WMaurfet FHNES Güͤte Evangelisch⸗lutherisches Gesangbuch Hannoverschen Landeskirche. Druch und Verlag der Schlüterschen Buchdrucherei Hannover. Revidiert 1926. F lohu-, d sase Med. 121 alle,& A Hee E.— ——— Fümilien⸗bedenktage Ich aber und mein haus wollen dem herrn dienen J0os. 24, 15. Veburts⸗ und Taustage Jelig find, die reines herzens sind, denn sie werden bott schauen. Matth. 5, 8. Hionfirmationen, Trauungen usw. Wir wissen aber, daß denen, die bott lieben, alle dinge zum besten dienen. Inhalt. A. Sonntags⸗ und Festtagslieder. Seite J Sonntagsolieder(Nr. 1—21777;;;ꝛ t 1 N.Adventslieder(Rr. 22350 10 IIWeihnachtslieder(Nr. 36—5777)) 18 IV. Neujahrslieder(Nr. 58 65D))))) 31 VEpiphaniaslieder(Nr. 66—72))2) 36 VI. Passionslieder Nr. 73—103““s?:iqm:. 39 MII. Osterlieder(Nr. 1041260 ũ. 56 VIII Himmelfahrtslieder(Nr. 127— 135) 69 IX Pfingstlieder(Nr. 136—14757—:% 72 X. Trinitatislieder(Nr. 148—153)3.... 80⁰ XI. Lieder für die kleineren Feste 1. Darstellung Jesu(Nr. 154—1560). 83 2. Verkündigung Mariä(Nr. 157——:ꝛ 8⁴4 3. Fest Johannes des Täufers(Nr. 158—159)... 84 J. Mariä Heimsuchung(Nr. 160—161. 86 5. Michaelisfest(Nr. 162 164aoᷓsᷓs 87 B. Lieder von der Kirche und den Gnadenmitteln. XII. Lieder von der christlichen Kirche(Nr. 165184).. 89 XIII Lieder vom Worte Gottes(Nr. 185—193). 99 XIV. Tauf- und Konfirmationslieder(Nr. 199—208)... 107 XV. Abendmahlslieder(Nr. 209—22500 11² C. Lieder vom christlichen Leben. XVI. Buß⸗ und Beichtlieder(Nr. 226 261)). 123 XVII. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung H 147⁷ IV ö Inhalt. Seite XVIII Jesuslieder(Nr. 292 35000 B5 169 XIX. Lieder vomtchristlichen Leben und Wandel (O. 33 7 197 XX. Lieder vom Gebete(Nr. 377—383) 225 XXI Kreuz- und Trostlieder(Nr. 384 4360. 230 In Krankheit(Nr. 432—436)) 264 XXII. Lob- und Danklieder(Nr. 437— 465h0o0 267 D. Lieder für besondere Stände. Zeiten und Verhältnisse. XXIII. Morgen⸗, Tisch- und Abendlieder a) Morgenlieder(Nr. 466—492'))) 288 b) Tischlieder(Nr. 493 49)) 303 c) Abendlieder(Nr. 496—5177). 304 XXIV. Berufs⸗ und Standeslieder(Nr. 518—541. 31 XXV. Lieder für besondere Zeiten und Verhälmisse (Nr. 54250900. 328 E. Lieder von den letzten Dingen. XXVI. Sterbe⸗ und Begräbnislieder(Nr. 570—613). 342 XXVII. Lieder von der Auferstehung(Nr. 614—617).. 371 XXVIII. Lieder vom Gerichte(Nr. 6186217...... 373 XXIX. Lieder vom ewigen Leben(Nr. 622 638).... 376 Veröeichnis der Dichter Alphabetisches Register. Nr. A. Ach bleib bei uns..... 170 Ach bleib mit deiner Gnade 18 Ach erkennet, liebste Seelen 456 Ach Gott, gib du uns.... 345 Ach Gott, ich muß dirs klagen 234 Ach Gott, ich muß in Trau⸗ rigkeit. Ach Gott und Herr 238 Ach Gott, verlaß mich nicht 364 Ach Gott, vom Himmel.. 166 Ach Gott, wie manches. 388 Ach Herre, du gerechter Gott 559 Ach Jesu, dessen Treu... 297 Ach lieber Gott, behüte mich 531 Ach mein Herr Jesu.... 329 Ach sagt mir nichts Ach treuer Gott 40¹ Ach wär ich schon dort droben 635 Ach was sind wir ohne Jesus 254 Ach wie flüchtig Ach wie laufen Ach wundergroßer Sieges-⸗ held 133 Allein Gott in der Höh... 149 Also heilig ist der Tag... Allein zu dir, Herr Jesu.. 232 Alle Menschen müssen... 597 Alles ist an Gottes Segen 350 Alle Welt, was lebt... 4 Nr. 10⁴ Am Grabe stehn wir stille 606 An dir alleinn An Gott will ich gedenken 416 Auf, auf, ihr Reichsgenossen 24 Auf, auf, mein ganz Gemüte 460 Auf, auf, mein Herz.... 116 Auf Christi Himmelfahrt.. 132 Auf dich hab ich gehoffet.. 336 Auf diesen Tag bedenken 128 Auferstanden, auferstanden 125 Auferstehn. ja auferstehn.. 617 Auf Gott nur will ich sehen 536 Auf Gott und nicht auf meinen Rat Auf meinen lieben Gott..« Aus einem tief vor dir ge⸗ beugten Herzen Aus Gnaden soll ich selig 284 Aus Lieb läßt Gott 162 Aus mein. Herzens Grunde 469 Aus tiefer Not laßt uns zu Gottin. 231 Aus tiefer Rot schrei ich U it 228 B. Befiehl dem Herren.... 415 Befiehl du deine Wege... 399 VI Rr. Bei dir, Jesu, will ich bleiben 208 Bescher uns, Herr, das täg⸗ lich Bro d3855 Betgemeinde, heilge dich.. Bewahre mich, o Freund! Bis hieher hat mich Gott 452 Bist du gleich ferne..... 567 Bringt her dem Herren Lob 457 Brunn alles Heils 14 C. Christe, du Beistand deiner Christe, du bist der helle Tag Christe, du Lamm Gottes Christ fuhr gen Himmel.. Christ ist erstanden Christ lag in Todesbanden Christ, unser Herr Christus der ist mein Leben 5 D. Da Christus geboren war Da Jesus an des Kreuzes Dank sagen wir alle.... Dank sei Gott in der Höhe 472 Das alte Jahr vergangen ist 59 Das Jahr geht still zu Ende Das ist eine selge Stunde Das Land wollst du be— denken Das walte Goht Das walt Gott Vater Dein Erbe, Herr, das du erkaunft. Alphabetisches Register. 483 Die helle Sonn leucht jetzt . 470 Die Herrlichkeit der Erden 592 Die Himmel rühmen.. 367 Die Nacht ist hin, wach auf 487 Nr. 426 258 Deines Gottes freue dich.. Dein Jesus rufet dich.... Dein König kommt..... Dein Wort, Herr,istdierechte 191 Dein Wort, o Herr, ist milder 198 Den König schütze..... 521 Der Abend kommt..... 513 Der am Kreuz ist meine Liebe 93 Der Bräutgam wird bald 623 Der du bist drei in Einigkeit 496 Der du. Herr Jesu..... 10¹ Der du zum Heil erschienen 179 Der Glaube macht allein.. 271 Der heilge Christist kommen 57 Der Herr ist meine Zuversicht 425 Der Herr ist mein getreuer Hirt. 0 428 Der Hölle Pforten sind.. 115 Der lieben Sonne Licht.. 504 Der Mond ist aufgegangen 515 Der Tag der ist so freuden— reich.. Der Tag ist hin; mein Geist Der Tag ist hin, mein Jesu Des Morgens, wenn ich früh aufsteh Dich bitt ich, liebster Jesu Dich Jesum laß ich ewig.. Die Ernt ist nun zu Ende Die Gnade sei mit allen.. Die güldne Sonne 40 510 50⁵ 468 15⁵ 328 563 15 47⁷ 46⁷ . 461 Alphabetisches Register. Nr. Die Nacht ist kommen... 499 Die Nacht ist nun vergangen 478 Die schönen Sonntags⸗ stunden 21 Dies ist der Tag 56 Dies ist die Nacht...... 52 Die Sonn hat sich mit ihrem Glanz gewendet..... 503 Dies sind die heilgen.... 185 Dir, dir, Jehovah...... 381 Du bist ein Mensch..... 400 Du bists, dem Ruhm.... 462 Du bist zwar mein..... 610 Du Brunnquell aller Liebe 99 Du Friedefürst, Herr Jesu! Du großer Schmerzenmann Du Herr der Seraphinen Du Lebensbrot, Herr JIesu Durch Adams Fall..... Du weinest vor Jerusalem 3 Du wesentliches Wort... E. Ehre sei dir, Christe.... 74 Eine Herde und Ein Hirt 182 Einer ists, an dem wir... 180 Eines wünsch ich mir.... 100 Ein feste Burg ist unser Gott 168 Ein Kind geborn zu Bethle— hem 36 Ein Lämmlein geht..... 8⁵5 Ein reines Herz.. 355 Eins ist not, ach Herr... 312 Ein Wetter steiget auf... 557 Ei wie so sanftentschliefestdu 603 VII Nr. Erhalt uns. Herr...... 169 Erhör, o Gott, das heiße Flehm. Ermuntert euch, erquickte Glieder Ermuntert euch, ihr From⸗ menm Ermuntre dich, mein schwa— cher Geisstt Erneure mich, o ewigs Licht Erschienen ist der herrlich Tag. Erstanden ist der heiligChrist Es ist das Heil uns kom⸗ menhet Es ist gewißlich an der Zeit 207 486 629 46 369 109 106 264 6²⁰ Es ist nicht schwer...... 357⁷ Es ist noch eine Ruh.... 633 Es kostet vie˖rn 356 Es mag dies Haus... 61⁵ 16⁵5 28¹ 422 Es wolle Gott uns gnädig Ewge Liebe, mein Gemüte Ewge Wahrheit F. Fahre fort, fahre fort, Zion 176 Fang dein Werk mit Jesu an 489 Freu dich sehr, omeine Seele 587 Freuet euch der schönen Erde 553 Freuet euch, ihr Christen alle, freue sie Freuet euch, ihr Gottes-— kinder Freut euch, ihr Christen alle, Gott schenkt uns 43 69 VIII Nr. Freut euch sehr, ihr Bergleut 541 Fröhlich soll mein Herze.. 48 Früh am Morgen Jesus SLehet.0.. 492 Früh morgens, da die Sonn 112 Für dich sei ganz mein Herz und Leben.... V. 4 ff. 327 G. Geh aus. mein Herz.... 548 Geh hin nach Gottes Willen 37⁵5 Geht hin, ihr gläubigen.. 285 Geht nun hin und grabt.. 605 Geist vom Bater und vom Sohne 146 Gelobet sei der Herr, der Gott Israels 158 Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Licht..... 448 Gelobet sei Israels Gott.. 159 Gelobet seist du. Jesu Christ 37 Gen Himmel aufgefahren ist 129 Gib dich zufrieden..... 40² Gib mir ein frommes Herz 369 Gnädigster Erbarmer... 538 Gott, deine Güte. 373 Gott, den ich als Liebe kenne 433 Gott. der du Berg und Hügel 537 Gott der Vater wohn uns bei 148 Gott des Himmels und der Erden 4 473 Gott, des Zepter 252 Gott, du Lichtt Alphabetisches Register. Gottes Stadt ist fest ge— gründet Gott ist gegenwärtig.... Gott ist mein Hort.... Gott ist mein Lied...... Gott ist und bleibt getreu.. Gott Lob, der Sonntag.. Gott Lob. die Herbstzeit.. GottLob. die kalte Winterzeit Gott Lob, die schöne Som⸗ merocit. Gott Lob, die Stund.... Gottlob, ein Schritt..... Gottlob, ich bin im Glauben Frühlingszeit Gott sei gelobet....... Gott und Vater. Gott Vater, denk an Christi Gesegn uns, Herr... 493 Gesetz und Evangelium.. 195 Gott Vater, höre unsre Bitt GroßerGott von alten Zeiten Großer Mittler, der zur Rechten. Halleluja. jauchzt, ihr Chöre Halleluia. Lob. Preis... Halleluja, schöner Morgen Halt im Gedächtnis Jesum Harre meine Seele.... Heiland, deine Menschen— Gott Lob. nun ist erschollen 5 Gott Lob. nun kommt die Gott Lob und Dankk... Gott sei Dank durch alle Welt liebe war die Quelle... 322 551 32¹1 Alphabetisches Register. Nr. Heilge Einfalt 366 Helft mir Gotts Güte preisen 58 Herr, dein Wort 193 Herr, der du mir das Leben 514 Herr, die Erde ist gesegnet 564 Herr, du wollst uns vor— bereiten Herr. es ist von meinem Leben Herr Gott. dich loben wir. Herr Gott. wir danken dir Herr Gott. dich loben wir, re⸗ gier. Herr. unsre Stimmen 546 Herr Gott. nun schleuß... 586 Herr Gott. nun sei gepriesen 558 Herr, höre. Herr, erhöre.. 518 Herr, ich bekenn Herr. ich bin dein Eigentum 637 Herr, ich habe mißgehandelt 246 Herr Jesu Christ. dein teures 43⁷ Blut 40 9¹ Herr JTesu Christ, dich zu uns wend 3 Herr Jesu Christ, du höchstes Gut. usw. sieh doch... 236 Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, usw., wir kommen 217 Herr Jesu Christe, mein ge⸗ treuer Hirte Prophet 71¹ Herr Jesu Christ, mein höchstes Gut..... 318 IX Nr. Herr Jesu Christ, wahr Mensch und Gott.... 576 Herr Jesu, deine Angst... 92 Herr Jesu. dir sei Preis.. 213 Herr Jesu. Gnadensonne.. 352 Herr Jesu, Licht der Heiden 156 Herr Jesu, zieh uns für Andfur 130 Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren 154 Herr. nun laß in Friede.. 594 Herr, öffne mir die Her⸗ denstür.... 189 Herr, unser Go)tt.... 543 Herr von unendlichem Er⸗ barmen. 32⁵5 Herr, was sind wir..... 164 Herr, wie du willst. 338 Herr Zebaoth, dein heiligs Wort 190 Herzlich lieb hab ich dich.. 337 Herzlich tut mich verlangen 582 Herzliebster Jesu...... 79 Herz und Herz vereint...à Heut ist des Herren Ruhetag Heut ist uns der Tag er⸗ schienen Heut triumphieret Gottes Hier bin ich. Herr, du rufest! Hier legt mein Sinn sich.. Hilf, Helfer, hilf in Angst Hilf, Herr Jesu, laß gelingen Hilf mir, mein Gott X Alphabetisches Register. Nr. Nr. Himmelan, nur himmelan 638 Ich sterbe täglich...... 601 Hinunter ist der Sonne Ich trau auf meinen Gott 434 Schein. 498 Ich und mein Haus.... 526 Hirte deiner Schafe..... 511 ö Ich weiß, an wen ich gläube 277 Höchster Tröster.... 14⁷ Ich weiß. an wen mein Hört auf mit Trauren... 578 Glaub sich hält...... 288 Hört heut der Weisen... 72 Ich weiß ein lieblich Engel⸗ Hosianna! Davids Sohn 32 spiel. 6² Hüter wird die Nacht... 485 Ich weiß, es kann mir nichts heschehen 419 J. Ich weiß, mein Gott.... 347 Ich armer Mensch..... 579 Ich weiß, woran ich glaube 291 Ich bete an die Macht... 327 Ich will dich lieben 304 Ich bin ein Gast auf Erden 595 Ich will mich mit dir verloben 319 Ich bin getauft....... 204 Ich will, o Vater, allezeit 5 Ich bin getrostt 273 Ich will von meiner Missetat 247 Ich bin gewið̃ðʒ 276 Ich wollt, daß ich daheime 570 Ich bin ja, Herrr. 591 Ihr Christen auserkoren.. 45 Ich ergebe mich dem Willen 409 Ihr Eltern, hört....... 529 Ich erhebe mein Gemüte.. 261 In allen meinen Taten.. 393 Ich freue mich 616 In Ängsten ruf ich..... 429 Ich glaub an Einen Gott 268 In Christi Wunden.... 577 Ich habe nun den Grund 279 In dir ist Freude..... 293 Ich hab in Gottes Herz.. 395 In GottesRamenfahrenwir 566 Ich hab in guten Stunden 434 InGottes Namenfangich an 481 Ich hab mein Sach..... 580 Ist Gott für mich...... 270 Ich hab mich Gott ergeben 588 Ich hab von ferne..... 636 Jot. Ich komme, Herr, und suche 219. Jauchzet, ihͤr Himmel... 55 Ich ruf zu dir, Herr Jesu 334 Je größer Kreuz..... 4¹8 Ich sag es jedem, daß er lebt 126 Jerusalem, du hochgebaute 624 Ich singe dir mit Herz... 446 Jesaia, dem Propheten.. 210 Ich steh an deiner Krippe 47 Jesu deine Passion..... 89 Ich sieh in meines Herren Jesu, deine tiefen Wunden 80 Hand 430 Jesu, der du meine Seele 242 Alphabetisches Register. Nr. Jesu. geh voran....... 320 Jesu. großer Wunderstern 70 Jesu, meine Freude.... 300 Jesu, meiner Seele Leben 306 Jesu, meines Lebens Leben 90 Jesus Christus herrscht... 326 Jesus Christus unser Hei— land, der den Tod.... 107 Jesus Christus, unser Hei— land, der von uns den Gotteszorn wand.... 209 Jesus, Desus, nichts als.. 307 Jesus lebt, mit ihm auch ich 123 Jesus, meine Zuversicht.. 614 Desus nimmt die Sünder an 278 Jesus soll die Losung sein 64 Jesu, Trost derarmenSeelen 97 K. Keinen hat Gott verlassen 390 Komm, Gottes Geist.... 145 Komm, heiliger Geist, erfüll die Herzen 136 Komm heiliger Geist, Herre Gottt 138 Komm. o Gott Schöpfer.. 137 Komm, o komm, du Geist 143 Kommst du, kommst du.. 29 Kommt her zu mir. 335 Kommt, Kinder, laßt uns Hehet. 372 Kommt, laßt euch den Her⸗ Len lehren 341 Kommt und laßt uns Chri⸗ uim ehren 50 König, dem kein König. König Jesu, streite, siege.. Kyrie(Citaneiij) Laß dich Golt Laß dich, Herr Jesu Christ Lasset die Kindlein kommen Lasset mich voll Freude Lasset uns den Herren prei⸗ sen, o ihr Christen überall Lasset uns den Herren prei— sen und vermehren.... Lasset uns mit Jesu ziehen Laß mich dein sein..... Laßt mich gehn....... Laßt uns doch Christo... Liebe, die du mich zum Bilde Liebe, dienichtauszusprechen Liebster Jesu. der du mich Liebster Jesu, sei willkommen Liebster Jesu, wir sind hier, deinem Worte nach⸗ öuleben Liebster Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort anzu⸗ höreng e Liebster Vater, soll es sein Litänei n Lobe den Herren, den mäch⸗ ligen König Lobe den Herren, o meine Seele 4. Lobe, mein Herzz Lobet den Herren alle... NI Nr. 323 EED 406 523 200 203 476 XII Nr. Lobet den Herrn, ihr Heiden 67 Lobt Gott, ihr Christen... 41 M. Mache dich, mein Geist.. 351 Machs mit mir, Gott.... 589 Macht hoch die Tür... 23 Mag ich denn nicht..... 394 Man lobt dich in der Stille 444 Meine Lebensseit verstreicht 604 Meinen Jesum laß ich nicht 302 Mein erst Gefühl sei Preis 491 Meine Seele erhebet.... 160 Meine Seele laß dich finden 216 Meine Seel, ermuntre dich 96 Meine Seele senket sich.. 414 Meine Seel ist stille.... 411 Meines“ebens beste Freude 308 Mein Gott, die Sonne geht 10 Mein Heiland nimmt die Sunder ans 282 Mein Heiland sitzet droben 131 Mein Herz, ach rede mir nicht dreiin 324 MeinHerz gib dich zufrieden 421 Mein Herz und Seel.... 161 Mein Jesu, der du vor dem Scheiden 218 Mein Jesus kommt.... 600 Mein Iesus lebd.. 12⁰ Mein Jesu, süße Seelenlust 313 Mein Lauf, Gott Lob... 590 Mein lieber Gott.. 359 Mein schönste Zier.... 298 Mein Schöpfer, steh mir bei 206 Alphabetisches Register. ö Nr. Mir ist Erbarmung wider⸗ fahren Mir nach, spricht Christus 349 MitErnst,o Menschenkinder 26 Mit Freude will ich heben 540 Mit Fried und Freud... 572 Mit meinem Gott.... 507 Mitten wir im Leben sind 571 Morgenglanz der Ewigkheit 482 Müde bin ich, geh zur Ruh 534 N. Nichts Betrübters.... 535 Nicht so traurig....... 396 Nie bist du, Höchster.... 289 Nimm von uns, Herr... 235 Nimm von uns, Herre Gott 227 Nun bitten wir den heiligen Geistt 139 Nun bricht die finstre Nacht 20 Nun danket alle Gott... 442 Nun danket alle Gott... 443 Nun danket all und bringet 445 Nun freut euh Nun hilf uns, o Herr Jesu 532 Nun jauchzet all 25 Nun jauchzt dem Herren 1 Nun kommt das neue Kir⸗ chenjahr 22 Nun laßt uns den Leib be⸗ graben 573 Nun laßt uns gehn.... 61 Nun laßt uns Gott 4⁴⁰0 Nun lieg ich armes Würme⸗ Alphabetisches Register. Nun lob, mein Seel... Nun preiset alle..... Nun ruhen alle Wälder.. Nun schlaf, mein liebes Kindelein: Nun sich der Tag geendet hat Nun sich der Tag geendet, mein Herz Nun singet und seid froh.. Nun tret ich wieder O. O Bergwerksschöpfer.. O daß ich tausend Zungen O du Liebe meiner Liebe.. O du Schöpfer aller Dinge OEwigheit. du Donnerwort OEwigheit, du Freudenwort O frommer und getreuer Gott O gläubig Herz, gebenedei O Gott, der du das Firma⸗ ment 5 O Gott, du frommer Gott O Gott, du höchster Gnaden⸗ hort O Gottes Sohn, Herr Jesu O Gott, von dem wir alles O Gott, wir ehren O Haupt voll Blut O heilger Geist O heilige Dreieinigkeit... O heilige Dreifaltigkeit... O hilf, Christe, Gottes Sohn O Jesu Christe, wahres Licht XIII Nr. ö Nr. 438 O Jesu Christ, mein schön⸗ 561 stes Sicht40. 30¹ 502O Jesu, du mein Bräutigam 212 O Jesu. Jesu. Gottes Sohn 296 528 O Jesu. meines Lebens Licht 490 506 O Jesu meine Wonne... 223 44 O König aller Ehren.... 66 480 O König, dessen Majestät 255 O Lamm Gottes, unschuldig 75 O Lebensbrünnlein..... 295 539 O Liebe, die den Himmel 54 454 O meine Seel 44¹ 9⁴ O selig Haus 5²7 248 é O Tod, wo ist dein Stachel 114 626 O Traurigkeit. o Herzeleid 102 627 OtreuerHeiland. Jesu Christ 342 O Vater, allmächtiger Gott 226 243 O Vater deine Sonne scheint 554 439 OVater der Barmherzigkeit 244 OVaterherz. o Licht, o Leben 370 560 O Vater, unser Gott 340 O Welt. ich muß dich lassen 574 O Welt, sieh hier dein Leben 86 186 O wie fröhlich, o wie selig 630 269 O wie selig seid ihr doch.. 625 562 O wir armen Sünder... 77 153 88 P. 141 Preis, Ehr und Lob sei dir 522 5²⁰0 47¹ R. 76 Rede, liebster Jesu, rede.. 187 172Reich des Herrn 13¹ XIV Nr. Ringe recht, wenn Gottes nadee 363 Rüstet euch, ihr Christenleute 362 S. Schaffet, schaffet...... 353 Schaff in mir, Gott..... 253 Schmücke dich, o liebe Seele 215 Schmückt das Fest.. 14⁴ Schönster Herr Jesu.... 310 Schwing dich auf, mein ganz Gemüte Schwing dich auf zu deinem Gott 398 Seele, geh auf Golgatha.. 98 Seele, mach dich heilig auf 95 Seelenbräutigam...... 311 Seele, was ermüdst du dich 316 Sei getreu bis an das Ende 346 Sei Gott getreum 348 Sei Lob, Ehr, Preis. Sei Lob und Ehr 449 Sei mir taͤusendmalgegrüßet 87 Seistille müdgequältes Herz 427 Sei willkommen, Davids 33 Sende, Vater, deinen Geist 382 Siegesfürste, Ehrenkönig. Sieh, hier bin ich Sieh, wie lieblich...... 354 So führst du doch recht... 413 So hab ich nun den Fels 283 4⁵9 So hab ich obgesieget 611 So hoff ich den 287 So jemand spricht 37⁴ So ist die Woche nun 517 Alphabetisches Register. Sollt es gleich bisweilen scheinen Sollt ich meinem Gott nicht singen. 447⁷7 So nimm denn meine Hände 376 Sorge doch für meine Kinder 530 So ruhest du, o meine Ruh 103 So tret ich demnach an... 479 So wahr ich lebd 239 Speis uns, Vater.. 495 Stark eist meines Jesu Hand 332 Steht auf, ihr lieben Kin⸗ Niderlein2 466 Straf mich nicht.. 250 Such, wer da will...... 299 2. Tag des Zorns 61 Teures Wort aus Gottes Mimde 19²2 Treuer Gott, ich muß dir Klägen. 0 241 Treuer Hirte deiner Herde 177 Treuer Jesu, wache du... 508 Treuer Wächter Israel... 544 Tut mir auf die schönePforte 11 A. Unsern Ausgang segne Gott 19 Unter Lilien jener Freuden 602 Unumschränkte Liebe.... 280 B. Valet will ich dir geben.. 585 Vater laß mich Gnade finden 249 Vater unser im Himmelreich Verleih uns Frieden.... Versuchet euch doch selbst Verzage nicht, du Häuflein Alphabetisches Register. XV Nr. Nr. 377 Was ists, daß ich mich quäle 424 519 Was mein Gott will.... 384 272 Was mich auf dieser Welt 171 Oetrübt 40 Vollendet hat der Tag.. Vom Himmel hoch..... Bom Himmel kam derEngel Schar 4 Von Gott will ich nicht lassen Vor deinen Thron tret ich Vor G'richt, Herr Jesu.. W. Wach auf. du Geist..... Wach auf, mein Herz, die Racht ist hin Wach auf. mein Herz, und inge Wachet auf, ruft uns die Stimm:me Wacht auf, ihr Christen alle Wär Gott nicht mit uns.. Wärn meiner Sünd auch noch so viel Warum betrübst du dich. Warum sollt ich mich denn grämen Warum willst du draußen Was alle Weisheit..... Was Gott tut, das ist wohl⸗ getan, es bleibt gerecht sein Wilee Was Gott tut, das ist wohl⸗ getan, so denken Gottes Kinder 23⁷ 516 Was willst du dich betrüben 392 38 Weicht. ihr Berge 27⁵ Weil ich Jesu Schäflein bin 533 39 Weine nicht. Gott lebet.. 417 386 Welt ade, ich bin dein müde 596 474 Wenn alle untreu werden 331 Wenndeinherzliebster Sohn 266 Wenn dich Unglück hat be⸗ treten 178 Wenn ich ihn nur habe Wenn ich. o Schöpfer...« Wenn kleine Himmelserben Wenn meine Sünd mich 475 kränken Wenn mein Stündlein vor⸗ 021 handen ist 6575 619 Wenn wir in höchsten Nö— 167 ten sein 233 Wenn wir in Wassersnöten 568 265 Werde licht, du Stadt... 68 119 385 Werde munter, mein Gemüte 501 Wer Gott vertraut 397 Wer ist wohl wie du.... 314 27 Wer nur den lieben Gott 403 151 Wer sind die vor Gottes Throne 632 Wer weiß, wie nahe.... 599 407 Wie fleucht dahin...... 598 Wie Gott mich führt.... 420 Wie groß ist des Allmächt⸗ 505 ogen Gü,tetete 46⁵ XVI Alphabetisches Register. Nr. Nr. Wie lieblich ist der Maien 547 Wir liegen hier....... 256 Wie lieblich sind doch deine Wir Menschen sind..... 188 Fiiß 11¹⁷ Wir singen dir. Immanuel 49 Wie mein getreuer Vater will 404 Wohl auf, mein Herz... 379 Wie mit grimmgem Unver⸗ Wohl einem Haus.. 52⁵ stand. 569 Wo ist ein solcher Gott... 286 Wie schön ists doch. Herr 524 Womit soll ich dich wohl Wie schön leucht uns der Ioen 4⁵3 Morgensteeen 292 Wort des höchsten Mundes 194 Wie selig ist der Ort.... 9 Wo soll ich fliehen hin... 240 Wie soll ich dich empfangen 28 Wo willst du hin...... 11 Wie wird mir dann.... 634 Wunderanfann 410 Wie wohl hast du gelabet 222 Wunderbarer Gnadenthron 51 Wie wohl ist mir. o Freund 309 Wunderbarer König.... 451 Willkommen, Held..... 12¹ Wir danken dir. Herr Jesu 3. Christ, daß du für uns Zeuch, Ehrenkönig..... 34 gestorben bisst 78 Zeuch ein zu deinen Toren 142 Wir danken dir, Herr Jesu Zeuch hin, mein Kind... 612 Christ, daß du unser Er⸗ Zeuch uns nach dir..... 13⁴4 loser bist:. 500 Zion, gib dich nur zufrieden 175 Wir danken dir, Herr Jesu Zion klagt mit Angst und Christ, daß du vom Tod Schmerzen 173 erstanden bist....... 110 Zu deinen Füßen liege ich 225 Wir danken Gott.. 494 Zu dir, Herr Jesu. komme 257 Wir glauben all....... 263 Zween der Jünger..... 12² —. Psalm 92., 2. Das ist ein köstlich Ding dem Herrn danken, und lobsingen deinem Namen, du Höchster. Epheser 5, 18— 20. Werdet voll Geistes, und redet untereinander von Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in eurem Herzen; und saget Dank allezeit für Alles, Gott und dem Vater, in dem Namen unsers Herrn Zesu Christi. —.——2— „HD I&eeE—. BDBiI— ...2.—.. ·„——.—— men, ngen rzen; men A. Sonntags⸗ und Festtagslieder. I. Sonntagslieder. 1. Psalm 100. Eigene Melodie. N. jauchzt dem Herren, alle Welt, kommt her, zu sei⸗ nem Dienst euch stellt; kommt mit Frohlocken. säumet nicht kommtvor sein heilig Angesicht! 2. Erkennt, daß Gott ist un⸗ ser Hhr der uns erschaffen ihm durch& Ehr, und nicht wir selbst, urch Gottes Gnad ein jeder Mensch sein Leben hat. 3. Er hat uns ferner wohl be⸗ dacht und uns zu seinem Volk gemacht, zu Schafen, die er ist Peid zu führen stets auf gute ei 4. Die ihr nun wollet bei ihm sein, kommit, 200 zu seinen To⸗ ren ein mik Loben durch der Psalmen Klang, zu seinemVor⸗ hof mit Gesang. 5. Dankt unserm Gott, lob⸗ singet ihm, rühmt seinen Nam mit lauter Stinun, lobsingt und danket allesamt! Gott loben das ist unser Amt. 6. poll Piah dund Tuent ar leder 3 voll Lieh und Treu zu jeder Zeit; sein Gnade währet dort und hier, und seine Wahr⸗ heit für und für. 7. Gott Bater in dem höchsten Thron und Jesus Christ, sein einger Sohn, samt Gott dem werten heilgen eist sei nun und immerdar gepreist. David Denicke(2) g. 1603 4 1680. (nach Corn. Becker). 2. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Hene ist des Herren Mud un r. Sorge, Müh und Plag treibt eure Wochenarbeit nicht, kommt vor des BHöchsten Angesicht! Halleluja! 2. Kommt her und fallt guf euxre Knie vor Gottes Majestät allhie. Es ist sein Heiligtum und Haus, wer Sünde liebt, gehört hinaus. Halleluja! 3. Ganz unerträglich ist sein Grimm, doch hört er gern der Armen Stimm; deswegen lobt ihn allesamt, das ist der rechtes Amt. Halleluja! 4. Rühmt unsers Gottes Meistertat, da er aus nichts er⸗ chaffen hat den Himmel und ie ganze Welt und was die⸗ selbe in sich hält. Halleluja! 5. Denkt auch, daß heut ge⸗ schehen ist, die Auferstehung Jesu Christ, dadurch die wahre Freudigkeit in alley Not uns ist bereil. Halleluia! hristen 2 Sonntagslieder. 6. Drum wollen wir begehn mit Fleiß den Tag 1901 rechter Christen Weis wir wollen auf⸗ tun unsern Mund und sagen Uba 96 Herzensgrund: Halle⸗ ula 7. O Gott der du den Erden⸗ kreis erschaffen hast zu deinem Preis, uns auch bewahrt so manches Jahr in vieler Trüb⸗ sal und Gefahr, Halleluia! 8. Hilf, daß wir alle deine Werk voll Weisheit, Güte, Macht und Stärk erkennen und denes) und mehr ausbhreiten eines Namens Ehr. Hallelujal 9., O liebster Heiland Jesu Christ. der du vom Tod erstan⸗ den bist, richt unsre Herzen Raf zu dir, daß sich der Sündenschla verlier. Halleluja! 10, Gib deiner Auferstehung Kraft, daß dieser Trost ja bei uns haft, und wir uns drauf verlassen fest, wenn uns nun alle Welt verläßt. Halleluja! 11. O heilger Geist, laß uns dein Wort so hören heut und immerfort, 0 ich in uns dur deine Cehr Glaub, Lieb und u nung reichlich mehr. Halle⸗ ujal 12. Erleuchte uns, du wahres Licht, entzieh uns deine Gnade nicht, all unser Tun auch so regier daß wir Gott preisen für und für. Halleluja! 13. Gott Bater, Sohn und Geist. verleih, daß dieser Tag dir heilig sei, wir auch die Sabbats⸗ ruh und Freud erlangen drauf in Ewigkeit. Halleluja! Hannov. Gsb. 1646. 3 Eigene Melodie. err Jesu Christ, dich zu uns wend, den heilgen Geist du zu uns send, mit Hülf und Gnad. Herr, uns regier und uns den Weg zur Wahrheit führ! 2. Tu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Glan zur mehr, l ein, den Glauben mehr, stärk den Berstand, daß uns dein Nam werd wobl be⸗ kannt; 3. Bis wir singen mit Gottes 5311 Heilig, heilig ist Gott der err! und schauen dich von fegem dl in ewger Freud und selgem Licht. 4. Ehr sei dem Bater und dem Sohn. dem heilgen Geist in einem Thron, der heiligen Drei⸗ einigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit Wilhelm II. Herzog zu Sachsen⸗ Weimar(7) g. 1598 7 1662. 4. Psalm 100. ch Mel. Gott des Himmels und der Erde, oder Eigene Melodie. Alle Welt. was lebt und webet. A was in Feld und Häusern ist, was nur Stimm und Zung erhebet, jauchze Gott zu jeder Frist! Dienet ihm, wer dienen kann, kommt mit Lust zu ihm heran! 2. Sprecht: Der Herr ist unser Meister, er hat uns aus nichts gemacht, er hat unsre Leih und Geister an die lichte Welt ge⸗ bracht; wir sind seiner Allmacht Umm seine Schaf und Eigen⸗ um. 3. Gehet ein ten, geht durch Gang, lobet ihn nut f Worten, saget ihm Lob seinen Pfor⸗ eines Vorhofs önen reis und Bank! Denn der Herr ist jederzeit voller Gnad un Freundlichkeit. 4. Gott des 2. Sohn und der Erde, Vater, Sohn und biimr Geist, daß dein Ruhm ei uns groß werde, Beistand selbst und Hülf uns leist! Gib uns Kräfte und 4— 0 dich a zu preisen für und für! V.—3 Joh. Franch g.1618 1677. V. Hannov. Gsb. 1659. 5. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. Icheß will, o Vater, gllezeit er⸗ heben deine G Gütigkeit, daß du von so viel Jahren mich hast behütet wunderbar, wie ichs mein Bebtag immerdar, auch diese Woch erfahren. Singet, bringet Gott dem Kum E na und ferren Dank und Ehre jedermann sein Lob vermehre! 2. Du führst durch deinen Gnadenschein aus gller Trüb⸗ al, Not und Pein den, der zu 1 nur schreiet. Durch Ghaiftun gibst du deinen Bube: der uns den Weg zur Buße Laß und bitteahed erfreuet. mich, bitt ich, deine Güte i 0 emüte fort emy inden, ohn Anfechtung meiner Sünden. 3. Herr, siehe du doch ja nicht an das, was ich wider dich getan in. nächstverwichnen Tagen. imm zur Versöhnung Christi Blut, der uns gelitten hat zugut und völlig abgetragen, was sich Sonntagslieder. 3 täglich noch für Sünden in uns finden: drum wir Schwachen zu dem Gnadenthron uns machen. 4. Mein'n Leib, mein Seel und all das Mein, laß dir, o dmer oeben ohlen se Wend ich ab Hi dir ergebe end ab Not, Angst und Herzeleid. du Vater der e in meinem Denend Leben, daß ich fröhlich einen Willen—3— erfüllen, am 8 dich lieben, auch die Lieb Nächsten üben. —5. Gih, daß mir deiner Ruhe Tag Diuch innre Ruh befördern Be⸗ durch deines Wortes Stär⸗ ke; daß mir dasselb ins Herze dring und hundertfältig Früchte bring, des Glaubens rechte Wertze. Von dir laß nehen. daß lein fließen, sich ergießen, daß ich bleihe stets ein Glied an deinem Leibe. 6. Verleihe, daß in dieser Welt mein fdir sei auf dich gestellt und 9 d ir ganz ver⸗ htraue, daß ich die wahre Ruh und Freud erlange dort ohn einig Leid wenn ich Gott i Isich schaue. Durch dich werd ich große Gaben ewig haben bei dir oben; deinen Namen will ich loben. Hannov. Gsb. 1657. 6. Eigene Melodie. Lamd den wir sind hier, dich dein Wort anzuhören, Lule Süme und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsternis verhüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns 1* mit hellem Licht erfüllet: Gutes denken, tun und dichten mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlich⸗ keit, Licht vom Licht, aus Gott geboren. mach uns gllesamt be⸗ reit, öffne Herzen. Mund und Ohren! Unser Bitten. Ilehn und Singen laß. Herr Jesu. M wohl gelingen! Tobias Clausnitzer g. 1618 1684. S 7 Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Gottob der Honntag kommt herbei, die Woche wird nun wieder neu; heut hat mein Gott W das Licht gemacht, mein Heil hat mir dasLebenbracht. Hallelujal 2. Das ist der Tag, da Jesus hrist vom Tod für mich er⸗ standen ist und schenkt mir die Gerechtigkeit. Trost, Leben Heil und Seligkeit. Hallelujal 3. Das ist der rechte Sonnen⸗ tag, da man sich nicht gnug freu⸗ en mag, da wir mit Gott ver⸗ söhnet sind. daß nun ein Christ heißt Gottes Kind. Halleluja! 4. Mein Gott, laß mir dein Lebenswort. führ mich zur Him⸗ melsehrenpfort. laß mich hier leben heiliglich und dirlobsingen ewiglich! Halleluja! Joh. Olearius g. 1611 1 1684. 8. Ml. Gott des Himmels und der Erde. Großer Gott von alten Zeiten, — dessen Hand die Welt re⸗ giert, dessen Treu auf allen Sei⸗ ten mich von Jugend auf ge⸗ Sonntagslieder. 2. Ach wie lieb ich diese Stun⸗ den, denn sie sind des Herren Fest, das mit so piel Troft ver⸗ bunden, da mein Gott mich ruhen läßt und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Leben weist. 3. Hahe Dantk für diesen orgen, der mir Zeit zum Gu⸗ tenf enkt: dassindlunrebesten orgen, wenn der Mensch an Gott gedenkt und von Herzen bet und singt. daß es durch die Wolken dringt. 4. Was ist schöner als Gott dienen, was ist süßer als sein zort. da wir sammeln wie die Bienen und den Honig tragen fort? Selig ist. wer Tag und Nacht also nach dem Himmel tracht. 5. O mein Gott. sprich selber Amen denn wir sind demen Ra⸗ tum. Alles preise deinen Na⸗ men. alles mehre deinen Ruhm. bis es künftig wird geschehn, daß wir dich im Himmel sehn. Kasp. Neumann g. 1648 1715. 9. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 2. Wie selig ist der Ort zu nen⸗ nen, wo Gottes Wort im Schwange geht, wo Licht und Recht ganz helle brennen, und Zion niemals wüste steht, da man im Schmuck der Heilig⸗ keit dem Herren opfert allezeit! 2. Weh aber. wo die Lebens⸗ worte so rar und teuer worden sind. daß man an solchem wüsten führt, heute weckt des Tages O Lauf mich zu lauter Andacht auf. rte von Gott nur dunkle Spu⸗ ren findt! Wie billig wird der Sonntagslieder. 5 Ort beweint, wo Gottes Wort entfernet scheint. 3. Wir dürfen keinen Zwei⸗ fel tragen, als wär allhier nicht Gottes We wo wir nach Gottes Worte fragen, da macht er eine Kirche draus: sie sei nun zahlreich oder klein, so muß sie ihm doch heilig sein. 4. So treten wir im Geist zu⸗ sammen. so singen wir des Her⸗ ren Lied. so bringen wir die Opferflammen, auf welche Gott in Gnaden sieht: so lesen wir und hören an. was Gottes Wort uns lehren kann. 5. Ach Herr, gib selber das Gedeihen, laß doch kein Wort vorübergehn, laß uns die See⸗ lenspeis erfreuen, laß unser 275 erquicket stehn. gib unsrer infalt deutlich ein das. was uns kaͤnn erbaulich sein! 6. Erhalt uns 2 dem Glau⸗ bensgrunde, den du den Eck⸗ stein hast genennt. daß man dich nicht nur mit dem Munde, auch mit dem Herzen selbst belzennt. Wenn uns die Welt Ver Beihm⸗ dräut, so gib, o Herr, Bestän⸗ digkeit! 7. Ja bau du selbst in unsrer Seele dir ein lebendig Gottes⸗ haus. so wird in dieser Jammer⸗ höhle ein angenehmer Sabbat draus, bis wir in jenen Tempel gehn und vor des Lammes Stuhle stehn. Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. 10. Ml. Herr Zesu Christ, dich zu uns wend Mein hur die Sonne geht herfür, sei du die Sonne selbst in mir. du Sonne der Ge⸗ inn. vertreib der Sünden Dunkelheit! 2, Mein erstes Opfer ist dein Ruhm. mein Herz ist selbst dein Eigentum; ach kehre gnädig bei mir ein, du mußt dir selbst den Tempel weihn. 3. Gib, daß ich meinen Fuß bewahr, eh ich mit use Kir⸗ chenschar zum Hause Gottes wallen geh. daß ich auch heilig vor dir steh. 4. Bereite 3 un Mund und Hand und gib mir Weisheit und Verstand, daß ich dein Wort mit Andacht bor. zu deines großen Namens Ehr. 5. Schreib alles festin meinen Sinn. daß ich nicht nur ein Hörer bin; perleihe deine Kraft dabei, daß ich zugleich ein Täter sei. 6. Hilf, daß ich diesen ganzen Tag mit Leih und Seele feiern mag; bewahr mich vor der argen Welt, die deinen Sabbat sündlich hält. 7. 600 ich bei di 3n Haute hin, wo ich bei dir zu Hause bin. Men Herz ist willig und bereit, o heilige Dreieinigkeitl Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. 11. Ml. Weicht, ihr Berge,fallt, ihr Hügel. Tun. mir auf 15 schöne Pforte, führet mich in Zion eini Ach. wie wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein! Hier ist Oottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir ge⸗ kommen, komme du nun auch — 6 zu mir! Wo du Wohnung hast ber. Heue da ist lauter Himmel ier. Zeuch in meinem Herzen ein, laß es deinen Tempel sein! 3. Caß in FJurcht mich vor dich treten, heilige du Leib und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer Ohr. Heilige du Mund hr geuch das Herze Lans empor! 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samkorn auf mich fällt; gib mir Licht i in dem Verstande. und was mir wird vorgestellt vräge du im Fauuht ein, laß es mir zur rucht gedeihn! 5. Stärk in mir den schwa⸗ Klei Glauben, laß dein teures leinod mir nimmer aus dem Herzen rauben, halte mir dein Wort stets für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede. Herr. W will ich hören. und dein Wille werd erfüllt; nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmalsbrot, tröste mich in aller Not! 7. Offne mir die grünen Auen. daß dein Lamm sich weiden kann; lasse mir dein Manna tauen. diesemd mir die rechte Bahn hier in diesem Jammerlal. Herr. zu deinem Ehrensaal! Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. 12. Ml. Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel. HMhbne schöner Morgen. schöner als man denken Sonntagslieder. mag, heute fühl ich keine Sor⸗ gen, denn das ist ein lieber Ta der durch seine Lieblichkeit recht das Innerste erfreut. 2. Süßer Ruhetag der See⸗ len, Haler I der voll Lichtes 95 heller Tag der dunklen öhlen, Zeit. in der der Segen und duwe Stunde voller Seligkeit, u vertreibst mir alles Leid. 3. Ach wie schmeck ich Gottes Güte recht als einen Morgen⸗ tau, die mich führt aus meiner Hütte zu des Vaters grüner Au: 35 hat wohl die Mor enstund edlen Schatz und Gold im 29495 4. Ruht nur, meine Hultan schfer heute hab ich sonst zu tun. denn ich brauche alle Kräfte, in dem höchsten Gut zu ruhn. Heut schickt keine Arbeit sich 44 nur Gotteswerk für mich. 5. Wie soll ich mich heute schnc daß ich Gott gefallen mag? Jesus wird die Kleider schicken. die ich ihm zu Ehren trag. Sein Blut und Gerechtig⸗ bue 5 das schönste Sonntags⸗ 6. Ich will in der Zionsstille heute voller Arbeit sein, denn da sammle ich die ulle von den 1 Jems Staben ein, wenn mein Jesus meinen Geist mit dem Wort des Lebens speist. 7. Herr.ermuntre meine Sin⸗ nen nuch bereite Ind die Brust, laß mich ehr und Trost ge⸗ winnen. gib zu deinem Manna daß mir deines Wortes fall recht tief in mein Herze all. 8. Segne deiner Knechte Leh⸗ ren. öffne selber ihren Mund: Sonntagslieder. 7 mach mit allen, die dich hören. heute deinen Gnadenbund, da wenn man hier bet und singt, solches in dein Herze dringt. 9. Gib. daß ich den Tag be⸗ chließe, wie er angefangen ist: egne, pflanze und begieße, der du Herr des Sabbats bist, bis ich einst auf jenen Tag ewig Sabbat halten mag. Jon. Krause g. 1701 1 1762. 13. Mel. Unumschränkte Liebe, oder Wunderbarer König. Gott ist gegenwärtig, lasset uns anbeten und in Ehr⸗ furcht vor ihn treten! Gott ist in der Mitten, alles in uns schwei⸗ 50 und sich innigst vor ihm K euge! Wer ihn kennt. wer ihn nennt, schlagt die Augen nieder, kommt, ergebt euch wieder! 2. Gott ist gegenwärtig dem die Cherubinen Tag und Racht ebücket dienen: 100 heilig. g singen ihm zur Ehre aller ngel hohe Chöre. Herr, ver⸗ nimm unsre Stinun, da auch wir Geringen unsre Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig allen Eitelkeiten, aller Erdenlust und Freuden; da liegt unfer Wille. Seele, Leib und Leben dir zum Eigentum ergeben. Du allein sollst es sein, unser Gott und Herre, dir gebührt die Ehre. „4. Maiestätisch Wesen, möcht ich recht dich preisen undimGeist dir Dienst erweisen! Möcht ich wie die Engel immer vor dir sehen und dich gegenwärtig ehenl Laß mich dir für und für trachten zu gefallen, liebster Gott, in allen! 5. Du durchdringest alles, laß 65 dein schönstes Lichte, Herr, be⸗ rühren mein Gesichte! Wie die zarten Blumen willig sich ent⸗ falten und der Sonne stille⸗ halten, laß mich so, still und froh. deine Strahlen fassen und dich wirken lassen! 6. Mache mich einfältig in⸗ nig, abgeschieden, sanfte und im stillen Frieden; mach mich rei⸗ nes Herzens, daß ich deine Klar⸗ eit schauen mag im Geist und ahrheit; laß mein Herz üher⸗ wärts wie ein Adler schweben und in dir nur leben! 7. Herr. komm in mir woh⸗ nen, laß mein n Geist auf Erden dir ein Heiligtum noch werden. Komm, du nahes Wesen, dich in mir verkläre, daß ich di 13 lieb und ehre. Wo ich geh. itz und steh, laß mich dich er⸗ blicken und vor dir mich bücken! Gerh. Terstegen g. 1697 4 1769. 14. Ml. HerrSesuChrist, dich zu uns wend Brunn alles Heils, dich ern wir und öffnen unsern Mund vor dir; aus deiner Gott⸗ heit Heiligtum dein hoher Se⸗ gen auf uns komm! 2. Der Herr, der Schöpfer. bei uns bleib, er segne uns nach Seel und Leib, und uns behüte seine Macht vor allem Ubel Tag und Nacht! 3. Der Herr, der Heiland. unser Licht, uns leuchten laß ein Angesicht, daß wir ihn chaun und glauben frei, daß er uns ewig gnädig sei. N N N N NR 4. Der Herr, der Tröster, ob uns schweb. sein Antlitz über uns erheb, Frieden unverrückt. 5. Jehova! Vater. Sohn und Geist o Segensbrunn, der ewig fleußt, durchfleuß Herz. Sinn und Wandel wohl, mach uns deins Lobs und Segens voll! Gerh. Terstegen g. 1697 4 1769. 15. Offenb. 22. 21. Rel. Christus der ist mein Leben. Die Gnade sei mit allen, die naden unsers Herrn. des Herrn, dem wir hier wallen 92 sehn sein Kommen gern. 2. Auf dem so schmalen Pfa⸗ de ale uns gar kein Tritt. es ge End seine Gnade denn bis 93 5 nde mit. 3. Auf Gnade darf man trauen, man traut ihr yhne Reu: und wenn uns ja will grauen, so bleibts: Der Herr ist treu. 4. Wird stets der Jammer größer, so glaubt und ruft man no Du mächtiger Orlöser, du ommst; so komme doch! 5. Damit wir nicht erliegen, muß Gnade mit uns sein; denn sie flößt zu den Siegen Geduld und Glauben ein. 6. So scheint uns nichts ein Schade, was man um Zesum mißt, der Herr hat eine Gnade, die über alles ist. 7. Bald 50 es überwunden nun durch des Lammes Blut, das in den schwersten Stunden die größten Taten tut. Sonntagslieder. daß uns sein Bild G werd eingedrückt, und geb uns 8. Herr, laß es dir gefallen! Noch immer ahlen wir: Die nade sei mit allen, die Gnade sei mit mir! Phil. Friedr. Hiller g. 1699 1 1769. 16. Eigene Melodie. Dank sagen wir alle Gott unserm Herren 1 be der uns mit seinem Wort hat er⸗ leuchtet und uns erlöset hat mit seinem Blute von des Teufels Gewalt. Den sollen wir alle mit seinen Engeln loben mit Schalle, singen: Preis sei Gott in der Höhe! Altkirchl. Deutsch 1524. 17. Mel. Herzlich tut mich verlangen. Lo mich dein Gon und bleiben. du treuer Gott und Herr, pon dir laß mich nichts treiben, laßmi mich bei deiner Lehr! Herr. aß mich nur nicht wanken. gib mir Beständigleit, dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit. Nikol. Selnecher g. 1532 1592. 18. Mel. Christus der ist mein Leben. Ader bleib mit deiner Gnade ei uns, Herr Jesu Christ. daß uns Sused nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach hleib mit deinemWorte bei uns. Erlöser wert, daß uns beid und derte sei Güt und Heil besche 3. Ach bleib mit depen Glan⸗ ze bei uns, du wertes Licht, dein Wahrheit uns umschanze. damit wir irren nicht. Sonntagslieder. 9 4. Ach bleib mit deinem Se⸗ gen hei uns, du reicher Herr, dein Gnad und alls Vermögen in uns reichlich vermehr! 5. Ach bleib mit deinem Schutze bei uns, du starker Held. daß uns der Feind nicht trutze, noch fäll die böse Welt. h 6. Ach bleib mit deiner Treue hei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit perleihe, hilf uns aus aller Not! Josua Stegmann g. 1588 4 1632. 19. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Vnsern Ausgang segne Gott, unsern Eingang gleicher⸗ maßen. segne unser täglich Brot, egne unser Tun und Hassen. egne uns mit selgem Sterben d und mach uns zu Himmels⸗ erben! Hartmann Schenck g. 1634 + 1681. Am Sonntagabend 20. Mel. Mun sich der Tag geendet hat. un bricht die finstre Nacht berein, des Tages Glanz ist tot; jedoch mein Herz, Rium noch ficht ein, geh. rede erst mit ott! 2. OGott. du großer Herr der Welt. den niemand sehen kann, du siehst ja mich in deinem Zelt, hör auch mein Seufzen an! 3. Der Tag, den ich nunmehr vollbracht, der war besonders dein; drum hat er auch bis in die Nacht mir sollen heilig sein. 4. Vielleicht ist dieses nicht ge⸗ schehn, denn ich bin Fleisch und Blut und pfleg es öfters zu ver⸗ sehn, wenngleich der Wille gut. 5. Nun such ich deinen Gna⸗ denthron, sieh meine Schuld nicht an und denke. daß dein lie⸗ ber Sohn für mich genug getan. 6. Schreib alles, was man eut gelehrt, in unsre Herzen ein und 4ehe die, so es gehoͤrt, dir auch gehorsam sein. 7. Erhalte ferner noch dein ort und tu ums immer wohl, damit man stets an diefem Ort Gott diene, wie man soll. 8. Indessen such ich meine bu 0 Weine IEn 401 bei dat gib mir deinen Engel zu, er mein Wächter sel 9., Gib allen eine gute Nacht, die heute recht gelebt, und beßre en, der unbedacht hat wider dich gestrebt. 10. Wofern dir auch mein Tun dar i0 so hilf mir morgen Quf, daß ich noch ferner in der Welt vollbringe meinen Lauf. II. Und endlich führe, wenn es Zeit, mich in den Himmel ein, da wird in deiner Herrlich⸗ keit mein Sabbat ewig fein. Kaspar Neumann g. 1648 1715. 21. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. Dies önen Sonntagsstunden sind nun dahingeschwun⸗ den, uns grüßt die Abendruh; nun will ich all mein Dichten zu dir nach oben richten, Anfang und Ende bleibeft du. 2. Herr, dir sei Preis und Ehre für alle Lieb und Lehre, die + E e ich Wmndoben heut; du bist allein zu loben für jedes Licht von oben, das diesen Tag hat eingeweiht. 3. Der Glans von deinem Throne, das Wort von deinem Geihn der Hauch von deinem Geist., was unser Sinn gespüret, was unser seie ee. Fin alles, alles sei gepreist. 4. Laß diesen Strahl des Le⸗ bens. dies Licht doch nicht ver⸗ 90ch b für uns entzündet sein! och in den dunklen Stunden, wenn alles sonst verschwunden leucht es in unser Herz hinein! 5. Was 0 Licht: verdun⸗ kelt. obs noch so gleißt und fun⸗ kelt, das bleib uns ewig fern. Sei du allein die Sonne des Adventslieder. Sebens und die Wonne des Herzens und des Auges Stern! 6. Wenn sich die Augen sen⸗ ken, dann laß dein Angedenken nicht völlig schlafen ein! Laß in den Finsternissen dein Wort und mein Gewissen die beiden treuen Wächter sein! 7. Ein Strahl von deinem Lichte erleuchte mein Gesichte auch in der finstern Nacht! Im tiefsten Schoß der Stille ent⸗ chlummert jeder Wille, du aber ists, der ewig wacht. 8. Herr, schenke mir indessen ein seliges Bergessen von allem eitlen Wahn! Mag auch kein Aug mich schauen, sieh von des immels Auen nur du mein ott und Herr, mich an! Chr. Heinr. Puchta g. 1808 4 1858. II. Adventslieder. 22. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Nunommtdasneue Kirchen⸗ jahr. des freutsich alle Chri⸗ tenschar. Dein König kommt. Wialichl Hallehntal ewiglich! Hallelujal 2. Wir hören noch das Gna⸗ denwort vom Anfang wieder immerfort, das uns den Weg um Leben weist; Gott 105 für seme Gnad gepreist. Halleluja! 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, die unsern lauben stets vermehrt, laß in ung bleihen, daß wir dir Lob und Preis fagen für und für Halleluia! 4. Ehr sei dem Bater und dem Sohn, dem heilgen Geist in Einem Thron; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. Halleluia! Joh. Olearius g. 1611 4 1684. 23. Eigene Melodie. Mocht hoch die Tür, die Tor macht weit. es kommit der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der und Leben mit sich hringt; der⸗ n auchst, mit Freuden ingt: Gelobet sei mein Naf mein Schöpfer reich von Rat! Adventslieder. 1¹ 2. Er ist gerecht, ein Helfer wert, Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, sein Königskron ist Heiligkeit. sein Zeyter ist Barm⸗ En igkeit; all unsre Not zum nder bringt. derhalbenjauchzt. mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott. mein Heiland groß von Tat!l 3 O wohl dem Land o wohl der Stadt. so diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insgemein da dieser König zie⸗ het ein! Er ist die rechte Freu⸗ densonn. bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott. mein Tröster früh und spat! 4. Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, eur Herz zum Tempel zubereit! die Zweiglein der Gottseligtkeit steckt auf mit ndacht. Lust und Freud. so kommt der König auch zu lach. ja Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott. voll Rat, voll Tat, voll Gnad! 5. Komm. o mein Heiland ZJesu Christ, meins Herzens Tür dir offen ist; ach zeuch mit deiner Gnade ein, dein Freund⸗ lichkeit auch uns erschein. Dein heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligheit. Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr! Georg Weissel g. 1590 4 1635. . 24. Mel. Aus meines Herzens Grunde. Auf. auf ihr Reichsgenossen, eur König kommt heran. empfahet unverdrossen den gro⸗ en Wundermann! Ihr Chri⸗ sten. geht herfür, laßl uns vor allen Dingen ihm Hosianna singen mit heiliger Begier. 2. Auf. ihr betrübten Haweng der König ist gar nah; hinweg all Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da: sehi. wie so mancher Ort hochtröstlich ist zu nennen. da wir ihn finden kön⸗ nen. im Nachtmahl, Tauf und Wort. 3. Auf, auf. ihr Vielgeplag⸗ ten, der König ist nicht fern; seid Homuu ihr Berzagten, dort ommt der Morgenstern: der 2196 will in der Rot mit reichem rost euch speisen, er will euch üll erweisen, ja dämpfen gar den Tod. 4. Nun hört. ihr frechen Sün⸗ der: Der König merket drauf. wenn ihr verlornen Kinder im vollen Lasterlauf auf Arges seid bedacht, ja es tut ohne Sorgen: gar nichts ist ihm verborgen. er gibt auf alles acht. 5. Seid fromm. ihr Unter⸗ tanen. der König ist gerecht. Laßt uns die Weg ihm bahnen und machen alles schlicht. Für⸗ wahr. er meint es gut, drum lasset uns die Plagen. die er uns schickt, ertragen mit un⸗ erschrocknem Mut. 6. Frisch auf in Gott.—5 Armen. der König sorgtfür euch. er will durch sein Erbarmen euch machen groß und reich; der an ein Tier gedacht. der wird auch euch ernähren; was Menschen nur begehren, das steht in seiner Macht. 7. Frisch guf, ihr Hochbe⸗ trübten, der König konunt mit Macht; an uns sein Herzge⸗ liebten, hat er schon längst ge⸗ dacht. Nun wird kein Angst noch Pein noch Zorn hinfür uns schaden, dieweil uns Gott agus Gnaden läßt seine Kinder ein. 8. So lauft mit schnellen Schritten, den König zu besehn. dieweil er kommt geritten stark, herrlich her und schön: nun tretet all heran, den Krein v zu begrüßen, der alles Kreuz ver⸗ süßen und uns erlösen kann. 9. Der König will bedenken die, welch er herzlich liebt. mit köstlichen Geschenken, als der sich selbst uns gibt Walronn Gnad und Wort. Ja. König. hoch erhoben. wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 10, Nun. Herr, du gibst uns reichlich. wirst selbst doch arm und schwach; du liebest unver⸗ gleichlich. du jagst den Sündern nach; drum wolln wir all in ein die Stimmen hoch erschwingen. ein Hosianna singen und ewig dankbar sein. Johann Rist g. 1607 4 1667. 25. Mel. Aus meines Herzens Grunde. Nun jauchzet all, ihr From⸗ „men. in dieser Gnadenzeit, weil unser Heil ist kommen. der Herr der Herrlichtkeit: zwar ohne stolze Pracht, doch mächtig. zu verheeren und gänzlich zu M 101. des Teufels Reich und 0 2. Er kommit zu uns geritten auf einem Eselein und stellt sich in die Mitten für uns zum Ovfer Adventslieder. ein. Er bringt kein zeitlich Gut er will allein erwerben durch seinen Tod und Sterben, was ewig währen tut. 3. Kein Zepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt, im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht und Majestät ver⸗ hüllen, bis er des Baters Willen im Leiden hat vollbracht. 4. 1 Mächtigen auf Erden. nehmtdiesen König an. wollt ihr beraten werden und gehn die rechte Bahn. die zu dem Himmel führt; sonst. wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, des Höchsten Zorn euch rührt. 5. Ihr Armen und Elenden in dieser bösen Zeit. die ihr an allen Enden müßt haben 10— und Leid, seid dennoch wohl⸗ gemut, laßt eure Lieder klingen und tut dem König singen, der ist eur höchstes Gut. 6. Er wird nun bald erschei⸗ nen in seiner Herrlichkeit und all eur Klag und Weinen vor⸗ wandeln ganz in Freud. Er 6 der helfen kann; halt eure ampen fertig und seid stets sein gewärtig, er ist schon auf der ahn. Mich. Schirmer g. 1606 4 1673. 26. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. Mitérsst o Menschenlinde⸗ das Herzin euch bestellt. da⸗ mit das Heil der Sünder der gro⸗ ze Wunderheld, den Gott gus Gnad allein der Welt zum Licht und Heben gesendet und gege⸗ ben, bei euch auch kehre ein. Adventslieder. 13 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast, macht seine hnt richtig, laßt alles was er haßt: macht alle Bahnen recht, die Tal laßt sein erhöhet, macht niedrig, was och stehet, was krumm ist. gleich und schlecht! 3. Ein Herz, das Demut übet, bei Gott am höchften 1341 ein Herz, das Hochmut liebet, mit Angst Ahronde eht; ein Herz, das richtig ist un 111 Gottes Leiten, das kann sich recht t be⸗ Chrit zu dem kommt Jesus ri 4. Ach mache du mich Armen zu dieser heilgen Zeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, bmen tbereit! Zeuch in mein Herz hinein vom Stall und von der Krippen, so werden Herz und Lippen dir allzeit dankbar sein. Nach Val. Thilo d. Züng. g. 1607 + 1662. 27. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Warum willst du draußen stehen.* du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, wohl gefallen, du mein Stern! Du mein Jesu. meine Freud, Helfer in der rechten Zeit, hilf, o Heiland. meinem Herzen von den Wun⸗ den, die mir schhn 1. Mose 24, 31. 2. Meine Bunden sind der Jammer, welchen oftmals Tag und Nacht des Gef setzes starker ammer mir mit seinem chrecken macht. O der schwe⸗ dei ren Donnerstimm, die mir Gottes Zorn und Grimm also tief ins Herze schläget, dab sich all mein Blut beweget! 3. Dazu kommt des Teufels Lügen, 190 mir alle Gnad ab⸗ sagt, als müßt ich nun ewig liegen in der Hölle, die ihn plagt. Ja auch, was noch ärger ist, so zermartert und zexfrißt mich mein eigenes Gewissen mit ver⸗ giften Schlangenbissen. 4. Will ich denn mein Elend lindern und Wel und meine Pein bei der Welt und ihren Kindern, fall Rndes tief hinein: da ist Trost, der mich betrübt, Freude, die mein Un⸗ glück liebt, Helfer, die mir Herz⸗ leid machen, gute Freunde, die mein lachen. 5. In der 55— ist alles nich⸗ tig, nichts ist. das nicht kraft⸗ los wär; hab ich Hoheit, die ist flüͤchtig; hab ich Reichtum, was ists mehr 3 5 ein Stücklein armer Erd? hab ich Lust, was ist sie wertꝰ was ists, das mich heut dareueth das mich morgen nicht gereuetꝰ 6. Aller Trost und alle Chußr⸗ 50 ruht in dir. Herr Jesu Christ; dein Erfreuen ist die Weide, da man sich recht menden ißt. Leuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht, laß mich, Herr, an dir erquicken, Jesu, kommi, laß dich erblicken! 7. Freu dich. Herz, du bist erhöret. jetzo zeucht er bei dir ein; sein Cang ist zu dir ge⸗ kehret, heiß ihn nur Dühmaungid i und + dich i Ruh zu, ganz zu seiner Ruh, öffne ein Gemüt und Seele, k. ihm, was dich drück und auale 1⁴ 8. Was du Böses hast be⸗ gangen. das ist alles abgeschafft: Sottes Liebe nimmt gefangen deiner Sünde Macht und Kraft. Christi Sieg behält das FJeld, und was Böses in der Welt sich will wider dich erregen, wird zu lauter Glück und Segen. 9. Alles dient zu deinem Frommen, was dir bös und suane scheint, weil dich Chri⸗ tus angenommen und es treu⸗ lich mit dir meint. Bleibst du dem nur wieder treu, ists gewiß und hleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. 28. Mel. Valet will ich dir geben. Wie soll ich dich empfangen und wie begegn ich dir. o gller Welt Verlangen, o meiner Seele Zier? O Jes esu, Jesu, setze mir selbst die Fackel K bei, damit, was dich ergetze. mir kund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dir Pal⸗ men und grüne Zweige hin. und ich will dir in Psalmen ermun⸗ tern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen. so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen 1 meinem Trost und Freudꝰ Als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid. als mir das eich genommen, da Fried und T R Freude lacht. da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Ban⸗ den, du kommst und machst mich Adventslieder. los; ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß und hebst mich och zu Ehren und schenkst mür großes Gut, das sich nicht läßt aat n wie irdisch Reichtum ut. 5. Nichts, nichts hat dich ge⸗ trieben zu mir pom Himmelszelt als das geliebte Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammer⸗ last. die kein Mund kann aus⸗ sagen, so fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, du hochbetrübtes Heer. hei denen Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr: seid unverzagt, ihr habet die Hülfe por der Tür, der eure Herzen labet und tröstet. steht allhier. 7, Ihr dürft euch nicht be⸗ mühen noch sorgen Tag und Nacht. wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht; er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust. all Angst und Rot zu stillen, die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht er⸗ schuld.nei vor eurer Sünden⸗ ui seiner Dieh. nd Suld. Er und Huld. Er kommt. er kommt den Sündern um Trost und wahren Heil, sche t. daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Teil. 9. Was ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer ück? Der Herr wird sie uch. streuen in Einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein Kö⸗ nig, dem wahrlich alle Feind guf Erden viel zu wenig zum Widerstande seind. mit seiner Lie Adventslieder. 1⁵ 10. Er konunt zum Welt⸗ erichte, zum Fluch dem, der 90 flucht, mit Gnad und süßem ichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne. und hol uns allzumal zum ewgen Licht und Wonne in deinen Freudensaal! Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. 29. Eigene Melodie. Homm t du, kommst du. Licht der Heiden? Ja du kommst und säumest nicht weil du weißt. f was uns Lewen o du starker Trost im Peiden, Jesu, meines Herzens Tür sieht dir offen, komm zu mir! 2. Ja du bist bereits zugegen. du Weltheiland. Jungfraun⸗ ohn; meine Sinne spüren schon einen gnadenvollen Segen. deine Wunderseelenkraft, deine Frucht und Herzenssaft. 3. Adle mich durch deine Liebe. Jesu. nimm mein Flehen En schaffe, daß mein Geist und inn sich in deinem Liehen übe: sh zu liehen dich, mein Licht, d teht in meinen Kräften nicht. 4. Jesu. rege mein Gemüte. Jesu. öffne mir den Mund, da dich meines Herzens Grun innig preise für die Güte, die du mir. o Seelengast, lebens⸗ deit erwiesen hast. 5, Ca iebe.O deines Geistes Gaben Ciebe Glauben und Ge⸗ duld. durch Berezumg meiner Schuld, mich zu dir sein 9 für erhaben. Dann so will ich für und für Hosianna singen dir. Ernst Christ. Homburg g. 1605 + 1681. 30. Eigene Melodie. ott sei Dank durch alle Welt. —der sein Wort beständig 227 und der Sünder Trost und at zu uns hergesendet hat! 2. Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und ehnen war, und was sie ge⸗ propheseit, ist erfüllt nach Herr⸗ ichkeit. 3. Zions 55 5 und Abrams Cohn. Jakobs Heil, der Jung⸗ rau Sohn, der wohl zwei⸗ gestammte Held hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein — Dir Wauher o mein eill Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an! 5. Zeuch. du allemm man ein, es gehöret dir allein: mach es. wie du gerne tust. rein von aller Sünden Wust! 6. Und gleich wie dein An⸗ kunft war voller Sanftmut. ohn Gefahr, also sei auch jederseit eine Sanftmut mir bereit! 7. Tröste. tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin. und des Satans schlaue List sich zu hoch für mich vermißt. 8. Tritt der Schlange Kopf entzwei, daß ich aller Angste fel dir im Glauben um und an elig bleibe zugetan. 9. Daß, wenn du, du Lebens⸗ fürst, prächtig wieder kommen wirst, ich dir mög entgegengehn und vor dir gerecht bestehn. Henr. Held um 1650. — 16 Adventslieder. 31. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Mel. 2 Liebster Jesu, sei willkommen hier in dieser bösen Welt. da du kaum wirst aufgenommen, da man dich verächtlich hält. Ich, ich will dich nicht verscher⸗ zen, wohne nur in meinem Her⸗ den Du hist mein, und ich hin ein, ich will keines andern sein. 2. Zwar du Ichbinse gar nicht prächtig, aber ich bin schon ver⸗ gnügt; du bist dennoch rei und mächtig, hast mir alles zu⸗ gefügt. was mich Sünder, was mich Schwachen kann gerecht und selig machen. Du hist mein, und ich bin dein, ich will keines andern sein. 3. Dein so armes Kummer⸗ lehen bm mein steter Reichtum sein; bin ich dir nur ganz er⸗ eben und vertrau ich dir allein. o wirst du mir schon gewähren, was mein Herz nur kann be⸗ bur deh Du bist mein, und ich fen dein, ich will keines andern ein. 4. Will dich alle Welt gleich meiden, dennoch find ich mich zu dir; dich und mich soll nie was sirindur sondern ich will 5 und ür in dir leben, an dich gläuben. jot und lebend dein verbleiben. Du bist mein, und ich bin dein, ich will keines andern sein. 5. Deine Schmach und deine Schande, so dir diese Welt an⸗ tut, dienet mir zum höchsten ande und versichert meinen tut. daß du mir in Chre Leben wirst die höchste ich b geben. Du bist mein, und ich bin dein, ich will keines andern sein. 6. Nun, mein Herze steht dir offen, zeuch, mein Heiland, bei mir ein, laß mich nicht vergeb⸗ lich hoffen laß mich stets dein eigen sein! Tilge du all mein Verbrechen, so kann ich stets fröhlich sprechen: Du hist mein, und ich bin dein, ich will keines andern sein. Friedr. Fabricius g. 1642 7 1703. 32. Mel. Meinen Zesum laß ich nicht. Mel. 1. Hbemmi Davids Sohn kommt in Zion eingezogen; ach bereitet ihm den Thron, setzt ihm tausend Ehrenhogen, daßer Palmen, machet Bahn. aß er Einzug halten kann. 2. Hosianna, sei gegrüßt! Komm, wir 117 ir entgegen; unser Herz ist schon gerüst, will sich dir zu Füßen legen. Zeu zu unsern Toren ein, du sollst uns willkommen sein. 3. Hosianng, Friedensfürst. Ehrenkönig, Held im Streite! Alles, was du schaffen wirst, das ist unfre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht und dein Reich allein besteht. 4. Hosianng, lieber Gast! Wir sind deine Reichsgenossen, die du dir erwahlet hast; ach so laß uns unverdrossen deinem Zeyter dienstbar sein, herrsche du in uns allein! 5. Hosianna! Steh uns bei! O Herr, hilf, laß wohl gelingen. daß wir ohne Heuchelei dir das Herz lilenden Buden un Du nimmit keinen Zünger an, der dir nicht gehorchen kann. Adventslieder. 1⁷7 6. Hosiannal Laß uns hier an den Olberg dich begleiten, bis wir einstens für und für dir ein Psalmenlied bereiten; dort ist unser Bothoh age: Hosianna H in 706 Höh! osianna nah und fern! ei uns einzugehen, du Gesegneter des Herrn, warum willft du draußen stehen?) 101 sianna! Bist du da? Ja du R kommst, Halleluja! ) 1. Mos. 24, 31. Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. Li 33. Eigene Melodie. Se5 willͤkommen. Davids Sohn. der in seines Baters Namen sich erhebet auf den Thron über Jakobs Haus und Samen, welchem Gott ein Reich bestimmt, dem die Reiche dieser Erden alle müssen dienstbar werden, das kein Ende jemals nimmt. 2. Sei gesegnet. teures Reich. das ein solcher 1˙8 hesitzet, demi kein Herr auf Erden gleich, der das Recht mit Na chdruck sem Fi r dich in ste⸗ teim Flor groß durch Frieden. reich an Freuden unter Juden, unter Heiden mit vermehrtem Glanz empor! 3. Deines Königs Majestät müsse jedes Bolk verehren, und 0 weit die Sonne geht. müsse ich sein Ruhm vermehren. Selbst der kleinen Rinder Mund mache zum Verdruß der Feinde und zur Freude seiner Freunde seinen großen Namen kund. 4. Schreibe mich, Herr, auch mit an unter deinen Untertanen: ich will dir, so gut 00 kann, in elm in e ftzud ich eselle mich eist zu den⸗ — eroen Reihen, die das Hosianna schreien, wo man dich willkommen heißt. 5. Jauchöt, ihr Kräfte, freuet elich, seid ermuntert, meine Sinnen! Jesus und sein Gna⸗ denreich wird bei euch nun aum gewinnen. Kommt und schwört den Huldgungseid, Lebel 2195 dahn den Sohn der iehe! Ach daß niemand gußen Leu hier, ach hier ist Selig⸗ 19905 Jak. Rambach g. 1693 4 1735. 3⁴. Mel. Lobt Gott, ihr Christen alle gleich Ehrenkönig, bei mir ein, Komm, komm, verweile nicht! Komm, laß mich ganʒ dein denit sein, komm, o mein Gnadenlicht 2. Komm. Jesu. chilebe dah Teil, ach komm, ich liebe dich. Ja komm, Herr Jesu, komm mein Heil, mach ewig selig michi 1735(2). 35. Eigene Melodie. ein König kommt in niedern üllen, ihn trägt der 151 barn Eslin Füllen enwfangi froh, Jerufalem! Trag ihm entgegen Uaeree be⸗ streu den Pfad mit grünen Hal⸗ men! So ists dem Herren angenehm. 2. O mächtger Herrscher ohne Heere, gewaltger Kämpfer ohne Speere, o 18 Weihnachtslieder. von großer Macht! Es wollen dir der Erde Herren den Weg bn gewun Throne sperren, doch u gewinnst ihn ohne Schlacht. 3. Dein Reich ist nicht von Meuch Erden, doch 1196 Erde Reiche werden dem, das du gründest. untertan Bewaffnet mit— Glaubens Worten zieht deine Schar nach den vier Orten der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Und wo 8 kommest her⸗ Gaee da ebnen sich des eeres Wogen, es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Kommst, auf den ennlen Triften des Lebens neuen Bund 36. Eigene Melodie. Ein Kind geborn zu—. lehem, des freuet sich Je⸗ rusalem. Halleluja, Halleluja! 2. Hier liegt es in dem Krippe⸗ lein, ohn Ende ist die Herrschaft sein. Halleluja, Halleluja! 3. Für solche gnadenreiche Zeit sei Gott gelobt i in Ewigheit. Halleluja, Halleluja! 4. Lob, Ehr der heiligen Drei⸗ faltigkeit- von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja, Hallelujal Nach dem Lateinischen Puer natus in Bethlehem. 37. Eigene Melodie. Gedaß du seist du, Jesu Christ, daß du Mensch geboren III. Weihn zu stiften, und schlägst in Fessel ünd und Tod. 5. O Herr von großer Huld und Treue, o komme du auch jetzt aufs neue zu 1. die wir sind schwer verstört. Not ist es. daß du selb Amen Auted Kommst zu erneuen deinen Frieden, da⸗ gegen sich die Welt empört. 6. O laß dein Iin auf Erden siegen, die Macht der Finster⸗ nis erliegen und lösch der Zwie⸗ tracht Glimmen aus. daß wir, die Völker und die Thronen. vereint als Brüder wieder u wohnen in deines großen Vaters Haus. Friedrich Rückert g. 1789 4 1866. achtslieder. wahr, des Ulehh sich der Engel Schar. Halleluja! 2. Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Tlensch findt; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet ich das ewge Gut. Halleluia! 3. Den aller Welt Kreis nie beschloß, der liegt in Marien Schoß; er ist ein Kindlein worden hlein, der alle Ding erhält alleine Halleluja! 4. Das ewge Licht geht da herein, gibt der Welt ein neuen Schein; es leucht wohl mitten in der Nacht und uns Lichtes Kindern macht. Halleluja! 5. Der Sohn altin der⸗ Gott pon Art, ein Gast in der Welt hie ward und führt uns aus dem Jammertal er macht uns Erb'n in seinem Saal. Hallelujal 6. Er ist auf Erden kommen bist von Cuer Jungfrau, das ist arm, daß er unser sich erbarm Weihnachtslieder. 19 und in dem Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Halleluja! 7. Das 1 95 alles uns getan, sein Lieb zu zeigen an. Des hen eu sich alle Christenheif und dank ibm des in Ewigkeit! Halleluja! Martin Luther g. 1483 + 1546. 38. Eigene Melodie. Vom Himmel hoch da komm ich her. ich bring euch gute neue Mär; der guten Mär bring ich so viel, davon ich singn und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jungfrau auserkorn, ein Das sll so zart und fein; das soll eur Freud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ unser Gott, der will euch führn aus aller Not, er will eur eiland selber sein, von allen ünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Selig⸗ keit, die Gott der Vater hat bereit, daß ihr mit uns im Him⸗ melreich sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das Zeichen recht, die d iue Windelein so schlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn Dat be zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Merh auf, mein Herd, und sieh dort hin: was liegt doch in dem Krippelein? Wes ist das schöne Kindelein? Es ist das liebe Jesulein. 8. Willkommen sei, du edler Gaftl. Den Sünder nicht ver⸗ Cend h. hast und kommst ins Elend her zu mir, wie soll ich immer danken dirꝰ 9. Ach Herr, du Schöpfer aller eng d wie bist du worden gering, daß du da liegst auf —0„ Gras, davon ein Rind nd Esel aß. 940 Und wär die Welt vielmal so weit, von an e dor und i bereit, so wäͤr sie doch dir viel u klein, zu sein ein enges iegelein. 11. Der Sammet 391 die Seide dein das ist grob Dukd⸗ und Windelein, darauf du nig. groß und reich, herprangst, als wärs dein Himimelreich. 12. Das hat also gefallen dir. die Wahrheit 1Racht Cl mir: Wie aller Welt Macht Ehr und Gut Wch an 56 gilt, nichts hilft noch 13. Achm mein herzliebes Jesu⸗ lein, mach dir ein rein sanft Bettelein, zu ruhn in meines Herzens Schrein, daß i nimmer vergesse dein. 14. Dayon ich gllzeit fröhlich sei, zu springen, singen immer 105 das rechte Wiegenliedlein chön, mit Herzenslust den süßen on. 15. Cob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt schder eingen Sohn! Des freuen ich der Engel Schar und singen uns solch neues Jahr. Martin Luther g. 1483 1546. 2* 20 39. Ml. VomHimmel hoch da komm ich her VSan ersch kam der Engel ar, erschien den Hirten offendar: sie sagten ihn n: Ein Kindlein zart das liegt dort in er Krippe hart, 2 Zu Bethlehem 4 Davids Stadt, wie Michg“) das ver⸗ Ründet at; es ist der Herre Jesus Christ. der euer aller 5 Heiland ist.) Micha 5, 1. 3. Des sollt ihr billig fröhlich sein, daß Gott mit euch ist worden ein. Er ist geborn eur Fleisch und Blut, eur Bruder ist das ewge Gut. 4. Was kann euch tun die Sünd und Tod? ihr habt mit euch den wahren Gott. Laßt zürnen Teufel und die Höll, Gotts Sohn ist worden eur esell. 5. Er will und kann euch lassen nicht, Eb ihr auf ihn eur Zuversicht. Es mögen euch viel fechten an, dem sei Trotz, ders nicht lassen kann. 6. Zuletzt müßt ihr doch haben Recht; ihr seid nun worden Gotts Geschlecht. Des danket Gott in Cwigkeit. geduldig. fröhlich allezeit! Martin Luther g. 1483 4 1546. 40. Eigene Melodie. Dalder ar er ist so freudenreich aller Kregture, denn Gottes Sohn vom Himmelreich über die Nature von einer Jungfrau ist geborn; Marig, du bist aus⸗ erkorn, daß du Mutter wäreft. Weihnachtslieder. Was geschah so wundergleichꝰ ottes Sohn vom Himmelreich der ist Mensch geboren. 2. Ein Deren ben so löbelich uns geboren heute von einer ungfrau Lemen Wa u Trost uns grmen Leuten. är uns das Kindlein nicht rlonn so wärn wir allzumal verlorn, das Sein E unser aller. Ei, du süßer hrist, daß du Mensch ge⸗ Holle bist, behüt uns vor der ölle Nach dem Latein Dies estlaetitiae. 41. Eigene Melodie. Lodlech Sott, ilte Christen alle gleich, in seinem höchsten Thron, der heut schleußt auf sein Himmelreich und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kommt 7* seines Kumlei Schoß und wird ein indlein klein, er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein. 3. Er äußert sich all seiner G walt, wird niedrig und ge⸗ ring und nimmt an 505 eins Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding. 4. Er liegt an ich die Mutter Brust, ihr Milch die ist sein Speis, an dem die Engel sehn ihr Lust, denn er ist Davids eis, 5. Das seinem Stamm ent⸗ sprießen sollt in dieser letzten eit, durch welchen Gott auf⸗ richten wollt sein Reich, die Christenheit. 6. Er wechselt mit uns wun⸗ derlich. Fleisch und Blut nimmt Weihnachtslieder. 21 er an und gibt uns in seins Dran. Reich die klare Gottheit 00 Er wird ein Knecht und ich ein Herr das mag ein Wechse sein, Wie könnt er doch sein freundlicher, das Herzejesulein. 8. Heut s michen er wieder auf die Tür zum schönen aan mehe der Cherub r vob. nicht meh dafür. b60f sei hr und Preis! Nihlas Hermann + 1561. 42. Eigene Melodie. Da ene sich 2 nael war. freute sich der Engel Schar. sangen all mit Haufen schön: Ehr sei Gott im hõ Rensch ge⸗ Gottes Sohn ist nsch ge⸗ Son hat versöhnt 88. aters mleis freu sich. dem sein Sünd ist lei 2. Die Euel erschraken ganz por des Engels hellem Glanz. Cheit fröhlich neue Mäx, da hristus Meusch wär. Gottes Sohn ist Mensch geborn. hat versöhnt des Vaters Zorn; freu sich, dem sein Sünd ist leid. 3. Sie suchten das Kindelein, Enoesihen in Windelein, wie der Engel hatt vermeldt, welches trägt die Mensch Welt. Gottes Sohn 15 Mensch geborn, hat gersöhnt des Vaters Zorn freu ich, dem sein Sünd ist leid. 4. Sie fanden das Kindlein bei liegen in der Krippe hart ei dem Sten im finstern Wall das die Stern erschaffen all bom Sohn ist Mensch ge⸗ born, hat versöhnt des aters Zorn; freu sich, dem fein Sünd Gottes S 5 gemach sich 5. Aus der Mutter Brust so rein Duuch si aotlich 8. ein, das durch seine dötllich Kraft allem 0 In Mien schafft. ohn ist Mensch ge⸗ born, hat iich öhnt des aters Zorn; freu sich, dem fein Sünd ist leid. 6. Solche groß anallezenin heit laßt uns preisen allezeit. in Oeduld und Glauben rein mit Geduld Art Men sein. Gottes Sohn ist Mensch ge⸗ born, hat nich, der des aters Zorn; freu sich, dem fein Sünd ist leid. 1560. N.d. Latein. In natali Domini. 43. Eigene Melodie. Freuet euch, ihr Christen alle, freue sich, wer immer kann, Gott hat viel an uns Can Freuet euch mit großem Schalle, daß er uns so hoch mit uns befreundt t. Freude, Freude über reude: Christus wehret allem Leide. Wonne. Wonne über Wonne: Christus ist die Gna⸗ densonne. 2. Siehe, siehe, meine Seele, wie dein Heiland kommt zu dir, brennt in Liebe für und für daß er in der Krippe Höhle harte lieget dir zugut, dich zu lösen durch sein Blut. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Seide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne. 3. Jesu, wie soll ich dir dan⸗ ken ꝰ Ich bekenne. 20 von dir meine Seligkeit herrühr. So ist leid. laß mich von dir nicht wanken. nimm mich dir zu eigen hin. so empfindet Herz und Sinn Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne. 4. ber nimm dich deiner Glieder ferner auch in Gnaden an, schenke, was man bitten kann, zu erquicken deine Brü⸗ der, gib der ganzen Christen⸗ schar Friede und ein selges Jahr! Freude. Freude über Freude; Christus wehret allem Seide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gna⸗ densonne. ů Christ. Keymann g. 1607 + 1662. 44. Eigene Melodie. Nun singet und seid froh. jauchzt all und saget so: Unsers Herzens Wonne liegt in der Krippe bloß und leucht doch als die Sonne in seiner Mutter Schoß. Du bist A und O, du bist Aund O. 2. Sohn Gottes in der Höh, nach dir ist mir so weh, tröst mir mein Gemüte, o Kindlein zart und rein, durch alle deine Güte, o liebstes Jesulein, zeuch mich hin nach dir 3. Groß ist des Baters chuld. der Sohn tilgt unsre Schuld. Wir warn all perdorben durch Sünd und Eitelkeit, so hat er uns erworben die ewge Himmelsfreud; eia, wärn wir da 4. Wo ist der Freudenort? Nirgends sonst als dort. dg die Engel singen mit den Heilgen all, und die Psalmen klingen Weihnachtslieder. im hohen Himmelssaal. Eia, wärn wir dan Hann. Gsb. 1646. Nach dem Latein. In dulci jubilo. 45. Mel. Valet will ich dir geben. Ihr Christen guserkoren, freut euch pon Herzen sehr: der Heiland ist geboren! Recht gute neue Mär! Des freuen sich dort oben der heilgen Engel Schar und Gott den Vater loben jetzt und fort immerdar. 2. So singen sie mit Schalle Ihr Christen insgemein, freut euch von Herzen alle oh diesem Kindeleinl Euch, euch ist es ge⸗ ehen und hat das Heil bereit. aß ihr bei Gott sollt leben in steter Seligkeit. 2. 3. Kein Mensch sich ja be⸗ trübe, denn dieses Kindelein euch bringet süße Liebe: was wollt ihr mlls d sein? Den Himmel wills dem schenken. der an ihn gläubet fest; daran sollt ihr gedenken, euch freuen auf das best. 4. Nun seid ihr wohl gerochen an eurer Feinde Schar, denn Christus hat zerbrochen: was elich zuwider war. Tod, Teufel, Sünd und Hölle sind ganz und gar geschwächt. bei Gott hat seine Stelle das menschliche Geschlecht. 5. Drum wir auch nun dich loben, 8 bu zweistammger Held, daß du herah von oben bist kommen in die Welt. Komm auch in unsre Herzen und bleibe für und für, daß weder Glück noch Schmerzen uns trennen ab von dir. V. 1—4 G. Werner g. 1589 11643. V. 5 Hannov. Gsb. 1657. Weihnachtslieder. 23 46. Eigene Melodie. Ernumure dich. mein schwacher Geist. und trage und Ver⸗ langen, ein kleines Kind, das Vater heißt. mit Freude zu emypfangen. Dies ist die Nacht. darin es kam und menschlich Wesen an sich nahm, dadur die Welt mit Treuen als seine Braut zu freien.) Zes. 9,6. 2. Willkommen. süßer Bräu⸗ tigam, du—— aller Ehren, willkommen, Jesu. Gottes Lamm, ich will dein Lob ver⸗ mehren, ich will dir all mein Lebenlang von Herzen sagen Preis und Dank. daß du da wir verloren, für uns bist Mensch geboren. 3. O großer Gott. wie konnt es sein, dein Himmelreich zu lassen, zu kommen in die Wel hinein, da nichts denn Neid und Hafsen? Wie konntest du die große Macht, dein Köpigreich. die Freudenpracht, ja dein er⸗ wünschtes Leben für deine Feind hingeben? 4. Ist doch, Herr Jesu, deine Braut ganz arm und voller Schanden, dennoch hast du sie dir vertraut am Kreuz in Todesbanden; ist sie doch ganʒ und gar befleckt, mit dem Ver⸗ derben angesteckt und du willst ihretwegen den Zepter von dir legen! 5. Du Fürst und Herrscher dieser Welt. du Friedens⸗ wiederbringer, du kluger Rat und tapfrer Held. du starker Höllenzwinger. wie war es möglich, daß du dich erniedrig⸗ test so jämmerlich, als wärest du Sweig aus Jakobs im Orden der Bettler Mensch geworden? 6, O Freudenzeit o Wunder⸗ nacht, dergleichen nie gefunden. du hast den Heiland hergebracht, der alles überwunden, du hast a. den starken Mann, der eur und Wolken zwingen kann, vor dem die Himme zitternundalle Bergerschüttern. 7. O liebes Kind, o süßer Knab holdselig von Gebärden. mein Bruder, den ich lieber hab als alle ätz auf Erden, komm. Schönster, in mein Herö hinein, komm eilend, laß die Krippe sein, komm. komm, ich will beizeiten dein Lager dir bereiten. 8. Sag an. mein Heröens⸗ bräutigam, mein Hoffmug. Freud und Leben, mein edler aus Stamm. was soll ich dir doch geben? Ach nimm von mir Leib. Seel und Geist nimm alles. was Mens ist und heißt: ich will mich ganz perschreiben, dir ewig treu zu bleiben. 9. Lob. Preis und Dank, Herr Jesu Christ, sei dir von mir ge⸗ sungen, daß du mein Bruder worden bist und hast die Welt hezwungen: hilf, daß ich deine Gütigkeil stets preis in dieser Gnadenzeit und mög hernach dort oben in Ewigkeit dich loben. Zohann Rist g. 1607 T1667. 47. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Ich steh an deiner Krippe hier. o Jesu, du mein Leben, ich komme, bring und schenke dir. 2⁴4 Weihna was du mir hast Gestund Nimm in, es ist mein Geist und Sinn. erz. Seel und Mut, nimm alles hin und laß dirs wohlgefallen! 2. Du hast mit deiner Lieb erfüllt mein Adern und Gehlüte: dein schöner Glanz dein süßes Bild liegt mir ganz im Gemüte. Und wie mag es auch anders sein, wie könnt ich dich, o Herze mein, aus meinem Herzen lassenꝰ 3. Da ich noch nicht geboren war. da bist du mir geboren und hast mich dir zu eigen gar, e ich dich kannt, erkoren. Eh i durch deine Hand gemacht, da S hast du schon bei dir bedacht, wie du mein wolltest werden. 4. Ich lag in tiefster Todes⸗ nacht, du warest meine Sonne, die Sonne, die mir ü5 Wonne Licht. Seben Freud und Wonne. Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht wie schön sind deine Strahlen! 5. Ich sehe dich mit Freude an und kann mich nicht satt sehen, und weil ich nun nichts meiter kann so tu ich, was geschehen. Odaß mein Sinn ein bgrun wär, und meine Seel ein weites Meer,. daß ich dich möchte fassen! 6. Wo nehm ich Weisheit und Verstand mit Lobe zu erhöhen die Auglein, die so unverwandt nach mir gerichtet stehen? Der polle Mond ist schön und klar, schön ist der güldnen Sterne Schar. dies' Auglein sind viel öner. 7. O daß doch ein so lieber chtslieder. Für edle Kinder Hieger Herrn ehören güldne Wiegen. Ach Sann trohistvielvzuschlecht, amt. Seide. Purpur wären recht, dies Kindlein drauf zu egen. 8. Nehmt weg das Stroh. nehmt weg das Heu. ich will mir Blumen holen. daß meines Hei⸗ lands Lager sei guf Kränzen und Biolen; mit Rosen, Nellen. Rosmarin aus schönen Gärten will ich ihn von oben her be⸗ streuen. 9. Zur Seite will ich hie und dar viel weiße Lilien stecken, die sollen seiner Auglein Paar im Schlafe sanft bedecken. Doch liebt viel mehr das dürre Gras dies Kindelein als alles das, was ich hier nenn und denke. 10. Du fragest nicht nach Hust der Welt noch nach des Leibes Freuden; du hast dich bei uns eingestellt an unsrer Statt zu leiden, suchstmeiner Seele Herr⸗ lichkeit durch dein selbsteignes Herzeleid, das will ich dir nicht wehren. 11. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht ver⸗ ürin hei und an mir tragen. So aß mich doch dein Kripplein sein. 0 ich möge für und komm, komm und lege bei mir ein dich und all deine Freuden! 12. Zwar sollt ich denken, wie bub ich dich hewirten werde: du bist der Schöpfer aller Ding. ich bin nur Staub und Erde. Doch bist du ein so frommer Gast, daß du noch nie ver⸗ schmähet hast den, der dich gerne siehet. Stern soll in der Krippe liegen! Paul Gerhardt g. 1607 4 1679. IS8rer ——889ꝰ.9— Weihnachtslieder. 2⁵5 48. Eigene Melodie. Jlaun 986 soll mein Bel. d. sprin⸗ gen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel sin Chsr Hört. ört, wie mil vollen Choren alle uft laute ruft: Chriftus ist ge⸗ boren! 2. Heute geht aus seiner w. Kammer Gottes Held der die Welt reißt gus 15½ ammer. deute Gottes K. dir, Mensch. biut u Gottes ind das ver⸗ indt sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können hassen, le Razens was er liebt d über alle Maßen? Gott gibt. unserm Leid b wehren. emen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 4. Sollte— uns sein ge⸗ kehret, der sein Reich und zu⸗ Sall sich selbst uns verehretꝰ l ollt uns Gottes Sohn nicht lieben, der jetzt kömmt. von uns nimmi, was ums will betrübenꝰ 5. Hätte vor der Menschen Orden unser Heil einen Greul, wär er nicht Mensch worden; hätt er 1105 zu unserm Schaden, ei so würd unsre Bürd er nichi auf sich laden. 6. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir getan, gibt sich an. unser Lamm zu werden, unser Lamm, das in uns stirbet und bei Goit für den Tod Gnad und Fried erwirbet. 7. Nun, er liegt in ih and dich. sort ruft zu sich mich un Ras spricht mit süßen Lippen: et fahrn, o lieben Brüder, was euch quält, was euch fehlt, ich bring alles wieder. 8. Ei so kommt und laßt Ind laufen, stellt euch ein Groß und Klein, eilt mit großen Haufen. Lieb HUdde der vor Liebe brennet. Licht em en Stern, der euch gern icht und Labsal gönnet. 9. Die ihr schwebt in Dur en Leide, sehet, hier ist die Tür zu 1—— Her w id eu e. Jaßt ihn er wird euch führen an den Ort da hinfort euch kein reuz wird rühren. 10. Wer sich fühlt beschwert im 8d imd wer empfindt seine Sünd und Gewissensschmer⸗ zen, sei getrost: hie wird gefun⸗ en, der in Eil machet heil die vergiften Wunden. 11. Die ihr arm seid und elende, Komunt herbei, füllet frei, eures Glaubens Hände: hier sind alle guten Gaben und das Gold. da ihr sollt euer Herz mit aben. 12. Süßes Heil, laß dich um⸗ fangen laß mich dir. meine Zier. unverrückt anhangen! Du bist meines Lehens Leben; nun kann ich mich durch dich wohl zufriedengeben. 13. Meine Schuld kann mi nicht drücken, denn du hast meine Last all auf deinem Rücken. Kein Fleck ist an mir zu finden, ich bin gar rein und —4 aller meiner Sünden. 4. Ich bin rein um deinet⸗ wilen. du gibst gnug Ehr und Schmuich. ihms Herteln üllen. Ich will dich ins 2 uun daß d d.mein Ruhm, edle Blum, laß dich recht genießen 15. Ich will dich mit Fleiß bewahren, ich will dir leben hier, dir will ich abfahren. Mit dir will ich endlich schweben voller Freud ohne Zeit dort im andern Leben. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. 49. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Wid singen dir, Immanuel, du Lebensfürst und Gna⸗ denauell, du Himmelsblum und Morgenstern, du Jungfrau⸗ szar Herr aller Herrn. Halle⸗ uja 2. Wir singen dir in deinem Heer gaus aller Kraft Lob. Preis und Ehr, daß du, o lang ge⸗ wünschter Gaft, dich mimmehr eingestellet hast. Halleluja! 3. Von Anfang. da die machd gemacht. hat 5 manch Herz nach dir gewacht; dich hat gehofft so lange Jahr der Bäter und Pro⸗ pheten Schar. Halleluja! 4. Ach daß der Herr aus Zion käm und unsre Be nähm! Ach daß die Hülfe bräch herein. so würde Jakob fröhlich sein.) Halleluja!) Pf. 14, 7. 5, Nun, du bist hier, da liegest du, hãltst in dem Kripplein deine Ruh; bist klein und machst doch alles groß bekleidstdie Weltund kommst doch bloß. Halleluja! 6. Du kehrst in Dochall Him⸗ melr ein, und sind doch alle Him⸗ mel dein; trinkst Milch aus dei⸗ ner Mutier Brust und bist doch selbst der Engel Lust. Halleluja! 7. Du bist der süße Menschen⸗ Riend doch sind dir so viel schen feind: Herodis Heer häll dich für Greul, und bist och nichts als lauter Heil. Halleluja! ürwiinr Bande von uns N 8. Ich aber, dein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: Ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich dich gerne lieben will. Halleluuja! 9. Der Will ist da, die Kraft ist klein, doch wird dir nicht zu⸗ wider sein mein armes Herz. und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. Halleluja! 10. Darum so hab ich guten Mut, du wirst auch halten mich für gut. O Jesulein, achf from⸗ mer Sinn macht, daß ich so voll Trostes bin. Halleluja! 11. Bin ich gleich sünd⸗ und lastervoll, hab ich gelebt nicht wie ich soll, ei kommst du doch deswegen her, daß sich der Sün⸗ der zu dir kehr. Halleluja! 12. So faß ich dich nun ohne Scheu; du machst mich alles Jammers frei; du trägst den Zorn, du würgst den Tod, ver⸗ Rehrst in Freud all Angst und ot. Halleluja! 13. Du bist mein Haupt, hin⸗ wiederum bin ich dein Glied und Eigentum und will, soviel dein Geist mir gibt stets dienen dir, wie dirs beliebt. Halleluja! 14. Ich will dein Halleluia hier mit Freude singen für und ür. und dort in deinem Ehren⸗ aal solls schallen ohne Zeit und ahl. Halleluja! Paul Gerhardt g. 1607 1676. 50. Eigene Melodie. Kebren. O und laßt.. tum ehren, Herz und Sinnen zu ihm kehren, singet fröhlich. laßt elich hören, wertes Bolk der Christenheit! Unv. Sirt. Glessen Weihnachtslieder. 27 2. Sünd und Hölle mag sich hrämen, Tod und Teufel mag ich schämen. wir. die unser Kim annehmen., werfen allen Kummer hin. 3. Sehet, was hat Gott ge⸗ geben! Seinen Sohn zum ew⸗ gen Leben. Dieser kann und will uns heben aus dem Leid ins Himmels Freud. 4. Sein Seelist uns gewogen. Lieb und Gunst hat ihn gezogen. uns. die Satanas betrogen, zu besuchen aus der Höh. 5. Jakobs Stern ist aufge⸗ gangen. stillt das sehnliche Ber⸗ langen, bricht den Kopf der alten Schlangen und zerstört der Hölle Reich. 6. Unser Kerker. da wir saßen und mit Sorgen ohne Maßen uns das Herze selbst abfraßen. ist entzwei, und wir sind frei. 7. O du hoch gesegn te Stun⸗ de, da wir das von Herzens⸗ Maud gläuben und mit unserm unde danken dir. o Jesulein! 8. Schönstes Kindlein in dem Stalle, sei uns freundlich, bring uns alle dahin. da mit süßem Schalle dich der Engel Heer erhöht. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. 51. Mel. Da Christus geboren war. Wysderbarer Gnadenthron. Gotteg und Marien Sohn,. Gott und Mensch, ein kleines Kind, das man in der Krippe findt! sen Me chem von Ewig⸗ keit. wühmt dacht und Herrlich⸗ gei rühmt die ganze Christen⸗ heit. 2, Du bist arm und machst zugleich uns an Leib und Seele reich, du wirst klein, du graßer Gott und machst Höll und Tod zu Spott. Aller Welt wird offenbar, ja auch deiner Feinde Schar. daß du, Gott, bist wun⸗ derbar. 3. Laß mir deine Güt und Treu täglich werden immer neu. Gott, mein Gott, verlaß mich nicht, wenn mich Not und Tod anficht. Laß mich deine Herr⸗ lichkeit, deine Wundergütigkeit schauen in der Ewigkeit! Joh. Olearius g. 1611 4 1684. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Diss ist die Nacht, da mir er⸗ schienen des großen Gottes Freundlichteit: das Kind dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit, und dieses Welt⸗ und Himmelslicht weicht hunderttausend Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, neine Seele. versäume nicht den Gna⸗ denschein! Der Glanz in dieser kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein, er treihet weg der Hölle Macht, der Sünde und des Kreuzes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klgren Selig⸗ keit: wenn Sonne. Mond und Stern vergehen. vielleicht noch in gar kurzer Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein alles sein. 4. Laß nur indessen helle scheinen dein Glaubens⸗ und dein Liebeslicht; mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht; Wit du 28 Weihnachtslieder. dunnbt⸗ diesen Schein, so darfst u nicht mehr dunkel sein. 5. Drum, Jesu, schöne Weih⸗ nachtssonne 8 mich mei deiner Gunst! Dein Licht sei meine Weihnachtswonne un lehre mich Lhte Wandelnso, wie ich im Lichte wandeln soll und sei des Weihnachtsglanzes voll. Kasp. Friedr. Nachtenhöfer 9. 1624 4 1685. 53. Mel. O Gott, du 10 6 Gott. Mel. 2 ilulter Wort, von Anfang her gewesen, du Gott, von Gott gezeugt, von Ewigheit erlesen em9) eil der ganzen Welt, o mein Herr Jesu Christ, willkommen, der du mir zum Heil geboren bist. 2. Komm, o selbständigs Wort, und sprich in meiner Seelen, daß mirs in Ewigheit an Trost nicht solle fehlen; im Glauben wohn in mir und weiche nimmer nicht, laß mich auch nicht von dir abweichen. schönstes Licht! 3. Du wesentliches Wort warst bei Gott, eh geleget der Orund der großen Welt, da sich dein Herz beweget zur Liebe gegen mich; ja du warst selber Gott, damit du machtst im Fleisch Sünd, Höll und Tod zu Spott. 4. Was hat, o Jesu, 2Ha Anfang doch bewogen ꝰ hat vom Himmelsthron den in die Welt gezogen? Ach deine roßeieb und meine große Not Hat deine Glut entflammt, die stärker als der Tod. 5. Du bist das Wort. wodurch die ganze Welt formieret, denn alle Dinge sind durch dich ans Licht geführet. o bin ich. mein Heil, auch dein Saihi dund Gab. der alles, Hab in, von dir empfangen hab. 6. Gib. daß ich dir zum Dienst mein ganzes Herz ergebe, auch dir allein zum Preis n dieser Erde lebe; ja. Jesu, laß mein Herz ganz neu geschaffen sein und dir bis in den Tod gewid⸗ met sein allein! 7. Ach laß nichts in mir hen. was du 3 hast geschaffen reut alles Unkraut aus und brich 608 Feindes D das Was bös, ist nicht von dir. hat der Jeind getan, du 255 führ Da Hers und Fuß auf ebner Bahn! 8. Das Leben ist in dir und alles Licht des Lebens; laß an mir deinen Glanz. mein Gott. nicht sein der Welt. Weil du das Licht der Welt, so sei mein Lebenslicht. o Jesu, bis mir dort dein Sonnenlicht anbricht. Laurent. Laurenti g. 1660 4 1722. 7 54. Eigene Melodie. O erris 0. den Himmel hat Zerriff en, die sich zu mir ins Elend niederließ, was für ein Trieh hat dich bewegen müssen, der dich zu mir ins Jammersal verwies? Die Kals Nen es selbst getan sie schgut als Mutter mich in meinem Jammer an. 2. Die Liebe ist 3 groß in deinem Herzen, daß du fur mich nrt.r Weihnachtslieder. 29 das größte Wunder tust: die Siebe macht dir meinetwegen Schmerzen. daß mir zugut du unter Dornen ruhst. un⸗ erhörter Liebesgrad, der selbst des Baters Wort ins Fleisch gesenket hat! 3. Die Liebe ist mein An⸗ verwandter worden, mein Bru⸗ der selbstist die Barmhersigkeit. der Gottheit Quell lebt nun in meinem Orden, die Ewigkeit Leben sel sich mit. der Zeit, das Leben selbst ist Mensch geborn. der Glanz der Herrlichkeit. das Licht, das wir verlorn. 4. In ihm wird nun die Menschheit ausgesöhnet. die Reinigkeit der Seele wieder⸗ hracht: sie wird als Braut der Gottheit nun gekrönet. da sie der Himmel selbst so angelacht. Die Menschheit wird nun ganz erneut und als ein reiner Thron der Gottheit eingeweiht. 5, Die Weisheit spielt nun wieder auf der Erden Idadurch das Paradies im Menschen grünt; nun können wir aus Gott geboren werden, weil die Geburt des Herne dazu dient: die wohl geborne Seele spürt. daß sie ein andrer Geist aus ihrem Ursprung rührt. *) Sprüche 8, 30, 31. 6. Kein Elend kann nun un⸗ serm Herzen schaden, Imma⸗ nuel ist bei uns in der Not. Ich gehe nur 0 ihm, dem Quell der Onaden, so dient mir selbst das Elend und der Tod; der Jam⸗ mer hängt mir nur noch an. der mir in Christo doch nicht schädlich werden kann. 7. Die Sünde kann mich auch nicht mehr verdammen dieweil sie selbst durch ihn verdammet ist. Was schaden nun der Seele ihre Flammen. weil Christi Blut und Wasser in sie fließtꝰ Immanuel löscht ihren Trieb. er läßt die Seele nicht, er hat sie viel zu lieb. 8. Ich hahe nun ein ewig Leben funden, viel Reichtum. Ehr und Wollust schenzt er mir; ich bin mit ihm, er ist mit mir verbunden. den ich in mir mit Liebeswirkung spür. Ich bin vergnügt und ganz gestillt, weil mich der lautre Strom aus seiner Lieb erfüllt. 9. Auf, auf, mein Geist ver⸗ iß die Trauerlieder, erfreue ich in dieser Liebesmachtl Des Himmels Kraft und Glanz be⸗ trahlt dich wieder. und der erlust ist völlig wiederbracht. O ewig ewig wohl ist mir da ich in Christo nun ein Wohl⸗ gefallen spür. Chr. Fr. Richter g. 1676 1711. 55. Mel. Lobe denHerren, den mächtigen König der Ehren. Jauchset. ihr Himmel 11 locket, ihr englischen Chöre! Singet dem Herrn, dem Hei⸗ land der Menschen zur Ehre! Sehet doch da, Gott will so freundlich und nah zu den Ver⸗ lornen sich kehren. 2. Jauchzet. ihr Himmel. froh⸗ locket, ihr Enden der Erden! Gott und der Sünder die sollen „Freunden nun werden: riede und Freud wird uns verkündiget heut; freuet euch. Hirten und Herden! 3. Sehet dies Wunder, wie tief 180 der Höchste hier beuget: sehet die Liebe, d8 endl 15 als Liebe sich zeiget! Gott wird ein Kind, träget und hebet die Sünd. Alles anbetet und schweiget. 4. Wte ist im Fleische: wer kann dies Geheimnis ver⸗ ste Labens Hier ist die Pforte des ens nun offen zu sehen: 908 hinein, e euch dem inde gemein, die ihr zum Vater wollt gehen. 5, Hast du denn. poen ce⸗ auch meiner no denken? Du willst Dich sether. dein Herze der Liebe mir schenhen: solltnie nicht mein Sinn inmigst sich freuen darin und sich in Demut ersenkenꝰ 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde. dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde, du sollst es sein, den ich erwähle allein: ewig entsag ich der Sünde. 7. Süßer Immanuel, werd 5500 geboren inwendig, komm uuch mein Heiland, und laß nicht länger elendig! Wohnej in mir, mach mich ganz eines mit dir und mich belebe beständig! 8. Menschenfreund. Jesu. dich lieb ich, dich will ich aiheen laß mich doch einzig nach d einem Gefallen nun leben: gib mir auch bald, Jesu, die Kinder⸗ gestalt, an dir alleine zu kleben. Gerh. Terstegen g. 1697 4 1769. Weihnachtslieder. 56. Ml. VomHimmel hoch da komm ich her Dmad ist der en den Gott ge⸗ macht, sein werd 10 aller Welt gedacht, ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Bölker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da sandte Gott von Welnr Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will. so steht mein Geist vor Tbemihn still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad der W. erniedrigst du dich. Herr der Welt nimmstselbstan imsrer Menschheit teil, erscheinst im Fleisch und wirft uns Heil. 5. Dein König. Zion, kommt zu dir;„ich komm im Buche steht von mir: Gott, deinen Willen tu ich gern. Geldt sei, der da kommt im Herrn! 6. Herr, der du Mensch ge⸗ boren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffendsahn, dich. Gott Messias, bet ich an 7. Dmiser He Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes 2810 werden wir. 8. Durch Eines Sünde fiel die Welt. Ein Mittler ists. der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn Esitt der in des Vaters Schoße sitzt⸗ 9. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt den Tag der heilig⸗ ———⏑———— — ⏑— Neujahrslieder. 31 sten Geburt, und Erde. die ihn heute sieht. sing ihm. dem Herrn. ein neues Lied! 10. Dies ist der Tag, den Gott gemacht. sein werd in aller Welt gedacht, ihn imn. was durch Sesum Christ im Himmel und auf Erden ist. Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. 57. Mel. Aus meines Herzens Grunde. Der heilge Christ ist kommen, der süße Gottessohn, des freun sich alle Frommen am höchsten Himmelsthron: au was auf Erden ist muß preisen hoch und lohen mit allenEngeln droben den lieben heilgenChrist. 2. Das Licht ist aufgegangen, die lange Nacht ist hin, die Sünde ist 96 Sund erlöset ist der Sinn, die Sündenangst ist weg, und Liebe und Entzücken baun weite Himmelsbrücken aus jedem schmalsten Steg. 3. Verwaiset sind die Kinder nicht mehr und vaterlos, Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnadenschoß; er will, daß alle, rein von ihren alten Schulden, pertrauend seinen Hulden, gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preiset, ihr Kindlein fern und nah! Ber euch den Vater weiset, ch der heilge Christ ist da; er ruft o freundlich drein mit süßen Liebesworten: Geöffnet sind die Pforten, ihr Kinder, kommt herein! Ernst Moritz Arndt g. 1769 7 1860. IV. Neujahrslieder. 58. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 1¹1 mir Gotts Güte preisen, ihr Christen insgemein, mit G'sang und andern allzeit dankbar sein, vornehm⸗ lich zu der Zeit, da sich das Jahr geendet, die Sonn sich zu uns wendet, das neu Jahr ist nicht weit. 2. Erstlich laßt uns betrachten des Herren reiche Gnad und so Wo0I nicht achten sein unzählig zohltat; stets führen zu Gemüt. wie er dies Jahr Laben all Notdurft diesem Leben und uns vor Leid behüt 3. Sehramt, Schul, Kirch er⸗ halten in gutem Fried und Ruh: eisenihm L Nahrung den Jung und Alten bescheret auch dazu und mit gar milder Hand sein Güter aus⸗ gespendet, Verwüstung abge⸗ Lund. von diesem Ort und and. 4. Er hat unser verschonet aus väterlicher nad; wenn er Bai hätt gelohnet all unsre issetat mit gleicher Straf und Pein, wir wären längst ge⸗ storben, in mancher Not per⸗ dorben. die wir voll Sünden sein. 5. Nach Vaters Art und Treuen er uns so gnädig ist: wenn wir die Sünd bereuen und glaubn an Jesum Christ herzlich ohn Heuchelei, tut er all Sünd vergeben, lindert die 32 Straf daneben, steht uns in öten bei. 6. All solch dein Güt wir preisen, Vater im Himmels⸗ thron, die du uns tust beweisen durch Christum, deinen Sohn und bitten ferner dich: Gib Fried in diesem Jahre, vor allem Leid bewahre und nähr uns mildiglich! Paul Eber g. 1511 4 1569. 59. Ml. Vom Himmel hoch da komm ich her as alte Jahr pergangen ist, D wir danken dir. Herr Zesu Christ, daß du in Not uns und Gefahr bewahret hast viel Zeit und Jahr. 2. Wir hitten dich. den ewgen ohn des Vaters in dem höch⸗ sten Thron, du wollst dein arme Christenheit bewahren ferner allezeit. 3. Daneben gib uns Fried und Ruh und was da nötig ist dazu, durch deine starke Gna⸗ denhand beschütze uns und Fleh unser Land! 4. All Sünd und Schwach⸗ heit uns verzeih, ein gut Ge⸗ wissen Ramensco gib. daß wir deines Ramens Ehr ausbreiten immer mehr und mehr. 5. Und wenn es dir. o Herr, gefällt, uns abzufordern aus der Welt, so gib ein selig Ende ier, daß wir dort ewig sein ei dir. 6. O Jesu Christ, erbarme dich, hör unsre Bitte gnädiglich. durch dein Verdienst, dur deinen Tod erlöse uns aus aller otl Hannov. Gsb. 1646. Nach einem älteren Liede. Neujahrslieder. aufs neu ich 60. Eigene Melodie. ilf, Herr Jesu, laß gelingen, 9 hilf. das neue Jahr geht an; laß es neue Kräfte bringen, daß ich wandeln kann: neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben! 2. Meiner Hände Werk und Taten, meiner Zunge Red und Wort müssen nur durch dich ge⸗ raten und ganz glücklich gehen ort; neue Kraft laß mich er⸗ Wille zu verrichten deinen illen. 3. Was ich dichte, was ich mache, das e in dir allein wennich schlafe wenn ichwache, wollest du, Herr, bei mir sein 500 ich aus, wollst du mich leiten; omm ich heim, steh mir zur Seiten! 4. Laß mich beugen meine Kniee nur zu deines Namens Ehr; hilf, daß ich mich stets be⸗ mühe. dich zu preisen mehr und mehr: laß mein Bitten und mein rlehen doch im Himmel vor dir stehen! 5. Caß mich, Herr, in deinem Namen fröhlich nehmen Speis und Trank; Güter, die von dir herkamen, fordern ja von mir den Dank. Deine Weisheit kann mich stärken zu der Lieb und guten Werken. 6. Mein Gebet das müß auf⸗ denihee Herr, vor deinen Gna⸗ enthron; dann wirst du zu mir dich neigen wie zu deinem lieben Sohn, Herr, ich weiß es wird 8 ch. vor gilen dies mein Opfer dir Las Des sehnei Jahr d es sein ein Jahr der Gnade. laß auh büßen meine Neujahrslieder. 33 Sünd. hilf. daß sie mir nimmer schade und ich bald Verzeihung find. Herr, in dir; denn du. mein Leben, kannst die Sünd allein vergeben. 8. Tröste mich mit deiner Siehe, nimm, o Gott, mein Flehen hin, weil ich mich so sehr betrübe ja voll Angst und Zagen bin; stärtze mich in mei⸗ nen Nöten, daß mich Sünd und Tod nicht töten. 9. Herr, du wollest Gnade geben, daß dies Jahr mir leben sei. und ich christlich könne leben sonder Trug und Heuchelei, daß ich noch allhie auf Erden fromm und selig möge werden. 10. Laß mich armen Sünder ziehen deinen Weg der Fröm⸗ migkeit, laß mich Stolz und Hoffahrt fliehen, eifrig beten Hruchtr laß mich Schand und nzuicht meiden, laß mich willig Unglüch leiden! 1. Desus richte mein Be⸗ ginnen, Jesus bleibe stets bei mir, Jesus zähme mir die Sin⸗ nen. Jesus sei nur mein Begier, Jesus sei mir in Gedanken, Jesus lasse nie mich wanken. 12. Jesu, laß mich fröhlich d enden dieses angefangne Jahr, trage stets mich auf den Härden. halte hei mir in Gefahr! Freu⸗ dig will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlassen. Johann Rist g. 1607 1667. 61. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. Nun laßt uns gehn und treten mit Singen und mit Beten b Herrn, der unserm Leben is hieher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wan⸗ dern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten bis zum neuen, 3. Durch so piel Angst und Plagen, durch Zittern und durch Zagen, durch Krieg und große Schrecken, die alle Welt be⸗ decken. 4. Denn wie von treuen Müttern in schweren Unge⸗ wittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden 5. Also auch, und nichts min⸗ der läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Not und Trübsal blitzen. in seinem Schoße sitzen. 6. Ach Hüter unsers Lebens, fürwahr, es ist vergebens mit un erm Tun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue; Lob sei den starken Händen. die alles Heroleid wenden. 8. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden! 9. Gib mir und allen denen. die sich von Herzen sehnen nach ir und deiner Hulde, ein Herz. das— gedulde. 10. Schleuß zu die Jammer⸗ pforten und laß gn allen Orten. wo Krieg und Blutpergießen die Freudenströme fließen II. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen. laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen! 12. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berater, der Un⸗ versorgten Gabe, der Armen Gut und Habe! 34 13. Hilf gnädig allen Kran⸗ ken, gib fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermut quälen. 14. Und endlich, was das meiste, füll uns mit deinem ser Geiste, der uns hier herrlich diere und dort zum Himmel führe. 15. Das alles wollst du geben. o meines Lebens Leben, mir und der Christenschare zum selgen neuen Jahre! Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. 62. Mel. DuvLebensbrot, Herr Sesuchrist, oder Es ist gewißlich an der Zeit. Gontlob. ein Schritt zur Ewig⸗ keit ist abermals vollendet: zu dir im Fortgang dieser Zeit mein Herz sich sehnlich wendet, 9 Quell, daraus mein Leben fleußt und alle Gnade sich er⸗ geußt in meine Seel zum Leben. 2. Ich zähle Stunden. Tag und Jahr, und wird mir allzu lange, bis es erscheine, daß ich gar. o Lehen, dich umfange, da⸗ mit, was sterblich isti in mir, ver⸗ chlungen werde erdend dir, und ich unsterblich werde. 3. Doch sei dir ganz anheim⸗ Sunnd die rechte Zeit und tunde, wiewohl ich weiß, daß dirs gefällt, daß ich mit Herz und Munde dich komunen heiße und darguf von nun an richte meinen Lauf, daß ich dir komm entgege 40505 bin vergnügt, daß mich Bah gichte u ann von deiner Liebe lrennen, und daß ich frei vor jedermann dich darf den Bräut⸗ am nennen, und du. o teurer ebensfürft, dich dort mit mir Neujahrslieder. vermählen wirst und mir dein . schenken. 5. Drum preis ich dich au Danhbarkeit, daß sich das Jahr geendet, und also auch von die⸗ Zeit ein Schritt nochmals vollendet. und schreite hurtig weiter fort, bis ich gelange an die Pfort Jerusalems dortoben. 6. Wenn auch die Hände lässig sind und meine Kniee wanken, so biet mir deine Hand geschwind in meines Glaubens Schranken, damit durch deine Kraft mein Herz sich stärke, und ich himmelwärts ohn Unterlaß —v—ä206 Geh,. Seele, frisch im Glauben dran und sei nur un⸗ erschrocken, laß dich nicht von der rechten Bahn die Lust der Welt ablocken! So dir der Lauf zu langsam deucht so eile, wie Lieber fleugt, mit Flügeln süßer Liebe! 8. O Jesu, meine Hin ist zu dir schon aufgeflogen, du hast, weil du poll Liebe bist, mich ganz be dir gezogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit, ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Jesu lebe. Aug. Herm. Franche g. 1663 4 1727. 63. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Achr wie laufen doch die Jahre. wie verschwindet doch die Zeit, und ich bleibe von der ahre noch bis diesen Ve befreit. Ich weiß wohl. o Le⸗ benslicht; daß ein Tag zum andern spricht: Alles. was von AdamsErben. Groß und Kleine müssen sterben. Neujahrslieder. 35 2. Doch du durch deine i Güte wie ein ter mich be⸗ wacht, daß der o 538 Grab hütte 1900 nicht in das gebracht. Ach wie soll ich das verstehn, da doch andre schlafen gehn, nin gar viele schon be⸗ raben, die noch nicht mein 4 rr c b err, ich bin ja zu geringe dieser 01Ber Gütigkeit. Wenn ich mein Verzeichnis bringe der bisher genoßnen wei o entfällt mir aller Mut, weil die Rech⸗ nung gar nicht gut, Wie viel Jahre sind verdorben, da ich 94 der Welt gestorben! Doch ich will auf Mittel Wanen und auf Buße sein be⸗ n dacht; Jesus kann die Schuld gencht die ich bis hierher emach t. Lieber Bgter steh mir ei, 9451 nur keine Heuchelei sich in meinem Herzen finde, wenn ich des mich unterwinde. 5. Willst du mich noch ferner lassen hier in alles bösen Welt, ach so hilf mir alles hassen, was dem Geiste nicht gefällt. Stärke n von deiner 10 o wird das größte as mir 911 zu schwer geschienen, mir 300 meinem Besten dienen. Steh mir aͤllezeit zur Rech⸗ 5— denn du bist ja Sonn und Schild; hilf uns, deinen armen Knechten, wie und wo und wann du willt. Wenn die Tage höse sein, ach so ruf ins Herz hinein: Lernt euch in die Zeiten aluchen so wird alles heilsam glü 1 Endlich. wenn der Lauf zu Ende, Der befehl ich meinen Geist dir in deine treuen Heißt. der du Gott und Vater heißt Ach 1h freu mich schon darauf, daß nach vollbrachtem Sauf dort der Freude soll genießen, wo rab wir keine Zeit mehr wissen. Christoph Pfeiffer g. 1689 4 1758. 64. Mel. Meinen Nl 1. laß ich nicht. Jesus soll die sein, da ein neues Jahr erschienen; Jesu Name soll allein denen um Paniere dienen, die in sen Bunde stehn und auf einem Wege gehn. 2. Jesu Name, Jesu Wort soll bei uns in Zion il. der in i oft wir an den Ort, der ch ihm genennt ist, Wuben. mnaiche seines Namenis Ruhm unser Herz zum Heiligtum! 3. Unsre 90 wollen wir nur in Jesu Namen gehen. Geht uns dieser Leitstern für, so wird alles wohl bestehen, und durch seinen Gnadenschein alles voller Segen sein. 4. Alle Sorgen, alles Leid 191 der Name uns versüßen. o wird alle Bitterkeit uns ein Segen werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, welcher allen Kummer stillt. Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. 65. Mel. Herzlich tut mich verlangen. Das Jahr geht still zu Ende, nun sei auch still mein Ci In Gottes treue Sonn e leg ich nun nni. und umehi und was dies Jahr umschlossen, was Gott der Herr nur weiß, die Tränen, die ies sen, die Wunden brennen 36 Epiphaniaslieder. 2. Warum es so viel Leiden, so kurzes Glück nur gibtꝰ warum denn immer scheiden, wo wir so sehr geliebt? So aus manches Aug gebrochen und mancher Mund nun stumm. der erst noch hold gesprochen— du armes Herz, warumꝰ 3. Daß nicht vergessen werde, was man so ern vergißt: daß diese arme Erde nicht unsre ImS l ist. Es hat der Herr uns allen, die wir auf ihn ge⸗ tauft, in Jions goldnen Hallen ein Heimatrecht erkauft. 4. Hier gehen wir und 0. dort die Tränensaat ins Jeld, dort werden wir uns freuen imselgen Himmelszelt; wir sehnen uns hienieden dorthin ins Vater⸗ aus und wissens: Die ge⸗ schieden, die ruhen dort schon 5. O. das ist sichres Gehen durch diese Erdenzeit: nur im⸗ mer vorwärts sehen mit selger Grahesiutge wird uns durch Grabeshügel der klare Blich perbaut, daz u gib der Seele 6581 daß sie humliberscheunl 6. Hilf du uns durch die Zeiten und mache fest das Herz, geh selber uns zur Seiten und führ uns heimatwärts! Und ist es uns hienieden so öde, so allein, 9. laß in deinem Irieden uns hier schon selig sein! Eleonore Fürstin Reuß geb. Gräfin zu Stolberg g. 1835 7 1903. V. Epiphaniaslieder. 66. Mel. Valet will ich dir geben. O König aller Ehren, Herr Jesu, Davids Sohn, dein Reich soll ewig währen, im Himmel ist dein Thron; hilf, daß allhier auf Erden den Menschen weit und breit dein J Reich bekannt mög werden zur Seelen Seligkeit. nicht auf teurem Rosse, trägst keine güldne Kron, sihzfl nicht un steinern Schlosse, hier hast du 94˙. und Hohn. 4. Doch du bist schön gezieret, dein Glanz erstreckt sich weit, dein Güt allein regieret und dein Gerechtigkeit. Du wollst die Frommen schützen durch dein Macht und Gewall, daß sie im Frieden sitzen, die Bösen stürzen 2. Von deinem Reich auch dald. zeugen die Leut aus Morgen⸗ land, die Knie sie vor dir beugen, weil du ihn'n 555 bekannt; der 905 Ohich auf dich weiset, dazu das göttlich Wort. Drum man dich billig preiset, daß du bist unser Hort. 3. Du bist ein großer König. wie uns die Schrift vermeldt, doch gchtest du gar wenig ver⸗ gänglich Gut und Geld, prangst 5. Du wollst dich mein er⸗ barmen, in dein Reich nimm mich auf, dein Güte schentz mir Armen und segne meinen Lauf! Den Feinden vollst du wehren. dem Teufel, Sünd und Tod, daß sie mich nicht versehren: reit mich aus aller Not Du wollstin mir entzünden dein Wort, den schönen Stern, daß falsche Lehr und Sünden SS SE Epiphaniaslieder. 37 dabich meinem Herzen fern. Hilf. ch dich erkenne und mit der Chrütenbei dich meinen König nenne jetzt und in Ewigheit. Martin Behm g. 1557 4 1622. 67. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. Lobet den Gottun ihr Heiden all, lobt Gott von 2 Wotten grunde, preift ihn, ihr Völker allzumal,.„ ihm zu aller Stunde, daß er euch auch er⸗ wählet hat und mitgeteilet seine Gnad in Christo, seinemSohne. 2. Denn seine groß Barm⸗ waltent tut über uns stets walten, sein Wahrheit, Gnad und Gütigkeit erscheinet Jung und Alten und währet bis in Ewigheit, schenkt uns aus Gnad die Seligkeit, drum singet Halleluia! 1609. 68. Eigene Melodie. Wehed licht, 6 Stadt der Heiden, und du, Salem. werde licht! Schaue, welch ein Hlandmil Freudenüberdeinem Haupt anbricht! Gott hat derer nicht vergessen, die im Finstern 8⸗ gesessen. Ach wie waren wir ver⸗ hndel ehe noch dies Licht brach an! Ja da hatte sich gewendet schier vom Himmel IEcbarden unsre Augen und Gehärden klebten einzig an der Erden. 3. Gottes Rat war uns ver⸗ borgen, seine Gnade schien uns nicht; Klein und Große mußten sorgen, jedem fehlt' es an dem Licht. das zum xechten Himmels⸗ leben seinen Glanz uns sollte geben. 4. Aber wie hervorgegangen ist der Aufgang aus der Höh, haben wir das Licht empfaͤngen, welches so Weltt Angst und Weh aus der Welt Hlesiwerhichen daß nichts Dunkles überblieben. 5. Jesu, reines Licht der Seele, du vertreihft die Finsternis, die in dieser Sündenhöhle unsern Tritt macht ungewiß; Jesu, deine Lieb und B0e leuchten uns auf unsern Wegen. 6, Nun, du wollest hie ver⸗ bleiben, liebster Jesu, Tag und Venid alles Finstre zu vertrei⸗ den, das uns so viel Schrecken macht; er uns nicht im Dun⸗ keln wallen noch i ins Sünden⸗ meer verfallen! 7. Schenk uns, Herr, das Licht der Gnaden, das ein Licht des Lebens ist. ohne welches leicht in Ioc fallen kann ein frommer Christ; laß uns dieses Licht erfreuen, wenn wir aus der Tiefe schreien. 8. Gib. Herr Jesu. Kraft und Stärke, daß wir dir zu jeder Zeit durch geliebte Glaubenswerke folgen in Gerechtigkeit und hernach im Freudenleben heller als die Sterne schweben. 9. Dein Erscheinung müß er⸗ füllen mein Gemüt in aller Not, dein Erscheinung müsse stillen meine Seel auch gar im Tod: Herr, in Freuden und im Weinen muͤsse mir dein Licht erscheinen. 10. Jesu, laß mich endlich gehen freudig aus der bösen 38 Epiphaniaslieder. Welt, dein so helles Licht zu fielt. das mir dort schon ist be⸗ stellt, wo wir sollen unter Kronen in der schönsten Klar⸗ heit wohnen. Johann Rist g. 1607 4 1667. 69. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. e euch, ihr Gotteskinder, preiset mit mir Gottes Macht, Wlaßt Hen ihr armen Sünder, laßt der Welt den Stolz und Pracht! Freut euch, daß euch Gott regiert und zu seiner Kirche führt, daß wir armen Heiden können uns nun Gottes Kinder nennen. 2. Seine Herrschaft zch er⸗ senne o Uber galles, was da lebt. eine Hand schützt und Hadeehh. was sich reget, lebt und schwebt: wenn er spricht, so geht sein Wort schnell wie Blitz und Donner fort; das durchdringet Geist und Leben; Hen kann Trost und Leben geben. 3. Nun, ihr e endiich be auf Erden, wollt ihrs endlich haben gut, wollt ihr Gottes Kinder werden, ei so ändert euren Mut, reiset Gottes Güt und Macht, ↄ wird er euch gehen Kraft, daß ihr auch zu ihm könnt kommen und euch freuen mit den From⸗ men. 4. Aller Heiden Trost ist kom⸗ men, Jesus, unser Freudenlicht, der Beschirmer aller Frommen, unser Schutz und Zuversicht; preiset seine Güt und Treu, die uns noch wird emech neu, so wird er euch gllen 91 en, hier und dort mit ihm zu leben. Joh. Olearius g. 1611 1 1684. 70. Mel. Zesus, meine Zuversicht. Jaus 3 3 Jaloh ist erschie der aus Jakob ist erschienen, meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen; nimm doch, nimm doch gnädig an. was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glau⸗ bens hin, wie ichs von dir selber habe und damit heschenket hin: so ist dirs die liebste Gabe. La V es auch bewährt und rein in dem Kreuzesofen sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß ihn DTEippe dir ge⸗ nügen: Herz und Lippen sollen stets. ihn zu opfern vor dir. Wenn ich bete nimm es auf und sprich Ja und Amen drauf! 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu! Ach mich schmerzet meine Sünde, aber du bist fromm und treu, daß ich Trost und Gnade inde und nun fröhlich i Bpter kann: Jesus nimmt mein Opfer an. Erdmann Neumeister g. 1671 4 1756. 71. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. err Jesu Christe, mein Pro⸗ phet, der aus des Vaters Schoße geht, mach mir den Bater offenbar und seinen lieb⸗ sten Willen klar! 2. Lehr mich in allem, weil ich blind; mach mich gehorsam wie ein Kind. 2119 cb und stets eingekehrt, so werd ich wahrlich gottgelehrt. 3. Gib, daß ich auch vor jedermann von deiner Wahr⸗ Passionslieder. 39 heit zeugen kann und allen zeig mein Schatz und Jreud von mit Wort und Tat den schma⸗ nun an bis in Ewigkeit! len, selgen Himmelsyfad. 4. Mein Hoherpriester, der für mich am Kreuzesstamm ge⸗ opfert sich mach mein Gewissen still und frei, mein ewiger Er⸗ löser seil 5, Gesalbter Heiland, segne mich mit Geist und Gnade kräf⸗ liglich, schließ mich in deine Fürbitt ein, bis ich werd ganz vollendet sein. 6. Ich ppfre auch, als Prie⸗ ster, dir mich selbst und alles für und für; schenk mir viel An⸗ dacht zum Gebet, die stets im Geist zu dir aufgeht. 7. Mein Himmelskönig, mich regier, mein Alles unterwerf ich dir; rett mich von Sünde, Welt und Feind, die mir sonst gar zu mächtig seindd. 8. So kehr du in mein Herz Thror und laß es dir zum hrone sein, vor allem Ubel und Gefahr mich als dein Eigentum bewahr! 9. Hilf mir im bcherrichen Geist, mich selbst beherrschen allermeist, Begierden, Willen, Luft und Sünd. und daß mich nichts Geschaffnes bind. 10. Du hoch erhabne Maje⸗ stät, mein König. Priester und Prophet, sei du mein Ruhm, Gerh. Terstegen g. 1697 4 1769. 72. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. g. ört heut der Weisen große Frage: Wo ist das neu⸗ eborne Kind? Wo sind die eisen heutzutage, die fragen, wo man Jesum findt? Von heut an soll mir dies allein die allerhöchste Weisheit sein. 2, Bis ich ihn ganz in meiner Naͤhe, bis ich ihn selbst pon An⸗ gesicht, im Glauben hier, dort wirklich sehe, bis ich ihn finde, ruh ich nicht. Von heut an soll mir dies allein die allergrößte Sorge sein, 3. Behalte, Welt, die tollen Freuden, womit dein Volk sein Herz berauscht; es haben 2— die weisen Heiden das Jesus⸗ kind drum eingetauscht. und Jesum finden soll allein auch meine höchste Freude sein. . Erbeht vor ihm, ihr Ma⸗ iestäten, die ihm nicht 1 Des untertan, und kommt, dies Kindlein anzubeten, nicht in Herodis Sinn. heran! Bor ihm sich beugen wird allein die Ehre seiner Heilgen sein. Chr. K. L. v. Pfeil g. 1712 4 1784. VI. Passionslieder. 73. Eigene Melodie. Chris te, du Kamm Gottes. der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erharm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, gib uns deinen Frieden! men. 1526. Nach dem Latein. Agnus Dei. 74. Mel. O wir armen Sünder. Ebre sei dir, Christe, der du litteft Not, an dem Stamm des Kreuzes für uns hittern Tod herrschest mit dem Bater in der Ewigkeit; hilf uns armen Sündern zu der Seligkeit! Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! Aus dem 14. ZJahrhundert. Nach dem Latein. Laus tibi Christe. 75. Eigene Melodie. O Oamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes gebuldig w zall Zeit erfunden geduldig, wiewohl du wurdest verachtet, all Sünd hast du ge⸗ tragen, sonst müßten wir ver⸗ aacden. Erbarm dich unser, o Jesu! 2. O Lamm Gottes, unschul⸗ dig am Stamm des Kreuzes Gedudmn. mew Zeit erfunden geduldig, wiewohl du wurdest verachtet, all Sünd hast du ge⸗ tragen, sonst müßten wir ver⸗ zagen. Erbarm dich unser, o Jesu 3. O Lamm Gottes, unschul⸗ dig am Stamm des Kreuzes ll all Zeit erfunden geduldig, wiewohl du wurdest verachtet, all Sünd hast du ge⸗ tragen, Gbu müßten wir ver⸗ 9Ael ib uns dein'n Frieden, o Jesul Rikolaus Decius 4 1541. 76. Mel. Christus, der uns selig macht. O hilf, Christe, Gottes Sohn, durch dein bitter Leiden, daß wir dir stets untertan all Un⸗ Passionslieder. tugend meiden, deinen Tod und sein Ursach fruchtbarlich bedenzen, dafür, wiewohl arm und schwach, dir Dankopfer schenken. Böhmische Brüder. 77. Eigene Melodie. O wir armen Sünder, unsre Missetat, darin wir enw⸗ fangen und geboren sind, hat gebracht uns alle in solch große Not, daß wir unterworfen sind dem ewgen Tod. Kyrie eleison Christe eleison, Kyrie eleison! 2. Aus dem Tod wir konnten durch unser eigen Werk nimmer werdn gerettet, die Sünde war zu stark; daß wir würdn erlöset, so komits nicht anders sein, denn Gotts Sohn mußt leiden des Todes bittre Pein. Kyrie Genon Christe eleison, Kyrie eleison!l 3. So nicht wär gekommen Christus in die Welt und an sich genommen unsre arm Gestalt und für unsre Sünde gestorhen williglich, so hätten wir müssen werden verdanunet ewiglich. Kyrje eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 4. Solche große Gnade und väterliche Gunst hat uns Gott Chunto lauterlich umsonst in Christo, seinem Sohne. der sich geben hat in den Tod des Kreu⸗ zes zu unsrer Seligkeit. Kyrie Genom Christe eleison, Kyrie eleison! 5. Des solln wir uns trösten gegen Sünd und Tod und ja nicht verzagen vor der Hölle Glut; denn wir sind gexettet aus aller Fährlichkeit durch Christum unsern Herren, gelobt in Ewigkeit. Kyrie eleison Christe eleison, Kyrie eleison! 6. Darum wolln wir loben und danken allezeit dem Bater und dem Sohne und dem heili⸗ gen Geist, bitten, daß sie wolln behüt'n uns vor Chrite ort. Kyrie eleison Christe eleison, Kyrie eleison! Hermann Bon g. 1504 1548. 78. Eigene Melodie. oder Nun laßt uns den Leib begraben. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und hast uns durch dein teures Blut gemacht vor Gott gerecht und gut. 2. Und bitten dich, wahr Mensch und Gott, durch deine heilgen Wunden rot: Erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not! 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand und reich uns dein and, daß wir im Kreuz geduldig sein, uns trösten eLie alle Maße, die dich gebracht auf 4. Und schöpfen draus die Zupersicht, daß du uns werdst verlassen nicht, sondern ganz lreulich hei uns stehn. daß wir allmächtge deiner schweren Pein; durchs Kreuz ins Leben gehn. Christoph Vischer g. 1544 4 1597. 79. ö Eigene Melodie. H* erzliebster Jesu, was hast du 2 verbrochen, daß man ein solch scharf Urteil hat gespro⸗ chen? Wag ist die Schuld? In was für Missetaten bist du ge⸗ ratenꝰ Passionslieder. .. Gefahr, und daß wir stets bleihen bei seinem 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gehrönet, ins Angesicht geschlagen und verhöhnet, du wirst mit Essig und mit Gall getränket, ans Kreuz gehenket. 3. Was ist doch wohl die Ur⸗ sach solcher Plagen? Ach meine Sünden haben Iul ich habdes ich. ach Herr Jesu. ich hah dies verschuldet, was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe, die Schuld besahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte. 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt, der Böse lebt, der wider Gott miß⸗ handelt; der Mensch verwirkt den Tod und ist entgangen, du wirst gefangen. 6. Ich war von Fuß auf voller Schand und Sünde der Scheitel war nichts Guts zu finden; dafür hätt ich dort ünden, bis zu in der Hölle müssen ewiglich üßen. 7. Qgroße Lieb, o Lieb ohn diese Marterstraße] Ich lebte mit der Welt in Lust und Freu⸗ den, und du mußt leiden. 8. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnug⸗ sam solche Treu ausbreiten? Keins Menschen Herz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. 9. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, womit doch dein Erbarmung zu ver⸗ gleichen; wie kann ich dir denn deine Liebestaten im Werk er⸗ stattenꝰ 42 10. Doch ist noch etwas, das dir angenehme: wenn ich des Ileisches Cüste dämpf und zähme, daß sie aufs neu mein erze nicht entzůnden mit alten ünden. 11. Weils aber nicht besteht in eignen Kräften, fest die Be⸗ gierden an das Kreuz zu heften. so gib mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 12. Alsdann so werd ich deine Huld betrachten, aus Cieb zu dir die Welt für gar nichts ach⸗ ten, bemühen werd ich mich, Herr, deinen Willen stets zu erfüllen. 13. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz nicht achten, keine Schmach und Plagen, nichts pon Verfolgung, nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen. D r schlecht zu schätzen, wirst du es doch nicht gar beiseite setzen in Gnaden wirst du dies von mir annehmen, mich nicht be⸗ schämen. 15. Wenn o Herr Zesu, dort vor deinem Throne wird stehn auf meinem Haunt die Ehren⸗ krone, da will ich dir, wenn alles wird wohl klingen, Lob und Dank singen. Joh. Heermann g. 1585 + 1647. 80. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Jesu. deine tiefen Wunden, deine Qual und bittrer Tod Tuont mir zu allen. Stunden an in Leibs⸗ und Seelennot. Fällt mir etwas Arges ein, denl. ich bald an deine Pein: Passionslieder. die verleidet meinem Herzen. mit der Sünde nicht zu scherzen. 2. Will sich denn in Wollust weiden mein verderbtes Fleisch und Blut. so gedenk ich an dein Leiden; bald wird alles wieder gut. Kommt der Satan und setzt mir heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad und Gnaden⸗ zeichen: bald muß er von dannen weichen. „. Will die Welt mein Herze führen auf die breite Wollust⸗ bahn, da nichts ist als Jubilie⸗ ren. alsdann schau ich emsig an deiner Marter Zentnerlast, die du ausgestanden hast: so kann ich in Andacht bleiben. alle böse Lust vertreiben. 4. Ja für alles, das mich kränket, geben deine Wunden Kraft: wenn mein Hers hinein sich senket, krieg ich neuen Lebenssaft. Deines Frostes Süßigkeit wendt in mir daß Dittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du für mich bist gestorben. 5. Auf dich setz ich mein Ber⸗ trquen, du bif tmeine Zuversicht: dein Tod hat den Tod zerhauen. daß er mich kann töten nicht. Ogß ich an dir habe Teil, bringet mir Trost. Schutz und Heil: deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 6. Hab ich dich in meinem erzen, du Brunn aller Gü⸗ tigkeit, so empfind ich keine Schmerzen auch im letzten Kampf und Streit. Ich ver⸗ berge mich in dich, welch Feind kann verletzen mich? Wer sich legt in deine Wunden, der hat glücklich überwunden. Joh. Heermann g. 1585 4 1647. 4H3FH— Seu 2ö¶S SSSWe n 81¹. Eigene Melodie. Da Jesus an des en Wel 2 Stamm der ganzen Sünd auf sich nahm, sprach er in seinen Schmerzen noch sieben ort, die lasset uns erwägen wohl im Herzen. 2. Zum ersten: Vater, strafe nicht an ihnen, was mir jetzt ge⸗ G chicht, weil sie es nicht verstehen. ergib uns, Gott, wenn wir auch noch aus Irrtum Sünd begehen. 3. Zum andern er des Schä⸗ Wé ers dacht: Fürwahr, du wirst noch vor der Nacht in meinem S seich heut leben. O Herr, nimm uns auch bald zu dir, die wir im Elend schweben. 4. Zumdritten: Deinen Sohn sieh, Weib; Johgnnes, ihr zu Dienste bleib und sie als Mutter liehe! Versorg Herr, die wir lassen hier, daß niemand sie betrübe. 5. Zum vierten sagte er: Mich f dürst. O Jesu, großer Lebens⸗ fürst, du hast Durst und Ber⸗ leb langen nach unsrer Seligkeit, drum hilf, daß wir sie auch empfangen. 6.Zum fünften: O mein Gott. mein Gott, wie läßt du mich so in der Rotl Hier wirst du, Herr, verlassen, daß uns Gott wieder dort aufnähm; den Trost laß uns wohl fassen! 7, Zum sechsten; Hiermit ists vollbracht und alles nunmehr gut gemacht. Gib, daß wir auch durchdringen, und was du. Herr. uns auferlegst, hilf seliglich Passionslieder. 43 8. Zum letzten: Ich nun meine Lel, o Gott, mein Vater, dir hefehl zu deinen treuen Händen. ies Wort sei unser letzter unsch, wenn wir das Leben enden. 9, Wer oft an diese Worte denkt, wenn seine Missetat ihn kränkt, der wird es wohl ge⸗ nießen, weil er durch Gottes nad erlangt ein ruhiges Ge⸗ wissen. 10. Verleih uns dies, Herr Jesu Christ, der du für uns ge⸗ torben bist, gib, daß wir deine unden, dein Leiden, Marter, Kreuz und Tod betrachten alle tunden. Hannov. Gsb. 1646 nach Joh. Böschen⸗ stain g. 1472 1540. 82. Eigene Melodie Oaßtuns doch Khristo dankbar sein, daß er für uns in große Pein sich willig hat gegeben; auch laßt uns sein. der Sünde eind, weil wir mit Golt ver⸗ sühnet seind nach seinem Willen eben; die Lieb erzeigen jeder⸗ mann, wie Christus hat an uns R mit seinem bittern Leiden. Menschentzind, betracht das recht, wie Gottes Zorn die Sünde schlägt, bemüh dich, sie zu meiden. Hannov. Gsb. 1648 nach Seb. Heyden 9.1494 +. 1561. 83. Eigene Melodie. enn meine Sünd mich kränken, o mein Herr vollbringen. ZJesu Christ, so laß mich bit edenken, wie du gestorben bift und alle meine Schuldenlast am Stamm des heilgen Kreuzes auf dich genommen hast. 2. O Wunder ohne Maßen, wenn mans betrachtet recht; es hat sich martern lassen der He felbid seinen Knecht; es in. sich elbst der wahre Gott für mich perlornen. Menschen gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun IändindelGonne roße Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden. die Schuldis tallzumalbezg hlldurch mnehr darr un Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Hölle Qual und Glut, 4. Drum sag ich dir von Her⸗ zen jetztund mein Kebenlang für deine Pein und Schmerzen, o Jesu, Lob und erchre für deine Not und Angstgeschrei, für dein unschuldig Sterben, für deine Hb und Treu. 5. Herr, laß dein bitter Leiden müchreizensi rundfür, mit allem Ernst zu meiden die sündliche Begier; daß mir nie konune aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine 9558 sollts guchsein chmach Spott, hilf mir geduldig Lsent. gib, o mein Herr und Gott, daß ich diese Weli und folge dem Exemwel, das du mir vorgestellt. Laß mich an andern üben. was du gn mir getan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann ohn Eigen⸗ nutz und Heuchlerschein und. wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb gllein. 8, Laß endlich deine Wunden mich trösten kräftiglich in meiner Passionslieder. letzten mihe und des ver⸗ sichern mich: Weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius g. 1601 1 1673. 8⁴. Eigene Melodie. Du ain d. Schmerzenmann, vom Vater so geschlagen. Herr Jesu, dir sei Dank für alle deine Haaße en, für deine 5101 angst. fürd eine Band und Not für deine Geißelung, für deinen bittern Tod. 2. Ach das hat unsre Sünd und Missetat verschuldet, was du an unyrer Statt. was du für uns erduldet. Ach umsre Sünde bringt dich an das Kreuz hinan, o unbeflecktes Lamm, was hast du sonst getan? 3. Dein Kampf ist unser Sieg. dein Tod ist unser Leben; in deinen Banden ist die Freiheit uns gegehen; dein Kreuz ist unser Trost. die Wunden unser Heil, dein Blut das Lösegeld, der armen Sünder Teil. 4. O hilf, daß wir uns auch 1 Kamwpf und Leiden wagen und unter unsre Last des Kreu⸗ zes nicht verzagen; hilf tragen mit Geduld durch deine Hornen⸗ kron, wenns kommen soll mit uns zum Blute, Schmach und Hohn. 5. Dein Angst komm uns Rin wenn wir in Ängsten liegen; durch deinen Todes⸗ kampf laß uns im Tode siegen: durch deine Bande, Herr, bind uns, wie dirs gefälit; hilf, daß Teuchum 2 durch dein Kreuz Fleisch und Welt. 6. Laß deine Wunden sein die Heilung unsrer Sünden, lab uns guf deinen Tod den Trost im Tode gründen, oJesu, laß an uns durch dein Kreuz, Angst und Pein dein Leiden, Kreus und Angst ja nicht ver⸗ loren sein! Adam Thebesius g. 1596 1652. 85. Eigene Melodie. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder; es geht und büßet in. Geduld die Sünden aller Sünder; es geht dahin, wird matt und krank, ergibt sich guf die Würgebank, begibt sich aller Freuden; es nimmet an Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden. Striemen, Kreus und Tod und spricht: Ich wills gern leiden. 2. Das Cämmlein ist der große Freund und Heiland meiner Seelen, den, den hat Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen. Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die ich ausgetan zur Suuh und Zornesruten; die Straf ist schwer, der Zorn ist groß, du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten. 3. Ja, Bater, ja von Herzens⸗ grund, leg auf, ich will dies tragen; mein Wollen hängt an deinem Mund, mein Wirtken ist dein Sagen. O Wunderlieb. Liebesmacht, du kannst, was nie kein Mensch gedacht, Gott Passionslieder. seinen Sohn abzwingen: o Liebe, Liebe, du bist stark, dun streckest den ins Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen: 4. Du marterst ihn am Kreu⸗ zesstamm mit Nägeln und mit Spießen, du schlachtest ihn als wie ein Lamm, machst Herz und Adern fließen, das Herze mit der Seufzer Krgft, die Adern mit dem edlen Saft des purpurroten Blutes. O füßes Lamm. was soll ich dir erweisen dafür, daß du mir erweisest so viel Gutes? 0 5. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen, dich will ich stets, gleich wie du mich, mit Liebesarmen fassen; du sollst sein meines erzens Licht, und wenn mein ers in Stücke hricht, sollst du mein Herze bleiben; ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiemit zu deinem Eigentum beständiglich verschreiben. 6. Ich will von deiner Lieb⸗ lichkeit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. Mein Bach des Le⸗ bens soll sich dir und deinem Namen für und für in Dank⸗ barkeit ergießen; und was du mir zugut getan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächtnis schließen. 7. Erweitre dich, mein Her⸗ zensschrein, du sollst ein Schatz⸗ haus werden der Schätze, die viel größer 11 als Himmel, Meer und Erden. Weg Ehr und Stand der eitlen Welt. weg Reichtum, Gold und alles Geld, 10 hab ein Bessers 46 fnnden; mein großer Schatz. Herr Jesu Christ, ist dieses. was geflossen ist aus deines Leibes Wunden. 8. Das soll und will ich mir zunutz zu allen Zeiten machen. im Streite soll es sein mein Schutz, in Traurigkeit mein Sachen, in Fröhlichkeit mein Saitenspiel, und wenn mir nichts mehr schmecken will, soll mich dies Manna speisen: im Durst solls sein mein Wasser⸗ uell, in Einsamkeit mein vrachgesell zu Haus und auch auf Reisen. 9. Was schadet mir des To⸗ des Gift? dein Blut das ist mein Lehen. Wenn mich der Sonne Hitze trifft. so kanns mir Schatten geben; setzt mir der Schmerz der Wehmut zu, so find ich bei dir meine Ruh. wie auf dem Bett ein Kranker; und wenn des Kreuzes Un⸗ gestüm mein Schifflein treibet um und um, so bist du dann mein Anker... 10. Wenn endlich ich, soll treten ein in deines Reiches Freuden, so soll dies Blut mein Burpur sein, ich will mich darin kleiden; es soll sein meines Hauptes Kron, in welcher ich will vor den Thron des höchsten Vaters gehen und dir, dem er mich anvertraut. als eine wohl⸗ geschmückte Braut an deiner Seite stehen. Paul Gerhardt g. 1607 + 1676. 86. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. O Welt, sieh hier dein Leben am Stamm des Kreuzes Passionslieder. Tod! Der große Fürst der Eh⸗ ren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und gro⸗ zem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße; Sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes überfüllt. aus seinem edlen Herzen vor Senieernacht Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen. mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht? Du bist ja nicht ein. Sünder wie wir und unsre Kinder, von Übeltaten weißt du nicht. 4. Ich. ich und meine Sünden. die sich wie Körnlein finden, des Sandes an dem Meer. die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und das be⸗ trübte Marterheer. 5. Ich bins, ich sollte büßen an Händen und an Jüßen ge⸗ bunden in der Höll: die Geißeln und die Banden und was du ausgestanden, das hat ver⸗ dienet meine Seel. 6. Du nimmst auf deinen Rüchen die Lasten. die mich drücken viel schwerer als ein Stein; du wirst ein Fluch, da⸗ gegen verehrst du mir den Segen dein Schmerzen muß mein Labsal sein. „7. Dusetzest dichsum Bürgen. ja lässest dich gar würgen für mich und meine Schuld; mir lässest du dich krönen mit Dor⸗ nen. die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 8. Du springst ins Todes Rachen, mich frei und los zu machen pon solchem Ungeheur; schweben. dein Heil sinkt in den du stirbst, daß ich nicht sterbe Passionslieder. 47⁷ noch ewiglich verderbe; o uner⸗ hörtes Liebesfeur! 9. Ich bin, mein IIn ver⸗ bunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr: was Leib, und Seel vermögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. 10. Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Co l eins aber will ich tun: Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 11. Ich wills vor Augen setzen, mich stets daran ergetzen, i sei K auch wo ich sei; es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Aen X. der Lieb und unver⸗ fälschten Treu. 12. Wie hefti G60 r Taunden 3 den frommen Gott entzünden, wie Rach und Eifer gehn, wie rausgm seine Ruten. wie zornig eine Fluten, will ich aus diesen d Leiden sehn. 13. Ich will daraus studieren, wie ich mein Herz soll zieren mit stillem, sanftem Mut und wie ich die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit tut. 14. Wenn böse Zungen stechen, mir Glimpfund Namen brechen, so will ich zähmen mich: das Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden ver⸗ zeihen gern und williglich. 15. Ich will mich mit dir schlagen ans Kreuz und dem absagen, was Udeme Ileisch gelüst. Was deine Augen hassen, das will ich fliehn und Ia 0 soviel mir immer mög⸗ ist. 16. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend die soil die dir geflossen zu, 56 sollen mich am Ende in deinen Schoß und Hände be⸗ gleiten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. 87. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 5 mir uch endmal gegrüßet, der mich je und je Gdas Jesu, der du selbst gebůßet das, womit ich dich 119951. Ach wie ist mir doch so wohl, wenn ich nien und liegen soll an dem Kreuze, da du stirbest und um 92.— 22 wirbest. h umfange, herz und küffe der gekränkten Wunden ahl, und die purpurroten Flüsse, deine Füß und Nägel⸗ mal. Ower kann doch, schönster Fürst, den so hoch ach, uns ge⸗ dürst, deinen urst und Liebs⸗ verlangen völlig fassen und 215. Heie 3. Heile mich. o Heil der Seelen, wo ich Han und trau⸗ rig bin; nimm die Schmerzen, die mich uhin, und den ganzen Schaden hin, den mir Adams Jall 01—10 ich selber mir But cht. o Arzt, dein lut mich Wühen wind sich all mein Jammer setzen. 4. Schreihe deine blutgen Wunden mir, Herr, in das Sumnd hinein, daß ie mögen glle tunden bei mir unvergessen sein. Du bist doch mein We Gut, da mein me en d Herze ruht, laß mich hie zu deinen Füßen deiner Lieb und Gunst genießen! 9. rin Füße will ich halten auf das best ich immer kann. und ann meiner Hände Falten und mich selber freundlich an von dem hohen und 17 meiner Bitte Raum, sprich: Laßß all dein Trauern schwinden, ich, ich tilg all deine Sünden. Paul Gerhardt g. 1607 7 1676. 88. Mel. Herzlich tut mich verlangen. Os Haupt voll Blut und Wun⸗ den, voll Schmerz und voller Hohn, o Haupt, z Spott gebunden“ mit einer Dornenkron, o. Haupt, sonst schön gezieret 10 höchster Ehr und Zier, jetzt aber hoch schimp⸗ fieret, gegrüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, davor sonst schricht und scheut das zum große beide tgewichte, wie 125 dei du so bespeit! wie bist d erbleichet! Wer hat Hatenr ö licht, dem sonst kein Licht nicht dei gleichet, so schändlich zugerichtꝰ 3. Die Farhe deiner Wan⸗ gen, der roten Livpen Pracht ist hin und ganz vergangen: des blassen Todes Macht hat alles l hingenommen, hat alles hin⸗ gerafft, und daher bist du kom⸗ 394 von deines Leibes Kraft. 4. Nun, was du, Herr, ch duldet, ist alles meine Laft, ich hab es selbst verschuldet, was du getragen haft. Schau her, hier steh ich 1101018 der Zorn B verdienet hat; gib mir, o mein Gnadl den Anblick deiner nad! 5. Erkenne mich, chmn mein Hirte, nimm mich an Von ute Mam ö Passionslieder. dir, Quell aller Güter, ist mir piel Guts getan; dein Mund hat mich gelabet mit Milch und süßer Kost, dein Geist hat mich H mit mancher Himmels⸗ 06 Ich will hie bei dir stehen, verachte mich doch nicht! Von dir will ich nicht bricht. wenn dir d 845. Herze 16—. wenn dein H 05 wurd erblassen im letzten esstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schoß. 7. Es dient zu meinen Freu⸗ den und tut mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl ge⸗ —9 mir! Ich danhe dir von Herzen, 0 36 u, liebster Freund, für eines Todes Schmerzen, 0 dus so gut gemeint. Ach gib, daß ich mich halte zu dir und einer Treu, und wenn ich num erkalte, in dir mein Ende sei. 9. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide 05 von mir: wenn ich den Tod soll eiden, so tritt du Dannd herfür! Wenn—.— am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus m Angsten kraft deiner Angst und Pein. 10, Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in anchein Tod imid laß mich sehn dein ilde in deiner Kreuzesnot! Dg will ich nach dir blichen, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken: wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt g. 1607 7 1676. Passionslieder. 89. Mel. Christus, der uns selig macht. Jesu, deine Passion will ich jetzt bedenken; wollest mir vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken! In dem Bilde jetzt erschein, Jesu, mei⸗ nem Herzen, wie du, unser Heil zu sein, littest alle Schmerzen. 2. Meine Seele sehen mach deine Angst und Bande, deine Speichel Schläg und Schmach. deine Kreuzesschande, deine Geißel, Dornenkron. Speer⸗ und Nägelwunden, deinen Tod, o Gottessohn, der mich dir ver⸗ bunden. 3. Laß mich gber nicht allein deine Marter sehen, laß mich guch die Ursach sein und die Fruchtverstehen Ach die Ursach f war auch ich, ich und meine Sünde, diese hat gemartert dich, daß ich Gnade fuͤnde. 4. Jesu, lehr bedenken mich dies in Buß und Reue, hilf. daß ich mit Sünde nicht martre dich aufs neue. Sollt ich dazu haben Lust und nicht wollen meiden, was du selber hüßen mußt mit so großem Leiden? 5. Wenn mir meine Sünde will machen heiz die Hölle. dich Jesu mein Gewissen still, dich ins Mittel stelle, dich und deine assion laß mich gläubig fassens iebet mich sein lieber wie kann Gott mich hassenꝰ 6. Gib auch. Jesu, daß ich ern dir das Kreuz nachtrage, aß ich. Demut von dir lern und Geduld in Plage, daß ich k dir geb Lieb um Lieb. Indes laß dies Lallen,(bessern Danh Sohn. f 49 ich dorten geb.) Jesu, dir ge⸗ fallen! Sigism. v. Birken g. 1628 1681. 90. Eigene Melodie. Jesu, meines Lebens Leben, Zesu, meines Todes Tod, der du dich für mich gegeben in die tiefste Seelennot, in das äußerste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben, erWent Qusendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 2. Du, ach du hast ausge⸗ standen Lästerreden, Spott und Hohn Speichel, Schläge Strick und Banden, du gerechter Gottessohn, nur mich Armen zu exretten von des Teufels Sündenketten. Tausendtau⸗ endmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 3. Du hast lassen Wunden schlagen, dich erbärmlich richten zu, um e heilen meine uh. Ach um zu setzen mich in Ruh. Ach du hast zu meinem Segen lassen dich mit Iluch helegen. Tau⸗ sendtausendmal sei dir, liebster esu, Dank dafür! 4. Man D dich sehr hart verhöhnet, dich mit großem Schimpf belegt, gar mit Bornen ich gekrönet; was hat dich da⸗ zu bewegt? daß du möchtest mich ergetzen, mir die Ehren⸗ kron aufsetzen. Tausendtau⸗ endmal sei dir, liebster Jesu, Danh dafür! 5. Du hast wollen sein ge⸗ schlagen zu Befreiumg meiner Bein, fälschlich lassen dich an⸗ lagen, daß ich könnte sicher sein; daß ich möchte trostreich prangen, hast du sonder Trost E d Tausendtausendmal ei 10. liebster Jesu, 6. Du hast dich in Not ge⸗ stechet, hast gelitten mit Geduld, gar den herben Tod ges Echuld⸗ um zu büßen meine Schuld daß ich würde losgezählet, hast du wollen sein gequälet. Tau⸗ sendtausendmal sei dir, liebster Jenn. Dank dafür! Deine Demut hat ge⸗ büet meinen Stolz und Uber⸗ mut, dein Tod meinen Tod versüßet es kommt alles mir Berip ein Verspotten, dein Verspeien muß zu Ehren mir edeihen. Tausendtausendmal he dir, liebster Jesu, Dank dafür! 8. Run, ich danhe dir von Run de Jesu, für gesamte Not. die Wunden, für die St omerzen für den herben, bittern Tod; für dein Zittern, für dein Zagen, für dein tausend⸗ faches Plagen, für dein Ach und tiefe Pein will ich ewig dank⸗ bar sein. Ernst Christ. Homburg g.1605 71681. 91. Mel. Herr Zesu Christ, meins Lebens Licht. H8 Jesu Christ, dein teures Blut ist meiner Seele höch⸗ stes Gut, das stärkt, das labt, das macht allein mein Herz von Pi Sünden rein. 2. Dein Blut, mein Schmuck. — Ehrenkleid, dein Unschuld und ich kann vor Gott bestehn und zu der Himmelsfreud eingehn. 3, O Jesu Christe, Gottes Passionslieder. Dank s Gerechtigkeit macht, daß Mi Blut, dein Lebenssaft gibt mir tets neue Lebenskraft. 4. Herr Jesu, in der letzten Not, wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, so laß ja dies mein Labsal sein: dein Blut macht mich von Sünden rein. Joh. Olearius g. 1611 4 1684. 92. Mel. Aus Hü aun 1401 ich zu dir. Hepe 1——1 deme Angst und Pein und dein betrübtes Leiden, laß mir vor Augen all⸗ zeit sein, die Sünde zu ver⸗ andde I Laß mich an deine große Not und deinen herben bittern Tod, dieweil ich lebe, denben! 2. Laß deiner Seele Höllen⸗ qual, dein Angst und blutig Schwitzen und übrig Elend allzumal, darin du mußtest sitzen, mir öftermalen fallen ein und eine starke Warnung ssein vor Sünd und Missetaten! 3. Die Wunden alle, die du hast, hab ich dir helfen schlagen. auch meine große Sündenlast dir aufgelegt zu tragen. liebster Heiland, schone mein. laß diese Schuld vergessen sein, laß Gnade vor Recht gehen! 4. Du hast verlassen deinen Thron, bist in das Elend gan⸗ gen, ertrugest Schläge, Spott und Hohn, mußtest am Kreuze hangen. guf daß du für uns schafftest Rat und unsre schwere issetat bei Gott versöhnen möchtest. 5. Drum will ich jetzt zur Dankbarkeit von Herzen dir lobsingen, und wenn du zu der Sohn, mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, dein teures Seligkeit mich wirst hinkünftig Passionslieder. bringen, so will ich daselbst noch viel mehr, zusamt dem ganzen Himmelsheer, dich ewig dafür loben. 6. Herr Jesu deine Angst und Pein und dein betrübtes Leiden laß meine letzte Zuflucht sein, wenn ich von hier soll scheiden. Ach hilf, daß ich durch deinen Tod fein sanft beschließe meine Not und selig sterbe. Amen. Nach Tob. Clausnitzer g.1618 11684. 93. Mel. Werde munter, mein Gemüte. Der am Kreuz ist meine Liebe, meine Lieb ist Jesus Christ. Weg ihr argen Seelendiebe Satan, Welt und Fleisches Vist! Eure Cieh ist nicht von Gott, eure Lieb ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe. Freyler, was befremdet dich, daß ich mich inm Glauben übe? Jesus gab sich selbst für mich. So ward er mein Friede⸗ schild, aber auch mein Lebens⸗ bild. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe. Sünde, du verlierst den turm. Weh mir, wenn ich den betrühe, der statt meiner ward ein Wurm! Kreuzigt' ich nicht Gottes Sohnꝰ trãät ich nicht sein S Blut mit Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich im Glauben übe. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe. Schweig, Gewissen, Gott pergibt. Daran preist Gott seine Liebe, daß sein Sohn stirbt, der mich G 51 mich liebt. Wer verdammt nunꝰ Gott ist hier, Gott verzeiht durch Christum mir. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe. Keine Not, schwer, hart und groß, Hunger, Blöße, Hen⸗ kershiebe, nichts macht mich von Jesu los, nicht Gewalt, 5 Gold, nicht Ruhm, Engei nicht, kein Fürstentum. Der am Kreuz ist meine Liehe, weil ich mich im Glauben übe. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe. Komm, Tod, komm, mein bester Freund! Wenn ich wie ein Staub zerstiebe, wird mein Jesus mir vereint; da, da schau ich Gottes Lamm meiner Seele Bräutigam. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. Ahasverus Fritsch g. 1629 4 1701. 94. Eigene Melodie. O du Liehe meiner Liebe, du erwünschte Seligkeit, der du dich aus höchstem Triebe in das jammervolle Leid deines Leidens mir zugute als ein Schlachtschaf eingestellt und be⸗ ahlt mit deinem Blute alle issetat der Welt; 2. Liebe, die mit Schweiß und Trãänen an dem Olherg sich be⸗ trübt, Liebe, die mit Blut und Sehnen unaufhörlich fest ge⸗ liebt, Liebe, die mit allem Willen ottes Zorn und Eifer trägt, den sonst niemand konnte stillen, den hat dein Tod hin⸗ gelegt.—40 3. Liebe, die mit starkem Her⸗ zen alle Schmach und Hohn 4* gehört, Liebe, die nicht Angst und Schmerzen noch der strenge Tod versehrt, Liebe, die sich liebend zeiget. als sich Kraft und Atem endt. iebe. die sich liebend Renni⸗ als sich Leib und Seele ren 4. Liebe, die mit so viel Wun⸗ den gegen mich als seine Braut unguflöslich sich verbunden 105 auf ewig anvertraut: Liebe la auch meine Schmerzen. meines Oebens Jammerpein in dem im dir eiullet se Herzen sanft in dir gestillet sein! 5. Liebe, die für mich gestor⸗ ben und ein immerwähren Gut an dem Kreuzesholz er⸗ worben, ach wie dank ich deinem Blut, ach wie dank ich deinen Wunden, du verwundte Liebe du, wenn ich in den Leidens⸗ stunden sanft in deiner Seite ruh! 6. Liebe, die sich tot gekränket und für mein erkaltet Herz in ein kaltes Grab em Schn ach wie dank ich deinem Schmerz! Habe Dant, daß du gestorben, daß ich ewig leben kann, und der Seele Heil erworben: nimm mich ewig liebend an! Elisabeth v. Senitz g. 1629 4 1679. 95. Mel. Christus, der uns selig macht. Segef mach dich heilig auf, esum zu begleiten gen Den binguf. tritt ihm an e Seiten! In der Andacht H nach zu dem bittern en, bis du aus dem Unge⸗ mach zu ihm wirst verscheiden. 2. Seele, siehe, Gottes PBamm gehet zu dem Leiden, deiner Passionslieder. Seele Iheme Seht als zu Lochter zeitfreuden. Geht, ihr Töchter von Zion, Jesumzuempfangen, sehet ihn in seiner Kron unter Dornen prangen! 3. Du ziehst als ein König ein, wirst auch so empfangen. aber Bande warten dein, dich damit zu Spott Für die Ehre 5 ohn und Spott man 917 err, geben, bis du durch des reuzes Tod schließen wirst dein Leben 4. Das Kreus ist der Königs⸗ thron, drauf man dich wird d setzen, dein Haunt mit der Dor⸗ nenkron bis in Tod der Welt Jesu, dein Reich auf der Welt ist in lauter Leiden; so ist es von dir bestellt bis zum letzten Scheiden. 5. Du wirst, Herr der Herr⸗ lichkeit, 965 wohl müssen ster⸗ ichn 5 es Himmels Ewigheit dadurch mög erben. Aber ach. wie herrli 40 Den deine Kron pon ferne, die dein sieg⸗ reich Haupt bakränzt. schöner als die Sterne! 6. Liebster Jesu, nun Glück zul Es muß dir gelin 10 nach der Stillen⸗Freitags⸗ Ir h wirst u Freude abahmr ö Tritt nur —10 die Todesbahn, die gestreu⸗ ten Palmen bilden dir den Sieg voran aus den Osterpsalmen. 7. Laß mich diese Leidenszeit W bedenken voller ndacht, Reu und Leid, mich darüber kränken! Auch dein Dun tröste mi alt so vielem Jammer, bis nach allem Leiden ich geh zur Ruhekammer. Abraham Klesel g. 1636 1702. Passionslieder. 96. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Mone Seel, ermuntre dich, deines Jesu Lieb bedenke; wie er für dich gihet sich darauf deine Andgchtlenkel Ach erwäg die große Treue und dich deines Jesu freue! 2. Sieh, der wahre Gottes Sohn ist für dich ans Holz ge⸗ Jef änget, sein Haupt trägt die ornenkron, sein Leib ist mit f. Blut vermenget. er läßt sich für dich verwunden; wo ist größre Lieb gefunden? 3. Du, du solltest große Pein ewig leiden in der Hölle und von Gottverstoßen sein wegen vieler Sündenfälle; aber Jesus trägt die Sünden, läßt dich wieder Gnade finden. 4. Durch sein Heiden ist gestillt deines Gottes Zorn und Rache. er hat das Gesetz erfüllt, gut⸗ Temdel die böse Sache, Sünde. eufel, Tod bezwungen und den Himmel dir errungen. 5. Ich kann nimmer, nimmer⸗ mehr das Geringste nur ver⸗ ehr; meine Trägheit muß ich chelten, daß ich ihn so schlecht Vemrühenn noch gar mit Sünd etrühet. at er verbindt mich allzu⸗ dir h 6. Du, mein Jesu, du, mein Heil, dir will ich mich ganz ver⸗ chreiben, daß ich dir als meinem eil einzig will getreu verblei⸗ ben, dir zu leben, dir zu leiden, dir zu sterben, dir zu meiden. 7. Du, mein Jesu, sollst es h sein, den ich mir zum Zwech gesetzet, wie du mein, so will ich dein bleiben stets und unper⸗ letzet: was du liebest, will ich 53 lieben, was dich kränkt, soll mich betrüben. Was du willst, das sei mein Will, dein Wort meines Her⸗ zensSpiegel; wenn du schlägest, halt ich still. Dein Geist bleibt mein Pfand und ich soll den Himmel erben; dar⸗ auf kann ich freudig sterben. 9. Num, so bleibt es 55 dabei: esus 5. es sein und bleiben, dem ich lebe, des ich sei, nichts oll mich pon Jesu treiben. Du wirst, Jesu, mich nicht lassen, ewig will ich dich umfassen. Joh. Kasp. Schade g. 1666 1698. 97. Eigene Melodie, oder Warum sollt ichmich denn grämen. Issu, Trost der armen Seelen. duläßt dich williglich meinet⸗ wegen quälen. Ach wie kann ich nun verzagen? denn du hast alle Last meiner Schuld getragen. 2. Dein Blut rann mit reichen Flüssen, dessen Kraft uns per⸗ schafft, daß wir Trost genießen. Laß mich diese Flut erquicken, meinen Geist, der dich preist, zu Siegel, daß ir hin zu rücken. 3. Dieser Strom führt in den Hr. dort, ach dort ist der rt, wo hein Weltgetümmel. Dahin steht nun mein Ver⸗ angen; Ehr und Gut soll den Mut nimmer wieder fangen. 4. Dein Blut soll mich stets vergnügen, ich will nun in dir ruhn und ganz sicher liegen, Ich will zu den Wunden eilen, denn ier kann jedermann seine Krankheit heilen, 5. Krank bin ich an Sünden⸗ wunden; krank und 10 Dich schrei ich nach dir, bis ich dich 5⁴ Passionslieder. funden. Ich will zu dir, Jesu, ich mich um dich betrübe; dein liehen, doch du mußt aus dem im Blute wallend Herz setzet Wuft mich selbst zu dir Kueite mich in tausend Schmerz. Wie du an dem Kreuze 6. tatest als du dort, liebster Hort, für? Ich pät die Sünden reuen, hoff ich unter deinem Kreuze die Feinde batest. Ob mich 5. Nun was schenk ich dir da⸗ ch will dir mein Herze geben, dieses soll Wanzie kaben eben. och mich wird noch deine Gnad Wie du mein, so will ich dein ersrenen. 7. Ich will mich mit Tränen netzen und mein Herz soll im Schmerz sich zum Kreuze setzen. Hier will ich dich ganz umfassen, Gottes Lamm. Bräutigam, du wirst mich nicht lassen. 8. Caß mich nicht am letzten Ende! Da hilf mir, wenn zu dir ich mich gläubig wende; da laß mich dein Bluit erquichen! So kann ich seliglich mich zum Sterben schicken. Ph. Balth. Sinold g. 1657 + 1742. 98. Mel. Jesus, meine Zuversicht. Serle geh auf Golgatha, setz dich unter Jesu Kreuze un hedenke, was dich da für ein Trieb zur Buße reize. Willst du unempfindlich sein, o so bist du mehr als Stein. 2. Schaue doch das Jammer⸗ bild zwischen Erd und Himmel hangen, wie das Blut mit Strö⸗ men quillt, daß ihm alle Kraft vergangen. Ach der ühergroßen Not: es ist gar mein Jesus fot! 3. OSLamm Gottes ohne Schuld, alles das hatt ich ver⸗ schuldet. und du hast aus großer Huld Pein und Tod für mich erduldet; daß ich nicht verloren bin, gibstdu dich ans Kreuze hin. . Anbeflechtes Gotteslanun. ich verehre deine Liebe; schaue d wer darin lebend, leidend, sterbend sein. 6. Laß dein Herz mir offen stehn, öffne deiner Wunden üre; da hinein will ich stets gehn, wenn ich Kreuz und Not verspüre, wie ein Hirsch nach asser dürst, bis du mich er⸗ quicken wirst. 2— 7. Kreuzige mein Fleisch und Blut, lehre mich, die Welt ver⸗ schmähen, laß mich dich, duhöch⸗ stes Gut, immer vor den Augen sehen, führ in allem Kreuze mich wunderlich, nur seliglich! 8. Endlich laß mich meine Not auch geduldig überwinden, nir⸗ gend sonst wird mich der Tod. als in deinen Wunden finden: wer sein Bette macht. spricht zuletzt: Es ist vollbracht. Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. 99. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. Du Brunnauell gller Liebe gabst dich gus Liebestriebe für uns in tiefe Not; du wolltest Blut und Leben für uns zum Opfer gehen, uns zu erretten von dem Tod. 2. Du liebtest die Gemeine und machtest sie ganz reine von Sünden durch dein Blut; du heiligtest die Seelen, die dich zum Schatz erwählen, durch diese teure Lebensflut. 3. Ach laß dein heilig Leiden von des Kreuzes Stamm, wie auch unsre Seelen kleiden mit Passionslieder. Schmuck der Heiligkeit, laß deinen Geist und Gaben auch unsre Herzen laben in wahrer Glaͤubensfreudigheit! 4. Die alte Lust der Sünden hilf uns nun überwinden als dein erlöste Schar! Da deine Gnad erschienen, so stell uns, dir zu dienen voll neuer Kraft und Lebens dar! Peter Busch g. 1682 4 1744. 100. Eigene Melodie. Eines wünsch ich mir vorallem andern, Eine Speise früh und sih. selig läßts im Tränen⸗ tal sich wandern, wenn dies Eine mit uns geht: Unperrückt auf Einen Mann zu Wumnd der mit blutgem Schweiß und Todesgrauen auf sein Antlitz niedersank und den Kelch des Vaters trank. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, wie er als ein stilles Lamm dort so blutig und so bleich zu sehen, hängend an des Kreuzes Stamm: wie er dürstend rang um meine Seele, daß sie ihm zu seinem ohn nicht fehle, und dann auch 55 mich gedacht, als er rief: ist vollbracht. 3. Ja, mein Jesu, laß mich nicht vergessen meine Schul und deine Huld. Als ich in der Finsternis gesessen, trugest du mit mir Geduld, hattest längst nach deinem Schaf Ruf ge⸗ eh es auf des Hirten Ruf ge⸗ achtet, und mit teurem Lösegeld mich erkauft von dieser Welt. 4. Ich bin dein, sprich du darauf ein Amen! Treuster ö Dehdn 5⁵ Jesu, du bist mein. Drücke deinen süßen Jesuenamenbren⸗ nend in mein Herz hinein! Mit dir alles tun und alles lassen, in dir lehen und in dir erblassen, das sei bis zur letzten Stund unser Wandel, unser Albert Knapp g. 1798 1864. Begräbnis Jesu. 101. Mel. Nun laßt uns denLeib begraben. du, 4 ZJesu, G6100 227„ Rast in deinem Grab halten hast, gib, daß wir in ruhen all, und unfer Leben dir gefall. 2. Berleih, o Herr, uns Stärhk und Mut, die 0 erkauft mit deinem Blut, und führ uns in des Hinnnels Licht zu deines Vaters Angesicht! 3. Wir danken dir, o Gottes⸗ lamm, getötet an des Kreuzes Stamm. Laß ja uns Sündern deine Pein den Eingang in das Leben sein! Georg Werner g. 1589 4 1643. Nach d. Lat. Qui jacuisti mortuus 102. Eigene Melodie. O Traurigkeit, o Herzeleid. ist das nicht zu beklagen? Gott des Baters einzig Kind wird ins Grab getragen. 2. O große Not, des Todes Tod ist selbst am Kreuz ge⸗ storben, hat dadurch das Him⸗ meireichmrsenniebenworben. 3. OMenschenkind, nur deine Sünd hat dieses gngerichtet, da du durch die Missetat warest ganz vernichtet. 56 4. Dein Bräutigam. Gotteslamm liegt hie mit Blut beflossen, welches es ganz mil⸗ diglich hat für dich vergossen. 5. O süßer Mund, o Glau⸗ bensgrund wie bist du doch zer⸗ schlagen! Alles, was auf Erden lebt, muß dich ja beklagen. 6. O lieblichs Bild, schön, zart und mild, du Schmerzsohn der Jungfrauen! Niemand kann dein heißes Blut sonder Reu ielg 11—— 7. Hochselig ist zu jeder Frist, der Heses recht bedenket, wie der n der Herrlichkeit wird ins Grab versenket. 8, O Jesu, du mein Hülf und Ruh, ich bitte dich mit Tränen: Hilf, daß ich mich bis ins Grab möge nach dir sehnen. Johann Rist g. 1607 1 1667. 103. Mel. O Traurigkheit. So ruhest du, o meine Ruh, in deiner Grabeshöhle, und das Osterlieder. erweckest durch den Tod meine tote Seele! 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lehens Seben! dich hat jetzt ein Felsen⸗ grab, Fels des Heils, umgeben. 3. Ach bist du kalt, mein Trost und Halt Das macht die heiße Liebe, die dich in das kalte Grab durch ihr Feuer triebe. 4. O Lebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder aufer⸗ wecken:sollte denn meingläubig Herz vor der Gruft erschreckenꝰ 5. Sie wird mir sein ein Kämmerlein, da ich auf Rosen liege, weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. 6. Gar nichts verdirbt, der Leib nur stirbt, doch wird er auferstehen und inganz verklär⸗ ter Zier aus dem Grabe gehen. 7. Indes will ich, mein Jesu. dich in meine Seele Wod b. und an deinen bittern Tod bis in Tod gedenken. Salomo Franch g. 1659 4 1725. VII. Osterlieder. 104. Eigene Melodie. Asso heilig ist der Tag, daß 4 ihn niemand mit Loben erfüllen mag; denn der einige Gottessohn, der die Hölle über⸗ wand und den leidigen Teufel darinnen hand, damit erlöst der Herr die Christenheit, das war Christ selber. Kyrieleis! Aus dem 15. Jahrhundert. Nach dem Lateinischen des Venantius Jortunatus im 6. Jahrhundert: Salve, festa dies. 105. Eigene Melodie. Cboist ist erstanden von der Marter alle; des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja! 2. Wär er nicht erstanden, 0 wär die Welt vergangen; eit daß er erstanden ist, so lob n wir den Vater Jesu Christ. Halleluja! 3. Halleluja, Hallelujg, lelujal Des solln wir alle froh Osterlieder. sein Christ will unser Trost ein. Halleluja! Aus dem 13. Jahrhundert. 106. Eigene Melodie. EiHalehn ist der heilig Christ, glleluja. Halleluja. der aller Welt en Iröster ist, Hal⸗ leluja, Halleluja! 2. Und wär er nicht erstanden hehr, Halleluja, Halleluja, die Welt alsdann vergangen wär, Halleluja, Halleluja! 3. Doch seit daß er erstanden 0 Halleluia. Halleluia, so lo⸗ ben wir den Herren Christ, Hal⸗ leluja, Halleluja! 4. O Jesu, lieber Herre Gott, Halleluja, Halleluja behüt uns vor der Sünden Not, Halle⸗ 5 Halleluja! 5. Gib, daß wir von dem Tod erstehn. Halleluja, Halleluja, mit dir ins neue Peben gehn, Halleluja, Halleluja! 6. Zu dieser 1 Zeit. der Herr Halleluja, sei Gott der deln gebenedeit. Halleluja, Halleluja! Aus dem 14. Jahrhundert. N. d. Lat. Surrexit Christus hodie. 107. Eigene Melodie. Düer d den 205 unser Heiland, der den Tod überwand, ist auferstanden, die Sünd k hat er gefangen. Halleluia! 2. Der ohn Sünden war ge⸗ born, trug für uns Gottes Zorn; sen uns verföhnet, daß uns Gott B. ein Huld gönnet. Halleluja! 57 3. Tod, Sünd, Leben und Genad, alls in Händen er hat; er kann erretten alle, die zu ihm treten. Halleluja! Martin Luther g. 1483 1546. 108. Eigene Melodie. Cilur lag in Sund encden für unsre Sünd gegeben, der ist dachrd. erstanden und hat uns bracht das Leben; des wir sollen fröhlich sein Gott loben und dankbar sein und singen 2.98 Halleluja! 2. Den Tod niemand zwingen konnt bei allen Menschenkin⸗ dern; das macht' alles unsre Sünd, kein Unschu ld war zu finden. Davon kam der Tod so bald und nahm über uns Gewalt, hielt uns in sein'm Reich gefangen. Halleluja! 3. Jesus Christus, Gottes Sohn an unser Statt ist kom⸗ men 105 hat die Sünd abgetan; damit dem Tod genommen all sein Recht und sein Gewalt; da Den nichts denn Tods Gestalt, n. Stachel hat er verloren. Hallelusal 4. Es war ein wunderlich Krieg, da Tod und Leben rungen: das Leben behielt den Sieg, es hat den Tod ver⸗ schlungen. Die Schrift h hat ver⸗ kündet das, wie ein Tod den andern fraß, ein Sbltausben Tod ist worden. Hallelujal 5. Hie ist das recht Oster⸗ lamm, davon wir sollen leben, das sich an des Kreuzes Stamm — useic Lieb re Tir d4 ut zeichnet unsre balt der Glaub dem Tod sr 58 der Würger kann uns nicht rühren. Halleluia! 6. So feiern wir das hob Fest mit Herzensfreud und Wonne, das Uns der Herr scheinen läßt. Er selber ist die Sonne, der durch seiner Gnade Glanz er⸗ leucht't unsre Herzen ganz; der Simden Nacht ist vergangen. Halleluja! 7. Wir essen und leben wohl zum füßen Brot geladen, der alt Sauerteig nicht soll sein bei dem Wort der Gnaden. Christus will die Speise sein und speisen die Seel allein; der Glaub will keins andern leben. Halleluja! Martin Luther g. 1483 1546. 109. Eigene Melodie. Ers chienen ist der herrlich Tag, dran sich niemand gnug freuen mag; Christ unser Herr, heut triumphiert, all seine Feind gefangen führt. Halleluja! 2. Die alte Schlang, die Sünd und Tod, die Höll, all Jammer, Angst und Not hat überwunden Jesus Christ, der bla vom Tod erstanden ist. Halleluja! 3. Sein Raub der Tod mußt geben her, das Leben siegt und ward ihm Herr, zerstört ist nun all seine Macht, Christ hat das Seben wiederbracht. Halleluja! 4. Die Sonn, die Erd, all Kreatur, alls was hetrübet war zuvor, das freut sich heut an diesem Tag, da der Welt Fürst darniederlag. Halleluja! 5. Drum wir auch billig fröh⸗ lich sein, singen das Halleluja fein und loben dich, Herr Jesu Osterlieder. Christ; zu Trost du uns er⸗ standen bist. Halleluja! Niklas Herman 1 1561. 110. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du vom Tod erstanden bist und hast dem Tod zerstört sein Macht und uns das Leben wiederbracht. Halle⸗ uha! 2. Wir bitten dich durch deine Gnad, nimm von uns unsre Missetat und hilf uns durch die Güte dein, daß wir dein treuen Diener sein. Halleluja! 3. Gott Vgter in dem höchsten Thron samtseinem eingehornen Sohn dem in Ewiabeit in glei⸗ cher Weis in Ewigkeit sei Lob und Preis. Halleluja! Thomas Hartmann um 1604. 111. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag, oder Eigene Melodie, wenn man die eingehlammerten Halleluja mitsingt. Heg triumphieret Gottes V Sohn, der vom Tod ist er⸗ standen schon[Halleluja, Hal⸗ leluja,] mit großer Pracht und Herrlichkeit; des dankn wir ihm in Ewigkeit. Halleluja. Hallelujal 2. Dem Teufel hat er all sein Macht zerstört und ihn zu Bo⸗ den bracht Halleluig, Halle⸗ lijq,lwiepflegtzutun ein großer Held. der seinen Feind gewaltig fällt. Halleluja. Hallelujal! 3. O auferstandner Jesu Christ, der du der Sünder Hei⸗ land bist Halleluja, Halleluja, führ uns durch dein Barm⸗ —— Osterlieder. 59 herzigkeit mit Freuden in dein Trauren Freud und Wonn. Herrlichkeit. Halleluja. Halle⸗ Hallel lujal] 4. Hie ist doch nichts als Angst und Not. 5 Hehna an his in den Tod(Halleluja, Emmels dort aber in des immels Thron folgt auf den dampf die Ehrenkron. Halle⸗ luja. HHallelujal] 5. Num kann uns kein Feind schaden mehr; ob er glei murrt, ists ohn'Gefähr, Halle⸗ luja, Halleluja, darniederliegt der arge Feind, wir aher Gottes Kinder seind. Halleluuja. Halle⸗ lujal] 6. Des danken wir ihm all⸗ zugleich und sehnen uns ins Himmelreich Hallelujg, Halle⸗ lujal. Es ist am End, Gott helf uns alln, so singen wir mit großem Schal ͤln: Halleluja. Hallelujal] 7. Gott Vater in dem höchsten Thron, samt seinem eingebor⸗ nen Sohn, HHalleluja, Halle⸗ luja. dem heilgen Geist in gleicher 59 in Ewigheit sei Lob und Preis! Halleluja. Hallelujal] Kasp. Stolshagius() 4 1591. 112. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Früh maen.n da die Sonn aufgeht, mein Heiland Christuls auferstebt. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil in Leben wiederbracht. Halle⸗ lja 2. Wenn ich des Nachts oft lieg in Not verschlossen gleich als wär ich tot, läßt du mir früh die Gnadensonn aufgehn, nach alleluja! 3. Nicht mehr als nur drei Tage lang mein Heiland bleibt im Todeszwang; am dritten Tag durchs Grab er dringt, mit Ehren seine Siegsfahn schwingt. Halleluja! 4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen 9 drauf folgt der Sabbat in dem Grab, darin ich Ruh und Frieden hab. Halle⸗ luja! 5. In kurzem wach ich fröhlich auf, dach Ostertag 5 schon im Lauf; ich wach auf durch des Herren Stinmn, verächlden 20d 36 seinem Grimm. Hallellja! Der Herr den Tod zu Boden schlägt, da er selbst tot, und sich nichts regt; geht aus dem Grab in eigner Kraft. Tod, Teufel, Höllan ihm nichts schafft. Halleluja! 7. O Wunder groß, o starker Held, wo ist ein Feind, den er michttair⸗ Kein Angststein liegt so schwer guf mir, wälzt ihn von des Herzens Tür. Halle⸗ luja! 8. Kein Kreuz und keine Not sich findt, die Christi Sieg nicht untllenen⸗ Er führt heraus mit seiner Hand, wer mich will 0 3 wird zuschand. Halle⸗ uja 9. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt; wenn mir gleich alle Welt stürb ab, gnug, daß ich Christum bei mir hab. Hal⸗ leluja! 10. Er nährt, er schützt, er tröstet mich. Sterb ich, so nimm! er mich zu sich; wo er 4 lebt, da muß ich hin, weil ich ein Glied seins Leibes bin. Halle⸗ luial 11. Durch seiner Auferstehung Kraft komm ich zur Engel⸗ brüderschaft; durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, die Feind⸗ schaft ist ganz abgelehnt. Hal⸗ leluojal 12. Mein Herz darf nicht ent⸗ setzen sich, Hott und die Engel lieben mich: die Freude, die mir + bereit, vertreibet Furcht und raurigkeit. Halleluja! 13. Für diesen Trost, o großer Held. Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Dort, wollen wir mit rößerm Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis. Halleluja! Joh. Heermann g. 1585 4 1647. 113. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. Lassot uns den Herren preisen! o ihr Christen überalll Kom⸗ met, daß wir Dank erweisen unserm Gott mit süßem Schall! Es ist frei von Todesbanden Simson, der vom Himmel kam, und der Löw aus Judas Stamm; Christus apdes ist er⸗ standen, nun ist hin der lange Streit. Freue dich, o Christen⸗ heit! 2. Christus selbst hat über⸗ wunden des ergrimmten Todes Macht. Der in Tüchern lag ge⸗ bunden, hat die Schlang jetzt umgebracht; Satans Reich ist ganz verheeret, Christus hat es nach der Ruh ausgetilget und dazu Belial sein Schloß zer⸗ Osterlieder. störet, daß wir haben frei Geleit. Freue dich, o Christenheit! 3, Warest du, o Held ge⸗ storben? warest du ins Grab dorben Ei du bleibest unver⸗ orben; da sich nur der Fels erregt, Held, da bist du wieder kommen, hast das Leben und die Macht aus der schwarzen Gruft gebracht und des Todes Raub genommen, schenkst uns nun die Seligkeit. Freue dich. o Christenheit. 4. Tod, wo sind nun deine Waffen7 Hölle, wo ist dein Triumph? Satan konnte gar nichts schaffen, seine Pfeile wurden stumpf. Christus ist sein Gift gewesen, ja der Hölle Seuch und Pest; Welt und Sünde liegen sest, und wir Menschen sind genesen nur durch seinen tapfern Streit. Freue dich, o Christenheit! 5. Er ist aus der Angst ge⸗ rissen und mit Ehren angetan: wer ist, der sein Leben wissen und die Läng ausreden kann ꝰ Christus istder Ecksteinworden. Gott, das ist von dir geschehn, wie wir jetzt vor Augen sehn; wir sind aus der Sünder Orden Diemn duc durch den Streit. reue dich, o Christenheit! *) Zes. 53, 8 6. Gib, Herr Jesu, deine Gnade, daß wir stets mit Reue sehn, wie so groß sei unser Schade, daßz wir dir gleich guf⸗ erstehn. Brich heryor in unsern erzen, überwinde Sünde, od. Teufel, Welt und Höllen⸗ not, dämpf in uns Pein, Angst und Schmerzen sanit der Seele Traurigkeit! Freue dich, o Christenheit! Osterlieder. 7. Meinen Leib wird man nicht: bal werd ich das Leben nicht: bald werd ich das Leben haben, menn das letzte Welt⸗ Docken alle Gräber wird auf⸗ echen, und der Engel Feld⸗ eschrei zeigen. was vorhanden ei dann wird mich mein Gott d aufwecken und beschließen all mein Leid. Freue dich, o Chri⸗I stenheit! 8. Dann so werden meine Glieder, die jetzt Staub und sche sein, unverweslich leben wieder und erlangen solchen Schein, dessen gleich Erden nimmermehr zu finden ist. Ja mein Leib, Herr Jesu hrist, foll dem deinen ähnlich werden, voller Pracht und Herr⸗ d lichtzeit. Freue dich, o Chriften⸗ heit! Sohann Rist g. 1607 f. 1667. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o O Hölle? Was kann uns setzt der Wes Teufel tun, wie grausam er sich stelle ꝰ Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich diesem Krieg durch JesumChrift gegeben! 2. Wie sträubte sich die alte Schlang, da uTit un mit ihr neamh Mit List und Macht sie guf ihn drang. jedennoch er Venden Pich. o segelseidoch ersen sticht, so sieget sie do darum nicht, der 0 zertreten. 3. Lebendig Christus kommt K herfür, die Feind nimmt er ge⸗ fangen, zerbricht der Hölle en hier auf Weil hat nach F Ob sie ihn in die W opf ist ihr G 6¹ Schloß und Tür. trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts ist, das in dem Siegeslauf den starken Held kann halten auf, alls liegt da überwunden. Des Herren Rechte die be⸗ hält den Sieg und ist erhöhet, es Herren Rechte mächtig fällt, was ihr entgegenstehet. Tod. eufel Höll und alle Feind durch Christi Sieg gedämpfet eind, ihr Zorn ist kraftlos wor⸗ en. 5. Es war getötet Jesus Christ. und sieh er lebet wieder! Weil nun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glie⸗ der! So jemand Christi Worten gläubt, im Tod und Grabe er nicht bleibt; er lebt, ob er gleich stirbet. 6. Wer täglich hier durch wahre Reu mit Christo aufer⸗ stehet ist dort yom andern Tode frei; derselb ihn nicht 20d Hie Genommien ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbrachtund unvergänglich esen. 7. Das ist die reiche Oster⸗ beut. der wir teilhaftig werden: ried, Freude, Heil, Gerechtig⸗ keit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten ort, bis unser Leih wird 2.— ort Christi verklärtem Leibe. 8. OTod wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? as kann uns jetzt der Teufel tun, wie grausam er sich stelle? ott sei gedantkt, der uns den Sieg so herrlich hat in diesem rieg durch Jesum Christ ge⸗ geben! Hannov. Gsb. 1657. Nach Ge. Weissel g. 1590 1635. 6² 11⁵. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. Der Hölle Pforten sind zer⸗ stört, der Tod ist nun ver⸗ schlungen, des Satans Reich ist ganz verheert, Lob sei dir Gott, gesungen. Der Sünde Macht ist abgetan, durch Christum ist die Himmelsbahn uns wieder aufgeschlossen. 2. Was uns des alten Adams Schuld im Paradies verloren, das und noch mehr hat Christi Huld uns wiederum erkoren. Oer starke Held gus Dapids Stamm hat seines Baters Zor⸗ nesflamm gelöscht mit seinem Blute. 3. Heut ist er aus dem Grab herfür mit großer Macht ge⸗ brochen und stecket auf des Heils Panier, Er bein er hat versprochen. Er bringt nach wohlgeführtem Streit uns wie⸗ der Fried und Ireudigkeit, ja alle Himmelsschätze. 4. Drum lasset uns in Fröh⸗ lichkeit Herz und Gemüt erhe⸗ ben, weil uns ist diese Gnaden⸗ eit vom Himmiel wiedergeben. ir haben Christi Reich und Macht; er ist hinweg, der Tag und Nacht vor Gott uns hat verklaget. 5. Der alle Welt verführt in Not, liegt in dem Staub der Erden, der vormals starke Seelentod hat müssen kraftlos werden; des Lammes Blut hat ihn bekriegt, sein wahres Zeug⸗ nis obgesiegt und uns zum Heil erhalten. 6. Wir werden guch nach dieser Zeit wie Christus auf⸗ Osterlieder. erstehen und mit ihm in die Herrlichkeit und Hinnnelsfreud eingehen; denn wo das Haupt gebliehen ist, da müssen auch zu aller Frist die andern Glieder wohnen. Mich. Schirmer g. 1606 4 1673. 116. Eigene Melodie. Au. auf, mein Herz mit Freu⸗ den nimm wahr, was heut geschicht l Wie kommt nach gro⸗ ßem Leiden nun ein so großes Licht! Mein Heiland war ge⸗ legt da, wo man uns hinträgt, wenn von uns unser Geist gen Himmel ist gereist. 2. Er war ins Grab gesenket, der Feind trieb groß Geschrei. Eh ers vermeint und denket, ist Christus wieder frei und ruft Victoria] schwingt fröhlich hier und da sein Fähnlein als ein Held, der Feld und Mut behält. 3. Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel; nun foll mir nicht mehr grauen vor allem, was mir will entnehmen meinen Mut zusamt dem edlen Gut, so mir durch Jesum Christ aus Lieb erworben ist. 4. Ich hang und bleib auch hangen an Christo als ein Glied: wo mein Haupt durch ist gan⸗ gen, da nimmt er mich auch mit. Er reißet durch den Tod durch Welt durch Hünd, durch Not. er reißet durch die Höll; ich bin stets sein Gesell. 5. Er dringt zum Saal der Ehren, ich folg ihm immer nach und brauch mich nicht zu kehren Osterlieder. 63 an einzig Ungemach; es tobe, was da kann, mein Haupt nimmt sich mein an, mein Hei⸗ land ist mein Schild, der alles Toben stillt. 6. Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt, daran mit güldnen Wor⸗ ten der Reim gelesen wird: Wer dort wird mit perhöhnt, wird hier auch mit gekrönt; wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. 117. Mel. Du Friedefürst, Herr Jesu Christ Wie lieblich sind doch deine —Füß, wie freundlich ist dein Mund! Wie tröstet mich dein Wort so süß, o meines Glaubens Grund, Bot, du Todes Tod, du Frie⸗ denswiederbringer. 2. Nun ist des höchsten Wort erfüllt, sei froh mein ganzer Sinn; nun ist des Herren Zorn Mem nun ist das Zagen hin. ein Jesus hat an meiner Statt die Sündenschuld ge⸗ büßet. 3. Der Friede Gottes herrscht in mir, der über die Vernunft; mir öffnet sich des Himmels Tür weg, weg, du Höllenzunftl u schreckst mich nicht, mein Heilgnd spricht, mit mir soll sein der Friede. 4. Wenn mich die Welt er⸗ bärmlich plagt und setzt mir hef⸗ tig zu, von einem Ort zum an⸗ dern 1i Wilt ich mir Jesus Ruh. Die Welt schreckt nicht, mein Heiland spricht, mit mir soll sein der Friede. du guter f. 5. Wenn mich die Not und Trübsal drückt, wenn mich mein Freund verstößt, werd ich doch kräftiglich 3 Arpit mir bleibt des Herren Trost. Die Rot schreckt nicht, mein Heiland spricht, mit mir soll sein der riede. 6. Wenn mich mein Fleisch unruhig macht und reizt zur Sündenbahn, wird doch sein Wille nicht vollbracht, xuf ich nur Jesum an. Das Fleisch schreckt nicht. mein Heiland spricht, mit mir soll sein der Friede. 170 . Wenn auf mich dringt der grimme Tod und rufet: Du bist mein, so will guch in der Todes⸗ not mein Heiland bei mir sein. Der Tod schrecht nicht, mein Heiland spricht, mit mir soll ein der Friede. 8. Dank sei dir, o du Friede⸗ fürst, für das erworbne Gut, das du mir wohl erhalten wirst: in dir mein Herze ruht; und wenn es bricht, erschreck ich nicht, ich fahre hin im Frieden. Gottfr. Wilh. Sacer g. 1635 1699. 118. Mel. Erhalt. Herr, bei deinem ort. Wo will tdu hin, weils Abend ist, oliebster Pilgrim Jesu Christ? Komm, laß mich so glückselig sein, und kehr in meinem Herzen ein! Laß dich erbitten, liebster Freund, dieweil es ist so gut gemeint; du weißt, daß du zu aller Frist, ein herzenslieber Gast mir bist. 3. Es hat der Tag sich sehr geneigt, die Nacht sich schon 6⁴ pon ferne zeigt; drum wollest du. o enten Licht, mich Armen ja verlassen nicht. 115 4. Erleuchte mich, daß ich die Bahnzum Himmelsicherfinden kann, damit die dunkle Sünden⸗ nacht mich nicht verführt noch irremacht. 5. Bevorab aus der letzten Not hilf mir— einen sanften Tod! Herr Zesu. bleib, ich halt dich fest, ich weiß, daß du mich nicht verläßt. 1674. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. Woeh auf, mein Herz, die acht ist hin, die Sonn ist aufgegangen, ermuntre dei⸗ nen Geist und Sinn, den Hei⸗ land zu empfangen, der heute durch des Todes Tür gebrochen aus dem Grab herfür der gan⸗ zen Welt zur Wonne, 2. Steh aus dem Grab der Sünde auf und such ein neues Feben, vollführe deinen Glgu⸗ benslauf und laß dein Herz sich Beuus gen Himmel, da dein esus ist und such. was droben, als ein Christ, der geistlich auf⸗ erstanden. 3. Vergiß das, was dahinten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die höse Welt und strebe nach dem Himmels⸗ zelt, wo Jesus ist zu finden. 4. Quält dich ein schwerer Sorgenstein. dein Jesus wird ihn Krenge es kann ein Christ bei Kreuzespein in Freud und Wonne lehen. Wirf dein An⸗ siegen auf den Herrn und sorge Osterlieder. nicht, er ist nicht fern. weil er ist auferstanden. 5. Geh mit Maria Magdalen und Salome zum Grahe, die früh dabin aus Liebe gehn mit ihrer. das Deltts so wirst du dher daß Jesus Christ vom Tod heut auferstanden ist und nicht im Grab zu finden. 6. Es hat der Lw aus Zuda Stamm heut siegreich über⸗ wunden, und das erwürgte Gotteslamm hat uns zum Haeil gefunden das Leben und Ge⸗ rechtigkeit, weil er nach über⸗ wundnem Streit die Feinde schaugetragen.“) Kol. 2, 15. 7. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jesus über⸗ wunden; er wird auc über⸗ winden weit in dir, weil er ge⸗ bunden der Feinde Macht, daß du aufstehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glau⸗ ben dienest. 8. Scheuweder Teufel, Welt noch Tod, noch gar der Hölle Rachen. dein Jesus lebt, es hat zein Not, er ist noch bei den Schwachen und den Geringsten in der Welt als ein gekrönter Siegesbeld; drum wirst du überwinden. 9. Ach mein Herr Jesu. der du bist von Toten auferstanden, rett uns aus Satans acht und List und aus des Todes Banden, daß wir zusammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns hast er⸗ worben. 440 10. Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen Gotteskindern, und ewig in der Herrlichkeit von allen Überwindern, die überwunden durch dein Blut: Osterlieder. 65⁵ Herr Jesu, gib uns Kraft und ut, daß wir auch überwinden. Laurent. Laurenti g. 1660 4 1722. 120. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 2. ein Jesus lebt, was soll ich sterben? Hier steht mein Haupt und triumphiert. So muß ich ja das Leben erben, weil Not und Tod die Macht perliert. Kein Trauerbild er⸗ schreckt mich mehr, mein Jesus lebt, das Grab ist leer. 2. Mein Jesus siegt, drum liegt zu Füßen, was mir das Leben rauben kann. Der Tod wird pöllig weichen müssen, mir wird der Satan untertan. Der Hölle Abgrund selber bebt, denn überall schallt: Jesus lebt. 3. Mein Jesus lebt, das Grab ist offen, so geh ich freudig in die Gruft. Hier kann ich auch im Tode hoffen, daß mich sein Wort ins ehen ruft. Wie süß erschallt die Stimme hier: Ich leb, und ihr lebt auch in mir. 4. Mein Jesus bleibt also mein Leben, er lebt in meinem Herzen hier; und soll ich ihm das Leben gehen; kommt mir mein Tod nicht schrecklich für, weil er mich in den Himmel hebt, so wahr als Jesus ist und lebt. Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. 121¹. Mel. Christus der ist mein Leben. Willkommnen Held im Streite aus deines Grabes Kluft! Wir triumphieren heute um 2. Der Feind wird schau⸗ getragen?) und heißt nunmehr ein Spott, wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gott. *) Kol. 2, 15. 3. In der Gerechten Hütten schallt fatbnt das Siegeslied; du trittst selbst in die Mitten und bringst den Osterfried. 4. Ach teile doch die Beute bei deinen Gliedern gus, wir alle kommen heute deswegen in dein Haus. 5. Laß unser aller Sünden ins Grab verscharret sein und einen Schatz hier finden, der ewig kann erfreun. 6. Wir sind mit dir gestorben, o leben wir mit dir; was uns ein Tod erworben, das stell uns täglich für! 7. Wir wollen hier ganz fröh⸗ lich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir nur dorten selig mit dir auch auferstehn. 8. Der Tod kann uns nicht schaden, sein Pfeil ist nunmehr stumpf, wir stehn bei Gott in Gnaden und rufen schon Tri⸗ umph! Benjamin Schmolck g. 1672 1737. 12². Mel. Jesu, meines Lebens Leben. ween der Jünger gehn mit Sehnen über Feld nach Emmaus; ihre Augen sind voll Tränen, ihre Seele voll Ver⸗ druß, man hört ihre Klage⸗ worte; doch es ist von ihrem Orte unser Jesus gar nicht weit deine leere Gruft. und vertreibt die Traurigkeit. 2. Ach es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummer nach, sie bejammern ihre Schmerzen, ihre Not und Un⸗ gemach; manches wandert gar alleine, daß es nur zur Gnüge weine; doch mein Jesus ist da⸗ lei. fragt, was man so traurig ei. 3. Wenn zwei Seelen sich be⸗ prechen, so ist er der dritte ann; er bemerket die Ge⸗ brechen redet, was uns trösten hann. Denn er kann ums nicht versäumen, wie wir glaubens⸗ los oft träumen, er hat alles im Gesicht, seine Treu verläßt uns nicht. 4. Jesus ist mir nachgegan⸗ gen, wenn ich meiner Eitelkeit und der Sünde nachgehangen; o der unglückselgen Zeit, die man dergestalt verloren! Doch er hat mich neu geboren, Zesus hat an mich gedacht und das Schäflein wieder bracht. 5.— sich eine Rot gefunden, so ließ er mich nicht allein; Je⸗ us stellt zur rechten Stunden ich mit seinem Beistand ein. enn ich mich bei ihm be⸗ schwere, gleich als ob er ferne wäre, o so ist er mehr als nah und mit seiner Hülfe da. 6. Treuster Freund von allen Freunden, bleibe ferner noch dei mir! Kommt die Welt, mich anzufeinden, ach so sei du auch allhier! Will der Teufel mich betrügen, laß in deinem Schutz mit Osterlieder. daß mich deine Seele liebet. und daß ich der Deine bin. Laß dein Wort mich feste gründen, laß es auch mein Herz entzünden, daß es voller Aebe brennt und dich immer besser kennt. 8. Tröst auch andre fromme Seelen, wenn sie tief inummer stehn; wenn sie in verborgnen Höhlen, Kammern, Jeld und Waldern gehn ihrem Kummer nachzusinnen, daß sie satt sich weinen können, so sprich ihrer Seele zu: Liebes Kind, was trauerst duꝰ 9. Kannst du bei der Welt nicht weilen, ach so nimm mich auch mit dir, laß mich deine Freuden teilen, sei und bleibe stets bei mir! Bleibe doch in unfrer Mitten, wie dich deine Kinder bitten. Dank sei dir, o lieber Gast, daß du mich ge⸗ tröstet hast. Ludw. Neunherz g. 1653 71737. 123. Mel. ZJesus, meine Zuversicht. Jesus lebt, mit ihm auch ich; Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wüd auch mich von den Toten mrseer dicht: er verklärt mich in sem Licht: dies ist meine Zu⸗ versicht. 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gegeben, ihm werd ich auch zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gei das will ich tun. 7. Bin ich traurig und betrü⸗ bet, so gib nur in meinen Sinn mich liegen! Komm, in meinem zu ruhn: was du willst, Gott erfüllt, was er verspricht: dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt; wer nun ver⸗ zagt, lästert ihn und Gottes Osterlieder. Ehre: Gnade hat er Helchre daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht: dies ist meine Zuversicht. 4. Jesu lebt: sein Heil ist mein. sein sei auch mein ganzes Leben; reines Herzens will ich sein und den Lüsten wider⸗ streben. Er verläßt den Schwa⸗ chen nicht: dies ist meine Zu⸗ versicht. 5. Jesus lebt: ich bin Hiche. nichts soll mich von Jesu sch den. keine Macht der Husei S nis, keine Herrlichkeit. kein Leiden. Seine Treue wanhet nicht: dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt: nun ist der Tod mir ein Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot Wé wird es meiner Seele geben. wenn sie gläubig zu ihm spricht. Herr, Herr. meine Zuversicht! Chr. F. Gellert g. 1715 + 1769. 124. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Aungt IuCint ihr Chöre. Ehrer Wee u Christo dob und ie 4det wie heilig 15 Tag! Er, der Held. m die Banden des Todes und ist imSrabeg er, der für uns Grabe lag. Sein ist Ahats Mah Preis ih hm, er hats vollbracht! Halleluja! Er hats vollbracht, er, der die Macht des Todes und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Held ge⸗ rungen. hat mächtig Satans Reich bezwungen, von Todes⸗ ketten uns befreit. Wir von Gott gefallne Sünder sind nun 67 mit ihm versöhnt, sind Kinder und Erhen seiner Seligkeit. Bald, bald hrhte, dir wir. ent⸗ schl Hurtden Christe, dir, ruhn 915 Frieden Mad kurze Nacht, b ö deine Macht den Tag der Ewigkeiten ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken, du wirst ihn herrlich be hr der du des Stau⸗ bes Schöpfer bist. Du wirst unvergänglich Leben und Kraft undHerrlichkeit ihm gehen, dem taube, der dir teuer ist. Wir werden ewig dein. gerecht und selig sein. dhrecnt Tod und Gericht erschreckt uns nicht, denn Jesus, unser Mittler lebt. 4. Tag des Lehens. Tag der onne, wie wird Dun sein, wenn Gottes Sonne durch um⸗ sers Grabes Dunkel bricht! O was werden wir empfinden, wenn Racht und Finsternis verschwinden. und uns um⸗ strahlt des Himmels Licht! Vollender, führe du uns diesem Tage zu. uns, die Deinen! Die Todesbahn oingft du voran, wir folgen dir in deine Ruh. Gottfr. Bened. Funk g. 1734 + 1814. 125. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. 2berHerr⸗ d auferstanden ist der Herr. der uns versöhnt. O wie hat nach Schmerz und Banden Gott mit Ehren ihn ge⸗ Aechte Dort zu seines Vaters Rechten über ht er n und Tod erhöht herrscht er nun in Majestät. Freut euch seiner, ihr 5* Gerechten, und ihr, seine Fein⸗ de, bebtl Halleluja, Jesus lebt! 2. Singt dem Herrn, er ist er⸗ standen, er, der starb guf Gol⸗ gatha, Rühmt es, rühmts in allen Landen: Was sein Wort verhieß, geschah. er wer kann ihm widerstreben? Mäch⸗ tig dringt der Held empor, im Triumph bricht er hervor; und des Abgrunds Pforten beben, da ihr Sieger sich erhebt. Halle⸗ lujai Jesus lebt! 437— 3. Uns vom Todezubefreien, sank er in des Grabes Nacht; uns zum Leben einzuweihen, standeraufdurch Hottes Macht. od, durch ihn bist du hezwun⸗ * gen, deine Schrecken sind zer⸗ streut, von der Jurcht sind wir befreit, uns ist Leben neu er⸗ V rungen; jauchzt ihr, die man einst begräbt, jarucht dem Höch⸗ sten, Jesus lebt! 0 4. Aus dem Grab uns zu er⸗ 6 heben, ging er zu dem Vater hin. Laßt uns ihm zu Ehre leben, dann ist Sterben uns Gewinn. Haltet unter Luft und Heiden im Gedächtnis Jesum Christ, der vom Tod erstanden ist. Unvergänglichsinddie Freu⸗ den des, der nach dem lebt! ewig Ehre, Lob Osterlieder. m Himmel strebt. Singet, preiset, Jesus 5. Freut euch seiner, Gottes Kinder, er sei euer Lobgesang! Bringt dem Todesüberwinder und Dank! Rühmts in der Versuchung Stunden, wenn euch Sünd und Elend droht, rühmts in eurer Todesnot: Unser Herr hatüber⸗ 44 wunden! und wenn er euch zu sich hebt, dann rühmts ewig: Jesus lebt! Zoh. Kasp. Lavater g. 1741 1 1801. 126. Mel. Nun danket all und bringet Ehr. Ich sag es jedem, daß Er lobt und auferstanden ist. das Er in unsrer Mitte schwebt und ewig bei uns ist. 2. Ich sag es jedem. jeder sagt es seinen Freunden gleich, daß bald an allen Orten tagt das neue Himmelreich. 3. Jetzt scheint die Welt dem neuen Sinn erst wie ein Bater⸗ land, ein neues Leben ninunt man hin entzückt aus seiner Hand. 4. Hinunter in das tiefe Meer persank des Todes Graun. und jeder kann nun leicht und hehr in seine Zukunft schaun. 5. Der dunkle Weg. den er betrat, geht in den Himmel aus. und wer nur hört auf seinen Rat, kommt auch ins Vater⸗ haus. 6. Nun weine keiner mehr allhie, wenn eins die Augen schließt; vom Wiedersehn. spät oder früh, wird dieser Schmerz versüßt. 7. Es kann zu jeder guten Tat einjeder frischerglühn, denn herrlich wird ihm diese Saat in schönern Fluren blühn. 8. Er lebt und wird nun bei uns sein, wenn alles uns ver⸗ läßt, und so soll dieser Tag uns sein ein Weltverjüngungsfest. Friedr. v. Hardenberg g. 1772 4 1801.X 69 VIII. Himmelfahrtslieder. 127. Eigene Melodie. Cbrist fuhr gen Himmel. Was sandt er uns hernieder? Den Tröster. den heiligen Geist, zu Trost der armen Christen⸗ heit. Halleluja! Halleluig. Halleluia. Halle⸗ luja! des sollen wir alle froh sein. Christ will unser Trost sein. Halleluja! Aus dem 15.(2) Jahrhundert. 128. Eigene Melodie, oder ohne Halleluja Nun freut euch, liebe Christen g'mein. Au diesen Tag bedenken wir. daß Christ gen Himm'l ge⸗ fahren, und danken Gott aus höchster B'gier, mit Bitt, er woll bewahren uns arme Sün⸗ der hie auf Erd, die wir von wegen mancher G'fährd ohn ihn kein Hoffnung hahen, Hal⸗ leluja, Halleluja! 2. Drum sei Gott Lob. der Weg ist g macht, uns steht der Himmel offen. Christus schließt auf mit großer Pracht, vorhin war alls verschlossen. Wers glaubt, des Herz ist freudenpoll, dabei er sich doch rüsten soll, dem Herren nachzufolgen. Halle⸗ luja, Halleluja! 3. Wer nicht folgt und sein Willen tut, dem ists nicht Ernst zumHerren: denn der wird auch vor Ileisch und Blut sein Him⸗ melreich versyerren. Am Glau⸗ ben liegts, wird der sein recht, wird auch gewiß das Leben rechi zu Gott im Himmel gerichtet. Halleluia. Halleluja! . Solch Himmelfahrt fäht in uns an, wenn wir den Vater finden und fliehen stets die welt⸗ lich Bahn, tun uns zu Gottes Kindern: die sehn hinauf, der Bater h'rab. an Treu und Lieb geht ihn'n nichts ab, bis sie zusammenkommen. Halleluja, Halleluja! 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, wenn uns Gott zu ihm nehmen und seinem Sohn wird machen gleich, wie wir denn jetzt bekennen. Oa wird sich finden Freud und Mut zu ewger Zeit beim höchsten Gut. Gott woll, daß wirs erlebeni Halleluja, Halleluja! Johann Zwick g. um 1496 1542. 129. Eigene Melodie. Gen Himmel der Kömg ist. Halleluja, der König der Ehren, Jesus Christ.Halleluja! 2. Er sitzt zu Gottes rechter Hand. Halleluja, herrscht über Himm'l und alle Land. Halle⸗ luja! 3.Num ist erfüllt was gschrie⸗ ben ist. Halleluja, in Psalmen 115 dem Herren Christ. Halle⸗ uja! J. Nun sitzt beim Herren Da⸗ pids Herr, Halleluja, wie zu ihm g'sprochen hat der Herr. Halleluja! 5. Drum jauchzen wir mit großem Schalln, Halleluja, dem Herren Christ zum Wohlge⸗ falln. Halleluja! 6, Der heilgen Dreieinigkeit, wigkeit! Halleluja! 1609. Nach dem Lateinischen Coelos ascendit hodie. 130. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. Himmelfahrtslieder. 131. Ewetent sei Lob und Preis in Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. ein 5aes itzet droben ott des Baters rech⸗ ter Hand, woselbst ihn herrlich loben der Ene chem Stand ist unser Fleisch zu Chere o welch ein Engel Chor; in sol⸗ elck uhm und Es müsse nunperschwin⸗ E. 505 zieh uns für und den, was uns betrübt so sehr: N. für, daß wir mit den müitern nur oben wohnen stets bei dir, in deinen Himmels⸗ Wande laß unsern Sitz und andel sein, wo Fried un demumWese herein; laß uns in deinem Wesen, das himmlisch ist, genesen. 2. Hilf, daß wirs Deden unsern Schaßz nicht hier indiesemvoben, hingegen dort. wo du den Platz wirst Gottes Kindern geben; ach laß uns streben festund wohl nach dem, was künftig wer⸗ den soll, so können wir ergrün⸗ den, wo dein Gezelt zu finden. 3. Zieh uns dir nach so lau⸗ fen wir, gih uns des Glaubens Flügel: hilf, daß wir fliehen weit von hier auf Zions Freu⸗ denhügel! Mein Gott, wann fahr ich doch dahin, wo ich ohn Ende fröhlich bin? Wann werd ich vor dir stehen, dein Angesicht zu sehen? 4. Wann soll ich hin ins Pa⸗ radies zu dir, Herr Jesu, kom⸗ men? wann kost ich Engel⸗ freude süß? wann werd i aufgenommen? Mein Heiland komm und nimm mich an, au daß ich fröhlich jauchzen kann und klopfen in die Hände: Ge⸗ lobt sei Gott ohn Ende! ZJohann e⸗= denn unser Haupt regieret in großer Herrlichkeit, wohin er uns auch führet nach unsrer Wallfahrtszeit. 2. Lob sei dir, Herr, gesungen. daß du dich aus selbsteigner Macht gen Himmel hast ge⸗ schwungen und den Triunwh davon gebracht, daß du haft aufgeschlossen des Himmels güldne Tür und uns zu Reichs⸗ Ach laß verordnet für und für. ch laß es uns gelingen, den lieben Engeln gleich ein Loblied dir zu singen in deines Vaters Reich! Sohann Rist g. 1607 + 1667. 132. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. Auf Christi Himmelfahrt al⸗ t lein ich nieine Nachfahrt gründe und allen Zweifel, Angst und Pein hiermit stets über⸗ winde; denn weil das Hauwt im Himmel ist, wird seine Glie⸗ der Jesus Christ zur rechten Rist g. 1607 1 1667. ch Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen himmelan und große Gab empfangen, mein Herz auch nur im Hinnnel kann, sonst nirgends, Ruh er⸗ langen; denn wo mein Schatz gekommen hin. da ist auch stets Himmelfahrtslieder. 7¹ mein Herz und Sinn, nach ihm mich sehr verlanget. . Ach Herr, laß diese Gnade von deiner Auffahrt Hiar daß mit dem wahren lauben ich mag meine Nach⸗ fahrt zieren und dann einmal. wenns dir 18 d6 t, mit Freuden 9528 508 aus der Welt. Herr. öre doch mein Flehen! Nach Josua Wegelin g. 1604 1640. 133. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. Ach wundergroßer Sieges⸗ held. du Sündenträger aller Welt, heut hast du 865. 3. esetzet zur Rechten von d aters Kraft, der Jeinde 8 Schar ge⸗ bracht zur Haft, bis auf den Tod verletzet; mächtig, prächtig 91 ump ierest, Rraltes umn CTod und Leben, dir ist alles untergeben. 2. Dir dienen alle Cherubim, viel tausend hohe Seraobhini f dich großen Siegsmann loben, weil du den Segen wieder⸗ Maacht mit Majestãt und ohen. Macht zur Glorie bist erhoben. Singet. klinget, rühmt und ehret den, so fähret auf gen Himmel mit Posaunen und Getümmel. 3. Du wit das Haupt, hin⸗ egen wir sind Glieder, ja es ommt von dir auf uns Licht, und und Leben; Heil, Fried nd Freude, Stärk und Kraft, Guanuin. Cabsal, Herzens⸗ aft wird unis von dir gegeben; ringe, zwinge Daz Gemüte, mein Geblüte, daß es preise, 4 als Siegsherrn Ehr erweise. 4. Zeuch, Jesus, uns, zeuch uns nach dir, hilf, daß wir fort⸗ Send ten. Laß 109 Duche Wdel sein, wo Zucht und Dan tritt herein, all Uppigkeit verachten. Unart, Hoffart laß uns meiden, christ⸗ lich leiden, wohl ergründen, wo die Gnade sei zu finden. Sch Jesus, unser Schutz Schatz, sei unser Ruhm 255 fefter Platz, darauf wir uns perlafsen; laß suchen uns, was droben ist; auf Erden wohnet Trug und List, es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Angst 512 Plagen, die da nagen, die da Rerten stündlich arme 8e. e eelen Herr Jesu, komm. du Guadenun du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, nß. hiut das Verlangen! Du, d ist allen uns zugut, o Lesu. durch dein teures Blut ins schrer lulf gegangen. Komm chier, hilf mir! Dann so sollen, Dum ch wollen wir ohn Ende fröhlich klopfen in die Hände. Ernst Christ. Homburg g.1605 71681. 134. Mel. Ach Gott und Herr. Zeuch aat h dir so kommen wir mit herz HA Ver⸗ langen hin, da du bist, Herr Jesu Christ, aus dieser Welt L 2. Zeuch uns nach dir, Herr Chrift. und ühr uns deine Him⸗ melsstege! Wir irrn sonst leicht, sind abgeneigt vom rechten Le⸗ benswege. 3. Zeuch uns nach dir, so folgen wir dir nach in deinen Himmel, daß uns nicht mehr 90 1055 und für nach deinem eiche und 72 allhier beschwer das böse Welt⸗ getümmel. 4. Zeuch uns nach dir nur für und für und gib, daß wir nach⸗ fahren dir in dein Reich, und mach uns gleich den auser⸗ wählten Scharen! Friedr. Funcke g. 1642 4 1699. 135. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Mel. 1. Siegesfürste Ehrenkönig, höchstperklärte Majestät. alle Himmel sind zu wenig du bist drüber hoch erhöht; sollt ich nicht zu Fuß dir fallen, und mein Herz vor Freude wallen. wenn mein Glaubensaug be⸗ tracht adeine Glorie, deine Macht? 2. Seh ich dich gen Himmel fahren, seh ich dich zur Rechten da, seh ich, wie der Engel Scha⸗ ren alle rufen Gloria, sollt ich nicht zu Fuß dir fallen, und mein Herz vor Ireude wallen, da der ami jubiliert, weil mein 2. WWei annd Drrn 2* 3. Weit und breit, du Him⸗ melssonne, deine Klarheit sich ergeußt und mit neuem Glanz und Wonnealle Himmelsgeister 136. Kommn, heiliger Geist, Erfüll die Herzen deiner Gläu⸗ bigen und entzünd in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liehe, der du durch Mannig⸗ der aam der Zungen die Bölker er ganzen Welt versammelt Pfingstlieder. speist; prächtig wirst du ein⸗ genommen, freudig heißt man dich willkommen; schau. ich ar⸗ mes Kindlein hier schrei auch Hosianna dir. 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Glorie seh? Solit' mein Mut noch wollen sinken, da ich deine Macht versteh?ꝰ Meinem Kö⸗ nig will ich trauen, nicht vor Wel Welt noch Teufel grauen. nur in Zesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 5. Geist und Kraft nun über⸗ fließen; drum wirk in mir kräf⸗ liglich, bis zum Schemel deiner Füßen alle Feinde legen sich. Aus Zion den Zepter sonde, weit und breit bis zur Welt Ende, mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen untertan! 6. Du kannst alles aller Orten nun erfülln und nahe sein; mei⸗ nes armen Herzens Pforten stell ich offen, komm herein! Komm, du König aller Ehren. du mußt auch bei mir ein⸗ kehren; ewig in mir leb un wohn als in deinem Himmels⸗ thron! Gerh. Terstegen g. 1697 4 1769 IX. Pfingstlieder. hast in Einigkeit des Glaubens. Hallelusa, Halleluia! Altkirchlich. 137. Eigene Melodie. Komm: oGott Schöpfer, heil⸗ ger Geist, besuch das Herz der Menschen dein, mit Gnade Pfingstlieder. 73 sie 105 wie du weißt, daß dein Geschöyf soll vor dir sein. 2. Denn du der Tröster bist genannt.des Allerhöchsten Gabe teur,—5 geistlich Salb an uns gewan 15 desLebens Brunnen. Lieb und Feur. 3. Zünd uns ein Licht an im Verstand. gib uns ins Herz der Siebe Brunst, des Fleisches Schwachheit. dir bekannt, stärk allzeit durch' dein Kraft und Gunst! 4. Du bist mit Gaben man⸗ M Hand. Des Batehe entarn Hand, des Vaters Zusag mit ewalt durch Zungen geht in alle Land. 5. Des Feindes List treib von uns fern, den Frieden gib durch deine Gnad. daß, wie dir führst. wir folgen gern und meiden, was der Seele schadt. 6. Den Vater. uns wohl kennen lehr in Dinn Chri⸗ stum. seinen Sohn, daß wir auch geben gleiche Ehr dir, beider Geist, in Einem Thron. 7. Gott unser Vater. sei all⸗ zeit aus herzensgrund von uns gepreist, Lob sei, Herr Jesu. dir bereit mit Hott dem werten heilgen Geist! Martin Luther g. 1483 + 1546. 138. Eigene Melodie. Küchet heiliger Geist, Herre Gott, erfüll mit deiner Gnade Gut, ün Gläubgen Herz. Mut und Sinn, dein brimstig Lieb entzünd in ihn'n! err, durch deines Lichtes sammelt hast das Vollk aus aller Welt Zungen; das sei dir. Herr, zu Lob afsungen. Halle⸗ luja, Halleluujal 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Sebens Wort und lehr uns, Gott recht erkennen pouerden Vater ihn nennen! O Herr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr denn Jesum Christ mit rechtem Glauben und ihm aus ganzer 255 vertrauen. Halleluja, Halleluja! 3. Du heilige Brunst, ümd Trost, nun hilf uns fröhlich und getrost in dein'm Dienst be⸗ ständig bleiben, die Trübsal uns nicht abtreiben! O Herr, durch dein Kraft uns bereis und stärk des Fleisches Blödigkeit. daß wir hie ritterlich ringen. durch Tod und Leben zu dir dringen. Halleluja. Halleluja! Martin Luther g. 1483 4 1546. 139. Eigene Melodie. N0 un bitten wir den heiligen Geist um den rechten Glau⸗ ben allermeist, daß er uns be⸗ hüte an unserm Ende, wenn wir heimfahren aus diesem lende. Kyrieleis! 2. Du wertes Licht gib uns deinen Schein, lehr uns Jesum Chrift kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat Zunm rechten Vaterland. Kri⸗ eleis 3. Du süße Lieb, schenk uns Glanz zu dem Glauben ver⸗ deine Gunst laß uns empfinden 7⁴ Pfingstlieder. der Liebe Brunst, daß wir uns Himmelstüre, uns miteinander pon Herden einander lieben und führezu deinem Freudenschein! im Friede auf Einem Sinn Georg Werner g. 1589 1643. bleiben. Kyrieleis! 4. Du höchster Tröster in aller Rot hif, daß wir nicht 141. fürchten Schand noch Tod. daß Mel. Wie schön leucht uns der in uns die Sinne nicht verzagen. Morgenstern. wenn der Feind wird das Leben heilger Geist. kehr bei uns verklagen. Kyrieleis!— ein und laß uns deine Woh⸗ Mortin Luther g. 1483 4 1546. nung sein o Komm. duHerzens⸗ sonne! Hu Himmelslicht. laß deinen Schein bei uns und in 140. uns kräftig sein zu steter Freud Mel. Aus meines Herzens Grunde. bm ahnched Miwülntdngeden —7 immlischeben wuh uU geben. — 3 umms zamen wenn wir beten; zu dir kommen Sohn; lobt ihn mit großem wir Hiren Schalle, er schickt vom Him⸗ 2. DuQuell. draus alle Weis⸗ melsthron uns seinen werten heit fließt, die sich in frome Geift, der uns durchs Wort Seelen gießt. laß deinen Trost recht lehret, des Glaubens Licht uns hören daß wir in Glau⸗ vermehret und uns auf Chri⸗ benseinigkeit auch können aller stum weist. 6 nis lehren. Höre, lehre da M heine Gul R. 1 10 men 3. Sihr Letsateinenn ist seine Güt! Run können 3. Steh uns siets bei su wir ihn kennen und unsern deinem dten Pfad due uo selbst behit. nennen, der uns allzeit We uch ie G den ehüt. Weg nicht wissen. Gib uns 3. Verleih.daßwir dich lieben. Beständigkeit. daß wir getreu o Gott von großer Huld, durch dir bleiben für und für wenn Sünd dich nicht betrühen, ver⸗wir uns leiden müssen. Schaue, gib uns un re Schuld, führ uns baue was zerrissen und ge⸗ auf ehner Bahn, hilf. daß wir flissen. dich zu schauen und auf Dem WWet hören Das ü 12001 42——. 95 te ů einen Lehren. Das ist recht 4. Laß uns dein edle Balsam⸗ wohlgetan. kraft empfinden und zur Ritter⸗ 4. Bon oben her uns sende schaft dadurch gestärket werden. den Geist. den edlen Gast, der auf daß wir unter deinemSchutz stärtzet uns behende, wenn uns begegnen aller Feinde Was drückt Kreuzeslast; tröst uns mu freudigen Geberden. La in Todespein, mach auf die dich reichlich auf uns nieder. v———— — Pfingstlieder. 7⁵ daß wir wieder Trost empfin⸗ den, alles Unglück überwinden. 22 Ola me d und Lebens⸗ 12 laß uns dein himmel⸗ üßes Wort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmermehr von deiner weis⸗ heitreichen Lehr und reinen Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüte, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelstau, laß dich in unsre Herzen Oehe daß und schenk uns deine Liebe, daß unser Sinn verbunden sei dem und sich tets mit Lie hem und arinnen übe; kein Neid, kein Streit dich betrübe,‚ Fried und Liebe müssen schwe⸗ ben, Fried und Freude wirst du geben. 7. Gib, daß in reiner Heilig⸗ keit wir führen unsre Lebens⸗ 33 sei unsers Geistes Stärke, aß uns forthin sei uches Tui die Eitelkeit, des erte. Rüh ust Hi und seine toten Werke. Rühre. führe unser Sinnen und Be⸗ ginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. Mich. Schirmer g. 1606 4 1673. 142. Eigene Melodie, oder Aus meines Herzens Grunde. Zeuch ein zu deinen Toren, 50 meines Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu Gestde hast, o hochgeliebter Geist des Baters und des Soh⸗ nes, mit beiden gleiches Thro⸗ nes, mit beiden gleich gepreist! 2. Zeuch ein, laß mich emp⸗ finden diehnr schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sunden 5 und Errettung Das ich Entsündge n Geise dur ch mit reinem Geiste d Eh und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut gemacht; der Tod durchdrang Hracht Lehen. du hast ihn umgebracht und in der Tauf erstickt als wie in einer Flute mit dessen Tod und 5415 der uns im Tod erquickt. 4. Du bist das heilge Ole, dadurch gesalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Christ zum wahren Ei⸗ gentum, zum Priester und Pro⸗ pheten, zum König, den in Nö⸗ ten Gott schützt vom Heiligtum. 5. Du bist ein Leten der lehret. wie man recht beten soll; dein Beten wird erhöret, dein Sin⸗ gen klinget wohl, es steigt zum immel an, es steigt und läßt nicht abe, bis der geholfen habe. der allen helfen kann. 6. Du bist ein Geist der Freu⸗ den, von Trauren hältst du nichts, erleuchtest uns in 8. ch mit deines Trostes Licht. ja, wie manches Mal hast d mit süßen Worten mir aufgetan die Pforten zum güldnen Freu⸗ densaal. 7. Du bist ein Geist der Liebe. ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß 6. N 10 m Zorn, Zank, Haß und Streit. Der Feindi Hhan Hit du feind. anhn daß durch Liebes⸗ flammen sich wieder tun zu⸗ 76 sammen, die voller Zwietracht eind. 8. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt, Rannst Menschenherzen wen⸗ den, wie dir es wohlgefällt: so gib doch deine Gnad zum Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich ge⸗ trennet hat. 9. Erfülle die Gemüter mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für! Vertreib den bösen Geist, der dir sich widersetzet und, was dein Herz ergetzet, aus unserm Herzen reißt. 10. Gib. Freudigkeit und Stärtze, zu stehen in dem Streit, den Satans Reich und Werke uns täglich anerbeut. Hilf kämpfen ritterlich, damit wir überwinden, und ja zum Dienst sich Sünden kein Christ ergebe sich. 11. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn, und wenn wirs sollen geben ins Todes Rachen hin, wenns mit uns hie wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus! Paul Gerhardt g. 1607 + 1676. 143. Eigene Melodie, oder Gott des Himmels und der Erden. Kodhun. o komm, du Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sei nicht vergebens, sie erfüll uns jeder⸗ zeit, so wird Geist und Licht und Schein in dem dunkeln Herden sein. Pfingstlieder. 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Ber⸗ stand und Zucht. daß wir andres nichts beginnen, als nur was dein Wille sucht; dein Erkennt⸗ nis werde groß und mach uns vom Irrtum los! 3. Zeige, Herr, die Wohl⸗ fahrtsstege! Das, was wider dich getan, räume ferner aus dem Wege, schlecht und recht sei um und an; wirke Reu an Sünde Statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets dein Zeugnis fühlen, daß wir Gottes Kinder sind, die auf ihn alleine zielen, wenn sich Not und Drangsal sindt. Denn des Vaters liebe Rut ist uns allewege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freudigkeit, seufz auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns allezeit. so wird unsre Bitt erhört und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch nach Troste bange, daß das Herz oft rufen muß: Ach mein Gott, mein Gott, wie lange? ei so mach uns den Beschluß, sprich der Seele tröstlich zu und gib Mut, Geduld und Ruh! 7. O du Geist der Kraft und Stärke, dugewisser neuerGeist, fördre in uns deine Wertze, wenn des Satans Macht sich weist; schenk uns Waffen in dem Hrieg und erhalt in uns den Sieg! 8. Herr, bewahr guch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns denselben möge rauben; du bist unser Schutz und Gott. Sagt das Fleisch Pfingstlieder. gleich immer nein, laß dein Wort gewisser sein! 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre uns je mehr, als des Himmelreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr, die uns unser Gott ertiest und nicht auszusprechen ist. Henrich Held um 1650. 144. Mel. Jesu, meine Freude. Schmückt das Fest, mit Maien), lasset Blumen streuen, zündet Opfer an! Denn der Geist der Gnaden hat sich eingeladen: machet ihm die Bahn, nehmt ihn ein, so wir sein Schein euch mit Licht und Heil erfüllen und den Kummer stillen.) Ps. 118,27. 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rat und Tat, starker Gottes⸗ finger, Friedensüberbringer, Licht auf unserm Pfad, gib uns Kraft und Lehenssaft, laß uns G deine teuren Gaben zur Genüge laben. 3. Laß die Zungen brennen, wenn wir Jesum nennen; führ den Geist empor, gib uns Kraft zu heten und vor Gott zu treten, Mu du selbst uns vor, gib uns ut, du höchstes Gut, tröst uns kräftiglich von oben bei der Feinde Toben! J. Güldner Himmelsregen, schütte deinen Segen auf das Kirchenfeld, lasse Ströme flie⸗ hen, die das Land begießen, wo dein Wort hinfällt, und verleih, daß es gedeih, hundertfältig Früchte bringe, es ihm stets gelinge. 77 5. Schlage deine Flammen über uns zusammen, wahre Liebesglut, laß dein sanftes Behen auch bei uns geschehen, dämpfe Ileisch und Blut, laß uns doch das Sündenjoch nicht mehr wie vor diesem ziehen und das Böse fliehen! 6. Gib zu allen Dingen Wol⸗ len und Vollbringen, führ uns ein und aus, wohn in unsrer Seele, und des Herzens Höhle sei dein eigen Haus! Wertes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jesum recht erkennen und Gott Vater nennen. 7. Mach das Kreuze süße, dund durch J—insternisse sei du Licht, trag nach Zions flineln uns mit Glaubens⸗ flügeln und verlaß uns nicht, wenn der Tod. die letzte Not, mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen. 8. Laß uns hier indessen nim⸗ mermehr vergessen. daß wir ott verwandt. Dem laß uns stets dienen und im Guten grünen als ein fruchtbar Land, bis wir dort, du werter Hort, bei den grünen Himmelsmaien ewig uns erfreuen. Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. 145. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. Gomm, Gottes Geist, komm, N höchster Gast, Herr, den der Himmel nicht umfaßt, noch dieser Kreis der Erxde! Komm, offenbare dich auch mir, Gott heilger Geist. daß ich in dir Ein Geist mit Christo werde. Leite unser 78 Pfingstlieder. heute Geist und Sinnen, mein Tod! Wenn Herz und Augen Beginnen und mein Leben, brechen, so seidu meines Lebens deiner Liebe nachzustreben. Licht, laß, wenn die Zuige 2. Komm, teures Gut, komm. nichts mehr spricht dein Seuf⸗ höchster Schatz. Komm in mein aanz für mich sprechenl Laß mich Herz undmache Platz dich oläu⸗ Teeud selig scheiden zu den big einzunehmen. Ich glaube 7 reuden aller Frommen! An fest, mein Heil und Licht. du wann werd ich dahin kommen! leltrer Tröfter wirst dich nicht Zoh. Ernst Wenigk g. 1701 1 1745. der armen Huͤtte schämen. Gile. eile Herz und Seele mit dem 146. zm Dundenchadenn gut Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 3. Entzund in mir die Liehes⸗ GeGohne. Vater und Bont glut und mache brünstig Geist 8 55 Rund der du arao⸗ und Mut, du Flamme reiner I5 ist und von unsers Gotte⸗ Liebel Laß mich mit dir ver⸗ Throne hülfreich auf und slegelt sein, damit in Not und Sehwache D05 sich Got mir ů 0mächtig bei, Gott er⸗ Todespein ich steten Glautzen geben sei, daß mein ganzes übe. Rühre, führe mein Ge⸗5 em. 5 G5 Herz auf Erden mög ein Tem⸗ müte, Gottes Güte zu erkennen. pel Gottes werden. Christum meinen Herrn zu nennen. 2. Laß auf jedem meiner 4. Erquicke mich. du sanfter Wege deind Weisheit mit mir Wind, du Brunn, wo Lebens⸗ sein und, daß ich nicht irren wasser rinnt, du süße Freuden⸗ udce; deine Wahrheit mich er⸗ quelle, die allen Durst der Seele reun! Suchen laß mich in der stillt und aus der Gottheit Tiefe elt nichts, als was dir wohl⸗ quillt ganz rein und ewig helle. gefällt: lehrst du mich, was Fließe, gieße deine Gaben, mich recht ist wäblen, werd ich nie u taben, wenn ich sitze in der mein Heil verfehlen. nast und Seelenhitze. 3. Hilf, daß ich, von dir ge⸗ Sei meiner Ohnmacht trieben meinem ott und Bater 5. Kraft und Macht, mein helles treu. ihn mög über alles lieben. Licht in dunkler Nacht, mein und mir nichts 90 wichtig sei, Weg., wenn ich verführet, mein als mich seiner Huld zu freun Sehrer in Unwissenheit, mein und drum Sünden stets zu starker Beistand in dem Streit, scheun, seinen Namen zu er⸗ bis mich die Krone diere. höben, seine Wege gern zu Schütze, stütze. Herr, mich gehen. Schwachen. stark zu machen 4. Stärke mich, wenn au der meinen Glauben. laß mir nichts Sünde mein Geimüt versuchet die Krone rauben! wird, daz sie mich nicht über⸗ 6. Hilf mir in meiner letzten winde. Hab ich irgend mit Roi, versüße mir den bitlern verirrt, o so stärke selbst mein Pfingstlieder. 79 Sehm daß ich unter Reu und chmerz mich vor Gott demütig beuge, meinen Sinn zur Beß⸗ rung neige. 5. Jehlt mir Kraft zu guten Werken, treibe zum Gebet mich an, das zur Tugend Schwache stärken, Träge neu beseelen Jes kann. Laß mich aber mein Vertraun nie auf meine Tugend baun, nie der Taten Lohn ver⸗ langen, was Gott gibt, als Gnad empfangen. 6. Steh in allen meinen Lei⸗ den mir mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freu⸗ den deiner Führung folgsam sei. Still im Sterben, Angst un Ghendeher daß noch da mein bre⸗ chend Herz deines Trostes Kraft empfinde, männlich kämpf und u überwinde. Hannov. Gsg. nach G. Hoffmann und S. Diterich. 147. Mel. Jesu, Trost der armen Seelen. Hineder⸗ O Tröster, komm her⸗ nieder, Geist des Herrn, se nicht fern, salhe Jesu Glieder! Er. der nie sein Wort gebrochen, Jesus hal deinen Rat seinem Volk versprochen. 2. Schöpfer unsers neuen Lebens, jeder Schritt, jeder Tritt ist ohn dich vergebens. Ach Iut Seelenwerk ist wichtig: wer ist wohl, wie er soll, treu zu handeln tuͤchtigꝰ 3. 45* wir fallen dir. Duße Eins ist not für den To Buße, wahre Buße. Zeig ims —5 elbst den Aung der Sünde, daß Herz Angst und Schmerz. Reu und Scham empfinde. 4. Zeig uns des Erlösers Nüch ihn ruf ung zu: Ihr habt Ruh, ihr habt Heil gefunden; eure Sünd ist schon gerochen, esu Blut machet gut, was die Welt verbrochen. 5 nschlge—— 9 0 Heat nh enschlafe, rette doch heute no die verlornen Schafe, reiß die Welt aus dem Verderben, laß sie nicht im Gericht der Ver⸗ stockung sterben! 6. Geist der Weisheit, gib uns d allen durch dein Licht Unterricht. wie wir Gott gefallen.—0—— uns, nah uurd vor zurh 408 treten, sei uns sprich Ja, wenn wir Siubie abeien 7. Hilf den K 6—5 des. hens kämpfen, gib uns M Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen. Laß uns Trübsal, 5 N0 und Leiden. Angst und Not, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden! 8. ben uns nach dem Besten?) streben, schenk uns Kraft, tu⸗ 665 Haf und gerecht zu leben. daß wir nie 9 die Bahn 2— uns an, froh die Bahn deines Worts zu 36hent *) 1. Kor. 12, 31. 9. Sei bei Schwachheit unsre Stütze, steh uns bei, mach uns treu in der Prüfungshitzel Führ, wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist freudig in die Freude. Ehrenfr. Liebich g. 1716 4 1780. 8⁰ X. Trinitatislieder. 148 3. O Jesu Christ, Sohn ein⸗ 1——0 geborn deines himmlischen Ba⸗ Eigene Melodie. ters, Versöhner der, die warn Gott der Bater, wohn uns bei verlorn, du Siiller unsers und laß uns nicht verder⸗ Haders, Lamm Gottes, heilger ben, mach, uns aller Sünden Herr und Gott, nimm an die frei und hilf uns selig fterben! Bitt von unsrer Not. erbarm Por dem Teufel uns bewahr, dich unser aller! bu n o een o Hoelerrennne aus Herzensgrund vertrauen, Gut, du allrheilsamster Tröster, dir uns lassen ganz und gar. Huntd Teufels G walt fortan be⸗ mit allen rechten Christen ent⸗ hüt die desusChrist erlöserdurch Waf des Teufels Listen, mit abwe Wallen ben Oammeim asden Ootts, mire irdten Bors Daziwir umts vert run Amen, Amen, das sei wahr Not! Dazu wir uns verlassen. so singen wir Halleluja! 2. Jesus Christus, wohn uns bei und laß uns nicht verderben, 15⁰ usw. 3. Heiliger Geist, wohn uns Mel. Herr Zesu end. dich zu uns bei und laß uns nicht verderben, 55 ufw. Marten Luther g.1483 1546. O ben dem Pu tum N. Decius 4 1541. (Gloria in excelsis.) alle Ewigkeit, der alle Ding er⸗ 149. schaffen hat und sie erhält durch Eigene Melodie. seine Gnad. Aleein Gott in der Höh sei Ehr2, Ehr sei auch seinem lieben und Bank für seine Gnade. Sohn, der alles Gute uns ge⸗ darum daß nun und nimmer⸗ tan, der an dem Kreuze für uns mehr uns rühren kann kein starb und so den Himmel uns Schade. Ein Wohlgefalln Gott erwarb. an uns hat; nun ist groß Fried 3. Ehr sei auch Gott dem heil⸗ Santendrn all Fehd hat mm gen Geist, der uns durch sein 55 Hrs Gnad allermeist die Wahrheit 2. Wir loben preisn, anbeten machen woll bekannt und uns dich für deine Ehr, wir danken, eröffnen den Verstand daß du, Gott Bater, ewiglich eröffnen den Borste uo. regierst- ohn alles Wanken. 4. O heilige Dreifaltigkeit, o Ganz ungemessn ist deine wahre einige Gottheit, erhör Macht, fort g'schieht, was dein uns aus Barmherzigkeit und Will hat bedacht: wohl uns führ uns zu der Seligkeit! des feinen Herren! 1566. Trinitatislieder. 8¹ 151. Mel. Christ unser Herr zum Jordan kam. Waz alle Weisheit in der Welt bei uns hier kaum kann lallen, das läßt Gott gus dem Himmelszelt in alle Welt erschallen, daß er alleine König sei, hoch über alle Götter, groß, mächtig, freundlich, fromm un treu, der Frommen Schutz und Retter, Ein Wesen, drei Per⸗ onen. 2. Gott Vater, Sohn und heilger Geist heißt sein hoch⸗ heilger Name; so kennt, so nennt, so rühmt und preist ihn der gerechte Same, Gott Abra⸗ hams, Gott Isgaks, Gott ZJa⸗ kobs, den er liebet, Herr Se⸗ alle der Nacht und Tag uns alle Gaben gibet und Wunder tut alleine. 3. Der Vater 12 von Ewig⸗ keit den Sohn, Full d der Sohn hat in der üll der Zeit im Fleische sich gezeiget; der Geist geht ohne Zeit herfür vom Vater und vom Sohne, mit beiden gleicher Ehr und Zier, gleich ewig, gleicher Krone und ungeteilter Stärke. 4. Sieh hier, mein Herz. das ist dein Gut, dein as it dem keiner gleichet; das ist dein an Heiaer chet 95 9—7 dir zum Heil gereichet, der dich ge⸗ baut nach seinem Bild, für deine Schuld gebüßet, der dich mit wahrem Glauben füllt und all dein Kreuz durchsüßet mit seinen heilgen Worten. 5. Erhebe dich, steig zu ihm zu und lern ihn recht erkennen Denn solch Erkenntnis bringt ein Bild, er⸗ 5 dir Ruh und macht die Seele brennen in reiner Liebe, die uns nährt zum emgen Freuden⸗ lehen, da, was allhier kein Ohr gehört,) Gott wird zu schauen geben den Augen seiner Kinder. *) 1. Kor. 2, 9. 6. Weh aber dem verstockten Heer, das sich hie selbst ver⸗ 5 blendet, Gott von sich stößt und seine Ehr auf Kreaturen wen⸗ et! Dem wird gewiß des Himmels Tür einmal ver⸗ schlossen bleiben; denn wer Gott von sich treibt allhier, den wird er dort auch treiben von seinem heilgen Throne. 7. Ei nun, so gib, du großer Erder Gott Himmels und der rden, daß alle Menschen in der Welt zu dir bekehret werden. Erleuchte. was verblendet geht. ring wieder, was verirret, reiß aus, was uns im Wege teht und freventlich verwirret ie Schwachen in dem Glauben. 8. Auf daß wir also allzu⸗ gleich zur Himmelspforte drin⸗ 1 und dermaleinst in deinem eich ohn alles Ende singen, daß du alleine König Bab über alle Götter. Gott ater. Sohn und heilger Geist. der Frommen Schutz und Retter, Ein Wesen, drei Per⸗ sonen. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. 152. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 9 r ei Loh. Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu 6 Ewigkeit sei in. uns allen ihm dereit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke. Klinget singet: Heilig, heilig, hoch und herrlich. heilig ist Gott. unser Gott, der Herr Zehaoth!! 2. Halleluja! Preis. Ehr und Macht sei auch dem Gottes⸗ lamm gehracht, in dem wir nem Blut erkauft. damit he⸗ sprenget und getauft und si mit uns vermählet. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben und darinnen uns erlaben. 3. Halleluia! Gott heilger Geist sei ewiglich von uns ge⸗ preist, durch den wir neu ge⸗ doren, der uns mit Glauben ausgeziert, dem Bräutigam ums zugeführt, den Hochzeittag erkoren. 156 uns, Heil uns. da ist Freude, da ist Weide, da st Manna und ein ewig Ho⸗ sianna. 4. Halleluja! Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmelsschar und singet nun und immerdar mit Freuden: Amen, Amen! Klin⸗ Zet, singet: Heilig, heilig, hoch und herrlich, heilig ist Gott unser Gott, der Herr Zebaoth! Nach Rinhart. 1698. Mel. Es wolle Gott uns gnädig sein. Gott, wir ehren deine Macht und Gnade zu uns Armen, nach welcher du uns wert geacht, dich unser zu er⸗ loben. 82 Trinitatislieder. barmen. Wir sind voll Sünde, du voll Gnad, wir tot, du bist das Seben und hast nach deinem Gnadenrgt dich uns zu eigen geben, o Äbgrund aller Liebe! 2. Wir beten dich als Bater an, du liebeft uns als Kinder: so hast du dich ja kundgetan, zum Trost der armen Sünder: sind erwählet; der uns mit sei⸗ Dein Zorn weicht deiner Lieb und Huld, dein päterlich Ge⸗ müte ist voll Erbarmen, voll Goeduld. voll Sangmut, Treu und Güte, o liebreich Vater⸗ herze! 3. Jesu, teurer Gottegsohn, du Licht vom wahren Lichte, vor dir, dem rechten Gnaden⸗ thron, wird Sünd und Tod zu⸗ nichte; du bist der Grund der Seligkeit, worauf wir Armen hoffen, dein Gnadenbrunn steht allezeit für unsre Seelen offen, du Nusfluß alles Segens! 4. OGeist der Gnade, wahrer Gott, komm, steure dem Ver⸗ derben, laß uns durch Christi Kreuzestod der Welt und uns absterben, ia schlag das ganze Höllenreich in unsrer Seel da⸗ nieder, damit wir Jesu Christo aunch und seines Veibes Glieder urch eine Gnade bleiben. 5. So ehren wir in Einem Thron dich, unsern Gott und Bater, samt Nmmer deinem lieben Sohn, als unserm Heils⸗ erstatter, und Gott dem werten heilgen Geist von en Macht und Wesen. Hilf. der du drei⸗ mal en heißt, daß wir in dir genesen und dich dort ewig Ludw. Andr. Gotter g. 1661 1 1735. 83 XI. Lieder für die kleineren Feste. 1. Darstellung Jesu. 154. Lobgesang Simeons (Nune dimittis.) Ev. Cuc. 2,29—32. Eigene Melodie. err, nun läfsest du deinen Dieneri im Frieden fahren, wie du gesaget hast; 2. Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehn. den du bereitet hast vor allen Völkern, 3. Ein Licht, zu erleuchten die Heiden 11—. zum Preis deines Volks srael. 4. Ehre sei dem Bater und dem n und dem heiligen Geiste, 5. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und pon Ewigkeit zu Ewig⸗ keit. Amen. 155. Mel. Vom hichher hoch da komm ich her. Dich nar ich, liebster Jesu mein, komm zu mir in mein Eunt und herein, daß ich an dir hab ust und Freud wie Simeon im Tempel heut. 2. Denn du mein Heil und Leben hist, so mir von Gott ge⸗ geben ist; mach rein mein dchiem rein meinen Mut, auf deinem 931 mich halt in Hut! 3. Zeig mir die Ieh mit deinem Picht, daß ich ja fehl des Himmels nicht; wend ab von mir all Straf und Pein und laß mich ganz dein eigen sein! 4. Dein Antlitz sei auf mich gericht, im Tod und Leben laß mich nicht, fo will ich gern aus dieser Welt zu dir heimgehn, wenn dirs gefällt. Joh. Mylius. 1596. 1656. Mel. Valet will ich dir geben. Heder Jesu, Licht der h und rommen Schatz und ieb, wir kommen jetzt mit Freud en durch deines Geistes Ind in diesen deinen Tempel und suchen mit Begier, nach Simeons Exempel, dich großen Gott allhier. 2. Duwirstponunsgefunden. o Herr, an jedem Ort, dahin du dich verbunden durch dein Verheißungswort; vergönnst noch heutzutage, daß man dich gleicherweis auf Glaubens⸗ armen trage, wie hier der alte Greis. 3. deltes uan mt Wenn unn ein helles Licht in Pein, in Schrecken unfre Sonne, im Hei, hun und Fimme in Zag⸗ heit, Glut und Flamme, in Not ein Tadan in Krank⸗ heit Arot und Amme, ein Stern in Todesqual! 4. Herr, laß 312— uns gelin⸗ gen, daß letzt wie Simeon ein jeder Christ kann singen den schenen O Schwanenton: Mir werden nun mit Frieden mein Augen Reneden nachdem ich 1— Hicrt n den Heiland ab erblickt 6² 8⁴ Lieder für die 5. Ja, 98 ich hab im Glauben, mein Jesu, dich geschaut; kein Feind kann dich mir rauhen. wie heftig er auch dräut. Ich wohn in deinem Herzen. und in dem meinen du, uns scheiden keine Schmerzen, kein Angst. kein Tod dazu. 6, Hier blichst du zwar zu⸗ weilen so streng und haxt mich an, daß oft vor Angst und Heulen ich dich nicht kennen kann; dort aber wirds ge⸗ zu Aue daß ich von Angesicht zu Angesicht soll sehen dein immer klares Licht. Zohann Franch g. 1618 + 1677. 2. Verkündigung Mariä. 157. Mel. Werde licht, du Stadt der Heiden.——5 eut ist uns der Tag erschie⸗ nen, worauf Adam schon so oft. wie guch Jatob und samnt ihnen aller Bäter Schar gehofft. dran sich Abraham erquicket. als erx ihn im Geist erblicket. 2.Odes Tages voller Wonne und dem sonst kein Tag nicht gleicht, seit von Anbeginn die Sonne hat um dieses Rund geleucht, o der vielgewünschten Stunden, die sich nunmehr ein⸗ gefunden 3. Odu Anfang unsrer Freu⸗ den, sei gegrüßt, gewünschtes Licht, als mit dem uns armen Heiden jetzt ein neuer Trost an⸗ bricht, und vor welchem wir in⸗ lauter Nacht Desest stets in gesessen.. 4. Nunmehr trieft ein Heiles⸗ regen oben durch d ab, auch die Wolken schütten Segen und Gerechtigkeit herab: kleineren Feste. Gott der Herr kommt selbst auf Erden und beginnt ein Mensch zu werden. 5. Gott wird Mensch und trägt die Sünde, Allmacht kehrt bei Schwachheit ein, selbst der Geschopf wird zum Kinde, sein Geschöpfsoll Mutter sein Herr⸗ lichkeit kommt zu uns Armen, aus der Rache wird Erbarmen. 6., O Geheimnis, dessen gleichen man auf Erden nie gesehn! Bieses ist ein Wunder⸗ zeichen, das von Gott heut ist geschehn, welches kein ver⸗ nünftig Sinnen kann begreifen noch gewinnen. 7. Vater, und doch Kind da⸗ nehen.) unser Bruder. Fleisch und Blut. gch was können wir dir geben für dies allzu große Gut? Hilf, daß wir mit Herz und Sirinen geistlich dich emp⸗ fangen können.„ Zes. O. o. ö ZJohann Franck g. 1618 4 1677. 3. Fest Johannes des Täufers. 158. Lobgesang des Zacharias. (Das Benedictus.) Ev. Luc. 1. 68—79. Eigene Melodie. Gedbet sei der Herr, der Gott Ifrael S, at besucht und erlöset dennerh sein Volk, 2. Und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils in dem Hause seines Dieners David: 3. Wie er vorzeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten, Lieder für die kleineren Feste. 4. Daß er uns errette von unsern Feinden und von der Hand aller, die uns hassen, 5. Und die DaternWn Namd unsern Bätern und gedächte an seinen heili⸗ gen Bund 6. Und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, 7. Daß wir, erlöset aus der Hand unserer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Leben lang 8. In Heiligkeit und Gerech⸗ tigkeit, die ihm gefällig ist. 9. Und du Kindlein wirst ein Prophet des Höchsten heißen, du wirst vor dem Herrn her⸗ gehen, daß du seinen Weg be⸗ reitest 10. Und Erkenntnis des Heils Rdred seinem Volb. die da ist in Bergebung ihrer ünde. 11. Durch die herzliche Barm⸗ herzigkeit unsers Gottes, urch welche uns besuchet hat der Aufgang aus der Höhe, 12. Auf daß er erscheine de⸗ nen, die da sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. 13. Lob und Preis— Gott, dem Bater und dem Sohn und dem heiligen Geiste, 14. Wie es war im Anfang. jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewig⸗ keit. Amen. 8⁵ 159. Mel. Vom VPichher hoch da komm. Geer d sei hem Gott, der Herr, der sein Volk in der Not und, da es gänzlich war verflucht, mit arotzen Gnaden 92 besucht 2. Er bat nns seinen Sohn gefandt, der allen Zorn ganz abgewandt und uns erlöset kräftiglich; des kann Israel freuen sich. 3. Da mit uns schon war alles aus, in seines Dieners Davids aus hat er ein 21010 der Hrmenh gesetzt zu Trost der Christenheit, 4. Wie uns porzeiten machte kund der heiligen Propheten Mund: dadurch er uns hat an⸗ gemeldt. er woll uns retten als ein Held. 5. Der Feinde Trutz, des Haslers Hand, ob sie vor Zorn gleich sind entbrannt, woll er zerhrechen als der Mann, der 5 r Teufel An ken 16 ierzu hat ihn sein Herz bewegt, das bch mit Gnad und Güte trägt; er hat an seinen Wbral gedacht, vorlängst mit Abraham gemacht, 7. Wie auch an dieses, was er hat geschworen ihm an Eides Statt, zu geben denen, die da sind von 19 gezeugt, auch Kindes⸗Kind 8. Auf daß, wenn wir erlöset sein vom Teufel, od und Höllenpein. ihm dienete sein Le⸗ ben lang ein jeder ohne Furcht 110 Zwang. 9. Gerecht und eilig in der Welt nach solcher rt, die ihm 86 gefällt, nicht, wie es Menschen Witz erdenzt, damit man sich vergehens hränkt. 24.„ 10. Du Kindlein, du wirst ein Prophet des Höchsten heißen. der da geht vor seinem Herren fein voran und macht ihm rich⸗ tig seine Bahn. I1. Du wirst verkündigen das Heil, an dem der Mensch soll Misie teil, dem seine Sünd und issetat der fromme Gott ver⸗ geben hat. 12. Aus herslicher Barmher⸗ zigkeit, kraft deren uns in un⸗ serm Leid der Aufgang aus der Höh besucht. Das ist der Liebe Gab und Frucht. 13. Auf daß, die er im Fin⸗ stern findt, und die ins Todes Schatten sind, des Lichtes Kin⸗ der können sein durch seinen rael hellen Glanz und Schein. 14. Daß ihre Jüße richtig stehn und auf dem Weg des Friedens gehn, ig endlich alle⸗ samt zugleich mit Freuden gehn ins Himmelreich. Zoh. Heermann g. 1585 1647. 4. Mariä Heimsuchung. 160. Lobgesang der Maria (Das Magnificat.) Ev. Luc. 1. 46—55. Eigene Melodie. Meine Seele erhebet den herren, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Hei⸗ landes. 2. Denn er hat seine elende Magd angesehen: siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindes⸗ Kind. Lieder für die kleineren Jeste. 3. Denn er hat große Ding an mir getan. der da mächtig ist, und des Name heilig ist, 4. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. 5. Er übet Gewalt mit sei⸗ nem Arm 3 und zerstreut, die hoffürtig sind in ihres Herzens Sinn. 6. Er stößet die Gewaltigen voin Stuhl und erhebet die Niedrigen. 7. Die Hungrigen füllet er mit Gütern. und lässet die Reichen leer. 8. Er denket der Barmher⸗ 619it, und hilft seinem Diener Is⸗ el auf. 9. Wie er geredt hat unsern ern, Abraham und seinem Samen ewiglich. 10, Lob und Preis sei Gott dem Bater und dem Sohn und dem heiligen Geiste, I1. Wie es war im Anfang. jetzt und immerdar. und von Ewigkeit zu Ewig⸗ keit. Amen. 161. Eigene Melodie. Mein Herz und Seel den Herren hoch erhebet, den großen Gott, der ewig herrscht und lehet; mein Geist in mir sich meines Heilands freut und seinen Ruhmvermehret allezeit. 2. Denn er hat mich Elenden angesehen und mein Gebet er⸗ Lieder für die kleineren Feste. 87 höret und mein Flehen; es hat der Herr mi Armen nicht peracht, er hat mit Gnad und Rettung mich bedacht. 3. Gott, dessen Macht nicht kanm ergründet werden, und dessen Ram im Himmel und auf Erden hochheilig ist, hat große Ding getan an mir, die ich nicht alle zählen kann. 4. In keiner Not hat er mich je verlassen, Barmherzigkeit ist bei ihm ohne aßen und Gerchlecht von Geschlecht fort 91 wo man Nech fürcht und hoch 0 Hl seine Recht. 5. Er übt Gewalt mit seines Y Armes Stärke, daß Beukeriie muß 1 00⸗ seine Werke; die tolz und hoch in ihren Herzen eind, zerstreuet er, und ist den⸗ elben feind. 6. Er stößet, die gewaltig sind vor allen, von ihrem Stuhl, daß sie erschrecklich fallen; die Niedrigen erhebet er davor und stelletsie ganz unverhofft empor. 7. Die Hungrigen, die ihn vor Augen haben, erfüllet er mit Gütern und mit Gaben; die Reichen läßt er leer beim Uber⸗ fluß, daß Not und Angst darauf erfolgen muß. 8. Er denket der Barmherzig⸗ keit und Güte, daß er fortan uns väterlich behüte und seine Kirch im ganzen Erdenkreis erhalt und schütz zu seines Na⸗ mens Preis. 9. Die Treu, die er im neuen Bund und alten geredet hat, die wird er ewig halten, der Herr verläßt ums, seine Kinder, nicht, weil zu ihm steht all unsre Zuversicht. 10. Gott Vater, dir sei Dank gesagt und Ehre, Herr Jesu Christ, den Glauhen in uns mehre, o heilger—.— erneu 1. Herz und Mund, daß wir dein Lob ausbreiten jede Stund. David Denicke(2) g. 1603 4 1680. 5. Michaelisfest. 162. Mel. Aus narchn bel. 2Z.— ich zu dir. Arstenh Lieb läßt Gott der Chri⸗ stenheit viel Gutes wider⸗ ahren, aus Lieh hat er ihr zu⸗ ereit viel tausend huch charen. Darum man fröhlich singen 30 eut ist der guten Engel wahr ie uns gar wohl be⸗ ahren. 9.— Sie lagern 100 wenn kommt die umd in Cil de 0 ich machen und reißen die, ürchten Gott, aus ihrer Feinde achen. Daxrum man fröhlich Erael mag: Heut ist der guten Engel Tag, die immer für uns wachen. 3. Sie führen en anddit Mlez wohl die Großen und die Klei⸗ nen, auf daß ihr FJuß nicht traucheln soll im Stoßen an en Steinen.“) Darum man röhlich singen mag: Heut ist er guten Engel Tag, die uns mit Treue meinen. Pf. 91, 12. 4. Solch Wohltat denen wird erzeigt, die nach dem Herren fragen; die Engel ihnen sind Harran den Satan sie 9 ungen arum man fröhlich singen mag: Heut ift der guten Engel Tag, die uns gen Himmel tragen. Georg Reimann g. 1570 7 1615. Lieder für die Feste. 163. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. Danzend der Seraphinen, dem tausend Engel dienen und WRenter 3 stehn, du übergroßer eister der wunderschönen Wume mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn. 2. Die in dem und die Thro⸗ nen, die in dem Himmel woh⸗ nen. hibsei du 21 meiner Wacht; sie an ein Wichte.d inhöchst vollkommnem uhm doch neh⸗ men sie mich auch in acht. 3. Das sind die starken Hel⸗ den, die deinen Rat vermelden. du Herr in Israel! Das sind die Feuerflammen, die schlagen stets zusammen um frommer Christen Leib und Seel. 4. Ich preise deine Güte mit dankbarem Gemüte für diese Wunderschar, ich rühme deine Rechte für diese Gnaden⸗ knechte, die mich behüten vor efahr 5. Lab ferner mich Aurch 14— aller Feinde Wüten durch diese Himmelswach. laß sie auf meinen Wegen die Hand mir unterlegen, so bleib ich frei von Ungemach. 6. Doch sollen sie nicht wei⸗ chen, so laß mich ihnen gleichen in wahrer Heiligkeit; 49 sie die Imib ub lieben und sich in De⸗ mut üben, so mach aud mich dazu bereit! 7. Sie tun Ih h deinen Afallen⸗ den laß mi erfüllen; sie leben keusch und rein, o laß mich nichts befl ecken und mich an allen Ecken vprs diesen reinen Geistern scheun! ——— Und endlich, wenn ich We so 0 ühre mich 1 Arderd guf ihren Armen ein! Da werd ich dich erst loben und in dem Himmel droben dir und den Engeln ähnlich sein. Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. 164. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. H was sind wir, daß du Engel unszu unsern Wäch⸗ tern gihst? Menschen sind wir voller Mängel, Menschen, die du dennoch liebst. Engel. die dich allzeit sehn, sollen uns zu Diensten stehn; Engel Cugei uns als Kinder, heilge Engel . Cu Sünder. 2. Engel sinds, die nach den Proben nun beständig Gutes tun, die dich unaufhörlich loben. die in deinem Himmel ruhn, die der Meme keusch und rein, die der Menschen Freunde sein. die ihr Antlitz ohne Flecken doch vor dir in Demut decken. Heere, welche die bewachen. die dich fürchten, Lagern Gott, die ein schrecklich L 30 machen ott, diese egen aller Feinde 1 in deinem Li ater, tets dein Angesicht, Rase die zu deinen Füßen dir in Ehr⸗ furcht 50 de müssen. 4. Gott der Engel, Herr der Helden, ach was sind wir Men⸗ schen doch. daß wir so viel vor dir gelten?ꝰ O wie hältst du uns so hoch! Deine Engel dienen uns, sind die Zeugen unsres Tuns. Laß uns auch mit diesen Chören ewig dich im Himmel ehren! Phil. Friedr. Hiller g. 1699 1 1769. rrrr B. Lieder von der Kirche und den Gnadenmitteln. XII. Lieder von der christlichen Kirche. 165. Psalm 67. Eigene Melodie. Es wolle Gott uns gnãdig sein und seinen Segen gehen, sein Antlitz uns mit hellem Schein erleucht' zum ewgen Leben, daß wir erkennen seine Werk und was ihm lieb auf Erden, und Jesus Christus Zi und Stärk bekannt den eiden werden und sie zu Gott bekehren. 2. So danken, Gott, und loben dich die Völkter überalle, und alle Welt die freue sich und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danhe. Gott, und lobe dich das Volk in guten Taten: das Land bringt Frucht und bessert sich, dein Wort ist wohl Der Soh Uns segne Vater und er Sohn, uns Jegne Gott der heilge Geist! Dem glle Welt die Ehre tu, vor ihm sich fürchte allermeist! Nun sprecht von Herzen Amen! Martin Luther g. 1483 + 1546. 166. Psalm 12. Eigene Melodie. Ac Gott, vom Himmel sieh darein und laß dich des er⸗ harmen, wie wenig sind der Heilgen dein, verlassen sind wir Armen. Dein Wort man läßt nicht haben wahr, der Glaub ist auch verloschen gar bei allen Menschenkindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, was eigen Witz erfindet; ihr G0 nicht Eines Sinnes ist. in ottes Wort gegründet. Der wählet dies, der andre das, sie trennen uns ohn alle Maß und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten ganz und gar, die falschen Schein uns lehren und deren Zung stolz offenbar spricht: Trotz! wer wills uns wehren? Wir haben Recht und Macht allein, was wir setzen, das gilt gemein: wer ist, der uns soll meistern? 4. Darum spricht Gott: Ich muß auf sein, die Armen sind verstöret; ihr Seufzen dringt zu mir herein, ich hab ihr Klag er⸗ höret. Mein heilsam Wort soll auf den Plan, getrost und frisch 90 ie greifen an und sein die Kraft er Armen. 5. Das Silber, durchs Feur siebenmal bewährt, wird lauter funden; am Gotteswort man warten soll desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz hbewähret sein; da wird sein Kraft erkannt und Schein und leucht stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, be⸗ wahren rein vor diesem argen Gschlechte, und laß uns dir be⸗ fohlen sein, daß sichs in uns nicht flechte. Der goltlos Hauf sich umher findt, wo diese losen Leute sind in deinem Volk er⸗ haben. Martin Luther g. 1483 1546. 167. Psalm 124. Eigene Melodie. Woi Gott nicht mit uns diese — Zeit, so soll Ifrael sagen, wär Gott nicht mit uns diese Zeit, wir hätten müßn verzagen, die so ein armes Häuflein sind. peracht von so viel Menschen⸗ kind, die an uns setzen alle. 2. Auf uns so zornig ist ihr Sinn; hätt Gott es zugegeben, verschlungen hätten sie uns hin mit ganzem Leib und Leben wir wärn, als die ein Flut Waste und über die groß asser läuft und mit Gewalt verschwemmet. 3. Gott Lob und Danb, der nicht zugab, daß ihr Schlund uns möcht fangen. Wie ein Bogel des Stricks kommt ab, ist unsre Seelentgangen. Strick ist entzwei, und wir sind frei; Lieder von der christlichen Kirche. des Herren Name steht uns bei, des Gottes Himm'ls und Erden. Martin Luther g. 1483 7 1546. 168. Psalm 46. Eigene Melodie. Ein feste Burg ist unser Gott. ein gute Wehr und Waften. er hilft uns frei aus aller Not. die uns jetzt hat betrofßen, Der alt böse Feind mit Ernst ers jetzt meint, groß Macht und piel List sein grausam Rüstung ist, auf Erd ist nicht seins Gleichen. 2.Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar hald ver⸗ loren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst er⸗ koren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der dter Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Jeld muß er be⸗ halten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Ber Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, tut er uns doch nichts: das macht. er ist gericht, ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stan und kein Dank dazu haben. Er ist dei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Ga⸗ ben. Nehmen sie den Leib. Gut, Ehr, Kind und Weib, laß fahren dahin. sie habens kein Gewinn, das Reich muß uns doch bleiben. Martin Luther g. 1483 4 1546. SNVEV 5— X Lieder von der christlichen Kirche. 9¹ 169. Eigene Melodie. Erhe alt uns, Herr, bei deinem ort, und steure deiner Feinde Mord, die Jesinn Chri⸗ stum deinen Sohn wollen stür⸗ zen von deinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr Daln Christ, 99— du Herr aller Chuite bist, beschirm dein arme Drisenbei. daß sie dich lob in Ewigheit. 3. Gott heilger Geist, du Tröster wert, gib deinm Vol ein'rlei Sinn auf Erd, steh bei uns in der letzten Not, g'leit uns ins Leben aus dem Tod! Martin Luther g. 1483 1546. 170. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. Ac bleib bei uns, Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, lab ja bei uns auslöschen nicht! 2. In dieser schwern betrüb⸗ ten Zeit verleih uns, dam Be⸗ ständigkeit, daß wir dein Wort und Salrament behalten rein bis an das End. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt, wir sind sonst sicher, faul und kalt; gib Glück und Heil i deinem Wort, 15 daß es chall an manchem Ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und Mord des brarer Trug und Mord, gib deiner Gid Kirche Gnad und Huld, Fried, Emnigkeit, Mut und Geduld! 5. Ach Gott, es geht 191 übel Ruh auf dieser Erd ist keine viel Sekten und groß Schenmersianremem Haulen kommt herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die sich mit G'walt er⸗ heben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen 4 D Lehr. Die Sach und Ehr, Herr Sesn Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich ver⸗ lassen frei. 8. Dein Wort ist unsers Her⸗ zens Trutz und deiner Kirche wahrer Schutz, dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts andres suchen mehr. 9. Gib, daß wir lebn in dei⸗ nem Wort und darauf ferner fahren fort von hinnen aus dem Jammertal zu dir in deinen Himmelssaal. Nach Nik. Selnecker g. 1532 4 1592. 171. Mel. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. Vergage 1. du Bend klein, obschon die Feind willens sein, dich gänzlich zul verstören, und suchen denwen Untergang, davon dir wird recht angst und bang; es wird nicht lange währen. 2. Tröste dich nur, daß deine Sach ist Gottes, dem befiehl die Rach und laß es ihn nur walten! 95 wird durch seinen deon.“) den er wohl weiß, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten. Richter 6, 13. 9² 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, muß Welt, Teufel und Höllenpfort und was dem tut anhangen endlich werden zu Schand und Spott. Gott ist mit ums und wir mit Gott: den Sieg wolln wir erlangen. (Dies Lied ließ Gustav Adolf am Morgen der Schlacht bei Lützen, am 16. November 1632, beim Feldgottes⸗ dienst singen.) 17². Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. O Jesu Christe, wahres Licht, Aerleuchte, die dich kennen nicht, und hringe sie zu deiner Herd, daß ihre Seel auch selig werd, 2. Erfülle mit dem Gnaden⸗ Rn die in Irrtum verführet sein; auch die, so heimlich noch sicht an in ihrem Sinn ein fal⸗ scher Wahn. 3. And was sich sonst ver⸗ laufen hat von dir, das suche du mit Gnad und ihr verwundt Gewissen heil, laß Himmel haben teil! 4. Den Tauben öffne das Gehör, die Stummen richtig reden lehr, die nicht bekennen wollen frei, was ihres Herzens Glaube sei. 5. Erleuchte, die da sind ver⸗ blendt, bring her, die sich von uns getrennt, versammle, die zerstreuet gehn, mach feste, die im Zweifel stehhn. 6, So werden sie mit uns zugieich guf Erden und im Himmelreich, hier zeitlich und sie am dort ewiglich für solche Gnade utd ich dein, deine preisen dich. Zoh. Heermann g. 1585 1647. Lieder von der christlichen Kirche. 173. Jesais 49. Eigene Melodie. Zion klagt mit Angst und Schmerzen, Zion, Gottes werte Stadt, die er trägt in sei⸗ nem Herzen. die er iher erwählet hat. Ach. spricht sie wie hat mein Gott mich verlassen in der Not und läßt mich so harte pressen! Meiner hat er ganz vergessen. ö 2. Der Gott. der mir hat ver⸗ sprochen seinen Beistand jeder⸗ such der läßt sich vergebens uchen jetzt in meiner Traurig⸗ keit. Ach will er denn für und für so gar grausam zürnen mir? Kannund will er sich der Armen jetzt nicht wie vorhin erbarmenꝰ 3. Zion, o du Vielgeliebte. sprach zu ihr des Herren Mund. zwar bist du jetzt die Betrübte, Seel und 1% tist dir verwundt doch stell alles Trauren ein Wo mag eine Mutter sein. die ihr eigen Kind kann hassen und aus ihrer Sorge lassen. 4. Ja wenn du gleich möchtest finden einen solchen Muttersinn, da die Biebe kann verschwinden, Memes ich doch, der ich bin. eine Treue bleibet dir, Zion, o du meine Zier; mein Herz hast du mir besessen, deiner kann ich nicht vergessen. 5. Laß dich nicht den Satan blenden, der sonst nichts als schrecken kann: siehe, hier in meinen Händen hab ich dich geschrieben an. Wie mag es denn anders sein? Ich muß ja Mauren muß ich bauen und dich fort und fort anschauen. Lieder von der christlichen Kirche. 93 6. Du bist stets mir vor den Augen, du liegst mir auf meinem choß, wie die Kindlein, die noch saugen; meine Treu zu dir ist groß. Dich und mich kann keine Zeit, keine Not, Gefahr und Streit, ja der Satan selbst nicht scheiden; bleib getreu in allem Leiden! Joh. Heermann g. 1585 + 1647. 174. Eigene Melodie, oder Herzliebster ZJesu, was hast du verbrochen. Cbri te, du Beistand deiner reuzgemeine, eile, mit Hülf und Rettung uns er⸗ scheine! Steure den JFeinden. ihre Blutgedichte mache zu⸗ nichte! 2. Streite doch selber für uns arme Kinder, wehre dem Teu⸗ fel, seine Macht verhinder, alles, was kämpfet wider deine Glie⸗ der, stürze darnieder! 3. Friede bei Kirch und Schu⸗ len uns heschere. Friede zugleich der Obrigkeit gewähre. Friede dem Herzen, Friede dem Ge⸗ wissen gib zu genießen! 4. Also wird zeitlich deine Güt erhoben, also wird ewig und ohn Ende loben dich, o du Wächter deiner armen Herde, Himmel und Erde. Matth. Apelles v. Löwenstern 9.1594 f 1648. 175⁵. Mel. Zion klagt mit Angst und Schmerzen. Zion. gib dich nur zufrieden, Gott ist noch bei dir darin, er straft, so liebt er auch, dies ist sein beliebter Brauch; Zion. lerne dies hedenken, warum willst du dich so kränken? 2. Treiben dich die Meeres⸗ wellen in den wilden tiefen See, wollen sie dich A zerschellen. mußt du rufen Ach und Weh, schweigt dein Heiland still dazu gleich als in der fanften Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen, diese Flut wird sich bald legen. 3. Berge, Felsen möchten weichen, ob sie noch so feste stehn, ja die ganze Welt des⸗ gleichen möchte gar auch unter⸗ gehn: dennoch hat es keine Not in dem Leben und im Tod; Zion, du kannst doch nicht wanken aus den wohlgefaßten Schranken. 4. Müssen schon allhie die Tränen deine schönsten Perlen sein muß das Seufzen und das Stöhnen schon das beste Lied dir sein, muß dein Purpur fein das Blut, und der Mangel Hab und Gut: Zion, laß dir doch nicht grauen, du kannst deinem Gott vertrauen. z. Dräut man dir mit Schmnach und Banden, mit dem Tod und Herzeleid. ei du wirst doch nicht zuschanden, denk nur an die Ewigteit! Sei nur fröhlich, wohlgemut. denn der Herr ists. der es tut. Zion. Gott wird dich schon stärken, dieses mußt du eben merken. 6. Freue dich, nun ist das Ende und der Abendf chon her⸗ bei: gib dich nur in Gottes Hände der dich nun will machen frei. Für die Trübsal, Spott und du bist nicht von ihm geschieden. Hoh er hat einen Vatersinn. Wenn ohn gibt er dir die Freuden⸗ kron. Zion, du wirst wieder 9⁴ Sieder von der christlichen Kirche. lachen, drum so laß die Welt nur machen! 7. Hallelujal deine Wonne. liebes Zion, wird mi groß. denn die schöne Gnadensonne nimmt dich recht in ihren Schoß den dir einen Freudengruß und en rechten Liebeskuß. Zion, wo ist nun dein Klagen? Jetzt kannst du von Freude sagen? 