trank empfahn. Selbst dem, der dich mit Sünden schmäht, gibst du sie ohne sein Gebet; und fleht ich nicht darum zu dir, gewährtest du sie dennoch 8. Laß du mich nur ge⸗ nügsam sein und deiner Gaben mich erfreun, mehr aber deiner, der du dich so freundlich zeigest gegen mich, der du des Lebens Quelle bist, aus welcher alle Wohl⸗ that fließt. 9. Bei Vorsehung. 4⁵ . Bei Ueberfluß erhalt mich mäßig im Genuß; bewahr mich in der Dürftigkeit vor Schmach deiner Gaben und Unzufriedenheit. Du nährst mich immer. Preis und Dank bring ich dir, Gott, mein Leben lang. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 66 Bester, weisester Re⸗ gierer! Aller Welten Preis sei dir! Dir, auch meines Lebens Führer, sei auch ewig Preis von mir! Unter allen Millionen, die dein weites Reich be- wohnen, siehst du huldreich auch auf mich und versorgst mich väterlich. 2. Kann ich dich genug erheben? Du, der Alles werden heißt, gabst mir mit des Leibes Leben, auch die Seele, die dich preist. Ich, ein Wunder deiner Güte, seh mit staunendem Gemü⸗ the, ohne daß ichs fassen kann, als ein Bild von dir mich an. 3. Auf der Menschheit hohe Stufe stellte, Herr, mich deine Hand, wo den Schall von deinem Rufe früh ich hörte, früh ver⸗ stand. Aus unendlichem Er⸗ barmen zogst du mich mit Vaterarmen in der Kind⸗ heit schon zu dir. O wie preis ich dich dafür! 4. Täglich warest du mir nahe; deine Weisheit lehrte mich. Was ich hörte, was ich sahe, zeigte mir, o Vater, dich. Ja, du kamst mit neuem Segen jeden Morgen mir entgegen. Was nur je mir heilsam war, reichte deine Hand mir dar. 5. Wie so viele frohe Tage schenkte deine Güte mir! Sandtest du auch eine Plage, o so kam auch Trost mit ihr. Und wer zählt die Güter alle, die mir, seit ich hier schon walle, deine Va⸗ terhuld verlieh? Nein, zu zählen sind sie nie. 6. Sollt ich dir denn nicht mit Freuden dankbar und ergeben sein? Sollt ich zagen, wenn mir Leiden widerfahren oder dräun? Nein, o Herr, dich laß ich walten, du, du wirst mich aufrecht halten. Sende Wonne, sende Schmerz, dankvoll nimmts von dir mein Herz. 7. Flöhn mich auch die besten Freunde, fehlt auch jede Freude mir, wären viel auch meiner Feinde, den⸗ noch bleib ich stets an dir, dennoch will ich nicht ver⸗ zagen, will aufs Ziel von meinen Tagen, auf die beßre Zukunft schaun und von Herzen dir vertraun. 8. Besser noch, als selbst das Leben, ist, o Wog⸗ ei⸗ drf.i. 46 Werke und Wohlthaten Gottes. deine Huld. Was mir nützt, wird sie mir geben und mich tragen mit Geduld. Laß mich nur, du Aller⸗ bester, immer inniger und fester hier mit dir vereinigt ren deiner Gnade mich zu reun. 9. O der seligen Verbin⸗ dung, Allergütigster, mit dir! Gib, o Vater, stets Empfindung deiner Vater⸗ liebe mir! Mache du mich immer reiner, daß mein Herz auch einst noch deiner sich in deinem Reiche freu und in dir ganz selig sei! Die vorzüglichsten Geschöpfe. Die Engel. Mel. Auf, Christenmensch! 67 ott! deine Güte, deine Macht, kann nie ein Mensch ergründen. Sie zeigt sich in der Erde Pracht und in den tiefsten Schlünden; und noch be⸗ greift bei aller Müh, der größte Weise niemals sie. 2. Du bildetest im Stu⸗ fengang, uch deiner zu er⸗ freuen, durch Ordnung und Zusammenhang der Wesen lange Reihen; vom Men⸗ schen bis zum Thier und Baum ist nirgends leerer Zwischenraum. 3. Auch Engel, deren Geisterblick kein schwaches Licht begränzet, und denen hohes Himmelsglück im rei⸗ chen Maaße glänzet, schufst du, o Gott, Unendlicher, der Wesen Vater und ihr Herr! 4. Fern von dem Hang zur Sinnlichkeit, der uns so oft entehret, vom Blend⸗ werk jedes Wahns befreit, der die Vernunft bethöret, voll Kraft zu jeder guten That, betreten sie der Tu⸗ gend Pfad. 5. Voll Eifer und voll Thätigkeit sucht jeder deinen Willen und was dein hoher Wink gebeut, gehorsam zu erfüllen und preist mit lau⸗ tem Jubel gern dich, seinen Vater, seinen 55 6. Auch Menschenglück und Menschenheil vermehret ihre Freuden, froh nimmt an Henn jeder Theil, er wird sie nie beneiden; wird, wenn der Sünder Reue weint und Tugend liebt, des Sünders Freund. 7. Gott, laß mich deinen Engeln gleich, mit reinen, srommen Trieben, wie sie an Tugendfrüchten reich, dich und die Brüder lieben, so werd ich einst ganz engel⸗ o mein rein mich deiner, Vater, freun. Mel. Vom Himmel kam der 68 Wer ählt, Unend⸗ laher, die Reihn der Wesen, die sich deiner freun, hinauf zu dir, als Vater sehn, aus allen Wel⸗ ten zu dir flehn? 2. Unzählbar ist der See⸗ len Schaar, die einst an Staub gefesselt war, nun losgewunden, diese Welt nicht mehr in ihren Schran⸗ ken hält. 3. Unzählbar ist der See⸗ len Schaar, die unbegreiflich wunderbar du noch zur Erde senden wirst und durch den Tod zum Leben führst. 4. Auf diesem Erdball nicht allein sind Wesen, die sich deiner freun, hinauf zu dir als Vater sehn, dir jauch⸗ zen, betend dich erhöhn. Ein ungezähltes Gei⸗ sterheer riefst du ins Leben, Gütigster! Dein Reich ist unermeßlich groß, ist, Aller⸗ höchster, gränzenlos. 6. Wann einst auf deinen Wink mein Geist sich seinen Fesseln auch entreißt, misch 910 eure selgen Reihn mich, Mitanbeter Gottes, ein. 7. Entzückt vernimmt mein schärfres Ohr das höhre Lied im Geisterchor, und meine Seele strebt und ringt euch nach, wenn sie dem Vater singt. 8. Dem Vater, dessen All⸗ machtsruf auch sie mit euch Die Engel. ner Hülle hier ein Grab, Un⸗ sterblichkeit dem Geiste gab. Mel. Alle Menschen müssen 69 Wann wir unsern Lauf vollenden, wann wir unsre Seele nun übergeben deinen Händen, bald in deinem Schooße ruhn, eilen wir aus allen Leiden hin zu deiner Engel Freuden, ewig, Gott, bei dir zu sein, ewig deiner uns zu freun. 2. Wir, zu Gnaden an⸗ genommen, hoffen, Vater, voll Vertraun auch wie sie mit allen Frommen deine Herrlichkeit zu schaun. Gleiche Hoheit wird uns schmücken, gleiche Wonn uns dann ent⸗ zücken; wir, erhoben in dein lerch werden deinen Engeln gleich. 3. Dieses Heiles der Er⸗ lösten, dieser Wonne, dich zu sehn, dürfen wir im Tod uns trösten, wenn wir deine Wege gehn; wenn wir rin⸗ gen, schon auf Erden deinen Engeln gleich zu werden, standhaft in der Heiligkeit dir zu dienen stets bereit. 4. Wenn wir von Be⸗ gierde brennen und, den En⸗ geln gleich, uns freun, immer mehr dich zu erkennen, im⸗ mer heiliger zu sein; wenn wir hülfreich gern mit ihnen unsern schwächern Brüdern dienen; wenn ohn allen Ei⸗ gennutz schuf, nur mei⸗ 48 Werke und Wohlthaten Gottes. gennutz wir ihr Beistand sind, ihr Schutz. 5. Welch ein Heil, Gott, schon auf Erden Engeln an Bollkommenheit immer ähn⸗ licher zu werden, ähnlich einst an Seligkeit! Laß uns nicht in eitlen Träumen dieses große Ziel versäumen; lehr uns deine Wege gehn, einst, wie sie, dich auch zu sehn. Der Mensch, seine Würde und Vorzüge. Mel. Wer nur den lieben Gott 0 0 Der bin ich, Gott! Dein ist mein Le⸗ ben! Erfreulich ist mein Ur⸗ sprung mir! Du hast das Dasein mir gegeben; mein ganzes Wesen kommt von dir. Du, Vater, riefst mich aus dem Nichts“ zum frohen Anschaun deines Lichts. 2. Du gabst mir die ver⸗ nünftge Seele, die nur so lang den Leib belebt, bis sie, daß ihr kein Wohlsein fehle, dein Ruf zum höhern Geist erhebt. Du gabst Verstand und Willen mir, Vernunft und Freiheit dank ich dir. 3. Wenn ich auf meinen Körper sehe, den du so kunst⸗ voll ger in dor O so wird, o Vater in der Höhe, mein Herz von Freude ganz ent⸗ zückt. Ein jeder Sinn, ein jedes Glied erweckt zum Preise mein Gemüth. 4. Ich bin nicht werth der großen Güte, die du, mein Gott, an mir gethan; voll R zührung preist dich mein Gemüthe und betet dich in Demuth an. Dir will ich Herz und Leben weihn und stets ein Freund der Tu⸗ gend sein. Mel. Wer nur den lieben Gott 74 5 werde Gott von dir erhoben, du seines Odems Wricht: mein Heist. Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes sei⸗ ner Werke preist; ihn, der mich schuf, sein Bild zu sein und seiner Liebe mich zu freun? 2. Schön ist der sonnen⸗ reiche Himmel, den er zu sei⸗ nem Stuhle wählt; doch ist der sonnenreiche Himmel ge⸗ dankenlos und unbeseelt: mir nur, dem Werke seiner Hand, gab er Gefühl, gab er Verstand. 3. Anmuthig, prächtig zum Entzücken ist seine ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? Was ich nur sehen kann, ge⸗ fällt, und Dmnoch kann sie nicht, wie schön, wie wun⸗ dervoll sie sei, verstehn. 4. Für Engel nur und nur für Seelen, die Gott zu ihrer Würd erhob, sind sie so herrlich; sie erzählen nur Geistern meines Schö⸗ pfers Vorsehung. 49 pfers Lob. O Seele, jauchze, daß der Ruf der Allmacht dich zum Geiste schuf. 5. Gott, ich kann den⸗ ken; ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung meiner Sin⸗ ne Gedanken tausendfacher Art. Ach, strebt ich, alle Gott zu weihn, wie selig könnt ich hier schon sein! 6. Ich kann sie sammeln, sie verbinden, sie trennen, wie es mir gefällt, die Welt empfinden, mich empfinden, mich unterscheiden von der Welt. Zu tausend Thaten hab ich Kraft; die gibt mir Gott, der Alles schafft. 7. Wie feurig dürstet mei⸗ ne Seele nach Glück und Lust und Seligkeit! Nur, daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusse reut. Doch das ist, Vater, meine Schuld: du schaffest, was du schaffst, aus Huld. 8. Begabt mit wundervol⸗ len Sinnen, mit Freiheit, mit Vernunft von dir, sollt ich nur dich, Gott, liebge⸗ winnen, dich nur, und was gebräche mir? Ach, möchte meine Seele dein mit allen ihren Kräften sein! 9. Gott, meine Lust sei, dich zu kennen, dich, Urquell der Vollkommenheit; von deiner Liebe ganz zu brennen, das sei mir Ruhm und Se⸗ ligkeit! Nimmst du zum Er⸗ ben, Gott, mich an, hab ich nur dich, was fehlt mir dann? 10. Es werde Gott vor dir erhoben, du, seines Odems Hauch, mein Geist! Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preist? Ihn, der mich schuf, sein Bild zu sein, zu lieben ihn, mich ihm zu weihn? Mel. Es ist das Heil uns 72 Dir, Gott, sei Preis und Dank ge⸗ bracht! Dich rühme Harf und Psalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer und Erhalter! Mein ganzer Leib, erbaut von dir, ein jeder Sinn und Nerv an mir beweiset deine Größe. 2. Haupt, Aug und Ohr, Herz, Mund und Hand, die ich zu dir erhebe, die Haut so künstlich ausgespannt, der Adern fein Gewebe und alle Glieder sagen mir: ich sei, o Gott, ein Wert von dir und deiner Weisheit Spiegel. 3. O hättest du mein Auge nicht so künstlich zu⸗ bereitet, was nützte mir der Sonne Licht, der Glanz, den sie verbreitet? Dann säh ich nicht, mit welcher Pracht du, Herr, durch deine weise Macht die ganze Schöpfung schmückest. 4. Ich jauchze, daß ich se⸗ hen kann und hören und C empfinden; 50 empfinden; froh bet ich mei⸗ nen Schöpfer an, Ihn über⸗ all zu finden, in allen Wer⸗ ken, die er schuf, das ist mein seligster Beruf, mein Lobgesang und Opfer. 5. Wer leitet meines Blu⸗ tes Lauf? Wer lenkt des Herzens Schläge? Wer regt die Lung und schwellt sie auf, damit ich athmen möge? Gott ist es, der dieß Alles thut. Preis, Schöpfer, dir! Dir wallt mein Blut, mein Herz schlägt dir, o Schöpfer! 6. Ja, dir sei Lob und Dank gebracht! Dich rühme Harf und Psalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer und Erhalter! Gib, daß ich nie mich selbst entweih, auf daß mein Herz ein Tempel sei, in welchem dein Geist wohnet. Mel. Mein erst Geschäft sei Preis 73 O welch ein Glück, ein Mensch zu sein! Wer kann genug es preisen? Laß des Berufs, ein Mensch zu sein, Gott, würdig mich erweisen! 2. Den Leib, die Sinne dank ich dir; du gabst mir auch die Seele, Verstand, Vernunft, Gefühl mit ihr, durch die ich denk und wähle. 3. Mich allen Wesen vor⸗ zuziehn, die auf der Erde leben, hast du auch Freiheit Werke und Wohlthaten Gottes. mir verliehn, Gewissen mir gegeben. 4. Der Mensch nur ists, der reden kann, sonst kein Geschöpf auf Erden; der Mensch nur ruft dich, Schö⸗ pfer, an, kann Andrer Lehrer werden. 5. Ihn schufst du zur Ge⸗ selligkeit, gabst ihm ein Herz voll Triebe zum Mitgefühl für Freud und Leid, zur Freundschaft und zur Liebe. 6. Und dieser Gaben Fülle schafft mir unzählbare Freu⸗ den, gibt mir zu edlen Tha⸗ ten Kraft und Ruh und Trost im Leiden. 7. Dich, meinen Gott, er⸗ kenn ich hier in jedem deiner Werke. Du bist, dieß find ich selbst an mir, voll Weis⸗ heit, Güt und Stärke. 8. Ich höre deinen heil⸗ gen Ruf, die Tugend ist dein Wille. Du, dessen Güte mich erschuf, gib, daß ich ihn er⸗ fülle! 9. Ich bin ein Mensch und darf vor dich getrost und freudig treten; ich darf, du hörest liebreich mich, dich preisen, zu dir beten. 10. Heil mir! o Heil der Zuversicht, die ich im Staube habe: Ich bin unsterblich! Gott, dein Licht erhellt die Nacht am Grabe! ö 11. O welch ein Glück, ein Mensch zu sein! Ich will es und des dankbar preisen Berufs, Vorsehung. 51 Berufs, ein Mensch zu sein, mich würdig stets er⸗ weisen. Bestimmung des Menschen zur Gottähnlichkeit. Mel. Nun danket Alle Gott 7 4 Alnchtig großer Gott, wer kann dich gnug erheben! Du gabst der ganzen Welt Be⸗ wegung, Kraft und Leben, Was Geist und Körper heißt, was Erd und Himmel hegt, hat deine Huld gebaut, die jetzt noch Alles trägt. 2. Du schufst, ich dank es dir, auch mich zu deiner Ehre; und wolltest, Gütig⸗ ster, daß ich dein Bildniß wäre. Darum hast du den Geist, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus deiner Huld geschenkt. 3. O welch ein großer Zweck, dazu du, Gott, mich schufest! Wie herrlich ist das Theil, dazu du mich berufest, dir, Höchster, ähnlich sein, vollkommen sein, wie du! O wohl mir, wenn ichs bin! Hilf du mir selbst dazu! 4. Laß mir dieß große Ziel doch stets vor Augen schwe⸗ ben; mein allerstärkster Wunsch, mein eifrigstes Be⸗ streben in allem meinem Thun sei dieß, o Gott, al⸗ lein, daß ich auch so wie du gesinnet möge sein. 5. Du bist der Wahrheit Freund; laß mich auch Wahr⸗ heit lieben und mit stets munterm Fleiß in allem dem mich üben, was mich zur Weisheit führt, zur Weisheit, die dich ehrt und Allem Beifall gibt, was du uns selbst gelehrt. 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster neh⸗ men. Hilf mir die Sünde fliehn, des Fleisches Lüste zähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich erfreun und dem, ders üben will, auch gern behülflich sein. 7. Gib, daß ich so wie du, ein Freund der Men⸗ schen werde, dem Wohlthun Freude macht, der Kummer und Beschwerde dem Näch⸗ sten gern erspart, sein Leben ihm vesüßt und, wo er hel⸗ fen kann, zu helfen willig ist. 8. Noch bin ich weit ent⸗ fernt, o Gott, von diesem Ziele; du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich sel⸗ ber fühle, wie wenig ich dir noch im Guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz nach dir und deinem Sinn! 9. Beglückt ist nur alsdann mein Lebenslauf auf Erden, wenn ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich wer⸗ den. Dann werd ich ewig auch mit dir vereinigt sein und mich ohn Unterlaß, 39186— Güte freun. 22 Mel. Mein Gott, das Herz 75 J bin, o Gott, dein Eigenthum. Du schufst mich, dein zu sein, mein ganzes Leben dir zum Ruhm und deinem Dienst zu weihn. 2. Du gabst mir den ver⸗ nünftgen Geist, bewundernd einzusehn, wie dich, Herr, deine Schöpfung preist, mit ihr dich zu erhöhn. 3. Was um mich ist, ver⸗ kündigt mir, Gott, deine Herrlichkeit; zu ihrem Preise reizt mich hier selbst jede Jahreszeit. 4. Und ich, ich sollte fühl⸗ los sein? Ich rühmte dich, Herr, nicht? Ein Herold deines Ruhms zu sein, bleibt meine größte Pflicht. 5. O mache dieser Pflicht mich treu, so treu, Herr, als ich soll. Mein Herz, mein Mund, mein Wan⸗ del sei stets deiner Ehre voll! 6. Wer dich verehrt, hält dein Gebot, ihm ists nicht Last, nicht Pein. Drum gib auch mir die Kraft, o Gott, gehorsam dir zu sein. 7. Was du gebeutst, ist für uns gut; du willst nur unser Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut! Du bist sein Trost und Theil. 8. Er wandelt hier auf ebner Bahn und selbst in Traurigkeit schmeckt er, dir, Werke und Wohlthaten Gottes. Höchster, zugethan, in dir Zufriedenheit. 9. Nach hier vollbrachter Prüfungszeit nimmt ihn der Himmel ein. Herr! laß nach dieser Seligkeit mein ganz Bestreben sein. Mel. Schon ist der Tag 78 err, lehre mich den 6 H wahren Werth des Menschen tief empfin⸗ den und Allem dem, was mich entehrt, voll Abscheu mich entwinden. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich als Mensch vermag und bin durch deine weise Güte. 2. Ich, ich bin mehr, als Fleisch und Bein. Du hauch⸗ test, Gott, aus Liebe mir auch die rege Seele ein und gabst ihr Kraft und Triebe, mehr, als was diese Sinne rührt und nur zu Sinnen⸗ freuden führt, zu fühlen und zu fassen. 3. Gott, diesen Vorzug gabst du mir vor so viel Millionen, die, auch beseelt, genährt von dir, auf deiner Erde wohnen. Was ihnen fehlt, gabst du mir hin. Vernunft und Freiheit und den Sinn für Wahrheit, Weisheit, Tugend. 4. Du schufst mich zur Geselligkeit und für der Freundschaft Freuden, gabst meinem Herzen ür ——————————————x—— Vorsehung. für Andrer Glück und Leiden und setztest auch mich in den Stand, das, was ich dachte und empfand, in Worten auszudrücken. 5. Ich kann mich selbst und deine Welt und dich er⸗ kennen lernen; ich kann von dem, was dir mißfällt, mich ohne Zwang entfernen und wer, wer zeigt die Gränzen an, wo ich nicht weiter stre⸗ ben kann nach Licht und Herzensgüte? 6. In stiller Andacht kann mein Geist sich bis zu dir erheben und dir, den Erd und Himmel preist, auch Preis und Ehre geben. Ich kann mich deiner Liebe freun, dir folgen, dir ergeben sein und deiner Vorsicht trauen. 7. Nicht blos für diese kurze Zeit riefst du mich in dieß Leben. Zum Vollgenuß der Seligkeit soll einst die Seele schweben. Und wird auch einst mein Leib zu Staub, er bleibt doch nicht des Grabes Raub. Du, Herr, wirst ihn verklären. 8. Vom Himmel kam ge⸗ sandt von dir, dein Sohn zu uns auf Erden; er kam und ward ein Mensch, wie wir, um Heiland uns zu werden. Wie hoch sind wir durch ihn geehrt! wie ernst⸗ lich durch ihn selbst belehrt, der Menschheit Werth zu schätzen! 53 9. Und ich, ich sollte mich entweihn und gleich den Thieren handeln, der Flei⸗ scheslust ergeben sein und, Herr, vor dir nicht wan⸗ deln? Fern sei ein solcher Sinn von mir! Bewahre mich, daß ich mich hier so frevelhaft nicht schände! 10. Gib, daß ich jetzt und allezeit auf mein Gewissen achte, nach Weisheit und Gerechtigkeit mit allem Eifer trachte, dich liebe und mich deiner freu und so des Vor⸗ zugs würdig sei, den du mir hast verliehen. Mel. Es ist das Heil uns 77 ie wichtig 11 doch der Beruf, den uns der Herr gegeben! Gott, als uns deine Liebe schuf, da schuf sie uns zum Leben; zum Leben, welches ewig währt, das weder Leid noch Angst beschwert, willst du uns hier erziehen. 2. Nicht hier ist unser Vaterland; allein bei dir dort oben, da ist der Ort, wo deine Hand das Glück uns aufgehoben, das nie ein traurig Ende nimmt. Hier sind wir nur von dir bestimmt, uns dazu anzu⸗ schicken. 3. O laß mir doch dieß große Ziel durch nichts ver⸗ rücket werden! Was hilfts, viel wenn ich auch noch so C 3 von 5⁴ von Gütern dieser Erden, von Ehre, Geld und Lust gewinn, wenn ich dabei nicht tüchtig bin, dein Himmel⸗ reich zu erben? Dein Pilgrim bin ich ja nur hier; laß mich dieß nie vergessen. Nur wenig Tage hast du mir zur Wall⸗ fahrt zugemessen. Schnell wie ein Traum sind sie vollbracht und dann wird dieser Erde Pracht auf ewig mir vergehen. Drum laß des Him⸗ mels Herrlichkeit mich stets vor Augen haben. Laß mich in meiner Prüfungszeit um jene bessern Gaben, die mir im Tode nicht entfliehn, am ersten und im Ernst be⸗ mühn, damit ich nicht einst darbe. 6. Ein Herz, das dich, o Vater, liebt und deines Sohns sich freuet, das in dem Glauben Tugend übt und sich vor Sünden scheuet, ein solches Herz, das wird allein sich ewig deiner Güte freun und einst dein Antlitz schauen. 7. Und solch ein Herz das wollst du mir, Gott, aus Erbarmen geben, damit ich möge auch schon hier nach den Gesetzen leben, die selbst im Himmel gültig sind, bis ich als dein bewährtes Kind zu deiner Freude gehe. Werke und Wohlthaten Gottes. Die Erlösung von der Sünde durch Jesum Christum. Von der Sünde. Mel. Auf meinen lieben Gott 7 8 u, der kein Böses thut, du schufst den Menschen gut; du gabst ihm Licht und Kräfte zum seligen Geschäfte, in Heilig⸗ keit zu wandeln und recht vor dir zu handeln. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir, dein Eigenthum, wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen ein Mensch ganz rein von Sünden vor dir, o Gott, zu finden? 3. Hier ist kein Unter⸗ schied. Dein Auge, Höchster, sieht auf alle Menschenkin⸗ der; vor dir sind alle Sün⸗ der. Vor dir, o Herr, ist keiner ganz schuldlos, auch nicht Einer. 4. Verderbt ist unser Sinn; die Weisheit ist da⸗ hin, die uns regieren sollte, nur, was dein Wille wollte, mit freudevollen Trieben zu wählen und zu lieben. 5. Der Sinne Lust und Schmerz rührt leider unser Herz mehr, als die höhern Freuden, mehr, als die größern Leiden, die wir für Ewigkeiten selbst unserm Geist bereiten. 6. Dir folgen dünkt uns Zwang; Erlösung. 53³ Zwang; des Herzens böser Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sünden⸗ liebe, und wer vermags zu zählen, wie oft wir vor dir fehlen! 7. O Herr, gib uns dein Licht, daß wir, was uns gebricht, beschämt vor dir bekennen und stets von Ernst entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Beßrung nach⸗ zujagen. Wohl dem, der sie ge⸗ winnt! Gott, so verderbt wir sind, so willst du doch uns heilen und neue Kraft ertheilen, durch Christum schon auf Erden von Sün⸗ den frei zu werden. 9. Ach, laß durch unsre Schuld uns deine Vaterhuld nicht freventlich Peuscherten Erwecke unsre Herzen, dir nicht zu widerstreben, damit wir ewig leben. Mel. Schon ist der Tag von Gott 79 dein Mensch, o Gott, ist fündentrei; wer dürfte sich erheben? Was hilft uns Trug und Heuche⸗ lei? Du kennest Herz und Leben. Umsonst, umsonst verbergen wir selbst die ge⸗ geheimsten Triebe dir; dein Blick durchschauet Alles. 2. Du weißt, wie oft wir frevelhaft uns böser Thaten freuen und unsers Geistes edle Kraft dem Sünden⸗ dienste weihen. Gereizt von Welt und ost uun ver⸗ scherzen wir oft unsre Zeit und unsres Herzens Ruhe. 3. Wir sollten stets auf dein Gebot mit frommer Seele merken; wir könnens auch; denn du, o Gott, willst gern die Schwachen stärken. Und dennoch un⸗ terdrücken wir so oft die Ehrfurcht, Herr, vor dir und folgen unsern Lüsten. 4. Wie leicht entwöhnt sich unser Herz, im Glück auf dich zu schauen! Wie bald vergessen wir im Schmerz, dir kindlich zu vertrauen! Wie mächtig rei⸗ zen Stolz und Neid uns oft zur Unzufriedenheit mit deiner Freien Güte! 5. Du hast mit Menschen uns vereint, die dir, Gott, angehören; wir sollen, aller Bosheit Feind, auch ihre Freuden mehren. Doch wer ist immer liebevoll, sorgt für den Nächsten, wie er soll? Wer hilft, so viel er körnte ö 6. Oft wirkt auch unsers Beifpiels Macht, daß Andre wie wir fehlen. Sie sehn auf uns, die Lust erwacht, das Böse zu erwählen. Gleich uns verschmähn sie deine Huld und ihr Verderben, ihre Schuld vermehret unsre Schulden. 7. O großer Gott, hier C 4 s e⸗ 56 stehen wir, verklagt von un⸗ sern Sünden. Vor dir, All⸗ heiliger, vor dir ist keiner rein zu finden. Wie küm⸗ mert unsre Seele sich: Wir alle fehlen wider dich! Er⸗ barm dich unser aller! Mel. Alle Menschen müssen sterben 80 Bater, heilig möcht ich leben, Recht⸗ thun wär meine Lust; aber Lüste widerstreben dem Ge⸗ setz in meiner Brust, und der Sündentrieb im Herzen ist. noch oft mir Quell von Schmerzen. Mich beschwert der Sünden Joch; was ich nicht will, thu ich doch. Sieh um Kraft mich Schwachen beten; meinem Vorsatz trau ich nicht. Lok⸗ kende Begierde treten zwi⸗ schen mich und meine Pflicht. Selbst den heilgen Andachts- stunden, wo, der niedern Welt entschwunden, ich von dir und Tugend sprach, folgten Sündentage nach. 3. O wie oft hab ich ge⸗ weinet, schmerzlich meinen Fall bereut, gläubig mich mit dir vereinet und mich deiner Huld gefreut! Gnä⸗ dig sahst du zu mir nieder, aber bald vergaß ich wieder meine Pflicht und, Vater, dich, und die Welt besiegte mich. 4. Du allein, du kannst mich retten, wo mich Sünd —— Werke und Wohlthaten Gottes. und Wahn zerstreut. Mach mich ledig von den Ketten trügerischer Sinnlichkeit! Tilg die Quelle meiner Schmerzen, die Begier aus meinem Herzen! Tief im Staube bitt ich dich; leite selbst zur Tugend mich. 5. Sieh, mich dürstet nach dem Guten. Früh und spät ruf ich zu dir: laß mein Herz nicht länger bluten; deinen Geist verleihe mir! Hilf die böse Lust bezwingen und nach deinem Beifall ringen; stärke mich mit deiner Kraft, das zu thun, was Segen schafft. 6. Ja, du hörst mein kindlich Flehen, du erquickst mein Herz mit Ruh. Leben werd ich, nicht vergehen; meine Stärke, Gott, bist du! Ueberwinden, überwinden werd ich durch dich alle Sünden und in deinen Himmelshöhn rein vor dei— nem Antlitz stehn. Mel. O Gott, du frommer Gott 81 Wer nur Ein Laster liebt, wie leicht fällt der in alle! Wer Ein Gesetz entweiht, entheiligt in dem Falle die andern auch zugleich in seinem Herzen mit und schwächt die Kraft in sich, die sonst fürs Gute stritt 2. Ein Fehltritt kann den Grund zu hundert Wate⸗ —— —.———— —P— I Erlösung. legen und gibt nicht selten uns das schreckliche Ver⸗ mögen, dann, dreist und ohne Furcht vor des Ge— wissens Pein, auch jede andre Pflicht vorsätzlich zu entweihn. 3. Wie oft versucht der Mensch, aus Scham, aus Furcht und Schrecken, durch eine zweite Schuld die erste zu bedecken! So führt zur Lasterbahn ein einzger Feh— ler hin; und wo die Tu⸗ gend weicht, muß auch die Ruhe fliehn. 4. So sei es mir denn Pflicht, der kleinsten Schuld zu wehren und jede Tugend stets mit Eifer zu verehren. Kein Fehltritt scheine mir und kein Vergehen klein; dieß könnte leicht der Grund von schweren Sünden sein. 5. Durch Tugend steigen wir zum göttlichen Ge— schlechte und ohne Tugend sind selbst Könige nur Knechte. Sie, sie nur macht uns erst des Lebens Anmuth schön, nur sie kann über Zeit und Schicksal uns erhöhn. 6. Im letzten Augenblick, wenn Alle von uns gehen, wird sie in Lichtgestalt zu unsrer Seite stehen. Hell wird durch sie der Blick auf die durchlaufne Bahn und muthig treten wir die neue Wallfahrt an. 7. Denn Tugend wird ins Reich der ewgen Herr⸗ lichkeiten den Geist, der sie geliebt, vor Gottes Thron begleiten. Und wie? mir Sterblichen wär dieses Glück zu klein, um strenge gegen mich und tugendhaft zu sein? Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 82 Sünde. ist nie klein zu schätzen. Nennt sie klein: doch bringt sie Schuld. Denn sie wider⸗ spricht Gesetzen, die mit Weisheit und voll Huld uns der Heilige gegeben, um durch sie beglückt zu leben. 2. Sein Gesetz ist gut und weise, wie sein Wille selbst es ist. Mensch, be⸗ folg es und beweise, daß du seiner nicht vergißt! Ewig muß Gott Sünde hassen, kann nie ungestraft sie lassen. 3. Aber gibt es nicht selbst Dinge, die der Sünder Schuld erhöhn? O, die Schuld ist nicht geringe, wenn wir kein Gesetz ver— stehn, es als wahrhaft gut zwar schätzen, doch aus Leichtsinn oft verletzen. 4. Sündgen wir mit Ue⸗ berlegung wider des Ge⸗ wissens Spruch; achten nicht des Herzens Regung, nicht des innern Richters Fluch, so ist das, was wir voll⸗ C 5 brach⸗ 58 brachten, schon für größre Schuld zu achten. 5. Hat dich Gott hervor⸗ gezogen und mit Wohlthun überhäuft und du bleibest dem gewogen, was der Pflicht entgegenläuft, so mehrt Un⸗ dank deine Sünden; wich⸗ tiger wird Gott sie finden. 6. Fühlest du in dir schon Kräfte, Lieblingssünden zu entfliehn, und eilst doch zu dem Geschäfte, welchem Gott dich wollt entziehn; wirst, gestärkt durch ihn, nicht bes⸗ ser, so wird deine Schuld noch größer. 7. Wenn dich nichts von außen reizet und nur innre böse Lust blos nach solchen Dingen geizet, deren Unrecht dir bewußt, o, so ist dann dein Vergehen größer als sonst anzusehen. 8. Machen ganz besondre Dinge gutes Beispiel dir zur Pflicht, und du schätzest sie geringe, ärgerst, aber besserst nicht, größer wird dann dein Verbrechen, und der Richter wird es rächen. 9. Doch wer kann das Alles zählen, was Trotz, Un⸗ besonnenheit, Wahn, Stolz, Heuchelei sich wählen, was der Thaten Sündlichkeit vor dem Richter nur vermehret, weil es sein Gesetz entehret! 10. Gott, laß mich dieß wohl bedenken und, entfernt von Sicherheit, meines Le⸗ Werke und Wohlthaten Gottes. bens Gang so lenken, daß ich mit Behutsamkeit das nur thu, was dem gebühret, der den Christennamen führet! 11. Laß mir niemals eine Sünde klein und unbedeu⸗ tend sein! Vater, flöße dei⸗ nem Kinde Redlichkeit und Kräfte ein, folgsam dem Gesetz zu leben und nach Tugend nur zu streben. Mel. Alle Menschen müssen 83 Grofen Gott, er⸗ habnes Wesen, das voll segnender Begier Menschen sich zum Dienst erlesen, ach, was ist der Mensch vor dir! Wenn ich deine Größ erwäge und was ich bin überlege, o wie nie⸗ drig und wie klein muß ich mir doch selber sein! 2. Ach,‚ es herrscht der Trieb zur Sünde mächtig oft in dem Gemüth und macht mich zu einem Kinde, das vor seinem Vater flieht. Ach, ich seh mit Reu und Schrek⸗ ken tausend Fehler, tausend Flecken, und in der verderb⸗ ten Brust regt sich öfters böse Lust. 3. Was ich Gutes an mir habe, ist von deiner Vater⸗ hand. O, wie manche gute Gabe hast du, Herr, mir zu⸗ gewandt! Selber auf dem Sündenpfade trägt mich scho⸗ nend deine Gnade. Wrd u du zurück, was dein, ach, was würd mir übrig sein! 4. Doch die Menge deiner Gaben klagt nur meinen Undank an, weil ich sie oft ganz vergraben, oder damit groß gethan; oft voll Leicht⸗ sinn sie verschwendet und zu Sünden angewendet. O, wie häuft sich meine Schuld durch Verachtung deiner Huld! 5. Sieh, hier lieg ich in dem Staube tief vor dir, mein Gott, gebückt. Doch mein demuthsvoller Glaube, der auf meinen Heiland blickt, hofft auf deine Vatergüte, und mein tief beschämt Ge⸗ müthe, das den Muth fast ganz verlor, hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die Wunder dei— ner Liebe ziehen ganz mein Herz zu dir. Ach, erhalte selbst die Triebe treuer Dank- barkeit in mir. Vater, laß das schwache Lallen deines Lobes dir gefallen; bilde mich, dein Eigenthum, ganz zu deines Namens Ruhm. 7. Meine Kräfte, meine Glieder sind zu deinem Dienst bereit. Herr, ich falle vor dir nieder voller Ehr⸗ erbietigkeit. Was du willst, zu thun, zu leiden, dieß gelob ich dir mit Freuden. Gott und Herr der ganzen Welt, thu mit mir, was dir gefällt. Erlösung. Folgen der Sünde. Mel. Jesu, meine Zuversicht 8 4 O wie sanft ist, Herr, dein Joch! o wie leicht dein guter Wille! Oft gedenkt die Seele noch jener Ruhe, jener Stille, die in reinen Herzen wohnt und den Fleiß der Tugend lohnt. 2. Aber ach, er ist ent⸗ flohn des Gewissens sanfter Friede, dann wird Qual der Sünde Lohn, und ihr Dienst macht krank und müde. Keine wahre Freude blüht, wo des Herzens Un⸗ schuld flieht. 3. Drückend ist des Lasters Joch, schwer der Sünde harte Bande; und ihr Selave wählt sie doch, taumelt an des Abgrunds Rande, dünkt sich glücklich, groß und frei bei der tiefsten Sclaverei. 4. In der ungestümen Brust weilet keine Freude lange. Unmuth folgt auf Sündenlust. Angstvoll bebt sein Herz und bange, sucht vergebens Fried und Ruh und eilt neuen Lastern zu. 5. Unter schuldlos frohen Reihn wandelt er mit trü⸗ bem Blicke, will und kann nicht fröhlich sein, wünscht vergangne Zeit zurücke, wird das Herz voll Groll und Neid, Störer ihrer Fröhlichkeit. 6. Gottes schön ges chmückte Welt ist umsonst für ihn geschmücket; Blumenau und C 6 Saa⸗ 60⁰ Werke und Wohlthaten Gottes. Saatenfeld, was den Tu⸗ gendfreund entzücket, dem sein Herz entgegenwallt, läßt die stumpfe Seele kalt. 7. Herr, dein heiliges Ge⸗ richt, trifft die Sünder, die dich hassen, die Verächter ihrer Pflicht. Herr, ich will dich nie verlassen, steh mir in Versuchung bei und er⸗ halte dir mich treu. Mel. Auf, Christenmensch! Meer Sünde thut, 85 Wé der liebt nur Wahn, nur Träume, die ihn trügen. Er wandelt auf des Irrthums Bahn und lernt sich selbst belügen. O hilf mir, Gott, daß ich dir treu und fern vom Selbst⸗ betruge sei! Wer Sünde thut, der unterdrückt und schwächt die Seelenkräfte, wird frech und blind und ungeschickt zum Heiligungsgeschäfte. O Va⸗ ter, gib, daß nie mein Geist sich seine Würde selbst ent⸗ reißt! 3. Wer Sünde thut, der haßt das Licht, das Gott uns angezündet; er kennt die wahre Weisheit nicht, die uns mit ihm verbindet. O lehre, Gott, mich weise sein und stets den Reiz zur Sünde scheun! 4. Wer Sünde thut, der trotzt dem Herrn, durch den wir sind und leben; er bleibt von jenem Reiche fern, nach dem die Frommen streben. Wie thöricht und wie un⸗ dankbar! Entreiße, Gott, mich der Gefahr! 5. Wer Sünde thut, ach, der entzieht sich stolz dem Ruf der Gnade. Verkehrt, verstockt wird sein Gemüth und tief sein Seelenschade. O welch ein frevelhafter Sinn, wenn ich dir, Gott, nicht folgsam bin! 6. Wer Sünde thut, ver⸗ wirft das Wort, das Heil und Frieden stiftet; er eilet auf dem Pfade fort, wo sich sich sein Herz vergiftet, wo sein Gewissen einst ihn nagt und laut ihn, Herr, vor dir verklagt! 7. Wer Sünde thut, sieht schreckenvoll die letzte Stunde kommen; die Hoffnung, die ihn trösten soll, ist seinem Geist benommen. Er liebte Gott und Jesum nicht; nun droht ihm Tod und Welt⸗ gericht. 8. So täuscht die Sünde ihren Freund. So lohnt sie schon auf Erden. Ach, wann die Ewigkeit erscheint, ach, wie wirds dann ihm wer⸗ den! Viel Gutes, Herr, ist mir verliehn! O lehre mich auch Sünden fliehn! Mel. Herzliebster Jesu! 86 o ist wohl Noth und Elend auf der Erlösung. 61 der Erde, das von der Sünde nicht geboren werde? Ver⸗ wandeln sich nicht stets der Thorheit Freuden in bittre Leiden? 2. O wären wir vom Jüngling bis zum Greise dir, Gott, gehorsam, immer gut und weise; was würden wir mit freudigem Gewissen für Glück genießen! 3. Erhöhet würde jede Lust auf Erden und jede Bürde uns erleichtert werden, wenn unser Herz den Lockungen der Sünde stets widerstünde. 4. Doch ach, sie herrscht, um Alles zu zerrütten, er⸗ schüttert Thronen und ver⸗ wüstet Hütten, trübt jeden Segensquell, droht unsern Tagen mit harten Plagen. 5. Wann können Sünder froh zum Himmel schauen, an dich, Herr denken ohne Furcht und Grauen, an Tod und Grab und an das ewge Leben und nicht er⸗ beben? 6. Die Lust zum Bösen fes⸗ selt sie und wüthet; sie leiden selbst durch das, was sie ge⸗ bietet, sie bahnen sich den Weg durch ihre Freuden zu Gram und Leiden. 7. O du, zu dem wir fromm die Hände falten, gib, daß wir fest uns an die Tugend halten und, siegend in Versuchung, uns zum Leben in Gott erheben! Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 87 ott, wie schrecklich sind Verbrechen, weil sie, kaum vollendet, sich selbst verfolgen, furchtbar rächen, Richter, dein Gesetz und dich! Ach, dem Laster folgt Verderben, Armuth, Dat. und frühes Ster⸗ en. 2. Und wie quält den sein Gewissen, der verworfne Thaten übt! Kann er jenen Trost genießen, den nur reine Tugend gibt? Kann er, ohne zu erbeben, denken an ein künftig Leben? 3. Nur ein Fehltritt auf den Wegen, die wir wandeln sollen, Gott, was vernichtet der für Segen, wie versenkt er oft in Noth! Ach, was müssen wir oft leiden blos für Einer Thorheit Freu-⸗ den! 4. Starke, Gott, verfol⸗ gen Schwache, Schwache Schwächre, Geiz und Neid, Lin. und Durst nach Rache, Wollust, Stolz und Ueppigkeit, wie erfüllen sie mit Plagen deine Welt, mit welchen Klagen! 5. Wie die Arglist Frevel brütet! Wie Gewalt und Ty⸗ rannei gleich der Pest im Mittag wüthet! Wie im Finstern Heuchelei trachtet, über alle Zeiten Fluch und Jammer zu verbreiten! 6. Und wir Sünder könn⸗ C 7 ten 6² ten wähnen, Gottes heiliges Gericht strafe keines Elends Thranen acht auf unsre Laster nicht? Der Gerechte, der Verbrecher gält ihm gleich! Es sei kein Rächer? 7. Wären wir nur gut und weise, deinem Willen unter⸗ than; gingen Jünglinge und Greise immer auf der Tu⸗ gendbahn, o wie strömte Heil und Segen Jeglichem von dir entgegen. 8. Würde nicht, wenn 915 auf Erden keiner je er Noth entgeht, jede Last erleichtert werden, jede wah⸗ re Lust erhöht, wenn den Lockungen der Sünde anser Herz stets widerstünde? 9. Ich erschrecke, Herr, ich bebe daß mein Herz so oft vergißt, daß, wenn 0 nicht heilig lebe, eitel meine Hoffnung ist, selig dort und schon auf Erden ruhig und getrost zu werden. 10. Laß des Lasters bittre Früchte mir stets in Gedan⸗ ken sein, mich nie zweifeln am Gerichte, auch den klein⸗ sten Fehltritt scheun! Stärke mich, daß ich die Sünde immer glorreich überwinde. Mel. Wie groß ist des Allmächt. 88 Ab⸗ welch ein Kampf in meiner Seele, welch steter Widerspruch in mir! Mein Geist will, daß Werke und Wohlthaten Gottes. ich Gutes wähle, er sehnt sich, Gott, so heiß nach dir; allein das Fleisch verführt den Willen, macht ihn den Sinnen unterthan, strebt ihre Lüsternheit zu stillen und schmiegt sich, ach! den Sünden an. 2. Ein doppeltes Gesetz regieret mein Wesen; o wie räthselhaft! Wenn mich der Wahrheit Strahl berühret, dann schmeck 1 Frieden, fühle Kraft; doch schnell ent⸗ zieht ein Todesscharten mir dieses himmlisch reine Licht, ich muß im halben Lauf er⸗ matten, ich will, doch ich vollbringe nicht. 3. Der gute Vorsatz, den ich fasse, er bleibt ein Traum der Phantasie; ich thu das Böse, das ich hasse, und scheue oft der Tugend Müh. Getrieben, wie ein Schiff vom Winde, dem Mast und Steuerruder brach, Leikt sie mich hin die Macht der Sünde; zu späte Thränen folgen nach. 4. Wer löst mich von den Sclavenketten? Wer Nusse in meinem Innern Ruh? Wer kann mich von mir selbst erretten? Nur du, Allmäch⸗ tiger, nur du! Ein Strahl von deiner Gnade gnüget zur seligsten Genesung mir; o send ihn, daß mein Glau⸗ be sieget, und schenke Kraft zur Tugend mir! Erlösung. Erlösung. In eigener Melodie. 89 err, wir singen deiner Ehre! Er⸗ barm dich unser und erhöre, nimm gnädig unser Loblied an! Herr, wir danken voll Entzücken; wo ist ein Gott, der so beglücken, so lieben und so segnen kann? Der Gott, den wir erhöhn, er dessen Heil wir sehn, ist die Liebe; schon vor der Zeit, in Ewigkeit war Gott die Liebe, wird sie sein. 2. Um zu dir uns zu er⸗ heben, hauchst du in unsre Brust das Leben und schen⸗ kest uns der Erde Glück. Um zu dir uns zu erheben, entziehst du unsrer Brust das Leben und schenkest uns des Himmels Glück. Du gibst das Leben, Gott! und führst auch durch den Tod uns zum Leben. Du suchst allein uns zu erfreun, daß wir verder⸗ ben, willst du nicht. 3. Als wir von der Sünde Plagen gequält in unserm Elend lagen und Nacht des Todes uns umfing, fern von deiner Wahrheit Pfade, da war es, Gott, als deine Gnade erbarmend vor uns überging. Da rief dein Va⸗ terblick durch Jesum uns zurück von der Sünde. Aus ihrer Nacht sind wir erwacht, 63 erwacht, um Gottes Licht zu sehn. 4. Preiset ihn, ihr Jubel⸗ lieder! Der Sohn des Höch⸗ sten stieg hernieder, ward Mensch und starb der Sün⸗ der Tod. Christus hat den Tod bezwungen! Ein Sieges-⸗ lied werd ihm gesungen! Uns segnet und begnadigt Gott. Wir sind mit ihm versöhnt; ihr Lobgesänge tönt, tönt zum Himmel! Herr, Preis sei dir! Einst knieen wir an deinem Thron und beten an. Mel. Mache dich, mein Geist 90 Usse Gott, der Herr der Welt, schaut der Zukunft Zeiten, kann, was ihm zu thun gefällt, lange vorbereiten. Stets zur That wird sein Rath, auf verborgnen Wegen kommt uns Heil entgegen. 2. Jesus ward zum Heil der Welt einer unsrer Brü⸗ der; freudig, wie zum Sieg der Held, kam er zu uns nieder; rang mit Noth, Schmach und Tod, um zu edlerm Leben Menschen zu erheben. 3. Seiner Ankunft frohe Zeit ließ in frühen Jahren Gott mit ihrer Herrlichkeit Völkern offenbaren. Was geschah, fern und nah, wußt er dann zu lenken, um uns ihn zu schenken. 4. Preiset 6⁴ 4. Preiset ihn voll Zuver⸗ sicht, der die Welt regieret! Immer wird, was er ver⸗ spricht, herrlich ausgeführet. Ehret ihn, der erschien, uns zu Gott zu leiten, folget ihm mit Freuden! Mel. Mein erst Geschäft sei Preis 91 Gedanke, der uns ö Leben gibt, wer kann dich ganz durchdenken? Also hat Gott die Welt ge⸗ liebt, uns seinen Sohn zu schenken. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt von Finster⸗ nissen, füllst du mein Herz mit Majestät und stillest mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Bau ergründen; und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm empfinden. 4. So kann ich auch nicht Gottes Rath von Jesu Tod ergründen; allein das Gött⸗ liche der That, das kann mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ nicht meine Schuld getragen, nicht Gott und mein Erlöser ist, so werd ich angstvoll zagen. 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn, werd ich stets irren müssen und wer Gott ist und was ich bin und werden soll nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der Werke und Wohlthaten Gottes. Christenheit soll mir kein Zweifel rauben; ich fühle seine Göttlichkeit und halte fest am Glauben. Des Sohnes Gottes Eigenthum, durch ihn des Himmels Erbe; dieß bin ich, und das ist mein Ruhm, auf den ich leb und sterbe. 9. Du gibst mir deines Geistes Kraft, im Glauben mich zu stärken, der Wollen und Vollbringen schafft zu allen guten Werken. 10. Solang ich deinen Willen gern mit reinem Her⸗ zen thue, so fühl ich eine Kraft des Herrn und schmecke Fried und Ruhe. 11. Und wenn mich meine Sünde kränkt und ich zum Kreuze trete, so weiß ich, daß er mein gedenkt und thut, um was ich bete. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt und mich einst aus der Erde erweckt und zu dem Reich erhebt, da ich dich schauen werde. 13. Erfüll mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich, Herr, nenne: und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 14. Soll ich dereinst auch würdig sein, für deinen Ruhm 8. leiden, so laß mich keine Schmach von deiner Liebe scheiden. 15. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, laß 105 no 4 und Pein ‚ Erlösung. noch sterbend denken: wie sollt uns der, der ihn ge⸗ onrer mit ihm nicht Alles schenken? Mel. Schwing dich auf 92 ommt mit Dank vor Gottes Thron! Preiset Gott auf Erden! Denn er sandte seinen Sohn, unser Heil zu werden. Ehret, preist ihn, der da kam, daß wir selig würden! Er ward Mensch und übernahm schwe⸗ rer Leiden Bürden. 2. Treu vollbracht er seine eit. Seines Vaters Ehre, Wahrheit und Gerechtigkeit war des Heilgen Lehre; Menschen trösten und erfreun immer sein Bestreben, und um aller Heil zu sein, ließ er selbst sein Leben. 3. Nun, als Herr von Gott erhöht, nach vollbrachtem Werke herrschet er voll Ma⸗ jestät und mit Gnad und Stärke, sammelt all uns in sein Reich, die wir danach streben. Fromme sollen, Engeln gleich, mit ihm ewig leben. 4. Ehrfurcht und Gehor⸗ sam soll ihm der Mensch bezeugen. Aller Knie sich de⸗ muthsvoll vor dem Mittler beugen, freudig jede Nation es mit Dank bekennen: Er sei Gottes höchster Sohn, unser Wer zu nennen. er ihn ehret, ehrt 6⁵ zugleich Gott, durch den wir leben; denn der Tugend hei⸗ lig Reich ist—219 übergeben. Wer zu Jesu: Herr, Herr, spricht und doch Böses übet, kennt ihn und den Vater nicht, der nur Fromme liebet. 6. Laßt uns, Christen. laßt uns ihn reines Herzens lieben, auch die kleinste Sün⸗ de fliehn, jede Tugend üben, eifrig thun, was er gebeut, auf sein Vorbild sehen und wie 5 mit Freudigkeit auch durch Leiden gehen. 7. Können wir: es ist vollbracht: froh wie er einst sprechen, o dann schreckt uns nicht die Nacht, wenn die Augen brechen. Sicher wird uns seine Hand zu den Seligkeiten seines Reiches in das Land der Verklärten leiten. Mel. Vom Himmel hoch 93 A freue dich mein Geist in mir und preise deinen Gott, der dir selbst seinen Sohn zum Hel⸗ fer gibt: preis ihn, daß er so sehr dich liebt! 2. Er, den dir Gott zum Heil gesandt, er machte dir den Trost bekannt, wie in⸗ nig seine Vatertreu, wie 165 ihm deine Wohlfahrt g. Durch ihn hat er die sichre Bahn zur Seligkeit dir kund⸗ 66 kundgethan; durch ihn hat er dir Muth und Kraft, auf dieser Bahn zu gehn, ver⸗ schafft. ö ö 4. Vergiß, vergiß zu kei⸗ ner Zeit die Größe seiner Gütigkeit; denk oft und stets mit Freuden dran und bete Gott in Demuth an. 5. Aus Gegenlieb und Dankbarkeit sei ihm dein ganzes Herz geweiht, dein Herz, das ihm ganz zugehört hrt selig ii, wenn es ihn ehrt. 6. Dem, den er dir zum Helfer gab, dem folge red⸗ lich bis ins Grab; folg ihm und wende dankbar an, was er zu deinem Heil gethan. 7. Erwecke dich dadurch zum Fleiß der Heiligung, das ist der Preis, den echte Dankbarkeit dem gibt, der dich so göttlich groß geliebt. 8 n diesem Preise übe dich, mein Geist, so hilft er sicherlich dir zu dem Glück, das Gottes Rath durch ihn der Welt bereitet hat. Mel. Allein Gott in der Höh 94 N unsre Dank⸗ gefühle an, die wir dir, Vater, weihen; durch Jesum zeigtest du die ahn der Tugend uns von neuem. Ja, ewig ewig um, sei dir; belehrt durch Jesum, können wir uns unsrer Würde freuen. Werke und Wohlthaten Gottes. 2. Sonst sahn mit Furcht im Angesicht auf Gräber unsre Brüder; doch bald erschien ein neues Licht dem bangen Herzen wieder. Des Menschen Geist umschließt kein Grab, nur seine Hüll sinkt hinab; dies lehrte Je⸗ sus glauben. 3. Mit edler Wärme lehrte er als erste Pflicht die Liebe, und jedes Gute immer mehr zu thun aus reinem Triebe. Er selbst, er gab sein Leben hin aus edlem reinem Tu⸗ gendsinn zum Besten für die Brüder. 4. Auf, Christen, ehrt ihn lebenslang durch reine Tu-— gendliebe! O daß ihm Kei⸗ ner diesen Dank, kein Christ ihm schuldig bliebe! Wir sind erlöset, Dank sei dir, o Vater, möchten alle wir frei von der Sünde leben! Mel. Sei Lob und Ehr dem 9 5 Auf, Christen, laßt Wuns unsern Gott mit frohem Dank erheben!“ Er hat nicht Lust an unserm Tod, will, daß wir ewig le— ben. Was uns zum Heile nöthig ist, das hat er uns durch Jesum Christ erbar⸗ mungsvoll bereitet. 2. Nach seinem gnaden⸗- vollen Rath kam er, sein Sohn, auf Erden, von un⸗ srer Schuld und Missethat Erretter uns zu Der r — ESS. E& *— & 56.& Erlösung. Er wards und hat sein Werk vollbracht und sich nach kurzer Grabesnacht gen Himmel aufgeschwun⸗ gen. 3. Wo ist des Todes Herrschaft nun? Hier ist sein Ueberwinder, die Furcht da⸗ vor hinwegzuthun, starb er, das Heil der Sünder. Gebro⸗ chen ist uns nun die Bahn, die von der Erd uns him⸗ melan zur ewgen Wonne leitet. 4. Wie hat uns doch der Herr so lieb! Wie sucht er unser Bestes! Er gibt für uns aus freiem Trieb sein Liebstes und sein Größtes! Preis ihm, der so viel an uns thut! Preis seinem Sohn, der uns zu gut sich bis zum Tod erniedrigt! 5. Was er zu unserm Glücke schafft, das ist in sei⸗ nen Händen; sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl Allen, die ihm trauen! 6. O laßt uns ihm uns anvertraun und seine Stim⸗ me hören, auf seine Mitt⸗ lerhülfe baun, ihn mit Ge⸗ 581 ehren! Das ist der zeg zum ewgen Wohl, der Weg, auf dem wir friede⸗ voll auch schon auf Erden wandeln. 7. Herr, leite selbst uns 67 diesen Pfad, zeuch uns zu deinem Sohne, daß Glaub an ihn auch mit der That in unsern Herzen wohne; so ha⸗ ben wir an seinem Heil, zur Freude für uns, ewig Theil, so preisen wir dich ewig. Mel. Schon ist der Tag 96 Nen laßt uns alle fröhlich sein, daß Gott uns Jesum sandte! Laßt hoch des Gottes uns erfreun, den Jesus Vater nannte; der Alles schuf und liebt und nährt, der alle seine Kinder lehrt und alle gut erziehet. 2. Zur Reife der Vollkom⸗ menheit, die schon hienieden keimet, erzieht er Alle weit und breit; nicht Einer ist versäumet. O wohl mir, ich bin Gottes Kind! O wohl mir, alle Menschen sind des höchsten Vaters Kinder! 3. Er schaut auf Alle mild herab, führt auf verschiednen Wegen uns alle über Tod und Grab zu höherm Licht und Segen. Der Gott, den jede Sprache nennt, der Gott, den Niemand ganz verkennt, hat Jesum uns gegeben. 4. Vertrauensvoll auf Gott zu sehn, der mit Ver⸗ nunft uns zieret, und kind⸗ lich fromm den Weg zu gehn, der uns zum Ziele führet, der Menschheit hohen Zweck und Werth hat Jesus Chri⸗ stus 68 stus uns gelehrt: Gott sei dafür gepriesen! 5. Wie Wahrheit nie dem Trug erliegt; wie Pflicht und Weisheit handelt; wie Tugend über Alles siegt und fest zum Ziele wandelt, auch wenn ihr Hohn und Marter droht, verkündigt Jesu Lehr und Tod: Gott sei dafür gepriesen! 6. Wir zagen nicht; was kann uns je des Vaters Liebe nehmen? Für Armuth, Sor⸗ gen, Schmach und Weh, für Krankheit, Schmerz und Grämen und für den schwe⸗ ren Schritt ans Grab beut Goite einen festen Stab: Gott sei dafür gepriesen! 7. O guter Gott, wir zagen nicht, du wirst zum höhern Leben, wirst zu des Himmels reinstem Licht einst unsern Geist erheben. Wohl uns! die Lehre Jesu beut uns Hoffnung der Unsterblichkeit: sei 990 dafür gepriesen! Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren 97 Erbebt den Herrn, ihr Frommen! Er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zum Heil und Le⸗ ben selbst seinen Sohn ge⸗ geben: durch ihn sind wir erlöst. 2. Erlöst! o welche Liebe Werke und Wohlthaten Gottes. hat uns der Herr erzeigt; mit welcher Vaterliebe sein Herz zu uns geneigt! Von eines Himmels Thron kommt Rettung vom Verderben uns Sündern zu erwerben, sein eingeborner Sohn. 3. Er kam zu uns auf Erden in tiefer Niedrigkeit, nahm auf sich die Beschwer⸗ den von unserer Pilgerzeit, Hin.n sich seiner Macht, verläugnet Himmelsfreuden, bis er durch Todesleiden, sein großes Werk vollbracht. 4. Er hats vollbracht! O bringet Gott euren Lobge⸗ sang! Erlöste Menschen sin-⸗ get dem Mittler ewig Dank! Wo Niemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden, heilt unsrer Seele Schaden. O nehmt ihn gläubig an! 5. Du Freund der Men⸗ schenkinder, verwirf uns, Jesu, nicht! Dein Name, eil der Sünder, ist unsre Zuversicht! Drum kommen wir zu dir. Hilf jeden Reiz zu Sünden uns glücklich überwinden: denn dein, o Herr, sind wir. 6. Bei dir steht unser Leben. Zu unserm ewgen Heil hast du dich hingegeben. Gib uns am Himmel Theil. Laß uns dir folgsam sein! Was wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden unsre Seelen sich Gottes ewig freun. Ornn — 4⁴.⁷ RSE — 2—. A=+ FTFNM& — ——————2 sn Erlösung. 69 Mel. 98 gegeben, o wer kann gnug⸗ Herzliebster Jesu ott, der du für uns deinen Sohn sam deine Huld erheben! Wie herrlich zeigst du im Erlösungswerke der Gnade Stärke! 2. Dein ewger Sohn stirbt für die Menschenkin⸗ der, der Heiligste tritt an die Statt der Sünder, der Se⸗ ligste begibt sich seiner Freu⸗ den, für uns zu leiden. 3. Er wird das Lamm, das Aller Sünden träget, drauf du die Strafe weislich selbst geleget, daß du die Schuld an den verlornen Schafen nicht dürftest strafen. 4. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest und deinen Sohn ihm zum Ver⸗ söhner schenkest? Was fin⸗ dest du an mir und an uns allen für Wohlgefallen? 5. Verdient Verachtung göttlicher Gesetze, verdient Verschwendung unschätzbarer Schätze, verdient gehäufte gröbliche Verschuldung so viele Duldung. 6. O welche Tiefe deiner Menschenliebe! Wer faßt, o Gott, die Größe ihrer Trie⸗ be? Du thust weit mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen. 7. Ach, lehre mich recht deine Huld erkennen, voll Zuversicht dich meinen Va⸗ ter nennen und zum Gehor⸗ sam dir mein ganzes Leben willig ergeben. 8. Was mir dein Sohn, da er für mich gestorben, von deiner Huld durch seinen Tod erworben, das werde mir zu meinem ewgen Heile nun auch zu Theile! 9. Dein Friede wohne stets in meinem Herzen und tröste mich bei des Gewissens Schmerzen; dein Geist sei mit mir, deinen guten Wil⸗ len treu zu erfüllen. Seiland, den uns 99 Gott verhieß, den der Himmel jauchzend pries, als du, Sterblichen zum Dienst, huldreich auf der Erde erschienst. 2. Wie dein Nam, ist auch dein Ruhm! Jesu, wir, dein Eigenthum, ehren dankvoll und erfreut deine große Gütigkeit. 3. Du, deß Hand die Him⸗ mel hält, du kamst willig in die Welt, uns von Sün⸗ den zu befrein, unser Licht und Trost zu sein. 4. Stark in deines Vaters Kraft, hast du Leben uns verschafft. Wir, von Rath und Hülf entblöst, sind, o Herr, durch dich erlöst! 5. Preis sei dir in Ewig⸗ keit! Auf, die ihr erlöset feid, rühmt den, der mit Lehr In eigener Melodie. 70 Lehr und That euch vom Tod erlöset hat. 6. Der du liebreich zu uns kamst, unsfre Rettung übernahmst, dein uns theur erworbnes Heil sei auf ewig unser Theil. 7. Unsre Seele trau auf dich, unser Leben preise dich; und du selber, Heil der Welt, hilf uns thun, was dir gefällt. In eigener Melodie, 100 it frohlocken⸗ dem Gemüthe schau ich, Gott, voll Dank⸗ begier in die Tiefen deiner Güte und verliere mich in ihr. O wie groß ist deine Huld! Unsre ganze Sün⸗ denschuld willst du uns so gern vergeben, denn du hast nur Lust am Leben. 2. Ich verehre, Gott voll Liebe, deiner Gnade weisen Rath, die aus eignem freiem Triebe unser sich erbarmet hat. Uns Verlornen dach⸗ test du Rettung vom Ver⸗ derben zu, und dieß Heil uns zu erwerben, sollte dein Geliebter sterben. 3. O ein Rathschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, der uns, uns verlassnen Armen, Gnad und reichen Trost verleiht! O wie hast du uns geliebt, daß dein Sohn sich für uns giebt, die verscherzten Selig⸗ Werke und Wohlthaten Gottes. keiten wiederum uns zu be⸗ reiten. 4. Ja, du zeigst aus wei⸗ ser Liebe uns zur Gnade selbst die Bahn, führst durch deines Geistes Triebe uns zu Buß und Glauben an. Wer nicht in der Sünde bleibt, standhaft an den Mittler gläubt, soll, befreit von dem Verderben, Him⸗ melsseligkeiten erben. 5. Du bestimmtest zum Verderben auch nicht Einen, deine Huld hilft auch Sün⸗ dern. Wenn sie sterben, sterben sie aus eigner Schuld. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, den trifft seines Fre⸗ vels Lohn; sein beharrlich Widerstreben raubt ihm Gnade, Heil und Leben. 6. Ewig sei mit Dank besungen, was dein Rath beschlossen hat. Mit uns preisen Engelzungen diesen weisen, heilgen Rath, den der Glaub in Demuth ehrt, die Vernunft erstaunend hört, wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 7. Vater, hilf mir dar⸗ nach streben, meines Heils gewiß zu sein. Richte du mein ganzes Leben nur nach deinem Willen ein. Laß des Glaubens Licht und Kraft, die dein Geist nur in uns schafft, mir das sichre Zeugniß auf geben, ich sei q‚eARReEScce 52 2i —— ⏑———— Erlösung. 71 auf dem ben. 8. Ueberzeugt von deiner Gnade und gewiß, dich einst zu sehn, will ich selbst des Todes Pfade ohne Graun und muthig gehn. Hab ich deine Gnade nur, so wird keine Creatur mich von dei⸗ ner Liebe trennen, mich dir Nichts entreißen können. Würde des Erlösers. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren 101 Di kamst herab zum Staube, herab von deinem Thron; in dir erblickt mein Glaube des ewgen Vaters Sohn. Glanz seiner Herrlichkeit! Wer kann dich gnug erhe⸗ ben? Du schenkst uns neues Leben und Herzensfreudig⸗ keit. 2. Wer reicht an deine Größe? Im weiten Schö⸗ Piungsreich fühlt Jeder seine Blöße, fühlt Keiner dir sich gleich. Du warst, eh Meer und Land, eh Sonne, Mond und Erde durch jenes Macht⸗ wort: Werde! hervorging und entstand. 3. Der höchste Seraph beuget sich demuthsvoll vor dir, verhüllt sein Antlitz, schweiget, bewundert dich, wie wir; und deiner Hoheit Glanz, wagt ers, sie zu ergrün⸗ den, wird er zu blendend fin⸗ den, auch er schaut nie sie ganz. Weg zum Le⸗ 4. Du hast durch deine Lehren des Irrthums Nacht zerstreut. Wenn wir sie folgsam hören, wird unser Herz erfreut. Es lernt mit Kraft und Muth nach wah⸗ rer Tugend streben, lernt für die Zukunft leben, ge⸗ winnt das höchste Gut. 5. Um unser Heil zu gründen, nahmst du so brü⸗ derlich den Sold der schwer⸗ sten Sünden, des Kreuzes Last auf dich. Du tilgtest fremde Schuld, ertrugest Haß und Bande und starbst bei Qual und Schande mit gött⸗ licher Geduld. 6. Doch, Herr, im Siegs⸗ gepränge kommst du zur Welt zurück. Dann steht der Völker Menge vor dei⸗ nem Richterblick. O welche Angst und Pein verfolget dann den Sünder! Und Gottes fromme Kinder, wie wirst du sie erfreun! 7. Dich, Heiland, zu ver⸗ ehren, sei stets mir theure Pflicht; befolg ich deine Lehren, so seh ich einst dein Licht. Du bist, was Keiner war im Himmel und auf Erden, was auch nicht En⸗ gel werden; du bleibst es immerdar. Mel. Kommt, kommt den 102 ein Heiland, deine Größe geht über alle Himmel weit. Wer 7•2 Wer ist, der sie ermesse? Du warst bei Gott in Ewigkeit. Du bist der Erst⸗ geborne vor aller Creatur, kamst zwar für uns Ver⸗ lorne in menschlicher Natur; doch in der Menschheit Or⸗ den tratst du erst in der Zeit; eh noch die Welt ge⸗ worden, warst du voll Herr⸗ lichkeit. 2. Der Himmel und die Erde sind durch dein kräftig Wort gemacht. Auf dein allmächtig: Werde! ent⸗ stand die Welt mit ihrer Pracht. Du bist auch un⸗ ser Meister; auch uns schuf deine Hand; sowie das Heer der Geister, das dich noch nie erkannt. Ein Erbe über Alles! das ist dein ewger Ruhm; drum jammert dich des Falles von deinem Ei— genthum. 3. Du trägest alle Dinge durch deiner Allmacht star⸗ kes Wort. Das Große und Geringe geht blos durch deinen Willen fort. Sohn Gottes, du regierest den ganzen Kreis der Welt; weil du das Ruder führest, geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht Tod und Le⸗ ben: drum wird einst jede Gruft die Todten wieder⸗ geben, wann deine Stimme ruft. ö 4. Gott läßt dir Ehr er⸗ zeigen, die keinem Andern Werke und Wohlthaten Gottes. widerfährt. Dir soll ich Alles beugen; denn gött⸗ lich groß ist, Herr, dein Werth. Du bist das Heil der Erden. Wer auf dein Wort nicht hört, der kann nicht selig werden; wer aber dich verehrt, dem hilfst du vom Verderben, schaffst ihm Zufrieden⸗ heit und machst ihn einst zum Erben vollkommner Seligkeit. 5. Wie herrlich ist dein Name schon jetzt, o Herr, in aller Welt! Dich preist der Frommen Same, der gläubig dir zu Füßen fällt. Dich preisen Seraphinen, erhabner Menschensohn! Mit Freuden dir zu die⸗ nen, stehn sie vor deinem Thron. Wer sollte dein sich schämen? Werth bist du, Preis und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Ei⸗ genthum. 6. Sohn Gottes, ich ver⸗ ehre und bete dich in De⸗ muth an; beschäme und be⸗ kehre die, die dir noch nicht zugethan, die deinem Wort nicht glauben und dir, der für sie litt, die schuldge Ehre rauben. Theil ihnen Gnade mit, dich gläubig zu erkennen; laß Nichts, die dich erkannt, von deiner Liebe trennen. Dein Ruhm füll jedes Land! Erlösung. 73 Mel. Mein ganzer Geist, Gott 103 Wie groß, wie angebetet ist dein Nam, o Heiland Jesu Christ, wie theuer deinem Volke! Welch Licht ging in der Finsterniß mit dir der Welt auf! Wie zerriß, wie floh des Irrthums Wolke! Als du kamest, hörten Taube, und der Glaube half den Kranken, Stumme sangen, dir zu danken. 2. Nur Schwache warens, die dein Licht verbreiteten, die Weisen nicht. Wo sind sie? Wo die Hohen? Und wo die Reichen? Wo die Macht, vor der des Götzen— dienstes Nacht und seine Schatten flohen? Macht nicht, List nicht, deine Ga⸗ ben, Mittler, haben dich verkläret, uns den Weg zu Gott gelehret. 3. Wir werden deinen Ruhm erhöhn; wir werden deinen Himmel sehn, den Preis von deinem Leiden; genießen, was du uns er⸗ warbst, da du für uns am Kreuze starbst, der Engel hohe Freuden. Welche Gna⸗ de, daß wir Sünder Gottes Kinder werden sollen, wenn wir an dich glauben wollen! 4. Du hast dich deiner Herrlichkeit entäußert eine kurze Zeit, für uns von Gott verlassen. Und nun, mit Ehr und Ruhm gekrönt, nun machst du selig, die ver⸗ söhnt der Sünden Gräuel hassen. Ihnen willst du Heil und Leben gerne geben und uns allen helfen, daß wir Gott gefallen. 5. Vom Aufgang bis zum Niedergang erschallet dir der Lobgesang erretteter Gerech⸗ ten. Unzählbar sind die Schaaren schon, die gerne dir vor deinem Thron ein würdig Loblied brächten. Ihrer mehr noch, Jesu, werden schon auf Erden dir lobsingen, Preis und Dank und Ruhm dir brin⸗ gen. 6. Wie groß, wie ange⸗ betet ist dein Nam, o Hei⸗ land Jesu Christ, wie herr⸗ lich bei den Deinen! Führst du uns einst zu deiner Ruh, o wie weit anen In wirst du den Frommen dann er⸗ scheinen! Ewig müsse, dir zur Ehre, ihrer Chöre Lob erschallen, durch die Himmel wiederhallen. Dankbares Andenken an die Sendung Jesu. (Adventslieder.) Mel. Jesu. komm doch selbst zu 10 4 Gelt sei Dank in aller Welt, der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Rath zu uns hergesen⸗ det hat D 2. Was 7⁴ 2. Was der frommen Väter Schaar Wunsch und Trost und Hoffnung war, was sie fern im Dunkeln — Heil uns! ist im Lichte a 3. Hier ist mehr, als Da⸗ vids Sohn. Unvergänglich ist sein Thron; denn der Tugend Reich ist sein, hier und dort uns zu erfreun. 4. Licht der Seelen, ewges Wel ward durch ihn der Welt zu Theil. Menschen⸗ freund, wie dank ich dir! Du schenkst dieses Heil auch mir! 5. Deines Segens mich zu freun, laß mein Herz dein eigen sein; mach es von der Sklaverei jeder Sünde völ⸗ lig frei. 6. Und wie deine Ankunft war Hülf und Rettung aus Gefahr, so erscheine stets auch mir Hülf und Rettung, Herr, von dir. 7. Deine Wahrheit leuchte mir, Herr, bei Allem, was ich hier zur Befördrung meiner Ruh denke, wünsche, wähle, thu. 8. Trifft mich Traurig⸗ keit und Schmerz, tröste dann mein zagend Herz! Wenn kein Mensch mir helfen kann, so nimm du dich meiner an! 9. Und, o Jesu, wann du einst herrlich zum Gericht erscheinst, laß mich freudig zu dir gehn und gerecht vor dir bestehn! Werke und Wohlthaten Gottes. Mel. Aus meines Herzens Grunde 105 it Ernst, o Menschenkin⸗ der, bereitet euch dem Herrn! Er kommt, das Heil der Sünder, er rettet sie so gern. Er kommt, den Gott allein aus Gnaden uns zum Leben verheißen hat zu geben; ihr könnt nun selig sein. 2. Kommt, reinigt eure Seelen, seid heilig, seid be⸗ reit, was ihm gefällt, zu wählen, zu fliehn, was er verbeut! Eilt willig in sein Reich, verabscheut und ver⸗ lasset, was euer König hasset, vertraut ihm, bessert euch! 3. Das hat der Herr ge⸗ boten, sein Sohn hats selbst gelehrt, das lehren seine Boten, und selig ist, wer hört! Ach, leben wird, wer glaubt, und wer nicht glaubt, wird sterben. Ein Jeder wird verderben, der noch ein Sünder bleibt. 4. Wer wahre Demuth liebet, den will Gott einst erhöhn; wer aber Hochmuth übet, der wird ihn nimmer sehn; wer ihm sein Herz ergibt, wird gut und selig werden, nicht dort nur, schon auf Erden erfahren, wie Gott liebt. 5. Doch, was vermag ich Schwacher, ich Sünder ohne dich? Mein Heil, mein Seligmacher, bereite selber mich! ——— ‚ñ— Erlösung. 75 mich! Herz nach dir, es seufzet dir entgegen: Komm, komm mit deinem Segen und wohne stets in mir! Schon seufzt mein Mel. Mein ganzer Geist, Gott 106 er Heiland kommt, lob⸗ singet ihm, dem Herrn, dem alle Seraphim das Heilig! Heilig! singen. Er kommt, der eingeborne Sohn und steigt von seines Himmels Thron, der Welt das Heil zu bringen. Preis dir, daß wir von der Sünde Ret⸗ tung finden, höchstes Wesen! Durch dich werden wir ge⸗ nesen. ö 2. Willkommen, Friede⸗ fürst und Held, Rath, Va⸗ ter, Kraft und Heil der Welt, willkommen hier auf Erden! Du kleidest dich in Fleisch und Blut, wirst Mensch und willst der Welt zu gut selbst unser Bruder werden. Ja du, Jesu, reichst die Arme voll Erbarmen uns entgegen und verwan⸗ delst Weh in Segen. 3. Du bringst uns Trost, Zufriedenheit, Heil, Leben, ewge Seligkeit! Sei hoch dafür gepriesen! O Herr, wie viel zu schwach sind wir, die Treue zu vergelten dir, die du an uns Aun Der⸗ Von dir, da wir im Ver⸗ derben müßten sterben, kommt das Leben; o was kannst du Größres geben! 4. Wir bringen dir ein dankbar Herz, gebeugt durch Buße, Reu und Schmerz, bereit, vor dir zu wandeln; ja, dir und unserm Näch⸗ sten treu, aufrichtig ohne Handeln. zu denken und zu andeln. Zu dir flehn wir, hilf uns Schwachen, daß wir wachen, beten, ringen und des Fleisches Lust be⸗ zwingen. 5. Laß uns zu unserm ewgen Heil an dir im wah⸗ ren Glauben Theil dur deinen Geist erlangen, au wenn wir leiden, auf dice sehn, im Guten immer wei⸗ ter gehn, nicht an der Erde hangen, bis wir zu dir mit den Frommen ewig kommen, dich erheben und in deinem Reiche leben. Mel. Befiehl du deine Wege 107 Wie soll ich dich empfangen, Hrer aller Sterblichen! Du Freude, du Verlangen der Trostbedürftigen! Gib selbst mir zu erkennen, wie, dei⸗ ner Güte voll, dich meine Seele nennen, dich würdig preisen soll. 2. Einst streute man dir Palmen; jetzt soll die Dank⸗ begier, mein Heil, in Freu⸗ denpsalmen ergießen sich vor dir. Dich, dich will ich er⸗ D 2 heben, 76 heben, so gut ich Schwacher kann; mein Herz will ich dir geben; o nimm es gnä⸗ dig an! 3. Damit du mich befrei⸗ test, gabst du dich selbst für mich; mich zu erretten, freu⸗ test du, Seligmacher, dich. Du sahest, daß hier Keiner vermögend war dazu; da jammerte dich meiner, da kamst und halfest du. 4. O du, an den ich glaube, was wars, was dich bewog? Was wars, was dich zum Staube zu mir hernieder⸗ zog? Dein göttliches Er⸗ barmen. Ja, du, o Jesu, hast mit mitleidsvollen Ar⸗ men die ganze Welt umfaßt! 5. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte, klagt nicht mehr! Zagt nicht in euren Schmerzen, als ob kein Hel— fer wär! O sehet auf! Ihr habet den besten Helfer nah, der eure Seele labet, der treue Freund ist da! 3J. Die ihr mit ernster Reue still eure Schuld be⸗ weint, wißt, daß er euch verzeihe. Er selbst, der Men⸗ schenfreund, ruft heilbe—⸗ giergen Sündern der Gnade Trostwort zu, macht sie zu Gotteskindern, schafft ihren Seelen Ruh. 7. Er übersiehet Keinen und weiß, was Jedem nützt. Hat er nicht stets die Sei⸗ nen von Anbeginn beschützt? Werke und Wohlthaten Gottes. Nicht sie in ihrem Leide zu trösten stets gewußt? Er⸗ freun ist seine Freude und Wohlthun seine Lust. 8. Er macht uns von dem Bande des Tods auf ewig los, entreißet uns der Schande der Sünd und macht uns groß, gibt Weis⸗ heit, Muth im Leiden und Kraft zu jeder That, ver⸗ sichert uns die Freuden, die Gott bereitet hat. 9. Er kommt zum Welt⸗ gerichte; der Bösewicht ver⸗ geht, wenn da im hellen Lichte der Tugendfreund be⸗ steht. Wohl ewig allen de— nen, die seine Wege gehn und einst mit Freudenthrä⸗ nen zu seiner Rechten stehn! Mel. Gott, der du die Menschen 1 08 er du uns das Heil errun⸗ gen, Mensch gewordener Got⸗ tessohn! Ewig sei dir lob⸗ gesungen, daß du von des Himmels Thron uns zu gut ins Fleisch gekommen; der du voller Freundlichkeit läng⸗ stens schon vor meiner Zeit dich auch meiner angenom⸗ men und mein Bruder wor⸗ den bist, sei gelobt, Herr Jesu Christ! 2. Sei gelobt, denn dir gehöret Preis und Dank und Ruhm mit Recht. O wie hoch hast du geehret unser sterbliches Guldhrr err Erlösung. Herr, du hast es selbst ver⸗ mählet mit der göttlichen Natur und vor aller Crea⸗ tur es zum Wohlthun dir erwählet; ja, in dir, du Gottessohn, herrscht die Menschheit auf dem Thron. 3. Du, du bist der Völ⸗ ker Segen, kamst, von Noth uns zu befrein; und wir können deinetwegen jetzt schon Kinder Gottes sein. Hat die Sünd uns gleich verdorben, o so hast du neue Kraft uns zur Hei⸗ ligung verschafft und die Tüchtigkeit erworben, einst, von Sünden völlig rein, ähnlich dir, o Herr, zu sein. 4. Du, du bist der Mittler worden, der die Welt mit Gott versöhnt; hast der schwachen Menschheit Orden wieder mit dem Recht be⸗ lehnt, in den Himmel ein⸗ zugehen und da Gottes Herrlichkeit nach vollbrach⸗ ter Prüfungszeit ewig einst verklärt zu sehen. Fromme! fasset Zuversicht, glaubet fest, nur sündigt nicht! 5. Sollte mich wohl Gott verlassen, wenn ich krank und hülflos bin? Nein, sein Heil wird mich umfassen, trösten den betrübten Sinn. Und da kann mich nichts anfechten. Er, der meinen Jammer kennt und mich gnädig Bruder nennt, sitzt als Herr zu Gottes Rechten. 7⁷ Durch ihn bin 92 Gott ver⸗ eint; Gott ist Vater und mein Freund. 6. Herr, wie groß ist deine Güte! Meine Seele freut sich dein. Laß doch stets mein ganz Gemüthe voll von deinem Ruhme sein! Nimmer will ich dein vergessen; dir will ich mich ganz vertraun, freudig fol⸗ gen, auf dich baun. Deine Huld ist nicht zu messen; gib, daß ich für deine Treu dir auf ewig dankbar sei. Mel. Nun danket Alle Gott 109 Er ist gekommen, er, auf den die Väter harrten, und länger dürfen wir nun keines An⸗ dern warten. Sein Lob er⸗ schallet laut in aller Welt um⸗ her! Wer brachte je der Welt mehr Licht und Heil, als er? 2. Gott ist mit uns, wir sehn den Sohn, den einge⸗ bornen, des Vaters Eben⸗ bild, den Retter der Verlor⸗ nen, der Reuevollen Trost. Ihr Sünder, nehmt ihn an! Freut des Erlösers euch, der selig machen kann! 3. Gott ist mit uns! Nun hört der Arme seine Lehren, und, was er lehrt, ist Heil. Er ists! Die Tauben hören; der Blinde sieht und schaut voll Dank zu Gott hinauf; des Lahmen Füße gehn; die Todten stehen auf. D 3 4. Er 78 4. Er ist gekommen, uns dem Vater zu versöhnen und mit der Tugend Kranz die Gläubigen zu krönen. Gott ist mit uns! Er will die Trau⸗ rigen erfreun; er will der Schwachen Kraft, der Mü⸗ den Stärke sein. 5. Gott sei gelobt! Er ist's, auf den die Väter harr⸗ ten. Heil uns! wir dürfen nun nicht eines Andern war⸗ ten. Er schließt den Him⸗ mel auf; er nimmt die Sün⸗ der an. Frohlockt und betet ihn und seinen Vater an! Geburt Jesu. (Weihnachtslieder.) Mel. Lobet den Herrn 110 Ebre sei Gott in der Höhe! der Herr ist geboren, Sündern zum Heiland vom Höchsten aus Gnaden erkoren. Lasset uns sein dankvoll, ihr Chri⸗ sten, uns freun! Ist er nicht uns auch geboren? 2. Schatten und Dunkel bedeckte den Erdkreis; es irrten Völker umher wie die Heerden, verlassen vom Hirten. Jesus erschien! Nächte verschwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. 3. Menschen, berufen, durch Liebe die Gottheit zu ehren, folgten der Zwietracht und haßten sich vor den Al⸗ Werke und Wohlthaten Gottes. tären. Jesus erschien, und es ward Friede durch ihn. Friede! Singts laut Im zu Ehren! 4. Unschuld und Tugend entkeimten des Göttlichen Tritten, Trost und Erquik⸗ kung trug er in der Wei⸗ nenden Hütten, ward ihnen Freund, hatte oft selber ge⸗ weint, selber geduldet, ge⸗ litten. 5. Ehre sei Gott in der Höhe! ein ewiges Leben 91 er durch ihn, seinen Sohn, uns erbarmend gegeben. Bis in das Grab stieg er vom Himmel herab, einst uns zum Himmel zu heben. 6. Selige Hoffnung, einst Jesum, den Retter, zu sehen und mit den Schaaren der Himmlischen ihn zu erhöhen! Völlig beglückt, sing ich dann himmlisch entzückt: Ehre sei Gott in der Höhe! In eigener Melodie. 111 obt Gott, ihr Chri⸗ sten, freuet euch! Von seiner Gnade Thron beruft er uns zu seinem Reich und sendet seinen Sohn. 2. Er kommt nach seines Vaters Rath, mit Heil uns zu erfreun und auf des ew⸗ gen Lebens Pfad der Welt ein Licht zu sein. 0 3. Bei seinem Eintritt in die Welt Galaän ihn keine Pracht, die glänzend in die Augen Augen fällt und groß vor Menschen macht. 4. Er wird dem ärmsten Knechte gleich, begehrt kein Erdenglück, verlangt allhier kein Königreich von einem Augenblick. 5. Er kommt, durch seiner Wahrheit Macht zu Gott uns hinzuziehn. Vor seinem Lichte muß die Nacht des Aber⸗ glaubens fliehn. 6. Er lehret uns die Sünde scheun, spricht Muth dem Schwachen zu und schafft uns, wenn wir sie bereun, Begnadigung und Ruh. 7. Er bringt den Trost der bessern Welt vom Himmel uns herab. Nun schreckt, wenn unsere Hülle fällt, uns weder Tod, noch Grab. 8. Er öffnet uns dereinst die Thür zu seinem Himmel⸗ reich. Ihr Christen, wie be⸗ glückt sind wir! Lobt Gott und freuet euch! Mel. Allein Gott in der Höh 112 Leßt uns mit ehr⸗ furchtsvollem Dank den Gott der Lieb er⸗ höhen, mit feierlichem Lob⸗ gesang des Heilands Fest be⸗ gehen! Preis sei dem Vater, der ihn gab! Preis sei dem Sohn! Er kam herab und ward das Heil der Men⸗ schen. 2. Ist der ein Christ, der dieses Heil nicht schätzt und Erlösung. lieb gewinnet? Nimm froh an seiner Liebe Theil und werd ihm gleich gesinnet! Wer nicht wie er gesinnet ist, der ehrt ihn nicht, der ist kein Christ. Der Herr erkennt die Seinen. 3. In Dürftgen laßt uns ihn erfreun, bekleiden, spei⸗ sen, tränken! Ja, laßt uns frohe Geber sein und sein dabei gedenken! Was ihr den Meinen habt gethan, das, spricht er, habt ihr mir gethan; und er, er wills vergelten. 4. Wer ihn mit treuem Herzen ehrt, 55 wird sein Name trösten. Vertraut auf ihn, von ihm gelehrt, lob⸗ singt ihm, ihr Erlösten! Es freut sich deine Christenheit, Herr, deiner Menschenfreund⸗ lichkeit. Dir, dir sei ewig Ehre! Mel. Mein ganzer Geist, Gott 113 O stimm efroh du mit frohem Dank, mein Geist, in jenen Lobgesang, von dem der Himmel tönte, als er zur Welt herniederkam und un⸗ sre Menschheit an sich nahm. der uns mit Gott versöhnte! Freu dich innig! Er, dein Führer und Regierer, kam auf Erden, Licht und Heil 492 dir zu werden. D Preis und Gott 80⁰ Gott, sei dir! Wie gnaden⸗ voll bist du auch mir in deinem Sohn erschienen! Du sandtest aus Erbarmen ihn, die dem Verderben zu ent⸗ ziehn, die schnöden Lüsten dienen. Preis dir, daß mir neue Pfade zu der Gnade offen stehen, mich der Sünd entrückt zu sehen! ů 3. Und wie vergelt ich, Heiland, dir die große Treue, die du mir schon, eh ich war, bewiesen? Du bahntest unter bittrem Leid auch mir den Weg zur Seligkeit: sei dich dafür gepriesen! Durch di kann ich nun hienieden Got⸗ tes Frieden schon empfangen und einst volles Heil er⸗ langen. 4. O gib, daß ich an die⸗ sem Heil nun auch im wah⸗ ren Glauben Theil durch dei⸗ nen Beistand nehme; daß ich hinweg vom Eitlen seh, die Wege deiner Wahrheit geh und deiner nie mich schäme; bis ich durch dich, wann ich sterbe, zu dem Erbe deiner Frommen auch der— einst werd aufgenommen! 5. Ich bringe dir ein dankbar Herz, bereit in Freu⸗ den und in Schmerz, wie dirs gefällt, zu wandeln. Verleihe du mir selbst die Kraft, nach deinem Wort gewissenhaft zu denken und zu handeln. den dich will ich hier im Leben dich erhe⸗ Werke und Wohlthaten Gottes. ben und einst droben wonne⸗ voll dich ewig loben. Mel. Fröhlich soll mein 11 4 LSEI uns unserm Gott lobsingen! hocherfreut laßt uns heut ihm Verehrung bringen! In des Himmels hohe Chöre stimmet ein: Gott allein, unserm Gott sei Ehre! 2. Jeder, der sich fühlt verloren, freuet sich innig— lich: Christus ist geboren! Er, der König aller Wesen, steigt herab bis ins Grab, Sünder zu erlösen. 3. Wer kann Gottes Rath⸗ schluß fassen? Aber dieß ist gewiß: wir sind nicht ver⸗ lassen! Kommt sein Sohn aus freien Trieben zu uns her, wie sollt, er nicht die Menschen lieben? 4. Wenn er uns verwor⸗ fen hätte, nähm er' dann Menschheit an? Er spricht: Ich errette! Deß soll sich der Erdkreis freuen! Zum Ge⸗ richt kommt er nicht, son⸗ dern zum Verzeihen. 5. Eilt im Geist nach Beth⸗ lems Hütten, seht, was dort euer Hort schon für euch ge⸗ litten. Er wird niedrig euret⸗ wegen. Welch ein Freund, er erkämpft seinen Feinden Segen. 6. Er, er will für eure Armuth, Noth, Echmach Schmach und Tod göttlich⸗ groß *—— *————..— groß erdulden. Lernt den Menschenfreund erkennen: gnadenreich will er euch seine Brüder nennen. 7. Dankt ihm, der des Herzens Sehnen stillen kann; betet an, weinet Freuden-⸗ thränen; liebt ihn, der von Liebe brennet; preißt den Herrn, der euch gern seine Brüder nennet. 8. Wenn euch eure Sün⸗ den kränken, eilt herzu, suchet Ruh; er will sie euch schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken; zittert nicht, denn er spricht: Ich will euch erquicken. 9. Ihr Erdulder schwerer Tage, euren Schmerz fühlt sein Herz. Kein Erlöster zage! Bringet ihm zu seinem Feste Zutraun her! Wisset, er wählt für euch das Beste. 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen; mehr als ihr, litt er hier, euch beglückt zu machen. Eure kleine Zeit der Leiden und der Müh, was ist sie gegen ewge Freuden! 11. Herr, du nahmst auch meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und selig würde. Wer kann deine Lieb ergründen? Ewig soll freu⸗ denvoll sie mein Herz em⸗ pfinden. 12. Dir, mein göttlicher Befreier, folg ich nach, ob⸗ wohl schwach, doch um so Erlösung. 8¹1 viel treuer. Keine Creatur, kein Leiden, keine Noth und kein Tod soll von dir mich scheiden. ů 13. Du kommst einst zum Weltgerichte. Dann werd ich, Richter, dich schaun von Angesichte; und wenn dann die Frevler beben, so werd ich deiner mich freun und ewig leben. Mel. Jesus meine Freude 115 Gottes Sohn ist kommen! Dankt ihm, seine Frommen, dankt ihm, daß er kam, daß er hier auf Erden, unser Heil zu werden, seine Wohnung nahm! Mensch, wie wir, erschien er hier, um an uns des Vaters Willen liebreich zu erfüllen. 2. Laßt uns niederfallen, danken, daß er Allen Freund und Bruder ist! Gott auf seinem Throne liebt uns in dem Sohne, hilft durch Je⸗ sum Christ. Welch ein Heil, an Christo Theil, Theil durch seiner Sendung Gaben selbst an Gott zu haben! 3. Keine Macht der Leiden soll von ihm uns scheiden: er bleibt ewig treu. Dort wird er vom Bösen völlig uns erlösen; hier steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, kann nicht seine Brüder hassen oder hülflos lassen. D 5 4. Wann — 82 Werke und Wohlthaten Gottes' 4. Wann wir einst er⸗ müden, führt er uns zum Frieden durch des Grabes Nacht. Unsre todten Glie⸗ der gibt die Erde wieder ihm, der sie bewacht. Jesus ruft uns aus der Gruft, er, der selbst den Tod einst schmeckte, den das Grab auch deckte. 5. Auf dem Richterthrone werden wir im Sohne un— sern Bruder schaun. Heil und ewig Leben wird er Allen geben, die ihm hier vertraun. Er ward hier ver⸗ sucht, wie wir; überschwäng⸗ lich wird er lohnen und der Schwachheit schonen. 3. Eilet, eilt, ihr Sünder! Werdet Gottes Kinder! Werdet seiner werth! Eilet, eilt, ihr Frommen! Seid, wie er, vollkommen! Blei⸗ bet seiner werth! Preiset ihn, daß er erschien; daß er sich für euch gegeben durch ein göttlich Leben! In eigener Melodie. 116 NaI Rschicke dich, recht feierlich, des Heilands Fest mit Dan⸗ ken zu er Lob⸗ Lieb ist der Dank, der Lobgesang, durch den wir ihn, den Gott der Lieb, erhöhen. 2. Sprich dankbar froh: Also also hat Gott die Welt in seinem Sohn geliebet! Ol wer bin ich, Herr, daß du mich so herrlich hoch in deinem Sohn geliebet? 3. Er unser Freund, mit uns vereint zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um Gottes Reich und seine Lieb als Mensch zu offenbaren. 4. An ihm nimm Theil! Er ist das Heil. Thu täg⸗ lich Buß und glaub an sei⸗ nen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr! Herr! spricht und doch nicht sucht sein Vorbild nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, dich, Gottes-⸗ sohn, bekleiden, speisen, trän⸗ ken; der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Trost erfreun und dabei dein ge⸗ denken. 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und Alles ist im Himmel und auf Er⸗ den, die Christenheit preist dich erfreut und aller Knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern: und wer ihn ehrt, den wird sein Name trö⸗ sten. Gelobt sei Gott! Gelobt sei Gott! Freut euch desHerrn und jauchzt ihm, ihrErlösten! Mel. Ermuntre dich, mein 117 Gott, deine Gna⸗ de sei gepreist! Sie schuf uns Heil und Le⸗ ben. Ermuntre 2805 mir, mein Geist, ihr Wohlthun zu zu erheben! Denk an die Nacht, da auf der Welt des Höchsten Sohn sich dargestellt, um sein so theures Leben für Sünder hinzugeben. 2. O große That! er⸗ wünschte Nacht, von Engeln selbst besungen! Du hast den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen. In dir erschien der starke Held, der Alles schuf und Alles hält, der Freund der Men⸗ schenkinder, des Todes Ue⸗ berwinder. 3. Der du, zu uns gesandt vom Herrn, aus deinem Himmel kamest und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmest, Sohn Gottes! o wie hast du dich so tief erniedrigt auch für mich! Wie arm bist du erschienen, um mir zum Heil zu dienen! 4. O lehre mich den großen Werth von deiner Huld recht fassen! Was reizte dich, auf dieser Erd dich so herabzu⸗ lassen? Hier warteten dein nichts als Noth, Verachtung, Kummer, Schmerz und Tod, und doch kamst du auf Erden, ein Menschensohn zu werden. 5. Viel stärker, Herr, als Schmerz und Tod war deine Menschenliebe. Du sahest unsre Sündennoth mit mit⸗ leidsvollem Triebe. Du stell⸗ test, unser Heil zu sein, nach Erlösung. 83 deines Vaters Rath dich ein, wardst Mensch und kamst, mit Freuden für uns den Tod zu leiden. 6. Dein, Sohn des Höch⸗ sten, freu ich mich: du bist auch mein Erretter. Auch mir zum Troste sandte dich der Herr der Gott der Göt⸗ ter. Was mir ein wahres Wohl verschafst, Erleuch⸗ tung, Friede, Vesrungskraft und Freuden, die stets währen, willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größter Freund, für deine Treue geben? Du bist's, der mich mit Gott vereint, du bringst mir Heil und Leben. Herr! was ich hab und was ich bin, das geb ich dir zum Dienste hin; ich will dich ohn Aufhören mit Leib und Geist verehren. 8. Ich sehe dich zwar hier noch nicht; doch du wirst wiederkommen; und dann schaun dich von Angesicht, Herr, alle deine Frommen. Dann werd auch ich, Herr Jesu Christ, dich schaun, so herrlich, als du bist; dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. Mel. Vom Himmel kam der 118 Dieß ist der Tag, den Gott ge⸗ macht, sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, D 6 was 8⁴ Werke und Wohlthaten Gottes. was durch Jesum Christ im Himmel und auf Er⸗ den ist! ö 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dieß Wun⸗ der fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch zu unserm Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir! Ich komm; im Buche steht von mir; Gott, deinen Willen thu ich gern. Gelobt sei, der da kommt im Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel, du Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich bet auch ich, mein Heiland, an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, verbindest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Maje⸗ stät! du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke vol⸗ ler Seligkeit; du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt. Ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, der in des Va⸗ ters Schooße sitzt? 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, was dur Jesum Christ im Himme und auf Erden ist! Mel. Kommt, kommt, den 119 om Grab, an dem wir wal⸗ len, soll, Jesu Christ, dein Lobgesang empor zum Him⸗ mel schallen! Dir opfre jede Seele Dank! und je⸗ der der Gebornen erfreu sich Mensch zu sein; und jeder der Verlornen rühm es, erlöst zu sein! Uns Sündern ward gegeben einst Jesus, Gottes Sohn; mit ihm erschien das Leben, mit ihm des Himmels Lohn. ö 2. Kommt, laßt uns nie⸗ derfallen vor unserm Mitt⸗ ler Jesu Christ und Ren en, Erlösung. ken, daß er Allen Erretter, Freund und Bruder ist. Er gleicht der Morgensonne mit ihrem ersten Strahl, verbrei⸗ tet Licht und Wonne und Leben überall. Durch ihn kommt Heil und Gnade auf unsre Welt herab; er leuch⸗ tet unserm Pfade durchs Leben bis zum Grab. 3. Frohlockt ihr Mitge⸗ nossen der Schwachheit und der Sterblichkeit! Nicht län⸗ ger ist verschlossen der Ein⸗ gang zu der Herrlichkeit. Zu unserer Erd hernieder kam Gottes ewger Sohn; nun hebt er seine Brüder empor zu Gottes Thron. Er ward das Heil der Sün⸗ der und der Verlornen Hort. Hier sind wir Got⸗ tes Kinder und Gottes Er⸗ ben dort. 4. O du, dem laut die Menge der Engel und Ver⸗ klärten singt, vernimm die Lobgesänge, die dir dein Volk im Staube bringt! Auch du warst einst auf Erden, was deine Brüder sind, ein Dulder der Be⸗ schwerden, ein schwaches Menschenkind. Was du nun bist, das werden einst deine Brüder sein, wenn sie, ent⸗ rückt der Erden, sich deines Anschauns freun. 5. Bald sind wir zu dem Lohne der Himmelsbürger dort erhöht. Nah sind wir 85⁵ dann dem Throne und schau⸗ en deine Majestät. Nicht mehr aus dunkler Ferne dringt dann der Dank zu dir; weit über Sonn und Sterne erhaben, jauchzen wir. Mit aller Himmel Heere schallt unser Lobge⸗ sang: Dem Ebwigen sei Ehre, dem Weltversöhner Dank! Erscheinung Christi! Mel. Was mein Gott will 1 2 0 Eigen ö Hein Geist, das Gott für dich erkoren! Der Heilige, der Jesus heißt, ward auch für dich geboren. Er machte klar, was dunkel war, daß uns kein Zweifel bliebe. Wem leuchtet nicht sein rei⸗ nes Licht hinauf zum Gott der Liebe? 2. Der Mensch soll von der Sinnlichkeit die Freiheit sich erringen und, von der Sünde Macht befreit, zum ewgen Leben dringen, gut⸗ thätig sein, wie Gott er⸗ freun und stets zufrieden leben! Dazu verschafft der Herr auch Kraft, den Gott uns hat gegeben. ö 3. Drum sei uns sein Er⸗ scheinungsfest ein Fest der Liebe Gottes. Wohl dem, der sich auf ihn verläßt, trotz aller Macht des Spot⸗ D 7 tes 86 tes! Der ihn uns gab, blickt hold herab auf seine from⸗ men Kinder und väterlich erbarmt er sich der reuer⸗ füllten Sünder. 4. Mit dieser frohen Zu⸗ versicht geh ich dem Tod entgegen. Ich weiß, mein dunkler Pfad wird Licht und Leid und Schmerz mir Segen. Schließt sich mein Lauf, werd ich hinauf zu Jesu mich erheben und mit der Schaar, die treu ihm war, in seinem Himmel leben. Mel. Gottlob, ein Schritt zur 121 Dem ganzen Erd⸗ kreis ist vom Herrn ein helles Licht er— schienen; es leuchtet nah, es leuchtet fern. Zahllose Völker dienen den todten Götzen nun nicht mehr; sie kennen ihn, den Herrn, und er läßt sie im Lichte wandeln. 2. Kaum sandte Gott durch seinen Sohn der Erde große Freuden, so sammelt er sich selber schon die Erstlinge der Heiden. Der Wahrheit Bild, ein schöner Stern, führt sie zu ihrem neuen Herrn. Sie kommen, anzu⸗ beten. 3. O wär uns nicht dein Licht, o Gott, so hell und rein erschienen, wir würden der Vernunft zum Spott Werke und Wohlthaten Gottes. noch jetzt den Götzen dienen. Nicht sie, nicht eigne Wür⸗ digkeit, nur deine Huld hat uns befreit von jenen Fin⸗ sternissen. 4. Drum laß mit froher Dankbarkeit uns nun im Lichte wandeln, uns in der gnadenreichen Zeit stets fromm und weise handeln, auf dich, bei treu erfüllter Pflicht, zufrieden und voll Zuversicht in Noth und Tod vertrauen. 5. Es müsse, wer dich, Gott, erkennt, erkennen dei⸗ nen Willen, und wer das Thun vom Wissen trennt, nun seine Pflicht erfüllen! Nichts helfen Opfer des Gebets dem, der da glaubet und noch stets der Sünde selavisch dienet. 6. Und wo noch bange Dunkelheit und falsche Schat⸗ ten liegen, wo Irrthum, Wahn und Sinnlichkeit noch Sterbliche betrügen, auch da geh nun im Siegeslauf das schöne Licht der Wahr⸗ heit auf, daß alle Welt dir diene! Darstellung Jesu im Tempel. Mel. Christus der ist mein Leben 122 Dem großen Va⸗ ter weihte am heiligen Altar jetzt die Ge⸗ Gebenedeite den Sohn, den sie gebar. 2. Da betete im Tempel ein Greis zu seinem Gott und ward uns ein Exempel von einem schönen Tod. 3. Gott sah ihn still und weise den Weg der Tugend gehn, verhieß dem frommen Greise, den Heiland noch zu sehn. 4. Jetzt lag vor seinen Blicken das Kind, des Him⸗ mels Lust; er nahm es mit Entzücken und drückt es an die Brust; 5. Und rief: Nun, Herr, mit Freuden neig ich mein Haupt zur Gruft; voll Dan⸗ kes will ich scheiden, sobald dein Wink mich ruft. 6. Dein Heil hab ich ge⸗ sehen, hier ist der Völker Hirt, der Israel erhöhen, die Welt erleuchten wird. 7. schloß am Pilger⸗ stabe der Fromme seinen Lauf; und, Gott, du thatst am Grabe ihm deinen Him⸗ mel auf. 8. Gib daß auch ich mit Treue den Weg der Tugend geh, wie er den Tod nicht seh. mit Freuden Jesum e 9. Zwar werd ich ihn nicht sehen, nicht hier, wie imeon, doch in des Lich⸗ tes Höhen erwartet er mich chon. 10, Dort tönen meine Erlösung. 87 Lieder: Heil mir, nun seh ich ihn! Der Himmel tönet wieder; Heil dir, nun siehst du ihn! Kommt her zu mir Mel. 123 Ertreiße dich, mein Geist, der Welt, dem, der für dich sich dargestellt, nun dich auch darzustellen! Er ist das Licht, drum sei gewiß, er wird auch deine Finster⸗ niß durch seinen Glanz er⸗ hellen. 2. Er macht das W von Sünden rein, um ich zum Leben einzuweihn, zum sittlich schönen Leben. Er gibt die Kraft zu jeder Pflicht und stärket deine Zuversicht, zu Gott dich zu erheben. 3. Wer noch der niedern Sinnlichkeit, wer noch des Lasters sich erfreut, ach, der verscherzt den Segen. Nie wird ihm wahres Glück und Heil, nie wird ihm Seelenruh zu Theil auf seinen bösen Wegen. Wer aber wünscht, wie Simeon, das Heil der Welt, des Höchsten Sohn, zu seinem Heil zu haben: wer Recht thut, sich der Welt entwöhnt, nach wahrer Heiligkeit sich sehnt, der opfert rechte Gaben. 5. Wer durch das Wort, darauf er traut, im Wen hen 88 ben seinen Heiland schaut, kann einst im Frieden fah— ren. Der Herr erfüllt, was er verspricht; er wird sich einst in seinem Licht ihm herrlich offenbaren. 6. Ich komme, Herr, mich dir zu weihn. O mache mich von Sünden rein und laß mich heilig leben, bis du auch mich, wenn dirs gefällt, im Frieden wirst aus dieser Welt zu deiner Wonn erheben. Johannes, der Vorgänger Jesu. In eigener Melodie. 12 4 Es ging ein Mann voll Gnad und Segen, Johannes, dem Er⸗ löser vor. Die Hügel bahnt er ihm zu Wegen, hob Her— zen aus dem Staub empor. Es bebte, wer ihn reden hörte, bekannte seine Fehler, kehrte gerührt, mit thränen⸗ vollem Blick zur Tugend und zu Gott zurück. 2. Er schreckte Heuchler, strafte Sünder: er rief: das Himmelreich ist nah! Thut Buße, werdet Gottes Kinder; denn der Verheißene ist da! Er kommt und wird die Menschheit sichten, par⸗ teilos alle Thaten richten. Heil krönet die erfüllte Pflicht, den Frevler trifft sein Strafgericht. Werke und Wohlthaten Gottes. 3. Ein himmlisch Licht ist seine Lehre, und Geist wird seine Taufe sein. Ihm, ihm allein gebührt die Ehre! Er kommt, und jedes Herz ist sein. Schon wurden ganze Völker rege, schon strömte froh es auf dem Wege nach dem erhellten Kanaan, und Heiden riefen Jesum an. Und wir, die Jesu Stimme hören, wir sollten träg und sicher ruhn? wir nicht still weinend uns be⸗ kehren? nicht froh des Höch⸗ sten Willen thun? Laßt uns entrinnen dem Verder⸗ ben, fromm leben, um einst fromm zu sterben? Dann werden wir nie muthlos sein, wenn Trübsal, Noth und Tod uns dräun. In eigener Melodie. 12 5 Qmmer sich be— V streben, zu er⸗ füllen seine Pflicht, fromm und gut zu leben, bis das Auge sterbend bricht: dieß nur ist nach Jesu Lehre wah⸗ re Weisheit, Tugend, Chri⸗ stenehre. 2. Heil dir schon auf Er⸗ den, Freund der Wahrheit und des Rechts! Denn durch Tugend werden Menschen göttlichen Geschlechts. Unter aller Leiden Bürde bleibt die Tugend unsre höchste Würde. 3. So —— — eere rrnn r r: Erlösung. 89 3. So, in höhrer Klar⸗ Luch so umstrahlt von Gottes icht, ging den Weg der Wahrheit ein Johannes wankte nicht, fest entschlossen, selbst sein Leben für die Pflicht zum Opfer hinzu⸗ geben. 4. Und vergebens drohte Kerker, Marter, Blutgerüst; treu dem Pflichtgebote, das „Gebot des Ewgen ist, stirbt er, stirbt mit edlem Muthe, zeugt für Wahrheit selbst mit seinem Blute. 5. Tugend, Segensfülle du, o Ziel des höchsten Ruhms, du der Gottheit Wille, Geist des wahren Christenthums, durch dich kann der Mensch auf Erden Gottes höhern Geistern ähn⸗ lich werden. 6. Tugend, unter Freu⸗ den dieses Lebens bist du schön; doch nur unter Leiden kann man deinen Ursprung sehn; sehn, daß du vom Himmel stammest und den Geist fürs Göttliche ent⸗ flammest. 7. Du, o hehre Sonne, strahlst mit überirdschem Schein, schaffst dem Geiste Wonne, weihst zu Gottes Himmel ein; du veredelst unsre Freuden, du veredelst uns durch Schmerz und Leiden. 8. Unter deinem Strahle blühn auf Gräbern Blumen auf; aus dem Todesthale ringen wir zum Ziel hinauf, wo in deinen lichtern Höhen wir die Wunder Gottes heller sehen. 9. Heilge mein Bestreben; gib, o Gott, mir Kraft und Muth, tugendhaft zu leben, christlich weise, christlich gut, daß mich weder Schmerz, noch Freude, noch der Tod von wahrer Tugend scheide. Lehre, Leben und Thaten Jesu. Mel. Liebster Jesu, wir sind 126 Ftomn zur Voll⸗ kommenheit, Leh⸗ rer, Muster uns zu werden hoher, reiner Sittlichkeit wur⸗ dest du ein Mensch auf Er⸗ den. Dir schlägt unser Herz entgegen, Jesu, dir, der Menschheit Segen. 2. Du gabst unserm Geiste Licht, lehrtest uns Gott näher kennen und mit froher Zuversicht unsern Schöpfer Vater nennen, der uns liebt, versorgt, beschützet und uns gibt, was wahrhaft nützet. 3. Du hast uns der Menschheit Werth durch dein Leben und die Lehre, die von Gott kommt, aufgeklärt, uns gelehrt, des Geistes Ehre nur auf wahre Tugend gründen und das Laster überwinden. 4. Dann 90 4. Dann auch, wenn das Auge bricht, Todesschrecken uns umgeben, blickt, erhellt von deinem Licht, unser Geist in jenes Leben, in das Land vollkommner Freuden, um mit frohem Muth zu scheiden. 5. Danket, Christen, be⸗ tet an! Laßt uns Christum herzlich ehren, wandeln auf der Tugend Bahn, willig folgen seinen Lehren, treu durch Noth und Leiden ge⸗ hen, um sein ewges Licht zu sehen. Mel. Wer nur den lieben Gott 27 Af Erden Wahr⸗ heit auszubrei⸗ ten, die Wahrheit, die vom Himmel stammt und, uns zum ewgen Glück zu leiten, das Herz zu Gottes Lieb entflammt: dazu erschienst du, Jesus, hier von Gott gesandt, zum Heil auch mir. 2. Dieß war das täg⸗ liche Geschäfte, darin dein Geist Vergnügen fand. Wie emsig hast du Zeit und Kräste, beseelt von Liebe, angewandt, durch deiner Lehre hellen Schein der senp Seelen Licht zu ein! 3. Ihr Licht, den Weg zu Gottes Gnade und ihrem Heil recht einzusehn; ihr Licht, auf diesem selgen Pfade mit sicherm Schritt Werke und Wohlthaten Gottes. einherzugehn; ihr Licht, mit freudigem Vertraun hin in die Ewigkeit zu schaun. 4. Und um der Welt dieß Licht zu werden, wie willig übernahmst du nicht auch selbst die größesten Beschwer⸗ den! Und drückte dich gleich ihr Gewicht, so trugst du doch voll Güt und Huld sie gern mit himmlischer Geduld. 5. Fürwahr, für immer ist das Leben, das du auf Erden hast geführt, ein Segen, den uns Gott ge⸗ geben, dafür ihm ewger Dank gebührt, ein Segen, dessen auch mein Geist sich freut, und dich, Erlöser preist. 6. Ja, Preis 3 dir, du bester Lehrer, auch mir zum Heil von Gott gesandt! O, würde jeder dein Verehrer, der deinen Werth noch nicht erkannt! Hilf, daß ich dei⸗ ner Wahrheit treu und ewig durch dich selig sei! Mel. Liebster Jesu, wir sind heuer sei mir 128;*7 allezeit, Herr, mein Heiland, deine Lehre! Gib, daß ich mit Folgsam⸗ keit treulich ihre Vorschrift ehre, dem, was sie verheißet, traue, fest mein Hoffen dar⸗ auf baue. 2. Nur SRNRD — —— NI.IN* * n— — L Erlösung. 91 2. Nur bei deiner Wahr⸗ heit Licht lernen wir Gott recht erkennen, ihn mit fro⸗ her Zuversicht unsern Gott und Vater nennen und nach seinem heilgen Willen unsre Pflichten treu erfüllen. 3. Was die Weisen dieser Welt vor dir nicht erforschet haben, das hast du uns aufgehellt; und durch dei⸗ nes Geistes Gaben wirkest du in unsern Seelen, daß Em Heil und Leben wäh⸗ en. 4. Du entdeckst uns unsre Schuld und der Sünde großen Schaden, doch auch deines Vaters Huld und den Reichthum seiner Gna⸗ den; lehrst uns aller unsrer Sünden gnädige Vergebung finden. 5. Huldreich riefest du uns u: Kommt zu mir, be⸗ schwerte Seelen; es soll euch zu eurer Ruh nicht bei mir am Troste fehlen, wollt ihr anders von mir lernen, euch von Sünden zu entfernen. 6. Herr, dein Evangelium 5 viel tausend, tausend eugen, die zu deines Na⸗ mens Ruhm dankbar ihre Kniee beugen, daß du noch dein Wort erfüllest und der Seelen Kummer stillest. O nimm gnädig an den Dank, den ich dir voll Ehrfurcht bringe. Höre mei⸗ nen Lobgesang, den ich hoch⸗ erfreut dir singe! Du be⸗ freist auch mich aus Gna⸗ den von der Sünde Macht und Schaden. 8. Köstlicher, als Gold, sei mir, was dein göttlich Wort mich lehret! Dank, ja, ewig Dank sei dir für den Trost, den es gewäh⸗ ret! Werd ich einst zu dir erhoben, will ich würdiger dich loben. 9. Stets, solang ich hier noch bin, will ich dir zur Ehre wandeln, täglich mit erneutem Sinn nur nach deinem Worte handeln; so nimmst du mich einst im Scheiden auf zu deinen höhren Freuden. Mel. Liebster Jesu, wir sind 129 Schon auf Erden können wir Himmelsseligkeit empfinden, wenn nur Lieb und Ein⸗ tracht hier unsre Herzen fest verbinden, wenn wir dich nach Jesu Lehren, dich, o Gott der Liebe, ehren. 2. Diese Herzensfreudig⸗ keit danken wir dir, Gott der Gnade; Jesu Christi Lehre streut Freuden auf des Lebens Pfade, lehrt uns Mäßigung in Freuden, gibt uns hohen Muth im Leiden. 3. Sie gewährt uns Trost und Rath in den allerbäng⸗ sten Leiden; sie erleuchtet 910 ern 92 sern Pfad, wenn wir von der Erde scheiden; uns, von Todesnacht umgeben, leitet sie zum bessern Leben. 4. Wenn uns Erdenglück verläßt, unsre Lieben uns verlassen, hält sie unsern Muth noch fest, lehrt uns, frohe Hoffnung fassen; lehrt Geduld uns, gibt uns Stär⸗ ke zur Vollbringung guter Werke. 5. Sie lehrt: Menschen zu EAsrem, sei des Herzens größter Segen; lehrt uns, Feinden selbst verzeihn, die in Noth sind, trösten, pfle⸗ jen, brüderlich die Menschen ieben, segnen die, die uns betrüben. 6. Heil dem Menschen, der sie übt, diese schönen Tugend— lehren! Heil dem, der die Brüder liebt, sich bestrebt, dich, Gott, zu ehren! Ewig selig wird er leben, stets nach höhrer Tugend streben. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele 130 H Men deine Menschenliebe war die Quelle jener Trie⸗ be, die dein treues Herz re⸗ gieret und dich selbst dahin geführet, daß du, unserm ane zu dienen, bist in dant di er schienen. O wer faßt die heilgen Triebe deiner treuen Menschenliebe! 2. Ueber seine Feinde wei⸗ nen, Jedermann mit Hülf Werke und Wohlthaten Gottes. erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Be⸗ trübten Klagen hören, sich in Andrer Dienst verzehren, das sind Proben wahrer Gü⸗ te, und so, Herr, war dein Gemüthe. 3. O du Zuflucht der Elenden! Wer hat nicht von deinen Händen Segen, Trost und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekom⸗ men? Wie ist dir dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! Und wie pfleg⸗ test du zu eilen, das Erbetne mitzutheilen! 4. Die Betrübten zu er⸗ quicken, sie dem Kummer zu entrücken, die Unwissenden zu lehren, die Verkehrten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, langmuths-— voll zu dir zu locken, das war täglich dein Geschäfte, wars mit Aufwand aller Kräfte. 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, Heiland, da du für uns Armen Angst und unerhörte Schmerzen littest mit gelaßnem Herzen, dich von Sündern ließt verhöh⸗ nen und zur Schmach mit Dornen krönen, ja, uns Le⸗ ben zu erwerben, willig warst am Kreuz zu sterb en. 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben, Haß Haß Erlösung. 93 Haß nicht zu vergelten, dei⸗ ne Schmäher nicht zu schel⸗ ten, Allen freundlich zu be⸗ gegnen, die dich lästerten, zu segnen, deine Mörder zu vertreten und für sie zu Gott zu beten. 7. Aller Welten Herr und König, Sohn des Höchsten, o wie wenig hast du je nach Ruhm getrachtet und auf Menschenlob geachtet! Wil⸗ lig littst du, um den Wil⸗ len deines Vaters zu erfül⸗ len, Armuth und Erniedri⸗ gungen. Lob sei dir dafür gesungen! 8. Laß mich, Herr, zu reichem Segen deinen Wan⸗ del oft erwägen. Laß mich in der Angst der Sünden Trost und Hülfe bei dir finden! Heilige auch meine Triebe zu wahrhaftger Men⸗ schenliebe; laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden! Mel. Gott Vater. an Erbarmen 1 3 Dein Lehrer ist dir, Jesu, gleich! An Weisheit und an Liebe reich, bist du sowohl durch Wort, als That der Schwachen Menschen sichrer Rath. Es freut mein Geist im Glau⸗ ben sich, Herr Jesu, dein und lobet dich. 2. Du kamst zu uns, von Gott gesandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie wir, befreit von Sünden⸗ schuld, theilhaftig werden seiner Huld. Auf ewig sei dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium! 3. Du sahest in der Gott⸗ heit Licht mit aufgeklärtem Angesicht, was nach des Höchsten weisem Rath die Welt noch zu erwarten hat; du machtest selbst durch dei⸗ nen Mund das Künftige den Menschen kund. 4. Dieß und die Wunder deiner Hand sind uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund ge⸗ hört, sei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dies Wort von Gott! 5. Du lehrtest uns durch Wort und That; man trifft der reinsten Tugend Pfad in deinem heilgen Wandel an. Gib, Herr, daß ich auf dieser Bahn, gestärkt von dir, mit steter Treu dir nachzufolgen eifrig seil 6. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Ver⸗ söhnung predigt, stammt; du machst durch treuer Lehrer Mund, noch jetzt dein Heil den Menschen kund. Be⸗ gleite stets mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Nutzen schafft!“ x 7. Noch immer hilfst du deinem Wort in seinem Sie⸗ ge 9⁴ ge mächtig fort; du sendest, wie dein Mund verheißt, noch immer deinen guten Geist, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glau⸗ ben Licht und Kräfte gibt. 8. Mein Heiland, send ihn auch zu mir, daß ich mit heiliger Begier nach Wahr⸗ heit strebe, fromm und treu den Lehren deiner Weisheit sei, bis mich bei dir in Ewig⸗ keit ein hellres Licht dereinst erfreut! Mel. Wer nur den lieben Gott 132 Wis göttlich sind doch Jesu Leh⸗ ren! wie überzeugend seine Macht! Wer könnte seine Thaten hören, wer, was für Wunder er vollbracht, und stimmte nicht dem Glauben fif daß er der Welterlöser ei! 2. Erbarmen war es vol⸗ ler Gnaden, was man in seinen Zeichen sah. Nie wirkte er zu Jemands Schaden, wie von Propheten selbst ge⸗ schah; er raffte nie in ihrem Sinn die Sünder schnell im Zorne hin. 3. Er schenkte das Gesicht den Blinden, den Tauben gab er das Gehör, der Aus⸗ satz mußte vor ihm schwin⸗ den, der Stumme sang ihm Dank und Ehr; sein Macht⸗ wort hieß die Lahmen gehn Werke und Wohlthaten Gottes. und selbst die Todten auf⸗ erstehn. 4. Sein Segen speiste anze Heere da, wo es selost an Brod gebrach; und kaum gebot er Wind und Meere, so ließ ihr Sturm gehorsam nach. So sah man ja bei allem Thun auf ihm der Gottheit Fülle ruhn. 5. Wir danken, Höchster, deiner Stärke, die Jesum vor der Welt verklärt, der durch so große Wunderwerke als dein Gesandter sich be⸗ währt. Wir nehmen solchen gläubig an und sind ihm willig unterthan. 6. Erfüll, o Herr, nur unsre Herzen mit seiner Lehre Göttlichkeit, damit wir nicht das Heil verscherzen, das uns dein Sohn allein ver⸗ leiht, und schaffe, daß ihm unsre Treu bis in den Tod ergeben sei! Mel. Was mein Gott will ommt, die ihr 133 nicht gewohnet seid, daß ihr euch selbst ent⸗ saget, die ihr nur stets nach Eitelkeit, Ruhm, Vortheil, Wollust fraget, kommt, schauet Jesu Vorbild an! Dieß, dieß muß euch beschä⸗ men. Kommt, lernt, geheilt von eurem Wahn, hinfort euch selbst bezähmen! 2. Gott Erlösung. 2. Gott war sein Alles; nur an ihm hing seine ganze Liebe. Dem dienen war ihm angenehm; dem weiht er seine Triebe. Wozu er stets sich willig fand, war dieß: den ganzen Willen des Vaters, welcher ihn ge⸗ sandt, vollkommen zu er⸗ füllen. 3. Hoch über Welt und Eitelkeit, ganz heilig, ganz Gott eigen, vermied er nie aus Schüchternheit sich, wie er war, zu zeigen; und wann er Bosheit freveln sah, war er voll edler Schmer— zen; wann aber Gottes Wort geschah, quoll Freud aus seinem Herzen. 4. Die Freude, die die Welt verheißt, verlangt er nicht zu schmecken. Und rein bewahrte sich sein Geist, ganz rein von allen Flecken. In Allem sah er immerdar mit Eifer, nie zum Scheine, auf das, was seinen Brü⸗ dern war, nicht aber auf das Seine. 5. Stets floh er das Ge⸗ räusch des Ruhms, blieb niedrig und geringe, ent⸗ schlug sich alles Eigenthums, der Erbe aller Dinge. Arm ward er selber, daß wir reich aus seiner Armuth würden. Er ist der Herr, sein ist das Reich, doch trug er fremde Bürden. 6. War Gottes Hand auf 9⁵ ihm schon schwer; er fands doch gut und billig; denn jeden Tropfen Bluts war er ihm aufzuopfern willig. Stets zeigt er, daß ihn keine Noth auch nur zur Klage reize. Er ward gehorsam bis zum Tod, ja, bis zum Tod am Kreuze. 7. Von Gott verlassen, blieb sein Herz an ihm, trotz alles Spottes. Sein Sehnen war, im bängsten Schmerz, Nichts, als das Antlitz Got⸗ tes. Folgt, Menschen, 25 nem Vorbild nach! Er hat für euch gelitten; er selbst hat euch, ihr seid zu schwach, die Kraft dazu erstritten. 8. Hilf meinem Glauben, daß ich dir, mein Im das ähnlich werde! Bezähm das Fleisch, vertilg in mir die Liebe dieser Erde, daß ich dein großes Beispiel mir allzeit vor Augen setze; des Vaters Willen thun, Leben dir, für Freud und Leben schätze! Mel. O Gott, du frommer Gott 1 3 4 Eirsohme meinem Geist, erhab⸗ nes Bild der Tugend, du Muster jeder Pflicht, des Alters, wie der Jugend! O Jesu, himmlischer, dein Bei⸗ spiel leite mich!„irr und strauchle nicht, seh ich nur fest auf dich. 2. Wie 96 2. Wie unschuldsvoll, wie rein, wie unentweiht von Sünde, floh deine Jugend hin! Wie theuer war dem Kinde, wie lieb dem Jüng⸗ ling schon, was Gottes Wille wählt! Doch ach, wie oft hab ich, noch jung, doch schon gefehlt! 3. So arm, so freuden⸗ los und allem Glanz ent⸗ rissen, durch frühen Druck geübt in Müh und Küm⸗ mernissen, floß dir das Leben hin, und dennoch bliebst du groß; nie riß das Elend dich von deinem Va⸗ ter los. 4. Gehorsam warst du stets bereit, des Vaters Willen selbst bis zum Kreu⸗ estod mit Freuden zu er⸗ füllen; trugst mit Geduld und Muth des Lebens herb⸗ sten Schmerz; du sahst die Glücklichen, und neidlos blieb dein Herz. 5. Nie hast du deine Pflicht, die kleinste nie ver⸗ letzet; nie Leidende gesehn und nicht mit Trost ergötzet; stets hast du Irrende ge⸗ warnt, belehrt, gerührt und sie mit Freundeshand auf bessern Weg geführt. 6. Versuchung ohne Zahl, hier Ruhm und Schmeiche⸗ leien, dort lockender Gewinn, da bittrer Feinde Dräuen umgaben, wo du gingst, dich, Heiliger, doch du gingst Werke und Wohlthaten Gottes. mitten durch sie hin mit Festigkeit und Ruh. 7. Voll stillen Friedens blieb dein Herz bis an das Ende; da gabst du deinen Geist in deines Vaters Hände. Vollendet war der Lauf; am Ziele deiner Bahn sahst du den großen Lohn der Ewigkeit dir nahn. 8. Vollendeter, auch ich, auch ich kann ohne Beben am Ziele einst den Geist dem Vater übergeben, wenn er dir ähnlich war an Tu⸗ gend und Geduld; denn du, Erlöser, tilgst der Schwach⸗ heitssünden Schuld. 9. Schau drum, mein Geist, auf ihn; verschmäh des Lasters Freuden! Der Sünden Sold ist Tod und ihre Frucht sind Leiden. Wie Jesus, weihe Gott des Lebens kurze Zeit! Dann gehst auch du, wie er, ins Reich der Herrlichkeit. Leiden, Tod und Be⸗ gräbniß Jesu! (Passionslieder.) Mel. Wie groß ist des Allmächt. 13 5 Lß mir die Feier deiner Leiden, o großer Dulder, heilig sein! Sie lehre mich die Sünde meiden und dir mein gan⸗ Erlösung. ganzes Leben weihn, dir, der so ruhig und entschlossen für mich die Last des Kreu⸗ zes trug, deß Herz, als schon sein Blut geflossen, für mich noch heiß von Liebe schlug. ö 2. In der Betrachtung heilgen Stunden will ich am Leidenshügel stehn und dich für deine Pein und Wunden mit tiefgerührtem Dank erhöhn; ich will die Lieb und Huld ermessen, womit dein Herz die Welt umfaßt, und nie gefühllos es vergessen, was du für mich erduldet hast. 3. Mir sollen diese Feier⸗ zeiten der größten Liebe heilig sein; sie soll mich stärken, soll mich leiten, was dir mißfällig ist, zu scheun. Dein Leiden sei auch mir zum Segen, dein Tod mir seliger Gewinn. Dir schlage stets mein Herz entgegen, weil ich durch dich gerettet bin! 4. Bleibt mir in diesen Tagen theuer, Gethsemane und Golgatha! Ihr Stätten, wo die Welt die Feier der allerhöchsten Liebe sah! Nach euch will ich voll Andacht schauen, wo mein Erlöser litt und starb, und hoffnungs⸗ voll auf den vertrauen, der mir die Seligkeit erwarb. 5. Da will ich lernen Tu⸗ gend üben, in Noth und 97 Tod gelassen sein, die Men⸗ schen so wie du zu lieben und selbst dem Todfeind zu verzeihn. Dann wird dein Leiden mir zum Segen, dein Tod mir seligster Gewinn. Dir schlage stets mein Herz entgegen, da ich durch dich gerettet bin! Mel. Herzliebster Jesu! 136 Hder stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer von Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen! 2. Du wolltest, Herr, ein Mensch, gleich uns, auf Er⸗ den und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tra⸗ gen! 3. Welch wundervoll hoch⸗ heiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt, ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz er⸗ blicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst da⸗ nieder, es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder; E lehrt 98 lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. O Herr, mein Heil, an den ich kindlich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deine Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken. Al⸗ lein sollt ich darum im Glau⸗ ben wanken? Ich bin ein Mensch, darf der sich unter⸗ winden, Gott zu ergründen? 8. Des Höchsten Thun ist: Gnad und Lieb erweisen. Uns kommt es zu, sie de⸗ muthsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 9. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir er⸗ wiesen, da du, mein Hei⸗ land, auch für mich dein Leben dahingegeben. 10. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben und stets mit Freuden deinen Willen üben! O gib zu diesem seligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kräfte! In eigener Melodie. 137 Wesu, meines Le⸗ . bens Leben, deß sich meine Seele freut, der für mich sich hingegeben, Stifter meiner Seligkeit, Werke und Wohlthaten Gottes. du, der lieber wollt erblassen, als mich im Verderben las⸗ sen, ach, wie dank, wie dank ich dir, mein Erlöser, gnug dafür! 2. Menschenfreund, von Gott gesendet, seines Raths Verkündiger! Längst hast du dein Werk vollendet. Preis sei dir, Erhabener! Doch in den Gedächtnißtagen dei⸗ ner Leiden, Jesu, sagen deine Hochbeglückten dir bil⸗ lig neuen Dank dafür. 3. Du betratst, für uns zu sterben, willig deine Lei⸗ densbahn, stiegst, uns Leben zu erwerben, gern den To⸗ desberg hinan, dachtest nicht an deine Schmerzen, trugst uns Menschen nur im Her⸗ zen. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 4. Meinetwegen trugst du Bande, littest frecher Lästrer Spott, achtetest nicht Schmach und Schande, Elend nicht, nicht Kreuz und Tod. Du warst werth der höchsten Freuden und trugst willig Gram und Leiden. O wie dank, wie dank ich dir würdig, Heiligster, dafür! 5. Frevler krönten dich zum Hohne, deine Stirne blutete unter einer Dornen⸗ krone, König aller Könige. Mir zu gut hast du gelitten, mir die Lebenskron erstrit⸗ ten, Preis, Anbetung, Dte ei Erlösung. sei dir, Ehrfurchtswürdigster, dafür! 6. Du, der tausendfache Schmerzen mir zu Liebe gern ertrug, deinem groß⸗ muthsvollen Herzen war mein Heil Belohnung gnug. Trost in meinen letzten Stunden floß für mich aus deinen Wunden. Herr, ich dank, ich danke dir einst im Tode noch dafür. 7. Ruh im Leben, Trost am Grabe, unaussprechlicher Gewinn, den ich dir zu danken habe, du, deß ich nun ewig bin! Jesu, dir mein Herz zu geben, deiner Tugend nachzustreben, dir u traun, zu sterben dir, ieß, dieß sei mein Dank dafür! Mel. O Jesu Christ, meins 138 n deine Leiden denken wir, Herr Jesu Christ, und dan⸗ ken dir, daß du so willig ihre Last zu unserm Heil getragen hast. ö 2. Im Geiste folgen wir dir nach von Schmerz zu Schmerz, von Schmach zu Schmach; wir schaun zu deinem Kreuz hinan und beten dich mit Freuden an. 3. Auch uns zu gut, o Herr, betrat dein Fuß den dornenvollen 22—— Auch uns strömt Beßrungskraft 99 und Ruh aus deinem bit⸗ tern Leiden zu. Daß Gott uns als ein Vater liebt, gern Reui⸗ gen die Schuld vergibt; daß ewig unsre Seele lebt und sich zur bessern Welt erhebt; 5. Daß deine Lehre fest besteht, und daß dein Reich nie untergeht; den großen Trost, von dir, o Gott, 09. und stärket Jesu T 6. Und wir, wir glaubten an dich nicht? Herr, ohne sichern Trost und Licht, mit ungewissen Schritten geht des Lebens Pfad, wer dich verschmäht. 7. Mit Dank und Freude folgen wir dir, unserm Heil und Retter, hier; und du wirst uns, wenn wir dich sehn, zu deines Himmels Wonn erhöhn. Mel. Schwing dich auf 1 39 ein Erlöser, auch für mich gingst du hin zum Leiden und begabst, Erretter, dich aller deiner Freuden. Du sahst Bande, Schmerz und Hohn, sahst den Tod von ferne, doch ertrugst du, Gottes Sohn, alle Leiden gerne. 2. Du entflohst nicht der Gefahr, die dem Leben E 2 droh⸗ 100 drohte. Als die Stund er⸗ schienen war, gingst du froh zum Tode. Willig übergabst du dich in der Feinde Hände und bliebst unveränderlich treu bis an das Ende. 3. Lehre mich, wie du, so still und so froh zu lei⸗ den, und, wenn es dein Rath⸗ schluß will, selig zu verschei⸗ den. Stärke mich, wenn ich einmal sterbend zu dir flehe, daß ich durch des Todes Thal ohne Schrecken gehe. ö Dank, o Jesu, Dank sei dir für dein willig Lei⸗ den; denn dadurch erwarbst du mir deines Himmels Freuden. Nunmehr weiß ich,‚ daß im Tod ich nicht ewig sterbe; denn ich bin ver⸗ söhnt mit Gott, bin des Himmels Erbe. Mel. Herzliebster Jesu 1 40 Las deinen Geist — mich stets, mein Heiland, lehren, dein gött⸗ lich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlau⸗ ben und an dich glauben? 3. Da du dich selbst für mich dahin gegeben, wie könnt ich noch nach meinem Werke und Wohlthaten Gottes. Willen leben? und nicht vielmehr, weil ich dir an⸗ gehöre, zu deiner Ehre? 4. Ich sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelassnen Herzens werden, da du so viel für uns, die wirs ver⸗ schuldet, liebreich erduldet? 5. Für welche du dein Leben selbst gelassen, wie könnt ich sie, sie, meine Brü⸗ der, hassen? Ich will wie du, wenn sie mich unter⸗ treten, für sie noch beten. 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten; wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du, Heiliger, du Herr und Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder. 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dieß ist der Dank für deines Kreu⸗ zes Schmerzen. Und Gott gibt uns die Kraft, in deinem Namen dir nachzuahmen. 8. Unendlich Glück! du littest uns zu Gute. Ich bin versöhnt in deinem theuren Blute. Du hast mein Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. 9. So bin ich denn schon selig hier im Glauben! So wird mir Nichts, Nichts meine Krone rauben! So werd ich dort, von Herr⸗ lichkeit umgeben, einst ewig leben! 10. Ja Erlösung. 10. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glauben kämpf, im Glau⸗ ben wach und bete, so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jesus lebet. 11. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze! Und werd ich matt im Laufe guter Werke, so sei mirs Stärke! 12. Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Aergerniß und eine Thorheit werden, so seis doch mir, trotz alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes! 13. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden kränken, so laß dein Kreuz mir wie— der Ruhe schenken; dein Kreuz, dieß sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried und Freude! In voriger Melodie. 141 Sei hoch geprie⸗ sen, Herr, für deine Liebe! Sie drang dich zu dem mitleidsvollen Trie⸗ be, für eine Welt von Sün⸗ dern selbst dein Leben da⸗ hinzugeben. 2. Fürwahr, du trugest unsrer Sünden Schmerzen. O welch ein Herz gleicht dei⸗ nem edlen Herzen! Du ließest unsre Schuld an dir bestra⸗ fen, uns Heil zu schaffen. 3. O laß dieß Heil doch 101 auch mein Erbe werden! Was hab ich sonst für sichern Trost auf Erden? Was gibt mir sonst wohl wahren Grund zur Freude, wann ich einst scheide? 4. Für mich, o Herr, bist du ja auch gestorben! Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das hast du ja, von großer Treu geleitet, auch mir bereitet. 5. O stärke selbst mein Herz in diesem Glauben! Kein banger Zweifel müsse mir ihn rauben; er müsse mich zum Fleiß in guten Werken beständig stärken. 6. Sollt ich mich nun noch frevelhaft erkühnen, der Sünde, die dich tödtete, zu dienen, so wär ich ja, o Herr, nicht dein Erlöster, du nicht mein Tröster. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst verbunden, nur dir, mein Heiland, sei mein ganzes Leben zum Dienst ergeben! 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe mit verklärten Zungen stets wird besungen. Mel. Schwing dich auf 1 42 ein Erlöser, Gottes Sohn, der du für mich littest und E 3 auch 10² auch auf der Himmel Thron jetzt noch für mich bittest, welche Wohlthat ist für mich dein versöhnend Leiden! wie preis ich würdig dich, Ursprung meiner Freuden! 2. Unermeßne Herrlich⸗ keit war dir, Herr, gegeben; und du konntest jederzeit voller Freuden leben. Aber, o der großen Huld! daß ich selig würde, übernahmst du mit Geduld schwerer Leiden Bürde. 3. Nun kann meine Misse⸗ that noch Vergebung finden; denn du starbst nach Got⸗ tes Rath auch für meine Sünden. Unsre Strafe tru⸗ gest du, uns vom Fluch zu retten, daß wir im Gewissen Ruh, mit Gott Frieden hätten. 4. Was uns Lust zur Beß⸗ rung schafft, was zur Tu⸗ gend leitet, dazu hast du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen stets zu thun, Sünden ab⸗ zusterben. 5. Nun kann ich aufs To⸗ desthal auch mit Freuden sehen und zu jener Welt einmal ohne Schrecken ge⸗ hen. Du, Herr, hast aus aller Noth Rettung mir er⸗ rungen und durch deinen Kreuzestod meinen Tod be⸗ zwungen. Werke und Wohlthaten Gottes. 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenom⸗ men! Laß die Frucht von deiner Pein nun auch auf mich kommen; gib mir Weis⸗ heit, gib mir Kraft— du hast sie in Händen— was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden! 7. Laß das Wort von dei⸗ nem Kreuz darch mit Muth beleben, siegreich jedem Sün⸗ denreiz hier zu widerstreben und voll Dankes dir zum Ruhm alle meine Pflichten als dein theures Eigenthum treulich zu verrichten! 8. Drückt mich meine Sün⸗ dennoth, straft mich mein Gewissen, o dann laß aus deinem Tod mich den Trost genießen, daß du auch für meine Schuld büßend bist gestorben und Vergebung, Gnad und Huld mir bei Gott erworben. 9. Stärke mich durch dei⸗ nen Tod in den letzten Stun⸗ den! Wie du deine Todes⸗ noth siegreich überwunden, o so hilf dazu auch mir! Laß 10 5 fröhlich scheiden! Herr, so dank ich ewig dir für dein bittres Leiden. Mel. Freu dich sehr, o meine S. 1 43 QJesu, deine tiefen N„Wunden, dei⸗ ne Qual, dein bittrer Tod, geben mir in bangen Stun⸗ den Kraft zur Tugend, Trost in Erlösung. in Noth. Mich sollt ich durch Sünd entweihn? Nein, ich denk an deine Pein; sie, sie lehrt mich Sünden lassen und sie als mein Unglück hassen. 2. Die Erinnrung deiner Leiden stärke mich mit Kraft und Muth, alle schnöde Lust zu meiden, zu bekämpfen Fleisch und Blut! Auch, wenn meine Seele zagt, Gram an meinem Herzen nagt, laß, im Glauben mich zu stärken, mich auf deine Leiden merken. 3. Will die Welt mein Herz verführen auf der Ei⸗ telkeiten Bahn, wo so Viele sich verlieren und sich dem Verderben nahn, dann denk ich, o Jesu, nach über deine große Schmach, daß ich dir getreu verbleibe und die böse Lust vertreibe. 4. Gib bei Allem, was mich kränket, mir aus dei⸗ nem Leiden Ruh! Wenn mein Herz daran gedenket, ströme neuer Trost mir zu! Wenn mich meine Fehler reun, müsse mich dein Tod erfreun; denn du hast, da du gestorben, diesen Trost auch mir erworben. 5. Auf dich setz ich mein Vertrauen, Jesu, meine Zu⸗ versicht! Du vertreibst des Todes Grauen, durch dich schadet er mir nicht. Sicher ist bei dir mein Heil! Hab ich, Herr, an dir nur Theil, o so wirst du ewges Leben 103 mir auch einst aus Gnaden geben. 6. Hab ich dann in mei⸗ nem Herzen Hoffnung jener Herrlichkeit, so besieg ich auch die Schmerzen von dem letzten Kampf und Streit. Wenn gleich meine Hülle bricht, quält doch Todes⸗ furcht mich nicht; überwun⸗ den, überwunden hab ich, durch dich überwunden. In eigener Melodie. enn mich die 144 Sünden krän⸗ ken, so laß, Herr Jesu Christ, mich glaubensvoll bedenken, wie du gestorben bist und Rettung von der Schulden⸗ last den reuerfüllten Sün⸗ dern am Kreuz erworben hast. O wundervolle Liebe, bedenks, o Seele, recht! Es starb aus freiem Triebe der err für seinen Knecht. Selbst seinen eignen Sohn gab Gott für mich verlor— nen Menschen in Marter, Schmach und Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Fluch, der Sündern droht! Gott sieht auf mich in Gnaden; durch Jesu Mittlertod bin ich von diesem Fluch befreit und darf nicht ängstlich fürchten Gericht und Ewigkeit. 4. Drum sag ich dir von Herzen jetzt und mein Leben⸗ lang für deine Todesschmer⸗ E 4 zen 10⁴ Werke und Wohlthaten Gottes. zen, o Jesu, Lob und Dank. Hilf, daß ich dir für deine Treu auf ewig ganz erge⸗ ben und thätig dankbar sei! 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen, als ein Christ mit allem Ernst zu meiden, was vor dir sünd⸗ lich ist! Nie komme mirs aus meinem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich er⸗ löset bin! 6. Mein Kreuz und meine Plagen, und wärs auch Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen. Laß nur mein Herr und Gott, mich fliehen jede Lust der Welt und dem Exempel fol⸗ gen, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an Andern üben, was du an mir ge⸗ than, und meinen Nächsten lieben, gern dienen Jeder⸗ mann ohn' Eigennutz und Heuchelei und, wie du mirs erwiesen, aus wahrer Lieb und Treu! 8. In meinen letzten Stun⸗ den erquicke mich dein Tod, daß ich, mit dir verbunden, besieg auch diese Noth! Du bist es, Herr, auf den ich trau! Stärk meine Seel im Tode, daß ich dich ewig schau! Mel. Befiehl du deine Wege 145 Di der sich einst voll Liebe selbst bis zum Tod und Grab aus mitleidsvollem Triebe zu unsrer Rettung gab, ach, unter welchen Plagen schloß sich dein Lebenslauf! Mit Zittern und mit Zagen stiegst du zum Oelberg auf. 2. Die schauervollen Stun⸗ den der Martern waren da. Du sahest Hohn und Wun⸗ den, dein Kreuz auf Golga⸗ tha, den Tod, die Grabes⸗ höhle und fühltest Angst und Noth; betrübt war deine Seele, betrübt bis in den Tod. 3. Ach, welche Angstge—⸗ fühle ergriffen da dein Herz! Im nagenden Gewühle von Bangigkeit und Schmerz lagst du vor Gott im Stau⸗ be, mit Todesschweiß be⸗ deckt. Wie kämpfte da dein Glaube, von banger Furcht erschreckt! 4. Auf dich, der Menschen Bester, drang Angst auf Angst herzu, und doch hing Niemand fester an seinem Gott, als du. Wie sehn⸗ lich bat dein Flehen um Schonung und wie still: Es soll nur das geschehen, was Gott, mein Vater, will! 5. So warest du mit Freu⸗ den gehorsam und bereit, nach Gottes Rath zu leiden, und gingst mit Willigkeit der frechen Schaar entgegen, die blutbegierig kam, dir Bande anzulegen, und dich gefangen nahm. 6. Der Erlösung. 6. Der Menschen Heil zu fördern, gabst du mit sanf⸗ tem Sinn dich willig dei⸗ nen Mördern und ihren Martern hin. Um dich war Alles trübe; doch du bliebst ruhevoll. So stark war deine Liebe zu uns und un⸗ serm Wohl! 7. O Freund der Men⸗ schenkinder, den nun kein Leid mehr drückt, wie hoch hast du uns Sünder durch diese Huld beglückt! Dich wollen wir erheben, so viel die Schwachheit kann, und dir zur Ehre leben. Nimm unser Opfer an! Mel. Wann mich die Sünden 1 46 Einst„als im Angstgebete, Herr, deine Seele rang und immer heißer flehte, so tiefgebeugt, so bang, da fandst du keinen Trost, kein Licht, da schwebte Nichts als Marter vor deinem An— gesicht. 2. Auch sie, die so ent⸗ schlossen, so männlich dich bekannt, sind muthlos, sind verdrossen, vom Schlummer übermannt. Sie schauen dei⸗ ner Seele Schmerz, und kei⸗ ner deiner Brüder spricht Labsal in dein Herz. 3. Doch diese schwachen Seelen trägt deine Lieb und Huld, wie sehr sie gleich⸗ wohl fehlen, mit schonen⸗ 10⁵ der Geduld. Erbarmend 2. du: Freunde, wacht! O wacht mit mir und be⸗ tet: nah ist des Feindes Macht! Du Tröster schwacher Brüder, Herr, nimm dich meiner an! Wie leicht fall ich auch wieder, verführt durch stolzen Wahn! Ach, oftmals schlummr' ich sorg⸗ los ein, bin ruhig bei Ge⸗ fahren, die meiner Seele dräun! 5. Herr, rette du mich Schwachen, wenn Stolz und Sicherheit den Geist ver— drhssen machen. Gib Kraft und Muth im Streit; flöß meiner Seele Tröstung ein; sprich zu ihr: kämpf und in Bald ist die Krone ein! Mel. Herzliebster Jesu 1 47 Rekenner Jesu, werdet nie ver⸗ messen! Der Fall ist nahe, wenn wir je vergessen, Be⸗ ständigkeit und Sicherheit vor Sünden auf Gott zu gründen. 2. Dann gleichen selbst die feurigsten Entschlüsse den lichten Dünsten, die durch Finsternisse schnell in die Höhe schimmern und ver⸗ gehen, wie sie entstehen. 3. Die Jünger stärkten in der ernsten Stunde durch Wachen und Gebet sich nicht E 5 äim 106 im Bunde mit ihrem Herrn; sie fielen selbst vor Kum⸗ mer in tiefen Schlummer. 4. Als der Verräther kam mit seinen Schaaren, wie bebten sie vor drohenden Gefahren! Wo war ihr Muth, für ihren Herrn mit Freuden den Tod zu leiden? 5. Uneiugedenk des Hir⸗ ten flohn die Schafe. Er ward verlassen, er, der unsre Strafe so willig dul—⸗ dete, daß seine Heerde ge— rettet werde. 6. O welche Liebe! Jesu, welche Treue! Du littest, daß der Mensch sich deiner freue; ach, laß uns nie mit zweifelnden Gedanken im Glauben wanken!“ 7. Wer dich bekennet, fürchte, Herr, auch Alles von seiner Schwachheit! Ein⸗ gedenk des Falles der bes⸗ sern Jünger, streb er, sein Vertrauen auf dich zu bauen! 8. Laß deinen Geist uns, Herr, zur Seite treten! Er lehrt uns wachen, lehrt uns ernstlich beten! So werden wir im Kampfe nicht erlie— gen; wir werden siegen. Mel. O Lamm Gottes unschuldig 1 48 Erlöser, der im Staube einst lag, mit Angstschweiß be⸗ decket, dein tröste sich mein Werke und Wohlthaten Gottes. Glaube, wenn Tod und Sünde mich schrecket; dein tiefer Schmerz, dein Klagen, dein Todeskampf dein Za⸗ gen sei meine Ruhe, Herr Jesu! 2. Du littest ganz unschul⸗ dig von Frevlern Schmä⸗ hung und Schmerzen und trugst allzeit geduldig sie mit verzeihendem Herzen. Dein Geist soll uns beleben, zu dulden, zu vergeben, wie du zu lieben, Herr Jesu! 3. Am Kreuze hingst du kläglich entstellt, gemartert, verschmachtet. Dein Tod be⸗ lehr uns täglich, wie hoch du Seelen geachtet! Er schreck uns ab von Sünden; er soll uns dir verbinden zu ewger Liebe, Herr Jesu! In eigener Melodie. 149 Cbriste du Sohn Gottes, der du trägst die Sünde der Welt; erbarm dich unser! 2. Christe, du Sohn Got⸗ tes, der du trägst die Sünde der Welt; erbarm dich unser! 3. Christe, du Sohn Got⸗ tes, der du trägst die Sünde der Welt: gib uns deinen Frieden! Amen. Mel. In allen meinen Thaten 1 50 er kann die Leiden fassen, die Erlösung. die du, o Herr, gelassen für mich erduldet hast! Daß ich gerettet würde, trugst du die schwerste Bürde und Bbernahm t auch meine Last. 2. Laß deine letzten Stun⸗ den, und was du da em⸗ pfunden, mich trösten und erfreun! Es lehre mich dein Leiden, den Dienst der Sünde meiden und dir mich jetzt und ewig weihn. 3. Du starbst mit einem Herzen, das auch in Todes⸗ samerhen für deine Feinde bat. Wie du, will ich mich üben, auch meinen Feind zu lieben. Oft wußt auch er nicht, was er that. 4. Du tröstetest den Ar⸗ men, der sich auf dein Er— barmen am Kreuze fest ver— ließ. Auch ich bin, wann ich sterbe, war ich dir treu, dein Erbe und folge dir ins Paradies. 5. Du sorgtest, voll von Liebe, aus regem Mitleids-⸗ triebe noch für der Deinen Ruh. Ach, wenn auch ich muß leiden und von den Meinen scheiden, so sende Trost und Muth mir zu. 6. Du mußtest, matt von Plagen, auch über Durst noch klagen, und Keiner labte dich. Warum sollt ich denn beben, wann Lei⸗ den mich umgeben? Du labst ja und erquickest mich. 7. Du riefst voll tiefer 107 Trauer im bangen Todes⸗ schauer: Verläßt du mich, mein Gott? Nun mag ich einst erblassen, du wirst mich nie verlassen: du fühltest selbst des Todes Noth. 8. Du sprachst am Ziel der Leiden mit namenlosen Freuden: Mein Werk ist nun vollbracht! Lehr es auch mich vollbringen und einst zum Ziele dringen durch meines Todes dunkle Nacht! 9. Du gabst am Leidens⸗ ende in deines Vaters Hände getrost die Seele hin. Wann ich auch meine Seele ihm einst, wie du, befehle, dann ist auch mir der Tod Ge⸗ winn. Mel. Befiehl du deine Wege 1 51 Der Herrscher al⸗ ler Lande muß sich gebunden sehn, er muß bedeckt mit Schande vor seinen Knechten stehn und hier sich richten lassen. Sie suchen ihre Wuth, womit sie längst ihn hassen, zu sättigen mit Blut. 2. Die Unschuld seiner Lehren, wem war sie unbe⸗ wußt? Wer wars, der ihn mehr ehren, wer, der ihn schützen mußt? Wem waren dies mehr Pflichten, als de⸗ nen, dir ihr Stand, ein recht Gericht zu richten, aufs heiligste verband? E 6 3. Doch 108 3. Doch hier wird fal⸗ scher Zeugen Verleumdung gern gehört; hier wird durch Lästerungen der Heiligste entehrt; hier wird das Recht gebeuget, entweiht das Rich⸗ teramt; hier, wo die Falsch⸗ heit zeuget, die Unschuld frech verdammt. 4. Entweiht ist zwar die Stätte, entheiligt dieß Ge— richt, in dem man Jesum schmähte, doch seine Unschuld nicht. Er schweigt; es macht sein Schweigen und selbst der Lügner Mund, die wi⸗ der ihn hier zeugen, schon seine Unschuld kund. 5. O würde nie mit Rän⸗ ken der Ungerechtigkeit, die Recht und Unschuld krän⸗ ken, ein Richterstuhl ent— weiht! entweiht an keinem Orte die Wahrheit und das Recht, daß nie durch Läster— worte die Unschuld leiden möcht! 6. Lehr mich, Herr, wo ich schweigen und wo ich reden soll! Mein Schweigen und mein Zeugen sei klug und wahrheitsvoll! Laß mei⸗ nen Mund nie trügen, mach mich von Falschheit frei, daß ich ein Feind der Lü⸗ gen, ein Freund der Wahr⸗ heit sei! 7. Laß mich nie wieder schelten, wenn mich die Bos-⸗ heit schilt, nie Haß mit Haß vergelten! Mein Herz sei Werke und Wohlthaten Gottes. sanft und mild! Lehr mich die Rache meiden; und muß ich ohne Schuld doch Schmach und Unrecht leiden, so tröst mich deine Huld! Mel. So schlummerst du Durst nach 152 O Blut, o blinde Wuth, die kaum erhört ist worden! Den Erlöser will sein Volk grausam schänd⸗ lich morden! 2. Da geht er hin, ach, seht auf ihn! gefesselt durch die Straßen, muß vom heid⸗ nischen Gericht sich verdam-⸗ men lassen. 3. Sein Richter sieht, wie Alles glüht von Grimm und wilder Rache, und ver⸗ theidiget zuerst des Gerech— ten Sache. 4. Doch zittert er, wankt hin und her, verlangt des Volkes Stimme; und sie rufen: Barrabas! mit er⸗ bostem Grimme. 5. Da gibt er ihn zur Geißlung hin, die Wache darf ihn höhnen und mit einer Dornenkron ihn zum König krönen. 6. Wer hat ein Herz und fühlt den Schmerz des Hei⸗ ligen, des Besten nicht mit Wehmuth? Möchte ihn doch das Mitleid trösten! 7. Seht, welch ein Mench seht, welch ein Mensch, spricht selbst Pilatus, Pan ihn Erlösung. ihn zur Schau dar, eh er noch ihm sein Urtheil fället! Ans Kreuz mit ihm! ans Kreuz mit ihm! so schreit die tolle Menge. Und der feige Richter kommt endlich ins Gedränge. 9. So sterb er dann! sprach jetzt der Mann, der ihn erretten sollte, aber nie um Recht und Pflicht etwas leiden wollte. 10. Ach, uns zu gut floß hier dein Blut, trugst du mit stillem Herzen deiner edlen Seele Qual, alle deine Schmerzen. 11. Du hasts gethan. Wir beten an mit dankendem Gemüthe, mit Bewunderung und Preis deine Treu und Güte. 12. Dir wollen wir, o Opfer dafür uns selbst zum pfer bringen. Gib dem guten Willen Kraft, ihm das Vollbringen. gib Mel. Schon ist der Tag von Gott 1 53 Seht⸗ welch ein ö Mensch! Wie lag so schwer auf ihm die Last der Sünder! Wie un⸗ aussprechlich duldet er für euch, ihr Menschenkinder! So leiden sah von Anbe⸗ ginn die Erde Keinen je, als ihn, so wird auch Keiner leiden. 2. Der Sohn des Höchsten, Eins mit Gott, ein Helfer, 109 ein Gerechter, ward frecher Missethäter Spott und 5 nes Volks Gelächter. Wie ein Verbrecher stand er da, verklagt, verleumdet. Wer ihn sah, der sah ihn mit Verachtung. 