W 49140 DAS AUFGEBROCHENE TOR Predigten und Andachten gefangener Pfarrer im Konzentrationslager Dachau UB GIESSEN 12 082 240 W4g 140 26. -9 04 T12 082 240 09 146 26. Mai 1980 30. R 5. -9. DEZ. 1982 04 R 1. Das aufgebrochene Tor PREDIGTEN UND ANDACHTEN GEFANGENER PFARRER IM KONZENTRATIONSLAGER DACHAU | NEUBAU N| VERLAG) V MÜNCHEN Entwurf und Buchgestaltung: Professor Trump, München Der B zu geb wenigs lagerha Mensch was di Gefang Für in unse die hie sich b um di W 49 140 sonnta delt sic het der Rudwigs. den G der Go da mal perlitäts zugeflü Lai&* Giegen* Z 1946/47 33 b. M. Military Government Information Control License Number US- E- 110 Druck: E. Mühlthaler's Buch- und Kunstdruckerei G.m.b.H., München 2 Urheberrechte, einschl. des Rechtes der Übersetzung, vorbehalten. NEUBAU- VERLAG und ti uns pr Welt a Herrn, Die bestehe suchten geschen Wort C ) D getrennt, rikanern des Buche GELEIT WORT Der Bitte, diesem Büchlein ein Wort mit auf seinen Weg zu geben, entspreche ich um so lieber, als es mir selber, wenigstens im letzten Vierteljahr meiner Konzentrationslagerhaft, auch vergönnt war, vor einem Kreis ganz weniger Menschen eine Anzahl Predigten zu halten. Daher weiß ich, was diese Mahnungen und Tröstungen aus Gottes Wort uns Gefangenen inmitten unserer täglichen Not bedeutet haben. Für den Leser wird es freilich nötig sein, sich ein wenig in unsere Lage zu versetzen und damit in die Lage derer, die hier das Amt der Verkündigung ausübten; es handelt, sich bei den vorliegenden Predigten und Andachten nicht um die gleiche Art der Verkündigung, wie wir sie aus den sonntäglichen Gottesdiensten der Gemeinde kennen. Es handelt sich um die brüderliche Anrede an Brüder im Amt; denn den Gefangenen, die nicht Pfarrer waren, war der Besuch der Gottesdienste nicht gestattet; ihnen konnte nur hier und da mal im Verborgenen ein stärkendes Wort zugeraunt oder zugeflüstert werden.") Und eben darin wird die eigentliche und tiefste Not unseres Gefangenseins offenbar: es gab für uns praktisch keine Möglichkeit mehr, unser Amt an alle Welt auszurichten. Was aber blieb, war der Auftrag des Herrn, uns ,, mit solchen Worten untereinander zu trösten". Dieser Trost aber konnte im Grunde eben nur darin bestehen, daß wir einander halfen oder wenigstens zu helfen suchten, die Fülle dessen, was Gott uns in Jesus Christus geschenkt hat und schenken will, in der Vertiefung in das Wort Gottes zu suchen und das, was wir dort fanden, ein") Der Pfarrerblock war von dem übrigen Lager durch ein Drahtzauntor getrennt, welches, Tag und Nacht geschlossen, erst von den einrückenden Amerikanern zur allgemeinen Benutzung geöffnet wurde. Darauf nimmt der Titel des Buches Bezug. Der Herausgeber. 3 ander mitzuteilen. Man kann in der Vereinsamung der - Gefangenschaft sehr arm werden, man kann inmitten dieser Vereinsamung auch sehr reich werden, nicht in dem Sinne, daß man für künftige Zeiten der Freiheit Wissen und Erkenntnisse aufstapelt, wohl aber so, daß man die Zeit der Gefangenschaft dazu nutzt, wirklich ganz und gar in und aus dem Wort zu leben. Die Zeit unserer Gefangenschaft ist nun vorüber, und wir alle, die Gott lebendig hat heimkehren lassen, stehen nun wieder im Dienst an Gemeinde, Kirche und Volk. Hier wird es sich erweisen müssen, ob wir arm geworden sind, oder ob Gott uns reich gemacht hat; ob wir nun das, was wir im Verborgenen gehört haben, von den Dächern predigen können, um damit den Dienst Christi auszurichten und ,, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit und den Gebundenen, daß sie los sein sollen". Die Zeiten wandeln sich, die Verhältnisse, unter denen wir leben, werden andere, die Verkündigung vollzieht sich in anderen Formen; aber das Heil, das Gott uns anbietet, bleibt das gleiche und es wird uns allen angeboten, in welcher Not und Trübsal wir auch stecken: - ,, Heute, so ihr Seine Stimme höret, so verstocket euer Herz nicht!" Büdingen, im März 1946 Martins kemöller. 9.9. DER Andad Rat ha in Dach Ich bin Januar stapo, d samkeit sind, b nen; d geschehe daß die übertrieb Linie erz lager Da 1933 Ta 30 000 H ligionen Dachau gespende überhaup für die d eine einf in dieser lichen teil schon bal ( Die pol 4 Stuben of und ehen Hier sind, was pre- chten | den van- rden men; und ibsal euer a Stuben ohne Meßgewänder und Kelch öfter die heilige Messe E:FARWER BER PFARRERBLOCK VON DACHAU Predigt, gehalten in der Pfarrkirche von Maisach am 21. Mai 1945 Andächtige Christen! Euer hochwürdiger Herr Geistlicher Rat hat mich gebeten, euch etwas von meinen Erlebnissen in Dachau zu erzählen, und ich bin gern bereit, das zu tun. Ich.bin Priester der Erzdiözese Paderborn und war seit Januar 1938, also mehr als 71/a Jahre, Gefangener der Ge- stapo, davon die letzten 4 Jahre in Dachau. Von den Grau- samkeiten, die in den letzten 12 Jahren in Dachau geschehen sind, brauche ich an dieser heiligen Stätte nicht viel erwäh- nen; das ist jetzt im Rundfunk besser und ausführlicher geschehen, als ich es könnte. Ich habe mich davon überzeugt, daß die Rundfunkberichte buchstäblich wahr sind und nicht übertrieben haben. Als Priester möchte ich euch in erster Linie erzählen von der religiösen Lage im Konzentrations- lager Dachau. In Dachau befanden sich schon bald nach 1933 Tausende von Inhaftierten, zuletzt im Jahre 1945 30000 bis 40000 Menschen aus allen Nationen und Re- ligionen Europas. Von 1933 bis 1937 durften im Lager Dachau vereinzelt Gottesdienste gehalten und Sakramente gespendet werden. Von 1937.bis 1941 gab es in Dachau überhaupt keine religiöse Betreuung. Im März 1941 wurde für die dort befindlichen Geistlichen in einem Barackenraum eine einfache Kapelle eingerichtet. An den Gottesdiensten in dieser Kapelle durften zunächst alle anwesenden Geist- lichen teilnehmen. Den polnischen Geistlichen wurde jedoch schon bald darauf die Teilnahme am Gottesdienst verboten. (Die polnischen Geistlichen haben dann heimlich auf ihren 5 gelesen. Wären sie dabei ertappt worden, so hätten sie schwere Bestrafung erdulden müssen.) Allen Laien war die Teilnahme am Gottesdienst in der Kapelle streng verboten. Auch durften Laien keine Gebetbücher und Rosenkränze besitzen. Wenn ein Geistlicher einem Laien die Beichte hören oder sonst ein Sakrament spenden wollte, so mußte es heimlich geschehen. Wurde er dabei ertappt, mußten beide eine der entsetzlichen Lagerstrafen erdulden. Und so kann man sagen: Im Lager Dachau haben in den letzten 12 Jahren Hunderttausende von Menschen gelebt, ohne daß es ihnen möglich war, auch nur an einer einzigen Messe teilzunehmen, eine Predigt zu hören oder ein Sakrament zu empfangen. Weit mehr als 100 000 Menschen haben in Dachau, teilweise unter den schrecklichsten Umständen, ihr Leben gelassen, ohne daß die Kirche ihnen in ihrer letzten Not beistehen durfte. Wieviel religiöses, sittliches und seelisches Elend allein in dieser einen Tatsache beschlossen liegt, läßt sich mit Worten überhaupt nicht sagen. Genau zu sagen, wieviel Gefangene in Dachau waren, und wieviele von ihnen gestorben sind, wird nicht einfach sein, da von der SS kurz vor dem Anrücken der Amerikaner alle Akten der verstorbenen und überlebenden Gefangenen vernichtet wurden. Wir selbst rechneten damit, daß in jedem Jahre wenigstens die Hälfte der anwesenden Gefangenen starb. So starben im Jahre 1942 von 10 000 Insassen 5100. In den ersten drei Monaten des Jahres 1945 erreichte die Todeskurve, vor allem in den Baracken der Invaliden und Arbeitsunfähigen, den Höhepunkt. In diesen drei Monaten starben 16 000 von 50 000 Insassen.( Wer in Dachau nicht mehr voll arbeiten konnte, darunter viele Invaliden des ersten Weltkrieges, kam in die Invalidenbaracken, wo er dem geset Kohl barad überz ren einer den hoch, des e deuts drei diese Ame toriu habe, Wagg gefüll mit F unmer gesetz schen ster A ten W schalen bestan Geis Natio mehr nischer polnis erlitte 6 nut ören 000 8 ITECK- irche reli- einen, haupt ‚und sein, er alle dem langsamen Tode durch Verhungern oder Erfrieren aus- gesetzt war.) Da das Krematorium im letzten Winter keine Kohlen hatte, blieben die Leichenberge bei den Invaliden- baracken manchmal wochenlang liegen, wie wir uns täglich überzeugen konnten. Demgegenüber starb in den vier Jah- ren des ersten Weltkrieges von acht deutschen Soldaten einer an der Front. Die Zahl der Toten von Dachau in den ersten drei Monaten dieses Jahres ist also somal so hoch, prozentual gerechnet, wie die Zahl der deutschen Toten des ersten Weltkrieges. Oder mit anderen Worten: von 150 deutschen Soldaten starb im ersten Weltkrieg einer in drei Monaten; von ıso Gefangenen in Dachau starben in diesen drei Monaten 50.—— Als am 29 April 1945 die Amerikaner das Lager Dachau befreiten, lagen am Krema- torium noch 3000 unbestattete Leichen, die ich selbst gesehen habe, dazu standen auf dem Bahnhof Dachau noch viele Waggons, die bis oben mit Leichen aus anderen Lagern gefüllt waren. Die Bevölkerung von Dachau hat eine Woche mit Fuhrwerken fahren müssen, damit diese armen Opfer unmenschlicher Grausamkeit endlich in Massengräbern bei- gesetzt werden konnten. Der Grund des Todes dieser Men- schen waren Flecktyphus, Typhus, Mißhandlungen schlimm- ster Art, meistens aber Hunger. Monatelang gab es im letz- ten Winter mittags eine Suppe, die fast nur aus Kartoffel- schalen, manchmal auch aus ungenießbaren Unkrautsamen, bestand. Geistliche gab es in Dachau mindestens 3000 aus allen Nationen Europas, von denen weit mehr als ı500, also mehr als die Hälfte, gestorben sind. Zwei Bischöfe, ein pol- nischer und ein französischer, waren dort, von denen der polnische Weihbischof Kozal aus Leslau anfangs 1943 den erlittenen Mißhandlungen und dem Hunger erlag. Weih- 7 KR RE| 2 bischof Kozal war nach Ansicht aller anwesenden Geistlichen ein Heiliger. Von den verstorbenen Geistlichen waren etwa 150 Reichsdeutsche und 846 Polen. Warum waren diese Geistlichen in Haft? Einige waren vielleicht unvorsichtig im Reden gewesen. Die meisten aber, weil sie ihre Pflicht als Priester getan und Gott mehr gehorcht hatten als den Menschen. Einige Beispiele zur Erläuterung. Ein Priester hatte in der Predigt gesagt: ,, Man sagt, England ist schuld am Kriege, wer ist aber in Wirklichkeit schuld am Kriege? Warum hat Gott den Krieg zugelassen? Die Sünde ist schuld am Kriege." Für diese Worte war der Geistliche 51/2 Jahre in Dachau. Etwa 20 Geistliche hatten einen Hirtenbrief des Bischofs von Münster vorgelesen, in dem die Ermordung der Kranken in den Irrenanstalten gegeißelt wurde. Die Geistlichen kamen sämtliche nach Dachau. Die Hälfte von ihnen starb 1942 am Hunger, andere in der Gaskammer. Zwei 70jährige Geistliche der Diözese Trier hatten versehentlich in einem Restaurant den eintretenden Hermann Göring nicht gegrüßt. Sie kamen nach Dachau, wo sie im Jahre 1942 verhungerten. Andere Geistliche kamen nach Dachau, weil sie Jugendseelsorge ausgeübt, oder weil sie Polen die Beichte gehört oder Polenkinder getauft hatten. Bei den meisten polnischen Geistlichen war als Haftgrund angegeben:„, Polnische Intelligenz". Ich selbst wurde von der Gestapo unter Androhung schwerer Strafe zweimal aufgefordert, das Beichtgeheimnis zu brechen, und zweimal sollte ich unterschreiben, daß ich niemals in meinen Beruf zurückkehren werde. Als ich das ablehnte, sagte mir die Gestapo, wenn ich so fanatisch sei, dürfe ich mich auch nicht wundern, wenn ich dafür in ein Konzentrationslager käme. So kann man allgemein sagen: die meisten Geistlichen, die in Dachau waren, kamen nur deshalb dort8 hin, erfül Die allger genen bekan wurde erträg schnit 7 Ma die in 80 Ja Gefü am N und dauer noch Toten gehen von d Appel werde waren Entwu war. E Ziemer Strafk geraud Wovon hat. Ei gehabt. bei He Aa ES EA ne 2 RT a EEE ER a hin, weil sie ihre Pflicht gegen Gott und die Kirche treu erfüllt hatten oder weil sie als Geiseln festgehalten wurden. Die Lage der Geistlichen besserte sich Ende 1942, als allgemein zum ersten Mal Paketsendungen an die Gefan- genen erlaubt wurden. Die Todesfälle bei denen, die Pakete bekamen(und das war fast bei allen Geistlichen der Fall), wurden weniger. Aber bis in die letzten Tage war schwer erträglich die Enge des Raumes. Auf 5 Mann kam durch- schnittlich ein Bett, auf 5 Mann ein Hocker und auf 7 Mann ein schmales Spind. Die meisten älteren Geistlichen, die in Dachau waren, vor allem die zwischen 70 und 80 Jahren waren, sind den furchtbaren Strapazen erlegen. Gefürchtet war noch im Jahre 1942 der Zählappell, der am Morgen und am Abend auf dem Apellplatz stattfand und oft, auch bei der schlechtesten Witterung, stundenlang dauerte. Auch die Kranken und die Sterbenden, soweit sie noch nicht im Revier aufgenommen waren, ja selbst die Toten mußten am Appel teilnehmen. Wer nicht mehr gehen konnte, oder wer inzwischen gestorben war, mußte von den Kameraden getragen werden, und erst nach dem Appell konnten die Toten dem Krematorium übergeben werden. Die Strafen selbst für geringfügige Übertretungen waren schrecklich. Im Jahre 1940 hatte ein Geistlicher einen Entwurf eines Marienaltares in der Tasche, was verboten war. Er bekam dafür 25 Doppelschläge mit dem Ochsen- ziemer, eine Stunde Aufhängen an den Armen und ein Jahr Strafkompanie. Ein anderer hatte während der Arbeitszeit geraucht. Er wurde eine Stunde an den Armen aufgehängt, wovon er sich jetzt nach drei Jahren noch nicht ganz erholt hat. Ein anderer hatte seine Zahnbürste nicht ganz sauber gehabt. Dafür mußte er eine Stunde hüpfen und rollen, was bei Herzschwachen oft den Tod zur Folge hatte. Andere 9 wurden eine Stunde unter die kalte Brause gestellt, was nur wenige lebend überstanden. Das schlimmste Jahr war für uns Geistliche das Jahr 1942. Wir haben vor Hunger, wenn wir auf dem Felde die schweren Pflüge und Sämaschinen ziehen mußten, das Unkraut gegessen, auch die Blätter von Johannisbeersträuchern und rohe Kartoffeln. Die Folge davon war die Ruhr, die viele dahinraffte. Es starben von Mai bis September 1942 von 300 deutschen Geistlichen 105. Ein großer Trost war für uns deutsche Geistliche, daß wir seit 1941 eine Kapelle hatten, in der wir oft schöne Gottesdienste halten konnten. Jeder Geistliche konnte durchschnittlich einmal im Jahre zelebrieren. Ich selbst hatte in den ersten Jahren meiner Haft keine Gelegenheit zur Zelebration, und in den ersten drei Jahren meiner Haft konnte ich nicht einmal die hl. Osterkommunion empfangen. Ich habe in meiner großen Not oft gebetet: ,, Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" Die Einrichtung der Kapelle war sehr einfach; alles muẞten wir selbst besorgen. Ein Kupferschmied machte aus Messingblech einen kleinen Kelch. Einige Mitbrüder schnitzten in der arbeitsfreien Zeit aus Holz die Monstranz und die Leuchter. Als wir längere Zeit einmal keine Kerzen hatten, mußten wir uns mit Ölfläschchen, in die wir einen Docht steckten, behelfen. Später bekam das Kloster Ettal die Erlaubnis, uns eine würdige Kapellenausstattung zu schicken. Die katholische Pfarrgemeinde Dachau durfte uns ein Harmonium schenken. Meist blieb der Gottesdienst ungestört. Es ist aber auch vorgekommen, daß SS- Leute während des Gottesdienstes rauchend und schwatzend bis zum Altare vordrangen und den Gottesdienst erheblich störten. Eine ganz große Freude hatten wir Weihnachten 1944, als der französische Bischof einen deutschen Diakon, der bereits 5 Jahre lun Ein zug von gab Seg täte sere A eine mar Wi Ge ner we kan natu in d Ziel taus erla In von den, Geis allei wage Lebe aus aus unte ben IO mur für enn nen von davon 105. wir ttesnittden ZeleOnnte Ich mein mußMestzten d die atten, Docht e Ericken. Harestört. nd des re vore ganz franJahre lungenkrank im Revier des Lagers lag, zum Priester weihte. Eine andere große Freude bereitete uns die auf Umwegen zugekommene Nachricht, daß der hl. Vater uns Priestern von Dachau jeden Morgen den hl. Segen gebe. Wir selbst gaben jeden Abend beim gemeinschaftlichen Abendgebet den Segen uns gegenseitig, unseren Gemeinden, unseren Wohltätern, unseren Angehörigen und Freunden und auch unseren Feinden... Am 26. April dieses Jahres kam für das Lager Dachau. eine bestürzende Nachricht: Alle Gefangenen haben sofort marschbereit anzutreten; das Lager wird evakuiert. In Wirklichkeit lautete der Geheimbefehl Himmlers, daß kein Gefangener aus Dachau lebend in die Hände der Amerikaner fallen dürfe, oder mit anderen Worten, daß alle anwesenden 32 000 Gefangenen noch vor Ankunft der Amerikaner ermordet werden sollten. Das war den Gefangenen natürlich nicht bekannt. Fast 10 000 Gefangene marschierten in der Nacht zwischen 10 und 12 Uhr mit unbekanntem Ziele aus dem Tore heraus. Von diesen wurden mehrere tausend in einen Steinbruch geführt und erschossen; andere erlagen den Strapazen, ein kleiner Teil konnte flüchten. In diesem Zuge befanden sich auch III deutsche Geistliche, von denen in den ersten Tagen etwa 45 sicher gerettet wurden, 66 wurden vorerst noch vermißt. Von den geretteten Geistlichen hat Jesuitenpater Pies aus Pullach bei München allein 35 gerettet. Er folgte mit einem Wehrmachtskraftwagen dem Todeszuge und holte in zwei Nächten unter Lebensgefahr 35 Geistliche heraus. Stadtpfarrer Dr. Muhler aus München- St. Andreas wurde durch Volkssturmmänner aus den Händen der SS befreit. Ich selbst befand mich unter den Glücklichen, die noch einige Tage im Lager bleiben sollten. Am Samstag, den 28. April, war der größte Teil I I der SS aus dem Lager geflüchtet. Das gesamte Privateigentum der Gefangenen: unser Geld, unsere Wertsachen und unsere Privatkleidung, soweit sie noch vorhanden war, hat die flüchtende SS mitgenommen. Am Sonntag, den 29. April, wehte am Lagertor die weiße Fahne, und alle noch im Lager verbliebenen Gefangenen waren über die baldige Befreiung hoch erfreut. Die Lagerleitung aber hatte es anders beschlossen. Wie der einige Tage später gefangen genommene erste Rapportführer des Lagers nach seiner Gefangennahme gestand, war befohlen worden, alle noch im Lager befindlichen Gefangenen am Sonntag abend zu ermorden. Die Gesunden sollten um 9 Uhr abends ahnungslos auf dem Appellplatz antreten und durch die in den nahen Wäldern versteckt liegenden Wikingverbände zusammengeschossen, die Kranken im Revier durch Flammenwerfer getötet werden. Da schickte uns Gott bereits um halb 6 Uhr abends zwei Kompanien Amerikaner als unsere Befreier, und der ruchlose Plan konnte nicht mehr ausgeführt werden. In der darauffolgenden Nacht versuchten zwei SS- Divisionen, das Lager zurückzuerobern und die Gefangenen doch noch umzubringen. Aber da die SS keine Artillerie mit sich führte, konnte sie auch diesen Plan nicht durchführen. Am Montag, den 30. April, dem ersten Tage der Befreiung, wurde auf dem Appellplatz, der so viele Greuel gesehen hat, ein riesiger Altar aufgebaut, an dem dann am 1. Mai ein feierlicher Dankgottesdienst für die Befreiung und für die Beendigung des Krieges, am 2. Mai ein Seelenamt für die gefallenen amerikanischen Soldaten und am 3. Mai ein Seelenamt für die ermordeten und verstobenen Gefangenen von Dachau gehalten wurde. Das Seelenamt für die amerikanischen Soldaten wurde gehalten durch amerikanische Militärgeistliche; die anderen Gottesdienste durch gefangen gewesene Geistliche dem Frei Maia teiln Mar von in g kaun W brüd den zieh erfi Got uns Tod heiße die B keit Frau in s Näh vor a das u nung Not vor Tag! haber auch wald 12 (0S- ste ge- rie- jer- sen- fal- aınt hau 5ol- che; jst- liche fast aller europäischen Nationen. An der Baracke 26, dem Unterkunftsorte der gefangenen Geistlichen, wurde im Freien ein großer Maialtar aufgebaut. An der abendlichen Maiandacht konnten jetzt zum erstenmal alle Gefangenen teilnehmen, nicht nur die Priester. Jede Nation sang ein Marienlied in ihrer Sprache. In der Kapelle fanden jetzt von morgens bis abends hl. Messen statt, an der die Laien in großer Zahl teilnahmen. Die Freude darüber läßt sich kaum beschreiben. Wenn ich all das Schwere, das ich selbst und meine Mit- brüder in den letzten Jahren in Dachau erleben und erdul- den mußten, nochmals an meinem geistigen Auge vorüber- ziehen lasse, so kann mein Herz nur von einem Gedanken erfüllt sein: Von dem Gefühl des innigen Dankes gegen Gott! Gott hat so oft seine Hand über uns gehalten, hat uns so oft im letzten Augenblick vor einem gewaltsamen Tode bewahrt, daß unser künftiger Lebensinhalt nur noch heißen darf:„Misericordias Domini in Aeternum cantabo, die Barmherzigkeit Gottes will ich preisen eine ganze Ewig- keit lang.“ Dank auch der Mutter Gottes, unserer Lieben Frau von Dachau, die uns so oft Hilfe und Trost brachte in schlimmster Not! Dank dem hl. Josef, der auch unser Nährvater war! Und Dank dem guten katholischen Volk, vor allem den guten Leuten von Dachau und Umgegend, das uns nicht vergessen hat, als wir im Lande der Verban- nung weilten, das in den letzten drei Jahren trotz eigener Not uns immer wieder Lebensmittel schickte und uns so vor dem Hungertode bewahrte und für uns betete Tag für Tag!— Nun habe ich eine Bitte an euch! Und diese Bitte haben alle Dachauer Geistlichen: Betet für eure Priester auch in Zukunft! Viele Priester sind in Dachau, Buchen- wald und Sachsenhausen, Auschwitz und Lublin gestorben 13 oder haben gesundheitliche Schäden erlitten, von denen sie sich nicht mehr erholen. Diese Opfer dürfen nicht umsonst gebracht sein! Wenn durch unsere Opfer euer Gebetsleben vertieft, euer Glaube gestärkt, eure Liebe zu Christus und zur Kirche gewachsen, eure heranwachsende Jugend im hei- ligen katholischen Glauben erzogen wird, dann sollen diese Opfer gern gebracht sein! Betet für eure Priester, die auch in den letzten schweren Jahren euch das Wort Gottes ge- predigt haben! Betet für die ermordeten und die überleben- den Priester von Dachau! Betet für die Priesteramtskandi- daten, die in Dachau so viele Jahre ihres Studiums verloren haben, damit sie ihrem Berufe treu bleiben! Zum Schlusse möchte ich euch ein Gebet vorbeten, das die hl. Brigitte von Schweden vor 600 Jahren in schwerer Bedrängnis ge- betet hat, und das auch wir oft vor den qualvollen Ver- hören durch die Gestapo gebetet haben: „O Herr, komm bald und erleuchte uns die Nacht! Wie ein Sterbender sich sehnt, so sehne ich mich nach Dir! Sage meiner Seele, daß nichts geschieht, ohne daß du es gestattest, und daß nichts von dem, was du gestattest, trostlos ist! O Jesus, Gottes Sohn, der du schweigend standest vor denen, die dich richteten, halte meine Zunge zurück, bis ich mich darauf besonnen habe, was und wie ich antworten soll! Zeige du mir den Weg und mache mich willig, ihn zu ge- hen! Verhängnisvoll ist zu zaudern; gefährlich, weiter zu gehen. So erfülle du mein Ersehnen und zeige mir den Weg! Ich komme zu Dir, wie der Verwundete zum Arzte kommt. © Gott,:gib meinem Herzen Ruhe! Amen.“ er Ink „Las Und wann Lieb wohl wart auf schlie die] zu k wann es für durch Stiege mit a mige und aufs| So ist Ziel gt Raum AN: Jesus| ger sei aber 0 gleich Worau auf ıh ne Wie Sage ttest, ; ist! jenen, mich soll! KR, WALTER WARTENDE MENSCHEN Adventsandacht am 13. Dezember 1944 Lukas 12, v. 35—36. „Lasset eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen! Und seid gleich den Menschen, die auf ihren Herrn warten, wann er aufbrechen wird von der Hochzeit.“ Liebe Adventsgemeinde! Wir haben in der Gefangenschaft wohl schon alle gelernt, was das heißt, warten müssen, warten müssen eine Stunde lang oder ein paar Stunden lang auf irgend etwas, was wir nicht wissen, und was sich dann schließlich in Sinnlosigkeit auflöst; oder warten müssen durch die Monate, durch die Jahre auf die Befreiung, von der wir zu keiner Zeit gewußt haben und heute noch nicht wissen, wann sie kommt, ja ob sie jemals so kommen wird, wie wir es für uns wünschen und erhoffen. Wir sind wohl schon alle durch die ganze Tonleiter solchen Wartens hindurchge- stiegen und sind allmählich nur zu gut vertraut geworden mit all den Spielarten ungeduldigen, zornigen und ingrim- migen, trotzigen und verzagten, kraft- und mutlosen, halt- und hoffnungslosen und trostlosen Wartens, eines Wartens aufs Ungewisse, ohne Ziel, ohne Sinn, nur auf das Ende. So ist der Menschen Warten, wenn ihm kein Ende und kein Ziel gesetzt ist, das Warten gleichsam in den leeren, weiten Raum. „seid gleich den Menschen, die da warten“, gebietet Jesus ira Blick auf seine Wiederkunft denen, die seine Jün- ger sein wollen.„Seid gleich den Menschen, die da warten“, aber nun eben nicht ohne Ziel aufs Ungewisse, sondern seid gleich den Menschen, die ganz genau wissen, auf wen und worauf sie zu warten haben,„seid gleich den Menschen, die auf ihren Herrn warten, wann er aufbrechen wird von der 15 TEE FEIERT TR Hochzeit", wann, er uns, die Wartenden, abholen und vor uns hergehen und uns hineinführen wird in den Himmelssaal. - Christenmenschen sind immerdar wartende Menschen. Seitdem der, der vom Himmel in die Welt kam, wieder gen Himmel gefahren ist, steht die Gemeinde gleichsam auf dem Himmelfahrtsberge mit erhobenen Häuptern und wartet, aber nicht so, daß sie sinnlos in den leeren Raum starrt, aus dem doch niemals etwas werden oder kommen kann, sondern als Menschen, die die gewisse Verheißung haben: ,, Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren." Christus kommt gewiß! Die Wiederkunft des Herrn ist nicht ein Gedankengebilde, eine Fata morgana, welche, niemals greifbar und niemals erreichbar, sich uns am Ende des Raumes trügerisch vorgaukelt; sondern sie ist Wirklichkeit, die eigentliche zukünftige Wirklichkeit. ,, Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig." Dieser Äon ist nur Schein; das andere, das Gott bereitet hat denen, die ihn lieben, das andere, das ist die Wirklichkeit, in der der Herr erscheinen wird. An diese Wirklichkeit, die die Wirklichkeit des lebendigen Gottes ist, glauben wir. Dem Volke Gottes war das Kommen Christi von Gott verheißen; und Christus kam ,,, das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns". Der aber, dessen Kommen am Ende der Tage verheißen ist, ist ja nicht ein Fremder, nicht irgendeine gemachte oder erdachte Erscheinung, sondern ist ja derselbe, der schon in die Welt kam, am Kreuze starb, von den Toten auferstand und zum Vater in den Himmel ging, ist ja derselbe, von dem geschrieben steht: ,, Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes 16 vom komm Himm in sein der Z uns he Gemei Un geduld meinde voller Li Christ auf d all da das E Warter viel U manch -dan auf all klein lichkeit lassen Das wa Abe ten, wa etwas a einem sein, un wird m sein, un 2 vor nels- hen. ieder auf war- tarrt, ann, ıben: Him- mmel rn ist , nie- je des hkeit, htbar wig.“ et hat chkeit, bit, die h Gott Ih und de der rgend- ja der- on den ing, ist seine BETEN ET ea LET EN “vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ Der wird wieder- kommen; der Kommende ist der Gekommene. Der, der den Himmel zerrissen hat und herabgestiegen ist auf die Erde in seinem Sohne in der Fülle der Zeiten, der wird am Ende der Zeiten wieder den Himmel zerreißen und wieder zu uns herabfahren in seinem Sohne. Dessen warten wir, die Gemeinde; die Gemeinde wartet auf ihren Herrn. Und darum ist das Warten der Gemeinde niemals un- geduldig, mutlos und verzagt, sondern das Warten der Ge- meinde auf ihren Herrn ist voller Kraft und Geduld und voller Freude. Denn er kommt gewiß. Liebe Freunde! Wenn wir wirklich Gemeinde Jesu Christi sind, wenn das wirklich wahr ist, daß wir warten auf den Tag, da der Herr kommt, dann wollen wir doch all das andere Warten unserer trüben Tage, das Warten auf das Ende unserer Gefangenschaft, auf unsere Heimkehr, das Warten auf eine bessere Zeit, all unser Warten, das mit so- viel Ungeduld und Mutlosigkeit und Haltlosigkeit, auch manchmal schon mit soviel mürrischer Verhärtung geschieht, — dann wollen wir doch dieses unser menschliches Warten auf alle diese Dinge, die im letzten ja nur Schein sind, doch klein werden lassen vor dem Warten auf die große Wirk- lichkeit unseres Gottes, und wollen unsere Herzen erfüllen lassen mit der Freude derer, die auf ihren Herrn warten! Das wäre Adventsfreude!— Aber bei denen, die im Gleichnis auf ihren Herrn war- ten, wann er aufbrechen wird von der Hochzeit, ist noch etwas anderes als bloß Freude. Sie werden ja abgeholt zu einem großen Festtage; und dort wird große Herrlichkeit sein, und große Ehre wird es sein, dorthin zu dürfen. Dort wird man unter lauter hochgestimmten, festlichen Menschen sein, und unter denen wird man sich nicht gehen lassen 2 17 bi EHE dürfen, wie man sich( vielleicht!) gehen läßt, wenn man im Alltag oder wenn man allein ist; da wird man die Lenden gegürtet haben und die Lichter brennen lassen müssen. - Liebe Adventsgemeinde! Wo Gott kommt, da wird man sich gewiß freuen im kindlichen Vertrauen. Aber wo Gott kommt, da wird man sich auch fürchten mit hochgestimmtem Sinn. Wie die Frauen von Jerusalem ,, mit Furcht und großer Freude" vor der Tatsache der Auferstehung ihres Herrn standen, so wird die Gemeinde auch vor der Tatsache der Wiederkunft ihres Herrn stehen: ,, mit Furcht und großer Freude". Als auf dem Felde von Bethlehem den Hirten der Engel des Herrn erschien und die Klarheit des Herrn um sie leuchtete, da fürchteten sie sich sehr. Wenn das wahr ist und wo das wahr ist, daß Christenmenschen nicht bloß stehen in einem Warten auf eine Besserung ihrer Lage oder auch in irgendeinem verschwommenen, sehnsuchtsvollen Warten auf ein besseres Jenseits, sondern wenn das wahr ist, daß Christenmenschen Menschen sind, die auf ihren Herrn warten, da wird in ihrer Freude auf sein Kommen auch immer zugleich die Furcht des Herrn sein, der da kommt in seiner Herrlichkeit, in die man nicht hineinschauen kann, ohne sich erkannt und gerichtet zu wissen in seiner ganzen Unwürdigkeit. Mit diesem Sinne laßt uns auf das Kommen des Herrn warten:„ ,, Mit Furcht und großer Freude!" Das wäre rechtes, adventliches Warten. Denn es ist ja das Größte, was je auf Erden geschehen ist: daß Gott der Herr sich geneigt hat zu dieser armen Erde und seinen Sohn gesandt hat, das Werk der Erlösung auf ihr zu vollbringen. Und es ist das Größte, was je auf Erden geschehen wird, ja was geschehen kann, daß Gott am Ende der Tage sich wiederum zu ihr neigen wird und seinen Sohn senden wird in der Herrlichkeit des Himmels. 18 ten, I Gott men darau lässig wach jede Stund Herr gürte der eine I einer Chris dieser A Weltf Hink wend dieses der E Pflug Vor se Ende unsere Pflich nicht der F jeden Und an im enden 1. dman Gott timmnt und ihres Tatht und m den eit des Wenn enschen ihrer sehnwenn ie auf f sein n sein, ht hinwissen ßt uns t und rten. schehen armen rlösung je auf Gott rd und mmels. Liebe Freunde! Bedenken wir immer, worauf wir warten, wenn wir als Christenmenschen wirklich warten? Daẞ Gott kommt, darauf warten wir! Abgeholt und mitgenommen zu werden in den Hochzeitssaal des Himmels Gottes, darauf warten wir! Und da gibt es ja nun kein müdes, lässiges, müßiges, dumpfes Warten, sondern nur ein höchst waches, ein von heller Gewißheit erfülltes Warten. Da muẞ jede Stunde unseres Lebens des Wartens voll sein; denn jede Stunde kann ja der Herr kommen. Das Warten auf den Herrn ist ein Warten in steter Bereitschaft, die Lenden gegürtet und die Lichter brennend, jede Stunde gewärtig, daß der Herr kommt und anklopft, uns abzuholen. Liebe Brüder, ist das nicht einfach zu viel verlangt von einem Menschen? Kann denn der Mensch sich dauernd in einer solchen seelischen Hochspannung halten? Und hat der Christenmensch nicht auch seine Pflichten und Aufgaben in dieser Welt und an dieser Welt? Ach, das Warten auf den Herrn Christus ist ja nicht Weltflucht, ist nicht Abkehr von dieser Welt, sondern ist Hinkehr zum Herrn, ganzes, volles, entschlossenes Hingewendetsein zu ihm mitten in allen Pflichten und Aufgaben dieses Lebens. Die Liebe zum Herrn hindert uns nicht an der Erfüllung unserer Pflichten. Der Landmann setzt seinen Pflug in das Erdreich ein und pflügt die Furche immer dicht vor seinen Füßen; aber sein Blick geht weit hinaus, bis ans Ende seines Feldes, da will er hin mit seiner Arbeit. Auch unsere Schritte gehen durch die Mühe und Arbeit und Pflichterfüllung dieser Erde; aber wir wissen, daß das Ende nicht kurz vor uns unter unseren Füßen liegt, sondern in der Ferne Gottes, die er durch die Sendung seines Sohnes jeden Augenblick zur Nähe, zur Gegenwart machen kann. Und darum erheben wir unsere Häupter von dem Staube 2* 19 dieser Erde, von allem, was niederzieht, was aufhält und beschwert, und schauen nach dem Aufgang aus der Höhe. Solche Haltung echten Wartens auf den Herrn hat gar nicht etwas Übersteigertes oder Überspanntes, gar nichts Aufgeregtes an sich. Es ist aber das Wissen dabei, wo wir als Kinder des Vaters letztlich hingehören, das Wissen, daß wir hier keine bleibende Statt haben, und das Suchen, das Warten auf die zukünftige. Die Lenden gegürtet, die Lichter brennend, keinen Gefallen mehr habend an der Sünde der Welt, Menschen, die aus der Gnade ihres Gottes und von der Vergebung ihrer Sünden leben und die durch Gottes Gnade geheiligte Herzen und geheiligte Hände haben und in solcher Heiligung ihren Weg gehen, den Weg zum Ziel, so sind die Menschen, die auf Christum, ihren Herrn warten: Adventsmenschen. Laßt uns in dieser Adventszeit den Herrn Christus um die Gnade bitten, daß wir solche Menschen werden! Amen. - KEI Abend In sei aus de nis un den W Bes von g da si lich i dasei der seine unser den B beson 20 Un der h die S er sch gesagt geht Sonne In de Das w Christ Sonne die Fi zeit un noch V und Töhe. gar Aufr als 3 wir das Ge, die ihrer Hergung MenventsChrirden! G. L. BOU MAN, Hardenberg- Holland KEIN FLECK IST AN MIR ZU FINDEN Abendandacht, gehalten in den Adventstagen, Dezember 1944 In seinem Lobgesang spricht Zacharias von dem ,, Aufgang aus der Höhe, der erscheinet denen, die da sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richtet unsere Füße auf den Weg des Friedens". Besonders in unserer jetzigen Lage ist dieses Adventswort von großem Wert. Mehr wie je sind wir ja denen gleich, die da sitzen in Finsternis und Schatten des Todes. Ja, eigentlich ist das eine Charakteristik, die immer gilt: das Erdendasein liegt in Finsternis und über allem Erdenglück liegt der Schatten des Todes. Doch jetzt, für uns im Lager mit seiner Bedrohung von Hunger und Seuchen, aber auch für unsere Familien und Freunde an der Front und in den von den Bombern bedrohten Gegenden da gilt es wohl sehr besonders: Finsternis und Schatten des Todes! - Und gerade in dieser tiefen Finsternis will Er erscheinen, der hier genannt wird der ,, Aufgang aus der Höhe". Wie die Sonne, wie Gottes Gnadensonne geht er auf. So wurde er schon erwartet. So hatten es die Propheten schon vorausgesagt: ,, Dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir." Und auch: ,, Euch soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit." Und hier sehen wir sein Licht. In dem Kinde von Bethlehem geht Gottes Sonne auf. Das wollen wir tief in uns durchdringen lassen, daß das Christuskind in Bethlehem wie die Sonne ist, wie Gottes Sonne, die unwiderstehlich aufgeht und durchbricht durch die Finsternis dieser Welt. Das ist ja in dieser Schreckenszeit unser einziger Trost. Und das gibt uns den Mut, dennoch Weihnachten zu feiern. Christus der Herr ist uns von - 21 - unserem Gott gegeben. Obwohl die Welt ihn nicht aufgenommen hat und nicht aufnimmt, so scheint doch sein Licht in göttlicher Herrlichkeit über den Seinen, die da sitzen in Finsternis und Schatten des Todes. Und dieses Erscheinen von Ihm, dem Aufgang aus der Höhe, von Ihm, dem Gottessohn, ist so völlig er verbindet sich so ganz und gar mit Dasein, daß auch von dem Kinde aus Bethlehem gilt, daß sein Leben in Finsternis gehüllt ist, und daß Schatten des Todes darüber liegen. Das ist der Ernst des Weihnachtsfestes trotz aller unserer Gemütlichkeit und Fröhlichkeit. Hier verbindet sich der Sohn Gottes mit unserem armen Erdendasein. Er begibt sich in unsere Finsternis, und der. Schatten des Hügels Golgatha liegt schon von Anfang an über seinem Leben. Doch Gott sei Dank auch gerade längs diesem Schattenweg, längs diesem Todesweg bringt Er uns Versöhnung. - - Es findet der selige Tausch zwischen uns und dem Kindlein statt, von welchem Luther gesprochen hat in der ,, Freiheit eines Christenmenschen". Er nimmt unser Dunkel auf sich, daß es um u uns helle werde; belädt sich mit unserer Schuld, damit wir frei ausgehen; läßt sich Gottes Zorn an seiner Seele austoben, damit uns seine volle Gnade lache; wie Paul Gerhard zu Weihnacht jubelt: Meine Schuld kann mich nicht drücken, Denn du hast Meine Last Ganz auf deinem Rücken Kein Fleck ist an mir zu finden, Ich bin gar Rein und klar Aller meiner Sünden Uns ist un Weg durch unsere ewige 22 mmen göttnsterIhm, n, ist serem gilt, matten achtschkeit. armen d der ng an gerade bringt KindFreiel auf nserer orn an lache; Ich bin rein um deinetwillen, Du gibst g'nug Ehr und Schmuck, Mich darein zu hüllen." Unserem Streit mit Gott macht Er ein Ende, denn ,, Er ist unser Friede". Und so schreiten wir denn auf diesem Weg des Friedens fest dahin in der Gewißheit, daß er uns durch alles Dunkel dieser Zeit und alles Widerstreben unserer Herzen hindurchführen wird und heimbringen zur ewigen Weihnachtsfreude im Vaterhaus. 42 23 G. L. BOU MAN, Hardenberg- Holland ICH BIN KLEIN UND ER IST GROSS! Abendandacht am 28. Januar 1945 ter S seine Rü bens. Psalm 57, 2 Wie nen er sic heim klein Sein der Dieser Psalm fängt an, ebenso wie der vorhergehende, mit dem ,, miserere mei, Deus" ,,, sei mir gnädig, Gott sei mir gnädig" ein Ruf, den wir verstehen in unserer heutigen Bedrängnis und Gefahr. - - - - - Bis jetzt hat Gott uns noch das Leben gelassen, obwohl Wir viele unserer Freunde schon hinweggerafft sind. leben noch, obwohl viele von uns schon mehrmals am Rande des Grabes gestanden haben. Wir leben noch trotz der Drohung von Seuche und Hunger. Doch wir fühlen uns sehr klein in unserer großen Machtlosigkeit. Wir können nirgends hinfliehen, um der Drohung zu entkommen. Und doch wir können noch zu einer Stelle, zu Ihm, der größer ist als alle unsere Not. Und wie von selbst drängt sich die Frage des Psalmdichters auch aus unserem Herzen: ,, Miserere mei, Deus!" ,, Sei mir gnädig, Gott!" Dieser Ruf unseres Dichters um Gnade ist für ihn kein Ruf ins Ungewisse: werde ich Gnade und Rettung finden oder nicht? Nein, er kennt den Gott, zu dem er ruft. Und darum fährt sein Gnadenruf mit der ganz einfachen, doch auch so starken Versicherung fort: ,, Denn auf Dich traut meine Seele, und unter dem Schatten Deiner Flügel habe ich Zuflucht." - Kein Zweifel ist in ihm. Er kennt Gott und er weiß: bei ihm ist Zuflucht und Hort. Es wird so ganz einfach ausgedrückt: ,, Bei Ihm, bei Gott, habe ich Zuflucht, bis daß das Unglück vorübergehe." So wie man bei einem Gewitter Schutz sucht unter einem schirmenden Dach, sucht der Dich24 sein Dar treu mac Schm Glau V nig g unser höch selbe dem diese Treu dichte von schwe ist m Jamm OSS! 57, 2 de, mit sei mir eutigen obwohl - Wir als am h trotz fühlen ir könommen. u Ihm, selbst nserem Gott!" nn kein finden uft. fachen, f Dich Flügel eiß: bei ch ausDis daß ewitter r Dichter seine Zuflucht bei seinem Gott ,,, unter dem Schatten seiner Flügel", ,, bis daß das Unglück vorübergehe." - Rührend ist die Einfalt und die Festigkeit dieses Glaubens. Da ist gar keine Schwankung in seinem Glauben. Wie ein Kind vertraut er auf seinen Vater. Oder wir können hier besser sagen: wie ein kleines Menschenkind birgt er sich in Gott, dem Allerhöchsten. Ja, das ist das Geheimnis dieses starken Glaubens: Der Dichter denkt so ganz klein von sich selbst, während er von Gott so groß. denkt. Sein Elend, seine Sorgen schmelzen weg bei der Größe, bei der Gewalt Gottes. Und dieser Gott, der Allerhöchste, ist sein Gott. Er nennt ihn: den Gott von Güte und Treue. Darum ist er so ruhig mitten im Elend. Gott ist gut, Er ist treu. ,, Er wird", sagt er ,,, meines Jammers ein Ende machen." ,, Er sendet vom Himmel und hilft mir von der Schmähung des, der wider mich schnaubt." - - - - Wie sehr würde uns geholfen sein jetzt bei solchem Glauben! Wenn diese Glaubenshaltung uns oft noch so wenig gelingt, dann kommt das daher, daß wir zu groß von unseren Sorgen denken und zu klein von Gott, dem Allerhöchsten. Die rechte Lebenskunst ist jetzt wie immer: sich selber mitsamt seinen Sorgen verbergen, verlieren in Gott, dem Allerhöchsten. Dann kommt die große Ruhe, von der dieser Psalm Zeugnis ablegt. Denn ,, Gott sendet Güte und Treue."-Ja, das wissen wir, noch herrlicher als unser Psalmdichter. Denn wir kennen Jesum Christum, die Offenbarung von Gottes Güte und Treue. Darum, wenn der Weg jetzt schwer ist, so können wir doch ruhig sein. Der Allerhöchste ist mit uns. Er sendet seine Güte und Treue. Er macht des Jammers ein Ende. 25 K. WALTER DER TOD DROHT! Andacht, gehalten am 16. Februar 1945 in Dachau, zur Zeit der Fleck fieberepidemie Nei hier s haupt? bekom Lukas 13, 1-9 derung Aber In anderen Verhältnissen hätten vielleicht auch wir Lust, uns im Angesichte eines Blutvergießens oder einer Katastrophe verschiedene Fragen zu stellen, uns mit verschiedenen Problemen zu befassen. Vor allem uns die Frage zu stellen, warum gerade diese Menschen das Opfer des Blutvergießens oder der Katastrophe geworden sind und nicht andere, ob sie schlechter waren als andere Leute, größere Sünder, oder was sonst?- In diesen Verhältnissen aber, wo der Tod uns allen so nahe steht, daß auch wir sagen können, es ist nur ein Schritt zwischen uns und dem Tode, verstummen alle solchen Fragen in uns, um so eindringlicher aber redet zu uns dieses Wort des Textes.