OSR 134 2 ,, Wenn aber ohne Unsere Schuld der Friede nicht sein soll, dann wird die Kirche Gottes ihre Rechte und Freiheiten verteidigen im Namen des Allmächtigen, dessen Arm auch heute nicht verkürzt ist." ( Papst Pius XI. im Weltrundschreiben ,, Mit brennender Sorge" vom 14. März 1987.) Als mir meine Heimat im Sommer 1945 nach 4% Jahren Gefangenschaft eine herzliche Begrüßung entbot, brachte der schlichte Landchor zum Schlusse des Festgottesdienstes eine große Überraschung, das Lied vom Evangelimann":" Selig sind, die Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen; denn ihrer ist das Himmelreich." Ich war zu tiefst ergriffen von dieser Anwendung des Herrenwortes aur mein Leid. Ich war darob zugleich beschämt im Gedanken an die Millionen von Menschen, die in Gefängnis und Konzentrationslagern noch viel mehr ausgestanden hatten als ich, zu Hunderttausenden dem Moloch Nationalsozialismus ihr Leben opfern mußten. Ich dachte aber auch an all die ungezählten großen und kleinen Getreuen, die im großen ,, Konzentrationslager Deutschland" ob ihrer christlichen Überzeugung und Haltung oft jahrelange Benachteiligungen, Zurücksetzungen, Bedrohungen, Beschimpfungen und Verfolgungen auszuhalten hatten, ohne daß die Öffentlichkeit viel davon erfuhr. den Seitdem habe ich viel Neues von solchen blutigen und unblutigen Opfern furchtloser Zeugen der Wahrheit und Kämpfer des Rechtes erfahren, insbesondere solcher aus Reihen unserer heiligen Kirche. Einiger weniger konnte ich kürzlich( 17. Februar 1947) in einem Rundfunkvortrag gedenken, freilich nur mit dem peinlichen Gefühl, daß jedem von ihnen viel mehr des Lobes gebührt hätte, und so viele, die in der knappen Viertelstunde überhaupt nicht genannt werden konnten, ebensogut einer ausführlichen Erwähnung würdig gewesen wären. So wurde es mir wenige Stunden nach dem Vortrag zum dringenden Bedürfnis, einer grö-, Beren Anzahl dieser wackeren Mitstreiter und Leidensgefährten ein kleines und bleibendes Gedenken zu schenken, nicht so sehr, um sie zu ehren, als um uns alle zu belehren. Was der Heiland einem der größten Zeugen der Wahrheit und Kämpfer des Rechtes, dem hl. Johannes dem Täufer, nachgerühmt hat: ,, Er war die brennende und leuchtende Lampe" ( Joh. 5,35), das dürfen wir wenigstens in bescheidenem Ausmaß auf manchen dieser Rufer und Streiter im Widerstand und Kampf gegon den Antichrist der letzten Jahre anwenden. Wir sollten uns aber nicht, wie die Juden nur eine Zeitlang an ihrem Scheine ergötzen", sondern an der Glut ihres Herzens und an der Leuchte ihres Lebens und Leides bei vielen auch ihres Sterbens uns dauernd entzünden und stärken, um selbst immer mehr nach dem Licht zu streben, nach Seelengröße, Charakterstärke, Pflichttreue, Verantwortungsbewußtsein, Einsatzbereitschaft, Glaubenseifer, Bekenntnismut, Opfergeist, Christusliebe. in Freilich, nichts liegt mir ferner und würde auch der ganzen Gesinnung dieser Zeugen und Kämpfer mehr widersprechen, als sie sozusagen ,, heilig" zu sprechen. Ich möchte auch nicht es glauben machen, daß den vergangenen Jahren auf kirchlicher Seite nur Licht und Kraft, nur Festigkeit und Tugend, nur Klarheit und Geradlinigkeit gegeben hat und daß alles in