8. O ihr Engel, Dionhhert erben. freuet euch mit Zign hier! Denn die lebe hat wollensterben, oll nun leben für und für und ich freuen ohne Zahl in dem chönen Himmelssaal. Zion. wer will dich nun scheiden von dem Lamm und ewgen Freu⸗ den Soach. Pauli g. um 1636 Fnach 1674. 176. Offenb. Joh. ⁊ und 3. Eigene Melodie. Fasiß fort, fahre fort, Zion, Ffahre fort im Licht! Mache deinen euchter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensguelle! Zion, dringe durch die enge Pfort fahre fort, fahre fort! 2. Leide dich leide dich. Zion. leide ohne Scheu Trühsal, ½• mit Spott und Hohne. is in den Tod getreu, siehe guf die Lebenskrone! Zion, lede d du der Schlagen Stich, eide dich, leide dich! 3. Folge nicht W. nicht, Zion, folge nicht der Welt, die dich suchet groß zu machen: achte nichts ihr Gut und Geld alt am Beten und am Wachen! ion, wenn sie dir viel Lust ver⸗ pricht, folge nicht, folge nicht! 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüse recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; tue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten! Zion. beides das was krumm und schlicht, vrüfe recht, prüfe recht! 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott, stärke dich mit Geist und Leben, sei nicht wie die andern tot, sei du gleich den grünen Reben! Zion. in die Kraft, für Heuchelschein. dringe ein, dringe ein! 6. Brich herfür, brich herfür Zion. brich herfür in Kraft, weil die Bruderliebe brennet, zeige, was der in dir schafft, der als durt Braut dich hennet. Zion. urch die dir herßirl Tür brich herfür, brich herfür! 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu. laß dich ja nicht laulich finden!. Auf, das Kleinod rückt herbei, auf, ver⸗ laffe, was dahinten! Zion, in dem letzten Kampf und Strauß halte aus, halte aus! „Joh. Eusebius Schmidt g. 1670 1 1745. 177. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Treuer Hirte deiner Herde, deiner Glieder starker Schutz, sieh doch, wie die Asch und Erde, großer Gott, mit Grimm und Trutz tobt und wüttet wider dich und vermißt sich freventlich, deine Kirche zu zerstören und dein Erbteil zu verheeren. 2. Du. Herr, bist ja unser König, wir sind dein mit Leib und Seel. Menschenhülf ist hier Lieder von der christlichen Kirche. 9⁵ m 161 wo nicht du. Imma⸗ zu. der Deinen Rettung 120 und dich felbst zu Wot t pfe dein wahres Wort 0 kämpfen und der Feinde at zu dämpfen. 3. Es trifft deines Namens Ehre, deiner 16Glaube Heilig⸗ tum 250 deine Glaubenslehre, 9ui) Feidrar rofmind n 1 0 Dien 0—. dir 1905 —. eisten schuldig sein; da⸗ del ue Macht ja nicht s weigen, eine achthand wirst du zeigen 4. Stärke nur den schwachen Schall di Glauben, den bei so betrübter Jeit Fleisch und Satan uns zu rauben und mit Furcht und Henen. 5 uns zu Weishenh sind bemüht. Deine Weisheit kennt und sieht deiner Kinder schwach Vermögen und wird nicht zu viel auflegen. Hilf den Deinen und be⸗ kehre der Verfolger blindes eer, 5ah menn steur und n schn daß sie uns nicht werd mri. wer. lett dich D Be⸗ rängten an, leit auch die auf rechter Bahn, die noch jetzt durch d Satans Surten sich se bst um ihr Heil betrügen. 6. den uns recht und redlich handeln und in aubeneinfal dir 000 ch dat sen 263 wan⸗ eln, doch dabei uns 16e 2h hier sch chichen in die böse Zeit und vor Wde i Heiligkeit, auch der Feinde List und Wüten f uns mit Schlangenklugheit 7. Haß mit Beten und mit Wachen Wamd uns dich auf lafsen Hut und nur dich, Herr. lassen machen, so wird alles werden gut. Jesus streitet für uns hier und vertritt uns dort hei dir, bis wir auf der neuen Erden mit ihm triumphieren werden Henr. Kath. v. Gersdorf g.1648 71726. 178. Mel. Dir, dir, Jehova, will ich singen. Wan auf, du Geist der er⸗ sten Zeugen, die auf der Maur als md Wächter stehn, die Tag' und Nächte nimmer schweigen und die getrost dem Feind Die gande Welt d ja deren ie ganze Welt durch⸗ dringt und aller Völker Scha⸗ ren zu dir bringt. daß dein Feur doch bald entbrennte, o möcht es doch in alle Lande gehn! Ach Herr, gib doch in deine Ernte viel Knechte, die— treuer Arbeit stehn. O Herr der Ernt, 2* siehe doch darein: die Erni ist groß, da wenig Knechte sein. 3. Dein Sohn hat 0 mit klaren Worten uns diese Bitt in unsern Mund gelegt. siehe, wie an gllen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich hierum herzin⸗ brünstig anzuflehn; drum 101 o Herr, und sprich: Es soli geschehn 4. Wie kannst du uns denn dies versagen, was uns dein We selbst deutlich bitten heißtꝰ e denkst du dieses geibit agen, wozu du uns selbst 10 arbie deinen Geist?ꝰ Denn daß wir hierum brünstig zu dir flehn, das ist allein durch deinen Geist 958195 So gib dein Wort mit großen Scharen, die in der 96 Kraft Evangelisten sein; laß eilend Hülf uns widerfahren und brich in Satans Reich mit Macht hineinl. O breite, Herr. gauf weitem Erdenhreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 6. Ach daß die Hilf aus Zion kämel. Odaß dein Geist so, wie dein Wort verspricht, dein Bolk aus dem Gefängnis nähme! O würd es doch nur bald vor Abends licht! Ach reiß o Herr, den Himmel bald ent zwei“) undkommherabzur Hülf und mach uns frei! Ses. 64,1. 7. Ach laß dein Wort recht schnelle laufen, es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein! Ach führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll in allen Toren ein! Jawecke doch guch Ifrael bald auf und also segne deines Wortes Lauf! 8. O bessre Zions wüste Stege, und was dein Wort im Caufe hindern kann, das räum ach räum aus jedem Wegel Pertilg. o Herr, den falschen Glaubenswahn und mach uns bald von jedem Mietling frei. daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sei. 9. Saß jede hoh und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes sein, ja sitze du nur auf dem Stuhle und präge dich der Zugend selber ein daß treuer Cehrer viel und Beter sein, die für die ganze Kirche flehn und schrein. 10. Du hast uns Hirten ja versprochen, die du nach deinem Herzen geben willt; nun wird dein Wort niemals gebrochen ein jedes Wort wird Punkt Sieder von der christlichen Kirche. für Punkt erfüllt: drum halt ich dieses klare Wort dir vor, ach denke dran und neig uns erz und Ohr! 11. Herr. zürne nicht, daß ich so bitte, da ich vor dir nur Staub und Usche bin. Du, gls der Brunnquellaller Güte gibst selber mir etwas von deinem Sinn, daß mich der Menschen Elend jammern kann; drum bitt ich, Herr, o nimm mein Bitten an! KarlHeinr. v. Bogatzhy g. 1690 1177⁴ 179. Mel. Valet will ich dir geben. Der du zum Heil erschienen der allerärmsten Welt und pon den Cherubinen zu Sün⸗ dern dich gesellt, den sie mit hane) Stolze verhöhnt für eine Huld, als du am dürren Holze versöhntest ihre Schuld: 2. Damit wir Kinder würden,. gingst du vom Vater aus, nahmst auf dich unsre Bürden und hautest uns ein Haus: von Westen und von Süden, von Morgen ohne Zahl sind Gäste nun beschieden zu deinem Abendmahl. 3. Im schönen Hochzeitkleide pon allen Flecken rein, führst du zu deiner Freude die Bölker⸗ scharen ein; und welchen nichts verkündigt, kein Heil verheißen war. die bringen nun entsündigt dir Preis und Ehre dar. 4. Drum kann nicht Ruhe werden, bis deine Liebe siegt. bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt, bis du im neuen Leben die Dugegehen Welt dem, der sie dir gegeben, vors Angesicht gestellt. Lieder von der christlichen Kirche. 97 5. Und siehe. tausend Fürsten mit Bölkern ohne Licht stehn in der Nacht und dürsten nach deinem Angesicht; auch sie hast du gegraben in deinen Priester⸗ Wé schild,) am Brunnauell sie zu laben, der dir vom Herzen quillt. S 2. Mos. 28,29. 6. So sprich dein göttlich Werde, laß deinen Odem wehn. daß auf der finstern Erde die Toten auferstehn; daß woman ötzen frönet, und vor den Teufeln kniet, ein willig Vollz versöhnet zu deinem Tempel zieht. Albert Knapp g.1798 T1864. 180. Mel. Wachet auf, rust uns dieStimme. Einer ists. an dem wir hangen, der für uns in den Tod ge⸗ gangen und uns erkauft mit seinem Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen gehören dir, o Mann der Schmerzen, in deiner Liebe xuht sichs gut. Nimm uns Muh Eigentum bereite dir zum uhm deine Kinder, verbirg uns nicht das Gnadenlicht von deinem heilgen Angesicht! 2. Nicht wir Hanmn dich er⸗sch wählet, du selbst hast unsre Zahl gezählet nach deinem ewgen Gnadenrat. Unsre Kraft ist schwach und nichtig, und keiner ist zum Wertke tüchtig, der nicht von dir die Stärke hat. Drum d hrich den eignen Sinn, denn Armut ist Gewinn schn den ö 10. e 15 in ch d wügt olg rr, dir nach und träg mit Ehren deine Schmach. 3, O Herr Iesu, Ehrenkönig. die Ernt ist groß, der Schnitter aus! Sende sie hinaus in Gna⸗ den, viel frohe Gäste einzuladen azum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem den deine Wahl beruft zum Abendmahl im Reich Gottes! Da ruht der treit, da währt die Freud heut, gestern und in Ewigkeit. Albert Knapp g. 1798 1864 181. Mel. Fahre fort. Reich des Herrn. Reich des Hexrn, brich hervor in vollem Tag, deiner Strahlen Macht erhelle was in Todes⸗ schatten lag. Wolk und Zwei⸗ felsnebel fälle, sende Licht und Wärme nah und fern, Reich des Herrn, Reich des Herrn! 2. Siege bald, siege bald, homm, das kalte Reich der Vacht aller Enden zuzerstören! Sieh, es sammelt seine Macht, och wer kann den Sieg dir wehren? denn die Sonne der Gerechtigkeit führt den Streit, führt den Streit. 3. Gottes Held, Gottes Held, mit der Gnade Siegsgewalt hlage Feind an JFeind dar⸗ nieder, hring in deine Herrschaft hald alles Abgefallne wieder! Dann umarmen Freud und Friede sich ewiglich, ewiglich. 4. Uberall, überall laß bis an der Welten Rand, laß durch jeden Kreis der Erden deinen Namen Hen erkannt, deine Kraft verherrlicht werden, bis du als der Völzer Friedefürft herrschen wirst, herrschen wirst. 5. Menschenhuld, Menschen⸗ huld klopft in deiner milden wenig. drum sende treue Zeugen Brust, unter Menschenkindern 7 9 wohnen das ist deines Herzens Sust. Nimm, o nimm die Na⸗ tionen, nimm zum Wohnsitz glle Länder ein, sie sind dein, sie sind dein. 6. Aber ihr. aber ihr. die der Konig ausgesandt, geht voran in alle Jonen, bahnt die Weg und macht bekannt unter allen Nationen, wie die Gnade, wo der Herr regiert, triumphiert, triumphiert. chritt. 8. Kommt herbei, kommt herbei, frohe Zeiten, säumet nicht, daß der Herr sich offen⸗ hare als der Völker Recht und Licht. Kommt. daß glle Welt erfahre, wie die Menschenherd ihr großer Hirt weiden wird, weiden wird. Karl Bernh. Garve g. 1763 1 1841. 182. Mel. Jesus, meine Zuversicht. ine Herde und Ein Hirt! E Wie wird dann dir—1 0 wird! Freue dich, du kleine Herde, mach dich auf und werde licht: Jesus hält, was er ver⸗ spricht. 2. Hüter, ist der Tag noch en Weiden, und die Herrlich⸗ geit des Herrn nahet dmmernd sich den Heiden, blinde Pilger Lieder von der christlichen Kirche. flehn um Licht: Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm. o komm. getreuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde, 2 wie manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Herde! Kleine Herde, zage nicht: Jesus hält, was er verspricht. . Sieh. das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrotes Helle. und der Sohn der Wüste kniet dürstend an der Sebens⸗ quelle, ihn umleuchtet Morgen⸗ licht: Jesus hält, was er ver⸗ spricht. 5. Gräber stehen aufgetan: Geheine. spricht. 6. O des Tags der Herrlich⸗ keit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Kicht und Mach dich Fried und Wonne! Mach dich auf! es werde Licht! Zesus hält, was er verspricht. Frdr. Ad. Krummacher g. 1767 T1845. 183. Mel. Wachet auf, ruft uns dieStimme. Gostes Stadt ist fest gegrün⸗ den Schon ergrünt es aguf Erde wenn sein Tag erscheinen det auf heilgen der nies es verbündet sich wider sie die ganze Welt; dennoch steht sie und wird stehen, man wird an ihr mit Staunen sehen, wer 2 die Hut und Wache hält. er Hüter Isfraels ist Lob⸗ Heiles Fels. Halleluja! Lob⸗ singt und sprecht: Wohl dem Geschlecht, das in ihr hat das Bürgerrecht! ENSS Lieder vom Worte Gottes. 99 2. Zions Tore liebt vor Wohl⸗ der Herr mit it Ure M flah en, macht ihre Weoel stark und fest, sehnet. die dar⸗ innen ehhen weiß über⸗ schwenglich dem zu alten der ihn nur tun und walten läßt. Wie groß ist seine Huld, wie trägt er mit Geduld all die Sei⸗ nen! O Gottes Stadt, du reiche Stadt, die solchen Herrn und König hat! 3. Große, heilge Dinge wer⸗ den in dir gepredigt, wie auf Erden sonst unter keinem Voll man hört. Dubasideneumd Wahrheit. du hast den Geist und hast die Klarheit, die alle Fin⸗ di sternis 9. forten Da hört man 50 und fort das teuer werte ort ewger Gnade. Wie lieb⸗ lich tönt, was hier versöhnt und dort mit ewgem Leben krönt! 4. Auch die nichts davon ver⸗ nommen, die fernsten Bölker werden kommen und in die Tore Zions gehn. Denen, die im Finstern 5pred wird guch der Herr noch predgen lassen. was einst für alle Welt geschehn. Wo ist der Gottessohn, wo ist sein Gnadenthron? wird man Zion sagen: Wie mehrt si ⸗ ner Bürger Zahl! Vol staunen wird man schauen. wie Gott sein Zion mächtig bauen und herrlich weitern wird ein⸗ mal. Erhebet Hersz und Sinn! Es ist die Nacht schier hin für die Heiden; es kommt ihr Tag, sie werden wach, und Ifraei folgt ihnen nach. 6. Gottes Stadt, du wirst auf Erden die Mutter aller Völker werden, die ewges Leben fan⸗ den hier. Welch ein Jubel, wie am Reigen, wird einst von dir zum Himmel steigen! Die Le⸗ bensbrunnen sind in dir. In dir das Wasser quillt, das glles Dürsten ftillt. Halleluja“ Von Sünd und Tod, von aller Not erlöst nur Einer, Zions Gott! K. J. Phil. Spitta g. 1801 4 1859. 184. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Kede bal Dadmr siege, daß alles bald dir mnterieze was lebt——— webt in dieser Welt. Blick auf deine Irie⸗ Oeheboben, laß wehen deinen Sebensodem durchs ganze weite fragen. Dann kommit die Zeit. Totenfeld! Erhöre unser Flehn wo weit und breit erscheint der und laß es bald geschehn! Herr in Herrlichkeit. 5. Darum stellet ein die Kla⸗ gen, man wird noch einst zu Amen, Amen! So rühmen wir und jauchsen dir ein Halleluja für und für! 1852.(2) XIII. Lieder vom Worte Gottes. 185. Eigene Melodie. Diers 518 die heilgen Wahn Gebot, die uns gab unser Herre Gott durch Mosen, seinen Ema treu, hoch auf dem Berg Sinai. Kyrieleis! 2. Ich bin allein dein Gott der Herr, kein Götter sollst du haben mehr; du sollst mir ganz 7* 100⁰ vertrauen dich, von Herszens. grund lieben mich. Kyrieleis! 3. Du sollst nicht führen zu Unehrn den Namen Gottes, deines echern du sollst nicht preisen recht noch gut, ohn was Gott selbst redt und tut. Ky⸗ rieleis! 4. Du sollst Amndd den sieb⸗ ten Tag, daß du und dein Haus ruhen mag; du 45 t von dein m Tun lassen ab, daß Gott sein Werkk in dir hab. Kyrieleis! 5. Du sden VDa und gehor⸗ 5 sein dem Bater und utter dein und wo dein Hand ihn'n dienen kann, so wirst du langs Leben habn. 6. Du sollst nicht töten zornig⸗ lich, nicht hassen noch selbst rächen dich. Geduld haben und sanften Mut und auch dem Feind tun das Gut. Kyrieleis! 7. Dein Eh sollst du bewahren rein, daß auch dein Ken kein andre mein', und halten keusch das Leben dein mit Zucht und Mäßigheit fein. Kyrieleis! 590 sollst nicht stehlen Geld 4050 Gut, nicht wuchern je⸗ mands Schweiß und Blut; du den auftun dein milde Hand en Armen in deinem Land. Kyrieleis! 9. Du Hn. kein falscher Zeuge sien nicht lügen auf den Näch⸗ ten dein; sein Unschuld sollst auch retten du und seine Schand decken zu. Kyrieleis! 10, Du sollst deins Nächsten Weib und Haus begehren nicht. noch etwas draus du sollst ihm wünschen alles Gut, wie dir dein Herz selber tut. Kyrieleis! der Lieder vom Worte Gottes. 11. Die G'bot all uns gege⸗ ben sind, daß du dein Sünd, o Menschenkind, erkennen soilst und lernen wohl, wie man vor Gott leben soll. Kyrieleis! 12. Das helf uns der Herr Jesus Christ, der unser Mittler worden ist; es ist mit unsrem Tun verlorn, verdienen doch eitel Zorn. Kyrieleis! Martin Luther g. 1483 4 1546. 186. Ml. HerrSesuChrist, dich zu uns wend Gott, du 5, daß Gnaden⸗ hort, verleih, daß uns dein göttlich Wort pon Ohren so zu Kyrieleis! umd Se dring, daß es sein Kraft Schein vollbring. +. Der einge Glanb ist diese weraft 15 fest an Jesu Christo haft;: die Werk der Lieb sind dieser Schein. dadurch wir 23 5 Jünger sein. Verschaff bei uns auch,. leber Geit daß wir durch deinen Geist je mehr in dein x Erkennnis nehmen zu und endlich bei dir finden Ruh. Konrad Huber g. 1507 T 1577.“ 187⁷. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Rode. daiht a rede, denn dein Kind gibt ach 800 Stärke mich, denn ich bin blöde, daß ich mlehe Lebens Lauf dir zu. Ehren setze fort. Ach so laß dein heilig Wort in mein Herze sein verschlossen, dir zu folgen unverdrossen. 2. Ach wer wollte dich nicht hören, dich, du liebster Men⸗ Worund Sind doch deine ort und Lehren alle herslich Lieder vom Worte Gottes. ales gemeint. 1 vertreiben alles Leid; auch des Honigs Süßigkeit muß vor deinen Worten weichen, ihnen ist nichts zu vergleichen. 3. Deine Worte sind mein Stecken, dessen ich mich trösten kann, wenn der Teufel mich will schrecken auf der schmalen Lebensbahn: n führen ohne Dual mich hin durch des Todes Tal, diese sind mein Schirm und Eh Stütze wider alle Kreuzesblitze. 4. Jesu, dein Wort soll mich laben, deine trostgefüllte SHehr H will ichi in mein Herz vergraben. ch nimm sie jag nimmermehr hier von mir in dieser Zeit, bis ich in der den Cht werde hom⸗ d Ehren, dich, o men zu den 3 selbst zu hören. Unterdes vernimm mein Siehen Vent bei di höre mich: laß mich fest bei dir bestehen! Ich. 56r3 Summ unnd Meuund. ch F mit H Sinn und will d und Dank in Demut bringen und dein hohes Lob besingen. Anna Sophia, Landgräfin zu Hessen⸗ Darmstadt g. 1638 4 1683. 188. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Wo Menschen sind zu dem, Gott, was geistlich ist, Imtüchtig; dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig; wir wissens und ver⸗ stehens nicht, wo uns dein gött⸗ b lich Wort und Licht den Weg 112 dir nicht weiset. 2. Drum sind porzeiten aus⸗ Rsarde Propheten, deine nechte, daß durch dieselben H ihnen 10¹ würd bekannt dein heilger 2 und Rechte; zum letzten ist dein einger Sohn. o Vater. von des Himmels Thron selbstkommen uns zu lehren. 3. Für solches Heil sei, Herr. gepreist! Laß uns dabei ver⸗ bleiben und gib uns deinen heilgen Geist, daß wir dem Worte gläuben, dasselb an⸗ nehmen 31 Beb! mit Sanftmut, rfurcht, Lieb und Freud als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der losen Spötter auf uns nicht vom Wort ab⸗ wende; denn ihr Gespött samt drauf mit recken nimmt ein Ende. Gib du selbst einem Worte Kraft, daß deine Lehre in uns haft, auch reichlich bei uns wohne. 5. Offn uns die Ohren und das Herz, daß wir das Wort Saoi in Lieb und Leid, in reud und Schmerz es aus der ich Ir zu eder Stund Ehr 9 nicht lassen; daß wir nicht örer nux allein des Wortes, sondern Täter sein, Frucht hundertfältig bringen. 6. Am Weg der Same wird sofort vym Teufel hingenom⸗ 5182 in Fels und Steinen kann das Wort die Wurzel nicht be⸗ kommen; der Sam, so in die Dornen fällt, von Sorg und Wollust dieser Welt verdirbet und ersticket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich dem guten frucht⸗ arn Lande und sein an guten Werkeen reich in unserm Amt und Stande, 5 Früchte brin⸗ gen in Geduld. bewahren deine Sehr und Huld im feinen, guten erzen. 10² Sieder vom Worte Gottes. hier. 5. 25 25 Wimder 190 ier, den eg der Sünder rn ri meiden, gib, daß wir halten fest W Fhdaß uach Ne. an dir in Anfechtung und Lei⸗ 3 ů I den. Rott aus die Dornen all⸗ Wé 9.. as du n Last xe⸗ zumal, hilf ums die Weltlorg geben, daß wir darnach an überall und böse cüste dämofen! allem Ort solln richten Lehr und 9. Dein Wort. o Herr, laß Seben, ist worden kund aus allweg sein die Seuchte unsern deinem Mund und in der Füßen, erhalt es dei uns klar Schrift heschrieben rein. Anecht und rein. hilf daß wir draus und recht durch deine Knecht. genießen Kraft, Rat und Trost vom heilgen Geist getrieben. in aller Not, daß wir im Leben 2. Dies Wort, das jetzt in Han im Tod beständig darauf Schriften steht, ist jest und un⸗ trauen.. beweglich; zwar Himmel un 10. Gott Bater, laß zu deiner die Erd vergeht, Gotts Wort Ehr dein Wort sich weit aus⸗ hleibt aber ewig; kein Höll, kein dreiten. hilf. Jesu. daß uns Plag noch jüngster Tag vermag deine Lehr erleuchten mög und es zu vernichten; drum denen leiten o heilger Heist. dein gött⸗soll sein ewig wohl, die sich dar⸗ lich Work laß in uns wirtzen nach recht richten. fort und fort Glaub, Lieb. Ge⸗ 3. Es ist vollkommen hell und duld und Hoffnung! blar, ein Richtschnur reiner David Deniche g. 1603 7 1680. 77 Lehre; es zeigt uns auch ganz offenhar Gott, seinen Dienst 189. und Ehre und wie man soll Mel. Herr Zesu Christ, dich zu uns hier leben wohl. Cieb, Hoffnung. wend. Glauben üben:; drum fort und H öffne mir die Herzens⸗ fort wir dieses Wort von Ntür, zeuch mein Herz durch Herzen sollen lieben. dein Wort zu dir, laß mich dein 4. Im Kreuz gibts Luft. in Wort hewahren rein laß mich Traurigheit zeigt es die Freu⸗ dein Kind und Erbe sein! denquelle; den Sünder, dem 2. Dein Wort bewegt des die Sünd ist leid. entführet es Herzens Grund. dein Wort der Hölle; gibt Trost an Hand, macht Leib und Seel gesund. macht guch bekannt, wie man dein Wort ists das mein Herz soll willig sterben, und wie zu⸗ erfreut, dein Wort gibt Tros gleich das Himmelreich durch und Seligheit. Christum zu ererben. 3. Ehr sei dem Vater und 5. Siehr solchen Nutz so dem Sohn. dem heilgen Geist große Kraft, die nimmer ist zu in Einem Thron! Der heiligen schätzen, des Herrn Wort in Dreieinigkeit sei Lob und Preis uns wirkt und schafft; darum in Ewigkeit! wir sollen setzen zurüch Gold. Zoh. Olearius g. 1611 4 1684. Geld und was die Welt sonst Lieder vom Worte Gottes. herrlich pflegt zu achten. und jederzeit in Lieb und Leid nach dieser Perle trachten. 6. Num. Herr, erhalt dein heiligs Wort, laß uns sein Kraft empfinden. den Jeinden steur an allem Ort, zeuch uns zurück pon Sünden! So wollen wir dir für und für von ganzem 91 danben. Herr, unser ort. laß uns dein Wort fest⸗ 191. Mel. Hilf mir, mein Gott, hilf, daß nach dir. Dein Wort, Herr, ist die rechte Pehr, ein Licht, das uns erleuchtet, ein Schild zu unsrer Gegenwehr, ein Tau, der uns befeuchtet, ein Stär⸗ kungstrank, wenn wir uns krank an Seel und Geist be⸗ finden, ein festes Band, das unsre Hand mit deiner kann verbinden.— 2. So führe denn auf rechtem Pfad durch dies dein Licht mich Blinden, laß mich durch deinen Schutz und Rat den Satan überwinden! Die Süßigkeit laß allezeit von deinem Wort mich schmecken, und deine Gunst in mir die Brunst der Gegenlieb erwecken! 3. Verleih auch deinen guten Geist, der alles das versiegle, woxin dein Wort mich unter⸗ weist, daß ich mich drin be⸗ spiegle, und immerdar dies, was ich war und was ich bin, erkenne, auch niemals mehr von deiner Lehr in Sünd und Irrtum renne. 4. Gih meinem Glauben Stärk und Kraft, die alles kann 103 vollbringen, damit durch dessen Eigenschaft ich ritterlich kann ringen und Kreus und Not. ja gar den Tod viel lieber woll erleiden, als daß ich hier vom Wort und dir mich ließ aus Kleinmut scheiden. 17¹⁴. 192. Mel. Gott des Himmels und der Erden CTeures Wort aus Gottes halten und nicht wanken! 1698.— 4 Segen trägt. dich allein hab ich re Munde, das mir lauter zum Grunde meiner Seligkeit gelegt: in dir treff ich alles an, was 2W Gott mich führen kann. 2. Will ich einen Vorschmack hahen, welcher nach dem Him⸗ mel schmeckt, so kannst du mich herrlich laben, weil bei dir ein Tisch gedecht, der mir lauter Manna schenkt, mich mit Lehenswasser tränkt. 3. Du mein Paradies auf Erden, schließ mich stets im Glauben ein, laß mich täglich klüger werden, daß dein heller Gnadenschein mir bis in die Seele dringt und die Frucht des Lebens bringt. 4. Geist der Gnade. der im Worte mich an Gottes Herze legt. öffne mir des Himmels Pforte, daß mein Geist hier recht erwägt, was sem Wort Gottes Hand durch sein Wort ihm WWale n WIAA 5. Lasse mich in diesen Schranken sonder eitle Sorgen sein, schließe mich mit den Ge⸗ danken in ein stilles Wesen ein, daß die Welt mich gar nicht stört, wenn mein Hers dich reden hört. 6. Gib dem Samkorn einen Acker, der die Frucht nicht 10⁴ Lieder vom Worte Gottes. Anden wach bleibt; mache mir die ugen wacker, und was hier dein Finger schreib t, den meinem Herzen ein, laß den Zwei el ferne sein. 7. Was ich lese, laß mich mer⸗ Wir dden Wori laß mich tun! dein Wort den Glauben stärben, laß es nicht dabei be⸗ ruhn, sondern gib. daß auch da⸗ bei ihm das Leben ä hnlich sei. 8. Hilf, daß alle meine Wege nur nach dieser Richtschnur 105 Wa ich hier zum Grunde Sa —— müsse wie ein Fel Nicn und ß mein Geist auch Rat und Ral in den größten Nöten hat. 9, Laß dein Wort mir einen Duucke dr in der Folge Jesu sein, drücke drauf ein Gnadensiegel, schließ den Schatz im Herzen ein, daß ich festim Glauben steh, bis ich dort zum Schauen geh. Benjamin Schmolch g. 1672 4 1737. 193. Mel. O du Liebe meiner Liebe. err, dein Wort, die edle Gabe, diesen S erhalte mir, denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht Iader soll gelten, worguf soll der Glaube ruhn? Mir ists nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu ti In. 2. Halleluja, Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, el ich mög in deinem Ramen t bei deinem Worte stehn; la mich RHuh in beflissen, dir zu dienen früh und spat und zugleich zu deinen Füßen sitzen. wie Maria tat. V. 1. N.L.v. Zinzendorf g.1700 11760. V. 2. Chsin. Gregor g. 1733 1801. 194. Mel. Zesu, meine Freude. Wort des höchsten Mundes, Engel meines Bundes, Jesu, unser Ruhm. bald. da wir gefallen, ließest du erschallen Eyangelium, eine Kraft. die Glauben schaffl, eine Botschaft, die zum Leben uns von dir gegeben. 2. Was sein Wohlgefallen vor der Zeit uns allen fest be⸗ stimmet hat, was der Opfer hatten längst, verkündet hatten, das vollführt sein Rat. Was die Schrift verspricht, das trifft alles ein in Jesu Namen und ist Ja und Amen. 3. Alles ist vollendet, Jesu Gnade wendet allen Zorn und Schuld. Jesus ist ale Onad Jesus hat erworben alle Gnad und Huld. Auch ist dies für⸗ wahr gewiß: Jesus lebt in Preis und Spre: ach er⸗ wünschte Lehre! 4. Uns in Sünden Toten machen Jesu Boten dieses Seben kund. Lieblich sind die Füße, und die Lehren süße, teuer ist der Bund. Aller Weli ist nun vermeldt durch der gu⸗ ten bebehre. Lehre, daß man sich bekehre. 5. Dem itern Schmt Her⸗ zen, die in bittern Schmerzen das Gesetz zerschlug. kommt zu dessen Gnaden, der für euch heladen alle Schmerzen trug. Jesu Blut stärkt euren Mut, Gott ist hier, der euch geliebet und die Schuld vergibet. 6. Dieser Grund er fälh wenn die Welt vergehet, fällt er doch nicht ein. Darauf will — XHOV =S — S Lieder vom Worte Gottes. 10⁵ ich bauen; so soll mein Ver⸗ vollendet; was Christi Gnade trauen evangelisch sein; auch guts ver jeißt, wird dem, der will ich nun würdiglich diefer gläubig sich erweist, frei und Kraft. die mir gegeben, evan⸗ umsonst gegeben. gelisch leben. 5. Wo das Gesetz den Sün⸗ J. Nelu. deine Stärke schaffet der findt, da schlägt es ihn da⸗ diese Werke, stehe du mir beil nieder; das Evangelium ver⸗ Nichts kann mich nun scheiden. bindt und heilt die Wunden hilf denn, daß mein Peiden wieder; jens predigt Sünde, epangelisch sei. Laß auch mich Zorn uund Iluch, dies öffnet dir einmal auf dich, als ein Kind mit das Lebensbuch in des Erlö⸗ dir zu erben, evangelisch sterben! sers Wunden. Heinr. Cornelius Hecher 6. Jens decket dir dein Elend 9. 1699 4 174a3. auf, dsch 1gen von Parnhengte lens schläget unbarmherzig 195. Aum dies hebt—4 0 0— Mel. Es ist das Heil uns kommen er, Fiumen: ens zeigt und dro— oder Es is aihin an der Zeil. dir Tod und 1015 hilfet lr Gesetz und Evangelium sind dir Geist Imd Leben brinat beide Gottes Gaben, die wir in unserm Christentun he⸗ 7. Was das Gesetz zu sagen ständig nötig haben; doch bleibt hat, gehört für rohe Herzen, für ein großer Unterschied, den nur Heuchler, die schon reich und ein solches Auge sieht, das satt, die mit der Sünde scher⸗ ottes Geist erleuchtet. den 51 se Eiichnnr enek ane esetz Qmöl senkt sich in eine Kranke ahih. in amn Ins Hns e⸗ Seel, die elend und beladen. rieben: Wir sollen nämlich„8. Wenn das Gesetz den jederzeit Gott und den Nächsten Zwech erreicht so hört es auf liehen. Daß aber Gott die Welt zu fluchen; sein Zwang, sein Cliebt und seinen Sohn für Blitz sein Brohen weicht, wenn ünder gibt, das muß er selbst man will Gnade suchen; es entdecken. Hun zum ch an diese Patnbi 3. In dem Gesetz wird unsre hin, wenn ich an diesen g ãubig Pflicht uns ernstlich 3 bin. so hat der Trost kein Ende. gen: das Cvangelium kann„9. Mein Gott, lab diesen nicht als nur pon Gnade sa⸗Unterschied mich in der Tat er⸗ gen jens zeigt dir, was du tun sahren, nach Sündenangst laß sollst an. dies lehrt, was Gott Trost und Fried sich in der an dir getan; jens fordert, die⸗ Seele pagren! Dreib mich ses schenket. durch des Gesetzes Fluch, daß 4. Was das Gesetz dir guts ich die Gnade Wmen such in verspricht, wird dir nicht zuge⸗ des Erlösers Armen. wendet, es sei denn, daß du 10, Gib aus dem Epangelio deine Pflicht vollkommen hast mir Kräfte, dich zu lieben und 10 Lieder vom Worte Gottes. als dein Kind mich frei und froh schmechen, laß keinen Spott. o in dem Gesetz zu üben. Gib Herr mein Gott, mich von dem Gnade, daß ich nmeine Pflicht Glauben schrecken! mit Heiligkeit und Zuversicht 3. Wo hätt ich Licht, wo⸗ in Lieb und Glauben leiste. fern mich nicht dein Wort die Joh. Jak. Rambach g. 1693 + 1735⁵. Wahrheit lehrteꝰ Gott, ohne sie verstůnd ich nie, wie ich dich 196. würdig ehrte. Mel. Zesu, meines Lebens Leben. 4. Dein Wort erhklärt der Das ist eine selge Stunde,. Seele Wert. Unsterblichkeit und Jesu. da man dein gedenkt Sehen. Zur Ewigkeit ist diese und das Herz von Herzens⸗ Zeit von dir mir übergeben. grunde tief in deine Wunden 5. Dein ewger Rat. die Misse⸗ senkt. Wahrlich. nichts als tat der Sünder zu versühnen. Jesum hennen. Jesum suchen, den kemnt ich nicht. wär mir finden, nennen, das erfüllet dies Li ücht diun eint Salen mit der böchten Wort erschienen. durch dei 8 6. Nun darf mein Herz in 2. Jesus, deine Gnadenquelle3 25 füene so gern ins Herz himein. mcht 901 agen. Mem Hurder⸗ eine Sonne scheinet helle,denn Zeihst,l brst neinen Geist ein du willst genossen sein: und Häubi Adba sa ist ein bei aller Segensfülle ist dein een 405.. Wunsch und ernster Wille daß 7. Mich zu erneun mich dir man, weil dein Brünnlein voll, In weihn ist meines Heils Ge⸗ unaufhörlich schöpfen soll. schäfte. Durch meine Müh ver⸗ 3. Num. so laß. auch diese mos ihKruit dein Wort gibt Stunde dein Gedächtnis in uns mun die Kräfte. sein, in dem Herzen, in dem 8. Herr, unser Hu h laß uns Munde leb und herrsche du dies Wort, denn du hasts uns allein! Laß uns deiner nie ver⸗ gegeben. Es sei mein Teil, es essen! Wie Marig stil ge⸗ sei mir Heil und Kraft zum essen, da sie deinen Mund ge⸗ ewgen Leben! hört, also mach uns eingekehrt! Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. E. G. Woltersdorf g. 1725 f 1761. 198 Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan. Mel. Ach Hott und Hern. Dein Wort. o Herr, ist milder Goat ist mein Hort, und auf Tau für trostbedürftge sein Wort soll meine Seele Seelen Laß keinem Pflänzchen trauen. Ich wandle hier mein deiner Au den Himmelsbalsam Gott, vor dir im Glauben, nicht fehlen; erquickt durch ihn laß im Schauen. jedes blühn und in der Zukunft 2. Dein Wort wahr; laß Tagen dir Frucht und Samen immerdar mich sei eine Kräfte tragen! Tauf⸗ und Konfirmationslieder. 2. Dein Wort ist, Herr ein 10⁷ 5. Nun halt ich mich mit Flammenschwert, ein Keil, der festem Sinn zu dir. dem sichern Felsen endeln ein D Marti das H d Mark und im Herzen zehrt un 250u nochrtart tet. O laß dein Wort noch fort und fort der Sünde Macht gerscheitern und alle Herzen läutern! 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern für unsre Pilger⸗ reise, es führt auch Toren hin u um Herrn und macht die Ein⸗ falt weise. Dein Himmelslicht perlösch uns nicht und leucht in hi eele, daß keine dich ver⸗ ehle. an Ich 2dat Trost und fand ihn nicht; da ward das Wort dir und leuchtet meinen Schritten bis zu den ewgen Hütten. ren, der Gnade mein Labfal, meine Piade. O die Fackel meiner 3115 e. Sie Kerrch mir den Weg M orte. Wo wendet ich han Le⸗ ders hin? Herr. du hast L hensworte. Noch hör ich denn. Komm du bist mein! Das rief — nicht vergebens ein Wort 710 ewgen vebens. 6. Auf immer gilt dein Se⸗ 6end Hun dein Wort ist Ja nd Amen. Nie weich es uns aus Geist und Mund und nie von unserm Samen, laß immer⸗ fort dein helles Wort in allen Lebenszeiten uns trösten, war⸗ nen. leiten! 7. O sende bald von Ort zu Ort der Durst nach deinen Leh⸗ den Hunger aus. dein Le⸗ benswort und deinen Geist zu hören; und send ein Heer von eer zu Meer, der Herzen Burst zu stillen und dir dein Reich zu füllen. Karl Bernh. Garve g. 1763 4 1841. XIV. Tauf⸗ und Konfirmationslieder. Bei der Taufe. 199. Eigene Melodie. Cosa unser h se zum Jordan kam nach seines Vaters Willen, von sanct Johanns die Taufe nahm, sein Werk und Amt zu erfüllen. Da wollt er stiften uns ein Bad, zu waschen uns von Sünden, ersä äufen auch den Amde Tod durch sein 4 Blut und Wunden; es galt ein neues Leben. 2. So hört und merket alleb wohl. was Gott heißt selbst die aude und was de Christe glauben 0 meiden Ketzer⸗ dabe Gott spricht und will, h Wasf sei, 6 nicht allein Walech asser, sein heiligs Wort ist auch dabei mit reichem 91 5 ohn Maßen: der ist all⸗ hie der Täufer. 3. Solchs hat er uns bewie⸗ 2 klar mit Bildern und mit orten. Des Vaters Stimm man ehenban daselbst am Jor⸗ dan hörte; er sprach: Das ist mein lieber Sohn, an dem ich hab Gefallen; daß will ich euch befohlen habn, daß ihr ihn höret alle und Holget seinem Lehren. 108 J. Auch Gottes Sohn hie elber steht in seiner zarten enschheit, der heilge Geist herniederfährt, in Taubenhild verkleidet, daß wir nicht sollen zweifeln dran: Wenn wir ge⸗ taufet werden, all drei Person aun Er habn und so bei uns auf Erden zu wohnen sich begeben. 5. SOhust Oet heißt der Herre Christ: Geht hin, all Welt zu lehren, daß sie verlorn in Sünden ist, sich soll zur Buße kehren; wer gläubet und sich taufen läßt, soll dadurch elig werden; ein neugeborner Mensch er heißt, der nicht mehr könne sterben, das Himmel⸗ reich soll' erben. 6. Wer nicht gläubt dieser großen Gnad, der bleibt in sei⸗ nen Sünden und ist verdammit zum ewgen Tod tief in der Hölle Grunde. Richts hilft sein eigne Heiligkeit, all sein Tun ist ver⸗ Igren, die Erbsünd machts zur Nichtigkeit, darin er ist geboren: er kann ihm selbst nicht helfen. 7. Das Aug allein das Was⸗ ser fieht, wie Menschen Wasser gießen, der Glaub im Geist die Kraft versteht des Blutes Jesu Christi; und ist für ihn ein rote Flut, von Christus Blut ge⸗ färbet, die allen Schaden heilen tut, von Adam her geerbet, auch von uns selbst begangen. Martin Luther g. 1483 4 1546. 200. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. Lasset die Kindlein kommen zu mir, spricht Gottes Sohn, sie sind mein Freud und Wonne. Tauf⸗ und Konfirmationslieder. ich bin 25 Schild und Kron; alich für die Kinderlein, daß sie nicht wärn verloren, bin ich ein Kind geboren, drum sie mein eigen sein. 2. Der Herr gar freundlich küsset und herzt die Kinderlein, bezeugt mit Worten süße, der Himmel ihr soll sein, dieweil sein teures Blut, das gus den heilgen Wunden am Kreuzes⸗ stamm geronnen, auch ihnen kommt zugut. 3. Drum nach Christi Ber⸗ langen bringet die Kinder her. damit sie Gnad erlangen, nie⸗ mand es ihnen wehr! Jühret sie Christo zu, er will sich ihr erbarmen; legt sie in seine Arme, darin sie finden Ruh. 4. Ob sie gleich zeitlich ster⸗ ben. ihe Seele, Gott gefällt; denn sie sind Gottes Erben. indu die schnöde Welt. Sie sind frei aller G fahr, 0 1Hen hie nicht zu leiden und loben Gott mit Freuden dort bei der Engel Schar. Cornelius Becher g. 1561 1604. 201. Mel. Auf dich hab ich gehoffet, Herr. Golt Vater, höre unsre Bitt: CTeil diesem Kind den Segen mit, erzeig ihm deine Gnade. es sei dein Kind, nimm weg die Sünd, daß ihm dieselb nicht schade. 2. Herr Christe, nimm es gnädig auf durch dieses Bad der heilgen Tauf zu deinem Glied und Erhen, damit es dein mög allzeit sein im Leben und im Sterben. Herr. itt: den eine mm ꝛ·selb es Bad nem dein und Tauf⸗ und Konfirmationslieder. 109 3. Und du o allerwertster Geist, samt Vater und dem derbas durch die Kraft im Wun⸗ erbade, laß hier einen Jordan Sohn gepreist, wollst gleichfalls rinnen, so vergeht der Aussatz zu uns kommen, damit jetzund in deinen Bund es werde auf⸗ genommen. 4.O heilige Dreieinigkeit, dir deinem Gliede, drinnen. 6. Hirte, nimm dein Schäf⸗ lein an, Haupt, mach es zu Himmelsweg, sei Lob. Ehr und Danz bereit zeig ihm die Bahn, Friedefürst, für diese große Güte! Gib daß schenk ih dafür wir dienen dir, vor Sün⸗ den uns behüte! Joh. Bornschürer g. 1625 + 1677. 202. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Liebster Jesu, wir sind hier, „deinem Worte nachzuleben. Dieses Kindlein kommt zu dir, weil du den Befehl gegeben, daß man sie zu Christo führe, denn das Himmelreich ist ihre. 2. Oa es schaͤllet allermeist dieses Wort in unsern Ohren: er durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neu gebo⸗ ren, wird von dir nicht aufge⸗ G nommen und in Gottes Reich nicht kommen. 3. Darum eilen wir zu dir; nimm dies Pfand von unsern lrmen, tritt mit deinem Glanz herfür und erzeige dein Erbar⸗ men, daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. 4. Wasch es, Jesu, durch dein Blut von den angeerbten Flecken, laß es bald nach die⸗ er Flut deinen Purpurmantel Wass ecken, schenk ihm deiner Un⸗ schuld Seide, daß es sich in dich verkleide. 5. Mache Licht aus Finster⸗ nis, setz es aus dem Zorn in Gnade, heil den tiefen Schlan⸗ ihm den Friede, Wein⸗ stoch hilf, daß diese Rebe auch im Glauben dich umgebe. 7. Nun, wir legen an dein Hers, was von Herzen ist ge⸗ gangen; führ die Seufzer him⸗ melwärts und erfülle das Ver⸗ langen, ja den Namen, den wir geben, schreib ins Lebensbuch zum Leben. Benjamin Schmolck g. 1672 + 1737. 203. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Hasset mich voll Freude spre⸗ ischen: Ich bin ein getaufter Christ, der bei menschlichen Gebrechen dennoch ein Kind Gottes ist. Was sind alle Schätze nütze, da ich einen Schatz besitze. der mir alles Heil gebracht und mich ewig selig macht. 2. Keine Sünde macht mir hange, ich bin ein getaufter Christ; denn ich weiß gewiß: Solange dieser Trost im Herzen ist, kann ich mich von Angst der Sünden, Jesu, durch dein Blut entbinden, weil das teure asserbad mich damit bespren⸗ get hat. 3. Sgatan, laß dir dieses sa⸗ gen: Ich bin ein getaufter Christ. und damit kann ich dich fam en, ob du noch so grau⸗ am bist. Da ich bin zur Taufe 11⁰0 Tauf⸗ und Konfirmationslieder. kommen, ist dir alle Macht ge⸗ gegen 9 0 ich bis ins Grab des nommen, und von deiner Ty⸗ Satans chnöden Werken ab. rannei machet Gottes Bund 4. Mein treuer Gott, auf dei⸗ mich frei. neer Seite bleibt dieser Bund 4. Freudig sag ich. wenn ich wohl feste stehn; wenn aber i sterbe: Ich bin ein getaufter ihn überschreite, so laß mich Chrift; denn das pringet mich nicht verlorengehn; nimm mich. Ich eib. S. Aumd Hent aufs neue Leib. Seel und Herz Taufe Kraft Seib und Leben zum Opfer hin, erwecke mich afft. zu neuer Treue und nimm Be⸗ 5. Nun so soll ein solcher Se⸗ sitz von meigem Sinn. Es sei gen mir ein Trost des Lebens in uir. kein Tropfen Blut. der sein. Muß ich mich zu Grabe nicht, Herr, deinen Willen tut. legen, schlaf ich auch auf solchen 6. Weich. weich. du Fürst der ein. Ob mir Herz und Augen Finsternisse, ich bleide mit dir brechen, soll die Seele dennoch unpermengt. Hier ist zwar ein sprechen: Ich bin ein getaufter beflecht Gewissen, jedoch mit Christ, der nun ewig selig ist. Jesu Blut besprengt. Weich; Erdmann Neumeister g. 1671 1 1756. eitle Welt, du Sünde, weich! Gott hört es, ich entsage euch. 204. 7. Haß diesen Vorsatz nimmer Mel. Wer nur den lieben Gott läßt wanken Gott Bater. Sohn und walten. Mel. 3. Delee Ha Sh aunle in 55 f nen nes Bundes ranken, bis I. Hiumen⸗Gan Poter, Sih mich dein Wille sterben heißt. Ind heilger Heist, ich bin gezählt Se leh ich dir, so sterb ich dir, u deinem Samen, zum Volß, so lob ich dich dort für und für das dir geheiligt heißt: bin Zoh. Jak. Rambach g. 1693 4 1735. in Christum eingesenßt. ich bin 20⁵ mit seinem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind Mel. Liebster Zesu, wir sind hier. und Erben, mein lieher Bater, Gol und Bater, nimm lm mich erklärt, du hast die Frucht und dieses Kind pon unsern von deinem Sterben, mein Armen, nimm es guf in deinen treuer Heiland. mir gewährt, Bund und erzeig ihm dein Er⸗ du willft in gller RNot und Pein. barmen. daß es alle Lebens⸗ o guter Geist, mein Tröster sein. tage deiner Kindschaft Zeichen 3. Doch hab, ich dir auch trage. 8•00 Furcht und Liebe. Treu und 2. Wasche es mit deinem Gehorsam zugesagt; ich habe Blut, treuer Zesu. von den mich aus reinem Triebe dein Sünden, laß in seiner Taufe Eigentum zu sein gewagt; hin⸗Flut den geerbten Fluch ver⸗ Tauf⸗ und Konfirmationslieder. schwinden und sein Leben auf der Hhwerd deinem Vorbild 35 werden. 3. Und du. Geist, Gelchzist selbstin ihm das Heils⸗ schäfte. daß es stets an Jesu eihe ein lebendig Gliedmaß Joh. Jak. Spreng bleibe. g. 1699 1 1768. Bei der Konfirmation. 206. Eigene Melodie. Mein Schöpfer, steh mir bei, ei meines Pebens Licht: dein Auge leite mich, bis mir mein Auge bricht. Hier leg ich Opse und Glieder vor dir zum pfer nieder und widme meine schäste 105 dich und dein Ge⸗ Du t daß ich der Hemne si mein Schöpfer, steh mir bei! 2. Mein Heiland. wasche mich mit deinem reinen Blut, das alle Flecken tilgt und lauter Wunder tut. Schließ die ver⸗ irrte Seele in deine Wunden⸗ höhle, daß sie von Zorn und Sünde hier wahre Freiheit finde. Ich bin voll Sünden ohne dich, mein Heiland, wasche mich! 3. Kraft, wenn sich Geitwenn r regiere meinen Geist, wenn ur Welt sich neigt. Lehr den Sohn erkennen, ihn memen Herren nennen, sein Gnadenwort verstehen, auf— nen Wegen gehen. Du hist, alles Gute s fft. mein Tröster. 34 mir Kraft! 4. Gott Vater, Sohn und Geist, dir bin ich, was ich bin. werter heilger miestei ihm deine Gna⸗ denkräfte treibe, wie dein Bund Mein Tröster, gib mir den 11¹ Ach drücke selbst dein Bild recht tief in meinen Sinn, erwähle mein Gemüte zum Tempel dei⸗ ner Güte, verkläre an mir Ar⸗ men dein nadenreich Erbar⸗ men! Wohl mir, wenn du der Meine Haß Gott Vater, Sohn und Geist! Joh. Jak. Rambach g. 1693 4 1735. Konfirmationslied, wie es die Gemeinde singt. 207. Mel. Komm, heilger Geist, Herre Gott Eder Emder 10 heiße Flehn Kinder, die hier vor dir sehnz Eraumend blick sie hernieder, denn dein sind sie—5 Christi Güieder. Gib ihnen. V ter. dem und Geist, den Segem, den dein Wort verheißt erfülle sie mit deinen Gaben, laß sie mit dir Gemeinschaft hahen. erbar⸗ me dich, erbarme dich! Wie es die Konfirmanden singen. Erbör, 0 15.5 das heiße Flehn von uns, die wir hier vor dir stehn! Erbarmend blick auf uns hernieder, denn dein sind wir. sind Christi Glieder. Gib uns, Gott VBater, Sohn und Geist, egen, den dein Wort ver⸗ beibt erfüll uns du mit deinen Gaben, laß uns mit dir Ge⸗ meinschaft haben, benme dich. erbarme dich! Elieser Küster g. 1732 4 1799. 208. Mel. O du Liebe meiner Liebe. Beis dir, Jesu, will ich hleiben, stets in deinem Dienste stehn, nichts soll mich von dir 11² Cemachm Du b deinen We⸗ ben gehn. Du bist meines Se⸗ ens Seben, meiner Seele Trieb und Kra Re wie der Weinstoch seinen Reben zuströmt Kraft und Lebenssaft. 2. Könnt ichs irgend besser haben als bei dir, der allezeit so viel tausend Gnadengaben für mich Armen hat bereit?ꝰ 15 60 — je getroster werden als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Hinmel und auf Erden alle Macht gegeben istꝰ 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, der, was Jesus tat. und tut, mich erkauft von Tod und Sin mit dem eignen teuren Blut? Sollt ich dem nicht an⸗ 905. 101 der sei eih Leben für mich ollt ich ihm nicht Treue scwpren, Treue bis in Tod und Grabꝰ 4. Jq. Herr Jesu, bei dir hleib ich so in Freude wie in Leid: Abendmahlslieder. bei dir bleib ich, dir perschreib ich mich für Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich gewärtig. guch des Rufs aus dieser Welt: denn der ist zum Sterhen fertig, der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nah auf dieser Erden, bleib auch, wenn mein Tag sich neigt, wenn es nun will Abend werden, und die Nacht herniedersteigt. Cege seg⸗ nend dann die 39.901 mir aufs müde, schwache Haupt, spre⸗ chend Sohn hier gehts zu Ende, aber dort lebt, wer hier glaubt. 6. Bleib mir dann zur Seite stehen, graut mir vor dem kal⸗ ten Tod als dem kühlen, schar⸗ fen Wehen vor dem Hinumels⸗ morgenrot. Wird mein Auge dunkler, trüber, dann erleuchte meinen Geist. daß ich dach der zieh hinüber. wie man nach der Heimat reist. K. J. Phil. Spitta g. 1801 1 1859. XV. Abendmahlslieder. 209. Eigene Melodie. Iider Christus, unser Heiland. der von uns den Gotteszorn wandt, durch das bittre 010 sein half er uns aus der Hölle Pein. 2. Daß wir nimmer des ver⸗ gessen, läßt er seinen Leib uns Waanleen daß es essen mit dem Brot und uns zu⸗ K sein Sachen; wer unwürdig hinzugeht, für das Leben den Tod empfäht. 4. Du sollst Gott den Vater preisen, daß er dich so wohl wollt speisen und f—5 eine Mis⸗ setat in den Tod sein Sohn ge⸗ ben hat. 5. Du sollst glauben und nicht Speise sei den ranken, deren Herz von Sün⸗ ut auch trinken mit dem Wein den schwer und vor Angft ist ein Blut. 3. Wer sich will zu dem Kam machen, der hab wohl acht au betrübet sehr. 6. Solch groß Gnad und Barmherzigkeit sucht ein Herz Abendmahlslieder. 1¹3 in großer Arbeit:“) ist dir wohl, Heilig ist Gott, der Herre 1 so bleib davon, dabß du nicht.. Zebaoth, lig. kriegest bösen 0 Eeebst Heilig nn der Herre IN,*) d. i. in Seelennot. ebaoth, elt: 7. Er spricht selber: Kommt, Sein Ehr We ganze Welt tig. ihr Armen. latzt mich üher euch erfüllet hat. erbarmen; kein Arzt ist dem Von dem Schrei zittert Schwell eser Starken not. sein Kunst wird und Ballzen gar, das Haus auch ꝛein an ihm gar ein Spott. ganz voll Rauchs und Nebel nun 8. Hättst du dir was konnt war. Martin Luther g.1483 4.1546. die erwerben. was braucht ich für seg⸗ dich zu sterben? Dieser Tisch 211 ufs auch dir nicht gilt. so du selber 08 pre⸗ dir helfen willt. Mel. Gott sei gelobet und gebenedeiet ide, 9. Glaubst du das von Her⸗ H Jesu Christe, mein ge⸗ ubt. zensarunde und bezennst es I/ ktreuer Hirte, komm, mit eite mit dem Munde. so bist du recht Enaden mich bewirte! Bei dir Ral⸗ wohl geschickt. und die Speise alleine find ich Heil und Leben, har⸗ dein Seel erquickt. eaben. Hortetet vnt Demm n ö e chte sollst du lieben, daß er dein Imdam Der en Wusser sihmn lich genießen kamm wie dein Gott da das Le nher,iit rühin der an dir hat getan. Krri leis r: Martin Luther g. 1483 + 1546. 2— heal 1859. 2. All andre Speis und Trant 210 ist gans vergebens, du bist selbst 10. das Brot des Lebens, kein Hum⸗ Jes. 6. ger plaget den, der von dir iste. Eigene Melodie. alles Jammers er vergisset. Jesaia dem Propheten das Kyrieleison! Du bist die leben⸗ rdig eschah, d ist dige Quelle, zu dir ich mein Herz⸗ den Deen sgen 5 auf emem krüglein stelle; laß mit Sel hohen Thron, in hedem Glanz. es fließen voll, so wird meiner ater Seines Kleides Saum den Seele wohl. Kyrieleison! vohl Chor füllet 5. Es standen 3. Laß mich recht trauren über Mis⸗ zween Seraph bei ihm daran, meine Sünde, doch den Glau⸗ ge⸗ sechs Flügel sah er einen jeden ben auch anzünde, den wahren habn. Mit zween verbargen Glauben, mit dem ich dich fafse, nicht sie ihr Antlitz klar, mit zween mich auf dein Berdienst ver⸗ den bedechten sie die Füße gar und lasse. Kyrieleison! Gib mir ein Zün⸗ mit den andern zween sie flogen recht bußfertig Herze, daß i st ist frei Gen ander riefen sie mit mit der Sünde nicht scherge no großem Schrei: durch meine Sicherheit mich und Heilig ist Gott, der Herre bring um die Seligkeit. Kyri⸗ Herz Zebaoth, eleison! & 114 4. Heftig beschweret find ich mein Gewissen; ach laß reichen Troft drein fliezen aus deinen Wunden, welche duempfangen, da du bist am Kreuz gehangen. Kyrieleison! Wenn mein Herz damit wird gerühret, wirds von Stund an still und gezieretdurch dein Blut mit Glauben schön. kann in dir vor Gott bestehn. Kyrieleison! 5. Der b darf des Arztes, den die Krankheit plaget. mit Be⸗ ier er nach ihm fraget. Osüßer esu, schau, wie tiefe Wunden werden auch in mir gefunden! Kyrieleifonl Dubist ja der Arzt. den ich rufe, auf den mit Ber⸗ langen ich hoffe. Hilf, wahrer Mensch und Gott! Hilfst du nicht, so bin ich tot. Kyrieleison! 6. Du rufest alle, Herr, zu dir in Gnaden, die mühfelig und be⸗ laden; all ihre Missetat willst du verzeihen, ihrer Bürden sie be⸗ S freien. Kyrieleison! Ach komm Wi leg an deine Hände und ie schwere Last von mir wende. mache mich von Sünden frei dir zu dienen Kraft verleihl Kyrieleison!! 7. Mein Geist und Herze wollst du zu dir neigen, ninmn mich dir, gih mich dir eigen! Du bist der Weinstoch, ich bin deine Rebe, nimm mich in dich. daß ich lebe. Kyrieleison! Ach in mir find ich eitel Sünden, in dir müssen sie bald perschwinden: in mir find ich Höllenvein, in dir muß ich selig sein. Kyrieleison! 8. Komm, meine Freude, komm, du schönste Krone. Jesu, komm uund in mir wohne! In mir will ich dich mit Gebet oft zu dienen mich befleiße. altes: grüßen, ja mit Lieb und Glauben Abendmahlslieder. küssen. Kyrieleisyn! Bringe mit, was alle Welt erfreut: deiner Liebe süße Lieblichkeit, deine Sanftmut und Geduld. die Frucht deiner Gnad und Huld, Kyrieleison! 9. Dies sind die Blümlein, die mich können heilen und mir Lebenssaft erteilen, daß ich aus mir nun all Untugend reiße, dir eleison! In dir hab ich alles was ich soll, deiner Gnade Brünnlein ist stets voll. Laß mich ewig sein in dir und bleih ewig auch in mir! Kyrieleison! Zoh. Heermann 9 1585 1647. 21². Eigene Melodie. O Jesu, du mein Bräutigam, der du aus Lieb am Kreu⸗ zesstamm für mich den Tod ge⸗ liten hast, genommen weg der ünden Last. 2. Ich, komm zu deinem Abendmahl, verderbt durch manchen Sündenfall; ich bin krank, unrein, nackt und bloß. blind und arm; ach mich nicht verstoß! 10 3. Du bist der Argzt, du bist das Licht, du hist der Herr, dem nichts gebricht; du bist der Brunn der Heiligkeit, du bist das rechte Hochzeitskleid. „4. Drum, 0 Herr Zesu. bitt ich dich, in meiner Schwachheit heile mich; was unrein ist, das mache rein durch deinen hellen Gnadenschein! 5. Erxleuchte mein verfinstert Herz, zund an die schöne Glau⸗ benskerz, mein Armut in Reich⸗ tum perkehr und meinem Flei⸗ sche steur und wehr, —e“ Abendmahlslieder. 11⁵ 6. Daß ich das wahre Him⸗ Inme. Bes al 31905 und melsbrot, dich. Zesu, wahrer Mensch umd Gott, mit solcher Ehrerbietung nehm, wie mir es heilsam. dir genehm. 7. Cösch alle Laster aus in mir, mein Herz mit Lieb und Glauben zier, und was sonst ist von Tugend mehr, das pflanz in mir zu deiner Ehr! 8. Gib. was mir nütz an Seel und Leib. was schädlich ist, fern von mir treib, komm in mein Hers. laß mich mit dir vereinigt bleiben für und für! 9. Hilf, daß durch dieses Mahles Kraft das Bös in mir werd abgeschafft, erlassen alle Sündenschuld. erlangt des Va⸗ ters Lieb und Huld. 10. Vertreibe alle meine Feind, die sichtbar und unsicht⸗ dar seind, den guten Vorsatz. den ich führ, durch deinen Geis mach fest in mir! 11. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht nach ah heilgen Willen richt, ach laß mich meine Tag in Ruh und 2. christlich bringen zu. 2. Bis du mich, o du Le⸗ benstüuit zu dir in Himmel nehmen wirst, daß ich bei dir dort ewiglich an deiner Tafel freue mich. Joh. Heermann g. 1585 + 1647. 213. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. Hes Jesu, dir sei Preis und Dank für diese Seelen⸗ speis und Tranb. begahet! dein Leib und Blut kommit uns damit dur uns Im Brot und Wein B. unsre Herzen labet wir nun dir in dem allen wohl ge⸗ fallen, heilig leben; solches wollest du uns geben! 2. Du kehrest, o Immanuel, id felber ein in unsre Seel, dir Wohnung da zu machen; drum uns ein solches Herz verleih, das von der Weltlieb ledig sei und allen eitlen Sachen. Bleibe, treibe unser Sinnen und Beginnen, daß wir trachten, alles Irdsche zu verachten. 3. Ach Herr, laß uns doch nehmen nicht' dein wertes Nachtmahl zum Gericht! Ein jeder recht bedenke, daß er mit diesem Pebensbroti im Glauben stille seine Not; der Fels des Heils uns tränke,“) züchtig. tüchtig dich dort oben stets zu loben, bis wir werden zu dir kommen von der Erd den. 1. Kor. 10, 4. 4. O daß wir forche Seligkeit erwarten möchten allezeit in Hoffnung und Vertrauen, und folgends aus dem Jammertal gelangen in den Himmelssaal, da wir Gott werden schauen tröstlich, Köstlich, uns als Gäste auf das beste bei ihm laben und ganz volle Gnüge haben. 5. Das gib du uns von dei⸗ nem 1n o Jesu Christe, Gottes Sohn, gibs sebe dein bitter Leiden! Dasselbe, weil wir leben hier, laß uns betrach⸗ ten für und für, all Böses darum meiden! Amen, Amen, bilf uns kämpfen, hilf uns dämpfen Hen Sünden, hilf uns fröhlich überwinden. 1, 3, 4 Bernh. Derschow g. 1591 171639, B. 2 u. 5 Hannov. Gsb. 1657. 8² 116 Abendmahlslieder. 214. denn 1— 0 naen Wee mir Gnad erteilen. in Senn Eilin due verdammt, erbarme dichl. Ich oder Herr Zesu Christ, du höchstes Gut Imbertorertaroine amich Iund Hil uU Lebensbrot, Herr Zesu 0 D Christ, Kann dich ein Sün⸗ 17 Mam Wrn der haben, der nach dem Him⸗ her; ein Bräutidam komen mel hungrig ist und sich mit dir her zu mir und wohmneund will laben, so bitt ich dich Seele. daß sie dich liebe für und demütiglich. du wollest so be⸗ 41 Leß 900 Ddeme Siieen 101 171⁴3—79— aßz do eine Süßigkei Waerde. daß ich recht wir⸗für meine Seele sein bereit, 2.Auf n Aue wollest du Und stille ihren Jammer! mich diesen Tag. Herr, leiten. Sindteenen sebndn 49— den frischen Wassern führen elenen rer⸗ zu den Lich fir mich heret⸗ vosten bu Blut. daodunes ten. Ich bin zwar sündlich. gastez 11 Pach bewi 191 matt und krank, doch laß mich Du bleibit in mul Drum Wiit deinen Gnadentrank aus dei⸗ du, meiner Seele Zier, mich nem Becher schmecken! einst auch auferwecken 3. Du angenehmes Himmels⸗ ZJohann Rist g. 1607 1 1667. brot, du wollest mir verzeihen, datz ich in meiner Seelennet zu 215 dir muß kläglich Desteim Dein Eigene Melodi Glaubensrock bedeche mich, auf e e daß ich möge würdiglich an dei⸗ Schmiicht dich. o liehe Seele, ner Tafel sitzen.* 1*2 die dans helle Licht 66e,böhle, komm ans helle Lich kei, 0d Her⸗ gegangen, fange herrlich an zen laß mich die Sünd in dieser zu brangen! Senn der Herr Jeit bereuen ja mit Schmerzen! bh Encharde kmeitt der Den Des neuen Bundes Osterlamm, Humel kann verwalten, will du meiner Seele Bräutigam. berg in dir halt 85 laß mich dich recht genießen! jet Herberg d. del ef e A. 2. Eile, wie Berlobte pflegen, 5. Zwar bin ich deiner Hunst deinem räutigam entgegen, nicht wert, als der ich jett er⸗der da mit dem Gnadenhammer bechr mit Sünden allauviel klopft an deine erzenskam⸗ d rten, red ihn an m tröstet müch. Herr Jesu, da u Woorten: Tomm. men Heil Darme. der Sünder dich er⸗ 1h dich ner jassen von dir kann ich nimmer lassen. 6. Ich bin ein Mensch. Krank 3. Zwar in Kaufung teurer von der Sünd. laß deine Hand Waren pflegt man sonst kein mich heilen! Erleuchte mich,. Held zu sparen; aber du willlst ae, en⸗ icht an err dich den will zen, zen, mer am⸗ tes⸗ nen Heil, ann urer kein villst Abendmahlslieder. 11⁷ für die Gaben deiner Huld kein Geld nicht haben. x) weil in allen ergwerksgründen kein solch Kleinod ist zu finden, das den rrank in diesen Schalen und dies Manna kann bezahlen. ) Jes. 50. I. 4. Ach wie hungert mein Ge⸗ müte, Menschenfreund, nach deiner Hüte; ach wie pfleg ich oft mit Tränen mich nach deiner Kost zu sehnen; ach wie pfleget mich zu dürsten nach dem Trank d des Lehensfürsten, wünsche, daß er als der meine mich durch sich mit Gott vereine. 5. Beides, Zittern und Er⸗ getzen, will mich in Bewegung setzen; das Geheimnis dieser Speise und die unerforschte getrieben, daß du willig hast dein Leben in den Tod für uns gegeben und dazu ganz unver⸗ drossen. Herr. dein Blut für uns pergossen, das uns jetzt kann kräftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. 9. Jesu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens oder mir vielleicht um Schaden sei zu deinem CTisch geladen. Laß mich durch dies Seelenessen deine Liebe recht ermessen. daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mag dein Gast im Himmel werden. Johann Franck g. 1618 4 1677. 216. Weise machet, daß ich früh ver⸗ merke, Herr, die Größe deiner Stärke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, der dein All⸗ macht sollt ergründen? ö 6. Nein, Vernunft die muß hier weichen, kann dies Wun⸗ der nicht erreichen, daß dies Brot nie wird perzehret, ob es gleich viel Tausend nähret, und daß mit dem Saft der Reben uns wird Christi Blut gegeben. der großen Heimlichkeiten, n nur Gottes Geist kann deu⸗ en! 7. Jesu, meine Lebenssonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Meine Seele, laß dich finden auf der wahren Glaubens⸗ bahn, dich mit Chrifto zu ver⸗ binden: tu ihm auf, er klopfet an. Den die Himmel nicht um⸗ lassen. will in dir sich nieder⸗ gssen, Jesus will im Brot und Wein wesentlich zugegen sein. 2. O geheimnisvolle Weise die kein Menschenwitz ermißt! Oier gibt sich ein Lamm zur Syeise, das der Erzhirt selber ist; hier will zu der Gäste Leben sich der Wirt zur Speise gehen, und zum Oyfer stellt sich hier selbst der Hohepriester für. 3. O wie hungert nach den Lebensguell und Licht der Sin⸗ nen, hier fall ich zu deinen Füßen, laß mich würdiglich ge⸗ nießen dieser deiner Himmels⸗ speise mir zum Heil und dir zum Preise! 8. Herr es hat dein treues Lieben dich vom Himmel her⸗ Seelen selbst das wahre Le⸗ bensbrot! Selig. die dies Brot erwählen für des Geistes Hun⸗ gersnot! Seht, an dieser heil⸗ gen Stelle lechzet selbst die Sebensquelle nach der armen Sünder Heil. Jesus ist ihr bestes Teil. 11 Abendmahlslieder. 4. Sieh. o Mensch, den Schatz„ 3. Bleih du in uns daß wir der Gnade, den dir Zesus auf⸗ in dir auch his ans Ende blei⸗ gelan; rühre nicht die Bundes⸗ ben: laß Sünd und Not uns lade mit verwegnen Händen für und für nicht wieder von dir an! Soll nicht Gottes Grimm treiben. bis wir durch deines erwachen und dich gar zunichte Nachtmahls Kraft in deines machen, armer Sünder, so tritt Himmels Bürgerschaft dort durzitternd und mit Furcht her⸗ewig selig werden. 1713. zu! 5. Jesu, mache meine Sinnen 218. und mein ganzes Herze rein, Eigene Melodie. laß jetzt deine Wunden rinnen, ů en ein Jesu, der du vor dem senke tief mein Herz Mireini M Scheden in deiner letzten Komm, du König aller Ehren. Trauernacht uns haft die eile, bei mir einzukehren unter Früchte deiner Leiden in einem gleich ni Diiez auln mosch aeh. Testament vermacht, es preisen gleich niedrig, arm und schwach. gläubige Gemitter dich, Stifter 6. Jesu,. laß mich Gnade fin⸗dieser hohen Giter. den und vertreib mir alles Weh. 2: So oft wir dieses Mahl laß die purpurroten Sünden genießen, wird dein Gedächtnis Schre 91 als Woll 9525 rsehen Prob 0 shleden aus nee! Komm, mein Herz frischen Proben schliezen, wie Sehrcht meht d sien, 1 Wut. d anrI 93 1 105 Demne Sehnsucht steht dir offen, laß Blut, dein Tod und deme dein Here Em Ker⸗ reis. und uenern verneuern sich in mein Herz Ein Herze sein! unserm Herzen. Salomo Franch g. 1659 4 1725. 3. Es wird dem zagenden Gemwissen ein neues Siegel auf⸗ 217. gedrückt, daß unser Erre Snd. *. Mel. Gs ist geuißlich an der Zel. ichrnt sei ermman. daß wu HeS Jesu Christ, du höchstes Vergebung unsrer Sünden in 6 Hen du Rommen. d aller deinen blutgen Wunden finden. naden. wir kommen, deinen 4. Das wird fester zu⸗ Leib und Blut, wie du uns hast gezo amda—5 humd ims—5 wie drt un halt gezogen, das dich und uns zu⸗ geladen, zu deiner Liebe Herr⸗ enfügt; die Freundsck 17 10 err⸗sammenfügt; die Freundschaft, Leben messen dud. anurn u. die wir sonst gepflogen. fühlt. iokeit zu essen und zu trinken. wie sie neue Stützen kriegt; wir 2. O Jesu, mach uns selbst werden mehr in solchen Stun⸗ bereit zu Hbomschmne Werke, bun Den dir zu Einem Geist ver⸗ schenk uns dein schönes Ehren⸗ bumden. kleid durch deines Geistes Stär⸗ 5. Dies Brot hann wahre gel Hilf, daß wir würdge Gäste Nahrung geben, dies Blut er⸗ sein und werden dir gepflanzet quicket unsern Geist; es mehrt ein zun ewgen Himmelswesen. sich unser innres Leben, wenn Abendmahlslieder. 119 unser Glaube dich Aumd Si wir Menschen Sohn, mich deiner fühlen neue Kraft und Stärke zu getrösten; ich fü—— in unserm Kampf und Glau⸗ Imdrum Müh, i Ruh benswerke. und finde sie im Glau— der 6. Wir treten in gengure Erlösten. Bande mit deines Leibes Glie⸗ 2. Dich bet ich Alden Simr⸗ Hhemn ein, mit denen wir in sol⸗ an, du hist das Heil der Sün⸗ chem Stande Ein Herz und der, du hast die Handschrif ab⸗ Eine Seele sein; der Geist muß getan, und wir sind Gottes mehr zusammenfließen, da wir Kinder. Ich denk an deines Ein Ileisch und Blut genießen. Wo ens Macht und an dein Wort: Es ist pollbracht! Du 900 Wuardde Denen Daß umenr hast mein Heil verdienet, du Fleisch, das schwachheitvoll, Hast für mich dich dargestellt einst herrlich aus dem Staube Gott war in dir und hat die grümen und unperweslich wer⸗ Welt in dir mit sich versthne den soll ja daß du uns ein ewig 3. So freue dich, mein Herz, Leben Ham diesem kurzen wer⸗ in 9 16 Er tilget deine Sünden dest geben. und läßt an seiner Tafel hier 8. O teures Lamm. so edle Ich Gnad um Gnade finden. Du rufst, und er erhört dich Glenn. Ha Iont dechidelntr schon, iche liebreich: Sei ge⸗ trost, mein Sohn, die Schuld Eerheistrererelt Dies Mahl ist dir vergeben, du bift in mei⸗ ist unter allen Leiden ein wah⸗nen Tod getauft und du wirsft dem, der dich erkauft, von gan⸗ rer Vorschmack jener Freuden. zem Herzen Iebenr. 9. Dir sei Lob. Ehr und Preis gesungen!. Ein solcher hoher Sel Wheteenan Oher r Jiebesschein verdient daß aller Slauben und laß durch keine Engel Zungen zu dessen Ruhm Sicherheit dir deine Krone rau⸗ Geif au di Ehe 0 9.181 er ben! Sieh, ich vereine mich mit eist zu dir erhoben, so wird er dir, ich bin der müt du. Ji bleib dich vollkommner loben. an' mir, so wirst du Früchte Joh. Jak. Rambach g. 1693 4 1735. dich nd 90 helfe 551 ich stärke dich, und durch die Liebe gegen 219. mich wird dir der Sieg gelingen. Mel. Ein Lämmlein geht und trägt 5. Ja, Herr, mein Glück ist die Schuld. dein Gebot, ich will es treu er⸗ Ich! komme, Herr, und suche füllen und bitte dich durch dei⸗ dich,‚ muͤhselig und beladen. nen Tod um Kraft zu meinem Gott, mein Erbarmer, würdge Willen. Laß mich von nun an mich des Wunders deiner Gna⸗ würdig sein, mein ganzes Herz den! Ich liege hier vor deinem dir, Herr, zu weihn und deinen Thron, Sohn Gottes und des Tod zu preisen. Laß mich den 120 Abendmahlslieder. Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen! Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. err, du wollst uns vorhe⸗ reiten zu deines Mahles Seligkeiten, sei mitten unter uns, o Gott! Laß uns, Leben zu empfahen, mit glauhens⸗ vollem Herzen nahen und sprich uns los von Sünd und Tod! Wir sind, o Jesu, dein; dein laß uns ewig—3 Amen, Amen! Anbetung dir! Einst feiern wir das große Abendmahl bei dir. Nach Fr. Gottl. Klopstoch 9.1724 1803. Nach dem Abendmahle. 221. Eigene Melodie. ott sei gelobet und gebene⸗ deiet, der uns selber hat gespeiset mit seinem Ileische und mit seinem Blute; das gib uns, Herr Gott, zugute! Kyri⸗ eleisonl Herr, durch deinen hei⸗ ligen Leichnam, der von deiner Mutter Maria kam, und das heilige Blut hilf uns Herr, aus aller Not! Kyrieleison! 2. Den heilgen Leib hat er für uns gegehen zum Tod, da wir dadurch leben. Nicht grö⸗ ßre Güte konnte er uns schen⸗ ken, dabei wir sein solln ge⸗ denken, Kyrieleison! Herr. dein Lieb so groß dich gzwungen gt, daß dein Blut an uns groß under tat und bezahlt unsre Schuld, daß uns Gott ist wor⸗ den hold. Kyrieleison! 3. Gott geb uns allen seiner Gnade Segen daß wir gehn auf seinen Wegen in rechter Lieb und brüderlicher Treue, daß uns die Speis nicht gereue. Kuyrieleison! Herr, dein heilig Geist uns nimmer e Maaß uns geb zu halten rechte Maß, daß dein arm Christenheit leb in Fried und Einigkeit. Kyri⸗ eleison! Martin Luther g. 1483 1 1546. 222½. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. Wis wohl hast du gelahet. o liebster Jesu, deinen Gast, ja mich so reich begabet daß ich jetzt fühle Freud und Rast. O wundersame Speise, o süßer Lebenstrank, o Liebmahl, das ich preise mit einem Lobgesang. indem es hat erquicket mein Heben, Herz und Mut; mein Geist der hat erblicket das aller⸗ höchste Gut. 2. Du hast mich jetzt geführet, o Herr, in deinen Gnadensaal. daselbst hab ich berühret dein edlen Güter allzumal: da hast du mir 0 date 1n umsonst und mildiglich das werte Brot zum Leben, das sehr erquicket mich: du halt mir zugelassen, daß ich den Seelenwein im Glauben ß möchte fassen und dir ver⸗ mählet sein. 3. Bei dir hab ich gegessen die Speise der Unsterblichkeit; du baf mir vollgemessen den edlen Kelch, der mich erfreut. Ach Gott, dii hast erzeiget mir Armen solche Gunst, daß billig e- Abendmahlselieder. 12¹ jetzt sich neiget mein Herz vor Ciebesbrunst. Du haft mich lassen schmecken das köstlich Himmelsbrot, hinfortkann mich nicht schrecken Welt, Teufel, Sünd und Tod. 4. Solang ich leb auf Erden, o liebster Jesu, preis ich dich daß du mich lässest werden ge⸗ sättigt pon dir und durch dich. Du hast mich selbst getränket mit deinem teuren Blut und dich zu mir gelentet, o unver⸗ gleichlichs Gut! Nun werd ich ja nicht sterben, weil mich ge⸗ speiset hat der nimmer kann verderben, mein Trost, Schutz, Hülf und Rat. 90 Beh 14—— 0 mit⸗ Becler err Jesu u mit Begier dich haft so tief gelassen vom immelssaal herab zu mir? Schöpfer gller Dinge be⸗ suchest deinen Knecht; ach hilf. daß ich dir bringe ein Herz, das romm und recht, das 0 Diefer ir vertrque, damit nach dieser Zeit ich ja dein Antlitz schaue dort in der Ewigkeit. 6. Du bists, der ewig bleihet, ich aher bin dem Schatten gleich. den bald ein Wind vertreihet: Herr, ich bin arm, und du bist reich. Du hist sehr groß pon Güte, kein Unrecht gilt bei dir; ich, sündhaft von Gemüte, kann fehlen für und für. Doch kom⸗ mest du hernieder und nimmnst dich meiner an; was geb ich dir doch wieder, das dir gefallen kann ꝰ . Ein Hers durch Reu zer⸗ schlagen, ein Herz, das ganz zerknirschet ist, das, weiß ich, wird behagen, mein Heiland. dir zu jeder Frist. Du wirst es nicht verachten; demnach ich emsig bin nach deiner Gunst zu trachten; nimm doch in Gnaden bin das Opfer meiner Jungen. denn billig wird jetzund dein teurer Ruhm besungen, Herr Sott, durch meinen Mund. 8. Wohl mir, ich bin yersehen mit Himmelspeis und Lebens⸗ trank; nun will ich rüstig stehen. zu singen dir Lob, Ehr und Dank. Fahr hin, du Weltge⸗ tümmel, du bist ein eitler Tand. ich seufze nach dem Himmel. dem rechten Vaterland. Fahr hin. dort werd ich leben ohn Unglüch und Verdruß; mein Gott, du wirst mir geben der Wohllust Aberfluß. Johann Rist g. 1607 4 1667. 223. Mel. Run laßt uns Gott den Herren. O Jesu meine Wonne, du meiner Seele Sonne, du Freundlichster auf Erden, laß mich dir dankbar werden! 2. Wie kann ich gnugsam schätzen dies himmelsüß Er⸗ getzen und diese teuren Gaben, die uns gestärket habenꝰ 3. Wie soll ich dir es danken, o Herr, daß du mich Kranken gespeiset und getränket, ja felbst dich mir geschenket? 4. Ich lobe dich von Herzen für alle deine Schmerzen, für deine Schläg und Wunden, der du so viel empfunden. 5. Dir dank ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden; dir danz ich für dein Sehnen und heiß vergoßnen ränen. ür dein Lie⸗ stgeblieben: dir danb ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 7. Jetzt schmecket mein Ge⸗ müte, dein übergroße Güte: dies teure Pfand der Gnaden tilgt allen meinen Schaden. 8. Herr, laß michs nicht ver⸗ gessen, daß du mir zugemessen die kräftge Himmelspeise, wo⸗ für mein Herz dich preise. 9. Du wollest ja die Sünde, die ich annoch empfinde, aus meinem Fleische treiben und kräftig in mir bleiben. 10. Nun bin ich losgezählet von Sünden und vermählet mit dir, mein liebstes TLeben. Was kannst du Werters geben? 11. Laß, Schönster, meine Seele doch stets in dieser Höhle des Leibes mit Verlangen an deiner Liebe hangen! 12. Laß mich die Sünde mei⸗ den, laß mich geduldig leiden, laß mich mit Andacht beten und von der Welt abtreten! 13. Nun kann ich nicht ver⸗ derben; drauf will ich ben und freudig auferstehen, o Jesu, dich zu sehen. Zohann Rist g. 1607 + 1667. 224. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 6. Dir dank ich f ben, das standhaft i ank, Jesu, dir! Ach sind wirs wert, daß so viel Heil uns kest' widerfährt, du unser so geden⸗ 7 Erst bis zum Tod am Abendmahlslieder. Vertrauen groß. elig ster⸗ ————i————.— Kreuz uns liebst, nun solch ein Pfand der Lieb uns gibst, ach dich so ganz uns schenkest? Heil uns! Heil uns! Wir empfin⸗ den, rein von Sünden. Gottes Frieden. Mehr noch ist uns dort beschieden. Bor der Abendmahls⸗— feier eines Kranken. 225. Mel. Vater unser im Himmelreich. Zu deinen Füßen liege ich. mein Jesu, blicke doch auf mich! Du bist der Arzt und Wundermanm, der allezeit er⸗ retten kann; drum. bin ich gleich von Hülfe bloß so ist doch mein 2. Mein Trost und meines Herzens Teil, mach erstlich mei⸗ ne Seele heil, besprenge sie mit deinem Blut und mache mein Berbrechen gut, und dann gib, nach vergebner Schuld hei mei⸗ ner Schwachheit auch Geduld! 3. Berühre mich mit deiner Hand, die so viel Böses abge⸗ Dein Leih mich speise, da ich krank, dein Blut sei mei⸗ wandt. ner Seele Trank! Ich will, wie Lazarus, allein, auch wenn ich krank, der Deine sein. 4. Wenns meiner Seele—— ist, so heile mich, Herr Jesu Christ; Wn sterben aber hesser sein, wohl mir auf Jesum schlaf ich ein. Mach du es, Jesu, durch dein Blut mit mir an Leib und Seele gut! Christ. Heinr. Zeibich g. 1677 4 1748. ——.— C. Lieder vom christlichen Leben. XVI. Buß⸗ und Beichtlieder. 226. Eigene Melodie. O Vater, allmächtiger Gott, zu dir schreien wir in der Not: Durch deine große Barm⸗ herzigkeit erbarm dich über uns! Christe, wollst uns erhören, für uns bist du geboren von Maria. Erbarm dich über uns! Vergib uns all unsre Sünde, hilf uns in der letzten Stunde, für uns hist du gestorben. Er⸗ barm dich über uns! O heilger Geist, wollst uns geben, dich allzeit herzlich zu lieben und nach deinem Willen zu leben. Erbarm dich über uns! Altkirchl. Deutsch d. J. Spangenberg g. 1484 T. 1550. 227. Eigene Melodie. Nimm von uns, Herre Gott, all unsre Sünd und Misse⸗ tat, auf daß wir mit rechtem Glauben und reinem Herzen in deinem Dienst erfunden wer⸗ den. 2. Erbarm dich, erbarm dich, erbarm dich deines Volhs, o Christe, das du erlöset hast mit deinem teuren, heilgen Blute. 3. Erhör uns, erhör uns, er⸗ höre unfre Bitt, Gott Vater, Schöpfer aller Hinge. hilf uns und sei uns gnädig! 4. Erhör uns, erhör uns, er⸗ höre unsre Bitt, o Christe, aller Welt Heiland. bitt für uns und sei uns gnädig! 5. Erhör uns, erhör uns, er⸗ höre unsre Biti. Gott heilger Geist, du einger Tröster, er⸗ leucht uns und sei uns gnädig! Chor. 6. wahr ich 9 0 spricht Gott der Herre, ich will nicht den Tod des Sünders, sondern dat er sich bekehre und lebe. lmen. Althirchlich. 228. Psalm 130. Eigene Melodie. Aus tiefer Not schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen. dein gnädig Ohren kehr zu mir und meiner Bitt sie öffne! Denn so du willst das sehen an, was Sünd und Un⸗ recht ist getan, wer kann, Herr, vor dir hleibenꝰ 12⁴ Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben: es ist doch unser Tun umsonst auch in dem hesten Leben. Vor dir Buß⸗ und Beichtlieder. 2. Bei dir gilt eOt denn 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Mor⸗ gen, doch soll mein ten Gottes Macht perzweifelm nicht. niemand sich noch sorgen. So tu rühmen Rann, des muß dich ter Herd an srgel rech⸗ rt, der aus dem Geist er⸗ fürchten jedermann und deiner zeuget ward, und seines Gottes Gnade leben. 3. Darum auf Gott willhoffen Verdienst nicht viel. oll Gnade: sein Hand zu Güte trauen, die mir zusagt sein wer⸗ der S gute Hirt. der Arael erlösen wird aus seinen Sünden allen. ich, auf mein bauen; auf ihn mein Herz soll lassen sich und seiner tes Wort. Das ist mein Trost und treuer Hort, des will ich allzeit harren. harre! 5. Ob bei uns ist der Sünden bei Gott ist viel mehr Iein O elfen Hat kein Ziel, wie groß auch sei chade. Er ist allein der Martin Luther g. 1483 4 1546. 229. Die Litanei. Eigene Melodie. Erster Chor: Hosie n ö Christe, Kyrie, Christe, *) Herr. 930 Gott Vater im Walt Hu err Gott Sohn, der Welt Hei⸗ err Gott heiliger Geist, lland, ei uns gnädig, Sei uns gnädig, Vor allen Sünden, vor allem Irrsal, vor allem Ubel Vor des Teufels Trug und List. vor bösem schnellen Tod. vor Peftilenz und teurer Zeit Vor Krieg und Blutvergießen, vor Nufruhr und Zwietracht. vor n und Ungewitter, vor Feuer⸗ und Wassersnot, vor dem ewigen Tod Zweiter Chor: Eleison l) Eleison! Eleison! Erhöre uns! *) Erbarme dich. Erbarm dich über uns! Erbarm dich über uns! Erbarm dich über uns! Perschon uns. lieber Herxe Spttl Hilf uns, lieber Herre Gott! Behüt uns, lieber Herre Gott! Behüt uns, lieber Herre Gott! Behüt uns, lieber Herre Gott! *———— +—— tt‚ tl tt! ttl Buß⸗ und Beichtlieder. 12⁵5 Erster Chor: duni deine heilige Geburt, durch deinen Todeskampf und lutigen Schweiß, durch dein Kreuz und Tod. durch dein heiliges Auferstehn und Himmelfahrt In unsrer letzten Not, am iüngsten Gericht ir armen Sünder bitten: Und deine heilige christliche Kir⸗ eregieren und führen, alle ihre Diener, Wächter und irten im heilsamen ort und heiligen Le⸗ ben erhalten, Allen Rotten und Argernissen wehren,. ö alle Irrige und Verführte wie⸗ derbringen, den Satan unter umsere Füße treten, Treue Arbeiter in deine Ernte enden, deinen Wort und Kraft zum e geben, allen Beibten und Blöden helfen und sie trösten, Allen 85500 und Fürsten e und Eintracht unserm a und Wder 5 ste⸗ ten Sieg wider deine einde gönnen, und ihn mit allen seinen Gewal⸗ tigen leiten Hhule imd Ge⸗ unsere Obern Schule und Ge⸗ unsern Rat meinde segnen und behüten, Zweiter Chor: Hilf uns, lieber Herre Gott! 20 uns, lieber Herre Gott! u wollest uns erhßren, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! 126 Erster Chor: Allen, so in Not und Gefahr sind, mit Hülfe erschei⸗ nen, allen Schwangern und Säu⸗ genden fröhliche Frucht und Gedeihen geben aller Kinder und Kranken pfle⸗ gen und warten. alle unschuldig Gefangenen los und ledig lssen. alle Witwen und Waisen ver⸗ teidigen und versorgen, Aller Menschen dich erbarmen, Unsern Feinden. Verfolgern und Rästerern vergeben Und sie bekehren. die Früchte auf dem Lande ge⸗ ben und bewahren,) und uns gnädiglich erhören, O Jesu Christe, Gottes Sohn, O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, O du Gotteslamm. Welt Sünde trägt, Christe, Kyrie, Christe, auf dem Harz). das der Buß⸗ und Beichtlieder. Zweiter Chor: Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! lieber Herre Gott! Erhör uns, li lieber Herre Gott! Erhör uns. Erhör uns, lieber Herre Gott! Erbarm dich über uns! Erbarm dich über uns! Verleih uns steten Fried! Erhöre uns! Chen Eleison! Beide Chöre zusammen: Kyrie, Eleison! Amen. Altkirchlich. Deutsch durch Martin Luther g. 1483 1546. ) unsere Deiche, Dämme und Schleusen in deine gnädige Obhut nehmen (für Gemeinden, welche am Wasser wohnen) und dieses Bergwerk gnädiglich erhalten und segnen(für die Gemeinden men uden gefallen von Gottes Buß⸗- und Beichtlieder. 12⁷ 230. Eigene Melodie. Durch Adams Fall ist ganz verderbt menschlich Natur und Wesen, dasselb Gift ist auf uns geerbt. daß wir nicht Konn⸗ ten g'nesen ohn Gottes Trost, der uns erlöst hat von dem großen Schaden, darein die Schlang Eva bezwang, Gotts Zorn auf sich zu laden. 2. Weil denn die Schlang CEva hat bracht, daß sie ist ab⸗ Wort, das sie veracht, dadurch sie in uns allen bracht hat den Tod so war ja not, daß uns auch Gott sollt geben sein lieben Sohn, der Gnaden Thron, in dem wir möchten leben. 3. Wie uns nun hat ein fremde Schuld in Adam all verhöhnet, also hat uns ein fremde Huld in Christo all versöhnet; und wie wir all durch Adams Fall sind ewigs Tods gestorben, also hat Gott durch Christi Tod verneut, was war verdorben. 4. So er uns denn sein Sohn geschenkt, da wir sein Feind noch waren, der für uns ist ans Kreuz gehenkt, getöt, gen Himm'l Tod und dadurch wir sein von Tod und Pein erlöst, so wir vertrauen auf diesen Hort, des Baters Wort: wem wollt vor Sterben grauen? 5. Er ist der Weg, das Licht. die Pfort, die Wahrheit und das Leben. des Vaters Rat und ewigs Wort, den er uns hat gegeben zu einem Schutz, daß wir mit Trutz an ihn fest follen lauhen; darum uns bald kein acht noch G'walt aus seiner Hand wird rauben. 6. Der Mensch ist gottlos und verflucht, sein Heil ist auch nach ferne, der Trost bei einem Menschen sucht und nicht bei Gott dem Herren; denn wer sich will ein andres Ziel ohn diesen Tröster stecken, den mag gar bald des Teufels G'walt mit seiner List erschrecken. 7. Wer hofft auf Gott und em vertraut, wird nimmer⸗ mehr zuschanden; denn wer auf diesen Jelsen baut. ob ihm gleich geht zuhanden viel Unfalls hie. hab ich doch nie den Menschen sehen fallen, der sich perläßt auf ottes Trost; er hilft sein'n Gläub'gen allen. 8. Ich bitt, o Herr, aus Her⸗ zensgrund, du wollst nicht von mir nehmen dein heilges Wort aus meinem Mund, so wird mich nichtbeschämen mein Sünd und Schuld: denn in dein Huld setz ich all mein Vertrauen; wer sich nun fest darauf verläßt. der wird den Tod nicht schauen. 9. Mein'n Füßen ist dein heilges Wort ein Leuchte nah und ferne, ein Licht, das mir den Weg weist fort; so dieser Morgensterne in uns aufgeht. so bald versteht der Mensch die hohen Gahen, die Gottes Geist denen verheißt, die Hoffnung darauf haben. Lazarus Spengler g. 1479 1534. 231. Mel. Aus tiefer Rot schrei ich zu dir. Mel. 1. ö A* tiefer Not laßt uns zu Gott von ganzem Herzen schreien, bitten, daß er durch seine Gnad uns woll vom Abel — 128 Buß⸗ und Beichtlieder. freien und alle Sünd und Misse⸗ verzagen] O bilf. daß wir ge⸗ lat, die unser Fleisch begangen troft und frei, ohm arge List und hat, uns väterlich verzeihen! Heuchelei dein Joch zum Ende 2. Und sprechen: Vater, sieh trager.. doch an uns Armen und Clen⸗„. Sprich Ban durch deine den, sehr übel haben wir getan Bosen zu, gib Zeugnis dem Ge⸗ mit Herzen, Mund und Hän⸗ wifsen, siell unser Herz dur den; verleih uns daß wir Buße wissen Rub. Ai uns durch sie zu tun und die in Christo, deinem missen nun Christus vor dein m Sohn, zur Seligkeit vollenden. Angesicht all unsre Sachen hab 3. Zwar unfre Schuld ist Hroß geschlichtj des Trosts laß uns und schwer, von uns nicht aus⸗ gegiesen! urechen; doch deiner Gnade 9. Erhalt in unsers Herzens sst viel mehr, die kein Mensch Grund dein Wort. den edlen kaim aussprechen; die suchen Samen, und hilf. daß wir den und begehren wir, hoffend, du neuen Bund in deines Sohnes wirst es, Herr, an dir nicht lassen Namen vollenden mit Bestän⸗ digkeit und so der Kron der —4 Du wil nicht. daß der Herrlichkeit versichert werden Sünder sterb undin Berdamm. Amen Böhmische Brüver. nis fahre, sondern daß er mehr Gnad erwerh und sich darin be⸗ 232. wahre: so hilf uns mum o Herre Eigene Melodie. Gott. damit uns nicht der ewge Chris Tod in Sünden widerfahre. Au n Fr. dern arn 5. Bergib, vergib und hab Erden. Ich weiß. daß du mein Geduld mit uns Armen, und Tröster bist, kein Trost mag Schwachen, laß deinen Sohn mir sonst werden. Bon An⸗ dienst gurmachen! Nimm un⸗ Erden war kein Mensch geborn, srer Seele eben wahr, daß ihr der mir aus Nöten helfenkann: kein 0 be bun widerfahr, wollst Ich ruf dich an zu dem ich mein gnädig sie bewachen. Vertrauen hab. 6. Wenn du nun vor Gerichte 2. Mein Sünd sind schwer gehn und mit uns wolllest rech⸗und übergroß und reuen mich ten, wie würden wir vor dir be⸗ von Herzen; derselben mach ehtt und wer würd uns ver⸗ mich quitt und los durch deinen echtenꝰ OHerr, sieh uns barm⸗Tod und En Dater e und deig erzig an und hilf uns wieder mich deinem Vater an, daß du uf die Bahn zur Pforte der haft anug für mich getan, o Gerechten! werd ich los der Sünden Last: 7. Wir opfern uns dir arm Herr. halt mir fest. wes du di und bloß, durch Reue tief ge⸗ mun versprochen haft. dewen S o nimm uns auf in 3. Gib mir nach dein Barm⸗ einen Schos und laß uns nicht herzigneit den wahren Christen⸗ Buß⸗ und Beichtlieder. 129 Hiabeumn auf daß ich deine Sü⸗ igkeit mög inniglich anschauen. vor allen Dingen liehen dich und Aum letten(e ten gleich als mich. Am letzten end. damit behend des Teufels List sich von mir wend. 4. Ehr sei Hemi in dem höch⸗ sten Thron, dem Bater aller Güte, und Jenn Christ, sein'm liebsten Sohn, der uns allzeit behüte, und Gott dem werten heilgen 01 5 der uns sein Hülfe allzeit leist, damit wir ihm ge⸗ fällig sein hier in der Zeit und vollends in der Ewigkeit. Konr. Huber g. 1507 4 1577. 233. 2. Chronika 20. Eigene Melodie. Wesen wir in Höchsten Nöten sein und wissen nicht. wo aus noch ein, und finden weder Hülf noch haz pe wir gleich sorgen früh und spat, So ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen ins⸗ gemein anrufen dich, o treuer und 10t. aus der Angst 110. Und heben unser Aug und Oh zu dir in wahrer Reu und chmerz und flehen um Be⸗ Uunderimrz und aller Strafen 4 Hiedn 4. Die du verheißest gnädiglich im denen, die drum bitten Dich m Namen deins Sohns Jesu Christ der unser Heil und Für⸗ sprech ist. 5. Drumkommen wir, oHerre Gott, und klagen dir all unfre RNot, weil wir jetzt stehn ver⸗ lassen gar in großer Trübfal und Gefahr. End dein Hülf mir Pl 6. Sieh nicht an unsre Sünde groß, sprich uns davon aus Gnade los, steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen agen frei, 7. Auf das von Herzen kön⸗ nen wir nochmals mit Freude danken dir, gehorsam sein nach Diäman Wor dich allzeit preisen hie und dort. Paul Eber g. 1511 4 1550. 234. Mel. Herzlich tut mich verlangen. Ach Gott, ich muß dirs klagen. daß ich f so elend bin: Mein Hersz will mir verzagen, mein Sünd liegt mir im Sinn; ich kann ihr nicht vergessen, sie h zu groß und schwer, sie hat mick ganz besessen, sie kränkt und mich sehr. 2. In Sünd bin ich empfan⸗ gen, in Sünden auch geborn, viel Sünd hab ich begangen, darum bin ich verlorn; ich kann nicht freudig werden, den Him⸗ mel anzusehn, und schäme mich. auf Erden vor dir, mein Gott, zu stehn. 3. Nun sollt ich ja vertrauen dein m Sohne Jesu Christ, aus sein Verdienst fest bauen, weil er mein Fürsprachist; doch schrecht mich mein Gewissen, das dich felt immerdar und 395 ich werd verdrießen, daß ich di Sünd Ich spar. 4. Ich wollt eh herzlich gerne bessern das Lehen mein. mit Werk, Wort und Gebärden fromm und gehorsam sein; ich kanns so nicht vollbringen. wie ichs oft brm bedacht, ich laß mich davon dringen durch Satans List und Macht. 5. Was soll ich denn nun machen? Wie hann ich dor bestehn? Ich fall der Höll in Rachen, wenn ich dir will ent⸗ gehn. Herr, zu dir komm ich wieder und such Barmherzig⸗ keit, ich falle por dir nieder, mein Sünde ist mir Leid. 6. Du hast dein Sohn gegeben für aller Menschen Sünd. daß jedermann sollt leben der an ihn olauben könnt. Will gleich mein Herz nicht trauen, so glaub ich dennoch fest; hilf du meinem Unglauben, dein Hülfe ist die best. 7. Ich bin nicht wert der Güte, die du an mir getan, daß für mich mit sein m Blute be⸗ 66 5 dein lieber Sohn; bedarf es do dem Worte dein, das mir zu⸗ sagt beständig: Wer glaubt, wird selig sein. 8. So wahr, als ich selhstlebe sprichst du, mein Herr und Gott, ungern ich übergebe den Sün⸗ der in den Tod: ich will, daß er umkehre und ewig leb bei mir. Darum komm ich, mein Herre. ich komm wieder zu dir. 9. Mit deinem lauhen Geiste den 9ll unde Glauben mehr, mir Hülf und Beistand leiste zu deines Namens Ehr! Leit mich auf deinem Stege, vor aller Sünd und Schand, vors Teu⸗ fels Strick und Wege bewahr mich deine Hand! 10. Segne mein Leib und Seben, auch mein Beruf und Werk was du mir hast gegeben. behüt durch deine Stärk! Er⸗ hör, o Herr. mein Schreien und mein furchtfames Wort, daß ich Buß⸗ und Beichtlieder. ch notwendig und glaub L mich dein kannfreuen, verachten Satans Mord. I1. Zuletzt laß End abscheiden mit einem selgen End und nimm aus diesem Leiden mein Seel in deine Händ! Dafür will ich dich preisen mit steter Dankharkeit. du wirst mir Gnad erweisen und helfn in Ewighkeit. Hannov. Gsb. 1646 n. ein. ält. Liede. 235. Mel. Vater unser im Himmelreich. imm von uns, Herr. du treuer Gott, die schwere Straf und große Not, die wir mit Sünden ohne Zahl ver⸗ dienet haben allsumal. Behüt vor Krieg und teurer Zeit, vor Seucen, Jeur und großem eid! 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht; wir bitten Gnad und nicht das Recht; denn so du, Herr, den rechten Lohn uns eben wolltst nach unserm Tun, o müßt die ganze Welt pergehn. und könnt kein Mensch vor dir A 3. Ach Herr Gott, durch die Treue dein mit FI⸗Wenei et⸗ tung uns erschein! Beweis an uns dein große Gnad und straf uns nicht auf frischer Tat, wohn uns mit deiner Güte bei, dein Zorn und Grimm fern von uns sei! 4. Gedenk an deins Sohns bittern Tod, sieh an sein heilgen Wunden rot] Die sind ja für die ganze Welt die Zahlung und das Lösegeld: des trösten wir uns allezeit und hoffen auf Barmherzigkeit. 5. Leit uns mit deiner rechten Hand und segne unsre Stadt —— — Buß⸗ und Beichtlieder. 131 und Land: gib uns allzeit dein heiligs Wort, behüt vors Teu⸗ fels List und Mord; verleih ein selig Stündelein, auf daß wir ewig bei dir sein. Martin Moller g. 1547 + 1606. 236. Eigene Melodie. erx Jesu Christ, du höchstes ut, du Brunnquell aller Gnaden, sieh doch, wie ich in meinem Mut mit Schmerzen bin heladen und in mir hab der Pfeile viel, die im Gewissen ohne Ziel mich armen Sünder drücken... 2. Erbarm dich mein in solcher Last, nimm sie aus mei⸗ nem Herzen. dieweil du sie ge⸗ büßet hast am Hols mit To⸗ desschmerzen, auf daß ich nicht vor großem Weh in meinen Sünden untergeh und ewiglich verzage. 3. Fürwahr, wenn mir das kommet ein, was ich mein Tag' hegangen, o fällt mir auf das Herz ein Stein, und bin mit Furcht umfangen: ja ich weiß weder aus noch ein und müßte stracks verloren Dan wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Aber dein sennen Wort das macht mit seinem süßen Singen, daß mir das Herze Blute dein von Sünden abge⸗ waschen sein, wie David?) und Manasse,“ ) 2 Sam. 12, 13.) 2 Chron. 33, 13. 6. So komm ich auch zu dir allhie in meiner Not geschritten und tu dich mit gebeugtem Knie pon ganzem Herzen bitten: Berzeihe mir doch gnädiglich, was ich mein Lebtag wider dich auf Erden hab begangen. +. err, vergib, vergib mirs doch um deines Namens willen und tu in mir das schwere Joch der Uebertretung stillen, daß sich mein Herz zufrieden geb und dir hinfort zu Ehren leb mit kindlichem Gehorsam. 8. Stärk mich mit deinem Freudengeist. heil mich mit dei⸗ nen Wunden. tröst mich mit deinem Todesschweiß in mei⸗ ner letzten Stunden und nimm mich einst, wenn dirs gefällt, im rechten Glauben von der elt zu deinen Auserwählten! Barthol. Ringwaldt g. 1532 4 1599. 237. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. Vor Gericht, Herr Jesu, steh ich hie, zu dir beug ich meins Herzens Knie, kann mir selbst gar nicht raten. Mein groß und viele Missetat mich hier und dort verdammet hat. wieder lacht und neu beginnt Doch zu springen; dieweil es alle Gnad verheißt denen, die mit zerknirschtem Geist zu dir, o Jesu, kommen.. 5. Und weil ich denn in mei⸗ nem Sinn, wie ich zuvor ge⸗C klaget, auch ein betrübter Sünder bin, den sein Gewis⸗ sen naget, und gerne möcht im Doch will ich nicht verzagen. Herr Jesu Christ, dein Blut al⸗ lein macht mich von allen Sün⸗ den rein, weil ich in wahrer Reu und Buß an dich gläub und dir 905 zu Fuß. Herr Jesu hrist, des dank ich dir, des dank ich dir, ich will mich bes⸗ sern, hilf du mir! Hannov. Gsb. 1646 n. ein. ält. Liede. 9* 238. Eigene Melodie. Ach Gott und Herr, wie groß und schwer sind mein be⸗ Drandd Sünden! Da ist nie⸗ mand, der helfen kann, in die⸗ ser Welt zu finden. ief 191 gleich weit zu dieser Zeit b is an der Welt ihr Ende und wollt los sein des Elends mein, würd ich es 95 nicht wenden. 3, Zu dir flieh ich. Il hab mich nicht, wie ichs wohl hab verdienet. Ach Gott, zürn nicht. Hat nicht ins G⸗ Ht dein Sohn 00 12 191 50 net. Solls ja so sein, daß Straf 115 Pein ab Sünde folgen müssen, so fahr hie fort, nur schone dort und laß mich hier du wohl hüßen! 5. Gib, Herr, Geduld, vergiß die Schuld, gib ein gehorsam Herze, laß mich ja nicht, wies oft geschicht, mein Heil mur⸗ rend verscherzen! „Handle mit denr dünhet dir, durch dein will ichs leiden; wollst mich nur nicht dort dwiflich von deiner —75 Heich en Hleichwie sich fein ein Boögelent in hohle Bäum ver⸗ stecket, wenns trüb hergeht, die Luft unstet Menschen und 551 1 9. Hert Herr Christ, mein Zustucht at die Höhle deiner Wunden: wenn Sünd und Tod mich bracht in Not, hab ich mich drein gefunden. Darin ich bleib; ob Seel un d Leib hie voneinander schei⸗ den, so werd ich dort bei dir, mein wies Gnad des Hort, sein in ewigen Freuden. Buß⸗ und Beichtlieder. 10. Ehre sei nun Gott Va⸗ ter, Sohn und heilgem Geist zusammen! Ich zweifle nicht, weil Christus 0. Am Wer glaubt, wird selig. Amen. V. 1—6 Rutilius(2) g. 1550 + 1618. V.7— 10 Joh. Groß(2) g. 1564 11654. 239. Mel. Vater unser im Himmelreich. ⁰6 wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, daß er von Sünden halte sich von sei⸗ ner Bosheit uch. ich und lebe mit 115 ewigli Dies Wort bedenk, o Menschenkind, verzweifle nicht in deiner Sünd! Hier findeft Trost, Heil und Gnad, die Gott dir zugesaget hat, und zwar mit einem teuren Eid. O selig, dem die Sünd ist leid! 3. Doch hüte dich vor Di n heit, denk nicht: Zur Buß ist noch wohl Zeit, ich will erst fröhlich sein auf Erd; wenn ich Lebens müde werd, als⸗ darn will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbar⸗ men sich. 4. Wahr ists, Gott ist wohl stets hereit dem Sünder mit Barmhersigkeit, doch wer auf Gnade sündigt hin, fährt fort in seinem bösen Sinn und em Seele selbst nicht schont, dem wird mit Ungnad abgelohnt. 5. Gnad hat dir zugesgget Gott von wegen Christi Blut und Tod, zusagen hat er nicht gewollt, ob du bis morgen leben sollt. Daß du mußt ster⸗ ben, ist dir kund, verborgen ist des Todes Stinid. Buß⸗ und Beichtlieder. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich! Ehmorgen kommt kanns ändern sich, wer heut ist frisch, gesund und rot. ist morgen krank, ja wohl gar tot. Sg du nun stirhest ohne Buß dein Seel d und Leib dort brennen muß. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich noch heute komm zu dir und Buße tu den Augen⸗ blick, eh mich der schnelle Tod hinrück, auf daß ich heut und d jederzeit zu meiner Heimfahrt sei bereit. Joh. Heermann g. 1585 4 1647. 240. Mel. Auf meinen lieben Gott. Wo 3 ich fliehen hin, weil ich beschweret bin mit viel und großen Sünden? Wo kann ich Rettung finden? Wenn alle Welt her käme, mein Angst sie nicht wegnähme, 2. O Jesu voller Gnad, auf dein Gebot und Rat kommt mein betrübt Gemüte zu deiner großen Güte, laß du auf mein süchen ein Gnadentröpflein ießen. 3. Ich, dein betrübtes Kind, werf alle meine Sünd, so viel ihr in mir stecken und mich so heftig schrecken, in deine tiefen Wunden, da ich stets Heil ge⸗ funden. „„Durch dein unschuldig Blut, vergossen mir zugut, Wasch ab all meine Sünde, mit Trost mein Herz verbinde und ihrer nicht gedenke, ins Meer sie tief versenke! 5, Du bist der, der mich tröst, weil du mich selbst erlöst; was ich gesündigt habe, haft du ver⸗ scharrt im Grabe; da hast du 133 es perschlossen, da wirds auch leiben müssen. 6. Ist meine Bosheit groß so werd ich ihr doch los, wenn ich dein Blut auffgsse und mich arauf verlasse⸗ Wer sich zu dir nur findet, all Angst ihm bald verschwindet. 7. Mir mangelt zwar sehr piel; doch was ich haben will, ist alles mir zugute erlangt mit einem Blute, damit ich über⸗ winde Tod, Teufel, Höll und ünde. 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär, darf ich doch nicht verzagen mit dir kann ich sie schlagen. Dein Blut darf ich nur zeigen. so muß ihr Trutz bald schweigen. 9. Dein Blut, der edle Saft, hat solche Stärk und Kraft, daß auch ein Tröpflein kleine die ganze Welt kann reine, ja gar aus Teufels Rachen frei, los und selig machen. 10. Darum allein auf dich, err Christ, verlaß ich mich. Jetzt kann ich nicht verderben, dein Reich muß ich ererben, denn du hast mirs erworben, da du für mich gestorben. I1. Jühr auch mein Herz und inn durch deinen Geift dahin, daß ich 15 dich meiden, was mich und dich Kann scheiden, und ich an deinem Leibe ein Gliedmaß ewig bleibe. Joh. Heermann g. 1585 4 1647. 241. Mel. Werde munter, mein Gemüte. Treuer Gott, ich muß dir klagen meines Herzens JDammerstand, ob dir wohl sind meine Plagen besser als mir selbst bekannt; große Schwach⸗ heit ich hei mir in Anfechtung oftmals spür, wenn der Satan allen Glauben will aus meinem Herzen rauben. 2. Du. Gott, dem nichts ist verborgen. weißt. daß ich nichts von mir hab, nichts von gllen meinen Sorgen; alles ist. Herr. deine Gab. Was ich Gutes find an mir, das hah ich allein von dir; auch den Glauben mir und allen gibst du, wie dirs mag gefallen. 3. O mein Gott. vor den ich trete jetzt in meiner großen Not, höre, wie ich sehnlich bete, laß mich werden nicht zu Spott, machzunicht des Teufels Werk, meinen schwachen Glauben stärk, daß ich nimmermehr ver⸗ zage, Christum stets im Herzen trage. 4. Jesu. du Brunn aller Gna⸗ den, der du niemand von dir stößt, der mit Schwachheit ist beladen, sondern deine Jünger tröst, sollt ihr Glaube auch so klein wie ein kleines Senfkorn sche wolltst du sie doch würdig chätzen, große Berge zu ver⸗ setzen: 5. Laß mich Gnade vor dir finden, der ich bin voll Traurig⸗ keit; hilf du mir bind t überwin⸗ den, so oft jch muß in den Streit: meinen Glauben täglich mehr, deines Geistes Schwert verehr, damit ich den Feind kann schla⸗ gen, alle Pfeile von mir jagen. 6. Heilger Geist ins Himmels Throne, gleicher Gott von Ewigkeit mit dem Vater und dem Sohne, der Betrübten Trost und Freud, der du in mir Buß⸗ und Beichtlieder. angezündt. so viel ich an Glau⸗ ben find, über mir mit Gnade walte, ferner deine Gab erhalte! 7. Deine Hülfe zu mir sende, o du edler Herzensgast, und das gute Wert vollende, das du an⸗ Wimtlem hast. Blas das kleine ünklein auf, bis ich nach voll⸗ brachtem Lauf allen Auser⸗ wählten gleiche und des Glau⸗ bens Ziel erreiche. 8. Gott. groß über alle Götter, heilige Dreieinigkeit, außer dir ist kein Erretter, tritt mir selbst zur rechten Seit, wenn der Feind die Pfeil abdrückt meine Schwachheit mir aufrückt, mir will allen Trost verschlingen und mich in Verzweiflung brin⸗ gen. 9. Zeuch du mich aus seinen Stricken, die er mir geleget hat, laß ihm fehlen seine Tücken, drauf er sinnet früh und spat. Gib Kraft. daß ich allen Strauß ritterlich mög stehen aus, und so oft ich noch muß kämpfen, hilf mir meine Feinde dämpfen! 10. Reiche deinem schwachen Kinde, das auf matten Füßen steht, deine Gnadenhand ge⸗ schwinde, bis die Angstvorüber⸗ geht. Wie die Jugend gängle mich. daß der Feind nicht rühme sich, er hätt ein solch Herz ge⸗ fället, das auf dich sein Hoff⸗ nung stellet. 11. Du bist meine Hülf, mein Leben, mein Fels, meine Zu⸗ versicht, dem ich Leib und Seel ergeben; Gott, mein Gott. ver⸗ zeuch doch nicht! Eile, mir zu stehen bei, brich des Feindes Pfeil rallen 3 laß ihn selbst zu⸗ rückeprallen und mit Schimpf zur Hölle fallen! Buß⸗ und Beichtlieder. 12. Ich will alle meine 5 das rühmen deine starke Hand, daß 10 Heraht abe und 94105 hast lich abgewandt. Nicht 0 in 9—— Sterblichkeit soll dein k Ruhm sein ausgebreit, ich wills auch hernach erweisen und dort ewiglich dich preisen. Joh. Heermann g. 1585 4 1647. 2⁴2. Eigene Melodie, oder Jesu, meines Lebens Leben. Iidun der du meine Seele hast 86 Ausels finstrer O. le aus des Teufels finstrer Höhle und der schweren Eundemot 0 iglich und solches lassen wissen 190 deman 901 ment 50rt ei doch jetzt, o Gott, mein Hort! 2. Herr. ich muß es ja beken⸗ nen, daß nichts Gutes wohnt in mir; das zwar, was wir Wol⸗ len nennen, halt ich meiner Seele für: aber Fleisch und Blut zu zwingen und das Gute zu vollbringen folget gar nicht, wie es soll; was ich nicht will, tu ich wohl. 3. Aber, Herr, ich kann nicht wissen, wie viel meiner Fehler sein; mein Gemüt ist ganz zerrissen durch der Sünden Schmerz und Pein, und mein Herz ist matt von Sorgen; ach vergib mir, was perborgen. rechne nicht die Missetat, die dich, Herr, erzürnet hat. 4. Jesu, du hast weggenom⸗ men meine Schulden durch dein Blut; er Seit„Erlöser, kommen meiner Seligkeit zugut, und die⸗ Sun du so Detreicpirn hast die Sünd am Kreuz getragen, ei so 13⁵5 sprich mich endlich frei, daß ich ganz dein eigen sei. 5. Wenn ich vor Gericht den treten, 300 man nicht entfliehen ann, ach so wollest du mich retten und dich meiner nehmen an. Du allein, Herr, kannst es wehren, daß ich nich cht den Fluch darf hören: Ihr zu meiner lin⸗ ken Hand seid von mir noch nie erkannt. 6. Du ergründest meine Schmer zen, du Cist kennest meine Pein. Es ist nichts in meinem lan als dein herber Tod allein. Dies mein Herz, mit Leid vermenget, durch dein teures Blut hesprenget, o am Kreuz vergossen ist, geb ich dir, 77 Dam rist. n ich weiß. du 832 mir s nllenr mein Gewissen, das mich plagt; es wird deine Treu er⸗ illen, was du selber hast Er⸗ agt: daß auf dieser weiten en keiner je verloren werden. sondern ewig leben soll, wenn er nur ist glaubensvoll. 8. Herr, 1 Wunh hilf mir Schwachen, la ch ja ver⸗ derben nicht! Du⸗ 230 kannst mich stärker machen, wenn mich Sünd und Tod an ficht. Deiner Güte will ich trauen, bis ich Herr 3 werde schauen dich. Herr Jesu, nach dem Streit in der süßen Ewigheit. Johann Rist g. 1607 7 1667. 243. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. O 9 ab n Hemen Gott, hab gebrochen dein Ge⸗ bot un sehr gesündigt wider 136 dich: das ist mir leid und reuet mich. 2. Du aber, o mein gnädger Gott hast nicht Gefalln an mei⸗ nem Tod, und ist dein herzliches Begehrn, daß ich soll Buß tun. mich bekehrn. 3. Auf dies Wort, lieher Ba⸗ ter fromm, ich armer Sünder zu dir komm, hilf mir durch Christi bittern Tod und heilige fünf Wunden rot! 4. Ja, Herr, ich bitt durch Jesum Christ, der mir zugut Rensch worden ist; Laß deine Gnad und Gütigkeit mehr gel⸗ ten denn Gerechtigkeit! 5. Berschon, o Herr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld, so werd ich arm ver⸗ lornes Kind ledig und los all meiner Sünd. 6. Ich will, o Herr, nach dei⸗ nem Wort mich bessern, leben fromm hinfort, damit ich mög nach dieser Zeit gelangen zu der Seligkeit 1643. Nach Zohann Leon. 244. Mel. Ach Gutt, vom Himmel sieh darein. O Bater der Barmherzigkeit, Dich falle dir zu Fuße ver⸗ stoß den nicht, der— dir schreit und tul noch endlich Buße. Was ich begangen wider dich, verzeih mir alles gnädiglich durch deine große Güte! 2. Durch deiner Allmacht Wundertat nimm von mir was mich quälet; durch deine Weis⸗ on schaffe Rat, worin es mir onst fehlet; Willen, Mittel, Kräft und Stärk, daß ich mit Buß⸗ und Beichtlieder. dir all meine Werk anfange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du hast am Kreuze für mich Armen ge⸗ tragen aller Sünden Last wollst meiner dich exrbarmen! O wah⸗ rer Gott, o Davids Sohn, er⸗ barm dich mein und mein ver⸗ schon, sieh an mein kläglich ufen! 4. Caß deinen Wunden teu⸗ res Blut, dein Todespvein und Sterben mir kommen kräftig⸗ lich zugut, daß ich nicht müß verderben. Bitt du den Bater, daß er mir im Zorn nicht lohne nach Gebühr, wie ich es hab verschuldet. 5. O heilger Geist. du wah⸗ res Licht, Regierer der Gedan⸗ ken, wenn mich die Sündenlust anficht, laß mich pon dir nicht wanken! Verleih, daß nun doch nimmermehr Begierd nach Wollust. Geld und Ehr in mei⸗ nem Herzen herrsche. 6. Und wenn mein Stündlein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Sgtans Trotz und List durch Christi Sieg mög dämpfen, auf daß mir Krankheit, Angst und Not und dann der letzte Feind, der Tod. nur sei die Tür zum Leben. David Deniche g. 1603 4 1680. 245. Mel. Vater unser im Himmelreich. G6⁴ Bgter, denk an Christi Tod, sieh an deins Sohnes Wunden rot, die sind ja für die ganze Welt die Zahlung und das Lösegeld; des trösten wir uns allezeit und hoffen auf Barmhersigheit. Buß⸗ und Beichtlieder. 137 2. Den König leit mit deiner Hand, beschütz und segne unser Cand, gib dab Pe 225 heilig Wori. wend ab Pest, Teurung. Krieg und Mord. all denen, die in Nöten sein, mit Rettung. Hülf und Trost erschein! men, dies alles werde weine erhör und hilf uns im⸗ merdar, o Bater in dem höchsten Thron, durch Christum deinen eingen Sohn, daß du, dein Sohn und beider Geist in allem von uns werd gepreist. Hannoyv. Gsb. 1657. 246. Eigene Melodie. He. habe mißgehandelt, ja mich drückt der Sünden Last, ich bin nicht den Weg ge⸗ wandelt, den du mir gezeiget hast, und jetzt wollt ich gern aus Schrecken mich vor deinem 1 verstechen. 2. Doch wie könnt ich dir ent⸗ fliehenꝰ du. ch b allenthalben sein; wollt ich über See gleich giehen, stieg ich in die Gruft hin⸗ ein, hätt ich Flügel gleich den i inden, gleichwohl würdest du 55. finden, 3. Drum, ich hth es nur be⸗ kennen, Herr, ich habe mißge⸗ tan, darf mich nicht dein Kind mehr nennen. Ach die M mich zu Gnaden an, laß die Menge meiner Sünden deinen Zorn nicht gansz entzünden! Könnt ein Mensch den Sand gleich zählen an dem gro⸗ en, weiten Meer, dennoch würd es ihm wohl fehlen, daß er meiner Sünden Heer, daß er alle mein Gebrechen sollte wissen autsousprethen 5. Wein', ach wein' jetzt um die Wette, meiner beiden Hahrer Bach! O daß ich gnug Zähren hätte hu betrauern meine Schmach! O daß aus dem Tränenbronnen käm ein 160 Strom geronnen! 6. Dir will ich die Last auf⸗ binden, wirf sie in die tiefste See, wasche mich von meinen unden, mache mich so weiß als Schnee, laß den guten Geist mich treiben, einzig stets bei dir zu bleiben. Johann Frank g. 1618 4 1677. 2⁴7. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Ich will Herte Auuchb Sbehren zum Herren mich beh 111— 0 wolleft selbst mir Rat hiezu, o Gott, Heren und deines guten Gestes raft, der neue Herzen in uns schafft, aus Gnade mir gewähren! 2. Ein Mensch kann von Na⸗ tur Dph nicht sein Elend selbst empfinden; er ist kuub deines Geistes Sicht blind, taub, ja tot n Sünden, verkehrt ist Will, Berstand und Tun. Des gro⸗ zen Jammers wollst du nun, o Vater. mich entbinden! 4 Klopf durch Erkenntnis bei mir an und führ mix wohl u Sinnen, was Böses ich vor ir getan du kannst mein Herz gewinnen, daß ich aus Kummer und Beschwer laß über meine Wangen her viel heiße Tränen rinnen. 4. Wie hast du doch auf mich gewandt, den Reichtum deiner Gnaden! Mein Leben dank ich deiner Hand. du hast mich über⸗ laden mit Ehr, Gesundheit, Ruh 138 und Brot. du machst, daß mir noch keine Not bis hieher kön⸗ nen schaden. 5. Hast auch in Christo mich erwählt tief aus der Hölle Flu⸗ ten, daß niemals mir es hat gefehlt an irgend einem Guten: und daß ich ja dein eigen sei, Ae du mich auch gus großer reu gestäupt mit Baterruten. 6. Hab ich denn nun auch gegen dich Gehorsams mich be⸗ flissen?ꝰ Nein. eines andern zei⸗ het mich mein Herz und mein Gewissen: darin ist leider nichts gesund. an allen Orten ist es wund. vom Sündenwurm ge⸗ bissen. 7. Die Torheit meiner jungen Jahr und alle schnöden Sachen verklagen mich zu offenbar; was soll ich Armer machen? Sie stellen. Herr, mir vors Ge⸗ sicht dein unerträglich Zornge⸗ richt und deiner Hölle Rachen. 8. Bisher hab ich in Sicher⸗ heit 91: C unbesorgt geschlafen, gesagt: Es hat noch zusi Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen, er fähret nicht mit unsrer Schuld so strenge fort, es hat Geduld der Herr mit seinen Schafen. 9. Dies alles jetzt zugleich er⸗ wacht, mein Herz will mir zer⸗ springen: ich sehe deines Don⸗ ners Macht, dein Feuer auf mich dringen; du regest wider mich zugleich des Todes und der Hölle Reich, die wollen mich verschlingen. 10, Herr Zesu, nimm mich zu dir ein, ich flieh in deine Wun⸗ den; laß mich da eingeschlossen sein und bleiben alle Stunden dir ist ja, o du Gotteslamm, all Buß⸗ und Beichtlieder. meine Schuld am Kreuzes⸗ stamm zu tragen aufgebunden. I1. Dies stelle deinem Vater für, daß er sein Herze lenke und gnädig sich kehr her zu mir. nicht meiner Sünden denke. auf daß er meine Sündenlast, die du auf dich genommen hast, ins tiefe Meer versenke. 12. Hierauf will ich zu jeder Zeit mit Ernst und Sorgfalt meiden der bösen Hüste Eitel⸗ keit und lieber alles leiden, denn daß ich Sünd aus Vorsatz tu: ach Herr, gib du stets Kraft da⸗ zu. bis ich einst werd abscheiden. V. 1—10 Luise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg(2) g. 1627 4 1667, V. 11 u. 12 Hannov. Gsb. 1657. 248. Mel. Werde munter, mein Gemüte. O du Schöpfer aller Dinge, höre, höre mein Gebet, das ich jetzo vor dich bringe, weil mein Herz in AÄngsten steht. Meine Sünden ängsten mich, darum komm ich auch vor dich und bekenne meine Sünden, ach Herr, laß mich Gnade finden! 2. Weil du heißest alle kom⸗ men, die belgden sind. zu dir, bin ich auch nicht ausgenommen noch gewiesen von der Tür dei⸗ ner Gnade, sondern du willst und wirst en die mnt dazu von den Sünden, die mich drücken, ganz entbinden und erquicken. 3. Dein Wort bleibet unge⸗ brochen, das du einmal hast geredt; nun hast du, o Gott, gesprochen: Such mein Amiach im Gebet! Darum komm ich auch vor dich, such dein Antlitz ach laß mich bei dir Trost und X———7— ESEEN=/ 2—4„ Buß⸗ und Beichtlieder. 139 Gnade finden,—0 mich los von meinen Sünden! 4. edi die Handschrift, die ich gebe dir in deine Händ o Gott! Drin sprichst du: 0 Sundens lebe, ich will nicht des Sünders Tod. sondern daß er sich bekehr von den Sünden und begehr ewiglich mit mir zu 446 so will ich die Sünd ver⸗ geben. 5. Nun wohlan, du wirst nicht lügen, ich halt mich an deine Wort. will darauf in Demut biegen meine Knie an diesem Ort und bekennen meine Sünd: ich bin das verlorne Kind, das vom Teufel oft yerblendet deine Güter hat verschwendet. 6. Weiter will ich nichts mehr sagen und allein an meine Brust mit dem armen Zöllner schla⸗ gen: Gott,. es ist dir wohl be⸗ wußt, daß ich hab Diommr dir; aber sei doch gnädig mir! fall dir in deine Arme, ach Herr, meiner dich erbarme! ch verleugne nicht die Sünden, ich verleugne nicht die Schuld; aber laß mich Gnade finden. rage. Herr. mit mir Ge⸗ duld! Alles. was ich schuldig bin, zahlt mein Jesus, nimm nur hin die Bezahlung meines Bürgen. der sich ließ für mich erwürgen. un. 5 Vater aller Gna⸗ den. siehe— Leiden an! wwfi hat ersetzt den Schaden und für mich Ganz lit durch Ach sei ihn bin ich ganz erlöst, delen ich mich gänzli den weil in seinen tiefen Wunden ich nun Fried und Ruh gefunden. 9. Ich will auch hierauf ge⸗ nießen, Jesu deinen Leib und Blut meiner Seele und Ge⸗ O. 10% Dan wulrdic und zu⸗ gut. Gib, daß würdig ich genieß dich. und schmeck, wie süß und wie freundlich du bist denen, die sich nach dir herzlich sehnen. Christoph Tietze g. 1641 4 1703. 249. Mel. Werde munter, mein Gemüte. Vater. laß mich Gnade finden, tröste meinen blöden Sinn. der ich wegen meiner Sunden so betrübt und traurig bin. Siehe, mein Gott. wie ich hier jetzt vor deiner Gnadentür mit dem Zöllner schamrot stehe und dich um Vergebung flehe. Du bist heilig, ich hingegen bin voll Ungerechtigkeit, muß mich bloß gufs Bisten legen und auf deine emm f setzen meine Zuversicht; denn so du, Herr, ch dein Gericht ließest ohne Gnað ergehen, würd es übel um mich stehen. 3. Aber, Herr, nach deiner Lehre willst du keines Siinders Tod, sondern daß er sich be⸗ gehre und frei werde feiner Not. Dieser Trost erquicket mich, als der ich auch ängstiglich Reu und Leid bei mir empfinde über 14. schwere Sünde. 4. Denke, daß dein Sohn auf Erden drum vergossen hat sein Blut. auf daß könne selig wer⸗ den. wer im Glauben Buße tut. ein Kreuz und Dornen⸗ kron bring ich hier uund deinen Thron, seinen Tod und Blut⸗ vergießzen laß mich Armen auch genießen! 5. Zwar ich sollte längst sein kommen, da es noch war rechte Zeit; doch ist dadurch. be⸗ nommen deiner großen Gütig⸗ keit. Keine Buße ist zu spät, wenn sie nur von Herzen geht, darum wird dir auch mein F le⸗ 06 ietzo noch zu Herzen gehen. 6. Großer Gott, voll Lieh und Treue, laß durch Jesu Wun⸗ den doch meine späte Buß und Reue vor dir etwas gelten noch. Denke doch nicht weiter dran, was ich habe mißgetan, laß mein arges Sündenleben mir aus Gnade sein vergeben! 7. Wirst du nun mir armen Sünder o mein Gott, barm⸗ herzig sein und in die Zahl deiner Kinder wiederum mick nehmen ein, so will ich von Herden dich dafür Ch en ewig⸗ lich. Drum in Jesu Christi Na⸗ men wollst du mich erhören! Amen. Christ. Gensch v. Breitenau g. 1638 + 1732. 250. Psalm 6. Eigene Melodie. St mich nicht in deinem Zorn, großer Gott, ver⸗ schone! Ach laß mich nicht sein perlorn, nach, Verdienst nicht lohne! Hat die Sünd dich ent⸗ bane laß um sullen. willen einen Zorn sich stillen. 2. Herr, wer denkt im Tode deinꝰ Wer dankt in der Höllenꝰ Rette mich aus jener Pein dir fur und fin Seelen, daß ich di ir und für dort an Renem age, höchster Gott. Lob uld 3. Zeig mir deine Vaterhuld, Hiärk mit Trost mich Schwa⸗ chen! Ach Herr, hab mit mir Geduld, wollst gesumd. mich ma⸗ chen, heil die Seel mit dem Ol Buß⸗ und Beichtlieder. hBeten: Begier vor sein 1 Heuchr tn Schad Gnaden, wend abe allen Schaden! Ach sieh mein Gebeine an. —85 sie all erstarren; meine Seele gar nicht kann deiner Hülfe harren; ich perschmacht, Tag und Nacht muß mein Lgger fließen von den Tränengüssen. ch ich bin so müd und matt von den schweren Plagen, mein Herz ist der Seufser satt, die nach Hülfe fragen. Wie so lang machst du bang meiner armen Seele in der Schwer⸗ mutshöhle! 6. Weicht, ihr Feinde, weicht von mir. Gott erhöxt mein nummehr darf ich mit Teufel, weich, Hölle fleuch! Was mich por gekränket, hat mir Gott geschenket. 7. Vater, dir sei ewig Preis hier guch dort oben, wie auch Christo gleicherweis, der allseit zu loben, Geuich Geist, sei gepreist, hoch gerühmt, ge⸗ ehret, daß du mich erhöret. Joh. Ge. Albinus g. 1624 4 1679. 251. Eigene Melodie. Sin hier bin ch' Ehrenkö⸗ nig, lege mich vor deinen Ich Ee saenopeargräen kind⸗ lich Sehnen bring z 5 ir, du den zaß dich ft Laß dich fin⸗ der dich finden von mir, 92 10 Asch und Ton. Sieh doch auf mich, Herr, ich⸗ bitt dich, lenke mich nach deinem Sinm! Dich alleine ich nur rrn. dein erkaufter Erb ich Laß dich finden, laß dich sinden, gib dich mir und nimm mich hin! d t VS Buß⸗ und innne. 14¹ 3. Ich hegehre nichts, Hadadre als nur deine freie Gnad, die du gibest, den du liebest und der und liebt in der Tat. Laß dich finden, laß dich af. der S hat alles, wer dich ha 4. Dieser Wolhr Cieleten. Reichlum, Wollust, Ehr und Freud sind nur Schmerzen meinem Herzen,. sucht die Hichfnn Laß dich finden, laß dich finden, großer Gott, ich bin bereit. Joachim Neander g. 1650 4 1680. 252. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Go des Zepter, Stuhl und Krone herrschet über alle Welt, der du deinem Herzens⸗ —61˙5 eine mun ohn G0 und ö ir sei Dank ohn End und Zahl, daß zu diesem Liebes⸗ mahl von der breiten Sünden⸗ straßen du mich auch hast laden lassen. 2. Herr, wer— ich? Und hingegen wer bist du?ꝰ Was deine Pracht?ꝰ Ich dem Wurm gleich an den Wegen, du 1 —n. großer acht; „Erde. sowach. voll Not, du der Herr Gott Zeba⸗ ded ich ein Scherz und Spiel der Zeiten, du der Herr der Ewigkeiten. 3. Ich grundbös und ganz verdorben, du die höchste Hei⸗ ligkeit; ich verfinstert und er⸗ und en, du des Lebens Licht und Ireud; ich ein armes Sündenkind, Dußt und sprach⸗ laß 1os, tauh und blind, du das esen aller Wesen, ganz voll⸗ kommien, auserlesen. 4. Und doch lässest du mich laden zu dem großen Hochzeit⸗ mahl. O der übergroßen Gna⸗ den: ich soll in des Himmels Saal mit dem lieben Gottes⸗ lamm, meiner Seele Bräuti⸗ bei der Engel Chor und eihen mich in Ewigkeit er⸗ freuen! 5. Wen nun mn soll sich laben mit dem Quell, der ewig 2—17 wen nun hungert, der soll haben Brots genug für sei⸗ nen Geist. 0 ein ang 118 unnd Ort, da sich Gottes 9 5 und Wort seiner Hels. und Hoch⸗ zeitgästen gibt als Speis und Trank zum besten! 6., O du großer Herr und König, der du rufst: Kommt, kommt herbeil ich bin zu ge⸗ Liß und Tuens aller deiner Lieb und Treu; ach ich kann dir Drüfteehi danken uldig und also ssolt wie ich schuldi bin und follte, wie ich auch wohl gerne wollte. 7. Zeuch du mich, dein Mahl zu schmecken, aus der finstern Erdenkluft, laß mein Ohr die Stimme wecken, die so hell und liebreich ruft: Komm, o Mensch, komm eilend, komm zu dem Lebensquell und Strom! Komm zum Brot, davon zu zehren und den Geist damit zu nähren. 8. Offne, bm mir doch die hren, zu dem Ruf, der also klingt, der zu deinen Freuden⸗ toxen, o Jerusalem mich bringt; den, den du teur erkauft und hf dich der X hast getauft, a nicht in d oren Reihen 10 der eitlen Weltlust freuen! 9. 9. Lab das eitle Weltgetüm⸗ mel, diese Dämpfe, die hald fliehn, von des Lanmnes im Himmel, das stets bleibt, mich nicht abziehn! Kleide, denei in der Zeit mich mit denem Hochzeitkleid, daß ich deine Hochzeitehren möge feiern ohn Aufhören. Heinrich Georg Neuß g. 1654 4 1716. 253. Psalm 51. 12—14. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Saues. in mir Gott, ein rei⸗ nes Herz, mein Herz ist aunde Sch es fühlet von Sünde Schmerz, die ihm ist angeerhet und die es noch tut ohne Scheu. Ach mache, daß es wieder sei, wie du es erst exschaffen. Gib mir auch einen neuen Geist, der wie du sei gesinnet, der stets dir anhang allermeist 605 was du willst, beginnet. daß er hasse Fleif sch und Bin, und Glauben übe in De⸗ mut, Zucht, Sanftmut, Hoff⸗ 15550 iebe. 3. Verwirf von deinem An⸗ gesicht, ob ich es Rler V ver⸗ dienet, mich, allerliehster Vater, nicht, weil Zesus dich versüh⸗ net; laß ninmer, nimmer, nim⸗ mermehr mich dein Kind also fallen sehr, daß du es von dir 4. Den heilgen Geist nimm nicht von mir, den bösen Geift vertreibe, daint er mich nicht nehme dir, beh ich stets dein verbleibe; beherrschet mein Herz. Sinn und Mut der heilge Geist, so ist es gut im Leben und im Sterben. der S Buß⸗ und Beichtlieder. Mahl de 5, Mit deiner Hülfe tröste mich, hilf und vergib die Sün⸗ en! Wenn meine Seele suchet dich, so laß dich von ihr finden 00 dein Verdienst, Herr Jesu Christ, 1 uth rost und Hülfe ist trotz Sünde, Tod und Teufel. 6. Dein freudger Geist ADen⸗ mich doch mit seinem Freuden⸗ öle, damit nicht das Verzweif⸗ lungsioch verderbemeine eele. Sei meine Freude du allein, ach laß mich 0 zu Freude sein und führe mich zur Freude! Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzb.-Rudolst., g. 1640 4 1672. 254. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. Ach was sind wir ohne Je⸗ sus? dürftig jämmerlich und arm; ach was sind wirꝰ poller Elend. Ach Herr Jesu, dich erbarm! Laß dich unsre Not miegen die wir dir vor Augen legen. 2. Wir sind nichts ohn dich, Herr Jesu, hier ist lauter Fin⸗ sternis; dazu quälet uns gar heftig jener giftge Schlangen⸗ hiß; dieses Gift steigt zu dem Herzen und verursacht stete d Ach ohn dich, getreuer 9 schrecht der Leufel und die Höll, die Verdammnis macht mich zittern, da ich steh auf dieser Stell; mein Gewis⸗ sen ist erwachet, und der Ab⸗ grund flammt und krachet. 4. Ohne dich, herzliebster dite kommt man nicht dur diese Welt; sie hat auf fast allen Wegen unsern Füßen Buß⸗ und Beichtlieder. Reemhent sie kann trotzen. ann heucheln und hält uns 250 ihrem Schmeicheln. 5. Ach wie kraftlos, Herzens⸗ jesu, richten sich die Kranken auf: unsre Macht ist 8 L⸗ Ohnmacht in dem müden benslauf. Denn man sieht 12 da wir wallen, öfters straucheln. oftmals fallen. 6. Darum stärk uns, lieb⸗ 2 Jesu, sei in Finsternis das Lichtöffne unfre Herzensaugen, zeig dein freundlich Angesicht! d Strahl, o Sonn, mit Lebens⸗ blicken. so wird sich das Herz 7. Tritt den Satan, starker Jesu. unter unsern schwachen Fuß, komm zu deiner Braut gegangen, biet ihr deinen Frie⸗ R densgruß. daß sie Himmels⸗ freud versvüre und kein Leid sie mehr berühre. 8. Faß uns an, o süßer Jesu, führ uns durch die Pilgerstraß. daß wir auf den rechten Wegen gehen fort ohn Unterlaß; nicht wieder sehn zurücke! 9. Caß den Geist der Kraft. err Jesu, geben unserm Geiste raft, daß wir brünstig dir nachwandelin nach der Liebe Eigenschaft; ach Herr. In. uns selber lüchtig. so ist unser Leben richtig. 10. Dann rannlen und Dank, Herr Herzens Herz und auf der ganzen Erden Jesus hoch gelobet werden. Peter Lachmann g. 1659 1713. laß die uns meiden alle Striche und b. Jesu, schallen aus des Grund; dann wird alles jubilieren, und dir singen Mund; dann wird 1⁴³ 255. Mel. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld. 9³ König, ln itenal. dem End 99 er alles steiget. dem nd Meer zu Dienste igel b. 51 die Welt sich neiget Himmel ist dein tund Kled. du bist poll Macht und Herr⸗ lichkeit, sehr groß und wunder⸗ tätig; ich armer Wurm vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Shri Gott, sei mir Sün⸗ er gnädig! 2. Hier steh ich, wie der Zöll⸗ ner tat edeine ilt nd erne, ich suche deine Hülf und Gnad. o Herr, von Herzen gerne; doch weil ich voller Fehler bin' und. wo ich mich nur wende hin, des Ruhmes vor dir ledig. so schlag ich nieder mein Gesicht vor dir. du reines Himmelslicht. Gott, sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, durchängsten mein Ge⸗ wissen: drum schlag ich reuig an Brust und will von Herzen iez Ich bin. o Bater. ja micht 4 b ich noch wandle auf der Edr doch weil du winkst, 6 bet ich mit ganz zerknirschtem. angem Gei bbe der gleichwohl dich noch Ab 4 heißt: Gott, sei mir Sünder gnädig! 4. Mein Vater, schaue Jesum an, den Gnadenthrgan der Sim⸗ der, der für die Welt genug getan. durch den wir Gottes Kinder im gläubigen Vertrauen sind. der ists, bei dem ich Ruhe sind, sein Herz ist ja guttätig. Ich fasse ihn und laß ihn nicht. his Gottes Herz mitleidig bricht. Gott, sei mir Sünder gnädig! 14⁴4 5. Pegiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben! Du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewig dir er⸗ gehen. Ach heilige mich ganz und gar, laß meinen Glauben immerdar sein durch die Liebe tätig! Und will es nicht fort. wie es soll so ruf ich, wie mein Herz ist voll: Gott, sei mir Sün⸗ 0 qnädig! 6. Mein Leben und mein Sterben ruht allein auf deiner Gnade; mir geh es gleich hös oder gut, gib nur, daß es nicht schade. Kommt ham das letzte Stündlein an, so sei mir auf der Todesbahn mein Jesu, selbst beirätig! Und wenneich nicht Haw sprechen kann, so nimm den letzten Seufzer an: Gott, sei mir Sünder gnädig! Valent. Ernst Löscher g. 1673 + 1749. 256. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 1 Wost liegen 99 zu deinen Füßen, ach Herr von gro⸗ ßer Güt und Treu, und fühlen leider im Gewissen, wie sehr dein Zorn enthrennet sei. Das Maß der Sünden ist erfüllt, gch W0 uns, wenn du strafen willt. 2. Du bist gerecht, wir lauter Sünder, wie wollen wir vor dir bestehn? Wir sind die un⸗ geratnen Kinder, die auf ver⸗ kehrten Wegen gehn. Kein Wunder, wenn uns Pest und Schwert und. 1 längst 91300 aufgezehrt Doch, 9, Vater, denk an dei⸗ uan NWin gedenk an deinen lieben Sohn! Dein Buß⸗ und Beichtlieder. schwur zeuget selbst! davon. Du 9 0 der Sünder Tod ja nicht. Ach peh nicht mit uns ins Ge⸗ richt! 4. Wir liegen vor dir in dem Staube, und unser Herz ist ganz zerknirscht: nur tröstet uns al⸗ lein der Glaube, daß Ach dich doch erbarmen wirst. Ach hast du noch ein Vaterherz. so siehe doch guf unsern Schmerz. 5. Der Mittler steht ja in der Miten. wir schaun zu seinen Wunden auf; er hat für un 10 Schuld Ennr d und leistet die Zahlung drauf, Verbirgst du deinen Gnadenschein. so muß sein Blut verloren sein. 6. Das teure Blut von deinem Sohne schreitfür uns umBarm⸗ herzigkeit. Schau doch von dei⸗ nem Gnadenthrone und denke noch der alten Zeit, da du auch Gnade hast erzeigt, dein Herz 00 Sünder zugeneigt. 7. Ach laß die wohlverdiente Strafe nicht über unsre Häupter gehn, daß wir nicht als verlorne Schafe von deiner Hut verlassen stehn. Ach sammle uns in dei⸗ nen Schoß und mach uns aller Plagen los. Steck ein das Schwert, das uns will fressen, den Wür⸗ ger laß vorübergehn, gib deinen Kindern Brotzuu essen, laß keine solche Zeit entstehn, daß man dein Wort uns teuer macht, und unser Herz dabei verschmacht. 9. Gib Fried im Land und im Gewissen, gesunde Luft, wohl⸗ feile Zeit, laß Lieb und Treu sich stelig küssen und fördre die Ge⸗ rechtigkeit, krön unser Feld mit Wort heißt deinem Gut, nimm Kirch und immer da und Amen, dein Eid⸗Haus in deine Hut! Buß⸗ und Beichtlieder. 1⁴⁵ 10. So wollen wir dir— 9— bringen, dein eigen sein mil Leib und Seel Es soll dein Lob gen Himmel dringen, und dein er⸗ löstes Israel stimmt in den Ju⸗ B bel Zions ein: Der Herr soll mein Gott ewig sein! Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. fl 257. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. Zu dir, Herr Jesu. komme ich, nachdem du so gar freundlich mich zu dir hast hei⸗ zen kommen. Mich drücket meiner Sünden Last, sie läßt mir keine Ruh noch Rast:; würd sie mir nicht benommen, so müßt darunter ich vergehn, ich könnte nicht vor Gotl be⸗ stehn, vor dem die Himmel selbst nicht rein, ich müßt ein Kind des Todes sein. Herr Zesu Christ, mein Trost und Licht. mein Trost und Picht, er⸗ quicke mich und laß mich nicht! 2. Das Sündenioch ist mir zu schwer, es drückt mein Herze allzusehr, du, Herr, wollst es zerbrechen! Gedenke, daß du diese Last darum für mich ge⸗ tragen hast, damit nicht möchte rächen der Vater, was ich hab verschuldt, vielmehr, daß seine Gnad und Huld mir Armen wieder würd zuteil. Mach mich druch deine Wunden heil. Herr Jesu Christ, und für mich bitt, und für mich bitt, wenn Sgtan wider mich auftritt. 3. Zu dir steht meine Zuper⸗ sicht, ich weiß von keinem Hel⸗ ser nicht ohn dich, Arzt der ünder. All andre Helfer sind zu schlecht, du 13 allein vor Gott gerecht, des Todes Über⸗ winder, die Freistatt und der sichre Ort. das feste Schloß. der Schild und Hort, der Mitt⸗ ler und der Gnadenthron, des aters——+ und liebster Sohn. Herr Jesu Christ, das glaube ich. das glaube ich, ach stärk in olchem Glauben mich! 4. Hinfort will ich nun jeder⸗ zeit guf mich zu nehmen sein bereit dein Joch, die sanfte Bürde: darunter find ich Fried und Ruh. ich wachs und nehm im Guten zu. Und oh ich drun⸗ ter würde aus Schwachheit, die dir ist bekannt, ermüden, wird doch deine Hand mir im⸗ mer wieder helfen auf, um zu vollenden meinen Lauf. Herr Jesu Christ, durch dich allein. durch dich allein kann ich hier und dort selig sein. Z. Anast. Freylinghausen 9.1670 1 1739. 258. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 1. Dein Zesus rufet dich zur Buße, komm. 155⁷ dein armes Herz herbei! Komm. falle ihm doch bald zu Fuße und zeig ihm deiner Seele Reu. die das Gesetz in uns erregt, 1.4. man Leid über Sünde trägt, 2. Dein Jesus ruft dich gu zum Glauben durchs süße Evangelium und will aus Gnade dir erlauben, zu werden ganz sein Eigentum, daß du nun durch sein wextes Wort sollst selig werden hier und dort. 3. So säubre. Jesu, meine Sinnen und schaff in mir das Herze rein, laß mich von neuem 10 nur beginnen, was dir, mein 905 lieb kann sein, und hilf, daß ich nach deinem Sinn recht gläubig und auch heilig bin. 1734. 259. Eigene Melodie. An dir allein, an dir hab ich gesündigt und übel oft vor dir getan; du siehst die Schuld. die mir den Fluch verkündiot, sieh, Gott, auch meinen Jam⸗ mer an! 2. Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht perborgen, un meine Tränen sind vor dir. Ach Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen? Wie lang entfernst du dich von mirꝰ 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld! Ich suche dich; laß mich dein Antlitz finden, du Gott der Langmut und Geduld! 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen. Gott. Ba⸗ ter der Barmherzigkeit! Er⸗ freue mich um deines Namens willen, du bist ein Gott, der gern erfreut. 5, Laß deinen Weg mich wieder freudig wallen und lehre mich dein heilig Recht. mich täglich tun nach deinem Wohl⸗ gefallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, eile du, mein Schutz. mir beizustehen und leite mich auf ebner Bahn! Er hört mein Schrein, der Herr erhört mein Flehen und nimmt sich meiner Seele an. Chr. F. Gellert g. 1715 1769. Buß⸗ und Beichtlieder. 260. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. Aus einem tief vor dir gebeug⸗ ten Herzen ruf ich zu dir in meinen Sündenschmerzen: O mache mich, Gott, meines Kum⸗ mers ledig und sei mir gnädig! 2. Beschämt erkenn und fühl ich meine Sünden, laß. Vater mich Erbarmung vor dir finden! Willst du auf Schuld und Uber⸗ ben? sehen, wer wird beste⸗ hen 3. Bei dir allein, Herr, steht des, zu vergeben, du willst nicht, daß wir DeGrö sondern leben: uns soll die Größe deiner Liebe lehren, dich treu zu ehren. 4. Verzeihe mir in Christo meine Fehle! Dein harrt im Glauben meine müde Seele; laß Trost und Ruh um des Versöhners willen, mein Herz erfüllen! 5. Vgm Abend an bis zu dem frühen Morgen mensDu dich. ostille meine Sorgen! Duschen⸗ kest ja Beladenen und Müden gern deinen Frieden! 6. Ja hoffe nur, mein Herz, auf Gottes Gnade, sie ist viel größer als dein Seelenschade, und endlich wird sie dich von allem Bösen gewiß erlösen. Nach Frdr.K. v. Moser g. 1723 4 1798, von Joh. Sam. Diterich. 261. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. I erhebe mein Gemüte sehn⸗ uchtsvoll, mein Gott, zu dir, denn ich kenne deine Güte, wie teuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, keiner harrt Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 147 auf dich vergebens, nur Ver⸗ ächter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, zeige deinen Willen mir, daß ich nicht mehr irren möge; führe du mich trauen; sicher kann ich auf dich bauen, deine Vatertreue ist ewig, wie du selber bist. 3. Ach gedenke an die Sün⸗ den meiner Jugendjahre nicht, laß mich Armen Gnade finden Gott, vor deinem Angesicht! Alle Sünden, die uns reuen, willst du. Vater, ja verzeihen, Qso höre denn auch mich, meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sün⸗ ders Leben, seine Seele ist dir wert. Gnädig willst du du vergeben, wenn er sich zu dir selbst zu dir! Gott, du siehest mein Ver⸗ bekehrt. Mitten auf dem Sün⸗ denwege machst du sein Ge⸗ wissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt, den ver⸗ wirfst du nicht. 5. Du erquickest die Elenden, deren Herz sich dir ergibt, die sich flehend zu dir wenden über ihre Schuld betrübt. Freude schenket deine Güte dem ge⸗ ängsteten Gemüte, welchem du die Sündenlast liebreich abge⸗ nommen hast. 6. Dir will ich mich denn er⸗ geben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht! Keine schnöde Lust der Sünden müsse mich mehr überwinden! Ach bewahr, ich bitte dich, meinen Geist und stärke mich! Nach Z. Kasp. Lavater g. 1741 4 1801, von Joh. Sam. Diterich. XVII. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 262. Eigene Melodie. Nun freut euch liebe Christen gmein, und laßt uns fröh⸗ lich springen, daß wir getrost und all in ein mit Lust und Liebe singen, was Gott an uns ge⸗ wendet hat und seine süße Wun⸗ dertat; gar teur hat ers er⸗ worben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, im Tod war ich perloren; mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, darin ich war ge⸗ drein, es war kein Guts am Leben mein, die Sünd hatt' mich besessen. 3. Mein guten Werk die gal⸗ ten nicht, es war mit ihn'n ver⸗ dorben; der frei Will haßte Sotts Gericht, er war zum Gut'n erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn Sterben bei mir blieb, zur Hölle mußt ich sinken. 4. Da jammert Gott in Ewig⸗ keit mein Elend übermaßen: er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen. Er boren; ich fiel auch immer tiefer wandt zu mir das Vaterherz; 10² es war bei ihm fürwahr kein Scherz, sein Bestes ließ ers kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die Zeit ist hie, zu er⸗ barmen; fahr hin, meins Her⸗ zens werte Kron, und sei das Heil dem Armen und hilf ihm gus der Sünden Not, erwürg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben! 6. Der Sohn dem Bater g9'horsam ward; er kam zu mir auf Erden von einer Jungfrau rein und zart, er sollt mein Bru⸗ der werden. Gar heimlich führt er sein Gewalt, er ging in mei⸗ ner arm Gestalt; den Teufel wollt er fangen. 7. Er syrach zu mir: Halt dich an mich, es soll dir jetzt ge⸗ lingen; ich geh mich selher ganz für dich, da will ich für dich rin⸗ bar! denn ich bin dein und du ist mein, und wo ich bleib. da sollst du sein, uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben; das leid ich alles dir zu⸗ Den. das halt mit festem Glau⸗ en. Den Tod verschlingt das Seben mein, mein Unschuld trägt die Sünde dein; da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Ba⸗ ter mein fahr ich von diesem Leben; da will ich sein der Mei⸗ ster dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trübnis trö⸗ sten soll und lehren, mich er⸗ kennen wohl, und in der Wahr⸗ heit leiten. 10. Was ich getan hab und gelehrt, das sollst du tun und 148 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. lehren, damit das Reich Gotts werd gemehrt zu Lob und seinen Ehren. Und hüt dich vor der Menschen Satz, davon verdirbt der edle Schatz! Das laß ich dir zu Letze.)) zum Abschied. Martin Luther g. 1483 4 1546. 263. Eigene Melodie. Wir glauben all an Einen Gott, Schöpfer uch dum und der Erden, der sich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel guch wohl bewahren; allem Un⸗ fall will er wehren, kein Leid soll uns widerfahren. Er sor⸗ get für uns, hüt und wacht, es steht alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Je⸗ sum Christ, seinen Sohn und unsern Herren. der ewig bei dem Bater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren, von Maria der Jungfrauen ist ein wahrer Mensch geboren durch den heil⸗ gen Geist im Glauben; für uns, die wir warn verloren, am Kreuz gestorben und vom Tod wieder auferstanden durch Gott. 3. Wir glauben an den heil⸗ gen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt und mit. Gaben zieret schöne, die ganz Christen⸗ heit auf Erden hält in Einem Sinn gar eben; hie all Sünd pergeben werden; das Fleisch Die auch wieder leben; nae iesem Elend ist bereit uns ein Leben in Ewigkeit. Amen. Martin Luther g. 1483 4 1546. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 149 264. Röm. 3, 23—28. Eigene Melodie. Es ist das Heil uns kommen her von Gnad und Güte, die Werk die helfen nim⸗ mermehr, sie können nicht be⸗ hüten; der Glaub sieht Jesum Christum an, der hat gnug für uns all getan, er ist der Mittler worden. 2. Was Gott im G/ setz ge⸗ boten hat. daman es nicht konnt halten, erhub sich Zorn und große Not vor Gott so mannig⸗ falte; vom Ileisch wollt nicht heraus der Geist, vom G'setz erfordert allermeist; es war mit uns verloren. 3. Es war ein falscher Wahn dabei: Gott hätt sein Gsetz drum geben. als ↄb wir kömmten selber frei nach seinem Willen leben. So ist es nur ein Spie⸗ gel zart, der uns zeigt an die fündig Art in unserm Fleisch 24 Hucht lch denet Nicht möglich war, diesel⸗ big Art aus eignen Kräften lassen; wiewohl es oft persuchet ward. doch mehrt sich Sünd ohn Maßen; denn Gleißners Werk Gott hoch verdammt und jedem Fleisch der Sünde Schand all⸗ zeit war angeboren. 5. Doch mußt das G'setz er⸗ füllet sein, sonst wärn wir all perdorben, Drum schickt Gott einen Sohn herein, der selber ensch ist worden; das ganz Gefetz hat er erfüllt, damit seins Vaters Zorn gestillt, der über uns ging alle. 6. Und wenn es nun erfüllet lauter b halten. so lerne jetzt ein frommer hrist des Glaubens recht Ge⸗ stalte. Nicht mehr denn: Lieber Herre mein, dein Tod wird mir das Leben sein, du hast für mich ezahlet. 7. Daran ich keinen Zweifel trag, dein Wort kann nicht be⸗ trügen. Nun sagst du, daß kein Nensch verzag(das wirst du nimmer lügen): Wer glaubt an mich und wird getauft, demsel⸗ ben ist der Himm Lerkauft, daß er nicht werd verloren. 8. Er ist gerecht vor Gott allein, der diesen Glauben fas⸗ et: der Glaub gibt aus von ihm en Schein, so er die Werk nicht lasset; mit Gott der Glaub ist wohl daran, dem Nächsten wird die Lieb Guts tun, bist du aus Gott geboren. 9. Es wird die Sünd durchs Osetz erkannt und schläigt das Gwissen nieder; das Evange⸗ lium kommtzu Hand und stärkt den Sünder wieder Es spricht: Rur kreuch zum Kreuz herzu. im G'setz ist weder Rast noch Ruh mit allen seinen Werken. 10. Die Werk die kommen g. wißlich her aus einem rechten Glauben; denn das nicht rech⸗ ter Glaube wär, wolltst ihn der Werk berauhen. Doch macht gllein der Glaub gerecht; die Werk die sind des Nächsten Knecht, dabei wirn Glauben merken. 11. Die Hoffnung wart t der rechten Zeit, was Gottes Wort usage; wann das Golt kein 10l zu Freud, setzt Gott kein ist durch den, der es konnt g9wisse Tage. Er weiß wohl, wanns am besten ist, und braucht an uns kein arge List, des solln wir ihm vertrauen. 12. Ob sichs anließ, als wollt er nicht, laß dich es nicht er⸗ schrecken, denn wo er ist am dend ten mit, da will ers nicht ent⸗ decken. Sein Wort laß dir ge⸗ wisser sein, und ob dein Fleisch präch lauter Nein, so laß doch 1 nicht grauen. 3. Sei Lob und Ehr mit ho⸗ bem Preis Da dieser Guttat willen Gott Vater, Sohn und heilgem Geift! Der woll mit Gnad uen hn was er in uns ang Muarett hat, zu Ehren sei⸗ en Na ant daß heilig werd ein N 14. Sem Reich ukomm, sein Will auf Erd ascheh wie im Himmelsthrone, das täglich Brot ja heut uns werd; wollst unsrer Schuld verschonen, als wir auch unsern E Hr tun, laß uns nicht in Versu⸗ chung stehn, lös uns vom bel! Amen. Paul Speratus g. 1484 1 1551. 265. Mel. Auf dich hab ich gehoffet, Auch Wiuochn meiner Sünd aud so viel, dennoch i 10 nicht Den will, Christ will ich lassen walten; der alle Sünd wegnimmt 210 Hen der wird mich guch erh 2. Sein Kptch Wort hab ich gehört, damit hat er mein Herz gerührt; wer glaubet seinem Sohne, der wird verloren wer⸗ den nicht, empfängt der Freu⸗ den Krone. 3. Es traure, wer da trauren will, mein Herz gufsyringt vor Freude viel, kein Leid kann mich 150 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. nicht rühren; kein Unfall mich abwenden soll von Christo, 55— Herren. O Jesu Christ, mein Herr und Gott, dir trauen hilft allein aus Not, hilf meinem schwa⸗ chen Glauben, so kann mich auch der bittre Tod aus deiner 515—5 nicht rauben. Frisch und fröhlich, mein liebe Seel, dir ist beschert das ewge Heil, dein Jeind sind all gedämpfet! Den Streit der nicht verlieren kann, der in dem 42616 kämpfet. Dank sei dir, Gott. in Ewigkeit, o Bater der Barm⸗ herzigkeit sannt Lb to meinem Herren! Dein Lob ich allzeit preisen will, stets deinen Na⸗ men ehren. Aus dem Riederdeutschen des H. Wepse, um 1580. 266. Mel. Ach Gott, vom Himmel sieh dar⸗ ein, oder Es ist gewißlich an der Zeit. W'0 dein micht wä ter ul Er⸗ o Gott, nicht wär auf Er den kommen und hätt, da ich i in Sünden tot, mein Ileisch nicht angenommen, so müßt ich ar⸗ Dern Fidrelchn zur Hölle wan⸗ dern in die Pein um meiner Sünde willen. 2. Jetzt aber hab ich Ruh und Rast. deih nimmermehr verza⸗ gen, weil er die schwere Sün⸗ denlast fü Er mich hat selbst ge⸗ mich d Er hat mit dir versöhnet mich, da er am Kreuz ließ töten sich, guf daß ich selig würde. 3. Drum ist getrost mein Her⸗ und Mut mit kindlichem Ver⸗ trauen; auf dies sein ros 1 Hoft⸗ nes Blut will ich mein Hoff⸗ Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 151 nung bauen, das er für mich vergossen hat. gewaschen ab die Missetat und mir das Heil er⸗ worben. 4. In seinem Blut 1151 uick ich mich und komm 36 18 mit Freuden: ich suche Gnad de⸗ mütiglich, pon dir soll mich nichts scheiden. Was mir er⸗ worben hat dein Sohn durch seinen Tod und Marterkron, kann mir kein Teufel rauben. 5. Nichts hilft mir die Ge⸗ rechtigkeit, die vom Gesetz her⸗ rühret. wer sich in eignem Werk erfreut, wird mron Jemn W. ver⸗ führet. Des Herren Jesu Werk allein das machts, daß ich kann selig sein, der ichs mit Glauben sse. 6. Gott Vater, der du alle Schuld auf deinen leget, Herr Jesu, dessen Lieb nd Huld all meine Sünde trä⸗ get, o heilger Geist, des Gnad und haftt allein das Gute in mir schafft, laß mich ans End beharren! V. 1-5 Joh. Heermann g.1585 71647, V. 6 Hannov. Gsb. 1652. 267. Eigene Melodie. Heuri deunhuntden Wem ind. grund, auch mit dem 908 5 soll mich davon wenden daß niemand sonft mein Hei⸗ land ist als Jesus wahre Gott ohn Ende, der mir zugut mein Ileisch und Blut enommen an, drum er nicht hassen mich armen Sünder 2 Geborn ist er ein kleines ind für meine Sünd, in Win⸗ deln eingehüllet; die Jugend mit Sohn ge⸗ den Christ, der S Mühseligkeit, Armut und Leid ist worden ganz erfüllet; er hat gewacht, sich matt gemacht; er ward gestäupt. sein heilig Haupt mit Dornen scharf gekrönet. 3. Er ward ans Kreuzesholz siehin E mit Gall getränkt und el in Todeshanden: doch wie⸗ derum am dritten Tag nach sei⸗ ner Plag ist er vom Tod er⸗ standen, mit Herrlichkeit zur Himmelsfreud gegangen ein, ei aller Pein, gesetzt zu deiner 4 8⁰ 4. So schaue deinen Sohn doch an, was er getan, laß Harran in ihm mich finden! Du hast mich Armen nicht veracht, hm frei Sunnde von meinen chweren Sünden. Durchs Sohnes Tod hast du aus ˙ necht erlöst, wer sich de trött den kannst du nicht 15— dammen. 5. Der treue Hirt jetzt konunt vor dich und träget mich. Schaf auf seinem Rücken. af, das ganz verirret War⸗ ging mit Gefahr. es war in Sa⸗ tans Stricken; das hat er bracht aus eigner Macht, wie du be⸗ gehrt, zu deiner Herd, zur Herde 550 Mich er Mich, den die Welt ganz Ltenieh von dir zu sich mit ihrer Lust gezogen, bringt jetzt dein ohn in deinen Schoß von ünden los, aus Lieb hierzu bewogen. Ich, der sich weit durch Eitelkeit von deiner Gnad entfernet hat, ich bin jetzt wieder⸗ kommen.. 7. Was Satanas mit bösem Sinn geraubet hin und von dir weggetrieben, das bringt dein Sohn zu deiner Herd aufs neu bekehrt, zu denen, die dich lie⸗ ben. Er 0 3. 56 dir jetzt wie der für dein Kind, das sich Ahate. lich von dir verlaufen hatte. lso hab ich nun Gnad. o Gott, durch Christi Tod, den er für mich erduldet. Und ob 152 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. erwarb, am Stamm des Kreu⸗ zes für mich starb. fuhr zu der Hölle nieder, stund auf vom ode wieder. Und zu vollenden seinen Lauf. fuhr er zum Himmelsthron hin⸗ auf; von da er die Mer wird meine Siund nal uchte 10 091 17˙7 b den aund Bertchlldel⸗ so hab ich doch die Toten offnung noch durch deinen ohn, den Gnadenthron: ich werd nicht sein verloren. ie Tür zum schönen Pa⸗ radies bat er gewiß 90 sein 8 Blut aufgeschlossen, das aus den Wunden mildiglich am Kreuze sich mit Strömen hat ergossen. Ich glaube fest, daß du nicht läßt, frommer Gott, in Angst und Not, der dies mit Glauben fasset. Joh. Heermann g. 1585 4 1647. 268. Eigene Melodie. Ich.. an Einen Gott al⸗ lein, der alle Dinge groß Db klein, den Himmel nebst der Erden aus nichts n lassen werden der auch mich selbst aus lauter Gnad zu seinem Dienst erschaffen hat, mir Ceib und Seel dancben Sinn und Ver⸗ Dn daneben. Durch seine Weisheit, Macht und Güt all sein Geschöpfe er behüt. Er ist mein Vater und mein Gott, der mir zu Hülfe kommt i 4 Not, mich schützet und ernähret. 2. Ich glaube auch an Jesum Christ, der Gott en M. Vater ewig ist daß dann ein Mensch geboren, daß ich nicht würd ver⸗ loren; der mir des Baters Huld 3. Ich glaub auch an den heilgen Geist der gleich ist wah⸗ rer Gott und heißt ein Lehrer unsrer Sinnen, der ewig ohn eginnen vom Voter den vom Sohn ausgeht, der den Be⸗ trübten hier beisteht, daß sie Vergebung finden von allen ihren Sünden. Ich glaube. enn erhalten werd ein allgemeine Kirch auf Erd, bei der stets bleib des Geistes Gab. Ich glaub, das WMamz⸗ Fleisch vom Grab werd auf⸗ erstehn zum Leben. Justus Gesenius g. 1601 1 1673, oder David Deniche g. 1603 4 1680. 269. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. O Ibri Soaß Herr Jesu Christ, daß man recht könne gläuben, nicht and⸗ mannes Ding so ist noch stand⸗ haftzu verbleiben. Drum hilf du mir von oben her, des wahren Glaubens mich gewähr und daß ich drin beharre. 2. Lehr du und unterweise mich, daß ich den Vater kenne, daß ich, o Jesu Christe, dich den Sohn des Höchsten nenne daß ich guch ehr den heilgen Geist, den drel gelobet und gepreist in em dreieingen Wesen. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 153 3. Laß mich vom großen Gnadenheil die wahr Erkennt⸗ nis finden, wie der nur an dir habe teil, dem du pergibst die Sünden. Hilf wie mirs gebührt; du bist der eg, der mich recht führt, die Wahrheit und das Leben. 4. Gib. daß ich traue deinem Wort, es wohl ins Herze fasse, daß sich mein Glaube immer⸗ fort auf dein Verdienst verlasse, daß zur Gerechtigkeit mir werd. wenn ich von Sünden bin be⸗ schwert, dein Kreuztod zuge⸗ rechnet. 5. Den Glauben. Herr. laß trösten sich des Bluts, so du vergossen, auf daß in deinen Wunden ich bleib allzeit ein⸗ ben auch und durch den Glau⸗ en auch die Welt und was dieselb am höchsten hält, allzeit für Schaden achte. 6. Wär auch mein Glaube noch so klein, und daß man ihn kaum merke, wollst du doch in mir mächtig sein, daß deine 6 Gnad mick—5 die das Drs Gumn Rohr nicht bricht. as glinmend Docht auch vol⸗ lends nicht auslöschet in den Schwachen. . Hilf, daß ich stets sorgfältig sei, den Hlauhen zu behalten, ein gut Gewissen auch dabei, und daß ich so mög walten. daß ich sei lauter jederzeit, ohn An⸗ stoß, mit Gerechtigkeit erfüllt und ihren Früchten. 8. Herr, durch den Glauben wohn in mir, laß ihn sich immer stärken, daß er sei fruchtbar für d und für und reich an guten Werken, daß er sei tätig durch die Lieb, mit Freude und Geduld ilf, daß ichs such. End ich üb, dem Nächsten fort zu ienen. 9. Insonderheit gib mir die Kraft. daß vollends bei dem nde ich übe gute Ritterschaft, zu dir allein mich wende in meiner letzten Stund und Not, des Glaubens End durch dei⸗ nen Tod. die Seligkeit, erlange. 10. Herr Jesu. der du ange⸗ zündt das Fünklein in mir chwachen; was sich vom Glauben in mir findt, das wollst du stärker machen. Was du gefangen an, vollführ bis an das End. daß dort bei dir auf Glauben folg das Schauen. David Deniche g. 1603 4 1680. 270. Röm. 8. Mel. Valet will ich dir geben. Jst Gott für mich. so trete gleich alles wider mich; so oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt ei Gott. was kann mir tun der Feinde und Widersacher Rottꝰ 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott. der Höchst und Beste, mir gänzlich günstig sei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich Bun⸗ ist Christus und sein lut: das machet, daß ich finde das ewge, wahre Gut. An'mir und meinem Leben ist nichts auf ieser Erd; was Christus mir gegehen, das ist der Liebe wert. 4. Mein Jesurs ist mein Ehre, mein Glans und schönes Licht. Wenn der nicht in mir wäre. so dürft und könnt ich nicht vor Gottes Augen stehen und vor dem Sternensitz, ich müßte stracks vergehen, wie Wachs in Feuershitz. 5. Der, der hat Ben Tedrder 01 mit sich füh führt den ists, der mich rein wäschet macht schneeweiß, was ist rot. In ihm kann ich mich freuen, had einen Heldenmut, darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder tut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts nimmet mir mein Herz; die Höll und ihre Flammen, die sind mir nur ein Scherz; kein Urteil mich er⸗ schrecket, kein Unheil mich be⸗ trübt, weil mich mit Flügeln deßt mein Heiland, der mich iebt 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regiert mir meinen Sinn, vertreibet Sorg und Schnierzen, nimmt allen Kum⸗ mer hin; gibt Segen und Ge⸗ deihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba 10 aus aller meiner Kraft. Und wenn an meinem Orte jch Furcht und Schrecken findt, 55 seufzt und spricht er Worte. ie unaussprechlich sind mir zwar und meinem Munde. Gott aber wohl bewußt, der an des u Grunde ersiehet seine Lust. 9. Sein Geist izes X. meinem Geiste manch süßes Trostwort zu: wie Gott dem Hülfe leiste, der bei ihm suchet Ruh: und wie er hab erhauet ein edle neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. 154 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 10. Da ist mein Teil und Erbe mir prächtig zugericht; wenn ich gleich fall und sterhe. fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuch⸗ ten, mit Tränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchsüßet alles Leid. 11. Wer sich mit dem ver⸗ bindet, der Satan fleucht und haßt, der wird verfolgt und findet ein hohe schwere Last zu leiden und zu tragen, gerät in Hohn und Spott, das Kreuz und alle Plagen die sind sein täglichs Brot. 12. Das ist mir nicht verbor⸗ gen, doch bin ich unverzagt, Goit will ich lassen sorgen, demi ich mich zugesagt. Es koste Leib und Leben und alles, was ich hab, an dir will ich 10 kleben und nimmer lassen ab 13. Die Welt die mag zer⸗ brechen, du stehst mir ewiglich: kein Brennen. ihmdd lechen soll trennen mich und dich; kein Hunger und kein Dürsten, kein Armut, keine Pein, kein Zorn der Srunef Fürsten soll mir ein Hindrung sein. 14. On Engel, keine Freu⸗ den, kein Thron, kein Lein Ler⸗ keit, kein ieben und kein Lei⸗ den, kein Angst und Fährlich⸗ keit, was man nur kann er⸗ denten, es sei klein oder groß, der keines soll mich lenken aus deinem Arm und Schoß. 15. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht trau⸗ rig sein, ist voller Freud und Singen, De lauter Sonnen⸗ e Sonne, die mir ist mein Herr Jesus schein. lachet Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 155 Christ, das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. 271. Mel. Es ist das Heil uns hommen her. D Glaube 1511 allein ge⸗ recht durch Christum, ders erworhen; kein Werk erwirbt das Himmelrecht, weil alls an uns verdorben. Doch ist ohn g Lieb der Glaube tot; drum willst 7* meiden bRich Not, so glaub tu Buß, üb Liehe! 349 0 Liebe sei des Nächsten Knecht.d ie tu aus gutem Her⸗ zen. Dabei nun glaube Duch 1010 schlecht, daß bloß durch Christi Schmerzen und seinen Tod du seist gerecht, und flieh. zu sein der Zünde Knecht. Goti woll uns all bekehren! Christoph Runge g. 1619 4 1681. 272. 2. Nor. 13,5. Mel. O Gott, du 14. Gott. Mel Versuchet Eueh doch selbst, ob ihr im Glauben bihrti ob Christus in euch ist, ob ihr ihm guch nachgehet in Demut und Geduld in Sanftmut, Freund⸗ lichkeit, in Lieb dem Nächsten stets De dienen seid bereit. r Glaube ist ein bunht im N tief Lrdpsche bricht als ein Glanz hervor chenle als der helle Morgen, erweiset seine Kraft, macht Chrifto gleich ge⸗ sinnt, erneuert Herz und Mut, 100 6 1 000 Gottes Kind. Er schöpft aus Christo Hel. Gerechti eit und Leben, und tut in Einfalt es dem Näch⸗ sten wiedergeben; dieweil er überreich in Christo worden ist, bem er die Gnade hoch, be⸗ kennet Jesum Christ. 4. Er hofft in Zuversicht, was Gott im Wort zusaget; drum muß der Zweifel fort, die Schwermut wird verjaget; sieh, wie der den Tan bn 18 Stum nung an den ebeste Sturm Lem ach.. aus, best—11 im Un⸗ 5. Aus Hoffnung wächst die Lieb, weil man aus Gottes Händen nimmt alle Dinge an. nicht zürnet, tut nicht schänden. denn alles uns zu Nutz und Besten ist gemeint, drum dringt die Liebe durch auf Freunde und auf Feind. 6. Wir waren Gottes Feind, er giht uns in dem Sohne sein eingebornes Kind zu einem Gnadenthrone, setzt Liebe ge⸗ gen Haß. Wer gläubig dies erkennt, wird bald in Lieb ent⸗ zündt, die allen Haß verbremnt. 7. Wie uns nun Gott getan, tun wir dem Nächsten eben: droht er uns mit dem Tod, wir zeigen ihm das Leben: fe er, so segnen wir; in Schande, Sun und Hohn ist unser bester Trost des Himmels Ehrenkron. 8. Setzt uns Gott auf die Prob, ein schweres Kreuz zu tragen, der Glaube bringt Ge⸗ duld, erleichtert alle Plagen: statt Murren, Ungeberd wird das Gebet erweckt, weil aller Angst und Not von Gott ein Ziel gesteckt. an lernet nur dadurch sein Elend recht verstehen wie auch des Höchsten Güt, hält an mit Bitten, Flehen, verzaget an sich selbst, erkennet sich für nichts, sucht bloß in Christo Kraft, im Ursprung alles Eichts. 10. Hält sich an sein Verdienst, erlanget Geist und Stärke, in solcher Zuversicht zu üben gute Werke; steht ab vom Eigen⸗ sinn, flieht die Vermessenheit, hält sich in Gottesfurcht in Glüchk und schwerer Zeit. 11. So prüfe dich denn wohl, ob Christus in dir lebet, denn Christi Leben ists, wonach der Glaube strebet; erst machet er gerecht, dann heilig, wirtzet Lust in allem guten Werk; sieh, ob u auch so tust. 12. O Herr, so mehre doch in F mir den wahren Glauben, so kann mich keine Macht der gu⸗ ten Werk berguben; wo Licht ist, geht der Schein freiwillig davon aus. Du bist mein Gott und Herr, bewahr mich als dein Haus! Joach. Just. Breithaupt 9. 1658 1732. 273. Mel. Was mein Gott will, das g'scheh. Ich bin getrost und freue mich, weil ich hab Jesus funden: ich lieg und schlafe sicherlich in seinem Schoß und Wunden. Dies ist der Ort, allwo mich nicht Sünd. Tod und Hölle schrecket, weil mir in Christo nichts gebricht, und seine Macht mich decket. 2. Er spricht zu mir: Ich hin ganz dein, und du bist mein hin⸗ wieder, ich mache dich frei aller Pein, drum singe Friedens⸗ lieder! Ich fülle dich mit mei⸗ ner Freud und kröne dich mit Wonne, dich schmückt mein schönes Unschuldskleid viel schöner als die Sonne. 156 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 3. Was will mich nun von Christi Huld und seiner Liebe scheiden? Verklagt mich meine Sündenschuld, so faß ich Christi Leiden; dies stellet mich in Sicherheit und stillet mein Ge⸗ wissen; so krieg ich Fried und Freudigteit zum Schild und sanften Kissen. 4. Hab Dank. o Zesu, Gottes⸗ sohn, der du den Frieden brin⸗ gest, der du den höchsten All⸗ machtsthron verlässest und be⸗ zwingest. was uns den teuren Frieden stört. Laß mich zum empel werden, wo nichts als ried und Freud einkehrt, sei selbst mein Fried auf Erden! 1714. 274. Mel. Valet will ich dir geben. ottlob, ich bin im Glauben, wer will mir Eintrag tun? Wenn Höll und Satan schnau⸗ ben, so kann ich sicher ruhn. Mich schrecket kein Getümmel, kein Fall, der sonst verletzt; mein Wandel ist im Himmel, mein Glaube festgesetzt. 2. Fragt jemand nach dem Grunde, dem bin ich allezeit mit Herzen und mit Munde zur Rechenschaft bereit. Der Grund, auf den ich baue, ist Christus ganz allein, und weil ich dem vertraue, so muß ich selig sein. 3. Auf mein Verdienst und Werke vertrau und bau ich nicht. im Herren hab ich Stärke und feste Zuversicht. Was mir den Tod verschuldet und mich in Not gebracht, dafür hat er geduldet und mich gerecht ge⸗ macht. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 157 4. Dies bleibet meine Freude, wenn ich in Angsten bin; ja risse mich noch heute ein schnel⸗ ler Tod dahin, so laß ich mir nicht grauen, dieweil mein f Glaube spricht: Geh, eile, Gott zu 101. dein Hoffen irüget ni 5. Drum will ich nimmer wanten, mein Heiland halte mich! Erhalte die Gedanken, wenn Furcht und Derbumen sich zu meinem Jall verbinden, wenn die Verfolgung blitzt, Gefahr und Not sich finden, und sich die Höll erhitzt. 6. Wenn ich sodann am schwächsten, wiewohl nicht trostlos bin, so sei du mir am nächsten und stärke meinen Sinn, daß ich dabei gelassen und voller Mutes sei, mich als ein Ehrift zu beln bilf, Herr, und steh mir bei! 7. Ich will dich festehalten, wenn Trübsalshitze sticht; und wenn ich werdserkalten, so laß ich dich doch nicht. Dein Geist Craui meinem Geiste Trost und uth nid keiite Hexr, stärke mich und leiste mir Kraft, dir treu zu sein! 8. Nun. dlehe du gibst den Willen, verleihe mir zugleich auch Kräfte zum Erfüllen, so bin ich ewig reich. Drum reiche mir die Hände, so bleib ich un⸗ perletzt und bis zum Lebensende im Glauben festgesetzt. Martin Günther um 1720. 275. Eigene Melodie, oder Gott des Himmels und der Erden. Weicht. ihr Berge, fallt ihr Hügel, brechet, alle Felsen, ein: Gottes Gnade hat das Sie⸗ gel, sie will unverändert sein. Laß die Welt zu Trümmern gehn, Gottes Gnade wird be⸗ tehn, 2. Gott hat mir ein Wort ver⸗ sprochen, Gott hat einen Bund gemacht, der wird nimmermehr gebrochen, bis er glles hat voll⸗ bracht. Er, die Wahrheit, trü⸗ et nicht, was er saget, das ge⸗ schicht 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich alles bricht und fällt, sondern ihren Zweck erreichen. bis sie mich zufrieden⸗ stellt. Gott ist fromm und gut chel treu, ob die Welt voll Heu⸗ elei. 4. Will die Welt den Frieden hrechen, hat sie lauter Krieg im Sinn, Gott hält immer sein Versprechen; so fälltaller Zwei⸗ fel hin, als wär er nicht immer⸗ dar, was er ist und was er war. 5. Laßt em Antlitz sich ver⸗ stellen, ist sein Hers doch treu gesinnt und bezeugt in allen Fällen, daß ich sein geliebtes Kind. dem er beide Hände reicht, wenn auch Grund und Boden weicht. 19155 6. Er will Friede mit mir halten, wenn die Well gleich Lärmen macht; ihre Liebe mag erkalten, ich bin hei ihm wert geacht, und wenn Höll und Ab⸗ grund brüllt, bleibt er mir doch Sonn und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Er⸗ barmer, so hat ex sich selbst ge⸗ nennt; das ist Trost, so werd ich Armer nimmermehr von ihm getrennt. Sein Erbarmen lätzt nicht zu, daß er mir was Leides tu. 8. Nun es bleibt mein ganz Vertrauen auf ihn anterfest Henten auf ihch will ich daß 6 auen, denn ich weiß, daß es geschicht. Erd und Himmel kann vergehn, sein Bund blei— bet feste stehn. Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. 276. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 2. Ich bin gewiß in meinem Glauben, der mich in Chri⸗ stum einverleibt. Wer kann mir dieses Kleinod rauben, das mir sein Blut und Tod verschreibtꝰ Sein teures Wort behräftigt dies, drum sagt mein Glaub: bin gewi 3. Ich bin gewiß i in meiner Liebe die nur an meinem Jesu klebt, daß, wenn ich mich im Lieben übe, mein Jesus in dem Herzen lebt. Sein Lieben ist mein Paradies, er liebet mich, 903 bin gewiß. 3. Ich bin gewiß in meinem Seben. a Jesu Gnade bei mir ist; die hilft mir allen Kummer heben. enn sich mein Herz an seines schließt, so acht i keiner Hindernis, Gott sorgt für mich. ich bin gewiß. 4. Ich bin gewiß in meinem Seiden; kein Engel und kein Fürstentum mag mich von mei⸗ nem Jesu scheiden, er ist mein QOeil, mein Teil, mein Ruhm. So schadet mir kein Schlangen⸗ biß, 1 7 sagt doch: Ich bin gew 5. Ich bin gewiß in meinem Hoffen; was gegenwärtig ist, pergeht, mein huͤnftig Erbteil steht mir offen, dahin sich auch 158 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. mein Geist erhöht. Die Hoff⸗ nung macht die Wermut süß, weil sie stets singt: Ich bin gewi 6. 500 bin uuch in meinem Sterben, daß m er Tod nicht töten Eann, Nach ihm macht mich mein Gott zum Er⸗ ben von dem beglüchten Ka⸗ naan. Ein ander Leben folgt auf dies: Mein Iesus lebt, ich 217 gewiß. 7. Ich bin 15 den so soll es Leien. bis aus dem Glauben Schauen wird; es soll mich nichts von Jesu reißen, ich hin sein Schaf, er ist mein Hirt. In Ewigkeit folgt hier kein Riß, die Losung bleibt: Ich bin gewiß. Benjamin Schmolck g. 1672 1737. 277. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. Ich weiß, I wen ich„Gant Mein Jesus ist des Glau⸗ bens Grund; bei dessen Wort ich bleibe, und das bekennet Herz und Mund. Vernunft darf 0 nichts sagen, sie sei auch noch so klug; wer Fleisch und Blut will fragen, der fällt in, Selbsthetrug. Ich folg in Glauhenslehren der heilgen Schrift allein; was diese mich lemn hören, muß unbetrüglich ein 2. Herr, stärke mir den Glau⸗ ben, denn Satan trachtet Nacht und Tag, wie er dies Kleinod rauben und um mein Heil mich bringen mag. Wenn deine Hand mich fuͤhret, so werd ich sicher gehn; wenn mich dein Geist regieret, wirds selig um mich stehn. Ach segne mein Ver⸗ Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 159 trauen und bleib mit mir ver⸗ eint, so laß ich mir nicht grauen und fürchte keinen Feind. 3. Lab mich im Glauben le⸗ ben! Soll guch Verfolgung, Angst und Pein mich auf der Welt umgeben so laß mich treu im Glauben sein! Im Glau⸗ ben laß mich sterben, wenn sich mein Lauf beschließt, und mich das Leben erben. das mir ver⸗ heißen 3ei Nimm mich in deine Hände hei Leb⸗ und Sterbens⸗ zeit, so ist des Glaubens Ende der Seele Seeligkeit. Erdmann Neumeister g. 1671 4 1756. 278. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Mel. 2 Jesus nimmt die Sünder an. Saget doch dies Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf 12b nbn eg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir wert; doch hat er in seinem Worte eidlich sich dazu erklärt. Sehet nur, die Gnadenpforte ist hier völlig aufgetan: Jesus nimmit die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte; esus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte, daß es nicht verderben kann: Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle kommet her kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Glaubt es doch und denket dran: Jesus nimmt die Sün⸗ der an. 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden: laß, mein Heiland, mich bei dir nade zur Vergebung finden. daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sün⸗ . Wch b krost in ganz getrostes Muts; oh die Sünden blutrot wären, müßten sie kraft deines Bluts dennoch sich in schnee⸗ weiß kehren, da ich gläubig die Sin kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7, Mein Gewissen schreckt mich nicht; will mich das Ge⸗ setz perklagen, der mich frei und ledig spricht hat die Schul⸗ den abgetragen, daß mich nichts verdammen kann: Sesusnimmt die Sünder an. 8. Jesus nimmt die Sünder an, mich hat er auch angenom⸗ men und den Himmel aufge⸗ tan, daß ich selig zu ihm kom⸗ men und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sün⸗ der an. Erdmann Neumeister g.1671 4 1756. 279. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Ich habe nun den Grund ge⸗ funden, der meinen Anker ewig hält. Wo anders, als in ZJesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht. 2. Es ist das ewige Erhar⸗ men, das alles Denken über⸗ steigt; es sind die offnen Liebes⸗ arme des, der sich zu dem Sün⸗ der neigt. dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kom⸗ men nicht. 160 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll ge⸗ holfen sein; deswegen kam der nachd auf Erden und nahm her⸗ nach den Himmel ein, deswegen klopft er für und n o stark an unsers Herzens 4. O Abgrund, me alle Sünden durch Christi Tod ver⸗ Wunder hat! Das heißt die unde recht verbinden, da fin⸗ det kein Verdammen statt, weil Christi Blut uin Bon schreit; benh Barmherzig⸗ 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getrost vertraun und, wenn mich meine Sünden kränken, nur bald nach Gottes Herzen schaun; da findet sich zu aller Zeit unend⸗ liche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre wegge⸗ risen was Seel und Leib er⸗ quicken kann, soll ich von kei⸗ nem Troste wissen und scheine völlig ausgetan, ist die Erret⸗ tung noch so weit: mir bleibet —7 Wedunit Beginnt das Irdische zu Prhdten ja 0. 80 sich anhmh und Verdru daß ich mich in vielen Stücken mit 5— 1 Dingen mühen muß, werd ich dadurch 55 sehr zerstreut, so hoff ich doch Barmherzigkeit. 8. Muß ich an meinen besten Werken, darinnen ich gewan⸗ delt bin, viel Unvollkommen⸗ heit bemerken so dea wohl al⸗ les Rühmen hin, doch ist auch dieser Trost bereit: ich hoffe auf 25080 gchen Es gehe nur wiel⸗ dessen Willen, bei dem so viel Erb ar⸗ men ist. Er wolle selbst mein Herze stillen, damit es das nur nicht vergißi; so es 15 Lieb und Leid in, durch und auf Barmherzigkeit. 10. Bei diesem Grunde will ich bleiben, sol wü Lichnd die Erde trägt; Dür den ich den⸗ en, tun und treiben, solange sich ein Glied bewegt. So sing ich einstens höchst erfreut: O bgrund der Barmherzigkeit! Joh. Andr. Rothe g. 1688 4 1758. 280. Eigene Melodie. A bden 0 Liebe, gönne blöden Augen, die sonst gaum auf Erden taugen, daß sie in die Strahlen deiner Sang⸗ mut blicken, die den Erdkreis wärmend schmüchen und i gleich freudenreich Bösen und den Deinen mit der Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja diiß Se nz Gebiete ist ein Schau⸗ platz deiner Güte. Deiner Lang⸗ mut Ehre wird durch neue Pro⸗ ben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit über ch Berg und Hügel streckt sie ihre Flügel! 3. Was wir davon denken, Seh wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag für Tag zu leiden. Tag für T zu dulden so viel Millionen Schulden und dazu ohne Ruh lieben für das Hassen. Herr, wer kann das fassen! 4. Du vergibest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 161 nieder.“) welche doch immer noch neue Schuld erreget, wenn sie kaum geleget.) Ps. 7, 14. 5. Herr, es hat noch keiner. der zu dir gegangen, statt der Gnade Rech fangen; we zu deinen Füßen sich mit Trä⸗ nen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Anser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erharmen. 6. König, sei gepriesen, daß du so perschonest und uns nicht nach Wertzen lohnest. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl re⸗ gieret und mit Ruhm den Zep⸗ echt empfangen; wer f ter führet. Fahre fort, Zions b Hort. Langmut auszuüben und die Welt zu lieben. Joh. Jak. Rambach g. 1693 4 1735. 281. Mel. Werde munter, mein Gemüte. Ewge Liebe, mein Gemüte waget einen hühnen Blick in den Abgrund deiner Güte; send ihm einen Blick zurück, einen Blick voll Heiterkeit, der die Finsternis zerstreut, die mein blödes Auge drücket, wenn es nach dem Lichte blicket. 2. Ich verehre dich, o Liebe, daß du dich beweget hast und aus einem reinen Triebe den erwünschten Schluß Weld der im Fluch versenkten Welt durch ein teures Cösegeld und des eig⸗ nen Sohnes Sterhen Gnad und reiheit zu erwerben. O ein Ratschluß voll Erbarmen, voller reundlichkeit, der so einer elt voll. Armen Gnade, Trost und Hülfe beut. Liebe, die den Sohn nicht schont, der in ihrem Schoße wohnt, um die Sünder zu erretten aus den schweren Sündenketten. . Doch du hast, o weise Liebe eine Ordnung auch be⸗ stimmt, daß sich der darinnen übe, der am Segen Anteil nimmt. Wer nur an den Mitt⸗ ler gläubt und ihm treu er⸗ geben bleibt, der soll nicht ver⸗ lorengehen, sondern Heil und eben sehen. 5, Diesen Glauben anzu⸗ zünden, der ein Werk des Hinnnels heißt, lässeft du dich willig finden, deinen teuren, guten Geist denen, die ge⸗ euget stehn, die ihr Unver⸗ mögen sehn und zum Thron der Gnade eilen, gern und wil⸗ lig mitzuteilen. Wo du nun vorher ge⸗ sehen, daß ein Mensch auf dieser Erd deinem Geist nicht widerstehen noch sein Werk verhindern werd, sondern ohne Heuchelschein, werd im Glau⸗ ben feste sein, diesen hast du auserwählet und den Deinen zugezählet. 7. Du hast niemand zum Berderben ohne Grund in ann getan; die in ihren Sünden sterben. die sind selber chuld daran. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, der ben Fluch und Tod zum Lohn, sein mut⸗ willig Widerstreben schließt ihn aus vom Heil und Leben. 8. Liebe, dir sei Lob gesun⸗ gen für den höchst gerechten Huld und Schluß hluß, den die Schar ver⸗ klärter Zungen rühmen und bewundern muß, den der Glaub in Demut ehrt, die Vernunft erstaunet hört und umfonst sich 162 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. unterwindet, wie sie dessen Tief ergründet. 9. Liebe, laß mich dahin stre⸗ ben, meiner Wahl gewiß sein; richte selbst mein ganzes Leben so nach deinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft. mir zum Zeugnis dienen möge, daß ich auf dem Himmelswege. 10. Laß mich meinen Na⸗ men schauen in dem Buch des Lebens stehn, dann so werd ich ohne Grauen selbst dem Tod entgegengehn. Keine Kxeatur wird mich, den du liehest. ewiglich deiner Hand entreißen können noch von deiner Liebe trennen Joh. Jak. Rambach g. 1693 1735. Erb 282. Eigene Melodie. Mein Heiland nimmt die Sünder an, die unter ihrer Fast der Sünden kein Mensch, kein Engel trösten kann, die nirgends Ruh un Rettung finden. Denen die weite Welt zu klein, die sich und Gott ein Greuel sein, den n Moses schon den Stab ge⸗ brochen und sie der Hölle zu⸗ gesprochen, wird diese Freistatt aufgetan: mein Heiland nimmt die Sünder an. 2. Sein mehr als mütter⸗ liches Herz trieb ihn von sei⸗ nem Thron auf Erden, ihn drang der Sünder Weh und Schmerz, an ihrer Statt ein Fluch zu werden. Er sentte sich in ihre Not und schmeckte den verdienten Tod; nun, da er denn sein eigen Leben zur zu der dsehn, wie teuren Zahlung hingegeben und seinem Bater gnug getan, so heißts: Er nimmt die Sün⸗ an. 3. Nun ist sein agufgetaner Schoß ein sichres Schloß ge⸗ jagter Seelen; er spricht sie von dem Urteil los und 5 bald ihr ängstlich Zuälen. Es wird ihr ganzes Sündenheer ins unergründlich tiefe Meer durch feinen Tod und Blut versenket und ihnen Gottes Geift geschenket, der freudig Abba rusen kann. Mein Hei⸗ land nimmt die Sünder an. 4. So bringt er sie dem Ba⸗ ter hin in seinen starken Liebes⸗ armen; das neiget denn den Batersinn zu lauter ewigem rharmen. Er nimmt sie an an Kindes Statt; ja alles, was er ist und hat, wir di eigen übergeben, und selbst die Tür zum ewgen Leben wird ihnen fröhlich aufgetan. Mein Hei⸗ land nimmt die Sünder an. 5. O solltest du sein Herze sichs nach armen Sündern sehnet, sowohl wenn sie noch irregehn als wenn ihr Auge vor ihm tränet! Wie streckt er sich nach Zöllnern aus, wie eilt er in Zachẽi Haus. wie sanft stillt er der Magda⸗ lenen den milden Fluß er⸗ preßter Tränen und denkt nicht, was sie sonst getan! Mein Hei⸗ land nimmt die Sünder an. 6. Wie freundlich hlickt er Petrum an, ob er gleich noch so tief gefallen! Nun, dies hat er nicht nur getan, da er auf Erden mußte wallen, nein, er ist immer einerlei, gerecht und fromm und ewig treu; und Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 163 wie er unter Schmach und Lei den, so ist er au der Freuden den Sündern lieb üa eben nicht gleich heut die off⸗ ⸗Nein, weil er ruft, so höre du dem Thron nen Gnadenpforten schließen. reich zugetan. Mein Heiland und greif mit beiden Händenzu! nimmt die Sünder an. er seiner Seele heut verträu⸗ 7. So komme denn. wer met, der hat die Gnadenzeit ver⸗ Sünder heißt, und wen sein säumet, ihm wird hernach nicht Sündengreul betrübet, zu dem der keinen von sich lich gebeugt zu ihm begibet „aufgetan. Heut komm, heut weist, der nimmt dich Jesus an. II. Ja zeuch uns selber recht ie? willst du dir im Lichte du dir, holdselig süßer Freund stehn und ohne Not verloren⸗ der Sünder, erfüll mit sehnen⸗ gehn? willst du der Sünde län⸗Wder Begier, auch uns und alle ger dienen, da dich — nimmt die Sünder an. 8. Komm nur mühselig und gebückt, komm nur so gut du weißt zu kommen. Wenn gleich die Last dich niederdrückt, du wirst auch Kriechend angenom⸗ men. Sieh, wie sein Herz dir offensteht und wie er dir ent⸗ gegengeht! Wie lang hat er mit vielem Flehen sich brünstig nach dir umgesehen! So komm denn, armer Wurm, heran! Mein Heiland nimmt die Sün⸗ er an. 9. Sprich nicht: Ich habs zu grob gemacht, ich hab die Gü⸗ d ter seiner Gnade r lang und schändlich durchgebracht, er hat mich oft umsonst geladen. Wo⸗ fern dus nur jetzt redlich meinst und deinen Jall mit Ernst be⸗ weinst, so soll ihm nichts die Hände binden, du sollst guch jetzt noch Gnade finden, er hilft, wenn sonst nichts helfen kann. M Mein Heiland nimmit die Sün⸗ 2. Dech duch, Auch aucht „Doch sprich auch nicht: Es ist 25 Zeit, ich muß erst diese Lust genießen, Gott wird zu retten er Adamskinder, zeig uns bei un⸗ erschienen? O nein, vexlaß die serm Seelenschmerz dein auf⸗ Sündenhahn! Mein Heiland geschloßnes Liehesher! Und wenn wir unser Elend sehen, so latz uns ja nicht stille stehen, bis aß ein jeder sagen kann: Gott Lob, auch mich nimmt Zesus an! Leop. Franz Friedr. Lehr 9. 1709 7.1744. 283. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seele. So hab ich nun den Fels er⸗ reichet worauf mein matter Glaube ruht. Ein Fels, der kei⸗ nen Stürmen weichet, ein Fels, an dem die wilde Flut, und wärs ie ganze Macht der Höllen, enthräftet muß zurückeprellen, schließt mich in seine Schutzwehr ein. Mein Herz. verbanne Furcht und Grauen, hier mußt du dir nun Hütten bquen. hier muß dein ewig Wohnhaus sein. 2. Mich warf die Menge mei⸗ ner Sünden als ein erbostes Meer herum. ich ward ein trau⸗ rig Spiel den Winden und des Verderbens Eigentum, mir drohte mein befleckt Gewissen mit ewig bangen Jinsternissen und einem vollen Maß der Not, 2 164 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. ich schwamm auf diesen Hiald immer bist beladen, so oft dich Wellen perzagendandem Ran dein Gewissen nagt: was die der Höllen und rang mit Teben Vernunft nicht fassen kann. das und dem Tod. beut dir Gott aus Gnade an. 3. Doch mitten in den Todes⸗ 3. Aus Gnaden! Dieser nöten erblickte Jesus meinen Grund wird bleihen, solange Schmerz, ihm drang mein trä⸗Gott nechte Aisuschreib Was nenvolles Beten in sein erbar⸗ Walle Knechte Jesuschreiben, was mend Mutterherg. Erzeigte mir Gott in seinem Wort anpreist, die offnen Wunden, die er als worauf all unser Glauhe ruht. Mitttler hat empfunden: er iit Gnade durch des Sohnes rief: Erlöster, eil herzu komm, Blut. ö komm. dies sind die Felsenritzen. 4. Aus Gnaden! Wer dies die dich vor Fluch und Hölle Wort gehöret tret ab von aller Ihiel Serle el hierfindit Sinderei Dann. wenn der u Ruh. Sünder sich bekehret. so lernt 4. Nun laß die Tiefen immer er erst, was Gnade sei: beim brausen, seid. Wind und Meer. Sündgen scheint die Gnad ge⸗ nur ungestüm: laß selbst des To⸗ ring, dem Glauben ists ein des Iluten rauschen, verdopple. Wunderding. Satan, deinen Grinun! Ihr„5. Aus Gnaden bleibt dem werdet mich nicht piel erschrek⸗ blöden Herzen das Herz des ken, mein Fels weiß mich schon Baters aufgetan. wenns unter zu bedecken auch in der aller⸗ größter Angst und Schmerzen schlimmsten Jeit, Laß alle Berge nichts sieht und nichts mehr untergehen, mir bleiht mein Fel⸗ boffen kann. Wo nähm ich sen ewig siehen und wird die oftmals Stärkung her, wenn Tür zur Seligkeit. Gnade nicht mein Anker wär? Leop. Franz Friedr. Lehr 6. Aus Gnaden! Hierauf will g. 1709 + 1744. ich sterben; ich fühle nichts, doch mir ist wohl. Ich kenn mein 28⁴4 Indl ‚ ündliches Berderben, doch guch Epheser 2, 8, 9. den, der mich heilen soll. Mein Mel. Wer nur den lieben Gott läßt Geist ist froh, die Seele lacht. walten. Mel. 3. weil mich die Gnade selig macht. Ais Gnaden soll ich selig wer⸗ Christ. Ludw. Scheidt g. 1709 4 1761. den. Herz, glaubst dus, oder 285⁵ laubst dus nicht? Was willst d dich so blöd geberden? Ists Mel. Odaß ich ausen Zangen hacbe Wahrheit, was die Schrift ver⸗ ö Gobt hin, ihr gläubigen Ge⸗ W t, so muß auch dieses. danken. ins weite Feld der ahrheit sein: Aus Gnade ist Ewigkeit, erhebt euch über alle der Himmel dein.„Scchranzen der alten und der 2. Aus Gnaden! Merh dies neuen Zeit, erwägt. daß Gott Wort: Aus Gnaden, 10 oft dich die Liebe sei, die ewig alt und deine Sünde plagt, o oft du ewig neu. 499—— Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 165 2. Der Grund der Welt war nicht geleget, der Himmel war K noch nicht gemacht, da hat Gott schon den Trieb geheget, der mir das Beste zugedacht; daich noch nicht geschaffen war, da reicht er mir schon Gnade dar. 3. Sein Ratschluß war, ich sollte leben durch seinen einge⸗ das bornen Sohn; den wollt er mir zum Mittler geben, den macht' f er mir zum Gnadenthron, in dessen Blute sollt ich rein, ge⸗ d heiliget und selig sein. 4., O Wunderliebe, die mich wählte vor allem Anbeginn der Welt und mich zu ihren Kindern zählte, für welche sie das Reich bestellt! O Vaterhand, o Gna⸗ dentrieb der mich ins Buch des d Lebens schrieb! 5. Wie wohl ist mir, wenn sick mein Gemüte empor zu dieser Quelle steigt, von welcher sich ein Strom der Güte zu mir durch glle Zeiten neigt. daß eder Tag sein Zeugnis gibt: Gott hat mich je und je geliebt. 6. Wer bin ich unter Milli⸗ gnen der Kregturen, seiner Macht, die in der Höh und Tiefe wohnen, daß er mich bis hieher gebracht! Ich hin ja nur ein dürres Blatt, ein Staub der keine Stätte hat. 7. Ja freilich bin ich zu ge⸗ ringe der herzlichen Barm⸗ herzigzeit, womit, o Schöpfer aller Dinge, mich deine Liebe stets erfreut; ich bin, o Bater. selbst nicht mein, dein bin ich, Herr, und bleibe dein. 8. Im sichern Schatten deiner Flügel find ich die ungestörte den kennest du. Laß Erd und Hinnnel untergehn, dies Wort der Wahrheit bleibet stehn. 9. Wenn in dem Kampfe schwerer Heiden der Seele Mut und Kraft gebricht, so falbest du mein Haupt mit Freuden, so tröstet mich dein Angesicht; a spür ich deines Geistes Kraft, die in der Schwachheit alles Hafft. 10, Du lässest auch vom Gut er Erden mir, was du willst nach deinem Sinn, jedoch weit mehr guteile werden, als ich im kleinsten würdig bin. Mein Herz zerfließt, wenn es bedenkt, wie treulich mich dein Auge lenkt. 11. Die Hoffnung schauet in die Ferne durch alle Schatten dieser Zeit, der Glaube schwingt sich durch die Sterne und sieht ins Reich der Ewigkeit; da zeigt mir deine milde Hand mein Erhleil und gelobtes Land. 12. O sollt ich dich nicht ewig lieben der du mich unaufhörlich liebst? Sollt ich mit Undank dich hetrüben, da du mir Fried und Freude gibst? Verließ ich dich, Menschenfreund, so wär ich selbst mein ärgster Jeind. 13. Ach könnt ich dich nur besser ehren, welch edles Lob⸗ lied stimmt ich an! Es sollten Erd und Himmel hören, was du, mein Gott, an mir getan; nichts ist so köstlich nichts so schön als, höchster Vater, dich erhöhn. 14. Doch nur Geduld! Es kommt die Stunde, da mein durch dich erlöster Geift im hö⸗ hern Chor mit frohem Munde dich, schönste Liehe, schöner Ruh. Der We Grund hat die⸗ ses Siegel: Wer dein ist, Herr, preist; drum eilt mein Herz aus 166 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. dieser Zeit und sehnt sich nach der Ewigkeit. Zoh. Gottfr. Herrmann g. 1707 41791. 286. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. Wo ist ein solcher Gott wie duꝰ Du schaffst den Mi⸗ den süße Ruh, Ruh. die nich zu ergründen. Ein anet der Barmherziotzeit verschlingt ein Meer voll Herzeleid: du. Herr, vergibst die Sünden. Jesu, du du läßt dich würgen, als den Bürgen, aller Sünden mich guf ewig zu entbinden. 2. Herr, unsere Herechtigkeit. wie hoch wird dessen Geist er⸗ freut, der dich im Glauben ken⸗ net! Du bist sein Schmuck. die Gottespracht, die ihn vollkom⸗ men herrlich macht. die ihm das Herz entbrennet. Laß mich ewig, Himmelssonne. Seelen⸗ wonne, dich genießen und in deinem Lob zerfließen. 3. Holdselig süßer Friedefürst. wie hat dich nach dem Heil ge⸗ dürst der abgewichnen Kinder! Du stellest dich als Mittler dar. verbindest, was getrennet war. Gott und verdammte Sünder. Freude! beide werden eines; ungemeines Werk der Güte! ZJesu, du bist unser Friede. 4. Osüßes Lamm, dein treuer Sinn nimmt Schuld und Strafe von mir hin, sie liegt auf deinem Rücken. Du blutest an des Kreu⸗ zes Pfahl, da muß dich uner⸗ hörte Qual nach geib und Seele drüchen; diese süze Flut der Gnaden heilt den Schaden, durch die Wunden hab ich Heil und Frieden funden. 5. Mitleidender Immanuel⸗ es ist mein Leben, Leib und Seel voll Mängel und Gebrechen: doch ist dein Herz auch voller Gnad, willst weder Sünd noch Missetat am armen Staube rächen; deine reine Mutterliebe steht im Triebe, hier im Leben reichlich zu yhergeben. 276. D 1„6. Die Gnade führt das Re⸗ giment. sie macht der Sklaverei ein End. besiegt Gesetz und Sünden; drum, willst du frei und fröhlich sein, laß Jesum und die Gnade ein, so kannst duüberwinden; all dein Selbst⸗ pein. Kümmernisse. Finster⸗ nisse, Sündenwerke weichen vor der Gnade Stärke. 7. Gib. Jesu. Blut und Was⸗ ser her und nimm dadurch je mehr und mehr die Schlacken recht herunter! Du hast mich dir, Immanuel, gar teur er⸗ kauft mit Leib und Seel, zum Preise deiner Wunder. Klei⸗ ner. reiner muß ich werden noch auf Erden, bis ich droben dich kann ohne Sünden loben. J. Ludw. Konr. Allendorf g. 1693 1773. 287. Mel. Kommt her zu mir, spricht. S hoff ich denn mit festem Mut auf Gottes Gnad und Christi Blut, ich hoff ein ewig Ceben, Gott ist ein Bater, der verzeiht. hat mir das Recht zur Seligkeit in seinem Sohn ge⸗ gehen. 2. Herr, welch ein unaus⸗ Cncdeie Heil, an dir, an deiner nade teil, teil an dem Himmel haben! Im Herzen durch den Glauben rein dich lieben und —— .—* — VVE. · V Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 167 versichert sein von deines Gei⸗ 915 Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zu⸗ friedenheit, wenn wir es treu im Etend Es spricht uns Trost lend zu, versüßet uns des Selen Ruh und stärkt uns in 24 ren. rhalte mir. o Herr mein Hurt den Glauben an dein gött⸗ lich Wort, um deines Namens willen, laß ihn mein Licht auf Erden. sein. ihn täglich mehr i mein Herz erneun und mich mit Trost erfuͤllen! Chr. F. Gellert g. 1715 +1769. 288. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. I0 9 Hal an wen mein Glaub ich hält, kein Feind soll mir ihn rauben. Als Bürger einer bessern Welt leb ich hier nur im Glauben, dort schau ich,. was ich hier geglaubt. Wer ist. der mir mein Erbteil raubt? Es ruht in Zesu Händen. Mein Leben ist ein kurzer Streit, lang ist der Tag des Sieges. Ich kämpfe für die Ewigkeit. Erwünschter Lohn des Kriegesl Derdufürmich den Tod geschmeckt. durch deinen Schild werd ich bedeckt: was — mir denn nun schadenꝰ 3. O Herr. du bist mein gan⸗ ben Ruhm, mein Trost in die⸗ em Leben, in jener Welt mein Eigentum, du hast dich mir gegeben. Von fern lacht mir mein Kleinod zu, drum eile ich ihm freudig zu, du reichst mir meine Krone. 4. Herr, lenke meines Geistes Blick von dieser Welt Getüm⸗ 6 10 auf dich, auf ein uun Seele Glück auf Ewigheit und Him⸗ mel. Die Welt mit ihrer Herr⸗ Eunge vergeht und währt nur kurze Zeit: im Himmel sei mein andel! 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht er⸗ schienen, was jene beßre Welt gewährt, wo wir Gott heilig die⸗ nen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint, und mein Er⸗ lös ungstag erscheint, dann werd frob empfinden. 6. Im Dunkeln seh ich hier mein Heil, dort ist mein Ewoch eiter hier ist die Sünde no mein Teil, dort fühl ich sie nicht 20. Hier ist mein Wert mir noch verhüllt, dort dmi er G ar, wenn dein Bild mich. G vo lioinmen schmücket. 7. Zu 9. Her Glück bin c0 erkauft, o Herr, durch deine Seiden; auf deinen Tod bin ich sbeden wer will mich von dir cheiden? Du Hur, i bin mn in deine Hand; Herr. du bist mir. ich dir bekannt. Mein sind des 98. e Freuden. 8. Wie groß ist meine Herr⸗ lichkeitl Empfinde sie, o Seele. vom Tand der Erde unentweihi erhebe Gott, o Seele! Der Erde des Her Nichts vergeht, nur des Gerechten Ruhm besteht durch alle Ewigkeiten. Nach Christ. Chr. Sturm g. 1740 1786. 289. Mel. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. Nie bist 2 Höchster, von uns fern, du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr 168 aller 4111 bin 5— in deinen Händen. Durch dich nur leb und atme ich, denn deine Rechte schhien mich. 2. Was ich gedenke, Gott, weißt du, du prüfest meine Seele, du siehst es, wenn ich Gutes tu, du siehst es, wenn ich fehle. Michts, nichts kann dei⸗ nem Aug entfliehn und nichts mich deiner Hand entziehn. 3. Du merkst es, wenn des Herzens Rat verkehrte Wege wählet; und bleibt auch eine böse Tat vor aller Welt ver⸗ hehlet, so weißt du sie und stra⸗ fest mich zu meiner Beßrung väterli 4. Wenn ich in stiller Ein⸗ samkeit mein 2 an dich er⸗ gebe und über deine Huld er⸗ freut lobsingend dich erhebe, so hörst du es und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sei. 5. Du hörest meinen Seuf⸗ zern zu, daß Hülfe mir er⸗ scheine; voll Mitleid, Relich zählest du die Tränen, die ich weine; du siehst und wägest meinen Schmerz und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6.O drück, Allgegenwärtiger, dies tief in meine Seele, daß. wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle, daß ich dein heilig Auge schen Tod. und fromm zu leben eifrig sei. 7. Laß überagll gewissenhaft nach deinem Wort mich han⸗ deln und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getrost zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich seist, d66 tröst und beßre meinen Geist! Nach C. C. Sturm von David Bruhn g9. 1727 4 1782 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 290. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. Mir ist Erbarmung wider⸗ fahren, Erbarmung deren ich nicht wert; das zähl ich zu dem Wunderbaren, mein stol⸗ zes Herz 400 5 nicht begehrt. Nun weiß ich das und bin er⸗ freut und rühme die Barmher⸗ zigkeit. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein, Gott hat mich mit ihm selbst versühnet und macht durchs Blut des Sohns mich rein. Wo Lomdies herꝰ warum geschichts? Erbarmung ists und weiter nichts. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, das rühm ich. wenn ein Mensch huch fragt; ich kann es nur Erbarmung nennen, so ist mein ganzes obm gesagt. J 15 richmendie und bin erfreut und rühme die Barm⸗ herzigheit. 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben, dies soll mein ein⸗ zig, Rühmen sein; auf dies Erbarmen 4 ich glauben, auf dieses bet ich auch allein, auf dieses duld schi in der Not auf dieses hoff ich noch im 0 5. Gott, der du xeich bist an Erbarmen, nimm dein Erbar⸗ men nicht von mir und führe durch den Tod mich Armen durch meines Heilands Tor zu dir! Da bin ich ewig recht er⸗ freut und rühme die Barmher⸗ zigkeit! Phil. Friedr. Hiller g. 1699 4 1769. ne VVESESEVN= — Jesuslieder. 169 291. Mel. Valet will ich dir geben. Juuch weiß, woran ich glauhe, ch weiß, was fest besteht. I wann alles hier im Staube wie Sand und Staub verweht; ich weiß, was ewig bleibet, wo alles wankt und fällt, woWahn die Weisen treibet und Trug die Klugen prellt. Ich weiß, was ewig dau⸗ res, ich weiß, was nimmer läßt, mit Diamanten mauret mirs Gott im Herzen fest, ja recht mit Edelsteinen von allerbester Art hat Gott der Herr den Seinen des Herzens Burg verwahrt. 3. Ich kenne wohl die Steine, die stolze Herzenswehr. sie fun⸗ keln ia mit Scheine wie Sterne i schön und hehr; die Steine sind die Worte, die Worte hell und rein. Wodurch die schwächsten Orte gar feste können sein. 4. Auch kenn ich wohl den Meister, der mir die Feste baut, ö er ben der Fürst der Geister, den der Himmel schaut, vor —— die Seraphinen anbetend niederknien, um den die Engel dienen: Ich weiß und kenne ihn. 5. Das ist das Licht der Höhe, das ist der Jesus Chrift, der Fels. auf dem ich stehe, der dig⸗ manten ist, der nimmermehr kann wanken, der Heiland und der Hort, die Leuchte der Ge⸗ danken, die leuchten hier und dort. 6. So weiß ich. was ich glaube, ich weiß, was fest be⸗ steht und in dem Erdenstaube chn mit als Staub verweht: ch weiß. was in dem Grauen des Todes ewig bleibt und selbst auf Erdenauen schon Himmels⸗ blumen treibt. Ernst Moritz Arndt g. 1769 4 1860. XVIII. Zesuslieder. 292. Psalm 45. Eigene Melodie. WiRn schön sten uns der Morgenstern voll Gnad — Wahrheit von dem Herrn, ö die süße Wurzel Jessel Du deins heilgen Wortes süße Lehr ist über Milch und Honig. Hero⸗ lich will ich dich drum preisen und erweisen, daß man merke in mir deines Geistes Stärke. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, o du mein Herr und Gott Sohn Davids aus Zakobs allein die Flamme deiner Liebe, Stamm, mein König und mein daß ich in dir nun immer bleib, Bräutigam, hast mir mein Herz und mich kein Zufall von dir besessen. schön und herrlich, groß und ehrlich, reich von Gaben hoch und sehr prächtig erhaben. „O meines Herzens werte Kron, wahr Gottes und Marien Sohn, ein hochgeborner König! Freudenlicht, wenn Mit Freude rühm ich deine Ehr. Lieblich, freundlich. treib. nichts kränke noch be⸗ trübe. In dir laß mir ohn Auf⸗ bören sich vermehren Lieb und Freude, daß der Tod uns selbst nicht scheide. 4. Von Gott kommt mir ein du mit deinem Angesicht mich gnädig 170 tust anblicken: o Jesu du mein trautes Gut. dein Wort. dein ameri dein Leib und Blut mich innerlich erguicken. Tröst mi freundlich. hilf mir Armen mit Den Woit hilf in Gnaden, auf dein Wort komm ich geladen. 5. Gott Vater, o mein starker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn Im fethi dein Sohn hat mich ihm selbst Wel vertraut, er ist mein Schatz. ich seine Braut, kein Unglück uch d betrübet. Ei ja. ei 92 himmlisch Leben wird er geben mir dort oben, ewig soll mein Herz ihn S 9096 6. Singt unserm Gotte oft und viel und laßt andächtig Gachallen ganz freudenreich erschallen, dem liehsten Jesu nur allein, dem wunderschönen Bräutgam mein, zu Ehren und Gefallen. Singet, springet, ju⸗ bilieret, triumphieret. dantzt dem erren, groß ist der König der hren . Wie bin ich doch so 1ds A froh, daß mein Schatz ist das A und O, der Anfang und das Ende. Er wird mich auch zu einem Preis ausnehmen in das aradeis, des klopf ich in die ände. Amen, Amen, komm, du schöne Frelidenkrone, bleib Beut lange, deiner wart ich mit Verlangen. Nach Phil. Nicolei g. 1556 1608. Hannov. Gsb. 1646. 293. Eigene Melodie. 13.6 dir ist Dn u in gllem Leide, o du süßer Jesus Christ! Hurcg dich wir hahen ch himmlische Gaben, du der Jesuslieder. wahre Heiland bist; hilfest von anden, rettest von Banden: wer dir pertrauet, hat wohl ge⸗ bauet, wird ewig bleiben, Halle⸗ luia! Zu deiner Güte steht unser Gemüte, an dir wir hleben im Tod und Leben, nichts kann uns scheiden. Halleluia! 2. Wenn wir dich haben, Welt uns nicht schaden Teufel, elt. Sünd oder Tod; du hasts in Händen, kannst alles wen⸗ en, wie nur heißen mag die Not. Srum wir dich ehren, dein Lob vermehren mit hellem Schalle. freuen uns alle zu die⸗ ser Stunde, Halleluja! Wir jubilieren und triumphieren, lieben und loben dein Macht dort oben mit Herz und Munde. Halleluia! Joh. Lindemann(2) Tnach 1634. 294. Mel. Herr Jesu Licht. meins Lebens Licht. O Jesu süß, wer dein gedenkt, des Herz mit Freude wird getränkt. doch süßer über alles ist, wo du, Herr Zesu, selber bift. 2. Jesu, der Herzen Freud Indnobre' des Lebens Brunn, du wahre Sonn dir gleichet nichts auf dieser Erd, in dir ist, was man je begehrt. 3. Dein Lieb, o süßer 1 Christ, des Herzens fantd0 800 bung ist; sie machet satt, d ohn Werie der 1—— wächst im U berfluß. 4. O Jesu, meine Süßigkeit, du Trost der Seel, die zu dir schreit, die heißen Tränen su⸗ en dich, das Herz zu dir schreit inniglich. st. ud st, . ger . u⸗ eit Jesuslieder. 17¹ 5. Ja wo ich bin auf Erden hier, so wollt ich. Jesus wär bei mir; Freud über Freud, wenn ich ihn köum elig. wenn ich ihn 906⁵2 könnt! 6. In dir mein Herz hat seine Hunh Herr. mein Begierd ist dir bewußt, auf dich ist all mein Ruhm gestellt, Jesu, du Hei⸗ 7 aller Welt. 7. Du Dummeuellder Barmr⸗ herzigheit, dein Glanz erstreckt sich weit und breit; der Traurig⸗ keit Gewölh vertreib, das Licht er Glorie bei uns bieib! Dein Lob im Himmel hoch erklingt, kein Chor ist, der nicht von dir Welt. Zesus erfreut die ganze Welt, die er bei Gott zu Fried gestel t. 9. Jesus in Fried regieren tut, der übertrifft all zeitlich Gut; der Fried bewahr mein Herz 19— Sinn, solang ich hier auf Erden bin. 10. Und wenn ich ende mei⸗ nen Lauf, so dat e mich zu dir hinauf, Jesu, daß ich da Fried und. Freud bei dir genieß in H1. Sei 1. Jesu, erhöre meine Bitt, Zeln. verschmãh mein Seufzen nicht. Jesu, mein 2Hin du steht zu dir, o Jesu, Jefu, hilf du mir! Hannov. Gsb. 1646. Nach Bernhard v. Clairvaux: Jesu dulcis memoria. 295. Psalm 65, 10. Eigene Melodie. O en tief und groß entsyrungen aus des i Batexs Scho Dun dich umi Gott ohn Ende, der du dich uns hast offenbart in unsre Menschheit, rein und zart, dein lieb Herz zu uns wende! Denn wie ein Birsch nach frischer Quell so reit zu dir mein arme Seel dieser Welt Elende. 2. OLebensbrünnlein, durch dein Wort hast du dich uns an allem Ort ergossn mit reichen Gaben voll Wahrheit und gött⸗ licher Gnad. die uns erscheinen früh und a. das matte Herz 5 laben. O frischer Quell, o rünnelein, erquick und laß die Seele mein in dir das Leben haben! 3. Wie ein uuch Somn im dür⸗ ren Land, durch Sommerh 105 sehr 1 vom Tau si tut erquicken, also wenn mein Herz in der Not verschmacht, hält sichs an seinem Gott und läßt sich nicht erstichen, ja wie ein ILai Palmenbaum un⸗ ter der Last ihm machet Raum, lässet sichs nicht erdrücken. 4. O Lebensbrünnlein, Jesu Christ, dein Güte unerschöpflich ist, niemand kann sie ermessen: darum mir auch nichts man⸗ geln wird, wenn mich versorgt der treue Hirt, der mir mein Lon besessen. Mit seinem vangelio macht er mein Herz im Leib so froh, daß ich sein 1555 vergesse. O Lebensbrünnlein tief 3090 weit, du stillest Durst in Sadeien und läßt niemand verderben. Gib mir, der ich aus deiner Füll mit rechten Glauben schöpfen will, Tro 10 b1 Tod und Ieln da ch blüh wie ein Röselein zu Sarom und durch dich allein das ewge Leben erbe. *) Jesaia 35, 2. Hohelied 2, 1.2. 172 6. Mein Hers ist brünstig mir und heißz nach dem himmlischen Paradeis, des ich hoff zu ge⸗ nießen. Benn ich weiß, wenn ich dahin 3komm, da wird ein ewger Freudenstrom ohn Ma⸗ zen sich ergießen. Freu dich, mein Seel, und wenn gleich Gott dich kommen läßt in Angst und Not, so laß dichs nicht ver⸗ drießen. 7. All unser Leid auf dieser Erd ist nicht im allerg'ringsten wert, wenn wir das recht be⸗ denken, der übergroßen Herr⸗ lichkeit und wunderschönen Himmelsfreud, die Ehristus uns wird schenken. Da. da wird er uns 3 Mech u in seines lieben Vaters Reich mit ewger Wonne tränhen. ö 8. Gott selbst wird sein mein Speis und Trank. mein Ruhm, mein Lied, mein Lobgesang, mein Lust und Wohlgefallen, mein Reichtum, Zierd und werte Kron, mein Klarheit, Licht und helle Sonn, in ewger Freud zu emem Wo daß ichs sag mit einem Wort, was mir Gott wird hescheren dort: Er wird sein alls in allen 9. Hüpf auf, mein Herz, spring tanz und 1. dei⸗ nem Gott sei guter Ding, der Himmel steht dir offen. La dich Schwermut nicht nehmen ein, denn quch die liebsten Kin⸗ der sein allzeit das Kreuz hat troffen. Drum sei getrost und gläube fest, daß du noch hast das allerbest in jener Welt zu hoffen. Joh. Mühlmann g. 1573 4 1613. Jesuslieder. 296. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. O Jesu, Jesu, Gottes Sohn,. mein Bruder und mein Gnadenthron, mein Schatz. mein Freud und Wonne, du weißt es, daß ich rede wahr, por dir ist alles sonnenklar und klarer als die Sonne. Herslich lieb ich mit Gefallen dich vor allen, nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden. 2. Dies ist mein Schmerz. dies kränket mich, daß ich nicht gnug hann lieben dich, wie ich dich lieben wollte. Ich werd von Tag zu Tag entzündt, je mehr ich lieb. je mehr ich find. daß ich dich lieben sollte. Von dir laß mir deine Güte ins Gemüte lieblich fließen, so wird sich die Lieb ergießen. 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel, daß ich, soviel ich soll und will, dich allzeit lieben möge. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Pracht. Wollust, Ehre, Freud und Geld, wenn ich es xecht besinne, kann mich ohn dich gnugsam laben; ich muß haben, reine Liebe; die tröst, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, schaffst seinem Her⸗ zen Fried und Ruh, erfreuest sein Gewissen. Es geh ihm, wie es woll auf Erd, wenn ihn gleich ganz das Kreus verzehrt. soll er doch dein genießen. In Glück ewig nach dem Leide große Freude wird er finden, alles Trauren muß verschwinden. 5. Kein Ohr hat jemals dies gehört, kein Mensch gesehen Jesuslieder. 17³3 noch gelehrt, es kanns niemand beschreiben, was denen dort für Herrlichkeit bei dir und von dir ist bereit, die in der Liebe blei⸗ ben. Gründlich läßt sich nicht erreichen noch vergleichen den Weltschätzen dies, was uns R dort wird ergetzen. 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jesu, meine Sorge sein, daß ich dich herzlich liebe, daß ich in dem, was dir gefällt und mir dein klares Wort ver⸗ meldt, aus Liebe mich stets übe, bis ich endlich werd abscheiden und mit Freuden zu dir kom⸗ men, aller Trübsal ganz ent⸗ nommen. 7. Da werd ich deine Süßig⸗ keit, die jetzt gerühmt ist weit und breit, in reiner Liebe schmecken und sehn dein liebreich Angesicht mit unverwandtem Augenlicht ohn alle Furcht und Schrecken. Reichlich werd ich sein erguicket und geschmücket vor dein'm Throne mit der schönen Lebens⸗ krone. Joh. Heermann g. 1585 4 1647. 297. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 2. Ach Zesu, dessen Treu im Himmel und auf Erden durch keines Menschen Mund kann gnug gepriesen werden. ich danke dir, daß du, ein wah⸗ rer Mensch geborn, hast von mir abgewandt, daß ich nicht bin verlorn. 2. Vornehmlich wird in mir all Herzensangst Naun u wenn mich dein süßer Nam mit sei⸗ nem Trost erfüllet. Kein Trost Reichtum, Ehr und sei mein höchstes Gut. die Wa so lieblich ist, als den mir gib dein Nam, der süße Jesusnam du Fürst aus Davids Stamm! 3. O Jesu, höchster Schatz, du kannst nur Freude bringen, es kann nichts lieblicher als Jesu ame klingen. Ich kann nicht traurig sein, weil Jesus heißt soviel als Heiland oder Held, der selig machen will. 4. Wenn Satan sich bei mir mit ar Tenn N. will regen, so ist mir Jesu Nam zum Trost, Schutz, Fried und Segen, zur Weisheit und Arznei in aller Angst und Not, daß ich nicht fürchten darf den Teufel und en Tod. 5. Daß ich ein Zornkind bin, das macht die schnöde Sünde, dein Jesusnam macht mich zu einem Gnadenkinde, er nimmt von mir hinweg die Schuld und Missetat, bringt mir die Selig⸗ keit und deines Baters Gnad. 6. Ei nun so heilge mich, der ich bin ganz beflecket, der heilge Desusnam, der alle Sünde decket; er kehre ab den Fluch. den Segen zu mir wend, sei meine Stärk, dadurch sich alle Schwachheit end. 7, Er sei mein Licht, das mich in Finsternis erleuchte; er unh in 9 antfe 3. Rei mich in Hitz anfeuchte; er sei wein Schirm und Schild, mein Schatten, Schloß und Hut. mein uhm, er 8. Er 11 mein Himmelsweg. rheit und das Leben und wolle mir zuletzt aus Gna⸗ den dieses gehen, daß ich als⸗ dann in ihm dies Leben schließe 17⁴ wohl, wenn meine Sterbens⸗ zeit und Stunde kommen soll. 9. Inmittelst helf er mir, so⸗ lang ich hier noch wandle, daß ich in meinem Tun treu und aufrichtig handle; er steh mir allseit bei mit seines Geistes Gab. wenn ich in meinem Amt was zu verrichten hab. 9. Jesu, in deinem Nam bin ich Eum aufgestanden, in ihm vollbring ich heut. was mir kommt unter Handen. In dei⸗ nem Namen ist der Anfang schon gemacht, das Mittel und der Schluß wird auch durch ihn vollbraͤcht. II. Dir leb ich und in dir. in dir will ich auch sterben: Herr. sterben will ich dir; in dir will ich ererben das ewge Himmel⸗ reich, das du erworben mir: von dir verklärt will ich dir die⸗ nen für und für. Hannov. Gsb. 1648. nach Joh. Heermann g. 1585 4 1647. 298. Eigene Melodie, oder Auf dich hab ich gehofset, Herr. Mein schönste Zier und Klein⸗ gd bist auf Erden du, Herr Jesu Christ, dich will ich lassen walten und allezeit in Lieb und Leid in meinem Herzen halten. 2. Dein Lieb und Treu vor allem geht, kein Ding auf Erd 0 fest besteht, solchs muß man rei behennen; drum soll nicht Tod, nicht Angst, nicht Not von d deiner Lieb mich trennen. 3. Dein Wort ist wahr und d trüget nicht und hält gewiß, was es verspricht, im Tod und auch im Leben. Jesuslieder. Du bist nun mein, und ich bin dein, dir hab ich mich ergeben. 4. Der Tag nimmt ab, ach schönste Zier, Herr Jesu Christ, bleib du bei mir, es will nun Abend werden; laß doch dein Licht auslöschen nicht bei uns allhie auf Erden! 16392 299. Eigene Melodie, oder Es ist gewißlich an der Zeit. Such wer da will ein ander Ziel, die Seligkeit zu fin⸗ den, mein Herz allein bedacht soll sein, auf Ehristum sich zu gründen; sein Wort ist wahr, ein Werk ist klar, sein heilger und hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden. 2. Such wer da will Nothel⸗ fer viel, die uns er Mantr er⸗ worben, hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zuteil, uns macht ge⸗ recht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Ach sucht doch den, laßt alles stehn die ihr das Heil be⸗ gehret! Er ist der Herr, und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund pon Herzensgrund, sucht ihn al⸗ lein, denn wohl wird sein dem. der ihn herzlich ehret. 4. Meins Herzens Kron, mein Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben, laß mich och nicht von deinem Lichd durch Eitelkeit vertreiben, bleib u mein Preis, dein Wort mich speis, bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fess zu gläuben. Jesuslieder. 17⁵ 5. Wend von mir in dein Angesicht, laß 90 n Kreuz nicht zagen! mcht von mir, mein böchste Sr hilf mir mein Leiden tragen! Hilf mir bn Daß nach diesem Leid. hilf. daß ich mag nach dieser Klag dort ewig dir Lob sagen. Georg Weissel g. 1590 4 1635. 300. Eigene Melodie. Jeh meine Freude, meines Herzens Weide, Jesu, lange Zier, ach wie lang ach lange ist dem Herzen bange und ver⸗ langt nach dir! Gottes Lamm, mein Bräutigam, außer dir soli mir auf Erden nichts sonst Lie⸗ bers werden. 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen gller Feinde frei. Laß die Erde zittern, laß die Welt erschüttern, —— Jesus bei. Ob es itzt gleich kracht und blitzt, obgleich Sünd und Hölle schrecken, Je⸗ sus will mich decken. Trotz dem alten Drachen, Trotz dem Todesrachen, Trotz der Furcht dazu! Tobe, Welt,. und springe, ich 15 hier und singe in gar sichrer Ruh. Got⸗ tes Macht hält mich in acht. Erd und Abgrund muß sich scheuen, ob sie noch so dräuen. 4. Weg mit allen Schätzen, du bist mein Ergetzen, mlen meine Lust. Weg, ihr eitlen Elleid ich mag euch nicht hören. Ha mir 3 Schma Elend, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, muß ich gleich viel leiden, nicht yon Jesu scheiden. „Gute Nacht. o Wesen, das die Welt erlesen, mir ge⸗ Sun du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten kommt nicht mehr ans Licht! Gute Racht, o Stols und Pracht, dir sei ganz, o Lasterleben, gute acht gegeben. 6. Weicht, ihr Trauergeister. denn mein Freudenmeister, Je⸗ sus, tritt herein. Denen, die ott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Freude sein. Duld ich schon hie Spott und Hohn dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Johann Franch g. 1618 4 1677. 301. Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ. O 8 Lcht Christ, mein schönstes cht, der du in deiner Seclen so hoch mich liebst, daß ich es nicht aussprechen kann noch zählen, gib, daß mein Herz dich wiederum mit Lieben und Verlangen mög umfangen und als dein Eigentum nur einzig an dir hangen. 2. Gib, daß 5 5 nichts in meiner Se als deine Liebe wohne; gib. daß 10. deine Lieb erwähl als meinen Schatz und Krone. Stoß alles aus, Ddich alles hin, was mich und dich will trennen und nicht gönnen. daß all mein Mut und d Sinn in à Wi Liebe brennen. 3. Wie l Deiu d⸗ selig, süß und— ist, Jesu, deine iebel Wenn diese steht, kann ube⸗ entstehn. das meinen Geist be⸗ trübe. Brum laß nichts andres 0 mich, nichts sehen, füh⸗ len, hören, lieben, ehren als deine Lieb und dich, der du sie kannst vermehren. 176 4. Mein Heiland. du bist mir zulieb in Not und Tod gegangen und hast am Kreuz als wie ein Dieb und Mörder da gehangen, verhöhnt, ver⸗ speit und sehr verwundt. Ach laß mich deine Wunden alle Stunden mit Lieb im Herzens⸗ grund auch schmerzen und ver⸗ wunden! 5. Du hast mich je und je geliebt und auch nach dir ge⸗ zogen; eh ich Duln etwas Guͤts geübt, warst d mir schon ge⸗ wogen. doch Wiche edler Hort,.—1— Liebe leiten und begleiten, daß sie mir immerfort beisteh auf allen Seiten. 6. Laß meinen Stand, darin ich steh, Herr, deine Liebe zie⸗ ren und, wo ich etwa irregeh, alsbald zurechteführen; 9˙⁰0 sie mir allzeit guten Rat und gute Werkke lehren, steuren, wehren der Sünd und nach der Tat bald wieder mich bekehren! 7, Laß sie sein meine Freud im Leid, in Schwachheit mein Bermögen; und wenn ich nach vollbrachter Zeit mich soll zur Ruhe legen, alsdann laß deine Liebestreu, Herr Jesu, bei mir stehen, Luft zuwehen, daß ich getrost und frei mög in dein eich eingehen. Paul Gerhardt g. 1607 + 1676. 302. Eigene Melodie. Macht er laß fur nicht; weil er sich für mich gegeben, so erfordert meine Pflicht, klettenweis an ihm zu kleben. Er ist meines Jesuslieder. Lebens maht meinen Jesum a ich ni 2. Jes 1110 hl ich nimmer nicht, weil ich soll auf Erden leben; ihm hab ich voll Zu⸗ versicht, was ich bin und hab, ergeben. Alles ist auf ihn ge⸗ much meinen Jesum laß ich 3. Laß vergehen das Ge⸗ sh Hören, asich Füh⸗ len weichen, laß das letzte Ta⸗ geslicht mich auf dieser Welt adenb wenn des Leb bens Faden micht. meinen Jesum laß i 2—— nicht. ch werd ihn auch lassen nicht wenn ich nun dahin ge⸗ langet, wo vor seinem Ange⸗ sicht meiner Bäter Glaube pran⸗ get. Mich erfreut sein Angesicht, 157 Jesum laß ich nicht. icht nach Welt, nach Bumnel nicht meine Seel sich wünscht und sehnet, Jesum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott versöhnet, mich befreiet vom Gericht, mei⸗ nen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Sei⸗ ten; Christus läßt mich für und für zu dem Lebensbächlein lei⸗ ten. Selig, wer mit mir so spricht:- Meinen Jesum laß ich nicht. Christian Keymann g. 1607 4 1662. 303. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Aund— 104 nichts von Gold und Schätzen, von Pracht und Schdi dieser Welt: es kann mich ja kein Ding ergetzen, das mir die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe, ——....—.—2— Jesuslieder. 177⁷ was er will, ich liebe Jesum. der mein Ziel. 2. Er ist alleine meine Freude. mein Gold, mein Schatz, mein schönstes Bild. in dem ich meine Augen weide und finde, was mein Herze stillt. Ein jeder liebe. was er will, ich liebe Jesum. der mein Ziel. 3. Die Welt vergeht mit ihren Lüsten. des Ileisches Schönheit dauert nicht, die Zeit kann alles das verwüsten, was Menschenhände zugericht, Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 4. Sein Schloß kann keine b Macht zerstören, sein Reich pergeht nicht mit der Zeit, sein dich Thron bleibt stets in gleichen Ehren von nun an bis in Ewigtzeit. Ein jeder liebe. was er will, ich liebe Jesum. der mein Ziel... 5. Sein Reichtum ist nicht zu ergründen. sein allerschön⸗ stes Angesicht und was von Schmuck um ihn zu finden. herbleichet und veraltet nicht. Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 6. Er kann mich über alls erheben und seiner Klarheit machen gleich, er kann mir so viel Schätze geben. daß ich werd unerschöpflich reich, Ein jeder liebe. was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 7. Und ob ichs zwar noch muß entbehren, solang ich wan⸗ dre in der Zeit. so wird er mirs doch wohl gewähren im Reiche seiner Herrlichkeit. Drum tu ich billig. was ich will, und liebe Jesum. der mein Ziel. Johann Scheffler g. 1624 1 1677. 304. Eigene Melodie, oder, wenn man die eingeklammerten Worte mitsingt, Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 1. Ich will dich liehen, meine Stärke, ich will dich lieben, meine Zier, ich will dich lieben mit dem Werke und immer⸗ währender Begier, ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir lder Tod das Herze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen aller⸗ besten Freund. ich will dich lie⸗ en und erheben, solange mich dein Glanz hescheint. ich will ich liehen. Gotteslamm, als meinen[Seelen⸗Bräutigam. 3. Ach daß ich dich so spät ertzennet, duhochgelobte Schön⸗ heit du. und dich nicht eher mein genennet du höchstes Gut und wahre Ruh! Es ist mir leid und bin betrübt, daß ich so spät (dich hab! geliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet, ich suchte dich und fand dich nicht: ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht; nun aber ists durch dich geschehn, daß ich dich lendlich! hab ersehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne. daß mir dein Glanz hat Licht gebracht: ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht: ich danke dir, du güldner Mund, daß du mich lwieder] machst gesund. Erhalte mich auf deinen Stegen und laß mich nicht mehr irregehn, laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stillestehn, erleucht mirLeib 12 178 und Seele ganz, du lewig! star⸗ ker Himmelsglanz! ib meinen Augen süße Tränen, gib meinem Herzen —— Brunst, laß meine Seele ich gewöhnen zu ühen in der Liebe Kunst, laß meinen Geist, Sinn und Verstand stets sein zu dir Arwil ldich lieben, meine Krone, 2 dichel Wähein chen nen Gott, ich will dich lieben ohne Lohne auch in der aller⸗ Ben Ihem ot,— will dich lie⸗ en, schönstes Licht, bis mir der Tod] das Herze bricht. Johann Scheffler g. 1624 1 1677. 305. Mel. Gottdes Himmels und der Erden Liebe, die du mich zum Bilde, deiner Gottheit haft gemacht, Liebe, den du mich so milde nach dem Fall hast wieder⸗ bracht, Liebe, dir ergeh ich mich, dein zil bleiben ewigli 2. Liebe, die du mich er⸗ koren, eh als ich geschaffen war, Liebe, die du Mensch ge⸗ boren und mir gleich wardst ganz. und gar, Liebe, dir ergeb ——8 mich. dein zů bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit, Liebe, die mir hat erstritten emge Luft und ich den Liebe, dir ergeb 114 mich. dein zubleiben ewiglich. Liebe, die du Kraft und Leben Ficlt Ge Wohaheih Geist und Wort, L Liebe, die sich bloß ergeben mir zum Heil und See⸗ lenhort, Liehe, dir ergeb ich mich. dein zul bleiben ewiglich, 5. Liebe, die mich hat ge⸗ bunden an ihr Joch mit Leib und Sinn, Liebe, Die mich über⸗ Jesuslieder. wunden und mein Hicht hat dahin, Liebe, dir ergeb ich mich. dein zu bleiben ewiglich. „Liebe, die mich ewig lie⸗ bet, die für meine Seele bitt, Liebe, die das Cösgeld gibei und mic kräsuglich vertritt, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. iebe, die mich wird er⸗ wecken aus dem Grab der Sterblichkeit. Liebe, die mich wird umstecken mit 99 5 Laub der Herrlichkeit, Ciebe. dir er⸗ geb ich mich, dein zu' bleiben ewiglich. Johann Scheffler g. 16524 4 1677. 306. Mel. ZJesu, meines Lebens Leben. Jesu. meiner Seele Lehen. meines Herzens höchste Freud, dir will ich mich ganz ergeben jetzo und in Ewigkeit; meinen Gott will ich dich abe⸗ nen und vor aller Welt b kennen. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines an⸗ dern sein. 2. Deine Güt hat mich um⸗ fangen. als abm erst die Welt empfing; dir bin ich schon an⸗ gehangen, als an Mutterbrust ich hing: dein Schoß hat mich aufgenommen, wenn mein Herz nur zu dir kommen. Ich bin dein, und du bist mein, ich will besig andern se m Auf der indheit wilden Wegen folgte mir stets deine Güt; deines Geistes Trieb und Regen regte mir oft das Ge⸗ müt, so ich etwa ausgetreten, daß ich wiederkäm mil Beten. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. Jesuslieder. 179 4. Ja in meinem ganzen Le⸗ ben hat mich stets dein Licht ge⸗ führt; 1 hast, was ich hab, ge⸗ geben, du hast meinen Lauf re⸗ giert; deine Güt, die täglich währet, bist mein, ich will keines an⸗ 315 2— rx Pich. 01 0 deine 1—.— Rfal i 1c0 an ie mir auf. Ist es, daß ich mich be⸗ trübe, Tröst sie mich in meinem Lauf. Bin ich arm, gibt sie mir Güter; haßt man mich, ist sie mein Hüter. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines 10.3 sein. 6. Dein Geist zeiget mir das Erbe. das im Himmel beige⸗ legt; ich weiß, wenn ich heute sterbe, wo man meine Seel hin⸗ trägt; zu dir, JDesu, in die Freude; Tro, daß mich was von dir lcheie; Ich bin dein, und du bist mein, ich will kei⸗ nes andern sein. 7. Drum ich sterbe oder lebe, bleib ich, doch dein Eigentum, an dich ich mich ganz ergebe, u bist meiner Seele Ruhm, Renne Zupersicht und Freude, meine Süßigkeit im Leide. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 8. Höre, Jesu, noch ein Fle⸗ hen, schlag mir diese Bitt nicht ab; Wenn mein Augen nicht mehr sehen, wenn ich keine Kraft mehr hab, mit dem Mund was vorzutragen, laß mich doch zuletzt noch sagen; Ich hin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. Nach Christ. Seriver g. 1629 7 1693. at mich immerdar er⸗ nähret. Ich bin dein, und du V 307. Mel. Gott des Himmels und der Erden. Je aol Jesus Bunic als Jesus oll mein nsch sein und mein Ziel. Jet and mach ich ein erbündnis, daß ich will, was Jesus will; denn mein Herz mit ihm erfüllt rufet nun: Herr, wie du willt! 2. Einer ist es, dem ich lebe, den ich liebe früh und spat; Jesus ist es, dem ich Ach was 6 mir gegeben h hat. bin i in dein Blut verhüllt, fübte mich. Herr, wie du willt! 3. Scheinet was, es sei mein Glücke, und ist doch zuwider dir. 8 so nimm es bald zurücke. esu, gib, was Zesum mir. Gib mir, Herr Jesu mild, nimm 255 dir! Herr, wie du willt! 4,, Und vollbringe deinen Willen in, durch und an mir, mein Gott, deinen Willenel laß md Re mich im Lehen, Freud und Not, sterben als dein Eben⸗ bild, Herr, wann, wo und wie du willt! 5. Sei dh di d. Jesu, stets ge⸗ priesen, daß du dich und viel dazu mir Henhenhe und er⸗ wiesen 0 941 fröhlich singe nu: Mir geschehe, Gott. mein ild, wie du willt Herr, wie du wilit! Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzb.-Rudolstadt g. 1640 +1672. 308. Mel. Gott des Himmels und der Erden. Meist der Lebens beste Freude Himmel, Gottes Thronf meiner Prcle Trost und Weide ist mein Jesus, Gottes 12* 18⁰ Sohn. Was mein Herze recht erfreut, ist in jener Herrlichkeit. 2. Andre mögen sich er⸗ quicken an den Gütern dieser Welt, ich will nach dem Himmel blicken und zu ZJesu sein gesellt; denn der Erde Gut vergeht Zesus und sein Reich besteht. 3. Reicher kann ich nirgends werden, als ich schon in Jesu bin; alle Schätze dieser Erden sind ein nn Angstgewinn. ZJesus ist das rechte Gut, das der Seele sanfte tut. 4. Glänzet gleich das Welt⸗ ehn dpah ist es lieblich anzu⸗ 18 hn, währt es doch nicht in die Zänge, und ist bald damit ge⸗ schehn; plötzlich 496510 aus zu sein dieses Lebens Glanz und chein 5, Aber dort des Himmels Gaben, die mein 88 us innehat, Rönnen Herz und Seele laben, machen ewig reich und satt; es vergeht zu keiner Zeit jenes Lebens Herrlichkeit. Rost und Motten. Raub und Feuer 1095 aden 11 der Freude nicht, die mein Jesus, mein Getreuer, und sein Him⸗ mel mir verspricht. Dort ist alles abgetan, was die Seele kränken kann. 7. Einen Eah bei Jesu sitzen ist viel besser, als die Welt tau⸗ send Jahr in Freuden nützen; aber ewig sein gestellt zu des Herren rechter Hand bleibt ein auserwählter Stand. 8. Trinken, essen, tanzen, springen labet meine Seele nicht, aber nach dem Himmel ringen und guf Jesum sein ge⸗ richt, ist der Seele schönste Zier, geht auch aller Freude für. Jest nn Ach so gönne mir die Zreude Zesu, die dein Himmel dien sei du selber meine Weide, die mich hier und dort verpflegt, und in dir recht froh zu sein nimm mich in den Himmel ein! Salomo Liscow g. 1640 1 1689. 309. Eigene Melodie. Wie 1—. mir, o Freund der Seele, wenn ich in der O Liebe ruh. Ich steige aus der Schwermutshöhle und eile deinen de r zu. Da muß die Nacht des Traurens scheiden, wenn mit so angenehmen Freu⸗ den die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wer wollte nicht vergnüget werden, der in dir suchet Ruh und Lust? 2. Die Welt mag meine Fein⸗ din heißen, es sei also; ich trau ihr nicht, wenn sie mir gleich will Lieb erweisen bei einem freundlichen Gesicht. In in pergnügt sich meine Seele, d bist mein Freund, den ich 305 wähle, du 2— mein hn. Der wenn Freundschaft weicht. D Welt Haß kann mich doch micht fällen, weil in den stärksten Un⸗ glückswellen mir deine Treu den Anber reicht. 3. Will mich der Sünde Last erdrücken, Weh.d auf mich des Gesetzes Weh, droht Straf 114 Hölle meinem Rücken, so stei ich gläubig in die Höh und ieh ba deinen Onden unden; da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich Luit alles wider mich kann. Tritt alles wider mich zusammen, du bist mein Heil. ‚ Jesuslieder. 18¹ Wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du mich in die Kreuzeswüsten. ich folg und lehne mich guf dich. Du nährest aus den Wolkenbrüsten und labest aus dem Felsen mich.“) schö Ich traue deinen Wunder⸗ wegen, sie enden sich in Lieb und Segen: hab. ch wenn ich dich bei mir ch weiß: Wen du mit Ehr wilh zieren und über Sonn und Sterne führen, den führest du zuvor 550*) 1. Kor. 10, 2—4. Der Tod mag andern dutter scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Mut in dir, der du verlässest keinen, o aller⸗ liebstes Leben, xuht. Wen kann des Weges End erschrecken, wenn er aus mörderpollen Hecken gelanget in die Sicher⸗ heit? Mein Licht, so will ich guch mit Freuden qus dieser finstern Wildnis scheiden zu deiner Ruh der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, so wohl wenn ich mich sehn auf dich! Mich kann Welt. Not und Tod nicht quä⸗ len. weil du, mein Gott, pergnü⸗ dem mich. Laß solche Ruh in em Gemüte nach deiner unum⸗ schräntten Güte des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmeicheleien! Richts kann, als Jesus mich er⸗ freuen. Oreicher Freund ist mein! Wolfg. Christ. Deßler g. 1660 4 1722. 310. Eigene Melodie. Schönster Herx Jesu, Herr⸗ scher aller Enden, Gottes Trost: Mein Gott. und Marien Sohn. dich will ich lieben, dich will ich ehren, du meiner Seele Freud und 4110 2. Schön sind die Wälder, ö noch schöner die Felder in der önen Frühlingszeit; Jesus ist schöner. Jesus ist reiner, der unser traurig Herz erfreut. chön leucht die Sonne, noch schöner der Monde. und die Sterne allzumal: Jesus leucht schöner. Jesus leucht rei⸗ ner als all die Engel im Him⸗ melssaal. 4. Alle die Schönheit Him⸗ mels und der Erde ist nur ge. ihn wie Schein, keiner auf den lieber kann werden als der schönste Jesus mein. 1677. 311. Eigene Melodie. Oeee Lam ab⸗ Jesu. Got⸗ tes Lamm, habe Dank für deine Liebe, die mich zieht aus reinem Triebe von der Sünde Schlamm., Jesu, Gottes Samm! „Deine Liebesglut stärket Mut und Blut; wenn dufreund⸗ lich mich anblickest und an deine Brust mich drückest. macht mich wohlgemut deine Liebesglut. 3. Wahrer Mensch und Gott. Trost in Not und Tod, du bist darum Mensch geboren, zu er⸗ setzen, was verloren, durch dein Blut so rot. wahrer Mensch und 0 4. Meines Glaubens Licht laß perlöschen nicht. salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 5. So werd ich in dir bleiben für und für; deine Liebe will ich ehren und in ihr dein Lob permehren. weil ich für und für bleiben werd in dir. 6. Deinen Frieden gib aus so großer Lieb uns, den Deinen. die dich kennen und nach dir sich Christen nennen; denen du bist lieb, deinen Frieden gib. 7. Nun ergreif ich dich, du mein ganzes Ich; ich will nim⸗ mermehr dich lassen, sondern gläubig dich umfassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. 8. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron: hier im Hoffen und im Glauben. dort im Haben und im Schauen: denn die Ehrenhron folgt auf Spott und Hohn. 9. Jesu. hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich über⸗ winde und in deinem Sieg emp⸗ finde, wie so ritterlich du ge⸗ kämpft für mich. Du mein Preis und Ruhm, werte Himmelsblum. in mir foll nun nichts erschallen, als was dir nur kann gefallen. werte Himmelsblum, du mein Preis und Ruhm! Adam Drese g. 1620 4 1701. 312. Ev. Cuc. 10,42. 1. Kor. 1.30. Eigene Melodie. Eino ist not, ach Herr, dies Eine lehre mich erkennen doch! Alles andre, wies auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, darunter das Herze sich naget und plaget und dennoch kein wahres Bergnügen er⸗ jaget. Erlang ich dies Eine. das alles ersetzt. so werd ich mit Einem in allem ergetzt. Jesuslieder. 2. Seele. willst du dieses fin⸗ den. suchs bei keiner Kreatur, laß, was irdisch ist, dahinten schwing dich üher die Natur Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet. wo alle voll⸗ kommene Fiüllle erscheinet. da. da ist das beste, notwendige Teil. mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 3. Wie Maria war beflissen guf des Einigen Genieß. da sie sich zu Jesu Füßen voller An⸗ Hacht niederließ; ihr Herze ent⸗ brannte, dies einzig zu hören. was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren, ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt, und wurde ihr alles in Einem ge⸗ schenkt: 4. Also ist auch mein Ver⸗ langen, liebster Jesu, nur nach dir: laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir! Ob viel auch umkehrten zum größesten Haufen, so will ich dir dennoch in Liebe nach⸗ laufen, denn dein Wort o Jesu. ist Leben und Geist. Was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? 26 5, Aller Weisheit höchste TFuülle in dir ja verborgen liegt. Gib nur., daß sick mein Gid nur, daß sich guch Wille fein in solche Schranken fügt, worinnen die Demut und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die hinnmlisch ist, füh⸗ ret. Ach wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab ich der Weisheit vollkommenen Preis. „6. Richts kann ich por Gott ja hringen als nur dich, mein imm geit Gut. Jesu. es muß mir gelingen durch dein rosen⸗ Jesuslieder. 183 farbes Blut. Die höchste Ge⸗ rechtigkeit ist mir erworben. da du bist am Slamme des Kreuzes gestorben; die Kleider des Heils ich da habe er langt, worinnen mein Glaube in Ewigheit prangt. 7. Nun so gib, daß meine Seele auch nach deinem Bild M erwacht; du bist ja, den ich er⸗ wähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum gött⸗ lichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; entreiße mich aller perglinglichen Lust, dein Ceben sei, Jesu, mir einzig bewußt! 8. Ja, was soll ich mehr ver⸗ langen? Mich beströmt die Gnadenflut. Das üigemimch s in das Heilge durch ein Blut; da hast du die ewge Erlösung erfunden, daß ich nun der höltischen Herrschaft enthunden; dein Eingang die Endie Freiheit mir hringt, im Ela 4. Geiste das Abba nun ing 9. Volles Gnügen Fried und Freude jetzo meine Seel ergetzt, weil auf eine frische Weide mein Qirt Jesus mich gesetzt. Nichts üßes kann also mein Herze dih um als 10il⸗ ich nur, Jesu, munts m. soll haben; nichts. ts ist, das also mich innig gauuckt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 10. Drum 1 Jesu, du alleine sollst mein Ein und Alles sein; prüf, erfahre, wie ichs meine, tilge allen Heuchelschein! jeh, ob ich auf bösem, betrüg⸗ lichen Stege, und leite mi öchster, auf ewigem Wege, gib, daß ich nichts achte, nicht Leben noch Tod, und Jesum gewinne: dies Eine ist not. Joh. Heinr. Schröder g. 1667 4 1699. 313. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. Mein Jesu, üße Seelenlust, mir ist nichts außer dir be⸗ wußt, wenn du mein Hers er⸗ quickest, dieweil dein Blich so lieblich ist, daß man auch seiner selbst vergißt, wenn du den Geist entzůͤckest. daß ich in dich aus dem Triebe reiner Liebe von der Erde über mich ge⸗ zogen werde. 2. Was hatt ich doch für Trost und Gan, als ich Zan holdes Angesicht, mein— noch nicht anabt h50 blind Derlehrter Tienchre in, da mein ver rn. Fleischessinn, von Weltbegierden brannte, bis mir von 96 Licht und Leben ward gegeben, dich zu kennen, herz⸗ lich gegen dich zu brennen. 3. Die arme Welt hat zwar den Schein, als wär ihr schlech⸗ tes Fröhlichsein ein herrliches Vergnügen. Allein wie eilend gehts vorbei; da sieht man, daß es Blendwerk sei, wodurch wir Im betrügen. Drum muß Jesus mit den Schätzen mich ergetzen, die bestehen, wenn die eltlust muß vergehen. 4. Wer Jesum fest im Glau⸗ ben hält, der hat die Kraft der andern Welt 160 0 allbereit zu schmecken. Pflegt Jesus gleich zu mancher Zeit bei großer Autundechen iur 946 Antlit u verdecken, ist doch sein Joch danst und feiner, als wenn emer 184 auf dem Bette dieser Welt zu schlafen hätte. So weiß ich auch aus dei⸗ nem Wort, daß du dich, liebster Seelenhort nicht ewiglich ver⸗ Wen) du tust vor 1 5 die 4ne On 1 auf daß du desto größre Ruh hernach in mir er⸗ weckest. wenn ich treulich als ein Rebe an dir klebe guch im Leide, nicht nur in der süßen Freude. *) Jesaia 54, 7, 8. Johannes 14, 18, 19 und 16, 16—22. 6. Derhalben soll mich keine lich Not, mein Jesu, wär es auch der Tod, von deinem Dienst abschrecken. Ich weiß. daß mich dein Herze liebt, darum so geh ich unbetrübt mit dir durch Dorn und Hecken. Plage, chlage, ich bin stille, ists dem ille, mich zu kränken, du wirst meiner doch gedenken. 7. Und sollt ich auch, mein Hort. in mir dein süßes Manna nicht allhier in dieser Zeit emp⸗ finden, so will ich doch zufrieden ein und werde deinen Gnaden⸗ chein in jenem Leben finden, da man stets kann, sich zu laben, Jesum haben. state erblicken und ihn in die Arme drücken. 8. Allein, du holder Men⸗ chensohn, ich kenne deine Liebe chon, wenn uns die Dornen techen; dein Herz. h mich n Trauren se 0 913 sich ver⸗ chließt, muß doch zuletzt vor lauter Liebe brechen: ne füllt und Schue in den Herze nach ichn chmerze deine Süße, die ch noch allhier genieße. ich; Du salbest mich mit Freu⸗ denöl. so daß sich öfters Leib und Seel recht inniglich erfreuen. Ich weiß wohl, daß du mich Jesuslieder. betrübst, ich weiß auch, was 40 denen gibst, die 10 nic scheuen. Drum gib Trie unabwendig und bes 1andie treu zu bleiben und recht fest an dich zu gläuben, 10. Der 5 Halt ist eine starke Hand und hält dich als ein festes Band, ach stärke meinen Glauben! Im Glauben kann dich niemand mir, im Glauben kann mich niemand dir, o star⸗ ker Jesu, rauben weil ich fröh⸗ ich Welt und Drachen kann perlachen und die Sünden durch den Glauben überwinden. Joh. Christ. Lange g. 1669 4 1756. 314. Mel. Seelenbräutigam. Wer. ist Rub wie du. Jesu, süße Ruh ꝰ uer vielen auserkoren, Leben d verloren. 905 ibr Jesu, süße R Leben das Hen Tod, mich aus aller Not U erlösen, hat geschmecket, meine Schulden zugedecket und mich aus der Not hat geführt zu Gott. 3. Glans der Herrlichtkeit, du bist vor der Zeit zum Erlöser uns Hoerlenbe und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4. Großer Lund ZBei Fall Sünd, Höll und Well, alle Kraft des großen Drachen hast du wolln zuschanden machen durch das Lösegeld deines Bluts, o Held! 5. Höchtie Maiestät, König 1115 Prophet, deinen Zepter 3 ich küssen. ich will sitzen dir üßen. wie Maria tät, öchste Majiestät! derer. die Licht dazu, 3 V V HE Jesuslieder. 18⁵ 6. Caß mich deinen Ruhm als mein Eigentum durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen als dein Eigentum allerschönsterRuhm! 7. Deiner Sanftmut Schild. deiner Demut Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stols sich rege: vor dir nd nichts gilt als dein eigen 1 8. Steure meinem Sinn, der mö Welt will hin, daß ich nicht Hleben u dir wanken, sondern D1 en in den, Schranken; sei 1 du mein Gewinn, gib mir dei⸗ nen Sinn! 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unperrücht zu dir fortsetze, und mich nicht in seinem Netze Satan halte auf; 62100 meinen Lauf! 0. Deines Geistes Trieb in bef d. Seele gib. daß ich wachen mög und beten, freudig vor dein Antlitz treten: ungefärbie Lieb in die Seele gib! 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des wolltd Schifflein decken, wollst du deine Hand aus⸗ strecken; habe auf mich acht, Hüter, in der Nacht! 12. Einen Heldenmut, der da Gut und Blut gern um deinet⸗ willen lasse und des Fleisches Hüste hasse, gib mir, höchstes Gut, durch dein teures Blut! 13. Solls zum Sterben gehn. wollft du bei mir stehn, mich durchs Todestal begleiten und 8 5 Auntmma 8 daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn. Joh. Anast. Freylinghausen fa g. 1670 1739. 315. 2. Timoth. 2, 8. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 9⁴ im Gedächtnis Jesum Erden o Mensch. der auf die Erden vom Thron des Himmels kommen ist, dein Bruder da zu werden; vergiß nicht, daß er dir zugut' hat an⸗ genommen Fleisch und 15 dank ihm für diese Liebe! 2. Halt im Gedächtnis Jesum a am der Kr dich hat gelitten, Iae am Kreuz gestorben ist 8 dadurch hat bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod und dich erlöst' aus aller Not. dank ihm für diese Liebe! 3. Halt im Gedächtnis Jesum Chrifl, der auch am dritten Tage siegreich vom Tod oPinge ist efreit von Rot und Plage. Be⸗ denke, daß er Deben gemacht, sein Unschuld eben wieder⸗ bracht. dank ihm für diese Liebe! 4. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der nach den Leidens⸗ geiten 1 Himmel aufgefahren ist, die Stätt dir zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen seine Leber eit, dank ihm für diese Liebe! 5. Halt im Gedächtnis Jesum Chrift, der einst wird wieder⸗ Rommen und sich; was tot und lebend ist, zu lichde vorge⸗ nommen. O denke, daß du da bestehst und mit ihm in sein Reich eingehst, ihm ewiglich zu anhen. 6. Gib, Jesu, gib, daß ich dich kann mit wahrem Glauben ssen und nie, was du an mir getan, mög aus dem Herzen 18⁶ Jesuslieder. lassen, daß dessen ich in aller und sein Licht, alles andre hilft Rot mich durch den Tod zu dir ins Leben dringen. Cyriacus Günther g. 1650 316. Mel. Meinen ZJesum laß ich nicht. Mel. 2. + 1704. Seele. was ermüdst du dich in den Dingen dieser Erden. die doch bald verzehren sich und& zu lauter nichts dir werden? Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott auf⸗ schwingen richt ihn stets zum immel hin, laß ihn in die nad eindringen! Suche Je⸗ sum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 3. Du vexlangst oft süße Ruh. Al betrübtes Herz laben: eil zur Cebensquell 2 da kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum und licht Licht, alles andre hilft dir nicht. 4. Fliehe die unselge Pein, so das en Reich gebieret; laß nur den dein Labsal 195. der zur Glaubensfreude führet. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 5. Ach es ist ja schlecht genug. daß du sonst viel Zeit verdorben mit nichtswürdigem Gesuch. dabei du fast bist erstorben. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 6. Geh einfältig stets ein⸗ her, laß dir nichts das Ziel ver⸗ rücken; Gott wird gus dem Liebesmeer dich, den Kranben, wohl erquicken. Suche Jesum trösten, mög und' dir laß mit brünstigem nicht. 7.„Weißt du nicht, daß diese elt ein dem⸗ ander Wesen heget, als dem Höchsten wohl⸗ gefällt und dein Ursprung dir porleget? Suche Jesum und micht. Licht, alles andre hilft dir ni 8. Du bist ja ein Hgch aus Gott 115 aus seinem Geist ge⸗ boren, darum liege nicht im Tod. l du nicht zum Reich er⸗ koren? Suche Zesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 9. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmelshöhen, laß, was dich zur Erde reißt weit von dir entfernet steheni Suche Jesum und ht Licht, alles andre hilft dir nicht. 10. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Tanmne fließet und auf die, keusch und fromm, sich in Leichem Maß ergießet. Suche Jesum Iind Irm Licht, alles andre hilft dir nicht. 11. Laß dir seine chweben immerdar vor Augen sch weben, Gehet sich dein Herz zu ihm erheben! Suche Jesum und sein Licht, 412 andre hilft dir nicht. 2. Sei im übrigen ganz still, Di wirft schon zu daz! m Ziel gelan⸗ gen. glaube, daß sein Liebeswill stillen werde dein Verlangen. Drum such Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. Jak. Gabr. Wolf g. 1683 1 1754. Mel. Werde Wunnter; mein Gemüte. 104 die nicht auszusprechenl L Jesus hebt, was schwach, Jesuslieder. 18⁷ empor. Seine Hand will nicht erbrechen das zerstoßne Glau⸗ ensrohr, seine Huld verschmä⸗ het nicht meines Glaubens schwaches Licht, das nur einem Döchtlein gleichet, das kaum glimmt und fast erbleichet. 2. Ob ich gleich mit Petro sinke,x) gibt mir Jesus doch die and und die süßen Liebes⸗ winke. er erkennt den schwachen Stand. Wie ein Vaterherz gesinnt gegen sein noch kleines Kind. so trägt Gott auch mit Erbarmen schwache Kinder auf h den Armen.„ Matth. 14, 30. 3. Beut mein Hirte nicht den Rücken seinem schwachen Schäflein an? Kranke Seelen zu erquicken, tritt er auf die Todesbahn. Selbst die höchste Kraft verschmacht, da sie ruft: Es ist vollbracht, daß ich Schwacher möge siegen in den letzten Todeszügen. 4. Jesu, starke Kraft der Schwachen, stärke mich, denn ich bin schwach. Du, du kannst mich stärker machen, höre doch B Hebe du das schwache Rohr meines Glaubens selbst empor, daß es bei dem Sturm der Sünde um dein Kreus sich feste winde. 5. Feuchte mit dem Gnaden⸗ öle meines Glaubens Döcht⸗ lein an in der Lampe meiner eele auf der dunkeln Todes⸗ bahn! Stehe mir, o Allmacht, bei, daß ich stark in Schwach⸗ heit sei, daß ich dich, bis ich er⸗ kalte, fest mit schwachen Hän⸗ den halte. Salomo Franck g. 1659 4 1725. mein seufzend Ach! 318. Psalm 73, 23—28. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. Hue Jesu Christ, mein höch⸗ stes Gut, mein Seelenschatz. mein Trende. ich und aller Sinne Freude, ich hleihe den⸗ noch stets an dir; so ist auch nichts, das dich von mir und unsre Liebe scheide. Du machst mir deinen Weg behannt, hältst mich bei meiner rechten Hand. regierst und führst den Lebens⸗ lauf und hilfestmeiner Schwach⸗ eit auf. Herr Jesu oit n du bist mein Licht, du bist mein Licht: ich folge dir, so irr ich nicht. 2. Du leitest mich nach dei⸗ nem Rat der andres nichts be⸗ schlossen hat, als was mir Se⸗ gen bringet. Gehts gleich zu⸗ Dennte wunderlich, so weiß ich ennoch., daß durch dich der Ausgang wohl gelinget. Nach hartem Tritt quf rauher Bahn nimmst du mich dort mit Ehren an, wo mich vor deinem chaur erfreut die Krone der Gerechtig⸗ heit. Herr Jesu Christ, ach mit Begier, ach mit Begier wünsch ich zu sein, mein Gott, bei dir. 3. Mein Alles ist auf dich ge⸗ richt; hab ich nur dich, so frag ich nicht nach Himmel und nach Erden. Denn wär der Himmel ohne dich, so könnte keine Lust für mich in tausend Himmeln werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, möcht ich au nicht auf Erden sein, denn qu die ganze weite Welt hat nichts. das mir wie du on mc err Jesu Christ, wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, das mir erfreulich ist. 4. Und sollte mir Werter Kreuz und Not, durch unhSs Aund ewalt und Tod auch S eel und Leih verschmachten, dies alles wird, wenns auch nöch mehr, ja gar wie eine Hölle wär, mein Glaube doch nichts achten. Du bist und bleibest doch mein Heil und meines Herzens eil; so wird und muß durch seli allein auch Leib und Seele 0 sein. Herr Jesu Christ, ich e fest, ich 19 1 e fest, daß deine Kraft mich nicht verläßt. 5. Drum halt ich mich getrost zu dir, du aber hältst dich auch zu mir und das ist meine Freude. setze meine Zuversicht auf mein Tuen der nicht zer⸗ —6— in Freud und auch im Leide. Dein Tun soll alles und allein in meinem Herz und Munde sein, bis ich dich kann mit 92..0 sehn. Ach möchte solches bald geschehn! Herr Jesu Christ, ich warte drauf, ich warte drauf, komm, komm, mein Schatz, und nimm mich auf. Erdmann Neumeister g. 1671 T 1756. 319. Eigene Melodie, »der Ach erkennet, liebste Seelen. Ich. will mich mit dir verloben, süßer Jesu, du allein wirst 0 mir aus Lieb erhoben, und dn eWehrpirdmichitets Zwar Welt wird mich stets hassen, Dam sie hasset dich zugleich; o bi ich aber dich Lämhastern so bin ich vergnügt und reich. 2. Alles soll mir Ekel machen. was zur Eitelkeit gehört, und in allen meinen Sachen werde Jesus nur geehrt. Sollt ich Trost und h 188 Jesuslieder. Jesum 56 nicht lieben, der mich vor der Welt erwählt? Sollt ich Jesum noch betrüben, der mich ihm schon zugezählt? 3. Nein, die Tun Welt soll wissen, daß ihr Tun mir nicht gefällt; alles andre will ich missen, weil er mich in Armen ält. Seine Lieb hat ue Svet⸗ fangen, und ich will die Frei⸗ eit nicht, denn mein sehnliches erlangen ist allein auf ihn gericht. 4. O wie lang hab ich ver⸗ zogen, wie lang hab ich dich peracht! O wie 0 ward ich betrogen und von dir hinweg⸗ gehracht! Aber nun soll uns nichts scheiden, nicht das Leben, nicht der Tod, nicht das Kreuz. nicht Schmach und Leiden, we⸗ der Unglück, Schmerz noch Rot. 5, Stärtze du mir meinen Billen wider meiner Feinde List, denn du mußt in mir er⸗ füllen, was dem Fleisch un⸗ möglich ist; laß mich nicht mehr von dir wanten, ach wo soll ich auch sonst hin? weil ich nicht nur in Gedanten, sondern wirklich bei dir bin 6. So sei kanierdmal ge⸗ grüßet, Jesu, meine süße Lust! Sei auch tausendmal geküsset, sei du mir allein bewußt. sei mein Wunsch und mein Ver⸗ langen, sei mein Bräutigam und Hort, e du meiner Seele Prangen, sei mein Alles hier und dort!l Ph. Balth. Sinold g. 1657 +.1742. 320. Mel. Seelenbräutigam. Iibe geh voran auf der Le⸗ bensbahn, und wir wollen 22..S..SEl ———...—.. Jesuslieder. 189 nicht verweilen dir getreulich nachzueilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland! 2. Solls uns hart ergehn. laß uns festestehn und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen, denndurch Trüb⸗ sal hier, geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz ir⸗ gend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o so gib Geduld zu beiden, richte unsern inn auf das Ende hin!! 4. Ordne unsern Gang, Lieb⸗ ster, lebenslang! Jührst du A uns durch rauhe Wege, gib uns auch die nötge Pileg u uns nach dem Lauf deine Türe auf! Nik. Ludw.v.Zinzendorf 9. 1700 1760. 32¹1. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Mel. 2. Großer Mittler. der zur Rech⸗ ten seines Ihnr pö Vaters sitzt und die Schar von seinen nechten in dem Reich der Gnade schützt. den auf dem er⸗ habnen Throne, in der könig⸗ lichen Krone, alles Heer der Ewigheit mit verhülltem Anllitz eut. 2. Dein Geschäft auf dieser Erden und dein Opfer ist voll⸗k bracht, was vollendet sollen werden, das ist gänzlich ausge⸗ macht. Da du hist für uns ge⸗ storben, ist uns Gnad und Heil erworhen, und dein siegreich Auferstehn läßt uns in die Frei⸗ heit gehn. 3. Num ist dieses dein Ge⸗ I schäfte in dem obern Heilig⸗ tum, die erworbnen Segens⸗ kräfte durch dein Evangelium geld allen denen mitzuteilen, die zum Thron der Gnade eilen, nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes werte Namen trägest du auf deiner Brust.“) und an den gerechten Samen denkest du mit vieler Lust. Du vertrittst, die an dich gläuben, daß sie dir vereinigt bleiben, und bittst in des Vaters Haus ihnen eine Wohnung aus.*) 2. Mos. 39, 14. 5. Doch vergißt du auch der lIrmen, die der Welt noch dienen, nicht. weil dein Herz ir vor Erbarmen über ihrem Elend bricht; daß dein Bater ihrer schone, daß er nicht nach Werken lohne, daß er ändre ihren Sinn, ach da zielt dein Bitten hin.— 6. Zwar in deines Fleisches Tagen, da die Sünden aller Welt dir auf deinen Schultern lagen, hast du dich vor Gott ge⸗ stellt, bald mit Seufzen, bald mit Weinen für die Sünder zu er⸗ scheinen, o mit welcher Niedrig⸗ keit batest du zur selben Zeit. 7. Aber nun wird deine Bitte pon der Allmacht unterstützt, da in der vollkommnen Hütte) die perklärte Menschheit sitzt Nun zannst du des Satans Klagen majestätisch niederschlagen, und nun macht dein redend Blut unsre böse Sache gut. *) Hebr. 9, 11. 8. Die Verdienste deiner ei⸗ den stellest du dem Vater dar und vertrittst nunmehr mit reuden deine teux erlöste Schar, daß er wolle Kraft und Leben deinem Volk auf Erden geben und die Seelen zu dir 19⁰ die noch deine Freund⸗ t fliehn. roßer Mittler, sei ge⸗ Wuresen Dl du in dem Heilig⸗ tum so viel Treu an uns be⸗ Muhunt dir sei Ehre, Dank und uhm! Laß uns dein Verdienst pertreten, wenn wir zu dem Bater beten, sprich für uns in letzter verschließt der Tod. Joh. Jal. Rambach g. 1693 1735. Mel. Schmüche dich, o liebe Seele. eiland. 95 Menschenliebe war die Quelle deiner Triebe, die dein treues Herz bewogen, dich in Oehn Fleisch Aberdech hi mit Schwachheit überdecket, dich vom Den in ins Grab gestrecket. O der unge⸗ meinen rin deiner treuen 2 Meberi iebe! Ueber seine Feinde weinen, Weram mit Hülf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, rmen mehr als väterlich er⸗ barmen, der Betrübten Klagen hören, sich in andrer Dienst ver⸗ zehren, sterben für die ärgsten Sünder, das ist Lieb, o Men⸗ schentinder! 3. O du Zuflucht der Elenden, wer hat nicht von deinen Hän⸗ den Segen, Hülf und Heil ge⸗ nommen, der gebeugt zu dir ge⸗ kommenꝰ O wie ist dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! O wie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mit⸗ zuteilen! 4. Die Betrübten zuerquicken, * den Kleinen sich zu bücken, die nwissenden zu lehren, die Ber⸗ führten zu bekehren, Suͤnder, Not, wenn den Mund Jesuslieder. die sich selbst verstocken, täglich Schwäs zu sich locken, war mit Schwächung Geoch Kräfte dein 105. Daßte a eschäfte. O wie heeh stieg dein Er⸗ . 5 da du für die ärmsten Armen. dein unschätzbar dae⸗ Leben in den ärgsten Tod geben, da du in der Sün 0 Orden aller Schmerzen Ziel geworden und, den Segen zu erwerben, als ein Fluch hast wollen sterben! „Deine Lieb hat dich ge⸗ trieben, Sanftmut und Geduld zuüben, ohne Schelten, Drohen, lagen andrer Schmach und Last zu tragen, allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu segnen, für der Feinde Schar zu beten und die Mörder zů ver⸗ treten. 7, Demut war bei Spott und Hohne deiner Liebe Schmuck und Krone; diese machte dich zum Knechte einem sündlichen Geschlechte, n. war gleich wie die Tauben ohne Falsch, voll Treu und Glauben, mit Ge⸗ rechtigkeit gepagret, durch Vor⸗ sichtigkeit bewahret. Komm, laß deine Liebe decken meinsr. Mhastd Meng und Flecken! setz erfüllet und ih wider Fluch gestillet; laß mich wider dessen Stürmen deiner Liebe Schild beschirmen! Heilge meines Her⸗ zens Triebe, salbe sie mit deiner iebe. Joh. Zak. Rambach g. 1693 1 1735. 323. Mel. Schmüche dich, o liebe Seele. önig, dem kein König gleichet, dessen Ruhm kein Du hast das Ge⸗ Jesuslieder. 19¹ ch Mund erreichet, dem als Gott und Schntz dend en mich dei⸗ lit das Reich gebühret, der als nen S Aee en, laß mich in 90 Ne das Zepter führet, dem dich im Glauben küssen, ehren, alod Recht gehört zum T Throne fürchten, loben, lieben und mich r⸗ als des Baters eingem Sohne, im Gehorsam üben, hier mit n den so viel Bollkommenheiten ringen, dulden. streiten, dort mit 5 krönen, zieren und begleiten: berrschen dir zur Seiten! e⸗ 2. Himmel, Wasser, Luft Joh. Jak. Rambach g. 1693 1735. er und Erde nehst der ungezählten el Oerde der Geschöpfe in den 324. u Feldern, in den Seeen, in den Mel. Machs mit mir, Gott, nach st Wäldern sind, Herr über Tod deiner Güt. und ben. zum Eigentum Medrenuch ach Ww. mir nicht e⸗ Gest en; Tiere, Menschen, drein, ich muß von hinnen d eister scheuen, Menschensohn, sem i Was ioit bei ih hier Jesu n. dein mächtig Dräuen. sein. as soll ich hier ver⸗ d 3. In des Gnadenreiches weilen, wo Eitelkeit, wo keine Grenzen sieht man dich am Ruh?ꝰ MPein Geiste eilt nach dem 0 schönsten glänzen, wo viel Himmel zu. tausend treue Seelen dich zu 2. Mein Herzensfreund, dich r⸗ ihrem Haupt erwählen, die 2— ich nicht, ich kann nichts durchs Zepter tdes Mundes Deistut eht in dir ist Freude, d nach dem Recht des Gnaden⸗ Trost und Licht, du Kannst voll⸗ K bundes sich von dir regieren kommen laben. Nichts ist, das ch lassen und wie du das Unrecht mir Bacnigen gibt, als wenn 10 hassen. mich Zesus herzlich liebt. 4. In dem Reiche deiner 3. Du, du bist mein, und ich Ehren kann man stets dich bin Den wir sind in eins ver⸗ e⸗ loben hören von dem himm⸗ bunden; dies gute Teil hab ich ⸗ lschen Geschlechte, von der allein durch deine heilgen Wun⸗ Menge deiner Knechte, die den. Iadt auf Dir rul der mich e dort ohne Furcht und Grauen nicht läßt, auf dir ruht meine 9 def perklärtes Antlitz schauen. Seele fest. ⸗ die dich unermüdet preisen und 4. Herr Jesu, ohne dich muß h dir Ehr und Dienst erweisen. mir die Welt zur Hölle werden; n 5. Herrscher du in dreien 9 hab hang ich nur an dir. den punglech dir ist niemand zu Himmel sch—— auf Erden. Es ⸗ verg Schen an dem Überfluß guillt mein Lebenstranh von dir. 2 der Schätze, an der Ordnung das Lebensmanna gibst du mir. ch 0 Gesetze, an Vortrefflichkeit 5. O selge Stunde, da man der Gaben, welche deine Bür⸗ dich kann recht ins Herze Hung⸗ 80 haben; du beschützest deine en! Wie lätzt du da so süßig⸗ ande du bezwingest deine lich 780 Gnad und Friede flie⸗ ö Feinde. ßen! So oft das Herze nach dir 6. Herrsche auch in meinem blickt, wird es mit Himmelslust n Herzen über Zorn, Furcht, Lust erquickt 192 Jesuslieder. 6. Das schwerste Kreuz wird leicht und klein, denn du selbst hilfst es tragen; du richtest es zum besten ein, kannst nicht von Herzen plagen. Dein Ruten⸗ streich ist voller Huld, du for⸗ S derst von uns nur Geduld. 7. Führst du mich nun Dunch wunderlich, mein Freund, dur Leid und Freude weiß ich den⸗ noch, daß alles mich von deiner Lieb nicht scheide. Es führet mich dein Wunderpfad zu dir. in meines Baters Stadt. Z. Ludw. Konr. Allendorf g. 1693 1773. 325. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. err von unendlichem h Lie⸗ men, du unergründlich Lie⸗ besmeer, ich danke dir mit an⸗ dern Armen, mit einem ganzen Sünderheer für deine Weieh in Jesu Christ, die vor der Welt ge⸗ wesen ist. 2. Für dein so all lung Er⸗ lösen, für— Bezahlung aller Schuld, für deinen Ruf an alle Bösen umd für das Wort von deiner Huld, ja für die Kraft in deinem Wort dankt dir mein Herze hier und dort. 3. Für deinen heilgen Geist der Liebe, der Glauben wirkt in unserm Geift, weil doch des Glauhens und Triebe ein Werk der Allmacht Gottes heißt; für die Befestigung dar⸗ in 900 n dir mein neugeschaff⸗ ner S 4. Furd dein so 0 tröstliches Ver⸗ ——. daß deine Gnade ewig ei; wenn Berge chdem Hügel brechen, steht doch dein Bund und deine Treu: wenn Erd und doch G55 weicht und fällt, n lebt doch Gott, der Glauben hält. 5. Für deine teuren Sahra⸗ mente als Siegel deiner wahren lhn wo Gott damit ich glau⸗ den könnte, ein Denkmal seiner Wunder stift: für diese naden in der Zeit dankt dir mein Herz in Ewigbeit. 6. Ja Mund und Herze soll dir danken, doch bittet auch mein Herz und Mund: Laß weder Mund noch Herze wanken und gründe mich auf diesen Grund! Erhalte nur durch deine Treu mich bis ans Ende auch dabei! 7. Laß mich in Liebe Vobe leben, unsträflich, dir zum sein; versichere mein Lut dar⸗ neben, es reiße keine Cust noch Pein mich von der Liebe Gottes hin, weil ich in Jesu Christo bin. 8.Tod. Leben, Trübsal, Angst und Beiden. was Welt und Hölle in sich schließt, nichts soll mich pon der Liebe scheiden, 9 da in Leralt Jesu ist. Ja Amen, Vater aller Treu. Zähl mich den Auserwählten bei! Phil. Friedr. Hiller g. 1699 4 1769. 326. Eph. 1. 21, 22. Eigene Melodie, oder Alles ist an Gottes Segen. 40. Christus Wond als König, alles wird ihm untertänig, alles legt ihm Gott 6 Fuß. Alle Zunge soll be⸗ gennen, Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muß. 2. u. Mächte die und Ge⸗ walten, Mächte, die die Thron⸗ —F 52=:——22.2556—. —3———76—9ʃ ———8 —— Jesuslieder. 193 wacht halten, geben ihm die Herrlichkeit. Alle Herrschaft dort im Himmel, hier im irdi⸗ schen Sheel ist zu seinem Dienst bereit. 3. Engel und erhabne Dachte 1990 die beim ewgen Lichte wo 505„ nichts ist gegen Jesum gro lle Namen hier auf Erden, wie sie auch vergöttert werden, sie sind Teil aus sei⸗ 94 Los. 4., Gott ist Herr; der Herr ist Einer, und demselben der u + keiner, nur der Sohn der ist ihm gleich. Deien Stuhl ist unumstößlich, d Reich. dessen Reic enewi 25 Gleicher Macht und glei⸗ 655 Ehren sitzt er unter lichten Chören über allen Cherubim. In der Welt und Himmel En⸗ den hat er alles in den Händen; denn der Vater gab es ihm. 6. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen, klagt, ihr 01 Aer ihm Um d. de Not! 11 Er ihr Armen, ihm die kanm alle Wunden belen Reichtum weiß er auszuteilen. eben schenktt er 17 dem Tod. 7. Zwar auch Kreuz drückt Christi Glieder hier auf kurze Zeit darnieder, und das Leiden geht zuyor. Nur Geduld, es 9 folgen Freuden, nichts kann sie von Jesu scheiden, und ihr Haupt zieht sie empor. 8. Jauchz ihm, Menge heil⸗ ger Knechte, rühmt, vollendete Gerechte, und du Schar, die mderK träͤgt, und du Blutvolk in der Krone und du Chor vor seinem hrons⸗ der die Gottes⸗ harfen schlägt! en Leben un⸗Lieb 9. Ich auch auf der tiefsten Stufen, ich will glauben, reden, rufen, ob ich schon noch Pilgrim bin. Jesus hristus herrscht als König, alles sei ihm unter⸗ tänig! Ehret, liebet, lobet ihn! Phil. Friedr. Hiller g. 1699 4 1769. 3²⁷7. Eigene Melodie. Ich bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesu offen⸗ bart ich geb Duuch hin dem freien riebe, wodurch ich Wurm ge⸗ liebet ward; ich will. anstatt an mich zu denken, ins Meer der iebe mich versenken. 