3. Geschäftig war der Frevler Wuth, erfindrisch, ihn zu plagen. Sein Leib war ganz bedeckt mit Blut, voll Striemen und zerschla⸗ gen. Mit einer Dornenkron gekrönt, in Königskleidern ausgehöhnt, stand er vor seinen Feinden. Den Heiden, der sein Richter war, ergriff ein menschlich Schrecken; er stellt ihn seinen Brüdern dar, 50 Mitleid zu erwecken. Seht, welch ein Mensch! Ich kann ihn nicht verdam⸗ men; denn die Unschuld spricht zu mächtig für sein Leben. 5. Vergeblich, ach! ver⸗ geblich war die Menschlich— keit des Heiden! Die aufge⸗ brachte wilde Schaar sah Jesu Schmach mit Freuden. Sein Tod befriedigt sie al⸗ lein, sie stürmten auf den Richter ein und schrien: Er sterb am Kreuze! 6. Du denkest ohne Schau⸗ dern nie an solcher Wuth der Sünder, du sprichst: Die Rache strafte sie! noch Geale sie ihre Kinder. O Seele, denkst du auch dabei an deine E 7 Sün⸗ 11⁰ Werke und Wohlthaten Gottes. Sünden? Bist du frei von Schuld am Tode Jesu? 7. Sieh, welch ein Mensch! er wird für dich verschmä⸗ het und zerschlagen! Hör ihn, er spricht: Ich selber, ich muß deine Sünden tra⸗ gen. Die Schuld ist dein, durch meinen Tod versöhn ich, Sünder, dich mit Gott und sterb um deinetwillen. 8. O hochgelobter Gottes-— sohn, du Tilger meiner Sün⸗ den, erhöht auf deines Va⸗ ters Thron, ach, laß mich Gnade finden! Laß deines Todes Schmach und Pein Gerechtigkeit und Heil mir sein um deiner Liebe willen. Ich schwöre, Welter— löser, dir, und willig will ichs halten: So wahr du lebest, soll in mir nie deine Lieb erkalten! Dein Leiden und dein Tod soll mich, so lang ich lebe, Herr, an dich und deine Lieb erinnern! 10. Lockt mich die Welt, lockt Fleisch und Blut mich auf den Weg der Sünde, so rüste mich mit Kraft und Muth, daß ich sie über⸗ winde. Dann rufe du mir liebreich zu: Denk, welch ein Mensch ich war! und du, du wolltest mich nicht lieben? In voriger Melodie. 1 5 Wé 2 Gemest du auf deinen Leidenswegen! Mit welcher hohen Seelen⸗ ruh gehst du dem Tod ent⸗ gegen! Voll Zärtlichkeit und Edelmuth warst du bereit, nur uns zu gut, des Kreu— zes Schmach zu tragen. 2. Die Menschen für die Ewigkeit voll Weisheit zu erziehen, war stets bei dei⸗ ner Lebenszeit dein ernst— liches Bemühen und selbst im Tode wolltest du für sie Heil, Trost und Seelenruh voll Großmuth noch erwer— ben. 3. Drum stiegst du auf der Leidensbahn voll Hel—- denmuth, mit Freuden ge⸗ trost auf Golgatha hinan, den Kreuzestod zu leiden; hier zeigest du dich, Gottes Sohn, bei Schmerzen, Mar⸗ tern, Spott und Hohn in deiner wahren Größe. 4. Mit hoher Würde dul⸗ dest du des Kreuzes Schmach und Schmerzen, sprichst Trost betrübten Seelen zu und flehst mit edlem Herzen selbst in der letzten Todes⸗ noth für deine Mörder noch zu Gott; du stirbst als Menschenretter. 5. Ach, sieh ihn hier, er⸗ löster Christ, schuldlos zum Kreuze bringen! Sieh, wie sein Blut zur Erde fließt; sieh ihn im Tode ringen! Sieh seine Wunden, seinen Schmerz! Denk an sein—— E· Erlösung. bevolles Herz! Ach! sieh ihn duldend sterben. 6. Hier denk an jenen weck zurück, der ihn hier⸗ er getrieben! Nun sag bei diesem Trauerblick, willst du noch Sünden lieben? Nein hier, o Christ, entschließe dich bei seinem Tode feierlich, dein Leben ihm zu weihen! 7. Entsag den Sünden dieser Welt und sündenvol⸗ len Freuden: flieh Men⸗ schenhaß, der ihm mißfällt; such Alles zu vermeiden, was dich zur Sünde reizen kann; geh standhaft auf der Tugendbahn der bessern Welt entgegen! 3. O Jesu, der du für uns starbst zur Rettung vom Verderben, uns so viel Heil und Trost erwarbst durch Lehren, Leiden, Sterben, steh uns mit deiner Hülfe bei, daß wir, stets unsrer Pflicht getreu, nach deiner Lehre leben! 9. Doch auch bei unsrer Sündenschuld und bei dem Druck der Leiden wollst du uns Trost, Muth und Ge⸗ duld durch deinen Tod be⸗ reiten; und naht einst un⸗ ser Tod heran, so laß uns diese Pilgerbahn als Gläu⸗ bige beschließen! Mel. Herzliebster Jesu! 455 Uaen hche 111 verbrochen; doch ward das Todesurtheil dir gesprochen. Du Heiligster, bist ja in Missethaten niemals gera⸗ then. 2. Und doch wirst du ver⸗ worfen und verhöhnet, mit einem Dornenkranz zur Schmach gekrönet, gegeißelt, und von Schmerzen schon ent⸗ kräftet ans Kreuz geheftet. 3. Was ist die Ursach aller solcher Plagen? Ach, unsre Sünden haben dich geschlagen! Zu ihrer Til⸗- gung hast du, Herr, erdul⸗ det, was wir verschuldet. 4. O große Lieb! o Liebe, kaum zu fassen! Auch mir zum dase hast du dich mar⸗ tern lassen. Damit ich lerne Sünden 5915 6 meiden, willst du, Herr, leiden. 5. Ach, großer Mittler, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam deine Treu ausbreiten? Wer hat dich je für deiner Liebe Pro⸗ ben genug erhoben? 6. Doch dir gefällts, wenn ich mich selbst bekämpfe, dir folge und des Fleisches Lüste dämpfe; so sei denn auch forthin mein ganzes Leben nur dir ergeben! ö 7. Gib selbst zu diesem heiligen Geschäfte mir Schwa⸗ chen deines guten Geistes Kräfte, daß er mich auf den Pfad der Tugend führe und mich regiere! 8. Dann 112 Werke und Wohlthaten Gottes. 8. Dann werd ich dank⸗ bar deine Huld betrachten, dich lieben und die Lust der Welt verachten, mit allem Eifer suchen, deinen Willen treu zu erfüllen. 9. Zu deiner Ehre will ich Alles wagen, kein Dro⸗ hen achten, keine Schmach, noch Plagen, mich sollen auch des bängsten Todes Leiden nicht von dir scheiden. 10. Empfang ich einst vor meines Gottes Throne, wie du empfingst, die Seligkeit zum Lohne, dann will ich würdiger dein Lob besingen, und Dank dir bringen. Mel. Auf meinen lieben Gott 1 56 7 ein Jesu, für dein Herz, welch ein so herber Schmerz, den du weit mehr empfun⸗ den, als Striemen, Schläg und Wunden: die kleine Zahl von Freunden kränkt dich gleich deinen Feinden! 2. Kaum naht sich die Gefahr, so bebt der Jünger Schaar. Die erst sich hoch vermessen, eh sie der Treu vergessen, den Tod selbst vorzuziehen, verlassen dich und fliehen. 3. Der kühn sein Schwert gezückt, dein Petrus selbst erschrickt; er flieht, eh Bande drohen, schämt sich, daß er geflohen, kehrt um und eilt verwegen dem tiefen Fall entgegen, 4. Wie ist der Mensch so schwach! So viel sein Muth versprach, dort liegt er tief im Staube, erloschen ist sein Glaube, sein kühner Muth gedämpfet. Ach, Christen, wacht und kämpfet! Mel. Wann mich die Sünden 1 57 Von Furcht dahin⸗ gerissen, ver⸗ läugnet Petrus dich. Bald straft ihn sein Gewissen, da weint er bitterlich. Tief dringet ihm dein Blick ins Gnat er fleht zu dir um Fnade, und du stillst sei⸗ nen Schmerz. 2. Wie wuchs nun dei⸗ nem Zeugen Beständigkeit und Muth! Furcht konnt ihn nicht mehr beugen; für dich floß selbst sein Blut. Dich seinen Herrn und seinen Gott, verherrlichte sein Leben, verherrlichte sein Tod. 3. Bewegt ist meine Seele, erfüllt mit Reu und Schmerz. Was hilfts, daß ichs ver⸗ hehle? Du schaust mir ja ins Herz. Bekennen will ichs, Jesu, dir: Auch ich hab' dich verläugnet; ver⸗ gib, vergib es mir. 4. Wenn deines Namens Spötter dich lch höhnte wenn ihr Spott dich höhnte, Welterretter, dich, ihren Herrn dann Herrn schwieg ich furchtsam, schäm⸗ te mich ein Christ zu sein und Gott, und scheute mehr Spott, als dich. 5. O du, der du dein Leben, du Herr der Ewig⸗ keit, so willig hingegeben für meine Seligkeit, wie undankbar, wie schwach war ich, daß 10 den Spott der Sünder mehr fürchtete, als ihren ich. 6. Ach, Vater, ich em⸗ pfinde die Größe meiner Schuld. Vergib auch diese Sünde nach deiner großen Huld! Erbarmend sahst du Petrum an, laß eine gleiche Gnade mich, o mein Heil, empfahn! 7. Laß mich bei meiner Reue den Bund mit dir erneun, Standhaftigkeit und Treue dir, mein Versöhner, weihn! Dich zu verläugnen, Herr, mein Gott, das fürchte meine Seele weit mehr, als selbst den Tod. 8. Ich will dich frei be⸗ kennen. Wann Gott Ge⸗ richt einst hält, wirst du mich auch bekennen dem Richter aller Welt. Dein Kreuz ist meine Zuversicht, dein Kreuz ist meine Ehre, dich laß ich ewig nicht. 9. Beschirmt von deiner Gnade fürcht ich selbst nicht den Tod. Wer ist es, der mir schade? Dust bist mein Erlösung. Schild, o Gott; von mei⸗ nem Haupte fällt kein Haar, und drohte mir von Allen die schrecklichste Gefahr! Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 1 58 Den größten Sterbenden zu sehen, schwing dich, mein Geist, auf Golgatha, wo man des Mittlers Kreuz erhöhen, den Weltbeglücker bluten sah! Erwäg an diesem heilgen Orte des sterbenden Erlösers Worte und rufe Gott um Glauben an. Sie können dir den Trost im Leben und einst den Trost im Tode geben, wenn hier dich Nichts mehr trö— sten kann. 2. Geduldig bei den größ⸗ ten Schmerzen, nimmt er sich seiner Feinde an und ruft mit sanftmuthsvollem Herzen: sie wissen nicht, was sie gethan! Der gött⸗ liche, der größte Beter fleht liebreich noch für Misse⸗ thäter, Werkzeuge seiner Pein und Schmach. Mensch, wenn dich Rach und Zorn verführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren und bete deinem Heiland nach. 3. Welch Beispiel kindlich frommer Triebe, als unter Leiden ohne Zahl der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mutter sterbend noch empfahl! Ach, wird mein Aug 11⁴ Werke und Wohlthaten Gottes. Aug einst um die Meinen in meinen letzten Stunden weinen, so soll dieß Wort mir Trost verleihn. Der, als der Tod schon um ihn scüten die Seinen noch zu schützen strebte, wird auch der Meinen Pfleger sein. 4. Frohlockt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe sterbend spricht: Du wirst, so ruft er ihm ent⸗ gegen, noch heute deines Glaubens wegen mit mir im Paradiese sein! O Herr, laß an des Todes Pforte einst diese trostesvollen Worte auch mich im letzten Kampf erfreun! 5. Wer kann die hohen Leiden fassen, als Christus an dem Kreuze rief: Warum, Gott, hast du mich verlassen! Wie beuget ihn die Last so tief, die freche Sünder auf ihn brachten! Vor Angst und Pein müßt er ver⸗ schmachten, wär Gott nicht seine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich verlassen da ge⸗ hangen, o Herr, mein Trost, verlaß mich nicht! Der Herr des Him⸗ mels und der Erde, von allem Lobsal jetzt entblößt, wünscht, daß sein Durst ge⸗ stillet werde. O r Li⸗ der dich so theur erlöst, der Heiland rufet dich noch heute im Armen, den an deiner Seite auch Hunger, Durst und Mangel drückt. O se— lig, wer den Ruf erfüllet! Denn wer des Armen Man⸗ gel stillet, der hat den Hei—⸗ land selbst erquickt. 7. Nun enden sich die schweren Leiden; der Hei⸗ land spricht: Es ist voll⸗ bracht! O Wort des Sie⸗ ges, Wort der Freuden! du nimmst dem Tode seine Macht. Heil uns! wer darf es nun wohl wagen, uns, die Erlösten, zu verklagen? Der Friede ist mit Gott gemacht. Gib, daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: Es ist vollbracht! es ist vollbracht! 8. Das letzte Wort aus deinem Munde soll, Jesu, auch das meine sein! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zuversicht verleihn! Du rufest: Vater, ich befehle in deine Hände meine Seele! du, der du Allen Heil erwarbst. Nun war das größte Werk voll⸗ endet, wozu der Vater dich gesendet, du neigtest sanft dein Haupt und starbst. 9. Mensch, kannst du ohne fromme Jahren den Lieb⸗ ling Gottes sterben sehn? Mußt du ihn nicht mit Freuden ehren und willig Erlösung. seinen Ruhm erhöhn? O weine fromm bei seinen Plagen und fröhlich sieh ihn nach drei Tagen aus seinem Grabe auferstehn! Und wenn ihn Spötter hier ent⸗ ehrten, dort wirst du ihn als den Verklärten zur Rech⸗ ten seines Vaters sehn. Mel. O Jesu Christ, meins 1 59 Du denkest in der tiefsten Noth, ergriffen, Herr, von Qual und Tod, an deiner Freunde Gram und Schmerz und flößest ihnen Trost ins Herz. 2. Du siehst die Mutter, siehst den Freund und sprichst zu ihr, die trostlos weint: Sieh, Mutter, dieser Sohn ist dein, was ich dir war, wird er dir sein. 3. So innig bis zum Tod, so treu sei meine Zärtlich⸗ keit; ich sei so willig, An⸗ dern beizustehn und ihnen Beistand zu erflehn! 4. Wenn euch, die hier mein Herz geliebt, ihr Freunde, einst mein Tod betrübt, dann übergeb ich euch dem Herrn, er hört, er hilft, er segnet gern. 5. Froh geh ich, wenn es ihm gefällt, den Weg zu jener bessern Welt, euch sag ich, die ihr um mich weint: Getrost, bald werden wir vereint! 6. Den Trost, o Jesu, 11⁵ dank ich dir: du brachtest ihn vom Hen: ih mir. Du hast verheißen: ihr seid mein, wo ich bin, sollt ihr ewig sein! Mel. Befiehl du deine Wege 160 Do dessen Augen flossen, sobald sie Zion sahn, zur Frevel⸗ that entschlossen, sich seinem Falle nahn. Wo ist das Thal, die Höhle, die, Jesu, dich verbirgt? Verfolger sei⸗ ner Seele, habt ihr ihn schon erwürgt? 2. Welch jammervolles Klagen seufzt in Gethse— mane! Wer ist der Mann der Plagen, der langsam Sterbende? Ist Jesus das, der Beste, den je die Erde sah? Er fühlt der Qualen größte, er ist dem Tode nah? 3. Ach, wie er tief im Staube bedeckt mit Angst⸗ schweiß liegt, mit dem Ge⸗ fühl sein Glaube im Kampfe dennoch siegt! Schon kommt der Mörder Rotte, die kein Erbarmen rührt, die ihn, zu Hohn und Spotte, ihn ach! zum Kreuze führt. 4. Sein Volk im bittern Grimme erweicht sein An⸗ blick nicht, nicht fremden Mitleids Stimme, die von dem Richtstuhl spricht. Er ist ihr Hohngelächter; sie drohn mit wildem Ton ö au 116 auf uns, auf Söhn und Töchter, komm seines Blu⸗ tes Lohn! 5. Zur fernen Schädel⸗ stätte trägt er sein Kreuz hinan! Sie kreuzgen ihn! O bete, mein Geist, mit Wehmuth an. Noch höhnt in frechen Mienen das Volk des Dulders Schmerz. Er ruft: Vergib es ihnen! Vergebend bricht sein Herz. 6. Es bricht, und schwer von Kummer sinkt auf die Brust zur Ruh sein Haupt; nun bern u der Schlum⸗ mer sein müdes Auge zu. Am Kreuze ruht die Hülle, der Geist schwebt sanft ent⸗ rückt zu Gott, wo ihn die Fülle des hohen Lohns er⸗ quickt. 7. O Freund der Men⸗ schenkinder, wir danken dir gerührt! Dein Leiden hat uns Sünder zu großem Heil geführt! Dich ehre unser Glaube, Anbetung sei dein Dank; hör ihn, vernimm vom Staube den schwachen Lobgesang. Mel. Werde munter, mein 1 61 Der am Kreuz ist meine Liebe! Meine Lieb ist Jesus Christ! Weicht von mir, des Eitlen Triebe, Alles, was nicht ewig ist! Was du gibst, ist nicht von Gott; und womit du Werke und Wohlthaten Gottes. lohnst, ist Tod! Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu sein mich übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe! Frevler, was befrem⸗ dets dich, daß ich Jesum Christum liebe? Jesus gab sich selbst für mich; sollt ich nicht sein eigen sein? mich ganz seinem Dienste weihn? Der am Kreuz ist ꝛe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe! Sünde, du bist mir verhaßt. Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich am Kreuz erblaßt! Un⸗ dank für so herben Schmerz nie beflecke er mein Herz! Der am Kreuz ist ꝛc. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe! Was ist mir noch fürchterlich? Ruh, Gewis⸗ sen! Er, die Liebe, Jesus starb ja auch für mich. Wer verdammt nun? Gott ist hier; Gott verzeiht durch Christum mir. Der am Kreuz ist ꝛc. 5. Der am Kreuz ist mein Vertrauen! Nichts, wie furchtbar es auch ist, keines, keines Todes Grauen reißt von dir mich, Jesu Christ! Nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstenthum! Dir, dir will ich liebend trauen, sterbend dir, dich werd ich schauen. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe! Komm, o Tod! Du bist Erlösung. 117 bist mein Freund Wenn ich wie der Staub verstiebe, wird mein Geist mit Gott vereint. Da, da schau ich Gottes Sohn, ärndte seiner Leiden Lohn. Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu sein mich übe. Mel. In allen meinen Thaten 162— Welt, sieh hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schwe— ben! Dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren läßt willig sich be⸗ schweren mit Banden, Schlä⸗ gen, Hohn und Spott. 2. Komm, schaue seine Schmerzen! Erwäge, was im Herzen der Unschulds⸗ volle fühlt, was er am Leibe leidet, wie, bis er endlich scheidet, die Qual in seinen Adern wühlt! 3. Wer ists, der dich ge⸗ schlagen, mein Heil, und diese Plagen dir aufgebürdet hat? Du warst ja nicht ein Sünder, wie andre Men⸗ schenkinder, warst rein von aller Missethat. 4. Du gingest meinetwegen dem Todeskampf entgegen mit wahrem Heldenmuth; du starbst, mir vom Ver⸗ derben Errettung zu erwer⸗ ben, und littest Alles mir zu gut. ö 5. Wie bin ich dir ver⸗ bunden, durch den ich Heil gefunden, zur tiefsten Dank⸗ barkeit! Dir sei mein ganzes Leben zum Opfer hinge⸗ geben, dir, Jesu, Leib und Seel geweiht! 6. Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets vor Au⸗ gen sein, von meinen Chri⸗ stenpflichten mich täglich unterrichten und mir zur Tugend Kraft verleihn! 7. Dein Beispiel soll mich lehren, den Rath des Höch- sten ehren, ihm gern gehor⸗ sam sein; auch meine Brü⸗ der lieben und wenn sie mich betrüben, mit edlem Wohlthun sie erfreun. 8. Als Christ will ich mich üben, die Feinde selbst zu lieben, wie du, der für sie bat. Ich will des Lebens Plagen getrost und willig tragen und thun, wie mein Erlöser that. ö 9. Nie will ich wieder schelten, nie Spott mit Spott vergelten, nie, wenn ich leide, dräun. Selbst Un⸗ recht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden, wie du, von Herzen gern verzeihn. ö 10. Gerührt von deinen Plagen will ich mit Ernst entsagen dem, was dir nicht efällt; was deine Augen assen, das will ich fliehn und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. 11. Und 118 11. Und soll ich endlich sterben, so laß dein Reich mich erben, mich so getrost, wie du, in deine Vaterhände den Geist an meinem Ende empfehlen zu der ewgen Ruh. Mel. Befiehl du deine Wege 163 Der du voll Blut und Wunden für uns am Kreuze starbst und unsern letzten Stunden den höchsten Trost erwarbst; der du dein theures Leben, noch eh ich war, auch mir zur ettung hingegeben, mein Heil, wie dank ich dir! 2. Wie viel hast du erdul⸗ det, erhabner Menschensohn, als du, der Nichts verschul⸗ det, empfingst der Sünder Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen; da traf dich Schmach auf Schmach, da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herz dir brach. 3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohl⸗ gefällt, hingst du an deinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine Freunde, du warst der Leute Spott; dich höhnten deine Feinde: wo ist denn nun dein Gott? 4. Wer kann dir nach— empfinden den Schmerz, die Todesangst, mit welcher du, von Sünden uns zu erret⸗ ten, rangst? Die Last ge⸗ Werke und Wohlthaten Gottes. häufter Plagen fiel da so schwer auf dich, daß sie dich drang, zu klagen: Gott, wie verläßt du mich! 5. Ach, diese Last und Mühe hab ich auch dir ge⸗ macht! O mein Erlöser, siehe vom Throne deiner Macht in Gnaden auf mich Armen, der sie verschuldet hat, und hilf mir aus Erbarmen von meiner Missethat. 6. Ich will auf dich stets sehen mit aller Zuversicht; wohin sollt 0 sonst gehen? Verwirf nur du mich nicht! Wo soll ich Ruhe finden, wenn du mich, Herr, nicht liebst? wo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht gibst? 7. Du hast mir durch dein Leiden zur Tugend Muth und Kraft, in Trübsal Trost und Freuden, die ewig sind, verschafft. O gib an dieser Gnade auch meinem Glau⸗ ben Theil und auf des Le⸗ bens Pfade mir Muth, Kraft, Trost und Heil! 8. Wann ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir, wann ich den Tod soll leiden, so tritt du dann her⸗ für; wann mir am aller⸗ bängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Aengsten kraft deiner Angst und Pein! 9. Laß du mein ganzes Hoffen dann in Erfüllung gehn Erlösung. gehn und mich im Geiste offen, Herr, deinen Himmel sehn! Mit heiligem Ent⸗ zücken will ich dann glau⸗ bensvoll nach dir, mein Heiland, blicken. Wer sof stirbt, der stirbt wohl! In eigener Melodie. 1 6 4 Ab. sieh ihn dul⸗ den, bluten, sterben! O meine Seele, sag ihm frommen Dank! Sieh Gottes eingen Sohn dort sterben, weil Menschenliebe ihn so heftig drang! Wo ist ein Freund, der je, was er gethan, der so, wie er, für Sünder sterben kann? 2. Ja, mir zum Trost und ihm zur Ehre gereicht sein ganzer Kampf, sein Kreuzes⸗ tod; bestätigt ist nun seine Lehre: ich baue fest darauf in jeder Noth. Unschuldig litt er zwar; doch Preis und Ruhm ist auch im Kampf der Unschuld Sigenthum. 3. Mich soll das Beispiel Jesu lehren, der frommen Unschuld Lohn sei Seligkeit. Auch ich will Gott durch Tu⸗ gend ehren und willig thun, was sein Gesetz gebeut. Die Pflicht des Danks dringt in⸗ nig mich dazu, und Tugend gründet Wahne Seelenruh. 4. Nie will ich mich am Feinde rächen, auch dieß lehrt Jesu hohes Beispiel mich; in bange Klagen nie 119 ausbrechen, verlör auch gleich mein Pfad im Dunkel sich. Durch Leiden ging zum Ziele Jesus hin; ich folge ihm, weil ich sein Jünger bin. 6. Was fürcht ich noch des Todes Schrecken?— Grabe schlief auch einst der Menschenfreund. Mag Erde meine Asche decken, wenn einst des Todes dunkle Nacht erscheint: der Gott, der ihm das Leben wiedergab, ruft einst auch mich aus meinem dunklen Grab. 6. Nimm hin den Dank für deine Liebe, mein Ret⸗ ter, den mein ganzes Herz dir bringt! Dort dank ich dir mit reinerm Triebe, wenn dich mein Geist unsterblich einst besingt. Dann stimmen alle Selgen fröhlich ein: dann soll der ganze Himmel Zeuge sein! Mel. Wer nur den lieben Gott 16 5 Er starb, der größ⸗ te Freund der Tugend, er starb, von seinem Volk verkannt, das nicht in ihm den Freund der Ju⸗ gend, des Mannes und des Greises fand, in ihm, der nie auf Rang und Pracht, nur Anspruch auf das Herz gemacht. 2. Wie aber werden wir erkennen, daß wir den größ⸗ ten Menschenfreund nicht auch, wie einst sein Volk, ver⸗ 120 verkennen, daß unser Herz es besser meint mit Jesu, dessen Tod uns rührt, dem unser ganzer Dank gebührt? 3. Wenn seinem liebe⸗ vollen Herzen auch unser Herz an Liebe gleicht; wenn Unter Leiden, unter Schmer⸗ zen es nie von seinen Pflich⸗ ten weicht; wenn wir dem Feinde selbst verzeihn und ihn mit Rath und Trost er⸗ freun; 4. Wenn wir stets reines Herzens leben, wie Jesus, uns der Tugend weihn, und unser eifrigstes Bestre⸗ ben nur das ist: Gott er⸗ geben sein; und wenn wir jede böse That vermeiden, wie es Jesus that. 5. Dann können wir den Trost uns geben, daß unser Herz ihn ehrt und liebt, und hoffen, daß nach diesem Leben Gott jene Seligkeit uns gibt, mit der er in der Ewigkeit den, der die Tu⸗ gend ehrt, erfreut. In voriger Melodie. 166 Di bester aller Menschenkin⸗ der, wie martert dich voll blinder Wuth der Frevel ausgelaßner Sünder! Aus allen Adern strömt dein Blut, und tiefer, nie gefühlter Schmerz durchdringet Glie⸗ der, Sinn und Herz. 2. Doch Sanftmuth ist Werke und Wohlthaten Gottes. in deinen Mienen, in deiner Seele Zuversicht; du flehst: Vergib, o Vater, ihnen, was sie jetzt thun, verstehn sie nicht! und ruhig, bis dein Herz dir brach, trugst du des Kreuzes Qual und Schmach. 3. Dein hohes Beispiel soll mich lehren, das Un⸗ recht dulden und verzeihn. Will Rachsucht meinen Geist empören, Gekreuzigter, dann denk ich dein, wie du ge⸗ martert und geschmäht für deine Peiniger gefleht. 4. Wie sollt ich nun nicht Alle lieben, für welche du gestorben bist? Wie könnt ich Einen noch betrüben, für den du littest, Jesu Christ? Wie nun nicht freudig Gu⸗ tes thun und still in Gottes Willen ruhn? 5. Schreckt mich der Lohn der Uebertreter und quält die Schuld der Sünder mich, dann denk ich, göttlicher Vertreter, mit froher Zu⸗ versicht an dich. Auch mir, auch mir hat dein Gebet Begnadigung und Heil er⸗ fleht. Mel. Herzlich lieb hab ich dich 167 Un Gnade für die Sünder⸗ welt rufst du, mein Heil, am Kreuz gequält von fre⸗ cher Sünder Rotten. Dir blutet das bedrängte Herz, wann Erlösung. 121 wann dich bei deinem her⸗ ben Schmerz die Bösewich⸗ ter spotten. Du siehst mit segensvollem Blick von ih⸗ nen weg auf den zurück, den diese Schaar in dir entehrt; rufst, daß es Erd und Himmel hört: Vergib, o Gott, und führe nicht sie ins Gericht; denn was sie thun, verstehn sie nicht! 2. Erstaunend seh ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mörder so erträget! Ihe, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt sei⸗ ner Großmuth hohen Werth und danket ihm beweget! Er hat durch segnendes Ge— bet auch uns ein ewig Heil erfleht. Er sagt auch uns zu unsrer Ruh Er⸗ barmung und Vergebung zu. Herr Jesu Christ! Ge⸗ lobt seist du für deinen Tod! Gott ist durch dich auch unser Gott! 3. Daß Gott mit Lang⸗ muth und Geduld auch selbst bei sehr gehäufter Schuld, der Sünder dennoch schonet; daß er so liebreich ihrer denkt und ihnen Frist zur Buße schenkt, eh nach Ver⸗ dienst er lohnet; daß ich noch fröhlich sagen kann: auch mich, mich Sünder, nimmt Gott an, hast du durch deines Fürspruchs Kraft, mein treuer Heiland mir verschafft. O Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! ver⸗ tritt du mich bis an den Tod! 4. Wird je mein Herz von Troste leer, weil mei⸗ ner Sünden furchtbar Heer aufs neue mich erschrecket, o dann versichre mich aufs neu, du stehest mir als Mittler bei, der meine Schuld bedecket! Mein Geist blickt glaubensvoll auf dich. Sei du mir nur nicht fürch⸗ terlich! Und schließt sich meine Pilgrimschaft, so stär⸗ ke mich mit neuer Kraft, Herr Jesu Christ! Der letzte Kampf wird mir ver⸗ süßt, wenn du mein Trost im Tode bist. 5. Den sanften liebevollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß, Herr, in meine Seele; gib, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach em⸗ pfehle. Besänftige mein re⸗ ges Blut, und flammt des Zornes wilde Gluth mein Herz zur Rachbegierde an, o so erinnre mich daran, Herr Jesu Christ, wie du am Kreuz durch dein Gebet selbst deinen Mördern Gnad erfleht. 6. Mich tröste dein Ver⸗ söhnungstod; es bilde mich dein Geist, mein Gott, daß ich dir ähnlich werde! O F zeuch 122 Werke und Wohlthaten Gottes. zeuch mich, erhöhter Held, zu dir hinauf vom Dienst der Welt, zum Himmel von der Erde! Du bist der Deinen Schutzpanier. Zeuch dir uns nach, so laufen wir, so wollen wir uns dei⸗ ner Pein und deiner Für⸗ bitt ewig freun. Herr Jesu Christ! wie selig ist, wie selig ist der Mensch, dem du ein Heiland bist! Mel. Wer nur den lieben Gott 168 O Golgatha, zu deinen Höhen erheb ich andachtsvoll mein Herz. Ich will den Heil⸗ gen Gottes sehen in seines Opfertodes Schmerz; ich will für seine Todespein mein ganzes Leben ihm nur weihn. 2. Wie rührend scheidet der Gerechte, im Tod als Gottes Sohn bewährt! Zwar leidet er den Tod der Knechte, von Frevlern noch am Kreuz entehrt; doch seines Muths Erhaben⸗ heit zeugt laut von seiner Göttlichkeit. 3. Er fleht für die, die ihn verkannten, mit himm⸗ lischer Gelassenheit; er sieht die traurigen Verwandten und sorgt für sie voll Zärt⸗ lichkeit; spricht hohen Trost und Fried und Ruh den kummerpollen Seelen zu. 4. Stets eifrig, seines Vaters Willen, auch wenn er Leiden vor sich sah, durch Lehr und Thaten zu erfül⸗ len, fühlt er sich nun dem Ziele nah und, Demuth auf dem Angesicht, freut er sich der vollbrachten Pflicht. 5. Jetzt nähert sich die ernste Stunde, wo Mancher schon nicht Fassung hielt; doch seht, wie er, mit Gott im Bunde, getrost ihm sei⸗ nen Geist empfiehlt und unsrer Seelen hohen Werth durch dieses letzte Wort verklärt. 6. So stirbt denn Jesus, seine Lehren von Tugend und Unsterblichkeit der Welt als göttlich zu bewähren, und macht die Seinigen bereit, Verkündiger des Worts zu sein und weder Schmerz, noch Tod zu scheun. 7. Er stirbt, der Wohl⸗ thun ausgebreitet, oft Nächte im Gebet durchwacht, der Irrende zu Gott geleitet und Leidende gesund ge⸗ macht! So freudenvoll stirbt auch der Christ, dem Jesus Licht und Beispiel ist. 8. Schon viele tausend Fromme schieden dir, Jesu, nach mit Freudigkeit, em⸗ pfanden jenen Seelenfrie⸗ den, den nur die Tugend uns verleiht. Ihr will ich denn mein Leben weihn, so wird mein Tod wie dei⸗ ner sein. Erlösung. In voriger Melodie. 169 Seht, Christen, sehet Jesum scheiden, wie er im Tode standhaft ist, wie nach dem bängsten Erdenleiden sein Auge sich so ruhig schließt; und wißt, daß, wer die Tu⸗ gendbahn stets wandelt, ru— hig sterben kann. 2. Die Welt mit ihrer Lust verachten, des Reich— thums eitlen Glanz ver⸗ schmähn und Tugend über Alles achten, in jedem Tu⸗ gendkampf bestehn, das machte, daß auf Golgatha man Jesum ruhig sterben sah. 3. Des ewgen guten Va⸗ ters Willen durch seine gan⸗ ze Lebenszeit treu und ge⸗ wissenhaft erfüllen, war Jesu größte Seligkeit. Ihn schreckte Grab und Zukunft nicht, denn Gott war seine Zuversicht. 4. Er liebte herzlich seine Brüder selbst noch im letz⸗ ten Augenblick; schalt nie, ward er gescholten, wieder; beförderte des Feindes Glück. Und diese Menschenfreund— lichkeit gab sterbend ihm noch Heiterkeit. 5. Auf! Laßt an Jesu Todestage den heilgen Vor⸗ satz uns erneun: wir wollen unsre Lebenstage, wie Jesus, nur der Tu⸗ gend weihn! Dann strahlt auch uns ein helles Licht, 123 wann sterbend unser Auge bricht. In voriger Melodie. 170 E ist vollbracht! so ruft am Kreuze des sterbenden Er- lösers Mund. O Wort voll Trost und Leben reize zur Freude meines Herzens Grund! Das große Opfer ist geschehn, das Gott auch mir zum Heil ersehn. 2. Mein Jesus stirbt, die Felsen beben, der Sonne Schein verlieret sich; in Todte dringt ein neues Le⸗ ben, der Heilgen Gräber öffnen sich, der Vorhang reißt, die Erde kracht, der Welt Versöhnung ist voll⸗ bracht. 3. Wie viel, mein Heil, hast du vollendet, als dir das Herz im Tode brach! Du hast den Fluch hinweg⸗ gewendet, der auf der Welt voll Sünde lag, und uns die Bahn durch Todes⸗ nacht zur frohen Ewigkeit gemacht. 4. Dankvolle Thränen, netzt die Wangen! Mein Glaube sieht nun offenbar die Schuldschrift an dem Kreuze hangen, die wider meine Seele war. Er, den mir Gott zum Trost ge⸗ macht, rief auch für mich: Es ist vollbracht! 5. O hilf mir, Herr, nun F 2 auch 124 auch vollbringen, was wahre Dankbarkeit begehrt! Laß nach der Heiligung mich rin⸗ gen, dazu dein Tod mir Kraft gewährt! O stärke mich dazu mit Macht, bis meine Beßrung ist vollbrachtl 6. Du littst so viel zu meinem Leben! Wie sollt ich nicht voll Eifer sein, mich deinem Dienste zu ergeben? Sollt ich dabei vor Schmach mich scheun? Dein Dienst, mein Heiland, sei mein Ruhm; denn ich bin ganz dein Eigenthum. 7. Soll ich bei dir ergeb⸗ nem Herzen auch hier durch manche Trübsal gehn, und hat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prü⸗ fung ausersehn, so laß die Hoffnung mich erfreun: auch das wird einst geendet sein! 8. Ja, fühlt mein Herz des Todes Schrecken, so stär⸗ ke mich in solcher Last; laß mich den Trost auch sterbend schmecken, daß du ihn über⸗ wunden hast. So tret auch ich in Todes Nacht mit dem Triumph: Es ist vollbracht! In eigener Melodie. 171 Sd schlummerst du in stiller Ruh, der du für uns ge⸗ storben, uns am Kreuz in schwerer Müh erworben! 2. Du bist erblaßt, o Herr, ewges Heil Werke und Wohlthaten Gottes. und hast doch in dir selbst das Leben. Gleich als Sterb⸗ liche hält dich nun das Grab umgeben. 3. Doch Heil sei mir! Herr, du willst hier nicht die Verwesung sehen; son⸗ dern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensfürst, wie dich, auch mich erwecken. Sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 5. Hier werd ich einst, bis du erscheinst, in sanftem Frieden liegen, denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 6. Ihr, die die Welt ge⸗ fesselt hält, zagt nur vor der Verwesung! Ich, ich hoff in Christo einst meines Leibs Erlösung. ö 7. Nein, nichts verdirbt; der Leib nur stirbt; doch wird er auferstehen und zu Himmelsglanz verklärt aus dem Grabe gehen. 8. So sink ins Grab, mein Leib, hinab; ich will mich drum nicht kränken; Jesu, an dein Grab will 10 mir zum Trost geden⸗ en. In voriger Melodie. 17 2 Ann Kreuz er⸗ blaßt, der Martern Last, der Todes⸗ qualen müde, findet 201 I⸗ VI N Erlösung. Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heilger Schmerz durchdringt mein Herz, und Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tiefgerühret schlagen. 3. Du schützest mich, und über dich gehn aller Trübsal Wetter; sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! 4. Du hast's gethan; dich bet ich an, du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll ge⸗ trösten. 5. Es ist vollbracht! riefst du mit Macht; du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei ha— best hingegeben. 6. Hochheilige That! des Höchsten Rath will ich in Demuth ehren; der Erwer⸗ ber meines Heils wird mirs einst erklären. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Todten: sie erstanden. Leicht entschwingt des Lebensfürst sich des To⸗ des Banden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn durch dich, Erlöser, ists mir der Pfad zum Schauen. Ich preise dich, erfor⸗ sche mich und siehe, wie ichs meine: ja, du siehst es, wenn ich still meinen Dank dir weine. 12⁵ 10. Vergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit vergessen! Herr, ich will, solang ich bin, deine Lieb ermessen. Mel. Nun laßt uns den Leib 17 A endlich, Dul⸗ der, findest du ein stilles Grab zu deiner Ruh, das nach der Noth, die dich gedrückt, mit sanf⸗ tem Schlummer dich erquickt. 2. Wohl dir, daß du ge⸗ funden hast, wo nach des heißen Tages Last dein Haupt du legtest, einmal nun von langer Arbeit aus⸗ zuruhn! 3. Nicht modernder Ver⸗ wesung Raub wird, Heili⸗ ger des Herrn, dein Staub. Aus dunklen Todesnächten bricht bald deiner Aufersteh⸗ ung Licht. 4. O daß, wann einst mein ewger Geist der Erdenhülle sich entreißt, auch ich von edlen Thaten Ruh, auch Ruh verdiene, Herr, wie du! Auferstehung Jesu. (Osterlieder.) Mel. Wer nur den lieben Gott 174 H ihm, dem Todesüberwin⸗ der! Aus seiner Gruft geht er hervor. Als Retter der F 3 ver⸗ 126 verlornen Sünder empfängt ihn nun der Engel Chor, und aller Himmel Jubelton preist ihn, des großen Got⸗ tes Sohn. 2. Er hat des Grabes Ruh empfunden, doch kurzer Schlummer war sein Tod. Er hat gekämpft und über⸗ wunden; dahin ist alle seine Noth. Ihm, der das Fel— sengrab durchdrang, erschallt nun ein Triumphgesang. 3. Das segenreichste seiner Werke, die Rettung einer Menschenwelt, vollendet ists mit Gottes Stärke; die Nacht des Irrthums ist erhellt. Sein göttlich Evangelium steht fest zu seines Namens Ruhm. 4. Auf Felsen ruht des Chri en Glaube, da sein Erlöser ewig lebt und einst mit Macht aus seinem Staube ihn zur Unsterb⸗ lichkeit erhebt. Nun wird der Tod an Jesu Hand ihm Hingang in ein beßres Land. 5. Ja, Christen, singt: Er ist erstanden! Singt ihm Triumph und Preisgesang! Entfesselt von der Sünde. Banden sei nun Gehorsam euer Dank! Nicht mehr der Welt und Eitelkeit, nein ihm weiht eure Lebenszeit! 6. Ein Tag erscheint, er⸗ löste Brüder! Freut euch, es ist ein Wonnetag! Dann Werke und Wohlthaten Gottes. kommt der Herr von neuem wieder, und Engelheere fol⸗ gen nach. Dann dringet auch in euer Grab des Todten⸗ weckers Ruf hinab. 7. Dann werdet ihr zum höhern Leben, zum Lohn der Frommen auferstehn und, mit des Himmels Glanz um⸗ geben, getrost zum Richter—⸗ stuhle gehn, dann wird euch der erstandne Held ein Füh⸗ ö rer in der bessern Welt. Mel. Jesus, meine Zuversicht 175 Jesus lebt, mit ihm auch ich!l Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird n mich von den Todten auferwecken. Er ver⸗ klärt mich in sein Licht, dieß ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gege⸗ ben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht, dieß ist Zuversicht. 3. Jesus lebt; wer nun verzagt, sündigt wider Got⸗ tes Ehre. Gnade hat er zu⸗ gesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht, dies ist meine Zuversicht. ö 4. Jesus lebt; sein Heil ist mein: sein sei auch mein ganzes Leben! Reines Her⸗ zens will ich sein und den Lüsten meine Erlösung. 127 Lüsten widerstreben. Er ver— läßt den Schwachen nicht, dieß ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt; ich bin ge⸗ wiß, Nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsterniß, keine Herr⸗ lichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht, dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird er mei⸗ ner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht. Mel. Vom Himmel kam der 176 Dich bet ich an, erstandner Held, Erretter einer Sündenwelt! du, unsre Zuflucht für und für, froh huldigt meine Seele dir! 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät. Ich nahe mich voll Zuversicht zu dir; denn du verwirfst mich nicht. Herr, meine Seele preiset dich! Erlöst, erlöset hast du mich, so wahr du selbst vom Himmel kamst, dein Leben gabst und wieder nahmst. 4. Wer ists, der mich ver⸗ dammen kann? Ich glaub Nan dich und sage dann: der Gott, durch den die Him-— mel sind, der ist mein Va⸗ ter,‚ 99 sein Kind. 5. Nun ist dies erste Leben mir ein segensreicher Weg zu dir. Solang ich hier bin, Herr, mein Heil, hab ich an deinem Frieden Theil. 6. Holdselig sprachst du: Erde, sei der Schauplatz meiner Huld und Treu! Wir sehen deine Huld und Treu auf deiner Erde täglich neu. 7. Zwar trifft uns man⸗ cher Schmerz noch hier, noch, o Erbarmer, sterben wir. Doch du regierst; und wir sind dein, und Herr, wir werdens ewig sein! 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! Du Trost, der meinen Geist erhebt, ich seh, durch dich gestärkt, aufs Grab mit unerschrocknem Aug hinab. 9. Welch neue Welt voll Seligkeit erwartet mich nach dieser Zeit! Dort findet der verklärte Christ das Heil, das unauspprechlich ist. 10. Der du für unsre Seelen wachst, sie zu dir ziehst und selig machst, laß mich mit freudigem Ver⸗ traun im Tod auf dich, Vollender, schaun. Mel. Wer nur den lieben Gott 177 Auf, meine Seele, Wauf zur Freude! denn dein Erretter, Jesus, lebt, der dich nach überwund⸗ F 4 nem 14 ö — N 128 nem Leide einst zur Unsterb⸗ lichkeit erhebt. Halt im Ge⸗ dächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. 2. Denk lebend ihn, wenn dich die Sünde mit der Ver⸗ suchung überfällt. Er lehrte dich die stärksten Gründe, sie zu besiegen und die Welt. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 3. Denk ihn im Leben, wenn die Bürde des Stan⸗ des und Berufs dich drückt; denn wer sie trägt, wird einst mit Würde zum Lohne seines Kampfs geschmückt. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 4. Fühlst du die Schmer⸗ zen harter Leiden, denk, wie's dem frommen Dulder ging. Sein neues Leben ist voll Freuden, die er von Gott zum Lohn empfing. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 5. Dich schrecket Tod und Grabeshöhle? Denk ihn, den Sieger, der erstand, im Tode stärke deine Seele mit Hinblick in das beßre Land! Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 6. Du weinst beim Grabe deiner Lieben, wie Jesu Schüler ihn beweint; Doch Werke und Wohlthaten Gottes. wie sie nicht verlassen blie—⸗ ben, wird auch mit dir dein Freund vereint. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, 11 von dem Tod erstanden ist! 7. Ja, ewig werth sei dir das Leben des Ueberwinders Jesu Christ! Folg ihm, so wird er dir auch geben die Stärkung, die dir nöthig ist. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! Mel. Christ lag in Todesbanden 17 8 Bringt Preis und Ruhm dem Hei⸗ land dar! Frohlockt ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, der ist dem Grab entnommen. Sei gelobt, o Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und siegreich auferstanden! Halleluja! 2. Dein Leben in der Ma⸗ jestät befestigt unsern Glau⸗ ben. Wer kann nun, da dich Gott erhöht, den gro— ßen Trost uns rauben, daß du von der Sünde Macht Befreiung hast ans Licht gebracht, den Himmel hast geöffnet? Halleluja! 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahr⸗ heit Siegel aufgedrückt und dich als Sohn geehret. Dei⸗ nes Todes hohen Werth hat er Erlösung. er aufs herrlichste erklärt, da er dich auferwecket. Hal⸗ leluja! 4. Erstandner, ich froh⸗ locke dir; mein ist dein Sieg und Leben! Du lebst und herrschest, um auch mir ein ewges Heil zu geben, mei⸗ ner Seele Trost zu sein, zur Tugend Kraft mir zu verleihn und mich zu Gott zu führen. Halleluja! 5. Mein Herr, mein Heil, hilf mir dazu, befreie mich von Sünden! Laß mich für meine Seele Ruh im Frie⸗ den mit Gott finden! Pflanze deinen Sinn in mir, damit ich Gott ergeben, hier als dein Erlöster wandle! Hal— leluja! 6. Dein ist das Reich; dein ist die Macht, Verstorb⸗ ne zu erwecken. Du rufst einst und der Gräber Nacht wird Todte nicht mehr decken. Wie du auferstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auf⸗ erstehen. Halleluja! 7. O laß, solang ich hier noch bin, mich treu im Glau⸗ ben wandeln und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaf⸗ fen sein und handeln, daß ich, wann ich aufersteh und dich, der Menschen Richter, seh, vor dir nicht angstvoll bebe! Halleluja! 8. Da, wo du bist, soll auch dein Freund mit Herr⸗ 129 lichkeit umgeben, mit allen Seligen vereint, durch Ewig⸗ keiten leben. Laß dieß Heil mein Erbe sein, so werd ich ewig deß mich freun, daß du vom Tod erstanden! Halleluja! Mel. Jesu, meine Freude 179 us des Grabes Banden ist der Herr erstanden, er, des Höchsten Sohn, Jesus hat gesieget, Alles, Alles lieget unter seinem Thron. Un⸗ ser Freund hat jeden Feind unsrer Seligkeit bezwungen: Lob sei ihm gesungen! 2. O wie hoch erhoben lebt nun Jesus droben in der Herrlichkeit! Seiner Herr⸗ scherehre jauchzen Engel⸗ chöre, ihm zum Dienst be⸗ reit. Er hat nun, uns wohl⸗ zuthun und sein Heil uns zuzuwenden, alle Macht in Händen. 3. Freu dich deß, o Seele, bring ihm Preis und wähle ihn zum Führer dir! Auf die sichern Pfade zu des Höchsten Gnade bringt er dich schon hier. Welche Ruh stroͤmt dann dir zu! Und wie wird zum höhern Leben er dich einst erheben! 4. Eitelkeit der Erde, flieh von mir! Ich werde nie dein Sklav, o Welt! Unter allen Gaben wünsch ich Nichts zu haben, als was F 5 Gott 130 Gott gefällt. Mich erquickt, wenn Noth mich drückt, dort nach überstandnen Leiden Gott mit seinen Freuden. 5. Sterb ich, meine See— le, die ich Gott empfehle, steigt zu ihm empor. An des Heilands Throne strahlt des Sieges Krone glänzend mir hervor. Möcht ich hier doch mehr nach ihr, als nach allen eitlen Dingen dieser Erde ringen! 6. O der hohen Freude, wenn im Siegeskleide der Erlöste prangt! Herr, zu deinen Frommen und zu dir zu kommen, ist, was mich verlangt! Hilf du mir, daß ich bei dir einst in steter Wonne lebe und dich froh erhebe! Mel. Vom Himmel kam der 180 Elnmi dich, mein Geist, erfreut des hohen Tags der Herr— lichkeit! Halt im Gedächt⸗ niß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien, als spräch er: Frie— de sei mit dir! so freue dich mein Geist, in mir. 3. Schau über dich und bet ihn an; er mißt den Sternen ihre Bahn, er lebt und herrscht mit Gott ver⸗ eint, er ist dein König und dein Freund. Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist und der da war! Sein Name sei gebenedeit von nun an bis in Ewig— keit! 5. O Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der ver⸗ gleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich unsterblich, heilig, Engeln gleich und ewig, ewig selig sein, Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr, Lieb und Ver⸗ wundrung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht, fall ich, Herr, auf mein Ange⸗ sicht. 8. Du, der du in dem Himmel thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst, und du erfüllst einst mein Vertraun, in höherm Lichte dich zu schaun! 9. Ich soll, wann du, des Lebens Fürst, in Wol⸗ ken herrlich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe gehn und rein zu deiner Rechten stehn! 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit. Erlösung. 11. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns doch das Christenthum! Mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon. 12. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, damit ich mich in Lieb und Treu zu deinem Bilde stets erneu! 13. Er ists, der Alles in uns schafft, sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! Mel. Was Gott thut, das ist 1 81 Fien, J ihr Chri⸗ sten, Jesus lebt! Lobsingt dem Ueberwinder! O betet an, erhebt, erhebt den Retter aller Sünder! Er starb für sie; er starb für uns. Heil uns, nun lebt er wieder für alle seine Brüder! 2. Er lebt! Er lebt! O weiht ihm Dank mit reiner, frommer Seele! Ihn preise jeder Festgesang und jedes Herz erzähle, wie viel er litt, wie gern er starb, um tausend Seligkeiten uns Ar⸗ men zu bereiten! 3. Er starb, geschmückt mit Heiligkeit, er starb von Frevlerhänden! Wo waltet hier Gerechtigkeit? Wie konnt er hier schon enden? O 131 Christen, jauchzt! Er ist er⸗ höht! Er drang durch Todes⸗ nächte an seines Vaters Rechte. 4. Besiegt ist seiner Feinde Macht und er mit Ruhm gekrönet. Er hat sein gro⸗ ßes Werk vollbracht und uns mit Gott versöhnet. Wer an ihn glaubt, wird selig sein. O laßt euch die⸗ sen Glauben durch keine Leiden rauben! 5. Schaut auf zu seiner Herrlichkeit und lernt als Helden leiden! Schaut hin! Die Leiden dieser Zeit sind Keime hoher Freuden. Seid unverzagt! Seid hoffnungs⸗ voll! Nach wenig bangen Stunden ist Alles über⸗ wunden. 6. Was ist der Tod? Ein Schlaf ist er. O sanfter Schlaf des Müden! Bald glänzt ein schönrer Tag da⸗ her, dann stehn wir auf im Frieden! O Tag des Danks! O Tag des Heils! Gern wollen wir nun sterben: wir wissen, was wir erben. 7. Erstandner, gib nur, daß wir hier auf deinen Pfaden wandeln und stets mit reinster Dankbegier als Kinder Gottes handeln! Unsterblich sein, unsterblich sein und einst dir näher kommen: o welch ein Lohn der 254•9 132 Mel. Erschienen ist der herrlich 1 82 Er ist erstanden Jesus Christ, der unser Trost und Helfer ist. Als Sieger trat er auf den Staub, hinfort nicht mehr des Todes Raub, Frohlocket ihm! 2. Er hat erfüllt, was er verhieß, eh er für uns sein Leben ließ: Drei Tage sol⸗ len nicht vergehn, so werdet ihr mich wiedersehn. Er hats erfüllt. 3. Ich lebe, sprach er, und auch ihr sollt leben, selig sein mit mir. Ich komme, meine Stimme ruft auch euch, ihr Lieben, aus der Gruft zur Herrlichkeit. 4. Er wirds erfüllen, Je⸗ sus Christ, der selbst vom Tod erstanden ist! Er weckt auch mich, und volles Heil ist dann gewiß bei ihm mein Theil in Ewigkeit. 5. Auch führt er nach des Grabes Ruh mir meine frommen Freunde zu. Er⸗ wachen werden wir zugleich, uns wiedersehn in seinem Reich. Gott, welch ein Tag! 6. Wie sollt ich, Herr, den Tod noch scheun? Nein, fromm will ich mich seiner freun, dich preisen noch an meiner Gruft, wenn liebreich deine Stimme ruft: Ent⸗ schlafe nun! 7. Gib nur, daß ich im Glauben treu und treu in Werke und Wohlthaten Gottes. meinem Wandel sei! So komm ich nicht in dein Ge— richt, wenn deine Stimme zu mir spricht: Erwache nun! 8. Herr, rufe mich, wann dirs gefällt, von dieser un⸗ vollkommnen Welt und füh⸗ re mich an deiner Hand einst in das beßre Vater⸗ land! Preis ewig dir! Mel. Kommt, kommt, den 183 Lobsinge„meine Seele, dem Welterlöser, bet ihn an! Lob— sing ihm und erzähle, was er aus Huld für dich ge— than! Er hat für dich ge⸗ rungen; durch seine Macht hat er des Todes Macht be⸗ zwungen und seiner Schrecken Heer. Du darfst nun nicht mehr beben, sein Sieg hat dich befreit. Dein ist un⸗ sterblich Leben, dein Gottes Seligkeit. 2. Froh führte Gottes Sonne den festlich hohen Tag herauf. Da stand, belohnt mit Wonne, nach kurzem Schlaf mein Jesus auf. Ge⸗ danke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! Ge⸗ danke, der in Leiden mein Herz mit Trost belebt; der schönsten Hoffnung Quelle, wenn die Zerstörung droht! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 3. Der Felsen Grund er⸗ bebet; die Hüter fliehn; das Grab Erlösung. Grab ist leer. Der todt war, Jesus, lebet und geht vor seinen Freunden her! Die schwachen Jünger wanken; er stärkt die Wankenden. Sie sehn ihn, freun sich, danken dem Auferstandenen. Sie sehn empor ihn steigen und gehn, wie er gebot, mit Freuden hin und zeugen von ihm bis in den Tod. 4. Herr, deine Boten sie⸗ gen, von dir und deinem Geist belehrt, die Götzen— tempel liegen, der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudenvoll ein Christ. Ihn bet ich an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ich werd ihn ewig schauen, wann er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen; er starb für mich und lebt! Mel. Lobt Gott, ihr Christen 1 8 4 om Todesthal hinauf zu Gott erhebt sich mein Gesang; dem Sieger über Grab und Tod erschallet laut mein Dank. Die Sonn in ihrer Nacht erhellet kaum die Nacht, als Jesus Christus Wacht und herrlicher er⸗ wacht. Die Erde bebte, als der Held aus seinem Grabe stieg; hinauf bis zu dem Sternenzelt erschallete sein Sieg. 133 4. Fallt nieder vor ihm in den Staub, der sich dem Grab ents schwang! Er ist nicht mehr des Todes Raub. singt ihm Dank! Sein großes Werk ist Inn vollbracht; errungen ist sein Sieg, weil er aus sei⸗ ner Todesnacht empor zum Leben stieg. 6. Heil, Leben und Un⸗ sterblichkeit, im Tode Trost und Ruh und Hoffnung ew⸗ ger Seligkeit ruft uns sein Grabmal zu. 7. Gedanke, der das Herz erhöht: wir werden aufer⸗ stehn, auf Hoffnung in das Grab gesät, um schöner auf⸗ zugehn! 8. Heil dir, wenn dieser Hoffnung Licht dein Herz für ihn durchglüht, dich stärkt zu jeder anr drpsot und ganz zu ihm dich zieht! 9. O Auferstehungsfest, du bist des bessern Lebens Pfand! Dich feire dankbar jeder Christ, der deinen Trost empfand. Christi Hingang zum Vater und Ver⸗ herrlichung. (Himmelfahrtslieder.) Mel. Freu dich sehr, o meine 185 Huit du fährst mit Glanz und Freuden auf zu deiner Herr⸗ F 7 lich⸗ 134 Werke und Wohlthaten Gottes. lichkeit; doch mich drücken noch die Leiden dieses Lebens, dieser Zeit. Gib mir, Jesu, Muth und Kraft, daß ich meine Pilgrimschaft so in dir zurückelege, daß ich stets dein bleiben möge! 2. Laß mir deinen Geist zurücke, dir mein ganzes Herz zu weihn! Wenn ich nach dem Himmel blicke, laß mich seinen Trost erfreun! Steigt mein Flehn zu dir hinauf, helf er meiner Schwachheit auf, und du selber wollst im Beten bei dem Vater mich vertreten! 3. Lehre mich die Welt verachten und was in ihr Eitles ist, und nach dem, was dort ist, trachten, wo du, mein Erlöser, bist! Wol⸗ lust, Ehrsucht und Gewinn soll mich nicht zur Erde ziehn, da ich jenseits überm Grabe eine größere Hoff⸗— nung habe. 4. Diese müsse Nichts mir rauben; du erwarbst sie theuer mir; jetzo seh ich sie im Glauben; dort find ai sie selbst bei dir. Dort belohnst du das Vertraun deiner Gläubigen durch Schaun und verwandelst ihre Leiden in unendlich große Freuden. 5. Dort bereit auch mir die Stätte in des Vaters Hause zu! Rufst du frühe oder späte mich zu meines Grabes Ruh, so erleuchte du die Nacht, die des Todes Thal mir macht! Du hast ja den Tod bezwungen und den Sieg für uns errungen. 6. Kommst du endlich glor⸗ reich wieder an dem Ende dieser Zeit, o so sammle mei⸗ ne Glieder aus dem Staub zur Herrlichkeit, Heilge und verklär sie ganz, daß der Leib in Himmelsglanz, frei vom Staube dieser Erde, ähnlich deinem Leibe werde! Mel. Herr, wir singen 1 86 U aller Him⸗ mel Heere er— hebst du dich in Sieg und Ehre, du Geber der Unsterb— lichkeit! Engel singen Freu⸗ denlieder, und alle die er— lösten Brüder verehren dei⸗ ne Herrlichkeit. Du, du bist Gottes Sohn! Gott hebt dich auf den Thron seiner Ehre! Wir stehn von fern, freun uns des Herrn, vertraun und dienen ihm nun gern. 2. Der du, deines Vaters Willen zu unserm Heile zu erfüllen gehorsam warst bis in den Tod, du regierst nun auf dem Throne; Gott gibt dir seine Welt zum Lohne; dich nennt dein Volk nun Herr und Gott! Erhöhter Gottes Sohn, wie herrlich ist dein Lohn nach dem Sie⸗ ge! wir folgen dir mit en Erlösung. den hier; einst lohnet Gott auch uns, wie dir. 3. Deine trauernden Er⸗ lösten im Kampf zu stärken und zu trösten, gabst du vom Himmel deinen Geist. Gib auch uns in unsern Lei⸗ den den Geist des Trostes und der Freuden, den uns dein theures Wort verheißt! Es zieh uns in dein Reich, mach unser Herz dir gleich, dir zu folgen! Du gingst voran; wir sehn die Bahn, die uns zum Himmel führen kann. 4. Uns die Stätte zu be⸗ reiten, um die wir Pilger hier noch streiten, gingst du voran ins Vaterland. Herr⸗ lich wirst du wiederkommen, dann führst du alle deine Frommen mit dir hinauf ins Vaterland. Durch deinen Mittlertod sind wir versöhnt mit Gott. Wo du lebest und Gott mit mir, da sol⸗ len wir auch mit dir leben für und für. 5. Welch ein Jubel wird es werden, wenn wir dich wiedersehn auf Erden in aller Majestät des Herrn! Das wird sein kein Tag des Bebens, o nein, ein Tag des höhern Lebens; dann schaun wir dich nicht mehr von fern; dann sehn wir hocherfreut ganz deine Herrlichkeit, Welt⸗ erlöser; dann führest du der Wonn uns zu dort in des Himmels ewger Ruh. 135 Mel. Vom Himmel kam der 1 87 Af, Jesu Jünger, freuet euch! Der Herr fährt auf zu sei⸗ nem Reich. Er triumphirtl Lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit hoher Stimm! 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht; zerstört hat er des Todes Macht; er hat die Welt mit Gott versöhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit über alle Himmel weit geht seine Macht und Herrlichkeit; ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsin⸗ get ihm mit hoher Stimm! 4. Sein sind die Völker aller Welt; er herrscht als sieggewohnter Held; er errscht, bis unter seinem Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 5. Er schützet seine Chri⸗ stenheit, erhält sie bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. Lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit hoher Stimm! 6. Ja, Heiland, wir erhe⸗ ben dich; und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, wozu dich Gott, dein Gott, erhöht. 7. Wohl nun auch uns! denn, Herr, bei dir steht Kraft und Macht, und dein sind wir. Nimmst du dich unser hülfreich an, was ist, das uns gebrechen kann? 136 8. Dein Eingang in die Herrlichkeit stärk uns in Unsrer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Ant⸗ litz schaun. Werke und Wohlthaten Gottes. 9. Dann werden wir uns ewig dein, du größter Men⸗ schenfreund, erfreun: dann singen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heilig- thum. Heiligung des Menschen durch den Geist Gottes. (Pfingstliederr) Mel. Vom Himmel hoch 1 88 N sei dir, Gott, gebracht! Du hast uns diesen Tag gemacht. Dich preise, wer durch Jesum Christ erleuch⸗ tet und geheiligt ist! 2. Der Erdkreis lag in Nacht gehüllt, mit Wahn und Götzendienst erfüllt; da kam von deinem Angesicht dein Geist, mit ihm der Wahrheit Licht. 3. Auf Jesu Boten ließ er sich herab mit Segen sichtbarlich. In fremden Sprachen that ihr Mund, Gott, deine großen Thaten kund. 4. Von ihm gestärkt gehn sie nun gern und sammeln Jünger ihrem Herrn. Vom Aufgang bis zum Nieder⸗ gang wird Alles Licht und Lobgesang. 5. Umsonst bestürmt sie Grimm und Spott; sie sie⸗ gen stark durch ihn, o Gott! Ihr Schutz ist Jesus und ihr Ruhm sein theures Evangelium. 6. Und ihrer Predigt fro⸗ her Schall erfüllt den Erd⸗ kreis überall, und selbst die fernste Nation kennt dich und Jesum, deinen Sohn. 7. Noch dauert dieser Se⸗ gen fort; noch siegt, o Ewi⸗ ger, dein Wort; und daß wir glauben, danken wir dem Glanze jenes Lichts von dir. 8. Erhalt uns deiner Wahrheit treu, mach uns von Sünd und Irrthum frei; dein Geist treib uns zum Guten an und leit uns auf der Tugend Bahn! 9. Bis wir dereinst im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht dich schaun und in des Himmels Höhn durch dich auch uns verherrlicht sehn. In eigener Melodie 189 un bitten wir den heilgen Geist, ö ö ö Heiligung. Geist, welchen Jesus Chri— stus uns verheißt, daß er uns behüte vor falscher Leh⸗ re, Alle, die im Irrthum sind, bekehre. Erbarm dich, Herr! 2. Du Geist der Weis⸗ heit und der Kraft, mach uns durch dein Wort auch tugendhaft; hilf uns fest ihm glauben, dem treuen Heiland, der uns bringt zum himmlischen Vaterland! Er⸗ barm dich, Herr! 3. Du Geist der Lieb und Einigkeit, mach uns allesammt dazu bereit, daß wir uns von Herzen einan-⸗ der lieben, gern verzeihn, Niemand gern betrüben! Er⸗ barm dich, Herr! 4. Du höchster Trost in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Grab, noch Tod; laß, wenn wir einst sterben, nus nicht verzagen, sondern mach uns frei von allen Plagen! Erbarm dich, Herr! Mel. Kommt her zu mir 190 B arte hatte Gottes Sohn sein großes Werk auf Erden schon, und seine Jünger zag⸗ ten. Doch Gottes Geist gab ihnen Muth, daß sie bald Alles, Gut und Blut, für Jesu Lehre wagten. 2. Da that der Ungelehr⸗ ten Mund des Welterlösers 137 Thaten kund, die Völker zu bekehren. Der Heiden Tem⸗ pel wurden leer: es stürzte jenes Götzenheer von seinen Prunkaltären. 3. Umsonst, umsonst em⸗ pörten sich selbst Fürsten, Jesu, wider dich und tödte⸗ ten die Jünger. Unüber⸗ windlich war ihr Muth, und schwiegen sie, so sprach ihr Blut und zeugte neue Jün⸗ ger. 4. Wie Gottes Sonne, ging dein Wort bis an der Erde Gränzen fort; der Irrthum wich dem Lichte. Die Völker wurden mensch⸗ licher, die Menschen lebten heiliger vor Gottes Ange— sichte. 5. Auch wir begehn, o Gott, dieß Fest, das deine Huld uns feiern läßt, dem Christenthum zur Ehre. Wir leben froher, glücklicher und, helf uns Gott! auch heili⸗ ger durch deines Sohnes Lehre. In eigener Melodie. 191 Keoam, o komm, du Geist des Lebens! Hilf uns Schwa⸗ chen mächtig auf! Wir be⸗ mühn uns sonst vergebens hier in unserm Pilgerlauf um das Heil, das Gottes Rath für uns ausersehen at. 2. Gib in unser aller See⸗ 138 Werke und Wohlthaten Gottes. Seelen wahrer Weisheit hel⸗ les Licht, daß wir uns zur RichtschnCur wählen Jesu Wort und Unterricht! Stehe du uns kräftig bei und mach uns vom Irrthum frei. 3. Zeig uns, Herr, die rechten Stege zu der wah⸗ ren Wohlfahrt an, räume Alles aus dem Wege, was im Lauf uns hindern kann! Wirke Reu durch deine Gnad, wenn der Fuß ge⸗ strauchelt hat! 4. Laß uns stets dein Zeugniß haben, daß wir Gottes Kinder sind! Stärke uns mit deinen Gaben, wenn sich Noth und Drangsal findt! Lehr uns, daß des Vaters sucht! einzig unser Bestes sucht! 5. Treib uns, daß wir zu ihm treten, kindlich und mit Freudigkeit nur nach seinem Willen beten, und vertritt uns allezeit; so wird unser Flehn erhört und die Zuversicht gemehrt. 6. Wird uns auch um Trost oft bange, seufzt das Herz voll Traurigkeit: ach, mein Gott, mein Gott! wie lan-⸗ ge, o so wende unser Leid! Sprich der Seele tröstend zu, gib ihr Muth, Geduld und Ruh! 7. O du Geist der Kraft und Stärke, der in uns das Gute schafft, fördre in uns deine Werke und im Kam⸗ pfe gib uns Kraft, wenn Versuchung auf uns dringt, daß uns dann der Sieg ge⸗ lingt. 8. Herr, bewahr uns un⸗ sern Glauben, daß Verfol⸗ gung, Schmach und Spott niemals möge ihn uns rau⸗ ben. Du bist unser Schutz, o Gott! Spricht das Herz gleich zweifelnd: Nein! Laß dein Wort gewisser sein! 9. Wenn wir endlich sol— len sterben, o so steh mit Trost uns bei; gib, daß uns, als Gottes Erben, jene Herrlichkeit erfreu, die uns unser Gott bestimmt und die nie ein Ende nimmt. Mel. Mein ganzer Geist, Gott 192 O heilger Geist, kehr bei uns ein und laß uns deine Woh⸗ nung sein, du Beistand unsrer Seelen! Erleucht uns durch dein göttlich Licht, entzieh uns deine Hülfe nicht, und zeig uns, was wir fehlen! Triebe, Triebe, fromm zu leben, willst du geben, wenn wir beten, gläu⸗ big vor den Vater treten. 2. Du Quell, draus alle Wahrheit fließt, die uns zum Heil so nöthig ist, o schenk aus deiner Fülle uns so viel Einsicht und Ver⸗ stand, daß heilsam von uns werd erkannt des Höchsten gnäd⸗ Heiligung. Trich Wille! Ja, gib den rieb unsern Seelen, nur zu wählen und zu üben, was er uns 90 vorgeschrieben! 3. Steh uns stets bei mit deinem Rath und führ uns selbst den rechten Pfad des Heils, den wir nicht wissen! Verleih uns Willigkeit, daß wir dir treulich folgen, wenn wir hier auch darum leiden müssen. Drückt Last uns fast muthlos nieder, laß uns wieder Trost em-⸗ pfinden und die Trübsal überwinden! 4. Stärk uns durch dei⸗ ner Wahrheit Kraft zum Kampf mit jeder Leiden⸗ schaft, darüber Herr zu wer⸗ den! Und sind wir wo dem Falle nah, so sei mit deiner Hülfe da, erheb uns von der Erden! Neue Treue gib uns Schwachen; du kannst machen, daß wir siegen und im Kampf nicht unterliegen. 5. Erhalte bei uns im⸗ merfort den Glauben an dein göttlich Wort! Nichts müss' uns von ihm trennen! Gib, daß wir ihn von Her⸗ zensgrund mit Thaten, so⸗ wie mit dem Mund, vor aller Welt bekennen! Je⸗ sum Christum ohn Aufhö⸗ ren recht zu ehren, mach uns tüchtig und sein Heil uns werth und wichtig! 3. Gib, daß in wahrer Heiligkeit wir führen unsre 139 Lebenszeit: du kannst uns dazu stärken. Es bleibe uns stets unbewußt die Eitelkeit, die Sinneslust mit ihren bösen Werken! Vater, Va⸗ ter, laß uns streben, so zu leben hier auf Erden, daß wir Himmelserben werden! Mel. Gott des Himmels und 19 3 H60 Geist, von Gott gegeben, komm, erleucht und heilge mich! Weise, fromm und gut zu leben, dieß vermag ich nur durch dich. Mache täg⸗ lich Ernst und Treu, mich zu bessern, in mir neu. 2. Ach, ich irr in Finster⸗ nissen, Geist der Wahrheit, ohne dich von Begierden hingerissen, täuscht die trunk⸗ ne Seele sich, suchet Ruh und findet sie in der Erde Gütern nie. 3. Hilf mir nach dem Himmel streben, der den Lohn mir außbehält, hilf mir Gott und Jesu leben, nicht den Lüsten dieser Welt; lehre mich von Sünden rein, heilig wie mein Heiland sein! 4. Leite du mich auf dem Pfade deines Lichts zum Leben hin, und mich stärke deine Gnade, wann ich schwach und muthlos bin, daß ich näher jeden Tag meinem Ziele kommen mag. 5. Gib zu jedem guten Wer⸗ 140 Werke meiner Seele Kraft und Lust und im Kampfe flöße Stärke mir in meine schwache Brust; gib mir Trost in jeder Noth, hilf mir treu sein bis zum Todl Sei mein Beistand, wann ich sterbe; zeige mei— nem Geist von fern das mir aufbehaltne Erbe in der Herrlichkeit des Herrn! So gestärkt durch deine Kraft, end ich froh die Pilgerschaft. Mel. Mein Gott, das Herz 19 4 Nicht um ein flüchtig Gut der Zeit, ich fleh um deinen Geist, Herr, den zu meiner Seligkeit dein theures Wort verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Vater, lehre mich, die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich! 3. Dich lieben, Gott, ist Seligkeit. Gern thun, was dir gefällt, wirkt höhere Zufriedenheit als alles Glück der Welt. 4. Vertrauen hab ich dann zu dir; dann schenket selbst dein Geist das freudige Be⸗ wußtsein mir, daß du mir gnädig seist. 5. Er leite mich zur Wahrheit hin, zur Tugend stärk er mich und zeige, wenn ich traurig bin, auch mir als Tröster sich. Werke und Wohlthaten Gottes. 6. Er schaff in mir ein reines Herz, voll Dank für deine Huld, und er bewaffne mich im Schmerz mit Muth und mit Geduld. Mel. Freu dich sehr, o meine 195 Geist vom Vater und vom Soh⸗ ne, der du unser Tröster bist und von unsres Gottes Throne hülfreich auf uns Schwache siehst, stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott er⸗ geben sei; o wird mein Herz auf Erden schon ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein, wann ich bange Zweifel hege, deine Wahrheit mich erfreun! Lenke kräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlsein hin! Lehrst du mich, was recht ist, wäh— len, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über Alles treu meinen Gott und Va⸗ ter liebe, daß mir Nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu stehn, seinen Na⸗ men zu erhöhn, seinen Wil⸗ len zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. Stärke mich, so oft zur Sünde mein se wich versuchet wird, daß sie mi nicht überwinde! Hab ich ir⸗ gend mich verirrt, o so 5351 u Heiligung. du mein Herz, daß ich unter Reu und Schmerz mich vor Gott darüber beuge und mein Herz zur Beßrung neige! 5. Reize mich, mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Vater hinzutreten; gib, daß ich auf Jesum Christ als auf mei— nen Mittler schau und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad um Gnad auf mein Ver⸗ langen von dem Vater zu empfangen! 6. Stehe mir in allen Lei⸗ den stets mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Füh⸗ rung folgsam sei! Gib mir ein gelaßnes Herz; laß mich selbst im Todesschmerz bis zum frohen Ueberwinden deines Geistes Trost em⸗ pfinden! Mel. Wer nur den lieben Gott 196 großer Gott, du reines We⸗ sen, du hast nur reine Her⸗ zen dir zu deiner Wohnung auserlesen; ach, schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das unbefleckt und frei von allen bösen Lüsten sei! 2. Laß, guter Vater, mein Gemüthe der steten Besse⸗ rung sich weihn; dein Geist vermehr des Herzens Güte, so werd ich Jesu Schüler sein. Dann fühl ich hier schon in 141 der Zeit der Tugend Werth und Seligkeit. 3. Dein guter Geist, o Gott, regiere mein ganzes Herz und stehe mir in mei⸗ ner Schwachheit bei und führe mich von der Eitelkeit u dir! Gib einen Geist, er dir getreu und willig zu gehorchen sei! 4. Entzieh mir Schwa⸗ chen, wann ich fehle, nur deine Vaterliebe nicht und gib, damit ich Gutes wähle, mir deines Geistes Kraft und Licht. Im Kampfe laß mich fest bestehn, um einst zum Himmel einzugehn! 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, den Geist des Glaubens, nie von mir und stärke mich durch seine Triebe, durch seinen Beistand für und für! So leite durch die Pilgerzeit mich aus der Welt zur Seligkeit! Mel. Freu dich sehr, o meine 197 er du uns als Vater liebest, treuer Gott, und deinen Geist, denen, die dich bitten, giebest, ja, uns um ihn bit⸗ ten heißt, demuthsvoll fleh ich zu dir: Vater, send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue und ihn dir zum Tempel weihe! 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit, und mein Herz 14² Werke und Wohlthaten Gottes. Herz bleibt dir entrissen und dem Dienst der Welt ge— weiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit echter Treu meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei, Drum so laß ihn kräf⸗ tiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre und auf deine Stimme höre. 4. Ewge Quelle heilger Güter, hochgelobter Gottes⸗ geist, der du menschliche Gemüther besserst und mit Trost erfreust; nach dir, Herr, verlangt auch mich; ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Gottes Preise heilig und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über Alles möge lieben, daß ich mit ge⸗ trostem Muth seiner Vater⸗ huld mich freu und mit wah⸗ rer Kindestreu stets vor sei⸗ nen Augen wandle und recht⸗ schaffen denk und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb und Sanftmuth übe und mirs rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand zur Erleichtrung der Beschwerden kann dem Nächsten nützlich werden. 7. Lehre mich mich selber kennen, die verborgnen Feh— ler sehn, sie voll Demuth Gott bekennen und ihn um Vergebung flehn. Mache täglich Ernst und Treu, sie zu bessern, in mir neu; zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick mei⸗ ner Sünden mein Gewissen niederschlägt; wenn sich in mir Zweifel finden, die mit Angst mein Herze hegt; wenn mein Aug in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint, o dann laß es mei— ner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir; selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, err, verlangt nach dir. so setze durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende. Das Wort Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott 198 Religien, von Gott gegeben, sei ewig meinem Herzen werth! Heiligung. werth! Wie dunkel ist der Weg durchs Leben dem, der dein himmlisch Licht entbehrt! Nur du, du führst an sichrer Hand den Pilger hin ins beßre Land. 2. Du bist es, die mich Gott erkennen, mich meinen Schöpfer lieben lehrt. Ich darf getrost ihn Vater nen⸗ nen, darf sicher sein, daß er mich hört. Du rufst mir zu: Dein Gott ist gut! Wohl dem, der seinen Wil⸗ len thut! 3. Wer reizt mein Herz, sich selbst zu richten? Wer schärfet meines Geistes Blick zur hellen Einsicht meiner Pflichten und schreckt vom Bösen mich zurück? Du stär⸗ kest den Gewissenstrieb und machst mir Recht und Tu⸗ gend lieb. 4. Du leitest mich auf al⸗ len Wegen; du zeigest mir das höchste Gut; du machst mir jedes Glück zum Segen und gibst im Unglück frohen Muth. Wo Nichts, sonst Nichts mich trösten kann, da hebt dein wahrer Trost erst an. „5. Du gibst dem Geiste süßen Frieden, erheiterst mild den trüben Sinn, reichst dem Beladenen und Müden den sichern Stab der Hoffnung hin. In Angst, Gefahr und Todesschmerz erquickt und heilt dein Trost das Herz. 143 6. Du lehrst mich glau⸗ ben, lieben, hoffen, ver⸗ kündigst mir Unsterblichkeit. Der Himmel steht durch dich mir offen, und mein ist seine Seligkeit. Ich glaube fest und zweifle nicht: Du, du bist meine Zuversicht! Ja, du, des Lebens reinste Wonne, begleite du mich bis ans Grab und leuchte dann mir, gleich der Sonne, den Weg ins Todes⸗ thal hinab! Mein erster Laut an Gottes Thron sei Dank für dich, Religion! Mel. Nun danket Alle Gott 199 Von Herzen preis ich dich, Gott, für der Bibel Lehre, die ich als dein Geschenk mit Dank⸗ barkeit verehre. Sie ist das Glück der Welt, der Ruhm der Christenheit, mein Klein⸗ od, Trost und Licht bis in die Ewigkeit. 2. Zum Licht, in dem du wohnst, kann die Vernunft nicht dringen; mit Zweifeln und mit Wahn müßt ich voll Unruh ringen, hätt ich dein göttlich Wort, den klaren Unterricht von dir und dei⸗ nem Sohn und meiner Seele nicht. ö 3. Wie kräftig ist dein Wort! Gott, vielen tausend Christen gab deine Bibel Sieg im Kampf mit bösen Lüsten. Sie bessert sanft das Herz 144 Werke und Wohlthaten Gottes. Herz, stärkt mich 1 meiner flicht, ist in Gefahr mein Licht. in Finsterniß mein icht. 4. Der Fromme wird ge⸗ stärkt, der Sünder tief er⸗ schüttert, der Zweifler wird beschämt; des Spötters Seele zittert; es tröstet sich am Grab der Seinigen der Christ, wenn er vom Wie⸗ dersehn im bessern Leben liest. 5. Hier lernt der Weiseste der wahren Weisheit Schätze; hier faßt der Blödeste die göttlichen Gesetze; hier findet jeder Stand für jede Lebens⸗ pflicht in allen Fällen Rath und hellen Unterricht. 6. Wer fühlt nicht deinen Geist und seiner Wirkung Stärke! Wer nicht des Glau⸗ bens Kraft und Trieb zum uten Werke, der mit dem lautern Wunsch nach Licht und Frömmigkeit, mit Ehr⸗ furcht und Gebet der Schrift die Andacht weiht! 7. So kann kein andres Buch die Größe Gottes prei⸗ sen, so faßlich rührend nicht den Weg zur Tugend weisen. Durch keine Rednerkunst wird so das Oah erquickt, zu jeder guten That so wil⸗ lig und geschickt. ö 8. Bei diesem Unterricht laß deinen Geist mich rüh⸗ ren und seine Gotteskraft an meinem Herzen spüren! ren folgt, fühlt ihre Göttlichkeit; sie geben Licht und Trost, im Tode Freudigkeit. Wer deinen Lehren Mel. Wer nur den lieben Gott 200 ein Wort, 9 Höchster, ist vollkommen, es lehrt uns unsre ganze Pflicht; es gibt dem Sünder, wie dem From⸗ men zum Leben sichern Un⸗ terricht. O selig, wer es achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt! 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, zerstreut des Irrthums Finsterniß, ver⸗ kündigt Gnade, Heil und Segen und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist und was dir wohlgefällig ist. 3. Dein Wort erweckt uns, dich zu lieben, und lehrt, wie viel du denen gibst, die dein Gebot mit Freuden üben, wie du so väterlich uns liebst. Was uns darin dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr und trüget nicht. 4. Gott, deine Tröstungen sind besser und mehr der Sehnsucht werth, als Geld; ein Schatz, weit köstlicher und größer, als alle Schätze dieser Welt. Wer gern thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. 5. So laß mich denn mit Lust betrachten die Wheh ei Heiligung(Wort Gottes). heit, die dein Wort mich lehrt; laß mich auf das gehorsam achten, was dein Befehl von mir begehrt, so fließen Trost und Seelen⸗ ruh auch mir aus deinem Worte zu. Mel. Liebster Jesu, wir sind 201 Her mein Licht, erleuchte mich, daß ich mich und dich er— kenne, daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne! Höchster, laß mich doch auf Erden weise zu dem Himmel werden! 2. Lautre Wahrheit ist dein Wort, lehre mich es recht verstehen! Hilf selbst meinem Forschen fort, rich⸗ tig daraus einzusehen, was zu meinem Heil mich füh⸗ ret und mir, deinem Kind, gebühret! 3. Aber laß mich nicht allein deines Wortes Sinn verstehen; laß mein Herz auch folgsam sein, den er⸗ kannten Weg zu gehen! Denn sonst würd ich bei dem Wissen doppelt Strafe leiden müssen. Gib, daß ich den Un⸗ terricht deines Wortes treu bewahre, daß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir selbst erfahre! Ja, es sei in meinem Leiden mir ein Quell von Trost und Freuden! 14⁵ 5. Hilf, daß sich von Zeit zu Zeit meine Kenntnisse vermehren! Find ich manche Dunkelheit bei geheimniß— vollen Lehren, laß mich Zweifelsucht entfernen und in Demuth glauben lernen! 6. Laß mich, Herr, in deinem Licht immer rühren⸗ der erkennen jener Herrlich⸗ keit Gewicht und wie glück⸗ lich der zu nennen, der da—⸗ nach mit Eifer trachtet und die Lust der Welt verachtet! 7. O verleihe mir die Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln und vor dir ge⸗ wissenhaft als dein treues Kind zu wandeln, so wird einst in jenem Leben mich ein hellres Licht umgeben. Mel. O Gott, du frommer Gott. 202 oll dein ver⸗ — derbtes Herz zur Heiligung genesen, Christ, so versäume nicht, das Wort des Herrn zu le⸗ sen; bedenke, daß dies Wort das Heil der ganzen Welt, den Rath der Seligkeit, den Geist aus Gott enthält. 2. Merk auf, als ob dir Gott, dein Gott, gerufen hätte, merk auf, als ob er selbst zu dir vom Himmel redte! So lies, mit Ehr⸗ furcht lies, mit Lust und mit Vertraun und mit dem frommen Ernst, in Gott dich zu erbaun. ö G 3. Sprich 146 Werke und Wohlthaten Gottes. 3. Sprich fromm: o Gott, vor dem ich meine Hände falte, gib, daß ich dein Ge— bot für dein Wort ewig halte und laß mich deinen Rath empfindungsvoll ver⸗ stehn, die Wunder am Ge⸗ setz, am Wort vom Kreuze sehn! 4. Er, aller Wahrheit Gott, kann dich nicht irren lassen. Lies, Christ, sein heilig Buch, lies oft, du wirst es fassen, so viel dein Heil verlangt. Gott ist's, der Wahrheit gibt, wenn man sie redlich sucht und aus Gewissen liebt. 5. Lies frei von Leiden-⸗ schaft und ledig von Ge⸗ schäften und sammle deinen Geist mit allen seinen Kräf⸗ ten. Der beste Theil des Tags, des Morgens Heiter⸗ keit und dann der Tag des Herrn, der sei der Schrift geweiht. ö 6. Rührt dich ein starker Spruch, so ruf ihn dir zum Glücke, des Tags oft in dein Herz im Stillen oft zurücke; empfinde seinen Geist und stärke dich durch ihn zum wahren Edel— muth, das Gute zu voll⸗ ziehn. 7. Um tugendhaft zu sein, dazu sind wir auf Erden. Thu, was die Schrift ge— beut, dann wirst du inne werden, die Lehre sei von Gott, die dir verkündigt ist, und dann das Wort bin. dem du gehorsam ist. 8. Spricht sie geheimniß⸗ voll, so laß dich dieß nicht schrecken; ein endlicher Ver⸗ stand kann Gott nie ganz entdecken. Gott bleibt un⸗ Die ert hoch. Wenn er sich dir erklärt, so glaube, was er spricht, nicht was dein Witz begehrt. 9. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen ist Ruhm, und die Vernunft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott sich of⸗ fenbart, ist der Geschöpfe Pflicht und weise Demuth ist das glauben, was Gott spricht. 10. Drum laß dich, from⸗ mer Christ, durch keinen Zweifel kränken, hier bist du Kind, doch dort wird Gott mehr Licht dir schen⸗ ken. Dort wächst mit dei⸗ nem Glück dein Licht in Ewigkeit; dort ist die Zeit des Schauns und hier des Glaubens Zeit. 11. Verehre stets die Schrift: und siehst du Dun⸗ kelheiten, so laß dich deinen Freund, der mehr, als du, sieht, leiten. Ein forschen⸗ der Verstand, der sich der Schrift geweiht, ein heilver⸗ langend Herz hebt manche Dunkelheit. 12. Halt rre=t NN ist Heiligung(Wort Gottes). 12. Halt fest an Gottes Wort: es ist dein Glück auf Erden und wird, so wahr Gott ist, dein Glück im Him⸗ mel werden. Verachte christ⸗ lich groß des Bibelfeindes Spott. Die Lehre, die er schmäht, bleibt doch das Wort aus Gott. Mel. Vom Himmel hoch da 203 ott, heilig sei dein Nam und Recht dem ganzen mensch⸗ lichen Geschlecht! Dich bete, wer dich denken kann, im Heist und in der Wahrheit an! 2. Verbreite deines Wor⸗ tes Schall, wie deine Werke, überall, daß Alle lernen, wer du seist: der reinste, aller⸗ höchste Geist. 3. Durch Jesum Christ, den du gesandt, werd immer mehr der Welt bekannt, daß du, Gott, unser Vater bist, und er der Völker Heiland 4. Lehr uns, die deinen Rath verstehn, gehorsam deine Wege gehn. Durch deines Geistes Licht und Kraft mach weise uns und tugendhaft. 5. Durch Wahrheit däm⸗ pfe jeden Wahn; erleucht uns allen unsre Bahn; das Laster tilg aus unsrer Brust und tödt in uns die böse Lust. 147 6. So preiset deine Chri⸗ stenheit, Herr, deinen Na— men in der Zeit; sie ist und bleibt dein Eigenthum, und ihre Thaten sind dein Ruhm. 7. Du sättigst sie mit Se⸗ ligkeit von nun an bis in Ewigkeit, und ewig ist ihr frommer Dank, Herr, deines Namens Lobgesang. Mel. Ach Gott und Herr 204 Golt ist mein Hort und auf sein Wort soll meine Seele trauen! Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß kei⸗ nen Spott, o Hem' mein Gott, mich von dem Glau⸗ ben schrecken. 3. Wo hätt ich Licht, wo⸗ fern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte! Gott, ohne sie verstünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben, daß diese Zeit zur Ewigkeit nur sei von dir gegeben. 5. Den ewgen Rath, die Missethat der Sünder zu versühnen, den kennt ich nicht, wär mir dieß Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sün⸗ 2 2 den ——— 148 den nicht verzagen, nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist im Glauben: Vater! sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte! Durch meine Müh vermag ichs nie; dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß dieses Wort mir Licht und Freude geben! Es sei mein Theil, es sei mein Heil und Kraft zum ewgen Leben! Mel. Freu dich sehr, o meine 20 5 Gott. durch den wir sind und leben, deine Güte sei ge⸗ preist, daß du uns dein Wort gegeben, das zum Heil uns unterweist, das uns unsre Pflichten lehrt, warnt, er⸗ mahnet, straft, bekehrt und, wenn uns ein Leiden drük⸗ ket, uns mit reichem Trost erquicket. 2. Gib, daß wir es innig lieben, ernstlich ohne Heu⸗ chelschein das darin Befohl—⸗ ne üben und nicht bloße Hörer sein; denn wer dei⸗ nen Willen weiß und ihn doch nicht thut mit Fleiß, der ist ärger, als die Heiden, und muß doppelt Strafe leiden. 3. Darum präge deine Lehren tief in unsre See⸗ len ein, laß sie uns mit Nutzen hören und derselben Werke und Wohlthaten Gottes. Thäter sein; treib uns da⸗ durch kräftig an, daß wir dich vor Jedermann froh be⸗ kennen, kindlich lieben und mit Sünden nicht betrüben. 4. In der Seele Finster⸗ nissen sei dein Wort uns stets ein Licht. Laß uns Trost daraus genießen, wenn es uns an Trost gebricht! Es versüß uns jede Noth; es erquick uns auch im Tod durch die Hoffnung, ganz zu schauen, was wir deiner Wahrheit trauen. Mel. Schwing dich auf 206 Dean selbst die Wahrheit bist, Gott, zu dem ich singe, Gott, den kein Verstand ermißt, Ursprung aller Dinge; alle Weisheit kommt von dir zu den Menschenkindern, sie er⸗ leuchtet uns, wenn wir selbst ihr Licht nicht hindern. 2. Vorurtheil und Fin⸗ sterniß füllen unsre Seelen; unser Blick ist ungewiß, un⸗ 98 Schlüsse fehlen; aber ein Verstand weicht nicht von der lautern Wahrheit. Was du denkest, das ist Licht, Richtigkeit und Klarheit. 3. Wirf dich, sterbliches Geschlecht, dankbar ihm zu Füßen! Seine Wahrheit Und sein Recht lässet er dich wissen. Weit erschallt das Wort des Herrn, das die Welt bekehret; glaubt es freudig, Heiligung(Gesetz). 149 freudig, folgt ihm gern, Völ⸗ ker, die ihrs höret! 4. Gott, was uns dein Wort verspricht, wird und muß geschehen; deine Dro⸗ hung kann auch nicht leer vorübergehen. Haben Tau⸗ sende nicht schon, welche vor uns waren, deine Strafen, deinen Lohn dir zum Ruhm erfahren? 5. Seele, wolltest du nicht Gott zuversichtlich glauben? Soll der Leicht-— sinn, soll der Spott deinen Trost dir rauben? Die die Himmel aufgebaut, kann die Wahrheit lügen? Kann sie den, der ihr vertraut, heuchlerisch betrügen? 6. Erd und Himmel wird vergehn; Gott, dein Wort wird bleiben. Lasterhafte, die es schmähn, werdens nicht vertreiben. Könige sind Staub vor dir, sie mit ih⸗ ren Heeren. Du im Him⸗ mel lachest ihr, wenn sie sich empören. 7. Du bist Wahrheit! Ewig soll mich von dir nichts trennen, mich die Welt, von Arglist voll, nicht erschüttern können. Muß ich hier gleich um dein Wort Schmach und Trübsal leiden, so belohnst du mirs doch dort, Gott, mit Ehr und Freuden. Gesetz. Mel. Gottlob, ein Schritt zur 207 Hem dein Gesetz und dein Ge⸗ bot, wonach wir sollen le⸗ ben, hast du, o liebevoller Gott, mir in mein Herz ge— geben, daß ich zum Guten willig sei, mit Sorgfalt, fern von Heuchelei, was du befiehlst, vollbringe. 2. Gib, daß ich dir allein vertrau, allein dich ehr und liebe, auf Menschenhülf al⸗ lein nicht bau, in deiner Furcht mich übe, daß Bei— fall, Lob und Menschengunst, Gewalt, Pracht, Reichthum, Witz und Kunst, mir nicht zum Abgott werden. 3. Hilf, daß ich redlich mich bemüh, dich, Vater, zu erkennen, und laß mich deinen Namen nie ohn Ehr⸗ erbietung nennen. Gott, un⸗ vergeßlich sei es mir, was ich in meiner Taufe dir so feierlich versprochen. Am Tag der dir ge⸗ weihten Ruh, laß mich, Gott, mit den Deinen in der Ver⸗ sammlung, so wie du be⸗ fiehlst, vor dir erscheinen; laß deiner im Gebet mich freun, ein Hörer deines Wortes sein und, wie ich soll, ein Thäter. 5. Gib, daß ich Aeltern, Obrigkeit und Lehrer ehr und liebe, sie nie durch Wider⸗ G 3 setz⸗ SꝗSꝗD.... 150 Werke und Wohlthaten Gottes. setzlichkeit und böses Herz betrübe; vielmehr für ihre Sorg und Treu erkenntlich und gehorsam sei und dei⸗ nen Segen erbe. 6. Hilf, daß ich nie mit bittrem Sinn, Herr, Rach und Feindschaft übe und. wenn ich auch beleidigt bin, verzeih und Feinde liebe und Jedem gönne, was er hat, und Alle segne, mit der That gern jedem Menschen diene. 7. Laß mich, wie du ge⸗— boten hast, unkeusche Werke meiden. Unreinigkeit ist dir verhaßt; auf Wollust folgen Leiden. Schaff du in mir ein reines Herz, das Uep⸗ pigkeit und frechen Scherz sich nimmermehr erlaube. 8. Gib, Herr, daß ich mich redlich nähr und böser Ränke schäme, mein Herz von Geiz und Unrecht kehr, durch Macht und List Nichts nehme; daß ich nie Fleiß und Arbeit scheu, wohlthä⸗ tig und zufrieden sei, nicht karg und nicht verschwend⸗ risch. 9. Hilf, daß ich meines Nächsten Ehr zu retten mich befleiße, das, was ich kann, zum Besten kehr, doch Bö⸗ ses nicht gut heiße; stets übe Treu und Redlichkeit und Abscheu trage jederzeit vor Falschheit, Schmähn und Lügen. 10. Laß mich des Nächsten Haus mit List und Unrecht nicht begehren; das aber, was mir nöthig ist, wollst du mir, Gott, gewähren. Doch laß mir auch das größte Gut, ein ruhig Herz und frohen Muth und deine Gnade werden. 11. Wie gern möcht ich, o Herr, mein Gott, nach deinem heilgen Willen, wie gern möcht ich ganz dein Gebot, das du mir gabst, erfüllen; allein du weißt, was mir gebricht; ich Schwa⸗ cher, ich vermag es nicht aus meinen eignen Kräften. 12. Drum gib du mir von deinem Thron, Gott Vater, Gnad und Stärke, daß ich, o Jesu, Gottes Sohn, stets auf dein Vor⸗ bild merke! O heilger Geist, hilf mir, daß ich Gott über Alles und, wie mich, auch meinen Nächsten liebe! Evangelium. Mel. Jesu, meine Freude 208 ort aus Got⸗ tes Munde, Wort vom Friedensbunde, Evangelium! Quelle wah— rer Freuden, Trost in allen Leiden, unser höchster Ruhm! Gottes Kraft, die Glauben schafft! Heiligung(Kirche). schafft! srohe Botschaft, uns zum Leben selbst von Gott gegeben! 2. Was sein Wohlgefal⸗ len vor der Zeit uns allen ausersehen hat; was erst dunkle Schatten vorgebildet Won das saär Eid sein Rath. Daß sein Eid ihn nicht gereut, rühmen wir; in Jesu Namen wird er Ja und Amen. 3. Alles ist vollendet; Gott hat den gesendet, der verheißen war. Jesus hat sein Leben für uns darge⸗ eben, willig gab ers dar. Ja, er hat des Höchsten Rath ganz vollbracht zu seiner Ehre. O erwünschte Lehre! 4. Da uns Strafen droh⸗ ten, riefen seine Boten: Heiligt euch und glaubt! Gott will euch vergeben, ewig sollt ihr leben, wenn ihr Jesu glaubt! Seine Huld tilgt eure Schuld; nur müßt ihr die Sünde hassen, Muth zur Tugend fassen! 5. Jesu, voll Vertrauen, will ich auf dich bauen und in dir mich freun, dir nur will ich leben, dir mich ganz ergeben, ewig treu dir sein. So werd ich auch einst durch dich, o mein Heiland, selig sterben und den Himmel erben! Die heilige christliche Kirche. In eigener Melodie. 209 Erbalt uns, Herr, bei deinem Wort; den finstern Irr⸗ thum treibe fort; bewahr uns por Gewissenszwang, so preist dich unser Lobge⸗ sang! 2. Die Völker sein dir unterthan! Es weiche fal— scher Lehre Wahn vor deiner Wahrheit klarem Licht; Ge⸗ walt hilft dem Gewissen nicht. 3. Die Herrschsucht, die den fremden Knecht, er glaube falsch, er glaube recht, gewaltsam zieht vors Rich⸗ teramt, bleib unter unserm Volk verdammt! 4. Nur geistlich sei der Wahrheit Krieg! Gib wi— der Irrthum ihr den Sieg. Durch Gründe sieg sie und Beweis und durch des from⸗ men Beispiels Fleiß. Wir gehn in Dämm⸗ rung, irren bald! Die Weis⸗ heit übet 2 Gewalt. Laß Fried und Duldung allge⸗ mein, nicht mächtig die Ver⸗ folger sein! 6. Der Scepter übe Bil⸗ ligkeit, verbiete nicht der Gründe Streit! Wer fried⸗ sam ist, nicht Laster lehrt, deß Freiheit bleibe unge⸗ stört. G 7. Zer⸗ 152 Werke und Wohlthaten Gottes. 7. Zerbrich des Zwanges Huit u Joch; die freie Wahr— heit sieget doch. Sie mache uns von Irrthum frei und von der Sünde Sclaverei. Am Reformationsfeste. In eigener Melodie. 0 in feste Burg ist 2 10 E unser Gott, ein gute Wehr und Waffen! Er hilft uns frei aus aller Noth, die uns jetzt hat be⸗ troffen. Der alt böse Feind, mit Ernst ers jetzt meint, groß Macht und viel List, sein grausam Rüstung ist, auf Erd ist nicht seins Gleichen. 2. Mit unsrer Macht ist Nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott um⸗ hat erkoren. Fragst du, wer er ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott; das Feld muß er be— halten! 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr; es soll uns doch ge— lingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nicht, das macht, er ist gericht; ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn und kein Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehm'n sie uns den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, laß fahren dahin, sie habens kein Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben. Mel. Christus, der ist mein Leben 211 A bleib mit dei⸗ ner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser werth, daß uns beid hier und dorte sei Güt und Heil bescheert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du werthes Licht; dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr; dein Gnad und all Vermögen in uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schutze bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht trutze, noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth.; Heiligung(Kirche). 153 Mel. Ein feste Burg 212 H deine Kirche danket dir: noch wohnt dein Wort im Lande! Von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfande. Kommt sie in Gefahr durch der Feinde Schaar, dann, o Jesu Christ, besiege Macht und List und herrsch in jedem Lande! Sei, Herr, mit uns! Verlaß uns nie, uns, deines Leibes Glieder! Hilf deiner Kirch und schütze sie; denn wir sind deine Brüder. Sie, die dir vertraut, hast du selbst erbaut. Ach, erhalt sie rein; und die den Bund ent⸗ Du die heilige dir wie— er. 3. Eins ists, was deine Treuen kränkt, daß unter deinen Christen noch man⸗ cher deiner nicht gedenkt, beherrscht von seinen Lüsten. Vieler Glaub ist schwach, kalt die Lieb, und ach, sie bedenken nicht, es wart ein schwer Gericht auf träge, sichre Christen. 4. Und du, o Jesu, bist so treu! Ach, daß wir fröm⸗ mer wären! Mach alle Her— zen rein und neu, laß alle sich bekehren. Gib uns Wis⸗ senschaft, Glaube, Lieb und Kraft, gib Entschluß und Muth, zu wagen Ehr und Blut zum Preise deiner Lehre. — 5. Entferne Zwietracht, Krieg und Mord, erhalt uns Ruh und Frieden. Laß uns, gestärket durch dein Wort, im Guten nie ermüden. Ma⸗ che leicht, was drückt, gib uns, was beglückt. Nach der Prüfungszeit ruf uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Freuden. 6. Herr, deine Kirche streitet noch, hilf deiner Kirche siegen! Wie schwer ihr Kampf ist, müsse doch kein Kämpfer unterliegen! Hör ihr kindlich Flehn. Eil, ihr beizustehn, daß sie standhaft sei, stets deiner Wahrheit treu! Hilf deiner Kirche siegen! Mel. Herzliebster Jesu! 213 wig, o Jesu, wird dein Wort bestehen, und Erd und Him⸗ mel werden ehr vergehen, eh eine Macht das Reich, das du errichtet, jemals ver⸗ nichtet. 2. Immer noch sammelst du dir auf der Erden Men⸗ schen, die willig dir gehor— sam werden und deinen Frie⸗ den hier schon im Gewissen fröhlich genießen. 3. Reizt blendende Ver⸗ suchung sie zu Sünden, bist du ihr Beistand und hilfst überwinden. Nichts wird sie jemals deiner Hand ent⸗ ch 25 hasts verheißen! 15⁴4 4. Wohl allen denen, die dir, Jesu, trauen! Was sie dir glauben, wird ihr Aug einst schauen, dich und die Freuden, womit du beloh⸗ nest da, wo du thronest. 4. Dann erschallen fröhlich von der Deinen Menge dir, unserm Haupte, höhre Lob⸗ gesänge, wenn einst dein Volk, das hier dein Geist regieret, dort triumphiret. Mel. Erschienen ist der herrlich 214 obsinget Gott! denn seine Macht vertrieb des Aber- glaubens Nacht. Uns deckte bange Finsterniß; der Herr wars, der uns ihr entriß. 93 ihm! 2. Verdunkelt war der Wahrheit Licht, selbst Chri⸗ stenlehrer sahn es nicht. Aus Unterricht ward Glaubens⸗ zwang, in harte Sclaverei versank das Volk des Herrn. 3. Wie tobte der Ver⸗ folger Wuth! Wie strömte treuer Christen Blut! Und ihre Würger rühmten doch sich ihrer Gottesliebe noch. O welch ein Wahn! 4. Gott kam und stand der Kirche bei; da wurden die Gewissen frei; da schwan⸗ den Aberglaub und Wahn. Das hat der Herr, der Herr gethan. Singt, singt ihm Dank! 5. Vereint nun, Christen, Werke und Wohlthaten Gottes. jederzeit mit Wahrheitssinn Verträglichkeit. Die Liebe sei der Kirche Zier. Dann sieget sie. Gott ist mit ihr! Er ist ihr Schutz. 6. Und wenn auch seines Wortes Licht nicht gleich durch alle Nebel bricht und Spötter stolz die Wahrheit schmähn: verzaget nicht! Sie wird bestehn; sie ist von Gott! 7. Schaut auf zur Sonne; sie erhellt nicht gleich den ganzen Raum der Welt. Laßt, Christen, unsers Lichts uns freun und Gott durch Thaten dankbar sein, wie er sie liebt. 8. Lobsingt, lobsingt dem Herrn und freut voll Hoff⸗ nung euch der Ewigkeit! Dort wird nur Liebe, dort allein Ein Hirt und Eine Heerde sein. Lobsingt dem Herrn! Mel. Herzliebster Jesu! 215 Laß doch, o Jesu, laß dein Reich auf Erden nie unterdrücket, stets erweitert werden! Gib allen Menschen deiner Lei⸗ den wegen Licht, Heil und Segen! 2. Erleuchte sie, daß sie dich recht erkennen und glau⸗ bensvoll dich ihren Heiland nennen! O lehre sie mit Eifer deinen Willen schon hier erfüllen! Heiligung(Kirche). 3. Laß sie die Schrift mit frommer Achtung ehren; denn sie Den der wahren Weisheit Lehren, und ohne diese suchet man vergebens den Weg des Lebens. 4. Ach, steure, Herr, dem Toben deiner Feinde und vor dem Irrthum warne deine Freunde! Gib, daß sie prüfen und dem Aberglau⸗ ben die Herrschaft rauben. 5. Sei du ihr Licht in bangen Finsternissen und wecke selbst ihr schlafendes Gewissen! Erhebe tröstend, schlägt sie Kummer nieder, ihr Herz auch wieder. 6. Herr, schütz uns mäch⸗ tig vor der List der Bösen, bis du von ihnen ganz uns wirst erlösen und wir zum Kreise der verklärten From-⸗ men frohlockend kommen. In voriger Melodie. 216 Schütze die Dei⸗ ä nen, die nach dir sich nennen und dich, o Jesu, vor der Welt be⸗ kennen. Laß deinen Händen, wie du selbst verheißen, Nichts sie entreißen. 2. Laß deine Wahrheit rein verkündet werden. Mach ihre Siege herrlicher auf Erden. Gib Muth und Weisheit denen, die sie leh⸗ ren, dein Reich zu mehren. 3. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen. 15⁵ Führe die Deinen, wie du selbst versprochen, führe sie endlich aus dem Kampf hie⸗ nieden zum ewgen Frieden. . Ebwig, o Heiland, sei dein Nam erhoben! Ewig frohlockend müsse dich einst ner s 0 Wendr dei⸗ ner schwachen Heerde, Him-— mel und Erde! Mel. Eine feste Burg 2 1 7 enn Christus sei⸗ One Kirche schützt, so mag die Hölle wüthen; er, der zur Rechten Gottes sitzt, hat Macht, ihr zu ge⸗ bieten. Er ist mit Hülfe nah; wenn er gebeut, stehts da. Er schützet seinen Ruhm und hält das Heiligthum. Mag doch die Hölle wü— then! 2. Und wenn auch Für⸗ sten auf dem Thron sich wider ihn empören, stets werden ihn, des Höchsten Sohn, zahllose Völker ehren. Sein Wort ist wahr; Nichts ist der Großen Macht und List. Wie lange währt ihr Spott? Auch sie sind Staub vor Gott. Sie mögen sich empören! 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, G 6 sein 156 sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Droh'n erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß be⸗ decken. Der Herr, der starke Gott, hält über sein Gebot, gibt uns Geduld in Noth und Kraft und Muth im Tod. Was kann uns denn erschrecken? Mel. Gott des Himmels und 21 8 eme ists in deinem Reiche, König der erlösten Schaar! Jede Sinnenlust entweiche; dennoch beutst du Wonne dar, Wonne, die den Geist erhöht und dem Strom der Zeit entgeht. 2. Was sind Rang und eitle Schätze? Was sind Kronen dieser Welt? Freun⸗ de deiner Reichsgesetze sind einst Engeln zugesellt. Edel handeln ist ihr Ruhm, deine Huld ihr Eigenthum. 3. Hier ist Weisheit, hier ist Tugend, wo dein großer Geist regiert, wo das Alter, wo die Jugend sich mit dei— nem Sinne ziert. Selbst der Sünder preist sein Glück, eilet er zu dir zurück. 4. Ja du herrschest nicht mit Strenge; nur von Liebe wallt dein Herz, und du Werke und Wohlthaten Gottes. lockst der Menschen Menge nur hinweg von Angst und Schmerz. Selig, wer dir seine Zeit, seine Kraft, sein Leben weiht! 5. Mag der Krieg die Welt zerrütten! Friede schwebt um deinen Thron. In Palästen, in den Hüt⸗ ten, groß ist überall dein Lohn. Jeder, jeder, der dich ehrt, ist und bleibt dir ewig werth. 6. Drohn dir gleich die Frevler alle, rüstet sich der Spötter Heer; ach, sie na⸗ hen sich dem Falle und dann toben sie nicht mehr! Ewig wird dein Reich bestehn; Wahrheit kann nicht unter⸗ gehn. 7. Reiche dieser Welt ver⸗ schwanden, Kronen sanken in den Staub; aber seit dein Reich erstanden, ward es nie der Zeiten Raub. Jetzt noch blickt dein Unter⸗ than hochentzückt zu dir hinan. 8. In den fernsten Him⸗ melsstrichen glänzt, o Herr, dein mildes Licht. Thoren nur, die von dir wichen, sehen seine Strahlen nicht: doch der Weise bleibt dir treu, und du machst ihn groß und frei. 9. Mehre selbst die Zahl der Weisen! Herr, erweitre dein Gebiet und laß einst auch den dich preisen, der noch xX r. SesrN 4* ꝗeeseNM r re Heiligung(Heilige Taufe). 15² noch blind vor Götzen kniet. Zeig uns allen nach der Zeit deines Reiches Herrlichkeit! Heilige Taufe. (Vor der Taufe.) Mel. Sollt es gleich bisweilen 219 Dir, Gott, der so gern er⸗ freuet, immer seine Huld erneuet, weihen durch die Taufe wir dieses Kind, o Vater, dir. 2. Gib ihm Wachsthum und Gedeihen, laß es stets das Böse scheuen und be— glücke das Bemühn, es zum Himmel zu erziehn. Stärke künftig seinen Glauben, laß ihm den die Welt nicht rauben, nicht den Trost, daß es ein Christ, daß du, Gott, sein Vater bist. 4. Laß es stets dich froh bekennen, daß es Niemand von dir trennen, Niemand auf der Tugend Bahn Heil und Ruh ihm rauben kann. Mel. Wer nur den lieben Gott 220 Hsel der du selbst die Tauf befohlen, dir, dessen Treu unwandelbar, dir sei auch dieses Kind befohlen! Wir bringen es dir flehend dar: o segne es, Herr Jesu Christ, der du der Taufe Stifter bist! Mel. Liebster Jesu, wir sind 221 7 wir stehen hier vor dir; laß dieß Kind auf unsern Armen dir gefallen, bitten wir, und erzeige dein Er- barmen: laß es hier beglückt auf Erden, dort des Him⸗ mels Erbe werden. (RNach der Taufe.) Mel. Wer nur den lieben Gott 222 Ich bin getauft N auf deinen Na⸗ men, Gott, Vater, Sohn und heilger Geist! Ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt. O welch ein Glück ward dadurch mein! Laß, Herr, mich dessen würdig sein! 2. Du hast mich für dein Kind erkläret, mein Vater, und ein selig Theil hast du, Sohn Gottes, mir gewähret an dem von dir erworbnen Heil! Du willst, mein Leben Gott zu weihn, Geist Gottes, selbst mein Beistand sein. 3. Die Liebe ist nicht zu ermessen, die du, mein Gott, mir zugewandt. O laß mich nie die Pflicht vergessen, da⸗ zu ich selbst mich dir ver⸗ band, als du in deinen Bund mich nahmst und mir mit Heil entgegenkamst! 4. Du bist getreu! Auf deiner Seite bleibt dieser G 7 Bund 158 Bund stets feste stehn. Ja selbst, wenn ich ihn über— schreite, läßt du dein Vater⸗ herz mich sehn. Du regest mein Gewissen an und lenkst mich auf die rechte Bahn. 5. Ich gebe, o mein Gott, aufs neue mich ganz 3u dei⸗ nem Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue und bilde mich nach deinem Sinn. Weich, eitle Welt, du Sünde, weich! Gott hört es: jetzt entsag ich euch. 6. Befestige dieß mein Versprechen, mein Vater, und warats mich, daß ich es niemals möge brechen! Mein ganzes Leben preise dich! Gott meines Heils, sei ewig mein und laß mich dein auf ewig sein! Mel. Wer nur den lieben Gott 223 Ich bin getauft nach Jesu Leh⸗ ren, dich, Vater, deinen Sohn und Geist so zu beken⸗ nen und zu ehren, daß Herz und Mund und That dich preist, und dann des Glücks, ein umd zu sein, mich hier schon und einst dort zu freun. 2. Du hast zu deines Rei⸗ ches Erben, o treuer Vater, mich erklärt; es hat die Frucht aus seinem Sterben dein Sohn, mein Heiland, mir ge⸗ währt; und dir mein Leben ganz zu weihn soll selbst dein Geist mein Beistand sein. Werke und Wohlthaten Gottes. 3. Gelobt, mein Gott, sei deine Liebe, die mir, noch eh ich dich gekannt, aus freiem väterlichem Triebe schon so viel Gutes zugewandti Wie huldreich hast du mein ge⸗ dacht und für mein wahres Wohl gewacht! 4. Dir geb ich mich, mein Gott, aufs neue nun ganz aus Dank und Liebe hin. Erwecke mich zu steter Treue und bilde mich nach deinem Sinn. Was dir mißfällt, se fern von mir und heilig ei mein Leben dir! 5. Damit ich, was ich hier verspreche, auch redlich halte und getreu, nie mein Ge— lübd aus Leichtsinn breche, steh, Gott, mit deiner Kraft mir bei, und fall ich, so verwirf mich nicht, o Herr, vor deinem Angesicht! 6. Erwecke mich durch dei— ne Gnade zum steten Ernst der Besserung und leite mich auf sichrem Pfade des Glau⸗ bens und der Heiligung. Gott meines Heils, sei ewig mein und laß mich stets dein eigen sein! Mel. Jesus, meine Zuversicht 224 Evig, ewig bin ich dein, theuer dir, mein Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu sein, Vater, Sohn und Geist, getaufet! Des⸗ sen soll mein Herz sich freun, — n—— —2— L.Ke KN Heiligung(Heiliges Abendmahl). freun: ewig, ewig bin ich dein! ö 2. Welch ein göttlicher Gewinn, daß ich durch der Taufe Gabe Gottes Kind und Erbe bin, daß ich ihn weit Vater habe! Heilig, Heilig will ich sein; ewig, Vater, bin ich dein! 3. Ich gelobt es, und den— noch brach ich oft den Bund der Taufe, kämpfte schon und wurde doch schwach im Kampf und matt im Laufe. Dennoch will noch Jesus mein, Gott will noch mein Vater sein! 4. Dieß, o Gott, ver⸗ sprachst du mir; das hat Jesus mir verheißen. Und ich sollte, Sünde, dir, dir, o Welt, mich nicht entrei⸗ ßen? Ja, ich wills; ich will nicht dein, ich will meines Gottes sein! 5. Jesum, dem ich bin getauft, bin von om so hoch erhoben, bin ihm durch sein Blut erkauft, Jesum soll mein Leben loben! Ihm will ich, denn ich bin sein, mei⸗ ne ganze Seele weihn. 6. Wachen will ich, flehn um Kraft, daß ich stets auf seinem Wege heilig und ge⸗ wissenhaft und im Glauben wandeln möge. Und er wird mir Kraft verleihn, treu bis in den Tod zu sein. 7. Höre mich, denn ich bin dein, theuer dir, mein 159 Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu sein, Vater, Sohn und Geist, getaufet. Ewig, ewig laß mich dein, ewig laß mich selig sein! Das heilige Abendmahl. Mel. Befiehl du deine Wege 2 25 Ve hat⸗ te Jesus die Jünger feierlich; es nahte seine Stunde, die Abschieds⸗ stunde sich. Die sich der Hoffnung srenten, mit ihm zum Thron zu gehn, sie soll⸗ ten nun ihn dulden, ach, bluten, sterben sehn. Sie sollten nun Be⸗ kenner der heilgen Wahr⸗ heit sein, für sie und für die Brüder, wie er, den Tod nicht scheun. Ach, wie er jetzt so rührend beim from⸗ men Abschiedsmahl den Freunden, den Erwählten noch Lieb und Treu empfahl! 3. Er sah am Kreuz sich sterben und weihte Brod und Wein, den Blick zu Gott erhoben, für sie laut dankend ein. Nehmt, sprach er, diese Gaben, das ist mein Leib, mein Blut; o denket mein, ihr Lieben, so oft ihr solches thut! 4. Wie konnten sie ver⸗ gessen, was jetzt ihr Lehrer that, der scheidende Geliebte jetzt, ach, so zärtlich bat! Nehmt 160 Nehmt hin, für euch gege— ben wird dieser Leib, dieß Blut; o denket mein, ihr Lie⸗ ben, so oft ihr solches thut! 5. Nun ward dieß Mahl zur Feier; stets schwebte ebreich mild und hehr vor ihren Blicken des treusten Freundes Bild; gab ihnen reinre Liebe, zur Tugend höhern Muth. Sie opferten der Wahrheit mit Freuden Gut und Blut. 6. Auch uns zum Heil ge⸗ stiftet ward sein Gedächtniß⸗ mahl; für uns auch starb aus Liebe er unter Schmach und Qual. Wer könnte sein vergessen, vergessen, was er bat, eh er den Weg des Todes zu unserm Heil be— trat? 7. O laßt nun am Altare uns seiner dankbar freun und froh den Bund der Lie— be, der Tugend Bund er⸗ neun! Sein Mahl stärk un⸗ sern Glauben, stärk ihn in Schmerz und Noth, mach heilig unser Leben, mach freudig unsern Tod! Mel. Liebster Immanuel 226 Naht dem Abireht Unsterbliche, nahet und feiert hier den Tag der Besserung! Segnet den Festtag des Bundes! Empfahet bei Jesu Mahle Kraft zur Heiligung. Fühlt Gottes Frieden! Denn schon Werke und Wohlthaten Gottes. hienieden gewährt die Tu⸗ gend euch Beseligung. 2. Aber gebietet auf rau⸗ heren Wegen die Tugend euch zu gehn, o wanket nicht! Blicket auf Jesum! Mit ewi⸗ gem Segen, mit Ruhm vor Gott belohnt erfüllte Pflicht! Auf, auf und ringet zum Ziel! Vollbringet den Ruf der Gottheit! Auf und wan⸗ ket nicht! 3. Bei dem Gedächtniß des Heiligen schwöret, dem hohen Tugendbund getren . sein! Schwört bei dem Tode des Heiligen. Höret, ihr Mitunsterblichen, den Schwur: Wir weihn in dieser Stunde dem großen Bunde der wahren Tugend uns. Gott, wir sind dein! 4. Singt dem erhabenen Muster der Frommen, des Bundes Erstem, Preis und Lobgesang! Er ist zum Segen der Menschheit gekommen; vom Himmel bracht er Licht. Nun lebenslang im Licht zu wandeln, wie er, zu handeln, dieß, Christen, sei der ihm geweihte Dank! Mel. Ein Lämmlein geht 227 u, Herr, hast aus Barmher⸗ zigkeit zum Denkmal deiner Gnaden das ganze Volk der Christenheit voll Liebe ein⸗ geladen. Du rufst: Müh⸗ selge, Heiligung(Heiliges Abendmahl.) selge, kommt zu mir! Ich komme, Heiland, ja, zu dir erheb ich meine Seele. Ent⸗ zeuch mir deine Gnade nicht, sei auch mein Trost, mein Heil, mein Licht. Du siehst, wie oft ich fehle. 2. Ja, meiner Schulden sind weit mehr, als ich ver⸗ mag zu zählen. Ich fühl es wohl und leide sehr vor Unruh meiner Seelen. Doch du bist meine Zuversicht. Verlaß mit deinem Trost mich nicht; du siehest meine Reue, Erbarmer, nimm sie gnädig an; du bist, der hel⸗ fen will und kann, daß sich mein Herz erfreue. 3. Nach deinem Troste sehn ich mich, gebückt vor dir im Staube. Dein tröst ich mich, und nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähn, versprichst, den Schwachen beizustehn, die nach der Beßrung trachten. Stets bleibst du deinem Worte treu und wirst ein gläubig Herz voll Reu und meines nicht verachten. 4. Regiere nur auch künf⸗ tig mich, daß ich vorsichtig handle und heilig, voll Ver⸗ traun auf dich, nach dei⸗ nem Willen wandle. Gib, daß aus Dank für deine Huld in Liebe, Glauben und Geduld ich dir auf Erden lebe, bis ich dereinst in dei⸗ 161 nem Reich verklärt, unsterb⸗ lich, Engeln gleich dich ewig froh erhebe. Mel. Wer nur den lieben Gott 228 Her bin ich, Je⸗ su, zu erfül⸗ len, was du in deiner Lei⸗ densnacht, nach deinem gna⸗ denvollen Willen zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht! 2. Es werde, Herr, für mein Gewissen dein Mahl ein tröstlich Unterpfand, daß ich, der Sündenschuld ent⸗ rissen, durch dich bei Gott Vergebung fand. So freuet meine Seele sich in deinem Heil und lobet dich. 3. Bewundernd denk ich an die Liebe, womit du un⸗ ser Heil bedacht. Wie stark sind deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz gebracht! O gib von deinem Todesschmerz jetzt neuen Eindruck in mein Herz! 4. Laß mich mit Ernst die Sünden scheuen, für welche du dich opfernd starbst; durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir erwarbst. Nie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht! 5. Ich übergebe mich aufs neue, o du, mein Herr und Gott 162 Werke und Wohlthaten Gottes. Gott, an dich, ich schwöre dir beständge Treue an deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig sein. Du starbst für mich, drum bin ich dein. ö 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen des Dien⸗ stes, den man dir erweist, mich bequemen, den mein Ge⸗ wissen sündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gesinnt zu sein! 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben und, wenn er strauchelnd sich versieht, Versöhnlichkeit und Sanft⸗ muth üben. Nie komm es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlassen hast! 8. Es stärke sich in mir der Glaube, daß meine See⸗ le ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächtger Ruf erhebt, wenn du dich, gro— ßer Lebensfürst, den Völkern sichtbar zeigen wirst! 9. Gebeugt lieg ich zu dei⸗ nen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Flehn. Laß auf mich neue Gnade flie⸗ ßen! Mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir zur Stärkung meiner Treu dein Abendmahl gesegnet sei! Mel. Ein Lämmlein geht Och komme, Herr, 229 und sue 80 nie zu einem Schritt mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würdge mich des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, tes und des Menschen Sohn mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh, ich suche ů—9 und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversichts lich an, du bist das Heil der Sünder, hast ihre Schul⸗ den abgethan, und wir sind Gottes Kinder. denk an deines Leidens Nacht und an dein Wort: Es ist voll⸗ bracht! Du hast mein Heil verdienet. Du hast für mich dich dargestellt; Gott war in dir und hat die Welt in dir mit sich versühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir: Er tilget deine Sünden und läßt in seinem Mahle hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufst, und er erhört dich schon, spricht liebreich: Sei getrost, mein Sohn! die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft und du wirst dem, der dich er⸗ kauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir, üm in Sohn Got⸗ Heiligung(Heiliges Abendmahh). bin der Wirst. dn bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, ich will es treu erfüllen und bitte ran durch deinen Tod um Kraf zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu der Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Dasserung mir und der Welt beweisen. Mel. Es ist das Heil uns 230 Ji preise dich, o Herr, mein Heil, für deine Todesleiden. Hab ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann mei⸗ nen Freuden? Du wardst ein Opfer auch für mich; o gib, daß meine Seele sich deß ewig freuen möge! 2. Was kann mein Geist durch deinen Tod nicht noch für Segen finden! Erquik⸗ kung in der Todesnoth, Vergebung aller Sünden, Gewissensruh, zur Beßrung Kraft, das hast du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze starbest. 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand von deiner großen Güte. Wie viel hast 16³3 du an mich gewandt! O stärke mein Gemüthe zum Dnß zeh. Vertraun auf dich, aß ich, solang ich lebe, mich an deine Gnade halte! 4. Ich fühle, Herr, voll Reu und Schmerz die Last von meinen Sünden. Laß mein vor dir gebeugtes Herz den süßen Trost empfinden, daß ich in deines Vaters Huld gewiß Vergebung mei⸗ ner Schuld auf Buße fin⸗ den werde! 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, werd iiet mir zum Segen! Er stärke mich mit neuer Kraft, auf allen meinen Wegen nur das zu thun, was dir gefällt, und alle Furcht und Lust der Welt standhaft zu überwinden! 6. Laß mich mit Glau⸗ bensfreudigkeit vom Bun⸗ desmahle essen und der Ver⸗ brüdrung heilgen Eid un— dankbar nie vergessen, daß ich aus ächter Gegentreu dir bis zum Tod ergeben sei, dir und den Brüdern lebe! 7. Laß deiner Leiden gro⸗ ßen Zweck mir stets vor Augen stehen! Nimm alle Hindernisse weg, die steile Bahn 0 gehen, die mir dein heilig Vorbild weist und die einst den erlösten Geist zu deiner Freude führet! Zum ewgen Leben hast du dich für mich dahinge⸗ geben, 16⁴ Werke und Wohlthaten Gottes. geben. Dein Abendmahl er— wecke mich, mit Ernst danach zu streben! Herr, mache mich dazu geschickt, und werd ich einst der Welt entrückt, so sei dein Tod mein Leben! Mel. Gott Vater, an Erbarmen 0 hrist, eile nie mit 231 C sicherm Sinn zum Liebesmahle Jesu hin, denk nicht, des großen Dul⸗ ders Blut macht jedes Sün⸗ ders Laster gut! Weh dem, der dieses Mahl entweiht durch Selbstbetrug und Sicherheit! 2. Wer sich zu ihm un⸗ würdig naht, der häuft die nicht d der Missethat. Sei nicht dein Feind, empfah es nicht dir, ach, zum strenge— ren Gericht! Nein, erst em⸗ pfinde tief dein Herz der Sünde Schmach, der Reue Schmerz! 3. Erst sei dein Vorsatz fest und rein, nicht mehr der Sünde Sklav zu sein; erst gib zurück, was deine Hand durch List, durch Trug, durch Raub entwandt, erst, Zürnender, versöhne dich mit deinem Bruder brüderlich! 4. Besiegst du so in deiner Brust des Lasters Macht, die böse Lust; bist du ent⸗ schlossen und bereit, zu käm— pfen manchen harten Streit, dann nahst du dich der Tu⸗ gendbahn, dann gehe zum Altar hinan. 5. Beschämt und mit ge⸗ beugtem Sinn schau auf den großen Dulder hin, der liebreich für die Sünder starb und ihnen Gottes Huld erwarb; dann glaube froh, daß Gott uns liebt, gern Reuigen die Schuld vergibt. 6. So, frei von Heuche⸗ lei und Wahn, müss Jeder sich dem Mahle nahn, das du in deiner letzten Nacht, o Herr, zum Denkmal uns gemacht! Da dämpfe der Ge⸗ dank ans Kreuz der Thor⸗ heit Lust, der Sünde Reiz! 7. Da rühr uns tief dein göttlich Bild und mach uns liebreich, sanft und mild; da schenk dein Geist uns Muth und Kraft zum Kam⸗ pfe mit der Leidenschaft, daß heilig wir durchs Le⸗ ben gehn, dem Tode froh entgegensehn. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 2 32 aht mit Bemüln im Gemüth, Brüder, christlich dem N tare; wer in Jugendfülle blüht, und der Greis im Silberhaar e,hoch und niedrig, arm und reich, anbt: hier seid ihr alle gleich! 2. Stärkt euch für die höhre Welt! Fließt, W Heiligung(Heiliges Abendmahl). Liebe Thränen, fließet! Wer vom Brode jetzt erhält, wer vom Weine jetzt genießet, fühl Entzücken inniglich, stärke für den Himmel sich! 3. Stärket euch, bleibt rein und gut; denket Alle: Wir sind Brüder! denket: Jesu Christi Blut floß für uns am Kreuze nieder; Menschenwürde, Menschen⸗ sinn uns zu lehren, floß es hin. 4. Der uns lehrte, Kraft und Gut für der Brüder Wohl zu geben, gab für Wahrheit hin sein Blut, gab für Tugend hin sein Le⸗ ben, hat, was er empfahl, geübt. O, wie hat er uns geliebt! 5. Denket seiner! Thrä⸗ nen fließt! Freudenthränen weinet, Brüder! Wer vom Brode jetzt genießt, wer vom Weine trinket, Brüder, denke an den Menschen⸗ freund! Denkt an Jesum, dankt und weint! 6. Laßt mit heiligem Ge⸗ müth all uns nahen dem Altare; wer von Lebens⸗ kräften glüht und der Greis an naher Bahre, hoch und niedrig, arm und reich; Brü⸗ der, hier sind Alle gleich! . Alle gehn wir Eine Bahn, Alle gehn wir zu dem Ziele edler Menschlich— keit hinan. Voll der selig⸗ sten Gefühle bete Jeder in⸗ 165⁵ niglich, stärke für den Him⸗ mel sich! 8. Wer den Kelch des Nachtmahls trinkt, wer vom Brode jetzt genießet, wer in Andacht fromm versinkt, wem der Reue Thräne flie⸗ ßet, ist mein Bruder, ist mein Freund, und ich habe keinen Feind. 9. Fließt, der Liebe Thrä⸗ nen, fließt! Vorgefühl der Himmelsfreuden fühle, wer das Mahl genießt, Kraft Deit Guten, Trost im Lei⸗ en. Fühlt euch all als Menschen gleich, fühlt als Himmelsbürger euch! 10. Jesus Christus hat sein Blut für der Menschen Wohl gegeben. Laßt uns Kräfte, Geist und Gut Men⸗ schen widmen, für sie leben; laßt uns zu des Himmels Höhn auf der Bahn der Liebe gehn. Mel. Freu dich sehr, o meine 233 oller Ehrfurcht, Dank und Freu⸗ den, komm ich, Herr, auf dein Gebot zu dem Denk⸗ mal deiner Leiden und ge⸗ denk an deinen Tod. Mitt⸗ ler, der du für mich starbst, mir ein ewig Heil erwarbst, dir zur Ehre stets zu le⸗ ben, sei mein eifrigstes Be⸗ streben! 2. Ich empfind es jetzt aufs neue, was ich dir, Herr 166 Werke und Wohlthaten Gottes. Herr, schuldig bin. Du, du gabst mit großer Treue ganz dich mir zum Dienste hin; wiesest mir den Weg zu Gott und ertrugst den schwersten Tod, mir im Le⸗ ben und im Sterben sichre Tröstung zu erwerben. 3. Durch dich ist zu Got⸗ tes Gnade freier Zutritt und die Kraft, auf der Tu⸗ gend selgem Pfade fest ein⸗ herzugehn, verschafft. Und du rufst aufs neue mir durch dein Nachtmahl, daß ich hier Theil an deinem Segen nehme und mich dei— ner niemals schäme. Sollt ich, Jesu, denn vergebens diese deine Huld empfahn? Nicht zur Beß⸗ rung meines Lebens mich zu deinem Tische nahn? Ja, mit neuem Ernst will ich mich vor Sünden scheun und dich durch ein dir ge— heiligt Leben mit vermehr⸗ tem Fleiß erheben. 5. Diesen Vorsatz, den ich habe, thätig dankbar dir zu sein, präg ihn, Jesu, bis zum Grabe tief in meine Seele ein! Gib mir Kraft, ihn zu vollziehn! Lehre mich mit Vorsicht fliehn, was ihn könnte bei mir schwächen, was mich reizt, ihn gar zu brechen! 6. Laß mich über Alles schätzen dein mir theur er⸗ worbnes Heil und nie aus den Augen setzen, wie nur der daran hat Theil, der auf deine Stimme hört, mit Gehorsam dich verehrt und in deinem Dienst auf Er⸗ den immer besser strebt zu werden! 7. Geh mir, wo ich bin und wandle, immerfort mit Hülfe nach, daß ich als ein Christ stets handle; und wird je mein Glaube schwach, o so hilf mir liebreich auf, daß ich in dem Tugendlauf nimmer wanke, nie ermüde! So erquicke mich dein Friede! 8. Ewig will ich dir es danken, daß du so barmher⸗ zig bist, daß auch, wenn wir Schwache wanken, deine Treu beständig ist. Herr, ich hoff es froh und fest, daß sie mich auch nie verläßt! Zu des Himmels Seligkeiten wird sie mich gewiß auch leiten. Mel. Schmücke dich, o ltebe Seele 234 S gläubig nach des Herrn Be⸗ fehle seinen Mittlertod zu feiern, deinen Dank ihm zu erneuern. Auch für dich hat er sein Leben in den bängsten Tod gegeben, dir für Zeit und Ewigkeiten Heil und Wohlfahrt zu bereiten. 2. Zum Genusse seiner Gnaden wirst du von ihm eingeladen; eil ihm denn vo Heiligung(Heiliges Abendmahl). voll entgegen und nimm Theil an seinem Segen. Komm getrost, es ist sein Wille, komm und schöpf aus seiner Fülle neuen Muth und neue Triebe zur Verehrung seiner Liebe. 3. Herr, ich komme mit Verlangen, Seelenruhe zu empfangen. Deine Liebe soll mich stärken in dem Fleiß zu guten Werken. Mit den heiligsten Entschlüssen will ich Brod und Wein genießen, mich der Bruderliebe wei— hen, deines Todes mich er— freuen. 4. Ach, wie hungert mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ich ge⸗ lob dir neue Treue; siehe, Herr, mein Herz voll Reue! Meinem kindlichen Begehren wollst du deinen Trost ge⸗ währen, meiner Sünden nicht gedenken, mir Gewis— fensruhe schenken. 5. Ja, ich hoff auf deine Gnade, daß sie mich der Schuld entlade und mit neuer Kraft zum Werke mei⸗ ner Heiligung mich stärke. Was du, da du für uns starbest, Jedem, der Gott sucht, erwarbest, Seelenruh und ewges Leben, wirst du mir gewiß auch geben. 6. Deiner will ich mich stets freuen, ganz mich mei⸗ nen Pflichten weihen, nur nach deinem Willen leben 167 und dich dankbar froh erhe⸗ ben. Deine Huld ist uner⸗ meßlich; Herr, sie sei mir unvergeßlich, daß ich dich aus frommem Triebe thätig ehre, folgsam liebe! 7. Du, dem dort der Frommen Schaaren, die, wie ich, auch Sünder wa— ren, ewig Dank und Jubel singen, daß sie hier dein Heil empfingen, laß auch mich einst dahin kommen, daß 100 mich mit allen Frommen ewig deiner Huld erfreue und dir einst mein Danklied weihe! Mel. Schon ist der Tag von Gott 235 Ich will den Bund NI mit meinem Herrn bei seinem Mahl er—⸗ neuern; ich will, von Welt⸗ geschäften fern, heut sein Ge⸗ dächtniß feiern. Der Tag sei hehr und heilig mir! Froh soll mein dankbar Herz zu dir, Erlöser, sich erheben! 2. Mich führe nicht Ge⸗ wohnheit hin, nicht der Be⸗ trug der Sünde, als ob ein unbekehrter Sinn dadurch schon Gnade finde. Nein, frei von niedrer Heuchelei, von eitlem Selbstbetruge frei will ich dein Mahl heut feiern! 3. Zum Eigenthume will ich mich aufs neue dir erge⸗ ben; bekennen will ichs öf— fentlich, dein Sterben sei mein 168 mein Leben. Solang ich athme, will ich dein und deiner Liebe mich erfreun und sie noch sterbend preisen. 4. Mit Reue will ich meine Schuld vor meinem Gott ge⸗ stehen und, unwerth seiner Vaterhuld, ihn um Verge⸗ bung flehen. Laß mich mit gläubigem Vertraun auf dich, mein treuer Mittler, ben und Seelenruhe fin⸗ en. 5. Es sei das Mahl der Liebe mir ein Pfand von Gottes Gnade, daß ich mit frohem Muthe dir folg auf der Tugend Pfade, mich im⸗ mer meines Vaters freu und voll der frohen Hoffnung sei, den Himmel einst zu erben! 6. Hilf, daß ich, jeder Sünde feind, Gott, über Alles liebe, durch dein Ver⸗ dienst mit ihm vereint das Gute eifrig übe! Gefällig ist dir dieser Dank; ihn will ich dir mein Leben lang mit reinem Herzen bringen. Mel. Herr, wir singen deiner 236 Hean Gedächt niß. Uns freut das heilige Vermächtniß von deinem blutgen Opfertod. Deiner nimmer zu vergessen, nahn wir uns dem Altar und es⸗ sen mit Dankgefühl des Bundes Brod. Wir trinken, Werke und Wohlthaten Gottes. Herr, mit Dank des Bundes heilgen Trank und geloben vor dir aufs neu der Tu⸗ gend Treu, daß uns dein Tod stets Segen sei. 2. Zu der Tugend höhern Werken, zur Liebe jedes Herz zu stärken, dazu ward dieses Mahl geweiht. Wie sein Stifter hier zu wandeln, stets liebreich gut und fromm zu handeln, sind wir ent⸗ schlossen und bereit. Reicht, Christen, euch die Hand! Wir gehn ins Vaterland beß⸗ rer Wesen. Mit Freudigkeit geht im Geleit der Liebe durch Gefahr und Streit! 3. Sie erfüllt mit Muth die Herzen, sie duldet Alles, Denkt der Schmerzen, die Jesus für uns Menschen litt! Laßt uns treu einander lie⸗ ben, treu jede Liebespflicht uns üben, für sie auch strei⸗ ten, wie er stritt! Der Men⸗ schenliebe weihn bei seinem Brod nund Wein wir uns alle. Wer Mitleid übt, gern hilft und gibt, der ists, der Jesum Christum liebt, 4. Gott zu leben, Gott zu sterben und seinen Himmel zu ererben, dieß ist des Le⸗ bens hohes Ziel. Jesu, hilf es uns erringen; hilf Sünd und Laster uns bezwingen; richt auf den Schwachen, welcher fiel! O stärk uns all im Lauf; schließ uns den Himmel auf, wann wir den en! Heiligung. ben! Von dir herab strömt Licht ins Grab; wir trock⸗ nen unsre Thränen ab. Der Chor: Mel. Herr, wir singen 237 H du wollst sie vorbereiten zu deines Mahles Seligkeiten: sei mitten unter ihnen, Gott! Heil und Leben zu empfahen laß sie, o Sohn, sich wür⸗ dig nahen, durch dich ver-⸗ gessen Sünd und Tod! Denn nur von Sünde rein sind sie, o Jesu, dein, deine Freunde. Laß, laß sie sehn in jenen Höhn von fern der Ueberwinder Lohn! Die Gemeinde: Mel. Jesus, meine Zuversicht 1. Die ihr seine Laufbahn lauft, theure, miterlöste Brüder, all auf Christi Tod getauft, alle seines Leibes Glieder, kommt, Versöhnte, kommt, erneut euern Bund der Seligkeit! 2. Nehmet hin und eßt sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sün⸗ der in den Tod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben. Seht, wie er die Sünder liebt, da er selbst sich für sie gibt! 3. Die mit voller Zuver⸗ sicht deines Heils, o Sohn, sich freuen, laß sie stets in 169 diesem Licht wandeln, ewig dir sich weihen! Laß ihr Herz vom Stolze rein, voll von deiner Demuth sein! Tröste, die in Trau⸗ rigkeit über ihre Seele wa⸗ chen; stärke, Herr der Herr⸗ lichkeit, ihren Glauben, hilf den Schwachen! Die gebeugt von ferne stehn, können un⸗ erhört nicht flehn. 5. Nehmet hin und eßt sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben. Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. 6. Hoherpriester, Jesu Christ, du bist einmal ein— gegangen in das Heiligthum, du bist als ein Fluch ans Kreuz gehangen. Also bist du durch den Tod einge— gangen, Sohn, zu Gott! 7. Hoherpriester, ja, du bist auch für diese eingegan— gen! Sprich sie los, Herr, Jesu Christ, wann sie nun dein Mahl empfangen! Laß sie fühlen: ins Gericht kom-⸗ men, die da glauben, nicht! 8. Augenblick voll heilgen Grauns, voller Wonn und süßen Bebens! Theures Pfand des künftgen Schauns, Ueberzeugung jenes Lebens! Schütte deine Gnad auf sie, alle deine Gnad auf sie! 9. Nehmet hin und eßt sein Brod! Jesus Christus, 5 ward 170 ward gegeben für die Sün⸗ der in den Tod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben. Hingegeben in den Tod Ward er, in der Sün⸗ der Tod. Der Chor: 2. Nehmt und eßt zum ewgen Leben. Nehmt hin und trinkt zum ewgen Le⸗ ben! Der Friede Christi sei mit euch! Nehmt und eßt zum ewgen Leben! Nehmt hin und trinkt zum ewgen Leben! Ererbt, ererbt des Mittlers Reich! Wacht! Eure Seele sei bis in den Tod getreu! Amen! Amen! Der Weg ist schmal; klein ist die Zahl der Sieger, die der Richter krönt! Die Gemeinde. 10. Jesu Christi Mittler⸗ tod werd in aller Welt ver⸗ kündigt! Jesu Christi Mitt⸗ lertod, der vorm Richter uns entsündigt! Jesus Christ, mit Preis gekrönt, hat uns Staub mit Gott versöhnt. 11. In das Chor der Him⸗ mel schwingt, Herr, sich unser stammelnd Lallen. Wenn, von Seligen umringt, wir vor dir einst nieder⸗ fallen, singt ein beßrer Lob⸗ gesang für dein Sterben Preis und Dank. Werke und Wohlthaten Gottes. 12. Ausgeschüttet warest du, warst wie Wasser hin⸗ gegossen; suchtest, fandest keine Ruh. Deine Todes⸗ wunden flossen, strömten über, ach, vom Blut, deines großen Opfers Blut. 13. Nehmet hin und eßt sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sün⸗ der in den Tod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. ö 14. Deiner Zunge Durst war heiß; heißer noch der Durst der Seele. Müd, in deines Todes Schweiß hing dein Leib, und deine Seele lechzte schmachtender zum Herrn! Doch schien seine Hülfe fern. 15. O wie warst du fürch⸗ terlich! Tod der Sünder! Sterben, sterben sollte der Versöhner, dich, dich zu ret⸗ ten vom Verderben! Ewig fassen dein Gericht endliche Gedanken nicht. 16. Jesus rief: Mein Gott! mein Gott! warum hast du mich verlassen? starb darauf den Kreuzestod. Wer kann diese Liebe fassen? Fluch und Tod sind nun nicht mehr. Gebt, ach, gebt dem Mittler Ehr! 17. Nehmet hin und eßt sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sün⸗ der in den Tod. Wen und Heiligung. und trinkt! Ihr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sün— der Tod. Der Chor: 3. Die dein Kreuz in je⸗ nen Tagen der Märtyrer dir nachgetragen, verließen oft das Bundesmahl, um vorm Blutgericht zu stehen, mit dir bis in den Tod zu gehen, voll Freuden in des Todes Qual! Gib, Herr, Beständigkeit auch uns; nicht Lust, nicht Leid laß uns scheiden von dir, daß treu die Seele sei dir, der uns bis ans Kreuz geliebt. Mel. Wer nur den lieben Gott 238 imm hin den * Dank für dei⸗ ne Liebe, erhabner Mittler, Jesu Christ! Gib, daß ich nun mit Freuden übe, was dir, Herr, wohlgefällig ist! Es müsse deines Todes Pein mir immerdar zum Segen sein! 2. Heil mir! Dein Brod ward mir gebrochen; ich trank, Herr, deines Bundes Wein. Von Herzen hab ich dir versprochen, dir bis zum Tode treu zu sein; und feierlich gelob ichs dir: sei du nun Hülf und Beistand mir! 111 Mel. Schmücke dich, o liebe Seele 239 B Hund groß an uld und Treue, sieh, ich widme dir aufs neue bei dem Denkmal dei⸗ ner Liebe dieß mein Herz voll heißer Triebe, dir in mei⸗ nem Lauf auf Erden immer dankbarer zu werden und an deines Segens Gaben auch auf immer Theil zu haben. 2. Laß dieß Opfer dir ge⸗ fallen! Du versprichst ja selbst es Allen, die nach dei⸗ nem Heil verlangen, daß sie Gnad um Gnad empfangen und, wenn sie dich lieben wollen, Kraft dazu empfan⸗ gen sollen. O wie könntest du das Flehen meines Her— zens denn verschmähen? 3. Nein, ich trau auf dein Versprechen, Herr, du kannst es mir nicht brechen; denn du siehest mein Bestreben, nur nach deinem Wort zu leben. Stärke mich denn zum Genusse deines Heils in dem Entschlusse, dich und deine heilgen Lehren mit Gehor⸗ sam zu verehren! 4. Diesen Dank für deine Liebe, wenn ich den dir schul—⸗ dig bliebe, wie verwerflich würd ich handeln, wie der Huld zuwider wandeln, die dich trieb, auch mir zum Leben in den Tod dich hin— zugeben! Welche Qualen im Gewissen würd ich einmal fühlen müssen! H 2 5. Nein, 17² 5. Nein, so strafbar, so vermessen will ich nie der Pflicht vergessen, die dir, Herr, von mir gebühret, die zum wahren Heil mich füh⸗ ret. Ewig dir nur anzuhan⸗ gen ist mein sehnlichstes Verlangen. Hilf du selbst nur meiner Seele, daß sie nicht dieß Ziel verfehle! 6. Bringe mich durch dei⸗ ne Gnade auf des wahren Glaubens Pfade immer nä⸗ her zu dem Ziele, wo ich ganz mich selig fühle. Laß indes⸗ sen mich hienieden deinen mir erworbnen Frieden im⸗ mer reichlicher genießen, bis sich meine Tage schließen. 7. O wie wird mein Herz sich freuen! Welchen Jubel wird dirs weihen, wenn du mich dorthin erhebest, wo du ewig herrschend lebest! Nichts wird dann mich wei— ter stören, dankvoll, Heiland, dich zu ehren; und du wirst mich mit den Freuden dei⸗ nes Himmels ewig weiden. Mel. Wann mein Stündlein 2 40 O Heiland, dessen hohen Werth des Sünders Herz empfindet, der reuvoll sich zu Gott be— kehrt, auf dich sein Heil nur gründet; auch ich, ich Sün⸗ der suche dich, erbarme dich auch über mich und laß mich Gnade finden! Werke und Wohlthaten Gottes. 2. Ich nehm an deinem Segen Theil; daß ich nicht trostlos bliebe, reichst du auch mir zu meinem Heil dein Mahl, dieß Pfand der Liebe. Ich nehm es und empfinde dann, wie viel du auch für mich gethan, wie viel, mich zu beglücken. 3. Hier ist dein Leib, hier ist dein Blut, für mich da⸗ hingegeben; du starbst der ganzen Welt zu gut, er⸗ warbst auch mir das Leben. Ich eß das Brod, ich trink den Wein, um ganz mit dir vereint zu sein, um ganz für dich zu leben. 4. O laß mich deines Mah⸗ les Kraft in meinem Glau⸗ ben stärken! Die Zuversicht, die es verschafft, kreib mich zu guten Werken, zum Eifer in der Heiligung, zur wah⸗ ren Herzensbesserung, zum Kampf mit bösen Lüsten! 5. Wie? sollt ich diesen Lüsten noch zu meiner Schan⸗ de dienen? Ich trüge noch ihr selavisch Joch? Ich sollte mich erkühnen, den Heiland, der für mich auch starb, mil Gnade, Trost und Heil er⸗ warb, durch Sünden zu verläugnen? 6. Nein, göttlicher Erret ter nein, laß mich das Böse hassen, mich jeden Reiz del ünde scheun und Mußh zum Kampfe fassen, dein Mahl nicht unbekehrt ent weihl Heiligung. weihn und den Entschluß, dir treu zu sein, mit Freu⸗ digkeit vollbringen. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele 2 41 Hech der du dein theures Leben für mich in den Tod gege⸗ ben, mich soll deine Liebe dringen, deinen Willen zu vollbringen; drum komm ich, von dir geladen, zu dem Mahle deiner Gnaden, dir mein ganzes Herz zu weihen und den Bund heut zu er⸗ neuen. 2. Ja, dir schwör ichs, mein Befreier von dem Tode, hoch und theuer, dich will ich mit allen Trieben meiner ganzen Seele lieben; immer will ich mich bestreben, nur nach deinem Sinn zu leben; mich soll weder Lust, noch »Leiden, Herr, von deiner Liebe scheiden! 3. Ich gelob aus treuem Herzen, meiner Brüder Noth und n lin täglich brü⸗ derlich zu lindern, Elend, wo ich kann, zu mindern. Ich gelobe dir mit Freu— den auch das Unrecht still zu leiden, ungeduldig nie zu klagen, an Gott niemals zu verzagen. 4. Was du hassest, will ich hassen, ganz von dir mich leiten lassen, nie mit Vor⸗ 173 satz dich betrüben, Alles, was du liebest, lieben. Doch ich kenne meine Schwäche, Jesu, da ich dieß versdriche. Morgen ist wohl schon ge— brochen, was ich heute dir versprochen. 5. Darum hilf du mir und stärke 116 in jedem guten Werke; komm und eile, mich vom Bösen, das ich thun will, zu erlösen; hilf den ersten Reiz der Sünden, den, ach, den mir überwinden; laß mich ihre Folgen schrecken und der Unschuld Freuden schmecken! 6. Laß mich deine Treu ermessen, deine Liebe nie vergessen! Laß mich, weich ich ab vom Guten, Herr, dich sehn am Kreuze bluten! Liebe schlug dir deine Wun— den, das soll mich in dun⸗ keln Stunden, wenn mich Angst und Zweifel drücken, mit erhabenem Trost er⸗ quicken. 7. Gib, daß ich und alle Christen sich auf deine Zu⸗ kunft rüsten, daß, wenn heut dein Tag schon käme, keiner, Herr, vor dir sich schäme! Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kom⸗ men, daß wir mit der En⸗ gel Chören, Herr, dich sehn und ewig ehren? H 3 17⁴4 (Nach der Kommunion.) Mel. Wie groß ist des Allmächt⸗ gen Güte. 2 42 Vendaet ist nun die heilge Feier; verkündigt ward von uns Unsterblichkeit und Vergeltung. dein Tod. Herr, dein Ge— dächtniß sei uns theuer und unvergeßlich dein Gebot! Laß nie des Himmels Vor⸗ gefühle in uns erkalten und vergehn; laß würdig einst am Kronenziele, Herr, deine Herrlichkeit uns sehn! Unsterblichkeit und Vergeltung. +o d. Mel. Befiehl du deine Wege 2 43 Die auf der Erde wallen, die Sie blühen sind Staub. Sie blühen auf und fallen, des Todes sichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft; doch jede, jede Stunde bringt näher uns zur Gruft. 2. Getrost gehn Gottes Kinder die öde, dunkle Bahn, zu der verstockte Sünder verzweiflungsvoll sich nahn, wo selbst der freche Spöt— ter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, Gott, seinem Retter, erzittert und ver⸗ dagt. 3. Wann diese Bahn zu gehen dein Will einst mir gebeut, wann vor mir offen stehen Gericht und Ewig— keit; wann meine Kräfte beben und schon das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, o dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, Todesüberwin⸗ der, mir dann in meiner Angst, der du zum Heil der Sünder selbst mit dem Tode rangst! Und wann des Kampfes Ende gewal⸗ tiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du er-⸗ löset hast! 5. Des Himmels Wonn und Freuden ermißt kein sterblich Herz. O Tryst für Inie Leiden, für kurzen To⸗ desschmerz! Dem Todes⸗ überwinder sei ewig Preis und Dank! Preis ihm, der für uns Sünder den Kelch des Todes trank! 