schönster Ordnung gewesen ist. Auch die Vertreter kirchlicher Stellen sind Menschen, und auch hier gilt das Wort: ,, Wo Menschen sind, da menschelt es." Wir alle müssen mit dem hl. Augustinus klagend ausrufen: ,, Homo sum; nil humani a me alienum puto." ,, Ich bin ein Mensch; nichts Menschliches; glaube ich, ist mir fremd." Wundern wir uns darum nicht, wenn wir im Alten Bunde unter den Propheten, im Neuen Bund im straheinzelne lenden Kranz der Päpste auch schwache Gestalten finden, wie bei den Aposteln mancherlei Schwächen, sogar Verleugnung und Verrat. Auch dies ist im Heilsplan Gottes vorgesehen, wie es des Herren Gleichnis vom Unkraut im Weizenacker darlegt. Freilich, wir Menschen verstehen das nicht immer, sind über einzelne Versager an führenden Stellen empört und neigen in solchen Fällen nur allzuleicht zu vernichtenden Urteilen verallgemeinernder Natur; manchmal werden wir vielleicht sogar irre an der Sache selbst. Das sollte aber niemals sein! ,, Fallt mir nicht ab!", sagte der kleine Tini, der elfjährige Sohn von Pastor Niemöller, meinem lieben Mitgefangenen und Zellennachbar in Dachau, als Mutter und Schwester am Ostersonntag 1945 davon sprachen, daß es manchmal schon schwerfalle, an Gottes Güte zu glauben, wenn soviel Leid zusammenkomme wie bei ihnen in den letzten Monaten: der Vater das 8. Jahr in Haft, die Kinder Jochum und Hertha tot! ,, Fallt mir nicht ab!" mußte auch die Kirche 12 Jahre lang ihren Söhnen und Töchtern zurufen, als der National alles he Sünden den kon tete. ,, F wieder unberec oder jer Jahren ,, Steh schaut fleck lichen I auf die Was und G Kirche General 1941 in sozialist land k ausgesp ,, In I Nationa tige Kr im O im W im I ka Was einzeln barung gleisun und al an den ,, D die werk De in se an W erl Al strab Laßt in dun nochm Wärme An armige Verleu selbst Aufzüg nehmu gen, b gehem tisiert rerblä Sprec Frivo hören jenen, 27007824 e en 7.) er Glut res Lees Sterstärken, Licht zu erstärke, -in, Einenntniswürde Zeugen als sie möchte es in chlicher Festignd Gealles in uch die enschen, Tenschen ssen mit : ,, Homo o." ,, Ich ; glaube wir uns nde unm straheinzelne en ApoVerleugHeilsplan Gleichdarlegt. as nicht an fühsolchen chtenden Natur; gar irre niemals agte der on Paen MitDachau, Osterdaß es Gottes zusamzten Modie Kinmir nicht hre lang , als der Nationalsozialismus in seinem Kirchenhaẞ alles hervorsuchte, was er an Schmutz und Sünden in 1900 Jahren Kirchengeschichte finden konnte, und noch viel mehr dazu dichtete. ,, Fallt mir nicht ab!" muß auch heute wieder gemahnt werden, da, berechtigt oder unberechtigt, Kritik geübt wird an diesem oder jenem, was Vertreter der Kirche in den Jahren des Kampfes sagten oder taten. ,, Steht fest im Glauben!"( 1. Cor. 16,3) und schaut nicht So sehr auf die Sonnenflecken, sondern mehr nach dem herrlichen Leuchten der Sonne selbst, mehr auf die Regel als auf die Ausnahme. Was aber hier die Regel, die Grundund Gesamthaltung der katholischen Kirche war und immer blieb, das hat der Generalkommissar Schmidt am 15. August 1941 in einer Geheimsitzung der nationalsozialistischen Funktionäre zu Utrecht- Holland klar und bestimmt mit den Worten ausgesprochen: ,, In Deutschland wie in Holland