A. Allgemeine Kirchenlieder.
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mühen muß; werd' ich da-| mein Aug' auf dich. Dann durch oft sehr zerstreut, so mindert sich der Schmerz, hoff' ich doch Barmherzig- dann fliehn die bangen Sorkeit. gen, wie Nebel vor dem Morgen, und leichter wird mein Herz.
8. Muß ich an meinen besten Werken, darinnen ich gewandelt bin, viel Unvollkommenheit bemerken, so fällt wohl alles Rühmen hin; doch ist auch dieser Trost bereit: mein Herr ist voll Barmherzigkeit.
9. Es gehe mir nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist; er wolle selbst mein Herze stillen, damit es das nur nicht vergißt: so stehet es in Lieb' und Leid in, durch und auf Barmherzigkeit!
10. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so lange mich die Erde trägt; das will ich denken, thun und treiben, so lange sich ein Glied bewegt. So sing' ich einstens höchst erfreut: o Abgrund der Barmherzigfeit!
Johann Andreas Rothe, 1688-1758.
Mel. Aus meines Herzens 2c. Pf. 62, 2. 3.
38. A n dich, mein
Gott, geden ken, ist Freud' und Trost für mich; wenn Gram und Angst mich kränken, so blickt
2. Denk' ich an deine Liebe, wie werd' ich dann erquickt! Ich fühl' in heil'gem Triebe mich ganz zu dir entrückt. Dir, Herr, mein Herz zu weihn, dich kindlich zu erheben, zur Ehre dir zu leben, soll meine Wonne sein.
3. Mit Hoffendem Gemüthe gedenk' ich deiner Treu', und harre deiner Güte, sie ist mir täglich neu. Werf' ich die Last auf dich, so wird die Arbeit süße, in der ich Schweiß vergieße, du unterstüßest mich.
4. Du gabst mir aus Erbarmen den Sohn, der für mich starb und gnadenvoll mir Armen auf ewig Trost erwarb. Du bist in Christo mein, nun kann ich Hoffnung fassen, du kannst dein Kind nicht lassen, wirst stets mein Helfer sein.
5. Wie gut ist's dein gedenken mit frommem Christensinn! Das Herz aufs Eitle lenken, bringt nimmermehr Gewinn. Ich halte mich an dich! dies giebt, auch wenn
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