- - Denn der Tod, der in unserer allernächsten Nähe sein schreckliches Werk tut, läßt uns nicht vergessen, daß vielleicht auch wir den nächsten Tag ihm schon ins Auge schauen werden und so wieder für die anderen ein Grund sind, sich Fragen nach unserer Schuld und Sündigkeit zu stellen. Diese furchtbare Nähe des Todes gibt uns keine Zeit und Lust, das Gewissen anderer Leute zu untersuchen, vor der Türe anderer zu kehren statt vor unserer eigenen. Es ist kein Unterschied, ob es sich hier um eine politische oder religiöse Angelegenheit handelt, bei der die Leute, von denen unser Text redet, um ihr Leben gekommen sind, oder ob es eine, sagen wir, Naturkatastrophe war. In beiden Fällen hören wir dasselbe Wort: ,, So ihr euch nicht bessert, werdet ihr alle auch also umkommen", d. h.: so ihr nicht Buße tut( metanoesete), werdet ihr auch so umkommen. 26 den M der K wendig zu bri aber die Pa gen w im d Wein lächer lassen unsere Rücksi tus m zeugu auch mittel Macht aber d das, w und n erwart zu ma um de werde Um , 1-9 Lust, Kata-schiege zu Blutnicht ößere r, wo nnen, stumaber sein vielAuge Grund eit zu keine chen, genen. tische , von oder Deiden essert, nicht men. Nein, wir fragen uns nicht nach der Schuld derer, die hier so massenhaft sterben. Wie könnten wir es überhaupt?! Aber so, wie der Tod durch das Lager schreitet, bekommen die Worte dieser Schriftstelle mit ihrer Aufforderung zur Buße einen schrecklichen Ernst. - - - - vergeßt -- Aber die Drohung und Nähe des Todes allein bringt den Menschen nicht zur Buẞe; das ist das Wort Gottes in der Kraft des Heiligen Geistes, das solches tut, das notwendig ist, um den Menschen zu dieser radikalen Änderung zu bringen. Und nun hören wir die Parabel aber nicht den Tod, der auf uns lauert und uns droht die Parabel von dem Feigenbaum, der keine Früchte bringen will. Im ersten Jahre keine, weder im zweiten noch im dritten. Wie groß ist die Geduld des Herrn des Weinberges! Aber auch sie hat ein Ende, wenn sie nicht lächerlich sein soll. Wir wollen uns nicht darauf verlassen, daß unser Fall ein anderer ist, da wir hier doch unserer Überzeugung wegen sind und der Herr darauf Rücksicht nehmen wird. Denn auch die, deren Blut Pilatus mit dem Opfer vermischte, waren Opfer ihrer ÜberSo einfach ist es nicht. Der Tod ist immer zeugung. auch ein Bote Gottes, und die Botschaft, die er uns vermitteln soll, ist immer- neben anderem auch diese: Macht euch bereit, tut Buße! Drei Jahre dauerte die Geduld, aber dann war Schluß. Und doch nicht: das Unmögliche, das, was wir kein Recht hatten zu erwarten, ist geschehen und noch eine Frist der Geduld folgt. Wer könnte das erwarten, ohne den Herrn des Weinberges zum Gespött zu machen?! Aber es ist so: noch eine Frist, und in der soll um den Feigenbaum noch einmal gegraben und gedüngt werden. - - Umgraben und düngen. - - - Das erste Werkzeug und 27 Mittel, mit dem das getan werden kann und wird, ist das Wort Gottes. Wissen wir genug zu schätzen diese unermeßliche Gabe, daß wir uns dem Einfluß des Wortes Got- - - - tes aussetzen können? Von daher kommt der Glaube ( Röm. 10, 17), von daher kommt alles, was vor dem Herrn Wert hat. Das Wort Gottes in der Verkündigung in der Gemeinschaft, versiegelt durch die Sakramente, das Wort Gottes in Kraft des Heiligen Geistes.- Was hier von der Seite der Menschen getan werden kann, steht uns zur Verfügung nehmen wir es in freudiger Dankbarkeit an? Jeder möge sich hier diese Frage stellen und gewissenhaft beantworten.- Denn Gott ist zwar der Herr, und es ist in seiner Macht, die Menschen auch ohne sein Wort zum Heil zu bringen aber wir wissen davon nichts. Das Gesetz des Reiches Gottes bestätigt durch die ganze Geschichte des Volkes Gottes- ist: der Glaube kommt aus dem Hören, aus der Predigt. - - - - und k Um d in uns daß b bringt Wort wahre ihre a Der sonder Die G Not Tode - und Alles andere, was wir erleben, wird nur im Lichte des Wortes Gottes, nur durch das Wort Gottes erklärt, zum Werkzeug in der Hand Gottes, womit er an uns arbeiten will. So besonders ist das Leiden das Messer in der Hand des ewigen Herrn des Weinberges, womit er die Reben reinigt, damit sie mehr Frucht bringen( Joh. 15, 2).. Sind wir bereit, auf die Stimme des Leidens, durch das er uns führt, zu horchen? - - Umgraben und düngen und dann noch eine Frist der Geduld, eine Jahresfrist. Aber was, wenn wir sie schon hinter uns haben? ,, Ich sage: so ihr nicht Buẞe tut, werdet ihr alle auch so umkommen".• Haben wir schon die not- wendige Frucht der Buße gebracht? Denn das ist die zentrale Frage, die wir aus diesem Text heute und unter diesen Umständen hören sollen und müssen. 28 - Kommen wir Jesus t das unerGotlaube Herrn ng in , das s hier mt uns arkeit issen, und Wort ts. - ganze mt aus - - und kommt die ganze Welt unbelehrt aus dieser Not? Um das handelt es sich. Macht sich hier, zwischen uns, in unserer Gemeinschaft, ein Anzeichen dessen bemerkbar, daß bei uns das Umgraben und Düngen seine Früchte bringt oder bringen wird? Hat sich die Welt durch das Wort Gottes und das Leiden von allen Abgöttern zu dem wahren Gott rufen lassen? Oder will sie sich wieder auf ihre alten Götter und Gewalt verlassen? - - Der Tod droht ein Tor nicht nur des ewigen Lebens, sondern auch ein Tor und ein Abbild des ewigen Todes. Die Geduld kann ein Ende haben! Aber wir wollen in der Not unseres Gewissens ebenso wie in den Ängsten des Todes zu dem emporschauen, der der Überwinder des Todes und der Sünde und der Fürst des Lebens ist, der Herr Jesus Christus. Amen! te des zum beiten n der er die 15, 2).. ch das st der schon verdet e note zener dieen wir 29 HORST THURMAN N, Euskirchen DER VORHANG ZERREISST der den. tun. Lukas 23, 45 Him nen, Wie bei der Geburt des Herrn die stellaren Besonderheiten den Magiern den Weg zum Bethlehemstall wiesen, so hat es auch Gott gefallen, bei dem weittragendsten Ereignis der Weltgeschichte, nämlich dem Tode seines geliebten Sohnes, wiederum in seiner Symbolsprache zu reden. Und da ist es unserem Vers vorbehalten, in ganz eigener Form die Bedeutung des Ereignisses von Golgatha auszusprechen. In den Stunden, da der Menschensohn ringt, um der Welt Sünde hinaufzutragen an das Kreuz, kann auch die Sonne, das Zeichen alles natürlich- irdischen Lebens, nicht ihren Schein behalten, und eine dem Sündendunkel entsprechende Finsternis breitet sich über das Land von der sechsten bis zur neunten Stunde. Und wiederum: in dieser Zeitspanne, da der Gottessohn als der fluchbeladene Sünderheiland darnach schreit, das Angesicht des Vaters zu sehen, da zerreißt der Vorhang vor dem Gnadenstuhl des Allerheiligsten mitten entzwei, und der Sohn kann wieder den Vater sehen. Eine expressionistische Novellistik könnte nicht genialer eine solche Parallelität symbolisierender Geschehnisse erfinden; hier nun ist es keine Erfindung, sondern die Sprache der Wirklichkeit Gottes. ,, Gott hat geredet, er wolle im Dunkel wohnen". So hatte Salomo sein großes Gebet zur Einweihung des Tempels eröffnet.( 1. Kön. 8, 12.) Ja, es war eben der Tempel zu Jerusalem, bzw. früher die Stiftshütte, die Stelle der Bundeslade mit dem Gnadenstuhl, da Gott in ganz hervorragender Weise den Menschen nahe sein sollte. Kein Ort 30 dort Do jener ten b dess borg scher mal als kon opfe der V Do verha da ve umhi Vork heit lich a sich u am K werde Jen entwi erreich entgeg 23, 45 onderwiesen, en Ergeliebreden. eigener auszuer Welt Sonne, ihren chende ten bis panne, d darerreißt en mitsehen. enialer sse erSprache ". So s TemTempel elle der z herein Ort der Welt konnte dazu irgendwie in Vergleich gesetzt werden. Unsichtbar wollte Er dort in einer Wolke sich kundtun. Und die Gemeinde wußte es, daß, wenn auch der Himmel und aller Himmel Himmel Ihn nicht fassen können, Gott dennoch als im Tempel wohnhaft geglaubt und dort angebetet werden durfte. Dort Gott wollte im Dunkel wohnen. Daher trennte jener blaurotgewirkte Purpurvorhang, mit Cherubingestalten bestickt, schützend das Allerheiligste von dem Heiligen des sonstigen Tempelinnern. Der Grund für diese Verborgenheit Gottes ist bekannt genug: die Sünde der Menschen darf Seine Heiligkeit nicht berühren. Und wenn einmal im Jahr, am großen Versöhnungstag, der Hohepriester als einziger tatsächlich das Allerheiligste betreten durfte, so konnte er das nur tun, die Schale mit dem Blut der Sündopfertiere in der Hand. Durch der Menschen Sünde ist Gott der Verborgene( absconditus) geworden, der im Dunkel wohnt. Dort nun tritt in das seit Adams Fall bestehende Schuldverhältnis die Versöhnungstat von Golgatha hinein. Und da verliert die Sonne ihre Helligkeit und wird mit Dunkel umhüllt; und andererseits verliert durch das Reißen des Vorhangs das Allerheiligste, die Stätte Gottes, ihre Dunkelheit und wird hell. Der verborgene Gott zeigt sich plötzlich als der offenbare. Die bestehenden Verhältnisse kehren sich um. Weil Gottes Kind zum fluchbeladenen Sünder wird am Kreuz, dürfen wir fluchbeladenen Sünder Gotteskinder werden. Wer es fassen kann, der fasse es. Jemand meinte einmal, daß mit Christus die Aufwärtsentwicklung der Weltgeschichte ihren Kulminationspunkt*) erreicht habe; fortan gehe es abwärts, dem Jüngsten Tage entgegen. *) Höhepunkt. 31 Ja, die Sonne, die Spenderin aller natürlichen Vitalität ( Lebenskraft), die Garantin alles normalen Lebens, hat den Schein, den sie vor jener Golgathastunde gehabt hat, nie wieder erreicht. Und wo z. B. eine Renaissance oder ein Nietzsche versuchten, eine altheidnische Dionysik nochmals zum Lebensprinzip zu erheben, da konnte das Unterfangen den Stempel allein des Antichristlichen tragen, und ihre neuerzeugte Sonne möchte man vergleichen mit der aufreizenden Blässe einer künstlichen Beleuchtung. Wie die Gemeinde somit weiß, daß sie auf Erden keine bleibende Stätte mehr hat, so jubelt sie anderseits, daß nunmehr das Dunkel aus dem Allerheiligsten gewichen ist und sie einen offenen Zugang zum Vaterherzen Gottes haben kann durch Jesus Christus. Oder, wie Hebr. 10, 19 ff es bezeugt, haben wir nunmehr eine Freudigkeit zu dem Eingang in das Heilige durch Jesus, den Er bereitet hat als neuen lebendigen Weg durch den Vorhang, d. i. durch Sein Fleisch. Und der Hebräer- Brief ruft weiter auf: ,, So lasset uns auch hinzugehen mit wahrhaftigem Herzen in völligem Glauben." Der Karfreitag lädt uns ein, nun wirklich hineinzugehen zu dem Heiligtum Gottes. Die ausgebreiteten Arme des Gekreuzigten wollen uns mit Gottes Vaterliebe umfangen. Allerdings geschieht der Zugang zum Heiligtum nur durch Christus oder, wie Hebr. 10 sagt durch den ,, Vorhang", d. i. durch Sein Fleisch. Sein für uns zerrissenes Fleisch wird verglichen mit dem zerrissenen Vorhang. So wenig ansprechend dies Bild wie überhaupt das Golgathakreuz auch ist, kann doch nur so der Greuel unserer Sünde getilgt werden, und bei aller Wehmut der niedergehenden Sonne strahlt um so klarer der Glanz der Vaterliebe von dem Angesicht Gottes uns entgegen Karfreitag. - - - am Lukas „ Es er sollte f Die w gnädig euch so ner. D dienets unter Da h Jesus sagt: Menso welche das wa wäre. cher u Ei unter egoisti Saal, i jetzt den Ti sich de Diese F über u war L ist, uns schwer 32 alität t den t, nie er ein Lukas 22-24/ 27 chmals angen S. R. SMILDE, Holland DIENEN WIR? ihre r aufkeine 5, daß hen ist Gottes , 19 ff cu dem hat als ch Sein lasset ölligem hineinm Arme be umiligtum - durch ns zerm Vorupt das Greuel mut der anz der - am ,, Es erhob sich auch ein Zank unter ihnen, welcher unter ihnen sollte für den Größten gehalten werden. Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige herrschen, und die Gewaltigen heißt man gnädige Herrn. Ihr aber nicht also; sondern der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste, und der Vornehmste wie ein Diener. Denn welcher ist größer, der zu Tische sitzet oder der da dienet? Ist's nicht also, daß der zu Tisch sitzt? Ich aber bin unter euch wie ein Diener. Da haben sie miteinander das heilige Abendmahl gefeiert, Jesus und die 12 Apostel. Zuletzt hatte der Heiland gesagt: ,, Weh dem Menschen, durch welchen der Sohn des Menschen verraten wird." Und da fingen sie an zu fragen, welcher es doch wäre unter ihnen, der das tun würde. Ja, das war eine Spannung. Einer unter euch, daß dies möglich wäre... und in dieser Spannung erhob sich der Zank, welcher unter ihnen für den Größten gehalten werden sollte. - Einer unter ihnen war der Verräter Jesu. Welcher unter ihnen der Größte: wie böse doch unser Herz ist, wie egoistisch wir sind, wie schrecklich hochmütig! In diesem Saal, in dieser Stunde, beim Abendmahl mit dem Herrn- jetzt da er sich opfert als Lamm Gottes, sich selbst auf den Tisch hinlegt als Opfer für ihre Sünden- jetzt erhebt sich der Zank, wer für den Meister gehalten werden sollte. Diese Frage ist ein Urteil, ein Gericht schon über die Apostel, über uns, die wir uns auch immer wieder zanken... Das war Leiden für den Heiland; ach für ihn, der gekommen ist, uns zu dienen, sich selbst zu opfern, war das entsetzlich schweres Leiden. 3 33 Haben sie, haben wir denn nichts verstanden von seiner Liebe? So wenig verstanden, daß hier, im Reich Gottes, in der Kirche, ganz andere Gesetze gelten als in den Reichen der Völker? Dort ist es so, sagt Jesus, daß die Könige herrschen, hart und streng, vielleicht tyrannisch, und dennoch heißt man die Gewaltigen gnädige Herren". Man schmeichelt ihnen, man ist ja von ihnen abhängig... Ihr aber nicht also, hier gelten andere Normen. Hier heißt es: der Größte soll sein wie der Jüngste, der Vornehmste wie ein Diener. Da ist Verschiedenheit unter den Aposteln, unter uns, Amtsträgern in Christi Kirche: der Herr, der uns ruft, ist souverän, es sind mancherlei Gaben, mancherlei Ämter, mancherlei Kräfte, aber die haben alle ihren Platz, sie haben alle, ohne Ausnahme, dieselbe Aufgabe: dienen. Dienen, nie herrschen; sich opfern, sich selbst verleugnen. So wie der Heiland es getan hat: ,, Ich bin unter euch wie ein Diener." Ja, wahrlich, Er war ein Diener, er hat nie sich selbst gesucht, nie seine Ehre, nie seinen Willen getan, wir wissen das. So zeichnet Ihn uns das Evangelium, so predigen wir Ihn ja wie ist es mit uns in der Kirche herrschen wir oder dienen wir? - - - Ist der Größte unter uns wie der Kleinste? Geht's uns um Ihn, der unter uns war wie ein Diener? Oder um uns, um unsere Meinung, unsere Dogmatik, unsere Theologie? Das ist unsere schreckliche Säkularisation, Verweltlichung, daß wir herrschen wollen. Wir sind so verflucht egoistisch, o dieser Zank, welcher unter uns für den Größten gehalten werden sollte; als ob die Kirche, welche ,, Er mit seinem Blut getauft hat", unsere Sache wäre, als ob es drum ginge, wie herrlich weit wir es in seinem Reich gebracht hätten... 34 aber kann Pasto der's Z die K einer schlä ..Jch Dien Selbs schw wah gebi Gem diene jeglic Dien äuße wir blieb E N U mir oder seiner in der hen der rrschen, ch heißt meichelt cht also, ẞte soll ner. Da Amtst souvemancherben alle, verleugter euch ch selbst r wissen gen wir Gerrschen eht's uns um uns, ologie? tlichung, goistisch, gehalten t seinem m ginge, ätten... Wenn wir größer sind(' s ist möglich!), dann wollen wir aber auch als Größte, oder wenigstens als Größere anerkannt werden geschmeichelt werden. Die gewaltigen Pastoren soll man gnädige Herren heißen--- weh dem, der's nicht tut! - Zankerei, Streit, und so trägt jede Reformation in sich die Keime der Deformation, die unbedingt kommen muß in einer Kirche, wo wir nicht dienen, sondern herrschen. Dann schlägt uns das Wort des wahrhaftig Größten ins Gesicht: ,, Jch aber bin unter euch wie ein Diener." Ja, es kostet viel, Diener, nur Diener zu sein. Das ist ein tägliches Opfer. Selbstverleugnung! Das Fleisch kreuzigen! Große Worte, schwer, aber möglich durch die Kraft und den Geist des wahrhaftigen Dieners Jesus Christus, der unseren Hochmut gebüßt hat. - - Welche segnende Kraft geht von einer Kirche, von einer Gemeinde, von Menschen aus, in die Welt hinein, welche dienende Kirche ist nur dienende! Meine Brüder, ein jeglicher sei gesinnt wie Jesus Christus auch war- solche Diener braucht die Kirche in den kommenden Zeiten. Viel äußerliche Herrlichkeit haben wir wohl verloren. Werden wir an Bereitschaft zum Dienen zugenommen haben? - Und dann das andere: wer so gesinnt war, ihm treu blieb im Dienen, wird auch herrschen. Er der Herr, wir seine Diener. Nur Diener. Und Er, der Herr, der mein Herz prüft, weiß, was bei mir das eigentliche Motiv in meiner Arbeit ist: herrschen oder dienen. 3* 35 In F. GUILLAUME, Sneek, Holland DU MIT MIR Passionsandacht. Dachau, Mittwoch, den 21. Februar 1945 Ansprache über das 2. Kreuzwort: Lukas 23, 43. Meine Brüder! Das erste Wort Christi an seinem Kreuze war ein Gebet gewesen. Heute haben wir es im zweiten mit einer Verheißung zu tun. Es gibt also noch Hoffnung und Erwartung auf Golgatha; ist das kein Wunder? Die Welt hat den Gesalbten des Herrn gekreuzigt, und sie ist nicht weggeschleudert worden in die Finsternis. Menschen haben Gott verworfen, und Blitze aus dem Himmel haben sie nicht getötet. Eben darum, weil der Herr durch das erste Kreuzwort, das Gebet um Vergebung, Amnestie erreicht hat. Die Strafe war einstweilen aufgeschoben, damit ein Elender wie der Schächer, und viele andere, wie du und ich, das Paradies finden könnten. So sprach Christus denn zur rechten Zeit sein zweites Wort: eine Verheißung. Und es war mehr als ein Wort: war eine Tat. Laßt uns das betrachten und sehen, wie Christus an seinem Kreuz die erste Frucht seines Opfers geerntet hat! Wenn dieser Schächer auch früher schon Jesu begegnet sein mag, so hat er ihn für seine Seelennot doch nicht gebraucht, bevor er an seinem Kreuze neben ihm hing. Jesus seinerseits hatte ihm nicht helfen können, bevor er den Übeltätern gleichgerechnet war. Das ist gerade das Leiden des Herrn. 36 Sünde unschu allen. AB bluten Missed Et empfa sind; Ja dig a uns T du i diese diesen W mir i Du frei! F Kreu chern beson U E W muß an ih Leber 45 Gebet - VerE Golt, und S. s dem zwort, Strafe He der radies weites un seigegnet ht ge- Jesus ÜbelIn die Tiefe unserer Schuld, unter die Wucht unserer Sünden muß er sich begeben, um uns retten zu können: unschuldig unter dem Fluche am Kreuze, verspottet von allen. Sogar einer der Übeltäter neben ihm lästert ihn. Aber in diesem allen tat der Herr sein Werk: zahlte blutend den Preis, tilgte mit seinem bitteren Leiden unsere Missetaten. Etwas davon hat der andere Schächer geahnt: ,, Wir empfangen", so antwortete er ,,, was unsere Taten wert sind; dieser aber hat nichts Ungeschicktes getan." Ja, das Licht ging ihm auf: ,, O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet"; aber für uns, um uns Schächer und Mörder mit Gott zu versöhnen. Und er sprach zu Jesus: ,, Herr, denke an mich, wenn du in dein Reich kommst!" Mit Tränen säte Christus, aber mit Freuden kam er zu dieser seiner Ernte. Große Menge empfing er zur Beute und diesen Starken bekam er zum Raube. Wie hat seine Seele da gejauchzt: ,, Heute wirst du mit mir im Paradiese sein!" Du, Adamssohn, du Teufelskind. Du wirst mit mir sein, vom Teufel erlöst, von Sünden frei! DU MIT MIR! Das war sein großer Sieg. Freilich, gleichgerechnet den Übeltätern war er, sein Kreuz stand neben zwei anderen, und wie es den zwei Schächern erging, so erging es ihm. Da war anscheinend nichts besonderes an ihm. Und doch: dieses Wort war seine Siegestat. Er erntete schon die Frucht seines Opfers. Wie Mose in der Wüste eine Schlange erhöht hat, also muß des Menschen Sohn erhöht werden, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben. 37 Alle, hörst du wohl? Dieser Mörder auch, welcher so spät ihn fand. Aber du und ich auch, die wir doch nicht besser sind wie Mörder, wir auch, so wir nur gläubig auf ihn sehen. ,, Du mit mir!", das gilt für uns auch, denn bei ihm ist Vergebung, und er wird seinem Volke vollkommene Erlösung geben um seiner Güte willen. Die demütige Bitte: Herr, denke an mich, beantwortet er mit dem Paradiese! Er macht die Tore seines Reiches weit auf und seine Mittlerhände breitet er aus, um zu retten jeden, der zu ihm kommt, denn sein Opfer ist nicht umsonst. Sein Kreuz trägt Frucht. Sein Werk erlöst die Welt, denn dieser erste Erlöste auf Golgatha sichert zugleich die ganze Schar der Geretteten, welche niemand zählen kann, welche alle von Christus geerntet sind auf dem Acker der Welt; alle, welche er getreu geführt und mit sich genommen hat durch seinen Tod ins ewige Leben, und zu jedem spricht er seine Siegesverheißung: Du mit mir! Und so wandelt er unseren Tod auf Erden um in den Heimgang der Pilger, die zur Heimat kommen; die aber Pilger bleiben, solange sie leben, und in diesem Leben mit einer Verheißung, bloß einer Verheißung, zufrieden sein müssen. Der Mörder hat zweifelsohne in Seelenwonne das Wort des Herrn gehört: du mit mir, im Paradiese, heute! Bald nachher aber ist der Kampf für ihn schwer geworden. Der Herr, sein Hort und Felsen, starb vor seinen Augen. Allein zurückgeblieben, sah er seinen eigenen Martertod immer näher rücken; am Abend ging er ein unter Hammer38 schläger er geha weiß id Jesus es Pilger Ach fel und Abe Nur di Es w dem H „ D Da sicherl er so sind ehen. m ist e Erortet eiches retnicht rlöste retteristus er geTod sverschlägen in furchtbarer Qual. Ich weiß nicht, wieviel Mühe er gehabt hat, um die Verheißung festzuhalten, aber wohl weiß ich, daß Jesus es gesagt hat: ,, Du mit mir", und daß Jesus es bewährt hat: ,, Du mit mir", und daß der MörderPilger darum heimgekommen ist. Ach, wir kämpfen und ringen mit Unglauben und Zweifel und Kleinglauben, und es ist oft fürchterlich schwer. Aber wir haben die Verheißung. O, weißt du es wohl? Nur die Verheißung, und Jesus Christus bürgt dafür. Es wird vollendet werden alles, was uns gesagt ist von dem Herrn. ,, Du mit mir!" Darum können wir nicht verloren gehen und werden sicherlich heimkommen. Amen. n den aber nmit sein Wort er geLugen. certod mmer39 39 E. ZELENY, Tschechoslowakei FRIEDEN DURCH GLAUBEN Predigt, gehalten am Sonntag Lätare, 11. März 1945, in Dachau. - Röm. 5, 1-5. - Es ist gut, daß wir die Möglichkeit haben, uns mit der Schrift zu befassen, eine Predigt zu hören; es ist gut, daß wir uns auch mit solchen Worten beschäftigen wie dieses hier, das uns bis in die Mitte des reformatorischen Glaubens führt; es ist gut, daß wir die Botschaft dieses Textes hören können, der uns sagt, daß wir Frieden mit Gott haben aber, wenn nicht ein„, Aber" da wäre. Frieden mit Gott, aber solch ein Unfrieden in der Welt! Es ist gut, daß wir wenigstens mit Gott Frieden haben wenn man auch dieses ,, Wenigstens" nicht so glatt ausspricht, meint man es im Grunde, wenn auch unbewußt, so es bleibt ja noch so viel nicht nur Wünschenswertes, sondern Lebenswichtiges übrig. Es gibt doch noch so viele von den allerwichtigsten Fragen, die zu lösen sind. Wie bekommt diese arme, leidende Welt einen gesegneten und nicht zuletzt auch einen dauernden Frieden, wie bekommt sie eine wirkliche soziale Gerechtigkeit, wie bekommt sie eine eines Menschen würdige Freiheit? und wie vieles noch. Schwere philosophische, soziologische, politische, technische Fragen, die so viel Mühe und Arbeit von den besten Leuten in allen Ländern verlangen, und die nicht von dieser Stelle aus erörtert werden können, soll hier nicht durch Dilettantismus gesündigt werden. Aber es ist gut, daß wir wenigstens so wäre man - - versucht zu sagen, wenn unser so lange für die Reihenfolge der Werte erzogenes Gefühl nicht wach würde-, daß wir wenigstens Frieden mit Gott haben. Aber möchten wir nicht gerne, im Angesichte dieses Leidens, dieses Chaos' der Welt unser Licht N Text dem Text ihm a bemü D gesch wund in de stus ( Ko Her Wel Inbe sie si licher Prok bleib ein Reid viele stus U Wir habe stus. inner Ange Welt 40 Dachau, I- S. mit der t, daß dieses aubens hören ben- Gott, aß wir ch diemes im moch so Echtiges tigsten me, leieinen soziale würdige phische, Mühe n verwerden gt werre man enfolge aß wir ir nicht r Welt unser Wort so lesen, so verstehen, daß uns doch auch ein Licht aus ihm auf das Leiden der Welt aufgeht? Nein, rechtfertigen braucht sich die Schrift und dieser Text vor der Welt nicht, sondern die Welt muß sich vor dem Wort Gottes rechtfertigen. Wenn es aber ein zentraler Text ist, dann kann von uns erwartet werden, daß wir von ihm aus als von einer zentralen Stelle alles zu begreifen uns bemühen werden. Denn es ist in der Rechtfertigung Christi alles das schon geschehen, was not tut. Die Sünde und der Tod sind überwunden, auch der Teufel und die Dämonien, die ihr Werk in dem Bereiche des Politischen offenbaren, aus denen Christus einen Triumph gemacht und sie schaugetragen hat. ( Kol. 2, 15.) Und in dem Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus ist auch schon der Frieden für die Welt und in der Welt einbegriffen, der Frieden, der der Inbegriff alles dessen ist, was die Welt braucht, nach dem sie sich sehnt, was die Grundlage alles anderen gemeinschaftlichen Lebens bildet. Die weihnachtliche Botschaft mit ihrer Proklamation des Friedens auf Erden will kein leeres Wort bleiben, denn auch der Gott, der es der Welt sagen läßt, ist ein Gott des Friedens, wie er sich so oft nennen läßt. Sein Reich ist Gerechtigkeit, Friede und Freude. Das alles und vieles andere noch bildet die Rechtfertigung, die uns Christus gebracht hat. Und das alles ist eben das, was die Welt nicht hat. ,, Nun wir denn sind gerecht geworden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus." Soll aber dieses Mit- Gott- Frieden- Haben so weit eine innerliche, verborgene oder nur uns fremde( forensische) Angelegenheit sein und bleiben, daß nichts davon in der Welt und ihren Ordnungen sichtbar, spürbar wird? Das soll 41 der Frieden auf Erden sein, was wir umher in der Welt sehen? Das soll die Frucht der Rechtfertigung Christi sein, mit ihrem Siege über Sünde, Tod und Teufel? Und es führt kein Weg hinaus aus diesem Elend? Aus diesem Karneval der Dämonien? - sagt das Diese Rechtfertigung ist geschehen durch Jesus Christus, ,, durch welchen wir auch den Zugang haben im Glauben zu dieser Gnade, darin wir stehen." Alles ist in Christus geschehen, was not tut. Wie sollen wir aber daran teil haben? Wie soll es seine Früchte in dieser Welt bringen, seinen Abglanz in dieser Welt finden? ,, Im Glauben" Schriftwort, haben wir den Zugang zu dieser Gnade. Durch den Glauben soll es also auch in unserem Leben Wirklichkeit werden, durch den Glauben soll die Wirklichkeit der Rechtfertigung auch in der Welt ihren Abglanz finden. ,, Der Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat."( 1. Joh. 5, 4.) Es führt also ein Weg von der Wirklichkeit der Rechtfertigung mit ihrem Sieg über Sünde, Tod und Teufel, mit ihrem Frieden mit Gott, in diese Welt. Dieser Weg ist nicht jedermanns Ding, weil der Glaube nicht jedermanns Ding ist, es ist auch nicht ein menschlicher Weg, aber immerhin ein Weg, eine Möglichkeit, eine Hilfe, wenn auch Gottes Möglichkeit, Weg und Hilfe, der Weg des Glaubens. Des Glaubens als Gabe Gottes. Aber wir wissen wenigstens, in welcher Richtung wir die Hilfe für diese arme Welt suchen sollen. -- Was heißt aber dieser Glaube? Das heißt eben sich sagen lassen, daß dieser Frieden mit Gott das wichtigste, das erste ist. Ja- vom Grunde aus, daß das erste Gebot das wirklich erste und wichtigste ist. Daß Gott nicht der Garant unserer irdischen und himmlischen Seligkeit ist obwohl er auch das aus lauter Gnade sein will sondern daß er - - der Her len. Ha da aus i was sie Schrift sogar n wie die Werte ersten für die Wi eben s es so tisch t stens einem Rechtf schichte der H setz Und e ein E De Staat, Unger Welt vor de Kraft, den E und di keine können 42 Welt sein, führt neval ristus, ben zu us geaben? seinen gt das Durch chkeit Recht,, Der .Joh. t der eufel, eg ist manns mmerGottes 5. Des ns, in uchen sagen erste wirkarant wohl aß er der Herr ist, dem wir im gehorsamen Glauben gehorchen sollen. Hat jemand ein paar Seiten der Schrift gelesen und das da aus ihr nicht gehört?! Wenn er wirklich vernehmen wollte, was sie ihm sagen will. Denn das ist auch der Glaube: die Schrift nicht nur so von ungefähr ernst nehmen oder sie sogar meistern wollen, sondern sich von ihr sagen lassen, wie die Dinge sind. Wo wir uns dieser Umwertung aller Werte wirklich unterwerfen und Gott wirklich an der ersten Stelle verehren, da ist Glaube und da ist Hoffnung für die unglückliche Welt. Wir benützen so oft das Wort ,, wirklich". Aber es ist eben so: theoretisch wollen wir es so meinen, aber ob wir es so wirklich meinen, das ist die Frage. Aber auch theoretisch tut vieles noch not, denn auch da nehmen wir es meistens nicht mit dem Gott- ist- der- Herr ganz ernst. Erst vor einem solchen Gott, der wirklich der Herr ist, hat eine Rechtfertigung überhaupt Sinn. Nicht ein Gott in der Geschichte, nicht das Göttliche in dem Menschen, sondern Gott der Herr mit seinem überweltlichen( transzendentalen) Gesetz erst da hat Liebe und Rechtfertigung einen Sinn. Und erst da ist die Hoffnung, daß die Anarchie dieser Welt ein Ende findet. - Denn wie auch die Obrigkeit mit ihrer Gewalt, der Staat, ein notwendiges Ding ist, um der Anarchie und der Ungerechtigkeit eine Grenze zu setzen, so gibt es in der Welt keine Gewalt so groß, die die Welt vor dem Verfall, vor der Anarchie retten könnte, wo es an der geistlichen Kraft, an dem Respekt fehlt, die erst der Gewalt den Sinn, den Ernst, die Autorität geben. Ohne diese geistliche Kraft und diesen Respekt wird keine Polizei, keine Gendarmerie, keine militärische Macht das Böse in den Schranken halten können. Der Staat als Diener der Gerechtigkeit, ja 43 des rechtfertigenden Lammes, wird gesegnet seine Funktion ausüben. Des rechtfertigenden, auferstandenen Lammes, das Gott zu seiner Rechten im Himmel gesetzt hat ,, über alle Fürstentümer, Gewalt, Macht, Herrschaft und alles, was genannt mag werden, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen und hat alle Dinge unter seine Füße getan"( Eph. 1, 20-22). Wenn wir gerecht geworden sind durch den Glauben, sc haben wir Frieden mit Gott. Diese unsere heutige, unglückliche Welt weiß aber nichts von einem Frieden. Und doch: es führt zu diesem Frieden Gottes ein Weg, der Weg des Glaubens, und dieser Frieden soll auch in der Welt eine Wirklichkeit werden. Dieser Glaube aber heißt eine Umwertung aller Werte. Das erste wirklich an die erste Stelle zu stellen und so die Ordnung wieder herzustellen, eine vollkommene Umorientierung( metanoein) und ein Wiederherstellen aller Dinge( apokatastasis panton)- das ist der Glaube. Inzwischen sind wir aber ohne Frieden Gottes und ohne jeden Frieden. Eine Unruhe geht durch die Welt. Der Tod steht mit seiner knallenden Geißel hinter den Menschenscharen und das nicht gerade nur in dieser Zeit. Der Mensch spürt seine Anwesenheit hinter seinem Rücken, es schauert ihm, und der Lebenserhaltungstrieb wird wach. Leben will der Mensch, leben und sich ausleben möchte er. Unter der Drohung des Todes sehnt er sich nach einem Leben, das wirklich diesen Namen verdiente, einem Leben, das nicht von dem Tode bedroht ist, nach dem ewigen Leben. Ein ,, carpe diem", ob in feinerer oder gröberer Form, ist das unbewußte Prinzip unseres Lebens. Wir haben keine Zeit für andere Menschen, soweit wir sie nicht für uns selbst brauchen, weil wir zuviel mit uns selbst zu tun haben, 44 Die Zei setzen. konzent Das ma jeder se Irre wie Ein jeg nung, das nich Leben um die Die diese S tive u metaph dämon gibt. Durst. Motive für das sehnt dem auch Leere anzufa ausgest nicht z gessen, was so geben, selbst! des Ap unktion mes, das ber alle es, was sondern er seine Glauben, ge, unn. Und er Weg r Welt Bt eine ie erste stellen, nd ein - das d ohne er Tod nschenMensch schauert en will ter der en, das s nicht 7. Orm, ist keine s selbst haben, Die Zeit muß ausgenützt werden, wir müssen uns durchsetzen. Auf unser eigenes Ich sind wir in unserem Leben konzentriert, um unser Ich kreist unser ganzes Interesse. Das macht das Leben der Menschheit so chaotisch, weil ein jeder sein eigenes Interesse verfolgt. Wir gehen alle in der Irre wie Schafe, ein jeglicher sieht auf seinen Weg( Jes. 53, 6). Ein jeglicher sieht auf das Seine( Eph. 2, 4). Unruhe, Spannung, Nervosität, Hast, Neid, Feindschaft, Haß- und das nicht in unserem individuellen Leben, sondern auch im Leben ganzer Völker, in der ganzen Welt. Ein Kampf um die Zeit. - - Diese Furcht vor dem Tode, dieser Erhaltungstrieb, diese Sehnsucht nach dem Leben, das sind unbewußte Motive unseres Lebens. Es ist besonders dieser unbewußte, metaphysische Durst, der unser Leben sozusagen vergiftet, dämonisiert, unserem Hängen an dieser Welt so eine Kraft gibt. Wohlverstanden, wir sagen ,, unbewußte" Sehnsucht, Durst. Wir wollen nämlich nicht behaupten, daß diese Motive unseres Lebens irgendwie ein Anknüpfungspunkt für das Wort Gottes in unserer Seele bilden. Der Mensch sehnt sich nach Gott und zur selben Zeit flüchtet er vor dem wahren Gott. Und zu derselben Zeit flüchtet er auch vor sich selbst. Es ist eine Leere, eine trostlose Leere in seiner Seele. - - - - - - - Er weiß nicht, was mit sich selbst anzufangen. Seine Hände sind fortwährend nach etwas ausgestreckt. Er kann nicht mit sich allein sein, er kann nicht zu Hause bleiben, er muß hinaus, er sucht ein Vergessen, einen Zeitvertreib, sei es Kino, sei es Tanz oder was sonst von den vielen Dingen, die ihm das Vergessen geben, die ihn von sich selbst erlösen. Nur weg von sich selbst! So spricht die wahre Psychologie durch den Mund des Apostels: Sie wandeln wie die Heiden in der Eitelkeit - - 45 ihres Sinnes, deren Verstand verfinstert ist, und die entfremdet sind von dem Leben, das aus Gott ist, durch die Unwissenheit, so in ihnen ist, durch die Blindheit ihres Herzens, welche ruchlos( abgestumpft, verzweifelt) sind und ergeben sich der Unzucht und treiben allerlei Unreinigkeit samt dem Geiz( Eph. 4, 17-19).- Oder verfallen der ersten Idee, wäre sie auch noch so unvernünftig- in eigenem Sinne des Wortes wenn sie nur mit genug Eifer und Fanatismus vorgetragen wird. Oder dann resignieren sie, geben sich noch im Leben dem Tode preis. - - - - - Todesfurcht, Lebenserhaltungstrieb, Sehnsucht nach dem wirklichen Leben; Unruhe, Spannung, Nervosität, Hast; Neid, Feindschaft, Haß. Keine Zeit und Augen für den Nächsten, Flucht vor sich selbst, Flucht vor Gott. Verzweiflung. Ein jeder auf seinen eigenen verlassenen Wegen. Kein Frieden mit Gott, kein Frieden in der Welt. Das ganze Leben, auch das Leben der Völker untereinander, vergiftet. - - - - sein: keit. nung, hast einer, leiden genon von S Verha Welt begeg habe geger Mitl B - mehr gesch Es muß aber nicht so sein, es soll nicht so sein. Es ist doch alles geschehen, damit es auch anders sein könnte. Wir sind gerecht geworden durch den Glauben, und durch Jesus Christus haben wir Frieden mit Gott, durch ihn haben wir auch Zugang im Glauben zu dieser Gnade. Was heißt aber dieser Glaube? Er heißt sich sagen lassen, wie unglücklich wir sind, abgestumpft, entfremdet von dem Leben, das aus Gott ist, blinden Herzens, der Eitelkeit ergeben. Denn wir wissen es von uns selber aus nicht. - - - Und sich sagen lassen, daß wir dennoch gerecht sind vor Gott, daß wir Frieden mit ihm haben, und daß dies das - Wichtigste ist. Daß uns aus lauter Gnade das gegeben ist, wonach wir uns sehnen, ohne uns dessen bewußt zu 46 Jetzt unser finde chen gebe unse uns d wenn wege zu v wir J nicht groß wohl entfremdie UnHerzens, ergeben eit samt er ersten eigenem fer und signieren ach dem I, Hast; für den - VerWegen. Welt. ereinan- .- Es könnte. en, und t, durch Gnade. gen lasdet von Eitelkeit ber aus sind vor dies das gegeben wußt zu - - sein: Gerechtigkeit, Frieden mit Gott, zukünftige Herrlichkeit. Sei ruhig meine Seele, es ist ein Ende der Spannung, in der du gelebt hast, du kannst dich ausruhen, du hast mehr bekommen als du je erwarten konntest. Als einer, der in Armut und Bitterkeit lebt, vieles Unrecht zu leiden hat, und auf einmal erfährt, daß das alles ein Ende genommen hat: er ist reich geworden, so reich, daß er nie von so etwas träumte. Er ist nicht mehr an diese armen Verhältnisse gebunden, der Weg steht ihm offen in eine Welt, wo es einfacher ist zu leben. Wenn er nun denen begegnet, die ihm so viel Schlechtes getan haben, wie erhaben ist er in dem Moment des Glücks über allen Haẞ gegen sie, wo sein Herz voll Freud und Dankbarkeit, voll Mitleid und Vergebung ist. Das ist der Glaube. - - - - Es heißt: Wir sind nicht mehr gejagt, wir brauchen nicht mehr verbittert und nervös zu sein. Das Wichtigste ist geschehen und wir sind erlöst von uns selber zuerst. - - - - Jetzt haben wir endlich Ruhe und Zeit genug, auch für unsere Nächsten Augen zu haben, an ihnen Interesse zu finden. Jetzt hat unser Leben einen Sinn, und wir brauchen nicht unser Herz dem ersten falschen Propheten zu geben, dem wir begegnen. Jetzt haben wir Zeit genug, unsere Zeit ist Ewigkeit geworden. Jetzt haben wir Zeit, uns die Welt als Schöpfung Gottes dankbar anzusehen, und wenn der Tag für uns nur zwölf Stunden hat, dann deswegen nur, weil wir nicht Zeit genug haben, alle die Freude zu verteilen, alle von unserer Geduld zu überzeugen, die wir haben. - - Jetzt ist das Schwergewicht unseres Lebens nicht in uns, nicht in diesem Leben, nicht in dieser Welt- das ist die große Befreiung. obWir rühmen uns der Trübsale wohl eine Trübsal eben eine Trübsal ist und bleibt- weil - 47 - - wir uns in der Trübsal dieser Befreiung bewußt werden, sie uns durch die Geduld bezeugen können. So bringt Trübsal Geduld, Geduld bringt Bewährung, die Bewährung führt zur Hoffnung. Diese Hoffnung läßt uns aber nicht mit leeren Händen, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz durch den heiligen Geist, welcher uns gegeben ist. - - Hier ist die Kluft zwischen dem uns fremden Akt der Rechtfertigung und unserem Leben, zwischen dem Frieden Gottes und dieser friedlosen Welt überbrückt durch den Glauben. Was in der Rechtfertigung geschehen ist, bringt uns durch den Glauben seine Früchte die Hoffnung als die letzte Frucht.- Glaube und Hoffnung, Geduld in die Bewährung in der Trübsal- die furchtbare Anziehungskraft dieser Welt ist gebrochen. Gebrochen durch die Liebe Gottes, die ausgegossen ist in unser Herz. Unsere Sehnsucht ist gestillt durch den Frieden, der höher ist als alle menschliche Vernunft.- - - Geduld, Bewährung in Trübsal, Hoffnung, Liebe Gottes im Herzen: ist da nicht Grund geschaffen, der wichtigste, um zu verhindern, daß die Verhältnisse dieser Welt so teuflisch sind? In der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit aus der Liebe Gottes, aus dem Frieden Gottes. Ist das realistisch genug gedacht im Angesichte solcher Verhältnisse der Welt, ja auch nur im Angesichte unserer persönlichen Lebensführung? - Auch hier heißt es, um den heiligen Geist zu beten. Wenn wir schon unseren Kindern die Bitten erhören, wieviel mehr gibt unser himmlischer Vater seinen heiligen Geist denen, die um ihn bitten. In dieser Richtung zu schauen, das heißt glauben. Es ist ein unendlicher Unterschied zwischen der Wirklichkeit der Rechtfertigung und der Wirklich48 1 keit d lassen nicht v waren, erden, bringt ührung r nicht egossen ns gekt der Frieden ch den bringt ng als in die chungsrch die Unsere ist als Gottes mtigste, o teuflichkeit as reasse der nlichen beten. , wien Geist chauen, d zwiirklich- keit dieser Welt und unseres Herzens. Und dennoch lassen wir uns den Frieden Gottes nicht rauben, wir wollen nicht verzweifeln. Ist doch Christus, da wir noch schwach waren, für uns Gottlose gestorben. Amen. - 49 K. WALTER PASSIONSANDACHT am 14. März 1945 ( In den sieben Passions predigten des Jahres 1945 wurde jedesmal über ein Kreuzeswort gepredigt.) Johannes 19, v. 28-29: ,, Danach, da Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, spricht er: Mich dürstet. Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und legten ihn um einen Ysop und hielten es ihm dar zum Munde." Man hat wohl zur Frage gestellt, wann das Leiden des Herrn eigentlich seinen Anfang genommen habe: ob in den Augenblicken, da man die Nägel durch seine Hände und Füße schlug, oder da man ihm die Dornenkrone aufs Haupt drückte, und da die ersten Geißelhiebe seinen Leib trafen; ob bereits in seinem blutigen Schweiß, und Todesgrauen in Gethsemane der Beginn seines Leidens gesehen werden müsse oder auch noch viel früher:( menschlich geredet) in der großen Enttäuschung, die er erfuhr, als viele seiner Jünger hinter sich gingen und hinfort nicht mehr mit ihm wandelten. Nein, in Wirklichkeit müssen wir viel, viel weiter zurückgehen, wenn wir den Beginn des Leidens Christi suchen. Sein Leiden begann in der Stunde, da auf Erden Wahrheit wurde, wovon geschrieben steht: ,, Das Wort ward Fleisch." Daß das Wort Fleisch ward, Gottes ewiges Wort, daß Gott sich herniederneigte zu dieser armen Erde, daß er sich selbst entäußerte und Knechtsgestalt annahm, daß Er, Gott selber, Mensch ward und in unser menschliches Wesen einging, in unsere Schwachheit, in unsere Versuchlichkeit, in unsere Krankheit und Schmerzen, in unser Hungern und Dürsten, in unser Müdewerden und Mattsein, in unser Zürnen, unser so Trauer alles, s war da cher, d Kreuz' D wohnt an alle er selb wesen, letzte Christ Götte Schein mane ters V gelitte laut g go perlid herzig war, Es in Ew Jungf ches größte Die ga zählen Seman sonder gescha in sei edesmal ar, daß a stand it Essig Munde." en des in den de und Haupt trafen; Luen in müsse in der Jünger delten. ter zusuchen. ahrheit leisch." Gott selbst selber, ing, in unsere ürsten, unser Trauern und Weinen, in unser Leiden und Sterben, - das alles, sein ganzer Menschenweg von Bethlehem bis Golgatha war damit, daß Gott ihn ging, das Leiden des Herrn ,,, welcher, da er wohl hätte mögen Freude haben, erduldete das Kreuz". ,, Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns." Ja, Er wohnte wirklich unter uns, er wurde einer von uns; er hat an allem teilgehabt, es ist ihm nichts erspart geblieben und er selbst hat sich nichts erspart, was das tiefste Menschenwesen, den schweren Ernst des Menschenlebens, ja die ganze letzte Fragwürdigkeit aller menschlichen Existenz ausmacht. Christus ist nicht als ,, ein Gott" oder ein Halbgott, ein Göttersohn über diese Erde gegangen, der etwa nur einen Scheinleib trug und der nur zum Schein litt und der Gethsemane und Golgatha als Schlußakte eines kollossalen Theaters vor der Welt aufführte; nein, Christus hat wirklich gelitten, Christus hat wirklich vor Schmerzen geschrien, laut geschrien in der Qual, ihn hat wirklich gedürstet, körperlich gedürstet, da er als ein Festgenagelter die Barmherzigkeit der Menschen anrief und bat: ,, Mich dürstet!" - Es geschah des Vaters Wille, welchem Christus gehorsam war, als Er, welcher wahrhaftiger Gott war, vom Vater in Ewigkeit geboren, nun als wahrhaftiger Mensch, von der Jungfrau Maria geboren, als des Vaters ewiges Wort, welches Fleisch geworden war als der am Kreuze die größte Qual des Menschenleibes auf sich nahm und durchlitt. Die ganze Passionsgeschichte, wie die Evangelien sie uns erzählen, ist ja doch erfüllt von der Kunde, daß da in Gethsemane und auf Golgatha nicht etwas von ungefähr geschah, sondern daß nichts anderes, nicht weniger und nicht mehr, geschah und überhaupt geschehen konnte, als was der Vater in seinem heiligen Ratschluß ersehen hatte, und wovon die SI Schrift geweissagt hatte. Das mußte geschehen, die Schrift. mußte erfüllt werden, erfüllt werden bis in ihre Einzelheiten hinein. ,, Meine Kräfte sind vertrocknet wie eine Scherbe, und meine Zunge klebt an meinem Gaumen, und du legst mich in des Todes Staub"( Psalm 22, v. 16); des Vaters Wille mußte vollbracht werden, welcher seinen eingebornen Sohn opfern wollte zur Rettung der verlorenen Welt. Darum mußte Christus auf sich nehmen und durchtragen das Leiden des Fleisches und den Kelch des Leidens bis zum Grunde trinken. Darum hat er auch den Betäubungstrank, der ihm unmittelbar vor der Kreuzigung gereicht wurde, abgelehnt: er wollte die ihm vom Vater befohlene Menschenqual nicht in einer gnädigen Betäubung versenken, er durfte und er wollte sich nichts ersparen, was selbst im äußersten Falle wohl einmal Menschsein heißen könnte, auch hier gebührte ihm, wie einst in der Taufe durch Johannes, alle, ja alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Aber nachher, am Kreuze in seiner äußersten Qual, und da er wußte, daß schon alles vollbracht war, des Vaters Wille getan und die Schrift erfüllt und die Schatten des Todes nahegerückt, da durfte er an der Barmherzigkeit teilhaben, die auch sonst der gequälten Kreatur gegönnt wurde: ,, Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und legten ihn um einen Ysop und hielten es ihm dar zum Munde." Und er nahm den Essig. So erfüllte in allem der Sohn den Willen des Vaters. Das aber war der Wille des Vaters, daß das Wort Fleisch ward, wirklich Fleisch. Gott, der da wohnt in einem Licht, da niemand zukommen kann, wäre in seiner unnahbaren Heiligkeit und Gerechtigkeit uns ewig fern und fremd geblieben; darum kam er in seinem Sohne zu uns auf die Erde und wohnte unter uns und wurde einer von uns, unser 52 Bruder den, a prieste „ auf d heiten, Sünde hat Go So Christ sich schwie unsere mit d unser der T der Q Mund letzter ist C Größe und v selige auch nomm nichts Not, Kreat dürste uns u würd Ja gar n Schrift elheiten Scherbe, du legst ; Vaters ‚ebornen . Darum s Leiden Grunde der ihm gelehnt: ıal nicht und er en Falle gebührte ‚ja alle in seiner allbracht und die :r Barm- Kreatur Sie aber ım einen er nahm illen des ‚t Fleisch m Licht, nahbaren remd ge auf die ‚ns, unser Bruder, und„mußte allerdinge seinen Brüdern gleich wer- den, auf daß er barmherzig würde und ein treuer Hoher- priester vor Gott, zu versöhnen die Sünden des Volkes“; „auf daß er Mitleiden haben könnte mit unseren Schwach- heiten, ist er versucht allenthalben gleich wie wir, doch ohne Sünde“; auf daß er„der Herzog unserer Seligkeit‘“ würde, hat Gott ihn durch Leiden vollkommen gemacht. So ging als unser Bruder, der unser Heiland wurde, Christus den Weg, der auch unsere Füße müde macht, mühte sich mit der Arbeit, die auch unsere Hände schmutzig und schwielig und blutig werden läßt, litt unsern Hunger und unseren Durst, unsere Müdigkeit und Erschöpfung, trug sich mit der Sorge und Not, Enttäuschung und Angst, die auch unser Herz unruhig und wund macht, mit dem Schmerz und der Traurigkeit, die auch unsere Augen übergehen läßt, mit der Qual, die auch unseren Leib sich aufbäumen und unsern Mund schreien läßt, mit der letzten Not, die auch unsern letzten Seufzer entschwinden macht. In diejenige letzte Tiefe ist Christus für uns hinabgestiegen, wo alle menschliche Größe und Herrlichkeit und Großartigkeit längst zu Ende und vergangen ist, wo kein großes, feines Wort, kein schöner, seliger Klang mehr gehört, kein großer, herrlicher Gedanke, auch kein„religiöser Gedanke“, mehr vernommen, aufge- nommen, angenommen wird, wo der Mensch nichts, gar nichts anderes mehr ist als der Mensch einfach in seiner Not, der getretene Wurm, die in der Qual sich windende Kreatur, die nichts anderes mehr weiß als dies:„Mich dürstet“,— in diese letzte Menschentiefe ist Christus für uns und mit uns hinabgestiegen, auf daß er unser Heiland würde und ein treuer Hoherpriester vor Gott. Ja, nun kann er unser Heiland sein; nun ist ihm nichts, gar nichts Menschliches fremd. Nun wissen wir, daß wir uns 2 wirklich an ihn halten können, wenn der Sturm des Lebens und die Wogen der Welt über uns gehen, wenn die Angst der Kreatur uns ergreift, wenn Krankheit und Leiden und einmal die Not des Sterbens über uns fällt. Es gibt Tiefen und Dunkelheiten, und gerade die tiefsten Tiefen und die dunkelsten Dunkelheiten sind es, in die wir ganz allein hinein müssen, in die uns im Grunde kein Mensch mit hineinfolgen kann, in denen uns selbst die vertrauteste und liebste Hand loslassen muß, in denen wir furchtbar allein, in letzter Einsamkeit sind und sollen wissen, daß wir nun doch nicht allein sind, daß Einer uns auch bis dahin folgt und tröstend, stärkend zu uns spricht: ,, Ich weiß!": der, der einst am Kreuze rief: ,, Mich dürstet!", Gott, der zu uns in unser Fleisch kam. Zu dem dürfen wir in letzter Not der Sünde und des Sterbens, wo alles aufhört und zerbricht, rufen: ,, Komm, Herr Jesu!" - Matthias Claudius schreibt einmal in seiner schlichten christlichen Frömmigkeit( ich sage die Worte nur ungefähr, wie ich sie noch im Gedächtnis habe): ,, Wer in seinem Leben und in seinem Sterben des Herrn Christus meint entraten zu können, der muß zusehen, wie er ohne ihn auskommen kann. Du und ich, wir können das nicht und wollen es auch nicht. Wir brauchen einen, der uns hält und trägt, weil wir leben, und der uns die Hand unters Haupt legt, wenn wir einmal zum Sterben kommen. Und das kann er überschwenglich nach dem, was von ihm geschrieben steht." So etwa schreibt der Wandsbecker Bote. Wir aber sprechen: ,, Amen. Ja, komm, Herr Jesu!" Amen. Hatte liebe B sein En durch d erreich gelien, ferner gleiße gang dem Höher E die sat sehen neben Die e nie ir den. mag diese nur g binne 54 ᎠᎴ wieder der St durch sein b Lebens Le Angst den und Tiefen und die z allein thineind liebste n letzter un doch lgt und Her, der u uns in Not der erbricht, chlichten ngefähr, m Leben entraten kommen es auch weil wir enn wir chwengDer spreHORST THURMANN, Euskirchen DAS BLEIBENDE WERK Passionsandacht am 21. März 1945 Joh. 19, 30 Hatte mit der Ankunft unseres Herrn auf Golgatha, liebe Brüder, das prophetische( d. h. lehrhafte) Amt Christi sein Ende gefunden, so sollte nun das hohepriesterliche Amt durch die Selbstopferung des Gottessohnes seinen Höhepunkt erreichen, hier auf diesem Hügel. Wir wissen aus den Evangelien, wie mit dem gehorsamen Ja zur Sündertaufe, wie ferner mit der den Kreuzesweg wählenden Ablehnung der gleißenden Angebote des Teufels der hohepriesterliche Opfergang bereits seinen Anfang genommen hatte. Doch es war dem Kreuzestod vorbehalten, das Erlösungswerk auf den Höhepunkt zu führen, ja noch mehr zu seiner Vollendung. - ,, Es ist vollbracht." Kein Mensch, liebe Brüder, kann ja die satanische Tiefe der Anfechtung, das Auf- sich- zukommensehen der ganzen Hölle ermessen, was alles unser Herr neben den körperlichen Qualen am Kreuz zu erdulden hatte. Die entsetzlichsten Anfechtungen sonstiger Christen können nie irgendwie in Vergleich gesetzt werden zu diesen Stunden. Denn die Last der Sünde der Welt zu ermessen, vermag nur der Sündlose, und Er war der einzige, der über diese Erde sündlos ging. So können wir das Leiden Christi nur glauben und gläubig als für uns geschehen mit Dank hinnehmen. Doch das tut ja nun die Gemeinde. Und sie wird immer wieder so viel Kraft haben, als sie sich schenken läßt in der Stille unter dem Kreuz. Und die Gemeinde wird durch den Hl. Geist geleitet auch stets erneut ergriffen - sein beim Betrachten der Kreuzesstunden. - 55 دو , Wer hat dich so geschlagen, Mein Heil, und dich mit Plagen So übel zugericht'...?" ,, Ich grüße dich am Kreuzesstamm, Du hochgelobtes Gotteslamm-- ,, Der am Kreuz ist meine Liebe, Meine Lieb' ist Jesus Christ - Und es weicht für die Liebe der Gemeinde zu ihrem Herrn, dessen Leiden sie von ferne zu folgen sucht, eine Last vom Herzen, wenn sie nun endlich aus dem Munde Jesu selbst es erfährt, daß Seine Qual ein Ende erreicht hat. ,, Es ist vollbracht." Die gehorsame Bejahung des Vaterwillens hat nun nicht mehr das unerbittliche Nein der Menschen zur Folge. Der Haß der Welt und Unterwelt hat sich ausgetobt. Die Schrift ist erfüllt. Das Leiden ist beendet. Doch so sehr auch uns Wartenden das Wort des Herrn als psychische Erleichterung, gleichsam als Lösung der Spannung in einem Drama, dienen könnte, es soll noch mehr mit ihm gesagt werden:„ Es ist zum Ziel gebracht."( So wörtlich übersetzt.) Die Aufgabe ist durchgeführt. Entscheidend ist eben nicht, daß wir über Christus beruhigt werden, wenn wir das Ende Seiner Qual feststellen dürfen. Entscheidend ist vielmehr, daß Christus uns beruhigt vom Kreuz aus: ,, Es ist vollbracht." Das Erlösungswerk, das auch dich retten soll, ist vollendet. Die ganze Paradoxie der Erscheinung des Gottessohnes auf der Erde kommt vielleicht in keinem Augenblick, in keinem Wort und keiner Situation schneidender zum Ausdruck als in diesem Wort des Herrn am Kreuz. Wo die gottlose Menschheit unter dem Kreuz triumphiert, daß nun endlich der Störenfried beseitigt ist, wo die Jünger halt- los fliehen im Anblick des offensichtlichen Zusammenbruchs dieses ja wo Verhäl mein Ganze weisen bracht. Da Wort mut m ja abe allem W Mens sein, nach Werk, ,.Ihr sicht s wir a uns, die zusan lich Geme rühm U oder eines Konz Leben Gott 56 Herrn, ast vom u selbst ,, Es ist Mens hat Chen zur sgetobt. s Herrn er Spanch mehr t."( So Estus beststellen uns belösungsessohnes blick, in m AusWo die daß nun ger haltenbruchs dieses Propheten, den man dort für den Messias hielt,- ja wo der Herr selbst in gräßlicher Qual das zerstörte Verhältnis zu Gott, Seinem Vater, beklagt:„ Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?", wo das Ganze wie die Einzelheiten nur auf eine Katastrophe hinweisen, da spricht es sterbend der Christus aus: ,, Es ist vollbracht." Das Werk ist vollendet. - - Das Werk ist vollendet. Nur einer konnte solch ein Wort aussprechen, ohne daß auch ein Unterton von Hochmut mitgeschwungen hätte, nicht im ausgesprochenen Wort, ja aber auch nicht im Tiefsten der Seele. Er war rein von allem Hochmut, frei von Sünde. Wie so anders ist doch da vom Kreuz her gesehen der Mensch! Wir Menschen wollen stets unsere eigenen Herren sein, und da verlangt voller Stolz unser Herrentum auch nach dem eigenen Werk, das wir geschaffen haben, unserem Werk, das wir geschaffen haben. Das Schlangengeflüster: Ihr werdet sein wie Gott" hat tatsächlich in einer Hinsicht seine entsetzliche Verwirklichung erfahren: Der Mensch, wir alle, tragen seitdem ein Stück Schöpfer- sein- wollen in ein Säkularismus, der in seiner Emanzipation einst die Sintflut, dann das Auseinanderbrechen des Völkerzusammenhanges am Babelturm mit sich brachte, der schließlich den Gog und Magog am Ende der Zeiten gegen die Gemeinde Gottes führen wird. Das eigene Werk, stolz rühmt es der Mensch. uns, - - sagen wir nun - Unser Geschlecht hat den Vorzug oder Fluch, Zeuge zu sein eines gewaltigen Aufbegehrens, eines Titanismus, wie ihn jedenfalls die Moderne in dieser Konzentration noch nicht erfuhr. Der Mensch gestaltet sein Leben selbst, sein ganzes Volk, ja ganze Völker; er braucht Gott nicht, kann ihn auch gar nicht ertragen. Der Mensch 57 steht fest auf der Erde und sieht wie sein Werk wächst. Er ruht nicht, bis wieder ein Abschnitt erreicht ist, und weiß dann nicht genug seinen Geist zu rühmen, seine Kraft, seinen Willen. Und dann geschieht das Entsetzliche, das auch nur in Erwägung zu ziehen schwerstes Delikt war: Das Werk gerät ins Wanken, das Werk stürzt zusammen, und der Mensch stürzt mit ihm. Der Titan wird irre an sich und am Leben. Und wenn ihm das leibliche Leben bleibt, so bleibt ihm auch dies Irregewordensein als ein permanentes Irresein. Sein Leben ist nur noch Vergangenheit. Im Wahnsinn endet der Titan sein Werk. - ― Doch wir haben Grund genug, nicht nur auf die andern zu blicken. Das Schöpfer- sein- wollen des Menschen haftet eben uns allen an. Ist es nun der Stolz auf die Familie, die, gesund und in gutem Geiste erzogen, uns Ehre macht, ist es der Stolz auf unsere" Gemeinde, bei der wir allzuleicht vergessen, daß Christus selbst der Erzhirte Seiner Herde sein will, ist es der Stolz auf unsere Predigten, die wir gerne als geistiges Produkt in der Reihe der menschlichen Kulturschöpfungen aufgeführt sähen, wo sie doch bestenfalls durch den Hl. Geist gewirkt sind, wenn sie nicht menschliches Machwerk bleiben, ist es schließlich der Stolz auf unsere Gewandtheit oder Brutalität oder sonstige Unverschämtheiten, dank deren wir uns im Leben Geltung zu verschaffen vermögen, oder gar der Stolz auf unsere pharisäische Frömmigkeit, wir müssen uns die Augen öffnen lassen für das Urteil Gottes, das über unserem Schöpfersein- wollen ausgesprochen ist: ,, Wenn ihr von diesem Baume esset, werdet ihr sterben." - - Ja, der Mensch vergeht, doch nicht nur das: er verfällt. dem Gericht, und sein Werk, das er für vollendet sieht, zerbricht, zerfällt zu Staub, wird vernichtet. 58 We noch ku ner, Did tet nich eine der politisch meine Karken wie D es mit Weishe und ih wohne die V zusam da kei piepst. verging des Sta „ E geführ ohne ist, de Herr, nug, höht allen De demüt dem C das e größte wächst. t, und Kraft, ne, das It war: ammen, irre an Leben in perenheit. andern haftet die, die, cht, - allzuSeiner digten, mensche doch e nicht er Stolz ge Unung zu e phaöffnen höpferBaume verfällt sieht, - - Wer kennt heute z. B. daß wir als Kreuzesgemeinde noch kurz bei diesem Gedanken verweilen die Staatsmänner, Dichter und Denker der Inkakulturen? Oder was bedeutet nicht das assyrische Reich! Jesaja karikiert Kap. 10 ff. eine der assyrischen Prunkreden, die die ganze militärische und politische Schlagkraft jener Groß macht widerspiegelt: ,, Sind meine Fürsten nicht allzumal Könige?! Ist nicht Kalno wie Karkemis?, ist Hamad nicht wie Arnad?, ist nicht Samaria wie Damaskus?!"( Alles unterworfene Reiche!) ,, Ich habe es mit meiner Hände Kraft ausgerichtet und durch meine Weisheit, denn ich bin klug; ich habe die Länder verteilt und ihr Einkommen geraubt und als ein Mächtiger die Einwohner zu Boden geworfen, und meine Hand hat gefunden die Völker wie ein Vogelnest, so daß ich habe alle Lande zusammengerafft, wie man Eier aushebt, die verlassen sind, da keines eine Feder regt oder den Schnabel aufsperrt oder piepst." So betrachtete Assur sein Werk als vollbracht und verging, und alle menschliche Herrlichkeit geht den Weg des Staubes mit ihm. دو ,, Es ist vollbracht!" Das Werk ist vollendet, zum Ziel geführt. Sterbend spricht es der Gottessohn aus. Er tut das ohne Stolz, er kennt nicht Anmaßung. Denn seine Speise ist, des Vaters Willen zu tun. Er ist nicht Sein eigener Herr, obwohl der Herr aller Herren. Es ist ihm genug, gehorsam zu sein. Darum hat Ihn auch Gott erhöht und hat Ihm einen Namen gegeben, der über allen Namen ist." Der nicht sein eigenes Werk vollbrachte, indem Er in demütigem Gehorsam nur Seine Aufgabe zum Ziel führte, dem Christus Gottes, wird es vom Vater geschenkt, daß Er das einzig bleibende Werk vollbringt, das zugleich das größte aller Werke ist. 59 Trotz des Hohnlachens der Feinde, trotz der Verzweiflung der Jünger, ja trotz des Notrufes aus der eigenen gequälten Brust vollbringt der Heiland das entscheidende und bleibende Werk aller Zeiten. Durch Ihn werden Sünder Gotteskinder, durch Ihn wird der Schlange der Kopf zertreten, durch Ihn wird der Äon der Königsherrschaft Gottes eingeleitet und zum Siege geführt. Was kann für solche Liebe dir, Herr Jesu, ich wohl geben? Ich weiß und finde nichts an mir, Doch nimm mein ganzes Leben macht die Ge Mensch verfäll und da Schrift keit de hören, dennoc Die E wird d Zu eigen dir Und laß mich hier Von deinem Dienst nichts treiben, Auch nach der Zeit in Ewigkeit In deiner Liebe bleiben. ,, Es ist vollbracht." Es ist zum Ziel geführt. Vielleicht das hoheitsvollste Kreuzeswort, wenn man überhaupt einen Vergleich anstellen darf. Jedenfalls weist das Wort des Herrn hinaus über das Amt, mit dem Er eigentlich Seine Erdentätigkeit beschließen sollte, das hohepriesterliche Amt. Es leuchtet in ihm bereits auf das königliche Amt, das mit der Erhöhung von der Erde erst seinen eigentlichen Anfang nahm, um mit der einstigen Übergabe an den Vater, am Ende der Zeiten, in die Hoheit Gottes endgültig aufgenommen zu werden. Das Trostwort an den Schächer wie auch dieses Kreuzwort sind bereits diktiert von dem Vollmachtsbewußtsein, wie es dem König Christus eigen ist. Dem König der Könige. - Das Ziel ist erreicht, das Werk vollendet. Allerdings, liebe Brüder, bleiben Fragen offen; und wie die Tränen des Herrn über Jerusalem nicht ungeschehen ge60 wird d gründ woller lichkei Liebes Liebe durch lanthro Erbsi sten T Di daß d meind sie jau hat zu her. L Das H und fr Die s die Ge Lockr erzweifnen gende und Sünder opf zerGottes ielleicht ot einen ort des h Seine me Amt. das mit Anfang ter, am aufgeher wie m Vollgen ist. und wie then gemacht werden können in alle Ewigkeit, so wird auch für die Gemeinde das Bewußtsein bleiben, daß nur ein Teil der Menschheit gerettet wird, daß ein Teil der Verdammnis verfällt, dem anderen Tode ,,, da der Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht verlöscht"( Mk. 9, 44). Es heißt die Schrift außer acht lassen, will man sich über die Wirklichkeit der Verdammnis hinwegsetzen. Wir müssen es vielmehr hören, daß trotz dieser Wirklichkeit des ,, anderen Todes" dennoch der Herr es aussprechen kann: ,, Es ist vollbracht." Die Erlösung ist dennoch zu ihrem Ziel geführt, und Gott wird dennoch eines Tages sein alles in allem. Und alle Welt wird dann erkennen, daß Gottes Weisheit und Gottes unergründliche Liebe so gehandelt hat und nicht anders. Wir wollen uns nicht erdreisten, mit unserer verderbten Begrifflichkeit von Liebe zu Gott und dem Nächsten Gottes eigenes Liebeshandeln messen oder gar richten zu wollen. Was Liebe ist, weiß nur Gott und kann nur Gott uns lehren durch die Schrift im Hl. Geist. Unsere Humanität und Philanthropie können sich nie erheben über die Tatsache der Erbsünde, die ja auch der Gemeinde anhaftet bis zum Jüngsten Tage. Die Erlösung ist dennoch vollbracht. Es ist uns genug, daß der Herr es ausspricht. Und Er spricht es aus, der Gemeinde zum Trost. Und die Gemeinde hört es, wird froh; sie jauchzet über die Stimme des Erzhirten, Und wer Ohren hat zu hören, der höre. Das Heil wird angeboten vom Kreuz her. Lassen wir doch alle gnostischen Spekulationen beiseite! Das Heil ist auch für dich da. Laßt uns doch das nur hören und freudig ergreifen! Jesus Christus, der Erlöser und Herr! Die sog. Erwählungslehre ist nichts als Trostbotschaft für die Gemeinde, an alle, die Ohren haben zu hören, sie ist Lockruf an die Herde, die sich gerade dadurch ausweist als - 61 Herde des Heils, daß sie auf die Stimme des guten Hirten hört und sich Seiner Stimme freut. Somit ist nun die Frage an dich gerichtet, ob du dich auch dieses Herrn freust. Möge es dir geschenkt sein! - Gehen die gewaltigen Leistungen der selbstherrlichen Menschen zugrunde, der Herr schaffte am Kreuz das bleibende Werk. Nun sei es am Schluß im Lichte des Kreuzes noch ausgesprochen, daß auch im Blick auf das zur Erde Gehörige die Klage über den Zusammenbruch alles Irdischen nicht das Letzte zu sein braucht. - Jeder reife Mensch hat ja das Bestreben sofern er nicht einer besinnungslosen Triebhaftigkeit verpflichtet ist, in seinem Leben ein bleibendes Werk zu schaffen. Wo er da nun auf das Fleisch sät, wird er vom Fleisch das Verderben ernten. Sehr modern ist, das Fortleben in der Familie als Lebenssinn zu entwickeln. Ein anderer erstrebt unsterblichen Ruhm, sei es als Kulturschaffender, sei es als Sport- oder Kriegsheld. Dort wo alle weltimmanenten Werte, ob materieller oder ideeller Art, vergehen, fragt der Nachdenkliche schließlich nach dem, was bleibt. Wir kennen da als Beispiel das Wort des alten Napoleon auf St. Helena. Vor seinem Auge läßt er die große Reihe eines Alexander, Cäsar usw. vorübergehen und stellt fest, daß sie alle verweht sind, daß allein das Reich der Liebe Christi ständig wachse und zunehme. - Und hiermit ist durch einen neutralen Beobachter tatsächlich hingewiesen auf die einzige menschliche Möglichkeit zu einem bleibenden Werk. Was zum Werk Christi gehört, bleibt. Gemeint sind damit gewiß nicht Werke des Menschen. Gemeint sind erst recht nicht Werke, die der Mensch dem Erlösungswerk Christi beifügen konnte. Die Leiden die der Apostel Kol. 1, 24 erwähnt, sind nicht Erlösungs62 leiden, zwar H zu neh mit zu Phil. I, Jesus C Die Fr den sie aller d an und Er wir es nich „ D Geduld heit" wird, dem E sich mi sinnvol bende So 1 an sein laßt un und ve unseres bracht | Hirten ie Frage© t. Möge errlichen las blei- Kreuzes ur Erde rdischen fern er\ et ist, ‚Wo er las Ver- der Fa- rebt un- i es als anenten n, fragt — Wir|| eon auf he eines| est, daß » Christi ıter tat- glichkeit ; gehört, es Men-| Mensch| Leiden| Jösungs| | leiden, sondern Nachfolgeleiden, die die Gemeinde— und zwar hervorragende Glieder in ihr besonders— auf sich zu nehmen hat. Aber eben diese Nachfolgeleiden gehören mit zu den Werken Christi, die bleiben. Sie gehören zu den Phil. 1, ır erwähnten„Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesus Christus geschehen, in euch zu Ehre und Lobe Gottes“. Die Früchte wirkt also Jesus Christus selbst, dennoch wer- den sie bei»ns gesucht. Das ist die bleibende Dialektik aller christlichen Ethik, theologisch unlösbar. Daß wir Ihn an und in uns wirken lassen, darauf kommt es an. Und was Er wirkt, das bleibt auch, wenn die Wertskala der Welt | es nicht kennt. „Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, | Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keusch- \ heit“(Gal. 5/22). Was aus und in diesem Geiste gewirkt wird, bleibt, denn es gehört dem Werke Christi an, über dem Er am Kreuz Sein„Es ist vollbracht“ ausspricht. Und sich mit diesen Früchten beschenken zu lassen, heißt, ein sinnvolles Leben leben. Denn am Kreuz ist die einzige blei- bende Sinngebung unseres Lebens. So laßt uns Jesum lieben, der für uns starb und uns an seinem Werk Anteil nehmen ließ. Laßt uns Ihm danken, ‚ laßt uns Ihn preisen: Wir wollen auch von Ihm uns trösten und verbinden lassen, denn auch über der Rätselhaftigkeit unseres Lebens darf stehen Sein königliches„Es ist voll- | bracht“. Lukas 10-17, 20. S. R. SMILDE, Holland FREUET EUCH! Die Siebzig aber kamen wieder mit Freuden und sprachen: Herr, es sind uns auch die Teufel untertan in deinem Namen. Er sprach aber zu ihnen: Ich sah wohl den Satan vom Himmel fallen wie ein Blitz. Sehet, ich habe euch Macht gegeben, zu treten auf Schlangen und Skorpione, und über alle Gewalt des Feindes, und nichts wird euch beschädigen. Doch darin freuet euch nicht, daß euch die Geister untertan sind. Freuet euch aber, daß eure Namen im Himmel geschrieben sind. Der Herr Jesu hatte die Siebzig ausgesandt je zwei und zwei vor ihm her in alle Städte und Orte, da er wollte hinkommen. Gehet hin! Siehe, ich sende euch als die Lämmer unter die Wölfe, scheinbar wehrlos also, so wie immer die Zeugen Christi wehrlos stehen einer Welt von Macht und Gewalt gegenüber. Und in diese Welt bringen sie die Botschaft, welche sehr groß ist und herrlich; das Reich Gottes ist nahe zu euch gekommen. Aber gerade diese Botschaft, weil sie Botschaft Gottes ist, weil sie die Kräfte Gottes in die Welt hineinträgt, ruft wach die Kräfte des Satans. Aber - das Evangelium ruft die dämonischen Kräfte auf, um sie niederzuschlagen. Und so kommen die Siebzig zurück, begeistert, dankbar und vielleicht sogar etwas.stolz: ,, Herr, es sind uns auch die Teufel untertan in deinem Namen." Die Teufel, die gerade in dieser Zeit, in diesen Tagen, in denen die Kräfte des Reiches Gottes offenbar wurden, besonders in die Besessenen fuhren. Wo Gottes Reich sich offenbart, offenbart sich ja auch der große Gegner Satan. Aber - 1 - wo Gottes Reich sich offenbart, gehen die Teufel unter er ist ein geschlagener Feind. 64 Das fallen, Das starke C den Jes doch: se der den Und Feind d Welt h neue W sehen is Seh die Zeic Jetz schaft b Sionen; ner in Doc eu freut freuet sind. unserer Siegt in Ja, Jesus freuen gerade Arbeit Un Da deinen en: Herr, Himmel n, zu treewalt des rtan sind. eben sind. zwei und ollte hin Lämmer mmer die acht und die Botch Gottes Botschaft, Gottes in ans. Aber uf, um sie g zurück, z: ,, Herr, men." Die in denen besonders offenbart, -. Aber unterDas ist es, was Jesus sagt:„ Ich sah wohl den Satanas fallen, vom Himmel fallen wie ein Blitz." Das dürfen also die Zeugen Christi wissen: der große starke Gegner ist niedergeschlagen, das ist ein großer Trost, den Jesus gibt. Macht hat er zwar noch, der Satan, aber doch: sein Reich ist abgetan, es sind die Zuckungen eines, der den Todesstich bekommen hat. Und diese frohe Botschaft: Satan ist ein geschlagener Feind des Königreiches und der Königskinder, geht in die Welt hinein mit Zeichen, Zeichen, die hinweisen auf die neue Welt, worin von Satans Macht gar nichts mehr zu sehen ist. - Sehet, ich habe euch Macht gegeben- das war notwendig; die Zeichen mußten da sein besonders in den ersten Zeiten. Jetzt sind sie weniger geworden, anders aber die Botschaft bleibt für alle Zeugen für uns und für unsere Missionen; der Satan ist gefallen, gefallen ist unser größter Gegner in der Arbeit im Reiche Gottes. Doch dann - sagt - der Herr noch was anderes dazu: darin freut euch nicht, daß euch auch die Geister untertan sind freuet euch aber, daß eure Namen im Himmel geschrieben sind. Dürfen wir uns nicht freuen, wenn wir sehen in unserer Arbeit, daß der Satan geschlagen wird? Wenn Jesus siegt in Menschenherzen? - - Ja, ja natürlich aber worüber freuen wir uns? Über Jesus und seine Kräfte? Um seinetwillen allererst? Oder freuen wir uns vielleicht über unsere Erfolge? Daß soviele gerade unsere Predigt hören wollen. Und daß durch unsere Arbeit viele in ihrem Glauben gestärkt werden? Unsere Erfolge, das ist die Gefahr. Dann sagen wir schon: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt, haben wir nicht in deinem NaS 65 men Teufel ausgetrieben, haben wir nicht in deinem Namen viele Taten getan? Freue dich nicht, denn es ist möglich, daß der Herr zu dir sagt: Ich habe dich noch nie erkannt, weiche von mir, du Übeltäter... Es ist, meine Brüder, wunderschön, es ist eine Ehre, es ist Gnade, die Botschaft vom Reich Gottes predigen zu dürfen, es ist herrlich, zu sehen, daß Menschen auf die Botschaft hören, Gottes Botschaft, die wir bringen dürfen, aber es ist lebensgefährlich vergessen wir uns selbst nicht es soll kein Spiel werden... darin freut euch nicht... Freut euch aber, selber Kinder des Königreichs zu sein, um so die Botschaft zu bringen. - - Es ist ein Wunder, daß Jesus Christus durch meine Arbeit die Geister austreibt und in Menschenherzen sich selber Wohnung macht, so daß deren Namen im Himmel geschrieben sind. Aber auch für mich, gerade für mich Arbeiter im Reich Gottes, bleibt das größte Wunder doch immer noch, daß mein Name geschrieben ist im Himmel. Lukas „ Und Pilatus finden dem K Pilatus antwor Hoben Mensch regt, d Lande Da ab Und al übersa Jerusal denn e gehört Und e Hohen ihn ha verspo wieder Freund Es is als spielt dische ten h Volk Hoch det 66 spric Namen Herr zu von mir, ön, es ist ottes preschen auf gen düruns selbst nicht... = zu sein, meine Arich selber geschriebeiter im mer noch, K. WALTER PILATUS Frühandacht am 28. März 1945 Lukas 23, v. 1-12. Und der ganze Haufe stand auf, und sie führten ihn vor Pilatus und fingen an, ihn zu verklagen, und sprachen: Diesen finden wir, daß er das Volk abwendet und verbietet, den Schoß dem Kaiser zu geben, und spricht, er sei Christus, ein König. Pilatus aber fragte ihn und sprach: Bist du der Juden König? Er antwortete ihm und sprach: Du sagst es. Pilatus sprach zu den Hohenpriestern und zum Volk: Ich finde keine Ursache an diesem Menschen. Sie aber hielten an und sprachen: Er hat das Volk erregt, damit, daß er gelehrt hat hin und her im ganzen jüdischen Lande und hat in Galiläa angefangen bis hierher. Da aber Pilatus Galiläa hörte, fragte er, ob er aus Galiläa wäre. Und als er vernahm, daß er unter des Herodes Obrigkeit gehörte, übersandte er ihn zu Herodes ,, welcher in den Tagen auch zu Jerusalem war. Da aber Herodes Jesum sah, ward er sehr froh; denn er hätte ihn längst gern gesehen; denn er hatte viel von ihm gehört und hoffte, er würde ein Zeichen von ihm sehen. Und er fragte ihn mancherlei; er antwortete ihm aber nichts. Die Hohenpriester aber und Schriftgelehrten standen und verklagten ihn hart. Aber Herodes mit seinem Hofgesinde verachtete und verspottete ihn, legte ihm ein weißes Kleid an und sandte ihn wieder zu Pilatus. Auf den Tag wurden Pilatus und Herodes. Freunde miteinander; denn zuvor waren sie einander feind." Es ist nicht ohne Belang, sich klarzumachen, daß Jesus, als ein politischer Verbrecher hingerichtet worden ist. Es spielt dabei keine Rolle, daß die Hohenpriester und das jüdische Volk ihn im Ernst garnicht für einen solchen gehalten haben, ja daß selbst Pilatus ihn nicht dafür gehalten hat. Volk und Hohepriester stempeln ihn jedenfalls als einen Hochverräter: ,, Diesen finden wir, daß er das Volk abwendet und verbietet, den Schoß dem Kaiser zu geben, und spricht, er sei Christus, ein König", und als einen politischen 67 Unruhestifter und Landfriedensbrecher: ,, Er hat das Volk erregt damit, daß er gelehrt hat hin und her im jüdischen Lande und hat in Galiläa angefangen bis hierher". Unter sich haben die Männer des Hohenrates auf Gotteslästerung erkannt( das meinten sie ernst!) und haben unter sich auf Grund des angeblichen Tatbestandes der Gotteslästerung das Todesurteil gesprochen. Vor Pilatus aber, d. h. vor der römischen Obrigkeit, die allein die Befugnis hatte, das Todesurteil zu bestätigen und zu vollstrecken, mußten sie, um das zu erreichen, diese ganze vertrakte, höchst difficile Angelegenheit ins Politische drehen. Pilatus scheint das auch zu durchschauen:„ Ich finde keine Ursache an diesem Menschen". Aber als er dann Jesus zur Kreuzigung überantwortete, da war inzwischen kein anderer als eben der politische Gesichtspunkt in Erscheinung getreten. Ich weiß nicht, ob Pilatus ein Verhandlungsprotokoll zu führen und eine Urteilsbegründung zu geben verpflichtet war; aber wenn es so war, dann muß Jesus dort als ein politischer Verbrecher gestanden haben. Darauf kommt es schließlich auch hinaus, wenn die Welt die Gemeinde verfolgt. Die Kirche, wenn sie rechte Kirche Jesu Christi ist, tut der Welt nichts Böses an, die Welt findet keine Ursache an ihr. Aber sie ist in der Welt eine Fremde, und als eine Fremde in der Welt, der man nichts weiter als eben dieses nachsagen kann, daß sie eine Fremde ist, und die eben darum der Welt unbequem und ein Stein des Anstoßes, ein Fels des Ärgernisses ist, wird sie nun gerade mit dem politischen Vorwurf belastet, daß ihr Reich doch von dieser Welt sei. So wird sie nach der Weissagung ihres Herrn als eine politische Größe verfolgt, so werden ihre Glieder zur Verantwortung in die Rathäuser gezogen, vor Fürsten und Könige geführt um seinetwillen, weil sie 68 nicht d ein Kö In Herode tus und behand Pila durchau mungsf zugleid Und al da wir Sachen Volk wortet. du geta Abe gerade ken mi säkular gedenk anreich redete. Jesus z noch s eine a kam, w kenner rechtig stern, andere Neid Has Volk üdischen Unter Lästerung sich auf rung das der rös Todesum das e Angeauch zu m Menüberantder poliiß nicht, und eine wenn es rbrecher die Welt e Kirche Welt finWelt eine n nichts Fremde ein Stein nun ger Reich issagung werden gezogen, weil sie nicht davon lassen können, zu bekennen: ,, Er sei Christus, ein König“. In das Richthaus des Pilatus und in den Palast des Herodes, vor Fürsten und Könige wird Jesus geführt. Pilatus und Herodes sind zwei sehr verschiedene Männer und behandeln Jesus sehr verschieden. Pilatus nimmt Jesus ernst. Die ganze Sache ist ihm zwar durchaus lästig. Man merkt seinen Worten, seinen Vernehmungsfragen, welche in voller Sachlichkeit geschehen, doch zugleich das Gelangweilte an: ,, Bist du der Juden König?" Und als die Angelegenheit anfängt, umständlich zu werden, da wird er ungeduldig: ,, Also, ich weiß natürlich mit euren Sachen nicht Bescheid! Bin ich vielleicht ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet. Wir wollen es nun kurz machen: also, was hast du getan?" Aber die Sache wird bald aufhören, langweilig zu sein, gerade auch für Pilatus! Der römische Prokurator wird merken müssen, daß der Ernst bloßer Sachlichkeit, der Ernst säkularer Gerechtigkeit, mit der er den Fall zu behandeln gedenkt, an die Sache, vor die er hier gestellt ist, nicht heranreicht. Vor wem er stand und wer der war, der mit ihm redete, das hat Pilatus gewiß nie begriffen. Aber alles, was Jesus zu ihm sprach, und schließlich das, was ihm sein Weib noch sagen ließ, wirkte zusammen dahin, daß etwas wie eine abergläubische Angst vor diesem Menschen über ihn kam, wie die Darstellung des Evangelisten Johannes das erkennen läßt. Und in dem Gedränge zwischen sachlicher Gerechtigkeit und Furcht einerseits und dem Reden und Flüstern, Schreien und Drohen von Volk und Hohenpriestern andererseits, wo er längst gemerkt hat ,,, daß sie ihn nur aus Neid überantwortet hatten", und schon wußte, daß keine 69 Schuld an ihm war, und wo er zugleich schon ahnte, daß er zu schwach sein würde, um mit dem Ernst seiner Beamtengerechtigkeit durchzuhalten, da war es ihm eine Gewissensbefreiung, als er auf einmal entdeckte, daß Jesus unter des Herodes Obrigkeit gehörte. Für diesen Menschen, der ihm am Anfang langweilig war, und den er am Ende furchtbar ernst nehmen mußte, so ernst, daß er vor allem Volke sich die Hände wusch: ,, Ich bin unschuldig an dem Blute dieses Gerechten" für diesen Menschen konnte er die Zuständigkeit vielleicht abschieben auf einen anderen. - So sandte Pilatus Jesum zu Herodes. Pilatus wurde nicht fertig mit Jesus, eben damit, daß er ihn auf die Weise der Welt mit bloßer säkularer Gerechtigkeit ernst nehmen wollte, nicht fertig mit ihm. Herodes auch nicht. Herodes nahm Jesum nicht ernst. ,, Da Herodes Jesum sah, ward er sehr froh; denn er hätte ihn längst gern gesehen; denn er hatte viel von ihm gehört und hoffte, er würde ein Zeichen von ihm sehen." Dem Pilatus hatte Jesus auf seine Fragen Antwort gegeben. Auch ,, Herodes fragte ihn mancherlei; Er antwortete ihm aber nichts." Und da entscheidet es sich sehr rasch: Wer sich selber Gottes Sohn nennt, wer da wagt, zu sagen, er sei Christus, ein König, der ist das entweder, oder er ist ein Narr. Gerhard Hauptmann schildert in seinem Buche ,, Immanuel Quint, der Narr in Christo", einen Menschen, der in voller Aufrichtigkeit und charakterlicher Lauterkeit Leben und Tun, Reden und Art des Heilandes kopiert. Und die Darstellung läßt da nun einen gewiß absichtlich schillernden Sinn erkennen: Immanuel Quint ist wegen seines hohen Anspruches, der Christus zu sein, ein Narr, daran wird kein Zweifel gelassen; aber ob nicht der andere, der dahintersteht und von dem der Mann in dem Roman ja nur die 70 Kopie i jenes Bu Ja, e trifft, di lich: Jes Gottes, aber er Jesum z staat! U Auch H nicht er Beid sein, ind konnter heute un Herrn gemesse rechtigk beurteil giösen nis zu giösen gewalti könne: ben, ih halten schätzt der dar Gesells ledigte krankt bald =, , daß er Beamtens wissensnter des der ihm urchtbar lke sich te dieses ständigs wurde lie Weise nehmen ht ernst. er hätte n gehört " Dem en. Auch hm aber ch selber Christus, arr. ,, Imma, der in it Leben Und die Fillernden phen Anird kein Hahinternur die Kopie ist, nicht selbst auch ein Narr gewesen ist, das will jenes Buch zum mindesten in die Überlegung schieben. Ja, es ist schon so, und die Entscheidung, welche Herodes trifft, die Art, wie er Jesus behandelt, macht das sehr deutlich: Jesus ist entweder Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, Christus, der König, der Heiland der Welt, oder aber er ist ein Narr! Also ein Narr! Und Herodes hält Jesum zum Narren: ein Gaudi für ihn und den ganzen Hofstaat! Und dann sendet er ihn wieder zu Pilatus zurück. Auch Herodes wird mit Jesus nicht fertig, damit, daß er ihn nicht ernst nimmt, nicht fertig mit ihm. Beide, Pilatus wie Herodes, glaubten mit Jesus fertig zu sein, indem sie ihn abschoben, der eine zu dem andern. Und konnten doch nicht fertig werden mit ihm. So ist es auch heute unter den Menschen der Welt: die einen wünschen dem Herrn Christus mit Sachlichkeit, mit Objektivität, auf wohlgemessene Entfernung zu begegnen und mit nüchterner Gerechtigkeit ihn zu fragen, wer er sei, ihn zu verhören, zu beurteilen, ihn ernst zu nehmen als Gegenstand einer religiösen Untersuchung, um im günstigen Falle zu dem Ergebnis zu kommen, daß man es mit Jesus als mit einem religiösen Phänomen zu tun habe, dem man gerechterweise eine gewaltige Tiefenwirkung auf seine Zeit nicht absprechen könne: ,, Sehet, welch ein Mensch!" Und die anderen belieben, ihn überhaupt nicht ernst zu nehmen, sondern ihn zu halten für einen, der sich auf eine unerhörte Weise überschätzt habe, indem er sich für einen Sohn Gottes hielt, und der darüber zum Narren wurde, und auf den die bürgerliche Gesellschaft gesund reagierte, indem sie sich seiner entledigte, und an dem die Welt zwei Jahrtausende lang gekrankt hat, bis sie ihn nun bald überwunden haben, nun bald mit ihm fertig geworden sein wird. 71 Beide sind fertig mit Jesus; die einen, indem sie ihn auf ihre Weise ernst nehmen, die anderen, indem sie ihn lächerlich finden und lächerlich machen. Über Jesus werden sie Freunde miteinander, mögen sie in anderen Dingen auch noch so sehr einander feind sein. Mit Jesus sind sie beide fertig. Nur müssen sie sich darüber klar sein, daß dann auch Jesus fertig ist mit ihnen. Wer nicht aufhören will, sozusagen ihn zur Rede zu stellen, ihn verhörend zu fragen, wer er denn eigentlich sei, anstatt ihm stille zu halten und sich von ihm fragen zu lassen, oder wer über letzte Erschütterung seiner Existenz, die ihn vor Christus überkommen will: ,, Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein sündiger Mensch", zur Tagesordnung überzugehen gedenkt, zur Tagesordnung seiner Neigungen und Menschentorheiten, wer nicht vor Ihm auf die Knie gerät und sich von ihm überwältigen läßt: ,, Mein Herr und mein Gott!", wer mit ihm auf seine Art fertig zu sein gedenkt, der wird in Wahrheit nie mit ihm fertig werden; aber Jesus wird fertig sein mit ihm. Nie wird er Seine Worte verstehen, nie wird er Seine Wunder schauen, nie wird er Seiner Erlösung teilhaftig werden. Lasset uns Jesu als unserem Herrn und König stillehalten, auf daß Er unser Heiland werde! Amen. Lukas, Und Jes in deine Die si voller Vergle Für er sagt er wird ter vo über ih Vater, zes Le Die verstar seinem Gott blutig, Ab allein, liche A Lamm, Kreuz sein, e Er trä freitas Da ihnen D 72 trager ihn auf n lächererden sie gen auch sie beide ann auch ill, sozufragen, Iten und Erschütkommen sündiger zur Taten, wer m übermit ihm Wahrheit sein mit er Seine teilhaftig ig stilleAmen. Lukas, 23, 46. S. R. SMILDE, Holland ES IST GESCHEHEN! Und Jesus rief laut und sprach: Vater, ich befehle meinem Geist in deine Hände! Die sieben Worte unseres Heilandes am Kreuz sind alle voller Kraft und Trost. Wir wollen und können keinen Vergleich anstellen. Sie sind ja alle so reich und tief. Für den Heiland selbst ist da natürlich ein Unterschied; er sagt am Kreuz nie dasselbe, er wiederholt sich selbst nicht, er wird immer tiefer ins Leiden hineingestoßen, immer weiter vom Vater ab, die große, schwere Einsamkeit kommt über ihn, das vom Vater Verlassen werden. Er rang mit dem Vater, der ja auch sein Richter war. Ach, das war sein ganzes Leben so gewesen. Die Menschen, und seine Jünger zumal, haben ihn nicht verstanden, sie haben ihn alle verlassen. Jetzt hängt er an seinem Kreuz, einsam, völlig isoliert, verlassen bald von Gott und Menschen der Verfluchte, nackt ausgezogen, blutig, verhöhnt, sehet dort den Bräutigam. - - Aber die Braut das bist du, das bin ich läßt ihn allein, versteht ihn nicht! Das muß so sein( o das schreckliche Muß Gottes!), das muß so sein, wenn er, als ein stilles Lamm, dort so blutig und so bleich zu sehen, hänget an des Kreuzes Stamm, und ringt um meine Seele; er muß verlassen sein, eben weil ich Gott verlassen habe, das ist mein Elend. Er trägt das, er büßt das. So wollen wir ihn heute, am Karfreitag, hören. Das war also sein erstes Kreuzeswort: ,, Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun." CC Da isoliert er sich selbst, er will den Fluch ganz allein tragen, damit sie, die Welt, du und ich, noch Gnadenzeit 73 hätte; damit die Millionen sich bekehren konnten, glaubend an Ihn, der ihre Sünde trug, damit keins verloren ginge von denen, die der Vater ihm gegeben hatte. - Allein ist er, aber doch, der Vater läßt ihn nicht ohne Trost. Gibt ihm den Mörder. Der sucht ihn, wenn alle ihn verlassen; wenn die anderen auf Golgatha ihn höhnen, fleht er um Gnaden Jesus trug den Fluch; der Mörder kommt ins Paradies: da ist schon die Erhörung des Kreuzgebetes Jesu. Aber dann kommt das dritte Wort, am Kreuz gesprochen: er isoliert sich von seiner Mutter, sie kann ihm auch nicht helfen! Sein Kraft an „ Vat Hörs Sagen, e Liebe de vom Va Vater daß der Er H Vaters g - jetzt, Vater vorbei, „ Vate - er Jesus darf jetzt nicht ruhen am Mutterherzen wo der Vater ihn von seinem Herzen wegstößt. Und so kommt er in sein tiefstes, schwerstes Leiden hinein sucht die Hand des Vaters, aber sie ist nicht mehr da; den Mörder nimmt er an, seinen Sohn stößt er von sich ab: der Vater ist nicht mehr da für ihn: ,, Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" Vater darf er nicht mehr sagen, hier hat der Heiland gelitten den ewigen Tod, în voller Intensität; das war das Schlimmste. Aber er geht nicht unter, er bleibt auch jetzt Sieger, und sein fünftes Wort zeigt schon, daß er lebt, und leben will, und bewußt sein Werk tun will als Heiland der Welt, wenn er trägt die Schuld der Menschheit. So kann er jetzt sein sechstes Kreuzwort sprechen: ,, Es ist vollbracht!": Das Ziel ist erreicht. Das ist ein Siegesruf! Das schwere, schwere Werk ist getan, seine Braut, seine Gemeinde hat er sich mit seinem Blut gekauft. Das große, einmalige Opfer ist gebracht vollbracht. - Schweigt er nun? Ist dies sein letztes Wort? Nein, noch einmal wollen wir Ihn hören. Das Kreuzw zuerst wollen? Ist am End Mensche Gib Nei bens, e gerettet hand G sein El Gott h Un Eben in sein Sterber 74 laubend inge von cht ohne alle ihn men, fleht kommt zgebetes reuz geann ihm - jetzt, Und so in - er da; den ab: der in Gott, cht mehr Tod, in eht nicht es Wort ußt sein trägt die hen: ,, Es ut, seine as große, Sein siebentes Kreuzwort ist besonders für uns voller Kraft am Karfreitag. ,, Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände." Hörst du es ,,, Vater", sagt er wieder. Er kann's wieder sagen, er darf es. Er ist sicher der Gemeinschaft und der Liebe des Vaters. Das Bittre, das Schwere ist vorbei das vom Vater Verlassensein. - Vater, er hat seinen Vater jetzt wieder gefunden. Er weiß, daß der Vater so an ihm sein Wohlgefallen hat. Er hat wieder Ruhe, er weiß, daß er den Willen des Vaters gétan, die Schrift erfüllt hat. Vater, jetzt ist's wieder gut. Die höllische Finsternis ist vorbei, es ist wieder hell geworden auf Golgatha. ,, Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände." Das ist wieder ein Psalmwort. Und wollen wir dieses Kreuzwort unseres Heilands verstehen, dann müssen wir zuerst fragen: was hat einstens der Psalm- Dichter sagen wollen? Ist das etwa das letzte Wort eines Sterbenden? Eines am Ende seiner Aufgabe angekommenen Menschen? Eines Menschen, der jetzt endlich die Ruhe gefunden hat? Gibt er seinen Geist, sein Leben dazu in Gottes Hand? Nein, nein, dieser Mensch ist nicht am Ende seines Lebens, er steht noch mitten drin. Gott hat eben sein Leben gerettet er war in Not, vielleicht schwer krank, in allerhand Gefahren. Aber sein Gott hat ihm geholfen. Gott hat sein Elend angesehen, ihn aus den Netzen herausgezogen. Gott hat ihn erlöst, Gott, sein treuer Gott. - Und jetzt stellt er sich diesem Gott zur Verfügung. Eben weil Gott ihn erlöst, ihm geholfen hat, will er jetzt in seinem Leben Gott dienen. Nicht also das Wort eines Sterbenden, sondern eines erlösten Menschen, der jetzt fragt: 75 gib mir neue Aufgaben o Gott, ich stelle mich dir zur Verfügung; ,, in deine Hände befehle ich meinen Geist." Und das ist also auch der Sinn der Kreuzworte unseres Erlösers! Ja sicher, es ist das Wort eines Sterbenden, aber wie er stirbt ist nie ein Mensch gestorben. Sein Sterben ist Tat. Er stirbt, wenn die Zeit, Gottes Zeit, seine eigene Zeit, da ist. Nicht wann die höhnenden, hastenden Menschen auf Golgatha es wollen, nicht wenn die Soldaten meinen, es wäre jetzt die richtige Zeit, nein, wenn Er will. Er gibt sein Leben, und er gibt auch seinen Leib, um begraben zu werden. Auch diesen Tod muß er sterben- nun, dann wird er sterben. So siehst und hörst du deinen Erlöser am Kreuz? Er war gehorsam bis zum Tode, ja bis zum Tode am Kreuz. Auch dies muß noch geschehen, nun, unser Heiland hat nie einen Augenblick, nicht in Gedanken, seinem Vater den Gehorsam verweigert er wollte büßen unseren Ungehorsam. - Sei getrost, du hast einen Heiland am Kreuz, der sich immer wieder, auch in den größten Schmerzen, seinem Vater zur Verfügung stellt: Vater, muß ich sterben, da bin ich- Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände. So unendlich treu ist mein Heiland, Er ist mein Erlöser, mir wird nichts mangeln! Und doch ist dieses Kreuzeswort noch viel reicher und tiefer. Der Heiland ist gekommen, um das große, große welterlösende Werk zu tun. - Vollbracht ist es ja, d. h. die Erniedrigung, das Blutige, der Hohn, die Schmach, aber das Werk an sich ist noch nicht vollbracht. - Noch immer, auch heute, jetzt in diesem Augenblicke ist der Herr im Himmel tätig als unser Hohepriester. 