muß der Nationalsozialismus gegen drei sehr mächtige Kräfte den Kampf führen: im Osten gegen den Bolschewismus, im Westen gegen die Plutokratie, im Innern gegen die Römischkatholische Kirche." Was man auch immer aus zwölf Jahren an einzelnen Äußerungen, Maßnahmen, Vereinbarungen, Vorkommnissen, Duldungen, Entgleisungen u. ä. ausgraben, zusammentragen und als Anklage erheben will, es zerschellt an den unumstößlichen Tatsachen: ,, Die katholische Kirche Deutschlands war die ganze Zeit hindurch das stärkste Bollwerk gegen den Nationalsozialismus. Der katholische Klerus, Deutschlands hat in seiner Gesamtheit verhältnismäßig mehr an Widerstand geleistet und an Verfolgung erlitten als irgendein anderer Stand. Alles Dunkle wird hier tausendfach überstrahlt vom Helleuchtenden." Laẞt nur einiges von dem vielen, was auch in dunkler Zeit Deutschlands geleuchtet hat, nochmals auf den Leuchter erheben und Wärme ausstrahlen! An den ersten Platz darf ich da den vielarmigen Leuchter deutscher Bischöfe stellen. Verleumdet in Wort und Bild, beschimpft selbst im Gotteshaus und bei kirchlichen Aufzügen, geschmäht bei polizeilichen Vernehmungen und in öffentlichen Versammlungen, bedroht in ihren eigenen Wohnungen, gehemmt im Verkehr mit dem Hl. Stuhl, kritisiert wegen ihrer Hirtenbriefe( in den Führerblättern der HJ. vom August 1936 als ,, Sprechtraktätchen" ,,, Fetzen" ,,, Sudelpapier", ,, Frivolität", Gemeinheit" bezeichnet), gehören Deutschlands Oberhirten ,, doch nie zu jenen, die sich zurückziehen"( Hebr. 10, 10), دو sondern erheben immer wieder aufs neue wie eine Posaune ihre Stimme( Is. 58, 1) und halten dem Hause ,, Adolf" seine Frevel vor. Wie ein Öffnen ihrer innersten Herzenskammer ist es, wenn die bayerischen Bischöfe in ihrem Hirtenbrief vom 13. Dezember 1936 sagen: ,, Es ist uns Bischöfen schwer genug, immer wieder zu klagen und zu warnen; aber die strenge und heilige Pflicht gegen Kirche und Vaterland fordert, daß wir nicht schweigen, WO SO viel auf dem Spiel steht und in Gefahr ist. Auch wenn wir für unseren Freimut wieder die schwersten Angriffe zu erwarten haben, wird uns nichts abhalten von der treuesten Pflichterfüllung bis zum Tode." Ist's nicht wie das Echo des Prophetenwortes( Jer. 20, 8):„ Ach, wenn ich rede, muß ich aufschreien:, Unrecht!', Gewalt!' muß ich rufen. Und das Wort des Herrn trägt mir Schmähung und Spott ein jeden Tag. Aber es brennt in mir wie loderndes Feuer." Noch mächtiger wurde dieser Chor heiliger Entschlossenheit und Pflichttreue, als Goebbels in den kommenden eineinhalb Jahren landauf und landab mit Prozeßpropaganda gemeinster Art den Druck auf die katholische Kirche verstärkte und die Wirkung des Päpstlichen Rundschreibens: ,, Mit brennender Sorge" verwischen wollte. Da riefen 28 katholische Bischöfe Deutschlands dem Bedroher und Bedränger ein„, Bangemachen gilt nicht!" zu mit den Worten des Hirtenbriefes vom 28. August 1938: ,, Das sei für jetzt und für alle Zeiten in aller Bestimmtheit erklärt, daß wir deutschen katholischen Bischöfe das Wohlwollen oder auch nur das Geduldetsein oder Unbehelligt sein weder durch Abstriche an unserem religiösen Glaubensgut noch durch Preisgabe der kirchlichen Rechte noch durch Einbuẞe an persönlichem Mut und Charakter erkaufen."