2. Wie bist du mir so zart ge⸗ wogen, und mif verlangt dein saust nach mir!“ Durch Liebe sanft 1 tief gezogen neigt sich mein Alles auch dir; du traute Siebe, gutes Wesen, du hast mich und ich dich erles 30 3. Ich fühls: du bists, muß ich haben; ich fühls: ich muß für dich nur sein. acht im Geschöpf, nicht in den Ga⸗ ben, mein Ruhylatz ist in dir allein. Hier ist die Ruh, hier ist Ver dacen drum folg ich 87 Wdi ügen. Für dich sei ganz mein Go und Leben, mein süßer Ott— 9 lmein Gut; für dich ast du mirs nur gegeben, in dir es nur und selig ruht. Her⸗ steller meines schweren Falles für dich sei ewig Herz und alles! hr sei dem hohen Jesus⸗ namen, in dem der Ciebe Quell entspringt, von dem hier alle ächlein kamen, aus dem der Selgen siesch dort trinkt. Wie beugen sie 2 ohne Ende, wie falten sie die frohen Hände! 134 19⁴ Jesuslieder. 6, O Jesu. daß dein Name bliebe im Grunde tief gedrücket ein! Möcht deine süße Jesus⸗ liebe in Herz—18 Sinn ge⸗ Wert sein! Im Wort, im erk und allem Wesen sei Je⸗ sus und sonst nichts zu lesen! Gerh. Terstegen g. 1697 4 1769. 328. Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan. Dich Dichweslew laß ich ewig nicht, dir bleibt mid Herz er⸗ aant Du kennst dies Herz, das redlich spricht: Nur Einem will ich leben. Du, du allein. du sollst es Eein. du sollst mein Trost auf Erden, mein Glüch im 2 90 werden. 2. Dich Jesum laß ich ewig nicht: ich halte dich im Glauben. Nichtis kann mir meine Zuver⸗ sicht und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat festen Grund: die deiner sich nicht schämen, die kann dir niemand 475,½Di 3. Dich Jesum laß ich ewig nicht: aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder ins Ge⸗ richt und büßtest für mich Ar⸗ men. Aus Danbbarkeit will ich erfreut um deines Leidens futem die Pflicht der Treu er⸗ 4. Dich Jesum laß ich ewig nicht, du stärkest mich von oben. Zu dir steht meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich flieh zu dir, du eilst zu mir, wenn mi die Feinde hassen, wirst du mi Bich verlassen. esum laß ich ewig nicht, das reuz soll uns nicht b653 en; Es bleibet jedes Glie⸗ es Pflicht, mit seinem Haupt zu leiden. Doch all mein Leid währt kurze Zeit, bald ist es überstanden, und Ruh ist dann vorhanden. 6. Dich Jesum laß ich ewig nicht, nie soll mein Glaube wanken. Und wenn des Leibes Geda hricht, sterb ich mit dem edanken: bm Freund ist mein, und ich bin sein: er ist mein Schutz mein Tröster, und ich bin sein Erlöster. Ehrenfr. Liebich g. 1713 4 1780. 329. Eigene Melodie. Ab. mein Herr Jesu. dein Nahesein bringt großen Frieden ins Herz hinein, und 11 Gnadenanblick macht uns o selig, daß Leib und Seele r fröhlich und dankbar 2. Wir 501 dein freundliches Angesicht voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht, aber unsre Seele kanns schon gewahren, du kannst dich fühlbar gnug offenbaren, auch ungesehn. 3. O wer nur immer bei Tag und Nacht dein zu genießen recht wär bedacht! Der hätt ohne Ende von Glück zu sagen, und Leib und Seelemüßtimmer fragen: Wer ist wie du? 4. Baymherzig, gnädig, ge⸗ duldig sein, uns käglich reichlich die Schuld verzeihn, heilen. stilln ud trösten, erfreun und segnen und unsrer Seele als Freund begegnen, ist deine Lust. 5. Ach gib an deinem kost⸗ baren Heil uns imd l Tage voll⸗ kommen Teil und laß unsre Seele sich immer schicken, aus „———2.—22—2 Jesuslieder. 19⁵ RNot und Liebe nach dir zu blichen ohn Unterlaß. 0 6. Und wenn wir weinen, so tröst uns bald mit deiner bluti⸗ gen Todsgestalt, ja die laß uns immer vor Augen schweben und dein wahrhaftiges Inunsleben zu sehen sein! 7. Ein herszlichs Wesen und Kindlichkeit sei unsre Zierde zu aller Zeit, und die Blutbespren⸗ gung aus deinen Wunden er⸗ halt uns solche zu allen Stunden bei Freud und Leidi So werden wir bis in Himm'l hinein mit dir ver⸗ gnügt wie die Kindlein sein; muß man gleich die Wangen noch manchmal netzen: wenn sich das Herz nur an dir stets letzen und stillen kann. 9. Du reichst uns deine durch⸗ grabne Hand. die so viel Treue an uns gewandt, daß wir beim Drandenkenbeschämtdastehen, ö und unser Auge muß übergehen vor Lob und Dank. Christian Gregor g. 1723 4 1801. 330. Eigene Melodie. Wenn ich ihn nur habe, wenn er mein nur ist, wenn mein Herz bis hin zum Grabe seine Treue nie vergißt, weiß ich nichts von Leide, fühle nichts als Andacht, Lieb und Freude. 2. Wenn ich ihn nur habe, laß ich alles gern, folg an mei⸗ nem Wanderslabe treugesinnt nur meinem Herrn, lasse still die andern breite, lichte, volle Straßen wandern. enn ich ihn nur habe. schlaf ich fröhlich ein ewig wird zu süßer Labe seines Herzens Flut mir sein, die mit sanftem Zwingen alles wird erweichen und durchdringen, „Wenn ich ihn nur habe. hab ich auch die Welt, und des immels reiche Gabe meinen lich nach oben hält; hinge⸗ senkt im Schauen, kann mir vor dem Irdischen nicht grauen. 5. Wo ich ihn nur habe, ist mein Baterland, und es fällt mir jede Gabe wie ein Erbteil in die Hand; längst vermißte Brüder find ich nun in seinen Jüngern wieder. Friedr. v. Hardenberg g. 1772 4 1801. 331. Mel. Herzlich tut mich verlangen. enn alle untreu werden, so hleib ich dir doch treu, daß Danhbarkeit auf Erden nicht gusgestorhen sei. Für mich um⸗ fing dich Leiden, vergingst für mich in Schmerz; drum geb ich dir mit Freuden auf ewig dieses Hersd. 1 0 2. Oft muß ich bitter weinen, daß du gestorben hist, und mancher von den Deinen dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur durchdrungen hast du so viel getan, der Welt das Heil errungen, doch keiner denkt aran. 3. Du stehst voll treuer Liebe noch immer jedem bei, und wenn dir keiner bliebe, so bleihst dut demnoch treu; die Vn Liebe sieget, am Ende fühlt man sie, weint hitterlich und schmieget sich kindlich an dein nie. 4. Ich habe dich empfunden; o lasse nicht von mir! Laß innig mich verbunden auf ewig sein 13 196 mit dir! Einst schauen meine Brüder auch wieder himmel⸗ waärts und sinken liebend nieder und fallen dir ans Herz. „Friedr. v. Hardenberg g. 1772 4 1801. 332. Mel. Jesus, meine Zuversicht. Samd ist Aapitd Jesu Hand. er wird mich ewig fasten, but zu viel an mich ge⸗ wandt, um mich wieder los⸗ zulassen. Mein Erbarmer läßt mich nicht, das ist meine Zu⸗ versicht. 2. Sieht mein Kleinmut oft Gefahr, Thran ich auch zu unter⸗ liegen: Christus beut den Arm mir dar, In2 tuis hilft der Ohn⸗ macht siegen. Daß mich ch Gottes Held verficht, das ist meine Zu⸗ versicht. 3. Wenn der Kläger mich ver⸗ klagt, Christus hat mich schon vertreten; wenn er mich zu sich⸗ ten wagt, Cbristus hat für mich gebeten. mich spricht, das ist meine Zu⸗ versicht. 4. Würd es Nacht vor mei⸗ nem Schritt, daß ich keinen Ausgang wüßte und mit un⸗ gewissem Tritt ohne Licht ver⸗ zagen müßte: Christus ist mein Stab und Licht, das ist meine 5. Rlag 5. Mag die Welt im Miß⸗ geschick leben oder ängstlich klagen, ohne Halt ist gll ihr Glück, wahrlich sie hat Grund zu zagen. Daß mein Antzer nie zerbricht, das ist meine Zu⸗ —6.2 Will mein Herr durch sanite Zucht mich nach seinem Jesuslieder. Bild gestalten, o so will ich ohne Flucht seiner eench nur stiller halten. Dann erschreckt mich kein Gericht, das ist meine Zuversicht. 7. Seiner Hand entreißt mich nichts, sollt ich ihn mit Kleinmut schmähen? Mein Erbarmer selbst versprichts, hen ich ihm sein Wort verdre hen? Nein, er läßt mich ewig nicht, das ist meine Zuversicht. Karl Bernh. Garve g. 1763 1 1841. 333. Eigene Melodie. Ldan ich mich O3n laßt mich sehnt Jesum möge Meine Seel ist voll Verlangen, ihn guf ew Tan mon ntehn und vor seinem Thron zu stehn. 2. Süßes Licht, 910 W den Sonn, die durch die Wolken bricht! Owann werd ich dahin kommen, daß ich dort mit allen ngesicht! ist der Engel L ich Flügel, hätt ich Flügel, flög ich ber Tal und Hügel Uheute noch nach Zions Höhn. 4. Wie wirds sein, wie wirds Haß mein Bürge für Angescht! schau dein holdes 3. Ach wie schön, ach wie schön Lobgetön! Hätt sein, wenn ich zieh in Salem ein, in 92 Stadt der goldnen Gassen! Herr mein Gott ich kanns nicht fassen, was das wird für Wonne sein. 5. Pargdies, Paradies, wie ist deine Frucht so süß! Unter deinen. Lebensbäumen wird uns sein, als ob wir träumen. Bring uns, Herr, ins Paradies! Gust. Irdr. Ludw. Knak g. 1806 71875. ee,. SEEeES 8* 19⁷ XIX. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 334. Ein Lied zu bitten um Glauben, Hoffnung, Liebe und ein seliges Ende. Eigene Melodie. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, ich bitt, erhör mein Klagen, verleih mir Gnad zu dieser Frist, laß mich doch nicht perzagen! Den rechten Glau⸗ ben, Herr, ich mein, den wollest du mir geben, dir zu leben dem Nächsten nütz zusein, dein Wort zu halten eben. 2. Ich bitt noch mehr, o Herre Gott, du kannst es mir wohl geben, daß ich nicht wieder werd da Spott: die Hoffnung gib aneben, voraus wenn ich muß hie davon, daß ich dir mög ver⸗ trauen und nicht bauen auf all mein eigen Tun; sonst wirds mich ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Her⸗ zensgrund den Feinden mög vergeben; verzeih mir auch zu dieser Stund, schaff mir ein neues Leben! Dein Wort mein peis laß Waueh sein, damit mein Seel zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück schlägt herein, das mich bald möcht verkehren. 4. Laß mich kein Lust noch Jurcht von dir in dieser Welt abwenden, beständig sein ans End gib mir, du hasts allein in änden; und wem dus gibst, der hats umsonst, es mag nie⸗ mand erwerben noch ererben durch Werke deine Gnad, die uns errett vom Sterben. 5. Ich lieg im Streit und widerstreb, hilf, o Herr Christ, dem Schwachen! An deiner Gnad allein ich Kleb, du kannst mich stärker machen. Kommt nun zemchmh her, so wehr, daß sie mich nicht umstoße. Bu kannst machen, daß mirs nicht bringt Gefahr; ich weiß, du wirsts nicht lassen. Johann Agricola g. 1492 4 1566. 335. Ev. Matth. 11, 28. Eigene Melodie. ommt her zu mir, spricht K Gottes Sohn, all die ihr seid heschweret nun, mit Sün⸗ den hart beladen ihr Jungen, Alten, Frau und Mann, ich will euch geben, was ich hab. will heilen euren Schaden. 2. Mein Joch ist süß, mein Bürd gering; wer mirs nach⸗ trägt in dem Beding wird er der Höll entweichen; ich will ihm treulich +— 0 tragn, mit meiner Hülf wird er erjagn das ewge Himmelreiche. 3. Was ich getan und glitten hie in meinem Leben spat und Wa das sollt ihr auch erfüllen. as ihr gedenkt, ja redt und tut, das wird euch alles recht und gut. wenns g'schieht nach Gottes Willen. 4. Gern wollt die Welt auch selig sein, wenn nur nicht wär 198 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. die schwere Pein. die alle Chri⸗lebt in der Gnadenzeit, ewig sten leiden; nun aber kanns muß der verderben. nicht anders sein, darum ergib dich nur daran, willst ewge Pein du meiden. 5. All Kreatur bezeuget das: was lebt in Wasser, Luft und Grgs, sein Leiden kanns nicht meiden. Wer denn in Gottes Nam nicht will, der muß zuletzt des Teufels Ziel mit schwerem G wissen leiden. 6. Heut ist der Mensch schön, jung und schlank, sieh, morgen ist er schwach und krank, hald muß er auch gar sterben; gleich wie die Blumen auf dem Feld, also wird guch die schöne Welt in einem Nu verderben. 7. Die Welt erzittert oh dem Tod; liegt einer in der letzten Not, dann will er gleich fromm werden: der schaffet dies, der andre das, sein'r armen Seel er ganz vergaß, dieweil er lebtẽ auf Erden. 8. Und wenn er nicht mehr lehen kann, hebt eine große Klag er an, will sich nun Gott d ergeben ich fürcht fürwahr, die öttlich Gnad, die er allzeit ver⸗ ottet hat, wird schwerlich ob ihm schweben. 9. Dem Reichen hilft doch nicht sein Gut, dem Jungen nicht sein stolzer Mut; er muß alis diesem Maien; wenn einer hätt die ganze Welt, Silber und Gold und alles Geld, doch muß er an den Reihen. nicht sein Kunst, die weltlich Pracht ist gar umsonst, wir müssen alle sterben. Wer sich in Christo nicht bereit, weil er 1. Höret und merkt, ihr lieben Kind, die jetzo Gott er⸗ geben sind: Laßt euich die Müh nicht reuen, halt't stets am heil⸗ gen Gotteswort, das ist eur Trost und höchster Hort, Gott wird euch schon erfreuen. 12. Nicht Ubel ihr um Ubel gebt! Schaut. daß ihr hie un⸗ schuldig lebt, laßt euch die Welt nur äffen, gebt Gott die Rach und alle Ehr, den engen Steig geht immer her! Gott wird die Welt schon strafen. 13. Wenn es ging nach des Fleisches Mut in Sunst, Ge⸗ sundheit, großem Gut, würdt ihr gar bald erkalten; darum schicht Gott die Trübsal her, damit eur Fleisch gezüchtigt wär, zu ewger Freud erhalten. 14. Ist bitter euch das Kreuz und schwer, gedenkt, wie heiß die Hölle wär, darein die Well tut rennen, mit Leib und Seel muß leidend sein ohn Unterlaß ie ewge Pein und kann doch nicht verbrennen. 15. Ihr aber sollt nach dieser Zeit mit Christo haben ewge Freud; dahin sollt ihr geden⸗ ken. Kein Mann leht, der aus⸗ sprechen kann die Wonne und den ewgen Lohn, den euch der Herr wird schenken. 16. Und was der ewig gütge Gott in seinem Wort verspro⸗ chen hat, geschworn bei seinem 10. Dem G'lehrten hilft doch N amen, das hält und gibt er gwiß fürwahr. Der helf uns u der Engel Schar, durch Je⸗ aun Christum! Amen. Hans Witzstat(2) 1530. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 199 336. Psalm 31. 1—6. Eigene Melodie. Auf dich hab ich gehoffet, 1 Herr, hilf, daß ich nicht zuschanden werd noch ewig⸗ lich zu Spotte. Das bitt ich dich: Erhalte mich in deiner Treu, Herr Gotte! 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, erhör mein Bitt, tu dich herfür, eil bald, mich zu erretten! In ch. und Weh ich lieg und steh, hilf mir aus meinen Nöten! 3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei, sei meine Burg, darin ich frei und ritterlich mög streiten wider mein' Feind, der gar piel seind an mir auf bei⸗ den Seiten. 4. Du bist mein Stärk mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort, mein Hülf, mein Heil mein Leben, mein starker Gott in aller Rot; wer kann mir wider⸗ streben? 5. Mir hat die Welt trüglich gericht mit CFügen und durch falsch Gedicht viel Netz und heimlich Striche; Herxr. nimm mein wahr in der Gefahr, hüt mich vor falscher Tücke! 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir, mein Gott, mein Gott, weich nicht von mix, nimm mich in deine Hände! Owahrer Gott, aus aller Not hilf mir am letzten Ende! mach uns sieghaft durch Jesum Christum! Amen. Adam Reusner g. um 1500 f nach1572 337. Eigene Melodie. erzlich lieb hab ich dich, o Herr; ich bitt, wollst sein von mir nicht fern mit deiner Güt und Gnaden. Die ganze Welterfreut mich nicht, nach Erd und Himmel frag ich nicht, wenn ich dich nur kann haben. Und wenn mir gleich mein Herz zer⸗ hricht, bist du doch meine Zuper⸗ sicht. mein Teil und meines Her⸗ zens Trost, der mich durch sein Bluthaterlöst. HerrJesuChrist, mein Gott und H err, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmermehr. 2. Es ist ja, Herr, dein Gschenk und Gab mein Leib und Seel und was ich hab in diesemarmenLeben; damit ich's brauch zum Lobe dein, zu Nutz und Dienst des Nächsten mein, WBehun in enbalner ehüt mich, Herr, vor falscher Sehr, des Satans Mord und Lügen wehr, in allem Kreuz er⸗ halte mich, auf daß ich's trag geduldiglich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todesnot! 3. Ach Herr, laß deine Enge⸗ lein an meinem End die Seele mein in Abrahams Schoß tra⸗ gen, den Leib in sein m Schlaf⸗ kãämmerlein gar sanft ohn einge 7. Lob. Preis und Ehr und A Herrlichkeit sei Gott Vater und 11130 bereit, dem heilgen Geist To mi Qual und Pein xuhn bis zum Kodiern Tage. Alsdann vom erwecke mich, daß meine amen! Die göttlich Kraft Augen sehen dich in aller Freud, 200 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. o Gottessohn, mein Heiland und wein Gnadenthron! Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich. ich will dich preisen ewiglich. Martin Schalling g. 1532 4 1608. R 338. Mel. Aus tieich tel. 20 ich zu dir. err, wie 98 w so I im mit mir im Leben und Sterben, allein zu dir steht men Begier, laß mi Herr, nicht perderben! Erhalt mich nur in deiner Huld, sonst wie du willst; gib mir Geduld, denn dein Wili ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu ver⸗ leih mir, Herr, und Lieh zu dei⸗ nem Worte, behüt mich. Herr. vor falscher Lehr und gib mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit, wend ab all Ungerechtigkeit in meinem gan⸗ zen Leben. 3. Sollt ich einmal nach dei⸗ nem Rat von dieser Welt ab⸗ cheiden, verleih mir, Herr, nur eine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Heib und Seel hefehl ich dir, o Hexr. ein seligs End is mir durch Jesum Chri⸗ stum! Amen. Kaspar Bienemann g. 1540 4 1591. 339. Eigene Melodie, oder Was mein Gott will, das g'scheh allzeit. ilf mir, mein Gott, hilf, daß nach dir pon Herzen mich verlange und ich dich suche mit Begier, wenn mir 915. angst und bange. Verleih, daß ich mit Freude dich in meiner Angst bald finde; gib mir den Sinn, daß ich hinfort meid alle Schand und Sünde. 2. Hilf, daß ich stets mit eu und Soner mich deiner Gnad ergebe, hab täglich ein Zerknirschtes H in wahrer ichsh lebe, vor dir erschein herz⸗ lich bewein all meine Misse⸗ taten, die Hände fein laß milde sein, dem Dürftigen zu raten. 3. Die Lust des FIleisches dämpf in mir, das sie nicht überwinde: rechtschaffne Lieb und Lust zu dir in meinem Sinn den Tt daß ich in Not bis in den Tod dich und dein Wort bekenne; und mich kein Trutz noch Eigennutz von deiner Wahrheit trenne. 4. Behüte mich vor Zorn und Grimm, mein Herz mit Sanft⸗ mut ziere, auch alle Hoffart von mir nimm und mich zur Demut führe! Was sich noch findt von alter Sünd durch deinen Geist gusfege, gib, daß allzeit Trost, Fried und Freud sich in mir Armen rege. 5. Den Glauben stärk. die Lieb erhalt, die Hoffnung mache este, daß ich von dir nicht Vate⸗ ald, Beständigkeit ists Beste; den Mund bewahr, daß nichi Gefahr durch ihn mir werd er⸗ das er iei Brot dem Leib, doch daß er bleib von Wollust un⸗ W Vie in 5 ich treu und fleßh ei in dem, was mir geb buhrei daß ich auch nicht durch' Heuchelei und Ehrgeiz werd verführet. Leichtfertigkeit, aß, Zank und Neid laß in mir nicht verbleiben, verstockten Lieder vom christlichen SDeben und Wandel. 20¹ Sinn und Diebsgewinn wollst du fern von mir treiben. 7. Hilf, daß ich folge treuem Rat. von falscher Meinung trete, dem Armen helfe mit der Tat, für Freund und Feind stets bete, dien jedermann, soviel ich kann, das 5⁵ haß und meide nach deinem Wort an allem Ort, bis ich von dannen scheide. Joh. Heermann g. 1585 4 1647/. 340. Eigene Melodie. O Gott, du frommer Gott, du Brunnquell guter Gaben, ohn den nichts ist, was ist. von dem wir alles haben, gesunden Oeib gib mir, und daß in sol⸗ chem Leib ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib. 2. Gib, daß ich tu mit Fleiß, was mir zu tum gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Gib, daß ich's tue bald, zu der Zeit, da ich soll; und wenn ichs tu, so gib, daß es gerate wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnützlich Wort aus mei⸗ nem Munde gehen, und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gib den Worten Kraft und Nachdruck, ohn Verdruß! 4. Findt sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen, gib einen Heldenmut, das Kreuz hilf selber tragen! Gib, daß ich f meinen Feind mit Sanftmut überwind, und wenn ich Rat bedarf, auch guten Rat erfind. 5. Laß mich mit jedermann Willst du mir etwas geben an Reichtum, Gut und Geld, so gib auch dies habei, daß von unrech⸗ tem Gut nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt meinveben höher bringen, Iuch manchen sauren Tritt hindur ins Alter dringen, so gib Ge⸗ duld, vor Sünd und Schanden mich bewahr, daß ich mit Ehren trag all meine grauen Haar. . Catz mich an meinem End auf Christi Tod abscheiden, die eele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden, dem Leib ein äumlein gönn bei frommer Christen Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seite hab. 8. Wenn du die Toten wirst an jenem Tag erwecken, so tu auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken, laß hören deine Stimm und meinen Leib weck auf und für ihn schön ver⸗ klärt zum auserwählten Hauf! Joh. Heermann g. 1585 + 1647. 341. Ev. Matth. 5. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Wommt. laßt euch den Herren lehren, kommt und lernet allzumal, welche die sind, die gehören, zu der rechten Christen Zahl, die bekennen mit dem Mund, glauben fest pon Her⸗ zensgrund und bemühen sich daneben, Guts zu tun, solang ie leben. 2. Selig sind, die Demut ha⸗ hen und sind gllzeit arm im Seist, rühmen sich gar keiner aben, daß Gott werd allein gepreist, danken dem auch für in Fried und 6 tch. le⸗ ben, soweit es christlich ist. und für, denn das Himmelreich 20² Lieder vom christlichen Leben und Wandel. ist ihr. Gott wird noch zu Ehren 8. Selig sind, die Friede setzen, die sich selbst gering hier machen und drauf sehn ohn chätzen. 3. Da sind, die Leide tra⸗ gen, da sich göttlich Trauren findt, die beseufzen und bekla⸗ gen ihr und andrer Leute Sünd die deshalben traurig gehn, oft vor Gott mit Tränen stehn. Diese sollen noch auf Erden und dann dort getröstet werden. 4. Selig sind die frommen Herzen, da man Sanftmut spü⸗ ren kann, welche Hohn und Trutz verschmerzen, weichen gerne jedermann, die nicht su⸗ chen eigne Rach und befehlen Gott die Sach. Diese will der Herr so schützen, daß sie noch das Land besitzen. 5, Selig sind, die sehnlich streben nach Gerechtigbeit und reu, daß an ihrem Tun und Leben nicht Gewalt noch Un⸗ recht sei, die da lieben gleich und recht, sind gufrichtig, fromm und schlecht, De wud und Unrecht hassen. Die wird Gott satt werden lassen. 6. Selig sind, die aus Er⸗ barmen sich annehmen fremder Not, sind mitleidig mit den Ar⸗ men, bitten treulich für sie Gott: die behülflich sind mit Rat, auch wo möglich mit der Tat, wer⸗ den wieder Hülf empfangen und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die funden werden reines Herzens jeder⸗ zeit, die in Werk. Wort und Geberden, liehen Zucht und Heiligkeit. Diese, welchen nicht gefällt die unreine Lust der Welt, sondern sie mit Ernst ver⸗ meiden, werden schauen Gott mit Freuden. Sachen fliehen Hader, nterlaß. daß man mög in allen der, Streit und Haß: die da stiften Fried und Ruh, raten allerseits dazu. sich auch Friedens selbst be⸗ fleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selüg sind, die müssen dulden, Schmach, Verfolgung. Angst und Pein, da sie es doch nicht verschulden und gerecht befunden sein. Ob des Kreuzes gleich ist viel, setzet Gott doch Masß und Ziel, und hernach wird ers belohnen ewig mit den Ehrenbronen. I0. Herr, regier zu allen Zei⸗ ten meinen Wandel hier auf Erd daß ich solcher Seligkeiten auch aus Gnaden fähig werd. Gib, daß ich mich acht gering, meine Klag oft vor dich bring. Sanftmut guch an Feinden übe, die Gerechtigkeit stets liebe; 11. Daß ich Armen helf und diene, immer hab ein reines Herz, die in Unfried stehn, ver⸗ sühne, dir anhang in Freud und Schmerz. Vater, hilf von dei⸗ nem Thron, daß ich glaub an deinen Sohn und durch deines Geistes Stärke mich befleiße rechter Werke. Hannov. Gsg. 1648, nach Joh. Heermann g. 1585 + 1647. 3⁴2. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. O treuer Heiland, Jesu Christ, der du auch mir geboren, ja auch für mich gestorben bist, laß doch nicht sein verloren an mir das groß Erlösungswerh, Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 203 vielmehr gib Gnade, Kraft und Stãrk inbrünstig dir zu danken! 2. Gib Gnade, daß ich dich hinfort als meinen Heiland liebe, dir lebe und in deinem Wort mich treu und fleißig übe. ind wie du, Herr, gestorben bist, so hilf mir auch, zu jeder Frist den Sünden abzusterben. 3. Du standest von den Toten guf, brachst durch des Grabes Türen; drum laß mich einen neuen Lauf voll Geist und Tugend führen, laß mich von Sünden guferstehn, in deinen heilgen Wegen gehn und dir zu Ehren leben! 4. Laß hier in deinem Reiche mich dir treu, beständig dienen. in guten Werken fruchtbarlich stets wachsen, blühn und grü⸗ nen, bis du nach meinem Pilgrimslauf mich nimmst in deinen Himmel auf, wo du zur Rechten sitzest. 16332 Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. Lasset uns mit Jesu ziehen, seinem Vorbild folgen nach, in der Welt der Welt entfliehen auf der Bahn, die er uns brach, inmnerfort zum Himmel reisen, irdisch noch schon himmlisch sein, glauben recht und leben fein, in der Lieb den Glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir, gehe vor, ich folge dir. 2. Lasset uns mit Jesu leiden, seinem Vorhild werden gleich: nach dem Leide folgen Freuden, Armut hier macht dorten reich, Tränensaat die erntet Lachen, Hoffnung tröstet mit Geduld: aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit dir, dort teil deine Freud mit mir. 3. Lasset uns mit Jesu ster⸗ hen; sein Tod uns vom andern Tod rettet und vom Seelvper⸗ derben. von der ewiglichen Not. Laßt uns töten, weil wir leben, unser Fleisch, ihm sterben ab,. so wird er uns aus dem Grab in das ichisierboh heben. Zesu, sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe für und für. 4., Lasset uns mit Jesu leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wiedergeben. ZJesu, unser Haupt du bist, wir sind deines eibes Glieder, wo du lebst, da leben wir; ach er⸗ kenn uns für und für, trauter Freund, für deine Brüder! Dir, o Jesu, leb ich hier und dort ewig auch bei dir. Sigism. v. Birken g. 1626 1681. 344. Psalm 118. Mel. Werde munter, mein Gemüte. Hif uns, Herr, in allen Din⸗ gen, daß wir unser Amt und Werk wohl anfangen und vollbringen, gib uns Weisheit, Kraft und Stärk! Ohne deine Hülf und Gunst ist all unser Werk umsonst; hilf uns Herr, in allen Dingen und laß alles wohl gelingen! 2. Hilf uns, Herr, an allen Orten, wo wir dein bedürftig sein, brich der Hölle Macht und Pforten und gib deinem Häufe⸗ lein, deiner armen Christenheit Liehe, Fried und Einigkeit! Hilf uns, Herr, in allen Dingen es kaͤnn leichtlich Gottes Huld und laß alles wohl gelingen. 204 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 3. Hilf uns, Herr, in allen Nöten, aller Trübsal und Ge⸗ fahr, la uns keine Drangsal töten, nimm doch unser also wahr, daß Kreuz, Elend und Berdruß uns zum Besten die⸗ nen mußz. Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohl gelingen! Hilf uns, Herr, gus allem Leide in der letzten Todesnot, laß uns fahren hin mit Freude und durch deinen bittern Tod kommen in das Paradeis. uns zur Freude, dir zum Preis! Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohl gelingen! Hilf uns, Herr, in letzten Zügen, hilf! Rach unsrer Zu⸗ persicht laß uns ritterlich ob⸗ siegen und 5 11 werden nicht! O Herr Zesu. 90 Hand leist uns Hülfe und Beiftand, daß wir nach volldrachtem Ringen Lob und Dank dir ewig singen. Nach Martin Rinkart g. 1586 11649. 345. Mel. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. Ach Gott, ů1. du Kalt deine Gnad, daß wir all Sünd und Mietat bußfertiglich er⸗ kennen und glauben fest an Jesum Christ, der uns zu helfn ein Meister ist, wie er sich selbst 112 nennen. 2. Hilf, daß wir auch nach deinem Wort Chran leben Mamen: ö 5 1 deinem Namen; daß uns dein guter Geist regier, auf ebner Bahn zum Himmel führ durch Jesum Christum. Amen. 346. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Sei getreu bis an das 5 900 damit keine Qual und Not dich von deinem Jesu wende sei 153 treu bis in den Tod! A 5 Ceiden dieser Zeit ist nicht 1— der ahil achen d die dein Jesus dir will geben dort in* Freudenleben. Sei getreu in deinem Gtauben, laß dir dessen festen Grund ja nicht aus dem Herzen rauben, halte treulich deinen Bund, den dein Herz durchs sciolen fest mit Gott ge⸗ schlossen hat. Ewig ist der Mensch verloren, der ihm treu⸗ los hat geschworen. 3. Sei 51 de⸗ in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt; auch die Lieb an N chsten übe, wenn er dich gleich oft Hatn Denke,‚ wie dein Heiland tat, als er für die Feinde bat; du mußt, soll dir Bott vergeben, auch verzeihn und liebreich —0. Sei 45 d 936 deinem Leiden und laß dich kein Un⸗ emach, keine Not von Jesu cheiden, murre nicht in Weh und Ach! Denn du machest deine Wid. größer durch die Ungeduld; selig ist, wer willig träget, was 7 ott ihm auf⸗ —396 5. Hat dich Kreuz und Not betroffen, und Gott hilft nicht allsofort, bleibe treu in deinem Hoffen, traue fest auf Gottes Wort! Hoff auf Jesum festig⸗ lich, sein Herz bricht ihm gegen Samuel Zehner g. 1594 1635. dich, seine Hülf ist schon vor⸗ Lieder vom christlichen Leben und Wandel. handen, Hoffnung machet nie zuschanden. 6. Sei getreu in allen Sachen, in dem Anfang, Mittel, Schluß, fürchte Gott und laß ihn 6. Wuch hüte dich vor Joahs 1.00 uch in allem Hottes Ruhm führ ein wahres Christentum, sei zwar klug in deinem Glauben und doch ohne Falsch wie Tauben! ) 2. Sam. 20, 9. 7. Sei getreu in Todes⸗ stunden, halt dich glaubensvoll an Gott, flieh getrost in Chrifti unden, sei getreu bis in den Tod! Wer mit Jesu gläubig ringt. ihn wie Jakob hält und zwingt, dem will er in jenem 4den seine Freudenkrone gehen. 8, Nun wohlan, ich bleib 9 Rinun fenl u pure offnung fest, ich bin treu bis an das Stheiden; Jesus, der wich nicht verläßt, ist den meine eele lieht, dem sie sich im Kreus ergibt; ihm befehl ich meine Sachen, denn ich weiß, er wirds wohl machen. Nach Benj. Prätorius 9.1636 1 1674(%). 347. Mel. Auf dich hab ich gehoffet, Herr. Ich weiß mein Gott daß all mein Tun und Werk in deinem Willen ruhn, von dir kommt Glück und Segen: was du regierst, das geht und steht auf rechten, guten Wegen. 2. Es steht in keines Men⸗ schen Macht, daß sein Rat werd ins Werk gebracht und seines Gängs sich freue; des Höchsten Rat der machts allein, daz Menschenrat gedeihe. 20⁵ 3. Oft denkt der Mensch in seinem Mut. dies oder jenes sei ihm gut, und ist doch weit ge⸗ ehlet; oft sieht er auch für chädlich an, was doch Gott elbst erwählet. 4. So fängt auch mancher weise Mann ein gutes Werk war fröhlich an und bringts och nicht zum Stande; er baut ein Schloß und festes Haus, doch nur auf lauterm Sande. 5. Wie mancher ist in seinem Sinn fast über Berg und Spitzen hin, und eh er sichs versiehet, so liegt er da, und hat sein Fuß vergeblich sich bemühet. 6, Drum, lieber Vater, der du Kron und Zepter trägst in deinem Thron und aus den d Wolken— vernimm mein ort und höre mich vom Stuhle, da du sitzest. 7. Berleihe mir das edle Licht, das sich von deinem Angesicht in fromme Seelen strecket und da der rechten Weisheit Kraft durch deine Kraft erwecket. 8. Gib mir Verstand aus deiner Höh sieß daß ich ja nicht ruh und steh auf meinem eignen Willen; sei du mein Freund und treuer Rat, was recht ist, zu erfüllen. 9. Prüf alles wohl, und was mir gut, das gib mir ein; was Ileisch und Blut erwählet, das verwehre! Der sei dei Zwech, das heste Teil sei deine Lieb und Ehre! 10. Was dir gefällt, das laß auch mir, o meiner Seele Sonn und Zier. gefallen und belieben; was dir zuwider, laß mich nicht in Werk und Tat verüben 206 11. Ists Wertk von dir, so hilf zu Glück, ists Menschentun, so treib zurück und ändre meine Sinnen! Was du nicht wirkst, yflegt von ihm selbst in kurzem zu zerrinnen. 12. Sollt aber dein und unser Feind an dem, was dein Herz gut gemeint, beginnen sich zu rächen, ist das mein Trost, daß seinen Zorn du leichtlich könnest brechen. 13. Tritt zu mir zu und mache leicht, was mir sonst fast un⸗ möglich deucht, und bring zum guten Ende, was du selbst an⸗ gefangen hast durch Weisheit deiner Hände. 4. Ist ja der Anfang etwas schwer und muß ich auch ins tiefe Meer der bittern Sorgen treten, so treib mich nur ohn Unterlaß zu seuszen und zu beten. 0 15. Wer fleißig betet und dir traut, wird alles, da ihn sonst vor graut, mit tayfrem Mut be⸗ zwingen sein Sorgenstein wird in der Eil in tausend Stüche springen. 16. Der Weg zum Guten ist gar wild, mit Dorn und Hechen ausgefüllt doch wer ihn freudig gehet, kommt endlich, Herr durch deinen Geist, wo Freud und Wonne stehet. 17, Du bist mein Vater, ich dein Kind; was ich hei mir nicht hab und find, hast du zu aller nüge. So hilf nur, daß ich meinen Stand wohl halt und herrlich siege. 18. Dein soll sein aller Ruhm und Ehr, ich will dein Tun 0 mehr und mehr aus hoch⸗ erfreuter Seelen vor deinem Lieder vom christlichen Leben und Wandel. Bolk und aller Welt, solang ich leb, erzählen. Paul Gerhardt g. 1607 1 1676. 348. Mel. Was mein Gott will, das g'scheh allzeit. S Gott getreu, halt seinen Bund. o Mensch in deinem Leben, leg diesen Stein zum ersten Grund, bleib ihm allein ergeben! Denk an den Kauf in deiner Tauf, da er sich dir verschrieben bei seinem Eid, in Ebwigkeit als Vater dich zu lieben. 2. Sei Gott getreu. laß keinen Wind des Kreuzes dich ab⸗ behren! Ist er dein Vater, du sein Kind was willst du mehr begehren? Dies höchste Gut macht rechten Mut; kann seine Huld dir werden nichts Bessers ist, mein lieber Christ, im Him⸗ mel noch auf Erden. 3. Sei Gott getreu von Jugend auf, laß dich nicht Lust noch Leiden in deinem ganzen Sebenslauf von seiner Liebe scheiden! Sein glte Treu wird täglich neu, sein Wort steht nicht guf Schrauben; was er ver⸗ spricht, das bricht er nicht; das sollst du kühnlich glauben. 4. Sei Gott getreu in deinem Stand, darein er dich Iusehur wenn er dich hält mit seiner Hand wer ist. der dich verletzet? Wer seine Gnad zur Brustwehr hat, kein Teufel kann ihm scha⸗ den; steht diese Wehr um einen her, dem bleibet wohl geraten. 5. Sei Gott getreu, sein liebes Wort standhaftig zu bekennen. steh fest darauf an allem Ort, Lieder vomtchristlichen Leben und Wandel. 207 laß dich davon nicht trennen! schwehen. Ich bin der Weg. Was diese Welt in Armen hält, ich weife wohl, wie man wahr⸗ muß alles noch vergehen; sein haftig wandeln soll. liebes Wort bleibt ewig fort ohn 3. Mein Herz ist voll De⸗ 440. S6 650 Aetren wel Wi 1— undd kftez reu, a el⸗ e; flie cher sich läßt treu und gnädig an jeder Zeit pon iüßem Sant⸗ finden; streit unter ihm gur rit⸗Bmutsble; mein Geift, Gemüte, erlich laß üher dich den Sünden Kraft und Sinn ist Gott er⸗ ja wider Pflicht den Jügel nicht! geben, schaut auf ihn. Wär je der Fall geschehen, so 4. Ich zeig euch, das was sei hereit. Leulteher beizeit nur schädlich ist zu fliehen und zu —7õ·² AcHont gente bis in d meiden und euer Herz von ar⸗ Tod und jaß dich nihte ae der Sch bin der Sect Sle wenden! Er wird und kann in 1015 9011 mnd führ euchen der aller Not dir treuen Beistand Himmelspfort. das hellich Reit Aunt Aaller 5. Fällts euch zu schwer, ich Kacht gedrumech mis aller geh voran, ich steh euch an der macht gedrungen, wollt auf Sh oran. ů dich zu, so glaube du, du blei⸗ De Bahn. bin alleß 10 dem Wadu Hon aso beiben sul mag stehn. wenn er den treu, wird er sich dir erweisen. Tahenn an 1geir er den daß er dein lieber Vater sei. 33 Wer sei 11 aß wie er dir hat verheißen, und un, wi d. se ön mich l—9 eine Kron zum Gnadenlohn im emt. wird sie ohn mich ver⸗ Himmel dir aufsetzen; da wirst lieren; wer sie hier zu perlieren I Diehfan iglich in seiner scheint, wird sie in Gott ein⸗ HDeneearhen wiglich in seiner führen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein Michael ck g. 1609 + 1667. n s nicht wert und meiner Zier. 349 9 laßt uns ferm Rren H ieben Herrn mit unserm Kreuz Mel. Rnemner Güt nach nachgehen und wohlgemut, ge⸗ . trost und gern in allem Leiden ir nach, spricht Christus, iraht,. II.* M unser Held. mir nach, ihr steden. Wer gicht gckimoft. ie H. Christen allel Berleugneteuch, Lehento muhht dadon des ewgen verlaßt die Welt, folgt meinem Sohann Scheffler g. 1624 4. 1677 Ruf und Schalle! Nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach! 350. 2. Ich bin das Licht, ich leucht Eigene Melodie. euch für mit heilgem Tugend⸗ Alles ist an Gottes Segen und lehen: wer zu mir kommt und an seiner Gnad gelegen, folget mir, soll nicht im Finstern über alles Geld und Gut. Wer 208 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. auf Gott sein Hoffnung setzet. der behält ganz unverletzet einen freien Heldenmut. Der mich hat bisher er⸗ nähret und so manches Glück mem B. ist und bleibet ewig S mein. Der mich wunderlich ge⸗ I führet und noch leitet und re⸗ an. wird forthin mein Helfer 23, Viel bemühen sich um Sa⸗ chen, die nur Sorg und Unruh Wuenhen und ganz ach dem zu snd; ich begehr nach dem zu ringen, was Vergnügung pflegt zu bringen und man jetzt gar selten findt. 4. Hoffnung kann das Herz erguicken; was ich wünsche, wird sich schichen, so es anders Gott gefällt, Meine Seele, Leib und Leben hab ich feiner Gnad Gelelt. und ihm alles heim⸗ geste 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu er⸗ füllen, es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts vorzu⸗ schreiben, wie Gott will, so muß es hleiben, wann Gott will, bin ich bexeit. 6. Soll ich länger allhier le⸗ ben, will ich ihm nicht wider⸗ streben, ich verlasse mich auf ihn ist doch nichts, das lang bestehet, alles.When dafen dfahti wie ein Strom dahin. 1676. 351. Matth. 26, 41. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. M dich, sieh n Geist, bereit, wache, fleh und d bete, daß nicht die böse Zeit unver⸗ 5 tbetrete; denn es ist Satans Oe über viele Frommen zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe. denn es folget sonst darauf eine lange trafe, und die Not samt dem od möchte dich in Sünden un⸗ vermutet finden. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht unser Herr erleuchten: wache, sonsten wird dein Licht dir noch ferne deuchten: denn Gott will für die Füll seiner Gnadengaben offne Augen haben 4. Wache, daß dich Satans List nicht im Schlaf mag finden. weils ihm sonst ein leichtes ist, dich zu überwinden; und Gott gibt, die er liebt oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich bewr die Welt durch Gewalt bezwinge oder, wenn sie sich verstellt. wieder an sich bringe; wach und sieh, damit nie viel von falschen Brüdern unter deinen Gliedern. 6. Wache dazu auch für dich. 0 dein Fleisch und Herze, nad es nicht freventlich Gottes Gnad verscherze; denn es ist poller List und zann sich bald Hen und in Hoffart schmei⸗ 7. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen. denn der allen muß dich frei von dem allen machen, was dich drückt und be⸗ strickt, daß du schläfrig bleibest und sein Wernk nicht treibest. 8. Ja er will gebeten sein, wenn er was soll geben: er ver⸗ langet unser Schrein, wenn wir wollen leben und dur 5 unsern Sinn, Feind. Lieder vom christlichen 3535 und Wandel. Fleisch und Sünden kräftig überwinden. 9. Doch wohl gut, es muß uns schon alles glůͤcklich gehen. wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet anflehen, denn er 53 uns mit Füll seiner Gunst be⸗ schütten, wenn wir glaubend bitten. 10. Drum so laßt uns immer⸗ dar wachen, flehen, beten, weil die Angst. Not und Gefahr im⸗ Rh näher treten. Denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Joh. Burch. Freystein g. 1671 4 1718. 352. Eigene Melodie. 9 Zesu. Gnadensonne, urbate Lebenslicht, laß Leben, Licht und Wonne mein blödes Angesicht nach deiner Gnad erfreuen und mei⸗ nen Geist erneuen, mein Gott, versag mirs nicht! 2. Vergib mir meine Sünden und wirf sie hinter dich. larz allen Zorn verschwinden und hilf mir gnädiglich, laß deine Friedens⸗ gaben mein armes Hesse laben, ach Herr, erhöre mich! 3. Vertreib aus meiner Seelen den alten Adamssinn und laß mich dich erwählen, auf 70 ich mich forthin zu deinem Dienst ergehe und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntnis in mir, mein Seel inn und öffne mein Verständnis. Herr. ihn dein heilig Wort, damit ich an dich gläube und in der Wahrheit 01 eibe zu Trutz der Höllenpfort. sch ver 209 Mit deiner Kraft mich rüste zu kreuzgen mein Begier —. alle bösen Lüste, auf daß für und für der Hen Fesch abst erbe und nach dem Fleisch derbe, hingegen lebn in dir. 6. Ach zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innrem Triebe dich ewig lieben kann und dir zum Wohlgefallen bes Tchen Dahn wallen auf rech⸗ ter Lebensba Nun. Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und ut, denn das sind Gnaden⸗ werke, die dein Geist schafft und tut; hingegen meine Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist böse und nicht gut. 8. Darum, du Gott der Gna⸗ den, du Vater aller Treu. wend allen dalich ment. und mach Denn u Wũ neu! Gib, daß ich deinen Willen gedenke zu er⸗ füllen, und steh mir kräftig bei! Ludw. Andr. Gotter g. 1661 1 1735. 353. Phil. 2, 12. S chaff dich sehr, o meine Seele. inn fet, schaffet Men Sel Ssin er, schaffet eure Sdli⸗ keit, bauet nicht, wie freche Sün⸗ der, nur auf gegenwärtge moet sondern nhnüneiee chu rin ud be⸗ nach dem Himmelreich mühet euch auf Erden,. Wie ihr möget selig werden. 2. Daß nun dieses 901 5 ge⸗ schehen, müßt ihr nicht nach 0 oumm deben. nach dessen Gottwil gehen, sondern was Gott will und tut,— ewig und allein eures Lebens Richt⸗ ynur sein, es mag Fleisch und 14 21⁰ Lieder vom christlichen Leben und Wandel. Blut in allen übel oder wohl ge⸗ fallen. 3. Ihr habt Ursach zu be⸗ kennen, daß in euch noch Sünde stecht, daß ihr Ileisch vom Fleisch zu nennen, und euch lauter Elend deckt, und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft, ja daß außer seiner Gnade in euch nichts denn Seelenschade. 4. Selig, wer im Ramtof bestehnu 1015 wer im in iich besteht und die Sünde in sich dämpfet, selig, wer die Welt ver⸗ schmäht. Unter Christi Kreuzes⸗ schmach jaget man dem Frieden nach, wer den Himmel will er⸗ erben, muß zuvor mit Chrifto sterben. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern träg und lässig sein, eure Neigung zu bezwin⸗ Fun so bricht eure Hoffnun rein. Ohne tapfern Streit und Krieg folget niemals rechter Sieg, wahren Siegern wird die Krone nur zum beigelegten Lohne. 6. Mit der Welt sich lustig machen hat bei Christen keine Statt, fleischlich reden, tun un lachen schwächt den Geist und macht ihn matt. Ach bei Christi Kreuzesfahn geht es wahrli 8. Und dann schlagt die Sün⸗ denglieder, welche Adam in euch regt, in den Kreuzestod danieder, bis ihm seine Macht gelegt. Hauet Händ und Füße ab, was euch ärgert, senkt ins Grab') und denkt Hurch an die Worte: Dringet durch die enge Pforte!) Matth. 5, 30. 9. Zittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum sehn, bis ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ach mein Heiland, geh doch nicht mit mir Armen ins Ge⸗ Waf gib mir deines Geistes Wasfen meine Seligkeit zu schaffen! 10. Amen, es geschehe Amen! Gott versiegle dies in mir, daß ich so in Jesu Namen meinen Glaubenskampf voll⸗ führ. Er, er gebe Kraft und Stärk und regiere selbst das Werk. daß ich wache. bete ringe und also zum Himmel dringe. Ludw. Andr. Gotter g. 1661 4 1735. 354. Eigene Melodie. d Si wie lieblich und wie 50 ists, wenn Brüder friedlich sein, wenn e r Tun einträchtig ch ist. ohne Jalschheit, Trug und niemals an, daß man noch mit EList. Imdiche Herzen sicher wolle tun und scherzen. 7. Furcht muß man vor Gott stets tragen, denn er kann mit Leib und Seel uns zur Hölle Gentes Tund er ists, der des Geistes Ol und nach dem es ihm beliebt Wollen und Vollbringen gibt. O so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzuflehen. 2. Diesen ja nach BDe der Herr reichen Segen nach Begehr und das Leben in der Zeit und auch dort in Ewigkeit. 3. Aber ach, wie ist die Lieb so verloschen, daß kein Trieb mehr auf Erden wird gespürt, der des andern Herze rührt. 4. Jedermann lebt für sich hin in der Welt nach seinem Sinn, ——8.— 2223— Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 2¹¹ denht ean keinen andern nicht; laß nicht zu, daß sie in meinem wo bleibt da die Liebespflicht? Herzen ruh. 5. OHerr Jesu, Gottes Sohn,. 2. Dir öffn ich, Jesu, meine schaue doch von deinem Thron. Tür, ach konum und wohne dul schaue die Zerstreuung an, die bei mir, treib all Unreinigkeit ein Mensch nicht bessern kann. 6. Sammle, großer Men⸗ schenhirt, alles, was sich hat perirrt, laß in deinem Gnaden⸗ schein alles ganz vereinigt sein! 7. Gieß den Balsam deiner Kraft, der dem Herzen Leben schafft, tief in unser Herz hinein strahl in uns den Freudenschein! 8. Bind zusammen Herz und erz, laß uns trennen keinen chmerz, knüpfe selbst durch deine Hand das geweihte Bru⸗ derband! 9. So wie Vater, Sohn und d Geist drei und doch nur eines heißt, wird vereinigt ganz und gar deine ganze Liebesschar. .10, Was für Freude, was für Lust wird ihr da nicht sein bewußt! Was sie wünschet und begehrt, wird von Gott ihr selbst gewährt. lles, was bisher ver⸗ Wundt. wird mit Lob aus Einem Mund preisen Gottes Liebes⸗ macht. wenn er alls in eins ge⸗ bracht. 2. Kraft, Lob, Ehr und Herr⸗ lichkeit sei dem Höchsten alle⸗ zeit. der, wie er ist drei in ein, uns in ihm läßt eines sein. B.1—2 Mich.Müller g. 1673 1704. V. 3—12 S. Christ. Nehring 1736. 355⁵. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein in reines Herz, Herr, schaff E in mix. schließ zu der Sünde or und Tür, vertreibe sie und hinaus aus deinem Tempel und ohnhaus. 3. Laß deines guten Geistes Licht und dein hellglänzend An⸗ gesicht erleuchten mein Herz und emüt, o Brunnen unerschöpf⸗ ter Güt! 4. Und mache dann mein Herz zugleich an Himmelsgut und Segen reich, gib Weisheit, Stärke, Rat, Verstand aus dei⸗ ner milden Gnadenhand! 5. So will ich deines Na⸗ mens Ruhm ausbreiten als ein Eigentum und dieses ach⸗ ten für Gewinn, wenn ich nur dir ergeben bin. Heinr. Georg Neuß g. 1654 1716. 356. Eigene Melodie. Es kostet viel, ein Christ zu sein und nach dem Sinn des reinen Geistes leben, denn der Ratur geht es gar sauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu gehen; und ist hier gleich Ein Kampf wohl aus⸗ gericht, das machts noch nicht. 2. Man muß hier stets auf Schlangen gehn, die ihren Gift in unsre Fersen bringen; da kostets Müh, auf seiner Hut zu stehn, daß nicht der Gift Kann in die Seele dringen. Wenn mans versucht, so spürt man mit der Zeit die Wichtigkeit. 3. Doch ist es wohl der Mühe wert. wenn man mit Ernst die 14² 2¹1² Ichenrle erwäget, die ewig⸗ lich ein solcher Mensch erfährt, der sich—6 stets aufs Himm⸗ lische geleget. Es hat wohl üh, die Gnade aber macht, daß mans nicht acht. 4. Man soll, ein Kind des Höchsten sein, ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte; wie wird der Leib so stark. so hell und rein, so herrlich ch sein, so lieblich im Gesichte, dieweil ihn da die wesentliche Pracht so schön gemacht. 5. Da wird das Kind den ft 2hn sehn, im Schauen wird es ihn mit Lust empfinden; der lautre Strom wird es da ganz durchgehn und es mit Gott zu Einem 936 5 verbinden. Wer weiß, was da im Geiste wird geschehn? Wer mags verstehnꝰ 6. Da gibt sich ihm die Weis⸗ h ganz, die es hier stets als utter hat wrem Pert sie krö⸗ net es mit ihrem Perlenkranz und wird als Braut der Seele zugeführet. Die Heimlichkeit S Whe da 9* offenbar, die in 0Er 1, 31. ½) 1. Kor. 2, 9, 10. 7. Was Gott genießt, genießt es auch, was Gott besitzt, wird ihm in Gott gegeben; der Him⸗ mel steht bexeit ihm zum Ge⸗ brauch wie den N wird es doch mit Jesu leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde sein als Gott allein. 8. Auf, auf, mein Geist, er⸗ müͤde nicht, dich durch. 560 cht der Finsternis zu reißen. Was sorgest du, daß dirs an Kraft gebricht? Bedenhke was für Kraft uns Gott verheißen. Wie Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 9115 wird sichs doch nach der 1 beit ruhn.“) wie wohl wirds tun!) Offenb. 14, 13. Chr. Friedr. Richter g. 1676 1711. Mel. Es kostet viel, ein Christ zu sein. Es ist nicht schwer, der Christ zu sein und nach dem Sinn des reinen Geistes leben; zwar der Natur geht es—— Kauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu gehen, doch f führt die Gnade selbst zu aller Zeit den chweren Streit. 2. Du darfst ja nur ein Kind⸗ lein sein, du darfst ja nur die leichte Siebe üben. O blöder Geist, schau doch, wie gut ers mein', das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben. Drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr, es ist nicht schwer. 3. Dein Vater fordext nur das Herz, daß er es selbst mit reiner Gnade fülle; der fromme Gott macht dir gar keinen Schmerz, die Unlust schafft in dir dein In wi Wille. Drum übergib ihn willig in den Tod. so hats nicht Not. 4. Wirf nur getrost den Kum⸗ mer hin, der nur dein Herz ver⸗ geblich schwächt und plaget; er⸗ wecke nur zum Glauben deinen Sinn, wenn Furcht und Weh dein hDater i Herze Cbend sprich: Bater schau mein Elend gnädig an! so ists getan. 5. Faß nur dein Herze in Geduld, wenn du nicht gleich des Vagters Hülfe merkest. Versiehst dus oft und fehlst aus eigner Schuld, so sieh, daß du dich durch die Gnade stärkest; so ist dein Fehl und kindliches Versehn als ud geschehn. aß nur dein Herz im Glauben ruhn. wenn dich wird Nacht und Finsternis bedechen; dein Vater wird nichts Schlim⸗ mes mit dir tun: vor keinem Sturm und Wind darfft du er⸗ schrecken, ja, siehst du endlich ferner keine Spur, so glaube nur! 7. So wird dein Licht aufs neu entstehn, und wirst dein Heil der mit 9189601 Klarheit schauen: was du geglaubt, wirst du dann vor dir sehn; drum darfst du nur demfrominen Bater trauen. OSeele, o sanch W. rer Hs so selig ist Auf, du mein Geist, was säumest du, dich deinem Gott ganz kinduch zu genieß di⸗ Geh ein, mein Huieß genieß d 51 süße Rulh, in Friede sollst du vor dem Vater schweben. Die Sorg und Last wirf nur getrost und kühn allein auf ihn. Christ. Friedr. Richter g. 1676 1 1711. 358. Eigene Melodie. ier legt mein Sinn sich vor dir nieder, mein Geist sucht seinen Ursprung wieder; laß dein erfreuend Angesicht zu mei⸗ ner Armut sein gericht! Schau her, ich fühle mein Deideidehe laß mich in deinem Tode sterben; o könnte doch in deiner Pein die Eigenheit er⸗ 555 sein. 3., Du wollest. Jesu, meinen Willen mit der Gelassenheit er⸗ füllen, brich der Natur Gewalt entzwei und mache meinen Wil⸗ len frei! Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 2¹³3 4. 705 0 wohl.— ich dich liebe und mich in deinen Wegen übe, nur ist von der An⸗ lauterkeit die Liebe noch nicht 305 befreit. 5. Ich muß noch mehr auf dieser Erden durch deinen Geift geheiligt werden. der Sinn muß tiefer in dich gehn. der Fuß muß unbeweglich stehn. ch weiß mir zwar nicht selbst zu raten, hier gelten nichts er Menschen Taten: wer macht ein 5 bun wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. 7. Doch kenn ich wohl dein treues Lieben, du bist noch im⸗ mer treu geblieben; ich weiß gewiß, du stehst mir bei und machst mich von mir selber frei. 8. Indessen will ich treulich kämpfen und stets die falsche Regung dämpfen, bis du dir deine Zeit ersiehst und mich aus solchen Netzen ziehst. n Hoffnung 30cd ich fröh⸗ lich sagen: Gott hat der Hölle Macht geschlagen, Gott führt mich aus dem Kampfund Streit in seine Ruh und Sicherheit. 10. Drum will die Sorge meiner Seelen ich dir, mein Va⸗ ter, ganz befehlen; ach drücke tief in meinen Sinn, daß ich in dir schon selig bin. Wenn ich mit Ernst hier⸗ an gedenke und mich in deinen Abgrund senke. so werd ich von dir angeblickt, und mein Herz wird von dir erguickt. 12. So wächst der Eifer mir im Streite, so schmeck i n. die üße Beute und fühle, daß es Wahrheit ist, daß du, mein Gott, die Liebe bist. Christ. Friedr. Richter g. 1676 4 1711. 214 359. ö Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. Mein lieber Gott, gedenke meiner im besten jetzt und allezeit, denn außer dir ist nir⸗ gend keiner, der mich mit Rat und Trost erfreut. Dein Wort macht mich voll Zuversicht und sagt mir: Du vergißt mein nicht. 2. Gedente meiner, wenn ich höre dein süßes Evangelium, und mache mir die Himmels⸗ lehre zu Saft und Kraft im Christentum, daß so dein Same wohl geling und hundertfältig Früchte bring. 3. Gedenke meiner, wenn ich bete, und merke stets in Gna⸗ den drauf! Weil ich in Christo vor dich trete, so schließ dein Herz und Ohren auf, doch gib mir nichts als dies allein, was mir kann gut und selig sein. 4. Gedenke meiner, wenn ich falle, und wirf mich nicht im Zorne hin! Weil ich wie andre Menschen alle im Fleische schwach und blöde bin, so fördre meinen Gang und Stand durch Kraft und Stärke deiner Handi 5. Gedenke meiner, wenn ich leide! Wen hah ich sonst als dich allein, der bei der Menschen aß und Neide mein Ireund und Tröster könnte sein? Und hab ich dich, so lacht mein Mut, wenn Welt und Teufel böse tut. 6. Gedenke meiner auch in allen, woran ich nicht gedenken kann, und blicke mich mit Wohl⸗ gefallen in meinem ganzen Le⸗ ben an! Denn gibst du mir, was dir gefällt, so ists um mich recht gut bestelit. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 7. Gedenke meiner, wenn ich sterbe, und wenn mich alle Welt vergißt; versetze mich in jenes Erbe, wo du mein Teil und Pe⸗ hen bist. Denn bliebst du nicht im Himmel mein, so wollt ich nie geboren sein. „Ich will mich über nichts betrüben, in deine Hände haft du mich zu Heil und Segen an⸗ geschrieben: drum sieht die Hoff⸗ nung bloß auf dich und denkt, im Glauben ungekränkt, daß Gott im besten meiner denkt. Erdmann Neumeister g. 1671 4 1756. 360. Mel. Herr ZJesu Christ, meins Lebens Licht. Erneure mich, o ewigs Licht, und laß von deinem An⸗ gesicht mein Herz und Seel mit deinem Schein durchleuchtet und erfüllet sein! 2. Ertöt in mir die schnöde Lust, feg aus den alten Sünden⸗ wust, ach rüst mich aus mit Kraft und Mut, zu streiten wider Fleisch und Blut. 3. Schaff in mir, Herr, den neuen Geist, der dir mit Lust Gehorsam leist und nichts sonst, als was du willst, will, ach Herr. mit ihm mein Herz erfüll! 4. Auf dich laß meine Sinnen gehn, laß sie nach dem, was droben, stehn. bis ich dich schau, Audesich da von Angesicht zu 10 0. Joh. Friedr. Ruopp 4 1708. 361. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Liebsser Jesu, der du mich selber durch dein Blut er⸗ kaufet, und auf dessen Namen Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 21⁵ ich als ein ahten r bin getaufet, laß mich deinen Geist regieren, solchen Namen recht zu führen. 2. Caß mich meiner Taufe Bund ernstlich immerdar be⸗ trachten, laß mich doch von Herzensgrund Satan, Welt und Fleisch vexachten, laß hin⸗ Men stets mich üben. Gott und enschen recht zu lieben. 3. Laß mich, 1166 den schma⸗ len Weg durch die enge Pforte gehen, laß auf deines Wortes Steg einzig meine Augen sehen. gib Geduld in Kreuz und Lei⸗ den, daß sie nie mich von dir scheiden. 4. Komm, vermähle selber dich, liebster Jesu, meiner See⸗ len, gönne, dab auf ewig ich dich zu meiner Lust mag wählen, gib, daß keine Trübsalsfluten löschen unsrer Liebe Gluten. 5. Laß mich hier in dieser Welt als ein wahrer Christe leben und sodann, wenn dirs gefällt, christlich meinen Geist aufgeben, auch im Himmel zu den Frommen und den wahren Christen kommen. 6. Ehre, Glücke, Kunst und Ruhm laß ich dieser Welt dahinten, aber nur mein Christentum werde ich dort wiederfinden, wo mit schönen Chritun dabn Gott will wahren Christen lohnen. Hnr. Jon. Wehrenberg g.1651 11713. 362. Mel. Wachetauf, ruftuns die Stimme. Ridie I euch. 905 mhenteiich enr JFeinde suchen euch zur Bute ja Satan selbst hat eur begehrt; wappnet euch mit Gottes Worte und kämpfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell, hier ist Immanuel. Hosiannal Der Starke fällt durch diesen Held. und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Gisien besieget sie, die ihr seid Christen, und stehet in des Herren Kraft!l Stärket euch in Jesu Namen, daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen. Wo ist des Glaubens Eigenschaftꝰ Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel, da ist Freude. Wohlan, so seid zum Kampf bereit, so krönet euch die Ewigkeit. 3. recht die wenig Jahre, eh ihr kommt auf die Totenhahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Toten wecken, und Christus wird die Weit er⸗ schrecken, so stehen wir mit Freuden auf. Gott Lob, wir sind versöhnt! Daß uns die Welt noch höhnt, währt nicht lange, und Gottes Sohn hat längstens schon uns beigelegt — Shrenkron. 4. Jesu, stärke deine Kinder und mach aus denen Über⸗ winder, die du erkauft mit deinem. Blut. Schaffe in uns neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns ent⸗ fallen will der Mut, Gieß aus auf uns den Geist. dadurch die Liebe fleußt in die Herzen, so halten wir getreu an dir im Tod und Leben für und für. Wilh. Erasmus Arends 4 1721. 21 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 363. Eigene Melodie. Ronad recht, wenn Gottes Gnade dich nun ziehet und behehrt, daß dein Geist sich recht entlade von der Past, die ihn beschwert. 2. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, Loil⸗ hinein in Gottes Reich; will der Satan wider⸗ seben. wwarde weder matt noch weich! 3. Ringe, daß dein Eifer glühe, und die exste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe: halbe Liebe hält nicht Stich. 4. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, deines Heils mit Zittern wahr; hier in dieser Leibeshöhle schwebst du täglich in Gefahr. 5. Halt ja deine dut feste, halte männlich, was du hast; recht beharren ist das beste, Rückfall ist ein böser Gast. 6. Laß dein Auge ja nicht Bei b nach der schnöden Eitel⸗ keit, bleibe Tag und Nacht in Waffen. fliehe Träg⸗ und Sicherheit! 7. Wahre Treu liebt Christi Wege, steht beherzt guf ihrer Hut, weiß von keiner Wolluf t⸗ wiiege hält sich selber nichts 2 8. Denkt bei jedem Augen⸗ blicke obs vielleicht der letzte sei, bringt dieampen ins Geschich e. holt stets neues Ol herbei. 9. Liegt nicht alle Soden im der GEin Steht nicht Sodom in der Glut? Seele, wer soll dich K erlösenꝰ Eilen, eilen ist hier gut. 10. Eile, wo du dich erretten mach dich los von allen Ketten, fleuch wie ein gejagtes Wildi 11. Lauf der Welt doch aus den Händen, dring ins stille Zoar') ein, eile, daß du mögst vollenden, mache dich von allem rein.) 1. Mose 19,22, 23. 12. Laß dir nichts am Herzen kleben, fleuch vor dem verborg⸗ nen Bann, such in Gott geheim zu leben, daß dich nichts be⸗ flecken kann. 13. Eile, zähle Tag und Stunden, bis dein Bräutgam kommt und wintzt und wenn du nun 4 Gottes buin dich zum Schauen Gottes bringt. 14. Eile, lauf ihm doch ent⸗ Pigeh sprich: ein Licht, ich n bereit nun mein Hüttlein 5 zulegen, mich dürst nach der Ewigheit. Joh. Zos. Winchler 9. 1670 7 1722. 364. Mel. O 4209511 frommer Gott. Alcgih Gott, verlaß mich nicht, b mir die Gnadenhände, ach sühre mich, dein Kind, daß ich den Lauf pollende zu meiner Seligkeit, sei du mein Lebens⸗ licht, mein Stab, mein Hort, mein Schub. ach Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach Gott, verlaß mich nicht, regiere du mein Wallen, gch laß mich nimmermehr in. Sund und Schande fallen; gih mir den guten Geist, gib Glaubens⸗ zuwersicht, sei meine Stärk und möhrt ach Gott verlaß mich M 3. Ach Gott. verlaß mich nicht, und nicht init verderben willt, ich ruf aus Herzensgrunde, ach ...Hʃ5.62—„InI‚- Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 21⁷ Höchster, stärke mich in jeder So hat uns 4* Herr geliebet, bösen Stunde! Wenn mich Bersuchung plagt und meine so vergoß er dort sein Blut: enkt doch, wie ihr ihn betrübet: Seel anficht, so weiche nicht von wennihr felbst euch Eintrag tut. mir, ach Goit verlaß mich nicht! 4. Ach dich 5 verlaß mich nicht, ach laß dich doch bewegen, ach Vater, kröne doch mit reichem Himmelssegen die Werke mei⸗ nes Amts, die Werke meiner Pflicht, zu tun, was dir geffill ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott. verlaß mich nicht, ich bleibe dir ergeben: hilf mir, o großer Gott, recht glauben, 51.. leben und selig scheiden ab, zu sehn und 205. ich 6 hilf mir in Not und ch Gott, verlaß mich Uicht Salomo Franch(7) g. 1659 1725. 365. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 90 und Herz vereint zu⸗ d an Nn 108 in Gottes Herzen Ruh! Hasset eure Geheoflammen lodern auf den Heiland zul. Er das Haupt, wir seine Glieder, er das Licht, und, wir der Schein, er der Meister, wir dis Brüder, er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gnadenkinder, und erneuert Ei euren Bund, schwöret unfrem Überwinder Lieb und Treu von Herzensgrund! Und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, o so flehet um die Wette, bis sie Jesus wieder stählt. 3. Legt es unter euch, ihr Glieder, auf— Riieend Lieben an, daß ein jeder für die Brü⸗ der auuch das Leben lassen kann. 4. Halleluja! welche Höhen, welche Demi reicher Gnad. daß wir dem ins 8 sehen, der uns— geliebet hat, daß der Bater aller Geister, der der Wunder Abgrund ist, daß du, unsichtbarer Meister, uns so 5510 nahe bist. 5. Ach du holder Freund, ver⸗ eine deine dir geweihte Schar. daß sie sich so herzlich meine, wies dein letzter Wille war; ja verhinde in der Wahrheit, die du selbst im Wesen bist, alles, was von deiner Klarheit in der 20 erleuchtet ist. 6. So wird dein Gebet er⸗ füllet, daß der Vater alle die, welche du in dich verhüllet, auch in seine Liebe zieh, und daß. wie u eins mit ihnen, also sie guch eines sein, sich in wahrer Liebe menmr. und einander gern er⸗ 7. Lebe. hast du uns geboten. daß man Liebe üben soll, o so mache doch die toten trägen Geister lebensvoll, zůnde an die Liebesflamme, daß ein jeder sehen kann: wir, als die von Einem Stamme, stehen auch für Einen Mann. 8. Laßt uns so vereinigt wer⸗ den, wie du mit dem Vater bist, bis schon hier auf diefer Erden kein getrenntes Glied mehr ist. und allein von deinem Brennen nehme 18 51 Licht den Schein: also wird die Welt erkennen. daß wir deine Jünger sein. Nach R. L. von Zinzendorf g. 1700 + 1760 von Ch. Gregor 218 366. Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade d Her⸗ Einfalt, Gnadenwun⸗ der, tiefste Wiirheit größte Kraft, schönste Zierde, Liebes⸗ schast Werk das Gott alleine ha 2. Alle 2 Mach geht in Ban⸗ den, aller Reichtum ist nur Wind alle Schönheit wird zu⸗ schanden. wenn wir ohne Ein⸗ falt sind. 3. Wenn wir in der Einfalt d stehen, ist es in der Seele licht; aber wenn wir doppelt sehen, so vergeht uns das Gesicht. 4. Einfalt ist ein Kind der Gnade, eine kluge Ritterschaft, die auf ihrem schmalen Pfade 21— nach dem und jenem 105 alt denkt nur auf das Eine, in dem alles andre steht; Einfalt hängt sich ganz alleine an den ewigen Magnet. 6. Einfalt quillt aus Jesu Wunden mit dem teuren Gottesblut; wer sie da nicht hat gefunden, der ist fern von 97 Gut. 7. Wer nur hat, was Jesus gibet, wer nur lebt aus seiner Füll, wer nur will, was ihm Deliebet,—0 nur kann, was . will 8. Wer nur geht auf seinem Hiade wer nur sieht bei seinem Licht, wer nur stets verlangt nach Gnade und mag alles andre nicht; 9. Wer ihn so mit Inbrunst liebet, daß er seiner selbst ver⸗ gißt, wer sich nur um ihn be⸗ trübet und in ihm nur fröhlich ist; Lieder vom christlichen Seben und Wandel. 10. Wer allein auf Jesum trauet, wer in Jesu alles findt: er ist auf den Fels erbauet und ein seligs Gnadenkind. A. G. Spangenberg g. 1704 4 1792. V.4 von N. L. v. Zinzendorf. 367. Eigene Melodie. Dein Erbe, Herr, das du er⸗ kauft, mit dem 90 Freund⸗ wend auffiien as, als es ward guf dich getauft, sich zu es Satans Haß verpflichtet, sieht, wie es selbst sich nicht be⸗ den kann, und Wan dich m Sieg und Beistand an. —22 Du hastder Schlange Kopf ihr Gift gedämpft, dem bezwungen; es hat dein den Tod verheert und ihn em 14001 verschlungen, die Schuld 955 gt, die freche Welt besiegt, daß inderSeind 93 deinen Füßen liegt. 3. Doch weil hier noch die Probezeit, hast du ihm so viel Macht gelassen, daß er uns kann durch Kampf und Streit bei unserm Fleisch und al5 fassen. Es stimmt die Welt, als die ihm folgt, mit ein; hier ist es not, auf seiner Hut' zu sein. 4. Mit so viel Feinden finden wir, o Herr, uns überall um⸗ geben. er eine reizt und schmeichelt hier, dort droht ein andrer unserm Leben, ja alle⸗ samt sind sie darauf bedacht, daß unser Geist werd um sein Heil gebracht. 5. Wer ist hier tüchtig, Zu be⸗ —— und über Lust und Jurcht zu siegen? Soll es durch unsre Kraft geschehn, so werden wir Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 219 Pflicht, ich komme, Herr, voll bald unterliegen. Die Feinde sind zu listig, stark und groß, wir aber 11005 von Macht und Weisheit bloß. 6. Doch was uns fehlt, das finden wir, erwürgtes Canmn, in deinen stand ist uns gut dafür, daß uns kein Satan kann nte du ziehest uns mit Kraft und Weis⸗i heit an, daß unser Geist weit abn men kann. 7. Gib nur, daß wir nicht 198810 noch selbst die Waffen niedexlegen; flöß uns die Kraft Glaubens ein, damit wir Wutte streiten mögen; bewahre uns vor weicher Zärtlichkeit, wenn Fleisch und Blut sich vor dem Kreuze scheut. 8. So wollen wir, wenn nach dem Streit die frohen Sieges⸗ lieder klingen, in jener stillen Ewigkeit, o Heiland, deinen Ruhm besingen, wenm du den Tod, den letzten Feind besiegt, 190 alles nun zu deinen F üßen Woh. Jak. Rambach g. 1693 + 1735. 368. Mel. Herr D meins Lebens icht. Hien bin ich, lt du rufest mir, du ziehest mich, folge dir. Du forderst von mir Herz und Sinn, mein Schöpfer, nimm, ach nimm es hin! 2. Ich hab oft deinen Wink perschmäht, es ist mir leid, ich komme spät; doch ist mir lieb. daß deine Güt noch auf mich armen Sünder sieht. Schätzen; dein Bei⸗ Reu und Buß;: ach aber, ach wie wankt mein Fuß! 4. Es geht mir, wie es Petro ging: dort komnit ein Sturm. ich sink, ich sink. Ach reiche mir die starke Hand, so wird das Sinken abgewandt. „5, Du riefest mich, nun ruf dir. Mein Heiland, komm 10 Hülfe mir!“ Mein' matter uß kann nirgend fort, ach trage mich an Stell und Ort! 6. Flößt du mir Matten Kräfte ein, so werd 95 künftig stärker sein so folg 00 5 ir, mein err und Gott, durch Flut und lut, durch Not und Tod. Joh. Jak. Rambach g. 1693 7 1735. 369. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 2 Gn A* che frommes Herz, Geber aller Gahen! den chn Reichtum sein, den ich begehr zu haben, das mein höchster Ruhm, mein Schmuchk und schönste Pracht, denn Incgem sein wird bei Gott und Engeln hoch geacht. 2. Gib mir ein frommes Herz, in allem meinem Denken, wenn sich mein eitler Sinn auch will ich mich dor en lenken. Ach schrecke mich doch ab von der Gottlosen Weg und führe mich, o Gott, den rechten Himmelssteg! 3. Gib mir ein frommes Herz, das sich nicht läßt verführen. laß deinen Kuten Geist dasselbe kräftig rühren! Herr, laß mich nimmermehr auf höͤses Beispiel 3. Ich wag es gber länger sehn, vielmehr mit aller Treu nicht, zu unterlafsen meine in Christi Stapfen gehn! 220 4. Gib mir ein frommes Herz, wenn ich viel Böses höre, daß die Gewohnheit nicht mich auch zuletzt betöre; schließ meine Ohren zu, gib deinem Worte Kraft. das sagt du forderst auch von Worten Rechenschaft. 5. Gib mir ein frommes Herz, wenn ich die Welt betrachte, daß ich die Eitelkeit und Sün⸗ denlust verachte. Es muß die schnöde Welt mit ihrer Lust ver⸗ gehn, den Frommen aber bleibt der Himmel offen stehn. 6. Gib mir ein frommes Herz, daß ich fromm sei und bleibe und nur, was dir gefällt, in meinem Leben treibe. Heut fromm sein, morgen hös und so in Wankelmut bald Guts, bald Böses tun, stürzt in die Höllenglut. 7. Gib mir ein frommes Herz, daß ich nicht von dir weiche und nicht der schnöden Welt in ihren Sünden gleiche. Ich will von ihrem Tun mich sondern gänz⸗ lich ab und in der Gottesfurcht beharren bis ins Grab. 8. Gir mir ein frommes Herz, so wird mirs auch wohlgehen: du wirst mein Beistand sein, wenn Unglückswinde wehen. Den Frommen ist ja Gnad und Hülfe zugesagt, wenn die ver⸗ diente Straf der Bösen Rotte plangt. 9. Gib mir ein frommes Herz. A so kann ich lind sterben und als ein Gotteskind das Himmel⸗ reich ererben. Im Himmel wird ja einst die Frömmigkeit ge⸗ krönt, die auf der Erden nur von Bösen wird verhöhnt. 10. Gib mir ein frommes Herz! Wenn du mir das wirst Lieder vom christlichen Leben und Wandel. geben, so will ich dankhar sein in meinem ganzen Leben, so wird mein Herz und Sinn sich lenken himmelwärts Drum bitt ich noch einmal: Gib mir ein frommes Herz! Joh. Friedr. Starck g. 1680 4 1756. 370. Eigene Melodie. O Vaterherz, o Licht, o Leben, o treuer Hirt, Immanuel, dir bin ich einmal übergeben, dir, dir gehöret meine Seel. Ich will mich nicht mehr selher füh⸗ ren, der Vater soll das Kind re⸗ gieren; so geh nun mit mir aus und ein und leite mich nach allen Tritten! Ich geh, ach hör, Herr, mein Bitten, für mich nicht einen Schritt allein. 2. Was kann dein schwaches Kind vollbringen? Ich weiß mir gar in keinem Rat; drum sei in groß und kleinen Dingen mir immer selber Rat und Tat. Du willst dich meiner gar nicht schämen, ich kann dich ja zu allem nehmen, du willst mir selber alles sein; so sollst du denn in allen Sachen den An⸗ fang und das Ende machen, dann stellt sich lauter Segen ein. 3. Du gängelst mich, ich kann nicht gleiten; dein Wort muß ewig festestehn: du sprichst, dein uge soll mich leiten, dein An⸗ gesicht soll vor mir gehn, ja deine Güt und dein Erbarmen soll mich umfangen und um⸗ armen, O daß ich nur recht kindlich sei, bei allem gläubig zu dir flehe und stets auf dei⸗ nen Wink nur sehe, so spür ich täglich neue Treu. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 22 4. O daß ich auch im Klein⸗ sten merke auf deine 1ich much Güt und Treu, damit Di mich im Glauben stärke, dich lieb und lob und ruhig sei und deine Weisheit lasse walten, stets Ordnung. Maß und Ziel zu halten; sonst lauf ich vor, da lauf ich an. Drum mach im Besten mich gelassen; nichts ohne dich mir anzumaßen; was du nur tust ist wohlgetan. 5. Ach, mach einmal mich treu und stille, daß ich dir im⸗ mer folgen kann; nur dein, nur dein vollkommner Wille sei mir 7 Schranke, Lauf und Bahn! Laß mich nichts mehr für mich verlangen, ja laß mir nichts am Herzen hangen als deines großen nem Sicl ain Er⸗ der sei allein mein Ziel auf Er⸗ den; ach laß mirs nie verrücket werden, denn ich bin ja dein Eigentum. 6, Laß mich in dir den Vater preisen, wie er die Liebe selber ist; laß deinen Geist mir klär⸗ lich weisen, wie du von ihm bmedem mir bist. Ach offen⸗ bare deine Liebe und wirke do die heißen Triehe der wahren Gegenlieb in mir, durchdringe dadurch Herz und Sinnen, daß ich hinfort mein ganz Beginnen in deiner Lieb und Lob nur 7 4500. ne mich, nur dir zu leben, der du mein Herr und Bräutgam bist. Was dir sich nicht will ganz ergeben und was nicht deines Willens ist, das Buut bald in dem Gewissen. Hez lut und Rae u auf mich fließen und tilge, was nicht lauter heißt. Laß nur dein Lob das Lust mir werden und dann 5 Heil der armen Herden. Kin einer reinen Lieb im Geisti 8. So lob und lieb ich in der Stille und ruh a Kind in dei⸗ nem Schoß. Das Dule Wee trinkt aus deiner Füll Braut steht aller Sorgen blob: sie sorget nur allein in allen. dir, ihrem Bräutgam, zu ge⸗ fallen, sie schmuͤckt und hält sich dir bereit. Ach zeuch mich, zeuch mich weit von hinnen; was du nicht bist, laß ganz zerrinnen, o reiner Glanz der Ewigheiti Karl Heinr.v. Bogatzky g. 1690 4 1774 371. 1. Petri 1, 4, 5. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seele. B Seele mich, o Freund der Seele, durch deine Macht zur Seligkeit; hier gibts noch mördervolle Höhlen von außen ümtend von innen Sud viel tausend Mängel und Ge⸗ brechen, die Mut und Gewid ich Windemn schwächen. Gewiß ich ch würde noch Reh mnd S bei so viel Schlingen. Metz und Stricken, damit der Feind sucht zu be⸗ rücken, wenn mich nicht Gottes Macht erhält. 2. Der Schutz steht nicht in meinen Händen aud. in der Kreaturen Macht, zu dir, zu dir will ich mich wenden. dein Alig und Herz hat auf mich acht. Wie du mir nun das Heil er⸗ worben, da du für mich am Kreuz gestorben, so mußt du wahrlich auch gilein vor aller Macht 5 öllenscharen mich zu der Seligkeit bewahren und 222 Lieder vomtchristlichen TLeben und Wandel. mir mein Schild und Sonne sein. 3. Mein Bater, du hast mir das Erbe von Ewigkeit ja zu⸗ bereit; ach sorge, daß ich Onicht verderhe durch schnöde Träg⸗ und Sicherheit, was du dem Glauden beigeleget. Wenn Feindes List und Macht sich reget, mir das geschenkte gute Teil aus Herz und Händen sucht zu bringen, so laß mich wachen, beten, ringen, ja wache selber für mein Heil! 4. Inmnanuel, in deine Hände ergeb ich mich mit Ceib und Seel; mein A und O, Anfang und Ende, du bist mein Teil, das ich erwähl; du bist im⸗ i et mich 1. erhalten alt so deiner Macht zu walten, daßh Feindes Macht zuschanden wird. Er muß trotz allem Grimm und Hassen dein Schaf dir in den Händen lassen; du, du, Jehova, bist mein Hirt. 5. Dein Geist, der ewig bei uns bleibet, dein Geist, der alle Dinge schafft, dein Geist, der uns belebt und treibet. ist unser mit der Wuhat, Pran Er ist der Mahlschatz, Pfand und Siegel, ein harber Beistand, chloß und Riegel, die ehr und ni so uns schützt, ein Quell, der auf die Dürren flie⸗ ßet, den Traurigen das Le versüßet, und der die Schwa⸗ 6 unterstützt. 6. Ist Gottes achide da zum Bewahren, so lach der Sünd und Hölle Macht! Du⸗ wisst zu deinem Heil erfahren, wenn alles stürmet. blitzt und kracht, mie Gottes Wort dich nicht be⸗ krüget, wie seine Hand gewaltig sieget; verzage nur an eigner Kraft! Wirst du mit deinem dih Klaltig in Gottes Macht dich 2 äubig legen, so übst du gute Ritterschaft. 7. Auf jenes Kleinod mußt du schauen, das Kleinod deiner Seligkeit, und hör nicht auf. ihm zu vertrauen, der täglich dir die Hände beut: du wirst wahrhaftig überwinden und endlich alles, alles finden, Ge⸗ rechtigkeit und und C ver⸗ lärt bei Gott und Engeln wohnen, in höchster Ehr mit Christo thronen, voll Lob, voll Licht, voll Fried und Freud. Z. Ludw. Konr. Allendorf g.169371773 372. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. Wommt. Kinder, laßt uns gehen, der Abend kommt herbei; es ist gefährlich stehen in dieser Wüstenei; kommt, stärket euren Mut, zur Ewig⸗ keit zu wandern, von einer Kraft zur andern; es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht gereuen der schmale Pilgerpfad; wir kennen ja den Treuen, der uns gerufen hat; kommt, folgt und trauet dem, ein jeder sein Ge⸗ id sichte mit ganzer Wendung richte fest nach Jerusalem! 3. Kommt, Kinder, laßt uns gehen, der Bater gehet mit. Er selbst will bei uns stehen in jedem sauren Tritt; er will uns machen Mut mit süßen Sonnenblicken uns locken und Am 8 ach ja, wir habens gut. —— — ——4—— N NV Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 223 4. Ein jeder munter eile, wir sind vom Ziel noch fern. Schaut auf die Vewersäule,) die Gegen⸗ wart des Herrn! Das Aug nur eingekehrt, da uns die Liebe winket und den, der folgt und sinket, den wahren 12 15 27 lehrt.) 2. Mose 13,2 5. Kommt, Kinder, laßt Im wandern, wir gehen Hand an Hand, einsfreuetsichamandern in diesem wilden Land. Kommt, labt uns kindlich swen uns auf dem Weg nicht streiten;“) die Engel uns begleiten als unfre 10 Solit⸗ fallen, so greif der Stärkre zu, man trag, man helfe allen. man pflanze Lieb und Ruhl Komumt. bindet fester an, ein ieder sei der Kleinste, doch auch wohl gern der an auf unsrer Liebes⸗ 00 Wenmnn labt uns munter wandern der Weg hürzt immer ab; ein Tag der folgt dem an⸗ dern, bald fällt das Fleisch ins Grab: nur noch ein wenig Mut, nur noch ein wenig treuer, von allen Dingen freier, gewandt zum ewgen Gut! 8. Es wird nicht lang mehr währeg⸗ halt't noch ein wenig aus! Es wird nicht lang mehr währen, so kommen wir nach Haus: da wird man ewig ruhn. wenn wir mit allen Frommen daheim zum Vater kommen; wie wohl, wie wohl wirds tuni 9. Drauf wollen wirs denn wagen, es ist wohl Wagens wert, und gründlich dem ab⸗ scwer was Welt du bi und be⸗ chwert. Welt, du bist uns zu klein, wir gehn durch Jesu 7. Mose 45, 24. 6. Sollt Schwacher Moeweider Släuhte znt keit und eilst uns beizustehen. Leiten hin in die Ewigkeiten, es soll nur Jesus sein. 10. O Freund, den wir er⸗ lesen, o allvergnügend Gut. o ewigbleihend Wesen, wie reizest du den Mut! Wir freuen uns in dir, du unsre Wonn und Leben, worin wir ewig schweben, du unsre ganze Zier! Gerh. Terstegen g. 1697 4 1769. 373. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Goh deine Güte reicht so weit. so weit die Wolken gehen; du krönst uns mit Barmherzig⸗ Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. 2. Ich bitte nicht um Uberfluß und Schätze dieser Erden, laß den soyiel ich haben muß. nach deiner Gnade werden; gib mir nur Weisheit und Verstand dich Gott, und den, den du gesandt, und mnich elbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren. des guten Namens Eigentum laß mich nur nicht perlieren Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem eLiehe und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt 60 dich, Herr Zebaoth, Im ni When Tanaur Leben. Demut, Mut in Fot, Has Awollest dui mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden! Chr. J. Gellert g. 1715 4 1769. 22⁴4 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 374. Mel. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. So jemand sagt. ich liebe Gott, und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Syott und reißt sie ganz dar⸗ nieder. Gott ist die Lieb und will, daß ich den Nächsten liebe gleich als mich. 2. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines Leibes Glieder, drum diene deinem Nächsten gern. denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich, mein Nächster ist sein Kind wie ich. 3. Ein Heil ist unser gller Gut, Ich sollte Brüder hassen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erzaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich versühnt. hab ich dies mehr als sie verdientꝰ 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von mei⸗ nen Tagen, ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergibst, und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier disen dem Kleinsten auch von diesen, das sieht er, mein Erlöser, an, als hätt ichs ihm Meirschn Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein und Gott in Brüdern nicht erfreuen? 6. Ein unbarmherziges Ge⸗ richt wird über den ergehen, der nicht barmberzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist ein Herð, das dich durch Liebe preist. Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. 375. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. Gebh hin nach Gottes Willen in Demut und Vertraun, lern das Gebot erfüllen, sein großes Feld zu baun. Frag nach der Ernte nicht, du darfft den Lohn nicht messen, mußt Freud und Lust vergessen, nur sehn auf deine Pflicht. 2. Willst du nur sein geborgen und vor der Welt geehrt, so kannst du nicht besorgen, was deinem Herrn gehört; sieht jemand auf Gewinn, sucht Schätze nur auf Erden, um glücklicher zu werden, der hat den Lohn dahin. 3. Doch hast du deine Gahen dem Dienst des Herrn geweiht, so wirst du Augen haben zu sehn, was er gebeut. Das tue still und gern, du darfst nicht zaudernd Heahlen nicht rechnen und nicht zählen; er ruft, du folgst dem Herrn. 4. Nur frisch an allen Enden die Arheit angefaßt! Mit un⸗ verdroßnen Händen sei wirk⸗ sam ohne Rast! Das ist der rechte Mut. Streu aus den ed⸗ len Samen und wirk in Gottes Namen, so keimt und wächst es gut. Joh. Friedr. Möller g. 1789 4 1861. 376. Eigene Melodie. So nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende, und ewiglich! Ich mag allein nicht gehen, nicht einen Schritt; wo du wirst gehn und stehen, da nimm mich mit! * „2.......25 —.———— ——..—2. — 222..—.—2—.— Lieder vom Gebete. 22⁵ 2. In dein Erbarmen hülle mein schwaches Herz und mach es gänzlich stille in Freud und Schmerz. Laß ruhn zu deinen Füßen dein armes Kind: es wird die Augen schließen und glauben blind. 3. Wenn ich auch gleich nichts fühle von deiner Macht, du führst mich doch zum Ziele, auch durch die Nacht. So nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende, und ewiglich! Julie von Hausmann g.1825 11901. XX. Lieder 377. Eigene Melodie. ater unser im Himmelreich. der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an und willst das Beten von uns habn, gib, daß nicht bet gllein der Mund. hilf. daß es geh von Herzensgrund. 2. Geheiligt werd der Name dein, dein Wort bei uns hilf Heuth rein, daß auch wir leben eiliglich, nach deinem Namen würdiglich. Behüt uns. Herr. vor falscher Lehr, das arm. ver⸗ führte Volb bekehr! 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit, der heilge Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei, des Satans Zorn und groß Gewalt zerbrich. vor ihm dein Kirch erhalt! 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich auf Erden wie im Himmelreich, gib uns Ge⸗ duld in Leidenszeit, gehorsam sein in Rieb und Seid. wehr und steur allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen tut. 5. Gib uns heut unser täglich rot und was man braucht zur Leibesnot, behüt uns, Herr, vor vom Gebete. Unfried. Streit, vor Seuchen und vor teurer Zeit, daß wir in gutem Friede stehn, der Sorg und Geizes müßig gehn. 6. All unsre Schuld vergib uns, Herr, daß sie uns nicht etrübe mehr. wie wir auch un⸗ sernSchuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern; zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit! . Führ uns, Herr, in Ver⸗ suchung nicht! Wenn uns der böse Geist anficht, zur linken und zur rechten Hand hilf uns tun starken Widerstand, im Glauben fest und wohl gerüst und durch des heilgen Geistes Trost! 8. Von allem Vbel uns erlös, es sind die Zeit und Tage hös. Erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not, bescher uns guch ein seligs End nimm unsre Seel in deine Hand! 9. Amen, das ist, es werde wahr. stärk unsern Glauben im⸗ merdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, was wir hiemit gebeten habn auf dein Wort, in dem Namen dein: so sprechen wir das Amen fein. Martin Luther g. 1483 4 1546. 15 226 Lieder vom Gebete. 378. Mel. Wär Gott nicht mit uns diese Zeit. O Vater, unser Gott. es ist un⸗ möglich auszusinnen, wie du recht anzurufen bist, man kanns Den 6 eins beginnen. Deshalben geuß, wie du ver⸗ heißt, selbst über uns aus dei⸗ nen Geist der Gnad und des Gebetes, 2. Daß er bei dir uns kräftig⸗ 19 mit Seufzen mög vertreten, so oft wir kommen, Herr. vor dich zu danken und zu beten. Laß nicht nur plappern unsern Mund, hilf, daß zu dir aus Herzensgrund. o großer Gott. wir rufen. 3. Zeuch unser Herz zu dir hinauf im Beten und im Sin⸗ gen und tu uns auch die Lippen auf, dir Opfer dir zu bringen, das dir gefalle, wenn allda das Herz ist mit den Lippen nah und nicht von dir entfernet. 4. Im Geist und Wahrheit laß zu dir das Herz uns immer richten, mit Andacht beten für und für, ohn fremdes Denkn und Dichten. Gib uns des Glaubens Zupersicht, daß wir die Bitte zweifeln nicht durch 8 zu erhalten. ilf, daß wir keine Zeit 190 aß im Beten dir vor⸗ schreiben, anhalten ohne Unter⸗ laß, bei dem allein auch bleiben, was dein Will ist, was deine Ehr und unfre Wohlfahrt uns noch mehr befördert hier und ewig. 6. Caß uns im Weude und Gemüt auf unsre Werk nicht bauen, auf deine unaussprech⸗ lich Güt laß einzig uns ver⸗ trauen. Ob wir es gleich nicht würdig sein, wollst du aus 1510 ter Gnad allein uns doch d Bitt gewähren! 7. Du. Bater, weißt, was uns gehricht, solang wir sind im Leben; es ist dir auch verbor⸗ gen nicht, in was Gefahr wir schweben. Um den Bat⸗ flehen wir dich an, dein Vaterherze uns nicht kann verlassen, deine Kinder. 8. Wir haben ja die Freudig⸗ keit in Jesu Christ empfangen, 80. Gnadenstuhl ist da bereit, die Hülfe zu erlangen. Drum laß hier und an allem End uns stets aufheben heilge Händ, 0 dir gen Himmel schreien! Dein Nam, o Gott, ge⸗ hellgt werd, dein Reich laß zu uns kommen, dein Will ge⸗ schehe guch auf Erd, gib Brot, Fried, Nut 527 Frommen, ali unsre Sünden uns verzeih, steh uns in der Ver suehung bei, er⸗ lös uns von dem Ubel! 10. Dies alles, Vater, werde wahr, du wollest es erfüllen. Erl 561 und hilf uns immerdar um Jesu Christi willen, denn dein, o Herr, ist allezeit von Ewigkeit zu Ewigkeit das Reich, die Macht und Ehre. David Denicke g. 1603 + 1680, oder Justus Gesenius g. 1601 1673. 379. Mel. O Gott, du— Gott. Mel Wohl auf, mein Herz, zu Gott dein Andacht fröhlich bringe, daß dein Wunsch und ——42 —— —————.— /e e — Lieder vom Gebete. 227 Gebet durch alleWolken dringe, weil dich Gott beten heißt, weil dich sein lieher Sohn so freu⸗ dig treten heißt vor seinen Gna⸗ denthron. 4. 2. Dein Vater ists, der dir befohlen hat zu beten; dein Bruder ists, der dich vor ihn W' getrost heißt treten; der werte Tröster ists, der dir die Wort gibt ein: drum muß auch dein I Gebet gewiß erhöret sein. 3. Da siehst du Gottes Herz, das dir nichts kann versagen. Sein Mund, sein teures Wort vertreibt ja alles Zagen. Was dich unmöglich deucht, kann seine Baterhand noch geben, die d von dir so viel Not abgewandt. 4. Komm nur, kommm freudig her in Jesu Ehristi Namen, sprich: Lieber Vater, hilf, ich bin dein Kind, sprich Amen! Ich weiß, es wird geschehn, du wirst mich lassen nicht, du wirst, du willst, du kannst tun, was dein Wort verspricht. Joh. Olearius g. 1611 4 1684. was dir gebricht; deine Not mußt du ihm klagen und in keiner Not verzagen. 3. Rufen, schrein, anklopfen, beten ist der Christen beste Kunst. allzeit freudig vor ihn treten findet Hülfe, Gnad und Gunst. Wer Gott fest vertrauen kann, ist der allerbeste Mann: der wird allzeit Rettung finden, kein eind wird ihn überwinden. 4. Serne Gottes Weise mer⸗ ken, die er bei den Seinen hält; er will ihren Glauben stärken, wenn sie Unglück überfällt. Unser, Gott, der lebt ja noch, schweigt er gleich, so hört er och. Schrei getrost, du mußt nicht zagen, dein Gott kann dir nichts versagen. 5. Laß dich Gottes Wort re⸗ gieren, merke, was die Wahr⸗ heit lehrt; Satan wird dich nicht verführen, der die ganze Welt verkehrt. Gottes Wahrheit ift dein Licht, dein Schutz, Trost und Zuversicht. Trau nur Gott, 380. Mel. Werde munter, mein Gemüte. ö Wenn dich Unglück hat be⸗ treten wenn du steckst in Angst und Not, mußt du fleißig zu Gott beten, beten hilft in Rot und Tod, daß du Gottes Angesicht auch im Kreus auf dich gericht kannst aus seinem Wort erblicken und dein Herz mit Trost erquicken. 2. Keiner wird jemals zu⸗ schanden, der sich seinem Gott vertraut; kommt dir gleich viel Not zuhanden, hast du auf ihn wohl gebaut. Obs gleich scheint, als hört ers nicht, weiß er doch, der kann nicht lügen, bet, du wirst gewiß obsiegen. 6. Lob sei Gott für seine Gnade! Seine große Güt und Treu macht, daß mir kein Feind nicht schade, sie ist alle Morgen neu. Drum will ich mein Keben lang immer sagen Lob und Dank meinem Gott in allen Dingen, fröhlich Halleluja singen. Joh. Olearius g. 1611 4 1684. 381. Ev. Joh. 16, 23—30. Eigene Melodie. ir, dir, Jehova, will ich sin⸗ gen denn wo ist doch ein solcher Gott wie du? Dir will 15² 228 2— amnd Lieder bringen, ach Lieder vom Gebete. 5. Wohl mir. daß ich dies Lib 0 zichte Geistes Kraft boller habe! Drum bin ich En daß ich es su im Namen Jesu Hall so wie es dir durch ihn gefällig ist. 2. Zeuch mich. o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir, dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Simne Don Aueden regier, daß ich den Runddnr Gottes schmeck und fühl und dir darob im Herzen sing und spiel. Güte, so wird gewiß mein in Gest und W. und ich bet dich im Geist und Wahrheit an. so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind: der lehret mich recht gläuhig Weh demm Rind meinem Geist.d ind und ein Miterbe Hs Chri sei daher ich Abba, daß ich bet in deinem Namen, der Bater! schrei. 5. Wenn dies aus meinemd Herzen schallet durch Tuah. 10 hucht denn Potzherd rieb richt dein Baterherz und wallet ganʒ L10b. 50 gegen 10 ö vor heißer„daß mirs Bitte nicht et ggen kann, die ich ö nach deinem Willen hab getan. 6. Was mich dein Geist den. bitten lehret, das ist nach dei⸗ nem Willen eingericht und wird gewiß von dir erhöret, weil es im Ramen deines Sohns ge⸗ schicht, durch welchen ich dein sprung hres guten Erbe bin und nehme mich wahre Freudigkeit und im Kind um von dir Gnad um Gnade hin. voller Trost und Freudigkeit und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir verlange jeder⸗ zeit, die gibst du und tust über⸗ schwenglich mehr, als ich ver⸗ stehe, bitte und begehr. 8. Wohl mir, ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten Zelbst vertritt in ihm ist alles Ja und Amen was ich pon dir im Wmr und Glauben 3. o wud mir, Höchster. solche in⸗ gen recht getan. so undechbedich ö bitt. Wohl mir. Loh dir jetzt und in Ewigkeit. daß du mir schenkest solche Seligkeit! Barthol. Crasselius g. 1667 4 1724. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Siei Vater. deinen Geist, da ich vor dein Antlitz trete, wie du mich selber,heißt. ö 10 im Geist und Wahrheit bete. O5 L. 15 5 mich dich recht erkennen un dich Abba. Vater nennen. 2. Süßer Jesu, hilf du mir, daß was 928 verheißt in dir, mir auch werde Ja und Amen. Sprich für mich und laß mich sehen dich zur Rechten Gottes stehen! 3. Heilger Geist erleuchte mich und entzünde mein Ber⸗ langen, daß ich Gottes Huld durch dich voller Inbrunst mög empfangen. Run ie der Wen zieh die Sinnen aus der Welt zu dir von hinnen! 4. Heilige Dreieinigkeit, Ur⸗ Gaben, laß Herzen Zeugnis haben, daß Lieder vom Gebete. 229 du stets nach deinem Willen wollest meine Bitt erfüllen. Joh. Herm. Schrader g. 1684 1737. 383. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. B dem heü heilge dich mit „dem heilgen Ole, Jesu Geist ergieße sich dir in Herz und Seele, laß den Mund alle Stund von Gebet und Flehen heilig übergehen! 2. Heilige den heilgen Brand, deines Geists Verlangen, dem ders Blut an dich gewandt, heilig anzuhangen. Heilger Rauch sei es auch, der zu Gott aufgehet, wenn dein Herze flehet. 3. Das Gebet der frommen Schar, was sie fleht und bittet, das wird auf dem Rauchaltar por Gott ausgeschüttet, und da ist Jesus Christ Priester und Versühner aller seiner Diener. 4. Kann ein einiges Gebet Einer gläubgen Seelen, wenns zum Herzen Gottes geht, seines Zwecks nicht fehlen, was wirds tun, wenn sie nun alle vor ihn treten und zusammen beten? 5. Wenn die Heilgen dort und hier, Große mit den Kleinen, Engel, Ein Gebet aus von ihnen allen, wie muß das erschallen! 6. O der unerkannten Macht von der Heilgen Beten, ohne I, Menschen mit Begier alle sich vereinen, und es geht das wird nichts vollbracht so in Freud als Nöten; Schritt für Schritt wirkt es mit, wie zum der Sem Freunde, so zum End der Feinde. 7. O so betet alle drauf, betet immer wieder, heilge Hände hehet auf, heiligt eure Glieder, heiliget das Gebet, das zu Gott sich schwinget, betet, daß es dringet! 8. Betet, daß die letzte Zeit hollends übergehe, daß man Christi Herrlichkeit offenbaret sehe; stimmet ein insgemein mit der Engel Sehnen nach dem Tag. dem schönen! 9, Eure Bitten, die ihr tut zu Gott von der Erden sollen eine heilge Glut des Altares werden. Aber nur eignes Feur lasset weit von dannen von der heilgen Pfannen.) 7) 2. Mos. 9, 23,24: 10, 1,2. 10, Das Gebet hat Christi Gunst. wo mans ernstlich übet; und das ist der Heilgen Kunst: bitten, wie ers liebet, daß ge⸗ scheh je und je, wie ers vor⸗ genommen auf sein endlichs Kommen. 11. Dies Verlangen muß porher in der Seele glimmen, o macht aus dem Bitten er Donner, Blitz und Stimmen; die ergehn und geschehn, daß die Feinde beben und Gott Ehre geben. Chr.Karl Ludw.v. Pseil g. 1712 71784 384. Eigene Melodie. War mein Gott will, gescheh allzeit, sein Will der ist der beste. Zu helfen ist er dem he⸗ reit der an ihn glaubet feste. Er hilft aus Not. der fromme Gott, und tröst die Welt ohn Maßen: wer Gott vertraut, fest auf ihn f baut, den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost und Zupersicht. mein Hoffnung und mein Leben; was mein will daß mir geschicht, will ich nicht widerstreben. Sein Wort ist wahr, denn all mein Haar er selber hat gezählet. Er hüt und wacht, stets für uns tracht, auf daß uns gar nichts fehlet. 3. Drum, muß ich Sünder von der Welt hinfahrn nach Gottes Willen zu meinem Gott, wanns sule gefällt, will ich ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott den dr in meiner letzten Stun⸗ Ii den, du frommer Gott. Sünd. Höll und Tod hast du mir liber⸗ wunden. 4. Noch eins, Herr, will 1080 bitten dich, du wirst 9 0r nicht versagen; Wenn mich der böse Geist anficht, laß mich, wehr, ach Gott, mein Herr, zun Ehren deinem Namenl Wer das begehrt, dem wirds ge⸗ währt. Drauf sprech ich fröh⸗ lich: Amen. Um 1554. Eigene Melodie. Waum betrübst dudich, mein Hers, bekümmerst dich und XXI. Kreuz⸗ und Trostlieder. Gott Herr, nicht verzagen, hilf, und auch trägest Schmerz nur um das zeitlich Gut? Vertrau du dei⸗ nem Herrn und Gott, der alle Ding erschaffen hat. 2. Er kann und will dich lassen nicht, brt 401.5 auch wohl, was dir gebricht, Himmel und Erd ist sein. Mein Bater und mein Herre Gott, der mir bei⸗ steht in aller Not! 3. Weil du mein Gott und Vater bist, wirst du dein Kind verlassen nicht. du ner Erden⸗ Herz. Ich h hin ein armer Erden⸗ Troft auf Erden weiß ich keinen Trost. 4. Der Reich verläßt sich auf sein Gut, ich aber will dir traun. 45 Ott; ob ich gleich werd peracht, so weiß ich und glaub festiglich, wer dir vertraut, dem x 995 0 nicht. 5. Ach Gott, du bist noch heut so reich, als du gewesen ewig⸗ lich, mein Traun steht ganz zu dir. Mach mich an meiner ö ewigl reich, so hab genug ich glich. 6. Zeilich Ehr will ich ganz entbehrn, wollst mir das Ewge nur gewährn, das du erworben hast durch deinen herben bittern Tod; das bitt ich dich, mein Herr und Gott! 7. Alles, was ist. ibe dieser Welt, es sei Gold, Silber oder Geld, Reichtum und zeitlich Gut, das währt nur eine kleine Zeit und hilft doch nicht zur Seligkeit. 8. Ich dank dir, Hun 0 Gostes Sohn, daß du mir solches kund getan Dunch dein göttliches Wort. Verleih mir 2* e auch Bestä Seele Senhen. 9. Lob. Ehr und Preis sei dir gesagt für alle dein erzeigt Wohltgt; ich bitt demütiglich: Laß mich nicht von dein'm An⸗ gesicht verstoßen werden ewig⸗ lich! 1565. 386. Eigene Melodie. Von Gott will ich nicht lassen. denn er läßt nicht von mir, führt mich auf rechter Straßen, da ich sonst irrte sehr. Er reicht mir seine Hand. den Abend und den Morgen tut er mich wohl versorgen, wo ich auch sei im and. 2. Wenn sich der Menschen Hulde und Wohltat all ver⸗ kehrt, so findt sich Gott gar balde, sein Macht und Gnad bewährt; hilft mir in aller Not, errett von Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden, und wenns auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit; es kann mir gar nicht grauen, er wendet alles Leid. Ihr heimgestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben, er schaffs, wies ihm gefällt. 4. Es tut ihm nichts gefallen. denn was mir nützlich ist. meints gut mit uns allen, schenht uns den Herren Christ, ja, seinen lieben Sohn; durch ihn er uns bescheret, was Leib und Seel ernähret, lobt ihn ins Himmels Thron. 5. Lob ihn mit Herz und Munde, welchs er uns beides Ihm sei es 1150 Trostlieder. 231 das ist eine selge unde darin man sein ge⸗ denkt; sonst verdirbt 6 Den die, man zubringt auf Erden. Wir sollen selig werden und 56303 in Ewigheit. 6. Auch wenn die Welt ver⸗ gehet mit ihrer stolzen Pracht, nicht Ehr noch Gut bestehet, das vor war groß geacht. Wir werden nach dem Tod tief in die Erd begraben; wenn wir geschlafen haben, will uns er⸗ wecken Gott. 7. Die Seel bleibt unverloren. geführt in Abrams Schoß; der Leib wird neu geboren, von allen Sünden los, gans heilig, rein und zart, ein Kind und Erb des Herren: daran muß ums nicht irren des Teufels listge Art. 8. Darum ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ich auch wohl verschulde, kommt doch die Ewigheit, die aller Freude voll; dieselb ohn einigs Ende, dieweil ich Christum kenne, mir widerfahren soll. 9. Das ist des Vaters Wille. der uns geschaffen hat; sein Sohn hat Guts die Fülle er⸗ worben uns und Gnad; auch Gott der heilge Geist im Glau⸗ ben uns regieret, zum Reich der Himmel führet. Ihm sei Er Lob, Ehr und Preis! Ludwig Helmbold g. 1532 + 1598. 387. Eigene Melodie, oder Was mein Gott will, das g'scheh. Wiceb Gott vertraut, hat wohl gebaut im Himmel und auf Erden; wer sich verläßt auf 232 Kreuz⸗ und Trostlieder. Sun Christ, dem muß der immel werden. Darum auf dich all Hoffnung ich ganz fest allseit tu setzen, Herr Zesu Christ, mein Trost du bift in 2 10 Not und Schmerzen. Und wenns gleich wä 925 Teufel sehr und aller Wal uwider, dennoch so bist d esu. Christ, der sie all schlägi darnieder. Und wenn ich dich nur hab um mich mit deinem Geist und Gnaden, so kann fürwahr mir ganz und gar nicht Tod noch Teufel schaden. 3. Dein tröst ich mich ganz sicherlich, denn du kannst mirs wohl geben, was mir ist not, getreuer Gott in dies'm un ienem Leben. Gib wahre Reu mein Herz erneu, errette Leib und Seele! Ach höre, Herr, dies mein Begehr und laß mein Bitt nicht fehlen! BV. 1 ZJoach. Magdeburg g. 1525 +nach 1583. V. 2 u. 3 1597. 388. Mel. Vater unser i im Himmelreich. Aeled 0 b wie manches Herze⸗ leid begegnet mir zu dieser Zeit; der schmale Weg ist trüb⸗ salvoll, den ich zum Himmel wandern soll; wie schwer doch lässet Fleisch und Blut sich zwingen zu dem ewgen Gut! 2. Wo soll ich mich denn wen⸗ den hin? Zu dir, Herr Jesu, steht mein Sinn; bei dir mein Herz Trost, eund und Rat all⸗ zeit 0 emn gefunden hat; nie⸗ mand jemals verlassen ist, der hat getraut auf Jesum hrist 3. Du bist der große Wunder⸗ mann, das zeigt dein Amt und dein Person. Welch Wunder⸗ ding hat man erfahrn, daß du. mein Gott, bist Mensch gehorn und führest uns durch deinen 2101 ganz wunderlich aus aller 0 4. Jesu, mein Herr und Gott allein, wie süß ist mir der Name dein! Es kann kein Trauren sein so schwer, dein süßer Nam erfreut 4 mehr; kein Elend kann so bitter sein, dein süßer Trost der linderts fein. 5. Ob mir 91 Leib und Seel verschmacht, so weißt du. ich d daß 0 nicht acht; wenn dich hab, so hab ich wohl, 5 ewig mich erfreuen soll. d. Dein bin ich ja mit Leih und Seel, was 95119 mir tun Sünd, Tod und Höllꝰ 6. Kein beßre Treu auf Er⸗ den ist Hrin ih veiz dir, Herr Jesu Christ; ich weiß, daß du mich nicht verläßt, dein Wahr⸗ heit bleibt mir ewig fest, du der mein rechter treuer Hirt, d ewig mich behüten wird. 7. Jesu, mein Freud, mein Ehr und Ruhm, meins Her⸗ zens Schatz und mein Reich⸗ tum, ich kanns 0 5 ja nicht zeigen an, wie hoch dein Nam erfreuen kann; wer Glaub und Lieb im Herzen Ea— wirds erfahren mit der 8. Drum hab 4095 1 und viel geredt: Wenn ich an dir nicht Freude hätt, so wollt den Tod ich wüns chen her, ja daß ich nie gehoren wär; denn wer di nicht im Herzen hat, der ist gewiß lebendig tot. 9. Jesu, du edler Bräutgam wert, mein höchste Zier auf Kreuz⸗ und Trostlieder. 233 dieser Erd, an dir allein ich mich ergetz weit über alle güldnen Schätz; so oft ich nur gedenk an dich, all mein Gemüt er⸗ freuet sich. 10. Wenn ich mein Hoffnung stell zu dir, so fühl ich Fried und Trost in mir; wenn ich in Roten bet und sing, so wird mein Herz recht guter Ding; d dein Geist bezeugt, daß solches ei des ewgen Lebens Vor⸗ chmack sei. 11. Drum will ich, weil ich lehe noch, das Kreuz dir fröh⸗ lich tragen nach. Mein Gott. H mach mich dazu bereit, es dient zum besten allezeit; hilf mir, mein Sach recht greifen an, daß ich mein Cauf vollenden kann. 12. Hilf mir auch zwingen Ileisch und Blut, vor Sünd und Schanden mich behüt, er⸗ halt mein Herz im Glauben rein, so leb und sterb ich dir allein. Jesu, mein Trost, hör mein Begier; o mein Heiland, wär ich bei dir! Martin Moller g. 1547 4 1606. 389. Eigene Melodie. Auf meinen lieben Gott trau ich in Angst und Not. Der kann mich allzeit retten aus Trübsal, Angst und Nöten, mein Unglück kann er wenden, steht alls in seinen Händen. 2. Ob mich mein Sünd an⸗ ficht. will ich perzagen nicht; auf Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen; ihm tu ich mich eben⸗ im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn. und Christus ist mein Ceben: dem tu ich mich ergeben. Ich sterb heut oder morgen, mein Seel wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, der du geduldig bist für mich am Kreus gestorben, mir hast as Heil erworben, für uns alle zugleiche zum ewgen Himmel⸗ reiche! 5. Amen zu aller Stund sprech ich aus Herzensgrund. Du wollest selbft uns leiten, err Ehrist zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen ewiglich preisen. Amen. 1607. 390. Eigene Melodie, oder Herzlich tut mich verlangen. Seinen hat Gott verlassen. der ihm vertraut allzeit; ob ihn darum piel hassen, so bringts ihm doch hein Leid. Gott will die Seinen schützen, zuletzt er⸗ hehen hoch, geben, was ihnen nützet hie zeitlich und auch dort. 2. Allein ichs Gott heimstelle. er machts, wies ihm gefällt, zu Nutze meiner Seele, In dieser argen Welt ist doch nur Not und Leiden, und muß auch also sein, denn die zeitliche Freude bringt uns in ewge Pein. 3. Treulich will ich Gott bitten und nehmen zum Bei⸗ stand in allen meinen Nöten, ihm beßr als mir bekannt; wie könnt er mich denn lassen, der treu Nothelfer mein? Ja wenn die Not am größten, so will er bei mir sein. 234 Kreuz⸗ und Trostlieder. 4. All Unglück und all Glücke das kommt allein von Gott; ich weiche nicht zurüche und fleh in meiner Not. Um G'duld tu ich stets bitten in allm Anliegen mein, er wird mich wohl be⸗ hüten und mein Nothelfer sein. 5. Reichtum und alle Schätze. was sonst der Welt gefällt, drauf ich mein Sinn nicht setze in dieser argen Welt. Ein Schatz 6 mir im Himmel, 10 Jesus Schabe. heißt; er ist üb'r alle schenkt uns den heil⸗ 9290 6. Inn hab ich eingeschlossen in meines Herzens Schrein. Sein Blut hat er vergossen für mich arms Würmelein, mich damit zu d Penn aus ewger Angst und Pein; wie könnt guf dieser Erde doch größre Liebe seinꝰ 7. Nun sollt ich 96 erzeigen Gebunnie für solche Gnad; ich geb mich Iuch hab ei 901 mit allem, was ich h ie ers will weiter machen. sei ihm alls heimgestellt; ich b'fehl ihm all mein Sachen, er machs wies ihm gefällt. 8. Amen, nun will ich schließen dies schlichte Liedelein. Herr, durch dein Blutvergießen laß mich dein Erhen sein, so hab ich alls guf Erden, was mich erfreuet schon, im Himmel soll mir werden die ewge Gnaden⸗ kron. 1611. 391. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu Christ. D 2 90 vor Jerusalem, Herr Jesu, lichte Zähren, bezeugst, es sei dir angenehm, wenn Sünder sich bekehren: wenn ich vor dir mit Buß er⸗ schein und über meine Sünden wein, so wäschest du ab aus lauter Gnad die Missetat, die mich bisher gequälet hat. 2. Wenn deines Vaters Zorn entbrennt von wegen meiner Sünde, zu deinen Tränen ich mich wend: da ich ändefeise finde. Vor Gott sind sie so hoch geschätzt: wer damit seine Sünde nobel den blickt Gott an mit Gütigkeit zu jeder Zeit und sein betrübtes Herz erfreut. 3. Hier muß ich auch im Tränenhaus vor großer Angst oft weinen, der Welt aushalten manchen Strauß, sie martert stets die Deinen. Auf allen Seiten wo sie kann, fängt sie mit mir zu hadern an. Dies tröstet mich zu aller Frist, Herr Jesu sen but in Not du auch gewesen bist. 4. Du zählest alle Tränen mein; ich weißz sie sind gezählet und ob sie nicht zu zählen sein, dennoch dir keine fehlet. So oft vor dir sie regen sich, so oft be⸗ wegen sie auch dich, daß 2 dich mein erbarmen mußt. Dir ist bewußt mein Kreuz, drum hilfst du mir mit Lust. 5. Wer jetzund sähet Tränen aus, hält in Geduld Gott stille, wird fröhlich sein in deinem Haus, wo Freude ist die Fülle. ja solche Freude, die kein Mann mit seiner Zung aussprechen kann, und die da bleibt in Ewigkeit. Mein Kreuz und Leid wird werden dort zu lau⸗ ter Freud. 6. Für diese Tränen dank ich dir, daß du die Freudenkrone, —M8‚sn „IOIAN ——.8.8 Kreuz⸗ und Trostlieder. Herr Christ, dadurch erworben WWeedirime el n Wenn du denrer holen wirst hin⸗ auf zu deiner such Tacht 06. Hauf, dann will ich recht lob⸗ singen dir, o höchste Zier. fuͤr deine Tränen für und für. Joh. Heermann g. 1585 4 1647. 392. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. Was willst du dich betrüben. o meine liebe Seel? Tu den nur 1el. V lieben, der heißt Immanuel. Vertrau dich ihm Ind f er wird gut alles machen und fördern Gfem Sachen, wie dirs wird selig sein. 2. Denn Gott verlässet keinen, der sich guf ihn verläßt; er bleibt getreu den Seinen, die ihm vertrauen fest, Läßt sichs an wunderlich, so laß dir doch 10n grauen: mit Freude wirst du Dhhren. wie Gon wird retten ich. 3. Auf ihn magst du eg wagen getrost mit frischem Mut, mit ihm wirst du erjagen, was dir ist nütz und gut. Denn was Gott haben will, das kann niemand verhindern aus allen Menschenkindern, soviel ihr sind im Spiel. 4. Wenn auch gleich aus der Höllen der Satan selber sich dir wollt entgegenstellen und untextreten dich, so muß er doch mit Spott von seinen Ränken lassen, womit er dich will fassen, denn dein Werkéfördert Gott. 5. Er richts zu seinen Ehren und deiner Seligkeit. olls sein, kein Mensch kanns stöxen 23⁵5 wenns ihm wär noch so leid. Will Gott es aber nicht, so kanns niemand forttreiben, es muß zurückehleiben. Was Gott 1110 das geschicht. 6. Drum ich mich ihm ergebe. dem sei es heimgestellt; nach nichts mehr sonst ich strebe denn nur, was ihm gefällt. Taeund ist mein Begier; der ist und bleibt der beste, das glaub ich steif und feste. Wohl dem, der glaubt mit mir! Joh. Heermann g. 1585 4 1647. 393. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 335 allen meinen Taten laß ich den Höchsten raten, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, sollt anders ben Rat lingen, mir selber geben und Tat. 2. Nichts ist es Mn und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach s seinem Willen machen, ich stells in seine Batergunst. 3. Es hann mir nichts ge⸗ schehen, als was er hat ver⸗ sehen und was mir selig ist: ich nehm es wie ers gibet; was ihm von mir beliebet, dasselbe hab auch ich erkiest. 4. Ich traue seiner Gnaden. die mich vor allem Schaden. vor allem 70 schützt; leb ich nach seinen Sätzen, so wird mich nichts verletzen und nichts mir fehlen, was mir nützt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld: er 236 Kreuz⸗ und Trostlieder. wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urteil sprechen und haben noch mit mir Geduld. 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwach⸗ heit und in Banden und was mir stößt ch lem W. so tröstet allseit mich sein Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, will ich unverdrossen an mein Verhängnis gehn; kein Unfall unter allen wird mir zu harte fallen, mit Gott will ich ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben zu sterben und zu leben, sobald f er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sor⸗ gen, er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, deine und traue dem alleine. der dich geschaffen hat. Es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe der weiß zu allen Sachen Rat. Auf der Reise. 10. Ich zieh in ferne Lande, zu nützen einem Stande, an den er mich bestellt: sein Segen wird mich lassen was gut und recht ist fassen, zu dienen treu⸗ lich seiner Welt. 11. Bin ich in wilder Wüste, so bin ich doch bei Christo, und Christus ist hei mir; der Helfer in Gefahren der kann mich doch hewahren, wie dorten so auch sicher hier. 12. Er wird zu diesen Reisen gewünschten Fortgang weisen, wohl helfen hin und her, Ge⸗ sundheit, Heil und Leben, Zeit. Wind und Wetter geben und alles, was ich sonst begehr. 13. Sein Engel, der getreue, macht meine Feinde scheue, triit semen d mich und sie; durch einen Zug, den frommen, sind wir so weit nun kommen und wissen selber fast nicht wie. 14. Gefällt es seiner Güte. und sagt mir mein Gemüte nicht was Vergehlichs zu, so werd ich Gott noch preisen mit manchen schönen Weisen da⸗ heim in meiner stillen Ruh. 15, Indes wird er den Meinen mit Segen auch erscheinen, ihr Schutz wie meiner sein, wird beiderseits gewähren, was un⸗ er Wunsch und Zähren ihn bitten werden überein. Paul Fleming g. 1609 4 1640. 394. Mel. Herr, ich bekenn von Herzens⸗ grund. Mas ich denn nicht von Angst und Pein befreiet sein, muß noch im Unglück schwehen, so weiß ich doch, daß meine Schuld durch Gottes Huld in Christo ist vergeben. Gott ist nicht weit, ein kleine Zeit tritt er was fern, doch rettet gern, die sei⸗ nem Wort nachleben. 2. Der Menschen Hülf in meiner Sach ist viel zu schwach, darinnen Rat zu finden; der Trost des Höchsten ist der best und bleibet fest, das Zeitliche muß schwinden. Das ewge Gut macht rechten Mut; dabei ich bleib, wag Gut und Heib; Gott helf mir überwinden! 3. Allein zu dir mein Hoff⸗ nung ist, Herr Jesu Christ, du wirst mir stehn zur Seiten und sehen auf das Unglück mein. als wär es dein, wenns wider mich tut streiten. Ich bitte dich. erlöse mich! Herr. wie du willt. du bist mein Schild und wirst mich wohl begleiten. Hannov. Gsb. 1646 nach einem ältern Liede. 395. Mel. Hilf mir, mein Gott, hilf, daß nach dir, oder Was mein Gott will, das g'scheh allzeit. ch hab in Gottes Herz und Sinn mein Hers und Sinn ergehen. Was böse scheint, ist mir Gewinn. der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein Sohn des, der den Thron des Him⸗ mels aufgezogen; ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, bleibt doch sein Herz gewogen. 2. Das kann mir fehlen nim⸗ maben. 25. mein Bater muß mich lieben. Wenn er mich auch gleich wirft ins Meer. so will er mi nur ühen und mein Gemüt in seiner Güt gewöhnen fest zu ste⸗ hen; n ich denn stand. weiß seine Hand mich wieder zu er⸗ höhen. 3. Ich bin ia von mir selber nicht entsyrungen noch formie⸗ ret, mein Gott ists, der mich zu⸗ gericht, an Leih und Seel ge⸗ zieret; es ist sein Arm, der al⸗ les warm, gesund und fröhlich machet: was er nicht hält, das bricht und fällt; was er erfreut, das lachet. 4. Zudem ist Weisheit und Verstand bei ihm ohn alle Ma⸗ ßen; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt zu tun und auch zu lassen. Er weiß, wann Freud. Kreus⸗ und Trostlieder. ch Trost gedeihen. 237 er. weiß, wann Leid uns. seinen Kindern. diene; und was er tut. ist alles gut, obs noch so traurig schiene. 5. Du denkest zwar. wenn du nicht hast. was Fleisch und Blut begehret. als sei mit einer gro⸗ ßen Last dein Glüch und Heil beschweret, hast syat und früh viel Sorg und Müh, an deinen Wunsch zu kommen, und den⸗ kest nicht. daß. was geschicht. gescheh zu deinem Frommen. 6. Fürwahr. der dich geschaf⸗ fen hat und ihm zur Ehr erbauet, der hat schon längst in seinem Rat ersehen und beschauet aus wahrer Treu. was dienlich sei dir und den Deinen allen; laß ihm doch zu, daß er nur tu nach seinem Wohlgefallen. 7. WennsGott gefällt. so muß es sein, es wird dich letzt er⸗ freuen: was du jetzt nennest Hreus und Pein, wird dir zum art in Ge⸗ duld, die Gnad und Huld wird sich doch endlich finden; all Angst und Qual wird auf ein⸗ mal gleich wie ein Dampf ver⸗ schwinden. 8. Ei nun mein Gott, so fall ich dir getrost in deine Hände: nimm mich und mach es du mit mir bis an mein letztes Ende, wie du wohl weißt, daß mei⸗ nem Geist, dadurch sein Nutz entstehe, und deine Ehr je mehr und mehr sich in ihr selbst erhöhe. 9. Willst du mir geben Son⸗ nenschein, so nehm ichs an mit Freuden; solls aber Kreuz und Unglück sein, will ichs gedul⸗ dig leiden. Soll mir allhier des Lebens Tür noch ferner offen 238 stehen, wie du mich führst und führen wirst, so will ich gern mitgehen. 10. Soll ich denn auch des Todes Weg und finstre Straße reisen, wohlan, so tret ich Bahn und Steg. den mir dein Augen weisen. Du bist mein Hirt, der alles wird zu solchem Ende keh⸗ ren, daß ich einmal in deinem Saal dich ewig möge ehren. Paul Gerhardt g. 1607 1676. 396. Eigene Melodie. Nichtf so Secl nicht so sehr. meine Seele,—0 betrübt, Chr dir Gott Gl lick, Gut und at nicht so viel wie andern gibt. Nimm fürlieb mit deinem Gott! Hast du Gott, so hats nicht Not 2. noch sonst ein Men⸗ le Aeh habt ein Recht in die⸗ er Welt; alle, die geschaffen sind, sind nur Gästi im fremden Zelt; Gott ist Herr in seinem Haus, wie er will, so teilt er aus. 3. Bist du doch darum nicht 25— daß du Erden haben sollt; schau den Himmel über dir, da, da ist 80 f edles Gold; da ist Chre, da ist Freud Freud ohn End, Ehr ohn Reid. 4. Der ist elbern, der sich kränkt um ein Hand voll Eitel⸗ keit, wenn ihm Gott dagegen schenkt Schähe der Beständig⸗ keit. Bleibt der Zentner dein H2 winn, fahr der Heller immer hin! 5. Schauie alle Güter an, die dein Herz für Güter hält: kei⸗ nes mit dir gehen kann, wenn du gehest aus der Welt; alles berrlic aus, ja erwählet dir Kreuz⸗ und Trostlieder. bleihet hinter dir, wenn du trittst ins Grabes Tür. 6. Aber was die Seele nährt. Gottes Huld und Christi Blut. wird von keiner Zeit verzehrt. ist und bleibet allzeit gut. Erden⸗ gut zerfällt und bricht, Seelen⸗ gut das schwindet nicht. 7. Ach wie bist du doch so blind und im Denken unbedacht! Augen hast du. Menschenkind. und hast doch noch nie betracht deiner Augen helles Glas: siehe. welch ein Schatz ist das! 8. Zähle deine Finger her und der andern Glieder Zahl: keins ist, das dir unwert wär, ehrst und liebst sie allzumal: keines gäbst du weg um Gold, wenn man dirs abnehmen wollt. 9. Nun so gehe in den Grund deines Herzens, das dich lehrt, wieviel Gutes alle Stund dir von oben wird beschext; du hast mehr als Sand am Meer und willst doch noch immer mehr. 10, Wüßte der im Himmel lebt, daß dir wäre nütz und gut. wonach so begierig strebt dein verblendet Fleisch und Blut, würde seine Frömmigheit dich nicht lassen unerfreut. 11. Gott ist deiner Liebe voll und von ganzem Herzen treu: wenn du wünschest, prüft er wohl, wie dein Wunsch be⸗ schaffen sei; ist dirs gut, so geht ers ein, ists dein Schade, spricht er nein. 12. Dintin dent trägt sein Geist dir in deines Herzens Haus Manna, das die Engel speist, ziert und schmückt es Kreuz- und Trostlieder 239 zuun Heil dich zu seinem Gut 4. Schicht er mir ein Kreuz und Teil. zu tragen, dringt herein Angst 13. Ei so richte dich empor. und Pein sollt ich drum ver⸗ dul betrübtes Angesicht. laß das zagen? Der es schickt, der wird Seufzen, nimm hervor deines es wenden; er weiß wohl, wie Glaubens Freudenlicht! Das er soll all mein Unglüch enden. ers hin, ich will ihn dennoch behalt, wenn dich die Nacht dei⸗ nes Kummers traurig macht. 4. Setze als ein Himmels⸗ sohn deinem Willen Maß und Ziel, rühre stets vor Gottes Thron deines Dankens Sai⸗ tenspiel, weil dir schon gegeben ist mehr noch. als du würdig bist. 15. Führe deines Lebens Lauf allseit Gottes eingedenk; wie es kommt. nimm alles auf als ein wohlbedacht Geschenk! Geht dirs widrig, laß es gehn, ian und Himmel bleibt dir stehn Paul Gerhardt g. 1607 + 1676. 397. Eigene Melodie. arum sollt ich mich denn G —grämen? Hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Nackend lag ich auf dem Boden,. da ich kam, da ich nahm meinen ersten Odem; nackend werd ich auch hinziehen, wenn ich werd von der Erd als ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein, Gott allein ist es, ders gegeben. Will ers wieder zu sich kehren, nehm fröhlich ehren. zen ich mein 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergetzt, sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rot⸗ ten können mir nichts mehr 985 tun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen! Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu⸗ schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen. Wollt ihn auch der Tod auf⸗ reiben, soll der Mut dennoch gut und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch hein Tod nicht töten, sondern xeiß unsern Geist aus viel tausend Nöten, schließt das Tor der bittern Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zu Himmels⸗ freuden. 9. Allda will in süßen Schät⸗ in Herz auf den Schmerz ewiglich ergetzen; hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß im Nu verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand voller Sand. Kummer der Gemüter. Dort, dort sind die edlen Ga⸗ en, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. 11. Herr, mein Hirt. Brunn aller Freuden, du bist mein, ich 2⁴⁰ Kreuz⸗ und Trostlieder. bin dein. niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir Th zugut in den Tod gegeben; 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein icht, aus dem Herzen lasse. Laß mich. laß mich hingelangen. da du mich, und ich dich leiblich werd umfangen. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. 398. Eigene Melodie, oder Christus, der uns selig macht. Schwins dich auf zu deinem Gott, du betrübte Seele! 8 Warum liegst du Gott zum Spott in der Schwermuts⸗ öhle? Merkst du nicht des atans List? Er will durch ein Kämpfen deinen Trost, en Jesus Christ dir erworben, dämpfen. 2. Schüttle deinen Kopf und sprich: Fleuch, du alte Schlange! Was erneust du deinen Slich. machst mir angst und bange? Ist dir doch der Koyf zerknickt und ich bin durchs Leiden meines Heilands dir entrückt in den Saal der Ireuden. 3. Wirfst du mir mein Sünd⸗ gen für? Wo hat Gott befoh⸗ len, daß mein Urteil ich bei dir über mich soll holen? Wer hat dir die Macht geschenkt, andre zu verdammen, der du selbst doch liegst persenkt in der Hölle Flammenꝰ 4. Hab ich was nicht recht ge⸗ tan, ist mirs leid von Herzen; dahingegen nehm ich an Christi Blut und Schmerzen; denn das ist das Lösegeld meiner Misse⸗ taten; bring ich dies vor Gottes Thron, ist mir wohlgeraten. 5, Christi Unschuld ist mein uhm, sein Recht meine Krone. sein Verdienst mein Eigentum. da ich frei in wohne als in einem festen Schloß, das kein Feind kann fällen., brächt er gleich davor Geschoß und Ge⸗ walt der Höllen. 6. Stürme. Teufel und du Tod: was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Not Gott mit seiner Gnaden, der Gott, der mir seinen Sohn selbst verehrt aus iehe, daß der ewge Spott und Hohn mich nicht dort betrübe. 7. Schreie, tolle Welt. es sei mir Gott nicht gewogen. Es ist lauter Täuscherei und im Grund erlogen; wäre Gott mir gram und feind, würd er seine Gahen. die mein eigen worden seind, wohl behalten haben. 8. Denn was ist im Himmels⸗ zelt; was im tiefen Meere. was ist Gutes in der Welt. das nicht mir gut wäre? Für wen brennt das Slernenlicht? Wozu ist ge⸗ geben Luft und Wasser? Dient es nicht mir und meinem Leben? 9. Ich bin Gottes, Gott ist mein, wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe Kreuz herein mit dem bittern Leide, laß es dringen kommt es doch von ge⸗ liebten Händen, und geschwind zerbricht sein Joch, wenn es Gott will wenden. 10. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gedeihen selten wohl ohne Zucht und Ruten. Bin ich denn nun Kreus⸗ und Trostlieder. 241 Gottes Kind, warum will ich fliehen. wenn er mich von mei⸗ ner Sünd auf was Guts will ziehen? 11. Es ist herslich gut gemeint mit der Christen Plagen; wer hie zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig klagen. sondern hat vollkommne Lust dort in Christi Garten(dem er einig recht be⸗ wußt) endlich zu gewarten. 12. Gottes Kinder säen zwar traurig und mit Tränen, aber endlich bringt das Jahr, wonach T sie sich sehnen; denn es kommt die Erntezeit, da sie machen; da wird all ihr Gram und Leid lauter Freud und achen. 13. Ei so faß, o Christenherz, alle deine Schmerzen, wirf sie fröhlich 6 Trostes Kerzen dich entzünden mehr und mehr, gib dem — zen Namen deines Gottes Preis und Ehr! Er wird hel⸗ fen. Amen. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. 399. Psalm 37, 5. Mel. Herzlich tut mich verlangen. Befiebl du deine Wege und was dein Herze kränkt der allertreusten Pflege des, der den immel lenkt, der Wolken, uft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird guch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. sie Garben W interwärts, laß des doch Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott ihm gar nichts nehmen, es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht. was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rat gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dirs nicht: dein un ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; dein zerk kann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst tun. 5. Und ob gleich alle Teufel hie wollten widerstehn, so wird och ohne Zweifel Gott nicht zurückegehn; was er ihm vor⸗ genommen und was er haben will, das muß doch endlich Bel zu seinem Zweck und Ziel. 0. und iei du arme Seele, hoff und sei Der Hohie Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon er⸗ blicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf, gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht, laß fah fahren, was das Herze betrübt und traurig macht! Bist du doch nicht 2. Dem Herren mußt du Regente, der alles führen soll, trquen, wenn dixs soll wohl er⸗Gott sitzt im Regimente und gehn, auf sein Werk mußt du führet alles wohl. schauen, wenn dein Werz soll bestehn. Mit Sorgen und mit 8. Ihn, ihn laß tun und walten, er ist ein weiser Fürst 16 2⁴² und wird sich so verhalten, daß u dich wundern wirst, wenn wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rat das Werk hinausgeführet, das dich be⸗ kümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost ale. 1 und tun an seinem Teile, als ug in seinem ür an A und, solltst du für und für in Angst und Nöten schwe⸗G ben, so frag er nichts nach dir. 10, Wirds aber sich befin⸗ den, daß du ihm treu verbleibst, o wird er dich entbinden, da us am mindsten gläubst; er 19 f dein Herze 1 d0 151 der o schweren Last, du zu Bösen baber Heirusen a 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und trägst da⸗ von mit Ruhm und Dank⸗ Eron den Sieg und Ehren⸗ kron; Gott gibt dir selbst die Palinen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpfalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende an aller uniuz Not!l Stärk unsre Füß und Hände und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, 10 gehen unsre Himmel ein. Paul Gerhardt g. 1607 1676. 400. Mel. Ermuntre Geisl mein schwacher d bist Lazen das weißt du wohl, was strebst du denn nach Dingen, die Gott der Wege gewiß zum Kreuz⸗ und Trostlieder. Sinn'er deiner sich l Höchst alleine soll und kann zu Werke bringen? Du fährst mit deinem Witz und Sinn umd e viel tausend Sorgen hin und denkst: Wie wills auf Erden doch endlich mit mir werden? . 2. Es ist umsonst. Du wirst fürwahr mit allem deinem Dichten auch nicht ein einges einstes Haar in gller Welt qusrichten, und dient dein ram sonst nirgend zu, als daß du dich aus deiner Ruh in Angst und Schmerzen stürzest und selbst das Leben kürzest. 3. Willst du was tun, was Gott gefällt und dir zum Heil amn den so 1030 f dein Sorgen auf den Held, den Erd und Himmel scheuet, und gib dein Leben, Tun und Stand nur fröhlich hin in Gottes Hand so 6 wird er deinen Sachen ein frö lich Ende machen. 4. Durch wessen Kunst steht dein Gebein in ordentlicher Fülle? Wer gab den Augen Licht und Schein, dem Leibe d und Hülleꝰ Wer zog die Adern hie n dort ein jed an ihre Stell und Ort? Wer setzte hin und Dar so viel und schöne Glieder? 5. Heb auf dein Haupt, schau überall hier, unten und dort oben, wie Gottes h Hab auf allen Faͤll vor dir sich hab er⸗ hoben: Dein Brot, dein Wasser und dein Kleid war e 0 noch als du bereit; die Milch, die du erst nahmest, war auch schon. da du kamest. 6. Und dennoch soll dein An⸗ gesicht dein ganzes Leben füh⸗ ren; du traust und gläubest —..—.————S.e.———. 85553—..„5„.„ ——.—— 3— Kreusz⸗- und Trostlieder. 2⁴3 weiter nicht, als was dein Au⸗ gen spüren. Was du opf den t. da soll allein dein Kopf dein Licht und Meister sein; was der nicht auserkoren, das hältst du als verloren. 7. Nun siehe doch, wie viel und oft ist schändlich umge⸗ schlagen, was du gewiß und l0 Wft mit Händen zu er⸗ ggen; hingegen wie so manches e ist 2 Meusch. wasüber⸗ all kein Mensch, 25 Rat, kein Sinnen ihm hat ersinnen können. 8. d oft bist du in große ot* eignen Willen kom⸗ men, da dein Leben ang⸗ Sinn den Tod fürs Leben angenom⸗ men; und hätte Gott dein Werk und Tat ergehen lassen nach W dem Rat. in dem dus an⸗ gefangen, du wärst zugrunde gangen. 9. Der aber, der uns ewig liebt, macht gut, was wir ver⸗ wirren, erfreut, wo wir uns selbst betrübt. und führt uns, wo wir irren; und dazu treibt ihn sein Gemüt und die so reine Vatergüt, in der uns ar⸗ men Sünder er trägt als seine Kinder. 10. Ach wie so oftmal schweigt er still und tut doch, was uns nützet, da unterdessen unser Will und Hers in AÄngsten sitzet, sucht hier und da und findet nichts, will sehn und mangelt doch des Lichts, will aus der Angst sich winden 9 kann den Weg nicht finden. 11. Gott aber ge un Wecen er auf seinen Weet egen er geht und bringt uns an den Ort, da Wind und Sturm sich legen. Hernachmals, wenn das Werk eschehn, so kann alsdann der Mensch erst sehn, was der, so ihn regieret, in seinem Rat ge⸗ führet. 12. Drum, liebes Herz, sei wohlgemut und laß von Sorg und Grämen! Gott hat ein Herz, das nimmer ruht, dein Bestes vorzunehmen; er kanns nicht lassen, glaube mir: sein Innerstes ist mir und dir und uns hier allzusammen voll all⸗ zusüßer Flammen. 13. Zu als sein Kind und lege dich in deines Vaters Arme bitt ihn und flehe, bis er sich dein, 1 er pflegt, erbarme, so wird dich dend seinen Geist guf Wegen.d u jetzt nicht weißt, nach wohlgehaltnem Ringen aus allen Sorgen bringen. Paul Gerhardt g. 1607 + 1676. 401. Mel. Aus•— 14 7 ich zu dir. Ach treuer 5—— Dauin erzigs Herz, des Güte si h nicht endet, ich weiß, daß mir dies Kreuz und Schmerz dein Ba⸗ terherze Ooieie a, Herr. ich weiß, daß d 1%• Last du mir aus Lieb erteilet hast und gar aus keinem Hasse. 2. Denn das ist allzeit dein Gebrauch: wer Kind ist, muß was leiden, und wen du liebst, den stäupst du auch, schickst rauren vor den Freuden; führst uns zur Hölle, tust uns weh und führst uns wieder in Vũé 2⁴⁴ Kreuz⸗ und Trostlieder. die Höh; und so geht eins ums ander. 3. Das hat, Herr, dein ge⸗ den Kreuz und großes Unglüch plagt; drum wirst du, was mein Herze klagt, gar gern zu Herzen liebter Sohn selbst wohl erfahrn fass auf Erden, denn eh er kam zum Ehrenthron, mußt er gekreuzigt werden; er ging durch Trübsal, Angst und Not, ja durch den herben, bittern Tod drang er zur Himmelsfreude. 4. Hat nun dein Sohn, der fromm und recht, so willig sich ergehen, was will ich armer Sündenknecht dir viel zuwider streben? Er ist der Spiegel der Geduld, und wer sich sehnt nach seiner Huld, der muß ihm ähn⸗ lich werden. 5. Ach liebster Bater, wie so schwer ists der Vernunft, zu gläuhen. daß du demselben, den du sehr schlägst, solltest günstig bleiben! Wie macht doch Kreuz so lange ö will sich Lieb und Ceid zusam⸗ men lassen reimen. 6. Was ich nicht kann, das gib du mir, o höchstes Gut der Frommen, gib, daß mir nicht des Glaubens Zier durch Trüb⸗ sal werd entnommen. Erhalte mich, o Demen Hort, befestge Seel mich in deinem Wort, behüte mich vor Murren! 7. Bin ich ja schwach, laß deine Treu mir an die Seite treten, hilf, daß ich unverdrossen sei zum Rufen, Seufzen Beten. Solang ein Herze hofft und gläubt und im Gebet beständig bleibt, solang ists unbezwungen. 8. Ach Zesu, der du worden bist mein Heil mit deinem Blute, du weißt gar wohl, was Kreuze ist, und wie dem sei zumute, Zeit, wie schwerlich G assen. 9. Ich weiß, du wirst in dei⸗ nem Uim mit mir Mitleiden haben und mich, wie ichs jetzt Hünte bin. mit Gnad und Hülfe laben. Ach stärke meine schwache Hand, ach heil und bring in bessern Stand das Straucheln meiner Füße! 10. Sprich meiner Seel ein Herze zu und tröste mich gufs beste, denn du bist ja der Müden Ruh, der Schwachen Turm und Feste, ein Schatten vor der Sonnen Hitz, ein Hütte, da ich sicher sitz im Sturm und Un⸗ gewitter. 11. Und weil ich ja nach dei⸗ nem Rat 7 soll ein wenig lei⸗ den, so laß mich auch in deiner nad als wie ein Schäflein weiden, daß ich im Glauben die Geduld und durch Geduld die edle Huld nach schwerer Prob erhalte. 12. O heilger Geist, du Freu⸗ denöl, das Gott vom Himmel schichet, erfreue mich, gih meiner eel, was Mark und Bein er⸗ uicket! Du bist der Geist der Bun n weißt, was für reud und Seligkeit mein in dem Himmel warte. 13. Daselhst wirst du in ewger Lust aufs süßte mit mir handeln. mein Kreus, das dir und mir bewußt, in Freud und Ehre wandeln. Da wird mein Wei⸗ nen lauter Wein, mein Achzen lauter Zauchzen sein. Das glaub ich, hilf mir! Amen. Paul Gerhardt g. 1607 7 1676. —.—.—2255.72.——22 WM—&Æe...„ —————2——2 ——. 656. —0g8——4 — Kreus- und Trostlieder. 402. Eigene Melodie. Gib.dich zufrieden und sei stille in dem Gotte deines gebens! In ihm ruht aller du dich vergebens: er ist dein Quell und deine Sonne scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gib dich zufrieden! 2. Er ist voll Lichtes, Trosts und Gnaden. ungefärbtes, treuen Herzens; wo er steht, tut dir keinen Schaden auch die Pein des größten Schmerzens. Kreuz. Angst und Not kann er bald wenden. ja auch den Tod hat er in Händen. Gib dich zu⸗ frieden! 3. Wie dirs und andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen; er sieht und kennet aus der Höhe der betrübten Hergen Sorgen. Er zählt den Lauf der heißen Tränen und faßt zuhauf all umser Sehnen! Gib dich zufrieden! 4. Wenn gar kein einger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Treuster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen; auch weiß er Zeit. dirs zu benehmen. Gib dich zufrieden! 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stilles lagen, und was du keinem darfst erzählen, magst du Gott gar kühnlich sagen. Er ist nicht ern, steht in der Mitten, hört ald und gern der Armen Bit⸗ ten. Gib dich zufrieden! 24⁵ 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, halt an Gott, so wirst du siegen; ob alle Fluten einher gingen, dennoch mußt du oben liegen. Denn wenn du wirst zu hoch iochscho hat Freude Fülle, ohn ihn mühst Gott, dein Fürst, dich schon er⸗ höret. Gib dich zufrieden! 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt bescheren. Er hat ein Hand. voll aller Gaben, da See und Land sich muß von laben. Gib dich zufrieden! 8. Der allen Böglein in den Wäldern ihr bescheidnes Körn⸗ lein weiset, der Schaf und Rin⸗ der in den Feldern alle Tage tränkt und speiset, der wird ja auch dich eingen füllen, den Cibdit dir zur Notdurft stillen. ib dich zufrieden! 9. Sprich nicht: Ich sehe keine Mittel. wo ich such, ist nichts zum Besten. Denn das ist Got⸗ tes Ehrentitel: helfen wenn die Not am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, da schicht er zu, uns wohl zu führen. Gib dich zufrieden! 10. Bleibt gleich die Hülf in etwas lange, wird sie dennoch endlich kommen: mach dir das Harren angst und bange glgube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man ge⸗ wisser, und was verzeucht, ist desto süßer. Gib dich zufrieden! 11. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten deiner Feinde pon dir dichten; laß sie nur immer weidlich spotten, Gott wirds hören und recht richten. 2⁴46 Kreuz⸗ und Trostlieder. Ist Gott dein Freund und Traurigkeit. Wer Gott dem deiner Sachen, was kann dein Feind, der Mensch, groß machen? Gib dich zufrieden! 12. Hat er doch selbst auch wohl das Seine, wenn ers sehen könnt und wollte. Wo ist ein Glück so klar und reine. dem nicht etwas fehlen sollte? Wo ist ein wenz das könnte sagen: Ich weiß durchaus von keinen Plagen? Gib dich zu⸗ frieden! 13. Es kann Alle mag nicht anders werden, alle Menschen taberen leiden; was webt und lebet auf der Erden, Dann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsreLen⸗ den bis in das Grab; da wird sichs enden. Gib dich zufrieden! 14. Es ist ein Ruhetag vor⸗ handen, da uns unser Gott wird lösen; er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibs und allem Bösen. Es wird einmal der Tod herspringen und aus der Qual uns sämtlich bringen. Gib dich zufrieden! 15. Er wird uns bringen zu den Scharen der Erwählten und Getreuen, die hier mit Frie⸗ den abgefahren, sich da ne nun im Frieden freuen, da sie den Grund der nicht iselt brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gib dich zufrieden! Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. 403. Eigene Melodie. Wer nur den lieben Gott läßt walten und hoffet auf ihn gllezeit, den wird er wunder⸗ lich erhalten in aller Not und Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schwe⸗ ren Hund A was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es. daß wir alle Morgen Desachen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur 425.7 durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt,. 1 unsers Gottes Gnadenwille, wie sein All⸗ wissenheit es fügt: Gott. der uns ihm hat auserwählt. der lehit auch sehr wohl. was uns fe 4. Er kennt die rechten Freu⸗ O ich er weiß wohl, wann es nützlich sei. Wenn er uns nur hat treu erfunden und mer⸗ ket keine Heuchelei, so kommt Gott, eh wir uns versehn, und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drang⸗ salshitze, daß du von Gott ver⸗ m O seist, und daß Gott der im Schoße sitze, der sich mit stetem Glücke peist; die Folge⸗ uch amem viel und setzet jeg⸗ lichem sein Ziel. 6. Es fund ja Der—H1 leichte Sachen, und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen. den Armen aber groß und reich: Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu—4 trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn wer nur seine Zuversicht Kreuz⸗ und Trostlieder. 2⁴⁷7 auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Georg Neumark tg. 1621 1 1681. 404. Mel. Herr ZesuChrist, du höchstes Gut Wie mein getreuer Vater will in allen diesen Sachen, so halt ich ihm auch gerne still und laß es ihn nur machen. Gott weiß wohl, was mir nütz und gut, und wird aus väter⸗ lichem Mut für meine Wohl⸗ 621 wachen. 2. Ob ich gleich denke dies und das, was ich doch soll be⸗ ginnen, und gräme mich ohn Unterlaß mit hochbetrübten Sinnen, so kann ich durch mein Herzeleid der großen wärtigkeit doch nie was abge⸗ winnen. 3. Drum laß ichs gehen, wie es geht. und sende meine Tränen por Gottes hohe Majeftät mit bitterm Herzenssehnen. Gott wird doch wiederum einmal nach dieser schweren Herzens⸗ qual der Gütigkeit erwähnen. 4. Indessen leid ich mit Ge⸗ duld, bis Gott sich wiederfinde, denn alles dies hab ich ver⸗ schuldt mit meiner großen Sünde. Ich weiß, Gott wird mich wunderbar erretten aus der Angstgefahr, was ich jetzt nicht ergründe. 5. Wird mich mein Gott, mein Seelenlicht, vom Zweifel nur befreien und nur des Glau⸗ bens Zuversicht mir gnädiglich verleihen, so muß mir dieses große Leid samt aller Wider⸗ wärtigkeit doch endlich wohl gedeihen Georg Neumark g. 1621 4 1681. Wider⸗Ki 405. Eigene Melodie. Sollt es lei bisweilen.— nen, als wenn Gott verlaß die Seinen, o so glaub und weiß ich dies: Gott hilft end⸗ 6 doch gewiß. 2. Hülfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht er Drin, pilt hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenns nötig ist. 3. Gleich wie Bäter nicht bald geben, wonach ihre Kinder 1aß ben, so hält Gott auch und Ziel, er gibt, wem 2— 94•8 er will. 4. Seiner kann ich mich ge⸗ trösten, wenn die Not am aller⸗ größten; er ist gegen mich, sein ind, mehr als välerlich gesinnt. 5. Laß die Welt nur immer neiden! Will sie mich nicht län⸗ ger leiden, ei so frag ich nichts Sach. 9, Gott ist Richter meiner 632 6. Will sie mich Indoc von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben, wenn ich nur den Himmel krieg, hab ich alles zur Genüg. 7. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, sag ich allem andern abe; legt man mich gleich in das Grah, ach Herr, wenn ich dich nur hab! Christoph Tietze g. 1641 4 1703. 406. Eigene Melodie. Oaß dich Gott, du Verlaßner, still dein Sorgen. denni Qual und deine Not ist dem Höch⸗ sten unverborgen. hilft er d ch Golt hilft er morgen. Laß dich ottl 248 Kreuz⸗und 2. Halt. Gott still, denn er brauchetgie In pill Das X. dich bessern will, daß sich Kindesfurcht errege. Traue sei⸗ ner Vaterpflege alt Gott still! 3. Gott ist nah, wenn er dir entfernet scheinet; ist nicht gleich die Rettung da, ist es dir zum Rutz gemeinet; er hilft, wenn du gnug geweinet. Gott ist nah. 4. Gott ist dein, so du ihm dich nur ergibest; deine Pein wird Freude sein, wenn du ihn vor allem liebest und mit Un⸗ mut nicht betrübest. Gott ist dein. Lehr Gott nicht, wie und wann er dich soll hören. Sein Aug steht guf dich gericht. Währt dein Kreuz lang, laß es währen, endlich wird es sich doch kehren. Lehr Gott nicht! 6. Liebst du Gott, wandelst treu guf seinen Wegen, wird d kein Kreuz, kein Not. Kein Tod süß dein Vertrauen niederlegen. Alles dienet dir zum Segen, liebst du Gott. Anton Ulrich, Herzog zu Braun⸗ schweig⸗Wolfenbüttel g. 1633 1714. 407. Eigene Melodie. Mas Gott tut, das ist wohl⸗ Wé getan, es bleibt gerecht sein Wille; wie er fängt meine Sachen an will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Not mich laß ich ih zu er⸗ halten, drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott tut, das ist wohlgetan, er wird mich nicht betrügen, er führet mich au rechter Bahn; so laß ich mir enügen an seiner Huld und bab Geduld, er wird mein Trostlieder. Unglüch wenden, es steht in seinen Händen. 3. Was Gott tut, das ist wohlgetan, er wird mich wohl bedenken; er als ein Arzt und Wundermann wird mir nicht Gift einschenken für Arzenei: Gott ist getreu, drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen.„ 4. Was Gott tut, das ist wohlgetan, er ist mein Licht un Leben, der mir nichts Böses gönnen kann: ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid. es kommt die Zeit, da öffentlich er⸗ scheinet, wie treulicher esmeinet. 5. Was Gott tut, das ist wohlgelan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil och zuletzt ich werd ergetzt mit üßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. „Was Gott tut, das ist wohlgetan dabei will ich ver⸗ bleiben, Es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten, drum laß ich ihn nur walten. Samuel Rodigast g. 1649 4 1708 408. Eigene Melodie. Was mich auf dieser Welt betrübt, das währet kurze Zeit, was aber meine Seele liebt, das bleibt in Ewicgheit. Drum fahr, o Welt, mit Ehr fund Geld und deiner Wollust hin, in Kreus und Spott kann mir mein Gott erquicken Mut und Sinn. Kreuz⸗ und Trostlieder. 249 2. Die Torenfreude dieser Welt, wie süß sie immer lacht. hat schl hr Gesicht ver⸗ stellt und den in Leid gebrächt N. der auf sie baut; wer aber traut allein auf Gottes Treu, der siehet schon die Himmelskron und freut sich ohne Reu. 3. Mein Jesus bleibet meine reud. was frag ich nach der Welt? Welt ist nur Furcht und Traurigkeit, die endlich selbst zerfällt. Ich bin ja schon mit Gottes Sohn im Glauben hier pertraut, der droben sitzt und hier beschützt sein auserwählte raut. 4. Ach Jesu, töt in mix die Welt und meinen alten Sinn, der sich dir stets entgegenstellt: Herr, nimm mich selber hin und binde mich ganz festiglich V an dich, o Herr, mein Hort, so irr ich nicht in deinem Licht bis an die Himmelspfort. Joh. Jah. Schütz g. 1640 4 1690. 409. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. Ich ergebe mich dem Willen meines Gottes ganz und gar: der wird wohl an mir er⸗ füllen, was mir nützet immer⸗ dar. Siehe, höchster Gott. her⸗ nieder, was ich lege vor dich hin. Herz. Gedanken. Mut und Sinn, mich und alle meine Glieder; mache daraus, was du willt, was du willt, mein Gott und Schild. 2. Ach ich kenne dich ja eben, daß du selbst mein Vater bist: ich kenn auch mein liebstes Le⸗ ben, das allein ist Jesus Christ; und weiß einen treuen Führer, der den rechten Weg mir Geist der ist Gott, der In8 Geist. ab ich denn nun zum Regierer ich, o du dreieinger Gott, so erschreckt mich keine Mot. Und wie könnt ich doch verzagen, ging es noch so wunderlich, da ich kann bis heute sagen, daß Gott wohl geführet mich. Soll ich denn erleben morgen. ei so lebet Gott auch noch, bei dem ich versichert Leri daß er sein Kind wohl versorgen und sein Schäflein führen wird, weil er Vater ist und Hirt. 4. Ginge mir es, wie ich wollte, stünd es wohl gar selten gut. wenn mein Wunsch ge⸗ schehen sollte, da er Gott miß⸗ fallen tut: ach wie würde mein erderben ich erwählen gar zu oft, wenn was Gutes ich ge⸗ hofft: darum will ich mich be⸗ werben meinem Gott zu halten still, Mir geschehe, was Gott will. 5. Was Gott will. chad⸗ immer: was ich will und schäd⸗ lich ist. das laß ja geschehen nimmer, Gott, der du so gůtig bist: und weil dir mein Unver⸗ mögen, was du willst zu tun, hekannt. ach so laß doch deine Handmeiner Schwachheit Kraft beilegen, daß ich könne folgen dir. Was du willst, geschehe mir. Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzb.⸗Rudolstadt, g. 1640 1672 Mel. Alles ist an Gottes Segen. underanfang, herrlichs Ende, wo die wunder⸗ weisen Hände Sottes führen ein und aus! Wunderweislich 250 Kreuz⸗- und Trostlieder. ist sein Raten, wunderherrlich seine Taten, und du sprichst: Wo wills Dha Denke doch: Es muß so gehen, was EUm weislich heißt geschehen, ihm und dir zur Herrlichkeit. der Anfang seltsam scheinet, ist das End doch gut gemeinet, Friede folget nach dem Streit. Gotte⸗ Weg ist in den Flüssen und in großen Wasser⸗ güssen, und du spürst nicht sei⸗ nen Fuß: Yio auch in dem Meer der Sorgen hält Gott seinen Pfad verborgen, daß man nach ihm suchen muß. 2) Ps. 77, 20. 4. Kein Beiinmen kann er⸗ sinnen, wo man könne Hülf gewinnen, die Vernunft ist hier zu blind; ihre halb gebrochnen Augen nicht in das Berborgne taugen, dem sie allzublöde sind. 5. Gott muß man in allen Sachen, weil er alles wohl kann machen, End und Anfang geben frei. Er wird, was er angefangen, lassen so ein End erlangen, daß es wunderherr⸗ lich sei. 6. Drum so laß dir nimmer grauen, lerne deinem Gott ver⸗ trauen, sei getrost und gutes Mutsi Er fürwahr, er wird es führen, daß dus wirst am Ende spüren, wie er dir tut lauter Guts. 7. Du wirst an den Fingern zählen und nicht vor der Welt verhehlen, was die hlinde Welt nicht kennt. Er wird dir dein Kreus versüßen, daß du wirst betzennen müssen: Wunder⸗ anfang, herrlichs End! H. A. Stocksleth g. 1643 4 1708. 411. Mel. Jesu, meine Freude. Moess Seel ist stille zu Gott, dessen Wille mir zu helfen steht; mein Hers ist vergnüget mit dem. wies Gott füget, nimmt an, wie es geht. Geht es nur dem Himmel zu, und bleibt Jesus ungeschieden, so bin ich zufrieden. 2. Meine Seele hanget an dir und verlanget. Gott. bei dir zu sein aller Ort und Zeiten. und mag keinen leiden. der ihr rede ein; von der Welt Ehr. Lust und Geld. wornach so viei sind beflissen, mag sie gar nichts wissen. 3. Nein, ach nein, nur Einer, sagt sie, und sonst ere wird von mir geliebt; Zesus, der ge⸗ treue, in dem ich mich freue, sich 2— ganz ergibt. Er allein, er soll es sein, dem ich wieder mich ergebe und ihm einzig lebe. 4. Gottes Güt erwäge und dich gläubig lege sanft in seinen Schoß! Lerne ihm vertrauen, so wirst du bald schauen, wie die Ruh so groß, die da fleußt aus stillem Geift. Wer sich weiß in Gott zu schichen. den kann er erquicken. 5. Meine Seele senket alles. was sie kräntzet, tief in Jesu Brust; sie wird stark durch Hoffen; was sie je Deonen träget sie mit Lust, fasset sich ganz männiglich durch Geduld und Glauben feste; am End kommt das Beste. 6. Amen, es geschiehet; wer zu Jein fliehet, wird es recht er⸗ fahrn, wie Gott seinen Kindern pflegt das Kreus zu mindern und das Glück zu sparn bis zu End; alsdann sich wendt das zuerst gekoste Leiden, und gehn an die Freuden. Joh. Kasp. Schade g. 1666 4 1698. 412. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. I1. Gol ist und hleibt getreu, sein Herze bricht von Lieben, pflegt er gleich öftermal die Seinen zu hetrüben. Er prüfet durch das Kreuz, wie rein der Glauhe sei, wie standhaft die Geduld; Gott ist und bleibt ge⸗ treu. 2. Gott ist und bleibt getreu; er hilft ja selber tragen, was er uns auferlegt, die Last der schweren Plagen. Er braucht die Ruten oft und bleibet doch dabei ein Vater, der uns liebt; Gott ist und bleibt getreu. 3. Gott ist und bleibt getreu; er weiß, was wir vermögen; er pfleget nie zuviel den Schwachen aufzulegen. Er macht sein Israel von Last und anden frei, wenn große Not ann Gott ist und bleibt ge⸗ reu. 4. Gott ist und bleibt getreu; er tröstet nach dem Weinen; er läßt aus trüber Nacht die Freudensterne scheinen. Es geht der Kreuzessturm im Augenblick vorbei; sei Seele nur getrost! Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt getreu; er stillet dein Begehren, er will dein Glaubensgold in Trüb⸗ salsglut bewähren. Nimm an Kreuz⸗ und Trostlieder. 25¹ von Gottes Hand den Kreuz⸗ kelch ohne Scheu, der Lebens⸗ becher folgt; Gott ist und bleibt getreu. 6. Gott ist und bleibt getreu: Laß alle Wetter krachen, Gott wird der Trübsal doch ein solches Ende machen, daß alles Kreuz und Not dir ewig ihte lich sei So liebt der Höchste dich. Gott ist und bleibt getreu. 1695. 413. Eigene Melodie. So Hehr du doch recht selig. err, die Deinen, ja selig und doch meistens wunderlich. Wie könntest du es böse mit uns meinen, da deine Treu nicht kann verleugnen sich? Die Wege sind oft krumm und doch gerad, darauf du läßt die Kinder zu dir gehn; da pflegt es wunderseltsam auszusehn, doch triumphiert zuletzt dein hoher Rat. 2. Dein Geist hängt nie an menschlichen Gesetzen, so die Bernunft und gute Meinung stellt. Den Zweifelsknoten kann dein Schwert verletzen undlösen auf, nach dem es dir gefällt. Du reißest wohl die stärksten and entzwei; was sich ent⸗ gegensetzt, muß sinken hin; ein Wort bricht oft den allerhärt⸗ sten Sinn; dann geht dein Fuß auch durch Umwege frei. 3. Was unsre Klugheit will zusammenfügen, teilt dein Ver⸗ stand in Ost und Westen aus: was mancher unter Joch und Last will biegen, setzt deine Hand frei an der Sterne Haus. Die 252 Kreuz⸗ und Trostlieder. Welt üu Kua und du ver⸗ knüpfst in Kraft; sie hricht, du baust; sie baut, du reißest ein; ihr Glanz muß dir ein dumkler Schatten sein, dein Geist bei Toten Kraft und Leben schafft. 4. Will die Vernunft was fromm und selig preisen, so hast dus schon aus deinem Buch ge⸗ tan; wem aber niemand will dies Zeugnis weisen, den führst du in der 9 50 selbst himmelan. Den Tisch der Pharisäer läßt du stehn und speisest mit den Sündern, sprichst sie frei. Wer weiß was öfters deine Absicht sei? Wer kann der tiefsten Weisheit Abgrund fehn7 5. Was Auce ist, gilt nichts in deinen Augen; was nichts 0. Der Woite Herr. und orte Pracht und Nüubm kann dir nicht taugen. du gibst die Kraft durch dei⸗ nes Geistes Trieb. Die besten Werke bringen dir kein Lob: sie sind verstecht, der Blinde geht porbei, wer Augen hat, sieht sie doch nicht so frei; die Sachen sind zu fein, der Sinn zu grob. 6. O Herrscher, sei von uns gehenedeiet, der du Wer tötest den 16et d machst. Wenn uns dein Geist der Weisheit Schatz verleihet, 0 sehn wir erst, wie wohl du für uns wachst. Die Weisheit spielt“) bei uns, wir spielen mit; bei uns zu wohnen ist dir lauter Lust, die reget sich in deiner Baterbrust und gängelt uns mit zartem Kinderschritt. ) Sprüche 8, 30, 31. 7. Bald scheinst du etwas hart uns anzugreifen, bald fährest Geschiehts, daß unser Sinn —— auszuschweifen, so weist e Zucht uns wieder hin auf dich. Da gehn wir denn mit blöden Augen hin, du küssest uns, wir sagen Beßrung zu: drauf schenkt dein Geist dem Herzen wieder Ruh und hält im Zaum den ausgeschweiften Sinn. 8. Du kennst, o Vater. Ohn⸗ das schwache Wi sen. die Ohn⸗ macht und der Sinne Unver⸗ stand: man kann uns fast an Imnen Stixn ablesen, wie es um chwache Kinder sei bewandt. Drum greifst du zu und hältst und n sie, brauchst Vater⸗ recht und zeigest Muttertreu: wo niemand meint, daß etwas deine sei. da hegst. du selbft dein Schäflein je und je. 9. Alsg gehst du nicht die ge⸗ meinen Wege, dein Fuß wird selten öffentlich gesehn, damit du siehst, was sich im Herzen rege, wenn du in Dunkelheit mit uns willst gehn. Das Widerspiel legst du vor Augen dar von dem, was du in deinem Sinne hast; wer meint, er habe deinen Rat gefaßt, der wird am End ein andres oft gewahr. 10. O Auge, 10 nicht Trug noch Heucheln leidet, gib mir der Klugheit scharfen Unter⸗ scheid, dadurch Natur von Gnad man unterscheidet, das ei 05 Licht von deiner Heiterkeit. doch mein Herz dich nüemals meistern nicht, brich ganz ent⸗ zwei den W Willen, Eschn liebt, erweck die Lust, die sich nur dir ergibt und tadelt nie dein heim⸗ du mit uns ganz säuberlich. liches Gericht. ——-=-:·..‚.ete crrr''Oae Kreuz⸗ und Trostlieder. 2⁵³ 11. Will etwa die Vernunft dir widersprechen und schüttelt ihren Koyf zu deinem Weg. so wollst du die Befestung nieder⸗ brechen, daß ihre Höh sich nur beizeiten leg. ich vor dich in Torheit bringen möcht“) und dir wohl gar so zu gefallen dächt. Ach selig, wer dein Licht ergreift und findt! 3. Mos. 10, 1. 12. So Wũ mich denn hinein in deinen Willen und trag und heg und führ dein armes Kind! Dein innres Zeugnis soll den Zweifel stillen, dein Geist die Furcht und ubist mein Alles, denn dein Sohn ist mein, dein Geist regt sich ganz kräftiglich in mir. ich brenne nun nach dir in Liebs⸗ N begier, wie oft erquickt mich deiner Klarheit Schein! 13. Drum muß die Kreatur mir immer dienen, kein Engel schämt nun der Gemeinschaft sich; die Geister, die vor dir vollendet grünen, sind meine Brüder und erwarten mich. Wie oft erquicket meinen Geist ein Herz, das dich und mich und alle Christen liebt! Ists möglich, dab l etwas noch betrübt? Konnn, Freudenquell, weich ewig, aller Schmerz! Gottfried Arnold g. 1666 1 1714. 414. Mel. Jesus, meine Zuversicht. Meine Seele senket sich hin in Gottes Herz und Hände und erwartet ruhiglich seiner üste überwind! E eon nacht und hloß in des liebsten Vaters Schoß. . 2. Meine Seele murret nicht, ist mit allem wohl zufrieden; was der eigne Wille spricht, ist leg. Kein fremdes zum Tode schon beschieden. Feuer sich in mir anzünd, das Was die Ungeduld erregt, ist in Christi Grab gelegt. 3. Meine Seele sorget nicht, will vielmehr an nichts geden⸗ ken, was gleich spitzen Dornen sticht und den Frieden nur kann Tänken. Sorgen hört dem Schöpfer zu, meine Seele sucht nur Ruh. 4. Meine Seele grämt sich nicht, liebt hingegen Gott im eiden; Kummer. der das Herze bricht, trifft und ängstet nur die Heiden. Wer Gott in dem Schoße liegt, bleibt in aller ot vergnügt. 5. Meine Seele klaget nicht. denn sie weiß von keinen Nö⸗ ten, hängt an Gottes Angesicht, auch glsdann. wenn er will tö⸗ ten. Wo sich Fleisch und Blut beklagt, wird das Freudenlicht veriagt. 6. Meine Seel iststill zu Gott, und die Zunge bleibt gebunden. Also hab ich allen Spott, alle Marter überwunden, bin gleich wie ein stilles Meex, voll von Gottes Preis und Ehr. Joh. Jos. Winchler g. 1670 1722. 415. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 1. Besiebl dem Herren deine Wege und mache dich von Sorgen los. vertraue seiner Baterpflege, vor ihm ist nichts Wege Ziel und Ende, liegt fein zu schwer und groß, das er zu 25⁴4 Kreuz⸗ und Trostlieder. seines Namens Preis nicht herrlich auszuführen weiß. 2. Wo du ihn nur hast raten lassen, da hat er alles wohl ge⸗ macht; denn was dein Denken nicht kann fassen, das hat er längst zuvor bedacht: wie dirs sein Rat hat ausersehn so und nicht anders muß es gehn. 3. Wie werden deine Lebens⸗ tage so manches Kummmers sein befreit, wie leicht wird alle Not und Plage dir werden hier in dieser Zeit, wenn du nichts wünschest in der Welt, als was Gott will und ihm gefällt. I. Dir wirds an keinem Gute fehlen, wenn du dein Herz ge⸗ wöhnst und lehrst, nur Gottes Willen zu erwählen, und dei⸗ nem eignen Willen wehrst, den 10 sein eigne Wahl betreugt, o gut ihm oft sein Wollen eucht. 5, Gib meinem Herzen solche Stille, mein Jesu, daß ich sei vergnügt mit allem, was dein Gnadenwille mit mir und mei⸗ nem Leben fügt. Nur nimm dich meiner Seele an, so hab ich. was ich wünschen kann. 6. Ich weiß, du tusts; sie ist die deine und kostet dir dein teures Blut: behalt sie dir nur schön und reine, laß dies dein mir vertrautes Gut nur einzig meine Sorge sein, so trifft mein ganzes Wünschen ein. 7. Indes sei stets, mein Heil, gepriesen für alle Sorgfalt, die du mir, noch eh ich war, schon hast erwiesen, da du, mein sü⸗ zer Jesu, dir zum Eigentum mich hast erwählt und deinen Schafen zugezählt. 8. Dir sei auch ewig Lob ge⸗ gehen, daß du so unermüdet hast für mich gesorgt in meinem Leben. Solang ich bin der Erde Gast. ist alles liebreich nütz und gut, was deine Schickung mit mir tut. 9. Dort werd ich deiner Liehe Taten erst preisen in Boll⸗ kommenheit, wenn nun mein Hoffen ist geraten, daß ich kann in der Seligkeit erkennen, wie dein Wille mir so gut gewesen für und für. Henr. Kath. v. Gersdorf g. 1648 1726. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. An Gott will ich gedenken, denn er gedenkt an mich. Wenn mich die Sorgen krän⸗ ken, so hebt mein Herze sich zu meinem Gott empor; bald weichen alle Schmerzen, denn er stellt meinem Herzen nichts als Vergnügen vor. 2. Denk ich an seine Liebe. wie werd ich doch entziickt, daß wenn es noch so trübe, mir gleich die Sonne blickt. Da kommt mir immer ein: Er hat sich hoch vermessen er will mich nicht pergessen. Wie könnt ich traurig seinꝰ 3. Denk ich an seine Güte, die alle Morgen neu, so freut sich mein Gemüte bei solcher Batertreu; die Last werf ich auf ihn, so wird die Arbeit süße, wenn ich den Schweiß vergieße, denn Gott ist mein Gewinn. 4. Denk ich an sein Erxbar⸗ men; er schenket mir sein Kind o Gnade für mich Armen! & KC/ — Kreuz- und Trostlieder. das nicht treu gesinnt? ott ist in Christo mein: Gott müßte Jesum hassen, wenn er mich wollte laffen, das kann unmöglich sein. 5. Drum will ich an Gott denken; die Welt mag immer⸗ hin den Sinn aufs Eitle lenken. hier ist ein andrer Sinn. Ich trage Gott allein im Herzen und im Munde, so kann mir em Stunde allhier zu lange ein 6. An Sott will ich gedenken. solang ich denken kann. Wird man ins Grab mich senken. so de W ich zwar die Bahn. da mein mein aufs beste, wo sein Ge⸗ dächtnis ist. Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. 417. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. Wodu nicht, Gott lebet noch. du betrübte Seele! Drücht dich gleich ein hartes Joch in der Trauerhöhle, nur Geduld. Gottes Huld läßt oft nach dem Weinen auch die Sonne scheinen. —9 109 05— Gott denkt dich, ob dus gleich nicht Zemhelt Oftermal verbirgt er sich, 194090 du dich 5 kränkest. da die Welt eh zerfällt. eh er dich wird hassen, oder gar ver⸗ las 9 8 3. Weine nicht, Gott siehet dich, scheint er gleich verstechet. a du 1900 Ghmrechetnre sei⸗ nen Kelch ber chmecket, reichet er und gibt nach er Labsal Welt vergißt, doch glaub dich. ich dieses feste, Gon denket W. D N 25⁵ dem Leiden wieder Trost und reuden. 4. Weine nicht. Gott höret dich, wenn dein Herz nur girret.“) Hast du dich gleich wunderlich in der Not ver⸗ Denwm ruf ihn an. denn er kann deinen Unglückswellen Ziel und Grenzen stellen.„ Zes. 38, 14. 5. Weine nicht, Gott liebet dich, wenn die Welt betrühet den so manchen Ludet. Dachte deinem Hen gibet. Nichts betrübt, den Gott liebt; will gleich alles krachen, Gott kann fröhlich machen. 6. Weine nicht, 181 icht fü; ei, was kann dir fehlen?ꝰ das willst du dich stetiglich mit den Sorgen quälen? Wirf auf ihn alles hin, er wird deine Sachen gut und besser machen. 7. Weine nicht, Gott tröstet dich nach den Tränengüssen; endlich wird der Kummer sich den verlieren müssen. Durch den Tod stirbt die Not, und wenn der erscheinet, hast du ausgeweinet. Nach Benj. Schmolck g. 1672 1737. 418. Mel. Wer nur den Rel 1 Gott läßt 30 Wons walten. Mel. 39 Wer ohne Kreuz, größer Werd Himmel. ist ohne Gott. Bei Sündenluft und eltgetümmel vergißt Oie Hölle. Fluch und Tod. den G ist der Mann geschätzt, n Gott in Kreuz und Trüb⸗ sal setzt. 2. Je größer Kreuz, je stärker Glaube. Die Palme wächset 256 Kreuz- und Trostlieder. bei der Last, die Süßigkeit fleußt aus der Traube, wenn du sie wohl gekeltert hast. Im Kreuze wächset uns der Mut, wie Perlen in gesalzner Flut. 3. Je größer Kreuz, je mehr ehete. Geriebne Kräuter riechen wohl; wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte. o fragte man nicht nach dem ol. Wo kämen Davids Psal⸗ men her, wenn er nicht auch versuchet wärꝰ 4. Je größer Kreuz, je lieber Sterben. Man freut sich recht auf seinen Tod, denn man ent⸗ gehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Rot. Das Kreuze, das die Gräber ziert, bezeugt, man habe triumphiert. 5. Je Die Hotes O. ie schöner Krone, die Gottes Schatz uns beigelegt, und die einmal vor seinem Throne der Aberwinder Scheitel trägt. Ach dieses teure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 6. Gekreuzigter, laß mir dein Reuös je länger und je lieber sein! Daß mich die Ungeduld nicht reize, so pflanz ein be Geß Herz mir ein, das Glaube, Lieb und Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Benjamin Schmolck g. 1672 1737. 419. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. Ich weiß, es kann mir nichts gesche 4. in meiner ganzen Lebensfrist, als was des Höch⸗ sten Rat afestg ist und was mir nütz und felig ist. Herr, mach es, wie du willst, mit mir, ich bleibe dennoch stets an dir. 2. Du leitest mich bei meiner Rechten 190 führest mich durch Wohl und Weh, d u bist mein Licht in Laen mein Leitstern auf der wi lden See Herr, mach es, wie du wñlt amthnr ich bleibe dennoch stets an dir 3. Du magst 83 küssen oder schlagen, ich weiß doch, daß du Vater bist; dein Herze kann mir nichts verfagen. was hier und dort mir selig ist. Herr, mach es, wie du willst, mit mir, ich bleibe dennoch stets an dir. 4. Drum soll mein Herze standhaft stehen, ob mancher ind des Kreuzes weht; es kann mir ntemal⸗ übel gehen, wenn es nach Gottes Willen geht. Herr, mach es, wie du willst, mit' mir, ich bleibe dennoch stets an dir. 5. Mein Gott, dir bleib ich ganz ergeben, Herr, leite mich auf rechter Bahn und nimm mich einst nach diesem Leben mit Gnaden und mit Ehren an! Herr, mach es, wie du willst. mit mir, ich bleibe dennoch stets an dir. Salomo Franck g. 1659 4 1725. 420. Mel. Aus 161597 1ei—03 ich zu dir. Wienh 960 0 h so will ch gehn ohn a lles Eigen⸗ wwaühlten geschieht, was er mir ausersehn, wird mirs an kei⸗ nem fehlen. Wie er mich führt. so geh ich mit und folge willig . W ———...—F8—8——. SISRDDSDRDSDRDDDCDDCCCRRRRRRRRRRRRRRe Kreuz⸗ und Trostlieder. 257 Schritt vor Schritt in kindlichem Vertrauen. 2., Wie Gott mich führt, so bin ich still und folge feinem Leiten, ohgleich im Fleisch der Eigenwill will öfters wider⸗ streiten. Wie Gott mich führt, bin ich hereit in Zeit und auch in Ewigkeit, stets seinen Schluß zu ehren. 3. Wie Gott mich führt. bin Hunden. W. ich ruh in seinen Händen. Wie er es schickt und mit mir fügt, wie ers will keh⸗ ren, wenden, sei ihm hiermit ganʒ heimgestellt; er mach es, wie es ihm gefällt, zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich in seinen Vater⸗ willen. Scheints der Bernunft gleich wunderlich, sein Rat wird doch erfüllen, was er in Ljebe hat bedacht, eh er mich an das Licht gebracht; ich bin ja nicht s mein eigen. 5, Wie Gott mich führt, so bleih ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei, was will mich von ihm scheiden? Ich d fasse in Geduld mich feft; was ott mir widerfahren läßt, muß mir zum besten dienen. 6., Wie Gott mich führt, so will ich gehn. es geh durch Dorn und Hecken. Bon vornen läßt sich Gott nicht sehn, zuletzt wird ers aufdecken,“) wie er nach seinem Vaterrat mich treu und wohl geführet hat. Dies sei mein Glaubensanker. ) 2. Mose 33, 23. Lamvertus Gediche g. 1683 + 1735. 421. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. Mein Herz gib dich zufrieden und bleihe ganz geschieden von Sorge, Furcht und Gram! Die Not, die dich jetzt drücket, hat Gott dir zugeschicket; sei still und halt dich wie ein Lamm! 2. Mit Sorgen und mit Zagen und unmutsvollen Kla⸗ gen häufft du nur deine Pein; durch Stillesein und Hoffen wird, was dich jetzt hetroffen, erträglich, sanft und lieblich sein. 3. Kanns doch nicht ewig währen; oft hat Gott unfre Zähren, eh mans meint, gb⸗ Wie lam wenns bei uns heißt: ie lange wird mir Le angst und bange! so hat er Leib und Seel erfrischt. 4. Gott pflegt es so zu ma⸗ en, nach Weinen schafft er Lachen, nach Regen Sonnen⸗ chein; nach rauhen Winter⸗ tagen muß uns der Lenz be⸗ hagen: er führt in Höll und immel ein. 5. Indes ist abgemessen die 545. die uns soll pressen, auf aß wir werden klein; was aber nicht zu tragen, 225 sich nicht an uns wagen, und sollts auch nur ein Quentlein sein. 6. Denn es sind Liebes⸗ schläge, wenn ich es recht er⸗ wäge, womit er uns helegt; nicht Schwerter, sondern Ruten sinds, damit Gott zum Guten die Seinigen hienieden schlägt. 7. Er will uns dadurch ziehen zu Kindern, die da fliehen das, was ihm mißbehagt, den alten Menschen schwächen, den 17 258 Kreuz⸗ und Trostlieder. Eigenwillen brechen, die Lust ertöten, die uns plagt. 8. Er will uns dadurch lehren, wie wir ihn sollen ehren mit Glauben und Geduld, und sollt er uns in Nöten auch lassen, ja gar töten, uns doch getrösten seiner Huld. 9. Denn was will uns auch scheiden von Gott und seinen Freuden, dazu er uns versehnꝰ Man lebe oder adess so blei⸗ bet uns das Erbe des Himmels ewiglich doch stehn. 10. Ist Christus unser Leben, so muß uns, seinen Reben. der Tod sein ein Gewinn; er mag die Seele sleh zerbrechen, doch Seele 1180 auf zum Bau des Himmels hin. 11. Drum gib dich ganz zu⸗ frieden, mein Herz, und bleib geschieden von Sorge, Furcht und Leid! Vielleicht wird Gott bald den him die dich auf ihren Händen hintragen in die Herr⸗ lichkeit. Z. Anast. Freylinghausen g. 1670 f 1739. 422. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Ewae Wahrheit, deren Treue unsre Hoffnung stützt und hält, ich bekenne und hereue. daß mich Zweifelmut befällt. Ach wie hängt mein Herz an Dingen, die mich nicht zur derae bringen; ach wie leicht geß ich dein, wenn mein Trost soll sichtbar sein. 2. Ach. ne mir diese Sünde, nimm die Strafe von en VDater deinem armen Kinde, Vater, einen andern Sinn, den nicht faͤlsche Hoff⸗ nung bindet, die wie dünner Reif verschwindet. die wie leich⸗ ter Rauch Erde uthl. und das Herz Zur Erde zeucht daß mich eitle Sorgen meiden, weil du für mich sorgst und wachft und im Trauren wie in Freuden dich um mich zur Mauer machst. Laß. Herr, auf dein Wort mich fen; 5 0n noch allzeit n Gott mucht h nung, die auf Gott nicht 2—— wird zuletzt beschämt geschaut. 4. Laß den Anker meiner Seelen unter aller Stürme Wut nur dein 94 0 zum Grund er⸗ wählen, da er fest und sicher ruht, so wird sich 1 Zweifel wagen, mir mein Schifflein umzuschlagen; ich werd unbe⸗ weglich ehn wenn selbstBerge . aß—1v— Herz versichert werden, daß dein Wort wahr⸗ Eider sei, o so werd ich auf der Erden vieler Sorg und Unruh frei, so werd ich im Glauben beten und erhöret von dir tre⸗ ten, so wankt meine Zuversicht, so wankt meine Hoffnung nicht. 6. Meine Hoffnung darf ich ründen, Vater. auf des Sohnes od: sein Verdienst das läßt mich finden Grund und Trost in meiner Nol: durch sein sieg⸗ reich Auferstehen kann ich neu geboren gehen als ein Bürger jener Welt, wenn der Erden⸗ bau zerfällt. 7. Da mein Haupt sich auf⸗ Thron Heiehtn und auf Gottes hron gesetzt. so bin ich mit Dahn eree und den En⸗ geln gleich geschätzt. Ich besitz ein wenig Leben. das er selber 52..g....... I 3 SeH H&H 5 HSche Se S Kreuz⸗ und Trostlieder. 259 mir gegeben; ich bin in der Hoffnung schon mit versetzt auf seinen Thron. 8. Ich bin nur ein Gast auf Erden oben ist mein Baterland: wird die Welt zerstöret werden, so geht an mein Ehrenstand. erwarte nur der Stunden, da ich von der Sünd entbunden meinen Heiland werde sehn und vor ihm verkläret stehn. 9. Unterdessen laß mich hoffen auch in Trübsal auf dein Licht, laß mich sehn den Hinnneloffen. so schreckt Tod und Grab mich nicht. Laß mich poller Trost und Freuden aus dem Tal der Trãänen scheiden undwas ich ge⸗ hofft allhier, mich dort schauen, err, bei dir! Joh. Jak. Rambach g. 1693 4 1735. 423. Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan 2 dahn und nicht auf meinen at will ich mein Glücke bauen und dem, der mich er⸗ schaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt all⸗ mächtig hält, wird mich in mei⸗ nen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit, wieviel mir nützen würde, be⸗ stimmte meine Lebenszeit, mein lück und meine Bürde. Was zagt mein Hers? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäreꝰ 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, i päterlich. Nicht was ich mir er⸗ sehe, sein Wille der geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glüch weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschich hei dessen Last wir Doch der Die größte Not hebt doch der Tod, und Ehre, Gluck und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5, An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es kei⸗ nem fehlen: Gesundheit, Ehre. Olück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rat vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch persüßen. 6. Was ist des gebens Herr⸗ lichkeit? Wie bald ist sie ver⸗ schwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ists über⸗ wunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern; seid fröhlich ihr Gerechten! Der Herr hilft seinen Knechten. Chr. F. Gellert 9.1715 1 1769. 424. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. Was ists, daß ich mich quäleꝰ Harr seiner, meine Seele, harr und sei unverzagt Du weißt nicht, was dir nützet. Gott weiß es und Gott schützet, er schützet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glüch und meine 9.665 eh ich die Welt noch sah. Eh ich mich selbst noch kannte, eh ich ihn Bater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 3. Die kleinste meiner Sorgen dem Gott nicht verborgen, der alles sieht und hält; und bärlten wenns seine Weis⸗ heit litte. Er sorgt für mich stets was er mir beschieden, das 17⁷ 260 Kreuz⸗ und Trostlieder. dient 01 meinem Frieden, wärs auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden. um glücklich hier zu werden. die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glüch zu legen, das ewig wie mein Geist besteht. 5. Was dieses Glück ver⸗ mehret, sei mir von dir gewäh⸗ ret, Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verletzet. wenns alle Welt auch schätzet, ei, Herr mein Gott, mir ewig ern. 6. Sind auch der Krankheit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Syott, so harr ich und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott. 7. Du bist der MüdenStärke. und gller deiner Werke er⸗ barmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn Gott mich will bewahren? Und er, mein Gott, bewahret mich. Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. 425. Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan. Der Herr ist meine Zuversicht. D mein einzger Trost im Le⸗ ben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott, auf fein Gebot wird seine Seele Wit ihm gnügt des Vaters ille. 2. Wer wollte dir. Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke. Die Au⸗ gen, welche auf dich schaun sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rat und stark von Tat, mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich. wer dich geliebt, verlassen sehen müssen: du läßt ihn, wenn ihn Not um⸗ Des Irr deinen Trost genießen. es Frommen Herz wird frei von Schmers der Sünder eitles Dichten pflegst du. Herr, zu zer⸗ e Drunhei Seut Hu 4. Drum hoff, 9 Seele, hoff auf Gott! Der Toren Trost verschwindet, wenn der Ge⸗ rechte in der Not das Herz des Schöpfers findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, als Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoff⸗ nung hin, die dir dein Glaube reichet. Verflucht sind, die zu Menschen fliehn, verflucht. wer von Gott weichet. Dein Hei⸗ land starb; er, er erwarb auf seinem Todeshügel dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sam⸗ meln. Gott hilft, wenn Christen ftanunnen. 5 ihm um Gnade tammeln. Die Zeit der Qual. der Tränen Zahl zählt er. er wiegt die Schmerzen und wälst st sie von dem Herden. 7. Herr, du bist meine Zu⸗ versicht, auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmäch⸗ tiger, verlassen und sich im Kummer fassen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge TFFHA&Yc- == Ue AV.———7 + N——. —2 SN n S=n=n — Kreuz⸗ und Trostlieder. 261 blicht auf dich, dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott und einst im Tod mein Jels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. Nach Christ. Chr. Sturm 9.1740 1 1786. 426. Mel. Schwing dich auf zu deinem Gott. Deines Gottes freue dich dank ihm, meine Seele! Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir fehle? Schützt dich seine Vorsicht nicht, wenn Gefahren dräuen? Ifts nicht Seligkeit und Pflicht, seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein Gott, ich hab an dir, was mein Herz begehret, einen Vater, wescher mir, was mir nützt, gewähret, der mich durch sein göstlich Wort hier zum Guten lenket und mit immelswonne dort meine eele tränket. 3. Wenn ich dich. mein Herr und Gott, kindlich fürcht und liebe, wenn ich redlich dein ebot und mit Freuden ühe, o wie ist mir dann so wohl, wie ist mein Gemüte seliger Empfindung voll, voll von deiner Güte! 4. Dann darf ich mit Zuver⸗ sicht auf zum Himmel blicken, meine Leiden fühl ich nicht, wie sie mich auch drücken; Hoff⸗ nung und Zufriedenheit woh⸗ nen mir im Herzen, trösten und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. Heil mir, daß ichs rühmen kann: Mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohlfahrt wert, du gabst mir das Leben, wirst auch, was mein Leben nährt und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Rat in die Welt gekommen, alle meine Missetat hat er weg⸗ genommen. Ihm vertrau ich, bet ihn an, glaub an seine Ceiden, folg ihm treulich, und o kann nichts von ihm mich eiden. 7. Dich, du Trost der Sterb⸗ lichkeit, Heil des bessern Le⸗ bens, himmlische Vollkommen⸗ eit. such ich nicht vergebens. enn mein Lauf vollendet ist. und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mittler Jesus Christ mich zu seinen Freuden. 8. Gib mir nur, solang ich hier als ein Pilger walle, das Bewußtsein, daß— Herr mein Gott, gefalle. Diese sanfte Freudigkeit, die zu dir ich habe, sei mein Glück in dieser Zeit und mein Trost am Grabe! 9. Laß die Lust zur Sünde nie dieses Heil mir rauben, rüste elbst mich wider sie mit ent⸗ chloßnem Glauben! Gib mir einen Geist, der mich und mein Tun regiere, daß ich mein Bertraun auf dich ewig nicht verliere. Balthasar Münter g. 1735 4 1793. 427. Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan Sei stille müdgequältes Herz, das nur am Kummer 5. Du bist mein! so jauchz ich dann, wer ist, der mir schade ꝰ klebet, richt die Gedanken himmelwärts, hin, wo dein 262 Vater lebet! Zuletzt verzagt, wer immer klagt. In Gott sollst du dich fassen; er kann dich nicht verlassen. 2. Sei stille, sinne nicht zu weit, was willst du dir er⸗ sinnen? as, wirst du mit Vermessenheit je gegen Gott gewinnen? Du bist ja Staub; ermann dich, glaub: Gott hat es schon erltehen auch was wir nicht verstehen. 3. Sei stille, such bei Men⸗ schen nicht, was Menschen nicht vermögen; halt fest an Gott mit Zuversicht, darauf liegt aller Segen. Jolg seinem Rat, geh seinen Pfad, laß dir den Herrn der Welten weit über Menschen gelten! 4. Sei stille, hast du lang geweint und wirds noch immer trüber, sag nicht: Weil mir kein Licht, erscheint, die Hülfe ist porüher. O harre fort, du hast sein Wort; er wird. so ists verheißen, dich noch aus allem reißen. 5. Sei stille, laß der Zweifel Macht nicht immer dich be⸗ siegen, laß Gottes Wahrheit in der Nacht des Kummers über⸗ wiegen! hinderst du, solang dich Zweifel Seclen nur Glaube stillt die eelen. 6. Sei stille, endlich mit dem Tod muß alle Sorge schweigen: dann wird sich von dem Stand der Not der rechte Anblick zeigen; da, da erscheint, wie gut gemeint die Leidensproben waren. Herr, laß michs froh erfahren! Zoh. Gottfr. Schöner g. 1749 4 1818. Du suchest Ruh? Die d Kreuz⸗ und Trostlieder. 428. Psalm 23. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. er Herr ist mein getreuer D Hirt, mir wird kein Gutes schtant der Hüter, der nicht chläft noch irrt, ann mir nur Heil erwählen. Er weidet mich auf grüner Au, die Speise gibt vom Lebenstau des Geistes seiner Gnade. 2. Er führet mich zum reinen Quell, der mein Gemüt be⸗ glücket, zum Wasser, welches frisch und hell den schwachen Mut erquicket. Er leitet mich guf rechter Bahn, er nimmt sich meines Ganges an um seines Namens willen. 3. Und ob ich wall im finstern Tal, fürcht ich doch keinen Schaden; sein Auge wachet überall, ich bin der Sorg ent⸗ laden. Sein Stab und Stecken trösten mich, auf seine Treu und Macht kann ich gar ruhig mich verlassen. 4. Du machst mir einen Tisch bereit im Auge meiner Feinde, verscheuchest Angst und Trau⸗ rigkeit, sprichst freundlich zu dem Freunde; du salbst mein Haupt mit Ol, du schenkst mir voll den Becher ein und lenkst zum Himmel hin mein Sehnen. 5. Ja Gutes und Barm⸗ herzigkeit wird lebenslang mir werden; ich bleib im Haus des Herrn die Zeit, die ich noch leb auf Erden. Und ist des Lebens Wallfahrt aus, dann trägt mich in sein Vaterhaus der Flügel treuer Liebe. Joh. Friedr. v. Meyer g. 1772 71849. Kreuz⸗ und Trostlieder. 263 429. Mel. Wenn Wise in höchsten Nöten ein. In dihh d ten ruf 00 Herre, ie Fluten gehen über 100 mit meiner Rot bin ich al⸗ lein; hilf, Herr, echöre du mein Schrein!(Kyrieleis) 2. Du hast den aht de aus⸗ mrnmr d und ö den O ie Erd einer Hand, den Hur da 10 5 du nicht gering; bilf, da e Höll mich nicht bezwing! Gyrfeleis 3. Zu deinem Fuß die Sün⸗ bn; 124.— oß ihre Salb Goit barm err, emger Gott, barm⸗ dre Hort, sprich ch guch zu mir ein Friedenswort!(Kyrieleish) 4. Der Jünger zu versinken dacht, da auf dem Meer du Papf in Macht; laß deine Hand mich fassen, Gott, und mach den JFeind an mir zu Spott!(Kyrieleisl) 5. Laß ah'se G90l. die Was⸗ ser dich.“) dich schaun und ängsten sich. Funt. Herr, mein Heil zu aller Frist, der du für mich gestorben bist!(Kyri⸗ eleish)) Ps. 77, 17. G. Chr. Adolf v. Harleß 9. 1806 7 1879. 430. Mel. Aus 2—* del. 2 ich zu dir. Ich steh m. hüenies Herren Hand und will drin stehen bleiben, nicht Erdennot, nicht Erdentand soll mich daraus vertreiben; und wenn zerfällt die ganze Welt, wer sich an ihm. und wen er hält, wird wohl⸗ behalten bleiben. 2. Er ist ein Tels, ein sich⸗ rer Hort, und Wunder sollen chauen, die sich Kuiß sein wahr⸗ aftig verlassen und ihm trauen. Er hats gesagt, froh darauf wagt mein Herd es froh und unverzagt und läßt sich gar nicht grauen. 3. Und was er mit mir ma⸗ chen will, ist alles mir gelegen; ich halte ihm im Glauben still und hoff auf seinen Segen; denn was er tut, ist immer gut, und wer von ihm behütet ruht, ist sicher allerwegen. 4. Ja wenns am schlimmsten mit mir steht, freu ich WW0o. seiner Pflege; ich 7˙ die Wege die er geht sind lauter Wunder⸗ wege. Was 110 scheint, ist gut gemeint, er ist doch nimmer⸗ mehr mein Feind und gibt nur E. hläge. Und meines Glaubens Umerpand ist, was er iches. verheißen: daß nichts mich sei⸗ ner starken hn soll je und je entreißen. Was er verspricht, das bricht er nicht. Er bleibet meine Zuversicht, ich will ihn ewig preisen. K. S. Phil. Spitta g. 1801 + 1859. 431. Eigene Melodie. arre meine Seele, harre des Herrn, alles ihin befehle. hilft er doch so gern! Sei un⸗ verzagt, bald der Morgen tagt und ein neuer Frühling folgt dem Winter nach. In allen Stürmen, in aller Not wird er dich beschirmen, der treue Gott. 2. Harre meine Seele, harre des Herrn, alles ihm befehle. 264 Kreuz⸗ und Trostlieder. hilft er doch so gern! Wenn alles bricht, Gott verläßt uns nicht; größer als der Helfer ist die Not ja nicht. Ewige Treue, Retter in Not, rett auch unsre Seele, du treuer Gott! Zoh. Friedr. Räder g. 1815 4 1872. In Kranhheit. 432. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Licbster Vater, soll es sein, daß ich heut an teische Tage letztmals mit Gebet erschein und f dir meine Not vortrage, ach so richte meine Sinnen 5u den ho⸗ hen Himmelszinnen! 2 der Dil und viel tausend⸗ mal sei du. Bater, hoch ge⸗ priesen, daß in deiner Kinder Zahl du mir eine Stell gewiesen. daß ich dich hab lernen kennen und in Christo Vater nennen. 3. Heilig, heilig, heilig sei deines großen Namens Ehre, deine Güte mancherlei, deine Kraft und wahre Lehre! Ich will dich dort ewig loben, wenn ich bin zu dir erhoben. 4. Dein Reich hast du auch zu mir hier in Gnaden lassen kommen, mich berufen und zu dir aus des Satans Macht ge⸗ nommen; Jesus hat mir Heil H und Frieden durch sein Blut und Tod beschieden. 5. Darum wart ich mit Be⸗ gier ganz getrost aufs Reich der Ehren, nichts durchaus mehr ist allhier, das mich soll davon abkehren; komm, o König. laß erscheinen, was ich wünsch und all die Deinen. 6. Deinem Willen tu ich mich ganz zu einem Opfer geben. Hab ich hier nicht völliglich nach demselben können lehen, so werd ich doch dort erfüllen mit den Engeln deinen Willen. 7. Täglich Brot und allerlei. was zu meinem Stand gehöret, hast du, Bater, mild und treu mir zeitlebens auch bescheret; nun du Himmelsbrot willst geben, laß ich gern dies arme Leben. 8. Bleiben gleich die Meinen hier, die mich länger möchten ehen. weiß ich doch, daß nur bei dir steht ihr Weh und Wohl⸗ ergehen. befehle deiner Güte, was mir lieget im Ge⸗ müte. 9. Nur. o Vater, laß du mir alle Schulden sein vergeben, daß ich rein und frei zu dir fahr gus diesem Sündenleben. Je⸗ sus hat mir Gnad erworben, mit ihm ist die Schuld gestorben. 10. So vergeb ich auch gar leicht. wie du. Vater, hast ge⸗ heißen; aller Zorn und Rach entweicht. ich will lauter Lieb erweisen; weil du, Gott, so viel erlassen, will ich Mensch auch niemand hassen. 11. Rückt der letzte Kampf herzu, tobet heftig Sünd und ölle, daß sie mir die Himmels⸗ ruh raub und meinen Glauben fälle, so steh du auf meiner Seiten, die Versuchung zu be⸗ streiten. 12. Mach mich alles Ubels los, gib der Sündennot ein Ende! Ich ergebe ganz und bloß mich in deine Vaterhände; wollest mich von allem Bösen, ———5 —27—3—4— Kreuz⸗ und Trostlieder. 265 wie du weißt und kannst, er⸗ lösen. 13. An dem allen zweifl ich nicht, denn du hist der Himmels⸗ könig; zu dir ist die Zuversicht, Welt und Höll— dir zuwenig. deine Kraft wird ewig stehen, deine Herrschaft nie vergehen. Nach V. L. v. Seckendorf 9.1626 + 1692. 433. Eigene Melodie. ott. den ich als Liebe kenne. der du Krankheit auf mich legst und des Leidens Flamm erregst, daß ich davon hitz und brenne, brenne doch das Böse ab, das den Geist bisher ge⸗ hindert, das der Liebe Regung mindert, die ich öfters von dir hab. 2. In der Schwachheit sei du kräftig, in dem Schmerze sei mir süß, schaffe, daß ich dich ge⸗ nieß wenn die Krankeheit streng und heftig. Denn was jetzt den Leib bewegt, was mein Fleisch und Mark verzehret, was den Körper Ult beschweret, hat die Liebe selbst erregt. öů 3. Leiden ist jetzt mein Ge⸗ schäfte, andres kann ich jetzt nicht tun als nur in dem Leiden ruhn. Seiden müssen meine Kräfte Leiden ist jetzt mein Ge⸗ winst. das ist jetzt des Vaters Bille, den verehr ich sanft und Denf Leiden ist mein Gottes⸗ ienst. 4. Gott, ich nehms aus dei⸗ nen Händen als ein Liehes⸗ Denshn an, denn in solcher Lei⸗ ensbahn willst du meinen Geist vollenden. Auch die La⸗ bes N die man mir zu des Lei⸗ bes Notdurft gibet, Rommt von dir, der mich geliebet, alles kommt, mein Gott, von dir. 5. Caß nur nicht den Geist ermüden bei des Leibes Mat⸗ tigkeit, daß er sich zu aller Zeit in dich senk in Lieb und Frie⸗ den. Laß des Leibes Angst und Schmers nicht der Seele Auf⸗ fahrt hindern und die Ruhe in mir mindern, unterstütze du das erö! 6, Hilf mir, daß ich ganz echehen eit. in Ruh mit Freundlichkeit, sanfte mit Ge⸗ horsamkeit mög auf meinem Bette leiden. Denn wer hier am Fleische leidt, wird errettet von den Sünden. so den Kör⸗ per oft entzünden, und an sei⸗ nem Geist erneut. 7. Dir empfehl ich nun mein Sehen und dem Kreuze meinen Leih; gib, daß ich mit Freude hleib an dich völlig übergeben. Dann so weiß ich festiglich ich mag leben oder sterben, daß i nicht mehr kann verderben, denn die Liebe reinigt mich. Christ. Friedr. Richter g. 1676 1 1711. 434. Mel. Auf meinen lieben Gott. Ich trau auf meinen Gott in aller Angst und Not; hat mich viel Kreuz betroffen, will ich doch guf ihn hoffen; er wird mir Hülfe senden und alles Elend wenden. 2. Ist gleich mein Leib voll Schmerz und ängstigt sich mein Herz, will es vor Leid und Pla⸗ gen fast ganz in mir verzagen, 266 Kreuz⸗ und Trostlieder. wird Gott nach seinem Willen doch alles wieder stillen. 3. Hält schon die Schwach⸗ heit an, daß ich daher nicht kann das Haus des Herren schauen und mich daselbst erbauen. soll mir mein Lager dienen, mit Gott mich zu versühnen. 4. Mein Gott, du hörtest mich so pft und onädicheh ach hör mein Flehn und Sehnen. zähl jetzt auch meine Tränen und kehre dies mein Leiden in Trost und süße Freuden. 5. Dies bitt ich, dies geschicht: und kommt die Rettung nicht in diesem Weltgetümmel, so gib mir nur den Himmel, wo lauter Licht und Sonne. wo stete Freud und Wonne. 6. Num mach es auf der Welt. mein Gott, wie dirs gefällt. Hilf mir aus allen Nöten, und wirst du mich auch töten, will ich im Tod und Leben mich dir doch ganz ergeben. Nach Hannov. Gsb. 1740. 435. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. Ich hab in guten Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl, so will ich denn gelassen mich auch in Leiden fassen, welch Leben hat nicht seine Qualꝰ 2. Ja Herr, ich bin ein Sün⸗ der, und stets Meit du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schul⸗ den, kein zeitlich Weh erdulden. das doch zu meinem Besten Dient. 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben als den Herrn. ir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen: du hilfst und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden. mich alle meine Sünden er⸗ kennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe. bin ich des Himmels Erbe: was schrecht mich Grab und Todꝰ Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Not. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod be⸗ denken. Der Herr wird alles lenzen, und was mir gut ist, wird geschehn. Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. Morgenlied eines Kranken. 436. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. G Lob, und Dank, die Nacht ist hin, es kommt der Heit undem auf, schwa⸗ cher Geist und matter Sinn, dir ist ja unverborgen, wie du die finstre Schmerzensnacht in Gottes Schutze zugebracht und glücklich überstanden. 2. Als ich mich zu der Ruh gelegt, war ich mit Schmerz umgeben; ich sprach, durch Schmerz und JFurcht bewegt: Werd ich auch morgen lehen? Die fast verdorrte Zunge frug. NSENAN..... sor oft die Viertelstunde schlug: Wannwirdder Tagerscheinen? 3. Gott hat mir mein Gebet gewährt, ich kann das Licht noch sehen. Drum will ich ihn. der mich erhört, mit Dank und Preis erhöhen und flehn, daß Lob⸗ und Danklieder. getreu bewacht, wird nebst der Engel Orden auch heute mit und bei mir sein und Hülfe, Rat und Trost verleihn; er weiß wohl, was mich drücket. 6. Ihm will ich meinen schwachen Geist und kranken er es diesen Tag mit mir und Leib meinem Kreuze mag nach sei⸗ nem Willen machen. 4. Leb ich nicht fröhlich, frisch. gesund, bin ich dennoch zu⸗ frieden; hat schon der Schmerz mein Herz verwundt, will ich doch nicht ermüden! ich trage dieses harte Joch auch diesen ag und weiter noch, solang es Gott beliebet. 5. Mein Elend ist um Tag d und Nacht nun gleichwohl kür⸗ zer worden; Gott, der mich so eib befehlen; was Jesus, der mein Helfer heißt. erwählt, will ich quch wählen; so geht es mir im Leben wohl, und wenn ich heute sterben soll, kann mir der Tod nicht schaden. 7. Ich bin ja. Herr, dein liebes Kind und werd es ewig bleiben, kein Schmerzenssturm, kein Kreuzeswind soll mich von Zesu treiben. Ach bleih bei mir is gn mein End und nimm die Seel in deine Händ, so bin ich wohl versorget. 1731. XXII. Lob⸗ und Danklieder. 437. Eigene Melodie. H Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir danken dir. Dich Vater in Ewigkeit ehrt die Welt weit und breit. All Engel und Himmels Heer und was dienet deiner Ehr, guch Cherubim und Sexaphim singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott, heilig ist unser Gott. Heilig ist unser Gott, der Herre Zebaothl 2. Dein göttlich Macht und Herrlichkeit geht 190 Himmel und Erde weit. Der heiligen zwölf Boten Zahl und die lieben Propheten all, ie teuren Märtrer allzumal loben dich, Herr, mit großem Schall. Die ganze werte Christenheit rühmi dich auf Erden alle Zeit. Dich, Gott Vater im höchsten Thron deinen rechten und eingen ohn. den i n Geist und Tröster wer mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. —.— —.— —— ..... —— 268 Lob⸗ und Danklieder. 3 t, der Ehren, Jesu hri S Daters ewiger Sohn du der Aie Leib nicht hast verschmäht. zu Hlecht das menschlich Ge⸗ 1. Du haß dem Tod zerstört sein a und all Christen zum Himmel bracht. icht zur Rechten Gottes mit aller Ehr ins Vaters Reich. Ein Richter du zukünftig bist all des, was tot und lebend ist. 4. Nun hilf uns. Herr, den Dienern dein, die mit dein'm teurn Blut er⸗ löset sein, laß uns im Himmel haben teil mit Hell Heiligen in ewigem 0 Wehen Volk, Herr Jesu —— Reone das dein Erbteil ist, wart und pfleg ihr zu aller Zeit und heb sie hoch in Ewigkeit! 5. Täglich, Herr Gott, wir loden dich Del ehrn dein Namen ste Ha Behüt uns heut. o treuer Gott vor aller Sünd und Missetat! Sei uns gnädig. o Herre Gott sei uns gnädig in aller Notl Zeig uns deine Barmherzigkeit, Wiis b Hoffnung zu dir Auf dich hoffen wir, lieber Qerr. in Schanden laß uns nimmer⸗ mehr! Amen. Martin Luther g. 1483 + 1546. 438. Psalm 103. Eigene Melodie. Nun lob, mein Seel, den Herren, was in mix ist, den Ramen fein! Sein Wohltat tut er mehren, vergiß es nicht. o Herze mein! Hat dir dein Sünd vergeben und heilt dein Iones Rae groß, errett an armes Leben, nimm dich i seinen Schoß, mit reichem Trost beschüttet, verjüngt dem Adler leich; der Kön schafft Recht. ehütet die Leidenden im Reich. 2. Er hat uns wissen lassen Ger heilig Recht und sein Gericht, dazu sein Güt ohn Maßen, es mangelt an Erbar⸗ mung nicht. Sein 2—— läßt er wohl fahren, D nicht nach unsrer Schuld: die Gnad tut er nicht sparen, den Blöden 0 er hold. Sein Güt fürchten erhaben ob den'n, die——— ten ihn; so fern der Ost vom Abend, ist unsre Sünd dahin. 3. Wie sich ein Vat r erbar⸗ met ob seiner jungen Kindlein klein, so tut der Herr uns Armen, wenn wir ihn kindlich fürchten rein. Er kennt das arm Geschlechte und weiß, wir sind nur Staub, gleichwie das Gras von Rechte, ein Blum und fallend Laub; der Wind nur drüber wehei. so ist es nimmer da, also der Mens vergehet, sein End das ist ihm 1941 Die Gottesgnad alleine stehn fest und bleibt in Ewigkeit bei seiner lieben G'meine. die Nach d. Latein. Je deum laudamus. steht in seiner Furcht bereit, III-..‚‚l‚‚„ —+* ————— I ee e 2 EEESESHKE =+ SEEE N — S 8 —12.—— * * ir 4 die seinen Bund behalten. Er errscht im Himmelreich; ihr tarken Engel waltet feins ohs und dient zugleich dem großen Herrn zu Ehren und treibt sein heilig Wort; mein Seel soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. 5. Sei Loh und Ehren Gott Vater, heilgem Geist! Der woll in uns vermehren, was er aus Gnade uns verheißt, daß wir ihm fest vertrauen, uns ganz verlaßn auf ihn, von Herzen auf ihn bauen, daß unser Herz und Sinn ihm allezeit an⸗ angen. Drauf singen wir zur tund: Amen, wir werdens erlangen, glaub'n wir von Her⸗ zensgrund. V.1—4 Soh. Gramann g. 1487˙7 1541. 439. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. O gläubig Herz gebenedei und gib Loh deinem Herren! Gedenk, daß er dein Vater sei, welchen du stets sollst ehren, dieweil du keine Stund ohn ihn mit aller Sorg in deinem Sinn dein Leben kannft er⸗ nähren. 2. Er ists, der dich von Her⸗ zen liebt und sein Gut mit dir teilet, dir deine Missetat ver⸗ dich und deine Wunden heilet, ich waffnet zum geistlichen Krieg, daß dir der Feind nicht oben lieg und deinen Schatz zerteile. 3. Er ist barmherzig und sehr reis mit Lob⸗ und Danklieder. ohn und d die sich von allem Ubermut zu seiner Wahrheit wenden; er nimmt sie als ein Vater auf und gibt, daß sie den rechten Cauf zur Seligkeit vollenden. 4. Wie sich ein treuer Vgter zeigt, und Guts tut seinen Kin⸗ dern, also hat sich auch Goll ge⸗ neigt zu uns, den armen Sün⸗ ern: er hat uns lieb und ist uns old, vergibt uns gnädig alle chuld, macht uns zu Über⸗ windern. 5. Er gibt uns seinen guten Geist, perneuet unfre Herzen, daß wir vollbringen, was er heißt, wenns auch das Ileisch mag schmerzen; er hilft uns hie mit Gnad und Heil, verheißt uns auch ein herrlich Teil von seinen ewgen Schätzen. 6. Nach unsrer Ungerechtig⸗ keit hat er uns nicht vergolten, pielmehr erzeigt Barmherzig⸗ keit, da wir verderben sollten; mit seiner Gnad und Gütigkeit ist uns und allen er bereit; die ihn von Herzen lieben. 7. Was Gott nun angefangen Hu das will er auch vollenden. ur geben wir uns seiner Gnad. opfern uns seinen Hän⸗ den und tun daneben unsern Fleiß hoffend, er werd zu sei⸗ nem Preis all unsern Wandel wenden! 8. O Vater, steh uns gnädig bei, weil wir sind im Elende. daß unser Tun aufrichtig sei und nehm ein selig Ende. O leucht uns mit dein'm hellen ort, daß uns an diesem dunk⸗ len Ort kein falscher Schein gut den Armen und Elenden, verblende. 270 Lob⸗ und Danklieder. 9. O Gott, nimm an zu Lob und Dank, was wir in Einfalt singen, und 98 dein Wort mit freiem Klang durch unsre Her⸗ zen dringenl O hilf, daß wir mit deiner Kraft durch eine gute Ritterschaft des Lebens Kron erringen. Böhmische Brüder. 440. Eigene Melodie. Nun laßt uns Gott dem Her⸗ ren Dank sagen und ihn ehren für alle seine Gaben, die wir empfangen haben. 2. Den Leib, die Seel, das Seben hat er allein gegeben: dieselben zu bewahren, tut er nie etwas sparen. 3. Nahrung gibt er dem Seibe; die Seele muß auch blei⸗ hen, wiewohl tödliche Wunden sind kommen von der Sünde. 4. Ein Arst ist uns gegeben. der selber ist das Leben, Chri⸗ 441. Psalm 103. Eigene Melodie. O meine Seel, du sollst den Herren Preif en, was in mir ist, das muß ihm Ehr erweisen. alif, quf, mein Herz, und mache dich bereit! Vergiß ja nicht, vergiß, nicht, mein Gemüte, was dir der Herr für wunder⸗ bare Güte erwiesen hat die ganze Lebenszeit. 2. Denn er hat dich von Sün⸗ den losgesprochen und denkt nicht mehr, was du bisher ver⸗ hrochen, er machet dich von Schwachheit heil und rein. Es Oe der Herr dein Leben vom erderhen erlöst, daß du nicht ewig müssest sterben dein Gott will dir forthin barmherzig sein. 3. Er krönet dich mit Gnad und mildem Segen, will deinen Mund mit reicher Fülle pfle⸗ gen, er machet dich von seinen as Heil erworben. 5. Sein Wort, sein Tauf. sein Nachtmahl dient wider allen Anfall; der heilge 2—— im Glauben lehrt uns darauf ver⸗ Kouen 6, Durch he ist uns vergeben die Sünd. geschenkt das Leben, im Himmel solln wir hahen, o Gott, wie große Gaben! 7. Wir bitten deine Güte, daß sie uns fort behüte, die Sroßen mit den Kleinen; du kannsts nicht böse meinen. 8. Erhalt uns in der Wahr⸗ heit, gib ewigliche Freiheit, zu preisen deinen Namen dur Jcuun Christum. Amen. udwig Helmbold g. 1532 + 1598. tus. uns gestorben; der hat Gütern satt, daß du mit Lust darüber dich erfreuest und deine Kraft gleich Adlern gar ver⸗ überte weil er mit Heil dich überschüttet hat. J. Der Herr läßt Recht den⸗ Dantg widerfahren, die vor be⸗ rängt und unterdrücket wa⸗ ren; er hat sein Tun dem Mose kund getan und seine Recht Yrael wissen lassen; er ist voll üt und will nicht inmner hassen noch ewiglich mit Grimm uns sehen an. 5. Der Herr ist fromm, barmherzig und sanftmütig, poll Gnad und Gunst, ge⸗ ch duldig treu und gütig er han⸗ delt nicht mit uns nach unsrer Schuld, vergilt auch nicht nach —28—— —.————— teee ——½ E.vST KE * 3 E7 KEHEE* 2 7— —— E 9½ N XV 3 8 + 8 Lob⸗ und Danhlieder. 27¹ unsern schweren Sünden. So weit die Höh des Himmels ist K zu finden hier von der Erd, so weit reicht seine Huld. 6. So weit der Grund sich Ruh scheidet von der Jesten, so weit der Ost ablieget von dem Westen, so weit läßt er die Sünden von uns sein. Sein Gnadenblick muß über die stets walten, die ihn mit Furcht für ihren Helfer halten, und rettet sie aus ihrer Not und Pein. 7. Wie unter uns ein Bater⸗ hat, Erbarmen mit Kindern at. so tut der Herr uns Armen. es stehet Gott den Frommen dirstge bei. Er kennet ja uns dürftgen Erdentö—4 ihm ist bewußt, daß dieses sein Ge⸗ schwac ein leichter Staub und chwaches Werkzeug sei. Klagel. Jer. 4, 2. 8. Ein Mensch muß stets des Lebens End erwarten, er ist wie Gras, wie eine Bium im Harten, die sich sehr schön und lieblich lässet an: wenn aber nur der Wind darüber oers ist ihre Zier hinweg und so ver⸗ zehret, daß man die Stätt auch nicht mehr finden kann. 9. Des Herren Gnad ist aber überschwenglich, währt für und für und bleibet unvergänglich; auf Kindeskind wird seine Güt ebracht bei denen, die den oltesbund stets üben und sein Befehl von ganzem Herzen lie⸗ hen und sein Gebot zu halten sind bedacht. 10. Es ist sein Stuhl im Himmel zubereifet, sein Herr⸗ chaft ist um diese Welt ge⸗ reitet, sein Reich und Thron Engel lobt, lobt ihr ihr star⸗ en Helden, die ihr sein Tun und Willen an müßt melden, lobt unsern Gott und sagt ihm uhm und Preis. 10., Lobt unsern Gott, ihr alle seine Scharen, die ihr ihm dient und hin und her müßt fahren auf sein Geheiß; lobt ihn an jedem Ort, gn dem er herrscht; lobt ihn, ihr seine Werke. rühmt seine Kraft, rühmt sei⸗ ner Allmacht Stärtze; lob ihn, 19110 Herz, o lob ihn fort und ort! 12. Gott Bater, Sohn und Geist sei stets gepriesen für alle Güt, die du an mir erwie⸗ sen pon Kindheit an bis jetzt auf diese Zeit Herr, steh mir bei. laß deine Gnad sich mehren, so will ich drum dir danzen und dich ehren auf Erden hier und dort in Ewigkeit! V 1—11 Zoh. Franck g. 1618 4 1677. V. 12 Hannov. Gsb. 1657. 442. Sirach 50, 24. Eigene Melodie. Nun danket alle Gott mit erzen, Mund und Hän⸗ den, der große Dinge tut an uns und allen Enden, der uns pon Mutterleih und Kindes⸗ beinen an unzählig viel zu gut und noch jetzund getan. 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein im⸗ mer fröhlich Herz und edlen Frieden geben und uns in sei⸗ ner Gnad erhalten fort und fort und uns aus aller Not erlösen hier und dort. umschließt den Erdenkreis. Ihr 3. Lob. und Preis sei Gott, dem Vater und dem 272 Lob⸗ und Danklieder. Sohne und dem, der beiden gleich im höchsen Himmels⸗ throne, dem dreimal Einen Gott, wie es ursprünglich war und ist und bleiben wird jetzund und immerdar. Martin Rinkart g. 1586 4 1649. 443. Nun Den M Ind ů986 mit Herzen, Mund und Hän⸗ den, der Rroße Dinge tut hier und an allen Enden. der lebend uns erhält von Muriterleibe an und tut uns alles Guts, mehr als man zählen kann. 2. Es wolle unser Gott ein fröhlich Herz 901 Km er lasse uns, sein Bolt in Frie⸗ den immer leben forthin zu unsrer Zeit, daß seine Gnad und Treu bei uns und unserm Land allweg beständig sei. 3. Der große, starke Gott woll uns von allem Bösen und was uns schaden kann gewaltiglich erlösen, er schütz und rette uns, er helf uns alle⸗ zeit, solang er Wn allhier das Leben an verleiht. ater, dir sei Preis hier 45 im immel oben, Gott Sohn, Herr Zesu Christ, wir wollen dich stets loben, Gott heilger Geist, dein Ruhm erschalle mehr und mehr, Herr, dreieinger rI dir sei ob, Preis und Hannds. Gsb. 1657. 444. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren Men lobt dich in der Stille, du hocherhabner Zons⸗ Gott, des Rühmens ist die Fülle vor dir, Idadn Gott auf Erde Du bin doch, Herr, auf Erden der rosmir Zu⸗ versicht. in Trübsal und Be⸗ schwerden läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren mein Mund vor jeder⸗ mann und deinen Ruhm ver⸗ mehren, solang er lallen kann. 2. Es müssen, Herr, sich freuen von ganzer Seel und jauchzen schnell, die ungufhör⸗ lich Orraell Gelobt sei der Gott Israel!“) Sein Wun sei gepriesen, der große Wunder tut und der au mir erwiesen das, was mir nütz und gut. Nun, das ist meine Freude, daß ich an Wl stets kleb und niemals von 910 scheide, so⸗ lang ich leb und 63.7 455 3. Herr, du hast deinen Namen sehr herrlich— der Welt gemacht, denn als n Schwachen kamen, hast du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad erzeiget; nun wie vergelt ichs dirꝰ bleibe mir geneiget, so will i für und für den Kelch des Heils erheben und preisen weit und breit dich hier, mein Gott, im Leben und dort in Ewigkeit. Johann Rist g. 1607 4 1667. 445. Sirach 50, 24. Eigene Melodie, oder Lobt Gott, ihr Christen alle gleich NE Ruhr M all und bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeldt. — E·= rhE HOSrF „ Lob⸗ und Danklieder. 273 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höch⸗ sten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge tut; 3. Der uns von Mutterleibe an frisch M anschn erhält, und wo kein Mensch nicht hel⸗ fehn kann, sich selbst zum Helfer tellt; Der, ob wir ihn gleich 905 betäib. doch bleibet gutes uts, die Straf erläßt, die Schuld vergibt und tut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlich 95 Denf ait Geist und Sinn und werf all Angst. Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres 21 hin Er lasse seinen Frieden uhn! in unserm Volk und Land. er gebe Glück zu unserm Tun und Heil zu allem Stand. 7. Er bam seine Lieb und Gůt um, bei und mit uns gehn was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. 8. Solange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil, und wenn wir scheiden von der Erd, verbleib er unser Teil. 9. Er drücke, wenn das Herze Hei. bricht, uns unsre Augen zu und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. 446. Eigene Melodie, oder Lobt Gott, ihr Christen alle gleich. I.9 unmd dir mit Herz und Mund. Herr, meines mach zens Lust, ich sing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle 18 6 daraus uns allen früh und spat viel Heil und —.2 fleußt. 3. Was sind wir doch? Was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd? 4. Wer hat das schöne Him⸗ melszelt hoch über uns erGeld Wer ist es, der uns unser Feld 115 Tau und Regen netztꝰ 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Ol und Most zu seinen Henen findtꝰ 6. ibt uns Leben und Kabtirs er hält mit seiner Hand den güldnen, werten, tund⸗ Fried in unserm Vater⸗ an 7. Ach Herr, mein 1 das kommt von dir, du, du mußt alles tun, du hältst die Wach an h Tür und läßt uns sicher ruhn. 8. Du blehnt uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr geraten, treulich 9. Du strafst uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzusehr, ja endlich ninunst du unsre Schuld und wirfst sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht und gibst uns, was uns hoch erfreut und dir zu Ehren xeicht. 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein, und was sein Kummer sei; kein Zähr⸗ und 18 27⁴ Tränlein ist— du hebst und legst es bei. 12. Du füllst des Lebens 3 aus mit dem. was ewig steht, und führst uns in es Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht. 13. Wohlauf, mein Herze, ing und spring und habe guten ut, dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schatz, dein Erb und Teil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hülf und Heil, schafft Rat und läßt dich nicht. 15. Wags kräntst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin, auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und er⸗ nährt? Wie manches schweren Unglücks Lauf hat er zurück⸗ gekehrt! . Er hat noch niemals Eigene Melodie. ollt ich meinem Gott nicht singen? Sollt ich ihm nicht dankbar sein? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut ers Lob⸗ und Danlklieder. w mit mir mein Ist doch nichts 1601 8. 6 4 recl 993 Ohn reues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigheit. . 2. Wie ein Adler sein Ge⸗ fieder über seine Jungen streckt, also hat guch hin und wieder mich des Höchsten Arm bedeckt alsobald im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hah und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu leuer, nein, er gibt ihn für mich hin, daß er mich vom ewgen JFeuer durch sein teu⸗ res Blut gewinn. du un⸗ gegründter Brunnen, wie will doch mein schwacher Geist. ob er sich gleich hoch befleißt, deine Tief ergründen können? Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. . Seinen Geist. den edlen Führer, gibt er mir in seinem Wort. rwerde mein Re⸗ e Welt zur Him⸗ in Ewigkeit. 5. Meiner Seele Wohl⸗ ergehen hat er ja recht wohl bedacht; will dem Leibe Not zustehen, nimmt ers gleich⸗ falls wohl in acht. enn mein Können, mein Vermögen SEg EE en Hee e 3. 888 3.8 G888& nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebt mir an sein Bermögen bei⸗ ulegen. Alles Ding ciemn Eene Zeit, Gottes Lieb Ewigleit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere, hat er mir zum Dienst bestellt: n 1— nur mein Aug hinkehre, fi d ich. nin mich nährt und hält: Tier und Kräuter und Getreide, in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See, überall ift meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lie in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüt, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht ge⸗ wesen, hätte mich sein Angesicht nicht geleitet, wär ich nicht aus so Ong her rt se genesen. Alles D 15 währt seine Zeit, Gottes Lie in Ewigheit. 8. Wie so manche schwere Plage wird vom Satan her⸗ gejührt. die mich doch mein Lebetage niemals noch bisher gerührt; Gottes Engel, den er sendet, hat das Böse, was der Feind anzurichten war ge⸗ meint, 1 die Ferne weggewen⸗ det. Alles b währt seine Zeit, Gvtes Lieb in Ewigkeit. 9. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzeucht, ob es gleich biswei⸗ len Sünde tut und aus den Bahnen weicht, also hält auch mein Verbrechen mir mein Dahlen Gott zugut, will mein ut und nicht ehlen mit der Lob⸗ und Danklieder. 27⁵ mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 10. Seine Strafen, seine feud, de ob 0. mir gleich bitter seind, dennoch, wenn ichs recht erwäge, sind es Zeichen, daß mein Trdend. der mich liebet, mein schn denke und mich von der schnöden Welt, die uns hart Edonoen hält, durch das Kreuze zu Ieh lenke. Alles ing währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 11. Das weiß ich fürwahr und lasse mirs nicht aus dem Sinne gehn: 9und umi end hat eine Maße und muß endlich tille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein, also wird auch nach der Pein, wers erwarten kann, erfreuet. Alles Din währt seine Zeit, Gottes Lie in Ewigheit. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe findt, ei so heb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind. bitte, wollst mir Gnade geben. dich aus aller meiner Macht zu umfangen Tag und Nacht hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt g. 1607 1 1676. 448. Mel. Nun danket alle Gott. G Gait sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Le⸗ ben, mein Schöpfer, der mir hat mein Peib und Seel ge⸗ —— mein Vater, der mich chützt von Mutterleibe an, der 18⁷ 276 alle Gahm viel Guts an mir geta 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich Bam hat mit feinem teuren Blut, der mir im Glauben schenkt das allerhöchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werter Geist, den mir der Sohn gegeben. der mir mein Herz exquickt, der mir gibt neue Kraft, der mir in aller Not Rat, Trost und Hilfe schafft. 4. Gelobet sei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und lobt, was in den Lüften schwebet, gelobet sei der Gott es Namen heilig heißt, ott Vater, Gott der Sohn und Gott der werte Geist! 5. Dem wir das Heilig jetzt mit Freuden lassen klingen un mit der Engelschar das lch 10b Heilig singen, den 2. 0 lobt und 2Gel die ganze risten⸗ heit. Gelobet sei mein Gott in alle Ewigkeit! Joh. Olearius g. 1611 4 1684. 449. Mel. Es ist das Heil uns kommen her, oder Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ Sei—1 und Ehr dem höch⸗ sten Gut, dem Vater aller die Güte, dem Gott, der alle Wun⸗ der tüt, dem Gott, der mein Ge⸗ müte mit seinem reichen Crost erfüllt, dem Gott, der allen Jam⸗ mer stillt. Gebt unserm Gott die hre! 2 Es danken dir die Him⸗ melsheer, o Herrscher aller Lob⸗ und Danklieder. Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schat⸗ ten wohnen, die preisen deine Schöpfermacht, die alles also wohl bedacht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Güte walten. In seinem ganzen Königreich ist alles um Soit d ist 910 C 9121— Gebt unserm Gott die E 4. Ich rief 305 deen in meiner Not: Ach Gott, vernimm Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost gedeihen. Drum Di a Danbei drum dank ich dir, ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Voll d geschieden, er bleibet ihre Zu⸗ versicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig 1—. Chrel her. Gebt unserm Gott 6. Wenn Trost und Hülf er⸗ mangeln muß, die alle Welt Aberilun so konunt, so hilft der Überfluß, der d Waiee selbst, und neiget die Bateraugen denen zu, die sonsten nirgend finden Ruh. Gebt unserm Gott Ehre! 7. Ich will dich all mein Le⸗ ben lang, o Gott, von nun an ehren, man soll, Gott, deinen Lobgesg ang an allen Orten hö⸗ ren. ein ganzes Gest er⸗ muntre sich, mein Geist und Leib erfreue dich. Gebt unserm Gott die Ehre! S/S ——++—Ee ë“— Lob⸗ und Danklieder. 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre, ihr, die ihr Gottes Macht All bekennt, Hie sancher Gott die Ehre! falschen Götzen macht zu Spo der Herr ist Gott, der Herr ist pr650 Gebt unserm Gott die Ehr ¹ I.Kön 18, 39. 9. So lauchzen vor sein Ange⸗ sicht mit jau Aoiegelobt Syrin⸗ gen, bezahlet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht und alles, alles recht gemacht. Gebt unserm Gott die Ehre! Soh. Jak. Schütz g. 1640 4 1690. 450. Eigene Melodie. Lobe den Herren. den mächti⸗ gen König der Ehren, meine Bauehre Seele, das ist mein egehren, Kommet h olu Psalter und Harfe, wacht auf. lasset den Lobgesang hören! 10•1 Lohe den Herren, der alles Adeler regieret, der dich 50 delers S sicher ge⸗ dir sct der dich erhält, wie es ir selber gefällt; hast du nicht Gl h verspüret. Lobe den Herren, der buu Und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet. In wie⸗ viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet! 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar geseg⸗ net, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe ge⸗ regnet. Denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 27⁷ 5. Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen. es, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen! Er ist dein Licht. Seele, vergiß es jg nicht, Lobende, schließe mit Amen! Joachim Neander g. 1650 4 1680. 451. Eigene Melodie. Wiicher eon König, Herr⸗ scher von uns allen, laß dir unser Lob gefallen! Beine Batergüte hast du lassen trie⸗ fen, ob wir schon von dir weg⸗ liefen. Hilf uns noch, stärk uns doch, laß die Zunge sin⸗ gen, laß die Süruine klingen! 2. Himmel, lohe prächtig —. 1. Menich Taten mehr als aller Menschen Staaten: demn S Licht der Sonne, schieße eine Strahlen, die das große Rund bemalen; lobet gern, Mond und Stern, seid bereit zu ehren einen solchen Herren! 3. O du meine Seele, singe fröhlich, singe, singe deine aubenslieder! Was den Odem holet, jauchze, preise, klinge! Wirf dich in den Staub darnieder! Er ist Gott Zebaoth, er nur ist zu loben hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet: Halleluja singe. bon H. Christum nennet, sich von H— 01ů⸗051 ihm ergibet, wohl dir! Glaube mir: End⸗ lich wirst du droben ohne Sünd ihn loben. Zoachim Neander g. 1650 1 1680. 278 Lob⸗ und Danklieder. 452. Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr, oder Nun freut euch, liebe Christen 9 mein. Ber Hracht hat mich Gott gebracht durch seine 4— und bis ane hat er Ta d Nacht b bewahrt Herz un Gemüne, bis hieher hat er mich geleit, bis bie er hat er mich er⸗ — bis hieher mir geholfen. ab Pob und Ehre Preis b 158 ank für die bisherge Treue, die du, o Gott, mir lebenslang bewiesen täglich neue, In mein Gedächtnis schreib ich an: Der Herr hat große Ding getan an mir und mir geholfen. 3. Hilf fernerweit, mein treuer Hort, hilf mir 901.—— tunden, hilf mir an all und jedem Ort, hilf mir dur Heben. Wunden, hilf mir im Leben od und Rot, 1 muid Christi Schmerzen. Blut und Tod, hilf mir, wie du geholfen. Amilie Juliane, Gräfin zu Schwarz⸗ burg⸗Rudolstadt 9.1637 4 1706. 453. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Wib soll. dich wohl loben, mächtiger Herr G Zebaoth? Sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott! Denn ich kann mit nichts erreichen deine Gnad und Liebeszeichen. Tausend⸗ mz. Bantt d. sei dir, großer Kö⸗ nig, Dank dafür! 2. Herr, entzünde mein Ge⸗ müte, daß ich deine Wunder⸗ macht, deine Gnade, Treu und Güte stets erhebe Tag und Nacht; denn von deinen Gna⸗ dengüssen Leib und Seele zeu⸗ gen müssen. Tausendtausend⸗ mal 8 5 dir, großer König. 9370 dafür! 3. Bater, wenn mein HBerz bedenket, wie dich meine Sün⸗ denschuld oft betrübet, oft ge⸗ kränket; und wie deine Lieb und Huld mich aus Langmut doch getragen, so Tauf. beschämet sagen: Tausend⸗ tausendmal sei dir, großer Kö⸗ nig. Dank dafür! 4. Ach ja, wenn ich über⸗ lege, mit was Lieb und Gütig⸗ keit du durch so viel Wunder⸗ wege mich geführt die ebens⸗ zeit, so weiß ich kein Ziel zu finden noch den Grund hier zu ergründen. Tausendtausend⸗ mal sei dir, großer König, Dank d dafür! wie hast du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn, daß ich aus der Sünden öhle möchte zu den Wunden fliehn, die mich ausgesöhnet Daben und mit Kraft zum Le⸗ en laben. Tausendtausend⸗ mal sei dir, großer König. Dank dafür 6. Bald 5. Lieben, bald mit Seiden kamst du. Herr mein ott, zu mir, nur mein Herze zu bereiten, sich gans zu er⸗ geben dir, daß mein gänz⸗ liches Winarn möcht an dei⸗ nem Willen hangen. Tausend⸗ tausendmal sei dir, großer Kö⸗ 47 Dank dafür! Wie ein Vater nimmt 6 gibet, nachdems Kindern nützlich ist, so hast du mich auch geliebet, Herr mein Gott, —...F.....c‚.‚‚.‚ertYY SSCIA&.-·.‚..........‚.. ee. zu jeder Frist und dich meiner angenommen, wenns au Cau aufs höchste kommen. ausendtausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 8. Mich hast du auf Adlers⸗ ügeln oft getragen väterlich, in den Tälern, auf den Hügeln wunderhar errettet mich. Wenn Doch alles zu zerrinnen, ward och deiner Hülf ich innen. Tausendtausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 9. Bater, du hast mir er⸗ zeiget lauter Gnad und Gütig⸗ keit, und du hast zu mir ge⸗ neiget, Jesu, deine Freundlich⸗ keit, und durch dich, o Geist der Gnaden, werd ich stets noch eingeladen. Tausend⸗ tausendmal sei dir, großer Kö⸗ nig, Dank dafür! 10. Tausendmal sei dir ge⸗ ungen, Herr mein Gott, Preis, ob und Dank, daß es mir bisher gelungen. Ach laß mei⸗ nes Lebens Gang ferner doch durch Jesu Leiten nur gehn in die Ewigkeiten! Da will ich, Herr, für und für ewig, ewig danken dir. Ludw. Andr. Gotter g. 1661 4 1735. 454. Eigene Melodie. O daß ich tausend Zungen hätte und einen tausend⸗ bunnt in die 2 so stimmt ich amit in die Wette vom aller⸗ tiefsten Herzensgrund ein Lob⸗ lied nach dem andern an von dem, was Gott an mir getan. 2. O daß doch meine Stimme sehtne bis dahin, wo die Sonne teht! O daß mein Blut mit Lob⸗ und Danklieder. 279 Jauchzen wallte, solang es noch im Laufe geht! Ach wär ein jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gesang! „3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf. braucht allen euren Fleiß und stehet munter im Geschäfte zu Gottes meines Herren Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich! 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräschen in den Feldern, ihr Blumen laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein! 5. Ach alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben, denn mein Bermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 477 7 6. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott Sebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 7. Ich hab es ja mein Lehe⸗ tage schon so manch liehes Mal gespürt daß du mich unter nieler Plage durch Not und Trübsal hast geführt, denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 8. Wie sollt ich nun nicht voller Freude in deinem steten Lobe stehn! Wie wollt ich auch im tiefsten Leide nicht trium⸗ phierend einhergehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 28⁰ Lob⸗ und Danklieder. 9. Ich will von deiner Güte singen, solange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, solange sich mein Herz bemegt; ja wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufsen ein. 10. Ach nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin! Im Himmel soll es besser werden, wenn ich bei deinen Engeln bin. Da sing d ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor. Johann Mentzer g. 1658 4 1734. 455. Eigene Melodie. asset uns den Herren prei⸗ sen und vermehren seinen Ruhm, stimmet an die süßen Weisen die ihr seid sein Eigen⸗ tum. Ewig währet sein Er⸗ armen, mntd will er uns umarmen mit der süßen Liebes⸗ huld, nicht gedenken unsrer chuld. Preiset ewig seinen Namen, die ihr seid von Abrams Samen, rühmet ewig seine Werke, gebet ihm Lob, Ehr und Stärke! 2. Ehe noch ein Mensch ge⸗ boren. hat er uns zuvor erkannt und in Christo auserkoren seine uld uns zugewandt. Selbst der Himmel und die Erden müssen uns zu Dienste werden, weil wir durch sein liehstes Kind seine Kinder worden sind. wig solche Gnade währet, die er uns in ihm bescheret; ewig f wollen wir uns üben, über alles ihn zu lieben. 3. Ja wir wollen nun mit Freuden zu dem lieben Vater gehn, uns an seiner Liebe wei⸗ den, wie die tun, die vor ihm stehn, heilig, heilig, heilig sin⸗ gen. Halleluja soll erklingen unserm Gotte und dem Lamm, unserm holden Bräutigam. Lasset seinen Ruhm erschallen und erzählt sein Werk vor allen, daß er ewig uns erwählet und zu seinem Voll gezählet. 4. Cernet euren Jesumkennen, der euch teur erkaufet hat, lernet ihn fein lieblich nennen euren Bruder, Freund und Rat, euren starzen Held im Streiten, eure Kust in Fröhlich⸗ keiten, euren Trost und euer Heil, euer allerbestes Teil. Ewig solche Güte währet, die euch durch ihn widerfähret; ewig soll das Lob erklingen, das wir ihm zu Ehren singen. 5. Tretet nur getrost zum Throne, da der Gnadenstuhl zu sehn; es kann euch vyn Gottes Sohne nichts als Lieb und Huld geschehn. Er erwartet mit Verlangen, bis er könne uns 1e Gumn und das aller⸗ höchste Gut uns mitteilen durch sein Blut. Große Gnad ist da zu finden, er will sich mit uns verbinden, und soll niemals etwas können uns von seiner Liebe trennen. 6, Er hat nunmehr selbst die Fülle seiner Gottheit aufgetan, und es ist sein ernster Wille, daß nun komme jedermann. Keiner soll sich hiebei schämen, ondern Gnad um Gnade neh⸗ men; wer ein hungrig Herze hat, wird aus seiner Fülle satt. Ewig solche Fülle währet, die uns so viel Guts bescheret; — EE Es S&& EY ESH Wonne, die uns ewig tränket, wird uns daraus eingeschenket. 7, Nun, du Liebster, unser Lallen, damit wir dir dankbar sein, laß dir gnädig wohl⸗ gefallen, bis wir alle insgemein ewig deine eurenn mit gesamtem Lob ausbreiten, da wir werden Gloria singen und Bank Mach Preis, 50 Ruhm. acht und Stärke und was rühmet seine Werke werde unserm Gott gegeben! Laßt uns ihm zu Ehren leben! Chr. Jakob Koitsch g. 1671 4 1735. 456. Eigene Melodie. Acunn nlers G5 liebste Seelen, unsers Gottes Güligkeit, helfet seinen Gesch erzählen, die ihr sein Geschöpfe seid. Euch gebühret Dantz zu geben dem, der euch viel Guts getan und sich euer noch daneben nimmt mit solcher Treue an. 2. Denket, da wir gar nichts waren, hat er uns zu was ge⸗ macht, er hat uns von Jahr 09 Jahren Duchts it was fort gebracht. Nichts ist, was wir an uns haben, das nicht alles hon ihm fließt; es sind lauter ottesgaben, die der arme Mensch genießt. 3. Wer ist, der ihn hat ver⸗ henum 89 u er daß Men⸗ chenkind daß wir zu iesen Fi 55WWerind und fröhlich er gibt uns die das Ver⸗ mögen, den Verstand, zu ver⸗ richten die Ge Gaent Nichts denn Gottes nadenhand. Lob⸗ und Danlhlieder. 281 4. Ferner will er noch er⸗ halten, was er uns gegeben hat; seine Gnade läßt er walten über alle früh und spat; er will uns vor allem Schrecken, vor des Satans Trug und List unter seinem Schutz bedecken, da man recht gesichert ist. 5. Casset darum, liebste See⸗ len, laßt uns alle, groß und klein, ihm ich besten Dant er⸗ wählen, welcher heißt: gehor⸗ sam sein. Lobet 1 allweises Fügen, rühmet alles, was er schicht; wer sich läzt daran genügen, bleibet immerfort be⸗ glückt. Friedr. Konr. Hiller g. 1662 1726. 4⁵5⁷. Mel. Es ist das Heil uns kommen her, oder Allein Gott in der Höh sei Ehr. Bund 005 dem Herren Lob und Ehr aus freudigem Gemüte, ehieder HOmes Muhm vermehr und preise seine Güte. Ach lobet, lobet alle Gott, der uns befreiet aus der Not. und danket seinem Namen! 2. Lobt Gott und rühmet allezeit die großen Wunder⸗ werke, die Majestät und Herr⸗ lichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt und dadurch alle Ding erhält: drum danket seinem Namen! 3. Loht Gott, der uns er⸗ schaffen hat, Ceib, Seele, Geist und Leben aus lauter väter⸗ licher Gnad uns dunch hat gegeben, der uns durch seine Engel schützt und täglich gibet, was uns nützt; drum danket seinem Namen! 282 Lob⸗ und Danklieder. 4. 3. Gott, der uns schenkt seinen Sohn, der für uns ist estorben und uns die selge ebenskron durch seinen Tod Halle 1 der worden ist der Hölle Gift, der Frieden 501 mit Gott gestift; drum danket seinem Namen! 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet und alles Gute noch verheißt, uns stärket, kräf⸗ tigt, gründet, der uns erleuchtet durch sein Wort, regiert und treibet fort und fort; drum danket seinem Namen! 6. Lobt Gott. der auch dies gute Werk, so in uns an⸗ gefangen, vollführen wird und geben Stärk, das Kleinod zu Galteln eun das er hat allen dar⸗ gestellt und seinen Gläubgen vorbehält: drum danket seinem Namen! 7. Lobt Gott, ihr starken Ind Thror nebst Fürstentum und Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen! Lobt Gott und preist ihn früh und bat ja alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen! Cyriacus Günther g. 1650 4 1704. 458. Psalm 146. Eigene n Oobe den Herren, o meine Seele! Ich will ühn loben bis in Tod; weil ich noch Stunden auf Erden zähle, will ich Leid und meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben koat werde gepriesen früh und pat: Halleluja, Hallelujal 2. Fürsten sind Menschen, vom Weih geboren, und kehren um zu ihrem Staub; ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmi einen Raub. Weil denn kein ensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hülfe an. Halle⸗ luß Halleluja! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen., des Hülfe der Gott Jakobs ist, welcher vom Glau⸗ den sich nicht läßt trennen und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Bei⸗ stand hat, findet am besten Rat und Tat. Halleluja, Halleluja! 4. Dieser hat Himmel, Meer und die Erden und was dar⸗ innen ist gemacht: alles muß pünktlich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt welcher uns ewig Glauben hält. Halleluja, Halleluja! 5. Zeigen sich welche, die Un⸗ recht leiden, er ists, der ihnen Recht verschafft: Hungrigen will er zur Speis bescheiden, was ihnen dient zur Lebens⸗ kraft; die hart Gebundnen machi er frei, und seiner Gnad Ruah Halleluja, Halle⸗ uja 6. Sehende Augen gibt er den Blinden, erhebt die tief ge⸗ heuget gehn; wo er kann einige Fromme finden, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsicht ist des Fremden a er Witwen und Waisen hält er Schutz. 97 Aber dere elujal „Aber der Gottesvergeßnen Tritte kehrt er mit starker Hand zurlick, daß sie nur machen ver⸗ behrte Schritte und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich, Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Halleluja. Halleluja! 8. Rühmet ihr Menschen. den hohen Namen des, der so große Wunder tut. Alles. was Odem hat, rufe Amen und bringe Lob mit frohem Mut Ihr Date Gottes, lobt 115 preist Bater und Sohn und heilgen Geist! Halleluja. Halle⸗ luia! Z. D. Herrnschmidt g. 1675 1 1723. 459. Mel. Zesu, meines Lebens Leben. Schwing dich auf, mein Ioen Gemüte, und geh in den Himmel ein, denn es muß des Höchsten Güte hier und dort gepriesen sein. Ach mit tausend⸗ sausend Malen kann ich ihm das h R bezahlen, was er mir durch Rat und Tat lebenslang erwiesen hat. 2. Herr Gott Vater, lauter Segen srieft von deiner milden Hand, den du mir hast aller⸗ wegen, wie ich wünsche, zu⸗ gewandt; aus wieviel Be⸗ kümmernissen hast du mich. mein Gott, gerissen! Tausend⸗ tausendmal sei dir treuer Vater, Dank dafür! 3. O Herr Jesu. Heil und Leben ist in deinem Blute mein, alle Sünden sind vergeben, und ich hin gerecht und rein; 1 du willst in meiner Seelen eine Wohnung dir rien dur Tausendtausendmal sei liebster Heiland, Dank datlr! 4. Heilger Geist, an deinen Gaben spür ich keinen Mangel Lob⸗ und Danklieder. 283 nicht: und was wollt ich größers haben als dies gna⸗ denvolle Licht, daß ich weiß, an wen ich hleihe und ein Gotteskind verbleibe. Tausend⸗ tausendmal sei dir. werter Trö⸗ ster, Dank dafür! 5. Ach daß alle meine Glie⸗ der lauter Zungen möchten sein, daß ich mich durch Lobelieder 1086 recht in Gott erfreun, und daß lauter Preis und Ehre so ein süßes Opfer wäre, das ihm würde Tag und Nacht O gebracht. Doch du wirst mein ———— Lallen, o Gott Va⸗ ter. Sohn und Geist, dir auch lassen wohl gefallen, das dich hier auf Erden preist, bis ich dich im Himmel oben mit den Engeln werde loben. Ja da lob und preis ich dich ewig, ewig, ewiglich. Erdmann Neumeister g. 1671 4 1756. 460. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. Auf, auf, mein ganz Gemüte, und preise Gottes Güte, die je und ewig währt, die alles hat zu geben, was man im ganzen Leben zum Segen wünschet und begehrt. 2. Gott hat sie lassen walten und mich dadurch erhalten von Mutterleibe an; ich spüre sie noch täglich, daß also mir un⸗ säglich viel Gutes wird durch sie getan. 3. Gott macht sie alle Mor⸗ gen durch väterlich Versorgen an Leib und Seele neu; er lässet sie desgleichen bei Nacht 28⁴ nicht von mir weichen, daß sie mein Schild und Sonne sei. 4. Sie fördert meine Werke. daß ich mit Freude merke, wie Gott mir dauf unit ist; kein Kummer darf mich stechen noch mein Vergnü Am brechen, weil sie mich in die Arme schließt. 5. Wenn durch betrübte Tage manch Kreuz und manche Plage mir an die Seele tritt, so ist sie auch 5 Segen und bringet Trost und Segen aus meines 8638 Liebe mit. 6. Ja wenn die Not am besten di so folgt, daß man am esten die Güte Gottes spürt; zuletzt muß doch erscheinen, daß Gottes Hand die Seinen zwar wunderlich, doch selig führt. 7. Drum preise, mein Ge⸗ müte, die wunderbare Güte. die dir von Gott geschicht. 2—6 duhm und im Sterben läßt sie dich nicht verderben, denn Gott verläßt die Seinen nicht. Erdmann Neumeister g. 1671 4 1756. 461. Eigene Melodie. D6 Himmel rühmen— Ewigen Ehre, ihr Schall pflanzt seinen Namen fort, ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere, vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort. 2. Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne? Wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? O Sie kommt und leuchtet und lacht uns von ferne und läuft den Weg gleich als ein Held. 3. war der 2 und siehe die Wunder erke, die die Natur dir ausgertelll Ver⸗ Lob⸗ und Danklieder. kündigt Weisheit und Ord⸗ nung und Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Weltꝰ 4, Kannst du der Wesen un⸗ zählbare Heere, den kleinsten Staub fühllos beschaun? Durch wen ist alles? O gib ihm die Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du, vertraun. 5. Mein ist die Kraft, mein ist Himmel und Erde, an mei⸗ nen Werken kennst du mich. bins und werde sein, der ich sein werde, dein Gott und Bater ewiglich. 6. Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil; ich bins, mich liebe von ganzem Gemüte und nimm an meiner Gnade teil! Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. 462. Eigene Melodie. D bists, dem Ruhm und Chre gebühret, und Ruhm und Ehre bring ich dir D u, Herr, hast stets mein Schichsai regieret, und deine Hand war 6927 mir. Wenn Not zu meiner Huhe sich nahte so hörte Gott der Herr mein Flehn und ließ nach seinem gnädigen Rate mich nicht in meiner Not vergehn. 3. Ich sank in Schmerz und Krankheit danieder und rief: O. Herr, errette mich! Da half mir Gott, der mächtige, wieder. und mein Gebein erfreute sich. 4. Wenn mich der Haß des Feindes betrübte, klagt ich Gott kindlich meinen Schmerz. Er half, daß ich nicht Rache . * S. j 5 0 . E verübte, und stärkte durch Ge⸗ duld mein Herz. Wenn ich verirrt vom richtgen Pfade mit Sünde mich umfangen sah, rief ich zu ihm, dem Vater der Gnade, und seine Gnade war mir nah. Um Trost war meine Seele so bange, denn Gott verbarg, sein Angesicht. Ich rief zu ihm: Ach Herr, wie so lange? und Gott verließ den Schwachen nicht. 7. Er half und wird mich ferner erlösen, er hilft, der Herr ist fromm und gut; er hilft aus der Versuchung zum Bösen und gibt mir zu der Tugend Mut 8. Dir dank ich für die Prü⸗ fung der Leiden, die du mir liebreich zugeschickt, dir dank ich für die häufigern Freuden, aucrt. mich deine Hand be⸗5 9 Hir dank ich für die Hensee der Erden, für die Geschenke deiner Treu; dir dank ich, uu d du hießest sie werden, und deine Güt ist täglich neu. 10. Dir dank ich für das di Wunder der—9 selbst dei⸗ nen Sohn gabst du für mich; von ganzer Seel und ganzem Gemüte D0 allen Kräften preis ich d 11. Eeheht ihn ewig, gött⸗ liche Werke! Die Erd ist voll der Huld des Herrn. Sein, sein ist Ruhm und Weisheit und Stärke, er hilft und er —— G1 0 Er hilft; des Abends wähvel die Klage, des Mor⸗0 gens die Jufriedenheit. Nach einer Prüfung weniger Tage erhebt er uns zur Seliglkeit. Lob⸗ und Danklieder. 28⁵ 13. Vergiß nicht deines Got⸗ tes, o Seele, vergiß—— was er. dir getan; verehr und halte seine Befehle und bet ihn durch Gehorsam an. Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. 463. Eigene Melodie. Golt ist mein Lied, er ist der Gott der Stärke, Herr ist sein Nam, und groß sind seine Werhe, und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten; und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste. Er errscht als Gott, und seines Thrones Feste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott, und Gott in ewgen Zei⸗ ten! Herr aller Welt, wer ist ir 90. W⸗ Was ist und war 946 W Erd und Meere d kennet Gott, und seiner Werke Win sind ewig vor ihm offen⸗ ar 6. Er ist um mich. schaft. daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor pder nachmals tue. und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sitzest oder gehest, ob du ans Meer, du gen Himmel flöhest, so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rat der Seele; er weiß, 286 Lob⸗ und Danklieder. wie oft ich Gutes tu und fehle. und eilt mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir Duch. wollte; schrieb auf ein Buch, wie lang ich leben ollte, da ich noch unbereitet war. 10, Nichts, nichts ist mein. das 6050 22%• zugehöre. Herr, immerd dei soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein dem Staub, den du hast werden lassen, verkündigt sei⸗ 0— Ser Macht. Der kleinste Halm ist Dame Weisheit Spiegel. Du un H Meer, ihr Auen, Tal Fein V ihr feid sein Loblied m salm Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weiden. acht und Tag und Korn und Wein und Freuden emp⸗ fangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Wilte fällt, Herr. ohne deinen Willen. sollt i mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leten ält? st Gott mein Schutz, wil 5651 mein Retter werden, so dmn ich nichts nach Himmei un n. und biete selbst der Hölle T Chr. F. Gehen g. 1715 1769. 464. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Wenn ch o Schöpfer, deine Macht die Weisheit dei⸗ ner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege, so weiß ich von Hieh endehen voll nicht, wie ich dich erheben oll, mein Gott, mein Herr und 2 er. 2. Mein 1e W sieht, wohin es Hie, die Wunder deiner erke; Der Himmel, prächtig ausgeschmuückt, preift dich, 810 Gott der Stärke. Wer hat die Sonn gn 1— erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät?ꝰ Wer ruft dem Heer der Sterneꝰ 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoß der Erde auf, mit Vorrgt uns zu segnen? OGott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre Mi ruft der Baum 8 10 60i mich, xuft die Sagt, hat Gott er Chre rnot unserm Schöp⸗ hrel 5. Der Mensch, ein Leib, den deine der M so wunderbar be⸗ Den der Men 19˙ dich Geist, den sein Verstand dich zu er⸗ kennen leitet, der und Y der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein it und Beweis von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhehe seinen Namen! Gott unser Vater, sei gepreist, und glle Welt sag Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff gauf ihn und dien ihm gernl Wer wollte Gott nicht dienen! Chr. F. Gellert g. 1715 1769. — Se 8 S-en 3&+ —.—.— Nun Lob⸗ und Danklieder. 287 465. Eigene Melodie. Wi mtele t des Allmächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhärtetem Gemüte den 15. erstickt, der ihr gebührt? Nein, seine Viebe 31 ermessen sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie ver⸗ feiner vergiß, mein Herz, auch einer nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner k nicht bedarf. Wer hat IitCang⸗ mut mich geleitet? Er, dessen Rat ich Rode verwgrf. Wer Wen den Frieden im Gewissenꝰ W ibt dem Geiste neue Kraft⸗ er läßt mich so viel Glück Der ales Ists nicht sein Arm, er alles schafftꝰ 3. Schau, o mein Imdn in jenes Lehen, zu welchem du er⸗ schaffen bist, wo du mit Herr⸗ lichkeit umgeben Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes Güte sind sie dein: sieh, darum mußte Christus lem. damit du könntest selig ein 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? 2 sollte 33W d0 ich nicht hören? den Weg, den er mir Will ist nicht gehnꝰ Sein mir ins Herz ge⸗ ree ich Wort bestärkt 0 newiglich: Gott soll ich über alles lieben und meinen Näch⸗ sten gleich als mi 5. Dies ist mein Danb,——5 ist sein Wille, ich soll voll ommen sein, wie er. Indem ich dies Gebot erfülle, stell ich ein Bildnis in mir her. Lebt eine Lieb in meiner Seele, so sinde 05 9ch zui 10 H und ob i oher on aus Schwach⸗ 510 Simd errscht doch— mir Sünde nicht. 13 O Gott, laß deine Güt und Liebe, mir inmmerdar vor Augen sein, sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu Wohn sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks und sie benenf in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks! Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. D. Lieder für besondere Stän de, Zeiten und Verhältnisse. XXIII. Morgen⸗, Tisch⸗ und Abendlieder. a) Morge 466. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. SOenn d Wder rlieben Kinder⸗ lein, orgenstern mit hellem Schein läßt sich 1n sehn gleichwie ein Held und leuchtet in die ganze Welt. 2. Willkommen sei, du schö⸗ ner Stern! Du bringst uns Christum, unsern Herrn, der duhe lieber Heiland ist; darum du hoch zu loben bist. 3. Ihr Kinder a bei diesem Stern erkennen Christum, un⸗ sern Herrn, Marien Sohn, den treuen Hort; der leuchtet uns mit seinem Wort. 4. Gotts Wort, du bist der Morgenstern, wir können dein gar nicht entbehrn, du mußt uns leuchten immerdar, sonst 23— wir im Finstern gar. 5. Leucht uns mit deinem Glänzen klar und Jesum Chri⸗ stum offenbar', treib aus der Finsternis Gewalt, daß nicht e Lieb in uns erkalt. 6. Willkommen sei, du lieber Tag, vor dir die Nacht nicht bleiben mag; leucht uns in unsre Baunet fein mit deinem dich immelsschein hellen nlieder. 7. O Jesu Christ, wir warten dein; dein hehios Wort leucht uns 5 o fein Am End der Welt bleib nicht lang aus und führ uns in deins Vaters Haus! 8. Du bist die liebe Sonne klar, wer an dich gläubt, der ist E ein Kind der ewgen Seligkeit, die deinen Christen ist bereit. 9. Wir danken dir. wir loben dich hie zeitlich und dort ewiglich für deine groz Barmherzigheit von nun an bis in Ewigkeit. Erasmus Alberus g. um 1500 7 1553. 467. Mel. Herr Jesu—— dich zu uns wend. Diden helle Sonn riin jetzt herfür, fröhlich vom Schlaf aufstehen wir; Gott Lob, der uns heut diese Marhtt hat vor des Teufels M 2. Herr Christ, den Tag uns auch behüt vor Sünd und Schand durch deine Güt! Laß deine lieben Achier fel ynsre Hüter und Wächter sein! 3. Daß unser Herz in G' und am leh, dein'm Wort und ilin nicht widerstreb, daß wir stets vor Augen habn in allem, das wir fangen an. eE• SE SES 4. Laß unser Werk geraten wohl, daß ein jeder ausrichten soll, daß unsre Arbeit, Muͤh und Fleiß gereich zu deinem ob und Preis. Niklas Herman 1 1561. 468. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein Des Morgens, wenn ich früh gufsteh, und abends, wenn Bett 90 geh, fdi meine ugen. Herr, auf nuch Herr Zesu, dir befehl ich mich 2. In den heilgen fünf Wun⸗ den dein da kann ich ruhn und sicher sein mit Leib und Seele, Hab und Gut, mein Schutz ist nur dein heilges Blut. enn, o Herr Christ, am Kreu esstamm dein heilges Blut die Ober hinnahm, drum. ich wach oder schlafe ein, wollst 84 Herr, allzeit bei mir sein! ein Amn mir stets 150 Wacht, drum ich Tod, eufel, bm nicht acht, denn wo ich bin, bist du bei mir, mein Glüch und Kreuz kommi 13 von dir. Ich leb od'r 0 so bin ih Denn darum— dir die Seele 0 5 jetzund und auch im Tod, nimm sie zu dir, o treuer Gott! 1593. 469. Eigene Melodie. Aus meines Herzens Grunde sag ich dir Lob und Dank in dieser Morgenstunde, dazu mein Leben 2—6 o Gott in deinem Thron, dir zu Lob, Preis und Ehren durch Chri⸗ stum, unsern Herren, dein ein⸗ gebornen Sohn, Morgenlieder. 289 2. Ban du mich hast aus Gnaden in der vergangnen Sched vor G'fahr und allem Schaden behütet und bewacht. Ich bitt demütiglich wollst mir mein Sünd vergeben, womit in diesem Leben ich hab er⸗ zürnet dich. 3. Du wollest auch behüten mich gnädig diesen Tag vors Teußels List und Wüten, vor Sünden und vor Schmach, vor Feur und Wassersnot, vor Armut und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor bösem schnellen Tod. 4. Mein Leib mein Seel, mein Leben, mem Ehr und Gut besehunt Dir will ich über⸗ geben jetzund und ind G5 als dein uind. 5 und Gab mein Eltern und Verwandten, Gefreundte und Behannten und alles, was ich hab. 5, Dein' Engel laß auch bleiben und weichen nicht von mir, den Satan zu pertreiben, auf daß der bös Feind 0 in diesem Jammertal sein Tück an mir Vahr ühe, nicht Leib und Seel betrübe un mich nicht bring zu JFall. 6. Gott 10 ich lassen raten. denn er all Ding vermag. Er segne meine Taten, mein Vor⸗ nehmen und Sach! Ihm hab ich heimgestellt mein Leib, mein Seel, mein Leben und was er mir sonst Ranl er machs, wies ihm gefällt. 7. Darauf so sprech ich Amen und zweifle nicht daran, Gott wird es alls zusammen ihm wohlgefallen lan. Und streck nun aus mein Hand, greif an 290 Morgenlieder. das Werk mit Freuden, dazu mich Gott beschieden in meinm Beruf und Stand. 1592. 470. Ml. Herr Sesu Christ, dich zu uns wend Da walt Gott Bater und „Gott Sohn, Gott heilger Geist ins Himmels Thron! Man dankt dir, eh die Sonn aufgeht, wenns Licht anbricht, man vor dir steht. Drum beug ich diesen Morgen früh in rechter An⸗ dacht meine Knie und ruf zu dir mit heller Stimm, dein Ohren neig, mein Red vernimm! 3. Ich rühm von Herzen deine Güt, weil du mich gnädig 11— behüt, daß ich nun hab die finftre Nacht in Ruh und Friede zugehracht. 4. Mein Gott, ich bitt durch Chrift Blut, nimm mich auch Sch diesen Tag in Hut, laß deine liehen Engelein mein Wächter 95 S sein! 5. Dein Geist mein Leib und Seel regier und mich mit schönen Gaben 2·7 führ mich heut auf rechter Bahn, daß i was Guts vollbringen kann. 6. Gib Gnad. daß ich mein Werk und Pflicht mit Freude diesen Tag verricht zu deinem Loh und meinem Nutz und meinem Nächsten tue Guts. 7. Bewahr mein Herz vor Sünd und Schand, daß ich vom Übel gbgewandt mein Seel mit Sünden nicht be⸗ schwer und mein Gewissen nicht versehr. 8. Mein'n Aus⸗ und Ein⸗ gang heut bewahr, daß mir nichts Ubles widerfahr; behüte mich vor schnellem Tod und hilf mir, wo mir Hülf ist not. Martin Behm g. 1557 1 1622. 471. Mel. Herr Jesu Lin. meins Lebens Licht. O Haeielue Einoten o hoch⸗ gelobte Einigkeit, Gott Vater, Sohn und heilger Geist: Denth diefen Tag mir Beiftand 92—0 Mein Seel, Leib, Ehr 1110 Gut bewahr, daß mir kein Böses widerfahr, daß mich der Salan nicht verletz noch mich in Schand und Schaden setz. 3. Des Baters Huld mich heut anblick, des Sohnes Güte mich erquick, des heilgen Geistes Glanz und Schein erleucht meins finstern Herzens hrein! 4. Mein Schöpfer, steh 90 kräftig bei, o mein Erlöser, mir sei, o Tröster wert, Weuß nicht von mir, mein Herz mit deinen Gaben zier! 5. Herr, segne und behüte mich, erleuchte mich. Herr, gnädiglich, Herr, heb auf mich dein Angesicht und deinen Frieden auf mich richt! Hannov. Gesangbuch 1657. Nach Martin Behm g. 1557 1622. 472. Eigene Melodie, oder Herzlich tut mich verlangen. O sei Gott in der 8 du zu dieser Morgenstund, durch den ich wiedr aufstehe vom Schlaf frisch und gesund. Mich hatte fest gebunden mit Finster⸗ nis die Nacht, ich hab sie über⸗ wunden durch Gott, der mich bewacht. 0 2. Wiederum tu ich dich bitten, o Schutzherr Israel, du wollst treulich behüten den Tag mein Leib und Seel. All christ⸗ lich Obrigkeiten, auch Schule und Gemein in diesen bösen Zeiten laß dir befohlen sein! 3. Erhalt uns durch dein Güte bei deiner reinen Lehr. M vor Ketzerei behüte, streit für dein Wort und Ehr. daß wir und unser Same hinfort in einem Geist bekennen: Herr, dein Name sei groß und hoch⸗ N geyreist! 0. 4, Dem Leibe gib daneben Nahrung und guten Fried. ge⸗ sund und mäßig Lehen, dazu ein froh Gemüt, daß wir in allen Ständen Tugend und Ehrbarkeit lieben und Fleiß drauf wenden, als Christenleut. 5. Gib mildiglich dein Segen. daß wir nach dein m Geheiß nur gehn auf guten Wegen, tun unser Amt mit Fleiß. daß jeder seine Netze auswerf. und auf dein Wort sein Trost mit Petro setze; so geht die Arbeit fort. 6. Was dir gereicht zu Ehren und der Gemein zu Nutz, das will der Satan wehren mit List und großem Trutz. doch kann ers nicht vollbringen, weil du, Herr Jesu Christ, herrschest in H allen Dingen nnd unser Bei⸗ stand hist. 7. Wir sind die zarten Re⸗ ben, der Weinstoch selbst bist du, daran wir wachsn und le⸗ ben und bringen Frucht dazu. Morgenlieder. rechte f 291 Hilf, daß wir an dir bleiben und wachsen immer mehr; dein guter Geift uns treibe zu Wer⸗ ken deiner Ehr! Zoh. Mühlmann g. 1573 1613. 473. Eigene Melodie. Golt des Daler, und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden. Sonn und ond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Weli und mas drinnen ist erhält. 2. Gott. ich dane dir von Herzen, daß du mich in dieser acht vor Gefahr, Angst. Not und Schmerzen hast behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mäch⸗ tig worden ist. 3. Lab die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; o Herr Zesu. laß mich inden deine Wunden offen stehn, da alleine Hülf und Rat ist für meine Missetat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sor⸗ gen, daß. wenn imm dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor er⸗ schreche nicht. 5. Jühre mich. o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort. sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein ort! Nirgends als von dir allein kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele samt den Sinnen und Berstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand. 19⁵ 292 Morgenlieder. Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigentum! 7. Deinen Engel zu mir sende. der des bösen Feindes Macht, List und Anschlag von mir wende und mich halt in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu. Heinrich Albert g. 1604 1 1651. 474. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. Boß, deinen Thron tret ich hiemit, o Gott, und dich demütig bitt: Wend doch den gnädig Angesicht von mir blut⸗ armen Sünder nicht! 2. Du hast mn o Gott Va⸗ ter mild, gemacht nach deinem Ebenbild; in dir web, schw und lebe ich, vergehen můßt ich ohne dich. 3. Errettet hast du mich gar oft ganz wunderhar und un⸗ verhofft, da nur ein Schritt, ja nur ein Haar mir zwischen Tod und Leben war. 4. Verstand und Ehr hab ich von dir, des Lebens Notdurft gibst du mir, dazu auch einen treuen Freund, der mich in Glück und Unglück meint. 5. Gott Sohn, du hast mich durch dein Blut erlöset von der Höllenglut, das schwer Gesetz K. e mich erfüllt, damit des aters Zorn gestillt. 6. Wenn Sünd und Satan mich anklagt und mir mein armes Herz verzagt, alsdann brauchst du dein Mittleramt, daß mich der Vater nicht ver⸗ dammt. 7. Du bist mein Remn Tüon allezeit, mein Heil, mein Trost und meine Freud, ich kann durch dein Verdienst fem. hier 37 und dort selig sein. 8. Gott heilger Geist, du höchste Kraft, des Gnade in mir alles s chafft, ist etwas Guts am Leben mein, so ist es wahr⸗ lich alles dein. 9. Dein ists, daß ich Gott recht erkenn, ihn meinen Herrn und Vater nenn, sein wahres Wort und Sahrament behalt und lieb bis an mein End: 10. Daß ich fest in Anfech⸗ tung steh, und nicht in Trübsal untergeh, daß ich im Herzen Trost empfind, zuletzt mit Freude überwind. 11. Drum danhe ich mit Herz und Mund dir, Gott, in dieser eb Morgenstund für alle Güte, Treu und Gnad, die meine Seel Andbit ⸗ hat, 12. Und bitt. daß deine Gna⸗ denhand bleib üher mir heut ausgespannt; mein Amt, Gut. Ehr, Freumd, Leib und Seei in 13 8 Schutz ich dir befehl. Hilf, daß ich sei von Herden romm. damit mein ganzes Christentum aufrichtig und rechtschaffen sei, nicht Augenschein und Heuchel ei. 14. Erlaß mir meine Sün⸗ denschuld und hab mit deinem Knecht Geduld. zünd in mir Glauben an und Vieb. zu jenem Leben Hoffnung gib! 15. Ein selig. Ende mir wachtn am 90r dcch Tas er⸗ weck mich, Herr, daß ich dich em 010. Auien, Amen, erhöre mi Bodo v. Hodenberg(2) g.1604 1650, 475. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. Woach auf, mein Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem frommen Menschenhüter! 2. Heint*), als die dunkeln Schatten mich ganz umgeben hatten, hat Satan mein be⸗ gehret, Gott aber hats ge⸗ wehret.) heute nacht. 3. Ja, Vater, als er suchte, dabß er mir schaden möchte, lag ich in deinem Schoße, dein Flügel mich umschlosse. 4. Du syrachst: Mein Kind, nun liege, Trotz dem, der dich betrüge! Schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne guen. 5. Dein Wort das ist ge⸗ schehen, ich kann das Licht noch sehen, von Not bin ich befreiet, dein Schutz hat mich verneuet. 6. Du willst ein Opfer ha⸗ ben: hie bring ich meine Gaben, mein Weihrauch und mein Widder sind mein Gebet und Liede. 7. Die wirst du nicht ver⸗ schmähen, du kannst ins Herze sehen, denn du weißt, daß zur Gabe ich ja nichts Bessers habe. 8. So wollst du nun voll⸗ enden dein Werk an mir und senden. der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 9. Sprich ja zu meinen Ta⸗ ten, hilf selbst das Beste raten, den Anfang, Mitt und Ende ach Herr, zum Besten wende! 0. Mich segne, mich behüte. mein Hers sei deine Hütte, dein ort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Morgenlieder. 293 476. Eigene Melodie. Lobet den Herren alle, die ihn fürchten, laßt uns mit Freude seinem Namen singen und Preis und Dank zu seinem Al⸗ tar bringenl Lobet den Herren! 2. Der unser Leben, das er uns gegeben, in dieser Nacht so väterlich bedecket und aus dem Schlaf uns fröhlich auf⸗ erwecket. Lobet den Herren! 3. Daß unsre Sinnen wir noch brauchen können, und Händ und Füße, Zung und Lippen regen, das haben wir zu danken seinem Segen. Lo⸗ bet den Herren! 4. Daß Feuerflammen uns nicht allzusammen mit unsern Häusern unversehns gefressen, das machts, daß wir in sei⸗ nem Schoß gesessen. Lobet den Herren! 5. Daß Dieb und Räuber unser Gut und Leiber nicht angetast und grausamlich ver⸗ letzet, dawider hat sein Engel sich gesetzet. Lobet den Herren! 9. Otreuer Hüter, Brunnen gller Güter, ach laß doch ferner über unser Leben bei Tag und Nacht dein Hut und Güte schweben. LCobet den Herren! 7. Gib, daß wir heute, Herr. durch dein Geleite auf unsern Wegen unperhindert gehen und überall in deiner Gnade stehen. Lobet den Herren! 8. Treib unsern Willen, dein Wort zu erfüllen, lehr uns verrichten heilige Geschäfte und wo wir schwach sind, da gib du uns Kräfte! Lobet den Herren! 