76 Zum zu tun. Und am Kre Ruhe zu ledigt, s „ Vat Er s Er h geben h und die und Ho keinen A hast uns viele aus sen kom und wie Die unterbro Vate Kreuzes So g Hie hängt a ihm den keine T Hie Hie Er H aber de Mei Gla zur Verst." te unseres Der wie er st Tat. Er eit, da ist. auf Gol, es wäre t sein Leu werden. er sterben. reuz? Tode am r Heiland nem Vater seren Un, der sich einem Vaich befehle in Erlöser, reuzeswort mmen, um das Blu an sich ist enblicke ist Zum Teil ist das Werk erledigt, aber er hat noch viel zu tun. Und das ist es, was der Heiland hier sagt. Er hängt noch am Kreuz, aber er ist nicht müde, er ist nicht froh, endlich Ruhe zu haben. Kaum hat er diesen Teil seiner Arbeit erledigt, so stellt er sich schon dem Vater zur Verfügung. Vater, welche neue Aufgaben hast Du jetzt für mich?" Er sehnt sich nach neuer Arbeit als Erlöser der Welt. Er hat sie alle gesehen vor sich, die der Vater ihm gegeben hat, er trug sie in seinem Priesterherzen am Kreuz, und die Schmerzen haben ihn nicht betäubt, der Schmerz und Hohn ihn nicht gleichgültig gemacht, nein, o Heiland, keinen Augenblick warst du ungehorsam oder unwillig. Du. hast uns gekauft, o so schrecklich teuer gekauft, uns und viele aus allen Heiden und Völkern und Sprachen, sie müssen kommen jetzt... das ist seine Arbeit, gestern und heute und wie lange noch...? Die eine große Arbeit zur Erlösung der Welt wird nicht unterbrochen, keinen Augenblick. Vater, ich bin bereit zur neuen Arbeit; in diesem letzten Kreuzeswort klingt durch sein Ruf: Ja, ich komme bald! So große Kraft liegt in diesem Worte. Hier öffnet der Heiland die herrlichste Perspektive. Er hängt an seinem Kreuz, verworfen, gehöhnt. Man sieht in ihm den Märtyrer, es scheint alles mißlungen. Aber hier ist keine Tragik, nein, bevor er stirbt, weiß er vom Leben. Hier hörst du die Osterglocken über Golgatha! Hier hat nicht der Tod das letzte Wort, sondern das Leben. Er hat das letzte Wort, Er, der mit dem Tod gerungen, aber der den Tod überwunden hat. - Mein Bruder ewig soll er mir vor Augen stehen. Glaubst Du an ihn? Glaube ich an ihn? cer. 77 Er hat dich und mich vor sich gesehen. Er trug dich und mich in seinem Herzen. Er trägt uns noch. Er trug am Kreuz in seinem Herzen die ganze neue Menschheit, er trug die neue Welt! - Es ist vollbracht aber es ist noch nicht geschehen. Zwischen diesen beiden Worten steht das siebente Kreuzeswort. Das ist die Verbindung; weil der Heiland dieses Wort am Kreuz gesprochen hat, dieses große königliche, priesterliche, prophetische Wort: in deine Hände befehle ich meinen Geist darum kann es so weit kommen bis zum allerletzten: es ist geschehen! So kommt bei Ihm dein und mein Leben zum Ziel. - Vater, ich befehle meinen Geist in Deine Hände glaube, den Heiland wird es, dem Sinne nach noch einmal tragen. Er bleibt dem Vater untertan. - gehalter Römer Unser k wir, so Herrn. Denn d wieder Herr set - ich Nun h von den dem au die sich Einmal kommt das Ende, wenn er das Reich Gott und Kunde, dem Vater überantworten wird. Kunde Dann ist seine Arbeit zu Ende. Grabe, worfen - - Dann gibt's keine neuen Aufgaben mehr: es ist geschehen. Gott ist alles in allem... und Jesus Christus er hat's gesehen als er sein letztes Wort sprach am Kreuz auf Golgatha, am Kreuz hing er- als er dieses Wort sprach- blutig, er hatte keine Gestalt noch Schöne, verwundet, zerschlagen um deiner und meiner Sünden willen. Aber nun, nun steht er auf der Schwelle der neuen Welt, strahlend, und er, der nie seine Ehre, sondern immer die Ehre des Vaters gesucht hat, ruft laut, und spricht: ,, Vater, ich befehle meinen Geist in Deine Hände." Amen. Furcht Kunde sagbare Frauen Sie sag sagbar, die Ku dem e wollte, gelaufe grenze zu ver 78 dich und anze neue Geben. ente Kreuand dieses Königliche, Defehle ich bis zum dein und nde- ich noch einGott und geschehen. er hat's uz - auf t sprach- undet, zerder neuen ern immer nd spricht: He." K. WALTER OSTERPREDIGT gehalten am Ostersonntag 1945, zwei Tage vor der Entlassung aus dem Lager Römer 14, v. 7-9 ,, Unser keiner lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber. Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Denn dazu ist Christus auch gestorben und auferstanden und wieder lebendig geworden, daß er über Tote und Lebendige Herr sei." Liebe Ostergemeinde! Nun haben wir vorhin wieder wie an jedem Ostertage von dem leeren Grabe vor den Toren Jerusalems und von dem auferstandenen Christus gehört. Aber es ist die Frage, die sich an Ostern jedesmal aufs neue erhebt, ob denn jene Kunde, gar oft gehört, uns auch wieder schier unerhörte Kunde geworden ist, so unerhört wie den Frauen am leeren Grabe, die sich mitten zwischen Freude und Entsetzen geworfen fanden, also daß ,, sie flohen von dem Grabe mit Furcht und großer Freude"; die Frage ist, ob denn jene Kunde, gar oft von uns gesagt, uns auch wieder schier unsagbare Kunde geworden ist, so unsagbar wie denselben Frauen, von denen es in einem anderen Evangelium heißt: ,, Sie sagten niemand nichts, denn sie fürchteten sich", so unsagbar, wie dem Jünger Johannes bis in späte Zeit hinein die Kunde von seinem Heiland immer geblieben ist, von dem er nur stammeln konnte, wenn er von ihm reden wollte, stammeln, stottern, wie einer, der über weite Strecken gelaufen kommt, um nun in voller Atemlosigkeit und in grenzenlosem Staunen das Unerhörte und schier Unsagbare zu verkünden: ,, Das da von Anfang war, das wir gehört 79 - haben, das wir gesehen haben mit unseren Augen, das wir beschaut haben und unsere Hände betastet haben, vom Worte des Lebens" da bricht er mitten im Satze ab, wie um Atem zu holen, und fährt fort und schleudert unvermittelt, überstürzt die Kunde hin: ,, Und das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, welches war bei dem Vater und ist uns erschienen" und wieder bricht er ab und fängt vor vorne an, wiederholt, was er schon einmal gesagt hat: ,, Was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir euch, auf daß auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und solches schreiben wir euch, auf daß eure Freude völlig sei." Ja, hören wir die Kunde von dem auferstandenen Herrn auch mit solchem Staunen wirklich als eine unerhörte Kunde, sagen wir das Wort von ihm auch mit solcher Atemlosigkeit wirklich als ein schier unsagbares Wort? Ist das auch bei uns so, daß uns bei der Kunde für einen Augenblick der Atem stille steht? Müßten wir uns nicht eigentlich alle in die Arme sinken und um den Hals fallen und uns grüßen mit dem heiligen Kuß der ersten Christen bei den Worten: ,, Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!" Ach, es ist kein so sehr gutes Zeugnis für unsern Glauben, daß wir das so eigentlich unbewegt zu sagen und zu hören vermögen; unser Glaube ist matt, und unser Mut ist klein, der Glaube, der in Wahrheit dazu gehört, das Unerhörte zu hören, und der Mut, der in Wahrheit dazu gehört, das Unsagbare zu sagen. Denn wen jene Kunde wirklich ergreift als eine unerhörte Kunde, den läßt sie freilich nicht so, wie er vorher war, aus dem macht sie eine neue Kreatur, der lebt sein Leben fortan nicht sich selber, der lebt es dem Herrn. Und davon müßte die Welt dann wohl eigentlich auch etwas merken. 80 Den Jeder kennt sich selb haben. er lebt. oder w herrliche anderen ren, ein Gesetz Aber Mag ich lebt ja s mich da ten Leb Angst v ich Reche fortwer gerade Tod hi durch F keiten; tot sein mir selb herrlich Und und ke Herrn sagt: Schrift Herrn das wir ben, vom e ab, wie unvermitst erschiekündigen em Vater und fängt sagt hat: digen wir ; und solg sei." Ja, Herrn auch te Kunde, mlosigkeit s auch bei mblick der alle in die rüßen mit ten: ,, Der Hen!" Ach, uben, daß hören verklein, der erhörte zu t, das Ununerhörte er war, aus ben fortan von müßte en. Denn die Welt denkt ja doch anders. Die Welt spricht: ,, Jeder lebt sich selber und jeder stirbt sich selber". Die Welt kennt keinen Herrn über sich; der natürliche Mensch ist sich selbst Herr genug. Er fragt dreist: ,, Sollte Gott gesagt haben...?", und macht sich sein eigenes Gesetz, nach dem er lebt. ,, Erlaubt ist, was gefällt"; erlaubt ist, was mir nützt, oder was dem Volke nützt. Aber das Gesetz des selbstherrlichen Menschen läßt ihn immer nur auf Kosten des anderen leben, treibt den einen Menschen gegen den anderen, ein Volk wider das andere. An ihrem Gesetz, das ein Gesetz der Sünde ist, stirbt die Welt. Aber der selbstherrliche Mensch beruhigt sich darüber: Mag ich sterben, mag die Welt zugrunde gehen, unser jeder lebt ja sich selber, und jeder stirbt auch sich selber! Wer hat mich danach zu fragen, ob ich einmal am Ende eines erfüllten Lebens friedvoll zu sterben gedenke, oder aber ob die Angst vor dem Tode mein Letztes sein wird; ja, wem bin ich Rechenschaft schuldig, wenn ich mein Leben eigenmächtig fortwerfe? Und daß ich ohne Hoffnung sterbe, das ist mir gerade recht; ich will ja gar nicht mein Leben noch über den Tod hinaus weiterschleppen in eine Ewigkeit hinein und durch Ewigkeiten hindurch, auch nicht durch selige Ewigkeiten; wenn ich gestorben bin, dann will ich auch wirklich tot sein, dann soll auch wirklich alles zu Ende sein. Ich lebe mir selber, und ich sterbe mir selber. So spricht der selbstherrliche Mensch. - Und nun sagt die Schrift: ,, Unser keiner lebt sich selber und keiner stirbt sich selber. Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn". Die Schrift sagt: ,, Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten!" Die Schrift sagt: ,, Wir leben oder wir sterben, so sind wir des Herrn." Es ist einer, welcher Herr ist auch über unsere 6 81 Eigenmächtigkeiten und Selbstherrlichkeiten, über unser törichtes Verlangen und unser sündiges Gesetz, Herr auch über unser Herz, einer, der uns richten wird: der Gott, der seinen Sohn am Kreuze hat sterben lassen und aus dem Grabe auferweckt hat, daß er über Tote und Lebendige Herr sei. Das sagt die Schrift. Sie sagt: Das Unerhörte ist geschehen, daß Gott seinen Sohn vom Tode auferweckt hat. Christ ist erstanden! Und weiter sagt die Schrift: dem leben wir, und dem sterben wir! Es ist der große, katastrophale Irrtum, in dem die Weisheit der Welt befangen ist, daß der Mensch sich selber lebe und sich selber sterbe, daß er Leben oder Tod auf irgendeine Weise selbst in der Hand habe und darüber verfüge, und daß er daher sein Leben ohne Verantwortung führen dürfe und sein Sterben ohne Furcht erleiden könne. Jesus hat einmal zu seinen Jüngern gesprochen: ,, Ich sage euch aber, meinen Freunden: fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und danach nichts mehr tun können. Ich will euch aber zeigen, vor welchem ihr euch fürchten sollt. Fürchtet euch vor dem, der, nachdem er getötet hat, auch Macht hat, zu werfen in die Hölle; ja, ich sage euch, vor dem fürchtet euch!" Es ist da nämlich etwas in unserem Leben, was wir mit keiner Weisheit und Kunst und keiner Philosophie aus ihm wegzubringen vermögen. Das ist unsere Sünde. Paulus nennt die Sünde einmal den ,, Stachel des Todes". Es ist nämlich nicht bloß so, daß wir alle früher oder später eben einmal sterben müssen, und daß wir uns gut darüber beruhigen können, weil das doch nun einmal der Lauf der Welt ist und das Schicksal aller Kreatur. Sondern es ist so, daß wir, wenn nicht etwas ganz Großes, etwas Unerhörtes geschieht, unversöhnt sterben müssen. Unsere Sünde ist der Stachel, die Waffe, Es ist ja unserer zurückla Unwese aus Dad Häßlich wir wie nicht gev gen hier das alles auch aus nete sein jedes un wir nicht Gnade C auch mit rück. Es sterben, ist es, da durch de stuhl des sterben. Schwachh gänglichk Verderbe Und Sünde se auf daß durch we aus dem werk, da 82 6* Der unser Herr auch Gott, der aus dem Lebendige te ist geweckt hat. dem leben astrophale st, daß der 3er Leben d habe und ne Verantht erleiden chen: ,, Ich nicht vor tun könch fürchten etötet hat, sage euch, as wir mit mie aus ihm mulus nennt ist nämlich ben einmal beruhigen er Welt ist , daß wir, sgeschieht, Stachel, die Waffe, mit der uns der Tod bedrängt und in der Hand hat. Es ist ja doch nicht etwa so, daß wir durch den Tod von unserer Sünde und Schuld frei werden und sie hier auf Erden zurücklassen, wo sie unserthalben dann ihr Wesen oder ihr Unwesen weiter treiben mag; so wie wir, wenn wir einmal aus Dachau herauskommen, unsere Dachauer Sünden und Häßlichkeiten nicht hier in Dachau lassen können, und wenn wir wieder an unsern Ort kommen, dann sind wir es gar nicht gewesen, dann ist alles das, was wir an häßlichen Dingen hier gesagt und getan haben, nicht mehr wahr-, nein, das alles geht mit uns mit, unsere Werke folgen uns nach, auch aus Dachau an jeden neuen Ort; wir werden Gezeichnete sein, gezeichnet durch jedes unnütze Wort und durch jedes unnütze Tun, das hier von uns gekommen ist, wenn wir nicht als solche hier weggehen werden, denen durch die Gnade Christi wahrhaftig vergeben ist. So lassen wir auch mit dem Tode nicht unsere Sünde hier auf Erden zurück. Es ist nicht so, daß wir uns selber leben und uns selber sterben, auf eigene Verantwortung und Gefahr; sondern so ist es, daß wir alle unvergebene Schuld in den Tod mit und durch den Tod hindurch schleppen werden vor den Richterstuhl des lebendigen Gottes; so ist es, daß wir dem Herrn sterben. Der Tod besiegelt nicht bloß unsere menschliche Schwachheit und unsere kreatürliche Hinfälligkeit und Vergänglichkeit; er besiegelt unsere Verlorenheit, unser ewiges Verderben wenn nicht etwas Unerhörtes geschieht! - - Und das Unerhörte ist geschehen! ,, Christus hat unsere Sünde selbst hinaufgetragen an seinem Leibe auf das Holz, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seid heil worden." Den hat Gott aus dem Tode auferweckt; zu ihm und zu dem Erlösungswerk, das er am Kreuze für die in ihrer Sünde verlorene 6* 83 Welt vollbracht hat, hat sich Gott bekannt: das heißt Ostern! Doch es ist kein Ostern ohne Karfreitag; es ist kein Leben vor Gott ohne das Sterben vor ihm, so wie Paulus davon spricht( Römer 6, v. 11): ,, Haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid und lebet Gott in Christo Jesu unserm Herrn"; es ist keine Vergebung ohne Buẞe. Die Schrift nennt den Tod den Feind, den letzten Feind, der aufgehoben wird". Unsere Sünde macht den Tod zu unserem Feind; sie macht, daß er nie als Freund zu uns kommen kann, auch nicht zu dem, den wir auf Grund etwa seines abgeschlossenen Lebenswerkes oder seiner geschlossenen Persönlichkeit einen ,, Vollendeten" zu nennen pflegen, ja auch nicht zu dem, für den der Tod Erlösung von Alter, Krankheit und Qual bedeutet. Um der Sünde willen kommt er zu uns Menschen nicht als ein Freund, sondern als der Feind, als der mächtigste, härteste, unerbittliche Herr, als der ,, letzte Feind". Aber nun, seitdem Christus den Tod besiegt hat, seitdem er, der als der Sündlose die Gewalt des Todes und seine Schrecken an Leib und Seele erleiden mußte, aus dem Grabe auferstanden ist und den Tod verschlungen hat in den Sieg und ,, eine ewige Erlösung erfunden" hat, nun ist die Macht des Todes in der Welt gebrochen. Nun dürfen wir den Osterjubel anstimmen darüber, daß wir nicht uns selber leben und uns selber sterben und damit den Tod als höchsten Herrn, als ,, letzten Feind" über uns haben, sondern daß wir dem Herrn leben und dem Herrn sterben, dem Herrn Christus, daß wir Ihn als unsern Herren haben im Leben und im Tode ,,, welcher auch selig machen kann immerdar, die durch ihn zu Gott kommen und lebet immerdar und bittet für sie." ,, Denn dazu ist Christus gestorben und auferstanden und wieder lebendig geworden, daß er über Tote und Lebéndige Herr sei." 84 Höre erhörte? eigentlich dem Got ben wir, zu glaub aus, so a Tod noc und nach mehr der gen, die samkeit a ihre We Tücke, n Ist er nic Ich w sen, wie Reviers i Bruders Schauer u das ich je mußte id da herum Menschen Aber vor dem ängstigt, nicht sie Ja, sie sin Und wir ten und a wenn wir Bt Ostern! t kein Leulus davon aß ihr der esu unserm en letzten t den Tod nd zu uns rund etwa geschlosen pflegen, von Alter, schen nicht mächtigste, nd". Aber em er, der Schrecken auferstangund ,, eine des Todes erjubel anen und uns Herrn, als dem Herrn us, daß wir Code ,,, welrch ihn zu ie." ,, Denn und wieder e Herr sei." Hören wir die Kunde? Hören wir das alles als das Unerhörte? Sagen wir das als das Unsagbare, das der Mensch eigentlich gar nicht sagen, das er nur stammeln kann, nachdem Gott es gesagt, nein, nachdem Gott es getan hat? Glauben wir, was Gottes Wort uns sagt? Ach, es ist ja so schwer zu glauben. Die Welt sieht ja noch immer so ganz anders aus, so als ob das alles gar nicht wahr wäre, so als ob der Tod noch immer die Gewalt und Macht in Händen hätte und nach wie vor Herr über uns wäre, in unsern Tagen mehr denn je. Die Welt stöhnt unter den furchtbaren Schlägen, die der Tod gegenwärtig mit noch nie gekannter Grausamkeit auf Millionen von Menschen, auf ganze Völker und ihre Werke niedergehen läßt, und unter der schleichenden Tücke, mit der er sich auf einsame, gequälte Opfer wirft. Ist er nicht noch immer unser harter Herr und letzter Feind? Ich werde gewiß mein Leben lang das Bild nicht vergessen, wie wir vor ein paar Monaten hier auf einem Hof des Reviers in einer schauerlichen Umgebung vor der Leiche eines Bruders standen das Elendsbild rings umher, dessen Schauer und Grauen einem schier die Sprache verschlug und das ich jetzt nicht noch malen will. ,, Was ist der Mensch?", mußte ich immerzu denken. Und wir paar Brüder standen da herum, ein dürftiges, armseliges, verkümmertes Häuflein Menschen, wie ein geschlagenes Heer. - Aber stehen so nicht die Menschen der ganzen Welt da vor dem grauenhaften Angesicht des Todes, hilflos, verängstigt, ein zusammengescheuchter, verlorener Haufe? Sind nicht sie alle zusammen das vom Tode geschlagene Heer? Ja, sie sind es, wenn nicht das Unerhörte geschehen wäre. Und wir alle gehören dazu, wenn wir nicht den gekreuzigten und auferstandenen Christus unsern Herrn sein lassen, wenn wir den Mächten der Vernichtung und den Gestalten - 85 des Todes, die so unheimlich über diese Erde schreiten, mehr glauben als Ihm, der von den Toten auferstanden ist, wenn wir mitten in dem Bankrott dieser Welt auch noch sozusagen unsere eigene Partei bilden wollen, anstatt auf die Seite des lebendigen Christus zu treten. Der Tod bleibt der Feind, der letzte Feind, das ist wahr; aber nicht wir sind geschlagen von ihm, sondern er ist geschlagen von dem, der als der Auferstandene über Tote und Lebendige Herr ist, und vermag uns nichts mehr zu tun, kann uns nicht mehr scheiden von der Liebe Gottes, nachdem Christus am Kreuze die Macht der Sünde besiegt und in seiner Auferstehung den Tod überwunden hat. " Ach, wir fürchten uns noch vor dem Tode und allen seinen dunklen, unheimlichen, unerkennbaren Gestalten. Aber wir müssen uns nicht fürchten! Es ist damit so wie mit den Kindern, die auf dem Hofe den bösen Hund gewahr werden, der an sie heran will, und vor dem sie sich fürchten und schreien in ihrer Angst, bis die Mutter im Hause das Fenster auftut und zu den Kindern hinausruft: Ihr müßt euch nicht fürchten, der Hund ist ja an der Kette!"- Ja, er ist schon an der Kette, der Tod! Christus, der Auferstandene, hat ihn gefangen geführt und an die Kette gelegt; und nun tobt und reißt er an der Kette und bleibt der böse Feind bis zum jüngsten Tage, der uns überall bedroht und immerdar Unheil tut. Aber die Macht ist ihm genommen! Oder wie wenn mir nach langer Gefangenschaft und nach langem, vergeblichen Warten gesagt wird: ,, In drei Tagen wirst du frei!" dann bin ich die drei Tage zwar immer noch ein Gefangener, und die Gefängnismeister sind immer noch über mir und können mich immer noch quälen; aber ich fürchte mich nun nicht mehr; denn das alles trifft 86 mich in ja schon Ja, d schlagen unser el halten, hören w fürchten gegeben en, mehr st, wenn ch sozu auf die st wahr ist ge Tote und - zu tun es, nach siegt und and allen ten. Aber e mit den ahr wer fürchten Hause das Ihr müßt Ja uferstan te gelegt der böse bedroh ihm ge chaft und ,, In dre mich in Wahrheit gar nicht mehr, ihre Macht über mich ist ja schon gebrochen! Ja, dem Tode ist die Macht gebrochen; er kann uns noch schlagen und gefangen nehmen; aber er trifft gar nicht mehr unser eigentliches, wahres Leben, und er wird uns nicht behalten, so wahr wir Christo, unserm Herrn zu eigen gehören wollen und ihm leben und ihm sterben wollen. Darum fürchten wir uns nicht. ,, Gott sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unseren Herrn Jesum Christum!" Amen. zwar im eister sind ch quälen alles trif 87 W. E. DEN HERTOG, Holland UND GOTT LACHT... Ostermontag 1944 Johannes 20, 11–18. Maria aber stand vor dem Grabe und weinte draußen. Als sie nun weinte, guckte sie in das Grab und sieht zwei Engel in weißen Kleidern sitzen, einen zu den Häupten und den anderen zu den Füßen, da sie den Leichnam Jesu hingelegt hatten. Und diese sprachen zu ihr: Weib, was weinest du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Und als sie das sagte, wandte sie sich zurück und sieht Jesum stehen und weiß nicht, daß es Jesus ist. Spricht Jesus zu ihr: Weib, was weinest du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, sage mir, wo hast du ihn hingelegt, so will ich ihn holen. Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm: Rabbuni! das heißt: Meister. Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an! denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Gehe aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria Magdalena kommt und verkündigt den Jüngern: Ich habe den Herrn gesehen, und solches hat er mir gesagt. Ostermorgen. Morgen der Freude! Morgen des neuen lachenden Lebens! Und doch sind wir schon längst daran gewöhnt, Ostern zu feiern, als ob die Osterfreude eine Selbstverständlichkeit wäre. Ostern wurde gleichgeschaltet in das Auf und Nieder unseres Daseins, in die Lüste und Schmerzen unseres Lebens. Ein Fest, das wir von uns aus feiern, vielleicht fromm und andächtig, aber ohne Ahnung von dieser alles umstürzenden Bewegtheit, die Kennzeichen ist des Osterfestes, das Gott mit uns feiern will. So wurde Ostern eine Illusion. Wir Menschen sind so elastisch, daß wir im schwärzesten Dunkel 88 doch au zeigt. ben ist Freude der Pre Abe hören, als die und er aus se unterge keiten in der Wi Evang brocher dieses alle, d Herrn, Schreck Weiner Am Erde e schien Am Werke Un entschi Schwa fängt Welt o hoffnu Als sie weißen zu den d diese men: Sie wo sie zurück Spricht e meint, On wegn holen. richt zu bre mich Vater. hre auf und zu en Jüngesagt. Lebens! tern zu lichkeit Nieder Lebens. m und zenden as Gott n. Wir Dunkel doch auf das Licht hoffen! Unser K.Z. hat es oft genug gezeigt. Ostern ist für viele ein schöner Optimismus. Das Leben ist ja nicht so schlimm. Das Leid der Welt wird durch Freude kompensiert. Weinen und Lachen hat seine Zeit, hat der Prediger schon gesagt. Aber was wissen wir schon von Ostern, wenn wir nicht hören, wie Gott von sich aus den Ostermorgen gegeben hat als die größte Überraschung denen, die nichts mehr hofften und erwarteten. Wenn wir nicht sehen, wie Gott von sich aus seine Herrlichkeit offenbart hat in einer verlorenen, untergehenden Welt. Wie gerade am Ende unserer Möglichkeiten diese neue Möglichkeit Gottes sich Bahn bricht, die uns in der Auferstehung des Herrn Jesu Christi gegeben ist. Wie anders als wir denken, fängt der Ostermorgen im Evangelium an. Maria Magdalena steht am Grabe. Gebrochen unter dem schweren Leid, unter der Furchtbarkeit dieses ersten Tages der Woche. So war dieser Morgen für alle, die Anteil hatten an dem Leiden und Sterben des Herrn, für die Jünger, für die Frauen der Anfang eines Schreckentages, einer Dies irae. Ein Anlaß zum Klagen und Weinen. Am ersten Tag war der Herr ermordet worden. Die Erde erbebte, die Felsen zerrissen. Das Ende aller Dinge schien nahe. Am zweiten Tag war es Sabbath. Gott ruhte von seinen Werken. Eine kurze Pause, eine kurze Aufschubfrist. Und dann kommt der dritte Tag. Nun wird endgültig entschieden werden! Gott muß sich jetzt spüren lassen. Schwarze Drohung liegt über dem dritten Tag. Die Welt fängt aufs neue an. Aber wie sieht diese Welt aus? Eine Welt ohne Gott. Eine Welt ohne Christus. Eine Welt in der hoffnungslosen Finsternis. Hörten wir nicht, wie die beiden 89 Jünger auf dem Wege nach Emmaus sagten: ,, Wir hofften, er sollte Israel erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag!" Der dritte Tag! Der Tag des Weinens! Er würde für uns alle gewesen sein, wie er für Esau war: Wir würden keinen Raum zur Buße finden, wiewohl wir ihn mit Tränen suchten. Tief erschüttert sieht Paulus in diese Möglichkeit hinein. ,, Wenn Christus nicht auferstanden wäre" - Ihre L beherr Liebe, Lie Kann Unser währe - sagt er Höchs aber komm fresse zu den Korinthern ,, wäre unsere Predigt vergeblich, wäre auch euer Glaube vergeblich!" Das ganze Leben würde vergeblich sein: ohne Sinn, ohne Zweck.. Konnten die Jünger von sich aus etwas anderes erwarten? Jedenfalls wußten sie, daß mit ihrem Herrn ihre letzte Hoffnung, ihre letzte Möglichkeit gestorben war. Judas hat den dritten Tag nicht tragen können, aber wie würde es dem Petrus und den anderen gegangen sein, wenn Christus nicht auferstanden wäre? Was das Leben ohne den auferstandenen, lebendigen Christus wäre, zeigt uns die weinende Maria am Ostermorgen. ,, Sie stand vor dem Grabe und weinte draußen." Der dritte Tag war für sie die letzte Möglichkeit den Herrn zu sehen, ihre besten Gaben dem Herrn zu geben. Sie kommt zum Grabe mit ihren Spezereien, aber auch mit der Totalität ihres ganzen liebenden, hoffenden, glaubenden Lebens für den toten Herrn. Und dann ist das Grab leer, die letzte Möglichkeit verschwunden. Maria kommt zu spät. Schreckliche Entdeckung des dritten Tages! Wir kommen zu spät! Wie hat Maria den Herrn geliebt! Er hat sie befreit aus der Macht der Dämonen. Sie folgte Ihm nach bis auf Golgatha. Ihre Liebe treibt sie zum Grabe und läßt sich durch den Tod nicht abschrecken. Ihre Liebe ringt um den Herrn. 90 deshal A ergrei hoffte möcht dieser noch men. Hoff Grab Hoff mitte Oster unser Jesus wie N A und Glau stellt keit i Sofften, te der de für würden Tränen lichkeit sagt er geblich, würde warten? e letzte das hat Fürde es Christus endigen Osteraußen." eit den geben. uch mit benden ab leer, zu spät. Commen reit aus uf Golh durch Herr Ihre Liebe, stärker als der Tod. Und doch Liebe, vom Tode beherrscht. Liebe, die nur mit einem toten Herrn rechnet. Liebe, die nur weiß: der Herr ist im Grabe! Liebe, die eigentlich nur treue Dienerin des Todes ist. Kann unsere Liebe von uns aus anderes als tote Liebe sein? Unser Leben ist von der Krippe bis zum Grabe ein fortwährendes Sterben. Wir können die Liebe loben als das Höchste und Schönste auf Erden freilich ist sie das-; aber wie grausam ist die Entdeckung des dritten Tages: sie kommt zu spät. Sie kann nur da sein, um vom Tode gefressen zu werden. Das leere Grab gähnt ihr entgegen. Und deshalb steht Maria beim Grabe und weint. - Ach wir armen liebenden und hoffenden Menschen! Wir ergreifen den letzten Strohhalm, um nicht zu ertrinken. Was hoffte Maria noch, nachdem ihr Herr gestorben war! Sie möchte Ihm so gerne noch einmal ihre Liebe erweisen. In dieser Hoffnung eilt sie am frühen Morgen zum Grabe, Ihn noch einmal zu sehen, sich Ihm noch einmal ganz zu widmen. Hoffnung schafft Leben. Wie sie sich beeilt. Aber die Hoffnung Marias findet den Tod. Sie kommt zu spät! Das Grab ist leer. Die Hoffnung verflogen. So geht es unseren Hoffnungen. Die Menschen leben und hoffen. Selbst hier, mitten im Totenreich Dachau. Ist es wirklich Leben? Am Ostermorgen kommt die schreckliche Entlassung! Nein, unsere menschliche Hoffnung auch diese erhabene, daß Jesus der Erlöser Israels sein würde ist tot. Wir hoffen wie Maria vergebens. - - Aber vielleicht kann der Glaube Leben schaffen, wo Liebe und Hoffnung den Tod finden... Maria hatte Glauben. Glauben an den Herrn. Sie hat ihr Los in seine Hände gestellt. Er, der sie vom Teufel rettete, verbürgt die Wirklichkeit ihres erlösten Lebens. Aber auch der Glaube kommt zu 91 spät. Was nützt es Maria, daß sie weiß: der Herr hat mich gerettet, wenn der Herr selbst nicht mehr da ist? Ihr Glaube kann nur Erinnerung sein. Erinnerung, die immer kraftloser wird, bis sie bleich und blutarm stirbt. Glaube, der nur Erinnerung ist! Wir können ihn schmücken mit großen Worten, aber am Ostermorgen wird er gerichtet. Mit diesem Glauben sind wir doch die elendsten unter allen Menschen. Und Maria ist das Bild dieses tiefen Elends: Sie steht draußen beim leeren Grabe und weint. Ja, soll sie nicht weinen? Alles ist tot. Maria weint und will sich nicht trösten lassen, denn es ist aus mit ihr. Maria hat den Herrn gesucht und den Tod gefunden. Die letzte Hülle ist weggerissen. Da liegt das nackte Leben mitten in dem Tod. ,, Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen." Schrecklicher Ostermorgen! Ein für allemal steht es fest: wir kommen zu spät. Zu spät mit unserer Zuwidmung, unserer Frömmigkeit, unserer Religiosität. Was einmal verspielt wurde, bekommen wir nicht wieder. Am Ende aller unserer Möglichkeiten, aller unserer Anstrengungen wartet das leere Grab, der grinsende Tod. So sieht die Welt ohne den lebendigen Christus aus: da liegen wir noch in unseren Sünden, da sterben wir noch in unserem Elend. Grau und grausam ist der dritte Tag von uns aus. Ein elendes, fürchterliches, tödliches Weinen. Ein Weinen, ohne getröstet zu werden. Das Weinen derer, die draußen stehen. ,, Maria stand vor dem Grabe und weinte draußen." In dieser furchtbaren Lage erreicht uns das Osterevangelium. Gott Lob und Dank! Der Ostermorgen bedeutet für uns nicht das Ende, weil Gott selbst, von sich aus, die große Wende eingeleitet hat. Und wir sollen heute hören, wie es von der anderen Seite herkommt: mächtig, herrlich, wunderbar. 92 Wa tes hal und se und de und T Christu füllung دو Ost seine F Gottes Gottes und w Hö Si Engel Liebe i lich bli sieht d Lachen Jesu C Gottes die sta frohe hell es gegenk 1st tau zens: des ver men, u „ M ganzen mat mich ung, die stirbt. mücken gerichtet. ter allen ends: Sie eint und r. Maria ie letzte mitten in Tod umsteht es idmung, mal verde aller wartet elt ohne unseren Grau und es, fürchröstet zu en." revangeeutet für Hie große ren, wie herrlich, Was geschah eigentlich am ersten Tag? Alle Feinde Gottes haben sich empört und versammelt wider den Herrn und seinen Christus: Herodes und Pilatus mit den Heiden und dem Volke Israel. Alle Feinde Gottes: Sünde, Teufel und Tod, haben sich zusammengeschlossen, den Herrn Christus zu besiegen. Aber am dritten Tag geht in Erfüllung das andere Psalmwort: ,, DER IM HIMMEL WOHNET, LACHT!" Ostermorgen. Morgen des Lachens! Gottes Lachen über seine Feinde, Gottes Lachen über unsere grauenhafte Welt, Gottes Lachen über Tod und Todesschrecken, aber auch Gottes Lachen über Maria Magdalena, die draußen steht und weint. Hört sie es nicht, sieht sie es nicht? ,, Sie guckte in das Grab und sah die Engel." Hat sie die Engel wirklich gesehen? Nein: sie sieht ja nur den Tod. Liebe ist blind, sagen wir. Diese weinende Maria ist tatsächlich blind. Sie sieht sich selbst in ihrem Elend und Tod, sie sieht das leere Grab und sonst nichts. Und doch ist Gottes Lachen da. Die Engel sitzen im Grabe als Zeugen des Sieges Jesu Christi. Das Grab ist nicht leer, sondern erfüllt von Gottes Herrlichkeit. Hier ist nicht der Tod Herr, hier waltet die starke Freude Gottes. Aber Mária sieht nicht, wie die frohe Botschaft Gottes ihr entgegeneilt aus dem Grabe, wie hell es ist im Reich des Todes, wie Gottes Lachen ihr entgegenklingt in der Frage: ,, Weib, was weinest du?". Maria ist taub und blind. Sie hört allein das Klopfen ihres Herzens: ,, Zu spät, zu spät!" Sie sieht allein die Trostlosigkeit des verlorenen Tages. ,, Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben." ,, Meinen Herrn", sagt sie. Mit beiden Händen, mit ihrer ganzen Existenz klammert sie sich fest an ihren Herrn. Mit 93 ihrer ganzen dem Tode gehörenden Existenz versucht sie, den Herrn im Grabe zu halten. Sie fordert den Herrn für sich, sie will mit Ihm handeln nach ihren Gedanken, sie will über Ihn herrschen. Aber der im Himmel wohnt, lacht. Soll er nicht lachen? Wenn Sünde, Teufel und Tod zusammen den Herrn nicht im Grabe halten konnten, was kann denn diese Maria? Diese eine schwache Frau? Sie kann nur weinen! Aber ihr Weinen kann Gottes Lachen nicht übertönen. Maria ist wieder draußen. Da sieht sie JESUS. Sieht sie Jesus wirklich? Nein, sie weiß nicht, daß es Jesus ist. Sie meint, es sei der Gärtner. Die weinende Maria bleibt blind und taub. So viel Macht hat der Tod über sie. Wieviel Mühe und Sorgen des Todes will sie auf sich nehmen! Wo ihr toter Herr sich auch befindet, sie will Ihn holen. Und doch: Gottes Lachen kommt näher und näher. ,, Weib, was weinest du? Wen suchst du?" So spricht Jesus ihr zu. Und da muß der lebendige Jesus aus Marias Mund vernehmen, wie sie den toten Jesus sucht. Verloren, wie wir alle, die im Reich des Todes schon gehört haben von Ostern, aber die Kraft der Auferstehung in unserem Leben noch nicht gespürt haben. Die schon wissen, daß Gottes Lachen über diese Todeswelt triumphiert, aber es ist keine Lebenswirklichkeit für uns. Es geht uns wie den Jüngern am Ostertage: ,, Sie hören die Botschaft wohl, aber sie meinen Märchen zu hören, und sie glaubten sie nicht." Immer wieder suchen wir falsch. Suchen bei uns selbst, obgleich wir mit unserem ganzen Dasein dem Tode gehören, suchen einen toten Herrn. Immer wieder müssen wir entdecken, daß wir enttäuscht zurückkehren und der dritte Tag unseres Lebens ein blindes Weinen ist! Das Lachen Gottes würde für Maria ein Märchen geblieben sein, wenn der lebendige Herr in seiner Erbarmung 94 dieses ist ebe nicht, Lache des V Jetzt Sie zu daß e Umkla so wie ihr: " elends deinen tum w Todes um mi kannst du bis Ostern du bis Macht Sieger Er ko mit s unsere es gen schöne sind in zu ho So sa Sterbe wach acht sie, errn für ken, sie t, lacht. zusamas kann ann nur ertönen. Sieht sie ist. Sie bt blind el Mühe Wo ihr näher. Cht Jesus as Mund schon geehung in n wissen, Lert, aber wie den ohl, aber e nicht." elbst, obgehören, wir entritte Tag en gebliebarmung dieses verlorene und verirrte Schaf nicht gesucht hätte. Das ist eben die Herrlichkeit des Osterfestes: Gott lacht unser nicht, wie Er seiner Feinde lacht, ein hartes, grimmiges Lachen, sondern Gott lacht das gute und herrliche Lachen des Vaters, der den verlorenen Sohn in seine Arme schließt. Jetzt muß Maria es hören. Denn dieses Lachen kommt auf sie zu, nimmt sie auf und trägt sie fort. Es kommt so nahe, daß es in ihr Herz einzieht, daß es sie loskämpft aus der Umklammerung des Todes, daß es sie in seinen Besitz bringt, so wie sie da steht, draußen und weinend. Jesus spricht zu ihr: ,, Maria!". Ein Wort, ein Name, ihr Name. Maria, du elendste aller Menschen, du Verlorene, wie du bist, mit deinem ganzen zerbrochenen Leben, wie du einst das Eigentum warst von sieben Dämonen und jetzt das Eigentum des Todes bist, wie du dich verbunden hast mit meinen Feinden, um mich im Grab zu halten, Maria, die du nur noch weinen kannst, die du blind und taub bist für mich. Maria, so wie du bist, bist du mein Eigentum. O herrliches Lachen des Ostermorgens: ,, Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein!" Das spricht der Auferstandene, dem alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben ist, weil Er der Sieger ist über Sünde, Teufel und Tod. Er bleibt nicht ferne, Er kommt zu uns, persönlich. Er sucht uns auf und besiegt mit seinem Machtwort unser Weinen, unsere Blindheit, unsere Verstocktheit. ,, Maria!" ruft Er. Nichts mehr. Aber es genügt. So ruft Er uns, persönlich, wie wir sind. Nicht schöner und besser. Nicht im sonntäglichen Kleid, wie wir sind im Kleide des Todes, verlorene Sünder, die nichts mehr zu hoffen haben, derer am Ende das gähnende Grab wartet. So sagt Er zu uns: Du bist mein Eigentum im Leben und Sterben. Herrliches Lachen des Ostermorgens! Wenn wir wach werden aus unserem Todesschlaf, steht Er bei uns: der 95 Lebendige. Und das Lachen Gottes geht breit durch Himmel und Erde. Freude über den einen Sünder, der zurückgekehrt ist. Und wir sind verwundert, daß wir so blind und taub waren, daß wir dieses göttliche Lachen nicht früher gehört haben, und daß wir nicht eher gespürt haben, wie am dritten Tage die Sonnne der Gerechtigkeit aufgeist. gangen Jetzt hat Maria es tatsächlich gehört! ,, Da wandte sie sich um und spricht zu ihm: Rabbuni!" Da hat der lebendige Herr ihr den Star gestochen. Nicht der Tod steht vor ihr, sondern das Leben. Sie suchte den toten Herrn, bis der lebendige Herr sie fand. Sie probierte Jesus im Grabe zu halten, bis Jesus sie dem Todesreich entriß. Sie konnte nur weinen, bis Gott anfing zu lachen tief in ihrem Herzen, so daß sie wohl lachen muß: das Lachen Gottes über Himmel und Erde, das Lachen der Engel im leeren Grabe, das Lachen Christi über ihr verlorenes Leben. Und da lacht sie unter Tränen: ,, Rabbuni! Göttlicher Meister!" Mei unserem der Gew Mei weiß, u Seliges Wissen: Ich bin geborgen für Zeit und Ewigkeit. Gott hat mir ein Lachen zugerichtet. Heute hat Er mir das Kind seiner Verheißung, den Erstgeborenen von den Toten, geschenkt. Gerade als ich meinte: jetzt ist alles aus und gehört alles dem Tode. Aber am Ostermorgen ist es aus mit dem Tode. Königlich steht der Herr auf, und der Tod ist verschlungen in seinem Sieg. Jetzt können wir dem Tod ins Gesicht lachen: ,, Tod, wo ist dein Stachel?" alle an wird na phetisch über un sterlich, und für phetisch Ostermorgen. Morgen des Lachens. Wir dürfen lachen von Gott her. Denn Er hat uns den Sieg gegeben durch Jesus Christus unsern Herrn! Wo wir nur weinen konnten, wächst Gottes Lachen wunderbar. Diese Freude klingt durch in dem einzigen Wort der Maria, in dem immer wiederholten Bekenntnis der Kirche: ,, Meister!" 