( Beinahe jedes Wort ein Hammerschlag!) Bayerns katholische Bischöfe hatten diese einmütige Entschlossenheit schon zwei Jahre vorher im Hirtenbrief vom 21. 6. 1936 kundgetan mit der feierlichen Versicherung:„ Wir werden lieber in Kerker und Tod gehen, als unserer Pflicht untreu werden." Dies Wort ihrer Bischöfe nahmen Bayerns katholische Priester zur Richtschnur, als Regierung und Gestapo die Verlesung gerade dieses Hirtenbriefes verbieten wollten und am 20. 6. 1936 in jeden Pfarrhof einen Polizisten schickten, um den Hirtenbrief zu beschlagnahmen und seine Verlesung mit sofortiger Verhaftung zu bedrohen. Die Priester verweigerten die Aus 4 lieferung des Hirtenbriefes und beantworteten die Haftandrohung vielfach wörtlich mit der Aufforderung:„ Tun Sie Ihre Pflicht! Ich tue die meine!" Und als dann den Seelsorgern noch in der Nacht durch Sendboten der bestimmte Befehl der oberhirtlichen Stelle zuging:„ Der für 21. Juni erlassene Hirtenbrief ist unter allen Umständen von der Kanzel zu verlesen", stiegen am Sonntag mehr denn 5000 katholische Geistliche Bayerns auf die Kanzel und verlasen freimütig den verbotenen Hirtenbrief bis zum letzten Wort, gefaßt, gleich darauf ins Gefängnis abgeführt zu werden. Doch da geschah etwas bisher Unerhörtes: die mächtige Gestapo wich vor diesem geschlossenen und entschlossenen Widerstand zurück und nahm noch am Sonntagvormittag mit neuem Telegramm an alle Polizeistationen Bayerns ihre Maßnahmen zurück: ein Sieg der Verfolgten nicht bloß für den 21. Juni 1936, sondern für alle folgenden Jahre; denn niemals wagte es von da an der Nationalsozialismus in Bayern, die Verlesung von Hirtenbriefen zu verbieten. Er wußte: hier biß er auf Granit; hier holte er sich nur Blamage; hier stieß er auf den Geist, der vor 1900 Jahren auf alle Drohungen nur die Antwort hatte: ,, Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen!"( Apg. 5, 29). Um so schärfer freilich ließ dann der Nationalsozialismus seine Wut aus gegen einzelne Vertreter der Kirche: " von Die Zahl 1493" für die katholischen Priester, die trotz des Todes von mehr denn tausend noch am 15. März 1945 im Kz Dachau waren, spricht dafür eine deutliche Sprache. Noch lauter spricht die Zahl der Todesopfer, die der Nationalsozialismus Bayerns katholischen Priestern forderte: 20! 6 getötet vom Volksgerichtshof, 6 ermordet Ein drittes von SS, 8 gestorben im Kz! Zeugnis von Zahlen: Das vorläufige Ergebnis einer Rundfrage über die politische Verfolgung des Klerus der Erzdiözese München: - Es erfolgten gegen 1296 katholische Diözesanpriester( davon 162 Ordenspriester) an Maßnahmen: 1526 292 I. Durch staatliche Behörden: Verhöre Haussuchungen 189 Beschlagnahmungen von Akten usw. 696 am.liche Verwarnungen( an 274 Geistliche) 21 25 Redeverbote Predigtverbote 42 Aufenthaltsbeschränkungen 17 Ausweisungen 137 Schulverbote 34 Zwangsversetzungen 52 Zwangsabdankungen 32 Beförderungsverweigerungen 26 Geldbußen 39 141 Kautionsauflagen polizeiliche Festnahmen 84 Fälle von Polizeihaft 48 Fälle von Schutzhaft 24 131 Fälle von Kz- Haft gerichtliche Untersuchungen ohne Haft 46 gerichtliche Untersuchungen mit Haft 84 Gerichtsverhandlungen 