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Aber schlafend schenkest du den Deinen Unterm Monde neue Lebenskraft,
Deinen Menschen frisches Blut im Herzen, Und der Blume neuen Purpursaft.
Ruhe wehet, Friede herrscht im LandeUnd die Menschheit sieht ein Traumgesicht- Millionen Augen sind geschlossen;
Nur der Unerschaffne schlummert nicht, Seine Obhut blicket unverwendet Segnend, schüßend auf den Weltenfreis; Tausend Sonnen gehen um ihn nieder, Und kein Schlummer lohnet seinen Fleiß. Herr, vergieb mir, daß ich menschlich rede, Schöpfer, du bedarfst der Ruhe nicht- Nur der Müde schläft, der Schwache ruhet; Ewig wacht der Gottheit Angesicht. Auch ich werde einst nicht mehr ermüden, Einst nicht mehr des Leibes Sclave seyn. Doch, so lang das Loos der Schwachheit währet Schlaf ich unter Dank und Freude ein; Freue mich der füffen, stillen Ruhe, Danke dir für jede fanfte Nacht,
Bis ich einst am grossen Morgen rufe: Auch die letzte Ruhe ist vollbracht!