96 der übe Am Seligs Wir bra Wir du Wir sin gehört ben!" das All Me Und d Klang gefund den D dessen war, i neuem Ihm selbe Maria = Himmel gekehrt nd und früher ben, wie aufgendte sie ebendige vor ihr, bis der Grabe zu nnte nur erzen, so Himmel s Lachen sie unter Ewigkeit. mir das en Toten, und geaus mit Tod ist Tod ins en lachen en durch konnten, gt durch - wiederMeister, der uns lachen lehrt am dritten Tage. Mitten in unserem Elend und Tod. Frei und unbekümmert lachen. In der Gewißheit seines Sieges. In der Kraft seiner Auferstehung. Meister. In der völligen Hingabe an Ihn, der es allein weiß, und wir wissen es nicht. Der allein das Wort hat, und alle anderen müssen schweigen. Der unser Leben führen wird nach seiner Weisheit, königlich, priesterlich und prophetisch. Königlich, weil Er am Ostermorgen das Regiment über unser Leben gesichert hat wider Hölle und Tod. Priesterlich, weil es sein Osterwerk ist, die Verlorenen zu suchen und für sie einzutreten mit seinem vollbrachten Opfer. Prophetisch, weil Er seine Jünger lehrt, Ostern zu feiern in der überschwenglichen Freude Gottes. Am Ostermorgen geht in Erfüllung das Wort des Herrn: ,, Selig seid ihr, die ihr jetzt weinet, denn ihr werdet lachen." Wir brauchen nicht mehr draußen zu stehen und zu weinen. Wir dürfen es nicht mehr. Wir können, wir müssen lachen. Wir sind getröstete Menschen, die aus Christi Mund selbst gehört haben: ,, Du bist mein Eigentum im Leben und Ster ben!" Durch seine Auferstehung hat der Lebendige sich das Alleinrecht auf unser Leben erworben. Meister. Das neugeborene Herz springt auf vor Freude. Und doch liegt in diesem Namen auch ein alter, bekannter Klang. Es ist derselbe Jesus von damals, den Maria zurückgefunden hat. Derselbe, der einmal ihr Leben rettete vor den Dämonen, dem sie gefolgt war von Ort zu Ort, bei dessen Kreuz sie gestanden hat. Derselbe Jesus, der gestorben war, ist auferstanden. Und damit erscheint alles Alte in neuem Lichte. Wie schön und herrlich glänzt es überall. Mit Ihm wandeln, mit Ihm sterben, mit Ihm auferstehen! Derselbe Jesus! Ihr Jesus! Wie groß ist die Versuchung Maria beweist es- alte Rechte auf diesen Jesus geltend zu 7 - 97 - —— Me machen! Alte Rechte, die am Ostermorgen neuen Glanz be- ‘kamen.© die Herrlichkeit der Begegnung mit dem auf- erstandenen Herrn! Maria wollte diesen Augenblick für im- mer festhalten. Sie wollte den Herrn bei sich halten: Jetzt habe ich Ihn und lasse Ihn nicht mehr los! Ist er doch ihr Herr. Wie Petrus auf dem Berge der Verherrlichung den leuchtenden Herrn für sich behalten möchte. So möchte Maria alles andere vergessen: die Welt, den Tod, das Wei- nen, und nur lachen in der Seligkeit der Nähe Jesu. Wir verstehen das alles so gut aus dem Verlangen unseres eigenen Herzens! e Aber der Herr weist sie zurück.„Rühre mich nicht an.“ Das heißt:„Halte mich nicht fest.“ Er weiß, wie wir sein Werk hemmen können mit unseren oft gutgemeinten Be- wegungen. Aus Liebe zu Ihm versuchte Maria Ihn im Grabe zu halten und wurde dabei ungewollt Bundesgenossin des Todes. Aus Liebe zu Ihm versucht sie jetzt Ihn zurückzu- halten, Ihn ganz für sich in Besitz zu nehmen. Was wäre— wenn es ihr gelungen wäre— aus Thomas und Petrus und den anderen Jüngern geworden, was wäre aus der ganzen Kirche Christi geworden und aus dem Evangelium des Ostermorgens? So blind sind wir aber, daß wir nicht sehen, wie wir selbst immer der Herrlichkeit Gottes im Wege stehen, bis der Herr es uns entdeckt. Nein, Ostern kommt nicht für die eine Hälfte von Gott und für die andere Hälfte von Maria oder von uns her. Mit Maria, mit uns ist es nicht getan, wir bleiben mitten im Tode liegen. Ostern lehrt uns gerade: nicht wir, sondern Christus. Die Freude von Ostern heißt: nicht ich lebe, sondern Christus lebt in mir. „Halte mich nicht fest.“ Halte mich nicht von meinem Werk zurück. Soll Maria denn wieder weinen müssen? 98 anz bem auffür im: Jetzt och ihr ng den möchte as WeiFu. Wir eigenen cht an." wir sein ten BeGrabe ssin des rückzuwäre rus und ganzen um des it sehen, n Wege kommt andere mit uns liegen. tus. Die Christus meinem sen? Weinen über sich selbst, über den Herrn, der sie verlassen will, über die Herrlichkeit, die sie verlieren muß? Aber Maria braucht nicht zu weinen. Ostern ist viel herrlicher noch als sie meint. Sie braucht Ihn nur mit sich Ostern feiern zu lassen. Christus will Maria ihren Trost nicht nehmen. Er will sie immer mehr trösten. ,, Denn" - sagt Er- ,, Ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater." Er war gehorsam auf dem Wege seiner Erniedrigung, jetzt wird Er auch gehorsam sein auf dem Wege seiner Erhöhung. Wie Er vom Vater ausgegangen ist, kehrt Er zu Ihm zurück, um Ihm den erfüllten Auftrag wieder zu geben. Er hat den Sieg davongetragen, jetzt soll Er aus des Vaters Händen die Siegeskrone empfangen. Er soll noch den Platz einnehmen, der Ihm gebührt, zur Rechten des Vaters, wo er in der Fülle des Wortes ,, Meister" heißen soll, König der Könige, Herr der Herren, ein Name, der über alle Namen ist. Die Osterfreude ist nicht das Teilerlebnis einer kleinen Seele, sie hat die Aussicht der ewigen Freude in der Herrlichkeit des Vaters, in der alles umfassenden Glorie unzählbarer Welten. Sie ist nicht gebunden an einen Augenblick, an dich und diese Erde. Die Osterfreude ist allein an den Herrn gebunden, der sie weiterträgt bis zum Vater, wo er sie austeilen kann mit vollen Händen. Davon soll Maria Ihn nicht. zurückhalten, vielmehr: sie soll Ihm dabei helfen, denn sagt Er: ,, Gehe hin zu meinen Brüdern". - Für welche Leute ist die Osterbotschaft des Herrn bestimmt? Welche Menschen nennt der Herr seine Brüder? Diese Jünger, die Ihn in der Stunde der Entscheidung alle verlassen haben. Diesen Petrus, der Ihn verleugnete. Diese armen, hoffnungslosen Menschen, die am dritten Tag nur weinen können. Er schämt sich nicht, sie Brüder zu heißen. Brüder in seiner Auferstehung. Er, der Erstgeborene von 7* 99 - sagt Er - Da ohne Totsch nur zu ein La wiede herrlic Da daß E front, den Toten, aber mit Ihm die vielen, die Er sich erworben hat durch seinen Sieg. Die Osterbotschaft geht aus in diese Welt des Todes, worin wir leben, und wir werden angesprochen, obgleich wir mit dem Tode umfangen sind, als Brüder des lebendigen Christus. Spüren wir es nicht, wie Er selbst hier in Dachau, in der traurigen Wirklichkeit unseres jetzigen Schattendaseins, in der düsteren Kameradschaft des Todes, uns ruft zu seiner Osterfreude? Wie Er seine Hand auf unsere Schulter legt und sagt: ,, Meine Brüder"? Ja, mein Bruder, du sollst heute Ostern feiern. Denn ,, Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott". Da nimmt der Herr uns, Seine Brüder, die Jünger, Maria, alle zusammen, mit in die Herrlichkeit seines Vaters. Am Ostermorgen erwarb Er sich das Eigentumsrecht auf die Seinen. Er hat das Gefängnis gefangen, und dann fährt Er auf in die Höhe, um seine Gaben den Menschen auzuteilen. Seine Ostergaben. Denn wir bekommen an Ostern den lebendigen Christus zum Bruder, seinen Vater zu unserem Vater, seinen Gott zu unserem Gott. Derselbe Vater, der Christus auferweckt hat von den Toten, wird auch uns auferwecken. Derselbe Gott, der Christi Seele in der Hölle nicht verlassen hat und nicht zugegeben, daß sein Heiliger verwese, tut auch uns den Weg zum Leben kund. Das Lachen Gottes in dem auferstandenen, lebendigen Herrn leuchtet über uns, so daß wir ausrufen: ,, Vor dir ist Freude die Fülle und lieblich Wesen zu deiner Rechten ewiglich." Unser Leben wird herausgehoben aus dem fürchterlichen Sumpf des Todes. Es wird getragen von Christi Sieg. Durch Ihn ist es recht Leben geworden. Durch Ihn hat es erst wirklich eine Zukunft bekommen. Strahlend liegt es vor uns unter dem erlösenden Lachen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. دو IOO zu rui dessen uns ei aufste alle mit G und unser CH zu zie lich z zu stä einma ligen Sünde innere lassen Fülle D die H Sie so Diese worben diese angend, als wie Er anseres aft des Hand 2. ? Ostern eurem mt der mmen, gen erhat das Höhe, gaben. hristus Gott zu ckt hat e Gott, d nicht en Weg ndenen, srufen: deiner en aus en von Durch rahlend tes, des Da sind wir am dritten Tage in einer Welt ohne Gott, ohne Christus, erfüllt von Haß und Neid, von Mord und Totschlag, von des Teufels Geist. Es ist alles zum Weinen, nur zum Weinen! Aber Gott schenkt uns am dritten Tage ein Lachen, so reich, daß wir es immer hören müssen und wieder hören: wie Gott lacht über uns, selig, rettend, herrlich. Damit werden wir getröstet in Christi Auferstehung, daß Er zu uns gekommen ist quer durch die starke Feindesfront, quer über die Todeslinie, um uns bei unseren Namen zu rufen und sein zu machen. Wir haben einen Herrn, von dessen Liebe niemand und nichts uns scheiden kann. Er hat uns einen Gott und Vater im Himmel gegeben. Wir dürfen aufstehen und zu Ihm gehen. Wir dürfen erwarten, daß Er alle unsere Sünden von Herzen vergibt, daß Er uns krönt mit Gnade und Barmherzigkeit. Wir dürfen zu Ihm beten und wissen, daß Er uns allezeit hört: ein Gott und Vater unser aller. Christus geht zum Vater, um alle seine Brüder zu sich zu ziehen. Er schickt uns seinen heiligen Geist, um uns täglich zu trösten, um unsere Sehnsucht nach dem Vaterhaus zu stärken, um uns die Gewißheit zu geben, daß wir Ihm einmal gleich sein werden. Durch Ihn haben wird den heiligen Geist. Wir brauchen nicht liegen zu bleiben in unserer Sünde, in unserem Tod, sondern wir werden erneuert dem inneren Menschen nach von Tag zu Tag, bis wir alles lassen, was uns jetzt noch beschwert, um zu leben in der Fülle der Gemeinschaft Gottes. Diese trostreiche Osterbotschaft hat der Herr Maria in die Hände gelegt. Sie ist seine Gabe und Aufgabe zugleich. Sie soll nicht allein Trost empfangen, sondern auch spenden. Dieser Trost soll durch die ganze Welt gehen und überall, t IOI wo geweint wird, oder wo die Zähne zusammengebissen werden, um nicht zu weinen, oder wo gelacht wird, weil man sonst weinen müßte, dort überall soll das Lachen Gottes hörbar werden. Da geht Maria auf leichten Füßen, um es den Jüngern zu sagen. Die Freude hat angefangen, aber sie geht weiter, weiter, bis heute und hier im Lager. Sie stellt sich vor uns hin und sagt zu uns: Hörst du es, Bruder, hörst du es? ,, Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Sie gehen hin und weinen und tragen edlen Samen und kommen mit Freuden, und bringen ihre Garben." So trägt Maria die Garben ihrer Freude. So dürfen wir die unseren tragen aus der Fülle der Auferstehung Christi. Aus der Kraft und der Gemeinschaft seines Lebens. Aus dem Sieg seines Wortes. Aber Ostern ist mir so ferne, so fremd. Die sagst du Wirklichkeit sieht so ganz anders aus. In und um mich sehe ich den Tod. Die Macht des Bösen ist mir eine tägliche Tatsache. Überall, wo ich hinschaue, sehe ich Anlaß zum Weinen. Wie komme ich heraus aus der elenden Lage, worin ich mich befinde? Was kann ich, armer Mensch, geworfen in die Fürchterlichkeit meiner fortwährend bedrohten Existenz, anderes als weinen? - - Oster ausgedad Gott sei Dank. Du kannst lachen, weil Gott dir zu lachen gibt. Und wie Er gelacht hat damals bei der Schöpfung über das Werk seiner Hände, da Er sah, daß es gut war, so lacht er am Ostermorgen, als der Herr auferstanden ist. Er sieht, wie er es gemacht hat, und siehe, es ist sehr gut. Wir brauchen uns nur mit dem vollen und herzlichen Ja des Herrn zu unserem Leben abzufinden. Das, was Er getan hat, in Ehrfurcht zu empfangen und Amen dazu sagen. Wenn Gott Ostern mit uns feiert, verschwinden unsere Schwierigkeiten. Da lachen wir unter Tränen. 102 Aber Go ewigen Es is Es ist ist Gotte nach de barmung Ja, mir ins Heut Weil weil wi Vater W Weil kehr in Osterme darum Tod Den richtet. und Au lichen V vorbei i und und noch Den Nu Der Hall angebissen ird, weil s Lachen Jüngern nt weiter, vor uns es? ,, Die gehen hin men mit Maria die ragen aus t und der s Wortes. remd. Die mich sehe liche Tatzum Weige, worin geworfen bedrohten zu lachen Schöpfung s gut war, tanden ist t sehr gut zlichen Ja as Er getan azu sagen den unsere Ostermorgen. Morgen der Freude! Wir haben es nichtausgedacht. Wir hätten es auch nicht ausdenken können. Aber Gott hat es ausgedacht und ausgeführt nach seinem ewigen Rat und Wohlgefallen. Es ist kein Märchen. Es ist göttliche Tat an unserem geschlagenen Leben. Es ist Gottes Geschenk für uns nach dem Tag unserer Sünde, nach dem Tag seines Zorns, am dritten Tage seiner Erbarmung. Ja, mein Bruder, heute legt Gott seine Freude dir und mir ins Herz hinein. Heute lehrt Er uns lachen. Weil wir am Ostermorgen mit ihm auferstanden sind, weil wir am Ostermorgen seine Brüder wurden und den Vater wiederfanden. Weil wir am Ostermorgen mit ihm auferstanden sind, kehr in die Freude des Vaterhauses bekamen. Weil wir am Ostermorgen mitgenommen sind in den Sieg des Herrn, darum dürfen wir heute den Sieg davontragen. Tod, Sünde, Welt, und mein böses Fleisch, ich lache euer. Denn am Ostermorgen hat Gott mir ein Lachen zugerichtet. Und ich darf die Freude weitertragen als seine Gabe und Aufgabe in diesem schrecklichen Leben, in dieser tödlichen Welt im K.Z., ja gerade im K.Z., bis einmal alles vorbei ist, und Gott abwischen wird alle Tränen von unseren Augen, und der Tod nicht mehr sein wird, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein wird. Denn das wird alles vorübergehen. Nur Gottes Lachen wird bleiben. Der Anfang und das Ende. Halleluja! 103 F. GUILLAUME, Sneek- Holland IN TRÜBSAL FROH Sonntag Quasimodo geniti, 8. April 1945 Meine Brüder! E محدد D W Petru 1. Petrus 1, 3-5. welch Er Pontu A streut Zu Ostern pries die Gemeinde des Herrn ihren höchsten Ruhm, und freilich, das Auferstehungsfest ist groß. Etwas Stärkeres gibt es wahrlich nicht. Der Tod bringt Menschen in Verzweiflung oder in Wut und Haẞ, oder in Gleichgültigkeit, oder in grenzenlose Angst. Aber dies ist die Frucht von Ostern: den Tod besiegt wissen, und überall, wo er waltet, sich des Lebens rühmen. So stehen wir in dieser Welt, weil wir Christi eigen sind. Aber so darf ich nicht weiterfahren. Sonst gleiten alle diese Worte an der irdischen Wirklichkeit vorbei. Sie spricht zu laut und zu drohend. Sie macht Osterfreude und Osterruhm oft zunichte. Und wer glaubend in Christus mit dieser Schwierigkeit nicht fertig wird, kann verlieren, was Ostern bietet. Wir verneinen die Wirklichkeit nicht. Wir schließen auch die Augen nicht vor ihr. Wir nehmen sie völlig ernst und leiden bisweilen furchtbar unter ihr, aber trotzdem behalten wir unsere Hoffnung, weil wir uns an Christus halten, der uns nicht beschämt. Gottes Wort beleuchtet in unserem Text diese Dinge, gerade diesen scheinbaren Widerspruch zwischen Ostertatsache und irdischer Wirklichkeit. Unter Herr A Empf Diese men D redet 0 ihren haup Betra Petru sieht ten H Kam lichke das tiges hordh Lager 104 I, 3-5 höchsten B. oder in grenzend besiegt -rühmen. isti eigen eiten alle rbei. Sie reude und Christus verlieren, schließen Söllig ernst trotzdem Christus se Dinge, Ostertat Er nennt uns: ,, wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung durch Christi Auferstehung". Darüber muß ich euch also heute morgen predigen. Wir haben es hier, meine Brüder, mit einem Briefe des Petrus zu tun und darum auch mit den Menschen, an welche er geschrieben hat. Er nennt sie im Eingang Fremdlinge hin und her in Pontus, Galatien und anderen Gegenden. Aber das: ,, hin und her" bedeutet mehr als nur zerstreut; es bedeutet auch: leidend unter christusfeindlicher Unterjochung, geschmäht werdend über dem Namen des Herrn, Kreuz und Trübsale tragend. Aus dem weiteren Inhalt des Briefes lernen wir seine Empfänger kennen: ihr in vieler Hinsicht schweres Leben. Diese Menschen, in solchen bedrängten Umständen, bekamen diesen Brief. Das erste Wort, der erste Satz, womit Petrus sie anredet, ist ein großartiger Jubel. Ob ihre Stimmung demgemäß gerichtet ist, ob sie in ihren Gedanken schon soweit gekommen sind, ob sie überhaupt dafür Empfänglichkeit haben, das wird einfach außer Betracht gelassen. Das findet sich wohl später. Aber, wenn Petrus diese Menschen im Namen des Herrn anredet, so sieht er sie im Gnadenlicht. Ja, ihre unter Schmerz gebeugten Häupter sieht er, ihre Not kennt er, versteht ihren Kampf, fühlt sich ein in ihre hoffnungslose irdische Wirklichkeit, aber über sie und über ihre Umstände erhebt er das Wort von der Gnadenrealität, und es wird ein mächtiges Lied, ein hoher Lobgesang, auf den man nur entzückt horchen kann. Und noch klingt es auch über uns und unser Lager, über alle Gläubigen, wo sie auch seufzen oder wei105 nen in der Welt: ,, Gelobt sei Gott, und der Vater unseres Herrn Jesu Christi, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den " Toten!" Das müssen die Leser von damals wohl mit befremdeten Augen gelesen haben, genau wie wir noch immer, wenn wir diese Posaunen hören, still werden und staunen. Solch einen Ton erwarten wir nicht. Aber bei tieferem Nachdenken entdecken wir, daß dies der einzige Weg ist, um Elende wirklich zu trösten. Denn es gibt keine Brücke zwischen der Wirklichkeit der Erlösung und unserer Not. Tod, Pein, Qual: unsere Wirklichkeit; aber die Lebensbotschaft, das Evangelium, fällt darin hinein, ruft alles Heil und die Fülle der Erlösung Jesu Christi vor unseren Ohren aus. Das ist die Wohltat dieses Tages. Seine Wohltat auch jetzt in dieser Schreckenszeit. Heute ist kein Hochfest mehr; Ostern ist vorbei, doch Sonntag feiern wir, darum geheiligt, weil Jesus Christus am ersten Tage der Woche von den Toten auferstanden ist. Ach, dieses Leben! Und diese Welt! Blut und Tränen, zerschlagene Erwartungen, zertrümmerte Ideale; aber überall, wo heute die Gemeinde des Herrn sich sammelt, da geht ihr in der Wortverkündigung die Wirklichkeit Gottes auf: ,, Gelobt sei Gott"; denn wahrlich, er ist aller Anbetung würdig; gelobt sei Gott, der uns wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung! Daß Christus auferstanden ist, bedeutet, daß die Schuld der Welt bezahlt ist, und darum ist die Tür zu neuer Zukunft geöffnet. I habe I seine in ih die J trotz keine nach men V Lebe und Verla wir s und men, sein!! U stand es he I auch U es gi eine wied stehe hefte T der er si 106 r unroßen digen n den efremmmer, aunen. ß dies Denn er ErLebenst alles nseren at auch mehr; heiligt, on den Tränen, überelt, da Gottes er Anren hat Schuld neuer Die Offenbarungen des Herrn nach seiner Auferstehung haben das gezeigt. Ich denke an die Frauen in ihrer Trauer, an Simon mit seinem marternden Schuldbewußtsein, an Maria Magdalena in ihrer Ratlosigkeit, an Thomas in seinem Unglauben, an die Jünger bei ihrem vergeblichen Fischen auf dem Meer trotz so vieler Unterschiede doch alle hierin gleich, daß sie keine Hoffnung mehr hatten. Wie hat der lebendige Christus aber sie alle, den einen nach dem andern gesucht, sie angeredet, sie aus ihrer stummen Trauer aufgeweckt, sie mit göttlicher Majestät zum Leben gerufen, bis es in ihren Herzen zu leuchten anfing und sie sich bewußt wurden: Er lebt!! Unser Hoffen und Verlangen ist nicht zu Ende, neue Zukunft geht auf, und wir sind durch ihn nicht ziellos, und in ihm ist unsere Mühe und Arbeit nicht vergeblich. Unsere Schuld ist weggenommen, unsere Sünden sind bedeckt, er ist unser, wir sind sein!! Und ihr Halleluja stieg empor! Und an ihrem Jubel:„ Der Herr ist wahrlich auferstanden und ist Simon erschienen", kannst du wissen, was es heißt: wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung. Das war ihre Neugeburt, ja; und das ist die unsrige auch, jedesmal, wenn wir das Evangelium hören und glauben. Unser Dasein liegt mit der ganzen Welt im Tode, und es gibt keine Aussicht, keine Zukunfterwartung, es sei denn eine solche, welche nach kürzerer oder längerer Zeit doch wieder enttäuscht wird; aber mitten in diesem leeren Leben stehen wir in der Hoffnung, die lebt! Weil sie an Ihn sich heftet, welcher das Leben ist. Und seine Kreuzgemeinde, Fremdlinge hin und her in der Welt, sie soll das Wort glauben und Gott loben, weil er sie nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat. 107 Jesus Christus ist auferstanden, und darum ist unsere Hoffnung lebendig, das heißt: sie kann nicht erlöschen, und sie wird nie beschämt. Meine Brüder, so spricht Gottes Wort zu uns heute morgen. So seid nun nicht ungläubig sondern gläubig. Das Evangelium singt und jauchzt nicht ins Leere über unsere Häupter hinweg, sondern es sucht unsere Herzen: es richtet sich an dich und mich. Wer es ablehnt, bleibt in seiner furchtbaren Ziellosigkeit, aber wer es glaubt, der ist ein neugeborener Mensch, in Trübsal froh, in allen Leiden überwindet er weit, und er wird niemals mutlos, denn seine Hoffnung ist unerschütterlich. Im zweiten Textteil spricht Petrus nun von dieser Hoffnung weiter: noch immer in demselben langen Satz, der aus einem Guß seinem Herzen entquollen ist, so voll, so schwer, in überraschend sprudelnden Worten, daß wir Mühe haben, das Ganze richtig zu erfassen. Er hat mit seiner Sprache gekämpft, in starker Bewegtheit, um es zu sagen, was ein Mensch besitzt und erwarten darf, der da glaubt, daß Christus von den Toten auferstanden ist. Wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung. Er legt das näher dar: zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das behalten wird im Himmel. Und wieder spricht laut der Gegensatz zwischen der irdischen Wirklichkeit und dem Leben, das Christus ist und gibt. - Die ersten Leser des Petrus- Briefes und wir sind darin gleich, daß wir Lebende vergehen, und daß unser Besitz A lich 1 Dasei ander sonde In ihm i glaub ben h H Weg weil wiede das n wird, Ja Christ fanger wir si Fü Himm Da im H halten W Name es wis mit w men m er ist behalt 108 unsere , und e more über zen: es igkeit, ch, in und unerHoffz, der oll, so Mühe ewegtwarten aufg. Er d unwird der tus ist r sind unser Besitz verwelkt. Wer viel gesammelt hat, greift ins Leere. Ach, wir Menschen dieser Zeit und dieser Erde, vergeblich leben wir, und wie bitter arm ist doch, wer nur dieses Dasein kennt! Glauben bedeutet denn auch: vollkommen anders stehen in dieser Welt: nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Im Glauben sind wir mit Christus verbunden, stehen mit ihm in dieser Welt, nämlich im wahren Leben. Wer an ihn glaubt, hat Teil an dem ewigen Erbe, das er für uns erworben hat. - Hab' es schlimm hier, trage dein Kreuz und gehe deinen Weg in großen Schmerzen, aber schaden kann es dir nicht, weil du, glaubst du es? hältst du es fest?- weil du wiedergeboren bist zu lebendiger Hoffnung, zu einem Erbe, das nicht vergeht und nicht verwelkt und nicht befleckt wird, weil es behalten wird im Himmel. Ja wahrlich, Erben sind wir, Erben Gottes und Miterben Christi. Was macht es wesentlich aus, ob wir frei oder gefangen sind, zerstreut oder in unserer Heimat wohnend- wir sind Himmelsbürger und erben Gottes Reich. Fürchten wir uns doch nicht! Christus gewährt uns im Himmel, was er uns erworben hat. Es liegt fest in ihm. Darum kann Petrus schreiben: das Erbe wird behalten im Himmel. Und dann, sehr persönlich: es wird euch behalten. Was Christus getan hat, war für von ihm gekannte, bei Namen genannte Menschen bestimmt, und damit du und ich es wissen, daß es für uns ist, wird es uns gepredigt; und da mit wir nie zweifeln, hat Gott in unserer Taufe seinen Namen mit dem unseren verbunden, und selig ist, der da glaubt: er ist zu diesem Erbe wiedergeboren, das im Himmel für ihn behalten wird. 109 Und nicht nur das.„Behalten euch“, steht da,„die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahret werdet“. Das Erbe für uns; wir für das Erbe. Zweifache Bewah- rung ist das, und es geht alles von GOTT IN CHRISTUS aus, und es liegt alles vor Anker in ihm. Das Erbe kann nicht verwelken, und wir können nicht verlorengehen. Fallen können wir, ja, und straucheln, aber dieses Ziel verfehlen nicht. In unserer Lage haben wir mit den Empfängern dieses Briefes besonders viel Gemeinsames. Fremdlinge hin und her, in mehr geistigen und natürlichen Gefahren, als wir uns selbst bewußt sind: so leben auch wir. Aber bewahrt werden wir wunderbar sicher, denn Christus ist auferstan- den und gen Himmel gefahren, wo er immer lebt, um für uns zu beten. Wir werden bewahrt aus Gottes Macht, steht im Text. Ich lese lieber, weil diese Übersetzung genauer ist: In Gottes Macht,‘das heißt: Gottes Macht ist die Stadt, worin wir wohnen und bewahrt werden. Freilich, hinter Stacheldraht und zwischen Mauern leben wir; aber sieh mit mir die Mauern des Gottesschutzes rings um dich und freue dich und singe das Lob deines Herrn, denn der Ort, worin wir leben, ist Gottes Macht. Vergessen wir aber nicht, daß der Text hinzufügt: durch den Glauben. Für das Erbe im Himmel werden wir in Gottes Macht bewahrt, aber durch den Glauben. Was nützen mir alle Wohltaten Gottes, wenn ich den Glauben nicht übe! So tief ist hier die Wechselwirkung zwischen Gott und uns. ER be- wahrt uns, aber wir sollen uns bewahren lassen. ER bleibt bei uns, aber wir sollen bei ihm bleiben. ER führt uns, aber wir sollen seine Hand festhalten. IIO Glaul erneu daß ı auch Petru werde die ihr Let". BewahISTUS e kann ngehen. es Ziel dieses min und als wir Dewahrt ferstanum für m Text. n Gottes porin wir heldraht mir die dich und ir leben, gt: durch es Macht mir alle e! So tief 5. ER beER bleibt uns, aber Durch den Glauben, steht da: in Glaubensstreit und Glaubensspannung, Tag für Tag. Und wir haben in dieser Stunde unser Bekenntnis schon erneuert, und so gehen wir in diese Woche hinein, glaubend, daß wir bewahrt werden in Gottes Macht. So werden wir auch bewahrt bleiben. Und dann endlich noch: ,, Bewahrt werdet ihr", schreibt Petrus ,,, zur Seligkeit, welche bereit ist, daß sie offenbar werde zu der letzten Zeit". Unsere Hoffnung ist auf das Erbe gerichtet. Wenn wir auch alles verlieren, wenn auch die Zukunft noch so dunkel droht, wenn das Leben durch Krieg und Schrecken, durch Zertrümmerung und Verwirrung so chaotisch wird, daß keine Aussicht übrigbleibt, so rühmen wir doch, daß Jesus Christus lebt, als Sieger, König, hoch über allem irdischen Geschehen, und unsere Hoffnung richtet sich auf, hebt sich empor und klammert sich an Ihn!... Ja, auf IHN, welchen wir nicht gesehen haben und doch lieb haben, und wir freuen uns auf Ruinen und Gräbern mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, denn wir sind Erben, und das Erbe ist die Seligkeit, und diese erwarten wir, weil Gott sie uns bewahrt. Sie ist bereitet, denn Christus hat sie erkauft. Sie ist bereitet, denn seine Versöhnung war vollkommen. Und sie wird am Ende offenbar werden, dann, wenn ER sich offenbart. Nein, jetzt ist es noch nicht so weit, Noch tragen wir unser Kreuz. Noch ist der Teufel mächtig. Noch feiert der Tod Triumphe. Aber gelobt sei Gott und der Vater unseres Herrn Jesu Christi, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat. I I I Nun hat unser Leben ein Ziel. Nun leiden wir nicht vergeblich. Nun kennen wir Jesus Christus, leben in Ihm, und erwarten seine Erscheinung, welche die Seligkeit bringt Dann werden wir ihn sehen, wie er ist. Dann hoffen wir nicht mehr. Dann dürfen wir anschauen. Ewig. Selig. Halleluja! Amen. II2 II. Mo Und Panier" „ Und mein P Amale stellten höchste Gott Is nach d Gideon andere So auch lisch be geholfe sein Na dies sic andere er sein die Baa Er wi verleih Sp sehen bar e ( L. Mo ( 13, 18 tende Haupt und ergt Dr. MILOSCH BITSCH DER HERR MEIN PANIER Predigt am Sonntag Jubilate, 22. April 1945 II. Mose 17, 15. ,, Und Mose baute einen Altar und hieß ihn: Der Herr mein Panier". " - Und Mose baute einen' Altar und hieß ihn: Der Herr mein Panier." Er baute diesen Altar nach dem Sieg über die Amalekiter, die sich dem Volke Gottes frech in den Weg stellten, um es an der Erfüllung des Willens des Allerhöchsten zu hindern. Ähnlich ,, baute Josua dem Herrn, dem Gott Israels, einen Altar auf dem Berge Ebal"( Jos. 8, 30) nach der Besiegung des heidnischen Ai. Weiter vernichtete Gideon auf Befehl des Herrn den Altar Baals, um einen anderen zu errichten dem alleinigen Gott( Richt. 6, 26). So auch Samuel, der außerdem den einen Denkstein symbolisch benennt: Eben- Ezer ,, Bis hierher hat uns der Herre geholfen"( I. Sam. 7, 12). Ja, Gott ist der Retter, der Erlöser, sein Name soll geheiligt, seine Erhabenheit und Macht durch dies sichtbare Zeichen hervorgehoben werden. Er will keine anderen Götter neben sich dulden! Deshalb will und wird er seinem Volke stets beistehen in seinem Kampf gegen all die Baalim, die sich an die Stelle des Allerhöchsten drängen. Er wird das Panier der Seinen sein und ihnen den Sieg verleihen. - So steht er auch jedem einzelnen seiner Treuen bei. Da sehen wir Abram die Verheißung empfangen und dankbar einen Altar errichten im Hain More bei Sichem ( I. Mose 12, 7) und wiederholt im Hain Mamre zu Hebron ( 13, 18). Dann wieder Isaak in Beer- Seba( 26, 25). Der flüchtende Jakob richtete zu Bethel ,, den Stein, den er zu seinen Häupten gelegt hatte... auf zu einem Mal und' goẞ Ol 8 II3 - - obendarauf"( 28, 18), und nach seiner Rückkehr aus der Verbannung errichtete er zu Sichem einen Altar( 33, 20) ,, und rief( daselbst) an den Namen des starken Gottes Israels". Ja, welche Bedeutung hat also eigentlich das Bauen der Altäre, daß wir ihm auf Schritt und Tritt begegnen? Gott ist ein großer Erzieher und weiß zu gut, wieviel Gefahr dem Menschen droht, wie mannigfaltig die Versuchung sein kann und wie schwach sich der Mensch bei diesen Anfechtungen erweist. Was nützt es, daß er regelmäßig das Wort Gottes hört, an gottesdienstlichen Versammlungen teilnehmen und im eigenen Leben so viele Beweise der göttlichen Fürsorge finden kann, wenn er nicht stets ein sichtbares Zeichen vor Augen hat, das ihn in entscheidenden Augenblicken zur Besinnung zurückholt und ihm mächtig zuruft: ,, Ich bin der Herr, dein Gott... Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!" So wird der Altar zum Siegel des gepredigten Wortes, so will er ein handgreifliches Mal sein dafür, was der Mensch allzuleicht in den Wirren des Lebens vergessen könnte- um ihm gleichzeitig eine Stütze zu bieten und vor dem Fall zu bewahren. Der Altar erneuert stets die Erinnerung an eine große Heilstat. oder Verheißung Gottes. O wie unbegreiflich und unfaßbar ist seine väterliche Liebe! Wie wunderbar hat er uns bis zu diesem Augenblick durchs Leben geführt, uns glücklich vor Unfall geschützt, in Krankheit und Not uns beigestanden, vor dem Tod errettet. Ja, können wir überhaupt alles fassen, was Gott für uns getan hat? Denn nicht nur für unseren Leib trägt er Sorge, sondern auch für die Seele. Wo wären wir ohne seine Gnade? In welch ein Verderben hätte uns schon längst unsere Sünde gestürzt, hätte Er uns nicht an der Hand gefaßt! Eben das will der Altar uns auch unzweideutig ins GeII4 dächtnis sache: dem He das Blu Und es zufried nichts g herzigk So Stelle d bol des die Sün chen v nisses. zeitig a die nic will, d betone harren. den He werfen bringer 49, 22 Israel, Recht da übe der V stande ist ebe heraus Jubila seinem aus der 20) ,, und Israels". auen der gnen? - eviel Geersuchung ei diesen mäßig das ngen teilder göttein sichtmeidenden mächtig Ilst keine der Altar andgreifmt in den Leichzeitig ren. ine große iflich und ar hat er ührt, uns Not uns wir überDenn nicht ch für die ein Verrzt, hätte g ins Gedächtnis einprägen: Schließe nicht die Augen vor dieser Tatsache: du bist ein Sünder! Wie könntest du dich überhaupt dem Heiligen nahen, wenn nicht hier auf diesem Altar durch das Blut der Opfertiere deine Schuld reingewaschen würde? Und es ist seine Gnade, daß er sich mit einem solchen Opfer zufrieden gibt und dir sein Heil anbietet, obwohl du noch nichts getan hast, um diesen Reichtum an Liebe und Barmherzigkeit zu verdienen! So war es im alten Bunde. Die Christenheit hat an der Stelle der vielen Altäre das Kreuz von Golgatha, das Symbol des einzigartigen und unwiederholbaren Opfers, das für die Sünden der Welt dargebracht wurde. Das schlichte Zeichen versinnbildlicht den Inhalt unseres Glaubensbekenntnisses. Es spricht uns von der Sünde der Welt, aber gleichzeitig auch von der unermeßlichen Liebe und Gnade Gottes, die nicht ihr Gefallen am Tode des Sünders hat, sondern will, daß er lebe. Die Heilige Schrift wird nicht müde zu betonen: Gott ist Liebe. Er verläßt nicht die, die auf ihn harren. ,, So spricht der Herr: Siehe, ich will meine Hand zu den Heiden aufheben und zu den Völkern mein Panier aufwerfen; so werden sie deine Söhne in den Armen herzubringen und deine Töchter auf den Achseln hertragen"( Jes. 49, 22). Aber warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: Mein Weg ist dem Herrn verborgen, und mein Recht geht vor meinem Gott vorüber?"( 40, 27). Siehe nur da überall diese stummen Steinzeugen der Wahrhaftigkeit der Verheißungen Gottes und der Siegeskraft seines Beistandes. Also nur nicht zweifeln, nicht verzagen! Sein Arm ist ebenso mächtig, dich und mich aus jeder Betrübnis herauszureißen, wie er unsere Väter errettet hat. Deshalb: Jubilate! ,, Jauchzet Gott, alle Lande! Lobsinget zu Ehren seinem Namen, rühmet ihn herrlich!"( Psalm 66, 1-2). 8 IIS vertrete Liebe Brüder, wenn schon das Israel des alten Bundes solche Gnade erfahren hat und solchen Grund zu Dankbarkeit und Freude hatte, um wieviel mehr erst wir, für die Gott durch Christum und seinen Sühnetod zum Vater wurde. Das Kreuz von Golgatha ragt hoch gen Himmel empor wie das Panier Gottes, ein Wegweiser für uns im Kampfe des Lebens, ein Zeugnis göttlicher Fürsorge und das Merkmal eigener Schwäche. - Aber dies heilige Zeichen, das jeden zur Buße treiben, das uns alle in die Knie zwingen müßte, das uns mit einzigartiger Macht an die Gegenwart des heiligen, alleinigen, gerechten Gottes erinnern will dies heilige Zeichen blieb auch nicht verschont vor Mißbrauch durch des Menschen Sünde. Da, wo man in reuevoller Selbsterkenntnis verstummen und seine Schuld bekennen sollte, da hat man in selbstherrlichem Stolz die Stelle des Allmächtigen einzunehmen versucht. Und hat dann im Zeichen des Kreuzes und im Namen der Liebe Blut vergossen und unzählige Greuel begangen. auf dem er auss Der Kö kus( II. richteter verlasse teil wa Allerhö denn de Last, so nicht me dern de So wie das Israel des alten Bundes, ja schlimmer noch: ,, Die Kinder Israel haben deinen Bund verlassen und deine Altäre zerbrochen und deine Propheten mit dem Schwert erwürgt"( I. Kön. 19, 10), klagt Elia. Wie denn auch nicht, wenn das Volk ein so trauriges Beispiel in seinen Königen hatte! Gleich der erste von ihnen, Saul ,,, baute dem Herrn einen Altar"( I. Sam. 14, 35), nicht auf Geheiß des Herrn, nicht als ein gehorsamer Diener, sondern eigenmächtig, unberechtigt. Darum, als er Gott befragte, antwortete Er ihm zu der Zeit nicht"( V. 37). Der Herr läßt sich nicht verspotten und zum Knecht des menschlichen Mutwillens machen! Später machte sich ein Jerobeam Feste und erdachte Gebräuche, als ob er das Recht dazu erhalten hätte, als Stell- 116 Wie Pläne d Abtrün derer, d sollten. haben und de 19, 10), sind. U doch se des All Krieg a verzwe wird, k sehen w Altar d Vergebe Morgen Altar, Bundes Dankbarfür die m Vater Himmel uns im und das treiben, mit einleinigen, hen blieb en Sünde. men und errlichem cht. Und Her Liebe mer noch: nd deine Schwert uch nicht, Königen m Herrn es Herrn, chtig, unFortete Er micht versmachen! achte Geals Stell- vertreter des Heiligen und Ewigen zu handeln ,,, und opferte auf dem Altar, den er gemacht hatte zu Beth- El..., welchen er aus seinem Herzen erdacht hatte"( I. Kön. 12, 33).- Der König Ahas kopiert wiederum einen Altar aus Damaskus( II. Kön. 16, 10), und andere, so z. B. besonders Manasse, richteten dem Baal Altäre auf( 21, 3 f), direkt schon Gott verlassend. So handeln die, denen die Erkenntnis Gottes zuteil ward! Und zur selben Zeit kehren sich Heiden zum Allerhöchsten: ,, Da sprach Naeman( der Syrier): Möchte denn deinem Knecht nicht gegeben werden dieser Erde eine Last, soviel zwei Maultiere tragen? Denn dein Knecht will nicht mehr andern Göttern opfern und Brandopfer tun, sondern dem Herrn"( 5, 17). Wie wunderbar sind die Wege des Herrn! Er führt seine Pläne durch, Er bringt seine Vorsätze zum Ziel trotz der Abtrünnigkeit der Menschen, trotz des Abfalls und Verrats derer, die Herolde und Vollstrecker der Pläne Gottes sein sollten. Deshalb, wenn auch Elia klagt: ,, Die Kinder Israel haben deinen Bund verlassen und deine Altäre zerbrochen und deine Propheten mit dem Schwert erwürgt"( I. Kön. 19, 10), erfährt er doch, daß noch 7000 Treue übriggeblieben sind. Und warum überhaupt erst ringsherum suchen? Er ist doch selbst am Leben geblieben! Er ist also berufen, Zeuge des Allerhöchsten zu sein und allen seinen Feinden den Krieg anzusagen. Nach menschlichem Maßstab wird das ein verzweifelter Kampf sein, aber wenn Gott sein Panier sein wird, kann er sich getrost mit allen Übeltätern schlagen. So sehen wir auch Elia auf dem Karmel: ,, Und( er) baute den Altar des Herrn wieder auf, der zerbrochen war( 18, 30). Vergebens riefen die Priester Baals ihren Herrn an ,, von Morgen an bis an den Mittag... und sie hinkten um den Altar, den sie gemacht hatten"( V. 26). Zu schanden wurden 117 - sie, und der Altar des Heiligen Israels ragt wiederum gen Himmel, ein Panier für alle Treuen. Neuen Mut und neue Kraft wird er ihnen einflößen, damit sie an ihrer Stelle verharren und durchhalten können und wenn not, auch der ganzen Welt Trotz leisten, nur der Stimme ihres Gottes und keinem Führer und Verführer gehorsam. Wären doch auch wir Elia darin gleich! So führt der Herr seine Auserwählten durch die Jahrhunderte. Fest hält er sie an der Hand, damit sie nicht straucheln und fallen. Nur wenige sind es- in den Augen 1 der Welt; aber wenn es noch weniger wären, es änderte an den Wegen Gottes nichts. Möge sich die Welt gegen seinen heiligen Willen noch so sträuben, der Endsieg gehört Ihm! Ihm allein. - ,, Wo diese werden schweigen, so werden die Steine schreien"( Luk. 19, 40), sagt Jesus. Wenn die Menschen ob aus Furcht oder Schwachheit, oder infolge Abfalls und Verrates, oder aus Blindheit und Verstocktheit- schweigen oder ganz einfach durch Gewalt, Kerker und Tod zum Schweigen gebracht wurden, so bleiben immer noch diese stummen Zeugen von Gottes Macht und Liebe und Treue. Vielleicht werden auch sie in Trümmer daliegen, aber trotzdem werden sie schreien, zum Himmel schreien und ihr Zeugnis ablegen, So war es auch stets in der Geschichte der christlichen Kirche. Wieviel Verkehrtheit, wieviel Abtrünnigkeit, Unglauben, Feigheit und offene Feindschaft! Einerseits das Kreuz mißbraucht, in seinem Zeichen Blut vergossen und Elend gestiftet mit der lästerlichen Begründung: omnia ad maiorem dei gloriam( alles zur größeren Ehre Gottes). Und andererseits die Bekenner des am Kreuz geopferten Heilands ver118 folgt ,, Wo " Verge W bewuf Vor s Mensc unsere sind des ev Werty Hinte oder verhei die D bares ganzer geben Herrn So mu Herze pen n Lobges werde unsere nicht und T damit nach H mein erum gen und neue Stelle verauch der Gottes und doch auch die Jahrsie nicht en Augen es änderte Welt gegen ndsieg gedie Steine enschen bfalls und schweigen Tod zum noch diese nd Treue. aber trotzund ihr christlichen gkeit, Undas Kreuz Elend ged maiorem d andererlands ver" folgt und gemordet, um sie zum Schweigen zu bringen. Aber: , Wo diese werden schweigen, so werden die Steine schreien!" Vergebens lehnt sich die Welt gegen ihren Schöpfer auf. - Wie wollen wir handeln? Sind wir uns unserer Pflicht bewußt? Wieviel Liebe und Gnade wurde uns schon zuteil! Vor so mancher Gefahr errettet, dem Tode entrissen, vor Menschenzorn bewahrt. Und noch viel mehr! Durch das Opfer unseres Erlösers von Schuld und Sünde reingewaschen, sind wir in den Besitz der herrlichsten Verheißungen des ewigen Lebens gekommen. Wer könnte sich noch etwas Wertvolleres vorstellen? Da tritt doch alles andere in den Hintergrund. Welcher Schatz der Welt, welches Gut, wer oder was ist überhaupt imstande, einen Ersatz für diese verheißene Erbschaft zu bieten? Aber dann heißt es: die Dankbarkeit auch kundzutun, dann heißt es, ein sichtbares Mal zu errichten, das nicht nur uns, sondern der ganzen Welt ein Zeugnis von Gottes Liebe und Gnade abgeben würde! Errichten wir doch auch einen Altar unserem Herrn in unserem Herzen. ,, Der Herr mein Panier!" So muß unsere Losung lauten, und der Altar in unserem Herzen muß schreien und zeugen, auch wenn unsere Lippen nicht sprechen könnten. Unser ganzes Leben muß zum Lobgesang auf die Heiligkeit und Herrlichkeit Gottes werden, und das Kreuz von Golgatha als das Panier Gottes unsere Augen hoch zum Himmel emporrichten, damit wir nicht im Staub des Alltags mit seinen kleinlichen Sorgen und Trübsalen der ewigen Güter verlustig werden, und damit wir stets auch unseren Gemeinden, bis wir wieder nach Hause kehren, ein leuchtendes Vorbild seien. - ,, Und Mose baute einen Altar und hieß ihn: Der Herr mein Panier." Jubilate! Amen. 119 DrMHLOSCH BITS@eH UNSERE ZEUGENPFLICHT Morgenandacht am 9. Mai 1945 Phil. 1, 27—2, 4 „Wandelt nur würdig dem Evangelium Christi, auf daß, ob ich komme und sehe euch oder abwesend von euch höre, ihr stehet in einem Geist und einer Seele und samt uns kämpfet für den Glauben des Evangeliums und euch in keinem Weg erschrecken lasset von den Widersachern, welches ist ein Anzeichen, ihnen der Verdammnis, euch aber der Seligkeit, und das von Gott. Denn euch ist gegeben, um Christi willen zu tun, daß ihr nicht allein an ihn glaubet, sondern ‚auch um seinetwillen leidet; und habet denselben Kampf, welchen ihr an mir gesehen habt und nun von mir höret. Ist nun bei euch Ermahnung in Christo, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit, so erfüllet meine Freude, daß ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einhellig seid. Nichts tut durch Zank oder eitle Ehre; sondern durch Demut achte einer den anderen höher- denn sich selbst, und ein jeglicher sehe nicht auf das Seine, son- dern auch auf das, was des andern ist.