78 Verurteilungen( davon 45 Geldstrafen, 27 Gefängnisstrafen, 3 Zuchthausstrafen, 3 Todesstrafen[ 2 vollstreckt]). II. Durch die Partei: 397 mündliche oder schriftliche Beanstandungen Vorladungen und Verhöre Verwarnungen 94 90 302 Androhungen 3 Geldbußen. III. Durch berufsständische Stellen( Reichspressekammer, Reichsschrifttumskammer u. a.): 96 Beanstandungen. IV. Durch Dienststellen der Wehrmacht: Ablehnungen oder Widerrufe der UKStellung 18 20 Zurücksetzungen und Beförderungsverweigerungen 21 Wehrunwürdigkeitserklärungen 24 Disziplinar- oder Gerichtsverfahren, davon 3 Todesurteile, die aber nicht mehr vollstreckt wurden 15 besondere Verwendungen mit Strafcharakter 27 sonstige Maßregelungen. V. Durch Presse, Rundfunk, Parteiredner 132 Geistliche in der Presse, 5 Geistliche im Rundfunk, 120 Geistliche in Versammlungen angegriffen. Wieviel Berufseifer, Charakterhaftigkeit und wahrer Priestergeist träte in Erscheinung, könnten wir des näheren die Gründe all dieser Maßregelungen katholischer Geistlicher im einzelnen darlegen! Nur ein paar Beispiele: Ein P. Rupert Mayer, ganz Geradheit und Gerechtigkeit, konnte einfach nicht schweigen zu der Schmutzflut von Lüge und Verleumdung, die im Kampf gegen die Konfessionsschule und gegen wehrlose Ordensleute verspritzt wurde. Umgekehrt konnte und wollte er nicht reden, als man ihn zur Preisgabe eines Seelsorgsgeheimnisses zwingen wollte. Am 28. 9. 39 von der Gestapo gefragt, wer bei ihm gewesen sei, um ihn für den ,, Bund der Königstreuen" zu werben, erklärte er, sich lieber sogleich verhaften zu lassen, als je den Namen derer zu sagen, die bei ihm Dies wiederholte er am gewesen seien. 3. 11. 39 mit dem Bedeuten, daß er niemals über Gespräche, die in seinem Zimmer geführt würden, Auskunft erteile, da alle Menschen zu ihm als der Seelsorger kämen. Für diese ,, Unbotmässigkeit" ließ er sich am gleichen Tag verhaften, um bis Mai 1945 nicht mehr in sein Zimmer zurückzukommen und ein halbes Jahr nach der Rückkehr zu sterben ( 1. 11. 45). Der Karmelitenpater Gebhard Heyden sprach in ehrlicher Sorge um unser Volk: ,, Der Krieg ist ein Strafgericht Gottes für die Völker, und dieses ist noch nicht zu Ende. Deutschland muß wieder zu Christus zurückkehren!" Für diese zwei kurzen Predigtsätze ward ihm sprochen. Stadtpfa München und Recht teilung m beim Hau getretener gehalten, Dachau g verstehen einer Seel ler für dr Stadtpfa St Peter Kopf, als lischen On türe der 2 ten ,, Sittli bes: ,, Sche nis kam: in der Ho tungen les ken dü dafür auf Ähnlich Zinkl v Kirche in und sach schützend folgten C Kapuzi Joseph in er, wie d stuhl zu müssen u Vaterland dern im Wochenla Wortene stische G Kaplan von Mün als ein geheimni verschwi sensfrage Tyranner lassung vom Vol vom 20. für das a und voll Ebenso München und hing York un Beteiligt scher So deraufba Der e props Haft Haft fen, trafen, andungen chspressea.): acht: UKgsen, ht afedner gegriffen. gkeit und cheinung, e all dietlicher im Beispiele: Geradheit ach nicht von Lüge gegen die e Ordenst konnte n ihn zur eimnisfragt, wer en ,, Bund klärte er, assen, als e bei ihm e er am er niemals mmer gealle Mener kämen. er sich am 1945 nicht mmen und zu sterben Heyden ser Volk: tes für die zu Ende. us zurückredigtsätze ward ihm am 21. 