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Tages- Nebung.
mich, die Meinigen und alles, was ich habe. Ich weiß, du verläßt keinen, der auf dich hoffet, du sorgest väterlich für die, so in deinen Geboten wandeln, es ist auch nie gehöret worden, daß ein frommer und gerechter Mensch gar von dir verlassen sei. O vielgeliebter Vater, ich bin zwar nicht gerecht, sondern ein armer Sünder, der vielmehr Strafe als Gnade und Segen verdienet; jedoch werfe ich mich demüthigst zu deinen Füßen, bereue von Herzen alle meine Sünden, weil ich hiedurch dich, meinen gütigsten Bater, meinen Gott, das höchste und beste Gut, jemals erzürnet habe: ich verspreche beständige Besserung des Lebens. Keine Todsünde will ich muthwillig begehen noch in meinem Hause dulden. Meine erste Sorge wird sein, dir zu dienen, und zu deinem Dienste die Meinigen mit Wort und Beispiel anzumahnen. Du, o Gott! sollst sein das ewige Ziel meiner Arbeit, Sorgen und Begierden, nichts verlange ich, was ohne Sünde nicht mag genommen werden: lieber will ich in Widerwärtigkeit und Elend in deiner Liebe und Gnade leben und sterben, als durch Ehre, Reich