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Him-⸗ mel weihn, die aufgelöst zu werden, mit heiliger Furcht sich freun! Bereit, es ihm zu geben, wenn Gott, ihr Gott, gebeut, gehn sie ge— trost durchs Leben hin zur Unsterblichkeit. Mel. Tod. Mel. Was Gott thut, das ist ur kurz ist hier 244 N mein Aufent-— halt; ich bleibe nicht auf Erden. Das Herz, das jetzt noch kräftig wallt, wird einst entkräftet werden. Zer⸗ rüttet sinkt, wann Gott mir winkt, mein Staub zum Staube nieder; mich selbst erhebt Gott wieder. 2. Ich selbst bin mehr, weit mehr, als Staub; er ist nur meine Hülle. Ich selbst bin nicht des Todes Raub; ein Geist hat Le⸗ bensfülle. Wenn auch die Welt in Trümmer fällt, er jauchzt, daß er noch lebet und aus den Trümmern schwebet. 3. Was fürcht ich denn des Todes Macht? Sie kann mich nicht erreichen. Was kümmert mich des Grabes Nacht? Sie muß dem Tage weichen. O Tag des Danks, des Preisgesangs! Wann wirst du meinen Blicken das dunkle Thal entrücken? 4. Hier glänzt noch nicht mein höchstes Ziel. Was kann die Erde geben? Sie gibt, und gäb sie noch so viel, kein reines Freuden⸗ leben. Mein Geist begehrt, was ewig währt und ihn auch dann erheitert, wenn alles Andere scheitert. 5. Er ist ein Glied der höhern Welt; er ist von 175⁵ Gott geboren. Für ihn ist, kämpft er nur als Held, die Krone nicht verloren. Er tritt hervor und schaut em⸗ por; die Krone strahlt im Himmel, hier nicht im Erd—⸗ getümmel. 6. So kämpfe denn, mein froher Geist! Sei muthig; du wirst siegen. Nur dei⸗ nes Leibes Band zerreißt; du selbst wirst nicht erliegen. Dein Lebensquell fließt ewig hell, er tränkt nach kurzen Leiden dich mit des Sieges Freuden. 7. Nur kurz ist hier dein Aufenthalt. O Dank dem Freudengeber! Wer weiß, wie bald die Stimme schallt: Verlaß das Land der Grä⸗ ber! Dein Vaterland ist dir bekannt: o sei nur gut und weise und rüste dich zur Reise! Mel. Jesus, meine Zuversicht 2 4 5 Wie im Herbste fällt das Laub, wirst du einst mein Leib zerfallen; wirst zer⸗ stäuben, Staub zu Staub, und wie leicht Gewölk ver⸗ wallen, ruhen in des Gra⸗ bes Schoos, jedes Erden⸗ kummers los. 2. Doch nicht für die Erde nur gab der Vater mir das Leben; ich bin höherer Natur, soll vom Staube mich erheben; hier ist nur H 4 mein 176 Unsterblichkeit und Vergeltung. mein Uebungsstand; jenseits ist mein Vaterland. 3. Jenseits überm Staub beginnt erst mein echtes, wahres Leben; dort erst reift zum Mann das Kind, dort erst werd ich mich er⸗ heben zu der Tugend, die nicht fehlt, Irrthum nicht für Wahrheit wählt. 4. Dort erst ist mein Auge nicht trüb und schwach mehr für die Wahrheit; dort umgibt mich reines Licht; dort wird Alles mir zur Klarheit; dort erscheint mir unverhüllt sie, die Wahrheit, nicht An Bild. 5. Auf der immer lichtern Bahn seh ich dann mit hellern Blicken, was, Erbar⸗ mer, du gethan, Menschen ewig zu beglücken. Dunkel war mir hier dein Plan; dort bet ich ihn freudig an. 6. Jauchz, o Seele, fühle dich! Einst schwingst du dich auf vom Staube! Heil mir! einst belohnet mich, wenn er thätig war, mein Glaube. Furchtbar ist mir nicht der Tod, wenn ich that, was Gott gebot. 7. Ohne Furcht und ohne Graun werd ich ihm ent⸗ gegengehen, werde Gott an⸗ betend schaun, werde, wie er ist, ihn sehen, weil mein Tod durch Jesum Christ R. in den Himmel 1 Mel. Alle Menschen miüsssen sterben 2 46 Die zu leben, dir zu sterben, ewig, Vater, dein zu sein, mit des Himmels frommen Erben hier schon deiner mich zu freun und mit ruhigem Gewissen lise mein Auge sanft zu schließen, diese Gnade wünsch ich mir, sie erbitt ich mir von dir! 2. Daß ichs könne, laß mich streben, frei von Wahn und glaubensvoll und ge⸗ recht vor dir zu leben und zu leisten, was ich soll! Ja, mein Gott, gib Licht und Stärke, daß im Fleiße guter Werle ich beständig dir getreu, jeder Tugend Vorbild sei! 3. Allen will ich nützlich werden, ungehorsam keiner Pflicht, nie ein Aergerniß auf Erden, auch nach mei⸗ nem Tode nicht. Cerlen noch nach seinem Sterben ihre Freude zu verderben, sie zu reizen, dich zu fliehn, welch ein Fluch! wie fürcht ich ihn! 4. O wer wollte nicht auf Erden immer streben, gut zu sein, um ein Denkmal einst zu werden, deß sich die Gerechten freun! Ja, ich will die Sünder locken, daß sie nie ihr Herz ver⸗ stocken und mit mir zum Ziele gehn, deine Herrlich— keit zu sehn. 5. Daß auch, was ich hin⸗ terlasse nie zur Ungerech⸗ tigkeit, nie zu Zank und bittrem Hasse meinen Erben Reiz verleiht will ich früh schon weislich sorgen; denn mein Tod ist mir verbor⸗ gen. Freudig scheid ich von der Welt, hab ich so mein Haus bestellt. 6. In den letzten Augen⸗ blicken sei mein Herz von Sorgen frei! Sagen müss' ich voll Entzücken: Du, mein Vater, stehst mir bei, du, dem ich nun meine Seele und die Meinigen befehle! Welch ein Ende! Guter Gott, gib mir einen solchen Tod! Mel. Valet will ich dir geben 247 Gern, will ich mich ergeben, dich zu verlassen, Welt; ich geh zum bessern Leben, so⸗ bald es Gott gefällt. Was wärs, was mich betrübte? Dort schau ich ewig den, den meine Seele liebte, noch eh ich ihn geseh'n. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbar⸗ men zu: Kommt her, be— ladne Herzen, zu mir und findet Ruh! Dieß Wort aus deinem Munde, laß, Herr, mich zu erfreun, in meiner letzten Stunde mir Geist und Leben sein! 3. Mit dir muß es mir Tod. glücken, den Kampf zu über⸗ stehn. Im gläubigen Ent⸗ zücken laß meine Seele sehn, wie im Gericht für Sünder du mit dem Tode rangst und wie du, Ueber⸗ winder, allmächtig ihn be— zwangst. 4. Der frohe Siegsge⸗ danke: wo ist dein Stachel, Tod? stärk mich, daß ich nicht wanke in meiner To⸗ desnoth. So ist, obgleich ich sterbe, 7 sterben mein Gewinn. bin des Him⸗ mels 95 0 dein Wort sagt, daß ichs bin. 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Na⸗ men ein. Dein Blut kann nicht vergebens für mich vergossen sein. Dir trauet meine Seele, dich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner Seele, der du die Liebe bist. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen 248 Wie sicher lebt der Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub, und den⸗ Db schmeichelt er sich gern, Tag des Todes sei noch en 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk 9 3 bei * 178 bei Glück und Noth im Her⸗ zen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht wei⸗ ser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut; und un⸗ sers Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vors Gericht; da bringt Gott Alles an das Licht und macht, was hier ver— borgen war, den Rath der Herzen offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, so sei stets wachsam und bereit, prüf deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, ein Wunsch, durch des Erlösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu sein, dieß macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt und sich vom Bösen kehrt, ein gläubig Herz, von Lieb er⸗ füllt, dieß ist es, was in Christo gilt. 9. Die Heiligung erfor⸗ dert Müh; du wirkst sie nicht, Gott wirket sie. Du aber ringe stets nach ihr, dir wäre sie ein Werk von ir! Unsterblichkeit und Vergeltung. 10. Der Zweck, zu wel⸗ chem du hier lebst, dein Ziel, wonach du weise strebst, und was dir ewig Heil ver⸗ schafft, ist Tugend durch des Glaubens Kraft. 11. Ihr alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des Todes sein; und wachsen in der Heiligung ist wahre Todserinnerung. 12. Wie oft vergeß ich diese Pflicht! Herr, geh mit mir nicht ins Gericht, drück tief des Todes Bild mir ein und laß es in mir wirksam sein. 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Liebe, Demuth, Fried und Treu die Frucht des Geistes in mir sei; 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh, stets meiner Schwachheit widersteh und freudig durch des Glaubens Macht im Tode ruf: Es ist vollbracht! Mel. Wann mein Stründlein 249 Du wirst, o Va⸗ ter, für mein Wohl auch einst im Tode sorgen; nur wann und wie ich sterben soll, das hast du mir verborgen. Mein Ende steht allein bei dir, erhalte nur den Glauben mir, daß du es weislich ordnest. 2. Gib, daß ich meine höch⸗ Tod. höchste Lust an meinem Hei⸗ land habe und, seiner Lie⸗ be mir bewußt, ihm ffpolge bis zum Grabe. Auf ihn, der für die Sünder starb und Trost und Hoffnung mir erwarb, laß freudig mich vertrauen. 3. Die Kraft zu denken bleibe mir, wenn du willst, bis ans Ende, damit mein Geist sich stets zu dir und deiner Gnade wende und voll Gedanken, Gott, an dich zuletzt von diesem Leibe sich getrost und ruhig scheide. 4. Soll ich gewaltsam, o mein Gott, und schnell und angstvoll sterben, so führe nur auch dieser Tod mich zu des Himmels Erben! Ach, hilf nur, daß ich alle⸗ zeit zur Rechenschaft vor dir bereit als Christ die Welt verlasse! 5. Empfind ich keine Freu⸗ digkeit, entweicht in großen Schmerzen die Stille der Gelassenheit aus meinem bangen Herzen, dann, guter Vater, rechne du die Schwach⸗ heitsfehler mir nicht zu, die ich begehen könnte! 6. Nimm auch verborgne Seufzer an und laß, wenn ich nicht beten, nicht denken und empfinden kann, mich deinen Sohn vertreten! Ge⸗ heiligt müss' ich dir nur sein, dann bin ich, Gott, 179 mein Vater, dein im Leben und im Tode! 7. Ja, bleib ich immer, wo ich bin, nur dir, o Herr, ergeben, dann ist der Tod für mich Gewinn und Chri⸗ stus ist mein Leben. Und geh ich nur zum Himmel ein, so will ich mich des Endes freun, ich sterb auch, wie du wolltest. Mel. Wer nur den lieben Gott Occh will dich noch 250 im Tod erhe⸗ ben, selbst nah am Grabe preis ich dich. Zum Segen gabst du mir mein Leben; nimmst du es mir, du seg⸗ nest mich. Mein Leben sucht ich dir zu Tleih mein Tod soll auch dir heilig sein. 2. Gott, welche feierliche Stunden, wann du mich nun der Erd entziehst, auf mich, den du getreu befunden, voll schonender Erbarmung sieht! Allmächtiger, in dein Gericht gehst du mit mir Erlösten nicht. 3. Der Leib wird schwach, die morsche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zer⸗ fällt; ich eile hier mit jedem Schritte entgegen einer bes⸗ sern Welt. Ich bin getrost und zittre nicht; denn Gott ist meine Zuversicht. 4. Wie sollt ich vor dem Tode beben, da du für mich, mein Heiland starbst? Er ist H 6 durch 180⁰ durch dich der Wegzum Leben, das du am Kreuze mir er— warbst. Du gingst voran, ich folge dir; zum Leben wird der Tod auch mir. 5. Laß Qual und Leid mein Grab umringen und mit den letzten Schrecken dräun; du hilfst mir, Herr, die Welt bezwingen: den Tod darf ich mit dir nicht scheun. So nah dem Lohn, den Gott verspricht, so nah am Ziele sink ich nicht. 6. Du wachest über meine Seele, wenn ihre Stärke sich verliert; gibst deinem Engel schon Befehle, der sie zu deinen Freuden führt, des Todes Nacht um mich verscheucht und mir des Lebens Krone reicht. 7. Ich will dich noch im Tod erheben, Herr, noch am Grabe preis ich dich; denn ewig werd ich bei dir leben und ewig freu ich dei⸗ ner mich. Durch dich ist Sterben mein Gewinn. Wohl mir, daß ich erlöset bin! Mel. Jesus, meine Zuversicht 251 H ich hab aus deiner Treu mir zum Heil noch Zeit in Händen; gib, daß ich stets eifrig sei, sie auch weis— lich anzuwenden; denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wink mich ruft! Unsterblichkeit und Vergeltung. 2. Schnell und unaufhalt⸗ bar fliehn die mir zugezählten Stunden. Wie ein Traum sind sie dahin und auf ewig dann verschwunden. Dieser Augenblick ist mein; wird es auch der künftge sein? 3. Laß mich bei der Flüch⸗ tigkeit meiner Tage nie ver⸗ gessen, wie unschätzbar sei die Zeit, die du, Herr, uns zugemessen, wie, was hier von uns geschieht, ewge Folgen nach sich zieht. 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohl⸗ fahrt, dir zum gen, 5 jede Stunde auszukaufen, die zu meiner Seligkeit deine Gnade mir verleiht! 5. Deine schonende Ge⸗ duld trage hier mich nicht vergebens! Herr, veisehe mir die Schuld, wenn ich manchen Theil des Lebens nicht zu meiner Seele Wohl so benutzte, wie ich soll! 6. Laß mich meine Besse— rung für mein Hauptge⸗ schäfte achten und nach mei⸗ ner Heiligung mit so treuem Eifer trachten, als erwartete noch heut mich Gericht und Ewigkeit. 7. Deine Gnade steh mir bei, daß mein Leben auf der Erde reich an Tugend— früchten sei und ich reif zum Himmel werde! 4 7 het Tod. het dann mein Ende sich, o so stärk und tröste mich! Mel. Dein sind wir, Gott 2 52 Ni steht in Gottes Hand; er thut, was er mir heilsam fand! Er zählte mir sowie mein Haar, schon eh ich war, auch meine Le⸗ bensstunden dar. 2. Ich nütze mit Zufrie⸗ denheit die Tage meiner Sterblichkeit. Wie At Mün versüßt sie Gott! Doch Müh und Noth sind ihr Gefolg und dann der Tod. 3. Die Blume pranget und fällt ab; so blüht der Mensch und sinkt ins Grab. Nicht Jugend schützt, nicht Stand, noch Geld, nichts in der Welt ist, was ihn davor sicher stellt. 4. Wer rüstet mich mit Muth und Kraft aufs Ende meiner Pilgerschaft? Und wer beruhiget mich hier? Allein von dir, o Herr, kommt Muth und Ruhe mir. 5. Du bringst mich, bin ich nur bereit, zum sichern Glück der Ewigkeit, wo man des kurzen Grams vergißt, wo mancher Christ schon froh vorangegangen ist. 6. Froh werd auch ich, wenn dirs gefällt, ein Bürg⸗ ger der vollkommnen Welt. Den Meinen sag ich auf 181 dein Wort: Gott, unser Hort, vereint uns bald auf ewig dort. 7. Den Trost, o Jesu, dank ich dir; du brachtest ihn vom Himmel mir. Du hasts verheißen; ihr seid mein, auch ihr sollt sein, wo ich bin, und euch ewig freun. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2 53 Meine Lebenszeit verstreicht; stündlich eil ich zu dem Grabe. Und wie wenig ists vielleicht, daß ich noch zu le⸗ ben habe! Denk, o Mensch, an deinen Tod, säume nicht, denn Eins ist Noth. 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben! Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, Nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß gibt, wird dir dei— nen Tod versüßen; dieses Werd von Gott erneut, gibt im Tode Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dieß reine Herz erheben; dann erschreckt dich kein Gericht: Gott ist deine Zuversicht. 5. 5. Daß 18² 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott und bet und wache. Sorge nicht, wie bald du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreun! 6. Ueberwind ihn durch Vertraun, sprich: ich weiß, an wen ich glaube; weiß, ich schwinge, Gott zu schaun, mich empor einst aus dem Staube. Er, der rief: Es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe, dein Gebein versenken; sprich: Herr, daß ich Erde bin. lehre du mich selbst beden⸗ ken; lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag! Mel. Wer nur den lieben Gott 25 4 ein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe; ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches Erbe, das ewig dauert und besteht. Drum zeige mir in Gnaden an, wie ich recht selig sterben kann!— 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe, kein Augenblick geht sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine Scherbe! Die Blume muß gar schnell verblühn. Drum Unsterblichkeit und Vergeltung. mache du mich stets bereit Dier, in der Zeit zur Ewig⸗ eit! 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, die⸗ weil der Tod viel Wege hält. Dem Einen wird das Scheiden herbe, sanft geht ein Andrer aus der Welt. Doch wie du willst! Gib nur dabei, daß ich wohl zu— bereitet sei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welcher Sand mich einst bedeckt. Doch wenn ich nur den Trost ererbe, daß mich dein Ruf zum Leben weckt, so mag es nahe, ferne sein; die Erd ist allenthalben dein. 5. Drum, liebster Gott, wenn ich nun sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir! Bin ich durch deinen Sohn dein Erbe und hab ich ihn im Glauben hier, so gilt mir gleich und geht mirs wohl, wann, wie und wo ich sterben soll. Mel. Mein ganzer Geist, Gott 2 5 5 Wis wird mir dann, o dann mir sein, wann ich, mich ganz des Herrn zu freun, in ihm entschlafen werde! Von keiner Sünde mehr ent⸗ weiht, entladen von der Sterblichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Freu dich innig, meine Seele, und er⸗ n eoan rr e . erwähle schon hienieden, was dir dient zum ewgen Frieden. 2. Besiege denn des Todes Graun, mein Geist; er ist der Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale. Er sei dir nicht mehr fürchter— lich! Ins Allerheiligste führt dich der Weg im finstern Thale. Gottes Ruh ist un⸗ vergänglich, überschwänglich! Die Erlösten wird sie un— aussprechlich trösten. 3. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Macht, eh ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Vater, ich befehle meine Seele deinen Händen; laß mich meinen Lauf gut enden! 4. Vielleicht sind meiner Tage viel, ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, die Hütte meiner Sterb⸗ lichkeit, wird sie erst spät zertrümmert; laß mich Va⸗ ter, reiche Saaten guter Thaten dann begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! 5. Wie wird mir dann, o dann mir sein, wann ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbeten werde! Von keiner Sünde mehr entweiht, ein Mitge⸗ ob. 183 noß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Hei⸗ lig! heilig! heilig! singen wir dir, bringen Preis und Ehre, dir, der war und sein wird, Ehre! Mel. Christus, der ist mein Leben 2 56 Och geh einst ohne eben zu mei⸗ nem Tode hin: denn Chri—- stus ist mein Leben und Sterben mein Gewinn. Ich scheue nicht die Schrecken der nahen dunkeln Gruft: Gott wird mich auferwecken, der mich zum Grabe ruft. 3. Und rief mich, abzu— scheiden, auch heute schon mein Gott, so geh ich hin mit Freuden und sterb auf sein Gebot. 4. Ich hoff ein beßres Leben, das nimmermehr ver⸗ fließt. Ein Leib wird mich u. der ewig herrlich ist. 5. Dann eil ich dir ent⸗ gegen, mein triumphirend Seaen und seh entzückt den Segen des Heils, das ich geglaubt. Mel. Wann mein Stündlein 257 Wenn meine Zeit vorhanden ist, von dieser Welt zu scheiden, ach, so verlaß, Herr Jesu Christ, mich nicht in meinem Leiden! An meinem End em⸗ pfehl 18⁴ pfehl ich dir, Herr, meine Seele, die du hier zum Himmel hast gebildet. 2. Wenn Angst und To⸗ desfurcht mich drückt, mich mein Gewissen naget, so wird mein Herz mit Trost beglückt, das sonst voll Un⸗ ruh zaget. Mich tröstet in der letzten Noth dein Leiden und dein Kreuzestod, dadurch du mich erlöset. 3. Ich bin, o Herr, mit dir vereint; deß freu ich mich von Herzen; ich weiß, du bleibest auch mein Freund in Todesnoth und Schmer⸗ zen. Und sterb ich, o so sterb ich dir; die frohe Hoff⸗ nung hast du mir durch deinen Tod erworben. 4. Weil du vom Tod er⸗ standen bist, werd ich einst auferstehen, ins Reich, das mir verheißen ist, aus mei⸗ nem Grabe gehen; denn wo du bist, soll ich auch sein und deiner Herrlichkeit mich freun, die dir dein Gott ge⸗ geben. 5. So wird mein Ster⸗ ben mir versüßt; der Tod kann mich ln schrecken; er ist ein Schlaf auf kurze Frist, und Jesus wird mich wecken. Er, mein Erlöser, Gottes Sohn, wird mich mit sich zu Gottes Thron ins ewge Leben führen. wohl verschieben? Unsterblichkeit und Vergeltung. Mel. Herr, wir singen deiner 258 Selig sind des Himmels Er⸗ ben, die Todten, die im Herren sterben, zur Aufer⸗ stehung eingeweiht! Nach den letzten Augenblicken des Todesschlummers folgt Ent⸗ zücken, folgt Wonne der Unsterblichkeit. Im Frieden ruhen sie frei von der Erde Müh! Gelobt sei Gott! Vor seinem Thron, zu sei⸗ nem Werke sie. In eigener Melodie. 259 Was sorgst du ängstlich für dein Leben? Es Gott ge⸗ lassen übergeben ist wahre Ruh und deine Pflicht. Du sollst es lieben, weislich nützen, es dankbar als ein Glück 1 D verlieren, als verlörst du's nicht. 2. Der Tod soll dich nicht traurig schrecken, doch dich zur Weisheit zu er⸗ wecken, soll er dir stets vor Augen sein. Er soll den Wunsch zum Leben mindern, doch dich in deiner 08 die nicht hindern, vielmehr dir Kraft 84n verleihn. 3. Ermattest du in dei⸗ nen Pflichten, so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage sind. Sprich: Sollt ich Gutes Nein: meine Sohn begleiten ihre 8* 20—er * rt r,— rnnrrnr Tod. meine Zeit, es auszuüben, ist kurz und sie verfliegt ge⸗ schwind. 4. Denk an den Tod, wenn böse Triebe, wenn Lust der Welt und ihre Liebe dich rei⸗ hn und ersticke sie. Sprich: ann ich nicht noch heute 56 W. Und könnt ich auch ie Welt erwerben, der Sünde Lockung folg ich nie. 5. Denk an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schätze sich vermehren, daß du sie nicht zu heftig liebst. Denk an die Eitel⸗ keit der Erde, daß, wenn sie dir entrissen werde, du dann dich nicht so sehr be⸗ trübst. 6. Denk an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Lust sein Bild vertragen, so ist sie gut und unschulds⸗ voll. Sprich, dein Vergnü⸗ gen zu versüßen: welch Glück werd ich erst dort genießen, wo ich unendlich leben soll! 7. Denk an den Tod, wenn deinem Leben das fehlt, wonach die Reichen streben. Sprich: bin ich hier, um reich zu sein? Heil mir, wenn ich in Christo sterbe! Dann sst ein unbeflecktes Erbe, dann ist des Himmels Reichthum mein. 8. Denk an den Tod, wenn Leiden kommen. Sprich: alle Trübsal eines Frommen ist 18⁵ leicht. und im Glauben eicht. Ich leide; doch von allem Bösen wird mich der Tod bald, bald erlösen, er ists, der mir die Krone reicht. 9. Denk an den Tod, wenn freche Rotten des Glaubens und der Tugend spotten und Laster stolz ihr Haupt erhöhn. Spit bei dir selbst: Gott trägt die Fre⸗ chen; doch endlich kommt er, sich zu rächen, und plötzlich werden sie vergehn. 10. Denk an den Tod zur Zeit der Schrecken, wenn Pfeile Gottes in dir stecken, du rufst, und er antwortet nicht. Sprich: nein, mich kann der Herr nicht hassen, er wird mich sterbend nicht verlassen; dann zeigt er mir sein Angesicht. 11. So suche dir in allen Fällen den Tod so lebhaft vorzustellen, so wirst du ihn nicht zitternd scheun, so wird er dir ein Trost im Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Versuchung sein. Mel. Wer nur den lieben Gott 260 Wer weiß, wie nahe mir mein Ende! Hin geht die Zeit, her kommt der Tod. Ach, wie geschwind, ach wie behende kann kommen meine Todesnoth? Gott gebe mir dann Kraft und Muth 186 Muth und machs mit mei⸗ nem Ende gut. 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; solang ich lebe auf der Er⸗ den, leb ich in steter Tods-⸗ gefahr. Ich, der ich gesund noch bin, sink, eh ichs denke, kraftlos hin. 3. Herr, lehr mich stets ans Ende denken und laß mich, eh ich sterben muß, das Heil der Seele wohl bedenken und nicht verschie⸗ ben meine Buß; denn jener ernste Augenblick bestimmt mein Lar Geschick. 4. Laß zeitig mich mein Haus bestellen, daß ich be— reit sei für und für und sagen kann in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir! Hilf, daß bei je— dem Glockenschlag ich an mein Ende denken mag! 5. Erhebe meinen Sinn zum Himmel, verbittre mir der Sünden Lust. Gib, daß in diesem Weltgetüm⸗ mel mir nichts, als Un⸗ schuld, sei bewußt, so eilt, wann diese Hütte fällt, der Geist in eine beßre Welt. 6. Ach, Vater, deck all meine Sünde um Jesu Christi willen zu, damit ich hier Vergebung finde und dort bei dir vollkommne Ruh! Du warst mein Gott in jeder Noth, drum Unsterblichkeit und Vergeltung. sei auch Vater mir im Tod! 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, Nichts, es sei Leben oder Tod; er bleibt im Leiden meine Freude, mein Schutz, mein Alles in der Noth. Er endet selig meinen Laus und nimmt mich dann im Himmel auf. 8. So komm mein End heut oder morgen, ich weiß daß mirs mit Jesu glückt. Er ists, der mich in allen Sorgen, er ists, der mich im Tod erquickt. Er stär⸗ ket mir dann meinen Muth und machts mit meinem Ende gut. In voriger Melodie. 261 N ich. Ob ich morgen le⸗ be, ob diesen Abend, weiß ich nicht. Wohl mir, wenn ich mich Gott ergebe und treu erfülle meine Pflicht! Dann bin ich, ruft er mich noch heut, zu meiner Rechen⸗ schaft bereit. ö 2. Am Morgen blüht und glänzt die Blume und fällt oft schon am Abend ab. So sinkt mit seinem Glück und Ruhme der Mensch, oft eh ers denkt, ins Grab; und, Seele, du mißbrauchst Leben, fleucht. so leicht ein das so schnell ent⸗ 3. Ent⸗ Tod. 3. Entziehe dich dem Weltgetümmel: hier ist der Kampf, dort ist die Ruh. Auf! streb und ringe nach dem Himmel, eil deiner bessern Heimath zu! Wie bald verfließt der Prüfung Zeit, und dann, dann kommt die Ewigkeit! 4. Verschiebe niemals dei⸗ ne Pflichten. Was du zu thun jetzt schuldig bist, das eile heute zu verrichten, wer weiß, obs morgen möglich ist. Nur dieser Augenblick ist dein; der nächste wirds vielleicht nicht sein. 5. O Gott, verleihe mir die Gnade, führ du mich selbst durch deine Kraft der Tugend ebne sichre. Pfade, erhalte mich gewissenhaft und immer treu in dem Beruf, zu dem mich deine Liebe schuf. 6. Dann wird mir jeder Theil des Lebens ein Segen für die Ewigkeit, ich lebe dann hier nicht vergebens und nütze redlich meine Zeit und seh mit dir ergebnem Sinn auf Tod und Grab und Zukunft hin. In voriger Melodie. 262 er weiß, wie bald in tiefer Stille die Stunde meines Abschieds schlägt, wie bald man meines Geistes Hülle zu meinen Vätern schlafen 187 legt? Wer weiß, ach, wer bestimmt die Zeit des Ein⸗ tritts in die Ewigkeit? 2. Du weißt es, Gott, der meine Tage schon längst mit Weisheit niederschrieb, du, der im Glück und un⸗ ter Plage mein liebevoller Vater blieb. Von dir, der mir den Odem gab, hängt auch mein letzter Odem ab. 3. Vielleicht in wenig Augenblicken rückt schon das große Ziel heran, wo ich nicht Andre mehr beglücken, nicht an mir selbst mehr bes⸗ sern kann. Wie bald, wie schnell erscheint die Nacht, die meinem Thun ein Ende macht! 4. Vielleicht ist dieß der letzte Arme, der kläglich mich um Hülfe fleht. Wenn ich mich heute nicht erbarme, vielleicht ist's morgen schon zu spät; und dann, was bringt die Aerndtezeit? Die Frucht der Ungerechtigkeit. 5. Mein Pfund erst mor⸗ gen wuchern lassen, welch ein Gedanke voll Gefahr! Kann ich nicht Abends schon erblassen, wenn ich noch Morgens fröhlich war? O Mensch, ach, säum im Wohlthun nicht! Nur dieß ist Weisheit und ist Pflicht! 6. Die Kraft von meinen besten Jahren sei Gott, dem Heiligen, geweiht. Die Buße bis ins Alter sparen ist schreck⸗ 188 Unsterblichkeit und Vergeltung. 3. Von hier, wo oft die schreckliche Vermessenheit. Zu spät verschwindet oft der Wahn, da man auch schla⸗ fend sterbend kann. 7. Wie leicht raubt Schmerz und Fieberhitze mir Ueberlegung und Verstand! Wenn ich in Todesängsten damn un wer macht 5 ann mit dir bekannt? Gott, vielleicht ein Fall, ein Schlag bestimmt mir meinen Sterbetag. 8. Laß, Höchster deinen Geist mich leiten! Er mache mich von Sünden rein! Dann wird der Tod zu allen Zeiten mir nur ein Friedens⸗ bote sein. Du kommst viel⸗ leicht zu Mitternacht! O wohl dann ewig dem, der wacht! Mel. Was Gott thut, das ist Och bebe nicht vor 263 N Tod und Grab! Im Grabe ruht der Müde; auf den Entschlummernden herab sinkt schon des Him⸗ mels Friede. Aus aller Noth erlöst der Tod; der Augen⸗ blick des Scheidens ist auch das Ziel des Leidens. 2. Es gibt ja nichts auf dieser Welt, was meine Sehnsucht stillet; nur dann, wenn diese Hülle fällt, wird erst mein Wunsch erfüllet. Zum Sternenchor steig ich empor, vom Schattenthal zur Klarheit, von Täuschung zu der Wahrheit. Unschuld weint und oft das Laster sieget, bis der Ver⸗ geltungstag erscheint, wo dieses unterlieget. Die Kla⸗ ge schweigt: der Jubel steigt! Der Unschuld schönste Freu⸗ den blühn aus der Saat der Leiden. 4. Drum freu ich mich im Glauben schon auf jenes beßre Leben, denn unsrer Tugend vollen Lohn will Gott uns dort erst geben. Was Tod uns heißt, befreit den Geist; er muß zu allen Frommen als Engel Gottes kommen. Auferstehung. In eigener Melodie. Jesus, meine Zu⸗ 264 J versicht, lebt, und ich soll mit ihm leben! Dieses weiß ich; sollte nicht sich mein Herz zufrieden geben, was die lange Todes⸗ nacht mir auch für Gedanken macht! 2. Jesus, mein Erlöser, lebt! Ich erwarte mit Ver⸗ trauen, daß er mich zu sich erhebt; warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches er nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoff⸗ nung Band zu genau mit Er, der selbst den Tod empfand, shr ö ihm verbunden. Ur Auferstehung. für mich ihn überwunden; auch im Tode bleib ich sein, ewig seiner mich zu freun. 4. Dieser Körper nur ist Staub: er nur sinkt zurück zum Staube. Nie wirst du des Todes Raub, du, mein Geist! O selger Glau⸗ be! Heil mir! Mein Erlöser lebt, der mich einst zu sich erhebt! 5. Dann wird mich statt dieser Haut ein verklärter Leib umgeben, für die neue Welt gebaut, ein Gebild fürs höhre Leben; und in diesem Leib seh ich, mein Erlöser, ewig dich! ö 6. Ob dieß Aug im Tod auch bricht, wirds doch sei⸗ nen Retter kennen, und wie freudig werd ich nicht dann ihn den Vollender nennen, wann er von der Sterblich⸗ keit dieser Erde mich befreit! 7. Was hier leidet, seufzt und fleht, wird und kann nicht untergehen. Irdisch werd ich ausgesät, himm⸗ lisch werd ich auferstehen. Nimm, Verwesung, mein Gebein! ich, ich werd un— sterblich sein! 8. Seid getrost und hoch⸗ erfreut: Jesus kennt euch, seine Glieder! Christen, wehrt der Traurigkeit: sterbt ihr, Jesus weckt euch wie— der, wann sein mächt'ger Ruf erschallt, der durch alle Gräber hallt! 189 9. Wo ist dein Triumph, o Tod? Nimm den Staub hin! Ohne Grauen folgen wir, wir werden Gott, wer⸗ den den Erlöser schauen. Unser ist der Sieg und Heil ewig, ewig unser Theil. 10. Darum, Christen, auf! erhebt euren Geist von die— ser Erden; lebet hier dem Heiland, lebt ihm, dem ihr sollt ähnlich werden! Wer sich seiner dort will freun, muß hier rein und heilig sein! Mel. Wer nur den lieben Gott 26 5 QOcch bin zur Ewig⸗ keit geboren, für eine beßre Welt bestimmt; mein Leben geht dann nicht verloren, wenn hier das Grab den Leichnam nimmt. Zu groß bin ich für diese Zeit; mein Loos ist die Un⸗ sterblichkeit. 2. Was ist die Welt, was Glück und Ehre? Wär auch ihr ganzer Reichthum mein; er bliebe, wenn kein Him⸗ mel wäre, für meine Wün⸗ sche doch zu klein. Mein Geist findt nicht im Staube Ruh, er eilt erhabnern Gü⸗ tern zu. 3. Es schuf mich 15 der Gott der Liebe zum höhern Glück, zu höhrer Lust und pflanzte selbst dazu die Triebe so stark, so tief in meine Brust. Er, der mit Sehn⸗ sucht 190 sucht mich erfüllt, läßt wahr⸗ lich sie nicht ungestillt. 4. Der Wunsch, ihn ewig treu zu lieben, der höhern Wahrheit Licht zu sehn, der hier noch unerfüllt geblieben, muß einst doch in Erfüllung gehn. So wahr Gott die—⸗ sen Trieb mir gab, erstirbt er nimmer in dem Grab. 5. Gott ist gerecht, er wird einst richten; die Tu⸗ gend wird durch ihn gekrönt. Er wird, was sie gedrückt, vernichten, erhöhen, die man hier verhöhnt. Das Laster, mag es hier sich freun, dort kann es nimmer glücklich sein. ö 6. Ists möglich, kann Gott anders handeln? Gilt denn kein Recht in seinem Reich? Die Frommen, die hier vor ihm wandeln, sind die den Uebelthätern gleich? Nein, Tugend siegt! Ich sterbe drauf: Gott weckt mich zur Vergeltung auf. 7. Er weckt mich auf aus meinem Staube; dieß hofft mein Herz, dieß sagt sein Wort. Dieß Wort, laut triumphirt mein Glaube, treibt mächtig alle Zweifel fort. Wie froh erhebt sich nun mein Geist, da Gott ihn selbst unsterblich heißt! 8. Mein Jesus lebt! Wer will mich tödten? Er sichert mir Unsterblichkeit. Er gibt mir Muth in Todesnöthen Unsterblichkeit und Vergeltung. und leitet mich zur Seligkeit. Auch dieser Leib muß aufer⸗ stehn, vollkommner einst zum Himmel gehn. 9. Ihr Thäler sinkt! Fallt, Berge, nieder! Mein fester Glaube fürchtet Nichts. Ich sterbe, doch erwach ich wieder am Morgen eines ewgen Lichts. Dann fängt mein neues Leben an, und, Gott, wie selig bin ich dann! In voriger Melodie. 266 Der Lenz erfreuet, was da lebet; er bricht des Winters Fes⸗ seln los; der Blumen schö— ner Flor erhebet verjüngt sich aus der Erde Schooß, und freundlich lächelt er mir zu: Unsterblich, freu dich, Mensch, bist du! 2. Die Sonne löst dem Schmetterlinge das Band mit ihrer Strahlenmacht, sieh, er erhebt die zarte Schwinge, geschmückt mit neuer Frühlingspracht, und winkt mit höhrer Lust mir zu: Unsterblich, freu dich, Mensch, bist du! 3. Mir hat Gott For⸗ schungsfrist gegeben und Wünsche, die die Welt nicht stillt. Heil mir! Sie bür⸗ gen mir ein Leben, wo sich des Höchsten Rath enthüllt. Ja, Himmelsahnung ruft mir zu: Unsterblich, freu dich, Mensch, bist du! In⸗ Auferstehung. In eigener Melodie. 267 A ferstehn, ja, auferstehn wirst du mein Staub nach kurzer Ruh; unsterblich Le⸗ ben, wird, der dich schuf, dir geben! Halleluja! Wieder aufzublühn, werd ich gesät. Der Herr der Aerndte geht und sam⸗ melt Garben uns ein, uns ein, die nden. Halleluja! Tag des Danks, der Freudenthränen Tag, du meines Gottes Tag! Wann ich im Grabe genug ge⸗ schnnnmert habe, erweckst du mich! 4. Wie den Träumenden wird dann mir sein. Mit Jesu geh ich ein zu seinen Freuden. Der müden Pil⸗ ger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann. Lebt ich im Heilig⸗ thume zu seines Namens Ruhme! Halleluja! tel. Wer nur den lieben Gott 268 arum erbebst du, meine Seele, bei dem Gedanken an das Grab? Nicht dich umschließt einst seine Höhle; zm deine Hülle sinkt hinab. Nur sie, weil sie Gott schuf aus Staub, nur sie wird der Verwesung Raub. 191 2. Du, zur Unsterblich—⸗ keit erlesen, schwingst dich empor zu Gottes Licht und schaust den Ursprung aller Wesen von Angesicht zu Angesicht, bewunderst dei— nes Gottes Macht in jener Welten Bau und Pracht. 3. Dann, Seele, wirst du das verstehen, was hier kein Sterblicher erklärt, was hier vollkommen einzusehen der Weiseste umsonst begehrt. Dann täuscht dich Wahn und Irrthum nicht, 1u5 selbst die Finsterniß wird Licht. 4. Dann wirst du den, ja, den erblicken, den hier allein der Glaube sieht, den, der, dich ewig zu beglücken, nach Gottes Rath am Kreuz ver⸗ schied. Dann jauchze, daß kein Wahn, kein Spott dich hier getrennt von deinem Gott! 5. Wann nun der Tag des Herrn erscheinet, ver— läßt dein Leib der Gräber Ruh. Zum zweitenmal mit dir vereinet, wird er un—⸗ sterblich, so wie du. O See⸗ le, zittre länger nicht, daß deiner Hütte Bau zerbricht. Mel. Jesus, meine Zuversicht 269 Selig, Jesu, sind die nun schon im friedevollen Grabe von des Lebens Arbeit ruhn und sich Gottes größter Gabe, eines ewgen Lebes, freun! Möchten wir es auch schon 2 „Doch 192 Unsterblichkeit 2. Doch du willst, wir le⸗ ben noch mühsam hier in Pilgerhütten. Alle trugen einst dieß Joch, die des Le⸗ bens Kron erstritten. End⸗ lich aber führt der Tod uns auch so, wie sie, zu Gott! 3. Du, du selber lebtest hier vormals auch in Pilger⸗ hütten. Noch unendlich mehr, als wir, hast du, Göttlicher, gelitten. Standhaft laß im Kampf mich stehn, stets auf dich, Vollender sehn! 4. Was ist diese Lebenszeit? Ach, nur eine kurze Stunde gegen jene Ewigkeit. Aber an der kurzen Stunde hängt (dieß präge tief uns ein) ewge Wonn und ewge Pein. 5. Gib uns Weisheit, gib uns Kraft, diese Stunde wohl zu nützen, und beim Schluß der Pilgerschaft wol— lest du uns unterstützen. Laß auf dich uns freudig schaun, dein begehren, dir vertraun! 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirst auferwecken, diese Kraft der bessern Welt laß uns, wenn wir sterben, schmecken. Flöß uns jetzt den Muth schon ein, in dem Tod getrost zu sein! 7. Und wenn wir vom Kampfplatz nun zu den Tod⸗ ten Gottes gehen, wollst du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verste⸗ hen. Auch für unsere To⸗ und Vergeltung. desnacht riefst du einst: Es ist vollbracht! Gericht. In voriger Melodie. 270 Qmmer näher * kommt die Zeit, stündlich eil ich ihr entgegen, da der Herr auch mir gebeut, meine Rechnung abzulegen. Dann wird Al⸗ les, Alles klar, wie ich lebte, wie ich war. 2. Selbst des Herzens stillen Rath wird der Rich⸗ ter offenbaren. Jedem wird für jede That, dann Ver⸗ geltung widerfahren; wie er hier den Samen streut, ärndtet er in Ewigkeit. 3. Dann verstummt der Thoren Spott, Frevler ste⸗ hen dann und beben. Hei⸗ lig und gerecht ist Gott, und er sah ihr Sündenleben. Wer beschränkt des Richters Kraft, wann er ruft zur Rechenschaft? 4. Wer hier seine Zeit verträumt, nur nach Sin⸗ nenfreuden schmachtet, sei⸗ nes Geistes Wohl versäumt, Menschen quälet und ver⸗ achtet und sich reuvoll nicht bekehrt, fühlt sich dann der Strafe werth. 5. Nur ein weises frommes erz darf nicht vor dem lichter zittern; nur den Christen wird kein S30n or Gericht. dort am Gnadenthron er— schüttern. Heilig war ihm seine Pflicht; es verdammt sein Herz ihn nicht. 6. Christen, Christen, rich⸗ tet nicht! Laßt den Herrn das Urtheil fällen! Er bringt Alles einst ans Licht, wird einst jede Nacht erhellen. Lieber duldet, lieber weint, bis sein großer Tag er⸗ scheint! 7. Laßt uns nur gewis⸗ senhaft stets nach Gottes Willen handeln, eingedenk der Rechenschaft fromm auch im Verborgnen wandeln, selbst die kleinste Sünde sanl und Verehrer Jesu ein! Mel. Wer nur den lieben Gott 271 Wern ich auf Gottes We⸗ gen wanke und straucheln will, so schrecke mich der herzerschütternde Gedanke: Gott richtet einst die Welt und dich! Er hats verkün⸗ digt, sein Gericht ist unaus⸗ bleiblich: strauchle nicht! 2. Der Weg der Tugend, den ich walle, sei rauh und steil, wo führt er hin? Zum Himmel, wenn ich Gott ge⸗ falle, wenn ich getreu und standhaft bin, gestärkt, o Gott, durch deine Huld zur dnd zur Ge⸗ uld. 3. Oft will ich zu mir 193 selber sagen: Die Welt ver⸗ geht mit ihrer Lust! Wohl mir, bin ich bei allen Pla⸗ gen nur keines Frevels mir bewußt! Es kommt, es kommt die Ewigkeit, die mich aus jeder Noth befreit. 4. Einst werd ich Jesu Stimme hören: Der du zu meiner Rechten bist, du warst gehorsam meinen Lehren; nimm hin, was dir bereitet ist! Komm, erbe meines Vaters Reich; sei selig und den Engeln gleich! 5. Solch eine Gnade war⸗ tet meiner, wenn ich mit brüderlichem Sinn den Näch—⸗ sten lieb und gern mich sei⸗ ner erbarm und Jesu ähn⸗ lich bin. Wie könnt ich hart und lieblos sein, Be⸗ trübte sehn und nicht er⸗ freun? 6. Dort, dort trifft den, der ohn Erbarmen nie men⸗ schenfreundlich sich beweist, der, fühllos bei der Noth der Armen, Bedrängte nie erquickt, noch speist, den Hungrigen sein Brod nicht bricht, ein unbarmherziges Gericht. 7. Fühllose, wird der Richter sagen, verschlossen habt ihr eure Hand, ver⸗ achtet eurer Brüder Klagen. Entweicht! Ich hab euch nie erkannt! Für den, der Brü⸗ der nicht erfreut, ist freu⸗ denleer die Ewigkeit! J 8. So 194 Unsterblichkeit und Vergeltung. 8. So wirst du jede Sün⸗ de richten, gerechter Richter, wenn du einst den Ueber— tretern ihrer Pflichten in deiner Majestät erscheinst. Dann wird der Fromme sich erfreun, dem Bösen Alles schrecklich sein. ). Gib mir, o Vater, Muth und Stärke, damit mein Glaube, dir getreu, geübt in jedem guten Werke, bewährt und dir gefällig sei; so werd ich ewig selig sein, mich ewig deiner, Gott, erfreun! Mel. Aus der Tiefe rufe ich 272 Ha und Richter aller Welt, der auch mir mein Urtheil fällt, Jesu, nimm dich meiner an, daß ich einst bestehen. kann. 2. Mache mich von Sün⸗ den frei, fest im Guten, dir getreu; so erschrickt, hältst du Gericht, vor dir meine Seele nicht. 3. Millionen preisen schon deine Hülfe, Gottes Sohn. O bereite auch in mir solche Lobgesänge dir! 4. Die dir folgen, füh⸗ rest du sicher deinem Him—⸗ mel zu. Führ auch mich einst dahin ein: nur der Deine will ich sein. 5. Folgen will ich deinem Wort; hilf mir gnädig dar⸗ in fort, bis mein Lauf, Herr Zesu Christ, selig hier vollendet ist. 6. Fröhlich hör' ichs dann von dir: Komm, Gesegneter u mir! zonne Theil! Dein ist nun mein ganzes Heil! 7. Und frohlockend preisꝰ' ich dann, was du,‚ Herr, an mir gethan; freue mit den Deinen mich deiner Güte ewiglich. In eigener Melodie. chon i 45 273 Son Golt be Nimm an meiner stimmt, da, wer auf Erden wandelt, sein Loos aus Got⸗ tes Händen nimmt, nach dem er hier gewandelt. Er kommt, er kommt, des Men⸗ schen Sohn; er kommt, und Wolken sind sein Thron, der Erde Kreis zu richten. 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit sich die Schaaren, die seit dem ersten Tag der Zeit der Erde Bürger waren, nur dem Allwissenden be⸗ kannt, unzählbar wie des Meeres Sand: hier stehn sie vor dem Richter. 3. Ler muß der falsche Wahn der Welt der Wahr⸗ heit unterliegen. Hier, wo das Recht die Wage hält, wird keine Sünde siegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist, hier gilt nicht versammeln mehr RE — 2 + Gericht. mehr Betrug und List, hier gilt kein falscher Zeuge. 4. Der Richter sprichtl Der Himmel schweigt; und alle Völker hören erwar⸗ tungsvoll und tief gebeugt: Kommt, erbt das Reich der Ehren! So spricht er zu der frommen Schaar; zu der, die ihm nicht folgsam war: Hinweg von mir, Verbrecher! 5. Sie gehn verzweifelnd, jammern, flehn: stürzt über uns zusammen, ihr Welten, fallt, daß wir vergehn, die wir uns selbst verdammen! Die Frommen aber stehn im Licht des Friedens und ihr Angesicht strahlt seliges Ent⸗ zücken. 6. Frohlockend ziehn sie in das Reich, das Gott für sie bereitet, wo er sie, seinen Engeln gleich, von Licht zu Lichte leitet. Das Stückwerk wird Vollkom⸗ menheit; kein Kummer, keine Traurigkeit stört ihre selgen Freuden. 7. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! Es stärke mich mit Zuversicht, so oft mich Leiden kränken! Es reize mich, gewissenhaft und eingedenk der Rechen⸗ schaft nach deinem Wort zu wandeln. 195 Mel. Straf mich nicht in deinem 274 Her⸗ ich bin dein Eigenthum; dein ist auch mein Leben. Mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du mirs gege⸗ ben. Väterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 2. Einst kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden: dann soll ich zur Rechenschaft vorgefor-— dert werden. Dein Gericht schonet nicht. Richter aller Welten, du, du wirst ver⸗ gelten. 3. Weh dann mir in Ewig⸗ keit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Zeit hier gemißbraucht habe, weh dann mir, hab ich hier sie nicht treu verwendet, sorglos sie verschwendet! Moöchte täglich dein Gericht mir vor Augen schweben. Möcht ich mich stets meiner Pflicht treu zu sein bestreben, daß ich nie thöricht sie aus den Augen setze, nie sie frech verletze! 5. Lehre mich gewissenhaft meine Tage zählen, einge⸗ denk der Rechenschaft, nur was gut ist wählen! Gib, daß ich ernstlich mich täg⸗ lich und auch heute darauf vorbereite! 6. Zeigt sich erst die Ewig⸗ keit furchtbar in der Nähe, o, dann ist es nicht mehr 8 2 Zeit + 196 Zeit, daß ich Gnad erflehe! Wann der Tod schon mir droht, kann ich deinen Wil⸗ len, Herr, nicht mehr er⸗ füllen. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich bei jeder Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such und finde. Rufe du dann mir zu: Besserst du dein Leben, so ist dir vergeben. 8. Einst, am Tage des Gerichts, werd ich mit den Frommen zu dem Anschaun deines Lichts gnädig aufge—⸗ nommen. Wonnevoll, Jesu, soll dich im höhern Leben dann mein Dank erheben! Mel. Wann mein Stündlein 27 5 roß wird des Sünders Elend sein, unendlich schwer zu tragen! Ach, unter des Ge⸗ wissens Pein wird seine Seele zagen, wann ihn, den Nichts zur Buße weckt, der Tag des Weltgerichts er— schreckt, zur Rechenschaft ihn fordert! 2. Verschwendet ist die Gnadenzeit! Wie viele sei— ner Stunden sind in dem Dienst der Eitelkeit verge⸗ bens ihm entschwunden! Er hat des Lebens Zweck ver⸗ fehlt; o welche Reu ergreift und quält zu spät nun seine Seele! ö 3. Wo bleibt nun jedes Er⸗ Unsterblichkeit und Vergeltung. dengut, worauf sein Wunsch sich lenkte? Wo bleibt der Stolz, der Uebermuth, wo⸗ mit er Andre kränkte? Ge⸗ beugt ist jetzt sein trotzig Herz, und jede Lust wird nun in Schmerz, in Pein und Qual verwandelt. 4. Nun flucht ihm, wer des Lasters Bahn, durch ihn verführt, erwählte. Nun klagen ihn die Seelen an, die er aus Bosheit quälte; und jeder Schmerz, durch ihn vermehrt, und jedes Glück, durch ihn gestört, tritt furchtbar ihm vor Au⸗ gen. 5. Des Richters ernste Stimme spricht: Weicht von mir, Uebelthäter! und in ihm sein Gewissen spricht: du bist ein Uebelthäter! Von Gott und Seligkeit ver⸗ bannt, fühlt er, was er sonst nie empfand, gerecht sei seine Strafe. 6. O Sünder, sichre Sün⸗ der, eilt, euch reuvoll zu bekehren! Laßt nicht, weil das Gericht verweilt, euch durch den Wahn bethören: zur Beßrung sei noch immer Zeit, und fern sei noch die Ewigkeit, fern noch Gericht und Strafe. 7. Sie kommt, ihr mögt, was Gott euch droht, be⸗ zweifeln oder glauben. Wie leicht kann euch ein schneller Tod die Zeit zur Beßrung rau⸗ Das künftige Leben. rauben! Jetzt noch will Gott Erbarmer sein, will eure Sünden noch verzeihn. O suchet seine Gnade. Das künftige Leben. In eigener Melodie. l Mensch 276 A Asen ster ben; ihre Herrlichkeit ver⸗ blüht! Keiner kann den Himmel erben, der zuvor den Tod nicht sieht. Staub wird dieser Leib von Erde, doch damit er himmlisch werde, wird er einst von Gott er⸗ neut und erhält Unsterb⸗ lichkeit 2. Willig werd ich dieses Leben, wenn es deinem Rath gefällt, dir, mein Vater, wiedergeben, gern verlassen diese Welt: denn nach die⸗ sem Erdenleiden warten meiner höhre Freuden. Ich, als Christ, ich fürchte nicht Grab und Tod und Welt⸗ gericht. 3. Nichts soll mir den Trost entreißen, er soll mir stets heilig sein: Gott er— füllt, was er verheißen; sei⸗ ner will ich stets mich freun. Mir macht nun der Tod nicht bange, weil durch Je— sum ich erlange eine frohe Seligkeit, wenn ich nütze diese Zeit. 4. Dort bei ihm ist wah⸗ res Leben; Millionen stehen 197 schon, ihren Retter zu er— heben, und erwarten ihren Lohn; hohe Himmelsgeister ringen, mitanbetend ihm zu singen, der des Ruhms so Gein& ist, dem Erlöser Jesu Wathr 5. Vaterland verklärter Frommen! Heil, Unsterblich⸗ keit und Ruh, was kein Sterb⸗ licher vernommen, Gottes Heil gewährest du! Freuden⸗ ärndten schenkt Gott denen, welche hier gesät mit Thränen, alle Thränen trocknet er. Sünd und Elend sind nicht mehr. 6. Möcht ich doch, sie zu empfangen, diese große Herr⸗ lichkeit, hier nur thun und nur verlangen, was im Tode noch erfreut! Diese Hülle mag zerstäuben; denn mein Geist wird ewig blei— ben. Mir ist Sterben ein Gewinn; denn ich geh zum Vater hin. 7. Welche Tröstung, dieß zu wissen! Dieser großen Hoffnung voll, zag ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese Leiden; sie verwandeln sich in Freuden, wenn ich christlich sie ertrug, bis Gott spricht: Es ist genug. Mel. Wann mein Stündlein 277 Ein Pilgrim bin ich in der Welt, 33 und ππαριι⁰νπννννννππμ—ρ4 ————— 198 Unsterblichkeit und Vergeltung. und kurz sind meine Tage. So manche Noth, die mich befällt, reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Vater, jene Ewigkeit versüßt mir meine Pilgrimszeit und stär⸗ ket mich im Leiden. 2. Jetzt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt mei⸗ ne bange Seele. Wie bald ist doch mein Herz berückt! Wer merkt, wie 1 er feh⸗ le? Doch einst werd ich vollkommen rein, ganz hei⸗ lig und ganz selig sein; dieß tröstet meine Seele. 3. In stiller Nacht wein ich, o Herr, hinauf zu dei⸗ ner Höhe. Mein schwaches Herz seufzt freudenleer, wenn ich den Morgen sehe. Ein Blick gen Himmel tröstet mich; denn meine Thränen stillen sich einst ganz in je⸗ nem Leben. 4. Wenn mich der Zu⸗ kunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage; wenn sie in mir die Sorg erweckt, ob ich sie auch ertrage, so stärket mich die Ewigkeit, daß bei dem Elend dieser Zeit mein Glaube nicht er⸗ liege. 5. Wenn einst, der jetzt von ferne dräut, der Tod mir näher winket; wenn nach der Arbeit dieser Zeit mein Haupt zum Schlummer sinket, so sterb ich froh:; die Ewigkeit zeigt mir des Him⸗ mels Herrlichkeit, den gro⸗ ßen Lohn der Treue. 6. Herr, diesen Trost, der mich erfreut, vermehr in meinem Herzen! Es stärke mich die Ewigkeit hier un⸗ ter Müh und Schmerzen! Ein ewig unvergänglich Heil erwartet mich und wird mein he. wenn ich am Ziele stehe. Mel. Wer nur den lieben Goit 278 Ei ist noch eine Ruh vorhan⸗ den für jeden Gott ergeb— nen Geist, wann er sich die⸗ ses Körpers Banden nach Gottes Willen einst entreißt und dann nicht mehr so ein⸗ geschränkt, als hier auf Er⸗ den, lebt und denkt. 2. Zu dieser Ruhe werd ich kommen; und,‚ Gott, wie selig bin ich dann! In dei— nen Himmel aufgenommen, fang ich das beßre Leben an, wo nach der Last, die mich hier drückt, der Freu⸗ den Fülle mich erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kin⸗ der trösten, so tröstet deine Freundlichkeit mich mit der Wonne der Erlösten nach wohlvollbrachter Uebungs⸗ zeit; dann wird mir hell und offenbar, wie gut hier deine Führung war. 4. Da schweigen alle miei⸗ ne Klagen; da bringt Hro⸗ ro⸗ Das künftige Leben. froher Lobgesang dir selbst für dieses Lebens Plagen mit nie gefühlter Regung Dank. Froh jauchz ich dann: Es ist vollbracht; der Herr hat Alles wohlgemacht! 5. Auf ewig trifft mich dann kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwach⸗ heit mehr; ich fühle dann die reinsten Freuden, ge⸗ krönt von dir mit Preis und Ehr. Fest steht mein Glück, und, Herr, dein Heil bleibt dann in Ewigkeit mein Theil. 6. Gott, laß mich das zu Herzen fassen, daß du den, der dich redlich liebt, nicht stets willst in der Unruh lassen, die dieses Leben noch umgibt! Dieß flöße Kraft und Muth mir ein, dir auch im Leiden treu zu sein! 7. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch getragen hast, will ich des Lebens müde werden und fühl ich dieser Tage Last, so stärke mächtig mei⸗ nen Geist, daß er dem Un⸗ muth sich entreißt. 8. Gib, daß in Hoffnung jener Ruhe, die einst der Frommen Erbtheil ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist; so lohnt nach dieser Prüfungszeit mir einst vollkommne Seligkeit. 199 Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren 279 ch hoff ein ewges Leben und eine Seligkeit, die einst der Herr wird geben dem, der in dieser Zeit gern seinen Wil⸗ len that, der sich schon hier auf Erden vollkommener zu but mit Ernst bemühet at. 2. Die Tugend lohnt mit Freuden; doch kämpft sie hier noch oft mit unverdien⸗ ten Leiden; das Glück, das sie gehofft, umwölkt der Haß der Welt; dort aber wird sie siegen, dort ärndtet sie Vergnügen, wo sie den Preis erhält. 3. Dem Laster folget Schande. Zwar geht es oft umher in glänzendem Ge— wande, gekrönt mit Ruhm und Ehr; doch wird den Bösewicht gewiß ein Tag mit Schrecken aus seinem Taumel wecken; dem Tag entflieht er nicht! 4. Ich hoff ein ewges Le⸗ ben! Kann meine Seele hier sich schon zu Gott erheben, wünscht sie sich mit Begier des Daseins stets zu freun, so wird auch unsern Seelen ihr heißer Wunsch nicht feh⸗ len, unsterblich dort zu sein. 5. Dieß tröstet mich in Tagen der Widerwärtigkeit. Ich darf nicht trostlos kla⸗ gen und kann nun ohne Neid den Nächsten glücklich J 4 sehn 200 sehn. Gott leitet und regie⸗ ret mein Schicksal; wie ers führet, dient mirs zum Wohlerg ehn. 6. Wi Reizungen zu Sün⸗ den gibt diese Hoffnung Kraft und Muth, zu überwinden die böse Leidenschaft. Ist auch die Mühe groß, so werd ich dennoch siegen und gött⸗ liches Vergnügen ist nach dem Kampf mein Loos. 7. Wie ruhig kann ich sterben! Ich fürchte nicht den Tod. Die Seligkeit zu er⸗ ben, eilt dann mein Geist zu Gott, der ihn zum Leben schuf. Dort wird von beß⸗ ren Freuden der Tod mich nicht mehr scheiden. Wie groß ist mein Beruf! 8. Laß mich ihn würdig wandeln, o Herr der Ewig⸗ keit! Laß immer recht mich handeln in dieser Prüfungs⸗ zeit! Nach diesem kurzen Lauf wird ewig selges Leben mir dort bei dir gegeben; mich nimmt der Himmel auf! In eigener Melodie. 280 Mein ganzer Geist, Gott, wird entzückt, wenn er hin⸗ auf zum Himmel blickt, da⸗ hin dein Rath uns leitet, wo deine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst ver— breitet. Mächtig fühl ich mich getrieben, dich zu lie⸗ Unsterblichkeit und Vergeltung. ben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir 6 finden? Du stellst uns ier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, daß wir sie froh empfinden; doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben. Dort nur ist voll⸗ kommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab. Dort trock⸗ nest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen; da ist kein Leid mehr, kein Ge⸗ schrei; denn du, o Herr, machst Alles neu: das Alte ist vergangen. Hinfort sind dort für Gerechte, deine Knechte, keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In deinem höhern Hei⸗ ligthum schallt deines Na⸗ mens hoher Ruhm von lau⸗ ter frohen Zungen. Da strahlt die Herrlichkeit des Herrn; da schaut man sie nicht mehr von fern; da wird sie neu besungen. Hel⸗ ler, schneller, als hienieden, ohn Ermüden sehn wir dro⸗ ben, Gott, wie hoch du bist zu loben. 5. Mit höhrer Liebe lieben wir dich, Vater, dann und dienen dir mit reinerem Gemüthe. Nichts stört den Frieden unsrer Brust und un⸗ VII NKX II„*= Das künftige Leben. unsre tausendfache Lust an deiner großen Güte. Kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe dieser Liebe un— ter Seelen, die dann weiter nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schaar ist dort vereint! Die From-⸗ men, die ich hier beweint, die find ich droben wieder. Dort sammelt deine Vater⸗ hand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd ich, frei von Mängeln, mit den Engeln, mir zum Segen da die reinste Freundschaft pflegen. Mel. Wer nur den lieben Gott ach einer Prü⸗ 281 N fung kurzer Tage erwartet uns die Ewig⸗ keit. Dort, dort verwan⸗ delt sich die Klage in gött⸗ liche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ists, der From⸗ me schmeckt auf Erden schon manchen selgen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvoll⸗ kommnes Glück. Er bleibt ein Mensch und seine Ruh nimmt in der Seele ab und zu. 5. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald 201 das Geräusch der eitlen Welt; bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt, als fällt; bald sinkt er durch des Näch— sten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfter leidet, das Laster öfter glücklich ist; wo man den Glücklichen beneidet und des Bekümmerten vergißt; hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit sein. 5. Hier such ichs nur; dort werd ichs Anden dort werd ich heilig und ver⸗ klärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den un⸗ aussprechlich großen Werth; den Gott der Liebe werd ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird der Vorsicht heilger Wille mein Will und meine Wohlfahrt sein und lieblich Wesen, Heil die Fülle, am Throne Got⸗ tes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Ge⸗ winn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah, das wun⸗ derbar und heilig nennen, was unerforschlich hier ge⸗ schah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die 35 Schick⸗ 202 Unsterblichkeit und Vergeltung. Schickung hang. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig! singen dem Lamme, das er⸗ würget ward, und Cheru⸗ bim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig sehn, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn; da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, ihr Glück mein Glück. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu Millionenmalen noch be fin daß er mir ihn wies; da find ich in des Höchsten Hand, den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchte Gott es geben! vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sei dir! denn du hast das Leben, die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß dies Glück erfreun, der Retter einer Seel zu sein! 12. Was seid ihr Leiden dieser Erden doch gegen jene Herrlichkeit, die offen— bar an uns soll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit! im Zusammen⸗ Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist—010 ein Augen⸗ blick voll Müh! Mel. Alle Menschen müssen 282 O wie unaus⸗ sprechlich se⸗ lig werden wir im Himmel sein! Da, da ärndten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein; da wird ohne Leid und Zähren unser Le⸗ ben ewig währen. Gott, zu welcher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit! 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet hast, noch in Keines Herz gekommen. Welcher Mensch auf Erden faßt deines Himmels große Freuden? Doch nach dieses Lebens Leiden werden Alle, die dir traun, mehr noch, als sie hoffen, schaun. Neue Wunder deiner Güte werden da ihr Glück erhöhn. Mit erstaunendem Gemüthe wird dann unser Auge sehn, deine Huld sei überschwänglich und die Wohlfahrt unvergänglich, die dem, der dich redlich liebt, deine Vaterhand dort gibt. 4. Dann wirst du dich unsern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Wonne wird uns fehlen da, wo Alles Wonne ist. Zu vollkomm⸗ nen — ——=————————— Das künftige Leben. nen Seligkeiten wird uns dort der Mittler leiten, der uns dieses Heil erwarb, als am Kreuz er für uns starb. 5. Da wird deiner From⸗ men Menge Ein Herz, Eine Seele sein, Dienst und Dank und Lobgesänge dir, erhab⸗ ner Gott, zu weihn, dir und dem, der selbst Lun Leben willig für uns hin⸗ gegeben. Mit ihm, unserm größten Freund, sind wir ewig dann vereint. 6. O, wer sollte sich nicht sehnen, aufgelöst und da zu sein, wo nach ausgeweinten Thränen ewge Güter uns 96 wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Angst in Lust verkehrt, die forthin kein Kummer stört! 7. Was ist unser Loos auf Erden? Obs auch noch so köstlich sei, ists doch nie ganz von Beschwerden, Sor⸗ gen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Lust oft Weinen; dort nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Wechsel mehr uns beugt, wo das Glück be⸗ ständig steigt. Sei, o Seele, hoch er⸗ freuet über das erhabne Glück, das dir einst dein Gott verleihet! Richte dei⸗ nes Glaubens Blick oft nach jener Stadt der From⸗ men mit dem Ernst, dahin 203 zu kommen! Trachte, weil du hier noch bist, nur nach dem, was droben ist! 9. Ohne Heiligung wird Keiner, Herr, in deinen Himmel gehn. O so mache immer reiner hier mein Herz, dich einst zu sehn! Hilf, o Vater, meiner Seele, daß sie nicht den Weg ver⸗ fehle, der mich sicher dahin bringt, wo man ewig dir lobsingt! Mel. Schon ist der Tag von Gott 2 8 3 Einst, freuet euch, ö einst reift die Saat zum Tag der frohen Garben. Nicht hier wird jede gute That der Edlen, welche starben, belohnt mit voller Seligkeit; drum hofft mein Geist Unsterblichkeit, ein Leben ohne Ende. 2. O Glaube, der das Herz erhebt: du, Gott, schufst unsre Seele; du, der erhält, was ist und lebt, erhältst auch unfre Seele, zum steten Wirken schufst du sie. Heil uns! Darum vergeht sie nie, sie lebt für Ewigkeiten. 3. Nun können wir hier in der Zeit voll froher Hoff⸗ nung leben! Gott wird die größte Seligkeit dem Tu⸗ gendfreunde geben, der das, was ihm die Pflicht gebot, mit reinem Herzen bis zum Tod treu suchte zu erfüllen. J 6 4. Nach 204 4. Nach diesem Glück der Ewigkeit laßt uns mit Eifer ringen; laßt, Christen, uns in dieser Zeit treu unsre Pflicht vollbringen! Be⸗ lohnt wird einst der Tu⸗ gend Müh, ein guter Gott belohnet sie in jenem beßren Leben. Mel. Der unsre Menschheit 28 4 Umne Unsterblich⸗ keit! Gedanke, der das Herz erfreut, den Geist zu Gott erhebet, der Trost für alle Schmerzen schafft, mit ho⸗ hem Muth, mit Gotteskraft zum Todeskampf belebet! Fühlt des Gedankens Selig⸗ keit; denkt, Menschen, daß ihr ewig seid! 2. Seis, daß der Erde Bau zerbricht, erlösche einst der Sonne Licht: wir, mehr, als Erd und Sonne, wir leben für die Ewigkeit! Schon in des Daseins er⸗ ster Zeit füllt dieß das Herz mit Wonne; und sei⸗ ne Würde fühlt der Geist, der ewig seinen Schöpfer preist. 3. Gott, dir sei Dank! Gott, dir sei Dank! Nun mischt sich in den Schmerz⸗ gesang an unsrer Brüder Grabe der Ewigkeit Tri⸗ umphlied ein. Nur unser Unsterblichkeit und Vergeltung. sterbliches Gebein wird, Er⸗ de, deine Habe. Hoch schwingt sich, wenn die Hülle fällt, der Geist empor zu jener Welt. 4. Gott, dir sei Dank! Gott, dir sei Dank! und unser würdger Lobgesang sei hier ein heilges Leben! Gott, Heiligster, wir weihn uns dir; nach Jesu Beispiel wollen wir mit eifrigstem Bestreben der Tugend ed⸗ len Samen streun; dort wird die Aerndte uns er⸗ freun. Mel. Schon ist der Tag 28 5 enn ost zu je⸗ ner Seligkeit mein Geist empor sich schwin⸗ get und über sie schon hier erfreut dem Herrn ein Lob⸗ lied singet, dann fühl ich mich hier nur als Gast, und leicht wird dieses Le⸗ bens Last, die sonst so oft ermüdet. 2. So kann auch hier schon selig sein, wer sich im Guten übet; auf Erden schon darf der sich freun, der Gott und Tugend lie⸗ bet. O Vorschmack jener Himmelslust, entflamme doch in meiner Brust den Trieb zu jener Tugend. 3. Dort, Gott, belohnst du mein Vertraun vor dei⸗ nem Das künftige Leben. nem Angesichte; führst mich vom Glauben hin zum Schaun, vom Dunkel hin zum Lichte. Dich preis ich dann und deinen Sohn, der mich des Himmels Vor⸗ schmack schon im Glauben läßt genießen. 4. An Kenntniß und an Herrlichkeit wachs' ich durch Ewigkeiten. Verwandelt ist in Glück mein Leid und in Triumph mein Streiten. Und diese hohe Seligkeit hat nie ein End, ist ohne Zeit, kein Tod ist mehr, kein Weinen. 5. Dann heb ich meine Händ empor und falle jauch⸗ zend nieder und stimme mit der Engel Chor in frohe Jubellieder; und un⸗ sern hohen Lobgesang, voll Halleluja, Preis und Dank hallt jeder Himmel wieder. Mel. Mein ganzer Geist, Gott 286 Wie freu ich mich der Wonne⸗ zeit; wenn bald der Herr der Herrlichkeit mir winket, heimzugehen! Gedanke, wie entzückest du: Gott läßt des letzten Abends Ruh mich in der Nähe sehen! Tröstlich, köstlich Wort vom Frieden, du kannst Müden Labung geben, ihre Hoff⸗ nung neu beleben! 20⁵ 2. Drum, o mein Geist, ermanne dich! Nimm deine Last und gürte dich zum letzten Wallfahrtstage! Bald legst du deinen Pilgerstab, legst deine Last auf ewig ab mit aller ihrer Plage. Bange, lange Pilgerstun⸗ den sind verschwunden; al⸗ len Kummer tilgt ein süßer Abendschlummer. 3. Und wenn nach einer kurzen Rast, du, Müder, ausgeschlummert hast, weckt dich ein schönrer Morgen. Dann schreckt dich Finsterniß nicht mehr, kein banger Traum schwebt um dich her, dich beugen keine Sorgen. Eine reine Frühlingswonne strömt die Sonne dort her⸗ unter, lächelt ewig, geht nie unter. 4. Dann kämpfst du nicht mit Krankheit mehr, siehst hinter dir der Schmerzen Heer, kennst keine Noth, kein Leiden: mit neuer Kraft, mit neuem Sinn eilst du von Welt zu Welten hin, trinkst stündlich neue Freu⸗ den. Reiner, feiner fühlst du immer, wechselst nim—⸗ mer im Gemüthe; dein Genuß ist ewger Friede. 5. Dort schielet nicht mit giftgem Blick die Mißgunst nach der Geister Glück; dort flicht der Neid nie Netze; die Rache gräbt dir da kein J 7 Grab 5 206 Unsterblichkeit und Vergeltung. Grab, kein Stolzer drückt auf dich herab; dort stiehlt kein Geiz dir Schätze. Dro⸗ ben toben keine Feinde; En⸗ gel, Freunde, Brüder üben ewig sich mit dir im Lie⸗ ben. 6. Hier nähret oft zu seinem Schmerz statt eines Freunds das traute Herz die Natter in dem Schooße; oft welkt in einem Augen⸗ blick sein treuster Freund, mit ihm sein Glück, gleich einer Frühlingsrose. Drü⸗ ben lieben deine Werthen, die Verklärten, dich auf im⸗ mer, deine Seligkeit wankt nimmer. 7. Wie freu ich mich der Wonnezeit, wenn bald der Herr der Herrlichkeit mir winket heimzugehen! Ge⸗ danke, wie entzückest du: Gott läßt des letzten Abends Ruh mich in der Nähe se⸗ hen! Tröstlich, köstlich Wort vom Frieden, du kannst Müden Labung geben, ihre Hoffnung neu beleben! 8. Nun trag ich meiner Bürde Last, die du mir, Gott, gegeben hast, froh bis zur Wallfahrt Ende. War sie sonst schwer, jetzt ist sie leicht; denn meine schönste Hoffnung reicht mir lächelnd ihre Hände. Tröst⸗ lich, köstlich Wort vom Frieden, du kannst Müden Labung geben, sie mit Him⸗ melskraft beleben! Mel. Sei Lob und Ehr dem 8 Der Freuden Quell ist, Gott, bei dir; dort in dem höhern Leben wird deine Vaterhuld auch mir in vollem Maaße geben, was mich mit reiner 10 erfüllt, was mei⸗ ner Seele Sehnsucht stillt und sich ohn Ende mehret. 2. Dich lern ich dann im hellern Licht, in deiner Größe kennen und mit vollkommner Zuversicht dich meinen Vater nennen. Mit hoher Freude bet ich dann auf ewig deine Güte an, die mich zum Himmel führte. 3. Wenn mein erhöhter Geist dann sieht, wo er hier still vertrauet, wenn er dein unumschränkt Gebiet weit heller überschauet, Gott, welche Wonne ist dann mein! wie werd ich deiner da mich freun! wie selig da mich fühlen! Noch größre Werke seh ich dann von deiner Vatergüte, als ich auf Erden sehen kann, und mein ent⸗ zückt Gemüthe verliert voll Dank und Freude sich in deiner Herrlichkeit, die ich im vollen Glanz erblicke. 5. Da werd ich deinen heilgen Rath noch 1 805 a0 ——*¶“—*99RV„l ——————— — 5 Das künftige Leben. als hier, verstehen, dir dan⸗ ken, daß du mich den Pfad der Tugend hießest gehen und selbst durch Leiden die⸗ ser Zeit mich zu dem Glück der Ewigkeit so väterlich bereitet. 6. In höherer Vollkom⸗ menheit werd ich dann, Gott, dich lieben, und was dein Wille mir gebeut, mit fro⸗ hem Herzen üben. O welche Quelle reiner Lust, sich kei⸗ ner Sünde mehr bewußt, in Allem richtig handeln! 7. Mit allen Bürgern jener Welt werd ich dich dann erheben, werd ich dort ihnen zugesellt in reinster Freundschaft leben. Es schlägt dann froh in meiner Brust mein ganzes Herz voll Lieb und Lust, die ich mit ihnen theile. 8. Ja, ewig ist, mein Gott, bei dir der Freuden reinste Quelle! Sie fließet täglich und bleibt mir stets unversiegt und helle. Mein Glück währt da in Ewigkeit; Nichts fehlt ihm an Voll— kommenheit. Herr, hilf es mir erreichen! Mel. Schon ist der Tag von 288 Vergelten wirst du 0 denen, Gott, die hier die Tugend übten, doch auch bestrafen nach dem 207 Tod, die stets das Laster liebten. Vergebens ist dann ihr Bemühn, sich und dir, Richter, zu entfliehn und deiner heilgen Ordnung. 2. O schrecklich wird es für sie sein, sich selbst dann anzuklagen, die Leiden alle, jede Pein durch eigne Schuld 10 tragen; die sie verführten, elbst zu sehn, wie sie um⸗ sonst Erbarmung flehn und ihrem Beispiel fluchen. 3. Weh dem, der nun ein höher Glück als wirklich vor sich siehet und doch be— merkt, wie es zurück vor ihm Unwürdgen fliehet, wie Sinnenlust im Tod zerfloß, und Freuden, die er hier genoß, er nun vergebens heischet! 4. Welch Elend, sich so weit vom Ziel mit dem Bewußtsein sehen: auch dir gab Gott der Mittel viel, um Heile einzugehen, und och selbst keines Trostes Spur, des inneren Richters Stimme nur zu steter Qual zu hören! 5. Verbunden überdieß zu sein mit vielen Laster⸗ haften, die nur an Bos⸗ heit sich erfreun und Wuth der Leidenschaften und ge⸗ genseitig sich zur Last, weil jeder nur den andern haßt, zur ewgen Marter wer⸗ den! ö 6. Und 208 6. Und wer in dieser Leidensnacht sein Unglück ganz empfindet, vom Laster⸗ schlafe nun erwacht und sich doch kraftlos findet zum Streben nach Vollkommen⸗ heit: o, Qual für eine Ewig⸗ keit liegt dann in dem Gefühlel 7. Das ist das Feuer, welches brennt im Innersten des Herzens; das sind Ge⸗ fühle, die nur kennt der Jammersohn desSchmerzens! O Vater, Vater, welch ein Bild, wenn sichs so jammer⸗ voll vergilt, von unsrer Pflicht zu weichen! 8. Was könnt uns also eine Welt mit ihrem Reich⸗ thum nützen, wenn wir nicht das, was dir gefällt, der Tugend Schatz besitzen? Nur sie währt ewig, sie beglückt! O, hilf mir, Gott, daß sie mich schmückt und schützt vor solchem Elend! Mel. Gottlob, ein Schritt zur 289 Vumn freudig euren Pfad, bleibt Christen, Gott erge⸗ ben; einst wird vergolten jede That in jenem beßren Leben. Der Fromme harret wonnevoll des Richters; Unsterblichkeit und Vergeltung. denn wer glaubt, der soll E nicht als Richter fürch⸗ en. 2. Die stille That, der Pflicht geweiht, wird Gott einst offenbaren. Lob wird der wahren Frömmigkeit vor Allen widerfahren. O welch ein Ruhm, den sie gewinnt! Selbst heilige Ge⸗ danken sind bestimmt, be⸗ lohnt zu werden. 3. Wen keine Wollust, wen kein Geiz, kein eitles Lob bethörte; wer selbst bei aller Lüste Reiz, die Stimme Gottes ehrte; wer strebte, mäßig, keusch und rein, demüthig, sanft und mild zu sein, dem wird Gott reichlich lohnen. 4. Wer eines der Gering⸗ sten sich erbarmte, was ihn drückte, ihm tragen half und brüderlich die Leidenden er⸗ quickte, das siehet der Ge⸗ rechte an, als hätt er solches ihm gethan; und er will's ihm vergelten. 5. Laßt, Christen, tugend⸗ haft und rein uns wandeln hier im Leben; dort wird uns Gott Vergelter sein und ewge Wonne geben; dort reift die hier gestreute Saat, dort lohnet jede gute That mit himmlischem Entzücken. 1971101 Zweite erns.* „re reereen Sweite Abtheilung. Lieder über die christlichen Lebenspflichten. Gesinnung und Verhalten des Christen im Allgemeinen. Mel. Schon ist der Tag von Gott 290 Wer Jesum kennt, ver⸗ ehrt und liebt, mit Ernst die Sünde scheuet, wer in der Frömmigkeit sich übt und sich der Tugend freuet, nie seines Daseins Zweck vergißt, nur der wird als ein wahrer Christ stets den⸗ ken, leben, handeln. „Gott ist es, den er kindlich ehrt; bekannt mit seinem Willen, sucht er als Christ, von ihm belehrt, ihn treulich zu erfüllen; liebt jede Vorschrift, jede Pflicht und unterwirft mit Zuversicht sich ihm, dem 5. We del 3. Wie edel ist des Chri⸗ sten Herz, wie liebreich ge⸗ gen Brüder! Er theilt mit ihnen ihren Schmerz und freuet sich auch wieder, wenn ihnen nach des Kummers Nacht ein heitrer Tag der Freude lacht und ihre Kla— gen schweigen. 4. Er dienet ihnen, wo er kann, hört des Bedräng⸗ ten Flehen als Menschen-⸗ freund erbarmend an, kann ihn nicht leiden sehen, eilt ihn zu retten und erquickt den, den die Last der Sor-— en drückt, durch seines Wohlthuns Segen. 5. Er betet und er betet ern, weil ihn sein Herz ieß lehret, und weil er Gott, der Welten Herrn, als Vater fromm verehret, entfernt von aller Heuchelei, vom Wahn des Aberglau⸗ bens frei mit Andacht und mit Eifer. 3. Er freut sich der Ge⸗ legen⸗ legenheit, den Vortrag heil⸗ ger Lehren und jede Pflicht, die Gott gebeut, auch öffent⸗ lich zu hören. Der Brüder Andacht reizet ihn, sich der Zerstreuung zu entziehn, im Guten sich zu stärken. 7. Gott, laß mich jede Christenpflicht mit frommem Eifer üben! Aus Wahn und Leichtsinn laß mich nicht den Schein der Tugend lieben! Laß, deines Beifalls mich zu freun, laß meine Pflicht mir heilig sein, als Christ stets denken, handeln! Mel. Erschienen ist der herrlich 291 Ennfinde deinen hohen Werth! Gott selbst, o Mensch, hat dich geehrt, hat mit Ver⸗ stand dich ausgeschmückt und über Staub emporgerückt. Vergiß es nie! 2. Du schmähest, was dein Gott dir gab, du würdigst dich zum Thier herab, wenn deines Lebens kurze Zeit in Thorheit dir und Eitelkeit vorüberflieht. 3. Gebrauchen sollst du den Verstand. Nur darum gab ihn Gottes Hand. Du sollst ihn treu der und ihm weihn, ihn bilden und ihm Licht verleihn, so viel du kannst. 4. O sieh umher, wie roh, wie blind noch viele deiner Brüder sind! Ihr Geist, 210 Gesinnung und Verhalten des Christen umhüllt von dunkler Nacht 4 ist immer noch nicht aufge“ wacht. Bedaure sie! 5. Entreiße dich der Dun⸗ kelheit! Erwache, Sohn der Ewigkeit, und strebe mit entzücktem Sinn zum hohen Ziel der Weisheit hin! Das fordert Gott! 6. Die tausend Wunder in der Welt hat er umsonst nicht aufgestellt. Mit Froh⸗ gefühl sollst du sie hn und ihres Schöpfers Ruhm er⸗ höhn und dankbar sein. 7. Er lenkt mit Liebe, was er schuf, und dir ertönt der sanfte Ruf: O siehe, wie dein Gott regiert und Alles, Alles, herrlich führt und nichts versäumt. 8. Bedenke, was die Menschheit ehrt und reine Freuden ihr gewährt! Er⸗ hebe deines Geistes Blick vom wandelbaren Erdenglück zum höchsten Gut! 9. Dich selbst, dein Stre⸗ ben, deine Kraft erforsche stets gewissenhaft und lerne, schnödem Wahn entflohn, von Jesu die Religion, die dich verklärt. 10. Ja, sei ein Christ, ein wahrer Christ; dann siehest du, was Weisheit ist, dann stürzt des Aberglau⸗ bens Reich, dann schwingt dein Geist sich, Engeln gleich, zum Licht empor. 11. O Weisheit Jesu, leite 149 * im Allgemeinen. leite mich! Ich bin ein Christ und liebe dich. Ich fühle sie, die rege Kraft, die Gott in meiner Seele schafft, dir treu zu sein. ů Mag jeder Reiz der Welt verblühn und meines Lebens Hauch entfliehn, o Weisheit du wirst mich er⸗ freun und meines Geistes Zierde sein in Ewigkeit. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 0 ern sei uns der 2 92 Fi Irrthum, fern, daß auch diese Christen wären, welche Jesum zwar als Herrn wohl mit ihrem Munde ehren, aber ihm nicht gleichgesinnt, nicht der LTugend Freunde sind! 2. Ferne sei von uns der Wahn, sich mit dem allein zu trösten, was einst Jesus hat gethan, einen Christen und Erlösten sich zu nennen, wenn man nicht treu erfüllt des Christen Pflicht! 3. Schände nie, wer Je⸗ sum kennt, Jesum durch ein Sündenleben! Wer den Göttlichen bekennt, der muß sich auch ernst bestreben, stets zu wandeln auf der Bahn, die uns Jesus ging voran. 4. Gott ergreife meinen Geist, daß kein unfrucht⸗ barer Glaube, der dich nur durch Worte preist, mir den frommen Eifer raube, Christ durch Werk und That zu sein, jedes Unrecht stets zu scheun! 5. Was wir säen, ärn⸗ dten wir. Reicher Segen wird gegeben dem, der treu⸗ lich säte hier für das künft⸗ ge beßre Leben. Laß mich reichlich Samen streun und mich dort der Aerndte freun. In eigener Melodie. 293 Wer hat den Glauben, dessen Früchte beweisen, daß er Gott gefällt und einst vor seinem Angesichte der Tugend hohen Preis er⸗ hält? 2. Der, der durch seines Geistes Triebe zu allem Guten sich entschließt und Gott aus Dankbarkeit und Liebe gehorsam und ihm ähnlich ist; 3. Der, der vor Gott unsträflich wandelt, Nichts lieber thut, als seine Pflicht; der heilig denkt und heilig handelt und gern die Wahr⸗ heit sucht und spricht; Der alle Menschen herzlich liebet, gerecht, ge⸗ lind, voll Redlichkeit und mild ist, keinen je betrübet und Andre zu erfreun sich freut; 5. Der gern verzeiht dem, der ihn schmähet, an Fein⸗ den auch das Gute schätzt, nicht lästert und nicht ssich i 212 Gesinnung und Verhalten des Christen sich blähet und seinen Näch⸗ sten nie verletzt; 6. Der die Verehrer Got⸗ tes ehret und thut, wie sie, was Gott gefällt; der, was er seinem Nächsten schwöret, und schwür er sich zum Schaden, hält; 7. Der nie, zum Trotze der Gesetze auf ungerechten Wucher leiht und durch ge— recht erworbne Schätze der Armen trauernd Herz er⸗ freut; 8. Der die Bedrängten und die Armen erquickt, in Schutz die Unschuld nimmt, der findet auch bei Gott Erbarmen, dem ist des Glaubens Preis bestimmt. 9. Der, der im Glücke stets bescheiden, in Trübsal stets geduldig ist, der, Gott, erbt deines Himmels Freu⸗ den, der ist dein Kind, der ist dein Christ! Mel. Freu dich sehr o meine S. 29 4 Haun denk ich an die Güte, die du mir bisher erzeigt, o so wird mein ganz Ge— müthe zu der tiefsten Scham gebeugt, daß ich dich gering geschätzt, häufig dein Gebot verletzt und dich, der mich so geliebet, mit Vergehungen betrübet. 2. Alle meine Seelen⸗ kräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig sein; doch hab ich der Eitelkeit unbedachtsam sie geweiht; ja, zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. ö 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Va⸗ ter, neu. Von wie manchen schweren Sorgen machtest du das Herz mir freil Was mir nützte, gabst du mir; aber, ach, wie dankt ich dir! O wie hab ich so vermessen deines Wohlthuns Zweck vergessen! 4. Bei so hellem Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn und um Ret⸗ tung von dem Schaden mei⸗ ner Seele mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte mich selbst zu verstocken. Ich erkenne meine Sünden, beuge mich, mein Gott, vor dir. Laß mich bei dir Gnade finden; neige Herr, dein Ohr zu mirl! Ach, vergib, was ich ge⸗ than! Nimm mich doch er⸗ barmend an! Führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnadel 6. Dir ergeb ich mich auf neue. beugter Geist deiner Vater⸗ huld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt! Was dein Sohn auch mir erdeg 0 Gib, daß mein ge⸗ L iz 8 ꝗ ka im Allgemeinen. als er für die Sünder starb, Fried und Freude im Ge⸗ wissen, ach, das laß auch mich genießen! 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn: gib, daß mirs an Kraft nicht fehle, folg⸗ sam deinem Wort zu sein! Stehe mir stets mächtig bei; mache du mich selbst getreu! Dich zu lieben, dir zu leben, sei mein ernstlichstes Be⸗ streben! Mel. O Gott, du frommer Gott tt, d for⸗ 9⁵ Geches mich; dir kann ich nichts verhehlen; * du siehest jede That, kennst eden Rath der Seelen. Ich lehe, Herr, zu dir, erhöre huldvoll mich; entdecke mir mein Herz, denn ach, oft täuscht es sich. ö Ich bin ein Christ, o Gott, getauft auf deinen Namen. Erfüllt ich jede Pflicht des Christenthums, (und kamen die Werke, die ich that, aus Frömmigkeit Bin ich ein so ehr ich und Pflicht? Heuchler nur, Christum nicht. 3. Hab ich dich, Gott, ge⸗ liebt und durch ein weises Leben der Tugend mich ge— weiht, mein Herz dir ganz ergeben? Hat mich dein Un⸗ terricht gebessert und er⸗ freut? War ich, was er be⸗ 213 fiehlt, auch stets zu thun bereit? 4. Dankt ich dir für mein Glück, für jede meiner Freu⸗ den? Vertraut ich standhaft dir in Kummer, Noth und Leiden? War ich beim Reiz der Welt aufs Ewige be⸗ dacht? und hab ich jeden Tag, so wie ich soll, voll⸗ bracht? 5. Gebraucht ich meinen Geist mit allen seinen Kräf⸗ ten zu meiner Brüder Wohl, zu nützlichen Geschäften? Hab ich für meinen Leib mit Weisheit stets gewacht und keine böse Lust genährt und 6539 10 5 6. Hab ich die, welche du zur Aufsicht mir vertrauet, durch eignes Beispiel gern gebessert und erbauet? Sorgt ich stets für ihr Wohl und ihre Seligkeit und straft ich ihr Vergehn mit Ernst und Freundlichkeit? 7. Blieb ich der Wahrheit treu? War ich voll Men⸗ schenliebe, und regten sich in mir des Mitleids edle Triebe? Brach ich dem Hungrigen mit Freudigkeit mein Brod? Half ich durch Rath und That Bedrängten aus der Noth? 8. War ich der Unschuld Trost und hab ich sie ver⸗ theidigt? ab ich durch Härte nie den Dürftigen beleidigt? Floh ich den b⸗ er⸗ 214 Gesinnung und Verhalten des Christen bermuth, des eitlen Stolzes Reiz? Verschloß ich Aug und Herz der Mißgunst und dem Geiz?ꝰ 9. Hab ich, wie Jesus that, gesegnet, die mir fluchten? geliebet, Jesu gleich, die mir zu schaden suchten? beherrschet stets den Zorn? gezeigt Versöhnlichkeit? mich nie am Feind gerächt? ver⸗ mieden Zank und Streit? 10. Allwissender, wer kann wie oft er fehlet, merken? Sei gnädig, handle nicht mit mir nach meinen Wer⸗ ken! Vergebung ist bei dir; laß ihren Trost auch mein und mich durch ihn gestärkt zum Fleiß der Beßrung sein. In voriger Melodie. 296 er Gottes We⸗ ge geht, nur der hat Seelenfrieden. Wie herrlich ist sein Lohn ihm selbst von Gott beschieden! Voll Glaubens widersteht er jeder bösen Lust, ist sei⸗ ner Tugend sich, sich ihres Werths bewußt. 2. Er merkt auf seinen Gang, geht ihn mit festem Muthe, wird in der Schwach⸗ heit stark, liebt immer mehr das Gute. Ihn machet Got⸗ tes Geist gerecht und tugend⸗ haft, und er nimmt immer zu an Einsicht und an Kraft. 3. Gott hat er allezeit vor Augen und im Herzen, bekämpft die Sinnlichkeit scheut nicht des Kampfes Schmerzen. Er eilet, wenn er fehlt, den Fehler zu be⸗ reun, und strebt mit ernstem Fleiß der Tugend sich zu weihn. 4. Getreu in seinem Stand genießt er Gottes Gaben, vergnügt, ob Andre gleich mehr Glück und Ansehn ha⸗ ben, als Christ, bei Weni⸗ gem zufrieden, frei von Neid, von Habsucht und von Geiz. von Stolz und Eitelkeit. 5. Schenkt Gottes Hand ihm viel, so wird er Vielen nützen, des Freundes Glüc erhöhn, verlaßne schützen. Auch selbst Belei⸗ diger wird er in Noth er⸗ freun und, wie sein Gott gesinnt, wird er auch gütiz ein. 6. Er kränkt den Bruder nicht, er schützt sein Glüch sein Leben. Er ist, nach Jesu Sinn, stets willig zum Vergeben, voll Achtung eh⸗ ret er in ihm des Höchsthh Bild, denkt: Gott, der Hei lige, ist gegen mich ja mild 7. Im Guten sucht sein Herz die Brüder zu ba stärken; er muntert all auf zu guten, edlen Werken Tugend! Mit Christensinn nimm er an ihrer Tugend Thel und denkt: Wir haben 1 nur Einen Herrn, E Heil! 8. Das und dann im Allgemeinen. 8. Das Heil der Ewig⸗ keit, das hier der Fromme schmecket, erhält sein Glück und macht, daß keine Noth ihn schrecket, giebt ihm im Leiden Muth und stillet jeden Schmerz. Im Tode freut sich noch sein Gott ergebnes Herz. In eigener Melodie 297 Es hebt sich auf der Andacht Schwingen, Unendlicher, mein Geist zu dir empor, den frommen Vorsatz dir zu bringen: den Tugend⸗ pfad, den ich so oft verlor, will ich, o Gott, mit neuer Treue gehn und groß durch sie der Sünde Reiz verschmähn. 2. Wohin sich nur mein Auge wendet, erblick ich dei⸗ ner Liebe Segensspur. Wer wachte für mein Glück? Wer spendet der Freuden Fülle aus durch die Natur? Gott, deine Liebe! Liebe weih ich dir, mit Freudenthränen, Ewiger, dafür. Wenn einst vielleicht sich bang und leise zu meinem erzen trübe Sorge schleicht, efährtin meiner Pilger⸗ reise nun Schwermuth wird jede Hoffnung weicht, will ich auf zu dir, mein Vater, schaun und selbst im Schmerz dir kind⸗ lich noch vertraun. 215 4. Nie will ich fragen, ob au Freuden der Pfad der Tugend und des Rechtthuns führt; nie zaghaft ihn zu wandeln meiden, wenn er in Nacht und Dunkel sich verliert. Du winkst, o Gott, Gehorsam ist mir Pflicht; mein Glaube gibt mir Muth und Zuversicht. 5. Dir will ich suchen nachzuahmen, o Jesu! Men⸗ schenfreund, der du so gern den Leidenden, die zu dir kamen, Erretter warst, nie soll mein Herz mehr fern dem Armen, der verlassen trauert, sein; ich will ihm Hülfe, Trost und Liebe weihn! 6. Mit warmem, liebe⸗ vollem Herzen will ich mich immer mit den Frohen freun, der unverdienten Kränkung Schmerzen nicht ahnden, dem Beleidiger ver⸗ zeihn. Bescheidenheit und Sanftmuth sei mein Ruhm, Gewissensruh mein großes Eigenthum! 7. Die Kräfte, die du mir gegeben, will ich ge— treu zu nützen mich be— mühn; zu großen Zwecken ward dieß Leben, von dir, o Gott, aus Liebe mir ver⸗ liehn. Um herrlicher dort wieder aufzublühn, sinkt es auf deinen Wink zum Grab einst hin. 8. Wenn von Versuchun⸗ gen 216 Gesinnung und Verhalten des Christen gen umgeben, mein Blick in Labyrinthe sich verirrt, der Sünde Reiz zu wider⸗ streben, die täuschend lockt, oft schwer dem Herzen wird, blick ich zu dir; du wirst mir Muth verleihn, kein Opfer, das die Pflicht ge⸗ beut, zu scheun. 9. Ja, treu zu sein, bis einst am Ziele auch mir dort der Vergeltung Palme weht, gelobt mit heiligem Gefühle dir jetzt mein Herz, das kindlich zu dir fleht: gib Kraft dazu und leit an deiner Hn den müden Pilger hin ins Vaterland. Mel. Alle Menschen müssen 298 Ich erhebe mein N Gemüthe sehn⸗ suchtsvoll, mein Gott, zu dir. Ich verehre deine Güte; o wie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, Keiner harrt auf dich vergebens; nur Ver⸗ ächter deiner 99.3 stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, zeige deinen Willen mir; leite mich die rechten Stege, daß kein Abweg mich verführ! Gott, du siehest mein Vertrauen! Sicher kann ich auf dich bauen; deine Vatertreue ist ewig, wie du selber bist. 3. Ach, gedenke, Herr, der Sünden meiner Jugendjahre nicht! Laß mich Gnade vor dir finden; geh nicht mit mir ins Gericht! Alle Sünden, die uns reuen, willst du väterlich verzei⸗ hen. O so höre denn auch mich! Meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders Leben; dir ist sei⸗ ne Seele werth. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sünden⸗ wege machst du sein Ge⸗ wissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt! Den verwirfst du nicht. 5. Allen, die zu dir sich wenden, über ihre Schuld betrübt, willst du Trost und Rettung senden, wenn ihr Herz sich dir ergibt. Freude schenket deine Güte dem ge⸗ ängsteten Gemüthe, dem du seine Sündenlast gnädig ab⸗ genommen hast. 6. Herr, zu was für Se⸗ ligkeiten du in jener bessern Welt jeden Sterblichen willst leiten, der dir Treu und Glauben hält, offenbarst du allen Seelen, die zu ihrem Heil dich wählen, deinen ganzen Gnadenbund machst du deinen Kindern kund. 7. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich heilig vor dir leben, treu sein meiner ganzen Pflicht! Keine im Allgemeinen. Keine schnöde Lust der Sün⸗ den soll mich ferner über⸗ winden. Nimm du dich nur meiner an, daß ich stand⸗ haft bleiben kann! Mel. Sollt ich meinem Gott 299 ilden soll ich mich auf Er⸗ den, Gott, für deine Ewig⸗ keit, hier in ungewisser Zeit, täglich weiser, besser werden, und nach dieser großen Pflicht richtet mich einst dein Gericht. 2. Jede Stunde meines Lebens, selbst Minuten zähl⸗ test du, wogest jede Kraft mir zu; keine gabst du mir vergebens. Wuchern stets mit Kraft und Zeit soll ich für die Ewigkeit. 3. Und ich lebte nur auf Erden, um den Sinnen wohlzuthun, konnte träg und sicher ruhn; suchen, glücklich nur zu werden durch Gewinn der Eitelkeit, den ein Augenblick zerstreut! 4. Gott, wie war mein Geist verblendet! Wie viel Tage sind mir schon unge⸗ nützt zum Heil entflohn! wie viel Kräfte schon ver⸗ schwendet! Doch mich rufet noch die Pflicht, und ich säume länger nicht. 5. Zu befrein mich von dem Hange meiner sünd⸗ lichen Begier wurde täglich schwerer mir; und ich weiß 217 ja nicht, wie lange mich noch deine Langmuth trägt, nicht, wann meine Stunde schlägt. 6. Drum will ich nicht län⸗ ger weilen, wo das Eitle mich belügt, mich um ew⸗ ges Heil betrügt; eilen will ich, Gott, nun eilen auf der Bahn der Besserung zu dem Ziel der Heiligung. 7. Ich will stets mich selbst bezwingen; eingedenk der Rechenschaft, wuchern noch mit Zeit und Kraft; will mich durch Versuchung ringen, um vor dir einst zu bestehn und zum Leben ein⸗ zugehn. Mel. O Gott, du frommer Gott 300 Ich blick empor zu N dir, du Ewi⸗ ger, der Allen, die durch der Prüfung Land zum gro⸗ ßen Ziele wallen, Vergelter, Richter ist, und fleh voll Innigkeit: gedenk der Sün⸗ den nicht, die tief mein Herz bereut! 2. Wie oft gelobt ich dir in ernster Andacht Stille: mein heiligstes Gesetz, o Gott, sei stets dein Wille! Du kennst mein Herz; du weißt, es war der Vorsatz rein, dir treu auf jedem Pfad, den du mich führst, zu sein. 3. Und dennoch fehlt ich oft! Wer kennt des Herzens Tiefen? Ach, böse Lüste, die so tief verborgen schlie⸗ K fen 218 Gesinnung und Verhalten des Christen fen, erwachten, aufgereizt vom Sturm der Leidenschaft; betäubt und überrascht er⸗ lag bald meine Kraft. 4. Nun schau ich prüfend hin auf die durchlebten Tage, sie bringt kein Wunsch zu⸗ rück und keine bange Klage; doch ihre Thaten führt mit nhterlichen Blick mir ernst und warnend oft Erin⸗ nerung zurück. 5. Der Edle, der sein Herz schon früh der Tugend weih⸗ te, fühlt hohe Seligkeit, sieht er an ihrer Seite auf die durchlaufne Bahn mit stiller Heiterkeit, er hat ge⸗ sät in ihr für eine Ewigkeit. 6. Und diese Seligkeit, des Herzens süßen Frieden, das höchste Gut, das hier den Sterblichen beschieden, erwarb ich mir noch nicht! Den bleibenden Gewinn gab ich, vom Schein getäuscht, für kurze Lust oft hin. 7. Ich unterließ die Pflicht, die Reizungen zu Sünden, durch Weisheit und durch Muth gestärkt zu überwin⸗ den, ergebungsvoll und still mit ruhigem Vertraun, auf dornenvollem Pfad zu Gott emporzuschaun. 7. Verzeih, Allgütiger! Du siehst der Reue Zähren. Du wirst dem Schwachen Kraft und Hülfe gern ge⸗ währen. Mit neuer Treue will ich deine Wege gehn; laß einst am großen Ziel, o Gott, dein Heil mich sehn! Mel. So fliehen unsre Tage 301 Mein Herz, Gott Vater, will ich dir zum Eigenthume weihn. Es forderts ja dein Wort von mir, drum sei es ewig dein! 2. Zwar hat es durch den Hang der Welt, durch Lust und Eitelkeit, die, Hei⸗ liger, dir nicht gefällt, sich oft, ach oft, entweiht. 3. Doch sieh, es fühlet seine Schuld, gelobt dir Besserung und fleht zu dir um Gnad und Huld, um Kraft zur Heiligung. 4. Verwirf, verwirf mein Flehen nicht, sei mir mit Gnade nah! Zu dir steht meine Zuversicht; mein Va⸗ ter bist du ja. 5. Dieß bürgte mir, ge⸗ sandt von dir, dein Sohn mit seinem Blut; verleih durch deinen Geist nun mir zur Beßrung Kraft und Muth! ö 6. Hilf, daß ich dir, mein Herr und Gott, im Glau⸗ ben stets getreu und gegen List, Gewalt und Spott im Guten standhaft sei! 7. Hilf, daß ich sei in Leiden fest, durch Hoffnung und Geduld; mein Trpst, wenn Alles mich verläßt, sei deine Vaterhuldd! 8. Hilf iein au⸗ gen im im ung ost, äßt, Hilf im Allgemeinen. 8. Hilf, daß ich gegen Jedermann von Stolz und Neide frei, aufrichtig und, so viel ich kann, zu dienen willig sei! 9. Hilf, daß ich wohlzu⸗ thun mich freu und, fern von Rachbegier, selbst mei⸗ nem Feinde gern verzeih; denn du verzeihst auch mir. 10. Dich, Gott, verehren, sei mein Ruhm, entfernt von Heuchelei, damit mein ganzes Christenthum dir wohlgefällig sei! 11. So nimm es denn zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit und laß es deine Wohnung sein auch in der Ewigkeit! 12. Weg, Welt, weg Sünd! Euch dien ich nicht! Nur Gott, nur Gott allein; dieß, dieß ist meine Zuver⸗ sicht, kann ewig mich er⸗ freun. Mel. Wer nur den lieben Gott 302 ein Gott, zu dem ich wei⸗ nend flehe, erbarme deines Kindes dich! Ach, sieh auch jetzt von deiner Höhe mit qadenvollem Blick auf michl Vergib mir, Vater, gehe nicht mit mir, dem Sünder, ins Gericht! 2. Wie oft hast du mir sch on vergeben, wenn reuvoll ich um Gnade bat; wie oft versprach ich dir ein Leben, 219 gereiniget von Missethat; wie feierlich war dann mein Eid des Glaubens und der Frömmigkeit! Ach, aber bald ergriff mich wieder die Sünd und ihre Lust mit ihr, riß mei⸗ nen frommen Vorsatz nieder und herrschte wie zuvor in mir! Zum Widerstande viel u schwach, floh ich nicht, sondtrn gab ihr nach. 4. Wie viele sündenvolle Tage durchlebt ich, Vater, wie im Traum und sam⸗ melte mir Schmach und Pla⸗ ge und fühlte dieß mein Elend kaum! Verwundet blutete mein Herz, betäubt empfand ich keinen Schmerz. 5. Ich ging den Weg zum Untergange, den dein gerech— ter Ernst mir droht. Jetzt ist um Trost mir Sünder bange; wer rettet mich aus meiner Noth? Mein richten⸗ des Gewissen wacht, und Alles um mich her ist Nacht. 6. Zu wem, o Vater, soll ich fliehen? Wo findet meine Seele Ruh? Wer kann sie aus dem Elend ziehen, in dem sie seufzet, als nur du? Mein ganz Vertraun setz ich auf dich: du, Freund des Lebens, ret⸗ test mich! 7. Für alle, auch für mei⸗ ne Sünden, floß einst des Welterlösers Blut. O laß durch ihn mich Gnade fin⸗ K 2 den, 220 Gesinnung und Verhalten des Christen den, du, meiner Seele höch⸗ stes Gut! Noch einmal, Va⸗ ter, sprich zu mir: Auch diese Schuld erlaß ich dir. 8. Gott, sei mein Zeuge, da ich schwöre: mein Herz soll dir geheiligt sein! Dir, deinem Willen, deiner Ehre will ich mein ganzes Leben weihn; der Sünde will ich widerstehn und standhaft deine Wege gehn! 9. Vergiß nicht wieder, meine Seele, wie oft du schon gefallen bist! Vergiß nicht mehr des Herrn Be⸗ fehle, nicht mehr, daß er dein Retter ist! Ruf ihn im Glauben täglich an: er⸗ halt mich, Herr, auf ebner Bahn! Mel. Freu dich sehr, o meine chaffet, schaf⸗ 303 S fet, Menschen⸗ kinder, schaffet eure Selig⸗ keit! Bauet nicht wie sichre Sünder auf die ungewisse Zeit! Unverweilt bekehret euch! Ringet nach dem Him⸗ melreich! Strebet, heilig hier auf Erden, strebet, selig dort zu werden! 2. Daß nun dieses mög geschehen, so müßt ihr mit festem Muth jeder Sünde widerstehen; nur was Gott, das höchste Gut, von euch fordert, muß allein eures Lebens Richtschnur sein, es mag eurem schwachen Herzen Freude bringen oder Schmerzen. 3. Selig, wer im Glau⸗ ben kämpfet, selig, wer im Kampf besteht, wer des Flei⸗ sches Lüste dämpfet und den Reiz der Welt verschmäht! O, so strebt dem Guten nach, seht dabei auf Christi Schmach! Wer den Him⸗ mel will ererben, muß erst seinen Sünden sterben. 4. Werdetihr nicht stand⸗ haft ringen, sondern träg und lässig sein, eure Nei⸗ gung zu bezwingen, wie kann euch der Sieg erfreun? Ohne tapfern Streit und Krieg folget nie Triumph und Sieg. Nur den Sieger schmückt zum Lohne seines Kampfs die Himmelskrone, 5. Sich voll Leichtsinn stets zerstreuen, thun, was Fleisch und Welt uns heißt, und den Kampf der Lüste scheuen, ist der Welt, nicht Christi Geist, Wer ihn haben will, der kann auf der Tugend rauher Bahn nicht in sichrem Stolhe leben und den Lüsten sich ergeben. 6. Brünstig beten, allzeit wachen, die Versuchung weislich fliehn, sich dil Pflicht zur Freude machen und mit Sorgfalt sich bez mühn, selbst beim Spolt und Hohn der, Welt das zu thun, was Gott gefällh dieß nur wollen und voll⸗ bringen ol ingen im Allgemeinen. bringen heißet: Himmel ringen. 7. Drum entreißet euch den Lüsten, die ihr noch gefesselt seid, und beweiset euch als Christen muthig und getrost im Streit! Schont der lieb⸗ sten Neigung nicht, übet auch die schwerste Pflicht! Denket oft an Christi Worte: drin⸗ get durch die enge Pforte! Zittern muß ich vor der Sünde und auf Jesu Vorbild sehn! Suchen will ich, daß ich finde, was mein Glück einst wird erhöhn! Fehl ich, o so gehe nicht, nach dem Richter, mit mir ins Ge⸗ richt! Gib mir deines Gei⸗ stes Waffen, meine Selig⸗ keit zu schaffen! 9. Gib zum Wollen das Vollbringen! Gib mir Muth und Kraft zum Streit! Lehre mich mit Ernst bezwingen Alles, was mein Herz ent⸗ weiht! Zeige mir von dei⸗ nem Thron den verheißnen Gnadenlohn, daß ich wache, hete, ringe und empor zum Himmel dringe! Mel. Wer nur den lieben Gott 304 ott, lehre mich verstehn und fassen, was Buße, wahre Buße sei! Hilf mir die Sün⸗ den ernstlich hassen, damit ich ohne Heuchelei mein Leben heßre, selbst mir treu und dir, Herr, wohlgefällig sei! 221 2. Dein Wort gebeut und spricht: thu Buße, verändre, beßre deinen Sinn; fall dei⸗ nem Gott voll Reu zu Fuße; sei nicht mehr Sünder, wie vorhin; von nun an sei, als Gottes Kind, ihm folg⸗ sam, ähnlich ihm gesinnt! 3. Bezähme stets in dir die Liebe zu allem dem, was Sünde heißt, und fol⸗ ge jedem guten Triebe, den Gott erweckt durch seinen Geist; flieh, flieh die Lüste dieser Welt und thue nur, was ihm gefällt! 4. Erstatte deinem Näch⸗ sten wieder, was du mit Unrecht ihm entwandt, und leite die verführten Brüder zurück zur Tugend; beut die Hand dem Unterdrückten liebevoll; thu Jedem, auch dem Feinde wohl! 5. Flieh Neid, Verleum⸗ dung, Haß und Lügen, be⸗ gehr nicht, was des Näch⸗ sten ist, zeug durch den Ab⸗ scheu vor Betrügen, daß du ein Feind des Lasters bist; sei friedlich, weise, stets bereit, zu sterben, wann dein Gott gebeut! ö 6. Herr, dieß befiehlt mir deine Lehre. Du weist am besten, wer ich bin; hilf, daß ich deine Stimme höre, und ändre du selbst meinen Sinn. Sieh, Besserung ge⸗ lob ich dir; gib Kräfte zum Vollbringen mir! K 3 Mel. .ñ—ͤ1i:᷑'ͤ——ͤͤ 222 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. Gott Vater, an Erbarmen 30 5 So wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; ich will, daß er vom Bösen sich mit Ernst bekehr und suche mich, vom Elend seiner Sünden frei, geheiligt mir und selig sei. 2. Vernimm, o Mensch, dieß Gnadenwort und wandle nicht zum Tode fort! Gern will dein Gott dir gnädig sein, gern alle Sünden dir verzeihn. Sei reuvoll; doch verzage nicht und fasse Muth zu deiner Pflicht. 3. Doch hüte dich vor Si⸗ cherheit! Denk nicht: zur Buß ist wohl noch Zeit, erst will ich mit der Welt mich freun, und werd 2 ihrer müde sein, dann beßr' ich, dann bekehr ich mich, und Gott erbarmt noch meiner sich. 4. Wiß, der jetzt liebreich dir verzeiht, übt auch als Gott, Gerechtigkeit; und, Sünder, dir ist unbewußt, ob du nicht morgen sterben mußt. Dann wehe dir, sinkst du ins Grab frech von des Lasters Pfad hinab! 5. Heut lebst du, heut bekehre dich! Eh morgen kommt, kanns ändern sich. Wer jetzt gesund ist, spend vielleicht, eh er den Abend noch erreicht. Drum wandle nicht in Sünden fort; du weißt, zu spät ist Buße dort. 6. Hilf denn, o Vater, hilf, daß ich noch heute, heute beßre mich, eh meine Schuld noch mehr sich häuft, eh mich ein schneller Tod ergreift, damit ich heut und jederzeit zu meinem Ende sei bereit. Mel. Wer nur den lieben Gott 306 As/ Gott, wie mancher von den Tagen der mir beschied⸗ nen Lebenszeit floh schon dahin, mich anzuklagen, ins Meer der langen Ewigkeit! Nicht jeden hab ich dir ge⸗ lebt, nicht stets der Tugend nachgestrebt. 2. Gar oft empörte sich im Leiden mein murrend Herz voll Ungeduld; und schenktest du, mein Gott, mir Freuden, o dann vergaß ich deiner Huld, genoß nicht jede, wie ich soll, nicht im⸗ mer reinen Dankes voll. 3. So war mein Herz auch gegen Brüder nicht immer sanft und liebevoll. Schlug mich erlittnes Unrecht nieder, so übernahm mich oft der Groll, und ich vergaß der Sanftmuth Pflicht und folgte Jesu Vorbild nicht. 4. Dir, Herzenskündiger, ist keine von meinen Sün⸗ den unbekannt. Vergib, was ich vor dir beweine, und leite mich an deiner Hand zu besserer E i im Allgemeinen. bis ich ganz frei von Feh⸗ lern bin! Mel. O Gott, du frommer Gott 307 Willß du die Buße noch, die Gott gebeut, verschieben, so schändest du sein Wort und mußt dich selbst nicht lie⸗ ben. Ist deine Besserung nicht deiner Seele Glück? Und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Allein wie schwer ists doch, sein eigen Herz be⸗ kämpfen, Begierden wider⸗ stehn und seine Lüste däm⸗ pfen! Ja, Sünder, es ist schwer, allein zu deiner Ruh ist dieß der einzge Weg, und dem entsagest du? 3. Ist deine Pflicht von Gott, wie kannst du sie ver⸗ gessen? Nach deinen Kräf⸗ ten selbst hat er sie abge⸗ messen. Was weigerst du dich noch? Gott ist nicht ein Tyrann, der mehr von mir verlangt, als ich ihm leisten kann. 4. Sprich selbst: gewinnet Gott, wenn ich ihm kindlich diene und seiner werth zu sein im Glauben mich er⸗ kühne? Wenn du die Tu⸗ gend übst, die Gott, dein Herr, gebeut, wem dienst du? Ringst du nicht nach deiner Seligkeit? 5. Was weigerst du 95 noch, das Laster zu verlassen Weil es dein Unglück ist, befiehlt es Gott zu hassen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu sein? Weil sie dich glück⸗ lich macht, befiehlt sie Gott allein. 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu vollbrin⸗ gen. Soll er durch Allmacht dich ihm zu gehorchen zwin⸗ gen? Er gab dir die Ver⸗ nunft, und du verläugnest sie. Er sendet dir sein Wort, und du gehorchst ihm nie. 7. Sprich nicht: Gott kennt mein Herz; ich hab es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom La⸗ ster loszureißen; jetzt ist dieß Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befoh⸗ len, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheust du dich heute nicht, des Höchsten Feind zu sein, um wie viel weniger wirst du dich morgen scheun! 9. Ist denn die Buß ein Werk von wenig Augen⸗ blicken? Kann dich kein schnel⸗ ler Tod der Welt noch heut entrücken? Ist ein Geschrei zu Gott, ein Wunsch nach Besserung und Angst der Missethat die wahre Heili⸗ gung? K 4 10. Istis 224 Gesinnung und Verhalten des Christen 10. Ists gnug zur Se⸗ ligkeit, des Glückes der Er⸗ lösten, wenn uns der Tod ergreift, sie sicher zu ge— trösten; ist das Bekenntniß gnug, daß uns die Sünde reut, so ist kein leichter Et. als deine Selig⸗ eit. 11. Doch fordert Gott von uns die Reinigkeit der See⸗ len. Ist keine Seele rein, der Glaub und Liebe fehlen, ist dieses dein Beruf, Gott dienen, den du liebst, so zittre vor dir selbst, wenn du dieß Werk verschiebst. 12. Der Glaube heiligt dich. Ist dieses dein Ge⸗ schäfte? Nein, Mensch! Und du verschmähst des Geistes Gottes Kräfte? Erschreckt dich nicht sein Wort? Gibt in verkehrten Sinn den Sünder, der beharrt, nicht Gott zuletzt dahin? 13. Hat Christus uns erlöst, damit wir Sünder bleiben und, sicher durch sein Blut, das Laster höher treiben? Gebeut uns Christi Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht, so ist es nicht von Gott. Gott widerspricht sich nicht. 14. Noch heute, weil du lebst und seine Stimme hö⸗ rest, noch heute schicke dich, daß du vom Bösen keh⸗ rest. Begegne deinem Gott, willst du zu deiner Pein dein hier versäumtes Glück nicht ewiglich bereun! 15. Entschließe dich be⸗ herzt, dich selber zu besiegen; der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnügen. Was zagst du? Geht er gleich im Anfang langsam fort, sei wacker: Gott ist nah und stärkt dich durch sein Wort. )J. Ruf ihn in Demuth an; er tilget deine Sünden. Und läßt dich sein Gesetz erst ihren Fluch empfinden, so widerstreb ihm nicht; denn heilge Traurigkeit wirkt eine Reu in dir, die niemals dich gereut. 17. So süß ein Laster ist, so gibts doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hat Gott dieß Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das beste Theil; ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil. ö 18. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Lei⸗ den; Gott kennt und liebt dein Glück; sie führt zu wahren Freuden, macht dei⸗ ne Seele rein, füllt dich mit Zuversicht, gibt Weis⸗ heit und Verstand und Muth zu deiner Pflicht. 19. Sprich selbst: Ist dieß kein Glück, mit ruhigem Ge⸗ wissen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen und mäßig und WWehd in em im Allgemeinen. 225⁵ dem Genusse sein und sich der Seligkeit schon hier im Glauben freun? Mel. Wer nur den lieben Gott 308 ie theuer, Gott, ist deine Güte, die alle Misse⸗ that vergibt, sobald voll Reue das Gemüthe die Sünden, die es sonst geliebt, erkennt, bereut und ernstlich haßt und Zuversicht zum Mittler faßtl 2. Doch laß mich ja nicht sicher werden, weil du so reich an Gnade bist! Wie kurz ist meine Zeit auf Er⸗ den, die mir zum Heil ge⸗ geben ist! Gib, daß sie mir recht wichtig sei, daß ich sie meiner Beßrung weih! 3. Zwar deine Gnade zu verdienen, sind Reu und Beßrung viel zu klein; doch darf sich auch ein Mensch erkühnen, zu glauben, dir versöhnt zu sein, wenn er noch liebt, was dir mißfällt, und nicht dein Wort von Herzen hält? 4. Nie kannst du dem die Schuld erlassen, der frevelnd Schuld auf Schulden häuft. Der kann kein Herz zu Jesu fassen, der zwar auf sein Verdienst sich steift, doch in der Sünde noch beharrt, da⸗ für er selbst ein Opfer ward. 5. Drum fall ich dir, mein Gott, zu Füßen: vergib mir gnädig meine Schuld und heile mein verwundt Ge⸗ wissen mit Trost aus dei⸗ ner Vaterhuld! Ich will mit Ernst die Sünde scheun und willig dir gehorsam sein. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke zur Tugend mir verliehen sei, laß mich durch Uebung guter Werke beweisen; mache selbst mich treu, Herr, in der Liebe gegen dich! Sie leite und regiere mich! 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat vergibst, das has⸗ sen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst! Laß, Vater, mein Gewissen rein und heilig meinen Wandel sein! Am allgemeinen Bußtage. Mel. Herzlich lieb hab ich dich 309 Gott, der du unsre Zuflucht bist, Herr, unser Mittler, Jesu Christ, Geist Gottes, Geist der Guaden! Unendlicher, verwirf uns nicht! Wir kom⸗ men vor dein Angesicht, mit Missethat beladen. Nimm von uns unsre Sündenschuld, du Gott der Langmuth und Geduld! Erhöre gnädig un⸗ ser Flehn, daß wir dein Heil, Erbarmer, sehn! Herr, Uunser Gott, verbirg uns K 5 nicht 226 nicht dein Angesicht und geh mit uns nicht ins Gericht! 2. Ward Recht und Pflicht von uns entweiht, gebrochen unsers Bundes Eid, dein Weg von uns verlassen, o sieh, wir kehren voller Reu zurück zu dir; laß, Herr, aufs neu uns deine Gnade fassen! Sie leit uns auf den rechten Pfad, den uns dein Wort bezeichnet hat, daß Irrthum und Versuchung nie uns auf die Bahn des Lasters zieh! Herr, unser Gott, groß von Geduld, vor neuer Schuld behüt uns deine Vaterhuld! 3. Dein Segen komm auf unser Land! Laß es, beschirmt von deiner Hand, des Frie⸗ dens Ruh genießen! Wend ab von uns der Flammen Wuth und die Verwüstung wilder Fluth, des Krieges Blutvergießen! Sei unser Retter, wenn uns Noth des Mangels und der Seuchen droht! Du, Vater, wollest mit uns sein, daß wir uns deines Schutzes freun! Herr, unser Gott, verleih uns Muth! In deiner Hut sind wir; und was du thust, ist gut. 4. Gib Frieden, wo sonst Zwietracht warz; vereine, was getrennet war; schenk uns der Eintracht Segen! Uns leite, Gott, dein guter Geist, und was dein theures Gesinnung und Verhalten des Christen Wort verheißt, sei Licht auf unsern Wegen! Laß, Herr, in Lehr und Wandel rein die Diener deines Wortes sein und bringe zu der Wahr⸗ heit Glück zu dir die Ir⸗ renden zurück! Herr, unser Gott, breit aus dein Wort an jedem Ort, gib Geist und Kraft zu deinem Wort! 5. Auch die Regenten lenke du, daß weise sie, in sichrer Ruh, der Völker Wohlstand heben! Dem Fürsten, der uns schützt und liebt, gib der in ihm so viel uns gibt, ein frohes, langes Leben! Noch lange sei sein Vaterblick uns, sei⸗ nen Kindern, Schutz und Glück! O schütt auf ihn und auf sein Haus und seine Räthe Segen aus! Herr, unser Gott, in dei⸗ ner Hand ist unser Land, be⸗ glück es, segne jeden Stand! 6. Vernimm der Leiden⸗ den Gebet! Wer in der Noth um Rettung fleht, dem.„ aus seinen Nöthen! ib Kranken Linderung und Ruh; die Sterbenden erlöse du, erhör ihr letztes Beten! Sei aller Unterdrückten Heil, der Wittwen und der Wai⸗ sen Theil; vereitle der Ver⸗ folger Rath und lehre sie den rechten Pfad! Herr, unser Gott, durch alles Leid der Pilgerzeit führ uns zu dei⸗ ner Herrlichkeit! 7. Du — im Allgemeinen. 74% Du thust weit mehr, als wir verstehn, kannst mehr gewähren, als wir flehn; laß uns Erhörung finden! Omeig auf unser Flehn dein Ohr, heb unser Herz zu dir empor und mach uns rein von Sünden! Laß uns dir nun geheiligt sein, im Leben und im Tode dein! Wir sind durch Christi Blut er⸗ löst! O du, der Sünder nicht verstößt, Herr, unser Gott, erbarme dich, erbarme dich! Vergib uns, leit uns väterlich! Mel. Befiehl du deine Wege 310 Qst Gott für mich, N so trete gleich Alles wider mich! So oft ich zu ihm bete, verliert mein Kummer sich. Hab ich nur ihn zum Freunde, wie selig bin ich dann! Was Er acht ich aller Feinde! nimmt sich meiner an. 2. Ja, dieß ists, was mich stärket: ich glaube fest als Christ, daß Gott auch mich bemerket, auch mir ein Va⸗ ter ist, daß er zu allen Zeiten mit Huld herniederblickt, im Kampfe mir hilft streiten, in Angst mein Herz erquickt. 3. Wenn ich aus Schwach⸗ heit fehle und nur aus Vor⸗ satz nicht, so stärket meine Seele die hohe Zuversicht: den, Herr, der deinen Wil⸗ len, so gut er immer kann, 227 sucht redlich zu erfüllen, siehst du mit Gnade an. 4. Dein Geist wohnt mir im Herzen und tröstet mei⸗ nen Sinn; stillt alle meine Schmerzen, nimmt jede Sor⸗ ge hin; zeigt mir, daß Er⸗ denleiden nicht zu vergleichen sei mit jenen Himmels⸗ freuden, dem Lohn bewähr⸗ ter Treu. 5. Auf dieß mein Heil und Erbe seh ich voll Zu⸗ versicht. Wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Geh ich auch unter Zähren hier mauche rauhe Bahn, nimmt mich doch Gott zu Ehren dereinst auf ewig an. 6. Dieß stärkt mich, auch im Leiden dir, Höchster, treu zu sein! Nichts soll von dir mich scheiden, auch nicht die größte Pein: du lenkst sie mir zum Besten, bist mir mit Troste nah; und wann die Noth am größten, ist deine Hülse da. 7. Kein glänzend Loos im Leben, nicht Ansehn, Ruhm und Macht, wonach nur Stolze streben, nicht Reich⸗ thum, Glück und Pracht, Nichts soll mir je den Glau⸗ ben an deine Vatertreu vermindern oder rauben, Nichts, was es immer sei! 8. Was könnte sonst mich scheiden von deiner Lieb, 9 Gott? Verfolgung? Trüb⸗ K 6 sal? 228 Gefinnung und Verhalten des Christen sal? Leiden? Schwerdt? Hunger? Blöße? Tod? Nichts, Nichts! Ich über⸗ winde in dem, dermich geliebt, und sich für meine Sünde zum Opfer selber gibt. 9. Ist Gott für mich, so trete gleich Alles wider mich! So oft ich zu ihm bete, ver⸗ liert mein Kummer sich. Deß ist mein Herz voll Wonne! Was ists, das mir gebricht? Der Herr ist meine Sonne, mein Schutz, mein Heil, mein Licht! Mel. Warum sollt ich mich eines Herzens 311 M reinste Freude ist nur die, daß ich nie mich von Jesu scheide, daß ich ihn durch Glauben ehre, jederzeit hocherfreut seine Stimmehöre. 2. Freundlich ruft er alle Müden und erfüllt sanft und mild ihren Geist mit Frieden; seine Last ist leicht zu tragen; er macht Bahn, geht voran, tröstet, wenn wir zagen, 3. Ja, er kennt die Leidens⸗ stünden; größern Schmerz hat kein Herz, als sein Herz empfunden. Darum blickt, wenn seiner Brüder einer weint, unser Freund mit⸗ leidsvoll hernieder. 4. Will das Herz der Noth erliegen, dann hilft er, unser Herr, kämpfen uns und siegen. Die auf ihn zu allen Zeiten folgsam schaun, ihm vertraun, ärndten Se⸗ ligkeiten. 5. Jesu, treuster Freund von allen, mit dir will froh und still ich durchs Leben wallen! Auch der Tod kann mich nicht schrecken; denn du wirst, Lebensfürst, einst mich auferwecken. Mel. Wann mein Stündlein 312 Ich weiß, an wen mein Glaub sich hält, kein Feind soll ihn mir rauben! Als Bürger einer bessern Welt leb ich hier nur im Glauben; dort schau ich, was ich hier ge— glaubt. Wer ist, der mir das Erbtheil raubt, das Jesus mir erworben? 2. Mein Leben ist ein kur⸗ zer Streit, und herrlich ist die Krone, die Gott dem Ueberwinder beut zum ew⸗ gen Siegeslohne. Ob auch des Kampfes Müh mich schreckt, du, der den Tod für mich geschmeckt, du stärkst mich, daß ich siege. 3. O Herr, du bist mein höchster Ruhm, mein bester Trost im Leben; einst wirst du mich, dein Eigenthum, zu deinem Reich erheben. Der Freuden Fülle ist bei dir; dort hab ich Alles, was ich hier nur suche und nicht finde. Herr, lenke meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf mei⸗ ner Seele Glück, auf Suieh ei im Allgemeinen. keit und Himmel! Kurz ist der Erde Herrlichkeit, vergäng⸗ lich alles Glück der Zeit; im Himmel sei mein Wandel! 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was uns die künftge Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wann mein Auge nicht mehr weint, wann mein Vollendungstag erscheint, dann werd ichs froh em⸗ pfinden. 6. Im Dunkeln nur, Herr, seh ich hier, wo ich dir gläu⸗ big traue, die Seligkeit, die dort bei dir in vollem Licht ich schaue. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt; dort wird er sichtbar, wenn dein Bild in mir sich ganz verkläret. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft; wer kann mich von dir scheiden? Nicht Glück und Lust, nicht Leid und Noth, das Leben nicht und nicht der Tod! Mein sind des Himmels Freuden. 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! Empfinde sie, o Seele! Vom Tand der Erde unentweiht erhebe Gott, o Seele. Der Erde glänzend Nichts vergeht; nur des Ge⸗ rechten Glück besteht durch alle Ewigkeiten. 229 In eigener Melodie. 313 Meinen Jesum 0 laß ich nicht! Er hat sich für mich gege⸗ ben; fordert es nicht Dank und Pflicht, ihn zu lieben, ihm zu leben? Er ist mei⸗ nes Lebens Licht! Meinen Jesum laß ich nicht! Er, in diese Welt ge⸗ sandt, uns zu lehren, uns zu retten, gab sein Leben uns zum Pfand, daß wir Gottes Gnade hätten. O wie bin ich ihm verpflicht! Meinen Jesum laß ich nicht! 3. Durch ein Herz voll Dankbarkeit, durch Gehorsam, den ich übe gegen das, was er gebeut, halt' ich fest an seiner Liebe, traue dem, was er verspricht, und verlaß ihn ewig nicht! So ist er mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende; ihm geb ich hn Eigenthum ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht! Meinen Jesum laß ich nicht! 5. Wenn mein Auge schon erlischt, Wang und Lippen sich entfärben, mich kein Labsal mehr erfrischt, alle Sünden mir ersterben und das matte Herz nun bricht, laß ich meinen Jesum nicht! 6. Dort auch laß ich Je⸗ sum nie, hange stets an sei⸗ nen Blicken: denn nach die⸗ ses Lebens Müh will er K 7 ewig 230 Gesinnung und Verhalten des Christen ewig mich erquicken. Ewig strahlt mir dort sein Licht! Meinen Jesum laß ich nicht! Nichts auf dieser Erde. ists, was des Herzens Wün⸗ sche stillet. Du, o Jesu, du nur bists, du nur, der sie ganz erfüllet. Dich, mein Reichthum, Ruhm und Licht, dich, mein Jesu, laß ich nicht! 8. Dich, mein Jesu, halt ich fest, lasse nichts von dir mich scheiden. Weh euch, die ihr ihn vergeßt; ihr be⸗ raubt euch ewger Freuden. Selig, wer in Wahrheit spricht: Meinen Jesum laß ich nicht! Mel. Wie groß ist des Allmächt. 31 4 as wär ich ohne dich ge— wesen, was würd ich ohne dich, Herr, sein? Zu Furcht und Aengsten auserlesen, ständ ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt ich sicher, was ich liebte; die Zukunft wär ein dunkler Schlund; und wenn mein Herz sich tief betrübte, wem thät ich meine Sorge kund? 2. Einsam verzehrt von Lieb und Sehnen erschien mir finster jeder Tag; ich folgte nur mit heißen Thrä⸗ nen dem wilden Lauf des Lebens nach; ich fände Un⸗ ruh im Getümmel und hoff⸗ nungslosen Gram zu Haus. Wer hielt denn ohne Freund im Himmel, wer hielte da auf Erden aus? 3. Hat Christus sich mir kundgegeben, und bin ich seiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein die bodenlose Finsterniß! Mit ihm bin ich erst Mensch geworden; das wird verklärt durch ihn, und Eden muß an allen Orten um den Geliebten wieder blühn. 4. Das Leben wird zum Freundschaftsbunde; die ganze Welt spricht Lieb und Lust. Ein Balsam träuft für jede Wunde, und frei und voll klopft jede Brust. Durch ihn erhalt ich tau⸗ send Gaben; durch ihn bin ich ja Gottes Kind, gewiß, ihn unter uns zu baben wo zwei auch nur versam⸗ melt sind. 5. O geht hinaus auf allen Wegen und holt die Irrenden herein! Reicht je⸗ dem eure Hand entgegen und ladet froh zu uns ihn ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden; im Glau⸗ ben schauen wir ihn au. Die Eines Glaubens mit uns werden, auch denen ist er aufgethan. 50 6. Ein alter schwerer Wahn von Sünde war fest an unser Herz gebannt. Wir irrten in der Nacht wie Blin⸗ lichtes Leben ch ichn ö im Allgemeinen. Blinde, von Reu und Lust zugleich entbrannt. Ein je⸗ des Werk schien uns Ver⸗ brechen, der Mensch ein Gottesfeind zu sein. Bang hörten das Gesetz wir spre⸗ chen; denn ach, es drohte Tod und Pein! 7. Das Herz, des Lebens reiche Quelle, ein böses Wesen wohnte drin; und wards in unserm Geiste helle, so war nur Unruh der Gewinn. Ein eisern Band hielt an der Erde den bebenden Gefangnen fest, und Furcht, daß er vernich⸗ tet werde, verschlang der Hoffnung Ueberrest. Da kam der Heiland, der Befreier, ein Menschen⸗ sohn von Lieb und Macht, und hat ein allbelebend Feuer in unserm Innern ange⸗ facht. Nun sahn wir erst den Himmel offen als unser ewges Vaterland; wir konn⸗ ten glauben nun und hof⸗ fen und fühlten uns mit Gott verwandt. 9. Seitdem verschwand die Macht der Sünde, und fröhlich wurde jeder Schritt. Man gab zum schönsten An⸗ Braah⸗ den Kindern diesen Glauben mit. Durch ihn geheiligt zog das Leben vor⸗ über wie ein selger Traum; und ewger Lieb und Treu ergeben, bemerkte man den Abschied kaum. 10. Noch steht im wun⸗ dervollen Glanze der heilige Geliebte hier. Gerührt von seinem Dornenkranze und seiner Treue weinen wir. Ein jeder Mensch ist uns willkommen, der seine Hand mit uns ergreift und, in sein Herz mit aufgenommen, deift Frucht des Paradieses reift. Mel. Kommt her zu mir 31 5 So hoff ich denn mit festem Muth auf Gottes Gnad und Christi Blut, ich hoff ein ewig Leben. Gott ist ein Vater, der verzeiht, hat mir das Recht der Selig⸗ keit in seinem Sohn ge⸗ geben. 2. Herr, welch ein un⸗ aussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel ha⸗ ben; im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert sein von dei⸗ nes Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im Elend zu, versüßet uns des Lebens Ruh und stärkt uns in Ge⸗ fahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein goͤttlich Wort um Li ne 232 Gesinnung und Verhalten des Christen nes Namens willen; laß ihn mein Licht auf Erden sein, ihn täglich mehr mein Herz erneun und mich mit Trost erfüllen! Mel. Jesus, meines Lebens Leben 316 Schrn geef se hange Zweifel, schwei⸗ get! Mein Erlöser ü ge⸗ treu, und sein Geist in mir bezeuget, daß ich Goit ver⸗ söhnet sei. Mag auch selbst mein ⸗ mich richten, mich verdammen, mich vernichten: Gott ist größer, als mein Herz, und gibt Ruh auf bangen Schmerz. Er, der das Verborgne kennet, kennt auch mich und weiß allein, wie mein Herz von Eifer brennet, ganz sich seinem Dienst zu weihn; schaut den Kummer meiner Seele, der mich beugt, so oft ich fehle, und sieht nicht, was ich gethan, sondern mehr den Willen an. 3. Wer will ferner den verklagen, welchen Gott zum Kind erwählt? Wer darf zu verdammen wagen, den Gott selber losgezählt? Menschen zwar, und selbst die Engel sind vor ihm men ohne Mängel; doch das menschliche Geschlecht wird in seinem Sohn gerecht. 4. Mir ist auch sein Sohn gegeben; durch den Glauben ist er mein. Ja, ich weiß, ich werde leben und in ihm einst selig sein. Such ich nur den Hang zu Sünden immer treu zu überwinden, mich der Tugend stets zu weihn, so will Gott mit gnädig sein. 5. Theuer bin ich ihm erworben! Wohl mir, hier ist Jesus Christ, er, der auch für mich gestorben, auch für mich erstanden ist, nun zur Rechten Gottes sitzet, auf mich sieht, mich mächtig schützet, mich vertritt, mich nie Perstöet. mich aus aller Noth erlöst! 6. Nun so mag das Un⸗ glück stürmen! Al es um mich her sei Nacht! Gott, mein Gott wird mich be schirmen, der seine Kin⸗ der wacht. Wenn ich hier auch hülflos bliebe, leitet mich doch deine Liebe durch die Leiden dieser Zeit zur beglückten Ewigkeit. Mel. Auf, Christenmensch! 317 Wer Gottes Wort nicht hält und spricht, Ich 1455 Gottl der trüget; in solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben sieget. Wer aber sein Wort glauht und hält, der ist von R nicht von der Welt. Der Glaube, den Wort erzeugt, Muß auch' Liebe zeügen. Je höher, 4 im Allgemeinen. Erkenntniß steigt, je mehr muß diese steigen. Der Glaub erleuchtet nicht allein, er stärkt das Herz und macht es rein. 3. Durch Jesum rein von Missethat sind wir nun Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, der flieht den Rath der Sün⸗ der, folgt Christi Beispiel als ein Christ und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Nur dann bin ich Gott angenehm, wenn ich Gehor⸗ sam übe. Wer die Gebote hält, in dem ist wahrlich Gottes Liebe. Ein täglich thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in Gott und Gott in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die Lieb ists, die die Cherubim Gott zu gehorchen treibet. Gott ist die Lieb, an seinem Heil 21 4 Liebe Niemand eil. Mel. Jesu, meine Freude 31 8 Wie getrost und heiter, Herr, mein Licht und Leiter machst du meinen Geist! Alle, die dir trauen, führst du zu den Aulen, wo du sie ersrenst. Niemals wird bei dir, o Hirt, Freund und Tröster unsrer Seelen, mir Er⸗ quickung fehlen. 230 2. Deinem Rath ergeben freu ich mich zu leben: was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher; du, mein Seligmacher, rüstest mich mit Muth. Ob auch Noth und Elend droht! Ob auch Furcht und Angst mich schrecken, du wirst mich be⸗ decken. 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen: mein Erlöser lebt. Ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag frecher Sün⸗ der Herz erschüttern, ich, ich darf nicht zittern. 4. Auch in mir ist Sün⸗ de; doch ich überwinde sie, gestärkt durch dich. Sink ich oft noch nieder, du erhebst mich wieder und begnadigst nuch. Deine Huld tilgt alle Schuld, und dem reuerfüll⸗ ten Knechte schenkst du Kindesrechte. 5. Daß ich Gott erkenne und ihn Vater nenne, dank ich dir allein; daß ich hier am Grabe Trost und Hoff⸗ nung habe, ewig dein zu sein; daß dein Geist mich unterweist und mich führt auf deinem Pfade, dank ich deiner Gnade. 6. Der du Leib und Le⸗ ben hin für mich gegeben, daß in meiner Noth ich nicht hülflos bliebe, groß ist 81900 iebe 234 Gesinnung und Verhalten des Christen Liebe, stärker, als der Tod. Herr, und ich, ich sollte mich deiner Huld nicht dankbar freuen, dir mein Herz nicht weihen? 7. Würdig dir zu leben, dieß 13 mein Bestreben, sei mir heilge Pflicht! Was die Welt Esreut und sie oft gereuet, das genügt mir nicht. Hab ich dich, wie gern will ich das, wonach die Eiteln trachten, reich in dir, nicht achten! 8. Macht ein Gut der Erde, daß it glücklich werde in der Ewigkeit? Sind nicht hohe Würden oft nur schwere Bürden, Traum und Eitel⸗ keit? Du erfreust nur stets den Geist und du willst, die dich verehren, ewig wie— der ehren. 9. Deinen hohen Frieden schmeck ich schon hienieden; und was hoff ich dort? Un⸗ begränzte Zeiten voller Se⸗ ligkeiten hoff ich auf dein Wort! Sie sind mein durch dich allein. Bleib ich dir getreu im Glauben, wer kann sie mir rauben? 10. Voll von deiner Güte, jauchzet mein Gemüthe, Herr, mein Heiland, dir! Dieser Geist der Freuden stärke mich in Leiden, weiche nie von mir! Laß mich so be⸗ herzt und froh einst durchs Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen! In eigener Melodie. 319 Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh! Ich traure nicht; was kann mich quälen? Mein Licht, mein Trost, mein Heil bist du. Bei dir ver⸗ geß ich meine Leiden, denn o wie viele hohe Freuden genieße ich vereint mit dir! Hier ist mein Him⸗ mel schon auf Erden, wie könnt ich jemals muthlos werden? Du, du bist über⸗ all mit mir! 2. Hab ich, Erlöser, dich zum Freunde, was fehlt mir dann? Du sorgst für mich. Hätt ich auch eine Welt voll Feinde, ich bin getrost, ich trau auf dich. Auch wenn die Sünden mich verklagen, darf ich nicht hoffnungslos verzagen, ich weiß, was du für mich ge⸗ than. Trät Alles wider mich zusammen, ich bebe nicht; wer will verdammen? Gott nimmt sich meiner gnä⸗ dig an. 3. Hier wall ich zwar auf rauhen Wegen; doch du bist meine Zuversicht. Auch Leiden werden mir einst Segen, aus dunkler Nacht strahlt mir dein Licht. Nur Sünder zittern vor dem Grabe, ich, der ich dich zum Freunde habe, kann über Tod und Grab mich sudem enn im Allgemeinen. denn ich gehöre zu den Dei⸗ nen. Bald wird nicht mehr mein Auge weinen, bald werd ich völlig ruhig sein. 4. Gelobt seist du, o Freund der Seelen! In deiner Huld wie wohl ist mir! Was kann, da du mich liebst, mir feh⸗ len? Ich finde jedes Heil bei dir. In noch so drücken⸗ den Beschwerden hab ich den Himmel schon auf Erden; denn du bist durch den Glauben mein. Ich darf, ich will nicht ängstlich klagen, wer kann, wo Jesus ist, verzagen? Mein Freund ist mein und ich bin sein! Mel. Seelenbräutigam 320 Dir ergeb ich mich, Jesu, der du dich auch zu meinem Hart und Leben in den Tod hast hingegeben! Ewig will ich dein, mein Erlöser, sein! Laß mich dir zum Ruhm, als dein Eigenthum, recht und nach Gewissen handeln, meinen Weg dann freudig wandeln! 9 mir sündenrein hier auf Erden sein! 3. Nach dir bilde mich, Jesu, daß auch ich gegen Feinde Sanftmuth übe, alle ohne Ausnahm liebe! Haß und Rachbegier bleibe fern von mir! 4. Neiget sich mein Sinn in dem Irdschen hin, o dann 235 warne meine Seele, daß sie nicht ihr Ziel verfehle! Denn ein wahrer Christ sucht, was ewig ist. 5. Wecke mich stets auf, meinen Pilgerlauf nur nach deinem Wort zu enden; leite mich mit treuen Händen auf der Tugendbahn; leit mich himmelan. 6. Stärke mich und gib mir des Geistes Trieb; laß mich wachen und mit Beten kindlich vor den Vater tre⸗ ten, so erlischt das Licht meines Glaubens nicht. 7. Ohne Prüfung ist hier kein wahrer Christ. Willst du mich ins Leiden führen, laß mich dich nur nicht ver⸗ lieren! In der Trübsal Nacht nimm mich, Herr, in Acht! 8. Einen Heldenmuth, der auch Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gib zu deiner Ehr mir je mehr und mehr! 9. Jesu, hilf, daß ich Al⸗ les hier, was mich von dir locket, überwinde und durch deine Kraft empfinde, daß ein wahrer Christ treu und standhaft ist! 10. Wirds von hinnen gehn, wollst du bei mir stehn, mich Wund Todes⸗ thal begleiten und zu dei⸗ nem 236 Gesinnung und Verhalten des Christen nem Himmel leiten, daß ich' da mich dein ewig möge freun! Mel. Gott im Himmel und auf 321 Jesum ewig zu N verehren ist mir süße, heilge Pflicht, seine weisheitsvollen Lehren geben meinem Geiste Licht, und zu jedem guten Werke gibt sein Beispiel Kraft und Stärke. 2. Sollt ich den nicht dankbar preisen, der das Heil der Menschheit ist? Nennt den Edlen, nennt den Weisen, welcher so, wie Jesus Christ, reine Tugend, die er lehrte, durch ein gött⸗ lich Leben ehrte; 3. Der mit liebevollem Herzen hohen, festen Muth verband, der selbst bei des Todes Schmerzen Mitleid gegen die empfand, die mit Grausamkeit ihm fluchten, ben; Qual zu mehren such⸗ en; 4. Den kein Sturm des Schicksals beugte, der ge⸗ recht und tadellos sich in Wort und Werken zeigte, göttlich edel, göttlich groß, willig, freudig Glück und Leben für die Menschheit hingegeben! 5. O ich weil an deinem Bilde gern, erhabner Men⸗ schenfreund, wo mit so viel sanfter Milde hohe Würde sich vereint; und zu jedem uten Werke find ich Antrieb hier und Stärke. 6. Durch mein Leben dich zu preisen, sei mir hohe, heilge Pflicht, dich, den Lie⸗ bevollen, Weisen, dich, der Menschheit Heil und Licht! Aehnlich, Jesu, dir zu wer⸗ den sei mein höchstes Ziel auf Erden! In voriger Melodie. 322 Eins ist Noth, und, Herr, dieß Eine ist, was alles Heil umfaßt. Alles Andre, wie's auch scheine, ist nur Tand und schwere Last, worunter das Herz sich oft ängstigt und quälet und immer der Ruhe, der wahren, verfeh⸗ let. Es wohnet kein Friede im Reich der Natur; die Sinnlichkeit täuschet den Suchenden nur. 2. Dich erwählen ist das Eine. Welches Theil! gib, daß ich ewig mich mit dir vereine, nichts so innig lieb, als dich! Es mögen die Klugen der Welt dich verachten; ich will dein Ver⸗ dienst, Herr, mit Ehrfurcht betrachten. Wer war je die Zierde der Menschheit wie du? Wer brachte mehr Licht ihr, mehr Segen und Ruh? 3. In dir ist der Weis⸗ heit Fülle. Du nur zeigst, was mich beglückt. Durch dein Wort nur wird mein Wille rieb dich ohe, Lie⸗ der icht!k ver⸗ Ziel oth, herr, Heil Hie's and nter stigt der feh⸗ iede die den das O mit mig 5gen dich Ver⸗ ircht die wie Licht uh? 00 igst, urch nein Bille im Allgemeinen. Wille niedrer Erdenlust ent⸗ rückt. Gern will ich mich sammeln, die heiligen Leh⸗ ren der himmlischen Weis⸗ heit mit Andacht zu hören, um fern in den Rathschluß der Gottheit zu sehn und freudig die Wege der Tugend zu gehn. 4. Mit Vergebung mei⸗ ner Sünden, Herr, begna⸗ digst du mich dann, lässest mich den Frieden finden, den die Welt nicht geben kann. Was kann mir dann fehlen, was jemals mir schaden? Ich bin ja beim Vater, dem Höchsten, in Gnaden. Fallt, Welten! Ich schwebe verherrlicht em— por; ein Himmel ersetzt mir, was hier ich verlor. 5. Jesu, du bist meiner Seele auch zur Heiligung gemacht. Daß ich dich zum Vorbild wähle, hast du treu dein Werk vollbracht. In dir ging die Tugend hier sichtbar durchs Leben; wie sollt ich nach dir mich zu hilden nicht streben? Dir ähnlich zu werden, welch hoher Beruf! Dann bin ich deß Bild erst, der dazu mich schuf. 6. Darum sollst du mir das Eine, Jesu, du mein Alles sein. Siehe, daß ichs redlich meine! Ewig, ewig bin ich dein! So segne mit Kraft mich, stets weiser auf Erden, entsündigt, geheiligt, dir ähnlich zu werden und treu dir zu bleiben im Le⸗ ben und Tod! Dieß, Herr, ist das Eine; dieß Eine ist Noth. In eigener Melodie. 323 Daß ich der Tu⸗ gend Höh er⸗ klimme, wo unten kief die Erde liegt, wo Glaube der Verführung Stimme und jedes Hinderniß besiegt, wo in des Himmels reinem Scheine dieß Eine Ziel nur glänzend steht;— ach, Gott, erhöre mein Gebet!— nur darum bet ich, flehe, weine. Es stieg voran die steilen Stufen der Menschen⸗ sohn mit Kraft und Muth. Er hört im Jordan sich ge⸗ rufen und nimmt den Ruf mit aus der Fluth und geht, daß er zur That sich rüste, die außer ihm kein Mensch begreist, die nur in seiner Seele reift, zum stil⸗ len Denken in die Wüste. 3. Da steht er an dem Scheidewege; vor ihm die schauderhafte Wahl; hier aller Leiden Donnerschläge auf seinem Weg zum blut⸗ gen Pfahl. Gott, was nur Menschen reizt, verlassen? selbst ihre Liebe? Müh und Noth und Angst und Schmach, zuletzt den 3. mi 238 PGesinnung und Verhalten des Christen mit seiner schärfsten Qual umfassen? 4. Dort liegt der Erde reicher Segen; dort hängt der Erde schöner Kranz; Bewundrung jauchzet mir entgegen; die Ruhe winkt, des Goldes Glanz. Ich sehe von des Berges Spitze die schönsten Reiche ausgedehnt. Auf, folge! und Judäa krönt dich knieend vor dem Königssitze. 5. Nein, Gott Hegentl Weicht, Erdenfreuden! Fort, Satan, hebe dich von mir! Ich tret in diese Nacht der Leiden und hange, Vater, nur an dir. Selbst in des Sturms ergrimmten Flu⸗ then umschlingt dein Arm allmächtig mich. Ich fühle dich, ich fühle dich, wenn alle meine Adern bluten. 6. Entschlossen nun, mit innerm Frieden, wirft er sich ins Gedräng der Welt; er kämpfet, ohne zu ermü⸗ den, und überwindet als ein Held und hält sein Werk nicht für geendet, bis er, nah an der Todesnacht, zum lauten Siegesruf: vollbrachtl den letzten Athemzug ver-⸗ wendet. In eigener Melodie. 32 4 Qesu, meine Freu⸗ * de! bester Trost im Leide! meines Herzens Theil! Deine Mittlertreue maͤcht, daß ich mich freue deiner, Herr, mein Heil! Hab ich dich, wie reich bin ich! Ohne dich kann ich auf Erden nie recht glücklich werden. 2. Unter deinem Schirme können keine Stürme mir erschrecklich, sein. Laß auch Felsen splittern, laß den Erdkreis zittern und den Einsturz dräun! Was ists mehr? Rings um mich her mag es stürmen, donnern, blitzen! Er, er wird mich schützen. 3. Wenn der Sünde Schrecken Angst in mir er⸗ wecken, Jesus stillet sie. Mag der Tod sich maben mich das Grab umfahen, Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltge⸗ richt: freudig, daß ich Je⸗ sum sehe, blick ich auf zur Höhe. 4. Wer ist, der den Glau⸗ ben meinem Herzen rauben, ihn erschüttern kann? Bei der Feinde Toben stimm ich Gott zu loben, Freudenlie— der an. Ich vertrau auf Gottes Macht; er wird wenn mich Feinde hassen niemals mich verlassen. 5. Lockt nur, Gold und Schätze, Ehre sei der Göhe der betrogenen Welt! Mich sollt ihr nicht blenden, nicht von dem mich wenden, der mich treu erhält. 0 0 Elend, roth reue Heill bin auf klich irme mir auch en den ists her iern, mich ganze Seele von Liebe gegen Gott, war sei⸗ im Allgemeinen. Noth und Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß beh. nicht von Jesu schei⸗ en. 6. Weich, verbotne Liebe! Weicht, der Wollust Triebe! Thoren lockt nur ihr. Mich sollt ihr, ihr Sünden, nim⸗ mer willig finden; fliehet fern von mir! Ueppigkeit, Geiz, Schmähsucht, Neid, ihr beschweret das Gewissen; euch will ich nicht wissen. 7. Weichet, Sorg und Zagen! Schweiget, bange Klagen! Jesus ist ja mein. Jeden, der ihn liebet, muß, was erst betrübet, noch zu⸗ letzt erfreun. Hab ich hie selbst Noth und Müh: Jesu, auch im bängsten Leide bleibst du meine Freude. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 32 5 A dich, Erlöser, stets zu sehen, so, wie du warst, gesinnt sein, der Tugend Weg ir nachzugehen, der Brü⸗ der Glück sich ganz zu weihn, hast du den Deinen, die dich lieben, als Pflicht aus Liebe vorgeschrieben. Wie drin⸗ ged ist sie, Herr, wie süß! Wenn jeder Mensch nach deinem Bilde so eifrig seine Pflicht erfüllte, die Erde wär ein Paradies. ö 2. Entflammt war deine reinster 239 nem heilgen Befehle gehor⸗ sam bis zum Kreuzestod. Du suchtest nur des Vaters Ehre— im Tempel war sie deine Lehre— und was dem Heiligsten gefällt. Den Schöpfer aller Creaturen verkündigtest du auf den Fluren als Vater, der die Welt erhält. 3. Wie eifrig warst du, seinen Willen als Bürger und als Unterthan, als Sohn, als Bruder zu er⸗ füllen auf deiner ganzen Lebensbahn! Als Freund, wie zärtlich gegen Freundei Verfolgt, wie duldend gegen Feindel Für Aller Wohl schlug deine Brust. Die Menschen trösten und er⸗ quicken, erfreuen, heilen und beglücken, war deine That, war deine Lust. 4. Tief rührte dich die Noth der Sünder! Wie sorg⸗ sam gingst du ihnen nach! Wie viele wurden Gottes Kinder, wenn rührend deine Liebe sprach! Du kämpf⸗ test, Wahrheit zu verbreiten und Alle zu dem Heil zu leiten, das nicht mit Welt und Zeit vergeht. Entzogst du matt dich dem Getüm⸗ mel, da war die Einsamkeit dein Himmel, dein Geist beim Vater im Gebet. 5. Du warst demüthig und bescheiden, ein Freund erlaubter Heiterkeit; La e 240 Gesinnung und Verhalten des Christen fest bei den schwersten Lei⸗ den Geduld, Muth und Ge⸗ lassenheit; vergabst, von Liebe tief durchdrungen, die härtesten Beleidigungen im Leben und dem Tode nah und starbst so rührend und erbauend, so freudig, stand⸗ haft, Gott vertrauend, so göttlich groß auf Golgatha! 6. Wie du gesinnt zu sein, zu handeln ist deiner Jünger größte Pflicht; der muß nach deinem Vorbild wandeln, der von Vereh⸗ rung Christi spricht. Dann wird zum Fleiß in guten. Werken uns göttlich der Gedanke stärken, daß wir des Vaters Willen thun, und daß sein heilig Wohlge⸗ fallen, sein Geist und Segen auf uns allen hier und im Himmel lohnend ruhn. Mel. Gott, der du die Menschen 326 Welterloser⸗ dich zu lieben, bis das Aug im Tode bricht, mit des Herzens reinsten Trieben ist uns theure heilge Pflicht. Von der Liebe Gluth durchdrungen kamst du, wardst uns Menschen Hlich⸗ gründetest ein neues Reich, hast uns Ruh und Heil errungen. Froher Her⸗ zen Preisgesang sagt nun deiner Liebe Dank. 2. Keine lockende Begierde drängte dich zum Eitlen hin, Heiligkeit war deine Zierde, Menschenrettung dein Gewinn. Willig trugst du deine Bürde, tratest sanft und still hervor, hobst die Welt zu Gott empor, daß sie ewig selig würde. Nie⸗ drigkeit war, Herr, dein Loos und doch dein Ver⸗ dienst so groß! 3. Mächtig selbst im tief⸗ sten Staube, schufest du der Seelen Glück. Zweifelsucht und Aberglaube schwanden in die Nacht zurück. Hin zum Heiligthum der Wahr⸗ heit führtest du der Deinen Schaar, und wer dir nur folgsam war, sah sein Heil in voller Klarheit. O wer bebt vor Freude nicht? Uns, auch uns umglänzt dein Licht. 4. Nun entfliehen Furcht und Schrecken vor dem gro⸗ ßen Weltenherrn. Nichts kann Sorg in uns erwecken; er ist nimmer von uns fern. Seine Liebe, nichts als Liehe predigt uns die schöne Welt, die er täglich noch erhält, daß sie uns im Lieben übe, Menschenfreund, seit du er⸗ schienst, ist die Liebe Got⸗ tesdienst. 5. Selbst der Sünder daif nicht beben, eilt er nur zu dir zurück. Deine Stimme⸗ du sollst leben! heitert sei⸗ nen Thränenblick. Ach, du blutetest am Kreuze, trugest Schmachf deine tung rugst sanft die daß Nie⸗ dein Ver⸗ tief⸗ 1 su nden in Zahr⸗ einen nur Heil wer licht? länzt Urcht gro⸗ lichts cken; fern. Liebe Welt, Thält, übe. u er⸗ Got⸗ darf Ir zu mme: sci⸗ „ du ugest mach] im Allgemeinen. Schmach und Angst und Noth; starbst für ihn, da⸗ mit dein Tod ihn zum from⸗ men Leben reize! Folgt er dir: o welche Huld! aus getilgt ist seine Schuld. 5. Dank sei dir von allen Frommen, Preis und Dank sei dir geweiht! Ja, durch dich ist Heil gekommen in das Land der Sterblichkeit. Wer dir folgt durchs Erden⸗ leben, athmet hier schon Himmelslust; Friede wohnt in seiner Brust; einst wird Gott die Kron ihm geben. Wie verklärt des Todes Thal, Herr, ihm deines Lichtes Strahl! Mel. Auf, Christenmensch! 327 Mir nach, spricht Christus, un⸗ ser Held, folgt meinem Vor⸗ bild, Christen! Verläugnet euch, besiegt die Welt mit ihren schnöden Lüsten; gebt ihren Reizungen nicht nach, erduldet lieber Ungemach! 2. Ja, Herr, dein Vor⸗ bild leuchtet mir zu einem heilgen. Leben! Wem sollt ich auch, wem sonst, als dir, zu folgen mich bestre⸗ ben? Du zeigst den Weg zum wahren Wohl, zeigst mir, wie ich ihn wandeln soll. 3. Dein Herz voll Gott⸗ ergebenheit war auch voll Menschenliebe, voll Demuth, Sanftmuth, Freundlichkeit und regem Mitleidstriebe; selbst deinen Feinden wand⸗ test du großmüthig Hülf und Wohlthat zu. 4. Dein Beispiel lehrt, was schädlich ist, mit weiser Vorsicht fliehen; es lehret mich, mein Herz der List und Heuchelei entziehen. O wohl mir, wenn mit from⸗ mem Sinn ich dir, mein Heiland, ähnlich bin! 5. Du gingst als Führer einst voran, stehst mir auch noch zur Seite; du kämpf⸗ test selbst und brachst die Bahn, stärkst nun auch mick zum Streite. Wie könnt c0 denn noch zaghaft sein und mich dir nachzufolgen scheun? 6. Wer hier sein Glück zu finden meint, wirds ohne dich verlieren; wer's bei dir zu verlieren scheint, den wirst du dazu führen. Wer dich als seinen Herrn ver⸗ ehrt und dir nicht folgt, ist dein nicht werth. 7. So will ich denn dir, meinem Herrn, getreu und froh nachgehen, will wohl⸗ gemuth, getroft und gern der Tugend Kampf beste⸗ hen; denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Mel. Es wolle Gott uns 7 55 preise Gott, 328 E wer Jesum V Christ 242 Gesinnung und Verhalten des Christen Christ als seinen Heiland kennet, wer seiner Kirche Mitglied ist und seinen Herrn ihn nennet! Sein höchstes Ziel hienieden sei, daß er nach seiner Lehre, entfernt von aller Heuchelei, anfrichtig ihn verehre als echter Christusjünger! 2. Der echte Jünger Jesu hält stets fest an seinem Glauben. Er läßt durch allen Hohn der Welt sich nie dieß Kleinod rauben. Denn dieser Glaube gibt ihm Kraft und Muth zum edlen Streben, vor seinem Schöpfer tugendhaft und kindlich froh zu leben, zu dulden und zu sterben. 3. Der rechte Jünger Jesu lernt, von Gottes Geist ge⸗ trieben und von des Lasters Pfad entfernt, stets herz⸗ licher ihn lieben. Er weiß, was Jesus that und litt, die Sünder zu beglücken. Er zählt dazu sich selber mit und rühmt es mit Ent⸗ zücken: auch mich hat er geliebet! 4. Der echte Jünger Jesu weiht dem Heiligungsge⸗ schäfte die Tage seiner Le⸗ benszeit und alle seine Kräfte. Er glaubt und liebt. Wie sollt er nicht der Lüste Reiz verschmähen und unverrückt den Weg der Pflicht wie Jesus Christus gehen, um ähnlich ihm zu werden? 5. Der echte Jünger Jesu liebt die Menschen edelmü⸗ thig; er tröstet, bessert, hilft und gibt, ist gegen Feinde gütig und liebreich eilt er Jedermann, der sein bedarf, entgegen. Er stiftet Gutes wo er kann, und lebt der Welt zum Segen, wie Je⸗ sus ihm gebictet. 6. Der echte Jünger Jesu trägt getrost des Lebens Bürde. Auch Noth, die Gott ihm auferlegt, erhöhet seine Würde. Er bleibet noch. im herben Schmerz noch muthvoll und gedul⸗ dig; des Gottes tröstet sich sein Herz, vor dem er hin Wundilt. zur Ehre Jesu wan ö 7. Der echte Jünger Jesu siegt auch über Todesschrek⸗ hen⸗ denn seinen Geist, der aufwärts fliegt, wird Gra⸗ besstaub nicht decken. Er kennet den, der für ihn starb und ihm durch Todes⸗ leiden des Himmels Selig⸗ keit erwarb; drum jauchst er im Vers cheiden: ich weiß, an wen ich glaube! 8. Gib, Jesu, daß der Deinen Schaar sich stets auf Erden mehre, und daß auch ich dich immerdar im Glauben recht verehrel Nimm nach vollbrachtem Pilgerlauf zu jenen Selig⸗ keiten den Geist, der dich ver⸗— ehret, auf! Ihm Wohnung zu höhet leibet merz edul⸗ t sich im Allgemeinen. zu bereiten, gegangen. bist du voran⸗ Mel. Auf, Christenmensch! 329 Dx/ deines Vaters Ebenbild, ihm gleich an Menschenliebe, du warst, o Jesu, ganz erfüllt mit gottgeweihtem Triebe. Er war dein Ziel, dein höch⸗ stes Gut; ihm folgtest du mit Heldenmuth. 2. Du warst mit ihm Ein Sinn, Ein Herz; sein Wille war dein Wille; du ehrtest auch im größten Schmerz ihn mit zufriedner Stille. Selbst auf der allerrauhsten Bahn sahst du ihn noch als Vater an. ö 3. Du suchtest Nichts, als sein Gebot vollkommen zu erfüllen, und unterwarfst dich bis zum Tod ganz dei⸗ nes Vaters Willen. Dein Hauptgeschäft war das allein, Rn.. seines Raths zu ein. 4. Zum Kreuze gingst du ruhig hin, uns Ruhe zu erwerben; bereit, mit gött⸗ lich großem Sinn zum Heil der Welt zu sterben, warst du zur fiessten Schmach ge⸗ faßt und trugst der schwer⸗ sten Leiden Last. 5. Herr, lehre mich, dein Eigenthum, nach deiner Tu⸗ gend streben! Dir gleich ge⸗ sinnt sein, sei mein Ruhm und Wonne, so zu leben! 243 O hilf, daß ich so gern wie du, den Willen deines Vaters thu! Mel. Schwing dich auf 330 Solltich jetzt noch, da mir schon deine Güt erschienen, dich verlassen, Gottes Sohn, und der Sünde dienen? mit den Lüsten dieser Zeit wieder mich beflecken und nicht mehr die Freudigkeit deiner Liebe schmecken? 2. Hab ich doch allein bei dir meine Ruh gefunden; Mittler, heiltest du doch mir liebreich meine Wunden; und ich sollte dein Gebot, wie die Sünder, hassen und mein Recht an deinen Tod wieder fahren lassen? 3. Nein, ich bin und bleib ein Christ, folge deinen Leh⸗ ren, lasse weder Macht, noch List meinen Glauben stören. Fielen tausend ab, nicht ich; mags die Welt verdrießen! Sie wird mein Vertraun auf dich mir doch gönnen müssen. 4. Zeigt sie mir ein Heil, wie du? Bringt sie Kraft den Müden, den Bedräng⸗ ten Trost und Ruh, Sün⸗ dern Gottes Frieden? Gibt sie mir die Zuversicht, daß ich, trotz dem Grabe, dei⸗ ner Ewigkeiten Licht zu er⸗ warten habe? ö 5. Rettet sie mich, wann L2 vor 244 Gesinnung und Verhalten des Christen vor Gott einst die Völker stehen und das Leben und den Tod ihm zur Seite sehen; wann der Sichre nun zu spät aus dem Schlaf er⸗ wachet und der Spötter, der hier schmäht, glaubt und nicht mehr lachet? 6. O wie thöricht, wenn ich mich noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße! Da ich weiß, auf wessen Wort ich die Hoffnung gründe, daß auch ich unfehlbar dort Gnad und Leben finde. 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübsal nicht, noch Freuden, sollen mich, mein Herr und Gott, jemals von dir scheiden. Welt und Sünd und Eitelkeit und des Fleisches Triebe, Alles überwind ich weit, Herr, durch deine Liebe! Mel. Freu dich sehr, o meine 331 Gier dich zu erheben und mit froher Zuversicht deiner Tugend nachzustre⸗ ben, ist dein Ruf und meine Pflicht! Sieh, ein Beispiel laß 91 dir, sprichst du: komm und folge mir! O welch Beispiel sonder Gleichen! Streb, o Geist, es zu er⸗ reichen. 2. Armuth, Haß, Ver⸗ folgung, Schmerzen trugst du still und mit Geduld; du vergabst mit edlem Her⸗ zen deinen Feinden ihre Schuld; hörtest der Verlaß⸗ nen Flehn, eiltest ihnen bei⸗ zustehn, kanntest keine hö⸗ hern Freuden, als die Lin⸗ drung ihrer Leiden. 3. Ich auch will in Noth und Schmerzen standhaft und geduldig sein; will mit liebevollem Herzen meinen Feinden gern verzeihn. Nie soll mir des Elends Flehn unerhört vorübergehn; fest und innig will ich streben, deinem Beispiel nachzuleben. 4. Du, den ich zum Vor⸗ bild wähle, hebest meine Seel empor. Wenn ich wanke, wenn ich fehle, schwe⸗ be mir dein Beispiel vor! Dir geheiligt sei mein Geist! Wann er sich dem Staub entreißt, dann, o dann werd ich im Sterben Freud und Wonn auf ewig er⸗ ben. Mel. Meinen Jesu laß ich nicht o Christ, ft, 332 eist Jes Jesu Joch; und was kann bei ihm uns fehlen? O wie selig sind wir doch durch den Retter unsrer Seelen! Welche Wonn und Herrlichkeit war⸗ tet unser nach der Zeit! 2. Freue deines Glau⸗ bens dich, deines Saalh ei⸗ im Allgemeinen. ö seines Sohnes! Deine Seele rühme sich ihrer Hoffnung, seines Lohnes voller Muth und unverstellt freudig vor der ganzen Welt! 3. Hat gleich sein Bekennt⸗ niß hier seine Leiden und Be⸗ schwerden, dennoch sei ihm treu, denn dir sollen ewge Freuden werden. Was ist Laben solch ein Glück dieses ebens Augenblick! 4. Schäme seines Worts dich nie vor den Frevlern, vor den Spöttern, wenn sie ihn verschmähn, wenn sie sich und ihren Witz vergöt⸗ tern! Was vermag der Lästrer Spott wider Jesum, wider Gott! 5. Was vermag er, tobt er gleich wider dich und dei⸗ nen Glauben! Gottes Bei⸗ fall, Gottes Reich kann doch keine Macht dir rauben. Halte dich an den nur fest, der die Seinen nie verläßt. 6. Welchen Kampf hat doch dein Herr für dein ewges Heil gestritten! Jene Schaar der Märtyrer, was at die für ihn gelitten! chmach und Marter, selbst den Tod litten sie getrost für Gott. 7. Und der Spötter Witz und Hohn könnte je dein Herz verführen, deinen An⸗ theil an dem Lohn deines Glaubens zu verlieren? Nein, o Christ, nein, wan⸗ 24⁵ ke nie, fleh um Rettung auch für sie! 8. Sei getreu bis in den Tod; denn du glaubest nicht vergebens. Nach dem Tode führt dich Gott zu der Won— ne jenes Lebens. Und auf einen kurzen Streit krönt dich seine Herrlichkeit. Mel. Auf, Christenmensch! 333 Welch hohes Bei⸗ spiel gabst du mir, mein Heiland, durch dein Leben! Sollt ich nicht gern und mit Begier dir nachzuahmen streben? nicht gehn den Weg, den du be⸗ tratst, nicht freudig thun, was du, Herr, thatst? 2. Dein Herz, von Sün⸗ de nie entweiht, war rein wie deine Lehre; dein gan⸗ zer Wandel Heiligkeit; dein Endzweck Gottes Ehre; hier Leitung zur Vollkommen⸗ heit und dort der Menschen Seligkeit. 3. Drum führtest du zur Tugend an und, standhaft ihr ergeben, gingst du uns selbst den Weg voran, mit Muth uns zu beleben, und ob du littest ohne Schuld, Duld du Alles mit Ge⸗ uld. 4. Der Kummervollen Trost zu sein, zu wehren jedem Leide, nur wohlzu⸗ thun, nur zu erfreun, war deine Sorg und Freude; L3 und 246 Gesinnung und Verhalten des Christen und jede Thräne, jeder Schmerz drang in dein liebevolles Herz. 5. Du trugst mit Sanft⸗ muth und mit Huld die Schwachheit deiner Freun⸗ de; mit Sündern hattest du Geduld und batst für deine Feinde. Du warst gehorsam bis zum Tod und ehrtest selbst im Tode Gott. 6. Dieß große Beispiel hast du mir zum Vorbild hinterlassen, daß ich gesin⸗ net sei gleich dir in mei⸗ nem Thun und Lassen. Komm, sprichst du, nimm mein Joch auf dich, komm,‚ folge mir und sieh auf mich! 7. Ich komme, Herr! Gib Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Jünger sei und nicht mich nur den deinen nenne, da⸗ mit ich, deinem Vorbild treu, auch Andern gutes Beispiel sei! Mel. Wer nur den lieben Gott 334 Bedlückt, beglückt ist, wer auf Er⸗ den mit allen seinen Kräf⸗ ten strebt, an edlen Thaten reich zu werden, und nicht für diese Welt nur lebt, stets vorwärts dringt und nie vergißt, daß seine Seel unsterblich ist. 2. Er forschet nach der Tugend Wegen, was gut und Pflicht ist, schnell zu thun, spricht nicht(so spre⸗ chen nur die Trägen): noch will ich schlummern, will noch ruhn. Er säet früh und nützt die Zeit zur Aus⸗ saat für die Ewigkeit. 3. Erfüllet von der Tu⸗ gend Sorgen denkt er und denkt mit Lust daran, wie er hier sichtbar, dort ver— borgen ein gutes Werk voll⸗ enden kann und nützet je⸗ den Augenblick für Tugend und für Brüderglück. 4. Ihn schrecken keine Hin⸗ dernisse, durch edle Thaten stärkt er sich, und seine hei⸗ ligen Entschlüsse sind fest und unerschütterlich. Wie sehr er auch zu kämpfen hat, reift jeder Vorsatz doch zur That. 5. Er widersetzt mit fe⸗ stem Muthe dem Unrecht sich, gestärkt durch Gott. Träf ihn im Kampfe für das Gute der Welt Ver⸗ folgung oder Spott, so bleibt ihm doch der Preis im Streit. Er kämpft, weil es die Pflicht gebeut. 6. So laßt auch uns als Christen handeln, aus rei⸗ ner Achtung für die Pflicht laßt uns die Bahn der Tu⸗ gend wandeln, da strahlet immer helles Licht, und unser Loos in Ebwigkeit ist reiner Tugend Selig⸗ keit. Mel. ————— im Allgemeinen. Mel. Auf, Christenmensch! Jald oder spät 335 B des Todes Raub wall ich noch hier auf Erden; doch nur mein Leib wird wieder Staub, ich soll unsterblich werden. Und dann, dann ist mein ewges Theil, o Gott, Ver⸗ werfung oder Heil. 2. Mit Ernst und Eifer soll der Christ nach seinem Heile ringen; gern lassen, was auf Erden ist; hinauf zu Gott sich schwingen; ge— trost den Pfad der Trübsal gehn und standhaft in Ver⸗ suchung stehn. 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß; noch bin ich in den Schranken, noch nicht am Ziele; doch mein Fuß beginnet oft zu wanken. Herr, stärke mich durch dei— ne Kraft auf dieser kurzen Pilgerschaft. 4. Solang ich noch ein Fremdling hier in diesem Leibe walle, schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf ebner Bahn durch deinen Geist zu dir hinan! 5. Es sei mein Ruhm, dir werth zu sein, was du ge— beutst, zu üben; mein höch⸗ stes Gut, mich dein zu freun, von Herzen dich zu lieben; mein Trost, auf deinen Schutz zu baun und dir, Allliebender, zu traun! 247 6. Nie soll des Zweifels Dunkelheit mir diesen hohen Glauben, dieß Vorgefühl der Seligkeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lin⸗ dert sonst des Lebens Noth, und was versüßt mir einst den Tod? 7. Du, der mir dieses Heil erwarb, laß, Jesu, michs ererben; du, der für seine Menschen starb, laß, Jesu, dir mich sterben! Gib daß ich dir im Leben treu, —5 bis in den Tod dir er Mel. O Gott, du frommer Gott 20 u sagst: ich bin 336 D ein Christ! Wohl dir, wenn Herz und Leben dir dessen, was du sagst, Beweis und Zeugniß geben! Wo ist ein höhrer Ruhm? Welch Glück kann größer sein, als Gottes Wege gehn und seiner Huld sich freun? 2. Du sagst: ich bin ein Christ! Der ists, der Chri⸗ stum kennet, nicht mit dem Munde nur ihn Herr und Heiland nennet, nein, gern und willig thut, was auch sein Herr gebeut. Thust du das nicht, so ist dein Ruhm nur Eitelkeit. 3. Du sagst: ich bin ein Christ! Mit Ernst das Böse hassen, den Lüsten widerstehn, gewohnte Sünden lassen, L4 dieß 248 Gesinnung und Verhalten des Christen dieß ist des Herrn Befehl; dieß seiner Lehre Sinn; kein todter Glaube führt zum ewgen Frieden hin. 4. Du sagst: ich bin ein Christ, Erben, sein Kind und Freund zu sein und selig einst zu ster⸗ ben! Du bists; doch prüfe dich, erfüllest du auch gern, treu deiner Christenpflicht, den Bund mit deinem Herrn? 5. Hast du nicht diesen Bund schon längst und oft gebrochen? Du hast als Gottes Kind Gehorsam ihm versprochen. Hast du mit Treue denn dem Guten nachgestrebt? Hat nicht die Sünde noch sehr oft in dir gelebt? 6. Du sagst: ich bin ein Christ! Betrachte, les' und höre, vom Irrthum unver⸗ führt, des Heilands reine Lehre! Wohl dir! Doch thust du auch, was Gottes Wort dich lehrt? Nur selig ist, wers thut, nicht, wers blos liest und hört. 7. Du sagst: ich bin ein Christ! Mit Gott mich zu verbinden, nehm ich oft Jesu Mahl; mich reuen meine Sünden. Doch zeiget sich bei dir in deinen Werken auch rechtschaffne Besserung nach dieses Mahls Gebrauch? 8. Nur dann erst, wenn dein Sinn, wenn alle deine Triebe dem Herrn geheiligt getauft zu Gottes sind in reiner Kindesliebe, wenn du, wie Christus war, ein Freund der Menschen bist, gerecht und wahr und mild, dann sag: ich bin ein Christ! 9. Wenn, Gutes auszu⸗ streun, die Unschuld zu be⸗ schützen und selbst dem Feind, so viel du immer kannst, zu nützen, ohn Ei⸗ gennutz und Stolz, dein Herz stets willig ist, auch wenns Verläugnung gilt, dann sag: ich bin ein Christ! 10. Denn wenn noch Lei⸗ denschaft dir dein Gemüth regieret, wenn Wollust, Ei⸗ telkeit und Schmähsucht dich verführet, wenn Geiz und Haß und Neid noch über dich gebeut, so kennest du 1——— nicht die wahre Heilig⸗ eit. 11. Sprich nicht: ich bin ein Christ! bevor dir Herz und Leben von diesem Ruh⸗ me erst ein sichres Zeugniß geben. Der Nam ist nicht genug. Ein Christ muß ohne Schein das, was er heißen will, in seinem Wandel sein. 12. Ach, Gott, gib mir doch Kraft, mich ernstlich zu befleißen, ein wahrer Christ zu sein und nicht blos so zu heißen! Denn wer den Namen hat und nicht die That zugleich, betrügt sich und gelangt nicht in dein Himmelreich. Mel. im Allgemeinen. Mel. Wer nur den lieben Gott 337 Gett, dir gefällt kein gottlos Wesen; wer bös' ist, bleibet nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich genesen und schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das sich vom Sinn der Welt ent⸗ fernt und unbefleckt erhält! Laß mich auf die be— gangnen Sünden mit inni⸗ ger Beschämung sehn; durch Christum vor dir Gnade fin⸗ den und standhaft deine We⸗ ge gehn! Ich will forthin die Sünde scheun und deinem Dienst mein Leben weihn. 3. Du kennst und lenkest die Gedanken! Gib meinem Vorsatz Festigkeit, und will mein schwaches Herz je wan— ken, so hilf der Unentschlos⸗ senheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! Nimm dei⸗ nen Geist nur nicht von mir! 4. Gib, daß er mir stets Hülfe leiste und Muth und Kräfte mir verleih, daß ich mit kindlich treuem Geiste dir bis zum Tod ergeben sei, so sieg ich über Fleisch und Welt und thue, was dir wohlgefällt. 5. Doch wenn ich je aus Schwachheit fehle, mein Vater, dann verwirf mich nicht! Verbirg nicht der be— drängten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht und mache in Bekümmerniß mich 249 deiner Gnad und Huld ge⸗ wiß! 6. Erquicke mich mit dei⸗ nen Freuden; schaff ein ge⸗ trostes Herz in mir und stärke mich in allen Leiden; so halt ich mich, mein Gott, zu dir, bis nach vollbrach⸗ ter Prüfungszeit der Deinen Erbtheil mich erfreut. Mel. Freu dich sehr, o meine S. ott, ich will mich 338 G ernstlich prü— fen, ob ich redlich bin vor dir! Du kennst meines Her⸗ zens Tiefen, ach, entdecke sie auch mir! Laß mich se⸗ hen, ob ich treu dir in mei⸗ nem Wandel sei; ob ich recht zu thun mich übe, weil ich dich von Herzen liebe. 2. Eitelkeit und Eigen⸗ liebe sind die Götzen dieser Welt; aber nie sind sie die Triebe, deren Wirkung dir gefällt. Wer das Gute, das er übt, nicht mit reiner Seele liebt, Richter, dem gibst du die Krone der Ge⸗ rechten nicht zum Lohne. 3. Die um deiner Liebe willen wandeln, wie dein Wort gebeut, diese, diese nur erfüllen das Gesetz der Frömmigkeit. Nicht nur das, was wir gethan, auch die Absicht siehst du an; deine Liebe soll uns drin⸗ gen, gute Werke zu voll⸗ bringen. ö 95 4. Wie E 250 Gesinnung und Verhalten des Christen 4. Wie ein leichter Nebel schwinden meine Tugenden vor dir; denn noch trennen Lieblingssünden mich, o Hei⸗ ligster, von dir! Deine Liebe trieb mich nicht zur Erfül⸗ lung meiner Pflicht; ich ver⸗ gaß, an dich zu denken, ließ von Eigennutz mich lenken. 5. Oft gehorcht ich dei— nem Rechte nur, daß meine Folgsamkeit mir bei Men⸗ schen Ehre brächte und den Ruhm der Frömmigkeit. Wenn ihr Beifall mich er⸗ hob, o wie süß war mir dies Lob! Nur von ihm ließ ich mich treiben, deinen Rechten treu zu bleiben. 6. Ach, wie konnt ich dich vergessen, wie so undank⸗ bar dir sein, deine Liebe nicht ermessen, deines Bei⸗ falls nicht mich freun! Mei⸗ nen Lohn hab ich dahin; eitler Ruhm war mein Ge⸗ winn; aber ihn soll ich ver⸗ achten, nur nach deinem Beifall trachten. 7. Gott, der jedes Herz voll Reue gern mit seinem Trost erfreut, sei mir gnädig und verzeihe die unlautre Frömmigkeit! Mache reiner meinen Sinn; lenk ihn zu dem Einen hin, dich zu lie⸗ ben und vor Allem dir, o Höchster, zu gefallen! 8. Laß, Herr, alle meine Werke Früchte deiner Liebe sein; gib mir täglich neue Stärke, ganz der Tugend mich zu weihn! Ich bin, Gott, dein Eigenthum! Dies sei mir der höchste Ruhm. Was ist mir das Lob der Erde, wenn ich deiner wür⸗ dig werde! Mel. O Gott, du frommer Gott 339 H'eSe höre mein Gebet und laß es dir gefallen! Es ist mein ganzer Ernst, auf deiner Bahn zu wallen. Ergreife, leite, Herr, den Schwachen, der dir fleht, verwirf die Bitte nicht, die mir von Herzen geht! 2. Du willst, daß ich mich treu in jeder Tugend übe. Der Glaube, sagt dein Wort, soll fruchtbar durch die Liebe in wahrer Heiligkeit, in gu⸗ ten Werken sein; dir soll ich, Herr, mein Gott, mein ganzes Leben weihn! 3. Dieß will ich, und doch macht die Schwäche meiner Seele und der Versuchung Reiz, daß ich so oft noch fehle. Ich seh der Tugend Glück; ich wünsche gut zu sein und immer hab ich doch so viel noch zu bereun. 4. Das siehst du, Herr, mein Gott; o sieh es mit Erbarmen und reiche deine Hand voll Vaterhuld mir Armen! Gib meinem Geiste Licht; gib meinem Vorsatz Kraft, so kämpf ich glück⸗ licher licher mit Welt und Leiden⸗ denschaft. 5. Eröffne den Verstand, stets heller einzusehen, daß Sünd uns elend macht, daß wahres Wohlergehen und innrer Friede nur aus rei⸗ nem Herzen fließt, daß du mit deiner Huld der Freu⸗ den Quelle bist. 6. Laß in Versuchung mich nicht zaghaft unterliegen; ermuntre mich mit Muth und hilf dem Schwachen siegen. Mein Auge laß al— lein auf deine Weisheit schaun, mein Herz dir folg— sam sein und dann dir froh vertraun. 7. Ich bin ein Pilger hier, umringt von vielen Sündern; ihr Beispiel könnte leicht der Tugend Eifer mindern. Wenn der Ver⸗ sührung Gift, des Leicht— sinns frecher Spott dem Geist gefährlich wird, dann steh mir bei, mein Gott! 8. Bewahre mein Gemüth, daß mich bis an mein Ende die falsche Fröhlichkeit der Sünder nie verblende! Der Thoren Jauchzen wird bald lange Reu und Pein; laß diesen Wechsel mir doch ja vor Augen sein! 9. So werd ich, Herr, mein Gott, dir nicht um⸗ sonst vertrauen; einst, wenn ich treu dir war, der Freu⸗ denfülle schauen und, wann im Allgemeinen. 251 du ewig lohnst für jede gute That, frohlocken, daß mein Herz sich dir geheiligt hat. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 340 Hn wie lange muß ich rin⸗ Rn⸗ eh ich auf der steilen Bahn, deines Rechts zum Himmel dringen und vom Kampfe ruhen kann? Werd ich meinen Hang zu Sün⸗ den endlich völlig überwin⸗ den? 2. Ach, wenn mich die Lust der Erde oder kühner Sünder Spott reizet, daß ich träger werde, wirst du mein vergessen, Gott? Wirst du mich zu unterstützen, eilen, wirst du dann mich schützen? 3. Ach, ich zittre, Gott! wie lange soll ich kämpfen? DieserStreit meiner Schwach⸗ heit macht mir bange bei so viel Gefährlichkeit, daß ich doch noch unterliege und mein Kleinod nicht ersiege. 4. Schaue her zu deinem Kinde; höre mich und steh mir bei! Herr, bewahre mich vor Sünde; mache mich getrost und treu, daß ich standhaft deine Wege wan⸗ deln und nicht straucheln möge! ö 5. Daß die Welt mich nicht verführe, daß sie mich L6 nicht nicht ungetreu mach und spottend triumphire, daß ich auch gefallen sei: daß sie sich nicht 9— Siege rüh⸗ me, weil ich unterliege! Der du Kraft und Muth gewährest, hilf des Schwachen Schwachheit auf! Ja, ich hoffe, daß du hörest, und ich freue mich darauf. Rühmen will ichs und dir singen, daß du Stärke gibst zum Ringen. Mel. Herzliebster Jesu 3 41 Och habe, Gott, * mir ernstlich vorgenommen, nie auf der Uebertreter Pfad zu kom⸗ men, vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben treu zu ergeben. 2. Erforsche mich, sieh, ob ichs redlich meine; gib, daß ich nicht blos, was ich sein soll, scheine, mit allen Kräften strebe, deinen Wil⸗ len froh zu erfüllen! 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet und mei⸗ nen Gang, wo mich kein Mensch sieht, leitet, wie sicher werd ich deine Wege wallen! Wie kann ich fal⸗ len? 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen, nicht achten auf der Sünde Schmeicheleien, aufmerksam des Gewissens Stimme hö⸗ ren, dich thätig ehren. 252 Gesinnung und Verhalten des Christen 5. Gib Eifer, Kraft und Muth zu meinen Pflichten, so mag die Welt, wie ihrs gefällt, mich richten! Ehrt mich dein Beifall, so kann ich mit Freuden Verachtung leiden. 6. Du achtest nicht das Ansehn der Personen; ge⸗ recht wirst du einst richten und belohnen mit Herrlich⸗ keit und Ehre deine Kinder mit Schmach die Sünder. 7. Vollend ich meines Le⸗ bens Prüfungsstunden und werd ich bis zum Tode treu erfunden, wie schön verwan⸗ deln sich dann meine Leiden in ewge Freuden! Mel. Wann mein Stündlein 342 ch bin ein Christ! Gott ist mein Freund! In dieser hohen Würde steh ich und fürchte keinen Feind, trag muthig meine Bürde. Heil mir! In meines Gottes Kraft beherrsch ich jede Leiden⸗ schaft im Dulden, wie im Handeln. 2. Mein Glaube steht und wanket nicht; stark, fest ist er gegründet! Er stützt voll hoher Zuversicht auf Jesum sich und findet bei ihm Kraft, Ruühe, Rath und Heil und nimmt an jedem Segen Theil, den er uns hat er⸗ worben. ö 3. Mich im Allgemeinen. 3. Mich soll daher nicht Eitelkeit, nicht Bitterkeit der Leiden, auch nicht ein Schlaf der Sicherheit von Gottes Liebe scheiden. Wer Jesu glaubt und freudig thut, wie ů will, hat hohen Muth im Leben und im Sterben. 4. Was sind die Leiden dieser Zeit doch gegen jene Kronen, womit Gott in der Ewigkeit die Frommen will belohnen? Was ist die eitle Lust der Welt, wenn man das Glück dagegen hält, das Gott uns dort will schenken? 5. So soll denn selbst des Todes Macht mein Herz von Gott nicht scheiden! Er führt mich durch des Grabes Nacht zu jenem Licht der Freuden, wo, frei von allem Erdenleid, in sei⸗ nes Himmels Herrlichkeit ich ewig mit ihm lebe. Mel. Ach, sieh ihn dulden 343 Dirrimmer ähn⸗ licher zu wer⸗ den, du hohes Urbild der Vollkommenheit, das sei mein Ziel schon hier auf Erden, das bleib mein Ziel, dem in der Ewigkeit mit höhrer Kraft mein Geist entgegenstrebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm er⸗ hebt. 2. Wenn ich aus reiner 253 Menschenliebe, die selbst den Schein des Eigennutzes flieht, des Wohlthuns edle Pflichten übe, auch wenn mein Thun kein sterblich Auge sieht, dann bin ich ähnlich dem, der einst die Welt aus Liebe schuf, aus Liebe noch erhält. 3. Wenn ich auf seine Weisheit achte, die nicht dem kleinsten seiner Werke fehlt, wenn ich den heilgen Zweck betrachte, zu dem er stets die besten Mittel wählt, und selbst mit Weisheit handle, so wie er, dann werd ich meinem Vorbild ähnlicher. 4. Wenn ich mit immer regem Triebe das Böse hasse, das mich elend macht, und als mein Glück das Gute liebe, wie sinnenrei⸗ zend auch das Laster lacht, und in Gefahr mein Herz sich nie vergißt, dann gleich ich dem, der rein und hei⸗ lig ist. 5. Wenn ich, um Tugend auszubreiten, Verdiensten helfe, lohne Fleiß und Treu, wenn ich, zur Beßrung ihn zu leiten, den Frevler strafe, selbst das Unrecht scheu, dann gleich ich dem, der mit Gerechtigkeit belohnt und straft, Herz verzeiht. 6. Wenn ich durch Täu⸗ schung nie betrüge, die Wahr⸗ —.0 heit so gern sein heit ehre, Feind der Falsch⸗ heit bin, mein Wort nie breche, niemals lüge, und brächt es mir auch einer Welt Gewinn, dann gleich ich dem, der es aufrichtig meint und stets es ist, dem großen Wahrheitsfreund. 7. Wenn ich mich Leiden-⸗ der erbarme mit brüder⸗ lichem, liebevollem Sinn; nicht stolz erst frage, ob der Arme es werth sei, daß ich sein Erretter bin, dann gleich ich dem, der ewig gü⸗ tig ist und keines Menschen, keines Wurms vergißt. 8. So sei, dir ähnlicher zu werden, du hohes Ur⸗ bild der Vollkommenheit, mein höchstes Ziel schon hier auf Erden, mein Ziel, zu welchem einst in Ewigkeit mit höhrer Kraft mein Geist zu dringen strebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm er⸗ hebt. Mel. Freu dich sehr, o meine S. 3 4 4 Kemmt und laßt uns Christi Lehren, laßt uns, was er uns verheißt, Wahrheit Got⸗ tes von ihm hören, hören, wen er selig preist! Die im Glauben fest bestehn, freudig Gottes Wege gehn, den Erlöser frei bekennen, dürfen sich die Seinen nen⸗ nen. 2. Selig, wer in Demuth 254 Gesinnung und Verhalten des Christen lebet, seiner Schwachheit nie vergißt, nie sich selbst voll Stolz erhebet, wenn er groß und glücklich ist! Gottes Huld wird ihn erfreun und das Himmelreich ist sein. Gott wird Heil und ewges Leben ihm zum Lohn der Tugend geben. 3. Selig ist, wer seine Sünde demuthsvoll vor Gott bereut und, damit er Gnade finde, sich vor neuen Sünden scheut. Gott will ihm die Schuld verzeihn und zum Guten Kraft ver⸗ leihn; froh im Geist schon hier auf Erden, soll er dort ganz glücklich werden. 4. Selig ist, wer Sanft⸗ muth übet, niemals seinem Feinde flucht; gern Belei⸗ digern vergiebet, nie sich selbst zu rächen sucht; ruhig seine Pflicht vollbringt und sein eignes Herz bezwingt. Gott wird über ihn stets wachen und ihn reich an Segen machen. 5. Selig, die mit Ernst verlangen, heilig und ge⸗ recht zu sein; welche fest am Guten hangen, nicht blos an des Guten Schein; deren Herz nicht mehr be— gehrt, als was ihre Tugend mehrt. Gott wird ihr Ver⸗ langen stillen, sie mit höh⸗ rer Kraft erfüllen. 6. Selig sind, die voll Er⸗ barmen Keinem ihre Hülf entziehn, - FI., V I 892 ⏑ RE E Lrr MX im Allgemeinen. entziehn; bei dem Kranken, bei dem Armen nie des Elends Anblick fliehn; gern behülflich sind mit Rath und nach Kräften mit der That. Diese werden Hülf empfangen und Barmher⸗ zigkeit erlangen. 7. Selig sind, die ihrer Herzen reine Unschuld nie entweihn; züchtig, auch in ihren Scherzen, den Ver⸗ dacht des Leichtsinns scheun. Die dem Reize böser Lust, regt er sich in ihrer Brust, dennoch standhaft widerste⸗ hen, werden Gottes Antlitz sehen. S8. Selig, wer in Frieden lebet, wer stets Ruh und Einigkeit zu erhalten sich bestrebet und, wenn Feind⸗ schaft, Haß und Streit sei⸗ ner Brüder Glück zerstört, sie die Pflicht der Eintracht lehrt! Die des Friedens sich befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig, die des Guten wegen dulden Schmach und Haß und Pein! Ihrer war⸗ tet Heil und Segen, wenn sie hier den Kampf nicht scheun. Gott steht ihnen mächtig bei und wird sie für ihre Treu einst mit Wonn und Siegeskronen in der Ewigkeit belohnen. 10. Herr, du wollest selbst mich leiten auf der Tugend sichrer Bahn, wo ich dieser 25⁵ Seligkeiten hier und dort mich freuen kann! Gib, daß ich in Freud und Schmerz treu dir bleibe, daß mein Herz sich durch deines Gei⸗ stes Stärke stets befleiße guter Werke! In eigener Melodie. 345 Lüi. o Herr, in allen Din⸗ gen auf deinen Willen sehn und dir mich weihn; gib selbst das Wollen und Voll⸗ bringen und laß mein Herz dir ganz geheiligt sein! Nimm meinen Leib und Geist zum Opfer hin; dein, Herr, ist Alles, was ich hab und bin. 2. Gib meinem Glauben Muth und Stärke und laß ihn in der Liebe thätig sein, daß man an seinen Früch⸗ ten merke, er sei kein eit⸗ ler Traum und falscher Schein. Er stärke mich in meiner Pilgrimschaft und gebe mir zum Kampf und Siege Kraft! 3. Laß mich, solang ich hier soll leben, in gut und bösen Tagen sein vergnügt und deinem Willen mich er⸗ geben, der mir zum Besten Alles weislich fügt. Gib Furcht und Demuth, wann du mich beglückst, Geduld und Trost, wann du mir Trübsal schickst! 4. Ach, hilf mir beten, WG· 346 256 Gesinnung und Verhalten des Christen wachen, ringen; so will ich dir, wann ich den Lauf voll⸗ bracht, stets Dank und Ruhm und Ehre bringen, dir, der du Alles hast so wohl gemacht. Dann werd ich heilig, rein und unent⸗ weiht dein Lob verkündigen in Ewigkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott ein Gott, ach lehre mich er⸗ kennen den Selbstbetrug und Heuchelschein, daß tausend, die sich Christen nennen, mit nichten Christi Glieder sein. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben, der Sünde abge⸗ storben sei; laß mich dir sterben und dir leben und mach in mir, Herr, Alles neu! Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 3. Reiß los mein Herz von dieser Erden, laß mich, der ich unsterblich bin, nach deinem Bild erneuert wer⸗ den und gib mir meines Heilands Sinn! Ach, wirk in mir zu deinem e Chrt mein Gott, das wahre Chri⸗ stenthum! 4. Regiere du selbst mei⸗ ne Seele, damit ich Christo folge nach und stets den schmalen Steg erwähle, ja, Ehre such in Christi Schmach. Ach wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 5. Gib mir zum Streite Muth und Kräfte, hilf, daß ich dir verbleibe treu, daß ich an Christi Kreuz mich hefte und mir die Welt ge⸗ kreuzigt sei. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 6. Laß in mir Glaube, Hoffnung, Liebe, beständig fest und thätig sein, daß ich bis an mein Ende übe das Christenthum ohn Heuchel⸗ schein. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 7. So hab ich schon auf dieser Erde, was mich be⸗ ruhigt und erfreut; wann ich mit Gott vereinigt wer⸗ de, schmeck ich des Himmels Seligkeit. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! Mel. O Gott du frommer Gost 347 J ein Schöpfer, dessen Hauch mich todten Staub beseelte, Sinn und Vernunft mir gab, in Christo mich erwähl⸗ te, regiere ferner mich mit deinem guten Geist, daß je⸗ des Werk nur dich, Gott. meinen Schöpfer, preist. 2. Laß, da du heilig bist. mich ach. nem das eite im Allgemeinen. 257 mich alle Lüste fliehen und mich nur um den Schatz, der droben ist, bemühen; gib Stärke zu dem Streit, Herr, mit der Welt und mir und Hoffnung zu dem Sieg— er kommt allein von dir. 3. Laß mich, ich bin ein Christ, nach Christi Lehre wandeln; mein ganzer Got⸗ tesdienst sei Glaub und rich⸗ tig Handeln. Die Lust an dem Gesetz ist mehr, als Lust der Welt, die nur der Frevler liebt, der Thor für Freude hält. 4. Entzünde du mein Herz mit Frömmigkeit und Liebe; gib, daß ich auch, wie mich, den ärmsten Bruder liebe, und segne meinen Feind! Herr, was ich hab, ist dein. Laß mich im Unglück groß, im Glück bescheiden sein! 5. Dein Himmel sei mein Glück; das Irdische verge⸗ het. Weh jedem, dessen Herz mit ihm im Bunde stehet! Wohl dem, deß erster Wunsch, Gott, dein Er⸗ kenntniß ist! Er hat Zu⸗ friedenheit, wenn er auch Alles mißt. 6. Nimm alle Laster weg, die der Gesellschaft schaden. Wir sind ja, was wir sind. aus unverdienten Gnaden. Haß, Falschheit, Heuchelei und Stolz und Bruderneid sind unsrer Tage Pest, und kurz ist unsre Zeit. * 7. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Schutz in allen Nöthen, früh such ich dich; des Nachts will ich zu dir auch beten. Mein Stand sei dir geweiht, bei meines Amtes Pflicht vergesse ja mein Herz des Christen Pflichten nicht. 8. Zuletzt erlöse mich von mir beschiednen Leiden, laß meinen Geist voll Trost aus seiner Hütte scheiden! Herr, ihn befehl ich dir; mich führe deine Hand durchs öde To⸗ desthal ins rechte Vaterland. Mel. O Gott, du frommer Gott. 348 Mnem Goth der du in diesem Leben zur Leuchte meinem Fuß dein heilig Wort gegeben, re— giere doch mein Herz durch deinen guten Geist, daß ich dem folgsam sei, was, Gott, dein Wort mich heißt! 2. Verleih, daß ich zuerst nach deinem Reiche trachte und kein vergänglich Gut mehr, als es werth ist, ach⸗ te! Wer nach dem Ewigen mit rechtem Eifer ringt, em⸗ pfängt schon hier zum Lohn, was wahre Ruhe bringt. 3. Gib, daß ich von der Welt mich unbefleckt erhalte und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkalte; hilf, daß ich immer wach, im Kampf des Glaubens und un 258 Gesinnung und Verhalten des Christen und in der Hoffnung stark und fest gegründet sei! . Gib, daß ich als ein Christ mich Christo ähnlich zeige und achtsam mein Ge⸗ müth zu seiner Liebe neige! Sein Geist regiere mich und nicht der Geist der Welt! So wandl ich, Herr, vor dir den Weg, der dir ge⸗ fällt. 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe und Lieb und Gütig⸗ keit auch an dem Nächsten übe! Laß fern von Ueber⸗ muth mich bei des Glückes Schein und frei von Unge—⸗ duld in trüben Tagen sein! 6. Nie müsse sich mein Herz des Fleisches Lust er⸗ geben und nie dem schnöden Geiz! Mein dir geweihtes Leben sei von Betrug und Neid, von Unbarmherzigkeit, von ungerechtem Gut und stolzem Sinn befreit! 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege leiten, so unterstütze mich, wenn meine Tritte gleiten! Laß mich in aller Noth auf deine Hülfe baun und auch, wenn sie verzieht, dir doch getrost vertraun. 8. Erlöse endlich mich von allen meinen Leiden; und ist die Stunde da, aus die⸗ ser Welt zu scheiden, o Va⸗ ter, so verlaß, wenn meine Hütte bricht, mich Sterben⸗ den mit Trost und froher Hoffnung nicht. Mel. Wer nur den lieben Cott 349 Nichl, daß ichs schon ergriffen hätte, die beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag ich dem Kleinod eifrig nach. Denn Tugend ohne Wach⸗ samkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. Solang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Näch⸗ ster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Lust stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tugend; oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hitze roher Jugend wird mit den Jahren Sitt⸗ samkeit; und was Natur und Zeit gethan, sieht unser Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Aendrung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhm⸗ sucht quälen, und dämpfst sie; doch du wechselst nur; dein Herz fühlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Wol⸗ lust oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Ei⸗ genliebe, was Andern strenge Tugend scheint. Der 3965 e D SE im Allgemeinen. des Neids, der Schmäh⸗ sucht Triebe erweckten dir so machen Feind; du wirst behutsam, schränkst dich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der Andern Tugend fällt, so werde Nichts dein Herz verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, wel⸗ chen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; jetzt sollst du eine Schmach verschmerzen, und sieh, dein Herz wallt auf und dräut und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entge⸗ gen, so regt sich unsre Lei⸗ denschaft. Wir werden im Geräusche schwach und ge⸗ ben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch opferst du, wills seine Liebe, ihm auch die liebste Nei⸗ gung auf? Dieß ist das Auge, dieß der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 259 10. Du fliehst, geneigt zu Ruhe und Stille, die Welt und liebst die Einsamkeit; doch bist du, forderts Got⸗ tes Wille, auch dieser zu entfliehn bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Zank; fliehts Unmuth auch und Müßiggang? 11. Du bist gerecht; bist du bescheiden? bist mäßig; übst du auch Geduld? Du dienest gern, wenn Andre leiden; vergibst du Fein⸗ den auch die Schuld? Von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig sein. 12. Sei nicht vermessen! Wach und streite; denk nicht, daß du schon g'nug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall, drum wache stets, wach überall! In eigener Melodie. 350 O Gott, du from⸗ mer Gott, du Brunnquell aller Gaben, ohn den Nichts ist, was ist, von dem wir Alles haben, erhalte meinen Leib gesund und gib dabei, daß auch mein Geist gesund, rein mein Gewissen sei! 2. Gib, daß ich mit Fleiß thu, was mir zu thun ge⸗ bühret, wozu mich dein Be⸗ fehl in meinem Stande füh⸗ ret. Gib, daß ich 223 hu u 260 Gesinnung und Verhalten des Christen thu, zu der Zeit, da ich soll; und was ich also thu, Herr, das gerathe wohl! 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann be⸗ stehen; laß kein unnützes Wort aus meinem Munde gehen! Wenn aber Amt und Pflicht zu reden mir gebeut, dann gib den Wor⸗ — Fat doch ohne Bitter⸗ eit! 4. Gerath ich in Gefahr, so laß mich nicht verzagen; gib wahren Christenmuth, das Kreuz hilf selber tra— gen! Gib daß ich meinen seind mit Sanftmuth über⸗ wind, und sende Hülf und Ind wenn sie mir nöthig ind. 5. Laß mich mit Jeder⸗ mann in Fried und Ein⸗ tracht leben, soweit es christlich ist! Willst du mir Etwas geben an Reichthum, Ehr und Glück, so gib auch dieß dabei, daß ich nicht ungerecht, nicht stolz, noch sicher sei! 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen, so gib nur, daß ich stets ein frommes Herz bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar! 7. Laß mich auf Christi Tod getrost von hinnen scheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; es ruhe sanft der Leib in seiner stillen Gruft, bis ihn dein Allmachtswort ins neue Leben ruft! 8. Wenn alle Todten dann auf dein Gebot erwachen, so wird auch meinen Staub dein Ruf lebendig machen. Dann führe mich verklärt in deinen Himmel ein und laß mich selig dort mit allen Frommen sein. Mel. Was mein Gott will ft klagt dein 351 O Herz, wie schwer es sei, den Weg des Herrn zu wandeln und täg⸗ lich seinem Worte treu zu denken und zu handeln. Wahr ists! die Tugend ko⸗ stet Müh, sie ist der Sieg der Lüste; doch richte selbst, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer La⸗ ster freun, trifft die kein Schmerz hienieden? Sie sind die Sclaven eigner Pein und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, ver⸗ wandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist Anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fortgang wird Gefahr ße nde Ende Nacht und Grauen. Du Tugend Pfad ist An⸗ fangs steil, läßt Nichts als Mühe blicken; doch weiter⸗ fort führt er zum Heil und endlich zum Entzücken. 4. Nimm an, Gott hätt es uns vergönnt, nach un⸗ sers Fleisches Willen, wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüste frei zu stillen: nimm an Gott ließ den Undank zu, den Fre⸗ vel, dich zu kränken, den Menschenhaß: was würdest du von diesem Gotte den⸗ ken? ö 5. Gott will, wir sollen glücklich sein; drum gab er uns Gesetze. Sie sind es, die das Herz erfreun; sie sind des Lebens Schätze. Er redt in uns durch den Verstand und spricht durch das Gewissen, was wir, Geschöpfe seiner Hand, fliehn oder wählen müssen. 6. Vn fürchten, das ist Weisheit nur und SFraihen ists, sie wählen. Ein Thier Rot Fesseln der Natur, ein Mensch dem Licht der See⸗ len. Was ist des Geistes Eigenthum? was sein Be⸗ ruf auf Erden? Die Tu⸗ gend! Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Gott ewig ähnlich werden. 7. Lern nur Ges schmack am Wort ides Herrn und seiner Gnade finden und im Allgemeinen. 261 übe dich getreu und gern, dein Herz zu überwinden. Wer Kräfte 1— wird durch Gebrauch von Gott noch mehr bekommen; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. 8. Du streitest nicht durch eigne Kraft, drum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Wann gab ein Vater einen Stein dem Sohn, der Brod begehrte? Bet oft! Gott müßte Gott nicht sein, wenn er dich Dach erhörte. 9. Dich stärke auf der Tugend Pfad das Beispiel selger Geister; ihn zeigte dir und ihn betrat dein Gott und Herr und Mei⸗ ster. Dich müsse nie des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern! Der wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott, und nicht bei Mens schen⸗ kindern. 10. Sei stark, sei männ⸗ lich allezeit, tritt oft an deine Bahre; vergleiche mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre. Das Kleinod, das dein Glaube hält, wird neuen Muth dir geben; und Kräfte der zukünft⸗ gen Welt, die werden ihn beleben. ö 11. Und endlich, Christ, sei unverzagt, wenn dirs nicht immer glücket, ndich i 262 Gesinnung und Verhalten des Christen dich, so viel dein Herz auch wagt, stets neue Schwach⸗ heit drücket! Gott sieht nicht auf die That allein; er sieht auf deinen Willen. Ein gött⸗ liches Verdienst ist dein! Dieß muß das Herz dir stillen. Mel. Wer nur den lieben Gott 3 52 Wer stets mit rei⸗ nem Wohl⸗ gefallen der Tugend hohe Schönheit sieht und, frei von Stolz und Eigennutze, für alles wahre Gute glüht, wer jedem Laster sich ent⸗ reißt, der sammelt Schätze für den Geist. 2. Er trachtet nach dem höchsten Gute, nach Weis⸗ heit und Gerechtigkeit. Denn wenn ihr das besitzt, spricht Jesus, ist alles Andre euch bereit; ihr habt dann Friede, Seelenruh, und alles Andre fällt euch zu. ö 3. Doch hoffe nicht, o Christ, daß Tugend dir stets auch Erdenglück verschafft! Wie mancher fand seit frü⸗ her Jugend an ihrer Seite Licht und Kraft; wie Man⸗ cher sorgte für sein Herz und fühlte dennoch oft auch Schmerz. 4. Die Tugend nur, nur Herzensgüte, nur das, was innern Werth verleiht, nicht eitles Glück, nicht Macht und Schimmer beruht auf deiner Thätigkeit. Wer blos nach äußerm Glanze strebt, der täuscht sich selbst, solang er lebt. 5. Nie mache dir zum höchsten Zwecke den Vortheil, den die Tugend bringt! Sei fromm, sei fromm, wenn auch nicht immer die fromme Absicht dir gelingtl Frag nicht: was bringt die That mir ein? Sie selbst, o Mensch, muß Lohn dir sein. Doch übst du redlich deine Pflichten, so sei ge⸗ trost und zage nie! Dein Gott war Zeuge deiner Tu⸗ gend, und er, dein Gott, belohnet sie. Ein Herz, von Sünd und Lastern rein, kann nicht auf immer elend sein. 7. Ja, leb und stirb für alles Gute; es folgt gewiß Vergeltung einst, und du gewinnest noch im Tode, in⸗ dem du zu verlieren scheinst! Auch Jesus gab sein Leben hin, und Herrlichkeit war sein Gewinn. ö 8. Im Himmel dort ist nicht nur Tugend,‚ dort ist auch hohe Seligkeit. Hier sind oft beide nicht vereinet; nur droben ist Vollkommen⸗ heit. Da schwingt der Edle sich empor, der hier im Dunkeln sich verlor. 9. Drum will ich, Gott, stets edel handeln, dem Mu⸗ ster treu, das Jesus gab Nichts im Allgemeinen. Nichts soll den hohen Muth mir rauben, und führt er auch in Tod und Grab! Mein höchster Wahlspruch sei al⸗ lein: Wer christlich denkt, wird selig sein. In voriger Melodie. 0 chön ist die Tu⸗ 353 S gend, mein Verlangen und meiner gan⸗ zen Liebe werth. Mit aller Kraft ihr anzuhangen, hat meine Seel auch oft begehrt. Ach könnt ichs, wie würd ich mich freun! Wer heilig ist, muß selig sein. 2. Gott ist der Selig⸗ keiten Fülle von Ewigkeit zu Ewigkeit, denn sein Ver⸗ stand ist Licht, sein Wille ist Ordnung und Vollkom⸗ menheit. Von Ewigkeit her war er gut, und recht ist immer, was er thut. 3. Wie schnell umhüllen Finsternisse mich, wenn ich auch erleuchtet bin! Dann fliehn die heiligsten Ent⸗ schlüsse, den Morgenträu—⸗ men gleich, dahin. Bald wähl ich, was dir, Gott, gefällt, bald deinen Scla⸗ vendienst, o Welt! Ich Armer! Darum kommt kein Friede in mein verschmachtendes Gebein. Wie bin ich dieses Wech— sels müde! Wann werd ich fest im Guten sein? wann nicht mehr straͤucheln, alle⸗ 263 zeit nur deinem Dienst, o Gott, geweiht? 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Herr, aller guten Gaben Quell! Sie leuchte mir in voller Klarheit und mache mein Erkenntniß hell, daß nie der Sünde Täu⸗ scherei gefährlich deinem deinem Kinde sei! 6. O bilde, Vater, meine Seele, nach deinem Willen bilde sie, daß ich das Gute stets erwähle, das Böse im⸗ mer ernstlich flieh! Um diese Gnade bitt ich dich; ich weiß es, du erhörest mich. Mel. Ein Lämmlein geht 354 Was hilft es mir, ein Christ zu sein, wenn ich nicht christ— lich lebe, wenn ich nicht fromm, gerecht und rein zu wandeln mich bestrebe; wenn ich dem seligen Beruf, zu welchem mich mein Gott erschuf, mich würdig nicht beweise und den, der mich erlöset hat, in Worten nur nicht durch die That und gute Werke preise. 2. Was hilft der Glaub an Jesum Christ, den ich ich im Munde führe, wenn nicht mein Herz rechtschaf⸗ fen ist und ich die Frucht verliere, wenn mich die Eitelkeit der Welt mit ih⸗ rer Lust gefangen hält, ich ihre Fesseln liebe und fühl⸗ 264 Gesinnung und Verhalten des Christen fühlbar für der Sünde Reiz, Zorn, Hoffart, Flei⸗ scheslüste, Geiz und andre Laster übe? 3. Weit strafenswerther bin ich dann, ich, der ich Christum kenne, weiß, was er einst für mich gethan, ihn Herrn und Meister nenne, als der, der in der Finster⸗ niß des Irrthums tappt, noch ungewiß, ob er auch richtig wandle. Was nützet mir der Wahrheit Licht, was hilft mir aller Unterricht, wenn ich nicht darnach handle? 4. Und woher nehm ich Trost und Ruh, wann Lei⸗ den mich umgeben und meine Sünden noch dazu mir dann vor Augen schweben? Was hilft mir in der letzten Noth, wann sich der schauer⸗ volle Tod mir zeigt mit seinen Schrecken, und mein Gewissen wachet auf, von meinem ganzen Lebenslauf die Schuld mir aufzudek⸗ ken? 5. Weh mir! Was hilft es mir einst dort, erweckt aus meinem Grabe, daß ich an Christum und sein Wort zum Schein geglaubet habe, wenn keine fromme gute That mein Leben hier bezeich⸗ net hat, den Glauben zu beweisen? Nur Glaub, durch echte Frömmigkeit bewährt, wirkt meine Seligkeit, kann wahrer Glaube heißen. 6. Gott, dieser Hoffnung werth zu sein, hilf, daß ich christlich lebe und vor dir heilig, fromm und rein zu wandeln mich bestrebe? Gih Weisheit mir und Muth und Kraft, damit ich Welt und Leidenschaft im Glau⸗ ben überwinde und dann nach wohldurchlebter Zeit den Lohn in jener Ewigkeit für meinen Glauben finde! Gesinnung und Verhalten des Christen in Hinsicht auf Gott. Erkenntniß Gottes. Mel. Lobsinget Gott! er 3 5 5 Dich kennen, Gott, ist Seligkeit, und sich zu dir erheben ist Wonne, die nicht Welt und Zeit mir sonst vermag zu geben. Sie stärkt mein Herz, sich dir zu weihn, und läßt das Glück, ein Mensch zu sein, mich inniger empfin⸗ den; lehrt mich, daß du mein Vater bist, und daß dein weiser Rathschluß ist, schon hier mein Heil zu gründen. 2. Leicht kann ich deiner Größe Spur bei jedem Blich entdecken. Die ganze herr⸗ liche Natur in allen ihren Zwecken Erkenntniß Gottes. 265 Zwecken zeigt Ordnung und Zusammenhang; ja, aller deiner Werke Gang vom Staube bis zur Sonne und der Gestirne fernstem Heer zeigt deine Macht mir täglich mehr, gibt stets mir neue Wonne. 3. Je mehr ich lerne, was du bist, je mehr ich deine Wege, und was mit mir dein Rathschluß ist, nach⸗ denkend überlege, je mehr entdeckt mein froher Blick das mir bestimmte ewge Glück, ein künftig beßres Leben. Ich weiß, der mir geschenkte Geist, der sich dem Erdenstaub entreißt, wird sich zu dir erheben. 4. O laß von deiner Herr⸗ lichkeit mich immer mehr entdecken, und wenn mein Geist sich ihrer freut, ihn immer mehr erwecken, daß er nur Wahrheit sucht und liebt; doch wenn er sich im Forschen übt, laß ihn bei Dunkelheiten, wo er sich leicht zu weit verliert, wo Täuschung leicht ihn irre führt, die Pflicht des Glau⸗ bens leiten! 5. Denn ganz kann meine Fassungskraft nicht deine Größe sehen, nicht Alles, was dein Rathschluß schafft, ergründen und verstehen. agt darum die Vernunft zu viel, will sie das ihr ge⸗ setzte Ziel aus Vorwitz über⸗ schreiten, so laß mich diesen Vorwitz scheun; du wirst mir einst mehr Licht verleihn nach dieses Lebens Zeiten. 6. Dann werd ich, was ich hier nicht weiß, erfahren und verstehen; dann läßt des Geistes reger Fleiß mich immer weiter sehen; dann wird mir alles offen⸗ bar, was mir hier uner⸗ forschlich war in deiner Weisheit Wegen. Erhaben über Welt und Zeit eil ich dann der Vollkommenheit und reinem Licht entgegen. Mel. Wer nur den lieben Gott 28 ein Gott, du 356 M wohnest zwar im Lichte, dahin kein sterb⸗ lich Auge dringt; doch gibst du uns zum Unterrichte dein Wort, das uns Erkenntniß bringt, was du, o Aller-⸗ höchster, bist und was mit uns dein Endzweck ist. 2. So gib denn, daß ich darauf achte als auf ein Licht im dunklen Ort; und wenn ich ernstlich es be⸗ trachte, so hilf selbst mei⸗ nem Forschen fort! Laß für der Wahrheit hellen Schein mein Aug und Herz stets offen sein! 3. Hilf, daß ich deinem Worte glaube, wenn es mich warnt, ermahnt, belehrt, daß weder Lust, noch Wahn mir raube, was mir den M besten 266 besten Trost gewährt! Kein Spott der Welt verführe mich, kein Zweifel sei mir hinderlich! 4. Das ist der Weg zum ewgen Leben, daß wir, o Vater, dich und den, den du zum Heil uns hast ge⸗ geben, erkennen, lieben und erhöhn. O führe du auf dieser Bahn mich selbst durch deine Wahrheit an! 5. Vor Allem gib, daß stets lebendig bei mir, Gott, dein Erkenntniß sei, und daß ich dir danach beständig Lieb, Ehrfurcht und Gehorsam weih! Hilf, daß ich thu mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß! 6. Was hilft das richtigste Erkenntniß, wenns nicht zu deiner Liebe treibt? Was nützt ein aufgeklärt Verständ⸗ niß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum hilf, daß ich der Wahrheit treu und daß mein Glaube thätig sei! 7. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden die Quelle wahren Trostes sein! Laß, wann sich Leib und Seele scheiden, mich deiner noch im Glauben freun! Dort seh ich dich im hellen Licht von Angesicht zu Angesicht. Schon ist der Tag von Gott Gott, der du mein Schöpfer 357. Mel. Pflichten gegen Gott. bist, Herr, dem ich angehöre, dich richtig zu erkennen, ist mir ewig Pflicht und CEhre. Stets heiliger durch dich zu sein, mich deiner immer mehr zu freun, dich immer mehr zu lieben, will ich mich täg⸗ lich üben. 2. Ich kann ja, Ewiger, schon hier durch eifriges Bestreben, so schwach ich bin, mich doch zu dir mit mei⸗ nem Geist erheben. Nur laß mich auf den Unterricht in deiner Offenbarung Licht, und wie in deinen Werken du dich uns zeigest, merken! 3. Dann wird mir nicht aus eigner Schuld entgehn, was du mich lehrest, wie du voll Weisheit, Macht und Huld uns jeden Tag ernährest; wie Alles schön geordnet sich vereinigt, wie so väterlich du uns auf tausend Wegen entgegen⸗ kommst mit Segen. 4. Ich sehe dann und sch erfreut die täglichen Beweise von deiner Huld und Freund⸗ lichkeit zu deinem Ruhm und Preise. Zum Licht wird mit die Finsterniß, die dich ver⸗ birgt; mir wirds gewiß, es seien deine Pfade stets Herr⸗ lichkeit und Gnade. 5. Und welchen Aufschluß gibt mir nicht vom Ziele mei⸗ nes Lebens dein Wort, dab ewges Heil verspricht! MI merk ich drauf ve Erkenntniß Gottes. Ich lerne dich und deinen Sohn, der Seele Werth, der Iugend Lohn, was wahres Glück zu nennen, daraus stets besser kennen. 6. So werd ich stets er⸗ leuchteter, von Vorurtheilen freier, zum Guten immer williger, standhafter und getreuer. Ein größer Maaß der Weisheit gibt dem, der die Wahrheit sucht und liebt, mehr Trost in seinen Leiden und selbst im Dode Freuden. 7. Gewährt der Morgen⸗ röthe Licht mir hier schon so viel Wonne, wie viel ver⸗ schafft mir künftig nicht des vollen Tages Sonne! Dann, Vater, wirst du näher dich mir ofsenbaren, dann werd ich, was wir hier dunkel nennen, im höhern Licht er⸗ kennen. 8. O laß von heiliger Begier mich immer mehr entbrennen, dich, Gott, und deinen Sohn se 490u hier stets besser zu erkennen, daß ich, von Wahn und Werth frei, dir immer mehr gehor⸗ sam sei und äglich mehr übe, o Gott, in deiner Liebe! In eigener Melodie. 358 Woin ist im Him⸗ mel, Höchs ter, was auf wie du verdient erkannt zu werden? Nur du bist groß; Erden, das o 267 du bist der Wesen Fülle, und weise, heilig ist dein Wille. 2. Dich kennen sei die erste meiner Sorgen. Bist du gleich unerforschlich und ver⸗ borgen, so können wir doch überall dich finden und dei⸗ nen Rath mit uns ergründen. 3. Mit lauter Stimme lehren deine Werke uns deine Weisheit, deine Huld und Stärke; die Näh erzählt von dir, von dir die Ferne; die Wracht der Blumen, wie der Sterne. 4. Ruft deine Stimme nicht in unsrer Seele uns zu: das Böse flieh, das Gute wähle? Ward nicht, um uns zum Lichte zu er⸗ heben, dein Sohn zum Füh⸗ 3—5 uns gezeben? Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir nur deine Lehren treu bewahren und auch den Weg, den wir betreten sol⸗ len mit Ernst und Eifer wandeln wollen. 6. Zu diesem großen, heiligen Geschäfte erheb und stärke meiner Seele Kräfte; gib, daß ich dich in deinem Worte höre, aus deinen Werken mich belehre! 4. Gib, daß ich demuths⸗ voll aus meinem Staube zu dir hinauf schau, freu⸗ dig an dich glaube, mit Eifer mich durch Trug und Zweifel ringe und M 2 immer 268 Pflichten gegen Gott. imumer näher zu dir drin⸗ ge! 8. So werd ich immer besser dich erkennen und immer kindlicher dich Vater nennen, dir fest vertrauen, fröhlich dich erheben, o roßer Gott, und ganz dir eben. Ehrfurcht vor Gott. Mel. O großer Gott, von 359 Wie groß bist du o Gott! Wie groß ist, Herr, dein Reich! Wer ist auf Erden dir, wer dir im Himmel gleich? Die Welt erbebt, das Licht wird Nacht, gehst du einher in deiner Macht; es muß mit tiefem Schweigen sich Alles vor dir beugen. 2. Du hast durch deine Kraft die Himmel ausge⸗ streckt, der Erde Grund ge⸗ legt, dem Meer sein Ziel gesteckt. Dein Wort bewegt der Berge Grund und stürzt sie in des Meeres Schlund. Wer kann, wer kann ent⸗ fliehen, um dir sich zu ent⸗ ziehen? 3. Wir alle sind durch dich, sind Werke deiner Hand; Leib, Seele, Hab und Gut hast du uns zu⸗ gewandt. Du lehrst das menschliche Geschlecht, Herr, durch Vernunft und Schrift dein Recht, willst, daß wir deinen Willen mit Kindes⸗ treu erfüllen. 4. Erleuchte meinen Geist mit immer hellerm Lichtz belebe täglich mehr mein Herz für Recht und Pflicht, damit ich als dein Unter⸗ than auf meiner ganzen Lebensbahn mit Eifer möge streben, gefällig dir zu leben! 5. Laß deine Gegenwart mir immer heilig sein; laß auch im Dunkeln mich dein helles Auge scheun. Erinnre mich an meine Pflicht, an deine Macht, an dein Gericht bei jedem Reiz zur Sünde, daß ich ihn über⸗ winde! 6. Doch gib, daß meine Furcht vor dir nie knechtisch sei; befreie mein Gemüth von Zwang und Heuchelei, daß ich, was dein Gesetz gebeut, erfülle stets mit Freudigkeit, aus Ehrfurcht nur und Liebe mich im Gehorsam übe. Mel. Wer nur den lieben Gott dir, o Gotti, 360 V' sch“ Tn scheuen, ist unsre allergrößte Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld sich freuen scheut er dein heilig Auge nicht. Drum wirk in mil durch deinen Geist die Ehn furcht, die dich kindlich preist, 2. In Allem, was ich thy und denke, laß, Herr, das meine — des⸗ HJeist icht; nein licht, uter⸗ nzen nöge ben! wart laß dein unre licht, dein zur über⸗ neine tisch müth helei, Hesetz mit urcht im Gat Gott. —. 32 — — Ehrfurcht meine Weisheit sein, daß ich mein Herz zur Sorg⸗ falt lenke, vor jeder Sünde mich zu scheun. Denn wer noch Lust zur Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That. 3. Gib, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du all⸗ gegenwärtig bist, und das zu thun mich ernstlich schä⸗ me, was dir, mein Gott, zuwider ist. Der Beifall einer ganzen Welt hilft dem ja nicht, der dir mißfällt. 4. Laß immer dein Ge⸗ richt mich scheuen und wirke steten Ernst in mir, mein Leben deinem Dienst zu weihen, daß ich die Gnade nicht verlier, die mich bei mancher Missethat so lieb⸗ reich noch getragen hat. 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Zittern mich schaffen meine Seligkeit! Soll Nichts mein ewig Glück erschüttern, so laß mich in der Gnadenzeit mit Vor⸗ sicht alles Unrecht fliehn, mich nur um deine Gunst hemühn! 6. Erhalt in mir ein gut Gewissen, das weder Spott, noch Trübsal scheu, und mache von den Hindernissen der wahren Tugend selbst mich frei! Nie störe Furcht und Lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt! 7. In deiner Furcht nur 269 will ich wandeln und stets, ich sei auch, wo ich sei, nach deinem heilgen Willen han⸗ deln, entfernt von aller Heuchelei. Nur wer von Herzen dich verehrt, nur der ist dir, o Vater, werth. 8. In deiner Furcht laß mich auch sterben, so schreckt das dunkle Grab mich nicht, ich werde deinen Himmel erben, dich schauen in voll⸗ kommnerm Licht. Wie werd ich dann mich deiner freun, wie selig, Gott, wie selig sein! vor Gott. In eigener Melodie. 361 Willst du der Weisheit Quelle kennen? Es ist die Furcht vor Gott, dem Herrn. Nur der ist weis und klug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott sie 50 gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Lern Gottes Größe recht empfinden und fühle deine Niedrigkeit, so wirst du nie dich unterwinden, mit thörichter Vermessenheit zu tadeln, was sein Rath beschließt, der wunderbar, doch heilig ist. 3. Wirst du den Höchsten kindlich scheuen, so wird dir keine Pflicht zur Last. Nur das wirst du vor ihm be⸗ reuen, daß du sie oft ver⸗ M 3 säu⸗ säumet hast. Wer Gott als Zeugen vor sich hat, der freut sich jeder guten That. 4. Wenn Nacht und Dun⸗ kelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleihn, wird dich die Furcht des Herrn erwecken, was unrecht ist, auch dann zu scheun. Denk nur, vor seinem An⸗ gesicht ist Finserniß wie Mittagslicht. 5. Den Höchsten öffent— lich verehren sowohl, als in der Einsamkeit, auf des Gewissens Stimme hören und' willig thun, was sie gebeut, auch das lehrt dich die Furcht des Herrn, auch das thut, wer ihn ehret, gern. 6. Läßt dich der Thor Verachtung merken, wenn du dich fromm von ihm entfernst, die Furcht des Herrn, die wird dich stär⸗ ken, daß du dich edel schätzen lernst. Wer Gott, dem Höchsten, wohlgefällt, ist glücklich selbst beim Spott der Welt. 7. Sich stets vor dem Allmächtgen scheuen gibt Heldenmuth und Freudig⸗ keit, wenn uns der Men⸗ schen stolzes Dräuen, was unrecht ist zu thun gebeut. Ist Gott mein Schutz, mein Heil und Licht, so beb ich vor den Menschen nicht. 8. Laß deine Furcht, Gott, Pflichten gegen Gott. mich regieren, mich stets auf dich, den Höchsten, sehn! Laß sie mich hier zur Weis⸗ heit führen, so werd ich nie⸗ mals irre gehn. Wohl dem, er stets dich kindlich scheut! Dich fürchten, Gott, ist Se⸗ ligkeit. Liebe zu Gott. Mel. Von Gott will ich 362 R· dich, mein Gott, geden⸗ ken, ist Pflicht und Trost für mich. Wenn Sorg und Gram mich kränken, so sieht mein Aug auf dich; dann mindert sich mein Schmerz, dann fliehn die bangen Sorgen wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh erfüllt mein Herz. ö 2. Denk ich an deine Lie⸗ be, wie werd ich hoch er⸗ freut! Mit dankbar frohem Triebe fühl ich mich dann bereit, dir ganz mein Herz zu weihn, dich freundlich zu erheben, zur Ehre dir zu leben, vor Sünden mich zu scheun. 3. Mit fröhlichem Ge⸗ müthe denk ich an deine Treu: denn, Vater, deine Güte ist alle Morgen neu. Seh ich nur stets auf art so gibst du Muth und Stärke mir auch zum schwersten Werke; es wird. mir leicht durch dich. ö 4. Du etõ n is⸗ nie⸗ em, Utl Se⸗ lein — Liebe zu Gott. 4. Du gabst mir aus Er⸗ barmen den Sohn, der für mich starb und liebevoll mir Armen die Seligkeit erwarb. Mit ihm ist Alles mein; du willst mirs gnädig schenken, willst liebreich an mich denken und stets mein Vater sein. 5. Wie gut ists, dein ge⸗ denken! Die Welt mag im⸗ merhin ihr Herz aufs Eitle lenken, wie schlecht ist ihr Gewinn! Ich halte fest an Gott, dieß bringt mir wahre Freude, dieß stärkt mich, wenn ich leide, und ist mein Trost im Tod. 6. Drum will ich an dich denken, solang ich denken kann. Mag man ins Grab mich senken, mein Geist steigt himmelan. Vergesse mich die Welt, du, Herr, gedenkst doch meiner, wenn auch auf Erden Keiner mich im Ge⸗ dächtniß hält. Mel. Alle Menschen müssen 363 ott der Liebe, wie erhebet meine Seele sich in mir! Wie getröstet, wie belebet fühl ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, deine Weisheit, Huld und Stärke, wie befreiet er mein Herz von Bekümmer⸗ niß und Schmerz: 2. Floß aus deiner Se⸗ gensfülle mir nicht stünd⸗ 21˙1 lich Gutes zu? Daß ich ward, das war dein Wille; daß ich noch bin, das schaffest du. Daß ich denke, daß ich wähle, dankt dir, Vater, meine Seele, dankt dir, daß sie dich erkennt, dich durch Jesum Vater nennt. 3. Heil und unvergänglich Leben thatst du, Gott, durch ihn mir kund. Um zu dir mich zu erheben, schloß dein Sohn der Liebe Bund, den er in dem bängsten Streite selbst mit seinem Blute weihte; und nun zeigt den Weg zu dir nur der Geist der Liebe mir. 4. Und ich sollte dich nicht lieben, der du mich zuerst geliebt? Nicht aus Liebe Gutes üben, auch wenn sich mein Leben trübt? Könnt ich ohne sie auf Erden ru⸗ hig und zufrieden werden? ohne sie nach dieser Zeit würdig sein der Seligkeit? 3. Heil mir, daß ich es empfinde, welcher Liebe werth du bist, meiner das nur würdig finde, was dir wohl⸗ gefällig ist! Einst, Herr, werd ich deinen Willen ganz erkennen und erfüllen, mich der reinsten Liebe freun und in dir ganz selig sein. Mel. Wer nur den lieben Gott 36 4 Di Vater deiner Menschenkin⸗ der, der du die Liebe selber M 4 bist 272 bist und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist, laß mich von ganzem Herzen dein, laß michs mit allen Kräften sein! 2. Gib, daß ich als ein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu sein mich übe, wie du mir selbst die Vor⸗ schrift gibst! Was dir ge⸗ fällt, gefall auch mir; nichts scheide mich, mein Gott, von dir! 3. Bewahre mich durch deine Liebe vor Allem, was das Herz verführt, und gib, daß ich Verläugnung übe, wenn Sinnenlust zu sehr mich rührt! Wie sollt ich je die Creatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich um deiner Liebe willen gern thun, was mir dein Wort gebeut! Kann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen, so sieh auf mei⸗ ne Willigkeit und rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld! 5. Der liebt dich nicht der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, miß⸗ fällt; drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel es auch der ganzen Welt! Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Vater, mich be⸗ flissen sein! Pflichten gegen Gott. 6. Aus Liebe laß mich Alles leiden, was mir dein weiser Rath bestimmt! Du führst durch Trübsal den zu Freuden, der seine Last gern auf sich nimmt; und wer sein Leiden weislich nützt, wird mächtig von dir unterstützt. 7. In deiner Liebe laß mich sterben, dann wird selbst Sterben mein Gewinn; dann werd ich deinen Him— mel erben, wo ich dir, Va⸗ ter, näher bin; dann liebt dich meine Seele rein und liebend wird sie selig sein. In eigener Melodie. enn zur Er⸗ 365 W̃ füllung deiner Pflicht dich Gottes Liebe nicht beseelet, so rühme dich der Tugend nicht und wisse, daß dir Alles schlet Wenn Vortheil, Wollust, Eigen⸗ sinn und Stolz dir nur das Gute rathen, so thue noch so große Thaten, du hast vor Gott den Lohn dahin. 2. Sei durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glück auf Erden: be⸗ glückest du die Menschen nur, um vor der Welt ge⸗ ehrt zu werden; erfüllt die Liebe nicht dein Herz, so bist du bei den größten Gaben bei dem Verstand, den Engel haben, vor Gott doch nur ein tönend Erz. ö 3. Er⸗ Liebe zu Gott. 3. Erbaue Kirchen, brich dein Brod, das Volk der Armen zu verpflegen, ent⸗ reiß die Wittwen ihrer Noth und sei der Waisen Schutz und Segen: gib alle deine Habe hin; vor Gott hast du noch nichts gegeben. Wenn Lieb und Pflicht dich nicht beleben, so ist dir Alles kein Gewinn. 4. Thu Thaten, die der Heldenmuth noch jemals hat verrichten können; vergieß fürs Vaterland dein Blut; laß deinen Leib für Andre brennen; beseelet dich nicht Lieb und Pflicht, bist du die Absicht deiner Thaten, so schütz und rette ganze Staa⸗ ten, Gott achtet deiner Werke nicht. 5. Läg ihm an unsern Werken nur, so könnt er uns, sie zu vollbringen, sehr leicht durch Fesseln der Na⸗ tur, durch Kräfte seiner Allmacht zwingen. Vor ihm, der Alles schafft und gibt, gilt Weisheit nichts, nichts Macht und Stärke. Er will die Absicht deiner Werke, ein Herz, das ihn verehrt und liebt. 6. Ein Herz, von Eigen⸗ liebe fern, fern von des Stolzes eitlem Triebe, ge⸗ heiligt durch die Furcht des Herrn, erneut durch Glau⸗ ben zu der Liebe, dieß ists, 273 was Gott von uns ver⸗ langt. Und wenn wir nicht dieß Herz besitzen, so wird ein Leben uns nichts nützen, das mit den größten Thaten prangt. 7. Drum täusche dich nicht durch den Schein, nicht durch der Tugend bloßen Namen. Sieh nicht auf deine Werk allein, sieh auf den Quell, aus dem sie ka⸗ men. Prüf dich vor Gottes Angesicht, ob seine Liebe dich beseelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube fehlet, dem fehlet auch die Liebe nicht. 8. Wohnt Liebe gegen Gott in dir, so wird sie dich zum Guten stärken. Du wirst die Gegenwart von ihr an Liebe zu dem Näch⸗ sten merken. Die Liebe, die dich schmücken soll, ist gütig, ohne Neid und Tücke; ist sittsam, ist nie stolz im Glücke, langmüthig und er⸗ barmungsvoll. 9. Sie deckt des Nächsten Fehler zu und freut sich niemals seines Falles; sie suchet nicht bloß ihre Ruh; sie hofft und glaubt und duldet Alles. Sie ists, die dir den Muth verleiht, des Höchsten Wort gern zu er⸗ füllen, macht seinen Sinn zu deinem Willen und solgt dir in die Ewigkeit. M 5 27⁴ Pflichten gegen Gott. Gehorsam gegen Gott. Mel. Wer nur den lieben Gott 366 Gottz t, deinen heiligen Befehlen will ich, dein Kind, gehorsam sein, sie nur zu meiner Richt⸗ schnur wählen uud dir mein ganzes Leben weihn. Dein Wille ist gerecht und gut. Wohl dem, der ihn mit Freuden thut! 2. Gehorsam forderst du von Allen, die dich zu ken⸗ nen fähig sind. Auch ich kann dir nur wohlgefallen, wenn ich dir folgsam als dein Kind thu, was du willst, aus Lieb und Dank und nicht aus Sclavenfurcht und Zwang. 3. Dein Sohn gehorchte dir so gerne; o hilf wur, daß ich immerdar dir, Va⸗ ter, so gehorchen lerne, wie Jesus dir gehorsam war! Er wars auch unter i und Noth, er wars selbst bis zum Kreuzestod. 4. Laß deine heiligen Ge⸗ setze mir immer gegenwärtig sein; laß mich, daß ich sie nie verletze, dich, den All⸗ wissenden, stets scheun! Dein Joch ist sanft, leicht ist die Last, die du uns aufgeleget hast. 5. Sobald ich deine Stim⸗ me höre, so mache du mich auch bereit, daß ich sie durch Gehorsam ehre und thue, was sie mir gebeut! Ich soll nicht Hörer nur allein, je soll zugleich auch Thäter ern. 6. Beut mir die Welt auch tausend Freuden auf unerlaubten Wegen an; sie soll mich Herr, nicht irre leiten. Was ists, das sie mir Kben kann? Im An⸗ fang Lust, am Ende Pein und die wird groß und schrecklich sein. 7. Wenn ich mich im Gehorsam übe und deinen Willen treulich thu, so bleib ich, Gott, 0 deiner Liebe und hab in des Gewissens Ruh den Himmel hier schon in der Zeit und mehr noch in der Ewigkeit. Mel. Was mein Gott will 367 Sei Gott getreu, halt seinen Bund, bekenn ihn durch dein Leben. Dein Glaube ruht auf festem Grund, drum bleib ihm stets erge⸗ ben! Denk, wie er dich ver⸗ pflichtet sich. durch seine Huld und Gnade; sei treu dem Herrn und wandle gern der Tugend sichre Pfade. Sei Gott getreu! Du mußt als Kind, ihn auch⸗ im Leiden chrenz dein Va⸗ ter waltet ja gelind und⸗ bildet dich zum 7 Ein edler Muth ma still und gut, der wird durch Gott dir Freude dir werden, wenn Jesus Christ dein Führer ist zum Himmel hier auf Erden. 3. Sei Gott getreu von Jugend auf! Laß dich nicht eitle Freuden in deinem gan⸗ zen Lebenslauf von seiner Liebe scheiden; denn seine Treu ist täglich neu; sein Wort kann niemals trügen. Was er verspricht, das bricht er nicht; daran laß dir ge⸗ nügen. 4. Sei Gott getreu in je⸗ dem Stand, in welchen er dich setzet; dann schützt dich seine starke Hand. Wer ist, der dich verletzet? Schau nur auf ihn voll Glaubens hin und folge dem Gewis⸗ sen; dir wird, was dir be⸗ gegnet hier, zum Besten dienen müssen. 5. Sei Gott getreu, sein theures Wort freimüthig zu bekennen, vor Jedermann, an jedem Ort dich seinen Freund zu nennen! Was diese Welt nur in sich hält, muß Alles einst vergehen: nur Gottes Wort wird hier und dort zu unserm Heil bestehen. 6. Sei Gott getreu in jedem Streit, dann wirst du überwinden; denn er läßt Muth und Freudigkeit den treuen Kämpfer finden. Verletze nicht die kleinste Pflicht; doch wirst du dich vergehen, daß dann die Reu in Gott. 275 nur ernstlich sei, um künftig zu bestehen! 7. Sei Gott Nihte bis in den Tod; laß Nichts von ihm dich wenden! Er kann, er will in jeder Noth dir seinen Beistand senden. Der Leiden Nacht, der Bosheit Macht laß nie dein Herz erschrecken! Es ist dir ja dein Retter nah; sein Schild wird dich bedecken. 8. Bleibst du so deinem Gott getreu, so wirst du's auch erfahren, daß er dein lieber Vater sei; und nach vollbrachten Jahren der Sterblichkeit kommt dort die Zeit, da Gott einst seine Treuen durch seinen Sohn mit höhrem Lohn auf ewig wird erfreuen. Freude in Gott. Mel. Schwing dich auf 368 Gottes freue dich, dank ihm, meine Seele! Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir fehle? Eicht dich seine Vorsicht ni t, wann Gefahren dräu⸗ en? Ists nicht Seligkeit und Pflicht, seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein Gott, ich hab an dir, was mein Herz begehret, einen Vater, wel⸗ cher mir, was mir nützt, gewähret, der mich durch M 6 sein 276 Pflichten gegen Gott. sein göttlich Wort hier zum Guten lenket und mit Him⸗ melswonne dort meine See⸗ le tränket. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, kindlich ehr und liebe; wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe, o wie ist mir dann so wohl, wie 5 mein Gemüthe seliger Empfindung voll, voll von deiner Güte! 4. Dann darf ich mit Zuversicht nach dem Himmel blicken; meine Leiden acht ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und Zu⸗ sriedenheit wohnen mir im Herzen, trösten und erhöhn mich weit über alle Schmer⸗ zen. 5. Du bist mein, so jauchz ich dann: wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ichs rühmen kann: mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohl— fahrt werth! Du gabst mir mein Leben, wirst auch, was mein Leben nährt und er⸗ freut, mir geben. 6. Jesum ist nach deinem Rath in die Welt gekom⸗ men, alle meine Missethat hat er weggenommen. Ihm vertrau ich, bet ihn an, glaub an seine Leiden, folg ihm treulich, und so kann Nichts von dir mich schei⸗ den. 7. Dich, du Trost der Sterblichkeit, Heil des bes⸗ sern Lebens, himmlische Voll⸗ kommenheit such ich nicht vergebens. Wenn mein Lauf vollendet ist und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mitt⸗ ler Jesus Christ mich zu seinen Freuden. 8. Meine Freud an dir, mein Gott, wird dann ewig währen. Noch so furchtbar sei der Tod, er wird sie nicht stören. Willig werd ich mein Gebein der Verwe⸗ sung geben; Sterben macht mich frei von Pein, führt zum neuen Leben. 9. Gib mir nur, solang ich hier in der Fremde wal⸗ le, das Bewußtsein, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle! Diese hohe Freu⸗ digkeit, die ich zu dir habe, sei mein Heil zu dieser Zeit und mein Trost am Grabe. 10. Laß die Lust zur Sünde nie dieses Heil mir rauben! Rüste selbst mich wider sie mit Vernunft und Glauben! Gib mir deinen Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verliere. Mel. Jesus, meine Zuversicht 309 ⸗. Ern Bei dem Herrn ist Freud und Leben; und er wird⸗ denn er gibt gern, dir auch, was dir dienet, geben. Seine Liebe Freude in Gott. Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich verkehret. Wisse, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet ren auf seiner Bahn, was as Herz nur wünschen kann. 3. Lust am Herrn erfüllt mit Licht, wenn man ihn durchs Wort erkennet; Lust am Herrn stärkt den zur Pflicht, der von seiner Liebe brennet; Lust am Herrn Her⸗ Alles an, was das Herz — wünschen kann. 4. Wer die Lust am Höch⸗ sten hat, hat auch Lust an seinem Willen, suchet ihn durch Wort und That un⸗ verdrossen zu erfüllen, und so trifft er Alles an, was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Last, trage willig die Beschwerden. Wenn du wohl genten hast, wird dir ewge Freude werden; und im Himmel hast du dann, was dein Herz nur wünschen kann. In eigener Melodie. 370 Ich freue mich, V mein Gott, in dir. Du bist mein Trost, und was kann mir in deiner Liebe fehlen? Du, Herr, ——— 27⁷ bist mein und ich bin dein! Was mangelt meiner See⸗ len? 2. Du hast mich vor der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt, nie wirst du mein vergessen! Du liebst mein Wohl, hast gnadenvoll mein Glück mir zugemessen. 3. Du trägst mich lieb⸗ reich mit Geduld, vergibst in Christo mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Theil an seinem Heil, dieß tröstet meine Seele. 4. Du bist mir der be⸗ währte Freund, der es aufs beste mit mir meint; wo find ich deines Gleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag ich nicht 1050 allem Tand der Erde. Herr, ohne dich ist Nichts für mich, das mir erfreulich werde! 6. Du bist mein aller⸗ höchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht. In dir leb ich huseicden Sod dort als hier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. 7. Du segnest mich, wenn man mir flucht, und wer hier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht gelin⸗ gen. Selbst was wich kränkt, 147 das — 278 Pflichten gegen Gott. das muß, gelenkt von dir, mir Segen bringen. Du läßt mirs ewig wohlergehn. Einst werd ich dich noch Darre sehn, du Ursprung wahrer Freuden! An dir wird sich dann ewig⸗ lich mein ganzes Herz, Herr, weiden. 9. Noch hats kein mensch— lich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh ichs schon im Glau⸗ ben. Vollkommnes Heil ist da mein Theil, das wird mir Niemand rauben. Vertrauen auf Gott. Mel. Was Gott thut, das ist 371 Auf: Gott und nicht auf mei⸗ nen Rath will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit gan⸗ zer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewig⸗ keit, wie viel mir nützen würde, bestimmte meine Le⸗ benszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wille, der geschehe! 4. Ist nicht ein ungestör⸗ tes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Noth hebt doch der Tod und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe.“ . An dem, was wahr⸗ haft glücklich macht, läßt Gott es Keinem fehlen; Ge⸗ sundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten! Der Herr hilft seinen Knechten. Mel. Was mein Gott will 0 ertrauen ist des 372 V Christen Pflicht, ein kindliches Vertrauen. Er soll, wenns ihm an Glück gebricht, o Herr, auf dich nur schauen; und nie bist du dem Frommen fern, du kannst ihn nie verschmä⸗ hen, du segnest und erret⸗ test Vertrauen test gern und hörest auf sein Flehen. 2. Doch nie darf er voll Zuversicht die stolze Hoff⸗ nung wagen, du werdest auch dem Thoren nicht, was er begehrt, versagen. Wenn gleich bei aller unsrer Schuld dein Herz noch liebreich den—⸗ ket, so wird doch deine Va⸗ terhuld von Weisheit nur gelenket. 3. Wie leicht, o Gott, kann deine Macht des Men⸗ schen Wunsch erfüllen! Wie leicht, noch eh er es gedacht, des Herzens Klage stillen! Doch dem, der Wunderkraft begehrt und Wunder hofft zu sehen, wird nie sein küh⸗ ner Wunsch gewährt; er sündigt durch sein Flehen. 4. Wer deiner Huld ver⸗ sichert ist, darf deinen Se⸗ gen hoffen. Ihm steht, weil du sein Vater bist, der Him⸗ mel immer offen. Doch wer dich nicht als Vater liebt und auf der Bahn des Le⸗ bens nicht dir sein ganzes Herz ergibt, der sucht sein Glück vergebens. 5. Ja, wenn er auch mit Sicherheit sich seiner An⸗ dacht freuet und dabei, fern von Frömmigkeit, doch nie die Sünde scheuet, so mag sein heuchlerisches Herz nur immer Hoffnung fassen, er fühlt bei des Gewissens auf Gott. 279 Schmerz sich endlich doch verlassen. 6. Wie Mancher, der noch wirken kann, bleibt müßig oder träge, verfolgt mit Blindheit seinen Plan, geht ungerechte Wege. Er hofft umsonst, du werdest ihn den Uebeln noch entziehen. Der Thor! will er sie selbst nicht fliehn, sie dürfen ihn nicht fliehen. 7. Du, weiser Gott, ent⸗ fernst uns nicht von drohen⸗ den Gefahren, die ohne Nach⸗ theil unsrer Pflicht leicht zu vermeiden waren. Wir sol⸗ len mit Besonnenheit auch Rath und Warnung nützen; denn nie wird deine Heilig⸗ keit uns auch beim Leicht⸗ sinn schützen. 8. Gott, laß verwegne Zuversicht doch nie mein Herz verführen! Sie schafft mir deinen Beifall nicht, sie läßt mich ihn verlieren. Nur kindlich soll ich dir ver⸗ traun, nie thöricht, nie ver⸗ messen; soll, um getrost auf dich zu schaun, nie meiner Pflicht vergessen. In eigener Melodie. 373 Benehl ddne Wege und Al⸗ les, was dich kränkt, der treuen Vaterpflege deß, der den Himmel lenkt. Der Sternen, Wolken, Winden bezeichnet ihre Bahn, der wird 28⁰0 wird auch Wege finden, die dein Fuß gehen kann. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohlergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Er läßt durch Sorg und Grämen und selbstgemachte Pein sich keine Wohlthat nehmen: sie muß erbeten sein. 3. Dir, Vater voller Gna⸗ de, dir ist allein bekannt, was gut sei oder schade Ge⸗ schöpfen deiner nahen und was du ausersehen zum Besten deiner Welt, das wird und muß geschehen, sobald es dir gefällt. 4. An Mitteln und an Wegen fehlt dirs, Allwei⸗ ser, nicht. Dein Thun ist lauter Segen; dein Gang ist lauter Licht. Wenn du, Herr, deinen Kindern ein Glück hast zugedacht, so kann dein Werk Nichts hindern; du willst, so ists voll⸗ bracht! 5. Und wollten Welt und Teufel dir boshaft wider⸗ stehn, o nähre keinen Zwei⸗ fel, dein Glück wird doch bestehn. Was er sich vor⸗ genommen, was er vollen⸗ den will, aufs herrlichste wirds kommen zu dem be⸗ stimmten Ziel. 36. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unver⸗ zagt, was dich auch immer Pflichten gegen Gott. quäle, ein schönrer Morgen tagt! Gott läßt nicht von den Seinen, erwarte nur die Zeit, dir wird die Sonne scheinen mit neuer Heiterkeit. 7. Auf, auf! Gib deinen Schmerzen und Sorgen gute Nacht! Verbann aus dei⸗ nem Herzen, was dich so traurig macht. Du bist ja nicht Regente, der Alles führen soll. Gott sitzt im Regimente und er führt Alles wohl. 8. Ihn, ihn laß thun und walten! Er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wun⸗ derbarem Rath das Werk hinausgeführet, das dich be⸗ kümmert hat. 9. Verzög der Trost auch lange, weil dir es heilsam ist, so werde dir nicht bange, daß deiner Gott vergißt. Er wird dir Hülfe senden, wenn du's am mindsten gläubst, und all dein Un⸗ glück wenden, wenn du nur; treu verbleibst. ö 10. Wohl dir und deiner Treue! Sie trägt den Sieg davon. Daß dich der Kampf nicht reue, blick hin auf sei⸗ nen Lohn; steh fest im größ⸗ ten Leide, das dir begegnen kann: bald bricht der 55% el einer Sieg mpf fsei⸗ hröße gnen Tag der Vertrauen der Freude, Friedens an. 11. Mach, Herr, ein fröh⸗ lich Ende mit aller unsrer Noth; stärk unser Herz und sende uns Trost bis in den Tod! Laß stets uns deiner Pflege und Treu empfoh⸗ len sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. des ewgen Mel. Was Gott thut, das ist 37 4 Der Herr ist mei⸗ ne Zuversicht, mein höchster Trost im Le⸗ hen! Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott; auf sein Ge⸗ bot wirds in dem Herzen stille. Ihm g'nügt des Va⸗ ters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schaun, sehn deine Wunder⸗ werke. Herr, groß von Rath und stark von That, mit gnadenvollen Händen bwirst du dein Werk voll⸗ enden. 3. Noch nie hat sich, wer ö‚ dich geliebt, verlassen sehen müssen: du läßt ihn, wann ihn Noth umgibt, Beruhi⸗ gung genießen. Des From⸗ men Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eit⸗ auf Gott. 281 les Dichten weißt du, Herr, zu vernichten. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott! Der Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Noth Hülf und Errettung findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, ein Fels in Unge⸗ wittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet! Vergebens wird zu Menschen fliehn, wer von dem Höchsten wei⸗ chet. Dein Heiland starb und er erwarb auf seines Todes Hügel dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thrä⸗ nen Zahl zählt er und deine Schmerzen nimmt er dir von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht; auf dich hofft meine Seele! Du weißt, was meinem Wohl gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer sollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlas⸗ sen und sich im Kummer fassen? ö 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt blickt auf dich, dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. Mel. Jesus, meine Zuversicht 37 5 Wois auf seinen Gott vertraut, ängstigt sich durch keine Sorgen; ihm, auf den er sicher baut, bleibt sein Kum⸗ mer nicht verborgen. Gott verläßt die Seinen nicht: dieß ist meine Zuversicht! 2. Er, der Schöpfer aller Welt, der Versorger seiner Kinder, der, was er ver⸗ spricht, auch hält, huldreich selbst noch gegen Sünder, er, der uns hervorgebracht, 0 auch uns zu helfen Macht. 3. Ihm, ihm ist es im⸗ mer leicht, unsre Wünsche zu erfüllen; wie er doch es uns däucht, kann er doch den Kummer stillen, helfen stets, wenn Rarh uns quält, wenn uns Rath und Bei⸗ stand fehlt. 4. Und wer ist ihm gleich, dem Herrn? wer so reich, wie er, an Segen? Niemand hilft, wie er so gern auf des Lebens rauhen Wegen, er, der liebreich unser denkt und zum Glück die Trübsal lenkt. 5. Wenn mein Auge lange weint, ich nicht seine Hülfe Pflichten gegen Gott. sehe und sie nicht so früh erscheint, als ich sie von ihm erflehe, weiß ich doch voll Zuversicht, daß sie mir nicht stets gebricht. 6. Dann auch wenn, wie mir es scheint, selbst der Hoffnung Trost ver⸗ schwindet, weiß ich doch: Gott ist mein Freund, der auch da noch Wege findet, wo sich keiner mir entdeckt, wo der Zukunft Nacht mich schreckt. 7. Drum sei ihm, dem Herrn der Welt, ganz mein Schicksal überlassen! Er, der auch den Wurm erhält, kann und wird mich nicht ver⸗ lassen. Bleib ich nur der Tugend treu, so steht er mir huldreich bei. Mel. Sollt ich meinen Gott 376 Selig, wer mit stillem Herzen dem Allweisen, der uns liebt, ganz sein Schicksal übergibt und auch in den tiefsten Schmerzen seinem Kummer muthig wehrt, durch Geduld den Herrn verehrt. ö 2. Ach, kein Schicksal mei⸗ nes Lebens, sorgt ich auch von Jugend auf, nimmt drum einen Sorge quält vergebens; ehrt sie ab, früher mich ins Grab. 3. Ch ich noch das Licht er⸗ und qualt meine Kräfte andern Lauf. stürzt nur Früh von doch mir enn, elbst ver⸗ och: der ndet, deckt, mich dem mein „der kann ver⸗ der 4EE ott mit erzen liebt, rgibt fsten nmer duld mei⸗ auch immt Lauf. quält räfte nur Licht er⸗ Vertrauen erblickte, wog er, der mir Leben gab, meines Lebens Schicksal ab; ehe mich noch Kummer drückte, eh rsah meine Thräne rann, sa mich Gott schon gnädig an. 4. Dankbar nehm ich Glück und Freuden aus des Höch⸗ sten milder Hand; und ist Kreuz mir zuerkannt, o so faß ich Muth zu leiden! Gut ist Alles, was Gott will; willig duld ich, dulde still. 5. Will mein Anschlag nicht gedeihen und mißlingt mir mein Bemühn; denk ich: was mir Glück erst schien, muß ich oft nachher bereuen. Wohlthat ist für mich gewiß, daß mirs Gott mißlingen ließ. 6. Wenn Gott nicht so reichen Segen, als dem Nächsten, mir verlieh, soll doch Anderer Wohlstand nie Neid in meiner Brust er⸗ regen! Fremden Glücks will ich mich freun, fremdes Glück wird dadurch mein. 7. Wenn mir Frevler Angst erwecken, wenn ihr Haß mich drückt und kränkt, hält sie Gottes Macht um⸗ schränkt. Droht der Tod mit seinen Schrecken, der vom Tode retten kann, nimmt sich meiner gnädig an. 8. Ich bin unverzagt und heiter, im Vertraun auf Gott. 283 auf Gottes Wort setz ich meine Wallfahrt fort. Der bisher half, hilft mir wei⸗ ter; er hält fest, was er verspricht! Gott, mein Gott verläßt mich nicht. Mel. Herzlich lieb hab ich dich 37 7 Dir trau ich, Gott, und wanke nicht, wenn gleich von meiner Hoffnung Licht der letzte Schimmer schwin-⸗ det. Mein Helfer und mein Gott bist du, durch den mein Herz doch endlich Ruh und Freude wieder findet. Von jeher hast du mich geführt und meines Lebens Lauf regiert, mit segens⸗ voller Vaterhand so manche Noth von mir gewandt. Unendlicher, ich trau auf dich: du leitest mich! Ich kämpf und siege, Gott, durch dich. 2. Zwar ist der Kampf der Leiden schwer; oft fühl ich kaum noch Stärke mehr, zu kämpfen und zu siegen; doch ewig, Vater, währt er nicht. Wenn mir dein Bei⸗ stand nicht gebricht, so werd ich nicht erliegen. Bald ist der Thränen Maaß gefüllt, bald meiner Seele Schmerz gestillt; bald hast du, Gott, mein Flehn erhört, mich ganz geprüft und mich be⸗ währt. Du, Gott der Huld, erhört von dir, lobsing ich hier 284 Pflichten gegen Gott. hier mit dankerfüllter See⸗ e dir. 3. Ach, alle Leiden die⸗ ser Zeit sind doch nicht werth der Herrlichkeit, die du wirst offenbaren. Bald wird auch mir des Dulders Lohn; bald steh auch ich vor deinem Thron mit treuer Kämpfer Schaaren und danke dann dir, Gott, verklärt, der jetzt mich prüft, mich dann bewährt, daß ich, von allen Leiden frei, ein Seliger des Himmels sei. Barmher⸗ ziger! fest, ohne Graun will ich dir traun; denn einst werd ich dein Antlitz schaun. Mel. Wer nur den lieben Gott 378 H mache mei⸗ ne Seele stille! Bei jedem Leiden, das mich kränkt, geschieht doch nur dein weiser Wille, der Alles mir zum Besten lenkt. Du bists, der Alles ändern kann, und was du thust, ist wohlgethan. 2. Du führst uns selbst auf rauhen Wegen zu Auch rer Vollkommenheit. uch Widerwärtigkeit wird Se⸗ gen für Jeden, welcher dir sich weiht. Siehts gleich der blöde Geist nicht ein, wird doch der Ausgang herrlich sein. 3. Drum laß mich stille sein und hoffen! Hast du mir Prüfungen bestimmt, so steht dein Vaterherz dem offen, der seine Zuflucht zu dir nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es im⸗ mer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns nützt, verborgen; ge⸗ nug für uns: du hasts er⸗ kannt! Wie oft sind unsre Wünsch und Sorgen kurz⸗ sichtig und voll Unverstand! Du siehst, was schädlich ist, von fern, und deine Güte hinderts gern. 5. Nur du erkennst und wählst das Beste! O Va⸗ ter, mache selbst mein Herz in diesem hohen Glauben feste, dann überwältigt mich kein Schmerz. Ich duld ihn mit Gelassenheit; was mein Gott will, gescheh allzeit. 6. Die Stunde wird doch endlich kommen, da mich vollkommnes Glück erfreut; denn endlich führest du die Frommen zur völligen Zu⸗ friedenheit, und dann wird Jedem offenbar, daß, Gott, dein Rath der beste war. 7. Dann wird auch mich von allen Plagen ein ewiger Gewinn erfreun; dann wird mein Herz statt aller Kla⸗ gen voll Dankes voll, des bobes sein: der Herr hat für mein Heil gewacht, hat Alles mit mir r0 ** 380 ne Pflicht, ist Seligkeit im Vertrauen auf Gott 285 Mel. Auf schicke dich 379 Es herrscht ein Gott, der schützt in Noth und hilft, wenn sie ihm traun, so gern den Seinen! Drum sei vergnügt, wie er es fügt! Bald folgt dir Ruh und Trost nach kurzem Weinen. 2. O murre nicht, wenn dir gebricht, was öfters lüstet den bethörten Sinnen! Dir nützt der Schmerz, dein eitles Herz zu bessern und fürs Ewge zu gewinnen. 3. Erkenn die Schuld und üb Geduld, wenn du um deine Sünden hier mußt leiden! Fleh ihn um Gnad, geh seinen Pfad getrost, nichts laß von seiner Lieb dich scheiden. 4. Dann führt er dich stets väterlich die sichern Wege, die dein Heil erzielen. Sein sie auch hier oft dunkel dir, entzückt wirst du ihr End einst sehn und fühlen. 5. Drum gnüge mir der Weg allhier, den ich muß gehn in meinem Amt und Stande! Sei er auch rauh! Wenn ich dir trau, komm ich auf ihm zum wahren Vaterlande. Mel. Was Gott thut, das ist 15 dir ver⸗ traun ist mei⸗ Leben! Sie kann dem Herzen Zuversicht und Trost und Freude geben. Des Lehens Müh versüßet sie und lässet uns Hienieden im Laufe nicht ermüden. 2. Auf Erden wechseln bis ins Grab Zufriedenheit und Sorgen beständig miteinan⸗ der ab wie Mitternacht und Morgen. Das Unglück flieht, die Freude blüht; und kaum ist sie empfunden, ist wieder sie verschwunden. 3. Wie würde da voll Aengstlichkeit uns jeder Tag verfließen und bei des Lebens Heiterkeit das Herz schon beben müssen, wenn Auwer⸗ sicht zu dir uns nicht dann Sicherheit gewährte und ruhig bleiben lehrte! 4. Du theilst das Alles aus, was hier den Sterblichen begegnet. Im Glück und Unglück werden wir von dir doch stets gesegnet. Wenn wir nur auch durch den Gebrauch so weise werden wollten, als wir, o Gott, es sollten! 5. Nicht unser Wille soll geschehn; du wählest stets das Beste. Wenn Erd und Himmel untergehn, steht diese Wahrheit feste. O daß wir sie durch Leicht⸗ sinn nie an unsern Seelen schwächten, sie nie verkennen möchten! 6. Dann würde diese Uebungszeit nicht traurig uns verschwinden, des Sa⸗ 12 Widerwärtigkeit uns nie⸗ mals muthlos finden. Dann sähen wir, voll Hoffnung hier, mit Palmen und mit Kronen den Ueberwindern lohnen. 7. Gott, heilige du selbst mein Herz, damit ich dir vertraue und mit Gelassen⸗ heit im Schmerz hinauf gen Himmel IWante Einst preis auch ich auf ewig dich für überstandne Leiden im Lande sichrer Freuden. Mel. Befiehl du deine Wege 381 Chuist wann dich Trübsal kränket, vertraue nur 9˙5 Herrni Er, der die Himmel lenket, ist auch von dir nicht fern. Erwach aus deinem Schlum— mer, zu Gott erhebe dich; er siehet deinen Kummer, er liebt dich väterlich! 2. Sei auch in deinem Leiden ein Christ voll Muth und Kraft; einst kommen deine Freuden, bleibst du nur tugendhaft. Erwarte nur im Glauben getrost die Ewigkeit; wer kann das Heil dir rauben, das ewig dich erfreut? 3. Sei froh: dein Gott regieret, sein Rath ist wun⸗ derbar. Einst wirst du über⸗ führet, daß er der beste war. Und denkest du vermessen: der err erbarmt sich nicht, der Herr hat mein Pflichten gegen Gott. vergessen, so höre, was er spricht: 4. Ist auch der Mütter Eine, die ihres Kinds ver⸗ gißt? Denk an dieß Wort und weine Gott Freuden⸗ thränen, Christ! Und könnt sie es vergessen, will ich doch deiner nicht, ich Dunler nicht vergessen! Der Herr ists, der es spricht! 5. Mit ruhigem Gemü⸗ the verlaß auf ihn dich fest; weil seine Vatergüte dich ewig nicht verläßt. Was ist das größte Leiden, das dir begegnen kann, bricht einst der Tag der Freuden, des ewgen Friedens an? Mel. Wer nur den lieben Gott 382 Mein Hort ist Gott! auf laß ich walten; ich hoff auf ihn: er kennet mich. Ihm fehlts, die Seinen zu er⸗ halten, an Mitteln nie, und sein bin ich! Ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels und whante nicht. 2. Was quäl ich mich? Bin ich ein Heide, der Gott und Hoffnung ist? Nein, das ist meines Her⸗ zens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Erbarmer, stärke mich; denn nichts vermag 10 ohne dich. 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder zur Esänt mi 5 er Itter ver⸗ Vort den⸗ önnt ich iner Herr mü⸗ fest; dich 5 ist dir einst des ott ist Ihn auf Ihm er⸗ und ünde iesen lich? ohne istꝰ Her⸗ Nein Hilf, lich; 1 hier geit mit Geist un ö fungen und Leiden. Vertrauen mit weiser Huld. Er schont, er züchtigt viel gelinder, als wir verdient, und hat Ge⸗ duld. Er hat nicht Lust an unserm Schmerz, er hat ein väterliches Herz. 4. Gott ist die Lieb, wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jesum Christ? Was könnte mir ein Gott versagen, der so unendlich gütig ist? Erhabner Trost, der nimmer trügt und jeden Zweifel überwiegt! 5. Ich harre seiner und bin stille. Wie bald ver⸗ streicht die Prüfungszeit! Dann nehm ich dort aus seiner Fülle unendliche Zu⸗ friedenheit. Er leite mich nach seinem Rath, wie er mir zugesaget hat! Mel. Kommt her zu mir 383 Erfülle redlich deine Pflicht und hoffe dann mit Zuver⸗ sicht: Gott sorgt mit Vater⸗ liebe für deines Lebens wah⸗ res Glück! Zu ihm erhebe deinen Blick, wär auch dein Himmel trübe! 2. Die Wolken werden sich verziehn, im milden Sonnenscheine blühn dir wieder neue Freuden. Oft wird zur Wohlthat dir der Schmerz; veredelt werden Herz durch Prü⸗ auf Gott. 287 3. Oft führt die dornen⸗ volle Bahn weit sichrer dich zum Ziel hinan, als sanfte Blumenpfade. Drum dulde fromm, mit festem Muth! Was Gott, der Menschen Vater, thut, ist Weisheit, Huld und Gnade. 4. Doch deines Gottes dich zu freun, im Sturme, wie im Sonnenschein, Be⸗ ruhigung zu finden, benutze selbst gewissenhaft Verstand und Zeit und jede Kraft, dein wahres Wohl zu grün⸗ den! 5. Daß ich gewissenhaft und treu in meinem Amt und Stande sei und meine Pflicht erfülle, zu dem Ent⸗ schlusse stärke mich, und dann vertrau ich, Gott, auf dich! Herr, es gescheh dein Wille! In eigener Melodie. 384 ollt ich meinem Gott nicht trauen, der mich liebt so väterlich? der so herzlich sorgt für mich? Sollt ich auf den Herrn nicht bauen, welcher, unbewegt und fest, seine Kinder nicht verläßt? 2. Er weiß Alles, was mich drücket, mein Anliegen, meine Noth; er steht bei mir bis zum Tod; er weiß, was mein Herz erquicket. Seine Lieb und Vatertreu wird mir jeden Morgen neu. 3. Der 288 Pflichten gegen Gott. 3. Der die Vögel alle näh⸗ ret, königlich die Blume schmückt, jedes dürre Land erquickt, Speise jedem Wurm gewähret, sollte der verlas⸗ sen mich? Nein, weit mehr, als sie, bin ich! 4. Wenn nach seinem Reich ich trachte, wenn ich nur in Frömmigkeit suche meine Seligkeit und sie über Alles achte, segnet Gott mir früh und spat Wort und Werke, Rath und That. 5. Heiter sei der andre Morgen, oder nicht: was künftig ist, quält mich nicht; ich bin ein Christ. Ich laß meinen Vater sorgen, froh bei Allem, was sein Rath über mich beschlossen hat. 6. Gott sei Lob! Was mich erfreuet, stehet uner⸗ schütterlich; er, der Höchste, sorgt für mich. Ewig wird ers mir beweisen. Seele, freue seiner dich! Ewig sorget Gott für mich! Mel. Wer nur den lieben Gott 38 5 Enischwinge dich, mein Geist, den Nächten, in welche dich die Schwermuth hüllt. Willst du mit deinem Schöpfer rechten, daß er nicht jeden Wunsch erfüllt? Jetzt kennst du, was dir gut ist, nicht; ——— strahlet dir ein höhres icht. 2. In Finsternissen wankt hienieden des Menschen un⸗ gewisser Schritt; was Got⸗ tes Vorsicht ihm beschieden, was ihn erfreute, was er litt, klärt sich am Ziel von seinem Lauf für ihn als gleiche Wohlthat auf. 3. Dort findest du, von Licht umflossen, auch deiner Erdenthränen Lohn. Schau, ihre Saat ist aufgeschossen, sie blüht der nahen Aerndte schon. Im Kummer ward sie ausgestreut; bald reift sie für die Ewigkeit. 4. Drum heb empor die trüben Blicke, wenn sich in Nacht dein Weg verliert! Dich leitet Gott. O denk zurücke, wie gut er immer dich geführt; wie oft, wann Dunkel um dich lag, das Licht dir selbst aus Nächten brach! 5. Gott! gnädig, wenn du uns erhörest, oft gnädi⸗ ger, wenn du den Plan, den unsre Thorheit schuf, zer⸗ störest, dich, Vater, bet ich kindlich an. Ich hoff auf dich mit festem Muth; denn was du sendest, ist mir gut. 6. Die Liebe hat den Pfad bestimmet, den ich auf Er⸗ den wandeln soll. Ob er sich auch durch Dornen krümmet, ich geh ihn hoher Ahnung voll. Einst werd ich in des Himmels Höhn ganz deiner Führung Weisheit sehn. 4—g Vertrauen Mel. Fröhlich soll mein 386 Warum willst du doch für mor⸗ gen, banges Herz, dir zum Schmerz, immer ängstlich sorgen? Wozu dient dein täglich Grämen? Nur da⸗ zu, dir die Ruh ohne Noth zu nehmen. 2. Wer, als Gott, gab mir das Leben? Wer, als er, hat bisher Alles mir gegeben, was mein Leben zu erhalten nöthig war? Immerdar laß ich, Gott, dich walten. 3. Der das Größre uns gegeben, einen Geist, der ihn preist, diesen Leib, dieß Leben, wird uns auch das Kleinre schenken. Sein bin ich; auch an mich wird er liebreich denken. 4. Was auf meiner Le⸗ bensreise mir noch fehlt, was mich quält, weiß er, der Allweise. Sollt er mei⸗ ner je vergessen? Er, mein Heil, hat iein Theil längst mir zugemessen. 5. Nährt den Vogel in den Lüften nicht der Herr? Weidet er nicht das Thier anf Triften? Kleidet er des Grases Blume nicht mit Pracht seiner Macht, seiner Huld zum Ruhme? 6. Nur auf mich sollt er nicht achten? In der Noth ließ mein Gott hülflos mich verschmachten? Nein, mir jpoll vor Richts mehr grauen, auf Gott. 289 Väterlich liebt er mich; ihm will ich vertrauen. 7. Nützen will ich Zeit und Kräfte, widmen sie spät und früh nützlichem Geschäfte, immer gehn auf seinen Wegen; wird es mir dann allhier mangeln je an Segen? 8. Vor der fernen Zukunft zagen will ich nicht; es ge⸗ bricht keinem Tag an Plagen. Heute leb ich; bin ich mor⸗ gen nicht vielleicht schon er— bleicht? Warum will ich sorgen? 9. Sorge du nur; ich be⸗ fehle glaubensvoll, wie ich soll, dir, Herr, Leib und Seele. Sorge du; dir halt ich stille; ich soll dein ewig sein. Es gescheh dein Wille! Mel. In allen meinen Thaten 387 Was soll ich ängstlich klagen und in der Noth verzagen? Der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele kein wahres Wohlsein fehle; genug zum Trost, mein Herz, für dich! 2. Was nützt es, ängst⸗ lich sorgen und jedem neuen Morgen mit Furcht entgegen⸗ gehn? Du, Vater meiner Tage, kennst, eh ich dirs noch klage, mein Leid und eilst mir beizustehn. 3. Auf deinen Wink zu schauen, dir kindlich zu ver⸗ N trauen, trauen, das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will sie treu⸗ lich üben und dich, mein Vater, lieben; denn du ver⸗ säumst die Deinen nicht. 4. Der du die Blumen kleidest und alle Thiere wei⸗ dest, du Schöpfer der Natur, siehst Alles, was mir fehlet. Drum, Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn, und glaube nur! 5. Herr, alle meine Sor⸗ gen, die Noth, die oft ver⸗ borgen an meinem Herzen nagt, werf ich auf dich, den Treuen; du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 6. Wenn meine Augen thränen und sich nach Hülfe sehnen, so klag ich dirs, dem Herrn. Dir, Vater, dir befehle ich jeden Wunsch der Seele, du hörst, du hilfst, du segnest gern. 7. Der du mir hier im Le⸗ ben schon größres Heil gege⸗ ben und deinen Sohn ge⸗ schenkt, du wirst mir Alles schenken und stets zum Be⸗ sten lenken, was mich be⸗ kümmert, quält und kränkt. 8. Du führest, Herr, die Deinen nicht so, wie sie es meinen, doch stets nach wei⸗ sem Rath. Ob ich mich auch betrübe, bleibt doch dein Rath voll Liebe, das zeigt der Ausgang mit der That. 9. Wenn ich hier Tiefen Pflichten gegen Gott. sehe und es nicht ganz ver⸗ stehe, was du mit mir ge⸗ than, kann ich doch deß mich trösten: du nimmst mich, den Erlösten, gewiß dereinst zu Ehren an. 10. Dort, bei der From⸗ men Schaaren, dort werd ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da bring ich dir mit Freuden nach über⸗ standnen Leiden den Dank, der deiner Huld gebührt. Mel. Was Gott thui, das ist 388 Nas zagst du? Gott regiert die Welt, und Gott ist ja allmächtig. Den Arm, der dieses Weltall hält, was macht dir den verdächtig? Wenn Meeresfluth und Feuersgluth uns schon er⸗ eilet hätten, so kann er doch noch retten. 2. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und Gott ist ja allwissend. Selbst was dein Herz verborgen hält, ist dennoch ihm wohl wissend. Sein Auge sieht in dein Gemüth. Die Bitte, die du thatest, ver⸗ nahm er, eh du batest. 3. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und Gott ist der Allweise. Stets dient der Weg, der ihm gefällt, zum Heil dir, ihm zum Preise. Er führt gewiß du A. Finsterniß, durch jede 25 + Ei mmst gewiß From⸗ werd ut du ig ich über⸗ Dank, rt. is ist du? egiert ist ja m, der 9i0 19 und n er⸗ in er Gott Gott Selbst horgen wohl sicht 389 Vertrauen der Leiden zum Lichte reiner Freuden. 4. Was zagst du? Gott regiert die Welt und ist all⸗ gegenwärtig. Der From⸗ me, der an ihn sich hält, ist seines Heils gewärtig. O glaub es gern: Gott ist nicht fern; er, wo auch Jeder walle, hält allenthalben Alle. 5. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und Gott ist ja die Liebe. Nichts ist, was dem, der ihm gefällt, ein Quell des Elends bliebe. Auf, fasse Muth! Selbst Jesu Blut sagt dir bei je⸗ dem Leiden: Gott segnet uns mit Freuden. 6. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und Gott ist auch geduldig. Zwar, wenn er vors Gericht uns stellt, sind selbst die From⸗ men schuldig. Doch sein Ge⸗ richt trifft Fromme nicht. Drum sei gewiß, er schone auch dein in seinem Sohne. 7, Nun, Gott! da du die Welt regierst, wie dürft ich ängstlich zagen? Ein Leid, in welches du mich führst, soll nie mich nieder⸗ schlagen. Ich hoff auf dich. Du lässest mich bald deine Hülfe schauen. Dir, dir will ich vertrauen. Mel. Was Gott thut, das ist in Gott regiert! was zagen auf Gott. 291 wir? Ein Gott erzieht durch Freuden und durch des Schmerzes Druck uns 12—— Was ist des Lebens eiden? Ein ernster Streit um Seligkeit. Es mag uns übel gehen: wir werdens überstehen! 2. Wir werden, was am Herzen nagt, mit Hoffnung überleben und über Alles, was uns plagt, uns siegend einst erheben. Die Welt ver⸗ geht, der Geist besteht. O laß den Schöpfer walten! Er will den Geist erhalten. 3. Der Geist erkennt des Höchsten Spur, des Vaters Macht und Milde im gro⸗ ßen Reiche der Natur, in Wäldern, im Gefilde, im kleinsten Wurm, im Winter⸗ sturm, im Frühlingsschmuck, im Regen und in des Herb⸗ stes Segen. 4. Der Gott, durch wel⸗ chen Alles ist, der selber im Gewimmel der Thiere keines Wurms vergißt, der unter seinem Himmel, was lebet, speist, wird unsern Geist für Licht und Heil erhalten. O laßt den Hoͤch⸗ sten walten. 5. So mag denn, was die Welt uns gab, zerfal⸗ len und zerstäüben! So drohe Krankheit, Tod und Grab! Des Schöpfers uld wird bleiben. Er leitet gut, wir haben Muth; es N 2 mag 292 Pflichten gegen Gott. mag uns übel gehen; wir werdens überstehen! 6. Wir zagen nicht: du, Gott, regierst, und wenn du Menschenherzen durch Leiden für das Gute rührst, so segnen wir die Schmer⸗ zen. Wir haben Muth; sind wir nur gut, so mags uns übel gehen: wir wer⸗ dens überstehen! In eigener Melodie. 390 Wer nur den lieben Gott läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Roth und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir ma⸗ chen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Trau⸗ rigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille, wie sein' Allwissenheit es fügt! Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns ehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, wann es nützlich sei. Wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshitze, daß du von Gott verlassen seist und der dem Glück im Schooße sitze, den alle Welt für glücklich preist! Die Zukunft ändert oft sehr viel und setzet Jeg⸗ lichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen und seiner Allmacht gilt es gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Er ist der Herr, der Jedermann leicht hoch erhöhn, leicht stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, ver⸗ richt das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn welcher seine Zuver⸗ sicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Gebet. Mel. O Gott, du frommer Gott „Gott, ver⸗ 391 Ac W nichz velch weiß ich sei. rhat merket kommt ersehn, Guts deiner 3u von nd der ze sitze, lücklich ändert t Jeg⸗ tt sehr seiner ch, den rm zu aber ist der n leicht stürzen d geh „ver⸗ getreu immels wird 1 neu. Zuver⸗ t, den ier Gott „ ver⸗ h nichtz vel Gebet. reich mir die Gnaden⸗ hände, daß ich die Pil⸗ grimschaft des Lebens wohl vollende! Irr ich im fin⸗ stern Thal, so sei du selbst mein Licht, mein Stab, mein Hort, mein Schutz! nht Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach, Gott, verlaß mich nicht; lehr deinen Weg mich wallen und laß mich nimmermehr in Sünd und Thorheit fallen! Gib mir den guten Geist, gib Glaubenszuversicht; und wann ich straucheln will, Gott, so verlaß mich nicht! 3. Ach, Gott, verlaß mich nicht in Nöthen und Gefahren und laß zu rech⸗ ter Zeit mir Hülfe wider⸗ fahren. Ist mein Gemüth in Angst, erzittr' ich in der Noth, o so verlaß mich nicht mit deinem Trost, o Gott! 4. Ach, Gott, verlaß mich nicht; gib Wollen und Vermögen; in allem meinem Thun begleite mich dein Segen! Die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht laß, Herr, vor dir gedeihn! Ach, Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach, Gott, verlaß mich nicht; hilf, daß ich dir ergeben voll Lieb und Hoffnung sei, recht glau⸗ 293 ben, christlich leben und selig sterben mag, um dich von Angesicht zu Angesicht zu schaun! Ach, Gott, ver⸗ laß mich nicht! Mel. Wer nur den lieben Gott 392 ein Heil, o Christ, nicht zu verscherzen, sei wach und nüchtern zum Gebet! Ein kindlich Flehn aus reinem Herzen hat Gott, dein Va⸗ ter, nie verschmäht. Er ist die Liebe selbst, er hört, was seiner Kinder Herz be⸗ gehrt. 2. Erhebe dich zu seinen Höhen mit Dank und Fle⸗ hen oft und gern. Er läs⸗ set, was dir nützt, geschehen, ist dir zu helfen niemals fern; er thut, so du nur zu ihm flehst, mehr, als du bittest und verstehst. 3. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden und im Gebet vor Gott zu stehn! Der Herr des Himmels und der Erden, bedarf er eines Menschen Flehn? Er will blos deine Seligkeit, wenn er zu beten dir ge⸗ beut. ö 4. Sagt Gott nicht: Bit⸗ tet, daß ihr nehmet? Ist des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht zu beten schämet, der schämt sich Gottes Freund zu sein N 3 und 294 Pflichten gegen Gott. und stößt das ihm bestimmte Glück feindselig gegen sich zurück. 5. Sein Glück von dir, o Gott, begehren, wie leicht, wie süß ist diese Pflicht! Des Herzens Wünsche dir erklären, wie stärkt das meine Seele nicht! Gebet gibt Muth! Gebet gibt Kraft zur Dämpfung jeder Leidenschaft. 6. Was kann zum Fleiß in guten Werken mir kräf⸗ tiger den Geist erhöhn? Was mehr in Leidensstun⸗ den stärken, als gläubig, Gott, auf dich zu sehn? Ich treffe nichts auf Erden an, was mich so sehr er⸗ quicken kann. 7. Gott! laß mich nicht mein Heil Wast mü gib Lust und Kraft mir zum Gebet! Und wenn aus rei⸗ nem, frommem Herzen mein Mund zu dir um Hülfe fleht, so höre mich von dei⸗ nem Thron durch Jesum Christum, deinen Sohn! In eigener Melodie. 393 ch komme vor dein Angesicht; verwirf, o Gott, mein Fle⸗ hen nicht, vergib mir alle meine Schuld, du Gott der Gnade und der Huld! 2. Schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb und Furcht vor dir, ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein Leben lang! 3. Sei mein Beschützer in Gefahr; ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich be⸗ deckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand. Von dir em⸗ pfing ich den Verstand; er⸗ halt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort! 5. Laß, deiner Liebe mich zu freun, sie stets vor mei⸗ nen Augen sein! Laß, mei⸗ nes Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig sein! 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst. Das sei mein Glück, daß ich zu⸗ erst nach deinem Reiche tracht und treu in allen meinen Pflichten sei. 7. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft zum Siege meiner Leidenschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erringen kann. ö 8. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt, bei Wenigem Zufriedenheit, zur Lt Muth und Heiter⸗ eit. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, so laß mich ö mä⸗ Preis Herz hützer deiner Rein hreckt, ch be⸗ rr, in ir em⸗ d5ek⸗ mein durch e mich r mei⸗ „mei⸗ freun, thätig Glück, Das ich zu⸗ Reiche allen ch an, ringen gütern rr, ⁰0 t, bei it, zur Heiter⸗ Hand ö 5 mich ma⸗ Gebet. mäßig im Genuß, so laß mich mild und gütig sein und dürftge Brüder gern erfreun! 10. Gib mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nütz und dankbar sei; doch, sie zu schonen, zaghaft nie mich einer höhern Pflicht entzieh! 11. Erwecke mir stets einen Freund, ders treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beispiel gibt. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel und werden meiner Tage viel, so sei, Herr, meine Zuversicht; verlaß mich auch im Alter nicht! 13. Und wird sich einst mein Ende nahn, so nimm dich meiner gnädig an und sei durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn! Mel. Wer nur den lieben Gott 39 4 Kanm betend oft und mit Ver⸗ gnügen, o Christ vor Gottes Angesicht. Nie müsse Träg⸗ heit dich besiegen in der Erfüllung dieser Pflicht! O übe sie zu Gottes Preis Fleiß! 2. Bet oft in Einfalt rei⸗ und deinem Heil mit treuem ner Seelen; Gott sieht aufs ———— 295 Herz, Gott ist ein Geist. Wie kann es dir an Wor⸗ ten fehlen, wenn nur dein Herz dich beten heißt! Der Glaub an Gott und seinen Sohn rührt ihn, nicht leerer Worte Ton. 3. Wer das, was ihm zum Frieden dienet, durch Beten sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich er⸗ kühnet, was er nicht will, entehret Gott. Wer schnell vergißt, was er ihm schwur, der spottet seines Schöpfers nur. 4. Bet oft zu Gott und schmeck in Freuden, wie freundlich er, dein Vater, ist! Bet oft zu Gott und fühl im Leiden, wie göttlich er das Leid versüßt! Gott hörts, Gott ists, der Hülfe schafft. Er gibt den Müden Trost und Kraft. 5. Bet oft und heiter im Gemüthe, schau dich an sei⸗ nen Wundern satt! Schau auf den Ernst, schau auf die Güte, womit er dich geleitet hat! Oft irrtest du: er trug Geduld; erkenn und preise seine Huld! 6. Bet oft, durchschau mit frohem Muthe das Wun⸗ der der Barmherzigkeit deß, der mit seinem theuren Blute uns von der Sünde Joch befreit; und eigne dir zu deiner Ruh und Heiligung sein Opfer zu! ö N 4 7. Bet 7. Bet oft; Gott wohnt an jeder Stätte, an keiner minder oder mehr; denk nicht, wenn ich mit Vielen bete, so find ich eh'r bei Gott Gehör. Ist, was du wün⸗ schest, recht und gut, so sei gewiß, daß Gott es thut! 8. Doch säume nicht, in den Gemeinden auch öffent— lich Gott anzuflehn und seinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern zu erhöhn! Fühl der vereinten Andacht Werth, die deine eigne stärkt und nährt! 9. Bet oft zu Gott für deine Brüder, für alle Men⸗ schen als ihr Freund; denn wir sind eines Leibes Glie⸗ der; es sei kein Glied des andern Feind! Solch Bitten, das aus Liebe fließt, ehrt Gott, der selbst die Liebe ist. 10. Bet oft, so wirst du Glauben halten, dich prüfen und das Böse scheun, an Lieb und Eifer nicht er— kalten und reich an guten Werken sein. Denn Muth und Kraft und Seelenruh sagt Gott dem frommen Beter zu. Mel. Was Gott thut, das ist 9 5 Welch hohes Vor⸗ recht schenkst du mir, o du, dem Sera⸗ phinen mit Ehrfurcht und Pflichten gegen Gott. mit Dankbegier im höhern Leben dienen! Es darf mein Geist, wie schwach er heißt, sich aus dem Staube schwin⸗ gen und betend zu dir drin⸗ gen. 2. Ich darf mit froher Zuversicht vor deinem Thron erscheinen, und du, mein Gott, verwirfst mich nicht; du zählst mich zu den Dei⸗ nen, du zeigest dich mir väterlich, so oft ich zu dir trete und kindlich vor dir bete. 3. Erstickt die Sinnlichkeit in mir des Herzens fromme Triebe, so stärkt mich das Gebet zu dir in neuer Tu⸗ gendliebe. Was sündlich ist, kann ich als Christ durch deine Kraft bezwingen und so den Sieg erringen. 4. Gebricht es mir an sanftem Sinn, an Liebe ge⸗ gen Brüder, so flieh ich be⸗ tend zu dir hin und hasse nun nicht wieder. Mein Herz verzeiht mit Freund⸗ lichkeit und sucht der Feinde Schelten mit Großmuth zu vergelten. 5. Betracht ich im Gebet mit Schmerz mein fehler⸗ volles Leben, so wird und kann sich nie mein Herz, von Stolz gereizt, erheben. Ich fleh zu dir: verzeihe mir! Und du willst gern verzei⸗ hen und mich mit Trost er⸗ freuen. 6. Wenn 2.— öhern mein heißt, gwin⸗ drin⸗ roher hron mein nicht; Dei⸗ mir u dir rdir ichkeit omme das Tu⸗ h ist, —— 6. Wenn Kummer mich zur Erde zieht und wenn mich Sorgen quälen, wenn mir des Lebens Glück ent⸗ flieht und edle Freunde feh⸗ len, so wend ich mich ge⸗ trost an dich: du lehrst mich mit Entzücken im Elend Heil erblicken. 7. In stillen Stunden denk ich oft: was seid ihr, eitle Freuden? Ach, wie ge⸗ sahrt wie unverhofft ver⸗ kehrt ihr euch in Leiden! Und denk ich dieß, so fühlt gewiß mein Herz sich ange— trieben, nur dich, Herr, stets zu lieben. 8. O welchen Muth gibt das Gebet mir in Berufs⸗ geschäften! Du lohnest dem, der zu dir fleht, mit Weis⸗ heit und mit Kräften. Wer dir vertraut und auf dich baut, den krönest du mit Segen auf allen seinen Wegen. 9. Du Geist der Kraft und des Gebets, du Geist der reinsten Liebe, erweck und stärke du nur stets zur Andacht meine Triebe! Und kann ich nicht mit Zuversicht zu meinem Vater treten, so lehre du mich beten! Mel. Wer nur den lieben Gott 396 ein bester Trost in diesem Le⸗ hen ist ein Gebet zu mei⸗ Gebet. 297 nem Gott. Dieß kann mir Kraft in Schwachheit geben, Geduld und Muth in jeder Noth, bei jedem Gram, bei jedem Schmerz ein ruhiges, zufriednes Herz. 2. Wie kann ich Trost und Ruhe finden, wenn mein Gewissen mich verklagt, wenn bei der Menge meiner Sünden mein Herz vor sei⸗ nem Richter zagt? Nichts tröstet mehr, als ein Gebet, das, Gott, bei dir um Gnade fleht. 3. Muß ich um des Ge⸗ wissens willen ein Spott der Lasterhaften sein, so bet ich demuthsvoll im Stillen zu meinem Gott: Er hört mein Schrein, nimmt väter⸗ lich sich meiner an und stärkt mich auf der Tugend Bahn. 4. Ich will mich nie zu rächen suchen, wenn mich ein Feind zu kränken sucht; und dem will ich nicht wie⸗ der fluchen, der mir aus Unperstande flucht. Nein, meine Rach sei ein Gebet, das Gnade ihm von Gott erfleht. 5. Und wenn ein Kum⸗ mer mich verzehret, den ich der Welt nicht klagen kann, dann ruf ich Gott, der mich erhöret, um Trost in diesem Kummer an. Wer ihm sein Leid mit Zuversicht ent⸗ decket, den verwirft er nicht. N 5 6. Ruf 6. Ruf ich ihn an bei dem Geschäfte des Standes, den er mir verlieh, so fleh ich nie umsonst um Kräfte; der Gott der Stärke gibt mir sie. Er gibt aus väter⸗ licher Huld mir Segen, Klugheit und Geduld. 7. Wenn, böser Lüste Macht zu dämpfen, mir Schwachen Muth und Kraft gebricht, dann bitt ich Gott; er hilft mir kämpfen, er gibt mir Muth zu jeder Pflicht; und stark durch mei⸗ nes Gottes Kraft, besieg ich jede Leidenschaft. 8. Wann ich im letzten Kampf des Lebens bei Nie— mand Hülfe finden kann, so ruf ich Gott doch nicht vergebens um seinen Trost und Beistand an, der, wann die Sprache mir vergeht, selbst meine Seufzer noch versteht. Mel. Ermuntre dich, mein 397 Wie sanft, mein Vater, ist die Pflicht, als Kind zu dir zu treten, voll Demuth und voll Zuversicht zu dir, o Gott, zu beten! Welch Glück, das Alles übersteigt, wird im Gebete mir erzeigt, wenn ich mit Kindestreue mein Herz, o Gott, dir weihe! 2. Allwissender! Zwar bet ich nicht, um dich erst zu belehren, nicht mit dem Pflichten gegen Gott. Wahn, was mir gebricht, das müssest du gewährenz nicht, Wunder von dir zu erflehn; nicht, andern Pflich⸗ ten zu entgehn; nicht, träge dich zum Segen durch Bit⸗ ten zu bewegen. 3. Nein, guter Vater, nur um dich recht innig zu empfinden, zum Dank, zur Ehrfurcht feierlich die Seele zu entzünden, zur Demuth, Liebe, Freundlichkeit, zu kindlicher Ergebenheit, zum Fleiß in guten Werken mein Herz vor dir zu stärken. Dann, wenn ich in der Einsamkeit mein Herz zu dir erhebe, dir, Vater, voll Zufriedenheit mein Schicksal übergebe, dann schöpf ich für die Tugend Kraft, Muth in dem Kampf mit Leidenschaft, Erquickung in dem Leiden und Hoff⸗ nung ewger Freuden. 5. Mit keiner Welt ver⸗ tausche ich die wonnevollen Stunden, wo betend dich mein Herz, nur dich, mein Vater, hat empfunden; wo ich mit Thränen vor dir stand, tief deine Vaterhuld empfand, die liebevoll mich führte, mit Weisheit mich regierte. 6. Wie wird vor deinem Angesicht der Christen Glau⸗ be wichtig, wie warm mein Herz für jede Pflicht, zu je⸗ der Tugend tüchtig, Wenn höse ——————— u je⸗ Benn boͤse Gebet. böse Lust in mir sich regt, eil ich, von deinem Geist bewegt, mich im Gebet mit Thränen nach Kraft von dir zu sehnen. 7. Dein denk ich, froh von Dank gerührt, wann ich mich niederlege, die Pfade, die du mich geführt, bewundrungsvoll erwäge. Dich rühm ich, wann nach saufter Nacht zu neuer Lust mein Aug erwacht, das die Natur entzücket, zu neuer Lust erquicket. 8. Bin ich am Ziel von meinem Lauf zu schwach, noch laut zu beten, dann blick ich, Gott, zu dir hin⸗ auf und will im Geiste be⸗ ten. Noch sterbend, Vater, dank ich dir, der du so vieles Gute mir im Leben hast erwiesen. Sei ewig, Herr, gepriesen! Mel. Wer nur den lieben Gott 398 25•1 dir, o Gott, das Herz er⸗ heben, zu dir mit frommer Andacht flehn, um uns zum Guten zu beleben und unsre Tugend zu erhöhn, ist dein Befehl und meine Pflicht scht stärket meine Zuver⸗ icht. 2. Laß diese Pflicht mich nie vergessenz laß mich, be⸗ kannt mit ihrem Werth, es täglich und mit Dank er⸗ messen, welch Heil von dir 299 mir widerfährt, von dir, der alle Menschen liebt und allen gern das Gute gibt. 3. Wenn ich vor dich, mein Vater, trete, dir mei⸗ nen stillen Wunsch vertrau; wenn ich in meiner Kammer bete und auf zu dir nach Hülfe schau, dann sei mein Geist von Heuchelei und ganz von Eigendünkel frei! 4. Nie müss ich das von dir begehren, was deine Weisheit nicht erlaubt; nie bitten, das mir zu gewähren, was Andern ihre Wohlfahrt raubt! Denn du erhörest kein Gebet, das zu des Andern Schaden fleht. 5. Wünsch ich mir Güter dieser Erde, so sei auch dieß mein herzlich Flehn, daß ihr Besitz mir Mittel werde, der Brüder Wohlfahrt zu erhöhn, daß ich, von Geiz und Hab⸗ sucht fern, mit Weisheit sie gebrauchen lern. 6. Wünsch ich bei kum⸗ mervollen Leiden von ihrer Last mich frei zu sehn und sehn ich mich nach Lebens⸗ freuden, so 10 mich doch um das nur flehn, was deine Weisheit, Gott, be chließt und was mir gut und nütz⸗ lich ist. ö* 7. Dann wird dir meist Gebet gefallen, und nie werd ich mich trostlos sehn; du, Herr und Vater von uns allen, erhörst gewiß mein N 6 kind⸗ 300 Pflichten gegen Gott. kindlich Flehn; gibst mir im Glück ufriedenheit, in Trübsal Ruh und Heiter⸗ keit. Mel. Es ist das Heil uns 399 ott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken gehen, du krönst uns mit Barm⸗ herzigkeit und eilst uns bei⸗ zustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, ver⸗ nimm mein Flehn, merk auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. 2. Ich bitte nicht um Ue⸗ berfinß und Schätze dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des gu⸗ ten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren! Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, mein Herr und Gott, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben! In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden! In eigener Melodie. 400 Nicht um Reich⸗ ö thum, nicht um Ehre, bitt ich, Gott, mein Vater, dich. Wenn ich Weltbesitzer wäre: ohne dich, wie arm wär ich! Nicht um thränenlose Tage steigt mein Flehn zu dir hinan; sende Freude, sende Plage, wenn ich dich nur lieben kann. 3. Weisheit nur, dich zu erkennen, dich in Freude, dich im Schmerz meinen Vater froh zu nennen, dieß erflehet sich mein Herz. Dankgefühl bei deinen Ga⸗ ben, Lust am Guten, Freud in dir und Gewissensruh zu haben, dieß, Allgütger, wünsch ich mir. 3. Kraft und Muth und Herzensfreude, meinen Näch⸗ sten wohlzuthun; Trost und Stärke, wenn ich leide, sanft und still in dir zu ruhn; Muth, die Laster zu be⸗ kämpfen, ihre Reize zu ver⸗ schmähn, jede Leidenschaft zu dämpfen, dieß, Herr, ist mein kindlich Flehn. 4. Nur auf deinen Wil⸗ len sehen, dich, o Gott, sonst Niemand scheun, fest in deiner Liebe stehen und dir, Vater, ähnlich sein; diesen heißen Wunsch zu stillen, wer vermag es? Du allein. Va, + im eich⸗ nicht Bott, ich dich,‚ um mein ende venn 1. h zu eude, inen dieß Herz. Ga⸗ 7* h zu ünsch und Näch⸗ und sanft uhn; be⸗ ver⸗ ft zu mein Gebet. 301 Ja, um deiner Liebe willen wirst du, was ich bat, ver⸗ leihn. Das Gebet des Herrn. In voriger Melodie. 401 ater, den uns Jesus offen⸗ baret, den der Geist mit hoher Andacht nennt, Va⸗ ter, den kein Himmel von der Erde, keine Welt von seinen Kindern trennt! 2. Hochgelobet sei dein großer Name, angebetet deine Herrlichkeit! Heilig ehre dich der Mensch im Staube von der Wiege bis zur Ewigkeit! Dein Reich komme, jenes Reich des Friedens, das durch Weisheit und durch Liebe blüht; jenes Reich, das Jesus Christus baute, das die Menschen für den Himmel zieht! 4. Es gescheh dein Wille hier auf Erden wie in jenem hohen Geisterreich; und die Wahrheit und die Tugend mache alle Menschen deinen Engeln gleich! Gib uns, ewigtreuer Menschenvater, gib uns, was wir brauchen in der Noth! Ach, wir bitten nicht um Gold und Schätze; gib uns, Herr, Zufriedenheit und Brod! 6. Wenn wir auf dem Pfad der Tugend straucheln, so vergib uns Schuldsund Missethat; so wie wir auch gern vergeben wollen, wenn ein Nächster uns gekränket hat. 7. Schütze uns in der Versuchungsstunde, wo die Tugend mit dem Laster ringt; laß uns auf die Himmelskrone blicken, wenn die Erde unser Herz um⸗ schlingt! 8. So erlöse uns von allem Uebel, das den Geist und unser Herz bedroht! Gram und Reue werden dann verschwinden, und wir siegen über Welt und Tod. Dein, Herr, ist das Reich, die Macht und Stärke; ewig währet deine Herrlichkeit! Alle Him⸗ mel rühmen deine Ehre, und —0 Tempel ist die Ewig⸗ eit. Fürbitte für den Regen⸗ ten und die Obrigkeit. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 402 Es freu der Fürst des Landes sich, Gott, deiner allezeit; sein Auge sehe stets auf dich, sein Herz sei dir ge⸗ weiht! 2. Begnadigt, Herr, mit deiner Kraft und deines R 4 Gei⸗ 30² Pflichten gegen Gott. Geistes voll, gedenk er stets der Rechenschaft, die er dir geben soll! 3 Sehr groß und schwer ist seine Pflicht, und er, ein Mensch, wie wir, wie sehr braucht er vor Andern Licht aun Rath und Kraft von dir! 4. Verleih ihm das! Wenn er begehrt, dir ähnlich, Gott, zu sein, so hilf ihm, in dein Bild verklärt, sen Volk, wie du, erfreun! 5. Er fördre willig dei⸗ nen Ruhm; er denke gern daran, das Land sei, Herr, dein Eigenthum und er dein Unterthan! 6. Der über Christen, Gott, von dir zum Herrn verordnet ist, sei deiner Kirche Schutz und Zier, ein edler Mensch und Christ! 7. Er zeig in seinen Thaten sich als deinen treusten Sohn! Den Lastern sei er fürchter⸗ lich, der Tugend Schutz und Lohn! 8. Der Unterthanen Liebe sei sein edelster Gewinn und kein gerechter Seufzer schrei um Rache wider ihn! 9. Um seinen Thron sei immerdar Recht und Ge⸗ rechtigkeit, und dann beschütz ihn in Gefahr, wann ihm und uns sie dräun! 10. Sein eignes Beispiel wirke mehr, als jede Strafe thut, und es verbreite um ihn her zu jeder Tugend Muth! 11. Verdienste heb er gern empor; er folge weisem Rath und öffne freundlich Herz und Ohr, wenn ihm ein Armer naht! 12. Auch ihm bestimmtest du das Ziel, das er errei⸗ chen soll. Herr, mache seiner Tage viel und jeden segens⸗ voll! 13. Sein werd in jedem Flehn zu dir mit Lieb und Dank gedacht! Erhör uns, Gott, dann jauchzen wir und preisen deine Macht. Allgemeine Fürbitte. Mel. So Gott zum Haus nicht 403 Fii alle Men⸗ schen beten wir, o Höchster, wie für uns, zu dir. Du, der du Aller Vater bist, gib Jedem, was ihm heilsam ist. Dir tönet unser Lob⸗ gesang; wir bringen Ehre dir und Dank, daß du sie alle, alle liebst und liebend allen Gutes gibst. 3. Deß freun wir uns; dieß preisen wir und beten herzlicher zu dir für Alle,, die dein hoher Ruf, wie uns, o Gott, zu Menschen schuf. 0 4. Nimm Allev väterlich dich an und leite sie auf ebner Bahn, es sei zu deiz nem licht Nen⸗ wir, uns, Iller was Lob⸗ Ehre sie bend ins; eten Llle, wie chen lich auf deizn nem ö Dank. 303 nem Preis und Ruhm ein jedes Volk dein Eigenthum! 5. Verirrte führe, Hrenl zurück zu dir, zu ihrem wahren Glück, und wer von dir sich führen läßt, der wird im Guten treu und fest! 6. Entreiß der Laster Ty⸗ rannei die Sünder; mache, Gott, sie frei, daß sie der Tugend Pfade gehn und Thur einst dein Antlitz ehn! 7. Gib allen Menschen frohen Muth; bewahr ihr Leben und ihr Gut; laß ihrer Hände Werk gedeihn, verdiente Achtung sie er- freun. 8. In ihrer Noth verlaß sie nie; und sind sie traurig, tröste sie. Gib ihnen hier Zufriedenheit und dort der Frommen Seligkeit. Wir alle, einst den Engeln gleich, erheben dich in deinem Reich und ewig, ewig danken wir, dir, unser aller Vater, dir. Dank. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 404 Dir bists, dem Ehr und Ruhm gebührt, und das, Herr, bring ich dir. Mein Schicksal hast du stets re⸗ giert und stets warst du mit mir. 2. Wenn Angst und Noth sich mir genaht, so hörte Gott mein Flehn und ließ durch seinen gnädgen Rath mich nicht darin vergehn. 3. Wenn ich in Schmerz und Krankheit sank und rief: Herr, rette mich! so half mir Gott. Mit wel⸗ chem Dank, mein Gott, er⸗ heb ich dich? 4. Betrübte mich des Fein⸗ des Haß, so klagt ich Gott den Schmerz. Er half mir, daß ich ihn vergaß, und gab Geduld ins Herz. 5. Wenn ich den richtgen Pfad verlor und mich ver⸗ schuldet sah, rief ich zu dir, mein Gott, empor, und Hülfe war mir nah. 6. Oft, wann nach Trost die Seele rang, Gott sich von mir gewandt, rief ich voll Schmucht: err, wie lang! Und mich Hand.