“ Es ist immer interessant, etwas von fremden Ländern und unbekannten Menschen zu erfahren. Darum hören wir auch gerne etwas über die Philipper und ziehen aus den Worten I des Apostels Schlüsse auf das Leben in dieser altchristlichen Gemeinde. Das ist aber nicht der Zweck des biblischen Be- richtes. Die Worte der Heiligen Schrift sind das Wort 4 Gottes, das an uns gerichtet ist, in diesem Augenblick und il an dieser Stelle, oder wie die Theologen kurz zu sagen pfle- gen: hic et nunc. So wollen wir auch an unsere heutige 129 was y "Leben wird - Abba, uns ei "sun das L - Unifo \ werk und| | Chris: 4 den. ß,ob ich ihr stehet t für den rschrecken en, ihnen on Gott. ihr nicht bidet; und habt und Liebe, ist ren höher eine, son- heutige Bibellesung herantreten und aus der Fülle des Textes fol- gende drei Momente hervorheben. Ermahnung zur Einmütigkeit. Einer ist Gott, unser himmlischer Vater, aus dessen Händen wir unser Leben empfangen haben, und aus dessen Gnaden wir das sind, was wir sind. Einer ist unser Meister und Heiland, der sein Leben für uns alle zum Opfer gab. Einer ist der Geist, den wir als Tröster empfangen haben, und der uns beten lehrt: Abba, lieber Vater. So sollen auch wir eine Familie bilden, uns einander als liebe Brüder betrachten, einander uns helfen, uns unterstützen, ja einer für den anderen auch bereit sein, das Leben zu lassen. Das bedeutet allerdings keine äußere Uniformität. Jede kirchliche Organisation ist nur Menschen- werk und trägt Spuren menschlicher Unvollkommenheit und Sünde. Aber ‚darüber steht die unsichtbare Kirche Christi, welche alle vereinigt, die von Gott erwählt wur- den. Und was da vereinigt ist, sollen.wir nicht zersplittern. Schaut nur, liebe Brüder, hier sind wir auch zusammenge- kommen aus den verschiedensten Kirchen und Nationen. Wir haben uns einander angeschlossen und fühlen angesichts der uns fremden Umgebung, daß wir zusammengehören. Durch Jahre hindurch haben wir dieselbe Last getragen, täglich denselben Gefahren Trotz geboten, und in den letz- ten Tagen wurden wir gemeinsam wunderbar dem Tode ent- rissen und durch Gottes Gnade errettet. Jetzt sollen wir bald wieder heimkehren zu unseren Lieben und in unsere Gemein- den. Gebe Gott, daß wir auch dann in Einmütigkeit weiter arbeiten, daß Sein Reich komme und Sein Wille geschehe, daß wir zur friedlichen Zusammenarbeit unserer Völker — durch unsere Kirchen— nach unseren besten Kräften bei- steuern und stets in einem Geist und einer Seele stehen(1, 27). 121 Als treue Zeugen Christi. Morgen ist das Himmelfahrtsfest. Hören wir auf das Gebot des Herrn an seine Jünger: ,, Ihr werdet meine Zeugen sein... bis an das. Ende der Erde"( Apg. 1, 8). Das hebt auch unsere heutige Bibellesung hervor: Ihr werdet, ihr sollt, ihr müßt meine Zeugen sein. Zeugen durch das Bekenntnis der Lippen: Wie wichtig ist es gerade nach diesem schrecklichen Kriege, wo so viele irre gegangen sind, ihren Gott verloren haben, ja oft sich dem Evangelium feindselig entgegenstellten. Ich gedenke dabei zum Beispiel des Konzentrationslagers in Buchenwald. Dort hatten wir keine Vorrechte wie hier, im Gegenteil! Als Geistliche mußten wir bei den schwersten Arbeiten beschäftigt werden. Und es war gut so, denn wir kamen in die nächste Berührung mit den anderen Gefangenen und konnten ihre Gesinnung kennenlernen. Da war das richtige Arbeitsfeld für den Seelsorger, da konnten wir uns eine Vorstellung davon machen, wie verantwortungsvoll unsere Aufgabe einmal nach der Heimkehr sein wird, Zeugen durch das Bekenntnis der Lippen zu sein. Zeugen durch den Lebenswandel: ,, Wandelt nur würdig dem Evangelium Christi..."( 1, 27; 2, 1-2). O wie werden wir von allen Seiten beobachtet und kritisiert! Was bei jedem anderen für selbstverständlich gilt und ohne weiteres entschuldigt wird, das wird bei einem Geistlichen als größtes Vergehen empfunden. Deshalb stets würdig dem Evangelium Christi wandeln! Oft wirkt das Beispiel stärker als das sorgfältigst gewählte Wort im guten wie im bösen Sinne. Wir sollen und müssen das Licht unserer Umgebung sein, die Finsternis des Unglaubens und Aberglaubens zu vertreiben. Wir sollen und müssen Salz allen, unter denen wir leben, sein, um die Fäulnis im privaten sowie öffentlichen - Leben gleich Geist Zeuge Ze Wer e sten einen leicht man ander Jeder was dem Liebe Läut wurd zu s Herr euch allein Men führ apos Ehre den Jüng wir lisch und 122 elfahrtsJünger: nde der bellesung gen sein. wichtig so viele oft sich gedenke Buchenim Gehwersten so, denn anderen enlernen. rger, da everanteimkehr Lippen würdig werden Was bei weiteres größtes ngelium als das Sinne. ng sein, zu veren wir ntlichen Leben zu beseitigen. Wir sollen und müssen einem Sauerteig gleich sein, und, noch so gering an Zahl, durch unseren Geist die ganze Gesellschaft durchdringen. Mit einem Worte: Zeugen durch den Lebenswandel sein. Zeugen auch durch Standhaftigkeit im Leiden( 1, 28-30). Wer eine längere Haft hinter sich hat und noch die schlimmsten Zeiten miterlebte, weiß, was es für ihn bedeutete, so einen tapferen Kameraden neben sich gehabt zu haben. Viel leichter schien einem das eigene Kreuz, viel freudiger trug man sein Los. Vielleicht durfte auch mancher von uns den anderen so zur Quelle des Trostes und neuen Mutes werden. Jedenfalls ist es unsere Pflicht für die Zukunft! Wer weiß, was uns noch bevorsteht! Bleiben wir uns treu! Nach alledem was hinter uns liegt, nach all den Beweisen göttlicher Liebe, Fürsorge und Gnade, die uns in den Jahren unserer Läuterung in den Kerkern und Konzentrationslagern zuteil wurden, können wir nicht mehr anders, als Zeugen Christi zu sein und zu bleiben, es geschehe, was immer Gott der Herr in seinem unerforschlichen Rat beschlossen hat. ,, Denn euch ist gegeben, um Christi willen zu tun, daß ihr nicht allein an ihn glaubet, sondern auch um seinetwillen leidet..." Alles in Demut tun, als Diener unserer Brüder. Der Mensch möchte lieber herrschen und befehlen. Wohin es führt, hat uns dieser Krieg gelehrt. Um so wichtiger ist die apostolische Ermahnung: ,, Nichts tut durch Zank oder eitle Ehre; sondern durch Demut achte einer den anderen höher denn sich selbst..."( 2, 3 f). Darin liegt die Größe der Jünger Christi, daß sie Diener der anderen sind. Hier haben wir einen grundsätzlichen Unterschied zwischen der evangelischen und römisch- katholischen Haltung. Wir sind nicht und wollen es nicht sein Vermittler zwischen Gott und Mensch, Repräsentanten des Allmächtigen, seine Ver- - 123 treter auf Erden, die auf besondere Ehren Anspruch erheben dürfen. Wir sind unseren Brüdern in allem gleich; vor Gott gibt es keine Unterschiede, höchstens den, daß von dem, der mehr empfangen hat, mehr verlangt wird. Deshalb wollen und werden wir Diener unserer Brüder sein, treu unserem Meister Jesus Christus. - Der Herr segne sein Wort, daß es in und durch uns reichlich Früchte bringe. Amen. Mo zum 7 124 betend den gr tage. tate s der B und de Un trung Sieg? unsern sind, wir di den A gnädig zu ihr wenigs diger gewese Gesch baren Ei viele erheben wor Gott on dem, Deshalb ein, treu S. LOPPE, Wilno VERSTEHEN WIR ZU BETEN? Predigt am Sonntag Rogate 1945 urch uns Matth. 6, 5-13 " Morituri salutant Te, Domine!" Die - Sterbenden, die zum Tode Verurteilten, grüßen Dich, o Herr! Ja, Herr, mit betenden Herzen, mit lobenden Lippen und gefalteten Händen grüßen wir Dich an dem ersten vollständig freien Sonntage. Denn um 5.30 Uhr nachmittags des Sonnntags Cantate schlug uns die Stunde der Befreiung und Rettung, der Befreiung von der Hölle des Dachauer Lagerregimes und der Rettung vor dem uns allen drohenden Martertode*). Und so dürfen wir wohl in diesem Sinne mit Paulus triumphieren: ,, Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg? Gott sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern Herrn Jesum Christum."( 1 Kor. 15, 55, 5.) Wir sind, gottlob, gerettet, wunderbar gerettet! Wem verdanken wir diese wunderbare Rettung? ,, Ehre, wem Ehre gebührt": den Amerikanern! Aber in erster Linie dem allmächtigen, gnädigen, unendlich guten dreieinigen Gott, den Gebeten zu ihm; ob unseren eigenen Gebeten? das vielleicht am wenigsten, denn ich bin ein unnützer Knecht, ein unwürdiger Mensch! Werden's nicht die Gebete unserer Liebsten gewesen sein deines Weibes, deines Kindes, deiner Eltern, Geschwister, eines in deinen Augen vielleicht gar unscheinbaren Menschen Gott weiß es! - - - Ein sonst sehr begabter Pfarrer hatte in seiner Gemeinde viele Bekehrungen, er konnte sich schon etwas einbilden *) Himmlers Geheimbefehl vom 14. 4. 1945. 125 drauf. Da erschien ihm der Herr im Schlafe und fragte ihn, ob er wisse, woran seine Erfolge liegen? Er stutzte, und da machte ihn der Herr auf ein altes Mütterchen aufmerksam, das dicht an der Kanzel saß. Den Gebeten, den Fürbitten dieses alten unansehnlichen Weibleins verdankst du deine Erfolge, sei nicht stolz! Aber bete, bete und bete ohne Unterlaẞ! Ohne Atmen kein physisches Leben, ohne Beten- kein psychisches Leben! Rogate Bittet, betet! Das ist der Name, die Losung, die Aufforderung des heutigen Sonntags! - - Ja, wollen wir beten, und verstehen wir zu beten? Beten heißt mit Gott sprechen; ist das nötig? Nein, sagen die Weltkinder, das Gebet ist Phantasie, Utopie, Suggestion, Betrug. O wie haben diese Vorwürfe, die die Weltkinder den betenden Gotteskindern gemacht, sie selbst getroffen! War nicht ihr ganzes Denken und Tun, ihr Lebens- und Weltsystem, womit sie sich selbst und das Volk verwirrt, ein geradezu dämonisches Phantasiegebilde, eine gehirnverbrannte Utopie, alle Welt sollte nach ihrem Pfiff tanzen, eine unglückselige Suggerierung der geblendeten Volksmassen und zu guter Letzt Lug und Trug! - An schon sichtbaren und noch unabsehbaren Früchten haben wir sie erkannt. - Verbo Wenn den; Worte Euer Math. Eir Um di jeden Abends erschien seiner( nachseh andern Teil w Und wir verstehen wir zu beten? Haben wir die rechte Art und Weise des heiligen Gebetsmysteriums erkannt und erfaẞt? Wie warnt doch Jesus vor der falschen Art der Gebete: ,, Und wenn du betest, sollst du nicht sein wie die Heuchler, die da gerne stehen und beten in den Schulen und an den Ecken auf den Gassen, auf daß sie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn dahin. Wenn aber Du betest, so gehe in dein Kämmerlein und schleuß die Tür zu, und bete zu deinem Vater im Verborgenen; und dein Vater, der in das 126 nicht zu schwäch O wie die Sch Jammer Staub gop ich ko Lagefestgeha spruch auf. De gebühr mit un unaussp ich gla elender meiner agte ihn, , und da fmerksam, Fürbitten deine Erne UnterBetenDas ist der Sonntags! zu beten? ig? Nein, Utopie, Fe, die die , sie selbst Tun, ihr das Volk bilde, eine hrem Pfiff eblendeten Früchten en wir die teriums erer falschen nicht sein ten in den Haß sie von e euch: Sie so gehe in nd bete zu der in das Verborgene siehet, wird's dir vergelten öffentlich. Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhöret, wenn sie viel Worte machen. Darum sollt ihr euch ihnen nicht gleichen. Euer Vater weiß, was ihr bedürfet, ehe denn ihr bittet." ( Mtth. 6, 5-8). Ein Mönch betete viel und bildete sich was darauf ein. Um die Zahl seiner Gebete festzustellen, warf er nach einer jeden dahingebeteten Formel eine Nuß in ein Gefäß. Des Abends war die geleistete Portion gar ansehnlich. Im Schlaf erschien ihm der Herr und sagte ihm, wenn er den Wert seiner Gebete wissen wolle, so möge er die Nüsse öffnen und nachsehen. Er tat's und fand, daß die einen Nüsse hohl, die andern morsch, die dritten wurmstichig und nur ein klein Teil wertvoll waren. Ja, meine Brüder, wollen wir uns nicht zu viel auf unsere Gebete einbilden! Wir sind eben schwächliche Gebilde, und schwach sind auch unsere Gebete. O wie oft, liebe Brüder, habe ich in meiner Gefangenschaft die Schwäche meiner Gebete bedauert, betrauert und bejammert, ich fühlte mich ganz zerknickt, zermürbt, in den Staub getreten; zuletzt verstand ich nicht mehr zu beten, ich konnte nicht mehr beten. Und in dieser traurigen Lage wißt ihr, woran ich mich erquickt, geklammert und festgehalten habe? O wie danke ich Paulus für seinen Zuspruch Röm. 8, 26: ,, Der Geist hilft unserer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sichs gebührt, sondern der Geist selbst vertritt uns aufs beste mit unaussprechlichem Seufzen." Und es blieb mir ein unaussprechliches Seufzen, ein ohnmächtiges Winseln, aber ich glaubte und glaube es fest, daß der Hl. Geist mich, elenden Staub, wo gehörig und wie gehörig vertreten und meiner Schwachheit aufgeholfen hat. Und siehe, ich bin da, - 127 anderer - darin w „ Dei Worte vor Gott und vor euch, meine Geistesbrüder! Und so ist dieser Heilige Geist alles an unseren Gebeten. Und so hab ich's im Lager zu verstehen gelernt, warum die Jünger zu Jesus kamen und Ihn baten: ,, Herr, lehre uns beten". Als Söhne des auserwählten Volkes kannten sie ausgezeichnet die herrlichen Gebete ihrer Gebetshelden: des Abraham Fürbitte für Sodom und Gomorrha: ,, Willst Du denn den Gerechten mit dem Gottlosen umbringen?" Des Jakob Gebet: ,, Ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und aller Treue, die Du an Deinem Knechte getan hast," Sein Ringen am Jabbok: ,, Ich lasse Dich nicht, Du segnest mich denn." Seinen Traum in Bethel die Himmelsleiter: Ascendit praecatio, descendit Dei miseratio( Es steigt auf das Gebet, es steigt herab Gottes Erbarmen). Des Moses Fürbitte für sein halsstarriges Volk. Des David kostbaren Psalter, des Salomo rührende Gebete für sein Volk, des Elias lebensmüdes Gebet:„ Es ist genug, Herr, so nimm denn meine Seele, denn ich bin nicht besser als alle meine Väter." Ja liebe Brüder, das waren und sind bestimmt herrliche Gebete der Gebetshelden des Alten Bundes, aber es fehlt ihnen der Jesusgeist, der Heilige Geist. Fühlen wir das nicht heraus? Und deshalb kommen die Jünger zu Jesus und bitten Ihn: ,, Herr, lehre uns beten", und Er lehrte sie beten: ,, Wenn ihr betet, so sprecht:, Unser Vater im Himmel'." O Herr schenke uns Deinen Heiligen Geist, einen echt kindlichen Geist, damit wir vom Herzensgrunde rufen: ,, Abba, lieber Vater!" ,, Dein Name werde geheiligt." Wie wurde da gleich gegen die erste Bitte gesündigt: Statt daß der GottesName geheiligt würde, wurde einem Menschennamen ,, Heil" zugerufen. Das schöne ,, Grüß Gott!" wurde verdrängt, ausgemerzt. Jedesmal erhob sich in mir der wohlbegründete Protest: ,, Es ist in keinem anderen Heil und ist auch kein 128 Wer v reich: nach S fallen." das Re und be Trinke in dem ist Got „ De Erden. aus: Ende, Wort bleibet „ U Hunge am na wir da hat w ren Sc Durc auch i gessen Jesus Mann es Abra- Du denn Des Jakob und aller} in Ringen ch denn.“ Ascendit as Gebet, bitte für kalter, des as Jebens- er Gottes‘ r Hall“ aus“ langt, zgründel? „uch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, darin wir sollen selig werden.“ „Dein Reich komme!“ Was bildete man sich bei dem Worte„Reich“ ein?!„Ein Reich, ein Volk, ein Führer!“ Wer von den Schreiern dachte da noch an ein Gottes- reich:„Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach Seiner Gerechtigkeit, so wird euch alles andere zu- fallen.“ Gott sei Dank, daß wir den christlichen Sinn für das Reich Gottes nicht verloren haben. Mit Paulus glauben und bekennen wir:„Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem Heiligen Geiste. Wer darinnen Christo dienet, der ist Gotg gefällig und den Menschen wert.“(Röm. 14, 17-18). „Dein Wille geschehe, wie im Himmel also auch auf Erden.“ Der große Diktator Europas, Napoleon, rief einst . aus:„Dir der Himmel, mir die Erde!“ Tragisch war sein Ende, viel tragischer das der Jetzigen. Uns leuchtet das ‚Wort des Ap. Johannes:„Wer den Willen Gottes tut, der bleibet in Ewigkeit!“(1. Joh. 2, 17).— „Unser täglich Brot gib uns heute.“-Denkt an die Hungertage; aber, wo die Not am größten, war uns Gott am nächsten. Er fand Mittel und Wege. Wir danken Gott, wir danken unseren Wohltätern. Gott vergelt’s ihnen! Got* hat wunderbar geholfen, wir leben, Gott sei Dank! „Und vergib uns unsere Schuld, wie wir vergeben unse- ren Schuldigern.“ Ein Gottesmann äußerte sich mit rechtem: „Durch dieses Gebet können wir uns in den Himmel, aber auch in die Hölle hineinbeten.“ Es ist nicht leicht, zu ver- gessen, aber vergeben sollen und müssen wir, der Herr Jesus schenke uns seinen Liebesgeist! „Und führe uns nicht in Versuchung.“„Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet; denn nachdem er 9 129 bewähret ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, welche Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben." ( Jak. 1, 12). ,, Und erlöse uns von dem Übel." Die beste Erklärung, an der ich mich stets in der Gefangenschaft erquickt, finden wir bei Luther: ,, Wir bitten in diesem Gebet, als in der Summa, daß uns der Vater im Himmel von allerlei Übel Leibes und der Seele, Gutes und der Ehre erlöse, und zuletzt, wenn unser Stündlein kommt, uns ein seliges Ende beschere und uns mit Gnaden von diesem Jammertal zu sich nehme in den Himmel." So sieht, liebe Brüder, das heilige ,, Vater Unser" im Lichte meiner, wohl auch eurer Lebenserlebnisse aus. Ich schließe mit dem Wunsche eines bekannten christlichen japanischen Wohltäters, Joseph Nisima, der auf dem Sterbebette sein Volk mit drei Wünschen verabschiedete: ,, Ich wünsche euch Frieden, Freuden und den Himmel. Frieden der höher ist, denn alle menschliche Vernunft. Freuden: Bittet, so werdet ihr nehmen, daß Eure Freude vollkommen sei. Den Himmel Christus kam, um den Himmel auf Erden zu bringen." O Herr, schenke unseren Lieben und uns: Frieden, Freuden und den Himmel hier und dort in Ewigkeit! Amen. - - " IHR Trad pitel b Gottes samtes in unf Glaube Gestalt zum A schen, Neuge häuslic väter h der H hintern Un christli und K Wie in lienpfl Frauen 130 Herrn an chr behalt Bedeu des Gl lich is religio Christ mpfangen, b haben." Erklärung, ckt, finden als in der lerlei Übel rlöse, und liges Ende mertal zu Unser" im e aus. Ich tlichen jaem Sterbedete:„ Ich 1. Frieden Freuden: llkommen mmel auf n und uns: in EwigGUSTAV DITT MER IHR DIENET DEM HERRN CHRISTUS! " Morgenandacht am 3. Mai 1945 Kolosser 3, 18-25 Trachtet nach dem, was droben ist!", so hatte unser Kapitel begonnen. Indem unsere Blicke auf den zur Rechten Gottes erhöhten Heiland gelenkt werden, wird unser gesamtes Leben neu ausgerichtet. Der Christ verliert sich nicht in unfruchtbaren Spekulationen über das Jenseits. Sein Glaube verwirklicht sich in eindrucksvoller Weise bei der Gestaltung seines zeitlichen persönlichen Lebens. Es kommt zum Ablegen des alten und zum Anziehen des neuen Menschen, der nach dem Vorbild Christi gestaltet ist. Und diese Neugestaltung erstreckt sich bis in die kleinsten Dinge des häuslichen Alltagslebens. Einer unserer frommen Schwabenväter hat es in seiner originellen Art so ausgedrückt: Wenn der Hausherr sich bekehrt, so spürt es auch das Kätzchen hinterm Ofen. Unseren heutigen Abschnitt kann man mit Recht eine christliche Haustafel nennen. An Männer und Weiber, Väter und Kinder, Herren und Knechte wendet sich der Apostel. Wie in einem Spiegel erblicken wir unsere christlichen Familienpflichten. Zunächst wendet sich der Apostel an die Frauen: ,, Ihr Weiber, seid untertan euren Männern in dem Herrn, wie sichs gebührt."( V. 18.) Gewiß hatte Paulus hier an christlich- heidnische Mischehen gedacht. Aber seine Worte behalten auch für unsere veränderten Verhältnisse ihre hohe Bedeutung. Es kann sein, daß in einer Ehe der Gottesfunke des Glaubens zuerst im Herzen der Ehefrau erwacht. Natürlich ist sie nun bestrebt, ihren Mann der Gleichgültigkeit in religiösen Dingen zu entreißen, ihm die Herrlichkeit Jesu Christi nahezubringen und ihn auf den Heilsweg zu führen. 9* I3I welt w erfreute Gasser jenen tr zu Hau lassen. Familie Wie soll das aber geschehen? Nicht dadurch, daß das Weib den Mann anpredigt, ihm sozusagen christliche Gardinenpredigten hält, sondern dadurch, daß sie ihm das edle Beispiel eines echten Christenlebens vorlebt. Paulus geht hier ganz einig mit Petrus, der den christlichen Ehefrauen gleichfalls den Rat gab: sie sollen ihren Männern untertan sein, auf daß auch die, so nicht glauben an das Wort, durch der Weiber Wandel ohne Wort gewonnen werden.( 1. Petr. 3, 1.) Auch die Kindesseele wird auf diese Art am tiefsten beeindruckt. Verba docent, exempla trahunt, zu deutsch: Worte belehren, Beispiele ziehen. Was wäre wohl aus einem Augustinus geworden, hätte er nicht eine solch fromme Mutter wie Monika gehabt! Und wieviel bedeutete Eunike für den Glauben des Timotheus! Äußerliche Mittel verfangen nicht. Aber der verborgene Mensch des Herzens gewinnt die Herzen! Den Ehemännern ruft der Apostel zu: ,, Ihr Männer, liebet eure Weiber und seid nicht bitter gegen sie." ( V. 19.) Das Berufsleben des Mannes zumal wenn er sich in abhängiger Stellung befindet- bringt es leicht mit sich, daß er manch bittere Pille zu schlucken bekommt, ohne dagegen aufmucken zu können. Doch müssen die Zigarren, die der miẞgelaunte Chef so freigiebig zu verteilen pflegt, durchaus zu Hause geraucht werden? Verschonen wir doch unsere Familien mit unserem beruflichen Ärger! An der Bitterkeit, deutlicher gesagt: am Zynismus, zerbricht so manche Ehe. Muß es nicht verbitternd wirken, wenn eine Hausfrau für alle ihre mühseligen häuslichen Dienstleistungen niemals ein Lob, eine Anerkennung erfährt, sondern stets nur die tadelnde Kritik des verärgerten Hausherrn zu fürchten hat? Das sind keine Hausväter, sondern Haustyrannen! Ich hörte einmal von einem Abteilungsleiter, der in einem großen Geschäftshaus wirkte und sich bei der Damen132 - Rücksic Sog. sta nischere Seufzer auf der und do nerwel des Ma wird Weiber Der eure K Wer W Strafen folge d trauen Luther Von se eine ge späterh eine g Verhäl es ist c rung u greift das Weib Gardinenas edle Beis geht hier auen gleichtertan sein, , durch der Petr. 3, I.) tiefsten bezu deutsch: 1 aus einem omme MutEunike für verfangen, gewinnt die ,, Ihr Mängegen sie." wenn er sich ht mit sich, t, ohne daZigarren, ilen pflegt, n wir doch r! An der erbricht so wenn eine enstleistunrt, sondern usherrn zu Haustyran ter, der in er Damenدو - welt wegen seines höflichen Wesens allgemeiner Beliebtheit erfreute. Aber zu Hause, da zitterten sie alle vor ihm! Gassenengel Hausteufel", so sagt das Sprichwort von jenen traurigen Helden, die ihren Amts- und Geschäftsärger zu Hause, innerhalb ihrer vier Wände, die Zügel schießen lassen. Arme Kinder, unglückliche Ehefrauen, die an solche Familientyrannen gebunden sind! Mehr Selbstzucht, mehr Rücksichtnahme, Freundlichkeit und Geduld auf seiten des sog. starken Geschlechtes würde so mancher Ehe ein harmonischeres Gepräge verleihen. Dem Weibe bliebe mancher Seufzer erspart und manche Träne. Sind die bitteren Züge auf dem Antlitz so mancher Ehefrau nicht eine schweigende und doch beredte Anklage gegen die Lieblosigkeit der Männerwelt? In einer christlichen Ehe gibt es keinen Paschatyp des Mannes, keine Versklavung des Weibes! Sondern hier wird das Apostelwort befolgt: Ihr Männer, liebet eure Weiber! Den Vätern ruft der Apostel zu: ,, Ihr Väter, erbittert eure Kinder nicht, auf daß sie nicht scheu werden!"( V. 21.) Wer wegen kleiner und kleinster Vergehen übermäßig harte Strafen verhängt, muß damit rechnen, daß seine Kinder infolge der väterlichen Strenge kopfscheu werden und das Zutrauen zur väterlichen Liebe verlieren. Unser Reformator Luther bekannte einst, daß er wegen einer entwendeten Nuẞ von seinem Vater derart gezüchtigt worden sei, daß er ihm eine geraume Zeit gram gewesen. Wenn die Kinder auch späterhin einsehen lernen, daß hinter aller väterlichen Strenge denken wir nur an das eine große Liebe gestanden hat- Verhältnis von Friedrich dem Großen zu seinem Vater! es ist doch jammerschade, wenn auch nur zeitweise Verbitterung und Entfremdung zwischen Vätern und Kindern Platz greift! Zwar steht dem Vater das Züchtigungsrecht zu, und 133 - als„ Ma er kann, soll und muß bisweilen davon Gebrauch machen. Aber wo der Apfel nicht neben der Rute liegt, sondern diese allein regiert, da finden wir oft Unaufrichtigkeit und Heuchelei den Eltern gegenüber, Verstocktheit und Heimlichtuerei. Wie traurig, wenn der Sohn oder die Tochter Heimlichkeiten vor den Eltern hat, weil man in ihnen nur die hohen Respektspersonen zu sehen gewohnt ist und nicht den väterlichen Freund, die mütterliche Freundin. Wie ganz anders aber, wenn bei den Kindern Achtung und Liebe zu den Eltern Hand in Hand gehen, wo man nicht vor der Zuchtrute des Vaters bangt, sondern um die Erhaltung seines Vertrauens besorgt ist. Da erst kommt es zu jenem vollkommenen Gehorsam, den der Apostel meinte, als der den Kindern zurief: ,, Ihr Kinder, seid gehorsam den Eltern in allen Dingen; denn das ist dem Herrn gefällig."( V. 20.) Es gibt nur eine Ausnahme, wo das Kind den Eltern keinen Gehorsam schuldet, nämlich, wenn diese etwas von ihm verlangen, was gegen die klaren Gebote Gottes verstößt, denn: ,, Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen". ▸ ein we hatte k untätig arbeite setzte 1 und ar natürli Doch wird len?" Mensch Kann Zwei Was vom Vater- und Kind- Verhältnis gilt, das gilt in entsprechender Weise auch von dem Herr- und Knecht- Verhältnis. ,, Ihr Knechte, seid gehorsam in allen Dingen euren leiblichen Herren, nicht allein mit Dienst vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern mit Einfalt des Herzens und mit Gottesfurcht."( V. 22.) Gottesfurcht und Herzenseinfalt gewährleisten den ,, Gehorsam in allen Dingen", den vollkommenen Gehorsam. Im anderen Falle ist man ein Augendiener, ein Knecht, der sich nur solange Mühe gibt, wie der Herr hinschaut, und kaum, daß jener den Rücken wendet, zu faulenzen anfängt. Das ist ja mit das Niederdrückendste gewesen, was wir hier im Dachauer K.Z. erlebten: die leidige Augendienerei! Wenn ich in meinem Plantagenkommando 134 Christ War, a wegwa mich n weiter hatte dachte lichen beiden dem F denni der wi dem Anseh C Herze uns lie zen W sein k ch machen. ndern diese und Heumlichtuerei. - Heimlichr die hohen den väteranz anders ebe zu den der Zuchtseines Verm vollkomls der den n Eltern in ( V. 20.) Es tern keinen on ihm verstößt, denn: schen". das gilt in Knecht- Veringen euren Augen, als des Herzens and Herzensingen", den st man ein She gibt, wie ken wendet, drückendste die leidige nkommando als ,, Maler" 6 Drahtfelder angestrichen hatte und mich dann ein wenig ausruhte, bekam ich einen Tadel. Mein Nachbar hatte kaum ein halbes Feld gestrichen und hatte stundenlang untätig am Drahtzaun gehockt- aber ,, mit den Augen gearbeitet", wie wir hier zu sagen pflegen. Wenn der Vorgesetzte kam( aber auch nur dann!), stippte er in die Ölfarbe und arbeitete wie besessen mit seinem Pinsel und erhielt - natürlich ein Lob von seinem Capo wegen seines Eifers! Doch welchen sittlichen Wert hat eine Arbeit, die da getan wird ,, mit Dienst vor Augen", ,, den Menschen zu gefallen?" Wir sollten wirklich unabhängiger werden von der Menschen Lob und Tadel, sondern viel mehr danach fragen: Kann Gott, kann der Herr Jesus mit mir zufrieden sein? Zwei Chinesen arbeiteten einst auf einem Feld, der eine ein Christ, der andere ein Heide. Solange der Herr zugegen war, arbeiteten sie beide recht fleißig. Als er aber den Rücken wegwandte, fing der Heide an zu bummeln. Jetzt sieht er mich nicht mehr, meinte er. Der Christ arbeitete gleichmäßig weiter und sagte: Mein Herr sieht mich immer! Allerdings hatte er dabei nicht den leiblichen Herrn im Auge, sondern dachte an den erhöhten himmlischen Herrn, der einem jeglichen vergilt, nachdem er verdient hat. Davon handeln die beiden letzten Verse unseres Textes: ,, Wisset, daß ihr von dem Herrn empfangen werdet die Vergeltung des Erbes; denn ihr dienet dem Herrn Christus. Wer aber unrecht tut, der wird empfangen, was er unrecht getan hat; und gilt kein Ansehen der Person."( V. 24 u. 25.) So bleibt es denn bei dem Grundsatz des V. 23: ,, Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen!" Was kann uns liegen an dem Beifall so und so vieler Leute, ja der ganzen Welt, wenn der Herr Christus nicht mit uns zufrieden sein kann?! Und wiederum: Was schiert uns der Tadel der 135 Menschen, wenn der Herr mit uns zufrieden ist und dereinst zu uns sprechen kann: Ei du frommer und getreuer Knecht! Freilich vermag keiner seinen Beruf so auszufüllen, daß er| jeder Kritik standhalten könnte; es kann auch keiner seine. Ehe so führen, daß nicht daran zu mäkeln wäre. Denn es geht im menschlichen Leben nun mal ohne Sünde nicht ab. Doch was hilft es uns, wenn uns die Welt die Sünde ver- gibt und Gott behält sie? Und umgekehrt: Was schadet es uns, wenn die ganze Welt uns unsere Sünde behält, aber Gott, der Herr, uns die Gnade seiner Vergebung zuteil wer- den läßt?! Das macht uns unsere Christenpflichten so süß, daß wir unter Gottes vergebender Gnade stehen und daher nicht' ängstlich zu schielen brauchen nach dem Beifall oder Tadel| der Menschen. Innerlich frei und unabhängig von der Welt| dürfen wir unsere Obliegenheiten verrichten im Aufblick zu dem Herrn, dem wir als Christen dienen!„Ihr dienet dem"I Herrn Christus!“(V. 24 b.) Dies Wort steht auch über un-. serem häuslichen Walten und Wirken! Wo Jesus Christus| ist der Herr, wird’s alle Tage herrlicher. Er wird uns nichts Geringeres zum Lohne geben als das himmlische Erbe, das' ewige Leben! Amen. nd dereinst uer Knecht! len, daß er keiner seine e. Denn es de nicht ab. Sünde versschadet es behält, aber zuteil weriß, daß wir daher nicht oder Tadel on der Welt Aufblick zu dienet dem ch über unsus Christus d uns nichts e Erbe, das HORST THURMANN, Euskirchen DIE KIRCHE DER PFINGSTEN Apg. 2, 1-13 Über der großen kirchlichen Bedeutung des Festtages, den wir vor zehn Tagen begingen, liebe Brüder, dürfen wir nicht vergessen, daß der Himmelfahrtstag für die Jünger ein Tag des Schmerzes gewesen ist. Wer will es ihnen verübeln, daß ihr Blick( vgl. Apg. 1) sich nicht wieder zur Erde zurückfinden konnte, so daß zwei Engel sie fragen mußten: ,, Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen Himmel!"? Der Herr schied von ihnen. Zwar bestieg Christus den himmlischen Thron; zwar sollte Er nunmehr völlig teilhaben an aller göttlichen Gewalt und Mächtigkeit; aber sie, die Jünger, waren jedenfalls allein gelassen, wurden nunmehr einsam. Und auch bereits im Verlauf dieses letzten Gespräches des Herrn mit den Jüngern ist der Schmerz der Elf unverkennbar. Wie Jesus nämlich spricht über die baldige Erfüllung der Verheißung von der Geisttaufe, da unterbrechen sie den Herrn gleichsam und stellen daß ich so sage- eine Querfrage, ob dann auch der große Tag Christi eintreten werde. Ja, das ist für sie von Belang. - Das müssen wir bedenken, liebe Brüder, wenn wir dem Wunder der Pfingsten gerecht werden wollen. Es wird eine der Tempelhallen gewesen sein, in der die Gemeinde am Festtage der Erstlingsernte zusammenkam, einem der großen Feste des Alten Bundes, fünfzig Tage nach dem Passahfest, daher nach dem Griechischen pentekosta Pfingsten genannt. Wie wohl üblich, sollten die Apostel auch an diesem Tage dem kleinen Gemeindekreis eine Unterwei137 - sung aus der Schrift halten. Doch nun kam es anders. Der Hl. Geist wurde auf den Gemeindekreis ausgegossen, durch Brausen und Flammenzeichen auf den Häuptern auch sinnenfällig ausgedrückt, und sie begannen in neuen Zungen zu predigen. Das Ereignis wird im Tempel bald bekannt, und die unter der herbeiströmenden Menge befindlichen Diasporajuden Festpilger von Ost und West, Nord und Süd, oder auch solche Fromme, die ihren Lebensabend in der heiligen Stadt zu beschließen gedachten- o ich sage: die Diasporajuden müssen nun eine schier unfaẞßliche Feststellung machen. Die geistbegabten Apostel predigen in einer Sprache, die gleichzeitig die Muttersprache eines jeden dieser Frommen darstellt. Man befragt sich gegenseitig, ja man täuscht sich nicht: hier liegt ein ungeheures Wunder vor. Seit dem Turmbau zu Babel hat sich solches nicht mehr ereignet. Man findet keine Lösung und kann nur voller Entsetzen fragen: ,, Was will das werden?" Ja ,,, was will das werden?", so fragen jene gottesfürchtigen Festpilger; die eine, indes nur die äußere Seite des Pfingstwunders, die Wiederherstellung der Spracheinheit der Welt, hat sie zu diesem entsetzten Ausruf gebracht. Doch das Pfingstwunder hat noch die andere, die innere Seite, und die bezeugt sich nun darin, daß die kleine Apostelgemeinde gerade diese Frage, was das werden solle, nicht stellt und doch den ersten Grund dazu gehabt hätte. sagt, genug g Stunde in die 2 Das Der Jüngerkreis kann vielmehr zu Pfingsten nichts anderes tun, als Zeugnis geben, und das mit aller Freudigkeit. Jener fromme, doch noch außenstehende Judenkreis richtet den Blick besorgt in die Zukunft; der Jüngerkreis indes lebt und will nur leben aus der so unendlich kraftvoll sich bezeugenden Gegenwart des Dreieinigen Gottes. Die, wie ge138 kunft d stimmt die Ap Wann Christe Ende d gefund kreis lung z Jesus a gefahr Die die in rechten mühsa sen mu hinzug Es tragen die Ge den w Pfings der g Tages setzte, der H Pfings ders. Der sen, durch ch sinnenZungen zu annt, und DiasporaSüd, oder er heiligen Diasporang machen. rache, die Frommen Euscht sich lem TurmMan findet gen: ,, Was me gottese äußere er Sprachen Ausruf die innere e Apostelwolle, nicht ätte. nichts anreudigkeit. reis richtet indes lebt ll sich bee, wie ge- sagt, innere Seite des Pfingstwunders kann nicht groß genug gesehen werden. Denn der Jünger verzichtet in dieser Stunde auf den ihm bisher so wesentlichen Blick, den Blick in die Zukunft. Das große Sehnsuchtsverlangen des Jüngers nach der Zukunft des Herrn, das noch den Himmelfahrtstag so stark bestimmt hatte, schweigt am Pfingsttag. Nicht mehr beherrscht die Apostel das bange oder auch resignierte Fragen nach dem Wann des Tages Christi. Die Eremitenexistenz der kleinen Christengemeinde, die, still ihrer Hoffnung lebend, dem Ende dieses Äons entgegenharrt, hat eine plötzliche Wende gefunden. Und was bislang behutsam im frommen Beterkreis genährt wurde, erfährt eine bedeutsame Umwandlung zu dem großen Verkündigungsthema des Petrus, daß Jesus als Christus gestorben, auferstanden und gen Himmel gefahren sei..Die bisherige geistliche Lebensbewegung der Gemeinde, die in der Senkrechten sich vollzog, scheint einer Wagerechten Platz gemacht zu haben. Wo bisher erhobene Hände mühsam mit Glaubensgewißheit sich stets erneut füllen lassen mußten, da strömt es jetzt in die Breite ,,, und wurden hinzugetan an diesem Tage bei dreitausend Seelen". Es ist ergreifend, liebe Brüder, mit welcher Geistesgetragenheit die Jüngerschaft den Lebenseinschnitt, den ja die Geistausgießung bedeutete, ertrug. Und die Jünger werden wohl gewußt haben, worum es ging, daß nämlich mit Pfingsten eine Art Zwischenäon eingeleitet wurde, ein Äon der großen Missionstätigkeit, die jedoch das Kommen des Tages Christi hinausschob, sogar unter eine Bedingung setzte, nämlich die Durchführung der Weltmission, wie ja der Herr am Himmelfahrtstage es ausgesprochen hatte. Pfingsten bedeutet Einrichtung der Kirche, die aus dem 139 unsich Herrn lebt und in Ihm weiterwirkt, bis dann zu der Stunde Gottes der Tag Christi Ereignis werden kann. - Die liebe Hoffnung der baldigen Ankunft des Herrn preiszugeben und dennoch nicht zusammenzubrechen, sondern sogar so ungeheuer wirkungsvoll Zeugnis geben zu können, das ist eben die innere Seite des Pfingstwunders. Jadaß ich so sage der Jüngerkreis stand gleichsam im Banne einer großen Liebe, der Liebe zum Tage Christi; auf den Glauben an die baldige Erfüllung dieser Sehnsucht nun praktisch zu verzichten, ohne gelähmt zu werden, macht das Pfingstwunder entscheidend aus. - - das ist aus de sächlic U Kirche den C nach gefähr der J die Se die T - der gr wirkte Mit Pfingsten, liebe Brüder, wurde wie erwähnt eine Art Zwischenäon eingeleitet, der Äon der Kirche. Doch da begegnet uns eine Frage: Bezeichnet man mit Recht Pfingsten als den Gründungstag der Kirche? War denn nicht schon früher Kirche? War nicht Abel der erste Märtyrer? Und kennen wir nicht die Linie des Glaubens, die sich durch die Geschichte hindurchzieht wie ein roter Faden, von Seth über Henoch und Noah zu den Erzvätern? Weiter von Mose über Samuel und David zu den Propheten? Ja, war der Jüngerkreis zu Lebzeiten Jesu noch nicht Kirche? Redet nicht nach Aussage der Schrift Christus bereits durch die Propheten?! Wer wollte da die Wirklichkeit der vorpfingstlichen Kirche leugnen?! Und doch bekam die Kirche mit Pfingsten ihr ganz besonderes Gepräge. Zu Pfingsten darf es die Gemeinde durch den Hl. Geist, der vom Vater und dem Sohne ausgeht, erfahren, daß der Christus Gottes als Ebenbild des Vaters und zugleich als Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt in der Gemeinde lebt und sie in Christus. Christus das Haupt der Gemeinde, und die Gemeinde der Leib Christi. ,, Er das Haupt und wir die Glieder; Er das Licht und wir der Schein." Das Leben in dem 140 - - so sch um so aus de durch missio zu red Die E Ableh Christ Mensc führte Pfings CH komm So tige. T gift, Priest der Stunde des Herrn chen, songeben zu stwunders. eichsam im hristi; auf sucht nun macht das rwähnt - rche. Doch echt Pfingdenn nicht Märtyrer? sich durch von Seth von Mose war der he? Redet durch die orpfingstKirche mit en darf es und dem es - als n, das der nd sie in die Gedie Glien in dem unsichtbar gegenwärtigen, königlich erhöhten Gottessohn,- das ist das Neue der pfingstlichen Kirche, das sie heraushebt aus dem, was bisher Kirche war. So ist die Pfingstkirche tatsächlich in besonderer Weise die Kirche. Und ihre besondere Stellung beweist die pfingstliche Kirche. Wie wir sahen, ist die neue Kraft des in ihr wirkenden Christus so groß, daß die alte Sehnsucht der Jünger nach dem Tage Christi nicht mehr ihre geistliche Existenz gefährdet. Doch ist bei alledem mit Pfingsten die große Liebe der Jünger zur Erscheinung des Herrn nicht geschwunden, die Sehnsucht nicht gewichen. Immer wieder klingen später die Töne des Verlangens durch die Briefe der Apostel. Ja, der große Missionseifer der Apostel hat außer der geistgewirkten Intensität seinen Hauptgrund wohl in dem Begehren, so schnell als möglich den Weltmissionsauftrag zu erfüllen, um so das wesentliche Hemmnis für das Kommen des Herrn aus dem Wege zu räumen. Hatte doch der Herr selbst durch das Sprachwunder der Pfingsten die Tür zur Weltmission aufgestoßen. Wo der Erhöhte durch den Hl. Geist zu reden beginnt, da verstehen die Völker einander wieder. Die Eigenart der Nationen braucht nicht mehr gegenseitige Ablehnung oder gar den Krieg zur Folge zu haben. In Christus ist die Einung da. Wo der Hochmut des natürlichen Menschen, des alten Adam, das Gericht von Babel herbeiführte, hat die Demut des neuen Adam die Gnade der Pfingsten gebracht. - - Christus gibt die Kraft zur Weltmission bis Er selbst kommt. So ist aber auch die pfingstliche Kirche nie das Endgültige. Und welche Kirche ihren Vorläufigkeitscharakter vergißt, die ist nicht Sein. Eine solche Kirche endet in eine Priesterherrschaft, die in sich ihr hierarchisches Genüge findet 141 und Selbstzweck wird. Oder die Kirche verflacht zu einer kulturellen Wohlfahrtsanstalt mit einem ,, sozialen Evangelium", die tatsächlich hie und da hilft, nicht indes das Heil von Golgatha verkündet. Die Kirche behält ihre Berufung nur so lange, als sie verlangend ausschaut nach dem Kommen ihres Herrn, da sie Ihn sehen wird, wie Er ist, von Angesicht zu Angesicht. Und in diesem Begehren beweist sie die beste Frucht des Hl. Geistes, nämlich ihre Liebe. Ein Zeichen solcher Liebe zum Herrn war es auch, als Luther sich wegen der politischen Spannung des Jahres 1530 auf der Coburg aufhielt und da jeden Morgen sehnsüchtig zum Himmel blickte, ob er schon sähe das Zeichen des Menschensohnes. Und von Blumhardt wird berichtet, daß er stets einen Wagen bereit hatte, um jederzeit dem Herrn entgegenfahren zu können. Zwei Beispiele für viele, wie die nachpfingstliche Gemeinde aller Zeiten in ihren wahren Gliedern durch den Blick auf den Tag Christi sich tatsächlich nähren ließ im Glaubensleben. Zeiten großer politischer und materieller Not, liebe Brüder, wie wir sie erleben, pressen nicht selten den Blick auf die Erde, wo doch Not beten lehren sollte. Da wollen wir, stets erneut durch das Pfingstfest, uns hinweisen lassen auf den Erhöhten, aus dem und in dem wir leben dürfen, selbst in schwerster Zeit. Und auch in den hinter uns liegenden so harten Haftjahren hat Er sich immer wieder bewiesen als der wahrhaft Lebendige, in Seiner Gemeinde Gegenwärtige, dem wir als Dank für alle Hilfe nur eines darbringen können: uns selbst, Ihm zu eigen. Und allem Diesseitsdenken zum Trotz, mögen auch Welt und Irrkirche noch so sehr uns verleiten wollen, laßt uns fest den Blick richten auf den Tag, da das Wesen dieser Welt vergeht 142 und ein den, w Ewigke Der dem Bi komm! barung ht zu einer en Evange es das Heil nge, als sie errn, da sie Angesicht. cht des Hl. es auch, als Jahres 1530 sehnsüchtig en des Mendaß er stets Herrn entele, wie die en wahren sich tatsächNot, liebe In den Blick Da wollen weisen lassen ben dürfen, ter uns liewieder beGemeinde fe nur eines Und allem and Irrkirche st den Blick Welt vergeht und ein neuer Himmel und eine neue Erde geschaffen werden, wo nur noch des Dreieinigen Gottes Wille waltet, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Der Apostel beendet den 1. Brief an die Korinther mit dem Bittruf: ,, Marana- tha!" Wir übersetzen: ,, Unser Herr, komm!" und fahren fort mit dem Schlußgebet der Offenbarung Johannis:" Amen, ja komm, Herr Jesu!"