12. 1944 das Todesurteil gesprochen. Stadtpfarrer Muhler von St. Andreas in München tat nur, was eines Pfarrers Pflicht und Recht ist, wenn er seinen Kaplänen Mitteilung machte von der Erfahrung, die er beim Hausbesuch eines aus der Kirche Ausgetretenen gemacht hat, wie dieser ihm vorgehalten, was er von Freunden in dem Kz Dachau gehört und gelesen hätte und nicht verstehen könne. Für diese Besprechung einer Seelsorgsangelegenheit mußte Dr. Muhler für drei Monate ins Gefängnis. Stadtpfarrprediger Heinrich Göttl von St Peter in München traf den Nagel auf den Kopf, als er in einer Predigt über die katholischen Orden bemerkte, daß ihm bei der Lektüre der Zeitungsberichte über die sogenannten ,, Sittlichkeitsprozesse" ein Wort von Grabbes: ,, Scherz, Satire und Ironie" ins Gedächtnis kam: ,, Die ärgste Strafe der Verdammten in der Hölle wäre es, wenn sie gewisse Zeitungen lesen müßten und nicht ausspukken dürften." Die Gestapo verbannte ihn dafür auf lange Zeit aus der Diözese. Ähnlich erging es Domkapitular Johann Zinkl von München, weil er die Rechte der, Kirche in Schule und Erziehung mannhaft und sachkundig verteidigte und sich überall schützend vor Ehre und Eigentum der verfolgten Ordensleute stellte. Kapuziner P. Joh. N. Hermann von St. Joseph in München meinte es ehrlich, wenn er, wie die Gestapo behauptete, im Beichtstuhl zu einem Manne sagte: ,, Jetzt im Krieg müssen und können wir zeigen, daß wir die Vaterlandsliebe, nicht bloß auf der Zunge, sondern im Herzen tragen." Er mußte aber dafür wochenlang ins Gefängnis, weil man in seinen Worten eine Anspielung auf nationalsozialistische Großsprecherei sah! Kaplan Dr. Hermann Josef Wehrle von München- Bogenhausen dürfen wir wohl als ein Opfer des Beicht- und Seelsorggeheimnisses ansprechen, da er pflichtgemäß verschwieg, daß ihm ein Offizier die Gewissensfrage vorgelegt habe, ob er sich an einem Tyrannenmord beteiligen dürfe. Die Unterlassung der polizeilichen Meldung wurde ihm vom Volksgericht als Mitschuld am Attentat vom 20. Juli 1944 ausgelegt und als Grund für das am 14. September 1944 ausgesprochene und vollstreckte Todesurteil genommen. Ebenso wurde Jesuitenpater Alfred Delp, München- Bogenhausen, zum Tode verurteilt und hingerichtet, angeblich, weil er mit Graf York und anderen am genannten Attentat Beteiligten als Priester, Jesuit und katholischer Soziologe an Besprechungen über Wiederaufbaumöglichkeiten teilgenommen habe. Der ehrenhafte und ehrwürdige Dompropst Lichtenberg von Berlin wurde 5 verhaftet und starb nach zweijähriger Haft und vielen Mißhandlungen auf dem Weg nach Dachau im Gefängnis von Hof, weil er echt christlich und seelsorglich gehandelt hatte, nach einer Abendpredigt für die christlichen Nichtarier, für die Juden, für die Häftlinge in Gefängnissen und Konzentrationslagern und insbesondere für seine dortigen Mitbrüder gebetet hatte. ,, Ein moderner Heiliger", rief ihm ein Andersgläubiger, der ihn im Gefängnis kennengelernt hatte, ins offene Grab hinein. Stadtpfarrer Albert Coppenrath von St. Matthias in Berlin- Schöneberg ward nach ungezählten Vernehmungen und Hausdurchsuchungen, zwei