—— 7. Er half; noch hilft er stets, der Herr, denn er ist fromm und gut. Aus der Versuchung rettet er und gibt zur Tugend Muth. 8. Herr, für die Leiden dank ich dir, dadurch du mich geübt, wie für die Freuden, welche mir dein milder Segen gibt! Dir dank ich, Herr, daß die Natur mich nährt ielt seine und mich erfreut. Ich schmeck M 30⁴ Pflichten gegen Gott. in jeder Creatur, Gott, deine Freundlichkeit. 10. Ich danke dir für deinen Sohn, der für mich Sünder starb und der zu deinem Gnadenthron den Zutritt mir erwarb. 11. Lobt Gott in seinem Heiligthum! Erheb ihn, Volk des Herrn! Die Erd ist voll von seinem Ruhm; er hilft und rettet gern. 12. Er hilft und läßt die Traurigkeit bald uns vorübergehn, will uns nach kurzer Prüfungszeit zu ew⸗ gem Glück erhöhn. 13. Vergiß nicht, Seele, deinen Gott, was er an dir gethan! Verehr und halte sein Gebot und bet ihn ewig an! Mel. Nun danket Alle Gott ich dich, 405 DiiMoßer Ghott durch dich bin ich vorhan⸗ den; die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanden. Denn wenn du sprichst, geschiehts, wenn du gebeutst, stehts da. Mit Allmacht bist du mir und auch mit Güte nah. 2. Du bist der Gott der Kraft; dich preisen Erd und Meere, die Himmel predigen die Wunder deiner Ehre. Dich bet ich dankend an. Mein Heil kommt von dem Herrn. Du hörst der Men⸗ schen Flehn und du errettest gern. 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott, gewürdigt werde, was frag ich außer dir nach allem Glück der Erde! Im Himmel donnerst du, und Schrecken füllt das Land, doch fürcht ich Nichts; denn du deckst mich mit dei⸗ ner Hand. ö 4. Wenn ich die Himmel seh, die du, Herr, ausge⸗ breitet, der Sonne Maje⸗ stät, den Mond, den du be⸗ reitet, so sprech ich: was ist doch der Mensch, daß du sein denkst und daß du täglich uns unzählig Gutes schenkst! 5. Voll Güte läßt du uns auf grünen Auen wei⸗ den, nährst uns mit Speis und Trank und füllst das Herz mit Freuden. Du dach⸗ test mein, eh mich die Mut⸗ ter noch gebar; ja, sahst mich, eh der Grund der Welt ge⸗ leget war. 6. Du wogst mein Glück mir ab, und Leiden, die mich üben, und meiner Tage Zahl war in dein Buch ge⸗ schrieben. Du bist der From⸗ men Schutz, du bist der Müden Ruh, ein Gott, der gern verzeiht. Wie gnädig⸗ Gott, bist du! 7. Wem sollt ich sonst ver⸗ traun, als dir, du eF Hol⸗ Men⸗ rettest deiner ürdigt außer k der nnerst It das ichts; it dei⸗ immel Isge⸗ Maje⸗ )3u be⸗ was aß du ß du Gutes 3t du wei⸗ Speis t das Hdach⸗ Mut⸗ t mich, t ge⸗ Glück „ die Tage ge⸗ From⸗ t der tt, der nädig, st ver⸗ tt der Göt⸗ Dank. Götter, wen ehren so, wie dich, mein Schutz und mein Erretter? Wie sanft ist dein Befehl; gib mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg, ich bin dein Schild und Lohn! 8. Herr, dein Gebot ist Heil, dein Weg ist Fried und Leben! Wie könnt ich einem Gott der Liebe wider— streben! Der Lasterhafte mag in stolzem Glücke blühn; mich soll er dennoch nicht in seine Netze ziehn! 9. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sün⸗ de fliehen; denn du wirst Aller Werk vor dein Ge⸗ richt einst ziehen. Ich will, wenn meinem Fleisch was Böses noch gelüst, bedenken, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ist. 10. Sollt ich nach Ehr und Ruhm mit Sünd und Unrecht trachten? Nein, Herr, wenn du mich ehrst, mag mich die Welt verach⸗ ten! Du bist es, dem zum Dienst ich Leib und Seele weih; gib, daß mein Wan⸗ sel stets dir wohlgefällig ei! Mel. Alle Menschen müssen 406 Fut nieder! fal⸗ let nieder! Betet Gottes Hoheit an! Men⸗ schen, Christen, Freunde, Brüder! Viel hat er an uns 30⁵ gethan. Seht, wir schöpfen, was wir haben, aus dem Strome seiner Gaben, je⸗ des Gut, das uns entzückt, jeden Vorzug, der uns schmückt! 2. Keiner rühme seiner Stärke, seiner Kunst und Weisheit sich! Jeder rühme deine Werke, Vater, Jeder rühme dich! Voll von tie⸗ fer Demuth preise dich der Starke, dich der Weise! Ihre Kraft und ihr Ver⸗ stand sind Geschenke deiner Hand. 3. Dich, mein Vater, will ich loben demuthsvoll bis in den Tod. Ewig sei von mir erhoben über Alles, o mein Gott! Angebetet sollst du werden, weil im Himmel und auf Erden Keiner dir an Größe gleicht, Keiner je dich ganz erreicht. Mel. Sollt ich meinen Gott nicht 407 Alles hast du mir gegeben, Alles, Gott, bin ich durch dich; du, nur du beglücktest mich! Glieder, Kräfte, Sinne, Leben, Triebe, Freiheit und Verstand, gab mir deine Schöpferhand. 2. Eh ich noch dich Va⸗ ter nannte, eh ich reif zum Dasein war, eh ich 930 160 zen und Gefahr, eh ich Glück und Freude kannte, sorgtest du schon Wafh, ür 306 Pflichten gegen Gott. für mein Dasein und für mich. 3. In den Jahren mei⸗ ner Jugend, wo ich schwach an Einsicht war, warntest du mich vor Gefahr, gabst du mir Gefühl für Tugend, segnetest du mein Bemühn, mich Verführern zu ent⸗ ziehn. 4. Alle meine Lebensfreu⸗ den hab ich, Vater, nur von dir; Glück und Wohl⸗ fahrt gibst du mir, frohen Muth in meinen Leiden; und wie oft trägt deine uld meine Fehler mit Seduld! 5. Täglich kann ich es erfahren, wie du deine Menschen liebst, ihnen Schutz und Beistand gibst, sie vor Uebeln zu bewahren, wie du sie versorgst und nährst, ihnen manchen Wunsch ge—⸗ währst. 6. Wie du stets mich mich führest, väterlich an mich gedenkst, Uebel auch zum Guten lenkst, wie du mein Geschick regierest, meine Wohlfahrt zu er⸗ höhn, lern ich immer mehr verstehn. ö 7. Mit dem freudigsten Gemüthe fühl 10 jeder Wohlthat Werth, die mir täglich widerfährt, preise deine weise Güte und erfleh auch künftig mir Segen, Trost und Heil von dir. In eigener Melodie. 408 H det Ohrr Brin⸗ get Ehre, Preis und Ruhm, ihr Jubelchöre, jauchzt, Beseligte des Herrn! Bringet Ruhm, ihr Erden⸗ söhne, singet eure Jubeltöne; er, der Herr, beglückt uns gern! 2. Sollten wir dem Herrn nicht singen, ihm nicht Freu⸗ denopfer bringen? Er er⸗ schafft und er erhält. Tief im Staub verehrt ihn, Kin⸗ der! Kinder heißt er uns, uns Sünder, er ist Vater seiner Welt. 3. Zwar sein Thron steht unerschüttert, und die weite Schöpfung zittert tief gebeugt vor ihrem Herrn! Wenn gleich unsre Lieder schweigen, seht die Millionen Zeugen, laut verkünden sie den Herrn! 4. Aber unsre Seelen heben sich zum Glück der Engel, leben schon des Himmels Leben hier. Wel⸗ che göttlich hohe Freuden, welchen Trost für alle Lei— den, welche Ruhe fühlen wir: 5. Wenn der Geist zu ihm sich waget, ein Gedank dem andern saget: Er ist Vater seiner Welt; still entzückend dem Gemüthe dann die Fülle seiner Güte sich zum großen Zeugen stellt! 1 6. Naht Brin⸗ Preis Ichöre, derrn! Erden⸗ ltöne; t uns Herrn Freu⸗ 21 er⸗ Tief „Kin⸗ uns, Vater steht weite beugt Wenn eigen, »ugen, den Seelen k. der des Wel⸗ Auden, e Lei⸗ ühlen ist zu edank Er ist still müthe Güte eugen Raht Dank. 6. Naht euch zu ihm, seine Kinder! Zittert nicht, seid ihr gleich Sünder, Sün⸗ der ihr; die Lieb ist Er! Denkt den göttlichen Ge⸗ danken, fühlt die Wonne, ihm zu danken: groß und gnädig ist der Herr! 7. Hallelujah! Bringet Ehre, Preis und Ruhm, ihr Jubelchöre, jauchzt, Be⸗ seligte des Herrn! Bringet Ruhm, ihr Erdensöhne, sin⸗ get eure Jubeltöne: er, der Herr, beglückt uns gern! In eigener Melodie. 409 un danket Alle Gott mit Her⸗ zen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns so väterlich von uns⸗ rer Kindheit an bis diesen Augenblick unzählig Guts gethan. 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort und uns aus dort Noth erlösen hier und or 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und seinem heilgen Geist! Er, der vom Himmelsthrone voll Liebe auf uns sieht, bleibt, wie er ewig war, unendlich groß 307 und gut. Lob sei ihm im merdar! Mel. Lobt Gott, ihr Christen 410 A, Christen, bringet Preis und Ehr dem Herrscher al⸗ ler Welt, dem Mächtigen, der Erd und Meer und alle Himmel hält! 2. Frohlockt mit jubel⸗ reichem Schall Gott, unserm höchsten Gut, der große Wunder überall, auch an uns Menschen thut! 3. Von unsrer zarten Kindheit an hat er uns unterstützt, er, der allein uns Hüft kann und gern uns hilft und schützt. 4. Aus seiner Fülle neh⸗ men wir noch immer, was uns nährt und unsern See⸗ len auch schon hier Zu⸗ friedenheit gewährt. 5. Er streut auf dieses Lebens Pfad viel Freuden um uns her. Die Noth, womit sein weiser Rath uns prüft, erleichtert er.. 6. Er fordert uns zur Tugend auf, die hin zum Glück uns führt; er ists, der unsern Lebenslauf mit weiser Hand regiert. 7. Er bleibt uns treu; sein Wort steht fest. Wer hier sich zu ihm hält, kommt, wenn er diese Welt verläßt, zum Glück der bessern Welt. 8. Singt, Christen, singt ihm ———— 308 Pflichten gegen Gott. ihm Preis und Dank für seine Gütigkeit! Einst wird sie euer Lobgesang noch mehr in Ewigkeit. Mel. RNun danket Alle Gott 411 Der du von Ju⸗ gend auf mit Huld und Vatergüte für mich, mein Gott, gesorgt, mit dankendem Gemüthe denk ich voll Rührung nach, was du an mir gethan, wie wenig ich verdient, wie schwach ich danken kann. 2. An treuer Aeltern Hand entfloh die erste Jugend; sie zeigten sorgsam mir den Weg zur wahren Tugend. Wann ihre Stimme schwieg, sprach guter Lehrer Mund und machte redlich mir der Weis⸗ heit Schätze kund. 3. Wie weit wär ich viel— leicht vom Tugendpfad ent⸗ fernet, hätt ich durch ihren Rath nicht die Gefahr ge⸗ lernet, zu der das Laster führt. Leicht werden wir sein Raub; uns mache Leichtsinn nie für ihre Lehren taub!. 4. Wie Manchem ward das Glück, das du mir gabst, entzogen; wie Mancher von der Lust der Sinnlichkeit betrogen, weil ungewarnt sein Fuß nicht jene Schlange mied, die unter Blumen lauscht, verletzt, eh man sie sieht. 5. Was gut und edel ist, was dir gefällt, was nützet, was auf der Lebensbahn uns vor dem Fall beschützet, was Muth im Leiden gibt, vor guten Menschen ehrt, hast du mich, guter Gott, von Kindheit an gelehrt. 6. Die echte Frömmigkeit, die nicht in Mienen heuchelt, die aus dem Herzen quillt, mit falschem Trost nicht schmeichelt, die Jesu Geist und Sinn nachahmt und in sich nährt, hast du von Jugend auf mich, guter Gott, gelehrt. Wie dank ich würdig dir? Durch Thaten will ich danken. Und wollte je mein Fuß vom Tugendwege wan⸗ ken, o dann erinnre du mit deiner Gotteskraft durch mein Gewissen mich der schweren Rechenschaft. Lob Gottes. Mel. Mein Gott, das Herz 412 Ven allen Him⸗ meln tönt dir, Herr, ein froher Lobgesang. Zu dir, Anbetungswürdiger, steig auch der Menschen Dank! 2. Du brauchst zwar un⸗ sers Preises nicht, wirst durch ihn größer nie; doch bleibet stets dein Lob uns Pflicht; und, Gott, wie schön ist diel 3. Dich preisen ist uns Seligkeit, dir danken hohe Lust; schon hier fühlt, ch Ich lützet, uns was vor hast von gkeit, chelt, Uillt, nicht t und sich igend lehrt. ürdig ll ich mein wan⸗ mit durch der erz Him⸗ dir, sang. diger, schen un⸗ durch leibet licht t diel uns hohe wer sich Lob Gottes. 309 sich deiner freut, den Him⸗ mel in der Brust. 4. Wir stammeln zwar dein Lob hier nur, so heiß das Herz auch glüht; denn deinen Ruhm, Herr der Natur, erreicht kein sterblich Lied. 5. Doch du verschmähst das Opfer nicht, das dir die Andacht bringt, die sich mit Kindeszuversicht zu dir, Erhabner, schwingt. 6. So soll dein Lob denn allezeit in unserm Munde sein; stets unser Herz voll Dankbarkeit sich deiner Güte freun. Das Te Deum. In eigener Melodie. 41 3 H Gott, dich loben wir! Herr Gott, wir danken dir! Der Höchste ist von Ewig⸗ keit! Er schuf die Welt, das Werk der Zeit. Die ganze weite Schöpfung preist, Gott Vater, dich! dich, Sohn, dich, Geist! Die Cherubim, die Seraphim, die Himmel alle singen ihm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott, der allgewaltge Gott! Weit, über alle Himmel weit geht deine Macht und Herrlichkeit! Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehr⸗ ten, deiner Boten Schaar, der Lehre Jesu Märtyrer, sie preisen ewig dich, o Herr! Auch deine ganze Christen⸗ heit preist dich auf Erden weit und breit, dich, Vater auf der Himmel Thron, dich, Jesu Christ, des Vaters Sohn, und dich, o Geist, deß Wunderkraft in Sün⸗ dern neues Leben schafft! Du Hoherpriester, du Pro⸗ phet, du König, deß Reich nie vergeht. Du wardst ein Mensch, doch sündenrein, um uns von Sünden zu befrein. Dem Tode nahmst du seine Macht, zum Himmel hast du uns gebracht. Zur Rechten Gottes sitzest du; mit Macht und Güte herrschest du. O, der für uns geblutet hat, erwürgt für unsre Misse⸗ that, im Grabe lässest du uns nicht; du kommst, du kommst und hältst Gericht! Einst sei im Himmel ew⸗ ges Heil mit allen From⸗ men unser Theil! Hilf dei⸗ nem Volke, Jesu Christ, und segne, was dein Erbtheil ist! Leit uns durch unsre Prüfungszeit den Weg zur frohen Ewigkeit Die Erd ist auch dein Hei⸗ ligthum! Auch sie erfülle stets dein Ruhm! In dieser unsrer Pilgerschaft ist, Herr, dein Work uns Licht und Kraft. Es ist ein reines, helles Licht; wer ihm ge⸗ horcht, der sündigt nicht! und wer noch fällt und 92 e⸗ 310 Pflichten gegen Gott. bereut, der findet da Barm⸗ herzigkeit. Die Erd erfüll, Herr, stets dein Ruhm, so wie des Himmels Heilig⸗ thum! Amen! Mel. Mein ganzer Geist, Gott 41 4 Ertine feiernder Gesang, An⸗ betung Gott und Ruhm und Dank vor seinen Thron zu bringen! Er hört der Men⸗ schen Loblied gern, obgleich die Engel ihm, dem Herrn, in höhern Psalmen singen. Darum hat er mit den Hee⸗ ren, die ihn ehren, zu den Stufen seines Throns auch mich gerufen. 2. Wie groß ist Gottes Herrlichkeit! Er sprach zu seinen Himmeln: Seid! und zu dem Erdkreis: Werde! Da standen sie voll Reiz und Pracht vor ihm, zum Preise seiner Macht, die Himmel und die Erde. Wie er es rief, da begonnen tausend Sonnen und er⸗ hellten ein unzählbar Heer von Welten. 3. Er hat der Sonnen hohes Zelt, die Himmel, über diese Welt für mich auch ausgebreitet; hat seiner Erde Lustgefild für mich auch liebevoll und mild be⸗ pflanzet und bereitet. Lachen mir nicht alle Wälder, alle Felder froh entgegen, reich für mich von seinem Se⸗ gen? 4. Wem blüht das Thal? Für wen erhebt sich das Gebirg? Wem tönt und schwebt der Sänger in den Lüften? Für wen bevölkert sich das Meer? Wem lebt der Thiere zahllos Heer auf seinen grünen Triften? Quellen rieseln, Winde we⸗ R Flüss und Seen werden Reere mir zum Segen, ihm zur Ehre. 5. Noch strahlt mir un⸗ geschwächt sein Licht; noch weigert die Natur sich nicht, die Welt für mich zu schmüt⸗ ken. Noch strömt ihr Freu⸗ denquell für mich; noch ist sie schön und jugendlich, mein Auge zu entzücken. Seine Güte wird die Werke seiner Stärke stets erhalten, schützend über mich auch walten. 6. So hat der Herr an mich gedacht! So sorgt für mich die Huld und Macht, die mich so hoch erhoben! O strömt aus meiner vol⸗ len Brust, strömt hin, Em⸗ pfindungen der Lust, den Gütigen zu loben! Schöpfer, Vater! dich erhebe, weil ich lebe, meine Seele, meine hochbeglückte Seelel In eigener Melodie. 41⁵ tigen obet den Her⸗ ren, den mäch⸗ meine Cv⸗ ach⸗ tigen Lob Gottes. 311 tigen König der Ehren! Laßt uns den Weltenbeherrscher in Demuth verehren! Tretet heran; stimmet ein Freuden⸗ lied an, des Höchsten Lob zu vermehren! 2. Lobet den Herren, der Alles aufs beste regieret, der uns mit Weisheit und Güte bis hierher geführet, der uns erhält in der ge⸗ fährlichen Welt, daß man sein Vaterherz spüret! 3. Lobet den Herren, der unserer Seelen gedenket, geistlichen Segen in himm⸗ lichen Gütern uns schenket, der das Gemüth, tröstet und himmelwärts zieht, wann zeitlich Trübsal es kränket! 4. Lobet den Herren, der große Barmherzigkeit übet, der, wenn wir Menschen mit Sünden ihn häufig be⸗ trübet, noch mit Geduld, göttlicher Gnade und Huld uns trägt und Sünden ver⸗ giebet! 5. Lobet den Herren, der Nahrung dem Leibe besche⸗ ret, der uns Gesundheit und Freude und Hülfe gewäh⸗ ret! In wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott, das Leid in Freude verkehret! 6. Lobet den Herren, der unser Thun sichtbar geseg⸗ net! Ströme des Guten hat auf uns sein Wohlthun ge⸗ regnet. Denket daran, was der Allmächtige kann, wie er uns huldreich begegnet! 7. Lobet den Herren, der, wenn wir als Christen einst sterben, uns auch im Tode nicht lässet vergehn und ver⸗ derben und nach dem Tod uns liebt und segnet als Gott, ewge Freuden läßt erben! 8. Lobet den Herren und seinen hochheiligen Namen! Lobt ihn mit Allen, die von ihm das Leben bekamen! Nahe und fern frohlocket Alle dem Herrn; lobt ihn in Ewigkeit! Amen! Mel. Allein Gott in der Höh 416 ob, Ehr und Preis dem höch⸗ sten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der so viel Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Trost er⸗ füllt, dem Gott, der allen Jammer stillt! Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danket dir des Him⸗ mels Heer, o Herrscher aller Thronen; und die, die in der Luft, im Meer und auf der Erde wohnen, sie alle preisen deine Macht, die uns und sie hervorgebracht. Gebt unserm Gott die Ehre! Was unser Gott ge⸗ schaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Güte Güte walten. In seinem ganzen Königreich ist Alles recht, ist Alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: ach, Gott, ver⸗ nimm mein Weinen! Da half mein Helfer; da ließ Gott mir Heil und Trost erscheinen. Drum dank ich, Gott, drum dank ich dir! Ach, danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! ö 5. Gott ist uns nah und nimmer nicht von seinem Volk geschieden; er, er ist seine Zuversicht, sein Segen, Heil und Frieden. Mit seiner Allmacht leitet er, der Herr, durchs Feuer und durchs Meer. Gebt unserm Gott die Ehre! ö 6. Wenn Menschenkraft nicht helfen kann, kein Retter uns sich zeiget, nimmt Gott sich unser mächtig an, der Allerbarmer neiget zu unserm Angstgebet sein Ohr, sein starker Arm hält uns em⸗ por. Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will mein ganzes Leben lang, o Gott, dich freudig ehren. Einst sollen meinen Lobgesang auch deine Himmel hören. Mein Geist, 0 Gott, erhebe dich; mein ganzes Herz erfreue sich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi 312 Pflichten gegen Gott. Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht erkennt, gebt unserm Gott die Ehrel Der Sünder Götzen macht zu Spott! Der Herr ist Gott! Der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehrel 9. Kommt, kommet vor sein Angesicht, ihm Dank und Preis zu bringen! Be⸗ zahlet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Der Herr hat Alles wohl bedacht und Alles recht und gut gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! In eigener Melodie. 417 P' und Anbe⸗ tung sei un⸗ serm Gotte! Denn er ist sehr freundlich; weit über Erd und alle Himmel gehet seine Gnad und Güte. Laßt uns mit Danken vor sein Antlitz kommen und unserm Gotte mit Psalmen jauchzen. 2. Väterlich liebt er uns, seine Kinder. Singt zu sei⸗ nem Preise! Ein Loblied ihm sei unser ganzes Leben! Ihn, ihn laßt uns lieben, der vor der Welt Beginn uns schon geliebet hat! Wer wollte Gott nicht von Herzen lieben? 3. Zwar kann der Mensch nicht ihn würdig preisen; doch mit Wohlgefallen ver⸗ nimmt er hoch herab Rer ei⸗ unserm r, die erkennt, e Ehrel macht err ist Gott! ie Ehrel net vor Dank n! Be⸗ cht und singen: 5 wohl cht und unserm E. Anbe⸗ ei un⸗ er ist gehe e. Laßt or sein unserm — Lob Gottes. 313 seinem Himmel unser frohes Vaterpflege, für die Güte Danklied und geußt der deiner Wege, wunderbarer Freuden viel in unsre Seele, Gott, sei dir ewig Dank wenn wir ihm danken, dem und Lob von mir. Gnadenvollen. 3. Weislich hast du Ort 4. Schon hier auf Erden und Zeiten für mein Dasein quillt Freud und Leben uns auserwählt. Hat mirs an aus seiner Gnade. Doch Gelegenheiten, fromm zu größre Seligkeit ist dort be⸗ werden, je gefehlt? Niemals reitet denen, die ihn lieben, hast du mein vergessen, wenn sie dereinst erneut zu immer Heil mir zugemessen. seinem Bilde verklärt und Weiser Gott, ich bringe heilig vom Tode erwacht dir ewig Preis und Dank sind. dafür! 5. Laßt unsers Gottes 4. Herr, zu zähltest mei⸗ uns ewig freuen! Halleluja! ne Thränen; eh ich weinte, Amen! O welche Seligkeit sahst du sie. Liebreich merk⸗ ists, sein sich freuen! hier test du mein Sehnen unter und einst im Himmel ihm dieses Lebens Müh; und ganz sich heiligen und ganz an jedem Lebenstage lin⸗ ihm leben! Denn ewig liebt dertest du meine Plage. er uns, seine Kinder. Nimm, o Vater, nimm da⸗ für ewig frohen Dank von mir! Mel. Jesus, meines Lebens Leben 5. Hatt' ich, Heiligster, 418 Schöpfer der er⸗ mit Sünden mein verführ⸗ schaffnen Heere, tes Herz befleckt, o dann freudig rühm ich deine ließest du mich finden Gnade, Macht, daß du mich zu dei⸗ die zur Buße weckt. Mit un⸗ ner Ehre hast ans Licht der endlichem Erbarmen über⸗ Welt gebracht! Sinne, Leib strömtest du mich Armen. und Seel und Leben hat Nimm, Barmherziger, da⸗ mir deine Huld gegeben. für reinen Herzensdank von Großer Schöpfer, nimm da⸗ mir! für ewig Dank und Lob 6. O was bin ich Mensch von mir! von Erde, daß du meiner 2. Wunderbar bin ich so gedenkst und, damit ich bereitet und mit Kräften heilig werde, mich so treu⸗ aulsgeziert; wunderbar ward lich zu dir lenkst; daß so ich geleitet, meinem Glücke viele deiner Gaben mich an zugeführt. Für die treue jedem Tage laben! Dir, du WOI 0——. 433 ewge 8— ISREEE 314 ewge Liebe, dir opfr' ich heißen Dank dafür! 7. Treu im Glauben laß mich enden, Vater, meinen Lebenslauf! Führ, o führ an deinen Händen mich zum hohen Ziel hinauf! Mit des Himmels Erstgebornen, mit des Mittlers Auser⸗ kornen jauchz ich dann einst, Höchster, dir ewig, ewig Dank dafür. Mel. Wer nur den lieben Gott 419 O könnt ich dich, mein Gott, recht preisen, wie du des Preises würdig bist! Könnt ich dir ganz den Dank be⸗ weisen, den dieß mein Herz dir schuldig ist, dieß Herz, das deiner Gütigkeit sich täglich mit Entzücken freut! 2. Wer überströmet mich mit Segen? Wer theilt mir mit, was mir gebricht? Wer schützet mich auf mei⸗ nen Wegen? Wer schenkt dem Geiste Trost und Licht? Wer gibt zu meinem Thun Gedeihn? Allgütiger, du bists allein. 3. Zu zählen sind sie nicht, mein Vater, die Werke deiner Segenshand. Du warst schon meines Wohls Berather, eh mein Bedürfniß ich empfand. Noch eh ich war, da maßest du mir schon mein Schicksal liebreich zu. Pflichten gegen Gott. 4. Du stärkst mir das ge⸗ schenkte Leben und lässest es nie freudenleer; zum höhren Glück mich zu erhe⸗ ben, schickst du auch manche Trübsal her. Doch stehst du auch mit Kraft mir bei, daß ich, o Herr, nicht muthlos sei. 5. Schon oft hat dieß in meinen Tagen zu Freuden⸗ thränen mich gerührt, wie du mich unter manchen Pla⸗ gen, zwar dunkel oft, doch gut geführt. In wie viel drohender Gefahr halfst du mir treu und wunderbar! 6. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden beständig deinen Ruhm erhöhn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden nicht freudig trauernd auf dich sehn? Ja, tritt die größte Noth auch ein, wirst du doch, Gott, mein Helfer sein. 7. Von deiner Güte will ich singen, solange sich die Zunge regt; dir will ich Freudenopfer bringen, so⸗ lange sich mein Herz bewegt; ja, wenn der Mund wind kraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 8. Nur Dank und Lob kann ich dir geben; nimm es, mein Gott, mit Gnaden an, bis ich in jenem bessern. Leben dich würdiger erhe⸗ ben kann! Da steigt in sel⸗ ger —2. e&ee das ge⸗ lässest zum erhe⸗ nanche hst du ei, daß uthlos dieß in reuden⸗ , Ma⸗ in Pla⸗ k, doch ie viel Ifst du rbar! n nicht ständig 7 Wie tiefsten auernd „ trilt ich ein, „mein ite will sich die vill ich en, so⸗ bewegt; d wid um ich 1. nd Lob imm Gnadei bessern . 4 2 uns die in sel. Wil ger Geister Chor mein Lob⸗ gesang zu dir empor. In eigener Melodie. 420 O Gott, den alle Wesen ehren, von dir kommt aller Welten Pracht. Was wir empfinden, sehn und hören, hat deine Huld hervorgebracht. Herr, deiner hohen Weisheit Licht erforscht der größte Weise nicht. 2. Du bist's, der die Ge⸗ schöpfe weidet und ihnen Lust und Wohlsein schenkt; du bist es, der die Erde lleidet und sie mit Thau und Regen tränkt; du bist's, Er⸗ habner, dessen Kraft dem Frühling seine Anmuth schafft. 3. Daß Fluren, Gärten sich verjüngen und Alles neues Leben fühlt, daß alle Bäume Blüthen bringen, das Feld in tausend Farben spielt: der Blume Wohl⸗ geruch und Pracht verkün⸗ digt, Schöpfer, deine Macht. . Du gabst, o Urquell alles Lichtes, der Sonne Wärme, gabst ihr Schein; du bist der Schöpfer des Gesichtes und willst auch adurch uns erfreun, daß Schönheit deiner Velt hellstrahlend in die Augen fällt. 5. Was lehrt das Licht von ausend Sternen, der Wel⸗ Lob Gottes. 315 ten Abglanz in der Nacht? Erkennen soll ich, fühlen lernen die Größe deiner Schöpfermacht. meine Fassung, weit geht, Schöpfer, 6. So oft 10 sie bewun⸗ dernd sehe, führt mich ihr Anblick, Gott, auf dich; und wo ich steh und wo ich gehe, erfülle heilge Ehrfurcht mich vor dir, der du stets um mich bist und meines Her⸗ zens Tiefe siehst! 7. O laß mich stets mit frommen Blicken die Wun⸗ der deiner Werke sehn! Laß mich mit dankendem Ent⸗ zücken dich, ihren Schöpfer, gern erhöhn, mich deiner schönen Schöpfung freun, dir meines Herzens Andacht weihn! Selbsterkenntniß und Demuth. Mel. In allen meinen Thaten 42 1 Was ich nur Gu⸗ tes habe, ist Gottes milde Gabe; Nichts ist mein Eigenthum! Für das, was ich besitze, wodurch ich Andern nütze, gebührt, Herr, dir, nicht mir der Ruhm!- 2. Mit Einsicht und mit Kräften zu des Berufs Ge⸗ schäften beschenkt mich deine ch 103 316 Pflichten gegen uns selbst. Huld. Durch dich allein gerathen mir meine guten Thaten; an Fehlern bin allein ich schuld. 3. Das Glück, deß ich mich freue, schaffst du nach deiner Treue du Herr, der ganzen Welt. Du ordnest unsre Tage, ihr Glück und ihre Plage, wie deiner Weis⸗ heit es gefällt. 4. Sollt ich mich nun er⸗ heben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes wider⸗ fährt? Was hat dich, Herr, bewogen, daß du mich vor⸗ gezogen? Bin ich auch jemals dessen werth? 5. Nein, ich bin zu ge⸗ ringe der Huld, die ich be⸗ singe, und werd es ewig sein. Dieß will ich nie vergessen, so werd ich nie vermessen durch Stolz und Hochmuth mich entweihn. 6. Das weislich anzuwen⸗ den, was du mit Vaterhän⸗ den mir gütig zugewandt, dieß sei in diesem Leben mein eifrigstes Bestreben; dazu gib Demuth und Ver⸗ stand! In eigener Melodie. 422 Wie leicht verkenn ich meines Herzens Schwäche, wenn ich zu viel mir von mir selbst verspreche und dann aus Wahn, aus Stolz und Ei⸗ gensinn nicht sehen will, wie klein, wie schwach ich bin! 2. Gib, Gott, daß ich mir keine Nachsicht gönne, daß ich mich selbst und meine Sünden kenne, auch jeden Trieb, der sich in mir em⸗ pört, zum Bösen reizt und meine Ruhe stört. 3. Entdecke mir der Tu⸗ gend wahre Größe und je⸗ des Lasters Niedrigkeit und Blöße, daß nie sein Reiz mich blendet und verführt, daß immer nur der Tugend Werth mich rührt! 4. Nie laß, o Herr, mich selbst die kleinsten Sünden entschuldigen und unerheh⸗ lich finden! Gib, daß ich sie voll tiefer Scham bereu und ernstlich auch den klein⸗ sten Fehler scheu! 5. Wenn mein Gemüth der Wahrheit Weg verfehlet, gern gut sein will und doch das Böse wählet, leichtsinnig ist und nicht den Irrthum sieht, so gib ihm Licht, daß es den Irrthum flieht! 6. Verhehl ich mir beim Heiligungsgeschäfte aus stol⸗ zem Wahn den Mangel mei⸗ ner Kräfte, so lehre mich ihn redlich mir gestehn und voll Vertraun zu dir um Hülfe flehn! 7. Wenn ich mich meines Sinns und Wandels hund un 7 ich mir „ daß meine jeden ur em⸗ izt und jer Tu⸗ und je⸗ it und n Reiz erführt, Tugend r, mich Sünden merheb⸗ daß ich n bereu n klein⸗ Gemüth erfehlet, nd doch htsinnig rrthum t, daß ht! ir beim us stol⸗ gel mei⸗ nich ihn nd voll Hülfe meines 8 freue und Demuth. und doch nicht ganz mich wahrer Tugend weihe, so gib, daß ich, von Eigendün⸗ kel frei, sie recht zu würdigen stets sorgsam sei! 8. Wie manche That ent⸗ springt aus niederm Triebe, aus Eigennutz und nicht aus Menschenliebe! Wie manche That gewinnt den Ruhm der Welt, die doch nicht dir, Allwissender, ge⸗ fällt! 9. Du ließest mich von jeder meiner Pflichten und ihrem Werth schon frühe unterrichten; sie sind mein Glück, befördern stets mein Wohl, und doch thu ich nicht immer, was ich soll. 10. O lehre mich, wie oft, wie schnell ich fehle, wie gern ich noch mich vor mir selbst verhehle, und führe du zu meinem wah⸗ ren Glück mich in mich selbst und in mein Herz zurück! Mel. In allen meinen Thaten 423 Gib, Gott, wenn „ich dir diene, daß ich mich nie erkühne, darüber stolz zu sein! Wer kann bei seinen Werken, ö wie oft er fehlet, merken? Wer ist von Mängeln völlig rein? 2. Such ich stets deinen Willen so eifrig zu erfüllen, als es dein Wort gebeut? 317 Trag ich der Tugend Bürde aus Kenntniß ihrer Würde auch immer mit Zufrieden⸗ heit? 3. Entzieh ich mich den Sünden auch stets aus rech⸗ ten Gründen, aus wahrer Frömmigkeit? Oft sind die guten Triebe nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte der Natur und Zeit. 4. Der Sünden meiner Jugend, der Mängel meiner Tugend, o Herr, gedenke nicht! Willst du mit deinen Knechten, wie sie's verdienten, rechten, so trifft sie alle dein Gericht. 5. Doch wenn auch dir zur Ehre rein meine Tu⸗ gend wäre, weß ist dieß Eigenthum? Wer ließ mich unterrichten? Wer ließ in meinen Pflichten mein Glück mich sehn und meinen Ruhm? 6. Wer gab mir, dich zu lieben und dein Gebot zu üben, die Lust und Freu⸗ digkeit? Wer stärkte meine Kräfte im Heiligungsge⸗ schäfte? Wer gab mir Muth und Kraft im Streit? 7. Du schaffst, daß ich dich wähle; du rufst mich, wenn ich fehle, auf rechten Weg zurück; du ziehst mich ab von Sünden und läßt mich Gnade finden und gibst zu meiner Beßrung Glück. O 3 8. Sollt 318 8. Sollt ich mich deß er⸗ heben, was du mir, Stol, gegeben? Hab ich zum Stolz ein Recht? Könnt ich auch Alles üben, was du mir vorgeschrieben, wer bin ich? Ein unnützer Knecht. Mel. O Gott, du frommer Gott 424 H der du Alles gibst, von dem ich Alles habe, was ist mein Stand, mein Glück und je⸗ de gute Gabe? Es ist nicht mein, es ist ein unverdien⸗ tes Gut; darum bewahre mich vor Stolz und Ueber⸗ muth! 2. Wenn ich vielleicht der Welt mehr, als mein Näch⸗ ster, nütze, und wenn ich mehr Verstand, als er besitzt, besitze: bin ich drum mehr, als er? O nein! Wer schenkte mir Verstand und Tüchtigkeit? Ach, Alles kommt von dir. 3. Wenn mir ein größer Glück nach deinem Rath begegnet und deine Gütig⸗ keit mich mehr, als Andre, segnet, gibt diese deine Huld mir wohl zum Stolz ein Recht? bin ich darum nicht auch, was Andre sind, dein Knecht? 4. Wenn ich geehrt und groß in hohen Würden stehe und Andre unter mir in kleinerm Glücke sehe; wer machte sie gering und Pflichten gegen uns selbst. wer erhöhte mich? Ist nicht mein Nächster oft viel wür⸗ diger, als ich? 5. Wie könnt ich mich, o Gott, des Guten überheben? Was ich besitz, ist dein. Du sprichst, so bin ich Leben; du sprichst, so bin ich Nichts. Von dir kommt das Gedeihn. Drum laß mich ewig fern sein Stolz und Hochmuth ein. Mel. Wer nur den lieben Gott 425 Wer bin ich? welche wicht⸗ ge Frage! Gott lehre sie mich recht verstehn! Gib, daß ich mir die Wahrheit sage, um mich, so wie ich bin, zu sehn! Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, bleibt von der Wahrheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen, geschaffen, Gott, zu deinem Preis. Mein Leben nützlich anzu⸗ wenden, will mein Beruf und dein Geheiß. Doch leb ich als dein Eigenthum auch, wie ich soll, zu deinem Ruhm? 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß; doch bin ich das auch in der That? Herr, öffne selbst mir das Verständniß, recht einzusehn, ob ich den Pfad, den Jesus mir gewiesen, geh und ob ich auch im Glauben steh! 4. Du 4. Du kennest meines Herzens Tiefen, die mir selbst unergründlich sind; drum laß mich oft und ernstlich prüfen, ob ich sei Christo gleich gesinnt? Befreie mich vom falschen Wahn, der auch denKlügsten täuschen kann! 5. Wer Alles weiß und doch verborgen und unbe⸗ kannt sich selbst noch bleibt, wie will der für sein Bestes sorgen? Was ists, das den zur Beßrung treibt? Sich selbst recht kennen ist Ver⸗ stand; drum mache mich mit mir bekannt! 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Vater, das entdecke mir! Hab ich der Wahrheit Weg erwählet, so gib, daß ich' ihn nicht verlier! Erleuchte mich mit deinem Licht, so täuschen mich Verführer nicht. 7. Bin ich noch fern vom rechten Stege, der mich zum ewgen Leben führt, so bringe mich zurück vom Wege, der ins Verderben sich verliert! Gib mir zur Beßrung Lust und Kraft: du bists, der beides in mir schafft! Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war und hier gethan. O laß michs nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann! Hier mache mich zum Himmel klug und Demuth. 319 frei von Wahn und Selbst⸗ betrug! Selbstliebe. Mel. O Gott, du frommer Gott ein Wille ists 426 D o Gott, ich soll mich selber lieben. O laß mich diese Pflicht nach deiner Vorschrift üben und schränke selbst den Trieb, froh und beglückt zu sein, den du mir eingepflanzt, in heilge Gränzen ein! 2. Gib, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe, und daß in Allem ich dein Auge kindlich scheue! Wer als ein Christ sich liebt, der flieht auch als ein Christ, was wider Gottesfurcht und Menschenliebe ist. 3. Kein schnöder Eigen⸗ nutz beherrsche meine Seele! Und wenn zu meinem Glück ich Weg und Mittel wähle, so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schaun, auch nie mein Wohlergehn auf Andrer Elend baun! 4. Der Fluch trifft jedes Glück, dabei die Tugend leidet, dabei der, der es sucht, Gott, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, hat deinen Beifall nicht. Nie treffe mich, o Gott, dieß schreckliche Gericht! 5. Nie blende mein Ge⸗ müth der Eitelkeiten Schim⸗ O 4 mer! —.—.—.— e mer! Der Erde Reiz ent⸗ flieht ja doch im Tod auf immer. Was hilft uns kurze Lust? Was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein ver⸗ gänglich Gut ists, was uns selig macht. 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverletzt Gewissen, nur das kann mir allein des Lebens Last versüßen; das bleibt mir auch im Tod und folgt mir aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigkeit. 7. O selig, wer danach mit heilgem Eifer trachtet und für sein größtes Glück, Gott, deinen Beifall achtet! Der liebt allein sich recht, der findet in der Zeit schon wahre Ruh und einst voll⸗ kommne Seligkeit. 8. Dieß sei auch mir mein Ziel! O laß es mir gelingen, des Herzens wahres Glück, wie du willst, zu erringen! Laß mich verachten, Herr, die Eitelkeit der Welt; gib, daß ich so mich lieb, wie dir es wohlgefällt. Sorge für die Seele. Mel. Es ist das Heil uns 427 ach meiner Seele Seligkeit laß, Herr, mich eifrig ringen! Sollt ich die kurze Gnaden⸗ zeit in Sicherheit verbrin⸗ gen? Wie würd ich einst Pflichten gegen uns selbst. vor dir bestehn? Wer in dein Reich wünscht einzugehn, muß reines Herzens werden. 2. Erst, wann die letzten Stunden nahn, erst, wann wir sterben sollen, zu dir sich wenden und die Bahn der Sünde meiden wollen, das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht durch Jesum Christum zeiget. 3. Du rufest uns zur Hei⸗ ligung; drum soll schon hier auf Erden mir meines Her⸗ zens Besserung die höchste Sorge werden. Gib mir dazu nur Lust und Trieb; Nichts sei zu groß mir und zu lieb, der Tugend es zu opfern. 4. Gewänn ich auch die ganze Welt mit Allem, was den Sinnen und meinen Lüsten wohlgefällt, was würd ich dann gewinnen? Was hülfen Glück und Schätze mir, was Macht und Glanz, wenn ich dafür mein ewig Heil verscherzte? 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit in Noth und Tod noch geben? Nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück, nur Gottes Gnade und der Blick auf jenes Lebens Freuden. 6. Herr, laß nach diesem Kleinod mich vor allen Din⸗ gen trachten; mich uceh ei⸗ in dein ugehn, berden. letzten wann zu dir Bahn wollen, Leben t, dein Jesum zu lieb, fern. uch die n, was meinen was innen? und cht und r mein ich zur ö hier in 5kann udigkeit geben? „ nicht Sorge für Heiligster, auf dich, auf Recht und Tugend achten! Daß ich auf deinen Wegen geh und im Gericht vor dir besteh, Sorge! sei meine größte Mel. Gott Vater, an Erbarmen 428 Her ist noch unsre Prüfungszeit. Hier sind wir immerdar im Streit; hier, wo uns Irr⸗ thum leicht berückt, das schwache Herz sich bald ver— strickt, die Sinne jedes Blendwerk rührt, auch böses Beispiel oft verführt. 2. Oft nehmen Laster überhand und strömen übers ganze Land. Drum hüte dich! Das Weltge— richt bringt alle Sünden an das Licht. Christ, sei zum Kampfe stets bereit und flieh den Schlaf der Sicherheit! 3. Mein Vorsatz ist: ich will ihn fliehn! Doch wie gelingt mir mein Bemühn? Grah nehm ich hier bei Gefahr, ein Netze bei dem andern wahr. Wie so viel Feinde drohen mir! Ich Schwacher, wie entrinn ich hier? 4. Die Welt hüllt in der Tugend Schein oft ihre La⸗ ster künstlich ein, preist den Genuß des Lebens an, schilt Frömmigkeit für finstern Wahn. Ihr Weg ist lustig,‚ die Seele. 321 breit und voll, sie winkt mir, daß ich folgen soll. 5. Du, Jesu, mußt das Beste thun! Mein Hoffen soll auf dir beruhn. Ach, durch dein Blut bin ich ja dein! Du wollest Stärke mir verleihn, daß ich un⸗ überwindlich treu, o Herr, in jeder Prüfung sei! 6. Der Sündendienst scheint zu erfreun und en⸗ digt sich in Schmach und Pein. Drum steh dein gu⸗ ter Geist mir bei, daß ich kein Knecht der Sünde sei. Gestatte dem Versucher nie, daß er mich deiner Hand entzieh! 2 7. Zwar ist mein Glaub oft klein; doch du, du star⸗ ker Held, sagst Hülfe zu. Mein ganzes Herz ergibt sich dir. Ich weiß, durch dich gelingt es mir. Auf dich verläßt in aller Noth mein Herz sich fest bis in den Tod. 8. Wenn schon die Trüb⸗ sal auf mich dringt und Angst mich überall umringt, bleib ich doch stets in deiner Hand und halt in jeder Prüfung Stand. Du, du bist durch den Glauben mein, 55 muß mir Alles heilsam ein. 9. Mit dir, o Herr, kann ich bestehn, sollt auch der Weltkreis untergehn. Es fürchte sich der Heuchelchrist und wer ein Selav der La⸗ O 5 ter 322 Pflichten gegen uns selbst. ster ist! Ich will nicht zagen. Ins Gericht kommt, Herr, wer an dich glaubet, nicht. 10. Dir, Höchster, will ich stets vertraun, stets freudig hoffend auf dich schaun. Bis dort, wohin mein Herz sich sehnt, den Sieger Preis und Ehre krönt, steh, Herr, in jedem Streit mir bei, daß ich durch dich ein Sieger sei! Mel. Freu dich sehr, o meine S. 429 Lehre mich, Herr, vecht bedenken, was wahrhafte Weisheit sei; meinen Fleiß darauf zu lenken, steh mir selbst mit Gnade bei! Denn was eitler Wahn der Welt oft für hohe Weisheit hält, fördert nicht mein Wohlergehen und kann nicht vor dir bestehen. 2. Weisheit ists, wenn unsre Seelen sich, Herr, deines Wortes Licht nur allein zum Leitstern wählen und mit fester Zuversicht diesem Licht sich anvertraun. Denn die folgsam darauf schaun, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, danach trachten, recht mit sich be⸗ kannt zu sein z sich nicht schon vollkommen achten und den Eigendünkel scheun; oft auf seine Fehler sehn, reuig sie vor Gott gestehn; eifrig stets nach Beßrung streben und doch nie sich stolz er⸗ heben. 4. Weisheit ist es, Chri⸗ stum ehren, seiner Mittler⸗ huld vertraun, so auf seine Stimme hören und auf seinen Wandel schaun, daß man falsche Wege flieht und mit Eifer sich bemüht, seinem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. 5. Weisheit ist es, Alles meiden, was mit Reu das Herz beschwert; fern sich hal⸗ ten von den Freuden, die der Sündendienst gewährt; eitlen Ruhm, der bald ver⸗ blüht, Lust, die im Genuß noch flieht, nicht für wahre Wohlfahrt achten, nein, nach bessern Gütern trachten. 6. Weisheit ist es, Gottes Gnade sich zu seinem Ziel ersehn und auf seiner Wahr⸗ heit Pfade diesem Glück ent⸗ gegengehn, gern auch Gottes Willen thun; froh in seiner Fügung ruhn und, wenn Leiden uns beschweren, hoffend mit Geduld ihn ehren. 7. Weisheit ist es, stets bedenken, daß, was irdisch ist, vergeht; Wunsch und Hoffnung dahin lenken, wo das Ziel des Glaubens steht; seine Blicke unverwandt nach dem ewgen Vaterland rich⸗ ten und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. 191. 8. Diese tolz er⸗ Chri⸗ Nittler⸗ If seine auf n, daß ht und seinem immer „Alles eu das sich hal⸗ en, die währt; lld ver⸗ Genuß wahre n, nach ten. Gottes m Ziel Wahr⸗ ück ent⸗ Gottes oh in i und, hweren, d ihn 5„‚C stets irdisch ch. und en, wo 5 steht; dt nach d rich⸗ streben, bt/ zu —————— 0 5 . Diese auf der Tugend Höhe. Sorge für die Seele. 8. Diese Weisheit ist auf du, wenn du sorglos wal⸗ Erden, Höchster, unser be⸗ lest, in Versuchung fallest. stes Theil. Die von dir ge⸗ 5. Wache, daß die Macht leitet werden, deren Weg der Welt nicht dein Herz ist Licht und Heil. Solche verkehre; nicht, wenn sie Weisheit kommt von dir. sich freundlich stellt, dich Gott! verleihe sie auch mir; durch List bethöre. Wach laß sie mich zu allen Zeiten und sieh, daß dich nie die auf den Weg des Friedens Verführer fällen, die dir leiten! Netze stellen. ö 6. Wach und hab auf dich wohl Acht, daß dich nicht In eigener Melodie. die Sünde, wenn zu ihr 430 J ache dich, mein die Lust erwacht, schimpflich Geist, bereit; überwinde. Sie betrügt und wache, bet und flehe, daß besiegt leicht den, der sich auch in der bösen Zeit fest heuchelt, festzustehn sich dein Glaube stehe. Sicher ist schmeichelt. nie der Christ; Gott läßt 7. Bete aber auch dabei, auch die Frommen in Ver⸗ bete bei dem Wachen; das suchung kommen. wird dich von Trägheit frei Sage nicht: ich habe und behutsam machen. Gott Zeit; jetzt noch darf ich verleiht Festigkeit dir durch schlafen. Denk an Tod und seine Gnade auf dem rech⸗ Ewigkeit, an der Sünde ten Pfade. Strafen; sieh, der Tod, der 8. Drum so laßt uns im⸗ dir droht, kann dich leicht merdar wachen, beten, fle⸗ in Sünden unbereitet fin⸗ hen, um in jeglicher Gefahr den. glorreich zu bestehen! Kurze 3. Wache! dir ist unbe⸗ Zeit währt der Streit und kannt, ob dich nicht auf Er⸗ dann wird zum Lohne mir den Prüfungen von Gottes die Siegeskrone. and noch betreffen werden. er fällt leicht, dem es Mel. Alle autr 28 mdel däucht, daß er sicher stehe nser Wandel ist ö 90 4314 U im Himmel! 4.½ Wache! denn hier hat Köstlich Wort, wie strömest der Christ noch von allen du mir, umringt vom Welt⸗ Seiten, was der Seele schäd⸗ getümmel, Muth und süße lich ist, muthig zu bestrei⸗ Hoffnung zu! Jeder Fuß⸗ ten. Gott läßt zu, daß auch 23996 ich thue, bringet mich N * 32⁴ Pflichten gegen uns selbst. mich dem Land der Ruhe näher, immer näher zu. 581. wie hoch erfreuest u 2. Haltets fest, ihr theu⸗ ren Brüder, haltets fest, dieß werthe Wort! Nichts schlag eure Hoffnung nieder! Wallet immer muthig fort! Muthig blicket hin zum Ziele. Viele schon ergriffens, Viele. Wir, so wahr es Gott verhieß, wir ergreifens auch gewiß! 3. Nur, wie fromme PNil⸗ ger müssen, bleibet wacker, seid nie laß! Stets des ho⸗ hen Zwecks beflissen, wacht und kämpft ohn Unterlaß! Feinde stehn an euren We⸗ gen! Stürme toben euch ent⸗ gegen; Nebel, Klüfte, Fel⸗ sen drohn; faßt nur Muth: groß ist der Lohn. 4. Was kein Auge je ge⸗ sehen, was kein Ohr gehöret hat, was kein Herz hier zu erflehen je sich unterwunden hat, das, das hat Gott dem bereitet, der hier tapfer kämpft und streitet. Drum verlaßt nicht eure Bahn! Jesus selbst ging euch vor⸗ an 5. Unser Wandel ist im Himmel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und süße Hoffnung zu! Auf, mein Geist, ermüde nim⸗ mer! Schon seh ich des Zie— les Schimmer. Wenig, we⸗ nig Schritte noch und ge⸗ tragen ist das Joch. Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. Mel. Wer nur den lieben Gott 432 Des Leibes war⸗ ten und ihn nähren, das ist, o Schöpfer, meine Pflicht. Muthwillig seinen Bau versehren, ver⸗ bietet mir dein Unterricht. O stehe mir mit Weisheit bei, daß diese Pflicht mir heilig sei! ö 2. Sollt ich mit Vorsatz das verletzen, was deine Hand mir anvertraut? Sollt ich gering ein Kunstwerk schätzen, das du, o Schöpfer, selbst erbaut? Weß ist mein Leib? Er ist ja dein. Sollt ich denn sein Zerstörer sein? 3. Ihn zu erhalten, zu beschützen, gibst du mit mil⸗ der Vaterhand die Mittel, die dazu uns nützen, und zum Gebrauch gibst du Ver⸗ stand. Dir ist die Sorge nicht zu klein; wie sollte sie denn mir es sein? 4. Gesunde Glieder, mun⸗ tre Kräfte, o Gott, wie viel sind die doch werth! Wer taugt zu des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit seinen Leib beschwert? Ist nicht nicht der Erde größtes Gut Gesundheit und ein heitrer Muth? 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was mei⸗ nes Körpers Wohlsein stört, daß nicht, wenn meine Kräfte leiden, mein Geist den in⸗ nern Vorwurf hört: du selbst bist Störer deiner Ruh; du zogst dir selbst dein Uebel zu. 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich zu bewah⸗ ren sorgsam sein! Drückt mich die Last der Krankheit nieder, so flöße selbst Ge⸗ duld mir ein! Gib heitern Muth und dann daß auch des Arztes Rath gedeih! 7. Doch gib, daß ich nicht übertreibe, was auf des Lei⸗ bes Pflege zielt, nein, stets in jenen Schranken bleibe, die dein Gesetz mir anbe⸗ fiehlt! Des Körpers Wohl laß nie allein den Endzweck meiner Sorge sein. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sei meiner Seele Wohl geweiht, daß sie zum Himmel weise werde und reife zur Vollkommen⸗ heit! Dazu, Herr, segne meinen Fleiß, so leb und sterb ich dir zum Preis. Mel. Wer nur den lieben Gott 433 D. verleih, Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 325 ben, laß, Höchster, meine Weisheit sein! Sie ist ein Gift für unser Leben und ihre Freuden werden Pein. Drum fleh ich demuthsvoll zu dir: o schaff ein reines Herz in mir! 2. Die Wollust kürzet unsre Tage; sie raubt dem Körper seine Kraft, und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plage sind Früchte die⸗ ser Leidenschaft. Der haßt sich selbst, der Wollust liebt und sich in ihre D gibt. 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke, schwächt den Verstand, der Seele Licht; erstickt den Eifer edler Werke, den Ernst, die Lust zu jeder Pflicht; führt Reue und Gewiss ensschmerz in das ihr hingegebene Herz. 4. Der Mensch sinkt un⸗ ter ihrer Bürde noch tiefer, als zum Thier, schändet und entehrt die Würde, die ihm sein weiser Schöpfer gab; vergißt den Zweck, zu dem er lebt, wenn er nach niedern Lüsten strebt. 5. So schimpflich sind der Wollust Bande! Schon vor der Welt sind sie ein Spott; sie sind vor dem Gewissen Schande und noch weit mehr vor dir, o Gott! Wer sich in ihre Knechtschaft gibt, wird nicht von dir, o Gott, geliebt.. O 7 6. Den herab; er e- 326 6. Den übergibst du dem Verderben schon hier, der seinen Leib entweiht, und nie wird deinen Himmel er⸗ ben, 2— sich unreiner Lüste freut. Ach laß mich ihre Reizung fliehn und keusch zu 79 8 9355 stets bemühn! 7. Gib, daß ich allen bö⸗ sen Lüsten mit Muth und Nachdruck widersteh und stets, dawider mich zu rü— sten, auf dich, Allgegenwärt— ger, seh! Wer dich, o Gott, vor Augen hat, flieht auch verborgne Missethat! Mel. In allen meinen Thaten as ist mein 434 Wé zeitlich Le⸗ ben, das du mir, Gott, ge⸗ geben? Ein unschätzbares Gut. Du gabst mirs, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück beruht. Hier wird die Saat gestreuet; dort, wenn sie wohl gedeihet, wird reich die Aerndte sein. Je länger ich hier lebe und gut zu han⸗ deln strebe, je größer wird mein Glück dort sein. 3. Sollt ich dieß Glück mir rauben? O Herr, laß mir im Glauben der künf⸗ tigen Aerndtezeit mein Leben hier auf Erden so werth und wichtig werden, wie mirs dein heilig Wort gebeut! Pflichten gegen uns selbst. 4. Mir selbst es zu ver⸗ kürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht. Du, Herr, riefst mich ins Leben; dir soll ichs wiedergeben, wenn du ge⸗ beutst, doch früher nicht. 5. Was leicht in Krank⸗ heit stürzet, das Leben leicht verkürzet, laß mich mit Sorgfalt fliehn; doch auch nicht ängstlich zagen, es für die Pflicht zu wagen; auch dazu hast du mirs verliehn. 6. In deine Vaterhände befehl ich, Herr, mein Ende und meiner Tage Lauf. Es sei mein ganzes Leben dir hier zum Dienst erge⸗ ben. Hilf du nur selbst der Schwachheit auf! 7. Was nützt ein langes Leben, wenn man nicht Gott ergeben nach wahrer Tugend strebt? Wer Gott und Menschen liebet und sich im Glauben übet, nur 151 hat lang und wohl ge⸗ ebt. Mel. Wer nur den lieben Gott 4 3 5 ie mannichfal⸗ tig sind die Gaben, womit uns deine Güte nährt, die, uns zu stärken und zu laben, so viel des Guten uns gewährtl Ja, Alles, was der Mensch genießt, beweist, wie freund⸗ lich, Gott, du bist! 2. Du zu ver⸗ n Tod meine „ riefst oll ichs n leicht ch mit h auch es ich aucd erliehn. erhände n Ende Lauf. Leben t erge⸗ bst der langes hmicht wahrer r Gott et und t, nur ohl ge⸗ n Gott ö nichfal⸗ nd die deine Ins zu en, so währtl Mensch freund⸗ 19 14 2. Du 2. Du segnest Auen und Gefilde mit unerschöpfter Fruchtbarkeit, die deine vä⸗ terliche Milde und Allmacht jedes Jahr erneut, damit der Mensch, von Sorgen frei, sich sättige und dank⸗ bar sei. 3. Du lässest uns nicht Mangel leiden; du gibst uns unter täglich Brod; du gibst noch mehr, du gibst auch Freuden für einen jeden Sinn, o Gott! Wie groß zum Wechsel im Genuß ist deiner Gaben Ueberfluß! 4. Drum will ich mäßig im Genusse der Gaben dei⸗ ner Güte sein und nichts von meinem Ueberflusse durch niedre Schwelgerei entweihn. Denn schon des Dankes Pflicht gebeut mir Mäßi⸗ gung und Nüchternheit. 5. Mit Speis' und Trank den Leib beschweren ist schimpflich, ziemet Christen nicht. Gott gibt sie uns, daß sie uns nähren, uns stärken zu Beruf und Pflicht. Was ist, das mehr den Geist entweiht und schwächt, als rohe Sinnlichkeit? 6. Unmäßigkeit lähmt alle Kräfte, bringt Krankheit, Armuth, Zank und Streit; macht treulos im Berufs⸗ geschäfte, raubt des Gewis⸗ sens Seligkeit; setzt zu den Thieren uns herab und stürzet vor der Zeit ins Grab. .— Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 327 7. Ach, Mancher starb schon längst und modert, durch Trunk zu früh ins Grab gestreckt, von Gott zur Rechenschaft gefodert, mit Schmach im Grabe noch be⸗ deckt. Gott, laß mich ja dieß Laster scheun, enthalt⸗ sam, mäßig, nüchtern sein! 8. So oft ich Speis' und Trank genieße, so laß es mit Vernunft geschehn und, daß ich beides mir versüße, mein Herz auf dich, den Ge⸗ ber, sehn, auf dich, der du uns zärtlich liebst und Nah⸗ rung und Erquickung gibst. Arbeitsamkeit und Berufstreue. Mel. O Gott, du frommer Gott 43 6 Du hast uns, Herr, die Pflicht zur Arbeit auferleget und Fleiß in dem Beruf uns ernstlich eingepräget. Dir ist, o Heiligster, der Müßiggang verhaßt, für uns des Unheils Quell, für Andere der Last. ö 2. In deine Ordnung, Herr, laß willig mich be⸗ guemen und Bürden des Berufs entschlossen auf mich nehmen! Wenn auch mein Angesicht der Arbeit Schweiß. benetzt, wohlauf! du hast mich selbst in den Beruf esetzt. ö 9 3. Be⸗ 328 Pflichten gegen uns selbst. 3. Bewahre nur mein Herz vor eitlen Nahrungs⸗ sorgen! Gib mir mein täg⸗ lich Brod und sorge du für morgen! Ich will an meinem Theil das Meine fleißig thun und dann mit Zuversicht in deiner Fügung ruhn! 4. Auch fördre, großer Gott, die Werke meiner Hände; den Anfang segne du, beglücke du das Ende! Laß mich bei jeder Last auf jenes Leben sehn, wo wir nach treuem Fleiß zu deiner Ruhe gehn. Mel. In allen meinen Thaten 437 um Fleiße ward das Leben vom Schöpfer uns gegeben und nicht zu träger Ruh. Wie Fruchtbarkeit dem Regen, so folgt dem Fleiße Segen; er strömt uns Glück und Freude zu. 2. Er stärkt des Leibes Kräfte, er fördert die Ge⸗ schäfte, gibt uns ein fröh⸗ lich Herz; er schafft uns süßen Schlummer, erleich⸗ tert Gram und Kummer und lindert oft den herbsten Schmerz. 3. Er hilft den Hang be⸗ siegen zu sündlichem Ver⸗ gnügen. Was mehr, was stets erfreut: der Unsern Wohlfahrt schützen, der Welt und Nachwelt nützen, das ist das Glück der Thätigkeit. 4. Drum laß uns, Gott, auf Erden nie träg im Guten werden; du gabst der Kraft uns viel. Dich, un⸗ sern Herrn, zu ehren und Menschenglück zu mehren, sei immer unser schönstes Ziel! 5. Wenn Andre trostlos klagen, dann werden wir nicht zagen und keinen Tag bereun. Wenn Träge trau⸗ ern müssen, dann spricht uns das Gewissen getrosten Muth und Hoffnung ein. 6. Wenn einst viel edle Thaten um uns gleich reifen Saaten mit reichen Früchten stehn; wenn Tausende sich freuen und heißen Dank uns weihen, wie ist dann unser Lohn so schön! Mel. Es ist das Heil uns 438 ott ists, der das Vermögen schafft, das Gute zu voll⸗ bringen; er gibt zur Arheit Muth und Kraft und läßt sie uns gelingen. Was man mit ihm nur unternimmt, wird, wenns mit seinem Willen stimmt, nicht ohne Segen bleiben. 2. Wer sichs zur ersten Sorge macht, vor ihm ge⸗ recht zu werden, und erst nach seinem Reiche tracht, dem gibt er auch auf 30 en 5 Gott/ äg im Abst der ch, un⸗ en und mehren, chönstes trostlos en wir en Tag e trau⸗ spricht etrosten ein. iel edle h reifen Früchten ide sich ink uns n unser uns 3, der Tmogen u voll⸗ Arbeit id läßt a8s man nimmt, seinem t ohne t„ —... 2 den vom Irdischen mit mil⸗ der Hand so viel beim Fleiß in seinem Stand, als ihm wahrhaftig nützet. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn; er krönet sie mit Gnade, daß ihnen nicht der Feinde Hohn und keine Mißgunst schade. Mit seinem Schutz bedeckt er sie und segnet bei des Lebens Müh ihr Herz mit Trost und Hoffnung. 4. Drum gib, o Gott, daß ich auf dich bei meiner Arbeit sehe! Mit Licht und Weisheit segne mich, daß ich nie Wege gehe, die mir dein heilig Wort verbeut. Nach deines Reichs Gerech— tigkeit laß mich vor Allem trachten. 5. Laß Müßiggang und Trägheit mich mit aller Sorgfalt meiden; thun, was ich soll, gestärkt durch dich gehorsam und mit Freuden, daß ich in meinem Stande treu und meinen Brüdern nützlich sei und dir zur Ehre lebe! 6. Sei überall, mein Gott, mit mir! Die Werke meiner Hände befehl ich, Allerhöchster, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines großen Namens Preis und daß die Frucht von meinem Fleiß in jene Welt mir folge! 2 Arbeitsamkeit und Berufstreue. Mel. Allein Gott in der Höh 439 Ur strömt aus deiner Segens⸗ hand, Herr, täglich Heil entgegen. Durch dich erhebt sich Meer und Land zur Fruchtbarkeit, zum Segen. Durch dich strömt rings aus der Natur Gedeihn auf jede Creatur; du bist des Segens Quelle. 2. Von dir kommt Weis⸗ heit und Verstand; du machst die Reiche blühen; du füh⸗ rest Weise in das Land und segnest ihr Bemühen; du gibst dem Geiste Tüchtigkeit; du bists, der Jedem Kraft verleiht, den Nächsten zu beglücken. 3. Durch dich, Herr, bringt uns Land und Meer die Güter deiner Erde von weit entlegnen Völkern her, damit gesegnet werde mit allen Gütern deiner Hand das fernste Volk, das fernste Land und deine Liebe preise. 4. Du zeigest ihren Wir⸗ kungskreis den Bürgern dieser Erde, daß Jeglicher durch seinen Fleiß dem An⸗ dern nützlich werde. Daß Jeder, den dein Wink er⸗ schuf, froh sei im eigenen Beruf, ist dein allweiser Wille! 5. Gib uns, o Vater, Redlichkeit in des Berufs Geschäften! Lehr weis uns brauchen unsre Zeit nach un⸗ 329 330 unsern besten Kräften! Hilf nützlich werden Jedermann, wenn Rath und That ihm helfen kann zu seinem bes⸗ sern Glücke! 6. Wie du für Alle Va⸗ ter bist, für Böse und Ge⸗ rechte, so sei, wer Erden⸗ bürger ist, von jeglichem Geschlechte uns Nächster, Bruder, sei uns werth; und wenn er Hülfe, Trost be⸗ gehrt, find er stets Rath und Beistand! 7. Du bist der Vater, der erfreut, verbreitest deinen Segen; du rufst: zum Seg⸗ nen seid bereit, geht Brü— dern gern entgegen! Wie du die Lieb und Güte bist, so sei ein Jeder, der sich Christ nach Jesu Christo nennet! Würdigung und weiser Gebrauch der irdischen Güter. Mel. Es ist das Heil uns 440 Hede laß mich doch gewissen⸗ haft mein zeitlich Gut ver— walten! Gib selbstmir Weis⸗ heit, gib mir Kraft, damit so hauszuhalten, wie es mir nützt und dir gefällt, damit ich nicht in jener Welt an ewgen Gütern darbe! 2. Mein Hab und Gut kommt ja von dir; es ist Pflichten gegen uns selbst. dein milder Segen. Nicht zum Verderben gabst du mir mein zeitliches Vermö⸗ gen; du gabst es mir zum wahren Wohl. So hilf denn, daß ichs, wie ich soll, nach deiner Vorschrift brauche! 3. Was ist das mir ge⸗ schenkte Gut? Vergänglich, wie die Erde. Gib, daß ich nie zum Uebermuth da⸗ durch verleitet werde! Nie reiß ein irdischer Gewinn mein Herz so weit zum Eit⸗ len hin, daß ich mein Heil vergesse! 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schätzen, verführt mich zeit— lich Gut und Geld, sorglos hintan zu setzen, was meiner Seele Heil begehrt und mir ein ewig Glück gewährt? Wie strafbar würd ich handeln! 5. Mein erstes Trachten sei allhier nach deines Gei— stes Gaben! Wie reich bin ich, o Gott, in dir, wenn ich nur dich kann haben! Hab ich nur, Höchster, deine Huld, bin ich voll Glaubens und Geduld, was fehlt dann meiner Seele? 6. Den Geiz laß ferne von mir sein, die Wurzel alles Bösen! Von Unruh und Gewissenspein kann Reich⸗ thum nicht erlösen. Er hilft in Todesstunden Nichts und Nichts ———,—227—2...,‚.m.—5—28— ꝗSFJPII.II.. ůC&Æ-——.— Nicht ibst du Vermö⸗ nir zum 30 hilf vie ich orschrift mir ge⸗ änglich, b, daß Ith da⸗ e! Nie Gewinn im Eit⸗ in Heil uir die n ihren ich zeit⸗ sorglos meiner nd mir vährt? d ich rachten 5 Gei⸗ ich bin wenn haben! „deine aubens t dann ne von alles h und Reich⸗ hilftin und Nichts 1— Nichts am Tage des Ge⸗ richts, da schützt er keinen Sünder. 7. Lehr du mich weise Sparsamkeit, um das nicht zu verschwenden, was du mir gabst, nein, in der —20 es nützlich anzuwenden! ib mir die Klugheit, daß ich hier dadurch dem Näch⸗ I. so wie mir, des Lebens üh erleichtre! 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; das laß mich stets bedenken und mein Gemüth gewissenhaft zur Treu im Irdschen len⸗ ken; daß selbst von Gütern dieser Zeit ich einst noch in der Ewigkeit den reichsten Segen ärndte. Mel. O Gott, du frommer Gott 4 41 Laß mich doch nicht, o Gott, den Schätzen dieser Erden so meine Neigung weihn, daß sie mein Abgott wer⸗ den! Oft fehlt beim Ueber⸗ fluß doch die Zufriedenheit, und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit! 5 Kann ein n Gut auch unsre Wünsche stillen? Es steht ja sein Besitz nicht stets in unserm Willen; nicht stets wirds dem zu Theil, der ängstlich danach ringt; und schnell verlierts oft der, dem sein Bemühn gelingt. Weiser Gebrauch der irdischen Güter. 3531 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrhaftig soll be⸗ lh sen darf nicht vergäng⸗ ich sein, muß für den Geist sich schicken. Der Thor hat Geld und Gut; er hats und wünscht noch mehr; er darbt in seinem Glück, sein Herz bleibt freudenleer. 4. O Gott, so wehre doch der Habsucht niedern Trie⸗ ben und heilige mein Herz, nie das zu sehr zu lieben, was man mit Müh gewinnt, bald schwelgerisch verzehrt, bald unruhvoll bewacht und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises frommes Herz, das sei mein Schatz auf Erden! Sonst Alles, nur nicht dieß, kann mir entrissen werden. Dieß bleibt im Tod auch mein; dieß folgt mir aus der Zeit zum seligsten Gewinn bis in die Ewigkeit. 6. Was sind, wenn dieses fehlt, die herrlichsten Ver— gnügen? Nur süße Träume sinds, die unsern Geist be⸗ trügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn durch deines Geistes Kraft zu ewgen Gütern hin. Mel. Wer nur den lieben Gott 4 42 Och bin der reich— N ste Mensch auf Erden: ich hab genug; drum hab ich viel; Ein Andrer mache PP——————— 332 Pflichten gegen uns selbst. mache sich Beschwerden, wie er den Mammon finden will! Wer mehr nicht sucht, als Gott bescheert, dem ist der größte Schatz gewährt. 2. Der Reichthum liegt in den Gemüthern; wer sich begnügt, ist nimmer leer. Viel bleiben arm bei gro⸗ ßen Gütern; denn sie ver⸗ langen immer mehr; und wer sich selber nicht besitzt, hat einen Schatz, der Nie— mand nützt. 3. Ein Geizhals hat bei seinem Grämen nicht Eine Stunde Fröhlichkeit. Er hats und darf sich doch Nichts nehmen, weil er sichs immer selbst verbeut; mehr als sich selbst, liebt er die Welt, verzehrt sich selbst und spart sein Geld. 4. Wie ungetrübt ver⸗ fließt dagegen mein Leben bei Genügsamkeit! Gibt mir mein Gott nur Einen Segen, bin ich schon voll Zufrieden⸗ heit und denke: Gott gibt jeden Tag mehr, als ein Kaiserthum vermag. 5. Ein Geizhals gehet zum Verderben, weil er nach Geld und Gut nur strebt; ich aber kann mit Freuden sterben, weil an der Welt mein Herz nicht klebt. So fährt die Seele selig hin, wo ich bei Gott der Reich⸗ ste bin. Mel. Wenn mich die Sünde 443 Laß, Herr, nach eitlen Ehren mich niemals geizig sein! Laß deinen Geist mich leh— ren, der Ehre mich zu freun, die selbst vor dir, o Gott, besteht und mit mir von der Erde zum Himmel über⸗ geht!! ö 2. Nie blende mich der Schimmer des Ansehns vor der Welt! Nur das sei, Vater, immer mein Ruhm, was dir gefällt! Wie bald verführt ein stolzer Sinn mich von der Demuth Pfa⸗ de, verbirgt mir, wer ich bin! 3. Nicht im Besitz von Schätzen und Gütern dieser Zeit laß meinen Ruhm mich setzen; sie sind doch Eitel⸗ keit; sie sind doch nur des Thoren Glück, verlassen uns im Tode und bleiben hier zurück. 4. Nicht Stand und äußre Würde verblendet meinen Sinn! Wie oft zieht ihre Bürde den Geist zur Erde hin! Verdienst und Tugend sei allein der Ruhm, nach dem ich ringe! Nur er bleibt ewig mein. ö 5. Dich kennenz meine Pflichten mit Fleiß und Redlichkeit, mit Muth und Treu verrichten, wie, Herr, dein Wort gebeut, und überall mein Christenthum nach 55 U ——————58——9——8———nn e Sünde rr, nach Ehren ig sein! nich leh⸗ su freun, o Gott, nir von slel über⸗ mich der ehns vor das sei, 1Ruhm, Vie bald er Sinn uth Pfa⸗ wer ich esitz von 10 12. hm mi sch Eitel⸗ nur des nd äußre meinen ieht ihre zur Erde Tugend m, nach er bleibt ssen uns ben hier — su Beispiel üben, das sei mein wahrer Ruhm! 6. Es sei, daß auf der Erde das Gute, das ich that, verkannt, vergessen werde; es bleibt doch stille Saat, die aufkeimt für die Ewig⸗ keit; und, Herr, dein Beifall lohnet mich mit Zufrieden⸗ heit. 7. Wenn einst die ernste Wage du, Veltenrichter, nimmst und am Vergeltungs⸗ tage der Thaten Werth be⸗ stimmst, dann müsse meinem ewgen Geist des Himmels Krone werden, die mir dein Wort verheißt! Mel. Auf, Christenmensch! 444 Wohl dem, der beßre Schätze liebt, als Schätze dieser Erden! Wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, deß er lebt, sich über diese Welt erhebt. 2. Wahr ist es, Gott ver⸗ wehrt uns nicht, hier Güter 0 besitzen. Er gab sie uns, och auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nützen. Sie dürfen unser Herz erfreun sem unsers Fleißes Antrieb ein. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Got⸗ tes Reiche trachten, ist die⸗ Weiser Gebrauch der irdischen Güter. 333 ses eines Menschen Ruf, den Gott zur Ewigkeit er⸗ schuf? 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz, erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe und machet der Vernunft zum Spott ein elend Gold zu deinem Gott. 5. Der Geiz, soviel er an sich reißt, läßt dich kein Gut genießen; er quält durch Habsucht deinen Geist und tödtet dein Gewissen und reißt durch schmeichelnden Gewinn dich blind zu jedem Frevel hin. 6. Um wenig Vortheil wird er schon aus dir mit Meineid sprechen, dich zwin⸗ gen, der Arbeiter Lohn un⸗ menschlich abzubrechen; er wird in dir der Wittwen Flehn, der Waisen Thränen widerstehn. 7. Wie könnt ein Herz vom Geize hart, des Wohl⸗ thuns Freuden schmecken und in des Unglücks Gegenwart den Ruf zur Hülf entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? 8. Du bist ein Vater; und aus Geiz entziehst du dich den Kindern und luhr dich des Goldes Reiz, ihr Herz zu bilden, hindern und glaubst, du habst sie wohl⸗ bedacht 334 bedacht, wenn du sie reich, wie dich, gemacht. 9. Du hast ein richterliches Amt; und du wirst dich erfrechen, der Sache, die das Recht verdammt, aus Hab⸗ sucht recht zu sprechen; und selbst der Tugend größter Feind erkauft an dir sich einen Freund. 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geist, die Wahrheit frei zu lehren; du schweigst, wenn sie dich reden heißt, ehrst, wo du nicht sollst ehren, und wirst um ein verächtlich Geld ein Schmeichler und die Pest der Welt. 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir gnügen lasse, Geiz ewig als Ab⸗ götterei von mir entfern und hasse! Ein weises Herz und guter Muth sei meines Lebens größtes Gut. Weiser Gebrauch der Lebenszeit. Mel. Wer nur den lieben Gott 4 45 Dir gabst mir, Ewger, dieses Leben nicht für den Augen⸗ blick der Zeit; du hast es mir, mein Gott, gegeben zur Aussaat für die Ewigkeit. Hier ist der Vorbereitungsort, dort. 15 und Belohnung ort. Pflichten gegen uns selbst. 2. Du schenktest mir Ver⸗ stand und Willen, die Wahr⸗ heit zu erkennen, Licht, Kraft, deine Vorschrift zu erfüllen, und lehrest selbst mich meine Pflicht. Für Tugend gabst du mir Gefühl und Freiheit, was ich wählen will. 3. Du gossest zwar auf dieser Erde viel Anmuth, Pracht und Schönheit aus und schmücktest durch dein mächtig: Werde! auch meiner Seele irdisch Haus, gabst mir der Sinne fein Gefühl und auch dadurch der Freuden viel. 4. Doch einst muß ich dieß Leben schließen, weil dieß mein irdisch Haus zerbricht; drum soll ich zwar die Welt genießen, doch als genöß ich ihrer nicht. Ich soll der Sinne Lüste fliehn, wenn sie mich zu der Erde ziehn. 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, so sehr sie auch die Sinne reizt; nach Wol⸗ lust, Ehr und Gold nicht trachten, wonach der Mensch so lüstern geizt; nie scheuen, was die Pflicht gebeut, und wär es auch voll Bitterkeit. 6. Dein Unterricht sei nicht vergebens! Gib, Vater, daß ich ihm getreu und beim Ge⸗ nusse dieses Lebens einst auch zu jenem raude sei! Voll kommne Freude wohnt nicht hier, wohnt nur im Himmel, Gott, bei dir. 7. Wohl 4+.—————2. E mir Ver⸗ ie Wahr⸗ t, Kraft, erfüllen, meine 1d gabst war auf Anmuth, heit aus rch dein h meiner ich dieß eil dieß erbricht; die Welt enöß ich soll der scheuen, ut, und itterkeit. sei nicht ter, daß heim Ge⸗ Weiser Gebraͤuch der Lebenszeit. 335 7. Wohl mir, wenn ich es Nimm mit erkenntlichem muthig wage, der großen Gemüth der nahen Stunde Hoffnung werth zu sein und wahr: sie flieht! diese kurzen Uebungstage„2. Getäuscht von eitlen Gott und der Tugend ganz Kleinigkeiten, verlierst du zu weihn, wenn nie mein deines Lebens Zweck, ver⸗ Fuß den Pfad verliert, der schiebst dein Heil auf ferne mich zum bessern Leben Zeiten und wirfst so sicher führt! Jahre weg. Bist du, zu 8. Wohl mir, wenn ich kühner Sterblicher, des näch⸗ den Hang zur Sünde, die sten Augenblickes Herr? Lust des Fleisches und der 3. Ein ewig Glück einst Welt und jede Lockung über⸗ zu besitzen, sollst du des winde, die meinem Herzen kurzen Lebens Zeit als dei⸗ Netze stellt, wenn ich— o ne Saatzeit weislich nützen seliger Gewinn!— als und thun, was dir der Sieger dort gekrönet bin! Herr gebeut. Er ruft dir 9. O gib mir deines menschenfreundlich zu: Sieh, Geistes Stärke, der du in Einst ist Noth! Was sän⸗ Schwachen mächtig bist, mir, mest du? der zu diesem großen Werke 4. Drum eil und rette zu schwach und noch zu deine Seele und denke nicht: sinnlich ist! Das Eitle lehre ein andermal! Sei wacker, mich verschmähn und auf bet und überzähle der das Ewige nur sehn! Menschentage kleine Zahl. Laß mich oft in ge⸗ Sei fromm und wandle vor sunden Tagen im Geist zu dem Herrn, wär auch dein meinem Grabe gehn und da Ende noch so fern! bei Freuden und bei Plagen 5. Mit jedem neugeschenk⸗ auf dich und jenes Leben ten Morgen erwecke dich zu sehn, damit ich meiner Pflicht dieser Pflicht! Sprich: dir, getreu, der höhern Freuden o Gott, ist nichts verbor⸗ würdig sei. gen, ich bin vor deinem 2— Angesicht und will, mich Mel. Wer nur den lieben Gott deiner Huld zu freun, mein 446 E eilt der letzte Leben gern der Tugend von den Tagen, weihn. 11. 1 die du hier lebest, Mensch, 6. Erleucht und stärke herbei; erkauf die Zeit und, meine Seele, weil ohne dich statt zu klagen, sie sei zu ich nichts vermag. Du kurz, gebrauch sie treu! schenk st, daß ich mein Heil er⸗ 363 erwähle, so huldvoll mir noch diesen Tag. Was ist doch eine Stunde werth, die deine Güte mir gewährt! 7. Wohl mir, wenn ich aus allen Kräften nach Gottes Reiche hier gestrebt, in Gott gefälligen Geschäften die Pilgertage durchgelebt und einst im Glauben sagen kann: Du nimmst mich, Herr, zu Ehren an! 8. Mein sprachlos Flehn an meinem Ende hörst du dann, Herzenskündiger; in deine treuen Vaterhände befehl ich meinen Geist, o Herr. Er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wann seine Hülle fällt. Mel. Wer nur den lieben Gott 4 47 Wẽoe eilt ihr hin/ ihr Lebens⸗ stunden? Zeit, edle Zeit, wo fleuchst du hin? Wie mancher Tag ist schon verschwunden, seit ich der Erde Pilger bin! Ein großer Theil von meiner Zeit ist schon im Meer der Ewigkeit. 2 2. Ermuntre dich aus deinem Schlummer! Auf, auf, mein Geist, ermuntre dich! Dieß sei dein Gram, dieß sei dein Kummer, daß mancher Tag umsonst ver⸗ strich! Den ungenützten Augenblick bringt keine Reue dir zurück. 3. Der Thor durchlebet Pflichten gegen uns selbst. seine Jahre, eh er des Lebens Werth versteht; er nahet früher sich der Bahre, als er den Weg der Tugend geht. Was ist das Menschenleben werth, das ungenützt vor⸗ überfährt? 4. Mensch, sei ein Mensch, fang an zu leben, um nütz⸗ lich für die Welt zu seinz fang an, dem Guten nach⸗ zustreben, bring das Ver⸗ säumte doppelt ein; daß, wenn man deinen Leib be⸗ gräbt, dein Werk und dein Gedächtniß lebt! 5. Sei nicht den kleinsten Zeitpunkt müßig, da du nicht deine Pflicht erfüllst; du hast den Tag nicht über⸗ flüssig, den du so frech verschwenden willst. Wiß, ein Verlust, der ewig reut, ist der Verlust der edlen Zeit. 6. Gib dir von einem jeden Tage, den dir Gott schenket, Rechenschaft; durch⸗ denk ihn, leg ihn auf die Wage: vollbrachtest du ihn tugendhaft? Hast du nach Möglichkeit gethan, was Gott von dir einst fordern kann? 7. Herr meines Lebeus, sei doch künftig mein Heil und meines Lebens Kraft; so wandle ich als Mensch vernünftig, so leb als Christ ich tugendhaft; so dank ich dir in Ewigkeit für die min hier verliehne Zeit. Mel. S8 +⏑&Wò ¹t; ie.———2—2— 5 Lebens r nahet ihre, als end geht. chenleben ützt vor⸗ 1Mensch, um nütz⸗ zu sein; ten nach⸗ das Ver⸗ n; daß, Leib be⸗ und dein kleinsten da du erfüllst; cht über⸗ so frech Wiß, vig reut, dlen Zeit. „ was fordern Lebens, iein Heiil 5 Kraft; Mensch und größre Sorge für dein der Gemüther Genügsamkeit und Zufriedenheit. 337 Mel. Wer nur den lieben Gott Glück, so werden Fehler, die ö 4 48 Blick hin in die dich reun, selbst Mittel dir pergangnen zur Weisheit sein. Zeiten, mein Geist, und 6. Ermanne dich, dieß sammle Weisheit ein, um, kurze Leben dem weisesten frei vom Dienst der Eitel⸗ Gebrauch zu weihn; es ward keiten, der Tugend dich allein vom Schöpfer dir gegeben, weihn. Nur sie schafft hier guten Samen auszu⸗ ir zu aller Zeit das wahre streun, der reifend für die Glück: Zufriedenheit. Ewigkeit am Tag der 2. Dank ihm, dem Herrn, Aerndte dich erfreut. für alle Freuden, womit 7. Dann blickest du am dich seine Huld erquickt; Ziel der Zeiten mit Ruh doch dank ihm auch für je⸗ in das Vergangne hin und des Leiden, das er dir lieb⸗ freuest dich der Seligkeiten reich zugeschickt. Denn Alles, des Himmels mit entzücktem was er an dir thut, ist weise Sinn, der Wonne, die dort stets, ist ewig gut. den umgibt, der hier sich 3. Vergiß nicht, wie er treu im Guten übt. 615 hren dir⸗ aaht Dil efahren dir genaht, dir 7 schenkte, was dir wahrhaft Genügsamkeit und mützte, oft eh ihn noch dein Zufriedenheit. Flehen bat; und wie er oft ö ö dir mehr gewährt, als je Mel. Wie groß ist des Allmächt. dein Wunsch von ihm be⸗ u klagst und gehrt. 449 D fühlest die 4. Denk an die hinge⸗ Beschwerden des Stands, floßnen Stunden, die der in dem du dürftig lebst; du Allliebende dir gab. Sind strebest glücklicher zu werden sie in seinem Dienst ver⸗ und siehst, daß du vergebens schwunden, dann schrecken strebst. Ja, klage! Gott dich nicht Tod und Grab, erlaubt die Zähren; doch denk dann ist die hier verfloßne im Klagen auch zurück: ist zeit Gewinn dir für die denn das Glück, das wir Swigkeit. begehren, für uns auch stets 5. Doch blick auch voller ein wahres Glück? Scham und Reue auf Feh⸗ 2. Nie schenkt der Stand, ler vorger Zeit zurück und nie schenken Güter dem lern aus ihnen beßre Treue Menschen die Zufriedenheit, S ih ist 338 Pflichten gegen uns selbst. ist Tugend und Genügsam⸗ keit. Genieße, was dir Gott beschieden, entbehre gern, was du nicht hast. Ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder hat auch seine Last. 3. Gott ist der Herr und seinen Segen verkheilt er stets mit weiser Hand; nicht so, wie wirs zu wünschen pflegen, doch so, wie ers uns heilsam fand. Willst du zu denken dich erkühnen, daß seine Liebe dich vergißt? Er gibt uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns schädlich ist. 4. Verzehre nicht des Le⸗ bens Kräfte in träger Un⸗ zufriedenheit; besorge deines Stands Geschäfte und nütze deine Lebenszeit. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein ewig Glück in Hoffnung sehn, dieß ist der Weg zu Ruh und Leben. Herr, lehre diesen Weg mich gehn! In voriger Melodie. 450 Eittehre nicht, mein Herz, mit Klagen den Gott, der dich zum Glück erschuf! Des Lebens Mühe zu ertragen und froh zu sein ist dein Beruf. Erdulde standhaft die Beschwerden, die keine Klugheit hindern kann; schaff nur, daß sie dir heilsam werden, und bete Gottes Willen an. 2. Gott selbst hat dir dein Loos beschieden, nimms dankbar aus der Vorsicht Hand. Erfülle jede Pflicht zufrieden, die sie mit diesem Loos verband! Sie gibt dir Munterkeit und Kräfte und nährt und stärkt sie väter⸗ lich. Sie brauchen, das ist dein Geschäfte, und ihr Ge⸗ brauch ist Glück für dich. 3. Hat Andern deines Vaters Segen mehr Güter anvertraut, als dir, darf dieß wohl deinen Neid er⸗ regen? Denk: wer ist Gott? und wer sind wir? Weiß er nicht besser, was dir nützet und deinem Nächsten frommt, als du? Wenn er dich nährt, regiert und schü⸗ tzet, was fehlet dann noch deiner Ruh? 4. Du prangest nicht in hohen Würden; beneide nicht der Großen Glück! Sie seufzen unter schweren Bürden, und oft stürzt sie ein Augenblick. Dir ward kein Ueberfluß gewähret; wünsch ihn auch nicht aus Selbstbetrug! Wer gern, was er nicht braucht, ent⸗ behret, der ist beglückt und reich genug. ö 5. Herr, der du mir zum frohen Leben, was ich he⸗ darf und mehr verlichn laß eifrig sich mein Hei bestre Gottes dir dein nimms hn Pflicht t diesem gibt dir äfte und e väter⸗ das ist ihr Ge⸗ e dich. deines r Güter ir, darf Neid er⸗ ist Gott? 7Weiß was dir Nächsten Wenn er und schü⸗ ann noch nicht in beneide Glück! schweren stürzt sie dir ward zewähret; nicht aus er gern, ucht, ent⸗ lückt und mir un 5. ich he bestreben, die Unzufrieden— heit zu fliehn! In Demuth laß mein Herz sich üben, Gott, deiner Güte sich zu freun; dich ehren, dir ver⸗ traun, dich lieben, müss ewig meine Wonne sein. Mel. Wer nur den lieben Gott 451 Och bin in mei⸗ NI nem Gott zu⸗ frieden mit dem, was er zu meinem Theil an Glück und Unglück mir beschieden, sein weiser Rath sucht stets mein Heil. Ob er mir gleich oft widrig scheint, doch weiß ich, daß ers treulich meint. 2. Er weiß allein, wo⸗ durch auf Erden sein großer Name für und für muß herrlich und gepriesen wer⸗ den. Erreicht er diesen Zweck an mir, so bin ich ruhig und vergnügt mit Allem, wie ers mit mir fügt. 3. Muß mir die Freu⸗ densonne scheinen, so dank ich fröhlich seiner Huld; muß aber ich in Trübsal weinen, so nehm ichs auch an mit Geduld. Denn das, was seine Weisheit thut, ist Alles ewig recht und gut. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt Genügsamkeit und Zufriedenheit. 339 Leben, freudenleer mein Stand, mein Loos; ist mein höchster Wunsch, mein Stre⸗ ben, reich zu sein, geehrt und groß: dann verfließen meine Tage mir in Miß⸗ muth, Sorg und Plage. 2. Lernt ich mäßiger be⸗ gehren, mäßiger im Wün⸗ schen sein, jetzt genießen, dann entbehren, o wie glück⸗ lich würd ich sein! Meine Freuden, meine Schmerzen flieen nur aus meinem Herzen. 3. Hoher Stand und große Güter schaffen nicht Zufrie⸗ denheit, wahre Ruhe der Gemüther wohnt nur bei Genügsamkeit, die mit Weis⸗ heit sich verbindet und ihr Glück auf Tugend gründet. 4. Gott vertheilet seinen Segen stets mit weiser Va⸗ terhand, nicht, wie wirs zu wünschen pflegen, nur wie er es heilsam fand. Auch mich hat er nicht vergessen, auch mein Theil mir zuge⸗ messen. 5. Ringet um der Tugend willen, Brüder, nach Zu⸗ friedenheit! Schwere Pflich⸗ ten zu erfüllen, hilft nur Geistesheiterkeit. Gram im Herzen tief verschlossen macht zu jeder Pflicht ver⸗ drossen. ö 6. Laß mich, Gott, in meinem Leben redlich meine Pflichten thun, still und P2 kind⸗ * 340 Pflichten gegen uns selbst. kindlich dir ergeben, fromm in deiner Fügung ruhn; und ein Blick auf ewge Freuden stärke dann mich auch im Leiden. Streben nach Herzeus⸗ und Gewissensruhe. In eigener Melodie. 453 Niche auf den Höhn, nicht in den stillsten Gründen bist, süßer Friede, du zu fin⸗ den, der Paradiesespalmen trägt! Dein Reich ist nicht der Welt Getümmel, du herrschest segnend in dem Himmel und in der Brust, die für ihn schlägt. 2. Du weinst, o Mensch, dich treffen schwere Leden du ringest mit dem Druck der Zeiten vergebens, bist du nicht ein Christ? Hier weilen Kampf und Streit und Mühen; willst du ins Land des Friedens ziehen, so lerne, wo der Himmel ist. 3. Nicht Alle, die zu Christo sich bekennen, nicht Alle, die ihn Herr, Herr! nennen, sind würdig, aus⸗ erwählt zu sein. Drum suchen Viele falsch hienieden in Gold und Ehre ihren Frieden und gehen nicht zum Himmel ein. 4. Es ist und bleibt, wie's immer ist gewesen. Wer mag von Disteln Feigen le⸗ sen; und bringt der Dorn auch süßen Wein? Die Welt kann dir mit nichten Gben, was sie nicht hat. Das rechte Leben hüllt still in frommer Brust sich ein. 5. In Gottes Gnade suche delnen Frieden. Wirst du das Göttliche behüten, dann hast du, was dich still erhält. Laß toben Schrek⸗ ken und Euliians du kannst nur Himmlisches bewahren. Das Andre aber, das zer⸗ fällt. In eigener Melodie. 454 Bachges Gr wissen, so ist für mich, wenn Andre zagen müssen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Dieß sei mein Theil! Dieß soll mir Niemand rauben. Ein reines Herz von ungefärbtem Glaubem, Heihl. Gottes nur ist Hei —3 Welch ein Gewini wenn meine Sünde schwei⸗ get und Gottes Geist in meinem Geiste zeiget, daß ich sein Kind und Crbe bin! 4. Und diese Ruh, den Trost in meinem Leben, sollt ich für Lust, für Lust Einle Sinn ot, wies 1. Wer eigen le⸗ er Dorn §„ Die tnichten icht hat. üllt still sich ein. Gnade 1. Wirst behüten, dich still Schrek⸗ zu kannst ewahren. das zer⸗ ie. nur ein jes Ge⸗ ir mich, müssen, in der n Theil! Niemand 8 Herz Hlauben, nur ist Sinne geben? Dieß lasse Gottes Geist nicht zu! 5. Mag auch die Pflicht, mich selber zu besiegen, die schwerste sein! Sie ist's; doch welch Vergnügen wird sie nach der Vollbringung nicht! 6. Welch Glück, zu sich mit Wahrheit sagen kön⸗ nen: ich fühlt in mir des Bösen Lust entbrennen, doch, Dank sei Gott! er schützte mich! 7. Was kann im Glück den Werth des Glücks er⸗ höhen? Ein ruhig Herz versüßt im Wohlergehen mir jeden frohen Augenblick. 8. Was kann im Schmerz den Schmerz der Leiden stillen, im schwersten Kreuz mit Frieden mich erfüllen? Ein in dem Herrn zufried⸗ nes Herz. 9. Was gibt mir Muth, die Güter zu verachten, wo⸗ nach so ängstlich niedre See⸗ len trachten? Ein ruhig Herz, dieß größte Gut. 10. Was ist der Spott, den ein Gerechter leidet? Sein wahrer Ruhm! Denn wer das Böse meidet, das Gute thut, hat Ruhm bei Gott. ö I1. Im Herzen rein hin⸗ auf zum Himmel schauen und sagen: Gott, du Gott, bist mein Vertrauen! Welch Weiser Genuß der Lebensfreuden. 341 Glück, o Mensch, kann grö⸗ ßer sein? 12. Sieh, Alles weicht, und du wirst sterben müs⸗ sen; was kann alsdann dir deinen Tod versüßen? Ein gut Gewissen macht ihn leicht. ö 13. Heil dir, o Christ, der diese Ruh empfindet und der sein Glück auf das Bewußtsein gründet, daß nichts Verdammlich's an ihm ist! 14. Laß Erd und Welt, so kann der Fromme spre⸗ chen, Iaß über mir den Bau des Himmels brechen! Gott hält. dessen Hand mich ält. Weiser Genuß der Lebensfreuden. Mel. Nun danket Alle Gott 455 Du, der so gern beglückt, gern Freuden uns bereitet, wie selig, wer, von dir, an Va⸗ terhand geleitet, nur dann sich glücklich fühlt, wenn er zu dir sich hält, und nur Vergnügen sucht, das dir, o Gott, gefällt. 2. Wie selig, wenn sein Geist zu dir, durch den er lebet, durch den er denkt und wählt, sich oft und gern erhebet; wenn er die Freude kennt, dir näher, Gott, zu P 3 sein 34⁴2 sein, erstaunt sich deiner Macht und deiner Huld zu freun! 3. Wie selig, wenn er selbst der Erde kleinre Freu⸗ den mit Maaß und Weis⸗ heit wählt! Ihr Uebermaaß wird Leiden. Nach arbeit⸗ voller Müh erquicket der Genuß; wer nur der Freude lebt, fühlt endlich Ueber⸗ druß. 4. O gib, Allgütiger, gib, daß auch meine Seele, wenn sie nach Freude strebt, nie jene Freuden wähle, die uns dereinst gereun! Es schlage meine Brust, durch Laster nie entweiht, nur für die reine Lust! 5. Laß meine Tage mich durch eitles Spiel nicht töd⸗ ten; die Unschuld müsse nie vor meinem Scherz errö— then! Nach treu vollbrach— ter Pflicht darf ich der Ruh mich freun, doch keinen Augenblick den Freuden weihn. 6. Vernunft und Tugend, seid Gefährten meiner Freu⸗ den! Dem Schwelger will ich nie sein kurzes Glück beneiden. Was mir an Reichthum fehlt, ersetzt Zu⸗ friedenheit; der frohste Sinn wohnt gern bei frommer Häuslichkeit. 7. Der Tag der Fröh⸗ lichkeit sei niemals ganz ver⸗ loren! Ich ward zum Dienst falschen Pflichten gegen uns selbst. der Welt, zum Spielwerk nicht geboren. Erholung sei er mir! Es stärke mich mein Muth, des Guten mehr zu thun, so oft ich ausgeruht! 8. Nie soll durch meine Lust der arme Bruder lei⸗ den! Der Tag, der mich beglückt, sei ihm auch Tag der Freuden! Ist er ver⸗ lebt, wohl mir, wenn er mich nie gereut! Nie scheid er ohne Dank für den, der mich erfreut! Mel. Mache dich, mein Geist 4 56 Liele Freuden O streust du hin auf den Weg des Lebens, Schöpfer, diesen Vatersinn zeigst du nicht vergebens. Du erfreust unsern Geist, um ihn anzutreiben, stets dir treu zu bleiben. 2. O wie schön ist deine Welt und wie reich an Se⸗ gen! Nur ein Thor, dem nichts gefällt, sinkt dem Gram entgegen. Was ist Noth, was der Tod gegen so viel Gaben, die den Wei⸗ sen laben? ö 3. Uns, o Gott, gabst du Gefühl für den Reiz der Erde, daß der Lauf zum hohen Ziel uns erleichtert werde; und auch ich freue mich, denn du hast mir Le⸗ ben und Gefühl gegeben. 4. Doch pielwerk lung sei lich mein mehr zu Sgeruht! ha meine der lei⸗ der mich uch Tag er ver⸗ venn er lie scheid den, der in Geist Freuden t du hin Lebens, zatersinn rgebens. n Geist, n, stets ist deine an Se⸗ or, dem Ekt dem D aaan gegen den Wei⸗ winken! Laß mich nie, dir 4. Doch ich soll des Lebens Lust menschlich nur genießen, meiner Würde mir bewußt, jeden Tag beschließen. Deine Hand gab Verstand, Triebe zu beschränken, die zum Bösen lenken. ö 5. Nie darf das Vergnü⸗ gen mich meiner Pflicht entlocken, nie mich, Vater, gegen dich und mein Heil verstocken. Wer vergißt, was er ist, und nur thierisch lebet, steht einst da und bebet. ö 6. Ach, wie Mancher hängt sein Herz fest an Erden⸗ freuden! Und wie tobt in ihm der Schmerz, wenn sie von ihm scheiden! Gott, laß nie mich an sie ganz den Geist gewöhnen, nie den Sinnen fröhnen! 7. Wilde Freude kann gar leicht die Gesundheit schwä— chen. O wie wird sich, wenn sie weicht, das Gewissen rächen! Steh mir bei! Gott verleih, daß, wenn ich er⸗ kranke, doch mein Trost nicht wanke! 8. Nur ein mäßiger Genuß stärkt des Lebens Kräfte;“ er verscheucht den Ueherdruß, fördert die Ge⸗ schäfte, und mein Geist, der dich preist, wird dabei ge⸗ trieben, ewig dich zu lieben. 9. Gib denn, daß ich weise sei, wenn mir Freuden Weiser Genuß der Lebensfreuden. 343 ungetreu? in den Taumel sinken! Leite mich, daß ich dich auch in Freuden ehre und mein Heil nicht störe. Alle Lust der Sinn⸗ lichkeit wird vorüberfließen; nur was Geist und Herz erfreut, werd ich stets ge⸗ nießen. Guter Gott, laß im Tod, wann die Sinne schwinden, mich dieß Glück empfinden. Mel. Gott des Himmels und 457 is der Tod ihm winkt zum Grabe, danke seinem Gott der Christ, dem die theure Seelengabe, Heiterkeit, ver⸗ liehen ist, der auch nie sie frech entweiht, immer sich in Unschuld freut. ö Er verzehret seine Kräfte nicht in unzufried⸗ nem Sinn; unter nützlichen Geschäften fliehen seine Tage hin. Heitrer glänzt sein Angesicht im Gefühl erfüllter Pflicht. ö 3. Leichtsinn, der sich Freude nennet, aber von der Tugend gern sich im wilden Taumel trennet, blei⸗ bet von dem Christen fern, dessen heitrer fester Muth auf der Tugend nur be⸗ ruht. 4. Wenn auch jedes Glück ihm schwände und die Erde freudenleer ihm vor seinen Augen stände, Hoffnung P 4 flieht 344 flieht ihn; nimmermehr; muthvoll geht an ihrer Hand er ins beßre Vaterland. 5. Stärke, Gott, auch meine Seele, daß sie sich zum Guten neigt; gib, daß ich den Pfad erwähle, den mir Jesu Lehre zeigt! Nichts stört meinen heitern Sinn, dnn ich fromm und weise hin. Mel. Mein erst Geschäft sei Preis 458 Daß unser Gott H uns Leben gab, deß wollen wir uns freuen und von der Wiege bis ans Grab ihm unsern Dank erneuen. 2. Denn auch zur Freude gab uns Gott auf dieser Welt das Leben und hat verheißen, nach dem Tod der Wonne mehr zu geben. 3. Die Frühlingswärme haucht sein Mund, und Kühlung wehn die Wogen. Am Himmel zeugt von seinem Bund der schöne Regen⸗ bogen. 4. Und Gärten, Wälder, Berg und Flur verkünden seine Gnade. Wir finden seiner Güte Spur auf jedem unsrer Pfade. 5. Drum können wir bei frommem Fleiß getrost auf Segen warten. Von heitrer Stirne fließt der Schweiß herab auf Feld und Garten. Pflichten gegen uns selbst. 6. Doch geben wollen wir auch gern, wie wir von Gott genommen, und ähnlich werden unserm Herrn, zu dem dereinst wir kommen. 7. Wir schaun die Wun⸗ der seiner Hand aus unsern tiefen Fernen und wissen: unser Vaterland ist über jenen Sternen. Auf unserm Leben schwimmt wie Schaum ein wenig Müh und Kummer. Das Leben ist ein Morgen⸗ traum, der Tod ein kurzer Schlummer. 9. Wir sinken freudig in den Staub, der unsre Väter decket, und gönnen Würmern ihren Raub, weil Gott uns auferwecket. Geduld und Gelassenheit im Leiden. Mel. Was mein Gott will 4 59 Gott, immer groß an weiser Huld, du Geber meiner Freuden, behüte mich vor Ungeduld bei dieses Lebens Leiden! Auch sie verhängst du über mich nach ewig weisen Schlüssen; sie werden mir, trau ich auf dich, zum Besten dienen müssen. 2. Ich raube mir durch Ungeduld selbst viele mei⸗ ner Freuden, verkenne deine Vater⸗ ö ollen wir vo Gott ähnlich errn, zu ömmen. jie Wun⸗ 8 unsern wissen: ist über 1. Leben aum ein Nummer. Morgen⸗ in kurzer eudig in re Väter Zürmern zott uns ssenheit tt will ier groß er Huld, Freuden, geduld Leiden! u über EE.—————— weisen en mir, 1Besten Geduld und Gelassenheit im Leiden. Vaterhuld, vermehre meine Leiden, vergeß oft des Be⸗ rufes Pflicht und quäl mich jeden Morgen beim Mangel froher Zuversicht mit immer neuen Sorgen. Mein banges unruh⸗ volles Herz, unfähig, sich zu fassen, wird sich dem Gram, dem kleinsten Schmerz ganz trostlos überlassen, be⸗ kämpfet seinen Kummer nie; wünscht zwar ihn zu ver⸗ mindern und sucht doch ohne Fleiß und Müh umsonst ihn zu verhindern. Du, Vater, weißt, was mir gebricht, du ken⸗ nest meine Leiden. Wie leicht verwandeln sie sich nicht, wenn du es willst, in Freu⸗ den! Die Last, die du mir auferlegt, kann mich nicht niederdrücken; wenn sie mein Herz nur willig trägt, wirst du mich bald beglücken. 5. Gott, deine Hülfe ist nicht fern, wenn man sich ganz dir weihet; du rettest, tröstest, segnest gern den, der sich ihrer freuet. O laß mein dir ergebnes Herz auf diese Hülfe sehen, so werd ich auch im größten Schmerz durch dich, mein Gott, be⸗ stehen. Miel. Jesus, meine Zuversicht — d Th*4· 34⁵ mer Dulder, hier im Glau⸗ ben! Noch so dunkel sei dein Pfad, lasse dir den Trost nicht rauben, daß nach die⸗ ser Dunkelheit dich ein hel⸗ les Licht erfreut! 2. Ausgerungen haben schon Viele, die im Glau⸗ ben litten. Sie, sie stehn vor Gottes Thron, ihre Krone ist erstritten. Du, auch du wirst Sieger sein und dich bald der Krone freun. 3. Weislich hat des Va⸗ ters Hand manches Kreuz dir auferleget. Ihm ist deine Noth bekannt; er ist's, der dich liebreich träget. Väterlich ist sein Wareieln dich zum Himmel zu erziehn. 4. Es ist Liebe, wenn er dir Lebensglück und Freude schenket; es ist Liebe, wenn dich hier Angst und Schmerz und Kummer kränket. Gott ist Vater, mild und gut; Lieb ist Alles, was er thut. 5. Lerne denn Gelassen⸗ heit, Unterwerfung und Ver⸗ trauen! Einst am Ziel der Prüfungszeit wirst du froh herniederschauen auf den Weg, der durch die Nacht dich ins Land des Lichts gebracht. ö 3. 6. O dann fließet ihr nicht mehr, Thränen, die ihr hier geflossen“ Wie ein Strom von oben her wird dann Trost ins Herz gegossen, und P 5 vor 346 vor dem verklärten Blick schwebt des Himmels ewges Glück. 7. Drum sei, Dulder, unverzagt; harr in deiner Nächte Grauen! Wann der große Morgen tagt, wirst du die Gefilde schauen, die dem Sieger offen stehn, und die Krone winken sehn. 8. Dort verschwindet al⸗ les Leid wie der Nebel vor der Sonne; vor dir liegt die Ewigkeit und das heilge Land der Wonne. In die Heimath gehst du ein, ewig selig da zu sein. Mel. Wer nur den lieben Gott 461 Wobhlthätig sind der Erde Lei⸗ den. Dieß glaube fest und murre nicht. Am Ende fol⸗ gen ihnen Freuden; auf Nacht und Graun folgt Sonnenlicht. Drum dulde mit Gelassenheit und Muth die Leiden dieser Zeit! 2. Durch Leiden will dich Gott bewähren, entwöhnen von der Lust der Welt, zur Weisheit leiten und dich lehren, mit Ernst zu thun, was ihm gefällt; du sollst mit kindlichem Vertraun auf ihn und seine Hülfe schaun. 3. Wirst du bei lauter Erdenfreuden und in des Glückes Sonnenschein so leicht der Thorheit Bahn gern der vermeiden, so Pflichten gegen uns selbst. Sünde Lockung scheun? Wird nicht, wenn nie ein Schmerz dich rührt, dein schwaches Herz gar leicht verführt? 4. Was predigt stärker dir die Lehre: vergänglich ist die Lust der Welt, als wenn in Trübsal manche Zähre herab von deinem Auge fällt? Was lehrt dich mehr Abhängigkeit, mehr Demuth, Gottergebenheit? 5. Wenn alle deine Stützen brechen, auf welche sich dein Arm gestützt; wenn Krank⸗ heit, Gram und Schmerz dich schwächen und Macht und Reichthum dich nicht schützt, dann lernst du freu⸗ dig Gott vertraun und nur auf seine Hülfe baun. 6. Ja, der Allweise schickt dir Leiden, damit er dich zur Tugend führt, schafft dir durch sie selbst künftge Freuden, indem er dein Gewissen rührt. Verehre seine Weisheit, Christ, die strafend selbst noch Güte ist! 7. Gott will, wie gute Väter handeln, durch weise Zucht dich auferziehn; gut sollst du und unsträflich wanoeln, die Welt und ihre Lüste fliehn, dich bilden in der Prüfungszeit zum Leben der Unsterblichkeit. ö 8. So nimm in Demuth und Vertrauen den Kelch des Leidens willig an und walle cheun? lie ein dein leicht stärker inglich t, als nanche heinem rt dich mehr heit? stützen h dein Krank⸗ chmerz Macht nicht freu⸗ d nur schickt r dich schafft ünftge dein erehre „ die te ist! gute weise 9 gut räflich dihre en in Leben muth Kelch und walle walle ohne Furcht und Grauen auch auf der aller⸗ rauhsten Bahn! Ihr Ende wird dich einst erfreun und 9 Ruh und Friede ein. Mel. In allen meinen Thaten 462 Och hab in guten ö* Stunden des Lehens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelassen mich auch in Leiden fassen; welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder und stets strafst du gelinder, als es der Mensch verdient. Sollt ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich er⸗ geben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfst und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun! Jetzt hat mein Geist noch Kräfte, sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Drost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf Geduld und Gelassenheit im Leiden. 3⁴⁷ des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Der Herr wird Alles lenken, und was mir gut ist, wird geschehn. Mel. Allgegenwärtiger, ich ö 463 n. Trübsal, Christ, sei unverzagt! muth an dein Herz sich wagt, erheitre dein Ge⸗ müthe; du weißt, auch dich liebt väterlich der Vater aller Güte. 2. Kein Leiden kommt von ungefähr; dein Gott schickt dir es zu und er zeigt sich in seinen Wegen so groß von Rath, als groß von That und reich an Gnad und Segen. 3. Der dich in Jesu herz⸗ lich liebt, sucht, wann er dich durch Kreuz betrübt, das wahre Heil der Seele; weckt dich, daß nicht zu deiner Pflicht dir Trieb und Eifer fehl. 4. Das Kreuz beugt Stolz und Uebermuth, erstickt der Wollust wilde Gluth, bricht die Gewalt der Sinne, er⸗ weicht das Herz, daß An⸗ drer Schmerz dein Mitleid leicht gewinne. P 6 5. Auch Wann Schwer⸗ 3⁴48 Pflichten gegen uns selbst. 5. Auch übt das Kreuz dich in Geduld, erhöht den Werth von Gottes Huld, stärkt mächtig dein Ver⸗ trauen, lehrt im Verlust dich nun mit Lust aufs Unsichtbare schauen. 6. Der Leiden Zucht er⸗ hebt dich stets zu größrer Andacht des Gebets und stärket deinen Glauben. Weit minder kann Verfüh⸗ rung dann dir deine Krone rauben. ö 7. Zwar stört das Kreuz oft deine Ruh; mit bangen Thränen säest du und unter viel Beschwerden. Christ, hoffe doch! Es wird dir noch zur reichen Aerndte werden. 8. Verschmerzt ist bald ein irdisch Leid; kurz ist der Augenblick der Zeit; doch ewig, ewig währet dort dein Genuß ohn Ueberdruß, wie ihn der Geist begehret. 9. Auch bleibet stets dein Gott getreu, steht dir als Vater liebreich bei, sorgt, daß er dich erquicke. Er schafft dir Rast, daß deine Last dich nie ganz nieder⸗ drücke. 10. Verbirgt er auch sein Angesicht, dieß raube deinen Muth dir nicht! Gott kann sein Kind nicht hassen. Wer ihn nur liebt, sich ihm er⸗ gibt, den wird er nicht verlassen. 11. Durch Trübsal sind zu aller Zeit die Frommen in die Herrlichkeit, gleich Jesu, eingegangen. Denkst denn nur du in träger Rüh die Krone zu erlangen? 12. Ergebe dich denn gleich als sie; gleich ihnen bet und zage nie; denn Gott erhört dein Flehen. Bald weicht dein Leid; zu seiner Zeit wird dich dein Gott erhöhen! Mel. Herzliebster Jesu in Herz, o Gott, 464 E in Leid und Kreuz geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schul⸗ dig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, täglich ermessen. 2. Bin ich nicht Staub wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? Thu ich zu viel, wenn ich die schweren Tage standhaft ertrage? 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, er⸗ dulden wir nur unsrer Thorheit Schulden und nennen Lohn, den wir ver⸗ dient bekommen, Trübsal der Frommen! 4. Ist Dürftigkeit, in der die Trägen klagen, sind Haß und Pein, die Stolz und Wollust tragen, des Schwel⸗ gers Schmerz, des Neids vermißte Freuden des Chyri⸗ sten Leiden? 20⁰ 5. Ist u in gleich— het und erhört weicht eit wird enbiih ö esu Gott, d und bin ich e schul⸗ Pflicht, rgessen, Staub Bin icht ein ich zu hweren 3e2 wenn u, der⸗ Unsrer und ir ver⸗ sal der in der ..— 5. Ist deren Qual, die deinen Rath verachtet, nach Gottesfurcht und Glauben nie getrachtet und die nun büßen ihrer Thorheit Freu⸗ den, christliches Leiden? 6. Doch selbst, o Gott, in Strafen unsrer Sünden läßt du den Weg zu unserm Heil uns finden, wenn wir sie uns, die Missethat zu hassen, züchtigen lassen. 7. Streb ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird Alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. 8. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden; und was sind gegen euch, ihr ewgen Freuden, dieser Zeit Leiden? 9. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde, wenn ich als Christ gelassen leid und dulde, so kann ich mich der Hülfe der Erlösten sicher getrösten. 10. Ich bin ein Mensch, und Leiden müssen kränken; doch in der Noth an seinen Schöpfer denken und ihm vertraun, dieß stärket unsre Herzen mitten in Schmer⸗ den.) S 39%0 1961 11. Schau über dich! Wer trägt⸗ der Himmel Heere? Merk auf! Wer spricht: Geduld und Gelassenheit im Leiden. 349 bis hierher! zu dem Meere? Ist er nicht auch dein Helfer und Berather, dein bester Vater? 12. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? Jetzt weißt du nicht, warum du leiden müssen; allein du wirst, was seine Wege waren, nachmals erfahren. 13. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes zu empfahen und mit dem Trost der Hülfe, die wir merken, Andre zu stärken. 14. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfah⸗ rung, Erfahrung gibt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste. Hoffe das Beste. Mel. Wer nur den lieben Gott 465 Groß ist der Herr! Die Berge zit⸗ tern vor seiner Gottesmaje⸗ stät, wenn er in dunkeln Ungewittern, der Heilige, vorübergeht. Doch Liebe strömt aus seiner Hand in vollen Wolken auf das Land. 2. Vom Raum, wo sich der Halm entfaltet, bis zu der letzten Sonn hinaus herrscht sein Gesetz; als Va⸗ ter waltet er durch das große Weltenhaus. Der Leben gibt und Freude schafft, mit Liebe waltet er und Kraft. P 7 3. Was 350 3. Was dich auch drückt, mein Herz, er rettet! Ver⸗ traun zu ihm ist deine Pflicht. Er, der den Wurm im Lager bettet, der Gott verläßt den Menschen nicht. Der so viel gibt und mehr verheißt, erhebe dankend ihn, mein Geist! 4. Vermiß dich nicht, mit ihm zu rechten; mit Demuth nahe dich dem Herrn! In trauervollen Mitternächten ist dir der Ewige nicht fern. Mit deinem Leiden, deinem Harm wirf seiner Huld dich in den Arm! 5. O schwinge dich empor vom Staube, verfinstern deine Tage sich; zu ihm blick auf und bet und glaube: versagend selbst erhört er dich; doch nie enthüllt die Ungeduld das heilge Dunkel seiner Huld! 6. Gott fehlet nicht! O Seele, thue, was dir gebührt, sei fromm und gut! Versage dir nicht diese Ruhe; aus ihr erwacht der hohe Muth, der, wenn das Unglück uns umstürmt, uns rettet, tröstet, hebt und schirmt. 7. Vertraue Gottes Vater⸗ händen, wenn er den frömm⸗ sten Wunsch versagt; was hier beginnt, wird dort vollenden, wo dir ein neues Leben tagt. Es ruhn im engen Raum der Zeit die Keime deiner Ewigkeit. Pflichten gegen uns selbst. Mel. Wann mein Stündlein⸗ 466 ir trocknen un⸗ sre Thränem ab; erhebet euch, Gefühle! Wir schauen vorwärts auf das Grab und weiterhin zum Ziele; und drückt uns auch die größte Noth, aus allen Leiden führt der' Tod: wir wollen nicht verzagen! 2. Und wären wir auch noch so arm und hätten nichts als Sorgen und Mangel, Blöße, Frost und Harm und selbst kein Brod für morgen: zur Weisheit führt des Lebens Noth, und Glück und Fülle bringt der Tod: wir wollen nicht verzagen! Und wären wir auch noch so krank: zur Tugend führen Schmerzen. Für jedes Leiden Preis und Dank! Erhebt euch bange Herzen! Durch immer wechselndes Geschick zieht Gott uns zu des Himmels Glück: wir wollen nicht verzagen! 4. Wir blicken auf so manches Grab geliebter Menschen nieder, und manche Thräne rollt hinab, doch Eins erhebt uns wieder! Gott Lob, sie sind im Vater⸗ land! Was hier zerstäubt⸗ war nur Gewand: wir wollen nicht verzagen! 5. Sie wandeln dort auf höhrer Bahn, sie blühn iu neuer Jugend; wie frei ist nun ihr Geist von Wahil wie stündlein, knen un⸗ Thränen Gefühle! ärts auf weiterhin ückt uns oth, aus der Tod: rzagen!“ vir auch en nichts Mangel, Harm rod für eit führt id Glück der Tod: rzagen! vir auch Tugend ür jedes Dank! Herzen! hselndes uns zu E. wir n! auf so wieder! Vater⸗ ystäubt/ wirn HHHont ort auf ühn in freitist Wahnn/ wie wie lauter ihre⸗Tugend! Drückt uns auch mancher heiße Tag; sie gingen vor, wir kommen nach: wir wol⸗ len nicht verzagen! Das Leid, das schmerz⸗ lich uns zerreißt, veredelt die Gefühle; es stärkt und läutert unsern Geist und führt empor zum Ziele. Wir trocknen unsre Thränen ab und schauen über Tod und Grab und wollen nicht ver⸗ zagen! Mel. Jesu, meine Freude 467 Chri t, aus deinem Herzen banne Gram und Schmerzen! Fasse neuen Muth! Wenn schon Kreuz dich drücket: Gott ists, der es schicket; was er schickt, ist gut. Wenn dich Noth ringsum bedroht, Sor⸗ gen stets mit dir erwachen: doch wird's Gott wohl— machen. 2. Ist der Himmel trübe; wankt der Freunde Liebe; stehst du wie verwaist; schreckt mit jedem Tage eine neue Plage den bedrängten Geist; weicht das Glück auch stets zurück; scheints dich nie mehr anzulachen: doch wirds Gott wohl⸗ machen. 3. Bürden abzunehmen, dazu dient kein Grämen; Gram sei dir verhaßt! Un⸗ geduld macht Bürden, die Geduld und Gelassenheit im Leiden. dir leicht sein würden, erst zur Felsenlast. Zagend Herz, besieg den Schmerz! Drückt die Bürde gleich den Schwa⸗ chen: doch wirds Gott wohl⸗ machen. 4. Du führst Christi Na⸗ men; treu ihm nachzuahmen, das ist deine Pflicht. Werde nicht erschüttert, wenn die Erde zittert und der Himmel bricht! Der steht fest, wer Gott nicht läßt. Laß rings um dich Wetter krachen: doch wirds Gott wohlmachen. 5. Herrlich ist die Krone, die der Christ zum Lohne seines Kampfs empfängt. Nur nicht selbst verschuldet und dann froh erduldet, was dein Gott verhängt! Steh als Held vor aller Welt! Mag sie deiner Hoff⸗ nung lachen: doch wirds Gott wohlmachen. 6. Dabei soll es bleiben! Nie will ich mich sträuben, Gott getreu zu sein. Stets, im Tod und Leben bleib ich ihm ergeben; ich bin sein, er mein. Was er will, sei stets mein Ziel! Er weiß alle meine Sachen ewig wohlzumachen. In eigener Melodie. ö 468 Sollt es gleich bisweilen scheinen, als verließ der Herr die Seinen, auch in S un 35⁴ 35² Pflichten gegen uns selbst. und Finsterniß glaub ich doch: Er hilft gewißlz 2. Wird die Hülfe gleich verschoben, sieht er doch mein Leid von oben. Hilft Gott nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenns nöthig ist. 3. Pflegen Väter stets zu geben, wonach ihre Kinder streben? Weis ist Gott; ich harre still; er gibt, wem und wann er will. 4. Kann ich, ist die Noth am größten, mich doch na— her Hülfe trösten: er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 5. Laß den Feind mir bange machen: Gott, mein Schutz, wird für mich wachen! Schwer sei meines Kreuzes Joch: Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Fließt so manche stille Thräne, wenn ich mich nach Ruhe sehne, jede, die mein Auge weint, zählt der treue Menschenfreund. 7. Werd ich gleich verfolgt vom Neide, leb mit Bösen ich im Streite, folgt mir Spott und Lästrung nach: Gott tilgt alle Noth und Schmach. 8. Will die Welt mich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben. Dort folgt Ruhe nach dem Krieg, und die Palme schmückt den Sieg. 9. Ich will gern das Eitle lassen; Fürst und Bettler muß erblassen; Glück verschlimmert, und der Tod Noth 10. Ach, Herr, wenn ich dich nur habe, fehlt mir keine gute Gabe! Aus der Welt durchs dunkle Grab führt führt den Dulder aus der zum Himmel mich dein Stab. In eigener Melodie. 469 arum sollt ich mich denn grämen? Hab ich doch Chri⸗ stum noch. Wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn bei⸗ gelegt im Glauben? 2. Nichts bracht ich in dieses Leben, da es mir einst allhier ward von Gott gegeben; Nichts nehm ich mit von der Erde, wenn ich sie nach vieler Müh einst verlassen werde. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein; Gott allein ist es, ders gegeben. Soll ich es ihm wiedergeben, geb ichs hin, preise ihn, blick aufs bessre Leben. 20 4. Schickt er mir ein Kresz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum verzagen? Der 48 schickt, der wird es wenden, er wird wohl, wie ey soll, all mein Unglück enden. 5. Gott ürst und sen; Glück d der Tod raus der wenn ich t mir keine der Welt rab führt dein Stab. lodie. ö sollt ich nich denn doch Chri⸗ will mir will mir ben, den Sohn bei⸗ 12 ht ich in es mir von Gott nehm ich he, wenn ler Müh ist nicht n ist es, ll'Rich es geb ichs lick aufs ein Kreutz t. herein sollt ich Der s C. Ut,Leib, V 10. Lebens Güter etwas tragen? Liebt er mi drum doch nicht minder; nie zu schwer züchtigt er seine treuen Kinder. 6. Stolz, Haß, Welt und ihre Rotten können mir Nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen! Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, seinem Gott vertrauen. Was sollt er zu schmerz⸗ lich finden? Selbst den Tod hilft ihm Gott freudig überwinden. 8. Kann mich doch der Tod nicht tödten, nein, er reißt meinen Geist aus viel tausend Nöthen, endet dieses Lebens Leiden und gibt mir einst dafür alle Himmels⸗ freuden. 9. O dann wird an höhern Schätzen Geist, und Herz, frei von Schmerz, ewig sich ergötzen. Bleibend Gut ist nicht zu finden in der Welt, sie enthält Güter, die ver⸗ schwinden. Sind nicht dieses Unbestand, eitler. Tand, Lasten der Gemüther? Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Geduld und Gelassenheit im Leiden. 2 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergötzt, sollt ich jetzt nicht i. Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. 11. Herr, mein Heil, Quell aller Freuden, du bist mein, ich bin dein! Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Her⸗ zen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd umfangen. In eigener Melodie. 470 Was Gott thut, das ist wohl⸗ gethan! Voll Weisheit ist sein Wille. Ihn bete ich in Demuth an und halt ihm kindlich stille. Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhal⸗ ten; drum laß ich ihn nur walten. ö 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Sein Wort kann ja nicht trügen, er führet mich auf rechter Bahn zum seligsten Vergnügen. Trost und Geduld gibt seine Huld, er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen., 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er wird mich wohl bedenken; wenn ich mir selbst nicht helfen kann 35⁴ kann, wird er mir Hülfe schenken. Ja, seine Treu ist täglich neu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er ist mein Licht und Leben, der nie mein Unglück wollen kann; ihm will ich mich ergeben in Freud und Leid. Es kommt die Zeit, da öffent⸗ lich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich nich nicht schrecken; weil mich zuletzt mein Gott ergötzt mit süßem Trost im Her⸗ zen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väter⸗ lich in seinen Armen hal⸗ ten. Drum laß ich ihn nur walten. In eigener Melodie. 471 as mein Gott will, gescheh allzeit! Sein Will der ist der beste. 80 helfen dem ist er bereit, der an ihn glau⸗ bet feste. Der treue Gott Pflichten gegen uns selbst. hilft in der Noth und züch⸗ tiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den will er nie verlassen. 2. Er ist mir Trost und Zuversicht, Ruh, Hoffnung Freude, Leben; drum, was er will, dem will ich nicht unmuthig widerstreben. Sein Wort ist wahr: er hat mein Haar auf meinem Haupt gezählet! Des Höchsten Macht, die für mich wacht, gibt mir stets, was mir fehlet. 3. Wenn es sein Wille mir gebeut, das Leben zu verlassen, so will ich voll Ergebenheit in seinen Rath mich fassen. Dir, Gott, be⸗ fehl ich meine Seel in mei⸗ nen letzten Stunden; dein Sohn, o Gott, hat Höll und Tod für mich auch über— wunden. Mel. Wer nur den lieben Gott 472 Was ist mein Leben auf der Erde? Ein Wechsel ists von Freud und Leid. Hier stört oft Unruh und Be⸗ schwerde mein Wohl und meine Heiterkeit; hier wohn ich noch in einer Welt, die kein vollkommnes Glüch enthält. ᷓ 2. Weß soll ich Herr, denn trösten? RNur deiner Huld. Du bist mein Heil und bleibst, wenn ahi ü und züch⸗ Wer Gott ihn baut, lassen rost und Hoffnung um, was ich nicht hen, Sein hat mein Haupt Höchsten ch wacht, das mir in Wille deben zu ich voll en Rath Hott, be⸗ in mei⸗ n; dein höll und h über⸗ en Gott t. mein en auf hsel ists Her nd Be⸗ hl. und un aud die die Noth am größten, doch meines Herzens Trost und Theil und stehst nach deiner Vatertreu mir stets mit Rath und Hülfe bei. 3. Du stärkst mir unter aller Plage, o Gott, auf mein Gebet den Muth, daß ich gelassen sie ertrage, und machest endlich Alles gut. Auf Kummer folgt zufried⸗ ner Dank, auf Klage froher Lobgesang. 4. Erwarte nicht beständge Freuden, mein Geist, in deinem Uebungsstand; denn bliebst du frei von allen Leiden, wie würde deine Treu erkannt? Vollkommne Ruh und Sicherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit. 5. Was bist du denn, o meine Seele, in deiner Noth so kummervoll? Vertraue Gott! Nur ihn erwähle zu deinem Trost: er schützt dein Wohl. Einst dankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott und Retter war. 6. Er wird es sein! Ruf in Gefahren ihn gläubig nur als Helfer an! Er weiß dich mächtig zu bewahren, und da, wo Niemand hel⸗ fen kann, fehlt ihm die Kraft zu helfen nicht, dieß stärke deine Zuversicht! 7. Befiehl dich seiner Va⸗ terpflege, hoff und vertrau ihm allezeit! Auch auf dem Geduld und Gelassenheit im Leiden. 35⁵ allerrauhsten Wege blick fröhlich hin zur Ewigkeit; da wirst du, frei von aller Pein, ganz selig, ganz zu⸗ frieden sein. 8. So laß mich,‚ Gott, stets dahin schauen und dann mit starkem Muth auf dich auch in der größten Noth vertrauen! Du bist bei mir, dieß stärke mich! Wer des⸗ sen stets versichert ist, der lebt und stirbt getrost als Christ. In eigener Melodie. 473 O Herr, mein Gott, durch den ich bin und lebe, gib, daß ich mich in deinen Rath ergebe; laß ewig deinen Willen mein, und was du thust, mir theuer sein! Du, du regierst, bist Weisheit, Lieb und Stärke. Du, Herr, erbarmst dich aller deiner Werke. Was zag ich einen Augenblick? Du bist mein Gott und willst mein Glück. 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogst mein Glück, du wogst mein Leid, und was du schickst, ist Seligkeit. 4. Gefällt es dir, so müsse keine Plage sich zu mir nahn; gib mir zufriedne Tage. Allein verwehrts mein Hel ei Heil, so bleibe nur dein Trost mein Theil. 5. Du gibst aus Huld uns dieser Erde Freuden; aus gleicher Huld verhängst du unsre Leiden. Ist nur mein Weh nicht meine Schuld, so 30 ich nicht. Du gibst Geduld. 6. Sollt ich ein Glück, das du mir gabst, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen, so wirst du, denn du hörst mein Flehn, mir dennoch eine Hülf ersehn. 7. Vielleicht muß ich nach wenig Tagen sterben. Herr, wie du willst! Soll ich den Himmel erben, und dieser ist im Glauben mein, wie kann der Tod mir schrecklich sein? Mel. In allen meinen Thaten 474 Was ists, daß ich mich quäle? Harr Gottes, meine Seele, harr und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nützet; Gott weiß es und Gott schützet, er schützet den, der nach ihm fragt. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die Welt noch sah. Eh ich mich selbst noch kannte, eh ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. Pflichten gegen uns selbst. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem Gott nicht verborgen, der Alles sieht und hält; und was er mir beschieden, das dient zu mei⸗ nem Frieden, wärs auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Er⸗ den, um glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig wie mein Geist besteht. 5. Was dieses Glück ver⸗ mehret, sei mir von dir ge⸗ währet! Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verletzet, wenns alle Welt auch schätzet, sei, Herr, mein Gott, mir ewig fern! 6. Sind auch der Krank⸗ heit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwe⸗ rer Haß und Spott, so harr ich und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gottl Du bist der Müden Stärke und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir wider⸗ fahren, wenn Gott mich will bewahren? Und er, mein Gott, bewahret mich! Mel. Schon ist der Tag von enn gleich aus 47⁵ Wé tiefer Mitter⸗ nacht Gewitter um mich blitzen, so zag ich' nichti mein ‚ ‚ emeiner ott nicht lles sieht 5 er mir it zu mei⸗ irs auch Welt. auf Er⸗ hier zu der Welt hier, im nd zum das ewig teht. Hlück ver⸗ n dir ge⸗ gewährst ses Glück Ille Welt rr, mein n! er Krank⸗ Mangel och schwe⸗ „so harr zu Gott; ille, dein o Gott! Müden deiner zu ewig r wider⸗ mich will r, mein h! rag von eich aus Mitter⸗ m mich ) nichtt mei mein Vater wacht, er wacht und wird mich schützen. Die Güte, die mich werden hieß, die den Bedrängten nie ver⸗ ließ, die wird mich nie ver⸗ lassen. 2. Sein Auge schaut auf meinen Schmerz, und seine Blicke zählen die Sorgen, die mein äarmes Herz mit Angst und Kummer quälen. Er sandte mir das Leiden zu, daß nicht mein Herz in stolzer Ruh des Ewigen ver— gesse. 3. Gesegnet sind die Lei⸗ den mir, die mich der Welt entziehen, mich lehren, Gott, allein zu dir nach Trost und Hülfe fliehen. Ich weiß, einst bringst du meinem Blick der Sonne sanftes Licht zurück, das Dunkel mir verhüllet. 4. Wie will ich dann, vom Schmerz befreit, Herr, dei⸗ ne Huld erheben; wie freu⸗ dig dir selbst für das Leid Lob, Preis und Ehre ge⸗ ben! Wohl denen, die dem Herrn vertraun und ihre Hoffnung auf ihn baun! Nie werden sie zu Schanden. Mel. In allen meinen Thaten 476 ill mich, o 7. 9. Gott, hienie⸗ den des Lebens Last ermü⸗ den, so stärke meinen Geist! Wann mich die Leiden krän⸗ Geduld und Gelassenheit im Leiden. 357 ken, so laß mich wohl be⸗ denken: auch das sei gut, was Trübsal heißt! 2. Nicht ewig soll sie währen; oft werden unsre Zähren schnell von dir abge⸗ wischt. Und seufzen wir: wie lange ist meiner Seele bange! so wird mit Trost das Herz erfrischt. 3. Du wendest solche Bür⸗ den, die uns erdrücken wür⸗ den, Gott, gnädig von uns ab. Du siehst bei unsern Plagen auch auf die Kraft zu kragen, die deine Hand uns selber gab. 4. Dein väterlich Bemü⸗ hen will deine Kinder ziehen, zu thun, was dir gefällt. Du willst die Lüste schwächen, den eignen Willen brechen, uns bilden für die beßre Welt. 5. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu ehren, mit Glauben und Geduld; daß, wenn uns Feinde hassen und Freunde uns verlassen, wir stets ver⸗ trauen deiner Huld. 6. Was will uns, Herr, auch scheiden von dir und jenen Freuden, die du für uns ersehn? Wir leben oder sterben, so wird uns, deinen Erben, des Himmels Wonne nicht entgehn. ů Zu jenem bessern Leben willst du auch mich erheben: der Tod ist 5 6. e⸗ 35⁵8 Pflichten gegen den Nächsten. Gewinn. Muß gleich mein Leib verwesen, wird doch mein Geist genesen; er eilt zu seinem Schöpfer hin. O drücke meinem Her⸗ zen bei Sorgen, Gram und Schmerzen dieß doch aufs tiefste ein: der, den du, Vater, liebest, kann, wenn du ihn betrübest, doch nie— mals unglückselig sein. Allgemeine Men⸗ schenliebe. Mel. Schwing dich auf 477 Hen heilig ist das Band, das die Menschen bindet; ist geknüpft von dessen Hand, der die Welt gegründet; ist geknüpft, daß besser mir seine Welt gefalle. Einen Schöpfer haben wir, Einen Vater alle. 2. Einen Vater, Einen Gott, der uns alle liebet, der uns täglich unser Brod, Kraft und Freude giebet; der nicht nur mit Freund⸗ lichkeit schaut auf Fürsten⸗ thronen, der auch segnet und erfreut die in Hütten wohnen. 3. Wohl mir! Auch auf mich, sein Kind, blickt er freundlich nieder. Nah und fern die Menschen sind alle meine Brüder. Froh und herzlich sollen wir uns ein⸗ ander lieben; wohlthun, Elend mindern hier, Keinen je betrüben. 4. Und ich fühlte keinen Schmerz bei des Bruders Leiden? Kalt und fühllos blieb mein Herz bei des Bruders Freuden? Und es sollt in meiner Brust Stolz und Haß entbrennen? Könnt ich dann wohl Gott mit Lust meinen Vater nennen? 5. Brüder, nein, dieß Herz soll nie sich vor euch verschließen; immer will ich Sorg und Müh liebreich euch versüßen. Alle, alle lehben wir, um uns zu be⸗ glücken; und ihr seid nur theurer mir, wenn euch Leiden drücken. 6. Immer will ich, wie ich kann, sie euch helfen tragen; kann ichs nicht, euch trösten dann, trösten, mit euch klagen. Dann sollt ihr an meiner Brust euren Gram verweinen, bis die Sonne neue Lust euch ins Herz wird scheinen. 7. O gewiß, dann werdet ihr froh den Vater preisen und auch Duldern gern mit mir hülfreich euch erweisen; werdet, süßer Trost! auch mich, wann mich Leiden drücken, mitleidsvoll und brüderlich trösten und er⸗ quicken. Mel, uns ein⸗ vohlthun, r, Keinen te keinen Bruders d. fühllos bei des Und es ust Stolz 12 Könnt Bott mit nennen? in, dieß vor euch will ich liebreich llle, alle 5 zu be⸗ seid nur nn euch ich, wie ch helfen icht, euch ten, mit sollt ihr t euren bis die euch ins u werdet r preisen gern mit erweisen; st! auch ) Leiden zoll. und und er⸗ 3——.— RIDSDDSSSDE——— Mel. Jesus, meine Zuversicht 478 llen Christen und auch mir hat der Herr dieß vorge⸗ schrieben: euren Nächsten sollet ihr, als euch selbst, von Herzen lieben! Heilig sei uns allezeit, was der Herr uns hier gebeut! 2. Wir sind Bürger Einer Welt, Kinder Eines Vaters, Brüder, die er huldreich all erhält, alle Eines Leibes Glieder, die sein weiser Allmachtsruf alle sich zu lieben schuf. 3. Eine sterbliche Natur hat er allen uns gegeben und auch Eine Hoffnung nur, Hoffnung auf ein beßres Leben, wenn wir hier in dieser Welt redlich thun, was ihm gefällt. 4. Und wir sollten uns entzwein, lieblos uns ein⸗ ander hassen, uns, zu unsrer eignen Pein, Stolz und Neid beherrschen lassen? Wer kein Freund des Nächsten ist, ist fürwahr kein Mensch, kein Christ. 5. Was wir auch aus Gottes Hand reichlicher, als Andre, haben: Ansehn, Reich⸗ thum, hoher Stand, Leibes⸗ kräfte, Geistesgaben, Alles dieß befreit uns nicht von der Menschenliebe Pflicht. 6½ Nein, der Gaͤben Un⸗ terschied knüpft das große Band auf Erden, und wohl Allgemeine Menschenliebe. 359 dem, der sich bemüht, mütz⸗ lich, wie er kann, zu werden, sich der Menschheit Dienst zu weihn, auch im Kleinsten treu zu sein. 7. Darum gib uns, Gott, ein Herz, voll von wahrer Menschenliebe, das an Andrer Freud und Schmerz Antheil nehm und gern des übe, was der Liebe Pflicht begehrt, wie sie uns dein Sohn erklärt. 8. Diesem großen Men⸗ schenfreund laßt uns alle ähnlich werden, daß wir hier mit ihm vereint, nach vollbrachtem Lauf auf Er⸗ den, dort verklärt, auf ewig sein, seiner Lieb uns ganz erfreun! In eigener Melodie. 479 J enscheufreund, nach deinem Bilde bilde sich mein ganzer Sinn! Deine Sanftmuth, deine Milde neig auch mich zur Güte hin! Unwerth wär ich, dich zu kennen, liebt ich meine Brüder nicht, unwerth, mich nach dir zu nennen, wich ich von der Liebe Pflicht. 2. Wo du, Jesu, Men⸗ schen nahtest, folgte Wohl⸗ thun deiner Spur, wo du segnend Gutes thatest, in den Hütten, auf der Flur, an dem Lager kranker Brü⸗ der, wo du je nur hinge⸗ blickt, 360 blickt, kehrte Freud und Hoffnung wieder und die Menschheit ward erquickt. 3. Menschenfreundlichster von Allen, Keinen hast du je verschmäht. Wer verirrt war und gefallen, wer um Trost zu dir gefleht, hat für alle seine Wunden, Herr, in deiner treuen Hand Rettung, Heil und Trost gefunden, Hülfe, wie er nirgends fand. ö 4. Brüder, kommt in meine Arme; wer da leidet, ruhe hier! Wenn ich sein mich nicht erbarme, wende sich mein Gott von mir! Ohne Liebe ist kein Leben; liebend nur gleich ich dem Herrn; sein Verschonen, sein Vergeben, o mein Herz, stets üb es gern. 5. Ob mich auch mein Nächster kränket: Jesus, denk ich, litt wohl mehr. Ob er Böses von mir denket: besser will ich sein, als er. Wenn mir Jemand Gram bereitet, irrt vielleicht nur sein Verstand, und ich reich ihm, wenn er gleitet, den⸗ noch liebreich meine Hand. 6. Nimmer soll mein Herz ermüden, reiner Liebe sich zu weihn! O es schafft so süßen Frieden, wohlzuthun und zu erfreun! Wer nach Dank und Lohn nur ringet, hat schon seinen Lohn dahin; wen das Herz zur Liebe Pflichten gegen den Nächsten. dringet, ärndtet dauernden Gewinn. 7. Zwar der Wehmuth Zähr entfließet dem, der reiche Saat gestreut, wenn der Hoffnung Feld nicht sprießet, oder wenig Frucht ihm beut; doch des Segens seiner Güte freut er einst sich, wärs auch spät; endlich, Heil uns! steigt zur Blüthe, was die Liebe ausgesät. Mel. O Gott, du frommer Gott. 480 Gib mir, o Gott, ein Herz, das jeden Menschen liebet, bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet; ein Herz, das Eigennutz und Neid und Härte flieht und sich um Andrer Glück als um sein Glück bemüht. 2. Seh ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir gibst, ihm hülfreich mitzutheilen; nicht aus dem eitlen Trieh, groß vor der Welt zu sein und mich verehrt zu sehn, nein, Menschen zu erfreun. 3. Dieß sei mein Gottes⸗ dienst! Auch unbemerkt von ihnen, müss Andern stets mein Herz mit Rath und Hülfe dienen! Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an; nein, was ich Brüdern thu, dir, Gott, gethan. das ses 4. Ein dauernden Wehmuth dem, der eut, wenn reld nicht nig Frücht es Segens r einst sich, mendlich, ur Blüthe, Sgesät. ommer Gott. „o Gott, iebet, bei freut, bei übet; ein uutz und flieht und Hlück als nüht. Dürftigen, eilen, von mir gibst, zutheilen; en Trieb, lIt zu sein zu sehn, erfreun. Gottes⸗ nerkt von ern stets ath und ch treibe u milder in, was das sei — 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst dem Durstigen begegnet; ein Blick voll Trost, mit dem mein Herz Bedrängte segnet; ein Rath, mit dem mein Mund in Kummer Andre stärkt; Nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 5. Eilt wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, so laß mich sorgsam sein, der Brüder Zwist zu schlichten. Aus Schmähsucht kränke nie mein Mund des Nächsten Ruh, er rühme sein Ver⸗ dienst, deck seine Fehler zu! 6. Die Rach ist dein, o Gott, du sprichst: Ich will vergelten. Drum laß mich stille sein, wenn Menschen auf mich schelten! Gib, daß ich dem verzeih, der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht! 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohler⸗ gehen mit eingeschränktem Blick bei meinem Nächsten sehen! Noch stärker müsse mich sein ewig Glück er⸗ freun, noch mehr sein See⸗ lenheil mir angelegen sein. 8. Den, der im Glau⸗ ben wankt, im Glauben zu bestärken; den, der noch sicher ist bei seines Fleisches Werken, von der verkehr⸗ ten Bahn des Lasters ab⸗ zuziehn, dazu verleih mir Allgemeine Menschenliebe. 361 Kraft und segne mein Be⸗ mühn. 9. O heilige du selbst, Herr, meiner Seele Triebe durch deine Lieb und Furcht zu wahrer Menschenliebe! Wer nicht den Nächsten liebt, geht nicht zum Him⸗ mel ein. Laß diese Wahr⸗ heit, Gott, mir stets vor Augen sein! Mel. Wer nur den lieben Gott 81 Vereinigt laßt uns Gutes wi ken, o Christen, füget Hand in Hand! Es schlinge sich um unsre Herzen der Menschen⸗ liebe Wanies Band; und Jeder liebe Recht und Pflicht, bis einst sein Aug im Tode bricht! 2. Wir sind ja Eines Va⸗ ters Kinder, in jedem Stande vor ihm gleich, sind ohne Unterschied hier Brüder, wir mögen arm sein, oder reich. In Eintracht sollen wir uns freun, einander Hülf und Beistand sein. 3. So schlage denn für Menschenfreude, für Men⸗ schenwohl auch unser Herz! Und leidet irgendwo ein Armer, gemildert sei durch uns sein Schmerz! Sein heitrer, dankerfüllter Blick erhöhet unser eignes Glück. 4. Wonne, Menschen glücklich machen! O Wonne, Menschen glücklich sehn! Durch 362 Durch sie wird Gottes schöne Erde dem Herzen noch einmal so schön. Ja, eine freudenreichre Pflicht, als Menschenliebe, gibt es nicht. 5. Erscheint des Todes ernste Stunde dir, Men⸗ schenfreund, so naht mit ihr ein Engel Gottes und ver⸗ kündigt den Lohn der Men⸗ schenliebe dir. Des Grabes Nacht wird dir erhellt, du sätest für die beßre Welt. 6% Ja, Christen, wer sein Herz hienieden der wahren Menschenliebe weiht, der streut zu einer reichen Aerndte den Samen für die Ewig⸗ keit. O laßt uns diesen Sa⸗ men streun, o laßt uns Menschenfreunde sein! Mel. Auf, Christenmensch! 482 So Jemand spricht: ich liebe Gott, und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und handelt ganz dawider. Gott ist die Lieb und will, daß ich den Nächsten liebe gleich als mich. 2. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines Lei⸗ bes Glieder; drum diene deinem Nächsten gern, denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht blos für mich; mein Nächster ist sein Kind, wie ich. Pflichten gegen den Nächsten. 3. Ein Heil ist unser al⸗ ler Gut. Ich sollte Brüder hassen, die Gott durch sei⸗ nes Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich ver⸗ sühnt, hab ich dieß mehr, als sie, verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld mit mei⸗ nen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du ver⸗ gibst, und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier gethan, den kleinsten auch von diesen, das siehst du, mein Erlöser, an, als hätt ich dirs erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein und dich in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den er⸗ gehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist! Gerechtigkeit und Billig⸗ keit. Mel. Kommt her zu mir 483 Di liebst, o Gott, Gerechtigkeit und strafest den, der sie ent⸗ weiht, am Nächsten Unrecht übet. inser al⸗ Brüder urch sei⸗ so hoch aß Gott lich ver⸗ ß mehr, ir täglich 5u Herr Ich aber mit mei⸗ n? dem du ver⸗ t lieben, rommen kleinsten 18 siehst an, als en. Und usch noch Brüdern nherziges den er⸗ rmherzig ttet, die gib mir, n. Geist ha durch Billig⸗ zu mir o Gott, echtigkeit r sie ent⸗ Unrecht übet. um Gerechtigkeit übet. Du bists, der Jedem seinen Lohn, ohn alles An⸗ sehn der Person, nach seinen Werken giebet. 2. Gerechter Gott, laß deinen Geist zu dem, was recht und billig heißt, stets meine Seele lenken! Nie komm es mir doch in den Sinn, aus schnöder Habsucht, Gewinn des Nächsten Recht zu kränken! 3. Pflanz Redlichkeit in meine Brust und laß mich stets mit wahrer Lust der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, nur Schaden sucht und Andre kränkt, wie kann das Brüder lieben? 4. Nie seufze Jemand über mich! Mein ganzes Herz bestrebe sich, dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlangen kann, und immerfort mit Jedermann in Einigkeit zu leben! 5. Laß mich beständig da⸗ hin sehn, mit Jeglichem so umzugehn, wie ichs von ihm begehre, damit ich keines Menschen Herz durch Druck und Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere! 6. Herr, mit dem Maaß, womit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dieß reize mich zur Billigkeit und lasse mich zu keiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen! und Billigkeit. Mel. 363 Gott des Himmels und der Erde. 48 4 Ricte nicht mit harter Strenge, wenn du Andre fehlen dehler Groß ist auch der Fehler Menge, die du selber noch nicht fliehst. Sei bedacht⸗ sam, richte nicht! Schonung ist des Christen Pflicht. 2. Siehst du stets die tie⸗ fern Gründe von des auch, sten Handlung ein? Ist auch, was du tadelst, Sünde, oder trüget dich der Schein? Urtheilst du gewissenhaft, oder reizt dich Leidenschaft? 3. Hast du auch in seiner Jugend stets den Blick ihm zugewandt, und die Feinde seiner Tugend, sind sie alle dir bekannt? Ach, was rechnest du ihm zu, daß er Mensch ist, so wie du? 4. Oft vollbringt er nur im Stillen, was vor Gott ihm rühmlich bleibt; fehlt auch oft mit Widerwillen, oft nur, weil ihn Irrthum treibt; zeigt nicht Klugheit bei der Pflicht, aber Bosheit übt er nicht. 5. Christ, vergiß nicht zu bedenken, was dein Nächster fordern kann! Ach, wie würd es dich doch kränken, griff er deine Ehre an! Deiner schont ja auch der Herr; deig dich nachsichtsvoll wie er 6. Selbst bei wirklichem QO 2 Ver⸗ 36⁴4 Pflichten gegen den Nächsten. Vergehen meide mit Be⸗ scheidenheit alles unbefugte Schmähen, Härte, Spott und Bitterkeit! Menschen⸗ freundlich decke du deines Nächsten Fehler zu. 7. Mit dem reinsten Her⸗ en biete ihm die Hand zu seinem Glück! Bringe, wenn du kannst, voll Güte aus der Irre ihn zurück! Hüte selbst dich, wenn du stehst, daß du keinen Fall begehst! 8. Sehe nicht des Nächsten Leiden gleich als Strafe Gottes an! Gönne dem er⸗ laubte Freuden, der sie noch genießen kann! Nie gib sei⸗ nen frohen Sinn scheinbar⸗ frommer Schmähsucht hin! 9. Laß die Liebe dich be⸗ seelen, die nur ungern Arg⸗ wohn hegt und, wenn Andre wirklich fehlen, ihre Fehler sanft erträgt! Mehre niemals ihren Schmerz, rühre, beßre nur ihr Herz! 10. Gott, der Richter aller Welten, richtet mit Gerechtigkeit. Jedem wird er einst vergelten, wie er lebt in dieser Zeit. Ueberlaß ihm das Gericht, richte du den Nächsten nicht! Wohlthätigkeit und Barm⸗ herzigkeit. Mel. In allen meinen Thaten u aller Men⸗ 485 schen Vater, du gütigster Berather in Allem, was uns drücktl Was wir hier Gutes haben, sind einzig deine Gaben; du bist's, der unser Herz erquickt. 2. Du lässest von uns Sündern durch Undank nie dich hindern, uns segnend zu erfreun! Zu ewgen Se⸗ ligkeiten uns Sterbliche zu leiten, wird ewig deine Freude sein. 3. Wie groß ist deine Milde! Barmherzger Vater, bilde mein Herz nach deinem Sinn! Daß ich der Noth der Armen mich willig mög erbarmen, nimm alle Härte von mir hin! 4. Gib, daß ich willig gebe, mich wohlzuthun be⸗ strebe, sowie mein Heiland that, der göttliche Erbarmer, den kein bedrängter Armer vergebens je um Hülfe bat. 5. Erhalt in mir die Triebe der mitleidsvollen Liebe! Wie du mir Guts gethan, so laß um deinet⸗ willen mich Andrer Noth⸗ durft stillen, so oft ich sie nur stillen kann! 6. Zum Fleiß in guten Werken laß mich die Hoff⸗ nung stärken: vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, sei, was man willig giebet, ein Opfer, das dir wohlgefällt! erather in 18. drücktl Ites haben, 1e Gaben; unser Herz von uns Undank nie ns segnend ewgen Se⸗ erbliche zu wig deine ist deine zger Vater, iach deinem der Noth willig mög alle Härte ich willig zuthun be⸗ in Heiland Erbarmer, zter Armer um Hülfe mir die tleidsvollen mir Guts um deinet⸗ drer Noth⸗ oft ich sie in guten )die Hoff⸗ rdir, dem der frohe was man is Opfer, Ilt! 7. Laß — Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. 7. Laß mich hier reichlich säen; denn das, was hier geschehen, folgt uns in jene Zeit. Wer hier den Näch⸗ sten liebet und sich im Wohl⸗ thun übet, der ärndtet dort die Seligkeit. Mel. Auf, Christenmensch! 486 er dieser Er⸗ den Güter hat und sieht den Nächsten eiden und macht den Hung⸗ rigen nicht satt, läßt Nacken⸗ de nicht kleiden, der über⸗ tritt die erste Pflicht und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. 2. Wer seines Nächsten Ehre schmäht und gern sie schmähen höret, sich freut, wenn sich sein Feind ver⸗ geht, und Nichts zum Be⸗ sten kehret, nicht dem Ver⸗ leumder widerspricht, der liebet seinen Nächsten nicht. 3. Wer zwar mit Rath, mit Trost, mit Schutz den Nächsten unterstützet, doch nur aus Stolz, aus Eigen⸗ nutz, aus Weichlichkeit ihm nützet— nicht aus Gehor⸗ sam, nicht aus Pflicht— auch ich liebt seinen Nächsten nicht. 4. Wer harret, bis ihn anzuflehn ein Dürftger erst erscheinet, nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Verborgnen weinet, nicht 365⁵ gütig forscht, obs ihm ge⸗ hricht, auch der liebt seinen Nächsten nicht. 