29⁴ Morgenlieder. 9. Richt unsre Herzen, daß wir ja nicht scherzen mit deinen Strafen, sondern fromm zu werden vor deiner Zukunft uns bemühn auf Erden. Lobet den Herren! 10. Herr, du wirst kommen und all deine Frommen, die sich bekehren, gnädig dahin bringen, da alle Engel ewig,. ewig singen: Lobet den Herren! Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. 477. Eigene Melodie. Diund ud W. Sonne voll Freud Wonne bringt unsern Hen mit ihrem Glänzen 0 ichi. Wem Aunt liebliches H ein Haupt und Aber der die lagen darnieder, aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2. Mein Auge senen& was Gott gebauet zu seinen Ehren und uns zu lehren, wie sein Vermögen sei mächtig und groß, und wo die Frommen dann sollen hinkommen wann sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erde ver⸗ gänglichem Schoß. 3. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter ben. Gab en, was wir nur haben, alles sei Gotte zum Opfer ge⸗ setzt. Die besten Güter sind der i Gemüter, dankbare Lie⸗ der sind Weihrauch und Wid⸗ der, an welchen er sich am meisten ergetzt. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen; segnen und mehren, Unglück verwehren sind seine Werke und Taten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen: wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzig⸗ 295 Schein. 5. Ich hab erhoben zu dir hoch d droben all meine Sinnen: laß mein Beginnen ohn allen Anstoß und hande d ergehn! Laster und Schande, des böten Feinds Bande: Fallen und Tücke, treib ferne zurücke, b mich auf deinen Geboten be⸗ stehn! 6. Laß mich mit Freuden ohn alles Neiden sehen den Segen, den du wirst legen in meines Bruders und Nähesten Haus. 6. Remten nach. un⸗ christliches Rennen nach Gut mit Sünde, das tilge geschwinde von mans Herzen und wirf es hinau 7 Menschiches Besen, was ists gewesen? In einer Ade geht 5 zugrunde, sobald die Cüfte des Todes drein wehn: alles in allen muß brechen und fallen, Himmel und Erden die müssen das werden, was sie gewesen vor ihrem Entstehn. 8. Alles vergehet, Gott aber stehet ohn alles Waͤnken, seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden, die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone, ver⸗ und schone, laß 09 Schulden in Gnad und Hul⸗ den aus deinen Augen sein abgewandt! Sonsten regiere mich, lenke und führe, wie dirs 2 — F8————-— 33838— S s= —.——...—..8 indeme ich habe gestellet alles in deine Beliebung und Hand. 10. Willst du mir geben, womit mein Leben ich kann ernähren, so laß mich hören allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste und Beste, Goti ist das Süßte und Allergewißte, aus 1.3. Schätzen der edelste Hort 11. Willst du mich kränken, mit Galle tränken, und soll von Plagen ich auch was tragen, betehr so mach es. wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, was schädlich und nichtig mei⸗ nem Gebeine, das weißt du alleine, nie hast die Deinen zu sehr du betrübt. 12. Kreuz und Elende das nimmt ein Ende; nach Meeres Brausen und Windes Sausen leuchtet der Sonne gewünschtes Gesicht. Freude die Fülle und seliger Stille hab ich zu warten im himmlischen Garten; dahin sind' meine Gedanken gericht. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. 478. Mel. Herzlich tut mich verlangen. Die Nacht ist Tar vergangen, der helle Tag bricht an, die Sonn hat angefangen zu laufen ihre Bahn; mein Herz soll auch anssiechen und alles, was ich bin, sich zu der Erde neigen is demmtsvollem Sinn. 2. Die Himmel all hr das des höchsten Gottes Ehr; d Haus der frommen Seelen und aller Engel Heer weist uns durch so viel Sterne die über⸗ Morgenlieder. schöne Pracht, auf daß wir Tage zu, wie mir ist auferleget. 29⁵5 Ledeacht von ferne dahin auch sein e 3. Mein Gott, laß mich ver⸗ achten, was irdisch, eitel ist, und nach dem Himmel trach⸗ ten in dieser Lebensfrist, laß mich den Tag hinbringen in der Gottseligkeit und ritterlich durchdringen zur ewgen Him⸗ melsfreud! Georg Ph. Harsdörfer g. 1607 4 1658. 479. Mel. Auf meinen lieben Gott. So tret 93 demnach an, so gut ich immer kann, mein Amt, Beruf und Wesen, dazu mich Gott erlesen: der wird mir seinen Segen auch wissen beizulegen. 2. 2—. Vater sag 14 Dank. daß du mein Leben lang so reichlich mich ernähret und manche Gnad bescheret; laß deine Güt und Gaben mich 2— 5. ferner laben! Ach mein Jesu Chris. der du mein Helfer bist, ach segne meine Werke, mich selbst vom Himmel stärke, da⸗ mit ich deinen Willen in allem mög erfüllen. 4. Behüte Seel und Leib und alles von mir treib, was meine Nahrung hindert und deinen Segen mindert: ja laß in Fried und Freuden inich dann von hinnen scheiden.! Joh. Heinr. von Hippen. 1676. 480. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. Nigh tret 15 2 aus der Ruh und geh dem sauren 296 Morgenlieder. Nicht weiß ich, was für neue Plag mir heute noch begegnen mag; doch weiß ich, daß mic träget mein frommer Gott in seiner Hut, daß mir die Last nicht schaden tut. 2. Zwar meine Bürd ist täglich neu, doch ist mein Gott auch täglich treu, der träget meine Sorgen. Vor abends keiner recht vernimmt, was ihm den Tag all ist bestimmt; es bahnt ein jeder Morgen mir einen frischen Weg zur Pein, sen kann mit Gott erstiegen ein. 3. Wie wenig hab ich oft gedacht, daß so würd Tas zu End gebracht die saure Tages⸗ bürde; doch hab ich abends wohl gespürt, daß du mich, höchster. Gott, geführt, daß mich dein S geleitet, mir geleuchtet hat auf meinem pfad. „. Weil ich denn des ver⸗ sichert bin, was traurest du, verzagter Sinn, die Bürd auf dich zu legen? Trag, was du kannst, Gott träget mit; der Herr der Welt der strauchelt nicht, hei ihm ist lauter Segen, it ihm geh ich denn frisch daran und scheue nicht die Leidensbahn. 5. So ist getrost mein frischer ut, wenn ich mich in des Höchsten Hut kann einge⸗ chlossen sehen; doch daß ich es versichert sei, muß ich von Sünden leben frei und Gottes Bege gehen; mein Gott geht nimmer meinen Steg, wo ich nicht wandle seinen Weg. chein und Würde S Weg und Kreuzes⸗ st 6. Drum liebster Gott, leit meinen Fuß, daß ich dir folg in wahrer Buß, und läutre mich von Sünden! So kann ich als ein kühner Held be⸗ streiten diese höse Welt., mit dir sie überwinden: so tret ich mutig an den Tag und scheue nicht, was kommen mag. 7. Ich leg auf dich, mein Sott und Herr, was mir zu tragen wird zu schwer, die Last, die mich gebogen: ich lege meine Würd und Stand in deine große Allmachtshand, ie du mir nie entzogen: mit der hast du von Jugend auf geleitet meinen Lebenslauf. 8., Ich leg in deinen Schoß hinein, die meine Blutsver⸗ waͤndte sein; da sind sie wohl beschlossen: ich lege meine arme cel in Jesu sichre Wunden⸗ höhl; du wirst sie nicht ver⸗ oßen, wenn sie vom Leibe scheidt der Tod. Ich leg mich ganz in dich, mein Gott. Anton Ulrich, Herzog zu Braun⸗ schweig⸗Wolfenbüttel g. 1633 1714. 481. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. In Gottes Namen fang ich an, was mir zu tun ge⸗ bühret, mit Gott wird alles wohl getan und glücklich aus⸗ geführet. Was man in Gottes amen tut, ist allenthalben recht und gut und kann uns auch gedeihen. 2. Gott ist, der das Ver⸗ mögen schafft, was Gutes zu vollbringen, er gibt uns Segen, Mut und Kraft und läßt das ——2— ANI—— EDes—— e=—— Morgenlieder. 297 und gelingen; ist er mit uns und sein Gedeihn, so muß der Zug gesegnet sein zum reichen Aberflusse. 3. Wer erst nach Gottes Reiche tracht und bleibt auf seinen Wegen, leichtlich reich gemacht durch Gottes milden Segen. Da wird der Fromme immer satt, daß er von seiner Arbeit hat auch Armen Brot zu geben. 4. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, er krönet sie mit Gnaden; der bösen Welt ihr Neid und Hohn kann ihnen gar nicht schaden. Gott decket sie mit seiner Hand, er segnet ihre Stadt und Land und füllet sie mit Freude. 5. Drum komm. Herr Jesu. stärke mich, hilf mir in meinen Werken, laß du mit deiner Gnade dich bei meiner Arbeit merken, gib dein Gedeihen selbst dazu, daß ich in allem, was ich tu, ererbe deinen Segen. 6. Regiexe mich durch deinen Geist, den Müßiggang zu mei⸗ den, daß das, was du mich schaffen heißt, Diltbh mit lau⸗ ter Freuden; hilf, daß ich dir mit aller Treu auf dein Ge⸗ bot gehorsam sei und meinen Nächsten liebe. 7. Nun, Zesu, komm und bleib bei mir! Die Werke meiner land. 1 befehl ich, lieb⸗ ster Heiland, dir, hilf, daß ich sie vollende zu deines Ramens Herrlichkeit, und gib, daß ich ur Abendzeit erwünschten ohn empfange. Salomon Liscow g. 1640 4 1689. der wird gar fi 482. Eigene Melodie. Moegcheom der Ewigheit, Licht vom unerschöpften Lichte, schich uns diese Mor⸗ genzeit deine Strahlen zu Ge⸗ ichte und vertreih durch deine Macht unsre Nacht! einer Güte Morgentau fall dien dürrer matt Gewissen; laß die dürre Lebensau lauter siten Trost genießen und er⸗ quick uns, deine Schar, im⸗ merdar! 3. Gib, daß deiner Liebe Glut unsre kalten Werke töte, und erweck uns Herz und Mut bei entstandner Morgen⸗ röte, daß wir, eh wir gar ver⸗ Heli 1196 aufstehn. du Aufgang aus der 255 gib, daß auch am jüngsten Tage unser Leichnam aufer steh und entfernt von aller Plage sich auf jener Freudenbahn 5. kann. 5. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte herh das fonne, führ uns durch das Tränenseld in das Land der süßen Wonne, da die Lust, die uns erhöht, 108 vergeht. Chr. Knorr v. Rosenroth g. 1636 + 1689. 483. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Das walte Gott, der helfen kannl. Mit Gott fang ich mein Arbeit an, mit Gott nur geht es gluͤcklich fort, drum ist guch dies mein erstes Wort: Dgs walte Gott! 2. All mein Beginnen. Tun und Werk erfordert von Gott 298 Kraft und Stärk; mein dnun sucht Gottes Angesicht, drum auch mein Mund mit Freude spricht: Das walte Gott! 3. So Gott nicht hilft. so kann ich nichts, wo Gott nicht gibet, da gebrichts; Gott gibt und tut mir alles Guts, drum prech ich nun auch guten uts: Das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas ge⸗ ben hier, so will ich dankbar sein dafür: auf sein nd 4430 ich aus mein— in meiner Arbeit stets: Oas walte Gott! 5. Anfang und Mitte samt dem End stell ich allein in Gottes Händ: er gebe, was mir 9 an ied ist drum sprech ich G0t—0 jeder Frist: Das walte 60. Legt Gott mir seinen Se⸗ gen bei nach seiner großen Güt und Treu, so gnüget mirs zu jeder Stund, drum sprech ich auch 00 Herzensgrund: Das walte 7 Trifft mich ein Unglück: unverzagt! ist doch mein Werk mit Gott gewagt; er wird mir gnädig stehen hei, drum dies auch meine Losung sei: Das 1150 Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, bis all mein Tun ein Ende hat, er gibt und nimmt, 1 c 0 0 0 will, 1H9der rech ich auch fein in der Stlll⸗ Das walte Gott! 9. Gott steht mir bei in aller ot und gibt mir auch mein täglich Brot; nach seinem alten aterbrauch tut er mir Guts. drum sprech ich auch: Das walte Gott! Morgenlieder. 10. Ohn Gott nichts glückt und seine Gunst, nichts hilft Verstand, Witz oder Kunft: mit Gott gehts fort, gerät auch wohl, daß ich kann sa⸗ en faubensvoll Das walte ottl 11. Teilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht ich keiner Feinde Neid; laß hassen, wers nicht lassen kann, ich stimme doch mit Freude an: Das walte Gott! 12. Tu ich denn, was mit Gottes Rat, der mir beistehet frůh und spat, dann alles wohl geraten muß, drum sprech ich nochmals zum Beschluß: Das walte Gott! Johann Betichius g. 1650 7 1722. 484. Mel. O Erahtel. 2. frommer Gott. O· Jesu, süßes Hicht, nun ist die Nacht vergangen, nun hat dein Gnadenglanz aufs neue mich umfangen. nun ist, was an mir ist, vom Schlafe aufgeweckt und hat nun in Begier zu dir sich ausgestreckt. 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenkenꝰ, Ich will mich ganʒ und gar in deine Gnad ein⸗ senken mit Leib, mit Seel, mit Geist heut diesen u dem Tag das soll mein Opfer sein, weil ich sonst nichts vermag. „Drum siehe da, mein Gott, da haft du meine Seele. sie sei dein Eigentum, mit ihr dich heut vermähle in deiner Lie⸗ Get. oe da hast du meinen Geist, darinnen wollt du dich verklären allermeist! Morgenlieder. 299 4. Da sei denn auch mein Sinnen bald zerrinnen, darein veib zum Tempel dir ergeben. Ac Wohnung und zum Haus. ch allerliebstes Leben. ach wohn, ach leb in mir, beweg und rege mich, so hat Geist, Seel und Leib mit dir ver— 957 sich. 5. Dem Leibe hab ich jetzt die Kleider angeleget: laß meiner Seele sein dein Bildnis einge⸗ präget im güldnen Glaubens⸗ schmuck, in der Gerechtigkeit, o allen Seelen ist das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit. mit Geduld durch uh der Geistes Triebe, auch mit der Demut mich vor allem kleide an, so bin ich wohlgeschmückt und löstlich angetan. 7. Gib, daß mir diesen Tag stets vor den Augen schwebe, daß dein Allgegenwart mich wie die Luft Tum dr auf daß mein ganzes Tun duirch Hich durch Sinn und Mund d lobe inniglich, mein Gott,—5 437 Stund. 8. Ach segne, was ich tu, ja rede und gedente; durch dei⸗ nes Geistes Kraft es also führ und lenke, daß alles nur escheh zu deines Namens uhm und daß ich unverrückt verbleib dein Eigentum. Joachim Lange g. 1670 4 1744. 485. Eigene Melodie. 9 ¼ wird die Nacht der Siünden nicht verschwin⸗ den? Hüter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsternis der ich vexwickelt nn iden W ich wie das Rund der Erden Licht doch werden; Seelensonne, gehe auf! Ich bin finster, kalt und trübe; Jesu, Liebe, komm, beschleunige den Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Er⸗ scheinung kommen ist, und ich muß mich stets im Schatten so bit. 0 weil du mir so ferne i 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, da du kommen, aber ich bin lauter Nacht; darum wollst du mir, dem Dei⸗ nen, auch erscheinen, der nach Licht und Rechte tracht. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben, Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anblichen und erquicken, Jesus muß die Sonne sein. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit 9 nicht ein; wenn sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine sein. 7. Jesu, gib gesunde Augen. die was taugen, rühre meine Augen an! Denn das ist die größte Plgge, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Christ. Friedr. Richter g. 1676 1711. 486. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 2. Ermuntert euch, erquickte Glieder, die dunkeln Schat⸗ ten sind vorbei; der liebe Mor⸗ gen zeigt sich wieder und 300 Morgenlieder. machet Gottes Güte neu, die mich in dieser Nacht bedeckt und nun zur Arbeit aufgeweckt. 2. Gott Lob, der mich vor allem Schaden bei meiner stillen Ruh bewacht, daß mich der Reichtum seiner Gnaden zu seinem Preise tüchtig macht: ich bin vergnügt, ich bin er⸗ guickt und warte, was Gott heute schickt. 3, Sein guter Geist wird mich regieren, der leite mich auf ebner Bahn und helfe mir mein Werk vollführen, in sei⸗ nem Namen fang ichs an; sein Segen wird mein Sonnen⸗ Scha—4 seine Huld mein S4 Menn ein 4. Mein Gott, so laß dich nädig finden, dir hab ich alles heimgel tellt, ach nur behüte mich Fie Sünden! Hoch wenn das Fleisch aus Schwachheit fällt, so xichte mich durch Jesum aguf und sei du selbst mein Lebenslauf! 5. Weil jeglicher yon unsern Tagen auch seine Plage mit sich führt, mein Gott, so laß mich nicht verzagen, wenn mich ein Kreuz und Anglück rührt. Deck mich durch deine Gnaden⸗ hand,‚ so wird es glücklich ab⸗ bepahdi 6. Nun, Seel und Leib sei dir ergeben, bei dem sie woh verwahret stehn; und soll der Rest von meinem Leben no diesen Tag zu Ende gehn, so mache du durch Christi Blut auch meinen letzten Abschied gutl 7. Wohlan, des tröst ich mich im Glauben: Im Glück und Unglück bin ich dein, aus dei⸗ ner Hand kann mich nichts rauben. Drum soll mein stetes Denkmal m das mir im Sinn und Herzen liegt: Was mein Gott fügt, macht mich vergnügt. Erdmann Neumeister g. 1671 1 1756. 487. Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan Die Nacht ist bin. wach auf mein Herz, du sollst ein Opfer bringen, laß deine Flü⸗ 22 himmelwärts sich nach den olken schwingen! Denn Got⸗ tes Treu ist wieder neu, er hat dir Licht und Leben von neuem jetzt gegeben. 2. Bring deines Weihrauchs Wohl. Whroné. vor deines Schöp⸗ fers Throne, komm, bitte Se⸗ gen für den Fluch in Christo seinem Sohne! Die Gnaden⸗ tür ist offen hier, so lasse denn 10 0 Beten zu Gottes Herzen reten. 3. Du Sonne der Tacht der keit, vertreib die Nacht der Sünden und laß an diesem Morgen heut viel Gnadentau mich finden! Hast du die Nacht mich wohl bewacht, so sei auch nun am Tage ein Schutz vor aller Plage! 4. Das Gute wende du zu mir, das Böse laß mich fliehen und deine Hand mich für und für nur nach dem Himmel ch munh n Gib Rat und Tat so früh als spat zu allen meinen Werken, laß deinen Geist mich 1953. 5. Ich werfe meine Last auf dich, ach, hilf sie treulich tra⸗ en, machs wie du willst, nur eliglich, ich will es auf dich wagen. Kein Kreuz ist mir zu schwer bei dir. Es tut mir deine ute auch heute was zugute. 6. Du bist Fias Gott, das weiß ich wohl, laß mich nur dein verbleiben und was ich eute wirhen soll, zu deinen h hren treiben! ein Segen blüh durch meine Müh, daß. wenn ich Schweiß pergiee, er Eh nicht umsonst mir fließe. 7. Laß auch die Meinen diesen Tag dein Gnadenauge leiten! Und 958 ich gar nicht wissen mag das Ende meiner Zeiten, so gib, daß ich mich eieih des letzten Tages reue und meine Schuld be⸗ reue. Benjamin Schmolch 9. 1672 F 1737. 488. Mel. Werde munter, mein Gemüte. Geid du Licht, das ewig bleibet, das ohn allen Wechsel ist, das die Jinsternis dn but ich der du bl eibest wie du hift, ich verlasse meine uh. das 5 ch. 9 mir zu. 6 ich. d Nacht und Eide durch Dam Licht ver⸗ Hre werde. 2. Wecke, da der Leib ge⸗ schafen auch die Seele geist⸗ lich auf, gib ihr deines Lichtes Waffn richt und leite ihren Sauf. laß mich sein des Lichtes Kind, hilf mir der ich geistlich blind. Jesu, daß ich wieder sehe 3, in deinem Lichte gehe. Schenke mir, Herr, und awihne was die arme Seele lillt, ach erneure und verkläre tets in mir dein Ebenbild ende mir den Geist der Kraft, Morgenlieder. 30¹ der ein neues Leben schafft, daß ich himmlisch auf der Erde und Ein Geist mit Christo werde. 4. Segne meiner Hände Werke und befördre wach⸗ Leu S türhe, mneine r wach⸗ eit Stärke, meines Lebens Kraft und icht, laß mein Le⸗ hensziel allein deines Namens re sein, hilf, daß ich stets wahre Liebe gegen meinen Nächsten übe. 5. Führ mich bald R jenem Lichte deiner höchsten M Hteidie wo vor deinem Angesichte die verklärte Seele steht heller als der Sonnenschein, schön, un⸗ sterblich, engelrein; la sie sein mit dir vereinet, wenn mein letzter Tag erscheinet. Salomo Franck g. 1659 4 1725. 489. Mel. Schwing dich auf zu deinem Gott JFano dein Werh mit Jesu an, Jesus hats in Händen; de um ruf zum Beistand an, Jesus wirds wohl enden. Steh mit Jesu morgens guf, geh mit Zesu schlafen, führ mit Jesu deinen Lauf, lasse Jesum affen! 2. Morgens soll der Anfang sein, n anzubeten, daß er woll dein Helfer sein stets in allen Nöten. Morgens, abends und bei Nacht will er stehn zur Seiten, wenn des Satans List und Macht dich sucht zu be⸗ streiten. 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, laß die Feinde wüten, er wird dich vor ihrer List schüt 38 und behüten. Setz nur 30² Vertrauen dein in sein All⸗ machtshände und glaub sicher,. daß allein er dein Unglück wende. 4. Wenn denn deine Sach mit Gott also angefangen, ei so hat es keine Not, wirst den Zweck erlangen; es wird fol⸗ gen Glück und Heil hier in diesem Leben, endlich wird dir Gott dein Teil auch im Himmel Leh geben. 5. Nun Herr Jesu, all mein Sach sei dir übergeben, es nach deinem Willen mach guch im od und Leben! All mein Werk enn Non jetzt an, Herr, in deinem Namen, laß es doch sein Roblgetan! Ich sprech da⸗ rauf Amen! Um 1734. 490. Eigene Melodie. O Jesu, meines Lebens Licht, nun ist die Nacht ver⸗ gangen; mein Geistesaug zu dir sich richt, dein Anblick zu empfangen. 2. Du hast, da ich nicht sor⸗ gen konnt, mich vor Gefahr bedecket und auch vor andern mich gesund nun aus dem Schlaf erwecket. 3. Mein Leben schenkst 5 mir aufs neu, es sei auch verschrieben. mit neuem Eunst. mit neuer Treu dich diesen Tag 04. Ou⸗ Dir, Jesu. ich mich ganz defehl im Geiste dich perkläre: dein den Wen nur sei meine Seel, den Leib bewahr und 0 Durchdring mit deinem Sebensaf Herz, Sinne und Morgenlieder. Gedanken, bekleide mich mit deiner Kraft, in Proben nicht nicht zu wanken. 6. Mein treuer Hirte, sei mir nah. steh immer mir zur Seiten, und wenn ich irre, wollst du ja mich wieder zu dir leiten. 7. Sei du alleine meine Lust. mein Schatz. mein Trost und eben! Kein andres Teil sei mir bewußt. dir bin ich ganz 22— 8. Zeig mir in Wolh Augen⸗ blick, wie ich dir soll gefallen. zeuch mich vom Bösen stets zurück, regiere mich in allen! 9. Gib. daß ich meinen Wan⸗ del führ im Geist, in deinem Lichte, und als ein Fremdling lebe hier vor deinem Angesichte. 10. Ach 9•5 mich fest mit deiner Hand. daß ich nicht fall noch weiche; zeuch weiter durch der Liebe Band, bis ich mein Ziel erreiche. Gerh. Terstegen g. 1697 4 1769. 491. Mel. O ZJesu, meines Lebens Licht. Muund 8. n sei Preis und Dank, erheb 951 meine Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang, lobsing ihm. meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit ue Vacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer lehrt das Auge seinz Pflicht, sich sicher zu bedecken? Ber ruft dem Tag und feinem Licht, die Seele zu erwecken? 4. Du bist es, Herr und Gott der Welt, und dein ist unser Leben; du bist es, der es uns erhält und mirs jetzt neu ge⸗ 56 5. Gelobet seist du. Gott der Mach gelobt sei deine Treue, nach einer fanften Racht mich dieses Tags er⸗ freue. 6. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich 5u m Wege wallen und lehre d u mich selber tun nach deinem Wohlgefallen. 7. Nimm Laurrd 0 Hert gnädig wahr, auf dich hofft meine Seele, sei mir ein Retter P in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. 8. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig Hi tue: 9. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und ge⸗ recht durch deine Gnade lebe; 10. Daß ich dem Nächsten beizustehn nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue: Tischlieder. 303 11. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht und meinen Lauf mit echtese. wenn du gebeutst, chließe, Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. 492. Mel. Kommt und laßt uns Christum ehren. Früh am Morgen Jesus gehet und vor allen Türen stehet. klopfet an, wo man geflehet: Komm, Herr Jesu, unser Gast! 2. Nun, so lasset ihn nicht dorten, tut ihm auf des Herzens forten und ruft ihn mit süßen Worten: Eile, Jesu, kehre ein! 3. Wollest täglich bei uns bleiben, alle Feinde von uns treiben, uns ins Buch des Lebens schreiben und der gute irte sein 4. Weiden uns auf grüner Auen, daß wir deine Fülle schauen und auf deinen Reich⸗ tum bauen, mit dir gehen aus und ein. 5. Amen, ja es soll uns oeden Jesus wird heut mit uns ch sehe en und wir werden Iitt all hen, daß er uns nicht läßt allein. Gerh. Chr. H. Stip g. 1809 4 1882. b) Tischlieder. 493. Mel. Erhalt 225. 9l. bei deinem Gesegn uns, S die Gaben dein, die Speis laß unsre Nahrung sein, hilf, daß da⸗ durch erquichet werd, der dürftge Leib auf dieser Erd. 2. Doch dies zeitliche Brot Hon kann uns nicht lich Wort Leben sein, dein göttlich Wort die Seele speist, hilft uns zum Leben allermeist. 30⁴4 Abendlieder. 3. Drum gib uns beides, Herre Gott! 56 endlich auch aus aller Not! So preisen wir dein Gütigkeit hier und auch dort in Ewigheit. 1561. Vor dem Essen. 494. Mel. Herr Jes en dich zu uns Wih nleh Golt für seine Gabn, die wir von ihm empfangen habn, und bitten unsern lieben Herrn, er woll uns allzeit mehr beschern. 2. Und speisen uns mit sei⸗ nem Wort, daß wir satt werden hier und dort. Ach lieber Herr. du wollst uns gebn nach dieser Zeit das ewge Lebn! Nach dem Essen. 3. Wir danken dir, Oaht Jesu Christ, 5 du uns'r Gast gewesen bist. Bleib du bei uns. so hats nicht Not, du bist das rechte Cebensbrot. 1589. 495. Mel. Schmüche dich, o liebe Seele. Sveis uns, ste die deine Kin⸗ der, tröste die betrübten Sünder, sprich den Segen zu en Gaben, die wir jetzo vor uns haben, daß sie uns zu die⸗ sem Leben Stärke, Kraft und Rahrung geben, bis wir end⸗ lich zu den Frommen an die Himmelstafel kommen. Nach Joh. Heermann g. 1585 1647. c) Abendlieder. 496. Eigene Melodie. Der du bist drei in Einigkeit, ein wahrer Gott von Ewig⸗ keit. Die Sonn mit dem Tag von uns weicht, laß leuchten uns dein göttlich Licht! 2. Des Morgens. Gott, dich loben wir, des Abends auch beten vor dir; unser armes Lied rühmet dich jetzund, immer und ewiglich. 3. Gott Vater, 42 sei ewig Ehr, Gott Sohn, der ist der einge elaen und dem Tröster, dem heilgen Geist, von nun an bis in Ewigkeit. Martin Luther g. 1483 + 1546, n. d. Latein. O Iux, beata trinitas. 497. Eigene Melodie. Covor d du bist der helle Tag. vor dir die Nacht nicht bleiben mag, du leuchtest uns vom Vater her und bist des Lichtes Prediger. 2. Ach lieber behüt uns heint“) in dieser Nacht porm bösen Feind und laß uns in dir ruhen fein und vor dem Satan sicher sein.*) heute nacht. 3. Ob schon 2 Augen schla⸗ fen ein, so laß das Herz do wacker sein, halt über uns dein rechte Hand daß wir nicht falln in Sünd und Schand. 4. Wir bitten dich, Herr Jesu Christ, behüt uns vor des GG E OHOE Abendlieder. Teufels List, der stets nach unsrer Seele tracht, daß er an 499. Eigene Melodie, N Sπ * N. —— ——t—⁷ S EE 1 uns hab keine Macht. st 5. Sind wir doch Dein ererh⸗ Nacht t kon a dri „ 93 Gut, erworben durch dein Die Macht ist kommen, drin 5 teures Blut: das war des wir ruhen sollen: Hott . ewgen Vaters als er uns Walts zu Frommen nach sein m dir 94 Befehied⸗ at. Befiehl dem Engel, daß er 10 05 und uns bewach, dein Eigentum, gib uns die lieben Wächter zu, daß wir vorm Satan haben Ruh. 7. So schlafen wir im Namen dein, dieweil die Engel bei uns sein. Du heilige Ewigten. wir loben dich in Ewigkeit. Erasmus Alberus g. um 1501 4 1553, nach dem Lateinischen Christe, qui lux es et dies. 498. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. Hisgchen ist der Sonne Schein, die sinstre Nacht bricht stark herein, leucht Lucht. Herr Christ. du wahres Licht, m 1138 im Finstern tappen nicht! 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag vor Schad. Gefahr und mancher Plag. durch deine Engel hast behüt aus Gnad und väterlicher Güt. omit wir, Herr, er⸗ zürnet dich, dasselh verzeih uns Mädiglich und rechn es unsrer Seel nicht zu, la bt uns mit Fried und Die Engel dein zur Wach bestell, daß uns der böse Feind nicht fäll; vor Schrecken, Angst und Feuersnot behüt uns heint.“) o lieber Gott! *) heute nacht. Niklas Herman 7 1561. Wohlgefallen, das wir uns legen, durch sein G'leit und Segen der Ruh zu pflegen. 2. Treib, Herr, von uns fern die umreinen Geister, halt die Nachtwach gern. sei 5005 unser Schutzherr, schirm b Leib und Seel, unter desze Flügel, send uns dein Engel! 3. Laß uns einschlafen mit guten Gedanken wircht auf⸗ ben und von dir nicht wan⸗ ken. Laß uns mit Züchten unser Tun und Dichten zu dein'm Preis richten! 4. Wden auch der Kranhen durch deinen Geliebten, hilf den Gefangnen. tröste die Be⸗ trübten! bi ihr guch der Kinder, sei selbft ihr Bormünder, des Feindes Neid hinder! 5. Vater, dein Name werd von uns gepreiset, dein Reich zukomme, dein Will werd be⸗ weifet; frist unser Leben, wollst die Schuld vergeben, erlös uns! Amen. Böhmische Brüder. 500. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du unser Er⸗ löser hist und schützest uns vor aller G fahr durch deiner lieben Engel Schar. 2. Wir gehen nun hin zu unsrer Ruh: ach rechn es unsrer 20 306 Abendlieder. Seel nicht zu, was leider wir tat, ja kein Menschenkind kann gefündigt habn, vergib uns sehen, was dein Hand erwiesen alls, Gottes Sohn! hat. Deiner Wohltat ist zu viel, 3. Dein' Engel laß stets um sie hat weder Maß noch Ziel. uns sein, die allzeit uns be⸗ Herr, du haft mich so geführet. wachen fein, daß Satan habe keine 9207 an uns bei Tage noch bei Nacht. 4. Vor Feur, vor Seel⸗ und Leibesnot behüt ums, lieber Herre Gott, in. deinem Nam laß schlafen ein uns, deine lieben Kinderlein! 5. Es g'scheh, was mag. wir ind ja dein, erlöst durch dein fünf Wunden rein; dir leben wir, dir sterben 15 dein Kin⸗ der sind wir für und für. „Amen, Amen, zu guter Nacht, der Engel Gottes uns bewacht. Gott Lob und Dank in Ewigkeit, wir gehn zur Ruh ohn alles Leid. Rikol. Selnecher g. 1532 + 1592. 501. Eigene Melodie. Wuutd th. e mein Gemüte. und ihr Sinme, geht her⸗ für, daß ihr preiset Gotfes Güte, die er hat getan an mir, als er mich den ganzen Tag vor so mancher schweren Plag, vor Betrübnis, Schand und OScha⸗ den treu behũtet hat in Gnaden. 2. Lob und Dank sei dir ge⸗ sungen, Vater der Barmherzig⸗ keit, daß mir ist mein Werz ge⸗ lungen, daß dur mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so getreulich hast bewahrt, auch 50 Feind hinweggetrie⸗ ben, daß ich unbeschädigt H 3. Keine Klugheit kann ver⸗ heit, dir will ich daß kein Unfall mich berühret. 4. Dieser Tag ist nun ver⸗ gangen, die betrübte Nacht bricht an; es ist hin der Sonne Prangen, so uns all dlerehen kann. Siehe mir, o Vater. b daß dein Glanz stets vor unt sei und mir auch im Ims dech scheine, denn ich hoff auf dich alleine. 5. Herr, verzeihe mir aus Gnaden alle Sünd und Misse⸗ lat. die 90 armes Herz be⸗ laden und so sehr vergiftet hat: treib des Satans List und Tück, Gott, durch deine Kraft zurück. du glleine kannst mich retten, strafe nicht mein ÜUbertreten! Bin ich gleich von dir gewichen, stell ich mich doch wieder ein; hat uns doch dein Sohn verglichen durch sein Angst und Todespein. Ich ver⸗ Danel nicht die Schuld, aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich stets in mir befinde. u Licht der frommen Seelen, o 158 Glanz der Ewig⸗ mich ganz be⸗ fehlen diese Nacht und allezeit: bleibe doch, mein Gott, bei mir, weil es nunmehr dunkeel schier; tröste mich mit deiner Liebe, daß kein Unfall mich betrübe. 8. Wenn mein Augen schon sich schließen und ermuͤdet schla⸗ fen ein, muß mein Herz dennoch geflissen und auf dich gerichtet sein. Meiner Seele mit Begier stehen deine Güt und Wunder⸗ träume stets, o Gott, von dir, Abendlieder. 307 daß ich rein an Seel und Leibe Hei 6 schlafend dein ver⸗ 19. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanft und süße Ruh, alles Ubel laß verschwin⸗ den, decke mich mit Segen zu! Leib und Seele, Mut und Blut, Weih und Kinder.) Hab und Gut, Freunde. Feind und Hausgenossen sein in deinen Schutz Leschlosth ll die Meinen. 10. Ach bewahre mich vor Schrechen, schütze mich vor Aberfall. laß much Krankheit nicht aufwecken, treibe weg des Krieges Schall, wend ab Feur und Wassersnot, Pestilenz und schnellen Tod, laß mich nicht in Sünden sterben noch an Leib und Seel verderben. 11. O du großer Gott, er⸗ nan was Den Kind gebeten hat, Jesu, den ich stets ver⸗ ehre, bleibe ja mein Schutz und Rat! Und mein Hort, dui werter Geift, der du Freund und Tröster heißt, höre doch mein sehnlichs Flehen! Amen, ja es soll geschehen. Joh. Rist g. 1607 4 1667. 502. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. un ruhen alle Wälder, Bieh, Menschen, Stadt und Felder, es schläft die ganze Welt; ihr he⸗ meine Sinnen, auf, auf, ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohl⸗ 9310 2. Wo bist du, Sonne, blie⸗ ben? Die Nacht hat dich ver⸗ trieben, die Nacht, des Tages Feind; fahr hin, ein andre Sonne, mein, Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. Der Tag ist nun ver⸗ gangen, die güldnen Sterne prangen am blauen Himmels⸗ saal; also werd 93 auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jam⸗ mertal. Der ab eilt nun u Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterb⸗ lichkeit; die gieb ich aus, da⸗ gegen wird Christus mir an⸗ legen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh. daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei; Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend Reler Erden und von der Sünden Arbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt; es kommen Stund und Zeiten. da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 7. Mein Augen stehn ver⸗ drossen, im Nu sind sie ge⸗ schlossen; wo bleibt dann Leib und Seel? Rimmsie zu deinen Gnaden, sei gut für allen Scha⸗ den, du Aug und Wächter Ifrael! 8. Breit aus die Flügel beide. o. Jefu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein! Will Satan mich verschlingen, sy laß die Englein singen: Dies Kind soll unverletzet sein. „Auch euch, ihr meine Lie⸗ ben. soll och nicht betrüben ein Unfall noch Gefahr; Gott laß euch selig schlaren, stell euch 20³ 308 die güldnen Waffen ums Bett und seiner Engel Schar! Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. 503. Mel. Mein Herz und Seel den Herren hoch erhebet. ·2 Sonn hat sich mit ihrem Glanz gewendet und was sie soll auf aule N Tag voll⸗ endet; die dunkle Nacht dringt allenthalben 0 bumel Men⸗ Rub) Bieh und alle Welt zur 2. Ich preise dich, du Herr der Nächt und Tage daß du mich n vor aller Not und Plage durch deine Gnad und hochgelobte Macht hast unver⸗ 03 und frei hindurchgebracht. 3. Vergib, wo ich bei Tage v so gelebet, daß ich nach dem, was finster dur gestrebet, laß alle Schuld durch deinen Gna⸗ denschein in Ewigkeit bei dir —480 sein! Schaff, daß mein Geist 10 ungehindert schaue, indem mich der daß de Nacht ver⸗ Rahte und daß der Leih auf diesen emn sam Tag sich seiner raft fein sanft erholen mag. Vergönne, daß der lieben Engel Scharen mich vor der Macht der Finsternis bewah⸗ ren. Suf daß ich vor der List und& Tyrannei der argen Feind im Schlafe sicher sei. Herr, wenn mich wird die lange Nacht bedecken und in die Ruh des tiefen Grabes strecken, 0 bliche mich mit dei⸗ nen Augen an, daraus ich Licht im Aund 1 men kann. hernach zugleich mit Allen Duenimten mich zu Abendlieder. Hata 93115 des Runne h an don kommen, da du uns hast d großen Tag bestinumt, dem keine Nacht sein Licht und Klarheit nimmt. 1648. 504. Eigene Melodie. Dep lieben Sonne Licht und Pracht hat nun den Tag vollführet, die Welt hat sich zur Ruh gemacht; tu, Seel, was dir gebühret, tritt an die Himmelstür und bring ein Lied herfür, laß deine Augen, Herz und Sinn auf Jesum sein ge⸗ — 88 hin! 2. Ihr hellen Sterne leuchtet wohl und gebet eure Strahlen, 90 macht die Nacht des Lichtes doch noch zu tausend Daleß scheint heller in mein Hers die ewge Himmelskerz, mein Jesus, meiner Seele Ruhm. mein. Schutz, mein S5.Ber und Eigentum. Schlaf zwar herrschet in der Nacht bei 935W Ciner und 5 Tieren; doch Einer ist, der oben wächt. bei dem hein m spüren. Es schlum⸗ mert. Jesu, nicht dein Aug, auf mich gericht, drum soll inein erz auch wachend sein, daß 2—F7 wache nicht allein. 4. Verschmähe nicht dies hras: Lied, das ich dir, Jesu, inge; in meinem Herzen ist kein Fried, 2—— ich es zu dir bringe. Ich b ringe, was i kann, ach nimm es gnädig an! Es ist doch herzlich gut gemeint, 0 3.9 udren Seele Freuͤnd. dir will 119 60 Bette behn dir will ich mich befehlen, u wirst, mein Schutzherr, auf Abendlieder. 309 mich. Rhün Besten meiner Seelen. Ich fürchte keine Not. auch felber nicht den Tod; denn wer mit Jesu schlafen geht, mit Freude die Nauchi die Nacht mein Ader schlägt. soll dich mein Geist Harznbenn so vielmal sich mein Herz bewegt, soll dies sein mein Berlangen, daß ich mit lautem Schall möcht„ überall: Ach Jesu, Jesu, du bist mein, und ich auch bin und bleibe dein. 7. Nun, matter Leib. gib dich zur Ruh und schlafe sanft und stille. ihr müden Augen schließt euch zu, denn das ist Gottes Wille. Schließt 1005 dies mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! So wird der Schluß recht wohl T Rurhur Nun Jesu. Jesu, gute Tach V Christian Seriver g. 1629 1693. 505. Mel. Mein Herz und Seel den Herren hoch erhebet. Der Tag hin, mein Jesu. bei mir bleibe! O Seelen⸗ licht, der Sünden Nacht ver⸗ treibe, geh auf in mir, Glanz der Gerechtigkeit, erleuchte mich, ach Herr, denn es ist Zeit. 2. Cob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen, dir sei die Ehr, daß alles wohi ge⸗ lungen nach deinem Rat. ob ichs gleich nicht versteh: du bist gerecht, es gehe, wie es geh. 3. Nur eines ist, das mich den un Enn quälet: Beständig⸗ keit im Guten mir noch fehlet. Das weißt du wohl, o Herzens⸗ kündiger, ich strauchle noch wie ein Unmindiger. 4. Vergib es. Herr. was mir sagt mein Gewissen: Welt, Germsen Sünd hat mich von dir gerissen. Es ist mir loe ich stell mich wieder ein, da ist die Hand: du mein, und ich bin dein. 5. Nrgels Schutz. mein Hüter und mein Hirte, zu meinem Trost dein sieghaft Schwert umgürte, bewahre mich durch deine große Macht. wenn mir Racht nach meiner Seele tra 6. Du schlummerst men. wenn matte Glieder schlafen, ach laß die Seel im 2ebene auch Gutes schaffen! OLebenssonn. liche meinen Sinn! Dich laß ich nicht, mein Fels. Der ag ist hin. Joachim Neander g. 1650 + 1680. 506. Eigene Melodie. Nunsd sich 2—5 Tag geendet hat und keine Sonn mehr scheint, schläft alles, was sich abgematt und was zuvor ge⸗ 42—7— 2. Nur du, mein Gott, hast keine Rast, du schläfst noch schlummerst nicht; die Finster⸗ nis 15 dir verhaßt, weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser schwarzen Nacht und schenke du mir ner Wacht den Schirm von dei⸗ ner 4.—2—— 3108 5 wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir klagt an; ach, aber deines Sohnes Huld hat gnug für mich getan. 31⁰ Abendlieder. 5. Den setz ich dir zum Bür⸗ gen ein, wenn ich muß vors Gericht; ich kann ja nicht per⸗ loren sein in solcher Zuversicht. 6. Drauf tu ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein, mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte traͤurig sein? 7. Weicht, nichtige Gedanken, 0 wo ihr habt euren Lauf. baue jetzt in meinem Sinn Galt Tempel auf 8. Soll diese Nacht die letzte sein in diefem Jammertal, so führ mich, Herr, in Pimmel ein zur auserwählten Zahl! 9. Und glso leb und sterb ich dir, mein Gott, Herr Zebaoth, im Tod und Peben hilfst dii mir aus aller Angst und Not. Joh. Friedr. Hertzog g. 1647 4 1699. 507. Mel. Auf dich hab ich gehoffet, Herr. Megnn 2. on geh ich zur und tu in Fried mein Aden zu, denn Gott im Himmelsthrone über mich wacht bei Tag und Nacht, schafft, daß ich sicher wohne. 2. Ich ruf zu' dir, Herr Jesu Chrift, der du allein mein Helfer bist, laß mich kein Leid erfahren, durch deinen Schlitz vors Teufels Trutz dein Engel 35 HBerehl s⸗ Befiehl, o Herr, den Engeln dein daß sie stets um und bei uns sein; all Übel von uns wende! Gott heilger Geist, dein Hülf uns leist an unserm letz⸗ 84 Ende! 4. Herr, meinen Geist befehl ich dir, mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände!— wahrer Gott, aus aller Not hilf mir am letzten Ende! 5. Cob, Preis und Ehr und Oerrlichkeit sei Gott Bater und Sohn bereit, dem heilgen Geist mit Namen! Die göttlich Kr aft mach uns sieghaft durch Jesum Hit Amen. Nach C. Becher u. Adam Reusner. 508. Mel. Raner en laß ich nicht. Treuer Jesu, wache du, denn jetzt geh ich einzuschlafen; gib mir und den Meinen Ruh, bleib, o Hirt, bei deinen Scha⸗ fen, schließ die Türen selber zu, treuex Jesu, wache du! 2. Treuer Jesu, weiche nicht, sonst wird Grauen, Furcht und Schrecken, das oft mit der Nacht einbricht, uns mit Ach und Weh erwecken. Bleib bei uns, o Gnadenlicht, treuer Jesu, weiche nicht! 3. Treuer der steh und bei, daß in uns der Geist und Glaube, wenn wir schlafen, wacker sei, und kein Feind uns solchen raube. Deine Hülfemach unsfrei, treuer Zesu, stehuns bei. 4. Treuer Jesu, kommt es nun einst einmal mit mir zum Sterben, so bring mich zu deiner Ruh, mache mich zum Himmelserben, schließ mir selbst die Augen, zu, treuer Jesu, meine Ruh! 5. Treuer Jesu, Dhalt zu dir endlich mich und all die Meinen! Bricht dereinst der Tag herfür, da du selber wirst erscheinen, ach so führ uns inspemein. treuer Jesu, zu dir ein! 1697. FFFFF 509. Mel. Werde munter, mein Gemüte. err, es ist von meinem Leben wiederum ein Tag dahin: lehre mich nun Achtung geben, ob ich fromm gewesen bin; zeige mirs auch selber an. so ich was nicht recht getan, und hilf jetzt in allen Sachen guten Feierabend machen. 2. Freilich wirst du manches finden, was dir nicht gefallen hat, denn ich bin noch voller Sünden in Gedanken, Wort und Tat, und vom Morgen bis jetzund pfleget Herze. Hand und Mund so geschwind und oft zu fehlen, daß ichs selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gna⸗ den, habe noch einmal Geduld! Ich bin freilich schwer beladen, doch vergib mir alle Schuld! Deine große Vatertreu werde diesen Abend neu, so will ich noch deinen Willen lünftig mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüte, daß der Schlaf nicht sündlich sei, decke mich mit deiner Güte, auch dein Engel steh mir bei! Cösche Feur und Lichter aus und bewahre sonst das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht in Unglück müsse weinen. 5. Steure den gottlosen Leu⸗ ten, die im Finstern Böses tun: sollte man gleich was bereiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn, so zerstöre du den Rat und verhindere die Tat! Wend auch alles andre Schrecken, as der Satan kann erwecken. 6. Herr. dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns dunbel Abendlieder. wird, demm du bleibest ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Herde wacht: darum hilf uns, deinen Scha⸗ fen, daß wir alle sicher schlafen. 7. Laß mich denn gesund er⸗ wachen, wenn es rechte Zeit wird sein, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein. Sder haft du, lieber Gott heut bestimmet meinen Tod, so be⸗ fehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Kaspar Neumann g. 1648 11715. 510. Mel. O Traurigheit. Der Tag ist hin; mein Geist Wund Sinn sehnt sich nach jenem Tage, der uns völlig machen wird frei von aller Plage. 2. Die Nacht ist da; sei du mir nah, Jesu, mit hellen Ker⸗ zen, treib der Sünden Dunkel⸗ heit weg aus meinem Herzen! 3. Der Sonne Licht uns jetzt gebricht; o unerschaffne Sonne. brich mit deinem Licht herpor mir zur Freuid und Wonne! 4. Des Mondes Schein fällt nun herein, die Finsternis zu mindern; ach daß nichts Ber⸗ änderlichs meinen Lauf möcht hindern! 5. Das Sternenheer zu Got⸗ tes Ehr am blauen Himmel flimmert; wohl dem, der in jener Welt gleich den Sternen schimmert!— 6. Was sich geregt, zuvor bewegt, ruht jetzt von seinen Werken; laß mich, Herr, in stiller Ruh dein Werk in mir merken! 312 Abendlieder. 1, Ein jeder will bei solcher Still der süßen Ruhe S laß die Unruh dieser Zeit, Jesu, ald sich legen! 8. 100 du die Wach, damit kein Ach und Schmerz den Geist berühre, sende deiner Erb Ingel Schar, die mein Bette Ziexel 9. Wann aber soll der Wech⸗ sel wohl der Tag und Nächte I weichen? Wenn der Tag anbrechen wird, dem kein Tag zu gleichen. 10. Alsdann wird nicht der d Sonne Licht Jerusglem ver⸗ lieren, denn das Lamm ist selbst das Licht, das die Stadt wird zieren. 11. Halleluja! Ei wär ich sch da, da alles lieblich klinget, da man ohn Abwechselung heilig. heilig singet. „O Jesu, du mein Hülf und Ruh, laß mich dahin ge⸗ langen, daß ich mög in deinem Glanz vor dir ewig prangen. JZ. Anast. Freylinghausen g.1670 1739. 511. Mel. Jesu, meine Freude. irte deiner Schafe, der von . keinem Schlafe etwas wissen mag, deine Wunder⸗ güte war mein Schild und ütte den vergangnen Tag. Sei die Nacht auch auf der Wacht und laß mich von dei⸗ nen Scharen um und um be⸗ wahren. 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der aterhuld, ein versöhnt Ge⸗ wissen sei mein Ruhekissen. drum vergib die Schuld! Denn dein Sohn hat mich davon durch die tief Thentbimdem den gnädiglich entbunden. 3. Caß auch meine Lieben keine Not betrüben, sie sind mein und dein: schließ uns mit rbarmen in den Baterarmen ohne Sorgen ein! Du bei mir und ich hei dir. also sind wir ungeschieden, und ich schlaf in rieden. 27 4. Komm., verschließ die Kammer und laß allen Jam⸗ mer ferne von uns sein! Sei u Schloß und Riegel, unter deinen Flügel nimm dein Küch⸗ lein ein, decke zu mit Schutz und Ruh, so wird uns kein Grauen wecken noch der Satan hrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? Wie bald rot, bald tot! Doch hast du beschlossen, daß mein Ziel verflossen, kommt die Todes⸗ not. so will ich nicht wider dich; lieg ich nur in Jesu Wunden. sterb ich alle Stunden. 6. Nun wohlan, ich tue in vergnügter Ruhe Mund und ugen zu. Seele, Leib und Le⸗ hen hab ich dir ergeben, o du Hüter du! Gute Nacht, nimm mich in acht! Und erleb ich ja den Morgen, wirst du weiter sorgen! Benjamin Schmolck 9.1672 F 1737. 512. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. Nun ssich der Tag geendet, mein Herz zu dir sich wen⸗ det und dantet inniglich; dein holdes Angesichte zum Segen auf mich richte, erleuchte und entzünde mich. ——— — A——*—— —= —H Abendlieder. 2. Ich schließe mich aufs du so 19 und treu; mein Alles Sch in mö Batertreue und dir zum Dank ergeben sei. utz und Herze ein. Die 5. Vergib es, Herr, wo ich chichen Geschäfte und alle mich heut verirret und mich zu finstern Kräfte vertreibe durch viel durch dies und das ver⸗ 9—3 Nahesein! wirret; es ist mir leid. es soll atz du mich stets um⸗ nicht mehr geschehn nimm mich nn daß du mich herzlich lie⸗ nur ein. so werd ich fester stehn. est und rufst zu dir hinein. 6. Da nun der Leib sein Ta⸗ daß du vergnügst alleine 0 sch auu vollendet. mein Geist wesentlich, so reine, laß früh sich auch zu seinem Werke und spat mir wichtig sein! wendet, zu beten an. zu lieben 4. Ein Tag der sagt dem inniglich, im stillen Grund, mein andern, mein Leben sei ein Gott, zu schauen dich. Wandern zur großen Ewigkeit. 7. Die unkelheit ist da, und OEwigheit so Eümel mein alleseschweiget, mein Geist vor Hein an dich gewöhne! Mein dir, o Majestät, sich beuget; Heim ist nicht in dieser Zeit. ins Heiligtum, 5e Dun kehr Gerh. Terstegen g. 1697 1769. ich ein, Herr, rede du, laß mich 000 tille sein! 513. Rein Herz sich dir zum Mel. Mein Herz und Seel den Herren Aendopier schenket, mein hoch erhebet. Wille sich in dich gelassen DerAbend kommt, die Sonne senket; Begierden schweigt! sich verdecket, und alles Vernunft und Sinne, stilli sich zur Ruh und Stille strecket; Mein müder Geist im Herren o meine Seel. merk auf, wo ruhen will. 5 bleibest du? In Gottes Schoß. H. Dem Leib wirst du bald sonst Hen findst du Ruh. seine Ruhe geben, laß nicht „Oer Wandersmann legt den Geist zerstreut in Unruh sich ermüdet nieder, das Bög⸗ schweben, mein treuer Hirt. führ lein fleugt nach seinem Nest⸗ mich in dich hinein, in dir, mit chen wieder, das Schäflein dir hann ich vergnüget sein. auch in seinen Stall kehrt ein.„ 10, Im Finstern sei des Gei⸗ laß mich in dich, mein Gott, stes gicht und Sonne, im Kamwf gekehret sein! und Kreuz mein Beistand, Kraft 3. Ach sammle selbst Begier⸗ und Wonne deck mich bei dir den und Gedanken, die noch so in deiner Hütte zu, bis ich er⸗ leicht aus Schwachheit von dir reich die volle Sabbatsruh. wanken; mein auf. Dut und Gerh. Terstegen g. 1697 4 1769. Heimat, tun dich auf, daß ich in 514 914 von allem andern lauf.„ 4. Recht väterlich hast du Mel. O Welt, ich muß dich lassen. mich heut geleitet, bewahrt, err, der du mir das Leben verschont, gestärket und ge⸗ bis diesen Tag gegeben. dich bet ich kindlich an. Ich weidet; ich bins nicht wert, daß 31⁴ D6 viel zu geringe der Treue, die ich singe, und die du heut an mir getan. Mit dankendem Gemüte freu ich 0m deiner Güte, ich freue mich in dir. Du gi 8 mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffst ein 75˙0 Herz in mir. Gott, welche Ruh der See⸗ len, nach deines Worts Be⸗ fehlen einher im Seb en gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld ent⸗ laden, ich bin bei dir in Gng⸗ den. und in dem Himmel ist mein Teil. 5. Bedeckt mit deinem Segen eil ich der Ruh enegen: dein Herd uh— gepreist! Mein Le⸗ ben den mein Ende ist dein, in deine H. men 65 befehl ich. Vater, meinen Geist Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. 515. Eigene Melodie, oder O Welt, ich muß dich lassen. Der. Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein pran⸗ gen am ud istcht hell und klar. der Wald steht schwarz und schweiget, a aus den Wiesen teiget der weiße Nebel wun⸗ erbar. 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold, als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt. Abendlieder. 3. Seht ihr den Mond n stehen? Er ist nur halb z sehen und i sind doch rund und ön. So sind wohl oitebo⸗ Sachen, die wir getrost be lachen, weil unsre Augen 2 nicht sehn. 4. Wir stolze Menschen⸗ kinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel; wir Hhen viel Luftgespinste und su⸗ chen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel. 5. Gott, laß uns dein Heil schauen, auf nichts Vergäng⸗ lichs trauen, nicht Eitelkeit uns freun! Laß uns einfältig wer⸗ den und vor dir hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlich sein! 6. Wollst endlich sonder Grä⸗ men aus dieser, Welt uns nehmen durch einen sanften Tod, und wenn du uns ge⸗ nommen, laß uns in Himmel kommen. du unser Herr und unser Gott! 7. So legt euch denn, ihr rüder, in ottes amen nieder! Kalt ist der Abend⸗ hauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und laß ums ruhig schlafen und unsern kranken achbar auch! Matthias Claudius g. 1740 4 1815. 516. Mel. Vater unser im Himmelreich. Vollendet hat der Tag die Bahn, sein Licht der Abend ausgetan, und überall die dunkle Nacht die Zeit der Ruhe hergebracht. O reicher Gott, nun segne du uns diefe Nacht zu guter Ruh. Abendlieder. 31⁵5 2. Was du uns Gutes hast beschert, wie du uns heut per⸗ sorgt, ernährt, in aller Fährlich⸗ keit beschützt, uns zugewendet, was uns nützt: wir danhen dafür inniglich, und Herz und Lippen preisen dich. 3. Was aber Ubels wir ge⸗ tan, das rechn aus Gnaden uns nicht an; wir klagen dirs mit Reu und Schmerz und zeichnen unser Haus und Herz mit deines lieben Sohnes Blut zu Glaubenstrost und Glau⸗ bensmut. 4. Nun gib uns Ruhe, die erquicht, nach der das müde Auge blickt; des Wächters Hut und Wachsamkeit, der Tor und Riegel Festigkeit. das Lager weich und warm und dicht, das alles gibt die Ruhe nicht. 5. Hältst du nicht selbst im Gdann auf der Sorgen und edanken Lauf, so fährt es aufgeregt einher wie ein von Sturm bewegtes Meer, und manche Stunde stiller Nacht wird ruhesuchend hingebracht. 6. Drum bring du unser Herz zur Ruh und schließ uns hald die Augen zu, mit deiner Güte decke uns, zu rechter Zeit er⸗ wecke uns! Dann sei dir unser Dantk gebracht für dein Ge⸗ schenk, die gute Nacht. K. Z. Phil. Spitta g. 1801 4 1859. Am Schlusse der Woche. 517. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 2. So ist die Woche nun ge⸗ schlossen, doch treuer Gott, dein Herze nicht. Wie sich dein Segensquell ergossen, so bin ich noch der Zuversicht, daß er sich weiterhin ergiert und un⸗ erschöpflich auf mich fließt. 2. Ich preise dich mit Hand und Munde, ich lobe dich, so hoch ich kann, ich rühme dich von rt mü achenr. für alles, was du mir getan, und weiß, daß dir durch Jesum Christ mein Dank ein süßer Weih⸗ rauch ist. 3. Hat mich bei meinen Wochentagen das liebe Kreuz auch mit besucht, so gabst du auch die Kraft zum Tragen. Zudem, es ist voll Heil und Frucht in deiner Liehe, Herr, zu mir, und darum dank ich auch dafür. 4. Nur etwas bitt ich über alles, ach du versagst mir sol⸗ ches nicht: Gedenke keines Sündenfalles, weil mich mein Jesus gufgericht, mein Jesus, der die Missetat auf ewig schon gebüßet hat. 5. Dein Schwur ist ja noch nie gebrochen, und brichst ihn nicht in Ewigkeit, da du dem Sünder hast versprochen, daß er, wenn ihm die Sünde leid, nicht sterben sondern gnaden⸗ voll als ein Gerechter leben soll. 6. Mein Glaube hält an die⸗ sem Segen und will also den Wochenschluß vergnügt und froh zurückelegen, da der Trost mich ergetzen muß, daß ich in Christo solle dein und schon in Hoffnung selig sein. 7. Doch da mein Leben zu⸗ genommen, so bin ich auch der Ewigkeit um eine Woche näher kommen und warte nun der 31 Berufs⸗ und Standeslieder. letzten Zeit, da du die Stunde hast bestimmt, die mich zu dir in Himmel nimmt. 8. Und wenn ich morgen früh gufs neue den Sonntag wieder sehen kann, so blickt die Sonne deiner Treue mich auch mit neuen Gngden an; ach ja, da teilt dein Wort und Haus den erst und besten Segen aus. 9. So will ich das im vorgus Woche was du mir künftge oche gibst. Du wirst es in der Tat erweisen, daß du mich je und immer liebst und leitest mich nach deinem Rat. bis Leid und Zeit ein Ende hat. Erdmann Neumeister g. 1671 4 1756. Am Sonntagabend siehe Nr. 20, 21. Siehe auch Nr. 528, 531, 544. XXIV. Berufs⸗ und Standeslieder. Für die drei Hauptstände. 518. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. err, höre, Herr, erhöre, breit deines Namens Ehre an allen Orten aus. behüte die drei Stände durch deiner Allmacht Hände, schütz Kirche, Obrigkeit und Haus! 2. Ach laß dein Wort uns allen noch ferner reichlich schallen zu unsrer Seelen Nutz! Bewahr vor allen Rotten, die deiner ahrheit spotten, biet allen deinen Feinden Trutz! 3. Gib du getreue Lehrer und uwerdroßne Hörer: die beide Täter sein; guf Pflanzen und Begießen laß dein Gedeihen fließzen und ernte reiche Früchte ein! 4. Gib unserm König Glücke. laß deine Gnadenblicke guf den Gesalbten gehn, schütz ihn auf seinem Throne und lasse seine Krone allzeit in vollem Glanze stehn! ö 5. Laß alle. die regieren, ihr Amt getreulich führen, schaff jedermann sein Recht, daß Fried und Treu sich müssen in unserm Lande küssen, und segne beide, Herrn und Knecht! 6. Wend ab in allen Gnaden Krieg, Feuer, Wasserschaden, treib Sturm ind Hagel ab. be⸗ wahr des Landes Früchte und mache nicht zunichte, was deine milde Hand uns gab. 7. Gib uns den lieben Friede. mach alle Feinde müde, verleih gesunde Luft, laß keine teuren Zeiten in unsre Grenzen schrei⸗ ten, daß man nach Brot ver⸗ gebens ruft. 8. Die Hungrigen erquicke und bringe die zurücke, die sonst verirret gehn! Die Wit⸗ wen und die Waisen wollst du mit Troste speisen, wenn sie zu dir um Hülfe flehn. 9,„ Sei Vater aller Kinder. der Schwangern ihr Entbinder gib Säugenden Gedeihn, zieh unsre zarte Jugend zur Fröm⸗ mioteit und Tugend, daß sich die Eltern ihrer freun. 10. Komm als ein Arzt der Kranten, und die im Glauben wanken, laß nicht zugrunde gehn! Die Alten heb und trage, auf daß sie ihre Plage geduldig mögen überstehn. 11. Bleib der mbeichnhe. Stütze, die Reisenden beschütze die Sterbenden begleit mit dei⸗ nen Engelscharen, daß sie im Frieden fahren zu Zions Freud und Herrlichkeit. 12. Nun, Herr, du wirst er⸗ füllen. was wir nach deinem Willen in Demut ietzt begehrt. Wir sprechen nun das Amen in unsers Jesu Namen, so ist gewiß der Wüch gewährt. Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. und die Obrighkeit. 519. Eigene Melodie. Besichd uns 600 165 gnädig⸗ ch, Herr Gott, zu unsern Fürbitte für den König Berufs⸗ und( 2. Dein guter Geist sie leit und führ und segne ihr Tun für und für, daß sie voll Weis⸗ heit und Verstand regiere chritich Leut und Land. Damit wir führen unter ihr ein still geruhig Leben hier und dermaleinst mit ihr, mein Hort, bestehen wohl im Him⸗ mel dort. Amilie Juliane, Gräfin zu Schwarz⸗ burg⸗Rudolstadt g. 1637 1706. 521. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. Deg Hönig schütze deine Macht! Er, der für unsre Wohlfahrt wacht, ist uns von dir gegeben. Du, der in ihm so viel uns gibt, schenk ihm, der päterlich uns lieht, das frohste. längste Seben! Gott, schütt auf ihn und auf sein Haus die besten deiner Segen aus, laß seiner Räle Tun gedeihn, Zeient Es ist doch ja kein andrer nicht, der Gott alleine. 2. Gib unserm Könige und aller Obrigkeit Fried und gut— Regiment, daß wir unter ihnen ein geruhiges und stilles Le⸗ ben führen mögen in aller é Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Amen. B. 1 Martin Luther g. 1483 1546. V. 2 Johann Walther 7 1570. 520. Mel. Herr ns Licht meins Lebens Licht. D heilige N—9 uns unsre Obrigkeit, die deine treue Vaterhand gesetzet selbst in diesen Stand. für uns könnte streiten, denn du unser Recht, Ordmumg, Treu das Land erfreun! Herr unser Gott, in deiner Hand ist unser Sand, peglüch es, segne jeden Stand! 2.. Dam der Leidenden Gebet, dem, der zu dir im Elend fleht, hilf. daß er nicht erliege. Gieß Trost in jedes wunde Herz, die Kranken lab in ihrem Schmerz, hilf Ster⸗ benden zum Siege! Doch du tust mehr als wir verstehn, kannst mehr gewähren als wir flehn, weißt besser, was uns nützt, als wir: wir überlassen ganz uns dir. Herr unser Gott, durch alles Leid der Prüßamgegeit 11 uns zu dei⸗ ner Herrlichkeit! Hannov. Gsb. 1740. 31⁸ Berufs- und Standeslieder. Am Geburtstage des Landesherrn. 522. Mel. Nun danket alle Gott. reis, 0 und Lob sei dir. in dessen. Schirm und Schatten wir bis zur Stund allhier viel Heil zu schmecken hatten, der auch zu jeder Frist allmächtig nah und fern ein Herr und Helfer ist des Königs. unsers Herrn. 2. Du hast ihm lebenslang den Odem treu bewaͤhret und auf manch strengen Gang dich huldvoll offenbaret; du hast in seiner Hand das Zepter stark gemacht und unser Vaterland mit reichem Gut bedacht. 3. Du wollest deinen Geist auf seine Stirne legen, der klar ihn unterweist, des hohen Amts zu pflegen; 05 wollst Ge⸗ rechtigkeit und milder Gnade Lust ihm stellen an die Seit, ihm pflanzen in die Brust. 4. Du wollest allezeit in dei⸗ nem Gleis ihn lenken und Zucht und Frömmiglheit in ihm 01 Lande schenken, auf daß r Vorbild sei von jeder Tu⸗ dich fleißig halten Jung und 6 Alten, die im Or Henart und Hülf und Schutz verleih, wo man den Glauben wahrt 5. Du wollest seine Treu vergelten durch die Treue, wo⸗ mit ihn täglich neu ein gutes Volh erfreue, daß dein Gebot im Bund von ihm und uns gescheh, und seines Thrones Grund in unserm Herzen steh. 6. O segne, was wir flehn an seinem Wahrheres und gib zun Wohlergehn ihm deiner Gaben beste! Gib, daß 0 vergißt noch wir, wie du so 965 ein Herr und Helfer bist es Königs, unsers Herrn. Karl G. Grüneisen g. 1802 4 1878. Für den Hausstand, für Eheleute und Eltern. 523. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 2 Oaß dich, Herr Jesu Christ, durch mein Gebet bewegen. komm in mein Haus und Herz und bringe mir den Segen! All Arbeit, Müh und Kunst ohn dich nichts richtet aus, wo du mit Gnade bist, kommt Se⸗ gen in das Haus. Joh. Heermann g. 1585 1647. 524. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. Wie I E ists doch, Herr Jesu Christ, im Stande, da Her Segen ist, im Stande heilger Ehe! Wie steigt und neigt sich deine Gab und alles Gut so mild herab aus deiner heilgen Höhe, wenn sich an rden Eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl verstehn und un⸗ verrückt beisammenstehn im Bande reiner Treue, da geht das Glück in vollem Lauf da sieht man, wie der Engel Hauf im Himmiel selbst sich freue. Kein Sturm, kein Wurm kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott gibet dem Paar, das in ihm sich liebet. —+—9„——.—.— M.?: Berufs- und Standeslieder. 319 3. Vor allem gibt er seine Gnad in deren Schoß er früh und spat fein ochgeliebten heget; da spannt sein Arm sich läglich aus, da faßt er uns und unser Haus, gleich als ein Ba⸗ ter pfleget; da muß ein Fuß nach dem andern gehn und wandern, bis sie kommen in das Zelt und Sitz der Frommen. 4. Der Mann wird einem Baume gleich, an Asten schön, an Zweigen reich, das Weib gleich einem Reben, der seine Träublein trägt und nährt und sich je mehr und mehr vermehrt mit Früchten, die da leben. Wohl dir, o Zier, Mannes Sonne, Hauses Wonne, Eh⸗ renkrone! Gott denkt dein bei seinem Throne. ö 5. Dich, dich hat er ihm auserkorn, i d aus dir ward herausgeborn d as Volh, das sein Reich bauet; sein Wun⸗ derwerk geht immerfort, und seines Mundes starkes Wort macht. daß dein Auge schauet schöne Söhne, Töchter züchtig, die fein tüchtig nähn, und spinnen und mit Kunst die Zeit 26. Oug 6. Sei gutes Muts! wir sind es nicht, die diesen Orden auf⸗ gericht, es ist ein höhrer Vater; der hat uns je und je geliebi und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der beste Freund und Rater; Anfang,. Ausgang aller Sachen, die zu machen wir gedenken aben er wohl und weislich lenken. 7. Zwar bleibts nicht aus, es konimt ja wohl ein Stündlein, da man Leides voll die Tränen lässet schießen; jedennoch, wer sich in Geduld ergibt, des Leid wird Gottes Len. in großen Freuden schließen. Schweige. beuge dich ein wenig, unser König wird behende machen, daß die Angst sich wende. 8. Wohl her, mein König. nah herzu! Gib Rat in Kreus, in Nöten Ruh, in Angsten Trost und Freude! Des sollst du haben Ruhm und Preis, wir wollen singen bester Weis und danhen alle beide, bis wir bei dir, deinen Willen zu er⸗ füllen, deinen Namen ewig loben werden. Ämen. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. 525. Mel. Herr Jesu Lih meins Lebens ö Wo Hüden Hunte da Jesus Christ. st allein das All in allem ist. Ja wenn er nicht darinnen wär, wie elend wärs, wie arm und leer! 2. Wohl, wenn sich Mann und Weib und Kind in Einem Glaubenssinn verbindt, zu die⸗ nen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot. 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Borbild vor die Augen stellt; daß ohne Gottesdienst im Geist das Benz. Werk nichts ist, und gei 4. Wohl, wenn das Räuch⸗ werk im Gebet beständig in die Höhe geht, und man nichts treibet fort und fort als Gottes Weck und Gottes Wort. „5. Wohl, wenn im äußer⸗ lichen Stand mit fleißiger, ge⸗ treuer Hand ein jegliches nach 320 Berufs⸗ und Standeslieder. seiner Art den Geist der Ein⸗ tracht offenbart. . Wohl, wenn die Eltern gläubig sind und wenn sie Kind und Kindeskind versäumen nicht am ewgen Glück. Dann bleibet ihrer keins zurück. 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht; die Eltern werden hocherfreut, und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen segnen kann. 42 8. So mach ich denn zu dieser Stund samt meinem Hause diesen Bund: Wich alles Volk auch von ihm fern, ich und mein Haus stehn bei dem Herrn. Chr. Karl Ludw. v. Pfeil g.1712 7 1784. 526. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. Ich und mein Haus, wir sind bereit, dir Herr, die ganze Lebenszeit mit Seel und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein, gib deinen Segen auch darein, daß wir dir willig dienen. Eine kleine, fromme, reine Hausgemeine mach aus allen! Dir nur soll sie wohlgefallen. „Es wirke durch dein kräftig Wort dein guter Geist stets fort und fort an unser aller Seelen! Es leucht uns wie das Sonnenlicht, damits am rechten Lichte nicht im Hause möge fehlen. Reiche Meie Seelenspeise auch zur eise durch dies Leben uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus und alle, die drin wohnen, aus, im Glauben uns verbinde, laß uns in Liebe alle⸗ zeit zum Dulden, Tragen sein hereit, voll Demut sanft und linde! Liebe übe jede Seele, keinem fehle. dran man kennei den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus gegründet sein auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte! Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hülfe schaun mit kindlichem Gemüte, selig, fröhlich selbst mit Schmer⸗ zen in dem Herzen dir uns lassen und dann in Geduld uns fassen. 150 5. Gibst du uns irdsches Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltlust aus, des Reichtums böse Gäste! Denn wenn das Herz an Demut leer und voll von eitler Weltlust wär, so fehlte uns das Beste: jene schöne, tiefe, stil'e Gnaden⸗ fülle, die mit Schätzen einer Welt nicht zu ersetzen. 6. Und endlich flehn wir aller⸗ meist, daß in dem Haus kein andrer Geist als nur dein Geist regiexe. Der ists, der alles wohl bestellt, der gute Zucht und Ordnung hält, der alles lieb⸗ reich ziere. Sende, sende ihn uns allen, bis wir wallen heim und oben dich in deinem Hause loben. K. J. Phil. Spitta g. 1801 +. 1859. 527. Eigene Melodie. O selig Haus, wo man dich aufgenommen, du wahrer Seelenfreund, Herr Jesus Christ, wo unter allen Gästen, die da kommen, du der ge⸗ feiertste und liebste bist: wo Berufs⸗ und Standeslieder. 321 aller Herzen dir entgegenschla⸗ gen. dich aller Augen freudig auf dich sehn, wo aller Lippen dem Gebot erfragen, und alle deines Winks gewärtig stehn. 2. Q selig aus. wo Mann und Weib in Einer, in deiner Liebe Eines Geistes sind, als beide Eines Heils gewürdigt, keiner im Glaubensgrunde anders ist gesinnt; wo beide unzertrennbar an dir hangen. — Lieb und Leid, Gemach und emach, und nur bei dir zu 78 61 Rub! eiben stets i. an jedem guten wie am bösen Tag. 3. O selig Haus, wo man 928 lieben Kleinen mit Händen 5 Gebets ans Hers dir legt. du⸗ Freund der Kinder. der sie als die Seinen mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt; wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln und horchen dei⸗ ner süßen Rede zu und lernen früh dein Loh mit Freuden stammeln, sich deiner freun. du lieber Heiland du. 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen und wissend, wessen Augen auf sie sehn, bei allem Werz in Einem Eifer brennen, daß es nach ate Sei Willen mag geschehn; als deine Diener. deine Haus⸗ genoffen, in Denunt willig und in Liebe frei: das Ihre schaffen froh und unberdrofsen in klei⸗ nen Dingen zeigen große Treu. 5. O selig Haus, wo du die Freude teilest, wo man bei keiner Freude dein v Wumd 0 selig Haus, wo du die Wunden .it und aller Arzt und aller Tröster bist; bis jeder einst sein Tagewerk vollendet, und bis sie endlich alle ziehen aus da⸗ fen woher der Vater dich ge⸗ endet, ins große, freie, schöne Daterhens K. J. Phil. Spitta g. 1801 4 1859. 528. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. Nien schlaf, mein liebes Kin⸗ delein, und tu dein Auglein zu, denn Gott der will dein Bater sein, drum schlaf in guter u 2. ündr Vater ist der liebe Gott und wills auch ewig sein. der Leib und Seel gegeben hai dir durch die Eltern dein. 3. Er schenht dir seinen lieben Sohn, den schenkt ex in den Tod: der kam auf Erd vom Himmelsthron. half dir aus aller Not. 4. Er schickt dir seine Enge⸗ lein zu Hütern Tag und Nacht. daß 1 bei deiner Wiege sein und halten gute Wacht. Dem Vater und der Moer dein befiehlt er dich mit Fleiß, daß sie dir treue Pfleger Ruh ziehn dich zu Gottes Preis. 6. Das liebe Jesulein will sein dein liebes Brüderlein. drum schlaf, du liebes Kinde⸗ lein. so wirst du selig sein. 7. Der heilge Geist der segne dich, bewahr dich allezeit, sein heilger Nam behüte dich. schütz dich vor allem Leid! 8. So nimm du recht an Gnade zu, an Alter und Ver⸗ stand. und halte deine Kindes⸗ ruh in Jesu Schoß und Hand! Nach Joh. Mathesius g. 1504 + 1565. 21 322 Berufs⸗ und Standeslieder. 529. Ml. Erhalt uns, Herr, bei deinemWort Ibsouh Eltern, Ben was Christus spricht: Den Kindern sollt ihr wehren 25. sondern sie I lassen si mir nahn, daß meine daß Hand sie segnen kann. 2, Er nimmt sie auf ins Him⸗ melreich, und was ist dem auf Erden gleich? Mit aller Pad Lust, Gut und Ehr hats bald ein 3— und ists nichts mehr; Das Himmelreich hein Ende nimmt, darein uns Jesus Leb Ehriftus bringt durch seine Lehr, dazu er will, daß man die Kinder senden soll. 4.. Dan an ihm und bringt sie her, daß man von Jugend auf sie lehr in Kirchen und in Schulen wohl, wie man Gott recht erkennen soll. Habt ihr sie 1 f mit treuem Sinn, so führet sie zu Jesu hin; wer dies nicht tut, ist ihnen feind, wie hoch er sie zu 66. 9 meint, Was hilft den Kindern c nur viel Geld 5 Acker viel in jedem Feld? Wer sie von Gott recht Atlerb läßt, der tut für sie das Allerbest. Nach Ludw. Helmbold g. 1532 4 1598. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Songe doch für meine Kinder, Bater, nimm dich ihrer ani Ob sie gleich vor dir sind Sün⸗ bis der, sind sie dir doch zugetan und durch deines Sohnes Blut gleichwohl dein erworbnes Gut; darum wirst du sie aus Gnaden wohl beschützen und beraten. 2. Sie sind dir von Kindes⸗ beinen und von ihrer ersten Stund zugeworfen als die Dei⸗ nen,“) und durch deinen Gna⸗ denbund hast du sie in ihrer os väterlich genommen auf, ie, wenn sie sollten sterben, wären deines Reiches Erben. Ps. 22, 11. 3. Du hast sie bisher ernähret und so manchem Unglücksfall mehr als väterlich gewehret, der sie hier und überall hätte leichtlich umgestürzt, ja das eben abgekürzt; aber deine Batertreue bleibt bei ihnen 5. neue. 4. Sollt ich nicht für solche Güte immer dir verpflichtet sein und mit dankbarem Ge⸗ müte solchen Glücks⸗ und Segensschein rühmen und vor jedermann deine Wohltat zei⸗ gen an, ach so müßt ich ganz vermessen Gottes, meines Heils, vergessen. „Sammeln andre große Schätze, daß ihr Haus in sol⸗ hem Heil sich an Geld und Gut ergetze, so bist du mein ein⸗ zig Teil. Bleib auch meiner Kin⸗ der Gott, lasse sie in keiner Not und in keinem Kreuz verder⸗ ben, bis sie endlich selig sterben. 6. Schütze sie vor bösen Leuten und vor der Verführer Schar, daß ihr Fuß nicht möge gleiten. Laß sie ihre Lebens⸗ jahr in der Tugend bringen zu, du sie wie mich zur Ruh wirst i ins kühle Grab versenken und die Seligkeit uns schenken. 7. Können sie in diesem Kwas hier und wo es dir gefällt was zu deinen Ehren geben, so laß in der ganzen Welt ihnen, wo 2Z...ů..· ·&— α—3„- S=Er/ F/S V — V — WSN n XSVV E+—— sie immer gehn, deine Furcht por Augen stehn, daß sie di ch im Tim und Lassen stets in ihre 5. Emmlich fassen. ch wenn die Zeit ver⸗ flossen. daß sie diese Lebenszeit haben ehrlich hier genossen und sie in die Ewigkeit ihren Ein⸗ tritt sollen tun. so laß alle Schmerzen ruhn und laß sie in ihrem Sterben glaubensvoll den Himmel erben! Gönne mir die große Freude⸗ daß am lieben jüng⸗ sten Tag nach so vielem Kreuz und Leide ich mit Zauchzen sagen mag: Liebster Vater, ich bin hier und die Kinder, die du mir hast in jener Welt be⸗ scheret. Ewig sei dein Nam geehret! Ludw. Heinr. Schlosser g. 1663 + 1723. Für Kinder. 531. Mel. Erhalt 2250 21—— bei deinem Ach lieber Goll behüte mich und meine Eltern gnädig⸗ lich, auch mein Geschwister vor Gefahr mit deinem starken Arm bewahr! 1 2. Und alle, die uns sind ver⸗ wandt, beschütz durch deine rechte Hand! Behüte mich vor aller Sünd, hilf, daß ich werd ein frommes Kind. Joh. Heermann g. 1585 4 1647. 532. Mel. Herr Jes i. meins Lebens Norch hilf Tder o Herr Jesu Christ, der du einst hier gewesen bist ein freundliches Berufs⸗ und Standeslieder. 323 und frommes Kind, ohn alle Schuld, ohn alle Sünd. 2. Wir Kinder bitten Eines nur, versags nicht, Herr, der Kregtur: Hilf uns in deinem Willen ruhn, lehr uns nach deinem Borbil ld tun! 3. Gib deinen Geist in unsre Brust, hilf lernen uns mit Kindeslust, damit wir legen rechten Grund und ewig stehn in deinem Bund. 533. Eigene Melodie. Weil. ich Jesu Schäflein bin, — freu ich mich nur immer⸗ hin über meinen guten Hirten, der mich schön weiß zu be⸗ wirten, der mich liebet, der mich kennt und bei meinem Namen nennt. 2. Unter seinem sanften Stab geh ich aus und ein und hab ungussprechlich süße Weide, daß ich keinen Hunger leide; und so oft ich durstig bin, führt er mich zum Brunnauell hin. 3. Sollt ich nun nicht fröhlich sein, da ich sein bin und er mein? Denn nach diesen schö⸗ nen Tagen werd ich endlich Aunt inid O. in des Hirten Arm und Schoß. Amen, ja. mein Glück ist groß! Henr. Luise v. Hayn g. 1724 1782. 534. Eigene Melodie. Mide bin b0 geh zur Ruh. schließe beide Auglein zu; Vater. laß die Augen dein über 5390 Bette sein. 2. Hab ich Unrecht heut ge⸗ tan, sieh es, lieber Gott, nicht 21⁷ 324 Berufs⸗ und Standeslieder. an, deine Gnad und Jesu Blut macht ja allen Schaden gut. 3. Alle, die mir sind ver⸗ wandt, Gott, laß ruhn in Bund Hand alle Menschen groß und klein sollen dir befohlen sein. 4. Kranken Herzen sende Ruh, en Augen schließe zu, a ond am Himmel stehn und die stille Welt besehn! 1816. Luise Hensel g. 1798 4 1876. Für Witwen. 535. Mel. Zion hlagt mit Angst und Schmerzen. Noder Betrübters ist auf Er⸗ den, nichts kann so zu Herzen gehn, als wenn arme Witwen werden, wenn ver⸗ K. laßne Waisen stehn ohne Ba⸗ ter, ohne Mut, ohne Freunde. ohne Gut. Witwen sind ver⸗ laßne Sinnen, wer tut auf die Waifen schauenꝰ 2. Witwen sind in Gottes Armen, chrer in sind in Gottes Schoß; ihrer will er sich er⸗ barmen, Ein die Not auch noch .groß. Ein solch ungerechter ann tastet Gottes Augen an, der die armen Waisen Rähe, deseie und der Witwen Herz bestricket. 3. Wenn sie bleiben in den Schranken, darein Gott sie hat gestellt, und von Wer Treu nicht wanken, weil er sich zu ihnen hält, sollen sie im Him⸗ meiesciet werden Iucht Kum⸗ mers los. Da soll nicht mehr. wie auf Erden, Witwennot ge⸗ höret werden. Nach Michael Hunold g. 1621 1 1672. 536. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. Ab Gott nur will ich sehen. er hört der Witwen Fle⸗ hen, sieht ihre Tränen an; in jedem Schmerz und Leide ist Gott mir Trost und Freude, Bann Fels, den ich umfassen 2. Wie viel, die in der Kam⸗ mer dir klagten ihren Jammer. o Gott, erhörtest du! Dein väterlicher. Segen hielt sie; auf ihren Ru war Friede, Sicherheit und 3. Wo seit 921 tamtend Jah⸗ 910 betrübte Witwen waren, die hast du treu gepflegt, wenn sie dich nicht verließen Res gläubig dir zu Füßen des ummers schwere Last gelegt. 4. In dir will ich mich stärken, dein Aug wird auf mich mer⸗ Ohr—5 129 mein Flehn dein Ohr. Tag und Nacht mit Flehen v wilf Herr, vor dir ich stehen und seufzen still zu dir empor. 5. Ich will mein Warf nun tragen; dir. Vater, fich sagen. was ja mein n be⸗ drlickt; 11 5 du nicht in der den ich zwar nicht sehe, 1—— den mein Glaube doch erblickt? 6. Mit Ernst und Kralten Mutes will ich nach Kräften Gutes vor deinen Augen tun, will mich der Welt entziehen. Lärm. Tand und Torheit flie⸗ bh und nur in deinem Schoße ruhn. 7. Dann eilen meine Tage mit ieder Not und Plage leicht wie ein Traum dahin: dann Berufs- und Standeslieder. 32⁵ leg ich froh die Glieder aufs Sterbebette nieder, wenn ich zum Himmel reifer bin 8. Fort auf dem Dorien⸗ pfade! Mich tröst des Hei⸗ lands Gnade, er träget meine Not. Nicht ewig werd ich weinen, ich komme zu den Meinen, hald seh ich sie bei meinem Gott. 9. Gommt her. ihr meine Waisen, den Herrn mit mir zu preisen, der uns ich fe kann. Dir, Gott. will ich, sie bilden: schau, Herr, mit deiner milden Erbarmung deine Schäflein anh Nach Z. K. Lavater g. 1741 1 1801. Für den Bergmann. Bei der Einfahrt. 537. Mel. Aus meines Herzens Grunde. Gett. der du Berg und Hü⸗ gel selbst festgesetzet hast. worin du als im Spiegel mir armen Erdengast zeigst deine Gä Gütigkeit, du Schöpfer aller Dinge, hör, was ich jetzo singe. —0 5 ist dir geweiht. 2 Mo bring ich vor N 95 Morgenopfer hier, ach laß n dir gefallen! Lob. Preis und Dank sei dir. daß du in dieser Nacht auf mein demütig Bitten in meiner armen B Hütten mich so getreu bewacht. 3. Nun will ich wieder gehen sehn. in meinen Arbeitsschacht, wozu du mich ersehen. 10 ich ans Licht gebracht. Ich will von Herzen gern, solang die Kräfte grünen, dir, mein Gott, treulich dienen und meinem Landesherrn. Bergib mir meine Sün⸗ den, die ich bisher getan und Ch mich Gnade finden, schau Christi Wunden an! Ach schenk mir deinen Geist, damit ich dei⸗ nen Willen, mag jederzeit er⸗ füllen so, wie dein Wort mich 92.8 ah m wenn ich einfahre, oid daß mein Herz bedenkt, wie bald man von der Bahre mich so ins Grab versenkt, bis du. mein Lebensfürst, einst meines Leibes Glieder aus Amklen Grüften wieder zu Tage führen wirst. 6. Wenn ich mein Werk be⸗ inne bei meiner Arbeitsschicht o lenke Herz und Simnie auf deines Wortes Licht! Laß mich so Tag als Nacht nach solchen Schätzen 1 haber die nichts vom Eitlen haben, das Sorg und Kummer macht. 7. Herr. segne die Shher. ad und gib Gedeihen hier, deine Kraft mich stärken 905 Arbeit für und für! Veredle äng und Kluft durch deinen milden Segen mit stetigem Vermögen in jeder Fahrt und Gruft! 8. Laß deiner Engel fem, die stets meine Wächter sein, die mich, dein Kind, bewahren, wenn ich fahr an Und ein. Laß heine Fahrt eingehn laß keinen au einbrechen. hilf, daß in allen Zechen wir deinen Segen 9. Zuletzt laß mich stets den⸗ ken an jene Himmelsstadt. wo man ohn Sorg und Kränten dich selbst und alles hat. Da darf ich weiter nicht nach eitlen Schätzen graben, da werd ich alles haben, was mir allhie gebricht. 3²26 Nach der Ausfahrt. 538. Mel. Jesu, meine Freude. Gyädigster Erbarmer, zu dir komm ich Armer nach voll⸗ brachter Fahrt. Du hast heut aus Gnaden mich vor allem Schaden als dein Kind be⸗ wahrt. Keine Not. kein Leid, kein Tod, hat, o Bater, mich berühret, weil du mich geführet. 2. O wie war mein Lehen von Gefahr umgeben in der tiefen Kluft! Wetter, Bruch und Wände drohten mir das Ende in der finstern Gruft. Doch du hast bei gller Laft deinen Schutz an mir erneuet und mich nun befreiet. 3. Herr, auf meinen Wegen hab ich deinen Segen überall gespürt. Du hast meine Tritte und all meine Schritte gnädig⸗ lich regiert. Nun kann ich mit Freude dich. meinen Hort und Helfer, preisen und dir Dank erweisen. 4. Ja dich will ich loben hier und einst dort oben und mich deiner freun. Stets soll mein Gemüte für die große Güte fromm und dankbar sein. Doch, mein Licht, verlaß mich nicht, schütze ferner Ceib und B Seele, die ich dir befehle. Bei Bergfesten. 539. Mel. Auf dich hab ich gehoffet. O Bergwerksschöpfer, höch⸗ ster Gott, allmächtiger Herr Zebgoth, sei von uns hoch ge⸗ = Berufs- und Standeslieder. Herzensgrund sei dir Lob. Ehr erwiesen! 2. Dein Allmacht ist doch lobenswert, du hast geschaffen in der Erd nach deinem Wohl⸗ gefallen und schenkst uns frei Gold, Silber, Blei, auch aller⸗ lei Metallen. 3. Die Gäng tust du veredeln gar und lässest auch noch immerdar Erz wachsen in der Erden; dein göttlich Kraft stets Mittel schafft, daß wir erhalten werden. 4. O reicher Gott, wir bitten dich, segn unser Bergwerk mildiglich gib Notdurft diesem Leben! Dein Vaterherz woll uns gut Erz, auch reichlich Wasser geben! 5. Dein reines Wort bei uns erhalt, behüt die Bergleut jung und alt, tu reich Ausbeut be⸗ scheren! So wollen wir auch danken dir und deinen Namen ehren. Matthäus Wieser. 1668. 540. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. Mit Freude will ich heben Wan, den höchsten Gott, so⸗ viel ich kann, zu loben und zu ehren. Auf, auf, ihr christlichen ergleut, rühmt Gottes groß Allmächtigkeit, helft mir sein Lob vermehren! Fröhlich, lieb⸗ lich jubilieret, triumphieret, sin⸗ get alle und lobt Gott mit großem Schalle! 2. Zuvörderst lasset uns mit Fleiß dem 5380 sagen Dank und Preis, daß er uns hat ge⸗ schenket sein reines Wort, das priesenl Zu aller Stund, aus höchste Gut, das Leib und Seel Berufs⸗ und Standeslieder. 327 erguicken tut, so oft man sein edenket. Fröhlich, lieblich ju⸗ Liherei trimmmphieret, singet alle und lobt Schalle! 3. Glück, Heil und Segen mannigfalt, Ahar dazu für jung und Notdurft 5 Sein Gnade währet immerdar; sie hat nun lange Zeit und Jahr gefristet unser Leben. Fröhlich, lieblich jubilieret, triumphieret, singet alle und lobt Gott mit großem Schalle! 4. Wenn wir ausfahren oder ein, sendt er uns seine Enge⸗ lein, die himmlischen Heer⸗ scharen, und tut denselbigen Befehl, sie sollen unser Leib und Seel vor allem Leid bewahren. Fröhlich, lieblich jubilieret, triumphieret, singet alle 0 lobt Gott mit großem Schalle! 5. Herr Jesu Christ, du edler Hort, erhalt uns, Herr, dein reines Wort, driun wir dem herzlich bitten. Tu auf dein reiche milde Hand und segne unser ganzes Land, all Berg⸗ werk und Sch Hilf, Herr, bescher Glück auf Erden, bis wir werden zu dir kommen, in den Himmel aufgenommen. Matthäus Wieser. 1668. 541. Mel. Ach erkennet, liebste Seelen. l euch sehr, ihr Bergleut lle, die ihr rechte Christen Gott mit großem hat er nach E Schalle, danket seiner Gütig⸗ keit, daß er uns sein Wort Dagtben und den heilgen chen dazu, daß er fristet unser Leben und verleiht unsFried und Ruh. 2. Lob und Dank solln wir erweisen der heilgen Dreieinig⸗ eit und des Herren Namen preisen, der uns mnelhoal Hülfe leiht, in dem Himmel hoch dort oben s.— ihm die Engel fein, hier auf Erden solln Gott lo⸗ ben all, die seine Diener sein. 3. Brot und Wein wächst aus der Erde und der Men⸗ schen Hers erfreut, daß uns allen sichtbar werde seine Güt und Freundlichkeit: Gold und Silber, Erz und Steine haut man aus den Bergen viel, davon leben Groß und Kleine, wer sich redlich nähren will. 4. Tief wir Bergleut sind verborgen in den Schächten tief und lang anter Gott und wolln nicht sorgen, loben laut ihn mit Gesang. Schlägl und Eisen 1ir 1 in Händen, das soll unsre Nahrung sein, Gott woll uns sein Engel senden, fröhlich fahrn wir aus und ein. 5. Wagen müssen wir das Lehen in das edle Bergwerk nein, uns tief unter Klüft be⸗ geben, hauen m aus festem Stein; Glück und Segn be⸗ dürfen alle, ei, das geb uns Gott mit Ireud, daß wir lo⸗ ben ihn mit Schalle hier und dort in Ewigkeit. seid, lobet Gott mit vollem Matthäus Wieser. 1668. 328 XXV. Lieder Den besondere Zeiten und erhältnisse. Bei Krieg und Frieden. 542. Eigene Melodie. Dc Hdenahr Herr Jesu Christ, wahr Mensch um wahrer Gott. ein starker Not⸗ helfer du bist im Leben und im Tod. Drum wir allein im Namen dein zu deinem Vater 2255 Recht große Not uns wue 35 von Krieg und Un⸗ Hefen ö ann 5. uns niemand elfen. kann denn du, drum datz ühr die Sach! Den Bater bitt, aß er ja nicht im Zorn mit uns woll fahren. 3. Gedenk. ne jetzo an dein Amt, daß du ein ried⸗ idig bis ud zuicieier Fust; ists, auf Menschenhülfe bauen; allesamt jetzo zu dieser Frist! Laß uns hinfort dein göttlich Wort im Fried noch länger schallen! 4. Verdienet habn wir alles wohl und leidens mit Geduld; doch größer deine Sind sein soll.%3 unser Sünd und darum vergib nach aee Wieb. die du sest zu uns trägest. 0 Erleucht b unsern Sinn und Herz den Geist deiner Gnad daß wir damit Sei treiben SS der unsrer Seele schad Zeß su Christ, allein du bist, der solchs wohl kann ausrichten. Jakob Ebert g. 1549 1 1614. d ihren 543. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. H unser Gott, laß nicht zu x Hioterr werden die, so in Nöten und Beschwerden ei Tag und Nacht auf deine hoffen und zu dir rufen. 2. Mache zu schanden alle, die dich hassen, die sich allein Eeh ihre mi verlassen; ach kehre dich mit Gnade zu uns Armen, laß dichs erbarmen! 3. Und schaff uns Beistand wider unsre Feinde! Wenn du 50 1 sprichst, werden sie bald Freunde, sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, kein Glied mehr regen. 4. Wir haben niemand, dem wir uns vertrauen; vergebens mit dir wir wollen Taten tun und kämpfen, die Feinde dämpfen. 5. Du bist der Held, der sie kann untertreten und das be⸗ drängte kleine Häuflein retten. Wir traun auf dich, wir schrein in Zesu Namen: Hilf, Helfer! Amen. Zoh. Heermann g. 1585 4 1647. 544. Mel. Da Christus geboren war. Tsich Wächter Isrgel, des ch freuet meine Seel, der du hehiet alles 91 Wih⸗ ber, der du mnt o du Wäch⸗ ter, der du nicht schläfft noch — 9S SSHH=E=: Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 329 schlummerst, zu uns richt dein hülfreiches Angesicht! 2. Schau, wie große Not und Qual trifft dein Volk jetzt A falunte) tägli Pluch der Trüb⸗ sal mehr. Hilf, a deine Lehr! Wir verderben. wir vergehn, nichts wir sonst S por Augen sehn, wo du nicht bei uns wirst stehn. 3. Hoherpriester Jesu Christ, der du eingegangen bist in den heilgen Ort zu Gott durch dein Kreuz und bittern Tod, hast versöhnt uns durch dein Blut, ausgelöscht der Hölle Glut, wiederbracht das höchste Gut, 4. Sitzst guch heut ins Va⸗ ters Reich, ihm an Macht und Ehre gleich, unser einger Gna⸗ denthron. seine höchste Freud und Kron, den er in dem Herzen trägt, wie sich selbst zu lieben pflegt, dem er keine Bitt abschlägt: 5. Kläglich schreien wir zu dir. an die Gnadentür, wir, die du mit höchstem Ruhm dir erkauft zum Sigentum, dein Erbarmen hat kein End, dei⸗ nes Vaters Zorn abwend, der jetzt wie ein Feuer brennt. 6. Jesu, der du Jesus heißt. als ein Jesus Hülfe leist! Hilf mit deiner starken Hand. Menschenhülf hat sich gewandt. Eine Mauer um uns bau, daß dem Feinde davor grau und mit Zittern sie anschau. 7. Treuer Hort Immanuel, du Beschützer meiner Seel, Gott mit uns in aller Not, neben uns und in uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit. ch hilf, schütz— Trutz dem, der uns tu ein Leid! Gottes Straf ist ihm bereit. 8. Deines Vaters Tdich rm, komm und unser dich Mam Laß jetzt sehen 1n drauf Iu hoffen Tag und 0g ht unsrer Feinde Schar 1 65 daß dich alle Welt erkenn, aller Herren 35913 nenn. Andre traun auf ihre Kraft auf ihr, Glück und Ritterschaft, 1—90 Christen traun auf dich, auf dich Hinri sie festiglich. Laß sie werden und zu schand, bleib ihr Helfer nd Beistand, sind sie dir doch all bekannt. 10. Du bist ja der Held und Mann, der den Kriegen steuern Schr der da Spieß und Schwert zerbricht, der die Bo⸗ W. macht zunicht, der die agen gar verbrennt und der Menschen Herzen wendt, daß der Krieg gewinnt ein End. 11. Jesu, wahrer Friedens⸗ fürst, der der Schlange hat zer⸗ nen ihren berh durch sei⸗ nen Tod, wiederbracht den Fried bei Gott, gib uns Frie⸗ den gnädiglich! So wird dein Volk freuen sich, dafür ewig preisen dich. Joh. Heermann g. 1585 1647. 545. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. 22 0 II ist erschollen das edle Fried⸗ und Freu⸗ denwort, daß nunmehr ruhen follen die Spieß und Schwerter und ihr Mord. Wohlauf und 330 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. nimm nun wieder dein Saiten⸗ spiel hervor, o Deutschland. und sing Lieder im hohen, vollen Chor! Erhebe dein Ge⸗ müte zu deinem Sott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich. 2. Wir haben nichts und dienet als schwere Straf und großen Zorn, weil der noch bei uns grünet der freche, schnöde Sündendorn. Wir sind scharier geschlagen mit harter, charfer Rut, We dennoch muß man fragen: Wer ist, der Buße tut? Wir sind und bleiben böse, Gott ist und bleibet treu, hilft, daß sich bei uns löse der Krieg und sein Geschrei. 3. Sei tausendmal willkom⸗ men, du teure, werte Friedens⸗ gab Jetzt sehn wir was für Frommen dein Beimniswohnen in sich hab. In dir hat Gott versenket all unser Glüch und Heil; wer dich betrübt und kränket, der drückt sich selbst den Pfeil des Herzleids in das Herze und löscht aus Unver⸗ stand die güldne Freudenkerze mit seiner eignen Hand. 4. Das drückt uns niemand besser in unsre Seel und Herz hinein als ihr zerstörten Schlösser und Städte voller Schutt und Stein, ihr vormals schönen Felder, mit frischer Saat bestreut, jetzt aber 5505 üu r und dürre, wüste Heid ihr Gräber voller Leichen und blutgen Heldenschweiß der Hel⸗ Tü den, deren gleichen auf Erden man nicht weiß. 27 Hier trübe deine Sinnen, o Mensch, und laß den Tränen⸗ bach aus beiden Augen rinnen, geh in dein Herz und denke nach! Was Gott bisher ge⸗ sendet, das hast du Dendel unn nun hat er sich gewendet und väterlich bedacht, vom Grimm und scharfen Bringen zu dei⸗ ment Heil zu ruhn, ob er dich möchte zwingen mit Lieb und 56..—.— 6, Ach laß dich doch er⸗ wechen! Wach auf, wach auf, du harte Welt, eh als das harte Schrecken dich schnell und plötzlich überfällt. Wer aber Christum liebet, sei unerschrock⸗ nes Muts, der Friede, den er gihet, bedeutet alles Guts. Er will die ehre geben; Das Ende naht herzu, da sollt ihr bei Gott leben in ewgem Fried und Ruh. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. 546. Mel. Nun danket alle Gott. H Gott, dich loben wir, regier, Herr, unsre Stim⸗ men, laß deines Geistes Glut in unsern Herzen glimmen! Komm, komm o edle dhner. 10 gch komm zu uns allhier, s singen wir mit Lust: Herr Gott. dich loben wir. 2. Herr Gott. dich loben wir. wir preisen deine Güte, wir rühmen deine Macht mit herz⸗ lichem Gemüte. Es steiget unser Lied bis an des Himmels ür und tönt mit großem Schall: Herr Gott, dich loben wir. 3. Herr Gott, dich loben wir für deine großen Gnaden, daß & rsre E —— —— —* —=88* du das Baterland von Krieges⸗ last entladen, daß du uns blicken läßt des güldnen Frie⸗ dens Zier; drum jauchzet alles Bolk: Herr Gott, dich loben wir. 4. Herr Gott, dich loben wir. die wir in vielen Jahren der Waffen schweres Joch und frechen Grimm erfahren, Jetzt rühmet unser Mund mit herz⸗ licher Begier: Gott Lob, wir sind in Ruh! Herr Gott, wir danken dir. 5. Herr Gott. dich lohen wir. daß du die Pfeil und Wagen. Schild. Bogen. Spieß und Schwert, zerbrochen und zer⸗ schlagen. Der Strick ist nun entzwei, darum so singen wir mit Herzen, Zung und Mund: Herr Gott, wir danken dir. 6. Herr Gott, dich loben wir. daß du uns zwar gestrafet, je⸗ doch in deinem Zorn nicht ganz hast weggeraffet; es hat die Baterhand uns deine Gnaden⸗ tür jetzt wieder aufgetan: Herr Gott, wir danken dir. 7. Herr Gott, wir danken dir, daß du Land, Kirch und Häu⸗ ser, den edlen Fürstenstamm und dessen grüne Reiser bisher erhalten hast; gib ferner Gnad gllhier, daß auch die Nachwelt sing: Herr Gott, wir danhen dir. 8. Herr Gott, wir danken dir und bitten, du wollst geben, daß wir auch künftig stets in stolzer Ruhe lehen. Krön uns mit deinem Gut, erfüll jetzt nach Begier, o Bater, mfsern Wunsch! Herr Gott, wir dan⸗ ken dir. Johann Franck g. 1618 4 1677. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 331 Jahresseiten. 547. Mel. Valet will ich dir geben. Wie lieblich ist der Maien aus lauter Gottesgüt, daß sich die Menschen freuen, weil alles grünt und blüht. Die Tier sieht man jetzt springen mit Lust auf grüner Weid, die Böglein hört man singen, die loben Gott mit Freud. 2. Herr, dir sei Lob und Ehre, für solche Gaben dein! Die Blüt zur Frucht vermehre, laß sie ersprießlich sein! Es steht in deinen Händen, dein Macht und Güt ist groß, drum wollst du widerwenden Mel⸗ tau, Frost, Reif und Schloß! 3. Herr, laß die Sonne blicken ins finstre Herze mein, damit sichs möge schicken, fröhlich im Geist zu sein, die größte Lust zu haben allein an deinem Wort, das mich im Kreuz kann laben und weist des Himmels Pfort. 4. Mein Arbeit hilf voll⸗ bringen zu Lob dem Namen dein und laß mir wohl gelingen. im Geist fruchtbar zu sein, die Blümlein laß aufgehen von Tugend mancherlei, damit ich mög bestehen und nicht ver⸗ werflich sei. Martin Behm g. 1557 4 1622. 548. Eigene Melodie. Geb aug, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Saben, schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie 332 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. mir und dir sich ausgeschmüchet haben. 2. Die Bäume stehen voller Laub das Erdreich decket sei⸗ nen Staub mit einem grünen Kleide: Narzissen und die Tulivan die ziehen sich viel Sade an als Salomonis eide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täublein fleugt gus seiner Kluft“) und macht ich in die Wälder; die hoch⸗ begabte Nachtigall ergetzt und fil mit ihrem Schall Berg, Hügel, Tal und Felder. *) Jerem. 48, 28. 4. Die Glucke führt ihr Bölk⸗ lein aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, das Schwälblein Iwch die Jungen: der schnelle Hirsch, das leichte Reh ist froh und kommt aus einer Höh ins tiefe Gras ge⸗ d prungen. 5. Die Bächlein rauschen in E dem Sand und malen sich in ihrem Rand mit schattenreichen Myurten; die Wiesen liegen hart dabei und klingen ganz vom Lustgeschrei der Schaf und ihrer Hirten. 6. Die unverdroßne Bienen⸗ schar 15 80 hin und her, sucht ie und— peise; des süßen Weinstocks starker Saft bringt täglich neue Stärk und Kraft in seinem schwachen Reise. 7. Der Weizen wächset mit Gewalt; darüber jauchzet jung und alt und rühmt die große Güte des, der so überflüssig labt und mit so manchem Gut begabt das menschliche Gemüte. ar ihr edle Honig⸗ Lob 8. Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes roßes Tun erweckt mir alle innen; ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem erzen rinnen. 9. Ach, denh ich, bist du hier so schön und läßt dus uns so lieblich gehn auf dieser armen rden, was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und güld⸗ nen Schlosse werden? 10. Welch hohe Lust, welch eller Schein wird wohl in Christi Garten sein? Wie muß es da wohl klingen, da so viel tausend Sergphim mit ein⸗ gestimmtem Mund und Stimm ihr Halleluja singenꝰ „II. O wär ich da! O stünd ich schon, ach süßer Gott, vor deinem Thron und trüge meine Palmen! so wollt ich nach der ngel Weis erhöhen deines Namens Preis mit tausend schönen Psalmen. 12. Doch gleichwohl will ich. weil ich noch hier trage dieses Leibes Joch, auch nicht ganz stille schweigen; mein Herze soll sich fort und fort an diesem und an allem Ort zu deinem obe neigen. 13, Hilf mir und segne mei⸗ nen Geist mit Segen, der vom Himmel fleußt, daß ich dir stetig lühe; gib, daß der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh und spat viel Glaubens⸗ frücht erziehe. 14. Mach in mir deinem Geisfte Raum. daß ich dir werd ein guter Baum, und laß mich SS— e wohl behleiben.“) Verleihe, daß zu deinem Ruhm ich dei⸗ nes Gartens schöne Blum und Pflanze möge EI e *) fest wurzeln. 15. Erwähle mich zum Para⸗ deis und laß mi letzten Reis an Leib und Seele demer so will ich dir und deiner Ehr allein und sonsten keinem mehr hier und dort ewig dienen. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. 549. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Golt Lob, nun hommt D1e Frühlingszeit, da sich d ganze Welt erneut, es—.— es blüht, es singt und springt, daß. Gottes Cob und Ruhm erklingt. Halleluja! 2. Mein Gott, gib mir bei dieser Freud des Herzens wahre Dankbarkeit, 1— ich d diene für und für und sing dir früblich dort und hier. alleluja! Joh. Olearius g. 1611 + 1684. 550. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. GottLoh. die schöne Sommer⸗ zeit ist da, die nd mein Herz erfreut, Saub und Gras steht in voller Pracht, weil Hal hat alles wohl gemnacht! Halleluja! 2. Mein Gott, laß mich die Erntefreud erinnern meiner Herrlichkeit, wenn kommt der letzte Sommertag, daß man dir ewig singen mag. Halleluja! Joh. Olearius g. 1611 4 1684. bis zurb Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 333 551. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Guich Lob, die Herbstzeit zeiget Gott segnet das Land midlaltb⸗ was Nahrung ringt, was uns erfreut, das Hal uns Gott zu dieser Zeit. Halleluja! 2. Mein Gott, laß deine Güt und Gnad mich dankbar finden früh und spat. gib mir, was hier mein Herz erfreut, gib mir dort deine Seligkeit! Halleluja! Joh. Olearius g. 1611 17 1684. 552. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. ott—91 die kalte Winter⸗ üna bringt—— die werte Weihnachtsfreud, das Jahr Luch aus, die Freud ist da das icht, Dae neue Jahr ist dal Hallelujal 2. Mein Gott. gib mir das wahre Licht! Wenn mir gleich Licht und Freud gehricht, sei duͤ mein Trost, mein Licht und Freud, daßHich dir sing in Ewiglieit. Halleluja! Joh. Olearius g. 1611 1 1684. 553. Mel. Ringe recht, wenn Gottes Snade Freuet euch der schönen Erde. denn sie ist wohl wert der Freud. O was hat für Herr⸗ lichkeiten unser Gott da aus⸗ 25— 2. Und doch ist sie seiner Füße reichgeschmückter Sche⸗ mel nur, ist nur eine schön be⸗ gabte wunderreiche Kreatur. 33⁴4 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 3. Freuet euch an Mond und Sonne und den Sternen allzumal, wie sie wandeln, wie sie leuchten über unserm' Er⸗ dental. 4. Und doch sind sie nur Geschöpfe von des höchsten Gottes Hand, hingesät auf seines Thrones weites, glän⸗ zendes Gewand. 5. Wenn am Schemel seiner Füße und am Thron schon semem Schein, o was muß an einem Herzen erst für Glanz und Wonne sein! K. J. Phil. Spitta g. 1801 4 1859. Zur Hagelfeier. 554. Mel. Wenn se 1 höchsten Nöten O aur deine Donne scheint und ur ös und Fromme, Freund und Feind es wird die ganze Welt erleucht, mit Tau und Regen auch befeucht. 2. Du machst die Berg und Auen naß und läßt drauf wachsen aub und Grgs, da⸗ mit die Tiere mannigfalt im Feld sich nähren und im Wald. 3. Uns Menschen gibst du Brot und Wein, daß unser Herz kann fröhlich sein; du machst, daß es die Erde bring, und unsre Arbeit uns geling. 4. Wir bitten deine Gnad und Güt: Dein eigne Wohltat uns hehüt, die Frücht der Erde uns bewahr und gib uns ein gesegnet Jahr! 5. Ein fruchtbar Wetter uns bescher, Frost, Hagel, Miß⸗ wachs von uns kehr! Wind, Regen, Tau und Sonnenschein fenn deinem Wort gehorsam ein 6. Wiewohl sich Sünde bei uns findt, denk, daß wir deine Kinder sind, und tu auf deine milde Hand, dein Fußstapf segne unser Land! Um Sonnenschein. 7. Den Himmel mach von Wolten rein, auf daß die Sonn beständig schein und bald erwärme und aufricht, was sonst verdirbt und wird zunicht. Um Regen. 8. O Gott, W unsre Bitt und eil uns milden Regen mit, daß wir genießen deine Gab, und auch das Bieh sein Jutter hab. 9. Wenn deine Gnad das Jahr denn krönt, sind wir mit deinem—1 belehnt; tu aber dieses noch dazu und ah Ge⸗ sundheit, Fried und Ruh! 10. Bei dir steht alles, Herr, allein, wir wolln dir treu und dankbar sein und deines gro⸗ ßen Namens Ehr——— aus⸗ breiten mehr und mehr. Hannov. Gsb. 1646. Nach Niklas Herman 1561. 555. Mel. Erhalt uns, 117* bei deinem Wor Besch d uns, Han, das täg⸗ lich Brot, vor Teurung und por Hungersnot behüt uns durch dein liehen Sohn, Gott Vater in dem höchsten Thron! 2.—...—.— 2. O Herr, tu auf dein milde Hand, mach uns dein Gnad und Güt bekannt, ernähr uns, deine Kinderlein, der du speist alle Bögelein. 3. Erhörst du doch der Ra⸗ ben Stimm, drum unsre Bitt, HOerr auch vernimm, denn aller f Schöpfer bist und l Ding du Sch. allem Vieh sein Futter gibst. 4. Gedenk nicht unsrer Misse⸗ tat und Sünd, die dich erzürnet hat; laß scheinen dein Barm⸗ herzigkzeit, daß wir dich lobn in Ewigheit. 5. O Herr, gib uns ein frucht⸗ bars Jahr, den lieben Korn⸗ bau uns bewahr, vor Teurung. Hunger, Seuch und Streit be⸗ hüt uns, Herr, zu dieser Zeit! 6. Du unser lieber Vater mt⸗ weil Christus unser Bruder ist; drum trauen wir allein auf dich und wolln dich preisen ewiglich. Nihlas Herman 1 1561. 556. Mel. Herr Jesu, Gnadensonne. as Land wollst du bedenken mit deinem Segen reich und sein Gepflügtes tränken, mit Regen machen weich; laß sein Gewächs es Heben zur Rotdurft diesem Leben! Wir wolln dir dankebar sein. Vineentius Schmuck g. 1565 7 1628. Beim Gewitter. 557. Mel. Auf meinen lieben Gott. Eis Wetter steiget auf. Wein Hers, zu Gott hinauf! JFall ihm geschwind zu Fuße durch wahre Reu und Buße, damit Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 33⁵ gleich deine Sünden durch Christi Tod verschwinden. 2. Herr, der du gut und fromm, zu dir ich A Ge komm, bitt mir Chri dein E barmen, hab Christum—u1 den Arinen; um dessentwillen chone, mir nicht nach Sünden ohne! 3. Durch Christi teures Blut mach mir ein Herz und Mut, das sich nicht knechtisch scheue, das vielmehr deiner Treue in dem kindlich traue und auf dein Helfen baue. 4. Ich will mit dem, was mein, dir ganz ergeben sein; dein Flügel wird uns decken, verjagen alles Schrecken und lassen uns aus Gnaden das Wetter gar nicht schaden. 5. Wohlan, verlaß uns nicht, bleib unsre Zuversicht und laß dein Baterlieben auch jetzt an uns sich üben! So wolln wir, weil wir leben, dir Preis und Ehre geben. milie Juliane, Gräfin zu Schwarz⸗ burg⸗Rudolstadt g. 1637 4 1706. Nach dem Gewitter. 558. Mel. Herr Jesu, Gnadensonne. err Gott, nun sei gepriesen daß du zu dieser Zeit uns Schutz und Schirm erwiesen in der Gefährlichkeit des Donners. der uns schreckte, des Blitzes. der sich streckte auf unser Hof und Haus. 2. Wir haben klar gesehen. Herr, deine große Macht, vor dir kanm nichts bestehen; denn wenn dein Donner kracht, und 336 sich, dein Blitz entzündet, ach Gott, ach so befindet sich alles in Gefahr. 3. Das Wetter ist vergangen, vorbei ist die Gefahr, wir haben Schutz empfangen durch Gott, der bei uns war; Haus, Hof, Gut. Leib und Leben und was er sonst gegeben blieb uns ganz unversehrt. 4. So voller Güt und Gna⸗ den ist der getreue Gott, der uns bewahrt vor Schaden in so sehr großer Not; drum wir ihn herzlich loben, sein Ruhm ei hoch erhoben, so weit der Erdkreis geht. 5. Laßt uns uns fertig machen, daß wenn der jüngste Tag mit Donnern und mit Krachen vielleicht bald kom⸗ men mag. wir alle so bestehen. daß wir mit Gott eingehen zur ewgen Seligkeit. 1719. Bei anhaltender Dürre. 559. Mel. Aus tiefer Rot schrei ich zu dir. Mel. 1. Ach Herre, du gerechter Gott, wir hahens wohl verdienet mit unsrer Sünd und Missetat, daß unser Jeld nicht grünet. S dab Bieh und Menschen trau⸗ rig sein. wir verschmachten. 2. Herr. unsre Sünd er⸗ kennen wir, die wollft du uns perzeihen; all unsre Hoffnung steht zu dir, Trost, Hülf tu uns verleihen; gib Regen und den Segen dein um deines in. Wenn du zuschließt delad den Himmel dein, dann müffen d Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Namens willm gallein Herr, unser Gott und Tröster! 3. Gedenke, Herr, an deinen und! Um deines Namens willen bitten wir dich von Herzensgrund, tu unsre Rot doch stillen vom Himmel mit dem Regen dein! Dein ist der Himmel ja allein, ohn dich kann es nicht regnen. 4. Es steht in keines andern and, daß er sollt Regen ge⸗ ben; den Himmel hast du aus⸗ gespannt, darinnen du willst schweben. Allmächtig ist der Name dein, solchs kannst du alles tun allein, Herr, unser Gott und Tröster! 1592. Bei anhaltender Rässe. 560. Mel. Aus tiefer Rot schrei ich zu dir. Mel. 1. O Gott, der du das Firma⸗ ment mit Wolken tust bedechen, der du imgleichen kannst behend das Sonnenlicht erwecken, halt doch mit vielem egen ein und gih uns wieder Sonnenschein, daß unser Land sich freue. 2. Die JFelder trauern weit und breit, die Früchte leiden aden, weil sie von vieler Feuchtigkeit und Nässe sind eladen: dein Segen, Herr. den du gezeigt uns Armen, sich zur Erde neigt und will fast ganz verschwinden. 3. Das machet unsre Misse⸗ tat und ganz verkehrtes Leben. o deinen Zorn entzündet hat, aß wir in Nöten schweben: Herr, wir bekennen unsre — SEEVV Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 337 Schuld: weil wir die Buße nicht gewollt, so muß der Him⸗ mel weinen. 4. Doch denke wieder an die Treu, die du uns hast ver⸗ Grochen, und wohne uns in Gnade bei, die wir dich kind⸗ lich Rueser d hält so hart sch ieser Zeit dein. Herz und lansie Freundlichkeit: du bist ja unser Vater. 5. Gib uns von deinem Himmelssaal dein klares Licht und Sonne und laß uns wieder überall empfinden Freud und Wonne. daß al dir Ken erkenne frei, daß außer dir kein Segen sei im Himmel und auf Erden. Mich. Schirmer g. 1606 4 1673. Am Erntedanlfest. 561. Eigene Melodie. Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit, lob ihn mit Schalle, werteste Christen⸗ heit! Er läßt dich freundlich zu sich laden, sreue dich, Ifrael, seiner Gnaden! 2. Der Herr regieret über die ganze Welt, was sich nur rühret, alles zu Fuß ihm fällt. Biel jausend Engel um ihn schweben, Psalter und Harfen ihm Ehre geben. 3. Wohlauf, 1 Heiden, lasset das Trauern sein, zur grünen Weide stellet euch willig ein! Da läßt er uns sein Wort ver⸗ künden, machet uns ledig von allen Sünden. 4. Er gibet Speise Weie und überall, nach Vaters Weise sättigt er allzumal; er schaffet früh und späten Regen, füllet uns alle mit seinem Segen. 5. Drum preis und Lob seine Barmherzigkeit, sein Lob ver⸗ Ins 41 Christenheit! Uns soll hinfort kein ser schaden, freue dich, Israel, sei⸗ ner Gnaden! Matth. Apelles v. Löwenstern g. 1594 1648. 562. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. O Gott, von dem wir alles 305 die Welt ist ein sehr dene Gab aus, du aber teilest eine Gaben recht wie ein Ba⸗ ter drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich, 3 lieber Gott, wer ist dir gleichꝰ 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die heut bei dir zu Tische gehn? Doch muß die Notdurft keinem fehlen, denn du weißt allen vorzustehn und leun Bre daß ein jedes Land ein Brot bekommt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet und Eder Win uch 50 dinchi eWelde der Wind. der durch die Felder D Degt die Wolkze, so das Land begießt, des Himmels Tau, der Sonne Strahl sind deine Diener all⸗ zumal. 4. Und eise wächst des Men⸗ schen Speise, der Acker selbst wird ihm zu Brot, es mehret sich vielfältger Weise, was an⸗ angs schien als wär es tot, is zu der Ernte j nerh⸗ und ali 939. Hlt seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, was soll man erst bedenken? Der Wunder 22 338 ist hier gar zu viel. So viel als du kann niemand schenken. und dein Erbarmen hat kein Ziel, denn immer wird uns mehr beschert, als wir zusam⸗ men alle wert. 6. Wir wollens auch kein⸗ mal vergessen, was uns dein Segen kräget ein: ein jeder Sissen den wir essen. soll dei⸗ nes Namens Denkmal sein, und Herz und Mund soll le⸗ benslang für unsre Nahrung sagen Dank. Kaspar Neumann g. 1648 1715. Nach der Ernte. 563. Mel. Von Gott will ich nicht lassen, oder Aus meines Herzens Grunde. Die Ernt ist nun zu Ende, der Segen eingebracht, woraus Gott alle Stände satt, reich und fröhlich macht. Der alte Gott leht noch, man hann es deut⸗ lich merken an so piel Liebes⸗ herh. drum preisen wir ihn och. 2. Wir rühmen seine Güte, die uns das Feld bestellt und oft uns ohne Bitte getan, was uns gefällt; die immer noch d geschont, oh wir gleich gottlos h leben, die Fried und Ruh ge⸗ geben, daß jeder sicher wohnt. 3. Zwar manchen schönen Segen hat uuf euten Wegen den wir auf guten Wegen sonst hätten noch ererbt; doch hat Gott mehr getan aus un⸗ b verdienter Güte, als Mund, 8 Herz und Gemüte nach Wür⸗ den rühmen kann. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 4. Er 01 sein Herz geneiget, uns Sünder zu erfreun, n sam sich enschen durch Tau und Sonnenschein. Wards aber nicht geacht, so hat er sich ver⸗ horgen und durch verborgne orgen zum Beten uns ge⸗ bräacht. 5. O allerliebster Bater, du hast viel Dank verdient; du mildester Berater machst, daß uns Segen grünt, Wohlan, Sch loben wir für abgewandten Schaden, r viel und große Gnaden; Herr Gott, wir dan⸗ ken dir. 6. Zum Danken kommt das Bitten: Du wollest, frommer Ott, vor Feuer uns behüten und aller andern Not, gib friedensvolle Zeit, erhalte deine Gaben, daß wir uns damit laben, regier die Obrigkeit! 7. Besonders laß gedeihen dein reines, wahres Wort, daß wir uns dessen freuen, und auch an unserm Ort dies ute Samkörnlein verlangte rüchte, bringe, und wir in ———0 Dinge recht fromme Leute ein. 8. Gib, daß zu dir uns len⸗ het. was du zum Unterhalt des Leibes hast geschenkket, daß wir ich maͤnnigfalt in deinen Ga⸗ en sehn, mit Herzen, Mund und Leben dir Dank und Ehre geben. O laß es doch geschehn! 9. Kommt unser Lebensende, so nimm du unsern Geist in deine Baterhände, wo er der Ruh geneußt, wo ihm kein eid hewußt; so ernten wir mit reuden, nach ausgestandnem Leiden die Garben voller Lust. Gottfried Tollmann g. 1680 1766. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Bei reichlicher Ernte. 564. Mel. Ach erkennet, liebste Seelen. Haer die Erde ist gesegnet von dem Wohltun deiner Hand. Güt und Milde hat geregnet, dein Geschenk bedeckt das Land. Auf den Hügeln, in den Grün⸗ den ist dein Segen ausgestreut: unser Warten ist gekrönet, un⸗ ser Herz hast du erfreut. 2. Aller Augen sind erhoben. Herr, auf dich zu jeder Stund. daß du Speise gibst von oben und versorgest jeden Mund. Und du öffnest deine Hände. dein Vermögen wird nicht matt. deine Hülfe, Gnad und Spende machet alle froh und satt. 3. Gnädig hast du ausge⸗ gossen deines Überflusses Horn. ließest Gras und Kräuter sprossen, ließest wachsen Frucht und Korn. Mächtig hast du abgewehret Schaden. Unfall und Gefahr, und das Gut steht unversehret, und gesegnet ist das Jahr. 4. Herr, wir haben solche Güte nicht verdient, die du ge⸗ tan; unser Wissen und Gemüte klagt uns pieler Sünden an. Herr, verleih, daß deine Gnade jetzt an unsre Seelen rührt. daß der Reichtum deiner Milde unser Herz zur Buße führt. 5. Hilf. daß wir dies Gut der Erden treu verwalten immer⸗ fort; alles soll geheiligt werden durch Gebet und Gottes Wort. Alles was wir Gutes wirken, ist gesät in deinen Schoß. und du wirst die Ernte senden un⸗ aussprechlich reich und groß. Chr. Rud. H. Puchta g. 1808 1858. 339 Bei sparsamer Ernte. 565. Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan. Was Gott tut, das ist wohl⸗ O getan. so denken Gottes Kinder. Wenn man nicht reich⸗ lich ernten kann, liebt er uns doch nicht minder. Er zieht das Herz doch himmelwärts, ob wir gleich oft auf Erden bei Mangel traurig werden. 2. Was Gott tut, das ist wohlgetan. Zm Nehmen und im Geben sind wir bei ihm stets wohl daran und können ruhig leben. Er nimmt und gibt, weil er uns liebt, und seine Hände müssen wir stets in Demut küssen. 3. Was Gott tut, das— wohlgetan. Er zeigt uns oft den Segen, und ehe man ihn ernten kann, muß sich die Hoff⸗ nung legen: weil er allein der Schatz will sein, so nimmt er andre Güter und bessert die Gemüter. 4. Was Gott tut, das ist wohlgelgn. Es geh nach sei⸗ nem Wllen. Cäßt sich es auch zum Hunger an, weiß er ihn doch zu stillen, obgleich das Feld nicht viel enthält. Man kann bei wenig Brocken satt werden und frohlocken. 5. Was Gott tut, das ist wohlgetan. Das Jeld mag traurig stehen. wir gehn getrost guf seiner Bahn und wollen ihn erhöhen. Sein Wort ver⸗ schafft uns Lebenskraft, es nennt uns Gottes Erben, wie können wir verderben? 6. Was Gott tut, das ist wohlgetan, so wollen wir stets 22* 3⁴⁰ Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. schließen. kein Kangan, wo Milch un Honig fließen, doch ists genung ur Sättigung, wenn Gott das enge segnet und uns mit Huld begegnet. Lüneb. Gsb. 1767. Ist gleich hei uns Nach Benj. Schmolck g. 1672 1737. d Auf Reisen. 566. Eigene Melodie, oder Dies sind die heilgen zehn Gebot. In Gottes Namen fahren wir, sein heilger Engel geh uns für wie dem Voll in Agypten⸗and, das entging Pharaonis Hand. Kyrieleis! 2. Herr, du wollst unser Gleitsmann sein und mit uns gehen aus und ein und zeigen alle Steig und Steg, wehre dem Unfall auf dem Weg! Kyrieleis! „3. So wird kein Berg noch tiefes Tal kein Waßr uns irren überall; fröhlich kommn wir an unsern Ort, wenn du uns gnädig hilfest fort. Kyrieleis! 4. Herr Christ, du bist der rechte Weg zum Himmel und der einge Steg; hilf uns Pil⸗ rim ins Vaterland, weil du ein. Blut hast dran gewandt. Kyrieleis! Riklas Herman. 1561. 567. Eigene Melodie. Bist du gleich ferne von Be⸗ kannten, was schadets, da dir früh und spät ein Heer von glänzenden Trabanten umher um deinen Wagen steht? 2. Was schadets, wenn die Freunde scheiden, und kein Gefährte mit dir geht, da di d de Engel selbst begleiten, nd Jesus dir zur Seite steht? 3. Die finstre Nacht darf dich nicht schrecken, die über Land und Meere, er will gleich ie Sonne sich verstecken, dein Jesus ist das Licht der Welt. 4. Er, der die Sonne selbst formieret, bedarf des fremden Lichtes nicht wenn dessen weise Hand dich führet, ist dir die Nacht auch selbst ein Licht. 5. Ich weile hier im fremden Lande, allein in Gottes Eigen⸗ turn; find ich gleich lauter Un⸗ bekannte, so kennt mich doch mein höchster Ruhm. 6. Mein Hort, in dem mein Herz versenket, zeigt mir sein holdes Angesicht und spricht: sein Kind sei ungekränket, dein treuer Bater läßt dich nicht. Siehe auch Nr. 393, B. 10—15. Bei Sturm und Wassersnot. 568. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein Wenn wir in Wassersnöten sein, so rufen wir zu dir allein, 9 treuer Gott, und bitten auch! Hilf uns doch jetzo gnädiglich! 2. Der Sturmwind hraust und saust gar sehr, das Meer bewegt und schlägt noch mehr. das Wasser steiget in die Höh und dräuet uns bei voller See. . Die Deiche sind gar nicht imstand, zu schützen unser festes Land, wo nicht, o Gott, dein Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Allmachtshand befestigt unser and und Strand. 4. Drum steur und wehr. o Bater. ab. daß nicht das Meer werd unser Grab: verhüte. daß durch deinen Grimm wir nicht im Wasser kommen um! 5. Dein Schutz sei unser W. Damm und Deich. so sind be⸗ schützet arm und reich; dein Schutz halt aller Orten Wach. sonst ist verloren unsre Sach. 6. Sieh. Herr, nicht unsre Sünden an und was der Mensch versehen kann, durch Jesum laß uns gnädig nach die Sünd und alles Ungemach! 7. Des Wassers schreckliche Gewalt in Gnaden hemm un rett, uns bald! So soll dich preisen Kindeskind. wir auch. wenn wir erlöset sind. Christian von Stöchen g.1633 41684. Eigene Melodie. ie mit grimmgem Unver⸗ stand Wellen sich be⸗ wegen! Nirgends Rettung. d entbrannt, Herr. 3⁴¹ nirgends Land vor des Sturm⸗ winds Schlägen! Einer ist, der in der Nacht. Einer ist der uns bewacht: Christ Kyrie,“) omm zu uns auf die See!„ Herr. 2. Wie vor unserm Angesicht Mond und Sterne schwinden! zenn des Schiffleins Steuer bricht. wo nun Rettung fin⸗ den? Wo sonst als nur bei dem Herrn? Seht ihr nicht den Abendstern? Christ Kyrie, komm zu uns auf die See! 3. Einst, in meiner letzten Not, laß mich nicht versinken! Sollt ich; von dem bittern Strom Well auf Welle trin⸗ ken. reiche mir dann lieb⸗ err. deine Glaubenshand! Christ Kyrie, komm zu uns auf die See! 4. Nach dem Sturme fahren wir sicher durch die Wellen, Wnser großer Schöpfer, dir unser Lob erschallen. loben dich mit Herz und Mund, loben dich zu jeder Stund. Christ Kyrie, ja dir gehorcht die See! Joh. Daniel Falk g. 1768 4 1826. —— E. Lieder von den letzten Dingen. XXVI. Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 570. Eigene Melodie. Ich wollt, daß ich daheime wär und aller Welt Trost hätt nicht mehr. 2. Ich mein, daheim im Him⸗ melreich, da ich Gott schaue ewigli 3. Wohlauf, mein Seel, und richt dich dar, dort wartet dein der Engel Schar. 4. Denn alle Welt ist dir zu klein, du kommest denn erst wieder heim. 5. Daheim ist Leben ohne Tod, und ganze Freud ohn 70 ot. Da ist Gesundheit 1 1 W und währet heut und un 1 Ha sind doch tausend wie heut, und nichts, das dich verdrießt und reut. 8. Wohlguf, mein Herz und all mein Mut, und such das Gut ob allem Gut! 9. Was das nicht ist, das schätz gar klein und sehn' dich allzeit wieder heim. 10. Du hast doch hie kein F Bleiben nicht oder heut geschicht 11. Da es 180 Oers nicht kann sein, so fleuch der Welt viel falschen Schein! obs morgen frei 5 ledig machenꝰ? 12. Bereu dein Sünd und beßre dich, als wollist du heut gen Himmelreich. 13. Ade, Welt, Gott gesegne dich! Ich fahr dahin gen Him⸗ melrei Nach Heinrich v. Laufenberg 4 1455. 571. Eigene Melodie. Me wir 05 Leben sind mit dem Tod umfangen. Wen suchn wir, der Hülfe tu. daß wir Gnad erlangen? Das bist du. Herr, alleine. Uns reuet 11 Missetat, die dich. Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott. heiliger, barmherzi 5 e Heiland, du ewiger Gott, uns nicht versinßeni in des bit tern Todes Not! Kyrieleison! (Erbarm dich unser.) 2. Ams d in 00 Tod an⸗ ficht uns der Hölle Rachen. Wer will uns aus solcher Not Das tust du. Herr. alleine. Es jammext dein Barmherzi gi unsre Sünd und großes Heiliger Herxe Gott, beiiger starker Gott, heiliger. barmher⸗ ziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht lut' Kr n vor der tiefen Hölle Glutl Kyrieleison! (Erbarm dich unser.) Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 343 3. Mitten in der raen An 295 wuse Sünd uns treiben. solln wir denn fliehen Iu da wir mögen bleiben? Zu dir, iudei Christ, alleine. Vergossen dein teures Blut, das gnug für die Sünde tut. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherdi Heiland, du ewiger Gott, uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trostl Kyri⸗ eleison!(Erbarm dich unser.) Martin Luther g. 1483 1546. N. d. Lateinischen Nothers des älteren Media vita in morte sumus. 572. Ev. Cuc. 2. 29—32. Eigene Melodie. Mitdn Fried und Freud ich fahr dahin in Gottes Wille. getrost ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille. Ier Gott mir verheißen hat: Tod ist mein Schlaf Woordem 2. Das macht Christus, wahr Gottes Sohn, der treue 52 land, den du mich. Herr, hast sehen lan 1115 g'macht bekannt, daß er mir das Leben sei und Heil i— Not und Sterben. „Den hast du allen vor⸗ estellt mit großen Gnaden, zu einem Reich die 3em Welt heißen laden durch dein teuer heilsam Wort, an allem Ort erschollen. 4. Er ist das Heil und selge Licht für die Heiden, zu er⸗ leuchten, die dich tzennen nicht, und 45 weiden. Er ist deins Bolks Isrgel Preis, Ehre, Freud und Wonne. Martin Luther g. 1483 4 1546. 573. Eigene Melodie. Gemeinde. Ncrab laßt uns den Leib be⸗ raben und daran kein Zweifel haben, er werd am jüngsten Tag aufftehn und un⸗ verweslich hervorgehn. rd ist er und von der Erden, wird auch zu Erd wieder werden und von der 6⁵⁰⁰ wieder aufstehn, wenn Gotts Posaune wir angehn. 3. Sein Seele lebt ewig in Gott, der sie allhie qus lauter Gnad von aller Sünd und Hustetar durch seinen Sohn er⸗ 24 hat. 4., Sein Jammer. Trübsal und Elend ist kommen zu ein m selgen End. Er hat getragen Christi Joch, ist gestorben und lebet doch. 5. Die Seele lebt ohn alle Klag, der Leib schläft bis an jüngsten Tag, an welchem ihn Gott verklären und ewge 20.7 wird gewähren. Hie ist er in Angst ge⸗ 1t—7 dort aber wird er ge⸗ nesen, in ewiger Freud und Wonne leuchten wie die helle onne. 7. Nun lassen wir ihn hie schlafen und ch all heim unsre Straßen, schicken uns qllch mit allem Fleiß, denn der Tod kommt uns gleicher Weis. Böhmische Brüder. Chor. 1. So traget mich nun immer hin, da ich so lang verwahret bin, bis Gott, mein treuer Seelenhirt, mich wieder auf⸗ erwecken wird. 3⁴44 Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 2. Ja freilich durch den Tod ich werd zu Asche wieder und zu Erd, doch wird das schwache Fleisch und Bein von meinem Gott verwahret sein. 3. Mein Leib bleibt hie der Würmer Spott. die Seele lebt bei ihrem Gott, der sie durch sein so bittres Leid erlöset hat zur Seligkeit. 4. Was mich für Trübsal hat verletzt, wird nun in höchste Lust versetzt; die Welt ist nur ein Jammertal, dort ist ein rechter Freudensaal. Wenn alle Welt zu Trümmern bricht, und Gott wird halten sein Gericht, so wird mein Leib verkläret stehn und in das Himmelreich ein⸗ gehn. 6. Wie manche Widerwärtig⸗ keit hatt ich bei meiner Lebens⸗ zeit! Nun aber ist mir nichts bewußt als aller Auserwählten ust. 7. So laßt mich denn in sanfter Ruh und geht nach eurer Wohnung zu, ein jeder denke Tag für Tag, wie er auch selig werden mag. Gemeinde und Chor. 8. Das helf uns Christus. unser Trost, der uns hat durch sein Blut erlöst vons Teufels G walt und ewger Pein. Ihm sei Lob, Preis und Ehr allein! Georg Neumark. V.8 Martin Luther. 574. Eigene Melodie. O ich ich muß dich lassen. f 1 ich fahr dahin mein Stra⸗ zen ins ewge Vaterland. Mein Geist will ich aufgeben, dazu mein Leib und Leben setzen in Gottes gnädge Hand. 2. Mein Zeit ist nun voll⸗ endet. der Tod das Leben endet, Sterben ist mein Ge⸗ winn; kein Bleiben ist auf Erden, das Ewge muß mir werden. mit Fried und Freud fahr ich dahin. 3. Ob mich gleich hat be⸗ trogen die Welt, von Gott gezogen durch Schand und Büberei, will ich doch nicht perzagen, sondern mit Glau⸗ ben sagen. daß mir mein Sünd ul S i. 4. Auf Gott steht mein Ver⸗ trauen, sein Antlitz will ich schauen wahrlich durch Jesum Christ, der für mich ist ge⸗ storhen, des Bgters Huld er⸗ worben, mein Mittler er auch worden ist. 15 5. Die Sünd kann mir nicht schaden, erlöst bin ich aus Gnaden umsonst durch Christi Blut. Kein Werk kommt mir zu Frommen, so ich will zu ihm kommen; allein der christ⸗ lich Glaube gut. 6. Ich bin ein unnütz Knechte, mein Tun ist viel zu schlechte, denn daß ich ihm bezahl damit das ewge Leben; umsonst will er mirs geben und nicht nach mein'm Verdienst und Wahl. 7, Drauf will ich fröhlich sterben, das Himmelreich er⸗ erben, wie er mirs hat bereit; hie kann ich nicht mehr bleiben, der Tod tut mich vertreiben, schedt sich vom Leibe eidt. 8. Damit fahr ich von hin⸗ nen. O Welt, tu dich besinnen, denn du mußt auch hernach: tu dich zu Gott hekehren und von ihm Gnad begehren, im Glauben sei du auch nicht schwach!—. 9. Die Zeit ist schon vor⸗ handen, hör auf von Sünd und Schanden und richt dich auf die Bahn mit Beten und mit Wachen, sonst all irdische Sachen sollst du gutwillig ge⸗ ben dran. 7 0 10. Das schenk ich dir am Ende: ÄAde, zu Gott dich wende! Zu ihm steht mein Begehr. Hüt dich vor Pein und Schmerzen, nimm mein Abschied zu Herzen! Meins Bleibens ist jetzt hie nicht mehr. Johann Hesse(2) g. 1490 4 1547. 575. Eigene Melodie. Wenn mein Stündlein vor⸗ handen ist, und soll hin⸗ fahrn mein Straße, so gleit du mich, Herr Jesu Christ, mit Seel mich nicht verlasse! Mein eel an meinem letzten End befehl ich dir in deine Händ. du wollst sie mir bewahren! 2. Mein Sünd mich werden kränken sehr, mein Gwissen wird mich nagen, denn ihr sind viel wie Sand am Meer; doch will ich nicht verzagen, ge⸗ denken will ich an dein Tod, Herr ZJesu, und dein Wunden rot, die werden mich erhalten. h 3. Ich bin ein Glied an dei⸗ nem Leib, des tröst ich mich von Herzen; von dir ich unge⸗ schieden bleib in Todesnot und Schmerzen; wenn ich glei sterb, so sterb ich dir, ein ewigs Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 34⁴⁵ Seben hast du mir mit deinem Tod exworben. 4. Weil du vom Tod er⸗ standen bist, werd ich im Grab nicht bleiben; mein höchster Trost dein Auffahrt ist. Tods Furcht kann sie vertreiben: denn wo du bist, da komm i hin, daß ich stets bei dir lel und bin, drum fahr ich hin mit ud dohr dahm zu Hei „Ich fahr dahin zu Jesu Christ, mein Arm tu ich aus⸗ strecken; so schlaf ich ein und ruhe fein, kein Mensch kann mich aufwecken denn Jesus Christus, Gottes Sohn, der wird die Himmelstür auftun, mich führn zum ewgen Leben. V. 1—4 Niklas Herman 1 1561. B. 5 1574. 576. Mel. Vater unser im Himmelreich. err Jesu Christ, wahr Mensch und Gott, der du littst Marter. Angst und Spott, für mich am Kreuz auch end⸗ lich starbst und mir deins Ba⸗ ters Huld erwarbst, ich bitt durchs bittre Leiden dein du wollst mir Sünder gnädig sein. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnot und ringen werde mit dem Tod wenn mir ver⸗ Ohr all mein Gesicht und meine hren hören nicht. wenn meine Junge nicht mehr spricht und brich 50 Angst mein Hersz zer⸗ richt. 3. Wenn mein Verstand sich nicht t und mir all menschlich Hülf zerrinnt: so komm, o Herr Christ, mir be⸗ ch hend zu Hülf an meinem letzten nd und führ mich aus dem 34⁴46 Sterbe⸗ und Begräbnislieder. Jammertal, verkürz mir auch des Todes Qual! 4. Die bösen Geister pon mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib, bis sich die Seel vom Leib abwendt. So nimm sie, Herr, in deine Händ! Der Leib hab in der Erd sein Ruh, bis sich der jüngst Tag naht herzu. 5. Ein fröhlich Auferstehn verleih, am jüngsten Gericht mein Fürsprech sei und meiner Sünd nicht mehr gedenk, aus Gnade mir das Leben schenz! zie du hast zugesaget mir in deinem Wort, das trau ich dir: 6. Fürwahr, fürwahr, euch sage ich: Wer mein Wort hält und glaubt an mich, der wird nicht kommen ins Gericht und ewig den Tod schmecken nicht; und ob er gleich. zeitlich stirbt, mit nichten er drum ganz verdirbt; 7. Sondern ich will mit starker Hand ihn reißen aus des Todes Band und zu mixr nehmen in mein Reich; da soll er denn mit mir zugleich in Freude leben ewiglich. Dazu hilf uns ja gnädiglich! Ach Herr. vergib all unsre Schuld! Hilf, daß wir warten mit Geduld, bis unser Stünd⸗ lein kommt herbei, auch unser Glaub stets wacker sei, dein in zort zu trauen festiglich, bis wir entschlafen seliglich. Paul Eber g. 1511 1 1569. 577. Mel. Vater unser im Himmelreich. In Christi Wunden schlaf ich ein, die machen mich von Sünden rein, Christi Blut und Serechtigkeit das 10 mein chmuck und Ehrenkleid; da⸗ mit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingeln, 2. Mit Fried und Freud fahr ich dahin, ein Gotteskind ich—* bin. Dank hab, mein Tod, du führest mich, ins ewge Leben wandre ich mit Christi Blut gereinigt fein. Herr Jesu, stärk den Glauben mein! Paul Eber(2) g. 1511 1 1569. 578. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. ört auf mit Traͤurxen und Klagen, ob dem Tod soll niemand zagen: er ist gestorben als ein Christ, sein Tod ein Gang zum Leben ist. Der Sarg und Grab drum wird geziert, der Leib ehrlich begraben wird, damit wir glaubn, er ist nicht tot, er schläft und ruhet sanft in Gott. 3. Wohl scheints, es sei nun alls dahin, weil er da liegt ohn Mut und Sinn; doch soll ihm hald kehren wieder Lebn und Kraft in alle Glieder. 4. Bald werden diese Toten⸗ bein erwarmen und 1 fügen fein zusammen mit Kraft und Leben, Gott wirds herrlich wieder geben. 5. Ein Weizenkörnlein in der Erd liegt erst ganz tot, dürr und unwert, doch kommts her⸗ vor gar schön und zart und 20 viel Frucht nach seiner rt. 6. Der Leib gemacht vom Erdenkloß soll liegen in der Erde Schoß und soll da ruhen Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 34⁴7 ohne Leid. bis daß er wieder aufersteht. 7. Der Seele Haus sollt er hier sein, die blies Gott mit sein'm Atem drein, ein edles Herz, recht Mut und Sinn war durch die Gabe Christi drin. 8. Den Körper nun die Erd bedeckt, bis ihn Gott wieder auferweckt. der seins Geschöpfs gedenken wird, welchs war nach seinem Bild formiert. 9. Ach daß nun käm der selge Buln da Christus nach seiner Zusag hervor wird brin⸗ gen ganz und gar, was in der Erd verscharret war. 1561. N. d. Latein. des Aurelius Prudentius Jam. moesta quiesce querela. 579. Mel. Wenn wir in höchsten Röten sein Ich armer Mensch doch gar nichts bin, Gotts Sohn allein ist mein Gewinn; daß er Mensch worden ist mein Trost. er hat mich durch sein Bluterlöst. 2, O Gott Vater, regier du mich mit deinem Geiste stetig⸗ lich, laß deinen Sohn, mein Trost und Lebn, allzeit in mei⸗ nem Herzen schwebn! 3. Und wenn die Stund vor⸗ handen ist, nimm mich zu dir, Herr Jesu Christ, denn ich bin dein, und du bist mein, wie gern wollt ich bald bei dir sein! 4. Herr Zesu Christe. hilf du mir, daß ich ein Zweidlein bleib an dir, und nachmals mit dir aufersteh, zu deiner Herrlichkeit eingeh. 1—3 Z. Heune g. 1514 1581. V. 4 M. Moller g. 1547 1606. N. d. Latein. des Ph. Melanchthon 580. Eigene Melodie. Ich hab mein Sach Gott heimgestellt, er machs mit mir, wies ihm gefällt; ich will, soll ich hier länger lehn, nicht widerstrebn, seinm Willn tu ich mich ganz ergebn. 2. Mein Zeit und Stund ist. wann Sott will; ich schreib 6 nicht vor Maß noch Ziel. 5, sind gezählt all Härlein mein, beid groß und klein, fällt keines ohn den Willen sein. 3. Es ist allhie ein Jammer⸗ tal, Angst. Not und Trübsal überall; des Bleibens ist ein kleine Zeit, Mühseligkeit und wers bedenkt, ein steter Streit. 4. Was ist der Mensch? Ein Erdenkloß, von Mutterleib her nackt und bloß er bringt nichts mit auf diese Welt, kein Gut noch Geld, nimmt nichts mit sich, wenn er hinfällt. 5. Es hilft kein Reichtum, Geld noch Gut, kein Kunst noch Gunst noch stolzer Mut: fürn Tod kein Kraut gewachsen ist, mein frommer Christ, alles. was lebet, sterblich ist. 6. Heut sind wir frisch, ge⸗ sund und stark, und liegen morgen tot im Sarg; heut blühn wir wie die Rosen rot, bald krank und tot; ist allent⸗ halben Müh und Not. 7. Manm trägt eins nach dem andern hin, wohl gus den Augen und dem Sinn, die Welt vergisset unser bald, ob jung, ob alt, auch unsrer Ehren mannigfalt. 8, Ach Herr, lehr uns be⸗ Nil sum, nulla miser novi solatia. denken wohl, daß wir sind 3⁴⁸ sterhlich allzumal, auch wir allhie tein Bleibens hahn; müssu all davon, gelehrt, reich, jung, alt oder schön. 9. Das macht die Sünd, du treuer Gott, dadurch ist konmmn der bittre Tod, der nimmt und ne all Menschenkind, wie er ie findt, fragt nicht, wes Stands und Ehrn sie sind. 10. Ich mn taaft 5 5 1 ag, mein tägli rot i Muͤh und Klag. Pem mein Gott will so will ich mit hin⸗ fahrn in Fried; sterbn ist mein Gwinn und schadt mir nicht. 11. Und ob mich schon mein Sünd anficht, dennoch will ich verzagen nicht, ich weiß, daß mein getreuer Gott für mich in Tod sein liebsten Sohn ge⸗ geben hat. 12, Derselbe mein Herr Ze⸗ sus Christ für all mein Sünd i gestorben ist und auferstanden mir zugut, der Hölle Glut ge⸗ löscht mit seinem teuren Blut. 13. Dem leb und sterb ich allezeit, von ihm der Tod selbst mich nicht scheidt. Ich leh od'r sterb, so hin ich sein, er ist al⸗ lein der einig Trost und Helfer mein. 14. Das ist mein Trost zu Aler Zeit, in allem Kreuz und Traurigheit. Ich weiß, daß ich am jüngsten Tag ohn alle Klag Grab auferstehn aus meinem ab. 15. Mein lieben Gott von Luf Angesicht werd ich anschaun. dran zweifl ich nicht, in ewger Freud und Seligkeit, die mir Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 16. O Jesu Christe, Gottes Sohn, der du für mich haft gnug getan, ach schließ mich in die Wunden dein, du bist allein der einig Trost und Helfer mein. 17. Amen, mein lieber from⸗ mer Gott, bescher uns alln ein selgen Tod! Hilf, daß wir mögen allzugleich in dei⸗ nem Reich bald mit dir leben ewiglich. Johann Leon 1 1597. 581. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein Hißh Helfer, hilf in Angst und ot, erharm dich mein, du treuer Gott! Ich bin jg doch dein liebes Kind trotz Teufel, Welt und aller Sünd. 2. Ich trau auf dich, o Gott mein Herr. Wenn ich dich hab. was will ich mehr? Ich hab ja dich Herr Jesu Christ. du mein Gott und Erlöser bist. 3. Des freu ich mich von Herzen fein, hin gutes Muts und harre dein, verlaß mich gänzlich guf dein Wort. Hilf, Helser hilf, du treuer Hort! Nach Nik. Selnecher. 1596. 582. Eigene Melodie. Henach tut mich verlangen nach einem selgen End, weil ich hie bin umfangen mit rübsal und Elend. Ich hab ust abzuscheiden von dieser argen Welt, sehn mich nach ewgen Freuden; o Jesu, komm nur bald! 2. Du hast mich ja erlöset hereit; ihm sei Lob, Preis in Ewigkheit! von Sünd,‚ Tod‚ Teufel, Höll, —r“. Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 349 es hat dein Blut gekostet; drauf ich mein Hoffnung stell. Warum sollt mir denn grauen vor Hölle, Tod und Weil ich auf dich tu bauen, bin ich Wennt Kind. enn gleich süß ist das Leben, der 090 sehr bitter mir, will ich mich doch ergeben, zu sterben willig dir. 360 ch weiß ein besser Leben, da meine Seel fährt hin; des freu ich mich gar eben, Sterben ist mein Gewinn. 4. Der Leib zwar in der Er⸗ den von Würmern wird ver⸗ durch e doch auferwecket werden urch Christum schön verklärt, wird leuchten als die Sonne und leben ohne Not in Him⸗ melsfreud und Wonne; was schadt mir Ih—— Tod ꝰ 5. Ob mich die Welt auch reizet, zu bleiben länger d. und mir In all Uähr zeiget Geld, Gut, all ihr Zier, doch ich das gar nicht achte, es Walnt nur kurze Zeit; das Himmlisch ich betrachte, das bleibt in Ewiggeit. 6. Wenn ich auch Duenn nun scheide von meinen Freunden 6 was mir und ihn'n bringt 155˙ 5 doch tröst mir meinen daß wir in größern Dreuden zusammen werden kommn und bleiben ungeschie⸗ den im himmelischen Thron. 7. Ob ich guch hinterlasse be⸗ trübte der Mabe dern Not mich über Maße jammert im Herzen mein, will ich doch gerne sterben und trauen mei⸗ nem Gott; er wird sie wohl versorgen, retten aus aller Not. 8. Was tut ihr so sehr zagen. ihr armen Waiselein? Sollt ünd? der euch Gott Hülf versagen, der speist die Raben klein? From⸗ mer Witwen und Waisen ist er Vater treu, er kann und Wil sie speisen; das glaubt ohn 648 Scheu. Gesegn euch Gott der an ihr Vielgeliebten mein! rauert nicht allzu sehre über den Abschied mein! Beständig bleibt im Glauben! Wir werdn in kurzer Zeit einander wieder schauen dort in der Ewigkeit. 10. Nun 51 ich mich ganz wenden zu dir, sehos E G allein: Gib mir ein seligs Ende. send mir die Engel dein. führ mich ins ewge Leben, das du erworben hast durch dein Lei⸗ den und Sterben und blutiges FII H 11, Hilf, daß ich ja nicht wanke von dir, Herr Jesu „Christ, den schwachen Glauben 9stärke in mir zu aller Frist! Hilf mir rittexlich nut M dein das u mich halt mit Macht, 6ß ich mög fröhlich singen: Goiliob, es ist vollbracht! Christoph Knoll g. 1563 7 1650. 583. Philipper 1, 21. Eigene Melodie. GEund S der ist mein Leben, und 4f% mein Ge⸗ winn; ihm hab ich mich er⸗ Heben. mit Freud fahr ich ahin 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, daß ich mag zu ihm kommen und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab ich überwunden. Kreuz, Leiden, Angst und Rot, 35⁰ Sterbe⸗ und Begräbnislieder. durch seine heilgen Wunden bin ich yersöhnt mit Gott. Wenn meine Kräfte brechen, mein Atem geht schwer aus, wenn ich nicht mehr kann sprechen, Herr, nimm mein Se auf! Mein Herz, Sinn und Gedanken 15 hin 1 schon als ein Licht, das hin und her tut waͤnken, wenn ihm die Flamm gebricht. „Drum laß mich an dir kleben wie eine Klett am Kleid, und ewig bei dir leben in deiner Seligkeit! 7. al selig. 9. und st Liille, leich als vom süßen Ton, schlaf laf ich, weils Gottes Wille, mein Trost ist Gottes Sohn. ch sing im Himmels⸗ letzten Todespein, dein Blut⸗ schweiß mich tröst und erguick, mach mich frei durch dein Band 115 Strick! Dein Backenstreich und Nulen frisch der Sünden triemen mir abwisch, dein Hohn und Spott, dein Dornen⸗ kron, laß sein mein Ehr, mein Freud und Wonn! 6. Dein Durst und Gallen⸗ trank mich lab, wenn ich sonst keine Stärkung hab, dein Angstgeschrei komm mir zugut, Guul mich vor der Hölle lut! 7. Wenn mein Mund nicht kann reden frei, dein Geist in meinem Herzen chrei, hilf, daß mein Seel den Himmel find, wenn meine Augen werden throne ihm nun Lob, Ehr und blund. reis, wo ich nun ewig wohne in jenem Paradeis. 1609. Nach dem Hannov. Gsb. 1740. 584. Eigene Melodie. err Jesu Christ, meins Le⸗ bens Licht, mein Hort, mein Trost, mein Zuper icht, auf Erden bin ich nur ein Gast, und drückt mich sehr der Sün⸗ den Last. hab vor mir ein schwere Reis zu dir ins himm⸗ lisch Paradeis; da ist mein Daft de Baterland, woran du hast dein Blut gewandt. 3. Zur Reis ist mir mein Herz sehr matt, der Leib gar wenig Hräfte hat. allein ů01 Seele schreit in mir: Herr, h mich heim, nimm mich zu drl 4. Drum stärk mich durch das Leiden dein in meiner in 8. Dein letztes Wort laß sein mein Licht, wenn mir der Tod das Herse bricht, behüte mich vor Ungeberd, wenn ich mein Haupt nun neigen werd. 9. Dein Kreus laß sein und Wanderstab, mein Ruh und Rast dein heilges Grab, die reinen Grabetücher dein laß meinen Sterbekittel sein! 10. 491 deinen Abschied, Herr, ich trau, darauf mein letzte Heimfahrt bau; tu mir die Himmelstür weit auf, wenn ich beschließ meins Lebens Lauf. 11. Am Ihuida Tag erweck mein en lab d aß ich dir zur Rechten bleib, daß mich nicht treffe dein Gech welchs das erschrecklich Urteil spricht. 12. Alsdann mein Leib ver⸗ neure ganz, daß er leucht wie der Sonne Glanz und ähnlich ʃ — nss—„& —————— . —— — V—— nr- sei Wdem klaren Leib, auch gleich den lieben Engeln bleib. 13. Wie werd ich dann so fröhlich sein, werd singen mit den Engeln dein und mit der Auserwählten Schar dein Ant⸗ litz schauen ewig klar! Martin Behm g. 1557 4 1622. 585. Eigene Melodie. Valet 8„ alsch dir geben, du arge, e Welt, dein sündlich bößes oaben durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen, hinauf steht mein Begier; da wird Gott Venrai lohnen dem, der ihm dient allhier. 2. Rat mir nach deinem Sollch o Jesu, Gottes Sohn! oll ich jq dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon, verkürz mir alles Leiden, stärk meinen hlöden Mut, laß selig mich abscheiden, setz mich in dein Erbgut! In, meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröh⸗ lich sein. m 2 hein mir in dem Bilde zum Trost in meiner Not, wie du, Herr Christ, so milde dich hast geblut zu Tod. 4. Verbirg mein Seel aus Gnaden in deiner offnen Seit, rück sie aus gllem Schaden zu deiner Herrlichkeit! Der ist wohl hie gewesen, wer kommt ins himmlisch Schloß; ewig ist der genesen, wer bleibt in dei⸗ nem Schoß. 5. Schreib meinen Nam aufs beste ins Buch des Lebens ein und bind mein Seel gar feste Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 35¹ m schöne Bündelein der, die Himmel grünen und por dir Wben 11 o will ewig rüh⸗ men, ein Herz treue sei. Valerius Herberger g. 1562 4 1627. 586. Eigene Melodie. Her Gott, nun schleuß den immel auf, mein Zeit zum End sich neiget; de 8 sch vollendet meinen Sauf, des sich mein Seel sehr freuet.—2—— gnug gelitten, mich müd ge⸗ stritten, schick mich bre zu zur ewgen Ruh, laß fahren, was auf Erden, will lieber selig werden. 2. Wie du mir, Herr, be⸗ fohlen hast, hab ich mit wahrem Glauhen mein lieben Heiland aufgefaßt in mein Arm, dich zu schauen. Hoff zu bestehen, will frisch eingehen 10. Tränental zum Freudensaal, laß fahren. was auf Erden, will lieber selig werden. 3. Caß mich nur, Herr, wie Simeon im Frieden dir Deiten Befehl mich Christo einem Sohn; der wird mich wohl bewahren, wird mich recht führen, im Won zieren mit Ehr und Kron; fahr 2—— davon, laß fahren, was au Erden, will lieber selig werden. Tobias Kiel g. 1584 1626. 587. Eigene Melodie. Imnd dich s aaiß o meine Seele, und vergiß all Not und Qual, weil dich nun Christus. dein Herre, xuft aus diesem Jammertal. Aus der Trübsal, 35²2 Sterbe⸗ und Begräbnislieder. in oie und Leid sollst du fahren die Freud, die kein Ohr je ha gehöret, die in Ewigheit auch währet. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem Herren, meinen Gott, weil mich stets viel Kreuz be en, daß er mir hülf aus ot. Wie sich sehnt ein Eher daß sich ende seine Bahn. hab ich ge⸗ wünschet Denn das sich enden mög mein Leben. Denn gleich wie die Rosen stehen uch Dornenspitzen gar, also auch die Christen Hahr Wie in An Meer⸗ und Gefahb 15 ie die Meereswellen sind und der ungestüme Wind, also ist Kwon Bei Erden unser Lauf 9—4 von Beschwerden. 4. Welt und Teufel, Sünd und Hölle, unser eigen Ileisch und Blut plagen stets her unsre Seele, lassen uns les keinem Mut. Wir sind voller Angst und Plag, lauter Kreuz sind unsre Tag; wenn wir nur geboren werden findt sich Jam⸗ mer gnug auf Erden. enn die Morgenröt herleuchtet und 1. Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer daher schleichet, Müh sich findt an allem End. Unsre Tränen sind das Brot, so wir essen früh und spat; wenn die onn nicht mehr tut scheinen, ist dlich lauter Klag und Weinen. 6. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, der du ewiglich aufgehst, sei von mir jetzund hah ferne, weil dein Blut mich Rried dam daß ich mit ried reud mög von hinnen hohnn heut, ach sei du mein Licht und Straße, mich mit Beistand nicht per lasst 7. In dein Seite will ich fliehen bei„n bittern Todes⸗ gang, durch dein Wunden will ich ziehen in das himmlisch Baterland. In das schöne Paradeis, drein der Schächer tat sein Reis, wirst du mich, err Christ, einführen und mit ewger Klarheit ieren. „Ob mir schon die Augen brechen, das Gehör auch ganz melr Kam meine Zung nicht mehr kann prechen. ut bin ou stand sich nicht besinnt, bist du doch mein Licht und Hort, Le⸗ ben. Weg und& immelspfort, du wirft selig mich regieren und die Bahn zum Himmel führen. 9. Laß dein Engel mit mir fahren guf Elias Wagen rot, meine Seele wohl bewahren, wie einst Lazarum im 0d. ni sie ruhn in deinem Schoß und erfülle sie mit Trost, bis der Leib kommt aus der Erden und sie beid vereinigt werden. 10. Freu dich sehr, meine Seele, und dich u all Not und Qual, weil dich nun Christus, dein Herre, xuft aus diesem Jammiertal. Seine Freud und Herrlichkeit sollst du sehn in Ewigkeit, mit den Engeln jubilieren und auf ewig trium⸗ phieren. 1620. 588. Mel. Herzlich tut mich verlangen. Ich hab mich Gott ergeben, dem liebsten Bater mein; hier ist kein Immerleben, es muß geschieden sein. Der Tod kann mir nicht schaden, er ist nur mein Gewinn, in Gottes A E S SENVESE r —— ⏑ Sterbe⸗ und nin 3⁵53 Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. Mein Weg geht jetzt vor⸗ über; o Welt, was acht ich dein? Der Himmel ist mir lieber. da muß ich trachten ein, mich nicht zu sehr beladen. weil ich wegfertig bin, in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit ch dahin. Ach selge Freud und Wonne hat mir der Herr be⸗ reit. da Christus ist die Sonne. Leben und Selicgkeit. Was kann mir doch nun schaden. weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 4. Gesegn euch Gott. ihr Meinen, ihr Liebsten allzumal! Um mich sollt ihr nicht weinen. ich weiß von keiner Qual. Den rechten Port noch heute nehmt fleißig ja in acht. in Gottes Balte und Freude fahrt mir bald alle nach! V. Johann Leon 7 1597. V. 2—4 Joh. Siegfried g.1564 4 1637. 589. Eigene Melodie. Mochs mit mir. Gott, nach deiner Siit. hilf mir in meinem Leiden! Ruf ich dich an, versag mirs nicht! Wenn meine Seel will scheiden. 10 nimm sie. Herr, in deine Händ! Ist alles gut, wenn gut das End. 2. Gern will ich folgen. liehster Herr. du wirst mirs To nicht verderben. Ach du bist doch von mir nicht fern, wenn ich gleich hier muß sterben, verlassen meine liebsien Freund. die's mit mir herzlich gut ge⸗ meint. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd. die Seel zu dir ssie schwinget. in deine Hand sie unversehrt durch Tod ins Le⸗ ben dringet. Hier ist doch i0l ein Tränental. Angst. Müh. Arbeit überall. 4. Tod. Teufel. Höll, die Welt. die Sünd mir können nichts mehr schaden, an dir. o Herr, ich Rettung find, ich tröst mich deiner Gnaden. Dein einger Sohn aus Lieb und Sh mich bezahlt hat alle 5. Was wollt ich denn lang traurig sein, weil ich so wohl bestehe, bekleidt mit Christi Un⸗ schuld rein wie 15 Braut her⸗ gehe? Gehab dich wohl. 15 schnöde Welt, bei Gott zu le⸗ ben mir gefällt. Joh. Herm. Schein g. 1586 4 1630. 590. Mel. Herr, ich bekenn von Herzens⸗ grund. Mein Lauf. Gott Lob. ist bald vollbracht. Welt, gute Nacht. wir müssen uns nun scheiden. In Jesu Namen sanft und still ich wandern will zur Seligkeit mit Freuden. In dieser Welt war mir bestellt nur Angst und Not. zuletzt der Tod. jetzt endet sich mein Leiden. 2. In Jesu Namen schlaf ich ein, er führt allein mich aus dem d ins Leben; sein an dem Kreuz vergoßnes Blut kommt mir zugut, macht fröhlich mich daneben. Der edle Saft bringt rechte Kraft, stärkt mir mein Herz in Todesschmerz. kann Freud und Wonne geben. 23 35⁴4 3. In Jesu Namen fahr ich hin, denn mein Gewinn ist Christus, wenn chn sterbe. Ich weiß. laub er mich nicht verläßt. und glaube fest: Im Todi nicht verderbe, mir ist bereit in Ewigkeit von Gottes Sohn die Ehrenkron, das rechte Him⸗ melserbe. Georg Werner g. 1589 4 1643. 591. Eigene Melodie. Irna Lach. du ba in deiner hast mich an dies Wicht Saaht du unter⸗hin Lemnt mir auch das Leben; du 1 ennest meiner Monden Zahl, weißt, wann ich diesem Jam⸗ mertal auch wieder gute Nacht muß geben; wo, wie und wann ich sterben +* das weißt du. Vater, mehr als wohl. 2. Wen hab ich nun, als dich allein, der mir in meiner letzten E Pein mit Trost und Rat weiß beizuspringen? Wer nimmt sich meiner Seele an, wenn nun Aund Leben nichts mehr kann, und ich muß mit dem Tode ringen, wenn aller Sinne Kraft gebricht? Tust du es, Gott mein Heiland, nichtꝰ 3. Mich dünkt, da lieg ich schon vor mir in großer Hi 0 ster Kraft, ohn Zier, mit hö ster Herzensangst befallen, Ge⸗ R und Rede nehmen ab. die Doch werden mir ein Grab. zränkt die Sünde mich 200 allen, des Satans Ankla hat nicht Ruh, setzt mir au mit Bersuchung zu. 4. Ich höre der Posaunen Ton und seh auch den Gerichts⸗ Sterbe⸗ und Begräbnislieder. tag schon, der mir auch wird ein. Urteil föllen, Hier weiset mein Gewissensbuch. da aber des Gesetzes Fluch mich Sün⸗ Wer in hinab zur Höllen. r hilft mir nun in dieser Not, wo du nicht, Gott. du Todes Todꝰ 5. Der Teufel abe bios Macht an mir, ich habe bloß gesündigt dir. dir. der du Mile⸗ — vergibest. Was maßt sich Satan dessen an, der kein Ge⸗ setz mir geben kann, nichts hat an dem, was du, Herr, liebestꝰ Er nehme das, was sein ist. ich weiß. daß ich des erren bin. 6. Herr Jesu. ich. dein teures Gut, bezeugs mit deinem eig⸗ nen Blut, daß ich der Sünde nicht gehöre. Was schont denn Satan meiner nicht und schreckt mich durch das m5 e ericht? Komm. rette deines Banech hre! Was gibest du mich fremder Hand und hast so viel an 77960 gewandt 7. Nein, nein, ich weiß g wiß, mein Heil. du lässest mich. dein wahres Teil. zu tief in deinen Wunden sitzen. Hie lach mn 160 Macht und Not. es mich Gesetz. Höll oder Tod auf her donnern oder blitzen. Dieweil ich lebte, war ich dein. jetzt kann ich keines Fremden sein. Simon Dach g. 1605 7 1659. 592. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. Dun u Rauch der Erden Rauch und Asche Wherdenr, Len Fels, kein Erz kann stehn. Dies, was uns Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 35⁵ kann ergetzen. was wir für ewig schätzen, wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Was sind doch alle Sa⸗ chen, die uns so trotzig machen. als schlechte Nichtigkeit? Was ist des Menschen Leben, der immer um muß schweben, als nur ein Schattenbild der Zeit? 3. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unsterblich achten, h nur ein falscher Wahn; sohald der Geist ge⸗ wichen, und dieser Mund er⸗ blichen, fragt keiner, was man hier getan. 4. Es hilft kein weises Wis⸗ sen. wir werden hingerissen ohn einen Unterschied. Was nützt der Schlösser Menge? Dem hie die Welt zu enge. dem wird ein enges Grab zu weit. 5. Mut a m Flei zerrinnen. was Müh und Fleiß gewinnen und en Schweiß erwirbt. Was Menschen hier besitzen, kann für den Tod nicht nützen: dies alles stirbt uns, wenn man stirbt. 6. Ist eine Lust, ein Scher⸗ zen, das nicht ein heimlich Schmerzen mit Herzensangst vergälltꝰ as ists, womit wir vrangen? Wo wirst du Ehr erlangen. die nath) in Hohn und Schmach verfälltꝰ 7. Was pocht man auf die Throne, da keine Macht noch Krone kann unvergänglich sein? Es mag vom Toten⸗ reihen kein Zepter dich be,A freien, kein Purpur, Gold noch edler Stein. „Wie eine Rose blühet, wenn man die Sonne siehei begrüßen diese Welt, die, eh der Tag sich neiget, eh sich der Abend ns ab verwelkt und unversehns abfällt. So wachsen wir auf Er⸗ den uund denken groß zu wer⸗ den und schmerz⸗ und sorgen⸗ frei, doch eh wir zugenommen und recht zur Blüte kommen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. 10. Wir rechnen Jahr auf Jahre. indessen wird die Hrucht uns por die Tür gebracht. Drauf müssen wir von hinnen und, eh wir uns besinnen, der Erde sagen gute Nacht. 11. Auf. Herz, wach und be⸗ denke, daß dieser Zeit Ge⸗ schenke den Augenblick nur dein. Was du zuvor uschof en, ist als ein Strom verschossen. Hem wessen wird das Künftge 12. Verlache Welt und Ehre. Furcht. Hoffen. Gunst und Lehre und geh den Herren an, der immer Audeid bleibet, den keine Zeit euban et, der einzig ewig 150hl 5. ann. 13. Wohl dem, der auf ihn trauet, er hat recht feft gebauet. nd ob er hier gleich fällt. wird er doch dort bestehen und nimmermehr vergehen, weil ihn die Stärke selbst erhält. Andreas Gryphius g. 1616 1 1664. 593. Eigene Melodie. Ach wie 1des ach cer nich⸗ tig ist des Menschen Le⸗ ben! ein Nebel hald ent⸗ stehet und auch wieder bald ver⸗ gehet. so ist unser Leben, sehetl 2, Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen 23 356 Tage! Wie ein Strom beginnt zu rinnen und mit Laufen nicht hält innen, so fährt unsre Zeit von hinnen. 3. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Freudel Wie sich wechseln Stund und Zeiten, Licht und Dunkel. Fried und Streiten, so sind unsre e e Ach wie nichtig, ach wie lchtt ist der, Menschen öne! Wie ein Blümlein hald vergehet. wenn ein rauhes Schtne wehet, so ist unsre 20.,24 sehet! 5. Ach wie flüchtig, ach wie W ist der Menschen Glücke! 0 eine Kugel drehet, die 11 da, bald dorten stehei. so ist Glücke, sehet! Ach wie nichtig. 10 wie flüchtie ist der manbatr Ren ber den, dem man hat müssen heut die Hände höflich küssen, geht man morgen gar mit Füßen. 7. Ach wi MRensher ach wie nichtig isi der Menschen Wissen! er das Wort konnt prächtig führen und vernünftig disku⸗ rieren, muß bald allen Witz 528c 8, Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Dich⸗ ten! Der, so Kunst hat lieb Wert eun und manch schönes erk ersonnen, ist dem Tode nicht entronnen. 9. Ach wie flüchtig, ach wie nichsis ist der Menschen Pran⸗ gen! Der in Purpur hoch ver⸗ messen ist als wie ein Gott gesessen, dessen wird im Tod hergessen. Sterbe⸗ und inrmiin O. Ach wie nichtig. ach wie fluchis ist des Menschen Herr⸗ chen! Der durch Macht ist hoch gestiegen, muß zuletzl aus Unvermögen in dem Grab er⸗ niedrigt liegen. 11. Ach wie der M ach wie Schat sind der Menschen Schähe! Es kann Glut und Flut entstehen. dadurch. eh wir uns versehen, alles muß zu Trümmern gehen. 12. Ach wie der Mem ach wie flüchtig sind der enschen Sachen! Alles. alles, was wir sehen, das muß fallen und ver⸗ gehen; wer Gott fürcht, wird ewig stehen. Michael Franch g. 1609 4 1667. 594. Eigene Melodie. err, nun laß in Friede. lebenssatt und müde deinen Diener fahren zu den Himmels⸗ scharen selig und im stillen, doch 2—— deinem Willen! 2. Gerne will ich sterben und den Himmel erben: Christus mich geleitet, welchen Gott be⸗ reitet zu dem Licht der Heiden, das uns setzt in Freuden. 3. Hier hab ich gestritten, Ungemach erlitten. ritterlich ge⸗ kämpfet, manchen Jeind ge⸗ dämpfet, Glauben guch gehal⸗ ten richtig mit den Alten. 4. Tränen muß ich lassen, weinen ohne Maßen. chwere Gänge laufen mit der Christen Hlenger über Sünde klagen, Kreuz und Trübsal tragen. 5. Nunmehr soll sichs wen⸗ den. Kampf und Lauf si enden, Gott will mich erlösen ve Li— Mu/ C.urn nre Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 357 bald von allem Bösen; es soll besser werden, als es war auf 6⁰³ 6. Frieden werd ich finden, ledig fein von Suͤnden und guf allen Seiten nicht mehr müssen streiten; mich soll ganz um⸗ geben binunliich Freudenleben. 7. Mir ist beigeleget, wo man Zepter träget, eine schöne Krone schon zum Gnaden⸗ lohne; da werd ich ergetzet und . Ruh gesetzet. Mein Erlöser lebet und 110 selber hebet aus des Todes Kammer; da liegt aller Jam⸗ mer. Fröhlich, ohne Schrecken, will ex mich aufwecken. Dieser Leib soll gehen und in Klarheit stehen, wenn die Toten werden erstehn von der Erden: Christum werd ich schauen, darauf kann ich trauen. 10. Christo will ich singen, Lob und Ehre bringen, rühmen seine Güte mit Seel und Ge⸗ Wnn preisen seinen Namen ohn Aufhören. Amen. David Behme g. 1605 1657. 595. Psalm 119, 19. Mel. Herzlich tut mich verlangen. Ich bin ein Gast auf Erden und hab hier keinen Stand, der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland. Hier reis ich aus und abe, dort in der ewgen Ruh ist Hotles Gnaden⸗ gabe, die schließt all Arbeit zu. 2. Was ist, mein ganzes Wesen von meiner Jugend an als Müh und Not gewesen? So lang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kumn⸗ mer und mit Sorgen des Her⸗ zens zugebracht. 3. Mich 0 ba auf meinen Wegen man„Home Sturm erschreckt, Blitz, Donner, Wind und Regen hat Der manch Angst erweckt; erfolgung. Haß und Reiden, oi hs glei nicht verschuldt, hab ich do Geduld leiden und tragen mit edu 4. So gings den 8 V/ Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenns fehlt am guten Rat; sie zogen hin und 208 ihr Kreuz war immer groß, b 18 daß der Tod sie nieder legt in des Grabes Schoß. 5. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich besser leben als solche große Leutꝰ Es muß ja durch⸗ gedrungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohl ge⸗ rungen, geht nicht zur Freud hinein. 6, So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt. Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt, da mich ohn alle Maße mein Vater — 7*91 wird. Mein Heimat ist dort droben, da aller Engel Schar den großen Herrscher loben. der alles gans und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, auch alles heht und leget, nachdems ihm wohlgefällt. 8. Zu dem steht mein Ver⸗ langen, da wollt ich gerne hin; die Welt bin ich durchgangen, 358 Sterbe⸗ und Begräbnislieder. daß ichs fast müde bin. Je länger ich hier walle, je wenger find ich Freud, die meinem Geist ö gefalle das meist ist Herzeleid. 9. Die Herherg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel. Ach komm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn dein Herz will. Komm. mach ein schaft Ende an meiner Wanderschaft, und was mich kränkt das wende durch deinen Arm und Kraft! 10. Wo ich bisher Hene ist nicht mein rechtes Haus: wenn mein Ziel ausgemessen. so tret ich dann hinaus, und sch was ich hier gebrauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so scharrt man mich ins Grab. 11. Du aber, meine Freude. du, meines Lebens Licht. du ziehst mich, wenn ich scheide. hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll, gleich als die helle Sonne, nebst andern leuchten soll. 12. Da will ich immer wohnen, und nicht nur als ein Gaft, bei denen, die mit Kro⸗ nen du qusgeschmücket hast; da will ich herrlich singen von deinem großen Tun und frei von schnöden Dingen in mei⸗ nem Erbteil ruhn. Paul Gerhardt g. 1607 1 1676. 596. Eigene Melodie. Welt ade, ich bin dein müde, ich will nach dem Him⸗ mel zu; da wird sein der rechte J Friede und die stolze Seelen⸗ ruh. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts denn lauter Eitel⸗ keit, in dem Himmel allezeit riede, Ruh und Seligheit. 2. Wenn ich werde dahin kommen, bin ich aller Krank⸗ heit los und der Traurigkeit entnommen. ruhe sanft in Hot⸗ ses Schoß. In der Welt ist Angst und Not. endlich gar der bittre Tod:; aber dort ist alle⸗ zeit Friede, Ruh und Seligkeit. 3. Was ist doch der Erde Freude? Nebel, Dampf und Herzeleid: hier auf, dieser warzen Heide sind die Laster ausgestreut, Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts, denn lauter Eitelkeit, in dem Him⸗ mel allezeit Friede. Ruh und Seligheit. 4. Unaussprechlich schöne singet Gottes auserwählte Schar, Heilig, heilig, heilig klinget in dem Himmel inuner⸗ dar. Welt, bei dir ist Spott und Hohn und ein steter Jam⸗ merton; aber dort ist,allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 5. Nichts ist hier denn lauter Weinen, keine Freude bleibet nicht; will uns gleich die Sonne scheinen, so verhemmt die Nacht das Licht. Welt, bei dir ist Angst und Not, Sorgen und der bittre Tod, in dem Himmel Leu Friede, Ruh und Selig⸗ eit. 6. Nun es wird dennoch ge⸗ schehen, daß ich auch in kurzer Zeit meinen Heiland werde sehen in der großen Herrlichkeit. Denn bei uns ist lauter Rot, Müh und Furcht, zuletzt der * ꝗ —— — EU st Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 359 Tod; aber dort ist allezeit, Friede. Freud und Seligkeit. 7. O wer nur dahin gelanget. wo jetzund der schöne Chor in vergüldten Kronen pranget und die Stimme schwingt em⸗ por! Denn die Welt hat Krieg und Streit, all ihr Tun ist Eitelkeit;: in dem Himmel alle⸗ zeit Friede, Ruh und Seligkeit. 8. Zeit, wann wirst du doch anbrechen? Stunden, o wann schlaget ihr, drinnen ich mich kann besprechen mit dem Schönsten für und für? Welt, du hast nur Sturm und Streit, lauter Qual und Traurigkeit: aber dort ist gllezeit Friede, Freud und Seligheit. 9. Jetzt will ich mich fertig machen, daß mein Tun vor Gott besteh, daß, wenn alles wird zerkrachen, es heißt; Komme! und nicht: Geh! Welt, bei dir ist Angstgeschrei, Sorge, Furcht und Heuchelei, in dem Hinnnel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. Zoh. Georg Albinus g. 1624 4 1679. 597. Eigene Melodie. Alle Menschen müssen ster⸗ ben, alles Ileisch vergeht wie Heu, was da lebet, muß verderben, soll es anders wer⸗ den neu. Dieser Leib der muß verwesen, wenn er anders soll genesen zu der großen Herrlich⸗ keit, die den Frommen ist bereit. 2. Drum so will ich dieses Hehen, weil es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt. Benn in meines Jesu ben, un Wunden hab ich schon Er⸗ lösung funden, und mein Trost in Todesnot ist des Herren Jesu Tod. 3. h1nn ist für mich gestor⸗ sein Tod ist mein Ge⸗ winn, er hat mir das Heil er⸗ worben; drum fahr ich, mit Freud dahin, hin aus diesem Weltgetümmel in den schönen Gotteshimmel daich werde alle⸗ zeit schauen die Dreieinigkeit. 4. Da wird sein das Freuden⸗ leben, da viel tausend Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben. dienen Gott vor sei⸗ nem Thron; da die Sera⸗ phinen prangen und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Bater, Sohn und Geist. ö Da die Patriarchen wohnen, die Propheten allzu⸗ mal; wo auf ihren Ehren⸗ thronen sitzet der zwölf Boten Zahl; wo in so viel tausend Jahren alle Frommen hinge⸗ fahren; da wir unserm Gott zu Ehrn ewig Halleluja hörn. 6. O Jerusalem, du schöne, ach wie helle glänzest du! Ach wie lieblich Lobgetöne hört man da in sanfter Ruh! O der großen Freud und Wonne, jetzund gehet auf die Sonne, jetzund gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag! 7. Ach ich habe schon er⸗ blicket alle diese Herrlichkeit, jetzo werd ich schön geschmüchet mit dem weißen Himmelskleid, mit der güldnen Ehrenkrone, stehe da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. Joh. Rosenmüller g. 1615 5 1686. 36⁰ Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 598. Mel. ZIch hab gewelt Sach Gott heim⸗ gestell Wie leucht dahin der Men⸗ hen eit wie eilet man zur Ewigkeit! Wie wenig denken an die Stund von K Herzensgrund, wie schweigt hievon der träge Mund! 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, ein nichtger, leerer Wafferschaum; im Nee es bald pergeht und nicht be⸗h steht. 91 8 ihr dieses täg⸗ lich seht. 3. Nur du, Jehova, bleibest mir das, was du bist, ich traue dir; laß Berg und Hügel fallen hin, mir ist Gewinn, wenn i allein bei Jesu bin. 4. So lang ich in der Hütte Sohn, ab so lehre mich, o Gottes n, gib, daß ich zahle meine Tag und munter wach, daß. eh ich sterb, ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letz⸗ ter Not? Lu 2987 t. Ehr 9 Lennes tum in dem Tod Mensch. du läufst dem Santhen zu, be⸗ denk es nu, du kommst sonst nicht zur wahren Ruh. 6. Weg Eitelkeit, der Narren Lust, 1 ist das höchste 535 bewußt, das such ich nur. bleibet mir. O mein Begier Herr 1* zieh mein Herz nach 7. W05 Wemd a 8 96 wenn ih dich seh und bald vor dei⸗ nem Throne Ieble u unter⸗ dessen lehre mich, daß stetig ich mit klugem Herzen suche dich. Joachim Neander g. 1650 1680. 599. Eigene Melodie. Wer weiß, wie nahe mir mein Endeꝰ? Hin geht die Zeit, her kommt der Tod: a wie geschwinde und behende ann kommen meine Todes⸗ not! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frü⸗ en Morgen war; denn weil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem 993 gut! err, lehr mich stets mein End edenken und, wenn i einstens sterben muß, die Seel in Jesu Wunden senken und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 4. Laß mich beizeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und sage frisch in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir! Mein Gott. ich bitt durch Christi Blut: Machs 105 mit meinem Ende gut! 5. Mach immer süßer mir den Himmel und immer bittrer mir die Welt, gib, daß mir in dem Weltgenimmel die Ewig⸗ keit sei vorgestellt Mein Gott, ich hitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 6. Ach Vater, deck all meine Sünde mit dem Verdienste Jesu zu, darein ich mich festgläubig — 42.————85——— 2———— ½-— 5„3 —.——2—.—2—2——————4ʃ — Sterbe⸗ und Begräbnislieder. winde; das gibt mir Gal 10 wüns schte R ub. M Mein Gytt. ich bitt durch Ehest Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 7. Ich weiß, in Jesu Blut und Wunden hab ich mir recht und wohl gebett; da find ich Trost in Todesstunden und alles, was ich gerne hätt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit 125.97 Ende gut! 8. Nichts ist, das mich von Jesu der Dot nic 18, es sei Le⸗ ben oder Tod: ich leg die Sand in seine Seite und 1400: Mein err Lach mein Gott! ein Ott, bitt durch Christi Blut: 11* nur mit meinem Ende 9. Ich babe Jesum angezogen Eauß längst i in meiner heilgen ; du bist mir auch daher gewogen, hast mich zum Kind genommen auf. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs V nur mit meinem Ende gut! 10. Och habe Christi Leib gegessen, ich hab sein Blut ge⸗ trunken hier: nun kannst du meiner nicht vergessen, ich hleib in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 11. So komm mein End 95 oder morgen. ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt. ich bin und bleib in deinen Sorgen. mit Jesu Blut schön ausge⸗ Hiach Ei Mein Gott. ich bitt urch Chrifti Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 12. Ich leb indes in dir ver⸗ qnüget und sterb ohn alle Kümmernis. Mir gnüget, wie 361 mein Gott es füget; ich glaub und bin des ganz gewiß: Durch deine Gnad und Christi Blut machst dus mit meinem Ende gut! Amilie Juliane, Gräfin zu Schwarz⸗ burg⸗Rudolstadt g. 1637 4 1706. 600. Mel. Herzliebster ZJesu, was hast du verbrochen. Meis Jesus kommt, mein Sterben ist vorhanden, ich werde frei von dieses Leihes Banden. Wie soll ich aber wohl und selig sterben, dein Reich ererben Wie du. mein Jesus, h am Kreuz gestorben und hast dadurch das crnd uns er⸗ worben, so laß auf deinen Tod mich auch abscheiden zu deinen 3 und 3. Und was du noch zuletzt hast ausgesprochen und deines aters Herz damit gebrochen. das will ich dir, indem die Augen brechen, getrost nach⸗ sprechen: 4. Vergib, o Bater, denen, Ne. 6 hassen, die wider mich d. Eifer auisgelassen; ver⸗ —— 290. weil die Deiebe nicht verstehen, was sie begehen. 5. Vergih auch mir, o Vater, noch W Sünde und was ich ietzt noch Böses gn mir finde; ich bin von Fleisch und Blut oft i e wab dir geteilet. hab, o Jesu. Seele, Seib mid Leben in meinem Testament dir übergeben. der wirst die Meinen auch heut oder morgen hier wohl versorgen. 7. Ich übergebe sie zu dei⸗ nen Handen, behüte sie vor 36²2 Sterbe⸗ und Begräbnislieder. Sünden, Schmach und Schan⸗ den; du wirst, o Vater, diesen s meinen Willen an mir erfüllen. 8. Drauf wendet sich mein Herz von dieser Erden. Dein Paradies das soll mir eigen werden, dein Paradies, das schöne, das wird heute mir stehn zur Beute. Jesu. bnne mir jetzt deine Güte, gib mir ein him⸗ meldringendes Gemüte, daß ich 1 D10 dort zum Gnaden⸗ lohne die schöne Krone. 10. Zwar Hölle, Teufel fan⸗ gen an zu quälen und streben mir nach meiner armen Seelen. weil ich dein Wort in diefer Sündenhütten, hab überschrit⸗ ten II. Ich aber will die Seufzer tiefer fassen: mein Gott, mein Gott, du wirst mich nicht ver⸗ lassen, dieweil du selbst von Gott verlassen hingest und mich umfingest. 2. Mein Herze dürstet nach h und ich ächze, ich seufze nach dem Himmel, ach, ich lechze nach dir, nach dir mit Webe„nin ich Armer, du 5715 Erbarmer. Ach laß mich nicht ch 1615 Not versinken, laß mich die Kraft aus deinen Wunden trinken, ich dürste wie ein Hirsch, laß dich erblicken mich zu erquicken. 14. Jetzt kommt der Trost, mein Herz hat sich gelabet, Jesu, mit deinem Blut bin ich degabet; es ist vollbracht, was IWden. ist gewesen, ich bin ge⸗ nese mein in senrer Leib schläft sanft in seiner Kammer und wartet nur, bis Jesus diese Glieder mir gibet wieder. 16. Ich gebe 5.. Geist in deine Hände, o Jesu, chb lebe des Seibes Bande! Ich bleibe dir, ich uch 2 deinem Namen. Jesu, sprich Amen! Michael Hunold g. 1621 4 1672. 601. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 1. 3940 sterbe täglich, und mein Leben eilt immerfort zum Grabe hin. Wer kann mir einen Bürgen gehen, ob ich noch morgen lebend bin? Die hur⸗ geht hin, der Tod kommit her: ach wer nur immer fertig wär 2. Ein Mensch, der sich mil Sünden träget, ift immer reif 50 Sarg und Grab: der Apfel, der den Wurm schon heget, fällt endlich unversehens ab. Der alte Bund schließt keinen alis, mein Leib ist auch ein Totenhaus. 3. Es kann vor Abend an⸗ ders werden, als es am Mor⸗ en mit mir war; den einen uß hab ich auf Erden, den andern auf der Totenbahr. Ein einzger Schritt ist nur da⸗ in. wo ich der Würmer Speise 44 Es schickt der Tod nicht immer Boten, er kommet oft unangemeldt und fordert uns ins Land der Toten. Wohl dem, der Haus und Herz be⸗ stellt, denn ewig Unglück oder 15. Nun ist vollbracht mein Glück h Leiden, Kreuz und Jammer; ück hängt nur an Einem Augenblick. 5 Herr, aller Herren. Tod und ehen hast du allein in deiner Hand; wie lange du l mir Frist gegehen. das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich jeden Glockenschlag an meinen Abschied denken mag. 6. Ein einzger Schlag kann alles enden. wenn Fall und Tod beisammen sein. Doch schlage nur mit VBaterhänden und schließ in Christi Tod mich ein, daß, wenn der Leih zu Boden fällt. die Seel an Jesu Kreuz sich hält. 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn Auge. Mund und Ohr sich schleußt: drum bet ich bei gesunden Tagen: Herr, ich befehl dir meinen Geist. Verschließen meine Lippen sich, so schreie Jesu Blut für mich. 8. Kann ich nicht segnen mehr die Meinen, so segne du sie, Herr, für mich, und wenn sie bittre Tränen weinen, o Tröster, so erharme dich und lasse der Verlaßnen Schrein durch deinen Trost erhörlich sein! 9. Dringt mix der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf, verkürze mir des Todes Schmerzen und hole mich zu dir hinauf, so wird mein Abschied keine Pein, zwar eilig, dennoch selig sein. Benjamin Schmolch g. 1672 4 1737. 602. Eigene Melodie. Lilien jener Freuden Uner sollst du weiden, Seele, Sterbe⸗ und Begräbnislieder. Adler fleug behende! 363 Jesu Hände öffnen schon das Per⸗ entox. 2. Laßt mich gehen laßt mich laufen zu dem Haufen derer, die des Lammes Thron nebst dem Chor der Seraphinen schon bedienen mit dem rein⸗ sten Zubelton. 3, Söse, erstgeborner Bruder, doch die Ruder meines Schiff⸗ leins, laß mich ein in den sichern Friedenshafen zu den afen, die der Furcht ent⸗ cket sein. 4. Nichts soll mir am Herzen kleben, süßes Seben, was die Erde in sich hält. Sollt ich in der Wüste weilen und nicht eilen? Rein, ich eil ins Him⸗ melszelt. 5. Herzensheiland, laß den Glauben mir nichts rauben. Glauben. der durch alles dringt. ů Nach dix sehnt sich meine Seele in der Höhle, bis sie sich von hinnen schwingt. 6. O wie bald kannst du es machen, daß mit Lachen unser Mund erfüllet sei, du kannst durch des Todes Türen träu⸗ mend führen und machst uns auf einmal frei. 7. Du hast Sünd und Straf getragen, Furcht und, Zagen muß nun ferne von mir gehn. Tod, dein Stachel liegt da⸗ nieder, meine Glieder werden fröhlich auferstehn. 8. Gotteslamm, dich will ich loben hier und droben mit der herzlichsten Begier. Du hast dich zum ewgen Leben mir ge⸗ geben, hole mich, mein Gott. zu dir! 3. Ludw. Konr. Allendorf ru schwinge dich empor! Als ein g. 1693 7 1773. 36⁴ Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 603. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. Ei wie so sanft entschliefest du nach manchem schweren Stand und liegst nun da in süßer Ruh in deines Heilands and. 2. Sein Leiden hat dich frei Pem, sei d aller Angst und ein, sein letztes Wort: Es ist hollbracht, das singt dich lieb⸗ lich ein. 3. Du läßt dich zur Verwan⸗ delung in dies Gefilde sän mit Hoffnung und Bersicherung. viel schöner aufzustehn. 4. Verbirg dich unserm An⸗ 27 7 im kühlen Erdenschoß! u hast das deine ausgericht, empfängst ein selig Los. 5. Wir wissen, dab der Bräutigam, der ewig treue Hirt, dich sein schon hier ge⸗ liehtes Lamm, auch dort nicht lassen wird. 6. Er führe seine ganze Herd. die sich zu ihm gesellt und die ihm ist so teur und wert, auch vollends durch die Welt! Nach Gottfr. Neumann g. um 1688 4 1782. 604. Mel. Jesus, meine Zuversicht. Meine Lebenszeit verstreicht, stündlich eil ich zu dem Grabe; wenig Tage sind viel⸗ leicht, die ich noch zu leben habe. Denk, o Mensch, an deinen Tod, säume nicht, denn Eins ist not. 2. Lebe, wie du, wenn du stirhst, wünschen wirst gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst. Würden, die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun, diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt. nur ein ruhiges Gewissen, das der wahre Glaube gibt, wird dir deinen Tod versüßen. Dieses Hers, von Gott erneut, ist des Todes Freudioheit. 4. Daß du dieses Herz er⸗ wirbst, fürchte Gott und bet und wache! Sorge nicht, wie früh du stirbst, deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur, den Tod nicht scheun, lern auch, seiner dich erfreun. 5. Überwind ihn durch Ver⸗ traun, sprich: Ich weiß, an wen ich gläube, und ich weiß, ich werd ihn schaun einst in diesem meinen Leibe, Er, der rief: Es ist vollbracht, nahm dem Tode seine Macht. 6. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein ver⸗ senken. sprich: Herr. daß i Erde bin, lehre du mich selbst bedenken! Lehre du michs jeden Tag. daß ich weiser werden mag. Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. 605. Mel. Jesus, meine Zuversicht. Gehh nun hin und grabt mein Grab, denn ich bin, des Wanderns müde, von der Erde scheid ich ab, denn mir ruft des Himmels Friede, denn mir ruft die süße Ruh von den Engeln droben zu. 2. Geht nun hin und graht mein Grah; meinen Lauf hab ich vollendet, lege nun den N.— 2525„·——2—27:— ‚˖‚P..c‚c‚ccKĩJI‚——.‚‚t.‚“‚‚‚* Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 36⁵ Wanderstab hin, wo alles Irdsche endet, lege selbst mich nun hinein, in das Bette son⸗ 5. 0 3. Was soll ich hienieden noch in dem dunklen Tale machen? Denn wie mächtig. stolz und hoch wir auch stellen unsre Sachen, muß es doch wie Sand zergehn, wenn die Winde drüber wehn. Darum. Erde fahre wohl. laß mich nun in Frieden schei⸗ den! Deine Hoffnung. ach, ist hohl. deine Freuden werden Leiden, deine Schönheit Unbe⸗ stand eitel Wahn und Trug und Tand. 5. Darum letzte gute Nacht. Sonn und Mond und liebe Sterne, fahret wohl mit eurer Pracht, denn ich reis in weite Ferne. reise hin zu jenem Glanz, worin ihr erbleichet ganz. 6. Ihr. die nun in Trguren gehi, fahret wohl, ihr lieben reunde] Wgs von oben niederweht. kröstet froh des Herrn Gemeinde; weint nicht ob dem eitlen Schein, droben nur kann ewig sein. 7. Weinet nicht. daß nun ich will von der Welt den Abschied nehmen, daß ich aus dem Irr⸗ tum will, aus den Schatten. qus den Schemen.) aus dem f Eitlen, aus dem Nichts hin ins Land des ewgen Lichts. *) Wesenlose Bilder. Ps. 39,7. 8. Weinet nicht; mein süßes Heil, meinen Heiland hab ich Tehn und ich habe auch mein eil in den warmen Herzens⸗ wunden, worqus einst sein ommes Blut floß der ganzen elt zugut. 9. Weint nicht: mein Erlöser lebt; hoch vom finstern Erden⸗ staube' hell empor 5 off⸗ nung schwebt, und d im⸗ melsheld. der Glaube, 455 die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! Ernst Moritz Arndt g. 1769 4 1860. 606. Mel. Christus, der ist mein Leben. Anmn Grabe stehn wir stille und säen Tränensaat, des lieben Pilgers Hülle, der aus⸗ gepilgert hat. 2. Er ist nun angekommen, wir pilgern noch dahin; er ist nun Iun Hewim der Tod war i hm Gewinn. 3. Er schaut nun. was wir glauben, er hat nun, was uns fehlt, ihm kann der Feind nichts anat der uns ver⸗ sucht In quäit. at nun als den Sei⸗ nen der Herr dem Leid ent⸗ rückt. und während wir hier weinen. ist ů— o hoch beglückt. 5. Er trägt die Lebenskrone 908 hebt die Palm empor und singt vor Gottes Throne ein Lied im höhern Chor. 6. Wir armen Pilger gehen hier noch im Tal umher, bis wir ihn wiedersehen und selig ind wie er. K. J. Phil. Spitta g. 1801 4 1859. Siehe auch Nr.432 436. Beim Tode der Ehefrau. 607. Mel. Wenn mein Stündlein vor⸗ handen ist. Ac Gott, ich be in Traurig⸗ keit mein Leben nun be⸗ schließen, dieweil der Tod von 366 Sterbe⸗ und Begräbnislieder. meiner Seit so eilends hat der rissen mein treues Herz. Tugend Schein, des muß ich jetzt beraubet sein. Wer kann mein Elend wenden? 2. Wenn ich an ihre Freund⸗ lichkeit gedenk in meinem Her⸗ zen, die sie mir hat zu jeder 800 in Freud und auch in Schmerzen erwiesen ganz be⸗ tändiglich, mein Kreuz und einen mehret sich, vor Angst möcht ich vergehen. 3. Bei wem soll—8 auf dieser Welt rechtschaffne Liebe fin⸗ den? Der meiste Teil nicht Leben, ich aber komm hinauf zu dir. Da werd ich mit dir schweben in Lust Freude, Wonn und Luft, die deine Seele täglich kost, drauf ich mich herslich freue. wie mit großer Freu⸗ digkeit wolln wir einander kennen! Da wird uns dann zu keiner Zeit der üweic Tod mehr trennen. Ach welche Freude wird dann sein, wenn ich die die ich jetzt bewein, mit Freude werd umfangen! ies will ich stets in meinem Leid mir zu Gemüte Glauben hält, die Treu will führen, erwarten in Geduld gar verschwinden. Ich glaub die Zeit, wie Christen will ge⸗ und red es ohne Scheu: die buͤhren. Gott glles Trostes best ist doch getraute Treu, die muß ich jetzt entraten. Fürwahr mir geht ein scharfes Schwert ahnenchend durch meine Seele, die abzuscheiden oft begehrt aus ihres Leibes öhle, o du nicht, Herre esu Christ, in solchem reuʒ mein Tröster bist, muß ich in Leid verzagen. ir willich mi selges Herz, zu dir will ich mich wen⸗ den in diesem meinem Ounglt Schmerz, ob sich mein Angst möcht wenden. Ich will be⸗ trachten deinen Stand, wie f Gott dir alles 8nd 2 ewandt in höchste Freud und Wonne. 6. Kein Angst, kein Hsetand Weh und Not kann dich jetzund perletzen, im Himmel tut der Eehen. Gott mit Liebe dich er⸗ N und Die die 5 schaut mit Fust reud die heilige Dreifal⸗ figtteit mit allen Auserwählten. 7. Du kommst nicht wieder her zu mir in dies betrübte steh bei mir und mich durch seinen Geist regier zu seines amens Ehre! Joh. Heermann g. 1585 1647. Tod und Begräbnis von Kindern. 608. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. Golt Lob, die Stund ist kommen. da ich werd auf⸗ genommen ins schöne Para⸗ deis. Ihr Eltern dürft nicht klagen. Den Freude sollt ihr agen: Dem Höchsten sei Lob, Ehr und Preis! 2. Kurz ist mein irdisch Lehen, ein bessers wird mir geben Goti in der Ewigtzeit. Da werd ich nicht mehr sterben, in keiner Leben ot verderben, mein 667 sein Hltwn Freud. 3. Gott eilet mit den Seinen, Hiet sie nicht lange weinen in diesem und selig Sterben ist ränental. Ein schnel ne 41 E-/ He Sterbe⸗ und Begräbnislieder. und malech erben des schönen Himmels Ehrensaal. 4. Wie Aund 0 wird verführet manch Kind, an dem man spüret rechtschaffne Frömmig⸗ keit! Die Welt voll— und Tücke legt heimlich ihre Stricke. 6 Tag und Nacht, zu jeder eit. 5. Ihr Netze mag sie salen mich wird sie nun nicht fällen, sie wird mir um kein Leid. Denn wer kann den verletzen, den Christus jetzt wird setzen ins —0 vollkommner Sicher⸗ eit. 6. Zuvor bracht ich euch feit Freude, jetzt, nun ich von euch scheide, betrübt sich euer Herz. Doch wenn ihrs recht betrachtet und was Gott tut. hoch achtet, wird sich bald lindern aller Schmerz. 7. Gott zählet alle Stunden. er schlägt und heilet WIn er hennet jedermann. Nichts ist jemals geschehen, das er nicht vorgesehen, und was er . ist wohlgetan. Wenn ihr mich werdet inden vor Gott, frei aller Sünden, in weißer Seide stehn und tragen Siegespalmen in Banen und mit uhmerht des erren Lob und Ruhm erhöhn. 9. nd Leuch 0 zuch freuen, es wir herzlich 509 dem ihr betrübt, Wohl ottes Willen Dendel 1n erfüllen und ihm sich in Geduld ergibt. 10. Ade. 9 6 seid besemnel. Was jetzund euch hn, Diel ist andern auch geschehn, viel müssens noch erfahren. Nun, 367 Gott woll euch bewahren! Dort wollen wir uns wiedersehn. Joh. Heermann g. 1585 1647. 609. Mel. Herr Jesu Lich. meins Leben Nun; lieg 15 armes Würme⸗ lein und ruh in meinem Kämmerlein, ich bin durch einen Ra Tod entgangen aller Angst und Not. 2. Was schadet mirs, daß mein Gebein muß in das Grab verscharret sein? Mein Seele schwebet ohne Leid in Himmelsglanz und Herrlich⸗ 3 In solchem Schmuck, in solcher Zier prang ich vor Gottes Thron allhier; mein Labi ist all meine Lust, mein Labsal, meine 0110 Kost. 4. Was frag ich nun nach Eurr Weltꝰ 25 Jesus hier mich küßt und hält, in ihm erfreu ich mich allein, beu ihn kann ich nicht fröhlich sein. 5. Mit Weinen war bi erst geborn, zum Jauchzen bin ich auserkorn; ich singe mit der Engelschar das ewig neue Jubeljahr. 6. Nichts Liebers meine Zunge singt, nichts reiner meinen Ohren klingt, nichts Süßers meinem Herzen ist, als mein herzliebster Zesus Christ. 7. Drum, liebe Eltern, höret auf, zich b meinen kurzen ch. Lauf, ich bin vollkommen wor⸗ den hald; wer selig stirbt, ist gnugsam alt, 8. Drum legt die Hand auf euren Mund und seht auf Gott. der euch verwundt, der euch zu 368 Sterbe⸗ und Begräbnislieder. heilen ist bereit, wenns dienet eurer Seligkeit. 9. An jenem Tag wir wer⸗ den gehn, da vor Gott Grob und Kleine stehn, zur him⸗ Uhahnter Christtagsfreud mit höchster Ehr und Herrlichkeit. Mich. Schirmer g. 1606 1673. 610. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. Du bist zwar mein und blei⸗ best mein,(wer will mir anders sagen?) doch bist du nicht nur mein allein, der Herr von ewgen Tagen der hat das meiste Recht an dir, der fordert und erhebt von mir dich, o mein Sohn, mein Wille, mein Herz und Wunsches Fülle. 2. Ach gält es wünschen, wollt ich dich, du Sternlein meiner Seelen, vor allem Weltgut williglich mir wün⸗ d agen: Bleib bei mir, du sollst ein meines Hauses Zier, an ir will ich mein Lieben bis in mein Sterben üben. 3. So sagt mein Herz und meint es gul, Gott aber meints noch besser, Groß ist die Lieb in meinem Mut. in Gott ist sie noch größer. Ich bin ein Va⸗ ter und nichts mehr, Sott ist der Bäter Haupt und Ehr, ein Quell, da Alt und Jungen in aller Welt entsprungen. 4. Ich sehne mich nach mei⸗ nem Sohn, und der mir ihn will, daß er nah an 1 und erwählen. Ich wollte einem Thron im Himmel solle eben. Ich sprech: Ach weh, mein Licht verschwindt, Gott spricht: Willkomm, du liebes ind, dich will ich hei mir haben und ewig reichlich laben. 5. O süßer Rat, o schönes Wort und heilger, als wir denken! Bei Gott ist ja kein böser Ort, kein Anglück und kein Kränken, kein Angst, kein Mangel. kein Versehn. bei Gott kann keinem Leid ge⸗ schehn; wen Gott versorgt und liebet, wird nimmermehr be⸗ trübet. 5 6, Wir Menschen sind ja auch bedacht die Unsrigen zu zieren: wix gehn und sorgen Tag und Nacht, wie wir sie wollen führen in einen feinen, soben Stand, und ist doch selten o bewandt mit dem, wohin sie kommen, als wirs uns vor⸗ genommen. „Wie manches junges, frommes Blut wird jämmerlich perführet durch hös Erempel, aß es tut, was Christen nicht gebühret. Da hats denn Got⸗ tes Zorn zu Lohn, auf Erden nichts als Spott und Hohn, der Vater muß mit Grämen sich seines Kindes schämen. 8. Ein solches darf ich ja nun nicht an meinem Sohn er⸗ warten; der steht vor Gottes Angesicht und geht in Christi Garten, hat Freude, die ihn recht erfreut, und ruht von allem Heröeleid; er sieht und hört die Scharen, die uns all⸗ hier 0r eht 9. Ex sieht und hört der Engel Mund, sein Mündlein Wei selbst singen; weiß alle eisheit qus dem Grund und redt von solchen Dingen, die unser keiner noch nicht weiß, r. ..r die auch durch unsern Fleiß und Schweiß wir, weil wir sind auf Erden, nicht aus⸗ studieren werden. 10. Ach sollt ich doch von 0 stehn und nur ein wenig ören, wenn deine Sinne sich Namen erhöhn und Gottes ehren, der heilig, heilig, heilig Hö ist, durch den du auch geheiligt bist: ich weiz ich würde müssen 510 WI Tränen gießen: Ich würde syrechen: Bleib allhier, nun will i nicht mehr klagen: Ach mein Sohn, wärst du noch bei mir! nein, sondern; Komm, du Wagen Clias, hole mich„0 mom und bring mich dahin, da mein Kind un 10 viel liebe Seelen so 1. N Ding erzählen! 2. Nun es Uich ia und bleib 400 ich will dich nicht mehr weinen; du lebst und bist von h Herzen froh, siehst lauter Son⸗ nen scheinen, die Sonnen ew⸗ ger Freud und Ruh; hier leb und bleib nun immerzu, ich will, wills Gott, mit andern auch bald hinüber wandern. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. 611. Mel. Herzlich tut mich verlangen. 2—3— hab ich obgesieget, mein Lauf ist mun vollbracht, ich bin gar wohl 911 Dhrab zu tausend Lehe Nachtl Ihr aber, huant ieben, tut nicht 0 4115 lich! betrüben? Stehts doch schr gut um mich. 2. Denkt, Vater, wie viel Sorgen, wie manche wache Nacht, wie manchen düstern Sterbe⸗ und Begräbnislieder. Was wollt ihr h 369 Morgen ein liebes Kind oft macht. Was ihm kann wider⸗ fahren, das fürchtet, wer es liebt. Den Kummer hönnt ihr sparen, drum seid nicht so be⸗ trübt. 3. Ach Mutter, laßt die Zäh⸗ ren, stellt semn Vegeh ein, 948 chsten 0 n. W. ren 8 muß erfüllet sein. Warum ihr jetzo weinet und gar zu kläglich tut, das ist sehr wohl gemeinet: Gott machet alles gut. 4. Die Freude, die sich re⸗ get bei einem Wandersmann, wenn er die Reis hinle 10 und kommet glücklich an; Schiser die empfindet en Schiffer, wenn sich schier ein sichrer Haen findet, die spür 15100 ei mir. 5. Fahr hin, o Angst und Schmerzen, fahr immer, immer inl daß freue mich von Her⸗ zen, daß ich exlöset bin. Ich leb in tausend Freuden in mei⸗ nes Schöpfers Hand; da trifft und Iben kein Leiden, so dieser Welt bekannt. 6. Schmüchkt meinen Sarg mit Kränzen, wie sonst ein Siegsmann prangt. Aus je⸗ nem Vertondat dre e hat meine Seel erlangt die ewig grüne Krone; die werte Siegegpracht rührt her von Gottes Sohne. der hat mich so bedacht. 7. hr E netzet ihr die Wan⸗ gen, 30 ltern, über mir, euch at das Peid umfangen, das Herze bricht euch schier; des Vaters treue Liebe sieht sehn⸗ lich in mein Grab, die Mutter tehet trübe und kehrt die ugen ab. 24 370 Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 8. Ich war euch nur Auen auf eine kurze Zeit, 19 1 Gott mich zu sich ziehen, so 20 bm das Leid und sprecht; Gott hats gegeben. du hast das Recht, 0n dir stehi Tod und Leben, der Mensch ist Gottes Knecht. 9. Daß ihr mein Grab müßt sehen, zeigt unsern schwachen tand; daß es sobald ge⸗ schehen, tut Gottes Baterhand. Gott wird das Leid euch stillen ich sterbe nicht zu jung, wer stirbt nach Gottes Willen, der stirbt schon alt genung. (Nachruf der Betrübten.) 10. Fahr wohl, o liebe Seele, genieß der 907 Sust! Uns in der Trauerhöhle ist nichts hie⸗ von bewußt. Wann wird do angelangen desselben Tages Schein, daß du uns wirst emp⸗ fangenꝰ? O möcht er heute sein! Gottfr. Wilh. Sacer g. 1635 4 1699. 612. Eigene Melodie. Zeach hin, mein Kind, denn 3Gott selbst Ped. 9ch ic ade dieser dem leide zwar, dein Tod beriibel mich. doch weil es Gott gefällt, so unterlaß ich alles Klagen und will mit stillem Geiste sagen: Zeuch hin, mein Kind! 2. Zeuch hin, mein Kind, der Schöpfer hat dich mir nur in der Welt geliehn. Die dr ist aus, darum befiehlt er dir jetzt wieder fortzuziehn. Zeuch hin, Gott hat es 0 versehen, was dieser will, das muß ö. chehen. Zeuch hin, mein Kind! Gott, nimms, Ruh 3. Zeuch hin, mein Kind, im Himmel findest du, was dir die Welt versagt; denn nur bei Gott 50 wahrer Trost und da wird kein Schmers —.— chwe en. 50n wir in Angsten schweben, dort kannst du ewig fröhlich leben. Zeuch hin, mein Kind! 4. Zeuch hin, Schr Kind. hin⸗ 356 in Gottes Schul, da Gott 390 5 ist, Da lauter Bem u vor Gottes Dahn eim Chor der Engel bist. Da kannst du deinem Jesu singen, die Zeuchhmanei lassen klingen. euch hin, mein Kind! 5. Zeuch hin, mein Kind, wir beneh alle nach, sobald es Gott befiehlt. Du eilest Dam eh sich das Unge in deine Jahre ) spielt. Wer ange lebt, steckt lang im Leide, wer frühe Beuch kommt bald zur Freude. hin, mein Kind! 6. Zeuch hin, mein Kind, die Engel warten schon auf deinen aunh oi Geist. Du siehest auch, wie Gottes lieber Sohn dir Wol on die Krone weist. Nun , dein Seele ist aterromn⸗ du hast im Herren ü.—½ den. Zeuch hin, mein K Gottfr. Hoffmann g. 1658 41113 613. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. Wenn 31221 immelserben in ihrer Unschuld 4un e so büßt man sie nicht ein, sie werden nur dort oben vom Bater aufgehoben, damit sie unverloren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christenlaufe für Christum eingeweiht und no bei Gott in Gnaden; was sollt es ihnen sHaden, daß Jesus sie zu sich entbeutꝰ Lieder von der Auferstehung. 371 3. O wohl auch diesem Kinde! Es stirbt nicht zu geschwinde. ch Zeuch hin, du liebes Kind! Du dest ber ja nur schlafen und Fler⸗ 0 bei den Schafen, die ewig unsers Jesu sind. Johann Andreas Rothe g. 1688 71758 XXVII. Lieder von der Auferstehung. 614. Eigene Melodie. Duein 5 diim e und mein Heiland ist im Leben. Dieses weiß ich; soll ich nicht darum mich zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht?ꝰ 2. Jesus, er mein Heiland. lebt, ich werd auch das Leben chauen, sein, wo mein Erlöser chwebt; warum sollte mir denn grauen Lässet auch ein Haupt sein Glied. 015 5 es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoff⸗ nung Band zu genau mit ihm perbunden, meine starke Glau⸗ benshand wird in ihm gelegt Höll befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von' ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche werden; das gesteh ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlich⸗ keit um ihn sein mög allezeit. 5. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, Hch Heiland. kennen, ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd in sei⸗ ner Liebe brennen; nur die Schwachheit um und an wird mir sein abgetan. 6. Was hie kranket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen; irdisch werd ich ausgefät, himmlisch werd ich guferftehen; hie geh ich natür⸗ lich ein, dort da werd ich geist⸗ lich sein. 7. Seid getrost und hoch er⸗ freut, Jesus trägt euch, meine Glieder! Gebt nicht. C der Traurigkeit! Sterbt ihr, Chri⸗ stus ruft euch wieder, wann die letzt Posaun erklingi, die auch durch die Gräber dringt. 8. Lacht der finstern Erden⸗ kluft, lacht des Todes und der öllen, denn ihr sollt euch durch die Luft eurem Hei⸗ S00 zugesellen.) Dann wird Schwachheit und Verdruß lie⸗ gen unter eurem Fuß. *) 1. Thess. 4, 17. Nur daß ihr den dieser Aheht von den Lüsten dieser Erden und euch dem schon jetzt Werder dem ihr beigefügt wollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. Luise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg(2) g. 1627 4+ 1667. 372 Lieder von der Auferstehung. 615. Mel. Wachetauf, ruft uns die Stimme. Es 11 dies Haus, das aus der Erden, nur immerhin Hans m0i werden, ein andres Haus wird uns erhaut. Gott 5 will diesen Bau voll⸗ hren, mit ewger Himmels⸗ klarheit zieren, dran man 1.—3 Unvollkommnes schaut. Hin⸗ weg, was irdisch heißt! Mein Herz und ganzer Geist Wort von hinnen, ergreift dies Wort und ist schon dort an jenem elden Freudenort. 2. Da wird kein Vorhang angetroffen, das Allerheiligste steht offen; o seligste Zufrieden⸗ heit! Hier, wo sich Fried und Freude küssen, giht süße Wonne zu genießen die aht ligste Dreieinigheit. der naht uns 2 Her all hier der Engel l sassen f ier, alle Trommen um⸗ assen sich recht brüderlich:, 0 Herz und Seele, freue dich! 3. Hier ist nur lauter Licht und Freude, hier kleidet uns nur Heile Seide der allerrein⸗ sten Heiligkeit; wir tragen lau⸗ ter güldne Kronen, wir sitzen hier auf güldnen Thronen, hier wechselt sich gar keine Zeit. Hör auf, mein blöder Sinn, wo willst du endli hin ꝰ Stille, stillel. Geh ruhig ein. wo Gott allein wird alles und in allem sein. Jakob Baumgarten g. 1668 4 1722. 616. Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan Ichf freue mich der frohen aund da ich soll auferstehen und Gott in schönster Herrlichkeit und meinen Heiland sehen, da ich soll sein in der Gemein der auserwählten Frommen und zu den Vätern kommen. 2. Ach käme bald der Tag heran, der Tag, dran mein bofier In der an dem ich offen kann die Freiheit und enesung; da Engeln 5 h 905 ngelreich ich werd ein Leben haben, wo Loben, Lie⸗ 510 Laben. 90 weiß durch meinen Re rist, an den ich lich gläube, der 10 un erstehung ist, daß ich nicht bleibe, und Deser 0 mir nicht sein mag ein Tag der Schmach und Schmerzen, wie 9—4 verruchten Herzen. 4. Ich hoffe dann den Gna⸗ denlohn durch Christum zu er⸗ angen und vor des Aller⸗ höchsten Suee im schönsten Ruset en rangen. Komm, Zeit err, mich bereit, ie mich mög erquicken und ewiglich beglücken. Peter Busch g. 1682 4 1744. 617. Eigene Melodie. A erstehn, j— auferstehn wirst du, mein Staub, nach kur⸗ zer Rüh. sn d Leben wird, der dich chuf. dir geben. Halleluia! 2. al.O. 2 Herrder werd ich gesät. Der Herr der Ernte geht und sammelt Garben uns ein, uns ein, die starben. Halle⸗ lujal 3. Tag des Danks, der Freudentränen Tag, dumeines EÆ—8 ůIoOt—. Gottes Tag! Lieder vom Gerichte. Wenn ich im Freuden. Der müden Pilger 373 Grabe genug geschlummert Leiden sind dann nicht mehr. habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden mich mein M. uns Mit ich im Heiligtume Jesusgehn wir ein zu seinen wirds dann uns sein. 5. Ach ins Allerheiligste führt Mittler dann. Lebt u seines Namens Ruhme! Halleluia! Fr. Gottl. Klopstock g. 1724 4 1803. XXVIII. Lieder vom Gerichte. 618. Eigene Melodie. Tag des Zorns, o Tag voll Grauen, da die Welt den Herrn soll schauen nach dem Wort, dem wir vertrauen! 2. Zittern in der Erde Grün⸗ den wird des Richters Nahn verkünden, der die Herzen will ergründen. 3. Wunderbar Posaunen⸗ hallen wird durch jedes Gra erschallen, auf, zum Throne! rufend allen. 4. Erd und Tod wird sehn mit Beben das Geschöpf der Gruft entschweben. Antwort seinem Herrn zu geben. 5. Und ein Buch wird sich entfalten, drin die Schuld der Welt enthalten, über die Ge⸗ richt zu halten. 6. Wenn er nun sitzt auf dem Throne, kommt glsbald vor Gottes Sohne alles zu verdientem Lohne. 7. Was soll dann ich Armer sagen? wer mich zu vertreten mi mich geleiten, stelln zu deiner wagen, wo selbst die Gerechten zagen ꝰ 8. FJurchtbar ho erhabner König. Quell der iebe, Hei⸗ land gnädig, mach du mich der Sünden ledig! 9. Jesu, deiner Lieb gedenke. daß du für mich kamst, be⸗ denke, darum einst mir Gnade schenke! 10. Bist voll Schmerz mich suchen gangen, hast für mich am Kreuz gehangen, nicht um⸗ sonst sei Tod und Bangen. 11. Richter der gerechten b Rache, deiner Huld mich teil⸗ haft mache, eh der Tag des Zorns erwache. 12. Gleich Verworfnen fühl ich Bangen. Schuld macht glü⸗ hen meine Wangen; mein Ge⸗ bet laß Gnad erlangen! 13. Du, der lossprach einst Marien und dem Schächer hast verziehen, hast auch Hoff⸗ nung mir verliehen. 14. Gar unwürdig ist mein Flehen, laß du, Heiland. Gnad mich sehen, nicht ins ewge Jeuer gehen! 15. Von den Böcken wollst mich scheiden, zu den Schafen rechten Seiten. 16. Ruf, wenn in die ewgen Flammen sinken, die du willst 37⁴ Lieder vom Gerichte. verdammen, mit den Deinen mich zusammen! 17. Sieh, nach dir streck ich die 9. dich zum Zerknirschten, Herr, dich wende, o gib mir ein selges Ende! 18. Tag voll Tränen, wo mit Grauen Gott die Kreatur n schauen, auferstehend aus m Grabe! Nimm die Schuld, a allen abe! Frommer esu, Heiland du, schenke alln die ewge Ruh! Aus dem Latemnischen des Thomas von Celano um 1250: Dies irae, dies illa. ÜUbersetzung von Bunsen. 619. Eigene Melodie. Wiunach auf, ihr Christen alle, wacht auf und seid bereit in diesem Jammertale, wacht auf, es ist Iun 5 Zeik! Der Herr wird nun bald kommen und 2 1 e Haun ⸗ Sünd'r wird er verdammen wer wird vor ihm bestehn? 2. Geld, Gut kann da Mau raten, es hilft nicht hoher M du mußt es kurz verlassen. wenn kommt der bittre Tod. ben 90 gleich schön von Far⸗ du gleich jung und —— Gon kann dich bald ver⸗ derben im Augenblick der Zeit. 3. Darum ihr Christen alle, die hier beisammen seid, laßt euren Hochmut fallen und war⸗ tet auf die Zeit! ühncha ihr bei Jesu leben, so sucht das ewge Gut, er wirds euch reichlich geben und helfen aus der Not. 4. Gotts Wort ist uns ge⸗ geben aus groß'r Barmhersig⸗ keit, daß wir darnach solln leben und machen uns bereit. So laßt uns das nun fassen und halten fest daran; wolln wir das nun verlassen, so ists mit uns getan. 5. Ach wär der nicht ge⸗ boren, der Gottes Wort ver⸗ acht! Es ist mit ihm verloren, er wandert ganz in Nacht. voli Laster und voll Schande und spottet mit Gotts Wort: o weh, die Höllenbande erwarten ihn schon dort. 6. Der Armen Not und Grä⸗ men laßt euch zu Herzen gehn, daß sie euch nicht beschämen. wenn ihr vor Grricht sollt stehn. Denn wer den Aumen gibet, erlangt den Gnadenlohn: den, der sie hier betrübet, verdammt einst Gottes Sohn. 1545. Nach dem Hannov. Gsb. 1649. 620. Eigene Melodie. Ebdat ist 96501 ich an der Zeit, Gottes Sohn wird 150.. in seiner großen Herrlichkeit, zu richten Bös und Fromme. Da wird das Lachen werden teur, wenn alles wird vergehn im Feur, wie Petrus“) davon schreibet. *) 2. Petri 3,7. 2. Posaunen wird man hören gehn an aller Welten Ende, darauf bald werden Benderde all Toten gar be⸗ hende; die aber üden das Leben abn, die wird der Herr von tunde an verwandeln und verneuen. 3. Darnach wird man ab⸗ lesen bald ein Buch, darin ge⸗ 2..HH„‚e‚...‚‚ schrieben, was alle Menschen. jung und alt, auf Erden hahn getrieben; da denn gewiß ein jedermann wird hören, was er hat getan in seinem ganzen Leben. 4. O weh demselben, welcher hat des Herren Wort verachtet und nur auf Erden früh und spat nach großem Gut ge⸗ trachtet! Er wird fürwahr gar schlecht ünsene und mit dem Satan müssen gehn von Christo in die Hölle. 5. O Jesu, hilf zur selben Zeit von wegen deiner Wun⸗ den, daß ich im Buch der Selig⸗ keit werd angezeichnet funden. Daran ich denn auch zweifle nicht. denn du hast jg den Feind gericht und meine Schuld bezahlet. 6. Derhalben mein Für⸗ sprecher sei. wenn du num wirst erscheinen, und lies mich aus dem Buche frei. darinnen stehn die Deinen; auf daß ich samt den. Brüdern mein mit mir geh in den Himmel ein. den du uns hast erworben. 7. O Jesu Christ, du machst es lang mit deinem jüngsten Tage; den Menschen wird auf Erden bang von wegen vieler Plage; komm doch. komm doch. du Richter groß. und mach uns bald in Gnaden los von allem Abel! Amen. Barthol. Ringwaldt g. 1539 11592. Nach dem Lateinischen Dies irae, dies illa. Lieder vom Gerichte. 621. Ev. Matth. 25. Eigene Melodie. Wachet auf! ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne wach auf, du Stadt Jerufalem! Mitternacht heißt diese Stunde: ie rufen uns mit hellem unde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräutgam kömmt, steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu der Hoch⸗ eh ibr müsset ihm entgegen⸗ gehn! 2. Zion hört die Wächter singen. das Hersz tut ihr vor Freude springen. sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel Wahrben u Gnade stark, von dahrheit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm du werse Kron, Herr Jesu. Gottes Sohn! Ho⸗ sianna! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesungen mit Menschen⸗ und mit Engel⸗ zungen, mit Harfen und mit Cymbeln schön! Von zwölf Berlen sind die Tore an deiner Stadt: wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gesehn, kein Ohr hat ie gehört solche Freude. Drum jauchzen wir und singen dir das Halleluia für und für. Philipp Nieolai g. 1556 4 1608. 376 XXIX. Lieder vom ewigen Leben. 622. Eigene Melodie. I weiß ein lieblich piel, da ist alls deid zer⸗ angen; im Himmelreich ist R piel ohn Endesziel, dahin soll uns verlangen. 2. Weil uns Gott durch die Gnade sein wollt lieblich dahin weisen, so steh auf, edle Seele mein, tracht da hinein, sein Lob sollst immer preisen. 3. Der Winter kalt, der Sünden 7— die haben bald ein Ende: kehr dich zu Gott, der dir verzeiht; darum ün biti —4 chr und mit Händen! foder wach, lieg are Bin 1 steh allzeit in Sor⸗ itt G aß er dir gebe den al 1Tage neu den Abend und den Morgen. 5. Aus Herzen tief andächtig⸗ lich sollst du mit Reue sprechen: ch reicher Gott üan immel⸗ reich, nun wollst du dich an meiner Sünd nicht rächen! 6.3 ur dt daß Gott ist also gut, daß er dir Gnad will ge⸗ ben, kehrst du von Sünden deinen Mut. Wer also tut, der kommt ins ewge Leben. Nach Heinrich v. Laufenberg 4 1455. 6²2³. Mel. Valet will ich dir geben. 2 10 den Non wird bald Hocheeitah Hif. Bell daßsn ochzeitgä i ott, da wir nicht schl 00 in Sünden Engel⸗ schlummern fest, bald habn in in unsern Händen die Lampen. Ol und Licht und uns nicht müssen wenden von deinem Angesicht. 2. Da werden wir mit Freu⸗ den den Heiland schauen an, der durch sein Blut und Peiden den aufgetan, die lie⸗ ben 0l. de 7 Proph 1— al Märtrer und Aposte lel be Uüm in großer Zahl. 3. Die werden uns annehmen als ihre Brüderlein. sich unser gar nicht schämen. uns mengen mitten ein. Wir werden alle treten zur Rechten Jesu Christ, als unsern Gott anbeten. der —0 Fleisches ist. 4. Gott wird sich zu uns kehren. ein'm jeden er G auf ein güldne Kron der Ehren und herzen Ireimdilch drauf. wird Lieb. an sein Bruft drücken In—— Lunts schm an Leib und See 1 chmücken mit 5573 mil Dach. a wird man hören klin⸗ das rechte Saitenspiel, die usikkunst wird bringen in Gott der Freuden viel, die Engel werden eich all Hau m1 Gotts zugleich, mit 1e5 Re Resch Zungen ewig in Got⸗ es 6. Er wird uns fröhlich leiten ins ewge Paradeis, die Hoch⸗ zeit zubereiten zu seinem Lob und Preis: da wird sein 05 und Wonne in rechter Lieb und Treu aus Gottes Schatz und Bronne und ewig werden neu. 7. Also wird Gott erlösen uns gar von aller Not, vom Teufel, allem Bösen, von „ 8 2350 —— I‚rcee..3. ; Amen Agi und 2297 von Trauren und Klagen,. von Kranh— Schmerz und Leid, von Schwermut, Sorg und Zagen, von aller bösen Zeit. Nach Johann Walther 9.1496 1 1570. 624. Eigene Melodie. Jeqisalem. du hochgebaute Stadt, wollt nlich ich wär in dir]! Mein sehnlich und u hicht Verlangen hat und ist nicht umd. bei mir. Weit über Berg und Tale, weit über bla⸗ ches Feld schwingt es sich über alle und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner Tag und noch viel schönre Ichier wann wirst du kommen schier, da ich mit Lust, mit heiem reudenmund die Seele geb von mir in Got⸗ tes treue Hände zum auser⸗ wählten Pfand, daß sie mit Heil n in jen m Vaterlandꝰ 3. Im Augenblick D58N sie erheben sich bis an das Fir⸗ mament, wenn sie verläßt so r 10 wunderlich die Stätt er Element, fährt auf Elias Wagen mit heilger Engelschar, die sie in Händen tragen, um⸗ geben ganz und gar. Ehrenburg, sei nun ge⸗ Wiit⸗ mir, tu mohe Gnade fort! Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh bin kommen fort aus jenem bösen Leben. aus jener Nichtig⸗ keit, und Gott mir hat gegeben das Erb der Ewigheit. Was für ein Volk, was für ein edle ond W. Romnit RDer Welm 1 Alte Was in der Welt von Auserwählten war. Lieder vom ewigen Leben. 377⁷ eh ich, die beste Kron, die Je⸗ us mir, der Herre, entgegen hat gesandt, da ich noch war so 265 in meinem Tränenland. Wwrnen groß und Pa⸗ triarchen hoch, auch Christen insgemein, die weilgnd ne rugen des Kreuzes Joch und der Tyrannen Pein, schau ich n. Ehren schweben, in Frei⸗ heit überall, mit Klarheit hell umgeben, mit sonnenlichtem Stra 7. Wenn dann zuletzt 0 an⸗ 8215, van 5 bin i 900 f önen Para⸗ eis, von höchster Freud er⸗ fͤllet wird der Sinn der Mund von Lob und Preis, das an E reine singt man in eiligkeit 727 ahen. feine End in Ewigkeit. 195 Mit Juhelklang, mit In⸗ strumenten schön, mit Chören ri Zahl, daß pon dem Schall und von dem süßen Ton sich regt der Freudensaal, mit hun⸗ dert tausend Zungen, mit Stim⸗ men noch viel mehr, wie von Anfang Aber. das große Himmelsheer. Joh. Matth. Meyfart g. 1590 4 1642. 62⁵. Eigene Melodie. O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch ich den Tod zu Gott gekommen! Ihr seid entgangen aller Not. die uns noch hält gefangen. 2. Muß man doch hier wie im Kerker— da nur Ichwe⸗ Furcht und Schrecken sch hwe⸗ ben; was wir hie kennen, ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 378 Lieder vom ewigen Leben. 3. Ihr hingegen ruht in eurer ammer sicher und befreit von allem Jammer, kein Kreuz und Leiden ist euch hinderlich in euren Freuden. 4. Christus wischet ab euch alle Tränen, ihr habt schon, wonach wir uns erst sehnen, euch wird gesungen, was dur keines Ohr allhie gedrungen. 5. Ach wer wollte denn nicht erne sterben und den Himmel ür die Welt ererben 7 Wer wollt hier bleiben, sich den Jammer länger lassen treiben? 6. Komm o Christe, komm. uns auszuspannen, lös uns auf und führ uns bald von ei dir, o Sonne, ist dannen! der Womme. Seelen Freud und Wonne. Simon Dach g. 1605 1659. 626. Eigene Melodie. O Ewigkeit, du Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Trau⸗ rigkeit nicht, wo ich mich hin⸗ wende. Mein gand erschrock⸗ nes Herz erbebt, daß mir die Zung am Gaumen klebt. 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt und ganz wird auf⸗ gehoben; die Ewigkeit nur hat kein Ziel, sie treibet fort und fort ihr Spiel, läßt nimmer ab zu toben, ja wie mein Heiland selber spricht, aus ihr ist kein Erlösung nicht. 3. O Ewigkeit, du machst mir bang, o ewig, ewig ist zu lang, hier gilt fürwahr kein 5cherzen. Drum, wenn ich diese lange Nacht zusamt der großen Pein betracht, erschreck ich recht von Herzen; nichts ist zu finden weit und hreit so schrechlich als die Ewigkeit. 4. Ach Gott, wie bist du so ch gerecht, wie strafest du die bösen necht so hart im Pfuhl der Schmerzen; auf kurze Sünden dieser Welt hast du so lange Pein bestellt. Ach nimm dies wohl zu Herzen und merk auf dies o Menschenkind: kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. Wach auf. o Mensch. vom Sündenschlaf, ermuntre dich, perlornes Schaf, und beßre bald dein Leben! Wach auf, es ist doch hohe Zeit, es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag: wer weiß doch, wie man sterben magꝰ 6. O Ewigkeit, du Donner⸗ wort, o Schwert das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit. Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Trau⸗ rigkeit nicht, wo ich mich hin⸗ wende. Nimm du mich, wenn es dir gefällt, Herr JDesu, in dein Freudenzelt! Zohann Rist g. 1607 4 1667. 627. Mel. O Ewigheit, du Donnerwort. O Ewigkeit, du Freudenwort, das mich erquicket fort und fort, o Anfang sonder Ende! OEmigheit, Freud ohne Leid,. ich weiß vor Herzensfröhlichkeit ar nichts mehr vom Elende, as sonst in 61000 Lehen plagt, weil mir die Ewigkeit behagt. — —— ⏑— Lieder vom ewigen Leben. 379 2. Kein Herrlichkeit ist in der solchen Sinn beharrlich. bis ich Welt, die endlich mit der Zeit komm dahin. nicht fällt und gänzlich muß vpergehen; die Ewigkeit nur hat kein Ziel, sie treibet fort und fort ihr Spiel, bleibt un⸗ Kaspar Heunisch g. 1620 4 1690. 628. Mel. Da Christus geboren war. verändert stehen, ja wie der Oobe mein Herz, deinen Gott, heilge Petrus spricht, ihr Erbe das verwelket nicht.“) 4) 1. Petri 1, 4. 3. O Ewigkheit, du währest lang!„Wenn mir auf Erden gleich ist bang, weiß ich, daß dies aufhöret. Drum, wenn ich diese lange Zeit erwäge samt der Seligkeit, die gar nichts mehr zerstöret, so acht ich alles Leiden, nicht, das kaum den Augenblick anficht. 4. Im Himmel lebt der Christen Schar bei Gott viel tausendtausend Jahr und wer⸗ den des nicht müde. Sie stim⸗ men mit den Engeln ein, sie sehen stets der Gottheit Schein, sie haben güldnen Friede, da Christus gibt. wie er verheißt, oarft das die Engel peist. 5. Ach wie verlanget doch nach dir mein mattes Herze mit Begier, du überselges Leben]! Wann werd ich doch einmal dahin gelangen, wo mein schwacher Sinn stets der dir hilft aus aller Not. der dir alle Sündenschuld schenkt aus aller Gnad und Huld, der dir hier Gerechtig⸗ keit, Gnade, Trost und Heilig⸗ keit und dort gibt die Seligkeit. 2. Da ist Leben. Fried und Freud, da ist Ehr und Herrlich⸗ keit, da ist deines Baters Haus. da ist alles Weinen aus; was kein Aug sieht jederzeit, was kein Ohr hört weit und breit, hast du dort in Ewigheit. 3. Da will dein Gott alles sein, da wird Gott, dein Freu⸗ denschein, Leib und Seel ver⸗ neuen ganz gleich dem schönen Sonnenglanz; da ist Gott dein Trost und Schild, der dein Herz mit Freuide füllt, weil du bist sein Ebenbild. 4. Dir, Herr, zu Lob. Ehr und Dank will ich meinen Lob⸗ gesang fröhlich singen immer⸗ dar mit der Auserwählten Schar, wenn mein Leib und Seel erfreut in des Himmels pfleget nach zu strehen! Ich will der Welt vergessen ganz. mich sehnen nach des Himmels Glanz. wort., das mich erquicket fort und fort 5 Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Freud ↄhne Leid. ich weiß von heiner Traurigkeit, wenn ich mich zu dir wende. Herr Jesu, gib mir 6. O Ewigheit, du Freuden⸗ errlichkeit wohnen wird in wigkeit. Joh. Olearius g. 1611 17 1684. 629. Miel. Valet will ich dir geben. Ermuntert euch ihr From⸗ E/ men, zeigt eurer Lampen Schein, der Abend ist gekom⸗ men, die finstre Nacht bricht ein. Es hat sich aufgemachet 380 Lieder vom ewigen Leben. der Bräutigam mit Pracht; auf, betet, kämpft und wachet, bald ist es Mitternacht. 2. Macht eure Sampen fertig und füllet sie mit Ol und seid des Heils gewärtig, bereitet Seib und Seel! Die Wächter Zions schreien: Der Bräntigam ist nah. begegnet ihm im Reihen und singt Halleluia. 3. Ihr klugen Zungfraun alle, hebt nun das Haupt em⸗ por mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engelchor! Die Tür ist aufgeschlossen, die Hochzeit ist hereit; auf, guf, ihr Reichsgenossen, der Bräutgam ist nicht weit. 4. Er wird nicht lang ver⸗ ziehen, drum schlafet nicht mehr ein; man sieht die Bäume blühen, der schönste Früblings⸗ schein verheißt Erquickungs⸗ eiten; die Abendröte zeigt den annn Tag von weiten, vor em das Dunkle weicht. 5. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr Zion lieht, mit freu⸗ digen Gebärden und seid nicht mehr betrübt! Es sind die Freu⸗ denstunden gekommen, und der Braut wird, weil sie über⸗ wunden, die Krone nun ver⸗ Raut, 6. Die ihr Geduld getragen und mit gestorben seid, sollt nun nach Kreuz und Klagen in Freude sonder Leid mil le⸗ hen und regieren und vor des Lammes Thron mit Jauchzen triumphieren in eurer Sieges⸗ ron. 7. Hier sind die Sieges⸗ palmen, hier ist das weiße Kleid, hier Faled die Weizen⸗ halmen im Frieden nach dem Streit und nach den Winter⸗ tagen, hier grünen die Gebein, die dort der Tod erschlagen, hier schenkt man Freudenwein. 8. O Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf. geh auf, verlangte Sonne, und fördre deinen Lauf! O Desu, mach ein Ende und führ uns aus dem Streit, wir hehen 615 t und Hände nach der rlösungszeit. Laurentius Laurenti g. 1660 4 1722. 630. Mel. J. Alle Menschen müssen sterben. O wie fröhlich, o wie selig werden wir im Himmel sein! Droben ernten wir un⸗ zählig unsre Freudengarben ein, Gehen wir hier hin und weinen, dorten wird die Sonne scheinen, dort ist Tag und keine Nacht, wo man nach den Tränen lacht. 2. Es ist doch um dieses Le⸗ ben nur ein jämmerliches Tun, und die Not, die uns umgeben, lässet uns gar selten xuhn. Bon dem Abend bis zum Mor⸗ gen kämpfen wir mit lauter orgen, und die überhäufte Not heißet unser täglich Brot. 3. Ach wer sollte sich nicht sehnen, hald in Zion dort zu stehn und aus diesem Tal der Tränen in den Freudenort zu Paln wo das Kreuze sich in almen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Last in Lust verkehrt, und das Jauchzen ewig währt! 4. Da wird unser 1—— er⸗ blicken, was ganz unvergleich⸗ lich ist; da wird unsern Mund SEHNE ‚‚‚.———-5——...⸗ Lieder vom ewigen Leben. 381 erquicken, was aus Gottes Herzen fließt; da wird unser Ohr nur hören, was die Freude kann vermehren: da empfindet unser Herz lauter Wohlluft ohne Schmerz. 5. O wie werden wir so schöne bei der Klarheit Gottes sein! Wie wird da das Lob⸗ getöne seiner Engel uns er⸗ freun! Wie wird unsre Krone glänzen bei so vielen.— kränzen. wie wird unser so rein, heller als die Sonne Iehn 6. Ach wann 9— ich dahin kommen, daß ich Gottes Ant⸗ litz schau? Werd ich nicht bald aufgenommen in den schönen Himmelsbau, dessen Grund den Perlen gleichet. dessen Glanz die Sonne weichet, de 66 6 wundervolle Pracht alles Gold beschämet macht? 7. Nun. ich sterbe vor Ver⸗ langen, o du großer Lebens⸗ fürft, laß mich hald dahin ge⸗ i en, wo du mich recht trösten 38 Gon wem laß auf Er⸗ veir sch on mein Herze himm⸗ lisch werden, bis mein Los in jener Welt auf das allerschönste fällt. Benjamin Schmolch 9.1672 f 1737. 631. Mel. ZJesus, meine Zuversicht. Hinsnd geht unsre Bahn wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir hin nach Kanaan dm die Wüste kommen wer⸗ 910 ist unser Pilgrim⸗ sand. roben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich. mein Geist, denn du bist ein Wesen und kannst das. was irdisch heißt. nicht zu deinem Zweck erlesen. Ein von Gott erleuchter Sinn kehrt in seinen Ursprung hin. Himmelan! Die Welt kann dir nur mulische Güter geben, deine himmlische Begier muß nach solchen Schätzen stre⸗ ben, die uns bleiben, wenn die Welt in ihr erstes Nichts zerfällt. 4. Himmelan! Ich muß mein Herz auch bei meinem Schatze haben. denn es kann mich anderwärts kein so großer am Huum laben, weil ich schon m Himmel bin, wenn ich nur edenk an ihn. 5. mich chn wn ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh. wo ich einmal hingehöre. Wenn ich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 6. Himmelan! denk ich all⸗ zeit, wenn er mir die Tafel decket, und mein Geist hier all⸗ bereit Ket⸗ Rabl des aost im mecket. Nach der Kost im ene folgt des Lammes ochzeitmahl. 7. Himmelan! Mein Glaube zeigt mir das schöne Los von ferne, daß mein Herz schon auf⸗ wärts steigt über Sonne, Mon und Sterne, denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz 28 Schein. 8. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimat führen, da ich über alle Not ewig werde Whummtbieren; Je⸗ sus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. „Himmelan! ach himmel⸗ an! das soll meine Losung blei⸗ ben, ich will allen eitlen Wahn 382 Lieder vom ewigen Leben. durch die Himmelslust vertrei⸗ ben. bihind nur steht mein Sinn bis ich in dem Himmel bin. Benjamin Schmolch g. 1672 1737. 632. Offenb. Joh.7, 9 17. Mel. Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel. Wesrssind die por Hottes Throne? Was ist das für eine Schar? Träget jeder eine Krone, glänzen wie die Sterne hlar, Halleluia singen all, loben Gott mit hohemSchall. H. 2. Wer sind die so Palmen tragen wie ein Sieger in der Hand, welcher feinen Jeind ges Welcher Gtee in den Sand? Welcher Streit und sen Se Krieg hat gezeuget die⸗ sen Sieg ꝰ 3. Wer sind die in reiner Seide, welche ist Gerechtig⸗ keit,) angetan mit weißem Kleide, das bestäubet keine Zeit und veraltet nimmer⸗ mehr? Wo sind diese kommen herꝰ) Off. 19, 8. 4. Es sind die, so wohl ge⸗ rungen für des großen Gottes Ehr, haben Welt und Tod be⸗ zwungen, folgend nicht dem sündgen Heer, die erlanget auf den Krieg durch des Lammes Blut den Sieg. 5. Es sind die, so viel erlitten, Trübsal, Schmerzen, Angst und MRot, im Gebet auch oft gestritten mit dem hochgelobten Gott; num hat dieser Kampf ein End, Gott hat all ihr Leid gewendt. 6. Es sind Zweige eines tammes, der uns Huld und Heil gebracht, haben in dem lut des Lammes ihre Kleider hell gemacht; sind geschmückt mit Heiligtzeit, prangen nun im Ehrenkleid. 7. Es sind die, so stets er⸗ Dan hier als Priester vor em Herrn. Tag und Nacht bereit zu dienen. Leib und Seel geopfert gern; nunmehr stehn sie all herum vor dem Stuhl im Heiligtum. 8. Dahin streck auch ich die ände, o Herr Jesu. zu dir aus, mein Gebet ich zu dir wende, der ich noch in deinem Haus hier guf Erden steh im Streit: Treibe, Herr, die Feinde weit! 9. Hilf mir in dem Kampfe siegen wider Sünde. Höll und Welt, laß mich nicht darnieder liegen, wenn ein Sturm mich überfällt. Führe mich aus aller Not, Herr, mein Fels, mein treuer Gott! ͤ 10, Daß mein Teil sei bei den Frommen, welche, Herr, dir 91916 sind, und auch ich der Not entnommen als dein dir getreues Kind dann ge⸗ nahet zu dem Thron nehme den verheißnen Lohn. 11. Welches Wort faßt diese Wonne, wenn ich mit der heil⸗ gen Schar in dem Strahl der reinen Sonne leucht auch wie die Sterne klar! Amen, Lob sei dir bereit Dank und Preis in Ewigheit! Heinr. Theobald Schench 9.1656 1727. — E E S S EDEEEeeeeeeceE Lieder vom ewigen Leben. 383 633. Hebr. 4, d9. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seele. s ist noch eine Ruh vor⸗ E handen, auf, müdes ungent und werde licht! Du seufzest hier in deinen Banden, und deine Sonne scheinet nicht. Sieh auf das Lamm, das die mit Freuden dort wird vor sei⸗ nem Stuhle weiden, wirf hin die Last und eil herzu! Bald ist der schöne Kampf geendet, bald, bald der saure Lauf voll⸗ endet, so gehst du ein zu deiner uh. 2. Die Ruhe hat Gott aus⸗ erkoren, die Ruhe, die kein Ende nimmt; es hat, da noch gein Mensch geboren. die Liebe sch sie uns schon bestimmt. Das Gotteslamm wollt darum ster⸗ ben, uns diese Ruhe zu erwer⸗ ben; es ruft, es locket weit und S hreit: Ihr müden Seelen und ihr frommen, versäumet nicht. eut einzukommen zu meiner uhe Lieblichkeit. 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, die manche Last und Bürde drücht, eilt, eilt aus euren Kummerhöhlen. geht nicht mehr traurig und in Ihr habt des Tages ast getragen, dafür läßt eu der Heiland fagen: Ich selbst will eure Ruhstatt sein; ihr seid mein Volb. gezeugt von oben.ob Suinde, Welt und Teufel toben seid nur getrost und gehet ein! 4. Was mag wohl einen Kranken laben und einen mü⸗ den Wandersmann? Wo jener nur ein Bettlein haben und sanfte eer u ruhen hann, wenn dieser sich darf nieder⸗ setzen, an einem frischen Trunk ergetzen, wie sind sie beide so vergnügt! Doch dies sind kurze es ist noch eine Ru ülte Keg da man auf ewig stille liegt. 5, Da wird man Freuden⸗ 5 Taaner bringen, denn unsre Fränensgat ist aus, O welch ein Jubel wird erklingen und süer Ton im Vaterhaus! Schmerz, Seufzen, Leid, Tod und dergleichen wird müssen fliehn und von uns weichen. Wir werden auch das Lamm dort sehn. es wird beim Brünn⸗ lein uns erfrischen, die Tränen von den Augen wischen; wer weiß, was sonst noch soll ge⸗ ehn?. 6. Kein Durst noch Hunger wird uns schwächen, denn die Erquickungszeit ist da: die onne wird uns nicht mehr slechen, das Lamm ist seinem Pollte nah, es will selbst über ihnen wohnen und ihre Treue wohl belohnen mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis. Es werden die Gebeine grünen; der große Sabbath ist er⸗ chienen, da man von keiner rbeit weiß. 7. Da ruhen wir und sind im Frieden und leben ewig Wort. ih Ach fasset dieses ort, ihr Müden, legt euch dem Lamm in seinen Schoß! Ach Flügel her, wir mü sen eilen und uns nicht länger hier perweilen, dort wartet schon die frohe Schar. Fort, fort. mein Geist zum Juhilieren! Be⸗ gürte dich zum Triumphieren! 38⁴4 Lieder vom ewigen Veben. Auf, auf, es kommt das Ruhe⸗ jahr! Joh. Sigism. Kunth g. 1700 + 1793. 634. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. Wie wird mir dann o dann K mir sein, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, in ihm entschlafen werde, von keiner Sünde mehr entweiht, entladen pon der Sterhlichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Freu dich, Seele, stärke, tröste dich. Erlöste, mit dem d Leben, das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich und bebe doch; so drücht mich meines Elends Joch, der Iluch der d zünde nieder. Der Herr er⸗ leichtert mir mein Joch, es stärkt durch ihn mein Herz sich doch, glaubt und erhebt sich wieder. Jesus Christus, laß mich streben dir zu leben, dir Zu sterben, deines Baters Reich zu erben. 3. Verachte denn des Todes raun, mein Geist, er ist ein Weg zum Schaun, der Weg im si tern Tale. Er sei dir nicht mehr fürchterlich, ins Allerheiligste führt 50 der eg im finstern Tale, Gottes uh ist unvergänglich, über⸗ ie mausor die Erlösten wird ie unaussprechlich trösten. 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu dei⸗ nen—. chihre N chl eh ich umgibt mich ihre Nacht, eh i dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Bater. Bater. ich hefehle meine eele deinen Händen, jetzo, Bater, deinen Händen. 5. Vielleicht sind meiner Tage viel, ich bin vielleicht noch fern pom Ziel an dem die rone schimmert. Bin ich von neinem Ziel noch weit, die Hütte meiner Sterblichkeit wird sie erst spät zertrümmert, laß mich. Vater, gute Taten, gute aten mich begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! 6. Wie wird mir dann. uch ann mir sein, wenn ich, mi gans des Herrn zu freun, ihn dort anbeten werde von keiner Sünde entweiht, ein Mit⸗ gengß der Ewigkeit nicht mehr er Mensch von Erde! Heilig. heilig, heilig singen wir dir. bringen Preis und Ehre dir der war und sein wird. Ehre! Fr. Gottl. Klopstock g. 1724 41803. 635. Mel. Christus der ist mein Leben. ich da, wo dich die Scharen loben, und säng Halleluja! sch. 150 sehn—— ich bine hauen, da sehn ich mich hin⸗ ein, da will ich Hütten bauen, denn dort ist gut zu sein. 3. Da werd ich alles sehen, den großen Schöpfungsrat, was durch dein Blut geschehen, und deines Geistes Tat. . Da feiern die Gerechten, die ungezählte Schar, mit allen deinen Knechten das große Jubeljahr. * + re 5. Mit göttlich süßen Weisen wird mein Sundei pue Mund dich ohne Sünde preisen, du mednes Lebens Grund! 6. Da bal meine Tränen ein Meer voll Freude sein. Ach stille bald mein Sehnen und hole mich hinein! E. G. Woltersdorf g. 1725 1761. 636. Eigene Melodie. Ich hab von ferne, Herr, deinen Thron erblicht und hätte gerne mein Herz voraus⸗ mdes und hätte gern mein mid es Leben, Schöpfer der Geister, dir hingegeben. 2. Das war so prächtig. was ich im Geist gesehn: du bist all⸗ mächtig, drum ist dein Licht so ön. Könnt ich an diesen hellen Thronen doch schon von heute an ewig wohnen! 3. Nur ich bin. Das der Erde noch Hein t; das hat mir 22091„ 90 eilger Geist gezeigt. bin noch nicht genug n noch nicht ganz innig mit dir vereinigt. 4. Doch bin ich fröhlich. dich mich kein Bann erschrecki: bin schon selig. seitdem ich das dar entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben und dich zeitlebens . lieben. Ladt geü zufrieden. 15 ich 98 Stadt gesehn, und ohn Er⸗ müden will ich ihr näher gehn und ihre hellen goldnen Gassen lehenslang nichtaus den Augen lassen. Joh. Tim. Hermes g. 1738 4 1821. Lieder vom ewigen Leben. 38⁵ 637. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. Hei ich bin dein Eigentum. dein ist auch mein Leben. mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du es gegeben. Bäterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 2. Einst kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden, und ich soll zur Rechenschaft Gent gerufen werden. Dein t schonet nicht, Richter aller Wellen: du, du willst ver⸗ gelten. 3. Weh dann wen in Ewig⸗ keit, wenn ich deine Gabe. meine Kräfte, meine Zeit hier gemißbraucht hahe. Wehe mir. hab ich hier sie nicht treu verwendet, sorglos sie ver⸗ schwendet. 4. Möchte täglich dein Gericht mir vor Augen schweben, möcht ich immer meiner Pflicht treu zu bleiben streben, daß 1 nie töricht sie gußer Augen setze, nie sie frech verletze. 5. Lehre mich gewissenhaft der R age zählen, eingedenk der Rechensch t nur was gut ll wählen.„daß ich ernst⸗ ch mich täglich und auch heute arauf vorbereite. 6. Zeigt sich erst die Ewig⸗ keit furchtbar in der Nähe, 9 dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad erflehe. Wenn der Tod scho—5 mir droht, kann ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen. 7. Mein Gewissen strafe mich Matte bei jeder Sünde, daß ich. ittler, bald durch dich Gnade 38 Lieder vom ewigen Leben. such und Suchnn Rufe du dann mir zu: Such in mir dein Leben. dann ist dir vergeben. 8. Einst am Tage des Ge⸗ richts werd ich mit den From⸗ men zu dem Anschaun deines Lichts gnädig aufgenommen. Wonnevoll, Jesu, soll dich im höhern Leben dann mein Bank erheben. Balthasar Münter g. 1735 4 1793. Nach Bayr. Gsb. 638. Eigene Melodie. Holl de nur himmelan soll der Wandel gehn. Was die Frommen wünschen. kann dort erst ganz geschehn. guf Erden nicht; Freude wech⸗ selt hier mit Leid. An hinauf zur Herrlichkeit dein Angesicht! 2. Himmelan schwing deinen Geist jeden Morgen auf! Kurs, ach kurz ist, wie du weißt, unser Pilgerlauf. Fleh täglich neu: Gott, der mich zum Himmel schuf, präg ins Herz mir den Bauf mach mich getreu! 3. Himmelan hat er dein Ziel selbst hinaufgestellt. Sorg nicht mutlos, nicht zu viel um den Tand der Welt! Flieh diesen Sinn! Nur was du dem Himmel lebst, dir von Schätzen dort erstrebst, das ist Gewinn. 4. Himmelan erheb dich gleich, wenn dich Kummer deich f weil dein Vater treu und xeich stünd⸗ lich guf dich blickt. Was quält dich so? Droben, in dem Land des Lichts, weiß man von den 88518 nichts, sei himmlisch fro 5. Hinunelan wallt neben dir alles Volk des Herrn, trägt im Himmelsvorschmack hier sein LKasten gern. O schließ dich an! Kämpfe drauf, wie sichs ge⸗ bührt, denke: auch durch Leiden führt die Himmelsbahn. 6. ten diuchd gin Schmnech, ei mitten durch die Schmach; eil weil du sein Jünger bist, seinem Vorbild nach! Er litt und schwieg; halt dich fest an Gott wie er, statt zu klagen bete mehr, erkämpf den Sieg! 7. Himmelan führt seine Hand durch die Wüste dich, ziehet dich im Prüfungsstand näher hin zu sich im Himmels⸗ sinn. Von der Weltlust freier stets und mit ihm vertrauter, gehts zum Himmel hin. 8. Himmelan führt dich zu⸗ letzt selbst die Todesnacht. Seis, daß sie dir sterbend jetzt Kurze Schrechen macht, harr aus, harr aus! Auf die Nacht wirds ewig hell. nach dem Tod in du schnell des Vaters Ha 9. Halleunal Himmelan steig dein Dank schoͤn hier! Einst wirst, du mit Scharen nahn, und 3 naht zu dir in Ewig⸗ keit. Aller Jammer ist vorbei, alles preist verklärt und neu in Ewigheit. 10. Halleluja singst auch du, wenn du Jesum siehst, unter Jubel ein zur Ruh in den Der vor ziehst. Gelobt sei rt er vom Kreuz zum Throne stieg, hilft dir aus zu diesem ieg. Gelobt sei er! Joh. Gottfr. Schöner g. 1749 4 1818. ——————— o——— Verzeichnis der Dichter. Agricola, Johann(Schnitter, Magister Grichel), Mitverfasser des Interim, g. 1492 zu Eisleben, 4 1566 als Hofprediger zu Berlin. 334. Albert, Heinrich, g. 1604 zu Lobenstein im Vogtlande, 4 1651 als Organist zu Königsberg i. Pr. 473. Alberus, Erasmus, g. um 1500 zu Engelroth in der Wetterau, + 1553 nach bewegtem Leben als Superintendent zu Neubranden⸗ burg in Mecklenburg. 466. 497. Albinus, Johann Georg, g. 1624 zu Unternessa bei Weißenfels, + 1679 als Pfarrer zu Naumburg. 250. 596. Allendorf, Joh. Ludw. Konrad, g. 1693 zu Josbach bei Marburg, + 1773 als Pastor und Scholarch zu Halle. 286. 324. 371. 602. Amilie Juliane, Gemahlin des Grafen Albrecht Anton zu Schwarzburg-Rudolstadt, geb. Gräfin von Barby, g. 1637, + 1706. 452. 520. 557. 599. Angelus Silesius siehe Scheffler. Anna Sophia, Landgräfin zu Hessen-Darmstadt, g. 1638, 4 1683 als Abtissin des Stifts Quedlinburg. 187. Anton Ulrich, Herzog zu Braunschweig-Lüneburg, g. 1633, regierender Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel seit 1685, trat 1710 zu Bamberg öffentlich zur römischen Kirche über, 4 1714 zu Salzdahlum. 406. 480. Arends, Wilh. Erasmus, 4 1721 als Pastor zu Halberstadt. 362. Arndt, Ernst Moritz, g. 1769 zu Schoritz auf Rügen, 4 1860 als Professor emer. der Geschichte zu Bonn. 57. 291. 605. Arnold, Gottfried, g. 1666 zu Annaberg im Königreich Sachsen. Professor zu Gießen, 4 1714 als Pastor und Inspektor zu Perle⸗ berg. 413. Baumgarten, Jalbob, g. 1668 zu Wolmirstedt bei Magdeburg. Inspektor des Pädagogiums in Halle, 4 1722 als Pastor zu Berlin. 615. Becher, Cornelius, g. 1561 zu Leipzig, 4 1604 als der Theologie und Pastor daselbst. 200. 507. Behm, Martin(Behemb, Bohemus), g. 1557 zu Lauban in der Ober⸗ lausitz, T 1622 als Pastor prim. daselbst. 66. 470. 471. 547. 584. 25* 388 Verzeichnis der Dichter. Behme, David, g. 1605 zu Bernstadt in Schlesien, 4 1657 als Olsnischer Hofprediger und Konsistorialrat daselbst. 594. Betichius, Johann, g. 1650 zu Stechby in Anhalt⸗Zerbst, + 1722 als Diakonus zu Zerbst. 483. Bienemann, Kaspar(Melissander), g. 1540 zu Nürnberg, 4 1591 als Generalsuperintendent zu Altenburg. 338. von Birken, Sigismund(Betulius), g. 1626 zu Wildstein bei Eger, +D 1681 als Privatgelehrter in Nürnberg. 89. 343. von Bogatzky, Karl n iun Wan 1690 zu Jankowe in Schlesien, + 1774 als Privatmann im Waisenhause zu Halle. 178. 370. Böhmische oder Mährische Brüder. Ihre Lieder(zum Teil aus dem Böhmischen übersetzt) gaben Michael Weiße(& 1540 in Neutomischl) im Jahre 1531 und Joh. Horn(+ 1547 zu Jungbunzlau) im Jahre 1544 heraus. 76. 231. 439. 499. 573. Bon, Hermann(Gude), g. um 1504 zu Quakenbrück in Hannover, + 1548 als Superintendent zu Lübech. Reformator von Osna⸗ brüch. 77. Bornschürer, Johann, g. 1625 zu Schmalkalden, 4 1677 als Dekan zu Thann in Mittelfranken. 201. Böschenstain, Johann, g. 1472 zu Eßlingen in Württemberg. Lehrer der hebräischen Sprache, 4 1540 zu Nördlingen. 81. Breithaupt, Joachim Justus, g. 1658 zu Northeim in Hannover, + 1732 zu Halle als Professor der Theologie, Generalsuper⸗ intendent und Abt des Klosters Bergen bei Magdeburg. 272. Bruhn, David, g. 1727 zu Memel, 4 1782 als Pastor zu Berlin. 289. von Bunsen, Christian Karl Josias, g. 1791 zu Korbach. Preuß. Gesandter in Rom und London, in Bonn 1860. Gab 1833 ein Allgemeines evangelisches Gesang- und Gebetbuch heraus. 618. Busch, Peter, g. 1682 zu Lübeck, Pastor zu Hildesheim, 1744 als Pastor an der Kreuzkirche zu Hannover. Herausgeber des Hildesheimschen Gesangbuchs von 1719(Liederkerns). 99. 616. Claudius, Matthias, der Wandsbecker Bote, g. 1740 zu Reinfeld bei Lübeck, 4 1815 als Bankrevisor zu Altona. 515. Clausnitzer, Tobias, g. 1618 oder 1619 zu Thum bei Annaberg, + 1684 als kurpfälzischer Kirchenrat zu Weiden in der Ober⸗ pfalz. 6. 92. Crasselius, Bartholomäus(Crasselt), g. 1667 zu Wernsdorf im Königreich Sachsen, 4 1724 als Pfarrer zu Düsseldorf. 381. Creutzberg, Amadeus, Schriftstellername für Sinold. Dach, Simon, g. 1605 zu Memel, 4 1659 als Professor der Dichtkunst zu Königsberg i. Pr. 591. 625. Verzeichnis der Dichter. Decius, Nicolaus(Nik. Tech aus Hof leuria 2), Mönch im Kloster Steterburg bei Braunschweig, 1523 evang. Prediger in Stettin, + 1541 daselbst. 75. 149. Deniche, David, g. 1603 in Zittau im Königreich Sachsen, 4 1680 als Kammer⸗ und Konsistorialrat in Hannover, gab in Gemein⸗ schaft mit Gesenius das(New ordentlich) hannöversche Gesang⸗ buch von 1646, 1648, 1652, 1657 ꝛc. heraus. 1. 161. 188. 244. 268. 269. 378. Derschow, Bernhard, g. 1591 zu Königsberg i. Pr., 4 1639 als Professor der Theologie, Konsistorialrat und Oberpfarrer daselbst. 213. Deßler, Wolfgang Christoph, g. 1660 zu Nürnberg, 4 1722 als Konrektor der Schule zum heil. Geist daselbst. 309. Diterich, Johann Samuel, g. 1721 zu Berlin, 4 1797 als Ober⸗ konsistorialrat und Pastor daselbst. Herausgeber der Lieder für den öffentlichen Gottesdienst, Berlin 1765, in welchem Buche er die Kirchenlieder auf das willkürlichste umarbeitete. 146. 260. 261. Drese, Adam, g. 1620 zu Weimar(2), 4 1701 als fürstlich Schwarz⸗ burgischer Kapellmeister zu Arnstadt in Thüringen. 311. Eber, Paul, g. 1511 zu Kitzingen in Unterfranken, Freund Luthers, + 1569 als Generalsuperintendent und Professor der Theologie zu Wittenberg. 58. 2833. 376. 57(%). Ebert, Jalob, g. 1549 zu Sprottau in Schlesien, 4 1614 als Professor der Theologie zu Frankfurt a. O. 542. Eleonore, verw. Fürstin Reuß, geb. Gräfin zu Stolberg, g. 1835 zu Gedern, 4 1903 zu Ilsenburg. 65. Fabrieius, Friedrich, g. 1642 zu Stettin, 4 1703 als Pastor daselbst. 31. Falk, Joh. Daniel, g. 1768 zu Danzig, 4 1826 als Legationsrat zu Weimar. 569. Fischer siehe Vischer. Fleming, Paul, g. 1609 zu Hartenstein im Königreich Sachsen, + 1640 als Doktor der Medizin zu Hamburg. 393. Franch, Johann, g. 1618 zu Guben in der Niederlausitz, 4 1677 als Bürgermeister daselbst. 4. 156. 157. 215. 246. 300. 441. 546. Franck, Michael, g. 1609 zu Schleusingen in Thüringen, 4 1667 als Lehrer an der Stadtschule zu Koburg. 348. 593. Franch, Salomo, g. 1659 zu Weimar, + 1725 als Oberkonsistorial⸗ sekretär daselbst. 103. 216. 317. 364. 419. 488. Franckhe, August Hermann, g. 1663 zu Lübech, Begründer der Franckeschen Stiftungen in Halle, 4 1727 als Professor der Theologie und Pastor zu Halle. 62. 390 Verzeichnis der Dichter. Freylinghausen, Johann Anastasius, g. 1670 zu Gandersheim in Braunschweig, Schwiegersohn Franckes, 1739 als Pastor und Direktor der Franckeschen Stiftungen zu Halle. 257. 314. 421. 510. Freystein, Zohann Burchard, g. 1671 zu Weißenfels, 4 1718 als Hof⸗Uund Justizrat zu Dresden. 351. Fritsch, Ahasverus, g. 1629 zu Mücheln bei Merseburg, 4 1701 als Kanzleidirektor und Konsistorialpräsident zu Rudolstadt. 93. Funche, Friedr., g. 1642 zu Nossen im Erzgebirge, Kantor zu Lüneburg, 1699 als Pastor zu Römstedt bei Lüneburg. 134. Funk, Gottfried Benedikt, g. 1734 zu Hartenstein im Königreich Sachsen, 4 1814 als Konsistorialrat und Rektor des Dom⸗ gymnasiums zu Magdeburg. 124. Garve, Karl Bernhard, g. 1763 zu ZJeinsen bei Hannover, bis 1836 Prediger der Brüdergemeinde zu Neusatz a. d. O., + 1841 zu Herrnhut. 181. 198. 332. Gediche, Lampertus, g. 1683 zu Gardelegen in der Altmark, + 1735 als Feldpropst zu Berlin. 420. Gellert, Christian Fürchtegott, g. 1715 zu Hainichen im sächsischen Erzgebirge, 4 1769 als außerordentlicher Professor der Dichtkunst, Beredsamkeit und Moral zu Leipzig. 56. 123. 197. 219. 259. 287. 373. 374. 423. 424. 435. 461. 462. 463. 464. 465. 491. 514. 604. Gensch von Breitenau, Christoph, g. 1638 zu Naumburg, Hofrat des Herzogs von Plön und dänischer Geheimrat, + 1732 als Privatmann zu Lübeck. 249. Gerhardt, Paulus, g. 1607 zu Gräfenhainichen bei Wittenberg, 1651—1657 Propst zu Mittenwalde in Brandenburg, 1657—1667 Diakonus zu Berlin, 4+ 1676 als Archidiakonus zu Lübben. 27. 28. 47. 48. 49. 50. 61. 85. 86. 87. 88. 116. 142. 151. 270. 301. 347. 395. 396. 397. 398. 399. 400. 401. 402. 445. 446. 447. 475. 476. 477. 502. 524. 545. 548. 595. 610. von Gersdorf, Henriette Katharina, geb. von Friesen, g. 1648 zu Sulzbach, Gemahlin des kursächsischen Geheimrats v. G. in Dresden, Großmutter Zinzendorfs, 4 1726 zu Großhennersdorf bei Herrnhut. 177. 415. Gesenius, Justus, g. 1601 zu Esbech in Hannover, 4 1673 als Oberhofprediger und Generalsuperintendent zu Hannover(siehe Deniche). 83. 268. 378. Gigas siehe Heune. Gotter, Ludwig Andreas, g. 1661 zu Gotha, 4 1735 als Hof⸗ und Assistenzrat daselbst. 153. 352. 353. 453. Gramann, Johann(Poliander), g. 1487 zu Neustadt in Bayern, Freund Luthers, 4 1541 als Pastor zu Königsberg i. Pr. 438. Verzeichnis der Dichter. 391 Gregor, Christian, g. 1723 zu Dirsdorf in Schlesien, 1801 als Bischof der Brüdergemeinde zu Berthelsdorf. Herausgeber des Brüdergesangbuchs von 1778. 193. 329. Groß, Johann(Major), g. 1564 zu Reinstedt in Thüringen, 4 1654 als Professor der Theologie zu Jena. 238(2). Grüneisen, Karl Georg, g. 1802 zu Stuttgart, 4 1878 daselbst als Hofprediger und Oberkonsistorialrat. 522. Gryphius, Andreas, g. 1616 zu Großglogau in Schlesien, 4 1664 als Landschaftssyndikus daselbst. 592. Günther, Cyriacus, g. 1650 zu Goldbach bei Gotha, 1704 als Lehrer am Gymnasium zu Gotha. 315. 457. Günther, Martin, g. um 1690 im sächsischen Erzgebirge, Haus⸗ lehrer bei Löscher, seit 1721 Pfarrer zu Klingenmünster in der bayr. Pfalz. 274. von Hardenberg, Friedrich Leopold, Freiherr(Rovalis), g. 1772 auf Gut Wiederstedt im Mansfeldischen, 4 1801 als Assessor zu Weißenfels. 126. 330. 331. von Harleß, Gottfried Christoph Adolf, g. 1806 zu Nürnberg, Professor der Theologie zu Erlangen und Leipzig, zuletzt Präsident des protestantischen Oberkonsistoriums in München, + 1879 daselbst. 429. Harsdörfer, Georg Philipp, g. 1607 zu Nürnberg, 1658 als Ratsherr daselbst. 478. Hartmann, Thomas, war 1604 Archidiakonus zu Eisleben. 110. von Hausmann, Julie, g. 1825 zu Mitau, langjährige Leiterin der St. Annenschule in Petersburg, 4 1901 zu Wösö in Esth⸗ land. 376. von Hayn, Henriette Luise, g. 1724 zu Idstein in Nassau, 4 1782 als Oberin der ledigen Schwestern zu Herrnhut. 533. Hecker, Heinrich Cornelius, g. 1699 zu Hamburg, 4 1743 als Pfarrer zu Meuselwitz bei Altenburg. 194. Heermann, Johann, g. 1585 zu Raudten im Fürstentum Wohlau in Schlesien, Pastor zu Köben in Schlesien, 4 1647 zu Lissa in Posen. 79. 80. 112. 159. 172. 173. 211. 212. 239. 240. 241. 266. 267. 296. 297. 339. 340. 341. 391. 392. 495. 523. 531. 543. 544. 607. 608. Heinrich v. Laufenberg, Priester und Dekan zu Freiburg im Breisgau, 4 1455. 570. 622. Held, Henrich, g. zu Guhrau in Schlesien, um 1650 Sachwalter, +vor 1661 daselbst. 30. 143. Helmbold, Ludwig, g. 1532 zu Mühlhausen in Thüringen, 4 1598 als Superintendent und Pfarrer daselbst. 386. 440. 529. 392 VBerzeichnis der Dichter. Hensel, Luise, g. 1798 zu Linum bei Fehrbellin, Tochter eines evangelischen Pfarrers, trat 1818 zur römischen Kirche über, Er⸗ zieherin, zu Paderborn 1876. 534(gedichtet 1816). Herberger, Valerius, g. 1562 zu Fraustadt in Posen, 4 1627 als Pfarrer daselbst. 585. Herman, Nihklas, + 1561 in hohem Alter als Kantor zu ZJoachims⸗ thal in Böhmen. 41. 109. 467. 498. 554. 555. 566. 575. Hermes, Johann Timotheus, g. 1738 zu Petznik bei Stargard in Pommern, 4 1821 als Oberkonsistorialrat, Superintendent und Pastor prim. zu Breslau. 636. Herrmann, Johann Gottfried, g. 1707 zu Altjeßnitz bei Bitter⸗ feld, 4 1791 als Oberhofprediger und Oberkonsistorialrat zu Dresden. 285. Herrnschmidt, Johann Daniel, g. 1675 zu Bobfingen in Württem⸗ berg, 4 1723 als Professor der Theologie und Mitdirektor der Franckeschen Stiftungen zu Halle. 458. Hertzog, Johann Friedrich, g. 1647 zu Dresden, 4 1699 als Rechtsanwalt daselbst. 506. Hesse, Johann, g. 1490 zu Nürnberg, 4 1547 als Pfarrer zu Breslau. 574. Heune, ZJohann Gigas), g. 1514 zu Nordhausen, 4 1581 als Pastor zu Schweidnitz in Schlesien. 579. Heunisch, Kaspar, g. 1620 zu Schweinfurt in Unterfranken, + 1690 als Superintendent daselbst. 627. Heyden, Sebald, g. 1494(2) zu Nürnberg, 4 1561 als Rektor der Sebaldsschule daselbst. 82. Hiller, Friedrich Konrad, g. 1662 zu Unteröwisheim bei Bruchsal, + 1726 als Kanzleiadvokat zu Stuttgart. 456. Hiller, Philipp Friedrich, g. 1699 zu Mühlhausen in Württem⸗ berg, 4 1769 als Pfarrer zu Steinheim am Aalbuch in Württem⸗ berg; 1751 verlor er seine Stimme. 15. 164. 290. 325. 326. von Hippen, Johann Heinrich, g. zu Wohlau in Schlesien, 1676 als Limburgischer(in Schlesien) Rat und Hofmarschall. 479. von Hodenberg, Bodo, g. 1604 zu Celle, 4 1650 als Landdryst zu Osterode a. H. 474. Hoffmann, Gottfried, g. 1658 zu Plagwitz bei Löwenberg in Schlesien, 4 1712 als Rektor des Gymnasiums zu Zittau im Königreich Sachsen. 146. 612. Homburg, Ernst Christoph, g. 1605 zu Mühla bei Eisenach, + 1681 als Rechtskonsulent zu Naumburg. 29. 90. 133. Horn siehe Böhmische Brüder. r⸗ Verzeichnis der Dichter. 393 Huber, Konrad(OHuober, Hubert), g. 1507 zu Bergzabern im Elsaß, 4 1577 als Diakonus zu Straßburg. 186. 232. Hunold, Michael, g. 1621 zu Leißnig im Königreich Sachsen, + 1672 als Archidiakonus zu Rochlitz a. d. Mulde. 535. 600. Keymann, Christian, g. 1607 zu Pankraz in Böhmen, 4 1662 als Rektor des Gymnasiums zu Zittau im Königreich Sachsen. 43. 302. Kiel, Tobias, g. 1584 zu Ballstedt bei Gotha, + 1626 als Pfarrer daselbst. 586. Klesel, Abraham. g. 1636 zu Fraustadt in Posen, + 1702 als Oberpfarrer zu Jauer in Schlesien. 95. Klopstoch, Friedrich Gottlieb, g. 1724 zu Quedlinburg, 4+ 1803 als badischer Hofrat und dänischer Legationsrat zu Hamburg. 220. 617. 634. Knal, Gustav Friedrich Ludwig, g. 1806 zu Berlin, 4 1878 als Pastor zu Berlin in Dünnow bei Stolpmünde. 333. Knapp, Albert, g. 1798 zu Tübingen, 4 1864 als Stadtpfarrer zu Stuttgart. 100. 179. 180. Knoll, Christoph, g. 1563 zu Bunzlau in Schlesien, 4 1650 als Pastor zu Witgendorf in Schlesien. 582. Knorr von Rosenroth, Christian, g. 1636 zu Altraudten in Schlesien, 4 1689 als Geheimrat und Kanzleidirektor zu Sulzbach in der bayr. Oberpfalz. 482. Koitsch, Christian Jakob, g. 1671 zu Meißen, Inspektor am Päda⸗ gogium zu Halle, 4 1735 als Reklor zu Elbing. 455. Krause, Jonathan, g. 1701 zu Hirschberg in Schlesien, 4 1762 als Superintendent zu Liegnitz. 12. Krummacher, Friedrich Adolf, g. 1767 zu Tecklenburg in West⸗ falen, 4 1845 als reform. Pastor emerit. zu Bremen. 182. Kunth, Johann Sigismund, g. 1700 zu Liegnitz, + 1779 als Superintendent zu Baruth in der Oberlausitz. 633. Küster, Elieser Gottlieb, g. 1732 zu Watzum im Braunschweigischen, + 1799 als Pastor und Generalsuperintendent zu Braunschweig. 207. Lachmann, Peter, g. 1659 zu Lübeck, 4 1713 als Oberpfarrer zu Oldenburg in Holstein. 254. Lange, Joachim, g. 1670 zu Gardelegen in der Altmark, 1744 als Professor der Theologie zu Halle. 484. Lange, Johann Christian, g. 1669 zu Leipzig, Professor in Gießen, + 1756 als Generalsuperintendent zu Idstein in Nassau. 313. Laufenberg siehe Heinrich. Laurenti, Laurentius(Lorenz Lorenzen), g. 1660 zu Husum, 4 1722 als Musikdirektor und Kantor zu Bremen. 53. 119. 629. 39⁴4 Verzeichnis der Dichter. Lavater, Johann Kaspar, g. 1741 zu Zürich, 4 1801 als reform. Prediger daselbst. 125. 261. 536. Lehr, Leopold Franz Friedrich, g. 1709 zu Kronberg bei Franb⸗ furt a. M., 4 1744 in Magdeburg als Diakonus an der luth. Kirche zu Köthen. 282. 283. Leon, Johann, g. zu Ohrdruf in Thüringen, 4 1597 als Pastor zu Wölfis bei Ohrdruf. 243. 580. 588. Liebich, Ehrenfried, g. 1713 zu Probsthain bei Liegnitz, 4 1780 als Pastor zu Lomnitz bei Hirschberg in Schlesien. 147. 328. Lindemann, Johann, g. um 1550 zu Gotha, nach 1634 als Kantor daselbst. Er soll aus der Familie der Mutter Luthers stammen. 293(7). Liscow, Salomon, g. 1640 zu Riemitzsch in der Lausitz, 4 1689 als Diakonus zu Wurzen im Königreich Sachsen. 308. 481. Löscher, Valentin Ernst, g. 1673 zu Sondershausen, 4 1749 als Oberkonsistorialrat und Superintendent zu Dresden. 255. von Löwenstern, Matthäus Apelles, g. 1594 zu polnisch Neustadt bei Oppeln in Schlesien, 4 1648 als haiserlicher Rat zu Breslau. 174. 561. Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzburg⸗Rudolstadt, g. 1640, 4 1672 als Braut des Grafen Christian Wilhelm von Schwarzburg⸗Sondershausen. 253. 307. 409. Luise Henriette, Tochter des Prinzen Heinrich Friedrich von Oranien, g. 1627 im Haag. Gemahlin des großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg, 4 1667 zu Berlin. Es ist zweifelhaft, ob die ihr zugeschriebenen vier Lieder von ihr verfaßt sind. 247. 614. Luther, Martin, g. 10. Nov. 1483 zu Eisleben, 4am 18. Fe⸗ bruar 1546 daselbst. 37. 38. 39. 107. 108. 137. 138. 139. 148. 165. 166. 167. 168. 169. 185. 199. 209. 210. 221. 228. 229. 262. 263. 377. 437. 496. 519. 571. 572. 573. Magdeburg, Joachim, g. 1525 zu Gardelegen in der Altmarh, + nach 1583 als Prediger im Osterreichischen. 387. Major siehe Groß. Mathesius, Johann, g. 1504 zu Rochlitz im Königreich Sachsen, als Student Luthers Haus- und Tischgenosse, 4 1565 als Pastor zu Joachimsthal. 528. Melissander siehe Bienemann. Mentzer, Johann, g. 1658 zu Jahma in der Lausitz, 4 1734 als Pastor zu Kemnitz bei Bernstadt in der Lausitz. 454. von Meyer, Johann Friedrich, g. 1772 zu Frankfurt a. M., + 1849 als Appellationsgerichtspräsident daselbst. 428. Verzeichnis der Dichter. 39⁵ n. Meyfart, Johann Matthäus, g. 1590 zu Walwinkel im Gothaischen, 4 1642 als Professor der Theologie und Pastor zu k⸗ Erfurt. 624. 5. Moller, Martin, g. 1547 zu Kropstädt bei Wittenberg, 4 1606 als Pastor prim. zu Görlitz in der Lausitz. 235. 388. 579. o Möller, Johann Friedrich, g. 1789 zu Erfurt, 4 1861 als General⸗ superintendent und Konsistorialdirektor zu Magdeburg. 375. 50 von Moser, Friedrich Karl, Freiherr, g. 1723 zu Stuttgart, Hessen⸗Darmstädtischer Minister, 4 1798 als Privatmann zu ls Ludwigsburg. 260 r0 Mühlmann, Johann, g. 1573 zu Pegau bei Leipzig, + 1613 als Professor der Theologie und Archidiakonus zu Leipzig. 89 295. 472. Müller, Michael, g. 1673 zu Blankenburg a. Harz, + 1704 als übs, Kandidat der Theologie zu Schaubeck in Württemberg. 354. Münter, Balthasar, g. 1735 zu Lübeck, 4 1793 als Pastor an dt der deutschen Kirche zu Kopenhagen. 426. 637. u. Mylius, Johann, aus Themar in Thüringen, 1596 Pastor in Thüringen in Unterfranken. 155. n Nachtenhöfer, Kaspar Friedrich, g. 1624 zu Halle, 4 1685 als Pastor zu Koburg. 52. on Neander, Joachim, g. 1650 zu Bremen, 4 1680 als reform. en Diakonus daselbst. 251. 450. 451. 505. 598. ist Nehring, Johann Christian, g. zu Gotha, Inspektor am Waisen⸗ 5ßt: hause zu Halle, 4 1736 als Pastor zu Morl bei Halle. 354. Neumann, Kaspar, g. 1648 zu Breslau, 4 1715 als Kirchen⸗ re⸗ inspektor und Pastor prim. daselbst. 8. 20. 509. 562. . Neumann, Gottfried, g. um 1688, 4 1782 als Mitglied der 2—— Brüdergemeinde. 603. Neumarh, Georg, g. 1621 zu Langensalza in Thüringen, 1681 t, als Bibliothekar und Archivsekretär zu Weimar. 403. 404. 573. Neumeister, Erdmann, g. 1671 zu Uchteritz bei Weißenfels 4 1756 als Hauptpastor zu Hamburg. 70. 203. 277. 278. 318. 359. ꝗmʒũa/. 459. 460. 486. 517. or Neunherz, Johann, g. 1653 zu Waltersdorf in Schlesien, 4 1737 als Oberpfarrer zu Hirschberg. 122. Neuß, Heinrich Georg, g. 1654 zu Elbingerode im Harz, 1716 34 als Konsistorialrat und Superintendent zu Wernigerode. 252. 355. Rieolai, Philipp, g. 1556 zu Mengeringhausen in Waldeck, N., + 1608 als Hauptpastor zu Hamburg. 292. 621. Novalis siehe Hardenberg. 396 Verzeichnis der Dichter. Olearius, Johann, g. 1611 zu Halle, 4 1684 als Oberhof⸗ prediger und Generalsuperintendent zu Weißenfels. 7. 22. 51. 69. 91. 189. 379. 380. 448. 549. 550. 551. 552. 628. Pauli, Joachim, g. um 1636 zu Wilsnack in der Mittelmark, 1674 Hauslehrer zu Berlin. 175. Pfeiffer, Christoph, g. 1689 zu Ols, 1758 als Pastor zu Stolz bei Frankenstein in Schlesien. 63. von Pfeil, Christoph Karl Ludwig, g. 1712 zu Grünstadt in der bayr. Pfalz, württembergischer geh. Legationsrat, 4 1784 als preuß. Geheimrat und Minister zu Deufstetten im Ansbachschen. 72. 383. 525. Poliander siehe Gramann. Prätorius, Benjamin, g. 1636 zu Obergreißlau bei Weißenfels, +1674(ↄ)) als Pastor zu Großlissa bei Delitzsch in der Provinz Sachsen. 356. Puchta, Christian Rudolf Heinrich, g. 1808 zu Kadolzburg in Mittelfranken, 1858 als Pastor zu Augsburg. 21. 564. Räder, g. 1815 zu Elberfeld, 4 1872 daselbst als Handlungs⸗ gehülfe. 431. Rambach, Johann Jalkob, g. 1693 zu Halle, 4 1735 als Professor der Theologie und Superintendent zu Gießen. 33. 195. 204. 206. 218. 280. 281. 321. 322. 323. 367. 368. 422. Reimann, Georg, g. 1570 zu Leobschütz in Schlesien, 4 1615 als Professor der Beredsamkeit zu Königsberg in Preußen. 162. Reusner, Adam(Reißner), g. um 1500 zu Mindelheim, Geheim⸗ sekretär Georgs von Frundsberg, ein Anhänger Schwenlfeldts, Fenach 1572 in seiner Vaterstadt. 336. 507. Richter, Christian Friedrich, g. 1676 zu Sorau in der Lausitz, + 1711 als Arzt des Waisenhauses zu Halle. 54. 356. 357. 358. 433. 485. Ringwaldt, Bartholomäus, g. 1532 zu Frankfurt an der Oder, 4 1599 als Pfarrer zu Langenfeld in der Neumark. 236. 620. Rinkart, Martin, g. 1586 zu Eilenburg in der Provinz Sachsen, + 1649 als Archidiakonus daselbst. 152. 344. 442. Rist, Johann, g. 1607 zu Ottensen bei Hamburg, 4 1667 als Pastor zu Wedel an der Elbe in Holstein. 24. 46. 60. 68. 102. 113. 130. 131. 214. 222. 223. 242. 444. 501. 626. Rodigast, Samuel, g. 1649 zu Gröben bei Jena, 4+ 1708 als Rektor am grauen Kloster zu Berlin. 407. Rosenmüller, Johann, g. um 1615 im Kurfürstentum Sachsen, 4+ 1686 oder 1682 als Kapellmeister zu Wolfenbüttel. 597. GGO GSG 2 8 Verzeichnis der Dichter. 397 Rothe, Johann Andreas, g. 1688 zu Lissa bei Görlitz in der Lausitz, Pfarrer zu Berthelsdorf, 4 1758 als lutherischer Pastor zu Thommendorf in der Lausitz. 279. 613. Rückert, Friedrich, g. 1789 zu Schweinfurt am Main, Professor in Erlangen und Berlin, 4 1866 als preußischer Geheimrat zu Neuseß bei Koburg. 35. Runge, Christoph, g. 1619 zu Berlin, Buchdrucher, 1681 daselbst. 271. Ruopp, Johann Friedrich, g. zu Straßburg, 4 1708 als Adjunkt der theologischen Fakultät zu Halle. 360. Rutilius, Martin(Rüdel), g. 1550 zu Düben in der Provinz Sachsen, 1618 als Archidiakonus zu Weimar. 238(7). Saeer, Sottfried Wilhelm, g. 1635 zu Naumburg, 4 1699 als Kammeradvokat zu Wolfenbüttel. 117. 611. Schade, Johann Kaspar, g. 1666 zu Kühndorf bei Meiningen, + 1698 als Diakonus an St. Nicolai zu Berlin. 96. 411. Schalling, Martin, g. 1532 zu Straßburg, 4 1608 als Pastor zu Nürnberg. 337. Scheffler, Johann(Angelus Silesius), g. 1624 zu Breslau, Leib⸗ arzt des Herzogs von Ols, trat 1652 zur römischen Kirche über, geistlicher Rat des Fürstbischofs, 4 1677 im Kloster St. Matthias zu Breslau. 303. 304. 305. 349. Scheidt, Christian Ludwig, g. 1709 zu Waldenburg bei Schwäbisch⸗ Hall in Württemberg, 4 1761 als Hofrat und Bibliothekar zu Hannover. 284. Schein, Johann Hermann, g. 1586 zu Grünhain bei Zwickau im Königreich Sachsen, 4 1630 als Musikdirektor zu Leipzig. 589. Scheuck, Hartmann, g. 1634 zu Ruhla bei Eisenach, 4 1681 als Pfarrer zu Ostheim vor der Rhön. 19. Scheuch, Heinrich Theobald, g. 1656 zu Heidelbach a. d. Schwalm in Hessen, 4 1727 als Stadtpfarrer in Gießen. 632. Schirmer, Michael, g. 1606 zu Leipzig, 4 1673 als Konrektor emerit. des Gymnasiums zum grauen Kloster zu Berlin. 25. 115. 141. 560. 