- Amen. 143 WIRLELTWDINDGASSE DEIN GSIEEN 7 DER: GEBURTSTAG DER GEMEINDE JESU CHRISTL 2. Kor. 2, Vers 6—14 An Pfingsten wurde der Herr Jesus von den Seinen er- kannt als ihr erhöhtes Haupt— dort wurden alle durch einen Geist zu einem Leib getauft. Sie waren nun Glieder eines Leibes— der einzig und allein durch das Haupt ge- leitet wurde.— Dieser eine Geist hatte die Einheit in Christo—(also das Einssein mit dem Herrn) ihnen verklärt und nicht nur das— nein, es sollte sie nun auch dieser eine Geist beherr- schen. Nur Er hatte die Einheit untereinander bewerkstel- ligt—„auf daß sie alle eins seien“— die Einheit in Christo ist da; sie sollten sie jetzt halten:—„seid fleißig zu halten die Einheit.des Geistes. Es ist also ganz abwegig, wenn man die einzelnen Denominationen durch eine Ein- heitskirche nach außen hin organisatorisch darstellen will . und meint, das sei dann die„una Sancta“. Die Taufe mit heiligem Geiste ist ein einmaliger Akt gewesen. Es gibt Kreise, die heute noch lehren, jeder müsse eine Geistestaufe erlebt haben. Dem ist aber nicht so; sondern nach Pfingsten wird Buße und Bekehrung gepredigt— und das Evange lium verkündigt und„der Herr tut hinzu.“„Nachdem ihr geglaubt habt, seid ihr versiegelt worden mit dem heiligen Geiste der Verheißung“, schreibt Paulus an die Epheser(1,13 und 14). Heute wird man versiegelt— einzelne werden hin- zugetan und erhalten die Gewißheit. der Errettung, der Auserwählung, der Erlösung, der Gerechtigkeit vor Gott. . Pfingsten ist eine Erfüllung der Bitte des Herrn Jesu (Joh. 14, 16), die Jünger nicht sich selbst zu überlassen. Die 144 dlendere 1 shst ge das Sch illg b ftzt du STAG STI, Vers 6-14 Seinen eralle durch nun Glieder Haupt gesto-( also nd nicht nur Geist beherrbewerkstelEinheit in seid fleißig nz abwegig, h eine Einrstellen will e Taufe mit sen. Es gibt Geistestaufe ch Pfingsten das Evange Nachdem ihr Hem heiligen pheser( 1,13 werden hinrettung, der t vor Gott Herrn Jesu erlassen. Die Sendung war eine Notwendigkeit für die Zukunft, und zwar um 5 Bedürfnisse zu erfüllen, zu denen sie den Heiligen Geist nötig hatten: nämlich I. die Wahrheit zu erkennen, II. um Kraft und Trost zu haben, III. um zeugen zu können, IV. um die Geheimnisse Gottes zu verwalten, V. um den Herrn zu verherrlichen. Um in alle Wahrheit eingeführt zu werden, mußten sie den heiligen Geist haben, damit sie erkennen konnten, daß das Heil, welches Christus geschaffen hat, auch den übrigen Nationen zuteil werden sollte. Sie mußten die ganze Wahrheit erkennen, daß der Herr nicht etwa das, Opfer einer verblendeten, orthodox vernein, daß er sich blendeten Gesellschaft geworden sei- selbst geopfert habe- nach dem Willen des Vaters.- Daß das Schuldopfer für die ganze Welt gedacht ist, daß Gott völlig befriedigt ist- die Schuld abgetragen und jeder jetzt durch Jesus zum Vater kommen kann. Zu der ganzen Wahrheit gehört auch das völlige Einssein in Ihm. Da ist kein Sklave, kein Freier, nicht Mann, nicht Weib, nicht Christus ist alles, Christus ist in Jude, nicht Grieche- allen, das ist die ganze Wahrheit. II. Der Heilige Geist war nötig, um die Jünger für den bevorstehenden Kampf gegen die Überlieferungen der Altesten der Juden und die daraus entstandenen Nöte zu stählen. - Menschenfurcht mußte fallen Gottesfurcht an ihre Stelle treten. Kraft aus der Höhe brauchten sie, damit sie für die Wahrheit eintreten konnten, damit sie Menschen10 145 fischer würden und der Macht der Finsternis widerstehen konnten aber auch getröstet werden durch den Frieden mit Gott. III. Der Heilige Geist war nötig, damit sie für den Herrn zeugen konnten. Herrlich der Her lichkeit keiten d der Heil -So Sollten s Nur soweit sie vom Heiligen Geiste erfüllt waren, vermochten sie wahre Zeugen zu sein, damit nicht Menschengeist Gottes Geist verdrängte.„ Es ist gut, daß ich hingehe", lichen; hatte der Herr gesagt. Sie sollten von oben gezeugt werden - - - - - nur Menschen, die von oben geboren sind, können zeugen. Zeugen heißt: anderen Leben geben. Was aus dem Geiste geboren ist ist Geist.- Von neuem geborene Menschen ,, es sei denn" sonst kann der Mensch, auch nicht der religiöse, fromme Mensch, nicht in das Reich Gottes eingehen. Jeder muß sein Pfingsten erleben, so daß er weiß( nicht: ich hoffe, ich nehme an, nein- er muß wissen): ,, Ich bin vom Tode zum Leben geboren." - IV. Der Heilige Geist war nötig, um die Geheimnisse Gottes richtig zu verwalten. - Die armseligen Menschen, die wohl Worte ewigen Lebens gehört hatten, hatten in sich nicht die Fähigkeit, die Sachen Gottes allein zu verwalten. Auch die eigene Schuld bedrückte sie. Sie waren nicht in der Lage, frei, selbständig und allein vor Gott verantwortlich zu handeln. Aber an Pfingsten wurde reiner Tisch gemacht sie kamen nun von einer Klarheit zur anderen die Geheimnisse Gottes konnten sie verstehen denn der Geist erforschte die Dinge Gottes. So kann der Apostel Paulus später sagen: Dafür halte man uns Gottes." 1. K. 4, I. - - - - für Verwalter V. Der Heilige Geist war nötig, um den Herrn Jesus zu verherrlichen. Wenn Johannes schrieb: ,, Wir sahen seine - die ist nicht Der Seinen verherrl Geist ha 146 swiderstehen den Frieden Herrlichkeit", so dachte er an den Berg - wo ihnen von der Herrlichkeit Jesu etwas aufging. Aber um von der Herrlichkeit des Werkes zu erzählen, von der Fülle der Kostbarsie für den keiten des vollendeten, des abgeschlossenen Werkes, war der Heilige Geist nötig, der allein Jesus verherrlichen kann. t waren, vercht Menschen ich hingehe", zeugt werden sind, können ben. Was aus euem geborene ■ der Mensch, t in das Reich en erleben, so , nein geboren." er e Geheimnisse Worte ewigen die Fähigkeit, ch die eigene der Lage, frei, ch zu handeln. emacht- sie die Geheimder Geist erpostel Paulus für Verwalter Herrn Jesus Vir sahen seine - So wie der Herr Jesus den Vater verherrlicht hat, so sollten sie nun seinen Geist empfangen, um ihn zu verherrlichen; sie, die ihm vom Vater gegeben wurden, die Seinen die Christi Geist haben: Wer Christi Geist nicht hat, ist nicht sein." - دو - und die Der Herr war mit heiligem Geiste erfüllt Seinen sollten ebenso voll Geistes werden, damit sie ihn verherrlichen konnten. Nur Menschen, die den heiligen Geist haben, können dies. - IO* 147 WILLI WINDGASSE ER IN UNS UND WIR IN IHM! So Di Andacht am 6. Mai 1945 Lä D Kol. 1, 27 Bi Der Kern und Stern des Evangeliums: Gott ist befriedigt, der Mensch hat nichts mehr zu tun. Christus in uns, die Hoffnung der Herrlichkeit. Darum lehrt Paulus, daß der Glaubende vollkommen ist ,, in Christus"! Es fehlt uns nichts mehr, nicht ein Jota. ,, Danksaget dem Vater, der uns, passend gemacht hat zum Erbteil der Heiligen im Licht." Welch eine Verantwortung, die Menschen wegzuführen von Christus, statt sie hinzuführen zu Ihm! Das Evangelium ist nicht menschengemäß, es ist gottgemäß. In Christus wohnt die ganze Fülle der Gottheit jetzt. ,, Ihr seid vollendet in Ihm!" Der alte Mensch ist abgetan; beschäftigt euch nicht mehr mit ihm! Es ist vollkommen falsch, sich noch mit dem Alten abzugeben, das ist beseitigt. Beschäftigt euch mit dem neuen Menschen! Ihr seid gestorben für das Alte und mit Christus begraben, das ist eine positive Tatsache. - Laßt das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Das bringt uns in inneren Frieden. Das treibt uns dahin, allezeit Gott zu danken: Er hat alles getan, ein für allemal, was zu unsrer Rechtfertigung und Heiligung nötig ist. ,, Christus in uns und wir in Christus" diese Wahrheit wird allzu wenig verkündigt, und doch hängt alles davon ab, daß wir sie klar erfassen. Wer sich mit dem alten Menschen, mit sich selbst, beschäftigt, in dem wird Christus nicht gesehen. Christus ist freilich so groß, daß er nicht in einem von uns ganz gesehen wird, dazu bedarf es der Gemeinde, die Er regiert. 148 De U Fl U T N Z U La St H IHM! Kol. 1, 21 tt ist befrie ristus in uns, Paulus, daß Es fehlt uns m Vater, der Heiligen im schen wegzu zu Ihm! Das ottgemäß. In t jetzt. ,, Ihr abgetan; bevollkommen das ist besei hen! Ihr seid raben, das ist euch wohnen: ot uns dahin n für allemal g nötig ist. ese Wahrheit t alles davon it dem alter wird Christus daß er nicht bedarf es der Sonne, um die wie Planeten kreisen Die Erlösten, unser aller Mitte Du, Läßt die kleine Herde nicht verwaisen, Denkest ihrer immerzu; Bist im ärmsten Bruder gegenwärtig, Deiner Liebe Brand erglüht im neuen Sinn, Und des Feuers Funken sprühen ungebärdig, Fliegen zu dem Vaterherzen hin. Und die Eisgelähmten lassen sich erwärmen, Täglich werden Gottes Schar hinzugetan Neu entbrannte Fackeln, ohne Lärmen Zieht die Sonne sie in ihre Bahn. Und die einst im Winterschnee erfroren Lagen, haẞerstarrt an ihres Weges Rand, Streun als Jesu Hände, Augen, Ohren Heiße Funken in das kalte Land. ( G. Ekkehardt) 149 G. L. BOU MAN, Hardenberg- Holland EIN' FESTE BURG Morgenandacht, gehalten am 31. Oktober 1944 Psalm 46. „ Ein feste Burg ist unser Gott", so sang Luther in den bangen Tagen des Reformationskampfes, an dessen Anfang wir heute wieder denken. Es war der 46. Psalm, der unseren Reformator zu diesem Kampflied inspiriert hat. ,, Ein feste Burg ist unser Gott." ,, Gott ist meine Zuwir versicht und Stärke." Und dreimal der Refrain glauben jedenfalls, daß er auch nach dem vierten Vers gestanden hat, und daß er ausgefallen ist dreimal: ,, Der Herr Zebaoth ist mit uns; der Gott Jakobs ist unser Schutz." - - In diesen Worten der Gewißheit verbarg sich Martin Luther, als die Drohung des Feindes sein Leben so sehr beengte. Das war es, was er brauchte in diesen schweren Tagen. Gott seine Zuversicht und Stärke, sein Schutz, seine Hilfe in den großen Nöten, die ihn betroffen hatten! Er, de zerbrich brennt. Aber auch noch eine andere Ursache hat den Reformator zu diesem Psalm hingezogen. Der Gott, von dem der Psalmdichter spricht, ist nicht der liebe, gütige Gott, wie er insbesondere im vorigen Jahrhundert uns so oft gezeichnet wurde. Nein, der Gott des Psalmdichters ist der Gewaltige, der Erhabene, die Majestät, die im Himmel thront. So hat Luther Gott empfunden. Er verbarg sich in Schrecken vor Gottes Majestät, er zitterte vor der Gewalt des Heiligen. Luther hat es verstanden, was der Psalmdichter hier sagt:", , Wenn Gott sich hören läßt, so muß das Erdreich vergehen. Die Reichen müssen verzagen und die Königreiche fallen."( v. 7). Gott sitzt im Regiment, 150 Kriegsf Nein, e würdig lenkt a des All Wort Steuert dessen So füllt, rungen Seid einlege Erden Ehre. auf E Wahrh in dies das fü Da Gottes Verse meine Nöter nicht, ins M und 1 schätz d T 1944 Psalm 46 Luther in de dessen Anfang alm, der unse ert hat. ist meine Zu efrain Wir vierten Vers dreimal:„ Der obs ist unser g sich Martin Leben so sehr esen schweren Schutz, seine en hatten! at den Refor ott, von dem gütige Gott rt uns so oft ichters ist der im Himmel erbarg sich in r der Gewalt s der Psalm äßt, so mul verzagen und m Regiment Er ,,, der den Kriegen steuert in aller Welt, der Bogen zerbricht, Spieße zerschlägt und Wagen mit Feuer verbrennt.( v. 10)." Nicht mit dem sittlichen Problem der Kriegsführung beschäftigt sich der Dichter des Psalmes. Nein, er bringt auch dieses Gebiet mit seinen vielen Fragwürdigkeiten ethischer Art unter die Hoheit Gottes. Gott lenkt alles. Nichts ist da, das nicht unter der Herrschaft des Allmächtigen stände. Gott spricht immer das letzte Wort und bringt alles zu seinem Ziel. Auch den Krieg steuert Er. Gott ist der Erhabene, der Allmächtige, in dessen Händen das Weltregiment ist. So sehr ist der Psalmdichter von diesem Gedanken erfüllt, daß er selbst mit all seinen Gefühlen und Erfahrungen ganz zurücktritt, auf daß nur Gott sprechen kann: ,, Seid stille und erkennt, daß ich Gott bin. Ich will Ehre einlegen unter den Heiden,- Ich will Ehre einlegen auf Erden"( v. 11). Es geht nicht um uns. Es geht um Gottes Ehre. Auf die allein kommt es an. Gott will Ehre einlegen auf Erden. Und seine Ehre ist seine Gerechtigkeit, seine Wahrheit, seine Barmherzigkeit. Die werden triumphieren in dieser Welt. Wie tröstend, wie wunderbar tröstend ist das für seine Kinder, die da leben in Not und Kampf! Darum die immer wiederholte Sicherheit für die Kinder Gottes, welche in diesem Liede aufklingt. In den ersten drei Versen wird es so ganz hervorragend gesagt: ,, Gott ist meine Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt untergeht und die Berge mitten ins Meer stürzen, wenngleich das Meer wütete und wallte und von seinem Ungestüm die Berge umfielen." Wie nichts werden hier alle irdischen Sicherheiten geschätzt. Nirgends kann man sich bergen, denn alles ist 151 unstet und vergänglich. Doch um so höher steigt Gott, der weit erhaben ist über diese irdischen Ungewißheiten. Er kann unsre Zuversicht und Stärke sein. Doch dieser ferne Gott ist auch der nahe Gott. So ganz fein steht das ausgedrückt in der zweiten Strophe. Die Majestät hat sich niedergebeugt zu dieser Welt. Er hat sein Volk besucht. Er hat an Israel seine Offenbarung gegeben. Gott wohnt im Tempel in Jerusalem. Und inmitten von Worten voll Not und Schreckens über eine Welt, die untergeht, und über Kämpfende, die fallen, steht es so ganz einfach und voll heiliger Ruhe: ,, Die Stadt Gottes soll fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein, da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind. Gott ist in ihr drinnen, darum wird sie fest bleiben. Und dieser Gott, der unter seinem Volke wohnt, will auch unser Gott sein. In Jesus Christus ist er zu uns gekommen. Inmitten all unserer Nöte und Unruhen besucht er uns auch hier und will uns zur Hilfe sein, zur Zuversicht und Stärke. Darum fürchten wir uns nicht. ,, Der Herr Zebaoth ist mit uns; der Gott Jakobs ist unser Schutz." Offenba Und ich erste Hi mehr. U von Gott Braut ih die spra wird be selbst, wischen mehr se denn da siebe, ic diese W „ Am die He neue ersten 152 alles, und au gangen „ Siel Siehe alte S die gan und si die Su nen u den M wert, t Gott, Sheiten. ott. So he. Die hat sein egeben. ten von e unteranz einoll fein Wohdarum nt, will uns ge besucht versicht er Herr Schutz." K. WALTER DER NEUE ANFANG Predigt am Totensonntag 1944 Offenbarung Joh. 21, V. 1-5. ,, Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde verging, und das Meer ist nicht mehr. Und ich, Johannes, sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabfahren, bereitet als eine geschmückte Braut ihrem Mann. Und hörte eine große Stimme von dem Stuhl, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen; und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen; und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Stuhl saß, sprach: siehe, ich mache alles neu. Und er spricht zu mir: Schreibe; denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiß." ,, Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde", so beginnt die Heilige Schrift; und sie schließt damit, daß Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde schafft. Auf dem ersten Blatt der Bibel steht geschrieben: ,, Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut"; und auf ihrem letzten Blatt heißt es: ,, Das Erste ist vergangen." ,, Siehe da, es war sehr gut", und muß dennoch vergehen? ,, Siehe da, es war sehr gut", bis der große Drache, die alte Schlange, die da heißt der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verführt", über die Menschen Macht gewann und sich erhob zum Fürsten dieser Welt. Seitdem herrscht die Sünde zum Tode; seitdem kann der Teufel frech höhnen und siegessicher prahlen, wie Goethe in seinem Faust den Mephisto sprechen läßt: ,, Denn alles, was entsteht, ist wert, daß es zugrunde geht; drum besser wär's, daß nichts 153 entstünde. So ist denn alles, was ihr Sünde, Zerstörung, kurz das Böse nennt, mein eigentliches Element." دو Es wird zuweilen von ,, christlicher Weltanschauung" geredet. Aber man sollte mit einem solchen Worte doch wohl recht zurückhaltend sein. Wenn die Bibel überhaupt etwa eine Weltanschauung" verkündigt, dann höchstens die: ,, Die ganze Welt liegt im Argen"( 1. Joh. 5, V. 19), ,, ihr Gepränge ist Mühsal und Nichtigkeit"( Psalm 90, V. 10) ,,, die Welt vergeht mit ihrer Lust"( 1. Joh. 2, V. 17), ,, das Wesen dieser Welt vergeht"( 1. Kor. 7, V. 31),- das ist ,, christliche Weltanschauung", wenn man denn so will. Petrus schreibt - Seitdem die Sünde sich in die Welt eingeschlichen hat, ist die Welt dem Tode verfallen; ,, der Sünde Sold ist der Tod", und die sündige Menschheit reißt alle übrige Kreatur in ihren Untergang mit hinab, wo- wie der Apostel ,, die Himmel zergehen werden mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor großer Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden verbrennen". Durch die Sünde ist die Welt eine gottlose Welt geworden, und Gott wird sie richten, indem er sie vernichtet. Der Gott, der der Welt ihren Anfang gesetzt hat, der wird ihr um ihrer Sünde willen auch ihr Ende setzen. So steht alle Welt in ihrem Laufe unter dem Zeichen des Todes. Jeder Schritt, den wir tun, ist ein Schritt dem Grabe zu. Wir sagen: wir leben, und könnten doch ebenso gut sagen: wir sterben. Und darum ist der Weg aller Kreatur gezeichnet durch die Spuren von ihrem Blut und ihren Tränen, und die Welt hallt wider vom Leid, Geschrei und Schmerz alles dessen, was da lebt und webt. Zuweilen will der Tod uns vorreden, er sei übrigens gar nicht so schlimm: ,, Bin Freund und komme nicht, zu strafen. Sei gutes Muts, 154 ich bin Wir red heit"; da daß es ben" täuschen Tatsach von uns bar ist, Tatsach sind al der He Zusamm wieder In uns bed muß v zum e liebte, nervös das ec starrer Male Mensc Züge Entde imme jedem des T des T die D törung auung" te doch erhaupt Schstens V. 19), Im 90, V. 17) -das so will en hat, ist der Kreatur Apostel en mit großer darauf e Welt richten, en Anen auch Zeichen tt dem ebenso Kreaihren rei und en will hlimm: Muts, - ich bin nicht wild, sollst sanft in meinen Armen schlafen." Wir reden uns selbst allerlei vor: Vom ,, Sterben in Schönheit"; daß ,, die Götter, wen sie lieben, jung sterben lassen"; daß es ,, schön sei und ehrenvoll, für's Vaterland zu sterben" und womit wir uns sonst stark zu machen und zu täuschen versuchen über die immer gleichbleibende bittere Tatsache, daß der Tod der Bankrott unsres Lebens ist, daß von uns, die wir ,, nichts in die Welt gebracht haben, offenbar ist, wir werden auch nichts hinausbringen", über die Tatsache, daß wir in einer gottlos gewordenen Welt nichts sind als ein verlorenes Blatt im Winde, das man, wenn der Herbstwind kommt, einmal mit den vielen anderen zusammenraffen und zu Haufen bringen wird ,,, bis daß wir wieder zu Erde werden, davon wir genommen sind". - - wie In Wirklichkeit wissen wir viel besser, was der Tod für uns bedeutet, als was wir uns selbst darüber vorreden. Man muß vielleicht einmal gesehen haben, wie ein Kind, das zum ersten Male einen Toten sieht, den es kannte und liebte, wie das ich meine jetzt aber nicht, wie das in eine nervöse, hysterische Angst geraten kann, sondern das echt, man möchte sagen, gesund erschrickt vor dem starren Angesicht des Todes, in welchem ihm zum ersten Male und zugleich endgültig anschaulich wird, was der Mensch ist: Der Tote, der da liegt, der trägt ja noch die Züge des Lebenden; und dem fügt sich die erschreckende Entdeckung an, daß ja auch umgekehrt der Lebende schon immer die Züge des Todes an sich trug, und daß das bei jedem von uns so ist: bei mir, bei dir. Es liegt die Maske des Todes bereits auf unsern Angesichtern, und der Geruch des Todes weht über die Felder unsers Lebens. Daheim schmücken sie nun wieder zum Totensonntag die Gräber auf unsern Friedhöfen, so gut sie es noch kön155 nen, und bald wird der Winter sein weißes Tuch über die Gräber ziehen und sie alle gleich machen: die großen und die kleinen, die frischen und die alten, die kostbar gepflegten und die verwahrlosten und vergessenen, und wird gnädig zudecken alles, was da an Leid und Geschrei und Schmerz zum Schweigen gekommen und hinabgenommen ist, und auch all das Entsetzen und Grauen des Krieges, welches kein Grab gefunden hat, auch den elenden Graus unsers Lagers. Das ist das Ende dessen, was von dieser Erde ist, das wissen auch die, die keine Hoffnung haben; das gerade eben noch weiß auch eine gottlos gewordene Welt zu sprechen, das müde Wort: ,, Vergangen!" Aber die Schrift sagt dieses selbe Wort anders. Sie redet auch gerade und mit unwiederholbarem Ernst vom Sterben und Vergehen. Doch sie sagt: ,, Das Erste ist vergangen". Wenn es aber nur das Erste ist, was vergangen ist, dann kommt ja noch das Andere! ,, Der auf dem Stuhle saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu!" ,, Der erste Himmel und die erste Erde verging, und das Meer ist nicht mehr"; aber ,, ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde". Was der Welt verschwommene Sehnsucht ist und der Gemeinde gewisse Hoffnung, das hat der Seher Johannes einmal von ferne schauen dürfen:„ Ich, Johannes, sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabfahren, bereitet als eine geschmückte Braut ihrem Manne". Das herrlichste Gesicht, die größten. Worte reichen nicht eigentlich zu, um von dem zu künden, was sein wird, wenn einmal die Herrlichkeit Gottes erscheinen wird auf dieser Erde. Denn das wird ja das ganz und gar Neue, das ganz andere sein auf der neuen Erde im Gegensatz zu der alten Erde: Gottes volle Gegenwart ,,, siehe da, die Hütte Gottes 156 bei den werden hr Got Man keit, m einer ne abgetan Einsicht neue Z auch w und ne wenn eitel V zweifel die alte und da heit un seiner Hütte neue 7 Mensch gerade Mensch Bis als de und a Schran da sei einer D wird, Welta h über die großen und ar gepflegird gnädig nd Schmerz n ist, und es, welches aus unsers r Erde ist, das gerade lt zu spres. Sie redet om Sterben ergangen". ist, dann Stuhle saß, e Himmel cht mehr"; eue Erde". d der Geannes ein5, sah die dem Himaut ihrem te reichen sein wird, wird auf das ganz der alten te Gottes bei den Menschen; und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein". Man könnte ja beinahe rührend finden die Harmlosigkeit, mit der je und dann in der Geschichte der Anbruch einer neuen Zeit angekündigt wurde: nun sei die alte Zeit abgetan und überholt durch ganz neue Erkenntnisse und Einsichten und durch ein ganz neues Wollen, nun hebe eine neue Zeit an, nun komme etwas Neues, dieses mal aber auch wirklich etwas ganz Neues, und neu werde die Erde und neu das Menschengeschlecht auf ihr erblühen. Und wenn man dann recht hinsah, dann war es doch wieder ,, eitel Verderben und Schaden", und ,, der Schade war verzweifelt böse", dann war es doch wieder die alte Zeit und die alte Erde, weil es nämlich immer der alte Mensch war und das alte Herz, das alte Herz mit seiner alten Verzagtheit und seinem alten Trotz, mit seiner alten Sorge und seiner alten Angst, mit seiner alten Sünde, noch nicht die Hütte Gottes bei den Menschen, und darum noch nicht eine neue Zeit und eine neue Welt. Immer wieder macht der Mensch den Versuch, sich selbst zu erlösen, und richtet damit gerade nur Barrikaden auf gegen Gott und zwischen den Menschen. Bis das alles vergehen wird an dem Tage, welchen Gott als den letzten, als den jüngsten Tag heraufführen wird und an dem er durchbrechen wird durch alle Banden und Schranken, die wir um uns gelegt haben, und Er selbst da sein und mitten unter uns Wohnung machen wird auf einer neuen Erde! Daß aber die alte Welt vergeht und eine neue Welt wird, das ist nun eben nicht eine sogenannte ,, christliche Weltanschauung", das ist nicht etwas, was nachher, irgend 157 einmal, eben kommt: mit einer Zwangsläufigkeit, als Konsequenz der Weltentwicklung, naturnotwendig und daher mehr oder weniger berechenbar, irgendwie im Zuge einer logischen oder philosophischen, metaphysischen Linie, wobei man freilich zugesteht, daß Gott dann auch natürlich seine Hand im Spiele haben wird, sonst wäre es ja nicht eine christliche oder wenigstens eine„, religiöse" Weltanschauung. Nein ,,, Fleisch und Blut können das Reich Gottes nicht ererben". Sondern ,, was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, das hat Gott bereitet denen, die ihn lieben", wider alle Wahrscheinlichkeit und allen Augenschein seinem Volke bereitet durch Jesus Christus, seinen Sohn. Schöpfung, Weltuntergang und Neuschöpfung sind nicht allgemeine Wahrheiten, die sich dem forschenden Menschengeist öffnen, sondern sind wahr allein in Jesus Christus und werden allein durch den heiligen Geist dem Glauben offenbar. der Men in Chris gangen, Herrn C Vergebu gedenkt Für den Glauben aber gilt, was hier am Ende unsres Schriftabschnittes steht: ,, Schreibe! Denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiß!" Das ist die gewisse Hoffnung, die wir im Glauben an den Herrn Christus haben, der am Kreuz gestorben und aus dem Grabe auferstanden und zum Vater in dem Himmel gegangen ist. Das ist ja gleichsam bereits der erste Tag der neuen Schöpfung unsres Gottes, daß er den Himmel zerrissen und seinen Sohn gesandt hat, daß er ihn am Kreuze hat sterben lassen, auf daß er unsre Sünde wegnehme, daß er sein Grab erbrochen und ihn gesetzt hat zu seiner Rechten. Da ist ja schon das erste Wunder der neuen Schöpfung vor unseren Augen, Er ist ja ,, der Erstling worden unter denen, die da schlafen", und zum Leben auferstehen, Christus, der andere, der neue Mensch, 158 er an Für d und So allzu n Bestimm liebe B wollen Erde L ob der wärtige gar nic alten E würdig Unterg Gläubi alles i darübe SO we das Le läßt. Christ in die von u U 30 vi auf e t, als Konund daher Zuge einer Linie, wobei ürlich seine nicht eine anschauung. Gottes nicht kein Ohr ommen ist, wider alle hem Volke Schöpfung, allgemeine enschengeist hristus und Glauben nde unsres Worte sind offnung, die en, der am en und zum a gleichsam Sres Gottes, gesandt hat, aß er unsre und ihn geerste Wunist ja ,, der und zum ue Mensch, der Mensch nach dem Herzen Gottes. ,, Darum ist jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden." Wer auf den Herrn Christus getauft ist, wer in Christus und von seiner Vergebung lebt und einmal im Glauben an ihn zu sterben gedenkt, der hat ja schon das Angeld empfangen dafür, daß er an der neuen Schöpfung teilhaben wird. Für den sind dann aber auch die menschlichen Gedanken und Sorgen, Ängste und Leiden und auch die menschlichen, allzu menschlichen Hoffnungen nicht mehr das letzthin Bestimmende und Bewegende seines Lebens mehr. Gewiß, liebe Brüder, wir wollen uns nicht künstlich stark machen, wollen nicht so reden, als ob der Welt Tränen und der Erde Leid, Geschrei und Schmerz nicht auch unser wäre, als ob der Tod unsrer Lieben und im besonderen das gegenwärtige millionenfache Sterben der Menschen unser Herz gar nicht mehr berührte, als ob die Kriegszerstörung unserer alten Erde, als ob drohende Heimatlosigkeit, die ganze Fragwürdigkeit unserer Existenz und schließlich einmal der Untergang dieser Welt, die doch unsere Welt ist, uns, die Gläubigen, gar nichts mehr anginge, als ob wir über dies alles innerlich längst hinweg wären. Gar nicht sind wir darüber ,, hinweg"; wie ein Brand, aus dem Feuer gerissen, so werden wir einmal dastehen mit all den Wunden, die das Leben schlägt, und all den Narben, die die Sünde hinterläßt. Aber doch herausgerissen, durch Christus und mit Christus ,, aus Angst und Gericht genommen", ewig gerettet in die Arme des Vaters, der alle Tränen abwischen wird von unsren Augen. Und dann wird Gott den neuen Anfang machen nach 30 vielen vergeblichen Anfängen, die wir gemacht haben auf eigene Faust und die je die Welt gemacht hat auf eige159 ner Spur! Da wird nicht nur ein einzelner Mensch wirklich neu anfangen können nach so viel Fehlen und Versäumen, sondern die ganze Welt. Da wird Gott wieder in Ordnung bringen, was nicht nur der einzelne Mensch, nein, was die Welt gefehlt und versäumt, gesündigt hat. Da wird es keine Fehler, keine Schwachheit, kein Versagen und Versäumen, kein Unrecht, keine Gewalt und keine Schuld mehr geben, und darum, darum ,, wird der Tod nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein", da werden keine Tränen mehr sein an Gräbern und vor Trümmern. Denn da wird nichts mehr zwischen uns und Gott stehen. Welch eine Welt! Das ist das himmlische Jerusalem, von welchem es nachher weiter in der Offenbarung Johannis heißt: ,, Ich sah keinen Tempel darin; denn der Herr, der allmächtige Gott, ist ihr Tempel, und das Lamm." Da wird man nicht erst, wie es hier auf der alten Erde geschieht, aus der Angst der Welt sich in einen zeitweiligen Trost und eine gelegentliche Gottseligkeit flüchten, sondern dort ist der Ort, da ,, Gott alles ist in allen", und wo ,, nichts mehr uns scheidet von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unsrem Herrn", der Ort, wo wir nicht mehr ,, sehen werden durch einen Spiegel in einem dunklen Wort, sondern von Angesicht zu Angesicht", wo wir ,, nicht mehr stückweise erkennen werden, sondern wo wir erkennen werden, gleichwie wir erkannt sind", wo diejenigen ,,, die ihre Kleider gewaschen haben und haben ihre Kleider helle gemacht im Blute des Lammes", und die also reines Herzens geworden sind, Gott schauen und darin die Fülle und volles Genüge haben werden. Das alles ist uns verheißen, und ,, diese Worte sind wahrhaftig und gewiß". 160 Noo wirklich keit, in nungslo werden wir do den Go Hütte Dar Angste Erde, a wird a und da gescheh getrost stehen, dumpf den M wird a Herrn Ja, ich sch wirklich Versäumen, in Ordnung in, was die ird es keine Versäumen, mehr geben, sein, noch sein", da und vor Gott stehen. salem, von g Johannis Herr, der " Da wird e geschieht, Trost und dort ist der Is mehr uns o Jesu ist, hen werden ondern von stückweise den, gleichhre Kleider gemacht im s geworden les Genüge Worte sind Noch stehen wir von ferne und warten. Ach, daß wir wirklich warteten! Nicht in einer weltschmerzlichen Müdigkeit, in einem Verzagen an der Welt und in einer Hoffnungslosigkeit, daß unser Leben je noch einmal lohnend werden könnte, bloß warteten auf das Ende; sondern daß wir doch warteten wirklich auf den ,, lieben jüngsten Tag", den Gott uns bereit hält und an welchem unsre Erde zur Hütte Gottes geworden sein wird! Dann wird unser Wandern auch durch die Mühen und Ängste, durch das Leiden und durch das Sterben auf dieser Erde, auch durch unsre Mühsal und Last hier im Lager, da wird auch das bittere Stehenmüssen an geliebten Gräbern und das noch bitterere Denken an irgendwo auf der Erde geschehende ferne Vernichtung geliebter Menschen dennoch getrost geschehen. Einmal werden wir nicht mehr von ferne stehen, nach einem fernen Sehnsuchtsland ausschauen und dumpf warten, wie man in der Fiebernacht wartet auf den Morgen. Einmal wird der Morgen da sein, und der Tag wird anbrechen, der jüngste Tag und ,, wir werden bei dem Herrn sein allezeit!" ,, Es spricht, der solches bezeugt: , Ja, ich komme bald!' Amen, ja, komm, Herr Jesu!" Amen. - IT 161 LEO ROTH O.P. VON DER GEWISSHEIT UM GOTT ( Der Verfasser wurde von Laien- Häftlingen des Dachauer Konzentrationslagers um religiös- philosophische Aussprachen ersucht. Die Teilnehmer des Zirkels waren meist sog. Atheisten, aber voll Interesse für die religiöse Frage. Die Aussprachen fanden geheim statt, und zwar zur Nacht auf Block 25 des Lagers. Die hier wiedergegebene Ansprache fand daselbst statt in der Nacht vom 4. zum 5. Juli 1944.) der Ihr fragt mich, wie der Mensch Gewißheit von Wirklichkeit Gottes haben könne. Eure Frage ist berechtigt. Denn wir stellen eine sonderbare Tatsache fest: Es gibt Menschen, die sind Gottes ganz gewiß, und es gibt Menschen, die sind Gottes ganz ungewiß. Die einen sind gottfroh und stoßen, wie sie sagen, überall auf Gott; die anderen sind gott- leer und begegnen Gott nirgendwo, wie sie sagen. Die einen sehen in Gott eine außer- und übermenschliche Wirklichkeit; die anderen sehen in Gott eine Schöpfung der menschlichen Einbildungskraft ohne Wirklichkeit. So ergibt sich ganz von selbst die Frage: Wie kann der Mensch der Wirklichkeit Gottes gewiß werden? Ich möchte darauf mit folgenden Überlegungen antworten: ―: des doch schen 1. Ich weiß, daß manche von euch nicht an die Wirklichkeit Gottes glauben. Diese möchte ich zum Mitdenken einladen, indem ich sage: Angenommen, es gibt einen Gott jenseits des Menschen, nur einmal bloß angenommen welche Möglichkeit besteht dann für diesen Gott, sich dem Menschen als Wirklichkeit gewiß zu machen? Es besteht da nur eine Möglichkeit: Dieser Gott kann an den Menschen nur auf dem Weg über die menschliche Psychologie herantreten. Selbst wenn Gott wirklich ist, kann er nur mittels des menschlichen Denkvermögens erkannt und nur mittels 162 ja ni ohne Auße sich gebu tigke 2 Fikti dung und er v selbe als dung was Fähi sind Auge dern dann dem zum Seel keit inne die erfa mit GOTT Dachauer Kon rachen ersucht sten, aber voll fanden geheim gers. Die hier er Nacht von eit von der ist berechtigt fest: Es gibt es gibt Men en sind gott ott; die ande dwo, wie sie Hübermensch ine Schöpfung rklichkeit. So nn der Mensch möchte darauf die Wirklich Mitdenken ein bt einen Gott genommen Gott, sich dem Es besteht da den Menschen hologie heran er nur mittel nd nur mittel des menschlichen Gefühls erfahren werden. Gott muß ja doch, da er dem Menschen gewiß werden soll, vom Menschen auf menschliche Art erfaßt werden. Der Mensch kann ja niemals aus sich heraustreten, um außerhalb seiner selbst, ohne Betätigung seiner innermenschlichen Fähigkeiten das Außer- ihm- Liegende zu erfassen. Immer bleibt der Mensch sich selbst verhaftet und an seine eigene Psychologie gebunden. Das zu beachten ist von allergrößter Wichtigkeit. 2. Daraus folgt aber nicht, daß infolgedessen Gott eine Fiktion oder ein Wahngebilde der menschlichen Einbildungskraft sei. Der Schluß ist nicht gültig: Weil Gott in und mittels der menschlichen Psychologie erfaßt wird, wird er von der menschlichen Psychologie geschaffen. Mit demselben Recht müßte man denn überhaupt jede Außenwelt als psychologisches Wahngebilde der menschlichen Einbildungskraft ansehen, was doch ein Unsinn ist. Denn alles, was ist, wird von Menschen mittels seiner innermenschlichen Fähigkeiten erfaßt: alle Natur und alles Seiende. Dann sind alle Bäume, die wir sehen, weil wir sie mittels unseres Auges sehen, nicht außermenschliche Wirklichkeiten, sondern innermenschliche Fiktionen. Wenn dem aber so ist, dann sind wir in der Welt wie in einem Narrenhaus. Mit demselben Recht also, mit dem wir der Welt Wirklichkeit zumessen, obwohl wir sie nur mittels unserer menschlichen Seelenkräfte wahrnehmen, müssen wir auch Gott Wirklichkeit zuschreiben, wenngleich wir auch ihn nur mittels unserer innermenschlichen Fähigkeiten erfassen können. 3. Natürlich ist wahr, was Kant sagte: daß der Mensch die außermenschliche Wirklichkeit nur auf menschliche Art erfassen könne. Darin sind alle christlichen Gottgläubigen mit Kant einig. Thomas von Aquin, der größte christII* 163 liche Theologe, wird nicht müde zu betonen: ,, Der Mensch kann von Gott mehr erkennen, was er nicht ist, als was er ist." Es ist dem Menschen unmöglich, Gott göttlich, also total zu erfassen; er kann Gott nur menschlich erfassen, also unvollkommen. Aber das gilt auch von allem anderen, was der Mensch erkennend oder erfahrend erfaßt. Das ,, Ding an sich" bleibt dem Menschen immer verschlossen. Immer bleibt bei allem Sach- Erkennen ein Rest des Nichterkannten und Nichterkennbaren. Kein Ding der Welt wird vom Menschen, so sehr er es auch erforscht, ganz und bis in seine letzte Wirklichkeit hinein erkannt. Es folgt aber daraus nicht, daß das, was der Mensch von einem Ding erkennt, nicht wirklich am Ding sei. Der Mensch erkennt zwar die Wirklichkeit des Dinges, nur nicht ganz und nicht vollkommen. Das gilt im erhöhten Sinn von der höchsten Wirklichkeit, wenn sie existiert, nämlich von Gott. bleibe: ist, als von C die sic um G 5. es gibt 4. Selbst wenn sich uns Gott, wie wir Christen lehren, offenbaren sollte und zu uns von sich selbst sprechen sollte, muß er menschliche Begriffe und Bilder und Gefühle benützen, weil wir sonst Gott gar nicht erfassen könnten. Diese menschlichen Begriffe, Bilder, Vorstellungen und Worte können freilich die Wirklichkeit Gottes nicht voll wiedergeben; aber damit ist nicht gesagt, daß das, was sie von Gott aussagen, unwirklich sei. Natürlich ist die Idee von Gott nicht Gott selber, aber sie faßt etwas von Gott in sich: sie strahlt die Wirklichkeit Gottes wirklich wider. Gott ist dann also nicht eine menschliche Fiktion, sondern eine auf menschliche Art erfaßte Wirklichkeit. So wie alles, was der Mensch erkennt. Daraus folgt also nicht, daß man die Wirklichkeit Gottes leugnen müsse, sondern nur, daß man das, was man von Gott erkennt und aussagt, mit höchster Bescheidenheit aussagen muß. Daß man sich bewußt diesem alles, Große licher so ist, erkan Sein Sein is Nun Mens geistb aber, dem Gott übern er ist mehr austa weil von ein I lich. zum Und Got 164 r Der Mensch cht ist, als Gott göttr menschlich h von allem rend erfaßt. er verschlosin Rest des ng der Welt t, ganz' und nt. Es folgt von einem Der Mensch nicht ganz inn von der ch von Gott. isten lehren, rechen sollte, Gefühle been könnten. lungen und es nicht voll das, was sie ist die Idee von Gott in lich wider. on, sondern So wie alles, t, daß man n nur, daß t, mit höchich bewußt bleibe: der Mensch erkennt von Gott mehr, was er nicht ist, als was er ist. Das ist die vom deutschen Nikolaus von Cusa geforderte ,, docta ignorantia": Gottgelehrsamkeit, die sich voll bewußt bleibt, daß sie nur sehr mangelhaft um Gott weiß. 5. Aber sie weiß wirklich um Gott. Denn angenommen, es gibt einen Gott jenseits des Menschen: es gilt dann von diesem Gott, daß er in allem, was ist, west, und daß er alles, was ist, durchwirkt. So wie der deutsche Albert der Große sagt:„ Gott ist einem jeden Ding zuinnerst, innerlicher als das Ding sich selbst innerlich ist." Wenn dem aber so ist, dann gilt, daß Gott in jedem Ding, indem das Ding erkannt wird, miterkannt wird. Alles, was ist, ist dann Sein aus Gott, wenn es auch nicht Gott selber ist. Alles Sein ist Sein aus Gott, weshalb alles Seiende Gott offenbart. Nun aber ist innerhalb des Seienden in dieser Welt der Mensch das höchste Sein, und er ist es als Person: als ein geistbegabtes, selbstbewußtes freies Wesen. Daraus folgt aber, daß also auch Gott Person sein muß. Nicht zwar in dem beschränkten Sinn wie der Mensch Person ist; denn Gott ist die Fülle aller menschlichen Personen: er ist die übermenschliche Fülle des Persönlichen. Er ist Person, aber er ist Über- Person. Er ist Geist wie der Mensch, aber weit mehr als der Mensch. Wie von Mensch zu Mensch ein Ideenaustausch und ein Wortsprechen möglich und wirklich ist, weil die Menschen Personen sind, so ist also noch viel mehr von Gott zum Menschen und vom Menschen zu Gott hin ein Ideenaustausch und ein Wortsprechen möglich und wirklich. Der Mensch kann zu Gott hin sprechen und Gott kann zum Menschen her sprechen. Und das geschieht im Gebet. Und in diesem Gebet wird der Mensch der Wirklichkeit Gottes gewiß. 