5. Wer Andre, wenn er sie beschirmt, mit Härt und Vorwurf quälet und ohne Nachsicht straft und stürmt, sobald sein Nächster fehlet, wie bleibt bei seinem Un⸗ gestüm, Gott, deine Liebe wohl bei ihm! 6. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet, dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet, nur sorglos ihnen Gaben gibt, der hat sie wenig noch geliebt. 7. Zwar du, mein Herz, vermagst es nicht, stets durch die That zu lieben. Doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszu⸗ üben, und wünschest dir die Kraft dazu und sorgst dafür, so liebest du. ö 8. Ermattet ahn Trieb in dir, so such ihn zu be⸗ leben! Denk oft, Gott ist die Lieb und mir hat er sein Bild gegeben. Ja, Höchster, was ich hab, ist dein; sollt ich, wie du, nicht gütig sein? Mel. Gott des Himmels und der 487 S R hö⸗ 366 Pflichten gegen den Nächsten. höret, hört das heilige Ge⸗ bot, das uns Jesus Christus lehret: seid barmherzig, seids wie Gott! Gebt, so wird euch auch gegeben, was euch noth ist, Heil und Leben. 2. So viel Menschen, so viel Brüder; Ein Gott ists, der uns erschuf. Wir sind alle Christi Glieder; allge⸗ mein ist Gottes Ruf. Seine Sonne läßt er scheinen so den Bösen, wie den Sei⸗ nen. 3. Gleicht dem Vater im Erbarmen! Seid barmher⸗ zig, seids wie er! Gebt den Dürftigen und Armen; was ihr gebt, empfängt der Herr. Helft und eilt auch Uungesehen euern Brüdern beizustehen! 4. Hülfreich zu Bedräng⸗ ten eilen, ihnen Schutz und Retter sein, Kummer lin⸗ dern, Wunden heilen, wohl⸗ thun, trösten und erfreun, und dieß thun aus edlem Triebe, das ist wahre Men⸗ schenliebe. 5. Herr, wir geben von dem Deinen, was wir geben; laß uns nie fühllos sein, wo Brüder weinen, unser Mitleid tröste sie, daß, wenn wir zu dir uns nahen, wir auch Trost und Hülf empfahen! Sanftmuth, Friedliebe und Eintracht. Mel. Befiehl du deine Wege 488 Na frommer ö Eintracht stre⸗ ben, mit Allen in der Welt, ists möglich, friedlich leben, dieß ists, was Gott gefällt. Doch dem nur kanns ge⸗ lingen, der seinen Nächsten liebt, sich selbst weiß zu be⸗ ibt. Beleidigung ver⸗ gibt. 2. Nachgebend und ge⸗ fällig, des Haders größter Feind, zeigt er sich stets ge⸗ sellig, erhält sich seinen Freund. Er sucht mit Ernst zu meiden, was seine Brü⸗ der kränkt, weil er von sich bescheiden, von ihnen rühm⸗ lich denkt. 3. So oft sie Zwist er⸗ regen, so eilet er, den Streit mit Klugheit beizulegen, und stiftet Einigkeit. Der Ueber⸗ eilung Sünden entrüsten nie sein Herz, er läßt sie Nach⸗ sicht finden und hemmt des Unmuths Schmerz. 4. Nie spottet Brüder, soviel er Witz be⸗ sitzt; und zürnet nicht gleich wieder, wenn sie ihr Zorn erhitzt. Er freut sich ihrer Freuden, trotzt und erbit⸗ tert nicht und hält sich stets bescheiden, wenn man ihm widerspricht. 5 5. So er der riedliebe icht. eine Wege frommer tracht stre⸗ der Welt, Hlich leben, ott gefällt. kanns ge⸗ uNächsten deiß zu be⸗ gung ver⸗ und ge⸗ 8 größter h stets 9e⸗ ch seinen mit Ernst seine Brü⸗ r von sich nen rühm⸗ Zwist er⸗ den Streit legen, und der Ueber⸗ trüsten nie sie Nach⸗ emmt des ;. t er der r Witz be⸗ licht gleich ihr Zorn sich ihrer ind erbit⸗ t sich stets man ihm 5. S0 ö ö tracht lieben und nie durch Haß und Streit des Näch⸗ sten Tage trüben, ist Pflicht, die Gott gebeut. Sie, Herr, stets hoch zu schätzen, ihr ganz mein Herz zu weihn, sie nimmer zu verletzen, soll meine Weisheit sein. 6. Mich selbst zu über⸗ winden, gib Eifer, Muth und Kraft; dann werd ich froh empfinden, welch Glück die Eintracht schafft. Von aller Noth geschieden, werd ich einst selig sein und mich in ewgem Frieden des Lohns der Liebe freun. Versöhnlichkeit und Feindesliebe. Mel. Herzliebster Jesu! 489 HE80 deine Sanftmuth ist nicht zu ermessen. Wie viel hast du vergeben und vergessen! Ach, führe mir doch deine große Güte recht zu Gemüthe! 2. Du segnetest die dir, Erlöser, fluchten; du heil⸗ test selbst, die dich zu fan⸗ gen suchten; du zeigtest stets bei deiner Feinde Toben der Sanftmuth Proben. 3. Ach, glich ich dir, o Heiland! Ich bekenne, daß ich noch oft von schnellem Sanftmuth, Friedliebe und Eintracht. 367 5. So Fried und Ein⸗ Zorn entbrenne und mich vor dir gar leicht durch eigne Rache verwerflich mache. 4. Ich muß es wehmuths⸗ voll, ach, Herr, dir klagen: mein stolzes Herz kann noch so wenig tragen; wie schwer weiß ich, wenn Andere mich hassen, mich recht zu fassen! 5. Vergib mir, Herr, und wende mein Verderben! Bei Zorn und Haß läßt sich dein Reich nicht erben, und jener Tag vergilt nach stren⸗ gem Rechte dem harten Knechte. 6. So hilf mir denn die Rachbegier ersticken! Laß sich dein Bild in meine Seele drücken! So werd ich mich versöhnlich finden lassen, nicht wieder hassen. 7. Flucht mir ein Feind, so gib, daß ich ihn segne und seinem Grimm mit Freundlichkeit begegne, daß mich das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde. 8. Verleih mir das um deiner Sanftmuth willen, so erb ich auch im Lande deiner Stillen die Seligkeit, wozu mich jenes Leben einst wird erheben. Mel. Herzliebster Jesu! 490 Hl mein Ver⸗ söhner, der du für mich littest und noch QO 4 zur 368 zur Rechten Gottes für mich bittest, erweck in mir, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth Triebe! 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? Du schaltst nicht wieder, als man dich gescholten; du segnetest mit Wohlthun nicht blos Freunde, auch deine Feinde. 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, und doch von Rachgier ge⸗ gen Andre brennen? ich sollte feindlich Haß mit Haß vergelten und wieder schel⸗ ten? 4. Wie kann ich: Vater! zu dem Höchsten sagen und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu ver⸗ zeihen, und Rache schreien? 5. Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Ver⸗ gebung finden. Dein Jün⸗ ger ist nur, wer wie du bel. und Feinde lie⸗ Et. 6. So heilige denn mei⸗ ner Seele Triebe, mein Hei⸗ land, durch den Geist der wahren Liebe, daß nie die unglückselge Lust der Rache mich strafbar mache! 7. Wenn Brüder sich an mir worin vergehen, so schen mich ihr Unrecht über⸗ sehen, und sollten sie mich Pflichten gegen den Nächsten. noch so bitter kränken, an dich nur denken. 8. Erwecke dann, o Herr, in meinem Herzen auf's neue das Gedächtniß jener Schmerzen, die du in dei⸗ nen schweren Leidensstunden für mich empfunden. Laß mich mit Sanft⸗ muth meinem Feind begeg⸗ nen, den, der mir flucht, voll Großmuth wie du segnen! Herr, mache gegen Alle, die mich hassen, mein Herz gelassen. 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd ich sonst mein gan⸗ zes Glück verlieren, o Herr, so laß mich, ihr zu wider⸗ stehen, auf dich dann sehen! 11. Du schützest den, der redlich vor dir wandelt und überall nach deinem Vor⸗ bild handelt. Drum laß in Allem mich schon hier —4 dir ähnlich wer⸗ en! Mel. Christus, der ist mein Leben 491 Nie will ich wie⸗ der fluchen, wenn mir mein Hasser flucht, nie dem zu schaden sucht. der mir zu schaden ucht. 2. Ich will ihm sanft be⸗ gegnen, nicht drohen, wenn er droht; schilt er, so wih i nken, an o Herr, n auf's niß jener in dei⸗ Sstunden u t Sanft⸗ d begeg⸗ r flucht, wie du he gegen n, mein rführen, erfü nein gan⸗ o Herr, 1 wider⸗ in sehen! den, der delt und m Vor⸗ um laß jon hier ich wer⸗ nein Leben anft be⸗ wenn so will ich ren, D-— ich segnen: dieß ist des Herrn Gebo 4453. Mein Jesus, der Ge⸗ rechte, vergalt die Schmach mit Huld; die Wuth er⸗ grimmter Knechte ertrug er mit Geduld. 4. Sollt ich denn wieder schelten, da er nicht wieder schalt? nicht so den Haß vergelten, wie er den Haß vergalt? 5. Verleumdung dulden müssen, ist schwer; doch diese Pflicht wird leicht, wenn das Gewissen für meine Unschuld spricht. 6. Dieß will ich treu be⸗ wahren, so bessert mich mein Feind, lehrt weiser mich verfahren, indem ers böse meint. 7. Ich will die Fehler meiden, die er von mir er⸗ sann; auch die will ich be⸗ streiten, die er nicht wissen kann. 8. Durch Huld will ich mich rächen, an ihm das Gute sehn und Gutes von ihm sprechen; wie könnt er länger schmähn? 9. Im Haß ihn zu er⸗ müden, will ich ihm gern verzeihn und als ein Christ zum Frieden, zu Diensten willig sein. 10. Wenn, mich zu un⸗ tertreten, ihn Güte mehr erhitt, so will ich für ihn Versöhnlichkeit und Feindesliebe. 369 beten und Gott vertraun: Gott schützt! 7 Wahrhaftigkeit, Aufrich⸗ tigkeit und Redlichkeit. Mel. Alle Menschen müssen slerben 492 Lß mich, Höch⸗ ster, danach streben, stets der Wahrheit Freund zu sein! Vor dir müssen Lügner beben und dein heilig Auge scheun; ja, vor deinem Angesichte wer⸗ den sie beschämt zu nichte, weil Verstellung, Trug und List dir, o Gott, ein Ab⸗ scheu ist. 2. Andern zu gefallen lügen, leeren Schwätzern gleich zu sein und durch Heuchelei betrügen, Herr, das falle mir nicht ein! Wahrheit leit an allen Or⸗ ten mich in Werken und in Worten; redlich sei des Herzens Grund, redlich sprech auch stets der Mund! 3. Die der Falschheit sich ergeben, sind vor dir, o Gott, ein Gräul, und ein unglückselges Leben ist ge⸗ wiß ihr künftig Theil. Hier schon trifft verdiente Schande sie bei Redlichen im Lande; denn ein jeder Menschen⸗ freund ist der Falschheit Ränke Feind 4. Schmäht mich ohne mein Verschulden der Ver⸗ O 5 leum⸗ 370 leumder Lästermund, Herr, so laß michs still erdulden; einst wird doch die Wahr⸗ heit kund. Darf ich ja nicht länger schweigen, meine Unschuld zu bezeugen, o so gib, daß stets dabei Herz seil Mund voll Sanftmuth ei! 5. Daß du, Herr, an je⸗ dem Orte Zeuge meines Wandels bist; daß kein einzges meiner Worte deinem Ohr verborgen ist, dieß erwecke mein Gemüthe, daß ich mich vor Lügen hüte; denn du liebst den Wahr⸗ heitsfreund und bist aller Falschheit Feind. Mel. Befiehl du deine Wege 493 Wobl. dem, der richtig wan⸗ delt, der als ein Wahr⸗ heitsfreund in Wort und Werken handelt und das ist, was er scheint, nie täuschet und nie schmeichelt, nie doppelzüngig spricht, nie Redlichkeit blos heuchelt, nie Treu und Glauben bricht! 2. Wohl dem, der Lügen hasset, der, wie die Pflicht gebeut, stets seine Reden asset und Spott und Drohn nicht scheut; die Wahrheit nie verletzet, weil er an je⸗ dem Ort es sich vor Augen setzet: Gott merkt auf jedes Wort! Pflichten gegen den Nächsten. 3. Wohl dem, der Gut und Leben, droht ihm Gefahr und List, für Wahrheit hinzugeben bereit und willig ist! Du, Gott, wirst ihn erhöhen, wenn einst in ihrem Licht die Lügner schamroth stehen, enthüllt durch dein Gericht. 4. Herr, laß drum alles Lügen stets ferne von mir sein; behüte mich vor Trügen mit gleißnerischem Schein! Erinnre mein Gewissen, du hassest Heuchelei, damit ich stets beflissen der Treu und Wahrheit sei! 5. Laß niemals mich ver⸗ sprechen, was ich nicht halten kann, mich nie Zusagen brechen, die ich einmal gethan; nie Leichtsinn mich verleiten und nie des Beispiels Macht, als Wahrheit auszubreiten, Dutn nur er⸗ acht! 6. Doch laß zu allen Zeiten auch deiner Weisheit Licht, Herr, meine Seele leiten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit üb und wisse, wann ich für Andrer Wohl, wann für mich reden müsse 10 wann ich schweigen so 7. Wenn je, um mich zu drücken, des Feindes Rath elingt, wenn er mit bösen ücken in Kümmerniß mich bringt, so stärke meine See⸗ le, daß sie nicht Wun un der Gut Gefahr Bahrheit d willig irst ihn in ihrem hamroth ch dein im alles hon mir Trügen Schein! sen, du imit ich reu und lich ver⸗ t halten Zusagen gethan; berleiten 5 Macht, ibreiten, nur er⸗ 1allen Weisheit Seele e Pflicht d wisse, r Wohl, n müsse hweigen mich zu s Rath it bösen liß mich ne See⸗ iterliegt und und Alles dir befehle, durch den die Unschuld siegt! 8. Ein Herz voll Treu und Glauben, das, Gott, zu dir sich hält, das soll mir Niemand rauben. So kann ich aus der Welt einst mit der Hoffnung gehen, ich werde als dein Kind dich mit den Frommen se⸗ hen, die reines Herzens sind. Mel. Allein Gott in der Höh 494 O blickt hinauf zur Ewigkeit, empor vom Staube, Brü⸗ der! Was unsre Sinne nur erfreut, vergeht und kommt nicht wieder. Die Tugend blühet ewig schön; drum laßt des Lebens Pfad uns gehn, geleitet von der Tu⸗ gend. ‚ 2. O was sind Schätze, was ist Geld, und wärens Millionen? Was sind die Reiche dieser Welt, was aller Reiche Kronen? Wer gäbe für der Welt Gewinn des Herzens innern Frieden hin? Hinweg mit Trug und Lügen! 3. Ach, Alles, was die Welt verleiht, enteilt, als hätt es Flügel; ein enger Sarg, ein Todtenkleid und ein bemooster Hügel ist hier des Menschen letztes Loos; fürwahr, drum ist der Mensch zu groß, für Welt⸗ gewinn zu lügen. Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. 371 4. Wir sind nicht blos für diese Zeit Gefährten, Freunde, Brüder; im Reiche der Vollkommenheit begegnen wir uns wieder. Drum auf! bis Herz und Auge bricht, entweihet Recht und Treue nicht! Hinweg mit Trug und Lügen! 5. Es winde sich der Treue Band um jedes Reich der Erde; die Treue schütze jedes Land und wohn an jedem Heerde! O Menschen, Brüder, brechet nicht, was Wort und Hand und Schwur verspricht! Hinweg mit jeder Lüge! 6. Hinauf, hinauf zur Ewigkeit, o blickt gen Him⸗ mel, Brüder! Im Reiche der Vollkommenheit begeg⸗ nen wir uns wieder. Der Weg der Pflicht, der Wahr⸗ heit Bahn leit uns zum schönen Ziel hinan, und fern sei Lüg und Laster! Mel. Werde munter, mein 49 5 Ob wir sind, wie wir erscheinen, ob wir reden recht und wahr, wie wir denken, wie wir's meinen, ist dir, Rebevoll offenbar. Heilig, liebevoll und rein soll des Menschen Innres sein, und du wägst an jedem Orte jedes Men⸗ schen Herz und Worte. 2. Herr, du gabest uns die Sprache; was uns deine 6 Huld 372 Pflichten gegen den Nächsten. Huld verleiht, werde dir, der guten Sache und dem Menschenwohl geweiht! Un⸗ ser Ja und unser Nein möge fest und redlich sein! Wir sind deines Reiches Glieder, deine Kinder, wir sind Brüder. Mel. Schwing dich auf 496 Redlichkeit! mit dir im Bund auf der Erde wandeln; redlich sein mit Herz und Mund, nach Gewissen han⸗ deln; sonder Trug und Heu⸗ chelei Recht und Wahrheit lieben und, entfernt von Wahchent dhes Recht und Wahrheit üben; 2. Dieser schönen Tugend⸗ pflicht sei mein Herz erge⸗ ben! Redlich, bis mein Au⸗ ge bricht, redlich will ich le⸗ ben; redlich, wenn die Welt⸗ mich sieht, redlich ohne Zeu⸗ gen. Kann, was auch dem Tag entflieht, Gott, die Nacht verschweigen? „3. Finsterniß ist ihm wie Licht, Mitternacht wie Mor⸗ gen. Oft bin ich der Welt, doch nicht meinem Gott ver⸗ borgen. Was ich denk und thu, erspäht er im hellsten Lichte; und kein Lügengeist entgeht seinem Strafgerichte. Meines Namens höch⸗ ster Ruhm unter meinen Brüdern und mein liebstes Eigenthum sei der Ruf des Ochaben mat 1 Har. ätzen ringt, ringt na Sorg und Plage; aber Red⸗ lichkeit nur bringt Muth und frohe Tage. 5. Zwar sucht mancher Bösewicht Redliche zu drük⸗ ken, weil ihr Freimuth straft und nicht schweigt zu seinen Tücken. Aber dieses rückt sie nie aus der Wahrheit Wegen; ihnen wird, das wissen sie, dennoch Gottes Segen. 6. Menschenvater, Geld und Gut will ich gern ver⸗ schmerzen; aber einen fro⸗ hen Muth, Redlichkeit im Herzen, Redlichkeit in Wort und That und ein rein Ge⸗ wissen laß mich auf dem Lebenspfad nie, o nie ver⸗ missen. 7. Ich will redlich sein, bis ich hier vollendet habe! Gute Menschen segnen mich dann noch einst im Grabe. In ihr Herz geschrieben bleibt meine Tugend im⸗ mer, und wenn auch mein Leib zerstäubt, stirbt mein Name nimmer. Gutes Beispiel. Mel. Gott Vater, an Erbarmen 497 onf dir; der meine Freuden schuf, ist auch mein heiliger Beruf, im Herzen und im Wan⸗ 6 0010 igt na ö ber Red t Muth mancher zu drük⸗ th straft u seinen rückt ahrheit d, das Gottes „Geld rn ver⸗ en fro⸗ keit im n. Wort ein Ge⸗ uf dem nie ver⸗ ich sein, 32— N mi Grabe. hrieben id im⸗ h mein mein barmen ö j ö ö der ö reuden heiligern nd im Wan. Wandel rein und nützlich in der Welt zu sein. Wer diese roße Pflicht nicht ehrt, ist einer wahren Freude werth. 2. Es war, o Vater, dei⸗ ne Hand, die mit den Men⸗ schen mich verband. Ich sollte redlich mich bemühn, auch sie zum Guten hinzu⸗ ziehn; und leuchtet ihnen stets mein Licht, so fehlt mir deine Liebe nicht. 3. Wie groß ist jedes Bei⸗ spiels Macht! O würd es stets von uns bedacht, wie viel im Stillen um sich her es wirkt und täglich mehr und mehr die schwächern Herzen, die es rührt, zum Guten oder Bösen führt! 4. O wehe dem, der sorg⸗ los bleibt und kühn des La⸗ sters Werke treibt, den nicht der Blick der Unschuld schreckt und aus des Lasters Taumel weckt; der selbst die Schwa⸗ chen gern bedrückt und listig in sein Netz verstrickt! 5. Wie trostlos wird er einst sich sehn, wenn um ihn die Verführten stehn, und wenn nun jeder laut ihm flucht, ihm seine Qual zu mehren sucht, vor dir, o Richter, ihn verklagt und dann sein frecher Geist ver⸗ Fern sei so schwere Schuld von mir! Ja, Va⸗ ter, ich gelob es dir! Mein Beispiel reize jederzeit zur Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. 373 Tugend nur und Frömmig⸗ keit! Gib selbst, o Gott, gib mir die Kraft zu dem, was Heil und Segen schafft! Bescheidenheit. Mel. Wer nur den lieben Gott 498 Ven dir in diese Welt gerufen, stehn, Vater, alle Menschen hier auf niedern und auf höhern Stufen, und was sie haben, kommt von dir: du machest arm, du machest reich, doch vor dir sind wir alle gleich. 2. Nicht Jeder hat, was Andre haben, und das ist Güte; denn du gibst dem diese, jenem andre Gaben, weil du als Vater Alle liebst. Es sollen Alle glück⸗ lich sein und jeder sich des Andern freun. 3. Beglücken und selbst glücklich werden, ist Aller Ruf, ist Aller Loos. Dar⸗ um ist dieser hier auf Er⸗ den gering und arm, der reich und groß; der hat mehr Kraft, der mehr Ver⸗ stand und jener braucht, was der erfand. 4. Wer hat mich Andern vorgezogen? wer wieder andre Menschen mir? Du, Gott, durch freie Huld be⸗ wogen, denn alles Gute kommt von dir. Ich gab Q 7 ir 3⁴⁴ dir Nichts zuvor und ich bin Alles, was ich bin, durch dich. 5. Und ich, ich sollte nicht bescheiden und fern von al⸗ lem Stolze sein; ich den, der mehr empfing, benei⸗ den, mit ihm mich meines Glücks nicht freun? Wär ich wohl, hätt ich mehr, als er, auch besser dann und seliger? 6. Nein, gerne will ich Andre ehren, wie arm, wie niedrig sie auch sein. Sie können meiner nicht entbeh⸗ ren; ich kann mich ohne sie nicht freun. Nähm Keiner meines Glücks sich an, wie Glückseligkeit wahrer Christen. arm, wie hülflos wär ich dann! 7. Wer eitler Ehre gern entbehret und Tugend an Geringen gern erkennt und schätzet, der verehret der Niedern und der Hohen Herrn! Wohl ihm! denn mit Zufriedenheit lohnt De⸗ muth und Bescheidenheit. 8. Sie schmückt das Alter, gibt der Jugend Reiz, Lie⸗ benswürdigkeit und Werth; gibt Würd und Hoheit jeder Tugend, die eitlen Schim⸗ mer gern entbehrt. Sie sei, o Gott, mein Eigenthum, vor dir und vor der Welt mein Ruhm! Glückseligkeit wahrer Christen. Mel. Wie groß ist des Allmächt. 499 Erssernet euch, un⸗ selge Spötter! Ihr zittert, wo der Fromme glaubt; mein Herz hat seinen Gott zum Retter und eine Hoffnung, die Nichts raubt. ch sehe meinen Heiland eben; ich weiß, daß ich nicht sterben kann; weiß, mit verklärtem Leib um⸗ geben, schau ich ihn einst im Himmel an. 2. Was seid ihr, stolze Weltbezwinger wenn euch die größte Hoffnung fehlt? Dem Höchsten seid ihr viel geringer als euch der Sklave, den ihr quält. Wie kurze Zeit, mit wie viel Sorgen genießt ihr eurer Ehrsucht Raub! Man rühmt euch heute, haßt euch morgen; ihr waret Götter und seid Staub. 3. Was sind, Weltmen⸗ schen, eure Freuden, die Wollust, die euch trunken macht? Ein Christ sollt euer Glück beneiden? Folgt es euch in des Grabes Nacht? Ihr rechnet mit erhitztem Blute des fernen Tages Wollust aus? Die nahe schreckliche Minute tilgt euer Glück auf ewig aus. ö 4. Ihr wär ich hre gern ö gend an ennt und ret der Hohen denn ohnt De⸗ nheit. as— 105 etz, Lie⸗ Herth; heit jeder Schim⸗ Sie sei, genthum, der Welt ie kurze Sorgen Ehrsucht nt euch norgen; ind seid zeltmen⸗ n, die trunken llt euer olgt es Nacht? rhitztem Tages ꝛe nahe gt euer 4. Iht 4. Ihr seid dahin. Des Christen Größe geht auf, besiegt die kurze Nacht, am Tage, da Gott eure Blöße zum Abscheu aller Augen macht. Der Tag macht Könige den Knechten und Bettler den Monarchen gleich: der Tag gibt Adel dem Gerechten und macht des Christen Seele reich. 5. Ein Blick in meine Zukunft treibet Verdruß und Angst aus meiner Brust; ein Herz, das nicht auf Erden bleibet, ist sich des Himmels stets bewußt. Kein Unglück kann mich nieder⸗ schlagen; ich weiß, mein Glück entgeht mir nie; ich darf vor Feinden nicht ver⸗ zagen; ich weiß, mein Tod entwaffnet sie. 6. Du letzte Stunde meines Lebens, die du den Christen heilig bist, ich warte nicht auf dich vergebens; ich thu, was deiner würdig ist. Du lehrst mein Leben mich ge⸗ nießen; du bist mein Lohn aus Gottes Hand. Wie sanft wird sich mein Auge schließen! Mein Geist erblickt sein Vaterland. Mel. In allen meinen Thaten 500 Einn ruhiges Ge⸗ ů wissen laß, Herr, mich stets genießen; denn hab ich dieses nur, so ist für mich in Tagen, wann Glückseligkeit wahrer Christen. 37⁵ Andre ängstlich zagen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Wenn meine Sünde schweiget und mir dein Geist bezeuget, daß ich begnadigt bin; wenn mich dein Trost erquicket, so oft mich Trüb⸗ sal drücket, wie unschätzbar ist mein Gewinn! 3. Sollt ich solch ruhig Leben für Lust der Sinne eben und dann die innre ein, mich selber zu ver⸗ klagen, in meinem Busen tragen? Groß würde meine Thorheit sein. 4. Sein eignes Rei be⸗ kämpfen und seine Neigung dämpfen, ist freilich schwere Pflicht, doch wenn wir uns besiegen, welch seliges Ver⸗ gnügen gewährt der Pflicht Erfüllung nicht! 5. Nichts kann im Wohl⸗ ergehen so unser Glück er⸗ höhen, als ein geruhig Herz; das schaffet innre Freuden selbst in den größten Leiden und stillt in Schmerzen selbst den Schmerz. 6. Die Güter zu verachten, wonach dieThoren schmachten, was gibt uns dazu Muth? Was tröstet Gottes Kinder beim Spotte frecher Sünder? Gut ruhig Herz, dieß größte ut. 7. Zu dir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dein; gezählt zu—5 Y· 376 Erlösten, darf ich mich dei⸗ ner trösten: welch Glück, mein Gott, kann größer sein! 8. Läßt du mich im Ge⸗ wissen einst diesen Trost ge⸗ nießen, wann Alles von mir weicht, wann ich den Lauf vollendet und sich mein Leben endet, so wird mir selbst das Sterben leicht. 9. O laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten und mache selbst mich treu! Zum Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung stärken, daß Nichts verdammlich an mir sei! Mel. Schon ist der Tag von Gott 501 O welch ein un⸗ schätzbares Gut ist, Herr, ein gut Gewissen! Wer dieses hat, der hat auch Muth, wenn Andre zagen müssen. Sein ruhig Herz erzittert nicht; ihn schreckt kein Tod und kein Gericht, denn mit dir hat er Friede. 2. Sich deines Beifalls, Gott, bewußt, ruht er in deiner Gnade. Dein Friede ruht in seiner Brust; und wer ist, der ihm schade? Auf dich sieht er in aller Noth, womit die Zukunft ihn bedroht, ihn tröstet deine Vorsicht. 3. Trifft ihn auch hier zuweilen noch das Gift der Glückseligkeit wahrer Christen. Lästerzungen, wird seines Herzens Ruhe doch dadurch nicht ganz bezwungen. Ge⸗ nug, er weiß davon sich rein und flieht auch sorg⸗ sam bösen Schein. Gokt wird die Unschuld retten. 4. Sein Geist sieht mit Zufriedenheit der künftgen Welt entgegen. Die gibt ihm Muth und Freudigkeit auf allen seinen Wegen. Denn dort macht selbst, o Herr, dein Mund, den wah⸗ ren Werth der Menschen kund, da wird der Fromme siegen. 5. So hilf denn, daß ich mir zum Heil ein unverletzt Gewissen, des Lebens aller⸗ besten Theil, zu haben sei beflissen. Mit dir, Gott, ausgesöhnt zu sein; dein heilig Recht nicht zu ent⸗ weihn, das sei mein größter Eifer! 6. Gib, daß ich des Ge⸗ wissens Spruch als deine Stimme ehre und immer aufmerksam genug auf seine Warnung höre. Erinnerts mich an meine Schuld, so laß mich, Vater, deine Huld voll Reu und Glauben su⸗ chen! 8 7. Mit deiner Gnade tröste mich und stärke meine Seele, daß sie vor Sünden hüte sich und nie aus Vor⸗ satz fehle. Denn wer nur reines Herzens ist, hat im⸗ mer ö retten. sieht mit künftgen Die gibt freudigkeit Wegen. selbst, o den wah⸗ Menschen Fromme „ daß ich unverletzt ens aller⸗ haben sei ir, Gott, in; dein zu ent⸗ n größter des Ge⸗ Us deine d immer auf seine CFrinnerts chuld, so ine Huld üben su⸗ Gnade ke meine Sünden us Vor⸗ wer nüur hat im⸗ mer Glückseligkeit wahrer Christen. dich durch Jesum mer Christ, Troste. Allwissender, zum Mel. Schmücke dich, o liebe Seele 502 om Geräusch der Welt ge⸗ schieden, schmeck ich des Er⸗ lösers Frieden und die Freu⸗ de schon auf Erden, Herr, mit dir vereint zu werden. Diese Welt mit ihren Sün⸗ den seh ich unter mir ver⸗ schwinden und das Heil von jenem Leben den ent⸗ zückten Geist umgeben. 2. O, was achten weise Christen jenen Reiz von nie⸗ dern Lüsten, jenen Glanz der eitlen Freuden und des Lebens kurze Leiden, wenn sie schon im Geist am Throne deiner treuen Streiter Krone und den hohen Lohn erblik⸗ ken, der sie dort einst wird entzücken! 3. Mag doch Trübsal mich umstürmen, deine Huld wird mich beschirmen. Kurz nur sind des Jammers Pfade; ewig währt der Lohn der Gnade. Mit des Dankes stillen Zähren will ich dei⸗ nen Rath verehren, unter keiner Bürde sinken und den Kelch in Ruhe trinken. 4. Du hast selbst der Menschen Plagen, Heiland, voll Geduld ertragen, tau⸗ sendfaches Leid gelitten und 377 den schwersten Kampf ge⸗ stritten. Gib, wenn ich er⸗ mattet bebe, daß mich deine Kraft belebe! Hilf mir wa⸗ chen, kämpfen, siegen! Friede lohnet nach den Kriegen! Mel. Wer nur den lieben Gott 503 Wan ich ein gut Gewissen habe, so hab ich große Seligkeit; es ist des Himmels beste Gabe, das höchste Glück in dieser Zeit, in Freud und Leiden gibt es hier die wahre Ruh der Seele mir. 2. Ich bebe nicht, wenn Sünder beben, daß Gott gerecht und heilig ist. Mein Herz gibt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Christ, des göttlichen Berufes werth, der mich im Himmel wandeln lehrt. 3. Getrost wag ichs vor Gott zu treten und ihn voll Glaubensfreudigkeit als meinen Vater anzubeten, der, was ich habe, mir ver⸗ leiht und Jedem Heil und Segen gibt, der ihn von Grund des Herzens liebt. 4. Mit Muth trag ich des Lebens Leiden; sie sind ein herber Augenblick; doch des Gewissens innre Freuden sind süßer, als der Erde Glück; und was kann hö⸗ hern Trost verleihn, als ohne Schuld im 3 faur Die 378 Glückseligkeit wahrer Christen. 5. Die Freudigkeit in mei⸗ nem Herzen verbreitet sich auf mein Gesicht; sie ist mein Labsal in den Schmerzen und in der Finsterniß mein Licht: sie macht getrost, wenn eine Welt erzittert und in Trüm⸗ mer fällt. 6. Der bangen Todes⸗ furcht entwöhnet, eil ich der letzten Stunde zu; dem Lei⸗ be, der nach Rast sich seh⸗ net, zeigt sich im Grabe sanfte Ruh, indem mein Geist, der Gott belebt, zu seinem Ursprung sich erhebt. 7. Und droht mir ja noch einge Sünde, mein Heiland gibt mir Trost und Muth; ich weiß, daß ich stets Ruhe finde in der Versöhnung durch sein Blut; er, der für mich gebüßet hat, tilgt alle meine Missethat. 8. O Seele, darum sei be⸗ flissen, daß Frömmigkeit und Heiligkeit dir immerdar ein gut Gewissen und Glaubens⸗ zuversicht verleiht. Und du, mein Gott, regiere mich! Denn, o was könnt ich ohne dich? Mel. Herzliebster Jesu 504 Wen wird, o Gott, die Wonne der Erlösten nach dieses Lebens kurzem Kampfe trösten? Wen schmückt im Wuunre einst vor deinem hrone des Mittlers Krone? 2. Wer heilig wird, wer, abgewandt vom Bösen, sich von der Sünde Herrschaft läßt erlösen; wer an den Sohn glaubt, seinen Herrn ihn nennet, ihn frei be⸗ kennet. 3. Wer deine Wahrheit unter Adams Kinder ver⸗ breitet, sie erleuchtet und die Sünder durch Thaten reizt, mit einem bessern Le⸗ ben dich zu erheben. Wer, was er glaubt, gewissenhaft auch übet, die Menschen all als seine Brüder liebet, nicht lästert, sie nicht kränkt und stolz sich blähet und keinen schmähet. 5. Wer Sünden hasset und doch mit den Sündern Mitleiden fühlet und an deinen Kindern die Got⸗ tesfurcht und ihre Gaben — 1 hält, was er schwö⸗ ret. 6. Wer nicht der Brü⸗ der Ruhm und Glück be⸗ neidet, selbst reich, die Ar⸗ men speist, die Nackten klei⸗ det, froh, ohne Wucher auch mit milden Gaben genützt zu haben. 7. Wer züchtig in Ge⸗ danken, keusch auch lebet: wer seines Werthes sich nie überhebet, im Glücke mä⸗ ßig, gütig und bescheiden, getrost im Leiden. Den wird, o Sie 12 Wahrheit nder ver⸗ ht lästert, und stolz keinen en hasset Sündern und an die Got⸗ e Gaben r schwö⸗ )der Brü⸗ Hlück be⸗ die Ar⸗ kten klei⸗ cher auch 1 genützt in Ge⸗ ch lebet: sich nie ücke mä⸗ escheiden, o Gott, die die Wonne der Erlösten nach dieses Lebens kurzem Kampfe trösten, den schmückt im Himmel einst vor dei⸗ nem Throne des Mittlers Krone. Mel. Mein ganzer Geist, Gott 505 Wie groß ist unsre Se⸗ ligkeit, o Gott, schon in der Prüfungszeit, selbst un⸗ ter viel Beschwerden, wenn unser Herz sich dir ergibt und treu in Jesu Dienst sich übt! Wie groß wird sie einst werden, wenn sie herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freuden ärndtet von der Saat der Leiden! 2. O wie erhaben ist das Recht, das du uns schenktest, dein Geschlecht und Bundesvolk zu heißen! Bei dir ist unser Vater⸗ land; und wer will deiner starken Hand, Allmächtger, uns entreißen? Wenn wir gleich hier müssen streiten und zu Zeiten schwach uns finden, hilfft du uns doch überwinden. 3. Du deckest unsre Schul⸗ den zu, gibst unsern See⸗ len wahre Ruh und stär⸗ kest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm, wir sein erkauftes Eigenthum und Schafe sei⸗ ner Weide. Gutes Mu⸗ Glückseligkeit wahrer Christen. 379 thes sind auf Erden in Beschwerden unsre Seelen. Herr, was kann bei dir uns fehlen! 4. Es bleibet zwar der hohe Werth der Gnade, die uns widerfährt, verborgen hier auf Erden. Doch wann der Herr vor aller Welt in Majestät Gericht einst hält, dann wird er sichtbar werden. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns be⸗ lohnen als die Seinen, ewig uns mit ihm vereinen. 5. Wie glücklich, Gott, sind wir alsdann! Wie viel hast du an uns ge⸗ than! O laß uns unsre Würde vor Augen haben jederzeit, so tragen wir mit Willigkeit der kurzen Lei⸗ den Bürde. Herr, gib den Trieb in die Seelen, dich zu wählen und im Leben uns dir gänzlich zu ergeben. Mel. Schon ist der Tag von Gott 506 Wie heiter fließt mein Leben hin und jeder meiner Tage, wenn ich dir, Gott, ergeben bin, der Sündenlast entsage, von jeder bösen Neigung frei und deiner heilgen Vor⸗ schrift treu, rechtschaffen denk und handle. ů 2. Sanft führt dann dei⸗ ne Vatertreu mich auf des Lebens Wegen; mit jedem ö Mor⸗ 380 Morgen wird sie neu zu hen Freuden viel. reicherm Heil und Segen. Du, dessen Allmacht mich beschützt, gewährst mir Alles, was mir nützt, lenkst Böses selbst zum Guten. 3. Dich kennt, dich liebt, dir traut mein Herz, wie könnt ich je verzagen! Ich dulde standhaft jeden Schmerz: du hilfst die Last mir tragen. Verlassen kannst du, Gott, mich nicht; stets warst du meine Zuversicht; du wirst es ewig bleiben. 4. Wenn deine Gnade mich erquickt und Ruh ins Herz mir sendet; Gott, wenn dein Friede mich be⸗ glückt und keine Reu mich kränket, wie selig bin ich dann in dir! Wie ahn und fühl ich dann schon hier des Himmels hohe Freu⸗ den! 5. Die Bahn der Tugend und der Pflicht führt hin zum ewgen Leben! O Gott, mein Gott, ich zweifle nicht du wirst zu dem Bestreben, sie treu zu wandeln, deine Kraft, die alles Gute wirkt und schafft, mir Schwachen nicht versagen! Mel. Eins ist Noth 507 Lieblich sind der Tugend Pfade, 22 des Himmels ist ihr iel. Hier empfind ich Gottes Gnade und der ho⸗ Glückseligkeit wahrer Christen. Was hilft es mir, wenn ich auch Welten gewinne? Vergäng⸗ lich ist jedes Vergnügen der Sinne. Nur Freuden der Tugend entfliehen mir nicht; sie bleiben, wenn Alles auch wanket und bricht. 2. Die Natur streut Lust und Wonne jedem in den Pilgerlauf; aber schöner geht die Sonne für den Freund der Tugend auf. Ihm strahlet von Sternen ein höhres Entzücken; hh⸗ pflegen die Auen sich schö⸗ ner zu schmücken. Die ir⸗ dischen Gaben sind Labsal 1 nur; drum beut sie —— süßer die holde Na⸗ ur. 3. Furchtlos und mit sich im Frieden geht er seine hohe Bahn. Keine Last kann ihn ermüden, täuschen ihn kein eitler Wahn. Ihn leitet die Wahrheit durchs Lebensgetümmel; sein Sinn und sein Wandel ist schon in dem Himmel. Ihm folget der Beifall der Edlen und Ruh strömt ihm von dem Throne des Ewigen zu. 4. O wer wollte diese Freuden, diese Seligkeit verschmähn? Wer nicht selbst im tiefsten Leiden auf der Bahn der Tugend gehn? Wenn oft auch die Kräfte des Pilgers ermatten; bald laben Was ich auch Bergäng⸗ ergnügen Freuden hen mir wenn et und eut Lust in den schöner für den ud auf. Sternen en; ihm ich schö⸗ Die ir⸗ Labsal beut sie de Na⸗ on dem zu. te diese Seligkeit nicht den auf d gehn? Kräfte n; bald laben laben ihn wieder sanft küh⸗ lende Schatten. Drum mu⸗ thig, ihr Christen! Das Ziel ist nicht fern. Uns winket ein Vorbild; o folget dem Herrn! Mel. Der unsre Menschheit 508 Mein Glaub ist meines Le⸗ bens Ruh und führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich glaube! Ach,‚ gib mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterb⸗ lichkeit Nichts meiner Seele raube! Tief präg es meinem Herzen ein, welch Glück es sei, ein Christ zu sein! Du hast dem sterb⸗ lichen Geschlecht zu deiner Ebwigkeit ein Recht durch deinen Tod erworben. Zum Staube kehrt zurück der Staub; mein Geist wird nicht des Todes Raub, du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlöster bin, ist dieses Leibes Tod Ge⸗ winn. 3. Ich bin erlöst und bin ein Christ; mein Herz ist ruhig und vergißt die 91de. e dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, und bin des hohen Trostes voll: ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein Theil mir zu, hier kurzen Schmerz, dort ewge Ruh. Glückseligkeit wahrer Christen. 381 4. Was seid ihr Leiden dieser Zeit mir, der ich jener Herrlichkeit mit Ruh ent⸗ gegenschaue? Bald ruft der Herr und ewiglich belohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue; bald, bald verschwindet aller »Schmerz und Himmelsfreu⸗ den schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag ich doch nicht mehr der Sünden schimpflich Joch in meinem Lauf auf Erden. Die Tugend ist mir süße Pflicht, und wenn ich gleich hienieden nicht ganz frei von Fehlern werde, so ist mein Trost: Gott hat Ge⸗ duld und straft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, der du mich, Mittler, aus der Angst, die ich verdient, gerissen, dir, dir verdank ich meine Ruh; du heilest meine Wunden zu; du stillest mein Gewissen; und fall ich noch in meinem Lauf, so richtest du mich wieder auf. ö 7. Gelobt sei Gott! Ich bin ein Christ, und seine Gnad und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Ich wachs in meiner Hei⸗ ligung, ich spüre täglich Besserung des Herzens und des Lebens. Ich fühle, daß des Geistes Kraft den neuen Menschen in mir scoffs 8. Dank 382 Glückseligkeit wahrer Christen. 8. Dank sei dir, Jesu, Dank und Ruhm! Wfest lehrt dein Evangelium fest glauben, hoffen, lieben! Es macht mich ruhig; es erfreut und führet mich zur Seligkeit; drum will ichs willig üben. Hier rühm ich meines Glaubens mich; bich ihn preis ich dort ewig ich! Mel. Wer nur den lieben Gott 509 em Wandrer gleich, der auf der Reise das festgesetzte Ziel verfehlt, durch Wüsten irrt und sich im Kreise von Furcht und Hoffnung sorgend quält, lebt auch der Christ, deß Leitstern nicht ist Jesu Lehre helles Licht. 2. Er irrt umher auf düsterm Pfade, sucht See⸗ lenruh und findt sie nicht; wünscht den Besitz von Got⸗ tes Gnade, allein er wandelt ohne Licht; greift nach dem Halm, der ihn verläßt; er zagt, sein Glaube steht nicht fest. 3. Willst du das Glück des Christen kennen, so sammle nur Erfahrung ein. Sie wird die Segnungen dir nennen, die ihn hienieden schon erfreun. Sein Glaube hebet über Zeit und Gräber seine Seligkeit. 4. Betracht ihn im Be⸗ sitz der Güter, der Ehr und Hoheit dieser Welt; das Christenthum ist sein Be⸗ hüter, daß er durch sie nicht wankt und fällt; kein irdisch Gut ist ihm ein Reiz zu Wollust, Ueppigkeit und Geiz. 5. Gerührt durch Mit⸗ leid und Erbarmen beim Anblick seiner Brüder Noth, deckt er die Blöße nackter Armen, theilt mit dem Hungrigen sein Brod; er schmecket die Zufriedenheit, womit das Wohlthun uns erfreut. 6. Wirf einen Blick auf ihn, wenn Leiden und Trübsal ihn zu Boden drückt. Mein Vater, spricht er, hat durch Freuden in guten Tagen mich erquickt. Ich kenn in Leiden Gottes Huld und trag die Prüfung mit Geduld. 7. Seh ihn im Kreise der Geschäfte, wie würdig scheint der Christ dir 0 gewissenhaft braucht er die Kräfte zur Uebung seiner heilgen Pflicht. Sein Fleiß, dem Menschenwohl geweiht, erfüllet ihn mit Seligkeit. 8. Schau auf ihn hin, wenn nun das Ende dem Wirkungskreise ihn entreißt. Mein Gott, spricht er, in deine Hände befehl ich ster⸗ bend meinen Geist. Du bist mein Trost auch in der Nacht des Todes. Herr, es ist vollbracht! r ⸗:m:m-e Kasezstt4s5 Dritte 383 Dritte Abtheilung. Lie der über die Pflichten der Christen in besonderen Verbindungen, Zeiten und Umständen. Gesinnung und Verhalten des Christen in beson⸗ deren gesellschaftlichen Verbindungen. Häusliche Gesellschaft. Mel. Wer nur den lieben Gott 510 Wobl dem, der in dem Ehe⸗ bunde in treuer Lieb und Eintracht lebt! Ihm wird so manche Lebensstunde mit Lust und Heiterkeit durch⸗ webt, er blickt mit ruhig frohem Sinn auf seiner Zu⸗ kunft Tage hin! 2. Wohl dem, dem from⸗ mer Kinder Segen den Ehe⸗ bund noch schöner macht; wenn sie im Herzen Tugend hegen, in ihren Blicken Un⸗ schuld lacht; wenn sie der Aeltern Beispiel rührt und auf den Weg zum Heile führt! 3. Wohl denen, deren Hausgenossen die Furcht des Herrn vor Augen schwebt; wenn Jeder treu und un⸗ verdrossen das, was er soll, zu leisten strebt; wenn Ein⸗ tracht und Zufriedenheit das Haus zum Sitz des Segens weiht! 4. Wohl uns, wenn auch bei unsern Freuden sich freut der Nachbar und der Freund; wenn er bei un⸗ serm Schmerz und Leiden theilnehmend, tröstend mit uns weint, die Bruderhand uns willig reicht und Hülf und Beistand gern erzeigt. Ja, denen, die dich kindlich ehren, o Vater! strömt dein Segen zu. Sie wandeln, folgsam Reeh⸗ PH Lehren und traun auf dich und finden Ruh; sie finden Freude, deren Werth und Dauer keine Zeit zerstört. Zwar wird auch oft der Kelch der Leiden den Deinen, Herr, von dir ge⸗ sandt; oft muß die Tod und Trennung scheiden, die Blut und Treue fest verband; oft stört des Grams, des Unfalls Wuth, oft Krank⸗ heit ihren heitern Muth. 7. Doch trinken sie den Kelch gelassen, den du, ihr Vater, eingeschenkt, du wirst, du kannst sie nicht verlas⸗ sen, du, Gott, der seiner Kinder denkt und, wenn ihr Glaube standhaft ringt, durch Leiden sie zur Wonne bringt. 8. Drum mag des Todes Arm uns trennen, wir wer⸗ den einst uns wiedersehn, vor Gottes Thron die Un⸗ sern kennen, mit ihnen dan⸗ kend vor ihm stehn, da, wo nicht Trennung und nicht Tod den Neuvereinten fer⸗ ner droht. Mel. In allen meinen Thaten 11 O selig, wer zu⸗ frieden mit dem, was Gott beschieden, den Weg durchs Leben geht; von Herzen ihm vertrauet und fest auf das nur bauet, 384 Gesinnung und Verhalten des Christen was mit der Frömmigkeit besteht! 2. O selig, wenn die Her⸗ zen, gefaßt auf Freud und Schmerzen, vereint durch Einen Sinn, sich liebend hier verbinden, das wahre Gut zu finden, den ewig dauernden Gewinn! 3. Es wohnet schon hie⸗ nieden des Himmels hoher Frieden bei stiller Häus⸗ lichkeit. Der Liebe reiner Seelen kann keine Freude fehlen, kein Segen der Zu⸗ friedenheit. 4. Sie mildert Sorg und Leiden, Freuden, versüßt der Erde eintem Streben durchs kurze Pilgerleben lund Ziel im bessern Vaterland. Der Ehestand. Mel. Wer nur den lieben Gott dir, Gott, 512 Vnd der ch⸗ ö Freuden, du, der du Mann und Weib erschufst und sie im Glück, sowie im Leiden zu großer Pflichten Uebung rufst! Uns diesen Pflichten ganz zu weihn, laß unsers Bundes Endzweck sein! 2. Erhalt uns stets auf deinen Wegen, nimm gnä⸗ dig unsers Thuns dich an! Laß Wohlstand uns und je⸗ den ö führt Menschen Hand in Hand mit fest ver⸗ ——— gen. den S deiner fördre Auns, 5 dir zur Geistes ser gar fester, und U Schme⸗ Frömn Wort 4. seine durch den Ei so mi ihm! der Ei dem A 9. 2 wir nachseh stets Seelen wachse in jede srer T. Mel. 513 Du, S ihn eir und 6 fließt deiner den Fu 0 I nmigkeit die Her⸗ ud und durch liebend wahre n ewig 3 hie⸗ hoher Haus⸗ reiner Freude der Zu⸗ yrg und r Erde Nenschen fest ver⸗ hs kurze iell im . en Gott Gott, der Ehe Mann in besonderen den Segen mit Dank aus deiner Hand empfahn und fördre unfrer Hände Fleiß, uns, Herr, zum Glück und dir zum Preis! 3. Verleih uns deines Geistes Triebe; erfülle un⸗ ser ganzes Herz mit reiner, fester, treuer Liebe in Glück und Unglück, Freud und Schmerz, mit Liebe, die in Frömmigkeit durch Blick und Wort und That erfreut! 4. Kein Christ verbittre seine Tage dem andern je durch Ungestüm; und trifft den Einen Last und Plage, so mildre sie der Andre ihm! Das Glück, deß sich der Eine freut, schaff auch dem Andern Heiterkeit! 5. Laßt uns einander, wo wir fehlen, sanftmüthig nachsehn und verzeihn und stets mit dir geweihten Seelen im Guten uns zu wachsen freun! Dann wächst in jedem Augenblick mit un⸗ srer Tugend unser Glück. Mel. Mein ganzer Geist, Gott 513 Der Ehestand soll heilig sein! Du, Schöpfer, setztest selbst ihn ein der Welt zum Glück und Segen. Noch immer fließt in diesem Stand aus deiner milden Vaterhand den Frommen Heil entge⸗ gen. Vater! Vater! dich 385 erhöhen die in Ehen dein sich freuen, durch dich blü⸗ hen und Glüetli 2. Wie glücklich lebt ein frommer Mann, wenn die sein Herz ihm abgewann, die Gott ihm ausersehen! Wie glücklich lebt an seiner Hand, die Fromme, die ihm Gott verband, ihm hülfreich beizustehen! Wohl euch, wohl euch, fromme Gatten! In dem Schatten seiner Güte jauchzt mit freudigem Gemüthe! 3. So strecket weit sich um ein Haus ein reben⸗ reicher Weinstock aus, so blühn auch Ehgenossen. Ringsum umringen ihren Tisch die Kinder fröhlich, munter, frisch, wie junge Richtm Soran ni Sorgt nicht! Sorgt nicht! Wie viel Beter zählt chr Vã⸗ ter, zählt ihr, Mütter, Sorg und Müh ist hier nicht bitter. 4. Gott, die du hier ver⸗ bunden hast, erleichtre ihres Lebens Lat, gib, daß kein Segen fehle! Laß nie sie ihren Bund entweihn; laß treu sie, züchtig, friedsam sein. Ci⸗ Herz und Eine Seele! Lenke, lenke, Geist der Liebe, ihre Triebe weg von Sünden, daß sie häus⸗ lich Glück empfinden! 5. O leite sie von Uep⸗ pigkeit auf Freuden, die R man Verbindungen. 386 man nie bereut, auf Freu⸗ den echter Tugend, damit auch einst ihr Alter frei von drückenden Beschwerden sei und heiter wie die Jugend! Segne, segne, o du Vater und Berather frommer Ehen, alle sie, die auf dich sehen! Bei Trauungen. Mel. Vom Himmel kam der 51 4 ott, Schöpfer, Stifter 909 ger Eh, schau auf dieß Paar aus deiner Höh, das vor dir steht, den festen Bund hier vor dir schließt mit Herz und Mund! 2. Mit Gnade schau auf sie herab, daß sie zusammen bis ins Grab verträglich, freundlich, gleichgesinnt, vor Allem gottesfürchtig sind! 3. Laß sie einander innig⸗ lich stets lieben, doch nie mehr, als dich; von Untreu auch im Herzen rein und keusch in Wort und Werken sein! 4. Zusammen laß sie dir vertraun, zusammen ihre Seel erbaun, zusammen dei⸗ nen Ruhm erhöhn und dei⸗ nen Segen sich erflehn. 5. Was ihnen ihr Beruf gebeut, das laß sie thun mit Freudigkeit; und so geling ihr frommer Fleiß zu ihrem Wohl und deinem Preis! 6. Empfinden und erfah⸗ Gesinnung und Leben des Christen ren sie des Erdenlebens Last und Müh, so trage jeder gern sein Theil zu seines Gatten Trost und Heil! 7. Willst du durch Kinder sie erfreun, so gib zu ihrer Zucht Gedeihn, daß an den Pfändern ihrer Eh ihr Herz nie Gram und Jammer seh! 8. Wenn dein Rath ihnen Trübsal schickt, laß sie darin nicht unerquickt: gib heitre Tage nach dem Leid und segn es für die Ewigkeit! 9. Und trennet einst auch sie der Tod, so sei ihr Trost: daß unser Gott die tugend⸗ haft sich hier geliebt, einan⸗ der ewig wiedergibt. Mel. Mein ganzer Geist, Gott 51 5 Ven dir, du Gott der Ewigkeit, ward einst der Ehe Bund geweiht; so weih auch sie zum Segen, die hier vor deinem Angesicht entschlossen stehn, den Schwur der Pflicht vereinigt abzulegen! Laß sie, Vater, dir ergeben, einig leben, treu sich lieben, treu die Pflicht der Christen üben! 2. O du, der du so gern beglückst, so liebreich zu uns niederblickst auf allen unsern Wegen, Herr, laß sie stets sich deiner freun; gib auch zu ihrem Thun Gedeihn, und ihr Beruf sei Segen! Laß sie, Vater, dir ergeben, glücklich leben leben, fr vereint d Nach Mel. 7 516 nigkeit h erhört! 6 durch Fr nes Sege 2. Ih und St euer Hei Leitung Freuden 3. Eu naach sein. den Pilg hier verei Himmel Ae 51⁷ ziehen, d erschuf, Bemühen Beruf! der Welt 2 We früher Iu inder ihrer n den Herz seh! ihnen darin heitre und eit! auch Lrost: gend⸗ inan⸗ Gott Gott igkeit, Bund ch sie vor lossen flicht 5 sie, einig treu risten in besonderen Verbindungen. leben, freudig sterben und vereint den Himmel erben! Nach der Trauung. Mel. Mein Gott, das Herz R eht hin! Der 516 Ge6ott, der G⸗ nigkeit hat euern Wunsch erhört! Geht hin und macht durch Frömmigkeit euch sei⸗ nes Segens werth. 2. Ihm heiliget Beruf und Stand; ihm heiligt euer Herz und folgt der Leitung seiner Hand durch Freuden und durch Schmerz! 3. Euch nehme, schließt nach seinem Rath, ihr einst den Pilgerlauf, er, der euch hier vereinigt hat, in seinen Himmel auf — Aelternpflicht. Mel. Alle Menschen müssen 5H⁷7 Manadn ziehen, die zum Leben Gott erschuf, welch ein wichtiges Beruf! Bemühen, welch ein seliger Gott zum Ruhm, der Welt zum Segen, ihres eignen Heiles wegen, Kin⸗ der weis und gut erziehn, welch ein wichtiges Be⸗ mühn! 2. Wächst der Mensch in früher Jugend roh und ohne 387 Zucht heran, ohn Erkennt⸗ niß, ohne Tugend: kann er dann des Lebens Bahn würdig, mit Vernunft be⸗ treten? würdig dich, o Gott, anbeten? seinem Nächsten nützlich sein, deiner Liebe sich erfreun? 3. Jeder, dem du hier auf Erden Kinder gnädig anvertraut, sorge, daß sie weise werden, daß er ihre Wohlfahrt baut; lehre früh sie Tugend lieben und das Gute willig üben! Diese Pflicht ist ernst und groß. Nichts, ihr Eltern, spricht euch los. 4. Menschenschöpfer! Tu⸗ gendmehrer! Laß, zu fördern Menschlichkeit, Väter, Müt⸗ ter, Pfleger, Lehrer, Fürsten und die Obrigkeit mit ver⸗ einter Sorgfalt wachen, unsce Jugend fromm zu machen, sie durch Lehr und Beispiel ziehn, selber Sünd und Laster fliehn. 5. Pflanz in aller Kin⸗ der Herzen weisen, frommen Tugendsinn, daß sie nicht ihr Wohl verscherzen; laß sie Trägheit, Eigensinn, Aerger⸗ niß und Leichtsinn fliehen und um Unschuld sich be⸗ mühen! Führe sie auf ebner Bahn, daß ihr Fuß nicht gleiten kann! 6. Dort vor deinem An⸗ gesichte werden die Erzie⸗ her stehn; selig, wenn sie R 2 im 388 im Gerichte ihre Kinder vor dir sehn und dann sagen können: Keinen, Herr, verlor ich von den Meinen; und dann Kinder flehn für sie: Gott, vergilt nun ihre Müh! 7. Menschen weis' und gut erziehen, die dein Wort zum Leben schuf, welch ein wich— tiges Bemühen, welch ein seliger Beruf! Laß, o Heil⸗ ger, deinen Willen alle Ael⸗ tern treu erfüllen; lohne hier schon ihre Müh, lohn Vergelter, ewig sie! Mel. Wer nur den lieben Gott 518 Hichtiae ein wichtiges Ge⸗ schäfte für Aeltern, Kinder zu erziehn! Gib Segen, Weisheit, Lust und Kräfte zu jedem redlichen Bemühn, wodurch man unter weiser Zucht der Kinder Herz zu bilden sucht! ö 2. Du rufst die Men⸗ schen in das Leben und willst, sie sollen glücklich sein; hast ihnen den Beruf gegeben, sich gern zu And⸗ rer Dienst zu weihn. Durch Zucht zu beiden führet man sie früh zu weiser Ordnung an. 3. Wohl Aeltern, welche deinen Willen hierin mit Redlichkeit vollziehn und, diese Absicht zu erfüllen, sich nach Vermögen treu be⸗ Gesinnung und Leben des Christen mühn! Wohl ihnen hier in dieser Zeit und einst in jener Ewigkeit! 4. Sie baun das Wohl⸗ sein ihrer Jugend zu dei⸗ nes großen Namens Preis; sie lehren Weisheit sie und Tugend durch eignen und durch Andrer Fleiß; und um Gedeihn fleht ihr Ge⸗ bet zu dir, in dessen Hand es steht. 5. Sie prägen früh den jungen Seelen vor dir die tiefste Ehrfurcht ein. Gutes ihnen zu erzählen und sich mit ihnen fromm zu freun, ist guter Väter, Mütter Lust, flößt Tugend in der Kinder Brust. 6. Mit weiser Liebe sie zu lenken, mit Freundlich⸗ keit in ihr Gemüth die edlern Triebe früh zu sen⸗ ken, ist ihre Sorgfalt stets Doch widerstrebt das Kind der Pflicht, schont weise Zucht des Lieblings bemüht. nicht. 7. reicher Segen für Aeltern, Kinder und die Welt, wenn fromme Zucht auf deinen Wegen, o Herr, die Absicht nicht verfehlt! Lust strömt den Aeltern, Glück und Heil ist hier und dort der Kinder Theil. 8. Und für ein Volk, für ganze Staaten, o welch ein seliger Gewinn, wenn Viel welch ein wonne⸗ junge junge B erzogen, Sinn! Wohlsta nimmt Erden z 9. 2 auf Erd säumte häuft d Beschwe⸗ nach ih Die Op vermehr ihr Leid 40. tern die und ste daß un Segen wohl e einst so ihnen freun! Mel. 519 Pfliht: Kinder von fri zu from 2. V nes je Weishe Liebe ge vor ihm 3. Verstan nen, sei Lehrt hier in inst in ö „Wohl⸗ zu dei⸗ Preis; sie und en und 35 und ihr Ge⸗ n Hand rüh den dir die . Viel erzählen fromm Väter, Tugend iebe sie undlich⸗ üth die zu sen⸗ lt stets Hderstrebt t, schont ieblings wonne⸗ Aeltern, t, wenn deinen Absicht strömt ck und ort der 1 Volk, o welch wenn junge in besonderen junge Bürger wohlgerathen, erzogen, Herr, nach deinem Sinn! Fleiß, Ordnung, Wohlstand, Fried und Ruh nimmt dann durch sie auf Erden zu. 9. Ach aber welche Pest auf Erden bringt die ver⸗ säumte Kinderzucht! Sie häuft den Aeltern selbst Beschwerden, die oft her⸗ nach ihr Herz verflucht. Die Opfer ihrer Lässigkeit vermehren selbst noch dort ihr Leid. 10. O Gott, lehr Ael⸗ tern dieß erwägen, erweck und stärke ihr Bemühn, daß unter deinem milden Segen sie ihre Kinder wohl erziehn! O laß sie einst so glücklich sein, mit ihnen sich noch dort zu freun! Mel. Wo Gott zum Haus 519 r1of ist, ihr Aeltern, eure Pflicht! Verwahrlost eure Kinder nicht! Gewöhnet sie von früher Zeit mit Gott zu frommer Thätigkeit. 2. Wohl euch, wenn kei⸗ nes je vergißt, was Aller Weisheit Anfang ist, daß Liebe gegen Gott und Scheu vor ihm die beste Klugheit sei. 3. Lehrt sie, wenn ihr Verstand erwacht, Gott ken⸗ nen, seine Huld und Macht! Lehrt sie auf seine Werke 389 sehn und, was sie lernen, auch verstehn! 4. Besorgt für ihren Leib, doch mehr für ihren Geist, schaut stets umher, was ihrer Unschuld schaden kann, und führt sie selbst zur Tugend an! 5. Erstickt durch gute Lehr und Zucht der ersten Sünden Keim und Frucht; sorgt, daß sie werden Got⸗ tes Bild, gerecht und liebe⸗ voll und mild! 6. Zerstört des Lehrers Unterricht zu Haus durch böses Beispiel nicht; schützt vor der Strafe seiner Hand nie ihren Trotz mit Unver⸗ stand! 7. Wißt, daß sie recht und irre gehn, so wie sie euern Wandel sehn! Sie sind durch Beispiel leicht regiert; weh, weh euch, wenn ihr sie verführt! 8. Ihr junges Herz ist schwach und weich; drum rühmt vor ihren Ohren euch der Uebertretung eurer Pflicht in eurer eignen Jugend nicht! 9. Muthwillen nennt nie Witz, nie preist des Kna⸗ ben schadenfrohen Geist als Munterkeit, ein trüglich Herz und Lügen nie als Spiel und 10. Lehrt friedlich sie, ge⸗ nügsam sein, entbehren und sich dennoch freun; tilgt R 3 Geiz Verbindungen. 390 Geiz und Neid aus ihrer Brust, macht ihnen Christen⸗ sinn zur Lust! 11. Rüh, sie an der Tugend Müh, an Ernst und Fleiß und lehret sie, daß Arbeit keine Sclaverei, daß sie das Glück des Men⸗ schen sei! 12. So nehmt euch ihrer Seelen an; Gott richtet einst und fordert dann, wenn ihr nicht, was ihr thun sollt, thut, von eurer Hand der Kinder Blut. 13. Erwägts und fürchtet sein Gericht, um auch vor seinem Angesicht euch ewig ihrer zu erfreun; denn sie sind sein Geschenk und sein. Vom Himmel kam der Mel. 520 Die Kinder, de⸗ ren wir uns freun, sind alle, Gott und Vater, dein, sind deine beste Gab, o Herr; bewahre sie, Barmherziger! 2. Wenn treuer Aeltern Liebe sucht sie aufzuziehen in der Zucht, so steh, da⸗ mit sie glücklich sei, mit dei⸗ ner Weisheit ihnen bei. 3. Gib allen Kindern Lern⸗ begier, zum Guten Lieb und Lust zu dir und laß sie meiden ohne Zwang: Trotz, Eigensinn und Müßiggang. 4. 930 net sei ihr Unter⸗ richt! 35 sie durch deines Wortes Licht dich recht er⸗ Gesinnung und Leben des Christen kennen, laß sie nie gefähr⸗ lich irren, leite sie. Im Glauben mache sie gewiß, bewahre sie vor Aegerniß, und naht Ver⸗ suchung ihnen sich, so stärke du sie väterlich. 6. Hilf, daß sie dich an jedem Ort vor Augen haben und dein Wort und sich be⸗ fleißen jederzeit der Tugend, Zucht und Frömmigkeit. Daß wir Christen sehn, die freudig deine Wege gehn, und Bür⸗ voll Lust und ger einst, Muth, zu thun, was edel ist und gut! 8. Erhöre, Höchster, dieß Gebet; verleih, was wir von dir erfleht! Dann dan⸗ ken einst, Allvater, wir mit allen unsern Kindern dir! Mel. 521 Meige Kinder, Gott, befehle ich dir an; du gabst sie mir. Preis sei dir von ganzer Seele, Preis und Dank, 0 Herr, dafür! Ach verlaß, verlaß sie nie, segne und behüte sie, daß sie, dir zum Wohlgefallen, früh schon deine Wege wallen. 2. Aber ach! wie viel Ge⸗ fahren warten ihrer in der Welt! Wer vermag sie zu bewahren, wenn nicht deine Hand sie hält? Unbezwing⸗ ö lich laß sie sein allen Lüsten, fromm in ihnen Freu dich sehr, o meine S. fromm deinem 9009— D achten. 3.9 Leiden schonst stete d hier se Wünsc gleich Schätzs und n 4.( reise, Rath nur, 1 Himm Wicher ihr 1 wären nimme 5. ich n Gehör benste gefähr⸗ mache sie vor ht Ver⸗ so stärke dich an 'n haben sich be⸗ Tugend, gkeit. nihnen freudig nd Bür⸗ Ust und as edel ter, dieß as wir un dan⸗ wir mit n dir! meine S. Kinder, „befehle sie mir. ganzer dank, o verlaß, ne und dir zum schon viel Ge⸗ in der sie zu t deine ezwing⸗ Lüsten, fromm in besonderen fromm und rein nur nach deinem Beifall trachten, auf des Lasters Reiz nicht achten. 3. Nicht, daß du mit allen Leiden hier auf Erden sie ver⸗ schonst; nicht, daß du durch stete Freuden ihre Tugend hier schon lohnst, jeden ihrer Wünsche stillst, jede Hoffnung gleich erfüllst: nicht um Schätze, die vergehen, darf und will ich für sie flehen. 4. Gib auf ihrer Lebens⸗ reise, wie es längst dein Rath bedacht, ihnen das nur, was sie weise und des Himmels würdig macht. Wichen sie von dir zurück, ihr verlornes Seelenglück wär mit allen Erdenschätzen nimmer ihnen zu ersetzen. 5. Doch die Bitte, die ich wage, finde gnädiges Gehör: Laß nicht ihre Le⸗ benstage, guter Gott, ganz freudenleer. Werden sie ge⸗ prüft durch dich, o so sei es väterlich, und dann laß es ihren Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 6. Keins von meinen Kin⸗ dern werde durch das Laster elend, Gott; keins dem Nächsten zur Beschwerde, oder seiner Feinde Spott. Nützlich laß der Welt sie sein, keine Müh und Arbeit scheun, still sich ihres Flei⸗ ßes nähren und durch ihn dem Mangel wehren. Verbindungen. 391 7. Jener Siegstag der Gerechten sei auch mir ein Freudentag! Hilf, daß mir zu deiner Rechten ihrer keines fehlen mag! Dann frohlock ich: Vater, sieh, hier bin ich, hier sind auch. die, die mir deine Huld geliehen, sie zum Himmel zu erziehen. Kindespflicht. Mel. Gott des Himmels und 522 Koan die ihr noch im Kreise eurer guten Aeltern weilt und um Kleidung, Trank und Speise sorglos nur zu ihnen eilt, noch durch sie in jeder Pflicht Lehr em⸗ pfangt und Unterricht; 2. Kinder, o bedenket frühe, was sie thun für euer Glück; denkt der na⸗ menlosen Mühe, die sie euch vom Augenblick eures Aufblühns bis zur Zeit eurer Reife stets geweiht. 3. Aelternlieb ist ohne Schranken. Kinder, nie be⸗ lohnt ihr sie; danken aber könnt ihr, danken euern Ael⸗ tern Lieb und Müh; danken manche lange Nacht, sorgen⸗ voll für euch durchwacht. 4. Sie aus reinem Herzen lieben, ihnen treu und folg⸗ sam sein, nie mit Vorsatz sie betrüben, jede Kränkung schnell bereun, ohne Klügeln R 4 ihnen 392 Gesinnung und Leben des Christen ihnen traun und auf ihre Winke schaun; 5. Ringen, daß der Treuen Pflege nicht an euch ver⸗ loren sei, daß ihr auf der Tugend Wege, eurem hohen Rufe treu, jedem Laster trotzend, geht, bis ihr einst am Ziele steht; 6. Eure Kraft den Aeltern leihen, wenn sie kraftlos sind und schwach; sie mit Trost und Hülf erfreuen bei des Alters Ungemach, dieß ist Kindesdank und Pflicht. Kinder, dieß ver⸗ gesset nicht! Mel. Jesus, meine Zuversicht 523 Golt mein Vater, Dank sei dir! Du hast Gutes, Leib und Leben durch die Hand der Aeltern mir ohne mein Verdienst gegeben. Mir be⸗ glückst du ihre Müh und auch mir erhältst du sie. 2. Oft hab ich sie zwar betrübt, sie, die von den ersten Tagen doch so zärt⸗ lich mich geliebt, mich mit viel Geduld getragen. Gott, dadurch kränkt ich auch dich. O wie beugt mein Undank mich! 3. Was ich ihnen schuldig bin, hafte tief in meinem Herzen! Laß mich ja durch Eigensinn niemals ihre Lieb verscherzen; gib, daß meine Dankbarkeit, mein Gehorsam sie erfreut! 4. Laß mich, Gott, wie du verlangst, jede Kinds⸗ pflicht gern erfüllen! Denn wie oft hat Sorg und Angst sie beschwert um meinetwil⸗ len! Haben sie nicht manche Nacht, wann ich schlief, für mich durchwacht? 5. Jesus stellte sich mir dar, er, das Beispiel aller Kinder, der der Herr vom Himmel war, Gottes Sohn, das Heil der Sünder, er war doch von Kindheit an seinen Aeltern unterthan. 6. Ihren Willen thun sei mir meine Lust! Denn das ist billig, auch gefällig, Gott, vor dir; dazu mache selbst mich willig! Wohl mir dann! Dann wird auch mein dein verheißner Segen sein! 7. Laß auf ihre Wünsche mich kindlich und mit Sorg⸗ falt achten; ja, selbst ihren Wünschen mich noch zuvor⸗ zukommen trachten; nicht für sie Beschwerden scheun Feunt Glück mit Freuden ein! 8. Ehrerbietig laß mein Herz wirklich sein und nicht blos scheinen. Laß mich auch, trifft sie ein Schmerz, zu dir heiße Thränen wei⸗ nen, ihnen deine Hülf er⸗ flehn, nach der Hülfe dich erhöhn! ö 9. Meiner Aeltern 12.7— ei nen le selber ihr 8 spätstt du vo fromu Mel. 524 tern schen sie u sie l Bahn danke terlie 2 ihre ses, uns daß n und Aelte ihre 3 sten ihr H sie a rer segne einst groß mein t, wie Kinds⸗ Denn „Angst netwil⸗ nanche ef, für ch mir aller r vom Sohn, dein zünsche Sorg⸗ ihren zuvor⸗ nicht scheun euden mein nicht mich ymerz, 2 in besonderen Verbindungen. 393 sei du! Ihrer Wallfahrts⸗ zeit auf Erden lege viele Jahre zu: laß sie alt im Segen werden und erhör auch ihr Gebet, das für mich um Weisheit fleht! 10. Alles Kreuz mach ih⸗ nen leicht; hilf es, Vater, selber tragen, und wenn sie ihr Ziel erreicht nach den spätsten Lebenstagen, so gib du vor deinem Thron ihnen frommer Aeltern Lohn. Mel. Wer nur den lieben Gott 524 Wir flehn für unsrer Ael⸗ tern Leben dich, aller Men⸗ schen Vater, an. Du hast sie uns zum Heil gegeben, sie leiten uns auf deiner Bahn. Von ganzem Herzen danken wir für deine Va⸗ terliebe dir. 2. Verleih uns stets für ihre Lehren ein offnes, wei⸗ ses, sanftes Herz und laß uns gern sie kindlich ehren, daß niemals Kummer, Gram und Schmerz der treuen Aeltern Herzen kränkt und ihre Liebe von uns lenkt! 3. Gib ihnen deinen be⸗ sten Segen und Alles, was ihr Herz erfreut! Beschirme sie auf ihren Wegen in ih⸗ rer ganzen Lebenszeit! Ge⸗ segnet sei ihr Erdenloos und einst ihr Lohn im Himmel groß! Geschwisterliebe. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt enn Geschwister 52⁵ fromm und weise, nachsichtsvoll und gütig sind; wenn in ihrem stillen Kreise stets des Frie⸗ dens Quelle rinnt, o dann ruht auf ihnen allen Gottes Blick und Wohlgefallen. 2. Durch das Band des Bluts verbunden sollen sie durchs Leben gehn und den Reiz der schnellen Stunden freundlich mehren und er⸗ höhn; sollen Haß und Neid entfernen und auch Andre lieben lernen. 3. Mit entschloßnem fro⸗ hem Herzen üben sie, was Gott gebot, theilen Freude, Gram und Schmerzen, min⸗ dern jedes Tages Noth, warnen sich, so oft sie feh⸗ len, und veredeln ihre Seelen. 4. O wer wollt in früher Jugend nicht schon sanft und friedlich sein? Aus den Häusern dringt die Tugend in die große Welt hinein. Wer die Seinen kann be⸗ trüben, wird der Andre redlich lieben? 5. Nur das Haus, wo Liebe wohnet, wird gesegnet und erfreut. Aeltern sehn sich dort belohnet, Kindern ist ihr Glück bereit; alle R 5 Haus⸗ 2— PPPPPIPIPIPIPIFI I.‚eeeee— 394 Gesinnung und Leben des Christen Hausgenossen streben, sich mit Freuden zu umgeben. 6. Liebe, komm herab vom Himmel, komm in unser Herz Herabl Leite durch das Weltgetümmel auch die Unsern bis ans Grab! Laß durch deine Macht auf Erden jedes Haus regieret werden! Für Herrschaften. Mel. Nicht so traurig, nicht 526 Di vertheilst der Menschen Loos, Gott, nach deinem weisen Rath, machst oft Einen reich und groß, wenn der Andre Mangel hat; aber weise, gut, gerecht bist du für den Herrn und Knecht! 2. Wer bei ärmerem Ge⸗ schick seine Zeit und Kraft mir leiht; wer zu meines Hauses Glück treu sich mei⸗ nem Dienste weiht; wer durch Folgsamkeit mich ehrt, der ist meiner Liebe werth. 3. Er hat Recht auf Güt und Huld, wenn ihn Red⸗ lichkeit beseelt; Recht auf Nachsicht und Geduld, wenn er ohne Vorsatz sehlt. Ich bin selbst nicht fehlerfrei; ů—ẽ ich fordern, daß ers 4. Hochmuth, Stolz und Eigensinn ist Verletzung meiner Pflicht. Wenn ich gleich beglückter bin; den⸗ noch ziemt mir Herrschsucht nicht. Lieblos, hart und grausam sein heißt: der Menschheit Recht entweihn. Herr der Herren, gib mir Kraft, daß ich stets ge⸗ recht und treu, liebreich und Mirnichan ia gegen jeden Menschen sei! Jeder ist dein Kind, wie ich, und erhält sein Recht durch dich. Mel. Auf, Christenmensch! 527 Dneh dich, Gott, bin ich, was ich bin, und es ist deine Gabe, daß ich als Herr so viel Gewinn vor ärmern Brüdern habe. Sie leihen ihre Dienste mir: dieß, Gnädiger, verdank ich dir. Erfüllen sie mit Red⸗ lichkeit und Aufwand ihrer Kräfte, was ihnen ihre Pflicht gebeut, in ihrem Dienstgeschäfte, so gib, daß ich für ihre Treu auch dank⸗ 115 und 6 daß sei! Rit daß ich jedem n P icht aufs möglichste versüße; daß, wenn an Hülf es ihm gebricht, er sie von mir genieße; daß ich ihm Fehler gern verzeih und, seil er krank, sein Pfleger ei! +. 700 4. Gib, daß ich auch zu rechter Zeit Erholung ihm ver⸗ zung dem ichste Hülf von ihm und, leger h zu ihm ver⸗ in besonderen vergönne, gern seine treue Redlichkeit, gern seinen Werth erkenne und ja aus nichtgem Vorwand nie ihm den verdienten Lohn ent⸗ zieh! 5. Auch der geringste Die⸗ ner ist bestimmt zu höherm Leben; für mich und ihn hat Jesus Christ sich in den Tod gegeben. Vor dir, o Gott, hat einst der Knecht mit seinem Herrn ein glei⸗ ches Recht. 6. O präge dieses tief mir ein! Nie müß ich mich erkühnen, gefühllos gegen die zu sein, die meinem Hause dienen. Der mir hier dient, ist Mensch wie ich; ich soll ihn lieben gleich als mich. Für Dienende. Mel. In allen meinen Thaten 528 ott, deinen wei⸗ sen Willen soll Jeder hier erfüllen; laß ihn mir heilig sein! Laß alle meine Kräfte mich eifrig dem Geschäfte, zu dem du mich berufen, weihn! Du heißt mich An⸗ dern dienen, und dien ich redlich ihnen, so folg ich dir, mein Gott. Drum laß der Herrschaft Willen mich gern und treu erfüllen, dieß ist dein Wille, dein Gebot! Verbindungen. 395 3. Lehr ohne bittre Kla⸗ gen des Lebens Last mich tragen und Weichlichkeit verschmähn; im Reden und im Schweigen mich ehrer⸗ bietig zeigen und gern den Weg der Demuth gehn! 4. Der Herrschaft Wohl zu mehren und Schaden ab⸗ zuwehren, soll meine Freude sein. Ich will sie herzlich lieben, mit Vorsatz nie be⸗ trüben, verdroßnen Sinn und Frechheit scheun. 5. Ich will sie nie benei⸗ den; will alle Trägheit meiden und alle Zanksucht fliehn; will recht thun, nicht betrügen, nicht lästern und nicht lügen und allem Leicht⸗ sinn mich entziehn. 6. In meinem Dienst auf Erden geschickter stets zu werden, sei Freude mir und Pflicht. Wer treu ist hier im Kleinen, den zählst du zu den Deinen, und er be⸗ reut sein Leben nicht. 7. Du bist stets der Ge⸗ rechte, der Herr der Herrn und Knechte und beider Trost und Heil. Wer nie⸗ drig ist auf Erden, kann groß im Himmel werden, hat an ihm, wie der Höchste Theil. ö 8. Dieß laß mich stets erwägen; denn dieß gibt Trost und Segen und reicht die Hoffnung dar: einst wirst du, Herr der Welten, R 6 den den Fleiß noch mehr ver⸗ gelten, womit ich Menschen nützlich war. Mel. Mein erst Geschäft sei Preis 529 Berufen hast du mich, mein Gott, in Andrer Dienst zu leben, um mir dadurch mein täglich Brod in dieser Welt zu geben. 2. Auch ich soll hier in meinem Stand nach meinen Kräften nützen, und du, Gott, willst mit Vaterhand mich dabei unterstützen. 3. O laß in meinem Dienst dieß nie mich aus den Augen setzen; und ko⸗ stet mirs auch Kampf und Müh, nie meine Pflicht verletzen! 4. Gib, daß ich, meiner Pflicht getreu stets meiner Herrschaft Willen, damit sie meines Diensts sich freu, mik Eifer mög erfüllen! 5. Hilf, daß ich, wie mein eignes Gut, das Ihrige betrachte; auf Alles, was sie meiner Hut vertraut, mit Sorgfalt achte. 6. Nie komme mir es in den Sinn, mit raubbegier⸗ gen Händen aus schnöder Liebe zum Gewinn ihr Et⸗ was zu entwenden! 7. Die Freude, die ihr widerfährt, ihr Wohlstand, ihre Ehre, das Alles sei auch 396. Gesinnung und Leben des Christen mir so werth, als obs das meine wäre. 8. Erkennt sie meine Treue nicht, so seis mein Trost auf Erden, daß sie, Gott, deinem Angesicht nicht kann entzogen werden. 9. Mit Wohlgefallen siehst du sie und wirst schon hier im Leben mir auch bei aller meiner Müh, Gott, deinen Frieden geben. 10. Kommt meines Le⸗ bens Abend dann, so nimmst du, der die Müden gern aufnimmt, mich mit Ehren an und schenkst mir ewgen Frieden. Für Wittwen. Mel. In allen meinen Thaten 530 A nur will ich sehen; er hört der Wittwen Flehen und nimmt sich ihrer an. In allem Schmerz und Leide ist er mir Trost und Freude, der Fels, auf den ich bauen kann. 2. Mich leitet seine Gnade auf meines Lebens Pfade bis an das stille Grab. Er wird mich nie verlassen! Dieß Trostwort will ich fassen, es ist mein stärkster Wanderstab. 1— 3. Wo seit viel tausen Jahren ten betrübte Wittwen waren, da sah Gott gnädig hin. Er pflegte die Betrüb⸗ ten, m liebten seinem 4. 2 merken nen, Seite seine Gemüt Wegen 5 ehren mehrer keit. meine, ich we wasen 6 noch l Schrit sam se durch höhern Hagn mit je wie 2 ich ler Tode daß ic 8. schauer trauen mein das reue rost Bott, kann iehst hier aller ͤinen Le⸗ umst gern hren ogen ten nur hen; ehen an. deide ude, luen nade fade Er ssen! ich kster send wen ädig rüb⸗ ten —3—3—3——9——————— in besonderen ten, wenn sie nur stets ihn liebten und wandelten nach seinem Sinn. 4. Auch mich wird er be⸗ merken, mich trösten, seg⸗ nen, stärken und mir zur Seite stehn. Wie groß ist seine Güte! Mit ruhigem Gemüthe will ich auf seinen Wegen gehn. 5. Ich will ihn gläubig ehren und meine Tugen d mehren in stiller Einsam⸗ keit. Er sieht ja, wie ichs meine, er sieht auch, wann ich weine, und gibt mir, was mein Herz erfreut. 6. Auch wenn ich mehr noch litte, bis zu dem letzten Schritte will ich ihm folg⸗ sam sein. Er prüft mich nur durch Leiden und führt zu höhern Freuden bewährt er⸗ fundne Dulder ein. 7. So eilen meine Tage mit jeder Lafst und Plage wie Träume leicht dahin; ich lege meine Glieder im Tode ruhig nieder und weiß, daß ich erlöset bin. 8. Einst geh ich den zu schauen, der ewig mein Ver⸗ trauen, mein Gott ist und mein Freund. Wie will ich dann ihn ehren, ihm danken für die Hier ae die ich als Wittwe hier geweint! 9. Dann find ich, den ich liebte, deß Tod mich einst betrübte, in meines Gottes Hand, dann trennt kein Verbindungen. 397 Tod uns wieder, dann schal⸗ len unsere Lieder durchs thränenfreie Vaterland. Für Waisen. In voriger Melodie. 531 Qm Frühling meiner Jahre, Gott, sah ich schon die Bahre des guten Vaters stehn; und sie, die mich geboren, war früh für mich verloren, als Kind mußt ich ihr Grab schon sehn. 2. Unwissend, was mir nütze, so schwach und ohne Stütze, muß ich verlassen gehn! Wer wird mir Rath ertheilen, wer mir zu Hülfe eilen, wer hört auf armer Waisen Flehn? 3. Doch wer wars, der mich beugte, so tief zum Staube neigte? Warst dus nicht, großer Gott? Dein weiser Rath regieret der Menschen Schicksal, führet es fort durch Leben und durch Tod. 4. Du willst dich an den Waisen als Vater ja be⸗ weisen und Armen Gutes thun; Verlaßne willst du hören, die Aelternlosen näh⸗ ren; dein Segen soll auf ihnen ruhn. 5. Und seit viel tausend Jahren hast du, die Waisen waren, so väterlich ernährt, die sich auf dich verließen, R 7 sahn 398 Gesinnung und Leben des Christen sahn, Gott, zu deinen Fü⸗ ßen ihr heißes Flehn von dir erhört. 6. Auch mich kannst du nicht hassen, du wirst mich nicht verlassen; ich will dir ganz vertraun. Dein Herz ist mir ja offen, fest will ich auf dich hoffen, auf dich in trüben Stunden schaun! 7. Ja, du wirst mich er⸗ nähren, mir Rath und Hülf gewähren. Wo ist ein Gott wie du? Nur was mir nützt, das schenke mir, dei⸗ nem Kind, und lenke mir frommer Menschen Liebe zu! 8. Und wenn in diesen Jahren Verführung und efahren und Laster um mich sind, o dann sei, treuer Vater, mein Führer, Freund, Berather, ach dann verlaß nur nicht dein Kind! 9. Es schlag von früher Jugend für Gottesfurcht und Tugend und Unschuld nur mein Herz! Fromm sein auf deinen Wegen sei meine Lust, mein Segen, und Un⸗ recht thun und sehn, mein Schmerz! 10. Arbeitsamkeit und Treue, begangner Fehler Reue, ein wahres Christen⸗ thum, ein zärtlich Herz für Freunde und Sanftmuth gegen Feinde, dieß sei mir mehr, als Glück und Ruhm. 11. Und die, die mich er⸗ ziehen mit redlichem Be⸗ mühen, an Aeltern Statt mir sind, mich warnen und belehren, laß herzlich mich verehren, sie dankbar lieben wie ihr Kind. 12. Ihr Lohn sei, Gott, dein Segen! Auf allen ihren Wegen wollst du ihr Führer sein; und wenn sie dann einst sterben und deinen Himmel erben, laß jenseits mich mit ihnen freun! 13. Verklärt werd ich dann stehen, die Aeltern wieder⸗ sehen, um die ich hier ge⸗ weint; ich werde vor dich treten, zu dir, Erlöser, be⸗ ten: lohn ihnen ewig, Menschenfreund! Dankbarkeit gegen Wohl⸗ thäter. Mel. Wer nur den lieben Gott 532 enn Menschen streben, dir an Güte und Wohlthun, Vater, gleich zu sein; wenn sie mit willigem Gemüthe durch Rath und Hülfe mich erfreun, mit reichem Segen segne dann sie, dich ich nicht belohnen kann! ö 2. Ich will mich aller ihrer Freuden und ihres Glücks von Herzen freun; voll Kummer über ihre Lei⸗ den gern, wie ich kann, ihr Tröster sein; und kann ich lindern ihre Noth, mit Freu⸗ lich ein Kire Lehr Me 535 Statt n und mich lieben Gott, nihren Führer dann deinen nseits )dann vieder⸗ ier ge⸗ or dich , be⸗ ewig, Wohl⸗ n Gott enschen t, dir lthun, wenn müthe e mich Segen h nicht aller ihres freun; re Lei⸗ in, ihr inn ich mit Freu⸗ in besonderen Verbindungen. Freuden will ichs thun, o Gott! 3. Und kann ichs nicht, dann, Vater, dringe mein eifrigstes Gebet zu dir; was ihnen gut ist, das gelinge! Denn, Herr, sie thaten wohl an mir. Auf Jeden komme Freud herab, der seinen Brüdern Freude gab! 4. Ich will sie lieben und sie ehren; will über mein Bedürfniß sie mit meinen Klagen nicht beschweren, be⸗ scheiden stets und lästig nie; will, wenn ihr Herz auch Andre liebt, nie neidisch sein und nie betrübt. 5. Erfreue sie mit deiner Güte; dein Segen komme über sie; sei stets ihr Hel⸗ fer und behüte vor Wider⸗ wärtigkeiten sie! Empfinden sie Gefahr und Schmerz, so tröst und heile selbst ihr Herz! 6. Nimm sie zu deines Reiches Erben, wenn einst sie scheiden, gnädig an! Er⸗ quicke sie mit Trost im Ster⸗ ben, die mir im Leben wohl⸗ gethan; und dort, o Gott, vor deinem Thron sei herr⸗ lich einst und groß ihr Lohn! Kirchliche Gesellschaft. Lehrer und Zuhörer. Mel. Wo Gott zum Haus 8 Amt der Leh⸗ 533 De a Herr is 399 dein; dein soll auch Dank und Ehre sein, daß du der Kirche, die du liebst, noch immer treue Lehrer gibst. 2. Gesegnet sei ihr Amt und Stand! Sie pflanzen, Herr, von dir gesandt, von Zeit auf Zeit dein heilig Wort und Licht mit ihm und Tugend fort. 3. Wie freut ein guter Lehrer sich, wenn er, er⸗ leuchtet selbst durch dich, den Jüngern Jesu gleichgesinnt, viel Seelen für dein Reich gewinnt! 4. Dank dir, da du auch uns so liebst, daß du uns, treue Führer gibst, die weise sind und tugendhaft, in Lehr und That voll Geist und Kraft! 5. Laß ihres Unterrichts uns freun, gewissenhafte Hörer sein und schätzen deiner Wahrheit Werth, die uns ihr Unterricht er⸗ klärt! 6. Dein Wort ist, was sie lehren, Herr! Laß uns dadurch stets heiliger und besser werden; nur alsdann gehn wir einher auf rechter Bahn. 7. Ermahnen, warnen strafen sie, so weigre, wer sie hört, sich nie zu hassen, was du uns verbeutst, zu thun, was du durch sie ge⸗ beutst. 8. Das 400 Gesinnung und Leben des Christen 8. Das ist der Lehrer bester Lohn, wenn ihrer Mühe Früchte schon sie hier in unsrer Tugend sehn, mit 00 den Weg zum Himmel gehn. 9. Fern sei von uns der Frevel, Gott, durch Undank sie, durch Haß und Spott zu kränken, daß sie, was sie thun, mit Freuden, nicht mit Seufzen thun! 10. Ja, Gott, wir wol⸗ len sie erfreun und dank⸗ bar fromme Hörer sein, so führst du einst auch uns zugleich mit ihnen in dein ewges Reich. Bei Einführung eines Religionslehrers. Mel. Mein ganzer Geist 534 Wobbl uns! Wohl ö uns, daß Gott uns liebt, uns immer treue Lehrer gibt, die uns zum Himmel führen; die, auf⸗ geklärt durch Wissenschaft, voll Tugendliebe, Geist und Kraft, der Sünder Herzen rühren! Rühmet, preiset seine Treue! Wieder neue ward sie heute; Dank sei unsre heilge Freude! Wir reichen segnend ihm die Hand, den Gott zum Lehrer uns gesandt. Heil ihm zum Lehrgeschäfte! Zu bilden uns hier in der Zeit zum Leben in der Ewigkeit, gib, Herr, ihm Licht und Kräfte. Lehr ihn, hilf ihm thun und leiden, dulden, streiten, beten, wa⸗ chen, selig sich und uns zu machen. 3. Laß deinen Geist stets auf ihm ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden thunz Nichts sei, was ihn betrübe. Gib für die Wahrheit, die er lehrt, ein Herz uns, das sie willig hört, ein Herz voll reiner Liebe! Ueben hilf uns dann im Leiden, wie in Freuden, seine Lehre uns zum Heil und dir zur Ehre! 4. Wann einst dein gro⸗ ßer Tag erscheint, laß ihn, laß unsern besten Freund uns dir entgegenführen! Die Seelen sind ihm zuge⸗ zählt; o gib, daß dort ihm keine fehlt! Laß keine sich verlieren! Gott, wie wer— den wir uns freuen um den Treuen, wenn zum Lohne deine Hand ihm reicht die Krone! Nach der Handlung. 5. So sei gesegnet, Knecht des Herrn! Nie sei dein Herz nun von uns fern; du kommst in Gottes Namen. Wir reichen freudig dir die Hand, wir gehn mit dir ins Vaterland; du führst uns uns. lig ble Unsern ben, Strebe Bei Me 53² stehn, Gliede eint w barme ihnen, Geist Wort und it 2. Gottes heilger dort wenn so laf sein, sich w erneue 3. nicht Stund mit 6 zu de Es st brod, nen 5 ihr L 4 edeln entgeg 1 der ihm r ihn, leiden, t stets eiden, Lehre ir zur i gro⸗ ihn, reund ihren! zuge⸗ t ihm e sich wer⸗ um Lohne )9t. die ng. Knecht dein n; du amen. ir die t. dir führst uns in besonderen uns. Amen! Amen! Hei⸗ lig bleib uns diese Stunde! Unserm Bunde treu zu le⸗ ben, sei stets unser freudig Streben! Bei der Confirmation. Mel. Es ist das Heil uns 535 Die hier vor dei⸗ nem Antlitz stehn, sind, Jesu, deine Glieder. Blick, wenn ver⸗ eint wir für sie flehn, er⸗ barmend auf sie nieder; gib ihnen, Herr, durch deinen Geist das Gute, das dein Wort verheißt, im Leben und im Sterben! 2. Sie kennen dich, o Gottes Sohn, und deine heilgen Lehren. Ist Freude dort vor deinem Thron, ig Sünder sich bekehren, so laß auch heute Freude sein, da diese Kinder dir sich weihn und ihren Bund enred 3. O laß sie Gnad und nicht Gericht in dieser Stund empfahen, wenn sie mit Glaub und Zuversicht zu deinem Tische nahen! Es stärke sie dies Lebens⸗ brod, damit sie, Jesu, dei⸗ nen Tod verkünden durch ihr Leben! 4. Lacht ihnen bei dem edeln Lauf die falsche Welt entgegen, so hilf du ihrer 40¹ Schwachheit auf; und wenn sich Lüste regen, so laß sie Welt auf dich sehn, die elt mit ihrer Lust ver⸗ schmähn und muthig über⸗ winden! 5. Zeig, Herr, den Lohn der Ewigkeit von fern den theuern Seelen, die jetzt auf ihre Lebenszeit sich hier Verbindungen. mit dir vermählen! O treuer Heiland, sie sind dein! Schreib heut ins Buch des Lebens ein die Namen dieser Christen! Mel. Mitten wir im Leben 536 Stärte, Mittler, stärke sie, deine theur Erlösten; Laß sie ihr Vertraun auf dich unaus⸗ sprechlich trösten! Wach über ihre Seelen! Sie 5195 und schwören alle Herr, dein Eigenthum snd wir! Heiliger Schöp⸗ fer Gott! Heiliger Mittler Gott! Heiliger Gott, Leh⸗ rer und Tröster! Drei⸗ einiger Gott! Laß sie nie vergessen ihr Gelübde: treu zu sein dir bis ans Ende! 2. Ach, wie Viele schwu⸗ ren auch, fest an dir zu halten, aber treulos ließen sie ihre Lieb erkalten; Ver⸗ derben ward ihr Ende. Beständig laß dir diese sein, die dir schwören, dir sich weihn! Heiliger Schöp⸗ fer Gott! Heiliger InGult O/ 40² Gott! Heiliger Gott, Leh⸗ rer und Tröster! Dreieini⸗ ger Gott! Stärke sie, die Deinen, in des Glaubens Zuversicht und wahrer Tu⸗ gend! 3. Locken wird sie nun die Welt, Herr, zu ihren Lüsten; ach, du wollest sie mit Kraft aus der Höhe rüsten! Laß streiten sie und siegen. Die Triebe 910 verbotner Lust dämpfe früh in ihrer Brust! Heiliger Schöpfer Gott! Heiliger Mittler Gott! eiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie alle Feinde ihres hohen Seelenheils weit über⸗ winden! 4. In der Todesnoth laß sie, deine theur Erlösten, daß ihr Glaube standhaft blieb, unaussprechlich trö⸗ sten! Herr, laß sie bei dir leben! Einst sammle sie mit uns zugleich in dein un⸗ vergänglich Reich! Heiliger Schöpfer Gott! Heiliger Mittler Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Drei⸗ einiger Gott! Laß sie nie vergessen ihr Gelübde: treu zu sein dir bis ans Ende! Mel. Freu dich sehr, o meine 537 Sei getreu in dei⸗ nem Glauben, laß dir diesen festen Grund ja nicht aus dem Herzen rau⸗ ben, halte treulich deinen Gesinnung und Leben des Christen Bund, den dein Herz durchs Wasserbad fest mit Gott ge⸗ schlossen hat! Denn wie leicht geht der verloren, der ihm treulos hat geschworen; 2. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt; auch die Lieb am Nächsten übe, wenn er dich gleich oft betrübt! Denke, wie dein Heiland that, als er für die Feinde bat! Du mußt, soll dir Gott ver⸗ geben, auch verzeihn und liebreich leben. 3. Sei getreu in deinen Leiden und laß dich kein Ungemach, keine Noth von Jesu scheiden, murre nicht in Weh und Ach! Denn du machest deine Schuld größer durch die Ungeduld. Selig ist, wer willig träget, was der Herr ihm auferleget! 4. Sei getreu in deinem Hoffen, wenn dich Gott nicht bald erhört und der Roth, die dich betroffen, nicht so, wie du wünschest, wehrt. Halt an seine Treu dich fest; glaub, daß er dich nicht ver⸗ läßt; seine Hülf ist schon vorhanden. Wer so hofft, wird nie zu Schanden. 5. Sei getreu bis an das Ende, daß kein Leid und keine Noth je von deinem Gott dich wende, sei ihm treu bis in den Tod! O das Leiden dieser Zeit ist nicht werth der Herrlichkeit, Duin ein Juge durchs ott ge⸗ e leicht r ihm n; deiner I dich eb am er dich Denke, „ als Du t ver⸗ 1 und deinen kein ha von nicht nn du größer Selig was get! heinem in besonderen dein Jesus dir will geben dort in seinem Freudenleben! Mel. O du Liebe meiner Liebe 538 MHneder die sich deiner Gnade freun und als deiner Kirche Glie⸗ der dir geloben treu zu sein, dir, der mit der größten Treue auch für sie dahin sich gab! Segnend schau bei ihrer Weihe, segnend schau auf sie herab! 2. Laß die Blüthe ihrer Jugend dir, nur dir gehei⸗ ligt sein, daß sie nie vom Pfad der Tugend in der Irre sich zerstreun! Schütze sie vor allen Schlingen, vor den Lockungen der Welt, laß es nimmer ihr gelingen, daß sie ihre Tugend fällt! 3. Laß sie treu in deiner Liebe, fest in deiner Lehre sein und durch deines Gei⸗ stes Triebe Wunsch und That des Bösen scheun! Stärke sie durch deine Gnade, wenn zu dir sie kindlich flehn, daß sie auf der Unschuld Pfade zu dem höhern Leben gehn! 4. Halte sie mit starken Armen, wenn sie straucheln wollen, fest; laß sie fühlen dein Erbarmen, das die Schwachen nie verläßt! Und wenn eins sich je verirrte und verließ der Tugend Bahn, ach, dann nimm dich, 403 treuer Hirte, des verirrten Kindes an! 5. Keines, keines, ach, von Allen, die mit dir den Bund erneun, laß aus deiner Gnade fallen und von dir geschieden sein! Herr, ver⸗ siegle ihren Glauben, der sie ewig glücklich macht; Keinem laß die Krone rau⸗ ben, die du Allen zugedacht. 6. Sieh hernieder auf die Deinen, die sich jetzt zu dir gewandt; sieh, die Thränen, die sie weinen, zeugen, was ihr Herz empfand. Laß die seligen Gefühle nie erkalten, nie vergehn; bis zu ihrem Lebensziele laß sie treu im Glauben stehn! 7. Sammle sie einst alle wieder dort in deines Vaters Reich! Sie sind deines Bun⸗ des Glieder; einst, den En⸗ geln Gottes gleich, singen sie dir, Herr, zu Ehren dann ihr Loblied hoch erfreut in der Auserwählten Chören laut durch alle Ewigkeit. Verbindungen. Vor der Einsegnung. (Die Gemeinde allein.) Mel. Christus, der ist mein Leben 539 Siehr Oeelen, die Seelen, die, Vater, dir sich nahn! Sie kommen, deinen Segen von neuem zu empfahn. 2. Sie kommen, dir, o Vater, sich feierlich zu Whn und und heilig zu geloben, dir ewig treu zu sein; 3. Versuchungen zur Sün⸗ de mit Muth zu widerstehn, den Weg, den Jesus lehrte und selbst betrat, zu gehn. 4. O blick auf sie mit Segen, Allliebender, herab, daß sie vom Weihaltare treu wandeln bis ans Grab! (Die Confirmanden allein) 5. Gott, welche heilge Stunde! Laß sie gesegnet sein! Dir, Heiligster, dir wollen wir Herz und Leben weihn. 6. Dich immer kindlich lieben, gehorchen willig dir und gern dem Nächsten die— nen, ja, Gott, das wollen wir. 7. Wir wollen jede Sünde, das kleinste Unrecht scheun und immer besser werden und uns in Unschuld freun. 8. O blick auf uns mit Segen von deinem Thron herab und laß uns dem Gelübde getreu sein bis ans Grab. Nach der Einsegnung. (Die Gemeinde allein.) Mel. Wer nur den lieben Gott Kinder, dieser 540 O Tag des Bun⸗ des sei euerm Herzen ewig werth; denn das Verspre⸗ chen eures Mundes hat 404 Gesinnung und Leben des Christen der Allwissende gehört. Ihr jungen Christen, denket nach, was heute euer Mund ver⸗ sprach! ö 2. Bedenkt, wozu ihr euch verpflichtet, Gott und der Tugend treu zu sein. Von neuem habt ihr euch verpflichtet, Gott euer Leben ganz zu weihn. O heilig sei euch diese Pflicht! Ver⸗ gesset dieses Tages nicht! (Die Confirmirten allein.) Mel. Werde munter, mein 3. Heilig soll uns diese Stunde, ewig unvergeßlich sein! Mit dem Herzen, mit dem Munde schwuren wir, Gott treu zu sein, nicht zu weichen von der Pflicht, bis das Aug im Tode bricht, Gott, der Alles weiß und richtet, weiß, wozu wir uns verpflichtet. 4. Ja, wir wollen uns er⸗ geben unserm Gott und nicht der Welt und in unserm ganzen Leben willig thun, was ihm gefällt! Wer hier säet in der Zeit, ärndtet einst in Ewigkeit. Dort, dort wird der Herr der Welten Jedem nach Verdienst vergelten! (Die Gemeinde allein.) Mel. Wer nur den lieben Gott 5. O wohl euch, wenn ihr Gott wollt leben, wenn Haz erz Herz wird geber in besonderen Herz es redlich meint! Dann wird auch Gott euch Segen geben; dann bleibt Gott ewig euer Freund; dann wird euch großes Glück und Heil hier und in Ewigkeit zu Theil. (Die Gemeinde allein.) Mel. Jesus, meine Zuversicht 541 Gelter Gnade sei mit euch! Sie verleih euch Kraft und Se⸗ gen! Wallet freudig, En⸗ geln gleich, euerm hohen Ziel entgegen! Groß ist einst der Tugend Lohn vor des Allvergelters Thron. 2. Heilig sei euch dieser Tag, heilig, was ihr jetzt versprochen! Ach, was euer Mund versprach, werde nie von euch gebrochen! Bleibt auch in Gefahr und Noth fromm und treu bis in den Tod! (Die Confirmirten allein.) 3. Ja, zu treuer Folg⸗ samkeit haben wir uns dir verpflichtet. Unser Herz sei dir geweiht, unser Geist auf dich gerichtet. O wie selig werden wir in dem Bunde, Gott, mit dir! 4. Stärk uns nur mit deiner Kraft! Schütz uns vor der Macht der Sün⸗ den! Gib, daß wir gewissen⸗ haft böse Lüste überwinden! Verbindungen. 40⁵ Hilf, daß unser Herz dir treu, standhaft unsere Tu⸗ gend sei! (Alle.) 5. Sieh, o Herr, wir alle flehn: Stärke liebreich unsre Seelen, laß uns nie⸗ mals irre gehn, nie die Bahn des Heils verfehlen! Alles schwindet mit der Zeit, nur nicht wahre Fröm⸗ migkeit. (Zum Schluß der Con⸗ firmationshandlung.) Mel. Allein Gott in der Höh 542 Her Gott! was irdisch ist, ver⸗ geht und schnell enteilt das Leben; Herr Gott! was ewig festbesteht, hast du dem Geist gegeben; es bleibt der Wahrheit helles Licht, es bleibet Tugend, Recht und Pflicht und Jesu heilge Lehre. 2. Die Lehre bleib uns bis ans Grab ein Licht auf allen Wegen, der Jugend Schutz, des Alters Stab, des Herzens Trost und Se⸗ gen! Sie leit in aller Freud und Noth, in jedem Kampf und durch den Tod uns in das beßre Leben. Bei Einweihung einer Kirche. Mel. Nun danket Alle Goit 543 V. Wie dacht 406 Gesinnung und Leben des Christen dacht tief durchdrungen, sei, Gott, dir heut von uns Lob, Preis und Dank ge⸗ sungen! Hier wollen wir vereint uns deiner Liebe freun; drum weihen wir dieß Haus zu deinem Tem⸗ pel ein. 2. Anbetend dir sich nahn, dich ehrfurchtsvoll erheben, wie süß ist diese Pflicht, wie wichtig für das Leben! Drum wende zum Gebet, zum Dank, zu deinem Ruhm oft unser Herz sich hier in diesem Heiligthum! 3. Hier sollen wir den Sinn von Christi Lehre fassen und zur Befolgung uns, zur Treu ermuntern lassen; hier strahlt dem Geiste Licht, hier quillt dem Herzen Ruh; hier spricht dein Wort, o Gott, Geduld und Trost uns zu. 4. Hier sollen am Altar sich dir, du Gott der Liebe, die Neuverbundnen nahn, dir heilgen ihre Triebe; vor deinem Angesicht sich schwören Lieb und Treu, damit ihr Leben dir stets wohlgefällig sei. 5. Hier wird mit Dank⸗ gebet das Kind in früher Jugend geweiht dem Kin⸗ derfreund, dem Vorbild je⸗ der Tugend; hier schwört es einst den Schwur, Gott ewig treu zu sein, und tritt dann in den Bund erwachs⸗ ner Christen ein. 6. Hier sollen wir ver⸗ eint das Mahl der Liebe feiern und ernstlich den Ent⸗ schluß der Besserung er⸗ neuern, erinnern uns an ihn, der auf der Liebe Bahn durch Leben und durch Tod uns muthvoll ging voran. 7. Laß dieser Wohlthat Werth uns, Vater, stets erwägen und dieses Hauses Zweck recht ernstlich über⸗ legen. Dann wird der Tag der Weih ein Tag des Se⸗ gens sein, und seiner wird sich noch die späte Nachwelt freun. Bei Einführung eines Schullehrers. Mel. Laß mich, o Herr 5 4 4 Laß dankbar uns die Lehrer eh⸗ ren, die stets mit Ernst und Sorgfalt sich bemühn, den Geist der Jugend zu be⸗ lehren, ihr Herz von seinen Fehlern abzuziehn! O welche Saat wird durch sie ausge⸗ streut! für Zeit und Ewigkeit. 2. Bedauernswürdig sind die Seelen, die unbelehrt durch dieses Leben gehn. Wie können sie das Gute wählen, wenn sie nicht auch der Wahrheit sehn? Wo bleibt ihr 259. 02 das Licht der Sie keimt empor durch Herzen wenn lehren den fliehn! in besonderen Woher kommt ihnen Kraft zum Kampfe gegen Welt und Leidenschaft? ö 3. Preis dir und Dank, der du der Jugend auch unter nns mit Vaterhuld gedenkst und zu der Weis⸗ heit und der Tugend durch treue Führer ihre Schritte lenkst! Wie weise, Gott, wie liebreich, Herr, bist du! Durch Schulen auch strömst du uns Segen zu. 4. Froh sehn der Zukunft wir entgegen, wenn unser Blick auf gute Kinder fällt. Durch sie verbreitet sich dein Segen einst weit um-⸗ her in deiner Menschenwelt; und naht sich uns der Tod einst auf dein Wort, so setzen sie dein Werk auf Er⸗ den fort. 5. Drum gib, o Gott, den Lehrern Kräfte und re⸗ gen Trieb, die Kinder dir zu weihn! Laß treuen Fleiß im Lehrgeschäfte stets ihren Ruhm und ihre Freude sein! Erfülle sie mit Ach⸗ tung für ihr Amt, aus dem das Heil so vieler Seelen stammt! 6. Laß sie durch Ernst dem Leichtsinn wehren, durch Freundlichkeit die Herzen an sich ziehn; auch wenn sie strafen, noch be⸗ lehren und sorgsam selbst den Schein des Unrechts fliehn! Religion und reine Verbindungen. 407 Sittlichkeit verbreite sich durch sie zu jeder Zeit! 7. O welche Pflichten! Welche Würde! Gott, steh auch diesem neuen Lehrer bei! Erleichtre seines Amtes Bürde, damit er stets ge⸗ trost und muthvoll sei, und gib auch uns ein Herz, das gern ihn hört und dank⸗ bar ist und seine Freuden mehrt! 8. Wenn ihn des Tages Lasten drücken, wenn ihm der heitre frohe Sinn ent⸗ weicht, dann laß ihn jenen Lohn erblicken, den deine Hand einst treuen Lehrern reicht; und immer zeig er dann sich als ein Christ, der muthig wirkt, solang es Tag noch ist! 9. O Gott, laß jede Schule blühn und reich an Frucht für Welt und Nach⸗ welt sein! Laß jedes Lehrers Eifer glühn, die Dunkelheit der Seelen zu zerstreun, und einst erheb ihn die beglückte Schaar, für die er hier ein weiser Führer war! Bürgerliche Gesellschaft. Mel. Herr Jesu Christ, dich 5 4 5 Nach Gottes weis⸗ heitsvollem Rath, der Alles angeordnet hat, wird Völkern dauer⸗ haftes Heil durch der Ge⸗ sellschaft Band zu Theil. 2. Nur 2. Nur durch vereinte Thätigkeit, die sich dem Dienst des Staates weiht, durch gegenseitiges Bemühn sieht man der Bürger Wohl⸗ fahrt blühn. 3. Bedürfniß und des Fleißes Gang wirkt Ord⸗ nung und Zusammenhang; der nützt durch Kunst dem Vaterland und durch die Arbeit seiner Hand. 4. Der durch Verstand und Geisteskraft, durch Ein⸗ sicht, Kenntniß, Wissenschaft; der nützt mit seinem kühnen Muth und der mit seinem Erdengut. 5. So knüpfst du, Gott, durch jeden Stand der all⸗ gemeinen Wohlfahrt Band; vertheilst mit Weisheit und mit Wahl des Fleißes Gang, der Kräfte Zahl. 6. Glück, Segen, Reich⸗ thum, Ueberfluß und aller⸗ seitiger Genuß, Bequemlich⸗ keit und Freud und Ruh fließt uns durch diese Ord⸗ nung zu. ö 7. Wer wollte denn nicht thätig sein, nicht seines Standes sich erfreun, auf der ihm angewiesenen Bahn nicht wirken, was er wirken kann? 8. Wer jede ihm verliehne Kraft gebraucht und durch sie Gutes schafft, der lebet, wie es Gott gefällt, zum Segen sich und für die Welt. 408 Gesinnung und Leben des Christen Vaterlandsliebe. Mel. Schon ist der Tag 5 46 as Land, das Gott mir vä⸗ terlich zur Wohnung ange⸗ wiesen, läßt seines treuen Schutzes mich in Glück und Noth genießen, es gibt mir Nahrung, Sicherheit, erhält Recht und Gerechtigkeit und schützt mein Gut und Leben. 2. Drum will ich stets er⸗ kenntlich sein, durch nütz⸗ liche Geschäfte mich der ge⸗ meinen Wohlfahrt weihn, will Zeit, Beruf und Kräfte dem Vaterlande, das mich schützt und mir und meinen Brüdern nützt, mit treuem Eifer widmen. 3. Nie will ich Ruh und Sicherheit im Staate fre⸗ velnd stören, will meine Landesobrigkeit als Gottes Ordnung ehren und ihren Willen jederzeit mit treuer Unterwürfigkeit nach Mög⸗ lichkeit erfüllen. 4. Auch will ich meiner Brüder Glück durch meine Schuld nie hindern, will stets ihr widriges Geschick, so viel ich kann, vermin⸗ dern, will freundlich dienen Jedermann und helfen, wo ich helfen kann, zum allge⸗ meinen Besten. 5. Auf Brüder, die ihrs redlich meint, nützt. 3 a⸗ Vaterl gleiche jedem Und f. Ier jeder und L 6 daß a Pflicht als gi jenem das ni die in stehn, Obrig Mel. 547 Welt sie erl ihnen und er 2. offnen für de Würde niedre ag das ir vä⸗ ange⸗ treuen ck und ́t mir erhält tigkeit t und ets er⸗ nütz⸗ her ge⸗ weihn, Kräfte mich neinen reuem h und te fre⸗ meine Gottes ihren treuer Mög⸗ meiner meine will zeschick, ermin⸗ dienen n, wo allge⸗ ie ihrs eurem Va⸗ Vaterlande, das euch zu gleichem Zweck vereint, in jedem Amt und Stande! Und fordert es des Landes Wohl, so opfert, wie es Jeder soll, ihm freudig Gut und Leben! ö 6. Gott, steh uns bei, daß alle wir nach unsern Pflichten leben und schon als gute Bürger hier nach jenem Reiche streben, in das nur treue Knechte gehn, die in dem Dienste hier be⸗ stehn, zu dem du sie berufen. Obrigkeit und Unterthan. Mel. Vom Himmel kam der 547 ott, der zum Segen für die Welt uns Fürsten gibt und sie erhält, du willst, daß ihnen Jeder treu, gehorsam und ergeben sei! 2. Sie wachen stets mit offnem Blick und sorgsam für der Länder Glück; Ru sie fließt Sicherheit und Ruh den Bürgern aller Stände zu. 3. Nicht Jeder ist in Würden groß; oft ist ein niedrer Stand sein Loos; doch Jeder, sei er noch so klein, kann achtungswerth als Bürger sein. 4. Er ists, wenn er den Fürsten liebt und den Ge⸗ setzen, die er giebt, Zeit, in besonderen Verbindungen. 409 Kräfte, Sorgfalt, Eifer weiht, gern thut, was jedes ihm gebeut. 5. Wenn er gewissenhaft stets ist, nie seines Bürger⸗ eids vergißt und das, was er entrichten soll, gern bei⸗ trägt zu des Ganzen Wohl. 6. Er ists, wenn er als Bürger denkt, nie andrer Bürger Rechte kränkt und fern von schlauer Ränke List zum Wohl des Landes thä⸗ tig ist. 7. Er weiß: nur des Ge⸗ setzes Kraft, und wär es auch noch mangelhaft, ge⸗ währt dem Volke Sicherheit und Ordnung und Zufrie⸗ denheit. 8. Er lebt, von Trug und Unrecht frei, stets folgsam dem Gesetz und treu und fühlt, wenn er es gern voll⸗ führt, sich dann so frei, als der regiert. 9. O Gott, laß stets ge⸗ wissenhaft und stark durch deines Geistes Kraft mich allen meinen Pflichten weihn, so kann ich deiner Huld mich freun. Mel. Aus der Tiefe rufe ich 5 48 Wor gehorcht, der thus mit Lust! Jeder Bürger, sich be⸗ wußt, daß nicht Jeder herr⸗ schen kann, sei ein guter Unterthan! ö S 2. Bist 410 2. Bist du niedrig, bist du groß: sei vergnügt mit deinem Loos! Schäm dich deines Standes nicht; nö⸗ thig ist ja Jedes Pflicht. 3. Zur gemeinen Wohl⸗ fahrt sei dem Gesetze stets getreu! Wer ihm gern ge⸗ horchen kann, der nur ist ein freier Mann. 4. Schaue Jesum Chri⸗ stum an; er, wie du, ein Unterthan, und doch aller Grien d Gott, that, was das Gesetz gebot. 5. Ehre dem, dem Ehr gebührt! Schoß und Zoll dem, der regiert! gäbst du Gott, dem Herrn, was dir auferlegt ist, gern! 6. Ordnung und Gerech⸗ tigkeit, Schutz und Fried und Sicherheit, welch ein Glück, das man nur hat Thalh der Obern Rath und That! 7. Lebe selbst gewissen⸗ haft; ihres Wandels Re⸗ chenschaft laß dem Herrn und sieh nur du, daß du selbst gerecht seist, zu! 8. Obrigkeit und Höch⸗ than, betet Gott, den Heh sten, an! Fürchtet ihn, denn sein Gericht wird gerecht sein. Sündigt nicht. Hoher Stand. Mel. Vom Himmel kam der 549 Weohdt on Gib, als Gesinnung und Leben des Christen ist, als seine Brüder, kenn als Christ des bessern Adels Werth und Pflicht, den fühl er, den entehr er nicht. 2. Er, sind ihm Brüder unterthan, er sei ihr Vater, kein Tyrann, so mild und liebreich, als gerecht; er ist, wie sie, auch Gottes Knecht. 3. Nicht wähn er, weil er groß und frei vor den Geringern ist, er sei erha⸗ ben über Recht und Pflicht und Rechenschaft; das wähn er nicht. 4. Er sehe, mehr beglückt von Gott, nicht mit Ver⸗ achtung oder Spott auf den, von dessen Schweiß er lebt,, der ihm erwirbt, was ihn erhebt! . 5. Er hasse Grausamkeit und Zwang, verprasse nicht durch Müßiggang, was Gott ihm giebt, beglückt zu sein mit Andern, aber nie allein! 6. Froh neben ihm, mit ihm vergnügt sei, wer ihm seine Felder pflügt! Wohl⸗ thätig soll er sein; denn er ward darum nur des Armen Herr! ö 7. Er(denn er hat mehr Macht und Zeit zu höhern Thaten) sei bkreit⸗ auch mehr zu thun für 2 ö Staat, von dem er seinen Vorzug hat. 8. Verächtlicher, als Skla⸗ ven, ist im Tod einst Jeder, der vergißt, daß er des 7— V. Volk und terlande als An! 9—— vergißt, drige si der der lebt, stets be 10. nem To ein edl Er, d Glanz! Glücks 8 Mel. Sche 550 und Tl üben u rechten vorgesch ter, de parteiise ö ist, zerft Erde. 2. O nicht ih neigen, ihrer J Rechte Fluch 1 durch il spruch; die Wal 3. V im Amt der Wa Unterdri kenn Adels. 1 fühl zrüder Vater, 5und er ist, enecht. „weil r den erha⸗ Pflicht wähn eglückt Ver⸗ if den, r lebt, 8ihn micht ni 3 Gott u sein Allein! u, mit rihm Wohl⸗ nn er AIrmen mehr höhern auch E und seinen Skla⸗ Jeder, Va⸗ ter⸗ in besonderen Verbindungen. terlandes Wohl auch mehr, als Andre, fördern soll. 9. Doch wenn ers nicht vergißt, so freut der Nie⸗ drige sich ohne Neid, weil der der Welt zum Segen lebt, der wohlzuthun sich stets bestrebt. 10. Und spricht in sei⸗ nem Tode dann: Das war ein edler, großer Mann! Er, durch der Tugend Glanz verklärt, war seines Glücks und Vorzugs werth! Der Richter. Mel. Schon ist der Tag von Gott 5 50 Gewohne dich durch Wort und That Gerechtigkeit zu üben und wandle stets den rechten Pfad, den Gott dir vorgeschrieben! Ein Rich— ter, der dieß je vergißt, parteiisch und bestechlich ist, zerstört das Glück der Erde 2. O wehe denen, welche nicht ihr Ohr zur Unschuld neigen, die mit Verletzung ihrer Pflicht Gesetz und Rechte beugen! Sie säen Fluch und ärndten Fluch durch ihren feilen Richter⸗ spruch; denn Gott beschützt die Wahrheit. 3. Wenn sie nicht treu im Amte sind: Gott kennt der Wahrheit Sache. Der Unterdrückten Thräne rinnt —411 und schreit zu ihm um Rache. Gefoltert von Ge⸗ wissensqual, erscheinen sie im Todesthal und am Ver⸗ geltungstage. 4. Der Redliche nur wird beglückt, der nie das Recht verdrehet, die Einfalt nie durch List berückt und nie die Unschuld schmähet. Er gibt und nimmt und redet Nichts, wodurch die Stätte des Gerichts entheiligt wer— den könnte. 5. Er geht, entfernt von Sucht nach Geld, auf des Gesetzes Wegen, und jedes Urtheil, das er fällt, bringt seinem Herzen Segen. O wohl dem Land, wo jeder⸗ zeit nur Wahrheit und Ge⸗ rechtigkeit in allen Ständen blühen! 6. Laß Jeden hier sein Amt getreu, o Gott, vor dir ver⸗ walten und sein Gewissen vorwurfsfrei bis in den Tod erhalten! In unserm ganzen Vaterland bewahr, o Vater, jeden Stand vor Unrecht und vor Frevel. 7. Es suche Jeder, der dich kennt, im Guten sich zu stärken, und wer den Namen Jesu nennt, laß ab von bösen Werken! Gib deinen Knechten Kraft da⸗ zu! Wer kann es anders, Gott, als du? Du bist der Tugend Quelle! 8. Gerechter Gott, be⸗ S. 2 lohne 412 lohne die, die sich vom Un⸗ recht wenden! Erquicke sie nach Kampf und Müh, wenn sie den Lauf vollen⸗ den! Zu deinen Freuden nimm sie auf; denn sie voll⸗ endeten den Lauf, der Tau⸗ sende beglückte. Der Soldat. Mel. Erhalt uns, Herr, bei 5 51 Baun der Krieger Stand bewacht, beschützt das Va⸗ terland und stehet dem Ge⸗ setze bei, damit sein Aus⸗ spruch wirksam sei. 2. Gehorsam, Treu und Tapferkeit zeigt drum vor Allem jederzeit; vergeßt in Krieg und Frieden nicht den edeln Endzweck eurer Pflicht! 3. Welch ein Beruf, wie ehrenwerth! O daß ihr immer ihn nur hört! Weh, wer ihn aus den Augen setzt und frevelnd seine Pflicht verletzt! 4. Ehrt Wahrheit, Recht und fürchtet Gott; nie werde Tugend euer Spott! Die Krieger sind zu keiner Zeit von ihrer Christenpflicht be⸗ freit. 5. Zieht ihr in Krieg, so störet nie die Rechte Andrer; schützet sie! Gewalt übt un⸗ geheißen nicht; stets leit euch Ehrgefühl und Pflicht! 6. O daß nicht Einer Gesinnung und Leben des Christen Frevel treib! Daß Jeder schone Greis und Weib und Kind und Säugling, wie den Mann, der wider⸗ stehn nicht mag, noch kann! 7. Wer vor euch nieder⸗ fällt, den hebt mit Brüder⸗ armen auf; wer bebt, den tröstet, Brüder, nie ver⸗ gießt Blut, wenn der Feind entwaffnet ist. 8. Dann seid ihr wahre Helden, seid Vertheidiger der Menschlichkeit, dem Volk wie dem Regenten werth, von Vaterland und Gott geehrt. 9. Gott sei mit euch in Fried und Krieg, mit euch in jedem Kampf und Sieg, mit euch im Leben und im Tod! Hier segne, dort be⸗ glück euch Gott! Der Landmann. Mel. Erschienen ist der herrlich 552 Wẽon gshe denn mein Stand ist auch von dir; du schufst das Land für meinen Fleiß und väterlich beglückst und segnest du auch mich. Ge⸗ lobt seist du! 2. Gelobt sei Gott! denn herrlicher und schöner und gesegneter wird jede Flur und jedes Feld durch mei⸗ nen Fleiß für Gottes Welt und auch für mich. Angesie waͤnn ich thu an Se heit? 4 Duüt ütte schuld, und( ruht u: 5.* 2. 0. fehlt 1 Im Schweiße meines redlich An⸗ Jeder Weib iugling, wider⸗ h kann! nieder⸗ Brüder⸗ bt, den ie ver⸗ r Feind wahre heidiger m Volk rth, von geehrt. euch in nit euch d Sieg, und im dort be⸗ nun. herrlich mir, o schöpfer, ist auch sst das Fleiß Est und ch. Ge⸗ t! denn ier und de Flur rch mei⸗ es Welt meines An⸗ in besonderen Angesichts arbeite ich: doch wann gebrichts mir, wenn ich thu, was Gott gebeut, an Segen, an Zufrieden⸗ heit? Was brauch ich mehr? 4. Wie lächeln freudig Au und Flur! In meiner Hütte wohne nur die Un⸗ schuld, die nie Arges thut, und Gottes Wohlgefallen ruht und wohnt bei mir. 5. Was hat der Reiche dann voraus? Mehr Macht und Pracht, ein glänzend Haus; doch auch mehr Sorg Uund Ueberdruß, bei allem seinem Ueberfluß mehr Furcht und Gram. 6. Nicht mehr Gesundheit, Ruh und Kraft, wohl aber größre Rechenschaft. Und wenn ich fromm und gut bin, werd ich selig, wie der Fürst der Erd, wenn er gut ist. 7. Mühseligkeit ist Aller Loos, der Mensch sei niedrig oder groß; doch kommen wahre Ruh und Lust auch gern, doch nur in dessen Brust, der Gott gefällt. 8. In seiner Werke Herr⸗ lichkeit seh ich ihn täglich; mich erfreut der Sonne Glanz, der stille Mond; Wald, Thal und Berg und Flur belohnt mir meinen Fleiß. 9. Des Weisen Achtung fehlt mir nicht, erfüll ich redlich meine Pflicht; ich Verbindungen. bin ein Mann fürs Vater⸗ land, ich nähr es und durch meine Hand lebt Volk und Fürst. 10. Wohl mir, wohl mir! Ich baue gern den Acker Gottes, meines Herrn, und ärndt ich nicht schon hier den Lohn, ich ärndt ihn einst vor Gottes Thron in Ewigkeit. Der Nachbar. Mel. Was Gott thut, das ist 553 Gib, Höchster, daß ich fromm und treu auch meine Nachbarn liebe; daß mir ihr Glück erfreulich sei, ihr Unglück mich betrübe; daß ich mich nicht entzieh der Pflicht, mit auf ihr Wohl zu sehen und ihnen beizustehen. 2. Laß mich durch mein Benehmen nie, Gott, ihnen Kummer machen! Mein Herz sei willig, auch für sie zu beten und zu wachen! Er⸗ muntre mich, stets nachbar⸗ lich das Gut, das sie be⸗ sitzen, nach Möglichkeit zu schützen! 3. Gib, daß ich gern ver⸗ schwiegen sei und stets den Frieden suche, nie nähre Neid und Heuchelei, nie heimlich Nachbarn fluche! Und thun sie mir auch Unrecht hier, hab ichs nur S 3 nicht 4¹1⁴4 nicht verschuldet, so wird es leicht erduldet. 4. Was hilft ein feind⸗ seliger Sinn? Er führt nur ins Verderben. Wie schnell eilt unsre Zeit da⸗ hin! Wer weiß, wie bald wir sterben!“ O Freunde, seid entfernt vom Streit! Denkt, daß ich euch im Grabe zu stillen Nachbarn habe. 5. Herr, präge du den Sinn mir ein, der mich vor Haß behütet, und laß mich auch als Nachbar sein, was mir dein Wort gebie⸗ tet! Wer liebreich ist, wie du es bist, wird einst, wenn Feinde beben, in ewgem Frieden leben. Umgang. Mel. Schon ist der Tag von Gott 1— ie Zunge, die 554 D vernehmlich spricht, hat mir mein Gott gegeben. O, mißbraucht ich doch ihrer nicht! Sie bringet Tod und Leben; sie stürzt in Unglück, hilft in Noth; sie flucht und segnet, fleht und droht, kann hei⸗ len und verwunden. 2. Hilf, daß in meines Herzens Grund, Herr, deine Furcht stets wohne, und daß gewissenhaft mein Mund der Wahrheit Rechte schone; daß ich von niedrer Schmeiche⸗ Gesinnung und Leben des Christen lei, von Schmähung und Verstellung frei, was sünd⸗ ö lich ist, nie rede! 3. Auf deinen Ruhm und Andrer Wohl soll stets mein Sinn sich lenken. Hilf mir, so oft ich reden soll, mit Ernst dieß wohl bedenken! Zum Guten rege selbst mich an, damit ich, wo ich nützen kann, aus Menschenfurcht nicht schweige. 4. O wehe dem verweg⸗ nen Mund, der Fluch und Schwur nicht scheuet! Wie bald wird da der Leichtsinn kund, wie oft zu spät be⸗ reuet! Ach, Fluchen bringet Fluch und Noth, entfernet immer mehr von Gott! Herr, lehr es mich bedenken! 5. Auch wehe dem, der Tücke liebt und dessen Wor⸗ te trügen; der seinen Näch⸗ sten gern betrübt mit Falsch⸗ heit und mit Lügen! Nur Redlichkeit, nur offner Sinn, nur Wahrheitsliebe schafft Gewinn, der ewig uns be⸗ gleitet. 6. Was züchtig, keuch und ehrbar ist, was wohl und lieblich klinget, das redet überall der Christ, spricht, wenn es Nutzen bringet, und scheut den Zorn der Men⸗ schen nicht. Doch wird auch Schweigen ihm zur Pflicht, wenn es die Liebe fordert. 7. O gib mir, Gott, ein reines Herz und laß mich Spöt⸗ ig und 16 sünd⸗ hm und s mein ilf mir, lit Ernst Zum nich an, nützen enfurcht verweg⸗ ich und Wie eichtsinn pät be⸗ bringet ntfernet t! Herr, n! m, der mn Wor⸗ n Näch⸗ Falsch⸗ Nur r Sinn, schafft uns be⸗ keusch 8 wohl as redet spricht, jet, und Men⸗ rd auch Pflicht, fordert. ott, ein ß mich Spöt⸗ ——— Spöttereien und frechen, sit⸗ tenlosen Scherz mit from⸗ mem Eifer scheuen! Zum Sprechen gabst du mir die Kraft; doch soll ich einst auch Rechenschaft von mei⸗ nen Worten geben. Freundschaft. Mel. Vom Himmel kam der 5 5 5 O welch ein Se⸗ gen ist ein Freund, der, Gott, durch dich mit mir vereint, mit herzli⸗ chem Vertraun mich liebt, mit mir sich freuet und betrübt! 2. Der, fest vereinigt erst mit dir, in Einem Geiste dann mit mir für Wahr⸗ heit nur und Tugend lebt, mit mir nach Einem Ziele strebt! 3. Wir theilen brüder⸗ lich dein Licht, ermuntern uns zu jeder Pflicht; wir bitten dich vereint um Kraft, gleich fromm zu sein, gleich tugendhaft. 4. Vom Irren hält er mich zurück durch weisen Rath, durch sanften Blick; und wenn er mir zu irren scheint, so warn ich treulich ihn als Freund. 5. Nicht Argwohn, Miß⸗ traun oder Streit, nicht Freude und nicht Traurig⸗ keit, auch nicht des Glückes Unbestand trennt unsrer Freundschaft festes Band. 6. Wir theilen Alles, in besonderen Verbindungen. Freud und Leid mit brü⸗ derlicher Herzlichkeit; und treues Mitgefühl versüßt uns Alles, was uns schmerz⸗ lich ist. 7. Trennt auch das Schick⸗ sal Freund von Freund, die Herzen bleiben doch vereint durch Liebe, durch Gebet und Rath und, wo wir können, durch die That. 8. Vollenden wir einst unsern Lauf, so nimmt uns dann Ein Himmel auf. Un⸗ endlich ist die Seligkeit, die ewig uns vereint erfreut. In eigener Melodie. + errlich ists, an 556 Hfrenndes Hand durch das Leben wandeln und durch Tugend und Ver⸗ stand fest vereinigt handeln! 2. Ohne Freundschaft gleicht die Welt einem öden Grabe. Wohl mir, daß ich mehr, als Geld, daß ich Freunde habe! 3. Aber da ist Freundschaft nicht, wo nicht Tugend woh⸗ net, wo nicht auf dem An⸗ gesicht Herzensgüte thronet. 4. Sittsam ist sie, nicht beim Spiel, nicht bei Trink⸗ gelagen, nicht im lärmen⸗ den Gewühl darfst du nach ihr fragen. 5. Aber sieh, du findest sie bei unschuldgen Scherzen; nur bei der Verleumdung nie, nie bei bösen Herzen. S 4 6. Freund⸗ 416 Gesinnung und Leben des Christen 6. Freundschaft lehrt be⸗ scheiden sein, Andrer Vor⸗ zug ehren, Freundschaft wird dir manche Pein in Ver⸗ gnügen kehren. 7. Freundschaft zeigt dir klar und frei alle deine Fehle, dabet frd nicht und macht abei fröhlich deine Seele. 8. Lächelst du, sie lächelt mit, weint bei deinen Leiden, unter ihrem sanften Tritt sprossen tausend Freuden. 9. Möcht ein Jeder doch recht früh ihrer würdig wer⸗ den! Dann vermehrte sich durch sie Menschenglück auf Erden. (Die Lieder 557—559 sind ausgefallen.) Gesinnung und Leben des Christen zu besonderen Zeiten. Am Morgen. Mel. Mein ganzer Geist, Gott ich seh ich wie⸗ 560 D dir, Norgen⸗ licht, und freue mich der heilgen Pflicht, dem Höchsten Lob zu singen. Ich will, entbrannt von Dankbegier, o mildester Erbarmer, dir mit Herz und Mund lobsin⸗ gen, Schöpfer, Vater, deine Treue rührt aufs neue mein Gemüthe. Froh em⸗ pfind ich deine Güte. 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär ich, hättest du nicht dich so hülfreich mir bewiesen! Zu meinem Leben setzest du jetzt einen neuen Tag hinzu, sei hoch dafür gepriesen! Durch dich bin ich und ich merke neue Stärke; dich erhebe Herz und Mund, solang ich lebe! 3. Verleih, o Gott der Lieb und Macht, daß Sünd und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe, daß ich die kurze Lebenszeit in christlicher Zufriedenheit zu nützen mich bemühe! Prüfe, siehe, wie ichs meine, dir ist keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht verborgen. Ich bin ein Christ; o Herr, verleih, daß ich des Namens würdig sei! Mein Ruhm sei deine Gnade! Denn ach, was bin ich ohne dich? Ein Irrender! Er⸗ halte mich, mein Gott, auf deinem Pfade. Stärk mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. 5. Ach, im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedank an dich oft still zu dir erheben. Im dunkeln Thale Pre Got sing ing 2. ohn. schli sein bede Tag See —. Got ist 1 der jetzt 0 zu besonderen Zeiten. 419 Preis und Dank! Erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang, lob⸗ sing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden. 3. Wer wacht, wann ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß und schützt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Herr, und Gott der Welt, und dein ist unser Leben. Du bist es, der es uns erhält und mirs jetzt neu gegeben. 6. Gelobet seist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue! 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen! 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele! Sei mir ein Retter in Gefahr, ein Va⸗ ter, wenn ich fehle! S....... 9. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue. 10. Daß ich mit Freu⸗ digkeit und Muth mich stets zu bessern strebe, gottselig, züchtig, fromm und gut in Sinn und Thaten lebe. 11. Daß ich dem Näch⸗ sten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an Andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue. 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wann du gebeutst, beschließe! ö Mel. Von Gott will ich nicht 56 5 Mnnachtiher⸗ ich hebe mein Aug empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, und neuer Dank dafür! Herr, deine Huld ist groß, und niemals hat das Lallen des Dankes dir mißfallen, das aus dem Herzen floß! 2. Daß nicht in tiefem Schlummer des Lebens Licht verlischt, und daß mich, frei von Kummer ein sanfter Schlaf erfrischt, dieß dank ich deiner Macht und deiner Vatertreue. Durch sie bin — aufs neue mit heiterm Muth erwacht. S 6 3. Be⸗ 420 Gesinnung und Leben des Christen 3. Beschützer unsrer See⸗ len, ich traue stets auf H Was soll ich für mich wäh⸗ len? O wähle du für mich! Gib, was mir heilsam ist! Gott, dem ich Alles danke, mich stärke der Gedanke, daß du stets um mich bist! 4. Er stärke mich, mit Freuden zu thun, was dir gefällt; er tröste mich im Leiden; und will die Lust der Welt mich jemals nach sich ziehn, helf er mein Herz bewahren, helf er mir die Gefahren der Sünde sehn und fliehn! 5. Beglücke du die Mei⸗ nen nach deiner Gütigkeit! Verlaß der Armen keinen! wend alles Herzeleid! Du willst zwar gern erfreun, eilst Allen beizustehen; doch soll der Liebe Flehen dir auch gefällig sein. ů 6. Gott, dem ich ange⸗ höre, dein Friede ruh auf mir! Mein Seufzen, meine Zähre, Erbarmer, ist vor dir. Deß soll mein Herz sich freun. Wer dir nicht traut, der bebe; ich sterbe oder lebe, so bin ich ewig dein! Mel. Gott des Himmels und 566 Gett sei Dank, ich lebe wieder, fühle und empfinde mich. Herr, dir bring ich meine Lieder, und mein Herz uer⸗ hebet dich, denn dein Aug hat in der Nacht über mich, dein Kind, gewacht. 2. Wann ich einst vollen⸗ det habe diese meine Pil⸗ gerzeit, ruh ich auch also im Grabe, Samen für die Ewigkeit. Auch in dieser langen Nacht wird mein Staub von dir bewacht. 3. Aber ich erwach auch wieder und mein Lobgesang mit mir; dann erschallen meine Lieder mächtiger und reiner dir. Ewig wird der Morgen sein; ewig schlaf ich nicht mehr ein. 4. Wach auch über meine Tage, Gott, du meine Zu⸗ versicht, daß mich keiner einst verklage, wann du kommst zum Weltgericht, daß ich hier der Pflicht getreu und dort unerschrocken sei! 5. Keinen Tag zählst du vergebens, Gott, durch den ich bin, mir zu. Jeder ist ein Theil des Lebens, jeden, jeden richtest du. Lehr mich wachen, daß mir nie unge⸗ nützt ein Tag entflieh! 6. Heute leb ich', laß auch heute nicht umsonst mein Leben sein! Laß mich nach vollbrachtem Streite dieses Tags auch mich er⸗ freun; recht zu handeln gib mir heut Stärke, Lust, Gelegenheit. G III Mel. 8. meir Ver⸗ Aug mich, ollen⸗ Pil⸗ also r die dieser mein auch esang allen und der schlaf neine Zu⸗ einer du daß zu besonderen Zeiten. 41⁷ Thale wall ich hier; einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff ich! Herr, ich werde mich der Erde gern entschwingen, dir dort ewig Lob zu singen. Mel. Wer nur den lieben Gott 561 Voell. Dank an diesem neuen Morgen blick ich zu dir empor, mein Gott! Du hörst nicht auf, für mich zu sor⸗ gen, mein Schutz zu sein vor jeder Noth; du schütz⸗ test mich auch diese Nacht; durch dich gestärkt bin ich erwacht. 2. Wem dank ichs sonst, als deiner Güte, daß mich, 0 Gott, kein Unfall traf? Mit innig freudigem Ge⸗ müthe dank ich dir Stär⸗ kung, Ruh und Schlaf! Auch heute wirst du mit mir sein und Kraft zum Guten mir verleihn! 3. Wie viele Tausend meiner Brüder sind jetzt nicht mehr mit mir erwacht; sie sehen nicht die Sonne wieder, nicht deiner Schö⸗ pfung neue Pracht. Ich lebe noch und mich erfreut des neuen Morgens Heiterkeit. 4. Erhalter, dir soll jede Stunde auch dieses Tages heilig sein! Ich schwöre dir mit Herz und Munde, vor allem Unrecht mich zu scheun! Entzieh zur Uebung meiner Pflicht mir, Herr, nur dei⸗ nen Beistand nicht: 5. Froh werd ich dann den Tag vollenden, dir, Herr, getreu und meiner Pflicht. Mein Leben steht in deinen Händen, drum schrecket auch der Tod mich nicht; und endet heute sich mein Lauf, so eilt mein Geist zu dir hinauf. In eigener Melodie. 562 ott des Him⸗ mels und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns schei⸗ nen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist erhält. 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmer⸗ zen hast behütet und be⸗ wacht und bei aller meiner Schuld mich noch trägst mit Vaterhuld. 3. Gleich der Nacht laß meine Sünden vor der Gnade Glanz vergehn, die durch Christum Alle finden, welche gläubig auf dich sehn, der für unsre Missethat sich am Kreuz geopfert hat. 4. Hilf, daß ich mit die⸗ sem Morgen geistlich aufer⸗ S 5 stehen stehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns er⸗ scheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Auf der Bahn der Tu⸗ gend leite du mich, Herr, verlaß mich nicht und ver⸗ leihe mir auch heute Muth und Kraft zu jeder Pflicht. Dein Geschenk, die Gnaden⸗ zeit, werde nie von mir entweiht. ö 6. Deinem Schutze sei ergeben Alles, was ich hab und bin! Dir vertrau ich Seel und Leben, werf auf dich die Sorgen hin. Herr, mein Heil, mein Schild und Ruhm, segne mich, dein Eigenthum! 7. Hülfe wollest du mir senden, wenn Gefahr und Noth mir droht; Alles mir zum Besten wenden, es sei Leben oder Tod! Sterb ich, Herr, so nimm mich hin, bm ich nicht mehr sterblich in. Mel. Befiehl du deine Wege 563 Lob sei Gott, der den Morgen uns sendet nach der Nacht, der, wenn wir ohne Sorgen ent⸗ Duv uc unn für uns wacht, er uns im Schlaf erquicket und unsre Kraft erneut; Gott, der die Erde schmük⸗ 418 Gesinnung und Leben des Christen ket und, was er schuf, er⸗ freut! Kit, Aitt 2. Von dir ist mir gege⸗ ben, Herr, was ich hab und bin! Und dieß mein irdisch Leben flieht schnell zum Tode hin. Bald ist sie ganz ver⸗ schwunden der Wallfahrt kurze Zeit; doch hängt an ihren Stunden das Heil der Ewigkeit. 3. O süßer, hoher Glau⸗ be, vom Tod einst aufzu⸗ stehn! Mein Leib nur wird zu Staube, mein Geist wird nicht vergehn. Ach, laß michs nie vergessen! Der heilgen Hoffnung voll, laß täglich mich ermessen, was einst ich werden soll! 4. Sollt ich nach Wollust schmachten? Ihr Lohn ist Reu und Schmerz! Nach Reichthum ängstlich trach⸗ ten? Nie komm es in mein Herz! Hienieden schon auf Erden soll meine Seele rein, ein Tempel Gottes werden, ganz ihm geheiligt sein. 5. Getrost, mein Geist, ermüde in deinem Kampfe nicht! Dich stärket Gottes Friede mit Kraft und Zu⸗ versicht. Ermuntre dich und streite: des Sieges Lohn ist nah! Getrost! Vielleicht ist heute des Kampfes Ende da. In eigener Melodie. erst Ge. schäft sei Preis 564 Men dunke mein weint. Todes den S Freur sen Todes Am mein bleibt kindli 3. Stätt deine und dich liebe Hauf mit i 4. den f dich zu besonderen Zeiten. dunkeln Thal ich gehe und mein Freund nun um mich weint. Lindre dann des Todes Pein und laß mich den Stärksten sein; meinen Freund gen Himmel wei⸗ sen und dich, Herr des Todes, preisen. Am Sonntagsmorgen. Mel. Es ist das Heil uns 571 Fter, un Va⸗ ter, wach ich auf am Tage deiner Ehre. Mein Morgenopfer dringt hinauf ins Lied der Engel— chöre und dankt, daß deine Gütigkeit mir heute wieder Ruh und Zeit zur Seelen-⸗ bildung schenket. 2. Dich beten Erd und Himmel an, o Schöpfer al⸗ ler Dinge! Wohl mir! auch ich darf mich dir nahn; du hörst, wenn ich dir singe. Du selbst bedarfst zwar meiner nicht, doch ewig bleibt es meine Pflicht, dich kindlich zu verehren. 3. Drum heilig sei die Stätte mir, wohin, Gott, deine Frommen mit Dank und Lust und Heilsbegier dich anzubeten kommen! Ich liebe sie und walle gern zum Hause Gottes, meines Herrn, mit ihnen anzubeten. 4. Hier sühl ich durch den frommen Dank, womit dich Christen loben, durch 42³ ihren heiligen Gesang zum Himmel mich erhoben. Hier hör ich, Gott, im Geiste schon die Seligen vor dei⸗ nem Thron ihr Heilig, Heilig! singen. 5. Hier seh ich jeder Tu⸗ gend Preis an deinem Thro-⸗ ne prangen und ringe nun mit Ernst und Fleiß, das Kleinod zu erlangen. Hier stärkst du mich durch deine Kraft zur Treu in meiner Pilgerschaft, zur Liebe und zur Hoffnung. 6. So wird dein Tag, o Vater, mir ein Tag des Segens werden! So seh ich und empfind ich hier den Himmel schon auf Er⸗ den! So werd ich nach der Prüfungszeit einst im Ge⸗ nuß der Seligkeit verklärt dich ewig preisen. Beim Anblick der auf⸗ gehenden Sonne. In eigener Melodie. 572 Sei mir gegrüßt zu meines Gottes Ehre, du, seiner Schöpfung Königin! Steig auf und geuß aus deinem Flammenmeere Erstaunen vor dich hin! 2. Daß alle Welt anbe⸗ tend niederfalle vor dem, der dich so schön gemacht, der Menschen schuf und vä⸗ terlich für alle mit seiner Allmacht wacht. 3. Daß 42⁴ 3. Daß überall bis zur entferntsten Zone, die stau⸗ nend deine Größe sieht, Zu⸗ friedenheit und Lieb' und Eintracht wohne, die oft den Erdkreis flieht! 4. Und so sei du, was du ihm stets gewesen, dem Er⸗ denvolke Gottes Blick, dem Lande Frucht, dem Kranken froh Genesen, dem Armen Trost und Glück! 5. Auch mir, wenn ich in Unmuth aufwärts blicke, weil Gottes Weg ich nicht versteh, gieß Heiterkeit ins kranke Herz und schicke mir Kraft, daß ichs besteh! 3. Und lehre mich in Freudigkeit hienieden mich jeder Christentugend weihn; voll Duldsamkeit bereit zum selgen Frieden und mild wie du zu sein. Gesinnung und Leben des Christen te; er hört mein frommes Loblied an. I 3. Von ihm kommt jede Gabe, das Leben, das ich habe, die Ruhe dieser Nacht. Er ist der Quell der Güter, mein Schutz und treuer Hü⸗ ter, der, wenn ich schlummre, für mich wacht. 944 4. Er läßt es finster wer⸗ den und hüllt den Kreis der Erden in schwarze Dun⸗ kelheit; doch auch in dunkler Stille wohnt er mit seiner Fülle und zeigt mir seine Herrlichkeit. 5. Er führt aus dunkler Ferne den Mond und tau⸗ send Sterne mit Majestät herauf. zur Ehre und Meere, und lenkt ihren Lauf. Sie leuchten ihm hoch über Erd seine Hand Groß, wenn der Mor⸗ Tags Geschäfte und drückt gen grauet, groß, wenn der Abend thauet, groß in der stillen Nacht, im Sonnen⸗ schein und Sturme, am Mel. In allen meinen Thaten Menschen und am Wurme, 573 Nun sinkt die groß, Vater, zeigst du deine S Macht ö Sonne nie⸗ acht. der, die stille Nacht kommt 7. Voll Majestät und wieder und mit ihr Schlaf Stärke stehn lauter Wun⸗ und Ruh; sie schenkt uns derwerke in deiner Schö⸗ pfung da. Wie kann ich neue Kräfte, beschließt des dirs vergelten? Du, Gott' und Herr der Welten, warst auch mir Armen heute nah. Am Abend. die müden Augen zu. Noch wach ich und erzähle mit tiefgerührter Woher mein Glück, Seele, was Gott an mir mein Leben? Du hast es gethan. Mit dankendem Ge⸗ lit dankendem e mir gegeben; du bists, der müthe lobsing ich seiner Gü⸗ für — 567 ben! müth er hör 2 wieder Pracht nieder gemack 3. Welter meiner vergelt gethan 4 fern Nichts derst Liebe, 5—— Leben, dein! geben freun. 6 Sünde & ö Jesu Trost mir g 7 0 geben: dirz S Leben, 238. heute Pfad! leite nem? 499. frommes imt jede das ich r Racht. Güter, uer Hü⸗ ummre, ter wer⸗ Kreis e Dun⸗ dunkler seiner rseine dunkler id tau⸗ Tajestät Hand r Mor⸗ un der in der onnen⸗ am zurme, deine und Wun⸗ zu besonderen Zeiten. Mel. Christus, der ist mein Leben och läßt der 567 Nes Herr mich 4. ben! Mit fröhlichem Ge⸗ müth eil ich ihn zu erheben; er hört mein frühes Lied. 2. Zu ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht; ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. ö 3. Du, Herrscher aller Welten, nimmst dich auch meiner an; wie soll c0 dir vergelten, was du an mir gethan? 4. Wirst du nach Op⸗ fern schauen? Sie gelten Nichts vor dir. Du for⸗ derst nur Vertrauen, nur Liebe, Gott, von mir. 5. Dein sei mein ganzes Leben mein Herz sei ewig dein! Dir will ich Ehre geben und deiner Huld mich freun. 6. O Tilger meiner Sünden, mein Mittler, Jesu Christ, Trost empfinden, mir gnädig bist. 7. Dir hab ich mich er⸗ geben; ich freue mich in dir; du Bester, 25.— als Leben, ist deine( 238. Sie führe mich auch heute auf deiner Ingend Pfad! Du, Ewigweiser, leite mich selbst nach dei— nem Rath! 9. Nur Eins laß mich laß mich den daß du * 421 erflehen: Gib mir ein wei⸗ ses Herz, auf dich laß stets mich sehen in Freude, wie im Schmerz! 10. Daß ich am ersten trachte—— dm was dir gefällt, mehr deinen Bei⸗ fall achte, als allen Ruhm der Welt. 11. Daß ich, dir innig trauend, das Gute standhaft thu und froh gen Hinur schauend denk: Herr, mich siehest du. 12. Bereit, den Lauf zu schließen auf deinen Wink, o Gott, und lauter im Ge⸗ wissen, so finde mich der Tod! Mel. Es ist das Heil uns + Qn Gottes Namen 568 fang ich an, was mir zu thun gebühret. Mit Gott wird alles wohlgethan und standhaft ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut mit frommem Sinn und fetem Muth, das muß zu⸗ letzt gedeihen. 2. Gott ists, der das Ver⸗ mögen schafft, das Gute zu vollbringen. Er gibt Ver⸗ stand und Lust und Kraft und läßt das Werk 20 beiut Ist er mit uns, so fehlt uns nicht, was unserm wahren Wohl gebricht; er krönet uns mit Segen. 3. Drum leite mich sein guter.—5 den Müssiggang S 7 zu 422 Gesinnung und Leben des Christen zu meiden, und das, was fallen, Herr, meines Her⸗ er mich wirken heißt, geschehe zens Lallen! ö stets mit Freuden! Er stärke 6. Dein Werk wollst du mich, damit ich treu, gewis⸗ vollenden; dich nimmer von senhaft und redlich sei und mir wenden und mich in gern dem Nächsten diene! meinen Tagen stets mit Ver⸗ 4. Ja, segne, Gott, auch schonen tragen! heute mir die Werke meiner 7. In allen meinen Tha⸗ Hände und lenke meinen ten wollst du mir selber va⸗ lick zu dir, wenn ich sie then, mich stets zum Be⸗ froh vollende! Vergänglich sten leiten, zum Himmel ist der Erde Lohn; doch ewig mich bereiten! ist vor deinem Thron der 8. Auf allen meinen We⸗ Preis der Arbeitstreue! gen begleite mich dein Segen; ö ö ein Wort sei meine Speise, In eigener Melodie. bis ich gen Himmel reise! 569 Wach auf, mein Wh Herz, und Werde munter mein singe, dem Schöpfer aller ann ich einst Dinge, dem Geber aller 570 Wẽĩ j ö von jenem Güter, dem frommen Men-— Schlummer, welcher Tod schenhüter! heißt, aufersteh und, er⸗ 2. Gott Vater, mit Er⸗ löst von allem Kummer, je⸗ barmen bedecktest' du mich nen schönern Morgen seh, Armen; du sprachst: schlaf o dann wach ich anders ohne Grauen; die Sonne auf; schon am Ziel ist dann sollst du schauen. mein Lauf! Träume sind Dein Wort, das ist des Pilgers Sorgen, großer geschehen; ich kann das Licht Tag, an deinem Morgen. noch sehen; von Noth bin 2. Hilf, daß keiner mei⸗ ich befreiet, dein Schutz hat ner Tage, Geber der Un⸗ sich erneuet. sterblichkeit, einst mich im 4. Steig auf, mein Dank, Gericht verklage, daß i zum Throne! Dem Va⸗ sträflich ihn entweiht! Auch ter und dem Sohne, dem noch heute wacht ich auf! Geist des Herrn sei Eh⸗ Dank dir, Herr! Zu dir hinauf 3 re, Anbetung, Preis und müsse jeder Tag mich leiten, Chre! zur Unsterblichkeit bereiten! 5. Hör, Gütigster, mein Daß ich gern sie vor Flehen; du kannst ins Herze mir sehe, wann ihr letzter sehen; ach, möchte dir ge nun erscheint; wann bmn un⸗ für m meiner 57 diesen wie ho Entflo Hab i dem Hab ie nichter 2 des He gefang mit( Verlan von Dienst tig un 71 ruf, d wiesen ies Her⸗ vollst du mer von mich in mit Ver⸗ nen Tha⸗ ber ra⸗ um Be⸗ Himmel nen We⸗ Segen; Speise, reise! mein ch einst jenem r Tod nd, er⸗ ner, je⸗ en seh, anders t dann te sind hinauf leiten, reiten! ie vor letzter zum dun⸗ zu besonderen Zeiten. für mich wacht. Woher auf meinen Wegen, so mancher reiche Segen? Du bists, der Alles wohlgemacht. 9. Gott, groß von Macht und Treue, jetzt, da ich dein mich freue, wird auch die Nacht mir Licht. Leg ich die müden Glieder in dei⸗ nem Namen nieder, so wa⸗ chest du, ich sorge nicht. 10. Soll mir der Schlaf zum Leben erneute Kräfte geben, so will ich deß mich freun. Soll er mein Leben enden, so wirst du mich vollenden, mein Gott auch noch im Tode sein. Mel. O Gott, du frommer Gott 574 Der Tag ist wie⸗ der hin; und diesen Theil des Lebens, wie hab ich ihn vollbracht? Entfloh er mir vergebens? Hab ich mit allem Ernst dem Guten nachgestrebt? Hab ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? 2. Wars in der Furcht des Herrn, daß ich ihn an-⸗ gefangen? Mit Dank und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, als ein Geschöpf von Gott, mich seinem Dienst zu weihn und züch⸗ tig und gerecht und Gottes Freund zu sein? 3. Hab ich in dem Be⸗ ruf, den Gott mir ange⸗ wiesen, durch Eifer und 42⁵ durch Fleiß ihn, meinen Gott, gepriesen, mir und der Welt genützt und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht weil mich Menschen sahn? 4. Wie hab ich diesen Tag mein eigen Herz re⸗ gieret? Hat mich im Stil⸗ len oft mein Glück auf Gott geführet? Erfreut ich mich des Herrn, der unser Flehn bemerkt, und hab ich im Vertraun auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Dacht ich bei dem Ge⸗ nuß der Güter dieser Er⸗ den an den Allmächtigen, durch den wir sind und wer— den? Verehrt ich ihn im Staub? Empfand ich seine Huld? Trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld? ö 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Stunden? Fühlt ich der Freundschaft Glück, sprach ich, was ich empfunden? War auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldvoll? Und hab ich Nichts gesagt, was ich be⸗ reuen soll? 7. Hab ich die Meinigen durch Sorgfalt mir ver⸗ pflichtet, sie durch mein Bei⸗ spiel still zum Guten unter⸗ richtet? War zu des Mit⸗ leids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das Andre Kräfte zu Allem, was ich 426 Gesinnung und Leben des Christen Andre traf, war dieß mir angenehm? 8. War mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn began⸗ gen? Bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlan⸗ gen? Und wenn in dieser Nacht Gott über mich ge⸗ beut, bin ich vor ihm zu stehn auch willig und be— reit? 9. Gott, der du Alles weißt, was könnt ich dir verhehlen? Ich fühle täg⸗ lich noch die Schwachheit meiner Seelen. Vergib durch Christi Blut mir die ver⸗ letzte Pflicht, vergib und gehe du nicht mit mir ins Gericht! 10. Ja, du verzeihest dem, den seine Sünden kränken, du liebst Barmherzigkeit und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir; leb ich, so leb ich dir; sterb ich, so sterb ich dir! Mel. Befiehl du deine Wege 57 5 Ermädet von den Sorgen und der Geschäfte Last, die du mir jeden Morgen hier auf⸗ erleget hast, eilt, Herr, nach deinem Willen der Körper jetzt zur Ruh, weint dir vorher im Stillen Dank meine Seele zu. 2. Du gabst Verstand und that; gabst Segen dem Ge⸗ schäfte, für das ich Frucht er⸗ bat; du wandtest allen Scha⸗ den, warst mein Vertraun und Licht und übergabst aus Gnaden mich dem Verder⸗ ben nicht. 3. Vergiß es nicht, o Seele, was Gott an dir gethan; verehr des Herrn Befehle, bet ihn in Demuth an, ihn, der von seinem Sitze gern auf dein Flehen hört und auch der Last und Hitze der Kreuzestage wehrt! 4. Mit deinem Schilde decke dein Kind auch diese Nacht, auf daß mich Nichts erschrecke; auf daß, wann ich erwacht und, durch den Schlaf erquicket, mein Geist befreit von Gram froh nach der Höhe blicket, von wel— cher Hülfe kam. 5. Die Meinen, Weib und Kinder und Freund und Hab und Gut, auch meinen Feind nicht minder, nimm, Herr, in deine Hut! Nie wird dein Auge müde, nie, Hüter, schlummerst du; gib unserm Lande Friede, gib Jedem Glück und Ruh! 6. Versag auch diese Bitte mir, mein Erbarmer, nicht: wann diese morsche Hütte des Leibes einst zerbricht, so laß, o Gott, mein Ster⸗ ben dem Schlummer ähn⸗ lich sein und nimm aner Cl⸗ deine Him em Ge⸗ ucht er⸗ n Scha⸗ ertraun bst aus Verder⸗ icht, o — dir errn Demuth seinem Flehen ast und wehrt! Schilde h diese Nichts wann rch den n Geist 'h nach n wel⸗ Weib Freund „auch minder, Ee Hut! müde, st du; Friede, Ruh! e Bitte nicht: Hütte rbricht, Ster⸗ ähn⸗ mich, dei⸗ zu besonderen Zeiten. deinen Erben, in deinen Himmel ein. Mel. In allen meinen Thaten 576 Huit der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich kindlich an. Ich bin viel zu geringe der Treu, die ich besinge, und die du heut al mir gethan. Mit dankendem Ge⸗ müthe freu ich mich deiner Güte, ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffst ein rei⸗ nes Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seele, nach deines Worts Befehle einher im Leben gehn; auf deine Güte hof⸗ fen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil! Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden und in dem Him⸗ mel ist mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Se⸗ gen, eil ich der Ruh ent⸗ gegen; dein Name sei ge— preist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist. In eigener Melodie. 577 So 5 Hiür⸗ Tage hin; auch dieser ist nicht mehr! Die Nacht, der Müden Trö⸗ sterin, eilt wieder zu uns her. 2. Wimr du nur bleibest, wie du bist; du schläfst und shmmeut nicht; die Fin⸗ sterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb ich voll Vertraun mich auch in die⸗ ser Nacht; wovor, Herr, sollte mir denn graun? Mich 194.9 deine Macht. Hab ich an deiner Enade nur stets Theil, o Herr, mein Gott, so fürcht ich nichts in der Natur, so schen ich nicht den Tod. 5. Zwar ich erkenne mei⸗ ne Schuld, mit Reue fühl ich sie; doch, mein Erbar⸗ mer, deine Huld, wie trost⸗ voll⸗ ist mir die! 6. Ich eil im Glauben zu dir hin und weiß, wie sicher ich im Schutze deiner All⸗ macht bin; dein Schirm be⸗ decket mich. 