609. Schlosser, Ludwig, Heinrich, g. 1663 zu Darmstadt, + 1723 als Prediger zu Frankfurt a. M. 530. Schmidt, Johann Eusebius, g. 1670 zu Hohenfelden bei Erfurt, + 1745 als Pastor zu Siebleben bei Gotha. 176. Schmolck, ZJohann Benjamin, g. 1672 zu Brauchitschdorf bei Liegnitz, 4 1737 als Pastor prim. und Inspektor zu Schweidnitz. 9. 10. 11. 32. 64. 98. 120. 121. 144. 163. 192. 202. 256. 275. 276. 416. 417. 418. 487. 511. 518. 565. 601. 630. 631. 398 Verzeichnis der Dichter. Schmuch, Vincentius, g. 1565 zu Schmalkalden, 4 1628 als Professor der Theologie, Pastor und Superintendent zu Leipzig. 556. Schöner, JZohann Sottfried, g. 1749 zu Rügheim bei Würzburg, + 1818 als Stadtpfarrer zu Nürnberg. 427. 638. Schrader, Johann Hermann, g. 1684 zu Hamburg, T 1737 als Propst und Konsistorialrat zu Tondern in Schleswig. 382. Schröder, Zohann Heinrich, g. 1667 zu Hamelspringe bei Hannover, + 1699 als Pfarrer zu Meseberg bei Wolmirstedt in der Provinz Sachsen. 312. Schütz, ZJohann Jakob, g. 1640 zu Frankfurt a. M., 4 1690 als Advohat und verschiedener Reichsstände Rat daselbst. 408. 449. Seriver, Christian, g. 1629 zu Rendsburg, Pastor zu Magdeburg, + 1693 als Oberhofprediger und Kirchenrat zu Quedlinburg. 306. 504. von Seckendorf, BVeit Ludwig, Reichsfreiherr, g. 1626 zu Herzogenaurach bei Bamberg, 4 1692 als Brandenburgischer Geheimrat und Kanzler der Universität Halle. 432. Selnecher, Nikolaus, g. 1532 zu Hersbruck bei Nürnberg, Schüler Melanchthons, Professor in Leipzig und Jena, auch Super⸗ intendent in Hildesheim, Mitarbeiter an der Konkordienformel, + 1592 als Professor der Theologie und Superintendent zu Leipzig. 17. 170. 500. von Senitz, Elisabeth, g. 1629 zu Rankau in Schlesien, Hof⸗ fräulein am Hofe zu Brieg und zu Ols, 4 1679. 94. Siegfried, Johann, g. 1564, 4 1637 als Superintendent zu Schleiz. 588. Sinold, Philipp Balthasar, gen. von Schütz(Amadeus Creutzberg), g. 1657 zu Königsberg bei Gießen, 4 1742 als Solmsscher Geheimrat zu Laubach in der Wetterau. 97. 319. Spangenberg, Sohann, g. 1484 zu Hardegsen in Hannover, seit 1524 der erste evang. Prediger an St. Blasien in Nordhausen, + 1550 als Generalsuperintendent zu Eisleben. 226. Spangenberg, August Gottlieb, g. 1704 zu Klettenberg bei Walkenried, als Bischof der Brüdergemeinde lange Zeit in Amerika tätig, 4 1792 zu Berthelsdorf. 366. Spengler, Lazarus, g. 1479 zu Nürnberg, Rechtsgelehrter und Ratsschreiber daselbst, Freund Luthers und Beförderer der Refor⸗ mation, 4 1534 zu Nürnberg. 230. Speratus, Paul(Spret), g. 1484 zu Rötlen bei Ellwangen, 1524 Hofprediger Herzog Albrechts von Preußen, luth. Bischof von Pomesanien, 4 1551 zu Marienwerder. 264. +7 5 Verzeichnis der Dichter. 399 Spitta, Karl Zohann Philipp, g. 1801 zu Hannover, 4 1859 als Superintendent zu Burgdorf bei Hannover. 183. 208. 430. 516. 526. 527. 553. 606. Spreng, Johann Jalob, g. 1699 zu Basel, reform. Prediger zu Ludweiler bei Saarbrücken, 4 1768 als Professor der Geschichte und griech. Sprache zu Basel. 205. Starch, Johann Friedrich, g. 1680 zu Hildesheim, 4 1756 als Pastor und Konsistorialrat zu Frankfurt a. M. 369. Stegmann, Josua, g. 1588 zu Sulzfeld bei Meiningen, 4 1632 als Professor der Theologie und Superintendent zu Rinteln. 18. Stip, Gerhard Chryno Herm., g. 1809 zu Norden in Ostfriesland, einige Jahre Pastor in Osteel bei Norden, als Privatmann 1882 zu Potsdam. 492. von Stöchen, Christian, g. 1633 zu Rendsburg, 4 1684 daselbst als Generalsuperintendent von Schleswig-Holstein, Kirchenrat und Propst. 568. Stochfleth, Heinrich Arnold(Dorus), g. 1643 zu Alfeld in Hannover, 4 1708 als Kirchenrat, Oberhofprediger und General⸗ superintendent zu Mönchsberg bei Bayreuth in Mittelfranken. 410. Stolshagius, Kaspar, 1591 Pastor zu Iglau in Mähren. 111(2). Sturm, Christoph Christian, g. 1740 zu Augsburg, 4 1786 als Hauptpastor in Hamburg. 288. 289. 425. Terstegen, Gerhard, g. 1697 zu Mörs, 4 1769 als Bandmacher zu Mülheim a. d. Ruhr(reform.). 13. 14. 55. 71. 135. 327. 372. 490. 512. 513. Thebesius, Adam, g. 1596 zu Seifersdorf in Schlesien, 4 1652 als Pfarrer zu Liegnitz. 84. Thilo, Valentin, der jüngere, g. 1607 zu Königsberg i. Pr., + 1662 als Professor der Beredsamkeit daselbst. 26. Tietze, Christoph(Titius), g. 1641 zu Wilkau bei Breslau, + 1703 als Pastor zu Hersbruck bei Nürnberg. 248. 405. Tollmann, Gottfried, g. 1680 zu Lauban in der Lausitz, 4 1766 als Pastor zu Leube bei Görlitz in der Lausitz. 563. Vespasius siehe Wepse. Vischer, Christoph, g. 1544 zu Wittenberg, 4 1597 als General⸗ superintendent zu Celle. 78. Walther, Johann, der alte Luther-Kantor, g. 1496 zu Kahla, 1520 Hofhantor in Torgau, 4 1570 als Kapellmeister zu Dresden. 519. 623. Wegelin, Josua, g. 1604 zu Augsburg, 4 1640 als evang. Pfarrer zu Preßburg in Ungarn. 132. 40⁰ Verzeichnis der Dichter. Wehrenberg, Heinrich Zonathan, ein Urenkel Ph. Melanchthons, g. 1651 zu Eilenburg, Prov. Sachsen, 4 1713 als Superintendent zu Lüneburg. 361. Weiße siehe Böhmische Brüder. Weissel, Georg, g. 1590 zu Domnau in Ostpreußen, 4 1635 als Prediger zu Königsberg i. Pr. 23. 114. 299. Wenigk, Johann Ernst, g. 1701 zu Gotha, 4 1745 als Pfarrer zu Bischleben bei Arnstadt in Thüringen. 145. Wepse, Hermann(Vespasius), um 1580 Prediger in Stade. 265. Werner, Georg, g. 1589 zu Pr.⸗Holland, 4 1643 als Diakonus zu Königsberg i. Pr. 45. 101. 140. 590. Wieser, Matthäus, 1668 Bergmann und Steiger zum Gräßlitz bei Hof. 539. 540. 541. Wilhelm II., Herzog zu Sachsen-Weimar, g. 1598 zu Altenburg, + 1662 zu Weimar. 3(7). Winchler, Johann Josef, g. 1670 zu Lucka in der Lausitz, 4 1722 als Konsistorialrat und Domprediger zu Magdeburg. 363. 414. Witzstatt, Hans, aus Wertheim, um 1530. 335(27). Wolf, Jakob Gabriel, g. 1684 zu Greifswald, 4 1754 als Hofrat und Professor emerit. der Rechte zu Halle. 316. Woltersdorf, Ernst Gottlieb, g. 1725 zu Friedrichsfelde bei Berlin, + 1761 als Stadtpfarrer zu Bunzlau in Schlesien. 196. 635. Zehner, Samuel, g. 1594 zu Suhl in Thüringen, 4 1635 als Superintendent zu Schleusingen. 345. Zeibich, Christoph Heinr., g. 1677 zu Mölbis bei Leipzig, + 1748 als Professor der Theologie, Konsistorialassessor und Propst zu Wittenberg. 225. von Zinzendorf, Graf Nikolaus Ludwig, g. 1700 zu Dresden, Stifter der evangelischen Brüdergemeinde, 4 1760 zu Herrnhut. 193. 320. 365. 366. Zwich, Johann, g. um 1496 zu Konstanz, 4 1542 als reform. Pfarrer seiner Vaterstadt zu Bischofzell in der Schweiz während der Pest. 128. Unbekannt sind die wini 0461053 Lieder: 2. 5. 16. 34. 36. 40. 42. 44. 59. 67. 73. 74. 1 105. 106. 118. 127. 129. 136. 150. 171. 184. 190. 191. 257 224. 227. 234. 237. 245. 258. 273. 298. 310. 342. 350. 384. 385. 389. 390. 394. 412. 434. 436. 468. 469. 489. 493. 494. 503. 508. 521. 532. 537. 538. 558. 559. 567. 58l. 583. 587. 619. Gebete zum ebungelisch⸗lutherischen Gesangbuche der Hannoverschen Landeskirche. Druck und Verlag der Schlüterschen Buchdrucherei Hannover Gebete. 1. Um Geist und Gnade recht zu bettennn 5 I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 2 10. Morgengebete 6 11 12. Tischoebete 11 13.21. Abendgebetee wé 11 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. Gebete für die Früchte des Feldes und den Bergbau. 22. 23. ZDanigebetrte 16 24. Zum Beginn der Arbeit 17⁷ 25. Um Goties Segen in Haus und Beruu· ls.. 17 26. Gebet christlicher Eheleuteee. 18 27. Gebet der Eltern für ihre Kinder 18 28. Gebet nach der Taufe eines Kindes, auch von Gevattern Oe 19 20 Schulgebet 19 30. Zwei Gebete für Konfirmandeen 22 .Surdie Kirchhe mnz 22 32. Füridie Obrigkeiii ñv 23 33. Für die Früchte des Jeldes 24 34. Um den lieben SonnenscheieꝛtUnniiiiii 25 59. Um einen fruchtbaren Regen 2⁵5 30. Beim Anfang der Enrtree vo-ͤ 2⁵5 37. Dankgebet nach der Erntte 26 38. Um göttlichen Segen zum BergwerkCkññ 27 III. Gebete in allerlei Not. 39. Um Geduld in Leidenszerkkkklkkkt. 28 n Anfechtemmgen 28 .In Krieasseten m 29 42. Un teurer ZHBeeeiii 30 5. Bei großem Ungewilteerr 30 44. Bei Sturm und Wasseriluttnn 31 Bei Seuchen und in Sterbenszeittenn 4 Gebete. Seite 46. Um tägliche Bereitschaft zum Sterbken 32 47. Gebet für ein krankes Kinmy:· 33 48. Gebete eines Kranken 33 49. Dankgebet eines Genesendnennn 34 50. Um Geduld in langwieriger Krankheit 35 Sprüche aus Gottes Wort für Krannsitlte 35 51. Morgengebet eines Kranken. 36 52. Abendgebet eines remn 0 53. Gebet eines Kranken, der sich zum Sterben schickt. 54. Gebete der Umstehenden für den Sterbenden...... 90 Sprüche, dem Sterbenden zuzusprecheen.. 38 Abschiedssegen 39 55. Gebet nach dem Tode eines Kindlein 39 30. An Begraäbnistagen n 4⁰ IV Beicht⸗ und Abendmahlsgebete. 57—63. An Beichttageen. 4⁰ 64—72. An Abendmahlstagen 4⁵ 0. V. Das allgemeine Kirchengeber 5⁰ VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 74—86. Gebete für die vornehmsten Feste nach Ordnung 9e5 Kirchenjahress 5⁵ 84 Am Bustagne, 153.05 58. Am Bidelfesiee 3%½ 35 0 89. Am Feste der HeidenmissinꝘnnen 66 90. Am Jahresfeste der Inneren Missinin 68 91. Für die Arbeit an den Glaubensgenossen in der Zer⸗ reumgg 69 92. 93. Für wöchentliche Betstundeen. 69 94. Für kirchliche Bibelstundn. 7¹ Kollekten. 148. Für bestimmte Tage und Aüüin. 7² 49—83. Allgemeine Kollekten. 8² Bersitel 494 90 ——2—— d 2 u — 9 5 6 l n N 6 U 2 2 —— d Gebete. Herr, tu meine Lippen auf! 1. Um Geist und Gnade recht zu beten. O ewiger, barmherziger Gott, du Vater unsers Herrn Jesu Christi, weil wir nicht wissen noch begreifen können, was und wie wir beten sollen, du aber überschwenglich tun kannst über alles, was wir bitten oder verstehen, so schreien wir zu dir: Gieß über uns aus nach deiner Verheißung den Geist der Gnade und des Gebets, der uns bei dir vertrete mit unaussprechlichem Seufzen, auf daß wir dich mit Mund und Herzen andächtig in rechtem Ernst anrufen und dir ein angenehmes Lobopfer bringen mögen. Herr, tu unsre Lippen auf, daß unser Mund deinen Ruhm verkündige. Erwechke unsere Seele und Gemüt, daß wir uns nicht nur mit unserem Munde zu dir nahen und dich allein mit den Lippen ehren, aber das Herz ferne von dir sei, sondern verleih uns Gnade, daß wir als die recht⸗ schaffenen Anbeter dich im Geiste und in der Wahrheit, ohne andere und fremde Gedanken, anrusen mit herzlicher Aufmerkung unseres Gemütes, ohne Heuchelei und Ehrgeiz, und daß wir nichts von dir begehren als nur allein, was dein göttlicher Wille, dein Lob und Ehre, dazu unserer Seelen Seligkeit ist. Verleih auch, daß wir alles dasjenige, was wir von dir bitten, mit starkem Glauben und gewisser Zuversicht von deiner milden Güte zu erlangen ungezweifelt hoffen, auch dir hierin nicht Zeit, Ziel oder Maß der Hülfe setzen, sondern uns deinem gnädigen Willen, der allewege der beste ist, in allen Dingen mit starker Hoffnung und Geduld in Demut unserer Herzen gänzlich unterwerfen. Daͤzu gib Gnade, daß wir vor dir liegen mit unserm Gebet nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit und in dem Namen deines lieben Sohnes Zesu Christi, in welchem wir Freudigkeit haben, vor deinen Gnadenstuhl zu treten und dich mit kindlicher Zuversicht unsern lieben Vater zu nennen. Stärke uns auch, daß wir vom Beten nicht abgeschrecht werden um unserer Unwürdigkeit willen. So hilf nun, du heiliger Gott, daß wir an allen Orten aufheben heilige Hände, ohne Zorn und Zweifel, und emsiglich anhalten mit Flehen, mit Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, damit wir nach deiner Verheißung und deinem gnädigen Wohlgefallen allerlei zeitliche und himmlische Gaben empfangen in Christo Jesu, unserm Herrn, der da lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. Morgengebete. Fülle uns frühe mit deiner Gnade. 2. Luthers Morgensegen. Des walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erde. Ich glaube an Zesum Christum, Gottes eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. Bater unser, der du bist im Himmel. Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Unser täglich Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, als wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung. Sondern erlöse uns von dem Ubel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Zesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. 3. Morgengebet am Sonntag. Bounbersign getreuer Gott, du ewiger Bater unsers Herrn 3esu Christi, der du mit deinem Sohne und dem heiligen Geiste regierest in Ewigkeit, wir sagen dir Lob und Dank für alle Wohl⸗ taten, die wir ohne Unterlaß von deiner milden Güte empfangen, daß du uns die ganze Zeit unsers Lebens, wie auch die vergangene Nacht, so väterlich behütet und uns den heutigen Tag gesund hast l6 5 E ESESSEEESS8 2 S„ DEEEEE I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 7 lassen erleben. Insonderheit danken wir dir, daß du bei uns das helle Licht deines Evangeliums hast lassen aufgehen, bei welchem wir dich und deinen Willen recht erkennen und lernen mögen, wie wir christlich leben und selig sterben sollen. Wir bitten dich, gütiger Gott, du wollest solch Gnadenlicht des Evangeliums uns und unsern Nachkommen erhalten; und damit wir dein angenehmes Bolk sein und bleiben können, so vergib uns alle unsere Sünde und Misse⸗ taten um deines lieben Sohnes, unseres Heilandes Jesu Christi willen, und heilige uns durch deinen heiligen Geist je länger je mehr, daß wir der Welt und allen weltlichen Lüsten von Herzen entsagen und unsere Freude und Lust darin suchen, daß wir dir dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Offne unsere Ohren und Herzen, daß wir dein heiliges Wort mit Freuden hören, mit Fleiß erwägen und in reinem Herzen behalten, dich getrost anrufen und nicht allein diesen Tag, sondern auch alle übrigen Tage unseres Lebens von allen bösen Werken feiern, bis wir endlich zu dem ewigen Sabbathtag gelangen, da wir mit Engelzungen und-herzen deine großen Taten mit allen Auserwählten, Engeln und Menschen, rühmen und preisen werden in alle Ewigkeit. Amen. 4. Noch ein Morgengebet am Sonntag. err, unser Gott, heilig und unbegreiflich, der du das Licht scheinen 9 lässest aus der Finsternis, der du uns erquicht hast durch nächt⸗ lichen Schlaf und wieder erwecht, deinen Ruhm zu preisen und deine Gnade anzurufen, nimm jetzt an von uns nach deiner grund⸗ losen Barmherzigkeit das Opfer unserer Anbetung und unsers Dankes und gewähre uns alle heilsamen Bitten. Richte uns, o Herr, zu Kindern des Lichts und des Tages und zu Erben deiner ewigen Güter. Gedenke, Herr, nach der Fülle deiner Erbarmungen deines ganzen Volks, aller, die mit uns beten, und aller unserer Mitchristen, die zu Lande oder zu Meer oder wo sonst in deinem weiten Reich deiner Gnade und Hülfe bedürfen, und schütte über sie und uns alle aus den Reichtum deiner Barmherzigkeit, auf daß wir, erlöset nach Seel und Leib, unverrückt in festem Glauben, deinen heiligen und wunderbaren Namen ewig rühmen mögen. Amen. 5. Morgengebet am Montag. Bonmherziger, mildreichster Gott und Vater, in dieser Morgen⸗ stunde erscheine ich vor dem Throne deiner göttlichen Güte mit herzlichem Danke, daß du nach zurückgelegter finsterer Nacht mich abermals gesund und frisch hast aufstehen lassen. O Vater, deine Hand hat mich geschützet, daß mich der Satan nach seinem Willen nicht hat betrüben oder beschädigen können. Damit nun ferner mein Mund deines Ruhmes und deines Preises täglich voll sei, so vergib mir alle meine Sünde und tu mir wohl. Gedenke nicht der 8 I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. Sünden meiner Jugend noch meiner Übertretung, gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit um deiner Güte willen, und regiere mich heute, diese angehende Woche und die ganze Zeit meines Lebens, daß ich in allem meinem Vornehmen deinem Worte folge. Behüte mich, liebster Vater, vor der Versuchung des Satans und meines eigenen Fleisches und Blutes, daß ich nichts Ubels tue noch wider dich sündige. Laß deine heiligen Engel mich auf allen meinen Wegen behüten, daß ich vor allem Schaden väterlich bewahrt werde. Denn dir, o Gott, übergebe ich meinen Leib und Seele(mein Haus und Hof, mein Weib und Kind und alle die Meinen). Behüte, schütze und erhalte mich, daß sich kein Abel zu mir nahe. Sei du mein Schild und Schirm, segne meinen Eingang und Ausgang und verlaß nicht, die deinen Namen kennen. Tröste alle Betrübte und Kranke. Hilf allen Notleidenden und Verlassenen. Und wenn auch eine trübe Unglückswolke nach deinem Willen über mich kommen sollte, so gib mir Geduld und Rat. Gesegne auch, liebster Vater, heute und die ganze Woche über meine Arbeit und Nahrung und die Werke meines Berufs, daß meine Mühe und Arbeit nicht ver⸗ loren sei. Laß mich stets an dich gedenken, dich in meinem Herzen behalten und deine Furcht vor Augen haben, daß ich christlich lebe und selig sterbe. Das verleihe mir um Jesu Christi, deines lieben Sohnes willen. Amen. 6. Morgengebet am Dienstag. Gelobet seist du, o Gott, mein Schöpfer, gelobet seist du, o Gott, mein Heiland, gelobet seist du, o Gott, mein höchster Tröster, der du mein Schild und Horn meines Heils und mein Schutz bist und mich die vergangene Nacht wiederum vor allen geistlichen und leiblichen Feinden so väterlich bewahret hast. Ich bitte dich demütig⸗ lich, du wollest auch diesen Tag deine Güte über mich ausstrechen und mich mit deiner Barmherzigkeit erfüllen, auch vor Sünden und allem Übel gnädiglich behüten. Umgib mich, o Herr, rings mit deinem Schilde, daß der böse Feind und seine Werkzeuge mir heinen Schaden zufügen können. Erhalte mich in deiner Furcht, daß ich nicht sündige, sondern dich herzlich liebe und dein Knecht(deine Magd) sei ewiglich. Verleih mir auch deine Gnade, daß ich die Werke meines Berufes treulich und fleißig ausrichte. Gib dein Gedeihen zu meinem Amt und Stand, segne mein Brot und Wasser und richte all mein Vorhaben, Tun und Arbeit zu deinem Lob, auch zu meiner zeitlichen und ewigen Wohlfahrt. Wende von mir alle bösen Krankheiten und was mir an Seel und Leib schädlich sein mag. Insonderheit aber behüte mich vor einem bösen, schnellen Tode und vor allerlei Herzeleid. Dein heiliger Geist weiche nur nicht von mir. Dein guter Engel sei allezeit zwischen mir und allen meinen Feinden, daß sie heine Hand an mich legen können. Deine Gnade und Segen sei ewiglich ob mir. Amen. I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 7. Morgengebet am Mittwoch. O Guut Gott, Vater und Herr meines Lebens, ich danke dir von rund meiner Seele, daß du auch in dieser vergangenen Nacht die Hand deiner väterlichen Barmherzigheit über mich gehalten, mich durch den Schutz deiner heiligen Engel behütet hast und mich zu deinem Lobe wieder ausstehen lassen. Ich bitte dich durch Christum, deinen Sohn, laß mich dir diesen Tag zu gleicher Gnade, Liebe und Fürsorge befohlen sein. Regiere mein Herz. Sinn und Gedanken, Worte und Werke durch deinen werten und heiligen Geist, daß ich nichts Ubels tue. Leite mich auf ebner Bahn und laß mein Herz deinen Tempel und Wohnung sein. Ach Herr, allmächtiger Gott, du bist mein Vater, ich dein Kind; verlaß mich nicht, denn auf dich bin ich geworfen aus Mutterleibe, mein Heil steht allein bei dir. In deinem Namen, o VBater, fange ich alles an, gib, daß ich mein Werk in deiner Kraft vollbringe, sür deinen väterlichen Beistand dir danke, mit dem, was mir deine Güte verliehen hat, mich kindlich begnügen lasse und nicht nach mehr oder nach Verbotenem trachte. Zeuch mich von der Welt und ihrer Lust ab, ich begehre ihrer nicht. Sei du mir nur, mein Gott, nicht schrecklich in der Not, denn wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Du bist mir werter als alle Schätze der Welt. Ach gib, daß ich dich, du süße Liebe, nimmermehr verlasse. Bleibe diesen Tag und allezeit bei mir. Nimm dich auch nach deiner großen Liebe, aller Armen und Notleidenden, aller Bekümmerten und Trostlo sen aller Verlornen und Irrenden, insonderheit deiner verlorenen Schafe aus dem Hause Israel an, sei das ewige Heil deiner Kirche und laß auch mich in derselben ein wahres und lebendiges Glied sein, daß, wenn ich aus diesem Leben scheiden soll, ich zu dir in den Himmel auf⸗ gehoben werde. Ach Vater, erhöre mich und gewähre mich meines Gebets, in dem Namen deines Sohnes Jesu. Amen. 8. Morgengebet am Donnerstag. Wir loben, preisen und rühmen dich, wir danken dir, du Gott unserer Bäter, daß du uns aus dem Schatten der Nacht herausgeführt und uns von neuem das Licht des Tages hast sehen lassen. Zu deiner Güte flehen wir: Sei gnädig über unsere Missetat und nimm an unser Gebet nach der Fülle deiner Erbarmung. Denn du bist unsere Zuflucht sür und für, barmherziger, allmächtiger Gott. Laß scheinen in unsere Herzen die wahrhaftige Sonne deiner Gerechtigkeit, erleuchte unsern Verstand und behüte unsere Sinne, auf daß wir als am Tage ehrbar wandeln den Weg deiner Gebote und auch dermaleinst im ewigen Freudenlichte dich selig schauen mögen. Amen. 9. Morgengebet am Freitag. err Jesu, deine Liebe ist in der vergangenen Nacht mein Schild und Schirm gewesen. Ich danke dir für alle deine Güte, die du an mir armen und elenden Menschen so gnädig bewiesen, und bitte dich, 10 I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. zeige mir auch heute diesen Tag deine Gestalt, denn sie ist lieblich. Erfreue die Seele deines Kindes mit deiner heiligen Gegenwart. Stärke mich mit dem Beistande deines werten heiligen Geistes. Vergib mir alle meine Sünde und Missetat, mit welcher ich bisher wider dich und deine heilige Liebe mißgehandelt habe, und regiere heute und allezeit mein ganzes Leben und meine Werke, daß ich nichts Böses tue, nichts Gutes unterlasse. Herr Jesu, stärke meinen Glauben, mehre meine Liebe zu dir und gib mir ein festes Vertrauen zu deinem heiligen Ver⸗ söhnungsblute. Zeuch mich nach dir, so werde ich den Weg deiner Gebote nimmermehr vergessen. Herr Jesu, der du an dem heutigen Tage deinen heiligen Leib in das Grab hast legen lassen, ach gib mir deine Gnade, daß ich meine Sünde tief vergrabe und sie nimmermehr über mich herrschen lasse. Sei mit mir in allen meinen Verrichtungen, laß sie wohl geraten, wenn sie in dir getan sind. Erbarme dich auch aller, die dir anhangen, und gib einem jeden sein täglich Brot und verlaß deine Gemeine nicht, deren Erzhirte du bist. Gib uns ferner die Süßig⸗ keit deiner heiligen Liebe zu genießen, und wenn wir endlich am Ende unseres Lebens den Weg des Todes gehen sollen, so laß deinen Tod unser Leben und dein heiliges Grab unsere Ruhe sein, daß wir durch den Tod zum Leben eingehen. Erhöre uns, o Zesu, um deines Namens und um deiner Liebe willen. Amen. 10. Morgengebet am Sonnabend. H'n Gott, himmlischer Vater, in dieser Morgenstunde befehle ich dir meinen Leib und meine Seele in deine liebreiche Regierung, in deinen mächtigen Schutz, in deine väterliche Aussicht und Treue. Laß mir und den lieben Meinigen heute nichts ÜUbels begegnen und keine Plage unserm Hause sich nahen. Laß deinen heiligen Geist uns krästig regieren und unser Herz zum kindlichen Gehorsam lenken, daß wir von den Wegen der wahren Gottseligkeit nicht abweichen. Segne mich heute an Leib und Seele, segne meinen Ausgang und Eingang, segne meine Haushaltung und Nahrung. Laß mir in allen meinen Geschäften und Vornehmen dein himmlisches Licht leuchten, deine Kraft mich stärken, deine Liebe mich dringen, daß ich in Gerechtigkeit wandle, meinen Taufbund stets vor Augen habe und meinem Nächsten mit aufrichtiger Liebe begegne. Gib, daß ich die Zeit, die ich noch zu leben habe, wohl und christlich anwende, zu deines herrlichen Namens Ehre, meines Nächsten Dienst und meiner selbst Besserung. Gib mir auch die Gnade, daß ich mich meiner Sterblichkeit stets erinnere und meine Gedanken allezeit aus dem Zeitlichen in das Himmlische und Ewige richte. Und wenn ich dann meinen Lauf vollendet und das Ziel, welches du mir in Gnaden gesetzt, erreicht habe, so verleih mir nach deiner großen Barm⸗ herzigkeit um Jesu Christi willen ein sanftes, fröhliches und seliges Ende. Amen. J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. Tischgebete. 11. Vor dem Essen. Ab. Augen warten auf dich, Herr, und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du tust deine Hand auf und sättigest alles, was da lebet, mit Wohlgefallen. Herr Gott, himmlischer Vater, segne uns und diese deine Gaben die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 12. Nach dem Essen. D dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. Wir dankhen dir, Herr Gott Vater, durch Zesum Christum. unsern Herrn, für alle deine Wohltat, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. Abendgebete. Herr, bleibe bei uns, denn der Tag hat sich geneiget. 13. Luthers Abendsegen. Dos walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erde. Ich glaube an Jesum Christum, Gottes eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom heiligen Geist, geboren von der Jung⸗ frau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. Vater unser, der du bist im Himmel. Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Unser täglich Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, als wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung. Sondern erlöse uns von dem Ubel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigheit. Amen. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag gnädiglich behütet 12 J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünden, wo ich unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. 14. Abendgebet am Sonntag. err, allmächtiger Gott, barmherziger Vater, ich danke dir herzlich, H daß du mich heute so gnädig behütet und Gnade verliehen hast, dein Wort zu hören, deinen Namen anzurufen und auch der leib⸗ lichen Ruhe und Erquichung zu genießen. Herr, wie groß ist deine Güte, die du uns armen Menschen erweisest. Vergib mir, o lieber Bater, alle meine Sünde um Christi willen und regiere mich durch deinen heiligen Geist, daß ich dem, was ich heute aus deinem hei⸗ ligen Worte gelernt, in beständigem Glauben, gottseligem Leben und fröhlicher Geduld fleißig und von Herzen nachkomme. Und gleichwie dein lieber Sohn, mein einiger Heiland Jesus Christus, an diesem Tage fröhlich von den Toten auferstanden ist, also verleih mir Gnade, in einem neuen Leben vor dir zu wandeln. Ich bitte dich auch, lieber Vater, du wollest diese Nacht in deinen väterlichen Schutz nehmen meinen Leib und Seele und alles, was du mir gegeben hast, daß der böse Feind und seine Werkzeuge keine Macht an mir finden. Dein heiliger Geist erleuchte mich, daß ich dein nimmermehr vergesse. Deine allmächtige Hand erhalte mich. Dein heiliger Engel beschütze mich. Deine väterliche Güte segne und erquiche mich, damit ich morgen gesund und mit Freuden aufstehen und dir nach deinem Willen dienen möge. Und wenn ich im zeitlichen Tode werde entschlafen sein, so gib durch die Auferstehung Jesu Christi, daß ich an jenem Tage fröhlich aus dem Tode wiederum hervor⸗ gehen möge zur ewigen Herrlichkeit. Amen. 15. Noch ein Abendgebet am Sonntag. Geobt seist du, o Gott, allmächtiger Herrscher, der du den Tag erleuchtest durch dein Sonnenlicht und die Nacht durch feurige Strahlen erhellst, der du uns gnädig die Bahn des Tages hast durchwandeln lassen und uns zur stillen Nacht gebracht. Höre auf unser Gebet und auf das Gebet deines ganzen Volhes, und vergib uns alle unsere wissentlichen und unwissentlichen Übertretungen. Nimm an unsere Abendgebete und schütte aus über uns, dein Erbe, die Fülle deiner Barmherzigkeit und deiner Siege. Umschirme uns mit den heiligen Engeln, rüste uns mit den Waffen der Gerechtigkeit, umschanze uns mit deiner Wahrheit, bewache uns mit deiner Macht, rette uns vor allem Unfall und allen Nachstellungen des Wider⸗ sachers und gib Gnade, daß wir diesen Abend und diese Nacht, so wie alle Tage unsers Lebens, untadelig, heilig, friedlich, von ——— I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 13 Sünde, Anstoß und Schrecken frei verleben mögen. Denn bei dir ist Erbarmung und Erlösung, Herr, dreieiniger Gott, und dir bringen wir Ruhm und Preis, jetzt und in Ewigkeit. Amen. 16. Abendgebet am Montag. Anenen treuer Gott, ich danke dir, daß du mich und die Meinigen diesen Tag über väterlich behütet und alles Unglück gnädiglich von uns abgewendet hast. Ich will mich nun in deinem Namen zur Ruhe begeben und auf meinem Lager unter deinem Schutze sanft entschlafen. Verzeih mir doch, lieber Vater, alle meine Sünden und Fehltritte, mit denen ich dich diesen Tag wissentlich oder unwissentlich beleidigt und erzürnt habe. Gib mir eine ruhige Nacht und einen stillen Schlaf, daß ich nicht erschrecht werde. Du Hüter Israels, der du weder schläfst noch schlummerst, wache über mich. Bleibe bei mir, denn es ist Abend worden, und der Tag hat sich geneiget. Sei du in Finsternis meiner Seele helles Licht, daß ich mich, ob ich schon im Finstern schlase, doch nicht fürchte. Laß meine Seele in dir ruhen, und ob mich der Tod erschleichen wollte, so erhalte mein Herz und meinen Geist, daß ich zu dir wache und dein sei im Leben und im Tode. Ich befehle dir auch all die Meinen, meine Freunde und Nachbarn, dazu auch Haus und Hof. Gib, o treuer Vater, eine stille, ruhige Nacht auch allen denen, die in Kümmernis, Krankheit, Herzeleid, Not und Anfechtung sind, die ohne deine wunderbare Hand vor Leibes und der Seele Schmerzen den Schlaf nicht finden. Behüte uns vor allem Ubel. Wecke mich frühe sanft auf zu deines Namens Ehre und lehre mich deinen Willen tun nach deinem Wohlgefallen. Und wenn ich an meinem letzten Ende meine Augen zuschließe und selig in deiner Gnade einschlafe, so erwecke mich am Tage der Auferstehung alles Fleisches fröhlich zum ewigen Leben. Amen. 17. Abendgebet am Dienstag. Almechnann ewiger Gott, wie freundlich bist du denen, die auf dich harren, und der Seele, die nach dir fraget. Wie hast du mich diesen Tag so gnädiglich angesehen, der ich doch alles Guten unwürdig bin, hast nicht mit mir gehandelt nach meinen Sünden und mir nicht vergolten nach meiner Missetat. Das danke ich dir von ganzem Herzen. O Herr, laß dir angenehm sein, was ich diesen Tag in deinem Namen getan habe; vergib mir, was ich wider deinen göttlichen Willen gesündigt habe. Laß in mir nicht verlöschen das Licht des Glaubens und deiner Erkenntnis, laß nicht mich überfallen die grausame Finsternis der Unwissenheit, des Un⸗ glaubens und der Verzweiflung, behüte mich vor der ewigen Nacht. Herr, bleibe bei mir, denn der Tag hat sich geneiget, und es ist niemand, der mich in der Finsternis erhalten möge, denn du allein, 14 J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. mein Gott. Hilf uns, so wir wachen, daß wir in Christo wachen; behüte uns, so wir schlafen, daß wir in Frieden ruhen. Suche heim und regiere dieses Haus und vertreibe davon alle Schrecken des Feindes und laß deine heiligen Engel darin wohnen. Dein heiliger Segen bleibe über uns durch JZesum Christum, unsern Herrn. Amen. 18. Abendgebet am Mittwoch. J sage dir Dank, du wahres, ewiges Licht, daß du mich in dem Glanze deiner göttlichen Gnade und deines Geistes in dieses natürlichen Tages Schein vor schweren Sünden behütet hast. Laß nun, o Gott, der du die Nacht dem gebrechlichen Leibe zur Ruhe verordnet hast, meine mühselige, sündige Seele in dir ruhen und Frieden haben vor aller List und jeglichem Anlauf des bösen Geistes. Meine Sinne und Gedanken laß samt Händen und Füßen feiern, schweigen und stille sein zu dir, der du den Deinen gegenwärtig und unvergessen bist auch im tiefen Schlafe. Laß ja nicht mein träges Fleisch die arme Seele überwältigen, daß sie dein vergesse des Nachts. Dir befehle ich meinen Geist, o Hirte, zu treuen Händen; du hast ihn erlöset, Herr, du treuer Gott. Laß mich von dir nicht sinken, wache über mich, schirme mich mit deinen Flügeln. Wenn Tag und Nacht sich scheiden, so wecke mich und verleih mir wieder das Licht, darin ich hie wandeln und bei dir dort ewig wohnen möchte. Höre und erhöre mich, der du nicht schläfst noch schlummerst, durch Sesum Christum. Amen. 19. Abendgebet am Donnerstag. err Gott Vater, voll Gnade und Güte, der du Barmherzigkei H erweisest bis in das tausendste Glied, wie soll ich deinem Namen genugsam Ehre und Ruhm geben, daß du mich so herzlich geliebt und diesen Tag ohne allen Schaden und Gefahr hast hin⸗ bringen lassen. Ach Bater, nimm an meiner Statt das vollkommene Opfer deines liebsten Sohnes Jesu Christi an und sei mir um seinet⸗ willen auch ferner gnädig und barmherzig, denn ohne dich, mein Gott, bin ich in der Finsternis dieser Nacht verloren. Du aber bist mein Licht und starker Hort, nimm mich in deine Gnadenarme, o Gott, der du verheißen, meiner nimmermehr zu vergessen. Vergib mir meine Sünden und schaffe in mir einen neuen, freudigen Geist, daß ich allezeit in kindlichem Vertrauen zu dir rufe: Abba, lieber Vater! Deiner väterlichen Fürsorge übergebe ich auch diese Nacht meinen Leib, Seele und all das Meine. Wache über mich, daß ich vor allem Leid behütet in deiner Gnade wieder erwache und dich preise. Tröste auch in dieser Nacht alle Bekümmerten und Be⸗ trübten und laß allen, die den Namen deines Sohnes Zesu in wahrem Glauben anrufen, Hülfe widerfahren. Und weil der Schlaf ein Vorbote des Todes ist, so verleih mir, o gütiger Vater, deine E J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 15⁵5 Gnade und den Beistand deines Geistes, daß ich mich also bereite, daß ich am Ende meiner Tage zur ewigen Ruhe des Himmels aufgenommen werde. Erhöre mich und erbarme dich mein, o Gott, um der hkräftigen Fürbitte deines Sohnes Jesu willen. Amen. 20. Abendgebet am Freitag. Herr Jesu Christi, du geduldiges Gotteslamm und heiliges Sühnopfer für alle meine Sünde, ja nicht allein für meine, sondern auch für der ganzen Welt Sünde, dir danke ich abermal von Grund meines Herzens, daß du mich an Leib und Seele durch deinen Schutz diesen Tag so väterlich behütet hast. Dich bitte ich, du wollest mir alle meine Sünden, so ich heute diesen Tag aus Schwachheit meiner verderbten Natur und Anreizung des bösen Geistes getan habe, welche mein Herz und Gewissen sehr beschweren und drüchen, gnädiglich verzeihen und vergeben. Und weil ich mich nun zur Ruh und Schlaf will niederlegen, wollest du deine Gnade über mich ausbreiten, daß ich darunter in Fried und Ruh diese Nacht mit dem Leibe schlafen, mit der Seele aber allezeit zu dir wachen möge. Laß mich also deiner herrlichen Zukunft zum jüngsten Gericht wahrnehmen und mit herzlichem Seufzen auf dich warten, bis ich dermaleinst gar zu dir selig von hinnen fahre. Dazu hilf mir, treuer Heiland, mit dem Vater und heiligen Geiste hochgelobet in Ewigkeit. Amen. 21. Abendgebet am Sonnabend. Bonherziger Gott und Vater, ich sage dir von Herzen Lob und Dank, daß du dich meiner die Zeit meines Lebens so väterlich angenommen und mich diesen Tag über und sonderlich die ganze Woche bis auf diese Stunde vor allem Unglüch Leibes und der Seele gnädig behütet hast. Ich bitte dich ferner, du wollest alle meine Sünden, die ich heut und die ganze Woche wider dich und meinen Nächsten wissentlich und unwissentlich getan, durch deine Gnade, welche alle bußfertigen Sünder bei dir haben, zudecken und ihrer nimmermehr gedenken. Hilf gnädiglich, daß ich aus der alten Woche in ein neu christlich Leben trete, dir und allen Auserwählten im Himmel gefallen möge, und laß mich diese angehende Nacht in deine gnädigen Arme befohlen sein, daß ich sicher ruhen und schlafen, frisch und gesund zu deinem ferneren Lob wieder aufstehen möge: und wenn mein Stündlein vorhanden ist, nimm mich zu dir, Herr Jesu Christ, denn ich bin dein und du bist mein, wie gern wollt ich bald bei dir sein. Amen. 16 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. Gebete für die Krüchte des Feldes und den Bergbau. Meine Rede müsse ihm wohlgefallen. Ich freue mich des Herrn. 22. Danksagung für Gottes Wohltaten. Ewigen allmächtiger Gott, du bist mein Leben, meine Wohlfahrt, meine Seligkeit, ich aber bin ein Staub der Erde und unter⸗ winde mich, vor deinem Angesicht allhier zu stehen und dich zu loben. Verwirf mein armes Lobgebet nicht, o Herr, und nimm mein Dankopfer in Christo Zesu gnädig an. Du hast mich von Anfang meines Lebens bis auf diese Stunde an Leib und Seele gespeist und ernährt. Du hast mich vor un⸗ zählbaren Gefährlichkeiten Leibes und der Seele bewahrt oder daraus errettet. Du hast mich mit Langmut getragen, zum Wege meiner Seligkeit ohne Unterlaß und auf mancherlei Weise gerufen und zu meinem seligen Christenstande bekehrt. Das alles hast du mir getan um Zesu Christi willen, der sich allen meinen Schmerzen, Strafen und Schanden und zuletzt meinem Tode unterworfen hat, auf daß ich endlich bei dir in ewiger Seligkeit fröhlich sein könnte. Wie soll ich dir, o mein Gott und Vater, für alle deine Treue und Barmherzigkeit danken? Wie soll ich dir danken, Herr Jesu, der du mit deinem Verdienste, mit Leben und voller Genüge, ja, mit dir selber den armen Sünder speisest und tränkest? Ich ver⸗ mag allewege nichts Gutes, wie sollte ich danken können? Gib du selbst, o Herr, mir in meine Hände, was ich bin und habe, und verleih mir alsdann, daß ich zum schwachen Danke dir wieder über⸗ gebe und opfere, was ich bin und habe, und mein Opfer von deinem Altare nicht wieder raube, solange ich lebe. Dein heiliger Wille allein werde in mir, an mir, durch mich in allen Dingen vollbracht und mein Leben zu deinem Preis vollführt, solange es noch währt. Das hilf mir nach deiner großen Liebe. Amen. 23. Noch ein Dankgebet. ein Gott und Herr, ich sage dir Lob und Dank, daß du mich nach deinem Ebenbilde geschaffen, durch das teure Blut deines Sohnes erlöst, durch die Taufe in die Zahl deiner Kinder aufgenommen und mit dem Sahramente des Leibes und Blutes Christi mannigmal er⸗ quicket hast. Ich sage dir Dank, du treuer Gott, daß du mir von meiner Zugend auf bis auf diese Stunde so viele Sünden zugute ge⸗ halten und auf meine Buße gewartet, mich so manches Mal aus großen nach ohnes und al er⸗ von te ge⸗ roßen II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 17 Nöten errettet, an Leib und Seele behütet und mir Gesundheit, Friede und Wohlfahrt die Zeit meines Lebens verliehen hast. Ich bitte ferner, du wollest mich in solcher deiner Gnade und Gütigkeit erhalten, alles, was dir zuwider ist, von mir abtun und vor allem Übel und Unfall mich behüten. Laß mich mein Leben nach deinem Willen und Wohl⸗ gefallen vollenden und endlich mit Freuden zu deiner Herrlichkeit kommen. Das bitte ich dich, du treuer Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi. Amen. 24. Zum Beginn der Arbeit. Ewiger, barmherziger Gott, ich will nun wieder frisch an meine Arbeit gehen und die Werke meines Berufes, darein du mich gesetzet hast, getrost angreifen und nach deiner Gabe ausrichten, meinem Nächsten dadurch zu dienen und mein Brot zu erwerben. Darum bitte ich dich herzlich, du wollest mir zu solchem Werk nach deiner gnadenreichen Verheißung Weisheit und Verstand, Heil und Segen, auch Gesundheit verleihen, damit ich es nicht allein wohl anfangen, sondern auch durch deine väterliche Hülfe in deinem Namen nützlich vollführen und meines Amtes jederzeit in deiner Furcht mit reinem Gewissen treulich warten möge. Dir befehle ich meine Werke; laß meine Anschläge fortgehen und laß mir gelingen, was ich mir in deinem Namen vornehme, daß das Licht auf meinem Wege immer scheine, dir zu Lob und Preis, mir und den Meinen, auch meinem Nächsten zur Wohlfahrt und Frommen, durch deinen lieben Sohn Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. O Herr Jesu, in deinem Namen und auf dein Wort will ich mein Netz auswerfen. O Herr, hilf, o Herr, laß wohl gelingen. Amen. 25. Um Gottes Segen in Haus und Beruf. O allmächtiger, ewiger und barmherziger Gott, dieweil du mit Worten und Werken genugsam bewiesen hast, daß du als ein getreuer Vater für uns sorgest, und hast uns gnädiglich zu Kindern angenommen und einem jeden seinen Beruf gegeben, darinnen er dir und dem Näch⸗ sten dienen soll, so bitten wir dich von Herzen, lieber Vater, gib Gnade, daß wir unsers Berufes fleißig wahrnehmen und im Gehorsam als deine treuen Kinder allezeit erfunden werden. Fördere die Werke unsres Haushaltens also, daß wir ja unsere Herzen nicht an die Güter dieser Welt hängen noch jemand dadurch Ärgernis geben, sondern laß uns alle zeitlichen Güter und Gaben, so wir durch deinen Segen emp⸗ fangen haben, in stillem Wesen mit täglicher Danksagung genießen und gebrauchen. Wollest auch von uns abwenden allen Müßiggang, unnötige Sorge der Nahrung und alles, was dir mißfällt, und bei uns und in uns fördern alles, was dir wohlgefällt, auf daß wir in all unserm Tun deinem Befehle nachgehen und alle Sorge und Anliegen aus rechtem Glauben auf dich werfen. Denn du weißt alles, was uns mangelt und not ist; das wollest du uns gnädiglich verleihen. Amen 18 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 26. Gebet christlicher Eheleute. Bo'rmgerdiger gnädiger Gott, lieber Vater, du hast uns nach deinem gnädigen Willen und göttlicher Vorsehung in den heiligen Ehe⸗ stand gesetzt, daß wir nach deiner Ordnung darin leben sollen. Darum trösten wir uns auch deines Segens, da dein Wort sagt: Wer eine Ehefran findet, der findet was Gutes und bekommt Segen vom Herrn. Ach lieber Gott, laß uns ja in deiner göttlichen Furcht beieinander leben. Laß uns vor allen Dingen dein Wort lieb haben, daß wir sein mögen wie ein Baum am Wasser gepflanzet, der seine Frucht bringet zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Laß uns miteinander in Frieden und Einigkeit leben und unsern Ehestand in Zucht und Ehrbarkeit führen, daß dein Segen bei uns wohne, und wir einen ehr⸗ lichen Ramen haben mögen.(Gib Gnade, daß wir unsere Kinder in der Furcht und Ermahnung zu deinen göttlichen Ehren auferziehen, daß du aus ihrem Munde dir ein Lob bereiten mögest. Gib ihnen ein gehorsames Herz, daß es ihnen möge wohl gehen, und sie lange leben auf Erden.) Gib uns auch das lägliche Brot und segne unsere Nahrung. Und wenn du uns ja, lieber Gott, Kreuz und Trübsal zusenden willst, so gib uns Geduld, daß wir uns gehorsamlich deiner väterlichen Züchti⸗ gung unterwerfen, und mache es gnädig mit uns. Fallen wir, so wirf uns nicht weg, sondern halt uns bei der Hand und richte uns wieder auf. Lindere uns unser Kreuz und tröste uns wieder und verlaß uns nicht in unserer Not. Gib auch, daß wir das Zeitliche nicht lieber haben denn das Ewige; wir haben ja nichts in die Welt gebracht, werden auch nichts mit hinausbringen. Laß uns nachjagen dem Glauben und der Liebe und ergreifen das ewige Leben, dazu wir berufen sind. Gott der Bater segne uns und behüte uns. Gott der Sohn erleuchte sein Angesicht über uns und sei uns gnädig. Gott der heilige Geist erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Friede. Die heilige Drei⸗ einigkeit bewahre unsern Eingang und Ausgang von nun an bis in Ewigkeit. Amen. 27. Gebet der Eltern für ihre Kinder. etreuer, lieber Gott und Vater, Schöpfer und Erhalter aller Krea⸗ turen, wir danken dir von Herzen sür die Kinder, die du uns durch deinen Segen gegeben hast, und bitten dich herzlich, weil du gesagt hast, du wollest deinen heiligen Geist geben allen, die dich darum bitten, begnade auch unsere armen Kinder mit deinem heiligen Geiste, der in ihnen die wahre Furcht Gottes anzünde, welche der Weisheit Anfang ist. Beselige sie mit deiner wahren Erkenntnis, laß sie in dem wahren seligmachenden Glauben und in aller Gottseligkeit aufwachsen und darin bis ans Ende verharren. Gib ihnen ein gläubiges, gehorsames, de⸗ mütiges Herz, auch Weisheit und Verstand, daß sie wachsen und zu⸗ nehmen an Alter und Gnade bei dir und den Menschen. Pflanze in ihr Herz die Liebe deines göttlichen Wortes, daß sie seien andächtig im Gebet und Gottesdienst, ehrerbietig gegen die Diener des Wortes — ——778—— „ II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 19 und gegen jedermann, schamhaftig in Worten, treu in Werken, fleißig in Geschästen, glüchselig in Verrichtungen ihres Berufes, ver⸗ ständig in Sachen, richtig in allen Dingen, sanftmütig und freundlich gegen alle Menschen. Behüte sie vor allen Argernissen dieser Welt, sei ihr Schutz in allerlei Gesahr, daß sie nicht plötzlich umkommen. Laß uns ja nicht Unehre und Schande, sondern Freude und Ehre an ihnen erleben, daß durch sie auch dein Reich vermehret und die Zahl der Gläubigen groß werde, daß sie auch im Himmel um deinen Tisch her sitzen mögen als die himmlischen Olzweige und dich mit allen Aus⸗ erwählten ehren, loben und preisen mögen, durch Zesum Christum, unsern Herrn. Amen. Darauf bete den 127. und 128. Psalm. 28. Gebet nach der Taufe eines Kindes, auch von Gevattern zu beten. Alhnachliger, ewiger Gott, lieber himmlischer Vater, der du der rechte Vater bist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, wir sagen dir von Herzen Lob und Dank, daß du dieses Kind uns geschenkt und ihm verliehen hast, daß es durch die heilige Taufe zum ewigen Leben wiedergeboren und deinem lieben Sohne, unserm Herrn Jesu Christo, einverleibt worden ist. Wir bitten dich demütig, du wollest dieses Kind, welches nunmehr dein Kind und Erbe geworden ist, bei der empfangenen Taufgnade bewahren, damit es nach allem deinem Wohlgefallen zur Ehre deines Namens treulich auferzogen werde, im wahren Glauben bis zum seligen Ende beständig verbleibe und endlich das verheißene Erbteil im Himmel mit allen Heiligen empfange, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 29. Schulgebete. 1. Luthers Morgensegen siehe Gebet 2. 2. Lieber Herr und Gott, der du deinem Volke im Gesetz befohlen hast: Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Dinge beschichen, laß auch uns in unserer Arbeit deinen heiligen Willen erkennen, und alle unsere Werke mit Fleiß und Treue verrichten. Weil aber ohne deinen Segen Mühe und Arbeit vergeblich ist, so bitten wir dich, laß dein himmlisches Gedeihen auf unsere Arbeit reichlich herabfließen gleich dem Morgentau, der das dürre Land befeuchtet. Laß uns unsere Geschäfte in deinem Namen anfangen und in stiller Hoffnung auf deine Hülfe glücklich hinausführen, dir zur Ehre, uns zur Freude und den Menschen zum Wohlgefallen. Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unserer Hände, ja das Werk unserer Hände wollest du fördern. Amen. 3. Abba, lieber Vater, dir sei Lob und Dank gesagt, daß du uns diesen Tag hast gesund erleben lassen und uns wieder die Gnade ver⸗ 2* 20 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. leihst, gemeinsam deinen Namen anzurufen. Dein lieber Sohn hat versprochen, daß er mitten unter denen sein wolle, die in seinem Namen versammelt sind. Laß auch jetzt seine gnädige Berheißung an uns erfüllt werden. Weil du aber nur denen nahe bist, die dich fürchten, so gib eine kindliche Furcht vor deiner heiligen Majestät in unsere Herzen. Erleuchte unsern Verstand und lenke unsern Willen zum Gehorsam, daß dir all unser Tun und Lassen wohlgefalle. Laß uns wachsen an Weisheit, Alter und Gnade bei dir und den Menschen nach dem Exempel deines heiligen Kindes Jesu. Amen. 4. In deinem Namen, lieber himmlischer Vater, schichen wir uns jetzt wieder an, die Arbeit unsers Berufes auszurichten und zu lehren und zu lernen, was uns befohlen ist. Sende dazu dein Licht und deine Wahrheit und gib uns erleuchtete Augen unsers Verstandes. Vor allen Dingen aber laß deine Furcht unserer Weisheit Anfang und deinen Geist unser aller Lehrer und Leiter sein. Mache unsere Herzen zu einem tiefen, weichen und reinen Lande und laß guten Samen darauf fallen, daß er darin wurzele und aufgehe und Frucht bringe zum ewigen Leben. Amen. 5. Allgegenwärtiger Gott, deine Augen sehen auf eines jeglichen Weg, und du schauest auf alle unsere Gänge. Du erkennest unser Herz, und es ist alles bloß und aufgedeckt vor deinen Augen. Vor dir ist auch die Finsternis licht, und die Nacht leuchtet wie der helle Tag. Gib uns doch einen tiefen Eindruck davon in unser Herz, daß wir allezeit vor deinen heiligen Augen offenbar sind, damit wir uns vor der Sünde fürchten lernen und vor deinem Angesichte wandeln. Schaffe in uns ein reines Herz, tilge alle heimliche Unlauterkeit aus unserm Leben und mache uns aufrichtig vor dir und den Menschen. Den Aufrichtigen lässest du es gelingen und beschirmest die Frommen. Das erfülle an uns nach deiner Barm⸗ herzigkeit. Amen. 6. Wir danken dir, Herr Gott, für alle deine Wohltat, die du uns erzeiget hast, daß du uns zu vernünftigen Menschen geschaffen hast und hast uns erlöset durch das unschuldige Blut deines lieben Sohnes und durch dein Wort und deinen Geist zum ewigen Leben berufen. Wir bitten dich, lieber Vater, verleih uns deine Gnade, dein heiliges Wort wohl zu lernen, christlich zu leben und selig zu Amem durch Zesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 7. Herr, leite uns in deiner Wahrheit und lehre uns, denn du bist der Gott, der uns hilft; täglich harren wir dein. Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von der Welt her gewesen ist. Gedenke nicht der Sünden unserer Zugend noch unserer Übertretung, gedenke aber unser nach deiner Barmherzigkeit um deiner Güte willen. Lehre uns tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist unser Gott; dein guter Geist führe uns auf ebener — 4 722999.4 ES 3 HEOS. C SEEEEee * II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 21 at Bahn. Und dein Friede, der höher ist denn alle Vernunft, bewahre 0 ö unsere Herzen und Sinne in Christo Zesu. Amen. 8. Wir danken dir, lieber himmlischer Vater, daß du den 10 ö Schlummer der Nacht von uns verscheucht und uns wieder ver⸗ — sammelt hast, unsere Hände zu dir aufzuheben. Laß uns nun die 15 Arbeit des Tages mit Freuden angreifen und die Gabe, welche du i einem jeden verliehen hast, mit Treue und Demut gebrauchen. Gib uns ein sehendes Auge, ein hörendes Ohr und ein waches Gewissen. Fülle uns frühe mit deiner Gnade und segne die Werke unserer ir Hände. Deinem heiligen Namen sei Ruhm und Preis jetzt und in Ewigkeit. Amen. ö 15 9. Herr ZJesu Christe, der du die Kinder zu dir zu bringen 02 befohlen und sie in dein Reich aͤufzunehmen verheißen hast, wir 2 danken dir, daß du uns in der heiligen Taufe zu dir gezogen und 2— mit den Gütern deines Reiches gesegnet hast. Laß uns nun bei l dir bleiben und als lebendige, grünende und fruchtbare Reben an dir, dem rechten Weinstock, erfunden werden. Vollführe das gute Werk, das du in uns angefangen hast, und behalte uns in der EE— Aufsicht deiner Liebe und unter der Zucht deines Geistes, daß wir s geschicht werden, dir hier in deinem Reiche zu dienen, und einst or nach wohl vollbrachtem Leben auf Erden den Eingang finden zu lle deinem ewigen Reiche. Amen. 20 10. Wir danken dir, lieber himmlischer Vater, für die große ni Gnade, daß du dein heiliges Wort uns gegeben hast. Drüche es Hte ein und versiegele es in unsern Herzen, daß wir danach tun, leben che und sterben. Laß uns in deiner Erkenntnis wachsen und zunehmen, dir dich, ewiger Gott, anrufen, loben, ehren und preisen und alles, was nd wir tun und lassen, nach deinen heiligen Geboten anstellen, damit wir hier allezeit als gehorsame Kinder erfunden und zuletzt des ewigen Lebens, das uns durch Jesum Christum erworben ist, teil⸗ du haftig werden mögen. Amen. fen 11. AUm Schlusse der Woche.) Allmächtiger Gott, lieber , himmlischer Bater, da wir ohne deines heiligen Geistes Licht und 0 Gnade nichts vermögen, so bitten wir dich, du wollest unsern Ver⸗ stand erleuchten, unser Gedächtnis stärken und unsern Willen regieren — und heiligen, daß wir alles, was wir lesen und hören, recht ver⸗ stehen, was wir verstehen, wohl behalten, und was wir behalten, wohl anwenden und in ein christliches Leben verwandeln. Befestige du du selbst alles, was wir gehört und gelernt haben, und bestätige das he, Gute, das du in uns angefangen hast, zu deines Namens Lob und delt Preis um Jesu Christi, unsers Heilands, willen. Amen. i 12. Zum Schlusse der Schule) Lob und Dank sei dir, en du Gott aller Gnade und Barmherzigkeit, daß du uns bis hieher et geholfen hast. Dein Aufsehen hat unsern Odem bewahrt, du hast uns Gesundheit, Kraft und Freudigkeit zu unserm Werke gegeben, 22 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. und was an unserer Arbeit nicht vergeblich gewesen, das danhen wir allein deiner Güte. Wir sind zu geringe aller Barmherzigheit und aller Treue, die du an uns getan hast. Tilge alle unsere Sünde und Übertretung um Zesu Christi willen. Herr, wer kann merken, wie oft er fehle? Verzeih uns auch die verborgenen Fehler und laß keinen ein böses Gewissen und unvergebene Schuld mit sich hin⸗ wegnehmen. Behalte uns in deiner Gnade, erhalte uns ein fröh⸗ liches Herz, laß uns untereinander durch das Band des Friedens und durch herzliche Liebe verbunden bleiben.(Laß deinen Segen die begleiten, welche von uns scheiden; laß ihn auch bei uns bleiben, die wir erfrischt und gestärkt unser Werk wieder aufzunehmen ge⸗ denken.) Behüte unsern Ausgang und Eingang von nun an bis zu ewigen Zeiten. Amen. 30. Zwei Gebete für Konfirmanden. 1. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, daß du mich durch die heilige Taufe in den Bund der Gnade und des Friedens auf⸗ genommen, in deinem Worte mich unterwiesen und nun diese Zeit mich hast erleben lassen, in der ich zu meiner Konfirmation mich bereiten und rüsten soll. Hilf, lieber Bater, daß diese Zeit eine heilige und gesegnete Zeit und ein geistlicher Frühling für mich werde. Mache mich völliger im kindlichen Gehorsam, andächtig im Gebet, eifrig zu deinem Wort, treu in meiner Arbeit, friedsam und ehrerbietig gegen jedermann. Bewahre mich und alle, die mit mir auf dem Wege sind, vor Argernis und allem leichtfertigen Wesen. Laß uns wachsen in deiner Erkenntnis und stark werden durch deinen Geist an dem inwendigen Menschen, daß wir am Tage unserer Konfirmation ein gutes Bekenntnis tun und würdig zu deinem Tische kommen mögen. Amen. 2. Herr Gott, himmlischer Bater, weil dein lieber Sohn ver⸗ sprochen hat, daß du deinen heiligen Geist denen geben wollest, die dich darum bitten, so bitten wir dich herzlich in dem Namen Zesu Christi, deines geliebten Sohnes, du wollest uns deinen heiligen Geist geben, daß er uns in alle Wahrheit leite, uns zu allem Guten antreibe, regiere und führe. Heilige uns durch denselben durch und durch und erfülle uns mit seinen Heiligungsgaben, damit wir als deine Kinder wandeln, Christo angehören und deine Rechte halten mögen, um der teuren Verheißung und Fürbitte deines geliebten Sohnes Zesu Christi willen. Amen. 31. Für die Kirche. Bater aller Barmherzigkeit, der du dir eine heilige Gemeine und Kirche auf Erden durch dein Wort und heiligen Geist sammelst und erhältst, wir bitten dich, du wollest deine hleine Herde, —.—.—.——————p—ß728 ——.———..———222———————˖—p9—3—..—.572—62.—p————2— 222...‚..—......——52 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 23 das arme Häuflein, so dein Wort durch deine Gnade angenommen hat, ehret und befördert, bei der rechten, erkannten, reinen und allein seligmachenden Lehre, auch bei dem rechten Gebrauche der heiligen Sakramente wider alle Pforten der Hölle, wider alles Wüten und Toben des leidigen Teufels, wider alle Bosheit und Tyrannei der argen Welt beständig und fest erhalten. Erhalte dein Schifflein samt deinen Christen mitten auf dem ungestümen Meere, unter allen Wellen und Wasserwogen, daß es nicht sinke noch untergehe. Laß deine liebe Kirche fest und unbeweglich auf dem Grundfels stehen, darauf sie gebauet ist. O Gott Zebaoth. wende dich doch, schaue vom Himmel und siehe an und suche heim deinen Weinstock und halte ihn im Bau, den deine Rechte gepflanzt hat, und den du dir sestiglich erwählt hast, auf daß sein Gewächs ausgebreitet und seine Zweige groß werden. Nimm uns, deine Schafe, in deinen Schutz, daß uns niemand aus deiner Hand reiße. Behüte uns vor allen denjenigen, welche die Vertilgung der rechten Lehre und die Aufrichtung und Bestätigung der schändlichen Ab⸗ götterei suchen. Laß dein liebes Wort, das helle und unwandelbare Licht, so uns jetzt scheint, nicht unterdrückt oder ausgelöscht werden, sondern tu Hülfe durch deinen großen und ausgestreckten Arm und erhalte deine Kirche und Gemeine unter so viel Anstößen in der Welt, auf daß du unter uns hier auf Erden auch ein Volk habest, das dich erkenne, ehre und anbete und deinem heiligen Namen mit reinem Herzen diene. Ach Herr, schone deines Volkes und laß uns nicht entgelten unsere Sünden, der du die Missetat vormals ver⸗ geben hast deinem Volhe und alle ihre Sünde bedecht, der du vor⸗ mals hast allen deinen Zorn aufgehoben und dich gewendet von dem Grimme deines Zorns, tröste uns, Gott unser Heiland, und laß ab von deiner Ungnade über uns. Beschütze deine Christenheit, welche sich auf dich allein verläßt, daß die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen. Sei und bleibe du mitten unter uns und weiche nicht von deiner Gemeine. Tu solches um deines Namens willen, daß derselbe nicht entheiligt werde, ja tu es um Jesu Christi, deines lieben Sohnes willen. Amen. 32. Für die Obrigkeit. H aller Herren und König aller Könige, du Herrscher über den ganzen Erdenkreis, der du alle Obrigkeit eingesetzet und gesaget hast durch deinen werten Apostel: Es ist keine Obrigkeit, ohne von Gott, und wer der Obrigkeit widerstrebet, der widerstrebet Gottes Ordnung, laß uns die Obrigkeit für deine Ordnung erkennen, die⸗ selbe fürchten, lieben und ehren. Gib Gnade, daß wir durch sie mit Gerechtigkeit regiert werden und unter ihrem Schutz ein stilles, geruhiges Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarheit. Und weil du, lieber Vater, der Könige Herzen in deiner Hand hast 2⁴4 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. und leitest dieselben wie Wasserbäche, so regiere auch unsere liebe Obrigkeit mit deinem heiligen Geist, daß sie vor allen Dingen Gottes Wort lieb haben, ihre Tore weit machen und die Türen in der Welt hoch, daß in ihren Landen der König der Ehren einziehe. Gib ihnen deine himmlische Weisheit, die um deinen Thron ist, durch welche die Könige regieren und die Ratsherren das Recht setzen. Laß sie das Geschrei der Armen hören und Recht und Gerechtigheit handhaben. Laß sie fürstliche Gedanken haben und darüber halten. Gib ihnen die Liebe der Gerechtigkeit, beständigen Mut und Tapfer⸗ keit wider alle Ungerechtigkeit, glüchlichen Fortgang ihrer Anschläge, getreue, verständige, kluge Räte, gesundes und langes Leben. Behüte sie vor Heuchlern und Schmeichlern, vor Kriegen und Blutvergießen. Schütze sie durch deine heiligen Engel. Segne das ganze Land und schaffe unsern Grenzen Friede, durch Zesum Christum, unsern Herrn. Amen. 33. Für die Früchte des Feldes.(Am Tage der Hagelfeier.) err, allmächtiger Gott, ein König Himmels und der Erde, der du durch deine überschwengliche Güte den ganzen Erdboden mit allerlei Früchten zierest und erfüllest, von welchen Menschen und Vieh ihre Nahrung haben, wir bitten dich um deiner Barmherzigkeit willen, du wollest unser Land segnen, daß es seine Früchte und Vermögen gebe, sintemal wir von uns selber nicht ein Körnlein aus der Erde hervorbringen oder demselben helfen können, wo du nicht das Gedeihen gibst. Darum verleih den lieben Früchten eine gnädige Witterung, daß sie wachsen und wohl geraten. Behüte sie vor Hagel und Ungewitter, vor Verheerung., vor allem Ungeziefer und Schaden. Laß das Land nicht feiern in deinem Zorne, laß es nicht wüste liegen und unfruchtbar bleiben. Schließ den Himmel in deinem Grimme um unserer Sünde willen nicht zu. daß er nicht wie Eisen, und die Erde so hart wie Erz werde, sondern gib uns Früh⸗ und Spatregen, dazu fruchtbare Zeiten, suche das Land heim und wässere es und mache es sehr reich. Deine Brünnlein haben Wassers die Fülle, so laß denn unser Getreide wohl geraten und baue selbst das Land, tränke seine Furchen und segne sein Gewächs und kröne das Jahr mit deinem Gut. Laß dir, lieber Gott, den Samen und alle Früchte des ganzen Erdreichs in deinen gnädigen Schutz befohlen sein. Behüte uns vor Mißwachs, Teurung, Hunger und Kummer. Siehe, wir bekennen unsere Sünde mit reuigem Herzen und schreien zu dir, unserm Gott. du wollest hören im Himmel, in dem Sitze, da du wohnest, und gnädig sein der Sünde deines Volkes und uns nicht mit leiblicher Nahrung verlassen, sondern unser Leben erhalten und uns mit aller Notdurft versorgen, auf daß wir in allen Dingen deine göttliche Kraft und milde Kew mit Danksagung erkennen und dich preisen, der du uns an Leib und Seele hier zeitlich und dort ewiglich reichlich ernährest. Amen. — II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 25 34. Um den lieben Sonnenschein. Almichtige. barmherziger Gott, himmlischer Vater, wir haben es mit unsern Sünden wohl verschuldet, daß du uns jetzt mit ö vielem überflüssigen Regen und betrübtem nassen Wetter strafest und — heimsuchst. Aber hilf doch um deines Namens willen und laß die liebe Sonne wiederum scheinen und leuchten, damit sich die not⸗ ö leidenden Früchte erholen, und wir solchen deinen Segen zu unserer 0 Rotdurft wohl einbringen und mit Danksagung in Frieden genießen mögen. Unsere Hoffnung und Hülfe, unser Trost und unsere Zu⸗ „ flucht ist und bleibt in dir, der Himmel und Erde gemacht hat. Hilf uns, o Gott unsers Heils. Amen. 35. Um einen fruchtbaren Regen. A˖ himmlischer Vater, allmächtiger Gott, du hast in deinem Worte gesagt, wenn wir dir nicht gehorchen, so willst du den Himmel wie Eisen und die Erde wie Erz machen, daß es nicht regnen soll, noch die Früchte auf dem Lande gedeihen. Wiederum aber hast du verheißen, wenn wir dir gehorchen, dich lieben und dir von ganzem Herzen dienen, so wollest du unserm Lande Regen geben zu seiner Zeit. Nun sehen wir leider mit Schmerzen, daß die lieben Früchte, die du aus deiner milden Hand bescheret hast, von der Sonnenhitze hart austrocknen und schier keinen Saft mehr haben, weil die frucht⸗ baren Regen ausbleiben. Solches alles haben wir mit unsern vielfältigen Sünden als eine Strafe und Rute wohl verdient und wären wohl wert, daß du uns nicht ein Körnlein ließest aus der Erde wachsen. Nun wissen wir kein ander Mittel, mit welchem wir deinen Zorn könnten stillen und die brennende Hitze abwenden, denn daß wir mit einem ernsten, gläubigen Gebet, welches die Wolken durchdringt und vor dein Angesicht kommt, auch bei dir viel aus⸗ richtet, dir in die Rute fallen. Bitten deshalb deine unendliche Barmherzigkeit, du wollest den Himmel wieder aufschließen und einen lieblichen, fruchtbaren Regen bescheren,(wie denn Elias auch mit seinem Gebete erlangte, daß es regnete,) damit die Früchte der Erde erfrischt und erquicht werden, und wir sie mit Dankbarkeit einernten, zur Erhaltung unsers zeitlichen Lebens fruchtbarlich ge⸗ brauchen und in deinem Segen vom Himmel an Leib und Seele erhalten werden und dich hie zeitlich und dort ewiglich loben und preisen mögen. Amen. 36. Beim Anfang der Ernte. Aa Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, der du fröhlich machst, was da webet, beide des Morgens und des Abends, bauest selbst das Land und segnest sein Gewächs: wir danken dir, daß du auch dieses Jahr unser Land heimgesucht hast und das Getreide wohl geraten lassen. Wir wollen nun deinen 2———— — ene“ LS 26 I. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. Segen einsammeln und bitten dich herzlich, du wollest uns dazu gute und bequeme Witterung verleihen, das Angesicht der Erde fröhlich machen und deine liebe Sonne scheinen lassen, damit unsere Früchte, vor allem Schaden behütet und zu ihrer Vollkommenheit gebracht, von uns in gutem Frieden fein trochen eingesammelt, mit Danksagung aus deiner milden Hand angenommen und zur Not⸗ durft unsers Leibes in guter Gesundheit genossen werden. Du weißt, lieber Vater, daß wir des täglichen Brotes und deines Erdensegens hoch bedürfen, weil du es so geordnet, daß der Mensch vom Brote lebe und sein Herz damit stärke. Darum so gönne uns auch für dieses Jahr deinen gezeigten Segen, und wie du angefangen hast, uns zu segnen, so segne uns noch ferner, gib uns unsere Speise zu deiner Zeit, tu deine milde Hand auf und sättige uns mit deinem Gut. Herr, du erhörest Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir. Höre auch jetzt unser Gebet und vernimm unser Schreien, auf daß wir dein väterliches Herz erkennen und dich für deine Wohltat loben und preisen, solange wir leben. Dazu hilf uns, du frommer Gott, und gib uns, was wir für uns selber nicht vermögen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. 37. Dankgebet nach der Ernte(am Erntedankfeste). err Gott Himmels und der Erde, du bedechest den Himmel mit Woltken, gibst Regen auf Erden und machest sie fruchtbar, daß sie gibt Samen zu säen und Brot zu essen; du erfüllest die Herzen mit Speise und Freude und gibst uns allerlei Gutes reichlich zu genießen. Du hast verheißen: Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Samen und Ernte, und dieses dein Wort hast du, gnädiger Gott, auch an uns in diesem Jahre hräftiglich erfüllt. Unsern Samen haben wir auf Hoffnung ausgesäet, und siehe, nun ernten wir durch deinen Segen reichlich ein. Für solche deine Gnade und Wohltat danken wir dir heute in deinem Hause mit allem deinem Volle und sagen: Nun danket alle Gott, der große Dinge tut an allen Enden, der uns vom Mutterleibe an lebendig erhält und tut uns alles Gutes. Preise, Zerusalem, den Herrn, lobe, Zion, deinen Gottl Dank sei dir, o treuer Gott, daß du unsern Saaten Regen und Sonnenschein verliehen, uns die Ernte so treulich behütet und uns und unsern Kindern wieder für ein Jahr Brot gegeben hast. Bewahre nun ferner, lieber Gott, was du gegeben hast, und gib Gnade, daß wir es anwenden uns und unsern dürftigen Nächsten zur Erhaltung und dir zu Lob und Preis. Hilf, daß wir als deine Kinder dich stets vor Augen haben und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, einst aber wie reife Garben heimgeholt und am jüngsten Tage durch deine heiligen Engel als guter Weizen in deine Scheuern gesammelt werden; so wollen wir dir mit allen Heiligen ein ewiges Dankopfer bringen und sagen: Hoch gelobet sei Gott in alle Ewig keit! Amen. SSISISISRSSRte‚.eet„— ....2 6.5. K„9..—25657+...S...„'‚ II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 2⁴⁷ 38. Um göttlichen Segen zum Bergwerk. 0 nn Gott, Schöpfer Himmels und der Erde, in deiner Hand ist, was die Erde bringt, und die Höhen der Berge sind auch dein. Groß sind deine Werhe, die Erde füllest du mit Gütern und lässest auch der Berge Gründe nicht leer. Wir sagen deiner Majestät Lob und Preis, daß du diesen unsern Ort mit dem edlen Bergsegen begnadigt, die Gebirge mit fündigen Klüften und Gängen veredelt und(bei den bisherigen schweren Zeiten) den lieben Berg⸗ bau noch gnädig erhalten hast. Insonderheit danken wir deiner Barmherzigkeit, daß du in dem vergangenen Jahre viel Unglück väterlich abgewendet(nach den schweren Unglücksfällen uns wieder gnädig angesehen), alles in gutem Stande erhalten und das tägliche Brot mildiglich beschert hast. Für diese großen unverdienten Wohl⸗ taten bringen wir heute deinem Namen das Opfer unserer Lippen und rühmen deine Allmacht und Güte mit fröhlichem Munde und dankbarem Herzen. Weil wir aber, lieber Gott und Vater, leider oft undankbar gewesen, deine Gaben nicht gebührlich erkannt und geachtet, dieselben auch nicht zu deinen Ehren und zu Nutzen unsers Nächsten angewandt, sondern vielmehr oft mißbraucht haben, so hast du zur gerechten Strafe oftmals deine Gaben und Schätze zurück⸗ gehalten und deinen Segen entzogen, daß unsere Arbeit an vielen Orten verloren und vergeblich gewesen. Nun, lieber himmlischer Vater, wir bitten dich, gedenke nicht unserer Sünden, sondern gedenke deiner vorigen Güte und Gnade, die von der Welt her gewesen ist. Gib uns deinen Geist, daß wir nicht bloß mit Worten unsere Missetat bekennen, sondern auch durch seine Hülfe zu wirklicher und tätiger Bußfertigkeit und Besserung des Lebens schreiten mögen. Erhebe du durch deine allmächtige Hand, die kräftig allenthalben wirkt, dieses unser Bergwerk immer mehr und mehr; tu deine milde Hand auf, beschere gute Anbrüche, reich Erz und Silber, und laß durch deinen Segen die herrlichen Gaben, die du uns durch schöne Anbrüche zeigst, dauernd sein, daß wir alle dadurch unser täglich Brot haben mögen. Behüte uns vor Feuersbrünsten, vor ansteckenden Krankheiten, vor Wassermangel und schädlichen Wasserfluten. Behüte unsere Berg⸗ leute bei ihrem Ein- und Ausfahren, wache über unsere Pochwerke und Hütten und über alle, die darin arbeiten. Laß ihre Arbeit gedeihn, daß jedermann sich deiner väterlichen Güte und gnädigen Hülfe erfreue und die Werke seines Berufs mit Lust verrichte. Schenke den Oberen Weis⸗ heit und Liebe, Kraft und Treue. Segne unsere Schulen, daß die Weis⸗ heit in ihnen gesucht werde wie Silber und erforscht wie die Schätze, auf daß unsere Kinder deine Furcht und Erkenntnis finden. Vor allen Dingen aber laß den edlen Schatz deines reinen Worts und Sakraments bei uns bleiben und segne uns mit den unvergänglichen Gütern deines Reiches, daß wir allefamt endlich unsere Ausfahrt aus den dunklen Gängen dieser Erde mit Freuden halten und dich ewig loben und preisen, durch Christum, unsern Herrn. Amen. 28 III. Gebete in allerlei Not. Ich hatte viel Bekümmernisse in meinem Herzen, aber deine Tröstungen ergetzten meine Seele. 39. Um Geduld in Leidensseit. Allmächtiger gütiger Gott, der du bist eine Stärke der Schwachen, ein Trost der Betrübten, eine Zuflucht der Verlassenen, eine Hülfe der Angefochtenen, ein Leben der Sterbenden, ein Gott der Geduld und alles Trostes, du siehest, wie schwach, blöde und verzagt wir sind, und daß wir im Kreuze ohne deine göttliche Hülfe und Beistand nicht bestehen können. Deswegen rufe ich zu dir, wenn du mir Krankheit oder sonst Widerwärtigkeit nach deinem göttlichen Willen und Wohlgefallen zuschichest, du wollest mich darunter fest im Glauben und beständig in der Geduld erhalten. Verleih mir Gnade, daß ich deine väterliche Hand und Züchtigung mit sanftem Geiste und stillem Herzen ertragen möge. Gib mir Geduld in Leidenszeit, welche mir hoch vonnöten ist, und lehre mich, daß ich dir, meinem Gott, stillehalte, wenn es mir übel gehet, damit ich die Trübsal nicht achte für ein Zeichen deiner Ungnade und in meinem Herzen nicht etwa wider dich murre oder sonst ungeduldig werde, sondern laß mich erkennen, daß, welchen du, Herr, lieb hast, denselben du auch züchtigest zu seiner Besserung; denn die Trübsal bringt Geduld, Geduld aber bringt Erfahrung, Erfahrung bringt Hoffnung, Hoffnung aber läßt nicht zuschanden werden, und selig ist der Mann, den du, Gott, züchtigest. Darum soll sich niemand weigern der Züchtigung des Allmächtigen, denn du verletzest und verbindest, du zerschmeißest, und deine Hand heilet. Aus sechs Trübsalen wirst du mich erretten, und in der siebenten wird mich kein Ubel rühren. So hilf nun, ewiger, barmherziger Gott, daß ich meine Seele mit Geduld fasse und in gewisser Hoffnung unab⸗ gewendet stets an dir bleibe, auf daß ich mit kindlicher Zuversicht dein väterliches Herz, unter dem Kreuze verborgen, erkennen möge, mit allerlei Kraft mächtig gestärkt werde nach der großen Macht deiner Herrlichkeit, und mit aller Geduld und Langmut in aller Anfechtüng und Widerwärtigkeit gewappnet stehe und fröhlich mit dankbarem Gemüte in aller Not samt allen deinen Gläubigen dich preisen möge; auf daß, wie ich mit Christo Jesu, deinem lieben Sohne, allhier leide, also auch mit ihm zur ewigen Herrlichkeit erhoben werde. Amen. 40. In Anfechtungen. — Zesu Christe, du mächtiger Herr und einiger Helfer, der du dich um unsertwillen und uns zugut hast lassen versuchen, auf daß du den Teufel überwändest, wir bitten dich, rüste uns mit geistlichen I „ E ES& 898—————— 2 E 2* III. Gebete in allerlei Not. 29 Waffen, damit wir bestehen können unter dem Schilde des Glaubens gegen die listigen Anläufe des Teufels; mach uns stark in der Macht deiner göttlichen Stärke, daß wir der Welt obsiegen; hilf uns das Fleisch durch Fasten und Beten betäuben und im Zaum halten, damit wir unumgestoßen in deinem Dienste bleiben und als christliche Ritter uns wehren mit dem geistlichen Schwerte deines Wortes und endlich die Krone des Lebens davon bringen, welche du uns geben wirst um deiner Barmherzigkeit willen. Amen. O mein Herr Jesu Christe, ich bitte dich von Grund meines Herzens, sprich mir diese Himmelsfreude allezeit in mein Herz und schreib sie an mit der goldenen Schrift des Glaubens in mein Gemüt, daß du mein Jesus, mein Heiland, mein Helfer, mein Er⸗ löser. mein Gott und Herr seiest, damit ich als ein Kind Gottes und Erbe des ewigen Lebens in diesem Elend dich, den Brunnquell aller Freude und Trostes, allezeit in meinem Herzen trage, auf daß ich alle Anfechtung und Widerwärtigkeit mit fröhlicher Geduld über⸗ winde, dem Teufel mit fröhlichem Glauben widerstehe, mit fröhlicher Zuversicht bete, alle Mühseligkeit meines Berufs mit Freuden dulde und einmal, wann du willst, in fröhlicher Hoffnung ein seliges Ende nehmen möge. Amen. 41. In Kriegszeiten. eiliger und barmherziger Gott, erzeige uns deine Gnade und hilf uns. Schwere Wetter steigen auf, Kriegsgeschrei ist rings um uns her. Ach daß wir unter dem Toben der Völker deine Stimme hörten und deinen Geist uns strafen ließen! Mit Langmut hast du uns geschont und Geduld mit uns gehabt, aber wir sind über deine Güte um so sicherer geworden, haben deine Wohltaten miß⸗ braucht, dein Wort vergessen, haben viel wider einander gemurrt, aber wenig für einander gebetet, haben mit unserer Weisheit, unserm BVermögen und Werk Götzendienst getrieben, statt auf dich allein unsere Hoffnung zu setzen. Aber nun kommen wir wieder zu dir, Herr, unser Gott. Laß uns eins werden in Erkenntnis unserer Sünde, daß wir auch eins werden im Vertrauen auf deine Erbar⸗ mung. Nimm von uns, Herr, jegliche Verschuldung, um Christi willen vergib uns unsere Sünde. Deine Gnade sei unser Trost, dein Friede unsere Kampfesrüstung. Sei eine feurige Mauer um unser Vaterland her und erzeige dich herrlich darinnen. Wächst die Not, so mache die Liebe brennender, daß sie rastlos einhergehe und den Verwundeten und Kranken Pflege bringe, den Armen und Hungernden Obdach und Speise. Knüpfe durch die Trübsal neue Bruderbande, führe uns durch Kampf und Sieg zu neuen Siegen deines Reiches und laß über unserm deutschen Vaterlande einen Frieden aufgehn, der deines Namens Ehre ist. Herr Gott, sei uns 30 III. Gebete in allerlei Not. gnädig und erbarme dich über uns, erhöre unser Gebet um Jesu Christi willen. Amen. 42. In teurer Zeit. A˖ Herr, du großer und gewaltiger Gott, reich über alle, die dich anrufen, wir bekennen dir von Grund unserer Herzen, daß wir die Teurung und Hungersnot, die uns betroffen, mit unsern vielfältigen Sünden wohl verdient haben. Du, Herr, hast dich nicht unbezeugt gelassen, sondern uns viel Gutes getan und bisher fruchtbare Zeiten gegeben und unsere Herzen erfüllt mit Speise und Freude. Wir aber haben für solche deine Wohltaten dir nicht gedankt noch gedient. Darum, o gerechter Gott, hast du uns billig solchen Segen entzogen und den Stab des Brotes zer⸗ brochen. Ach Herr, sei uns gnädig und vergib uns unsere Sünden um Zesu Christi willen. Tue deine milde Hand auf und sättige uns wieder nach deinem Wohlgefallen. Suche das Land heim und wässere es und mache es fruchtbar, deine Brünnlein, Herr, haben ja Wassers die Fülle. Laß das Getreide wohl geraten, baue das Land und segne sein Gewächs, kröne das Jahr mit deinem Gute. Gott, der du rufen kannst dem, das nicht ist, daß es sei; der du dem Vieh sein Futter gibst, den jungen Raben, die dich anrufen, laß doch uns Menschen, die wir nach deinem Ebenbilde geschaffen, auf deinen Namen getauft, ja mit dem teuren Blute Jesu Christi, deines Sohnes, erkauft sind, nicht verschmachten. Erquiche uns doch wieder, denn unser aller Augen sehen auf dich. Herr Jesu, dich hat ja des Volkes gejammert, das nur etliche Tage bei dir verharrt und Hunger gelitten hatte, so laß dich doch auch unser Elend jammern, die wir jetzt Teurung und Kummer leiden. Hebe doch wieder an zu segnen die Hände deiner Knechte, denn was du, Herr, segnest, das ist gesegnet ewiglich. Verleih auch uns allen wahre, herzliche Buße und regiere uns durch deinen Geist, daß wir deine väterliche Güte besser erkennen und deine Gaben und Wohltaten mit größerer Dankbarkeit gebrauchen. Vor allen Dingen aber speise uns mit dem geistlichen Brote deines heiligen Wortes zu unserer Seligheit und laß uns trachten nach dem, was droben ist, da Christus ist, damit wir dermaleinst mit ihm seiner himmlischen Güter genießen mögen in alle Ewigkeit. Amen. 43. Bei großem Ungewitter. O du großer und erschrechlicher Gott, dem Sturmwinde und Feuerflammen dienen müssen, der du auf den Wolken fährest wie auf einem Wagen und deinen Donner mit Hagel und Blitzen auslässest, wir armen Menschen müßten ja in einem Augenbliche verderben, wenn du deine Donnerstrahlen auf uns gehen ließest. =89 SSS&TGSS8GSSES S8 28 SGS.S8 III. Gebete in allerlei Not. 31 Denn die Erde bebt und wird bewegt, die Grundfesten der Berge regen sich und beben, wenn du zornig bist. Herr, wir sehen und hören deine große Macht und entsetzen uns vor dem erschrechlichen Prasseln deines Donners. Ach gedenke nicht unserer Sünden und Missetaten, sondern sei uns gnädig um deines Sohnes Jesu Christi willen. Verfolge uns doch nicht mit deinem Wetter und zerschmettere uns nicht mit deinen Donnerschlägen; bewahre uns Leib und Seele. Haus, Hof, Vieh und die lieben Früchte auf dem Felde. Behüte uns vor grausamen Schrecken und einem bösen, schnellen Tode. Nimm von uns alle Kleinmütigkeit und ungläubige Furcht. Erhalte und stärke in uns den wahren Glauben, herzliche Buß— fertigkeit, fröhliche Hoffnung und Geduld, damit wir bereit seien, wenn es dein Wille ist, aus diesem Leben selig abzuscheiden. Nimm uns, o Herr, unter den Schatten deiner Flügel, bis das Ungewitter vorübergehe, und behüte uns, daß wir die Donnerstimme deines grimmigen Zorns, womit du die Gottlosen dermaleinst in das höllische Feuer weisen wirst, in Ewigkeit nimmermehr hören müssen, sondern nimm uns auf in dein Reich, daß wir dich, Vater, samt deinem Sohne Jesu Christo und dem heiligen Geiste, einigen wahren Gott, in Ewigkeit preisen mögen. Amen. 44. Bei Sturm und Wasserfluten. Aln donn großer und starker Gott, der du Himmel und Erde in deiner Hand hast, sieh doch an unsere große Not und Ge⸗ fahr, darin wir jetzt schweben. Du hast die Winde mit Ungestüm ausgehen lassen und die Wasserfluten daher rauschen, daß uns bange ist, und unsere Herzen wollen verzagen. Ach halt ein, du Gott aller Güte und Barmherzigkeit, vergib uns unsere Sünden und Missetat, um unsers Mittlers und Fürsprechers Jesu Christi willen. Laß vor dich kommen das Seufzen der Bedrängten, behüte die Schiffe und alle, die auf dem Meere fahren, mache unsere Dämme und Deiche fest, bewache unsere Häuser und Habe, laß die Gefahr und Angst gnädig vorübergehn. Du hast einst Noah in der großen Flut wunder⸗ bar erhalten und nachher den Regenbogen als Gnadenzeichen in die Wolken gesetzt, mache auch diesmal den verheerenden Fluten ein Ende und tu ein Zeichen an uns, daß es uns wohl gehe. Du hast dich Elias nach Sturm, Feuer und Erdbeben in stillem, sanftem Sausen offenbart, laß auch jetzt den Sturm sich wieder legen und erquiche unsere bangen Herzen mit friedlicher Stille, daß wir deine Nähe merken. Herr Jesu Christe, du bist der Mann, dem Wind und Meer gehorchen muß, stille das Brausen des Windes und das Toben der Wellen. Sprich nur Ein Wort, so ist uns geholfen, so wollen wir dir danken um deine Güte und um deine Wunder, die du an den Menschenkindern tust, und deinen Namen preisen hie zeitlich und dort ewiglich. Amen. 32 III. Gebete in allerlei Not. 45. Bei Seuchen und in Sterbenszeiten. A Herr Gott, gnädig und barmherzig, von großer Güte und Treue, wir erkennen deinen gerechten Zorn, welchen wir mit unsern Sünden wider uns erweckt haben. Ach schone unser, lieber Vater, um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen. Strafe uns nicht in deinem Zorn und züchtige uns nicht in deinem Grimm. Ach Herr, sei uns gnädig, sei uns gnädig nach deiner Güte und tilge unsere Sünde nach deiner großen Barmherzigkeit. Wende deine Plage von uns, daß wir nicht verschmachten von der Strafe deiner Hand. Wende dich, o Herr, und errette uns. Hilf uns um deiner Güte willen. Heile, Herr, alle Schwachen und Kranken. Sei bei ihnen in der Not. Reiße sie heraus und zeige ihnen dein Heil. Nimm dich ihrer Seelen herzlich an und vergib ihnen alle ihre Sünde. Lehre uns hiebei alle bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden und mit Furcht und Zittern unsere Seligkeit schaffen. Laß uns, wenn unser Stündlein kommt, an deinem Worte festhalten, in Frieden hinfahren und den Tod nicht sehen ewiglich. Erhöre uns, erhöre uns, erhöre unsere Bitte, Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, hochgelobt in Ewigkeit. Amen. Danach lies Psalm 90. 91. 46. Um tägliche Bereitschaft zum Sterben. A lieber Gott und Herr, ich lebe und weiß nicht wie lange, ich muß sterben und weiß nicht wann; du, mein himmlischer Vater, weißt es. Wohlan, soll dieser Tag(oder diese Nacht und Stunde) die letzte meines Lebens sein, Herr, so geschehe dein Wille, der ja allezeit und allewege der beste ist. Nach demselben deinem heiligen Willen laß mich allezeit bereit sein, in wahrem Glauben an meinen Erlöser Zesum Christum zu leben und zu sterben. Allein, mein frommer Gott, gewähre mich dieser Bitte, daß ich nicht plötzlich in meinen Sünden sterben und verderben möge. Stelle sie mir in diesem Leben zu meiner Bekehrung unter Augen, damit sie mir nicht am jüngsten Tage zu meiner Berdammnis vorgestellet und zu⸗ gerechnet werden mögen. Verleih mir, daß ich noch in der Gnaden⸗ zeit meine mannigfaltigen schweren Sünden erkenne, bekenne, sie von Herzen bereue, einen festen Vorsatz fasse, mein Leben zu bessern, und auch Vergebung derselben von dir erlange. Alsdann, mein Gott, geschehe dein heiliger Wille; laß mich sterben, wann es dir gefällt, nur gib mir ein sanftes und vernünftiges Ende. Barmherziger Gott und Vater, der du bei deinem Leben geschworen hast, du wollest nicht den Tod des Gottlosen, sondern daß er sich von seinem bösen Wesen bekehre und lebe, Gott Sohn, der Welt Heiland, der du alle, die an dich glauben, bei deiner Wahrheit versichert hast, was sie den Vater in deinem Namen bitten werden, das wolle er ihnen geben. Gott heiliger Geist, der du unserer Schwachheit aufhilfst, und wenn 2—————— 2— ———..——8—————— — — — 8——. 8—— —— —8-= III. Gebete in allerlei Not. 33 wir nicht wissen, was und wie wir erhörlich beten sollen, uns mit unaussprechlichem Seufzen vertrittst, erbarme dich über mich armen Sünder und laß diese meine Bitte ja, amen und erhört sein. In deine Hände befehle ich meinen Geist, du hast mich erlöset, du getreuer Gott. Amen. 47. Gebet für ein krankes Kind. Hen Jesu, du treuer und barmherziger Heiland, erbarme dich unser und dieses kranken Kindleins. Du hast einst das Kind des Königischen gesund gemacht, da sein Vater dich bat, und hast des Jairus Töchterlein vom Tod aufgewecht; so wissen wir, daß du auch hier gnädiglich helfen kannst. Du guter Hirte, nimm dich in Gnaden dieses deines elenden Schäfleins an. Es ist ja dein Eigentum. Du hast es in der heiligen Taufe angenommen und zu den Deinen hinzugetan; so ziehe doch die Hand nicht ab von dem, was dein ist. Herr, unser Heiland, wir möchten wohl dies Kindlein noch behalten. Ist es ihm und uns gut, daß es länger lebe, so schenke es uns noch einmal und verleih ihm wieder Kraft und Ge⸗ sundheit, so wollen wir dich loben für deine Treue und Gnade. Hast du aber beschlossen, dies Kindlein aus dieser argen und sündhaften Welt abzurufen und zu deinem ewigen Frieden und zur Schar deiner Auserwählten heimzuführen, so geschehe dein Wille. Wir weigern uns des Kreuzes nicht, das du uns auflegen willst. Stärke nur unsern Glauben und gib uns den Geist der heiligen Stille, daß wir aus deinen treuen Händen alles dahinnehmen, es gefalle uns oder gefalle uns nicht. Herr, erbarme dich unser. An dein Herz und in deine Hände legen wir dies Kindlein, so ists wohlgeborgen in Zeit und Ewigkeit. Amen. 48. Gebete eines Kranken. 1. O Herr, himmlischer Vater, du bist ja ein getreuer Gott und lässest niemand über sein Vermögen versucht werden, sondern schaffest, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß wir sie er⸗ tragen mögen, ich bitte dich in meinen großen Nöten und Schmerzen, laß mir das Kreuz nicht zu schwer werden. Stärke mich, daß ich es mit Geduld ertragen möge und an deiner Barmherzigkeit nimmermehr verzage. O Christe, des lebendigen Gottes Sohn, der du des Kreuzes Pein für mich gelitten hast und endlich für meine Sünde gestorben bist, zu dir rufe ich aus meines Herzens Grunde: Erbarme dich über mich sündigen Menschen, vergib mit alle meine ÜUbertretungen, die ich in meinem ganzen Leben begangen habe. Erhalte mich im wahren Glauben bis an mein Ende. O Gott heiliger Geist, du wahrer Tröster in aller Not, erhalte mich in der Geduld und herzlichen Anrufung Gottes, heilige mich mit wahrer Zuversicht und weiche nicht von mir in meiner letzten 34 III. Gebete in allerlei Not. Aas Leite mich aus diesem Jammertal in das rechte Vaterland. men. 2. Herr Jesu Christe, du hast deinen Boten zu mir geschicht, nämlich diese meine Krankheit, und mich zur Buße ermahnen lassen. Siehe, mein Herr, ich erkenne deinen gnädigen Willen, bin gehorsam und bekehre mich zu dir. Mein Gott, ich sende dir wieder einen Boten, nämlich mein armes Gebet und mein Seufzen. O Herr, nimm mein Flehen an und laß meine Seufzer vor dich kommen. Gefällt dirs, mein Erlöser, und ist mirs gut und selig, daß ich leben soll, wohl, so richte mich auf und hilf, daß es ein neues, gesundes, christliches Leben sei bis an mein Ende. Gefällt dirs nicht, daß ich lebe, sondern soll dies das Ende sein, wohl, so sei es ein seliges Ende. So komm, Herr Jesu, bald und nimm meine Seele in deine Hände. Amen. 3. O allmächtiger, starker Gott, der du bist gnädig und barm⸗ herzig, geduldig und von großer Güte und Treue, vergibest Sünde und Missetat, zu dir rufe ich, du wollest mir alle meine Sünde aus Gnade verzeihen und meine Seele wider alle Anfechtung stärken und erhalten. Komm mir zu Hülfe und stehe mir bei, daß der Glaube in mir nicht wanke, die Hoffnung nicht verzage, die Liebe nicht erkalte, menschliche Schwachheit vor Schrecken des Todes nicht versinke. Und wenn mein Stündlein kommt, so laß mich in Frieden fahren, denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen. An diesen Heiland glaube ich, und auf ihn hoffe ich. Ach Herr, laß mich nicht zuschanden werden, denn du bist meine Hülfe und Stärke. Siehe mich an mit den Augen deiner Barmherzigkeit und wende zu mir deine väterliche Huld, durch Zesum Christum deinen Sohn, der mit seinem heiligen Leiden und Sterben uns eine ewige Erlösung erworben hat. Amem 49. Dankgebet eines Genesenden. Hese mein Gott, mein Trost, mein Erretter, mein einiger Not⸗ helfer, dir danke ich von Grund meines Herzens für deine un⸗ aussprechlichen, vielfältigen Wohltaten, die du mir armen Sünder erzeiget hast, sonderlich aber, daß du in meiner großen Not, Krankheit und Elend mich in Gnaden angesehen, mein Herz gestärkt, mein Gebet erhört und mir so väterlich wiederum aufgeholfen hast. Ich danke dir, Herr, daß du zornig über mich gewesen bist, und dein Zorn sich so gewendet hat, daß du mich nun wiederum kröstest. Ach wie gut ist mir es, daß du mich gedemütigt hast. Du hast, o lieber Vater, mich gezüchtigt, damit ich nicht mit der gottlosen Welt verdammt werde. Um Trost war mir sehr bange, aber, Herr, du hast dich meiner Seele herzlich angenommen, wie soll ich dir vergelten all das Gute, das du an mir getan hast? Ich will dir danken mein Lebelang und deinen Ruhm verkündigen für und für. Da ich dich, Herr, suchte, antwortetest du mir und errettetest mich 45366———...—.——LE——....ccTccPFTPcct n n —— ** . , t. d t. n , ir ir r. III. Gebete in allerlei Not. 35 aus meiner Not. Du verlässest die nicht, die dich suchen. Du er⸗ hörest Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir. Du bist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilsst denen, die zerschlagene Semüter haben. Ach mein Gott, verleihe mir eine herzliche, be⸗ ständige Buße durch die Kraft des heiligen Geistes um Jesu Christi willen, damit ich hinfort nicht mehr sündige, auf daß mir nicht etwas Argeres widerfahre, sondern daß ich mich mein Lebelang vor solcher Betrübnis meiner Seele hüte. Beschütze mich auch hinfort durch deine heiligen Engel, daß sie mich bewahren auf allen meinen Wegen. Und dieweil ich doch endlich dieses Leben werde gesegnen und sterben müssen, so erhalte und vermehre in mir den wahren seligmachenden Glauben, Gottesfurcht, Geduld und Trost, damit ich ritterlich kämpfen, selig überwinden und fröhlich in dein himmlisches Reich eingehen möge, dich, o Vater aller Barmherzigkeit, samt deinem Sohne und heiligem Geist, den einigen wahren Gott, ewiglich zu preisen. Dir, o allerhöchster Gott, sei Lob, Ehre und Dank gesagt in alle Ewigkeit. Amen. 50. Um Geduld in langwieriger Krankheit. O Herr Jesu Christe, der du in den Tagen deines Fleisches in höchster Geduld all dein Elend ausgestanden und uns unsere Seelen mit Geduld zu fassen besohlen hast, du siehst mein betrübtes Elend. hörst mein Seufzen, das ich auf meinem Angstlager ausgieße. Du weißt, wie meine Schwachheit und Gebrechlichkeit so groß und heftig ist. Wie soll ich aber tun, du frommer Herr? Keine Arznei weiß ich als das Kräutlein Geduld. Dieweil aber dasselbe nicht wächst in dem ungebauten Garten meines Fleisches und Blutes, denn der Geist ist zwar willig, aber das Fleisch ist schwach, so stärke du mich mit dem Geiste der Gnade und des Trostes, gib mir Geduld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb und Leid, damit ich wider deine Gerichte nicht murre, sondern mit Freuden ein Halleluja darein singe und gewiß dafür halte, du wollest mitten unter deinen Zuchtruten gedenken deiner väter⸗ lichen Barmherzigkeit, mich züchtigen, aber mit Maße, mich strafen, aber nicht in deinem Zorn, mich töten, aber wieder lebendig machen, mir eine Last auflegen, aber wiederum aushelfen. Du bist ja der Gott, der da hilft, und der Herr Herr, der vom Tode erretlet, hochgelobt in Ewigkeit. Amen. Sprüche aus Gottes Wort für Kranke. Bange Seufzer: Deine große herzliche Barmherzigheit hält sich hart gegen mich.(Zes. 63, 15.) Ach du Herr, wie lange?(Psalm 6, 4.) Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes?(Röm. 7, 24.) Demütigung vor Gott: Ach Herr, unsere Missetaten habens ja verdient.(Zer. 14, 7.) So du willst, Herr, Sünde zurechnen, Herr, wer wird bestehen?(Psalm 130, 3.) Wir liegen vor dir mit 36 III. Gebete in allerlei Not. unserm Gebet, nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.(Dan. 9, 18.) Trost des Glaubens: Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht uns rein von aller Sünde.(1. Joh. 1, 7.) Alle Züch⸗ tigung, wenn sie da ist, dünket sie uns nicht Freude, sondern Traurig⸗ keit zu sein, aber danach wird sie geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübet sind.(Hebr. 12, 11.) Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet, denn nachdem er bewähret ist, wird er die Krone des Lebens empfahen, welche Gott verheißen hat, denen, die ihn lieb haben.(Zab. 1, 12.) Die väterliche Stimme Gottes: Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, daß sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie desselbigen vergäße, so will ich doch dein nicht vergessen. Siehe, in die Hände hab ich dich gezeichnet. (Ses. 49, 15. 16.) Ich will dich nicht verlassen noch versäumen. (Hebr. 13, 5.) Ich habe dich je und je geliebet, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.(Ser. 31, 3.) Die Gnadenstimme Jesu Christi: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke. Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.(Soh. 7. 37. 6, 37.) Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.(2. Kor. 12, 9.) Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.(Offenb. 2. 10.) Auch können folgende längere Abschnitte göttlichen Wortes von dem Kranken gelesen oder ihm vorgelesen werden: 1. Petr. 5. 6—11. Psalm 130. Psalm 25. Psalm 42. Psalm 63, 2—9. Psalm 91. Klagelieder 3, 22—42. Röm. 8, 18—27. Röm. 8, 28—39. 1. Petr. I, 3—9. Psalm 126. Offenb. 7, 9—17. 51. Morgengebet eines Kranken. O du getreuer Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, ich sage dir von Herzen Lob und Dank, daß du mich armen kranken Menschen diese Nacht über so gnädig erhalten, gestärket und das erquichende Tageslicht wieder hast sehen und erleben lassen. Gelobt sei deine Gnade und Barmherzigkeit, welche über mich waltet, so hoch der Himmel über der Erde ist. Ich bitte dich, vergib mir alle meine Sünde, verneure, vermehre deine Liebe und Treue diesen Morgen und allezeit an mir armen Menschen und laß deine Güte nicht von mir weichen. Tröste und stärke mich mit deinem heiligen Geiste, daß ich in allem nach deinem Willen leben und leiden möge. Ach Herr, verlaß mich nun und nimmermehr mit deinem Schutze. Laß aufhören die böse Zeit; wenn es, lieber Herr und Gott, dein Wille ist, so mache meinen schwachen Leib gesund, oder bringe mich bald und seliglich aus diesem Elende zu deiner ewigen Herrlichkeit durch das bittere Leiden und Sterben und durch die siegreiche Auf⸗ III. Gebete in allerlei Not. 37 erstehung Jesu Christi, deines lieben Sohnes, welcher als unser Mittler alle unsere Krankheit getragen, unsere Schmerzen auf sich geladen und uns durch seine Wunden geheilet hat. Nun, ich befehle dir nochmals meinen Leib, Seele und alles, was du mir gegeben, in deinen väterlichen Schutz; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Der Segen, Schutz und Kraft Gottes des Baters, des Sohnes und des heiligen Geistes sei über, in und bei mir jetzt und in alle Ewigkeit. Amen. 52. Abendgebet eines Kranken. eiliger Herr und Gott, barmherziger himmlischer Vater, ich danke H dir, daß du mir bis hieher so gnädig geholfen und mich nun ö abermals einen beschwerlichen Krankheitstag in diesem Elend hast zurücklegen lassen. Ich bitte dich von Grund des Herzens, vergib mir um Christi, meines höchsten Seelenarztes und Heilandes willen, alle meine Sünde und hilf mir Kranken auch durch diese bevor⸗ stehende Nacht hindurch mit deiner Gnade, Kraft und Trost. Mein r Leib will sich zur Ruhe legen, ach dieselbe gönne mir gnädiglich zur ẽvw. Erquickung dieses meines schwachen Leibes. Behüte mich vor der ewigen Nacht um der Angst- und Jammernacht Jesu Christi willen und laß mich das liebe Tageslicht wiederum erfreulich sehen, auch 5 dermaleinst den Glanz des ewigen Tages in himmlischer Herrlichkeit unaufhörlich schauen. Indessen, weil ich meiner selbst nicht pflegen kann, so lege die Wacht deiner heiligen Engel zu mir, über meine Seele und Leib und alles, was du mir gegeben, daß mir kein Feind noch Unfall schade. Herr Gott Vater, erbarme dich diese Nacht über dein armes Geschöpf. Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, siehe gnädiglich an deinen Diener und erkauftes Gut. Herr Gott heiliger Geist, tröste und führe mich seliglich in diesem und nach diesem zu dem ewigen Leben. Deine Gnade und Wahrheit, o du heilige Drei⸗ faltigkeit, walte über mich in Ewigkeit. Amen. rrr e 8 53. Gebet eines Kranken. der sich zum Sterben schickt. t O Vater aller Gnade, erbarme dich über meine arme Seele. 0 Vergib mir alle meine Sünde, die ich leider wider dich getan le habe. Verachte nicht dein armes Geschöpf, verschmähe mich nicht, n der ich deiner Hände Werk bin. Laß den nicht umkommen, welchen le du gemacht und geschaffen hast, denn auf dich hoffe ich, du bist n meine Hülfe und mein Gott. O Christe, wahrer Heiland, der du e bist das Lamm Gottes, welches da trägt die Sünde der Welt, der e du mich mit deinem Blute gewaschen und gereinigt hast, ich bitte n dich durch dein bitteres Leiden, sonderlich aber durch die Schmerzen, h die du zu der Stunde deines Todes empfunden hast: Erbarme dich it über meine arme Seele bei ihrem Ausgange und führe sie zum f⸗ ewigen Leben. O Gott heiliger Geist, du süßer Trost, erhalte mein 38 III. Gebete in allerlei Not. Herz wider alle Anfechtung des bösen Feindes, stärke meinen Glauben, daß ich festiglich glaube eine Vergebung der Sünden und ein ewiges Leben. So befehle ich nun, o heilige Dreieinigkeit, meinen Geist in deine Hände. Du treuer Gott, du hast mich erlöset, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. 54. Gebete der Umstehenden für den Sterbenden. Allmüchäger. gütiger Gott, der du unser Leben erhältst im Tod und Sterben, wir bitten dich, du wollest die Augen der Barm⸗ herzigkeit wenden zu diesem kranken Menschen und ihn erquicken an Leib und Seele und ihm alle seine Sünden aus Gnaden vergeben. Nimm an das Opfer des unschuldigen Todes Jesu Christi, deines lieben Sohnes, für die Bezahlung seiner Missetat. Er ist ja auch auf desselbigen Namen getauft und mit desselbigen Blut gewaschen und gereinigt. So errette ihn nun von des Leibes Qual und Pein. Verkürze ihm seine Schmerzen, erhalte ihn wider die Anklage des Gewissens und wider alle Anfechtung des bösen Feindes, auf daß er im Glauben ritterlich kämpfe und überwinde. Verleihe ihm eine selige Heimfahrt zum ewigen Leben. Schiche deine heiligen Engel her, daß sie ihn begleiten zur Versammlung aller Auserwählten, in Christo Jesu, unserm Herrn. Amen. O Herr Zesu Christe, der du allein bist die Tür zum ewigen Leben, daß, wer durch dich eingeht, selig werden mag, wir bitten dich von Herzen, du wollest solche Gnadentür diesem Dahinsterbenden auftun und ihn aus der Ansechtung der Sünde und des Teufels List und Macht bald erlösen. Ach Herr, hilf ihm, daß er im finstern Tale und Schatten des Todes nicht irregehe noch verderbe, sondern du, als ein getreuer Hirte, nimm auf dieses verlorene Schaf und deinen Knecht, laß ihm dein Wort in seinem Herzen leuchten, stehe ihm in aller Not bei und zeige ihm dein Heil, laß ihn nicht ent⸗ fallen aus des rechten Glaubens Trost, nimm seine Seele in deine Hände und pflege ihrer mit Gnaden, auf daß sie keine Qual anrühre, und gib also ihm das ewige Leben. Amen. Sprüche, dem Sterbenden zuzusprechen. Ob ich schon wanderte im finstern Tale, fürchte ich kein Unglüch, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Psalm 23, 4. Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. Phil. 1, 21. Fürchte dich nicht, denn ich habe dich 1.49•1 ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Jes. 43, Der Herr wird dich erlösen von allem Abel 215 dir aushelfen zu seinem himmlischen— 15. en sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 2. Tim. 4 een enn ———— III. Gebete in allerlei Not. 39 Herr, ich warte auf dein Heil. 1. Mos. 49, 18. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Joh. 16, 33. Verlaß mich nicht, Herr, mein Gott, sei nicht ferne von mir. Eile mir beizustehen, Herr, meine Hülfe. Psalm 38, 22. 23. Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3, 16. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet. Psalm 68, 21. Bater, in deine Hände befehl ich meinen Geist, du hast mich erlöset, Herr, du treuer Gott. Psalm 31, 6. Herr Zesu, nimm meinen Geist auf. Ap.-Gesch. 7, 58. Abschiedssegen. Der allmächtige Gott stärke dich, wider alle Anfechtung ritterlich zu kämpfen und im wahren Glauben bis ans Ende zu ver⸗ harren! Der Herr Jesus Christus sei mit dir und begleite dich in das ewige Leben und verleihe dir am jüngsten Tage eine fröhliche Auferstehung. Amen, Amen, Amen. 55. Gebet nach dem Tode eines Kindleins. err Jesu Christe, du ewiger Gott und Heiland, der du so freund⸗ 9 lich der Kindlein dich angenommen und sie zu dir gerufen und gesegnet hast, wir zweifeln nicht, daß du auch dieses unser liebes Kindlein zu dir in deine ewige Freude gerufen und mit Leben und Seligkeit gesegnet habest. Aber, Herr, unser Gott und Heiland, unsre Seele ist betrübt, und wir tragen Leid, weil du unser liebes Kind so frühe dahingenommen. Wenn wir schon wissen, daß du es wohl meinest, da du mit ihm aus diesem bösen Leben geeilet, so will es uns doch fast schwer werden, uns stille in deinen heiligen Willen zu fügen. So hilf du selbst uns durch deinen heiligen Geist und stärke unsern Glauben, daß wir deinen Rat ehren und preisen, auch wenn wir ihn nicht verstehen. Wir danken dir, daß du unser liebes Kindlein in der heiligen Taufe zu deinem Kinde angenommen, es zum ewigen Leben wiedergeboren und ihm das Erbe des Himmels zugesprochen hast. Darum sind wir der guten Zuversicht, daß es nunmehr in deinem Frieden und in der ewigen Ruhe ist. Hilf, lieber Herr, daß wir umkehren und werden wie die Kinder, auf daß auch wir dereinst mit Freuden einschlafen und zur ewigen Ruhe der Heiligen gelangen mögen durch deine ewige Gnade und Barm⸗ herzigkeit. Amen. 40 IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. 56. An Begräbnistagen. Borumherziger, gnädiger Gott, der du nach deinem unerforschlichen, aber gewißlich gnädigen Ratschluß uns mit schwerem Leid heim⸗ gesucht hast, wir sagen dir Lob und Dank, daß du uns auch deine heiligen Tröstungen darreichest im Worte des Lebens. So sind wir nun nicht wie die andern, die heine Hoffnung haben, sondern wir wissen es, daß du unsere sterblichen Leiber zur Herrlichkeit und zum ewigen Leben auferwecken willst am jüngsten Tage. Dessen getrösten wir uns auch heute, da wir ein edles Samenkorn in deinen heiligen Acker legen auf den Tag der Auferstehung. Ach Herr, deine Wege sind wunderbar, wer hann sie verstehen? Deine Gerichte sind heilig und hoch, wer darf darüber murren? Du hast alles wohlgemacht, und dein Wille ist gut und gnädig, auch wenn du uns heimsuchst mit Trauer und Herzeleid. Darum wollen wir stille sein und dir unsere Sache befehlen. Tröste uns, Gott, unser Heiland, und verlaß uns nicht in unserm Leide. Du bist uns nahe, und dein Erbarmen hat noch kein Ende. Bleibe bei uns und sei unsers Herzens Trost und unser Teil. Gib, daß uns nichts von dir und deiner Liebe scheide. In deine Hände befehlen wir uns ganz und gar. Erbarme dich unser und sei uns gnädig jetzt und im letzten Stündlein und am Tage des Gerichts, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. Danach lies 1. Thess. 4, 13—18. Offenb. 7, 9—17. IV. Beicht⸗ und Abendmahlsgebete. So wir unsere Sünde bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünde vergibt und reiniget uns von aller Untugend. Biblische Abschnitte, deren je etliche an Beichttagen zu lesen und zu betrachten: Psalm 32. 51. 130. Jes. 55, 1—11. Jer. 2, 13. 3, 12. 13. Matth. 5. Luc. 15. Luc. 18, 9— 14. Eph. 4, 22—5, 9. Hebr. 10, 19—27. Offenb. 3, 14— 22. 57. Um rechtschaffene Buße. Geiger und barmherziger Gott, du bist geduldig, von großer Güte und Treue, du berufest uns täglich durch die Gnaden⸗ predigt deines Wortes zur christlichen Bekehrung; du lässest in deinem Namen allen Menschen Buße und Vergebung der Sünden verkündigen. Dazu hast du auch nach deiner Langmut und unaus⸗ sprechlichen Barmherzigkeit Geduld mit uns, indem du die Sünder nicht auf frischer Tat in ihren Ubertretungen plötzlich überfällst, +—— . C TTTC IV. Beicht⸗ und Abendmahlsgebete. 41 dieselben mit deinem gerechten Zorn und Gerichte zu strafen; sondern du gibst Raum und Frist zur Bekehrung, also, daß niemand über dich zu klagen hat und dich beschuldigen kann. Denn es ist ja nicht dein Wille, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre und das ewige Leben habe. O lieber Gott, du weißt unsers Fleisches Trägheit und des Herzens Härtigkeit, daß wir durch die Erbschuld dermaßen verderbt und so tief in die Sünde gefallen sind, daß wir von uns selber nicht aufstehen oder wieder⸗ kehren können. Darum bitte ich dich durch die Wunden Jesu Christi, unsers Herrn; Bekehre du mich, so werde ich behehrt; heile du mich, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen. Ent⸗ sündige mich, daß ich rein werde, wasche mich, daß ich schneeweiß werde. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen gewissen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. O lieber Gott, siehe mich so gnädig an, wie du angesehen hast die bußfertige Sünderin, als sie zu deinen Füßen lag und herzlich über ihre Missetat weinte, und wie den Zöllner im Tempel, als er an seine Brust schlug und um Gnade bat. Verleih mir ernstliche Reue und Leid über meine Sünde, auch einen wahren Glauben mit rechter Zuversicht auf deine Gnade, dazu würdige Früchte der Buße. Laß mich die Zeit meiner Heimsuchung erkennen und den Reichtum deiner Güte nicht verachten, auf daß ich die angenehme Zeit und den Tag des Heils nicht versäume, daß ich meine Buße nicht von einem Tage auf den andern noch auf das letzte Stündlein spare, sondern jetzt diesen Tag mich zu dir bekehre. Amen. 58. Um wahre Erkenntnis der Sünde. O heiliger und gerechter Gott, barmherziger Vater, ich bekenne und beklage dir meine angeborene Blindheit, daß ich meine Sünde nicht so vollkommen erkenne noch so herzlich bereue, als es wohl sein sollte. Ach Herr. du stellest unsere unerkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesichte. Gib mir die Größe und Mannig⸗ faltigkeit meiner Sünden zu erkennen, stelle sie mir in diesem Leben unter die Augen, damit sie mir nicht am jüngsten Tage unter die Augen gestellt und ich dadurch vor Engeln und Menschen zuschanden werden möge. Ach Herr, du siehest und weißt meines Herzens Härtigkeit, die mir angeboren ist; nimm dieselbe von mir hinweg und erweiche mein Herz durch dein heiliges Wort, daß ich meine Sünde inniglich bereuen möge. O Herr Jesu, der du dein heiliges Blut am Stamme des Kreuzes vergossen hast, auf daß du mein Herz dadurch erweichen möchtest, laß dieses dein heiliges Blut und teures Leiden an mir nicht verloren sein. Du treuer Lehrer hast in den Tagen deines Fleisches gerufen: Tut Buße! du wollest jetzo auch kräftiglich in mein Herz rufen: Tu Buße und bereue deine Sünde! Du stehest vor der Tür meines Herzens und klopfest an, 42 IV. Beicht⸗ und Abendmahlsgebete. ach gib Gnade, daß ich deine Stimme höre, daß ich nicht mein Herz verschließe, sondern die Tür auftue. O heiliger Geist, du ewiges himmlisches Licht, erleuchte mein finsteres Herz, daß ich in deinem Lichte die Finsternis meiner Sünden erkennen und herzlich bereuen möge. Amen. 59. Bekenntnis der Sünde vor Gott. H' Zesu Christe, du einiger Arzt der Kranken, du Genesung der verwundeten Gewissen, der du in der Fülle der Zeit auf Erden gekommen bist, nicht die Gerechten, sondern die Sünder zur Buße zu rufen, wir armen, vom Stachel der Sünde tödlich verwundeten Menschen kommen zu dir in Zuversicht auf deine unaussprechliche Güte und Liebe, welche du an uns bis in den bittern Tod des Kreuzes gewendet hast. O du, von dem Vater uns zaghaften, er⸗ schrockenen Sündern zum Gnadenstuhle aufgerichtet, vor dein Angesicht bringen wir unser sündiges Herz. In uns wohnt das heimliche Laster des Unglaubens, der Eigenliebe, des Ungehorsams wider deinen heiligen Willen, der Verachtung deiner ewigen Güter. Wie hängt das Herz so fest an dieser Welt und ihren vergänglichen Gütern! Welch eine große Sorge wenden wir auf dieses arme Leben und unser sterbliches Fleisch! Darin stehen wir ganz vertieft und vergessen der geistlichen Güter und Gaben. Dazu gilt uns unsere Blindheit für Licht, und wollen in nichts vor dir unrecht haben. Kalt sind wir und ohne deinen heiligen Geist, ohne Gerech⸗ tigkeit, Friede und Freude, ohne Demut, ohne Furcht und Schrecken vor deinen gerechten Gerichten. Verachtung deiner Herrlichkeit, Undank gegen deine zahllosen Wohltaten ist all unser Leben. Wir bekennen dir nun diese mannigfaltigen, ungestümen Wellen der bösen Begierde. Wir geben uns schuldig aller Früchte des bösen Baumes, unsers Herzens, von dem dein Mund mit Wahrheit ge⸗ sprochen hat, daß nur böse Gedanken und Werke von ihm kommen. Du kennst den bösen Baum, alle seine Wurzeln und Aste und Früchte, unser arges Herz mit allen seinen Krümmungen und Winkeln. Nimm uns wieder in deine schaffenden, allmächtigen Hände; gib uns ein neues Herz, daß wir nicht ewig Dornen und isteln tragen. Fülle uns bald mit deiner Gnade, welche besser ist als Leben. Laß durch Gnade unsere Sünde bedeckt, unsern Geist zu deiner Liebe und Furcht erneut werden. Laß ihn deiner Gnade Herrlichkeit preisen im Lande der Lebendigen und im Tale des Todes und in der Menge der Seligen und Auserwählten! Amen. 60. Um Vergebung der Sünde. (Cerr, du hast gesagt: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. Auf solche deine Verheißung komme ich zu dir und glaube festiglich, ich werde nicht hinausgestoßen werden. Ich S8—„„HAHAs55—&.—‚.. — er= e E IV. Beicht⸗ und Abendmahlsgebete. 43 komme aber, weil ich mühselig und beladen bin. Es drücht und beschweret mich der Sünden Last, welche ich in demütiger Beichte vor deinem Angesicht niederlege. Ach Vater, ich habe gesündigt in den Himmel und vor dir, ich bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Kind heiße. Ich mag nicht alle meine Sünden erzählen, es gereut mich, daß ich sie begangen habe; ich schäme mich, viel Worte davon zu machen. Dies eine sage ich, daß ich viel und große Strafe verdienet habe, welche ich mit meinen Kräften nicht abwenden kann. Du aber bist gnädig und barmherzig und von großer Güte. Darum trete ich mit gläubiger Zuversicht zu deinem Gnadenstuhle und begehre demütiglich Gnade. Erlaß mir, o Gott, was ich dir schuldig bin, ich kann nicht zahlen aus Unvermögen, du aber kannst es mir erlassen aus Gnade. Geh nicht, ach geh nicht mit deinem Knechte(mit deiner Magd) ins Gericht. Rechne mir die Sünden nicht zu, die mein Gewissen beschweren, und verzeih mir auch die verborgenen Fehler. Siehe an das Blut deines Sohnes, dasselbe ist vergossen für die Sünde der Welt. Ich bin auch in der Welt und bin ein Sünder, darum ist es auch für mich vergossen. Ach Herr, du hast mich geschlagen, verbinde mich; du hast mich zerrissen, heile mich. Gib mir Glauben und Beständigkeit, daß ich an deinem Tische ein würdiger Gast sei und in der Gottseligkeit zunehme. Führe und regiere mich hinfort, daß ich das Gute, so ich mir vorgenommen, ins Werk richten möge. Beuge das Herz zur Gottesfurcht, öffne die Ohren zur fleißigen Aufmerkung deines Wortes, die Lippen zum Lobe deines Namens. Segne meine Arbeit, verleih Frieden im Hause und öffentlich, wende ab die Ar zernisse, behüte die Meinen und regiere all unser Tun, daß es dir angenehm und den Gläubigen heilsam sein möge. Höre mein Seufzen, o mein Gott, ja erhöre es, daß ich in dir und du in mir sein und bleiben mögest. Amen. 61. Gebet, wenn man zur Beichte geht. Allnuchtiger, ewiger Gott, Vater unsers Herrn Jesu Christi, der du dem Donner deines heiligen Wortes Kraft gibst, du hast mir mein Herz mit deinem Gesetze gerührt, daß ich nun meine Sünden erkenne, bereue und nach der gnädigen Vergebung derselben ein herzliches Verlangen habe. Darum hast du auch nebst dem gepredigten Worte geordnet, daß ich armer, verderbter, sündhafter Mensch zum Reichtum deiner himmlischen Gnade kommen und Ver⸗ gebung suchen soll. So gehe ich nun hin, meine Sünde dir zu bekennen, dagegen Trost und Absolution zu empfangen; bitte des⸗ wegen, du wollest in mir eine rechte Andacht, Begierde und Ver⸗ langen nach deiner Gnade anzünden und mir einen festen Glauben an deine Verheißung geben, daß, ob ich wohl schwach und verzagt bin, ich mich dennoch solches nicht irren lasse, sondern die Vergebung der Sünden mit starkem Glauben ergreife und dadurch zum rechten VBaterlande komme. Amen. 44 IV. Beicht⸗ und Abendmahlsgebete. 62. Etliche Beichten. 1. Ich armer Sünder bekenne mich Gott, meinem himmlischen Vater, daß ich leider schwer und mannigfaltig gesündigt habe, nicht allein mit äußerlichen groben Sünden, sondern viel mehr mit inner⸗ licher angeborener Blindheit, Unglauben, Zweifelung, Kleinmütigkeit, Ungeduld, Hoffart, bösen Lüsten, Geiz, heimlichem Neid, Haß und Mißgunst, auch andern Sünden; daß ich auf mancherlei Weise, mit Gedanken, mit Gebärden, Worten und Werken die allerheiligsten Gebote Gottes übertreten habe, wie das mein Herr und Gott an mir erkennt und ich leider so vollkommen nicht erkennen kann. Also reuen sie mich und sind mir leid, und begehre von Herzen Gnade von Gott durch seinen lieben Sohn, Jesum Christum, und bitte, daß er mir seinen heiligen Geist zur Besserung meines Lebens mitteilen wolle. Amen. 2. Allmächtiger Gott, barmherziger Vater, ich armer, elender, sündiger Mensch bekenne dir alle meine Sünde und Missetat, damit ich dich jemals erzürnt und deine Strafe zeitlich und ewig wohl verdient habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte dich durch deine grundlose Barmherzigkeit und durch das unschuldige bittre Leiden und Sterben deines lieben Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi, du wollest mir armen sündhaften Menschen gnädig und barmherzig sein. Ich will mich durch deine Gnade hinfort bessern. Amen. 3. Ich armer sündiger Mensch bekenne und klage meinem lieben Gott, daß ich in Sünden empfangen und geboren bin, also daß in mir von Natur nichts Gutes, sondern eitel Sünde wohnt, und daß dieselbe angeborne Sünde mich leider oft zu Falle bringt in wirk⸗ liche Sünde, mit Gedanken, Worten und Werken, wider die erste und wider die andere Tafel des Gesetzes Gottes. Ich erkenne und bekenne auch, daß ich den bösen Lüsten meines Fleisches nicht mit allem Fleiß widerstrebe, sondern leider die Sünde oft in mir herrschen lasse und dadurch den heiligen Geist betrübe. Ja, wenn ich gleich einen guten Vorsatz habe, hanget mir doch das Böse an, daß ich zum Guten unwillig, kalt, faul und überdrüssig bin; der Glaube ist schwach, die Liebe ist kalt. Ich erkenne aber und weiß auch, daß der Sünden Sold ist Gottes Zorn und der ewige Tod. Der⸗ halben gereuen mich meine Sünden und sind mir leid; allein das klage ich, daß ich dieselben, wenn ich sie gleich erkenne, mir nicht lasse so leid sein, wie es mein lieber Gott von mir haben will. Weil aber Jesus Christus in die Welt gekommen ist, die Sünder selig zu machen, und mein frommer, treuer Gott spricht: So wahr ich lebe, will ich nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe; so kehre und wende ich mich in wahrer Buße durch rechten Glauben zu meinem lieben Mittler und Erlöser, Jesu Christo, und bitte dich, du mein himmlischer Bater, du wollest mir aus Gnaden um desselben deines lieben Sohnes willen alle meine IV. Beicht⸗ und Abendmahlsgebete. 4⁵ Sünde vergeben und wollest durch deinen heiligen Geist wahre Buße, rechten Glauben und beständige Besserung in mir anzünden, stärken, mehren und erhalten. Amen. 4. Vor Gericht, Herr ZJesu, steh ich hie, Zu dir beug ich meins Herzens Knie, Kann mir selbst gar nicht raten. Mein groß und viele Missetat Mich hier und dort verdammet hat. Doch will ich nicht verzagen. Herr Jesu Christ, dein Blut allein Macht mich von allen Sünden rein, Weil ich in wahrer Reu und Buß An dich gläub und dir fall zu Fuß. Herr ZJesu Christ, Des dank ich dir, Ich will mich bessern, hilf du mir! Amen. 63. Danksagung nach der Absolution. 36 will den Herrn loben allezeit, sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein. Denn da ich den Herrn suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht. Er hat meine Seele beim Leben erhalten, er hat meine Traurigkeit in Freude verwandelt, er hat meine Finsternis licht gemacht. Darum freue ich mich und bin fröhlich in dir und lobe deinen Namen, du Allerhöchster. Laß mich noch ferner vor deinen Augen Gnade finden. Weise mir, Herr, deinen Weg, daß ich wandele in deiner Wahrheit. Erhalte mein Herz bei dem einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Erhalte meinen Gang auf deinen Fußsteigen, daß meine Tritte nicht gleiten. Rüste mich aus mit Kraft aus der Höhe und mache meine Wege ohne Wandel, damit ich Glauben und gut Gewissen behalte und in deiner Gnade bleiben möge. Das bitte ich um Jesu Christi, deines lieben Sohnes, meines einigen Erlösers und Heilandes willen. Amen. Nach dir, Herr, verlanget mich. Biblische Abschnitte für Abendmahlstage: Psalm 23. Psalm 111. Joh. 6, 48—58. Joh. 15, 1—12. Röm. 8, 31—39. 1. Kor. 11, 23—32. Offenbarung 22. 64. Morgengebet am Abendmahlstage. Ane, und barmherziger Gott und Bater, ich danke dir von Grund meines Herzens für deinen Schutz und Schirm in dieser Nacht und für den frohen Morgen, welchen du mich 46 IV. Beicht⸗ und Abendmahlsgebete. erleben lässest. Gelobt sei deine Barmherzigkeit, die alle Morgen neu ist und mich heute zu deinem Hause, zu deinem Altare beruft und einladet. O Herr, weil ich nun mit den Haufen, die da feiern, zu deinem Abendmahle kommen will, so bereite du mich selbst dazu. Willst du eine reine Wohnung in mir finden, so reinige und heilige selbst meinen Leib und Seele. Leite mich mit deinen Augen, führe mich mit deiner Hand zum Reichtum deiner Güte, tröste mich mit deinem Angesichte. Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele, Gott, nach dir. Erhalte mich in beständiger Andacht, bewahre mich vor bösen Gedanken, nimm mich in deinen besonderen Gnadenschutz und weiche nicht von mir. Heiliger Jesu, vereinige du dich an diesem Tage mit meinem Leibe und mit meiner Seele. Speise mich mit deinem Leibe, tränke mich mit deinem Blute, auf daß mein schwacher Glaube gestärkt und ich deiner Gnade, der Vergebung meiner Sünden und der ewigen Seligkeit versichert werde, daß ich als ein würdiger Gast an deinem Tische erscheine. Run, Herr Gott Vater, sei mein Schutz und Beistand. Herr Zesu, sei meiner Seele Speise, Licht und Leben. Und du, Herr Gott heiliger Geist, erleuchte mich und erhalte mich in der wahren Heiligung, daß ich in dem Stande der Gnade, in welchen ich heute aufs neue trete, Zeit meines Lebens verbleiben möge. O Herr, hilf; o Herr, laß wohl gelingen. Deinem heiligen Namen sei Lob, Ehre und Dank gesagt immer und ewiglich. Amen. 65. Gebet vor dem heiligen Abendmahle. err Zesu Christe, ewiger Gottessohn, du hast in deiner wahren H Menschheit für uns den Tod erlitten und uns von Sünden und der ewigen Berdammnis erlöst; und damit wir solcher deiner Treue nimmermehr vergessen mögen, hast du in dem letzten Abendmahl uns ein ewiges Gedächtnis des aufgerichteten neuen Bundes gestiftet, darinnen der Sünde der Gläubigen nun und in Ewigkeit nicht mehr soll gedacht werden. Wir armen, elenden Menschen kommen zu dir, dem Brunnen aller Gnade und Barmherzigkeit, und bitten dich, tilge unsere Sünden, reinige und erquiche unsere Seelen und laß uns mit wahrer Reue und Leid, in festem Glauben, mit heiliger Ehrerbietung deinen allerheiligsten Leib und dein Blut zu unserer Seligkeit empfangen. Hilf, daß durch dieses Geheimnis des neuen Testaments der Glaube gemehrt, die Hoffnung gestärkt, die Liebe entzündet, das schwache Gewissen getröstet, alle Anfechtungen über⸗ wunden, und wir in unserm Herzen deiner göttlichen Huld und ewigwährenden Erlösung unserer Seelen allenthalben versichert und versiegelt werden. O gütiger Herr, gib uns erleuchtete Augen IV. Beicht⸗ und Abendmahlsgebete. 47 unsers Verstandes, daß wir erkennen mögen, welches da sei der Reichtum deines herrlichen Abendmahls, in welchem du uns nebst deinem Leibe und Blute Vergebung der Sünden, wahre Gerechtigkeit und alle himmlischen Güter ausspendest, auf daß wir mit herzlicher Begierde und Verlangen dies heilige Sakrament würdig empfahen, deine Süßigkeit schmecken, deine Liebe empfinden und durch dieselbe wiederum gegen dich entzündet werden. Nimm von uns weg alles, was dir mißfällt und uns hindert oder von dir wendet, und gib uns, was uns zu dir kehrt und fördert, damit wir der Frucht dieses heilbringenden Tisches teilhaftig, unsere hungrigen und durstigen Seelen allhier gespeist und getränkt werden und wir nach dieser Zeit auch in jenem Leben das himmlische Brot mit dir ewiglich essen. Amen. 66. Im Hinzugehen. O Gott Vater im Himmel, erbarme dich über mich und sei mir gnädig, deinem Kinde, welches anjetzt mit kindlicher Furcht zu deinem heiligen Altar kommt. Laß mich deiner himmlischen Mahl⸗ zeit genießen, wie du sie mir bereitet hast, nämlich zu meiner Seele Seligkeit. O Gott Sohn, der Welt Heiland, erbarme dich über mich und laß mich anjetzt bei deinem heiligen Abendmahl ein dir angenehmer Gast sein. Gib mir, was du verheißen hast, und laß mich nehmen, was mir von dir beschieden ist, jenes nach deiner Wahrheit und dieses zu meiner Gerechtigheit. O Gott heiliger Geist, erbarme dich über mich und verleihe mir deine Gnade, daß ich dieses heilige Sakrament würdig empfange, damit meinen schwachen Glauben stärke, mein kaltes Herz mit Liebe entzünde, mein blödes Gemissen tröste, meine Hoffnung erfrische, mein sündhaftes Leben bessere und darauf selig werde. O Herr, hilf; o Herr, laß wohl gelingen. Amen. O Herr Zesu Christe, ich bin nicht würdig, daß du eingehest in mein sündiges Herz; du weißt aber und erkennst meine große Armut und Not, darum ich von Herzen begehre deiner Gegenwart, zu speisen, zu trösten und zu stärken meine arme Seele. Sprich sie an mit Einem Wort, so wird sie gesund. Amen. Iq lasse dich nicht, du segnest mich denn. 67. Seufzer bei dem Empfange des gesegneten Brotes. Sẽ mir willkommen, Herr Zesu Christe, mit der edlen Speise deines allerheiligsten Leibes, den du mir jetzt im Sahramente des Altars mit dem gesegneten Brote zu essen gibst, wie du ihn 48 IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. für mich in den bittern Tod des Kreuzes gegeben hast zur Ver⸗ gebung meiner Sünde; das laß mir zum ewigen Leben gedeihen. Herr Jesu Christe, dein heiliger Leib stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. 68. Seufzer bei dem Empfange des gesegneten Kelches. Se mir willkommen, Herr Zesu Christe, mit dem edlen Tranke deines allerheiligsten Blutes, das du mir jetzt im Sakramente des Altars mit dem gesegneten Weine zu trinken gibst, wie du es am Kreuze vergossen hast zur Vergebung meiner Sünden; das laß mir zum ewigen Leben gedeihen. Herr Jesu Christe, dein heiliges Blut stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. 69. Wenn man nach empfangenem Leibe und Blute Christi wieder an seinen Platz getreten. err Zesu Christe, ich sage dir herzlich Lob und Dank, daß du mich jetzt abermal so gnädig an deinem Tische mit deinem Leibe und Blute gespeist und getränkt hast, und bitte dich von Herzen, laß mir solches gedeihen zur Stärkung meines Glaubens, zur Besserung meines Lebens, zum Schirm meiner Seele und zu sicherer Geleitung aus diesem Jammertal in das ewige Vaterland. Bleibe in mir, daß ich ewiglich bleibe in dir. Amen. Mein Lebetage will ich dich Aus meinem Sinn nicht lassen, Dich will ich stets, gleich wie du mich, Mit Liebesarmen fassen; Du sollst sein meines Herzens Licht, Und wenn mein Herz in Stüche bricht, Sollst du mein Herze bleiben, Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, Hiermit zu deinem Eigentum Beständiglich verschreiben. 70. Danksagung nach dem heiligen Abendmahle. N Dane da liebreicher Herr Jesu Christe, dir sage ich von Herzen Dank, daß du mich mit der köstlichen und teuren Speise und Trank deines heiligen Leibes und Blutes erquicht hast. Ach, wer bin ich, daß du mich Unwürdigen gewürdigt hast, von deinem Tische zu essen? Ich danke dir für alle deine Liebe und Treue, für deine Menschwerdung, für dein holdseliges Evangelium, für deinen Todes⸗ kampf und blutigen Schweiß, für dein heiliges Leiden, für die —SEEE ̊—— P IV. Beicht⸗ und Abendmahlsgebete. 49 Bezahlung meiner Schuld, für die Versöhnung deines himmlischen Vaters, für die Heiligung durch den heiligen Geist, für das ewige Leben. Aller dieser Wohltaten hast du mich durch den Glauben teilhaftig gemacht und durch das hohe, leure Pfand deines Leibes und Blutes im Sahrament versichert. Gib, daß ich deiner großen Liebe nimmermehr vergesse, deines heiligen Todes stetiglich gedenke. Dein Leib und Blut heilige und segne meinen Leib und Seele und behüte mich vor allen Sünden. Ach mein Erlöser und Seligmacher, e lebe du in mir, und ich in dir. Vertreib aus meinem Herzen alle*00 te Untugend, behalte und besitze du allein das Haus meines Herzens. 5 Schmüche und ziere meine Seele mit geistlichem Schmuck, mit starkem 5 Glauben, feuriger Liebe, brennender Hoffnung, mit edler Demut, heiliger Geduld, brünstigem Gebet, holdseliger Sanftmut, sehnlichem ch Verlangen nach dir allein und nach dem ewigen Leben, daß du bei mir und in mir, und ich bei dir und in dir ewig bleibe, von dir rede, singe und sage, ohne Unterlaß an dich gedenke, daß ich möge + in diesem Glauben einschlafen, am jüngsten Tage fröhlich auferstehen ti und in die ewige Freude eingehen. Amen. u ö m 71. Um neuen Gehorsam. ö ᷣn Nien. mein Heiland, in deiner Kraft will ich hingehen, und was 5, noch übrig ise im Fleische zu leben, nach deinem Willen zu⸗ zu bringen. Weil es aber nicht in eines Menschen Kraft stehet, wie er d. wandele und seinen Gang richte, so gib du mir das Vollbringen. Regiere mich durch deinen heiligen Geist, laß deine Güte und Treue mich allewege behüten. Laß mich empfinden, daß du durch den Glauben in mir wohnest, durch die Liebe in mir lebest und durch die Hoffnung mich täglich stärkest. Gib, daß ich ohne Heuchelei in Sanftmut und Demut beständig einhergehe, damit dein Leben an mir offenbar werde. Gib mir alle Tage neue Kraft, daß ich mich verleugne, die Welt verschmähe, dein Kreuz auf mich nehme und dir beständig nachfolge. Gib mir Mut und Stärke, daß ich meinen Feinden getrost widerstrebe, die Werke des Teufels in mir beständig töte, auch die Welt und was in der Welt ist, als Augenlust, Fleischeslust und hofsärtiges Wesen, mutig untertrete. Laß mich in allen Stücken an dir, meinem Haupte, wachsen und fruchtbar sein in allen guten Werken. Vollführe du selbst das gute Werk, welches du in mir angefangen hast. Bleibe in mir und laß mich in dir bleiben, laß mich in deiner Liebe und Erkenntnis zunehmen, daß nd ich im Glauben bleibe, einen guten Kampf kümpfe und in das —5 ewige Leben dringe, wo Freude die Fülle und liebliches Wesen zu che deiner Rechten ewiglich ist. da ich denn mit allen Auserwählten vor ine deinem Throne stehen und singen werde: Lob, Preis und Dank und Weisheit und Kraft und Stärke sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 50 V. Das allgemeine Kirchengebet. 72. Abendgebet am Abendmahlstage. Allmuchtigen. ewiger Gott, der du allewege unsere Schwachheit ganz väterlich bedenkest und daher neben andern unzählbaren Wohltaten, die du uns erzeigest, auch die Nacht zur notwendigen Ruhe unsers müden Leibes gnädiglich verordnet hast, ich bitte dich von Herzen, verzeihe mir und allen denen, welche du heute mit himmlischer Speise und Trank begnadigt hast, alles, wodurch wir deiner himmlischen Güte nach unserer großen Schwachheit aufs neue unwert geworden sind. Gib uns, Herr, ein ernstlich Mißfallen aller unserer fündlichen Gebrechlichkeiten, entzünde in uns durch deinen heiligen Geist eine unauslöschliche Begierde nach der täglichen Besse⸗ rung. Verleihe nun, o Herr und getreuer Vater, eine stille und ruhige Nacht in deinem Frieden mir und allen freudenmüden Menschen, sowie auch denen, die ohne deine besondere Gabe und Erhörung dieser Bitte vor Krankheit, Kummer, Herzeleid. Anfechtungen oder Leibesschmerzen nicht schlafen könnten. Wache du über uns, du getreuer Vater, erleuchte die Augen unsers Gemütes, daß wir nicht im Tode der Sünden entschlafen, sondern wachen im lebendigen Glauben, welcher allezeit in der Lampe unsers Herzens brenne und seine notwendige Nahrung habe von dem Ole deines heiligen Geistes, auf daß, wenn du kommst und anklopfest zu der Stunde, die uns verborgen, dir aber allein bewußt ist, wir dich ohne Verzug mit aller Freude einlassen, dir, unserm geliebten Bräutigam, fröhlich entgegengehen und dann mit dir eingelassen werden in deinen himm⸗ lischen Freudensaal, wo du dich mit allen Gläubigen in ewiger Liebe, Freude und Seligkeit vereinigen und erfreuen wirst bei deinem ewigen Abendmahle. Amen. 73. V. Das allgemeine Kirchengebet. In den folgenden allgemeinen Kirchengebeten werden bei ge⸗ gebenem Anlaß die an den bezeichneten Stellen in den Anmerkungen gegebenen Fürbitten eingeschaltet. Außerdem ist es gestattet, die ortsüblichen Fürbitten für den Bergbau, die Sch.ffahrt, die Deiche, die Bienenzucht usw., sowie die Fürbitten für einzelne Gemeindeglieder einzufügen. 1. Allmächtiger Gott und Vater unsers Herrn ZJesu Christi, wir danken dir für alle Gnade, Liebe und Treue, die du uns bisher erwiesen hast, und bitten dich herzlich, du wollest deine heilige christ⸗ liche Kirche mit ihren Dienern, Wächtern und Hirten durch deinen heiligen Geist regieren, daß sie bei der rechtschaffenen Weide deines seligmachenden Wortes erhalten werden möge, dadurch der wahre Glaube und die Liebe gegen dich und alle Menschen in uns erwachse und zunehme. Segne die Arbeit der Mission unter Juden und Heiden 5—88—————— 4 Rr-.-. 71 — ENEE V. Das allgemeine Kirchengebet. 51 und laß gedeihen alle Werke der Barmherzigkeit an den Elenden in der Christenheit.!) Sei du des Deutschen Reiches starker Schutz und Schirm und hilf, daß Glauben und Treue, Kraft und Einigkeit unsers Volkes Ruhm und Ehre sei. 2) Wir bitten dich ferner, lieber himmlischer Vater, für den Haus⸗ stand und alle, die dazu gehören. Gib gottesfürchtige Eheleute, Eltern und Herren, gehorsame Kinder, frommes und getreues Ge⸗ sinde und segne alle ehrliche Nahrung und Gewerbe. 5) Witwen und Waisen und alle, so in Armut, Krankheit, Kindes⸗ banden und anderen Anfechtungen sind, auch die, so um deines heiligen Namens und der Wahrheit willen angefochten werden oder sonst Verfolgung leiden: Tröste sie, o Gott, mit deinem heiligen Geiste, daß sie solches alles für deinen väterlichen Willen aufnehmen und erkennen. Und ob wir zwar mit unsern Sünden deinen Zorn wohl verdient haben, so bitten wir doch, o treuer, barmherziger Vater, gedenke unser nicht nach unsern Sünden, sondern nach deiner großen Barmherzigkeit. Berschone uns gnädig mit allerlei schweren Plagen Leibes und der Seele, beschere uns allen, wenn unser Stündlein vorhanden ist, ein seliges Ende und vereinige uns an deinem großen Tage mit allen deinen Kindern vor deinem Angesicht. )(Vor Eröfinung des Kreiskirchentages:) Gib auch deinen Segen zu den Beratungen unseres Kreiskirchentages. Rüste alle, die daran teil⸗ zunehmen berufen sind, mit dem Geiste der Weisheit und Kraft, der Liebe und des Iriedens und laß ihre Arbeit Frucht schafsen zum Heil unserer Gemeinden. (Während der Dauer des Landeskirchentages:) Bekenne dich auch in Gnaden zu den Beratungen des Landeskirchentages. Sei du selbst in ihrer Mitte mit deinem Geiste, dem Geiste des Friedens und der Einigkeit, gib heiligen Rat, fröhlichen Mut und gute Werke, und laß alles, was da gehandelt und beschlossen wird, gereichen zur Erbauung unserer Landes⸗ kirche und zu deines heiligen Namens Ruhm und Ehre. (Während der Erledigung des Pfarramts:) Siehe insonderheit diese Gemeinde in Gnaden an, schenke ihr einen Prediger und Seelsorger nach deinem Herzen, der dein teures Evangelium lauter und rein verkündigt mit Beweisung des Geistes und der Kraft, und lenke dazu die Herzen aller, denen die Bestellung des Amtes von dir befohlen ist. )(Während der Dauer des Reichstags und Landtags:) Segne die Beratungen des Reichstags(und des Landkags) zum Heil unsers Volkes. (Für den Patron der Kirche:) Verleihe dem Patron dieser Kirche und seinem Hause deinen Segen zeitlich und ewiglich. ).(Sür die Konfirmanden:) Laß dir auch die Konfirmanden unserer Gemeinde befohlen sein. Neige ihr Herz zu deinen Zeugnissen und be⸗ wahre sie vor Argernis und Verführung, auf daß sie in der heilsamen Lehre recht gegründet an ihrem Konfirmationstage ein gutes Bekenntnis tun und würdig zu deinem Tische kommen mögen. 4* 52 V. Das allgemeine Kirchengebet. Um deines lieben Sohnes, Jesu Christi willen, der mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 4) 2. Herr Gott, himmlischer Vater, wir loben und preisen dich für alle Wohltaten, die du uns im Geistlichen und Leiblichen ohne alle unser Verdienst und Würdigkeit erwiesen hast, und bitten dich im Sicem Jesu Christi, deines lieben Sohnes, um deinen ferneren Segen. Erhalte uns und unsern Nachkommen die reine Lehre deines heiligen Evangeliums und den rechten Gebrauch der Sahramente. und gib deiner Kirche Leiter und Regierer, Hirten und Lehrer nach deinem Herzen. Laß dein Reich sich ausbreiten, daß die Fülle der Heiden eingehe, und auch Israel sich bekehre und selig werde.“) Regiere, Herr, mit dem Geiste der Weisheit und Gerechtigheit alle Obrigkeit, damit wir ein geruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit.2) Wir bitten auch um deinen Segen für unser gesamtes deutsches Baterland. Gib einträchtigen Sinn unter allen Ständen unsers Volkes und erhalte unsern Grenzen einen beständigen Frieden. Walte mit deinem Frieden in unsern Häusern, heilige die Ehen, gib Gnade zur Erziehung der Jugend.s) Segne alle ehrliche Nah⸗ rung und Gewerbe. Wende gnädig von uns ab alle wohlverdienten Landplagen und gib den Früchten der Erde gedeihliche Witterung. Sende allen Traurigen Trost, Geduld und Kraft den Kranken und ) Da, wo nach der Gottesdienstordnung auf der Kanzel nur die Abkündigungen geschehen, lauten die einzuschiebenden Fürbitten: (Für die Aufgebotenen:) Insonderheit bitten wir dich als den Stifter des heiligen Ehestandes für die Glieder unsrer⸗ Gemeinde, welche nun in diesen Stand treten wollen, daß du ihnen verleihen wollest, ihren Ehe⸗ stand in deinem Namen anzufangen und unter deinem Segen christlich zu führen. (Danbsagung für Geburten:) Dir danken wir auch mit den Eltern dieser Gemeinde, welche du durch die Geburt eines Kindes erfreut hast; laß dir Mutter und Kind(Mütter und Kinder) ferner besohlen sein, schenke dem Kinde(den Kindern) bald den Segen der heiligen Taufe und verleih den Eltern, es(sie) in deiner Furcht zu erziehen. (Sür die Abendmahlsgäste:) Laß alle Glieder unsrer Gemeinde, die heute zu deinem Tische kommen, das heilige Sakrament des Leibes und Blutes Jesu Christi würdig empfangen und in ihrem Glauben dadurch gestärkt werden. (Danksagung für die Verstorbenen:) Laß dir auch wohlgefallen die Opfer unseres Dankes für das Glied(die Glieder) dieser Gemeinde, welches(welche) du nach deinem unerforschlichen Ratschlusse aus diesem Erdenleben abgerufen hast. Tröste die Hinterbliebenen und stärke ihren Glauben, daß sie sich ergeben in deinen Willen und dich preisen für alles (Vom Sonntag Rogate bis zum Erntedankfeste:) Du wollest auch den Früchten des Feldes gute und fruchtbare Witterung verleihen und sie vor allem Schaden und Unfall bewahren, daß wir deinen Segen fröhlich einbringen und deine milde Hand mit Danksagung erkennen. V. Das allgemeine Kirchengebet. 53 Schwachen, Gedeihen den Müttern und Säuglingen, sei der Witwen und Waisen Vater. Hilf einem jeden in seiner Not, du Heiland aller Menschen, sonderlich deiner Gläubigen. Bereite uns alle zu einem seligen Ende. Gib, daß wir leben in deiner Furcht, sterben in deiner Gnade, ruhen in deinem Frieden, auferstehen in deiner Kraft und das ewige Leben ererben durch Zesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 3. Allmächtiger, ewiger Gott, Vater unsers Herrn Jesu Christi, wir danken dir, daß du uns in diesem zeitlichen Leben bisher gnädiglich erhalten und durch das Evangelium von deinem Sohne zum ewigen Leben berufen hast. Du hast uns auch heute dein heiliges Wort in Friede und Ruhe hören lassen. Gib, daß wir es zur Stärkung unsers Glaubens und zur Besserung unsers Lebens in einem seinen, guten Herzen bewahren. Erhalte uns und unsern Nachkommen die Predigt deines seligmachenden Worts und gib aller Orten treue Hirten und Lehrer.) Nimm unser ganzes deutsches Vaterland in deinen Schutz. Er⸗ fülle alle Obrigkeiten und Untertanen mit Weisheit, Gehorsam und Eintracht und segne sie zu deinem Wohlgefallen. 2) Segne den christlichen Hausstand. Gib Gnade zur Kinderzucht in den Häusern und Schulen. Heilige die Jugend und bewahre sie vor Argernis und Verführung.s) Gib gedeihliche Witterung und laß die Frucht der Erde wohl geraten. Jördere alle ehrliche Arbeit und segne alle, die im Schweiße ihres Angesichts redlich und treulich ihr tägliches Brot suchen. Wende in Gnaden ab alle wohlverdienten Landplagen, Krieg. Feuer- und Wassersnot, teure Zeiten, Krankheit und Seuchen. Gib uns und unsern Angehörigen, was uns an Leib und Seele gut ist, und umfange uns allezeit mit deiner Güte. Gib uns deine Gnade, christlich zu leben und selig zu sterben. Erhöre uns, lieber Vater im Himmel, um Jesu Christi unsers Heilandes willen, der mit dir und dem heiligen Geiste sei hochgelobt in Ewigkeit. Amen. 4. Barmherziger, ewiger Gott, du Vater des Lichts und Geber aller guten und vollkommenen Gabe, du Tröster der Betrübten, du Arzt der Kranken, laß unser Gebet vor dich kommen, in welcherlei Angst und Not wir dich anrufen, auf daß alle Menschen sich deiner Hülfe erfreuen und dir danken. Wir bitten dich, du wollest gnädig deiner Christenheit ihre Sünden vergeben und sie von allem Irrtum und Abel erretten, in rechtem Glauben und Gehorsam gegen dich erhalten, treue Hirten und Lehrer geben, alle Obrigkeit zu deinem Lobe und gemeinem Frieden führen und regieren. Du wollest auch alle Hausväter samt Weib und Kind und Gesinde bewahren, Teurung, Krankheit, Feuer⸗ und Wassersnot, Krieg und alle wohl⸗ verdienten Strafen von uns gnädiglich abwenden oder durch deine Barmherzigkeit lindern, die Früchte auf dem Felde bewahren, die 5⁴ V. Das allgemeine Kirchengebet. Betrübten trösten, den Kranken Gesundheit, den Sündern Gnade zur Besserung ihres Lebens und allen Christgläubigen Barmherzig⸗ heit, deinen heiligen Geist und ewiges Leben mitteilen, durch Zesum Christum, unsern Herrn. Amen. 5. Wir danken dir, allmächtiger, barmherziger Gott, Vater unsers Herrn Jesu Christi, für alle deine Güte und Wohltaten, in⸗ sonderheit für die Sendung deines lieben Sohnes und die Gnade, die du uns jetzt zur Anhörung deines Wortes verliehen hast, und bitten dich herzlich, du wollest uns helfen, daß wirs in einem seinen guten Herzen bewahren und Frucht bringen mit Geduld. Wir bitten dich auch, o gütiger Gott, du wollest deine heilige christliche Kirche samt ihren Dienern, Wächtern und Hirten mit deinem heiligen Geist regieren, auf daß sie bei der gesunden Weide deines alleinselig⸗ machenden Worts erhalten werden möge, und also der Glaube an dich gestärkt werde, und die Liebe gegen alle Menschen erwachse und zunehme.) Du wollest auch den Stand der weltlichen Obrigkeit segnen, unserer Regierung deine Gnade verleihen, ihre Ratschläge und Hand⸗ lungen dahin lenken, daß sie allein zu deines Namens Ehre, der Kirche und des Vaterlandes Wohlfahrt gereichen mögen, damit die Wahrheit erkannt und bekannt, Recht und Gerechtigkeit aufgerichtet und gehandhabt werde. 2) Allen Untertanen aber wollest du geben ein gehorsames Herz, daß sie ihre ordentliche Obrigkeit fürchten und ehren. Wollest auch durch deinen allmächtigen Arm steuern und wehren dem Morden und Drohen aller Feinde deiner Kirche und uns erretten von der Hand aller derer, die uns hassen.3) Wir bitten dich auch, ewiger Gott, du wollest gnädiges, frucht⸗ bares Wetter geben, die Früchte auf dem Felde gedeihen und geraten lassen, auf daß wir durch deinen Segen von der Erde das tägliche Brot empfangen, dir dafür danken, den Dürftigen und Armen davon mitteilen mögen, und wollest uns gnädig behüten vor Hunger und teuren Zeiten, vor Pestilenz und bösen Seuchen, vor Krieg, Auf⸗ ruhr und Zwietracht. Wir bitten dich auch für alle, so in Trübsal, Armut und Krank⸗ heit, in Gefahren zu Wasser und zu Lande und in andern Nöten sind; tröste sie, o Gott, mit deinem heiligen Geiste und biete ihnen deine rechte Hand, die alles ändern kann. Endlich so bitten wir dich, himmlischer Bater, um alles, darum du willst und sollst gebeten werden, um deines lieben Sohnes Jesu Christi, unsers einigen Mittlers willen. Amen. 6. Laßt uns in Frieden den Herrn anrufen: Um den Frieden, der von oben kommt, und das Heil unsrer Seelen, um den Frieden der ganzen Welt und die Dauer seiner heiligen Kirche, für dieses ihm geheiligte Haus und für alle, die mit Glauben und der Furcht Gottes in dasselbe eingehn, für unsre Hirten und Lehrer, daß sie — 282———....—+q.52 2„„„ .....I‚‚e VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 55 das Wort der Wahrheit recht lehren, für die ganze chriftliche Gemeinde und alle, die ihr dienen im Werk der Leitung und in der Arbeit der Liebe, laßt uns zum Herrn beten: Herr, erbarme dich!“) Für unsere Obrigkeit, daß Gott ihr in allem beistehn und sie leiten möge, und wir unter ihrem Schutz ein geruhig und stilles Leben führen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit, laßt uns zum Herrn beten: Herr, erbarme dich! Für diesen Ort, das ganze Land und alle Gläubigen, die darin wohnen, laßt uns zum Herrn beten um Gesundheit der Luft, Frucht⸗ barkeit der Erde und friedliche Zeiten; für die Seefahrenden und Reisenden, für die Armen, Elenden, Gefangenen, für die Betrübten und Angefochtenen, Kranken und Sterbenden und für ihr Heil, und daß er uns vor aller Trübsal, Gewalt, Gefahr und Not bewahre und uns, wenn unser Stündlein kommt, ein seliges Ende beschere, laßt uns zum Herrn beten: Herr, erbarme dich! Nimm dich unser gnädig an, rette und erhalte uns, denn dir allein gebührt der Ruhm und die Ehre und die Anbetung, dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, jetzt und immerdar und von Ewigheit zu Ewigkeit. Amen. VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. Wohl denen. die in deinem Hause wohnen, die loben dich immerdar. 74. Auf Advent. O Herr Christe, heut freut sich billig die ganze werte Christenheit, weil sie deinen heiligen Advent festlich begeht. Die liebe Kirche jauchzt als deine Braut, weil du, ihr lieber himmlischer Bräutigam, zu ihr kommst. Wir irrenden Schäflein frohlocken, daß du, o Hirt und Bischof unserer Seelen, mitten unter uns deine gnädige Gegen⸗ wart sehen lässest. Wir Kranken freuen uns, weil du uns besuchst, o heilsamer Arzt aller Menschen. Wir Armen jubeln, weil du, obwohl ein reicher Herr, dennoch so brüderlich mit großen, herrlichen *) Das dreimalige„Herr, erbarme dich“ kann auch von der Gemeinde gesungen werden. 56 VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. Geschenken bei uns einkehrst. Ach Herr, weiche nicht von uns mit deiner Gnade, laß uns die Zeit deiner gnädigen Heimsuchung dank⸗ bar erkennen und deine Zukunft stets gnadenreich und heilsam sein. Komm täglich zu uns, in unsere Kirchen, in unsere Schulen, auf unsere Rathäuser und in unsere Wohnungen, mit deinem reinen Wort, mit deinen heiligen Sakramenten, mit deiner Weisheit, mit Beistand, Glüch, Segen und Gnade. ZJa, weil du bereits in unsere Herzen gekommen bist, so laß uns dich nie wieder verlieren und nimmer ohne Trost erfunden werden. Endlich, weil du einmal kommen wirst zu richten die Lebendigen und die Toten, so regiere uns, daß wir uns bereiten und unsern Lauf also beschließen, daß wir deine Zukunft mit Freuden erwarten und dich nicht als einen gestrengen Richter, sondern als einen freundlichen Erlöser anschauen und Erben deines Reiches werden mögen. Amen. 75. Am Christfeste. O allmächtiger Gott, himmlischer Vater, wir danken dir von Grund unserer Herzen, daß du aus lauter Wohlgefallen und aus un⸗ aussprechlicher Liebe deinen eingebornen Sohn Zesum Christum, den Glanz deiner Herrlichkeit und das Ebenbild deines Wesens, in diese Welt gesandt hast, welcher unser armes Fleisch und Blut an sich genommen, auf daß er uns von Sünden, Tod, Teufel und Hölle erlösete und mit sich in das Reich der ewigen Seligheit versetzte. Gelobet sei deine herzliche Barmherzigkeit immer und ewiglich. Er⸗ fülle nun an diesem Feste unser aller Herzen mit deiner Gnade, daß wir deine große Liebe und Barmherzigkeit erkennen. nicht uns, sondern dir leben, dir vertrauen, dich lieben und loben unser Leben⸗ lang. Erhalte bei uns und unsern Nachkommen dein heiliges, selig⸗ machendes Wort, sende treue Diener in deine Ernte. Wir bitten auch für alle Menschen, insonderheit aber für unsere christliche Obrig⸗ keit. Regiere sie durch deinen Geist, daß sie zuvörderst und vor allen Dingen bei ihrer Regierung, soviel an ihnen ist, das Reich unsers einigen, ewigen Königs Jesu Christi befördere und ausbreite und ja ihren Stand und Wandel auf dieser Welt also führe, daß sie dermaleinst mit ihm und allen Auserwählten im Himmelreiche in alle Ewigkeit herrschen möge. Siehe deine arme, bedrängte Kirche und kleine Herde in Gnaden an. komm ihr zu Hülse und errette sie aus den großen Nöten, die sie betroffen haben. Tröste sie, Herr, durch deinen Geist, auf daß sie sich deiner Güte erfreuen und deinen Namen ewig preisen möge. Laß heute in den Herzen aller An⸗ gesochtenen, Kranken, Versolgten, Witwen, Waisen und aller andern, so in Rot und Trübsal stecken, eine tröstliche Christfreude aufgehen. Auch die, welche deinen Sohn Zesum Christum noch nicht erkennen, bringe an das Licht deiner Wahrheit, damit sie samt uns und allen Auserwählten, Engeln und Menschen, dich loben und im wahren Glauben und mit herzlicher Freudigkeit singen mögen: Ehre VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 57 sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Amen. 76. Zum Schlusse des Jahres. Wir danken dir, Herr Zebaoth, du Gott Israels, wir danken dir, für alle deine Güte und deine Wunder, die du dies verflossene Jahr hindurch an uns getan hast. Es ist deine Güte, daß wir nicht gar aus sind, deine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, du hast alle unsere Sünde hinter dich geworfen, unsere Gebrechen ge⸗ heilt, unser Leben vom Verderben erlöst und uns gekrönt mit Gnade und Barmherzigkeit; Kirche und Schule und Haus hast du gesegnet und vor allem Ubel behütet. Du hast uns Lehrer gegeben zur Ge⸗ rechtigkeit und uns sagen lassen, daß sich ein jeglicher von seinem bösen Wesen bekehre und sein Leben bessere. Du hast unserer christ⸗ lichen Obrigkeit Gnade und Weisheit verliehen, daß wir unter ihrem Regiment in stiller Ruhe und gutem Frieden, wie Christen gebührt, haben unser Leben vollführen mögen. Du hast uns viel Gutes getan an Leib und Seele, an Weib und Kind, an Hab und Gut, in der Stadt und auf dem Felde, daß wir nicht alles erzählen können. Gelobt sei Gott, der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns ge⸗ segnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Christum, der uns so viel Gutes getan, vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben und unsere Herzen erfüllt mit Speise und Freude. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. Sagt, die ihr erlöst seid durch den Herrn, die er aus der Not erlöst hat, die er errettet aus ihren Angsten: Gelobt sei der Herr, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigheit, und alles Volk sage Amen und lobe den Herrn. Gelobt sei der Herr ewiglich! Amen. Amen. 77. Am Neujahrstage. Ae ewiger Gott, barmherziger, lieber Vater, wir haben jetzt abermals ein Jahr unserer Pilgeimschaft in diesem irdischen Leben zu Ende gebracht und fangen in deinem Namen ein neues an. Ach Herr und Gott, wie groß ist deine Güte, die du uns bisher aus väterlichem Herzen bewiesen hast. Dein heiliges Wort hast du uns samt dem rechten Gebrauch der heiligen Sahkramente rein erhalten, friedliches Regiment beschert, täglich Nahrung ge⸗ geben, unsere Herzen mit Speise und Freude erfüllt, allerlei Seuchen, Pestilenz, feindlichen Unfall und viel Unglück in dieser betrübten Zeit von uns gnädiglich abgewendet. Du hast uns zwar gezüchtigt um unserer vielsältigen Sünden willen, aber deine Gnade hast du nicht von uns gewendet. Für solche deine Barmherzigkeit sagen wir dir Lob und Dank und bitten dich demütiglich: Rechne uns nicht zu unsere vorige und alte Sünde, womit wir dich so oft 58 VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. erzürnt haben, sondern vergib sie uns um unsers Herrn Zesu willen. Regiere uns, daß wir keine alte Unreinigkeit und Missetat in das neue Jahr bringen, sondern den alten Menschen aus⸗ und den neuen anziehen, der nach dir geschaffen ist. Fange an, lieber Bater, uns aufs neue zu segnen. Gib uns neugeborne Herzen, erneuere deine väterliche Liebe und Treue an uns, gib heiligen Mut und rechte Werke. Nimm von uns alles Herzeleid und wohlverdiente Strafen, und weil keine Stunde noch Augenblickh vergeht, da wir ohne deinen Schutz nicht in groß Elend geraten könnten, so halte deine Gnadenhand väterlich über uns. Barar⸗ herziger Gott und Vater, erhöre unser Gebet, erbarme dich aller Menschen, erhalte uns dein reines Wort, heilige alle Lehrer und Prediger, erbaue Kirchen und Schulen. Behüte uns vor falscher Lehre, stärke alle treuen Regenten, fördere guten Rat und Tat: segne Bäter und Mütter, regiere Kinder und Gesinde: bewahre uns vor Krieg und Blutvergießen, wende ab Pest und Teurung, steure dem Grimme des Teufels; sende uns deine heiligen Engel: kröne das Jahr mit deinem Gut; gib Frieden im Lande. unserm Herzen Freude, unserm Leibe Gesundheit, unserer Stadt(Gemeinde) Einig⸗ keit; benedeie unsere Nahrung, fördere das Werk unserer Hände, nähre treue Arbeiter, bekehre die Sünder, hräftige die Frommen, bringe zurecht die Irrigen; schütze Witwen und Waisen, tröste die Elenden, erfreue die Traurigen, pflege der Kranken, hilf den Hülf⸗ losen, errette die Bedrängten, sei bei den Sterbenden. Durch ZJesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Heiland und Erlöser. Amen. 78. Am Feste der Erscheinung Christi. Hegt heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott, wir danken deiner göttlichen Majestät, daß du den Weisen aus dem Morgenlande deinen heiligen und eingebornen Sohn Zesum Christum hast offen⸗ bart und daß du auch uns arme Heiden durch den Stern deines seligmachenden Wortes zu seiner heilsamen Erkenntnis hast kommen lassen. Lob, Ehre, Preis und Dank sei dir, barmherziger, gütiger Gott, für diese und alle deine großen Wohltaten. Wir bitten dich herzlich, regiere uns mit deinem heiligen Geiste, daß wir trotz aller Hinderungen deinen Sohn, unsern Heiland und Seligmacher, suchen, finden und erkennen, anbeten, dienen und ehren. Laß uns im Glanze des Lichtes, das die ganze Welt erleuchtet, unsere Füße nach dem Scheine des leuchtenden Sternes, deines Wortes, richten, daß wir ein neu christlich Leben beständig führen mögen. Regiere und segne unsre liebe Obrigkeit und die ganze christliche Gemeinde. Tröste alle betrübten, mit dem Tode ringenden Herzen, und er⸗ fülle sie mit deiner Himmelsfreude. Und weil du willst, daß allen Menschen geholfen werde und alle zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, so bitten wir dich: Laß das Licht deiner Gnade leuchten über alle, die noch in Finsternis wandeln, und bringe deine zerstreuten VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 59 Kinder zusammen, auf daß dein Reich komme und Eine Herde und Ein Hirte werde, wie du uns verheißen und vertröstet hast durch Zesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 79. Passionsgebete. 1. O Herr Jesus Christus, der du uns armen und verlornen Sündern durch dein heiliges, unschuldiges Leiden Gnade bei deinem himmlischen Vater erworden und das ewige Leben wieder gebracht hast, wir danken dir aus Herzensgrund für deine Liebe, deine Angst und Not und deinen seligmachenden Tod und bitten dich: Erhalte uns ewig in der Liebe und im Lobe deines Leidens und gib uns Gnade, die ewige Wohliat der teuren Erlösung mit dankbarem Herzen zu erkennen und zu preisen. Laß uns dadurch im Glauben stärker, in der Hoffnung fröhlicher, in der Liebe heißer, in der Ge⸗ duld getroster, im Glauben williger und beständiger werden und unsern Sünden absterben. Hilf auch, daß wir an unserm Ende deines blutigen Todes uns zuͤr ewigen Seligkeit freuen und trösten, o Herr Jesus Christus. Amen. 2. Herr Jesus Christus, du Lamm Gottes, wir danken dir von Herzen, daß du der Welt Sünde getragen hast und durch dein Leiden und deinen Tod das Sühnopfer für uns geworden bist. Du hast dich in der Sünder Hände hingegeben und bist um unsertwillen verspottet, gegeißelt, mit Dornen gekrönt und gekreuzigt worden. Ach, verleih uns Gnade, daß wir durch die andächtige Betrachtung deines heiligen Leidens und Todes von Herzen gedemütigt, unter allen Anfechtungen im Leben und Sterben getröstet und zu dem Kampfe wider Sünde und Welt mächlig gewaffnet werden. Du hast uns, o liebster Heiland, ein Vorbild gelassen, daß wir sollen nachfolgen deinen Fußtapsen. Gib., daß wir im Aufsehen auf dich, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens, laufen durch Geduld in dem Kampfe, der uns verordnet ist, auch einst des Glaubens Ende, der Seelen Seligkeit, davonbringen und dich für deine un⸗ aussprechliche Liebe loben und preisen immer und ewiglich. Amen. 3. Wir sagen dir von Herzen Dank, lieber Vater, für das teure Blut deines lieben Sohnes, das er um unsertwillen vergossen hat, durch welches du uns noch täglich in deiner heiligen Kirche reinigst von allen unsern Sünden. Wir sagen dir Dank für deine große, unaussprechliche Liebe, der du uns, die wirs doch nicht wert waren, also geliebt hast, daß du uns durch deinen eignen Sohn erlöst hast, durch den Hohenpriester, Mittler und getreuen Hirten, der sich dir zum Opfer gegeben hat und seine Seele dargegeben für die Herde deiner Schafe, der nun sitzet zu deiner Rechten und bittet für uns. Aber wir bitten und flehen auch zu dir, du gütiger und getreuer Gott, du Heiland aller Menschen, du wollest uns deine Gnade geben, daß wir dich für alle solche deine Erbarmung mit deinem Sohne 60 VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. und Heiligen Geiste in allen Dingen von Herzen loben und preisen in Ewigkeit. Amen. 4. Herr Zesu Christe, wir treten unter dein Kreuz und bekennen mit demütigem Herzen: Wir, wir haben dir Arbeit gemacht in unsern Sünden und haben dir Mühe gemacht in unsern Missetaten. Du aber hast uns durch dein heiliges Kreuz und bittern Tod von allen unseren Sünden gnädig erlöst und die ewige Gerechtigkeit uns ge⸗ bracht. Wir danken dir für diese deine große Liebe und Erbarmung. Erleuchte, bewege und entzünde nun, getreuer Heiland, unsere Herzen. daß wir dich herzlich wieder lieben und an dir in starkem, festem Glauben hangen. Hilf, daß wir unser ganzes Leben nach deinen Fußtapfen richten und unter der Fahne deines sieghaften Kreuzes in dieser Welt wider die Sünde ritterlich streiten, bis du uns nach wohlvollbrachtem Lauf und Kampf in Frieden(darum wir dich herzlich bitten) in das ewige Lehen zu allen Auserwählten abfordern wirst. Da wollen wir ewig rühmen: Preis und Ehre, Anbetung und Dank sei dir, daß du durch deinen heiligen Kreuzestod von allem unserm Jammer uns erlöset und ein ewiges Heil uns erworben hast. Amen. Am Gründonnerstage siehe Gebet 65. 80. Am Karfreitage. Wir danken dir, Herr Jesu Christe, wahrer Gott und Mensch, daß du uns arme Sünder und verdammte Menschen ohne alle unsre Werke, Verdienste und Würdigheit durch dein heiliges Leiden, Sterben und Blutvergießen erlöst hast. O Herr Jesu Christe, wie groß ist dein Leiden, wie schwer ist deine Pein, wie viel ist deiner Marter, wie tief sind deine Wunden, wie bitter und schmerzlich ist dein Tod! Wie unaussprechlich ist deine Liebe, womit du uns deinem himmlischen Vater versöhnt hast, da du am Olberge blutigen Schweiß vor großer Todesangst geschwitzt, daß die Blutstropfen auf die Erde gefallen, und daselbst, von allen deinen Züngern verlassen, in die Hände der Sünder dich willig für uns ergeben, die dich hart gebunden und von einem ungerechten Richter zu dem andern un⸗ barmherzig geführt haben; daselbst bist du fälschlich verhlagt, ver⸗ urteilt und verspeit, verhöhnt und mit Fäusten in das Angesicht geschlagen worden. Du bist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen, gegeißelt und mit Dornen gekrönt; du warst der allerverachtetste und unwerteste, voller Schmer⸗ zen und Krankheit, also, daß es auch ein heidnisch Herz erbarmt hat zu sagen: Sehet, welch ein Mensch! Du bist wegen unsrer Missetaten unter die Übeltäter gerechnet und als ein Fluch auf⸗ gehängt, an Händen und Füßen mit Nägeln durchgraben, dazu in deinem höchsten Durst mit Essig und Galle getränkt, und mit großen VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 61 Schmerzen hast du deinen Geist aufgegeben, auf daß du unsre Schuld bezahltest und wir durch deine Wunden geheilt würden. O Herr Zesu Christe, für alle diese deine Marter und Pein sagen wir dir Lob und Dank und bitten dich: Laß dein heiliges, bittres Leiden an uns nicht verloren sein, sondern gib, daß wir uns des⸗ selben jederzeit von Herzen trösten und rühmen, auch dasselbe also begehn und betrachten, daß alle bösen Lüste in uns ausgelöscht und gedämpft, dagegen aber alle Tugend eingepflanzt und gemehrt werde, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben und deinem Vorbilde nachfolgen, in deine Fußtapfen treten, das Übel mit Geduld ertragen und das Unrecht mit gutem Gewissen leiden. Das verleih uns, Herr Jesu, um deines heiligen, teuren Verdienstes willen. Amen. 81. Am Osterfeste. ieber Herr Jesus Christus, du allmächtiger Gott und starker Sieges⸗ fürst, der du die Bande des Todes zerrissen, in großer Majestät und Herrlichkeit aus deinem Grabe auferstanden und ein Erstling worden bist unter denen, die da schlafen, wir danken dir an diesem deinem großen Ehrentage für dein heiliges Leiden, Sterben und Auf⸗ erstehung, denn es ist alles uns zugute geschehen. Du hast die Pforten der Hölle zerbrochen, damit wir in ewiger Freiheit aus⸗ und eingehen mögen. Du hast uns mit gewaltiger Hand ausgeführt aus dem Ge⸗ fängnis und dem Reiche des Todes, dem du seine Macht genommen, und hast uns von der ewigen Dienstbarkeit erlöst. Du bist von den Toten auferstanden und mit Macht hervorgedrungen als unser Haupt und Hirt, auf daß wir als deine Glieder und Schafe auch nicht im Grabe bleiben, sondern durch dich zur ewigen Herrlichkeit auferstehen sollen. Darum rufen wir heute mit fröhlichem Munde: Gott sei Lob und Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern Herrn Jesum Christum. Auch bitten wir dich: Laß deine heilige Auf⸗ erstehung allzeit uns trösten, daß wir festiglich glauben, du habest alle unsere Sünden in deinem Grabe tief verborgen, daß sie vor das Angesicht des himmlischen Vaters nicht mehr kommen noch uns be⸗ schämen werden. Hilf uns auch endlich alle Todesnot und Schmerzen durch den freudigen Trost der Auferstehung unserer Leiber kräftig überwinden, und wenn du durch die Stimme des Erzengels rufen wirst: Steht auf, ihr Toten! so öffne unsere Gräber und laß uns dir mit Freuden entgegengehn. Bann werden wir dein heiliges Angesicht fröhlich anschauen und dich samt dem Vater und heiligen Geist in Ewigkeit preisen. Amen. 82. Am Feste der Himmelfahrt Christi. 9 Jesus Christus, allmächtiger Herr und Gott, wir danken dir, daß du nach erhaltenem Sieg wider alle deine Feinde deine fröhliche Himmelfahrt mit großer Majestät, mit Triumph und Jubel 62 VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. der heiligen Engel gehalten und dich zur Rechten deines himmlischen Baters gesetzt hast. So hat dein Kreuz und Leiden ein seliges Ende genommen, du bist durch den Tod zu deiner ewigen Herrlichkeit ein⸗ gegangen. Lieber Heiland, du bist am Ufer, wir sind noch auf dem wilden Meere; du bist im Siege, wir sind noch im Streit. Gib uns doch deine Gnade, daß wir mit unsern Herzen und Gedanken dir nachsehn, auf daß unser Herz sei, wo unser Schatz ist. Laß uns alles Weltliche mit Füßen treten, damit wir uns mit herzlichem Ge⸗ bete, Seufzen und Flügeln des wahren Glaubens zu dir in die Höhe schwingen können. Wir glauben und trösten uns festiglich, du werdest uns als deine Glieder nicht hier im Elend lassen, sondern endlich, wenn wir unsern Lauf vollendet und im wahren Glauben beschlossen haben, uns auch zu dir nehmen. Denn du hast ja deinen himm⸗ lischen Bater vor deinem heiligen Leiden so inbrünstig gebeten und gesagt: Vater, ich will, daß wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast. Und weil du nicht allein zu deinem, sondern auch zu unserm Bater aufgehoben bist und deinen Jüngern und uns verheißen hast: Ich will wieder kommen und euch zu mir nehmen, daß ihr seid, wo ich bin, so erfülle deine tröstliche Zusage, lieber Erlöser, und hole uns bald zu dir, denn uns verlangt von Herzen nach dir. Wie gerne wollten wir bei dir in unserm himmlischen Vaterlande sein; wie viel lieber wollten wir das, als länger in dieser elenden Pilgrimschaft wallen. Gern wollten wir unsere irdischen Hütten ablegen. Denn wir sehnen uns nach unsrer Behausung, die im Himmel ist, und daß das Sterbliche vom Leben verschlungen würde und wir daheim wären bei dir. Bis aber unsere Stunde kommt, wollen wir mit unserm Gemüt in den Himmel dringen und mit dem Verlangen daheim sein bei dir, der du bist unsers Herzens Freud und Wonne, hochgelobt in Ewigkeit. Amen. 83. Am Pfingstfeste. Wir loben und preisen dich, lieber himmlischer Vater, daß du deine Verheißung erfüllt, deinen heiligen Geist über alles Fleisch ausgegossen, deinen Himmel aufgetan und uns mit geistlichem Segen in himmlischen Gütern gesegnet hast. Nun hast du alles getan, du Gott aller Gnade und Vater der Barmherzigkeit, was du dir vor⸗ genommen, und deine großen Werke auf Erden vollendet, die deines Namens Ehre sind und unser ewiges Heil. Du hast den Namen deines lieben Sohnes verklärt und deine Liebe in unsere Herzen ausgegossen. Ja, du willst selbst in uns wohnen, willst unser Gott sein, und wir sollen dein Volk sein. Hochgelobt sei dein heiliger Name! Erhöre nun heute die Gebete deines Volkes. Tröste uns wieder mit deiner Hülfe und nimm deinen heiligen Geist nicht von uns. Halte im Bau den Weinstock, den deine Rechte gepflanzt hat, den du dir festlich erwählt hast, und tränke ihn mit dem himmlischen Tau deines Segens. Laß deine Gemeinde bleiben bei deinem reinen nn roern e VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 63 Wort und öffne wieder ihren Mund, daß sie deine großen Taten preise. Tu die Tore deines Reiches weit auf und laß die Fülle der Heiden zu ihnen eingehen. Regiere mit deinem Geist alle christliche Obrigkeit, richte nach deinem Willen die Werke ihrer Hände und leite sie auf rechtem Wege, daß sie tun möge, was dir wohlgefällig und deinem Volke heilsam ist. Gieß über unsere Häuser den Geift der Gnade und des Gebets aus und laß die Leuchte deines heiligen Wortes darin nicht verlöschen. Laß deinen Geist, den Geist des Trostes und der Kraft, die Elenden erquichen, die Traurigen trösten, die Schwachen stärken und die aufs beste mit unaussprechlichem Seufzen vertreten, die in großer Anfechtung nicht mehr beten können. Vollende an uns allen das gute Werk, das du angefangen hast, und mache uns würdig, dein ewiges Reich zu erlangen, da die große Schar aus allen Heiden und Völkern und Sprachen dir mit neuen Zungen Lob und Dank sagt ewiglich. Dir samt deinem lieben Sohne und dem heiligen Geiste sei Ehre in der Gemeinde zu aller Zeit und von Ewigheit zu Ewigkeit. Amen. 84. Am Feste der heiligen Dreieinigkeit. err Gott, allmächtiger Vater, der du die Welt so hochherzlich und 9 unaussprechlich geliebt hast, daß du auch deines einigen Sohnes nicht verschont, sondern ihn für uns alle dahin gegeben, wir ehren und loben deine Majestät, und unser Herz freut sich in dir über alles, was du uns an Leib und Seele getan hast, und bitten dich, du wollest dein väterliches Herz nimmermehr von uns wenden und um Christi willen, deines Geliebten, unser gnädiger Vater in Ewigkeit sein und bleiben.— O Jesu Christe, du Sohn des lebendigen Gottes, du treuer Heiland aller Menschen, wir danken dir auch für deine inbrünstige Liebe, daß du um unserer Seligkeit willen deinen himm— lischen Thron verlassen, bis zum Tode am Kreuz dich erniedrigt und uns den Weg zum ewigen Leben wieder eröffnet hast.— O Gott heiliger Geist, du werter Tröster und Lehrer der ganzen Christen⸗ heit, dich loben wir auch und danken dir für alle deine geistlichen Wohltaten, mit denen du deine Kirche zierst und schmückst, in allen Anfechtungen und Nöten uns herzlich tröstest, und bitten dich, du wollest uns mit deiner Gnade ferner überschatten und erleuchten.— O du heilige Dreieinigkeit, weil in deiner Erkenntnis unsere Selig⸗ keit steht, so erhalte uns fest darin, daß wir dich als unsern Gott allzeit recht ehren, loben und preisen. Verlaß uns nicht, deine armen Kregturen, und stärke uns in unserer Pilgerschaft. Laß einem jeden. der deine Hülfe anruft, den Reichtum deiner Erbarmung kund werden. Breite deine Gnade aus über unser ganzes Land: baue und festige deine Kirche auf dem Fels der Wahrheit und laß sie unbeweglich stehn wider den Trotz der Welt, ja wider die Pforten der Hölle. Verleih uns durch deine Kraft, daß wir das Geheimnis deines Wesens nicht allein mit dem Munde, sondern auch mit der Tat und Wahrheit 64 VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. ehren, daß wir uns dir zum Eigentum übergeben, in dir leben und sterben und dermaleinst mit Freuden erscheinen vor dem Thron deiner ewigen Majestät und Herrlichkeit. Amen. 85. Am Feste der Engel oder Michaelis. Allmächtiger Gott, ein Herr Himmels und der Erde, der du alles geschaffen hast, beide das Sichtbare und das Unsichtbare, die Thronen und die Herrschaften. wir sagen dir Lob und Dank, daß du die himmlischen Heerscharen, die heiligen Engel, verordnet und ausgesandt hast zum Dienst um derer willen, die ererben sollen die Seligkeit. Wir bitten dich, du wollest ihnen Befehl tun, daß sie uns behüten auf allen unsern Wegen, daß sie uns auf den Händen tragen und wir unsern Fuß nicht an einen Stein stoßen. Treibe von uns alle bösen Mächte der Finsternis und laß deine heiligen Engel uns allezeit begleiten, schützen und mächtiglich erretten. Laß durch ihren Dienst Stadt und Land, Haus und Hof. Weib und Kind und alles, was wir haben, vor allem Unfall bewahrt werden. Gib uns wahre Buße in unsere Herzen, daß sich die Engel im Himmel über uns freuen. Zünde in uns an ein brünstiges Gebet und Lob deines Namens, daß wir der Engel Amt verrichten und mit ihnen anbeten und rufen: Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll! Gib uns aber auch Gnade, daß wir ihnen nachfolgen im Gehorsam gegen deinen heiligen Willen und freudig, wie sie, deine Befehle ausrichten. Und wenn wir aus diesem zeitlichen Leben scheiden sollen, so laß unsre Seelen von den Engeln in Abrahams Schoß getragen werden und mache uns ihnen gleich am Tage der Auferstehung, daß wir mit ihnen dich ewig loben und preisen mögen. Amen. 86. Am Reformationsfeste. Azkn une und grundgütiger Gott, wir danken dir von Herzen, daß du deiner Kirche dich gnädiglich angenommen, das Gefängnis deines Volkes gewendet und am Abend der Welt unserm werten Vaterlande durch dein teures Rüstzeug Martin Luther ein großes Licht angezündet hast. In deines Geistes Kraft hat er den Brunnen Israels gereinigt, die seligmachende Wahrheit von aller Versührung abgesondert, die heilige Schrift deutlich übersetzt, den Stand der lieben Obrigkeit gerettet und viel Gutes mehr zu deiner Ehre und deiner lieben Gemeinde Erbauung und zur Beruhigung der geängstigten Gewissen ausgerichtet. Danket dem Herrn Zebaoth, daß er so gnädig ist und tut immerdar Gutes. Preise, Jerusalem, den Herrn, lobe, Zion, deinen Gott, der sein Wort gibt mit großen Scharen Evan⸗ gelisten, und alle, die den Herrn fürchten, sollen sagen: Seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Nun, du treuer Gott, du hast uns bisher wider so maͤnche Gefahr, Verfolgung und —— 5 2 —— VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 65 Verwirrung in diesem Licht gnädig erhalten, so bewahre es ferner und erhalte den Heilsbrunnen der allein seligmachenden Lehre in Fried und Ruhe bei uns und unsern Kindern, daß die Stadt Gottes fein lustig bleibe mit ihren Brünnlein. Erwecke auch bei uns allen wahre Gottseligkeit, daß wir behalten, was wir haben, und unsern Schatz nicht durch Undank verscherzen, sondern recht evangelisch, desselben würdig leben und dort dich ewigen Gott, Vater, Sohn und heiligen Geist, loben und preisen mögen in alle Ewigkeit. Amen. Am Tage der Hagelfeier siehe Gebet 33. Am Erntedankfeste siehe Gebet 37. 87. Am Bußtage. Boumherziger ewiger Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, du Herr Himmels und der Erde, wir armen, elenden Sünder bekennen vor deinem allerheiligsten Angesichte, daß wir leider mit unsern Bätern gesündigt, daß wir mißgehandelt und gottlos gewesen mit unsern vielfältigen schweren Sünden, auch deinen gerechten Zorn und allerlei Strafen, ja den endlichen Untergang wohl ver⸗ dient haben. Solche unsre begangenen Sünden reuen uns von Herzen, und dieweil du unser aller Vater und liebreicher Gott bist, der du dich also erklärt hast: So wahr als ich lebe, ich habe keinen Gefallen am Tode des Gottlosen, so fliehen wir zu deiner inbrünstigen und herzlichen Barmherzigkeit, demütig bittend, du wollest aller unserer Abertretung nicht gedenken, sondern vielmehr eingedenk sein deiner grundlosen Güte und Barmherzigkeit. Ach Vater und Herr, strafe uns nicht in deinem Zorn, züchtige uns nicht in deinem Grimm. Ach Herr, sei uns gnädig, verstoße uns nicht von deinem Angesicht und laß es nicht mit uns gar aus sein. Erweise uns deine wunder⸗ liche Güte, du Heiland derer, die auf dich hoffen, und laß unser Angesicht nicht zuschanden werden. Ach Herr, Gott Zebaoth, sei du unser Gott, mache dich auf zu richten und hilf allen Elenden und Bedrängten auf Erden, zerbrich die Pfeile aller Feinde deines aller⸗ heiligsten Wortes und Namens, laß ihre Hände sinken, laß sie be⸗ schließen einen Rat und nichts daraus werden, und zerstreue die Völker, die da gerne kriegen. Gestatte ja nicht, o treuer Bater, daß dein Weinberg, den du unter uns gepflanzt hast, verwüstet werde. Stehe auf, Herr, und hilf uns mit deiner starken Hand und all⸗ mächtigen Arm, tu wohl diesen und allen andern Landen, in welchen du mit deinem Worte deine Wohnung hast. O lieber Herr und Gott, sei und bleibe du bei und unter Uns, stärke und erweitre dein Reich, das du aufgerichtet hast, denn es ist dein Werk. Erhalte uns 66 VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. und unsre Nachkommen bei reiner, gesunder Lehre und bei ge⸗ wünschtem Landfrieden. Verschone uns, o treuer Gott und Vater, mit Krieg, Aufruhr und Empörung, mit Pestilenz und andern ge⸗ fährlichen Seuchen. Wende ab Teurung. Mißwachs, schädliches Wetter und alle andern Plagen. Sei uns gnädig, zeige uns deine Barmherzigkeit, Gott, unser Heil. Erleuchte unsre Herzen, daß wir rechtschaffene, wahre Buße tun, alle wissentlichen und vorsätzlichen Sünden fliehen und meiden, hingegen dich und dein heiliges Wort stets vor Augen haben und also dem wohlverdienten Verderben zeitlich und ewiglich entgehen mögen. Das alles wollest du tun, o treuer, barmherziger Vater. um des teuren, werten Verdienstes und der kräftigen Fürbitte willen deines lieben Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebt und regiert in gleicher Majestät und Ehre, wahrer Gott und Mensch, hochgelobt in Ewigkeit. Amen. 88. Am Bibelfeste. He9 Gott, himmlischer Vater, wir danken dir, daß du uns dein heiliges Wort geschenkt und uns dadurch zur Erkenntnis der seligmachenden Wahrheit geführt hast. Wir bitten dich, du wollest uns und unsere Nachkommen dabei erhalten und uns im rechten Verständnis desselben wachsen und zunehmen lassen. Und weil du gnädig und barmherzig bist und unserer Missetat nicht gedenkst, so vergib uns in Gnaden, was wir wider dein Wort Ubles getan, und nimm um unseres Ungehorsams willen dasselbe nicht hinweg von unserm Munde und Herzen, sondern laß es bleiben unsers Fußes Leuchte und ein Licht auf unserm Wege. Verleihe allen, die dir in der Ausbreitung deines Wortes dienen, deinen göttlichen Segen, damit sie ihr Werk ausrichten und darin nicht müde werden. Segne insonderheit die unter uns gegründeten Anstalten zur Ver⸗ breitung deines Wortes und laß sie wachsen und allerwärts sich mehren zur Verherrlichung deines Namens. Führe diejenigen, die noch im Dunkeln wandeln, an das helle Licht deiner Gnade und öffne ihnen die Augen, daß sie die Schrift verstehen und recht gebrauchen. Laß uns alle mehr und mehr erkennen, wie in deinem Wort verborgen liegen alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis, auf daß es uns über alles wert und teuer sei und immerdar bleibe unseres Herzens Freude, bis wir schauen, was wir geglaubt haben, und dich unter deinen Auserwählten ewiglich rühmen und preisen. Amen. 89. Am Feste der Heidenmission. 1. Barmherziger Gott und Vater, gelobt seist du, daß du auch uns in dein Gnadenreich auf Erden, in deine heilige Kirche berufen und deinen lieben Sohn uns gemacht hast zur Weisheit, zur Ge⸗ rechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung. Gib, daß wir diese 8— 8 5—432—25——.————526—— — erE S=: S VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 67 Gnade lebendig erkennen und darin durch den Glauben immer fester gegründet werden. Segne dazu die Predigt deines Wortes in allen christlichen Gemeinden und gieße deinen heiligen Geist aus über Lehrer und Hörer. Himmlischer Bater! So viele Millionen Menschen sind noch ferne von dir und deinem Frieden, zahlreiche Völker gehen noch in der Blindheit ihres Herzens dahin und sind versunken in die Greuel des Götzendienstes. O, erbarme dich ihrer, schenke ihnen das Licht deines Evangeliums, öffne ihre Augen, daß sie dich und die Wunder deiner Gnade erkennen, und laß sie in deinem Sohne Jesu Christo Leben und Seligkeit finden. Sende deine Boten in alle Welt, das Wort des Heils zu verkünden aller Kreatur. Rüste sie aus mit Glauben und Liebe, mit Mut und Demut, mit Weisheit und Treue, daß sie predigen mit aller Freudigkeit und Lauterkeit und als deine Diener wirken in Beweisung des Geistes und der Kraft.— Wir bitten dich auch für diejenigen, welche sich vorbereiten zu diesem schweren Berufe. Erleuchte ihren Verstand, reinige ihr Herz, heilige sie durch und durch und mache sie zu tüchtigen Werk⸗ zeugen deiner Ehre. Schütze und leite die Anstalten, darin sie unter⸗ wiesen werden, und schenke ihnen allen nach deiner Barmherzigkeit einen gesegneten Fortgang. Uns aber und allen Gliedern deiner Kirche verleihe die Gnade, daß wir von Herzen mögen bereit sein, ein jeder nach der Gabe, die er empfangen hat, mitzuwirken für die Ausbreitung deines Reiches im Glauben und in der Liebe. Es ist ja dein Werk, Herr, du hast es angefangen, du wirst es auch vollenden. Laß alle, die von Morgen und von Abend, von Mitter⸗ nacht und von Mittag zu deinem Reiche gekommen sind und noch kommen werden, mehr und mehr wachsen zu einer heiligen und seligen Gemeinde deines Sohnes, bis endlich Eine Herde ist unter Einem Hirten, und alle Zungen bekennen, daß Jefus Christus der Herr sei, zu deiner Ehre, von nun an bis in Ewigkeit. Amen. 2. Gelobet seist du, Jesus Christus, der Welt Heiland! Du hast dir durch dein teures Blut alle Menschen zu deinem Eigentum erkauft und hast verheißen, daß dein Evangelium soll gepredigt werden unter allen Völkern. Dein Name ist es, den jeder Mund bekennen, und in welchem aller Kniee sich beugen sollen. Des sind wir fröhlich und sehen mit Verlangen und mit Zuversicht hinaus auf die BVölker der Erde, zu welchen in dieser Zeit dein Wort als eine neue Botschaft des Lebens läuft. Herr, du wirst es nicht lassen leer zurückkommen; du wirst an allen Enden der Welt beweisen, daß dein Evangelium eine Kraft Gottes ist, die selig macht. Wir bitten dich, offenbare dich überall als den barmherzigen Heiland, der das Verlorene sucht und das Verirrte wiederbringt, als den Herrn, dem gegeben ist alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Sei Sonne und Schild allen, die deinen Namen verkündigen; mehre unter den Heiden deiner Boten Zahl und rüste sie mit deinem Geiste aus, daß sie das Schwert deines Wortes recht führen gegen alle 5² 68 VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. Bollwerke der Finsternis. Laß sie mitten im Kampfe deinen Frieden schmecken, und ob sie auch mit Tränen säen, so laß sie doch für sich selbst und für dein Reich mit Freuden ernten. Neige die Herzen der Völker zu deinen Zeugnissen; in deiner Christenheit aber erhalte und mehre den Eifer für dein Wort und für die Verherrlichung deines allein seligmachenden Namens. Zu dir flehen wir, Herr, unser Gott! Sei uns gnädig und segne uns; laß uns dein An⸗ gesicht leuchten, daß wir auf Erden erkennen deinen Weg, unter allen Heiden dein Heil. Amen. 90. Am Jahresfeste der Inneren Mission. O lieber Heiland Zesu Christe, du bist einst auf unsere Erde ge⸗ kommen, um uns, die wir lagen in Ketten und Banden, zu erlösen von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels, und du hast uns geliebt bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz, damit wir könnten frei und ledig werden von allem Elend und in deinem Reich unter dir leben und dir dienen in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit. Du fragst uns von deinem heiligen Kreuz herab: Das tat ich für dich, was tust du für mich? Du willst uns einst richten danach, ob wir dich geliebt haben in den Armen und Elenden, den Hungrigen und den Nackten und Gefangenen. Ach, lieber Heiland, so zünde doch nun deine Liebe in unsern Seelen an, weche uns auf und erneure uns, daß wir nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit. Gib uns ein mitleidig Herz, daß wir ge— denken unserer elenden Brüder, die gebunden sind von den Ketten der Sünde und Schande und seufzen unter Krankheit und Not, und mache uns eifrig und freudig, daß wir uns willig dir opfern zum Dienst der barmherzigen Liebe. Laß uns eilen Gutes zu tun und nicht müde werden, daß wir wirken, solange es Tag ist, ehe denn die Nacht kommt, da niemand wirken kann. Herr, die Ernte ist groß und der Arbeiter wenig, darum bitten wir dich, du Herr der Ernte, daß du Arbeiter in deine Ernte sendest. Segne insonderheit alle Anstalten der barmherzigen Liebe und alle Arbeit deiner Jünger an Kranken und Armen, Gefangenen und Elenden jeder Art; gib allen Brüdern und Schwestern, die sich den Samariterdienst zum Lebensberuf erwählt haben, deinen heiligen Geist, den Geist des Glaubens und der Selbstverleugnung, daß sie solchen Dienst mit Freuden tun und nicht mit Seufzen. Gib ihrer Arbeit reichen Segen und Erfolg, daß dadurch der Not gewehret werde, auf daß der Sünden und Seufzer weniger werden im Lande, und viele Seelen errettet und gewonnen werden für dein Reich. Ja, Herr, erlöse uns von allem Übel und nimm uns endlich alle mit Gnaden aus diesem Jammertal zu dir in dein ewiges Himmel⸗ reich. Amen. S-⸗-..... VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 69 91. Für die Arbeit an den Glaubensgenossen in der Zerstreuung. err Gott, wir danken dir, daß du bis auf diese Stunde dein göttliches Wort lauter und rein unter uns erhalten hast, daß es bleibe unsers Fußes Leuchte und ein Licht auf unserm Wege. Wir bitten dich, erhalte das teure Kleinod deiner seligmachenden Wahrheit uns und allen unsern Nachkommen und laß das Licht desselben immer mehr über allen Völkern aufgehen. Heiliger Vater, gib einen hellen Schein der Erkenntnis Jesu Christi in unsre Herzen und laß das Wort von seinem Kreuz uns göttliche Kraft und göttliche Weis⸗ heit werden. Gib uns auch ein offenes Auge, daß wir die Not der Glaubensgenossen in der Zerstreuung sehen, und stärke unsern Glauben auch dazu, daß er in der Liebe zu den Brüdern tätig erfunden werde. Schließe zusammen die Herzen aller, die zum Evangelium sich bekennen, auf daß wir als Glieder Eines Leibes einander Hand⸗ reichung tun und in Liebe dienen. Mache uns zu Werkzeugen deines Erbarmens, daß wir mit vereinten Kräften die müden Hände stärken, die strauchelnden Kniee festigen, die verzagten Herzen trösten. Segne dazu die Vereinsarbeit evangelischer Bruderliebe, die wir heute mit Dank und Bitte vor dein Angesicht stellen, auch fernerhin wie bisher. Laß die Kirchen, die sie erbaut, Stätten sein, da allzeit dein lauteres Evangelium mit Kraft und Freudigkeit gepredigt wird. Laß in den Schulen, die sie pflegt, in den Anstalten, die sie gründet, ein Geschlecht heranwachsen, das sich deiner und deines seligmachenden Wortes nicht schämt; laß in den Pfarrhäusern, die sie errichtet, deinen Geist walten, den Geist der Kraft, der Liebe und der Zucht. Herr, von dir allein kommt alles Gedeihen, darum wollest du unser Werk krönen mit deinem Segen und uns alle immerdar wachsen lassen an dem, welcher unser Haupt ist, Christus. Bringe durch ihn alle Irrenden zurück zu dir, stärke die Schwachen, be⸗ kehre die Ungerechten, erleuchte die Betörten und laß die arme zertrennte Menschheit den Tag sehen, da nach der seligen Verheißung deines Wortes Eine Herde und Ein Hirte sein wird. Amen. 92. Gebet für die wöchentlichen Betstunden. Am Montag. Bormherziger Gott und Vater, nachdem wir abermals eine Woche zurückgelegt und in eine neue eingetreten sind, so danken wir dir für alle erwiesenen Wohltaten. Du hast dein Wort und Sahra⸗ ment unter uns rein und lauter erhalten, uns Ruhe und Friede, auch tägliche Rahrung bescheret. Du hast uns der vorigen Woche Tage und Plage gnädig überwinden helfen und lässest uns diese Woche mit Gesundheit und Freude antreten. Für solche und alle andern Guttaten sagen wir dir von Herzen Lob und Dank. Weil wir aber in der vergangenen Woche wider dich, Herr unser Gott, vielfältig gesündigt haben, so ist uns solches herzlich leid, und bitten wir alle um Gnade und Vergebung. Laß uns der heiligen Leidens⸗ 70 VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. und Marterwoche deines lieben Sohnes und dessen, was er uns durch sein Leiden, Kreuz und Tod in derselben erworben hat, heil⸗ samlich genießen. Gib, daß wir aus der alten Woche keine alten Sünden mit in die neue nehmen. Gib uns neue Herzen und einen neuen gewissen Geist. Laß deine Gnade alle Morgen über uns neu aufgehen und erhalte uns bei deinem reinen Worte und bei dem rechten Gebrauche der heiligen Sakramente. Stärke auch mit Kraft aus der Höhe unsere gnädigste Landesherrschaft und alle christlichen Obrigkeiten. Fördre guten Rat und nützliche Tat und wende Krieg, Pest, Teurung. Feuersbrunst, Wassersnot und sonst alles Herzeleid in Gnaden von uns ab. Gib uns Friede und Gesundheit, auch Glück und Heil zu unser aller Beruf und Stande. Und weil wir nun mit der neuen Woche unsre Amts- und Berufs⸗ arbeit wieder antreten, so fange, o Gott, von neuem an, uns zu segnen. Laß uns das Werk, dazu du uns beschieden hast, mit Freude angreifen und führe durch deinen Segen alles, was wir in deinem Namen anfangen, zu deiner Ehre, zu unserer und unsers Nächsten Wohlfahrt glüchlich hinaus. Gefällt es dir aber, lieber Vater, uns in der angehenden Woche mit Kreuz und Trübsal heim⸗ zusuchen, so gib Geduld und mache uns das Kreuz nicht schwerer, als wir es ertragen können. Hast du endlich über einen oder den andern von uns beschlossen, ihn in dieser Woche durch den zeitlichen Tod aus dieser Welt abzufordern, so gib demselben hier ein seliges Ende, daß er dort ewig bei dir sei, und wir zuletzt insgesamt, nach aller Mühe und Arbeit auf Erden, bei dir im Himmel einen Sabbath nach dem andern in ewiger Freude und Herrlichkeit feiern mögen. Das verleihe uns, o Gott, in des heiligen Geistes Kraft durch Jesum Christum. Amen. 93. Noch ein Gebet für Betstunden. O Herr, allmächtiger, barmherziger Vater, wir armen Sünder kommen vor dein heilig Angesicht und sagen dir aus Herzens⸗ grund für alle deine Wohltaten billig Lob und Dank, daß du uns zu deinem Ebenbild erschaffen und nach deiner großen Barmherzig⸗ keit wiedergeboren und in deinem lieben Sohne, unserm Herrn Jesu Christo, der Hoffnung nach zu Erben der ewigen, himmlischen Güter angenommen, auch bisher an Leib und Seele gnädiglich erhalten hast. Wir bitten dich ferner demütiglich, du wollest uns alle unsre Sünden und Missetaten durch das teure Verdienst deines Sohnes Jesu Christi vergeben und um seiner vollgültigen Fürbitte willen alle wohlverdienten Haus- und Landplagen gnädiglich mildern und abwenden und deinen heiligen Geist verleihen, daß wir uns forthin in unserm Beruf und allem Vornehmen durch denselben auf ebener Bahn führen und regieren lassen, damit wir dich, o Gott, stets vor Augen haben und kindlich fürchten, hingegen die Sünde mit allem Ernste meiden, das liebe Kreuz mit christlicher Geduld hinnehmen M—...........etee‚t. S SSE ES VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 71 und gehorsamlich leiden. Wir befehlen dir auch weiter, o getreuer, allmächtiger Bater, die ganze Christenheit auf Erden, alle hohen christlichen Häupter, desgleichen unsre Obrigkeit, unsre getreuen Lehrer und alle gottseligen Hausväter samt ihren Angehörigen. Behüte unser liebes VBaterland vor Krieg, Mißwachs, Hunger, Seuchen und Krankheiten, vor Feuers⸗ und Wassersnöten. Auch laß dir, o milder Vater, die Früchte auf dem Lande und unsere ganze Nahrung wohl befohlen sein. Die wollest du segnen und uns gedeihen lassen, den Armen Brots genug, den Kranken Geduld und Gesundheit geben, den Sündern Gnade zur Besserung ihres Lebens, uns und allen Christgläubigen Barmherzigkeit und nach diesem vergänglichen das ewige selige Leben schenken und mitteilen. Durch Jesum Christum, unsern Herrn und Heiland. Amen. 94. Für kirchliche Bibelstunden. An und gnädigster Gott, du hast in deinem Wort ver⸗ sprochen, daß du wollest zu uns kommen und uns segnen an dem Orte, da du deines Namens Gedächtnis stiften würdest. Ge⸗ dächtnis nun zu halten von deinem allerheiligsten Namen sind wir auch allhie versammelt. Darum bitten wir dich herzlich und demütig, du wollest mitten unter uns sein, du wollest uns segnen und zu diesem deinem Dienst geschicht und tüchtig machen. Vergib uns zu dem Ende, himmlischer Vater, alle unsre Sünden, Ubeltaten, Fehler und Schwachheiten um Zesu Christi und seiner blutigen, voll⸗ kommenen Aussöhnung willen und heilige uns täglich mehr und mehr, der Sünde und Welt abzusterben. Schenke uns deinen heiligen Geist mit reichem Maß, damit dein göttliches Wort von uns möge recht gelehrt, andächtig gehört, in einem beständig guten Herzen bewahrt und in ein christlich Leben verwandelt werden. Heilige unsre Gedanken, reinige unsre Gemütsbewegungen, sammle alle unsre verstreuten Sinne aus der Welt zurüch hieher vor dein göttlich Angesicht, daß wir Worte und Kräfte des Lebens empfangen. Rühre auch den Mund und das Herz deines unwürdigen Dieners, das Wort der himmlischen Wahrheit mit aller Freudigkeit und Geisteskraft auszureden, und gehe du von Seele zu Seele in der Gemeinde unter uns, einen jeglichen aufzuwechen zum Stande recht⸗ schaffener Bekehrung und zur Erhaltung der gewünschten Selig⸗ keit. Alles um deines lieben Sohnes, unsers Herrn Zesu Christi willen. Amen. Kollekten. Für bestimmte Tage und Zeiten. Auf Advent. 1 Lieber Eh Gott, weche uns auf, daß wir bereit sein, wenn „dein Sohn kommt, ihn mit Freuden zu empfangen und dir mit reinem Herzen zu dienen, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 2 He Gott, himmlischer Vater, wir danken dir von ganzem Herzen, daß du uns armen Sündern zu Trost deinen Sohn Ehristum zu einem Messias verordnet und gesandt hast, daß er als ein gerechter König und Heiland sein Voltz von Sünden erlösen und aus des Teufels Tyrannei und ewigem Tode er⸗ retten sollte. Wir bitten dich von Herzen, du wollest uns durch deinen heiligen Geist also erleuchten, regieren und führen, daß wir diesen gerechten König und Heiland wahrhaftig erkennen. an ihm allein halten, uns an seiner geringen Gestalt, verachtetem Worte und Reiche nicht ärgern, sondern in einem rechten Ver⸗ trauen f ihn ewig selig werden mögen, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 3 Wir bitten dich, lieber Hem Gott. du wollest unsere Herzen durch deiner Gnade Heimsuchung reinigen, daß dein Sohn, wenn er zu uns kommt, eine bereite Wohnung finde, der mit dir lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Am Vorabend des Christfestes. 4 Lieber Herr Gott, der du diese geweihte Nacht im Glanz des wahren Lichts hast scheinen lassen, verleih, daß wir dort im Himmel der Freuden jenes Lichtes inne werden, dessen Geheim⸗ nisse du uns hier auf Erden offenhart hast. Durch denselben unsern Herrn Jesum Christum, der da ist das wahrhaftige Licht un lich mit dir lebt und herrschet, wahrer Gott, immer und ewig⸗ ich. Amen. ů x nit es im m⸗ en cht ig⸗ Kollekten. 73 Am Christfeste. 5 His lieber hne Gott, daß wir der heiligen Geburt deines lieben Sohnes teilhaftig werden und von unsrer sündlichen Geburt erledigt in der neuen Geburt dir dienen, durch denselben deinen lieben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 6 96 Gott, himmlischer Vater, wir danken dir für deine große Gnade und Barmherzigkeit, daß du deinen eingebornen Sohn in unser Fleisch hast Kommen lassen und durch ihn uns pon Sünden und ewigem Tode gnädiglich geholfen. Wir bitten dich herzgründlich, erleuchte unsre Herzen durch deinen heiligen Geist. daß wir dir für solche deine Gnade dankbar sein und derselbigen uns in aller Anfechtung trösten und endlich ewig selig werden mögen. Durch denselben deinen Sohn, unsern Herrn Jesum Christum. Amen. 7 erx Gott, der du uns mit dem jährlichen Gedächtnis unsrer Erlösung erfreuest, gib, daß wir deinen eingebornen Sohn. den wir nun fröhlich als einen Erlöser empfangen, auch bei seiner Ankunft zum Gericht in sicherem Frieden schauen mögen, unsern Herrn Christum, der mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Am Neujahrstage. 8. O Herr Gott, himmlischer Vater, wir danken dir für deine väterliche Gnade, daß du dich der armen Sünder an⸗ genommen und deinen Sohn Christum ihnen zugut unter das Gesetz getan hast, daß er mit seinem vollkommenen Gehorsam deinen gerechten Zorn stillen und unsern Ungehorsam heilen möchte. Wir bitten dich, du wollest durch deinen heiligen Geist unsre Herzen also erleuchten, daß wir uns solches Gehorsams wider unsre Sünde und das höse Gewissen trösten können und durch die Hülfe des heiligen Geistes auch anfangen, gehorsame Kinder zu werden, und endlich die hr Seligkeit erlangen mögen. Durch denselben deinen Sohn, Christum Jesum, unsern Herrn. Amen. Alliwächtiger. ewiger Gott, von dem glle gute und vollkommene Gabe herabkommt, wir dantken dir für alle deine Wohltat. die du uns im vergangenen Jahre beides geistlich und leiblich Kollekten. hast erzeiget: und bitten deine Barmherzigheit, du wollest uns nun wiederum ein glückseliges und freudenreiches Jahr be⸗ scheren, vor Unglüch und Gefahr uns uuch Zen behüten und mit deinem göttlichen Segen erfüllen. Burch Zesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Am Feste der Erscheinung Christi. 10. err Gott, himmlischer Bater, der du deinen eingebornen Sohn Jesum Christum durch die Erscheinuns eine Sterns den Heiden offenbart und uns auch in diesen letzten Zeiten durch das selige Licht deine⸗ göttlichen Wortes zu der Erkennt⸗ nis deines lieben Sohnes hast kommen lassen, wir bitten von Poanade Herzen, du wollest uns durch deinen heiligen Geist also egnaden und begaben, daß wir nach solchem Lichte deiner Wahrheit immerdar wandeln ums mit ganzer Zupersicht unsers Heilandes allzeit erfreuen und also zur ewigen Seligkeit erhalten werden. Durch denselben deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 11. err Gott, himmlischer Bater, der du an diesem Tage deinen eingebornen Sohn Zesum Christum den Heiden durch Lei⸗ tüng des Sternes offenbart hast. verleih uns gnädiglich. daß wir dem seligen Lichte der Heiden immerdgar nachwandeln und endlich alle zur Anschauung deiner göttlichen Majestät und erilichkeit gelangen. Dunch denselben deinen Sohn, Jesum hristum, unsern Herrn. Amen. Für die Weihnachts⸗ und Epiphaniaszeit. 12. Allmächtiger ewiger Gott, wir bitten dich, verleih uns, die wir mit dem gnadenreichen Lichte deines neugebornen Sohnes Zesu Christi begnadigt sind. daß wir auch mit der Tat voll⸗ dringen. was wir im Herzen glauhen und mit dem Munde bekennen. Durch denselben deinen lieben Sohn, Jesum Chri⸗ stum, unsern Herrn. Amen. 13. err Gott. Saume Sn Vater, der du aus väterlicher Liebe gegen uns arme Sünder deinen Sohn uns geschenkt e daß wir an ihn glauden und durch den Glauben sollen elig SEH Kollekten. 7⁵5 werden, wir bitten dich, gib deinen heiligen Geist in unsre Her⸗ zen, da wir in solchem Glauben bis an unser Ende beharren und ewig selig werden. Durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 14. Allmächtiger. gütiger Gott, barmherziger Vater, erleuchte üher uns dein väterliches Angesicht und stärke in uns die Er⸗ kenninis deiner Barmherzigkeit, die du uns in deinem lieben Sohne bewiesen hast, auf daß wir. zu deinem Lobe entzündet. mit allem himmlischen Heer in allen unsern Worten und Wer⸗ ken dich rühmen und preisen. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Am Feste der Darstellung Jesu im Tempel. 15 He Gott, himmlischer Vater, der du deinen Sohn uns zum Heilande bereitet hast, daß er der Heiden Licht und Israels Preis sein sollte, wir bitten dich, erleuchte unsre Herzen, daß wir deine Gnade und päterlichen Willen in ihm erkennen, auch Hülfe und Schutz wider die Sünde. BVerdammnis und den leidigen Satan an ihm haben und endlich ewig selig werden mögen. Durch denselben deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 16. Oieber t Jesu Christ, der du bist das wahre Licht, welches „alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen wir bitten, dich, erleuchte unser Hers mit deinen Gnaden, auf daß wir dich mit dem heiligen Simeon als unsern Heilgnd erzennen und nach dieser Welt Dunkelheit bei dir in himmlischer Klarheit ewiglich hlesben, der du lebst und herrschest mit dem Bater und heiligen Geist von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Am Feste der Verkündigung Mariä. 17. Hen Gott, himmlischer Bater, wir danken dir für deine un⸗ aussprechliche Gnade, daß du uns arme Sünder so gnädig bedacht, deinen Sohn in unser Ileisch geschicht und ihn um unsertwillen Mensch hast werden lassen. Wir bitten dich von ganzem Herzen, du wollest uns durch deinen heiligen Geist Gnade verleihen, daß wir uns seiner an Herrnund seines Heidens und Sterbens trösten, ihn für unsern Herrn und ewigen König erkennen und annehmen und durch ihn mit dir und dem heiligen Geiste ewig leben und selig werden mögen. Amen. Kollekten. In der Fastenzeit. 18. Alahider ewiger Herr Gott, der du für uns hast deinen Sohn des Kreuzes Pein lassen leiden, auf daß du von uns des JFeindes Gewalt triebest, wir d uns, also zu Sinden und geb danken seinem Leiden daß wir dadurch der Suͤnden Ver⸗ 12 ung und vom ewigen Tode Erlösung erlangen. Durch den⸗ lben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 19. Bermherziger. ewiger Gott, der du deines einigen Sohnes nicht perschont haft, sondern ihn für uns alle dahingegeben, daß er unsere Sünde am Kreuze tragen sollte, verleih uns. daß unser Herz in solchem Glauben nimmermehr erschrecke noch verzage, Durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 20. 14 Gott, der du allezeit Lust hast zur Barmherzigheit und gerne verschonest, nimm an unser bußfertig 180 und mache die, so in Banden der Sünde liegen, los und ledig nach deiner milden Gute. Durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 21. Hedei Gott, himmlischer Vater, der du aus väterlicher Gnade deines eingehorenen Sohnes nicht ben chont, sondern ihn in den Tod und an das Kreuz hinan gegeben hast, wir bitten dich. gib deinen heiligen Geist in unsre Herzen, daß wir solcher Gnade uns herzlich trösten, vor Sünden ferner uns hüten. und was du zu leiden schickest, geduldig tragen mögen, auf daß wir durch ihn mit dir ewig leben. Amen. 22. 5 Gott, Vater aller Barmherzigkeit, wir bitten 5 U du wollest gnädiglich sehen auf dies dein Volk und Haus⸗ sch mich um welches willen dein lieber Sohn Jesus Christus sich nicht Ind au dl hat, übergeben zu werden in die Hände der Sünder und zu dulden die schmähliche Pein des Kreuzes, der mit dir lebt und herrschet wahrer Gott in Einigkeit des heiligen Geistes ewiglich. Amen. 23. Hem ZJesu, unsre Ruhe und Leben, wir danken dir, daß du unsre Sünde mit dir in dein Grah genommen und darin begraben und uns durch deinen neuen Sabbat im Grabe ewige ————.‚‚e.. „. 524.4ʃ„„— VL ——..H „=& F Kollekten. 77 Ruhe erworben hast. Hilf, daß wir dein Grab für unsrer Sünden Kerker erkennen und uns vor unserm Grabe nicht fürchten, sondern in deiner Erkenntnis gern und willig in unser Ruhekämmerlein schlafen gehen, der du mit deinem heiligen Leibe all unsre Gräber weihest und heiligest, hochgelobet in Ewigkeit. Amen. Am Gründonnerstage, auch sonst bei der Feier des heiligen Abendmahls. 24. DSa Jesu Christe der du uns hier in dem wunderbaren akramente ein Gedächtnis deines 838 Hei gelassen hast, wir bitten dich, gib uns Gnade, daß wir das chn, dat Geheinmis deines Leibes und Blutes so ehren und handeln, daß wir deine Erlösung in uns täglich fruchtbarlich empfinden, der du mit dem Bater und dem heiligen Geist lebest und regierest, wahrer Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 25. Wis danhen dir, allmächtiger Herr Gott, daß du uns durch diese heilsame Gabe haft eraunichet, und bitten deine Barm⸗ herzigkeit, daß du uns solches gedeihen lassest zu starkem Glauben Chrit dich und zu brünstiger Liebe unter uns allen. Um Jesu Christi, unsers Herrn, willen. Amen. 26. Allmächtiger Gott, ewiger Vater, ein König der Ehren und ein Herr Himmels und der Erde, dir sei Lob. Ehre und demer daß du ums würdig geachtet hast, zu diesem Reichtum deiner Gnade und seligen Speise zu kommen. Wir bitten dich. hin Vater, du und uns deinen heiligen Geist verleihen, auf daß wir mit Herz und Gemiite was drohen ist im Himmel suchen und auch Onädiglich finden. Durch denselben deinen lieben Sohn Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Am Osterfeste. 27. Allrrächtiger Gott, wir bitten dich, verleih uns, die wir das Jest der Auferstehung unsers Herrn Todeden e daß wir durch Erneuerung deines heiligen Geistes vom Tode der Seelen auf⸗ Chrstu auf daß wir mit dir ewiglich leben. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 78 Kollekten. 28 llmächtiger Gott. himmlischer Vater, der du durch den Tod deines Sohnes die Sünde und den Tod zunichte gemacht und durch sein Auferstehen Unschuld und ewiges Leben wieder⸗ gebracht hast. auf daß wir. von der Gewalt des Teufels erlöset, in deinem Reiche leben, verleih uns, daß wir solches von ganzem Herzen glauben und. in solchem Glauben beständig dich allseit Igben und dir danken. Durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 29. Her Gott, himmlischer Bater, der du deinen eingebornen Sohn um unsrer Sünde willen dahingegeben und um unsrer Gerechtigkeit willen wieder auferwecket hast, hilf, daß wir als Glieder seines Leibes an ihm, unserm Haupte und Lebensfürsten, fest hangen und dermaleinst in der herxlichen Auferstehung der Gerechten an jenem Tage mit Freudigkeit vor ihm erscheinen und mit ihm in der ewiges Reich eingehen mögen, da er als ein sieghafter Uberwinder aller seiner und unsrer Feinde mit dir und dem heiligen Geiste in Ewigkeit lebet und herrschet. Amen. Für die Freudenzeit. 30. Allmächtiger Gott. der du uns durch deinen Sohn eröffnet hast den Zugang zum ewigen Leben und durch das Ge⸗ heimnis seiner fröhlichen Auferstehung der ganzen Welt Heil verliehen, wir bitten dich. du wollest unsere Begierde zur schönen Ewigkeit erwecken und uns die himmlische Gabe der voll⸗ kommenen Freiheit perleihen. Durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. I. Lieber Herr Gott, der du durch die Erniedrigung deines „Sohnes die Welt vom tiefen Falle aufgerichtet hast, gib deinen Gläubigen allzeit fröhlichen Mut, auf daß sie, von den Schrecken des ewigen Todes errettet, der unvergänglichen Freuden teilhaftig werden. Durch denselhen unsern Herrn Jesum Christum. deinen in Cihl er mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 32. Lieber Herr Gott. der du die Herzen deiner Gläubigen mit einerlei Sinn erfüllest, verleih deinem Volke, das zu liehen, was du befiehlst, das d begehren, was du verheißest, auf daß en bei dem eitlen Treiben dieser Welt unsere Herzen droben haften, —S88 SE ——— Kollekten. 79 wo die wahren Freuden Dalch Durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Am Feste der Himmelfahrt. 33. Allmüchticger Gott, wir bitten dich. verleih, daß unser Sinn allezeit dahin stehe, wohin der Herr dieses Festes mit Ruhm und Preis ist eingegangen. und daß wir dort, wohin wir hier im Glauben trachten, unfern ewigen Aufenthalt finden. Durch Jesum Christum, deinen Sohn, der in Einigkeit des heiligen Geistes mit dir lebet und herrschet in Ewigkeik. Amen. 34. Mnem Jesu Uhm mi du Sohn des allerhöchsten Rnee 85 du nun forthin nicht mehr guf Erd en arm und elend bist. sondern zur Rechten deines Baters ein gewaltiger Herr üher alles, was da ist im Himmel und auf Erden, alles auch erfüllst und regierst, wir 10 K dich, du wollest deinen heiligen Geist uns senden. fromme Kirchendiener geben, dieselbigen begaben und bei deinem Wort erhalten. dem Satan und allen Feinden deiner Kirche wehren und dein Reich gewalüglich erhalten. bis daß alle Feinde zu deinen Füßen liegen. und wir auch durch dich die Sünde, den Tod und alles überwinden. Amen. Am Pfingstfeste. 35. Hen Gott, lieber Vater, der du an UlHer Tage deiner Gläu⸗ bigen Herzen durch den heiligen Geist erleuchtet und ge⸗ lehret hast, gib uns, daß wir auch durch denselben Geist rechten Verftand haben und ums seines Trostes und seiner Kraft zu aller Zeit freuen. Um Jesu Christi, unsers Herrn. willen. Amen. 36. Od Herr Jesu Christe, du Sohn des allmächtigen Gottes wir bitten dich, du woliest deinen heiligen Geift durch dein Wort in unsre Wlenr geben, daß derselbe uns allezeit nach deinem beunt illen regiere und führe. in allerlei Unglück und An⸗ und eih tröste und in deiner Wahrheit wider allen Irrtum leite erhalte, auf daß wir im Glauben fest bestehen. in deiner 50 und guten Werken zunehmen und durch eine 10 lelio werdenunn deiner Der du umi und geschenkten Gnade en G elig werden mögen, der du mit dem Vater und heiligen Geiste regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Kollekten. 37. Ewiger Gott, gnädiger Bater, der du deinen heiligen Geist und —ein neu Gesetz in unser Herz zu geben verheißen hast. wir bitten deine milde Güte, du wollest deine armen Kinder mit deinem Gnadengeist beseligen und unsere Herzen trösten und erhalten, daß wir bei deinem Wort mit Freudigheit beharren und dir in Geduld mit wahrer Anrufung allezeit dienen. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Am Feste der heiligen Dreieinigheit. 38. Allmaächtiger, ewiger Gott, der du uns gelehrt hast. im rechten Glauben zu wissen und zu bekennen, daß du in dreien Personen gleicher Macht und Ehren ein einiger, ewiger Gott und dafür anzubeten bist, wir bitten dich, du wollest uns bei olchem Glauben allezeit fest erhalten wider alles, was uns agegen mag anfechten, der du lebest und regierest von Ewigheit zu Ewigkeit. Amen. Am Feste Johannis des Täufers. 39. llmächtiger, ewiger Gott, verleih, daß dein Volb auf dem Wege des Heiles wandle und durch Gehorsam gegen das Wort des Vorläufers Johannes zu demn gelange. von dem er geweissagt hat, zu unserm Herrn ZJesu Christo, der mit dir und dem heiligen Geiste lebt und herrschet in alle Ewigkeit. Amen. Am Feste der Heimsuchung Mariä. 40. Allhuächtiger Gott, der du an der Jungfrau Marig große Dinge getan und sie zur Mutter deines lieben Sohnes, unsers Herrn, gemacht, guf daß uns kund würde, wie du der Armen, Nichtigen und Verachteten dich gnädiglich annimmst. W daß auch wir uns in aller Demut und Gelgssenheit an dein öort mit wahrem Glauben ergeben und also deines lieben Sohnes Ltundre werden, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Am Michaelisfeste. 41. Alarer Weite der barmherziger Gott. der du wunder⸗ barer Weise der Engel und Menschen Dienste geordnet hast, wir bilten dich, verleih uns gnädiglich, daß unser Leben S 45 st, in er⸗ iet en Kollekten. 81 hier auf Erden hehütet und beschirmt werde von denen, die deiner göttlichen Majestät gllezeit beiwohnen im Himmel. Burch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Am Reformationsfeste. 4² Wir danken dir, allmächtiger Gott und Vater. daß du dich deiner Kirche väterlich erbarmt und dein lauteres Evan⸗ gelunn uns wieder geschenkt und erhalten. Wir bitten dich, du wollest unser aller Herzen durch deinen heiligen Geist regieren. daß wir dem Epangelium allezeit treu und fest anhangen, aber 9080 nach demselben Waben wandeln und auf den Trost desselben leben und sterben. Durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Ämen. Für die Früchte des Feldes.(Am Tage der Hagelfeier.) 43. Hent allmmächtiger Gott, der du alles, was da ist, regierest und nährest, ohne dessen Gnade nichts geschehen kann, gib uns, deinen Kindern, lieber Vater, ein gnädiges Wetter, auf daß unser Land durch deinen Segen mit seinen Früchten erfüllet werde, und wir dich in allen deinen Wohltaten erkennen und loben. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. 44 Allnächtiger Gott, barmherziger Bater, der du durch deine göttliche Kraft alles hast erschaffen, und was da lebet und wehet sättigest nach deinem Wohlgefgilen, wir bitten dich de⸗ mütiglich, du wollest unsere Felder mit deinem Segen krönen, und was du zu Nutzen der Menschen aus der Erde wachsen lässest, unter deinem Schirme und Schutz gnädiglich erhalten, guch dein Wort in unsere Herzen pflanzen, daß wir dix viele Früchte der Gerechtigkeit bringen. Durch deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Am Erntedanlfeste. 45. Allmächtiger Gott, barmherziger Vater, der du deine milde Hand auftust und sättigest alles, was da lehet, nach deinem Wohlgefallen, wir danken dir demütiglich, daß du die Felder gekrönet mit deinem Segen und die Früchte der Erde uns wiederum hast sammeln lassen: und ditten dich, segne und behüte auch die ewige Saat deines Wortes in umsern Herzen, 6 8 Kollekten. guf daß wir in reichlichen Früchten der Gerechtigkreit die rechten Danbopfer dir allezeit darbringen mögen. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Am Bergfeste. ö 46. Allnächtiger. ewiger Gott, himmlischer Vater, der du Berg und Tal, Klüfte und Gänge erschaffen und lässest Silber und Erz wachsen zur Notdurft der Menschen, wir bitten deine milde Güte, du wollest unser Berawerk aus Gnaden segnen und uns nach deinem Willen gut Ers bescherxen. auch deinen Geist und Gnade uns mitteilen, daß wirs zu deiner Ehre und Unterhaltung deines Worts und täglicher Notdurft selidlich ge⸗ brauchen und unserm Nächsten christlich damit dienen. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. An Buß⸗ und Bettagen. 47. 90 Gott, himmlischer Bater, der du nicht Lust hast an der armen Sünder Tode, lässest sie auch nicht gern verderben. sondern willft, daß sie betzehrt werden und leben, wir bitten dich herzlich, du wollest die wohlverdienten Strafen unsyer Sünden gnädiglich abwenden, und uns hinfort zu bessern deine Barmherzigkeit mildiglich verleihen. Um Jesu Christi, unsers Herrn, willen. Amen. 48 Verchone. Herr, verschone unsrer Sünde: und wiewohl den Sündern ewige Strafe gebühret, so bitten wir doch von ganzem Herzen, laß uns alles zu einer zeitlichen, gnädigen Strafe und erträglichen Züchtigung kommen. was wir zum ewigen Verderben gar wohl verdient haben. Durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Allgemeine Kollekten. Um den Segen des Wortes und rechten Gottesdienst. 49. Alhnächtiod Herr Gott, wir hitten dich, gih deiner Gemeinde deinen Geist und göttliche Weisheit, daß dein Wort unter ums laufe und wachse, mit aller Freudigkeit, wis sichs gebührt, gepredigt, und deine'christliche Gemeinde dadurch gebessert n V Kollekten. 83 werde, auf daß wir von aller Anfechtung unversehrt mit be⸗ ständigem Glauben dir dienen und im Betzenntnis deines amens bis an unser Ende verharren, Durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 50 H err Gott, himmlischer Vater, wir bitten dich, du wollest durch . deinen heiligen Geist uns alfo regieren und führen, daß wir mit qanzem Herzen dein Wort hören und annehmen und den Sabbat recht heiligen, damit wir durch dein Wort auch geheiligt werden, auf Jesum Christum, deinen Sohn, all unser Ver⸗ trauen und Hoffnung setzen und dangch unser Leben nach deinem Wort auch hessern, vor allem Argernis uns behüten, bis wir durch deine Gnade in Christo ewig selig werden. urch denselben deinen Sohn. Jesum Chriftum, unsern Herrn. Amen! 51. Wir danken dir, Herr Gott, himmlischer Bater, von Grund unsers Herzens, daß du uns dein heiliges Evangeliuum gegeben und dein väterliches Herz haft erkennen lassen. Wir hilten deine grundlose Barmherzigkkeit, du wollest solch selig Licht deines Wortes in uns gnädiglich erhalten und durch deinen heiligen Geist unsere Herzen also leiten und führen, daß wir nimmermehr davon abweichen, sondern fest daran halten und endlich dadurch selig werden. Durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 52. Lieber Herr und Gott. stärkke und behalte uns in deinem lieben und reinen Wort, durch Jesum Christum, unsern Herrn,. und hilf uns, daß wirs danlbarlich erkennen und kräftiglich mit guten Früchten bezeugen und zieren, dir zu Lob und Dank in Ewigkeit. Amen. 55 53. Erwecke. Herr. wir hitten dich, die Herzen deiner Gläubigen, auf daß sie die Frucht deines göttlichen Wortes immer pölliger bringen und deiner Gnade Hülfe dabei immer reich⸗ leber empfangen. Durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Für die Kirche und die Mission. 54. Allnächtiger. ewiger Gott, der du die ganze Christenheit durch deinen heiligen Geist heiligest und regiereft, erhöre unser Gebet und gib gnädiglich, daß sie mit allen ihren Gliedern in Kollekten. reinem Glauben. in Heiligkeit uund Gerechtügtzeit, so dir gefällig ist, durch deine Gnade dir diene. Um Jesu Christi, deines ohnes, unfers Herrn und Heilandes, willen. Amen. 5⁵ Allnächtiger. ewiger Gott, der du gllein große Wunder tust. igieß aus den Geist deiner heilsamen Gnade über deine Diener und die Gemeinden, die ihmen hefohlen sind, und damit sie dir in der Wahrheit wohlgefällig seien, so tränke sie allezeit mit dem Tau deines Segens. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. 56. Alchnachäger. ewiger Gott und Vater. der du leuchten läßt das Licht deiner Wahrheit denen, die da irren, daß sie wieder auf den Weg der Gerechtigkeit kommen mögen, wir⸗ bitten dich: gib Gnade allen Gläubigen, daß sie verachten, was deinem Namen entgegen ist. und annehmen. was ihm dienet. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 57. Goc unser Schild, schaue doch, siehe an das Reich deines Gesalbten, der sich selbst gegehen hat für alle zur Erlösung, und verleih, daß vom Aufgang der Sonne bis zum Nieder⸗ gang dein Name herrlich werde unter den Heiden und an aller Orten geopfert werde deinem Namen ein reines Opser. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 58. ⁰¹ Gott, himmlischer Bater, der du willst, daß allen Menschen geholfen werde, und daß sie zur Erkenninis der Wahrheit kommen, wir hitten deine milde Güte. sende die Boten deiner Barmherzigkeit und laß sie verkündigen dein Heil allem Bolke, das im Hunkeln wohnet, auf daß erfüllet werde das Wort deiner gnädigen Verheißung. daß die Heiden wandeln in deinem Liehte und die Könige im Glanze deiner Herrlichkeit. Durch Jesim Christum, unsern Herrn. Amen. Um Buße und Vergebung der Sünden. 5. Allnächiger und barmherziger Gott, der du nicht willlst, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre, gib, daß wir gus deinem Worte allezeit unsere mannigfaltige Sinde von Herzen erkennen, auch in wahr⸗ haftiger seliger Reue den Trost deines Geistes und Glaubens *..P‚‚ ISISS Kollelten. 8⁵5 inniglich wieder ergreifen, auf daß wir in deinem Sohne gerecht und durch denselben selig werden, der du mitt ihm und dem heiligen Geiste lebest und herrschest immer und ewiglich. Amen. 60. Wir uldiallhd Herr. huldreicher Gott. gib deinen Gläubigen mildiglich Vergebung und Frieden, auf daß sie von allen Sünden gereinigt werden und dir mit getrostem Herzen dienen. Durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher I dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. men. Um Geist. Glauben und göttliches Leben. 61. Her Gott, himmlischer Vater, wir bitten dich. du wollest deinen heiligen Geist in unsere Herzen geben, uns in deiner Gnade ewig zu erhalten und in gller Anfechtung zu behüten: wollest guch allen Feinden deines Wortes, um deines Ramens Ehre willen. wehren und deine arme Christenheit allenthalben gnädig befrieden. Durch Jesum Chriftum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 6² H²r Gott himmlischer Vater, wir bitten dich. du wollest uns den Geist der Wahrheit und des Friedens verleihen, auf daß wir von ganzem Herzen, was dir gefällt, erkennen und dem mit allen Kräften allein nachfolgen mögen. Durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 63 Allinächiger Herr Gott, gib uns den rechten. wahrhaftigen Glauben und mehre denselben täglich in uns; gib uns auch Liebe und Hoffnung, damit wir dir und unserm Rächsten nach deinem Wohlgefallen mögen dienen. Durch Jefum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 64. He Gott, der du denen. die dich lieben. unsichtbare Güter bereitet hast, geuß deiner Kiebe Brunst in unfre Herzen, guf daß wir dich in allem und über alles lieben und also deine Verheizung erlangen, die überschwenglich ist üher alles, das wir bitten oder verstehen. Durch unfern Herrn Zesum Christum. deinen Sohn. welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 86 Kollekten. 65. O Herr, wir bitten, gib uns allzeit gnädiglich einen Geist zu gedenken und zu tun, was recht ist, auf daß wir, die wir ohne dich nicht sein können nach dir auch leben mögen. Durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 66. Allmächtiger Herr Gott, der du bist ein Beschützer aller, die auf dich hoffen, ohne welches Gnade niemand etwas vermag noch vor dir gilt, laß uns deine Barmherzigkeit reichlich widerfahren, auf daß wir durch dein heiliges Ein⸗ geben denken. was recht ist. und dasselbige auch durch deine Kraft vollbringen. Um Jesu Christi, unsers Herrn, willen. Amen. 67. Alhnächtiger Herr Gott, himmlischer Vater, von dem wir ohne Unterlaß allerlei Gutes ganz überflüssig empfangen und noch täglich por allem Ubel gnädiglich behütet werden, wir bitten dich, laß uns solches alles durch deinen Geist mit ganzem Herzen in rechtem Glauben erhennen, auf daß wir deiner milden Güte und Barmherzigkeit hier und dort ewiglich danken und dich loben. Durch deinen lieben Sohn Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 68. Allmächtiger. ewiger Gott, ein Beschützer aller, die auf dich hoffen, mehre über uns deine Barmherszigkeit, auf daß, so du unser Regierer und Führer bist, wir dermaßen durch die zeitlichen Güter wandeln, daß wir die ewigen nicht verlieren. Um Jesu Christi, deines lieben Sohnes. unsers Herrn, willen. Amen. 69. Hesn Gott, der du deine Kraft und Herrlichkeit allermeist kund tust im Berschonen und Erbarmen, laß uns deine Barm⸗ herzigkeit reichlich widerfahren, daß wir laufen nach deiner Verheißung und also der himmlischen Güter teilhaflig werden. Durch unsern Herrn Jesum Christum. deinen Sohn, welcher A dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigheit. men. Um Frieden und Segen. Für die Obrigkeit. 70. HeR Gott, himmlischer Bater, der du heiligen Mut guten Rat und rechte Werke schaffest, gib deinen Bienern Frieden, welchen die Welt nicht kann geben, auf daß unsere Herzen an Kollekten. 87 deinen Gehoten hangen und wir unsere Zeit durch deinen Schutz still und sicher vor Feinden leben. Durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 71. Ewiger, allmächtiger Gott, ein Herr Himmels und der Erde. Qurch welches Geist alles regieret, durch welches Vorsehung alle Dinge geordnet werden, der du bist ein Gott des Friedens, von welchem alle Einigkeit zu uns kommt, wir bitten dich, du wollest uns alle unsere Sünde vergeben und uns mit deinem göttlichen Frieden und Einigkeit begnaden, damit wir dir in rechter Furcht dienen zu Lob und Preise deines Namens. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 72 O allmächtiger Herr und Vater, der du durch dein ewiges, Höttliches Wort alle Dinge erschaffen haft, segnest und er⸗ hältst, wir bitten dich, daß du dein ewiges Wort. unsern Herrn Jesum Christum, uns wollest offenbaren und in unsre Herzen pflanzen, dadurch wir nach deiner Gnade würdig werden, deinen göttlichen Segen über alle Früchte der Erde und alles was zur leiblichen Notdurft gehört, zu empfangen und zum Preise deines Namens und unsers Nächsten Dienst zu ge⸗ brauchen. Durch unsern Herrn Jesiun Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 73 Alhnächtiger Gott, du König aller Könige, der du die aller⸗ höchste Gewalt hast über aller Menschen Königreiche und ordnest Herrschaft und Regiment im menschlichen Geschlechte, wir danken dir für deine gnädige Irdnung und für das welt⸗ liche Regiment und unsere liebe Obrigkeit, darunter du uns gesetzt hast, wie unter einen Baum, unter dessen Schatten wir Friedem und Ruhe haben, dein teures Wort zu hören und zu üben. Wir bitten dich, du wollest unsere liebe Obrigkeit selbst zegieren führen bewahren und beschützen, und in gutem Frieden dein Licht und Wort bei uns erhalten, daß wir ein eruhiges und stilles Leben führen in aller Gottseligzeit und Ehrbarkeit. Durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Um Trost und Stärke. 74 Allmächtiger Gott und Vater, der du der Elenden Seufzen nicht verschmähst und der betrübten Herzen Verlangen nicht ver⸗ achtest. siebe doch an unser Gebet, welches wir in unsrer Not 88 Kollekten. vor dich hringen, und erhöre uns gnädiglich, daß alles, was uns sowohl vom Teufel als von Menschen widerstrebt, zunichte und durch den Rat deiner Gütigkeit zerstört werde, auf daß wir, von aller Anfechtung unversehrt, dir in deiner Guntee danken und dich allezeit loben. Durch Jesum Ehristinn, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 75. err Gott, himmlischer Vater. du weißt, dab wir aus mensch⸗ licher Schwachheit in so mancher und dnicht Gefahr, die uns auf Erden befällt, ohne deinen Beistand nicht bleiben noch bestehen mögen: verleih uns, beides an Leib und Seele, Kräfte, daß wir alles, so uns um unsexer Süͤnde willen quält und anficht, durch deine Hülfe überwinden und durch deine starke Hand davon gewaltig errettet werden. Am Jesu Christi, unsers Herrn, willen. Amen. — Starke der d Schmnt Hl ein Waus t der Traurigen und eine Stärke der Schwachen, laß vor dein Angesicht gnädiglich kommen die Bitte aller derer. so in Bekümmernis und Anfechtung zu kll Hl und schreien, auf daß jedermann in der Not deine öttliche Hülfe empfinde und dich dafür ewiglich lobe und preise. Hurch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. . ADeraen ewiger Gott, der du uns durch deinen Sohn Vergebung unserer Sünden, Gerechtigkeit und ewiges Leben verheißen hast, wir bitten dich, du wollest unsere Herzen durch Hunse heiligen Geist alfo führen und erwechen, daß wir solche Hülfe durch zägliches Gebet, und sonderlich in aller An⸗ fechtung, bei ihm suchen und durch festen Glauben auf seine Zusagung und auf fein Wort gewiß finden und Kxlangen. Durch denselben deinen Sohn. unsern Herrn Jesum Christum der mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigleit. Amen. 78. 9 Gott, himmlischer Bater, der du deinen Sohn, unsern Herrn Jesum Christum, in diese Welt gesandt 105 daß er des Teufels Tyrannei wehren und uns arme Menschen wider solchen argen Feind soll schützen, wir bitten dich, du wollest uns por Sicherheit ach den und in aller Anfechtung nin. deinen heiligen Geist nach deinem Worte zu wandeln, gnä we er⸗ alten, daß wir bis an das Ende vor solchem Jeinde befriedet leiben und endlich selig werden mögen. Surch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Kollekten. 89 Um christliche Bereitschaft, seligen Tod und das ewige Leben. 79. H heieen regiere unsre Herzen und Gedanken durch deinen heiligen Geist, daß wir allzeit denken an das Ende und an dein gexechtes Gericht, und erweche uns dadurch zu einem gött⸗ lichen Leben in dieser Zeit, auf daß wir dort ewiglich mit dir bleiben mögen. Durch umsern Herrn Jesum Christum welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 8⁰. Barmherziger. ewiger Gott und Vater, der du uns in Christo Jesu,zu einer lebendigen Hoffnung des ewigen Lebens be⸗ rufen hast. verleih uns, daß wir durch deinen Geist die Welt und alle Lüste dieses Lebens bestreiten, unser Fleisch kreuzigen und töten und nach dem, was drohen ist, am ersten trachten. bis wir im Glauhen, in Hoffnung und Geduld alles überwinden und vor deinem Angesichte gekrönt und ewiglich erfreut werden. Um Jesu Christi, unsers Seligmachers, willen. Amen. 81. Ham allmächtiger ewiger und barmherziger Gott, der du uns aus dieser sündigen und verkehrten Welt durch den Tod zu Ar forderst und hinwegnimmst, auf daß wir nicht durch stetig Sündigen verderben, sondern zu dem Ewigen hindurchdringen, wir bitten dich, du wollest uns solches von Herzen lassen er⸗ kennen und glauben. auf daß wir uns unsers Abscheidens freuen und dem Berufe zu deinem Reiche gern und williglich Amen. Durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 82. Allnächtiger. ewiger Gott, der du durch deinen Sohn Ver⸗ gebung der Sünden und Rettung vor dem ewigen Tode Gafi hast. wir bitten dich, stärke uns durch deinen heiligen Seist, daß wir in solchem Vertrauen auf deine Gnade durch Christum täglich zunehmen und die Hoffnung fest und gewiß behalten, daß wir nicht sterhen, sondern entschlafen und am jüngsten Tage zum ewigen Leben erweckt werden sollen. Durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 83. O Herr Jesu Christe, der du bist die Auferstehung und das Leben und hast uns durch deinen Sieg eine ewige Gerechtig⸗ keit, Freude und Herrlichkeit erworben, wir bitten deine Güte. du wollest uns eine fröhliche Auferstehung des Lebens verleihen und uns in das ewige Paradies und Baterland heimholen, der du von dem Tode bist ceinern und herrschest mit Vater und beiligem Geist von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. — Versikel. Auf Advent. Bereitet dem Heryn den Weg. Halleluia. Machet seine Steige richtig. Halleluja. Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, Halleluja. Daß der König der Ehren einziehe. Halleluja. Hosianna dem Sohne Davids! Halleluja. Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn. Halleluja. Am Christfeste. „Euch ist heute der Heiland geboren, Halleluja. Welcher ist Christus der Herr. Halleluja. Uns ist ein Kind geboren, Halleluja. Ein Sohn ist uns geboren. Halleluja. „Kündlich groß ist das gottselige Geheinmis: Halleluja. Gott ist geoffenbaret im Fleisch. Halleluja. Also hat Gott die Welt geliebet, Hallelujg. Daß er seinen eingebornen Sohn gab. Halleluja. Am Neujahrstage. 8. Jesus Christus gestern und heute, Halleluja. And derselbe auch in Ewigkeit. Halleluja. 31 Gott, du hist unsere Zuflucht für und für, Halleluja. u bist unser Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Halleluja. Am Feste der Erscheinung Christi. „Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen, Halleluja. Und ein Zepter aus Israel aufkommen. Halleluja. „Die Heiden werden in deinem Lichte wandeln, Halleluja. Und die Könige im Glanze, der über dir aufgeht. Halleluja. Für die Weihnachts⸗ und Epiphaniaszeit. Das Wort ward Fleisch und wohnete unter uns, Halleluja. And wir sahen seine Herrlichkeit. Halleluja. Singet dem Herrn ein neues Lied, Halleluja. Denn er tut Wunder. Halleluja. 2— „ a. 14. 15. 16. 17. 18. Versikel. 9¹ Am Feste der Darstellung Jesu im Tempel. Bald wird hommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr suchet, Halleluja. Und der Engel des Bundes, des ihr begehret. Halleluja. Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren, Halleluja. Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen. Halleluja. Auf Mariä Verkündigung. Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat, Halleluig. Lasset uns freuen und fröhlich darinnen sein. Halleluja. Eeh kommt her aus den Vätern nach dem Fleische, alleluja. Welcher ist Gott über alles, gelobet in Ewigkeit. Halleluja. Für die Fastenzeit. Zwilent Herr, unser Helfer, um deines Namens Ehre willen. Errette uns und vergib uns unsere Sünde um deines Namens willen. „Christus ist um unserer Missetat willen verwundet Und um unserer Sünde willen zerschlagen. 20. Die Strafe liegt guf ihm, guf daß wir Frieden hätten, Und durch seine Wunden sind wir geheilet. „Gott hat seines eigenen Sohnes nicht verschonet, Sondern hat ihn für uns alle dahingegeben „Siehe, das ist Gottes Lamm, Welches der Welt Sünde trägt Am Gründonnerstag, auch sonst bei Abendmahlsfeiern. 23. 24. Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, Der gnädige und barmherzige Herr. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, Halleluja. Und seine Güte währet ewiglich. Halleluja. Am Osterfeste und für die Freudenzeit. 5. Der Herr ist auferstanden, Halleluja. Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja. Versikel. 3. Christus ist um unserer Sünde willen dahingegeben, alleluia. e— Und um unserer Gerechtigkeit willen auferwecket. Halleluia. Christus hat dem Tode die Macht genommen, Halleluja. Ind Leben und unvergänglich Wesen an das Licht gebracht. Halleluja. „Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, Halleluja. Er wird mich hernach aus der Erde auferwecken. Halleluja. „Christus, von den Toten auferweckt, stirbt hinfort nicht mehr, Hallelusa. Der Tod wird hinfort nicht über ihn herrschen. Halleluja. „Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Halleluja. Gott fei Dank, der uns den Sieg gegeben hat. Halleluia. Alle Zungen sollen bekennen. daß Jesus Christus der Herr sei, Halleluja. Zur Ehre Gottes des Vaters. Halleluja. Auf Christi Himmelfahrt. Christus ist aufgefahren in die Höhe, Halleluja. Und hat den Menschen Gaben gegeben. Halleluja. 3. Trachtet nach dem, was droben ist, Halleluja. Da Christus ist, sitzend zur rechten Hand Gottes. Halleluja. Am Pfingstfeste. Ich will meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, Halleluja. Den Geist der Gnaden und des Gebets. Halleluja. 5. Ind ah in mir. Gott, ein reines Herz, Halleluja. Und gib mir einen neuen, gewissen Geist. Halleluja. Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes, Halleluia. Unser Gott kommt und schweiget nicht. Halleluja. Wir haben einen kindlichen Geist empfangen, Halleluja. Durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Halleluia. 38. Sie ist fest gegründet auf den heiligen Bergen, Halleluja. Der Herr liebet die Tore Zions. Halleluja. Am Feste der heiligen Dreieinigkeit. „Wir loben Gott den Vater. Sohn und heiligen Geist, Halleluja. ö Und preisen ihn von nun an bis in Ewigkeit. Halleluia. Heilig. U‚4 l heilig ist Gott. der Herr Zebaoth. Halleluja. ü Alle Lande sind seiner Ehre voll. Halleluja. a. ja. ja. 41. 43. 44. 47. 48. ö Versihel. 93 Am Feste Johannis des Täufers. Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, Halleluja. er deinen Weg vor dir bereiten soll. Halleluja. „Gelobet sei der Herr, der Gott Ifraels, Halleluja. Denn er hat besuͤcht und erlöset sein Volk. Halleluja. Auf Mariä Heimsuchung. Ich freue mich in dem Herpn, Halleluja. Und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott. Halleluja. Meine Seele erhebet den Herrn, Halleluja. Und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. Halleluja. Am Michaelisfeste. 5. Lobet den Herrn, ihr starken Helden, Halleluia. 46. Die ihr seinen Befehl ausrichtet. Halleluja. Er hat seinen Engeln befohlen über dir, Halleluja. Daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen. Halleluja. Am Reformationsfeste. Halt im Bau deine Gemeinde, die du gepflanzet hast Hallelujsa. Die du dir festiglich erwählet hast. Halleluja. Dein Wort ist eine rechte Lehre. Halleluja. Heiligkeit ist die Zierde deines Hauses ewiglich. Halleluja. „ An Buß⸗ und Bettagen. er Sunde um Buße und Vergebung der Sünden. Herr, handle nicht mit uns nach unsern Sünden, Und vergilt uns nicht nach unserer Missetat. „Gott, sei uns gnädig nach deiner Güte. Und tilge unsere Sünden nach deiner großen Barmherzigheit. Herr Gott Zebaoth, tröste uns. Laß leuchten dein Angesicht, so genesen wir. Verwirf uns nicht pon deinem Angesicht, Und nimm deinen heiligen Geist nicht von uns. „Herr, gehe nicht ins Gericht mit deinen Knechten, Vor dir ist kein Lebendiger gerecht. Belhehre du uns, Herr, so werden wir bekehret, Hilf du uns, so ist uns geholfen. 69. Versihel. Barmherzig und gnädig ist der Herr, Halleluja. Geduldig und von großer Güte. Halleluja. Am Tage der Hagelfeier und am Erntedankfeste. Zas erzeige uns deine Gnade und Güte, Halleluja. aß unser Land sein Gewächs gebe. Halleluja. Aller Augen warten auf dich, Herr, Halleluja. Und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Halleluja. Das Land gibt sein Gewächs, Halleluja. Es segne uns Gott, unser Gott, Halleluia. „Du hrönest das Jahr mit deinem Gut. Halleluig. Und deine Fußtapfen triefen von Fett. Halleluja. Wort. Lehre, Gottesdienst. „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte, Halleluia. And ein Licht auf meinen Wegen. Halleluia. Herr, erhalte uns dein Wort. Halleluja. Dein Wort ift unfers Herzens Freude und Trost. Halleluja. Heiliger Vater, heilige uns in deiner Wahrheit, Halleluja. Dein Wort ist die Wahrheit. Halleluja. 3. Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses. Halleluia. Und den Ort, da deine Ehre wohnet. Halleluia. 4. Dienet dem Herrn mit Freuden, Halleluja. Kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken. Halleluia. Kirche und Mission. 5. Tu wohl an Zion nach deiner Gnade, Halleluia. Baue die Mauern zu Jerusalem. Halleluja. Hilf, Herr, die Heiligen haben abgenommen, Und der Gläubigen ist wenig unter den Menschenkindern. „Gott gedenket der Barmherzigkeit, Halleluja. Und hilft seinem Diener Israel auf. Halleluja. „Das Volt, so im Finstern wandelt, siehet ein großes Licht, Halleluja. 23 Und über die, so da wohnen in Finsternis, scheint es helle. Halleluja. Lobet den Herrn, älle Heiden, Halleluja. Preiset ihn, alle Völker. Halleluja. Alle Könige werden ihn anbeten, Halleluia. Alle Heiden werden ihm dienen. Halleluja. sia. sia. ern. icht, elle. Versikel. 9⁵ Lob und Dank. Der Name des Herrn sei gelobet und gebenedeiet, Halleluja. Von nun an bis in Ewigkeit. Hallejuja. Preiset mit mir den Herrn, Halleluja. Und lasset uns miteinander seinen Namen erhöhen. Halleluja. „Ich will den Herrn loben, solange ich lebe, Halleluja. Und meinem Gott lobsingen, weil ich hier bin. Halleluja. Freuet euch des Herrn, ihr Gerechten, Halleluja. Die Frommen sollen ihn schön preisen. Halleluja. 5. Der Herr denket an uns und segnet uns, Halleluja. Er segnet, die ihn fürchten, beide Kleine und Große. Halleluja. Um göttliche Regierung. Hülfe und Segen. Hem lehre uns tun nach deinem Wohlgefallen, Halleluja. ein guter Geist, führe uns auf ebener Bahn. Halleluja. Herr. laß Christum durch den Glauben in unsern Herzen wohnen, Halleluja. Und uns durch die Liebe festgewurzelt und gegründetwerden. Halleluja. Herr, zeige uns deine Wege, Halleluja. Und lehre uns deine Steige. Halleluja. Bei dem Herrn findet man Hülfe, Halleluja. Und deinen Segen über dein Volk. Halleluja. Hilf deinem Volhe und segne dein Erbe, Halleluja. Weide sie und erhöhe sie ewiglich. Halleluja. „Gott, gib Fried in deinem Lande, Halleluja. Glück und Heil zu jedem Stande. Halleluja. Bittet, so werdet ihr nehmen, Halleluja. Daß eure Freude vollkommen sei. Halleluja. In Not und Trübsal. Rufe mich an in der Not, So will ich dich erretten, und du sollst mich preisen. „Ich hoffe darauf, daß du so gnädig bist, Halleluja. Mein Herz freuet sich, daß du so gerne hilfst. Halleluia. Herr, du wollest deine Barmherzigheit nicht von uns wenden, Laß deine Güte und Treue uns allewege behüten. „Das Verlangen der Elenden hörest du, Herr, Halleluja. Ihr Herz ist gewiß, daß dein Ohr darauf merket. Halleluja. 92⁴ Versikel. Tod und Sterben. Herr, lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, Auf daß wir klug werden. Leben wir, so leben wir dem Herrn, Halleluja. Sterben wir. so sterben wir dem Herrn. Halleluja. In deine Hände befehle ich meinen Geist, Du hast mich erlöset. Herr. du getreuer Gott. „Selig sind die Toten. die in dem Herrn sterben, Halleluja. Sie ruhen von ihrer Arbeit, und ihre Werke folgen ihnen nach. Halleluia. Gericht und ewiges Leben. Siehe, der Herr kommt mit viel tausend Heiligen, Gericht zu halten über alle. Siehe, es kommt der Herr, der Herrscher, Halleluja. Und in seiner Hand ist das RE und die Kraft und die Herrlichkeit. Halleluja. 3. Vor dir ist Freude die Fülle, Halleluja. Und liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich. Halleluja. lia. nen die uja. Lektionar. Episteln und Evangelien nebst den epistolischen und evangelischen Lektionen auf alle Sonn⸗ und Festtage sowie die aus den vier Evangelisten zusammengezogene Geschichte von dem Leiden, Sterben und Auferstehen unsers Herrn Jesu Christi und die Beschreibung der Zerstörung Jerusalems. Druck und Verlag der Schlüterschen Buchdrucherei Hannover. Lektionar. 1. Advent. Vormittags. Epistel. Röm. 13, 11—14.(Die Stunde ist da, aufzustehen vom Schlaf.) Und weil wir solches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf; sintemal unser Heil jetzt näher ist, denn da wirs glaubten; die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbeikommen; so lasset uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichtes. Lasset uns ehrbarlich wandeln als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid; sondern ziehet an den Herrn Jesum Christ und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Evangelium. Matth. 21. 1—9.(Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn.) Da sie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage, an den Olberg, sandte Jesus seiner Jünger zween und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flechen, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden angebunden und ein Füllen bei ihr; löset sie auf und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; sobald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte; und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf und setzten ihn darauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg; die andern hieben Zweige von den Bäumen und streueten sie auf den Weg. Das Voll aber, das vorging und nachfolgete, schrie und sprach: Hosianna dem Sohn Davids; gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn: Hosianna in der Höhe! Epistolische Lektion. Offenb. Soh. 1, 4 8.(Der da ist, und der da war, und der da kommt.) Johannes den sieben Gemeinen in Asia: Gnade sei mit euch, und Friede von dem, der da ist, und der da war, und der da 1. Advent. kommt, und von den sieben Geistern, die da sind vor seinem Stuhl, und von Jesu Christo, welcher ist der treue Zeuge und Erstgeborene von den Toten und ein Fürst der Könige auf Erden; der uns geliebet hat und gewaschen von den Sünden mit seinem Blut, und hat uns zu Königen und Priestern gemacht vor Gott und seinem Bater; demselben sei Ehre und Gewalt von Ewigheit zu Ewigkeit! Amen. Siehe, er kommt mit den Wolken; es werden ihn sehen alle Augen, und die ihn gestochen haben; und werden heulen alle Geschlechter der Erde. Ja, Amen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, spricht der Herr, der da ist, und der da war, und der da kommt, der Allmächtige. Oder: Psalm 40, 6—18.(Sm Buche ist von mir geschrieben.) Herr, mein Gott, groß sind deine Wunder und deine Gedanken, die du an uns beweisest. Dir ist nichts gleich. Ich will sie ver⸗ kündigen und davon sagen, wiewohl sie nicht zu zählen sind. Opfer und Speisopfer gefallen dir nicht, aber die Ohren hast du mir auf⸗ getan. Du willst weder Brandopfer noch Sündopfer. Da sprach ich: Siehe, ich komme; im Buch ist von mir geschrieben. Deinen Willen, mein Gott, tue ich gerne, und dein Gesetz habe ich in meinem Herzen. Ich will predigen die Gerechtigkeit in der großen Gemeine; siehe, ich will mir meinen Mund nicht stopfen lassen, Herr, das weißest du. Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht in meinem Herzen; von deiner Wahrheit und von deinem Heil rede ich; ich verhehle deine Güte und Treue nicht vor der großen Gemeine. Du aber, Herr, wollest deine Barmherzigkeit von mir nicht wenden; laß deine Güte und Treue allewege mich behüten. Denn es hat mich umgeben Leiden ohne Zahl; es haben mich meine Sünden ergriffen, daß ich nicht sehen kann; ihrer ist mehr denn Haare auf meinem Haupt, und mein Herz hat mich verlassen. Laß dirs gefallen, Herr, daß du mich errettest; eile, Herr, mir zu helsen. Schämen müssen sich und zuschanden werden, die mir nach meiner Seele stehen, daß sie die umbringen; zurüch müssen sie fallen und zuschanden werden, die mir Abels gönnen. Sie müssen in ihrer Schande erschrecken, die über mich schreien: Da, da! Es müssen sich freuen und fröhlich sein alle, die nach dir fragen; und die dein Heil lieben, müssen sagen allewege: Der Herr sei hochgelobt! Denn ich bin arm und elend, der Herr aber sorget für mich. Du bist mein Helfer und Erretter; mein Gott, verzeuch nicht. Evangelische Lektion. Lue. 17, 20—30.(Das Reich Gottes ist inwendig in euch.) Da er aber gefraget ward von den Pharisäern: Wann kommt das Reich Gottes? antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht mit äußerlichen Gebärden; man wird auch nicht sagen: Siehe, hie oder da ist es. Denn sehet, das Reich 1. Advent. 5 Gottes ist inwendig in euch. Er sprach aber zu den Jüngern: Es wird die Zeit kommen, daß ihr werdet begehren, zu sehen einen Tag des Menschensohns, und werdet ihn nicht sehen. Und sie werden zu euch sagen: Siehe hie, siehe da. Gehet nicht hin, folget auch nicht. Denn wie der Blitz oben vom Himmel blitzet und leuchtet über alles, das unter dem Himmel ist, also wird des Menschen Sohn an seinem Tage sein. Zuvor aber muß er viel leiden und verworfen werden von diesem Geschlechte. Und wie es geschah zu den Zeiten Noah, so wirds auch geschehen in den Tagen des Menschen⸗ sohns. Sie aßen, sie tranken, sie freieten, sie ließen sich freien bis auf den Tag, da Noah in die Arche ging, und kam die Sintflut und brachte sie alle um. Desselbigen gleichen, wie es geschah zu den Zeiten Lot. Sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie baueten; an dem Tage aber, da Lot aus Sodoma ging, da regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte sie alle um. Auf diese Weise wirds auch gehen an dem Tage, wenn des Menschen Sohn soll offenbart werden. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 1. Mos. 3. 1—15.(Die Weissagung nach dem Sündenfall.) Und die Schlange war listiger, denn alle Tiere auf dem Felde, die Gott der Herr gemacht hatte, und sprach zu dem Weibe: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allerlei Bäumen im Garten? Da sprach das Weib zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; aber von den Früchten des Baums mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret es auch nicht an, daß ihr nicht sterbet. Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet mit nichten des Todes sterben; sondern Gott weiß, daß welches Tages ihr davon esset, so werden eure Augen aufgetan, und werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist. Und das Weib schauete an, daß von dem Baum gut zu essen wäre, und lieblich anzusehen, daß es ein lustiger Baum wäre, weil er klug machte; und nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann auch davon., und er aß. Da wurden ihrer beider Augen aufgetan, und wurden gewahr, daß sie nackend waren; und flochten Feigenblätter zusammen und machten ihnen Schürze. Und sie hörten die Stimme Gottes des Herrn, der im Garten ging, da der Tag kühle worden war. Und Adam verstechte sich mit seinem Weibe vor dem Angesichte Gottes des Herrn unter die Bäume im Garten. Und Gott der Herr rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? Und er sprach: Ich hörete deine Stimme im Garten und fürchtete mich, denn ich bin nackend; darum versteckte ich mich. Und er sprach: Wer hat dirs gesagt, daß du nackend bist? hast du nicht gegessen von dem Baum, davon ich dir gebot, du solltest nicht davon essen? 2. Advent. Da sprach Adam: Das Weib, das du mir zugesellet hast, gab mir von dem Baum, und ich aß. Da sprach Gott der Herr zum Weibe: Warum hast du das getan? Das Weib sprach: Die Schlange betrog mich also, daß ich aß. Da sprach Gott der Herr zu der Schlange: Weil du solches getan hast, seist du verflucht vor allem Vieh und vor allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauch sollst du gehen und Erde essen dein Lebenlang. Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Derselbe soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen. Lektion aus dem Neuen Testamente. Röm. 2, 12—24.(Du kannst dich nicht entschuldigen.) Welche ohne Gesetz gesündiget haben, die werden auch ohne Gesetz verloren werden; und welche am Gesetz gesündiget haben, die werden durchs Gesetz verurteilt werden; sintemal vor Gott nicht die das Gesetz hören, gerecht sind; sondern die das Gesetz tun, werden gerecht sein. Denn so die Heiden, die das Gesetz nicht haben und doch von Natur tun des Gesetzes Werk, dieselbigen, dieweil sie das Gesetz nicht haben, sind sie ihnen selbst ein Gesetz, damit, daß sie beweisen, des Gesetzes Werk sei beschrieben in ihrem Herzen, sintemal ihr Gewissen sie bezeuget, dazu auch die Gedanken, die sich unter einander verklagen oder entschuldigen, auf den Tag, da Gott das Verborgene der Menschen durch JZesum Christ richten wird, laut meines Evangelii. Siehe aber zu, du heißest ein Jude und ver⸗ lässest dich aufs Gesetz und rühmest dich Gottes und weißest seinen Willen; und weil du aus dem Gesetze unterrichtet bist, prüfest du, was das Beste zu tun sei, und vermissest dich, zu sein ein Leiter der Blinden, ein Licht derer, die in Finsternis sind, ein Züchtiger der Törichten, ein Lehrer der Einfältigen, hast die Form, was zu wissen und recht ist im Gesetz. Nun lehrest du andere und lehrest dich selber nicht. Du predigest, man solle nicht stehlen, und du stiehlst. Du sprichst, man solle nicht ehebrechen, und du brichst die Ehe. Dir greuelt vor den Götzen, und raubest Gott, was sein ist. Du rühmest dich des Gesetzes und schändest Gott durch Ubertretung des Gesetzes. Denn eurethalben wird Gottes Name gelästert unter den Heiden, als geschrieben stehet. 2. Advent. Vormittags. Epistel. Röm. 15, 1—13.(Die Verheißung, den Vätern geschehen.) Wir aber, die wir stark sind, sollen der Schwachen Gebrechlich⸗ keit tragen und nicht Gefallen an uns selber haben. Es stelle sich aber ein jeglicher unter uns also, daß er seinem Nächsten gefalle ich⸗ sich 2. Advent. zum Guten, zur Besserung. Denn auch Christus nicht an ihm selber Gefallen hatte, sondern wie geschrieben stehet: die Schmache derer, die dich schmähen, sind über mich gefallen. Was aber zuvor ge⸗ schrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben. Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet seid unter einander nach Jesu Christo; auf daß ihr einmütiglich mit Einem Munde lobet Gott und den Vater unsers Herrn Zesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sei ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung, den Bätern geschehen; daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet: Darum will ich dich loben unter den Heiden und deinem Namen singen. Und abermal spricht er: Freuet euch, ihr Heiden, mit seinem Volk. Und abermal: Lobet den Herrn, alle Heiden, und preiset ihn, alle Bölker. Und abermal spricht Jesaias: Es wird sein die Wurzel Jesse, und der auferstehen wird, zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habet durch die Kraft des heiligen Geistes. Evangelium. Lue. 21, 25—36.