165 6. Dieser Gebetsverkehr zwischen Gott und Mensch geschieht aber nicht wesentlich durch die Vernunft, sondern durch die Liebe. In der Liebe erkennt der Mensch Gott nicht begrifflich, sondern er erfährt Gott erlebnismäßig. Nur die Liebe erkennt Gott als Wirklichkeit, und zwar auf dem Weg über die Erfahrung. Mit der bloßen Vernunft erkennen wir Gott nur ahnungsweise: da hat der Mensch nur eine Idee von Gott, die zwar die Wirklichkeit Gottes wirklich erfaßt, aber nicht ganz. In der Liebe aber erfährt der Mensch Gott total, also in seiner ganzen Wirklichkeit. Die Liebe ist das Licht der Vernunft, und erst aus der Liebe heraus erfaßt die Vernunft die wirkliche Wirklichkeit Gottes. Was der Mensch vernunftmäßig von Gott erkennt, muß er liebend erfahren, dann wird er Gottes gewiß. Der Mensch wird Gottes gewiß, indem er ihn liebend erfährt. Du mußt Gott, den du vernunftmäßig erkennst, lieben; dann wirst du der Wirklichkeit Gottes unbedingt gewiß. Lieben mußt du. Lieben: darin liegt das Rätsel all derer, die Gottes gewiß sind. NY Matth. Ein and G reich ist es auf wenn e wird ei wohnen Ein an einem unter a Solches Gleichn „ Von werde imme nur e ein S 166 wohn klein tung Gott fäng I diese Wen weit wi Tel und Mensch ge ft, sondern Mensch Gott mäßig. Nur ar auf dem unft erkenMensch nur Gottes wirk erfährt der lichkeit. Die s der Liebe Wirklichkeit ott erkennt, gewiß. Der end erfährt. nst, lieben; ingt gewiß. el all derer, HEINRICH GRUBER GOTT IST'S, DER ES SCHAFFT! Matth. 13, 31-34. Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und säte es auf seinen Acker; welches das kleinste ist unter allen Samen; wenn es aber erwächst, so ist es das größte unter dem Kohl und wird ein Baum, daß die Vögel unter dem Himmel kommen und wohnen unter seinen Zweigen. Ein anderes Gleichnis redete er zu ihnen: Das Himmelreich ist einem Sauerteig gleich, den ein Weib nahm und vermengte ihn durchsäuert war. unter drei Scheffel Mehl, bis daß es ganz Solches alles redete Jesus durch Gleichnisse zu dem Volk, und ohne Gleichnise redete er nicht zu ihnen. " Vom Wachsen und Wirken des Reiches Gottes", so werden diese beiden Gleichnisse oft überschrieben, die fast immer in der Auslegung zusammengefaßt werden. Wenn nur ein kleiner Anfang des Reiches Gottes da ist, nur wie ein Senfkorn groß, dann wächst es dank der ihm innewohnenden Kraft auch ohne menschliches Zutun. Aus dem kleinen Senfkorn wird die große Senfstaude. Bei der Deutung des Gleichnisses stehen genug Bilder aus der ReichGottes- Arbeit zur Verfügung, wo auch aus kleinsten Anfängen unter Gottes Gnadensonne Großes wurde. Das zweite Gleichnis ist ein Appell an die, die von dieser göttlichen Kraft etwas erlebt und verspürt haben. Wenn es wirklich Kraft des Reiches Gottes ist, so wirkt sie weiter und macht die Umgebung gleich artig und gleichwirkend. Das ist ja das Eigenartige des Sauerteigs, daß er den geschmacklosen, kraftlosen, gewissermaßen toten Teig völlig umgestaltet, daß er selbst wie Sauerteig wird und wirkt. Er bekommt denselben Geschmack und wirkt - 167 - strömu er ist ja strömu möglic Go dieselbe Kraft. Wenn man nun von diesem vorher toten und jetzt durchsäuerten Teig etwas nimmt Sauerteig, so kann das Experiment von vorn beginnen. So wie auf ihn eingewirkt ist, so wirkt er weiter. Es ist nicht von ungefähr, daß diese Gleichnisse, die eigentlich einander ausschließen, nicht nur hintereinander stehen, sondern sogar zusammengefaßt werden. Wir erkennen hier, daß beides nebeneinander steht, unsere Ohnmacht und unsere Verantwortung. Wir wissen, daß das Reich Gottes ohne unser Zutun wächst, aber wir wissen auch, daß wir die Träger der Sauerteigkraft sein müssen. Von dir wird etwas gefordert, du sollst etwas schaffen und weißt doch, daß nicht du es bist, der schafft. Gott ist es, der beides schafft, Wollen und Vollbringen. Doch wehe dir, wenn beides fehlt oder wenn nur eins da ist. Das soll dir nicht nur ein Gegenstand der täglichen Sorge und des Gebetes sein, sondern eine Sache der Furcht und des Zitterns. Das Gesetz der Kausalität, die Denkformen von Grund und Folge, die diese Welt von Raum und Zeit beherrschen, gibt es im Reich Gottes nicht. Da steht das Senfkorngleichnis neben der Sauerteigforderung, da bringen die Motive die Quietive, und da bedingen die Quietive die Motive; da weißt du, daß Gott beides schafft, und da hörst du, daß man beides von dir fordert. Ich habe lange nach einem Bilde gesucht, um dieses Nebeneinander und das wechselseitig Sichbedingende zum Ausdruck zu bringen. Bisher habe ich kein ausreichendes gefunden. Vielleicht kann man es am ehesten an einem Strom und seiner Unterströmung klarmachen. Jeder Strom führt bekanntlich neben und unter sich eine Strömung mit. So beziehen die großstädtischen Wasserwerke ihr Wasser nicht aus dem Strom selbst, sondern aus einer solchen Unter168 Barmh herzig das Ge ohne Wort wenn wachse Paulus Auch gestalt mit w wird Z Gott ge Da den, d kenne mit d klarzu füllt s auf di tung der in sen, S und d ein? größt Reich durch worher toten - er ist ja rn beginnen. ter. ichnisse, die tereinander en. Wir erunsere Ohnen, daß das wir wissen sein müssen. schaffen und tt ist es, der wehe dir, Das soll dir and des GeHes Zitterns. Grund und rschen, gibt orngleichnis Motive die Motive; da rst du, daß um dieses gende zum usreichendes an einem Teder Strom ömung mit. ihr Wasser chen Unterströmung. Der Strom bedingt die Unterströmung, die Unterströmung trägt den Strom, eines ist ohne das andere nicht möglich. Gottes Barmherzigkeit bedingt und begründet unsere Barmherzigkeit, aber nur die Barmherzigen werden Barmherzigkeit erlangen. Gottes Wort führt uns ins Gebet, und das Gebet führt uns zu Gottes Wort. Gottes Reich wächst ohne dich, aber wehe dir, wenn du es nicht trägst. Gottes Wort läuft auch ohne dich durch die Lande, aber wehe dir, wenn du es nicht verkündigst. Gottes Reich gleicht dem wachsenden Senfkorn und dem wirkenden Sauerteig.— Paulus braucht das Bild vom Sauerteig auch für das Böse. Auch das Böse hat sauerteigähnliche Kraft, auch das Böse gestaltet seine Umgebung gleichartig und gleichwirkend. Damit wird das Urteil über die Gleichgültigkeit gefällt, sie wird zwangsläufig in den Bannkreis des Bösen kommen. Vor Gott gibt es keine Neutralität. Das Bild vom Sauerteig ist unserer Zeit fremd geworden, da nur noch wenige die Brotbereitung mit Sauerteig kennen. Ich versuche daher, den Gedanken des Gleichnisses mit dem Bilde von Eisenfeilspänen und einem Magneten klarzumachen. Der Magnet richtet die Eisenspäne aus und füllt sie mit Kraft, und zwar so, daß die nächstliegenden auf die ferneren einwirken. Sie kommen in die gleiche Richtung und bekommen die gleiche Kraft von dem Magneten, der in der Mitte liegt. Die Fragen, die wir uns stellen müssen, sind daher die: Weißt du, daß Gott sein Reich baut, und daß es wächst, und wie wirkst du auf deine Umgebung ein? Das Senfkorn ist das kleinste Korn und ergibt die größte Staude; der Herr wird sein Reich vollenden. Das Reich Gottes gleicht dem Sauerteig, der den ganzen Teig durchsäuert. Amen. 169 HEINRICH GRÜBER ICH BIN, DER ICH BIN Silvester predigt am 31. Dezember 1942. Matth. 28, 20 ,, Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende." ,, Das Jahr geht still zu Ende, so sei auch still mein Herz; in Gottes treue Hände leg' ich nun Freud und Schmerz." Da das alte Jahr zu Ende geht, wollen wir unter Gottes Wort noch einmal still werden und Rückschau halten auf das vergangene Jahr, das von vielen Tränen und Trauern weiß, von Sorgen und Sünde, von Weh und Widerstreit, aber auch von demütigem Dank. In diesen Stunden, da der Flügelschlag der Zeit vernehmbar erklingt, fühlen wir unsere ganze Ohnmacht. Wir wissen um die Vergänglichkeit unseres Wesens und die Vergeblichkeit unseres Wirkens, aber auch um die Hoheit und Heiligkeit des himmlischen Vaters. Wie schnell ist ein solches Jahr vergangen und wieviel kann doch ein solches Jahr an vergossenen Tränen, an brennend heißen Wunden umschließen! Wieviel uns aber auch ein Jahr an Beweisen göttlicher Vorsehung und väterlicher Fürsorge bringen kann, das haben wir ebenfalls im vergangenen Jahre erfahren. Manche erleben schon den zweiten, dritten, ja vierten und fünften Jahreswechsel im Konzentrationslager. Wir sind durch dunkle Tiefen geführt worden, aber wir durften zu den Bergen aufschauen, von denen uns Hilfe kommt. Viel Nacht hat unseren Weg beschwert, und doch wußten wir täglich von dem Wort Gottes, das unseres Fuẞes Leuchte und ein Licht auf unserem Wege ist. Wir wanderten oft durch finsteres Tal und durften dort den Stecken und Stab fühlen, der uns tröstete. Wir sind viel gestrauchelt und geschwankt, aber wir merkten es immer wieder: der uns be170 hütet, s unserer vergang dieser S Wi den sch sung st einen S so dur schmed und A Ben So Losung die all gange dankb des Le daß w W in de der U uns d Trän seiner und klärt hat: HER der W des ein Duld Welt Ende." mein Herz; Schmerz."- unter Gottes alten auf das rauern weiß, eit, aber auch Flügelschlag e ganze Ohnseres Wesens auch um die Wie schnell ann doch ein nend heißen Jahr an Beürsorge bringenen Jahre , dritten, ja trationslager. en, aber wir en uns Hilfe rt, und doch unseres Fußes Wir wanderStecken und rauchelt und der uns behütet, schläft noch schlummert nicht, sondern war stets an unserer Seite. Der Herr ist bei uns gewesen alle Tage des vergangenen Jahres, das ist der Jahresabschluß, den wir in dieser Stunde dankbar tätigen wollen. Wir, die wir den 1. Januar hier erlebten, wissen noch um den schneebedeckten, klaren Neujahrstag, der unter der Losung stand: ,, Siehe ich breite über Jerusalem Frieden aus wie einen Strom." Wenn auch das Ende des Krieges nicht kam, so durften wir doch in allem Getümmel seinen Frieden schmecken, in den eisigkalten Januartagen, in den Stürmen und Aufregungen des Frühlings und in den hungrigen, heiBen Sommerwochen. An jedem Morgen stand sein Wort aus Losung und Bibellese vor uns und kündete von seiner Treue, die alle Morgen neu ist. Wie viele von uns haben im vergangenen Jahr in der Todeslinie gestanden und wissen es dankbar zu rühmen, daß gerade in diesen Stunden der Fürst des Lebens uns sein lebensschaffendes Wort offenbarte, und daß wir wachsen durften im Lande unseres Elends. Wie er nun alle Tage bei uns war, so ist er auch heute in der letzten Stunde des Jahres bei uns, und wir dürfen in der Unruhe und Schwere der Zeit zu ihm aufblicken. Er legt uns die Heilandshand auf das unruhige Herz und stillt die Tränen und das Sehnen. Er verbindet und vereinigt uns in seiner Liebe mit unseren Lieben, von denen wir durch Mauer und Draht getrennt sind. Er läßt alle Brüder in seinem verklärten Licht vor uns treten, die uns das Jahr genommen hat: Bruder S., der uns in der Predigt nach Neujahr den HERRN zeigte als den, der da hilft auf der Flucht und in der Wüste;-Bruder B., der uns zum Jahreswechsel das Wort des Psalmisten kündete: ,, Wir bringen unser Leben zu wie ein Geschwätz";- Bruder Ri., den stillen und aufrechten Dulder. Der HERR, der nun bei uns ist, gibt uns auch Ant171 wort auf unsere Fragen und läßt uns die Fragen so stellen, daß der Glaube eine Antwort hören kann. So heißt für uns Christen beim Jahreswechsel die Frage nicht: Was steht vor uns im neuen Jahr und was bringt uns das neue Jahr? sondern: Wer steht vor uns im neuen Jahr und aus wessen Händen empfangen wir die kommende Zeit? Die Antwort lautet: ,, Siehe ICH bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende." Er will sich uns auch heute abend wieder in den geweihten Zeichen Brot und Wein zu eigen schenken. Wir dürfen die Verheißung mitnehmen, daß der Herr unseres Lebens und der Heiland unseres Herzens auch der Hirte unserer Heimfahrt wird. - Ob sich das Tor zur Welt im kommenden Jahr für uns öffnet, wissen wir nicht wir haben es bei jedem Jahreswechsel gehofft, aber daß das Fenster zum Himmel immer offen steht, das wissen wir. Wie oft haben wir nicht vom Dachauer Himmel gesprochen, der mit seiner Farbenpracht die Maler immer wieder angezogen hat, ihn zu malen, und der uns besonders abends über einer Welt aufleuchtete, die grau und grausam ist. Aber wir wissen noch um einen Dachauer Himmel, den Gott uns in seinem Wort zeigte, besonders dann, wenn Leid und Leben uns schwer gepackt haben. Wir durften es in der Vergangenheit sehen, wir dürfen es in der Gegenwart fühlen, und das Wörtchen ,, Siehe" weist uns in alle Zukunft. ,, SIEHE ICH BIN"; der Sohn, mit dem Vater eins in der Hirtentreue, läßt das ,, ich bin" aufklingen durch die Jahrtausende. Dies ,, ich bin" steht da von Beginn der Schöpfung, es steht am Berge Sinai bis zu der Stunde, da dieses ,, ich bin" unser Fleisch und Blut annahm. ,, Ich bin, der ich bin", nur einer darf so sagen, nur einer darf das I ch betonen und es immer als Subjekt setzen, ohne daß es zur Sünde wird. 172 Wo w heit u das Z Anfan A ferne, Heilig stet, a ihr k das W nen, seiner unser Antw sen, schne Liebe sollte uns e er ha ten, Wir Men dur mal vier land Mah es u bei nied en so stellen, heißt für uns Was steht vor e Jahr? sonwessen Häntwort lautet: Welt Ende." en geweihten ir dürfen die Lebens und nserer HeimJahr für uns edem Jahreszum Himmel ft haben wir it seiner Farhat, ihn zu er Welt auf-wissen noch seinem Wort uns schwer enheit sehen, as Wörtchen cer eins in der ch die Jahrr Schöpfung, a dieses ,, ich der ich bin", betonen und Sünde wird. Wo wir Menschen das I ch betont sprechen, da ist es Krankheit und wirkt Sünde. Wo der Herr das Ich spricht, ist es das Zeichen der Vollmacht in alle Ewigkeit. Es stand am Anfang und steht am Ende: ,, Ich bin." Aber er ist nicht nur da als Weltenschöpfer in Weltenferne, und er ist nicht nur der ewige Richter in unnahbarer Heiligkeit. Er ist da bei dir als dein Vater, so nahe und so stet, als ob er für dich allein da wäre, wie eine Mutter für ihr krankes Kind immer da und immer nah ist. Das ist ja das Wunderbare an Gottes Güte und Treue, daß wir meinen, sie sei für uns allein da, und das ist das Gewaltige an seinem Wort, das wir hören und lesen, als ob es für uns in unserer besonderen Situation geschrieben ist, und gebe uns Antwort auf unsere besonderen Fragen und Nöte. Wir wissen, wie oft wir Menschen in Glaube, Liebe und Hoffnung schnell und gänzlich nachlassen. Wir schwanken zwischen Liebe und Leid, wir werden müde, wo wir mächtig sein sollten, und wir verzagen und versagen, wo man etwas von uns erwartet. Aber auf ihn haben wir nie vergebens gewartet, er hat sich nie vergeblich suchen lassen. Gerade als wir dachten, es geht nicht mehr, da stand er mit seiner Hilfe bereit. Wir werden nie das Erntedankfest 1942 vergessen, wo liebe Menschen an uns dachten und wir sagen durften: es geht durch Menschenhände und kommt doch her von Gott. Damals erlebten wir in besonderer Weise die Erhörung der vierten Bitte. Heute abend kommt er, dessen Hirtentreue und Heilandsliebe wir in allen Stunden erleben durften, im heiligen Mahle zu uns, und stellt uns zuvor die Gegenfrage: Wie war es um deine Treue bestellt, und warst du in allen Stunden bei mir? Bei dieser Frage müssen wir beschämt die Augen niederschlagen. Wir wissen von soviel Untreue und Lieb- 173 losigkeit, wir wissen, wie oft wir uns selbst gesucht und in den Vordergrund geschoben haben in Lust und Leid, wie oft wir zwischen Hochmut und Kleinglaube geschwankt haben. Wir müssen bekennen, wie immer wieder das Streben durchbrach, uns selbst zum Mittelpunkt zu machen und die Maßstäbe für unser Handeln bei uns selbst und unseren Verhältnissen zu suchen und nicht in Gottes heiligen Geboten und in der ewigen Heilandsliebe. Hier beginnt die Sünde, und hier endet sie auch. Darum soll zu diesem offenen Bekenntnis die herzliche Bitte kommen: ,, Ach gib, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu'." Wir wollen darum miteinander und füreinander die Hände falten, daß das neue Jahr uns treuer erfinden möchte, und daß Gott uns Kraft schenke, daß wir immer wieder die Hand fassen, die sich uns entgegenstreckt. Wir wollen bitten, daß unsere Treue aus seiner Treue lebe, daß unsere Liebe durch seine Liebe gestärkt werde, und daß seine Güte uns immer wieder zur Buße und Umkehr bringen möge. Wir wollen bitten, daß es uns dann geschenkt werde, daß wir unser Kreuz als sein Kreuz erkennen und daß wir wissen dürfen, daß wir in unserem Leiden sein Leiden vollenden dürfen. So wird unser Bekenntnis zur Bitte und Bitte zum Dank: Ich danke dir, daß du bei mir gewesen, daß deine Gnad' ließ meine Seel' genesen, Röm Ich ist ein die J Dies schri scher nur hielt sen ganz im I SO C das Ro We Re R SÖ Str Me ma leb Amen. das du daß deine Treue Trost mir gab in Nacht und Not, daß deine Güt' mir immer gab das täglich Brot. 174 ter ba Wa ( gesucht und in Leid, wie oft wankt haben. Streben durchHEINRICH GRUBER und die Maßseren Verhält Geboten und ie Sünde, und enen Bekenntich mich halte m miteinander neue Jahr uns ft schenke, daf uns entgegeneue aus seiner Liebe gestärkt zur Buße und daß es uns als sein Kreuz wir in unserem ird unser Beund Not, Brot. Amen. ICH SCHÄME MICH NICHT Römer 1, 16 ,, Ich schäme mich des Evangeliums von Christo nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die da selig macht alle, die daran glauben, die Juden vornehmlich und auch die Griechen." - Dies Wort ist erstmals an die Gemeinde in Rom geschrieben. In dieser Weltstadt, in der das Leben den Menschen Großes bot und Gewaltiges von ihm forderte, ist es nur eine kleine, unbedeutende Schar, die sich zu Christus hielt, von den Mächtigen kaum beachtet und von den Weisen verlacht. Durch Gewalt, Geschick und Glück war die ganze Welt dem römischen Adler unterworfen worden, und im Lande selbst waren alle Parteispannungen, die das Volk so oft an den Rand des Abgrundes gebracht hatten, durch das machtvolle Auftreten des Kaisers Augustus beseitigt. Roma aeterna Rom ist ewig, so rief man es laut in die Welt hinaus für alle, die an der Dauer dieses gewaltigen Reiches zweifelten. Von der pax Romana, vom Frieden Roms redete man und meinte die Ausschaltung jedes persönlichen Freiheitswillens und aller völkischen Einheitsbestrebungen. Man sah und wollte nur die Vermassung der Menschen, die nach ,, Zirkus und Brot" schrien: das nannte man Macht, und das nannte man Frieden. In diesem Rom lebte eine jüdische Gemeinde. Es waren Menschen, die durch das Bewußtsein der Erwählung zusammengehalten wurden, durch den Stolz auf ihre Abstammung und ihr Blut. Sie hatten zwar nicht an den Segnungen des Weltreiches unmittelbaren Anteil, aber sie hatten etwas anderes, worauf sie stolz waren: Geschichte und Volkstum. In diesem Rom, auf dem Boden dieser jüdischen Ge175 meinde hatte sich eine kleine Schar zusammengefunden, die zwischen oder neben diesen beiden stand, die nicht um poli- tische Machtfaktoren wußte, sich aber auch nicht ihrer Ab- stammung rühmen konnte. Sie wurden von.den einen ver- höhnt und von den anderen bemitleidet, da sie einen ganz, ganz anderen Weg gingen. Der Herr, vor dem sie die Knie beugten, war ohnmächtig und schmachbeladen. Wie konnte ein armer Zimmermannssohn aus einem fremden Land, der nicht einmal aus diesem Land herausgekommen war, den Rö-' mern imponieren? War es nicht eine Schande, einen Mann anzubeten, der die Zeichen der Schmach offensichtlich an sich trug? So dachten die Juden. Ärgernis nannten die einen das Kreuz, und Torheit die anderen. Sie haben keinen Sinn für die Wirklichkeit des Lebens, so sagten die Griechen, sonst würden sie einsehen, daß eine so kleine Schar nichts gegen eine gewaltige Welt vermag; daß man nicht gegen den Strom schwimmen kann. Sie haben kein Verständnis für Volks- tum und die Sprache des Blutes, das war der Vorwurf der Juden, sonst würden sie das Wesentliche nicht so gering achten. An diese kleine Schar und in dieser Zeit schreibt Paulus den gewaltigen Römerbrief, dessen wunderbare Losung, die wir eben hörten, wie eine Verheißung vor uns aufleuchtet. In eine Welt, die meint über ihn zur Tagesordnung über- gehen zu können, ruft er voll Glaubenstrost und Bekenner- trotz hinein:„Ich schäme mich des Evangeliums von Christo nicht!“ Er war für die mächtigen Römer ein Jude und für die Juden war er ein Abtrünniger; damit waren sein Cha- rakter und seine innere Haltung schon für beide in Zweifel gestellt. Dazu kam noch manches Äußere, Paulus war ein kleiner, unscheinbarer Mensch, der von schwerer Krankheit geplagt wurde, und der keine Beziehungen zu der Welt hatter weder zu den Mächtigen noch zu den Weisen. Und doch 176 gefunden, die icht um policht ihrer Aben einen vere einen ganz, sie die Knie Wie konnte en Land, der war, den Röeinen Mann htlich an sich die einen das nen Sinn für riechen, sonst nichts gegen den tgegen nis für VolksVorwurf der gering achten. hreibt Paulus Losung, die saufleuchtet. rdnung überand Bekenners von Christo Jude und für en sein Chade in Zweifel ulus war ein er Krankheit r Welt hatte, m. Und doch spricht er sein Bekenntnis stolz und ungerührt, nicht aus eigener Kraft und Erkenntnis heraus, sondern weil Gottes heiliger Geist ihm Herz und Lippen gerührt hat. Nur wenn wir sein Wort aus dieser Zeit heraus hören und verstehen, können wir den ganzen Glaubenstrotz und Lebenstrost verstehen, der dahinter steht. Wenn wir heute zurückschauen, dann wissen wir, daß nur einer recht behalten hat: nicht die Klugen und nicht die Mächtigen, sondern der Paulus, der den einen ein Tor und den anderen ein Ärgernis war. Wir lächeln vielleicht heute über die Menschen, die damals anmaßend von einem ewigen Rom sprachen, und die ihre Kraft in einem einigen Rom sahen. Aber damals beherrschten sie die Stunde und die Straße, und wer bei Paulus stand, der mußte sich sagen lassen, daß er ein Schwärmer oder ein Schwindler, ein Phantast oder ein Verräter sei. Wenn wir nun rückschauend heute die Worte des Paulus lesen, dann sind sie uns nicht nur eine schöne Erkenntnis und große Gedanken, auf die wir ehrfurchtsvoll zurückblicken, sondern das Wort ist uns ein Gotteswort, das heute gilt wie es damals gegolten hat, und wie es zu allen Zeiten gelten wird. Die Lage, in der ein Paulus sich befand, kommt immer wieder, und sein Wort bleibt zu allen Zeiten wahr, weil es Gottes Wort ist. Es war nicht nur einmal in der Welt so, daß die Mächtigen höhnten und die Weisen lachten, das wird immer so bleiben. Es wird immer nur eine kleine Schar dastehen, die aus der Geschichte nichts lernen und die Gegenwart nicht begreifen will so sagen es zu allen Zeiten Juden und Griechen, sondern die das Unverständliche für den Sinn des Lebens, die die Schwachheit für die Kraft und den Widerstreit für den Frieden halten. Diese kleine Schar, die immer eine kleine Schar bleibt, und über die man immer meint zur Tagesordnung über12 177 gehen zu können, geht ihren Siegeszug weiter, wenn auch ihr Weg der Weg des Kreuzes ist und darum ein Weg unter dem Kreuz. In diesem Kreuz wird das Streben der Welt um Weisheit und Macht, um Geltung und Art durchstrichen und damit wird zugleich Sünde und Tod durchstrichen, und das neue Leben, das nun geschenkt wird, macht alle selig, wo sie auch herkommen und was sie auch drücken mag. Das neue Leben geht seinen Weg, und die Pforten der Hölle werden es nicht überwinden. Nicht aus menschlichem Trotz, nicht aus Überheblichkeit, sondern getragen und gezwungen von Gottes heiligem Geist sprechen es die, die davon erfaßt sind: ,, Ich schäme mich des Evangeliums von Christo nicht!" Vor vierhundert Jahren stand Luther in einer Welt, da Rom wieder die Werkstatt des Antichrist geworden war. Was will dieser Mönch? fragte der Papst, der den Wahn von dem ewigen Rom, von der ,, Roma aeterna" übernommen hatte. Was will der ungebildete Bauernjunge? sprach der Kaiser, in dessen Reich die Sonne nicht unterging, und der wußte, daß er schon mit anderen Menschen und Mächten fertig geworden war. Luther hat das Wort und den Weg des Paulus unserem deutschen Volk von neuem geschenkt: ,, Ich schäme mich des Evangeliums von Christo nicht." Wenn es heute Dilettanten gibt, die meinen, Luther verehren und Paulus bekämpfen zu können, so wissen sie weder, wer Luther noch wer Paulus war. Die Front, gegen die Luther kämpfte, war dieselbe, gegen die Paulus angetreten war. Juden und Griechen hießen sie damals und heißen sie heute noch. Denn die Juden und die Griechen, von denen Paulus hier redet, sind ja nicht so sehr die Glieder eines Volkes als die Träger einer geistigen Haltung, die die Menschen durch alle Zeiten begleiter. Es gibt nicht nur einen ewigen Juden, sondern auch einen ewigen Griechen. Der Jude ist der Mensch, für den 178 Abstan ist. Er begnad ihren es ist Weg gessic was die k und heit im H wisse in S leben vor d ist, u Weg Kreu als von mac ich h Pred tel, a Köni halte näml und halte Z chen. wenn auch ihr eg unter dem Welt um Weischen und damen, und das selig, wo sie ag. Das neue Hölle werden otz, nicht aus gen von Gotaßt sind: ,, Ich t!" ner Welt, da worden war. er den Wahn übernommen ? sprach der ging, und der und Mächten den Weg des eschenkt: ,, Ich ht." Wenn es ren und Pau, wer Luther ther kämpfte, r. Juden und te noch. Denn mier redet, sind e Träger einer lle Zeiten besondern auch ensch, für den - Abstammung, Art, Volkstum, Stammestum und Blut alles ist. Er ist nach seiner Meinung Glied eines auserwählten und begnadeten Volkes, das genügt ihm. Die Griechen wissen um ihren Selbstwert, ganz gleich, ob es Kraft oder Vernunft ist, es ist das eigene Wesen, das den Wert bestimmt und seinen Weg geht. Die einen schauen stolz zurück, die anderen siegessicher in die Zukunft. Was haben wir nicht geleistet und was werden wir noch vollbringen? Und daneben steht die kleine Schar, die für die einen die ewig Gestrigen sind und für die anderen Phantasten. Sie wissen um ihre Schwachheit und Schuld, die im Kreuz offenbar wurde, die aber auch im Kreuz in Kraft verkehrt wurde, und die, weil sie das wissen, sich dessen nicht schämen, worüber die ganze Welt in Scham vergehen könnte. Wo die rechte Scham vor dem lebendigen Gott ist, da ist das rechte Rühmen und Bekennen vor den Menschen. Jede Kirche, die in die Welt hineingestellt ist, und sei es in Hohn und Haß der Welt, weiß zugleich um Weg und Wahrheit im Leben. Jede Kirche, die unter dem Kreuz steht, geht trotzig und getrost den Weg des Kreuzes als den Weg des Sieges. ,, Ich schäme mich des Evangeliums von Christo nicht, denn es macht selig." Was diese seligmachende Kraft des Evangeliums ist und bedeutet, möchte ich heute mit Luthers Worten selbst verlesen. Er sagt in einer Predigt über diesen Text: ,, Christus hat kein Geld noch Beutel, auch kein irdisch Reich, denn dieselbigen allzumal hat er Königen und Fürsten gegeben. Aber einst hat er ihm vorbehalten, das keines Menschen noch Engels Werk und Tun ist, nämlich daß er ein Siegmann ist über Sünde, Tod, Teufel und Hölle, und kann auch mitten im Tode retten und erhalten, die an ihn durch sein Wort glauben." Zu dieser Seligkeit sind alle berufen, Juden und Griechen. Es wird nicht gefragt, wo du herkommst, und was 12% 179 dir anhängt, was dein Vater war und wer deine Großmutter war. Es wird nur gefragt, wo du hinwillst. Willst du zu ihm und zu dem, der dir sagt: meine Kraft ist in den Schwachen mächtig, dann schenkt er sich dir. Heute gibt es wieder Männer, die meinen, die Kirche hätte allen Grund, kleinmütig und verstört zu sein; die uns vorhalten, daß diese oder jene menschlichen Erwägungen wieder einmal recht behalten haben. Sie glauben, die Hindernisse würden immer unüberwindlicher und die Schar immer kleiner. Diese haben kein Recht, den Namen Luthers für sich in Anspruch zu nehmen, sie haben kein Recht, mit Luther zu singen: Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib... Alle die Fellachennaturen, die damals in der Tretmühle des Lebens willig weitertrampelten, nur um ihr Brot zu garantieren, all die subalternen Geister, die zu jedem Unrecht schweigen und sich keine eigene Meinung gestatten, um nur ja keine Unannehmlichkeiten bei der Beförderung zu haben, werden vielleicht die kleine Schar für unpraktisch und unklug, ja für wahnwitzig und verrückt halten. Doch Millionen Sklavenseelen, die einst im alten Rom ,, Heil Dir, Augustus!" brüllten und die begeistert von dem ewigen Rom sprachen, sind versunken und vergessen, aber ein Wort, in Katakomben gesprochen und von Verachteten gehört, das geht seinen Weg als Gottes Wort weiter. ,, Ich schäme mich des Evangeliums von Christo nicht" das Wort geht weiter als Forderung und als Verheißung, als Schatz und Schutz der Kirche. Auch heute heißt der Trost und Trotz einer kleinen Schar: ,, Ich schäme mich des Evangeliums von Christo nicht." - V Bitsch Brü Verha fängni Dresde ( Poliz 7. Jan den 29. A ungeb Boum In H zur B Dittr Am " e Weg arbei war 7. an Far Weig Dach den Grüb Befre linge Jahre Amen. behie Es gilt ein frei Geständnis in dieser unserer Zeit, ein offenes Bekenntnis bei allem Widerstreit, trotz aller Feinde Toben, trotz allem Heidentum zu preisen und zu loben das Evangelium. 180 eine Großmut Willst du in den Schwa ZU en, die Kirche zu sein; die uns m Erwägungen ben, die Hind die Schar imNamen Luthers ein Recht, mit Ehr. Kind und als in der Tretur um ihr Brot e zu jedem Unggestatten, um Geförderung zu ür unpraktisch t halten. Dod Rom ,, Heil Dir em ewigen Rom er ein Wort, in en gehört, das ch schäme mich Wort geht wei matz und Schutz Dotz einer kleinen Christo nicht." serer Zeit, streit, Leidentum m. Amen. VERZEICHNIS DER VERFASSER mit kurzen, meist selbstgeschriebenen Angaben. Bitsch Milosch, Theol. Dr., Pfarrer der böhm. evang. Brüdergemeinde Domazlice( Tschechoslowakei). Verhaftet am 28. Mai 1940 von der Gestapo, durch mehrere Gefängnisse und Zuchthäuser geschleppt, so unter anderen Ebrach, Dresden, Waldheim, worauf er in die Festung Theresienstadt ( Polizeilager), dann weiter nach dem KL. Buchenwald und am 7. Januar 1945 nach Dachau abtransportiert wurde, wo er auch den Tag der Befreiung durch die 7. amerikanische Armee am 29. April 1945 durch Gottes Gnade nach fünfjähriger Haft, ungebrochen an Seele und Leib, glücklich erlebte. Boumann, G. L., ref. Pfarrer in Hardenberg( Holland). In Haft seit 3. Juli 1942, ab 6. November 1942 in Dachau bis zur Befreiung durch die Amerikaner. Dittmer, Gustav, geb. 24. 9. or in Genua, seit 1. 8. 33 ev. Pfarrer in Diethardt im Taunus. Am 14. Januar 1943 verhaftet in Drozzach. Ins KZ. gebracht ,, wegen staatsabträglichen Verhaltens". Durch christliche Jugendarbeit hatte er der Hitlerjugend Konkurrenz gemacht. In Dachau war er vom 20. Februar 1943 bis zu seiner Befreiung durch die 7. amerikanische Armee. Farwer, Eduard, kath. Pfarrer. Weigerte sich, das Beichtgeheimnis preiszugeben, landete in Dachau, wo er nach siebenjähriger Haft am 29. April 1945 von den Amerikanern befreit wurde. Grüber, Heinrich, ev. Propst zu Berlin. Befreite durch seine Hilfsarbeit für nichtarische Christen 48 Häftlinge aus den Konzentrationslagern und kam dafür selber im Jahre 1940 mit seinem Sekretär nach Sachsenhausen. Himmler behielt sich seine Entlassung persönlich vor. Am 10. Oktober 1941 181 wurde er in das Dachauer Lager überführt. Hier trug er die Ge fangenennummer 27832. Die heroischen Anstrengungen der Pfarr- frau erreichten es, daß er am 23. Jüni 1943 entlassen wurde. Guillaume, F., geb. 26. Juli 1905 in Amsterdam; cand.| theol. 29. Maart 1928; Pfarrer der Ref.-Kirche 18. Nov. 1928 Oosterend(Fr.); ı7. April 1932. Klundert(N.Br); 22. August 1939 Sneek. Verhaftet am 14. Mai 1942(Himmelfahrtstag). Grund:„Deutsch} feindliche Predigt und die Gemeinde gehetzt gegen das deutsche" Reich“. Gefängnis Leeuwarden 14. Mai bis 27. Juni 1942. Kon-" zentrationslager Amersfoort 27. Juni bis 24. August 1942. Kon- j zentrationslager Dachau 4. September 1942 bis Mai 1945. den Hertog, Willem Eike, reformierter holländischer Pfarrer,\ geb. am 13. Nov. 1913 in Schoonhoven(Niederlande).! Seine Wortverkündigung ließ ihn mit der Gestapo zusammen- stoßen, welche ihn am 7. August 1942 nach Dachau brachte. Be- freiung durch die Amerikaner am 29. April 1946. Loppe, Siegfried, Linz-Donau, Bindermichl, Deisenegger} Gang 20/3, ev. Pfarrer. Verhaftet im Juni 1941. Saß ı Jahr im Gestapogefängnis in" Bromberg. Dann durch verschiedene Gefängnisse geschleppt und im Juni 1942 ins KZ. Dachau eingeliefert. Befreiung durch die Amerikaner am 29. April 1945. Roth, Leonhard, Dominikanerpater, geb. am 28. Mai 1904 in Saldenburg. War seit 21.Mai 1943 in Dachau, wo er am 29. April 1945 von der 7. amerikanischen Armee befreit wurde. Smilde, S. R., geb. 27. Sept. 1906 in Harlingen. Cand. theol.; Febr. 1932. Pfarrer der Ref. Kirche Gersteren 31. Juli 1932; Zeist 13. Dez. 1934. 1942 Rotterdam. Verhaftet am 20. Mai 1942. Grund:„Scharfer und unaufhörlicher 182 Wide dam bis 24 Thu 9 Verh fahre Hang! listis 1. N am; Wa trug er die Ge ungen der Pfarr ssen wurde. terdam; cand Kirche 18. Nov. undert( N.Br); rund: Deutschgen das deutsche Juni 1942. Kongust 1942. KonMai 1945. discher Pfarrer, ( Niederlande). tapo zusammenhau brachte. Be1, Deisenegger capogefängnis in geschleppt und reiung durch die 28. Mai 1904 April 1945 von n. Cand. theol steren 31. Juli am. d unaufhörliche Widerstand gegen den Nationalsozialismus." Gefängnis Rotterdam 20. Mai bis 4. Juli 1942. KL. Amensfoort( Holland) 4. Juli bis 24. August 1942. KL. Dachau 4. September 1942 bis Mai 1945. Thurmann, Horst, ref. Pastor in Euskirchen( Rhld.), geb. 9. Aug. 1911 zu Düsseldorf. Verhaftet am 11. März 1940. Gerichtshaft in Bonn( Rhld.). Verfahren wegen Verstoß gegen Heimtückegesetz: 8 Monate Gefängnis. Anlaß: Seelsorgerliche Gespräche, gegen nationalsozialistische Weltanschauung gerichtet. Eintreffen in KZ. Dachau am 2. Mai 1941. Befreiung durch die 7. nordamerikanische Armee am 29. April 1945. Walter, Kurt, geboren am 12. November 1892 zu DanzigWeichselmünde, aufgewachsen in Danzig- Oliva, Studium der ev. Theologie in Berlin, Tübingen, Königsberg/ Pr., durch Kriegsverwundung 1915 Verlust eines Beines, 1918-1923 Pfarrer in Friedenau( Polen), 1923-1930 Pfarrer in Barendt( Freistaat Danzig), seit 1930 Pfarrer an der Lutherkirche zu Danzig- Langfuhr, nunmehr im Vertretungsdienst an der Winterhalden- Kirche zu Stuttgart- Cannstatt. Durch die Arbeit in der Bekennenden Kirche als Mitglied des altpreußischen Bruderrates und insonderheit als Vorsitzender des Danziger Landesbruderrates entstanden Konflikte mit Partei und Polizei, die nach vielen Verhaftungen, Vernehmungen, Einsperrungen in den Jahren 1934 bis 1942 schließlich zur endgültigen Verhaftung und zur Internierung im Konzentrationslager Dachau führten. Die Verhaftung geschah am 3. Osterfeiertag 1942, die Entlassung am 3. Osterfeiertag 1945. Windgasse, Willi, geboren am 22. April 1887 in Wiesbaden. Evangelist in Wiesbaden. War scharfer Gegner der Weltanschauung der Nazi, begann bereits 1929 offen dagegen zu predigen und zu warnen. Erhielt nach der Überrumpelung Hitlers 1933 und 1934 mehreremal 183 Redeverbot, 1935 wegen, Angriffe auf die Deutschen Christen vier Monate Gefängnis, 1938 Reichsredeverbot durch Himmler. 1943( Januar) verhaftet, 7 Monate Gestapo- Haft, eingeliefert im KZ. Dachau am 23. Juli 1943. Befreiung durch die kanische Armee am 29. April 1945. 7. ameriZeleny, Eugen, geboren am 5. Febr. 1903 in Javornik in Geleit Der P Warte Kein Ich bi Der 7 Der Diene 7. ameriDu m Fried Passi Mähren, Post Velka nad Velickou( Tschechoslowakei). Gefangenennummer 26 715, ev. Pfarrer. Im KZ. Dachau seit 18. Juli 1941; Befreiung durch die kanische Armee am 29. April 1945. 184 Das Freue Pilat Es is Oste Und Der Uns Ver Ihr Die Pf ER Ein De Vo Go Ich Ich Ver URTEIL,= u Te se“ hen Christen 0 INHALT ch Himmler, , eingeliefert BEER. Geleitwort von Pfr. Martin Niemöller D.D.. ic PR eri- Der Pfarrerblock von Dachau(E. Farwer). Wartende Menschen(K. Walter).: a| Kein Fleck ist an mir zu finden(G. /. Bow Anden. avornik in Ich bin klein und ER ist groß(G. L. Rouman). 1oslowakeı). Der Tod droht!(K. Walter) i Der Vorhang zerreißt(Horst ne.; Dienen wir?(S. R. Smilde). Du mit mir!(F. Guillaume)\ Frieden durch Glauben(E. Zeleny). Passionsandacht(X. Walter) 3 Das bleibende Werk(Horst Tamm). Freuet euch(S. R. Smilde) Pilatus(X. Walter) Es ist geschehen(S. R. N. Osterpredigt(K. Walter). i Und Gott lacht...(W.E.den es. Der Herr Pan(Dr. Milosch Bitsch). Unsere Zeugenpflicht(Dr. Milosch Bitsch). Verstehen wir zu beten?($.Loppe). An Ihr dienet dem Herrn Christus!(G. Dittmer). Die Kirche der Pfingsten(Horst Thurmann).: Pfingsten, der Geburtstag der Gemeinde Jesu Chris (W. Windgasse) E} ER in uns und wir in IHM w. Wide) h Ein’ feste Burg(G.L. Bouman) Der neue Anfang(K. Walter)> Von der Gewißheit um Gott Bere Roth) Gott ist’s, der es schafft!(H. Grüber) Ic bin, der ich bin(4. Grüber) Ich schäme mich nicht(H.Grüber). Verzeichnis der Verfasser die 7. ameri- Demnächst erscheint: K. A. Groß Dachauer Trilogie: 2000 Tage Dachau Erlebnisse eines Christenmenschen unter Herrenmenschen und Herdenmenschen Preis RM 8.50( bereits vergriffen) 2. Auflage in Vorbereitung 5 Minuten vor 12 Der 1000 Jahre letzte Tage in Dachau Tagebücher des Häftlings Nr. 16921 Preis RM 8.50( bereits vergriffen) 2. Auflage in Vorbereitung Sterne in der Nacht Lieder und Reime eines Ausgestoßenen ca. 300 Seiten Preis etwa RM 7.Neubau- Verlag Adolf Groß, München 23, Wilhelmstraße 25 Zu beziehen durch den Buchhandel oder Buch- und Zeitschriftenvertrieb Adolf Kaunzinger- Adolf Groß, München 13, Ainmillerstraße 46 3 2 186 en Vorbereitung In Vorbereitung: Predigten von Prof. D. Dr. Karl Heim: Der unerschütterliche Grund 12 ausgewählte Predigten Ein Künstler der Sprache, ein Meister des Denkens und ein überlegener Lehrer der Heiligen Schrift zeigt die Kraft und Herrlichkeit der urchristlichen Botschaft Preis etwa RM 6.m Vorbereitung n Ferner erscheint die Reihe: Neubesinnung Predigten und Vorträge von D. Dr. Karl Heim, D. Dr. Martin Niemöller In Heften mit je 12 bis 16 Seiten im zweifarbigen Umschlag Preis: RM-.30 bis RM-.50 ilhelmstraße 25 hriftenvertrieb millerstraße 46 Neubau- Verlag Adolf Groß, München 23, Wilhelmstraße 25 3u beziehen durch den Buchhandel oder Buch- und Zeitschriftenvertrieb Adolf Kaunzinger- Adolf Groß, München 13, Ainmillerstraße 46 187 NEUBAU Blätter für neues Leben aus Wort und Geist Monatsschrift des Neubau- Verlages Herausgeber: Friso Melzer, Dr. phil., Dr. theol., Adelberg- Kloster Schriftleiter: Oskar Koch, München 19, Magdalenenstraße 28 Künftige Mitarbeiter: Dr. Eberhard von Cranach, Prof. Dr. Friedrich Delekat, Heinz Flügel, Probst Heinrich Grüber, Prälat Dr. Hartenstein, Prof. D. Dr. Karl Heim, Stadtpfarrer Eugen Jäckh, Oberlandesgerichtsrat Dr. Fr. Meinzolt, Pfarrer Dr. Georg Merz, Dr. Alo Münch, Dr. Gerhard Rosenkranz, Reinhold Schneider, D. Dr. Rudolf Alexander Schröder, Dr. Friedrich Schulze- Maizier, Dr. Friedrich Seebaß, Studien direktor W. Simpfendörfer, Bischof D. Dr. Wilhelm Stählin, Otto Freiherr von Taube. Einzelheft RM 1.25/ Jahresbezug RM 12.( nur in der amerik. Zone) Bestellungen ab Juli 1946 durch die Post oder den Buchhandel Neubau- Verlag Adolf Groß, München 23, Wilhelmstraße 25 3u beziehen durch den Buchhandel oder Buch- und Zeitschriftenvertrieb Adolf Kaunzinger- Adolf Groß, München 13, Ainmillerstraße 46 2 3 2 188 eiſt Als kleine Geschenkausgabe erscheint in Bälde: K. A. Groß elberg- Klofter enstraße 28 Komm wieder liebe Bibel Delekat, Deim, Fr. Meinzolt, Bibelhymnus des Dachauer Häftlings Nr. 16921 Det, ulze- Maizier, fendorfer, von Taube. 8 Seiten mit zweifarbigem Umschlag 2.Buchhandel Preis etwa RM-.50 helmstraße 25 hriftenvertrieb illerstraße 46 Neubau- Verlag Adolf Groß, München 23, Wilhelmstraße 25 3u beziehen durch den Buchhandel oder Buch- und Zeitschriftenvertrieb Adolf Kaunzinger- Adolf Groß, München 13, Ainmillerstraße 46 189 Voraussichtlich im September erscheint: Sadhu Sundar Singh Gesammelte Schriften Das Werk des christlichen Sadhu in der Übersetzung von Friso Melzer, Dr. phil., Dr. theol. Gebunden/ Preis etwa RM 8.50 In unserer Reihe Große Erzähler werden als erste Bände im Herbst erscheinen: Charles Dickens: Der Kampf des Lebens und der Verwünschte E. T. A. Hoffmann: Erzählungen Conr. Ferd. Meyer: Angela Borgia Preis je Band etwa RM 5.Neubau- Verlag Adolf Groß, München 23, Wilhelmstraße 25 3u beziehen durch den Buchhandel oder Buch- und Zeitschriftenvertrieb Adolf Kaunzinger- Adolf Groß, München 13, Ainmillerstraße 46 190 N 3u Ad eint: 3n Bälde erscheint: Dr. theol. n: Dr. Karl Alt Todeskandidaten Erlebnisse eines Seelsorgers mit zahlreichen Männern und Frauen, die im Hitlerreich zum Tode verurteilt und zumeist in dem Gefängnis Stadelheim hingerichtet wurden. Berwünschte Umfang etwa 120 Seiten Preis etwa RM 3.Helmftraße 25 Sriftenvertrieb Ellerstraße 46 Neubau- Verlag Adolf Groß, München 23, Wilhelmstraße 25 3u beziehen durch den Buchhandel oder Buch- und Zeitschriftenvertrieb Adolf Kaunzinger- Adolf Groß, München 13, Ainmillerstraße 46 191 3n Kürze erscheint: Oberkirchenrat Christian Stoll Der Gott der Passion Predigten gehalten in den Jahren 1944-45 Etwa 100 Seiten Preis etwa RM 3.Neubau- Verlag Adolf Groß, München 23, Wilhelmstraße 25 3u beziehen durch den Buchhandel oder Buch- und Zeitschriftenvertrieb Adolf Kaunzinger- Adolf Groß, München 13, Ainmillerstraße 46 192 -45 Bilhelmstraße 25 ithriftenvertrieb millerstraße 46 W 49140 DAS AUFGEBROCHENE TOR Colour& Grey Control Chart Blue White Cyan Grey 1 Green Grey 2 Yellow Grey 3 Red Grey 4 Magenta Black Da 0 cm 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 1 6 8 L 9 S 12 082 240