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein seist mein Gedank, o weihe dir mein Herz zum Teaipes ein. 8. Vielleicht ist dies die letzte Nacht in meiner Prü⸗ fungszeit, dann führe mich durch deine? Macht zum Licht der Ewigkeit! 9. Ich 42⁸ 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, dein bin ich auch im Tod. Du, mein Erretter, bist bei mir und hilfst aus aller Noth. Mel. In allen meinen Thaten 578 Die stillen Abend⸗ stunden, wie schnell sind sie entschwunden in häuslich froher Ruh! Nun senkt die Nacht sich nieder und drückt uns allen wieder mit sanfter Hand die Augen zu. 2. O lasset uns er⸗ wägen den unverdienten Segen, den uns der Tag gebracht! Laßt uns von Dank entbrennen und tief gerührt bekennen: der Herr hat Al⸗ les wohlgemacht! 3. Du hast, o Gott, voll Gnade auf segensvollem Pfade uns bis hierher ge⸗ führt. Nicht uns, nur dir sei Ehre! Ein jeder Tag vermehre in uns den Dank, der dir gebührt! 4. Der Schlaf, den du den Müden nach Tageslast beschieden, auch er sei dir geweiht! Wir schlummern ohne Sorgen, denn du er⸗ weckst uns morgen hier oder in der Ewigkeit. Mel. So fliehen unsre Tage 579 Wenen Schr⸗ Gesinnung und Leben des Christen me ruht, o Gott, von dir bewacht, der trotzt mit un⸗ erschrocknem Muth dem Grauen dunkler Nacht. 2. Umringt von stiller Finsterniß sing ich dir, Herr, ein Lied. Mein Herz froh⸗ lockt und ist gewiß, daß mich dein Auge sieht. 3. Der Tag ist schnell dahingeeilt, und deine Va⸗ terhand hat mir viel Gutes zugetheilt, viel Böses abge⸗ wandt. 4. Auch in der Noth und wenn ich litt, nahmst du dich meiner an, und so ist nun ein neuer Schritt zur Ewigkeit gethan. 5. Du, Herr, wirst auch noch immerdar mein guter Vater sein und jetzt und auch bei grauem Haar mich segnen und erfreun. 6. Doch, dir befehl ich meine Zeit. Ich leb in dieser Welt, o Vater der Barm⸗ herzigkeit, solang es dir ge⸗ fällt. 7. Ich trau auf dich und zittre nicht; kein Unfall wird sich nahn; du warst ja meine Zuversicht von meiner Ju⸗ gend an. 8. Ich schließ auch jetzt in dunkler Nacht getrost die Augen zu; ich fürchte keine irdsche Macht: du sicherst meine Ruh! Mel. meine Iu⸗ jetzt st die keine cherst Mel. zu besonderen Zeiten. Mel. Freu dich sehr, o meine 580 A, o Seele, sei noch munter! Gottes Lob ist deine Pflicht. Seine Sonne gehet unter, aber seine Güte nicht. Er hat mich auch heut ernährt, manche Freude mir gewährt, vor Gefahren mich beschü⸗ tzet, mich in Schwachheit unterstützet. 2. Stets verehrt und hoch⸗ gepriesen seist du, treuer Gott, von mir! Was du Gutes mir erwiesen, danket meine Seele dir. Du hast, war ichs gleich nicht werth, liebreich das Gebet erhört, das ich heut, als ich er⸗ wachte, dir im Namen Jesu brachte. 3. Gib nun bis zum fro⸗ hen Morgen meinem Leibe sanfte Ruh! Durch dich schlaf ich ohne Sorgen; wann ich schlafe, wachest du. Leib und Seel befehl ich dir, walte gnädig über mir! Sei auch du der Gott der Meinen, zähl sie alle zu den Deinen! 4. Laß uns doch kein ban⸗ ges Schrecken, Räuber nicht, nicht Feuersgluth plötzlich aus dem Schlummer wecken, halt uns fest in deiner Hut; hilf, wenn Krankheit oder Tod uns in sicherm Schlafe droht, aber laß uns, wenn wir sterben, deines Him⸗ mels Freuden erben. 429 Mel. Werde munier, mein 581 Sint ich einst in jenen Schlum⸗ mer, aus dem Keiner mehr erwacht; geh ich aus der Welt voll Kummer, Todes⸗ ruh, in deine Nacht, o dann schlaf ich anders ein. Weg aus dieses Lebens Pein wall ich hin zu deren Hütten, die, nun glücklich, hier auch stritten. 2. Jetzt entschlaf ich, auf⸗ zuwachen noch für Tage die⸗ ser Zeit! Laß mich fertig stets mich machen, Vater, zu der Ewigkeit, daß ich Wan⸗ derer dann sei von der Last des Eitlen frei, von den Lasten dieser Erde, wann ich nun unsterblich werde. 3. Gerne laß den Tag mich sehen, der als Ret⸗ ter mir erscheint, wann mit nicht erhörtem Flehen, wer mich liebet, um mich weint! Stärker, als mein Freund im Schmerz, sei mein gottverlangend Herz, und, noch sterbend dich zu preisen, laß mich ihn gen Himmel weisen! Mel. Wo Gott zum Haus 582 ch seh im Abend⸗ . rothe schön, Herr, deine Sonne unter⸗ gehn. Noch untergehend freut lend Hergf erhebt ein füh⸗ end Herz so ganz. 2. Von einer halben Welt nimmt sie den Segen mit und 430⁰ und sucht ihn nie. So geht von edler That dein Freund, entweicht dem Dank, den man ihm weint. 3. Sie sinkt. Ich blick gerührt ihr nach; nicht mehr ist jetzt mein Aug zu schwach. So scheucht zu starker Glanz zurück, be⸗ scheidne Tugend stärkt den Blick. 4. Versunken ist sie. So versinkt, sobald, Herr, deine Weisheit winkt, auch unsre Herrlichkeit und Pracht; all Wacht Glanz erlischt in a 5. Sie sank und floh von uns, um schön dort andern Brüdern aufzugehn, die jetzt sich ihrer Ankunft freun und dir nun Morgenlieder weihn. 6. So gehn auch wir der⸗ einst, erwacht vom Schlum⸗ mer unsrer letzten Nacht, schließt hier sich unser Le⸗ benslauf, zu einer höhern Wallfahrt auf. Mel. In allen meinen Thaten 5 8 3 er Mond ist aufgegangen; die güldnen Sternlein pran⸗ gen am Himmel hell und klar; der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Gesinnung und Leben des Christen Hülle so traulich und so hold, gleich einer stillen Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt. 3. Gott, laß dein Heil uns schauen, auf nichts Vergänglichs trauen, dem Eiteln nie uns weihn! Läß uns nur weise werden und vor dir hier von Herzen fröhlich sein. ö 4. Wollst endlich ohne Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod; und wann du uns genommen, so laß uns zu dir kommen, du lieber, treuer, frommer Gott! ö So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Na⸗ men nieder; kalt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und un⸗ sern kranken Nachbar auch! auf Erden fromm Unter gestirntem Himmel. Mel. Nicht um Reichthum 58 4 Einsam bin ich, tiefe Stille herrscht um mich in der Natur! Unter einer dun⸗ keln Hülle liegt der Farben schmuck der Flur. Alles xuht, sich zu erquicken; mir noch lohnet wach die Zeit; aufge than vor meinen Blicken hat sich die Unendlichkeit!:“ 2. Welche und 2. che Höl fassen send um ihr wo sin zen, 1 mehr strahle Lebens 3 Leben Welt, erheber sie erh der ste segnend der se ins Un 4 Name leuchter schrieb zügen Ich bii GOTT das W ligkeit der du barung schlager der Erf mir in wölbte der St hast de zogen, schlägt. 6. gegeben o hold, mmer, ammer rgessen Heil nichts dem Laß und Erden und ohne Welt einen in du uns lieber, denn, Na⸗ der uns, d laß un⸗ auch! mel. M ich, Stille der dun⸗ rben⸗ ruht, noch ufge⸗ icken E09⁰ elche **9 zu besonderen Zeiten. 431 2. Welche Tiefen! Wel⸗ che Höhen! Heilge Schauer fassen mich! Wie viel tau⸗ send Welten drehen hier um ihre Sonnen sich! Und wo sind des Raumes Grän⸗ zen, wo sich keine Welt mehr dreht, keine Sonnen⸗ strahlen glänzen und kein Lebensodem weht? 3. Wie viel Millionen Leben freuen sich in jeder Welt, freuen sich, den zu erheben, der sie schuf und sie erhält! Und wer ists, der stets sie alle liebend, segnend überschaut? wer, der seines Tempels Halle ins Unendliche gebaut? 4. Kann mich hier sein Name trügen, hier mir leuchten ohne Sinn? Er schrieb ihn mit Flammen⸗ zügen und sein Name heißt: Ich bin. Ja, du bist, den GOTT wir nennen, dem das Weltall eigen ist! Se⸗ ligkeit ists, dich zu kennen, der du Aller Vater bist. 5. Deine ältre Offen⸗ barung liegt jetzt aufge⸗ schlagen da, und im Lande der Erfahrung fand ich dich mir immer nah. Du, der wölbte diesen Bogen und der Sterne Kreis bewegt, hast den Puls auch aufge⸗ zogen, der in meinen Adern ägt. ö 6. Hast den Funken mir gegeben, der in mir die Racht erhellt, diesen Geist, der in das Leben aufstrebt aus der Sinnenwelt, in das Leben, wo er freier, näher schaut dich, Weltengeist, dich bei seiner heilgen Feier, frei vom Staub der Erde preist. 7. O dieß Sehnen, o dieß Streben, dieser hohe Lebenssinn bürgt mir ein unendlich Leben, führt mich zur Vollendung hin! Nein, dein Kind wird nicht ver⸗ schmachten in der tiefsten Dunkelheit, wird von Licht nach Lichte trachten in der Unermeßlichkeit. 8. Ist mein Leben hier verronnen, wird es Nacht auf meiner Bahn, o dann leuchten tausend Sonnen mir den Stufengang hinan. Ich steig auf zum Quell der Strahlen, ihn zu schaun, der nie versiegt, wo vor mir in tiefen Thalen dann der Welten Schöpfung liegt. Im Frühling. Mel. Allein Gott in der Höh ob sei Gott, der 585 L den Frühling schafft, Gott, der den Erd⸗ kreis schmücket! Preis sei ihm, Ehre, Stärk und Kraft, der, was er schuf, beglücket! Der Herr erschafft, der Herr erhält; er liebt und segnet Gesch öpfel lobsinget ihm, eschöpfe! 2. Das 432 Gesinnung und Leben des Christen 2. Das Land, das erst erstorben lag, erwacht und lebt nun wieder. Es strömt an jedem neuen Tag sein Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube lebt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Antlitz ist verjüngt; erheitert glänzt der Himmel; Gebirg und Thal und Wald erklingt vom freudigen Getümmel. Mit Wohlgefallen schaut herab, der Allen Sein und Leben gab, auf seiner Schö⸗ pfung Werke. 4. Lobsinget ihm; er ist uns nah! Singt, alle seine Heere! Der Herr ist in den Himmeln da, auf Erden und im Meere. Ich preise dich, ich singe dir; denn du bist, wo ich bin, bei mir mit Allmacht und mit Liebe. 5. Du rufst die Wolken in das Land und stillst den Durst der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gesegnet werde. Du machest Hagel, Thau und Wind, die deiner Allmacht Boten sind, zu unsrer Freu⸗ de Quellen. 6. Selbst wann, von Donnersturm bedräut, er⸗ schrockne Länder zittern, strömt Stärkung, Segen, Fruchtbarkeit aus Nacht und Ungewittern. Dann hricht die Sonne neu hervor, und Alles jauchzt zu dir empor, vor dem die Wetter schwei⸗ gen. 10 7. Von dir kommt, was uns hier erfreut, du Brunn⸗ quell aller Gaben. Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichern Strömen laben. Wohl, wohl den Menschen, die schon hier sich dir er⸗ geben und einst dir als Christen freudig sterben l Mel. Gott, der du die Menschen 5 bt sich 586 H Gottes Sonne länger strahlt uns nun ihr Licht; Alles athmet neue Wonne, wenn sie durch die Wolken bricht. Schau, der 4—ã— 6 senkt sich nieder in die Wälder, auf die Flur. Die erstorbene Na⸗ tur lebet auf und wirket wieder. Opfre Gott, dem Schöpfer, Dank! Preis' ihn fröhlich, mein Gesang! 2. Munter zu der Arbeit wallet nun der Landmann hin aufs Feld, und sein fro⸗ hes Loblied schallet laut em⸗ por zum Herrn der Welt. Er vertraut die Saat der Erde, ehrt durch fromme Zuversicht seinen Gott und zweifelt nicht, daß sie wohl⸗ gerathen werde, bringt schon hoffnungsvoll ihm Dank. Gesen auch du ihn, mein ** esang! 8 3. Gläu⸗ 3. kleide reiche dufte Schö⸗ den trinke verbl gibt,‚ lich du i preis sang! 4 geschn wird Sprer so w' fliehn nem Frühl er un nuren Tugen dich p 5. Erde von d mein Mel. 587 or, und empor, schwei⸗ mt, was Brunn⸗ Dort Seligkeit 1 laben. Lenschen, dir er⸗ Hdir als ben! Menschen ebt sich Sonne, nun ihr et neue Urch die vau, der nieder zuf die ne Na⸗ wirket t, dem 13 ihn gl Arbeit idmann ein fro⸗ aut em⸗ Welt. aat der fromme ott und Ihon t schon Dank. mein 1 Gläu⸗ zu besonderen Zeiten. 3. Glänzend und im Feier⸗ kleide prangt die blüthen⸗ reiche Flur. Jede Blume duftet Freude, preist den Schöpfer der Natur, der den Thau schafft, den sie trinket, daß sie nicht zu bald verblüh, der ihr Samen gibt, wenn sie welkend end⸗ lich niedersinket. Bring auch du ihm Lob und Dank, preis ihn fröhlich, mein Ge⸗ sang! 4. Dieser Frühling, wie geschwinde, o wie schnell wird er verblühn! Wie die Spreu verweht vom Winde, so wird seine Pracht ent⸗ fliehn! Aber, Gott, vor dei⸗ nem Throne wird ein ewger Frühling sein; ewig wird er uns erfreun, ringen wir nur nach dem Lohne reiner Tugend lebenslang. Gott, dich preise mein Gesang! 5. Alle Herrlichkeit der Erde ist nur Schimmer von dem Licht, das ich ewig schauen werde dort vor Gottes Angesicht. Auch das freudenreichste Leben hier auf Erden ist nur Tod gegen jenes, das mir Gott dort verheißen hat zu geben. Dir, mein Gott, sei Lob und Dank! Ewig preist dich mein Gesang! Mel. Lobt Gott, ihr Christen 587 Daur snd ememt. 433 Auf Bergen, wie im Thal, ist Freud an Freude hinge⸗ streut und Schönheit überall. 2. Belebend ist der Wiese Grün, entzückend jede Flur; und wie viel tausend Blu⸗ men blühn im Garten der Natur! 3. Mit reichen Blüthen prangt der Baum, und oben ausgespannt, wie strahlt der blaue Himmelsraum, ein unbekanntes Land! 4. Blickt hin in Tiefen und auf Höhn, auf Flur und Wald und Feld! Fühlt, was unnennbar ist: wie schön ist unsers Gottes Welt! 5. Doch nur dem Tugend⸗ haften, nur dem Menschen⸗ freunde lacht die schöne herr⸗ liche Natur in aller ihrer Pracht. 6. Drum seid und machet froh und gut; reicht gern die Bruderhand; naht dann der Tod, so geht mit Muth ins unbekannte Land. 7. Macht diese Erde schon so schön entfernter Sonnen⸗ schein; o Gott, wie wird in jenen Höhn der Selgen Wohnung sein! Im Sommer. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 588 Weit um mich her ist Alles Freude, verschönt ist, Schö⸗ + pfer, 434 pfer, deine Welt! Es prangt in einem Feierkleide Gebirg und Thal und Wald und Feld! Wie heilig wird mir jede Stätte! Wohin ich seh, wohin ich trete, bist du mir nah und fühl ich dich; wohin ich schau auf allen Fluren, in allen deinen Creaturen er⸗ blick ich, Welterhalter, dich! 2. Wie hast du, Gott der Macht und Güte, so liebe⸗ voll an uns gedacht! Schön war des Frühlings bunte Blüthe, reich ist des Som⸗ mers ernste Pracht. Zum vollen fröhlichen Genusse empfängt von deinem Ueber⸗ flusse, o Gott, was lebet, Speis und Trank. Gebirge geben, Thäler geben, was Allen nöthig ist zum Leben, und Alle jauchzen froh dir Dank. 3. Weit um mich her ist Alles Freude. O freu auch, meine Seele, dich in Gottes schönem Weltgebäude! Sein Segen reifet auch für mich. Hoch müsse dessen Lob er⸗ challen, der mir so wohl thut, Allen, Allen, so wohl thut, der so freundlich ist! Stimm ein in der Geschöpfe Chöre: dir, Gott, sei Preis, dir Dank und Ehre, der du so mild und gnädig bist! Mel. 589 Wer nur den lieben Gott Allgutiger dir will ich singen ne Seele, und rühme ilant ter Gesinnung und Leben des Chr isten auf jeder segensreichen Flur, dir meine Dankgefühle brin⸗ gen im großen Tempel der Natur. Vom Aufgang bis zum Niedergang Gott, dein Lobgesang! 2. Du bist der Geber aller Freude, des Segens Schö⸗ pfer, bist du, Gott! Den Heerden gibst du ihre Weide und deinen Kindern allen geschützt, Brod. Genährt, gepflegt durch dich, freut Alles, was da lebet, sich! 3. Und Leben strömt mit veiner Sonne in jeden Halm, in jede Brust; sie gibt den Blüthenthälern Wonne und allen Wesen neue Lust. Ver⸗ jüngt durch ihren milden Strahl, jauchzt Hain und Flur und Berg und Thal. 4. Auf unsre Saaten träu⸗ felt Segen herab mit jedem Morgenthau. Gott, wie er⸗ frischt dein sanfter Regen das Gras, die Blumen auf der Au! Der Bach, der aus dem Berge quillt, erquickt den Wandrer und das Wild. 5. Da stehn die Zeugen deiner Milde hier in der Schöpfung Heiligthum. Weit durch die reichen Korngefilde tönt himmelan dir Lob und Ruhm; sie dringen, Herr, zu dir empor aus aller Wesen frohem Chor. 6. Auch du frohlocke, mei⸗ Schöpfers Macht! Dein l erschalle, ter Lo! herrlick Vom 2 dergan Preis Me 590 bewohr ter all⸗ flucht A Meeren 2. Di die Flu serst sie zu ma ist voll Saaten 3. D Win echzen dein Re glüht, e zu unsr 4. TD schmücke und sche sättigt! ter rau Segen; II und Ju und He Gefilde dir frol bis in 0 n Flur, e brin⸗ pel der ing bis oschalle, er aller ö Schö⸗ sich! mt mit Halm, bt den ie und .Ver⸗ milden na und Thal. n träu⸗ jedem wie er⸗ Regen en auf er aus rquickt Zeugen in der 1. Weit gefilde b und Herr, aller m. eines in laue ter lechzende zu besonderen Zeiten. ter Lobgesang erzähle, wie herrlich Alles er gemacht! Vom Aufgang bis zum Nie⸗ dergang erschall ihm Ehre, Preis und Dank! Mel. Herzliebster Jesu! 590 oweit nur Men⸗ schen deine Welt bewohnen, bist du der Va⸗ ter aller Nationen, die Zu⸗ flucht Aller, die auf Land und Meeren dein Heil begehren. 2. Du blickst hernieder, und die Fluren lachen, du wäs⸗ serst sie mit Thau, sie reich zu machen. Dein Strom ist voll, du sorgest für die Saaten, daß sie gerathen. 3. Die tiefgepflügten Fur⸗ chen füllt dein Segen; das Gefild erfrischt dein Regen. Der Sommer glüht, es reifet das Getreide zu unsrer Freude. 4. Die Höhn und Tiefen schmückest du mit Heerden und schaffest, daß sie froh ge⸗ sättigt werden. Der Schnit⸗ ter rauscht der vollen Felder Segen zur Aerndt entgegen. Und Dank und Freud und Jubel jauchzt aus Allen, und Hain und Auen und Gefild erschallen vom lauten, dir frohlockenden Getümmel bis in den Himmel. Im Herbst. Mel. Vom Himmel kam der 591. Geidader Sanl. 43⁵ Vom Herrn der Zeit ge⸗ rufen, naht der Herbst mit seiner Fülle sich und nähret und erfreut auch mich. 2. Der segensreiche Gar⸗ ten prangt mit vollen Zwei⸗ gen und verlangt, von sei⸗ ner Frucht befreit zu sein, um Gottes Kinder zu er⸗ freun. 3. Der Sänger in den Lüften schweigt, der hin in ferne Lande fleucht, wo Gott schon eine neue Saat und Frucht für ihn bereitet hat. 4. Auf traubenvollen Hü⸗ geln schallt des Winzers Lob und wiederhallt von Berg zu Berg; auch Most und Wein gibt uns der Herr, uns zu erfreun. 5. Wie liebevoll, wie mild und gut ist Gott, der so viel Wunder thut! Das Kind, der Jüngling, Mann und Greis sei fröhlich ihm zum Ruhm und Preis! 6. Auch wenn du alterst, sorgt für dich dein Herr und Gott noch väterlich; er, der auch, wenn dein Herbst sich naht, für dich noch viel der Freuden hat. 7. Froh kannst du sterben, wenn du nur, wie seine seg⸗ nende Natur, gesegnet hast, wenn er die Frucht, die er verlangt, umsonst nicht sucht. 8. So blüh und reife in der Zeit zu größerer Vollkom⸗ menheit! Still keimt der Tu⸗ &T 2 gend 436 den. gend Saat hervor und reift zur reifen Aerndt empor. Mel. Lobsinget Gott! 592 Fiwi mit um⸗ wölktem Ange⸗ sicht geht schon die Sonne nieder, und später scheint ihr schwächer Licht am trü⸗ ben Himmel wieder. Die schönste Zeit ist nun ent⸗ flohn: die rauhen Stürme rauschen schon durch die bereiften Felder. Die letzte Blume neigt ihr Haupt; des Herbstes kalter Hauch entlaubt die schattenreichen Wälder. 2. Verlassen steht die öde Flur, entblößt von ihrem Segen; entkräftet sieht nun die Natur der Winterruh entgegen. Die Vögel, die dem Frost entfliehn, be⸗ ginnen schon dahinzuziehn weit über Land und Meere. Gott nimmt der Wandern⸗ den sich an, bezeichnet ihnen 9 Bahn und sättigt ihre eere. 3. Uns, seine Menschen, will er hier im Winter selbst versorgen. Ja, seiner Huld vertrauen wir; neu wird sie jeden Morgen. Er schafft, daß wir in Sicher⸗ heit des Herbstes rauhe Jah⸗ reszeit beginnen und vollen⸗ Die Erde ruht; doch er gewährt voll Liebe das, Gesinnung und Leben des Christen was uns ernährt, mit vä⸗ terlichen Händen. 4. Wie sind doch unsre Kammern voll von seiner Güte Gaben, vom Segen, der uns nähren soll, vom Vorrath, uns Durch deine Vorsicht muß, o Gott, das Land uns für den Winter Brod, dem Vieh geben; und sein Futter Wein, der unser Herz er⸗ freut und unsers Lebens Kraft erneut, quillt aus der Frucht der Reben. 5. Wie jetzt das Feld um uns verblüht, verblühn auch wir im Alter. Doch wohl uns! Gott, der auf uns sieht, ist mächtiger Erhalter! Er ist es, der die Schwachen schützt, die Müden mächtig unterstützt, die an dem Grabe wanken. Gebeugt vom Alter, werden wir mit frohem Herzen, Vater, dir wie in der Jugend danken. 6. Wohl Allen, die sich ihrer Pflicht von ganzem wre J weihen! Sie werden ihre Jugend nicht im Alter einst bereuen. Wohl dem, der redlich sich bemüht, weil seiner Jahre Kraft noch blüht, der Tugend Frucht zu tragen! Wu wird das Alter Jugend sein, und dankbar wird er sich noch freun in seinen letzten Ta⸗ gen. e zu laben! 593 9 Winter unser 2. Schmu und E heert; Grabge Hügel, 9.— still 1 Saat i sich im entwick soll. 4. S geheim ersten verbor zarten 5 segnen beschei wenn gefällt, des Ri 6 Tugen; was er reichen Zeit, Ebwigke wohl 1 Yters S er ist tit vä⸗ unsre seiner Segen, vom laben! muß, ns für n Vieh und erz er⸗ Lebens lus der ld um )n auch „wohl f uns halter! wachen nächtig Grabe Alter, frohem wie in hie sich ganzem werden zu besonderen Zeiten. Im Winter. 0 icht für der Fel⸗ 593 N der Segen nur, auch für den Schlummer der Natur, für Frost und Winter danken wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. 2. Zwar liegt ihr grüner Schmuck zerstört, von Schnee und Eis und Sturm ver⸗ heert; ein weites, weißes Grabgewand deckt Berge, Hügel, Thal und Land. 3. Doch hegt die Erde still und groß die zarte Saat in ihrem Schooß, die sich im Frühling segensvoll entwickeln und uns nähren soll. 4. So nähret liebreich und geheim der holden Tugend ersten Keim die Mutter mit verborgner Lust in ihrer zarten Kinder Brust. 5. So thut, was Andre segnen kann, der gute, der bescheidee Mann, sucht, wenn sein Thun nur Gott gefällt, nicht das Geräusch des Ruhms der Welt. 6. Doch wachsen soll der Tugend Saat, aufblühn, was er im Stillen that, zu reichen Aerndten in der Zeit, zu reichern in der Ewigkeit. 7. Mag brausen dann wohl um uns her des Win⸗ Iters Sturm; auch er, auch er ist deines Segens Diener, 437 Gott, so fürchterlich er immer droht. 8. Und wie viel Freuden danken wir selbst in des Winters Tagen dir, der du so väterlich uns trägst und sättigest, erwärmst und pflegst! 9. Durch alle Zeiten, Vater, sei dir, wer dich kindlich ehrt, getreu! Laß Jeden deinen Ruhm erhöhn Und freudig deine Wege gehn. Mel. Auf, Christenmensch! 59 4 BN ist der Erde Pracht; nur Schnee bedeckt die Felder. Der Wintersturm durchbraust mit Macht Ge⸗ birge, Thal und Wälder. Das Land erstarrt vom Froste nun, und seine Nah⸗ rungssäfte ruhn. 2. Wohl mir in dieser rauhen Zeit! Ich darf vor Frost nicht beben;z mich schützt mein Dach, mich wärmt mein Kleid, und Brod er⸗ hält mein Leben. In mei⸗ nem Bette schlaf ich ein und kann mich sanfter Ruhe freun. 3. So hats der arme Bruder nicht, dem Brod und Kleidung fehlen, er, dem das Nöthigste gebricht, den Frost und Hunger quä⸗ len. Und dreifach fühlt er seine Pein, wenn Krankheit 0 9 Kinder schrein. 438 4. O zaudre, zaudre nicht, mein Herz, ihm liebreich zu⸗ zueilen! Fühl seinen Jam⸗ mer, seinen Schmerz, dein Brod mit ihm zu theilen! Wer seines Nächsten Noth vergißt, verdient nicht, daß er glücklich ist. 5. Vor Tausenden bist du beglückt, die in der Stille klagen, da Wärm und Nah⸗ rung dich erquickt in diesen rauhen Tagen. Lobsinge, frohes Herz, in mir und opfere Gott Dank dafür! 6. Seh nicht auf das, was dir noch fehlt und Man⸗ cher mehr besitzet; nein, auf die Noth, die Andre quält, auf Gott, der dich beschü⸗ tzet! Ach, Vater, lindre je⸗ den Schmerz und gib mir ein mitleidig Herz! Zur Saatzeit. Mel. Allein Gott in der Höh 8 baut, o Gott, 595 auf dein Ge⸗ heiß der Menschen Hand die Erde, voll froher Hoffnung, daß ihr Fleiß von dir ge⸗ segnet werde. Auf die Ver⸗ heißung trauen sie: du sollst dein Brod bei Fleiß und ehent solang du lebest, essen! 2. Dieß Wort traf, Herr, noch immer ein. Gib jetzt guch deinen Segen, daß Gesinnung und Leben des Christen Saat und Pflanzen wohl gedeihn; gib Sonnenschein und Regen! Der Landmann baut umsonst das Land, wenn Vater, deine All⸗ machtshand nicht seine Ar⸗ beit segnet! 3. Drum kröne du mit Fruchtbarkeit das Land nach deiner Güte, und wenn die Aussaat dann gedeiht, All⸗ vater, so verhüte, daß Kälte nicht, nicht Sonnengluth, nicht Hagelschlag, noch Re⸗ genfluth ihr zum Verderben werde! 4. Wir traun auf dich, o großer Gott: du, du wirst gnädig walten. Du kennst am besten unsre Noth, hast lange hausgehalten. Ja, Herr, du wirst zu deinem Ruhm für uns, dein Werk und Eigenthum, auch dieß Jahr wieder sorgen. Nach einer reichen Aerndte. Mel. Wie groß ist des Allmächt. 596 Wir alle Men⸗ schenvater, bringen dir unsern feier⸗ lichsten Dank, und unsre frohen Herzen singen dir ihren lauten Preisgesang! Gekrönt hast du mit deiner Milde rings um uns her das ganze Land; dein Se⸗ gen floß auf die Gefilde aus reicher, väterlicher Hand. wohl enschein dmann Land, All⸗ ine Ar⸗ du mit dich, o i wirst kennst „ hast Ja, deinem Werk 9dieß undte. mächt. Men⸗ vater, feier⸗ unsre dir ang! deiner 5her Se⸗ aus ——— zu besonderen Zeiten. 2. Du schenktest Sonnen⸗ chein und Regen für jede Frucht zu rechter Zeit und gabst Gedeihen, Kraft und Segen dem Samen, den wir ausgestreut. Wie prang⸗ te doch im Feierkleide das volle ährenreiche Feld! Wie schlug von Hoffnung und von Freude dir unser Herz, o Herr der Welt! 3. O welchen Reichthum deiner Gaben hast du mit liebevoller Hand, uns zu er⸗ nähren und zu laben, von neuem uns herab gesandt! Für Millionen deiner Kin⸗ der ist jetzt ein voller Tisch bereit, du nährst den From⸗ men, nährst den Sünder, und Alles wird durch dich erfreut. 4. Wer kann die Güte ganz ermessen, die weiter als die Wolten reicht? Wer kann sie undankbar vergessen, da jede Stunde von ihr zeugt? Nimm deiner Kinder Freu⸗ denzähren, nimm an, All⸗ vater, unsern Dank! Wir wollen ewig dich verehren durch. Thaten, wie durch Lobgesang. 5. Was du uns gabst, wohl anzuwenden, verleih uns Weisheit und Verstand. Nicht, um es üppig zu ver⸗ schwenden, empfingen wirs aus deiner Hand. Du wibllst, wir sollen froh genießen, doch mäßig, mild und dank⸗ 439 bar sein; so gütig, wie du dich bewiesen, soll jeder der Beglückten sein. 6. Drum freu den Armen auch der Segen, den deine Hand uns reichlich gab; wir wollen seiner liebreich pflegen; wir trocknen seine Thränen ab! Er dank auch heute mit uns allen, froh⸗ locke laut und bete an, daß du nach deinem Wohlgefal⸗ len so viel, o Gott, an uns gethan. Mel. Wach auf, mein Herz 597 Koönga laßt uns Gott lobsingen und Preis und Dank ihm bringen für alle milden Ga⸗ ben, die wir geärndtet ha⸗ ben! 2. Aus seinem Ueberflusse zum freudigen Genusse hat er uns, was zum Leben uns nöthig ist, gegeben. 3. Die Scheunen sind voll Segen; denn er gab Thau und Regen und Wachsthum und Gedeihen der Frucht, der wir uns freuen. 4. Preis, Herr, sei dei⸗ ner Milde, daß Gärten und Gefilde, was wir gesäet haben, so reichlich wieder⸗ gaben! 5. Preis sei dir, unserm Retter! Es drohten Sturm und Wetter, Verderben un⸗ T 4 sern 440 Gesinnung und Leben des Christen sern Saaten. Dank dir! sie sind gerathen. 6. Uns reiften süße Früchte im milden Sonnenlichte an Baum und Strauch und Reben; Herr, Preis sei dir gegeben! 7. Du ließest froh uns ärndten. O daß wir dank⸗ voll lernten, dir ähnlich uns der Armen mit mildem Sinn erbarmen! 8. Wenn wir die gern erquicken, die Sorg und Mangel drücken, so wirst du, was zum Leben wir brauchen, ferner geben. 9. Du wirst einst deine Treuen, die gute Saat hier streuen, zu höhern Festen schmücken und ewig sie be⸗ glücken. Bei sparsamer Aerndte. Mel. Was Gott thut, das ist 2 reist, Christen, 598 mit Zufrie⸗ denheit, preist Gott, den Herrn der Aerndte, daß sich nicht ganz die Fruchtbarkeit von unsrer Flur entfernte! Noch stets erhält er seine Welt; was nöthig ist zum Leben, wird er uns allen geben. 2. Er ist der Herr, in seiner Hand steht, was die Erde bringet. Der Men⸗ schen Mühe baut das Land. Gott gibt, daß sie gelinget! Von ihm allein kommt das Gedeihn; nur er, er läßt die Saaten blühn, reifen und gerathen. 3. Was trauern wir? er sorgt ja doch, Gott sorgt für unser Leben. O laßt uns selbst beim Mangel noch ihm Ruhm und Ehre geben! Preis sei dem Herrn! Von Unmuth fern, laßt ihm zum Wohlgefallen ein frohes Lied erschallen! 4. Wie manches segens⸗ reiche Jahr hat er uns schon bescheeret; wie gnädig uns noch immerdar von Jugend auf ernähret! Wer sollte nicht mit Zuversicht auf dich, Allvater, schauen und deiner Vorsicht trauen? 5. Ja, Höchster, wir ver⸗ ehren dich in allen deinen Wegen und trauen unver⸗ änderlich auf deinen milden Segen. Auch unser Brod wirst du in Noth und Theu⸗ rung uns gewähren, wenn wir dich kindlich ehren. 6. Wir beten demuths⸗ voll dich an, der Alles weis⸗ lich füget, deß Vorsicht nie⸗ mals irren kann, deß Wohl⸗ thun niemals trüget. Froh danken wir, Erhalter, dir und preisen deine Güte mit gnügsamem Gemüthe. +4 0 Sege unser milde und traue gut i 4. Vertr säum Gnad die fe helfer gewif Nac II 9 60 Flehen um Regen. 200 Mel. Koinm, o komm, du 599 G'tt, von großer Macht und Güte, deine Hülfe suchen wir; mit geängstetem Ge⸗ müthe schauen wir empor zu dir. Herr, du weißt, was uns gebricht: o verlaß, ver⸗ laß uns nicht! 2. Ach, dem todten dür⸗ ren Sande gleichet bald, Herr, unser Land, und ver⸗ sengt vom Sonnenbrande, welkt die Frucht, die kraft⸗ voll stand. Schrecklich droht uns ihr Verlust, Sorge nagt an unsrer Brust. 3. O erhalt uns deinen Segen; laß uns wachsen unser Brod! Ende bald durch milden Regen unsre Angst und unsre Noth! Gott, wir trauen dir es zu: was uns gut ist, schickest du. 4. Stärke du uns dieß Vertrauen; unser Wohl ver⸗ säumst du nicht. Auf dich, Gnadenvoller, bauen wir die feste Zuversicht: du, der helfen will und kann, nimmst gewiß dich unser an. Nach' verlichenem Regen. Mel Komimt, komu, den Ei ilder Re⸗ 600 Woen snket zu besonderen Zeiten. 441 quickend auf die dürre Flur; wie labt sie sich, wie trinket ihn jetzt die schmachtende Natur. Die sanften Ströme kühlen die Lüfte weit um⸗ ban und die Geschöpfe füh⸗ en sich nicht mehr träg und schwer. Gott spricht, und Seufzer schweigen und Hitz und Dürre fliehn, und fromme Lieder steigen em⸗ por und preisen ihn. 2. Mit Freud im Ange⸗ sichte beschaut der Landmann nun sein Feld. Erquickt hat Gott die Früchte; er ist Versorger seiner Welt. Wie wallen nun die Aehren vom Mark der Erde voll, das seine Menschen nähren, das sie erfreuen soll! Auf, preiset Gottes Milde! Er ists, der Regen schickt und aund cr⸗ Gefilde voll Vaterhuld er⸗ quickt! 3. Erhalter unsers Le⸗ bens, Gott, dem wir uns jetzt dankbar nahn, o laß uns nicht vergebens die⸗ Gaben deiner Hand empfahn! Du sendest Thau und Re⸗ gen, gihst milden Sonnen⸗ schein! Du eilst, mit deinem Segen uns alle zu erfreun. Wir wollen dich erheben, dir, Höchster, stets vertraun und fromm und weise le⸗ ben, bis wir dich ewig schaun. L5 442 Gesinnung und Leben des Christen Flehen um Sonnenschein. Mel. Mache dich, mein Geist 601 Schmerz und Klage füllt das Land: traurig stehn die Früchte; hilft uns, Gott, ald deine Hand, sind sie bald zunichte. Zeig uns doch Gnade noch! Vater, voll Erbarmen, hilf, ach, hilf uns Armen! 2. Du regierst der Wol⸗ ken Lauf und befiehlst dem Regen. Sprich ein Wort, so hört er auf, und uns bleibt dein Segen. Steh uns bei und zerstreu, Herr, mit starker Rechte unsers Kummers Nächte! 3. Sende warmen Son⸗ nenschein, der die Frucht erquicke! Sieh, wir schaun auf dich allein mit des Glaubens Blicke. Guter Gott, gib uns Brod und nach mancher Plage wieder Freudentage! 4. Preis und Ruhm sei dir geweiht, Vater aller Gnade! Hilf, daß uns die schwere Zeit nicht am Her⸗ zen schade! Dir, nur dir wollen wir gern zur Ehre leben und uns ganz ergeben. Nach verliehenem Son⸗ nenschein. Mel. Nun laßt uns Gott 602 Eraiher! S ————————— scheint, sie scheinet wieder! Wir sehn sie, welche Wonne! die langverhüllte Sonne. Uns drückten bange Sorgen an jedem neuen Morgen, so oft sich Wolken thürmten und Regenwetter stürmten. 2. Des Feldes Früchte sahen wir dem Verderben nahen. Was Thier und Menschen nähret, schien ganz durch Fluth verheeret. 4. Da drang zu deinen Höhen, Gott, unsers Her⸗ zens Flehen. Du hörtest, was wir baten, und schütz⸗ test unsre Saaten. 5. Schon senkten sie sich nieder, doch du erhobst sie wieder. O Herr der milden Sonne, du segnest uns mit Wonne. 6. Wir preisen deine Güte mit fröhlichem Gemüthe Ja, unser ganzes Leben sei ewig dir ergeben. Beim Gewitter. Mel. Mie groß ist des Allmächt. Miächtige, 603 Deder Herr vur Götter, vor dem der Engel niederfällt, Gott redet don⸗ nernd aus dem Wetter und ruft voll Majestät der Welt. Anbetend siukt der Evdkreis nieder; der Wald atdapeßt wenn schein cht. ige, der igel On⸗ ind lt. eis 68 ebt zu besonderen Zeiten. bebt die Flur, und Blitze sagens Blitzen wieder: Gott ist der Herrscher der Natur. 2. Auch dich laß seine Stimme rühren, sei ganz Empfindung, o mein Herz! Den Dank, das Lob, die ihm gebühren, entweihe kein unheilger Scherz! Auch Donner rufen Gottes Kin⸗ dern des Weltenvaters Se⸗ gen zu; sie rufen schonend sichern Sündern, und ihren Ruf verstehst auch du. 3. Verstumme, freches Heer der Spötter! Furcht und Verzweiflung warten dein. Der Herr ist Gott! Es sagts das Wetter; die Welt, die ganze Welt ist sein. Ihr bebt? Elende, wollt ihr fliehen? Kein Ort schützt euch vor Angst und Noth; Nichts kann dem Mächtgen euch entzie— hen. Er kennt, er straft euch: er ist GOTT! Mel. Lobt Gott, ihr Christen 60 4 Der hohe Him⸗ mel dunkelt sich, ein Wetter Gottes dräut; ich bebe nicht, ich freue mich, Gott, deiner Herrlichkeit. 2. Du zürnest, wenn du donnerst, nicht, du bist der Menschen Freund. Nicht blässer wird mein Angesicht, wenn uns dein Blitz er⸗ scheint. 443 3. Dem Sünder nur, der dich nicht kennt, bist du, Herr, fürchterlich; dem aber, der dich Vater nennt, zeigst du als Vater dich. 4. Uns Segen ist der Sonne Licht, uns Segen Tag und Nacht; auch Segen ist uns dein Gericht und deines Blitzes Pracht. Du reinigst durch den Blitz die Luft; dein Regen tränkt die Saat; es stärkt ein balsamreicher Duft, was erst geschmachtet hat. 6. Laß frei das Herz von Aengsten sein, wenn uns dein Wetter droht! Weg, bange Furcht, wir sind ja dein, du bist die Lieb, o Gott! Nach dem Gewitter. Mel. Wer nur den lieben Gott 605 Wie gnädig ist des Höch⸗ sten Wille! Der Donner schweigt, die Blitze fliehn; es schmückt in angenehmer Stille der Sonne Glanz das frische Grün. O du, mein Geist, nun opfre Dank! Erhebe deinen Lobgesang! 2. Ja, preise freudig den Erretter, der seine große Kraft bewies, den Welten⸗ herrn, der sich im Wetter so majestätisch hören ließ, der Blitzen ihre Strahlen lenkt und gnädig seines Volks gedenkt! T 6 3. Nimm mit Bewund⸗ rung seine Güte auch selbst im Ungewitter wahrz denn jedem forschenden Gemüthe stellt sich auch hier ihr Schauplatz dar. Zum Besten jeder Creatur bemerkt man ihres Segens Spur. 4. Wie kräftig hebt sich das Getreide, getränket durch den Regenguß und wie ver⸗ gnügt betritt die Weide des neubelebten Thieres Fuß! Wie athmen wir so sanft und leicht, wenn schwüle Luft dem Donner weicht! 5. Herr, deine Güte sei erhoben im Wetter, wie im Sonnenschein! Wer wollte dich nicht ewig loben? Du kannst und willst uns stets erfreun. Mich schrecken Blitz und Donner nicht; denn du bist meine Zuversicht. Beim Jahreswechsel. Mel. Wer nur den lieben Gott 606 es neuen Jah⸗ res erster Morx⸗ gen bricht, meine Seele, für dich an; ermuntre dich zu edlen Sorgen und wandle⸗ auf der Tugend Bahn. Bleibst du ihr treu, folgst einnt Ein sch so weckt dich einst ein schönrer Tag.. 2. Was ist es anders denn, als Gnade, daäß Gott dir dieses Jahr noch schenkt und dich so gern auf seine 444 Gesinnung und Leben des Christen Pfade mit treuen Vater⸗ händen lenkt? Was ist es an⸗ ders, als Geduld, als Nach⸗ sicht gegen deine Schuld? So nütz auch dieses Jahres Tage als Tage dei⸗ ner Prüfungszeit, daß kei⸗ ner dich vor Gott verklage, daß keiner dich im Tode reut! Gott fordert, dem denk immer nach, einst Re⸗ chenschaft von jedem Tag. 4. Ermuntre dich zu dei⸗ nen Pflichten, sei zu den schwersten auch gefaßt; sie gern und willig zu verrich⸗ ten, such dir den Muth, besieg die Last! Schnell fliehen deine Tage hin. Ach, unbenutzt laß sie nicht fliehn! 5. Gebrauch, o Christ, dieß Pilgerleben, wozu dirs Gott, dein Gott, verliehn; zur Tugend hat ers dir ge⸗ geben, so gibs denn auch der Tugend hin. Sie rei⸗ chet dir nach kurzer Zeit Eut schönste Loos der Ewig⸗ ei 6. Weih jede Stunde dem Bestreben für dein und dei⸗ ner Brüder Glück, so siehst du einst auf dieses Leben mit ruhig heiterm Blick zurück; du sagst, o welche Wonne! dann: ich hab meine Pflicht gethan. mhbar annt 19119199 7. Und segnest noch an Gottes Throne dieß Jahr⸗ als eine Zeit der Saat, nimmst — SSSRSSRSSDSSSI.......... keiten. mit Lob ist ab dank i bin? und 0 2 bet ie —2 ——— — ͤ ÿͤ—ά zu besonderen Zeiten. nimmst du aus seiner Hand die Krone, die er für dich bereitet hat. Drum, Christ, halt aus in deinem Streit, Deine p. für die Ewig⸗ eit. Mel. Es ist das Heil uns 607 Di Gott, du bist der Herr der Zeit und auch der Ewig⸗ keiten. Laß mich auch jetzt mit Freudigkeit dein hohes Lob verbreiten. Ein Jahr ist abermals dahin. Wem dank ichs, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad und Güte. ö ö 2. Dich, Ewiger, dich bet ich an, unwandelbares Wesen, dich, den kein Wech⸗ sel treffen kann. Wir wer⸗ den, sind gewesen, wir blü⸗ hen und vergehn durch dich; nur du bist unveränderlich, du warst und bist und blei⸗ best. 3. Herr, ewig währet deine Treu, mit Huld uns zu be⸗ gegnen; und jeden Morgen wird sie neu, mit Wohl⸗ thun uns zu segnen. Ich kenne keinen Augenblick, da nicht von ihr stets neues Glück mir zugeflossen wäre. 4. Du hast auch im ver⸗ floßuen Jahr mich väterlich geleitet und, wann mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf und Trost bereitet. Von ganzer Seele preis ich + dich, aufs neue, Gott, er⸗ geb ich mich ganz deiner weisen Führung. ö 5. Vergib mir alle meine Schuld von den verfloßnen Tagen und laß mich deine Vaterhuld in Christo ferner tragen! Laß mich in deiner Gnade ruhn und lehre le⸗ benslang mich thun nach deinem Wohlgefallen! 6. Gib neue Lust und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln! Laß mich, Herr, stets gewissenhaft mit dir und Andern handeln! Dein Geist belebe Herz und Muth, dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben! 7. Die Welt vergeht, dieß reize mich, die Lust der Welt zu fliehen; um beßre Freu⸗ den müsse sich mein Geist mit Ernst bemühen. Den Engeln bin ich ja verwandt, im Himmel ist mein Va⸗ terland; dahin, Herr, laß mich trachten! 8. O lehre selbst mich meine Zeit recht weislich auszukaufen; laß mich die Bahn zur Ewigkeit mit heilger Vorsicht laufen! Der Tage Last erleichtre mir, bis meine Ruhe einst bei dir kein Wechsel weiter störet! Hnöch Hi Mel. Allein Gott in der Höh. 608, G schafft 445. 4⁴6 Daanft den Mond, das Jahr anach zu theilen; er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen; er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Ehr ertheilen! 2. Herr, der da ist und der da war, von danker⸗ füllten Zungen sei dir für das verfloßne Jahr ein hei⸗ lig Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried und Ruh, für jede That, die uns durch dich gelungen! 3. Laß auch dieß Jahr gesegnet sein, das du uns neu gegeben! Verleih uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben. Du schützest uns und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. Gib mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh und Freuden. Doch scha⸗ det mir das Glück der Welt, so gib mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern be⸗ neiden. 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Ver⸗ laßnen dich und der be⸗ drängten Glieder. Gib Gesinnung und Leben des Christen Glück zu jeder guten That und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder. ů 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle throne; daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu und Liebe bei uns sei, dieß, lieber Vater, dieß verleih in Christo, deinem Sohne! 42 Mel. Schwing dich auf 609 Evig und unwan⸗ delbar, Gott, ist deine Gnade, und von dir strömt immerdar Heil auf unsre Pfade. Tag und Jahre ändern sich, und wir selbst veralten, doch du blei⸗ best und durch dich werden wir erhalten. 2. Jedes unsrer Jahre schmückt deine Hand mit Segen; deine Vaterhuld be⸗ glückt uns auf allen We⸗ gen. Jeden Morgen sen⸗ dest du Lebenskraft und Wonne; du verbreitest sanfte Ruh mit der Abend⸗ sonne. 3. Auch des Jahres Lauf, den wir froh vollendet ha⸗ ben, war erfüllt, o Herr, von dir mit des Segens Ga⸗ ben. Hüll und Fülle, Trank und Brod hast du mild ge⸗ währet und in Wohlthat selbst selbst Schr macht tet; 1 Land breite Fleiß gen, und sunge 5. wir bens. traute geben fernen nur zu besonderen Zeiten. 447 selbst die Noth und den Schmerz verkehret. 4. Daß uns deiner All⸗ macht Hand liebevoll gelei⸗ tet; daß du über Stadt und Land Ruh und Glück ver⸗ hreitet; daß gewissenhafter Fleiß uns durch dich gelun⸗ gen, Gott, dafür sei Dank und Preis herzlich dir ge⸗ sungen. 5. Freudig, Vater, treten wir in dieß Jahr des Le⸗ bens. Wann, o Herr, ver⸗ traute dir unser Herz ver⸗ gebens? Ja, du wirst uns fernerhin, wenn wir dir nur leben, Unterhalt und frohen Sinn, Muth und Kräfte geben. 6. Flüchtig ist die edle Zeit, groß sind unsre Pflich⸗ ten; lehr uns für die Ewig⸗ keit unser Werk verrichten! Jede gute, fromme That laß uns wohlgelingen! Frucht laß jede Tugendsaat für den Himmel bringen! Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 610 Gut unt allen seinen Freu⸗ den schwand ein Jahr des Lebens hin, aber auch mit seinen Leiden schwand dieß Jahr, und, Gott, ich bin, lebe noch und soll auf Er⸗ den noch geübt, gebildet werden. 2. Vor so manchem, man⸗ chem Grabe führtest du vorüber mich. Im Genuß der hohen Gabe der Gesundheit preis ich dich, preise dich für alle Freuden, preise dich für alle Leiden. 3. Ja, auch für die trü⸗ ben Stunden meines Lebens dank ich dir; denn auch sie sind nun verschwunden und sie wurden Wohlthat mir. Auch auf dornenvollen We⸗ gen führst du mich dem Ziel entgegen. 4. Uebung ist das Erden⸗ leben, Bildung für die beßre Welt. Meinen Wünschen, meinem Streben ist ein höh⸗ res Ziel gestellt: ringen soll ich hier auf Erden, ewger Freuden werth zu werden. 5. Herr, dieß soll mich Weisheit lehren! Jeder Tro⸗ pfen meiner Zeit, ohne je zurückzukehren, strömt ins Meer der Ewigkeit. Nichts kann Zeitverlust ersetzen; laß den Werth der Zeit mich schätzen! 6. Laß auch dieses Jahr des Lebens nützen mich zur Besserung; es verfließe nicht vergebens für des Geistes Heiligung! Laß mich, Gott, nach deinem Willen meine Pflichten treu erfüllen! 7. Alles, Alles, was ich habe, Leben und des Lebens Glück, Alles, Herr, ist deine Gabe. Dankend heb ich meinen Blick auf zu dir, gelobe 448• Gesinnung und Leben des Christen gelobe Treue heute dir, Gott, aufs neue. 8. Gib uns allen deinen Segen! Knüpfe fest der Liebe Band! Auf der Tu⸗ gend heilgen Wegen laß uns wandeln Hand in Hand! Fried und Heil dem Vater⸗ lande! Fried und Heil in jedem Stande! Mel. O Jesu Christ, meins 6 1 1 Urwiederbring⸗ lich schnell entfliehn die Tage, die uns Gott verliehn. Ein Jahr tritt ein und eilt davon. Wie manches ist bereits entflohn! 2. Dank sei dir, ewig treuer Gott, für deinen Beistand in der Noth, für tausend Proben deiner Huld, für deine Schonung und Geduld! 3. Dank dir, wenn jetzt voll Freudigkeit das Herz sich mancher That erfreut! Weß war die Kraft? Wer gab Gedeihn? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein. 4. Doch oft verletzten wir die Pflicht; oft fehlten wir und merktens nicht. Nimm an, Erbarmer, unsre Reu, um Christi willen sprich 2 uns freii! 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets näher hin zur Ewigkeit. Du hast die Stunden zugezählt, die letzte weislich uns verhehlt. 6. Du gibst, uns länger zu erziehn, uns Tage, Mon⸗ den, Jahre hin; doch an dem Ziel der Pilgrimschäaft kommt unsere große Rechen⸗ schaft. 7. O dann laß uns, wir alle flehn, mit Freudigkeit vor dir bestehn! Denn ach, wer dann vor dir erbebt, hat thöricht, hat umsonst gelebt. Mel. Werde munter, mein 612 Non ist das alte Jahr entflohn; wir leben in dem neuen schon. O Christen, preiset Gott, den Herrn! Er half bisher und hilft so gern. Wie mancher, der im alten Jahr, froh und voll Kraft noch um uns war, sank, eh wirs dachten, schnell dahin; nun deckt des Gra⸗ bes Hügel ihn. ů 3. O Schauplatz der Ver⸗ gänglichkeit! O schnelle“ Flücht der Lebenszeik! Wie thöricht ist, wer immer fest sich auf das nächste Jahr verläßt! 4. Doch bin ich stets nur eifervoll, zu wirken, was ich kann und soll, dann fliche meine Zeit dahin, sie bringt doch herrlichen 605200 winn. 5. Auch komm ich Wdie ö ů die Fl 1 5 ob, I folgt mel n 6. michen hast d liebeve als ich 7. Gnade meines reiß u und g Brod! 8. neuen und v treffe kein Fluth 9 glücksf Wohlf bricht herein, träglie 10. in dies dann; sagen da pre sang! M 61³ vor 6 vor G ISIꝗISDSDSDSSSSSe zu besonderen Zeiten. die Flucht der Zeit dir nä⸗ 1— Himmelsseligkeit! Gott⸗ oh, des Lebens Ungemach folgt mir nicht in den Him⸗ mel nach. 6. Im Staube beug ich mich vor dir. Vis hierher hast du, Höchster, mir mit liebevoller Vaterhand mehr, als ich werth bin, zugewandt! 7. Sieh ferner, Gott, mit Gnadenblick auf mein und meines Nächsten Glück! Ent⸗ reiß uns jeder wahren Noth und gib uns unser täglich ro 8. Behüt uns in dem neuen Jahr vor Theurung und vor Kriegsgefahr! Uns treffe keiner Seuche Wuth, kein zehrend Feuer, keine Fluth! 9. Entferne jeden Un⸗ glücksfall! Gib Heil und Wohlfahrt überall; und, bricht ein Kreuz von dir herein, so laß es uns er⸗ träglich sein! 10. Ja, segn uns, Herr, in dieser Zeit und führ uns dann zur Herrlichkeit! Da sagen wir dir ewig Dank, da preist dich höhrer Lobge⸗ sang! ö Mel. Wach auf, mein 3 Mit Freuden laßt 613 Mensn vor Gott, ihn anzubeten, vor Gott, der unserm Le⸗ 449 ben bis hierher Kraft ge⸗ geben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern; die schnelle Flucht der Stunden wird kaum von uns empfunden. 3. Und diese Wandertage sind nie ganz frei von Plage; wir gehn auf rauhen Wegen der Ewigkeit entgegen. 4. Doch du bist voll Er⸗ barmen und wirst mit Va⸗ terarmen in Nöthen und Gefahren uns schützen und bewahren. 5. Ach, Hüter unsers Le⸗ bens, wir sorgen nur ver⸗ gebens, wenn du uns nicht beschützest, mit Kraft uns unterstützest! 6. Lob dir, o Gott, dem Treuen, durch den wir uns erfreuen, Lob deinen Vater⸗ händen, die alles Herzleid wenden! 7. Hör ferner unser Fle⸗ hen und eil uns beizuste⸗ hen! Gib Mäßigung in Freuden, Geduld und Trost im Leiden! 8. Gib uns und allen denen, die sich von Herzen sehnen, zu thun, Herr, dei⸗ nen Willen, auch Kraft, ihn zu erfüllen! Herr, wehre du den Kriegen! Laß Menschenliebe siegen und, wo nur Thrä⸗ nen fließen, sich deinen Trost ergießen!*** 450 10. Gib deinen milden Segen zu allen guten We⸗ gen; laß Großen, Herr, und Kleinen die Gnaden⸗ sonne scheinen. 11. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Be⸗ rather, der Unversorgten Zuber der Armen Hülf und abe! 12. Hilf gnädig allen Kranken, gib fröhliche Ge⸗ danken den kummervollen Seelen, die sich mit Sorgen quälen! 13. Vor Allem,‚, Herr, verleihe uns deinen Geist aufs neue, der uns mit Tugend ziere und so zum Himmel führe? 14. Das wollest du uns geben, du Herr von un⸗ serm Leben, so gehen wir im Segen der Ewigkeit ent⸗ gegen. Beim Anfang des Kir⸗ chenjahrs. Mel. Wer nur den lieben Gott 61 4 Fest steht dein Bund, wie Felsen stehen, du Gott der Gnade, Gott der Treu! Jahr und Jahrhunderte vergehen; doch deine Güt ist täglich neu. Wir brin⸗ gen heute, Vater, wir dir würdig unsern Dank da⸗ für? ö Gesinnung und Leben des Christen 2. Kein Feind zerstörte die Altäre, kein Feind zer⸗ trat dein Heiligthum. Noch singen wir von deiner Ehre, noch predigt man von dei⸗ nem Ruhm. Durch Taufe, Abendmah“l und Wort pflanzt sich auch hier die Kirche fort. 3. Doch fragst du nach des Wortes Früchten und bringst, was wir gethan, ans Licht, nach unsern Wer⸗ ken uns zu richten, Gott, Richter, so bestehn wir nicht. Du trugest uns mit viel Geduld; wir aber häuften Schuld auf Schuld. 4. O laß es deinem Geist gelingen, in diesem neuen Kirchenjahr die Sünde mäch⸗ tig zu bezwingen, wo sie bisher noch herrschend war! Heut schwören wir, o Gott, aufs neu dir und der Tu⸗ gend ewge Treu! 5. Laß ferner hier dein Wort erschallen; gib, daß es frevle Sünder schreckt und die, die deine Wege wal⸗ len, zu freudenreicher Hoff⸗ nung weckt! Laß, wenn wir hier in Andacht flehn, uns alle deine Gnade sehn. 6. Gib, daß dich forthin Alle ehren als dein geweih⸗ tes Heiligthum! Einfst führst du uns zu jenen Chören, wo man erfüllt von deinem Ruhm, das Leben, das Dprt or rstörte und iuften Geist neuen —————— zu besonderen Zeiten. 451 dort beseelt, nicht mehr nach Tag und Jahren zählt. Am Geburtstage. Mel. In allen meinen Thaten 615 Dir dank ich für mein Leben, Gott, der du mirs gegeben, ich danke dir dafür. Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts ge⸗ zogen, durch deine Güte bin ich hier. 2. Du, Herr, hast mich bereitet, mich väterlich ge⸗ leitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage und selbst der Leiden Plage verwandeltest du in mein ück. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treu viel zu geringe, mit der du mich bewacht. Damit ich Staub und Erde, auf ewig glück— lich werde, hast du schon ewig mein gedacht. 4. Du hörtest schon mein Sehnen und zähltest meine Thränen, eh ich bereitet war; noch war mir nicht das Leben von dir, o Gott, gegeben, da wogst du schon mein Theil mir dar. 5. Für alle deine Treue, Herr, deren ich mich freue, lobsinget dir mein Geist! Er, den du mir geschenket er ist's, der dein gedenket und freudig dich, o Vater, Ppreist. 6. Daß du mit Kraft mich rüstest und mir mein Leben fristest: dieß, Vater, dank ich dir. Daß du mich lieb⸗ reich führest, mit deinem Geist regierest: dieß Alles, Vater, dank ich dir. Was mir in diesem Leben noch nützt, wirst du mir geben; du gibsts! Ich hoff auf dich. Dir, Vater, dir befehle ich kindlich Leib und Seele; Herr, segne, Herr, behüte mich! Mel. Mein Gott, das Herz 616 Du läßt den Tag mich wieder⸗ sehn, da ich nach deinem Rath, o Gott, zu meinem Wohlergehn des Lebens Bahn betrat. 2. Von ganzem Herzen preis ich dich, daß mich dein Arm bis jetzt ganz unver⸗ dient so väterlich gesegnet und beschützt. 3. O hätt ich doch aus Dankbarkeit das nun ver⸗ floßne Jahr so dir und dei⸗ nem Dienst geweiht, wie meine Pflicht es war! 4. Beschämt, o Gott, fleh ich zu dir: vergib mir meine Schuld und schaff ein rei⸗ nes Herz in mir nach dei⸗ ner Vaterhuld! 5. Hilf, daß ich in der Folgezeit gerührt von dei⸗ ner Treu, voll inniger Er⸗ kennt⸗ 452 Gesinnung und Leben des Christen kenntlichkeit dir thätig dank⸗ bar sei! 6. Schnell fliehen meine Tage hin. Mein Auge sieht nicht ein, wie lang ich noch auf Erden bin, dein Auge siehts allein. 7. Vielleicht ist bald mein Ende da. Hilf, daß ich in der Zeit, die mein noch ist, mit Sorgfalt ja schaff meine Seligkeit. 8. Dann darf ich von der Pilgerzeit den letzten Tag nicht scheun. Er wird zur frohen Ewigkeit mir mein Geburtstag sein. Die Lebensalter. Mel. Wer nur den lieben Gott 617 er du den Men⸗ ö schen schaffst und leitest und huldreich ihn als Vater liebst, was ihn erfreut, ihn mild be⸗ reitest, Heil ihm in jedem Alter gibst, es lebe, Herr, zu deinem Preis der Jüng⸗ ling und der Mann und Greis.“ 2. Verleih dem Jüngling Kraft und lehre ihn Mäs⸗ sigung, wenn er sich freut; gib Demuth auf der Bahn der Ehre, gib Muth ihm, wenn Gefahr ihm dräut! O laß ihn thätig, gut und rein und stark in der Ver⸗ suchung sein! 3. Dem Mann hilf wir⸗ ken, hilf ihm ringen, den Eigennutz, den Hang zur Rast, die Lust der Welt, sich selbst bezwingen und tragen seiner Arbeit Last; sein Lebenstag sei nicht zu schwül und immer vor ihm sei sein Ziel! 4. Erscheint sein Abend dann dem Greise, so gib dem Müden einen Stab; er freue sich des Guten weise, was er hier that, was er hier gab: dieß sei ihm, wenn er sterbend fällt, ein Füh⸗ rer zu der bessern Welt! Für die Jugend. Mel. Werde munter, mein 618 Ursre Kindheit, unsre Jugend, jedes Alter darf sich freun. Auch die Fröhlichkeit ist Tugend, aber heilig muß sie sein, nicht ein Taumel, der bethört, der Gefühl und Kraft zerstört; wilde Lüste muß sie scheuen und die Seele nicht entweihen. 2. Nur in einem reinen Herzen, nur in einer keuschen Brust toben nie der Reue Schmerzen, wohnet wahre Ruh und Lust. Unbeherrschte Sinnlichkeit tödtet die Zu⸗ friedenheit; sie vergiftet alle Freuden und erzeuget bittre Leiden. 18 4 3 schul Schö jede jedes Weri der Und voll derei 4. uns lig, dig dure ohne scheik Frec imm tig! ————————————————.—.—— zu besonderen Zeiten. 3. Reiner Sinn und Un⸗ schuld schmücket mehr, als Schönheit; denn sie mehrt jede Lust, die uns entzücket, jedes Glückes Reiz und Werth. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Wonne rein und hell; sie nur können voll Vertrauen hoffen, Gott dereinst zu schauen. 4. Drum, o Gott, laß uns gesellig, froh und wil⸗ lig, zu erfreun, liebenswür⸗ dig und gefällig, aber nur durch Tugend sein; offen, ohne Schmeichelei, stets be⸗ scheiden und doch frei, ohne Frechheit, stets bedächtig, 193 unsers Herzens mäch⸗ tig! 5. Laß die Frechheit wil⸗ der Sitten niemals unser Herz entweihn! Laß, o Gott, Paläst und Hütten stets der Tugend Wohnung sein! Je⸗ der strebe als ein Christ, dessen Wunsch die Tugend ist, daß sein Haus und daß die Erde durch die Tugend schöner werde. Mel. Wie groß ist des Allmächt. 619 Wohl: dem, der seines Lebens Morgen nur seinem Herrn und Schöpfer weiht! Be⸗ schäftigt mit den edlen Sor⸗ gen der Aussaat für die Ewigkeit, wird er die wilde Lust der Jugend und jedes Lasters Reize fliehn; sein 4⁵³3 Herz wird nur für Gott und Tugend, für Pflicht und Recht und Wahrheit glühn. 2. Von Sorgen frei, voll Muth und heiter wallt er der Weisheit Segensbahn mit festem Schritte immer weiter und blickt getrost zu Gott hinan, besiegt durch fortgesetztes Streben, durch Fleiß und Ernst und Wach⸗ samkeit Verführer, wenn sie ihn umgeben, und seine eigne Sinnlichkeit. 3. Wie freudenreich sind seine Tage! Wie sanft ent⸗ fließt ihm seine Zeit! Er fürchtet keiner Zukunft Pla⸗ ge, ihn reut nicht die Ver⸗ gangenheit. Er sät den Sa⸗ men jeder Tugend und freut sich seiner Aerndte schon; die schöne Blüthe seiner Jugend verheißet ihm im Alter Lohn. Mel. Warum sollt ich mich 620 50108 deine Lust, o Jugend, im⸗ mer gern an dem Herrn und dem Reiz der Tugend! Was dein schwaches Herz begehret, dein Verstand nicht erfand, wird dir dann ge⸗ währet. 2. Schnell muß nicht vor⸗ überrauschen diese Lust; dei⸗ ne Brust muß sie nicht ver⸗ tauschen gegen Lüste dieser Erden, die dein Herz Hler er 454 Gesinnung und ler werden. „3. Nicht erst wann des Alters Sorgen dich zer⸗ streun, Jugend nein, schon frühen Morgen, in der Blüthe deines Lebens dien ihm gern und dem Herrn dienst du nie ver⸗ am gebens. 4. Glück, Gesundheit, lan⸗ ges Leben wird dafür willig dir dein Erschaffer geben. Weisheit sei nur dein Be⸗ gehren; dann wird er dir schon mehr, wenn dirs nützt, gewähren. 5. Auch in den gesunden Tagen laß nicht ab, in das Grab einen Blick zu wa⸗ gen. Suche, fern von dem Verderben, Seelenruh, dann wirst du Himmelssegen er⸗ en * Für Jünglinge. Ermuntre dich, mein Ich trete vor dein 621 Angesicht, du Schöpfer meiner Jugend! Verwirf mein kindlich Fle⸗ hen nicht um Weisheit und um Tugend! O nimm di meiner Schwachheit an, und wenn sich mir Gefahren nahn, so stehe mir zur Seite, damit mein Fuß nicht gleite IIden 2. Mein Herz, von La⸗ stern zwar noch rein, doch Leben des Christen Schmerz bald vergiften Lrn und unerfahren, wird eicht geblendet durch den Schein und Gefahren. O mache mich mir selbst bekannt und gib mir Weisheit und Ver⸗ stand, damit ich meine Wege unsträflich wandeln möge! ö 3. Zum Leichtsinn, der das Herz verführt, das Böse zu erwählen; zum Ehrgeiz, der den Stolz dieß Merkmal schwacher Seelen; zur Trägheit, die den Geist verzehrt und jeden Trieb zum Laster nährt, laß nie zu diesen Sünden in mir sich Neigung fin⸗ den. 4. Wenn mir auf mei⸗ ner Jugendbahn, mich in ihr Netz zu ziehen, Ver⸗ führer sich voll Arglist nahn, so laß mich weislich fliehen. Ihr Beispiel, Herr, entferne nicht mein Herz von dir und meiner Pflicht; ihr Spotten und ihr La⸗ chen soll nie mich wankend machen!—.— 5. Der Tugend heilige mich ganz, mein Schöpfer und Erhalter; sie werde meiner Jugend Glanz und einst mein Trost im Alterln Erhalte mein Gewissen rein: laß keinen meiner Tage sein, der nicht zun deiner Ehre wohl angewen⸗ det wäre t- gebiert, stürzt sich in 8 Me 6 62² dir, Dir s geweil mem Kraft, und in mi Willer füllen 2 ich de 5 di em allen meine unstré sein, Allen fallen 5. fälligkl gend! Besche Schön mir d der di muth liebt zu be 4. nicht bethör Gefül nen Ri ler E Welt Für Jungfrauen. Mel. Ermuntre dich, mein Occh will in stiller 62²* Einsamkeit zu dir, Gott, mich erheben! Dir sei mein ganzes Herz geweiht, geweiht zu from⸗ mem Leben! Gib du mir Kraft, sie kommt von dir, und stärke den Entschluß in mir, stets deinen heilgen Willen mit Freuden zu er⸗ füllen! 2. Du bist mein Vater, ich dein Kind; mein Heil ist, dich zu lieben; ach, ma⸗ che mich dir gleichgesinnt in allen meinen Trieben! Laß meine Seele keusch und rein, unsträflich meinen Wandel sein, um, Vater, dir vor Allen durch Unschuld zu ge⸗ fallen! 3. Vor eitler Selbstge⸗ fälligkeit bewahre meine Ju⸗ gend! Mein Vorzug sei Bescheidenheit und meine Schönheit Tugend! Gib mir den sanften stillen Geist, der dich durch fromme De⸗ muth preist, den Nächsten liebt und achtet, sich selbst zu bessern trachtet. 4. Sucht zu gefallen müsse nicht mein schwaches Herz bethören, sie würde mein Gefühl für Pflicht und mei⸗ nenRuh zerstören. Ein eit⸗ ler Glanz und Pracht der Welt ist nicht der Schmuck, zu besonderen Zeiten. 4⁵⁵ der dir gefällt; drum will ich mich bescheiden in Zucht und Demuth kleiden. 5. Wenn Umgang mir Verführung droht, so lehre mich ihn meiden und lenke stets mein Herz, o Gott, zu reinen, edeln Freuden! Die Unschuld sei mein höchster Ruhm, ein guter Ruf mein Eigenthum, den Jeder gern mir gönne und Niemand lästern könne! 6. Die edle Freundin laß in mir ein Herz wie ihres, finden, damit in frommer Eintracht wir der Freund⸗ schaft Glück empfinden! Laß unsre Liebe sanft und rein wie deiner Engel Umgang sein, daß nimmer unsre Seelen Neid oder Argwohn quälen. 7. Der du mich selbst durch dein Gebot den Weg zum Himmel lehrest, ich will ihn wandeln, Herr, mein Gott, damit du mich erhörest. Durch Unschuld, Sanftmuth, Frömmigkeit, durch frohen Sinn bei Häus⸗ lichkeit, laß, Vater, mich auf Erden geliebt und glück⸗ lich werden. Für das Alter. Mel, Mein erst Geschäft sei Preis tets t d 623 Staminenaneh⸗ sicht und bist ed noch im Al⸗ ——— 456 Gesinnung und Leben des Christen Alter; verlaß auch nun mich Schwachen nicht, mein Schö⸗ pfer, mein Erhalter! 2. Ich fühle die Beschwer⸗ lichkeit gehäufter Lebens⸗ jahre und steh am Rande meiner Zeit. Nah sind mir Sarg und Bahre. 3. Gelobt sei deine Va⸗ tertreu, die mich bis hier⸗ her brachte, mir wohlthat und mein Herz dabei mit dir zufrieden machte! 4. O sei auch ferner noch mit mir, daß ich bis an mein Ende dir folg und voll Vertraun zu dir das Leben wohl vollende! 5. Viel heitre Tage gabst du mir, von Sorgen frei und Grämen, wie sollte ich denn nicht von dir jetzt auch die trüben nehmen? 6. Es währet ja nur kurze Zeit, was ich noch etwa leide, und dann lohnt eine Ewigkeit mit ungetrübter Freude. 7. Dann drückt mich keine Schwachheit mehr; verjüngt ist dann mein Leben; dann werd ich, Gott, dir Preis und Ehr im Chor der En⸗ Ees l daß ich täglich Hilf, daß ich tägli meinen Blick auf diesen Wechsel lenke und dieß mir immer nähre Glück zu mei⸗ nem Trost bedenke! 9. So bleib ich in Zu⸗ friedenheit auch bei des Al⸗ ters Schwäche und harre, bis dein Wink gebeut, daß meine Hütte breche. Mel. In allen meinen Thaten 624 Du, Herr von meinen Ta⸗ gen, hast mich voll Huld getragen von meiner Ju⸗ gend auf; auf allen meinen Wegen umgab mich, Gott, dein Segen; du lenktest mei⸗ nen Lebenslauf. 2. Ich hatt' oft große Sor⸗ gen; doch wie ein heitrer Morgen durch dunkle Nächte bricht, so hab ich stets er⸗ fahren: der Herr weiß zu bewahren und führt durch Finsterniß Mum Licht. 3. War Menschenrath ver⸗ gebens, so kamst du, Herr des Lebens, und halfst und machtest Bahn. Dich ließ ich thun und rathen; denn du thust große Thaten und nimmst dich unser huldreich an. 4. Du willst in meinem Alter mein Stab sein, mein Erhalter nach deiner Vater⸗ treu. Bin ich gleich schwach und müde, bei dir ist Trost und Friede; du stehst mir in der Schwachheit bei. 5. Wie fliehn des Lebens Stunden, wie bald ist es verschwunden! Ich bin dem iele nah, dem Ziele aller eiden. O welche hohe Bden En harre, it, daß Thaten r von n Ta⸗ Huld I Ju⸗ meinen Gott, st mei⸗ e Sor⸗ heitrer den erwarten meine Seele da! 6. Ich harre fromm und stille, bis, Herr, mein Gott, dein Wille mich nach dem unter besonderen Umständen. 45⁷ Kampfe krönt. An mei⸗ ner Laufbahn Ende sink ich in Jesu Hände, denn er hat mich mit dir ver⸗ söhnt. Gesinnung und Leben des Christen unter besonderen Umständen. Bei allgemeinem Wohl⸗ stande. In eigener Melodie. 62 5—3— Himmel er⸗ hebe dich, Freu⸗ dengesang! Hoch töne aus fröhlichem Herzen der Dank! Auf, Alle, von Vaterlands⸗ liebe durchglüht, singt mit uns dem Höchsten ein feiern⸗ des Lied! 2. Er läßt uns bewoh⸗ nen ein glückliches Land, be⸗ schirmt und erfreut es mit gnädiger Hand, sein Se⸗ en ergießt sich auf Alle herab und väterlich wendet Gefahren er ab. 3. Die Berge, mit Bäu⸗ men und Reben besetzt, die Auen, mit schlängelnden Bächen benetzt, die Gärten, die Flächen der Felder um⸗ her, wie tragen sie wieder an 48 6 5 so schwer! 4. Es blühen Gewerbe und Künste im Land und Nahrung und Wohlfahrt in jeglichem Stand. Mild wer⸗ den hier Fleiß und Ver⸗ din belohnt, hier ist es, o Recht und Gerechtigkeit Wohnt 5. Religion strahlt uns so himmlisch, so mild. Da, wo uns nicht leuchtet die Sonne, ihr Bild, erhellt sie uns Erdenbewohnern den Pfad und gibt uns Erleuch⸗ tung, Erquickung und Rath. 6. Wünscht, Glückliche, wünschet dem Vaterland Glück! Ein Jeder bezeuge mit freudigem Blick; er schätze das Gute dem Höch⸗ sten zum Preis; es jauchze der Jüngling, der Mann und der Greis! 7. Uns bleibe das Chri⸗ stenthum theuer und werth; Gott werde durch Weisheit und Tugend verehrt; Ge⸗ rechtigkeit ziere den fürst⸗ lichen Thron, den Bösen zum Schrecken, den Guten zum Lohn. 8. Wohl Jedem, ders fühlet, wie glücklich er ist im Lande, wo Ein tracht und Liebe sich küßt! Ein Jeder befördre, so viel er nur U kann, 458 Gesinnung und Leben des Christen kann, des Vaterlands Bestes 399 freue sich dann! 9. Gott, sei uns stets freundlich und fördere du das Werk unsrer Hände in Friede und Ruh, so leben wir glücklich und wallen von hier zum Vaterland droben, o Vater, zu dir! In allgemeiner Noth.2 Mel. Auf meinen lieben Gott 626 Ei Hund, u Höch⸗ ster, jetzt 21 Land.—— del nem Vaterherzen erhebt in Furcht und Schmerzen sich das Geschrei der Armen; erhör es mit Erbarmen! 2. Du siehst des Landes Noth; sie kam auf dein Ge⸗ bot. Du kannst mit starken Händen sie lindern und auch enden. Ein Wort aus dei⸗ nem Munde verändert Zeit und Stunde. 3. O Hexr, wir murren nicht. Gerecht ist dein Ge⸗ richt bei Allem, was wir dulden; denn groß sind un⸗ sre Schulden. Du züchtigst doch noch minder, als wirs 24 d uns Sünder. 4. Ja, Vater, deine Huld ist größer, als die Schuld. Gedenke denn der Deinen, die reuig vor dir weinen; laß tiefgebeugten Seelen nicht Trost und Hoffnung fehlen! 5. Verkürze, guter Gott, die Dauer unsrer Noth, und die voll Kummer flehen, laß bald Erleichtrung sehen! Verwandle du ihr Leiden in neue Haoch wenn. 6. Doch wenn, Herr der Welt, es dir noch nicht gefällt, die Trübsal zu ent⸗ fernen, so stärk uns, daß wir lernen, mit ehrfurchts⸗ vollem Schweigen vor dir uns kindlich beugen! 7. Herr, deine Züchtigung leit uns zur Besserung! Laß sie die Sichern schrecken, die Schlummernden erwecken und Redlichfromme stärken, auf dein Gebot zu mer⸗ ken 8. Wenn unser Herz dich liebt, so wird, was uns be⸗ trübt, uns doch zum Heil gedeihen und uns zuletzt er⸗ freuen; es wird uns deine Gnade ein Licht auf dunkelm Pfade. 9. So stärke denn das Herz, daß auch im größten Schmerz es nie an Muth ihm fehle. O sprich zu un⸗ srer Seele: getrost! dich soll kein Leiden von meiner Liebe scheiden. 10. Am Schluß von un⸗ serm Lauf klärt einst sich Alles auf! Dann wird die Aussicht heiter; dann thränt kein Auge weiter; dann⸗ finden unsre Herzen nur Wonne nach den üti aus unser singer lem deine preisc dort. gung ö lem Herzen dir; unter besonderen Umständen. In eigener Melodie. 627 enn wir in höchsten Nö⸗ then sein und wissen nicht, wo aus, noch ein, und fin⸗ den weder Hülf, noch Rath, ob wir gleich sorgen früh und spat, 2. So ist dieß unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein anrufen dich, du treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Noth! 3. Und heben unser Aug und Herz hinauf zu dir in unserm Schmerz und flehn dich um Begnadigung und unsers Elends Linderung. 4. Nach deiner Gnade sa⸗ gest du sie Allen, die drum bitten, zu durch den, der unser Mittler ist, durch un⸗ sern Heiland Jesum Christ. 5. Drum kommen wir, Herr, unser Gott, und kla⸗ gen dir all unsre Noth. Ach, deine Vateraugen sehn, wie hülflos, Herr, wir vor dir stehn. 6. Nur du bist unsre Zu⸗ versicht! Vergilt nach unsrer Schuld uns nicht; steh uns in unsern Nöthen bei, mach uns von aller Plage frei! 7. Dann danken und lob⸗ singen wir mit freudevol⸗ gehorsam deinem theuern Wort, Herr, preisen wir dich hier und dort. 459 In Kriegszeiten. Mel. Wer nur den lieben Gott 628 Eĩ zieht, o Gott, ein Krieges⸗ wetter jetzt über unser Haupt einher. Doch bist du unser Schutz und Retter, so schreckt uns keines Feindes Heer, wie sehr es auch Gefahr und Noth den Völkern und den Ländern droht. O gib in diesen ban⸗ gen Tagen uns, Herr, den Sinn, auf dich zu sehn und da, wo Andre trostlos za⸗ gen, mit Zuversicht zu dir zu flehn, weil Menschenhülfe wenig nützt, wenn deine Macht uns nicht beschützt. 3. Nicht blinder Zufall herrscht auf Erden; du bist es, der die Welt regiert. Laß jetzt die Menschen inne werden, daß deine Hand das Ruder führt. Du, Herr, bist unsre Zuversicht. Wir traun auf dich, verlaß uns nicht! 4. Dir werfen wir uns in die Arme und flehen um Barmherzigkeit! Sei unser Vater und erbarme dich über uns zur bösen Zeit! Beschütze gnädig Stadt und Land vor Blutvergießen und vor Brand; 5. Doch findet dein allwei⸗ ser Wille noch härtre Prü⸗ fungen uns gut, so fassen U 2 wir 460 wir in frommer Stille voll Zuversicht und Glauben Muth. Du bist gewiß zu rechter Zeit zu retten uns, o Herr, bereit. 6. Froh werden wir dann rühmen müssen, wenn du uns wieder wohlgethan: Gott brach nach uns ver⸗ borgnen Schlüssen zum Heil uns auch durch Noth die Bahn. Du bleibest unsre Zuversicht! Barmherziger, verlaß uns nicht! In eigener Melodie. 629 Ur Erbarmen fle⸗ hen wir, Gott und Vater, jetzt zu dir. Steh uns bei⸗ Allliebender, Herr der Welt, Allmächti⸗ ger! Hör uns, rett uns aus der Noth! Hilf, denn allenthalben droht Raub, Verwüstung, Elend, Tod! 2. Ach, des Krieges Flam⸗ men glühn! Ordnung, Ruh und Segen fliehn. Keine Hülfe sehen wir, keine Hülfe, als bei dir. Denk an uns in Gnad und Huld, nicht an unsrer Sünden Schuld; gib uns Hoffnung und Ge⸗ duld! 3. Du, der zu dem Meere spricht: Bis hierher und weiter nicht! Sprich, o Höchster, nur ein Wort, und die Schrecken fliehen fort, Fried und Ordnung, Glück und Ruh eilen uns Gesinnung und Leben des Christen von neuem zu. Unsre Zu⸗ flucht, Gott, bist du! 4. Gibst du Frieden, dann, o Herr, bebet unser Herz nicht mehr. Ach, wir alle beten dann deine Macht mit Freuden an. Aber jetzt noch seufzen wir, jetzt noch flehn wir angstvoll hier um Erbarmen, Gott, zu dir! Mel. Wann mein Stündlein 630 H²l du denn ganz dein Angesicht, o Herr, vor uns verbor⸗ gen? Vernimmst du unsre Seufzer nicht? Entgehn dir unsre Sorgen? Uns drücket eine schwere Macht. Gott, wenn nicht deine Vorsicht wacht, so müssen wir ver⸗ 9120 Der Krieg im blutigen Gaban verheeret die Gefilde, und Noth und Armuth drückt das Land, das sonst dein Segen füllte. Ach, Aller Herz ist freudenleer und keine Ruh erquickt uns mehr, sie ist von uns gewichen. 3. Gefahr umgibt uns in der Nacht und wächst mit jedem Tage. Sind wir von kurzem Schlaf er⸗ wacht, so wacht auch unsre Plage. Der harten Krie⸗ ger wilde Wuth droht uns mit Feuer und mit Blut; o wer, wer kann un schützen? 2 4. habner deinen retten, serm 0 kannst drückt, zugesch ö steuern 5. 0 und Feinde in Sig bald mächti ach, so Was 1 sche 60 uuste Sünde voll V nun d pfe u lösch a Glut, dchrei 7. 6 res Fried das be ö uns u e Zu⸗ ieden, unser wir Nacht jetzt noch rum r! lein ganz esicht, rbor⸗ unsre ndir rücket Gott, rsicht ver⸗ tigen filde, muth sonst Ach, nleer juickt uns uns ächst Sind Ner⸗ Insre Krie⸗ uns lüt; ns Du unter besonderen Umständen. 4. Du kannst es, du er⸗ habner Gott! Es steht in deinen Händen, uns zu er retten, unsre Noth zu un⸗ serm Glück zu wenden. Du kannst dem Elend, das uns drückt, das dein Gericht uns zugeschickt, allein allmächtig steuern. 5. Es haben Lanzen, Spieß und Schwerdt, mit welchen Feinde drohten, schon oft in Sicheln sich verkehrt, so⸗ bald dein Wink geboten. So mächtig bist du immer noch; ach, so gebeut, so rede doch! Was du sprichst, muß ge⸗ schehen. 6. Vergib uns gnädig unsre Schuld, vertilge unsre Sünden! Du bist ein Gott voll Vaterhuld; so laß auch nun dich finden! Ach, däm⸗ pfe unsrer Feinde Wuth, lösch aus des Krieges wilde Glut, eh sie uns ganz ver⸗ zehret! 7. Gib deiner Gnade theu⸗ res Pfand, gib uns den Frieden wieder! Errette das bedrängte Land, erhalt uns unsre Güter, damit wir dir, von Angst befreit, die Opfer unsrer Dankbarkeit in sichern Tempeln bringen. 8. Regiere du selbst un⸗ sern Sinn, daß wir, dir ganz ergeben, des Lasters Bahn mit Abscheu fliehn und nur der Tugend le⸗ ben! Wir lassen dich, Er⸗ 461 barmer, nicht, bis uns dein huldreich Angesicht zum Se⸗ gen wieder strahlet! Zur Friedeusfeier. Mel. Herr, wir singen deiner 631 5. dir, Unend⸗ licher, zu dir All⸗ gütiger, der Völkern still zu sein gebot und Frieden sandte, zu dir, Gott, steigt unser Jubelton empor! Zu unsrer höhern Brüder Chor singt unser Herz, entflammt von Dank, den lauten ho⸗ hen Lobgesang: Gelobt, ge⸗ lobt sei Gott! der Weltbe⸗ herrscher, Gott, der Welt⸗ beglücker, Gott, der Frie⸗ densgeber, Gott! 2. Wer ist an Majestät dir gleich? an Güte und an Macht so reich? Du sprichst ein Wort: Der Himmel schweigt. Du sprichst ein Wort: der Erdkreis neigt sich tief anbetend vor dir, Gott, und ehret schweigend dein Gebot! Du siehest Völker sich entzwein, mit Schwert und Waffen sich bedräun. Die Waffen sinken und der Streit wird still, wird Ruh und Einigkeit, sobald, Herr, deine Rechte dräut und Völkern still zu sein gebeut! 3. Wie schreckend, wie verheerend war empörter Völker Zwist! Gefahr und u 3 Angst 462 Angst und Noth und Tod umgab uns drohend; offen stand das Grab, und unsre Brüder sanken hin, bei Schaaren in das Grab da⸗ hin; und Schmerz, der Mut⸗ terherzen brach, und blutge Thränen folgten nach. Gott, furchtbar war der Völker Zwist. Dank dir, Allgütiger, er ist durch dich, der Erd und Himmel trägt, geschlichtet und nun beigelegt! Das Schwert, das Bruderblut vergoß, ist weg⸗ gelegt; aus deinem Schooß strömt uns des Friedens sanfte Ruh und Ueberfluß und Segen zu. Hier liegen wir und beten an dich, Gott, der dieß an uns gethan! 5. Laß ihn, laß ihn be⸗ ständig sein, den Frieden, deß wir uns jetzt freun; in seinem Schooße laß uns nun und spät noch unsre Nachwelt ruhn! O segne, Gott, das Vaterland, den Fürsten, segne jeden Stand! Solang du uns noch wallen heißt im Pilgerthal, laß deinen Geist den treuen Führer Aller sein! Dann führ zur ewgen Ruh uns ein. Amen! Mel. Lobet den Herren, den 0 ahet, anbetend 632 N dem Gnädigen, nahet, Beglückte! Singt ihm: er ists, der den Frieden Gesinnung und Leben des Christen vom Himmel uns schickte! Preiset ihn hoch; weg ist das härteste Joch, das unser Vaterland drückte. 2. Vater, du weißt es, was wir von der Zwietracht erfuhren; grause Verhee⸗ rungen sind noch die trau⸗ rigen Spuren! Aber wie hell rinnt nun der Seg⸗ nungen Quell durch die verwüsteten Fluren! 3. Hör, o Allgütiger, gnä⸗ dig das Jauchzen der Deinen! Höre, Erretter, den Jubel der Großen und Kleinen! Friede gabst du, Friede und und sichere Ruh, Freude nach Klagen und Weinen. Dank, dir, o Vater, und Ehre und Preis deinem Namen! Sie sind erduldet die Leiden, die über uns kamen; fern ist die Noth! Segnend erhalt uns, o Gott, was du verliehen hast! Amen. In Theuerung. Mel. Von Gott will ich nicht lassen 633 u bester Trost der Armen, Beherrscher aller Welt, du, Vater voll Erbarmen, der, was da lebt, erhält, schau her auf unsre Nothz erbar⸗ me dich der Deinen; wir Ar⸗ men gehn und weinen und schmachten, Herr, ee * I barme drer freun leidvo mild Brüd 10 hin, 4. rather freun Saate Gedei terhan und reiche ser Le 0 1 63. Zeit mein bauer schreck evyber +2. Auch denen hickte! st das unser st es, etracht zerhee⸗ trau⸗ wie Seg⸗ die „gnä⸗ einen! Jubel einen! he und Freude ien. Vater, einem duldet uns Noth! Gott, hast! telassen Trost rmen, du, der, schau Tbar⸗ r Ar⸗ und Brod. Er⸗ unter besonderen Umständen. 2. Erbarmender, ach, wende der Zeiten schweren Lauf! Thu deine milden Hände, uns zu versorgen, auf! Was irgend Leben hat, nährst du mit Wohl⸗ gefallen. Nähr uns auch, schaff uns allen bei unserm Mangel Rath! 3. Den Reichen gib Er⸗ barmen, Gefühl für An⸗ drer Schmerz und, zu er⸗ freun die Armen, ein mit⸗ leidvolles Herz, damit sie mild ihr Brod trostlosen Brüdern brechen und nicht efühllos sprechen: Geht hin, es helf euch Gott! 4. Laß unsre Frucht ge⸗ rathen, uns wieder zu er⸗ freun; und allen unsern Saaten gib Wachsthum und Gedeihn! Mit milder Va⸗ terhand gib Wärme, Thau und Regen, so kehrt dein reicher Segen zurück in un⸗ ser Land. In Wassersnoth. Mel. Herzliebster Jesu 0 Qch will dem 634* Herrn zu jeder Zeit vertrauen und stets mein Heil auf diesen Felsen bauenz; auch in den nächsten schrecklichsten Gefahren kann evybewahren. 4½ 2.. Ich will ihm trauen auch in Ungewittern, vor denen selbst der Erde Säu⸗ 463 len zittern, und da, wo, Bergen gleich, empörte Wel⸗ len zum Himmel schwellen. 3. Sei Alles Sturm und Aufruhr und Getümmel: Gott schuf das Meer, den Erdkreis und den Himmel. Was er gebeut im Himmel und auf Erden, das, das muß werden. 4. Zum wilden Strome spricht er: fleuß mit Stille! und allgewaltig ist sein Herr⸗ scherwille; der Strom ge⸗ horcht, die Wolken sinken nieder und ruhen wieder. 5. Wer händeringend sein Geschick beklagte, den Ab— grund offen sah und schon verzagte, frohlocket dann und rufet: Gott ist Retter im Sturm und Wetter. 6. So mögen denn Gefah⸗ ren mich umschweben und Eisgebirge sich im Strome heben und furchtbar dro⸗ hend jeden Damm erschüt⸗ tern: ich will nicht zittern. 7. Zu dir empor will ich am Strome schauen und das thun, was ich soll, und dir vertrauen. Du, Herr, kannst stets uns retten und bewahren in den Gefahren. Mel. Was mein Gott will 635 ir sind in Noth, laß uns, o Gott, die Fluth nicht über⸗ schwemmen: nimm uns in Acht; wehr ihrer Macht! U 4 Du 464 Gesinnung und Leben des Christen Du kannst die Wogen hem⸗ men. Verbirg jetzt nicht dein Angesicht; gedenk an uns in Gnaden! Gott, wenn uns jetzt dein Arm beschützt, was kann die Fluth uns schaden? 2. Ach, hilf uns, Herr, Allmächtiger, um Jesu Chri⸗ sti willen! Ach, du allein kannst uns befrein, kannst Sturm und Wellen stillen. Erbarme dich, hilf väterlich; beschütz uns Gut und Leben! Dann wollen wir dir, Gott, dafür Dank, Preis und Ehre geben. Nach überstandener Noth. Mel. Nun danket Alle Gott b. E 636 Dank e 2255— großer Gott, Iengen daß du durch deine Macht die wilde Fluth bezwungen! Verheerend brach sie los, glich dem empörten Meer, die Wellen rauschten schon fast über uns daher. Doch mitten in der Fluth bewiesest du Erbar⸗ men und halfst uns väter⸗ lich. Du zeigtest an uns Armen, daß du, Allvater, nie uns allzusehr betrübst, uns nie verlassen kannst, uns auch im Leiden liebst. 3. Dieß thatst du, Mäch⸗ tiger, der jeder Fluth gebie⸗ ten, der Meere zähmen kann, so mächtig sie auch wüthen! Du schützest, du erhältst, 11159 du hilfst in jeder Noth; du Betrů bist der Fluthen Herr, du herzig bist der Meere Gott. sein. 4. Wer wollte dir, 9 Hrr, 6. durch Sünden widerstreben kaunst und nicht in Heiligkeit zu verwa deiner Ehre leben? Folgt weise, deinem Wink der Strom, Alles, gehorcht dir alle Welt, wie sollten wir nicht thun, was, Vater, dir gefällt? Nach einer Feuersbrunst. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen 637 Get,e„dessen Macht des Feuers Kraft zum Segen und Ver⸗ derben schafft; mit welcher schrecklichen Gewalt verwü— sun und wie leicht, wie bald! Ach, manche Häuser hats verzehrt und mancher Menschen Glück zerstört! 63⁰ Auch dieß hat deine Hand gethan; wir weinen, Herr, genon und beten an. Herr! 3. Wir weinen und ver⸗ beklor ehren doch auch deine Huldz traun sie half uns noch und hielt nicht der Flammen schnellen Lauf, danke der Uebrigen zu schonen, auf. 2. Mit unsern Brüdern gütig seufzen wir in ihrem Jam⸗ mein mer, Gott, zu dir. Laß sie ist sti nicht hülflos tröste die, die mich du 7 hast, segne siel gen 1 Ach, der Verschonte 238. sliche nicht die Uebung seiner und schönsten Pflicht, der Pflicht, Allw ö 11 1101 sen u unter besonderen Umständen. Betrübte zu erfreun, barm⸗ herzig durch die That zu sein. 6. Uns wieder segnen kaunst du, Gott, in Heil verwandeln jede Noth. Ja, weise, liebevoll und gut ist Alles, was dein Wille thut. 7. Gib Unterwerfung und Geduld und laß uns deiner Vaterhuld mit frommer Zu⸗ versicht vertraun nnd stets auf deine Hülfe baun! 8. Schütz unser ganzes Vaterland vor Mangel, Seuchen, Krieg und Brand! Gib, weil du unser Vater bist, uns allen, was uns heilsam ist! Nach großem Verlust. Mel. Herzliebster Jesu! 638 Du hast es mir gegeben und genommen; Preis dir, o Herr! Zwar ist mein Herz beklommen; doch mein Ver⸗ traun, mein Glaube soll nicht wanken; ich will dir danken! 2. Verborgen mir, doch gütig ist dein Wille! Du bist mein Gott, und meine Seel ist stille. Du führst gewiß mich auch auf rauhen We⸗ gen dem Heil entgegen. 3. Wenns nützlich mir und wenn es deiner Ehre, Allwissender, gemäß gewe⸗ sen wäre, du hättest lieber 465 Glück mir zugewendet, als Noth gefsendet. ö 4. Du sahst vielleicht, ich würd in guten Tagen nicht mehr nach dir und deinen Rechten fragen; ich würde stolz des Glücks mich über⸗ heben und fündlich leben. 5. Gott, wenn ich dieß im Stillen überlege, so preis ich dich und ehre deine Wege. Was hülf es mir, die ganze Welt zu erben und zu verderben? 6. Und viel des Guten ist mir noch geblieben, mein guter Name, Freunde, die mich lieben, und, Dank sei dir, es ist mein gut Ge⸗ wissen mir nicht entrissen. 7. Wie sollt ich nicht auf deine Güte schauen, nicht ruhig sein und standhaft dir vertrauen? Auch künf⸗ tig wirst du, was zu meinem Leben mir noth ist, geben. 8. Herr, segne du die Ar⸗ beit meiner Hände und leite gnädig mich bis an mein Ende! Mit Allem, was du fügst und mir beschieden, bin ich zufrieden. Auf der Reise. Mel. Befiehl du deine Wege 639 Beslucke meine Reise; Gott, ich vertraue dir! Sei gnä⸗ dig und beweise, wie treu du bist, an mir! Auf allen U 5 meinen 466 Gesinnung und Leben des Christen meinen Wegen begleite vä⸗ terlich mit deinem Heil und wich! mit deinem Schutze mich! 2. Ich bin in deinen Hän⸗ den, deß darf mein Herz sich freun; denn du kannst Hülfe senden, wo mir Ge⸗ fahren dräun. Bin ich bei dir in Gnaden, so fürcht ich nichts, o Gott; du weh⸗ rest allem Schaden, mein Helfer in der Noth! 3. So will ich denn mein Leben, mein zeitlich Glück und Gut mit Ruhe über⸗ geben, Gott, deiner treuen Hut. Erhalte meine Kräfte, beglücke meinen Fleiß und meiner Pflicht Geschäfte zu deinem Ruhm und Preis! Laß dir auch meine Lieben empfohlen sein, o Gott! Nichts müsse sie be⸗ trüben, kein Unfall, keine Noth! Gesund laß sie mich wieder bei froher Rückkehr sehn, dann Dundn unsre Lie⸗ der, Herr, dankbar dich er⸗ höhn! Der reisende Jüngling. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 6 40 Aich außer mei⸗ nem Vater⸗ land wirst du, Gott, mit mir sein. Wo immer nur mich deine Hand hinführt, da bin ich dein. 2. Vergeß ich dieser Wahr⸗ heit nicht, bin ich von Her⸗ zen gut und üb ich treulich meine Pflicht, so hab ich frohen Muth. 3. Doch, Herr, ich fühle mich noch schwach; drum stärke du mein Herz! O hilf du meinem Streben nach und sichre mich vor Schmerz! 4. Der Reiz der Sünd und Eitelkeit entlocke dir mich nie! Was kurz ver⸗ gnügt und lang gereut, gib, daß ichs weislich flieh! 4— 5. Wo man mich sieht und Freund mich nennt, laß tugendhaft mich sein und dort auch, wo kein Mensch mich kennt, das Laster ernst⸗ lich scheun! 6. Nur wer die Tugend ehrt und liebt, deß Beispiel führt zu dir; o du, der Alles hat und gibt, Gott, solchen Freund gib mir! Dem Freunde wilder Fröhlichkeit, dem Freund voll List und Spott, von Wollust, Spiel und Ueppig⸗ keit entreiße mich, mein Gott! 8. Wer Wahrheit, Pflicht und Recht verdreht, der flöße Graun mir einz vor dem Verruchten, der dich ban erzittre mein Ge⸗ ein! 9. Mich lehre stets dein heilig Wort auf guten We⸗ gen gen ge kann, Tempel 10.9 Aeltern ihr Sta mir ber 499045 Fürbit Mel. 641 schließt, wärtig Segen, sind, 6 Huld, allen i ists, u stillt,“ mich er 2. ferne L ner Vat Freund ein! U ihr Se unter besonderen Umständen. 467 gen gehn und, wenn ich kann, an jedem Ort im Tempel dich erhöhn! 10. Dann bin ich meiner Aeltern Lust, im Alter einst ihr Stab und keines Lasters mir bewußt, begleit ich sie ans Grab. 11. Mir folgt ihr Segen durch die Welt, bis einst mein Auge bricht, und mei⸗ nen Geist, der dir gefällt, erschrecket kein Gericht. 12. Gedanke der Unsterb⸗ lichkeit, erhebe meinen Geist! Wohl mir, es ist die Ewig⸗ keit, wohin der Glaube weist! Fürbitte für liebe Ab⸗ wesende. Mel. Der unsere Menschheit 6 41 Dos welchen kei⸗ ne Welt um⸗ schließt, der du allgegen⸗ wärtig bist mit allem deinem Segen, wo meine Lieben sind, auch da bist du voll Huld, bist ihnen nah auf allen ihren Wegen! Dieß ists, was meine Thränen stillt, wenn banges Sehnen mich erfüllt. 2. Mach ihnen mild das ferne Land und laß an dei⸗ ner Vaterhand sie dort auch Freunde finden. Sei, wenn ein Unfall ihnen droht, ihr Schutz, ihr Retter in der Noth, bewahre sie vor Sünden. Auch dort sei stets der Tugend Ruhm ihr un⸗ verletztes Eigenthum. 3. O kehren sie mir einst zurück, des Wiedersehens großes Glück macht froh schon meine Seele. Doch säh ich auch ihr Angesicht nun ferner hier auf Erden nicht, was ists, daß ich mich quäle? Ich weiß, o Gott, ein Tag erscheint, der wieder mich und sie ver⸗ eint. 4. O wie gedenk ich dein so gern, du Tag des Lebens, Tag des Herrn! Wann wird dein Licht erscheinen? O Tag, der die mir wieder⸗ gibt, die trauernd meine Seele liebt, die Seligen, die Meinen! Wie wird sich unsre Seele freun! Wie selig werden dann wir sein! Bei ansteckenden Krank⸗ heiten. Mel. Allgegenwärtiger, ich 6 42 Qn unserm Kum⸗ N mer fallen wir gebeugt und demuthvoll vor dir, o Herr des Lebens, nieder. Ach, uns bedroht ein schneller Tod! schon würgt er unsre Brüder! 2. Der Seuchen Gift ver⸗ breitet sich, und, Gott, wen haben wir, als dich, der U 6 seine 468 seine Wuth ihm raube? Wenn deine Macht uns nicht bewacht, so werden wir zu Staube. 3. Ach, viele sanken schon ins Grab so unerwartet schnell hinab. Wie ist um Hülf uns bange! O schone noch! Entreiß uns doch dem nahen Untergange! 4. Oft retten Kunst und Vorsicht nicht. Wir haben keine Zuversicht, als nur zu deiner Güte. Du bist der Herr! Gib, daß nicht mehr der Tod so schrecklich wüthe! Wir glauben an den Sohn und dich; o darum schaue väterlich auf tiefge⸗ beugte Sünder! Denn du allein kannst uns befrein, und wir sind deine Kinder. 6. In deiner treuen Va⸗ terhand ruht Tod und Le⸗ ben, Volk und Land. Ent⸗ ferne jede Plage! Verzag⸗ ten Sinn nimm von uns hin! Gib wieder heitre Tage! 7. Doch willst du uns noch nicht befrein, so lehre uns geduldig sein und dir uns ganz ergeben; und sterben wir, laß uns vor dir in deiner Wonne leben! 8. Zeig allen Sterbenden dein Heil und gib, daß sie ihr bestes Theil im Himmel nicht verlieren! Laß sie den Tod aus jeder Noth zum bessern Leben führen! ö Gesinnung und Leben des Christen 9. Laß unser gläubiges Gebet, das, ter, wohlgefallen. Der rein⸗ ste Dank und Lobgesang wird dann dir, Herr, er⸗ schallen. Dank für Gottes Hülfe. Mel. Ein Lämmlein geht 6 43 Wir kommen, Helfer, dir Gesang und Ruhm und Preis zu bringen. Des ganzen Volkes lauter Dank soll, Retter, dir lobsingen. Wir schwebten in Gefahr und Noth; wir sahen überall den Tod mit seinen Schrecken drohen. Nun wüthet seiner Seuchen Heer durch unser Vaterland nicht mehr; sie sind vor dir entflohen. Wir sahen dort und sahen hier so viele Brüder sterben und allenthalben waren wir umfangen vom Verderben. Da galt kein Schonen! Stündlich war uns nah und furchtbar die Gefahr und alle Kunst ver⸗ gebens. Den Würger trieb kein Arzt zurück, auch ihm schien jeder Augenblick der letzte seines Lebens. 3. Allmächtiger, wir alle schrien zur dir mit bangen Herzen. Wir die Seuchen fliehnz du lit e err, zu dir um Gnade fleht, dir, Va⸗ sind erhört, PPPFFFF lest unst Erbarm hast na schuld gelohnet preisen du väte verschon 4. 2 fahr b Alle lob Sohn ut Volk er bete Jer wer nu ehre de rühme: Er hilft Noth! Amen! 2 * Mel. Wé 6⁴4 Schmer ich flehe tiefgerü kindlich Wen ho Stunde mein L heilt n Wunder Erquick. 25 ler V Leidendt so mar I.S eenrererrrr lest unsre Schmerzen. O du Erbarmer voll Geduld, du hast nach unsrer Sünden⸗ schuld auch dießmal nicht gelohnet. Gezüchtigt, o wir preisen dich, gezüchtigt hast du väterlich und väterlich verschonet. 4. Dich, der du von Ge⸗ fahr befreist, dich müssen Alle loben! Sei ewig, Vater, Sohn und Geist, von deinem Volk erhoben! Dich, Retter, bete Jeder an! Es jauchze, wer nur danken kann, und ehre deinen Namen und rühme: Gott ist unser Gott! Er hilft uns gnädig in der Noth! Erhebt ihn! Amen! Amen! In Krankheit. Mel. Wie groß ist des Allmächt. 6 4 4 Her lieg ich, Herr, in Angst und Schmerzen und flehe, weil ich flehen kann, aus vollem tiefgerührtem Herzen dich kindlich um Erbarmen an. Wen hab ich sonst in diesen Stunden? Wer kennt so ganz mein Leid, wie du? Wer heilt mir die geschlagnen Wunden? Wer sendet mir Erquickung zu? 2½ OGott, du Vater al⸗ ler Väter, der gern den Leidenden erfreut, zu dem so mancher fromme Beter, unter besonderen Umständen. 469 und nie umsonst, um Hülfe schreit, auch mich laß nicht vergeblich flehen! Auch mei⸗ nes Herzens nimm dich an und lehre mich auf Alles sehen, was Freude mir ge⸗ währen kann! 3. Du wirst ja nie des Helfens müde; du weißt es, was der Kranke fühlt, und gibst ihm Hoffnung, Trost und Friede, wenn Schmerz in seinem Innern wühlt. Dieß sagt mir, der ich dir vertraue, zu meiner Ruh dein göttlich Wort; dieß treibt, so oft ich auf dich schaue, die Furcht aus mei⸗ ner Seele fort. 4. Auch dieser Krankheit schweres Leiden verhingst du liebreich über mich. Auch hier, wie im Genuß der Freuden, erkennt mein Herz als Vater dich. O gib, daß ich dieß stets empfinde! O stärke selbst mich in Geduld! Vergilt mir, dem verirrten Kinde, nicht ganz nach mei⸗ ner Sünden Schuld! 5. Verlängre, Herr, mein Erdenleben, wenns deinem weisen Rath gefällt! Und dann sei es nur dir ergeben, nur dir, mein Retter, nicht der Welt! Doch soll ich mei⸗ nen Lauf vollenden, dann hebe meinen Geist zu dir, und ist mein Geist in deinen Händen, o guter Gott, was fehlet mir? 17 Mel. 47⁰ Mel. Alles ist an deinem Segen 6 4 5 Hii mir, Gott, der Krankheit Plagen, die mich drücken, still ertragen und mit kind⸗ lichem Vertraun bei der Sehnsucht meines Herzens um Erleichtrung meines Schmerzens nur auf deine Vorsicht schaun! 2. Deiner Weisheit kanns nicht fehlen, immer das nur zu erwählen, was das Beste für uns ist. Dieß will ich zu Herzen fassen und mich ganz dir überlassen, der du auch mein Vater bist. 3. Sanfter Antrieb, ernste Lehre, daß ich in mich sel⸗ ber kehre, sei der Schmerz, die Krankheit mir! Ihre Last nicht zu vergrößern, hilf mir meine Seele bes⸗ Dir alle Hülfe kommt von ir. 4. Vater, Helfer aller Kranken, Quelle tröstender Gedanken, steh mir bei mit deiner Kraft! Sie nur kann erretten, stärken. Lehre mich auf sie stets merken, die aus Leiden Freude schafft. 5. Guter Muth und hei⸗ tres Wesen sei in meinem Blick zu lesen; Ruh erfülle meine Brust! Hoffnung stärke mich und Freude sei mein Glaube; wenn ich leide, dir zu folgen, meine Lust! ö Gesinnung und Leben des Christen Mel. Wer nur den lieben Cott 6 46 Nicht mehr, als meine Kräfte tragen, Barmherziger, du mir auf. Nicht immer wird der Schmerz mich na— gen, es folgt gewiß Er⸗ quickung drauf. Auf mei⸗ nem Krankenlager hier lob⸗ sing ich, o mein Vater, dir. 2. Weil mich die Welt zu sehr zerstreute, rufst du mich in die Einsamkeit; weil ich den Kampf zu ängstlich scheute, führst du mich mit— ten in den Streit und übst durch körperlichen Schmerz mein der Geduld entwöhntes erz. 3. Den Kelch der Trüb⸗ sal soll ich leeren! Ach, Herr, du weißt, das Fleisch ist schwach! Vergib, wenn eine Fluth von Zähren hervor aus meinen Augen brach! O stärke, Gott, voll Vater⸗ huld, mein Herz durch Glau⸗ ben und Geduld! Der Schmerz, der meine Glieder schwächte, beraubet mich der sanften Ruh; ich bring, o Gott, die langen Nächte auf meinem Lager schlaflos zu; der Menschen Hülf ist schwach und klein; doch du, du wirst mein Helfer sein.—⁰ Dein Wille mag allein“ entscheiden, wie lang die Prüfungsstunde währt, und wenn auch ganz im Wder ey legst der Leid benskraf brich me bricht: d Zuversich Mel. W;/ 647 Freude s unser S Alles ur dest, wa verhängf an mein soll mir 2. A führt m Seligkeit und dei viele haf Herz ges mir der Gott ist bist du! 3. O8 ter, glar kindlich doch kein süßen T mir! J und Kre was sie 4. V Leiden denk id Weisheit ruhige n äF⁰.enn — IS—r Fr, KRr..e der Leiden sich meine Le⸗ benskraft verzehrt, wenn 15 mein Herz im Tode bricht: du, Herr, bist meine Zuversicht! Mel. Wer nur den lieben Gott 647 ott, der du Schmerz und Freude sendest, mit Weisheit unser Schicksal lenkst und Alles uns zum Besten wen⸗ dest, was du auch über uns verhängst, du hast nicht Lust an meiner Pein; auch sie soll mir zum Heil gedeihn. 2. Auch durch die Noth führt mich zum Ziele der Seligkeit, Gott, deine Hand, und deiner Tröstungen wie viele hast du mir schon ins Herz gesandt! Wie oft ruft mir dein Wort es zu: Gott ist dein Vater, Kind bist du! 3. O du, mein bester Va⸗ ter, glaubte nur meine Seele kindlich dir! O daß mir doch kein Zweifel raubte den süßen Trost: Gott ist bei mir! Ja, Vater, deine Huld und Kraft ist Allem nah, was sie erschafft. 4. Wenn Schmerz und Leiden mich bestürmen, so denk ich dein und deiner Huld. In allem Weh, in allen Stürmen verleih mir Weisheit und Geduld! Be⸗ ruhige mein Herz und sprich: unter besonderen Umständen. 47¹ Sei nur getrost und hoff auf mich! 5. Wie litt im allerbäng⸗ sten Leiden so stille duldend Jesus Christ! Leid ich ihm nach, ein Meer von Freu⸗ den, das ewig unerschöpflich ist, umfließt mich dann vor seinem Thron. Wie meine Leiden, so mein Lohn. 6. Durch Leiden wird mein Herz ihm offen; durch Glauben naht sich ihm mein Geist. Der stille Dulder nur darf hoffen, darf hoffen das, was Gott verheißt. Zu solcher Hoffnung stärke mich, so preis ich auch in Schmerzen dich! Mel. Wann mein Stündlein 648 Es ist dein Wille, Herr, mein Gott, daß ich jetzt Schmer⸗ zen leide; doch du bist ust fer in der Noth und kehrst sie gern in Freude. Was ich bedarf, ist dir bekannt; mein Leben steht in deiner Hand, deß soll mein Herz sich trösten! 2. Voll Hoffnung wend ich mich zu dir; ich bleibe dir ergeben. Herr, wie du willst, so schicks mit mir zum Sterben oder Leben! Bei dir allein steht meine Zeit; nur mache mich der Seligkeit durch deine Gnade würdig. 3. Ver⸗ Morgen wieder neu. 47² Gesinnung und Leben des Christen 3. Verhüte, daß der Krank⸗ heit Pein zu schwer mir Schwachen werde! Laß mir Erquickung angedeihn, er⸗ leichtre die Beschwerde. Du, Vater, weißt, was jeden Tag zu tragen ich, dein Kind, vermag; hilf und er⸗ barm dich meiner! 4. Erquicke Gott, und stärke sie, die liebreich mei⸗ ner pflegen; mh ihnen ihre Treu und Müh mit deinem besten Segen! Gib gegen sie mir Freundlichkeit; gib ih⸗ nen, Gott, Gelassenheit, Ge⸗ duld mit meiner Schwäche. 5. Soll tödtlich meine Krankheit sein, und steht mein Grab schon offen, so laß mich, Herr, von Sün⸗ den rein, auf deinen Him⸗ mel hoffen; des letzten ban⸗ gen Kampfes Schmerz er⸗ leichtre mir und laß mein Herz noch sterbend dir ver⸗ trauen! 6. Doch willst du wieder Kräfte mir zu längerm Le⸗ ben schenken, dann laß, so⸗ lang ich lebe hier, mich dank⸗ bar dein gedenken, damit ich künftig jederzeit mit aller Treu und Redlichkeit der Tugend Wege wandle! Mel. Wer nur den lieben Gott 649 er Morgen 4 kommt, und meine Plage wird mit dem Wie traurig fließen meine Tage, wie bang die Nächte mir vorbei! Der Morgensonne neues Licht erheitert meine Seele nicht. ö 2. Noch immer bin ich auf der Erde, wo Schmerz und Kummer mich umringt, wo täglich größere Beschwerde zu Klagen mich und Thrä⸗ nen zwiugt; noch immer fleh ich unerhört um Stärkung, die mein Herz begehrt. 3. Erbarm dich, eil mir beizustehen, verlaß mich, o mein Helfer, nicht! zeig mir wieder auf mein Flehen dein väterliches An⸗ gesicht! Gib mir Geduld, gib mir im Schmerz ein ruhig dir ergebnes Herz! Noch ist mein Schick⸗ sal mir verborgen, das die⸗ sen Tag mich treffen soll; doch bin ich ohne Gram und Sorgen, du, Vater, kennst mein wahres Wohl. Und was dein Rath be⸗ schließt und thut, ist heilig, ist gerecht und gut. 5. Soll ich die Last noch länger tragen, ich halte deiner Fügung still! Dein Will geschehe, will ich sagen, wie du, Herr, willst, micht, wie ich will! So, Vater, laß bei Schmerz. und Pein geduldig mich wie; Jesus sein! 4Dαι 0Hο1ο Riom 6. Einst kommen doch der Ruhe Stunden, einst rückt mein Ach, mein A dann, d wunden, Trübsal auf Sort dort ewi 7. ½ι% hohen G meiner L soll mi rauben, wann d Vielleich er mir Gott, hi Mel. 650 eh ich d Dein Ar bewacht: Lieder. verliehst drung 1 auch T Fassung 2. So nen Se 35⁴D nicht ve⸗ Tod er mein Gl wann A 47 unter besonderen Umständen. 473 mein Abend auch herbei; dann, dann ist Alles über⸗ wunden, ich bin von aller Trübsal frei; dann folgt auf Sorgen, Gram und Leid dort ewige Zufriedenheit! 7. Gestärkt durch diesen hohen Glauben, vollend ich meiner Leiden Pfand. Nichts soll mir meine Hoffnung rauben, auch dann Nichts, wann der Tod mir naht. Vielleicht noch heut erscheint er mir und führt mich, Gott, hinauf zu dir. Mel. Wann mein Stündlein 6 50 Nach einer schmer⸗ zenvollen Nacht seh ich den Morgen wieder. Dein Auge, Gott, hat mich bewacht; dich preisen meine Lieder. In großer Angst verliehst du mir nicht Lin⸗ drung nur, ich danke dir, auch Trost, Geduld und Fassung. ö** 2. So trag ich ruhig mei⸗ nen Schmerz und dieser Krankheit Plage; zu dir er⸗ hebe sich mein Herz, du Schöpfer meiner Tage! Durch Leiden zogst du mich zu dir, und nun, mein Va⸗ ter, bist du mir ein Fels, auf den ich baue. 3. Du bist es, der mich nicht verläßt, wenn auch der Tod erscheinet; dich hält mein Glaube dann noch fest, wann Alles um mich weinet. Ich bin getrost, wenn gleich betrübt die Freunde, deren Herz mich liebt, jetzt um mein Leben zittern. 4. Auch sie verlaß, o Va⸗ ter, nicht, stärk ihre ban⸗ gen Herzen, erfülle sie mit Zuversicht und lindre ihre Schmerzen! Ja, dir empfehl ich sie, o Herr! Sei du ihr Schutz, Allgütiger, und trockne ihre Thränen! 5. Doch sollten meiner Tage viel noch unter Leiden werden, bin ich noch fern von meinem Ziel, dem Ende der Beschwerden, so gib mir, Vater, deine Kraft, die Muth in jedem Leiden schafft, die kämpfen hilft und siegen. Mel. Wenn wir in höchsten 6 51 Schon wieder Nacht, und Gram und Schmerz zerna⸗ gen immer noch mein Herz! Wie manche, manche lange Nacht hab ich schon seufzend durchgewacht! 2. Da schleicht so lang⸗ sam mir die Zeit, da ist so öd die Einsamkeit! Ich seufz und ring umsonst nach Ruh, kein Schlaf drückt mir die Augen zu. 3. Doch trenn ich mich noch nicht von dir, o Hoff⸗ nung! Nein du bleibest mir. Gelegt, zu lindern m ö un meiner 47⁴ und Schmerz, hat Gott dich liebend an mein Herz. Er ists, der Muth und Zuversicht durch dich zu diesem Herzen spricht. Die Hülfe kommt; ich sehe schon durch dich des from⸗ men Dulders Lohn. 5. O wär kein Himmel, der einst lohnt, du, Vater, hättest mich verschont mit diesem Kelch voll Bitterkeit, versüßt mir meine kurze eit. 6. Noch fleht vor deinem Angesicht dein leidend Kind: Ists möglich nicht, daß die⸗ ser Kelch vorübergeh? Doch schh!) Wille, Herr, ge⸗ eh! 7. Fest halt ich immer mich an dich! Ach, stärk in Schwachheit mich! Du bist so reich, so reich an Ruh; send mir nur einen Tropfen zu! 8. Doch bringt ihn nicht der Schlaf zu mir, so bringt mir doch gewiß von dir bald mehr sein Bruder, ach, der Tod, der letzte, treue Freund in Noth. Mel. Wer nur den lieben Gott 652 So ist mit aller seiner Plage nun abermals ein Tag voll⸗ bracht. Daß ich der Lei⸗ den Last ertrage, hilfst du mir immer, Gott der Macht. Auch heute warst du Bei⸗ Gesinnung und Leben des Christen stand mir, und herzlich dank ich dir dafür. Nur auf die Nacht wird mir jetzt bange; denn immer mehrt sie meinen Schmerz. Da seufzet, ach, mein Gott, wie lange! oft das beklommne matte Herzz da zähl ich jeden Stunden⸗ schlag, und immer wird so spät es Tag. 3. Es flieht der Schlaf vor meinem Kummer, die Glücklichen besucht er nur. dur selten sinkt ein leiser Schlummer auf die entkräf⸗ tete Natur; doch schließt er mir die Augen kaum, so schreckt mich schon ein schwe⸗ rer Traum. 4. Wie traurig ist ein solches Leben! Wie schwer ein Loos voll Noth und Schmerz! ward dieß mir nur zur Qual gegeben? zum Dulden nur ein füh⸗ lend Herz? Flieh, lästernder Gedanke, flieh!' Ein Gott der Liebe quälet nie. 5. Er läßt nur Trübsal mich ergreifen, um höhern Freuden mich zu weihn. Ich soll durch sie zur Tugend reifen, um ihrer ewig mich zu freun. Den innern Men⸗ schen weckt der Schmerz; er läutert und erhebt das Herz. 6. So wird das Leiden mir zum Segen, und kurzuist hier mein Aufenthalt. Oft weht mirs auch schon kühl ent⸗ entgegen hvichen eh ich 1 * Lebe gehn. 7. O nicht tro ruhig sei Das wu zunehmer doch als er legt zur Rul er dem Bei der in Mel. V 65⁵3 nen 15 & Jesu, d mit dein Abendm Herr, Stätte, zu sein. Iroße roßer 118. 2 deiner chen Ta unter besonderen Umständen. entgegen; heim ziehen die Gewitter bald. Vielleicht seh ich noch herbstlich schön des Lebens Sonne nieder⸗ gehn. 7. Drum will ich mich nicht trostlos grämen, nein, ruhig sein in meiner Noth. Das wunde Herz mir ab⸗ zunehmen, kommt endlich doch als Freund der Tod; er legt es sanft und kühl zur Ruh: den Geist führt er dem Himmel zu. Bei der Abendmahlsfeier in der Krankheit. Mel. Wer nur den lieben Gott 653 A, könnt ich doch mit mei⸗ nen Brüdern im Tempel, Jesu, dich erhöhn und froh mit deines Reiches Gliedern, Herr, deines Todes Mahl begehn! Doch da mich Schmerz und Krankheit plagt, ist diese Freude mir versagt. 2. Ach, hier, wo ich im Stillen bete, feir ich dein Abendmahl allein; doch, Herr, ich weiß, an jeder Stätte, hast du verheißen, nah zu sein. Wo je ein Frommer seufzt und weint, da bist du, großer Menschenfreund! 3. Laß das Gedächtniß deiner Leiden mir Schwa⸗ chen Trost und Kraft ver⸗ 47⁵ leihn! Laß es die Quelle hoher Freuden und Vorge⸗ fühl des Himmels sein. Dein Leiden, dein Versöh⸗ nungstod erquicke mich in meiner Noth! 4. Wohl mir! Ich seh den Himmel offen; ich füh⸗ le meine Seligkeit; ich kann von dir nun Alles hoffen, der gnädig mir die Schuld verzeiht. Umringt mich auch der Leiden Heer, mein Herz erbangt davor nicht mehr. 5. Erscheint der Tod mit seinen Schrecken, ich bin getrost und zage nicht. Wirst du vom Tode mich erwecken, ich bebe nicht vor dem Ge⸗ richt. O mich erfüllt dein Leib und Blut so hier, wie dort mit frohem Muth! Mel. Wer nur den lieben Gott 65 4 Daul Vater, dir, der mit Erbar⸗ men auf seine schwachen Kin⸗ der blickt! Wie hast du, o mein Gott, mich Armen durch dieses heilge Mahl er⸗ quickt! Du bist die Liebe, wandelst Noth in Segen und in Heil den Tod. 2. Nun laßt mich sterben oder leben, Herr, wie du willst: ich folge gern; von Schmerz gequält, mit Angst umgeben, freut meine Seele l des Herrn. Ich bin erlöst; drum schreckt mich nicht 476 nicht des Grabes Nacht, nicht das Gericht. Und kommt sie dann, die ernste Stunde, die mich dem Irdischen entreißt, wohl mir! ich steh mit dir im Bunde, ein gnädig Ur⸗ theil hofft mein Geist. Dein bin ich, dein, und ewges Heil ist deiner Auserwählten Theil. Fürbitte für Kranke und Leidende. Mel. Befiehl du deine Wege 6 5 5 Barmherziger, er⸗ höre der Liebe heißes Flehn! Laß, den wir innig lieben, bald deine Hülfe sehn! Er liegt und ringt und duldet, gequält von vielem Schmerz; wir sehn ihn an und weinen: wie blutet unser Herz! 2. Du pflanzest ja dem Menschen des Mitleids Triebe ein; wie solltest du nicht Helfer, du nicht Er⸗ barmer sein? Wir würden gern ihn retten, doch ach, wir sind zu schwach. Thu, ater, thu, was Keiner von uns für ihn vermag. 3. Sieh, deine Kinder flehen für diesen Kranken dich. Gieß Balsam in die Wunden und hilf ihm vä⸗ terlich! O laß des Leidens Stunden bald, bald vorüber⸗ Gesinnung und Leben des Christen gehn! Doch nicht, Herr, unser Wille, dein Wille soll geschehn! 4. Reichst du den Kelch des Todes vielleicht ihm heute schon und rufst aus unsrer Mitte du ihn vor deinen Thron; dann steh ihm bei und führe ihn selbst durchs dunkle Thal, dann lindre ihm, Erbarmer, des Todes letzte Qual! Mel. Alle Menschen müssen 6 56 Gobt der Tage, Gott der Nächte unsre Seele harret dein, hofft auf deine starke Rechte, weiß, du kannst nicht ferne sein. Auch in stiller Nächte Stunden hat dich manches Herz gefunden, wenn es im Gebete sich sehnte, Herr, zu finden dich. 2. Vater, viele Menschen weinen, vieleKrankens chmach—⸗ ten jetzt! Aber du verlässest keinen, der auf dich Ver⸗ trauen setzt; trocknest lieb⸗ reich Kummerthränen und erfüllst der Deinen Sehnen, die um Ruh und Lindrung flehn und auf dich voll Hoff⸗ nung sehn. 3.. Sende, Vater, Muth. den Schwachen, Licht in je⸗ des trübe Herz! Allen, die bekümmert wachen, mildre freundlich ihren Schmerz. Laß die Wittwen, laß die Waisen deine Huld und Treue Treue 5 Kranken benden s— 4. O l hüter! Tag vor tiger Geb erflehen die jetzt den Qu daß sie, deiner K freun! 9N Nächte hoe gewacht lichen Ge Wachen ster, wil dern nich Kummer ihren S zum Him Nach Wl. 65⁵7⁷ dich, o C heben? N erhielt m Du stand mir in d waͤndte, allein ich unter besonderen Umständen. Treue preisen! Gib den Kranken sanfte Ruh! Ster⸗ benden sprich Tröstung zu! 4. O du treuer Menschen⸗ hüter! Nacht ist wie der Tag vor dir! Herr, allmäch⸗ tiger Gebieter, deinen Schutz erflehen wir! Allen, Allen, die jetzt leiden, öffne bald den Quell der Freuden, daß sie, frei von ihrer Pein, deiner Huld sich dankbar freun! 5. Jesus Christus, viele Nächte hast du für uns durch⸗ gewacht und dem mensch⸗ lichen Geschlechte durch dein Wachen Ruh gebracht. Trö⸗ ster, willst du deinen Kin⸗ dern nicht durch Schlaf den Kummer lindern: o so lenke ihren Sinn hoffnungsvoll zum Himmel hin! Nach der Genesung. Mel. Nun danket alle Gott 6 57 Mit welchem Dank kann dich, o Gott, mein Lied er⸗ heben? Nur deine Vaterhuld erhielt mir noch das Leben. Du standst mit deiner Kraft mir in der Schwachheit bei, und von Gefahr und Schmerz bin ich nun wieder frei. 2. Dem Tode war ich nah; schon sah ich für mein Leben an meinem Lager, ach, Ver⸗ wandte, Freunde beben; allein ich bebte nicht; mich 477 schreckte nicht das Grabz gestärkt durch deinen Geist, sah ist getrost hinab. 3. Allmächtig stärktest du die halb erstorbenen Glie⸗ der; ich fand in neuer Kraft auch neue Freuden wieder; und, Herr, nun gibst du mich den Meinigen zurück! Dir dank ich, Gott, nur dir, des neuen Lebens Glück! 4. Herr, durch mein Le⸗ ben selbst will ich dir Dank beweisen, durch frommen Wandel dich an jedem Tage preisen und redlich meine Kraft dem Wohl der Men⸗ schen weihn, um ewig einst bei dir des Lebens werth zu sein. Vorbereitung auf den Tod und Trost für Sterbende. Mel. Mein Gott, das Herz 658 Bld leg ich Sorg und Schmerzen ab und diesen Prüfungs⸗ stand; die Erde nehme, was sie gab; ich ruh in Gottes Hand! 2. Ich geh den Weg zum ewgen Licht, er mag mir dunkel sein des Todes Schlaf erschreckt mich nicht; ich geh zum Leben ein. 3. Ich werde durch des Todes Nacht zum Himmel eingeweiht; die unerforschlich weise Macht führt mich zur Seligkeit. Mel. 478 Mel. Wann mein Stündlein 6 59 ott, wann mein sterbend Auge bricht, mein letzter Hauch verschwindet, mein Leib er⸗ starrt und selbst es nicht, daß er entschläft, empfindet; wann um mich, den Ent⸗ schlummernden, nun alle meine Lieben stehn und angstvoll mich beweinen. Dann, Vater, nimm ihn auf, den Geist, der freudig zur dir fliehet, der dankbar deine Güte preist, daß er den Tod nicht siehet; dann tröste, die betrübt um mich mit Thränen klagen, laß sie sich mehr meiner Wonne freuen! 3. Mein hingefallner Leib bleibt hier, ihn wird das Grab verschließen. Doch einst wird es verkläret mir ihn wiedergeben müssen. Du kommst, Erwecker! Deine Macht, die ihn aus Nichts hervorgebracht, kann neu ihn wieder bauen. 4. Wie könnt ich trauern, daß im Tod mein Leib zu Staub vermodert? Wie könnt ich klagen, da ihn Gott vom Tode wieder fodert? O Hoffnung, daß nach kurzer Ruh mein Leib ersteht, wie groß bist du, und welch ein Trost im Tode! 5. Des Todes Schmer⸗ zen, Gott, will ich, wenn Gesinnung und Leben des Christen er nun kommt, nicht achten und mit getrostem Blick auf dich nach meinem Ziele trachten und mich dem Ziele freudig nahn, mein himmlisch Kleinod zu em⸗ pfahn, das Jesus mir er⸗ worben. Mel. O Gott, du frommer Gott 660 Schon naht sich meines Laufs und meiner Leiden Ende. Gott, meines Lebens Herr, ich fall in deine Hände. Du bist, o Vater, nie mit deiner Hülfe fern; du rufst: Hier bin ich, Herr, dir fol⸗ gen will ich gern. 2. Preis dir, der seine Hand stets über mich ge⸗ breitet, dir, Gott, der bis ans Grab mich wunderbar geleitet“ Wie oft vergaß mein Herz sein Heil und seine Pflicht; doch gingst du Heiliger, mit mir nicht ins Gericht. 3. Vernimm des Dankes Lied, das sterbend ich dir bringe! Ich bin viel zu ge⸗ ring, der Treu viel zu ge⸗ ringe und der Barmherzig⸗ keit, die du an mir gethan. Frohlockend bet ich dich mit allen Engeln an. 4. Dil Heil der ganzen Welt, erfülle mein Ver⸗ trauen und deine Herr⸗ lichkeit laß meine Seele schauen. Du bist die Lieb, 0 Gott, 9. Gott, und für; selig sein ich dir. 5. M von Herꝛr unsterblic werd ich leben. N Kampf, nem Thr— auch mich Lohn. In 661½ ins ewges den; dort wahre Rul Seligkeiten man der bei dem V auch eine tet, wohi mich leitet nun mein jeder Notl 2. Hie bunden d voll von dem göttli frohlockend streben, i gend, He Liebe Thät Schwachhe den, das ganz emp ich Jesu sie wirden unter besonderen Umständen. 479 Gott, und Gnade für und für; mein Geist wird selig sein; denn ihn empfehl ich dir. 5. Mit allen Heiligen von Herrlichkeit umgeben; unsterblich, Engeln gleich, werd ich dich schaun und leben. Noch einen kurzen Kampf, so krönt vor dei⸗ nem Thron, Erbarmender, auch mich der Ueberwinder Lohn. In eigener Melodie. 661 Och eile meiner Heimath zu, ins ewge Paradies der Freu-⸗ den; dort, dort nur ist die wahre Ruh und Quelle aller Seligkeiten; dort ärndtet man der Tugend Lohn, und bei dem Vater hat der Sohn auch eine Stätte mir berei⸗ tet, wohin er gnadenvoll mich leitet. Er ist es, der nun meinen Geist auf ewig jeder Noth entreißt. 2. Hier lieg ich wie ge⸗ bunden da; dort werd ich voll von Kraft und Leben, dem göttlichen Befreier nah, frohlockend weiter vorwärts streben, in Weisheit, Tu⸗ gend, Heiligkeit, in edler Liebe Thätigkeit, befreit von Schwachheit und von Sün⸗ den, das Glück der Tugend ganz empfinden. Dort seh ich Jesu Herrlichkeit, und sie wird meine Seligkeit. 3. Dann, dann wird nim⸗ mermehr ein Schmerz mich, den Vollendeten, verletzen; dann wirst du ewig dich, mein Herz, beglückt am Himmlischen ergötzen. Ich eile über Welt und Zeit hin zu dem Sitz der Seligkeit, zu der Verklärten Geister Chören; ich werde ihr: Will⸗ kommen hören, und wen ich hier im Herrn gekannt, den finde ich im bessern Land. 4. O drum getrost, mein Geist! O sie, in welche gött⸗ lich große Freuden des kurzen Pilgerlebens Müh verwan⸗ delt wird nach diesem Lei⸗ den! Ergib in kindlicher Geduld dich deines Vaters Lieb und Huld! Dein Je⸗ sus wird mit treuen Händen dich unaussprechlich schön vollenden, und ehe du dich wirst versehn, wirst du ver⸗ klärt dort oben stehn! Mel. Wer nur den lieben Gott Och fasse, Vater, 662 deine Hände und halte sie im Glauben fest; verlaß den nicht an sei⸗ nem Ende, der ewig sich auf dich verläßt! Du bist mein Gott von Jugend auf; hilf glücklich enden meinen Lauf! 2. Du hast nach deiner Vatergüte beständig wohl an mir gethan; erhör auch meine letzte Bitte: nimm, Gott 480 Gesinnung und Leben des Christen Gott, mich dort zu Ehren an! Ach, Vater, ach, noch Eins ist Noth, ein gutes End, ein selger Tod! 3. Du hast mich je und je geliebet, versorgt, gestärkt, geschützt, regiert, mich oft erquickt, durch Leid geübet, oft wunderbar, stets wohl geführt; wohin ich ging, wohin ich sah, war mir stets deine Güte nah. 4. Auch jetzt, auf meinem Sterbebette, sieh meine Noth, o Vater, an! Erquicke, lin⸗ dere, errette; denn du bists, der mir helfen kann. Stärk mich im Guten bis ans End, damit ich treu den Lauf vollend! 5. Mein Heiland, treib die Furcht zurücke, besiege meinen letzten Feind! Lenk auch im Sterben meine Blicke auf deinen Tod, o Seelenfreund; sprich Muth mir, Trost und Freude zu, Mach Ende, bringe mich zur uh! 6. Ihr eiteln Güter dieser Erden, ihr machet mir den Tod nicht schwer. Jetzt soll ich ewig selig werden; drum brauch ich euer nun nicht mehr. Du, Gott, bists, wann das Eitle weicht, der mir des Lebens Krone reicht! 7. Ich übergebe dir die Meinen, du Vater der Barmherzigkeit, laß ihnen stets dein Trostlicht scheinen und bleib ihr Gott zu aller Zeit! Behüte sie vor Unge⸗ mach und bringe mir sie selig nach! Mel. Christus, der ist mein Leben 663 Bald ist sie nun vollendet die kurze Prüfungszeit, mein Erdenlauf geendet, es naht die Ewigkeit. 2. Ich bin bei meinem Ende getrost und hoffnungs⸗ voll; sinkt doch in Gottes Hände mein Geist und ist ihm wohl. 3. Und manche gute Tha⸗ ten, Heil mir, daß ich sie that! stehn vor mir schön wie Saaten, die Gott ge⸗ segnet hat. 4. Sie reifen nun ent⸗ gegen dem großen Aerndte⸗ tag. Welch schöner, reicher Segen folgt mir im Tode nach! 5. Nun geh, mein Geist, geh wieder zu Gott, von dem du bist! Seht, Schwestern, sehet, Brüder, so selig stirbt ein Christ! Mel. Jesus, meine Zuversicht 66 4 Selig sind, die in dem Herrn, die in ihrem Schöpfer sterben, denn es spricht der Geist des Herrn, daß sie ewge Ruhe erben, daß von nun an an alle Lebens Y 2. Ge labest dr jeden Mi stend ser Herz des ich soll e ewig mict 3. Nu Tod, zu meir mich mac Gott star Schritte. Wort ni mich auck 4. Sch Zweiflern weiß, a mir ma Pein, ke Wort vor bin ich aber nich 5. Aus gebaut, ohne Mä Leib emp als Sel'g gel. Ste gebeut, Ewigkeit. 6. Gön hes Glück meine We einen A dann woh ten. Fafs voran, i dieser Ba unter besonderen Umständen. an alle sie ruhen von des Lebens Müh. 2. Göttlich Wort, wie labest du jeden Schwachen, jeden Müden! Wie so trö⸗ stend senkest du in mein Herz des Himmels Hiaenn. ich soll einst auch selig sein, ewig mich der Rahe freun! 3. Nun, so komme denn, o Tod, wann du willst, zu meiner Hütte. Mich, mich macht das Wort von Gott stark bei jedem deiner Schritte. Da der Herr sein Wort nicht bricht, schreckt mich auch dein Drohen nicht. 4. Schrecklich magst du Zweiflern sein; mir, eich weiß, an wen ich glaube, mir macht Sterben keine Pein, keinen Schmerz das Wort' vom Staube. Staub bin ich und werde Staub, 7 1 nicht des Moders Raub. Aus dem Staube neu Lebaut, ohne Schwachheit, ohne Mängel schwebt mein Leib empor und schaut nichts als Sel'ge, nichts, als En⸗ gel. Sterblichkeit, die hier gebeut, reicht nicht in die Ewigkeit. 6. Gönnet mir mein na⸗ hes Glück, weinet nicht, ihr meine Werthen! Hurs 5— einen. Augenblick, dann, dann wohn ich bei Verklär⸗ ten. Fasset Muth, ich geh voran, ihr, ihr folgt auf dieser Bahn. 481 7. Der du mir durch dei⸗ nen Tod diese Hoffnung hast errungen, auch in mei⸗ ner Todesnoth, Iasu. sei dir Preis gesungen! Bald jauchz ich im Engelchor dir ein höhres Lied empor. In eigener Melodie. 665 Christus, der ist mein Leben und Sterben mein Gewinn. Dem hab ich mich ergeben; in Frieden fahr ich hin. 2. Ich freue mich zu ster⸗ ben; Donn nach vollbrachtem Lauf soll ich den Himmel erben, mein Heiland nimmt mich auf. 3. Bald hab ich überwun—-⸗ den des Lebens Angst und Noth; nach wenig Prüfungs⸗ stunden leb ich bei dir, mein Gott! 4. Wann mir die Augen brechen sei, Jesu, du mein Licht! Und kann ich nicht mehr sprechen, verwirf mein Seufzen nicht! 5. Wann Sinnen und Ge⸗ danken wie ein verlöschend Licht bald hier⸗, bald dahin wanken, ach, dann verlaß mich nicht. 6. Es fliehe Furcht und Kummer, die Seele stärke sich, und, wie des Müden Schlummer, sanft sei mein e Her dich! Herr Fsu, ich voll⸗ ende 482 Gesinnung und Leben des Christen ende im Glauben meinen Lauf, nimm mich in deine Hände, o Jesu, nimm mich auf! Mel. Wer nur den lieben Gott 666 u Herr und Vater meiner Tage, du weißt, daß ich, dein schwaches Kind, des Todes Keim in Gliedern Precht die irdisch und zer⸗ brechlich sind; drum gib, daß ich zu jeder Zeit zu Ween Tode sei bereit! 2. Daß du hier meinem ersten Leben ein mir ver— borgnes Ziel bestimmt, und daß die Zeit, die mir ge⸗ geben, vielleicht gar bald ein Ende nimmt, das flöße mir die Weisheit ein, stets auf mein Heil bedacht zu sein. 3. Hier hab ich lebens⸗ lang zu lernen, mein Herz von Sünden abzuziehn, mich von der Weltlust zu ent⸗ fernen und um den Him⸗ mel zu bemühn; o mache mich dazu geschickt, eh W100 der Tod der Welt entrückt. 4. Nicht auf der Erde, nein, nur droben bei dir, Gott, meiner Seele Theil, ist mir das Beste aufge⸗ hoben, dort ist für mich vollkommnes Heil. Wo Je⸗ sus ist, da sei mein Herz! Herr, lenke selbst es him⸗ melwärts! 5. Hier allen Sünden ab⸗ zusterben, zu leben der Ge⸗ rechtigkeit, um dort des Himmels Glück zu erben, dazu laß meine Sterblich⸗ keit mir stets, mein Gott, vor Augen sein und deine Hülfe mich erfreun! 6. Willst du mich länger leben lassen, so laß es mir zum Heil geschehn; doch soll ich heute noch erblassen, so höre, Vater, auf mein Flehn: sei, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Trost und meine Zuwersicht! 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, dir, dessen Eigenthum ich bin; bist du, mein Heiland, nur mein Le⸗ ben, so bleibt' selbst Sterben mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir; sei nur mein Trost, so gnüget mir. Mel. Herr, wir singen 667 He dir, Seele! Gott' erschei— net. Mein Auge hat bald ausgeweinet, der Himmel öffnet sich vor mir. Gottes Engel steigen nieder; bald werd ich nun, verklärte Brüder, an Gottes Throne stehn, wie ihr. Mein Le⸗ ben endet schon, bald ist es es ganz entflohn; doch ein beßres, Gott, wartet mein, unsterblich sein soll ich, soll ewig dein mich freun. 2. Welt 2. Welt bezwungen hohe Lohr nach dem ter krönt. ren Pilge mich oft Grabe, w der Wan'; mir! Hal dem Ziele Hülle der bald befre mich über 3. Gott mein Vertt vom Glar Schauen! ist der Tod wer wink— Throne? die Sieges zu dem T wird mir sinkt unter Bald, ba Angesicht deinem Lie Licht. Mel. Eri 668 6 mir! Bald Stunden; Geist empo hab ich üb tröstet mie und Leid d Herrlichkeit. —7 .— — R S S — die Siegeskrone? unter besonderen Umständen. 2. Welt und Sünde sind bezwungen; bald ist der hohe Lohn errungen, der nach dem Sieg den Strei— ter krönt. Matt am schwe⸗ ren Pilgerstabe sehnt ich mich oft nach Ruh im Grabe, wo sich nach Ruh der Wandrer sehnt. Heil mir! Halleluja! ich bin dem Ziele nah! Von der Hülle der Sterblichkeit nun bald befreit, schwing ich mich über Welt und Zeit! 3. Gott, mein Heil und mein Vertrauen, du führst vom Glauben mich zum Schauen! Dank dir! mir ist der Tod Gewinn. Wer, wer winkt mir dort am Throne? Wer zeiget mir Ich eile zu dem Throne hin. Wie wird mir! Wie entstellt sinkt unter mir die Welt! Bald, bald seh ich von Angesicht zu Angesicht in deinem Lichte, Gott, das Licht. Mel. Ermuntre dich mein 668 ott, öffne dei⸗ nen Himmel mir! Bald nahn die letzten Stunden; bald steigt mein Geist empor zu dir; bald hab ich überwunden; bald tröstet mich nach Schmerz und Leid des höhern Lebens Herrlichkeit. Ich sterbe hier 483 auf Erden, um selig dort zu werden. 2. Herr, meine Seel em⸗ pfehl ich dir in deine Va⸗ terhände. Sei gnädig, Gott, mein Vater mir und mache sanft mein Ende! Du, der mich für den Himmel schuf, ich höre deiner Stimme Ruf, ich will mit Ruh und Freuden von dieser Erde scheiden. Der sterbende Jüngling. Mel. Wann mein Stündlein icht lang ein 669 N Pilger dieser Zeit, schon reif zum bessern Leben, steh ich am Rand der Ewigkeit, von Him⸗ melsglanz umgeben; bald geht der freie Geist hervor aus seiner Hütte, steigt em— por, empor zum Sitz der Wonne. 2. O Heil mir! Heil mir, daß ich nie die edle Zeit der Jugend den eiteln Lüsten, daß ich sie nur dir geweiht, o Tugend, und eingedenk der Rechenschaft und des Gerichts, das Sün— der straft, rein und unschul⸗ dig lebte. 3. Nicht jenes Lebens Vorgefühl könnt mich nun⸗ mehr erquicken, mit Schau⸗ dern säh ich nun das Ziel des Lebens näher rücken; 4 2 vor 48⁴ vor mir seh ich den Rich⸗ terthron, an dem zum wohl⸗ verdienten Lohn Verdam⸗ mung mich durchbebte. 4. Jetzt kann ich freudig zu dem Thron des Welten⸗ richters treten: denn Jesus Christus, Gottes Sohn, wird mich vor ihm vertre⸗ ten. Ihm war mein Da⸗ sein hier geweiht, und er hat meine Seligkeit mir hier und dort erworben. 5. O Trost in meiner letzten Noth, daß ich an Jesum glaube! Willkom⸗ men ist mir nun der Tod; er hebt mich aus dem Staube; führt mich zur Ewigkeit empor, wo in der Auserwählten Chor mir neues Leben blühet. Das sterbende Kind. Mel. Wer nur den lieben Gott 670 Och sterbe schon, Viedoch ich sterbe, damit ich ewig leben kann, daß ich nicht in der Welt verderbe, schließt sich mein Lauf, der kaum begann. Ich werd in meiner Früh⸗ lingszeit als Himmels⸗ pflanze Gott geweiht. 2. An meiner Gruft stärkt euern Glauben, ihr Aeltern, die ihr mich ge⸗ liebt! Der Tod kann mich Gesinnung und Leben des Christen nicht ganz euch rauben, da Gott mich einst euch wieder⸗ gibt. Dank sei dir, Vater, dargebracht für deine Sorg⸗ falt: Gute Nacht! 3. Nach langem Schmerz und kurzen Freuden reißt mich der Tod aus viel Ge⸗ fahr; doch ach, was fühlt das Herz für Leiden, darun⸗ ter ich gebildet war! Dir sei der treuste Dank ge⸗ bracht, getreue Mutter: Gute Nacht! 4. Beruhigt euch, ihr an⸗ dern Meinen, die ihr mir durch das Blut verwandt, ihr dürft um mich nicht trostlos weinen, der Geist ist ja in Gottes Hand; der Leib verwest zu schönrer Pracht, wir sehn uns wie⸗ der: Gute Nacht! 5. Gleich Frühlingsblu⸗ men wird mein Leben beim Aufblühn schon des Todes Raub; dieß kann dir, Mensch, die Lehre geben: du seist, wie ich nur Asch und Staub. Bei meinem Grabe lenk den Sinn vom Irdischen zum Ewgen hin! 6. Ich sterbe schon; lernt Alle sterben! Vielleicht ist euer Grab nicht weit. Sind eure Kinder auch bald Er— ben, wie ich, der Himmels⸗ herrlichkeit, so denkt: sie gehn uns nur voran, wir treffen sie dort wieder an. Für⸗ Fürbitte Mel. Freu 671 zen ist e nah. Er Herzen, liegt er nicht bew met sei 2. Bo flieht seit ist der ihm, o 4 auch s Qual; Welt ent ihn gedr mers ba— bald du schwunde 2. Nin verstehen beten kar stummes pen Seu Muth u durch de auf des Pfade do ner Gnal 0 51 nicht bel hin auf! Geist zu den Staru daß er —————————— —————F——————Ceen unter besonderen Umständen. Fürbitte für Sterbende. Mel. Freu dich sehr, o meine S. 671 Unter manchen bangen Schmer⸗ zen ist er schon dem Tode nah. Er, so theuer unserm Herzen, matt und hülflos liegt er da, ist sich seiner nicht bewußt, röchelnd ath⸗ met seine Brust; ohne Kraft, sich auszudrücken, spricht er blos in starren Blicken. 2. Bald, ach, bald ent⸗ flieht sein Leben; hin, hin ist der Jahre Zahl, die du ihm, o Gott, gegeben, hin auch seiner Schmerzen Qual; er wird nun der Welt entrückt; jede Last, die ihn gedrückt, seines Jam⸗ mers bange Stunden sind bald durch den Tod ver- schwunden. 2. Nimm, da er uns nicht verstehen und zu dir nicht beten kann, seines Herzens stummes Flehen, seiner Lip⸗ pen Seufzer an: gib ihm Muth und Zuversicht und durch deiner Lehren Licht auf des Todes dunkelm Pfade das Gefühl von dei⸗ ner Gnade! 4. Daß er vor dem Tod nicht bebe, frei den Blick hin auf die Gruft, froh den Geist zu dir erhebe, der den Staub ins Leben ruft, daß er sicher deiner Huld 485⁵ und befreit von Sünd und Schuld ruhig und gelassen sterbe und das Glück des Himmels erbe! Mel. Dein sind wir, Gott 672 Dir wollst erhö⸗ ren, Gott, sein Flehen, nicht ins Gerichte mit ihm gehen, der jetzo deiner Ewigkeit sich naht, befreit nun bald von dieser Eitelkeit! 2. Des Lebens und des Todes Herr! Nun ist für ihn die Zeit nicht mehr. Du hast gezählt des Haupt⸗ tes Haar, sein Todesjahr bestimmt, als keine Zeit noch war. 3. Erfüllt ist seiner Lei⸗ den Zahl, er leidet jetzt zum letztenmal. Ach, sei in seiner Todesnoth sein Freund und Gott; ein Schlummer sei für ihn der Tod. 4. Vollende, Vater, sei⸗ nen Lauf, nimm ihn zu deinem Frieden auf. Verlaß ihn, wenn sein Herz nun bricht, verlaß ihn nicht, Herr, Herr, mit deinem Gnadenlicht! 5. Erleichtre ihm den letz— ten Schmerz! Von dir er⸗ quicket, ruh sein Herz. Durch Jesu Todesschweiß und Blut, das ihm zu Gut er einst vergoß, stärk ihm den Muth! 4 3 6. In 486 Gesinnung und Leben des Christen 6. In ihm vermehre seine Ruh, sein armes Herz er— quicke du! Geist Gottes, laß ihn mit Vertraun auf Je⸗ sum schaun und so entgehn des Todes Graun! 7. Mach ihn getrost, o Geist des Herrn! Zeig ihm den Gnadenlohn von fern; laß ihn den Himmel offen sehn und Jesum stehn, be⸗ 8 ihn gnädig zu erhöhn! 8. Ach, Gnade, Gnad er— geh fur Recht! Denn von dem menschlichen Geschlecht ist selbst der Heiligste nicht rein! Wer kann wohl dein, Gott, ohne deine Huld sich freun? 9. Sei, Richter, ihm nicht fürchterlich! Erbarme sei— ner Seele dich! Auch aus der Tiefe rufet sie: erhöre sie, erlöse, Gott, erlöse sie! 10. Behüte ihn in sei⸗ nem Tod; ihn ne, segne, segne Gott! Wann nun sein Auge sterbend bricht, leit ihn zum Licht, tröst ihn vor deinem Angesicht! Einsegnung eines Ster⸗ benden. Mel. Herr, wir singen 673 Sei Aunnen! Amen! Amen! Entschlaf in jenem großen Namen, vor dem sich Erd und Himmel beugt! Deine VDrfbehn hat ein Ende! Dein Vater nimmt in seine Hände die Seele, die der Erd entfleucht. Heil dir, erlöster Geist, der bald am Thron ihn preist! Je⸗ sus Christus hat dich ver— söhnt, von ihm gekrönt, em⸗ pfängst du nun des Glau⸗ bens Lohn. 2. Welcher Glanz wird dich umfangen, ist nun der Tag dir aufgegangen, des Lebens Tag nach Todes— nacht! Sei 5 danft Amen! Amen! Ruh sanft in dih Christi Namen! Für d auch ward sein Werk 0—— bracht. Sie trugen ihn ins Grab von Golgatha herab, Gottes Opfer! Er über⸗ wand, der Herr erstand, und der Erstandne nimmt dich auf! 3. Nimm von uns den letzten Segen! Zwar sinkt dein Leib dem Grab entge⸗ gen: doch deine Seele zittre nicht! Irdisch werden wir dich säen; doch himmlisch wirst du auferstehen und schauen deines Gottes Licht! Geh ein zu deiner Ruh! Du gehst dem Vater zu, der dich geliebet. O Tod— ter, du, nach kurzer Ruh wirst du zum Leben aufer⸗ stehn. Der Der To Mel. In 67⁴4 Frommer unbeklom Ziele na und Lei immer se der Him 2. Er leben gle verschweb am Ziel. Saaten, seine Tha reines S 3. Vor troffen, nun offen tet Nichte ewgen E dem dur vor: nal ruht scho lichte ei schein. L nen Blick zücken, Gottes ei 5. Enr Seinen, weinen, stet sie; wegen et Segen, 1 66 sie 1 „Er —— —— —....... unter besonderen Umständen. Der Tod des Frommen. Mel. In allen meinen Thaten 674 Wie sanft sehn wir den Frommen, wie frei, wie unbeklommen sich seinem Ziele nahn! Wo Erdenglück und Leiden von ihm auf immer scheiden, wird ihm der Himmel aufgethan. 2. Er sieht sein Pilger⸗ leben gleich einem Traum verschweben, steht ohne Reu am Ziel. Es blühen seine Saaten, schon lohnt für seine Thaten ihm Ruh und reines Selbstgefühl. 3. Von keiner Angst be⸗ troffen, sieht er sein Grab nun offen, er geht und fürch⸗ tet Nichts. Ein Strahl der ewgen Gnade schwebt auf dem dunklen Pfade ihm vor: nah ist das Reich des Lichts. 4. Auf seinem Angesichte ruht schon vom Himmels⸗ lichte ein sanfter Wieder⸗ schein. Oft spricht aus sei⸗ nen Blicken ein seliges Ent⸗ zücken, ihn laden Boten Gottes ein. 5. Er segnet froh die Seinen, die um sein Lager weinen, ermahnt und trö⸗ stet sie; und seiner Treue wegen erfüllt Gott diesen Segen, versäumet und ver⸗ läßt sie nie. 6. Er faltet noch am Ende 48⁴ zum Vater seine Hände, um dankend sich zu freun: Preis dir, Herr! Ich be— fehle dir, Vater, meine Seele! Er sprichts und schlummert lächelnd ein. 7. O laßt, wie er, uns leben und nach dem Sinn uns streben, der uns dieß Glück erwirbt, damit auch wir als Erben der Selig⸗ keit einst sterben, wie der bewährte Fromme stirbt. Beim Tode guter Aeltern. Mel. Auf schicke dich. 675 Gee, welch ein Schmerz trifft unser Herz! Wie groß und hart ist dieses unser Leiden! Was sehen wir? Den Va⸗ ter(die Mutter) hier so frühe schon aus unsrer Mitte scheiden. 3. Gott, welch Geschick! Ach, einen Blick warf er (sie) noch selbst auf unsern bangen Kummer. Doch ach, er(sie) neigt das Haupt, erbleicht und sinkt dahin, dahin in Todesschlummer. 3. O Freunde, habt ihr Thränen; labt damit als Trost die kummervollen Her⸗ zen. O weint für sie, die Waisen, die nun fast ver⸗ gehn in ihren tiefen Schmer⸗ zen. 4. Ach, Sorg und Müh war spät und früh für uns & 4 sein 488 Gesinnung und Leben des Christen ein(ihr) stetes eifrigstes Geschäfte; uns zu erziehn nach Gottes Sinn, dem weihte er sie) mit Wonne Zeit und Kräfte. Wie manche Nacht ward durchgewacht, zu pfle⸗ gen uns in Krankheit und in Leiden, die wir doch nicht allzeit nach Pflicht ganz willig ihm(ihr) dankbare Herzen weihten! 6. Wer wird uns, Gott, in unsrer Noth erquicken nun und helfen, schützen, trösten? Du kannst allein nun Helfer sein, du bist ja stets Erbarmer der Er⸗ lösten. 7. Du nennest dich selbst väterlich den treuen Gott verlaßner, armer Waisen; so mildre doch, Herr, un— ser Joch, wie du uns selbst so gnädig hast verheißen. 8. Sei unser Licht, stärk uns zur Pflicht, zur Tugend uns auf allen unsern We⸗ gen! Uns folge, Gott, bis in den Tod, wenn fromm wir sind, des besten Vaters (der besten Mutter) Segen! 9. Wir schauen hin mit Kindessinn auf seinen(ihren) Tod, auf seines(ihres) Glaubens Ende! Wir folgen nach; doch wir sind schwach, o reich uns gnädig deine Vaterhände. 10. Gib, Herr, daß wir im Glauben hier treu und fest den Pfad der Tugend gehen, damit wir einst, wann du erscheinst, im bes⸗ sern Land die Aeltern wie⸗ dersehen! Beim Tode hoffnungs⸗ voller Kinder. Mel. Der unsre Menschheit 676 Fin deinen Him⸗ mel reiften sie, ach, meinem Wunsch nach viel zu früh, doch, Herr, nach deinem Willen! Wie blutet mein verwundet Herz! Wie kämpf ich wider mei— nen Schmerz! Was find ich, ihn zu stillen? Zwar für den Himmel reiften sie; doch meinem Wunsch nach viel zu früh! 2. Ach, meine Kinder sind nicht mehr! Mein armes Herz ist hoffnungsleer und freudenleer mein Leben! Ich sah sie wie den Frühling blühn; dir, dir hofft ich sie zu erziehn, Gott, der sie mir gegeben! Mein Alter sollten sie erfreun und Trost mir noch im Tode sein. Da, Ewger, sprachst du: gib sie mir! Ich selbst, ich selbst erzieh sie dir; ich will sie hoch erhöhen. Sie werden nicht dein Alter freun, nicht Trost dir noch im Tode sein; du sollst sie sterben sehen. Dein Wille, Herr, mein Gott, geschah, ich war es, der sie sterben sah. 4. Herr 4. He Gebot, ner Kit mich i der du weißt, n mir ist erscheing len der ren, we 5. A preisen Zeugen, liebte, nun im in der Sohns übest. zer dan trautest 6. M dich au zum W doch de thränen. meine K nen dan mich n sehnen. bei ihn mich mi Mel. 677 mehr m Wie fr mein Er Rose sa weis und ziehn, w ————————5—5:5:p: unter besonderen Umständen. 4. Herr, ich verehre dein Gebot, nur laß mich mei⸗ ner Kinder Tod, ach, laß mich ihn beweinen! Du, der du Aller Vater bist, du weißt, wie schwer mein Herz mir ist! Wie könnt ich froh erscheinen! Verzeih Gefüh— len der Natur! Nicht mur⸗ ren, weinen will ich nur. 5. Auch meine Thränen preisen dich! Sie sind die Zeugen, Gott, daß ich die liebte, die du liebest und nun im Lichte deines Throns, in der Gemeinschaft deines Sohns in höhrer Tugend übest. Herr, meine Seuf⸗ zer danken dir: du, du ver⸗ trautest sie nur mir. 6. Mit Thränen preis ich dich auch einst, wann du zum Weltgericht erscheinst, doch dann mit Freuden- thränen. Dann werd ich meine Kinder sehn, mit ih⸗ nen dankend vor dir stehn, mich nicht mehr trostlos sehnen. Dann werd ich froh bei ihnen sein und ewig mich mit ihnen freun. Mel. Der unsre Menschheit 677 Es ist nicht mehr, für mich nicht mehr mein theures Kind! Wie freudenleer ist nun mein Erdenleben! Wie eine Rose sah ichs blühn; und weis und fromm es zu er⸗ ziehn, war immer mein Be⸗ 489 streben. Ach, meine Hoff⸗ nung sank ins Grab und alle Lust mit ihr hinab. 2. Gott, wie verwundet ist mein Herz, der Morgen findet mich voll Schmerz, die Nacht in heißen Zähren. Doch wider dich, Herr, klag ich nicht, nein, heilig ist mir stets die Pflicht, dich auch im Schmerz verehren. Auch weinend will ich dank— bar sein, du gabst, du nahmst, es war ja dein. 3. Wohl ihm! in Un⸗ schuld brach sein Herz; ge⸗ sichert nun vor Noth und Schmerz, genießt es höhre Freuden. Vielleicht war es zu schwach zum Streit mit Sünde, Welt und Eitelkeit, zu schwach für schwere Lei— den. Gerettet ist's in deiner Hand, ging mir voran ins Vaterland. Beim Tode eines guten Ehegatten oder eines Freundes. Mel. Kommt her zu mir 678 As, hier nicht mehr! ach, fern von mir! Du bist nicht mehr auf Erden hier, o theure, gute Seele! Dich sucht umsonst mein trüber Blick, du kehrst nicht mehr zu mir zurück, was auch mit dir mir fehle. 45 2. Der 490 Gesinnung und Leben des Christen. 2. Der Freundschaft Lab⸗ sal ist dahin, dein Trost, wann ich verlassen bin, dein Mitleid, wann ich leide. Es fehlt mir deine treue Hand auf meinem Pfad zum bessern Land und mit ihr alle Freude! 3. Doch sei mein Schmerz auch noch so groß, du ru⸗ hest nun in Gottes Schooß, vor Gott will ich mich beu— gen. Du lebst, geliebte Seele, noch, erlöst von deines Leidens Joch, ge— duldig will ich schweigen. 4. Das Irdische nur deckt das Grab; Gott nahm dir deine Schmerzen ab und jede Last der Leiden. Emporge⸗ hoben ist der Geist zu Gott, der Aller Vater heißt, zu seines Heilands Freuden. 5. O Trost, o hoher Trost für mich! Mein banges Herz, erheitre dich und stille deine Klagen! Die Seele, die so treu mir war, vereint sich mit der Engel Schaar. Wie könnt ich heidnisch zagen! 6. Zwar hört, wenn einst mein Auge bricht, mein Ohr von dir, o Theurer(Theu⸗ re), nicht Gebet und Trost und Segen; doch wenn durch Gottes Kraft mein Geist sich auch dereinst dem Staub entreißt, so eilst du mir entgegen. 