Gerichtsverhandlungen und längerer Haft ausgewiesen, weil er in vielen Kanzelvermeldungen nationalsozialistische Lügen und Verleumdungen zurückgewiesen und die Ehre katholischer Männer, wie des Ministerialdirektors Dr. Erich Klausener, verteidigt hatte( s. sein Buch: ,, Der westfälische Dickkopf am Winterfeldplatz"). von OberPfarrer Georg Häfner schwarzach( D. Würzburg) konnte einem nicht gültig verheirateten Parteimann die Sterbesakramente erst dann erteilen, als er sich bereit erklärt hatte, seine unerlaubte Verbindung zu lösen; ähnlich mußte Pfarrer Otto Neururer von Götzens( Tirol) ein Mädchen seiner Pfarrei vor der unerlaubten Heirat mit einem geschiedenen SS- Mann warnen. Für diese Erfüllung ihrer harten Seelsorgspflichten mußten beide ins Kz gehen und dort sterben. Und es war nur eine leise Andeutung der Tragik dieses Todes, wenn Generalvikar Dr. Karl Lampert von Innsbruck in die Todesanzeige schrieb: ,, Gestorben nach großem- Leid in Buchenwald." Dies brachte dann auch ihm selbst großes Leid":. Gefängnis und Tod. Mochte man dafür zuletzt auch andere Gründe suchen, z. B. Wehrmachtzersetzung, Feindbegünstigung, das alles scheute das Licht der Öffentlichkeit, war nur Vorwand. Den berufstreuen Priester, den aufrechten Mitkämpfer seines Bischofs wollte man erledigen. Diesen Märtyrern der Priesterpflicht dürfen wir Pfarrer Rohrmaier von Affecking in Niederbayern anreihen, der sich in Guthirtengeist vor die wackeren Frauen seiner Pfarrei stellte, als sie wegen Protestes gegen die Entfernung des Schulkreuzes verhaftet werden sollten. Mutig sprach er zum Polizisten: ,, Meine Pfarrkinder lasse ich nicht verhaften; denn sie sind im Recht. Wenn jemand verhaftet werden soll, dann ich. Ich stehe für sie ein." Und so ward tatsächlich er verhaftet und auf vier Jahre ins Kz Dachau geschickt. Dominikanerpater Stratmann hatte Gefängnis und Verbannung zu leiden, weil er bis 1933 die treibende Kraft und Seele des ,, Friedensbundes deutscher Katholiken" gewesen war. 6 Ähnlich mußte in den letzten Tagen des Krieges Domprediger Dr. Johann Maier von Regensburg unter den grausamen Händen der SS sein Leben lassen, weil er auch für den Frieden sprach, die aufgeregte Menge mahnte, nicht Revolution zu machen, sondern die Leitung der Stadt um friedliche Übergabe zu bitten. Am 10. November 1943 wurden auf einmal 4 Lübecker Geistliche, 3 katholische und 1 evangelischer, in Hamburg hingerichtet: Opfer der kirchenfeindlichen Gestapo, die im Frühjahr 1942 zu einem Schlage gegen die besonders aktiven Kräfte im kirchlichen Leben Lübecks ausholte. Worte aus ihren letzten Lebenstagen sollen sie kurz kennzeichnen. ,, Herr, hier sind meine Hände, leg darauf, was Du willst, nimm hinweg, was Du willst, führe mich, wohin Du willst, in allem geschehe Dein Wille!" Das 4. Lübecker Opfer der Gestapo, der evangelische Pfarrer Karl Stellbrink, mahnt seine Kinder: Kaplan Johann Prassek schrieb aus dem Gefängnis:„ Das ist einer der großen tragenden und beglückenden Gedanken meines jetzigen Daseins, daß ich mit all meinem Alleinsein, mit meiner Einsamkeit, mit der Unbequemlichkeit im Körperlichen und Seelischen, mit Hunger und Kälte und Schmerz schließlich doch nicht zur Untätigkeit und