(Werdet würdig zu stehen vor des Menschen Sohn.) Und es werden Zeichen geschehen an der Sonne und Mond und Sternen; und auf Erden wird den Leuten bange sein, und werden zagen; und das Meer und die Wasserwogen werden brausen. Und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden; denn auch der Himmiel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in der Wolke mit großer Kraft und Herrlich⸗ keit. Wenn aber dies anfähet zu geschehen, so sehet auf und hebet eure Häupter auf, darum, daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume. Wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihrs an ihnen und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich ich sage euch, dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht. Aber hütet euch, daß eure Herzen nicht be⸗ schweret werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung, und komme dieser Tag schnell über euch; denn wie ein Fallstrick wird er kommen über alle, die auf Erden wohnen. So seid nun wacher allezeit und betet, daß ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem allen, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn. 8 2. Advent. Epistolische Lektion. Offenb. Joh. 2, 1—7.(Sch werde deinen Leuchter wegstoßen.) Und dem Engel der Gemeine zu Ephesus schreibe: Das saget, der da hält die sieben Sterne in seiner Rechten, der da wandelt mitten unter den sieben güldenen Leuchtern: Ich weiß deine Werhe und deine Arbeit und deine Geduld, und daß du die Bösen nicht tragen kannst und hast versucht die, so da sagen, sie seien Apostel, und sinds nicht, und hast sie Lügner erfunden; und verträgest und hast Geduld, und um meines Namens willen arbeitest du und bist nicht müde worden. Aber ich habe wider dich, daß du die erste Liebe verlässest. Gedenke, wovon du gefallen bist, und tu Buße und tu die ersten Werke. Wo aber nicht, werde ich dir kommen bald und deinen Leuchter wegstoßen von seiner Stätte, wo du nicht Buße tust. Aber das hast du, daß du die Werke der Nilkolaiten hassest, welche ich auch hasse. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinen sagt: Wer überwindet, dem will ich zu essen geben von dem Holz des Lebens, das im Paradies Gottes ist. Oder: Jes. 55, 1—13.(Kaufet ohne Geld und umsonst.) Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser; und die ihr nicht Geld habt, kommt her, kaufet und esset; kommt her und kaufet ohne Geld und umsonst beide Wein und Milch. Warum zählet ihr Geld dar, da kein Brot ist, und eure Arbeit, da ihr nicht satt von werden könnet? Höret mir doch zu und esset das Gute; so wird eure Seele in Wollust fett werden. Neiget eure Ohren her und kommt her zu mir; höret, so wird eure Seele leben: denn ich will mit euch einen ewigen Bund machen, nämlich die gewissen Gnaden Davids. Siehe, ich habe ihn den Leuten zum Zeugen ge⸗ stellet, vJum Fürsten und Gebieter den Völkern. Siehe, du wirst Heiden rufen, die du nicht kennest: und Heiden, die dich nicht kennen, werden zu dir laufen, um des Herrn willen, deines Gottes, und des Heiligen in Israel, der dich preise. Suchet den Herrn, weil er zu finden ist; rufet ihn an, weil er nahe ist. Der Gottlose lasse von seinem Wege und der Übeltäter seine Gedanken und bekehre sich zum Herrn, so wird er sich sein erbarmen; und zu unserm Gott, denn bei ihm ist viel Bergebung. Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr; sondern, so viel der Himmel höher ist, denn die Erde, so sind auch meine Wege höher, denn eure Wege, und meine Gedanken, denn eure Gedanken. Denn gleich vie der Regen und Schnee vom Himmel fällt, und nicht wieder dahin kommt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und wachsend, daß sie gibt Samen zu säen und Brot zu essen: also soll das Wort, so aus meinem Munde gehet, auch sein. Es soll nicht wieder zu mir leer kommen, sondern tun, das mir gefällt, und soll ihm gelingen, dazu ichs sende. Denn ihr sollt in Freuden ausziehen und im Frieden 2. Advent. geleitet werden. Berge und Hügel sollen vor euch her frohlochen mit Ruhm, und alle Bäume auf dem Felde mit den Händen klappen. Es sollen Tannen für Hecken wachsen und Myrten für Dornen; und dem Herrn soll ein Name und ewiges Zeichen sein, das nicht ausgerottet werde. Evangelische Lektion. Luc. 13, 18—30.(Wem ist das Reich Gottes gleich?) Er sprach aber: Wem ist das Reich Gottes gleich, und wem soll ichs vergleichen? Es ist einem Senfkorn gleich, welches ein Mensch nahm, und warfs in seinen Garten; und es wuchs und ward ein großer Baum, und die Vögel des Himmels wohneten unter seinen Zweigen. Und abermal sprach er: Wem soll ich das Reich Gottes vergleichen? Es ist einem Sauerteige gleich, welchen ein Weib nahm, und verbarg ihn unter drei Scheffel Mehls, bis daß es gar sauer ward. Und er ging durch Städte und Märkte und lehrete und nahm seinen Weg gen Jerusalem. Es sprach aber einer zu ihm: Herr, meinest du, daß wenige selig werden? Er aber sprach zu ihnen: Ringet darnach, daß ihr durch die enge Pforte eingehet; denn viele werden, das sage ich euch, darnach trachten, wie sie hinein⸗ kommen, und werdens nicht tun können. Von dem an, wenn der Hauswirt aufgestanden ist und die Tür verschlossen hat, da werdet ihr denn anfahen draußen zu stehen, und an die Tür klopfen und sagen: Herr, Herr, tu uns auf. Und er wird antworten und zu euch sagen: Ich kenne euer nicht, wo ihr her seid. So werdet ihr denn anfahen zu sagen: Wir haben vor dir gegessen und getrunken, und auf den Gassen hast du uns gelehret. Und er wird sagen: Ich sage euch, ich kenne euer nicht, wo ihr her seid; weichet alle von mir, ihr Ubeltäter. Da wird sein Heulen und Zähnklappen, wenn ihr sehen werdet Abraham und Isaak und Jakob und alle Pro⸗ pheten im Reich Gottes, euch aber hinausgestoßen. Und es werden kommen vom Morgen und vom Abend, von Mitternacht und vom Mittage, die zu Tische sitzen werden im Reich Gottes. Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein; und sind Erste, die werden die Letzten sein. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 1. Mos. 9, 1—19.(Der Bund mit Noah.) Und Gott segnete Noah und seine Söhne und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllet die Erde. Eure Furcht und Schrecken sei über alle Tiere auf Erden, über alle Vögel unter dem Himmel und über alles, was auf dem Erdboden kreucht; und alle Fische im Meere seien in eure Hände gegeben. Alles, was sich reget und lebet, das sei eure Speise; wie das grüne Kraut hab ichs euch alles gegeben. Alleine esset das Fleisch nicht, das noch 10 2. Advent. lebet in seinem Blut. Denn ich will auch eures Leibes Blut rächen, und wills an den Tieren rächen; und will des Menschen Leben rächen an einem jeglichen Menschen, als der sein Bruder ist. Wer Menschenblut vergeußt, des Blut soll auch durch Menschen vergossen werden; denn Gott hat den Menschen zu seinem Bilde gemacht. Seid fruchtbar und mehret euch und reget euch auf Erden, daß euer viel drauf werden. Und Gott sagte zu Noah und seinen Söhnen mit ihm: Siehe, ich richte mit euch einen Bund auf und mit eurem Samen nach euch und mit allem lebendigen Tier bei euch, an Vögeln, an Vieh und an allen Tieren auf Erden bei euch, von allem, das aus dem Kasten gegangen ist, waserlei Tiere es sind auf Erden. Und richte meinen Bund also mit euch auf, daß hinfort nicht mehr alles Fleisch verderbet soll werden mit dem Wasser der Sintflut, und soll hinfort keine Sintflut mehr kommen, die die Erde ver⸗ derbe. Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich gemacht habe zwischen mir und euch und allem lebendigen Tier bei euch hinfort ewiglich: meinen Bogen hab ich gesetzt in die Wolken, der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde. Und wenn es kommt, daß ich Wolken über die Erde führe, so soll man meinen Bogen sehen in den Wolken. Alsdann will ich ge⸗ denken an meinen Bund zwischen mir und euch und allem lebendigen Tier in allerlei Fleisch, daß nicht mehr hinfort eine Sintflut komme, die alles Fleisch verderbe. Darum soll mein Bogen in den Wolken sein, daß ich ihn ansehe und gedenke an den ewigen Bund zwischen Gott und allem lebendigen Tier in allem Fleisch, das auf Erden ist. Dasselbe sagte Gott auch zu Noah: Dies sei das Zeichen des Bundes den ich aufgerichtet habe zwischen mir und allem Fleisch auf Erden. Die Söhne Noah, die aus dem Kasten gingen, sind diese: Sem, Ham, Japhet. Ham aber ist der Bater Canaans. Das sind die drei Söhne Noah, von denen ist alles Land besetzt. Lektion aus dem Neuen Testamente. Röm. 3, 1—18.(Da ist nicht, der gerecht sei, auch nicht Einer.) Was haben denn die ZJuden Vorteils? oder was nützet die Be⸗ schneidung? Zwar fast viel. Zum ersten, ihnen ist vertrauet, was Gott geredet hat. Daß aber etliche nicht glauben an dasselbige, was liegt daran? Sollte ihr Unglaube Gottes Glauben aufhebenꝰ Das sei ferne! Es bleibe vielmehr also, daß Gott sei wahrhaftig, und alle Menschen falsch; wie geschrieben steht: Auf daß du gerecht seiest in deinen Worten und überwindest, wenn du gerichtet wirst. Ists aber also, daß unsere Ungerechtigkeit Gottes Gerechtigkeit preiset, was wollen wir sagen? Ist denn Gott auch ungerecht, daß er darüber zürnet?(Sch rede also auf Menschen Weise.) Das sei ferne! Wie könnte sonst Gott die Welt richten? Denn so die Wahrheit Gottes durch meine Lüge herrlicher wird zu seinem Preis, warum sollte ich denn noch als ein Sünder gerichtet werden? Und 3. Advent. 11 nicht vielmehr also tun, wie wir gelästert werden, und wie etliche sprechen, daß wir sagen sollen: Lasset uns Abel tun, auf daß Gutes daraus komme? Welcher Verdammnis ist ganz recht. Was sagen wir denn nun? haben wir einen Vorteil? Gar keinen. Denn wir haben droben bewiesen, daß beide, Zuden und Griechen, alle unter der Sünde sind. Wie denn geschrieben stehet: Da ist nicht, der gerecht sei, auch nicht Einer; da ist nicht, der verständig sei; da ist nicht, der nach Gott frage; sie sind alle abgewichen und allesamt untüchtig worden; da ist nicht, der Gutes tue, auch nicht Einer. Ihr Schlund ist ein offen Grab; mit ihren Zungen handeln sie trüglich; Otterngift ist unter ihren Lippen; ihr Mund ist voll Fluchens und Bitterkeit; ihre Füße sind eilend, Blut zu vergießen. In ihren Wegen ist eitel Unfall und Herzeleid; und den Weg des Friedens wissen sie nicht; es ist keine Furcht Gottes vor ihren Augen. 3. Advent. Vormittags. Epistel. 1. Kor. 4, 1—7.(Richtet nicht vor der Zeit.) Dafür halte uns jedermann, nämlich für Christi Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse. RNun sucht man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber ists ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde, oder von einem menschlichen Tage; auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewußt; aber darinnen bin ich nicht gerechtfertigt; der Herr ists aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr komme, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rat der Herzen offenbaren; als⸗ dann wird einem jeglichen von Gott Lob widerfahren. Solches aber, lieben Brüder, habe ich auf mich und Apollo gedeutet, um euretwillen, daß ihr an uns lernet, daß niemand höher von sich halte, denn jetzt geschrieben ist; auf daß sich nicht einer wider den andern um jemandes willen aufblase. Denn wer hat dich vorge⸗ zogen? was hast du aber, das du nicht empfangen hast? So du es aber empfangen hast, was rühmest du dich denn, als der es nicht empfangen hätte? Evangelium. Matth. 11, 2—10.(Bist du, der da kommen soll?) Da aber Johannes im Gefängnis die Werke Christi hörete, sandte er seiner Jünger zween und ließ ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten? Zesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und saget Johanni wieder, was ihr sehet und höret; die Blinden sehen, und die Lahmen gehen, die Aus⸗ sätzigen werden rein, und die Tauben hören, die Toten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium gepredigt. Und selig ist, der 12 3. Advent. sich nicht an mir ärgert. Da die hingingen, fing Zesus an zu reden zu dem Volk von Johanne: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste zu sehen? wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her weht? Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? wolltet ihr einen Propheten sehen? Za, ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieser ists, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. Epistolische Lektion. Offenb. Joh. 3, 1—13.(Halte, was du hast.) Und dem Engel der Gemeine zu Sardes schreibe: Das saget, der die Geister Gottes hat und die sieben Sterne: Ich weiß deine Werke; denn du hast den Namen, daß du lebest, und bist tot. Sei wacker und stärke das andere, das sterben will; denn ich habe deine Werke nicht völlig erfunden vor Gott. So gedenke nun, wie du empfangen und gehöret hast, und halt es und tu Buße. So du nicht wirst wachen, werde ich über dich kommen, wie ein Dieb, und wirst nicht wissen, welche Stunde ich über dich kommen werde. Du hast auch wenig Namen zu Sardes, die nicht ihre Kleider besudelt haben; und sie werden mit mir wandeln in weißen Kleidern; denn sie sinds wert. Wer überwindet, der soll mit weißen Kleidern an⸗ gelegt werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Bater und vor seinen Engeln. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinen sagt. Und dem Engel der Gemeine zu Philadelphia schreibe: Das saget der Heilige, der Wahrhaftige, der da hat den Schlüssel Davids, der auftut, und niemand zu⸗ schleußet; der zuschleußet, und niemand auftut: Ich weiß deine Werhe. Siehe, ich habe vor dir gegeben eine offene Tür, und niemand kann sie zuschließen; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort behalten und hast meinen Namen nicht verleugnet. Siehe, ich werde geben aus Satanas Schule, die da sagen, sie sind Juden, und sinds nicht, sondern lügen. Siehe, ich will sie machen, daß sie kommen sollen und anbeten zu deinen Füßen und erkennen, daß ich dich geliebet habe. Dieweil du hast behalten das Wort meiner Geduld, will ich auch dich behalten vor der Stunde der Versuchung, die kommen wird über der ganzen Welt Kreis, zu versuchen, die da wohnen auf Erden. Siehe, ich komme bald. Halte, was du hast, daß niemand deine Krone nehme. Wer überwindet, den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes, und soll nicht mehr hinausgehen. Und will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen des neuen Jerusalem, der Stadt meines Gottes, die vom Himmel herniederkommt, von meinem Gott, und meinen 3. Advent. Namen, den neuen. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinen saget. Oder: Haggai 2, 2—10.(Es soll kommen aller Heiden Trost.) Am ein und zwanzigsten Tage des siebenten Monden geschah des Herrn Wort durch den Propheten Haggai und sprach: Sage zu Serubabel, dem Sohn Sealthiels, dem Fürsten Juda, und zu Josua, dem Sohn Jozadals, dem Hohenpriester, und zum übrigen Volk und sprich: Wer ist unter euch überblieben, der dies Haus in seiner vorigen Herrlichkeit gesehen hat? und wie sehet ihrs nun an? Ists nicht also, es dünket euch nichts sein? Und nun, Serubabel, sei getrost, spricht der Herr; sei getrost, Josua, du Sohn Jozadals, du Hoherpriester; sei getrost, alles Voll im Lande, spricht der Herr, und arbeitet: denn ich bin mit euch, spricht der Herr Zebaoth. Nach dem Wort, da ich mit euch einen Bund machte, da ihr aus Agypten zoget, soll mein Geist unter euch bleiben. Fürchtet euch nicht. Denn so spricht der Herr Zebaoth: Es ist noch ein Kleines dahin, daß ich Oimmel und Erde und das Meer und das Trockene bewegen werde. Ja, alle Heiden will ich bewegen. Da soll dann kommen aller Heiden Trost; und ich will dies Haus voll Herrlichkeit machen, spricht der Herr Zebaoth. Denn mein ist beide Silber und Gold, spricht der Herr Zebaoth. Es soll die Herrlichkeit dieses letzten Hauses größer werden, denn des ersten gewesen ist, spricht der Herr Zebaoth; und ich will Friede geben an diesem Ort, spricht der Herr Zebaoth. Evangelische Letion. Joh. 12, 35—.50.(Glaubet an das Licht, dieweil ihr es habet.) Da sprach Jesus zu ihnen: Es ist das Licht noch eine kleine Zeit bei euch. Wandelt, dieweil ihr das Licht habt, daß euch die Finsternisse nicht überfallen. Wer in der Finsternis wandelt, der weiß nicht, wo er hingehet. Glaubet an das Licht, dieweil ihrs habt, auf daß ihr des Lichtes Kinder seid. Solches redete Jesus und ging weg und verbarg sich vor ihnen. Und ob er wohl solche Zeichen vor ihnen tat, glaubten sie doch nicht an ihn; auf daß er⸗ füllet würde der Spruch des Propheten Jesaia, den er sagt: Herr, wer glaubet unserm Predigen? und wem ist der Arm des Herrn offenbaret? Darum konnten sie nicht glauben; denn Jesaias sagt abermal: Er hat ihre Augen verblendet und ihr Herz verstocket, daß sie mit den Augen nicht sehen, noch mit dem Herzen vernehmen und sich bekehren, und ich ihnen hülfe. Solches sagte Jesaias, da er seine Herrlichkeit sahe, und redete von ihm. Doch der Obersten glaubten viel an ihn; aber um der Pharisäer willen bekannten sie es nicht, daß sie nicht in den Bann getan würden. Denn sie hatten lieber die Ehre bei den Menschen, denn die Ehre bei Gott. Zesus aber rief und sprach: Wer an mich glaubet, der glaubet nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat. Und wer mich siehet, 1⁴ 3. Advent. der siehet den, der mich gesandt hat. Ich bin kommen in die Welt, ein Licht, auf daß, wer an mich glaubet, nicht in der Finsternis bleibe. Und wer meine Worte höret und glaubet nicht, den werde ich nicht richten; denn ich bin nicht kommen, daß ich die Welt richte, sondern daß ich die Welt selig mache. Wer mich verachtet und nimmt meine Worte nicht auf, der hat schon, der ihn richtet; das Wort, welches ich geredet habe, das wird ihn richten am jüngsten Tage. Denn ich habe nicht von mir selber geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, der hat mir ein Gebot gegeben, was ich tun und reden soll. Und ich weiß, daß sein Gebot ist das ewige Leben. Darum, das ich rede, das rede ich also, wie mir der Vater gesagt hat. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 1. Mos. 22, 1—18.(Die Verheißung an Abraham.) Nach diesen Geschichten versuchte Gott Abraham und sprach zu ihm: Abraham! Und er antwortete: Hie bin ich. Und er sprach: Nimm Isaak, deinen einigen Sohn, den du lieb hast, und gehe hin in das Land Morija; und opfere ihn daselbst zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde. Da stund Abraham des Morgens frühe auf und gürtete seinen Esel und nahm mit sich zween Knaben und seinen Sohn Isaak und spaltete Holz zum Brandopfer, machte sich auf und ging hin an den Ort, davon ihm Gott gesagt hatte. Am dritten Tage hub Abraham seine Augen auf und sahe die Stätte von ferne; und sprach zu seinen Knaben: Bleibet ihr hie mit dem Esel; ich und der Knabe wollen dorthin gehen; und wenn wir angebetet haben, wollen wir wieder zu euch kommen. Und Abraham nahm das Holz zum Brandopfer und legte es auf seinen Sohn Isaak; er aber nahm das Feuer und Messer in seine Hand, und gingen die beiden miteinander. Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham: Mein Vater! Abraham antwortete: Hie bin ich, mein Sohn. Und er sprach: Siehe, hier ist Feuer und Holz; wo ist aber das Schaf zum Brandopfer? Abraham ant⸗ wortete: Mein Sohn, Gott wird ihm ersehen ein Schaf zum Brand⸗ opfer. Und gingen die beiden miteinander. Und als sie kamen an die Stätte, die ihm Gott sagte, bauete Abraham daselbst einen Altar und legte das Holz drauf und band seinen Sohn Isaal, legte ihn auf den Altar oben auf das Holz und rechte seine Hand aus und fassete das Messer, daß er seinen Sohn schlachtete. Da rief ihm der Engel des Herrn vom Himmel und sprach: Abraham, Abraham! Er antwortete: Hie bin ich. Er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tu ihm nichts. Denn nun weiß ich, daß du Gott fürchtest und hast deines einigen Sohnes nicht verschonet um meinet⸗ willen. Da hub Abraham seine Augen auf und sahe einen Widder hinter ihm in der Heche mit seinen Hörnern hangen; und ging hin — 2....5569655757788— Ce& 4. Advent. 1⁵ und nahm den Widder und opferte ihn zum Brandopfer an seines Sohnes Statt. Und Abraham hieß die Stätte: Der Herr siehet. Daher man noch heutiges Tages saget: Auf dem Berge, da der Herr siehet. Und der Engel des Herrn rief Abraham abermal vom Himmel und sprach: Ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der Herr, dieweil du solches getan hast, und hast deines einigen Sohns nicht verschonet, daß ich deinen Samen segnen und mehren will, wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Ufer des Meers: und dein Same soll besitzen die Tore seiner Feinde; und durch deinen Samen sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden; darum, daß du meiner Stimme gehorchet hast. Lektion aus dem Neuen Testamente. Röm. 10, 18—11, 6.(Sch habe meine Hände ausgestreckt zu dem Voll, das ihm nicht sagen läßt.) Ich sage aber: Haben sie es nicht gehöret? Zwar es ist je in alle Lande ausgegangen ihr Schall, und in alle Welt ihre Worte. Ich sage aber: Hat es Israel nicht erkannt? Der erste Moses spricht: Ich will euch eifern machen über dem, das nicht mein Vollk ist; und über einem unverständigen Voll will ich euch erzürnen. Jesaias aber darf wohl so sagen: Ich bin erfunden von denen, die mich nicht gesucht haben, und bin erschienen denen, die nicht nach mir gefragt haben. Zu Israel aber spricht er: Den ganzen Tag habe ich meine Hände ausgestrechet zu dem Volk, das ihm nicht sagen lässet und widerspricht. So sage ich nun: Hat denn Gott sein Volk verstoßen? Das sei ferne! Denn ich bin auch ein Israeliter, von dem Samen Abrahams, aus dem Geschlecht Benjamin. Gott hat sein Volk nicht verstoßen, welches er zuvor versehen hat. Oder wisset ihr nicht, was die Schrift sagt von Elia? wie er tritt vor Gott wider Israel und spricht: Herr, sie haben deine Propheten getötet und haben deine Altäre ausgegraben; und ich bin allein über⸗ blieben, und sie stehen mir nach meinem Leben. Aber was sagt ihm die göttliche Antwort? Ich habe mir lassen überbleiben sieben tausend Mann, die nicht haben ihre Kniee gebeuget vor dem Baal. Also gehets auch jetzt zu dieser Zeit mit diesen Überbliebenen nach der Wahl der Gnaden. Ists aber aus Gnaden, so ists nicht aus Ver⸗ dienst der Werke; sonst würde Gnade nicht Gnade sein. Ists aber aus Verdienst der Werke, so ist die Gnade nichts; sonst wäre Verdienst nicht Verdienst. 4. Advent. Vormittags. Epistel. Phil. 4, 4—9.(Der Herr ist nahe.) Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: Freuet euch. Eure Lindigkeit lasset kund sein allen Menschen. Der 16 4. Advent. Herr ist nahe. Sorget nichts; sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist, denn alle Vernunft, be⸗ wahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu! Weiter, lieben Brüder, was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was keusch, was lieblich, was wohl lautet, ist etwa eine Tugend, ist etwa ein Lob, dem denket nach. Welches ihr auch gelernet und empfangen und gehöret und gesehen habt an mir, das tut; so wird der Herr des Friedens mit euch sein. Evangelium. Joh. 1, 19—34.(Die Stimme des Predigers in der Wüste.) Und dies ist das Zeugnis Johannis, da die Juden sandten von Jerusalem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten: Wer bist du? Und er bekannte und leugnete nicht, und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ihn: Was denn? bist du Elias? Er sprach: Ich bins nicht. Bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? daß wir Ant⸗ wort geben denen, die uns gesandt haben. Was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Jesaias ge⸗ sagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern, und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ists, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, des ich nicht wert bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschah zu Bethabara, jenseit des Jordans, da Johannes taufete. Des andern Tages siehet Johannes Jesum zu ihm kommen und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt. Dieser ists, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, welcher vor mir ge⸗ wesen ist; denn er war eher denn ich. Und ich kannte ihn nicht; sondern auf daß er offenbar würde in Israel, darum bin ich kommen, zu taufen mit Wasser. Und Johannes zeugete und sprach: Ich sahe, daß der Geist herabfuhr wie eine Taube vom Himmel und blieb auf ihm. Und ich kannte ihn nicht; aber der mich sandte zu taufen mit Wasser, derselbige sprach zu mir: Uber welchen du sehen wirst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, derselbige ists, der mit dem heiligen Geist taufet. Und ich sahe es und zeugete, daß dieser ist Gottes Sohn. Epistolische Lektion. Offenb. ZJoh. 3, 14—22.(Sch stehe vor der Tür und klopfe an.) Und dem Engel der Gemeine zu Laodicea schreibe: Das saget Amen, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Kreatur —. 5 55..S....‚..‚.ii‚‚‚‚ si 4. Advent. 17 Gottes: Ich weiß deine Werke, daß du weder kalt noch warm bist. Ach daß du halt oder warm wärest! Weil du aber lau bist, und weder kalt noch warm, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde. Du sprichst: Ich bin reich und habe gar satt und darf nichts, und weißest nicht, daß du bist elend und jämmerlich, arm, blind und bloß. Ich rate dir, daß du Gold von mir kaufest, das mit Feuer durch⸗ läutert ist, daß du reich werdest, und weiße Kleider, daß du dich antust, und nicht offenbaret werde die Schande deiner Blöße; und salbe deine Augen mit Augensalbe, daß du sehen mögest. Welche ich lieb habe, die strafe und züchtige ich. So sei nun fleißig und tu Buße. Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. So jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich eingehen und das Abendmahl mit ihm halten, und er mit mir. Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Stuhl zu sitzen; wie ich überwunden habe und bin gesessen mit meinem Bater auf seinem Stuhl. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinen sagt. Oder: Jerem. 23, 1—8.(Man wird ihn nennen Herr, der unsere Gerechtigkeit ist.) Wehe euch Hirten, die ihr die Herde meiner Weide umbringet und zerstreuet! spricht der Herr. Darum spricht der Herr, der Gott Israel, von den Hirten, die mein Volk weiden: Ihr habt meine Herde zerstreuet und verstoßen und nicht besucht. Siehe, ich will euch heim⸗ suchen um eures bösen Wesens willen, spricht der Herr. Und ich will die Übrigen meiner Herde sammeln aus allen Ländern, dahin ich sie verstoßen habe; und will sie wieder bringen zu ihren Hürden, daß sie sollen wachsen und viel werden. Und ich will Hirten über sie setzen, die sie weiden sollen, daß sie sich nicht mehr sollen fürchten, noch erschrecken, noch heimgesucht werden, spricht der Herr. Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, daß ich dem David ein gerecht Gewächs erwechen will; und soll ein König sein, der wohl regieren wird und Recht und Gerechtigkeit auf Erden anrichten. Zu desselbigen Zeit soll Zuda geholfen werden, und Israel sicher wohnen. Und dies wird sein Name sein, daß man ihn nennen wird: Herr, der unsere Ge⸗ rechtigkeit ist. Darum siehe, es wird die Zeit kommen, spricht der Herr. daß man nicht mehr sagen wird: So wahr der Herr lebt, der die Kinder Israel aus Agyptenland geführet hat; sondern: So wahr der Herr lebt, der den Samen des Hauses Israel hat herausgeführet und ge⸗ bracht aus dem Lande der Mitternacht und aus allen Landen, dahin ich sie verstoßen hatte, daß sie in ihrem Lande wohnen sollen. Evangelische Lektion. Matth. 11, 11—19.(Das Himmelreich leidet Gewalt.) Wahrlich, ich sage euch, unter allen, die von Weibern geboren sind, ist nicht auflommen, der größer sei, denn Johannes, der Täufer; 18 4. Advent. der aber der Kleinste ist im Himmelreich, ist größer, denn er. Aber von den Tagen Johannis, des Täufers, bis hieher leidet das Him⸗ melreich Gewalt; und die Gewalt tun, die reißen es zu sich. Denn alle Propheten und das Gesetz haben geweissaget bis auf Zohannem. Und(so ihrs wollt annehmen) er ist Elias, der da soll zukünftig sein. Wer Ohren hat zu hören, der höre. Wem soll ich aber dies Geschlecht vergleichen? Es ist den Kindlein gleich, die an dem Markt sitzen und rufen gegen ihre Gesellen und sprechen: Wir haben euch gepfiffen, und ihr wolltet nicht tanzen: wir haben euch geklaget, und ihr wolltet nicht weinen. Zohannes ist kommen,. aß nicht und trank nicht; so sagen sie: Er hat den Teufel. Des Menschen Sohn ist kommen, isset und trinket; so sagen sie: Siehe, wie ist der Mensch ein Fresser und ein Weinsäufer, der Zöllner und der Sünder Geselle. Und die Weisheit muß sich rechtfertigen lassen von ihren Kindern. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 1. Mos. 49, 8—12.(Sakobs Segen über Juda.) Juda, du bists, dich werden deine Brüder loben. Deine Hand wird deinen Feinden auf dem Halse sein; vor dir werden deines Vaters Kinder sich neigen. ZJuda ist ein junger Löwe. Du bist hoch kommen, mein Sohn, durch große Siege. Er hat niedergekniet und sich gelagert wie ein Löwe, und wie eine Löwin; wer will sich wider ihn auflehnen? Es wird das Zepter von Juda nicht ent⸗ wendet werden, noch ein Meister von seinen Füßen, bis daß der Held komme; und demselben werden die Völker anhangen. Er wird sein Füllen an den Weinstoch binden und seiner Eselin Sohn an den edlen Reben. Er wird sein Kleid in Wein waschen und seinen Mantel in Weinbeerblut. Seine Augen sind rötlicher, denn Wein, und seine Zähne weißer, denn Milch. Lektion aus dem Neuen Testamente. Röm. 11, 16—32.(Gott hat alles beschlossen unter den Unglauben, auf daß er sich aller erbarme.) Ist der Anbruch heilig, so ist auch der Teig heilig; und so die Wurzel heilig ist, so sind auch die Zweige heilig. Ob aber nun etliche von den Zweigen zerbrochen sind, und du, da du ein wilder Olbaum warest, bist unter sie gepfropfet und teilhaftig worden der Wurzel und des Safts im Olbaum: so rühme dich nicht wider die Zweige. Rühmest du dich aber wider sie, so sollst du wissen, daß du die Wurzel nicht trägest, sondern die Wurzel träget dich. So sprichst du: Die Zweige sind zerbrochen, daß ich hineingepfropfet würde. Ist wohl geredet. Sie sind zerbrochen um ihres Unglaubens willen; du stehest aber durch den Glauben. Sei nicht stolz, sondern fürchte dich. Hat Gott der natürlichen Zweige nicht verschonet. 1. Weihnacht. 19 daß er vielleicht dein auch nicht verschone. Darum schau die Güte und den Ernst Gottes: den Ernst an denen, die gefallen sind, die Güte aber an dir, soferne du an der Güte bleibest; sonst wirst du auch abgehauen werden. Und jene, so sie nicht bleiben in dem Unglauben, werden sie eingepfropfet werden; Gott kann sie wohl wieder einpfropfen. Denn so du aus dem Olbaum, der von Natur wild war, bist ausgehauen und wider die Natur in den guten Ol⸗ baum gepfropfet; wieviel mehr werden die natürlichen eingepfropfet in ihren eigenen Olbaum? Ich will euch nicht verhalten, lieben Brüder, dieses Geheimnis, auf daß ihr nicht stolz seid. Blindheit ist Israel eines Teils widerfahren, so lange bis die Fülle der Heiden eingegangen sei, und also das ganze Israel selig werde; wie geschrieben stehet: Es wird kommen aus Zion, der da erlöse und abwende das gottlose Wesen von Jakob; und dies ist mein Testa⸗ ment mit ihnen, wenn ich ihre Sünden werde wegnehmen. Nach dem Evangelio halte ich sie für Feinde um euretwillen; aber nach der Wahl habe ich sie lieb um der Väter willen. Gottes Gaben und Berufung mögen ihn nicht gereuen. Denn gleicher Weise, wie auch ihr nicht habt geglaubet an Gott, nun aber habt ihr Barm⸗ herzigkeit überkommen über ihrem Unglauben; also auch jene haben jetzt nicht wollen glauben an die Barmherzigkeit, die euch wider⸗ fahren ist, auf daß sie auch Barmherzigkeit überkommen. Denn Gott hat alles beschlossen unter den Unglauben, auf daß er sich aller erbarme. 1. Weihnacht. Vormittags. Epistel. Tit. 2, 11—14.(Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes.) Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unsers Heilandes Jesu Christi, der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtigkeit und reinigte ihm selbst ein Voll zum Eigentum, das fleißig wäre zu guten Werken. Evangelium. Luc. 2, 1—20.(Euch ist heute der Heiland geboren.) Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und diese Schatzung war die allererste und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, 20 1. Weihnacht. aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land, zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem; darum, daß er von dem Hause und Ge⸗ schlechte Davids war; auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wichelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihrer Herde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie sürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht; siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Voll widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen. Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten unter einander: Laßt uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kund getan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Mariam und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kind gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegete sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehreten wieder um, preiseten und lobten Gott um alles, das sie gehöret und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. Epistolische Lektion. 1. Joh. 4, 1—6.(Die Liebe, die Gott zu uns hat.) Ihr Lieben, glaubet nicht einem jeglichen Geist, sondern prüfet die Geister, ob sie von Gott sind; denn es sind viel falscher Propheten ausgegangen in die Welt. Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: Ein jeglicher Geist, der da bekennet, daß Jesus Christus ist in das Fleisch kommen, der ist von Gott; und ein jeglicher Geist, der da nicht bekennet, daß Jesus Christus ist in das Fleisch kommen, der ist nicht von Gott. Und das ist der Geist des Widerchrists, von welchem ihr habt gehöret, daß er kommen werde, und ist jetzt schon in der Welt. Kindlein, ihr seid von Gott und habt jene überwunden; denn der in euch ist, ist größer, denn der in der Welt ist. Sie sind von der Welt; darum reden sie von der Welt, und die Welt höret sie. Wir sind von Gott, und wer Gott erkennet, der höret uns; welcher nicht von Gott ist, der höret uns nicht. Daran erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums. irten 5 sie ̃t die heten men: das r da er ist schem der denn von t sie. elcher den 1. Weihnacht. 21 Oder: Micha 4. 1—8.(Der Herr wird König über sie sein.) In den letzten Tagen aber wird der Berg. darauf des Herrn Haus stehet, gewiß sein höher denn alle Berge und über die Hügel erhaben sein. Und die Völker werden herzu laufen, und viel Heiden werden gehen und sagen: Kommt, laßt uns hinauf zum Berge des Herrn gehen und zum Hause des Gottes Jakobs, daß er uns lehre seine Wege, und wir auf seiner Straße wandeln; denn aus Zion wird das Gesetz ausgehen, und des Herrn Wort aus Jerusalem. Er wird unter großen Völkern richten und viel Heiden strafen in fernen Landen. Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Es wird kein Volk wider das andere ein Schwert aufheben, und werden nicht mehr kriegen lernen. Ein jeglicher wird unter seinem Weinstock und Feigenbaum wohnen ohne Scheu; denn der Mund des Herrn Zebaoth hats geredet. Denn ein jeglich Volk wird wandeln im Namen seines Gottes; aber wir werden wandeln im Namen des Herrn, unsers Gottes, immer und ewiglich. Zur selbigen Zeit, spricht der Herr, will ich die Lahme versammeln und die Verstoßene zu Haufe bringen, und die ich ge— plaget habe. Und will die Lahme machen, daß sie Erben haben soll, und die Verstoßene zum großen Voll machen; und der Herr wird König über sie sein auf dem Berge Zion von nun an bis in Ewigkeit. Und du Turm Eder, eine Feste der Tochter Zion, es wird deine güldene Rose kommen, die vorige Herrschaft, das König⸗ reich der Tochter Jerusalem. Evangelische Lektion. Matth. 1, 18—25.(Er wird sein Volk selig machen von ihren Sünden.) Die Geburt Christi war aber also getan. Als Maria, seine Mutter, dem Joseph vertrauet war, ehe er sie heimholete, erfand sichs, daß sie schwanger war von dem heiligen Geist. Joseph aber, ihr Mann, war fromm und wollte sie nicht rügen, gedachte aber sie heimlich zu verlassen. Indem er aber also gedachte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sprach: Joseph, du Sohn David, fürchte dich nicht, Mariam, dein Gemahl, zu dir zu nehmen; denn das in ihr geboren ist, das ist von dem heiligen Heist. Und sie wird einen Sohn gebären, des Namen sollst du Jesus heißen; denn er wird sein Voll selig machen von ihren Sünden. Das ist aber alles geschehen, auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden seinen Namen Emanuel heißen, das ist verdolmetschet, Hott mit uns. Da nun Joseph vom Schlaf erwachte, tat er, wie ihm des Herrn Engel befohlen hatte, und nahm sein Gemahl zu sich. Und erkannte sie nicht, bis sie ihren ersten Sohn gebar, und hieß seinen Namen Jesus. 22 2. Weihnacht. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Micha 5, 1—4.(Er soll aus Bethlehem kommen.) Und du Bethlehem Ephrata, die du klein bist unter den Tau⸗ senden in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, welches Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist. Indes läßt er sie plagen bis auf die Zeit, daß die, so gebären soll, geboren habe; da werden dann die übrigen seiner Brüder wiederkommen zu den Kindern Israel. Er aber wird austreten und weiden in Kraft des Herrn und im Siege des Namens seines Gottes. Und sie werden wohnen; denn er wird zur selbigen Zeit herrlich werden, so weit die Welt ist. Dazu werden wir auch Frieden haben vor dem Assur, der jetzt in unser Land gefallen ist und unsere Tmäne zertreten hat. Denn es werden sieben Hirten und acht ürsten über ihn erwecket werden. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Tim. 3, 14—16.(Kündlich groß ist das gottselige Geheimnis.) Solches schreibe ich dir und hoffe, aufs schierste zu dir zu kommen. So ich aber verzöge, daß du wissest, wie du wandeln sollst in dem Hause Gottes, welches ist die Gemeine des lebendigen Gottes, ein Pfeiler und Grundfeste der Wahrheit. Und kündlich groß ist das gottselige Geheimnis: Gott ist offenbaret im Fleisch, gerechtfertiget im Geist, erschienen den Engeln, geprediget den Heiden, geglaubet von der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit. 2. Weihnacht. Vormittags. Epistel. Hebr. 1. 1—14.(Gott hat am letzten geredet durch den Sohn.) Nachdem vor Zeiten Gott manchmal und mancherlei Weise ge⸗ redet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er am letzten in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, welchen er gesetzt hat zum Erben über alles, durch welchen er auch die Welt gemacht hat; welcher, sintemal er ist der Glanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat gemacht die Reinigung unserer Sünden durch sich selbst, hat er sich gesetzt zu der Rechten der Majestät in der Höhe, so viel besser worden, denn die Engel, so gar viel einen höhern Namen er vor ihnen ererbet hat. Denn zu welchem Engel hat er jemals gesagt: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeuget? SSꝗDS.i‚‚s‚‚˖Ne‚t. —...—....———..——6‚...—p......————2—— A—.„— Tau⸗ Herr vesen zären rüder treten seines Zeit ieden insere acht nnis.) nmen. dem 5, ein t das ertiget laubet hat er euget? 2. Weihnacht. 23 Und abermal: Ich werde sein Vater sein, und er wird mein Sohn sein. Und abermal, da er einführet den Erstgebornen in die Welt, spricht er: Und es sollen ihn alle Gottes Engel anbeten. Von den Engeln spricht er zwar: Er macht seine Engel Geister und seine Diener Feuerflammen; aber von dem Sohn: Gott, dein Stuhl währet von Ewigkeit zu Ewigkeit, das Zepter deines Reichs ist ein richtiges Zepter: du hast geliebet die Gerechtigkeit und gehasset die Ungerechtigkeit; darum hat dich, o Gott, gesalbet dein Gott mit dem Ole der Freuden über deine Genossen. Und: Du, Herr, hast von Anfang die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk; dieselbigen werden vergehen; du aber wirst bleiben; und sie werden alle veralten wie ein Kleid, und wie ein Gewand wirst du sie wandeln, und sie werden sich verwandeln; du aber bist derselbige, und deine Sahre werden nicht aufhören. Zu welchem Engel aber hat er jemals gesagt: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße? Sind sie nicht allzumal dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst, um der willen, die ererben sollen die Seligkeit? Evangelium. Joh. 1, 1—18.(Das Wort ward Fleisch.) Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbige war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbige gemacht, und ohne dasselbige ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheinet in der Finsternis, und die Finsternisse habens nicht begriffen. Es war ein Mensch, von Gott gesandt, der hieß Johannes. Derselbige kam zum Zeugnis, daß er von dem Licht zeugete, auf daß sie alle durch ihn glaubeten. Er war nicht das Licht, sondern daß er zeugete von dem Licht. Das war das wahrhaftige Licht, welches alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbige gemacht, und die Welt kannte es nicht. Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, die an seinen Namen glauben. Welche nicht von dem Geblüt, noch von dem Willen des Fleisches, noch von dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind. Und das Wort ward Fleisch und wohnete unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlich⸗ keit als des eingebornen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahr⸗ heit. Johannes zeuget von ihm, ruft und spricht: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Nach mir wird kommen, der vor mir gewesen ist; denn er war eher denn ich. Und von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade. Denn das Gesetz ist durch Mosen gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Zesum Christum worden. Niemand hat Gott je gesehen. Der eingeborne Sohn, der in des Baters Schoß ist, der hat es uns verkündiget. 24 2. Weihnacht. Epistolische Lektion. Röm. 8, 28—39.(Wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken.) Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Denn welche er zuvor versehen hat, die hat er auch verordnet, daß sie gleich sein sollten dem Ebenbilde seines Sohns, auf daß derselbige der Erst⸗ geborne sei unter vielen Brüdern. Welche er aber verordnet hat, die hat er auch berufen; welche er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; welche er aber hat gerecht gemacht, die hat er auch herrlich gemacht. Was wollen wir denn hiezu sagen? Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? Welcher auch seines eigenen Sohnes nicht hat verschonet, sondern hat ihn für uns alle dahin gegeben: wie sollt er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hie, der da gerecht macht. Wer will verdammen? Christus ist hie, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes und vertritt uns. Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Trübsal, oder Angst, oder Verfolgung, oder Hunger, oder Blöße, oder Fährlichkeit, oder Schwert? Wie geschrieben stehet: Um deinet⸗ willen werden wir getötet den ganzen Tag; wir sind geachtet für Schlachtschafe. Aber in dem allen überwinden wir weit um des willen, der uns geliebet hat. Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentum noch Gewalt, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch keine andere Kreatur mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm Herrn. Oder: Jes. 49, 1—13.(Das Heil bis an der Welt Ende.) Höret mir zu, ihr Inseln, und ihr Völker in der Ferne, merket auf. Der Herr hat mir gerufen von Mutterleibe an; er hat meines Namens gedacht, da ich noch in Mutterleibe war; und hat meinen Mund gemacht wie ein scharf Schwert, mit dem Schatten seiner Hand hat er mich bedeckt. Er hat mich zum reinen Pfeil gemacht und mich in seinen Köcher gestecht; und spricht zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, durch welchen ich will gepreiset werden. Ich aber dachte, ich arbeitete vergeblich und brächte meine Kraft umsonst und unnützlich zu; wiewohl meine Sache des Herrn, und mein Amt meines Gottes ist. Und nun spricht der Herr, der mich von Mutter⸗ leibe an zu seinem Knechte bereitet hat, daß ich soll Jakob zu ihm bekehren, auf daß Israel nicht weggeraffet werde; darum bin ich vor dem Herrn herrlich, und mein Gott ist meine Stärke und spricht: Es ist ein Geringes, daß du mein Knecht bist, die Stämme Jakobs aufzurichten und das Verwahrlosete in Israel wieder zu bringen; sondern ich habe dich auch zum Licht der Heiden gemacht, daß du seiest mein Heil bis an der Welt Ende. So spricht der Herr, der Erlöser Israel, sein Heiliger, zu der verachteten Seele, zu dem Volh, SHHE SE SDD‚‚tt‚‚‚‚‚‚.. eja S.= 2. Weihnacht. des man Greuel hat, zu dem Knechte, der unter den Tyrannen ist: Könige sollen sehen und aufstehen, und Fürsten sollen anbeten um des Herrn willen, der treu ist, um des Heiligen in Israel willen, der dich erwählet hat. So spricht der Herr: Ich habe dich erhöret zur gnädigen Zeit und habe dir am 92 7 des Heils geholfen; und habe dich behütet und zum Bund unter das Voll gestellet, daß du das Land aufrichtest und die verstörten Erbe einnehmest; zu sagen den Ge⸗ fangenen: Gehet heraus; und zu denen in Finsternis: Kommt hervor; daß sie am Wege sich weiden und auf allen Hügeln ihre Weide haben. Sie werden weder hungern noch dürsten, sie wird keine Hitze noch Sonne stechen; denn ihr Erbarmer wird sie führen und wird sie an die Wasserquellen leiten. Ich will alle meine Berge zum Wege machen, und meine Pfade sollen gebahnet sein. Siehe, diese werden von ferne kommen, und siehe, jene von Mitternacht, und diese vom Meer, und diese vom Lande Sinim. Zauchzet, ihr Himmel, freue dich, Erde, lobet, ihr Berge, mit Jauchzen; denn der Herr hat sein Volk getröstet und erbarmet sich seiner Elenden. Evangelische Lektion. Joh. 6, 32—39.(Das Brot vom Himmel.) Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich,‚ wahrlich, ich sage euch, Moses hat euch nicht Brot vom Himmel gegeben; sondern mein Bater gibt euch das rechte Brot vom Himmel. Denn dies ist das Brot Gottes, das vom Himmel kommt und gibt der Welt das Leben. Da sprachen sie zu ihm: Herr, gib uns allewege solch Brot. Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubet, den wird nimmermehr dürsten. Aber ich habs euch gesagt, daß ihr mich gesehen habt und glaubet doch nicht. Alles was mir mein Bater gibt, das kommt zu mir; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. Denn ich bin vom Himmel kommen, nicht, daß ich meinen Willen tue, sondern des, der mich gesandt hat. Das ist aber der Wille des Vaters, der mich gesandt hat, daß ich nichts verliere von allem, das er mir gegeben hat, sondern, daß ichs auf⸗ erwecke am jüngsten Tage. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 2. Sam. 7, 1—13.(Der Tempelbau durch Davids Sohn.) Da nun der König in seinem Hause saß, und der Herr ihm Ruhe gegeben hatte von allen seinen Feinden umher, sprach er zu dem Propheten Nathan: Siehe, ich wohne in einem Cedern⸗Hause, und die Lade Gottes wohnet unter den Teppichen. Nathan sprach zu dem Könige: Gehe hin, alles, was du in deinem Herzen hast, das tue; denn der Herr ist mit dir. Des Nachts aber kam das Wort des Herrn zu Nathan und sprach: Gehe hin und sage zu meinem 26 2. Weihnacht. Knechte David: So spricht der Herr: Solltest du mir ein Haus bauen, daß ich drinnen wohnete? Hab ich doch in keinem Hause gewohnet, seit dem Tage, da ich die Kinder Israel aus Agypten führete, bis auf diesen Tag: sondern ich habe gewandelt in der Hütte und Wohnung. Wo ich mit allen Kindern Israel hinwandelte, hab ich auch je geredet mit irgend der Stämme Israel einem, denen ich befohlen habe, mein Volk Israel zu weiden, und gesagt: Warum bauet ihr mir nicht ein Cedern⸗Haus? So sollst du nun sagen zu meinem Knechte David: So spricht der Herr Zebaoth: Ich habe dich genommen von den Schafhürden, daß du sein solltest ein Fürst über mein Voll Israel; und bin mit dir gewesen, wo du hingegangen bist, und habe alle deine Feinde vor dir ausgerottet und habe dir einen großen Namen gemacht, wie der Name der Großen auf Erden. Und ich will meinem Voll Israel einen Ort setzen und will es pflanzen, daß es daselbst wohne, und es nicht mehr in der Irre gehe, und es die Kinder der Bosheit nicht mehr drängen, wie vorhin und seit der Zeit ich Richter über mein Volh Israel verordnet habe; und will dir Ruhe geben von allen deinen Feinden. Und der Herr verkündigt dir, daß der Herr dir ein Haus machen will. Wenn nun deine Zeit hin ist, daß du mit deinen Bätern schlafen liegest, will ich deinen Samen nach dir erwecken, der von deinem Leibe kommen soll, dem will ich sein Reich bestätigen. Der soll meinem Namen ein Haus bauen, und ich will den Stuhl seines Königreichs bestätigen ewiglich. Lektion aus dem Neuen Testamente. Hebr. 2, 3—18.(Er mußte allerdinge seinen Brüdern gleich werden.) Wie wollen wir entfliehen, so wir eine solche Seligkeit nicht achten? welche, nachdem sie erstlich geprediget ist durch den Herrn. ist sie auf uns kommen durch die, so es gehöret haben; und Gott hat ihr Zeugnis gegeben mit Zeichen, Wundern und mancherlei Hräften und mit Austeilung des heiligen Geistes nach seinem Willen. Denn er hat nicht den Engeln untergetan die zukünftige Welt, davon wir reden. Es bezeuget aber einer an einem Ort und spricht: Was ist der Mensch, daß du sein gedenkest, und des Menschen Sohn, daß du ihn heimsuchest? Du hast ihn eine kleine Zeit der Engel mangeln lassen; mit Preis und Ehren hast du ihn gekrönet und hast ihn gesetzt über die Werke deiner Hände; alles hast du unter⸗ tan zu seinen Füßen. In dem, daß er ihm alles hat untertan, hat er nichts gelassen, das ihm nicht untertan sei; jetzt aber sehen wir noch nicht, daß ihm alles untertan sei. Den aber, der eine hleine Zeit der Engel gemangelt hat, sehen wir, daß es Jesus ist, durch Seiden des Todes gekrönet mit Preis und Ehren, auf daß er von Gottes Gnaden für alle den Tod schmechete. Denn es ziemete dem, um des willen alle Dinge sind und durch den alle Dinge sind, der da viel Kinder hat zur Herrlichkeit geführet, daß er den Herzog ihrer Seligkeit durch Leiden vollkommen machte. Sintemal sie alle Sonntag nach Weihnacht. 27 von Einem kommen, beide der da heiliget und die da geheiliget werden. Darum schämet er sich auch nicht, sie Brüder zu heißen, und spricht: Ich will verkündigen deinen Namen meinen Brüdern und mitten in der Gemeine dir Lob singen. Und abermal: Ich will mein Vertrauen auf ihn setzen. Und abermal: Siehe da, ich und die Kinder, welche mir Gott gegeben hat. Nachdem nun die Kinder Fleisch und Blut haben, ist ers gleichermaßen teilhaftig worden, auf daß er durch den Tod die Macht nehme dem, der des Todes Gewalt hatte, das ist dem Teufel, und erlösete die, so durch Furcht des Todes im ganzen Leben Knechte sein mußten. Denn er nimmt nirgend die Engel an sich, sondern den Samen Abrahams nimmt er an sich. Daher mußte er aller Dinge seinen Brüdern gleich werden, auf daß er barmherzig würde und ein treuer Hoher⸗ priester vor Gott, zu versöhnen die Sünden des Vollss. Denn darinnen er gelitten hat und versucht ist, kann er helfen denen, die versucht werden. Sonntag nach Weihnacht. Vormittags. Epistel. Apgsch. 6, 8—15 und 7, 54—59.(nd steinigten Stephanum.) Stephanus aber, voll Glaubens und Kräfte, tat Wunder und große Zeichen unter dem Volk. Da stunden etliche auf von der Schule, die da heißet der Libertiner und der Cyrener und der Alexanderer und derer, die aus Cilicia und Asia waren, und be⸗ fragten sich mit Stephano. Und sie vermochten nicht wider zu stehen der Weisheit und dem Geiste, aus welchem er redete. Da richteten sie zu etliche Männer, die sprachen: Wir haben ihn gehöret Läster⸗ worte reden wider Mosen und wider Gott. Und bewegten das Volk und die Altesten und die Schriftgelehrten und traten herzu und rissen ihn hin und führeten ihn vor den Rat; und stelleten falsche Zeugen dar, die sprachen: Dieser Mensch höret nicht auf, zu reden Lästerworte wider diese heilige Stätte und das Gesetz. Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören und ändern die Sitten, die uns Moses gegeben hat. Und sie sahen auf ihn alle, die im Rat saßen, und sahen sein Angesicht, wie eines Engels Angesicht. Da sie solches höreten, gings ihnen durchs Herz und bissen die Zähne zusammen über ihn. Als er aber voll heiligen Geistes war, sahe er auf gen Himmel und sahe die Oerrlichkeit Gottes und Jesum stehen zur Rechten Gottes und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen. Sie schrien aber laut und hielten ihre Ohren zu und stürmeten einmütiglich zu ihm ein, stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings, der hieß Saulus. Und steinigten Sonntag nach Weihnacht. Stephanum, der anrief und sprach: Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Er kniete aber nieder und schrie laut: Herr, behalte ihnen diese Sünde nicht! Und als er das gesagt, entschlief er. Evangelium. Matth. 23, 34—39.(Zhr habt nicht gewollt.) Darum siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schrift⸗ gelehrte; und derselbigen werdet ihr etliche töten und kreuzigen, und etliche werdet ihr geißeln in euren Schulen und werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der andern; auf daß über euch komme alle das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, von dem Blut an des gerechten Abels bis aufs Blut Zacharias, Barachiä Sohn, welchen ihr getötet habt zwischen dem Tempel und Altar. Wahrlich, ich sage euch, daß solches alles wird über dies Geschlecht kommen. Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigest, die zu dir gesandt sind, wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt. Siehe, euer Haus soll euch wüste gelassen werden. Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprechet: Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn! Epistolische Lektion. ZJudä 17—25.(Erbauet euch auf euern allerheiligsten Glauben.) Ihr aber, meine Lieben, erinnert euch der Worte, die zuvor gesagt sind von den Aposteln unsers Herrn Zesu Christi; da sie euch sagten, daß zu der letzten Zeit werden Spötter sein, die nach ihren eigenen Lüsten des gottlosen Wesens wandeln. Diese sind, die da Rotten machen, Fleischliche, die da keinen Geist haben. Ihr aber, meine Lieben, erbauet euch auf euern allerheiligsten Glauben, durch den heiligen Geist, und betet, und behaltet euch in der Liebe Gottes und wartet auf die Barmherzigkeit unsers Herrn Zesu Christi zum ewigen Leben. Und haltet diesen Unterschied, daß ihr euch etlicher erbarmet, etliche aber mit Furcht selig machet und rüchet sie aus dem Feuer; und hasset den befleckten Rock des Fleisches. Dem aber, der euch kann behüten ohne Fehl und stellen vor das Angesicht seiner Herr⸗ lichkeit unsträflich mit Freuden, dem Gott, der allein weise ist, unserm Heilande, sei Ehre und Majestät und Gewalt und Macht nun und zu aller Ewigkeit! Amen. Evangelische Lehtion. Joh. 8, 12—19.(3ch bin das Licht der Welt.) Da redete Jesus abermal zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolget, der wird nicht wandeln in Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. Da sprachen die Pharisäer zu ihm: Du zeugest von dir selbst; dein Zeugnis ist SDIEetee Sonntag nach Weihnacht. nicht wahr. ZJesus antwortete und sprach zu ihnen: So ich von mir selbst zeugen würde, so ist mein Zeugnis wahr; denn ich weiß, von wannen ich kommen bin, und wo ich hingehe; ihr aber wisset nicht, von wannen ich komme, und wo ich hingehe. Ihr richtet nach dem Fleisch; ich richte niemand. So ich aber richte, so ist mein Gericht recht; denn ich bin nicht allein, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat. Auch stehet in eurem Gesetze geschrieben, daß zweier Menschen Zeugnis wahr sei. Ich bins, der ich von mir selbst zeuge; und der Bater, der mich gesandt hat, zeuget auch von mir. Da sprachen sie zu ihm: Wo ist dein Vater? Zesus antwortete: Ihr kennet weder mich, noch meinen Vater; wenn ihr mich kennetet, so kennetet ihr auch meinen Vater. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jes. 12.(Der Herr ist meine Stärke und mein Heil.) Zu derselbigen Zeit wirst du sagen: Ich danke dir, Herr, daß du zornig bist gewesen über mich, und dein Zorn sich gewendet hat, und tröstest mich. Siehe, Gott ist mein Heil, ich bin sicher und fürchte mich nicht; denn Gott der Herr ist meine Stärke und mein Psalm und ist mein Heil. Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus dem Heilsbrunnen. Und werdet sagen zur selbigen Zeit: Banket dem Herrn, prediget seinen Namen, macht kund unter den Völkern sein Tun, verkündiget, wie sein Name so hoch ist. Lobsinget dem Herrn, denn er hat sich herrlich beweiset; solches sei kund in allen Landen. Jauchze und rühme, du Einwohnerin zu Zion; denn der Heilige Israels ist groß bei dir. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2.Kor. 1,3—20.(Alle Gottes Verheißungen sind in ihm Za und Amen.) Gelobet sei Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der Bater der Barmherzigkeit und Gott alles Trostes, der uns tröstet in aller unserer Trübsal, daß wir auch trösten können, die da sind in allerlei Trübsal, mit dem Trost, damit wir getröstet werden von Gott. Denn gleichwie wir des Leidens Christi viel haben, also werden wir auch reichlich getröstet durch Christum. Wir haben aber Trübsal oder Trost, so geschieht es euch zu gut. Ists Trüb⸗ sal, so geschieht es euch zu Trost und Heil; welches Heil beweiset sich, so ihr leidet mit Geduld, dermaßen, wie wir leiden. Ists Trost, so geschieht es euch auch zu Trost und Heil. Und stehet unsere Hoffnung fest für euch, dieweil wir wissen, daß, wie ihr des Leidens teilhaftig seid, so werdet ihr auch des Trostes teilhaftig sein. Denn wir wollen euch nicht verhalten, lieben Brüder, unsere Trüb⸗ sal, die uns in Asien widerfahren ist, da wir über die Maße be⸗ schweret waren und über Macht, also, daß wir uns auch des Lebens Neujahr. erwegten und bei uns beschlossen hatten, wir müßten sterben. Das geschah aber darum, daß wir unser Vertrauen nicht auf uns selbst stelleten, sondern auf Gott, der die Toten auferwecket, welcher uns von solchem Tode erlöset hat und noch täglich erlöset; und hoffen auf ihn, er werde uns auch hinfort erlösen, durch Hülfe eurer Für⸗ bitte für uns; auf daß über uns für die Gabe, die uns gegeben ist, durch viel Personen viel Danks geschehe. Denn unser Ruhm ist der, nämlich das Zeugnis unsers Gewissens, daß wir in Einfältig⸗ keit und göttlicher Lauterkeit, nicht in fleischlicher Weisheit, sondern in der Gnade Gottes auf der Welt gewandelt haben, allermeist aber bei euch. Denn wir schreiben euch nichts anderes, denn das ihr leset und auch befindet. Ich hoffe aber, ihr werdet uns auch bis ans Ende also befinden, gleichwie ihr uns zum Teil befunden habt. Denn wir sind euer Ruhm, gleichwie auch ihr unser Ruhm seid auf des Herrn JZesu Tag. Und auf solch Vertrauen gedachte ich jenes Mal zu euch zu kommen, auf daß ihr abermal eine Wohltat empfinget, und ich durch euch in Macedonien reisete und wiederum aus Macedonien zu euch käme und von euch geleitet würde in Judäam. Hab ich aber einer Leichtfertigkeit gebrauchet, da ich solches gedachte? oder sind meine Anschläge fleischlich? Nicht also, sondern bei mir ist Ja Ja, und RMein ist Nein. Aber, o ein treuer Gott, daß unser Wort an euch nicht Ja und Nein gewesen ist. Denn der Sohn Gottes, ZJesus Christus, der unter euch durch uns ge⸗ prediget ist, durch mich und Silvanum und Timotheum, der war nicht Za und Nein, sondern es war Za in ihm. Denn alle Gottes Berheißungen sind Za in ihm und sind Amen in ihm, Gott zu Lobe durch uns. Neujahr. Vormittags. Epistel. Gal. 3. 23—4, 7.(Shr seid allzumal Einer in Christo.) Ehe denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahret und verschlossen auf den Glauben, der da sollte offenbaret werden. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Christo Jesu, denn wie viel euer getauft sind, die haben Christum angezogen. Hie ist kein Jude noch Grieche, hie ist kein Knecht noch Freier, hie ist kein Mann noch Weib; denn ihr seid allzumal Einer in Christo Jesu. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Samen und nach der Verheißung Erben. Ich sage aber, so lange der Erbe ein Kind ist, so ist unter ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vor⸗ mündern und Pflegern, bis auf die bestimmte Zeit vom Vater. „V= 5I.—-— — · 82 SES · CE Neujahr. 31 Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Satzungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe und unter das Gesetz getan, auf daß er die, so unter dem Gesetz waren, erlösete, daß wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Geist seines Sohns in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater! Also ist nun hie kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sinds aber Kinder, so sinds auch Erben Gottes durch Christum. Evangelium. Luc. 2, 21.(Da ward sein Name genannt Zesus.) Und da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genannt Jesus, welcher genannt war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen ward. Epistolische Lektion. Psalm 33.(Singet dem Herrn ein neues Lied.) Freut euch des Herrn, ihr Gerechten; die Frommen sollen ihn schön preisen. Danket dem Herrn mit Harfen und lobsinget ihm auf dem Psalter von zehn Saiten. Singet ihm ein neues Lied, machet es gut auf Saitenspielen mit Schalle. Denn des Herrn Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiß. Er liebet Gerechtigkeit und Gericht. Die Erde ist voll der Güte des Herrn. Der Himmel ist durchs Wort des Herrn gemacht, und all sein Heer durch den Geist seines Mundes. Er hält das Wasser im Meer zusammen, wie in einem Schlauch, und legt die Tiefe ins Verborgene. Alle Welt fürchte den Herrn, und vor ihm scheue sich alles, was auf dem Erdboden wohnet. Denn so er spricht, so geschiehts, so er gebeut, so stehets da. Der Herr macht zu nichte der Heiden Rat und wendet die Gedanken der Bölker. Aber der Rat des Herrn bleibet ewiglich, seines Herzens Gedanken für und für. Wohl dem Volk, des der Herr ein Gott ist; das Volk, das er zum Erbe erwählet hat. Der Herr schauet vom Himmel und siehet aller Menschen Kinder. Von seinem festen Thron siehet er auf alle, die auf Erden wohnen. Er lenket ihnen allen das Herz, er merket auf alle ihre Werke. Einem Könige hilft nicht seine große Macht, ein Riese wird nicht errettet durch seine große Kraft. Rosse helfen auch nicht, und ihre große Stärke errettet nicht. Siehe, des Herrn Auge siehet auf die, so ihn. fürchten, die auf seine Güte hoffen, daß er ihre Seele errette vom Tode und ernähre sie in der Teurung. Unsere Seele harret auf den Herrn, er ist unsere Hülfe und Schild. Denn unser Herz freuet sich sein, und wir krauen auf seinen heiligen Ramen. Deine Güte, Herr, sei über uns, wie wir auf dich hoffen. Neujahr. Evangelische Lektion. Lue. 4, 16—21.(Das angenehme Jahr des Herrn.) Und er kam gen Nazareth, da er erzogen war, und ging in die Schule nach seiner Gewohnheit am Sabbattage und stund auf und wollte lesen. Da ward ihm das Buch des Propheten Zesaias gereicht. Und da er das Buch herumwarf, fand er den Ort, da geschrieben stehet: Der Geist des Herrn ist bei mir, derhalben er mich gesalbet hat und gesandt, zu verkündigen das Evangelium den Armen, zu heilen die zerstoßenen Herzen, zu predigen den Gefangenen, daß sie los sein sollen, und den Blinden das Gesicht und den Zerschlagenen, daß sie frei und ledig sein sollen, und zu predigen das angenehme Jahr des Herrn. Und als er das Buch zutat, gab ers dem Diener und setzte sich. Und aller Augen, die in der Schule waren, sahen auf ihn. Und er fing an zu sagen zu ihnen: Heute ist diese Schrift erfüllet vor euren Ohren. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 67.(Es wolle Gott uns gnädig sein.) Gott sei uns gnädig und segne uns; er lasse uns sein Antlitz leuchten. Sela. Daß wir auf Erden erkennen seinen Weg, unter allen Heiden sein Heil. Es danken dir, Gott, die Völker; es danken dir alle Bölker. Die Völker freuen sich und jauchzen, daß du die Leute recht richtest und regierest die Leute auf Erden. Sela. Es danken dir, Gott, die Völhker; es danken dir alle Bölker. Das Land gibt sein Gewächs. Es segne uns Gott, unser Gott. Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Tim. 6, 13—19.(Die Hoffnung auf den lebendigen Gott.) Ich gebiete dir vor Gott, der alle Dinge lebendig macht, und vor Christo Jesu, der unter Pontio Pilato bezeuget hat ein gut Bekenntnis, daß du haltest das Gebot ohne Flechen, untadelig, bis auf die Erscheinung unsers Herrn Jesu Christi, welche wird zeigen zu seiner Zeit der Selige und allein Gewaltige, der König aller Könige und Herr aller Herren; der allein Unsterblichkeit hat; der da wohnet in einem Lichte, da niemand zukommen kann; welchen kein Mensch gesehen hat noch sehen kann; dem sei Ehre und ewiges Reich! Amen. Den Reichen von dieser Welt gebeut, daß sie nicht stolz seien, auch nicht hoffen auf den ungewissen Reichtum, sondern auf den lebendigen Gott, der uns dargibt reichlich allerlei zu ge⸗ nießen; daß sie gutes tun, reich werden an guten Werken, gerne geben, behülflich seien, Schätze sammeln, ihnen selbst einen guten Grund aufs Zukünftige, daß sie ergreifen das ewige Leben. die nd ht. en Het zu sie n, ne ler en ift Epiphanias. Vormittags. Epistel. Tit. 3. 3—8.(Die Freundlichkeit Gottes, unsers Heilandes.) Denn wir waren auch weiland unweise, ungehorsam, irrig, dienend den Lüsten und mancherlei Wollüsten und wandelten in Bosheit und Neid und hasseten uns unter einander. Da aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes, unsers Heilandes; nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit machte er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christ, unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens nach der Hoffnung; das ist je gewißlich wahr. Solches will ich, daß du fest lehrest, auf daß die, so an Gott gläubig sind worden, in einem Stand guter Werke funden werden. Solches ist gut und nütze den Menschen. Oder: Jes. 60, 1—6.(Dein Licht kommt.) Mache dich auf, werde Licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich, und Dunkel die BVölker; aber über dir gehet auf der Herr, und seine Herrlichhkeit erscheinet über dir. Und die Heiden werden in deinem Lichte wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf und siehe umher: Diese alle versammelt kommen zu dir. Deine Söhne werden von serne kommen, und deine Töchter zur Seite erzogen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wenn sich die Menge am Meer zu dir betehret, und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Kamele wird dich bedechen, die Läufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen und des Herrn Lob verkündigen. Evangelium. Matth. 2, 1—12.(Die Weisen vom Morgenlande.) Da Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodis, siehe, da kamen die Weisen vom Morgen⸗ land gen Zerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind kommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörete, erschrak er und mit ihm das ganze Jerusalem; und ließ versammeln alle Hohepriester und Schriftgelehrten unter dem Volk und erforschete von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: 3 34 Epiphanias. Zu Bethlehem im jüdischen Lande. Denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du Bethlehem im jüdischen Lande bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Juda; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Voll Israel ein Herr sei. Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernete mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre; und weisete sie gen Bethlehem und sprach: Ziehet hin und forschet fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihrs findet, so saget mirs wieder, daß ich auch komme und es anbete. Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam und stund oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreuet und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken. Und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Epistolische Lektion. Ephes. 2, 1—12.(Ihr waret ohne Gott in der Welt.) Und auch euch, da ihr tot waret durch Übertretungen und Sünden, in welchen ihr weiland gewandelt habt nach dem Lauf dieser Welt und nach dem Fürsten, der in der Luft herrschet, nämlich nach dem Geist, der zu dieser Zeit sein Werk hat in den Kindern des Un⸗ glaubens; unter welchen wir auch alle weiland unsern Wandel gehabt haben in den Lüsten unsers Fleisches und taten den Willen des Fleisches und der Vernunft und waren auch Kinder des Zorns von Natur, gleichwie auch die andern. Aber Gott, der da reich ist von Barmherzigkeit, durch seine große Liebe, damit er uns geliebet hat, da wir tot waren in den Sünden, hat er uns samt Christo lebendig gemacht(denn aus Gnade seid ihr selig worden) und hat uns samt ihm auferwechet und samt ihm in das himmlische Wesen gesetzt in Ehristo Jesu, auf daß er erzeigete in den zukünftigen Zeiten den überschwenglichen Reichtum seiner Gnade durch seine Güte über uns in Christo Jesu. Denn aus Gnade seid ihr selig worden durch den Glauben; und dasselbige nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus den Werken, auf daß sich nicht jemand rühme. Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christo Jesu zu guten Werken, zu welchen Gott uns zuvor bereitet hat, daß wir darinnen wandeln sollen. Darum gedenket daran, daß ihr, die ihr weiland nach dem Fleisch Heiden gewesen seid und die Vorhaut genannt wurdet von denen, die genannt sind die Beschneidung nach dem Fleisch, die mit der Hand geschieht, daß ihr zu derselbigen Zeit waret ohne Christum, sremde und außer der Bürgerschaft Israel und fremde von den Testamenten der Verheißung; daher ihr keine Hoffnung hattet und waret ohne Gott in der Welt wie ben bist soll sei. von hem und und hin. ging das und einer hätze Sott odes and. iden, Welt dem Un⸗ ehabt des von tvon hat, endig samt tzt in den runs h den nicht r sind elchen sollen. Fleisch denen, it der istum, n den t und Epiphanias. 35 Oder: Zes. 42, 1—12.(Er wird das Recht unter die Heiden bringen.) Siehe, das ist mein Knecht, ich erhalte ihn; und mein Aus⸗ erwählter, an welchem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe ihm meinen Geist gegeben, er wird das Recht unter die Heiden bringen. Er wird nicht schreien noch rufen, und seine Stimme wird man nicht hören auf den Gassen. Das zerstoßene Rohr wird er nicht zerbrechen, und das glimmende Docht wird er nicht auslöschen. Er wird das Recht wahrhaftiglich halten lehren. Er wird nicht mürrisch noch greulich sein, auf daß er auf Erden das Recht anrichte; und die Inseln werden auf sein Gesetz warten. So spricht Gott, der Herr, der die Himmel schaffet und ausbreitet, der die Erde macht und ihr Gewächse, der dem Voll, so drauf ist, den Odem gibt und den Geist denen, die drauf gehen: Ich, der Herr, habe dir gerufen mit Gerechtigkeit und habe dich bei deiner Hand gefasset und habe dich behütet und habe dich zum Bund unter das Volk gegeben, zum Licht der Heiden; daß du sollst öffnen die Augen der Blinden und die Gefangenen aus dem Gefängnis führen und die da sitzen in Finsternis, aus dem Kerker. Ich, der Herr, das ist mein Name: und will meine Ehre keinem andern geben, noch meinen Ruhm den Götzen. Siehe, was kommen soll, verkündige ich zuvor und verkündige Neues; ehe denn es aufgehet, lasse ichs euch hören. Singet dem Herrn ein neues Lied, sein Ruhm ist an der Welt Ende; die im Meer fahren, und was drinnen ist, die Inseln, und die drinnen wohnen. Rufet laut, ihr Wüsten, und die Städte drinnen, samt den Dörfern, da Kedar wohnet. Es jauchzen, die in Felsen wohnen, und rufen von den Höhen der Berge. Lasset sie dem Herrn die Ehre geben und seinen Ruhm in den Inseln verkündigen. Evangelische Lektion. Matth. 3. 13—17.(Die Stimme vom Himmel.) Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johanne, daß er sich von ihm taufen ließe. Aber Johannes wehrete ihm und sprach: Ich bedarf wohl, daß ich von dir getauft werde, und du kommest zu mir? Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Laß jetzt also sein; also gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ ers ihm zu. Und da Jesus getauft war, stieg er bald herauf aus dem Wasser; und siehe, da tat sich der Himmel auf über ihm. Und Johannes sah den Geist Gottes, gleich als eine Taube, herab fahren und über ihn kommen. Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 1. Könige 19, 1—18.(Elias auf Horeb.) Und Ahab sagte Isebel an alles, was Elia getan hatte, und wie er hätte alle Propheten Baals mit dem Schwert erwürget. 36 Epiphanias. Da sandte Isebel einen Boten zu Elia und ließ ihm sagen! Die Götter tun mir dies und das, wo ich nicht morgen um diese Zeit deiner Seele tue, wie dieser Seelen einer. Da er das sahe, machte er sich auf und ging, wo er hin wollte, und kam gen Berseba in Juda und ließ seinen Knaben daselbst. Er aber ging hin in die Wüste eine Tagreise und kam hinein und setzte sich unter eine Wacholder und bat, daß seine Seele stürbe, und sprach: Es ist genug, so nimm nun, Herr, meine Seele; ich bin nicht besser, denn meine Bäter. Und legte sich und schlief unter der Wacholder. Und siehe, der Engel rührete ihn und sprach zu ihm: Stehe auf und iß. Und er sahe sich um, und siehe, zu seinen Häupten lag ein geröstet Brot und eine Kanne mit Wasser. Und da er gegessen und getrunken hatte, legte er sich wieder schlafren. Und der Engel des Herrn kam zum andernmal wieder und rührete ihn und sprach: Stehe auf und iß; denn du hast einen großen Weg vor dir. Und er stund auf und aß und trank und ging durch Kraft derselben Speise vierzig Tage und vierzig Nächte, bis an den Berg Gottes Horeb: und kam daselbst in eine Höhle und blieb daselbst über Nacht. Und siehe, das Wort des Herrn kam zu ihm und sprach zu ihm: Was machst du hie, Elia? Er sprach: Ich habe geeifert um den Herrn, den Gott Zebaoth; denn die Kinder Israel haben deinen Bund verlassen und deine Altäre zerbrochen und deine Propheten mit dem Schwert erwürget; und ich bin allein überblieben, und sie stehen darnach, daß sie mir mein Leben nehmen. Er sprach: Gehe heraus und tritt auf den Berg vor den Herrn. Und siehe, der Herr ging vorüber, und ein großer, starker Wind, der die Berge zerriß und die Felsen zerbrach, vor dem Herrn her; der Herr aber war nicht im Winde. Nach dem Winde aber kam ein Erdbeben; aber der Den war nicht im Erdbeben. Und nach dem Erdbeben kam ein euer; aber der Herr war nicht im Feuer. Und nach dem Feuer kam ein still sanftes Sausen. Da das Elia hörete, verhüllete er sein Antlitz mit seinem Mantel und ging heraus und trat in die Tür der Höhle. Und siehe, da kam eine Stimme zu ihm und sprach: Was hast du hie zu tun, Elia? Er sprach: Ich habe um den Herrn, den Gott Zebaoth, geeifert; denn die Kinder Israel haben deinen Bund verlassen, deine Altäre zerbrochen, deine Propheten mit dem Schwert erwürget; und ich bin allein überblieben, und sie stehen darnach, daß sie mir das Leben nehmen. Aber der Herr sprach zu ihm: Gehe wiederum deines Weges durch die Wüste gen Damaskus; und gehe hinein und salbe Hasael zum Könige über Syrien und Jehu, den Sohn Nimsi, zum Könige über Israel und Elisa, den Sohn Saphats, von Abel Mehola, zum Propheten an deine Statt. Und soll geschehen, daß, wer dem Schwert Hasaels entrinnet, den soll Zehu töten, und wer dem Schwert ZJehu entrinnet, den soll Elisa töten. Und ich will lassen über⸗ bleiben sieben tausend in Israel, nämlich alle Kniee, die sich nicht gebeuget haben vor Baal, und allen Mund, der ihn nicht gelüsset hat. 1. Sonntag nach Epiphanias. 37 Lektion aus dem Neuen Testamente. Kol. 1, 19—29.(Das von der Welt her verborgene Geheimnis gepredigt unter aller Kreatur.) Denn es ist das Wohlgefallen gewesen, daß in ihm alle Fülle wohnen sollte, und alles durch ihn versöhnet würde zu ihm selbst, es sei auf Erden oder im Himmel, damit, daß er Friede machte durch das Blut an seinem Kreuz durch sich selbst. Und euch, die ihr weiland Fremde und Feinde waret durch die Vernunft in bösen Werken; nun aber hat er euch versöhnet mit dem Leibe seines Fleisches durch den Tod, auf daß er euch darstellete heilig und unsträflich und ohne Tadel vor ihm selbst; so ihr anders bleibet im Glauben gegründet und feste und unbeweglich von der Hoffnung des Evangelii, welches ihr gehöret habt, welches geprediget ist unter aller Kreatur, die unter dem Himmel ist, welches ich, Paulus, Diener worden bin. Nun freue ich mich in meinem Leiden, das ich für euch leide, und erstatte an meinem Fleisch, was noch mangelt an Trübsalen in Christo für seinen Leib, welcher ist die Gemeine; welcher ich ein Diener worden bin, nach dem göttlichen Predigt⸗ amt, das mir gegeben ist unter euch, daß ich das Wort Gottes reichlich predigen soll: nämlich das Geheimnis, das verborgen ge⸗ wesen ist von der Welt her und von den Zeiten her, nun aber offen⸗ baret ist seinen Heiligen; welchen Gott gewollt hat kund tun, welcher da sei der herrliche Reichtum dieses Geheimnisses unter den Heiden, welches ist Christus in euch, der da ist die Hoffnung der Herrlichkeit; den wir verkündigen, und vermahnen alle Menschen und lehren alle Menschen mit aller Weisheit, auf daß wir darstellen einen jeglichen Menschen vollkommen in Christo ZJesu; daran ich auch arbeite und ringe nach der Wirkung des, der in mir kräftiglich wirket. 1. Sonntag nach Epiphanias. Vormittags. Epistel. Röm. 12, 1—6.(Das Opfer, das da lebendig ist.) Ich ermahne euch, lieben Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Hott wohlgefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Berneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, der wohlgefällige und der vollkommene Gotteswille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von ihm halte, denn sichs gebührt zu halten; sondern daß er von ihm mäßiglich halte, ein jeglicher, nach⸗ dem Gott ausgeteilet hat das Maß des Glaubens. Denn gleicher⸗ weise, als wir in Einem Leibe viel Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäft haben; also sind wir viele Ein Leib in Christo; 38 1. Sonntag nach Epiphanias. aber untereinander ist einer des andern Glied, und haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Evangelium. Luc. 2, 41—52.(Sch muß sein in dem, das meines Vaters ist.) Und seine Eltern gingen alle Jahre gen Jerusalem auf das Osterfest. Und da er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem, nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder nach Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Eltern wußtens nicht. Sie meineten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise und suchten ihn unter den Gefreundten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wiederum gen Jerusalem und suchten ihn. Und es begab sich nach dreien Tagen, fanden sie ihn im Tempel sitzen mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete und sie fragete. Und alle, die ihm zuhöreten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn sahen, entsatzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ists, daß ihr mich gesuchet habt? wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstunden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab und kam gen Nazareth und war ihnen untertan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. Epistolische Lektion. 1. Kor. 1, 20—31.(Was töricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählet.) Wo sind die Klugen? wo sind die Schriftgelehrten? wo sind die Weltweisen? Hat nicht Gott die Weisheit dieser Welt zur Tor⸗ heit gemacht? Denn dieweil die Welt durch ihre Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch törichte Predigt selig zu machen die, so daran glauben. Sintemal die Zuden Zeichen fordern, und die Griechen nach Weisheit fragen. Wir aber predigen den gekreuzigten Christum, den Juden ein Argernis und den Griechen eine Torheit. Denen aber, die berufen sind, beide Juden und Griechen, predigen wir Christum, göttliche Kraft und göttliche Weisheit. Denn die göttliche Torheit ist weiser, denn die Menschen sind, und die göttliche Schwachheit ist stärker, denn die Menschen sind. Sehet an, lieben Brüder, euren Beruf: nicht viel Weise nach dem Fleisch, nicht viel Gewaltige, nicht viel Edle sind berufen; sondern was töricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählet, daß er die Weisen zuschanden machte; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählet, daß er zuschanden machte, was stark ist; und das Unedle vor der Welt und das Verachtete hat Gott erwählet, und das da nichts ist, daß er zunichte machte, was etwas ist; auf daß de lei 1. Sonntag nach Epiphanias. sich vor ihm kein Fleisch rühme. Von welchem auch ihr herkommt in Christo ZJesu, welcher uns gemacht ist von Gott zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung, auf daß(wie geschrieben stehet), wer sich rühmet, der rühme sich des Herrn. Evangelische Lektion. Joh. 1, 35—51.(Kommt und sehet es.) Des andern Tags stund abermal Johannes und zween seiner Jünger. Und als er sahe Jesum wandeln, sprach er: Siehe, das ist Hottes Lamm. Und zween seiner Jünger höreten ihn reden und folgeten Jesu nach. Jesus aber wandte sich um und sahe sie nach⸗ folgen und sprach zu ihnen: Was suchet ihr? Sie aber sprachen zu ihm: Rabbi(das ist verdolmetscht: Meister), wo bist du zur Her⸗ berge? Er sprach zu ihnen: Kommt und sehet es. Sie kamen und sahens und blieben denselbigen Tag bei ihm; es war aber um die zehnte Stunde. Einer aus den zween, die von Johanne höreten und Zesu nachfolgeten, war Andreas, der Bruder Simonis Petri. Der⸗ selbige findet am ersten seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias funden(welches ist verdolmetscht: der Ge⸗ salbte). Und führete ihn zu Jesu. Da ihn Zesus sahe, sprach er: Du bist Simon, Jonas Sohn; du sollst Kephas heißen(das wird verdolmetscht: ein Fels). Des andern Tags wollte Jesus wieder in Galiläam ziehen und findet Philippum und spricht zu ihm: Folge mir nach. Philippus aber war von Bethsaida, aus der Stadt Andreas und Petrus. Philippus findet Nathanael und spricht zu ihm: Wir haben den funden, von welchem Moses im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesum, Josephs Sohn von Na⸗ zareth. Und RNathangael sprach zu ihm: Was kann von Razareth Sutes kommen? Philippus spricht zu ihm: Komm und siehe es. Jesus sahe Nathangel zu sich kommen und spricht von ihm: Siehe, ein rechter Israeliter, in welchem kein Falsch ist. Nathanael spricht zu ihm: Woher kennest du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Ehe denn dir Philippus rief, da du unter dem Feigenbaum warest, sahe ich dich. Nathanael antwortet und spricht zu ihm: Rabbi, du bist Gottes Sohn, du bist der König von Israel. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du glaubest, weil ich dir gesagt habe, daß ich dich gesehen habe unter dem Feigenbaum: du wirst noch Größeres denn das sehen. Und spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, von nun an werdet ihr den Himmel offen sehen und die Engel Gottes hinauf und herab fahren auf des Menschen Sohn. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 122.(Ins Haus des Herrn nach Jerusalem.) Ich freue mich des, das mir geredet ist, daß wir werden ins Haus des Herrn gehen; und daß unsere Füße werden stehen in deinen 2. Sonntag nach Epiphanias. Toren, Jerusalem. Jerusalem ist gebauet, daß es eine Stadt sei, da man zusammen kommen soll, da die Stämme hinaufgehen sollen, nämlich die Stämme des Herrn, zu predigen dem Volk Israel, zu danken dem Namen des Herrn. Denn daselbst sitzen die Stühle zum Gericht, die Stühle des Hauses Davids. Wünschet Jerusalem Glück: Es müsse wohl gehen denen, die dich lieben. Es müsse Friede sein inwendig in deinen Mauern und Glück in deinen Palästen. Um meiner Brüder und Freunde willen will ich dir Friede wünschen. Um des Hauses willen des Herrn, unsers Gottes, will ich dein Bestes suchen. Lektion aus dem Neuen Testamente. Hebr. 3, 1—14.(Moses ein Knecht in seinem Hause, Christus ein Sohn über sein Haus.) Derhalben, ihr heiligen Brüder, die ihr mit berufen seid durch den himmlischen Beruf, nehmet wahr des Apostels und Hohen⸗ priesters, den wir bekennen, Christi Jesu, der da treu ist dem, der ihn gemacht hat(wie auch Moses) in seinem ganzen Hause. Dieser aber ist größerer Ehre wert, denn Moses, nachdem der eine größere Ehre am Hause hat, der es bereitet, denn das Haus. Denn ein jeglich Haus wird von jemand bereitet; der aber alles bereitet, das ist Gott. Und Moses zwar war treu in seinem ganzen Hause, als ein Knecht, zum Zeugnis des, das gesagt sollte werden; Christus aber, als ein Sohn über sein Haus; welches Haus sind wir, so wir anders das Vertrauen und den Ruhm der Hoffnung bis ans Ende fest behalten. Darum, wie der heilige Geist spricht: Heute, so ihr hören werdet seine Stimme, so verstocket eure Herzen nicht, als geschah in der Ver⸗ bitterung, am Tage der Versuchung in der Wüste, da mich eure Bäter versuchten; sie prüften mich und sahen meine Werke vierzig Jahre lang; darum ich entrüstet ward über dies Geschlecht und sprach: Immerdar irren sie mit dem Herzen; aber sie wußten meine Wege nicht; daß ich auch schwur in meinem Zorn, sie sollten zu meiner Ruhe nicht kommen. Sehet zu, lieben Brüder, daß nicht jemand unter euch ein arges, ungläubiges Herz habe, das da abtrete von dem lebendigen Gott; sondern ermahnet euch selbst alle Tage, so lange es heute heißt, daß nicht jemand unter euch verstocket werde durch Betrug der Sünde. Denn wir sind Christi teilhaftig worden, so wir anders das angefangene Wesen bis ans Ende fest behalten. 2. Sonntag nach Epiphanias. Vormittags. Epistel. Röm. 12, 6—16.(Mancherlei Gnadengaben in mancherlei Erweisungen)) Und haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Hat jemand Weissagung, so sei sie dem Glauben ähnlich. Hat jemand ein Amt, so warte er des Amts. Lehret jemand, so warte πνπ S&e—. 8 2=— DSESE 2. Sonntag nach Epiphanias. er der Lehre. Ermahnet jemand, so warte er des Ermahnens. Gibt jemand, so gebe er einfältiglich. Regieret jemand so sei er sorgfältig. Übet jemand Barmherzigkeit, so tu ers mit Lust. Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge, was ihr tun sollt. Seid brünstig im Geiste. Schichet euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Notdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch ver⸗ folgen; segnet und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Evangelium. Joh. 2, 1—11.(Das erste Zeichen seiner Herrlichkeit.) Und am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Cana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. ZJesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Zesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Zesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht kommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das tut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasser⸗ krüge gesetzt, nach der Weise der jüdischen Reinigung, und gingen in je einen zwei oder drei Maß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie fülleten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringets dem Speisemeister. Und sie brachtens. Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er ham (die Diener aber wußtens, die das Wasser geschöpft hatten), rufet der Speisemeister dem Bräutigam und spricht zu ihm: Jedermann gibt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken worden sind, alsdann den geringern; du hast den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat, geschehen zu Cana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. Epistolische Lektion. 1. Kor. 2.(Die Beweisung des Geistes und der Kraft.) Und ich, lieben Brüder, da ich zu euch kam. kam ich nicht mit hohen Worten oder hoher Weisheit, euch zu verkündigen die göttliche Predigt. Denn ich hielt mich nicht dafür, daß ich etwas wüßte unter euch ohn allein Jesum Christum, den Gekreuzigten. Und ich war bei euch mit Schwachheit und mit Furcht und mit großem Zittern. Und mein Wort und meine Predigt war nicht in vernünftigen Reden menschlicher Weisheit, sondern in Beweisung des Geistes und der Kraft; auf daß euer Glaube bestehe nicht auf Menschen Weisheit, 4² 2. Sonntag nach Epiphanias. sondern auf Gottes Kraft. Da wir aber von reden, das ist dennoch Weisheit bei den Vollkommenen; nicht eine Weisheit dieser Welt, auch nicht der Obersten dieser Welt, welche vergehen; sondern wir reden von der heimlichen, verborgenen Weisheit Gottes, welche Sott verordnet hat vor der Welt zu unserer Herrlichkeit, welche keiner von den Obersten dieser Welt erkannt hat; denn wo sie die erkannt hätten, hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuziget. Sondern wie geschrieben stehet: Das kein Auge gesehen hat, und kein Ohr gehöret hat, und in keines Menschen Herz kommen ist, das Sott bereitet hat denen, die ihn lieben; uns aber hat es Gott offenbaret durch seinen Geist. Denn der Geist erforschet alle Dinge, auch die Tiefen der Gottheit. Denn welcher Mensch weiß, was im Menschen ist, ohne der Geist des Menschen, der in ihm ist? Also auch weiß niemand, was in Gott ist, ohne der Geist Gottes. Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, daß wir wissen können, was uns von Gott ge⸗ geben ist. Welches wir auch reden, nicht mit Worten, welche menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der Heilige Geist lehret, und richten geistliche Sachen geistlich. Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und kann es nicht erkennen; denn es muß geistlich gerichtet sein. Der Geistliche aber richtet alles und wird von nie⸗ mand gerichtet. Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? oder wer will ihn unterweisen? Wir aber haben Christi Sinn. Evangelische Leltion. Joh. 3, 22—36.(Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen.) Darnach kam Jesus und seine Jünger in das jüdische Land und hatte daselbst sein Wesen mit ihnen und taufete. Johannes aber taufete auch noch zu Enon, nahe bei Salim, denn es war viel Wassers daselbst; und sie kamen dahin und ließen sich taufen. Denn Johannes war noch nicht ins Gefängnis gelegt. Da erhub sich eine Frage unter den Jüngern Johannis samt den Juden über die Reinigung. Und kamen zu Johanne und sprachen zu ihm: Meister, der bei dir war jenseit des Jordans, von dem du zeugetest, siehe, der taufet, und jedermann kommt zu ihm. Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann nichts nehmen, es werde ihm denn gegeben vom Himmel. Ihr selbst seid meine Zeugen, daß ich gesagt habe, ich sei nicht Christus, sondern vor ihm her gesandt. Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam: der Freund aber des Bräutigams stehet und höret ihm zu und freuet sich hoch über des Bräutigams Stimme. Dieselbige meine Freude ist nun erfüllet. Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen. Der von oben her kommt, ist über alle. Wer von der Erde ist, der ist von der Erde und redet von der Erde; der vom Himmel hommt, der ist über alle und zeuget, was er gesehen und gehöret hat; und sein Zeugnis nimmt niemand an. EeEffEeftt.... 2. Sonntag nach Epiphanias. 43 Wer es aber annimmt, der versiegelt es, daß Gott wahrhaftig sei. Denn welchen Gott gesandt hat, der redet Gottes Wort; denn Gott gibt den Geist nicht nach dem Maß. Der Vater hat den Sohn lieb und hat ihm alles in seine Hand gegeben. Wer an den Sohn glaubet, der hat das ewige Leben; wer dem Sohn nicht glaubet, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 5. Mos. 18, 15—22.(Ich will meine Worte in seinen Mund legen.) Einen Propheten, wie mich, wird der Herr, dein Gott, dir erwecken aus dir und aus deinen Brüdern, dem sollt ihr gehorchen. Wie du denn von dem Herrn, deinem Gott, gebeten hast zu Horeb, am Tage der Versammlung, und sprachest: Ich will fort nicht mehr hören die Stimme des Herrn, meines Gottes, und das große Feuer nicht mehr sehen, daß ich nicht sterbe. Und der Herr sprach zu mir: Sie haben wohl geredet. Ich will ihnen einen Propheten, wie du bist, erwecken aus ihren Brüdern und meine Worte in seinen Mund geben; der soll zu ihnen reden alles, was ich ihm gebieten werde. Und wer meine Worte nicht hören wird, die er in meinem Namen reden wird, von dem will ichs fordern. Doch wenn ein Prophet vermessen ist zu reden in meinem Namen, das ich ihm nicht geboten habe zu reden, und welcher redet in dem Namen anderer Götter, derselbe Prophet soll sterben. Ob du aber in deinem Herzen sagen würdest: Wie kann ich merken, welches Wort der Herr nicht geredet hat? Wenn der Prophet redet in dem Namen des Herrn, und wird nichts draus, und kommt nicht, das ist das Wort, das der Herr nicht geredet hat: der Prophet hat es aus Vermessenheit ge⸗ redet, darum scheue dich nicht vor ihm. Lektion aus dem Neuen Testamente. Gal. 1, 6—16.(Sch habe es von keinem Menschen gelernt, sondern durch die Offenbarung Jesu Christi.) Mich wundert, daß ihr euch so bald abwenden lasset von dem, der euch berufen hat in die Gnade Christi, auf ein ander Evangelium; so doch kein anderes ist; ohne daß etliche sind, die euch verwirren und wollen das Evangelium Christi verkehren. Aber so auch wir oder ein Engel vom Himmel euch würde Evangelium predigen anders, denn das wir euch geprediget haben, der sei verflucht. Wie wir jetzt gesagt haben, so sagen wir auch abermal: So jemand euch Evangelium prediget anders, denn das ihr empfangen habt, der sei verflucht. Predige ich denn jetzt Menschen oder Gott zu Dienstꝰ oder gedenk ich Menschen gefällig zu sein? Wenn ich den Menschen noch gefällig wäre, so wäre ich Christi Knecht nicht. Ich tue euch aber kund, lieben Brüder, daß das Evangelium, das von mir 3. Sonntag nach Epiphanias. geprediget ist, nicht menschlich ist. Denn ich hab es von keinem Menschen empfangen noch gelernet, sondern durch die Offenbarung Jesu Christi. Denn ihr habt ja wohl gehöret meinen Wandel weiland im Judentum; wie ich über die Maße die Gemeine Gottes verfolgte und verstörete sie und nahm zu im Judentum über viele meines gleichen in meinem Geschlecht und eiferte über die Maße um das väterliche Gesetz. Da es aber Gott wohlgefiel, der mich von meiner Mutter Leibe hat ausgesondert und berufen durch seine Gnade, daß er seinen Sohn offenbarete in mir, daß ich ihn durchs Evangelium verkündigen sollte unter den Heiden: alsobald fuhr ich zu und besprach mich nicht darüber mit Fleisch und Blut. 3. Sonntag nach Epiphanias. Vormittags. Epistel. Röm. 12, 17—21.(Die alles überwindende Macht der Liebe.) Haltet euch nicht selbst für klug. Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen jedermann. Ist es möglich, soviel an euch ist, so habt mit allen Menschen Friede. Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn; denn es stehet geschrieben: Die Rache ist mein; ich will ver⸗ gelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, so speise ihn; dürstet ihn, so tränke ihn. Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Evangelium. Matth. 8, 1—13.(Sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund.) Da er aber vom Berge herab ging, folgete ihm viel Volks nach. Und siehe, ein Aussätziger kam und betete ihn an und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus strechte seine Hand aus, rührete ihn an und sprach: Ich wills tun; sei ge⸗ reiniget. Und alsbald ward er von seinem Aussatz rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sags niemand; sondern gehe hin und zeige dich dem Priester und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat, zu einem Zeugnis über sie. Da aber Jesus einging zu Capernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gichtbrüchig und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, daß du unter mein Dach gehest; sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit untertan und habe unter mir Kriegsknechte; noch wenn ich sage zu einem: Gehe hin, so gehet er; und zum andern: Komm her, so kommt er; und zu meinem Knecht: Tu das, so tut ers. 3. Sonntag nach Epiphanias. Da das Zesus hörete, verwunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgeten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben habe ich in Israel nicht funden. Aber ich sage euch: Viele werden kommen vom Morgen und vom Abend und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich sitzen. Aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die äußerste Finsternis hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir geschehe, wie du geglaubt hast. Und sein Knecht ward gesund zu derselbigen Stunde. Epistolische Lektion. Röm. 1, 13—25.(Das Evangelium eine Kraft Gottes, selig zu machen.) Ich will euch aber nicht verhalten, lieben Brüder, daß ich mir oft habe vorgesetzt, zu euch zu kommen(bin aber verhindert bisher), daß ich auch unter euch Frucht schaffete, gleichwie unter andern Heiden. Ich bin ein Schuldner, beide der Griechen und der Un⸗ griechen, beide der Weisen und der Unweisen. Darum, so viel an mir ist, bin ich geneigt, auch euch zu Rom das Evangelium zu predigen. Denn ich schäme mich des Evangelii von Christo nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die da selig machet alle, die daran glauben, die Juden vornehmlich und auch die Griechen. Sintemal darinnen offenbaret wird die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie denn geschrieben stehet: Der Gerechte wird seines Glaubens leben. Denn Gottes Zorn vom Himmel wird offenbaret über alles gottlose Wesen und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit in Ungerechtigkeit aufhalten. Denn daß man weiß, daß Gott sei, ist ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offenbart, damit, daß Gottes unsichtbares Wesen, das ist, seine ewige Kraft und Gottheit, wird ersehen, so man des wahrnimmt an den Werken, nämlich an der Schöpfung der Welt; also, daß sie keine Entschuldigung haben; dieweil sie wußten, daß ein Gott ist, und haben ihn nicht gepreiset als einen Gott, noch gedanket, sondern sind in ihrem Dichten eitel worden, und ihr unverständiges Herz ist verfinstert. Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren worden; und haben verwandelt die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes in ein Bild, gleich dem vergänglichen Menschen und der Vögel und der vierfüßigen und der kriechenden Tiere. Darum hat sie auch Gott dahingegeben in ihrer Herzen Gelüste, in Unreinigkeit, zu schänden ihre eigenen Leiber an ihnen selbst, die Gottes Wahrheit haben ver⸗ wandelt in die Lüge und haben geehret und gedienet dem Geschöpfe mehr, denn dem Schöpfer, der da gelobet ist in Ewigkeit. Amen. Evangelische Lektion. Joh. 4, 5—26.(Sch sehe, daß du ein Prophet bist.) Da kam er in eine Stadt Samariä, die heißt Sichar, nahe bei dem Dörflein, das Jakob seinem Sohn Joseph gab. Es war aber 46 3. Sonntag nach Epiphanias. daselbst ZSakobs Brunnen. Da nun Zesus müde war von der Reise, setzte er sich also auf den Brunnen; und es war um die sechste Stunde. Da kommt ein Weib von Samaria, Wasser zu schöpfen. ZJesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken. Denn seine Jünger waren in die Stadt gegangen, daß sie Speise kaufeten. Spricht nun das samaritische Weib zu ihm: Wie bittest du von mir zu trinken, so du ein Jude bist, und ich ein samaritisch Weib? Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern. Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du erkennetest die Gabe Gottes, und wer der ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken; du bätest ihn, und er gäbe dir lebendiges Wasser. Spricht zu ihm das Weib: Herr, hast du doch nichts, damit du schöpfest, und der Brunnen ist tief; woher hast du denn lebendig Wasser? Bist du mehr, denn unser Vater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben hat? und er hat daraus getrunken und seine Kinder und sein Vieh. Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wer dieses Wasser trinht, den wird wieder dürsten. Wer aber des Wassers trinken wird, das ich ihm gebe, den wird ewiglich nicht dürsten; sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm ein Brunn des Wassers werden, das in das ewige Leben quillet. Spricht das Weib zu ihm: Herr, gib mir dasselbige Wasser, auf daß mich nicht dürste, daß ich nicht herkommen müsse zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gehe hin, rufe deinem Manne und komm her. Das Weib antwortete und sprach zu ihm: Ich abe keinen Mann. Zesus spricht zu ihr: Du hast recht gesagt: ch habe keinen Mann. Fünf Männer hast du gehabt, und den du nun hast, der ist nicht dein Mann. Da hast du recht gesagt. Das Weib spricht zu ihm: Herr, ich sehe, daß du ein Prophet bist. Unsere Bäter haben auf diesem Berge angebetet; und ihr saget, zu Jerusalem sei die Stätte, da man anbeten solle. Jesus spricht zu ihr: Weib, glaube mir, es kommt die Zeit, daß ihr weder auf diesem Berge, noch zu Jerusalem werdet den Vater anbeten. Ihr wisset nicht, was ihr anbetet; wir wissen aber, was wir anbeten; denn das Heil kommt von den Juden. Aber es hommt die Zeit und ist schon jetzt, daß die wahrhaftigen Anbeter werden den Vater aubeten im Geist und in der Wahrheit; denn der Vater will auch haben, die ihn also anbeten. Gott ist ein Geist; und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. Spricht das Weib zu ihm: Ich weiß, daß Messias kommt, der da Christus heißt. Wenn derselbige kommen wird, so wird ers uns alles verkündigen. ZJesus spricht zu ihr: Ich bins, der mit dir redet. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jes. 61, 1—7.(Der Geist des Herrn hat mich gesalbt.) Der Geist des Herrn Herrn ist über mir, darum hat mich der Herr gesalbet. Er hat mich gesandt, den Elenden zu predigen, die EE/A E ———— E· — der die 4. Sonntag nach Epiphanias. 47 zerbrochenen Herzen zu verbinden; zu predigen den Gefangenen eine Erledigung, den Gebundenen eine Offnung; zu predigen ein gnädiges Jahr des Herrn und einen Tag der Rache unsers Gottes; zu trösten alle Traurigen; zu schaffen den Traurigen zu Zion, daß ihnen Schmuck für Asche und Freudenöl für Traurigkeit und schöne Kleider für einen betrübten Geist gegeben werden; daß sie genannt werden Bäume der Gerechtigkeit, Pflanzen des Herrn, zum Preise. Sie werden die alten Wüstungen bauen und, was vorzeiten zerstöret ist, aufbringen; sie werden die verwüsteten Städte, so für und für zerstöret gelegen sind, verneuen. Fremde werden stehen und eure Herde weiden: und Ausländer werden eure Acherleute und Wein⸗ gärtner sein. Ihr aber sollt Priester des Herrn heißen, und man wird euch Diener unsers Gottes nennen; und werdet der Heiden Güter essen und über ihrer Herrlichkeit euch rühmen. Für eure Schmach soll Zwiefältiges kommen, und für die Schande sollen sie fröhlich sein auf ihren Achern. Denn sie sollen Zwiefältiges besitzen in ihrem Lande, sie sollen ewige Freude haben. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Tim. 6, 1—5.(Bleibe bei den heilsamen Worten unsers Herrn Jesu Christi.) Die Knechte, so unter dem Joch sind, sollen ihre Herren aller Ehren wert halten, auf daß nicht der Name Gottes und die Lehre verlästert werde. Welche aber gläubige Herren haben, sollen die⸗ selbigen nicht verachten(mit dem Schein), daß sie Brüder sind; sondern sollen vielmehr dienstbar sein, dieweil sie gläubig und geliebt und der Wohltat teilhaftig sind. Solches lehre und ermahne. So jemand anders lehret und bleibet nicht bei den heilsamen Worten unsers Herrn Jesu Christi und bei der Lehre von der Gottseligkeit; der ist verdüstert und weiß nichts, sondern ist seuchtig in Fragen und Worthkriegen, aus welchem entspringet Neid, Hader, Lästerung, böser Argwohn, Schulgezänke solcher Menschen, die zerrüttete Sinne haben und der Wahrheit beraubt sind, die da meinen, Gottseligheit sei ein Gewerbe. Tue dich von solchen. 4. Sonntag nach Epiphanias. Vormittags. Epistel. Röm. 13, 1—10.(Die alles vollbringende Macht der Liebe.) Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit ohne von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet. Wer sich nun wider die Obrigheit setzet, der widerstrebet Gottes Ordnung; die aber widerstreben, werden über sich ein Urteil empfahen. Denn die Gewaltigen sind nicht den guten Werken, sondern den bösen zu fürchten. Willst du dich aber 48 4. Sonntag nach Epiphanias. nicht fürchten vor der Obrigkeit, so tue Gutes; so wirst du Lob von derselbigen haben; denn sie ist Gottes Dienerin dir zu gut. Tust du aber Böses, so fürchte dich; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst, sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe über den, der Böses tut. So seid nun aus Not untertan, nicht allein um der Strafe willen, sondern auch um des Gewissens willen. Derhalben müsset ihr auch Schoß geben; denn sie sind Gottes Diener, die solchen Schutz sollen handhaben. So gebet nun jedermann, was ihr schuldig seid: Schoß, dem der Schoß gebührt, Zoll, dem der Zoll gebührt, Furcht, dem die Furcht gebührt, Ehre, dem die Ehre gebührt. Seid niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch unter einander liebet; denn wer den andern liebet, der hat das Gesetz erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis geben; dich soll nichts ge⸗ lüsten; und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort verfasset: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Evangelium. Matth. 8, 23—27.(Die allgebietende Macht des Herrn.) Und er trat in das Schiff, und seine Jünger folgeten ihm. Und siehe, da erhub sich ein groß Ungestüm im Meer, also daß auch das Schifflein mit Wellen bedecht ward; und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm und wechten ihn auf und sprachen: Herr, hilf uns, wir verderben. Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam? Und stund auf und bedräuete den Wind und das Meer; da ward es ganz stille. Die Menschen aber ver⸗ wunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? Epistolische Lektion. Röm. 7. 6—25.(Das Gesetz ist geistlich, ich aber bin fleischlich.) Nun aber sind wir vom Gesetz los und ihm abgestorben, das uns gefangen hielt, also, daß wir dienen sollen im neuen Wesen des Geistes und nicht im alten Wesen des Buchstabens. Was wollen wir denn nun sagen? ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber die Sünde erkannte ich nicht, ohne durchs Gesetz. Denn ich wußte nichts von der Lust, wo das Gesetz nicht hätte gesagt: Laß dich nicht gelüsten. Da nahm aber die Sünde Ursach am Gebot und erregte in mir allerlei Lust. Denn ohne das Gesetz war die Sünde tot. Ich aber lebte etwa ohne Gesetz. Da aber das Gebot kam, ward die Sünde wieder lebendig. Ich aber starb; und es befand sich, daß das Gebot mir zum Tode gereichte, das mir doch zum Leben gegeben war. Denn die Sünde nahm Ursach am Gebot und betrog mich und tötete mich durch dasselbige Gebot. Das Gesetz ist je =·=————..p.........—.f‚.‚‚‚‚.‚.‚.t‚‚...t‚ccctttt E=: 4. Sonntag nach Epiphanias. heilig, und das Gebot ist heilig, recht und gut. Ist denn, das da gut ist, mir ein Tod worden? Das sei ferne! Aber die Sünde, auf daß sie erscheine, wie sie Sünde ist, hat sie mir durch das Gute den Tod gewirket, auf daß die Sünde würde überaus sündig durchs Gebot. Denn wir wissen, daß das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft. Denn ich weiß nicht, was ich tue; denn ich tue nicht, das ich will, sondern das ich hasse, das tue ich. So ich aber das tue, das ich nicht will: so willige ich. daß das Gesetz gut sei. So tue nun ich dasselbige nicht, sondern die Sünde, die in mir wohnet. Denn ich weiß, daß in mir, das ist in meinem Fleische, wohnet nichts Gutes. Wollen habe ich wohl, aber voll⸗ bringen das Gute finde ich nicht. Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. So ich aber tue, das ich nicht will, so tue ich dasselbige nicht, sondern die Sünde, die in mir wohnet. So finde ich in mir nun ein Gesetz. der ich will das Gute tun, daß mir das Böse anhanget. Denn ich habe Lust an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen. Ich sehe aber ein ander Gesetz in meinen Gliedern, das da widerstreitet dem Gesetz in meinem Gemüte und nimmt mich gefangen in der Sünde Gesetz, welches ist in meinen Gliedern. Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes? Ich danke Sott durch Zesum Christ, unsern Herrn. So diene ich nun mit dem Gemüte dem Gesetz Gottes, aber mit dem Fleisch dem Gesetze der Sünde. Evangelische Lektion. Joh. 4, 27—42.(Dieser ist Christus, der Welt Heiland.) Und über dem kamen seine Zünger, und es nahm sie Wunder, daß er mit dem Weibe redete. Doch sprach niemand: Was fragest du? oder, was redest du mit ihr? Da ließ das Weib ihren Krug stehen und ging hin in die Stadt und spricht zu den Leuten: Kommet, sehet einen Menschen, der mir gesagt hat alles, was ich getan habe, ob er nicht Christus sei? Da gingen sie aus der Stadt und kamen zu ihm. Indes aber ermahneten ihn die Jünger und sprachen: Rabbi, iß. Er aber sprach zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, davon wisset ihr nicht. Da sprachen die Jünger untereinander: Hat ihm jemand zu essen gebracht? Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist die, daß ich tue den Willen des, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk. Saget ihr nicht selber: Es sind noch vier Monden, so kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch: Hebet eure Augen auf und sehet in das Feld; denn es ist schon weiß zur Ernte; und wer da schneidet, der empfähet Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, auf daß sich miteinander freuen, der da säet, und der da schneidet. Denn hie ist der Spruch wahr: Dieser säet, der andere schneidet. Ich habe euch gesandt zu schneiden, das ihr nicht habt gearbeitet; andere haben gearbeitet, und ihr seid in ihre Ar⸗ beit kommen. Es glaubten aber an ihn viel der Samariter aus 4 50 4. Sonntag nach Epiphanias. derselbigen Stadt um des Weibes Rede willen, welches da zeugete: Er hat mir gesagt alles, was ich getan habe. Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, daß er bei ihnen bliebe; und er blieb zween Tage da. Und viel mehr glaubeten um seines Worts willen und sprachen zum Weibe: Wir glauben nun fort nicht um deiner Rede willen; wir haben selber gehöret und erkannt, daß dieser ist wahrlich Christus, der Welt Heiland. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 93.(Die Größe des Herrn über großen Wassern.) Der Herr ist König und herrlich geschmücht; der Herr ist ge⸗ schmücht und hat ein Reich angefangen, soweit die Welt ist, und zugerichtet, daß es bleiben soll. Von dem an stehet dein Stuhl fest; du bist ewig. Herr, die Wasserströme erheben sich, die Wasserströme erheben ihr Brausen, die Wasserströme heben empor die Wellen, die Wasserwogen im Meer sind groß und brausen greulich; der Herr aber ist noch größer in der Höhe. Dein Wort ist eine rechte Lehre. Heiligkeit ist die Zierde deines Hauses ewiglich. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Kor. 4, 9—20.(Das Reich Gottes steht nicht in Worten, sondern in Kraft.) Ich halte aber, Gott habe uns Apostel für die Allergeringsten dargestellet, als dem Tode übergeben. Denn wir sind ein Schauspiel worden der Welt und den Engeln und den Menschen. Wir sind Narren um Christi willen, ihr aber seid klug in Christo; wir schwach, ihr aber stark; ihr herrlich, wir aber verachtet. Bis auf diese Stunde leiden wir Hunger und Durst und sind nackend und werden ge⸗ schlagen und haben keine gewisse Stätte und arbeiten und wirken mit unsern eigenen Händen. Man schilt uns, so segnen wir; man verfolgt uns, so dulden wirs; man lästert uns, so flehen wir. Wir sind stets als ein Fluch der Welt und ein Fegopfer aller Leute. Nicht schreibe ich solches, daß ich euch beschäme, sondern ich vermahne euch, als meine lieben Kinder. Denn ob ihr gleich zehn tausend Zuchtmeister hättet in Christo, so habt ihr doch nicht viel Väter. Denn ich habe euch gezeuget in Christo Jesu durch das Evangelium. Darum ermahne ich euch, seid meine Nachfolger. Aus derselben Ursache habe ich Timotheum zu euch gesandt, welcher ist mein lieber und getreuer Sohn in dem Herrn, daß er euch erinnere meiner Wege, die da in Christo sind, gleichwie ich an allen Enden in allen Gemeinen lehre. Es blähen sich etliche auf, als würde ich nicht zu euch kommen. Ich will aber gar kürzlich zu euch kommen, so der Herr will, und erlernen nicht die Worte der Auf⸗ geblasenen, sondern die Kraft. Denn das Reich Gottes stehet nicht in Worten, sondern in Kraft. ., H„ FAnon A„.—. 5— 2==44— E 5. Sonntag nach Epiphanias. Vormittags. Epistel. Kol. 3, 12—4, 1.(Das Band der Vollkommenheit.) So ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld, und vertrage einer den andern, und vergebet euch unter einander, so jemand Klage hat wider den andern; gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. ÜAber alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollhkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in Einem Leibe, und seid dankbar. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit. Lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Liedern und singet dem Herrn in eurem Herzen. Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles in dem Namen des Herrn Zesu und danket Gott und dem Vater durch ihn. Ihr Weiber, seid untertan euren Männern in dem Herrn, wie sichs gebührt. Ihr Männer, liebet eure Weiber und seid nicht bitter gegen sie. Ihr Kinder, seid gehorsam den Eltern in allen Dingen; denn das ist dem Herrn gefällig. Ihr Väter, erbittert eure Kinder nicht, auf daß sie nicht scheu werden. Ihr Knechte, seid gehorsam in allen Dingen euren leiblichen Herren, nicht mit Dienst vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern mit Einfältigkeit des Herzens und mit Gottesfurcht. Alles, was ihr tut, das tut von Herzen, als dem Herrn, und nicht den Menschen; und wisset, daß ihr von dem Herrn empfahen werdet die Vergeltung des Erbes; denn ihr dienet dem Herrn Christo. Wer aber Unrecht tut, der wird empfahen, was er Unrecht getan hat; und gilt kein Ansehen der Person. Ihr Herren, was recht und gleich ist, das beweiset den Knechten, und wisset, daß ihr auch einen Herrn im Himmel habt. Evangelium. Matth. 13, 24—30 und 36—43.(Langmut und Weisheit des Herrn.) Er legte ihnen ein ander Gleichnis vor und sprach: Das Himmel⸗ reich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säete. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säete Unkraut zwischen den Weizen und ging davon. Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesäetꝰ Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind getan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, das wir hingehen und es ausgäten? Er aber sprach: Nein, auf daß ihr nicht zugleich den 4* 52 5. Sonntag nach Epiphanias. Weizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausgätet. Lasset beides mit einander wachsen bis zur Ernte; und um der Ernte Zeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheuren. Da ließ Jesus das Volk von sich und kam heim. Und seine Jünger traten zu ihm und sprachen: Deute uns dieses Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker. Er antwortete und sprach zu ihnen: Des Menschen Sohn ists, der da guten Samen säet. Der ÄAcker ist die Welt. Der gute Same sind die Kinder des Reichs. Das Unkraut sind die Kinder der Bosheit. Der Feind, der sie säet, ist der Teufel. Die Ernte ist das Ende der Welt. Die Schnitter sind die Engel. Gleichwie man nun das Unkraut ausgätet und mit Feuer verbrennet, so wirds auch am Ende dieser Welt gehen. Des Menschen Sohn wird seine Engel senden; und sie werden sammeln aus seinem Reich alle Argernisse und die da Unrecht tun, und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird sein Heulen und Zähnklappen. Dann werden die Gerechten leuchten, wie die Sonne in ihres Vaters Reich. Wer Ohren hat zu hören, der höre. Epistolische Lektion. Röm. 8, 1—11.(Wer Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein.) So ist nun nichts Verdammliches an denen, die in Christo Jesu sind, die nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist. Denn das Gesetz des Geistes, der da lebendig macht in Christo Jesu, hat mich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. Denn das dem Gesetz unmöglich war(sintemal es durch das Fleisch geschwächet ward), das tat Gott und sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündlichen Fleisches und verdammte die Sünde im Fleisch durch Sünde. Auf daß die Gerechtigkeit, vom Gesetz erfordert, in uns erfüllet würde, die wir nun nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist. Denn die da fleischlich sind, die sind fleischlich gesinnet; die aber geistlich sind, die sind geistlich gesinnet. Aber fleischlich gesinnet sein, ist der Tod; und geistlich gesinnet sein, ist Leben und Friede. Denn fleischlich gesinnet sein, ist eine Feindschaft wider Gott, sintemal es dem Gesetze Gottes nicht untertan ist; denn es vermag es auch nicht. Die aber fleischlich sind, mögen Gott nicht gefallen. Ihr aber seid nicht fleischlich, sondern geistlich, so anders Gottes Geist in euch wohnet. Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein. So aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen; der Geist aber ist das Leben um der Gerechtigkeit willen. So nun der Geist des, der Jesum von den Toten auferwecket hat, in euch wohnet, so wird auch der⸗ selbige, der Christum von den Toten auferwecket hat, eure sterb⸗ n Leiber lebendig machen, um des willen, daß sein Geist in euch wohnet. nersgg K.erjr— /e‚. rr 5. Sonntag nach Epiphanias. 53 Evangelische Lektion. Joh. 5, 1—18.(Mein Vater wirket bisher, und ich wirke auch.) Darnach war ein Fest der Juden, und Jesus zog hinauf gen Jerusalem. Es ist aber zu Jerusalem bei dem Schafhause ein Teich, der heißt auf Ebräisch Bethesda und hat fünf Hallen, in welchen lagen viel Kranke, Blinde, Lahme, Dürre: die warteten, wenn sich das Wasser bewegte. Denn ein Engel fuhr herab zu seiner Zeit in den Teich und bewegte das Wasser. Welcher nun der erste, nachdem das Wasser beweget war, hineinstieg, der ward gesund, mit welcherlei Seuche er behaftet war. Es war aber ein Mensch daselbst acht und dreißig Jahr krank gelegen. Da Jesus denselbigen sahe liegen und vernahm, daß er so lang gelegen war, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden? Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, wenn das Wasser sich beweget, der mich in den Teich lasse; und wenn ich komme, so steiget ein anderer vor mir hinein. Jesus spricht zu ihm: Stehe auf, nimm dein Bette und gehe hin. Und alsbald ward der Mensch gesund und nahm sein Bette und ging hin. Es war aber desselbigen Tages der Sabbat. Da sprachen die Juden zu dem, der gesund war worden: Es ist heute Sabbat; es ziemt dir nicht, das Bette zu tragen. Er antwortete ihnen: Der mich gesund machte, der sprach zu mir: Nimm dein Bette und gehe hin. Da fragten sie ihn: Wer ist der Mensch, der zu dir gesagt hat: Nimm dein Bette und gehe hin? Der aber gesund war worden, wußte nicht, wer er war; denn Jesus war gewichen, da so viel Volks an dem Ort war. Darnach fand ihn Jesus im Tempel und sprach zu ihm: Siehe zu, du bist gesund worden; sündige hinfort nicht mehr, daß dir nicht etwas Argeres widerfahre. Der Mensch ging hin und verkündigte es den Juden, es sei Jesus, der ihn gesund gemacht habe. Darum verfolgten die Juden Jesum und suchten ihn zu töten, daß er solches getan hatte auf den Sabbat. Jesus aber antwortete ihnen: Mein Vater wirket bisher, und ich wirke auch. Darum trachteten ihm die Juden nun viel mehr nach, daß sie ihn töteten, daß er nicht allein den Sabbat brach, sondern sagte auch, Gott sei sein Vater, und machte sich selbst Gott gleich. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jerem. 24.(Gesicht von guten und bösen Feigen.) Siehe, der Herr zeigte mir zween Feigenkörbe, gestellt vor den Tempel des Herrn, nachdem der König zu Babel, Nebucad Nezar, hatte weggeführt Jechanja, den Sohn Jojakims, den König Juda, samt den Fürsten Juda, Zimmerleute und Schmiede von Jerusalem und gen Babel gebracht. In dem einen Korbe waren sehr gute Feigen, wie die ersten reifen Feigen sind; im andern Korbe waren sehr böse Feigen, daß man sie nicht essen konnte, so böse waren sie. Und der Herr sprach zu mir: Jeremia, was siehest du? Ich sprach: 54 6. Sonntag nach Epiphanias. Jeigen; die guten Feigen sind sehr gut; und die bösen sind sehr böse, daß man sie nicht essen kann, so böse sind sie. Da geschah des Herrn Wort zu mir und sprach: So spricht der Herr, der Gott Israel: Gleichwie diese Feigen gut sind, also will ich mich gnädiglich annehmen der Gefangenen aus Juda, welche ich habe aus dieser Stätte lassen ziehen in der Chaldäer Land; und will sie gnädiglich ansehen und will sie wieder in dies Land bringen und will sie bauen und nicht abbrechen, ich will sie pflanzen und nicht ausraufen; und will ihnen ein Herz geben, daß sie mich kennen sollen, daß ich der Herr sei. Und sie sollen mein Volk sein, so will ich ihr Gott sein; denn sie werden sich von ganzem Herzen zu mir bekehren. Aber wie die bösen Feigen so böse sind, daß man sie nicht essen hann, spricht der Herr; also will ich dahingeben Zedekia, den König Juda, samt seinen Fürsten, und was übrig ist zu Zerusalem und übrig in diesem Lande, und die in Agyptenland wohnen. Ich will ihnen Unglück zufügen und sie in keinem Königreich auf Erden bleiben lassen; daß sie sollen zu schanden werden, zum Sprüchwort, zur Fabel und zum Fluch an allen Orten, dahin ich sie verstoßen werde. Und will Schwert, Hunger und Pestilenz unter sie schicken, bis sie umkommen von dem Lande, das ich ihnen und ihren Bätern gegeben habe. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Joh. 5, 14—21.(Es ist etliche Sünde nicht zum Tode.) Und das ist die Freudigkeit, die wir haben zu ihm, daß, so wir etwas bitten nach seinem Willen, so höret er uns. Und so wir wissen, daß er uns höret, was wir bitten, so wissen wir, daß wir die Bitten haben, die wir von ihm gebeten haben. So jemand siehet seinen Bruder sündigen eine Sünde nicht zum Tode, der mag bitten; so wird er geben das Leben denen, die da sündigen nicht zum Tode. Es ist eine Sünde zum Tode; dafür sage ich nicht, daß jemand bitte. Alle Untugend ist Sünde; und es ist etliche Sünde nicht zum Tode. Wir wissen, daß wer von Gott geboren ist, der sündiget nicht; sondern wer von Gott geboren ist, der bewahret sich, und der Arge wird ihn nicht antasten. Wir wissen, daß wir von Gott sind; und die ganze Welt liegt im Argen. Wir wissen aber, daß der Sohn Gottes kommen ist und hat uns einen Sinn gegeben, daß wir erkennen den Wahrhaftigen und sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Zesu Christo. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben. Kindlein, hütet euch vor den Abgöttern. Amen. 6. Sonntag nach Epiphanias. Vormittags. Epistel. 2. Petri 1, 16—21.(Das feste prophetische Wort.) Denn wir haben nicht den klugen Fabeln gefolget, da wir euch kund getan haben die Kraft und Zukunft unsers Herrn Jesu Christi: 6. Sonntag nach Epiphanias. 5⁵ sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen; da er empfing von Gott dem Vater Ehre und Preis, durch eine Stimme, die zu ihm geschah von der großen Herrlichkeit dermaßen: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme haben wir gehöret vom Himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Wir haben ein festes prophetisches Wort, und ihr tut wohl, daß ihr drauf achtet, als auf ein Licht, das da scheinet in einem dunkeln Ort, bis der Tag anbreche, und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen. Und das sollt ihr für das erste wissen, daß keine Weissagung in der Schrift geschieht aus eigener Auslegung; denn es ist noch nie keine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht; sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem Heiligen Geist. Evangelium. Matth. 17, 1—9.(Sesus verklärt, Moses und Elias mit ihm redend.) Und nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrum und Jacobum und Johannem, seinen Bruder, und führete sie beiseits auf einen hohen Berg. Und ward verkläret vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß, als ein Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Moses und Elias, die redeten mit ihm. Petrus aber antwortete und sprach zu Jesu: Herr, hie ist gut sein; willst du, so wollen wir hie drei Hütten machen, dir eine, Mosi eine und Elias eine. Da er noch also redete, siehe, da über⸗ schattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohl⸗ gefallen habe, den sollt ihr hören. Da das die Zünger höreten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührete sie an und sprach: Stehet auf und fürchtet euch nicht. Da sie aber ihre Augen aufhuben, sahen sie niemand, denn Jesum allein. Und da sie vom Berge herabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt dies Gesicht niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Toten auferstanden ist. Epistolische Lektion. Röm. 10, 1—17.(Christus ist des Gesetzes Ende.) Lieben Brüder, meines Herzens Wunsch ist, und flehe auch Gott für Israel, daß sie selig werden. Denn ich gebe ihnen das Zeugnis, daß sie eifern um Gott, aber mit Unverstand. Denn sie erkennen die Gerechtigkeit nicht, die vor Gott gilt, und trachten ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten und sind also der Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, nicht untertan. Denn Christus ist des Gesetzes Ende; wer an den glaubet, der ist gerecht. Moses schreibt wohl von der Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt: Welcher Meusch dies tut, der wird darinnen leben. Aber die Gerechtigkeit aus dem Glauben spricht also: Sprich nicht in deinem Herzen: Wer will hinauf gen 56 6. Sonntag nach Epiphanias. Himmel fahren?(Das ist nicht anders, denn Christum herab holen.) Oder, wer will hinab in die Tiefe fahren?(Das ist nicht anders, denn Christum von den Toten holen.) Aber was sagt sie? Das Wort ist dir nahe, nämlich in deinem Munde und in deinem Herzen. Dies ist das Wort vom Glauben, das wir predigen. Denn so du mit deinem Munde bekennest Jesum, daß er der Herr sei, und glaubest in deinem Herzen, daß ihn Gott von den Toten auferwecket hat, so wirst du selig. Denn so man von Herzen glaubet, so wird man gerecht; und so man mit dem Munde bekennet, so wird man selig. Denn die Schrift spricht: Wer an ihn glaubet, wird nicht zu schanden werden. Es ist hie kein Unterschied unter Juden und Griechen; es ist aller zumal Ein Herr, reich über alle, die ihn anrufen. Denn wer den Namen des Herrn wird anrufen, soll selig werden. Wie sollen sie aber anrufen, an den sie nicht glauben? wie sollen sie aber glauben, von dem sie nichts gehöret haben? wie sollen sie aber hören ohne Prediger? wie sollen sie aber predigen, wo sie nicht gesandt werden? Wie denn geschrieben stehet: Wie lieblich sind die Füße derer, die den Frieden verkündigen, die das Gute verkündigen. Aber sie sind nicht alle dem Evangelio gehorsam. Denn Zesaias spricht: Herr, wer glaubet unserm Predigen? So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Gottes. Evangelische Lektion. Joh. 5, 31—47.(Moses hat von mir geschrieben.) So ich von mir selbst zeuge, so ist mein Zeugnis nicht wahr. Ein anderer ists, der von mir zeuget; und ich weiß, daß das Zeugnis wahr ist, das er von mir zeuget. Ihr schichtet zu Johanne, und er zeugete von der Wahrheit. Ich aber nehme nicht Zeugnis von Menschen; sondern solches sage ich, auf daß ihr selig werdet. Er war ein brennend und scheinend Licht, ihr aber wolltet eine kleine Weile fröhlich sein von seinem Licht. Ich aber habe ein größer Zeugnis, denn Johannis Zeugnis; denn die Werke, die mir der Vater gegeben hat, daß ich sie vollende, dieselbigen Werke, die ich tue, zeugen von mir, daß mich der Vater gesandt habe. Und der VBater, der mich gesandt hat, derselbige hat von mir gezeuget. Ihr habt nie weder seine Stimme gehöret, noch seine Gestalt gesehen. Und sein Wort habt ihr nicht in euch wohnend; denn ihr glaubet dem nicht, den er gesandt hat. Suchet in der Schrift; denn ihr meinet, ihr habt das ewige Leben darinnen; und sie ists, die von mir zeuget. Und ihr wollt nicht zu mir kommen, daß ihr das Leben haben möchtet. Ich nehme nicht Ehre von Menschen. Aber ich kenne euch, daß ihr nicht Gottes Liebe in euch habt. Ich bin kommen in meines Vaters Namen, und ihr nehmet mich nicht an. So ein anderer wird in seinem eigenen Namen kommen, den werdet ihr annehmen. Wie könnet ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmet? Und die Ehre, die von Gott allein ist, suchet ihr nicht. — 522= & S& S 866S SHEESSSSnn e E E 6. Sonntag nach Epiphanias. Ihr sollt nicht meinen, daß ich euch vor dem Vater verklagen werde. Es ist einer, der euch verklagt, der Moses, auf welchen ihr hoffet. Wenn ihr Mosi glaubet, so glaubet ihr auch mir; denn er hat von mir geschrieben. So ihr aber seinen Schriften nicht glaubet, wie werdet ihr meinen Worten glauben? Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 2. Mos. 3, 1—15.(Mosis Berufung.) Mose aber hütete der Schafe Zethro, seines Schwähers, des Priesters in Midian, und trieb die Schafe hinter in die Wüste und kam an den Berg Gottes Horeb. Und der Engel des Herrn erschien ihm in einer feurigen Flamme aus dem Busch. Und er sahe, daß der Busch mit Feuer brannte und ward doch nicht verzehret. Und sprach: Ich will dahin und besehen dies große Gesicht, warum der Busch nicht verbrennet. Da aber der Herr sahe, daß er hinging zu sehen, rief ihm Gott aus dem Busch und sprach: Mose, Mose! Er antwortete: Hie bin ich. Er sprach: Tritt nicht herzu, zeuch deine Schuhe aus von deinen Füßen; denn der Ort, da du auf stehest, ist ein heilig Land. Und sprach weiter: Ich bin der Gott deines Baters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Und Mose verhüllete sein Angesicht, denn er fürchtete sich Gott an⸗ zuschauen. Und der Herr sprach: Ich habe gesehen das Elend meines Bolks in Agypten und habe ihr Geschrei gehöret über die, so sie treiben; ich hab ihr Leid erkannt und bin hernieder gefahren, daß ich sie errette von der Agypter Hand und sie ausführe aus diesem Lande in ein gut und weit Land, in ein Land, darinnen Milch und Honig fleußt; nämlich an den Ort der Kananiter, Hethiter, Amoriter, Pheresiter, Heviter und Jebusiter. Weil denn nun das Geschrei der Kinder Israel vor mich kommen ist, und hab auch dazu gesehen ihre Angst, wie sie die Agypter ängsten; so gehe nun hin, ich will dich zu Pharao senden, daß du mein Volk, die Kinder Israel, aus Agypten führest. Mose sprach zu Gott: Wer bin ich, daß ich zu Pharao gehe und führe die Kinder Ifrael aus Agypten? Er sprach: Ich will mit dir sein. Und das soll dir das Zeichen sein, daß ich dich gesandt habe: Wenn du mein Volk aus Agypten geführet hast, werdet ihr Gott opfern auf diesem Berge. Mose sprach zu Gott: Siehe, wenn ich zu den Kindern Israel komme und spreche zu ihnen: Der Gott eurer Bäter hat mich zu euch gesandt; und sie mir sagen werden: Wie heißt sein Name? was soll ich ihnen sagen? Gott sprach zu Mose: Ich werde sein, der ich sein werde. Und sprach: Also sollst du den Kindern Israel sagen: Ich werds sein, der hat mich zu euch gesandt. Und Gott sprach weiter zu Mose: Also sollst du zu den Kindern Israel sagen: Der Herr, euer Väter Gott, der Gott Abrahams, der Gott Isaats, der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name ewiglich, dabei soll man mein gedenken für und für. 58 6. Sonntag nach Epiphanias. Lektion aus dem Neuen Testamente. Hebr. 11, 8—35.(Sie haben die Verheißung von ferne gesehen.) Durch den Glauben ward gehorsam Abraham, da er berufen ward, auszugehen in das Land, das er ererben sollte; und ging aus und wußte nicht, wo er hinkäme. Durch den Glauben ist er ein Fremdling gewesen in dem verheißenen Lande, als in einem fremden, und wohnete in Hütten mit Isaak und Jakob, den Mit⸗ erben derselbigen Verheißung. Denn er wartete auf eine Stadt, die einen Grund hat, welcher Baumeister und Schöpfer Gott ist. Durch den Glauben empfing auch Sarah Kraft, daß sie schwanger ward und gebar über die Zeit ihres Alters: denn sie achtete ihn treu, der es verheißen hatte. Darum sind auch von Einem, wiewohl erstorbenes Leibes, viele geboren, wie die Sterne am Himmel und wie der Sand am Rande des Meeres, der unzählig ist. Diese alle sind gestorben im Glauben und haben die Verheißung nicht empfangen; sondern sie von ferne gesehen und sich der vertröstet und wohl begnügen lassen und bekannt, daß sie Gäste und Fremdlinge auf Erden sind. Denn die solches sagen, die geben zu verstehen, daß sie ein Vaterland suchen. Und zwar, wo sie das gemeinet hätten. von welchem sie waren ausgezogen, hatten sie ja Zeit wieder um⸗ zukehren. Nun aber begehren sie eines bessern, nämlich eines himm⸗ lischen. Darum schämet sich Gott ihrer nicht, zu heißen ihr Gott; denn er hat ihnen eine Stadt zubereitet. Durch den Glauben opferte Abraham den Isaak, da er versucht ward, und gab dahin den Ein⸗ gebornen, da er schon die Verheißung empfangen hatte; von welchem gesagt war: In Isaak wird dir dein Same geheißen werden; und dachte: Gott kann auch wohl von den Toten erwechen; daher er auch ihn zum Vorbilde wieder nahm. Durch den Glauben segnete Isaak von den zukünftigen Dingen den Jakob und Esau. Durch den Glauben segnete Jakob, da er starb, beide Söhne Josephs und neigete sich gegen seines Zepters Spitze. Durch den Glauben redete Joseph vom Auszug der Kinder Israel, da er starb, und tat Befehl von seinen Gebeinen. Durch den Glauben ward Moses, da er geboren war, drei Monden verborgen von seinen Eltern, darum, daß sie sahen, wie er ein schön Kind war; und fürchteten sich nicht vor des Königs Gebot. Durch den Glauben wollte Moses, da er groß ward, nicht mehr ein Sohn heißen der Tochter Pharao und er⸗ wählete viel lieber mit dem Volk Gottes Ungemach zu leiden, denn die zeitliche Ergötzung der Sünde zu haben, und achtete die Schmach Christi für größeren Reichtum, denn die Schätze Agyptens; denn er sahe an die Belohnung. Durch den Glauben verließ er AÄgypten und fürchtete nicht des Königs Grimm; denn er hielt sich an den, den er nicht sahe, als sähe er ihn. Durch den Glauben hielt er die Ostern und das Blutvergießen, auf daß, der die Erstgeburten würgete, sie nicht träfe. Durch den Glauben gingen sie durch das Rote Meer als durch trocken Land; welches die Ägypter auch versuchten und —&H& 7-/...e—„ S /ar 9 — = SE ꝛ59 Am Sonntag Septuagesimä. ersoffen. Durch den Glauben fielen die Mauern Jericho, da sie sieben Tage umhergegangen waren. Durch den Glauben ward die Hure Rahab nicht verloren mit den Ungläubigen, da sie die Kund⸗ schafter freundlich aufnahm. Und was soll ich mehr sagen? Die Zeit würde mir zu kurz, wenn ich sollte erzählen von Gideon und Barak und Simson und Jephthah und David und Samuel und den Propheten; welche haben durch den Glauben Königreiche bezwungen, Gerechtigkeit gewirket, die Verheißung erlanget, der Löwen Rachen verstopfet, des Feuers Kraft ausgelöscht, sind des Schwerts Schärfe entronnen, sind kräftig worden aus der Schwach⸗ heit, sind stark worden im Streit, haben der Fremden Heer darnieder gelegt. Die Weiber haben ihre Toten von der Auferstehung wieder genommen; die andern aber sind zerschlagen und haben keine Er⸗ lösung angenommen, auf daß sie die Auferstehung, die besser ist, erlangeten. Am Sonntag Septuagesimä. Vormittags. Epistel. 1. Kor. 9, 24—27.(Einer ergreifet das Kleinod.) Wisset ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen alle, aber Einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges; jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfahen, wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs Un⸗ ge visse; ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet; sondern ich betäube meinen Leib und zähme ihn, daß ich nicht den andern predige und selbst verwerflich werde. Evangelium. Matth. 19, 27—20, 16.(Die Letzten werden die Ersten, und die Ersten werden die Letzten sein.) Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolget; was wird uns dafür? Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, daß ihr, die ihr mir seid nachgefolget, in der Wiedergeburt, da des Menschen Sohn wird sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit, werdet ihr auch sitzen auf zwölf Stühlen und richten die zwölf Geschlechter Israftl. Und wer verläßt Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Weib oder Kinder oder Acker um meines Namens willen, der wirds hundertfältig nehmen und das ewige Leben ererben. Aber viele, die da sind die Ersten, werden die Letzten, und die Letzten werden die Ersten sein. Das Himmelreich ist gleich einem Haus⸗ vater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu mieten in seinen Wein⸗ 6⁰ Am Sonntag Seytuagesimä. berg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Taglohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus um die dritte Stunde und sahe andere an dem Markt müßig stehen und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg: ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen hin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde und tat gleich also. Um die eilfte Stunde aber ging er aus und fand andere müßig stehen und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hie den ganzen Tag müßig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht sein wird, soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Schaffner: Rufe den Arbeitern und gib ihnen den Lohn und heb an an den Letzten bis zu den Ersten. Da kamen, die um die eilfte Stunde gedinget waren, und empfing ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die Ersten kamen, meineten sie, sie würden mehr empfahen; und sie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, murreten sie wider den Hausvater und sprachen: Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hitze getragen Teun Er antwortete aber und sagte zu einem unter ihnen: Mein reund, ich tue dir nicht unrecht. Bist du nicht mit mir eins worden um einen Groschen? Rimm, was dein ist, und gehe hin. Ich will aber diesem Letzten geben, gleichwie dir. Oder habe ich nicht Macht zu tun, was ich will, mit dem Meinen? Siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Letzten die Ersten, und die Ersten die Letzten sein. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. Epistolische Lektion. Phil. 1, 27—2, 4.(Wandelt würdiglich dem Evangelio.) Wandelt nur würdiglich dem Evangelio Christi, auf daß, ob ich komme und sehe euch, oder abwesend von euch höre, daß ihr stehet in Einem Geist und Einer Seele und samt uns kämpfet für den Glauben des Evangelii und euch in keinem Wege erschrecken lasset von den Widersachern, welches ist eine Anzeige, ihnen der Ver⸗ dammnis, euch aber der Seligkeit, und dasselbige von Gott. Denn euch ist gegeben um Christi willen zu tun, daß ihr nicht allein an ihn glaubet, sondern auch um seinetwillen leidet und habt denselbigen Kampf, welchen ihr an mir gesehen habt und nun von mir höret. Ist nun bei euch Ermahnung in Christo, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit, so erfüllet meine Freude, daß ihr Eines Sinnes seid, gleiche Liebe habet, einmütig und einhellig seid; nichts tut durch Zank oder eitle Ehre, sondern durch Demut achtet euch unter einander einer den andern höher, denn sich selbst; und ein jeglicher sehe nicht auf das Seine, sondern auf das, das des andern ist. Am Sonntag Septuagesimä. 61 Evangelische Lektion. Luc. 9, 18—26.(Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst.) Und es begab sich, da er allein war und betete, und seine Zünger bei ihm, fragte er sie und sprach: Wer sagen die Leute, daß ich sei?ꝰ Sie antworteten und sprachen: Sie sagen, du seiest Johannes, der Täufer; etliche aber, du seiest Elias; etliche aber, es sei der alten Propheten einer auferstanden. Er aber sprach zu ihnen: Wer saget ihr aber, daß ich sei? Da antwortete Petrus und sprach: Du bist der Christ Gottes. Und er bedräuete sie und gebot, daß sie das niemand sagten. Und sprach: Denn des Menschen Sohn muß noch viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und Hohen⸗ priestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen. Da sprach er zu ihnen allen: Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verlieret um meinetwillen, der wirds erhalten. Und was Nutz hätte der Mensch, ob er die ganze Welt gewönne und verlöre sich selbst, oder beschädigte sich selbst? Wer sich aber mein und meiner Worte schämet, des wird sich des Menschen Sohn auch schämen, wenn er kommen wird in seiner Herrlichkeit und seines Vaters und der heiligen Engel. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 2. Mos. 19, 3—8.(Shr sollt mir ein heilig Volk sein.) Und Mose stieg hinauf zu Gott. Und der Herr rief ihm vom Berge und sprach: So sollst du sagen zu dem Hause Jakob und verkündigen den Kindern Israel: Ihr habt gesehen, was ich den Agyptern getan habe, und wie ich euch getragen habe auf Adlers⸗ flügeln und hab euch zu mir gebracht. Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigen⸗ tum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. Und ihr sollt mir ein priesterlich Königreich und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Kindern Israel sagen sollst. Mose kam und forderte die Altesten im Volh und legte ihnen alle diese Worte vor, die der Herr geboten hatte. Und alles Volk antwortete zugleich, und sprachen: Alles, was der Herr geredet hat, wollen wir tun. Und Mose sagte die Rede des Volhs dem Herrn wieder. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Thess. 1, 1—10.(Wir wissen, wie ihr auserwählet seid.) Paulus und Silvanus und Timotheus der Gemeine zu Thessa⸗ lonich in Gott dem Vater und dem Herrn Zesu Christo. Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unferm Vater, und dem Herrn Jesu Christo. Wir danken Gott allezeit für euch alle und gedenken 62 Am Sonntag Seragesimä. euer in unserm Gebet ohn Unterlaß; und denken an euer Werh im Glauben und an eure Arbeit in der Liebe und an eure Geduld in der Hoffnung, welche ist unser Herr Zesus Christus vor Gott und unserm Vater. Denn, lieben Brüder, von Gott geliebet, wir wissen, wie ihr auserwählet seid: daß unser Evangelium ist bei euch gewesen, nicht allein im Wort, sondern beide in der Kraft und in dem Heiligen Geist und in großer Gewißheit; wie ihr wisset, welcherlei wir gewesen sind unter euch um euretwillen. Und ihr seid unsere Rachfolger worden und des Herrn und habt das Wort aufgenommen unter vielen Trübsalen mit Freuden im heiligen Geist; also daß ihr worden seid ein Vorbild allen Gläubigen in Macedonien und Achaja. Denn von euch ist auserschollen das Wort des Herrn, nicht allein in Macedonien und Achaja; sondern an allen Orten ist auch euer Glaube an Gott ausgebrochen, also, daß nicht not ist, euch etwas zu sagen. Denn sie selbst verkündigen von euch, was für einen Eingang wir zu euch gehabt haben, und wie ihr bekehret seid zu Gott von den Abgöttern, zu dienen dem lebendigen und wahren Gott und zu warten seines Sohns vom Himmel, welchen er auferwechet 188 55 den Toten, Zesum, der uns von dem zukünftigen Zorn er⸗ öset hat. Am Sonntag Sexagesimä. Vormittags. Epistel. 2. Kor. 12, 1—10.(Laß dir an meiner Gnade genügen.) Es ist mir ja das Rühmen nichts nütze; doch will ich kommen auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christo vor vierzehn Jahren(ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ichs nicht; oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ichs auch nicht; Gott weiß es); derselbige ward entzückt, bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselbigen Menschen(ob er in dem Leibe, oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht; Gott weiß es). Er ward entzückt in das Paradies und hörete unaus⸗ sprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen; von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne meiner Schwachheit. Und so ich mich rühmen wollte, täte ich darum nicht törlich; denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber des, auf daß nicht jemand mich höher achte, denn er an mir siehet, oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satanas Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe. Dafür ich dreimal dem geflehet habe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheil, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. Darum bin ich gutez ůerk uld zott wir uuch in rlei sere men daß und nicht auch was inen d zu Hott echet mer⸗ imen einen esen, weiß n den er in Gott naus⸗ ll ich ohne arum mich umit hohen imlich mich daß neiner ichtig. chheit, gutes Am Sonntag Sexagesimä. 63 Muts in Schwachheiten, in Schmachen, in Nöten, in Verfolgungen, in Angsten, um Christi willen. Denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark. Evangelium. Luc. 8, 4—15.(Es ging ein Säemann aus, zu säen.) Da nun viel Volks bei einander war, und aus den Städten zu ihm eileten, sprach er durch ein Gleichnis: Es ging ein Säemann aus, zu säen seinen Samen; und indem er säete, fiel etliches an den Weg und ward vertreten, und die Bögel unter dem Himmel fraßens auf. Und etliches fiel auf den Fels; und da es aufging, verdorrete es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf und ersticktens. Und etliches fiel auf ein gut Land, und es ging auf und trug hundert⸗ fältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre. Es fragten ihn aber seine Jünger und sprachen, was dieses Gleichnis wäre? Er aber sprach: Euch ists gegeben, zu wissen das Geheimnis des Reichs Gottes; den andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber das Gleichnis: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels, sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an; und die haben nicht Wurzel; eine Zeitlang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es hören und gehen hin unter den Sorgen, Reichtum und Wollust dieses Lebens und erstichen und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Lande, sind die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld. Epistolische Lektion. Phil. 1, 12—26.(Christus ist mein Leben.) Ich lasse euch aber wissen, lieben Brüder, daß, wie es um mich stehet, das ist nur mehr zur Förderung des Evangelii geraten, also daß meine Bande offenbar worden sind in Christo in dem ganzen Richthause und bei den andern allen, und viel Brüder in dem Herrn aus meinen Banden Zuversicht gewonnen, desto türstiger worden sind, das Wort zu reden ohne Scheu. Etliche zwar predigen Christum auch um Haß und Haders willen; etliche aber aus guter Meinung. Jene verkündigen Christum aus Zank und nicht lauter; denn sie meinen, sie wollen eine Trübsal zuwenden meinen Banden; diese aber aus Liebe; denn sie wissen, daß ich zur Verantwortung des Evangelii hie liege. Was ist ihm aber denn? Daß nur Christus verkündiget werde allerlei Weise, es geschehe zufallens oder rechter Weise; so freue ich mich doch darinnen und will mich auch freuen. 6⁴ Am Sonntag Sexagesimä. Denn ich weiß, daß mir dasselbige gelinget zur Seligkeit durch euer Gebet und durch Handreichung des Geistes Zesu Christi; wie ich endlich warte und hoffe, daß ich in keinerlei Stück zu schanden werde, sondern daß mit aller Freudigkeit, gleichwie sonst allezeit, also auch jetzt, Christus hoch gepreiset werde an meinem Leibe, es sei durch Leben oder durch Tod. Denn Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. Sintemal aber im Fleisch leben dienet, mehr Frucht zu schaffen, so weiß ich nicht, welches ich erwählen soll. Denn es liegt mir beides hart an: Ich habe Lust abzuscheiden und bei Christo zu sein, welches auch viel besser wäre; aber es ist nötiger im Fleisch bleiben um euretwillen. Und in guter Zuversicht weiß ich, daß ich bleiben und bei euch allen sein werde, euch zur Förderung und zur Freude des Glaubens, auf daß ihr euch sehr rühmen möget in Christo Jesu an mir, durch meine Zukunft wieder zu euch. Evangelische Lektion. ZJoh. 11, 20—46.(Sch bin die Auferstehung und das Leben.) Als Martha nun hörete, daß Jesus kommt,. gehet sie ihm entgegen; Maria aber blieb daheim sitzen. Da sprach Martha zu Jesu: Herr, wärest du hie gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben; aber ich weiß auch noch, daß, was du bittest von Gott, das wird dir Gott geben. Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder soll auferstehen. Martha spricht zu ihm: Ich weiß wohl, daß er auferstehen wird in der Auferstehung am jüngsten Tage. Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubet, der wird leben, ob er gleich stürbe. Und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubest du das? Sie spricht zu ihm: Herr, ja, ich glaube, daß du bist Christus, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen ist. Und da sie das gesagt hatte, ging sie hin und rief ihrer Schwester Maria heimlich und sprach: Der Meister ist da und rufet dir. Dieselbige, als sie das hörete, stund sie eilend auf und kam zu ihm. Denn Zesus war noch nicht in den Flechen kommen, sondern war noch an dem Ort, da ihm Martha war entgegenkommen. Die Juden, die bei ihr im Hause waren und trösteten sie, da sie sahen Mariam, daß sie eilend aufstund und hinausging, folgeten sie ihr nach und sprachen: Sie gehet hin zum Grabe, daß sie daselbst weine. Als nun Maria kam, da Jesus war, und sahe ihn, fiel sie zu seinen Füßen und sprach zu ihm: Herr, wärest du hie gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben. Als Jesus sie sahe weinen und die ZJuden auch weinen, die mit ihr kamen, ergrimmete er im Geist und betrübte sich selbst und sprach: Wo habt ihr ihn hingelegt? Sie sprachen zu ihm: Herr, komm und siehe es. Und Jesu gingen die Augen über. Da sprachen die Juden: Siehe, wie hat er ihn so lieb gehabt. Etliche aber unter ihnen sprachen: Konnte, der dem Blinden die Augen aufgetan hat, nicht werschaffen, daß auch dieser nicht stürbe? Zesus aber ergrimmele SHOSEEESSE men, Wo und iden: hnen nicht imele Am Sonnmtag Sexagesimä. 65 abermal in ihm selbst und kam zum Grabe. Es war aber eine Kluft, und ein Stein darauf gelegt. Jesus sprach: Hebet den Stein ab. Spricht zu ihm Martha, die Schwester des Verstorbenen: Herr, er stinkt schon; denn er ist vier Tage gelegen. Jesus spricht zu ihr: Hab ich dir nicht gesagt, so du glauben würdest, du solltest die Herrlichkeit Gottes sehen? Da huben sie den Stein ab, da der Verstorbene lag. Jesus aber hub seine Augen empor und sprach: Vater, ich danke dir, daß du mich erhöret hast; doch ich weiß, daß du mich allezeit hörest; sondern um des Volhs willen, das umher stehet, sage ichs, daß sie glauben, du habest mich gesandt. Da er das gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazare, komm heraus! Und der Verstorbene kam heraus, gebunden mit Grabtüchern an Füßen und Händen und sein Angesicht verhüllet mit einem Schweiß⸗ tuch. Jesus spricht zu ihnen: Löset ihn auf und lasset ihn gehen. Viel nun der Juden, die zu Maria kommen waren und sahen, was Jesus tat, glaubten an ihn. Etliche aber von ihnen gingen hin zu den Pharisäern und sagten ihnen, was Jesus getan hatte. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Amos 8, 1—12.(Sie werden des Herrn Wort suchen und nicht finden.) Der Herr Herr zeigte mir ein Gesichte, und siehe, da stund ein Korb mit Obst. Und er sprach: Was siehest du, Amos? Ich aber antwortete: Einen Korb mit Obst. Da sprach der Herr zu mir: Das Ende ist kommen über mein Volk Ifrael, ich will ihm nicht mehr übersehen. Und die Lieder in der Kirche sollen in ein Heulen verkehret werden zur selbigen Zeit, spricht der Herr Herr; es werden viel toter Leichname liegen an allen Orten, die man heimlich weg⸗ tragen wird. Höret dies, die ihr den Armen unterdrücket und die Elenden im Lande verderbet und sprechet: Wann will denn der Neumond ein Ende haben, daß wir Getreide verkaufen, und der Sabbat, daß wir Korn feilhaben mögen und den Epha ringern und den Selel steigern und die Wage fälschen; auf daß wir die Armen um Geld und die Dürftigen um ein Paar Schuh unter uns bringen und Spreu für Korn verkaufen? Der Herr hat geschworen wider die Hoffart Jakobs: Was gilts, ob ich solcher ihrer Werke ewig vergessen werde? Sollte nicht um solches willen das Land erbeben müssen, und alle Einwohner trauern? Ja, es soll ganz, wie mit einem Wasser, überlaufen werden und weggeführet und überschwemmet werden, wie mit dem Fluß in Agypten. Zur selbigen Zeit, spricht der Herr Herr, will ich die Sonne im Mittage unter⸗ gehen lassen, und das Land am hellen Tage lassen finster werden. Ich will eure Feiertage in Trauern und alle eure Lieder in Weh⸗ blagen verwandeln; ich will über alle Lenden den Sack bringen und alle Köpfe kahl machen; und will ihnen ein Trauern schaffen, 66 Am Sonntag Sexagefimä. wie man über einen einigen Sohn hat: und sollen ein jämmerlich Ende nehmen. Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr Herr, daß ich einen Hunger ins Land schicken werde; nicht einen Hunger nach Brot, oder Durst nach Wasser, sondern nach dem Wort des Herrn zu hören, daß sie hin und her, von einem Meer zum andern, von Mitternacht gegen Morgen umlaufen und des Herrn Wort suchen und doch nicht finden werden. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Kor. 1, 23— 2, 17.(Ein Geruch des Todes zum Tode, ein Geruch des Lebens zum Leben.) Ich rufe aber Gott an zum Zeugen auf meine Seele, daß ich euer verschonet habe in dem, daß ich nicht wieder gen Korinth kommen bin. Nicht, daß wir Herren seien über euren Glauben, sondern wir sind Gehülfen eurer Freude; denn ihr stehet im Glauben. Ich dachte aber solches bei mir, daß ich nicht abermal in Traurigkeit zu euch käme. Denn so ich euch traurig mache, wer ist, der mich fröhlich mache, ohne der da von mir betrübet wird? Und dasselbige habe ich euch geschrieben, daß ich nicht, wenn ich käme, traurig sein müßte, über welche ich mich billig sollte freuen; sintemal ich mich des zu euch allen versehe, daß meine Freude euer aller Freude sei. Denn ich schrieb euch in großer Trübsal und Angst des Herzens mit viel Tränen; nicht daß ihr solltet betrübet werden, sondern auf daß ihr die Liebe erkennetet, welche ich habe sonderlich zu euch. So aber jemand eine Betrübnis hat angerichtet, der hat nicht mich betrübet, ohne zum Teil, auf daß ich nicht euch alle beschwere. Es ist aber genug, daß derselbige von vielen also gestraft ist, daß ihr nun hinfort ihm desto mehr vergebet und tröstet, auf daß er nicht in allzu große Traurigkeit versinke. Darum ermahne ich euch, daß ihr die Liebe an ihm beweiset. Denn darum habe ich euch auch geschrieben, daß ich erkennete, ob ihr rechtschaffen seid, gehorsam zu sein in allen Stücken. Welchem aber ihr etwas ver⸗ gebet, dem vergebe ich auch. Denn auch ich, so ich etwas vergebe jemanden, das vergebe ich um euretwillen an Christus Statt; auf daß wir nicht übervorteilet werden vom Satan. Denn uns ist nicht unbewußt, was er im Sinn hat. Da ich aber gen Troas kam, zu predigen das Evangelium Christi, und mir eine Tür aufgetan war in dem Herrn, hatte ich keine Ruhe in meinem Geist, da ich Titum, meinen Bruder, nicht fand, sondern ich machte meinen Abschied mit ihnen und fuhr aus in Macedonien. Aber Gott sei gedankt, der uns allezeit Sieg gibt in Christo und offenbaret den Geruch seiner Erkenntnis durch uns an allen Orten. Denn wir sind Gott ein guter Geruch Christi, beide unter denen, die selig werden, und unter denen, die verloren werden, diesen ein Geruch des Todes zum Tode, jenen aber ein Geruch des Lebens zum Leben. lich des Am Sonntag Quinquagesimä oder Esto mihi. 67 Und wer ist hiezu tüchtig? Denn wir sind nicht, wie etlicher viele, die das Wort Gottes verfälschen; sondern als aus Lauterkeit und als aus Gott, vor Gott, reden wir in Christo. Am Sonntag Quinquagesimä oder Esto mihi. VBormittags. Epistel. 1. Kor. 13, 1—13.(Die Herrlichkeit der Liebe.) Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte der Liebe nicht; so wäre ich ein tönend Erz oder eine hlingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte und wüßte alle Ge⸗ heimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht; so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib brennen und hätte der Liebe nicht; so wäre mirs nichts nütze. Die Liebe ist langmütig und freundlich; die Liebe eifert nicht; die Liebe treibt nicht Mutwillen; sie blähet sich nicht, sie stellet sich nicht ungeberdig; sie suchet nicht das Ihre; sie lässet sich nicht erbittern; sie trachtet nicht nach Schaden. Sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit; sie freuet sich aber der Wahrheit; sie verträget alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles. Die Liebe höret nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden, und die Sprachen auf⸗ hören werden, und das Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stüchwerk auf⸗ hören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und war klug wie ein Kind und hatte kindische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, tat ich ab, was kindisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Wort, dann aber von Angesicht zu Angesichte. Jetzt erkenne ichs stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkennet bin. Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größeste unter ihnen. Evangelium. Luc. 18, 31—43.(Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem.) Er nahm aber zu sich die Zwölfe und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den Heiden; und er wird verspottet und geschmäht und verspeiet werden; und sie werden ihn geißeln und töten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der keines, und die Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht, was das gesagt war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege und bettelte. Da er aber hörete das Volk, das durchhin ging, forschete er, was das 5* 68 Am Sonntag Quinquagesimä oder Esto mihi. wäre. Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich mein! Die aber vornean gingen, bedräueten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich mein. Jesus aber stund stille und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ihn und sprach: Was willst du, daß ich dir tun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend; dein Glaube hat dir geholfen. Und alsbald ward er sehend und solgte ihm nach und preisete Gott. Und alles Voll, das solches sahe, lobete Gott. Epistolische Lektion. Nöm. 5, 1—11.(Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz.) Nun wir denn sind gerecht worden durch den Glauben, so haben wir Friede mit Gott durch unsern Herrn Jesum Christ, durch welchen wir auch einen Zugang haben im Glauben zu dieser Gnade, darinnen wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben soll. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Trübsale, dieweil wir wissen, daß Trübsal Geduld bringet; Geduld aber bringet Erfahrung; Erfahrung aber bringet Hoffnung; Hoffnung aber läßt nicht zu schanden werden. Denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz durch den heiligen Geist, welcher uns gegeben ist. Denn auch Christus, da wir noch schwach waren nach der Zeit, ist für uns Gottlose gestorben. Nun stirbt kaum jemand um des Rechtes willen; um etwas Gutes willen dürfte vielleicht jemand sterben. Darum preiset Gott seine Liebe gegen uns, daß Christus für uns gestorben ist, da wir noch Sünder waren. So werden wir je viel mehr durch ihn behalten werden vor dem Zorn, nachdem wir durch sein Blut gerecht worden sind. Denn so wir Gott versöhnet sind durch den Tod seines Sohns, da wir noch Feinde waren; viel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, so wir nun versöhnet sind. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch Gottes durch unsern Herrn Jesum Christ, durch welchen wir nun die Versöhnung empfangen haben. Evangelische Lektion. Joh. 11, 47— 12, 8.(Caiphas Rat und die Salbung Zesu durch Maria.) Da versammelten die Hohenpriester und die Pharisäer einen Rat und sprachen: Was tun wir? dieser Mensch tut viel Zeichen. Lassen wir ihn also, so werden sie alle an ihn glauben. So kommen dann die Römer und nehmen uns Land und Leute. Einer aber unter ihnen, Caiphas, der desselben Jahrs Hoherpriester war, sprach zu ihnen: Ihr wisset nichts, bedenket auch nichts; es ist uns besser, Ein Mensch sterbe für das Volk, denn daß das ganze Volk ver⸗ derbe. Solches aber redete er nicht von sich selbst, sondern, dieweil über. nein! nnen hheit, wuns nget; ung; Liebe weil Am Sonntag Quinquagesimä oder Esto mihi. 69 er desselbigen Jahrs Hoherpriester war, weissagte er. Denn Jesus sollte sterben für das Volk; und nicht für das Volk allein, sondern, daß er die Kinder Gottes, die zerstreuet waren, zusammen brächte. Von dem Tage an ratschlagten sie, wie sie ihn töteten. Jesus aber wandelte nicht mehr frei unter den Juden, sondern ging von dannen in eine Gegend nahe bei der Wüste in eine Stadt, genannt Ephrem, und hatte sein Wesen daselbst mit seinen Füngern. Es war aber nahe die Ostern der Juden; und es gingen viele hinauf gen Jerusalem aus der Gegend, vor den Ostern, daß sie sich reinigten. Da stunden sie und fragten nach Jesu und redeten mit einander im Tempel: Was dünket euch, daß er nicht kommt auf das Fest? Es hatten aber die Hohenpriester und Pharisäer lassen ein Gebot ausgehen, so jemand wüßte, wo er wäre, daß ers anzeigete, daß sie ihn griffen. Sechs Tage vor den Ostern kam Jesus gen Bethania, da Lazarus war, der Verstorbene, welchen Jesus auferwechet hatte von den Toten. Daselbst machten sie ihm ein Abendmahl, und Martha dienete; Lazarus aber war der einer, die mit ihm zu Tische saßen. Da nahm Maria ein Pfund Salbe von ungefälschter köstlicher Rarde und salbete die Füße Jesu und trocknete mit ihrem Haar seine Füße; das Haus aber ward voll vom Geruch der Salbe. Da sprach seiner Zünger einer, Judas, Simonis Sohn, Ischariothes, der ihn hernach verriet: Warum ist diese Salbe nicht verkauft um dreihundert Groschen und den Armen gegeben? Das sagte er aber nicht, daß er nach den Armen fragte; sondern er war ein Dieb und hatte den Beutel und trug, was gegeben ward. Da sprach Jesus: Laß sie mit Frieden. Solches hat sie behalten zum Tage meines Begräbnisses. Denn Arme habt Shr allezeit bei euch; mich aber habt ihr nicht allezeit. Nachmittags. Lektion aus dem Neuen Testamente. Jeremias 8, 4—12.(Mein Volk will das Recht des Herrn nicht wissen.) Darum sprich zu ihnen: So spricht der Herr: Wo ist jemand, so er fällt, der nicht gerne wieder aufstünde? Wo ist jemand, so er irre gehet, der nicht gerne wieder zurecht käme? Noch will ja dies Volk zu Jerusalem irre gehen für und für. Sie halten so hart an dem falschen Gottesdienst, daß sie sich nicht wollen abwenden lassen. Ich sehe und höre, daß sie nichts Rechtes lehren. Keiner ist, dem seine Bosheit leid wäre, und spräche: Was mache ich dochꝰ? Sie laufen alle ihren Lauf, wie ein grimmiger Hengst im Streit. Ein Storch unter dem Himmel weiß seine Zeit; eine Turteltaube, Kranich und Schwalbe merken ihre Zeit, wenn sie wiederkommen sollen; aber mein Volk will das Recht des Herrn nicht wissen. Wie möget ihr doch sagen: Wir wissen, was recht ist, und haben die heilige Schrift vor uns? Ists doch eitel Lügen, was die Schrift⸗ gelehrten setzen. Darum müssen solche Lehrer zu schanden, erschreckt und gefangen werden; denn was hönnen sie Gutes lehren, weil 70 Am ersten Sonntag in den Fasten, genannt Invocavit. sie des Herrn Wort verwerfen? Darum so will ich ihre Weiber den Fremden geben und ihre Acker denen, so sie verjagen werden. Denn sie geizen allesamt, beide Klein und Groß, und beide Priester und Propheten lehren falschen Gottesdienst und trösten mein Volb in ihrem Unglück, daß sie es gering achten sollen, und sagen: Friede, Friede! und ist doch nicht Friede. Darum werden sie mit Schanden bestehen, daß sie solche Greuel treiben; wiewohl sie wollen ungeschändet sein und wollen sich nicht schämen. Darum müssen sie fallen über einen Haufen, und wenn ich sie heimsuchen werde, sollen sie fallen, spricht der Herr. Lektion aus dem Neuen Testamente. I. Joh. 4, 7·15.(Darin stehet die Liebe, nicht, daß wir Gott geliebet haben.) Ihr Lieben, lasset uns unter einander lieb haben, denn die Liebe ist von Gott; und wer lieb hat, der ist von Gott geboren und kennet Gott. Wer nicht lieb hat, der kennet Gott nicht; denn Gott ist die Liebe. Daran ist erschienen die Liebe Gottes gegen uns, daß Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, daß wir durch ihn leben sollen. Darinnen stehet die Liebe, nicht, daß wir Gott geliebet haben, sondern daß er uns geliebet hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsere Sünden. Ihr Lieben, hat uns Gott also geliebet, so sollen wir uns auch unter einander lieben. Niemand hat Gott jemals gesehen. So wir uns unter einander lieben, so bleibet Gott in uns, und seine Liebe ist völlig in uns. Daran erkennen wir, daß wir in ihm bleiben und er in uns, daß er uns von seinem Geist gegeben hat. Und wir haben gesehen und zeugen, daß der Vater den Sohn gesandt hat zum Heiland der Welt. Welcher nun behennet, daß Jesus Gottes Sohn ist, in dem bleibet Gott, und er in Gott. Am ersten Sonntag in den Fasten, genannt Invocavit. Vormittags. Epistel. 2. Kor. 6, 1—10.(In allen Dingen lasset uns beweisen als die Diener Gottes.) Wir ermahnen aber euch, als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfahet. Denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jetzt ist die angenehme Zeit; jetzt ist der Tag des Heils, Lasset uns aber niemand irgend ein Argernis geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde; sondern in allen Dingen lasset uns be⸗ weisen als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trübsalen, in Nöten, in Angsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntnis, in Langmut, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geist, in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit, ——.— AE s S= eiber den. ꝛester Bolb iede, nden indet inen t der ben.) Liebe und Gott daß wir wir andt hat ben. nder uns. daß und der dem vit. iener blich der lfen. heils. inser 5 be⸗ öten, rbeit, it, in dem jkeit, Am ersten Sonntag in den Fasten, genannt Invocavit. 71 zur Rechten und zur Linken; durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte; als die Verführer, und doch wahrhaftig; als die Unbekannten, und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht ertötet; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts inne haben, und doch alles haben. Evangelium. Matth. 4, 1—11.(Sesus ward vom Teufel versucht.) Da ward Jesus vom Geist in die Wüste geführt, auf daß er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden. Und er antwortete und sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebet nicht vom Brot alleine, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet. Da führete ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellete ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl tun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßeft. Da sprach Zesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führete ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigete ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Heb dich weg von mir, Satan; denn es stehet geschrieben: Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel; und siehe, da traten die Engel zu ihm und dieneten ihm. Epistolische Lektion. Hebr. 4, 14— 5, 9.(Versucht allenthalben, doch ohne Sünde.) Dieweil wir denn einen großen Hohenpriester haben, Zesum, den Sohn Gottes, der gen Himmel gefahren ist; so lasset uns halten an dem Bekenntnis. Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte Mitleiden haben mit unserer Schwachheit, sondern der versucht ist allenthalben gleich wie wir, doch ohne Sünde. Darum lasset uns hinzutreten mit Freudigkeit zu dem Gnadenstuhl, auf daß wir Barmherzigkeit empfahen und Gnade finden auf die Zeit, wenn uns Hülfe not sein wird. Denn ein jeglicher Hoherpriester, der aus den Menschen genommen wird, der wird gesetzt für die Menschen gegen Gott, auf daß er opfere Gaben und Opfer für die Sünden; der da hönnte mitleiden über die, so unwissend sind und irren, nachdem er auch selbst umgeben ist mit Schwachheit. Darum muß er auch, gleichwie für das Volk, also auch für sich selbst opfern für die Sünden. Und niemand nimmt ihm selbst die Ehre; sondern 72 Am ersten Sonntag in den Fasten, genannt Invocavit. der auch berufen sei von Gott, gleichwie der Aaron. Also auch Christus hat sich nicht selbst in die Ehre gesetzt, daß er Hoherpriester würde, sondern der zu ihm gesagt hat: Du bist mein Sohn; heute habe ich dich gezeuget. Wie er auch am andern Ort spricht: Du bist ein Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks. Und er hat in den Tagen seines Fleisches Gebet und Flehen mit starkem Geschrei und Tränen geopfert zu dem, der ihm von dem Tode konnte aushelfen; und ist auch erhöret, darum, daß er Gott in Ehren hatte. Und wiewohl er Gottes Sohn war, hat er doch an dem, das er litt, Gehorsam gelernet. Und da er ist vollendet, ist er worden allen, die ihm gehorsam sind, eine Ursache zur ewigen Seligkeit. Evangelische Lektion. Luc. 22, 31—44.(Er rang mit dem Tode.) Der Herr aber sprach: Simon, Simon, siehe, der Satanas hat euer begehrt, daß er euch möchte sichten, wie den Weizen. Ich aber habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du dermaleinst dich bekehrest, so stärke deine Brüder. Er sprach aber zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängnis und in den Tod zu gehen. Er aber sprach: Petre, ich sage dir, der Hahn wird heute nicht krähen, ehe denn du dreimal verleugnet hast, daß du mich kennest. Und er sprach zu ihnen: So oft ich euch gesandt habe ohne Beutel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr auch je Mangel gehabt? Sie sprachen: Nie keinen. Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, desselbigen gleichen auch die Tasche; wer aber nicht hat, verkaufe sein Kleid und haufe ein Schwert. Denn ich sage euch: Es muß noch das auch vollendet werden an mir, das geschrieben stehet: Er ist unter die Übeltäter gerechnet. Denn was von mir geschrieben ist, das hat ein Ende. Sie sprachen aber: Herr, siehe, hie sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug. Und er ging hinaus nach seiner Gewohnheit an den Olberg. Es folgeten ihm aber seine Jünger nach an denselbigen Ort. Und als er dahin kam, sprach er zu ihnen: Betet, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und er riß sich von ihnen bei einem Steinwurf und knieete nieder, betete und sprach: Bater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkete ihn. Und es kam, daß er mit dem Tode rang, und betete heftiger. Es ward aber sein Schweiß wie Bluts⸗ tropfen, die fielen auf die Erde. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jeremias 17, 5—14.(Serflucht ist, der Fleisch für seinen Arm hält.) So spricht der Herr: Verflucht ist der Mann, der sich auf Menschen verläßt und hält Fleisch für seinen Arm und mit seinem Herzen Am zweiten Sonntag in den Fasten, genannt Reminiscere. 73 vom Herrn weicht. Der wird sein wie die Heide in der Wüste und wird nicht sehen den zukünftigen Trost; sondern wird bleiben in der Dürre, in der Wüste, in einem unfruchtbaren Lande, da niemand wohnet. Gesegnet aber ist der Mann, der sich auf den Herrn verläßt, und der Herr seine Zuversicht ist. Der ist wie ein Baum am Wasser gepflanzt und am Bach gewurzelt. Denn obgleich eine Hitze kommt, fürchtet er sich doch nicht, sondern seine Blätter bleiben grün; und sorget nicht, wenn ein dürres Jahr kommt, sondern er bringet ohn Aufhören Früchte. Es ist das Herz ein trotzig und verzagt Ding; wer kann es ergründen? Ich der Herr kann das Herz ergründen und die Nieren prüfen; und gebe einem jeglichen nach seinem Tun, nach den Früchten seiner Werke. Denn gleichwie ein Vogel, der sich über Eier setzt und brütet sie nicht aus: also ist der, so unrecht Gut sammelt; denn er muß davon, wenn ers am wenigsten achtet, und muß doch zuletzt Spott dazu haben. Aber die Stätte unsers Heiligtums, nämlich der Thron göttlicher Ehre, ist allezeit fest geblieben. Denn, Herr, du bist die Hoffnung Israel. Alle, die dich verlassen, müssen zu schanden werden, und die Abtrünnigen müssen in die Erde geschrieben werden; denn sie verlassen den Herrn, die Quelle des lebendigen Wassers. Heile du mich, Herr, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen; denn du bist mein Ruhm. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Joh. 3, 7—12.(Wer Sünde tut, der ist vom Teufel.) Kindlein, lasset euch niemand verführen. Wer recht tut, der ist gerecht, gleichwie er gerecht ist. Wer Sünde tut, der ist vom Teufel, denn der Teufel sündiget von Anfang. Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, daß er die Werke des Teufels zerstöre. Wer aus Gott geboren ist, der tut nicht Sünde; denn sein Same bleibet bei ihm, und kann nicht sündigen; denn er ist von Gott geboren. Daran wirds offenbar, welche die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels sind. Wer nicht recht tut, der ist nicht von Gott, und wer nicht seinen Bruder lieb hat. Denn das ist die Botschaft, die ihr gehöret habt von Anfang, daß wir uns unter einander lieben sollen. Nicht wie Cain, der von dem Argen war und erwürgete seinen Bruder. Und warum erwürgete er ihn? Daß seine Werke böse waren, und seines Bruders gerecht. Am zweiten Sonntag in den Fasten, genannt Reminiseere. Vormittags. Epistel. I. Thess. 4, 1—12.(Das ist der Wille Gottes, eure Heiligung.) Weiter, lieben Brüder, bitten wir euch und ermahnen in dem Herrn Jesu(nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollet 74 Am zweiten Sonntag in den Fasten, genannt Reminiscere. wandeln und Gott gefallen), daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein jeglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Lustseuche, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen; und daß niemand zu weit greife, noch vervorteile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist der Rächer über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Wer nun verachtet, der verachtet nicht Menschen, sondern Gott, der seinen heiligen Geist gegeben hat in euch. Von der brüderlichen Liebe aber ist nicht not euch zu schreiben; denn ihr seid selbst von Gott gelehret, euch unter einander zu lieben, und das tut ihr auch an allen Brüdern, die in ganz Macedonien sind. Wir ermahnen euch aber, lieben Brüder, daß ihr noch völliger werdet, und ringet darnach, daß ihr stille seid und das Eure schaffet und arbeitet mit euren eigenen Händen, wie wir euch geboten haben, auf daß ihr ehrbarlich wandelt gegen die, die draußen sind, und ihrer keines bedürfet. Evangelium. Matth. 15, 21—28.(Sa, Herr— aber doch!) Und Jesus ging aus von dannen und entwich in die Gegend von Tyro und Sidon. Und siehe, ein cananäisch Weib ging aus derselbigen Grenze und schrie ihm nach und sprach: Ach Herr, du Sohn Davids, erbarm dich mein; meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir; denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlornen Schafen von dem Hause Israel. Sie kam aber und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir. Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr; aber doch essen die Hündlein von den Brosamlein, die von ihrer Herren Tische fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist groß; dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde. Epistolische Lektion. Röm. 3, 19—31.(Wir werden ohne Verdienst gerecht.) Wir wissen aber, daß, was das Gesetz sagt, das sagt es denen, die unter dem Gesetz sind, auf daß aller Mund verstopfet werde, und alle Welt Gott schuldig sei; darum, daß kein Fleisch durch des Gesetzes Werke vor ihm gerecht sein mag; denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde. Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbaret und bezeuget Am zweiten Sonntag in den Fasten, genannt Reminiscere. 75 durch das Gesetz und die Propheten. Ich sage aber von solcher Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesum Christ zu allen und auf alle, die da glauben. Denn es ist hie kein Unterschied; sie sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den sie an Gott haben sollten; und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade, durch die Erlösung, so durch Christum Jesum geschehen ist, welchen Gott hat vorgestellt zu einem Gnadenstuhl, durch den Glauben in seinem Blut, damit er die Gerechtigkeit, die vor ihm gilt, darbiete, in dem, daß er Sünde vergibt, welche bis anher geblieben war unter göttlicher Geduld; auf daß er zu diesen Zeiten darböte die Gerechtigkeit, die vor ihm gilt; auf daß er allein gerecht sei und gerecht mache den, der da ist des Glaubens an Jesu. Wo bleibt nun der Ruhm? Er ist aus. Durch welches Gesetzꝰ? durch der Werke Gesetz? Nicht also, sondern durch des Glaubens Gesetz. So halten wir es nun, daß der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben. Oder ist Gott allein der Juden Gott? ist er nicht auch der Heiden Gott? Ja freilich auch der Heiden Gott. Sintemal es ist ein einiger Gott, der da gerecht macht die Beschneidung aus dem Glauben und die Vorhaut durch den Glauben. Wie? heben wir denn das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne! sondern wir richten das Gesetz auf. Evangelische Lektion. Luc. 22, 45—62.(Und der Herr wandte sich und sahe Petrum an.) Und er stund auf von dem Gebet und kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafen vor Traurigkeit; und sprach zu ihnen: Was schlafet ihr? Stehet auf und betet, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Da er aber noch redete, siehe, die Schar; und einer von den Zwölfen, genannt Judas, ging vor ihnen her und nahete sich zu Jesu, ihn zu küssen. Jesus aber sprach zu ihm: Juda, verrätest du des Menschen Sohn mit einem Kuß? Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwert drein schlagen? Und einer aus ihnen schlug des Hohenpriesters Knecht und hieb ihm sein recht Ohr ab. Jesus aber antwortete und sprach: Lasset sie doch so ferne machen. Und er rührete sein Ohr an und heilete ihn. Jesus aber sprach zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und den Altesten, die über ihn kommen waren: Ihr seid, als zu einem Mörder, mit Schwertern und mit Stangen ausgegangen. Ich bin täglich bei euch im Tempel gewesen, und ihr habt keine Hand an mich gelegt; aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis. Sie griffen ihn aber und führeten ihn und brachten ihn in des Hohenpriesters Haus. Petrus aber folgete von ferne. Da zündeten sie ein Feuer an mitten im Palast und setzten sich zusammen, und Petrus setzte sich unter sie. Da sahe ihn eine Magd sitzen bei dem Licht und sahe eben auf ihn und sprach zu ihm: Dieser war auch mit ihm. 76 Am zweiten Sonntag in den Fasten, genannt Reminiscere. Er aber verleugnete ihn und sprach: Weib, ich kenne sein nicht. Und über eine kleine Weile sahe ihn ein anderer und sprach: Du bist auch der einer. Petrus aber sprach: Mensch, ich bins nicht. Und über eine Weile, bei einer Stunde, bekräftigte es ein anderer und sprach: Wahrlich, dieser war auch mit ihm; denn er ist ein Galiläer. Petrus aber sprach: Mensch, ich weiß nicht, was du sagest. Und alsbald, da er noch redete, krähete der Hahn. Und der Herr wandte sich und sahe Petrum an. Und Petrus gedachte an des Herrn Wort, das er zu ihm gesagt hatte: Ehe denn der Hahn krähet, wirst du mich dreimal verleugnen. Und Petrus ging hinaus und weinete bitterlich. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 130.(Aus der Tiefe rufe ich zu dir.) Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir. Herr, höre meine Stimme, laß deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens. So du willst, Herr, Sünde zurechnen, Herr, wer wird bestehen? Denn bei dir ist die Vergebung, daß man dich fürchte. Ich harre des Herrn, meine Seele harret, und ich hoffe auf sein Wort. Meine Seele wartet auf den Herrn von einer Morgenwache bis zur andern. Israel, hoffe auf den Herrn; denn bei dem Herrn ist die Gnade, und viel Erlösung bei ihm; und er wird Israel erlösen aus allen seinen Sünden. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Kor. 7, 1—12.(Die göttliche Traurigkeit.) Dieweil wir nun solche Verheißung haben, meine Liebsten, so lasset uns von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes uns reinigen und fortfahren mit der Heiligung in der Furcht Gottes. Fasset uns; wir haben niemand leid getan; wir HHben niemand verletzt; wir haben niemand vervorteilet. Nicht sage ich solches, euch zu verdammen; denn ich habe droben zuvor gesagt, daß ihr in unserm Herzen seid, mit zu sterben und mit zu leben. Ich rede mit großer Freudigkeit zu euch; ich rühme viel von euch; ich bin erfüllet mit Trost; ich bin überschwenglich in Freuden, in alle unserer Trübsal. Denn da wir in Macedonien kamen, hatte unser Fleisch keine Ruhe; sondern allenthalben waren wir in Trübsal; auswendig Streit, inwendig Furcht. Aber Gott, der die Geringen tröstet, der tröstete uns durch die Zukunft Titi. Nicht allein aber durch seine Zukunft, sondern auch durch den Trost, damit er getröstet war an euch, und verkündigte uns euer Verlangen, euer Weinen, euren Eifer um mich, also, daß ich mich noch mehr freuete. Denn daß ich euch durch den Brief habe traurig gemacht, reuet mich nicht. Und obs mich reuete, so ich aber sehe, daß der Brief vielleicht eine Weile euch betrübt hat; so freue ich mich doch nun, nicht darüber, — ht. du ht. rer ein est. err es et, nd Am dritten Sonntag in den Fasten, genannt Oeuli. 77 daß ihr seid betrübt worden, sondern daß ihr seid betrübt worden zur Reue. Denn ihr seid göttlich betrübt worden, daß ihr von uns ja keinen Schaden irgend worinnen nehmet. Denn die göttliche Traurigkeit wirket zur Seligkeit eine Reue, die niemand gereuet; die Traurigkeit aber der Welt wirket den Tod. Siehe, dasselbige, daß ihr göttlich seid betrübt worden, welchen Fleiß hat es in euch gewirket, dazu Verantwortung, Zorn, Furcht, Verlangen, Eifer, Rache. Ihr habt euch beweiset in allen Stücken, daß ihr rein seid an der Tat. Darum, ob ich euch geschrieben habe, so ists doch nicht ge⸗ schehen um des willen, der beleidiget hat, auch nicht um des willen, der beleidiget ist, sondern um des willen, daß euer Fleiß gegen uns offenbar würde bei euch vor Gott. Am dritten Sonntag in den Fasten, genannt Oeuli. Vormittags. Epistel. Ephes. 5, 1—9. Er hat sich selbst dargegeben für uns.) So seid nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns hat geliebet und sich selbst dar⸗ gegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit oder Geiz lasset nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet; auch schandbare Worte und Narrenteidinge oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer oder Unreiner oder Geiziger(welcher ist ein Götzendiener) Erbe hat an dem Reich Christi und Gottes. Lasset euch niemand verführen mit vergeblichen Worten; denn um dieser willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weiland Finsternis; nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. Evangelium. Luc. 11. 14—28.(Er ward geschmäht.) Und er trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme. Und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibt die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn und begehreten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fällt über das andere. Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? dieweil ihr saget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So aber ich die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die 78 Am dritten Sonntag in den Fasten, genannt Oculi. Teufel austreibe, so kommt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewappneter seinen Palast bewahret, so bleibt das Seine mit Frieden. Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt und über⸗ windet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ, und teilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfähret, so durchwandelt er dürre Stätten, suchet Ruhe und findet ihrer nicht; so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wenn er kommt, so findet ers mit Besemen gekehret und geschmücket. Dann gehet er hin und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind, denn er selbst; und wenn sie hineinkommen, wohnen sie da: und wird hernach mit demselbigen Menschen ärger denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhub ein Weib im Volk die Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast. Er aber sprach: Da, selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren. Epistolische Lektion. Hebr. 12, 1—13.(Er achtete der Schande nicht.) Darum auch wir, dieweil wir solchen Haufen Zeugen um uns haben, lasset uns ablegen die Sünde, so uns immer anklebt und träge macht, und lasset uns laufen durch Geduld in dem Kampf, der uns verordnet ist, und aufsehen auf Jesum, den Anfänger und Vollender des Glaubens; welcher, da er wohl hätte mögen Freude haben, erduldete er das Kreuz und achtete der Schande nicht und ist gesessen zur Rechten auf dem Stuhl Gottes. Gedenket an den, der ein solches Widersprechen von den Sündern wider sich erduldet hat, daß ihr nicht in eurem Mut matt werdet und ablasset. Denn ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden über dem Kämpfen wider die Sünde; und habt bereits vergessen des Trostes, der zu euch redet als zu den Kindern: Mein Sohn, achte nicht gering die Züchtigung des Herrn und verzage nicht, wenn du von ihm gestraft wirst; denn welchen der Herr lieb hat, den züchtiget er; er stäupt aber einen jeglichen Sohn, den er aufnimmt. So ihr die Züchtigung erduldet, so erbeut sich euch Gott als Kindern; denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtiget? Seid ihr aber ohne Züchtigung, welcher sie alle sind teilhaftig worden, so seid ihr Bastarde und nicht Kinder. Auch so wir haben unsere leiblichen Väter zu Züchtigern gehabt und sie gescheuet; sollten wir denn nicht viel mehr untertan sein dem geistlichen Vater, daß wir leben? Und jene zwar haben uns gezüchtiget wenig Tage nach ihrem Dünken; dieser aber zu Nutz, auf daß wir seine Heiligung erlangen. Alle Züchtigung aber, wenn sie da ist, dünkt sie uns nicht Freude, sondern Traurigkeit sein; aber darnach wird sie geben eine friedsame Frucht der Gerechtig⸗ keit denen, die dadurch geübet sind. Darum richtet wieder auf die Am dritten Sonntag in den Fasten, genannt Oculi. 79 lässigen Hände und die müden Kniee und tut gewissen Tritt mit euren Füßen, daß nicht jemand strauchele wie ein Lahmer, sondern vielmehr gesund werde. Evangelische Lektion. Lue. 22, 63—71.(Sie schlugen ihn ins Angesicht.) Die Männer aber, die Jesum hielten, verspotteten ihn und schlugen ihn, verdeckten ihn und schlugen ihn ins Angesichte und fragten ihn und sprachen: Weissage, wer ists, der dich schlug? Und viel andere Lästerungen sagten sie wider ihn. Und als es Tag ward, sammelten sich die Altesten des Volks, die Hohenpriester und Schriftgelehrten und führeten ihn hinauf vor ihren Rat und sprachen: Bist du Christus? sage es uns. Er sprach aber zu ihnen: Sage ichs euch, so glaubet ihrs nicht; frage ich aber, so antwortet ihr nicht und lasset mich doch nicht los. Darum von nun an wird des Menschen Sohn sitzen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Da sprachen sie alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er sprach zu ihnen: Ihr saget es, denn ich bins. Sie aber sprachen: Was bedürfen wir weiter Zeugnis? wir habens selbst gehöret aus seinem Munde. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jeremias 26, 115.(Ob sie vielleicht hören wollen und sich bekehren.) Im Anfang des Königreichs Jojakims, des Sohns Josia, des Königs Juda, geschah dies Wort vom Herrn und sprach: So spricht der Herr: Tritt in den Vorhof am Hause des Herrn und predige allen Städten Juda, die da hereingehen anzubeten im Hause des Herrn, alle Worte, die ich dir befohlen habe ihnen zu sagen, und tue nichts davon. Ob sie vielleicht hören wollen und sich bekehren, ein jeglicher von seinem bösen Wesen; damit mich auch reuen möchte das Übel, das ich gedenke ihnen zu tun um ihres bösen Wandels willen. Und sprich zu ihnen: So spricht der Herr: Werdet ihr mir nicht gehorchen, daß ihr in meinem Gesetze wandelt, das ich euch vorgelegt habe; daß ihr höret die Worte meiner Knechte, der Propheten, welche ich stets zu euch gesandt habe, und ihr doch nicht hören wolltet; so will ichs mit diesem Hause machen, wie mit Silo, und diese Stadt zum Fluch allen Heiden auf Erden machen. Da nun die Priester, Propheten und alles Volk höreten Jeremia, daß er solche Worte redete im Hause des Herrn; und Jeremia nun aus⸗ geredet hatte alles, was ihm der Herr befohlen hatte, allem Volk zu sagen; griffen ihn die Priester, Propheten und das ganze Bolk und sprachen: Du mußt sterben. Warum darfst du weissagen im Namen des Herrn und sagen: Es wird diesem Hause gehen wie Silo, und diese Stadt soll so wüste werden, daß niemand mehr drinnen wohne? Und das ganze Volk sammelte sich im Luda⸗ des Herrn wider Jeremia. Da solches höreten die Fürsten Juda, gingen sie 80 Am vierten Sonntag in den Fasten, genannt Lätare. aus des Königs Hause hinauf ins Haus des Herrn und setzten sich vor das neue Tor des Herrn. Und die Priester und Propheten sprachen vor den Fürsten und allem Volk: Dieser ist des Todes schuldig; denn er hat geweissagt wider diese Stadt, wie ihr mit euren Ohren gehöret habt. Aber Jeremia sprach zu allen Fürsten und zu allem Volk: Der Herr hat mich gesandt, daß ich solches alles, das ihr gehöret habt, sollte weissagen wider dies Haus und wider diese Stadt. So bessert nun euer Wesen und Wandel und gehorchet der Stimme des Herrn, eures Gottes; so wird den Herrn auch gereuen das Ubel, das er wider euch geredet hat. Siehe, ich bin in euren Händen; ihr möget es machen mit mir, wie es euch recht und gut dünkt. Doch sollt ihr wissen, wo ihr mich tötet, so werdet ihr unschuldig Blut laden auf euch selbst, auf diese Stadt und ihre Einwohner. Denn wahrlich, der Herr hat mich zu euch gesandt, daß ich solches alles vor euren Ohren reden sollte. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Kor. 6, 11—18.(Wie stimmt Christus mit Belial?) O ihr Korinther, unser Mund hat sich zu euch aufgetan; unser Herz ist getrost. Unserthalben dürft ihr euch nicht ängsten. Daß ihr euch aber ängstet, das tut ihr aus herzlicher Meinung. Ich rede mit euch, als mit meinen Kindern, daß ihr euch auch also gegen mich stellet und seiet auch getrost. Ziehet nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen. Denn was hat die Gerechtigkeit für Genieß mit der Ungerechtigkeit? was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmt Christus mit Belial? oder was für ein Teil hat der Gläubige mit dem Ungläubigen? Was hat der Tempel Gottes für eine Gleiche mit den Götzen? Ihr aber seid der Tempel des lebendigen Gottes; wie denn Gott spricht: Ich will in ihnen wohnen und in ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. Darum gehet aus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rühret kein Unreines an; so will ich euch annehmen und euer Vater sein, und ihr sollet meine Söhne und Töchter sein, spricht der allmächtige Herr. Am vierten Sonntag in den Fasten, genannt Lätare. Vormittags. Epistel. Hebr. 9, 11—15.(Der sich selbst ohne Wandel Gott geopfert.) Christus aber ist kommen, daß er sei ein Hoherpriester der zu⸗ künftigen Güter, durch eine größere und vollkommenere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist; auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigen Blut einmal in das Heilige eingegangen und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so der Ochsen und der Böcke Am vierten Sonntag in den Fasten, genannt Lätare. 81 Blut und die Asche, von der Kuh gesprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit; wieviel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohn allen Wandel durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott? Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Übertretungen, die unter dem ersten Testament waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfahen. Evangelium. Joh. 8, 46—59.(Wer unter euch kann mich einer Sünde zeihenꝰ) Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahrheit sage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort. Darum höret ihr nicht; denn ihr seid nicht von Gott. Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist und hast den Teufel? Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahr⸗ lich, ich sage euch, so jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sprichst: So jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr denn unser Bater Abraham, welcher gestorben ist? und die Propheten sind gestorben. Was machst du aus dir selbst? Jesus antwortete: So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprecht, er sei euer Gott; und kennet ihn nicht; ich aber kenne ihn. Und so ich würde sagen, ich kenne ihn nicht, so würde ich ein Lügner, gleichwie ihr seid. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte; und er sahe ihn und freuete sich. Da sprachen die ZJuden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahr alt und hast Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ehe denn Abraham ward, bin ich. Da huben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus perbarg sich und ging zum Tempel hinaus, mitten durch sie hin⸗ streichend. Epistolische Lektion. 1. Petri 1, 1725.(Das teure Blut.) Und sintemal ihr den zum Vater anrufet, der ohn Ansehen der Person richtet nach eines jeglichen Werk, so führet euren Wandel, so lange ihr hie wallet, mit Furcht; und wisset, daß ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöset seid von eurem eiteln Wandel nach väterlicher Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi, als 82 Am vierten Sonntag in den Fasten. genannt Lätare. eines unschuldigen und unbefleckten Lammes: der zwar zuvor versehen ist, ehe der Welt Grund gelegt ward, aber offenbaret zu den letzten Zeiten um euretwillen, die ihr durch ihn glaubet an Gott, der ihn auferwechet hat von den Toten und ihm die Herrlichkeit gegeben, auf daß ihr Glauben und Hoffnung zu Gott haben möchtet. Und machet heusch eure Seelen im Gehorsam der Wahrheit durch den Geist zu ungefärbter Bruderliebe und habt euch unter einander brünstig lieb aus reinem Herzen. als die da wiederum geboren sind, nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes, das da ewiglich bleibet. Denn alles Fleisch ist wie Gras und alle Herrlichkeit der Menschen wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorret und die Blume abgefallen: aber des Herrn Wort bleibet in Ewigkeit. Das ist das Wort, welches unter euch verkündiget ist. Evangelische Lektion. Matth. 27, 1—10.(S8ch habe unschuldig Blut verraten.) Des Morgens aber hielten alle Hohepriester und die Altesten des Volks einen Rat über Zesum, daß sie ihn töteten. Und banden ihn, führeten ihn hin und überantworteten ihn dem Landpfleger Pontio Pilato. Da das sahe Judas, der ihn verraten hatte, daß er verdammt war zum Tode, gereuete es ihn und brachte herwieder die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Altesten und sprach: Ich habe übel getan, daß ich unschuldig Blut verraten habe. Sie sprachen: Was gehet uns das an? Da siehe du zu. Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hub sich davon, ging hin und erhängte sich selbst. Aber die Hohenpriester nahmen die Silber⸗ linge und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gotteskasten legen; denn es ist Blutgeld. Sie hielten aber einen Rat und kauften einen Töpfersacker darum, zum Begräbnis der Pilger. Daher ist derselbige Acher genannt der Blutacker bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllet, das gesagt ist durch den Propheten Jeremias, da er spricht: Sie haben genommen dreißig Silberlinge, damit bezahlet ward der Verkaufte, welchen sie kauften von den Kindern Israel; und haben sie gegeben um einen Töpfersacher, als mir der Herr befohlen hat. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Maleachi 2, 1—10.(Shr Priester seid von dem Wege abgetreten.) Und nun, ihr Priester, dies Gebot gilt euch. Wo ihrs nicht höret noch zu Herzen nehmen werdet, daß ihr meinem Namen die Ehre gebet, spricht der Herr Zebaoth; so werde ich den Fluch unter euch schichen und euren Segen verfluchen; ja verfluchen werde ich ihn, weil ihrs nicht wollet zu Herzen nehmen. Siehe, ich will schelten euch samt dem Samen und den Kot eurer Teiertage euch Am vierten Sonntag in den Fasten, genannt Lätare. 83 ins Gesicht werfen, und soll an euch kleben bleiben. So werdet ihr dann erfahren, daß ich solch Gebot zu euch gesandt habe, daß es mein Bund sein sollte mit Levi, spricht der Herr Zebaoth. Denn mein Bund war mit ihm zum Leben und Frieden; und ich gab ihm die Furcht, daß er mich fürchtete und meinen Namen scheuete. Das Gesetz der Wahrheit war in seinem Munde, und ward kein Böses in seinen Lippen funden. Er wandelte vor mir friedsam und aufrichtig und bekehrete viele von Sünden. Denn des Priesters Lippen sollen die Lehre bewahren, daß man aus seinem Munde das Gesetz suche; denn er ist ein Engel des Herrn Zebaoth. Ihr aber seid von dem Wege abgetreten und ärgert viele im Gesetz und habt den Bund Levi verbrochen, spricht der Herr Zebaoth. Darum hab ich auch euch gemacht, daß ihr verachtet und unwert seid vor dem ganzen Volk; weil ihr meine Wege nicht haltet und sehet Personen an im Gesetze. Denn haben wir nicht alle Einen Vater? Hat uns nicht Ein Gott geschaffen? Warum verachten wir denn einer den andern und entheiligen den Bund, mit unsern Vätern gemacht ꝰ Lektion aus dem Neuen Testamente. Hebr. 7, 11—28.(Der Hohepriester, der da ist heilig, von den Sündern abgesondert.) Ist nun die Vollkommenheit durch das levitische Priestertum geschehen(denn unter demselbigen hat das Volk das Gesetz empfangen), was ist denn weiter not zu sagen, daß ein anderer Priester auf⸗ kommen solle nach der Ordnung Melchisedeks und nicht nach der Ordnung Aarons? Denn wo das Priestertum verändert wird, da muß auch das Gesetz verändert werden. Denn von dem solches gesagt ist, der ist von einem andern Geschlecht, aus welchem nie keiner des Altars gepfleget hat. Denn es ist ja offenbar, daß von Juda aufgegangen ist unser Herr; zu welchem Geschlecht Moses nichts geredet hat vom Priestertum. Und es ist noch klärlicher, so nach der Weise Melchisedeks ein anderer Priester aufkommt, welcher nicht nach dem Gesetz des fleischlichen Gebots gemacht ist, sondern nach der Kraft des unendlichen Lebens. Denn er bezeuget: Du bist ein Priester ewiglich nach der Ordnung Melchisedeks. Denn damit wird das vorige Gesetz aufgehoben, darum, daß es zu schwach und nicht nütz war;(denn das Gesetz konnte nichts vollkommen machen,) und wird eingeführet eine bessere Hoffnung, durch welche wir zu Gott nahen; und dazu, das viel ist, nicht ohne Eid. Denn jene sind ohne Eid Priester worden; dieser aber mit dem Eide, durch den, der zu ihm spricht: Der Herr hat geschworen, und wird ihm nicht gereuen: Du bist ein Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks. Also gar viel eines bessern Testaments Ausrichter ist Zesus worden. Und jener sind viel, die Priester wurden, darum, daß sie der Tod nicht bleiben ließ; dieser aber darum, daß er bleibet 6² 8⁴ Auf das Fest der Verkündigung Mariä ꝛc. ewiglich, hat er ein unvergänglich Priestertum. Daher er auch selig machen kann immerdar, die durch ihn zu Gott kommen, und lebet immerdar und bittet für sie. Denn einen solchen Hohen⸗ priester sollten wir haben, der da wäre heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern abgesondert und höher, denn der Himmel ist; dem nicht täglich not wäre, wie jenen Hohenpriestern, zuerst für eigene Sünden Opfer zu tun, darnach für des Volks Sünden; denn das hat er getan einmal, da er sich selbst opferte. Denn das Gesetz macht Menschen zu Hohenpriestern, die da Schwachheit haben; dies Wort aber des Eides, das nach dem Gesetz gesagt ist, setzet den Sohn ewig und vollkommen. Auf das Sest der Verkündigung Mariä, so am Sonntag Judica gefeiert wird. Vormittags. Epistel. Ses. 7, 10—15.(Sen wird sie Immanuel heißen.) Und der Herr redete abermal zu Ahas und sprach: Fordere dir ein Zeichen vom Herrn, deinem Gott, es sei unten in der Hölle, oder droben in der Höhe. Aber Ahas sprach: Ich wills nicht fordern, daß ich den Herrn nicht versuche. Da sprach er: Wohlan, so höret ihr vom Hause David: Ists euch zu wenig, daß ihr die Leute be⸗ leidiget, ihr müsset auch meinen Gott beleidigen? Darum so wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel. Butter und Honig wird er essen, daß er wisse Böses zu verwerfen und Gutes zu erwählen. Evangelium. Luc. 1, 26—38.(Er wird groß sein.) Und im sechsten Mond ward der Engel Gabriel gesandt von Gott in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertrauet war einem Manne, mit Namen Joseph, vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Gegrüßet seiest du, Holdselige; der Herr ist mit dir, du Gebenedeiete unter den Weibern. Da sie aber ihn sahe, erschrak sie über seiner Rede und gedachte: Welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott funden. Siehe, du wirst schwanger werden im Leibe und einen Sohn gebären, des Namen sollst du Jesus heißen. Der wird groß und ein Sohn des Höchsten genannt werden, und Gott der Herr wird ihm den Stuhl seines Baterz David geben. Und er wird ein König sein über das Haus Jakob ewiglich, und seines Königreichs wird kein Ende sein. Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen? sintemal ich von rdere völle, dern, höret e be⸗ wird mu ist eißen Böses t von gfrau, Hause am zu err ist sahe, uß ist Maria, verden Jesus nannt Baters Zakob sprach 9 von Auf das Fest der Berkündigung Mariä ꝛc. 8⁵5 keinem Manne weiß. Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn genannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Gefreundte, ist auch schwanger mit einem Sohn, in ihrem Alter, und gehet jetzt im sechsten Mond, die im Geschrei ist, daß sie unfruchtbar sei. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr. Epistolische Lektion. Röm. 5, 12—21.(Der andere Adam.) Derhalben, wie durch Einen Menschen die Sünde ist kommen in die Welt und der Tod durch die Sünde, und ist also der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, dieweil sie alle gesündiget haben; denn die Sünde war wohl in der Welt bis auf das Gesetz; aber wo kein Gesetz ist, da achtet man der Sünde nicht; sondern der Tod herrschte von Adam an bis auf Mosen, auch über die, die nicht gesündiget haben mit gleicher Ubertretung wie Adam, welcher ist ein Bild des, der zukünftig war. Aber nicht hält sichs mit der Gabe, wie mit der Sünde. Denn so an Eines Sünde viele gestorben sind, so ist viel mehr Gottes Gnade und Gabe vielen reichlich wider⸗ fahren durch die Snade des einigen Menschen, Jesu Christi. Und nicht ist die Gabe allein über Eine Sünde, wie durch des einigen Sünders einige Sünde alles Verderben. Denn das Urteil ist kommen aus Einer Sünde zur Verdammnis; die Gabe aber hilft auch aus vielen Sünden zur Gerechtigkeit. Denn so um des Einigen Sünde willen der Tod geherrschet hat durch den Einen; viel mehr werden die, so da empfahen die Fülle der Gnade und der Gabe zur Gerechtigkeit, herrschen im Leben, durch Einen, Jesum Christ. Wie nun durch Eines Sünde die Verdammnis über alle Menschen kommen ist; also ist auch durch Eines Gerechtigkeit die Rechtfertigung des Lebens über alle Menschen kommen. Denn gleichwie durch Eines Menschen Ungehorsam viel Sünder worden sind; also auch durch Eines Gehorsam werden viel Gerechte. Das Gesetz aber ist neben einkommen, auf daß die Sünde mächtiger würde. Wo aber die Sünde mächtig worden ist, da ist doch die Gnade viel mächtiger worden; auf daß, gleichwie die Sünde geherrschet hat zu dem Tode, also auch herrsche die Gnade durch die Gerechtigkeit zum ewigen Leben, durch Jesum Christ, unsern Herrn. Evangelische Lehtion. Matth. 27, 11—31.(Der dornengekrönte König.) Jesus aber stund vor dem Landpfleger; und der Landpfleger stagte ihn und sprach: Bist du der Juden König? Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst es. Und da er verklagt ward von den 86 Auf das Fest der Berkündigung Mariä ꝛc. Hohenpriestern und Altesten, antwortete er nichts. Da sprach Pilatus zu ihm: Hörest du nicht, wie hart sie dich verklagen? Und er antwortete ihm nicht auf ein Wort, also, daß sich auch der Land⸗ pfleger sehr verwunderte. Auf das JFest aber hatte der Landpfleger die Gewohnheit, dem Volk einen Gefangenen los zu geben, welchen sie wollten. Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, einen sonderlichen vor andern, der hieß Barabbas. Und da sie ver⸗ sammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: Welchen wollt ihr, daß ich euch los gebe? Barabbam oder Jesum, von dem gesagt wird, er sei Christus? Denn er wußte wohl, daß sie ihn aus Neid über⸗ antwortet hatten. Und da er auf dem Richtstuhl saß, schickte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; ich habe heute viel erlitten im Traum von seinet⸗ wegen. Aber die Hohenpriester und die Altesten überredeten das Volk, daß sie um Barabbas bitten sollten und Jesum umbrächten. Da antwortete nun der Landpfleger und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr unter diesen zweien, den ich euch soll losgeben? Sie sprachen: Barabbam. Pilatus sprach zu ihnen: Was soll ich denn machen mit Jesu, von dem gesagt wird, er sei Christus? Sie sprachen alle: Laß ihn kreuzigen! Der Landpfleger sagte: Was hat er denn Ubels getan? Sie schrieen aber noch mehr und sprachen: Laß ihn kreuzigen! Da aber Pilatus sahe, daß er nichts schaffete, sondern daß ein viel größer Getümmel ward, nahm er Wasser und wusch die Hände vor dem Voll und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten: sehet ihr zu. Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder. Da gab er ihnen Barabbam los; aber Jesum ließ er geißeln und überantwortete ihn, daß er gehreuziget würde. Da nahmen die Kriegsknechte des Landpflegers ZJesum zu sich in das Richthaus und sammelten über ihn die ganze Schar. Und zogen ihn aus und legten ihm einen Purpurmantel an und flochten eine Dornenkrone und setzten sie auf sein Haupt und ein Rohr in seine rechte Hand und beugten die Kniee vor ihm und spotteten ihn und sprachen: Gegrüßet seiest du, der Juden König. Und speieten ihn an und nahmen das Rohr und schlugen damit sein Haupt. Und da sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus und zogen ihm seine Kleider an und führeten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 2.(Sie lehnen sich auf wider den Herrn und seinen Gesalbten) Warum toben die Heiden, und die Leute reden so vergeblich? Die Könige im Lande lehnen sich auf, und die Herren ratschlagen mit einander wider den Herrn und seinen Gesalbten: Lasset unz zerreißen ihre Bande und von uns werfen ihre Seile. Aber da EE&E EEEERNE· —)-n uus 5er ind⸗ eger chen inen ver⸗ daß vird, iber⸗ sein mit inet⸗ das hten. lchen Sie denn Sie Was chen: Iffete, und uldig das über ließ Da udas zogen eine seine und n ihn Und 5 und ie ihn lbten.) ᷣblich? hlagen et un⸗ Hder der Am Sonntag Palmarum. 87 im Himmel wohnet, lachet ihrer, und der Herr spottet ihrer. Er wird einst mit ihnen reden in seinem Zorn, und mit seinem Grimm wird er sie schrecken. Aber ich habe meinen König eingesetzt, auf meinen heiligen Berg Zion. Ich will von einer solchen Weise predigen, daß der Herr zu mir gesagt hat: Du bist mein Sohn, heute hab ich dich gezeuget: heische von mir, so will ich dir die Heiden zum Erbe geben und der Welt Ende zum Eigentum; du sollst sie mit einem eisernen Zepter zerschlagen, wie Töpfe sollst du sie zerschmeißen. So laßt euch nun weisen, ihr Könige, und laßt euch züchtigen, ihr Richter auf Erden. Dienet dem Herrn mit Furcht und freuet euch mit Zittern. Küsset den Sohn, daß er nicht zürne, und ihr umkommet auf dem Wege; denn sein Zorn wird bald an⸗ brennen. Aber wohl allen, die auf ihn trauen. Lektion aus dem Neuen Testamente. Kol. 2, 6—15.(Er hat die Gewaltigen Schau getragen.) Wie ihr nun angenommen habt den Herrn Christum Jesum, so wandelt in ihm und seid gewurzelt und erbauet in ihm und seid feste im Glauben, wie ihr gelehret seid, und seid in demselbigen reichlich dankbar. Sehet zu, daß euch niemand beraube durch die Philosophie und lose Verführung nach der Menschen Lehre und nach der Welt Satzungen und nicht nach Christo. Denn in ihm wohnet die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig; und ihr seid voll⸗ kommen in ihm, welcher ist das Haupt aller Fürstentümer und Obrigkeit; in welchem ihr auch beschnitten seid mit der Beschneidung ohne Hände durch Ablegung des sündlichen Leibes im Fleisch, nämlich mit der Beschneidung Christi; in dem, daß ihr mit ihm begraben seid durch die Taufe; in welchem ihr auch seid auferstanden durch den Glauben, den Gott wirket, welcher ihn auferweckt hat von den Toten; und hat euch auch mit ihm lebendig gemacht, da ihr tot waret in den Sünden und in der Vorhaut eures Fleisches; und hat uns geschenket alle Sünden und ausgetilget die Handschrift, so wider uns war, welche durch Satzungen entstund und uns ent⸗ gegen war, und hat sie aus dem Mittel getan und an das Kreuz geheftet; und hat ausgezogen die Fürstentümer und die Gewaltigen und sie Schau getragen öffentlich und einen Triumph aus ihnen gemacht durch sich selbst. Am Sonntag Valmarum. Vormittags. Epistel. Phil. 2, 5—13.(Gehorsam bis zum Tode am Kreuz.) Ein jeglicher sei gesinnet, wie Jesus Christus auch war, welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt ers nicht für einen Raub, 88 Am Sonntag Palmarum. Gott gleich zu sein; sondern äußerte sich selbst und nahm Knechts⸗ gestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch und an Gebärden als ein Mensch erfunden; erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle derer Kniee, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes des Vaters. Also, meine Liebsten, wie ihr allezeit seid ge⸗ horsam gewesen, nicht allein in meiner Gegenwärtigkeit, sondern auch nun viel mehr in meinem Abwesen; schaffet, daß ihr selig werdet mit Furcht und Zittern. Denn Gott ists, der in euch wirket beide das Wollen und das Vollbringen nach seinem Wohlgefallen. Evangelium. Jes. 53.(Um unserer Sünde willen zerschlagen.) Siehe, mein Knecht wird weislich tun und wird erhöhet und sehr hoch erhaben sein; daß sich viele über dir ärgern werden, weil seine Gestalt häßlicher ist, denn anderer Leute, und sein Ansehen, denn der Menschenkinder. Aber also wird er viel Heiden besprengen, daß auch Könige werden ihren Mund gegen ihm zuhalten. Denn welchen nichts davon verkündiget ist, dieselben werdens mit Lust sehen; und die nichts davon gehöret haben, die werdens merken. Aber wer glaubt unserer Predigt? und wem wird der Arm des Herrn offenbaret? Denn er schießt auf vor ihm wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt noch Schöne; wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der allerverachtetste und unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn nichts geachtet. Führwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unserer Missetat willen ver⸗ wundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Friede hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilet. Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeglicher sahe auf seinen Weg; aber der Herr warf unser aller Sünde auf ihn. Da er gestraft und gemartert ward, tat er seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummet vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut. Er ist aber aus der Angst und Gericht ge⸗ nommen; wer will seines Lebens Länge ausreden? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er um die Missetat meines Volks geplagt war. Und er ist begraben wie die Gottlosen und gestorben wie ein Reicher; wiewohl er niemand Unrecht getan hat, noch Betrug in seinem Munde gewesen ist. Aber der Herr Am Sonntag Palmarum. 89 wollte ihn also zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Samen haben und in die Länge leben, und des Herrn Vornehmen wird durch seine Hand fortgehen. Darum, daß seine Seele gearbeitet hat, wird er seine Lust sehen und die Fülle haben. Und durch sein Erkenntnis wird er, mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen; denn er trägt ihre Sünde. Darum will ich ihm große Menge zur Beute geben; und er soll die Starken zum Raube haben; darum, daß er sein Leben in Tod gegeben hat und den Ubeltätern gleichgerechnet ist, und er vieler Sunde getragen hat und für die Ubeltäter gebeten. Evistolische Lektion. Gal. 2, 16—21.(3ch bin mit Christo gehreuzigt.) Doch weil wir wissen, daß der Mensch durch des Gesetzes Werke nicht gerecht wird, sondern durch den Glauben an Jesum Christum: so glauben wir auch an Christum ZJesum, auf daß wir gerecht werden durch den Glauben an Christum und nicht durch des Gesetzes Werke; denn durch des Gesetzes Werke wird kein Fleisch gerecht. Sollten wir aber, die da suchen durch Christum gerecht zu werden, auch noch selbst Sünder erfunden werden; so wäre Christus ein Sündendiener. Das sei ferne! Wenn ich aber das, so ich zerbrochen habe, wiederum baue, so mache ich mich selbst zu einem Aber⸗ treter. Ich bin aber durchs Gesetz dem Gesetz gestorben, auf daß ich Gott lebe; ich bin mit Christo gekreuziget. Ich lebe aber; doch nun nicht ich, sondern Christus lebet in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich in dem Glauben des Sohns Gottes, der mich geliebet hat und sich selbst für mich dargegeben. Ich werfe nicht weg die Gnade Gottes; denn so durch das Gesetz die Gerechtig⸗ keit kommt, so ist Christus vergeblich gestorben Evangelische Leltion. Luc. 23, 26—38.(Sie führten ihn hin, daß er gekreuzigt würde.) Und als sie ihn hinführeten, ergriffen sie einen, Simon von Kyrene, der kam vom Felde, und legten das Kreuz auf ihn, daß ers Jesu nachtrüge. Es folgete ihm aber nach ein großer Haufe Volks und Weiber, die klageten und beweineten ihn. Sesus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder. Denn siehe, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäuget haben. Dann werden sie anfahen zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns, und zu den Hügeln: Dechet uns. Denn so man das tut am grünen Holz, was will am dürren werden? Es wurden aber auch hingeführt zween andere Ubeltäter, daß sie mit ihm abgetan würden. 9⁰ Am Sonntag Palmarum. Und als sie kamen an die Stätte, die da heißt Schädelstätte, kreuzigten sie ihn daselbst und die Ubeltäter mit ihm, einen zur Rechten und einen zur Linken. Zesus aber sprach: Bater, vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Und sie teileten seine Kleider und warfen das Los darum. Und das Volk stund und sahe zu, und die Obersten samt ihnen spotteten sein und sprachen: Er hat andern geholfen, er helfe ihm selber, ist er Christ, der Auserwählte Gottes. Es verspotteten ihn auch die Kriegsknechte, traten zu ihm und brachten ihm Essig und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir selber. Es war auch oben über ihm ge⸗ schrieben die Aberschrift, mit griechischen und lateinischen und ebräischen Buchstaben: Dies ist der Juden König. Nachmittags. Sektion aus dem Alten Testamente. Zeremias 18, 1—14.(Das Regenwasser verschießt nicht so bald, als mein Volk meiner vergißt.) Dies ist das Wort, das geschah vom Herrn zu Jeremia und sprach: Mache dich auf und gehe hinaus in des Töpfers Haus; daselbst will ich dich meine Worte hören lassen. Und ich ging hinab in des Töpfer⸗ Haus; und siehe, er arbeitete eben auf der Scheibe. Und der Topf, so er aus dem Ton machte, mißriet ihm unter Händen. Da machte er wiederum einen andern Topf, wie es ihm gefiel. Da geschah des Herrn Wort zu mir und sprach: Kann ich nicht auch also mit euch umgehen, ihr vom Hause Israel, wie dieser Töpfer? spricht der Herr. Siehe, wie der Ton ist in des Töpfers Hand, also seid auch ihr vom Hause Israel in meiner Hand. Plötzlich rede ich wider ein Volk und Königreich, daß ichs ausrotten, zerbrechen und verderben wolle. Wo sichs aber bekehret von seiner Bosheit, dawider ich rede, so soll mich auch reuen das Unglück, das ich ihm gedachte zu tun. Und plötzlich rede ich von einem Volk und Königreich, daß ichs bauen und pflanzen wolle. So es aber Böses tut vor meinen Augen, daß es meiner Stimme nicht gehorcht, so soll mich auch reuen das Gute, das ich ihm ver⸗ heißen hatte. tun. So sprich nun zu denen in Juda und zu den Bürgern zu Zerusalem: So spricht der Herr: Siehe, ich bereite euch ein Unglüch zu und habe Gedanken wider euch: darum kehre sich ein jeglicher von seinem bösen Wesen, und bessert euer Wesen und Tun. Aber sie sprechen: Da wird nichts aus; wir wollen nach unsern Gedanken wandeln, und ein jeglicher tun nach Gedünken seines bösen Herzens. Darum spricht der Herr: Fragt doch unter den Heiden, wer hat je desgleichen gehöret, daß die Jungfrau Israel so gar greulich Ding tutꝰ Bleibt doch der Schnee länger auf den Steinen im Felde, wenns vom Libanon herab schneiet; und das Regenwasser verschießt nicht so bald, als mein Voltz mein vergißt. ......—....—..‚.‚‚‚i‚‚‚‚c‚ccDcDtcctec Gründonnerstag. 9¹ Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Tim. 1, 12—17.(Das teuer werte Wort.) Und ich danke unserm Herrn Christo Jesu, der mich stark ge⸗ macht und treu geachtet hat und gesetzt in das Amt, der ich zuvor war ein Lästerer, ein Verfolger und ein Schmäher; aber mir ist Barm⸗ herzigkeit widerfahren: denn ich habs unwissend getan im Unglauben. Es ist aber desto reicher gewesen die Gnade unsers Herrn samt dem Glauben und der Liebe, die in Christo Jesu ist. Denn das ist je gewißlich wahr und ein teuer wertes Wort, daß Christus Jesus kommen ist in die Welt, die Sünder selig zu machen, unter welchen ich der vornehmste bin. Aber darum ist mir Barmherzigkeit widerfahren, auf daß an mir vornehmlich Zesus Christus erzeigete alle Geduld, zum Exempel denen, die an ihn glauben sollten zum ewigen Leben. Aber Gott, dem ewigen Könige, dem Unvergänglichen und Unsichtbaren und allein Weisen, sei Ehre und Preis in Ewigkeit! Amen. Gründonnerstag. Vormittags. Epistel. 1. Kor. 11, 23—32.(Das ist mein Leib, das ist mein Blut.) Ich habe es von dem Herrn empfangen, das ich euch gegeben habe. Denn der Herr Jesuͤs in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankete und brachs und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; solches tut zu meinem Gedächtnis. Desselbigen gleichen auch den Kelch nach dem Abendmahl und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut; solches tut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtnis. Denn so oft ihr von diesem Brot esset und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis daß er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brot isset oder von dem Kelch des Herrn trinket, der ist schuldig an dem Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst und also esse er von diesem Brot und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig isset und trinket, der isset und trinket ihm selber das Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn. Darum sind auch so viel Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Teil schlafen. Denn so wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir von dem Herrn gezüchtiget, auf daß wir nicht samt der Welt verdammt werden. Evangelium. Joh. 13, 1—15.(Er liebte die Seinen bis ans Ende.) Vor dem Fest aber der Ostern, da Jesus erkannte, daß seine Zeit kommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater, wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie 92 Gründonnerstag. ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Ischarioth ins Herz gegeben, daß er ihn ver⸗ riete, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott kommen war und zu Gott ging: stund er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Bechen, hub an den Jüngern die Füße zu waschen und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro: und derselbige sprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich tue, daß weißest du jetzt nicht; du wirsts aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Teil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße alleine, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Zesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht, denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein; aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräter wohl; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte sich wieder nieder und sprach aber⸗ mal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch getan habe? Ihr heißet mich Meister und Herr und saget recht daran; denn ich bins auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe; so sollt ihr auch euch untereinander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr tut, wie ich euch getan habe. Epistolische Lektion. 1. Kor. 10, 14—21.(Viele Ein Leib.) Darum, meine Liebsten, fliehet von dem Götzendienst. Als mit den Klugen rede ich, richtet ihr, was ich sage. Der gesegnete Kelch, welchen wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christiꝰ Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? Denn Ein Brot ists, so sind wir viele Ein Leib; dieweil wir alle Eines Brotes teilhaftig sind. Sehet an den Israel nach dem Fleisch. Welche die Opfer essen, sind die nicht in der Gemeinschaft des Altars? Was soll ich denn nun sagen? Soll ich sagen, daß der Götze etwas sei? oder daß das Götzenopfer etwas sei? Aber ich sage, daß die Heiden, was sie opfern, das opfern sie den Teufeln und nicht Gotte. Run will ich nicht, daß ihr in der Teufel Gemeinschaft sein sollet. Ihr könnt nicht zugleich trinken des Herrn Kelch und der Teufel Kelch; ihr könnt nicht zugleich teilhaftig sein des Herrn Tisches und der Teufel Tisches. Evangelische Lektion. Joh. 6, 47—58.(Wer mich isset, wird leben.) Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubet, der hat das ewige Leben. Ich bin das Brot des Lebens. Eure Bäter haben A= e—2 2.— Karfreitag. 93 Manna gegessen in der Wüste und sind gestorben. Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt, auf daß, wer davon isset, nicht sterbe. Ich bin das lebendige Brot, vom Himmel kommen. Wer von diesem Brot essen wird, der wird leben in Ewigkeit. Und das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, welches ich geben werde für das Leben der Welt. Da zanketen die Juden unter einander und sprachen: Wie kann dieser uns sein Fleisch zu essen gebenꝰ? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich,‚ ich sage euch, werdet ihr nicht essen das Fleisch des Menschensohns und trinken sein Blut, so habt ihr kein Leben in euch. Wer mein FIleisch isset und trinket mein Blut, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am jüngsten Tage auferwechen. Denn mein Fleisch ist die rechte Speise, und mein Blut ist der rechte Trank. Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der bleibt in mir, und ich in ihm. Wie mich gesandt hat der lebendige Vater, und ich lebe um des Vaters willen; also wer mich isset, derselbige wird auch leben um meinetwillen. Dies ist das Brot, das vom Himmel kommen ist, nicht wie eure Väter haben Manna gegessen und sind gestorben. Wer dies Brot isset, der wird leben in Ewigkheit. Karfreitag. Bormittags. Epistolische Lektion. 2. Kor. 5, 14—21. Casset euch versöhnen mit Gott.) Denn die Liebe Christi dringet uns also; sintemal wir halten, daß, so Einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben. Und er ist darum für sie alle gestorben, auf daß die, so da leben, hinfort nicht ihnen selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auf⸗ erstanden ist. Darum von nun an kennen wir niemand nach dem Fleisch; und ob wir auch Christum gekannt haben nach dem Fleisch, so kennen wir ihn doch jetzt nicht mehr. Darum, ist jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu worden. Aber das alles von Gott, der uns mit ihm selber versöhnet hat durch Zesum Christ und das Amt gegeben, das die Versöhnung prediget. Denn Gott war in Christo und versöhnete die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Ver⸗ söhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi Statt; denn Gott vermahnet durch uns. So bitten wir nun an Christi Statt: Lasset Euch versöhnen mit Gott! Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, auf daß wir würden in ihm die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt. 9⁴ Karfreitag. Oder: Psalm 22.(Warum hast du mich verlassen?) Mein Sott, mein Gott, warum haft du mich verlassen? Ich heule, aber meine Hülfe ist ferne. Mein Gott, des Tages rufe ich. so antwortest du nicht; und des Nachts schweige ich auch nicht. Aber du bist heilig, der du wohnest unter dem Lob Israels. Unsere Väter hofften auf dich, und da sie hofften, halfest du ihnen aus. Zu dir schrieen sie und wurden errettet: sie hofften auf dich und wurden nicht zu schanden. Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und Berachtung des Volks. Alle die mich sehen, spotten mein, sperren das Maul auf und schütteln den Kopf: Er hlage es dem Herrn. der helfe ihm aus und errette ihn, hat er Lust zu ihm. Denn du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen; du warest meine Zuversicht, da ich noch an meiner Mutter Brüsten war. Auf dich bin ich geworfen aus Mutterleibe; du bist mein Gott von meiner Mutter Leib an. Sei nicht ferne von mir; denn Angst ist nahe: denn es ist hie kein Helfer. Große Farren haben mich umgeben, fette Ochsen haben mich umringet; ihren Rachen sperren sie auf wider mich, wie ein brüllender und reißender Löwe. Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, alle meine Gebeine haben sich zertrennet: mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzen Wachs. Meine Kräfte sind vertrocknet wie ein Scherben, und meine Zunge klebet an meinem Gaumen; und du legest mich in des Todes Staub. Denn Hunde haben mich umgeben, und der Bösen Rotte hat sich um mich gemacht; sie haben meine Hände und Füße durchgraben. Ich möchte alle meine Beine zählen. Sie aber schauen und sehen ihre Lust an mir. Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los um mein Gewand. Aber du, Herr, sei nicht ferne; meine Stärke, eile mir zu helfen. Errette meine Seele vom Schwert, meine Einsame von den Hunden. Hilf mir aus dem Rachen des Löwen und errette mich von den Einhörnern. Ich will deinen Namen predigen meinen Brüdern, ich will dich in der Gemeine rühmen. Rühmet den Herrn, die ihr ihn fürchtet; es ehre ihn aller Same Jakobs, und vor ihm scheue sich aller Same Israels. Denn er hat nicht verachtet noch verschmähet das Elend des Armen und sein Antlitz vor ihm nicht verborgen, und da er zu ihm schrie, hörete ers. Dich will ich preisen in der großen Gemeine; ich will meine Gelübde bezahlen vor denen, die ihn fürchten. Die Elenden sollen · essen, daß sie satt werden; und die nach dem Herrn fragen, werden ihn preisen; euer Herz soll ewiglich leben. Es werde gedacht aller Welt Ende, daß sie sich zum Herrn bekehren. und vor ihm anbeten alle Geschlechter der Heiden. Denn der Herr hat ein Reich, und er herrschet unter den Heiden. Alle Fetten auf Erden werden essen und anbeten; vor ihm werden Kniee beugen alle, die im Staube liegen, und die, so kümmerlich leben. Er wird einen Samen haben, der ihm dienet; vom Herrn wird man verkündigen zu Kindskind. Sie werden kommen und seine Gerechtigkeit predigen dem Voll, das geboren wird, daß ers tut. Karfreitag. 9⁵5 Evangelische Lektion. Luc. 23, 39—49.(Des Herrn Tod.) Aber der Übeltäter einer, die da gehenkt waren, lästerte ihn und sprach: Bist du Christus, so hilf dir selbst und uns. Da antwortete der andere, strafte ihn und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist? Und zwar wir sind billig darinnen; denn wir empfahen, was unsere Taten wert sind; dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt. Und sprach zu Jesu: Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst. Und ZJesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradies sein. Und es war um die sechste Stunde, und es ward eine Finsternis über das ganze Land, bis an die neunte Stunde, und die Sonne verlor ihren Schein, und der Vorhang des Tempels zerriß mitten entzwei. Und Jesus rief laut und sprach: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände. Und als er das gesagt, verschied er. Da aber der Hauptmann sahe, was da geschah, preisete er Gott und sprach: Fürwahr, dieser ist ein frommer Mensch gewesen. Und alles Bolk, das dabei war und zusahe, da sie sahen, was da geschah, schlugen sich an ihre Brust und wandten wieder um. Es stunden aber alle seine Verwandten von ferne und die Weiber, die ihm aus Galiläa waren nachgefolget, und sahen das alles. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Micha 6, 1—8.(Was hab ich dir getan, mein Volk ꝛ) Höret doch, was der Herr sagt: Mache dich auf und schilt die Berge und laß die Hügel deine Stimme hören. Höret ihr Berge, wie der Herr strafen will, samt den starken Grundfesten der Erde; denn der Herr will sein Volk schelten und will Israel strafen. Was hab ich dir getan, mein Volk? und womit habe ich dich beleidiget? Das sage mir. Hab ich dich doch aus Agyptenland geführet und aus dem Diensthause erlöset und vor dir hergesandt Mosen, Aaron und Mirjam. Mein Volk, denke doch dran, was Balal, der König in Moab, vorhatte, und was ihm Bileam, der Sohn Beors, antwortete, von Sittim an bis gen Gilgal; daran ihr ja merken solltet, wie der Herr euch alles Gute getan hat. Womit soll ich den Herrn versöhnen? Mit Büchen vor dem hohen Gott? Soll ich mit Brandopfern und jährigen Kälbern ihn versöhnen? Meinest du, der Herr habe Gefallen an viel tausend Widdern? oder am Ol, wenn es gleich unzählige Ströme voll wären? Oder soll ich meinen ersten Sohn für meine Übertretung geben? oder meines Leibes Frucht für die Sünde meiner Seele? Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist, und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Sott. 96 1. Ostertag. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Joh. 2, 1—6. Er ist die Versöhnung für unsere Sünden.) I. Meine Kindlein, solches schreibe ich euch, auf daß ihr nicht sündiget. Und ob jemand sündiget, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Bater, Zesum Christum, der gerecht ist. Und derselbige ‚6 ist die Versöhnung für unsere Sünden; nicht allein aber für die 0 unseren, sondern auch für der ganzen Welt. Und an dem merken 5 wir, daß wir ihn kennen, so wir seine Gebote halten. Wer da sagt: 8 Ich kenne ihn, und hält seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in solchem ist keine Wahrheit. Wer aber sein Wort hält, in solchem 15 ist wahrlich die Liebe Gottes vollkommen. Daran erkennen wir, al daß wir in ihm sind. Wer da sagt, daß er in ihm bleibet, der soll 11 auch wandeln, gleichwie er gewandelt hat. 0 1. Ostertag. 90 Vormittags. de Epistel. de 1. Kor. 5. 6—8.(Wir haben auch ein Osterlamm.) w Euer Ruhm ist nicht fein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauer⸗ ab teig den ganzen Teig versäuert? Darum feget den alten Sauerteig an aus, auf daß ihr ein neuer Teig seid, gleichwie ihr ungesäuert seid. da Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns he geopfert. Darum lasset uns Ostern halten, nicht im alten Sauer⸗ m teig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schalkheit, sondern let in dem Süßteig der Lauterkeit und der Wahrheit. er Evangelium. l Marei 16, 1—8. Er ist auferstanden.) wi Und da der Sabbath vergangen war, kauften Maria Magdalena ha und Maria Jacobi und Salome Spezerei, auf daß sie kämen und salbeten ihn. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbather sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen untereinander: M Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Tür? Und sie sahen W dahin und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab und sahen 0 einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein lang weiß Kleid an; und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzet M euch nicht; ihr suchet Zesum von Nazareth, den Gehreuzigten; er ö ist auferstanden und ist nicht hie. Siehe da die Stätte, da sie ihn 90 hinlegten. Gehet aber hin und sagts seinen Jüngern und Petro, 65 daß er vor euch hingehen wird in Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, 275 wie er euch gesagt hat. Und sie gingen schnell heraus und flohen 8 von dem Grabe; denn es war sie Zittern und Entsetzen ankommen, 90 und sagten niemand nichts; denn sie fürchteten sich. 0 cht her ige die ten gt: ind em Hir, oll 1. Ostertag. 9⁷ Epistolische Lektion. 1. Kor. 15, 12—28.(Der Erstling unter denen, die da schlafen.) So aber Christus geprediget wird, daß er sei von den Toten auferstanden; wie sagen denn etliche unter euch, die Auferstehung der Toten sei nichts? Ist aber die Auferstehung der Toten nichts, so ist auch Christus nicht auferstanden. Ist aber Christus nicht auf⸗ erstanden, so ist unsere Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich. Wir würden aber auch erfunden falsche Zeugen Gottes, daß wir wider Gott gezeuget hätten, er hätte Christum auf⸗ erwecket, den er nicht auferwechet hätte, sintemal die Toten nicht auferstehen. Denn so die Toten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden. Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube eitel, so seid ihr noch in euren Sünden, so sind auch die, so in Christo entschlafen sind, verloren. Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christum, so sind wir die elendesten unter allen Menschen. Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten und der Erstling worden unter denen, die da schlafen. Sintemal durch einen Menschen der Tod und durch einen Menschen die Auferstehung der Toten kommt. Denn gleichwie sie in Adam alle sterben, also werden sie in Christo alle lebendig gemacht werden. Ein jeglicher aber in seiner Ordnung. Der Erstling Christus, darnach die Christo angehören, wenn er kommen wird; darnach das Ende, wenn er das Reich Gott und dem Vater überantworten wird, wenn er auf⸗ heben wird alle Herrschaft und alle Obrigkeit und Gewalt. Er muß aber herrschen, bis daß er alle seine Feinde unter seine Füße lege. Der letzte Feind, der aufgehoben wird, ist der Tod. Denn er hat ihm alles unter seine Füße getan. Wenn er aber sagt, daß es alles untertan sei, ists offenbar, daß ausgenommen ist, der ihm alles untertan hat. Wenn aber alles ihm untertan sein wird, alsdann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles untertan hat, auf daß Gott sei alles in allen. Oder: Ezechiel 37, 9.—14.(Ich will eure Gräber auftun.) Und er sprach zu mir: Weissage zum Winde; weissage, du Menschenkind, und sprich zum Winde: So spricht der Herr Herr: Wind, komm herzu aus den vier Winden und blase diese Getöteten an, daß sie wieder lebendig werden. Und ich weissagte, wie er mir befohlen hatte. Da kam Odem in sie und sie wurden wieder lebendig und richteten sich auf ihre Füße. Und ihrer war ein sehr groß Heer. Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, diese Beine sind das ganze Haus Israel. Siehe, jetzt sprechen sie: Unsere Beine sind verdorret, und unsere Hoffnung ist verloren, und ist aus mit uns. Darum weissage und sprich zu ihnen: So spricht der Herr Herr: Siehe, ich will eure Gräber auftun und will euch, mein Volk, aus denselben herausholen und euch ins Land Israel bringen; und sollt erfahren, daß ich der Herr bin, wenn ich eure Gräber geöffnet und euch. 98 1. Ostertag. mein Volk, aus denselben gebracht habe. Und ich will meinen Geist in euch geben, daß ihr wieder leben sollt: und will euch in euer Land setzen, und sollt erfahren, daß ich der Herr bin. Ich rede es und tue es auch, spricht der Herr. Evangelische Lektion. Joh. 20, 1—10. Das leere Grab. An der Sabbater einem kommt Maria Magdalena frühe, da es noch finster war, zum Grabe und siehet, daß der Stein vom Grabe hinweg war. Da läuft sie und kommt zu Simon Petro und zu dem andern Jünger, welchen Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn weggenommen aus dem Grabe: und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Da ging Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grabe. Es liefen aber die zween mit einander, und der andere Jünger lief zuvor, schneller denn Petrus, und kam am ersten zum Grabe; gucket hinein und siehet die Leinen geleget; er ging aber nicht hinein. Da kam Simon Petrus ihm nach und ging hinein in das Grab und siehet die Leinen geleget und das Schweißtuch, das Jesu um das Haupt gebunden war, nicht bei die Leinen geleget, sondern beiseits, ein⸗ gewickelt, an einen sondern Ort. Da ging auch der andere Jünger hinein, der am ersten zum Grabe kam, und sahe und glaubete es. Denn sie wußten die Schrift noch nicht, daß er von den Toten auf⸗ erstehen müßte. Da gingen die Jünger wieder zusammen. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 118, 14-29.(Der Stein, den die Bauleute verworfen, ist zum Eckstein worden.) Der Herr ist meine Macht und mein Psalm und ist mein Heil. Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten. Die Rechte des Herrn behält den Sieg; die Rechte des Herrn ist erhöhet; die Rechte des Herrn behält den Sieg. Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werk verkündigen. Der Herr züchtiget mich wohl, aber er gibt mich dem Tode nicht. Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, daß ich dahinein gehe und dem Herrn danke. Das ist das Tor des Herrn; die Gerechten werden dahinein gehen. Ich danke dir, daß du mich demütigest und hilfst mir. Der Stein, den die Bauleute verworfen, ist zum Eckstein worden. Das ist vom Herrn geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen. Dies ist der Tag, den der Herr macht; laßt uns freuen und fröhlich drinnen sein. O Herr, hilf, o Herr, laß wohl gelingen! Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn. Wir segnen euch, die ihr vom Hause des Herrn seid. Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet. Schmücket das Fest mit Maien, bis an die Hörner des Altars. Du bist mein Gott, und ich danke dir; mein Gott, ich will dich preisen. Danket dem Herrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. *5 mit ien 2. Ostertag. Lektion aus dem Neuen Testamente. Offenb. Joh. 5, 1— 14.(Es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda.) Und ich sahe in der rechten Hand des, der auf dem Stuhl saß, ein Buch, geschrieben inwendig und auswendig, versiegelt mit sieben Siegeln. Und ich sahe einen starken Engel predigen mit großer Stimme: Wer ist würdig, das Buch auszutun und seine Siegel zu brechen? Und niemand im Himmel, noch auf Erden, noch unter der Erde konnte das Buch auftun und drein sehen. Und ich weinete sehr, daß niemand würdig erfunden ward, das Buch aufzutun und zu lesen, noch drein zu sehen. Und einer von den Altesten spricht zu mir: Weine nicht; siehe, es hat überwunden der Löwe, der da ist vom Geschlecht Juda, die Wurzel Davids, aufzutun das Buch und zu brechen seine sieben Siegel. Und ich sahe, und siehe, mitten im Stuhl und den vier Tieren und mitten unter den Altesten stund ein Lamm, wie es erwürget wäre, und hatte sieben Hörner und sieben Augen, welches sind die sieben Geister Gottes, gesandt in alle Lande. Und es kam und nahm das Buch aus der rechten Hand des, der auf dem Stuhle saß. Und da es das Buch nahm, da fielen die vier Tiere und die vier und zwanzig Altesten vor das Lamm und hatten ein jeglicher Harfen und güldene Schalen voll Räuch⸗ werks, welches sind die Gebete der Heiligen; und sangen ein neu Lied und sprachen: Du bist würdig, zu nehmen das Buch und auf⸗ zutun seine Siegel; denn du bist erwürget und hast uns Gott erkauft mit deinem Blut aus allerlei Geschlecht und Zungen und Volk und Heiden und hast uns unserm Gotte zu Königen und Priestern ge⸗ macht, und wir werden Könige sein auf Erden. Und ich sahe und hörete eine Stimme vieler Engel um den Stuhl und um die Tiere und um die Altesten her; und ihre Zahl war viel tausend mal tausend; und sprachen mit großer Stimme: Das Lamm, das erwürget ist. ist würdig zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob. Und alle Kreatur, die im Himmel ist und auf Erden und unter der Erde und im Meer und alles, was drinnen ist, hörete ich sagen zu dem, der auf dem Stuhl saß, und zu dem Lamm: Lob und Ehre und Preis und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und die vier Tiere sprachen: Amen. Und die vier und zwanzig Altesten fielen nieder und beteten an den, der da lebet von Ewigkeit zu Ewigkeit. 2. Ostertag. Vormittags. Epistel. Apgsch. 10, 34.—41.(Denselbigen hat Gott auferwecket.) Petrus aber tat seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansiehet; sondern in 7* 10⁰ 2. Ostertag. allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel gesandt hat und verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Christum (welcher ist ein Herr über alles), die durchs ganze jüdische Land geschehen ist und angegangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes predigte: wie Gott denselbigen Zesum von Nazareth ge⸗ salbet hat mit dem heiligen Geiste und Kraft: der umher gezogen ist und hat wohlgetan und gesund gemacht alle, die vom Teufel über⸗ wältiget waren; denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles des, das er getan hat im jüdischen Lande und zu Jerusalem. Den haben sie getötet und an ein Holz gehänget. Denselbigen hat Gott auferwechet am dritten Tage und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auf⸗ erstaͤnden ist von den Toten. Evangelium. Luc. 24, 13—35.(Durch Leiden zur Herrlichkeit.) Und siehe, zween aus ihnen gingen an demselbigen Tage in einen Flechen, der war von ZJerusalem sechzig Feldwegs weit, des Name heißt Emmaus. Und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, da sie so redeten und befragten sich mit einander, nahete Zesus zu ihnen und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterwegs, und seid traurig? Da antwortete einer, mit Namen Cleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Zerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen drinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das pon Zesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Taten und Worten, vor Gott und allem Voll; wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Berdammnis des Todes und gekreuziget. Wir aber hoffeten, er sollte Israel erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, daß solches geschehen ist. Auch haben uns erschrecht etliche Weiber der Unsern; die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht funden, kommen und sagen, sie haben ein Gesichte der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe und fandens also, wie die Weiber sagten; aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Toren und träges Herzens zu glauben alle dem, das die Propheten geredet haben. Mußte nicht Christus solches leiden und zu seiner Herrlichkeit ein⸗ gehen? Und fing an von Mose und allen Propheten und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen; und er stellete sich, als wollte er fürder gehen; und sie nötigten ihn und sprachen: Bleibe SESGSESSSES S EE 2. Ostertag. 