7. Du Seliger(Selige) wirst vor mir stehn; ich werde dich vollkommen sehn; o freudenvolle Stunde! Ich eil dir dann voll Wonne zu, unsterblich ich, unsterb— lich du, zum neuen Freund⸗ schaftsbunde. 8. Dann schau und bet ich an mit dir; Ein Herz und Seele singen wir von weggeweinten Leiden und von der Tugend hohem Lohn und preisen Gott und seinen Sohn für unsre selgen Freuden. 9. Gedanke der Unsterb⸗ lichkeit! erheitre jede Dun⸗ kelheit und stärk mich, wann ich wanke; veredle jede Lei— denschaft, erfülle mich mit Muth und Kraft, du himm⸗ lischer Gedanke. Bei Begräbnissen. Mel. Nun laßt uns den Leib 679 Wir gehn ans Grab und wissens doch: dein Geist, Entschlafener, lebet noch, von Schmerz und Erden⸗ noth befreit, im Lande der Unsterblichkeit! 2. Ruh sanft! Dein Auge schloß sich zu, und nun umgibt dich süße Ruh. Dein Gott hat wohl an dir gethan, nun rührt dich keine Qual mehr an. 3. Du gingst voran, wir folgen dir! Auch deine Freunde wallen hier auf ihrer ihrer Pil Abendr 4. Du geßlich se liebreich, mit List bekannt; tes Vate 5. O bei sanf unser Gl wo Jesu Hirt, a trocknen 6. Du schlafnen den uns Jesus, wann un bricht! In 680 Ruh un Erde zu nach des 2. Er Asch und mer der er wird einst erf Seele ne 3. nach ma beit kom 333333333l unter besonderen Umständen. ihrer Pilgerbahn hinab zur Abendruh ins stille Grab. 4. Du wirst uns unver⸗ geßlich sein; dein Herz war liebreich, fromm und rein, mit List und Falschheit un⸗ bekannt; nun ruhts in Got⸗ tes Vaterhand. 5. O Gott, nun blickt bei sanftem Schmerz auch unser Glaube himmelwärts, wo Jesus Christus, unser Hirt, all unsre Thränen trocknen wird. 6. Du, der einst den ent⸗ schlafnen Freund, wie wir den unsrigen, beweint sei, Jesus, unsre Zuversicht, wann unser Herz im Tode bricht! In voriger Melodie. 680 Nun bringen wir den Leib zur Ruh und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Erde wer— den muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, nicht im— mer der Verwesung Raub; er wird, wann Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist, lern hier, was unser Leben ist! Nach Sorg und Furcht, nach mancher Noth und Ar⸗ beit kommt zuletzt der Tod. 491 4. Schnell schwindet unsre Lebenszeit; aufs Sterben folgt die Ewigkeit; wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichthum, Ehr und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; so währt auch Leid und Trau⸗ rigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. 6. O sichrer Mensch, be— sinne dich“ Tod, Grab und Richter nahen sich; in Allem, was du denkst und thust, bedenke, daß du ster⸗ ben mußt! 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll jeder zu dem Vater flehn: mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit mei⸗ nem Ende gut! 8. Laßt alle Sünden uns bereun, vor unserm Gott uns kindlich scheun! Wir sind hier immer in Gefahr; nehm jeder seine Seele wahr. 9. Wann unser Lauf voll⸗ endet ist, so sei uns nah, Herr Jesu Christ. Mach uns das Sterben zum Ge⸗ winn, zieh unsre Seelen zu dir hin. 10. Und wann du einst, du Lebensfürst, die Grä⸗ ber mächtig öffnen wirst, so laß uns fröhlich aufer⸗ 51— lchn dein Ant⸗ itz ewig sehn; X* 6 Mel. 492 Gesinnung und Mel. Nun laßt uns den Leib 681 Besgrabt den Leib in seine Gruft, bis ihn des Richters Stim⸗ me ruft! Wir säen ihn: einst blüht er auf und steigt verklärt zu Gott hinauf! 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr, er war schon Staub und wirds nun mehr. Er schläft, er ruht und einst erwacht er wieder aus des Todes Nacht. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Noth, aus aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn Trübsal oft gedrückt; nun wird er dort von Gott erquickt. Hier trug er Jesu sanftes Joch, entschlief im Tod und lebt doch noch. 5. Gott blieb er treu bis an sein Grab, nun wischt Gott seine Thränen ab. Was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit! 6. Nun, du Erlöster, schlaf in Ruh! Wir gehen unsern Hütten zu und ma⸗ chen zu der Ewigkeit durch Glaub und Tugend uns bexeit. 7. Ach, Jesu Christ, dein Mittlertod stärk uns in unsrer letzten Noth! Laß unsre ganze Seele dein und selig unser Ende sein. Leben des Christen Mel. Jesus, meine Zuversicht 682 Senkt den Leich⸗ nam, senkt ihn ein, ehret noch des Geistes Hülle, ruh, zerfal⸗ lendes Gebein, in des Tod⸗ tenackers Stille! Was da lebet, folget dir, wie du ruhest, ruhn einst wir. 2. Was du, Todter, tha⸗ test, bleibt wohlbewahrt von Gottes Güte; so das Sa⸗ menkorn und treibt aus dem Boden Laub und Blüthe. Grüß erfreut den neuen Tag; was du wirktest, folgt dir nach. 3. Die wir hier am Grabe stehn, sinken all ins Grab einst nieder. Laßt an unser Werk uns gehn, weis und redlich wirken, Brüder! Ach wer weiß den Todestag? Was wir thaten, folgt uns nach. Mel. Nun laßt uns den Leib (Die Versammlung.) 683 enkt nun den Leib in seine Gruft und preiset Gott, der uns auch ruft! Hier sind wir Saat, einst blühn wir auf, zum bessern Leben blühn wir auf. (Der Chor.) 2. Grabt mein verwes⸗ liches Gebein, o ihr, noch nur ein! Es bleibt Sterbliche, bleibt, es nicht, den und hält 6 3.(Vers Seele triff Lasterhaften Sie, selig schon, emp wählten L 4.(Ch gütig und mit sich d ihn führet Licht. Dru am Grabe 5.(Vers hier Angßf ging durch thal. Auch Retter nack nun der F 6.(Cho euch mich 6 hat auch? drückt. I wandelt i Gottes Re 7.(Vet genieße de die stille 9 auch wir, durch Gre Ewigkeit. 8.(Cho euch, die mit mir vereint!? uns ewig ewig selig 9.(De kurzen Le unter besonderen Umständen bleibt, es bleibt im Grabe nicht, denn Jesus kommt und hält Gericht. 3.(Vers.) Des Frommen Seele trifft dort nicht des Lasterhaften Strafgericht. Sie, selig auch im Tode schon, empfängt der Auser⸗ wählten Lohn. 4.(Chor.) Gott ist all⸗ gütig und vereint dereinst mit sich den Tugendfreund, ihn führet er zum höhern Licht. Drum, Christen, bebt am Grabe nicht! 5.(Vers.) Auch Jesus litt hier Angst und Qual und ging durchs finstre Todes⸗ thal. Auch du gingst deinem Retter nach, auch dir glänzt nun der Freudentag! 6.(Chor.) Oft hat bei euch mich Gott erquickt; doch hat auch Trübsal mich ge— drückt. Im finstern Thale wandelt ich, doch führte Gottes Rechte mich. 7.(Vers.) Vollendeter, genieße du nun ungestört die stille Ruh! Einst gehn auch wir, o Herr der Zeit, durch Grab und Tod zur Ewigkeit. 8.(Chor.) Heil uns, wenn euch, die ihr jetzt weint, mit mir einst wieder Gott vereint! Dann werden wir uns ewig freun, dann ewig, ewig selig sein. 9.(Vers.) Nach dieser kurzen Lebenszeit erwartet 493 uns Unsterblichkeit. Wenn wir uns hier der Tugend weihn, kann uns der Tod nicht schrecklich sein. Nel. Schwing dich auf M 68 ie Tode Raub, Würmern ihre Habe! See⸗ len werden nicht zu Staub, schlummern nicht im Grabe. Senkt auch diesen Leichnam ein! Laßt ihn niederrollen, uns ihn segnen und uns freun, daß wir leben sollen. 2. Seht, da liegt der Todte nun in geweihter Stille. Freunde, laßt den Theuren ruhn! Es ist Got⸗ tes Wille. Weinet nicht; er hat nun schon, was wir erst ersehnen. Ihn erweckt kein Klageton; trocknet eure Thränen! 3. Stimmet an das hohe Lied von der Auferstehung! Wißt, als Jesus einst ver⸗ schied, folgte bald Erhö— hung. Fromme ruhn in sei⸗ ner Hand, ruhn in sanftem Frieden. Er, der starb und auferstand, hat ihr Heil ent⸗ schieden. 4. Aerndtefeld! Hier ru⸗ hen sie, Christen, unsre Brü⸗ der, kämpften, aber käm⸗ pfen nie nun auf Erden wieder. Heil dem Guten, der hier fand sanfte Ruh der Müden! Für das beßre X 7 Va⸗ 494 Vaterland schlummre er hie— nieden! 5. Saaten der Unsterb⸗ lichkeit! Heilige Gebeine! Bald verrinnt auch unsre Zeit, ruft der Tod: Er⸗ scheine! Ruft er dann, wir sind bereit. Wer des Le— bens Gabe nützet für die Ewigkeit, zittert nicht am Grabe. Gesinnung und Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 685 Ruhet wohl, ihr Todtenbeine, in der stillen Einsamkeit; ruhet, bis der Herr erscheine einst am Ende dieser Zeit, euch, die Nacht und Grä— ber decken, durch der All- macht Ruf zu wecken. 2. Nur getrost, ihr wer⸗ det leben! Der das Leben selber ist, wird euch neues Leben geben! Er gelobts, er, Jesus Christ; die in seinem Namen sterben, sol-⸗ len nimmermehr verderben. 3. Und wie sollt im Grabe bleiben, der ein Tempel Gottes war, den der Herr ließ einverleiben seiner aus⸗ erwählten Schaar, die er selbst durch Blut und Ster— ben hat erkauft zu Him-⸗ melserben! 4. Nein, die kann der Tod nicht halten, die des Herren Glieder sind. Laßt den Leib im Tod erkalten, Leben des Christen. laßt, weil wir von Erde sind, in der Gruft ihn im⸗ mer modern! Gott wird ihn zurücke fordern. 5. Jesus wird, wie er erstanden, auch die Seinen einst mit Macht führen aus des Todes Banden, führen aus des Grabes antals zu dem ewgen Himmelsfrie⸗ den, den er seinem Volk beschieden. 6. Ruhet wohl, ihr Tod⸗ tenbeine, ungestört in eurer Gruft; ruhet, bis der Tag erscheine, da des Richters Stimm euch ruft. Nach des Lebens kurzen Leiden Den ihr ein zu ewgen Freu— en. Mel. Nun laßt uns den Leib 686 So gib denn, fromme Chri⸗ stenschaar, der Erde das, was Erde war; sie beut dem Müden Ruhe hier in ihrem Schooß, so wie einst ir. 2. O Ruhe, Wunsch des Leidenden, du letzter Trost des Weinenden, wo alle Noth vergessen ist, wo keine Thräne weiter fließt! 3. Hier endet sich der Feinde Trutz; hier findet der Bedrängte Schutz, hier wird in süßem Schlaf er⸗ quickt, den manche schwere Last gedrückt. 4. Hier N 4. Hier heit mit dem der bloße Ein enger chenkleid sin Herrlichkeit. 5. Hier des Christen ist der schr Christ eilt i zur Wonne nicht fand. 6. Erinn Zeit, o Got Ewigkeit, d Wink verste ihr entgegen dir an diese noch erhält hier im nie 2. Wer R dein Ruf erf vom Erdenp dann nicht fü uns auf mi 3. O gib wissenhaft z leiden! Füh den Tod zu Freuden! Mel. In al 688 2 Unendlicher Grablied„ unter besonderen Umständen. 49⁵ 4. Hier weicht die Ho⸗ heit mit dem Glück; es bleibt der bloße Mensch zurück. Ein enger Sarg, ein Lei⸗ chenkleid sind nun die ganze Herrlichkeit. 5. Hier hört der Kampf des Christen auf; vollendet ist der schwere Lauf; der Christ eilt in sein Vaterland zur Wonne, die er hier nicht fand. 6. Erinnre uns zu aller Zeit, o Gott, an Tod und Ewigkeit, damit wir ihren Wink verstehn und freudig ihr entgegengehn! Mel. So schlummerst du 687 e dir an dieses Grabes Rande; noch erhält uns deine Macht hier im niedern Lande. 2. Wer weiß, wie bald dein Ruf erschallt: Hinweg vom Erdenpfade! Sei uns dann nicht fürchterlich, nimm uns auf mit Gnade. 3. O gib uns Kraft, ge⸗ wissenhaft zu leben und zu leiden! Führ uns alle durch den Tod zu des Himmels Freuden! Mel. In allen meinen Thaten a stehen wir 688 D die Deinen, Unendlicher, und weinen ein Grablied an der Gruft. Wir singen auf vom Stau⸗ be, uns stärkt der Christen⸗ glaube, daß Gott uns einst zum Leben ruft. 2. Fließt nur, ihr Thrä⸗ nen, fließet! Ein Sterbli⸗ cher beschließet des Lebens kurzen Lauf. Nimm, mütter⸗ liche Erde, dein Kind frei von Beschwerde in deine milden Arme auf. 3. Sei ihm ein Ruhe⸗ bette, du stille Grabes⸗- stätte, und deck ihn kühlend zu! Er schlafe hier in Frie⸗ den den sanften Schlaf der Müden: hier find er die erseufzte Ruh. 4. Sowie in heilgen Hai⸗ nen naht sich hier den Ge⸗ beinen nicht Frost, nicht Sonnengluth. Ihr Stürme, braust gelinde und wehet sanft, ihr Winde, wo eines Christen Asche ruht! 5. Senkt denn den Leich⸗ nam nieder zum Staube seiner Brüder, die längst die Erde deckt. Im Grab ist sanfter Schlummer, ihn stört kein Erdenkummer: Gott ist es, der ihn einst erweckt. 6. Zum Leben ohne Sor⸗ gen weckt ihn der frohe Morgen, wo eine Welt er— wacht. Heil diesem todten Staube, so singt der Chri⸗ stenglaube, auch er erwacht, auch er erwacht! 7. Schaut, schauet auf Be⸗ 496 trübte! Dort wandelt der Geliebte im hohen Himmels⸗ licht. Vergönnt ihm seine Freude und wehret euerm Leide und wischt die Thrä⸗ nen vom Gesicht! Mel. Gott des Himmels und der 689 Rihig ist des To⸗ des Schlummer und der Schooß der Erde kühl; da stört unsre Ruh kein Kummer, nicht der Lei⸗ denschaften Spiel. Unsre Sorgen, groß und klein, schlummern alle mit uns ein. 2. Ueber unsern Hügel schwinget die Vergessenheit den Stab, und der Schmäh⸗ sucht Stimme dringet nicht ins dunkle stille Grab. Feh⸗ ler, die uns hier besiegt, werden dann nicht mehr gerügt. 3. Unsre Seufzer, unsre Thränen werden ewig dann gestillt; unsre Wünsche, un⸗ ser Sehnen, Alles, Alles wird erfüllt. Herzen, die sonst heiß gewallt, liegen ruhig dann und kalt. 4. Läg auch meines, von den Sorgen dieses Lebens unempört, in der Erde Schooß verborgen, wo nichts seinen Frieden stört! Küh⸗ les Grab, o wann nimmst du mich in deine stille Ruh? Anm. Nr. 690 ist ansgefallen. Gesinnung und Leben des Christen Mel Seelenbräutigam. 691 Still erheben wir unsern Blick zu dir. Herr, wie könnten wir mit Grauen nun ins Grab hernieder schauen? Hoffnung sendest du uns vom Himmel zu. 2. Du bist's, der uns liebt wenn er nimmt und gibt. Ja selbst, was wir hier be⸗ weinen, wird einst freuden-— reich erscheinen, wenn auch uns zur Gruft deine Stim⸗ me ruft. 3. Gott, wir zagen nicht. Du gibst Trost und Licht und du willst zum bessern Leben auch durch Leiden uns erheben. Bis zum Tode sei unser Herz dir treu! Bei Beerdigung eines Verunglückten. Mel. Christus, der ist mein Leben 692 Verzeih der tie⸗ fen Trauer, die unser Herz erfüllt. Wir sehn mit bangem Schauer des Todes Schreckensbild. 2. Was ist des Menschen Leben! Was ist des Men⸗ schen Kraft! Wie schnell, von Angst umgeben, wird er dahingerafft! 3. Gesund und muthig schreitet er durch die Welt Ein Unglück 2 98 ei einher. fahren, die drohn! Wi bewahren, — schon. 5. Auf a gen umhül heit, und o gen, wo unsf 6. Doch schiehet, er Gebot. Du entfliehet. kommt der 7. Ach, Uns stille: ner Hand, dein Wille Verstand. 8. Wo zagen, erl Glück und bern Tagen zurück. 9. Auch Grauen un derreißt, d dir trauen: sern Geist. 10. Er nicht sterbe hervor, en Verderben dir empor. 11. O l beten und sein, daß, dich treten, uns freun. unter besonderen Umständen. bereitet, und ach, er ist nicht mehr. 4. Wer zählet die Ge⸗ fahren, die uns auf Erden drohn! Willst du uns nicht bewahren, so stürzen sie uns schon. 5. Auf allen unsern We⸗ gen umhüllt uns Dunkel⸗ heit, und oft ist Noth zuge⸗ gen, wo unser Herz sich freut. 6. Doch Alles, was ge⸗ schiehet, erfolgt auf dein Gebot. Du willst: der Tod entfliehet. Du willst: so kommt der Tod. 7. Ach, dieß nur macht uns stille: wir sind in dei⸗ ner Hand, und gnädig ist dein Wille, allweise dein Verstand. 8. Wo wir oft ängstlich zagen, erhöhst du unser Glück und lenkst von trü⸗ bern Tagen uns wunderbar zurück. 9. Auch wenn des Todes Grauen uns plötzlich nie— derreißt, darf unser Geist dir trauen: Du liebest un⸗ sern Geist. 10. Er kann und wird nicht sterben, er eilet nur hervor, entreißt sich dem Verderben und schwebt zu dir empor. 11. O lehr uns wachen, beten und stets besonnen sein, daß, wenn wir vor dich treten, wir deines Heils uns freun. 497 12. Da schwinden dann die Schrecken auf ewig von uns hin. Da sehen wir und schmecken: der Tod war nur Gewinn. Am Grabe Frühver— storbener. In eigener Melodie. 693 3* frühen Gruft wirst du von uns begleitet! So will es Gott, der dir dein Loos be⸗ reitet und nun dich von uns zu sich ruft. 2. Er nahm dich auf zum Kinde seiner Gnade; er führte dich auf seines Soh⸗ nes Pfade und lenkte dei⸗ nes Lebens Lauf. 3. O kurze Bahn! Kaum kennst du Welt und Freu⸗ den, so heißt dich Gott schon wieder von uns scheiden. Was Gott thut, das ist wohlgethan! 4. Du bist beglückt! Ent⸗ ronnen den Gefahren, trifft nun dich nicht, was oft in frühen Jahren dem Christen schon sein Ziel verrückt. 5. In steter Ruh, in un⸗ gestörtem Frieden wohnt nun dein Geist, und trö⸗ stend sieht hienieden Gott deiner Aeltern Thränen zu. 6. Klagt nicht so sehr bei eures Kindes Bahre! Es ging zu Gott im Frühling seiner —. 498 seiner Jahre, und dieser Gott ist unser Herr. 7. Es war sein Pfand, er hat es euch geliehen. O gebts ihm gern. Laßt eu— ern Liebling ziehen! Er zieht ja in sein Vaterland. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 69 4 Wenn der Stifter der Geschlech— ter unsre Lieben zu sich ruft; wenn die Söhne, wenn die Töchter sinken in die frühe Gruft, ach, dann fühlen unsre Herzen unaussprech⸗ lich tiefe Schmerzen. 2. Wenn der Säugling, kaum geboren, gleich der Blume schnell verblüht, und die Mutter nun verloren ihre ganze Hoffnung sieht; ach, dann will ihr Herz verzagen‚, dieser Trennung Schmerz zu tragen. 3. Wenn der Tod im edeln Sohne seine Lust dem Vater raubt; wenn des Hauses Stütz und Krone sinket mit des Vaters Haupt, Mütter von den Kindern scheiden, Gott, was gleichet diesen Leiden! 4. Ach, es müßte unter⸗ liegen dieses arme, schwa⸗ che Herz, hilfst du nicht, o Herr, uns siegen über Tod und Trennungsschmerz. Deine Rechte schlägt uns nieder; deine Rechte hebt uns wieder. Gesinnung und Leben des Christen 5. Wandeln nicht in ho⸗ hen Freuden unsre Lieben dort am Thron? Sollten wir sie nicht beneiden um den früh errungnen Lohn? Du wirst uns im bessern Leben die Verlornen wieder⸗ geben! 6. Vater, deines Trostes Quelle trocknet auch am Grabe nicht. Selbst des Todes Nacht wird helle durch des Glaubens mildes Licht. Alles, was wir hier beweinen, wird uns dort als Glück erscheinen. Mel. Alles ist an deinem Segen 69 5 Erdentöchter, Er⸗ densöhne, seid nicht stolz auf Reiz und Schöne, trotzet nicht auf eure Kraft! Eures Mun- des Hauch verflieget, eures Lebens Quell versieget, und des Starken Arm erschlafft. 2. Doch, ihr Christen, seid nicht traurig, wenn so früh, so dumpf, so schaurig euch die Sterbeglocke ruft; edler, kräftiger, verklärter, liebevoller, liebenswerther überfliegt der Geist die Gruft. 3. O was ist des Grabes Höhle! Eine tugendhafte Seele fürchtet nicht, hinab— zusehn. Ueber Grab und Grabestrümmer wird der Geist im Sonnenschimmer himm⸗ himmlischer stehn. 4. Nein, geboren. 2 verloren in ters Schoo nung! Sel les windet e herrlicher si 5. Leibes verblühen, nie entfliehe Ewigkeit. R echte Tugend froher Jug Himmelsseli 6. Himme het; nur 9 vergehet, bleibt zurück heit unverge Himmel üb des Christen Am Grab und verdie Mel. 696 V seine Brüd wer der W lebte, soll sein! Sein und daure welt klag u sein Grab wer, was kann. Liebst NE unter besonderen Umständen. himmlischer Erkenntniß stehn. 4. Nein, umsonst ist nichts geboren. Alles ruhet un⸗ verloren in des ewgen Va⸗ ters Schooß! Süße Hoff⸗ nung! Selger Glaube! Al⸗ les windet einst vom Staube herrlicher sich wieder los. 5. Leibesschönheit wird verblühen, Seelenschönheit nie entfliehen, sie ist für die Ewigkeit. Reiner Sinn und echte Tugend lohnt mit ewig froher Jugend, lohnt mit Himmelsseligkeit. 6. Himmelsseligkeit beste⸗ het; nur der Erde Glück vergehet, nur das Eitle bleibt zurück. Wie die Gott⸗ heit unvergänglich, wie der Himmel überschwänglich ist des Christen wahres Glück. Am Grabe eines edeln und verdienten Mannes. Mel. Liebster Jesu, wir sind 69 6 Wer mit Lust und Eifer strebte, seine Brüder zu erfreun; wer der Welt zum Segen lebte, soll uns unvergeßlich sein! Sein Gedächtniß bleib und daure! Seine Nach⸗ welt klag und traure! Wo sein Grab ist, weine dann, wer, was gut ist, schätzen kann. 499 2. Laßt uns alle heute klagen, denn es starb ein edler Mann! O wie Viele müssen sagen: mir auch hat er wohlgethan! Ja, gerecht sind unsere Zähren, die ihn noch im Tode ehren. Ihn und unser eignes Herz ehret unser Leid und Schmerz! 3. Seines schönen Lebens Thaten bleiben segnend uns zurück; und die Frucht der edeln Saaten sei für Nach⸗ welt Heil und Glück! Preis und Ruhm dem theuern Na⸗ men! Seine Tugend nach- zuahmen, edel, wie er war, zu sein, wolle Gott uns Kraft verleihn! Am Grabe eines ver— dienstvollen Lehrers. Mel. Liebster Jesu, wir sind 697 Sanst, wie er ge⸗ wandelt hat, endete zum Trost der Sei⸗ nen dieses Edeln Erden⸗ pfad, und wir schaun ihm nach und weinen. O er hat uns treu belehret und zum Guten hingekehret. 2. Was dein Wort uns lieben heißt, Vater, das hat er verkündet und, ge⸗ stärkt durch deinen Geist, Vieler Seelen Heil gegrün⸗ det. Uns zu Jesu zu er⸗ heben, war sein eifrigstes Bestreben. 3. Treu 500 Gesinnung und Leben des Christen 3. Treulich ging er selbst den Pfad hoher Tugend bis ans Ende und gab nun nach deinem Rath seinen Geist in deine Hände. Nur die Kraft von seiner Lehre trocknet unsre Wehmuthszähre. 4. In der Nähe seiner Gruft, die nur seine Hülle raubet, hören wir, wie Je⸗ sus ruft: selig ist, wer an mich glaubet! Ja, des Him⸗ mels Heil und Frieden ist den Redlichen beschieden. 5. Laß, o Herr, die edle Saat, ausgestreut von un⸗ serm Lehrer, fruchtbar sein in Wort und That und uns würdige Verehrer wahrer Frömmigkeit auf Erden, dort des Himmels Bürger werden. Trost und Gelübde auf Gräbern. Mel. Auf, Christenmensch! 698 Geweihter Ort, wo Saat, von Gott gesät, dem großen Tage der Aerndte reift! Sei mir gegrüßt, du Ort, wo jede Klage verstummt, wo Mancher Ruhe fand, der sie auf Erden nie gekannt. 2. Zwar flossen hier der Thränen viel, wenn von des Freundes Herzen den treusten Freund das Schick⸗ sal riß; mit tiefgefühlten Schmerzen hab ich auch selbst, ach, manchem Freund die Abschiedszähre schon ge— weint. 3. Doch Schlaf ist ja des Menschen Tod; er schaf⸗ fet Ruh den Müden, nimmt Leidenden die Bürde ab und bringt zum ewgen Frieden. Weint, Freunde, nicht; denkt: Wiedersehn! Die Todten werden auferstehn! 4. Belebend sinkt ein Sonnenstrahl einst auf die Gräber nieder; und was hier schläft, erwachet dann zum schönern Leben wieder. Im Winter starb die Blume, seht, sie blüht, vom Früh— lingshauch umweht! 5. Und was man hier der Erde gibt, ist nur des Gei⸗ stes Hülle. Unsterblich ist des Menschen Geist; Ver— nunft und guter Wille er⸗ hebt uns über Welt und Zeit, die Tugend führt zur Seligkeit. 6. Drum kann mein Blick vom Todtenfeld zum Him⸗ mel sich erheben; und winkt auch mir das kühle Grab, darf ich nicht ängstlich be⸗ ben. Ich pflücke nach voll⸗ brachter Zeit die Blume der Unsterblichkeit, 7. Was ihr einst wart, das bin ich jetzt, ein Pilger hier auf Erden; was ihr, entschlafne Brüder, seid, werd ich vielleicht bald wer⸗ den. Nun dann: durchs To⸗ in Tode Geist 8. der terlau der Scla Herz weih 9. schlaf Bun hier ewge sei 1 mein unter besonderen Umständen Todesthal eilst du, mein Geist, dem Vaterlande zu! 8. Doch dem nur ward der Uebergang zu jenem Va⸗ terlande ein Weg zum Heil, der muthig hier des Lasters Sclavenbande zerriß, der in der Prüfungszeit sein Herz der Tugend treu ge⸗ weiht. 9. Auf Gräbern der Ent⸗ schlafnen sei der Tugend Bund aufs neue versiegelt; hier gelobe ich der Tugend ewge Treue! Ja, heilig sei mir jede Pflicht, bis einst mein sterbend Auge bricht! Mel. Es ist das Heil uns 699 Mein Heiland lebt und hat die Macht des Todes ganz bezwungen und sieg⸗ reich aus des Grabes Nacht zu Gott sich aufgeschwun⸗ gen. Er ist mein Haupt, sein Sieg ist mein. Sein soll mein ganzes Leben sein; un ihm will ich auch sterben. 2. Richt ewig wird, wer dein Wort hält, den Tod, o Jesu, schauen. Das ists, was mich zufrieden stellt, selbst bei der Gräber Grauen. Ich bin getrost und unver— zagt, weil du den Deinen zugesagt: Ich leb, und ihr sollt leben. 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub, er wird doch wieder leben und einst 501 aus der Verwesung Staub sich neu gebildt erheben, wann du, o großer Lebens⸗ fürst nun deinen Todten rufen wirst, zum Leben auf— zuwachen. 4. Wie froh und herrlich werd ich dann vor dir, mein Heiland, stehen! Dann nimmst du mich mit Ehren an, läßt in dein Reich mich gehen. Forthin von keiner Last beschwert, an Leib und Seele ganz verklärt, leb ich bei dir dann ewig. 5. O welch ein selig Theil ist mir in jener Welt bereitet! Der Freuden Fülle ist bei dir. Von dir, o Herr, geleitet, werd ich in deinem Himmelreich, unsterblich, deinen Engeln gleich, voll— kommne Lust genießen. 6. Denn wo du bist, da sollen die, die dir hier fol⸗ gen, leben und ewig frei von Schmerz und Müh, von Seligen umgeben, ge⸗ nießen deine Herrlichkeit. O was sind Leiden dieser Zeit Herr, gegen jene Freu⸗ den! 7. Laß die zukünftge Herr⸗ lichkeit mir stets vor Augen schweben und oft in die⸗ ser Prüfungszeit mein Herz dahin erheben, wo keine Schwachheit uns mehr drückt, wo wir, der Sterblichkeit entrückt, frohlockend vor dir wandeln. 8. Er⸗ 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nach⸗ zustreben und als dein Jünger dir zum Preis nach deinem Wort zu le⸗ ben! Und fühl ich hier noch Noth und Schmerz, so tröste selbst damit mein Herz: es kommt ein beßres Leben! In eigener Melodie. 700 O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekom— men! Ihr seid entgangen allen Leiden, die uns noch umfangen. 2. Hier, ach, hier ist auch das beste Leben immer noch mit Sorg und Furcht um⸗ geben. Was wir hier ken⸗ nen, ist noch kein vollkomm⸗ nes Glück zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in sicherm Frieden, der euch nach dem Kampfe ward be⸗ schieden. Kein Schmerz, kein Leiden stört euch im Ge— nusse reiner Freuden 4. Abgetrocknet sind all eure Thränen, ihr genießt schon, wonach wir uns seh— nen; ihr hört und sehet, was des Menschen Geist hier nicht verstehet. Ach, wer wollte denn nicht fröhlich sterben und statt Erdenglücks den Him⸗ mel erben! Wer wollt in 502 Gesinnung und Leben des Christen Zeiten sich auf diesen Wech⸗ sel nicht bereiten? 6. Hilf uns, Jesu, ernst⸗ lich danach streben! Komm und führ uns zu dem hö⸗— hern Leben, wo deine From— men erst zur vollen Ruh und Freude kommen! Trost des Wiedersehens. Mel. Wann mein Stündlein 701 Schwer liegt der Trennung Last auf mir; wie lieb ich sie, die Meinen! O laß, mein Gott, mein Gott, vor dir mich diese Frage weinen: werd ich nach meinem Tode gleich, werd ich, o Herr, in deinem Reich die Meinen wiedersehen? 2. Wohl mir, o Gott, ich höre schon des Geistes Stimme wehen; sie ruft mir zu in sanftem Ton: du wirst sie wiedersehen; bist du nur fromm, sind sie nur gut, dort oben un⸗ ter Gottes Hut wirst du sie wiedersehen! Des Frommen Seele trennt sich nicht von gleich⸗ gesinnten Frommen. Sie werden all in Gottes Licht aufs neu zusammenkommen, forthin durch keinen Tod getrennt; denn Gottes En— gel, der sie kennt, führt alle dort zusammen. 4. Der Freund sieht seine Freunde Freun Gottes trifft Bruder Mutter Kind; len sin beisame 5 + schon Gottes wir de uns ein Wie wé wir un uns fro hin une 6 freuet Hoffnur werden uns al Wiederf wie wi erhöhn, Seele! Mel. 702 gen kle entgeger unterge wir lie wenn 2 'st⸗ im ö⸗ m⸗ Freunde dann am Throne Gottes wieder; der Gatte trifft den Gatten an, der Bruder seine Brüder. Die Mutter sieht, umarmt ihr Kind; denn alle guten See— len sind in Gottes Stadt beisammen. ö 5. Drum laßt uns hier schon Hand in Hand auf Gottes Wegen gehen, damit wir dort im Vaterland uns einst beisammen sehen. Wie wird uns sein, wenn wir uns sehn, wenn wir uns froh entgegengehn, fort⸗ hin uns nie zu trennen! 6. So seid getrost und freuet euch; laßt nicht die Hoffnung schwinden; wir werden in des Vaters Reich uns alle wiederfinden! O Wiedersehn, o Wiedersehn, wie wirst du unser Glück erhöhn, wie tröstest du die Seele! Mel. Halleluja! Bringet Ehre 702 Widderschne mit lauten Schlä-⸗ gen klopft dir jede Brust entgegen! Nimmer kann das untergehen, was ins Herz wir liebend schlossen; und wenn Abschiedsthränen flos— ———— unter besonderen Umständen. 503 sen, hoffte Freundschaft Wie⸗ dersehn. 2. Wiedersehn! In hol⸗ den Bildern will uns die Natur dich schildern; drum verjüngt sie sich so schön. Wenn der Morgenröthe Strahlen nach der Nacht die Berge malen, spricht die Sonne: Wiedersehn! 3.. Wiedersehn! Zu dei⸗ nen Freuden wachsen Blu— men frisch und kleiden herr⸗ lich sich im Frühlingswehn! und der frohen Nachtigallen kummerfreie Lieder schallen: hofft getrost ein Wieder⸗ sehn! 4. Wiedersehn! Mit Gruß und Segen, o wie schmacht ich dir entgegen über Auen, Ström und Höhn! Theure, aller Welt Gewalten sollen meinen Fuß nicht halten; ja, ich werd euch wieder— sehn! 5. Wiedersehn: Dich darf ich hoffen. O, ich seh den Himmel offen, winkt der Herr mir heimzugehn! Theure, in der letzten Stunde ruf ich mit schon blassem Munde: Ewig, ewig Wie— dersehn! Anh Mel. Wunderbarer König 703 Uanmschränkte Liebe! gönne blöden Augen, die zum Ir⸗ dischen kaum taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmuth blicken, die den Erdkreis huldreich schmücken und zugleich freudenreich Bösen und den Deinen mit der Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja, dein ganz Gebiete ist ein Schauplatz deiner Güte. Deiner Langmuth Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit streckt sie ihre Flügel über Berg und Hügel! 3. Was wir davon den⸗ ken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nen⸗ nen. Tag vor Tag zu scho⸗ nen, Tag vor Tag zu dul⸗ den, so viel Millionen Schulden und dazu ohne Ruh lieben, die dich hassen! Herr, wer kann das fassen? 4. Du vergiebest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder, da man doch, wenn du noch aen g. sie kaum weggeleget, dich zum Zorn erreget. 5. Herr, es hat noch Keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht em⸗ pfangen; wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. Höchster! sei gepriesen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken loh⸗ nest. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret und mit Ruhm den Sceepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmuth auszuüben und die Welt zu lieben! Mel. Schon ist der Tag von Gott 704 Die Erd ist Jesu Christi, sein, wer auf der Erde wohnet. Deß müsse sich die Erde freun und was auf Erden woh⸗ net! Er schuf, er rettete die Welt; er trägt, er seg⸗ net, er erhält die Welt, die er beherrschet. 2. Wer auf der Erde, wer gehört zum Volke der Erlösten? Wer darf, des hohen Segens werth, sich seiner —————— regier ist der Der sein seine 6 in sein dich noch gen, enn⸗ inen inen und nser Herz, men sen, und loh⸗ hre, und pter ons ben Gott zesu ein, net. eun oh⸗ tete seg⸗ die de, der des sich ner Anhang. seiner Herrschaft trösten? Der, der zu dir, o Mittler, sich bekehret und gläubig wird und dich zu seinem Herrn erwählet. 3. Und wer in deinem Blute rein, der Unschuld sich befleißigt; wagt, sich vom Wahne zu befrein, der nur den Lüsten gleißet; wer fromm ist, wandelt, wie er glaubt, sich keine Missethat erlaubt, nie bricht den Bund der Gnade. 4. Wer auch umringt mit Leiden gern erfüllet sein Verlangen, der wird den Segen seines Herrn im vollen Maaß empfangen, den macht er seiner Herr⸗ schaft werth, der ist sein Erbe, der gehört zum Volke der Erlösten. 5. Kommt, Sünder, kom⸗ met in sein Reich! Macht weit der Herzen Thüren! Empfangt den König; er will euch auch segnen, auch regieren. Wer, fragt ihr, ist der Herr? Der Sohn! Der Himmel Himmel ist sein Thron, der Erdkreis seine Fußbank. 6. Kommt willig, willig in sein 1 Macht weit der Herzen Thüren! Em⸗ pfangt den König, er will euch auch segnen, auch re⸗ gieren. Wer, fragt ihr, dieser König sei? Der Sohn, der seinem Bunde 50⁵5 treu den Himmel gibt den Seinen. Mel. Mein ganzer Geist 7 0 5 FTriumph! Tri⸗ umph! und Lob und Dank dem, der des Todes Macht bezwang und uns, den Staub, er⸗ höhte. Der hohe Sieger überwand. Nacht war um ihn und sie verschwand in heller Morgenröthe. Gebet, gebet, stolze Spötter, un⸗ serm Retter Preis und Ehre, glaubt an ihn und 32. Lehre. 2. Heil uns! Triumph! Das Grab ist leer. Fest steht es wie ein Fels im Meer das Wort, das er gespro⸗ chen. O selig, wer sich ihm vertraut! Er hat den Tem⸗ pel neu gebaut, den blinde Wuth gebrochen! Hölle, fälle nun den Sieger, Got⸗ tes Krieger, der erstanden, macht nun deinen Stolz zu Schanden. 3. Leer ist die Gruft, die ihn umgab. Sei mir ge⸗ grüßt, mein künftig Grab, du Wohnung ernster Stille. Nur wenge E werdens sein, o so empfängst du mein Gebein in deiner Schatten Hülle. Ewig selig werden wieder diese Glieder auferstehen, werden die Ver⸗ klärung sehen. Mel. Mel. Es ist das Heil uns 706 Mit lautem Schall frohlocken wir; der Herr ist aufgefahren! Wir sind zwar Pilger noch allhier und unter viel Ge⸗ fahren; doch sinkt drum unser Muth nicht hin, durch Jesum wissen wir, wohin die Wallfahrt führet. 2. Das Leben ist ans Licht gebracht, uns steht der Him⸗ mel offen. Ihn schloß uns auf mit großer Pracht der err, auf den wir hoffen. ers glaubt, deß Herz ist freudenvoll, dabei er sich doch rüsten soll, des Hei— lands Pfad zu wandeln. Wer den nicht geht, wird nimmermehr dort seines Heils genießen. Wer nicht sein Wort hält, dem wird er den Himmel einst verschließen. Wer wünscht zum Himmel einzugehn, der läßt in seinen Thaten sehn, sein Wandel sei im Himmel. 4. Uns treibt sein Geist, daß wir der Welt uns im⸗ mer mehr entwöhnen; stets sorgen, was dem Herrn gefällt, zu ihm hinauf uns sehnen. Er aber sieht auf uns herab; von uns läßt seine Treu nicht ab, bis wir zusammenkommen. 5. Tag, noch an größern Freuden reich, wann wirst du uns erscheinen? Gott macht uns dort dem Sohne gleich und stillet Leid und Weinen. O Wonne, wann in Ewigkeit uns nun das höchste Gut erfreut! O Gott, schenk uns dieß Leben! ⸗Mel. Nun danket Alle Gott 707 Gelobt seist du, o Gott, für deines Wortes Lehre! Gib, Vater, daß ich sie mit An⸗ dacht fleißig höre! O mache doch mein Herz von Vor⸗ urtheilen rein und laß dein Wort mein Licht auf meinen Wegen sein. 2. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie ver— fehlen und nie, was schäd⸗ lich ist, für wahres Heil erwählen. O Höchster, leite selbst den forschenden Ver⸗ stand, so wird, was du mich lehrst, auch recht von mir erkannt. 3. Wie thöricht ist es doch, blos andern Menschen glau⸗ ben. Das heißt sich selbst den Grund zur ewgen Ruhe rauben. Wer treulich hier dein Wort zu seiner Richt⸗ schnur macht, dem gibt es Licht und Trost auch in der Todesnacht. 4. Mein Gott, bewahre mich vor aller falschen Lehre und hilf, daß ich dein Wort mit festem Glauben ehre. Verleih mir deinen Geist, der Lust und Kräfte gibt, daß man die Whaht ei heit su bewähr: Mel. 708 lebst, a Du wi Wort lichkeit Jünger Gericht, Zuversie 2.— weinend auszust: der herr Aerndte nennts Bürde. Sünder dann sie 4. Si Leib, in dich ner ich nur dort w Wie sta Gewicht Zuversie 5.— dank ich Gruft z aus de Anhang. heit sucht, prüft, glaubt, bewährt und übt! Mel. Auf, Christenmensch 708 H du bist meine Zuversicht! Du lebst, auch ich werd leben! Du wirst mir, wie dein Wort verspricht, Unsterb⸗— lichkeit einst geben. Dein Jünger kommt nicht ins Gericht, dieß stärket meine Zuversicht! 2. Hier geh ich oftmals weinend hin, den Saamen auszustreuen; dort wird der herrlichste Gewinn der Aerndte mich erfreuen. Ich leide, doch verzag ich nicht; denn du bist meine Zuver⸗ sicht! 3. Hier trag ich deine sanfte Last. Wie groß ist meine Würde! Jedoch die Welt, die sie nicht faßt, nennts fälschlich schwere Bürde. Einst trifft den Sünder dein Gericht, und dann siegt meine Zuversicht! 4. Sink immer hin, mein Leib, in Staub! Gott wird dich neu beleben. Hier werd ich nur des Todes Raub; dort werd ich ewig leben. Wie stark ist dieses Trosts Gewicht! Wie sicher meine Zuversicht! 5. Herr, diesen Segen dank ich dir. Mich aus der Gruft zu heben, gingst du aus deinem Grab herfür. 507 Du lebst, und ich soll leben! Ich glaub es dir und zweifle nicht; dein Wort ist meine Zuversicht. 6. In diesem Glauben stärke mich! Laß mich den Trost empfinden, den großen Trost, daß ich durch dich den Tod soll überwinden. Grab und Verwesung schreckt mich nicht: denn du bleibst meine Zuversicht! Mel. Der unsre Menschheit 709 Ersöhter Jesu, Gottes Sohn, der du schon längst der Him⸗ mel Thron als Herrscher eingenommen, du wirst der⸗ einst zu rechter Zeit in gro⸗ ßer Kraft und Herrlichkeit vom Himmel wiederkommen. Gib, daß dann froh und mit Vertraun dich, Herr, auch meine Augen schaun! 2. Wer faßt, o Heiland, jetzt die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht? Wie groß wirst du dich zei⸗ gen! Wann du auf lichten Wolken einst mit deiner Engel Heer erscheinst, die sich vor dir, Herr, beugen, dann sieht die Welt die Majestät, zu der dich Gott, dein Gott erhöht. 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab mit allmachts⸗ voller Kraft hinab und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd und 2 Meer 508 Meer das große, unzähl⸗ bare Heer der Todten wiedergeben. Sie stehn durch dich, Herr, neu beseelt nun alle auf und keiner fehlt. 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, um jedem den bestimmten Lohn nach seiner That zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Pein; den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Nun zeigt die That, Herr Jesu Christ, daß du der Erde Richter bist. 5. O gib, wann nun dein Tag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wiederfinde; daß ich mit Freuden vor dir steh und mit dir in den Himmel geh, befreit von Fluch und Sünde! Laß mich im Glauben standhaft sein und auch die kleinste Sünde scheun! 5. Dein Name sei mir ewig werth, und was dein ort von mir begehrt, das laß mich treulich üben! Nie⸗ mals ermüde hier mein Geist, dich, den schon jetzt der Himmel preist, aus aller Kraft zu lieben; so hab ich in der Ewigkeit auch Theil an deiner Herrlichkeit. Mel. Befiehl du deine Wege 710 J. Enhi un Anhang. Richter aller Welt! Der Thor nennts ein Gedichte, das Schwachen nur gefällt! Mich soll sein Wahn nicht stören, weil mir dein gött⸗ lich Licht und mein Ge⸗ wissen lehren: du haltest einst Gericht. 2. Ich höre die Posaunen, o Herr, im Geiste schon; ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Richterthron, um den die heilge Menge er— habner Engel steht. Welch herrliches Gedränge! Welch hohe Majestät! 3. Umsonst sucht nun der Sünder vor deiner Macht zu fliehn. Herr, alle Men⸗ schenkinder wirst du zur Rechnung ziehn. Du rufst, und sie erscheinen vor dei⸗ nem Richterthron; den Sün⸗ dern und den Deinen gibst du gerechten Lohn. 4. Frohlockend sehn die Frommen dein göttlich An⸗ gesicht; schon hier dem Fluch entnommen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen; erlöst von aller Müh, sehn sie den Himmel offen, und du, Herr, seg⸗ nest sie. 5. Wie angstvoll aber beben, die hier dein Wort verhöhnt und durch ein fleischlich Leben das eitle Herz verwöhnt. Du gibst der Sünde Knechten ihr Theil — Theil führest deiner 6* richte: sein wichte uunh mich w aller 3 handelr 035 vorhan vergehn mit S Throne mich de aller S mich 2 in dein Mel. 2 711¹ thue, 2 Stimm vor fal Herz wenn wissen sühl de 2 0 großen einzgen weckst müthe, dennotl deine redlich Anhang. Theil in ewger Pein und führest die Gerechten zu deiner Freude ein. 6. Laß, Jesu, dein Ge⸗ richte mir stets vor Augen sein und drücke sein Ge— wichte in mein Gewissen ein! Vor dir laß fromm mich wandeln und hier zu aller Zeit so wie ein Weiser handeln, der seinen Richter scheut. 7. Ist dann dein Tag vorhanden, wird diese Welt vergehn, so werd ich nicht mit Schanden vor deinem Throne stehn. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld befreit, führst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott 7 11 ott, hilf mir, daß ich Buße thue, weil mich noch deine Stimme lockt. Bewahre mich vor falscher Ruhe, dabei das Herz sich leicht verstockt, wenn du selbst das Ge—⸗ wissen rührst und zum Ge⸗ sühl der Sünden führst. 2. Du willst nach deiner großen Güte nicht eines einzgen Sünders Tod; drum weckst du oftmals sein Ge— müthe, zu fühlen seine Sün⸗ dennoth. Wohl dem, der deine Stimme hört und redlich sich zu dir bekehrt! 509 3. Den rettest du von dem Verderben, nimmst seine Buße gnädig an, machst ihn zu deinem Kind und Erben, daß er frohlockend rühmen kann: wie groß ist Gottes Vaterhuld: er tilget meine Sündenschuld! 4. Sollt ich die Güte denn verachten, die mir noch Kraft zur Beßrung reicht? Vom Troste leer muß der verschmachten, von dem, Gott, deine Gnade weicht. Sie aber weicht von dem zuletzt, der frevelhaft gering sie schätzt. 5. So gib, daß deiner Gnadenlockung, Gott, mein Herz stets offen sei; damit mich ja nicht die Verstockung, wann 10 mein Leben ohne Reu im Sün⸗ dendienste zugebracht, zu dei⸗ nem Zorngefäße macht. 6. Sich bessern ist der Weg zum Leben, drum laß mich in der kurzen Frist, die du zum Heile mir ge⸗ geben, und die für mich so wichtig ist, nur dafür sor⸗ gen, daß mein Geist dem Sündenelend sich entreißt. 7. Verleihe mir dazu die Gnade, die uns vom Sün⸗ dendienst befreit, und leite mich selbst auf dem Pfade der christlichen Rechtschaffen⸗ heit! Wie selig bin ln dann schon hier, wie glücklich einst, mein Gott, bei dir! Y3 In 5¹⁰ Anhang. In voriger Melodie. ein Herz, er⸗ 712 M muntre dich zum Preise des Gottes, der dein Vater ist! Bedenke, auf wie viele Weise du ihm zum Dank verpflichtet bist. Bring ihm, der stets dein Helfer war, mit Freuden Ruhm und Ehre dar. 2. Herr, deine Hand ist immer offen, zu geben, was mir nützlich ist. Und doch bin ich oft schwach im Hof⸗ fen auf dich, der du die Liebe bist. Mein Gott, wie wenig bin ichs werth, daß mir noch Hülfe widerfährt! 3. Unendlich groß ist dein Erbarmen. Nur wohlzuthun bist du gewohnt. Drum wird auch mir, mein Gott, mir Armen von dir nicht nach Verdienst gelohnt. Noch immer steht mir deine Treu mit Segen, Trost und Hülfe bei. 4. Du bist es, der in meinen Sorgen mit Rettung mir entgegeneilt; und wenn sie, noch für mich verborgen, nach meinem Wahn zu lang verweilt, so kommst du, eh ich michs versehn, und hilfst mir und erhörst mein Flehn. 5. Du wählst und wirkest stets das Beste. Und wenn auch meine Noth sich häuft, so steht durch dich mein Wohl doch feste. Wenn mich das Elend ganz ergreift, so legt sich dein Erbarmen drein, mich vom Verderben zu befrein. 6. Du bist mein Heil! Mein ganz Gemüthe ist deines Ruhms, mein Ret⸗ ter, voll. O könnt ich deine große Güte doch so erheben, wie ich soll! Doch meine Kraft reicht nicht dahin: du weißt es, Gott, wie schwach ich bin. 7. Und hätt ich auch viel tausend Zungen, so würde deines Wohlthuns Preis nie würdig gnug von mir besungen, auch bei dem allergrößten Fleiß. Denn mehr, Herr, als ich rühmen kann, hat deine Huld an mir gethan. 8. Jedoch, du siehst mit Wohlgefallen, auch auf des Herzens Redlichkeit und hörest selbst das schwache Lallen der Deinen mit Zu⸗ friedenheit; du hörst es, wie ein Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 9. Drum soll mir deine Huld und Güte beständig, Gott, vor Augen sein. Ich will mit redlichem Gemüthe mein Leben deinem Lobe weihn, bis ich vollkommner deinen Ruhm erheb im höhern Heiligthum. Mel. Herzliebster Jesu! Tae 713 nig .e Anhang. nig, dir lobsingen und ewig Ehre deinem Namen brin⸗ gen. Sei täglich, ewig sei von mir erhoben! Dich will ich loben. 2. Der Herr ist groß; wer kann ihn genug erhe⸗ ben? Wer kann mit seinem eifrigsten Bestreben, wie groß er ist, begreifen und empfinden, wer Gott er⸗ gründen? 3. Von unsern Vätern wurdest du erhoben, dich werden unsrer Kinder Kin⸗ der loben und deine Macht besingen, deiner Stärke preisvolle Werke. 4. Wie herrlich bist du, Gott, wie schön und präch⸗ tig, wie groß in deinen Wunden, Herr, wie mäch⸗ tig! Das preis ich, daß dein Nam erhoben werde der ganzen Erde. 5. Daß deiner Wunder Ruhm umher erschalle, die Welt von deinen Thaten wiederhalle und deine Wahr⸗ heit, deine Huld besinge und Preis dir bringe. 34. 6. Der Herr ist mild, von duldendem Gemüthe, barm⸗ herzig, gnädig und von großer Güte, erbarmt sich seiner Werke, hat an allen sein Wohlgefallen. 7. Jehovah, alle deine Werke sollen dir jauchzend danken. Deine Frommen wollen aus allen ihren 511 Kräften sich bestreben, dich zu erheben. 8. Ja, ewig will ich dei⸗ nen Namen loben. Von allen Menschen werde Gott erhoben! Was lebet, müsse, Herr, zu allen Zeiten dein Lob verbreiten. Mel. Allein Gott in der Höh 7 14 Stiamit unserm Gott ein Lob⸗ lied an mit freudigem Ge⸗ müthe, es rühm und preise, wer da kann, den Geber aller Güte! Er macht uns frei von aller Noth; drum lobet ihn, drum lobet Gott und danket seinem Namen! 2. Lobt Gott und rühmet allezeit die großen Wunder⸗ werke, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt, indem er alle Ding erhält: drum danket seinem Namen! 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, der Seele, Leib und Leben aus väter⸗ licher Huld und Gnad uns allen hat gegeben; der uns durch seinen Engel schützt, der täglich schenket, was uns nützt: drum danket seinem Namen! 4. Lobt Gott! Er gibt uns seinen Sohn, der selbst für uns gestorben, der uns die ewge Lebenskron durch seinen Tod erworben, der Y 4 Frieden 512 Frieden hat mit Gott ge⸗ macht und seinen ganzen Rath vollbracht: drum dan⸗ ket seinem Namen! 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet und seinen Bei⸗ stand uns verheißt, wenn er uns treu erfindet; der uns stets durch sein Wort regiert und auf den Weg des Lebens führt: drum danket seinem Namen! 6. Lobt Gott! Er hat dieß gute Werk selbst in uns angefangen, vollbringt es auch, gibt Kraft und Stärk, das Kleinod zu er⸗ langen, das er am Ziel uns vorgestellt und das den Himmel in sich hält: drum danket seinem Namen! 7. Lobt Gott, ihr starken Seraphim, ihr Engel und ihr Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen! Lobt Gott und preist ihn früh und spat; ja Alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen! In eigener Melodie. 7⁴ 5 Her Acht auf mich in aller Noth, o großer Gott, Herr aller Herren, wann Satans Wuth, die Höllenrott, den Rachen gegen mich aufsperren, wann sie mich suchen zu verschlin⸗ gen und in die höchste Noth Anhang. zu bringen, so bitt ich dich herzinniglich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 2. Hab Acht auf mich, wann mich die Sünd will von dem höchsten Gut ab— wenden, so halte mich, Herr, als dein Kind, mit deinen treuen Vaterhänden; bleib du mir stets in den Gedanken, laß mich von deinem Wort nicht wanken, wann Sünden in mir regen sich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 3. Hab Acht auf mich, wanns gehet wohl, wann mir die Glückessonn will scheinen, die meine Seel macht freudenvoll, daß sie Nichts wissen mag von Weinen, daß ich dem blin⸗ den Glück nicht traue, viel⸗ mehr auf deine Güte schaue. Weil oft das Glücksrad wendet sich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 4. Hab Acht auf mich und steh mir bei, wann mir das Unglück braußt entgegen, daß ich nicht zu verzaget sei und weichen mög von deinen Wegen, die mir zu wandeln sind befohlen, und wann mir auch des Kreuzes Kohlen mein Herze brennen bitter⸗ lich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 5. Hab Acht auf mich, wann ich gesund, wann ich empfinde empfin wann Mund, in me ich bei dankba Auf da mein auf m 6 auch w die G schwind und m Arzene mich n den Staub wann ren sii hab Ac 7. 8 Mel. führt ein. sem O— lich se Angef Trost 2. gekom auch nung ist Zeuch 6 e ———, Anhang. 510 empfinde keine Schmerzen; wann keine Klag in meinem Mund, noch Trauern ist in meinem Herzen, damit ich bei gesundem Leibe dir dankbar und gehorsam bleibe. Auf daß ich nie vergesse dich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 6. Hab Acht auf mich, auch wann ich krank, wann die Gesundheit will ver⸗ schwinden, daß ich geduldig und mit Dank annehm die Arzenei der Sünden; laß mich nicht ungeduldig wer⸗ den und denke, daß ich Staub und Erden. Auch wann die Schmerzen meh— ren sich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 7. Hab endlich dann auch Mel. Gott des Himmels und 716 Thut mir auf die schöne Pforte, führt in Gottes Haus mich ein. Ach, wie wird an die⸗ sem Orte meine Seele fröh⸗ lich sein! Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir. Wo du Woh⸗ nung hast genommen, da ist lauter Himmel hier. Zeuch doch in mein Herze Acht auf mich, wann ich der Welt Valet soll geben, daß ich im Glauben halte dich, bis ich komm in ein ander Leben, daß mir das frohe Glaubensende erthei⸗ let werd in deine Hände. Daß ich bei dir leb ewiglich, mein Vater, so hab Acht 8. Ach, laß mich doch nicht aus der Acht, wann uns dein jüngster Tag er⸗ scheinet, der Tag, da vor Gericht wird bracht auch das, so man hier nicht ge— meinet; laß mich zu deiner Rechten stehn und zu des Lammes Hochzeit gehn; mein Jesu, dann hab Acht auf mich, so will ich ewig preisen dich. ein, laß es deinen Tempel sein. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilge du Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, zeuch das Herze ganz empor! 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Sam⸗ korn in mich fällt; gib mir Licht in dem Verstande, und was mir wird vorge⸗ Y5 stellt, 514 stellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn. 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laß dein theures Kleinod mir nim— mer aus dem Herzen rau⸗ ben, halte stets dein Wort mir für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmels⸗ brod, tröste mich in aller Noth. In eigener Melodie. 7 1 7 underbarer Kö⸗ nig, Herrscher von uns allen, laß dir unser Lob gefallen! Deines Vaters Güte hast du lassen fließen, ob wir schon dich oft verließen. Hilf uns noch! Stärk uns doch! Laß die Zungen singen, laß die Stimmen klingen! 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Stärke mehr, als aller Menschen Werke. Großes Licht der Sonne, schieße deine Strah— len, die das große Rund bemalen! Lobet gern, Mond und Stern! Seid bereit, zu ehren einen solchen Herrn! Anhang. 3. O du meine Seele, singe fröhlich, singe, singe deine Glaubenslieder! Was da Odem holet, jauchze preise, klinge! den Staub darnieder. Er ist Gott Zebadsth! Er nur ist zu loben hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet. Hal⸗ leluja singe, welcher Chri— stum nennet, sich von Her⸗ zen ihm ergiebet. O wohl dir! Glaube mir, endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben. Mel. Wer nur den lieben Gott 718 O daß ich tausend Zungen hätte und einen tausendfachen Mund, so stimmt ich damit um die Wette vom aller-⸗ tiefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. ö 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! O daß mein Blut mit Jauch— zen wallte, solang es noch im Laufe geht! Ach wär ein jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr, meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euern Fleiß und stehet munter im Ge⸗ schäfte Wirf dich in Anhang. schäfte zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich! 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Got⸗ tes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein! 5. Ach, Alles, Alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben, denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr, Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 7. Auch hab ich es mein Lebetage schon so manch lie— besmal gespürt, daß du mich unter vieler Plage zwar wunderbar, doch wohl geführt; denn in der größe⸗ sten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 8. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Lobe stehn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden 5¹1⁵ nicht triumphirend einher⸗ gehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 9. Ich will von deiner Güte singen, solange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, solange sich mein Herz be— wegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 10. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin; im Himmel soll es besser wer⸗ den, wenn ich bei deinen Engeln bin; da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor. Mel. Freu dich sehr, o meine S. 719 Woarum willst du draußen ste⸗ hen, du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, wohlgefallen, du mein Stern, du, mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit! Hilf, o Hei⸗ land, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Meine Wunden sind der Jammer, welchen oft⸗ mals Tag und Nacht des Gesetzes starker Hammer mir mit seinem Schrecken macht. O der schweren Donnerstimm, die mir Got⸗ M6 tes 516 Anhang. tes Zorn und Grimm also tief ins Herze schläget, daß sich all mein Blut beweget. 3. Will ich dann mein Elend lindern und erleich⸗ tern meine Pein bei der Welt und ihren Kindern, fall ich tiefer noch hinein; da ist Trost, der mich be⸗ trübt, Freude, die mein Unglück liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, gute Freunde, die mein lachen. 4. In der Welt ist Alles nichtig, nichts ist, das nicht kraftlos wär. Hab ich Ho⸗ heit, die ist fluͤchtig; hab ich Reichthum, was ists mehr, als ein Stäublein armer Erd? Hab ich Lust, was ist sie werth? Was ists, das mich heut erfreue, das mich morgen nicht ge— reue? 5. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr, Jesu Christ; dein Erfreuen ist die Weide, da man erst recht fröhlich ist. Leuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht; laß mich, err, an dir erquicken, esu, komm, laß dich er— blicken! 6. Freu dich, Herz, du bist erhöret, jetzo kommt und zeucht er ein; sein Gang ist zu dir gekehret, heiß ihn nur willkommen sein und bereite dich ihm zu, gib dich ganz zu seiner Ruh, öffne dein Gemüth und Seele, klag ihm, was dich drückt und quäle. 7. Was du Böses hast begangen, das ist alles ab⸗ geschafft, Gottes Liebe nimmt gefangen deiner Sünden Macht und Kraft, Christi Sieg behält das Feld, und was Böses in der Welt sich will wider dich erregen, wird zu lauter Glück und Segen. 8. Alles dient zu deinem Frommen, was dir bös und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibest du dem wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei, daß du mit den En⸗ geln droben ihn dort ewig werdest loben. Mel. Schwingt, heilige Gedanken 720 Der heilge Christ ist kommen, der theure Gottessohn; deß freun sich alle Frommen am höchsten Himmelsthron. Auch was auf Erden ist, soll preisen hoch und loben mit allen Engeln droben den lieben heilgen Christ. 2. Das Licht ist aufge⸗ gangen, die lange Nacht ist hin: die Sünde liegt ge⸗ fangen, erlöst ist Herz und Sinn. Die Sündenangst ist weg, der Glaube geht zum Him⸗ Himi getür Steg 3: die vater die S densch rein den, den, ein. preise und Vate Chrif freun Liebe die komn Mel. Nun 72 Sing Herr: bis 2. wand zum gedei neuet 3. Mütt gewit auf wahr * rr r EeEAI Anhang. 517⁷ Himmel und aus dem Welt⸗ getümmel auf einem sichern eg. 3: Nun sind nicht mehr die Kinder verwaist und vaterlos; Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gna⸗ denschooß, er will, daß alle, rein von ihren alten Schul-⸗ den, vertrauend seinen Hul-⸗ den, gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preiset, ihr Seelen fern und nah! Der euch den Vater weiset, der heilge Christ ist da! Er ruft so freundlich drein mit süßen Liebesworten: geöffnet sind die Pforten, ihr Kinder, kommt herein! Mel. Wache auf, mein Herz, oder Nun laßt uns Gott, den Herrn 721 Nun laßt uns gehn und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten zu dem neuen. 3. Denn wie von treuen Müttern in schweren Un⸗ gewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß be— wahret werden! 4. Also auch und nicht minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Noth und Trübsal blitzen, in seinem Schooße sitzen. 5. Ach, Hüter unsers Le⸗ bens, fürwahr, es ist ver⸗ gebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 6. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue! Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 7. Laß ferner dich erbit⸗ ten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. 8. Gib uns und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 9. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern We⸗ gen, laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 10. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Be— rather, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe. 11. Hilf gnädig allen Kranken, gib fröhliche Ge⸗ danken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwer⸗ muth quälen. 12. Und endlich was das Meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herr⸗ Y 7 lich 518 Anhang. lich ziere und dort zum Himmel führe. 13. Das Alles wollst du geben, o unsers Lebens Le⸗ ben, uns und der Christen⸗ schaare zum selgen neuen Jahre. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 722 QJesus soll die Lo⸗ * sung sein, da ein neues Jahr erschienen; Jesu Name soll allein de⸗ nen zum Paniere dienen, die in seinem Bunde stehn und auf seinem Wege gehn. 2. Jesu Name, Jesu Wort soll in der Gemeinde schal⸗ len; und so oft wir an den Ort, der nach ihm genannt ist, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligthum. 3. Sein Versühnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren; also wird es uns zu Theil, wird sich täglich bei uns mehren; auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 4. Unsre Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen. Geht uns dieser Leit⸗ stern für, so wird Alles wohl bestehen und durch sei⸗ nen Gnadenschein Alles voller Segen sein. Alles Sorgen, alles Leid soll sein Name uns versüßen, so wird alle Bitterkeit uns ein Segen werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, wel⸗ cher allen Kummer stillt. 6. Jesus, aller Bürger Heil, unserm Ort ein Gna⸗ denzeichen, unsers Landes bester Theil, dem kein Klei⸗ nod zu vergleichen, Jesus, unser Schutz und Hort, bleib uns Losung fort und ort! Mel. Valet will ich dir geben oder: Befiehl du deine Wege. Ich geh zu dei— 723 N nem Grabe, du großer Osterfürst, weil ich die Hoffnung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man kann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit des Himmels Erben ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde und hast sie eingeweiht, wann ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was Asch und Staub vermehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe, drückst mir die Augen zu. So soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. 4. Dein 4. versie entzw Tod denn Steir mein Anhang. 519 4. Dein Grab war wohl versiegelt, du sprengtest es entzwei. Wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd ich den erblicken, der mich vom Tode weckt. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich, da warten lauter Kronen in deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Le— ben, o meines Todes Tod! Ich will mich dir ergeben in meiner letzten Noth. Ich will mein Bette machen in deine liebe Gruft, da werd ich schon erwachen, wenn deine Stimme ruft. Mel. Sollt ich meinen Gott nicht 72 4 Ummar. nimm die Hente bui die dein Volk dir heute bringt, das mit fro⸗ hen Osterpsalmen den er⸗ kämpften Sieg besingt. Wo ist nun der Feinde Pochen und der Würger Mordge- schrei, da des Todes Nacht vorbei und sein Stachel ist erbrochen? Tod und Hölle liegen da! Gott sei Dank, Halleluja! 2. Stecke nun dein Sie⸗ geszeichen auf der dunkeln Gruft empor! Was kann deinem Ruhme gleichen? Held und König tritt her⸗ vor! Laß dir tausend Engel dienen; denn nach harter Leidenszeit ist dein Tag der Herrlichkeit, höchste Maje⸗ stät, erschienen. Erd und Himmel jauchzen da: Gott sei Dank, Halleluja! 3. Theile, großer Fürst, die Beute deiner armen Heerde mit, die in froher Sehnsucht heute vor den Thron der Gnade tritt. Deinen Frieden gib uns allen, o so jauchzet Herz und Muth, weil das Loos uns wundergut und aufs lieblichste gefallen, denn der Oelzweig grünet da! Gott sei Dank, Halleluja! 4. Laß, o Sonne der Ge⸗ rechten, deinen Strahl ins Herze gehn; gib Erleuch⸗ tung deinen Knechten, daß sie geistlich auferstehn. Hält der Schlaf uns noch gefan⸗ gen, o so fördre du den Lauf; rufe mächtig: Wa⸗ chet auf! Denn die Schat⸗ ten sind vergangen, und der helle Tag ist da! Gott sei Dank, Halleluja! 5. Tilg in uns des Todes Grauen, wann die letzte Stunde schlägt, weil du denen, die dir trauen, schon die Krone beigelegt. Gib uns P‚PIꝗP‚ꝑ‚ꝑ‚ꝑ‚P/‚/‚/‚/‚/e:e:iq‚ete ö * — U1 1 ö 1 4 uns in den höchsten Nöthen, gib uns mitten in der Pein deinen Trost und Glauben ein, o so kann der Tod nicht tödten; denn die Hoffnung blühet da! Gott sei Dank, Halleluja! 6. Zeige, wenn der blöde Kummer über Sarg und Grüften weint, wie die SchwachheitnachdemSchlum⸗ mer dort in voller Kraft erscheint. Sind wir sterblich hier geboren, o so streift das kühle Grab nur was sterblich heißt, uns ab, und der Staub ist unverloren, unser Hirte hütet da! Gott sei Dank, Halleluja! Rufe die zerfallnen Glieder endlich aus der dunkeln Nacht, wenn der Deinen Asche wieder in verklärtem Glanz erwacht. Dann wirst du die Krone geben; dann wird die ver⸗ jüngte Brust, Herr, mit engelgleicher Lust ewig dei⸗ nen Sieg erheben und wird sprechen auch allda: Gott sei Dank, Halleluja! Mel. O du Liebe meiner Liebe 72 5 Wondle leuchten⸗ der und schö⸗ ner, Ostersonne deinen Lauf, denn dein Herr und mein Versöhner stieg aus seinem Grabe auf. Als das Haupt K er sterbend beugte, bargst Anhang. du dich im nächtgen Flor; doch jetzt komm herab und leuchte, denn auch er stieg längst empor. Erde, breite dich in Frieden unter deinem Him⸗ mel aus, denn dein Herr ist nicht geschieden, er zer⸗ brach des Todes Haus. Deine starken Felsen bebten, als er seinen Geist ver⸗ haucht. Grüße nun den Neubelebten, wonnevoll in Licht getaucht. 3. Doch du selber, meine Seele, sag, wie feierst du den Tag, da der Herr des Grabes Höhle mit gewalt⸗ gem Arm durchbrach? Fei— erst du sein Auferstehen auch in rechter Osterfreud? Kann man an dir selber sehen, welch ein hoher Fest⸗ tag heut? 4. Bist du mit ihm auf⸗ erstanden aus der Sünde Todesnacht? Hast du dich von ihren Banden losge⸗ rungen, frei gemacht? Oder liegst du noch verborgen und in deinen Sünden todt? Kündet deinen Ostermorgen 44 kein helles Morgen⸗ roth? 5. O dann laß dich nicht bedecken länger mehr die finstre Nacht; sieh dein Herr ist, dich zu wecken, von dem Tode aufgewacht! omm, vom Schlaf dich zu erheben, komm, der 9805 e é Sinn. ——1— ni dich neuen + aufer test Sünd in dii Willsf geben hochr Himi nig, höht dir vor mein deine 2 Him heit Stre —————— Anhang. des Lebens ruft: auf zum neuen steig hervor aus Gruft! 6. Sieh, er reicht dir hülfreich, gnädig die durch⸗ bohrten Hände hin, macht dich der Betäubung ledig, weckt mit Liebesruf den Sinn. Keine Strafe sollst du scheuen, darum bleibe nicht zurück, raff dich auf, dich zu erfreuen an des neuen Lebens Glück. 7. Sieh, dein Herr ist auferstanden, daß du könn⸗ test auferstehn, aus der Sünde Haft und Banden in die schönste Freiheit gehn! Willst du ihm dich nur er⸗ geben, streift er deine Ketten ab, und du siehst dein altes Leben hinter dir als leeres Grab. Wache Leben, deiner Mel. Alle Menschen müssen sterben 726 Siegeefuürst und Ehrenkönig, hochverklärte Majestät! Alle Himmel sind zu we— nig, du bist drüber doch er⸗ höht; sollt ich nicht zu Fuß dir fallen und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubensaug entzückt deine Herrlichkeit erblickt? 2. Weit und breit, du Himmelssonne, deine Klar⸗ heit sich ergießt, daß ein Strom von Glanz und 521 Wonne durch die Himmels⸗ geister fließt; prächtig wirst du aufgenommen, freudig heißt man dich willkommen. Schau, dein armes Kind auch hier rufet Hosianna dir. 23. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klarheit seh? Sollt mein Muth noch wollen sinken, da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt und Teufel grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 4. Geist und Kraft nun überfließen; drum wirk in mir kräftiglich, bis zum Schemel deinen Füßen alle Feinde legen sich. Herr, zu deinem Scepter wende Alles bis zum Weltenende, mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan. 5. Du kannst Alles aller Orten nun erfülln und nahe sein: meines armen Herzens Pforten stehen of⸗ fen, komm herein! Komm, du König aller Ehren, du mußt auch bei mir einkeh⸗ ren; ewig in mir leb und wohn als in deinem Him⸗ melsthron. 6. Deine Auffahrt will mich heben, bringt mir Gott und Himmel nah. Lehr mich nur im Geiste leben, gleich als wärst du a/ 52² da, fremd der Welt, der Zeit, den Sinnen, bei dir abgeschieden drinnen, in das Himmelreich versetzt, da mich Jesus nur ergötzt. In eigener Melodie. 727 137 ein zu dei⸗ nen Thoren, sei meines Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast, o hoch— geliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit bei— den gleichen Thrones, mit beiden gleich gepreist! 2. Zeuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft. Ent⸗ sündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut gemacht; der Tod durch⸗ drang mein Leben, du hast ihn umgebracht und in der Tauf erstickt, mit dessen Tod und Blute als mit dem höchsten Gute, der uns im Tod erquickt. 4. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll, dein Beten wird er⸗ höret, dein Singen klinget wohl, es steiget himmelan, es steiget sonder Ende, bis Anhang. der sich zu uns wende, der Allen helfen kann. 5. Du bist ein Geist der Freuden, das Trauern willst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manch⸗ chesmal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die Pforten zum güldnen Freu⸗ densaal! 6. Du bist ein Geist der Lie⸗ be, ein Freund der Freund—⸗ lichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit. Der Feind⸗ schaft Feind du bist, willst, daß in Liebesflammen sich wieder thu zusammen, was voller Zwietracht ist. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenher⸗ zen wenden, wie es dir wohl—⸗ gefällt. So gib doch deine Gnad zu Fried und Lie— besbanden, verknüpf in allen Het. was sich getrennet t at. 8. Beschirm die Obrig⸗ keiten, bau unsers Fürsten Thron, gib Glück zu unsern Zeiten, schmück, als mit ei⸗ ner Kron, die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottes⸗ furcht und Tugend das Volk im ganzen Land. 9. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Anhang. mit Segen für und für; vertreib den bösen Geist, der dir sich widersetzet und, was dein Herz ergötzet, aus unserm Herzen reißt. 10. Richt unser ganzes Le⸗ ben allzeit nach deinem Sinn, und wenn wirs sollen geben in Todes Hände hin, wenns mit uns hier wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus. Mel. Erhalt uns, Herr 0 sch, bleib bei uns, 728 A Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. 2. In dieser schwerbetrüb— ten Zeit verleih uns, Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sakrament be⸗ halten rein bis an das End. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt, wir sind gar sicher, faul und kalt; gib Glück und Heil zu deinem Wort, gib, daß es schall an allem Ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord. Gib deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Muth und Geduld. 5. Ach, Gott, es geht gar übel zu; auf dieser Erd ist keine Ruh; viel 523 Secten und groß Schwär⸗ merei jetzt kommen haufen⸗ weis herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die mit Ge— walt sich heben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht un⸗ ser, sondern dein ja ist; dar⸗ um so steh du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. 8. Dein Wort ist unsers Herzens Trutz und deiner Kirche wahrer Schutz; da⸗ bei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts Anders su⸗ chen mehr. 9. Hilf leben uns nach deinem Wort und darauf muthig fahren fort von hin⸗ nen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelssaal. Mel. Es ist das Heil uns 7 29 Die Feinde deines Kreuzes drohn, dein Reich, Herr, zu zerstören. Du aber, Mittler, Gottes Sohn, kannst ihrem Trotze wehren. Dein Thron be—⸗ stehet ewiglich; vergeblich wird sich wider dich die Macht der Hölle rüsten. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Menschenkindern; drum konnt auch eine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang in⸗ 52⁴4 hindern. Dein Erbe bleibt dir immerdar und wird selbst durch der Feinde Schaar zu deinem Ruhm sich mehren. 3. Du wollest deine Herr⸗ schaft noch auf Erden weit verbreiten und unter deinem sanften Joch zum Heil die Völker leiten! Vom Auf⸗ gang bis zum Niedergang bring alle Welt dir Preis und Dank und glaub an deinen Namen! 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, die frevelnd sich empören, laß deiner Gnade Wunder sehn, daß sie sich noch bekehren! Lehr sie mit uns gen Himmel schaun und unerschüttert im Vertraun auf deine Zukunft warten! 5. Uns, deine Gläubgen, wollest du fest in der Wahr⸗ heit gründen, daß wir für unsre Seelen Ruh in dei⸗ ner Gnade finden! Mach unsers Glaubens uns ge⸗ wiß; vor Irrthum und vor Finsterniß bewahr uns bis ans Ende! 6. Dein Geist führ uns auf ebner Bahn und heilge unsern Willen, so wird dein Volk, dir unterthan, gern dein Gesetz erfüllen, bis du erscheinest zum Ge⸗ richt und dann vor deinem Angesicht die Menschenkin⸗ der sammelst. Anhang. 7. Voll Zuversicht erwar⸗ ten dich, Herr, alle deine Frommen und freun des großen Tages sich, da du wirst wiederkommen. Dann werden wir, o Gottessohn, den uns verheißnen Gna— denlohn, dein Himmelreich ererben. Mel. Valet will ich dir geben 7 30 Bis hierher und nicht weiter! Noch lebt der starke Held, der sich, ein rechter Strei— ter, für seine Kirche stellt. Ihr Feinde möget wüthen, euch schon des Sieges freun: uns wird der Herr behü⸗ ten, euch auseinanderstreun. 2. Wir stehn auf festem Grunde, wir haben Jesum Christ, der unserm Glau⸗ bensbunde ein Fels und Eckstein ist. Wir wandeln in dem Glanze, der von dem Herrn ausgeht, und er ist unsre Schanze, wenn unser Feind aufsteht. Wer will von ihm uns scheiden, der blutend uns erwarb, als er nach schweren Leiden den Tod am Kreuze starb? Wir blei⸗ ben an ihm hangen in Noth und Traurigkeit, ge⸗ bunden und gefangen, mit Christenfreudigkeit. Ungläubge, ihr mögt spotten, erfinden bösen Rath und euch zusammenrotten —2—2....—v66— Anhang. Frevelthat: Er, zu jeder Christus ganzw alleine be⸗ schützt, die ihm vertraut, die heilige Gemeine, auf ihn, den Fels, gebaut. 5. Und wenn auch Berge weichen und Hügel sinken ein, die Kirche ohne Glei⸗ chen wird wohl bewahret sein. Er wohnet bei ihr drinnen und hütet früh und spät; hell glänzen ihre Zinnen, darauf sein Zeichen steht. Mel. Mein ganzer Geist 731•2 Jesu, Herr der Herrlichkeit, du König deiner Christenheit, du Hirte deiner Heerde, du siehst auf die erlöste Welt, regierst sie, wie es dir ge⸗ fällt, sorgst, daß sie selig werde. Von dir sind wir auch erwählet, zugezählet den Erlösten, die du segnen willst und trösten. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, nach dei⸗ nem Sinn ihm Hirten gibst, die es zum Himmel führen und die voll Eifer, Geist und Kraft, voll Glaubens, Liebe, Wissenschaft, das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten laß den Seelen nie⸗ mals fehlen und die Heer⸗ den mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, 5²2⁵ den du uns gesandt, Herr' segne sein Geschäfte! Die Seelen, die sich ihm ver⸗ traun, durch Lehr und Le⸗ ben zu erbaun, gib Weis⸗ heit ihm und Kräfte. Lehr ihn, hilf ihm thun und lei⸗ den, dulden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; Nichts sei, das ihn betrübe. Wenn er uns deine Wahr⸗ heit lehrt, gib uns ein Herz, das folgsam höxt, ein Herz voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehen und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein gro⸗ ßer Tag erscheint, laß un⸗ sern Lehrer, unsern Freund uns dir entgegenführen. Du gibst ihm unter seine Hand die Seelen als ein Anterpfand; laß keine ihn verlieren. Jesu, hilf du, beut die Hände, daß am Ende Hirt und Heerde treu vor dir erfunden werde. 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn! Wir hei⸗ ßen dich willkommen gern in Jesu Christi Namen. O Hirte, nimm uns bei der Hand, führ uns zum ewgen Vaterland. Gott mit dir! Amen! Amen! Mit dir gehn 526 dir gehn wir durch die Lei⸗ den dieser Zeiten zu dem Leben, das uns unser Gott will geben. Mel. Mein ganzer Geist, Gott 732 Gott, Vater, al⸗ ler Dinge Grund, gib deinen Vater⸗ namen kund an diesem heil⸗ gen Orte. Wie lieblich ist die Stätte hier! Die Her⸗ zen wallen auf zu dir; hier ist des Himmels Pforte. Wohne, throne hier bei Sündern als bei Kindern voller Klarheit, heilge uns in deiner Wahrheit. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, dieß Got⸗ teshaus ist dir geweiht; o laß dirs wohlgefallen! Hier schalle dein lebendig Wort, dein Segen walte fort und fort in diesen Friedenshal⸗ len. Einheit, Reinheit gib den Herzen, Angst und Schmerzen tilg in Gnaden, heil uns ganz vom Sün⸗ denschaden. 3. Gott, heilger Geist, du werthes Licht, wend her dein göttlich Angesicht, daß wir erleuchtet werden. Geuß über uns und dieses Haus dich mit allmächtgen Flam⸗ men aus, mach himmlisch uns auf Erden. Lehrer, Hörer, Kinder, Väter, frü⸗ Anhang. her, später gehts zum Ster⸗ ben. Hilf uns Jesu Reich ererben. 4. Dreieinger Gott, Lob, Dank und Preis sei dir von Allen gleicherweis für dieß dein Haus gesungen. Du hasts geschenkt und auf⸗ erbaut, dir ists geheiligt und vertraut mit Herzen, Hän⸗ den, Zungen. Ach', hier sind wir noch in Hütten: Herr, wir bitten, stell uns droben in den Himmel, dich zu loben. Mel. Dir, dir, Jehova 733 Wach auf, du Geist der er⸗ sten Zeugen, der Wächter, die auf Zions Mauern stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen nund die getrost dem Feind entgegen⸗ gehn, ja deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Schaaren zu dir bringt. 2. O daß doch bald dein Feuer brennte! O möcht es doch in alle Lande gehn! Gib zu der Aerndte doch die Hände! Gib Knechte, die in treuer Arbeit stehn. O Herr der Aerndte„ siehe doch darein; die Aerndt ist groß, die Zahl der Knechte klein. „3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitte Bitte O sieh ten sich und S inbrür drum sprich: 4. E großen räume Anhang. 527 Bitte in den Mund gelegt. O siehe, wie an allen Or⸗ ten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herz⸗ inbrünstig darum anzuflehn; drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn! 4. So gib dein Wort mit großen Schaaren, die in der Kraft Evangelisten sein; laß eilend Hülf uns wider⸗ fahren und brich in Satans Reich und Macht hinein. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens reis! 5. Ach, daß die Hülf aus Zion käme! O daß dein Geist, sowie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefängniß nähme! O würd es doch nur bald vor Abend Licht! Ach, reiß, o Herr den Himmel bald ent⸗ zwei und komm herab zur Hülf und mach uns frei! 6. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen! Es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein. Ach, führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll zu allen Thoren ein! Ja, wecke doch auch Israel bald auf und also segne deines Wortes Lauf. 7. O bessre Zions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räume bald aus jedem Wege; vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn und mach uns bald von jedem Miethling frei, daß Kirch und Schul ein Garten Got⸗ tes sei! 8. Laß jede hoch und nie⸗ dre Schule die Werkstatt deines guten Geistes sein. Ja, sitze du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, daß treue Lehrer wir und Beter sehn, die kräftig vor den Riß der Kirche stehn. Mel. Jesus, meine Zuversicht 7 3 4 Eine; Heerde und Ein Hirt! Wie wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird! Freue dich, du kleine Heerde! Mach dich auf und werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern?— Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn na⸗ het dämmernd sich den Hei⸗ den; blinde Pilger flehn um Licht: Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, du treuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Heerde! Kleine Heerde, zage nicht: Jesus hält, was er ver⸗ spricht. 4. Sieh, 528 Anhang. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Mor⸗ genrothes Helle und der Sohn der Wüste kniet dür⸗ stend an der Lebensquelle. Ihn umleuchtet Morgen⸗ licht: Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren auf⸗ gethan. Rauscht, verdorrete Gebeine! Macht dem Bun⸗ desengel Bahn! Großer Tag des Herrn, erscheine! Jesus ruft: Es werde Licht! Je⸗ sus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herr⸗ lichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Won⸗ ne! Mach dich auf! Es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. In eigener Melodie. 73 5 Kehre wieder, keh⸗ re wieder, der du dich verloren hast! Sinke reuig bittend nieder vor dem Herrn mit deiner Last! Wie du bist, so darfst du kom⸗ men und wirst gnädig auf⸗ genommen. Sieh, der Herr kommt dir entgegen, und sein heilig Wort verspricht dir Vergebung, Heil und Segen. Kehre wieder, zaudre nicht! 2. Kehre aus der Welt Zerstreuung in die Einsam⸗ keit zurück, wo in geistiger Erneuung deiner harrt ein neues Glück, wo sich bald die Stürme legen, die das Herz so wild bewegen, wo des heilgen Gottes Mah⸗ nen du mit stillem Beben hörst und von neuem zu den Fahnen Jesu Christi reuig schwörst. 3. Kehre wieder, irre Seele! Deines Gottes treues Herz beut Vergebung dei— nem Fehle, Valsam für den Sündenschmerz. Sieh auf den, der voll Erbarmen dir mit ausgestreckten Armen winket von des Kreuzes Stamme: Kehre wieder! fürchte nicht, daß der Gnädge dich verdamme, dem sein Herz vor Liebe bricht. 4. Kehre wieder, neues Leben trink in seiner Liebes⸗ huld. Bei dem Herrn ist viel Vergeben, große Lang⸗ muth und Geduld. Faß ein erz zu seinem Herzen. Er at Trost für alle Schmer⸗ zen; er kann alle Wunden heilen, macht von allen Flek⸗ ken rein. Darum kehre ohne Weilen zu ihm um und bei ihm ein. 5. Kehre wieder, endlich kehre in der Liebe Heimath ein, in die Fülle aus der Leere, in das Wesen aus dem Schein, aus der Lüge in die Wahrheit, aus dem Dunkel in die Klarheit, aus stiger rt ein bald e das „wo Mah⸗ Beben n zu hristi irre reues dei⸗ den auf n dir rmen euzes Anhang. 529 aus dem Tode in das Leben, aus der Welt ins Himmel⸗ reich; doch was Gott dir heut will geben, nimm auch heute: kehre gleich! Mel. Wer nur den lieben Gott 736 Qch weiß von kei⸗ N nem andern Grunde, als den der Glaub in Christo hat; ich weiß von keinem andern Bunde, von keinem andern Weg und Rath, als daß man elend, arm und bloß sich legt in seines Vaters Schooß. 2. Ich bin zu meinem Heiland kommen und eil ihm immer besser zu; ich bin auch von ihm aufge⸗ nommen und finde bei ihm wahre Ruh; er ist mein Kleinod und mein Theil, und außer ihm weiß ich kein Heil. 3. Ich bleib in Christo nun erfunden und bin in ihm gerecht und rein; bleib ich mit ihm nur stets ver⸗ bunden, so kann ich immer sicher sein: Gott sieht auch mich in Christo an. Wer ists, der mich verdammen kann? 4. Ich fühle noch in mir die Sünde, doch schaden kann sie mir nicht mehr, weil ich in Christo mich be⸗ finde; wohl aber beuget sie mich sehr; ich halte nichts gering und klein, sonst dringt ein sichres Wesen ein. 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben im Glauben und in Christi Kraft; der alte Mensch muß täglich sterben, der noch nicht todt am Kreuze haft; dieß aber macht mich rein und klein und lehrt zu Jesu ernstlich schrein. 6. Ich suche stets vor ihm zu stehen und seh in Allem ihn nur an, nach seinem Wink einherzugehen, daß nichts mein Ziel verrücken kann. Ich seufze stets: Herr, steh mir bei, daß ich dein rechter Jünger sei! 7. Und da ich so in Chri⸗ sto bleibe, stets vor ihm wandelnd auf ihn seh, das Wort des Friedens fröh⸗ lich treibe und unablässig zu ihm fleh, so bleib ich stets im Grunde stehn, da kann mein Wachsthum vor sich gehn. 8. Ich bleib im tiefsten Dewathsgrunde und will von Christo nimmer gehn; ich bleib im allgemeinen Bunde, in allgemeiner Liebe stehn und hang an Christo ganz allein; dieß soll mein Grund auf ewig sein. O Jesu, laß mich in dir bleiben; o Jesu, bleibe du in mir. Laß deinen guten Geist mich treiben, daß ich im Glauben folge 3 dir 530 Anhang. dir. Laß mich stets fromm und wachsam sein, so reißet nichts den Grund mir ein. Mel. Jesus, meine Zuversicht 737 5 geht unsre Bahn; wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir dort nach Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimstand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist! Denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Zweck erlesen; ein von Gott er⸗ leuchter Sinn kehrt in sei⸗ nen Ursprung hin. 3. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre, das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 4. Himmelan! Mein Glau⸗ be zeigt mir das schöne Loos von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne, denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 5. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Hei⸗ math führen, da ich über alle Noth ewig werde tri⸗ umphiren. Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 6. Himmelan, ach him⸗ melan! Das soll meine Lo⸗ sung bleiben. Ich will al— len eitlen Wahn durch die Himmelslust vertreiben. Himmelan steht nur mein inn, bis ich in dem Him-⸗ mel bin. Mel. Schon ist der Tag von Gott 738 Such, wer da will, ein ander Ziel, die Seligkeit zu mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr; sein Werk ist klar; sein heilger Mund hat Kraft und Grund,‚, all Feind zu überwinden. 2. Such, wer da will, Nothhelfer viel, die uns doch nichts erworben; mn ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was ver⸗ dorben. Uns wird das Heil durch ihn zu Theil; uns macht gerecht, der treue Knecht, der für uns ist ge— storben. 3. Ach, sucht doch den, laßt Alles stehn, die ihr das Heil begehret; er ist der Herr und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn al⸗ lein; denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. 4. Mein finden, Anhang. 4. Mein Herzenskron und Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben; bleib du mein Preis, dein Wort mich speis; bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu glauben. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich in Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir mein höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen; hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dir ewig dort Lob sangen. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 739 Ich will dich im⸗ Ymer treuer lie⸗ ben, mein Heiland, gib mir Kraft dazu. Lang hat die Welt mich umgetrieben, nun schenkst du mir die wahre Ruh, die Ruh, mit der nichts zu vergleichen, der alle Königskronen wei⸗ chen, die uns den Himmel offen zeigt. Ach, daß ich ganz in Lieb zerflösse vor deiner Liebe Wundergröße, die alles Wissen übersteigt. 2. Wie freundlich hast du mich gezogen, wie ging mir dein Erbarmen nach! Ich floh von dir und griff be⸗ trogen nach Herzeleid und 531 Ungemach. Du aber nahmst ohn mein Verlangen in dei⸗ ner Liebe mich gefangen und wecktest meinen todten Sinn. Nimm, Seelenfreund, für diese Treue, mein gan⸗ zes Herz, das ich dir weihe, entreiß mirs doch und nimms dir hin. 3. Ich hange nicht an irdschen Gaben, dich, Jesu, such ich ganz allein; soll ich nichts zu genießen haben, ich will auch so zufrieden sein; dein Reich wächst nicht in lauter Freuden; lehr mich getrost und stille lei⸗ den und mach in Allem mich getreu. Nimm hin mein Wollen, Denken, Rich⸗ ten, mein eignes Laufen, Wirken, Dichten, daß nichts, denn du, mehr übrig sei. 4. Mir ist am seligsten gerathen, wenn ich aus eig⸗ ner Wahl nichts thu. Ein Andrer sinn auf große Tha⸗ ten; mein Geist erblicket eine Ruh, worin er leidend das vollführet, was von des Geistes Trieben rühret, und das heißt recht in Gott ge⸗ than. O mischte sich doch in mein Lieben nichts mehr von meinen eignen Trieben, so fing ich recht zu lieben an. 5. Getreuer Jesu, soll ich hoffen, daß meine Liebe —5 üht n 0f ja, Denn erze steht noch offen dem, 3 2 welcher 532 welcher ernstlich Hülf be⸗ gehrt. Ich flieh zum Reich-⸗ thum deiner Güte. Durch⸗ leucht mein finsteres Ge⸗ müthe, daß ich, was du nicht selber bist, erkenn und haß und dämpf und tödte, so schau ich nach der Mor⸗ genröthe, wie hell die Sonne selber ist. Mel. Was Gott thut, das ist 7 40 Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; dir bleibt mein Herz erge⸗ ben; du kennst dieß Herz, das redlich spricht: nur Ei⸗ nem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein; du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Him⸗ mel werden. 2. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir deine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat festen Grund: die deiner sich nicht schämen, die kann dir Nie⸗ mand nehmen. 3. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder ins Gericht und büßtest für mich Armen; aus Dankbarkeit will ich allzeit um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. 4. Dich, Jesum, laß ich Anhang. ewig nicht; du stärkest mich von oben. Auf dich steht meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich flieh zu dir; du eilst zu mir; wenn mich die Feinde hassen, wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; das Kreuz soll uns nicht scheiden. Es blei⸗ bet jedes Gliedes Pflicht, mit seinem Haupt zu leiden. Doch all mein Leid währt kurze Zeit; bald ist es über⸗ standen, und Ruh ist dann vorhanden. 6. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; nie soll mein Glaube wanken, und wann des Leibes Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedan⸗ ken: mein Freund ist mein und ich bin sein; er ist mein Schutz, mein Tröster, und ich bin sein Erlöster. Mel. Es ist das Heil uns 7 41 Hi9 wie du willst, so schicks mit mir im Leben und im Sterben! Allein zu dir steht mein Be— gier, laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld; sonst, wie du willst, gib mir Geduld, denn dein Will ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, und Leib zu nimm 3 gehre Gnad du lie in der den, hat A Anhang. zu deinem Worte! Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gib mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit; wend ab all Un⸗ gerechtigkeit in meinem gan⸗ zen Leben! 3. Sollt ich einmal nach deinem Rath von dieser Welt abscheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; o Herr, ein selig End gib mir durch Jesum Christum, Amen. In eigener Melodie. 742 Sieh hier bin ich, Ehrenkönig, lege mich vor deinen Thron. Schwache Thränen, kindlich Sehnen bring ich dir, du Menschensohn. Laß dich fin— den, laß dich finden von mir der ich Asch und Thon! 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, lenke mich nach deinem Sinn. Dich alleine, ich nur meine dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden! Gib dich mir und nimm mich hin! Herr, erhöre, ich be⸗ gehre nichts, als deine freie Gnad, die du giebest, wo du liebest und man dich liebt in der That. Laß dich fin⸗ den, laß dich finden! Der hat Alles, wer dich hat. 533 4. Hör, wie kläglich, wie beweglich dir die treue Seele singt, wie demüthig und wehmüthig deines Kindes Stimme klingt! Laß dich finden, laß dich finden! denn mein Herze zu dir dringt. 5. Dieser Zeiten Eitel⸗ keiten, Reichthum, Wollust, Ehr und Freud sind nur Schmerzen meinem Herzen, welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß di finden! Großer Gott, i bin bereit! Mel. Befiehl du deine Wege 7 43 Ein Wohlstand ohne Gleichen ist eines Christen Stand, wie er bei keinem Reichen von dieser Welt bekannt. Den kann auch Niemand rauben, wie feindlich er ge⸗ sinnt; ein Christ ist durch den Glauben des reichsten Vaters Kind. 2. Er kann mit Freuden kommen vor Gottes Ange⸗ sicht, da wird er angenom⸗ men, und Niemand wider⸗ spricht. Was Alles ihn be⸗ troffen, seis Freude oder Leid, ihm steht der Zugang offen zum Vater allezeit. 3. Er kann in großen Schaaren als Diener um sich sehn, die einst ihm Her— ren waren und nun zu Dienste stehn. Er ist um⸗ 3 3 ringt 534 Anhang. ringt von ihnen den ganzen Lebenstag; denn ihm muß Alles dienen, was ihm be⸗ gegnen mag. Und geht einmal auf Erden die Kindeszeit zu End, er weiß, was ihm muß werden nach Christi Testament: ein Erbtheil in dem reichen, geliebten Va⸗ terland. Solch Wohlstand ohne Gleichen ist eines Chri⸗ sten Stand. Mel. Wer nur den lieben Gott QWe größer Kreuz, 7 4* je näher Him⸗ mel: wer ohne Kreuz, ist ohne Gott. Beim trügeri⸗ schen Weltgetümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod. O selig ist der Mann ge⸗ schätzt, den Gott in Kreuz und Trübsal setzt. 2. Je größer Kreuz, je beßre Christen: das Kreuz ist unser Probestein. Wie mancher Garten wird zur Wüsten, fällt nicht ein Thränenthau hinein! Das Gold wird auf dem Feuer⸗ heerd, ein Christ in mancher Noth bewährt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube: die Palme wächset bei der Last; die Süßigkeit fließt aus der Traube, wenn du sie wohl gekeltert hast. Im Kreuze wächset uns der Muth Im Perlen in gesalzner uth. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe: der ind bläst nur die Flammen auf, und scheinet gleich der Him⸗ mel trübe, so lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Glut, gleichwie das Oel im Feuer thut. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete: geriebne Kräu⸗ ter duften wohl; wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht nach dem Pol. Wo kämen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär? 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen: im Thale steiget man bergan. Wer durch die Wüsten ist ge⸗ gangen, der sehnet sich nach Kanaan. Das Täublein, findets hier nicht Ruh, so fliegt es nach der Arche zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben; man freut sich recht auf seinen Tod; denn man entgehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Noth. Das Kreuze, das die Gräber ziert, bezeugt, man habe triumphirt. 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gottes Hand uns beigelegt und die einmal vor seinem Thro⸗ ne der Ueberwinder E tel tré Kleino das g 9. dein K je lieb Unged pflanz ein, d Hoffn. mein Me 5. Perlic — — I Anhang. tel trägt. Ach, dieses theure Kleinod, macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 9. Gekreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger und je lieber sein; daß mich die Ungeduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glauben, Lieb und Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Mel. Wo Gott zum Haus 7 45 Wobe einem Haus, da Jesus Christ allein das All in Allem ist! Ja, wenn er nicht darinnen wär, wie klerd wärs, wie arm und eer! 2. Wohl ihm, wenn Mann und Weib und Kind im rechten Glauben einig sind, zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot! 3. Wohl, wenn ein sol⸗ ches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußere Werk nichts ist, noch heißt! 4. Wohl, wenn das Räuch⸗ werk und Gebet beständig in die Höhe geht und man nichts treibet fort und fort, als Gottes Werk und Got⸗ tes Wort! 5. Wohl, wenn im äu⸗ ßerlichen Stand mit fleißi— 535 ger getreuer Hand ein Jeg⸗ liches nach seiner Art im Glauben seine Pflicht be— wahrt! 6. Wohl, wenn die Ael-⸗ tern gläubig sind, und wenn sie Kind und Hausgesind versäumen nicht am ewgen Glück, daß ihrer keines bleibt zurück! 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht; die Ael⸗ tern werden hoch erfreut und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen segnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund sammt mei⸗ nem Hause diesen Bund: wenn alles Volk vom Her⸗ ren wich, so dienen wir ihm ewiglich! Mel. Befiehl du deine Wege 746 Ich bin ein Gast NI auf Erden und hab hier keinen Stand; der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland; hier reis ich nur zum Grabe, dort in der ewgen Ruh ist Gottes Gnadengabe, die schleußt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an, als Müh und Noth ge⸗ wesen? Solang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer mit mi 536 Anhang. mit Sorgen des Herzens zu⸗ gebracht. 3. Ich habe mich ergeben in alles Glück und Leid. Was will ich besser leben in dieser Zeitlichkeit? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten sein! Wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein! 4. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in diesem frem-⸗ en Zelt; ich wandre meine Straßen, die zu der Hei⸗ math führt, da mich ohn alle Maßen mein Vater trösten wird. 5. Mein Heimath ist dort oben, da aller Engel Schaar den großen Herrscher lo⸗ ben, der Alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, 1090 Alles hebt und leget, nachdems ihm wohlgefällt. 6. Zu dem steht mein Verlangen, da wollt ich gerne hin. Die Welt bin ich durchgangen, daß ichs fast müde bin. Je länger ich hier walle, je wen'ger find ich Freud, die meinem Geist gefalle, das Meist ist Eitelkeit. ö 7. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel. Ach, komm, mein Gott, und löse, mein Herz, wenn dein Herz will! Komm, mach ein selig Ende aus meiner Wanderschaft, und was mich kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft. 8. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus. Wenn mein Ziel ausgemes⸗ sen, so tret ich dann hinaus, und was ich hier gebrauchet, das leg ich Alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so scharrt man mich ins Grab. 9. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du zeuchst mich, wann ich schei— de, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll, gleich als die helle Sonne, nächst Andern leuchten soll. 10. Da will ich immer wohnen und nicht nur als ein Gast bei denen, die mit Kronen du ausgeschmük⸗ ket hast; da will ich herr⸗ lich singen von deinem gro⸗ ßen Thun und frei von schnöden Dingen in meinem Erbtheil ruhn. A. Mel. Ich hab mein Sach hlauf, ⸗ 7⁴47 dn n h ten Gang! Kurz ist der Weg, die Ruh ist lang. Gott führet ein, Gott führet aus! Wohlan, hinaus! Kein Blei— ben ist im Erdenhaus. Du Herberg in der Wanderzeit, gehab dich dmd 0 un und laf nur ge Was tre geht hii 3.. ins Se ben fol. Hab gu war sch hab gu ist kühl 4. Ei Sarges zug de umph! Bahn! das wi melan. 2 lich dr den Sa des W durch Gottes NWVX '˙.—— Anhang. und laß dein Leid; schleuß nur getrost die Pforte zu. Was trauerst du? Dein Gast geht hin zur ewgen Ruh. 3. Tragt ihn fein sanft ins Schlafgemach, ihr Lie⸗ ben folgt ihm segnend nach. Hab gute Nacht! Der Tag war schwül im Erdgewühl; hab gute Nacht! die Nacht ist kühl. 4. Ein Festschmuck ist des Sarges Tuch, ein Sieges⸗ zug der Leichenzug. Tri⸗ umph! der Herr macht gute Bahn! Sein Kreuz voran! das winkt und deutet him⸗ melan. 5. Ihr Glocken tönet fest⸗ lich drein und läutet hell den Sabbath ein, der nach des Werktags kurzer Frist durch Jesum Christ für Gottes Volk vorhanden ist. B. 6. O selig, wer das Heil erwirbt, daß er im Herrn, in Christo stirbt! O selig, wer vom Laufe matt die Gottesstadt, die droben ist, gefunden hat! 7. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst so viel, und Eins ist Noth! Die Welt beut ihre Güter feil; denk an dein Heil und wähl in Gott das beste Theil! 8. Was sorgst du bis zum letzten Tritt? Nichts brach— test du, Nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Lust und Schmerz; schau himmelwärts! Da, wo dein Schatz ist, sei dein Herz. 9. Mit Gott bestell dein Haus bei Zeit, eh dich der Tod an Tode reiht. Sie rufen: gestern wars an mir, heut ists an dir, hier ist kein Stand, kein Bleiben hier. 10. Vom Freudenmahl zum Wanderstab, aus Wieg und Bett in Sarg und Grab, wann, wie und wo, ist Gott bewußt; schlag an die Brust, du mußt von dannen, Mensch, du mußt! 11. Da ist kein Sitz zu reich, zu arm, kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm, da blüht zu schön kein Wan⸗ genroth. Im Finstern droht der Tod und überall der Tod. 12. Ach, banges Herz im Leichenthal, wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du bist es, Jesu, der mit Macht aus Gräbernacht das Leben hat ans Licht gebracht. 13. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr: Wer an mich glaubt, stirbt nimmer⸗ mehr! Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, dein Himmelgehn läßt uns den Himmel offen sehn. 14. Wohl dem, der, Herr, mit dir vertraut, schon ie ie 538 die ewgen Hütten baut! Er sieht das Kleinod in der Fern und kämpfet gern und harrt der Zukunft seines Herrn. C. 15. Nun, Thor des Frie⸗ dens, öffne dich! Hinein!— hier schließt die Wallfahrt sich. Ihr Schlummernden im Friedensreich gönnt all⸗ zugleich auch ihm ein Räum⸗ lein neben euch! 16. Viel Gräber sind an diesem Ort, viel Wohnungen im Himmel dort; bereitet ist die Stätte schon am Gnadenthron, bereitet ihm durch Gottes Sohn. 17. Sein ist das Reich mit Allgewalt. Er zeugt und spricht: Ich komme komm, bald!, MWir Jesu, füdr uns ein! Wir harren dein: Amen, dein laß uns ewig sein! Mel. Herr, wir singen 7 48 Wachet auf! ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde. Sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräut'gam kömmt! Steht auf, die Lam⸗ pen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu der Hochzeit; Anhang. ihr müsset ihm entgegen gehn. 2. Zion hört die Wäch⸗ ter singen, das Herz will ihr vor Freuden springen, sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnaden stark, von Wahr⸗ heit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werthe Kron, Herr Jesu, Gottes Sohni Hosiannah! Wir folgen all zum Freudensaal und hal⸗ ten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesun⸗ gen mit Menschen- und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Cymbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt, wir stehn im Chore der En⸗ gel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gesehn, kein Ohr hat je gehört solche Freude; drum jauch⸗ zen wir und singen dir das Halleluja für und für. Mel. Liebster Jesu, wir sind 749(Nr.9.V.5.) Uans⸗ gang segne, Gott, unsern Ein⸗ gang gleichermaßen; segne unser täglich Brod, segne un⸗ ser Thun und Lassen, segne uns mit sel'gem Sterben und mach uns zu Himmels⸗ erben. In 750 deinem! ner Feir Christur len stürz 2. 2 Herr J Herr, schirm heit, d Ewigkei 3. Ge Tröster einerlei bei un Noth, aus der (Nr. 751 er mag chen n machen, Vatergr 3. Es schehen, Anhang. In eigener Melodie. 7 50 CErant uns, (209) Herr, bei deinem Wort und steure dei⸗ ner Feinde Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, wol⸗ len stürzen von deinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr, aller Herren bist, be⸗ schirm dein arme Christen⸗ heit, daß sie dich lob in Ewigkeit! 3. Gott, heilger Geist, du Tröster werth, gib deim Volk einerlei Sinn auf Erd, steh bei uns in der leetzten Noth, leit uns in's Leben aus dem Tod. (Nr. 751 ist ausgefallen.— Siehe Nr. 211. In eigener Melodie. 7 52 QIn allen mei⸗ 550N nen Thaten laß ich den Höchsten rathen, der Alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, solls anders wohlgelingen, selbst geben Segen, Rath und That. 2. Nichts ist es, spät und frühe, um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sa⸗ chen nach seinem Willen machen, ich stells in seine Vatergunst. 3. Es kann mir nichts ge⸗ schehen, als was er auser⸗ 539 sehen, und was mir selig ist. Ich nehm es, wie ers giebet; was ihm von mir beliebet, dasselbe hab ich auch erkiest. 4. Ich traue seiner Gna⸗ den, die mich vor allem Schaden, vor allem Uebel schützt. Leb ich nach seinen Sätzen, so wird mich Nichts verletzen, Nichts fehlen, was mir ewig nützt. 5. Er wolle meiner Sün⸗ den in Gnaden mich ent⸗ binden, durchstreichen meine Schuld. Er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urtheil sprechen und mit mir haben noch Geduld. 6. Leg ich mich späte nie⸗ der, erwach ich frühe wie⸗ der; lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Ban⸗ den, und was mir stößt zu Handen, so tröstet mich sein kräftig Wort. 7. Hat er es denn be⸗ schlossen, so will ich unver⸗ drossen an mein Verhäng⸗ niß gehn; kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen, ich will mit Gott ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich er⸗ geben, zu sterben und zu leben, sobald er mir ge— beut; es sei heut oder mor⸗ gen, dafür laß ich ihn sor⸗ gen, er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine und traue dem Wdr er 5⁴40 An h der dich geschaffen hat! Es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. In eigener Melodie. efiehl du 753467³) Boeme Wege und was dein Herze kränkt, der allertreusten Pflege deß, der den Himmel lenkt; der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohlergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sor⸗ gen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott ihm gar nichts neh— men: es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt. Und was du dann erlesen, das treibst du starker Held und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rath gefällt. 4. Weg hast du aller⸗ wegen, an Mitteln fehlts dir nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht. Dein Werk kann Niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kin⸗ ang. x ö dern ersprießlich ist, willst thun.. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten wider⸗ stehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn. Was er ihm vorge⸗ nommen und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unver⸗ zagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kum⸗ mer plagt, mit großen Gna⸗ den rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schön⸗ sten Freud. 7. Auf! Aufl gib dei⸗ nem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht. Bist du doch nicht Regente, der Alles führen soll; Gott sitzt im Regimente und führet Alles wohl. 8. Ihn, ihn laß thun und walten, er ist ein wei⸗ ser Fürst und wird sich so verhalten, daß du wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret; mit wun⸗ derbarem Rath die Sach kümmertileu die dich be⸗ kümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost ver⸗ ziehn und thun an seinem Theile, dich illst alle der⸗ ohne ücke Yge⸗ ben Hlich weck rme ver⸗ aus Aum⸗ Anhang. Theile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich bege⸗ ben und sollst du für und für in Angst und Nöthen schweben, als fragt er nichts nach dir. 10. Wirds aber sich be⸗ finden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da dus am mind⸗ sten gläubst. Er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher ge⸗ tragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron! Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende an aller unsrer Noth; stärk unsre Füß und Hände und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Mel. Der unsre Menschheit 754 G'tt, der du Herzensken⸗ ner bist, dem Falschheit stets ein Gräuel ist und Lügen ein Verbrechen, kein Wort spricht je ein falscher Mund, Allwissender, dir ist es kund, 5⁴¹ und einst wirst du es rächen. Laß jederzeit mein Ja und Nein aufrichtig und voll Wahrheit sein. 2. Gott, wenn ich schwö⸗ rend vor dir steh, hinauf zu deinem Himmel seh und meine Hand erhebe; wenn mit des Geistes Sammlung ich zum Zeugen dich anrufe, dich, durch den ich bin und lebe, dann sei von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei. 3. Wenn Frevler auch noch da dich schmähn und frech vor dir mit Lügen stehn, dann laß mein Herz erschrek⸗ ken. Weh dem, der dich und deine Macht zur Hülle seiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken! Weh ihm, er stürzet fre⸗ ventlich in ewiges Verder— ben sich. 4. O Seele, wenn du noch dich liebst, bedenk, was du zum Pfande gibst: dein Glück, dein ewges Leben! Verwirf nicht mit Verwe⸗ genheit dein Theil an Gott und Seligkeit; wer kann dirs wiedergeben? Was hilft dir dann die ganze Welt? Nichts hat sie, was dich schadlos hält. ö 5. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Hei⸗ land ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn bei den Leiden 5⁴2 Leiden dieser Zeit dein Trost nicht mehr mein Herz erfreut dein Trost nicht, wann ich sterbe: wer wird mich dann von Qual befrein? Dann besser: nie geboren sein! 6. Wie thöricht, wer noch denkt und spricht: Gott sieht es nicht, Golt achtets nicht! So lästern Frevlerrotten. Zwar seine Langmuth ist be⸗ kannt, er lähmt nicht jede falsche Hand; doch läßt er sein nicht spotten; ist Rich⸗ ter uns schon in der Zeit, einst Richter in der Ewigkeit. 7. Drum soll nicht Ehre, Gut und Geld und nicht die Macht der ganzen Welt Anhang. mich blenden und verfüh⸗ ren; und drohten mir au Schmerz und Leid, ich wi doch meine Seligkeit muth⸗ willig nicht verlieren. Es gilt kein Leid, kein Glück der Zeit, nein, es gilt Gott und Ewigkeit. 8. Gott, heilige du selbst mein daß ich nicht frevelnd Spott und Scherz mit Wort und Eidschwur treibe; daß ich der Wahr⸗ heit treuer Freund, auch wenn es mir zu schaden Heidel mit frohem Muthe bleibe! Dann kann ich ohne Furcht und Graun dem Tode selbst ins Antlitz schaun. Der 222 Anhang. 5⁴3 Choral⸗Gesänge und Responsorien für den liturgischen Gottesdienst am Geburtstage des Großherzogs. Lied der Gemeinde. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 1. Herr, höre! Herr, erhöre! Breit deines Namens Ehre An allen Orten aus! Behüte alle Stände, Durch deiner Allmacht Hände Beschütze Kirche, Staat und Haus. 2. Ach, laß dein Wort uns allen Noch ferner reichlichschallen Zu unsrer Seelen Nutzl! Bewahr uns vor den Rotten, Die deiner Wahrheit spotten, Biet allen deinen Feinden Trutz. 3. Du wollst uns hoch beglücken, Mit hellen Gnadenblicken Auf unsern Fürsten sehn, Ihn schützen auf dem Throne, Auf seinem Haupt die Krone In vollem Glanze lassen stehn. Der Geistliche: Im Namen——— Gebet: Allmächtiger Gott——— 3 3 2 dir 5⁴⁴4 Anhang. dir dienen in der Gerechtigkeit, die dir wohl⸗ gefällt. Chor: Amen. Amen. Amen. Der Geistliche: Der allmächtige Gott——— und unsere Füße gesetzt auf den Weg des Frie⸗ dens! Amen! Chor: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jetzt und immerdar von Ewigkeit zu Ewigkeit! Halleluja. Halleluja. Halleluja! Der Geistliche: Ehre sei Gott in der Höhe! Chor: Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Der Geistliche: Der Herr sei mit euch! Chor: Und mit deinem Geiste. Der Geistliche: Allmächtiger Gott——— durch Jesum Christum, unsern Heiland und Herrn. Chor: Meine Seele erhebe den Herrn und mein Geist freue sich Gottes, meines Heilands! Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht——— Denn der König hoffet auf den Herrn und wird durch die Güte des Höchsten fest bleiben. Chor: Halleluja, Halleluja, Halleluja! Die Gemeinde: Hauptlied. Mel. Nun danket Alle Gott 1. Preis, Ehr und Lob sei dir, M dessen Schirm und Schatten ir bis zur Stund allhier Viel Heil zu schmecken hatten, Der auch zu jeder Frist Allmächtig nah und fern Ein Herr und König ist Des Fürsten, unsers Herrn. 2. Du hast ihm lebenslang Den Odem treu bewahret Und Ger Anhang. 5⁴⁵5 hl⸗— Und auf manch strengem Gang ö Dich huldvoll offenbaret, Du hast in seiner Hand Das Scepter stark gemacht — Und unser Vaterland ie- Mit reichem Gut bedacht. Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht———. nd Habt die Brüder lieb! Fürchtet Gott! Chret nd den König! Chor: Amen. Amen. Amen. Die Gemeinde: Hauptlied. 1. Du wollest deinen Geist hen Auf seine Stirne legen, Der klar ihn unterweist, Des hohen Amts zu pflegen. Du wollst Gerechtigkeit Und milder Gnaden Lust Ium stellen an die Seit, u⁰dd. m pflanzen in die Brust. ö 2. Du wollest allezeit ein In deinem Gleis ihn lenken Und Zucht und Frömmigkeit — In ihm dem Lande schenken; ird Auf daß er Vorbild sei Von jeder Tugend Art Und Hülf und Schutz verleih, Wo man den Glauben wahrt. 3. Du wollest seine Treu Vergelten durch die Treue, ö Womit ihn täglich nen Ein gutes Volk erfreue, Daß dein Gebot im Bund Von ihm und uns gescheh Und seines Thrones Grund In unsern Herzen steh. Der Geistliche; Laßt uns beten——— Segne uns um deiner Liebe willen. Amen. V. U. Gemeinde: Schlußvers des Hauptliedes. O segne, was wir flehn An seinem Jahresfeste, 3 3 3 Und 546 Anhang. Und gib zum Wohlergehn hm deiner Gaben beste. Gib, daß ers nie vergißt, Noch wir, wie du so gern Ein Herr und König bist Des Fürsten, unsers Herrn. ö Der Geistliche: Der Friede Gottes ꝛc. f Gemeinde: 1. Nun danket Alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Enden, Der uns von Mutterleib Und Kindesbeinen an Bis hier viel zu gut Bis hierher hat gethan. 2. Lob, Ehr und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne, Und dem, der beiden gleich 0 m höchsten Himmelsthrone, ‚ hm, dem dreieingen Gott, Als es anfänglich war, Und ist und bleiben wird Jetzund und immerdar. Der Geistliche: Segen. Die Gemeinde: Amen. Amen. Amen. ——————— Choral *9 Anhang. 547 Choral⸗Gesänge und Responsorien für den liturgischen Gottesdienst am Geburtstage der Großherzogin. —— Lied der Gemeinde. 1. Allein Gott in der Höh sei Ehr Und Dank für seine Gnade, Darum, daß nun und nimmermehr Uns rühren kann ein Schade. Gott Wohlgefallen an uns hat Nun ist groß Fried ohn Unterlaß, All Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir beten an und loben dich Für deine Ehr, wir danken, Daß du, Gott Vater, ewiglich Regierst ohn alles Wanken; Ganz ohne Maß ist deine Macht, Allzeit geschieht, was du bedacht, Wohl uns des guten Herren! Der Geistliche: Im Namen——— Gebet: Lasset uns beten——— dir dienen in der Gerechtigkeit, die dir wohl⸗ gefällt. Chor: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jetzt und immerdar von Ewigkeit zu Ewigkeit! Halleluja, Halleluja, Halleluja. 3 3 4 Der 5⁴⁸ Anhang. Der Geistliche: Ehre sei Gott in der Höhe! Chor: Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Der Geistliche: Der Herr sei mit euch! Chor: Und mit deinem Geiste! Der Geistliche: Allmächtiger Gott——— durch Jesum Christum, unsern Heiland und Herrn. Chor: Meine Seele erhebe den Herrn, und mein Geist freue sich Gottes, meines Heilands. Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht——— und ihre Werke werden sie loben in den Thoren. Chor: Halleluja, Halleluja, Halleluja! Die Gemeinde: Hauptlied. 1 Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren! Stimme, du Seele, mit ein zu den himmlischen Chören! Kommet zu Hauf; salter und Harfe, wacht auf, asset den Lobgesang hören! 2. Lobe den Herren, der Alles so herrlich regieret, Der wie auf Flügeln des Adlers dich sicher geführet, Der dir bescheert, Was dich erfreuet und nährt; Dank es ihm innigst gerühret! Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht——— der sich selbst gegeben hat für Alle zur Erlö⸗ sung, daß solches zu seiner Zeit gepredigt würde. ö Chor: Amen. Amen. Amen. Die Gemeinde: Hauptlied: 1. Ach, bleib mit deiner Gnade Bei uns, Herr Jesu Christ, Daß uns hinfort nicht schade Des bösen Feindes List. 2. Ach * Anhang. 549 2. Ach, bleib mit deinem Segen Bei uns, du reicher Herr, Dein Gnad und all Vermögen Reichlich in uns vermehr. 3. Ach, bleib mit deiner Treue Bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, Hilf uns aus aller Noth! Der Geistliche: Laßt uns beten———. Dir aber, dem Vater unsers Herrn Jesu Christi, dir, dem Allmächtigen und dem Allweisen, dir, dem Gott der Liebe und der Gnade, sei Preis und Ehre in alle Ewigkeit! Amen. Vater unser——— Chor: Halleluja, Halleluja, Halleluja! Der Geistliche: Der Friede Gottes ꝛc. Gemeinde: 1. Nun danket Alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Enden, Der uns von Mutterleib Und Kindesbeinen an Unzählig viel zu gut Bis hierher hat gethan. 2. Lob, Ehr und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne, Und dem, der beiden gleich Im höchsten Himmelsthrone, Ihm, dem dreieingen Gott, Als es anfänglich war Und ist und bleiben wird Jetzund und immerdar. Der Geistliche: Segen. Die Gemeinde: Amen. Amen. Amen. ——————W————— Regi Nr. Ach, bleib bei uns, Herr 728 Ach, bleib mit deiner 211751 Ach endlich, Dulder, 173 Ach Gott, verlaß 391 Ach Gott, wie mancher 306 Ach, hier nicht mehr, 678 ch könnt ich doch mit 653 Ach, sieh ihn dulden 164 Ach, welch ein Kampf 88 Allein Gott in der Höh 42 Alle Menschen müssen 276 Allen Christen und auch 478 Aller Welten Herrscher 41 Alles hast du mir geg. 407 Alles ist an deinem S. 61 Allgegenwärtiger! ich 22 Allgütiger, dir will ich 589 Allmächtiger, ich hebe 565 Allmächtig großer Gott 74 Am Kreuz erblaßt 172 Anbetung sei dir, Gott 188 Anbetungswürdiger G. 14 An deine Leiden denk. 138 An dich, mein Gott! 362 Auch außer meinem 640 Auf, Christen, bringet 410 Auf Christen, laßt uns 95 Auf dich, Erlöser, stets 325 Auf Erden Wahrheit 127 Auferstehn, ja, auferst. 267 Auf, freue dich, mein 93 Auf Gott nur will ich 530 Auf Gott und nicht auf 371 Auf, Jesu Jünger, fr. 187 Auf, meine Seele, auf 177 Auf, o Seele, sei noch 580 Auf, schicke dich, recht f. 116 Aus des Grabes Band. 179 Bald ist sie nun voll. 663 Bald leg ich Sorg und 658 st eer. Nr. Bald oder spät des T. 335 Barmherziger, erhöre 655 Befiehl du deine W.373 7538 Beglücke meine Reise 639 Beglückt, beglückt ist, 334 Begrabt den Leib 68¹ Bekenner Jesu, werdet 147 Berufen hast du mich 529 Besitz ich nur ein ruhig. 454 Bester, weisester Reg. 66 Bewaffnete, der Krieg. 551 Bilden soll ich mich auf 299 Bis der Tod ihm winkt 45⁷ Bis hierher und nicht w. 730 Blick hin in die vergang. 448 Bringt Preis und R. 178 Christ, aus deinem H. 467 Christe, du Sohn G. 149 Christ, eile nie mit sich. 231 Christus, der ist mein L. 665 Christ, wann dich Trübs. 381 Dank und Anbetung 43 Dank, Vater, dir, der 654 Das Amt der Lehrer 533 Das Land, das Gott 546 Daß ich der Tugend 323 Daß unser Gott uns L. 458 Da stehen wir die Dein. 688 Dein bin ich, Gott! 70 Deines Gottes freue 368 Dein Heil, o Christ, 392 Dein Wille ists, o G, 426 Dein Wort, o Höchst. 200 Dem ganzen Erdkreis 121 Dem großen Vater w. 122 Demuthsvoll komm ich 6 Dem Wandrer gleich 509 Den größten Sterbend. 158 SsSs EH SE&eA ————— Register. Ar. Der am Kreuz ist meine 161 Der du den Menschen 617 Der du selbst die Wahrh. 206 Der du stets unsre Zufl. 8 Der du uns als Vater 197 Der du uns das Heil erw.108 Der du voll Blut und 163 Der du von Jugend auf 411 Der Ehestand soll heilig 513 Der Erde Reize sind ern. 587 Der Freuden Quell ist 287 Der Heiland kommt 106 heilge Christ ist k. 720 Herr ist Gott und 11 Herr ist meine 374 Herrscher aller L. 151 hohe Himmel dunk. 604 Der Lenz erfreuet was 266 Mächtige, der H. 603 Mond ist aufgeg. 583 Morgen kommt 649 Der Tag ist wieder hin 574 weise Schöpfer 55⁵⁷ Wollust Reiz zu 433 Leibes warten und 432 es neuen Jahres erst. 606 Dich bet ich an, erst. 176 Dich, Jesum laß, ich ewig 740 Dich kennen, Gott, ist 355 Dich seh ich wieder 560 Die auf der Erde wall. 243 Die Erd ist Jesu 704 Die Feinde deines Kr. 729 Die hier vor deinem 535 Die Himmel rühmen 51 Die Kinder, deren wir 520 Dieß ist der Tag, den 118 Die stillen Abendstund. 578 Die Zunge, die vern. 554 Dir dank ich für mein 615 Dir ergeb ich mich 3²⁰ 551 Nr. Dir, Gott, der so gern 219 Dir, Gott, sei Preis 72 Dir immer ähnlicher zu 343 Dir trau ich, Gott u. 377 Dir, unser Gott, ist 56 Dir zu leben, dir zu 246 Du, aller Menschen V. 485 Du bester aller Mensch. 120 Du bester Trost der A. 633 Du bists, dem Ehr und 404 Du, deines Vaters 329 Du denkest in der tiefst. 159 Du, der kein Böses thut, 78 Du, der sich einst voll Du, der so gern begl. Du, dessen Augen floss. Du gabst mir, Ewger Du, Gott, du bist der Du hast es mir gegeben 638 Du hast uns, Herr, die Du, Herr, hast aus B. Du, Herr und Vater Du, Herr von meinen 624 Du kamst herab zum Du klagst und fühlest Du läßt den Tag mich Du liebst, o Gott, G. Durch dich, Gott, bin Durch dich, o großer G. 405 Du sagst, ich bin ein Chr. 336 Du, Vater deiner M. Du vertheilst der M. Du, weiser Schöpfer 26 Du, welchen keine Welt 6 Du wirst, o Vater, für 249 Du wollst erhören, G. 672 Ehre sei Gott in der 110 Eine Heerde und Ein 734 Ein feste Burg ist 21⁰ Ein Gott regiert; was 389 552 Register. Nr Ein Herz, o Gott, in 464 Ein milder Regen sinket 600 Ein Pilgrim bin ich in 277 Ein ruhiges Gewissen 500 Einsam bin ich; tiefe 584 Eins ist Noth! 32² Einst, als im Angstgeb. 146 Einst, freuet euch, einst 283 Ein Wohlstand ohne Gl. 743 Empfinde deinen hohen 291 Entehre nicht, mein H. 450 Entfernet euch, unselige 499 Entreiße dich, mein G. 123 Entschwinge dich, mein 385 Erdentöchter, Erdens. 695 Erfreue dich des Heils 120 Erfülle redlich deine 383 Cchalt w Gott, was 16 Erhalt uns, Herr 209 750 Echöht den Herrn, ihr 97 Erhöhter Jesu! Gottes 709 Erinnre dich, mein Geist 180 Er ist erstanden, Jesus 182 Er ist gekommen, er 109 Erlöser, der im Staube 148 Ermüdet von den S. 575 Erscheine meinem Geist 134 Er starb, der größte Fr. 165 Ertöne, feiernder Ges. 414 Ertönt, ihr Freudenl. 602 Es baut, o Gott, auf 595 Es eilt der letzte von 446 Es freu der Fürst des 402 Es ging ein Mann voll 124 Es— sich auf der A. 297 Es herrscht ein Gott 379 Es ist dein Wille, Herr 648 Es ist nicht mehr für 677 Es ist noch eine Ruh v. 278 Es ist nur Einer Herr 12 Es ist vollbracht, so r. 170 Es preise Gott, wer J. 328 Nr. Es werde Gott von dir 71 Es zieht, o Gott, ein Kr. 628 Es züchtigt deine Hand 626 Ewig, ewig bin ich dein 224 Ewig, o Jesu, wird dein 213 Ewig und unwandelbar 609 Fallet nieder, fallet 406 Ferne sei der Irrthum 292 Fest steht dein Bund 614 Frohlockend, Vater 571 Frohlockt, ihr Christen 181 Früh mit umwölktem 592 Führer zur Vollkomm. 126 Für alle Menschen beten 403 Für deinen Himmel 676 Fürwahr, du bist, o G. 59 Geärndtet ist der Feld. 591 Gedanke, der uns Leb. 91 Geht hin! der Gott 516 Geist vom Vater und 195 Gelobt seist du, o Gott 707 Gerechter Gott, vor d. 29 Gern will ich mich erg. 247 Geweihter Ort, wo S. 698 Gewöhne dich, durch 550 Gib Gott, wenn ich d. 423 Gib, Höchster, daß ich 553 Gib mir, o Gott, ein 480 Gott, aus deinen Sch. 49 Gott, deine Gnade sei 117 Gott, deine Güte, deine 67 Gott, deine Güte reicht 399 Gott, deinen heil. Bef. 366 Gott, deinen weisen W. 528 Gott, deine weise Macht 65 Gott, der an allen End. 58 Gott, der du für uns 98 Gott, der du Herzensk. 754 Gott, der du Schmerz 647 Gott, der du unsre Zufl. 309 Gott der Liebe, wie er. 363 Gott der Tage, Gott d. 656 Register. Nr. Gott, der zum Segen f. 547 Gott des Himmels und 562 Gott, dessen Macht des 637 Gott, dir gefällt kein 337 Gott, dir vertraun ist 380 Gott, du bist von Ewig. 18 Gott, du erforschest mich 295 Gott, durch den wir sind 205 Gottes Gnade sei mit 541 Gottes Sohn ist kom. 115 Gott, heilig sei dein N. 203 Gott, hilf mir, daß ich 711 Gott, ich will mich 338 Gott, immer groß an 459 Gott ist die Liebe, Gott 37 Gott ist getreu, sein H. 31 Gott ist mein Hort und 204 Gott ist mein Lied! 17 Gott ists, der das Verm. 438 Gott, lehre mich verst. 304 Göttlicher, dich zu erh. 331 Gott, mein Vater, D. 523 Gott, mit allen seinen 610 Gott, öffne deinen Him. 668 Gott ruft der Sonn u. 608 Gott, Schöpfer, Stifter 514 Gott sei Dank, ich lebe 566 Gott sei Dank in aller 104 Gott sorgt für uns, 6² Gott, Vater aller Dinge 732 Gott von großer Macht 599 Gott, vor dessen Anges. 28 Gott, wann mein sterb. 659 Gott, welch ein Schm. 675 Gott, wie schrecklich.. 87 Großer Gott, erhabnes 83 Groß ist der Herr, die 465 Groß ist, ihr Aeltern 519 Groß wird des Sünd. 275 Habe Acht auf mich in 715 Habe deine Lust am 369 55⁵3 Nr. Habe deine Lust, o J. 620 Halleluja, bringet Ehre 408 Hast du denn ganz dein 630 Heiland, deine Mensch. 130 Heiland, den uns Gott 99 Heiland, groß an Huld, 239 Heil dir Seele, Gott 667 Heilger Geist, von G. 193 Heilig, heilig ist das 477 Heil ihm, dem Todesüb. 174 Herr, deine Allmacht 23 Herr, deine Kirche dank. 212 Herr, deine Sanftmuth 489 Herr, dein Gesetz und 207 Herr, der du Alles g. 424 Herr, der du dein th. 241 Herr, der du mir das 576 Herr, der du selbst die 220 Herr, du bist meine Z. 708 Herr, du erforschest mich 24 Herr, du fährst mit 18⁵ Herr, du wollst sie 237 Herr Gott, dich loben 413 Herr Gott, du bist die 19 Herr Gott, was irdisch 542 Herr, höre mein Gebet 339 Herr, ich bin dein Eig. 274 Herr, ich hab aus dein. 251 Herr, laß mich doch g. 440 Herr, lehre mich den w. 76 Herrlich ists, an Freund. 556 Herrlich ists in deinem 218 Herr, mache meine S. 378 Herr, mein Licht, erl. 201 Herr, mein Versöhner 490 Herr, stärke mich dein 136 Herr und Richter aller 272 Herr, unser Gott, wer 46 Herr, vor deinem Ang. 5 Herr, welch ein wicht. 518 Herr, wie du willst, so 741 Herr, wie lange muß 340 55⁴ Register. Nr Herr, wir feiern dein 236 Herr, wir singen deiner 89 Herr, wir stehen hier 221 Hier bin ich, Jesu, zu 228 Hier ist noch unsre P. 428 Hier lieg ich, Herr, in 644 Hilf mir, Gott, der Kr. 645 Himmelan geht unsre 737 Höchster, denk ich n 294 Höchster Gott, wir 9 Höchster, wer ists, der 15 Höher hebt sich Gottes 586 Huldigt Gott, ihr froh. 39 Jauchzt unserm VBott 33 bebe nicht vor Tod 263 bin der reichste M. 442 bin ein Christ 3⁴2 bin getauft auf d. 222 bin getauft nach 223 bin in meinem 45¹1 bin, o Gott, dein 75 bin zur Ewigkeit 265 bin ein Gast auf 746 blick empor zu dir 300 ich denk an dein Ger. 710 ich eile meiner Heim. 661 zch erhebe mein Gem. 298 9 SS 2 S SSS — — 29 SSSS — SS Ich fasse, Vater, deine 662 Ich freue mich, mein 370 Ich geh einst ohne B. 256 Ich geh zu deinem Grabe 7²3 Ich habe, Gott, mirn 341 Ich hab in guten St. 462 V hoff ein ewges L. 279 sch komme, Herr, und 229 komme vor dein 393 preise dich, o Herr 230 — — 2 2 2— 2 SSSSES Ich seh im Abendrothe 582 Ich sterbe schon, jedoch 670 trete vor dein Ang. 621 weiß, an wen mein 312 Nr. Ich weiß von keinem a. 736 Ich will dem Herrn zu 634 ch will dich immer tr. 739 Ich will dich noch im 250 Ich will in stiller Eins. 622 Ich will, mein Gott, du 713 Je größer Kreuz, je n. 744 Jesu, deine tiefen W. 143 Jesu, meine Freude, 324 Jesu, meines Lebens L. 137 Jesum ewig zu verehr. 321 Jesus lebt, mit ihm 175 Jesus, meine Zuversicht 264 Jesus soll die Loosung 722 Im Frühling meiner J. 531 Immer näher kommt 270 Immer sich bestreben 125 In allen meinen Th. 55 752 In Gottes Namen fang 568 In Trübsal, Christ, sei 463 In unserm Kummer 642 Ist Gott für mich, so 310 Kehre wieder, kehre w. 735 Kein Lehrer ist dir 131 Kein Mensch, o Gott, 79 Kinder, die ihr noch im 522 Kommt, betend oft und 394 Komm, heilger Geist 1 Komm, o komm, du G. 191 Kommt, die ihr nicht 133 Kommt, kommt den H. 57 Kommt, laßt uns Gott 597 Kommt mit Dank vor 92 Kommt und laßt uns 344 Laß dankbar uns die 544 Laß deinen Geist mich 140 Laß doch, o Jesu, laß 215 Laß, Herr, nach eiteln 443 Laß mich doch nicht 441 Laß mich, Höchster, 492 —— Register. Nr Laß mich, o Herr, in 345 Laß mir die Feier deiner 135 Laß dem Tode seinen 681 Laßt uns mit ehrfurchtsv. 112 Laßt uns unserm Gott 114 Lehre mich, Herr, recht 429 Lieblich sind der Tugend 507 Liebster Jesu, wir sind 4 Lob, Ehr und Dank sei 686 Lob, Ehr und Preis 416 Lobet den Herren, 4¹1⁵ Lob, Preis und Ehre br. 3 Lob sei Gott, der den F. 585 Lob sei Gott, der den M. 563 Lobsinge meine Seele 183 Lobsinget Gott! Dank 45 Lobsinget Gott, denn s. 214 Lobsinget Gott, er schuf 48 Lobt Gott, ihr Christen 111 Mache dich mein 430 Mein Auge sieht, o Gott 64 Mein bester Trost in 396 Meine Kinder, Gott 521 Meine Lebenszeit verstr. 253 Meinen Jesum laß ich 313 Mein Erlöser, auch für 139 Mein Erlöser, Gottes 142 Mein erst Geschäft 564 Meines Herzens reinste 311 Mein ganzer Geist 280⁰ Mein Glaub ist meines 508 Mein Gott, ach, lehre 346 Mein Gott, du wohnest 356 Mein Gott, ich weiß 254 Mein Gott, zu dem ich 302 Mein Heiland, deine 102 Mein Heiland lebt und 699 Mein Herz, ermuntre d. 712 Mein Herz, Gott, V. 301 Mein Hort ist Gott! 382 Mein Jesu, für dein 156 5⁵5⁵ Nr. Mein Leben steht in G. 252 Mein Schöpfer, dessen 347 Mein Vater und mein 348 Menschenfreund, nach 479 Menschen, weis und gut 517 Meir nach, spricht Chr. 327 Mit Ernst, o Menschenk. 105 Mit Freuden laßt uns 613 Mit frohlockendem G. 100 Mit lautem Schall fr. 706 Mittler, schau auf sie 538 Mit welchem Dank 657 Mit welcher Langmuth 40 Nach einer Prüfung 281 Nach einer schmerzensv. 650 Nach frommer Eintracht 488 Nach Gottes weisheitsv. 545 Nach meiner Seele Sel. 427 Nahet anbetend dem 632 Naht dem Altare, Unst. 226 Naht mit Andacht im 232 Nicht auf den Höhn, 453 Nicht, daß ichs schon 349 Nicht für der Felder 593 Nicht lang ein Pilger 669 Nicht mehr, als meine 646 Nichts ist von ungefähr 54 Nicht um ein flüchtig 194 Nicht um Reichthum 400 Nie bist du, Höchster 21 Nie will ich wieder fluch. 491 Nimm hin den Dank 238 Nimm unsre Dankgef. 94 Noch immer wechseln 63 Noch läßt der Herr 567 Noch leb ich. Ob ich 261 Noch nie hast du dein 30 Noch stehen wir, o G. 687 Nun bitten wir den h. 189 Nun bringen wir den 680 Nun danket Alle Gott 409 Nun ist das alte Jahr Nun laßt uns alle fröhl. Nun laßt uns gehn und Nun sinkt die Sonne Nur kurz ist hier mein O blickt hinauf zur E. Ob wir sind, wie wir O Durst nach Blut, o O daß ich tausend Z. Oft klagt dein Herz, w. O Golgatha, zu deinen O Gott, den alle Wesen O Gott, der du mein O Gott des Himmels O Gott, deß starke H. O Gott, du bist mein O Gott, du frommer O großer Gott, du er. O Heiland, dessen hoh. O heilger Geist, kehr O Herr, mein Gott, d. O Jesu, Herr der H. O Kinder, dieser Tag O könnt ich dich, mein O selig, wer zufrieden O stimm auch du mit O welch ein Glück, ein O welch ein Segen ist O welch ein unschätzb. O Welt, sieh hier dein O wie sanft ist, Herr O wie selig seid ihr O wie unaussprechlich Preist, Christen, mit Preis und Anbetung Redlichkeit, mit dir Religion von Gott geg. Richte nicht mit harter Ruhet wohl ihr Todt. Ruhig ist des Todes Säe deine Thränens. 61² 96 72¹ 573 2⁴4⁴ 494 495 15² 7¹⁸ 35¹ 168 42⁰ 35⁷7 53 35⁵ 7 350 196 2⁴⁰ 192 473 731 540 419 511 113 73 55⁵⁵ 501 162 8⁴ 700 282 598 417 496 198 48⁴ 68⁵ 689 460 Register. 10 6 Sanft, o Christ, ist J. Sanft, wie er gewand. Schent schaffet, M. Scheint mir freudenleer Schicke dich, erlöste S. Schmerz und Klage Schon auf Erden könn. Schon ist der Tag von Schön ist die Tugend Schon naht sich meines Schon wieder Nacht Schöpfer der erschaffn. Schöpfer, Gott, Herr Schwei die Deinen Schweiget bange Zw. Schwer liegt der Tr. Schwingt, heilige G. Sehet, Christen, sehet Seht, welch ein M. Seid barmherzig M. Sei gesegnet! Amen Sei getreu in deinem Sei Gott getreu, halt Sei hoch gepriesen, H. Sei mir gegrüßt zu Sei zufrieden, mein Selig, Jesu, sind die Selig sind des Himmels Selig sind, die in dem Selig, wer mit stillem? Senkt den Leichnam Senkt nun den Leib Siegesfürst und Ehr. Sieh diese jungen S. Sieh, hier bin ich, Ehr. Sink ich einst in jenen So fliehen unsre Tage 5 So gib denn, fromme So hoff ich denn mit 31⁵ So Jemand spricht, ich 482 So ist mit aller seiner 652 Soll dein verderbtes 202 Sollt Sollt Sollt So se So w Sowe Sowe So, 1 Stärk Stets Still Stim Such, „Sünd Theu Thut Triur Ueber Ueber Um( Um Unerf Unsch Unser Unser Unser Unser Unsre Uns Unste Unte Unur Unw Vate Vater Verei Verg Verse Verse Vert: Verze Register. 557 Nr. Sollt es gleich bisw. 468 Sollt ich jetzt noch, da 330 Sollt ich meinem Gott 384 So schlummerst du in 171 So wahr ich lebe! spricht 305 Soweit, Herr, deine 36 Soweit nur Menschen 590 So, wie du bist, so 20 Stärke, Mittler, stärke 536 Stets warst du meine 623 Still erheben wir uns. 691 Stimmt unserm Gott 714 Such, wer da will, ein 738 „Sünde ist nie klein zu 82 Theuer sei mir allez. 128 Thut mir auf die sch. 716 Triumph! Triumph! 705 Ueber aller HDimmel 186 Ueberwinder, nimm 72⁴4 Um Erbarmen flehen 629 Um Gnade für die 167 Unerforschlich sei mir 27 Unschuldigster, du hatt. 155 Unser Gott, der Herr 90 Unser Gott ist groß 52 Unser Wandel ist im 431 Unsern Ausgang segne 749 Unsre Kindheit, unsre 618 Uns strömt aus deiner 439 Unsterblichkeit, Unst. 284 Unter manchen bangen 671 Unumschränkte Liebe 703 Unwiederbringlich 61¹ Vater, den uns Jesus 401 Vater, heilig möcht ich 80 Vereinigt laßt uns 48¹ Vergelten wirst du den. 288 Versammelt hatte Jesus 225 Verschwunden ist der 594 Vertrauen ist des Chr. 372 Verzeih der tiefen Tr. 692 Nr. Viele Freuden streust 456 Vollbracht ist nun die 242 Voll Dank an diesem 561 Vollendet freudig eur. 289 Vollendet hatte Gottes 190 Voller Ehrfurcht, Dank 233 Vom Geräusch der W. 502 Vom Grab, an dem 119 Vom Todesthal hinauf 184 Von allen Himmeln 412 Von dir, der meine 497 Von dir, du Gott der 515 Von dir, Gott, sind der 512 Von dir in diese Welt 498 Von Furcht dahinger. 157 Von heiligem Gefühl 543 Von Herzen preis ich 199 Vor dir, o Gott, sich 360 Wach auf, du Geist der 733 Wach auf, mein Herz, 569 Wachet auf! ruft uns 748 Wandle leuchtender u. 725 Wann wir unsern Lauf 69 Warum erbebst du, m. 268 Warum sollt ich mich 469 Warum willst du doch 386 Warum willst du dr. 719 Was Gott thut, das ist 470 Was hilft es mir, ein 354 Was ich nur Gutes h. 421 Was ist im Himmel, 358 Was ist mein Leben 472 Was ist mein zeitlich 434 Was ists, daß ich mich 474 Was mein Gott will 471 Was soll ich ängstlich“ 387 Was sorgst du ängstlich 259 Was wär ich ohne dich 314 Was zagst du? Gott 388 Weicht, ihr Berge, fallt 31 Weit um mich her ist 588 558 Register. Nr. Welch hohes Beispiel 333 Welch hohes Vorrecht 395 Welterlöser, dich zu 326 Wenn Christus seine 217 Wenn der Stifter der 694 Wenn Geschwister fr. 525 Wenn gleich aus tiefer 475 Wenn ich auf Gottes 271 Wenn ich ein gut G. 503 Wenn ich einst von jen 570 Wenn ich, o Schöpfer, 50 Wenn meine Zeit vorh. 257 Wenn Menschen sterben 532 Wenn mich die Sünden 144 Wenn oft zu jener S. 285 Wenn sich mein Geist 34 Wenn wir in höchsten 627 Wenn zur Erfüllung 365 Wen wird, o Gott, die 504 Wer auf seinen Gott 375 Wer bin ich? welche 425 Wer dieser Erden Güter 486 Wer gehorcht, der thus 548 Wer Gottes Wege geht, 296 Wer Gottes Wort nicht 317 Wer hat den Glauben, 293 Wer höher durch Geburt 549 Wer Jesum kennt, ver. 290 Wer kann die Leiden 150 Wer könnte zweifeln, 10 Wer machte diese schöne 47 Wer mit Lust und Eifer 696 Wer nur den lieben Gott 390 Wer nur ein Laster liebt 81 Wer stets mit reinem 352 Wer Sünde thut, der 85 Wer unter deinem Sch. 579 Wer weiß, wie bald in 262 Wer weiß, wie nahe 260 Wer zählt, Unendlicher, 68 Wiedersehn! mit lauten 702 Wie freu ich mich der 286 Wie getrost und heiter 318 Wie gnädig ist des 60⁵ Wie göttlich sind doch 132 Wie groß bist du o Gott! 359 Wie groß ist des Allm. 32 Wie groß ist unsere Se. 505 Wie groß, o Herr, ersch. 154 Wie groß, wie angebetet 103 Wie heiter fließt mein 506 Wie im Herbste fällt 245 Wie leicht verkenn ich 422 Wie mannichfaltig sind 435 Wie sanft, mein Vater, 397 Wie sanft sehn wir den 674 Wie sicher lebt der M. 248 Wie soll ich dich empf. 107 Wie theuer, Gott, ist 308 Wie viele Freuden dank 38 Wie wichtig ist doch der 77 Wie wird mir dann, o 255 Wie wohl ist mir, o 319 Will mich, o Gott, hien. 476 Willst du der Weisheit 361 Willst du die Buße noch 307 Wir alle, Menschenvater, 596 Wir flehn für unser 524 Wir gehn ans Grab 679 Wir glauben an den 44 Wir kommen, Helfer, 643 Wir sind in Noth, laß 635 Wir trocknen unsre Thr. 466 Wo eilt ihr hin, ih.y 447 Wohlauf, wohlan, zum 747 Wohl dem, der beßre 444 Wohl dem, der in dem 510 Wohl dem, der richtig 493 Wohl dem, der seines 619 Wohl einem Haus, da 745 Wohl mir, o Schöpfer 552 Wohlthätig sind der Erde 461 Wohl uns! Wohl uns 534 Wo ist wohl Noth und 86 xC.DDDHIFIFFFPEFEIPIFIFIIIIIEFIEIFIIFIFIFIFIFIFIFIFII ...ν n.. Nr. Register. Nr. Wort aus Gottes Munde 208 Zu dir, o Gott, das Wo sind die Waisen, die 25 Zu dir, Unendlicher, Wunderbarer König, 717 Zum Fleiße ward das Zum Himmel erhebe Zeuch ein zu deinem Th. 727 Zur frühen Gruft 2•0 I 2. . 3 +4 ů ' — 4 X— — 8—— V 10909 ——*