101¹ bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brot, dankete und brachs und gabs ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet und erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie stunden auf zu der⸗ selbigen Stunde, kehreten wieder gen Jerusalem und fanden die Eilfe versammelt und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und Simoni erschienen. Und sie erzähleten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, da er das Brot brach. Epistolische Lektion. I. Kor. 15, 35—58.(Der Tod ist verschlungen in den Sieg.) Möchte aber jemand sagen: Wie werden die Toten auferstehen? und mit welcherlei Leibe werden sie kommen? Du Narr, das du säest, wird nicht lebendig, es sterbe denn. Und das du säest, ist ja nicht der Leib, der werden soll, sondern ein bloßes Korn, nämlich Weizen, oder der andern eines. Gott aber gibt ihm einen Leib, wie er will, und einem jeglichen von den Samen seinen eigenen Leib. Nicht ist alles Fleisch einerlei Fleisch, sondern ein ander Fleisch ist der Menschen, ein anderes des Viehes, ein anderes der Fische, ein anderes der Vögel. Und es sind himmlische Körper und irdische Körper. Aber eine andere Herrlichkeit haben die himmlischen und eine andere die irdischen. Eine andere Klarheit hat die Sonne; eine andere Klarheit hat der Mond; eine andere Klarheit haben die Sterne; denn ein Stern übertrifft den andern nach der Klarheit. Also auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesäet verweslich und wird auferstehen unverweslich. Es wird gesäet in Unehre und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesäet in Schwachheit und wird auferstehen in Kraft. Es wird gesäet ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Hat man einen natürlichen Leib, so hat man auch einen geistlichen Leib. Wie es geschrieben stehet: Der erste Mensch, Adam, ist ge⸗ macht ins natürliche Leben und der letzte Adam ins geistliche Leben. Aber der geistliche Leib ist nicht der erste, sondern der natürliche, darnach der geistliche. Der erste Mensch ist von der Erde und irdisch; der andere Mensch ist der Herr vom Himmel. Welcherlei der irdische ist, solcherlei sind auch die irdischen; und welcherlei der himmlische ist, solcherlei sind auch die himmlischen. Und wie wir getragen haben das Bild des irdischen, also werden wir auch tragen das Bild des himmlischen. Davon sage ich aber, lieben Brüder, daß Fleisch und Blut nicht können das Reich Gottes ererben; auch wird das Verwesliche nicht erben das Unverwesliche. Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen; wir 10² 2. Ostertag. werden aber alle verwandelt werden; und dasselbige plötzlich in einem Augenblick zu der Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune schallen, und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden. Denn dies Verwesliche muß anziehen das Unverwesliche, und dies Sterbliche muß anziehen die Unsterblichkeit. Wenn aber dies Verwesliche wird anziehen das Unverwesliche, und dies Sterbliche wird anziehen die Unsterblichkeit; dann wird erfüllet werden das Wort, das geschrieben stehet: Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg? Aber der Stachel des Todes ist die Sünde; die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat, durch unsern Herrn Jesum Christum. Darum, meine lieben Brüder, seid fest, unbeweglich und nehmet immer zu in dem Werk des Herrn, sintemal ihr wisset, daß eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn. O der: Jes. 25, 1—8.(Er wird den Tod verschlingen ewiglich.) Herr, du bist mein Gott; dich preise ich. Ich lobe deinen Namen, denn du tust Wunder. Deine Vornehmen von Altem her sind treu und wahrhaftig. Denn du machest die Stadt zum Stein⸗ haufen; die feste Stadt, daß sie auf einem Haufen liegt; der Fremden Palast, daß sie nicht mehr eine Stadt sei und nimmer⸗ mehr gebauet werde. Darum ehret dich ein mächtig Volh, die Städte gewaltiger Heiden fürchten dich. Denn du bist der Geringen Stärke, der Armen Stärke in Trübsal, eine Zuflucht vor dem Un⸗ gewitter, ein Schatten vor der Hitze, wenn die Tyrannen wüten, wie ein Ungewitter wider eine Wand. Du demütigest der Fremden Ungestüm, wie die Hitze in einem dürren Ort, daß die Hitze den Reben der Tyrannen verderbe, und die Wolke dennoch Schatten gebe. Und der Herr Zebaoth wird allen BVölkern machen auf diesem Berge ein fett Mahl, ein Mahl von reinem Wein, von Fett, von Mark, von Wein, darin keine Hefe ist. Und er wird auf diesem Berge das Hüllen wegtun, damit alle Völker verhüllet sind, und die Decke, damit alle Heiden zugedeckt sind. Denn er wird den Tod verschlingen ewiglich. Und der Herr Herr wird die Tränen von allen Angesichten abwischen und wird aufheben die Sehmach seines Volkes in allen Landen; denn der Herr hats gesagt. Evangelische Lektion. Joh. 20, 11—18.(Was weinest du?) Maria aber stund vor dem Grabe und weinete draußen. Als sie nun weinete, guchte sie in das Grab und siehet zween Engel in weißen Kleidern sitzen, einen zu den Häupten und den andern zu den Füßen, da sie den Leichnam Zesu hingelegt hatten. Und die⸗ selbigen sprachen zu ihr: Weib, was weinest duꝰ Sie spricht zu 2. Ostertag. 103 ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen; und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Und als sie das sagte, wandte sie sich zurück und siehet Jesum stehen und weiß nicht, daß es Jesus ist. Spricht Jesus zu ihr: Weib, was weinest du? wen suchest du? Sie meinet, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo hast du ihn hin⸗ geleget? so will ich ihn holen. Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm: Rabbuni, das heißt Meister. Spricht Zesus zu ihr: Rühre mich nicht an; denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Gehe aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria Magdalena kommt und verkündiget den Züngern: Ich habe den Herrn ge— sehen, und solches hat er zu mir gesagt. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psali 16.(Du wirst nicht zugeben, daß dein Heiliger verwese.) Bewahre mich, Gott; denn ich traue auf dich. Ich habe gesagt zu dem Herrn: Du bist ja der Herr, ich muß um deinetwillen leiden. Für die Heiligen, so auf Erden sind, und für die Herrlichen; an denen habe ich all mein Gefallen. Aber jene, die einem andern nacheilen, werden groß Herzeleid haben. Ich will ihres Trank⸗ opfers mit dem Blut nicht opfern, noch ihren Namen in meinem Munde führen. Der Herr aber ist mein Gut und mein Teil; du erhältst mein Erbteil. Das Los ist mir gefallen aufs Liebliche, mir ist ein schön Erbteil worden. Ich lobe den Herrn, der mir geraten hat; auch züchtigen mich meine Nieren des Nachts. Ich habe den Herrn allezeit vor Augen; denn er ist mir zur Rechten, darum werde ich wohl bleiben. Darum freuet sich mein Herz, und meine Ehre ist fröhlich, auch mein Fleisch wird sicher liegen. Denn du wirst meine Seele nicht in der Hölle lassen und nicht zugeben, daß dein Heiliger verwese. Du tust mir kund den Weg zum Leben; vor dir ist Freude die Fülle und lieblich Wesen zu deiner Rechten ewiglich. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 13, 26— 41.(Er hat die Verwesung nicht gesehen.) Ihr Männer, lieben Briider, ihr Kinder des Geschlechts Abraham, und die unter euch Gott fürchten, euch ist das Wort dieses Heils gesandt. Denn die zu Jerusalem wohnen und ihre Obersten, die⸗ weil sie diesen nicht kenneten, noch die Stimme der Propheten, (welche auf alle Sabbater gelesen werden,) haben sie dieselben mit ihrem Urteilen erfüllet. Und wiewohl sie keine Ursache des Todes an ihm fanden, baten sie doch Pilatum, ihn zu töten. Und als sie alles vollendet hatten, was von ihm geschrieben ist, nahmen sie 104 Am ersten Sonntag nach Ostern, g. Quasimodogeniti. ihn von dem Holz und legten ihn in ein Grab. Aber Gott hat ihn auferwecket von den Toten. Und er ist erschienen viel Tage denen, die mit ihm hinauf von Galiläa gen Jerusalem gegangen waren; welche sind seine Zeugen an das Volk. Und wir auch verkündigen euch die Verheißung, die zu unsern Bätern geschehen ist, daß dieselbige Gott uns, ihren Kindern, erfüllet hat in dem, daß er Jesum auferwechet hat; wie denn im andern Psalm geschrieben stehet: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeuget. Daß er ihn aber hat von den Toten auferwecht, daß er fort nicht mehr soll verwesen, spricht er also: Ich will euch die Gnade, David verheißen, treulich halten. Darum spricht er auch am andern Ort: Du wirst es nicht zugeben, daß dein Heiliger die Verwesung sehe. Denn David, da er zu seiner Zeit gedienet hatte dem Willen Gottes, ist er entschlafen und zu seinen Vätern getan und hat die Verwesung gesehen. Den aber Gott auferwecht hat, der hat die Berwesung nicht gesehen. So sei es nun euch kund, lieben Brüder, daß euch verkündiget wird Vergebung der Sünden durch diesen und von dem allen, durch welches ihr nicht konntet im Gesetz Mosis gerecht werden. Wer aber an diesen glaubet, der ist gerecht. Sehet nun zu, daß nicht über euch komme, das in den Propheten gesagt ist: Sehet, ihr Verächter, und verwundert euch und werdet zu nichte; denn ich tue ein Werk zu euren Zeiten, welches ihr nicht glauben werdet, so es euch jemand erzählen wird. Am ersten Sonntag nach Ostern, genannt Quasimodogeniti. Vormittags. Epistel. 1. Joh. 5, 1—13.(Was von Gott geboren ist, überwindet die Welt.) Wer da glaubet, daß Zesus sei der Christ, der ist von Gott geboren. Und wer da liebet den, der ihn geboren hat, der liebet auch den, der von ihm geboren ist. Daran erkennen wir, daß wir Gottes Kinder lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten. Denn das ist die Liebe zu Gott, daß wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer. Denn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ists, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ists, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn ldrei sind, die da zeugen im Himmel: Der Vater, das Wort und der heilige Geist; und diese drei sind Eins, und!] drei sind, die da zeugen auf Erden: Der Geist und das Wasser und das Blut; und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugnis annehmen, so ist Gottes Zeugnis größer; un leb Am ersten Sonntag nach Ostern, g. Quasimodogeniti. 105 denn Gottes Zeugnis ist das, das er gezeuget hat von seinem Sohne. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solch Zeugnis bei ihm. Wer Gott nicht glaubet, der macht ihn zum Lügner; denn er glaubet nicht dem Zeugnis, das Gott zeuget von seinem Sohn. Und das ist das Zeugnis, daß uns Gott das ewige Leben hat gegeben, und solches Leben ist in seinem Sohn. Wer den Sohn Gottes hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht. Solches hab ich euch geschrieben, die ihr glaubet an den Namen des Sohns Gottes, auf daß ihr wisset, daß ihr das ewige Leben habet, und daß ihr glaubet an den Namen des Sohns Gottes. Evangelium. Joh. 20, 19—31. riede sei mit euch.) Am Abend aber desselbigen Sabbats, da die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren, aus Furcht vor den ZJuden, kam Jesus und trat mitten ein und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das sagte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Zünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Bater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist. Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Thomas aber, der Zwölfen einer, der da heißet Zwilling, war nicht bei ihnen, da Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn ge⸗ sehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nägelmale und lege meinen Finger in die Nägel⸗ male und lege meine Hand in seine Seite, will ichs nicht glauben. Und über acht Tage waren abermal seine Jünger drinnen, und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Türen verschlossen waren, und tritt mitten ein und spricht: Friede sei mit euch! Darnach spricht er zu Thoma: Reiche deinen Finger her und siehe meine Hände; und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite; und sei nicht ungläubig, sondern gläubig. Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Dieweil du mich gesehen hast, Thoma, so glaubest du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Auch viel andere Zeichen tat Zesus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch. Diese aber sind geschrieben, daß ihr glaubet, Jesus sei Christ, der Sohn Gottes; und daß ihr durch den Glauben das Leben habet in seinem Ramen. Epistolische Lektion. 1. Petri 1, 3—16.(Die lebendige Hoffnung.) Gelobet sei Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den 106 Am ersten Sonntag nach Ostern, g. Quasimodogeniti. Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelhlichen Erbe, das behalten wird im Himmel, euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahret werdet zur Seligkeit, welche zubereitet ist, daß sie offenbar werde zu der letzten Zeit, in welcher ihr euch freuen werdet, die ihr jetzt eine kleine Zeit(wo es sein sollh traurig seid in mancherlei Anfechtungen, auf daß euer Glaube rechtschaffen und viel köstlicher erfunden werde, denn das vergängliche Gold, das durchs Feuer bewähret wird, zu Lobe, Preis und Ehren, wenn nun offenbaret wird Jesus Christus, welchen ihr nicht gesehen und doch lieb habt und nun an ihn glaubet, wiewohl ihr ihn nicht sehet, so werdet ihr euch freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude und das Ende eures Glaubens davon bringen, nämlich der Seelen Seligkeit; nach welcher Seligkeit haben gesucht und geforschet die Propheten, die von der zukünftigen Gnade auf euch geweissaget haben und haben geforschet, auf welche und welcherlei Zeit deutele der Geist Christi, der in ihnen war und zuvor bezeuget hat die Leiden, die in Christo sind, und die Herrlichkeit darnach; welchen es offenbaret ist. Denn sie habens nicht ihnen selbst, sondern uns dargetan, welches euch nun verkündiget ist durch die, so euch das Evangelium verkündiget haben, durch den heiligen Geist vom Himmel gesandt, welches auch die Engel gelüstet zu schauen. Darum so be⸗ gürtet die Lenden eures Gemütes, seid nüchtern und setzet eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch angeboten wird durch die Offenbarung Zesu Christi, als gehorsame Kinder, und stellet euch nicht gleich wie vorhin, da ihr in Unwissenheit nach den Lüsten lebetet; sondern nach dem, der euch berufen hat und heilig ist, seid auch ihr heilig in allem euren Wandel. Denn es stehet geschrieben: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig. Evangelische Lektion. Joh. 21, 1—19.(Simon Johanna, hast du mich lieb?) Darnach offenbarte sich Jesus abermal den Jüngern an dem Meer bei Tiberias. Er offenbarte sich aber also. Es waren bei einander Simon Petrus und Thomas, der da heißet Zwilling, und Nathanael, von Cana in Galiläa, und die Söhne Zebedäi und andere zween seiner Jünger. Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich will hin fischen gehen. Sie sprachen zu ihm: So wollen wir mit dir gehen. Sie gingen hinaus und traten in das Schiff alsbald, und in derselbigen Nacht fingen sie nichts. Da es aber jetzt Morgen ward, stund ZJesus am Ufer; aber die Jünger wußten nicht, daß es Jesus war. Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sprach zu ihnen: Werfet das Netz zur Rechten des Schiffs, so werdet ihr finden. Da warfen sie und konntens nicht mehr ziehen vor der Menge der Fische. Da spricht der Jünger, welchen Zesus lieb hatte, zu Petro: Es ist der Herr. Da Simon Petrus hörete, daß es der Herr war, sch hin au vo alf G6 50 un mi ung ung wie iach in ilig dem bei und und Ich mit ald, gen 3es 5zu ien: Da sche. Es Am ersten Sonntag nach Ostern, g. Quasimodogeniti. 107 gürtete er das Hemde um sich(denn er war nackend) und warf sich ins Meer. Die andern Zünger aber kamen auf dem Schiffe (denn sie waren nicht fern vom Lande, sondern bei zweihundert Ellen) und zogen das Netz mit den Fischen. Als sie nun aus⸗ traten auf das Land, sahen sie Kohlen geleget und Fische darauf und Brot. Spricht Jesus zu ihnen: Bringet her von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt. Simon Petrus stieg hinein und zog das Netz auf das Land voll großer Fische, hundert und drei und fünfzig. Und wiewohl ihrer so viel waren, zerriß doch das Netz nicht. Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl. Niemand aber unter den Jüngern durfte ihn fragen: Wer bist du? Denn sie wußten, daß es der Herr war. Da kommt Jesus und nimmt das Brot und gibts ihnen, desselbigen gleichen auch die Fische. Das ist nun das dritte Mal, daß Jesus offenbaret ist seinen Jüngern, nachdem er von den Toten auferstanden ist. Da sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petro: Simon Johanna, hast du mich lieber, denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißest, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmer. Spricht er zum andern Mal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißest, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Schafe. Spricht er zum dritten Mal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Petrus ward traͤurig, daß er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb? und sprach zu ihm: Herr, du weißest alle Dinge; du weißest, daß ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe. Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, da du jünger warest, gürtetest du dich selbst und wandeltest, wo du hin wolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände aus⸗ strechen, und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber, zu deuten, mit welchem Tode er Hott preisen würde. Da er aber das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jes. 52, 1—10.(Die Füße der Boten auf den Bergen.) Mache dich auf, mache dich auf, Zion; zeuch deine Stärke an, schmüche dich herrlich, du heilige Stadt Jerusalem. Denn es wird hinfort kein Unbeschnittener oder Unreiner in dir regieren. Mache dich aus dem Staube, stehe auf, du gefangene Jerusalem; mache dich los von den Banden deines Halses, du gefangene Tochter Zion. Denn also spricht der Herr: Ihr seid umsonst verkauft, ihr sollt auch ohne Geld gelöset werden. Denn so spricht der Herr Herr: Mein Volh zog am ersten hinab in Agypten, daß es daselbst ein Gast wäre; und Assur hat ihm ohne Ursach Gewalt getan. Aber wie tut man mir jetzt allhie? spricht der Herr. Mein Volh wird umsonst ver⸗ 108 Am zweiten Sonntag nach Ostern, g.Misericordias Domini. führet; seine Herrscher machen eitel Heulen, spricht der Herr; und mein Name wird immer täglich gelästert. Darum soll mein Volk meinen Namen kennen zu derselbigen Zeit; denn siehe, ich will selbst reden. Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Boten, die da Friede verkündigen, Gutes predigen, Heil verkündigen; die da sagen zu Zion: Dein Gott ist König. Deine Wächter rufen laut mit ihrer Stimme und rühmen mit einander; denn man wirds mit Augen sehen, wenn der Herr Zion bekehret. Lasset fröhlich sein und mit einander rühmen das Wüste zu Jerusalem; denn der Herr hat sein Volk getröstet und Jerusalem erlöset. Der Herr hat offenbaret seinen heiligen Arm vor den Augen aller Heiden; daß aller Welt Ende siehet das Heil unsers Gottes. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Kor. 5, 1—10.(Das Haus, das ewig ist im Himmel.) Wir wissen aber, so unser irdisch Haus dieser Hütte zerbrochen wird, daß wir einen Bau haben von Gott erbauet, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist, im Himmel. Und über dem⸗ selbigen sehnen wir uns auch nach unserer Behausung, die vom Himmel ist, und uns verlanget, daß wir damit überkleidet werden; so doch, wo wir bekleidet und nicht bloß erfunden werden. Denn dieweil wir in der Hütte sind, sehnen wir uns und sind beschweret; sintemal wir wollten lieber nicht entkleidet, sondern überkleidet werden, auf daß das Sterbliche würde verschlungen von dem Leben. Der uns aber zu demselbigen bereitet, das ist Gott, der uns das Pfand, den Geist, gegeben hat. Wir sind aber getrost allezeit und wissen, daß, dieweil wir im Leibe wohnen, so wallen wir dem Herrn. Denn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen. Wir sind aber getrost und haben vielmehr Lust, außer dem Leibe zu wallen und daheim zu sein bei dem Herrn. Darum fleißigen wir uns auch, wir sind daheim oder wallen, daß wir ihm wohlgefallen. Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richtstuhl Christi, auf daß ein jeglicher empfahe, nachdem er gehandelt hat bei Leibes Leben, es sei gut oder böse. Am zweiten Sonntag nach Ostern, genannt Misericordias Domini. Vormittags. Epistel. 1. Petri 2, 19.—25.(Ihr waret wie die irrenden Schafe.) Denn das ist Gnade, so jemand um des Gewissens willen zu Gott das Abel verträgt und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Missetat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohltat willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott. Denn dazu seid ihr berufen, sintemal auch Christus gelitten hat für uns und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen zu das enn ott. für inen Am zweiten Sonntag nach Ostern, g.Misericordias Domini. 109 Fußstapfen; welcher keine; Sünde getan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden; welcher nicht wieder schalt, da er ge⸗ scholten ward, nicht dräuete, da er litte; er stellete es aber dem heim, der da recht richtet; welcher unsere Sünden selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seid heil worden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehret zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen. Evangelium. Joh. 10, 12—18.(Sch bin ein guter Hirte.) Ich bin ein guter Hirte; ein guter Hirte lässet sein Leben für die Schafe. Ein Mietling aber, der nicht Hirte ist, des die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kommen und verlässet die Schafe und fleucht; und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schafe. Der Mietling aber fleucht; denn er ist ein Mietling und achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirte und erkenne die Meinen und bin bekannt den Meinen; wie mich mein Vater kennet, und ich kenne den Bater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle. Und die⸗ selben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird Eine Herde und Ein Hirte werden. Darum liebet mich mein Bater, daß ich mein Leben lasse, auf daß ichs wieder nehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selber. Ich habe es Macht zu lassen und habe es Macht wieder zu nehmen. Solch Gebot habe ich empfangen von meinem Vater. Epistolische Lektion. Röm. 14, 6—13.(Wir sind des Herrn.) Welcher auf die Tage hält, der tuts dem Herrn; und welcher nichts darauf hält, der tuts auch dem Herrn. Welcher isset, der isset dem Herrn; denn er danket Gott; welcher nicht isset, der isset dem Herrn nicht, und danket Gott. Denn unser keiner lebt ihm selber, und keiner stirbt ihm selber. Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum, wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Denn dazu ist Christus auch ge⸗ storben und auferstanden und wieder lebendig worden, daß er über Tote und Lebendige Herr sei. Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder du anderer, was verachtest du deinen Bruderꝰ Wir werden alle vor dem Richtstuhl Christi dargestellet werden; nachdem geschrieben stehet: So wahr als ich lebe, spricht der Herr, mir sollen alle Kniee gebeuget werden, und alle Zungen sollen Gott bekennen. So wird nun ein jeglicher für sich selbst Gott Rechen⸗ schaft geben. Darum lasset uns nicht mehr einer den andern richten; sondern das richtet vielmehr, daß niemand seinem Bruder einen Anstoß oder Ärgernis darstelle. 110 Am zweiten Sonntag nach Ostern. g.Misericordias Domini. Evangelische Lektion. Joh. 14, 1—14.(Sch bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.) Und er sprach zu seinen Jüngern: Euer Herz erschreche nicht. Glaubet ihr an Gott, so glaubet ihr auch an mich. In meines Vaters Hause sind viel Wohnungen. Wenns nicht so wäre, so wollt ich zu euch sagen, ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten. Und ob ich hinginge, euch die Stätte zu bereiten, will ich doch wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf daß ihr seid, wo ich bin. Und wo ich hingehe, das wisset ihr, und den Weg wisset ihr auch. Spricht zu ihm Thomas: Herr, wir wissen nicht, wo du hingehest; und wie können wir den Weg wissen? Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand khommt zum Vater, denn durch mich. Wenn ihr mich kennetet, so kennetet ihr auch meinen Bater. Und von nun an hennet ihr ihn und habt ihn gesehen. Spricht zu ihm Philippus: Herr, zeige uns den Vater, so genüget uns. Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch, und du kennest mich nicht? Philippe, wer mich siehet, der siehet den Vater. Wie sprichst du denn: Zeige uns den Vater? Glaubest du nicht, daß ich im Vater, und der Bater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, die rede ich nicht von mir selbst. Der Vater aber, der in mir wohnet, derselbige tut die Werke. Glaubet mir, daß ich im Bater, und der Vater in mir ist; wo nicht, so glaubet mir doch um der Werke willen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubet, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird größere, denn diese tun; denn ich gehe zum Bater. Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, auf daß der Bater geehret werde in dem Sohne. Was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Ezechiel 34, 11—16.(Sch will mich meiner Herde selbst annehmen.) Denn so spricht der Herr Herr: Siehe, ich will mich meiner Herde selbst annehmen und sie suchen. Wie ein Hirte seine Schafe suchet, wenn sie von seiner Herde verirret sind, also will ich meine Schafe suchen; und will sie erretten aus allen Ortern, dahin sie zerstreuet waren, zu der Zeit, da es trübe und finster war. Ich will sie von allen Völkern ausführen und aus allen Ländern versammeln und will sie in ihr Land führen; und will sie weiden auf den Bergen Israel und in allen Auen und auf den Angern des Landes. Ich will sie auf die beste Weide führen, und ihre Hürden werden auf den hohen Bergen in Israel stehen: daselbst werden sie in sanften Hürden liegen und fette Weide haben auf den Bergen Israel. Ich will selbst meine Schafe weiden, und ich will sie lagern, spricht der Herr Herr. Ich will das Verlorne wiedersuchen und das Verirrte ni. en.) cht. ters ich ob nen Am dritten Sonntag nach Ostern. genannt Jubilate. 111 wiederbringen und das Verwundete verbinden und des Schwachen warten; und was fett und stark ist, will ich behüten und will ihrer pflegen, wie es recht ist. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Petri 4. 12—19.(Der Geist der Herrlichkeit in der Schmach.) Ihr Lieben, lasset euch die Hitze, so euch begegnet, nicht befremden. (die euch widerfähret, daß ihr versucht werdet,) als widerführe euch etwas Seltsames; sondern freuet euch, daß ihr mit Christo leidet, auf daß ihr auch zu der Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben möget. Selig seid ihr, wenn ihr ge⸗ schmähet werdet über dem Namen Christi; denn der Geist, der ein Geist der Herrlichkeit und Gottes ist, ruhet auf euch. Bei ihnen ist er verlästert, aber bei euch ist er gepreiset. Niemand aber unter euch leide als ein Mörder oder Dieb oder Übeltäter oder der in ein fremd Amt greifet. Leidet er aber als ein Christ, so schäme er sich nicht; er ehre aber Gott in solchem Fall. Denn es ist Zeit, daß anfahe das Gericht an dem Hause Gottes. So aber zuerst an uns, was wills für ein Ende werden mit denen, die dem Evangelio Gottes nicht glauben? Und so der Gerechte kaum erhalten wird, wo will der Gottlose und Sünder erscheinen? Darum, welche da leiden nach Sottes Willen, die sollen ihm ihre Seelen befehlen, als dem treuen Schöpfer, in guten Werken. Am dritten Sonntag nach Ostern, genannt Jubilate. Vormittags. Epistel. I. Petri 2. 11—18.(Als die Fremdlinge und Pilgrime.) Lieben Brüder, ich ermahne euch, als die Fremdlinge und Pilgrime: enthaltet euch von fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten; und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden, als von Abeltätern, eure guten Werke sehen und Gott preisen, wenns nun an den Tag kommen wird. Seid untertan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem Könige als dem Obersten, oder den Hauptleuten als den Hesandten von ihm zur Rache über die Ubeltäter und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohltun verstopfet die Unwissenheit der törichten Menschen, als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Tut Ehre jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Ihr Knechte, seid unter⸗ tan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. 112 Am dritten Sonntag nach Ostern, genannt Jubilate. Evangelium. Joh. 16, 16—23.(Eure Freude soll niemand von euch nehmen.) Aber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen; und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen; denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, das er saget zu uns, über ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, das er sagt, über ein Kleines? wir wissen nicht, was er redet. Da merkete Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr unter einander, daß ich gesagt habe, über ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ihr werdet weinen und heulen; aber die Welt wird sich freuen. Ihr aber werdet traurig sein; doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebiert, so hat sie Traurigkeit; denn ihre Stunde ist 3kommen. Wenn sie aber das Kind geboren hat, denket sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Trauriglheit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. Und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. Epistolische Lektion. 1. Joh. 3, 1—6.(Wir werden ihn sehen, wie er ist.) Sehet, welch eine Liebe hat uns der Vater erzeiget, daß wir Gottes Kinder sollen heißen. Darum hennet euch die Welt nicht; denn sie kennet ihn nicht. Meine Lieben, wir sind nun Gottes Kinder, und ist noch nicht erschienen, was wir sein werden. Wir wissen aber, wenn es erscheinen wird, daß wir ihm gleich sein werden; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Und ein jeglicher, der solche Hoffnung hat zu ihm, der reiniget sich, gleichwie er auch rein ist. Wer Sünde tut, der tut auch Unrecht; und die Sünde ist das Unrecht. Und ihr wisset, daß er ist erschienen, auf daß er unsere Sünden wegnehme, und ist keine Sünde in ihm. Wer in ihm bleibet, der sündiget nicht; wer da sündiget, der hat ihn nicht ge⸗ sehen noch erkannt. Evangelische Lektion. Joh. 12, 20—26.(Die Zeit ist gekommen, daß des Menschen Sohn verkläret werde.) Es waren aber etliche Griechen unter denen, die hinauf kommen waren, daß sie anbeteten auf das Fest. Die traten zu Philippo, der von Bethsaida aus Galiläa war, baten ihn und sprachen: Herr, wir wollten Jesum gerne sehen. Philippus kommt und sagts Andreas, Am dritten Sonntag nach Ostern, genannt Jubilate. 113 und Philippus und Andreas sagtens weiter Jesu. Jesus aber antwortete ihnen und sprach: Die Zeit ist kommen, daß des Menschen Sohn verkläret werde. Wahrlich, wahrlich ich sage euch, es sei denn, daß das Weizenkorn in die Erde falle und ersterbe, so bleibts allein; wo es aber erstirbt, so bringts viel Früchte. Wer sein Leben lieb hat, der wirds verlieren; und wer sein Leben auf dieser Welt hasset, der wirds erhalten zum ewigen Leben. Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. Und wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 23.(Der Herr ist mein Hirte.) Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquichet meine Seele; er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglüch; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch gegen meine Feinde. Du salbest mein Haupt mit Ol und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Lebenlang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Tim. 1, 3—14.(Der heilige Ruf.) Ich danke Gott, dem ich diene von meinen Voreltern her in reinem Gewissen, daß ich ohn Unterlaß dein gedenke in meinem Gebet Tag und Nacht. Und mich verlanget, dich zu sehen, wenn ich denke an deine Tränen, auf daß ich mit Freuden erfüllet werde. Und erinnere mich des ungefärbten Glaubens in dir, welcher zuvor gewohnet hat in deiner Großmutter Loide und in deiner Mutter Eunike, bin aber gewiß, daß auch in dir. Um welcher Sache willen ich dich erinnere, daß du erweckest die Gabe Gottes, die in dir ist durch die Auflegung meiner Hände. Denn Gott hat uns nicht ge⸗ geben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Zucht. Darum so schäme dich nicht des Zeugnisses unsers Herrn, noch meiner, der ich sein Gebundener bin; sondern leide dich mit dem Evangelio, wie ich, nach der Kraft Gottes; der uns hat selig gemacht und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unsern Werken, sondern nach seinem Vorsatz und Gnade, die uns gegeben ist in Christo Jesu vor der Zeit der Welt, jetzt aber offenbart durch die Erscheinung unsers Heilandes Jesu Christi, der dem Tod die Macht hat genommen und das Leben und ein unvergänglich Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium; zu welchem ich gesetzt bin ein Prediger und Apostel und Lehrer der Heiden. Um welcher Sacht 114 Am vierten Sonntag nach Ostern, genannt Cantate. willen ich solches leide, aber ich schäme michs nicht; denn ich weiß, an welchen ich glaube, und bin gewiß, daß er kann mir meine Beilage bewahren bis an jenen Tag. Halt an dem Vorbilde der heilsamen Worte, die du von mir gehöret hast, vom Glauben und von der Liebe in Christo Jesu. Diese gute Beilage bewahre durch den heiligen Geist, der in uns wohnet. Am vierten Sonntag nach Ostern. genannt Cantate. Vormittags. Epistel. Jak. 1,. 12—21.(Gezeugt durch das Wort der Wahrheit.) Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet; denn nachdem er bewähret ist, wird er die Krone des Lebens empfahen, welche Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben. Niemand sage, wenn er versucht wird, daß er von Gott versucht werde. Denn Gott ist nicht ein Versucher zum Bösen; er versuchet niemand. Sondern ein jeglicher wird versucht, wenn er von seiner eigenen Lust gereizet und gelocket wird. Darnach wenn die Lust empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert sie den Tod. Zrret nicht, lieben Brüder. Alle gute Gabe und alle voll⸗ kommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung, noch Wechsel des Lichts und Finsternis. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sei schnell zu hören, langsam aber zu reden und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn tut nicht, was vor. Gott recht ist. Darum so leget ab alle Un⸗ sauberkeit und alle Bosheit; und nehmet das Wort an mit Sanftmut, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seelen selig machen. Evangelium. Joh. 16, 5—15.(Es ist euch gut, daß ich hingehe.) Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand unter euch fraget mich: Wo gehest du hin? Sondern dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauerns worden. Aber ich sage euch die Wahrheit, es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch; so ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn derfelbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde und um die Gerechtigkeit und um das Gericht. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich; um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater ehe, und ihr mich hinfort nicht sehet; um das Gericht, daß der Fürit dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnets jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. mit Am vierten Sonntag nach Ostern, genannt Cantate. 115 Denn er wird nicht von ihm selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch ver⸗ kündigen. Derselbige wird mich verklären; denn von dem Meinen wird ers nehmen und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein; darum hab ich gesagt: Er wirds von dem Meinen nehmen und euch verkündigen. Epistolische Lektion. 2. Tim. 2. 8—13.(Sterben wir mit, so werden wir mit leben.) Halt im Gedächtnis Zesum Christum, der auferstanden ist von den Toten, aus dem Samen Davids, nach meinem Evangelio, über welchem ich mich leide bis an die Bande, als ein Abeltäter; aber Sottes Wort ist nicht gebunden. Darum dulde ich alles um der Auserwählten willen, auf daß auch sie die Seligkeit erlangen in Christo Zesu mit ewiger Herrlichkeit. Das ist je gewißlich wahr: Sterben wir mit, so werden wir mit leben; dulden wir, so werden wir mit herrschen; verleugnen wir, so wird er uns auch verleugnen; glauben wir nicht, so bleibet er treu; er kann sich selbst nicht leugnen. Evangelische Lektion. Joh. 6, 60—71.(Wollt ihr auch weggehen?) Viel nun seiner Zünger, die das höreten, sprachen: Das ist eine harte Rede, wer kann sie hören? Da Jesus aber bei sich selbst merkete, daß seine Jünger darüber murreten, sprach er zu ihnen: Argert euch das? Wie, wenn ihr denn sehen werdet des Menschen Sohn auffahren dahin, da er zuvor war? Der Geist ists, der da lebendig macht; das Fleisch ist kein nütze. Die Worte, die ich rede, die sind Geist und sind Leben. Aber es sind etliche unter euch, die glauben nicht. Denn Zesus wußte von Anfang wohl, welche nicht glaubend waren, und welcher ihn verraten würde. Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt, niemand kann zu mir kommen, es sei ihm denn von meinem Vater gegeben. Von dem an gingen seiner Zünger viel hinter sich und wandelten hinfort nicht mehr mit ihm. Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr auch weggehen? Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens; und wir haben geglaubet und er⸗ kannt, daß du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Jesus antwortete ihm: Err ich nicht euch Zwölfe erwählet? und euer einer ist ein Teufel. r redete aber von dem Juda Simon Ischariot; derselbige verriet ihn hernach und war der Zwölfen einer. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jesaias 57, 11—21.(Er erquicht das Herz der Zerschlagenen.) Bor wem bist du so sorgfältig und fürchtest also; so du doch mit Lügen umgehest und denkest an mich nicht und nimmst es nicht 8* 116 Am vierten Sonntag nach Ostern, genannt Cantate. zu Herzen? Meinest du, ich werde allewege schweigen, daß du mich so gar nicht fürchtest? Ich will aber deine Gerechtigkeit anzeigen und deine Werke, daß sie dir kein nütze sein sollen. Wenn du rufen wirst, so laß dir deine Haufen helfen. Aber der Wind wird sie alle wegführen, und Eitelkeit wird sie wegnehmen. Aber wer auf mich trauet, wird das Leben erben und meinen heiligen Berg be⸗ sitzen und wird sagen: Machet Bahn, machet Bahn, räumet den Weg, hebet die Anstöße aus dem Wege meines Volks. Denn also spricht der Hohe und Erhabene, der ewiglich wohnet, des Name heilig ist; der ich in der Höhe und im Heiligtum wohne und bei denen, so zerschlagenen und demütigen Geistes sind, auf daß ich er⸗ quicke den Geist der Gedemütigten und das Herz der Zerschlagenen: Ich will nicht immerdar hadern und nicht ewiglich zürnen; sondern es soll von meinem Angesicht ein Geist weben, und ich will Odem machen. Ich war zornig über die Untugend ihres Geizes und schlug sie, verbarg mich und zürnete; da gingen sie hin und her im Wege ihres Herzens. Aber da ich ihre Wege ansahe, heilete ich sie und leitete sie und gab ihnen wieder Trost und denen, die über jene Leide trugen. Ich will Frucht der Lippen schaffen, die da predigen: Friede, Friede, beide denen in der Ferne und denen in der Nähe, spricht der Herr, und will sie heilen. Aber die Gottlosen sind wie ein un⸗ gestüm Meer, das nicht stille sein kann, und seine Wellen Kot und Unflat auswerfen. Die Gottlosen haben nicht Friede, spricht mein Gott. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Tim. 2, 14—23.(Der Herr kennet die Seinen.) Solches erinnere sie und bezeuge vor dem Herrn, daß sie nicht um Worte zanken, welches nichts nütze ist, denn zu verkehren, die da zuhören. Befleißige dich Gott zu erzeigen einen rechtschaffenen, unsträflichen Arbeiter, der da recht teile das Wort der Wahrheit. Des ungeistlichen losen Geschwätzes entschlage dich; denn es hilft viel zum ungöttlichen Wesen. Und ihr Wort frißt um sich wie der Krebs, unter welchen ist Hymenäus und Philetus, welche der Wahr⸗ heit gefehlet haben und sagen, die Auferstehung sei schon geschehen, und haben etlicher Glauben verkehret. Aber der feste Grund Gottes bestehet und hat dieses Siegel: Der Herr hennet die Seinen, und: Es trete ab von Ungerechtigkeit, wer den Namen Christi nennet. In einem großen Hause aber sind nicht allein güldene und silberne Gefäße, sondern auch hölzerne und irdene, und etliche zu Ehren, etliche aber zu Unehren. So nun jemand sich reiniget von solchen Leuten, der wird ein geheiliget Faß sein, zu den Ehren, dem Haus⸗ herrn bräuchlich und zu allem guten Werk bereitet. Fleuch die Lüste der Jugend, jage aber nach der Gerechtigkeit, dem Glauben, der Liebe, dem Frieden, mit allen, die den Herrn anrufen von reinem Herzen. Aber der törichten und unnützen Fragen entschlage dich; denn du weißest, daß sie nur Zank gebären. Ut Geh 11⁷ Um fünften Sonntag nach Ostern, genannt Rogate. Vormittags. Epistel. Jah. 1, 22—27.(Der reine und unbefleckte Gottesdienst.) Seid aber Täter des Worts und nicht Hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget. Denn so jemand ist ein Hörer des Worts und nicht ein Täter, der ist gleich einem Mann, der sein leiblich Angesicht im Spiegel beschauet. Denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er von Stund an davon und vergisset, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommene Gesetz der Freiheit und darinnen beharret und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Täter, der⸗ selbige wird selig sein in seiner Tat. So aber sich jemand unter euch lässet dünken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern verführet sein Herz, des Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der: Die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen und sich von der Welt un⸗ beflecht behalten. Evangelium. Joh. 16, 23—33.(Bittet, so werdet ihr nehmen.) Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, so ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird ers euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Solches hab ich zu euch durch Sprichwort geredet. Es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprichwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will; denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott aus⸗ gegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und kommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus und sagest kein Sprichwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißest und bedarfst nicht, daß dich jemand frage. Darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Zesus antwortete ihnen: Jetzt glaubet ihr. Siehe, es kommt die Stunde und ist schon kommen, daß ihr zerstreuet werdet, ein jeglicher in das Seine, und mich alleine lasset. Aber ich bin nicht alleine; denn der Vater ist bei mir. Solches habe ich mit euch geredet, daß ihr in mir Friede habet. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Epistolische Lektion. 1. Tim. 2, 1—6.(Fürbitte für alle Menschen.) So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen zuerst tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige 118 Am fünften Sonntag nach Ostern, genannt Rogate. und für alle Obrigkeit, auf daß wir ein ruhig und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Denn solches ist gut, dazu auch angenehm vor Gott, unserm Heilande, welcher will, daß allen Menschen geholfen werde, und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Denn es ist Ein Gott und Ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, daß solches zu seiner Zeit ge⸗ prediget würde. Evangelische Lektion. Joh. 17, 1—11.(cch bitte für die, die du mir gegeben hast.) Solches redete Zesus und hub seine Augen auf gen Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist hie, daß du deinen Sohn verklärest, auf daß dich dein Sohn auch verkläre; gleichwie du ihm Macht hast gegeben über alles Fleisch, auf daß er das ewige Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast. Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, daß du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesum Christum, erkennen. Ich habe dich verkläret auf Erden und vollendet das Werk, das du mir gegeben hast, daß ich tun sollte. Und nun verkläre mich du, Vater, bei dir selbst mit der Klarheit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war. Ich habe deinen Namen offenbaret den Menschen, die du mir von der Welt gegeben hast. Sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort behalten. Nun wissen sie, daß alles, was du mir gegeben hast, sei von dir. Denn die Worte, die du mir gegeben hast, hab ich ihnen gegeben; und sie habens angenommen und erkannt wahr⸗ haftig, daß ich von dir ausgegangen bin, und glauben, daß du mich gesandt hast. Ich bitte für sie und bitte nicht für die Welt, sondern für die, so du mir gegeben hast; denn sie sind dein. Und alles, was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein; und ich bin in ihnen verkläret. Und ich bin nicht mehr in der Welt; sie aber sind in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Vater, er⸗ halte sie in deinem Namen, die du mir gegeben hast, daß sie Eines seien, gleichwie wir. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 102, 12—29.(Er wendet sich zum Gebet der Verlassenen) Meine Tage sind dahin, wie ein Schatten; und ich verdorre wie Gras. Du aber, Herr, bleibest ewiglich, und dein Gedächtnis für und für. Du wollest dich aufmachen und über Zion erbarmen; denn es ist Zeit, daß du ihr gnädig seiest, und die Stunde ist kommen. Denn deine Knechte wollten gerne, daß sie gebauet würde, und sähen gerne, daß ihre Steine und Kalk zugerichtet würden; daß die Heiden den Namen des Herrn fürchten, und alle Könige auf Erden deine Ehre; daß der Herr Zion bauet und erscheinet in seiner Ehre. Er Himmelfahrt. 119 wendet sich zum Gebet der Verlassenen und verschmähet ihr Gebet nicht. Das werde geschrieben auf die Nachkommen; und das Vollh, das geschaffen soll werden, wird den Herrn loben. Denn er schauet von seiner heiligen Höhe, und der Herr siehet vom Himmel auf Erden, daß er das Seufzen des Gefangenen höre und los mache die Kinder des Todes; auf daß sie zu Zion predigen den Namen des Herrn und sein Lob zu Jerusalem, wenn die Bölker zusammen⸗ kommen und die Königreiche, dem Herrn zu dienen. Er demütiget auf dem Wege meine Kraft, er verkürzet meine Tage. Ich sage: Mein Gott, nimm mich nicht weg in der Hälfte meiner Tage. Deine Jahre währen für und für. Du hast vorhin die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk. Sie werden vergehen, aber du bleibest. Sie werden alle veralten, wie ein Gewand; sie werden verwandelt, wie ein Kleid, wenn du sie verwandeln wirst. Du aber bleibest, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende. Die Kinder deiner Knechte werden bleiben, und ihr Samen wird vor dir gedeihen. Lektion aus dem Neuen Testamente. J. Thess. 5, 14—25.(Beten und danken.) Wir ermahnen euch aber, lieben Brüder, vermahnet die Un⸗ gezogenen, tröstet die Kleinmütigen, traget die Schwachen, seid ge⸗ duldig gegen jedermann. Sehet zu, daß niemand Böses mit Bösem jemand vergelte, sondern allezeit jaget dem Guten nach, beide unter ein⸗ ander und gegen jedermann. Seid allezeit fröhlich. Betet ohn Unterlaß. Seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christo Jesu an euch. Den Geist dämpfet nicht. Die Weissagung verachtet nicht. Prüfet aber alles und das Gute behaltet. Meidet allen bösen Schein. Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch, und euer Geist ganz samt der Seele und Leib müsse behalten werden unsträflich auf die Zukunft unsers Herrn Jesu Christi! Getreu ist er, der euch rufet, welcher wirds auch tun. Lieben Brüder, betet für uns. Himmelfahrt. Vormittags. Epistel. Apgsch. 1, 1—11.(Er ward aufgehoben zusehends.) Die erste Rede habe ich zwar getan, lieber Theophile, von alle dem, das Jesus anfing, beide zu tun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln(welche er hatte erwählet) durch den heiligen Geist Befehl getan hatte, welchen er sich nach seinem Leiden lebendig erzeiget hatte durch mancherlei Erweisung und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Ver⸗ 12⁰ Himmelfahrt. heißung des Vaters, welche ihr habt gehöret(sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Wasser getauft; ihr aber sollt mit dem heiligen Geiste getauft werden nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammenkommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er sprach aber zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Bater seiner Macht vorbehalten hat; sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfahen, welcher auf euch kommen wird; und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erden. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolle nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen gen Himmel fahrend, siehe, da stunden bei ihnen zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Evangelium. Marci 16. 14—20.(Er ward aufgehoben gen Himmel.) Zuletzt, da die Eilfe zu Tische saßen, offenbarete er sich und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubt hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden; und sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen ver⸗ treiben, und so sie etwas Tödliches trinken, wirds ihnen nicht schaden; auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wirds besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel und sitzet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus und predigten an allen Orten, und der Herr wirkte mit ihnen und bekrästigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Epistolische Lektion. Hebr. 9, 24—10, 14.(Christus vor dem Angesichte Gottes für uns.) Denn Christus ist nicht eingegangen in das Heilige, so mit Händen gemacht ist(welches ist ein Gegenbild des rechtschaffenen), sondern in den Himmel selbst, nun zu erscheinen vor dem Angesichte Gottes für uns. Auch nicht, daß er sich oftmals opfere, gleichwie der Hohepriester gehet alle Jahr in das Heilige mit fremdem Blut; sonst hätte er oft müssen leiden von Anfang der Welt her. Nun aber am Ende der Welt ist er einmal erschienen, durch sein eigen Opfer die Sünde auf⸗ zuheben. Und wie den Menschen ist gesetzt, einmal zu sterben, darnach aber das Gericht: also ist Christus einmal geopfert, wegzunehmen vieler Sünden. Zum andern Mal aber wird er ohne Sünde erscheinen Himmelfahrt. 12¹ denen, die auf ihn warten, zur Seligkeit. Denn das Gesetz hat den Schatten von den zukünftigen Gütern, nicht das Wesen der Güter selbst. Alle Zahr muß man opfern immer einerlei Opfer und kann nicht, die da opfern, vollkommen machen. Sonst hätte das Opfern aufgehöret, wo die, so am Gottesdienst sind, kein Gewissen mehr hätten von den Sünden, wenn sie einmal gereiniget wären. Sondern es geschieht nur durch dieselbigen ein Gedächtnis der Sünden alle Jahr. Denn es ist unmöglich, durch Ochsen⸗ und Bocksblut Sünden weg⸗ nehmen. Darum, da er in die Welt kommt, spricht er: Opfer und Gaben hast du nicht gewollt; den Leib aber hast du mir zubereitet; Brandopfer und Sündopfer gefallen dir nicht. Da sprach ich: Siehe, ich komme; im Buch stehet vornehmlich von mir geschrieben, daß ich tun soll, Gott, deinen Willen. Droben, als er gesagt hatte: Opfer und Gaben, Brandopfer und Sündopfer hast du nicht gewollt, sie gefallen dir auch nicht Hwelche nach dem Gesetz geopfert werden), da sprach er: Siehe, ich komme zu tun, Gott, deinen Willen. Da hebt er das Erste auf, daß er das Andere einsetze. In welchem Willen wir sind geheiliget, einmal geschehen durch das Opfer des Leibes Jesu Christi. Und ein jeglicher Priester ist eingefetzt, daß er alle Tage Gottes⸗ dienst pflege und oftmals einerlei Opfer tue, welche nimmermehr können die Sünden abnehmen. Dieser aber, da er hat Ein Opfer für die Sünden geopfert, das ewiglich gilt, sitzt er nun zur Rechten Gottes und wartet hinfort, bis daß seine Feinde zum Schemel seiner Füße gelegt werden. Denn mit Einem Opfer hat er in Ewigkeit vollendet, die geheiliget werden. Oder: Psalm 110.(Setze dich zu meiner Rechten.) Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege. Der Herr wird das Zepter deines Reichs senden aus Zion. Herrsche unter deinen Feinden. Nach deinem Sieg wird dir dein Volk williglich opfern in heiligem Schmuck. Deine Kinder werden dir geboren, wie der Tau aus der Morgenröte. Der Herr hat geschworen, und wird ihn nicht gereuen: Du bist ein Priester ewiglich, nach der Weise Melchisedels. Der Herr zu deiner Rechten wird zerschmeißen die Könige zur Zeit seines Zorns; er wird richten unter den Heiden, er wird große Schlacht tun; er wird zerschmeißen das Haupt über große Lande. Er wird trinken vom Bach auf dem Wege; darum wird er das Haupt emporheben. Evangelische Lektion. Joh. 17, 12—26.(Nun aber komme ich zu dir.) Dieweil ich bei ihnen war in der Welt, erhielt ich sie in deinem Namen. Die du mir gegeben hast, die habe ich bewahret, und ist heiner von ihnen verloren, ohne das verlorne Kind,‚ daß die Schrift erfüllet würde. Nun aber komme ich zu dir und rede solches in der Welt, auf daß sie in ihnen haben meine Freude vollkommen. Ich 122 Himmelfahrt. hab ihnen gegeben dein Wort, und die Welt hasset sie; denn sie sind nicht von der Welt, wie denn auch ich nicht von der Welt bin. Ich bitte nicht, daß du sie von der Welt nehmest, sondern daß du sie bewahrest vor dem Abel. Sie sind nicht von der Welt, gleichwie auch ich nicht von der Welt bin. Heilige sie in deiner Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit. Gleichwie du mich gesandt hast in die Welt, so sende ich sie auch in die Welt. Ich heilige mich selbst für sie, auf daß auch sie geheiliget seien in der Wahrheit. Ich bitte aber nicht alleine für sie, sondern auch für die, so durch ihr Wort an mich glauben werden, auf daß sie alle Eines seien, gleichwie du, Vater, in mir, und ich in dir; daß auch sie in uns Eines seien, auf daß die Welt glaube, du habest mich gesandt. Und ich hab ihnen gegeben die Herr⸗ lichkeit, die du mir gegeben hast, daß sie Eines seien, gleichwie wir Eines sind, ich in ihnen, und du in mir, auf daß sie vollkommen seien in Eines, und die Welt erkenne, daß du mich gesandt hast und liebest sie, gleichwie du mich liebest. Vater, ich will, daß, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, daß sie meine Herr⸗ lichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebet, ehe denn die Welt gegründet ward. Gerechter Bater, die Welt kennet dich nicht; ich aber kenne dich, und diese erkennen, daß du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen deinen Namen kund getan und will ihnen kund tun, auf daß die Liebe, damit du mich liebest, sei in ihnen, und ich in ihnen. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 1. Mos. 14, 14—20.(Priester und König.) Als nun Abram hörete, daß sein Bruder gefangen war, wappnete er seine Knechte, drei hundert und achtzehn, in seinem Hause geboren, und jagte ihnen nach bis gen Dan; und teilete sich, fiel des Nachts über sie mit seinen Knechten und schlug sie und jagte sie bis gen Hoba, die zur Linken der Stadt Damaskus liegt; und brachte alle Habe wieder, dazu auch Lot, seinen Bruder, mit seiner Habe, auch die Weiber und das Volk. Als er nun wiederkam von der Schlacht des Kedor Laomor und der Könige mit ihm, ging ihm entgegen der König von Sodom in das Feld, das Königsthal heißet. Aber Melchisedeh, der König von Salem, trug Brot und Wein hervor. Und er war ein Priester Gottes des Höchsten. Und segnete ihn und sprach: Gesegnet seiest du, Abram, dem höchsten Gott, der Himmel und Erde besitzt; und gelobet sei Gott der Höchste, der deine Feinde in deine Hände beschlossen hat. Und demselben gab Abram den Zehnten von allerlei. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Petri 3, 15—22.(Shm ist alles untertan.) Heiliget aber Gott den Herrn in euren Herzen. Seid aber allezeit bereit zur Verantwortung jedermann, der Grund fordert der Hoff— Am sechsten Sonntag nach Ostern, genannt Exaudi. 123 nung, die in euch ist, und das mit Sanftmütigkeit und Furcht, und habt ein gut Gewissen, auf daß die, so von euch afterreden, als von Abeltätern, zu schanden werden, daß sie geschmähet haben euren guten Wandel in Christo. Denn es ist besser, so es Gottes Wille ist, daß ihr von Wohltat wegen leidet, denn von Übeltat wegen. Sintemal auch Christus einmal für unsere Sünden gelitten hat, der Gerechte für die Ungerechten, auf daß er uns Gotte opferte; und ist getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist. In dem⸗ selbigen ist er auch hingegangen und hat geprediget den Geistern im Gefängnis, die etwa nicht glaubeten, da Gott einsmals harrete und Geduld hatte zu den Zeiten Noä, da man die Arche zurüstete, in welcher wenig, das ist acht Seelen behalten wurden durchs Wasser; welches nun auch uns selig macht in der Taufe, die durch jenes bedeutet ist, nicht das Abtun des Unflats am Fleisch, sondern der Bund eines guten Gewissens mit Gott, durch die Auferstehung Jesu Christi, welcher ist zur Rechten Gottes in den Himmel gefahren, und sind ihm untertan die Engel und die Gewaltigen und die Kräfte. Am sechsten Sonntag nach Ostern, genannt Exaudi. Vormittags. Epistel. 1. Petri 4, 8—11.(Die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes.) So seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe; denn die Liebe deckt auch der Sünden Menge. Seid gastfrei unter einander ohne Murmeln. Und dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes. So jemand redet, daß ers rede als Gottes Wort. So jemand ein Amt hat, daß ers tue als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepreiset werde durch Jesum Christum, welchem sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evangelium. Joh. 15, 26—16, 4.(Der Geist der Wahrheit wird zeugen von mir.) Wenn aber der Tröster hommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater aus⸗ gehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen; denn ihr seid von Anfang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann tun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tötet, wird meinen, er tue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum tun, daß sie weder meinen Vater, noch mich erͤkennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, daß ihr daran gedenket, daß ichs euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt; denn ich war bei euch. 124 Am sechsten Sonntag nach Ostern, genannt Exaudi. Epistolische Lektion. Kol. 3, 1—11.(Suchet, was droben ist.) Seid ihr nun mit Christo auferstanden, so suchet, was droben ist, da Christus ist, sitzend zu der Rechten Gottes. Trachtet nach dem. das droben ist, und nicht nach dem, das auf Erden ist. Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christo in Gott. Wenn aber Christus, euer Leben, sich offenbaren wird, dann werdet ihr auch offenbar werden mit ihm in der Herrlichkeit. So tötet nun eure Glieder, die auf Erden sind, Hurerei, Unreinigkeit, schänd⸗ liche Brunst, böse Lust und den Geiz, welcher ist Abgötterei; um welcher willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Un⸗ glaubens; in welchen auch ihr weiland gewandelt habt, da ihr drinnen lebetet. Nun aber leget alles ab von euch, den Zorn, Grimm, Bos⸗ heit, Lästerung, schandbare Worte aus eurem Munde. Lüget nicht unter einander; ziehet den alten Menschen mit seinen Werken aus; und ziehet den neuen an, der da verneuert wird zu der Erkenntnis, nach dem Ebenbilde des, der ihn geschaffen hat; da nicht ist Grieche, Jude, Beschneidung, Vorhaut,. Ungrieche, Seythe, Knecht, Freier, sondern alles und in allen Christus. Evangelische Lektion. Joh. 7, 28—39.(Ströme lebendigen Wassers.) Da rief Jesus im Tempel, lehrete und sprach: Ja, ihr kennet mich und wisset, von wannen ich bin; und von mir selbst bin ich nicht kommen, sondern es ist ein Wahrhaftiger, der mich gesandt hat, welchen ihr nicht kennet. Ich kenne ihn aber, denn ich bin von ihm, und er hat mich gesandt. Da suchten sie ihn zu greifen. Aber niemand legte die Hand an ihn; denn seine Stunde war noch nicht kommen. Aber viele vom Volk glaubten an ihn und sprachen: Wenn Christus kommen wird, wird er auch mehr Zeichen tun, denn dieser tut? Und es kam vor die Pharisäer, daß das Voll solches von ihm murmelte. Da sandten die Pharisäer und Hohenpriester Knechte aus, daß sie ihn griffen. Da sprach Jesus zu ihnen: Ich bin noch eine kleine Zeit bei euch, und dann gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat. Ihr werdet mich suchen und nicht finden; und da ich bin, könnet ihr nicht hinkommen. Da sprachen die ZJuden unter einander: Wo will dieser hingehen, daß wir ihn nicht finden sollen? Will er unter die Griechen gehen, die hin und her zerstreuet liegen, und die Griechen lehren? Was ist das für eine Rede, daß er saget: Ihr werdet mich suchen und nicht finden; und wo ich bin, da könnet ihr nicht hinkommen? Aber am letzten Tage des Festes, der am herrlichsten war, trat Jesus auf, rief und sprach: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke. Wer an mich glaubet, wie die Schrift sagt, von des Leibe werden Ströme des lebendigen Wassers fließen. Das sagte er aber von dem Geist, welchen empfahen sollten, die 59 Am sechsten Sonntag nach Ostern, genannt Exaudi. 125 an ihn glaubten; denn der heilige Geist war noch nicht da; denn Jesus war noch nicht verkläret. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 42.(Meine Seele dürstet nach Gott.) Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele, Gott, zu dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, daß ich Gottes Angesicht schaue? Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott? Wenn ich denn des inne werde, so schütte ich mein Herz heraus bei mir selbst; denn ich wollte gerne hingehen mit dem Haufen und mit ihnen wallen zum Hause Gottes, mit Frohlocken und Danken, unter dem Haufen, die da feiern. Was betrübest du dich, meine Seele, und bist so un⸗ ruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, daß er mir hilft mit seinem Angesicht. Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir; darum gedenke ich an dich, im Lande am Jordan und Hermonim, auf dem kleinen Berg. Deine Fluten rauschen daher, daß hie eine Tiefe und da eine Tiefe brausen; alle deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich. Der Herr hat des Tages verheißen seine Güte, und des Nachts singe ich ihm und bete zu Gott meines Lebens. Ich sage zu Gott, meinem Fels: Warum hast du mein vergessen? Warum muß ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich dränget? Es ist als ein Mord in meinen Beinen, daß mich meine Feinde schmähen, wenn sie täglich zu mir sagen: Wo ist nun dein Gott? Was betrübest du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich —70 9 noch danken, daß er meines Angesichts Hülfe und mein ott ist. Lektion aus dem Neuen Testamente. Jakobi 1, 2—11.(Himmlischer Sinn.) Meine lieben Brüder, achtet es eitel Freude, wenn ihr in man⸗ cherlei Anfechtung fallet, und wisset, daß euer Glaube, so er recht⸗ schaffen ist, Geduld wirket. Die Geduld aber soll fest bleiben bis ans Ende, auf daß ihr seid vollkommen und ganz und keinen Mangel habet. So aber jemand unter euch Weisheit mangelt, der bitte von Gott, der da gibt einfältiglich jedermann und rücket es niemand auf; so wird sie ihm gegeben werden. Er bitte aber im Glauben und zweifle nicht; denn wer da zweifelt, der ist gleich wie die Meeres⸗ woge, die vom Winde getrieben und gewebet wird. Solcher Mensch denke nicht, daß er etwas von dem Herrn empfahen werde. Ein Zweifler ist unbeständig in allen seinen Wegen. Ein Bruder aber, der niedrig ist, rühme sich seiner Höhe; und der da reich ist, rühme 126 1. Pfingsttag. sich seiner Niedrigkeit; denn wie eine Blume des Grases wird er vergehen. Die Sonne gehet auf mit der Hitze, und das Gras ver⸗ welket, und die Blume fällt ab, und seine schöne Gestalt verdirbet; also wird der Reiche in seiner Habe verwelhen. 1. Pfingsttag. Vormittags. Epistel. Apgsch. 2, 1—18.(Sie wurden alle voll des heiligen Geistes.) Und als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle einmütig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. Und man sahe an ihnen die Zungen zerteilet, als wären sie feurig. Und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen; und wurden alle voll des heiligen Geistes und fingen an zu predigen mit andern Zungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottes⸗ fürchtige Männer, aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen, und wurden verstürzt; denn es hörete ein jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entsatzten sich aber alle, verwunderten sich und sprachen unter einander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn ein jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther und Meder und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamien und in Judäa und Kappa⸗ docien, Pontus und Asien, Phrygien und Pamphylien, Agypten und an den Enden der Libyen bei Kyrene und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Kreter und Araber; wir hören sie mit unsern Zungen die großen Taten Gottes reden. Sie ent⸗ satzten sich aber alle und wurden irre, und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hattens ihren Spott und sprachen: Sie sind voll süßes Weins. Da trat Petrus auf mit den Eilfen, hub auf seine Stimme und redete zu ihnen: Ihr Juden, lieben Männer, und alle, die ihr zu Jerusalem wohnet, das sei euch kund getan, und lasset meine Worte zu euren Ohren eingehen. Denn diese sind nicht trunken, wie ihr wähnet, sintemal es ist die driite Stunde am Tage. Sondern das ists, das durch den Propheten Joel zuvor gesagt ist: Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, ich will ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weis⸗ sagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Altesten sollen Träume haben; und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in denselbigen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen. 1. Pfingsttag. 12⁷7 Evangelium. Joh. 14, 15—31.(Sch will euch nicht Waisen lassen.) Liebet ihr mich, so haltet meine Gebote. Und ich will den Vater bitten, und er soll euch einen andern Tröster geben, daß er bei euch bleibe ewiglich, den Geist der Wahrheit, welchen die Welt nicht kann empfahen; denn sie siehet ihn nicht und kennet ihn nicht. Ihr aber kennet ihn; denn er bleibet bei euch und wird in euch sein. Ich will euch nicht Waisen lassen; ich komme zu euch. Es ist noch um ein Kleines, so wird mich die Welt nicht mehr sehen; ihr aber sollt mich sehen, denn ich lebe, und ihr sollt auch leben. An demselbigen Tage werdet ihr erkennen, daß ich in meinem Vater le bin, und ihr in mir, und ich in euch. Wer meine Gebote hat und n hält sie, der ists, der mich liebet. Wer mich aber liebet, der wird 5„ von meinem Vater geliebet werden, und ich werde ihn lieben und 5 mich ihm offenbaren. Spricht zu ihm Judas, nicht der Ischariot: 5 Herr, was ists, daß du uns willst dich offenbaren und nicht der n Welt? Zesus antwortete und sprach zu ihm: Wer mich liebet, der n. wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir 5 werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. Wer t. aber mich nicht liebet, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, d das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt er hat. Solches hab ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen ch bin. Aber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden a wird in meinem Namen, derselbige wirds euch alles lehren und e, euch erinnern alles des, das ich euch gesagt habe. Den Frieden r,. lasse ich euch; meinen Frieden gebe ich euch. NRicht gebe ich euch, a⸗ wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. n Ihr habt gehöret, daß ich euch gesagt habe, ich gehe hin und omme n wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, n daß ich gesagt habe, ich gehe zum Vater; denn der Vater ist größer, t⸗ denn ich. Und nun hab ichs euch gesagt, ehe denn es geschiehet, m auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde n hinfort mehr nicht viel mit euch reden; denn es kommt der Fürst 18 dieser Welt und hat nichts an mir. Aber daß die Welt erkenne, : daß ich den Vater liebe, und ich also tue, wie mir der Vater geboten 1, hat: stehet auf und lasset uns von hinnen gehen. 0 Epistolische Lektion. ch Ephes. 1, 3—23.(Das Haupt der Gemeine über alles.) n Gelobet sei Gott und der Bater unsers Herrn Jesu Christi, der ist uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern 3. durch Christum. Wie er uns denn erwählet hat durch denselbigen, n ehe der Welt Grund gelegt war, daß wir sollten sein heilig und de unsträflich vor ihm in der Liebe; und hat uns verordnet zur Kind⸗ d schaft gegen ihn selbst durch Zesum Christ, nach dem Wohlgefallen seines Willens, zu Lob seiner herrlichen Gnade, durch welche er uns 128 1. Pfingsttag. hat angenehm gemacht in dem Geliebten: an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade, welche uns reichlich widerfahren ist, durch allerlei Weisheit und Klugheit; und hat uns wissen lassen das Geheimnis seines Willens nach seinem Wohlgefallen und hat dasselbige hervorgebracht durch ihn, daß es geprediget würde, da die Zeit erfüllet war, auf daß alle Dinge zusammen verfasset würden in Christo, beide das im Himmel und auch auf Erden ist, durch ihn selbst; durch welchen wir auch zum Erbteil kommen sind, die wir zuvor verordnet sind nach dem Vorsatz des, der alle Dinge wirket nach dem Rat seines Willens; auf daß wir etwas seien zu Lob seiner Herrlichkeit, die wir zuvor auf Christum hoffen; durch welchen auch ihr gehöret habt das Wort der Wahrheit, nämlich das Evan⸗ gelium von eurer Seligkeit; durch welchen ihr auch, da ihr glaubetet, versiegelt worden seid mit dem heiligen Geist der Verheißung, welcher ist das Pfand unsers Erbes zu unserer Erlösung, daß wir sein Eigen⸗ tum würden zu Lob seiner Herrlichkeit. Darum auch ich, nachdem ich gehöret habe von dem Glauben bei euch an den Herrn Jesum und von eurer Liebe zu allen Heiligen, höre ich nicht auf zu danken für euch und gedenke euer in meinem Gebet, daß der Gott unsers Herrn Jesu Christi, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und der Offenbarung, zu seiner selbst Erkenntnis, und erleuchtete Augen eures Verständnisses, daß ihr erkennen möget, welche da sei die Hoffnung eures Berufs, und welcher sei der Reich⸗ tum seines herrlichen Erbes an seinen Heiligen, und welche da sei die überschwengliche Größe seiner Kraft an uns, die wir glauben, nach der Wirkung seiner mächtigen Stärke, welche er gewirket hat in Christo, da er ihn von den Toten auferwecket hat und gesetzt zu seiner Rechten im Himmel, über alle Fürstentümer, Gewalt, Macht, Herrschaft und alles, was genannt mag werden, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen; und hat alle Dinge unter seine Füße getan und hat ihn gesetzt zum Haupt der Gemeine über alles, welche da ist sein Leib, nämlich die Fülle des, der alles in allen erfüllet. Oder: Hes. 36. 22—28.(Sch will euch einen neuen Geist geben.) Darum sollst du zu dem Hause Israel sagen: So spricht der Herr Herr: Ich tue es nicht um euretwillen, ihr vom Hause Israel; sondern um meines heiligen Namens willen, welchen ihr entheiliget habt unter den Heiden, zu welchen ihr kommen seid. Denn ich will meinen großen Namen, der durch euch vor den Heiden ent⸗ heiliget ist, den ihr unter denselbigen entheiliget habt, heilig machen. Und die Heiden sollen erfahren, daß ich der Herr sei, spricht der Herr Herr, wenn ich mich vor ihnen an euch erzeige, daß ich heilig sei. Senn ich will euch aus den Heiden holen und euch aus allen Landen versammeln und wieder in euer Land führen. Und will 3. Sonntag nach Trinitatis. 14⁵ das mir gehört. Und er teilete ihnen das Gut. Und nicht lang darnach sammelte der jüngste Sohn alles zusammen und zog ferne über Land; und daselbst brachte er sein Gut um mit Prassen. Da er nun alle das Seine verzehret hatte, ward eine große Teurung durch dasselbige ganze Land, und er fing an zu darben. Und ging hin und hängete sich an einen Bürger desselbigen Landes, der schickte ihn auf seinen Acker, der Säue zu hüten. And er begehrete seinen Bauch zu füllen mit Träbern, die die Säue aßen; und niemand gab sie ihm. Da schlug er in sich und sprach: Wie viel Tagelöhner hat mein Vater, die Brot die Fülle haben, und ich verderbe im Hunger. Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündiget in den Himmel und vor dir, ich bin fort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße; mache mich als einen deiner Tagelöhner. Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Da er aber noch ferne von dannen war, sahe ihn sein Bater und jammerte ihn, lief und fiel ihm um seinen Hals und küssete ihn. Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündiget in den Himmel und vor dir; ich bin fort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße. Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringet das beste Kleid hervor und tut ihn an und gebet ihm einen Fingerreif an seine Hand und Schuhe an seine Füße und bringet ein gemästet Kalb her und schlachtet es; lasset uns essen und fröhlich sein. Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig worden; er war verloren und ist funden worden. Und fingen an fröhlich zu sein. Aber der älteste Sohn war auf dem Felde; und als er nahe zum Hause kam, hörete er das Gesänge und den Reigen und rief zu sich der Knechte einen und fragte, was das wäre. Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist kommen und dein Vater hat ein gemästet Kalb geschlachtet, daß er ihn gesund wieder hat. Da ward er zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein VBater heraus und bat ihn. Er antwortete aber und sprach zum Bater: Siehe, so viel Jahr diene ich dir und habe dein Gebot noch nie übertreten; und du hast mir nie einen Bock gegeben, daß ich mit meinen Freunden fröhlich wäre. Nun aber dieser dein Sohn kommen ist, der sein Gut mit Huren verschlungen hat, hast du ihm ein gemästet Kalb geschlachtet. Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, das ist dein. Du solltest aber fröhlich und gutes Muts sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig worden; er war verloren und ist wiederfunden. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Josua 24, 14—27.(Erwählet euch, welchem ihr dienen wollet.) So fürchtet nun den Herrn und dienet ihm treulich und recht— schaffen und lasset fahren die Götter, denen eure Väter gedienet haben jenseit des Wassers und in Agypten, und dienet dem Herrn. 1⁴46 3. Sonntag nach Trinitatis. Gefällt es euch aber nicht, daß ihr dem Herrn dienet, so erwählet euch heute, welchem ihr dienen wollet, dem Gott, dem eure Bäter gedienet haben jenseit des Wassers, oder den Göttern der Amoriter, in welcher Land ihr wohnet. Ich aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen. Da antwortete das Volk und sprach: Das sei ferne von uns, daß wir den Herrn verlassen und andern Göttern dienen! Denn der Herr, unser Gott, hat uns und unsere Bäter aus Agyptenland geführet, aus dem Diensthause, und hat vor unsern Augen solche große Zeichen getan und uns behütet auf dem ganzen Wege, den wir gezogen sind, und unter allen Völkhern, durch welche wir gegangen sind. Und hat ausgestoßen vor uns her alle Völker der Amoriter, die im Lande wohneten. Darum wollen wir auch dem Herrn dienen; denn er ist unser Gott. Josua sprach zum Volk: Ihr könnet dem Herrn nicht dienen; denn er ist ein heiliger Gott, ein eifriger Gott, der eurer Ubertretung und Sünde nicht schonen wird. Wenn ihr aber den Herrn verlasset und einem fremden Gott dienet, so wird er sich wenden und euch plagen und euch umbringen, nachdem er euch Gutes getan hat. Das Volk aber sprach zu Josua: Nicht also, sondern wir wollen dem Herrn dienen. Da sprach Josua zum Volk: Ihr seit Zeugen über euch, daß ihr den Herrn euch er⸗ wählet habt, daß ihr ihm dienet. Und sie sprachen: Ja. So tut nun von euch die fremden Götter, die unter euch sind, und neiget euer Herz zu dem Herrn, dem Gott Israel. Und das Volk sprach zu Josua: Wir wollen dem Herrn, unserm Gott, dienen und seiner Stimme gehorchen. Also machte Josua desselben Tages einen Bund mit dem Volk und legte ihnen Gesetze und Rechte vor zu Sichem. Und Josua schrieb dies alles ins Gesetzbuch Gottes und nahm einen großen Stein und richtete ihn auf daselbst unter einer Eiche, die bei dem Heiligtum des Herrn war. Und sprach zum ganzen Volk: Siehe, dieser Stein soll Zeuge sein zwischen uns, denn er hat ge⸗ höret alle Rede des Herrn, die er mit uns geredet hat: und soll ein Zeuge über euch sein, daß ihr euren Gott nicht verleugnet. Lektion aus dem Neuen Testamente. Jakobi 2, 14—23.(Der Glaube, der tot ist an ihm selber.) Was hilfts, lieben Brüder, so jemand sagt, er habe den Glauben, und hat doch die Werke nicht? Kann auch der Glaube ihn selig machen? So aber ein Bruder oder Schwester bloß wäre und Mangel hätte der täglichen Nahrung, und jemand unter euch spräche zu ihnen: Gott berate euch, wärmet euch und sättiget euch, gäbet ihnen aber nicht, was des Leibes Notdurft ist: was hülfe sie das? Also auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, ist er tot an ihm selber. Aber es möchte jemand sagen: Du hast den Glauben, und ich habe die Werke; zeige mir deinen Glauben mit deinen Werken, so will ich auch meinen Glauben dir zeigen mit meinen Werken. Du glaubest, daß ein einiger Gott ist: du tust wohl daran; die 4. Sonntag nach Trinitatis. 14⁷ Teufel glaubens auch und zittern. Willst du aber wissen, du eitler Mensch, daß der Glaube ohne Werke tot seiꝰ Ist nicht Abraham, unser Vater, durch die Werke gerecht worden, da er seinen Sohn Isaak auf dem Altar opferte? Da siehest du, daß der Glaube mit gewirket hat an seinen Werken, und durch die Werke ist der Glaube vollkommen worden. Und ist die Schrift erfüllet, die da spricht: Abraham hat Gott geglaubet, und ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet, und ist ein Freund Gottes geheißen. 4. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Röm. 8. 18—27.(Die neue Kreatur.) Denn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht wert sei, die an uns soll offenbaret werden. Denn das ängst⸗ liche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit ohn ihren Willen, sondern um des willen, der sie unterworfen hat auf Hoffnung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des vergänglichen Wesens zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnet sich mit uns und ängstet sich noch immerdar. Richt alleine aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft und warten auf unsers Leibes Erlösung. Denn wir sind wohl selig, doch in der Hoffnung. Die Hoffnung aber, die man siehet, ist nicht Hoffnung: denn wie kann man des hoffen, das man siehet? So wir aber des hoffen, das wir nicht sehen, so warten wir sein durch Geduld. Desselbigen gleichen auch der Geist hilft unserer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sichs gebühret, sondern der Geist selbst vertritt uns aufs beste mit unsaussprechlichem Seufzen. Der aber die Herzen forschet, der weiß, was des Geistes Sinn sei; denn er vertritt die Heiligen nach dem, das Gott gefällt. Evangelium. Luc. 6, 31—42.(Die Kinder des Allerhöchsten.) Und wie ihr wollet, daß euch die Leute tun sollen, also tut ihnen gleich auch ihr. Und so ihr liebet, die euch lieben, was Danks habt ihr davon? denn die Sünder lieben auch ihre Liebhaber. Und wenn ihr euren Wohltätern wohltut, was Danks habt ihr davonꝰ denn die Sünder tun dasselbige auch. Und wenn ihr leihet, von denen ihr hoffet zu nehmen, was Danks habt ihr davon? denn die Sünder leihen den Sündern auch, auf daß sie Gleiches wieder nehmen. Doch aber liebet eure Feinde; tut wohl und leihet, daß ihr nichts dafür hoffet: so wird euer Lohn groß sein, und werdet 10² 148 4. Sonntag nach Trinitatis. Kinder des Allerhöchsten sein. Denn er ist gütig über die Undank⸗ baren und Boshaftigen. Darum seid barmherzig, wie auch euer Bater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebt, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überflüssig Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister: wenn der Jünger ist wie sein Meister. so ist er volllommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge. und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt stille, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen: und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler. zeuch zuvor den Balken aus deinem Auge und besiehe dann. daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Epistolische Lektion. Apgsch. 4, 8—31.(lle redeten das Wort Gottes mit Freudigheit.) Petrus, voll des heiligen Geistes, sprach zu ihnen: Ihr Obersten des Bolks und ihr Altesten von Israel, so wir heute werden ge⸗ richtet über dieser Wohltat an dem kranken Menschen, durch welche er ist gesund worden: so sei euch und allem Volk von Israel kund getan, daß in dem Namen Jesu Christi von Nazareth, welchen ihr gekreuziget habt, den Gott von den Toten auferwecket hat. stehet dieser allhie vor euch gesund. Das ist der Stein, von euch Bauleuten verworfen, der zum Eckstein worden ist. Und ist in keinem andern Heil, ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, darinnen wir sollen selig werden. Sie sahen aber an die Freudigkeit Petri und Johannis und verwunderten sich: denn sie waren gewiß, daß es ungelehrte Leute und Laien waren, und kannten sie auch wohl, daß sie mit Jesu gewesen waren. Sie sahen aber den Menschen, der gesund war worden, bei ihnen stehen und hatten nichts dawider zu reden. Da hießen sie sie hinaus gehen aus dem Rat und handelten mit einander und sprachen: Was wollen wir diesen Menschen tun? denn das Zeichen, durch sie geschehen, ist kund, offenbar allen, die zu Jerusalem wohnen. und wir könnens nicht leugnen. Aber auf daß es nicht weiter einreiße unter das Voll, lasset uns ernstlich sie bedräuen, daß sie hinfort keinem Menschen von diesem Namen sagen. Und riefen ihnen und geboten ihnen, daß sie sich allerdinge nicht hören ließen, noch lehreten in dem Namen Jesu. Petrus aber und Johannes antworteten und sprachen zu ihnen: Richtet ihr selbst, ob vor Gott recht sei, daß wir euch mehr gehorchen, denn Goli. Wir könnens ja nicht lassen, daß wir nicht reden sollten, was wir 4. Sonntag nach Trinitatis. 149 gesehen und gehöret haben. Aber sie dräueten ihnen und ließen sie gehen und fanden nicht, wie sie sie peinigten, um des Vollks willen; denn sie lobeten alle Gott über dem, das geschehen war. Denn der Mensch war über vierzig Jahr alt, an welchem dies Zeichen der Gesundheit geschehen war. Und als man sie hatte gehen lassen, kamen sie zu den Ihren und verkündigten ihnen, was die Hohen⸗ priester und Altesten zu ihnen gesagt hatten. Da sie das höreten, huben sie ihre Stimme auf einmiitiglich zu Gott und sprachen: Herr, der du bist der Gott, der Himmel und Erde und das Meer und alles, was drinnen ist, gemacht hat; der du durch den Mund Davids, deines Knechts, gesagt hast: Warum empören sich die Heiden, und die Bölker nehmen vor, das umsonst ist? Die Könige der Erde treten zusammen, und die Fürsten versammeln sich zu Haufe wider den Herrn und wider seinen Christ. Wahrlich ja, sie haben sich versammelt über dein heiliges Kind Jesum, welchen du gesalbet hast, Herodes und Pontius Pilatus, mit den Heiden und dem Volh Israel; zu tun, was deine Hand und dein Rat zuvor bedacht hat, das geschehen sollte. Und nun, Herr, siehe an ihr Dräuen und gib deinen Knechten, mit allerlei Freudigkeit zu reden dein Wort, und streche deine Hand aus, daß Gesundheit und Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Kindes Jesu. Und da sie gebetet hatten, bewegete sich die Stätte, da sie versammelt waren; und wurden alle des heiligen Geistes voll und redeten das Wort Gottes mit Freudigkeit. Evangelische Lektion. Matth. 5, 11—16.(Ihr seid das Licht der Welt.) Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übels wider euch, so sie daran lügen. Seid fröhlich und getrost, es wird euch im Himmel wohl belohnet werden. Denn also haben sie verfolget die Propheten, die vor euch gewesen sind. Ihr seid das Salz der Erde. Wo nun das Salz dumm wird, womit soll man salzen? Es ist zu nichts hinfort nütze, denn daß man es hinausschütte und lasse es die Leute zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Es mag die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es denn allen, die im Hause sind. Also lasset euer Licht leuchten vor den Leuten, daß sie eure guten Werke sehen und euern Vater im Himmel preisen. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 1. Samuelis 3. 1—19.(Es ist der Herr, er tue, was ihm wohl gefällt.) Und da Samuel, der Knabe, dem Herrn dienete unter Eli, war des Herrn Wort teuer zu derselbigen Zeit, und war wenig Weis⸗ 150 4. Sonntag nach Trinitatis. sagung. Und es begab sich, zu derselben Zeit lag Eli an seinem Ort, und seine Augen fingen an dunkel zu werden, daß er nicht sehen konnte. Und Samuel hatte sich geleget im Tempel des Herrn, da die Lade Gottes war, ehe denn die Lampe Gottes verlosch. Und der Herr rief Samuel. Er aber antwortete: Siehe, hie bin ich. Und lief zu Eli und sprach: Siehe, hie bin ich, du hast mir gerufen. Er aber sprach: Ich habe dir nicht gerufen; gehe wieder hin und lege dich schlafen. Und er ging hin und legte sich schlafen. Der Herr rief abermal: Samuel! Und Samuel stund auf und ging zu Eli und sprach: Siehe, hie bin ich, du hast mir gerufen. Er aber sprach: Ich habe dir nicht gerufen, mein Sohn; gehe wieder hin und lege dich schlafen. Aber Samuel kannte den Herrn noch nicht, und des Herrn Wort war ihm noch nicht offenbaret. Und der Herr rief Samuel aber zum dritten Mal. Und er stund auf und ging zu Eli und sprach: Siehe, hie bin ich, du hast mir gerufen. Da merkte Eli, daß der Herr dem Knaben rief, und sprach zu ihm: Gehe wieder hin und lege dich schlafen; und so dir gerufen wird, so sprich: Rede, Herr, denn dein Knecht höret. Samuel ging hin und legte sich an seinen Ort. Da kam der Herr und trat dahin und rief wie vormals: Samuel, Samuel! Und Samuel sprach: Rede, denn dein Knecht höret. Und der Herr sprach zu Samuel: Siehe, ich tue ein Ding in Israel, daß, wer das hören wird, dem werden seine beiden Ohren gellen. An dem Tage will ich erwecken über Eli, was ich wider sein Haus geredet habe; ich wills anfahen und vollenden. Denn ich habs ihm angesagt, daß ich Richter sein will über sein Haus ewiglich, um der Missetat willen, daß er wußte, wie seine Kinder sich schändlich hielten, und hätte nicht einmal sauer dazu gesehen. Darum hab ich dem Hause Eli geschworen, daß diese Missetat des Hauses Eli soll nicht versöhnet werden, weder mit Opfer, noch mit Speisopfer ewiglich. Und Samuel lag bis an den Morgen und tat die Tür auf am Hause des Herrn. Samuel aber fürchtete sich, das Gesicht Eli anzusagen. Da rief ihm Eli und sprach: Samuel, mein Sohn! Er antwortete: Siehe, hie bin ich. Er sprach: Was ist das Wort, das dir gesagt ist? Verschweige mir nichts. Gott tue dir dies und das, wo du mir etwas verschweigest, das dir gesagt ist. Da sagte es ihm Samuel alles an und verschwieg ihm nichts. Er aber sprach: Es ist der Herr: er tue, was ihm wohl⸗ gefällt. Samuel aber nahm zu, und der Herr war mit ihm, und fiel keines unter allen seinen Worten auf die Erde. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Petri 1, 2—15.(Tut Fleiß, euren Beruf und Erwählung fest zu machen.) Gott gebe euch viel Gnade und Friede durch die Erkenntnis Gottes und Zesu Christi, unsers Herrn. Nachdem allerlei seiner göttlichen Kraft(was zum Leben und göttlichen Wandel dienet) nis ner iet) 5. Sonntag nach Trinitatis. 15¹ uns geschenket ist durch die Erkenntnis des, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Tugend; durch welche uns die teuren und allergrößesten Verheißungen geschenket sind, nämlich, daß ihr durch dasselbige teilhaftig werdet der göttlichen RNatur, so ihr fliehet die vergängliche Lust der Welt: so wendet allen euren Fleiß daran und reichet dar in eurem Glauben Tugend und in der Tugend Bescheidenheit und in der Bescheidenheit Mäßigkeit und in der Mäßigkeit Geduld und in der Geduld Gottseligkeit und in der Gottseligkeit brüderliche Liebe und in der brüderlichen Liebe gemeine Liebe. Denn wo solches reichlich bei euch ist, wirds euch nicht faul noch unfruchtbar sein lassen in der Erkenntnis unsers Herrn Jesu Christi. Welcher aber solches nicht hat, der ist blind und tappet mit der Hand und vergißt der Reinigung seiner vorigen Sünden. Darum, lieben Brüder, tut desto mehr Fleiß, euren Beruf und Er⸗ wählung fest zu machen. Denn wo ihr solches tut, werdet ihr nicht straucheln. Und also wird euch reichlich dargereicht werden der Eingang zu dem ewigen Reich unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi. Darum will ichs nicht lassen, euch allezeit solches zu er⸗ innern; wiewohl ihrs wisset und gestärkt seid in der gegenwärtigen Wahrheit. Denn ich achte es billig sein, so lange ich in dieser Hütte bin, euch zu erwechen und zu erinnern. Denn ich weiß, daß ich meine Hütte bald ablegen muß, wie mir denn auch unser Herr Jesus Christus eröffnet hat. Ich will aber Fleiß tun, daß ihr allenthalben habet nach meinem Abschied, solches im Gedächtnis zu halten. 5. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. 1. Petri 3, 8—15.(Oeiligt Gott den Herrn in euren Herzen.) Endlich aber seid allesamt gleich gesinnet, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort; sondern dagegen segnet und wisset, daß ihr dazu berufen seid, daß ihr den Segen beerbet. Denn wer leben will und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß sie nichts Döses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen und tue Gutes; er suche Friede und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn siehet auf die, so Böses tun. Und wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch leidet um Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Trotzen nicht und erschrecket nicht. Heiliget aber Gott den Herrn in euren Herzen 152 5. Sonntag nach Trinitatis. Evangelium. Luc. 5. 1—11.(Petri Fischzug.) Es begab sich aber, da sich das Bolk zu ihm drang, zu hören das Wort Gottes, und er stund am See Genezareth und sahe zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausgetreten und wuschen ihre Netze: trat er in der Schiffe eines, welches Simonis war, und bat ihn, daß ers ein wenig vom Lande führete. Und er setzte sich und lehrete das Voll aus dem Schiff. Und als er hatte aufgehört zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe, und werfet eure Netze aus, daß ihr einen Zug tut. Und Simon ant⸗ wortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich das Retz auswerfen. Und da sie das taten, beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Netz zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im andern Schiff waren, daß sie kämen und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen und fülleten beide Schiffe voll, also, daß sie sanken. Da das Simon Petrus sahe, fiel er Jesu zu den Knieen und sprach: Herr, gehe von mir hinaus; ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken ankommen und alle, die mit ihm waren, über diesem Fischzug, den sie mit einander getan hatten: desselbigen gleichen auch Zakobum und Johannem, die Söhne Zebedäi, Simonis Gesellen. Und ZJesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht; denn von nun an wirst du Menschen fahen. Und sie führeten die Schiffe zu Lande und verließen alles und folgeten ihm nach. Epistolische Lektion. Apgsch. 5. 17—42.(Sie waren fröhlich, daß sie würdig gewesen der Schmach um Christi willen.) Es stund aber auf der Hohepriester und alle, die mit ihm waren, welches ist die Sekte der Sadduzäer, und wurden voll Eifers und legten die Hände an die Apostel und warsen sie in das gemeine Gefängnis. Aber der Engel des Herrn tat in der Nacht die Tür des Gefängnisses auf und führete sie heraus und sprach: Gehet hin und tretet auf und redet im Tempel zum Volk alle Worte dieses Lebens. Da sie das gehört hatten, gingen sie frühe in den Tempel und lehreten. Der Hohepriester aber kam, und die mit ihm waren, und riefen zusammen den Rat und alle Altesten der Kinder von Israel und sandten hin zum Gefängnis, sie zu holen. Die Diener aber kamen dar und fanden sie nicht im Gefängnis, kamen wieder und verkündigten und sprachen: Das Gefängnis fanden wir ver⸗ schlossen mit allem Fleiß und die Hüter außen stehen vor den Türen; aber da wir auftaten, fanden wir niemand drinnen. Da diese Rede höreten der Hohepriester und der Hauptmann des Tempels und andere Hohepriester, wurden sie über ihnen betreten, was doch das werden wollte. Da ham einer dar, der verkündigte ihnen: 5. Sonntag nach Trinitatis. 15³ Siehe, die Männer, die ihr ins Gefängnis geworfen habt, sind im Tempel, stehen und lehren das Volk. Da ging hin der Hauptmann mit den Dienern und holeten sie, nicht mit Gewalt; denn sie fürchteten sich vor dem Volk, daß sie nicht gesteiniget würden. Und als sie sie brachten, stelleten sie sie vor den Rat. Und der Hohepriester fragte sie und sprach: Haben wir euch nicht mit Ernst geboten, daß ihr nicht solltet lehren in diesem Namen? Und sehet, ihr habt Jerusalem erfüllet mit eurer Lehre und wollet dieses Menschen Blut über uns führen. Petrus aber antwortete und die Apostel und sprachen: Man muß Gott mehr gehorchen, denn den Menschen. Der Gott unserer Väter hat Jesum auferwechet, welchen ihr er⸗ würget habt und an das Holz gehänget. Den hat Gott durch seine rechte Hand erhöhet zu einem Fürsten und Heiland, zu geben Israel Buße und Vergebung der Sünden. Und wir sind seine Zeugen über diese Worte und der heilige Geist, welchen Gott gegeben hat denen, die ihm gehorchen. Da sie das höreten, gings ihnen durchs Herz, und dachten sie zu töten. Da stund aber auf im Rat ein Pharisäer, mit Namen Gamaliel, ein Schriftgelehrter, wohl gehalten vor allem Volh, und hieß die Apostel ein wenig hinaus tun und sprach zu ihnen: Ihr Männer von Israel, nehmet euer selbst wahr an diesen Menschen, was ihr tun sollet. Vor diesen Tagen stund auf Theudas und gab vor, er wäre etwas, und hingen an ihm eine Zahl Männer, bei vierhundert; der ist erschlagen, und alle, die ihm zufielen, sind zerstreuet und zu nicht worden. Darnach stund auf Judas aus Galiläa in den Tagen der Schätzung und machte viel Volks abfällig ihm nach; und der ist auch umkommen, und alle, die ihm zufielen, sind zerstreuet. Und nun sage ich euch: Lasset ab von diesen Menschen und lasset sie fahren. Ist der Rat oder das Werk aus den Menschen, so wirds untergehen; ists aber aus Gott, so könnet ihrs nicht dämpfen; auf daß ihr nicht er⸗ funden werdet, als die wider Gott streiten wollen. Da fielen sie ihm zu und riefen den Aposteln, stäupten sie und geboten ihnen, sie sollten nicht reden in dem Namen ZJesu, und ließen sie gehen. Sie gingen aber fröhlich von des Rats Angesichte, daß sie würdig gewesen waren, um seines Namens willen Schmach zu leiden; und höreten nicht auf, alle Tage im Tempel und hin und her in Häusern zu lehren und zu predigen das Evangelium von Zesu Christo. Evangelische Lektion. Lue. 7, 36—50.(Viel Liebe, wo viel Vergebung.) Es bat ihn aber der Pharisäer einer, daß er mit ihm äße. Und er ging hinein in des Pharisäers Haus und setzte sich zu Tisch. Und siehe, ein Weib war in der Stadt, die war eine Sünderin. Da die vernahm, daß er zu Tische saß in des Pharisäers Hause, brachte sie ein Glas mit Salben und trat hinten zu seinen Füßen und weinete und fing an, seine Füße zu netzen mit Tränen und 15⁴ 5. Sonntag nach Trinitatis. mit den Haaren ihres Haupts zu trocknen, und küssete seine Füße und salbete sie mit Salben. Da aber das der Pharisäer sahe, der ihn geladen hatte, sprach er bei sich selbst und sagte: Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüßte er, wer und welch ein Weib das ist, die ihn anrühret; denn sie ist eine Sünderin. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er aber sprach: Meister, sage an. Es hatte ein Wucherer zween Schuldner. Einer war schuldig fünfhundert Groschen, der andere fünfzig. Da sie aber nicht hatten zu bezahlen, schenkte ers beiden. Sage an, welcher unter denen wird ihn am meisten lieben? Simon ant⸗ wortete und sprach: Ich achte, dem er am meisten geschenket hat. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht gerichtet. Und er wandte sich zu dem Weibe und sprach zu Simon: Siehest du dies Weib? Ich bin kommen in dein Haus, du hast mir nicht Wasser gegeben zu meinen Füßen; diese aber hat meine Füße mit Tränen genetzet und mit den Haaren ihres Hauptes getrocknet. Du hast mir keinen Kuß gegeben; diese aber, nachdem sie hereinkommen ist, hat sie nicht abgelassen, meine Füße zu küssen. Du hast mein Haupt nicht mit Ole gesalbet; sie aber hat meine Füße mit Salben gesalbet. Derhalben sage ich dir: Ihr sind viel Sünden vergeben, denn sie hat viel geliebet; welchem aber wenig vergeben wird, der liebet wenig. Und er sprach zu ihr: Dir sind deine Sünden vergeben. Da fingen an, die mit ihm zu Tische saßen, und sprachen bei sich selbst: Wer ist dieser, der auch die Sünden vergibt? Er aber sprach zu dem Weibe: Dein Glaube hat dir geholfen; gehe hin mit Frieden. Nachmittags. Lehtion aus dem Alten Testamente. 1. Samuelis 16, 1—13.(Der Herr siehet das Herz an.) Und der Herr sprach zu Samuel: Wie lange trägst du Leide um Saul, den ich verworfen habe, daß er nicht König sei über Israel? Fülle dein Horn mit Ol und gehe hin, ich will dich senden zu dem Bethlehemiter Isai; denn unter seinen Söhnen habe ich mir einen König ersehen. Samuel aber sprach: Wie soll ich hin⸗ gehen? Saul wirds erfahren und mich erwürgen. Der Herr sprach: Nimm ein Kalb von den Rindern zu dir und sprich: Ich bin kommen, dem Herrn zu opfern. Und sollst Isai zum Opfer laden; da will ich dir weisen, was du tun sollst, daß du mir salbest, welchen ich dir sagen werde. Samuel tat, wie ihm der Herr gesagt hatte, und kam gen Bethlehem. Da entsatzten sich die Altesten der Stadt und gingen ihm entgegen und sprachen: Ists Friede, daß du kommest? Er sprach: Ja, ich bin kommen, dem Herrn zu opfern; heiliget euch und kommet mit mir zum Opfer. Und er heiligte den Isai und seine Söhne und lud sie zum Opfer. Da sie nun hereinkamen, sahe er den Eliab an und gedachte, ob der vor dem Herrn sei sein Gesalbter. Aber der Herr sprach zu Samuel: Siehe nicht an seine 5. Sonntag nach Trinitatis. 1⁵5⁵ Gestalt noch seine große Person; ich habe ihn verworfen. Denn es gehet nicht, wie ein Mensch siehet. Ein Mensch siehet, was vor Augen ist, der Herr aber siehet das Herz an. Da rief Isai dem Abinadab und ließ ihn vor Samuel übergehen. Und er sprach: Diesen hat der Herr auch nicht erwählet. Da ließ Isai vorübergehen Samma. Er aber sprach: Diesen hat der Herr auch nicht erwählet. Da ließ Isai seine sieben Söhne vor Samuel übergehen. Aber Samuel sprach zu Isai: Der Herr hat derer keinen erwählet. Und Samuel sprach zu Isai: Sind das die Knaben alle? Er aber sprach: Es ist noch übrig der kleinste; und siehe, er hütet der Schafe. Da sprach Samuel zu Isai: Sende hin und laß ihn holen; denn wir werden uns nicht setzen, bis er hieher komme. Da sandte er hin und ließ ihn holen. Und er war bräunlicht, mit schönen Augen und guter Gestalt. Und der Herr sprach: Auf und salbe ihn; denn der ists. Da nahm Samuel sein Olhorn und salbete ihn mitten unter seinen Brüdern. Und der Geist des Herrn geriet über David von dem Tage an und fürder. Samuel aber machte sich auf und ging gen Rama. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 9, 32—43.(Petri Wunderwerh.) Es geschah aber, da Petrus durchzog allenthalben, daß er auch zu den Heiligen kam, die zu Lydda wohneten. Daselbst sand er einen Mann mit Namen ÄAneas, acht Jahre lang auf dem Bette gelegen, der war gichtbrüchig. Und Petrus sprach zu ihm: Anea, Jesus Christus macht dich gesund; stehe auf und bette dir selber. Und alsbald stund er auf. Und es sahen ihn alle, die zu Lydda und zu Sarona wohneten; die behehreten sich zu dem Herrn. Zu Joppe aber war eine Jüngerin, mit Namen Tabea(welches ver⸗ dolmetschet heißt eine Rehe), die war voll guter Werke und Almosen, die sie tat. Es begab sich aber zu derselbigen Zeit, daß sie krank ward und starb. Da wuschen sie dieselbige und legten sie auf den Söller. Nun aber Lydda nahe bei Joppen ist, da die Jünger höreten, daß Petrus daselbst war, sandten sie zween Männer zu ihm und ermahneten ihn, daß er sichs nicht ließe verdrießen, zu ihnen zu kommen. Petrus aber stund auf und kam mit ihnen. Und als er darkommen war, führeten sie ihn hinauf auf den Söller, und traten um ihn alle Witwen, weineten und zeigten ihm die Röcke und Kleider, welche die Rehe machte, weil sie bei ihnen war. Und da Petrus sie alle hinaus getrieben hatte, knieete er nieder, betete und wandte sich zu dem Leichnam und sprach: Tabea, stehe auf! Und sie tat ihre Augen auf; und da sie Petrum sahe, setzte sie sich wieder. Er aber gab ihr die Hand und richtete sie auf und rief den Heiligen und den Witwen und stellete sie lebendig dar. Und es ward kund durch ganz Joppen, und viele wurden gläubig an den Herrn. Und es geschah, daß er lange Zeit zu Joppe blieb bei einem Simon, der ein Gerber war. 6. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Röm. 6, 3—14.(Wir sind in Christi Tod getauft.) Wisset ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Christ getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir je mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist auf⸗ erwecht von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber samt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auf—⸗ erstehung gleich sein, dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch samt ihm gehreuziget ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerecht⸗ fertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wissen, daß Christus, von den Toten erwecket, hinfort nicht stirbt; der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn das er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben zu Einem Mal; das er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid, und lebet Gott in Christo Zesu, unserm Herrn. So lasset nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, ihm Gehorsam zu leisten in seinen Lüsten. Auch begebet nicht der Sünde eure Glieder zu Waffen der Ungerechtigkeit, sondern begebet euch selbst Gott, als die da aus den Toten lebendig sind, und eure Glieder Gott zu Waffen der Gerechtigkeit. Denn die Sünde wird nicht herrschen können über euch, sintemal ihr nicht unter dem Gesetze seid, sondern unter der Gnade. Evangelium. Matth. 5, 17—26.(Die Gerechtigkeit, die besser als die der Pharisäer.) Ihr sollt nicht wähnen, daß ich kommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht kommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn ich sage euch: Wahrlich, bis daß Himmel und Erde vergehe, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe, noch ein Tüttel vom Gesetz, bis daß es alles geschehe. Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöset und lehret die Leute also, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehret, der wird groß heißen im Himmelreich. Denn ich sage euch: Es sei denn eure Gerechtigkeit besser, denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehöret, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht töten; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha, der ist des Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum wenn 6. Sonntag nach Trinitatis. 157 du deine Gabe auf den Altar opferst und wirst allda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe; so laß allda vor dem Altar deine Gabe und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder; und alsdann komm und opfere deine Gabe. Sei will⸗ sährig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleinst über⸗ antworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir: Wahrlich, du wirst nicht von dannen heraus kommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest. Epistolische Lektion. Apgsch. 8. 26—38.(Der Kämmerer aus Mohrenland.) Aber der Engel des Herrn redete zu Philippo und sprach: Stehe auf und gehe gegen Mittag. auf die Straße, die von Jerusalem hin⸗ abgehet gen Gaza, die da wüste ist. Und er stund auf und ging hin. Und siehe, ein Mann aus Mohrenland, ein Kämmerer und Gewaltiger der Königin Candaces in Mohrenland, welcher war über alle ihre Schatzkammer, der war kommen gen Jerusalem, anzu⸗ beten, und zog wieder heim und saß auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaiam. Der Geist aber sprach zu Philippo: Gehe hinzu und mache dich bei diesen Wagen. Da lief Philippus hinzu und hörete, daß er den Propheten Jesaiam las, und sprach: Ver⸗ stehest du auch, was du liesest? Er aber sprach: Wie kann ich, so mich nicht jemand anleitet? Und ermahnete Philippum, daß er auf⸗ träte und setzte sich bei ihn. Der Inhalt aber der Schrift, die er las, war dieser: Er ist wie ein Schaf zur Schlachtung geführet, und still wie ein Lamm vor seinem Scherer, also hat er nicht auf⸗ getan seinen Mund: in seiner Niedrigkeit ist sein Gericht erhaben; wer wird aber seines Lebens Länge ausreden? denn sein Leben ist von der Erde weggenommen. Da antwortete der Kämmerer Philippo und sprach: Ich bitte dich, von wem redet der Prophet solches? Von ihm selber, oder von jemand anders? Philippus aber tat seinen Mund auf und fing von dieser Schrift an und predigte ihm das Evangelium von Jesu. Und als sie zogen der Straße nach, kamen sie an ein Wasser; und der Kämmerer sprach: Siehe, da ist Wasser, was hinderts, daß ich mich taufen lasse? Philippus aber sprach: Glaubest du von ganzem Herzen, so mags wohl sein. Er antwortete und sprach: Ich glaube, daß Jesus Christus Gottes Sohn ist. Und er hieß den Wagen halten, und stiegen hinab in das Wasser, beide Philippus und der Kämmerer; und er taufete ihn. Evangelische Lektion. Marci 4, 26—-32.(Der Same geht auf und wächst.) Und er sprach: Das Reich Gottes hat sich also, als wenn ein Mensch Samen aufs Land wirft und schläft und stehet auf Nacht 15⁸ 6. Sonntag nach Trinitatis. und Tag, und der Same gehet auf und wächset, daß ers nicht weiß. Denn die Erde bringt von ihr selbst zum ersten das Gras, darnach die Ahren, darnach den vollen Weizen in den Ahren. Wenn sie aber die Frucht gebracht hat, so schicket er bald die Sichel hin; denn die Ernte ist da. Und er sprach: Wem wollen wir das Reich Gottes vergleichen? und durch welch Gleichnis wollen wir es vorbilden? Gleichwie ein Senfkorn, wenn das gesäet wird aufs Land, so ists das kleinste unter allen Samen auf Erden. Und wenn es gesäet ist, so nimmt es zu und wird größer denn alle Kohlkräuter und gewinnet große Zweige, also daß die BVögel unter dem Himmel unter seinem Schatten wohnen können. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 1. Sam. 24, 1—20.(Liebe für Haß.) Und David zog hinauf von dannen und blieb in der Burg Engedi. Da nun Saul wieder kam von den Philistern, ward ihm gesagt: Siehe, David ist in der Wüste Engedi. Und Saul nahm drei tausend junger Mannschaft aus ganz Israel und zog hin, David samt seinen Männern zu suchen, auf den Felsen der Gemsen. Und da er kam zu den Schafhürden am Wege, war daselbst eine Höhle, und Saul ging hinein seine Füße zu dechen. David aber und seine Männer saßen hinten in der Höhle. Da sprachen die Männer Davids zu ihm: Siehe, das ist der Tag, davon der Herr dir gesagt hat: Siehe, ich will deinen Feind in deine Hände geben, daß du mit ihm tust, was dir gefällt. Und David stund auf und schnitt leise einen Zipfel vom Rock Sauls. Aber darnach schlug ihm sein Herz, daß er den Zipfel Saul hatte abgeschnitten, und sprach zu seinen Männern: Das lasse der Herr ferne von mir sein, daß ich das tun sollte und meine Hand legen an meinen Herrn, den Gesalbten des Herrn; denn er ist der Gesalbte des Herrn. Und David weisete seine Männer von sich mit Worten und ließ sie nicht wider Saul sich auflehnen. Da aber Saul sich aufmachte aus der Höhle und ging auf dem Wege, machte sich darnach David auch auf und ging aus der Höhle und rief Saul hinten nach und sprach: Mein Herr König. Saul sahe hinter sich. Und David neigte sein Antlitz zur Erde und betete an; und sprach zu Saul: Warum gehorchest du Menschen Wort, die da sagen: David suchet dein Unglüch? Siehe, heutiges Tages sehen deine Augen, daß dich der Herr heute hat in meine Hand gegeben in der Höhle, und es ward gesagt, daß ich dich sollte erwürgen. Aber es ward dein verschonet, denn ich sprach: Ich will meine Hand nicht an meinen Herrn legen, denn er ist der Gesalbte des Herrn. Mein Vater, siehe doch den Zipfel von deinem Rock in meiner Hand, daß ich dich nicht erwürgen wollte, da ich den Zipfel von deinem Rock schnitt. Erkenne und siehe, 6. Sonntag nach Trinitatis. daß nichts Böses in meiner Hand ist, noch keine Ubertretung. Ich habe auch an dir nicht gesündiget; und du jagest meine Seele, daß du sie wegnehmest. Der Herr wird Richter sein zwischen mir und dir und mich an dir rächen; aber meine Hand soll nicht über dir sein. Wie man sagt nach dem alten Sprichwort: Von Gottlosen kommt Untugend. Aber meine Hand soll nicht über dir sein. Wem zeuchst du nach, König von Israel? Wem jagest du nach? Einem toten Hunde, einem einigen Floh? Der Herr sei Richter und richte zwischen mir und dir und sehe drein und führe meine Sache aus und rette mich von deiner Hand. Als nun David solche Worte zu Saul hatte ausgeredet, sprach Saul: Ist das nicht deine Stimme, mein Sohn David? Und Saul hub auf seine Stimme und weinete und sprach zu David: Du bist gerechter, denn ich. Du hast mir Gutes beweiset, ich aber habe dir Böses beweiset. Und du hast mir heute angezeiget, wie du Gutes an mir getan hast, daß mich der Herr hatte in deine Hände beschlossen, und du mich doch nicht erwürget hast. Wie sollte jemand seinen Feind finden und ihn lassen einen guten Weg gehen? Der Herr vergelte dir Gutes für diesen Tag, das du an mir getan hast. Lektion aus dem Neuen Testamente. Gal. 3. 1—12.(Die mit des Gesetzes Werken umgehen.) O ihr unverständigen Galater, wer hat euch bezaubert, daß ihr der Wahrheit nicht gehorchet? welchen Christus Jesus vor die Augen gemalet war und jetzt unter euch gekreuziget ist. Das will ich allein von euch lernen: Habt ihr den Geist empfangen durch des Gesetzes Werke, oder durch die Predigt vom Glauben? Seid ihr so unver⸗ ständig? Im Geist habt ihr angefangen, wollt ihrs denn nun im Fleisch vollenden? Habt ihr denn so viel umsonst erlitten? Ists anders umsonst. Der euch nun den Geist reichet und tut solche Taten unter euch, tut ers durch des Gesetzes Werke, oder durch die Predigt vom Glauben? Gleichwie Abraham hat Gott geglaubet, und ist ihm gerechnet zur Gerechtigkeit. So erkennet ihr ja nun, daß, die des Glaubens sind, das sind Abrahams Kinder. Die Schrift aber hat es zuvor ersehen, daß Gott die Heiden durch den Glauben gerecht macht. Darum verkündigte sie dem Abraham: Zn dir sollen alle Heiden gesegnet werden. Also werden nun, die des Glaubens sind, gesegnet mit dem gläubigen Abraham. Denn die mit des Gesetzes Werken umgehen, die sind unter dem Fluch. Denn es stehet geschrieben: Verflucht sei jedermann, der nicht bleibet in alle dem, das geschrieben stehet in dem Buch des Gesetzes, daß ers tue. Daß aber durchs Gesetz niemand gerecht wird vor Gott, ist offenbar; denn der Gerechte wird seines Glaubens leben. Das Gesetz aber ist nicht des Glaubens; sondern der Mensch, der es tut, wird dadurch leben. 160⁰ 7. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Röm. 6, 15—23.(Die Gabe Gottes ist das ewige Leben.) Wie nun? sollen wir sündigen, dieweil wir nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade sind? Das sei ferne! Wisset ihr nicht, welchem ihr euch begebet zu Knechten in Gehorsam, des Knechte seid ihr, dem ihr gehorsam seid, es sei der Sünde zum Tode, oder dem Gehorsam zur Gerechtigkeit? Gott sei aber gedanket, daß ihr Knechte der Sünde gewesen seid, aber nun gehorsam worden von Herzen dem Vorbilde der Lehre, welchem ihr ergeben seid. Denn nun ihr frei worden seid von der Sünde, seid ihr Knechte worden der Gerechtigkeit. Ich muß menschlich davon reden um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt zu Dienste der Unreinigkeit und von einer Ungerechtigkeit zu der andern, also begebet nun auch eure Glieder zu Dienste der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselbigen ist der Tod. Nun ihr aber seid von der Sünde frei und Gottes Knechte worden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet, das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünde Sold: aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christo Jesu, unserm Herrn. Evangelium. Marei 8, 1—9.(Mich jammert des Volks, sie haben nichts zu essen.) Zu der Zeit, da viel Volhs da war und hatten nicht zu essen, rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks; denn sie haben nun drei Tage bei mir beharret und haben nichts zu essen; und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten. Denn etliche waren von ferne kommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brot hie in der Wüste, daß wir sie sättigen? Und er fragte sie: Wie viel habt ihr Brots? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volle, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brote und dankete und brach sie und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselbigen vorlegten; und sie legten dem Volh vor. Und hatten ein wenig Fischlein; und er dankete und hieß dieselbigen auch vortragen. Sie aßen aber und wurden satt und huben die übrigen Brochen auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei vier tausend, die da gegessen hatten; und er ließ sie von sich. Epistolische Lektion. Apgsch. 9, 1—19.(Um Christi willen habe ich alles für Schaden geachtet.) Saulus aber schnaubete noch mit Dräuen und Morden wider die Jünger des Herrn und ging zum Hohenpriester und bat ihn um 9 —— 9 — 8 1. Pfingsttag. rein Wasser über euch sprengen, daß ihr rein werdet von aller eurer Unreinigkeit; und von allen euren Götzen will ich euch reinigen. Und ich will euch ein neu Herz und einen neuen Geist in euch geben; und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischern Herz geben. Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und darnach tun. Und ihr sollet wohnen im Lande, das ich euren Bätern gegeben habe; und sollet mein Volk sein, und ich will euer Gott sein. Evangelische Lektion. Joh. 15, 1—7.(Sch bin ein rechter Weinstoch.) Ich bin ein rechter Weinstock, und mein Vater ein Weingärtner. Einen jeglichen Reben an mir, der nicht Frucht bringet, wird er wegnehmen; und einen jeglichen, der da Frucht bringet, wird er reinigen, daß er mehr Frucht bringe. Ihr seid jetzt rein um des Worts willen, das ich zu euch geredet habe. Bleibt in mir, und ich in euch. Gleichwie der Rebe kann keine Frucht bringen von ihm selber, er bleibe denn am Weinstoch; also auch ihr nicht, ihr bleibet denn an mir. Ich bin der Weinstock; ihr seid die Reben. Wer in mir bleibet, und ich in ihm, der bringet viel Frucht: denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Wer nicht in mir bleibet, der wird weggeworfen, wie ein Rebe, und verdorret, und man sam- melt sie und wirft sie ins Feuer, und muß brennen. So ihr in mir bleibet, und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jesaias 62.(Die Herrlichkeit des neuen Jerusalems.) Um Zion willen, so will ich nicht schweigen, und um Jerusalem willen, so will ich nicht innehalten, bis daß ihre Gerechtigkeit auf⸗ gehe wie ein Glanz, und ihr Heil entbrenne wie eine Fackel; daß die Heiden sehen deine Gerechtigkeit und alle Könige deine Herrlichkeit; und du sollst mit einem neuen Namen genannt werden, welchen des Herrn Mund nennen wird. Und du wirst sein eine schöne Krone in der Hand des Herrn und ein königlicher Hut in der Hand deines Gottes. Man soll dich nicht mehr die Verlassene, noch dein Land eine Wüstung heißen; sondern du sollst meine Lust an ihr und dein Land lieber Buhle heißen; denn der Herr hat Lust an dir, und dein Land hat einen lieben Buhlen. Denn, wie ein lieber Buhle einen Buhlen lieb hat, so werden dich deine Kinder lieb haben; und wie sich ein Bräutigam freuet über der Braut, so wird sich dein Gott über dir freuen. O Jerusalem, ich will Wächter auf deine Mauern bestellen, die den ganzen Tag und die ganze Nacht nimmer stille schweigen sollen, und die des Herrn gedenken sollen, auf daß bei euch 13⁰ 2. Pfingsttag. kein Schweigen sei; und ihr von ihm nicht schweiget, bis daß ZJerusalem gefertiget und gesetzt werde zum Lobe auf Erden. Der Herr hat geschworen bei seiner Rechten und bei dem Arm seiner Macht: Ich will dein Getreide nicht mehr deinen Feinden zu essen geben, noch deinen Most, daran du gearbeitet hast, die Fremden trinken lassen. Sondern die, so es einsammeln, sollens auch essen und den Herrn rühmen; und die ihn einbringen, sollen ihn trinken in den Vorhöfen meines Heiligtums. Gehet hin, gehet hin durch die Tore, bereitet dem Voll den Weg; machet Bahn, machet Bahn, räumet die Steine auf, werfet ein Panier auf über die Völker. Siehe, der Herr lässet sich hören, bis an der Welt Ende. Saget der Tochter Zion: Siehe, dein Heil kommt; siehe, sein Lohn ist bei ihm, und seine Bergeltung ist vor ihm. Man wird sie nennen das heilige Voll, die Erlöseten des Herrn; und dich wird man heißen die besuchte und unverlassene Stadt. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 8, 14—25.(Sie beteten über sie um den heiligen Geist.) Da aber die Apostel höreten zu Jerusalem, daß Samaria das Wort Gottes angenommen hatte, sandten sie zu ihnen Petrum und Johannem. Welche, da sie hinab kamen, beteten sie über sie, daß sie den heiligen Geist empfingen.(Denn er war noch auf keinen gefallen, sondern waren allein getauft in dem Namen Christi Jesu.) Da legten sie die Hände auf sie, und sie empfingen den heiligen Geist. Da aber Simon saͤhe, daß der heilige Geist gegeben ward, wenn die Apostel die Hände auflegten, bot er ihnen Geld an und sprach: Gebt mir auch die Macht, daß, so ich jemand die Hände auflege, derselbige den heiligen Geist empfahe. Petrus aber sprach zu ihm: Daß du verdammet werdest mit deinem Gelde, daß du meinest, Gottes Gabe werde durch Geld erlanget. Du wirst weder Teil noch Anfall haben an diesem Wort; denn dein Herz ist nicht rechtschaffen vor Gott. Darum tue Buße für diese deine Bosheit und bitte Gott, ob dir ver⸗ geben werden möchte der Tüch deines Herzens. Denn ich sehe, daß du bist voll bitterer Galle und verknüpft mit Ungerechtigkeit. Da antwortete Simon und sprach: Bittet ihr den Herrn für mich, daß der keines über mich komme, davon ihr gesagt habt. Sie aber, da sie bezeuget und geredet hatten das Wort des Herrn, wandten sie wieder um gen Jerusalem und predigten das Evangelium vielen samaritischen Flecken. 2. Pfingsttag. Vormittags. Epistel. Apgsch. 10, 42—48.(Der heilige Geist fiel auf alle, die dem Worte zuhöreten.) Und er hat uns geboten, zu predigen dem Volk und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott ein Richter der Lebendigen und der jen, der 2. Pfingsttag. 131 Toten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfahen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petro kommen waren, entsatzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen ward. Denn sie höreten, daß sie mit Zungen redeten und Gott hoch preiseten. Da antwortete Petrus: Mag auch jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getaufet werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleichwie auch wir? Und befahl, sie zu taufen in dem Namen des Herrn. Evangelium. Joh. 3, 16—21.(Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet.) Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet; denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt kommen ist, und die Menschen liebeten die Finsternis mehr, denn das Licht; denn ihre Werke waren böse. Wer Arges tut, der hasset das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit tut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden; denn sie sind in Gott getan. Epistolische Lektion. Ephes. 2, 13—22.(Die Behausung Gottes im Geist.) Nun aber, die ihr in Christo Jesu seid und weiland ferne gewesen, seid nun nahe worden durch das Blut Christi. Denn er ist unser Friede, der aus beiden Eines hat gemacht und hat abgebrochen den Zaun, der dazwischen war, in dem, daß er durch sein Fleisch weg⸗ nahm die Feindschaft, nämlich das Gesetz, so in Geboten gestellet war; auf daß er aus zweien Einen neuen Menschen in ihm selber schaffete und Friede machete, und daß er beide versöhnete mit Gott in Einem Leibe, durch das Kreuz, und hat die Feindschaft getötet durch sich selbst; und ist kommen, hat verkündiget im Evangelio den Frieden, euch, die ihr ferne waret, und denen, die nahe waren; denn durch ihn haben wir den Zugang alle beide in Einem Geiste zum Bater. So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Bürger mit den Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbauet auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist; auf welchem der ganze Bau in einander gefüget wächset zu einem heiligen Tempel in dem Herrn, auf welchem auch ihr mit erbauet werdet zu einer Behausung Gottes im Geist. 132 2. Pfingsttag. Oder: Jer. 31,31—34.(Sch will mein Gesetz in ihren Sinn schreiben.) Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Zuda einen neuen Bund machen. Richt wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Bätern machte, da ich sie bei der Hand nahm, daß ich sie aus Agyptenland führete; welchen Bund sie nicht gehalten haben, und ich sie zwingen mußte, spricht der Herr: sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel machen will nach dieser Zeit, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben; und sie sollen mein Volk sein, so will ich ihr Gott sein. Und wird keiner den andern, noch ein Bruder den andern lehren und sagen: Erkenne den Herrn; sondern sie sollen mich alle kennen, beide Klein und Groß, spricht der Herr. Denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenhen. Evangelische Lektion. Joh. 15, 8—16.(Sch sage hinfort nicht, daß ihr Knechte seid.) Darinnen wird mein Vater geehret, daß ihr viel Frucht bringet und werdet meine Jünger. Gleichwie mich mein Vater liebet, also liebe ich euch auch. Bleibet in meiner Liebe. So ihr meine Gebote haltet, so bleibet ihr in meiner Liebe, gleichwie ich meines Baters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe. Solches rede ich zu euch, auf daß meine Freude in euch bleibe, und eure Freude vollkommen werde. Das ist mein Gebot, daß ihr euch unter einander liebet, gleichwie ich euch liebe. Niemand hat größere Liebe, denn die, daß er sein Leben lässet für seine Freunde. Ihr seid meine Freunde, so ihr tut, was ich euch gebiete. Ich sage hinfort nicht, daß ihr Knechte seid; denn ein Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe ich gesagt, daß ihr Freunde seid; denn alles, was ich habe von meinem Vater gehöret, hab ich euch kundgetan. Ihr habt mich nicht erwählet, sondern ich habe euch erwählet und gesetzt, daß ihr hingehet und Frucht bringet, und eure Frucht bleibe; auf daß, so ihr den Vater bittet in meinem Namen, daß ers euch gebe. Nachmittags. Sektion aus dem Alten Testamente. Ses. 54, 7—13.(Der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen.) Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen; aber mit großer Barmherzigkeit will ich dich sammeln. Ich habe mein Angesicht im Augenblick des Zorns ein wenig von dir verborgen; aber mit ewiger Gnade will ich mich dein erbarmen, spricht der Herr, dein Erlöser. Denn solches soll mir sein wie das Wasser Noah, da ich schwur, daß die Wasser Noah sollten nicht mehr über den Erdboden gehen. Also hab ich geschworen, daß ich nicht über dich zürnen, noch dich schelten will. Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hin⸗ fallen; aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund Trinitatis. 133 meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr, dein Erbarmer. Du Elende, über die alle Wetter gehen, und du Trostlose! Siehe, ich will deine Steine wie einen Schmuck legen und will deinen Grund mit Saphiren legen; und deine Fenster aus Kristallen machen und deine Tore von Rubinen und alle deine Grenzen von erwählten Steinen; und alle deine Kinder gelehrt vom Herrn, und großen Frieden deinen Kindern. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 19. 1—8.(Habt ihr den heiligen Geist empfangen 7) Es geschah aber, da Apollo zu Korinth war, daß Paulus durchwandelte die obern Länder und kam gen Ephesus und fand etliche Jünger; zu denen sprach er: Habt ihr den heiligen Geist empfangen, da ihr gläubig worden seid? Sie sprachen zu ihm: Wir haben auch nie gehört, ob ein heiliger Geist sei. Und er sprach zu ihnen: Worauf seid ihr denn getauft? Sie sprachen: Auf Johannis Taufe. Paulus aber sprach: Johannes hat getauft mit der Taufe der Buße und sagte dem Volk, daß sie sollten glauben an den, der nach ihm kommen sollte, das ist, an Jesum, daß der Christus sei. Da sie das höreten, ließen sie sich taufen auf den Namen des Herrn Jesu. Und da Paulus die Hände auf sie legete, kam der heilige Geist auf sie, und redeten mit Zungen und weissageten. Und alle der Männer waren bei zwölfen. Er ging aber in die Schule und predigte frei drei Monden lang, lehrete und beredete sie von dem Reich Gottes. Trinitatis. Vormittags. Epistel. Röm. 11, 33-36.(Von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge.) O welch eine Tiefe des Reichtums, beide der Weisheit und Er— kenntnis Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und un⸗ erforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? oder wer ist sein Ratgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen. Evangelium. Joh. 3, 1—15.(Geburt aus dem Wasser und Geist.) Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern, mit Namen Nikodemus, ein Oberster unter den Juden; der kam zu Jesu bei der Nacht und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer, von Gott kommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, es sei denn, daß jemand 13⁴ Trinitatis. von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, es sei denn, daß jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dichs nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsset von neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du hörest sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, von wannen er kommt, und wohin er fähret. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel und weißest das nichtꝰ Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben; und ihr nehmet unser Zeugnis nicht an. Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage; wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und niemand fähret gen Himmel, denn der vom Himmel herniederkommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Epistolische Lektion. Apgsch. 2, 33—47.(Die Getauften.) Nun er durch die Rechte Gottes erhöhet ist und empfangen hat die Verheißung des heiligen Geistes vom Vater, hat er ausgegossen dies, das ihr sehet und höret. Denn David ist nicht gen Himmel gefahren. Er spricht aber; Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füße. So wisse nun das ganze Haus Israel gewiß, daß Gott diesen Jesum, den ihr gekreuziget habt, zu einem Herrn und Christ gemacht hat. Da sie aber das höreten, gings ihnen durchs Herz, und sprachen zu Petro und zu den andern Aposteln: Ihr Männer, lieben Brüder, was sollen wir tun? Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße, und lasse sich ein jeglicher taufen auf den Ramen Sesu Christi zur Vergebung der Sünden, so werdet ihr empfahen die Gabe des heiligen Geistes. Denn euer und eurer Kinder ist diese Verheißung und aller, die ferne sind, welche Gott, unser Herr, herzurufen wird. Auch mit viel andern Worten be⸗ zeugete er und ermahnete und sprach: Lasset euch helfen von diesen unartigen Leuten. Die nun sein Wort gerne annahmen, ließen sich taufen; und wurden hinzugetan an dem Tage bei drei tausend Seelen. Sie blieben aber beständig in der Apostel Lehre und in der Gemein⸗ schaft und im Brotbrechen und im Gebet. Es ham auch alle Seelen Trinitatis. 13⁵5 Furcht an; und geschahen viel Wunder und Zeichen durch die Apostel. Alle aber, die gläubig waren worden, waren bei einander und hielten alle Dinge gemein. Ihre Güter und Habe verkauften sie und teilten sie aus unter alle, nachdem jedermann not war. Und sie waren täglich und stets bei einander einmütig im Tempel und brachen das Brot hin und her in Häusern, nahmen die Speise und lobeten Gott mit Freuden und einfältigem Herzen und hatten Gnade bei dem ganzen Volk. Der Herr aber tat hinzu täglich, die da selig wurden, zu der Gemeine. Oder: Jes. 48. 10—22.(Sch bin der Erste, dazu auch der Letzte.) Siehe, ich will dich läutern, aber nicht wie Silber; sondern ich will dich auserwählt machen im Ofen des Elendes. Um meinet willen, ja um meinet willen will ichs tun, daß ich nicht gelästert werde; denn ich will meine Ehre keinem andern lassen. Höre mir zu, Jakob, und du, Israel, mein Berufener: Ich bins, Ich bin der Erste, dazu auch der Letzte. Meine Hand hat den Erdboden ge⸗ gründet, und meine rechte Hand hat den Himmel umspannet; was ich rufe, das stehet alles da. Sammelt euch alle und höret: Wer ist unter diesen, der solches verkündigen kann? Der Herr liebet ihn: darum wird er seinen Willen an Babel und seinen Arm an den Chaldäern beweisen. Ich, ja ich hab es gesagt, ich hab ihm gerufen: ich will ihn auch kommen lassen, und sein Weg soll ihm gelingen. Tretet her zu mir und höret dies; ich habs nicht im Verborgenen zuvor geredet. Von der Zeit an, da es geredet wird, bin ich da: und nun sendet mich der Herr Herr und sein Geist. So spricht der Herr, dein Erlöser, der Heilige in Israel: Ich bin der Herr, dein Gott, der dich lehret, was nützlich ist, und leite dich auf dem Wege, den du gehest. O, daß du auf meine Gebote merktest; so würde dein Friede sein wie ein Wasserstrom und deine Gerechtigkeit wie Meereswellen; und dein Same würde sein wie Sand und das Gewächse deines Leibes wie desselbigen Kies, des Name nicht würde ausgerottet noch vertilget vor mir. Gehet aus von Babel, fliehet von den Chaldäern mit fröhlichem Schall; verkündiget und lasset solches hören, bringet es aus bis an der Welt Ende. Sprechet: Der Herr hat seinen Knecht Jakob erlöset. Sie hatten keinen Durst, da er sie leitete in der Wüste; er ließ ihnen Wasser aus Felsen fließen; er riß den Fels, daß Wasser heraus rann. Aber die Gottlosen, spricht der Herr, haben keinen Frieden. Evangelische Lektion. Matth. 28. 18—20.(Der Name des Dreieinigen.) Und Jesus trat zu ihnen, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohns und des heiligen Geistes; und lehret sie halten 136 Trinitatis. alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jes. 6, 1—8. Geilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth.) Des Jahrs, da der König Usia starb, sahe ich den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Stuhl: und sein Saum füllete den Tempel. Seraphim stunden über ihm, ein jeglicher hatte sechs Flügel: mit zween deckten sie ihr Antlitz, mit zween deckten sie ihre Füße, und mit zween flogen sie. Und einer rief zum andern und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll! daß die Überschwellen bebeten von der Stimme ihres Rufens, und das Haus ward voll Rauchs. Da sprach ich: Wehe mir, ich vergehe; denn ich bin unreiner Lippen und wohne unter einem Volh von unreinen Lippen; denn ich habe den König, den Herrn Zebaoth, gesehen mit meinen Augen. Da flog der Seraphim einer zu mir und hatte eine glühende Kohle in der Hand, die er mit der Zange vom Altar nahm; und rührete meinen Mund und sprach: Siehe, hiemit sind deine Lippen gerühret, daß deine Missetat von dir genommen werde, und deine Sünde versöhnet sei. Und ich hörete die Stimme des Herrn, und er sprach: Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein? Ich aber sprach: Hie bin ich, sende mich! Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Kor. 13, 1—13.(Der apostolische Gruß) Komme ich zum dritten Mal zu euch, so soll in zweier oder dreier Zeugen Munde bestehen allerlei Sache. Ich habs euch zuvor gesagt und sage es euch zuvor, als gegenwärtig, zum andern Mal, und schreibe es nun im Abwesen denen, die zuvor gesündigt haben, und den andern allen: wenn ich abermal komme, so will ich nicht schonen. Sintemal ihr suchet, daß ihr einmal gewahr werdet des, der in mir redet, nämlich Christi, welcher unter euch nicht schwach ist, sondern ist mächtig unter euch. Und ob er wohl gekreuziget ist in der Schwachheit, so lebet er doch in der Kraft Gottes. Und ob wir auch schwach sind in ihm, so leben wir doch mit ihm in der Kraft Gottes unter euch. Versuchet euch selbst, ob ihr im Glauben seid; prüfet euch selbst. Oder erkennet ihr euch selbst nicht, daß Zesus Christus in euch ist? Es sei denn, daß ihr untüchtig seid. Ich hoffe aber, ihr erkennet, daß wir nicht untüchtig sind. Ich bitte aber Gott, daß ihr nichts Ubels tut; nicht auf daß wir tüchtig ge⸗ sehen werden, sondern auf daß ihr das Gute tut, und wir die Untüchtigen seien. Denn wir können nichts wider die Wahrheit, sondern für die Wahrheit. Wir freuen uns aber, wenn wir schwach sind, und ihr mächtig seid. Und dasselbige wünschen wir auch, nämlich eure Vollkommenheit. Derhalben ich auch solches abwesend 1. Sonntag nach Trinitatis. 137 schreibe, auf daß ich nicht, wenn ich gegenwärtig bin, Schärfe brauchen müsse nach der Macht, welche mir der Herr zu bessern, und nicht zu verderben, gegeben hat. Zuletzt, lieben Brüder, freuet euch, seid vollkommen, tröstet euch, habt einerlei Sinn, seid friedsam; so wird Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein. Grüßet euch unter einander mit dem heiligen Kuß. Es grüßen euch alle Heiligen. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen! Amen. 1. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. 1. Joh. 4. 16—21.(Gott ist die Liebe.) Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus; denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns erst geliebet. So jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasset seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. Evangelium. Luc. 16, 19—31.(Er lebte alle Tage herrlich und in Freuden.) Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand und lebete alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Tür voller Schwären und begehrete, sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen; doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hub er seine Augen auf und sahe Abraham von ferne und Lazarum in seinem Schoß, rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich mein und sende Lazarum, daß er das Außerste seines Fingers ins Wasser tauche und kühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet, und du wirst gepeiniget. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß die da wollten von hinnen hinabfahren zu euch, könnten nicht, und 138 1. Sonntag nach Trinitatis. auch nicht von dannen zu uns herüberfahren. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Propheten; laß sie dieselbigen hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob jemand von den Toten auferstünde. Epistolische Lehtion. Apgsch. 4, 32—37.(Keiner sagte von seinen Gütern, daß sie sein wären.) Der Menge aber der Gläubigen war Ein Herz und Eine Seele; auch keiner sagte von seinen Gütern, daß sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemein. Und mit großer Kraft gaben die Apostel Zeugnis von der Auferstehung des Herrn Jesu, und war große Gnade bei ihnen allen. Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wie viel ihrer waren, die da Acher oder Häuser hatten, verkauften sie dieselben und brachten das Geld des verkauften Guts und legtens zu der Apostel Füßen; und man gab einem jeglichen, was ihm not war. Joses aber, mit dem Zunamen von den Aposteln genannt Barnabas(das heißt ein Sohn des Trostes), vom Geschlecht ein Levit aus Cypern, der hatte einen Acker und verkaufte ihn und brachte das Geld und legte es zu der Apostel Füßen. Evangelische Lektion. Matth. 5, 1—10.(Selig sind die Armen.) Da er aber das Voll sahe, ging er auf einen Berg und setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Und er tat seinen Mund auf, lehrete sie und sprach: Selig sind, die da geistlich arm sind; denn das Himmelreich ist ihr. Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. Selig sind die Sanstmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. Selig sind, die da hungert und dirstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen. Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn das Himmel⸗ reich ist ihr. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 5. Mos. 6, 1—15.(Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieb haben.) Dies sind aber die Gesetze und Gebote und Rechte, die der Herr, euer Gott, geboten hat, daß ihr sie lernen und tun sollt im Lande, 1. Sonntag nach Trinitatis. dahin ihr ziehet, dasselbige einzunehmen; daß du den Herrn, deinen Gott, fürchtest und haltest alle seine Rechte und Gebote, die ich dir gebiete, du und deine Kinder und deine Kindskinder, alle eure Lebtage, auf daß ihr lange lebet. Israel, du sollst hören und be⸗ halten, daß du es tust, daß dirs wohl gehe, und sehr vermehret werdest; wie der Herr, deiner Bäter Gott, dir geredet hat, ein Land, da Milch und Honig innen fleußt. Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist ein einiger Herr. Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allem Ver⸗ mögen. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen. Und sollst sie deinen Kindern schärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzest oder auf dem Wege gehest, wenn du dich niederlegest oder aufstehest; und sollst sie binden zum Zeichen auf deine Hand, und sollen dir ein Denkmal vor deinen Augen sein; und sollst sie über deines Hauses Pfosten schreiben und an die Tore. Wenn dich nun der Herr, dein Gott, in das Land bringen wird, das er deinen Bätern, Abraham, Isaak und Jakob, geschworen hat, dir zu geben, große und feine Städte, die du nicht gebauet hast, und Häuser alles Guts voll, die du nicht gefüllet hast, und ausgehauene Brunnen, die du nicht ausgehauen hast, und Weinberge und Olberge, die du nicht gepflanzet hast, daß du essest und satt wirst; so hüte dich, daß du nicht des Herrn ver⸗ gessest, der dich aus Agyptenland, aus dem Diensthause, geführet hat; sondern sollst den Herrn, deinen Gott, fürchten und ihm dienen und bei seinem Namen schwören. Und sollt nicht andern Göttern nach⸗ folgen, der Völker, die um euch her sind. Denn der Herr, dein Gott, ist ein eifriger Gott unter dir; daß nicht der Zorn des Herrn, deines Gottes, über dich ergrimme und vertilge dich von der Erde. Lektion aus dem Neuen Testamente. Jah. 5, 1—7.(Euer Reichtum ist verfaulet.) Wohlan nun, ihr Reichen, weinet und heulet über euer Elend. das über euch kommen wird. Euer Reichtum ist verfaulet; eure Kleider sind mottenfräßig worden. Euer Gold und Silber ist ver⸗ rostet, und ihr Rost wird euch zum Zeugnis sein und wird euer Fleisch fressen, wie ein Feuer. Ihr habt euch Schätze gesammelt an den letzten Tagen. Siehe, der Arbeiter Lohn, die euer Land eingeerntet haben, und von euch abgebrochen ist, das schreiet; und das Rufen der Ernter ist kommen vor die Ohren des Herrn Zebaoth. Ihr habt wohlgelebet auf Erden und eure Wollust gehabt und eure Herzen geweidet, als auf einen Schlachttag. Ihr habt verurteilet den Gerechten und getötet, und er hat nicht widerstanden. So seid nun geduldig, lieben Brüder, bis auf die Zukunft des Herrn. Siehe, ein Achermann wartet auf die köstliche Frucht der Erde und ist geduldig darüber, bis daß er empfahe den Morgenregen und Abendregen. 14⁰ 2. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. 1. Joh. 3, 13—24.(Wer in ihm bleibet.) Verwundert euch nicht, meine Brüder, ob euch die Welt hasset. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben kommen sind; denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Totschläger; und ihr wisset, daß ein Totschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat; und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat und siehet seinen Bruder darben und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibet die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit. Daran erkennen wir, daß wir aus der Wahrheit sind und können unser Herz vor ihm stillen, daß, so uns unser Herz verdammt, daß Gott größer ist, denn unser Herz, und erkennet alle Dinge. Ihr Lieben, so uns unser Herz nicht verdammt, so haben wir eine Freudigkeit zu Gott; und was wir bitten, werden wir von ihm nehmen; denn wir halten seine Gebote und tun, was vor ihm gefällig ist. Und das ist sein Gebot, daß wir glauben an den Namen seines Sohns Jesu Christi und lieben uns unter einander, wie er uns ein Gebot gegeben hat. Und wer seine Gebote hält, der bleibet in ihm, und er in ihm. Und daran erkennen wir, daß er in uns bleibet, an dem Geist, den er uns gegeben hat. Evangelium. Luc. 14, 16—24.(Das große Abendmahl.) Er aber sprach zu ihm: Es war ein Mensch, der machte ein groß Abendmahl und lud viele dazu. Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommt, denn es ist alles bereit. Und sie fingen an alle nach einander sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acher gekauft und muß hinaus gehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft und gehe jetzt hin sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen; darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige sie 2. Sonntag nach Trinitatis. 141 herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. Epistolische Lektion. Apgsch. 5,. 1—11.(Die Gemeine der Lebendigen.) Ein Mann aber mit Namen Ananias samt seinem Weibe Sapphira verkaufte seine Güter und entwandte etwas vom Gelde mit Wissen seines Weibes und brachte eines Teils und legte es zu der Apostel Füßen. Petrus aber sprach: Anania, warum hat der Satan dein Herz erfüllet, daß du dem heiligen Geist lügest und entwendest etwas vom Gelde des Achers? Hättest du ihn doch wohl mögen behalten, da du ihn hattest; und da er verkauft war, war es auch in deiner Gewalt. Warum hast du denn solches in deinem Herzen vorgenommen? Du hast nicht Menschen, sondern Gotte gelogen. Da Ananias aber diese Worte hörete, fiel er nieder und gab den Geist auf. Und es kam eine große Furcht über alle, die dies höreten. Es stunden aber die Jünglinge auf und taten ihn beiseit und trugen ihn hinaus und begruben ihn. Und es begab sich über eine Weile, bei dreien Stunden, kam sein Weib hinein und wußte nicht, was geschehen war. Aber Petrus antwortete ihr: Sage mir, habt ihr den Acker so teuer verkauft? Sie sprach: Ja, so teuer. Petrus aber sprach zu ihr: Warum seid ihr denn eins worden, zu versuchen den Geist des Herrn? Siehe, die Füße derer, die deinen Mann begraben haben, find vor der Tür und werden dich hinaustragen. Und alsbald fiel sie zu seinen Füßen und gab den Geist auf. Da kamen die Jünglinge und fanden sie tot, trugen sie hinaus und begruben sie bei ihrem Mann. Und es kam eine große Furcht über die ganze Gemeine und über alle, die solches höreten. Evangelische Lektion. Matth. 5, 27—41.(Das Gesetz im Reiche Gottes.) Ihr habt gehöret, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen. Ich aber sage euch: Wer ein Weib ansiehet, ihrer zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen. Argert dich aber dein rechtes Auge, so reiß es aus und wirfs von dir. Es ist dir besser, daß eins deiner Glieder verderbe, und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. Argert dich deine rechte Hand, so haue sie ab und wirf sie von dir. Es ist dir besser, daß eins deiner Glieder verderbe, und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. Es ist auch gesagt: Wer sich von seinem Weibe scheidet, der soll ihr geben einen Scheidebrief. Ich aber sage euch: Wer sich von seinem Weibe scheidet(es sei denn um Ehe⸗ bruch), der macht, daß sie die Ehe bricht; und wer eine abgeschiedene freiet, der bricht die Ehe. Ihr habt weiter gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst keinen falschen Eid tun und sollst Gott deinen Eid halten. Ich aber sage euch, daß ihr allerdinge nicht schwören 14² 2. Sonntag nach Trinitatis. sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Stuhl; noch bei der Erde, denn sie ist seiner Füße Schemel; noch bei Jerusalem, denn sie ist eines großen Königs Stadt. Auch sollst du nicht bei deinem Haupt schwören; denn du vermagst nicht ein einiges Haar weiß oder schwarz zu machen. Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein; was darüber ist, das ist vom Übel. Ihr habt gehört, daß da gesagt ist: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Ich aber sage euch, daß ihr nicht widerstreben sollt dem Uebel; sondern so dir jemand einen Streich gibt auf deinen rechten Backen, dem biete den andern auch dar. Und so jemand mit dir rechten will und deinen Roch nehmen, dem laß auch den Mantel. Und so dich jemand nötiget eine Meile, so gehe mit ihm zwo. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Sprüche Sal. 9, 1—11.(Das Gastmahl der Weisheit.) Die Weisheit bauete ihr Haus und hieb sieben Säulen, schlachtete ihr Bieh und trug ihren Wein auf und bereitete ihren Tisch und sandte ihre Dirnen aus, zu laden oben auf die Paläste der Stadt: Wer albern ist, der mache sich hieher. Und zum Narren sprach sie: Kommt, zehret von meinem Brot und trinket des Weins, den ich schenke; verlasset das alberne Wesen, so werdet ihr leben; und gehet auf dem Wege des Verstandes. Wer den Spötter züchtiget, der muß Schande auf sich nehmen; und wer den Gottlosen straft, der muß gehöhnet werden. Strafe den Spötter nicht, er hasset dich; strafe den Weisen, der wird dich lieben. Gib dem Weisen, so wird er noch weiser werden; lehre den Gerechten, so wird er in der Lehre zunehmen. Der Weisheit Anfang ist des Herrn Furcht; und der Ver⸗ stand lehret, was heilig ist. Denn durch mich wird deiner Tage viel werden, und werden dir der Jahre des Lebens mehr werden. Lektion aus dem Neuen Testamente. Jakobi 2, 1—13.(Die, welche durch das Gesetz der Freiheit gerichtet werden.) Lieben Brüder, haltet nicht dafür, daß der Glaube an Jesum Christum, unsern Herrn der Herrlichkeit, Ansehen der Person leide. Denn so in eure Versammlung käme ein Mann mit einem güldenen Ringe und mit einem herrlichen Kleide, es käme aber auch ein Armer in einem unsaubern Kleide, und ihr sähet auf den, der das herr⸗ liche Kleid träget, und sprächet zu ihm: Setze du dich her aufs beste; und sprächet zu dem Armen: Stehe du dort, oder setze dich her zu meinen Füßen; und bedenket es nicht recht; sondern ihr werdet Richter und machet bösen Unterschied: höret zu, meine lieben Brüder, hat nicht Gott erwählet die Armen auf dieser Welt, die am Glauben reich sind und Erben des Reichs, welches er verheißen hat denen, die ihn lieb haben? Ihr aber habt dem Armen Unehre getan. Sind nicht die Reichen die, die Gewalt an euch üben und ziehen euch 3. Sonntag nach Trinitatis. vor Gerichte? Verlästern sie nicht den guten Namen, davon ihr genannt seid? So ihr das königliche Gesetz vollendet nach der Schrift: Liebe deinen Nächsten als dich selbst, so tut ihr wohl. So ihr aber die Person ansehet, tut ihr Sünde und werdet gestraft vom Gesetz als die Übertreter. Denn so jemand das ganze Gesetz hält und sündiget an Einem, der ists ganz schuldig. Denn der da gesagt hat: Du sollst nicht ehebrechen, der hat auch gesagt: Du sollst nicht töten. So du nun nicht ehebrichst, tötest aber, bist du ein Übertreter des Gesetzes. Also redet und also tut, als die da sollen durchs Gesetz der Freiheit gerichtet werden. Es wird aber ein unbarm⸗ herzig Gericht über den gehen, der nicht Barmherzigkeit getan hat; und die Barmherzigkeit rühmet sich wider das Gericht. 3. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. 1. Petri 5, 5—11.(Der Teufel sucht, welchen er verschlinge.) Allesamt seid unter einander untertan und haltet fest an der Demut. Denn Gott widerstehet den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. So demütiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werfet auf ihn; denn er sorget für euch. Seid nüchtern und wachet; denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe und suchet, welchen er verschlinge. Dem widerstehet feste im Glauben, und wisset, daß eben dieselbigen Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. Demselbigen sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Evangelium. Luc. 15, 1—10.(Sesus nimmt die Sünder an.) Es naheten aber zu ihm allerlei Zöllner und Sünder, daß sie ihn höreten. Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murreten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isset mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er der eines verlieret, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüste und hingehe nach dem verlornen, bis daß ers finde? Und wenn ers funden hat, so legt ers auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, ruft er seinen Freunden und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir; denn ich habe mein Schaf funden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über Einen Sünder, der Buße tut, vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder welch Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde und kehre das Haus 1⁴⁴ 3. Sonntag nach Trinitatis. und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn sie ihn funden hat, rufet sie ihren Freundinnen und Nachbarinnen und spricht: Freuet euch mit mir; denn ich habe meinen Groschen funden, den ich ver⸗ loren hatte. Also auch, sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über Einen Sünder, der Buße tut. Epistolische Lektion. Apgsch. 3, 1—16.(Im Namen ZJesu Christi stehe auf und wandle.) Petrus aber und Johannes gingen mit einander hinauf in den Tempel um die neunte Stunde, da man pflegte zu beten. Und es war ein Mann, lahm von Mutterleibe, der ließ sich tragen; und sie setzten ihn täglich vor des Tempels Tür, die da heißet die schöne, daß er betlelte das Almosen von denen, die in den Tempel gingen. Da er nun sahe Petrum und Johannem, daß sie wollten zum Tempel hinein gehen, bat er um ein Almosen. Petrus aber sahe ihn an mit Johanne und sprach: Siehe uns an. Und er sahe sie an, wartete, daß er etwas von ihnen empfinge. Petrus aber sprach: Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir; im Namen Jesu Christi von Nazareth stehe auf und wandele. Und griff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf. Alsbald stunden seine Schenkel und Knöchel feste; sprang auf, konnte gehen und stehen und ging mit ihnen in den Tempel, wandelte und sprang und lobete Gott. Und es sahe ihn alles Volk wandeln und Gott loben. Sie kannten ihn auch, daß ers war, der um das Almosen gesessen hatte vor der schönen Tür des Tempels; und sie wurden voll Wunderns und Entsetzens über dem, was ihm widerfahren war. Als aber dieser Lahme, der nun gesund war, sich zu Petro und Johanne hielt, lief alles Volk zu ihnen in die Halle, die da heißet Salomonis, und wunderten sich. Als Petrus das sahe, antwortete er dem Voll: Ihr Männer von Israel, was wundert ihr euch darüber? oder was sehet ihr auf uns, als hätten wir diesen wandeln gemacht durch unsere eigene Kraft oder Verdienst? Der Gott Abrahams und Isaabs und Jakobs, der Gott unserer Väter, hat sein Kind Jesum ver⸗ kläret, welchen ihr überantwortet und verleugnet habt vor Pilato, da derselbe urteilete, ihn los zu lassen. Ihr aber verleugnetet den Heiligen und Gerechten und batet, daß man euch den Mörder schenhte; aber den Fürsten des Lebens habt ihr getötet. Den hat Gott auf⸗ erwechet von den Toten; des sind wir Zeugen. Und durch den Glauben an seinen Namen hat er an diesem, den ihr sehet und kennet, bestätiget seinen Namen; und der Glaube durch ihn hat diesem gegeben diese Gesundheit vor euren Augen. Evangelische Lektion. Luc. 15, 11—32.(Der verlorene Sohn.) Und er sprach: Ein Mensch hatte zween Söhne. Und der jüngste unter ihnen sprach zum Vater: Gib mir, Vater, das Teil der Güter, ste er, 7. Sonntag nach Trinitatis. Briefe gen Damaskus an die Schulen, auf daß, so er etliche dieses Wegs fände, Männer und Weiber, er sie gebunden führete gen Zerusalem. Und da er auf dem Wege war und nahe bei Damaskus kem, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel. Und er fiel auf die Erde und hörete eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was ver⸗ folgest du mich? Er aber sprach: Herr, wer bist du? Der Herr sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgest. Es wird dir schwer werden, wider den Stachel löcken. Und er sprach mit Zittern und Zagen: Herr, was willst du, daß ich tun soll? Der Herr sprach zu ihm: Stehe auf und gehe in die Stadt; da wird man dir sagen, was du tun sollst. Die Männer aber, die seine Gefährten waren, stunden und waren erstarret; denn sie höreten eine Stimme und sahen niemand. Saulus aber richtete sich auf von der Erde, und als er seine Augen auftat, sahe er memand. Sie nahmen ihn aber bei der Hand und führeten ihn gen Damuskus. Und war drei Tage nicht sehend und aß nicht und trank nicht. Es war aber ein Jünger zu Damaskus, mit Ramen Ananias; zu dem sprach der Herr im Gesichte: Anania! Und er sprach: Hie bin ich, Herr. Der Herr sprach zu ihm: Stehe auf und gehe hin in die Gasse, die da heißet die richtige, und frage in dem Hause Juda nach Saulo, mit Namen von Tarsen; denn siehe, er betet und hat gesehen im Gesichte einen Mann, mit Namen Ananias, zu ihm hinein kommen und die Hand auf ihn legen, daß er wieder sehend werde. Ananias aber antwortete: Herr, ich habe von vielen gehöret von diesem Manne, wie viel Übels er deinen Heiligen getan hat zu Jerusalem; und er hat allhie Macht von den Hohenpriestern, zu binden alle, die deinen Namen anrufen. Der Herr sprach zu ihm: Gehe hin; denn dieser ist mir ein auserwählt Rüstzeug, daß er meinen Namen trage vor den Heiden und vor den Königen und vor den Kindern von Israel. Ich will ihm zeigen, wie viel er leiden muß um meines Namens willen. Und Ananias ging hin und bam in das Haus und legte die Hände auf ihn und sprach: Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt(der dir erschienen ist auf dem Wege, da du her⸗ kamest), daß du wieder sehend und mit dem heiligen Geist erfüllet werdest. Und alsbald fiel es von seinen Augen wie Schuppen, und ward wieder sehend und stund auf, ließ sich taufen und nahm Speise zu sich und stärkete sich. Saulus aber war etliche Tage bei den Züngern zu Damaskus. Evangelische Lektion. Matth. 19, 16—26.(Verkaufe, was du hast.) Und siehe, einer trat zu ihm und sprach: Guter Meister, was soll ich Gutes tun, daß ich das ewige Leben möge haben? Er aber sprach zu ihm: Was heißest du mich gut? Riemand ist gut, denn der einige Gott. Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote. Da sprach er zu ihm: Welche? Jesus aber sprach: Du 11 162 sollst nicht töten. Du sollst nicht ehebrechen. Du sollst nicht stehlen. Du sollst nicht falsch Zeugnis geben. Ehre Vater und Mutter. Und du sollst deinen Nächsten lieben, als dich selbst. Da sprach der Jüngling zu ihm: Das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf; was fehlet mir noch? Jesus sprach zu ihm: Willst du voll⸗ kommen sein, so gehe hin, verkaufe, was du hast, und gibs den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach. Da der Jüngling das Wort hörete, ging er betrübt von ihm; denn er hatte viel Güter. Jesus aber sprach zu seinen Jüngern: Wahrlich, ich sage euch, ein Reicher wird schwerlich ins Himmelreich kommen. Und weiter sage ich euch: Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, denn daß ein Reicher ins Reich Gottes komme. Da das seine Jünger höreten, entsatzten sie sich sehr und sprachen: Je, wer kann denn selig werden? Zesus aber sahe sieh an und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ists un⸗ möglich; aber bei Gott sind alle Dinge möglich. 7. Sonntag nach Trinitatis. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 1. Könige 3, 5—14.(Du wollest deinem Knechte ein gehorsames Herz geben.) Und der Herr erschien Salomo zu Gibeon im Traum des Nachts, und Gott sprach: Bitte, was ich dir geben soll. Salomo sprach: Du hast an meinem Vater David, deinem Knechte, große Barm⸗ herzigkeit getan; wie er denn vor dir gewandelt hat in Wahrheit und Gerechtigkeit und mit richtigem Herzen vor dir; und hast ihm diese große Barmherzigkeit gehalten und ihm einen Sohn gegeben, der auf seinem Stuhl säße, wie es denn jetzt gehet. Nun Herr. mein Gott, du hast deinen Knecht zum Könige gemacht an meines Vaters David Statt. So bin ich ein kleiner Knabe, weiß nicht weder meinen Ausgang noch Eingang. Und dein Knecht ist unter dem Volk, das du erwählet hast, so groß, daß es niemand zählen noch beschreiben kann, vor der Menge. So wollest du deinem Knechte geben ein gehorsam Herz, daß er dein Volk richten möge und verstehen, was gut und böse ist. Denn wer vermag dies dein mächtig Volk zu richten? Das gefiel dem Herrn wohl, daß Salomo um ein solches bat. Und Gott sprach zu ihm: Weil du solches bittest, und bittest nicht Aum langes Leben, noch um Reichtum, noch um deiner Feinde Seele, sondern um Verstand, Gericht zu hören; siehe, so habe ich getan nach deinen Worten. Siehe, ich habe dir ein weises und verständiges Herz gegeben, daß deines gleichen vor dir nicht gewesen ist und nach dir nicht aufkommen wird. Dazu, das du nicht gebeten hast, hab ich dir auch gegeben, nämlich Reich⸗ tum und Ehre, daß deines gleichen keiner unter den Königen ist zu deinen Zeiten. Und so du wirst in meinen Wegen wandeln, 7. Sonntag nach Trinitatis. daß du hältst meine Sitten und Gebote, wie dein Vater David gewandelt hat; so will ich dir geben ein langes Leben. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 10, 1—33.(Bekehrung des Hauptmanns Cornelius.) Es war aber ein Mann zu Cäsarien, mit Namen Cornelius, ein Hauptmann von der Schar, die da heißt die welsche, gottselig und gottesfürchtig, samt seinem ganzen Hause, und gab dem Volk viel Almosen und betete immer zu Gott. Der sahe in einem Gesichte offenbarlich um die neunte Stunde am Tage einen Engel Gottes zu ihm eingehen, der sprach zu ihm: Corneli! Er aber sahe ihn an, erschrak und sprach: Herr, was ists? Er aber sprach zu ihm: Dein Gebet und deine Almosen sind hinaufkommen ins Gedächtnis vor Gott. Und nun sende Männer gen Joppen und laß fordern Simon, mit dem Zunamen Petrus, welcher ist zur Herberge bei einem Gerber, Simon, des Haus am Meer liegt; der wird dir sagen, was du tun sollst. Und da der Engel, der mit Cornelio redete, hinweggegangen war, rief er zween seiner Hausknechte und einem gottesfürchtigen Kriegsknecht, von denen, die auf ihn warteten, und erzählete es ihnen alles und sandte sie gen Joppen. Des andern Tages, da diese auf dem Wege waren und nahe zur Stadt kamen, stieg Petrus hinauf auf den Söller zu beten um die sechste Stunde. Und als er hungrig ward, wollte er anbeißen. Da sie ihm aber zubereiteten, ward er entzückt und sahe den Himmel aufgetan, und herniederfahren zu ihm ein Gefäße, wie ein groß leinen Tuch, an vier Zipfeln gebunden, und ward niedergelassen auf die Erde; da⸗ rinnen waren allerlei vierfüßige Tiere der Erde und wilde Tiere und Gewürme und Vögel des Himmels. Und geschah eine Stimme zu ihm: Stehe auf, Petre, schlachte und iß. Petrus aber sprach: O nein, Herr; denn ich habe noch nie etwas Gemeines oder Un⸗ reines gegessen. Und die Stimme sprach zum andern Mal zu ihm: Was Gott gereiniget hat, das mache du nicht gemein. Und das geschah zu drei Malen; und das Gefäße ward wieder aufgenommen gen Himmel. Als aber Petrus sich in ihm selbst bekümmerte, was das Gesichte wäre, das er gesehen hatte, siehe, da fragten die Männer, von Cornelio gesandt, nach dem Hause Simonis und stunden an der Tür, riefen und forscheten, ob Simon, mit dem Zunamen Petrus, allda zur Herberge wäre? Indem aber Petrus sich besinnet über dem Gesichte, sprach der Geist zu ihm: Siehe, drei Männer suchen dich; aber stehe auf, steige hinab und zeuch mit ihnen und zweifle nichts; denn ich habe sie gesandt. Da stieg Petrus hinab zu den Männern, die von Cornelio zu ihm gesandt waren, und sprach: Siehe, ich bins, den ihr suchet; was ist die Sache, darum ihr hie seid? Sie aber sprachen: Cornelius, der Hauptmann, ein frommer und gottesfürchtiger Mann und gutes Gerüchts bei dem ganzen Volk der Juden, hat einen Befehl empfangen vom heiligen Engel, 1it 164 8. Sonntag nach Trinitatis. daß er dich sollte fordern lassen in sein Haus und Worte von dir hören. Da rief er ihnen hinein und herbergete sie. Des andern Tages zog Petrus aus mit ihnen, und etliche Brüder von Joppen gingen mit ihm. Und des andern Tages kamen sie ein gen Cäsarien. Cornelius aber wartete auf sie und rief zusammen seine Verwandten und Freunde. Und als Petrus hineinkam, ging ihm Cornelius entgegen und fiel zu seinen Füßen und betete ihn an. Petrus aber richtete ihn auf und sprach: Stehe auf; ich bin auch ein Mensch. Und als er sich mit ihm besprochen hatte, ging er hinein und fand ihrer viel, die zusammen kommen waren. Und er sprach zu ihnen: Ihr wisset, wie es ein ungewohnet Ding ist einem jüdischen Mann, sich zu tun oder zu kommen zu einem Fremdling: aber Gott hat mir gezeiget, keinen Menschen gemein oder unrein zu heißen. Darum habe ich mich nicht geweigert zu kommen, als ich bin hergefordert. So frage ich euch nun, warum ihr mich habt lassen fordern. Cornelius sprach: Ich habe vier Tage gefastet bis an diese Stunde, und um die neunte Stunde betete ich in meinem Hause. Und siehe, da trat ein Mann vor mich in einem hellen Kleide und sprach: Corneli, dein Gebet ist erhöret, und deiner Almosen ist gedacht worden vor Gott. So sende nun gen Joppen und laß her rufen einen, Simon, mit dem Zunamen Petrus, welcher ist zur Herberge in dem Hause des Gerbers Simon an dem Meer; der wird dir, wenn er kommt, sagen. Da sandte ich von Stund an zu dir. Und du hast wohl getan, daß du kommen bist. Nun sind wir alle hie gegenwärtig vor Gott, zu hören alles, was dir von Gott befohlen ist. 8. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Röm. 8,. 12—17.(Die Kinder Gottes.) So sind wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Flleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tötet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtlichen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater. Derselbige Geist gibt Zeugnis unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Evangelium. Matth. 7, 13—29.(Von den falschen Propheten.) Gehet ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis abführet; und ihrer 8. Sonntag nach Trinitatis. 165⁵ sind viel, die darauf wandeln. Und die Pforte ist enge, und der Weg ist schmal, der zum Leben führet; und wenig ist ihrer, die ihn finden. Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafs⸗ kleidern zu euch kommen; inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte; aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum, an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissaget? haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? haben wir nicht in deinem Namen viel Taten getan? Dann werde ich ihnen be⸗ kennen: Ich habe euch noch nie erkannt, weichet alle von mir, ihr Ubeltäter. Darum, wer diese meine Rede höret und tut sie, den vergleiche ich einem klugen Mann, der sein Haus auf einen Fels bauete. Da nun ein Platzregen fiel, und ein Gewässer kam, und weheten die Winde und stießen an das Haus; fiel es doch nicht, denn es war auf einen Fels gegründet. Und wer diese meine Rede höret und tut sie nicht, der ist einem törichten Mann gleich, der sein Haus auf den Sand bauete. Da nun ein Platzregen fiel, und kam ein Gewässer, und weheten die Winde und stießen an das Haus; da fiel es und tat einen großen Fall. Und es begab sich, da Jesus diese Rede vollendet hatte, entsatzte sich das Volk über seiner Lehre. Denn er predigte gewaltig und nicht wie die Schriftgelehrten. Epistolische Lektion. Apgsch. 16, 16—36.(Was soll ich tun, daß ich selig werde 7) Es geschah aber, da wir zu dem Gebet gingen, daß eine Magd uns begegnete, die hatte einen Wahrsagergeift und trug ihren Herren viel Genieß zu mit Wahrsagen. Dieselbige folgte allenthalben Paulo und uns nach, schrie und sprach: Diese Menschen sind Knechte Gottes, des Allerhöchsten, die euch den Weg der Seligkeit ver⸗ kündigen. Solches tat sie manchen Tag. Paulo aber tat das wehe, und wandte sich um und sprach zu dem Geist: Ich gebiete dir in dem Namen ZJesu Christi, daß du von ihr ausfahrest. Und er fuhr aus zu derselbigen Stunde. Da aber ihre Herren sahen, daß die Hoffnung ihres Genießes war ausgefahren, nahmen sie Paulum und Silan, zogen sie auf den Markt vor die Obersten und führeten sie zu den Hauptleuten und sprachen: Diese Menschen machen unsere Stadt irre und sind Juden; und verkündigen eine Weise, welche uns nicht ziemet anzunehmen, noch zu tun, weil wir 166 8. Sonntag nach Trinitatis. Römer sind. Und das Volk ward erregt wider sie; und die Haupt⸗ leute ließen ihnen die Kleider abreißen und hießen sie stäupen. Und da sie sie wohl gestäupet hatten, warfen sie sie ins Gefängnis und geboten dem Kerkermeister, daß er sie wohl bewahrete. Der nahm solch Gebot an und warf sie in das innerste Gefängnis und legte ihre Füße in den Stock. Um die Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobeten Gott. Und es höreten sie die Gefangenen. Schnell aber ward ein großes Erdbeben, also, daß sich bewegeten die Grund⸗ festen des Gefängnisses. Und von Stund an wurden alle Türen aufgetan und aller Bande los. Als aber der Kerkermeister aus dem Schlafe fuhr und sahe die Türen des Gefängnisses aufgetan, zog er das Schwert aus und wollte sich selbst erwürgen; denn er meinete, die Gefangenen wären entflohen. Paulus aber rief laut und sprach: Tu dir nichts Übels; denn wir sind alle hie. Er forderte aber ein Licht und sprang hinein und ward zitternd und fiel Paulo und Sila zu den Füßen und führete sie heraus und sprach: Lieben Herren, was soll ich tun, daß ich selig werde? Sie sprachen: Glaube an den Herrn Jesum Christum, so wirst du und dein Haus selig. Und sagten ihm das Wort des Herrn und allen, die in seinem Hause waren. Und er nahm sie zu sich in derselbigen Stunde der Nacht und wusch ihnen die Striemen ab, und er ließ sich taufen und alle die Seinen alsbald. Und führete sie in sein Haus und setzte ihnen einen Tisch und freuete sich mit seinem ganzen Hause, daß er an Gott gläubig worden war. Und da es Tag ward, sandten die Hauptleute Stadtdiener und sprachen: Laß die Menschen gehen. Und der Kerkermeister verkündigte diese Rede Paulo: Die Hauptleute haben hergesandt, daß ihr los sein sollt. Nun ziehet aus und gehet hin mit Frieden. Evangelische Lektion. Matth. 10, 32—42.(Sch will ihn bekennen vor meinem himmlischen Vater.) Darum, wer mich bekennet vor den Menschen, den will ich be⸗ kennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himm⸗ lischen Vater. Ihr sollt nicht wähnen, daß ich kommen sei, Friede zu senden auf Erden. Ich bin nicht kommen, Friede zu senden, sondern das Schwert. Denn ich bin kommen, den Menschen zu er⸗ regen wider seinen Vater und die Tochter wider ihre Mutter und die Schnur wider ihre Schwieger. Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein. Wer Vater oder Mutter mehr liebet, denn mich, der ist mein nicht wert. Und wer Sohn oder Tochter mehr liebt, denn mich, der ist mein nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folget mir nach, der ist mein nicht wert. Wer sein Leben findet, der wirds verlieren; und wer sein Leben verlieret um meinetwillen, der wirds finden. Wer euch 8. Sonntag nach Trinitatis. 167 aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Wer einen Propheten aufnimmt in eines Propheten Namen, der wird eines Propheten Lohn empfahen. Wer einen Gerechten aufnimmt in eines Gerechten Namen, der wird eines Gerechten Lohn empfahen. Und wer dieser Geringsten einen nur mit einem Becher kaltes Wassers tränket, in eines Jüngers Namen, wahrlich, ich sage euch, es wird ihm nicht unbelohnet bleiben. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jerem. 23, 16—32.(Die falschen Propheten.) So spricht der Herr Zebaoth: Gehorchet nicht den Worten der Propheten, so euch weissagen. Sie betrügen euch; denn sie predigen ihres Herzens Gesicht und nicht aus des Herrn Munde. Sie sagen denen, die mich lästern: Der Herr hats gesagt, es wird euch wohl gehen. Und allen, die nach ihres Herzens Dünkel wandeln, sagen sie: Es wird kein Unglück über euch kommen. Denn wer ist im Rat des Herrn gestanden, der sein Wort gesehen und gehöret habe? Wer hat sein Wort vernommen und gehöret? Siehe, es wird ein Wetter des Herrn mit Grimm kommen, und ein schrechlich Unge⸗ witter den Gottlosen auf den Kopf fallen. Und des Herrn Zorn wird nicht nachlassen, bis er tue und ausrichte, was er im Sinn hat; hernach werdet ihrs wohl erfahren. Ich sandte die Propheten nicht, noch liefen sie; ich redete nicht zu ihnen, noch weissagten sie. Denn wo sie bei meinem Rat blieben und hätten meine Worte meinem Vollegeprediget, so hätten sie dasselbe von ihrem bösen Wesen und von ihrem bösen Leben bekehret. Bin ich nicht ein Gott, der nahe ist, spricht der Herr. und nicht ein Gott, der ferne sei? Meinest du, daß sich jemand so heimlich verbergen könne, daß ich ihn nicht sehe? spricht der Herr. Bin ichs nicht, der Himmel und Erde füllet? spricht der Herr. Ich höre es wohl, daß die Propheten predigen und falsch weissagen in meinem Namen und sprechen: Mir hat geträumet, mir hat geträumet. Wann wollen doch die Propheten aufhören, die falsch weissagen und ihres Herzens Trügerei weissagen und wollen, daß mein Volk meines Namens vergesse über ihren Träumen, die einer dem andern predigt; gleichwie ihre Väter meines Namens vergaßen über dem Baal? Ein Prophet, der Träume hat, der predige Träume; wer aber mein Wort hat, der predige mein Wort recht. Wie reimen sich Stroh und Weizen zusammen? spricht der Herr. Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der Herr, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt? Darum siehe, ich will an die Propheten, spricht der Herr, die mein Wort stehlen einer dem andern. Siehe, ich will an die Propheten, spricht der Herr, die ihr eigen Wort führen und sprechen: Er hats gesagt. Siehe, ich will an die, so falsche Träume weissagen, spricht der Herr. und 168 8. Sonntag nach Trinitatis. predigen dieselben und verführen mein Volk aus ihren Lügen und losen Teidingen; so ich sie doch nicht gesandt und ihnen nichts be⸗ fohlen habe, und sie auch diesem Voll nichts nütze sind, spricht der Herr. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 12, 1—17.(Die Befreiung aus dem Kerher.) Um dieselbige Zeit legte der König Herodes die Hände an etliche von der Gemeine, zu peinigen. Er tötete aber Jacobum, Johannis Bruder, mit dem Schwert. Und da er sahe, daß es den Juden gefiel, fuhr er fort und fing Petrum auch. Es waren, aber eben die Tage der süßen Brote. Da er ihn nun griff, legteͤer ihn ins Gefängnis und überantwortete ihn vier Vierteilen Kriegsknechten, ihn zu bewahren, und gedachte ihn nach den Ostern dem Volk vorzu⸗ stellen. Und Petrus ward zwar im Gefängnis gehalten; aber die Gemeine betete ohn Aufhören für ihn zu Gott. Und da ihn Herodes wollte vorstellen, in derselbigen Nacht schlief Petrus zwischen zween Kriegsknechten, gebunden mit zwo Ketten, und die Hüter vor der Tür hüteten des Gefängnisses. Und siehe, der Engel des Herrn kam daher, und ein Licht schien in dem Gemach, und schlug Petrum an die Seite und weckte ihn auf und sprach: Stehe behende auf. Und die Ketten fielen ihm von seinen Händen. Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich und tu deine Schuhe an. Und er tat also. Und er sprach zu ihm: Wirf deinen Mantel um dich und folge mir nach. Und er ging hinaus und folgte ihm und wußte nicht, daß ihm wahrhaftig solches geschähe durch den Engel; sondern es däuchte ihn, er sähe ein Gesichte. Sie gingen aber durch die erste und andere Hut und kamen zu der eisernen Tür, welche zur Stadt führet; die tat sich ihnen von ihr selber auf, und traten hin⸗ aus und gingen hin eine Gasse lang; und alsbald schied der Engel von ihm. Und da Petrus zu ihm selber kam, sprach er: Nun weiß ich wahrhaftig, daß der Herr seinen Engel gesandt hat und mich errettet aus der Hand Herodis und von allem Warten des jüdischen Bolks. Und als er sich besinnet, kam er vor das Haus Maria, der Mutter Johannis, der mit dem Zunamen Marcus hieß, da viele bei einander waren und beteten. Als aber Petrus an die Tür klopfete des Tores, trat hervor eine Magd zu horchen, mit Namen Rhode. Und als sie Petri Stimme erkannte, tat sie das Tor nicht auf vor Freuden, lief aber hinein und verkündigte es ihnen, Petrus stünde vor dem Tor. Sie aber sprachen zu ihr: Du bist unsinnig. Sie aber bestund darauf, es wäre also. Sie sprachen: Es ist sein Engel. Petrus aber klopfete weiter an. Da sie aber auftaten, sahen sie ihn und entsatzten sich. Er aber winhete ihnen mit der Hand, zu schweigen, und erzählte ihnen, wie ihn der Herr hätte aus dem Gefängnis geführet, und sprach: Verhündiget dies Jacobo und den Brüdern. Und ging hinaus und zog an einen andern Ort. 9. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. 1. Kor. 10, 1—13.(Das ist geschehen uns zum Vorbild und zur Warnung.) Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Väter sind alle unter der Wolke gewesen und sind alle durchs Meer gegangen und sind alle unter Mosen getauft mit der Wolke und mit dem Meer, und haben alle einerlei geistliche Speise gegessen, und haben alle einerlei geistlichen Trank getrunken; sie tranken aber von dem geistlichen Fels, der mitfolgte, welcher war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott kein Wohlgefallen; denn sie sind niedergeschlagen in der Wüste. Das ist aber uns zum Vorbilde geschehen, daß wir uns nicht gelüsten lassen des Bösen, gleichwie jene gelüstet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleichwie jener etliche wurden; als geschrieben stehet: Das Volk setzte sich nieder, zu essen und zu trinken, und stund auf, zu spielen. Auch lasset uns nicht Hurerei treiben, wie etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf Einen Tag drei und zwanzig tausend. Lasset uns aber auch Christum nicht versuchen, wie etliche von jenen ihn ver⸗ suchten und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleichwie jener etliche murreten und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt kommen ist. Darum, wer sich lässet dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine, denn menschliche Versuchung betreten; aber Gott ist getreu, der euch nicht lässet versuchen über euer Vermögen, sondern machet, daß die Ver⸗ suchung so ein Ende gewinne, daß ihrs könnet ertragen. Evangelium. Luc. 16, 1—12.(Die Klugheit des ungerechten Haushalters.) Er sprach aber auch zu seinen Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter; der ward vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine Güter umgebracht. Und er forderte ihn und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Tu Rechnung von deinem Haushalten; denn du hannst hinfort nicht Haushalter sein. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich tun? Mein Herr nimmt das Amt von mir; graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich tun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Oles. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, setze dich und schreib flugs fünfzig. Darnach sprach er zu dem andern: 170 9. Sonntag nach Trinitatis. Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief und schreib achtzig. Und der Herr lobete den ungerechten Haushalter, daß er klüglich getan hatte. Denn die Kinder dieser Welt sind klüger, denn die Kinder des Lichtes in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten unrecht ist, der ist auch im Großen unrecht. So ihr nun in dem ungerechten Mammon nicht treu seid, wer will euch das Wahrhaftige vertrauen? Und so ihr in dem Fremden nicht treu seid, wer will euch geben dasjenige, das euer ist? Epistolische Lektion. Apgsch. 17, 16—34.(Das Gericht über alle durch einen Mann, in welchem ers beschlossen hat.) Da aber Paulus ihrer zu Athen wartete, ergrimmete sein Geist in ihm, da er sahe die Stadt so gar abgöttisch. Und er redete zwar zu den Juden und Gottesfürchtigen in der Schule, auch auf dem Markt alle Tage zu denen, die sich herzu fanden. Etliche aber der Epikurer und Stoiker Philosophen zankten mit ihm; und etliche sprachen: Was will dieser Lotterbube sagen? Etliche aber: Es siehet, als wollte er neue Götter verkündigen. Das machte, er hatte das Svangelium von Jesu und von der Auferstehung ihnen verkündigt. Sie nahmen ihn aber und führeten ihn auf den Richtplatz und sprachen: Können wir auch erfahren, was das für eine neue Lehre sei, die du lehrest? Denn du bringest etwas Neues vor unsere Ohren; so wollten wir gerne wissen, was das sei. Die Athener aber alle, auch die Ausländer und Gäste, waren gerichtet auf nichts anders, denn etwas Neues zu sagen oder zu hören. Paulus aber stund mitten auf dem Richtplatz und sprach: Ihr Männer von Athen, ich sehe euch, daß ihr in allen Stüchen allzu abergläubig seid. Ich bin herdurch gegangen und habe gesehen eure Gottes⸗ dienste und fand einen Altar, darauf war geschrieben: Dem un⸗ bekannten Gott. Nun verkündige ich euch denselbigen, dem ihr unwissend Gottesdienst tut. Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was drinnen ist, sintemal er ein Herr ist Himmels und der Erden, wohnet er nicht in Tempeln mit Händen gemacht. Sein wird auch nicht von Menschenhänden gepfleget, als der jemandes bedürfe; so er selber jedermann Leben und Odem allenthalben gibt, und hat gemacht, daß von einem Blut aller Menschen Geschlechter auf dem ganzen Erdboden wohnen, und hat Ziel gesetzt, zuvor ver⸗ sehen, wie lange und weit sie wohnen sollen; daß sie den Herrn suchen sollten, ob sie doch ihn fühlen und finden möchten. Und zwar, er ist nicht ferne von einem jeglichen unter uns; denn in ihm leben, weben und sind wir; als auch etliche Poeten bei euch gesagt haben: Wir sind seines Geschlechts. So wir denn göttliches 9. Sonntag nach Trinitatis. 17¹ Geschlechts sind, sollen wir nicht meinen, die Gottheit sei gleich den güldenen, silbernen und steinernen Bildern, durch menschliche Ge⸗ danken gemacht. Und zwar hat Gott die Zeit der Unwissenheit übersehen; nun aber gebeut er allen Menschen an allen Enden, Buße zu tun, darum, daß er einen Tag gesetzt hat, auf welchen er richten will den Kreis des Erdbodens mit Gerechtigkeit durch einen Mann, in welchem ers beschlossen hat und jedermann vorhält den Glauben, nachdem er ihn hat von den Toten auferwecht. Da sie höreten die Auferstehung der Toten, da hattens etliche ihren Spott; etliche aber sprachen: Wir wollen dich davon weiter hören. Also ging Paulus von ihnen. Etliche Männer aber hingen ihm an und wurden gläubig; unter welchen war Dionysius, einer aus dem Rat, und ein Weib, mit Namen Damaris, und andere mit ihnen. Evangelische Lektion. Matth. 13, 44-52.(Der eine Schatz und allerlei Gattung.) Abermal ist gleich das Himmelreich einem verborgenen Schatz im Acker, welchen ein Mensch fand und verbarg ihn und ging hin vor Freuden über demselbigen und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker. Abermal ist gleich das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte. Und da er eine köstliche Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte dieselbige. Abermal ist gleich das Himmelreich einem Netz, das ins Meer geworfen ist, damit man allerlei Gattung fähet. Wenn es aber voll ist, so ziehen sie es heraus an das Ufer, sitzen und lesen die guten in ein Gefäße zusammen: aber die faulen werfen sie weg. Also wird es auch am Ende der Welt gehen. Die Engel werden ausgehen und die Bösen von den Gerechten scheiden. Und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähnklappen sein. Und Jesus sprach zu ihnen: Habt ihr das alles verstanden? Sie sprachen: Ja, Herr. Da sprach er: Darum, ein jeglicher Schrift⸗ gelehrter, zum Himmelreich gelehrt, ist gleich einem Hausvater, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorträgt. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Sprüche Salomonis 16, 1—9.(Befiehl dem Herrn deine Werke.) Der Mensch setzt ihm wohl vor im Herzen; aber vom Herrn kommt, was die Zunge reden soll. Einen jeglichen dünken seine Wege rein sein; aber allein der Herr macht das Herz gewiß. Be⸗ siehl dem Herrn deine Werke, so werden deine Anschläge fortgehen. Der Herr macht alles um sein selbst willen, auch den Gottlosen zum bösen Tage. Ein stolz Herz ist dem Herrn ein Greuel und wird nicht ungestraft bleiben, wenn sie sich gleich alle an einander hängen. Durch Güte und Treue wird Missetat versöhnet, und durch die Furcht des Herrn meidet man das Böse. Wenn jemands Wege 17² 10. Sonntag nach Trinitatis. dem Herrn wohlgefallen, so macht er auch seine Feinde mit ihm zufrieden. Es ist besser wenig mit Gerechtigkeit, denn viel Ein— kommens mit Unrecht. Des Menschen Herz schlägt seinen Weg an, aber der Herr allein gibt, daß er fortgehe. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Thess. 3,. 1—13.(Mit stillem Wesen arbeiten.) Weiter, lieben Brüder, betet für uns, daß das Wort des Herrn laufe und gepreiset werde, wie bei euch; und daß wir erlöset werden von den unartigen und argen Menschen. Denn der Glaube ist nicht jedermanns Ding. Aber der Herr ist treu; der wird euch stärben und bewahren vor dem Argen. Wir versehen uns aber zu euch in dem Herrn, daß ihr tut und tuen werdet, was wir euch gebieten. Der Herr aber richte eure Herzen zu der Liebe Gottes und zu der Geduld Christi. Wir gebieten euch aber, lieben Brüder, in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi, daß ihr euch entziehet von allem Bruder, der da unordentlich wandelt und nicht nach der Satzung, die er von uns empfangen hat. Denn ihr wisset, wie ihr uns sollt nachfolgen. Denn wir sind nicht unordentlich unter euch ge⸗ gewesen; haben auch nicht umsonst das Brot genommen von jemand, sondern mit Arbeit und Mühe Tag und Nacht haben wir gewirket, daß wir nicht jemand unter euch beschwerlich wären. Nicht darum, daß wir des nicht Macht haben, sondern daß wir uns selbst zum Borbilde euch geben, uns nachzufolgen. Und da wir bei euch waren, geboten wir euch solches, daß, so jemand nicht will arbeiten, der soll auch nicht essen. Denn wir hören, daß etliche unter euch wandeln unordentlich und arbeiten nichts, sondern treiben Vorwitz. Solchen aber gebieten wir und ermahnen sie durch unsern Herrn Jesum Christ, daß sie mit stillem Wesen arbeiten und ihr eigen Brot essen. Ihr aber, lieben Brüder, werdet nicht verdrossen, Gutes zu tun. 10. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. 1. Kor. 12, 1—12.(Alles wirket derselbige einige Geist.) Bon den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seid gewesen und hin— gegangen zu den stummen Götzen, wie ihr geführt wurdet. Darum tue ich euch kund, daß niemand Jesum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet; und niemand kann Jesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben; aber es ist Ein Geist. Und es sind mancherlei Amter; aber es ist Ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte; aber es ist Ein Gott, der da wirket alles in allen. In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nutzen. Einem wird gegeben durch den 10. Sonntag nach Trinitatis. 173 Geist, zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben, zu reden von der Erkenntnis, nach demselbigen Geist; einem andern der Glaube, in demselbigen Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen, in demselbigen Geist; einem andern, Wunder zu tun: einem andern Weissagung; einem andern, Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Sprachen; einem andern, die Sprachen auszulegen. Dies aber alles wirket derselbige einige Geist und teilet einem jeglichen seines zu, nachdem er will. Denn gleichwie Ein Leib ist und hat doch viel Glieder; alle Glieder aber Eines Leibes, wie⸗ wohl ihrer viel sind, sind sie doch Ein Leib: also auch Christus. Evangelium. Luc. 19. 41—48.(Der Herr weint über Jerusalem.) Und als er nahe hinzu kam, sahe er die Stadt an und weinete über sie und sprach: Wenn du es wüßtest, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet. Aber nun ists vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern und an allen Orten ängsten und werden dich schleifen und keinen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht erkannt hast die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften, und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus; ihr aber habts gemacht zur Mördergrube. Und lehrete täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Vor— nehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten. Und fanden nicht, wie sie ihm tun sollten; denn alles Volk hing ihm an und hörete ihn. Epistolische Lektion. Apgsch. 20, 17—38.(Sch befehle euch Gott und dem Wort seiner Gnade.) Aber von Miletus sandte er gen Ephesus und ließ fordern die Altesten von der Gemeine. Als aber die zu ihm kamen, sprach er zu ihnen: Ihr wisset von dem ersten Tage an, da ich bin in Asiam kommen, wie ich allezeit bin bei euch gewesen und dem Herrn gedienet mit aller Demut und mit viel Tränen und Anfechtungen, die mir sind widerfahren von den Juden, so mir nachstelleten; wie ich nichts verhalten habe, das da nützlich ist, daß ich euch nicht ver⸗ kündiget hätte und euch gelehret öffentlich und sonderlich; und habe bezeuget beide den Juden und Griechen die Buße zu Gott und den Glauben an unsern Herrn Jesum Christum. Und nun siehe, ich, im Geist gebunden, fahre hin gen Jerusalem, weiß nicht, was mir daselbst begegnen wird, ohne, daß der heilige Geist in allen Städten bezeuget und spricht: Bande und Trübsal warten mein daselbst. 17⁴ 10. Sonntag nach Trinitatis. Aber ich achte der keines, ich halte mein Leben auch nicht selbst teuer, auf daß ich vollende meinen Lauf mit Freuden und das Amt, das ich empfangen habe von dem Herrn Jesu, zu bezeugen das Evan⸗ gelium von der Gnade Gottes. Und nun siehe, ich weiß, daß ihr mein Angesicht nicht mehr sehen werdet, alle die, durch welche ich gezogen bin und geprediget habe das Reich Gottes. Darum zeuge ich euch an diesem heutigen Tage, daß ich rein bin von aller Blut; denn ich habe euch nichts verhalten, daß ich nicht verkündiget hätte alle den Rat Gottes. So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, unter welche euch der heilige Geist gesetzet hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeine Gottes, welche er durch sein eigen Blut erworben hat. Denn das weiß ich, daß nach meinem Abschied werden unter euch kommen greuliche Wölfe, die der Herde nicht verschonen werden. Auch aus euch selbst werden aufstehen Männer, die da verkehrte Lehren reden, die Jünger an sich zu ziehen. Darum seid wacker und denket daran, daß ich nicht abgelassen habe drei Jahr, Tag und Nacht einen jeglichen mit Tränen zu vermahnen. Und nun, lieben Brüder, ich befehle euch Gott und dem Wort seiner Gnade, der da mächtig ist, euch zu erbauen und zu geben das Erbe unter allen, die geheiliget werden. Ich habe euer keines Silber noch Gold noch Kleid begehrt. Denn ihr wisset selber, daß mir diese Hände zu meiner Notdurft und derer, die mit mir gewesen sind, gedienet haben. Ich habe es euch alles gezeiget, daß man also arbeiten müsse und die Schwachen aufnehmen und gedenken an das Wort des Herrn Jesu, das er gesagt hat: Geben ist seliger, denn nehmen. Und als er solches gesagt, knieete er nieder und betete mit ihnen allen. Es ward aber viel Weinens unter ihnen allen, und fielen Paulo um den Hals und küsseten ihn, am allermeisten betrübt über dem Wort, das er sagte, sie würden sein Angesicht nicht mehr sehen. Und geleiteten ihn in das Schiff. Evangelische Lektion. Luc. 12, 49—56.(Wie prüfet ihr diese Zeit nicht?) Ich bin kommen, daß ich ein Feuer anzünde auf Erden; was wollt ich lieber, denn es brennete schon! Aber ich muß mich zuvor taufen lassen mit einer Taufe; und wie ist mir so bange, bis sie vollendet werde! Meinet ihr, daß ich herkommen bin, Friede zu bringen auf Erden? Ich sage nein, sondern Zwietracht. Denn von nun an werden fünf in einem Hause uneins sein, drei wider zwei, und zwei wider drei. Es wird sein der Vater wider den Sohn und der Sohn wider den Vater, die Mutter wider die Tochter und die Tochter wider die Mutter, die Schwieger wider die Schnur und die Schnur wider die Schwieger. Er sprach aber zu dem Volk: Wenn ihr eine Wolke sehet aufgehen vom Abend, so sprecht ihr bald, es kommt ein Regen; und es geschiehet also. Und wenn ihr sehet den Südwind wehen, so sprecht ihr, es wird heiß werden; und es ge kõ 10. Sonntag nach Trinitatis. geschiehet also. Ihr Heuchler, die Gestalt der Erde und des Himmels könnt ihr prüfen; wie prüfet ihr aber diese Zeit nicht? Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Zerem. 7. 1—15.(Sch rufe euch, und ihr wollet nicht antworten.) Dies ist das Wort, welches geschah zu SJeremia vom Herrn, und sprach: Tritt ins Tor im Hause des Herrn und predige daselbst dies Wort und sprich: Höret des Herrn Wort, ihr alle von Juda, die ihr zu diesen Toren eingehet, den Herrn anzubeten. So spricht der Herr Zebaoth, der Gott Israel: Bessert euer Leben und Wesen, so will ich bei euch wohnen an diesem Ort. Verlasset euch nicht auf die Lügen, wenn sie sagen: Hie ist des Herrn Tempel, hie ist des Herrn Tempel, hie ist des Herrn Tempel! Sondern bessert euer Leben und Wesen, daß ihr recht tut einer gegen den andern, und den Fremdlingen, Waisen und Witwen keine Gewalt tut und nicht unschuldig Blut vergießet an diesem Ort, und folget nicht nach andern Göttern zu eurem eigenen Schaden; so will ich immer und ewiglich bei euch wohnen an diesem Ort, im Lande, das ich euren Vätern gegeben habe. Aber nun verlasset ihr euch auf Lügen, die kein nütze sind. Daneben seid ihr Diebe, Mörder, Ehebrecher und Mein⸗ eidige und räuchert dem Baal und folget fremden Göttern nach, die ihr nicht kennet. Darnach kommt ihr denn und tretet vor mich in diesem Hause, das nach meinem Namen genannt ist, und sprechet: Es hat keine Not mit uns, weil wir solche Greuel tun. Haltet ihr denn dies Haus, das nach meinem Namen genannt ist, für eine Mördergrube? Siehe, ich sehe es wohl, spricht der Herr. Gehet hin an meinen Ort zu Silo, da vorhin mein Name gewohnet hat, und schauet, was ich daselbst getan habe um der Bosheit willen meines Volls Israel. Weil ihr denn alle solche Stücke treibet, spricht der Herr, und ich stets euch predigen lasse, und ihr wollt nicht hören, ich rufe euch, und ihr wollt nicht antworten: so will ich dem Hause, das nach meinem Namen genannt ist, darauf ihr euch verlasset, und dem Ort, den ich euren Vätern gegeben habe, eben tun, wie ich Silo getan habe. Und will euch von meinem Angesicht wegwerfen, wie ich weggeworfen habe alle eure Brüder, den ganzen Samen Ephraim. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 14, 8—20.(Vergötterung und. Steinigung des Apostels.) Und es war ein Mann zu Lystra, der mußte sitzen; denn er hatte böse Füße und war lahm von Mutterleibe, der noch nie gewandelt hatte. Der hörete Paulum reden. Und als er ihn ansahe und merkte, daß er glaubte, ihm möchte geholfen werden, sprach er mit lauter Stimme: Stehe aufrichtig auf deine Füße. Und er sprang auf und wandelte. Da aber das Volk sahe, was Paulus 170 11. Sonntag nach Trinitatis. getan hatte, huben sie ihre Stimme auf und sprachen auf Lycaonisch: Die Götter sind den Menschen gleich worden und zu uns hernieder kommen. Und nenneten Barnabam Jupiter und Paulum Mercurius, dieweil er das Wort führete. Der Priester aber Jupiters, der vor ihrer Stadt war, brachte Ochsen und Kränze vor das Tor und wollte opfern samt dem Volk. Da das die Apostel Barnabas und Paulus höreten, zerrissen sie ihre Kleider und sprangen unter das Bolk, schrieen und sprachen: Ihr Männer, was machet ihr da? Wir sind auch sterbliche Menschen, gleichwie ihr, und predigen euch das Evangelium, daß ihr euch bekehren sollt von diesen falschen zu dem lebendigen Gott, welcher gemacht hat Himmel und Erde und das Meer und alles, was drinnen ist, der in vergangenen Zeiten hat lassen alle Heiden wandeln ihre eigenen Wege; und zwar hat er sich selbst nicht unbezeuget gelassen, hat uns viel Gutes getan und vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, unsere Herzen erfüllet mit Speise und Freuden. Und da sie das sagten, stilleten sie kaum das Volk, daß sie ihnen nicht opferten. Es kamen aber dahin ZJuden von Antiochia und Iconien und überredeten das Bollk und steinigten Paulum und schleiften ihn zur Stadt hinaus; meineten, er wäre gestorben. Da ihn aber die Jünger umringeten, stund er auf und ging in die Stadt. Und auf den andern Tag ging er aus mit Barnaba gen Derben. 11. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. 1. Kor. 15, 1—10.(Richt ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist.) Ich erinnere euch aber, lieben Brüder, des Evangelü, das ich euch verkündiget habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet, durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch verkündiget habe, so ihrs behalten habt, es wäre denn, daß ihrs umsonst geglaubet hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsere Sünden, nach der Schrift: und daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten Tage, nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen; darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünfhundert Brüdern auf einmal, deren noch viel leben, etliche aber sind ent⸗ schlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jacobo, darnach von allen Aposteln; am letzten nach allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, als der ich nicht wert bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeine Gottes verfolget habe. Aber von Gottes Gnaden bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen; sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. müs 11. Sonntag nach Trinitatis. 177 Evangelium. Luc. 18, 9—14.(Pharisäer und Zöllner.) Er sagte aber zu etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die andern, ein solch Gleichnis: Es gingen zween Menschen hinauf in den Tempel, zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stund und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner; ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, das ich habe. Und der Zöllner stund von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertiget in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget der wird erhöhet werden. Epistolische Lektion. I. Tim. 6, 6—12.(Großer Gewinn.) Cs ist aber ein großer Gewinn, wer gottselig ist und lässet ihm genügen. Denn wir haben nichts in die Welt gebracht: darum offenbar ist, wir werden auch nichts hinausbringen. Wenn wir aber Nahrung und Kleider haben, so lasset uns begnügen. Denn die da reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Stricke und viel törichter und schädlicher Lüste, welche versenken die Menschen ins Ver⸗ derben und Verdammnis. Denn Geiz ist eine Wurzel alles Abels, welches hat etliche gelüstet, und sind vom Glauben irre gegangen und machen ihnen selbst viel Schmerzen. Aber, du Gottesmensch, fleuch solches; jage aber nach der Gerechtigkeit, der Gottseligkeit, dem Glauben, der Liebe, der Geduld, der Sanftmut; kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, dazu du auch berufen bist und bekannt hast ein gut Bekenntnis vor vielen Zeugen. Evangelische Lektion. Marci 12, 41—44.(Das Scherflein der Witwe.) Und Zesus setzte sich gegen den Gotteskasten und schauete, wie das Volk Geld einlegte in den Gotteskasten. Und viel Reiche legten viel ein. Und es kam eine arme Witwe und legte zwei Scherflein ein; die machen einen Heller. Und er rief seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, diese arme Witwe hat mehr in den Gotteskasten gelegt, denn alle, die eingelegt haben. Denn sie haben alle von ihrem Ubrigen eingelegt; diese aber hat von ihrer Armut alles, was sie hatte, ihre ganze Nahrung, eingelegt. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Daniel 9, 8—19.(Auf deine große Barmherzigkeit.) Ja, Herr, wir, unsere Könige, unsere Fürsten und unsere Väter müssen uns schämen, daß wir uns an dir versündiget haben. Dein 178 11. Sonntag nach Trinitatis. aber, Herr, unser Gott, ist die Barmherzigkeit und Vergebung. Denn wir sind abtrünnig worden und gehorchten nicht der Stimme des Herrn, unsers Gottes, daß wir gewandelt hätten in seinem Gesetz, welches er uns vorlegte durch seine Knechte, die Propheten; sondern das ganze Israel übertrat dein Gesetz und wichen ab, daß sie deiner Stimme nicht gehorchten. Daher trifft uns auch der Fluch und Schwur, der geschrieben stehet im Gesetz Mose, des Knechtes Gottes, daß wir an ihm gesündiget haben. Und er hat seine Worte gehalten, die er geredet hat wider uns und unsere Richter, die uns richten sollten, daß er solch groß Unglück über uns hat gehen lassen, daß desgleichen unter allem Himmel nicht geschehen ist, wie über Jerusalem geschehen ist. Gleichwie es geschrieben stehet im Gesetz Mose, so ist alle dies große Unglück über uns gegangen. So beteten wir auch nicht vor dem Herrn, unserm Gott, daß wir uns von den Sünden bekehreten und deine Wahrheit vernähmen. Darum ist der Herr auch wacker gewesen mit diesem Unglüch und hat es über uns gehen lassen. Denn der Herr, unser Gott, ist gerecht in allen seinen Werken, die er tut; denn wir gehorchten seiner Stimme nicht. Und nun, Herr, unser Gott, der du dein Volk aus Agyptenland geführet hast mit starker Hand und hast dir einen Namen gemacht, wie er jetzt ist, wir haben ja gesündiget und sind leider gottlos gewesen. Ach Herr, um aller deiner Gerechtigkeit willen wende ab deinen Zorn und Grimm von deiner Stadt Zerusalem und deinem heiligen Berge. Denn um unserer Sünde willen und um unserer Bäter Missetat willen trägt Jerusalem und dein Volk Schmach bei allen, die um uns her sind. Und nun, unser Gott, höre das Gebet deines Knechts und sein Flehen und siehe gnädiglich an dein Heiligtum, das verstöret ist, um des Herrn willen. Neige deine Ohren, mein Gott, und höre, tue deine Augen auf und siehe, wie wir verstöret sind, und die Stadt, die nach deinem Namen genannt ist. Denn wir liegen vor dir mit unserm Gebet, nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit. Ach Herr, höre, ach Herr, sei gnädig, ach Herr, merke auf und tue es und verzeuch nicht, um dein selbst willen, mein Gott; denn deine Stadt und dein Volk ist nach deinem Namen genannt. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 15, 4 22.(Der Herzenskündiger zeugete über sie.) Da sie aber darkamen gen Jerusalem, wurden sie empfangen von der Gemeine und von den Aposteln und von den Altesten. Und sie verkündigten, wie viel Gott mit ihnen getan hatte. Da traten auf etliche von der Pharisäer Sekte, die gläubig waren worden, und sprachen: Man muß sie beschneiden und gebieten, zu halten das Gesetz Mosis. Aber die Apostel und die Altesten kamen zu⸗ sammen, diese Rede zu besehen. Da man sich aber lange gezanket hatte, stund Petrus auf und sprach zu ihnen: Ihr Männer, lieben 12. Sonntag nach Trinitatis. 179 Brüder, ihr wisset, daß Gott lang vor dieser Zeit unter uns erwählet hat, daß durch meinen Mund die Heiden das Wort des Evangelii höreten und glaubeten. Und Gott, der Herzenshündiger, zeugete über sie und gab ihnen den heiligen Geist, gleichwie auch uns. Und machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen und reinigte ihre Herzen durch den Glauben. Was versucht ihr denn nun Gott mit Auflegen des Jochs auf der Jünger Hälse, welches weder unsere Väter noch wir haben mögen tragen? Sondern wir glauben durch die Gnade des Herrn Jesu Christi selig zu werden, gleicherweise wie auch sie. Da schwieg die ganze Menge stille und höreten zu Paulo und Barnaba, die da erzähleten, wie große Zeichen und Wunder Gott durch sie getan hatte unter den Heiden. Darnach, als sie geschwiegen hatten, antwortete Jakobus und sprach: Ihr Männer, lieben Brüder, höret mir zu. Simon hat erzählt, wie aufs erste Gott heimgesucht hat und angenommen ein Volk aus den Heiden zu seinem Namen. Und da stimmen mit der Propheten Reden, als geschrieben stehet: Darnach will ich wieder kommen und will wieder bauen die Hütte Davids, die zerfallen ist, und ihre Lücken will ich wieder bauen und will sie aufrichten; auf daß, was übrig ist von Menschen, nach dem Herrn frage, dazu alle Heiden, über welche mein Name genennet ist, spricht der Herr, der das alles tut. Gott sind alle seine Werke bewußt von der Welt her. Darum beschließe ich. daß man denen, so aus den Heiden zu Gott sich bekehren, nicht Unruhe mache; sondern schreibe ihnen, daß sie sich enthalten von Unsauberkeit der Abgötter und von Hurerei und vom Erstichten und vom Blut. Denn Moses hat von langen Zeiten her in allen Städten, die ihn predigen, und wird alle Sabbatertage in den Schulen gelesen. Und es däuchte gut die Apostel und Altesten samt der ganzen Gemeine, aus ihnen Männer zu erwählen und zu senden gen Antiochiam mit Paulo und Barnaba, nämlich Judam, mit dem Zunamen Barsabas, und Silan, welche Männer Lehrer waren unter den Brüdern. 12. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. 2. Kor. 3. 4—-9.(Das Amt des Geistes.) Ein solch Bertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns selber, sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott. Welcher auch uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testa⸗ ments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buch⸗ stabe tötet; aber der Geist macht lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tötet und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also, daß die Kinder Israel nicht konnten ansehen das An⸗ gesicht Mosis um der Klarheit willen seines Angesichtes, die doch 12* 18⁰ 12. Sonntag nach Trinitatis. aufhöret: wie sollte nicht viel mehr das Amt, das den Geist gibt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Verdammnis prediget, Klarheit hat; viel mehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit prediget, überschwengliche Klarheit. Evangelium. Marei 7, 31—37.(Hephatal) Und da er wieder ausging von den Grenzen Tyri und Sidon, kam er an das galiläische Meer, mitten unter die Grenze der zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volk besonders und legte ihm die Finger in die Ohren und spützete und rührete seine Zunge. Und sahe auf gen Himmel, seufzete und sprach zu ihm: Hephata, das ist, tu dich auf! Und alsbald taten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten. Und verwunderten sich über die Maße und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprach⸗ losen redend. 0. Epistolische Lektion. Jah. 3.(Heiligung der Zunge.) Lieben Brüder, unterwinde sich nicht jedermann, Lehrer zu sein; und wisset, daß wir desto mehr Urteil empfahen werden. Denn wir fehlen alle mannigfaltiglich. Wer aber auch in keinem Wort fehlet, der ist ein vollljßommener Mann und kann auch den ganzen Leib im Zaum halten. Siehe, die Pferde halten wir in Zäumen, daß sie uns gehorchen, und lenken den ganzen Leib. Siehe, die Schiffe ob sie wohl so groß sind und von starken Winden getrieben werden, werden sie doch gelenkt mit einem kleinen Ruder, wo der hin will, der es regieret. Also ist auch die Zunge ein klein Glied und richtet große Dinge an. Siehe, ein klein Feuer, welch einen Wald zündets an! Und die Zunge ist auch ein Feuer, eine Welt voll Ungerechtig⸗ keit. Also ist die Zunge unter unsern Gliedern und beflecht den ganzen Leib und zündet an allen unsern Wandel, wenn sie von der Hölle entzündet ist. Denn alle Natur der Tiere und der Vögel und der Schlangen und der Meerwunder werden gezähmet und sind gezähmet von der menschlichen Natur; aber die Zunge kann kein Mensch zähmen, das unruhige Ubel, voll tödlichen Gifts. Durch sie loben wir Gott den Vater und durch sie fluchen wir den Menschen, nach dem Bilde Gottes gemacht. Aus Einem Munde gehet Loben und Fluchen. Es soll nicht, lieben Brüder, also sein. Quillet auch ein Brunnen aus Einem Loche süße und bitter? Kann auch, lieben Brüder, ein Feigenbaum Ol oder ein Weinstock Feigen tragen? Also kann auch ein Brunnen nicht salzig und süße Wasser geben. Wer ist weise und hlug unter euch? Der erzeige mit seinem . F. n.* FE* — Ii n ern. 12. Sonntag nach Trinitatis. 181 guten Wandel seine Werke in der Sanftmut und Weisheit. Habt ihr aber bittern Neid und Zank in eurem Herzen, so rühmet euch nicht und lüget nicht wider die Wahrheit. Denn das ist nicht die Weis⸗ heit, die von oben herab kommt, sondern irdisch, menschlich und teufelisch. Denn wo Neid und Zank ist, da ist Unordnung und eitel böse Ding. Die Weisheit aber von oben her ist aufs erste keusch, darnach friedsam, gelinde, lässet ihr sagen, voll Barmherzig⸗ keit und guter Früchte, unparteiisch, ohn Heuchelei. Die Frucht aber der Gerechtigkeit wird gesäet im Frieden denen, die den Frieden halten. Evangelische Lektion. Joh. 8, 37—45.(Shr könnet mein Wort nicht hören.) Ich weiß wohl, daß ihr Abrahams Samen seid; aber ihr suchet mich zu töten; denn meine Rede fähet nicht unter euch. Ich rede, was ich von meinem Vater gesehen habe; so tut ihr, was ihr von eurem Vater gesehen habt. Sie antworteten und sprachen zu ihm: Abraham ist unser Bater. Spricht Jesus zu ihnen: Wenn ihr Abrahams Kinder wäret, so tätet ihr Abrahams Werke. Nun aber suchet ihr mich zu töten, einen solchen Menschen, der ich euch die Wahrheit gesagt habe, die ich von Gott gehöret habe; das hat Abraham nicht getan. Ihr tut eures Vaters Werke. Da sprachen sie zu ihm: Wir sind nicht unehelich geboren; wir haben Einen VBater, Gott. ZJesus sprach zu ihnen: Wäre Gott euer Vater, so liebetet ihr mich; denn ich bin ausgegangen und komme von Gott; denn ich bin nicht von mir selber kommen, sondern er hat mich gesandt. Warum hennet ihr denn meine Sprache nicht? denn ihr könnt ja mein Wort nicht hören. Ihr seid von dem Vater, dem Teufel, und nach eures Vaters Lust wollt ihr tun. Derselbige ist ein Mörder von Anfang und ist nicht bestanden in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lügen redet, so redet er von seinem Eigenen; denn er ist ein Lügner und ein Bater derselbigen. Ich aber, weil ich die Wahrheit sage, so glaubet ihr mir nicht. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 62.(Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft.) Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft. Denn er ist mein Hort, meine Hülfe, mein Schutz, daß mich kein Fall stürzen wird, wie groß er ist. Wie lange stellet ihr alle Einem nach, daß ihr ihn erwürget, als eine hangende Wand und zerrissene Mauer? Sie denken nur, wie sie ihn dämpfen, fleißigen sich der Lüge, geben gute Worte, aber im Herzen fluchen sie. Sela. Aber meine Seele harret nur auf Gott; denn er ist meine Hoffnung. Er ist mein Hort, meine Hülfe und mein Schutz, daß ich nicht fallen werde. Bei Gott ist mein Heil, meine Ehre, der Fels meiner Stärke; meine 182 13. Sonntag nach Trinitatis. Zuversicht ist auf Gott. Hoffet auf ihn allezeit, lieben Leute, schüttet euer Herz vor ihm aus; Gott ist unsere Zuversicht. Sela. Aber Menschen sind doch ja nichts, große Leute fehlen auch; sie wägen weniger, denn nichts, so viel ihrer ist. Verlasset euch nicht auf Un⸗ recht und Frevel, haltet euch nicht zu solchem, das nichts ist; fällt euch Reichtum zu, so hänget das Herz nicht dran. Gott hat Ein Wort geredet, das habe ich etlichemal gehöret, daß Gott allein mächtig ist. Und du, Herr, bist gnädig und bezahlest einem jeglichen, wie ers verdienet. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 16, 9—15.(Der Herr tat ihr das Herz auf.) Und Paulo erschien ein Gesichte bei der Nacht; das war ein Mann aus Macedonien, der stund und bat ihn und sprach: Komm hernieder in Macedonien und hilf uns. Als er aber das Gesichte gesehen hatte, da trachteten wir alsbald zu reisen in Macedonien, gewiß, daß uns der Herr dahin berufen hätte, ihnen das Evangelium zu predigen. Da fuhren wir aus von Troas, und stracks Laufs kamen wir gen Samothracien, des andern Tags gen Neapolis und von dannen gen Philippen, welches ist die Hauptstadt des Landes Maeedonien und eine Freistadt. Wir hatten aber in dieser Stadt unser Wesen etliche Tage. Des Tages der Sabbater gingen wir hinaus vor die Stadt an das Wasser, da man pflegte zu beten, und setzten uns und redeten zu den Weibern, die da zusammen kamen. Und ein gottesfürchtig Weib, mit Namen Lydia, eine Purpurkrämerin, aus der Stadt der Thyatirer, hörete zu; welcher tat der Herr das Herz auf, daß sie darauf acht hatte, was von Paulo geredet ward. Als sie aber und ihr Haus getauft ward, ermahnete sie uns und sprach: So ihr mich achtet, daß ich gläubig bin an den Herrn, so kommet in mein Haus und bleibet allda. Und sie zwang uns. 13. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Gal. 3, 13—22.(Das Gesetz kann nicht lebendig machen.) Christus aber hat uns erlöset von dem Fluch des Gesetzes, da er ward ein Fluch für uns(denn es stehet geschrieben: Verflucht sei jedermann, der am Holz hänget), auf daß der Segen Abrahams unter die Heiden käme in Christo Jesu, und wir also den ver⸗ heißenen Geist empfingen durch den Glauben. Lieben Brüder, ich will nach menschlicher Weise reden: Verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätiget ist, und tut auch nichts dazu. Nun ist je die Verheißung Abraham und seinem Samen zugesagt. Er spricht nicht: durch die Samen, als durch viele, sondern als durch Einen, durch deinen Samen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon, das Testament, das von Gott 13. Sonntag nach Trinitatis. 183 zuvor bestätiget ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung sollte durchs Gesetz aufhören, welches gegeben ist über vier hundert und dreißig Jahre hernach. Denn so das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben; Gott aber hat es Abraham durch Verheißung frei geschenht. Was soll denn das Gesetz? Es ist dazu kommen um der Sünde willen, bis der Same käme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellet von den Engeln durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines Einigen Mittler; Gott aber ist einig. Wie? Ist denn das Gesetz wider Gottes Verheißungen? Das sei ferne! Wenn aber ein Gesetz gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so käme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gesetze. Aber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheißung käme durch den Glauben an Jesum Christum, ge⸗ geben denen, die da glauben. Evangelium. Luc. 10. 23— 42.(Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet.) Und er wandte sich zu seinen Jüngern und sprach insonderheit: Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Biel Propheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und habens nicht gesehen, und hören, das ihr höret, und habens nicht gehöret. Und siehe, da stund ein Schriftgelehrter auf, ver— suchte ihn und sprach: Meister, was muß ich tun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz ge⸗ schrieben? wie liesest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Zericho und fiel unter die Mörder: die zogen ihn aus und schlugen ihn und gingen davon und ließen ihn halb tot liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinab zog; und da er ihn sahe, ging er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Levit, da er kam bei die Stätte und sahe ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reisete und kam dahin; und da er ihn sahe, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden und goß drein Ol und Wein und hub ihn auf sein Tier und führete ihn in die Herberge und pflegete sein. Des andern Tages reisete er und zog heraus zween Groschen und gab sie dem Wirt und sprach zu ihm: Pflege sein; und so du was mehr wirst dartun, will ich dirs bezahlen, wenn ich wieder komme. Welcher dünket dich, der unter diesen dreien der Nächste sei gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an 18⁴ 13. Sonntag nach Trinitatis. ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und tue desgleichen. Es begab sich aber, da sie wandelten, ging er in einen Markt. Da war ein Weib, mit Namen Martha, die nahm ihn auf in ihr Haus. Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria: die setzte sich zu Zesu Füßen und hörete seiner Rede zu. Martha aber machte sich viel zu schaffen, ihm zu dienen. Und sie trat hinzu und sprach: Herr, fraͤgst du nicht darnach, daß mich meine Schwester lässet allein dienen? Sage ihr doch, daß sie es auch angreife. Jesus aber antwortete und sprach zu ihr: Martha, Martha, du hast viel Sorge und Mühe, Eines aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählet; das soll nicht von ihr genommen werden. Epistolische Lektion. 1. Petri 2,. 1—10.(Das auserwählte Geschlecht.) So leget nun ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und alles Afterreden; und seid begierig nach der ver— nünftigen lautern Milch, als die jetzt gebornen Kindlein, auf daß ihr durch dieselbige zunehmet; so ihr anders geschmechet habt, daß der Herr freundlich ist, zu welchem ihr kommen seid als zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen, aber bei Gott ist er auserwählet und köstlich. Und auch ihr, als die lebendigen Steine, bauet euch zum geistlichen Hause und zum heiligen Priester⸗ tum, zu opfern geistliche Opfer, die Gott angenehm sind durch Jesum Christum. Darum stehet in der Schrift: Siehe da, ich lege einen auserwählten köstlichen Echstein in Zion; und wer an ihn glaubet, der soll nicht zu schanden werden. Euch nun, die ihr glaubet, ist er höstlich; den Ungläubigen aber ist der Stein, den die Bauleute ver⸗ worfen haben und zum Eckstein worden ist, ein Stein des Anstoßens und ein Fels der ÄArgernis; die sich stoßen an dem Wort und glauben nicht daran, darauf sie gesetzt sind. Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, das königliche Priestertum, das heilige Voll, das Volk des Eigentums, daß ihr verkündigen sollt die Tugenden des, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunder— baren Licht; die ihr weiland nicht ein Volk waret, nun aber Gottes Voll seid, und weiland nicht in Gnaden waret, nun aber in Gnaden seid. Evangelische Lektion. Joh. 9, 24—41.(Die Blinden werden sehend, und die Sehenden werden blind.) Da riefen sie zum andern Mal dem Menschen, der blind gewesen war, und sprachen zu ihm: Gib Gott die Ehre; wir wissen, daß dieser Mensch ein Sünder ist. Er antwortete und sprach: Ist er ein Sünder, das weiß ich nicht;: Eines weiß ich wohl, daß ich blind war und bin nun sehend. Da sprachen sie wieder zu ihm: Was tat er dir? wie tat er deine Augen auf? Er antwortete ihnen: Ich habs euch jetzt gesagt, habt ihrs nicht gehöret? was wollt ihrs 13. Sonntag nach Trinitatis. abermal hören? wollt ihr auch seine Jünger werden? Da fluchten sie ihm und sprachen: Du bist sein Jünger; wir aber sind Mosis Zünger. Wir wissen, daß Gott mit Mose geredet hat; diesen aber wissen wir nicht, von wannen er ist. Der Mensch antwortete und sprach zu ihnen: Das ist ein wunderlich Ding, daß ihr nicht wisset, von wannen er sei; und er hat meine Augen aufgetan. Wir wifsfen aber, daß Gott die Sünder nicht höret, sondern so jemand gottes⸗ fürchtig ist und tut seinen Willen, den höret er. Von der Welt an ists nicht erhöret, daß jemand einem gebornen Blinden die Augen aufgetan habe. Wäre dieser nicht von Gott, er könnte nichts tun. Sie antworteten und sprachen zu ihm: Du bist ganz in Sünden geboren und lehrest uns? Und stießen ihn hinaus. Es kam vor Jesum, daß sie ihn ausgestoßen hatten. Und da er ihn fand, sprach er zu ihm: Glaubest du an den Sohn Gottes? Er antwortete und sprach: Herr. welcher ists, auf daß ich an ihn glaube? Jesus sprach zu ihm: Du hast ihn gesehen, und der mit dir redet, der ists. Er aber sprach: Herr, ich glaube; und betete ihn an. Und Jesus sprach: Ich bin zum Gerichte auf diese Welt kommen, auf daß, die da nicht sehen, sehend werden, und die da sehen, blind werden. Und solches höreten etliche der Pharisäer, die bei ihm waren, und sprachen zu ihm: Sind wir denn auch blind? Zesus sprach zu ihnen: Wäret ihr blind, so hättet ihr keine Sünde; nun ihr aber sprechet, wir sind sehend, bleibet eure Sünde. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Sprüche Salom. 4, 4—27.(Ich will dich den Weg der Weisheit führen.) Und er lehrete mich und sprach: Laß dein Herz meine Worte aufnehmen, halte meine Gebote, so wirst du leben. Nimm an Weisheit, nimm an Verstand; vergiß nicht und weiche nicht von der Rede meines Mundes. Verlaß sie nicht, so wird sie dich behalten; liebe sie, so wird sie dich behüten. Denn der Weisheit Anfang ist, wenn man sie gerne höret und die Klugheit lieber hat, denn alle Güter. Achte sie hoch, so wird sie dich erhöhen und wird dich zu Ehren machen, wo du sie herzest. Sie wird dein Haupt schön schmücken und wird dich zieren mit einer hübschen Krone. So höre, mein Kind, und nimm an meine Rede; so werden deiner Jahre viel werden. Ich will dich den Weg der Weisheit führen, ich will dich auf rechter Bahn leiten, daß, wenn du gehest, dein Gang dir nicht sauer werde, und wenn du läufst, daß du dich nicht anstoßest. Fasse die Zucht, laß nicht davon; bewahre sie, denn sie ist dein Leben. Komm nicht auf der Gottlosen Pfad und tritt nicht auf den Weg der Bösen. Laß ihn fahren und gehe nicht drinnen; weiche von ihm und gehe vorüber. Denn sie schlafen nicht, sie haben denn übel getan; und sie ruhen nicht, sie haben denn Schaden getan. Denn sie nähren sich von gottlosem Brot und trinken vom Wein 18 13. Sonntag nach Trinitatis. des Frevels. Aber der Gerechten Pfad glänzet wie ein Licht, das da sortgeht, und leuchtet bis auf den vollen Tag. Der Gottlosen Weg aber ist wie Dunkel, und wissen nicht, wo sie fallen werden. Mein Sohn, merke auf mein Wort und neige dein Ohr zu meiner Rede. Laß sie nicht von deinen Augen fahren, behalte sie in deinem Herzen. Denn sie sind das Leben denen, die sie finden, und gesund ihrem ganzen Leibe. Behüte dein Herz mit allem Fleiß; denn daraus gehet das Leben. Tu von dir den verkehrten Mund und laß das Lästermaul ferne von dir sein. Laß deine Augen stracks vor sich sehen, und deine Augenlider richtig vor dir hinsehen. Laß deinen Fuß gleich vor sich gehen, so gehest du gewiß. Wanhe weder zur Rechten noch zur Linken; wende deinen Fuß vom Bösen. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 18, 1—18.(Rede und schweige nicht.) Darnach schied Paulus von Athen und kam gen Korinth; und fand einen Juden, mit Namen Aquila, der Geburt aus Ponto, welcher war neulich aus Welschland kommen, samt seinem Weibe Priscilla, darum, daß der Kaiser Claudius geboten hatte allen Juden, zu weichen aus Rom. Zu denselbigen ging er ein; und die⸗ weil er gleichen Handwerks war, blieb er bei ihnen und arbeitete; sie waren aber des Handwerks Teppichmacher. Und er lehrete in der Schule auf alle Sabbater und beredete beide, Juden und Griechen. Da aber Silas und Timotheus aus Macedonien kamen, drang Paulum der Geist, zu bezeugen den Juden Jesum, daß er der Christ sei. Da sie aber widerstrebten und lästerten, schüttelte er die Kleider aus und sprach zu ihnen: Euer Blut sei über euer Haupt. Ich gehe von nun an rein zu den Heiden. Und machte sich von dannen und kam in ein Haus eines, mit Namen Just, der gottes⸗ fürchtig war, und desselbigen Haus war zunächst an der Schule. Crispus aber, der Oberste der Schule, glaubte an den Herrn mit seinem ganzen Hause; und viel Korinther, die zuhöreten, wurden gläubig und ließen sich taufen. Es sprach aber der Herr durch ein Gesichte in der Nacht zu Paulo: Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht. Denn ich bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden; denn ich habe ein groß Volk in dieser Stadt. Er saß aber daselbst ein Jahr und sechs Monden und lehrete sie das Wort Gottes. Da aber Gallion Landvogt war in Achaja, empörten sich die Juden einmütiglich wider Paulum und führeten ihn vor den Richtstuhl und sprachen: Dieser überredet die Leute, Gott zu dienen dem Gesetze zuwider. Da aber Paulus wollte den Mund auftun, sprach Gallion zu den Zuden: Wenn es ein Frevel oder Schalkheit wäre, lieben Juden, so hörete ich euch billig; weil es aber eine Frage ist von der Lehre und von den Worten und von dem Gesetze unter euch, so sehet ihr selber zu; ich gedenke darüber nicht Richter zu sein. Und trieb sie von dem Richtstuhl. Da er⸗ ree 2 l — 2 Sn*. — 14. Sonntag nach Trinitatis. 18⁷ griffen alle Griechen Sosthenem, den Obersten der Schule, und schlugen ihn vor dem Richtstuhl; und Gallion nahm sichs nichts an. Paulus aber blieb noch lange daselbst; darnach machte er seinen Abschied mit den Brüdern und wollte in Syrien schiffen, und mit ihm Priseilla und Aquila. Und er beschor sein Haupt zu Kenchrea; denn er hatte ein Gelübde. 14. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Gal. 5, 16—24.(Die Frucht des Geistes.) Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch. Dieselbigen sind wider einander, daß ihr nicht tut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetze. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Janh, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und dergleichen; von welchen ich euch habe zuvor gesagt und sage noch zuvor, daß, die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit. Wider solche ist das Gesetz nicht. Welche aber Christo angehören, die kreuzigen ihr Fleisch samt den Lüsten und Begierden. Evangelium. Luc. 17, 11—19.(Wo sind aber die Neun 7) Und es begab sich, da er reisete gen Jerusalem, zog er mitten durch Samarien und Galiläam. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die stunden von ferne und erhuben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser. Und da er sie sahe, sprach er zu ihnen: Gehet hin und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, da sie hingingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sahe, daß er gesund worden war, kehrete er um und preisete Gott mit lauter Stimme und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen und dankete ihm. Und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein worden? Wo sind aber die Neune 7 Hat sich sonst keiner funden, der wieder umkehrete und gäbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin; dein Glaube hat dir geholfen. Epistolische Lektion. 2. Kor. 4.(Der Schatz in irdenen Gefäßen.) Darum, dieweil wir ein solch Amt haben, nachdem uns Barm⸗ herzigkeit widerfahren ist, so werden wir nicht müde; sondern meiden 188 14. Sonntag nach Trinitatis. auch heimliche Schande und gehen nicht mit Schalkheit um, fälschen auch nicht Gottes Wort, sondern mit Offenbarung der Wahrheit, und beweisen uns wohl gegen aller Menschen Gewissen vor Gott. Ist nun unser Evangelium verdeckt, so ists in denen, die verloren werden, verdeckt, bei welchen der Gott dieser Welt der Ungläubigen Sinn verblendet hat, daß sie nicht sehen das helle Licht des Evangelii von der Klarheit Christi, welcher ist das Ebenbild Gottes. Denn wir predigen nicht uns selbst, sondern Jesum Christ, daß er sei der Herr, wir aber eure Knechte um Jesu willen. Denn Gott, der da hieß das Licht aus der Finsternis hervor leuchten, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben, daß(durch uns) entstünde die Er⸗ leuchtung von der Erkenntnis der Klarheit Gottes in dem Angesichte Jesu Christi. Wir haben aber solchen Schatz in irdischen Gefäßen, auf daß die überschwengliche Kraft sei Gottes und nicht von uns. Wir haben allenthalben Trübsal, aber wir ängsten uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden untergedrückt, aber wir kommen nicht um; und tragen um allezeit das Sterben des Herrn Jesu an unserm Leibe, auf daß auch das Leben des Herrn ZJesu an unserm Leibe offenbar werde. Denn wir, die wir leben, werden immerdar in den Tod gegeben um Zesu willen, auf daß auch das Leben Jesu offenbar werde an unserm sterblichen Fleische. Darum so ist nun der Tod mächtig in uns, aber das Leben in euch. Dieweil wir aber denselbigen Geist des Glaubens haben(nachdem geschrieben stehet: Ich glaube, darum rede ich): so glauben wir auch, darum so reden wir auch und wissen, daß der, so den Herrn Jesum hat auferwecht, wird uns auch auferwecken durch Jesum und wird uns darstellen samt euch. Denn es geschieht alles um euretwillen, auf daß die überschwengliche Gnade durch vieler Danksagen Gott reichlich preise. Darum werden wir nicht müde; sondern ob unser äußerlicher Mensch verweset, so wird doch der innerliche von Tag zu Tag ver⸗ neuert. Denn unsere Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schaffet eine ewige und über alle Maße wichtige Herrlichkeit, uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; aber was unsichtbar ist, das ist ewig. Evangelische Lektion. Matth. 20, 20—28.(Richt sich dienen lassen, sondern dienen.) Da trat zu ihm die Mutter der Kinder Zebedäi mit ihren Söhnen, fiel vor ihm nieder und bat etwas von ihm. Und er sprach zu ihr: Was willst du? Sie sprach zu ihm: Laß diese meine zween Söhne sitzen in deinem Reiche, einen zu deiner Rechten und den andern zu deiner Linken. Aber Jesus antwortete und sprach: Ihr wisset nicht, was ihr bittet. Könnet ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde, und euch taufen lassen mit der Taufe, da ich mit getauft werde? Sie sprachen zu ihm: Ja wohl. Und er sprach zu — 88 32383 7— 23—— r]·— C HEEEOIANEE„4— 14. Sonntag nach Trinitatis. ihnen: Meinen Kelch sollt ihr zwar trinken, und mit der Taufe, da ich mit getauft werde, sollt ihr getauft werden; aber das Sitzen zu meiner Rechten und Linken zu geben, stehet mir nicht zu, sondern denen es bereitet ist von meinem Vater. Da das die Zehn höreten, wurden sie unwillig über die zween Brüder. Aber ZSesus rief sie zu sich und sprach: Ihr wisset, daß die weltlichen Fürsten herrschen, und die Oberherren haben Gewalt. So soll es nicht sein unter euch, sondern, so jemand will unter euch gewaltig sein, der sei euer Diener. Und wer da will der Vornehmste sein, der sei euer Knecht. Gleichwie des Menschen Sohn ist nicht kommen, daß er ihm dienen lasse, sondern daß er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 63, 2—9.(Daß ich dich mit fröhlichem Munde loben sollte.) Gott, du bist mein Gott, frühe wache ich zu dir; es dürstet meine Seele nach dir, mein Fleisch verlanget nach dir, in einem trockenen und dürren Lande, da kein Wasser ist. Daselbst sehe ich nach dir in deinem Heiligtum, wollte gerne schauen deine Macht und Ehre. Denn deine Güte ist besser, denn Leben. Meine Lippen preisen dich. Daselbst wollt ich dich gerne loben mein Lebenlang und meine Hände in deinem Namen aufheben. Das wäre meines Herzens Freud und Wonne, wenn ich dich mit fröhlichem Munde loben sollte. Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich; wenn ich erwache, so rede ich von dir. Denn du bist mein Helfer, und unter dem Schatten deiner Flügel rühme ich. Meine Seele hanget an dir; deine rechte Hand erhält mich. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 21, 3—19.(Des Herrn Wille geschehe.) Als wir aber Cypern ansichtig wurden, ließen wir sie zur linken Hand und schifften in Syrien und kamen an zu Tyro; denn da⸗ selbst sollte das Schiff die Ware niederlegen. Und als wir Jünger sanden, blieben wir daselbst sieben Tage. Die sagten Paulo durch den Geist, er sollte nicht hinauf gen Jerusalem ziehen. Und es geschah, da wir die Tage zugebracht hatten, zogen wir aus und wandelten. Und sie geleiteten uns alle, mit Weibern und Kindern, bis hinaus vor die Stadt und knieeten nieder am Ufer und beteten. Und als wir einander gesegneten, traten wir ins Schiff; jene aber wandten sich wieder zu den Ihren. Wir aber vollzogen die Schiff⸗ fahrt von Tyro und kamen gen Ptolemais und grüßten die Brüder und blieben einen Tag bei ihnen. Des andern Tages zogen wir aus, die wir um Paulo waren, und kamen gen Cäsarien und gingen in das Haus Philippi, des Evangelisten, der einer von den Sieben war, und blieben bei ihn. Derselbige hatte vier Töchter, die waren 19⁰ 15. Sonntag nach Trinitatis. Jungfrauen und weissageten. Und als wir mehr Tage da blieben, reisete herab ein Prophet aus Judäg, mit Namen Agabus, und kam zu uns. Der nahm den Gürtel Pauli und band seine Hände und Füße und sprach: Das saget der heilige Geist: Den Mann, des der Gürtel ist, werden die Juden also binden zu Jerusalem und überantworten in der Heiden Hände. Als wir aber solches höreten, baten wir ihn und die desselbigen Orts waren, daß er nicht hinauf gen Jerusalem zöge. Paulus aber antwortete: Was machet ihr, daß ihr weinet und brechet mir mein Herz? Denn ich bin bereit, nicht allein mich binden zu lassen, sondern auch zu sterben zu Jerusalem, um des Namens willen des Herrn ZJesu. Da er aber sich nicht überreden ließ, schwiegen wir und sprachen: Des Herrn Wille geschehe. Und nach denselbigen Tagen entledigten wir uns und zogen hinauf gen Jerusalem. Es kamen aber mit uns auch etliche Jünger von Cäsarien und führeten uns zu einem, mit Namen Mnason aus Cypern, der ein alter Jünger war, bei dem wir herbergen sollten. Da wir nun gen Jerusalem kamen, nahmen uns die Brüder gerne auf. Des andern Tages aber ging Paulus mit uns ein zu Jacobo, und kamen die Altesten alle dahin. Und als er sie gegrüßet hatte, erzählte er eins nach dem andern, was Gott getan hatte unter den Heiden durch sein Amt. 15. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Gal. 5, 25— 6, 10.(Was der Mensch säet, das wird er ernten.) So wir im Geist leben, so lasset uns auch im Geist wandeln. Lasset uns nicht eitler Ehre geizig sein, unter einander zu entrüsten und zu hassen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehl übereilet würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist, die ihr geistlich seid. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versucht werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. So aber sich jemand lässet dünken, er sei etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein jeglicher aber prüfe sein selbst Werk; und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben und nicht an einem andern. Denn ein jeglicher wird seine Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der teile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Menfsch säet, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten. Wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Lasset uns aber Gutes tun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohn Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. 15. Sonntag nach Trinitatis. , Evangelium. d Matth. 6, 19—34.(Sorget nicht für euer Leben.) e Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, da sie die Motten . und der Rost fressen, und da die Diebe nachgraben und stehlen. n Sammelt euch aber Schätze im Himmel, da sie weder Motten noch Rost fressen, und da die Siebe nicht nachgraben noch stehlen. Denn t wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz. Das Auge ist des Leibes t Licht. Wenn dein Auge einfältig ist, so wird dein ganzer Leib licht . sein. Wenn aber dein Auge ein Schalk ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn aber das Licht, das in dir ist, Finsternis t ist, wie groß wird dann die Finsternis selber sein! Niemand kann . zweien Herren dienen. Entweder er wird einen hassen und den andern lieben; oder wird einem anhangen und den andern ver⸗ 10 achten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum 3 sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken . werdet, auch nicht für euern Leib, was ihr anziehen werdet. Ist e nicht das Leben mehr, denn die Speise? und der Leib mehr, denn „ die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen , nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer r himmlischer Vater nähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr, denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum sorget? Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derselbigen eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also 2N kleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen . wird; sollt er das nicht viel mehr euch tun, o ihr Kleingläubigen? n Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? 1 was werden wir trinken? womit werden wir uns kleiden? Nach . solchem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater h weiß, daß ihr des alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem 8 Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches ei alles zufallen. Darum sorget nicht für den andern Morgen; denn r der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. Epistolische Lektion. 0 2. Kor. 8, 1—15.(Durch seine Armut sind wir reich.) h Ich tue euch kund, lieben Brüder, die Gnade Gottes, die in den n Gemeinen in Maeedonien gegeben ist. Denn ihre Freude war da d überschwenglich, da sie durch viel Trübsal bewähret wurden. Und n wiewohl sie sehr arm waren, haben sie doch reichlich gegeben in 5 aller Einfältigkeit. Denn nach allem Vermögen(das zeuge ich) und über Vermögen waren sie selbst willig und fleheten uns mit vielem 192 15. Sonntag nach Trinitatis. Ermahnen, daß wir aufnähmen die Wohltat und Gemeinschaft der Handreichung, die da geschieht den Heiligen. Und nicht, wie wir hofften, sondern ergaben sich selbst zuerst dem Herrn und darnach uns, durch den Willen Gottes, daß wir mußten Titum ermahnen, auf daß er, wie er zuvor hatte angefangen, also auch unter euch solche Wohltat ausrichtete. Aber gleichwie ihr in allen Stücken reich seid, im Glauben und im Wort und in der Erkenntnis und in allerlei Fleiß und in eurer Liebe zu uns, also schaffet, daß ihr auch in dieser Wohltat reich seid. Nicht sage ich, daß ich etwas gebiete, sondern die⸗ weil aͤndere so fleißig sind, versuche ich auch eure Liebe, ob sie rechter Art sei. Denn ihr wisset die Gnade unsers Herrn Jesu Christi, daß, ob er wohl reich ist, ward er doch arm um euretwillen, auf daß ihr durch seine Armut reich würdet. Und mein Wohlmeinen hierinnen gebe ich. Denn solches ist euch nützlich, die ihr angefangen habt vor dem Jahre her nicht allein das Tun, sondern auch das Wollen. Nun aber vollbringet auch das Tun, auf daß, gleichwie da ist ein geneigt Gemüte zu wollen, so sei auch da ein geneigt Gemüte zu tun, von dem, das ihr habt. Denn so einer willig ist, so ist er angenehm, nach dem er hat, nicht, nach dem er nicht hat. Nicht geschiehet das der Meinung, daß die andern Ruhe haben, und ihr Trübsal, sondern daß es gleich sei. So diene euer Uberfluß ihrem Mangel diese(teure) Zeit lang, auf daß auch ihr Uberschwang hernach diene eurem Mangel, und geschehe, das gleich ist. Wie geschrieben stehet: Der viel sammelte, hatte nicht Uberfluß; und der wenig sammelte, hatte nicht Mangel. Evangelische Lektion. Luc. 12, 15—23.(Der reiche Narr.) Und sprach zu ihnen: Sehet zu und hütet euch vor dem Geiz; denn niemand lebet davon, daß er viel Güter hat. Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Es war ein reicher Mensch, des Feld hatte wohl getragen. Und er gedachte bei ihm selbst und sprach: Was soll ich tun? ich habe nicht, da ich meine Früchte hinsammle. Und sprach: Das will ich tun; ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen und will drein sammeln alles, was mir gewachsen ist und meine Güter. Und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat auf viel Jahre; habe nun Ruhe, iß, trink und habe guten Mut. Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr, diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wes wirds sein, daß du bereitet hast? Also gehet es, wer ihm Schätze sammelt und ist nicht reich in Gott. Er sprach aber zu seinen Jüngern: Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen sollet; auch nicht für euren Leib, was ihr antun sollet. Das Leben ist mehr denn die Speise, und der Leib mehr denn die Kleidung. i35• gte des nd hte len as ier 425 ich dir es, ich ür ihr eib 15. Sonntag nach Trinitatis. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 1. Könige 17, 1—16.(Sch habe den Raben geboten, daß sie dich versorgen.) Und es sprach Elia, der Thisbiter, aus den Bürgern Gileads, zu Ahab: So wahr der Herr, der Gott Israels, lebet, vor dem ich stehe, es soll diese Zahre weder Tau noch Regen kommen, ich sage es denn. Und das Wort des Herrn kam zu ihm und sprach: Gehe weg von hinnen und wende dich gegen Morgen und verbirg dich am Bach Crith, der gegen den Jordan fleußt; und sollst vom Bach trinken; und ich habe den Raben geboten, daß sie dich daselbst sollen versorgen. Er aber ging hin und tat nach dem Wort des Herrn und ging weg und setzte sich am Bach Crith, der gegen den Jordan fleußt. Und die Raben brachten ihm Brot und Fleisch des Morgens und des Abends und er trank des Bachs. Und es ge⸗ schah nach etlichen Tagen, daß der Bach vertrocknete; denn es war kein Regen im Lande. Da kam das Wort des Herrn zu ihm und sprach: Mache dich auf und gehe gen Zarpath, welche bei Zidon liegt, und bleibe daselbst: denn ich habe daselbst einer Witwe ge⸗ boten, daß sie dich versorge. Und er machte sich auf und ging gen Zarpath. Und da er kam an die Tür der Stadt, siehe, da war eine Witwe und las Holz auf. Und er rief ihr und sprach: Hole mir ein wenig Wasser im Gefäße, daß ich trinke. Da sie aber hinging zu holen, rief er ihr und sprach: Bringe mir auch einen Bissen Brots mit. Sie sprach: So wahr der Herr, dein Gott, lebet, ich habe nichts Gebacknes, ohne eine Handvoll Mehls im Cad und ein wenig Ol im Kruge. Und siehe, ich habe ein Holz oder zwei aufgelesen und gehe hinein und will mir und meinem Sohn zurichten, daß wir essen und sterben. Elia sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, gehe hin und mache es, wie du gesagt hast; doch mache mir am ersten ein kleines Gebacknes davon und bringe mirs heraus, dir aber und deinem Sohn sollst du darnach auch machen. Denn also spricht der Herr, der Gott Israel: Das Mehl im Cad soll nicht verzehret werden, und dem Olkrug soll nichts mangeln, bis auf den Tag, da der Herr regnen lassen wird auf Erden. Sie ging hin und machte, wie Elia gesagt hatte. Und er aß und sie auch und ihr Haus eine Zeit lang. Das Mehl im Cad ward nicht verzehret, und dem Olkrug mangelte nichts, nach dem Wort des Herrn, das er geredet hatte durch Elia. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 21,40— 22, 22.(Pauli Verantwortung vor dem Volke zu Jerusalem.) Als er aber ihm erlaubte, trat Paulus auf die Stufen und winkte dem Bolk mit der Hand. Da nun eine große Stille ward, redete er zu ihnen auf Ebräisch und sprach: Ihr Männer, lieben Brüder 13 19⁴ 15. Sonntag nach Trinitatis. und Väter, höret mein Verantworten an euch. Da sie aber höreten, daß er auf Ebräisch zu ihnen redete, wurden sie noch stiller. Und er sprach: Ich bin ein jüdischer Mann, geboren zu Tarsen in Cilicien und erzogen in dieser Stadt zu den Füßen Gamaliels, gelehret mit allem Fleiß im väterlichen Gesetz, und war ein Eiferer um Gott, gleichwie ihr alle seid heutiges Tages. Und habe diesen Weg ver⸗ folget bis an den Tod. Ich band sie und überantwortete sie ins Gefängnis, beide Mann und Weib; wie mir auch der Hohepriester und der ganze Haufe der Altesten Zeugnis gibt, von welchen ich Briefe nahm an die Brüder und reisete gen Damaskus, daß ich, die daselbst waren, gebunden führete gen Jerusalem, daß sie ge⸗ peiniget würden. Es geschah aber, da ich hinzog und nahe bei Damaskus kam, um den Mittag, umblickte mich schnell ein groß Licht vom Himmel. Und ich fiel zum Erdboden und hörete eine Stimme, die sprach zu mir: Saul, Saul, was verfolgest du mich? Ich antwortete aber: Herr, wer bist du? Und er sprach zu mir: Ich bin Jesus von Nazareth, den du verfolgest. Die aber mit mir waren, sahen das Licht und erschraken; die Stimme aber des, der mit mir redete, höreten sie nicht. Ich sprach aber: Herr, was soll ich tun? Der Herr aber sprach zu mir: Stehe auf und gehe gen Damaskus; da wird man dir sagen von allem, das dir zu tun ver⸗ ordnet ist. Als ich aber vor Klarheit dieses Lichtes nicht sehen konnte, ward ich bei der Hand geleitet von denen, die mit mir waren, und kam gen Damaskus. Es war aber ein gottesfürchtiger Mann nach dem Gesetz, Ananias, der ein gut Gerüchte hatte bei allen Zuden, die daselbst wohneten. Der kam zu mir und trat bei mich und sprach zu mir: Saul, lieber Bruder, siehe auf. Und ich sahe ihn an zu derselbigen Stunde. Er aber sprach: Gott unserer Väter hat dich verordnet, daß du seinen Willen erkennen solltest und sehen den Gerechten und hören die Stimme aus seinem Munde. Denn du wirst sein Zeuge zu allen Menschen sein des, das du ge⸗ sehen und gehöret hast. Und nun, was verzeuchst du? Stehe auf und laß dich taufen und abwaschen deine Sünden und rufe an den Namen des Herrn. Es geschah aber, da ich wieder gen Jeruse lem kam und betete im Tempel, daß ich entzücht ward und sahe hn. Da sprach er zu mir: Eile und mache dich behend von Jerusaiem hinaus; denn sie werden nicht aufsnehmen dein Zeugnis von mir. Und ich sprach: Herr, sie wissen selbst, daß ich gesangen legte und stäupte die, so an dich glaubten, in den Schulen hin und wieder; und da das Blut Stephani, deines Zeugen, vergossen ward, stund ich auch daneben und hatte Wohlgesallen an seinem Tode und ver⸗ wahrete denen die Kleider, die ihn töteten. Und er sprach zu mir: Gehe hin; denn ich will dich ferne unter die Heiden senden. Sie höreten ihm aber zu bis auf dies Wort und huben ihre Stimme auf und sprachen: Hinweg mit solchem von der Erde; denn es ist nicht billig, daß er leben soll. 16. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Ephes. 3, 8—21.(Die Liebe, die alle Erkenntnis übersteigt.) Mir, dem allergeringsten unter allen Heiligen, ist gegeben diese Gnade, unter den Heiden zu verkündigen den unausforschlichen Reichtum Christi, und zu erleuchten jedermann, welche da sei die Gemeinschaft des Geheimnisses, das von der Welt her in Gott ver⸗ borgen gewesen ist, der alle Dinge geschaffen hat durch Jesum Christ, auf daß jetzt kund würde den Fürstentümern und Herrschaften in dem Himmel, an der Gemeine, die mannigfaltige Weisheit Gottes, nach dem Vorsatz von der Welt her. welche er beweiset hat in Christo Jesu, unserm Herrn; durch welchen wir haben Freudigkeit und Zu⸗ gang in aller Zuversicht durch den Glauben an ihn. Darum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trübsale willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Bater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, und Christum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite und die Länge und die Tiefe und die Höhe; auch erkennen, daß Christum lieb haben, viel besser ist denn alles Wissen, auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwenglich tun kann über alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sei Ehre in der Gemeine, die in Christo Zesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evangelium. Luc. 7, 11—17.(Weine nicht /) Und es begab sich darnach, daß er in eine Stadt mit Namen Nain ging; und seiner Jünger gingen viel mit ihm und viel Volls. Als er aber nahe an das Stadttor kam, siehe, da trug man einen Toten heraus, der ein einiger Sohn war seiner Mutter; und sie war eine Witwe, und viel Volks aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sahe, jammerte ihn derselbigen und sprach zu ihr: Weine nicht. Und trat hinzu und rührete den Sarg an; und die Träger stunden. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf. Und der Tote richtete sich auf und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie alle eine Furcht an und preiseten Gott und sprachen: Es ist ein großer Propheht unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und diese Nede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land und in alle umliegende Länder. 2* — 10 16. Sonntag nach Trinitatis. Evistolische Lektion. Hebr. 12, 14-24.(Ihr seid mimr. zu der Stadt des lebendigen ottes.) Jaget nach dem Frieden gegen jedermann und der Heiligung, ohne welche wird niemand den Herrn sehen. Und sehet darauf, daß nicht jemand Gottes Gnade versäume; daß nicht etwa eine bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte, und viele durch dieselbige verunreiniget werden; daß nicht jemand sei ein Hurer, oder ein Gottloser, wie Esau, der um einer Speise willen seine Erstgeburt verkaufte. Wisset aber, daß er hernach, da er den Segen ererben wollte, verworfen ist; denn er fand keinen Raum zur Buße, wie⸗ wohl er sie mit Tränen suchte. Denn ihr seid nicht kommen zu dem Berge, den man anrühren konnte, und mit Feuer brannte, noch zu dem Dunkel und Finsternis und Ungewitter, noch zu dem Hall der Posaune und zur Stimme der Worte, welcher sich weigerten, die sie höreten, daß ihnen das Wort ja nicht gesagt würde. Denn sie mochtens nicht ertragen, was da gesagt ward. Und wenn ein Tier den Berg anrührete, sollte es gesteiniget oder mit einem Ge⸗ schoß erschossen werden. Und also erschrecklich war das Gesichte, daß Moses sprach: Ich bin erschrocken und zittere. Sondern ihr seid kommen zu dem Berge Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, zu dem himmlischen Jerusalem und zu der Menge vieler tausend Engel und zu der Gemeine der Erstgebornen, die im Himmel angeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollkommenen Gerechten und zu dem Mittler des neuen Testaments, Fesu, und zu dem Blut der Besprengung, das da besser redet, denn Abels. Evangelische Lektion. Luc. 9, 46—56.(Wisset ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid 7) Es kam auch ein Gedanke unter sie, welcher unter ihnen der Größeste wäre? Da aber Jesus den Gedanken ihres Herzens sahe, ergriff er ein Kind und stellete es neben sich und sprach zu ihnen: Wer das Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Welcher aber der Kleinste ist unter euch allen, der wird groß sein. Da antwortete Johannes und sprach: Meister, wir sahen einen, der trieb die Teufel aus in deinem Namen, und wir wehreten ihm; denn er folgte dir nicht mit uns. Und Jesus sprach zu ihm: Wehret ihm nicht; denn wer nicht wider uns ist, der ist für uns. Es begab sich aber, da die Zeit erfüllet war, daß er sollte von hinnen ge⸗ nommen werden, wandte er sein Angesicht, stracks gen Jerusalem zu wandeln. Und er sandte Boten vor ihm hin; die gingen hin und kamen in einen Markt der Samariter, daß sie ihm Herberge bestelleten. Und sie nahmen ihn nicht an, darum, daß er sein An⸗ gesicht gewendet hatte, zu wandeln gen Jerusalem. Da aber das 16. Sonntag nach Trinitatis. seine Jünger Jakobus und Johannes sahen, sprachen sie: Herr. willst du, so wollen wir sagen, daß Feuer vom Himmel falle und verzehre sie, wie Elias tat? Jesus aber wandte sich und bedräuete sie und sprach: Wisset ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seidꝰ Des Menschen Sohn ist nicht kommen, der Menschen Seelen zu verderben, sondern zu erhalten. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Hiob 5, 17—26.(Weigere dich der Züchtigung des Allmächtigen nicht.) Siehe, selig ist der Mensch, den Gott strafet; darum weigere dich der Züchtigung des Allmächtigen nicht. Denn er verletzet und ver⸗ bindet; er zerschmeißet, und seine Hand heilet. Aus sechs Trübsalen wird er dich erretten, und in der siebenten wird dich kein Ubel rühren. In der Teurung wird er dich vom Tode erlösen und im Kriege von des Schwerts Hand. Er wird dich verbergen vor der Geißel der Zunge, daß du dich nicht fürchtest vor dem Verderben, wenn es kommt. Im Verderben und Hunger wirst du lachen und dich vor den wilden Tieren im Lande nicht fürchten. Sondern dein Bund wird sein mit den Steinen auf dem Felde, und die wilden Tiere auf dem Lande werden Friede mit dir halten; und wirst erfahren, daß deine Hütte Friede hat; und wirst deine Behausung versorgen und nicht sündigen: und wirst erfahren, daß deines Samens wird viel werden, und deine Nachkommen wie das Gras auf Erden; und wirst im Alter zu Grabe kommen, wie Garben eingeführet werden zu seiner Zeit. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 23, 1—17.(Pauli Verantwortung vor dem Rat zu Serusalem.) Paulus aber sahe den Rat an und sprach: Ihr Männer, lieben Brüder, ich habe mit allem guten Gewissen gewandelt vor Gott bis auf diesen Tag. Der Hohepriester aber, Ananias, befahl denen, die um ihn stunden, daß sie ihn aufs Maul schlügen. Da sprach Paulus zu ihm: Gott wird dich schlagen, du getünchte Wand. Sitzest du und richtest mich nach dem Gesetze und heißest mich schlagen wider das Gesetz? Die aber umher stunden, sprachen: Schiltst du den Hohenpriester Gottes? Und Paulus sprach: Lieben Brüder, ich wußt es nicht, daß er der Hohepriester ist. Denn es stehet ge⸗ schrieben: Dem Obersten deines Volks sollst du nicht fluchen. Als aber Paulus wußte, daß ein Teil Sadducäer war und das andere Teil Pharisäer, rief er im Rat: Ihr Männer, lieben Brüder, ich bin ein Pharisäer und eines Pharisäers Sohn; ich werde angeklagt um der Hoffnung und Auferstehung willen der Toten. Da er aber das sagte, ward ein Aufruhr unter den Pharisäern und Saddu⸗ cäern, und die Menge zerspaltete sich. Denn die Sadducäer sagen, es sei keine Auferstehung, noch Engel, noch Geist; die Pharifäer 19 17. Sonntag nach Trinitatis. aber bekennens beides. Es ward aber ein groß Geschrei. Und die Schriftgelehrten, der Pharisäer Teil, stunden auf, stritten und sprachen: Wir finden nichts Arges an diesem Menschen; hat aber ein Geist oder ein Engel mit ihm geredet, so können wir mit Gott nicht streiten. Da aber der Aufruhr groß ward, besorgte sich der oberste Haupt⸗ mann, sie möchten Paulum zerreißen, und hieß das Kriegsvolk hinab⸗ gehen und ihn von ihnen reißen und in das Lager führen. Des andern Tages aber in der Nacht stund der Herr bei ihm und sprach: Sei getrost, Paule; denn wie du von mir zu JFerusalem gezeuget hast, also mußt du auch zu Rom zeugen. Da es aber Tag ward, schlugen sich etliche Zuden zusammen und verbanneten sich, weder zu essen noch zu trinken, bis daß sie Paulum getötet hätten. Ihrer aber waren mehr denn vierzig, die solchen Bund machten. Die traten zu den Hohenpriestern und Altesten und sprachen: Wir haben uns hart verbannet, nichts anzubeißen, bis wir Paulum getötet haben. So tut nun kund dem Oberhauptmann und dem Rat, daß er ihn morgen zu euch führe, als wolltet ihr ihn bas verhören; wir aber sind bereit, ihn zu töten, ehe denn er vor euch kommt. Da aber Paulus Schwester Sohn den Anschlag hörete, kam er dar und ging in das Lager und verkündigte es Paulo. Paulus aber rief zu sich einen von den Unterhauptleuten und sprach: Diesen Jüngling führe hin zu dem Oberhauptmann; denn er hat ihm etwas zu sagen. 17. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. (Ephes. 4, 1—6. Ein Leib und Ein Geist.) So ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie sichs gebührt eurem Beruf, darinnen ihr berufen seid, mit aller Demut und Sanftmut, mit Geduld, und vertraget einer den andern in der Liebe, und seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. Ein Leib und Ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taufe, Ein Gott und Vater(unser) aller, der da ist über euch alle und durch euch alle und in euch allen. Evangelium. Luc. 14, 1—11.(Sabbatsleben in Liebe und Demut.) Und es begab sich, daß er kam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer auf einen Sabbat das Brot zu essen; und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig. Und Jesus antwortete und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprach: Ists auch recht, auf den Sabbat heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an und heilete ihn und ließ ihn gehen und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht als⸗ re—.. 5.r&Ec,. I„ISIr.hne.-eees/-=—f r76-·e-‚.. 17. Sonntag nach Trinitatis. bald ihn herauszeucht am Sabbattage? Und sie konnten ihm dar⸗ auf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichnis zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwähleten obenan zu sitzen, und sprach zu ihnen: Wenn du von jemand geladen wirst zur Hochzeit, so setze dich nicht obenan, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sei; und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem: und du müssest dann mit Scham untenan sitzen. Sondern wenn du geladen wirst, so gehe hin und setze dich untenan, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf. Dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tifche sitzen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet Epistolische Lektion. Hebr. 6, 1—15.(Daß ihr nicht träge werdet!) Darum wollen wir die Lehre vom Anfang christlichen Lebens jetzt lassen und zur Vollkommenheit fahren: nicht abermal Grund legen von Buße der toten Werke, vom Glauben an Gott, von der Taufe, von der Lehre, vom Händeauflegen, von der Toten Auf⸗ erstehung und vom ewigen Gerichte. Und das wollen wir tun, so es Gott anders zulässet. Denn es ist unmöglich, daß die, so einmal erleuchtet sind und geschmecht haben die himmlische Gabe und teil⸗ haftig worden sind des heiligen Geistes und geschmecht haben das gülige Wort Gottes und die Kräfte der zukünftigen Welt, wo sie absallen und wiederum ihnen selbst den Sohn Gottes hreuzigen und für Spott halten, daß sie sollten wiederum erneuert werden zur Buße. Denn die Erde, die den Regen trinket, der oft über sie kommt, und bequem Kraut träget denen, die sie bauen, empfähet Segen von Gott. Welche aber Dornen und Disteln träget, die ist untüchtig und dem Fluch nahe, welche man zuletzt verbrennet. Wir versehen uns aber, ihr Liebsten, Bessers zu euch, und daß die Seligkeit näher sei, ob wir wohl also reden. Denn Gott ist nicht ungerecht, daß er vergesse eures Werks und Arbeit der Liebe, die ihr beweiset habt an seinem Namen, da ihr den Heiligen dienetet und noch dienet. Wir begehren aber, daß euer jeglicher denselbigen Fleiß beweise, die Hoffnung fest zu halten bis ans Ende, daß ihr nicht träge werdet, sondern Nachfolger derer, die durch den Glauben und Geduld er⸗ erben die Verheißungen. Denn als Gott Abraham verhieß, da er bei heinem Größeren zu schwören hatte, schwur er bei sich selbst und sprach: Wahrlich, ich will dich segnen und vermehren. Und also trug er Geduld und erlangte die Verheißung. Evangelische Lektion. Lue. 9, 57—62.(Ungeteilte Nachfolge des Herrn.) Und sie gingen in einen andern Markt. Es begab sich aber, da sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: Ich will dir folgen, 200 17. Sonntag nach Trinitatis. wo du hingehest. Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben, und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber des Menschen Sohn hat nicht, da er sein Haupt hinlege. Und er sprach zu einem andern: Folge mir nach. Der sprach aber: Herr, erlaube mir, daß ich zuvor hingehe und meinen Bater begrabe. Aber Zesus sprach zu ihm: Laß die Toten ihre Toten begraben; gehe du aber hin und verkündige das Reich Gottes. Und ein anderer sprach: Herr, ich will dir nachsolgen; aber erlaube mir zuvor, daß ich einen Abschied mache mit denen, die in meinem Hause sind. Jesus aber sprach zu ihm: Wer seine Hand an den Pflug leget und siehet zurück, der ist nicht geschicht zum Reich Gottes. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 138.(Der Herr siehet auf das Niedrige.) Ich danke dir von ganzem Herzen, vor den Göttern will ich dir lobsingen. Ich will anbeten zu deinem heiligen Tempel und deinem Nanten danken um deine Güte und Treue; denn du hast deinen Namen über alles herrlich gemacht durch dein Wort. Wenn ich dich anrufe, so erhöre mich und gib meiner Seele große Kraft. Es danken dir, Herr, alle Könige auf Erden, daß sie hören das Wort deines Mundes, und singen auf den Wegen des Herrn, daß die Ehre des Herrn groß sei. Denn der Herr ist hoch und siehet auf das Niedrige und kennet den Stolzen von ferne. Wenn ich mitten in der Angst wandle, so erquickest du mich und strechest deine Hand über den Zorn meiner Feinde und hilsst mir mit deiner Rechten. Der Herr wirds ein Ende machen um meinetwillen. Herr, deine Güte ist ewig. Das Werk deiner Hände wollest du nicht lassen. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 24, 1—25.(Paulus vor dem Landpfleger Felix.) Uber fünf Tage zog hinab der Hohepriester Ananias mit den Altesten und mit dem Redner Tertullus; die erschienen vor dem Landpfleger wider Paulum. Da er aber berufen ward, fing an Tertullus zu verklagen und sprach: Daß wir in großem Frieden leben unter dir und viel redlicher Taten diesem Volk widerfahren durch deine Vorsichtigkeit, allerteuerster Felir, das nehmen wir an allewege und allenthalben mit aller Dankbarkeit. Auf daß ich aber dich nicht zu lange aufhalte, bitte ich dich, du wolltest uns kürzlich hören nach deiner Gelindigkeit. Wir haben diesen Mann funden schädlich und der Aufruhr erreget allen Zuden auf dem ganzen Erd⸗ boden und einen Vornehmsten der Sekte der Nazarener; der auch versuchet hat, den Tempel zu entweihen; welchen wir auch griffen und wollten ihn gerichtet haben nach unserm Gesetz. Aber Lysias, der Hauptmann, unterkam das und führete ihn mit großer Gewalt aus unsern Händen und hieß seine Verkläger zu dir ommen; von die rei — Ee * n—nr ct————2— 18. Sonntag nach Trinitatis. welchem du kannst, so du es erforschen willst, dich des alles erkundigen, um was wir ihn verklagen. Die Juden aber redeten auch dazu und sprachen, es hielte sich also. Paulus aber, da ihm der Landpfleger winkete zu reden, antwortete: Dieweil ich weiß, daß du in diesem Bolk nun viel Jahre ein Richter bist, will ich unerschrocken mich verantworten. Denn du kannst erkennen, daß nicht mehr denn zwölf Tage sind, daß ich bin hinauf gen Jerusalem kommen, anzubeten. Auch haben sie mich nicht funden im Tempel mit jemand reden, oder einen Aufruhr machen im Volk, noch in den Schulen, noch in den Städten. Sie können mir auch nicht beibringen, des sie mich ver⸗ klagen. Das bekenne ich aber dir, daß ich nach diesem Wege, den sie eine Sekte heißen, diene also dem Gott meiner Väter, daß ich glaube allem, was geschrieben stehet im Gesetze und in den Propheten: und habe die Hoffnung zu Gott, auf welche auch sie selbst warten. nämlich daß zukünftig sei die Auferstehung der Toten, beide der Gerechten und Ungerechten. In demselbigen aber übe ich mich, zu haben ein unverletzt Gewissen allenthalben, beide gegen Gott und den Menschen. Aber nach vielen Jahren bin ich kommen und habe ein Almosen gebracht meinem Volk und Opfer. Darüber fanden sie mich, daß ich mich reinigen ließ im Tempel ohn allen Rumor und Getümmel. Das waren aber etliche Zuden aus Asia, welche sollten hie sein vor dir und mich verklagen, so sie etwas zu mir hätten. Oder laß diese selbst sagen, ob sie etwas Unrechtes an mir funden haben, dieweil ich stehe vor dem Rat, ohne um des einigen Worts willen, da ich unter ihnen stund und rief: Uber der Auferstehung ver Toten werde ich von euch heute angeklaget. Da aber Felix solches hörete, zog er sie auf; denn er wußte fast wohl um diesen Weg und sprach: Wenn Lysias, der Hauptmann, herabkommt, so will ich mich eures Linges erkundigen. Er besahl aber dem Unter⸗ hauptmann, Paulum zu behalten und lassen Ruhe haben, und nie⸗ mand von den Seinen wehren, ihm zu dienen und zu ihm zu kommen. Nach etlichen Tagen aber kam Felix mit seinem Weibe Drusilla, die eine Züdin war, und forderte Paulum und hörete ihn von dem Glauben an Christum. Da aber Paulus redete von der Gerechtigkeit und von der Keuschheit und von dem zukünftigen Gerichte, erschrak Felix und antwortete: Gehe hin auf dies Mal; wenn ich gelegene Zeit habe, will ich dich her lassen rufen. 18. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. I. Kor. 1, 4—9.(Durch Christum reich an allen Stücken.) Ich danke meinem Gott allezeit eurethalben für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christo Zesu, daß ihr seid durch ihn an allen Stücken reich gemacht, an aller Lehre und in aller Erkenntnis, wie denn die 20² 18. Sonntag nach Trinitatis. Predigt von Christo in euch kräftig worden ist, also, daß ihr keinen 9 Mangel habt an irgend einer Gabe und wartet nur auf die Offen⸗ d barung unsers Herrn Jesu Christi; welcher auch wird euch fest behalten— bis ans Ende, daß ihr unsträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jesu is Christi. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemein⸗ d schaft seines Sohns Zesu Christi, unsers Herrn. Evangelium. Matth. 22, 34—46.(Das vornehmste Gebot und der vornehmste Glaubensartikel.) ¶ Da aber die Pharisäer höreten, daß er den Sadducäern das Maul 0 gestopft hatte, versammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schrift⸗ 0 gelehrter, versuchte ihn und sprach: Meister, welches ist das vornehmste 1 Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem a Gemüte. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber 4 ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. In d diesen zweien Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten. 9 Da nun die Pharisäer bei einander waren, fragte sie Zesus und sprach: Wie dünket euch um Christo? wes Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geist einen Herrn, da er sagt: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner 0 Füße. So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte d auch niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Epistolische Lektion. d Hebr. 10, 22—39.(Es ist schrecklich, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.) So lasset uns hinzugehen mit wahrhaftigem Herzen, in völligem Glauben, besprenget in unsern Herzen und los von dem bösen Gewissen und gewaschen am Leibe mit reinem Wasser; und lasset uns halten b an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat. Und lasset uns unter einander unser selbst 0 wahrnehmen mit Reizen zur Liebe und guten Werken, und nicht ver⸗ lassen unsere Versammlung, wie etliche pflegen, sondern unter ein⸗ ander ermahnen, und das so viel mehr, so viel ihr sehet, daß sich d6 der Tag nahet. Denn so wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, haben wir fürder kein ander Opfer mehr für die Sünden, sondern ein schrecklich Warten des Gerichts und des Feuereifers, der die Widerwärtigen verzehren wird. Wenn jemand das Gesetz Mosis bricht, der muß sterben ohne Barmherzigkeit durch zween oder drei Zeugen. Wie viel, meinet ihr, he ärgere Strafe wird der verdienen, der den Sohn Gottes mit Füßen de tritt und das Blut des Testaments unrein achtet, durch welches er do en n⸗ 18. Sonntag nach Trinitatis. geheiliget ist, und den Geist der Gnaden schmähet? Denn wir wissen den, der da sagte: Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr. Und abermal: Der Herr wird sein Volk richten. Schrecklich ists, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen. Gedenket aber an die vorigen Tage, in welchen ihr, erleuchtet, erduldet habt einen großen Kampf des Leidens, zum Teil selbst durch Schmach und Trübsal ein Schauspiel worden, zum Teil Gemeinschaft gehabt mit denen, denen es also gehet. Denn ihr habt mit meinen Banden Mitleiden gehabt und den Raub eurer Güter mit Freuden erduldet, als die ihr wisset, daß ihr bei euch selbst eine bessere und bleibende Habe im Himmel habt. Werfet euer Bertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. Geduld aber ist euch not, auf daß ihr den Willen Gottes tut und die Verheißung empfahet. Denn noch über eine kleine Weile, so wird kommen, der da kommen soll, und nicht verziehen. Der Gerechte aber wird des Glaubens leben. Wer aber weichen wird, an dem wird meine Seele kein Gefallen haben. Wir aber sind nicht von denen, die da weichen und verdammt werden, sondern von denen, die da glauben und die Seele erretten. Evangelische Lektion. Matth. 12, 30—37.(Die Lästerung wider den heiligen Geist.) Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Darum sage ich euch: Alle Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben; aber die Lästerung wider den Geist wird den Menschen nicht vergeben. Und wer etwas redet wider des Menschen Sohn, dem wird es vergeben; aber wer etwas redet wider den heiligen Geist, dem wirds nicht vergeben, weder in dieser, noch in jener Welt. Setzet entweder einen guten Baum, so wird die Frucht gut; oder setzet einen fauben Baum, so wird die Frucht faul; denn an der Frucht erkennet man den Baum. Ihr Otterngezüchte, wie könnet ihr Gutes reden, dieweil ihr böse seid? Wes das Herz voll ist, des gehet der Mund über. Ein guter Mensch bringet Gutes hervor aus seinem guten Schatz des Herzens, und ein böser Mensch bringet Böses hervor aus seinem bösen Schatz. Ich sage euch aber, daß die Menschen müssen Rechenschaft geben am jüngsten Gericht von einem jeglichen unnützen Wort, das sie geredet haben. Aus deinen Worten wirst du gerechtfertiget werden, und aus deinen Worten wirst du verdammt werden. Nachmittags. Leltion aus dem Alten Testamente. Klagel. Jerem. 3, 22—40.(Ein jeglicher murre wider seine Sünde.) Die Güte des Herrn ist, daß wir nicht gar aus sind; seine Barm⸗ herzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß. Der Herr ist mein Teil, spricht meine Seele, darum will ich auf ihn hoffen. Denn der Herr ist freundlich dem, 20⁴ 18. Sonntag nach Trinitatis. der auf ihn harret, und der Seele, die nach ihm fraget. Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hülfe des Herrn hoffen. Es ist ein köstlich Ding einem Manne, daß er das Joch in seiner Jugend trage, daß ein Verlassener geduldig sei, wenn ihn etwas überfällt, und seinen Mund in den Staub stecke und der Hoffnung erwarte, und lasse sich auf die Backen schlagen und ihm viel Schmach anlegen. Denn der Herr verstößt nicht ewiglich. sondern er betrübet wohl und erbarmet sich wieder nach seiner großen Güte. Denn er nicht von Herzen die Menschen plaget und betrübet, als wollt er alle die Gefangenen auf Erden gar unter seine Füße zertreten und eines Mannes Recht vor dem Allerhöchsten beugen lassen und eines Menschen Sache verkehren lassen, gleich als sähe es der Herr nicht. Wer darf denn sagen, daß solches geschehe ohne des Herrn Befehl, und daß weder Böses noch Gutes komme aus dem Munde des Aller⸗ höchsten? Wie murren denn die Leute im Leben also? Ein jeglicher murre wider seine Sünde. Und laßt uns forschen und suchen unser Wesen und uns zum Herrn bekehren. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 26. 13—32.(Paulus vor dem König Agrippa.) Mitten am Tage, lieber König, sahe ich auf dem Wege, daß ein Licht vom Himmel, heller denn der Sonne Glanz, mich und die mit mir reiseten, umleuchtete. Da wir aber alle zur Erde nieder⸗ fielen, hörete ich eine Stimme reden zu mir, die sprach auf Ebräisch: Saul. Saul, was verfolgest du mich? Es wird dir schwer sein, wider den Stachel zu löcken. Ich aber sprach: Herr, wer bist du? Er sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgest; aber stehe auf und tritt auf deine Füße. Denn dazu bin ich dir erschienen, daß ich dich ordne zum Diener und Zeugen des, das du gesehen hast, und das ich dir noch will erscheinen lassen. Und will dich erretten von dem Volk und von den Heiden, unter welche ich dich jetzt sende, aufzutun ihre Augen, daß sie sich bekehren von der Finsternis zu dem Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott, zu empfahen Vergebung der Sünden und das Erbe samt denen, die geheiliget werden, durch den Glauben an mich. Daher, lieber König Agrippa, war ich der himmlischen Erscheinung nicht ungläubig, sondern verkündigte zuerst denen zu Damaskus und zu Jerusalem und in alle Gegend jüdisches Landes, auch den Heiden, daß sie Buße täten und sich bekehrten zu Gott und täten rechtschaffene Werke der Buße. Um deswillen haben mich die Juden im Tempel gegriffen und unterstanden, mich zu töten. Aber durch Hülfe Gottes ist es mir gelungen, und stehe bis auf diesen Tag und zeuge beide dem Kleinen und Großen; und sage nichts außer dem, das die Propheten gesagt haben, daß es geschehen sollte, und Moses: daß Christus sollte leiden und der Erste sein aus der Auferstehung von den Toten und verkündigen ein Licht dem Volk und den Heiden. Da er aber solches zur Verant⸗ 19. Sonntag nach Trinitatis. 20⁵ wortung gab, sprach Festus mit lauter Stimme: Paule, du rasest; die große Kunst macht dich rasend. Er aber sprach: Mein teurer Feste, ich rase nicht, sondern ich rede wahre und vernünftige Worte. Denn der König weiß solches wohl, zu welchem ich freudig rede. Denn ich achte, ihm sei der keines nicht verborgen: denn solches ist nicht im Winkel geschehen. Glaubest du, König Agrippa, den Pro⸗ pheten? Ich weiß, daß du glaubest. Agrippa aber sprach zu Paulo: Es fehlet nicht viel, du überredest mich, daß ich ein Christ würde. Paulus aber sprach: Ich wünschte vor Gott, es fehlte an viel oder an wenig, daß nicht alleine du, sondern alle, die mich heute hören, solche würden, wie ich bin, ausgenommen diese Bande. Und da er das gesagt, stund der König auf und der Landpfleger und Bernice und die mit ihnen saßen und entwichen beiseits, redeten mit einander und sprachen: Dieser Mensch hat nichts getan, das des Todes oder der Bande wert sei. Agrippas aber sprach zu Festo: Dieser Mensch hätte können losgegeben werden, wenn er sich nicht auf den Kaiser berufen hätte. 19. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Ephes. 4, 17—32.(Das rechtschaffene Wesen in Christo.) So sage ich nun und zeuge in dem Herrn, daß ihr nicht mehr wandelt, wie die andern Heiden wandeln in der Eitelkeit ihres Sinnes, welcher Verstand verfinstert ist, und sind entfremdet von dem Leben, das aus Gott ist, durch die Unwissenheit, so in ihnen ist, durch die Blindheit ihres Herzens; welche ruchlos sind und er⸗ geben sich der Unzucht und treiben allerlei Unreinigkeit samt dem Geiz. Ihr aber habt Christum nicht also gelernet, so ihr anders von ihm gehöret habt und in ihm gelehret seid, wie in Jesu ein rechtschaffen Wesen ist. So leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten Menschen, der durch Lüste in Irrtum sich ver⸗ derbet. Erneuert euch aber im Geist eures Gemüts; und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist, in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir unter einander Glieder sind. Zürnet, und sündiget nicht; lasset die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. Lasset kein faul Geschwätz aus eurem Munde gehen, sondern was nützlich zur Besserung ist, da es not tut, daß es hold⸗ selig sei zu hören. Und betrübet nicht den heiligen Geist Gottes, damit ihr versiegelt seid auf den Tag der Erlösung, Alle Bitterkeit und Grimm und Zorn und Geschrei und Lästerung sei ferne von 20 19. Sonntag nach Trinitatis. euch, samt aller Bosheit. Seid aber unter einander freundlich, herzlich und vergebet einer dem andern, gleichwie Gott euch ver⸗ geben hat in Christo. Evangelium. Matth. 9. 1—8.(Dem Gichtbrüchigen wird Vergebung und Heilung.) Da trat er in das Schiff und fuhr wieder herüber und kam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sahe, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Zesus ihre Gedanken sahe, sprach er: Warum denket ihr so Arges in euern Herzen? Welches ist leichter, zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Stehe auf und wandele? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden, die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, heb dein Bette auf und gebe heim. Und er stund auf und ging heim. Da das Volk das sahe, verwunderte es sich und preisete Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. Epistolische Lektion. Col. 4, 2—9.(Haltet an am Gebet.) Haltet an am Gebet und wachet in demselbigen mit Danksagung; und betet zugleich auch für uns, auf daß Gott uns die Tür des Worts auftue, zu reden das Geheimnis Christi, darum ich auch ge⸗ bunden bin; auf daß ich dasselbige offenbare, wie ich soll reden. Wandelt weislich gegen die, die draußen sind, und schicket euch in die Zeit. Eure Rede sei allezeit lieblich und mit Salz gewürzet, daß ihr wisset, wie ihr einem jeglichen antworten sollet. Wie es um mich stehet, wird euch alles kund tun Tychicus, der liebe Bruder und getreue Diener und Mitknecht in dem Herrn, welchen ich habe darum zu euch gesandt, daß er erfahre, wie es sich mit euch hält, und daß er eure Herzen ermahne, samt Onesimo, dem getreuen und lieben Bruder, welcher von den Euren ist. Alles, wie es hie zu⸗ stehet, werden sie euch kund tun. Evangelische Lektion. Lue. 18, 1—8.(Sollte Gott nicht retten seine Auserwählten 7) Er sagte ihnen aber ein Gleichnis davon, daß man allezeit beten und nicht laß werden sollte, und sprach: Es war ein Richter in einer Stadt, der fürchtete sich nicht vor Gott und scheuete sich vor keinem Menschen. Es war aber eine Witwe in derselbigen Stadt, die kam zu ihm und sprach: Rette mich von meinem Widersacher. Und er wollte lange nicht. Darnach aber dachte er bei sich selbst: Ob ich mich schon vor Gott nicht fürchte, noch vor keinem Menschen EEE˙— — rre urK&V * 19. Sonntag nach Trinitatis. scheue, dieweil aber mir diese Witwe so viel Mühe macht, will ich sie retten, auf daß sie nicht zuletzt komme und übertäube mich. Da sprach der Herr: Höret hie, was der ungerechte Richter sagt. Sollte aber Gott nicht auch retten seine Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte Geduld darüber haben? Ich sage euch: Er wird sie erretten in einer Kürze. Doch wenn des Menschen Sohn kommen wird, meinest du, daß er auch werde Glauben finden auf Erdenꝰ Nachmittags. Lehtion aus dem Alten Testamente. Hoseg 14, 2—10.(Bekehre dich, Israel, zu dem Herrn.) Bekehre dich, Israel, zu dem Herrn, deinem Gott; denn du bist gefallen um deiner Missetat willen. Nehmet diese Worte mit euch und bekehret euch zum Herrn und sprechet zu ihm: Vergib uns alle Sünde und tue uns wohl, so wollen wir opfern die Farren unserer Lippen. Assur soll uns nicht helfen, und wollen nicht mehr auf Rossen reiten, auch nicht mehr sagen zu den Werken unserer Hände: Ihr seid unser Gott; sondern laß die Waisen bei dir Gnade finden. So will ich ihr Abtreten wieder heilen, gerne will ich sie lieben; dann soll mein Zorn sich von ihnen wenden. Ich will Israel wie ein Tau sein, daß er soll blühen wie eine Rose, und seine Wurzeln sollen ausschlagen wie Libanon, und seine Zweige sich ausbreiten, daß er sei so schön als ein Olbaum, und soll so guten Geruch geben wie Libanon. Und sollen wieder unter seinem Schatten sitzen; von Korn sollen sie sich nähren und blühen wie ein Weinstock; sein Ge⸗ dächtnis soll sein wie der Wein am Libanon. Ephraim, was sollen mir weiter die Götzen? Ich will ihn erhören und führen; ich will sein wie eine grünende Tanne; an mir soll man deine Frucht finden. Wer ist weise, der dies verstehe, und klug, der dies merke? Denn die Wege des Herrn sind richtig, und die Gerechten wandeln drinnen; aber die Ubertreter fallen drinnen. Lektion aus dem Reuen Testamente. Römer 14, 14—23.(Das Reich Gottes ist Gerechtigkeit und Friede und Freude im heiligen Geist.) Ich weiß und bins gewiß in dem Herrn Jesu, daß nichts gemein ist an ihm selbst; ohne der es rechnet für gemein, demselbigen ists gemein. So aber dein Bruder über deiner Speise betrübet wird, so wandelst du schon nicht nach der Liebe. Lieber, verdirb den nicht mit deiner Speise, um welches willen Christus gestorben ist. Darum schaffet, daß euer Schatz nicht verlästert werde. Denn das Reich Goties ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem heiligen Geiste. Wer darinnen Christo dienet, der ist Gott gesällig und den Menschen wert. Darum lasset uns dem nachstreben, das zum Frieden dienet, und was zur Besserung 208 20. Sonntag nach Trinitatis. unter einander dienet. Lieber, verstöre nicht um der Speise willen Gottes Werk. Es ist zwar alles rein; aber es ist nicht gut dem, der es isset mit einem Anstoß seines Gewissens. Es ist besser, du essest kein Fleisch und trinkest keinen Wein oder das, daran sich dein Bruder stößt oder ärgert oder schwach wird. Hast du den Glauben, so habe ihn bei dir selbst vor Gott. Selig ist, der sich selbst kein Gewissen macht in dem, das er annimmt. Wer aber darüber zweifelt und isset doch, der ist verdammt; denn es gehet nicht aus dem Glauben. Was aber nicht aus dem Glauben gehet, das ist Sünde. 20. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Ephes. 5, 8—21.(Wandelt wie die Kinder des Lichis.) Denn ihr waret weiland Finsternis; nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. Und prüfet, was da sei wohlgefällig dem Herrn. Und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; strafet sie aber vielmehr. Denn was heimlich von ihnen geschieht, das ist auch schändlich zu sagen. Das alles aber wird offenbar, wenn es vom Licht gestraft wird. Denn alles, was offenbar wird, das ist Licht. Darum spricht er: Wache auf, der du schläfest, und stehe auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten. So sehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen. Und schicket euch in die Zeit; denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da sei des Herrn Wille. Und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentlich Wesen folgt, sondern werdet voll Geistes und redet unter einander von Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in eurem Herzen; und saget Dank allezeit für alles, Hott und dem Vater, in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi; und seid unter einander untertan in der Furcht Gottes. Evangelium. Matth. 22, 1—14.(Die königliche Hochzeit.) Und Jesus antwortete und redete abermal durch Gleichnisse zu ihnen und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohne Hochzeit machte; und sandte seine Knechte aus, daß sie die Gäste zur Hochzeit riefen; und sie wollten nicht kommen. Abermal sandte er andere Knechte aus und sprach: Saget den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet, und alles bereit; kommt zur Hochzeit! Aber sie verachteten das, und gingen hin, einer auf seinen Acker, der andere E+ — 20. Sonntag nach Trinitatis. zu seiner Hantierung. Etliche aber griffen seine Knechte, höhneten und töteten sie. Da das der König hörte, ward er zornig, und schichte seine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Gäste waren's nicht wert. Darum gehet hin auf die Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gingen aus auf die Straßen, und brachten zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute: und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen, und sah allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitlich Kleid an, und sprach zu ihm: Freund, wie bist du hereingekommen, und hast doch kein hochzeitlich Kleid an? Er aber verstummte. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werfet ihn in die Finsternis hinaus! da wird sein Heulen und Zähneklappen; denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. Epistolische Lektion. 1. Thessal. 2, 9—20.(Wandelt würdiglich vor Gott.) Ihr seid wohl eingedenk, lieben Brüder, unsrer Arbeit und unsrer Mühe; denn Tag und Nacht arbeiteten wir, daß wir nie⸗ mand unter euch beschwerlich wären, und predigten unter euch das Evangelium Gottes. Des seid ihr Zeugen und Gott, wie heilig und gerecht und unsträflich wir bei euch, die ihr gläubig waret, gewesen sind. Wie ihr denn wisset, daß wir, als ein Vater seine Kinder, einen jeglichen unter euch ermahnet und getröstet und bezeuget haben, daß ihr wandeln solltet würdiglich vor Gott, der euch berufen hat zu seinem Reich und zu seiner Herrlichkeit. Darum auch wir ohne Unterlaß Gott danken, daß ihr, da ihr empfinget von uns das Wort göttlicher Predigt, nahmet ihr es auf, nicht als Menschen Wort, sondern(wie es denn wahrhaftig ist) als Gottes Wort, welcher auch wirket in euch, die ihr glaubet. Denn ihr seid Nachfolger worden, lieben Brüder, der Gemeinen Gottes in Judäa in Christo Jesu, daß ihr eben dasselbige erlitten habt von euren Blutsfreunden, was jene von den Juden, welche auch den Herrn Jesum getötet haben und ihre eignen Propheten, und haben uns verfolget, und gefallen Gott nicht, und sind allen Menschen zuwider, wehren uns zu sagen den Heiden, damit sie selig würden, auf daß sie ihre Sünden erfüllen allewege; denn der Zorn ist schon über sie gekommen. Wir aber, lieben Brüder, nachdem wir euer eine Weile beraubet gewesen sind nach dem Angesicht, nicht nach dem Herzen, haben wir desto mehr geeilet, euer Angesicht zu sehen mit großem Verlangen. Darum haben wir wollen zu euch kommen lich Paulus) zweimal, und Satanas hat uns verhindert. Denn wer ist unsere Hoffnung oder Freude oder Krone des Ruhms? Seid nicht auch ihr's vor unserm Herrn Jesu Christo zu seiner Zukunft? Ihr seid ja unsre Ehre und Freude. 20. Sonntag nach Trinitatis. Evangelische Lektion. Matth. 9, 35—38.(Sende Arbeiter in deine Ernte.) Und Jesus ging umher in alle Städte und Märhte, lehrete in ihren Schulen, und predigte das Evangelium von dem Reich, und heilete allerlei Seuche und allerlei Krankheit im Volke. Und da er das Volh sah, jammerte ihn desselbigen; denn sie waren verschmachtet und zer⸗ streuet wie die Schafe, die keinen Hirten haben. Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber wenig sind der Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter in seine Ernte sende. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 1.(Die Sünder bleiben nicht in der Gemeine der Gerechten.) Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, da die Spötter sitzen, sondern hat Lust zum Gesetz des Herrn, und redet von seinem Gesetz Tag und Nacht! Der it wie ein Baum, gepflanzet an den Wasserbächen, der seine Frucht bringet zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht; und was er macht, das gerät wohl. Aber so sind die Gottlosen nicht, sondern wie Spreu, die der Wind verstreuet. Darum bleiben die Gottlosen nicht im Gerichte, noch die Sünder in der Gemeine der Gerechten. Denn der Herr kennet den Weg der Gerechten; aber der Gottlosen Weg vergehet. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 28, 17—31.(Paulus in Rom.) Es geschah aber nach dreien Tagen, daß Paulus zusammenrief die Vornehmsten der Zuden. Da dieselbigen zusammenkamen, sprach er zu ihnen: Ihr Männer, lieben Brüder, ich habe nichts getan wider unser Volk noch wider väterliche Sitten, und bin doch ge⸗ fangen aus Jerusalem übergeben in der Römer Hände. Diese, da sie mich verhöret hatten, wollten sie mich losgeben, dieweil keine Ursache des Todes an mir war. Da aber die Zuden dawider redeten, ward ich genötiget, mich auf den Kaiser zu berufen; nicht als hätte ich mein Volk um etwas zu verklagen. Um der Ursache willen habe ich euch gebeten, daß ich euch sehen und ansprechen möchte; denn um der Hoffnung willen Israels bin ich mit dieser Kette umgeben. Sie aber sprachen zu ihm: Wir haben weder Schrift empfangen aus Judäa deinethalben, noch kein Bruder ist kommen, der von dir etwas Arges verkündiget oder gesagt habe. Doch wollen wir von dir hören, was du hältst; denn von dieser Selkte ist uns kund, daß ihr wird an allen Enden widersprochen. Und da sie ihm einen Tag bestimmt, kamen viele zu ihm in die Herberge, welchen er auslegte und bezeugte das Reich Gottes, und redigte ihnen von Jesu aus dem Gesetze Moses und aus den Wrnpheten von frühmorgens an bis an den Abend. Und etliche ————— er 21. Sonntag nach Trinitatis. fielen dem zu, das er sagte; etliche aber glaubten nicht. Da sie aber unter einander mißhellig waren, gingen sie weg, als Paulus Ein Wort redete: Wohl hat der heilige Geist gesagt durch den Propheten Jesaja zu unsern Bätern und gesprochen:„Gehe hin zu diesem Volk und sprich: Mit den Ohren werdet ihr es hören und nicht verstehen, und mit den Augen werdet ihr es sehen und nicht erkennen. Denn das Herz dieses Volkes ist verstocket, und sie hören schwer mit den Ohren, und schlummern mit ihren Augen, auf daß sie nicht dermaleinst sehen mit den Augen und hören mit den Ohren, und verständig werden im Herzen, und sich be⸗ kehren, daß ich ihnen hülfe.“ So sei es euch kundgetan, daß den Heiden gesandt ist dies Heil Gottes; und sie werden es hören. Und da er solches redete, gingen die Zuden hin, und hatten viel Fragens unter ihnen selbst. Paulus aber blieb zwei Jahre in seinem eigenen Gedinge, und nahm auf alle, die zu ihm einkamen, predigte das Reich Gottes, und lehrete von dem Herrn Jesu mit aller Freudigkeit unverboten. 21. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Ephes. 6, 10—20.(Des Christen Waffenrüstung.) Zuletzt, meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen die listigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsternis dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deswillen, so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tage Widerstand tun und alles wohl ausrichten und das Feld be⸗ halten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit und an Beinen gestiefelt, als fertig zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seid. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösewichtes; und nehmet den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Und betet stets in allem Anliegen mit Bitten und Flehen im Geist und wachet dazu mit allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen und für mich, auf daß mir gegeben werde das Wort mit freudigem Auftun meines Mundes, daß ich möge kund machen das Geheimnis des Gvangelii, welches Bote ich bin in der Kette, auf daß ich darinnen freudig handeln möge und reden, wie sichs gebührt. Evangelium. Joh. 4, 47—54.(Er glaubte mit seinem ganzen Hause.) Und es war ein Königischer, des Sohn lag krank zu Capernaum. Dieser hörete, daß Jesus kam aus Judäg in Galiläam, und ging hin zu ihm und bat ihn, daß er hinabkäme und hülfe seinem Sohn; 14*⁷ 2¹1² 21. Sonntag nach Trinitatis. denn er war todkrank. Und ZJesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr, komm hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Zesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubete dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinab⸗ ging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschete er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm worden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkete der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubete mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus tat, da er aus Judäa in Galiläam kam. Epistolische Lektion. Ephes. 6, 1—9.(Die christliche Haustafel.) Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn, denn das ist billig. Ehre Bater und Mutter, das ist das erste Gebot, das Berheißung hat: auf daß dirs wohlgehe, und du lange lebest auf Erden. Und ihr Bäter, reizet eure Kinder nicht zum Zorn, sondern ziehet sie auf in der Zucht und Bermahnung zum Herrn. Ihr Knechte, seid gehorsam euren leiblichen Herren, mit Furcht und Zittern, in Einfältigkeit eures Herzens, als Christo; nicht mit Dienst allein vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern als die Knechte Christi, daß ihr solchen Willen Gottes tut von Herzen, mit gutem Willen. Lasset euch dünken, daß ihr dem Herrn dienet und nicht den Menschen; und wisset, was ein jeglicher Gutes tun wird, das wird er von dem Herrn empfahen, er sei ein Knecht oder ein Freier. Und ihr Herren, tut auch dasselbige gegen sie und lasset das Dräuen und wisset, daß auch euer Herr im Himmel ist, und ist bei ihm kein Ansehen der Person. Evangelische Lektion. Luc. 19, 1—10.(Sch muß heute zu deinem Hause einkehren.) Und er zog hinein und ging durch Jericho. Und siehe, da war ein Mann, genannt Zachäus, der war ein Oberster der Zöllner und war reich; und begehrte Jesum zu sehen, wer er wäre, und konnte nicht vor dem Volh; denn er war klein von Person. Und er lief vorhin und stieg auf einen Maulbeerbaum, auf daß er ihn sähe; denn allda sollte er durchkommen. Und als Jesus kam an dieselbige Stätte, sahe er auf und ward sein gewahr und sprach zu ihm: Zachäe, steig eilend hernieder; denn ich muß heute zu deinem Hause einkehren. Und er stieg eilend hernieder und nahm ihn auf mit Freuden. Da sie das sahen, murreten sie alle, daß er bei einem Sünder einkehrete. Zachäus aber trat dar und sprach zu dem Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und so ich jemand betrogen habe, das gebe ich vierfältig wieder. ZJesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, sintemal er auch Abrahams Sohn ist. Denn des Menschen Sohn ist kommen, zu suchen und selig zu machen, das verloren ist. —⏑ // 5 EH/= —8 d6 21. Sonntag nach Trinitatis. Nachmittags. Lehtion aus dem Alten Testamente. 2. Sam. 7, 17—29.(Wer bin ich, Herr, und was ist mein Haus) Da Nathan alle diese Worte und alle dies Gesichte David gesagt hatte, kam David, der König, und blieb vor dem Herrn und sprach: Wer bin ich, Herr, Herr, und was ist mein Haus, daß du mich bis hieher gebracht hast? Dazu hast du das zu wenig geachtet, Herr, Bahn sondern hast dem Hause deines Knechts noch von fernem ukünftigen geredet. Das ist eine Weise eines Menschen, der Gott der Herr ist. Und was soll David mehr reden mit dir? Du erkennest deinen Knecht, Herr, Herr. Um deines Wortes willen und nach deinem Herzen hast du solche große Dinge alle getan, daß du sie deinem Knechte kund tätest. Darum bist du auch groß geachtet, Herr Gott; denn es ist keiner wie du, und ist kein Gott, denn du, nach allem, das wir mit unsern Ohren gehöret haben. Denn wo ist ein Volk auf Erden, wie dein Volk Israel, um welches willen Gott ist hingegangen, ihm ein VBolk zu erlösen und ihm einen Namen zu machen und solch große und schreckliche Dinge zu tun auf deinem Lande vor deinem Voll, welches du dir erlöset hast von Agypten, von den Heiden und ihren Göttern? Und du hast dir dein Volk Israel zubereitet, dir zum Volk in Ewigkeit; und du, Herr bist ihr Gott worden. So behräftige nun, Herr Gott, das Wort in Ewigkeit, das du über deinen Knecht und über sein Haus geredet hast; und tue, wie du geredet hast: so wird dein Rame groß werden in Ewigkeit, daß man wird sagen: Der Herr Zebaoth ist der Gott über Israel. Und das Haus deines Knechts David wird bestehen vor dir. Denn du, Herr Ze⸗ baoth, du Gott Israel, hast das Ohr deines Knechts geöffnet und gesagt: Ich will dir ein Haus bauen. Darum hat dein Knecht sein Herz funden, daß er dies Gebet zu dir betet. Nun, Herr, Herr, du bist Gott, und deine Worte werden Wahrheit sein. Du hast solches Gut über deinen Knecht geredet. So hebe nun an und segne das Haus deines Knechts, daß es ewiglich vor dir sei: denn du, Herr, Herr, hasts geredet, und mit deinem Segen wird deines Knechts Haus gesegnet werden ewiglich. Lektion aus dem Neuen Testamente. I. Kor. 12, 12—27.(So ein Glied wird herrlich gehalten, so freuen sich alle Glieder mit.) Denn gleichwie Ein Leib ist und hat doch viel Glieder, alle Glieder aber Eines Leibes, wiewohl ihrer viel sind, sind sie doch Ein Leib: also auch Christus. Denn wir sind, durch Einen Geist, alle zu Einem Leibe getauft, wir seien Zuden oder Griechen, Knechte oder Freie, und sind alle zu Einem Geist getränket. Denn auch der Leib ist nicht Ein Glied, sondern viele. So aber der Fuß spräche: Ich bin keine Hand, darum bin ich des Leibes Glied nicht; sollt er um deswillen nicht des Leibes Glied sein? Und so das Ohr spräche: Ich bin kein Auge, darum bin ich nicht des Leibes Glied; sollt es um deswillen 2¹⁴4 22. Sonntag nach Trinitatis. nicht des Leibes Glied sein? Wenn der ganze Leib Auge wäre, wo bliebe das Gehör? So er ganz Gehör wäre, wo bliebe der Geruch? Nun aber hat Gott die Glieder gesetzt, ein jegliches sonderlich am Leibe, wie er gewollt hat. So aber alle Glieder Ein Glied wären, wo bliebe der Leib? Nun aber sind der Glieder viel, aber der Leib ist Einer. Es kann das Auge nicht sagen zu der Hand: Ich bedarf dein nicht, oder wiederum das Haupt zu den Füßen: Ich bedarf euer nicht. Sondern viel mehr die Glieder des Leibes, die uns dünken die schwächsten zu sein, sind die nötigsten; und die uns dünken die unehrlichsten zu sein, denselbigen legen wir am meisten Ehre an; und die uns übel anstehen, die schmüchet man am meisten. Denn die uns wohl anstehen, die bedürfens nicht. Aber Gott hat den Leib also ver⸗ menget und dem dürftigen Glied am meisten Ehre gegeben, auf daß nicht eine Spaltung im Leibe sei, sondern die Glieder für einander gleich sorgen. Und so Ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; und so ein Glied wird herrlich gehalten, so freuen sich alle Glieder mit. Ihr seid aber der Leib Christi und Glieder, ein jeglicher nach seinem Teil. 22. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Phil. 1, 3—11.(Erfüllt sein mit Früchten der Gerechtigheit.) Ich danke meinem Gott, so oft ich euer gedenke,(welches ich alle⸗ zeit tue in alle meinem Gebet für euch alle und tue das Gebet mit Freuden,) über eurer Gemeinschaft am Evangelio vom ersten Tage an bisher; und bin desselbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wirds auch vollführen bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch allen halte, darum, daß ich euch in meinem Herzen habe, in diesem meinem Gefängnis, darin ich das Evangelium verantworte und behräftige, als die ihr alle mit mir der Gnade teilhaftig seid. Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlanget von Herzensgrund in Jesu Christo. Und darum bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntnis und Erfahrung, daß ihr prüfen möget, was das Beste sei, auf daß ihr seid lauter und un⸗ anstößig bis auf den Tag Christi, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen(in euch) zu Ehre und Lobe Gottes. Evangelium. Matth. 18, 21—35.(Der Schallsknecht.) Da trat Petrus zu ihm und sprach: Herr, wie oft muß ich denn meinem Bruder, der an mir sündiget, vergeben? Ists genug siebenmal? Jesus sprach zu ihm: Ich sage dir, nicht siebenmal, sondern siebenzig⸗ mal siebenmal. Darum ist das Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehn tausend Pfund schuldig. Da EEE: COOEEEEE EÆEE SHSEEE 22. Sonntag nach Trinitatis. 21⁵ ers nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder und betete ihn an und sprach: Herr, habe Geduld mit mir; ich will dirs alles bezahlen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbige Knecht hinaus und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig; und er griff ihn an und würgete ihn und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir; ich will dirs alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis daß er bezahlete, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt und kamen und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, alle diese Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest; solltest du dich denn nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlete alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch tun, so ihr nicht vergebet von eurem Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehle. Epistolische Lektion. Hebr. 13, 1—21. Es ist ein köstlich Ding, daß das Herz fest werde.) Bleibet fest in der brüderlichen Liebe. Gastfrei zu sein vergesset nicht; denn durch dasselbige haben etliche, ohn ihr Wissen, Engel beherberget. Gedenket der Gebundenen, als die Mitgebundenen, und derer, die Trübsal leiden, als die ihr auch noch im Leibe lebet. Die Ehe soll ehrlich gehalten werden bei allen und das Ehebette unbe⸗ fleckt; die Hurer aber und Ehebrecher wird Gott richten. Der Wandel sei ohne Geiz; und lasset euch begnügen an dem, das da ist. Denn er hat gesagt: Ich will dich nicht verlassen noch versäumen. Also, daß wir dürfen sagen: Der Herr ist mein Helfer, und will mich nicht fürchten; was sollte mir ein Mensch tun? Gedenket an eure Lehrer, die euch das Wort Gottes gesagt haben, welcher Ende schauet an und folget ihrem Glauben nach. ZJesus Christus, gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. Lasset euch nicht mit mancherlei und fremden Lehren umtreiben; denn es ist ein köstlich Ding, daß das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade, nicht durch Speisen, davon keinen Nutz haben, so damit umgehen. Wir haben einen Altar, davon nicht Macht haben zu essen, die der Hütte pflegen. Denn welcher Tiere Blut getragen wird durch den Hohenpriester in das Heilige für die Sünde, derselbigen Leichname werden verbrannt außer dem Lager. Darum auch Zesus, auf daß er heiligte das Volk durch sein eigen Blut, hat er gelitten außen vor dem Tor. So lasset uns nun zu ihm hinausgehen außer dem Lager, und seine Schmach tragen. Denn wir haben hie heine bleibende Stadt, sondern die zukünftige 21 suchen wir. So lasset uns nun opfern durch ihn das Lobopfer Gotte allezeit, das ist, die Frucht der Lippen, die seinen Namen behennen. Wohl zu tun und mitzuteilen vergesset nicht: denn solche Opfer gefallen Gott wohl. Gehorchet euren Lehrern und folget ihnen; denn sie wachen über eure Seelen, als die da Rechenschaft dafür geben sollen, auf daß sie das mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn das ist euch nicht gut. Betet für uns. Unser Trost ist der, daß wir ein gut Gewissen haben und fleißigen uns, guten Wandel zu führen bei allen. Ich er⸗ mahne euch aber zum Uberfluß, solches zu tun, auf daß ich aufs schierste wieder zu euch komme. Gott aber des Friedens, der von den Toten aus⸗ geführet hat den großen Hirten der Schafe durch das Blut des ewigen Testaments, unsern Herrn Jesum, der mache euch fertig in allem guten Werk, zu tun seinen Willen, und schaffe in euch, was vor ihm gefällig ist, durch Zesum Christ; welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Evangelische Lektion. Joh. 8, 23—36.(Bleibet an meiner Rede.) Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von unten her, ich bin von oben herab; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt. So hab ich euch gesagt, daß ihr sterben werdet in euren Sünden; denn so ihr nicht glaubet, daß ich es sei, so werdet ihr sterben in euren Sünden. Da sprachen sie zu ihm: Wer bist du denn? Und Jesus sprach zu ihnen: Erstlich der, der ich mit euch rede. Ich habe viel von euch zu reden und zu richten; aber der mich gesandt hat, ist wahr⸗ haftig, und was ich von ihm gehöret habe, das rede ich vor der Welt. Sie vernahmen aber nicht, daß er ihnen von dem Vater sagete. Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn ihr des Menschen Sohn erhöhen werdet, dann werdet ihr erkennen, daß ich es sei und nichts von mir selber tue, sondern wie mich mein Vater gelehret hat, so rede ich. Und der mich gesandt hat, ist mit mir. Der Vater läßt mich nicht allein; denn ich tue allezeit, was ihm gefällt. Da er solches redete, glaubten viele an ihn. Da sprach nun Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: So ihr bleiben werdet an meiner Rede, so seid ihr meine rechten Zünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen. Da antworteten sie ihm: Wir sind Abrahams Samen, sind nie kein Mal jemands Knechte gewesen; wie sprichst du denn: Ihr sollt frei werden? Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahr⸗ lich, ich sage euch, wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht. Der Knecht aber bleibet nicht ewiglich im Hause; der Sohn bleibet ewiglich. So euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr recht frei. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Spr. Salom. 2, 1—15.(Gott läßt es dem Aufrichtigen gelingen.) Mein Kind, willst du meine Rede annehmen und meine Gebote bei dir behalten: so laß dein Ohr auf Weisheit acht haben und neige 22. Sonntag nach Trinitatis. — X* u er- 23. Sonntag nach Trinitatis. 217 dein Herz mit Fleiß dazu. Denn so du mit Fleiß darnach rufest und darum betest, so du sie suchest wie Silber und forschestsie wie die Schätze, alsdann wirst du die Furcht des Herrn vernehmen und Gottes Erkenntnis finden. Denn der Herr gibt Weisheit, und aus seinem Munde kommt Erkenntnis und Verstand. Er läßts den Aufrichtigen gelingen und beschirmet die Frommen und behütet die, so recht tun, und bewahret den Weg seiner Heiligen. Dann wirst du verstehen Gerechtigkeit und Rechtund Frömmig⸗ keit und allen gutfen Weg. Wo die Weisheit dir zu Herzen gehet, daß du gerne lernest, so wird dich guter Rat bewahren, und Verstand wird dich behüten, daß du nicht geratest auf den Weg der Bösen, noch unter die verkehrten Schwätzer, die da verlassen die rechte Bahn und gehen finstere Wege, die sich freuen Böses zu tun und sind fröhlich in ihrem bösen, ver⸗ kehrten Wesen, welche ihren Weg verkehren und folgen ihrem Abwege. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Kor. 9, 13—23.(Frei von jedermann und jedermanns Knecht.) Wisset ihr nicht, daß, die da opfern, essen vom Opfer? und die des Altars pflegen, genießen des Altars? Also hat auch der Herr befohlen, daß, die das Evangelium verkündigen, sollen sich vom Evangelio nähren. Ich aber habe der keines gebraucht. Ich schreibe auch nicht darum davon, daß es mit mir also sollte gehalten werden. Es wäre mir lieber, ich stürbe, denn daß mir jemand meinen Ruhm sollte zunicht machen. Denn daß ich das Evangelium predige, darf ich mich nicht rühmen; denn ich muß es tun. Und wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht predigte. Tue ichs gerne, so wird mir gelohnet; tu ichs aber ungerne, so ist mir das Amt doch befohlen. Was ist denn nun mein Lohn? Nämlich, daß ich predige das Evan⸗ gelium Christi und tue dasselbige frei umsonst, auf daß ich nicht meiner Freiheit mißbrauche am Evangelio. Denn wiewohl ich frei bin von jedermann, hab ich mich doch selbst jedermann zum Knechte gemacht, auf daß ich ihrer viel gewinne. Den Juden bin ich worden als ein Jude, auf daß ich die Zuden gewinne. Denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich worden als unter dem Gesetz, auf daß ich die, so unter dem Gesetz sind, gewinne. Denen, die ohne Gesetz sind, bin ich als ohne Gesetz worden,(so ich doch nicht ohne Gesetz bin vor Gott, sondern bin in dem Gesetz Christi) auf daß ich die, so ohne Gesetz sind, gewinne. Den Schwachen bin ich worden als ein Schwacher, auf daß ich die Schwachen gewinne. Ich bin jedermann allerlei worden, auf daß ich allenthalben ja etliche selig mache. Solches aber tue ich um des Evangelii willen, auf daß ich sein teilhaftig werde. 23. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Phil. 3, 8—21.(Ergriffen sein von Christo.) Denn ich achte es alles für Schaden gegen der überschwenglichen Erkenntnis Christi Sesu, meines Herrn, um welches willen ich alles 218 23. Sonntag nach Trinitatis. habe für Schaden gerechnet und acht es für Dreck, auf daß ich Christum gewinne und in ihm erfunden werde, daß ich nicht habe meine Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz, sondern die durch den Glauben an Christum kommt, nämlich die Gerechtigkeit, die von Gott dem Glauben zugerechnet wird, zu erkennen ihn und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden, daß ich seinem Tode ähnlich werde, damit ich entgegenkomme zur Auf⸗ erstehung der Toten. Nicht, daß ichs schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei; ich jage ihm aber nach, ob ichs auch ergreifen möchte, nachdem ich von Christo Jesu Vergriffen bin. Meine Brüder, ich schätze mich selbst noch nicht, daß ichs ergriffen habe. Eines aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist, und streche mich zu dem, das da vorne ist; und jage nach dem vorgesteckten Ziel, nach dem Kleinod, welches vorhält die himmlische Berufung Gottes in Christo Jesu. Wie viel nun unser vollkommen sind, die lasset uns also gesinnet sein, und sollt ihr sonst etwas halten, das lasset euch Gott offenbaren; doch so fern, daß wir nach Einer Regel, darein wir kommen sind, wandeln und gleich gesinnet seien. Folget mir, lieben Brüder, und sehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Christi, welcher Ende ist die Verdammnis, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu schanden wird, derer, die irdisch gesinnet sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi, des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm untertänig machen. Evangelium. Matth. 22, 15—33.(Gebet Gott, was Gottes ist.) Da gingen die Pharisäer hin und hielten einen Rat, wie sie ihn fingen in seiner Rede; und sandten zu ihm ihre Jünger samt Herodis Dienern und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und lehrest den Weg Gottes recht, und du fragest nach niemand; denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum sage uns, was dünket dich? ists recht, daß man dem Kaiser Zins gebe, oder nicht? Da nun Zesus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze. Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Wes ist das Bild und die ÜUberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Da sie das höreten, verwunderten sie sich und ließen ihn und gingen davon. An demselbigen Tage traten zu ihm die Sadducäer, die da halten, es sei kein Auferstehen, und fragten ihn und sprachen: Meister, Moses hat gesagt: So einer stirbt und hat nicht Kinder, so soll sein Bruder sein Weib freien und seinem Bruder Samen erwecken. Nun sind bei uns gewesen 23. Sonntag nach Trinitatis. sieben Brüder. Der erste freiete und starb; und dieweil er nicht Samen hatte, ließ er sein Weib seinem Bruder. Desselben gleichen der andere und der dritte, bis an den siebenten. Zuletzt nach allen starb auch das Weib. Nun in der Auferstehung, wessen Weib wird sie sein unter den sieben? Sie haben sie ja alle gehabt. Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irret und wisset die Schrift nicht, noch die Kraft Gottes. In der Auferstehung werden sie weder freien, noch sich freien lassen; sondern sie sind gleich wie die Engel Gottes im Himmel. Habt ihr aber nicht gelesen von der Toten Auferstehung, das euch gesagt ist von Gott, da er spricht: Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs? Gott aber ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen. Und da solches das Volk hörete, entsatzten sie sich über seiner Lehre. Epistolische Lektion. Hebr. 4, 1—13.(Lasset uns Fleiß antun, einzukommen zu seiner Ruhe.) So lasset uns nun fürchten, daß wir die Verheißung, einzu⸗ kommen zu seiner Ruhe, nicht versäumen, und unser keiner dahinten bleibe. Denn es ist uns auch verkündiget, gleichwie jenen; aber das Wort der Predigt half jene nichts, da nicht glaubeten die, so es höreten. Denn wir, die wir glauben, gehen in die Ruhe, wie er spricht: Daß ich schwur in meinem Zorn, sie sollten zu meiner Ruhe nicht kommen. Und zwar, da die Werke von Anbeginn der Welt waren gemacht, sprach er an einem Ort von dem siebenten Tage also: Und Gott ruhete am siebenten Tage von allen seinen Werken. Und hier an diesem Ort abermal: Sie sollen nicht kommen zu meiner Ruhe. Nachdem es nun noch vorhanden ist, daß etliche sollen zu derselbigen kommen, und die, denen es zuerst verkündiget ist, sind nicht dazu kommen, um des Unglaubens willen, bestimmte er abermal einen Tag nach solcher langen Zeit und sagte durch David: Heute, wie gesagt ist, heute, so ihr seine Stimme hören werdet, so verstochet eure Herzen nicht. Denn so Josua sie hätte zur Ruhe gebracht, würde er nicht hernach von einem andern Tage gesagt haben. Darum ist noch eine Ruhe vorhanden dem Volk Gottes. Denn wer zu seiner Ruhe kommen ist, der ruhet auch von seinen Werken, gleich⸗ wie Gott von seinen. So lasset uns nun Fleiß tun, einzukommen zu dieser Ruhe, auf daß nicht jemand falle in dasselbige Exempel des Un⸗ glaubens. Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer denn kein zweischneidig Schwert und durchdringet, bis daß es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. Und ist keine Kreatur vor ihm unsichtbar, es ist aber alles bloß und entdecht vor seinen Augen; von dem reden wir. Evangelische Lektion. Joh. 5, 19—26.(Der Sohn macht lebendig, welche er will.) Da antwortete Zesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Sohn kann nichts von ihm selber tun, denn was 220 23. Sonntag nach Trinitatis. er siehet den Vater tun; denn was derselbige tut, das tut gleich auch der Sohn. Der Bater aber hat den Sohn lieb und zeiget ihm alles, was er tut; und wird ihm noch größere Werke zeigen, daß ihr euch verwundern werdet. Denn wie der Bater die Toten auf⸗ erwecht und machet sie lebendig; also auch der Sohn machet lebendig, welche er will. Denn der Vater richtet niemand, sondern alles Ge⸗ richt hat er dem Sohn gegeben, auf daß sie alle den Sohn ehren, wie sie den Bater ehren. Wer den Sohn nicht ehret, der ehret den Vater nicht, der ihn gesandt hat. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer mein Wort höret und glaubet dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurch gedrungen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, es kommt die Stunde und ist schon jetzt, daß die Toten werden die Stimme des Sohns Gottes hören; und die sie hören werden, die werden leben. Denn wie der Vater das Leben hat in ihm selber, also hat er dem Sohn gegeben, das Leben zu haben in ihm selber. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 126.(Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.) Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden. Dann wird unser Mund voll Lachens und unsere Zunge voll Rühmens sein. Da wird man sagen unter den Heiden: Der Herr hat Großes an ihnen getan. Der Herr hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich. Herr, wende unser Gefängnis, wie du die Wasser gegen Mittag trochnest. Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Sie gehen hin und weinen und tragen edlen Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Tim. 4, 1—11.(Die Gottseligkeit ist zu allen Dingen nütze.) Der Geist aber sagt deutlich, daß in den letzten Zeiten werden etliche von dem Glauben abtreten und anhangen den verführerischen Geistern und Lehren der Teufel, durch die, so in Gleißnerei Lügen⸗ redner sind und Brandmal in ihrem Gewissen haben und verbieten, ehelich zu werden und zu meiden die Speisen, die Gott geschaffen hat, zu nehmen mit Danksagung, den Gläubigen und denen, die die Wahrheit erkennen. Denn alle Kreatur Gottes ist gut und nichts verwerflich, das mit Danksagung empfangen wird; denn es wird geheiliget durch das Wort Gottes und Gebet. Wenn du den Brüdern solches vorhältst, so wirst du ein guter Diener Jesu Christi sein, auferzogen in den Worten des Glaubens und der guten Lehre, bei welcher du immerdar gewesen bist. Der ungeistlichen aber und alt⸗ vettelischen Fabeln entschlage dich. Ube dich selbst aber an der Gott⸗ seligkeit. Denn die leibliche ÜUbung ist wenig nütz; aber die Gott⸗ 255: 8500—. / Oo — 2* 24. Sonntag nach Trinitatis. 221 seligkeit ist zu allen Dingen nütz und hat die Verheißung dieses und des zukünftigen Lebens. Das ist je gewißlich wahr und ein teuer wertes Wort. Denn dahin arbeiten wir auch und werden geschmähet, daß wir auf den lebendigen Gott gehoffet haben, welcher ist der Heiland aller Menschen, sonderlich aber der Gläubigen. Solches gebeut und lehre. 24. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. ö Epistel. Kol. 1. 9—14.(Er hat uns tüchtig gemacht zum Erbteil der Heiligen im Lichte.) Derhalben auch wir, von dem Tage an, da wirs gehöret haben, hören wir nicht auf für euch zu beten und zu bitten, daß ihr er⸗ füllet werdet mit Erkenntnis seines Willens, in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand, daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen und fruchtbar seid in allen guten Werken und wachset in der Erkenntnis Gottes und gestärket werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Macht, in aller Geduld und Langmütigkeit mit Freuden, und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht; welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. Evangelium. Matth. 9, 18—26.(Lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig.) Da er solches mit ihnen redete, siehe, da kam der Obersten einer nnd fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben; aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stund auf und folgete ihm nach und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahr den Blutgang ge⸗ habt, trat von hinten zu ihm und rührete seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei ihr selbst: Möcht ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Zesus um und sahe sie und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam und sahe die Pfeifer und das Getümmel des Volls, sprach er zu ihnen: Weichet; denn das Mägdlein ist nicht tot, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein und ergriff sie bei der Hand; da stund das Mägdlein auf. Und dies Gerücht erscholl in dasselbige ganze Land. Epistolische Lektion. Jak. 4.(So seid nun Gott untertänig.) Woher kommt Streit und Krieg unter euch? Kommts nicht daher, aus euren Wollüsten, die da streiten in euren Gliedern? Ihr 222 24. Sonntag nach Trinitatis. seid begierig und erlanget es damit nicht; ihr hasset und neidet und gewinnet damit nichts; ihr streitet und krieget; ihr habt nicht, darum, daß ihr nicht bittet; ihr bittet und krieget nicht, darum, daß ihr übel bittet, nämlich dahin, daß ihrs mit euren Wollüsten verzehret. Ihr Ehebrecher und Ehebrecherinnen, wisset ihr nicht, daß der Welt Freund⸗ schaft Gottes Feindschaft ist? Wer der Welt Freund sein will, der wird Gottes Feind sein. Oder lasset ihr euch dünken, die Schrift sage umsonst: Den Geist, der in euch wohnet, gelüstet wider den Haßꝰ Und gibt reichlich Gnade; sintemal die Schrift sagt: Gott widerstehet den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. So seid nun Sott untertänig. Widerstehet dem Teufel, so fleucht er von euch. RNahet euch zu Gott, so nahet er sich zu euch. Reiniget die Hände, ihr Sünder, und machet eure Herzen keusch, ihr Wankelmütigen. Seid elend und traget Leide und weinet; euer Lachen verkehre sich in Weinen und eure Freude in Traurigkeit. Demütiget euch vor Gott, so wird er euch erhöhen. Afterredet nicht unter einander, lieben Brüder. Wer seinem Bruder afterredet und urteilet seinen Bruder, der afterredet dem Gesetz und urteilet das Gesetz. Urteilest du aber das Gesetz, so bist du nicht ein Täter des Gesetzes, sondern ein Richter. Es ist ein einiger Gesetzgeber, der kann selig machen und verdammen. Wer bist du, der du einen andern urteilest? Wohlan, die ihr nun saget: Heute oder morgen wollen wir gehen in die oder die Stadt und wollen ein Jahr da liegen und hantieren und gewinnen; die ihr nicht wisset, was morgen sein wird. Denn was ist euer Leben? Ein Dampf ists, der eine kleine Zeit währet, darnach aber verschwindet er. Dafür ihr sagen solltet: So der Herr will, und wir leben, wollen wir dies oder das tun. Nun aber rühmet ihr euch in eurem Hochmut. Aller solcher Ruhm ist böse. Denn wer da weiß, Gutes zu tun, und tuts nicht, dem ists Sünde. Evangelische Lektion. Joh. 10, 22—30.(Niemand wird sie mir aus meiner Hand reißen.) Es war aber Kirchweihe zu Jerusalem, und war Winter. Und Jesus wandelte im Tempel, in der Halle Salomonis. Da umringeten ihn die ZJuden und sprachen zu ihm: Wie lange hältst du unsere Seelen auf? bist du Christ, so sage es uns frei heraus. Jesus ant⸗ wortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubet nicht. Die Werke, die ich tue in meines Baters Namen, die zeugen von mir. Aber ihr glaubet nicht; denn ihr seid meiner Schafe nicht, als ich euch gesagt habe. Denn meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben; und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie mir aus meiner Hand reißen. Der Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer denn alles; und niemand kann sie aus meines Vaters Hand reißen. Ich und der Vater sind Eines. 2 -/ 25. Sonntag nach Trinitatis. 223 Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Pred. Salom. 7, 3—9.(Das Herz des Weisen ist im Klaghause.) Es ist besser in das Klaghaus gehen denn in das Trinkhaus; in jenem ist das Ende aller Menschen, und der Lebendige nimmts zu Herzen. Es ist Trauern besser denn Lachen; denn durch Trauern wird das Herz gebessert. Das Herz der Weisen ist im Klaghause, und das Herz der Narren im Hause der Freuden. Es ist besser hören das Schelten des Weisen, denn hören den Gesang der Narren. Denn das Lachen des Narren ist wie das Krachen der Hornen unter den Töpfen; und das ist auch eitel. Ein Widerspenstiger macht einen Weisen unwillig und ver⸗ derbt ein mildes Herz. Das Ende eines Dinges ist besser denn sein Anfang. Ein geduldiger Geist ist besser denn ein hoher Geist. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Tim. 3, 1—13.(Alle, die gottselig leben wollen in Christo, müssen Verfolgung leiden.) Das sollst du aber wissen, daß in den letzten Tagen werden greuliche Zeiten kommen. Denn es werden Menschen sein, die von sich selbst halten, geizig, ruhmredig, hoffärtig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, un⸗ dankbar, ungeistlich, störrig, unversöhnlich, Schänder, unkeusch, wild, ungütig, Verräter, Frevler, aufgeblasen, die mehr lieben Wollust denn Gott, die da haben den Schein eines gottseligen Wesens, aber seine Kraft verleugnen sie. Und solche meide. Aus denselbigen sind, die hin und her in die Häuser schleichen und führen die Weiblein gefangen, die mit Sünden beladen sind und mit mancherlei Lüsten fahren, lernen immerdar und können nimmer zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Gleicherweise aber, wie Jannes und Jambres Mosi widerstunden, also widerstehen auch diese der Wahrheit; es sind Menschen von zerrütteten Sinnen, untüchtig zum Glauben. Aber sie werdens die Länge nicht treiben; denn ihre Torheit wird offenbar werden jedermann, gleichwie auch jener war. Du aber hast erfahren meine Lehre, meine Weise, meine Meinung, meinen Glauben, meine Langmut, meine Liebe, meine Geduld, meine Verfolgung, meine Leiden, welche mir widerfahren sind zu An⸗ tiochien, zu Zconien, zu Lystra, welche Verfolgung ich da ertrug; und aus allen hat mich der Herr erlöset. Und alle, die gottselig leben wollen in Christo Sesu, müssen Verfolgung leiden. Mit denbösen Menschenaberund verführerischen wirds je länger je ärger, verführen und werden verführet. 25. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. 1. Thess. 4, 13—18.(Gott wird, die da entschlafen sind, durch Jesum mit ihm führen.) Wir wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten von denen. die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seid wie die andern, die 22⁴4 25. Sonntag nach Trinitatis. keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist; also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Zesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels und mit der Posaune Gottes hernieder kommen vom Himmel, und die Toten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten unter einander. Evangelium. Matth. 24, 15—28.(Sch habe es euch zuvor gesagt.) Wenn ihr nun sehen werdet den Greuel der Berwüstung, davon gesagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehet an der heiligen Stätte(wer das lieset, der merke drauf), alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist. Und wer auf dem Dach ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit! Bitiet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter oder am Sabbat. Denn es wird alsdann ein groß Trübsal sein, als nicht gewesen ist von Anfang der Welt bisher und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzt, so würde kein Mensch selig; aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzt. So als⸗ dann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hie ist Christus, oder da. so sollt ihrs nicht glauben. Denn es werden falsche Propheten auf⸗ stehen und große Zeichen und Wunder tun, daß verführet werden in den Irrtum(wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Siehe, ich habs euch zuvor gesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste, so gehet nicht hinaus; siehe, er ist in der Kammer, so glaubt nicht. Denn gleich wie der Blitz ausgehet vom Aufgang und scheinet bis zum Niedergang, also wird auch sein die Zukunft des Menschensohns. Wo aber ein Aas ist, da sammeln sich die Adler. 5 Epistolische Lektion. 1. Joh. 2, 12—29.(Wer den Willen Gottes tut, der bleibet in Ewigkeit.) Lieben Kindlein, ich schreibe euch, daß euch die Sünden ver⸗ geben werden durch seinen Namen. Ich schreibe euch Vätern, denn ihr kennet den, der von Anfang ist. Ich schreibe euch Jünglingen, denn ihr habt den Bösewicht überwunden. Ich schreibe euch Kindern, denn ihr kennet den Vater. Ich habe euch Vätern geschrieben, daß ihr den kennet, der von Anfang ist. Ich habe euch Zünglingen ge⸗ schrieben, daß ihr stark seid, und das Wort Gottes bei euch bleibet, 25. Sonntag nach Trinitatis. und den Bösewicht überwunden habt. Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist. So jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. Denn alles, was in der Welt ist (nämlich des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben), ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergehet mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibet in Ewigleit. Kinder, es ist die letzte Stunde; und wie ihr gehöret habt, daß der Widerchrist kommt, und nun sind viel Widerchristen worden, daher erkennen wir, daß die letzte Stunde ist. Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns. Denn wo sie von uns gewesen wären, so wären sie ja bei uns geblieben; aber auf daß sie offenbar würden, daß sie nicht alle von uns sind. Und ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und wisset alles. Ich hab euch nicht geschrieben, als wüßtet ihr die Wahrheit nicht; sondern ihr wisset sie und wisset, daß keine Lüge aus der Wahrheit kommt. Wer ist ein Lügner, ohne der da leugnet, daß Jesus der Christ sei? Das ist der Widerchrist, der den Vater und den Sohn leugnet. Wer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht. Was ihr nun gehöret habt von Anfang, das bleibe bei euch. So bei euch bleibet, was ihr von Anfang gehöret habt; so werdet ihr auch bei dem Sohn und Vater bleiben. Und das ist die Verheißung, die er uns verheißen hat, das ewige Leben. Solches hab ich euch geschrieben von denen, die euch verführen. Und die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibet bei euch, und dürfet nicht, daß euch jemand lehre, sondern wie euch die Salbung allerlei lehret, so ists wahr und ist keine Lüge; und wie sie euch gelehret hat, so bleibet bei demselbigen. Und nun, Kindlein, bleibet bei ihm, auf daß, wenn er offenbaret wird, daß wir Freudigkeit haben und nicht zu schanden werden vor ihm in seiner Zukunft. So ihr wisset, daß er gerecht ist, so erkennet auch, daß, wer recht tut, der ist von ihm geboren. Evangelische Lektion. Matth. 10, 16—28.(Wer bis an das Ende beharret, der wird selig.) Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe; darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben. Hütet euch aber vor den Menschen, denn sie werden euch über⸗ antworten vor ihre Rathäuser und werden euch geißeln in ihren Schulen. Und man wird euch vor Fürsten und Könige führen um meinetwillen, zum Zeugnis über sie und über die Heiden. Wenn sie euch nun überantworten werden, so sorget nicht, wie oder was ihr reden sollt; denn es soll euch zu der Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt. Denn ihr seid es nicht, die da reden, sondern euers Baters Geist ist es, der durch euch redet. Es wird aber ein Bruder den andern zum Tod überantworten, und der Vater den Sohn, und die Kinder werden sich empören wider ihre Eltern und ihnen zum Tode helfen. Und müsset gehasset werden von jedermann um 15 226 25. Sonntag nach Trinitatis. meines Namens willen. Wer aber bis an das Ende beharret, der wird selig. Wenn sie euch aber in einer Stadt verfolgen, so fliehet in eine andere. Wahrlich, ich sage euch, ihr werdet die Städte Israels nicht ausrichten, bis des Menschen Sohn kommt. Der Jünger ist nicht über seinen Meister, noch der Knecht über den Herrn. Es ist dem Jünger genug, daß er sei wie sein Meister und der Knecht wie sein Herr. Haben sie den Hausvater Beelzebub geheißen, wie⸗ viel mehr werden sie seine Hausgenossen also heißen? Darum fürchtet euch nicht vor ihnen. Es ist nichts verborgen, das nicht offenbar werde, und ist nichts heimlich, das man nicht wissen werde. Was ich euch sage im Finsternis, das redet im Licht; und was ihr höret in das Ohr, das prediget auf den Dächern. Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und die Seele nicht mögen töten. Fürchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben mag in die Hölle. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 39.(Wie gar nichts sind alle Menschen.) Ich habe mir vorgesetzt, ich will mich hüten, daß ich nicht sündige mit meiner Zunge. Ich will meinen Mund zäumen, weil ich muß den Gottlosen so vor mir sehen. Ich bin verstummet und still und schweige der Freuden und muß mein Leid in mich fressen. Mein Herz ist entbrannt in meinem Leibe, und wenn ich dran gedenke, werde ich entzündet; ich rede mit meiner Zunge. Aber, Herr, lehre doch mich, daß es ein Ende mit mir haben muß, und mein Leben ein Ziel hat, und ich davon muß. Siehe, meine Tage sind einer Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! Sela. Sie gehen daher wie ein Schemen und machen ihnen viel vergeblicher Unruhe; sie sammeln und wissen nicht, wer es kriegen wird. Nun, Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. Errette mich von aller meiner Sünde und laß mich nicht den Narren ein Spott werden. Ich will schweigen und meinen Mund nicht auftun; du wirsts wohl machen. Wende deine Plage von mir, denn ich bin verschmachtet von der Strafe deiner Hand. Wenn du einen züchtigest um der Sünde willen, so wird seine Schöne verzehret wie von Motten. Ach, wie gar nichts sind doch alle Menschen! Sela. Höre mein Gebet, Herr, und vernimm mein Schreien und schweige nicht über meinen Tränen; denn ich bin beide dein Pilgrim und dein Bürger, wie alle meine Bäter. Laß ab von mir, daß ich mich er⸗ quicke, ehe denn ich hinfahre und nicht mehr hie sei. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Thess. 2, 1—17.(Gott wird ihnen hräftige Irrtümer senden.) Aber der Zukunft halben unsers Herrn Jesu Christi und unserer Versammlung zu ihm bitten wir euch, lieben Brüder, daß ihr euch 26. Sonntag nach Trinitatis. nicht bald bewegen lasset von eurem Sinn, noch erschrecken, weder durch Geist, noch durch Wort, noch durch Briefe, als von uns ge⸗ sandt, daß der Tag Christi vorhanden sei. Lasset euch niemand verführen in keinerlei Weise. Denn er kommt nicht, es sei denn, daß zuvor der Abfall komme und offenbaret werde der Mensch der Sünde und das Kind des Verderbens; der da ist ein Widerwärtiger und sich überhebet über alles, das Gott oder Gottesdienst heißet, also, daß er sich setzt in den Tempel Gottes, als ein Gott, und gibt sich vor, er sei Gott. Gedenhet ihr nicht daran, daß ich euch solches sagte, da ich noch bei euch war? Und was es noch aufhält, wisset ihr, daß er offenbaret werde zu seiner Zeit. Denn es reget sich schon bereits die Bosheit heimlich, ohne daß, der es jetzt aufhält, muß hinweg getan werden. Und alsdann wird der Boshaftige offenbaret werden, welchen der Oerr umbringen wird mit dem Geist seines Mundes und wird sein ein Ende machen durch die Erscheinung seiner Zukunft, des, welches Zukunft geschieht nach der Wirkung des Satans, mit allerlei lügenhastigen Kräften und Zeichen und Wundern und mit allerlei Verführung zur Ungerechtigkeit unter denen, die verloren werden, dafür, daß sie die Liebe zur Wahrheit nicht haben angenommen, daß sie selig würden. Darum wird ihnen Gott kräftige Irrtümer senden, daß sie glauben der Lüge; auf daß gerichtet werden alle, die der Wahrheit nicht glauben, sondern haben Lust an der Ungerechtigkeit. Wir aber sollen Gott danken allezeit um euch, geliebte Brüder von dem Herrn, daß euch Gott erwählet hat von Anfang zur Seligkeit, in der Heiligung des Geistes und im Glauben der Wahrheit, darein er euch berufen hat durch unser Evangelium, zum herrlichen Eigentum unsers Herrn Jesu Christi. So stehet nun, lieben Brüder, und haltet an den Saßungen, die ihr gelehret seid, es sei durch unser Wort oder Epistel. Er aber, unser Herr Jesus Christus, und Gott und unser Bater, der uns hat geliebet und ge⸗ geben einen ewigen Trost und eine gute Hoffnung durch Gnade, der er⸗ mahne eure Herzen und stärke euch in allerlei Lehre und gutem Werk. 26. Sonntag nach Trinitatis. VBormittags. Epistel. 2. Thess. 1, 3—10.(Er wird herrlich erscheinen mit seinen Heiligen.) Wir sollen Gott danken allezeit um euch, lieben Brüder, wie es billig ist. Denn euer Glaube wächset sehr, und die Liebe eines jeg⸗ lichen unter euch allen nimmt zu gegen einander; also, daß wir uns euer rühmen unter den Gemeinen Gottes, von eurer Geduld und Glauben in allen euren Verfolgungen und Trübsalen, die ihr duldet; welches anzeiget, daß Gott recht richten wird, und ihr würdig werdet zum Reich Gottes, über welchem ihr auch leidet, nachdem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trübsal denen, die euch Trübsal anlegen; 15² 228 26. Sonntag nach Trinitatis. euch aber, die ihr Trübsal leidet, Ruhe mit uns, wenn nun der Herr ZJesus wird offenbaret werden vom Himmel samt den Engeln seiner Kraft und mit Feuerflammen, Rache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam sind dem Evangelio unsers Herrn Jesu Christi; welche werden Pein leiden, das ewige Berderben von dem Angesichte des Herrn und von seiner herrlichen Macht, wenn er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Heiligen und wunderbar mit allen Gläubigen. Denn unser Zeugnis an euch von demselbigen Tage habt ihr geglaubel. Evangelium. Matth. 25, 31-46.(Vor ihm werden versammelt werden alle Völler.) Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit, und werden vor ihm alle BVölher versammelt werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böchen scheidet, und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. Da wird denn der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich ge⸗ speiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich behleidet. Ich bin hrank ge⸗ wesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir kommen. Dann werden ihm die Gerechten ant⸗ worten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dich gespeiset? oder durstig und haben dich getränket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen und beherberget? oder nackend und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen und sind zu dir kommen? Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das be⸗ reitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich nicht behleidet. Ich bin krank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch ant⸗ worten und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig oder durstig oder einen Gast oder nackend oder krank oder ge⸗ fangen und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen ant⸗ worten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr nicht getan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht — AHOHSR —.. 388³w.—.5—.·.„—=—55—.——...8—————.—„„v*F, 26. Sonntag nach Trinitatis. getan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben. Epistolische Lektion. Jab. 5, 7—20.(Seid geduldig bis auf die Zukunft des Herrn.) So seid nun geduldig, lieben Brüder, bis auf die Zukunft des Herrn. Siehe, ein Ackermann wartet auf die köstliche Frucht der Erde und ist geduldig darüber, bis daß er empfahe den Morgen⸗ regen und Abendregen. Seid ihr auch geduldig und stärket eure Herzen; denn die Zukunft des Herrn ist nahe. Seufzet nicht wider einander, lieben Brüder, auf daß ihr nicht verdammet werdet. Siehe, der Richter ist vor der Tür. Rehmet, meine lieben Brüder, zum Exempel des Leidens und der Geduld die Propheten, die zu euch geredet haben in dem Namen des Herrn. Siehe, wir preisen selig, die erduldet haben. Die Geduld Hiobs habt ihr gehöret, und das Ende des Herrn habt ihr gesehen; denn der Herr ist barmherzig und ein Erbarmer. Vor allen Dingen aber, meine Brüder, schwöret nicht, weder bei dem Himmel noch bei der Erde noch mit keinem andern Eide. Es sei aber euer Wort: Ja, das ja ist: und: Nein, das nein ist, auf daß ihr nicht in Heuchelei fallet. Leidet jemand unter euch, der bete: ist jemand gutes Muts, der singe Psalmen. Ist jemand krank. der rufe zu sich die Altesten der Gemeine und lasse sie über sich beten und salben mit Ole in dem Namen des Herrn. Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten: und so er hat Sünden getan, werden sie ihm vergeben sein. Bekenne einer dem andern seine Sünden, und betet für einander, daß ihr gesund werdet. Des Ge⸗ rechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist. Elias war ein Mensch, gleichwie wir; und er betete ein Gebet, daß es nicht regnen sollte; und es regnete nicht auf Erden drei Jahr und sechs Monden. Und er betete abermal, und der Himmel gab den Regen, und die Erde brachte ihre Frucht. Lieben Brüder, so jemand unter euch irren würde von der Wahrheit, und jemand bekehrete ihn, der soll wissen, daß, wer den Sünder bekehret hat von dem Irrtum seines Weges, der hat einer Seele vom Tode geholfen und wird bedecken die Menge der Sünden. Evangelische Lektion. Luc. 19. 11—27.(Die anvertrauten Zentner.) Da sie nun zuhöreten, sagte er weiter ein Gleichnis, darum, daß er nahe bei Jerusalem war, und sie meineten, das Reich Gottes sollte alsbald offenbart werden, und sprach: Ein Edler zog fern in ein Land. daß er ein Reich einnähme und dann wiederkäme. Dieser forderte zehn seiner Knechte und gab ihnen zehn Pfund und sprach zu ihnen: Handelt, bis daß ich wiederkomme. Seine Bürger aber waren ihm seind und schickten Botschaft nach ihm und ließen ihm sagen: Wir wollen nicht, daß dieser über uns herrsche. Und es begab sich. da er wiederkam, nachdem er das Reich eingenommen 230 26. Sonntag nach Trinitatis. hatte. hieß er dieselbigen Knechte fordern, welchen er das Geld ge⸗ geben hatte, daß er wüßte, was ein jeglicher gehandelt hätte. Da trat herzu der erste und sprach: Herr, dein Pfund hat zehn Pfund erworben. Und er sprach zu ihm: Ei du frommer Knecht, dieweil du bist im geringsten treu gewesen, sollst du Macht haben über zehn Städte. Der andere kam auch und sprach: Herr, dein Pfund hat fünf Pfund getragen. Zu dem sprach er auch. Und du sollst sein über fünf Städte. Und der dritte kam und sprach: Herr, siehe da, hie ist dein Pfund, welches ich habe im Schweißtuch behalten; ich fürchtete mich vor dir, denn du bist ein harter Mann; du nimmst, das du nicht gelegt hast, und erntest, das du nicht gesäet hast. Er sprach zu ihm: Aus deinem Munde richte ich dich, du Schalh. Wußtest du, daß ich ein harter Mann bin, nehme, das ich nicht geleget habe, und ernte, das ich nicht gesäet habe: warum hast du denn mein Geld nicht in die Wechselbank gegeben? und wenn ich kommen wäre, hätte ichs mit Wucher erfordert. Und er sprach zu denen, die dabei stunden: Nehmet das Pfund von ihm und gebets dem, der zehn Pfund hat. Und sie sprachen zu ihm: Herr, hat er doch zehn Pfund. Ich sage euch aber: Wer da hat, dem wird ge⸗ geben werden; von dem aber, der nicht hat, wird auch das ge⸗ nommen werden, das er hat. Doch jene meine Feinde, die nicht wollten, daß ich über sie herrschen sollte, bringet her und erwürget sie vor mir. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Maleachi 3, 13—18.(Shr sollt sehen, was für ein Unterschied sei zwischen Gerechten und Gottlosen.) Ihr redet hart wider mich, spricht der Herr. So sprechet ihr: Was reden wir wider dich? Damit. daß ihr saget: Es ist umsonst, daß man Goti dienet; und was nützt es, daß wir sein Gebot halten und hart Leben vor dem Herrn Zebaoth führen? Darum preisen wir die Verächter; denn die Gottlosen nehmen zu, sie versuchen Gott, und gehet ihnen alles wohl hinaus. Aber die Gottesfürchtigen trösten sich unter einander also: Der Herr merket es und höret es; und ist vor ihm ein Denkkzettel, geschrieben für die, so den Herrn fürchten und an seinen Namen gedenken. Sie sollen, spricht der Herr Zebaoth, des Tages, den ich machen will, mein Eigentum sein; und ich will ihrer schonen, wie ein Mann seines Sohns schonet, der ihm dienet. Und ihr sollt dagegen wiederum sehen, was für ein Unter⸗ schied sei zwischen dem Gerechten und Gottlosen und zwischen dem, der Gott dienet, und dem, der ihm nicht dienet. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Kor. 9. 6—15.(Wer da säet im Segen, der wird auch ernten im Segen.) Ich meine aber das: Wer da kärglich säet. der wird auch kärglich ernten; und wer da säet im Segen, der wird auch ernten im Segen. EE e8 D.4= 27. Sonntag nach Trinitatis. Ein jeglicher nach seiner Willkür, nicht mit Unwillen, oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. Gott aber kann machen, daß allerlei Gnade unter euch reichlich sei, daß ihr in allen Dingen volle Genüge habet und reich seid zu allerlei guten Werken. Wie geschrieben stehet: Er hat ausgestreuet und gegeben den Armen; seine Gerechtigkeit bleibet in Ewigkeit. Der aber Samen reichet dem Säe⸗ mann, der wird ja auch das Brot reichen zur Speise und wird ver— mehren euren Samen und wachsen lassen das Gewächse eurer Ge⸗ rechtigkeit, daß ihr reich seid in allen Dingen mit aller Einfältigkeit, welche wirket durch uns Danksagung Gotte. Denn die Hand⸗ reichung dieser Steuer erfüllet nicht allein den Mangel der Heiligen, sondern ist auch überschwenglich darinnen, daß viele Gott danken für diesen unsern treuen Dienst und preisen Gott über eurem unter⸗ tänigen Bekenntnis des Evangelii Christi und über eurer einfältigen Steuer an sie und an alle und über ihrem Gebet für euch, welche verlanget nach euch, um der überschwenglichen Gnade Gottes willen in euch. Gott aber sei Dank sür seine unaussprechliche Gabe. 27. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. 2. Petri 3, 3—14.(Wir warten eines neuen Himmels und einer neuen Erde.) Und wisset das aufs erste, daß in den letzten Tagen kommen werden Spötter, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Zukunft? Denn nachdem die Väter entschlafen sind, bleibt es alles, wie es von Anfang der Kreatur gewesen ist. Aber mutwillens wollen sie nicht wissen, daß der Himmel vorzeiten auch war, dazu die Erde aus Wasser und im Wasser bestanden durch Gottes Wort; dennoch ward zu der Zeit die Welt durch dieselbigen mit der Sintflut verderbet. Also auch der Himmel jetzund und die Erde werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden am Tage des Gerichts und Verdammnis der gottlosen Menschen. Eines aber sei euch un⸗ verhalten, ihr Lieben, daß Ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahr, und tausend Jahr wie Ein Tag. Der Herr verzeucht nicht die Verheißung, wie es etliche für einen Verzug achten, sondern er hat Geduld mit uns und will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre. Es wird aber des Herrn Tag kommen als ein Dieb in der Nacht, in welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die drinnen sind, werden verbrennen. So nun das alles soll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt sein mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn, in welchem die Himmel vom Feuer zergehen und die Elemente vor 232 27. Sonntag nach Trinitatis. Hitze zerschmelzen werden. Wir warten aber eines neuen Himmels und einer neuen Erde, nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet. Darum, meine Lieben, dieweil ihr darauf warten sollet, so tut Fleiß, daß ihr vor ihm unbeflecht und unsträflich im Frieden erfunden werdet. Evangelium. Matth. 25, 1—13.(Siehe, der Bräutigam kommt.) Dann wird das Himmelreich gleich sein zehn ZJungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen aus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf unter ihnen waren töricht, und fünf waren klug. Die törichten nahmen ihre Lampen; aber sie nahmen nicht Ol mit sich. Die klugen aber nahmen Ol in ihren Gefäßen, samt ihren Lampen. Da nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig und entschliefen. Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt; gehet aus, ihm entgegen. Da stunden diese Jungfrauen alle auf und schmückten ihre Lampen. Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Ole, denn unsere Lampen ver⸗ löschen. Da antworteten die klugen und sprachen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreche. Gehet aber hin zu den Krämern und kaufet für euch selbst. Und da sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam; und welche bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit; und die Tür ward verschlossen. Zuletzt kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, tu uns auf. Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euer nicht. Darum wachet; denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird. Epistolische Lektion. Offenb. Joh. 21, 1—8.(Das neue Zerusalem.) Und ich sahe einen neuen Himmel und eine neue Erde. Denn der erste Himmel und die erste Erde verging, und das Meer ist nicht mehr. Und ich, Johannes, sahe die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabfahren, zubereitet als eine geschmückte Braut ihrem Mann. Und hörete eine große Stimme von dem Stuhl, die sprach: Siehe da, eine Hütte Gottes bei den Menschen; und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein. Und Gott wird ab⸗ wischen alle Tränen von ihren Augen; und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerzen wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Stuhl saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er spricht zu mir: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiß. Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von dem Brunn des lebendigen Wassers umsonst. Wer überwindet, der wirds alles ererben; und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein. Den Ver⸗ 27. Sonntag nach Trinitatis. zagten aber und Ungläubigen, den Greulichen und Totschlägern und Hurern und Zauberern und Abgöttischen und allen Lügnern, derer Teil wird sein in dem Pfuhl, der mit Feuer und Schwefel brennet; welches ist der andere Tod. Evangelische Lektion. Luc. 12, 35—46.(Lasset eure Lichter brennen.) Lasset eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen; und seid gleich den Menschen, die auf ihren Herrn warten, wenn er auf⸗ brechen wird von der Hochzeit, auf daß, wenn er kommt und an⸗ klopft, sie ihm bald auftun. Selig sind die Knechte, die der Herr, so er kommt, wachend findet. Wahrlich, ich sage euch, er wird sich aufschürzen und wird sie zu Tisch setzen und vor ihnen gehen und ihnen dienen. Und so er kommt in der andern Wache und in der dritten Wache und wirds also finden, selig sind diese Knechte. Das sollt ihr aber wissen, wenn ein Hausherr wüßte, zu welcher Stunde der Dieb käme, so wachte er und ließe nicht in sein Haus brechen. Darum seid ihr auch bereit; denn des Menschen Sohn wird kommen zu der Stunde, da ihr nicht meinet. Petrus aber sprach zu ihm: Herr, sagest du dies Gleichnis zu uns, oder auch zu allen? Der Herr aber sprach: Wie ein groß Ding ists um einen treuen und klugen Haushalter, welchen der Herr setzt über sein Gesinde, daß er ihnen zu rechter Zeit ihre Gebühr gebe! Selig ist der Knecht, welchen sein Herr findet also tun, wenn er kommt. Wahrlich,‚ ich sage euch, er wird ihn über alle seine Güter setzen. So aber del⸗ selbige Knecht in seinem Herzen sagen wird: Mein Herr verzeucht zu kommen, und fähet an zu schlagen Knechte und Mägde, auch zu essen und zu trinken und sich voll zu saufen: so wird desselben Knechtes Herr kommen an dem Tage,‚ da er sichs nicht versiehet, und zu der Stunde, die er nicht weiß, und wird ihn zerscheitern und wird ihm seinen Lohn geben mit den Ungläubigen. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jes. 65, 12—19.(Verwerfung und Erwählung.) Wohlan, ich will euch zählen zum Schwert, daß ihr euch alle bücken müsset zur Schlacht, darum, daß ich rief, und ihr antwortetet nicht, daß ich redete, und ihr höretet nicht, sondern tatet, was mir übel gefiel, und erwähletet, das mir nicht gefiel. Darum spricht der Herr Herr also: Siehe, meine Knechte sollen essen, ihr aber sollt hungern; siehe, meine Knechte sollen trinken, ihr aber sollt dürsten; siehe, meine Knechte sollen fröhlich sein, ihr aber sollt zu schanden werden; siehe, meine Knechte sollen vor gutem Mut jauchzen, ihr aber sollt vor Herzeleid schreien und vor Sammer heulen und sollt euren Namen lassen meinen Auserwählten zum Schwur; und der Herr Herr wird dich töten und seine Knechte mit einem andern 234 JFest der Darstellung Jesu im Tempel. Namen nennen, daß, welcher sich segnen wird auf Erden, der wird sich in dem rechten Gott segnen, und welcher schwören wird auf Erden, der wird bei dem rechten Gott schwören; denn der vorigen Angst ist vergessen, und sind von meinen Augen verborgen. Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde shaffen, daß man der vorigen nicht mehr gedenken wird, noch zu Herzen nehmen. Sondern sie werden sich ewiglich freuen und fröhlich sein über dem, das ich schaffe. Denn siehe, ich will Jerusalem schaffen zur Wonne und ihr Volk zur Freude. Und ich will fröhlich sein über Zeru⸗ salem und mich freuen über mein Volk; und soll nicht mehr drinnen gehöret werden die Stimme des Weinens, noch die Stimme des Klagens. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Tim. 4, 1—8.(Ich habe einen guten Kampf gekämpft.) So bezeuge ich nun vor Gott und dem Herrn ZJesu Christo, der da zukünstig ist, zu richten die Lebendigen und die Toten, mit seiner Erscheinung und mit seinem Reich. Predige das Wort, halt an, es sei zu rechter Zeit, oder zur Unzeit; strafe, dräue, ermahne mit aller Geduld und Lehre. Denn es wird eine Zeit sein, da sie die heilsame Lehre nicht leiden werden, sondern nach ihren eigenen Lüsten werden sie ihnen selbst Lehrer aufladen, nachdem ihnen die Ohren jüchen; und werden die Ohren von der Wahrheit wenden und sich zu den Fabeln kehren. Du aber sei nüchtern allenthalben, leide dich, tu das Werk eines evangelischen Predigers, richte dein Amt redlich aus. Denn ich werde schon geopfert, und die Zeit meines Abscheidens ist vorhanden. Ich habe einen guten Kampf gekämpfet, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten. Hinfort ist mir beigelegt die Krone der Gerechtigkeit, welche mir der Herr an jenem Tage, der gerechte Richter, geben wird, nicht mir aber allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb haben. Fest der Darstellung Jesu im Tempel. Vormittags. Epistel. Maleachi 3, 1—5.(Bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr suchet.) Siehe, ich will meinen Engel senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr suchet, und der Engel des Bundes, des ihr begehret. Siehe, er kommt, spricht der Herr Zebaoth. Wer wird aber den Tag seiner Zukunft erleiden mögen? Und wer wird bestehen, wenn er wird erscheinen? Denn er ist wie das Feuer eines Goldschmieds und wie die Seife der Wäscher. Er wird sitzen und schmelzen und das Silber reinigen; er wird die Kinder Levi reinigen und läutern wie Gold und Silber. Dann werden sie dem Herrn Speisopfer bringen in Gerechtigkeit; und wied dem Herrn wohlgefallen das Speis⸗ 8768 3 ½5 OnDNNN A. + uer——e e———— Fern Fest der Darstellung Jesu im Tempel. 235 opfer Juda und Jerusalems, wie vorhin und vor langen Jahren. Und ich will zu euch kommen und euch strafen und ein schneller Zeuge sein wider die Zauberer, Ehebrecher und Meineidigen und wider die. so Gewalt und Unrecht tun den Tagelöhnern, Witwen und Waisen und den Fremdling drüchen und mich nicht fürchten, spricht der Herr Zebaoth. Evangelium. Luc. 2, 22—40.(Dieser wird gesetzt zu einem Fall und Auferstehen vieler in Israel.) Und da die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz Mosis kamen, brachten sie ihn gen Jerusalem, daß sie ihn darstelleten dem Herrn(wie denn geschrieben stehet in dem Gesetz des Herrn: Allerlei Männlein, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem Herrn geheiliget heißen); und daß sie gäben das Opfer, nachdem gesagt ist im Gesetz des Herrn, ein Paar Turteltauben, oder zwo junge Tauben. Und siehe, ein Mensch war zu Jerusalem, mit Namen Simeon; und derselbe Mensch war fromm und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels, und der heilige Geist war in ihm. Und ihm war eine Antwort worden von dem heiligen Geist, er sollte den Tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Christ des Herrn gesehen. Und kam aus Anregen des Geistes in den Tempel. Und da die Eltern das Kind Jesum in den Tempel brachten, daß sie für ihn täten, wie man pfleget nach dem Gesetz, da nahm er ihn auf seine Arme und lobete Gott und sprach: Herr, nun lässest du deinen Diener im Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet hast vor allen Völlern, ein Licht zu erleuchten die Heiden, und zum Breis deines Volkes Israel. Und sein Bater und Mutter wunderten sich des, das von ihm geredet ward. Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gesetzt zu einem Fall und Auferstehen vieler in Ifrael und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird,(und es wird ein Schwert durch deine Seele dringen) auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna eine Tochter Phanuels, vom Geschlecht Aser, die war wohl betaget und hatte gelebt sieben Jahr mit ihrem Manne nachihrer Jungfrauschaft, und war nun eine Witwe bei vier und achtzig ZJahren, die kam nimmer vom Tempel, dienete Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbige trat auch hinzu zu derselbigen Stunde und preisete den Herrn und redete von ihm zu allen, die da auf die Erlösung zu ZJerusalem warteten. Und da sie es alles vollender hatten nach dem Gesetz des Herrn, kehrten sie wieder in Galiläam zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs und ward stark im Geist, voller Weisheit; und Gottes Gnade war bei ihm. Epistolische Lektion. 1. Joh. 1, 1—10.(Das Leben ist erschienen.) Das da von Anfang war, das wir gehöret haben, das wir gesehen haben mit unsern Augen, das wir beschauet haben, und unsere Hände 236 Fest der Darstellung Jesu im Tempel. betastet haben, vom Wort des Lebens,(und das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und zeugen und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, welches war bei dem Bater und ist uns erschienen 5 was wir gesehen und gehöret haben, das verkündigen wir euch, auf daß auch ihr mit uns Gemeinschaft habet, und unsere Gemein⸗ schaft sei mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesu Christo. Und solches schreiben wir euch, auf daß eure Freude völlig sei. Und das ist die Verkündigung, die wir von ihm gehöret haben und euch verkündigen, daß Gott ein Licht ist, und in ihm ist keine Finster⸗ nis. So wir sagen, daß wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln im Finsternis, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit. So wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Ge⸗ meinschaft unter einander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohns, macht uns rein von aller Sünde. So wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. So wir aber unsere Sünde bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünde vergibt und reiniget uns von aller Untugend. So wir sagen, wir haben nicht gesündiget, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns. Evangelische Leltion. Matth. 21, 33—45.(Wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschellen.) Höret ein ander Gleichnis: Es war ein Hausvater, der pflanzete einen Weinberg und führete einen Zaun darum und grub eine Kelter darinnen und bauete einen Turm und tat ihn den Weingärtnern ö aus und zog über Land. Da nun herbeikam die Zeit der Früchte, 6 sandte er seine Knechte zu den Weingärtnern, daß sie seine Früchte empfingen. Da nahmen die Weingärtner seine Knechte; einen stäupten sie, den andern töteten sie, den dritten steinigten sie. Abermal sandte er andere Knechte, mehr denn der ersten waren; und sie taten ihnen gleich also. Darnach sandte er seinen Sohn zu ihnen und sprach: Sie werden sich vor meinem Sohn scheuen. Da aber die Wein⸗ gärtner den Sohn sahen, sprachen sie unter einander: Das ist der Erbe; kommt, laßt uns ihn töten und sein Erbgut an uns bringen. Und sie nahmen ihn und stießen ihn zum Weinberge hinaus und töteten ihn. Wenn nun der Herr des Weinbergs kommen wird, was wird er diesen Weingärtnern tun? Sie sprachen zu ihm: Er wird die Bösewichte übel umbringen und seinen Weinberg andern Weingärtnern austun, die ihm die Früchte zu rechter Zeit geben. Jesus sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen in der Schrift: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein worden; von dem Herrn ist das geschehen, und es ist wunderbar⸗ lich vor unsern Augen? Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und den Heiden gegeben werden, die seine Früchte bringen. Und wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschellen; auf welchen er aber fällt, den wird er zermalmen. Und 5 —0——.——...—.. — 25„—5 22 „. g 5—.. 8.— Jest Johannis des Täufers. da die Hohenpriester und Pharisäer seine Gleichnisse höreten, ver⸗ nahmen sie, daß er von ihnen redete. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jesaias 2, 2—5.(Von Zion geht das Gesetz aus und das Wort des Herrn von ZJerusalem.) Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des Herrn Haus ist, gewiß sein, höher denn alle Berge und über alle Hügel erhaben werden; und werden alle Heiden dazu laufen, und viel Völker hingehen und sagen: Kommt, laßt uns auf den Berg des Herrn gehen, zum Hause des Gottes Jakob, daß er uns lehre seine Wege, und wir wandeln auf seinen Steigen. Denn von Zion wird das Gesetz ausgehen, und des Herrn Wort von Jerusalem. Und er wird richten unter den Heiden und strafen viel Bölker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere ein Schwert ausheben und werden fort nicht mehr kriegen lernen. Kommet ihr nun vom Hause Jakob, laßt uns wandeln im Licht des Herrn. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Joh. 2, 7—11.(Das wahre Licht scheinet jetzt.) Brüder, ich schreibe euch nicht ein neu Gebot, sondern das alte Gebot, das ihr habt von Anfang gehabt. Das alte Gebot ist das Wort, das ihr von Anfang gehöret habt. Wiederum ein neu Gebot schreibe ich euch, das da wahrhaftig ist bei ihm und bei euch; denn die Finsternis ist vergangen, und das wahre Licht scheinet jetzt. Wer da sagt, er sei im Licht, und hasset seinen Bruder, der ist noch im Finsternis. Wer seinen Bruder liebet, der bleibet im Licht, und ist kein Argernis bei ihm. Wer aber seinen Bruder hasset, der ist im Finsternis und wandelt im Finsternis und weiß nicht, wo er hingehet; denn die Finsternisse haben seine Augen verblendet. Fest Johannis des Täufers. Vormittags. Epistel. Jes. 40, 1—8.(Eine Stimme eines Predigers in der Wüste.) Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott; redet mit Jerusalem freundlich und prediget ihr, daß ihre Ritterschaft ein Ende hat, denn ihre Missetat ist vergeben; denn sie hat Zwiefältiges empfangen von der Hand des Herrn um alle ihre Sünde. Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg, machet auf dem Gefilde eine ebene Bahn unserm Gott. Alle Tale sollen erhöhet werden, und alle Berge und Hügel sollen geniedriget werden, und was ungleich ist, soll eben, und was höckericht ist, soll schlicht 238 Fest Johannis des Täufers. werden; denn die Herrlichkeit des Herrn soll offenbaret werden; und alles Fleisch mit einander wird sehen, daß des Herrn Mund redet. Es spricht eine Stimme: Predige! Und er sprach: Was soll ich predigen? Alles Fleisch ist Heu, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde. Das Heu verdorret, die Blume verwelket; denn des Herrn Geist bläset drein. Ja, das Voll ist das Heu. Das Heu verdorret, die Blume verwelket; aber das Wort unsers Gottes bleibet ewiglich. Evangelium. Luc. 1. 57—80.(Du, Kindlein, wirst vor dem Herrn hergehen.) Und Elisabeth kam ihre Zeit, daß sie gebären sollte; und sie gebar einen Sohn. Und ihre Nachbarn und Gefreundten höreten, daß der Herr große Barmherzigkeit an ihr getan hatte, und freueten sich mit ihr. Und es begab sich, am achten Tage kamen sie, zu be⸗ schneiden das Kindlein, und hießen ihn, nach seinem Vater, Zacharias. Aber seine Mutter antwortete und sprach: Mit nichten, sondern er soll Sohannes heißen. Und sie sprachen zu ihr: Ist doch niemand in deiner Freundschaft, der also heiße. Und sie winkten seinem Vater, wie er ihn wollte heißen lassen. Und er forderte ein Täflein, schrieb und sprach: Er heißt Johannes. Und sie verwunderten sich alle. Und alsbald ward sein Mund und seine Zunge aufgetan, und redete und lobete Gott. Und es ham eine Furcht über alle Nachbarn; und diese Geschichte ward alle ruchtbar auf dem ganzen jüdischen Gebirge. Und alle, die es höreten, nahmens zu Herzen und sprachen: Was, meinest du, will aus dem Kindlein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm. Und sein Vater Zacharias ward des heiligen Geistes voll, weissagete und sprach: Gelobet sei der Herr, der Gott Israels; denn er hat besucht und erlöset sein Volk; und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils in dem Hause seines Dieners David; als er vor Zeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten: Daß er uns errettete von unsern Feinden und von der Hand aller, die uns hassen, und die Barmherzigkeit erzeigete unsern Bätern und gedächte an seinen heiligen Bund und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, daß wir, erlöset aus der Hand unserer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Leben lang, in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist. Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen; du wirst vor dem Herrn hergehen, daß du seinen Weg bereitest und Erkenntnis des Heils gebest seinem Voll, die da ist in Vergebung ihrer Sünden, durch die herzliche Barmherzigheit unsers Gottes, durch welche uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe, auf daß er erscheine denen, die da sitzen im Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Und das Kindlein wuchs und ward stark im Geist und war in der Wüste, bis daß er sollte hervortreten vor das Volk Israel. =.. S tete‚.eeeeteeeS.D‚ ——— Ae 3 Fest Johannis des Täufers. Epistolische Lektion. Jes. 40, 9—31. Siehe, da ist euer Gott.) Zion, du Predigerin, steig auf einen hohen Berg. Jerusalem, du Predigerin, hebe deine Stimme auf mit Macht, heb auf und fürchte dich nicht; sage den Städten Juda: Siehe, da ist euer Gott. Denn siehe, der Herr Herr kommt gewaltiglich, und sein Arm wird herrschen. Siehe, sein Lohn ist bei ihm, und seine Vergeltung ist vor ihm. Er wird seine Herde weiden, wie ein Hirte; er wird die Lämmer in seine Arme sammeln und in seinem Busen tragen und die Schafmütter führen. Wer misset die Wasser mit der Faust und fasset den Himmel mit der Spanne und begreift die Erde mit einem Dreiling und wieget die Berge mit einem Gewicht und die Hügel mit einer Wage? Wer unterrichtet den Geist des Herrn, und welcher Ratgeber unterweiset ihn? Wen fragt er um Rat, der ihm Verstand gebe und lehre ihn den Weg des Rechts und lehre ihn die Erkenntnis und unterweise ihn den Weg des Berstandes? Siehe, die Heiden sind geachtet wie ein Tropfen, so im Eimer bleibt, und wie ein Scherflein, so in der Wage bleibet. Siehe, die Inseln sind wie ein Stäublein. Der Libanon wäre zu geringe zum Feuer, und seine Tiere zu geringe zum Brandopfer. Alle Heiden sind vor ihm nichts und wie ein Nichtiges und Eiteles geachtet. Wem wollt ihr denn Gott nachbilden? Oder was für ein Gleichnis wollt ihr ihm zu⸗ richten? Der Meister geußt wohl ein Bild, und der Goldschmied übergüldet es und macht silberne Ketten dran. Desgleichen wer eine arme Hebe vermag, der wählet ein Holz, das nicht fault, und sucht einen klugen Meister dazu, der ein Bild fertige, das beständig sei. Wisset ihr nicht? Höret ihr nicht? Ists euch nicht vormals verkündiget? Habt ihrs nicht verstanden von Anbeginn der Erde? Er sitzt über dem Kreis der Erde; und die drauf wohnen, sind wie Heuschrecken. Der den Himmel ausdehnet wie ein dünn Fell und breitet sie aus wie eine Hütte, da man innen wohnet; der die Fürsten zunichte macht und die Richter auf Erden eitel macht, als hätte ihr Stamm weder Pflanzen noch Samen noch Wurzel in der Erde, daß sie, wo ein Wind unter sie wehet, verdorren, und sie ein Wind⸗ wirbel wie Stoppeln wegführet. Wem wollt ihr denn mich nach⸗ bilden, dem ich gleich sei? spricht der Heilige. Hebet eure Augen in die Höhe und sehet. Wer hat solche Dinge geschaffen und führet ihr Heer bei der Zahl heraus? Der sie alle mit Namen rufet; sein Bermögen und starke Kraft ist so groß, daß nicht an Einem fehlen kann. Warum sprichst du denn, Jalob, und du, Israel, sagest: Mein Weg ist dem Herrn verborgen, und mein Recht gehet vor meinem Gott über? Weißt du nicht? Hast du nicht gehöret? Der Herr, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt; sein Verstand ist unausforschlich. Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden. Die Knaben werden müde und matt, und die Jünglinge fallen. 2⁴⁰ Fest Johannis des Täufers. Aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, daß sie auf⸗ fahren mit Flügeln wie Adler, daß sie laufen und nicht matt werden, daß sie wandeln und nicht müde werden. Evangelische Lektion. Marei 6, 17—29.(Sohannis Enthauptung.) Er aber, Herodes, hatte ausgesandt und Johannem gegriffen und ins Gefängnis gelegt, um Herodias willen, seines Bruders Philippi Weib; denn er hatte sie gefreiet. Johannes aber sprach zu Herode: Es ist nicht recht, daß du deines Bruders Weib habest. Herodias aber stellete ihm nach und wollte ihn töten und konnte nicht. Herodes aber fürchtete Johannem, denn er wußte, daß er ein frommer und heiliger Mann war, und verwahrete ihn und gehorchte ihm in vielen Sachen und hörete ihn gerne. Und es ham ein gelegener Tag, daß Herodes auf seinen Jahrestag ein Abendmahl gab den Obersten und Hauptleuten und Vornehmsten in Galiläa. Da trat hinein die Tochter der Herodias und tanzete und gefiel wohl dem Herodi und denen, die am Tisch saßen. Da sprach der König zum Mägdlein: Bitte von mir, was du willst, ich will dirs geben. Und schwur ihr einen Eid: Was du wirst von mir bitten, will ich dir geben bis an die Hälfte meines Königreichs. Sie ging hinaus und sprach zu ihrer Mutter: Was soll ich bitten? Die sprach: Das Haupt Johannis des Täufers. Und sie ging bald hinein mit Eile zum Könige, bat und sprach: Ich will, daß du mir gebest jetzt sobald auf einer Schüssel das Haupt Johannis, des Täufers. Der König ward betrübt; doch um des Eides willen und derer, die am Tische saßen, wollte er sie nicht lassen eine Fehl⸗ bitte tun. Und bald schickte hin der König den Henker und hieß sein Haupt herbringen. Der ging hin und enthauptete ihn im Gefängnis. Und trug her sein Haupt auf einer Schüssel und gabs dem Mägdlein, und das Mägdlein gabs ihrer Mutter. Und da das seine Jünger höreten, kamen sie und nahmen seinen Leib und legten ihn in ein Grab. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Maleachi 4, 4—6.(Sch will euch senden den Propheten Elia.) Gedenket des Gesetzes Mose, meines Knechts, das ich ihm befohlen habe auf dem Berge Horeb an das ganze Israel, samt den Geboten und Rechten. Siehe, ich will euch senden den Propheten Elia, ehe denn da komme der große und schreckliche Tag des Herrn. Der soll das Herz der Bäter bekehren zu den Kindern und das Herz der Kinder zu ihren Vätern; daß ich nicht komme und das Erdreich mit dem Bann schlage. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Kor. 6, 9—20.(Preiset Gott an eurem Leibe und in eurem Geiste.) Wisset ihr nicht, daß die Ungerechten werden das Reich Gottes nicht ererben? Lasset euch nicht verführen: weder die Hurer, noch ./D — waschen, ihr seid geheiliget, ihr seid gerecht worden durch den Namen des Herrn Jesu und durch den Geist unsers Gottes. Ich hab es alles Macht, es frommet aber nicht alles. Ich hab es alles Macht, s soll mich aber nichts gefangen nehmen. Die Speise dem Bauche, und der Bauch der Speise; aber Gott wird diesen und jene hinrichten. huret, der sündiget an seinem eigenen Leibe. Oder wisset ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, der in euch ist, welchen ihr habt von Gott, und seid nicht euer selbst? Denn ihr seid teuer erkauft. Darum so preiset Gott an eurem Leibe und in eurem Geiste, welche sind Gottes. Fest der Heimsuchung Mariä. Bormittags. Epistel. Jes. 11, 1—5.(Es wird eine Rute aufgehen von dem Stamm Isai.) Und es wird eine Rute aufgehen von dem Stamm Isai und und der Furcht des Herrn. Und sein Riechen wird sein in der Furcht des Herrn. Er wird nicht richten, nach dem seine Augen sehen, noch strafen, nach dem seine Ohren hören; sondern wird mit Gerechtigkeit richten die Armen und mit Gericht strafen die Elenden im Lande, und wird mit dem Stabe seines Mundes die Erde schlagen und mit dem Odem seiner Lippen den Gottlosen töten. Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden sein und der Glaube der Gurt seiner Nieren. 7. Evangelium. Lue. 1, 39—56. Selig bist du, die du geglaubt hast.) Maria aber stund auf in den Tagen und ging auf das Gebirge endelich zu der Stadt Judä und kam in das Haus Zacharias und grüßete Elisabeth. Und es begab sich, als Clisabeth den Gruß 242² Fest der Heimsuchung Mariä. Mariä hörete, hüpfete das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth ward des heiligen Geistes voll und rief laut und sprach: Gebenedeiet bist du unter den Weibern, und gebenedeiet ist die Frucht deines Leibes. Und woher kommt mir das, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Siehe, da ich die Stimme deines Grußes hörete, hüpfete mit Freuden das Kind in meinem Leibe. Und o selig bist du, die du geglaubet hast; denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn. Und Maria sprach: Meine Seele er⸗ hebet den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. Denn er hat die Riedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskind. Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist, und des Name heilig ist. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. Er übet Gewalt mit seinem Arm und zerstreuet, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllet er mit Gütern und läßt die Reichen leer. Er denket der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf; wie er geredet hat unsern Bätern, Abraham und seinem Samen ewiglich. And Maria blieb bei ihr bei drei Monden, darnach kehrete sie wiederum heim. Epistolische Lektion. Psalm 145.(Mein Mund soll des Herrn Lob sagen.) Ich will dich erhöhen, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich. Ich will dich täglich loben und deinen Namen rühmen immer und ewiglich. Der Herr ist groß und sehr löblich, und seine Größe ist unaussprechlich. Kindskinder werden deine Werke preisen und von deiner Gewalt sagen. Ich will reden von deiner herrlichen schönen Pracht und von deinen Wundern, daß man solle reden von deinen herrlichen Taten, und daß man erzähle deine Herrlichkeit, daß man preise deine große Güte und deine Gerechtigkeit rühme. Gnädig und barmherzig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Der Herr ist allen gütig und er⸗ barmet sich aller seiner Werke. Es sollen dir danken, Herr, alle deine Werke, und deine Heiligen dich loben und die Ehre deines Königreichs rühmen und von deiner Gewalt reden, daß den Menschen⸗ kindern deine Gewalt kund werde und die ehrliche Pracht deines Königreichs. Dein Reich ist ein ewiges Reich, und deine Herrschaft währet für und für. Der Herr erhält alle, die da fallen, und richtet auf alle, die da niedergeschlagen sind. Aller Augen warten auf dich; und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du tust deine Hand auf und erfüllest alles, was lebet, mit Wohlgefallen. Der Herr ist gerecht in allen seinen Wegen und heilig in allen seinen Werhen. Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen. Er tut, was die Gottesfürchtigen begehren, und höret ihr Schreien und hilft ihnen. Der Herr behütet alle, die ihn lieben, und DEDSDS..DDtctct SS S 8 3„ de Fest der Heimsuchung Mariä. wird vertilgen alle Gottlosen. Mein Mund soll des Herrn Lob sagen, und alles Fleisch lobe seinen heiligen Namen immer und ewiglich. Evangelische Lektion. Matth. 12, 46—50.(Wer den Willen tut meines Vaters im Himmel, derselbige ist mein Bruder, Schwester und Mutter.) Da er noch also zu dem Volh redete, siehe, da stunden seine Mutter und seine Brüder draußen, die wollten mit ihm reden. Da sprach einer zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen mit dir reden. Er antwortete aber und sprach zu dem, der es ihm ansagte: Wer ist meine Mutter? und wer sind meine Brüder? Und reckte die Hand aus über seine Jünger und sprach: Siehe da, das ist meine Mutter und meine Brüder. Denn wer den Willen tut meines Vaters im Himmel, derselbige ist mein Bruder, Schwester und Mutter. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 89, 2—22.(Sch habe David, meinem Knecht, geschworen.) Ich will singen von der Gnade des Herrn ewiglich und seine Wahrheit verkündigen mit meinem Munde für und für und sage also: Daß eine ewige Gnade wird au gehen, und du wirst deine Wahrheit treulich halten im Himmel. Ich habe einen Bund ge⸗ macht mit meinem Auserwählten, ich habe David, meinem Knechte, geschworen: Ich will dir ewiglich Samen verschaffen und deinen Stuhl bauen für und für. Sela. Und die Himmel werden, Herr, deine Wunder preisen und deine Wahrheit in der Gemeine der Heiligen. Denn wer mag in den Wolken dem Herrn gleich gelten und gleich sein unter den Kindern der Götter dem Herrn? Gott ist fast mächtig in der Sammlung der Heiligen und wunderbarlich über alle, die um ihn sind. Herr, Gott Zebaoth, wer ist wie du, ein mächtiger Gott? Und deine Wahrheit ist um dich her. Du herrschest über das ungestüme Meer, du stillest seine Wellen, wenn sie sich erheben. Du schlägst Rahab zu Tode, du zerstreuest deine Feinde mit deinem starken Arm. Himmel und Erde ist dein; du hast gegründet den Erdboden und was drinnen ist. Mitternacht und Mittag hast du geschaffen; Thabor und Hermon jauchzen in deinem Namen. Du hast einen gewaltigen Arm, stark ist deine Hand, und hoch ist deine Rechte. Gerechtignkeit und Gericht ist deines Stuhls Festung, Gnade und Wahrheit sind vor deinem Angesichte. Wohl dem Volk, das jauchzen kann. Herr, sie werden im Licht deines Antlitzes wandeln; sie werden über deinem Namen täglich fröhlich sein und in deiner Gerechtigkeit herrlich sein. Denn du bist der Ruhm ihrer Stärke, und durch deine Gnade wirst du unser Horn erhöhen. Denn der Herr ist unser Schild, und der Heilige in Israel ist unser König. Dazumal redetest du im Gesichte zu deinem Oeiligen und sprachest: 16*² 244 Jest der Engel oder Michaelis. Ich habe einen Held erwecket, der helfen soll, ich habe erhöhet einen Auserwählten aus dem Volk; ich habe funden meinen Knecht David, ich habe ihn gesalbet mit meinem heiligen Ole. Meine Hand soll ihn erhalten, und mein Arm soll ihn stärken. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Soh. 6—11.(Wer in der Lehre Christi bleibet, der hat beide, den Vater und den Sohn.) Und das ist die Liebe, daß wir wandeln nach seinem Gebot. Das ist das Gebot, wie ihr gehöret habt von Anfang, auf daß ihr daselbst innen wandelt. Denn viel Verführer sind in die Welt kommen, die nicht bekennen Jesum Christ, daß er in das Fleisch kommen ist. Dieser ist der Verführer und der Widerchrist. Sehet euch vor, daß wir nicht verlieren, was wir erarbeitet haben, sondern vollen Lohn empfahen. Wer übertritt und bleibet nicht in der Lehre Christi, der hat keinen Gott; wer in der Lehre Christi bleibet, der hat beide, den Vater und den Sohn. So jemand zu euch kommt und bringet diese Lehre nicht, den nehmet nicht zu Hause und grüßet ihn auch nicht. Denn wer ihn grüßet, der macht sich teilhaftig seiner bösen Werke. Fest der Engel oder Michaelis. Vormittags. Epistel. Psalm 34.(Der Engel des Herrn lagert sich um die her, die ihn fürchten.) Ich will den Herrn loben alle Zeit, sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein. Meine Seele soll sich rühmen des Herrn, daß die Elenden hören und sich freuen. Preiset mit mir den Herrn und laßt uns mit einander seinen Namen erhöhen. Da ich den Turch suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner urcht. Welche ihn ansehen und anlaufen, deren Angesicht wird nicht zu schanden. Da dieser Elende rief, hörete der Herr und half ihm aus allen seinen Nöten. Der Engel des Herrn lagert sich um die her, so ihn fürchten, und hilft ihnen aus. Schmechet und sehet, wie freundlich der Herr ist. Wohl dem, der auf ihn trauet. Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen, denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel. Die Reichen müssen darben und hungern, aber die den Herrn suchen, haben keinen Mangel an irgend einem Gut. Kommt her, Kinder, höret mir zu; ich will euch die Furcht des Herrn lehren. Wer ist, der gut Leben begehrt und gerne gute Tage hätte? Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, daß sie nicht falsch reden. Laß vom Bösen und tue Gutes; suche Friede und jage ihm nach. Die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien; das Antlitz aber des Herrn stehet über die, so Böses tun, daß er ihr Gedächtnis ausrotte Secn383.... ‚‚‚‚ Fest der Engel oder Michaelis. 2⁴⁵ von der Erde. Wenn die Gerechten) schreien, so höret der Herr und errettet sie aus all ihrer Not. Der Herr ist nahe bei denen, die zerbrochenes Herzens sind, und hilft denen, die zerschlagen Gemüt haben. Der Gerechte muß viel leiden, aber der Herr hilft ihm aus dem allen. Er bewahret ihm alle seine Gebeine, daß deren nicht eins zerbrochen wird. Den Gottlosen wird das Unglück töten, und die den Gerechten hassen, werden Schuld haben. Der Herr erlöset die Seele seiner Knechte, und alle, die auf ihn trauen, werden keine Schuld haben. Evangelium. Matth. 18, 1—11.(Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel.) Zu derselbigen Stunde traten die Jünger zu Jesu und sprachen: Wer ist doch der Größeste im Himmelreich? Jesus rief ein Kind zu sich und stellete das mitten unter sie und sprach: Wahrlich, ich sage euch, es sei denn, daß ihr euch umkehret und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen. Wer nun sich selbst niedriget, wie dies Kind, der ist der Größeste im Himmel⸗ reich. Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. Wer aber ärgert dieser Geringsten einen, die an mich glauben, dem wäre besser, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehänget und er ersäuft würde im Meer, da es am tiefsten ist. Wehe der Welt der Argernis halben. Es muß ja Argernis kommen; doch wehe dem Menschen, durch welchen Ärgernis kommt! So aber deine Hand oder dein Fuß dich ärgert, so haue ihn ab und wirf ihn von dir. Es ist dir besser, daß du zum Leben lahm oder ein Krüppel eingehest, denn daß du zwo Hände oder zween Füße habest und werdest in das ewige Feuer geworfen. Und so dich dein Auge ärgert, reiß es aus und wirfs von dir. Es ist dir besser, daß du einäugig zum Leben eingehest, denn daß du zwei Augen habest und werdest in das höllische Feuer geworfen. Sehet zu, daß ihr nicht jemand von diesen Kleinen verachtet. Denn ich sage euch, ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel. Denn des Menschen Sohn ist kommen, selig zu machen, das verloren ist. Epistolische Lektion. Psalm 103.(Lobet den Herrn, ihr seine Engel.) Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat, der dir alle deine Sünden vergibt und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöset, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit, der deinen Mund fröhlich machet, und du wieder jung wirst wie ein AÄdler. Der Herr schaffet Gerechtigkeit und Gericht allen, die Unrecht leiden. Er hat seine Wege Mose wissen lassen, die Kinder Israel sein Tun. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Er wird 246 Fest der Engel oder Michaelis. nicht immer hadern, noch ewiglich Zorn halten. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unserer Missetat. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, läßt er seine Gnade walten über die, so ihn fürchten. So ferne der Morgen ist vom Abend, lässet er unsere Abertretung von uns sein. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, so erbarmet sich der Herr über die, so ihn fürchten. Denn er kennet, was für ein Gemächte wir sind; er gedenket daran, daß wir Staub sind. Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blühet wie eine Blume auf dem Felde; wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte kennet sie nicht mehr. Die Gnade aber des Herrn währet von Ewigkeit zu Ewigkheit über die, so ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit auf Kindskind bei denen, die seinen Bund halten und gedenken an seine Gebote, daß sie darnach tun. Der Herr hat seinen Stuhl im Himmel bereitet, und sein Reich herrschet über alles. Lobet den Herrn, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausrichtet, daß man höre die Stimme seines Worts. Lobet den Herrn, alle seine Heerscharen, seine Diener, die ihr seinen Willen tut. Lobet den Herrn, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herr⸗ schaft. Lobe den Herrn, meine Seele. Evangelische Lektion. Luc. 10, 16—20.(Freuet euch, daß eure Namen im Himmel geschrieben sind.) Wer euch höret, der höret mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich; wer aber mich verachtet, der verachtet den, der mich gesandt hat. Die Siebenzig aber kamen wieder mit Freuden und sprachen: Herr, es sind uns auch die Teufel untertan in deinem Namen. Er sprach aber zu ihnen: Ich sahe wohl den Satanas vom Himmel fallen als einen Blitz. Sehet, ich habe euch Macht gegeben, zu treten auf Schlangen und Skorpionen, und über alle Gewalt des Feindes; und nichts wird euch beschädigen. Doch darin freuet euch nicht, daß euch die Geister untertan sind; freuet euch aber, daß eure Namen im Himmel geschrieben sind. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 91.(Er hat seinen Engeln befohlen über dir.) Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe. Denn er errettet mich vom Strich des Jägers und von der schädlichen Pestilenz. Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und deine Zuversicht wird sein unter seinen Flügeln. Seine Wahrheit ist Schirm und Schild, daß du nicht erschrechen müssest vor dem Grauen des Nachts, vor den Pfeilen, die des Tages fliegen, vor der Pestilenz, die im Finstern Reformationsfest. schleicht, vor der Seuche, die im Mittag verderbet. Ob tausend fallen zu deiner Seite, und zehn tausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen. Ja, du wirst mit deinen Augen deine Lust sehen und schauen, wie es den Gottlosen vergolten wird. Denn der Herr ist deine Zuversicht, der Höchste ist deine Zuflucht. Es wird dir kein Ubels begegnen, und keine Plage wird zu deiner Hütte sich nahen. Denn er hat seinen Engeln besohlen über dir, daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen, daß sie dich auf den Händen tragen, und du deinen Fuß nicht an einen Stein stößest. Auf den Löwen und Ottern wirst du gehen und trelen auf den jungen Löwen und Drachen. Er begehrt mein, so will ich ihm aushelfen; er kennet meinen Namen, darum will ich ihn schützen. Er rufet mich an, so will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Not, ich will ihn herausreißen und zu Ehren machen; ich will ihn sättigen mit langem Leben und will ihm zeigen mein Heil. Lektion aus dem Neuen Testamente. Offenb. Joh. 7, 9—17.(Die große Schar vor dem Stuhle Gottes.) Darnach sahe ich, und siehe, eine große Schar, welche niemand zählen konnte, aus allen Heiden und Völkern und Sprachen, vor dem Stuhl stehend und vor dem Lamm, angetan mit weißen Kleidern, und Palmen in ihren Händen, schrieen mit großer Stimme und sprachen: Heil sei dem, der auf dem Stuhl sitzt, unserm Gott, und dem Lamm. Und alle Engel stunden um den Stuhl und um die Altesten und um die vier Tiere und fielen vor dem Stuhl auf ihr Angesicht und beteten Gott an und sprachen: Amen, Lob und Ehre und Weisheit und Dank und Preis und Kraft und Stärke sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Und es antwortete der Altesten einer und sprach zu mir: Wer sind diese, mit den weißen Kleidern angetan? und woher sind sie kommen? Und ich sprach zu ihm: Herr, du weißt es. Und er sprach zu mir: Diese sinds, die kommen sind aus großer Trübsal und haben ihre Kleider ge⸗ waschen und haben ihre Kleider helle gemacht im Blut des Lammes. Darum sind sie vor dem Stuhl Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel. Und der auf dem Stuhl sitzt, wird über ihnen wohnen. Sie wird nicht mehr hungern noch dürsten; es wird auch nicht auf sie fallen die Sonne oder irgend eine Hitze. Denn das Lamm mitten im Stuhl wird sie weiden und leiten zu den lebendigen Wasserbrunnen; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen. Reformationsfest. Vormittags. Epistel. Gal. 5, 1—15.(Bestehet in der Freiheit.) So bestehet nun in der Freiheit, damit uns Christus befreiet hat, und lasset euch nicht wiederum in das knechtische Joch fangen. Siehe, 2⁴⁸ Reformationsfest. ich Paulus sage euch: Wo ihr euch beschneiden lasset, so ist euch Christus kein nütze. Ich zeuge abermal einem jeden, der sich beschneiden läßt, daß er noch das ganze Gesetz schuldig ist zu tun. Ihr habt Christum verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, und seid von der Gnade gefallen. Wir aber warten im Geist durch den Glauben der Gerechtigkeit, der man hoffen muß. Denn in Christo Jesu gilt weder Beschneidung noch Vorhaͤut etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist. Ihr liefet fein. Wer hat euch aufgehalten, der Wahrheit nicht zu gehorchen? Solch überreden ist nicht von dem, der euch berufen hat. Ein wenig Sauerteig versäuert den ganzen Teig. Ich versehe mich zu euch in dem Herrn, ihr werdet nicht anders gesinnet sein. Wer euch aber irre macht, der wird sein Urteil tragen, er sei, wer er wolle. Ich aber, lieben Brüder, so ich die Beschneidung noch predige, warum leide ich denn Verfolgung? So hätte das Arger— nis des Kreuzes aufgehöret. Wollte Gott, daß sie auch ausgerottet würden, die euch verstören. Ihr aber, lieben Brüder, seid zur Freiheit berufen. Allein sehet zu, daß ihr durch die Freiheit dem Fleisch nicht Raum gebet, sondern durch die Liebe diene einer dem andern. Denn alle Gesetze werden in Einem Wort erfüllet, in dem: Liebe deinen Nächsten als dich selbst. So ihr euch aber unter einander beißet und fresset, so sehet zu, daß ihr nicht unter einander verzehret werdet. Evangelium. Psalm 119, 29—52.(Ich rede von deinen Zeugnissen vor Königen.) Wende von mir den falschen Weg und gönne mir dein Gesetz. Ich habe den Weg der Wahrheit erwählet, deine Rechte hab ich vor mich gestellet. Ich hange an deinen Zeugnissen; Herr, laß mich nicht zu schanden werden. Wenn du mein Herz tröstest, so laufe ich den Weg deiner Gebote. Zeige mir, Herr, den Weg deiner Rechte, daß ich sie bewahre bis ans Ende. Unterweise mich, daß ich bewahre dein Gesetz und halte es von ganzem Herzen. Führe mich auf dem Steige deiner Gebote, denn ich habe Lust dazu. Neige mein Herz zu deinen Zeugnissen und nicht zum Geiz. Wende meine Augen ab, daß sie nicht sehen nach unnützer Lehre, sondern erquicke mich auf deinem Wege. Laß deinen Knecht dein Gebot festiglich für dein Wort halten, daß ich dich fürchte. Wende von mir die Schmach, die ich scheue, denn deine Rechte sind lieblich. Siehe, ich begehre deiner Befehle, erquicke mich mit deiner Gerechtigkeit. Herr, laß mir deine Gnade widerfahren, deine Hülfe nach deinem Wort, daß ich antworten möge meinem Lästerer, denn ich verlasse mich auf dein Wort. Und nimm ja nicht von meinem Munde das Wort der Wahrheit, denn ich hoffe auf deine Rechte. Ich will dein Gesetz halten allewege, immer und ewiglich. Und ich wandle fröhlich, denn ich suche deine Befehle. Ich rede von deinen Zeugnissen vor Königen und schäme mich nicht und habe Lust an deinen Geboten, und sind mir lieb, und hebe meine Hände auf zu deinen Geboten, die mir lieb sind, und Reformationsfest. rede von deinen Rechten. Gedenke deinem Knechte an dein Wort, auf welches du mich lässest hoffen. Das ist mein Trost in meinem Elende, denn dein Wort erquichet mich. Die Stolzen haben ihren Spott an mir; dennoch weiche ich nicht von deinem Gesetz. Herr, wenn ich gedenke, wie du von der Welt her gerichtet hast, so werde ich getröstet. Epistolische Lektion. I. Kor. 3. 11—23.(Einen andern Grund hann niemand legen.) Einen andern Grund kann zwar niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Sesus Christ. So aber jemand auf diesen Grund bauet Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stoppeln, so wird eines jeglichen Werk offenbar werden; der Tag wirds klar machen. Denn es wird durchs Feuer offenbar werden, und welcherlei eines jeglichen Werk sei, wird das Feuer bewähren. Wird jemandes Werk bleiben, das er darauf gebauet hat; so wird er Lohn empfahen. Wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er des Schaden leiden; er selbst aber wird selig werden, so doch, als durchs Feuer. Wisset ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid, und der Geist Gottes in euch wohnet? So jemand den Tempel Gottes verderbet, den wird Gott verderben, denn der Tempel Gottes ist heilig; der seid ihr. Niemand betrügt sich selbst. Welcher sich unter euch dünkt weise zu sein, der werde ein Narr in dieser Welt, daß er möge weise sein. Denn dieser Welt Weisheit ist Torheit bei Gott. Denn es stehet geschrieben: Die Weisen erhaschet er in ihrer Klugheit. Und abermal: Der Herr weiß der Weisen Gedanken, daß sie eitel sind. Darum rühme sich niemand eines Menschen. Es ist alles euer; es sei Paulus oder Apollo, es sei Kephas oder die Welt, es sei das Leben oder der Tod, es sei das Gegenwärtige oder das Zukünftige; alles ist euer. Ihr aber seid Christi; Christus aber ist Gottes. Evangelische Lektion. Matth. 11, 20—30.(Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid.) Da fing er an die Städte zu schelten, in welchen am meisten seiner Taten geschehen waren, und hatten sich doch nicht gebessert: Wehe dir, Chorazin, wehe dir, Bethasida! wären solche Taten zu Tyro und Sidon geschehen, als bei euch geschehen sind, sie hätten vorzeitig im Sack und in der Asche Buße getan. Doch sage ich euch: Es wird Tyro und Sidon erträglicher ergehen am jüngsten Gerichte, denn euch. Und du, Capernaum, die du bist erhaben bis an den Himmel, du wirst bis in die Hölle hinunter gestoßen werden. Denn so zu Sodom die Taten geschehen wären, die bei dir geschehen sind; sie stünde noch heutiges Tages. Doch ich sage euch: Es wird der Sodomer Land träglicher ergehen am jüngsten Gerichte, denn dir. Zu derselbigen Zeit antwortete Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater und Herr Himmels und der Erde, daß du solches den Weisen und Klugen verborgen hast 250 Gemeinsamer Buß- und Bettag. und hast es den Unmündigen offenbaret. Ja, Vater, denn es ist also wohlgefällig gewesen vor dir. Alle Dinge sind mir übergeben von meinem Vater. Und niemand hennet den Sohn, denn nur der Bater; und niemand kennet den Vater, denn nur der Sohn, und wem es der Sohn will offenbaren. Kommet her zu mir alle, die ihr müh⸗ selig und beladen seid, ich will euch erguichen. Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmülig und von Herzen demütig, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft und meine Last leicht. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 46.(Gott ist bei ihr drinnen.) Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hülfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. Darum fürchten wir uns nicht, wenn gleich die Welt unterginge, und die Berge mitten ins Meer sänken, wenn gleich das Meer wütete und wallete, und von seinem Ungestüm die Berge einfielen. Sela. Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein, da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind. Gott ist bei ihr drinnen, darum wird sie wohl bleiben; Gott hilft ihr frühe. Die Heiden müssen verzagen und die Königreiche fallen; das Erdreich muß vergehen, wenn er sich hören läßt. Der Herr Zebaoth ist mit uns, der Gott Zakobs ist unser Schutz. Sela. Kommt her und schauet die Werke des Herrn, der auf Erden solch Zerstören anrichtet; der den Kriegen steuert in aller Welt; der Bogen zerbricht, Spieße zerschlägt und Wagen mit Feuer verbrennt. Seid stille und erkennet, daß ich Gott bin. Ich will Ehre einlegen unter den Heiden, ich will Ehre einlegen auf Erden. Der Herr Zebaoth ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schutz. Lektion aus dem Neuen Testamente. Hebr. 13, 7—9.(Gedenket an eure Lehrer.) Gedenket an eure Lehrer, die euch das Wort Gottes gesagt haben, welcher Ende schauet an, und folget ihrem Glauben nach. Jesus Christus gestern und heute und derselbige auch in Ewigkeit. Lasset euch nicht mit mancherlei und fremden Lehren umtreiben; denn es ist ein köstlich Ding, daß das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade. Gemeinsamer Buß⸗ und Bettag. Vormittags. Epistolische Lektion. Röm. 2, 1—11.(rachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmütigheit?) Darum, o Mensch, kannst du dich nicht entschuldigen, wer du bist, der da richtet; denn worinnen du einen andern richtest, verdammst du DD Gemeinsamer Buß⸗ und Bettag. 2³¹ dich selbst, sintemal du eben dasselbige tust, das du richtest. Denn wir wissen, daß Gottes Urteil ist recht über die, so solches tun. Denkest du aber, o Mensch, der du richtest die, so solches tun, und tust auch dasselbige, daß du dem Urteil Gottes entrinnen werdest? Oder ver⸗ achtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmütigkeitꝰ Weißest du nicht, daß dich Gottes Güte zur Buße leitet? Du aber nach deinem verstockten und unbußfertigen Herzen häufest dir selbst den Zorn auf den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes, welcher geben wird einem jeglichen nach seinen Werken; nämlich Preis und Ehre und unvergängliches Wesen denen, die mit Geduld in guten Werken trachten nach dem ewigen Leben; aber denen, die da zänkisch sind und der Wahrheit nicht gehorchen, gehorchen aber dem Ungerechten, Ungnade und Zorn; Trübfal und Angst über alle Seelen der Menschen, die da Böses tun, vornehmlich der Juden und auch der Griechen; Preis aber und Ehre und Friede allen denen, die da Gutes tun, vornehmlich den Juden und auch den Griechen. Denn es ist kein Ansehen der Person vor Gott. Evangelische Lektion. Luc. 13.1—9.(Er suchte Frucht am Feigenbaume und fand sie nicht.) Es waren aber zu derselbigen Zeit etliche dabei, die verkündigten ihm von den Galiläern, welcher Blut Pilatus samt ihrem Opfer ver⸗ mischt hatte. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Meinet ihr, daß diese Galiläer vor allen Galiläern Sünder gewesen sind, dieweil sie das erlitten haben? Ich sage: Nein; sondern so ihr euch nicht bessert, werdet ihr alle auch also ummommen. Oder meinet ihr, daß die achtzehn, auf welche der Turm in Siloah fiel und erschlug sie, seien schuldig gewesen vor allen Menschen, die zu Jerusalem wohnen? Ich sage: Nein; sondern so ihr euch nicht bessert, werdet ihr alle auch also umkommen. Er sagte ihnen aber dies Gleichnis: Es hatte einer einen Feigenbaum, der war gepflanzt in seinem Wein⸗ berge; und kam und suchte Frucht darauf, und fand sie nicht. Da sprach er zu dem Weingärtner: Siehe, ich bin nun drei Jahre lang alle Zahre kommen, und habe Frucht gesucht auf diesem Feigenbaum, und finde sie nicht: haue ihn ab; was hindert er das Land? Er aber antwortete und sprach zu ihm: Herr, laß ihn noch dies Jahr, bis daß ich um ihn grabe, und bedünge ihn, ob er wollte Frucht bringen; wo nicht, so haue ihn darnach ab. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 85.(Oerr, erzeige uns deine Gnade, und hilf uns!) Herr, der du bist vormals gnädig gewesen deinem Lande, und hast die Gefangenen Jakobs erlöset; der du die Missetat vormals vergeben hast deinem Volk, und alle ihre Sünde bedechet, Sela; der 252 Gemeinsamer Buß⸗ und Bettag. du vormals hast allen deinen Zorn aufgehoben, und dich gewendet von dem Grimm deines Zorns; tröste uns, Gott, unser Heiland, und laß ab von deiner Ungnade über uns! Willst du denn ewiglich über uns zürnen, und deinen Zorn gehen lassen immer für und für? Willst du uns denn nicht wieder erquicken, daß sich dein Volk über dich freuen möge? Herr, erzeige uns deine Gnade, und hilf uns! Ach. daß ich hören sollte, daß Gott der Herr redete, daß er Frieden zu⸗ sagte seinem Volk und seinen Heiligen, auf daß sie nicht auf eine Torheit geraten! Doch ist ja seine Hülfe nahe denen, die ihn fürchten. daß in unserm Lande Ehre wohne; daß Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen; daß Treue auf der Erde wachse, und Gerechtigkeit vom Himmel schaue; daß uns auch der Herr Gutes tue; damit unser Land sein Gewächs gebe; daß Gerechtigkeit dennoch vor ihm bleibe, und im Schwange gehe. Lektion aus dem Neuen Testamente. Offenb. 22, 1—5; 10— 15.(Siehe, ich komme bald, und mein Lohn mit mir.) Und er zeigte mir einen lautern Strom des lebendigen Wassers, klar wie ein Kristall; der ging von dem Stuhl Gottes und des Lammes. Mitten auf ihrer Gasse und auf beiden Seiten des Stromes stund Holz des Lebens, das trug zwölferlei Früchte, und brachte seine Früchte alle Monate; und die Blätter des Holzes dienten zu der Gesundheit der Heiden. Und wird kein Verbanntes mehr sein: und der Stuhl Gottes und des Lammes wird darinnen sein; und seine Knechte werden ihm dienen, und sehen sein Angesicht; und sein Name wird an ihren Stirnen sein. Und wird keine Nacht da sein, und nicht bedürfen einer Leuchte oder des Lichts der Sonne; denn Gott der Herr wird sie erleuchten, und sie werden regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit. Und er spricht zu mir: Versiegele nicht die Worte der Weissagung in diesem Buch; denn die Zeit ist nahe. Wer böse ist, der sei immerhin böse; und wer unrein ist, der sei immerhin unrein; aber wer fromm ist, der sei immerhin fromm; und wer heilig ist, der sei immerhin heilig. Und siehe, ich komme bald, und mein Lohn mit mir, zu geben einem jeglichen, wie seine Werke sein werden. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, der Erste und der Letzte. Selig sind, die seine Gebote halten, auf daß ihre Macht sei an dem Holz des Lebens, und zu den Toren eingehen in die Stadt. Denn draußen sind die Hunde und die Zauberer und die Hurer und die Totschläger und die Abgöttischen und alle, die lieb haben und tun die Lügen. AA Die Geschichte des Leidens, Sterbens und der Auferstehung unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi, aus den vier Evangelisten zusammengezogen. Erste Abteilung. Das Leiden Jesu am Olberge. Da Jesus und seine Zünger(nach dem Genuß des Osterlamms und der Einsetzung des heiligen Abendmahls) den Lobgesang gesprochen hatten, ging er hinaus nach seiner Gewohnheit über den Bach Kidron an den Olberg. Es folgten ihm aber seine Jünger nach. Da sprach Jesus zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr euch alle ärgern an mir, denn es stehet geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden sich zerstrenen. Wenn ich aber auferstehe, will ich vor euch hingehen in Galiläam. Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sie auch alle sich an dir ärgerten, so will ich mich doch nimmermehr ärgern. Zesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute in dieser Nacht, ehe denn der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verleugnen. Er aber redete noch weiter: Ja, wenn ich auch mit dir sterben müßte, so wollte ich dich nicht ver⸗ leugnen. Desselbigengleichen sagten auch alle Jünger. Da kam Zesus mit ihnen zu einem Hofe, der hieß Gethsemane; da war ein Garten, darein ging Jesus und seine Jünger. Judas aber, der ihn verriet, wußte den Ort auch, denn Jesus versammelte sich oft daselbst mit seinen Füngern. Da sprach Jesus zu ihnen: Setzet euch hier, bis daß ich dort hingehe und bete. Und er nahm zu sich Petrum und Jacobum und Johannem, die zween Söhne Zebedäi, und fing an zu trauern, zu zittern und zu zagen und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod; bleibet hier, wachet mit mir und betet, daß ihr nicht in Aufechtung fallet. Und er riß sich von ihnen bei einem Steinwurf und knieete nieder, fiel auf sein Angesicht auf die Erde und betete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vorüberginge, und sprach: Abba, mein Vater, es ist dir alles möglich, überhebe mich dieses Kelchs; doch nicht, was ich will, sondern was du willst. Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend und sprach zu Petro: Simon, schläfst du? vermöchtest du nicht eine Stunde mit mir zu wachen? Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfech⸗ tung fallet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Zum andern Mal ging er hin, betete und sprach: Mein Vater, ist es nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn, so geschehe dein Wille. Und er kam und fand sie abermal schlafend, denn ihre Augen waren voll Schlafs, und wußten nicht, was sie ihm antworteten. Und er ließ sie und ging abermal hin und betete zum dritten Mal und redete dieselbigen Worte. 25⁴4 Die Geschichte des Leidens. Sterbens und der Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkete ihn. Und es kam, daß er mit dem Tode rang und betete heftiger. Es war aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die fielen auf die Erde. ö Und er stund auf vom Gebet und kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend vor Traurigkeit und sprach zu ihnen: Ach! wollet ihr nun schlafen und ruhen? Es ist genug. Sehet, die Stunde ist — ES kommen und des Menschen Sohn wird überantwortet in der Sünder Hände; stehet auf und lasset uns gehen, siehe, der mich verrät, ist ö nahe. Betet aber, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und alsbald, da er noch redete, kam Judas, der Zwölfen einer, 8 da er hatte zu sich genommen die Schar und Diener der Hohen⸗ H priester und Pharisäer, der Altesten und Schriftgelehrten, ging vor m ihnen her und kam dahin mit Facheln, Lampen, mit Schwertern ei und mit Stangen. Als nun Jesus wußte alles, was ihm begegnen 31 sollte, ging er hinaus und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Sie 9 antworteten ihm: Jesum von Nazareth. Zesus sprach zu ihnen: Ich bins. Judas aber, der ihn verriet, stund auch bei ihnen. Als nun 8 Jesus zu ihnen sprach: Ich bins, wichen sie zurück und fielen zu w Boden. Da fragte er sie abermal: Wen suchet ihr? Sie aber sprachen: H Jesum von Nazareth. Zesus antwortete: Ich habe euch gesagt, daß D ichs sei; suchet ihr denn mich, so lasset diese gehen. Auf daß das hi Wort erfüllet würde, welches er sagte: Ich habe der keinen verloren, E die du mir gegeben hast. Der Verräter aber hatte ihnen ein Zeichen n gegeben und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist es, den greifet P M und führet ihn gewiß. Und alsobald trat er zu Zesu, ihn zu küssen, er 1 und sprach: Gegrüßet seist du, Rabbi, und küssete ihn. Zesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, warum bist du kommen? Juda, ver⸗ se rätest du des Menschen Sohn mit einem Kuß? Da traten sie hinzu de * und legten die Hände an Jesum und griffen ihn. de Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen ge ö sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwert drein schlagen? Da 06 hatte Simon Petrus ein Schwert und zog es aus und schlug nach ic des Hohenpriesters Knecht und hieb ihm sein recht Ohr ab. Und di der Knecht hieß Malchus. Jesus aber antwortete und sprach: Lasset de sie doch so ferne machen. Und zu Petro: Steche dein Schwert in ge die Scheide, denn wer das Schwert nimmt, der soll durch das Schwert w umkommen. Oder meinest du, daß ich nicht könnte meinen Vater de bitten, daß er mir zuschickhte mehr denn zwölf Legionen Engel? Wie würde aber die Schrift erfüllet? Es muß also geschehen. Soll fa ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat? Und fa rührete sein Ohr an und heilete ihn. 3⁰ Zu der Stunde sprach Zesus zu den Hohenpriestern und Haupt⸗ 36 leuten des Tempels und den Altesten, die über ihn kommen waren: ur Ihr seid als zu einem Mörder mit Schwertern und mit Stangen ur ausgegangen mich zu fahen; bin ich doch täglich bei euch gewesen ge und habe gelehret im Tempel, und ihr habet keine Hand an mich de Auferstehung unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi. 255 geleget. Aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis, auf daß die Schrift erfüllet werde. Da verließen ihn alle Jünger und flohen. Und es war ein Jüngling, der folgte ihm nach, der war mit Leinwand gehleidet auf der bloßen Haut, und die Jünglinge griffen ihn; er aber ließ die Seinwand fahren und flohe bloß von ihnen. Zweite Abteilung. Das Leiden Jesu vor dem geistlichen Gerichte. Die Schar aber und der Oberhauptmann und die Diener der Iuden nahmen Jesum und banden ihn, führeten ihn aufs erste zu Hannas, der war Caiphas Schwäher, welcher des Jahrs Hoherpriester war. Es war aber Caiphas, der den Juden riet, es wäre gut, daß ein Mensch würde umgebracht für das Volk. Und sie führten ihn zu dem Hohenpriester Eaiphas, dahin alle Hohenpriester und Schrift⸗ gelehrten und Altesten sich versammelt hatten. Simon Petrus aber folgete Jesu von ferne und ein anderer Jünger bis an den Palast des Hohenpriesters. Derselbe Jünger war dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesu hinein in des Hohenpriesters Palast. Petrus aber stund draußen vor der Tür. Da ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus und redete mit der Türhüterin und führte Petrum hinein. Es hatten aber die Knechte und Diener ein Kohlfeuer gemacht da⸗ nieden mitten im Palast, denn es war kalt, und wärmeten sich. Petrus aber setzte sich mitten unter sie und wärmete sich, auf daß er sähe, wo es hinaus wollte. Aber der Hohepriester fragete Jesum um seine Jünger und um seine Lehre. Jesus antwortete: Ich habe frei öffentlich geredet vor der Welt, ich habe allezeit gelehret in der Schule und in dem Tempel, da alle Juden zusammenkommen, und habe nichts im Verborgenen geredet. Was fragest du mich darum? Frage die darum, die gehöret haben, was ich zu ihnen geredet habe, siehe, dieselbigen wissen, was ich gesagt habe. Als er aber solches redete, gab der Diener einer, die dabei stunden, Jesu einen Bachenstreich und sprach: Solltest du dem Hohenpriester also antworten? Jesus antwortete: Habe ich übel geredet, so beweise es, daß es Unrecht sei; habe ich aber recht geredet, was schlägst du mich? Und Hannas hatte ihn gebunden gesandt zu dem Hohenpriester Caiphas. Die Hohenpriester aber und die Altesten und der ganze Rat suchten falsch Zeugnis wider Jesum, auf daß sie ihn zum Tode brächten, und fanden keines, wiewohl viele falsche Zeugen herzutraten; denn ihre Zeugnisse stimmeten nicht überein. Zuletzt traten herzu zween falsche Zeugen und sprachen: Wir haben gehöret, daß er sagte: Ich kann und will den Tempel Gottes, der mit Händen gemacht ist, abbrechen und in dreien Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht ist. Ihr Zeugnis aber stimmete noch nicht überein. Und der Hohepriester stund auf unter sie und fragte Jesum und sprach: 256 Die Geschichte des Leidens, Sterbens und der Antwortest du nichts zu dem, das diese wider dich zeugen? Jesus aber schwieg stille und antwortete nichts. Da fragte ihn der Hohe⸗ priester abermal und sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du seist Christus, der Sohn des hochgelobten Gottes? Jesus sprach: Du sagest es, ich bin es; doch sage ich euch: Von nun an werdet ihr sehen des Menschen Sohn sitzen zur rechten Hand der Kraft und kommen in den Wolken des Himmels. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat Gott gelästert, was dürfen wir weiter Zeugnis? Siehe, jetzt habet ihr seine Gotteslästerung gehöret, was dünket euch? Sie aber verdammten ihn alle und sprachen: Er ist des Todes schuldig. Die Männer aber, die Jesum hielten, verspotteten ihn und speieten aus in sein Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten, etliche aber verdeckten ihn, und die Knechte schlugen ihn ins Angesicht und sprachen: Weis⸗ sage uns, Christe, wer ists, der dich schlug? Und viel andere Lästerung sagten sie wider ihn. Simon Petrus aber war(wie vorhin erzählt worden) draußen im Palast; da kam des Hohenpriesters Mägde eine, die Türhüterin, und da sie Petrum unter den Knechten bei dem Feuer sahe, schauete sie ihn an und sprach zu ihm: Und du warest auch mit dem Jesu aus Galiläa. Er aber verleugnete vor ihnen allen und sprach: Weib, ich bins nicht, ich kenne ihn nicht, ich weiß auch nicht, was du sagest. Und er ging hinaus in den Vorhof; und der Hahn krähete. Und als er zur Tür hinausging, sahe ihn nebst der vorigen eine andere Magd, die sprachen zu denen, die dabei stunden: Dieser war auch mit dem Jesu von Nazareth. Da sprachen sie zu ihm: Bist du nicht seiner Jünger einer? Und ein anderer sprach: Du bist auch der einer. Und er leugnete abermal und sprach: Mensch, ich bins nicht, und schwur dazu: Ich kenne des Menschen nicht. Und über eine kleine Weile bei einer Stunde bekräftigte es ein anderer mit denen, die dabei stunden, und sprachen: Wahrlich, du bist auch der einer, denn du bist ein Galiläer, und deine Sprache verrät dich. Spricht des Hohenpriesters Knechte einer, ein Gefreundter des, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Sahe ich dich nicht im Garten bei ihm? Da fing er an sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne des Menschen nicht, von dem ihr saget. Und alsbald, da er noch redete, hrähete der Hahn zum andern Mal. Und der Herr wandte sich um und sahe Petrum an. Da gedachte Petrus an das Wort Jesu, das er zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verleugnen; und er ging hinaus und weinete bitterlich. Des Morgens aber versammelten sich alle Hohenpriester, Schrift⸗ gelehrten und die Altesten des Volks, dazu der ganze Rat, und hielten einen Rat über Jesum, daß sie ihn töteten. Und führten ihn hinauf vor ihren Rat und sprachen: Bist du Christus? sage es uns. Er aber sprach zu ihnen: Sage ich es euch, so glaubet ihrs nicht; frage ich aber, so antwortet ihr nicht, und lasset mich dennoch nicht los. Auferstehung unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi. 257 Darum von nun an wird des Menschen Sohn sitzen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Da sprachen sie alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er aber sprach zu ihnen: Ihr sagets, denn ich bins. Sie aber sprachen: Was dürfen wir weiter Zeugnis? Wir habens selber gehöret aus seinem Munde. Dritte Abteilung. Das Leiden ZJesu vor dem weltlichen Gerichte. Und der ganze Haufe stund auf und banden Jesum, führeten ihn von Caipha vor das Richthaus und überantworteten ihn dem Land⸗ pfleger Pontio Pilato. Und es war noch frühe. Da das sahe Judas, der ihn verraten hatte, daß er verdammet war zum Tode, gereuete es ihn, und brachte herwieder die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Altesten und sprach: Ich habe übel getan, daß ich unschuldig Blut verraten habe. Sie sprachen: Was gehet uns das an? da siehe du zu. Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hub sich davon, ging hin und erhenkete sich selbst; und ist mitten entzwei geborsten und sein Eingeweide ausgeschüttet. Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gotteskasten legen, denn es ist Blutgeld. Sie hielten aber einen Rat und kauften eines Töpfers Acher darum zum Begräbnis der Pilger. Und es ist kund worden allen, die zu Zerusalem wohnen, also, daß derselbige Acker genennet wird auf ihre Sprache Akeldama, das ist, ein Blutacker, bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllet, das gesaget ist durch den Propheten Jeremiam, da er spricht: Sie haben genommen dreißig Silberlinge, damit bezahlet ward der Verkaufte, welchen sie kauften von den Kindern Israel, und haben sie gegeben um einen Töpfersacker, als mir der Herr befohlen hat. Die Juden aber gingen nicht in das Richthaus, auf daß sie nicht unrein würden, sondern die Ostern essen möchten. Da ging Pilatus zu ihnen heraus und sprach: Was bringet ihr für eine Klage wider diesen Menschen? Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Abeltäter, wir hätten dir ihn nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn hin und richtet ihn nach eurem Gesetz. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen niemand töten. Auf daß er⸗ füllet würde das Wort Jesu, welches er sagete, da er deutete, welches Todes er sterben würde. Da fingen an die Hohenpriester und Altesten ihn hart zu verklagen und sprachen: Diesen finden wir, daß er das Volk abwendet und ver⸗ beut, den Schoß dem Kaiser zu geben, und spricht, er sei Christus, ein König. Da ging Pilatus wieder hinein in das Richthaus und rief Jesum und fragte ihn und sprach: Bist du der Zuden König? Jesus aber stund vor dem Landpfleger und antwortete: Redest du das von dir selbst, oder haben es dir andere von mir gesaget? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet, was hast du getan? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darob 17 258 Die Geschichte des Leidens, Sterbens und der kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde. Aber nun ist mein Reich nicht von dannen. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagest es, ich bin ein König; ich bin dazu geboren und auf die Welt kommen, daß ich die Wahrheit zeugen soll; wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und da er das gesaget, ging er wieder hinaus zu den Juden und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm. Und die Hohenpriester und Altesten beschuldigten ihn hart, er aber antwortete nichts. Da fragte ihn Pilatus abermal und sprach: Antwortest du nichts? Hörest du nicht, wie hart sie dich ver⸗ klagen? Und er antwortete ihm nicht auf ein Wort mehr, also, daß sich auch der Landpfleger sehr verwunderte. Sie aber hielten an und sprachen: Er hat das Volk erreget damit, daß er gelehret hat hin und her im ganzen jüdischen Lande und hat in Galiläa angefangen bis hieher. Da aber Pilatus Galiläam hörete, fragete er, ob er aus Galiläa wäre? Und als er vernahm, daß er unter Herodis Obrigkeit gehörete, übersandte er ihn zu Herodes, welcher in denselbigen Tagen auch zu Jerusalem war. Da aber Herodes Jesum sahe, ward er sehr froh, denn er hätte ihn längst gerne gesehen; denn er hatte viel von ihm gehöret und hoffte, er würde ein Zeichen von ihm sehen. Und er fragte ihn mancher⸗ lei; er antwortete ihm aber nichts. Die Hohenpriester aber und Schrift⸗ gelehrten stunden und verklagten ihn hart. Aber Herodes mit seinem Hof⸗ gesinde verachtete und verspottete ihn, legte ihm ein weißes Kleid an und sandte ihn wieder zu Pilato. Auf den Tag wurden Pilatus und Hero⸗ des Freunde mit einander; denn zuvor waren sie einander feind. Pilatus aber rief die Hohenpriester und die Obersten und das Volk zusammen und sprach zu ihnen: Ihr habet diesen Menschen zu mir bracht, als der das Volk abwendet; und siehe, ich habe ihn vor euch verhöret und finde an dem Menschen der Sachen keine, die ihr ihn beschuldiget, Herodes auch nicht; denn ich habe euch zu ihm gesandt, und siehe, man hat nichts auf ihn bracht, das des Todes wert sei; darum will ich ihn züchtigen und losgeben. Auf das Osterfest aber mußte der Landpfleger nach Gewohnheit dem Vollke einen Gefangenen losgeben, welchen sie begehrten. Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, einen sonderlichen vor andern, der hieß Ba⸗ rabbas, welcher war um eines Aufruhrs, der in der Stadt geschahe, und um eines Mords willen in das Gefängnis geworfen. Und das Volk ging hinauf und bat, daß er tät, wie er pflegete. Und da sie versammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: Ihr habet eine Gewohnheit, daß ich euch einen los⸗ gebe auf Ostern; welchen wollet ihr, daß ich euch losgebe, Barabbam, oder Jesum, den König der Zuden, von dem gesagt wird, er sei Christus? Denn er wußte wohl, daß ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten. Und da er auf dem Richtstuhl saß, schickte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heute viel erlitten im Traum von seinetwegen. Aber die Hohenpriester und Altesten überredeten und reizten das Voll, daß sie um Barabbas bitten sollten und Zesum umbrächten. Da S.....SS‚c‚S‚cccpt‚te —..———H——.. 5286—— — 8 2——92999+2 ů. —E EEN Auferstehung unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi. 259 antwortete nun der Landpfleger und sprach zu ihnen: Welchen wollet ihr unter diesen zween, den ich euch soll losgeben? Da schrie der ganze Haufe und sprach: Hinweg mit diesem, und gib uns Barabbam los. Da rief Pilatus abermal zu ihnen und wollte Jesum loslassen und sprach: Was soll ich denn machen mit Jesu, von dem gesagt wird, er sei Christus, und den ihr beschuldiget, er sei ein König der Juden? Sie schrieen abermal: Kreuzige, kreuzige ihn. Er aber sprach zum dritten Mal zu ihnen: Was hat er denn Übels getan? Ich finde keine Ursach des Todes an ihm, darum will ich ihn züchtigen und loslassen. Aber sie lagen ihm an mit großem Geschrei und forderten, daß er gekreuzigt würde, und ihr und der Hohenpriester Geschrei nahm überhand. Da aber Pilatus sahe, daß er nichts schaffete, sondern daß viel ein größer Getümmel ward, gedachte er dem Volke genug zu tun und urtei⸗ lere, daß ihre Bitte geschehe, nahm Wasser und wusch die Hände vor dem VBolke und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blute dieses Gerechten; sehet ihr zu. Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder. Da gab er ihnen Barabbam los, der um Aufruhrs und Mords willen war ins Gefängnis geworfen, um welchen sie baten: aber Jesum ließ er geißeln und überantwortete ihn, daß er gekreuziget würde. Da nahmen die Kriegsknechte des Landpflegers Zesum zu sich in das Richthaus und riefen zusammen die ganze Schar und zogen ihn aus und legten ihmeinen Purpurmantel an und flochten eine Krone von Dornen und setzten sie auf sein Haupt und gaben ihm ein Rohr in seine rechte Hand und beugeten die Kniee vor ihm, spotteten ihn und sprachen: Ge⸗ grüßest seist du, der Juden König! und gaben ihm Bachenstreiche, speieten ihn an und nahmen das Rohr und schlugen damit sein Haupt. Da ging Pilatus wieder heraus und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennet, daß ich keine Schuld an ihm finde. Also ging Jesus heraus und trug eine Dornenkrone und Purpur⸗ kleid, Und er spricht zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch! Da ihn die Hohenpriester und die Biener sahen, schrieen sie und sprachen: Kreuzige, kreuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Rehmet ihr ihn hin und kreuziget ihn; denn ich finde keine Schuld an ihm. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz soll er sterben; denn er hat sich selbst zu Hottes Sohn gemacht. Da Pilatus das Wort hörete, fürch⸗ tete er sich noch mehr und ging wieder hinein in das Richthaus und spricht zu Jesu: Von wannen bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mirꝰ Weißt du nicht, daß ich Macht habe, dich zu kreuzigen, und Macht habe, dich los zu geben? Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herab gegeben; darum, der mich dir überantwortet hat, der hats größere Sünde. Von dem an trachtete Pilatus, wie er ihn los ließe. Die ZJuden aber schrieen und sprachen: Lässest du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht; denn wer sich selbst zum Könige macht, der ist wider den Kaiser. 260 Die Geschichte des Leidens, Sterbens und der Da Pilatus das Wort hörete, führete er Jesum heraus und setzte sich auf den Richtstuhl, an der Stätte, die da heißet Hochpflaster, auf He⸗ bräisch aber Gabbatha. Es war aber der Rüsttag in Ostern, um die sechste Stunde. Und er spricht zu den ZJuden: Sehet, das ist euer König. Sie schrieen aber: Weg, weg mit dem, kreuzige ihn. Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König kreuzigen? Die Hohenpriester antwor— teten: Wir haben keinen König, denn den Kaiser. Da überantwortete er ihn, daß er gehreuziget würde. Vierte Abteilung. Die Kreuzigung und der Tod Zesu. Da nahmen die Kriegsknechte Jesum,(den sie verspottet hatten,) zogen ihm den Mantel aus und zogen ihm seine eigenen Kleider an und führeten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten; und er trug sein Kreuz. Und indem sie hinausgingen, funden sie einen Menschen, der vorüberging, von Cyrene, mit Namen Simon, der vom Felde kam, der ein Vater Alexandri und Ruffi war; den zwangen sie und legten das Kreuz auf ihn, daß ers Jesu nachtrüge. Es folgete ihm aber nach ein großer Haufe Volks und Weiber, die klageten und beweineten ihn. Jesus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder. Denn siehe, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäuget haben. Dann werden sie anfahen zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns! und zu den Hügeln: Dechet uns! Denn so man das tut am grünen Holz, was will am dürren werden? Es wurden aber auch hingeführet zween andere Ubeltäter, daß sie mit ihm abgetan würden. Und sie brachten ihn an die Stätte, die da heißt auf hebräisch Golgatha, das ist verdeutschet Schädelstätte, und sie gaben ihm Myrrhen in Wein zu trinken: und da ersschmeckte, wollte ers nicht trinken. Und sie kreuzigten ihn daselbst und die zween Übeltäter mit ihm, einen zur Rechten und einen zur Linken, Zesum aber mitten inne. Da ward die Schrift erfüllet, die da saget: Er ist unter die Ubeltäter gerechnet. Zesus aber sprach: Bater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Pilatus aber schrieb eine Uberschrift und setzte sie auf das Kreuz oben zu seinem Haupt, als die Ursache seines Todes. Es war aber geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. Diese Überschrift lasen viele Juden, denn die Stätte war nahe bei der Stadt, da Jesus gekreuziget ist. Und es war geschrieben auf hebräische, griechische und lateinische Sprache. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilato: Schreib nicht: Der Juden König, sondern daß er gesagt habe: Ich bin der Zuden König. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. Und die Kriegsknechte, da sie Zesum gekreuziget hatten, nahmen seine Kleider und machten vier Teile, einem jeglichen Kriegsknechte ein tl =.S ry„e I. 2739941 Auferstehung unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi. 261 Teil, dazu auch den Rock. Der Roch aber war ungenähet, von oben an gewirket durch und durch. Da sprachen sie unter einander: Laßt uns den nicht zerteilen, sondern darum losen, wes er sein soll. Auf daß erfüllet würde die Schrift, die da saget: Sie haben meine Kleider unter sich geteilet und haben über meinen Rock das Los geworfen. Solches taten die Kriegsknechte. Und sie saßen allda und hüteten sein. Es war aber um die dritte Stunde, da sie ihn kreuzigten. Und das Volk stund und sahe zu. Die aber vorübergingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Köpfe und sprachen: Pfui dich, wie fein zerbrichst du den Tempel und bauest ihn in dreien Tagen; hilf dir selber! Bist du Gottes Sohn, so steige herab vom Kreuz. Desgleichen auch die Hohenpriester verspotteten ihn unter einander mit den Schriftgelehrten und Altesten samt dem Volke und sprachen: Er hat andern geholfen und kann ihm selber nicht helfen. Ist er Christ, der König von Israel, der Auserwählte Gottes, so helfe er ihm selber und steige nun vom Kreuz, auf daß wirs sehen und glauben ihm. Er hat Gott vertrauet, der erlöse ihn nun, lüstet es ihn, denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn. Es verspotteten ihn auch die Kriegsknechte, traten zu ihm und brachten ihm Essig und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir selber. Aber der Ubeltäter einer, die da gehenket waren, lästerte ihn und sprach: Bist du Christus, so hilf dir selbst und uns. Da antwortete der andere, strafete ihn und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Sott, der du doch in gleicher Berdammnis bist? Und zwar wir sind billig drinnen, denn wir empfahen, was unsere Taten wert sind, dieser aber hat nichts Ungeschichtes gehandelt. Und sprach zu Zesu: Herr, ge⸗ denke an mich, wenn du in dein Reich kommst. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein. Es stund aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester Maria, Cleophas Weib, und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sahe und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Sohn. Darnach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter. Und von Stund an nahm sie der Jünger zu sich. Und von der sechsten Stunde an ward eine Finsternis über das ganze Land bis an die neunte Stunde, und die Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stunde rief Jesus laut und sprach: Eli, Eli, Lama Asabthani, das ist: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich ver⸗ lassen? Etliche aber, die da stunden, da sie das höreten, sprachen sie: Siehe, er rufet den Elias. Darnach als Zesus wußte, daß schon alles vollbracht war, daß die Schrift ersüllet würde, spricht er: Mich dürstet. Da stund ein Gefäß voll Essig, und bald lief einer unter ihnen hin, nahm einen Schwamm und füllte ihn mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr von Mop und hielts ihm dar zum Munde und tränkete ihn und sprach mit den andern: Halt, laß sehen, ob Elias komme und ihn herabnehme. Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Und abermal 262 Die Geschichte des Leidens, Sterbens und der rief er laut und sprach: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände. Und als er das gesagt, neigete er das Haupt und gab seinen Geist auf. Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke, von oben an bis unten aus, und die Erde erbebete, und die Felsen zerrissen, und die Gräber taten sich auf, und stunden auf viele Leiber der Heiligen, die da schliefen, und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen. Aber der Hauptmann, der dabei stund gegen ihm über, und die bei ihm waren und bewahreten Jesum, da sie sahen, daß er mit solchem Ge⸗ schrei verschied, und sahen das Erdbeben und was da geschah, erschraken sie sehr und preiseten Gott und sprachen: Wahrlich, dieser ist ein rommer Mensch und Gottes Sohn gewesen. Und alles Volh, das dabei war und ö zusah, was da geschah, schlugen sie an ihre Brust und wandten wieder um. . Es stunden aber alle seine Verwandten von ferne und viele Weiber, die ihm aus Galiläa waren nachgefolget, unter welchen war Maria Magda⸗ lena und Maria, des kleinen Jakobs und Joses Mutter, und Salome, I. die Mutter der Kinder Zebedäi, und viele andere, die mit ihm gen Jeru⸗ salem gegangen waren und hatten ihm gedienet, und sahen das alles. Die Juden aber, dieweil es der Rüsttag war, daß nicht die Leichname am Kreuze blieben den Sabbat über,(denn desselbigen Sabbats Tag war groß) baten sie Pilatum, daß ihre Beine gebrochen und sie abgenom⸗ men würden. Da kamen die Kriegsknechte und brachen dem Ersten die Beine und dem Andern, der mit ihm gekreuziget war. Als sie aber zu Zesu ö kamen, da sie sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine x nicht, sondern der Kriegsknechte einer öffnete seine Seite mit einem Speer, und alsbald ging Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, und sein Zeugnis ist wahr, und derselbige weiß, daß er die Wahrheit saget, auf daß auch ihr glaubet; denn solches ist geschehen, daß die Schrift erfüllet würde: Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen. Und abermal spricht eine andere Schrift: Sie werden sehen, in welchen sie estochen haben. De Fünfte Abteilung. Das Begräbnis Jesu. Darnach am Abend, weil es der Rüsttag war, welcher ist der Vor⸗ sabbat, kam ein reicher Mann von Arimathia, der Stadt der Juden, mit Namen Joseph, der war ein Ratsherr, ein guter, frommer Mann, welcher auch auf das Reich Gottes wartete; der hatte nicht gewilliget in ihren Rat und Handel, denn er war ein Jünger Jesu, doch heimlich, aus Furcht vor den JZuden. Der wagte es und ging zu Pilato und bat, daß er möchte abnehmen den Leichnam Jesu. Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon tot war, und rief den d Hauptmann und fragte ihn: ob er längst gestorben wäre? Und 6 als er es erkundet von dem Hauptmann, befahl er, man sollte Joseph U den Leichnam Jesu geben. Und Joseph kaufte eine Leinwand. Es kam aber auch Nicodemus, der vormals bei der Nacht zu Zesu kommen war, und brachte h Auferstehung unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi. 263 Myrrhen und Aloe unter einander bei hundert Pfunden. Da nahmen sie den Leichnam Jesu und wickelten ihn in eine reine Leinwand und banden ihn in leinene Tücher mit Specereien, wie die Juden pflegten zu begraben. Es war aber an der Stätte, da er ge⸗ kreuziget ward, ein Garten und in dem Garten ein neues Grab, das war Josephs, welches er hatte lassen in einen Felsen hauen, in welches niemand je geleget war. Daselbst hin legten sie Zesum um des Rüsttages willen der Juden, dieweil der Sabbat anbrach und das Grab nahe war, und wälzeten einen großen Stein vor die Tür des Grabes und gingen davon. Es waren aber allda Maria Magdalena und Maria Joses und die Weiber, die mit Jesu kommen waren aus Galiläa, die folgeten nach, setzten sich gegen das Grab und beschaueten, wohin und wie sein Leib geleget ward. Sie kehrten aber um und bereiteten Specerei und Salben; und den Sabbat über waren sie stille nach dem Gesetz. Des andern Tages, der da folgte nach dem Rüsttage, kamen die Hohenpriester und Pharisäer sämtlich zu Pilato und sprachen: Herr, wir haben gedacht, daß dieser Verführer sprach, da er noch lebte: Ich will nach dreien Tagen auferstehen. Darum befiehl, daß man das Grab verwahre bis an den dritten Tag, auf daß nicht seine Jünger kommen und stehlen ihn und sagen zu dem Volke: Er ist auferstanden von den Toten, und werde der letzte Betrug ärger denn der erste. Pilatus sprach zu ihnen: Da habet ihr die Hüter, gehet hin und verwahret es, wie ihr wisset. Sie gingen hin und ver⸗ wahrten das Grab mit Hütern und versiegelten den Stein. Sechste Abteilung. Die Auferstehung und Himmelfahrt Zesu. Zur Ersparung des Raums ist das in den Evangelien hievon Enthaltene nur dem Inhalte nach angeführt; das übrige aber in harmonischer Ordnung ausführlich beigefügt worden. Als die im vorigen Abschnitt benannten gottseligen Weiber und etliche mit ihnen an dem ersten Sabbater(d. i. Wochentage) mit dem Anbruch des Tages sich nach dem Grabe Jesu begaben, um ihn mit den zubereiteten Specereien zu salben, wird noch vor ihrer Ankunft das Grab Zesu bei seiner Auferstehung unter einem Erd⸗ beben durch einen Engel zur großen Bestürzung der Hüter eröffnet. Siehe das Evangelium am 1. Ostertage, vergl. mit Matth. 28 und Luc. 24, 1. Unter ihnen kommt Maria Magdalena zu dem Grabe und siehet, daß der Stein vom Grabe hinweg war. Da läuft sie, kommt zu Simon Petro und dem andern Jünger, welchen Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn weggenommen aus dem Grabe, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Auch die übrigen Weiber sehen den Stein abgewälzet und gehen hinein in das Grab, wo sie den Leib Jesu nicht finden, aber zu 26⁴ Die Geschichte des Leidens. Sterbens und der verschiedenen Malen durch Engel die Versicherung seiner Auf— erstehung und den Auftrag erhalten, solche seinen Jüngern zu ver— kündigen. Siehe das Evangelium des 1. Ostertages, vergl. mit Matth. 28 und Luc. 24, 2—11. Unterdessen ging Petrus und der andere Jünger auf die von der Maria Magdalena erhaltene Nachricht hinaus und kamen zum Grabe. Es liefen aber die zween mit einander, und der andere Jünger lief zuvor, schneller denn Petrus, und kam zuerst zum Grabe, gucht hinein und siehet die Leinen geleget, er ging aber nicht hinein. Da kam Simon Petrus ihm nach und ging hinein in das Grab und siehet die Leinen geleget und das Schweißtuch, das Jesus um das Haupt gebunden war, nicht bei die Leinen gelegt, sondern bei⸗ seits eingewickelt an einen besonderen Ort; und es nahm ihn Wunder, wie das zuginge. Da ging auch der andere Jünger hinein, der am ersten zum Grabe kam, und sah und glaubete es. Denn sie wußten die Schrift noch nicht, daß er von den Toten auferstehen müßte. Da gingen die Jünger wieder zusammen. Jesus aber, da er auferstanden war früh am ersten Tage der Sabbater, erschien er am ersten der Maria Magdalena, von welcher er sieben Teufel ausgetrieben hatte. Diese Maria nämlich(die Petro und dem andern Zünger gefolget und bei deren Weggehen zurück geblieben war) stand vor dem Grabe und weinete draußen. Als sie nun weinete, guckte sie in das Grab und siehet zween Engel in weißen Kleidern sitzen, einen zum Haupte und den andern zu Füßen, da sie den Leichnam Jesu hingelegt hatten. Und dieselbigen sprachen zu ihr: Weib, was weinest du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Und als sie das sagte, wandte sie sich zurück und siehet Jesum stehen und weiß nicht, daß es Jesus ist. Spricht Jesus zu ihr: Weib, was weinest du? wen suchest du? Sie meinet, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo hast du ihn hingelegt, so will ich ihn holen. Spricht Jesus zu ihr: Maria. Da wandte sie sich um und spricht zu ihm: Rabbuni, das heißet Meister. Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Gehe aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria Magdalena kommt und verkündiget den Jüngern, die mit ihm gewesen waren, die da Leid trugen und weineten: Ich habe den Herrn gesehen, und solches hat er zu mir gesagt. Und dieselbigen, da sie höreten, daß er lebte und wäre ihr erschienen, glaubeten sie nicht. Gleich nach dieser ersten Erscheinung des Herrn Jesu geschah die zweite den übrigen Weibern, als sie auf dem Wege waren, um die Verkündigung der Engel den Jüngern anzuzeigen. Zu welcher ED Auferstehung unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi. 265 Zeit auch die Hüter des Grabes den Hohenpriestern von demjenigen, was geschehen war, Nachricht bringen, aber von selbigen durch Be⸗ stechung zur Verfälschung der Wahrheit verleitet werden. Jesus offenbarte sich hierauf noch an dem Tage seiner Auf⸗ erstehung den zween Jüngern, die nach Emmaus gingen. Nach dem Evangelio des zweiten Ostertages, wo zugleich die nach 1. Kor. 15,5 dem Petro besonders geschehene Erscheinung erwähnet wird. Und am Abend desselbigen Tages seinen versammelten Jüngern, Siehe den ersten Teil des Evangelii am ersten Sonntage nach Ostern, vergl. mit Mare. 16, 14, Lue. 24, 36—44. denen er acht Tage darauf im Beisein des Thomas zum andern Male erscheinet. Siehe den andern Teil des Evangelii am ersten Sonntage nach Ostern. Darnach offenbarete sich Jesus abermals den Jüngern an dem Meer bei Tiberias. Er offenbarete sich aber also: Es waren bei einander Simon Petrus und Thomas, der da heißet Zwilling, und Nathanael von Cana in Galiläa und die Söhne Zebedäi und andere zween seiner Jünger. Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich will hin fischen gehen. Sie sprachen zu ihm: So wollen wir mit dir gehen. Sie gingen hinaus und traten in das Schiff alsobald; und in der⸗ selbigen Nacht fingen sie nichts. Da es aber jetzt Morgen war, stund Jesus am Ufer, aber die Jünger wußten nicht, daß es Jesus war. Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sprach zu ihnen: Werfet das Retz zur Rechten des Schiffs, so werdet ihr finden. Da warfen sie und konntens nicht mehr ziehen vor der Menge der Fische. Da spricht der Jünger, welchen Jesus lieb hatte, zu Petro: Es ist der Herr. Da Simon Petrus hörete, daß es der Herr war, gürtete er das Hemd um sich(denn er war nackend) und warf sich ins Meer. Die andern Jünger aber kamen auf dem Schiffe(denn sie waren nicht fern vom Lande, sondern bei zweihundert Ellen) und zogen das Netz mit den Fischen. Als sie nun austraten auf das Land, sahen sie Kohlen ge⸗ legt und Fische darauf und Brot. Spricht Jesus zu ihnen: Bringet her von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt. Simon Petrus stieg hinein und zog das Netz aufs Land voll großer Fische, hundert drei und fünfzig. Und wiewohl ihrer so viel waren, zerriß doch das Netz nicht. Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl. Niemand aber unter den Jüngern durfte ihn fragen: Wer bist du? denn sie wußtens, daß es der Herr war. Da kommt Zesus und nimmt das Brot und gibts ihnen, desselbigengleichen auch die Fische. Das ist nun das dritte Mal, daß Jesus offenbaret ist seinen Züngern, nachdem er von den Toten auf⸗ erstanden ist. Nachdem sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petro: Simon Johanna, hast du mich lieber, denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmer. Spricht er zum andern Mal 266 Die Geschichte des Leidens, Sterbens ꝛc. zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu iUhm: Weide meine Schafe. Spricht er zum dritten Mal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Petrus ward traurig, daß er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb? und sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht Sesus zu ihm: Weide meine Schafe. Wahrlich, wahrlich ich sage dir: Da du jünger warest, gürtetest du dich selbst und wandeltest, wo du hin wolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber zu deuten, mit welchem Tode er Gott preisen würde. Da er aber das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach. Petrus aber wandte sich um und sahe den Jünger folgen, welchen Zesus lieb hatte, der auch an seiner Brust am Abendessen gelegen war und gesagt hatte: Herr, wer ists, der dich verrät? Da Petrus diesen sahe, spricht er zu Jesu: Herr, was soll aber dieser? Jesus spricht zu ihm: So ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? folge du mir nach. Da ging eine Rede aus unter den Brüdern: Dieser Jünger stirbt nicht. Und ZJesus sprach nicht zu ihm: Er stirbt nicht, sondern: So ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Dies ist der Jünger, der von diesen Dingen zeuget und hat dies geschrieben. Und wir wissen, das sein Zeugnis wahrhaftig ist. Hierauf erfolgete die Offenbarung des Erlösers auf einem Berge in Galiläa. Nach Matth. 28, vergl. mit dem Evangelium am Himmelfahrtstage. Wohin auch wahrscheinlich die nach 1. Kor. 15, v. 6. mehr denn fünf⸗ hundert Brüdern widerfahrene Erscheinung gehöret. Nach selbiger ist er gesehen worden von Jakobo; darnach von allen Aposteln, Siehe die Epistel am 11. Sonntage nach Trinitatis. bei seiner Himmelfahrt. Er führte sie nämlich hinaus bis gen Bethania und hob die Hände auf und segnete sie. Und es geschah, da er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr gen Himmel. Sie aber beteten ihn an und kehrten wieder gen Jerusalem mit großer Freude und waren allewege im Tempel, preiseten und lobeten Gott. Siehe auch das Evangelium und die Epistel am Himmelfahrtstage. Und in Ansehung der dem Paulo nach der vorhin angezogenen Epistel geschehenen sehr merkwürdigen Offenbarung Upostelgesch. Kap. 9. 267 Die Beschreibung von der Zerstörung Jerusalems. Als das vormals von Gott so außerordentlich begnadigte Volk der Juden das Maß seiner gehäuften Sünden durch die Verwerfung und Kreuzigung des unter ihnen erschienenen Heilandes der Welt erfüllet hatte, so näherte sich dasselbe demjenigen erschrecklichen Strafgerichte immer merklicher, welches durch die Propheten und den mitleidigen Er⸗ löser selbst mit Tränen zuvor verkündiget war und in der gänzlichen Zer⸗ störung Jerusalems und des ganzen jüdischen Reichs der Welt ein be⸗ lehrendes Denkmal vor Augen legte, wie schwer der Zorn Gottes gegen beharrliche Verächter seiner Gnade, und wie groß insonderheit die Ver⸗ schuldung sei, die dieses unglückliche Volk durch die Vergießung des unschuldigen und heiligen Blutes ZJesu Christi auf sich geladen. Josephus erzählet verschiedene vor dem Ausbruche dieser Gerichte Gottes hergegangene Zeichen; allein die sicherste und nächste Anzeige da⸗ von war wohl das sich in dem jüdischen Reich immer weiter ausbreitende gänzliche Verderben. Man verließ nun völlig die heiligen Gesetze Gottes, setzte die ganze Religion nur in eine abergläubische Beobachtung äußer⸗ licher Gebräuche und überließ sich mit einem frechen Leichtsinn allen Lastern. Daher nahmen Unordnungen und Spaltungen in allen Ständen immer mehr überhand; Serusalem und das ganze Land ward mit Räubern und Mördern angefüllet, und die ganze Nation beschleunigte ihren Unter⸗ gang durch ihre eigene Zerrüttung mehr als die Gewalt der Römer. Diese beherrschten seit den Zeiten Zesu Christi das jüdische Land durch Landpfleger, welche durch Geiz und Härte das römische ZJoch den Juden noch unerträglicher machten. Gessius Florus, der zuletzt diese Stelle verwaltete, übertraf hierin alle seine Vorgänger. Er beförderte alle Un⸗ ordnungen, auch selbst die öffentlichen Räubereien, wenn er nur seine un⸗ ersättliche Hewinnsuchtdabeibefriedigen konnte, vergriff sich sogar an dem Schatz des Tempels und war recht geflissen, das Volk immer mehr wider die Römer aufzubringen. Hieraus entstanden in mehreren Gegenden des Landes sehr blutige Empörungen, und Florus ließ selbst bei einem Auf⸗ stande in Jerusalem über 3000 Juden erschlagen und viele der An⸗ gesehensten geißeln und kreuzigen. Die Juden suchten zwar in diesen Be⸗ drängnissen bei dem syrischen Statthalter Cestius Gallus Hülfe; allein Florus wußte nicht nur solche zu vereiteln, sondern auch die Anruhen also zu vermehren, daß endlich Cestius genötigt ward, mit einem Heere anzu⸗ rücken. Nach vielen Verwüstungen drang er mit selbigem in Zerusalem, schloß die Zuden in dem innern Teile der Stadt und dem Tempel ein und würde dem Kriege ein Ende gemacht haben, wenn nicht die Juden schwereren Gerichten wären aufbehalten gewesen. So aber verleitete Florus den Cestius durch List und Verräterei zur Verzögerung, die Zuden gewannen Zeit zur Gegenwehr und nötigten sogar den syrischen Statt⸗ halter mit einem sehr beträchtlichen Verlust zum Abzuge. Dieser an⸗ scheinende Vorteil vermehrte ihnen zu ihrem Unglück den Mut. Die da⸗ 268 Die Beschreibung von der Zerstörung Jerusalems. mals fast allgemeine Erwartung eines irdischen Erretters und mächtigen Beherrschers stärkte ihre eitle Hoffnung, sich von der Beherrschung der Römer zu befreien, und der Krieg wider selbige ward mit großerHeftigkeit beschlossen. Man machte dazu überall die stärksten Zurüstungen, wählte in Jerusalem den Joseph, einen Sohn Gorions, nebst dem Hohenpriester Ananus, in Idumäa den Eleazar und in Galiläa Josephum, einen sehr verständigen und tapfern Mann, der diese Geschichte hinterlassen hat, zu Anführern und fing die Feindseligkeiten in verschiedenen Gegenden, doch mehrenteils mit sehr großem Verlust an; wie denn allein vor der Stadt Ascalon über 18600 Juden ihr Leben einbüßten. Die Christen hingegen waren der Warnung ihres Heilandes ein⸗ gedenk und setzten sich durch ihre Flucht in die benachbarte Stadt Pella in Sicherheit. Als der römische Kaiser Nero diesen allgemeinen Aufstand der jüdischen Nation erfuhr, trug er dem Vespasianus, einem sehr erfahrenen Feldherrn, den Krieg wider die Juden auf, der nebst seinem Sohne, dem Titus, mit einem zahlreichen Heere den Anfang desselben in Galiläa machte. Josephus hatte daselbst 100000 Mann versammelt; allein der Schrechen zerstreuete solche sogleich bei der Ankunft der Römer, und Josephus ward genötigt, mit dem Rest seiner Truppen sich in die Festung Jotapata zu werfen, welche nach einer tapfern Verteidigung erobert und 40000 Juden dabei erschlagen wurden. Josephus geriet selbst in die Gefangenschaft der Römer, erhielt aber durch die Fürsprache des Titus, und weil er dem Vespasian die künftige Gelangung zur kaiser⸗ lichen Würde vorhersagte, sein Leben und nach der Erfüllung dieser seiner Bermutung auch die Freiheit. Vespasian bemächtigte sich gar bald des ganzen Galiläg, wobei viele Tausende erschlagen oder als Leibeigene verkauft oder sonst in eine elende Shlaverei geführet wurden. In Zerusalem und den übrigen Gegenden des jüdischen Landes häufte sich gleichfalls Aufruhr und Elend. Die Partei derer, die auf den Krieg drangen, verübte gegen diejenigen, die zum Frieden rieten, die äußersten Gewalttätigkeiten. Mit ihnen verband sich unter der Anführung des Eleazar eine andere Art von Räubern, die Zeloten oder Eiferer genannt wurden, weil sie unter dem Vorgeben eines besondern Eifers für Religion und Freiheit die größten Grausamkeiten begingen, und Plünderung und Mord breiteten sich allenthalben aus. Der Hohepriester Ananus suchte in Jerusalem dieser bösen Rotte Einhalt zu tun; als aber Johannes von Giscala, ein sehr berüchtigter Bösewicht, nach Jerusalem kam und die Zeloten daselbst auf seine Seite brachte, auch 20000 Idumäer in die Stadt zog, so ward die Partei des Ananus überwältiget, und dieser Hohe⸗ priester, den Josephus als einen der besten Männer der damaligen Zeit beschreibet, nebst 12000 der vornehmsten Einwohner getötet. Bespasianus eroberte in dem folgenden Jahre unter vielem Blut⸗ vergießen die um Zerusalem liegenden festen Orter und näherte sich dar⸗ auf dieser Hauptstadt des jüdischen Landes. Sein Heer verlangte, daß er solche, bei der darin herrschenden Uneinigkeit, unverzüglich angreifen Die Beschreibung von der Zerstörung Jerusalems. 269 möchte; allein der römische Feldherr hielt ratsamer, einem Volle, das sich selbst aufrieb und welches Gott, wie er sagte, in die Hände der Römer geben würde, zur eigenen Beförderung seines Unterganges längern Raum zu lassen. Der Tod des Nero und die darauf erfolgenden öfteren Ver⸗ änderungen mit dem römischen Kaisertum verzögerten die Belagerung noch weiter; und als Vespasian selbst zum Kaiser erwählt ward, begab er sich nach Rom und überließ die Fortsetzung des Krieges dem Titus. Die durch die unerhörten Grausamkeiten des Johannes und der Ze⸗ loten äußerst beängstigten Einwohner in Jerusalem hatten in dieser Zeit ein neues Heer von Räubern unter einem Anführer Namens Simon in die Stadt gelassen, um durch sie von jenen Ungeheuern befreiet zu werden; allein diese abermalige Verblendung vergrößerte nur ihr Elend. Denn dieser Simon, der bereits in Idumäa die fürchterlichsten Verwüstungen angerichtet, übertraf annoch den Johannes an Grausamkeit und Blut⸗ begierde, zwang denselben, sich in den Tempel zurück zu ziehen, und da auch dessen Partei sich trennte und ein Teil derselben unter dem Eleazar den innern Tempel behauptete, so bekriegten diese drei räuberischen Haufen sich unter einander auf das heftigste, opferten eine große Menge der Einwohner ihrer Wut auf, verdarben durch Raub und Brand den in der Stadt befindlichen Vorrat der Lebensmittel und legten dadurch den Grund zu der bald nachher erfolgenden erschrechlichen Hungersnot. Bei einer solchen Verfassung rückte Titus im siebenzigsten Jahre nach Christi Geburt im Anfange des Aprils mit seinem wohlgerüsteten Heere und in Begleitung des Josephus vor die Stadt Jerusalem. Selbige war mit einer dreifachen sehr starken Mauer und vielen Türmen versehen und faßte außer dem sehr befestigten Tempel die Burg Antonia und andere feste Schlösser in sich. Die Feier des Osterfestes hatte auch damals eine ungewöhnliche Menge Juden in derselben versammelt, wodurch so⸗ wohl die Hungersnot desto geschwinder vermehret, als auch der auf der ganzen Nation ruhende Fluch um so deutlicher offenbar wurde. Bei dem Anfange der Belagerung vereinigten sich zwar die drei auf⸗ rührerischen Rotten zum tapfern Widerstande gegen die Römer, fügten ihnen durch heftige Ausfälle vielen Schaden zu und setzten bei einem der⸗ selben selbst den Titus in die äußerste Gefahr. Allein jene Vereinigung dauerte nicht lange. Johannes überwältigte durch List und Gewalt die Partei des Eleazar und bemächtigte sich unter vielem Blutvergießen des ganzen Tempels. Die Verteidigung der Stadt war also zwischen ihm und dem Simon geteilet, die aber gleichfalls nicht aufhörten, sich unter einander zu bekriegen, sobald nur die Römer ihnen einige Ruhe ließen. Nachdem Titus den Juden vergeblich den Frieden anbieten lassen, ward die Belagerung mit großem Eifer fortgesetzt, und gegen das Ende des Aprils die erste Mauer und fünf Tage nachher die andere ein⸗ genommen, und obwohl die Juden sich der letztern wieder bemächtigten, ward solche doch nach einer dreitägigen Bestürmung mit einer großen Niederlage der ZJuden völlig behauptet. Wenige Tage nachher ward der 270 Die Beschreibung von der Zerstörung Jerusalems. Angriff auf die Burg Antonia gerichtet. Titus ließ nach seiner gütigen und mitleidigen Gesinnung die Belagerten abermals durch den Josephus zur Ubergabe ermahnen; allein, ob dieser gleich durch eine sehr nachdrückliche Rede und mit Tränen sie zu bewegen suchte, so wurden doch alle Vor⸗ ftellungen nur mit Schimpfworten und sogar mit Pfeilen erwidert. Viele Einwohner suchten indes durch die Flucht ihre Errettung und erhielten auch solche, wenn sie der Wachsamkeit und den Schwertern der Be⸗ satzung zu entgehen vermochten, durch die Gelindigkeit des Titus. Die aber in die Hände der Römer fielen, wurden in so großer Menge in dem Angesichte der Stadt gekreuziget, daß nach Zosephi Ausdruck es zuletzt an Raum und Holz zu Kreuzen mangelte. Ein gewiß sehr merkwürdiger Anblick vor einer Stadt, deren Einwohner die Kreuzigung Christi dem Pilatus mit der größten Wut abgedrungen hatten. Titus ließ in⸗ zwischen diese Grausamkeit zu, um zu versuchen, ob vielleicht die Furcht vor einer gleichen Bestrafung die Hartnächigkeit der Belagerten über⸗ winden möchte. Aber so wenig dieses, als die bereits sehr zunehmende Hungersnot, noch auch die wiederholten Warnungen des römischen Feldherrn, die Stadt, den Tempel und ihr eigenes Leben zu retten, vermochten etwas bei diesen gänzlich Verstockten auszurichten; sie er⸗ klärten vielmehr dem Titus selbst mit untermengter Verschmähung, daß sie lieber sterben, als sich ergeben wollten, und beriefen sich dabei frech auf den Schutz Gottes, dessen Verächter sie doch waren. Die Fortsetzung ihrer verzweiflungsvollen Gegenwehr nötigte endlich den Titus, die Stadt mit einer Mauer völlig einzuschließen. Hierdurch ward dasjenige aufs genaueste erfüllet, wie Christus vorher geweissaget, und die erschreckliche Hungersnot nebst allem damit verbundenen äußersten Elend nahm nun völlig überhand. Ausgezehrte Menschen suchten bei tausenden vergeblich ihre Erhaltung. Die bewaffneten Räuber fielen in die Häuser, bemächtigten sich aller Nahrungsmittel und quälten mit den entsetzlichsten Martern alle und jede, auf welche nur der Verdacht einiger Verbergung fiel. Die Eltern rissen ihren Kindern, und diese ihren Eltern und Geschwistern den letzten Bissen aus dem Munde. Viele, die diesem Jammer durch die Flucht zu den Römern zu entrinnen suchten, wurden von den Soldaten in der Vermutung, daß sie Gold verschlungen, lebendig aufgeschnitten. Man suchte durch die unnatürlichsten Mittel die Stillung des Hungers, und eine bemittelte Mutter, die durch diese Plage zur äußersten Verzweiflung gebracht war, schlachtete und kochte ihr eigenes Kind und bot, da sie einen Teil desselben verzehret, den grau⸗ samen Kriegsknechten die andere Hälfte dar. Alle Straßen waren mit Leichen bedeckt, und das Sterben war so häufig, daß vom 14. April bis zum 1.Julius 115880 Leichen zu einem Tore hinausgebracht und 600000 über die Mauer geworfen wurden. Titus ward durch diese erschrechlichen Umstände äußerst gerührt und bezeugte mit gen Himmel gehobenen Händen, daß er an diesen unnatürlichen Grausamkeiten unschuldig sei und solche unerhörte Greuel unter den Trümmern der Stadt begraben werden müßten. , ν Die Beschreibung von der Zerstörung Jerusalems. 271 Nachdem die Burg Antonia unter vielem Blutvergießen erobert und völlig niedergerissen war, mußte nun auch der sowohl durch seine Lage als die stärksten Mauern ausnehmend feste Tempel angegriffen werden, zu welcher Zeit denn auch das tägliche Opfer in demselben aufhörte. Titus, der für dieses herrliche Gebäude und für den Gottesdienst der ZJuden eine bewunderungswürdige Ehrerbietung äußerte, ließ sich dessen Erhaltung mit der äußersten Sorgfalt angelegen sein und ermüdete nicht, sowohl in eigener Person als durch den Josephus den Johannes mit seinem gott⸗ losen Haufen durch wiederholte rührende Vorstellungen zu bewegen, daß sie durch ihren fortgesetzten Frevel das Heiligtum Gottes nicht ent⸗ weihen, vielmehr durch eine endliche Abergabe es dem Untergange ent⸗ reißen möchten, versprach ihnen auch die ungestörte Fortsetzung ihres Gottesdienstes. Allein diese Bösewichter verschmäheten dieses alles, be⸗ setzten die Tore des Tempels mit Kriegsmaschinen und machten denselben durch Raub und Blutvergießen nach Christi Worten nun völlig zur Mördergrube. Daher sah sich Titus endlich genötiget, die äußerste Gewalt zu gebrauchen und nach verschiedenen abgeschlagenen Stürmen an die Tore desselben Feuer legen zu lassen, welches denn alle bedeckten Gänge um den Tempel ergriff. Er gab zwar sogleich den Befehl, das Feuer zu löschen, um das noch unversehrte Hauptgebäude des Tempels zu erhalten, aber keine menschliche Vorsicht vermochte den Ratschluß Gottes zu ver⸗ hindern. Ein heftiger Ausfall der Zuden zog das Gefecht in die Nähe des Tempels, und ein römischer Soldat warf aus eigenem Antriebe, oder vielmehr von einer höheren Hand geleitet, einen feurigen Brand in ein Fenster der an den Tempel gebaueten Zimmer. Sogleich breitete sich das Feuer in diesem Nebengebäude aus. Titus eilte alsbald den Brand zu löschen, aber seine Befehle wurden nicht vernommen. Die römischen Legionen drangen wütend auf den Tempel zu, unterhielten die immer weiter um sich greifenden Flammen und erfüllten alles mit Blut und Leichen. Titus begab sich mit einigen seiner Heerführer selbst in den Tempel, besah dessen Heiligtum und die darin befindlichen Geräte und fand, daß die Pracht alle Nachrichten davon weit überträfe. Er erneuerte die eifrigsten Bemühungen, dieses Innere des Tempels zu retten, aber vergeblich; der ganze Tempel ward, wie Josephus bemerkt, an eben dem Tage, da der erste von den Babyloniern verbrannt worden, durch die Flammen völlig verzehret. Ein allgemeiner Raub und die blutigste Niederlage verbreitete sich ohne einiges Verschonen in dem ganzen Raum des Tempels. Die römischen Soldaten pflanzten an das östliche Tor desselben ihre Kriegeszeichen, brachten daselbst ihre heidnischen Opfer und riefen den Titus als Sieger aus. Eine Anzahl Priester, so auf der Mauer des Tempels ihre Sicherheit gesucht, flehete vergeblich um ihr Leben; Titus antwortete, die Zeit der Begnadigung sei geendet, und sie mußten nunmehr mit ihrem Tempel umkommen. Die Aufrührer hatten sich inzwischen mit gewaffneter Hand den Weg aus dem Tempel geöffnet und verlangten eine Unterredung mit dem Titus. Dieser erbot sich, ihnen das Leben zu schenken, wenn sie sogleich 272 Die Beschreibung von der Zerstörung Jerusalems. die Waffen niederlegen und sich ergeben würden; als sie sich aber dessen, unter der Vorschützung eines Eides, weigerten und einen freien Abzug berlangten, versagte er ihnen alle Gnade, übergab die untere Stadt der Plünderung und dem Feuer und griff den noch übrigen obern Teil derselben an, in welchen sich die sämtlichen Aufrührer unter dem Simon und Johannes gezogen hatten. Sobald die römischen Maschinen auch hier die Mauer durchbrochen, überfiel diese Hartnäckigen die mutloseste Verwirrung. Voll Furcht und Schrecken verließen sie die von ihnen besetzten sehr festen Türme, versuchten vergeblich durch die römischen Verschanzungen zu entkommen und verbargen sich endlich in unter⸗ irdische Höhlen. Die Römer bemächtigten sich also auch der ganzen oberen Stadt, plünderten selbige und zündeten sie nach der entsetzlichsten Niederlage unter den Einwohnern mit Feuer an. Dies geschahe am 8. September des Jahres 70 nach Christi Geburt. Als Titus in die nun völlig eroberte Stadt ging und die ungemeine Festigkeit ihrer Mauern und Türme bewunderte, brach er in dieses ihm rühmliche Geständnis aus: Wir haben mit Gottes Beistand Krieg geführt; es ist Gott, der die Zuden aus diesen Festungen herausgetrieben hat, denn was würden menschliche Hände und Maschinen gegen solche Türme vermögen? Gleich nach der Eroberung wurden die noch übrigen Aufrührer sämt⸗ lich getötet. Die ansehnlichsten Zünglinge wurden zum Triumphe des Titus, die übrigen Gefangenen aber zu den römischen Schauspielen oder zu schweren Arbeiten bestimmt; die, so unter 17 Jahren, wurden verkauft. Die Zahl aller in dem ganzen Kriege Gefangenen rechnet Josephus auf 97000 und der in der Belagerung Umgekommenen auf 1100000, außer der großen Menge, die sonst in diesem Kriege ihr Leben verloren, und macht jene große Anzahl aus der unter dem Cestius berechneten Zahl der Osterlämmer begreiflich. Simon und Johannes gerieten aus ihren Höhlen auch endlich in die Hände der Römer. Sie wurden gleichfalls zum Triumph des Titus aufbehalten und nach selbigem der erste zum Tode, der andere aber zeitlebens zum Gefängnis verurteilet. Die sämtlichen UÜberbleibsel der Stadt, außer dreien Türmen und einem Teil der Mauer, wurden auf Titi Befehl dem Erdboden gleichgemacht. Jerusalem wurde also nach Christi Weissagungen völlig geschleifet. Wie nun diese merkwürdige Geschichte nebst der ganz sonderbaren Er⸗ haltung der jüdischen Nation dei ihrer großen Zerstreuung die Göttlichkeit der Lehre Zesu ausnehmend bestätiget, so muß einem jeden, der solche be⸗ kennet, bei einer mitleidigen Erwägung dieser Gerichte Gottes jene War⸗ nung des Apostels stets wichtig bleiben: Sei nicht stolz, sondern fürchte dich. Hat Gott der natürlichen Zweige nicht verschonet, daß er vielleicht dein auch nicht verschone. Darum schaue die Güte und den Ernst Gottes: Den Ernst an denen, die gefallen sind, die Güte aber an dir, soferne du an der Güte bleibest, sonst wirst du auch abgehauen werden. Ordnung des Haupt⸗Gottesdienstes an Sonn⸗ und Festtagen. 1. Eingang. Der Gottesdienst beginnt mit dem Gesange des Introitus oder einem Eingangsliede. Beides schließt mit: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigheit zu Ewigkeit. Amen. 2. Kurie. Pastor: Herre Gott, Gemeinde: erbarme dich! Pastor: Christe, Gemeinde: erbarme dich! Pastor: Herre Gott, Gemeinde: erbarme dich! oder erbarme dich über uns! 3. Gloria. Pastor: Ehre sei Gott in der Höhe Chor oder Gemeinde: und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! (An Festtagen: Wir loben dich, wir benedeien dich, wir beten dich an, wir preisen dich, wir sagen dir Dank um deiner großen 2 Ordnung des Haupt-Gottesdienstes. Herrlichkeit willen. Herr Gott, himmlischer König. allmächtiger Vater! Herr. eingeborener Sohn. Jesus Christus! Herr Gott, du Lamm Gottes. Sohn des Vaters, der du die Sünde der Welt trägst, erbarme dich unser! Der du die Sünde der Welt trägst, nimm an unser Gebet! Der du sitzest zur Rechten des Vaters. erbarme dich unser! Denn du allein bist heilig, du allein bist der Herr. du allein bist der Allerhöchste, Jesus Christus, mit dem Heiligen Geiste in der Herrlichkeit Gottes des Vaters. Amen.) Gemeinde: Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade. darum daß nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. 4. Gruß. Pastor: Der Herr sei mit euch Gemeinde: und mit deinem Geist! Püien 5. die Kollekte. Gemeinde: Amen. Vastor verliest 6. die Evistel oder, wenn über die Epistel gepredigt wird, die epistolische Lektion des Tages. Chor oder Gemeinde: Halleluja! Halleluja! Halleluia! 7. Gemeindelied. Pastor verliest 8. das Evangelium oder, wenn über das Evangelium gepredigt wird, die evangelische Lektion des Tages. Chor oder Gemeinde: Lob sei dir, Christe! Amen. 9. Glaubensbekenntnis: Pastor spricht das Apostolische Glaubensbekenntnis: Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen. Schöpfer Himmels und der Erde. Ich glaube an Jesum Christum, Gottes S FOSe=E S Ordnung des Haupt⸗Gottesdienstes. 3 eingeborenen Sohn, unsern Herrn. der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, nieder⸗ gefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des all⸗ mächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist. eine heilige christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Ver⸗ gebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Oder das Nicänische Glaubensbekenntnis: Ich glaube an einen einigen. allmächtigen Gott. den Vater, Schöpfer Himmels und der Erde, Alles, das sichtbar und un⸗ sichtbar ist. Und an einen einigen Herrn. Jesum Christum. Gottes einigen Sohn, der vom Vater geboren ist vor der ganzen Welt, Gott von Gott, Licht von Licht, wahrhaftiger Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, mit dem Vater in einerlei Wesen. durch welchen Alles geschaffen ist.Welcher um uns Menschen und um unsrer Seligkeit willen vom Himmel kommen ist, und leibhaftig worden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch worden, auch für uns gekreuziget unter Pontio Pilato, gelitten und begraben. und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel, sitzet zur Rechten des Vaters, und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten, des Reich kein Ende haben wird. Und an den Herrn. den Heiligen Geist. der da lebendig macht, der vom Vater und dem Sohn ausgehet, der mit dem Vater und dem Sohn zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat. Und eine einige, heilige, christliche, apostolische Kirche. Ich bekenne eine einige Taufe zur Vergebung der Sünden und warte auf die Auferstehung der Toten und ein Leben der zukünftigen Welt. Gemeinde: Amen, Amen, Amen. Ordnung des Haupt⸗Gottesdienstes. 10. Gemeindelied. 11. Die Bredigt. 12. Gemeindelied. 13. Gebet, entweder: oder: Das allgemeine Kirchengebet. Die Abkündigungen und Die Danksagungen und der Friedenswunsch. Fürbitten. Gemeindelied. Vater Unser. Die Abkündigungen und Waita. vor dem der Friedenswunsch. Ar. Gemeindelied. Vater Unser. 14. Abendmahlsfeier. Gemeindelied oder Gesang des Kirchenchors: Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen gewissen Geist, verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir. Während des Gesanges treten die Abendmahlsgäste vor den Altar. Pastor: Der Herr sei mit euch Gemeinde: —8 EEE ů—.— IIS und mit dei ⸗nem Gei=ste! Pastor: Empor die Herzen! Gemeinde: —— X S.HH.e- — PIIIIN WMrR THIT 2 Si IPIII Ordnung des Haupt⸗Gottesdienstes. 5 Pastor: Dank sagen lasset uns dem Herren, unserm Gott. Gemeinde: — +———.————— E 9 7—— Wür⸗ dig ist das und ist recht. Pastor: Wahrhaft würdig und recht, billig und heilsam ists, daß wir dir, heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott, allezeit und überall Dank sagen durch Christum, unsern Herren, durch welchen deine Majestät loben die Engel, anbeten die Herrschaften, fürchten die Mächte, die Himmel und aller Himmel Kräfte samt den seligen Seraphim mit einhelligem Jubel preisen. Mit ihnen laß auch unsre Stimmen uns vereinen und anbetend zu dir sprechen: Gemeinde: ————— ..— Hei⸗ lig. hei ⸗ölig. hei⸗lig ist S......— Gott, der Herr Ze-ba-oth. Al- le Lan⸗de sind — 1—4———— —.———.———— inn DDDDDDTDD‚—— W sei„ner Eh- re voll. Ho-si-an- na ..........T— ö SDSDSSS..——— n in der Hö ⸗ hel! Ge ⸗ lo-bet sei, 6 Ordnung des Haupt⸗Gottesdienstes. Pastor liest die BVermahnung: Meine Geliebten in dem Herrn. Wer da würdig will essen und trinken dies heilige Sahra— ment, der soll zwei Dinge tun: Er soll glauben, was Christus sagt, und tun, was er gebeut. Er sagt: Das ist mein Leib. der für euch gegeben wird, das ist mein Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches sollet ihr glauben. Er gebeut aber: Nehmet hin, esset, und trinket alle daraus und gedenket meiner. Solches sollet ihr tun nach seiner Gnade Wort und Befehl. Daß uns aber der allmächtige Gott und barm⸗ herzige Vater seinen heiligen Geist reichlich mitteilen wolle, auf daß wir durch desselbigen Gnade uns dieser zweier Stücke von Grund des Herzens befleißigen mögen und also das heilige Sakra⸗ ment würdiglich empfahen zur Stärkung unseres schwachen Glaubens und Besserung unseres sündlichen Lebens: so wollen wir ihn darum anrufen und in dem Namen Christi beten von Grund des Herzens ein andächtiges Vater Unser. Vater unser, der du bist im Himmel, geheiliget werde dein Name, zu uns komme dein Reich, dein Wille geschehe wie im Himmel auch auf der Erde, unser täglich Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, als wir vergeben unsern Schuldigern, und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Ubel. Gemeinde: Amen. Pastor: Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht. da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brachs und gabs seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Ge⸗ dächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankte, gab ihn und sprach: Trinket alle daraus, dieser Kelch ist das Neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches tut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtnis. Darnach erfolgt die Austeilung mit den Worten: Nimm hin und iß, das ist der Leib Christi, der für dich gegeben ist. Der stärke und erhalte dich zum ewigen Leben! Amen. Ordnung des Haupt⸗Gottesdienstes. 7 Nimm hin und trink, das ist das Blut des Neuen Testaments, das für deine Sünde vergossen ist. Das stärke und erhalte dich zum ewigen Ceben! Amen. 15. Schluß. Pastor: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich. Halleluja! Gemeinde: Und seine Güte währet ewiglich. Halleluja! Pastor betet die Kollekte: Wir danken dir, allmächtiger Herr Gott, daß du uns durch diese heilsame Gabe hast erquicket, und bitten deine Barm⸗ herzigkeit, daß du uns solches gedeihen lassest zu starkem Glauben gegen dich und zu brünstiger Liebe unter uns allen, um Jesu Christi, unseres Herrn, willen. Gemeinde: Amen. Pastor erteilt den Segen. Gemeinde: Amen, Amen, Amen. (Findet keine Abendmahlsfeier statt, so schließt sich an Nr. 13 sofort Versikel und Kollekte an.) Introiten. 1. Advent(Ton 5). I. Freue dich sehr, du Tochter Zion, und jauchze, 0 Tochter Jerusalem. II. Dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer. I. Nach dir, Herr, verlanget mich, II. mein Gott, ich hoffe auf dich. I. Laß mich nicht zu Schanden werden, II. daß sich meine Feinde nicht freuen über mich. I. Herr, zeige mir deine Wege II. und lehre mich deine Steige. I. Ehre sei dem Vater und dem Sohne II. und dem Heiligen Geiste. I. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar II. und von Ewigkeit zu Ewigkeit. I. und II. Amen. 2. Weihnachten(Ton 5). I. Uns ist ein Kind geboren. II. ein Sohn ist uns gegeben. I. welches Herrschaft ist auf seiner Schulter, Friedefürst. I. Singet dem Herrn ein neues Lied, II. denn er tut Wunder. I. Jauchzet dem Herrn alle Welt! II. Singet, rühmet und lobet!— Ehre sei ꝛc. II. und er heißt: Wunderbar, Rat, Kraft, Held, Ewig⸗Vater, 10 Introiten. 3. Am Sonntage nach Weihnachten(St. Stephanstag) (Ton 5). J. Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, II. ist zum Eckstein geworden. I. Das ist vom Herrn geschehen II. und ein Wunder vor unsern Augen. I. Die Rechte des Herrn ist erhöhet, II. die Rechte des Herrn behält den Sieg.— Ehre ꝛc. 4. Neujahr(Ton 1). J. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, II. von denen mir Hülfe kommt. I. Meine Hülfe kommt von dem Herren, II. der Himmel und Erde gemacht hat. J. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, II. und der dich behütet, schläft nicht. I. Der Herr behüte dich vor allem Übel, II. er behüte deine Seele. JDer Herr behüte deinen Ausgang und Eingang II. von nun an bis in Ewigkeit.— Ehre ꝛc. Oder:(Ton J. I. Herr Gott, du bist unsre Zuflucht für und für. II. Ehe denn die Berge worden, bist du Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. J. Fülle uns frühe mit deiner Gnade, II. so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Lebenlang. I. Zeige deinen Knechten deine Werke II. und deine Ehre ihren Kindern.— Ehre ꝛc. 5. Epiphanienzeit(Ton 8). J. Der Herr ist König, des freue sich das Erdreich. II. und seien fröhlich die Inseln, so viel ihrer ist. Introiten. 11 I. Zion hörts und ist froh, II und die Töchter Juda sind fröhlich. Herr, über deinem Regimente. I. Denn die Herrlichkeit des Herrn soll geoffenbaret werden, II. und alles Fleisch mit einander wird sehen, daß des Herrn Mund redet.— Ehre ꝛc. 6. Am Feste der Darstellung Jesu im Tempel(Ton§). I. Gott, wir warten deiner Güte II. in deinem Tempel. I. Gott. wie dein Name, so ist auch dein Ruhm bis an der Welt Ende. II. Deine Rechte ist voll Gerechtigheit. J. Groß ist der Herr und hochberühmt in der Stadt unseres Gottes. II. auf seinem heiligen Berge.— Ehre ꝛc. 7. An den Sonntagen Septuagesimae und Sexa- gesimae(Ton 8). I. Ich habe dich je und je geliebet, II. darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte. J. Mein Wort soll nicht wieder leer zu mir kommen, II. sondern tun, das mir gefällt, dazu ichs sende. I. Ich will rühmen Gottes Wort, II. ich will rühmen des Herrn Wort. I. Dein Wort, Herr, ist die rechte Lehre, II. Heiligkeit ist die Zierde deines Hauses ewiglich.— Ehre ꝛc. 8. In der Fastenseit vom Sonntage Quinquagesimae an und Karfreitag(Ton 7). I. Siehe, das ist Gottes TDamm. II. welches der Welt Sünde trägt. 12 Introiten. I. Fürwahr, er trug unsre Krankheit II. und lud auf sich unsre Schmerzen. I. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Friede hätten, II. und durch seine Wunden sind wir geheilet. J. Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit II. und an deine Güte, die von der Welt her gewesen ist. I. Daß nicht unsere Feinde über uns herrschen. II. Gott Israels, erlöse uns aus aller unsrer Not.— Ehre ꝛc. 9. Am Feste der Verkündigung Mariä(Ton 4). I. Träufelt, ihr Himmel, von oben, II. und die Wolken regnen die Gerechtigkeit. I. Die Erde tue sich auf II. und bringe das Heil. I. Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, II. und die Feste verkündiget seiner Hände Werk.— Ehre ꝛc. 10. Am Gründonnerstage(Ton 3). I. Der Herr hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, II. der gnädige und barmherzige Herr. I. Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, II. so schreiet meine Seele, Gott, zu dir. I. Meine Seele dürstet nach Gott, Il. nach dem lebendigen Gotte.— Ehre ꝛc. 11. Ostern(Ton 5). I. Der Herr ist auferstanden. Halleluja! II. Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja! J. Gedenkt daran, was er euch sagte. Halleluja! II. Des Menschen Sohn muß gekreuzigt werden und am dritten Tage auferstehen! Halleluja! Introiten. I. Mit Ehre und Schmuck hast du ihn gekrönt II. und hast ihn zum Herrn gesetzt über deiner Hände Werk.— Ehre ꝛc. 12. Freudenzeit(Ton 5). I. Singet dem Herrn ein neues Lied. II. Halleluja! J. Denn er tut Wunder, II. Halleluja! I. Vor den Völkern läßt er seine Gerechtigkeit offenbaren. II. Halleluja, Halleluja! J. Er sieget mit seiner Rechten II. und mit seinem heiligen Arme.— Ehre ꝛc. 13. Himmelfahrt(Ton 5). I. Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen Himmelꝰ II. Halleluja! J. Wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren, wird er kommen. II. Halleluja! Halleluja! Halleluja! I. Frohlocket mit Händen alle Völker II. und jauchzet Gott mit fröhlichem Schalle.— Ehre ꝛc. 14. Pfingsten(Ton 8). I. Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes, II. unser Gott kommt und schweiget nicht. I. So spricht der Herr: ich will Wasser gießen auf die Durstigen II. und Ströme auf die Dürren. I. Ich will meinen Geist auf deinen Samen gießen II. und meinen Segen auf deine Nachkommen. 14 Introiten. J. Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet. II. Schmücket das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars!— Ehre ꝛc. 15. In der Trinitatiszeit. A.(Ton 8§). J. Gott, unser Schild. schaue doch. II. siehe an das Reich deines Gesalbten. I. Denn ein Tag in deinen Vorhöfen II. ist besser, denn sonst tausend. I. Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth. II. Meine Seele verlaͤnget und sehnet sich nach den Vorhöfen des Herren.— Ehre ꝛc. B.(Ton 8d). I. Herr, neige deine Ohren und erhöre mich! II. Hilf du, mein Gott, deinem Knechte, der sich verläßt auf dich. I. Herr, sei mir gnädig, II. denn ich rufe täglich zu dir. I. Erfreue die Seele deines Knechtes, II. denn nach dir, Herr, verlanget mich.— Ehre ꝛe. C.(Ton 8). I. Kommt, laßt uns anbeten und knieen II. und niederfallen vor dem Herrn, der uns gemacht hat. I. Denn er ist unser Gott und wir das Volk seiner Weide II. und Schafe seiner Hand. I. Kommt herzu, laßt uns dem Herrn frohlocken Il und jauchzen dem Hort unsers Heils.— Ehre ꝛc. D.(Ton). Für die drei letzten Sonntage des Kirchenjahrs. IJ. Seid stille in dem Herrn, denn des Herrn großer Tag ist nahe, II. er ist nahe und eilet sehr. —— Introiten. IJ. Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird. II. so werden wir sein wie die Träumenden. I. Dann wird unser Mund voll Lachens II. und unsre Zunge voll Rühmens sein. I. Siehe, ich komme bald, spricht der Herr. II. Halte, was du hast, daß niemand deine Krone raube.— Ehre ꝛc. 16. Am Feste Johannis des Täufers(Ton 3). J. Der Herr hat mich von Mutterleibe gerufen mit meinem Namen II. und hat meinen Mund gemacht wie ein scharfes Schwert. J. Mit dem Schatten seiner Hand hat er mich bedecket. II. Er hat mich zum reinen Pfeil gemacht. I. Es ist ein köstlich Ding, dem Herren danken II. und lobsingen deinem Namen, du Höchster.— Ehre ꝛc. 17. Am Feste der Heimsuchung Mariä(Ton 9). J. Die Himmel werden. Herr, deine Wunder preisen II. und deine Wahrheit in der Gemeinde der Heiligen. J. Gott ist fast mächtig in der Sammlung der Heiligen, II. und wunderbarlich über alle, die um ihn sind. J. Mein Herz dichtet ein feines Lied, II. ich will singen von einem Könige, I. Ich freue mich in dem Herren, II. und meine Seele ist fröhlich in meinem Gotte.— Ehre ꝛc. 18. Am Reformationsfeste(Ton 6). I. Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein, II. da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind. I. Gott ist bei ihr darinnen, darum wird sie wohl bleiben. II. Gott hilft ihr frühe. 16 J. Gott ist unsere Zuflucht und Stärke. II. eine Hülfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. IDer Herr Zebaoth ist mit uns. II der Gott Jakobs ist unser Schutz.— Ehre ꝛc. Introiten. 19. Am Michaelis⸗ und Ernte⸗Dankfeste(Ton 5). I. Lobe den Herrn, meine Seele II. und was in mir ist. seinen heiligen Namen. I. Lobet den Herrn, ihr seine Engel, II. ihr starken Helden, die ihr seine Befehle ausrichtet, daß man höre die Stimme seines Wortes. I. Lobet den Herrn, alle seine Heerscharen, II. seine Diener, die ihr seinen Willen tut. J. Lobet den Herrn alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft. II. Lobe den Herrn, meine Seele.— Ehre ꝛc. 20. Am Bußtage(Ton 2). J. Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir. Herr, höre meine Stimme. II. Laß deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens. I. So du willst, Herr, Sünde zurechnen, II. Herr, wer wird bestehen? I. Denn bei dir ist die Bergebung, II. daß man dich fürchte. I. Herr, wir liegen vor dir mit unserm Gebete, Il. nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.— Ehre ꝛc. 3. e Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers. Das erste gau pt st uü ck. Die zehn Gebote. Das erste Gebot. Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst nicht andere Götter haben neben mir. Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden oder des, das im Wasser unter der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht. Was ist das? Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen. Das zweite Gebot. Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht un⸗ nützlich führen: denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen, sondern den⸗ selben in allen Nöten anrufen, beten, loben und danken. Das dritte Gebot. Du sollst den Feiertag heiligen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten, sondern dasselbe heilig halten, gerne hören und lernen. Das vierte Gebot. Du sollst, deinen Bater und deine Mutter ehren, auf daß dir's wohlgehe und du lange lebest auf Erden. Was ist das 2 Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsere Eltern und Herren nicht verachten noch erzürnen, sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und wert haben. Das fünfte Gebot. Du sollst nicht töten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid tun, sondern ihm helfen und fördern in allen Leibesnöten. Das sechste Gebot. Du sollst nicht ehebrechen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir keusch und züchtig leben in Worten und Werken und ein jeglicher sein Gemahl lieben und ehren. Das siebente Gebot. Du sollst nicht stehlen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsers nächsten Geld oder Gut nicht nehmen, noch mit falscher Ware oder Handel an uns bringen, sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten. Das achte Gebot. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verraten, afterreden oder bösen Leumund machen, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum Besten kehren. Das neunte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen und mit einem Schein des Rechis an uns bringen, sondern ihm dasselbe zu behalten förderlich und dienstlich sein. Das zehnte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht. Magd. Vieh oder alles, was sein ist. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht sein Weib, Gesinde oder Vieh abspannen, abdringen oder abwendig machen, sondern dieselben anhalten, daß sie bleiben und tun, was sie schuldig sind. Was sagt nun Gott von diesen Geboten allen? Er sagt also: Ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der über die, so mich hassen, die Sünde der Bäter heimsucht 3 an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied; aber denen. so mich lieben und meine Gehote halten, tue ich wohl in tausend Glied. Was ist das? Gott dräuet zu strafen alle, die diese Gebote übertreten. Darum sollen wir uns fürchten vor seinem Zorn und nicht wider solche Ge⸗ bote tun. Er verheißet aber Gnade und alles Gute allen, die solche Gebote halten. Darum sollen wir ihn auch lieben und vertrauen und gerne tun nach seinen Geboten. Das zweite Hauptstück. Der Glaube. Dererste Artikelt Von der Schöpfung. Ich glaube an Gott den Bater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erde. Was ist das? Ich glaube, daß mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält; dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Acker, Vieh und alle Güter; mit aller Notdurft und Nahrung dieses Leibes und Lebens mich reichlich und täglich versorget, wider alle Fährlichkeit beschirmet und vor allem Uebel behütet und bewahret; und das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit ohne all mein Verdienst und Würdigkeit; des alles ich ihm zu danken und zu loben, dafür zu dienen und gehorsam zu sein schuldig bin. Das ist gewißlich wahr. Der zweite Artile. Von der Erlösung. Ich glaube an Jesum Christum, Gottes eingeborenen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, ge⸗ kreuzigt, ITae und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Leben⸗ digen und die Toten. Was ist das? Ich glaube, daß Jesus Christus, wahrhaftiger Gott vom Vater in Ewigkeit geboren und auch wahrhaftiger Mensch von der Jungfrau Maria gedoren, sei mein Herr, der mich verlornen und verdammten Menschen erlöset hat, erworben, gewonnen von allen Sünden, vom Tode und der Gewalt des Teufels; nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen, teuren Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben; auf daß ich sein eigen sei und in seinem Reich unter ihm lebe und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit; gleichwie er ist auferstanden vom Tode, lebet und regieret in Ewigkeit. Das ist gewißlich wahr. Der drirt ie Arst ik el. Von der Heiligung. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Firche, die Gemeine der 3 am ei Vergebung der Sünden, Auferstehung des Ileisches und ein ewiges Leben. Amen. Was ist das? Ich glaube, daß ich nicht aus eigener Bernunft noch Kraft an Jesum Christum, meinen Herrn, glauben oder zu ihm kommen kann; sondern der heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiliget und erhalten; gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden berufet, sammelt, erleuchtet, heiliget und bei Jesu Christo erhält im rechten einigen Glauben; in welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünden reichlich vergibt und am jüngsten Tage mich und alle Toten auferwecken wird und mir samt allen Gläubigen in Christo ein ewiges Leben geben wird. Das ist gewißlich wahr. Das dritte Hauptstück. Das Vaterunser. Vater unser, der du bist im Himmel. Was ist das? Gott will uns damit locken, daß wir glauben sollen, er sei unser rechter Bater und wir seine rechten Kinder, auf daß wir getrost und mit aller Zuversicht ihn bitten sollen, wie die lieben Kinder ihren 5100 Die erste Bitte. Geheiliget werde dein Name. Was ist dasꝰ Gottes Name ist zwar an ihm selbst heilig; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns heilig werde. Wie geschieht das? Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehrt wird, und wir auch heilig als die Kinder Gottes darnach leben; das hilf uns, lieber Vater im Himmel. Wer aber anders lehret und lebet, denn das Wort Gottes lehret, der entheiliget unter uns den Namen Gottes; davor behüte uns, himmlischer Bater. Die zweite Bitte. Dein Reich komme. Was ist das? Gottes Reich kommt wohl ohne unser Gebet von ihm selbst, aber wir bitten in diesem Gebet, daß es auch zu uns komme. Wie geschieht das? Wenn der himmlische Vater uns seinen heiligen Geist gibt, daß wir seinem heiligen Wort durch seine Gnade glauben und göttlich leben hier zeitlich und dort ewiglich. Die dritte Bitte. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Was ist das? Gottes guter, gnädiger Wille geschieht wohl ohne unser Gebet; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geschehe. Wie geschieht das? Wenn Gott allen bösen Rat und Willen bricht und hindert, so uns den Namen Gottes nicht heiligen und sein Reich nicht kommen lassen wollen, als da ist des Teufels, der Welt und unsers Fleisches Wille, sondern stärket und behält uns fest in seinem Wort und Glauben bis an unser Ende; das ist sein gnädiger, guter Wille. Die vierte Bitte. Unser täglich Brot gib uns heute. Was ist das? Gott gibt täglich Brot, auch wohl ohne unsere Bitte, allen bösen Menschen; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er uns erkennen lasse und mit Danksagung empfangen unser täglich Brot. Was heißt denn täglich Brot? Alles, was zur Leibes Nahrung und Notdurft gehört, als Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Gesinde, fromme und treue Ober⸗ herren, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen. Die fünfte Bitte. Und vergib uns unsere Schuld, als wir vergeben unsern Schuldigern. Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet, daß der Vater im Himmel nicht ansehen wolle unsere Sünden, und um derselben willen solche Bitten nicht versagen; denn wir sind der keines wert, das wir bitten, haben's auch nicht verdienet; sondern er wolle es uns alles aus Gnaden geben, denn wir täglich viel sündigen und wohl eitel Strafe verdienen. So wollen wir zwar wiederum auch herzlich vergeben und gerne wohl⸗ tun denen, die sich an uns versündigen. Die sechste Bitte. Und führe uns nicht in Versuchung. Was ist das? Gott versucht zwar niemand; aber wir bitten in diesem Gebet, daß uns Gott wolle behüten und erhalten, auf daß uns der Teufel, die Welt und unser Fleisch nicht betrüge und verführe in Mißglauben, Verzweiflung und andere große Schande und Laster; und ob wir damit angefochten würden, daß wir doch endlich gewinnen und den Sieg behalten. Die siebente Bitte. Sondern erlöse uns von dem Ubel. Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet als in der Summa, daß uns der Vater im Himmel von allerlei Übel Leibes und der Seele, Gutes und Ehre erlöse, und zuletzt, wenn unser Stündlein kommt, ein seliges Ende beschere, und mit Gnaden von diesem Jammertal zu sich nehme in den Himmel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigheit. Amen. Was heißt Amen? Daß ich soll gewiß sein, solche Bitten sind dem Vater im Himmel angenehm und erhöret. Denn er selbst hat uns geboten, also zu beten, und verheißen, daß er uns will erhören. Amen, Amen, das heißt: Ja, ja, es soll also geschehen. Das vierte Hauptstück. Das Sakrament der heiligen Taufe. Zum ersten. Was ist die Taufe? Die Taufe ist nicht allein schlecht Wasser, sondern sie ist das Wasser in Gottes Gebot gefasset und mit Gottes Wort verbunden. Welches ist denn solch Wort Gottes? Da unser Herr Christus spricht Matthäi am letzten: Gehet hin in alle Welt, lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Zum andern. Was gibt oder nützet die Taufe? Sie wirket Vergebung der Sünden, erlöset vom Tode und Teufel und gibt die ewige Seligkeit allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißung Gottes lauten. Welches sind solche Worte und Verheißung Gottes? Da unser Herr Christus spricht Marei am letzten: Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Zum dritten. Wie kann Wasser solche große Dinge tun? Wasser tut's freilich nicht, sondern 195 Wort Gottes, so mit und bei dem Wasser ist, und der Glaube, so solchem Worte Gottes im Wasser trauet; denn ohne Gottes Woart ist das Wasser schlecht Wasser und keine Taufe; aber mit dem Worte Gottes ist's eine Taufe, das ist ein gnadenreich Wasser des Lebens und ein Bad der neuen Geburt im heiligen Geist; wie Sankt Paulus sagt zu Tito im dritten Kapitel: Gott macht uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesiun Christum, 10080 Heiland, auf daß wir durch desselben Gnade.r und Erben seien des ewigen Lebens Snehn er Hoffnung. Das ist gewißlich wahr. Zum vierten. Was bedeutet denn solch Wassertaufen? Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße soll ersäufet werden und sterben mit allen Sünden und bösen Lüsten; und wiederum täglich herauskommen und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit vor Gott ewiglich lebe. Wo stehet das geschrieben? Sankt Paulus zu den Römern am sechsten spricht: Wir sind samt Christo durch die Danrd begraben in den Tod. auf daß, gleichwie Christus ist von den Toten auferwecket, durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. Das ßüüuche gaupytstüsck. Das Sakrament des Altars oder das heilige Abendmahl. Zum ersten. Was ist das Sahrament des Altars? Es ist der wahre Leib und Blut unsers Herrn Jesu Christi, unter dem Brot und Wein uns Christen zu essen und zu trinken von Christo selbst eingesetzt. Wo stehet das geschrieben? So schreiben die heiligen Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Sankt Paulus: Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach's und gab's seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset; das ist mein Leib, der für euch gegehen wird; solches tut zu meinem Gedächtnis. Desselbigengleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abend⸗ mahl, dankte und gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus: dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden; solches tut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis. Zum andern. Was nützet denn solch Essen und Trinken? Das zeigen uns diese Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden; nämlich, daß uns im Sakrament Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit durch solche Worte gegeben wird; denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. Zum dritten. Wie kann leiblich Essen und Trinken solche große Dinge tun? Essen und Trinhen tut's freilich nicht, sondern die Worte, so da stehen: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden: welche Worte sind neben dem leiblichen Essen und Trinken als das Hauptstück im Sakrament. Und wer denselben Worten glaubt, der hat, was sie sagen und wie sie lauten, nämlich Vergebung der Sünden. Zum vierten. Wer empfängt denn solch Sahrament würdiglich? Fasten und leiblich sich bereiten ist wohl eine feine äußerliche Zucht; aber der ist recht würdig und wohl geschicht, wer den Glauben hat an diese Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden. Wer aber diesen Worten nicht glaubt oder zweifelt, der ist unwürdig und ungeschickt;: denn das Wort: Für euch fordert eitel gläubige Herzen. Du und deine Gemeinde. Die Kirchengemeinde ist berufen, eine Gemeinschaft christlichen Glaubens und Lebens darzustellen und im Volks⸗ leben an ihrem Teil den Willen Gottes zur Geltung zu bringen. Ein evangelisch⸗lutherischer Christ, der ein lebendiges Glied der Gemeinde sein will, trachtet täglich in betendem Glauben und ernster Selbstzucht danach, daß er in der Nachfolge seines Heilandes steht, Gottes Willen in seinem Stand und Beruf erfüllt und mit seinem ganzen Hause dem Herrn dient, alles Natürliche als Gabe des Schöpfers froh empfangend und dankbar genießend, durch Gottvertrauen fest und stark, auch in schwerer Zeit. Eingedenk der in der deutschen Reformation seiner Kirche geschenkten Güter hält er sich treu zu Gottes Wort und Sakrament und begehrt den Dienst des kirchlichen Amtes. An Freud und Leid seiner Kirche und Gemeinde nimmt er von Herzen teil, weiß sich für ihr Gedeihen verantwortlich und sucht es durch ein gutes Vorbild zu fördern. Wenn der Ruf zur Mitarbeit in Kirche und Gemeinde an ihn ergeht, folgt er willig. Alle heilsame kirchliche Ordnung erfüllt er mit Freuden. Seinen Eintritt in den Ehestand heiligt er durch die Trauung. Seine Kinder bringt er ohne Zögern zur Taufe, sorgt für rechte evangelische Paten und evangelische Erziehung in Kirclje, Schule und Haus, ernstlich auch darauf bedacht, daß seinen Kindern die Konfirmation zum Segen werde. Mit freudigem Bekennermut tritt er für die Erhaltung von christlicher Zucht und Sitte im Leben seines Volkes ein, dem er die Treue hält, auch in Not und Tod, und tritt mit ein in den heiligen Kampf für Recht und Wahrheit, für Christus und sein Reich. Seines Heils durch Gottes Gnade im Leben und im Sterben gewiß, erwartet er als letzten Dienst der Kirche, daß sie an seinem Grabe von der Hoffnung des ewigen Lebens Zeugnis gibt. Die besondere Aufgabe der Träger des geistlichen Amtes ist es, in gewissenhafter Ausübung des ihnen übertragenen Dienstes am Wort und Sahrament solche evangelische Frömmigkeit in der Gemeinde durch alle geeigneten Mittel zu wecken und zu pflegen, insbesondere durch Predigt, Unterricht und Seelsorge. Wo es nötig erscheint, einzelne Gemeindeglieder zur Erfüllung ihrer christlichen und kirchlichen Pflichten zu bewegen, haben die Geistlichen es in heiligem Ernst und brüderlicher Liebe zu versuchen. Dabei werden sie ernstlich zu erwägen haben, ob und wieweit sie die Mit⸗ glieder des Kirchenvorstandes oder der Gemeindevertretung oder sonstige geeignete Männer und Frauen zu ihrer Unter⸗ stützung heranziehen können. Die Aufgabe des Kirchenvorstandes ist es, sowohl in Unterstützung des Pfarramts wie auch selbständig für die Förderung christlichen Glaubens und Lebens, lirchlicher Gemeinschaft und Sitte durch Anwendung aller geeigneten Mittel und durch das gute Vorbild seiner Mitglieder zu wirken. Neben dem Kirchenvorstande hat auch die Gemeinde⸗ vertretung die Aufgabe, in Wahrnehmung ihrer Zuständigkeit für die Förderung und den Schutz des Gemeindelebens ein— zutreten. (Einleitung des Kirchengesetzes zur Förderung und zum Schutze des christlichen Gemeindelehens vom 2. Mai 1929.) 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