Sinnnlosigkeit im Dienste am Reich Gottes verurteilt bin, sondern, daß gerade dadurch so viele Kräfte frei werden, die Gott den anderen Menschen wieder zur Verfügung stellt." Vikar Hermann Lange, zum Tode verurteilt, weil er Predigten von Bischof Galen vervielfältigt und ins Feld gesandt und damit ,, Wehrzersetzung" getrieben hätte, hinterließ wenige Stunden vor seinem Ableben den Eltern folgende Zeilen: glauben! ,, Nicht grübeln! Hoch über Hadern und Hassen, hoch über allem Geschehen. Sonnenhoch über dem, was wir leben und sehen, Unsere Gedanken nicht fassen, Sonnensicher bleibt eines bestehen: Gott ist gut! Freund, das darf keiner uns rauben!" Im letzten Brief vom 31. Oktober schreibt er: ,, Gott hat mir bisher geholfen, weil Eure Gebete mich trugen. Oh, was würde das für eine Gemeinschaft werden, wenn wir wieder zusammenkämen!! Aber sei gewiß: Sie kommt; wenn nicht in dieser unendlich kurzen Erdenzeit, so bestimmt dort in der Ewigkeit. Und das ist doch wahrlich die Hauptsache! Darum: Freuet Euch und sorget Euch um nichts! Phil. 4,4-7." Das Büchlein, das über den Heldentod dieser Geistlichen und die Standhaftigkeit mitbeteiligter Laien berichtet, verdient wirklich das herrliche Wort von Reinhold Schneider als Titel: ,, Wo Seine Zeugen sterben, ist Sein Reich." , Wenn Ihr mich fragt, wie mir zumute ist, kann ich Euch nur antworten: Ich bin 1. froh bewegt, 2. voll großer Spannung! Zu 1: Für mich ist mit dem heutigen Tag alles Leid, aller Erdenjammer vorbei und Gott wird abwischen jede Träne von ihren Augen! Welcher Trost, welch wunderbare Kraft geht doch aus vom Glauben an Christus, der uns im Tod vorangegangen ist!... Schlagt doch die folgenden Stellen auf: I. Kor. 15,43 f. 55! Röm. 14,8. Ach, schaut doch hin, wo immer Ihr wollt, überall begegnet uns der Jubel über die Gnade der Gotteskindschaft. Was kann einem Gotteskind schon geschehen. Wovor sollte ich mich wohl fürchten? Im Gegenteil sage ich Euch: Freuet Euch, nochmals freuet Euch! Zu 2: Heute kommt die größte Stunde meines Lebens!... Jetzt wird für mich der Glaube übergehen in Schauen, die Hoffnung in Besitz und für immer werde ich Anteil haben an dem, der die Liebe ist!" In einem Atemzug, aber in gleicher Bewunderung und Dankbarkeit sind die ragenden Gestalten im katholischen Pressekampf gegen Hitler zu nennen: Adjunkt( Hilfspriester) Eduard Müller, erst Tischler und dann mit 29 Jahren Priester, kleidet den tiefsten Ausdruck seiner Gesinnung zuletzt noch in die Worte: P. Friedrich Muckermann, der wie ein Verbrecher aus dem deutschen Volke ausgestoßen wurde und im Ausland, dem er viel Aufklärung gegeben hatte, sterben mußte ( 2. April 1946); sodann das Freundespaar P. Ingbert Naab und Fritz Gerlich. So kreuz und quer Gerlichs Lebensweg früher gewesen war, so gerade wurde er nach seinem Erlebnis von Konnersreuth und seiner Begegnung mit P. Ingbert Naab. Und gerade blieb Gerlichs Haltung und seine Zeitung„ Der Gerade Weg", auch als die braune Macht und Gefahr immer drohender wurde, auch dann noch, als Hitler zu Beginn des Jahres 1933 siegreich auf die Walstatt trat. Auf alles Drängen seiner Freunde, in die Schweiz zu fliehen, wo Geld für ihn bereitliege, ja auch noch auf telephonische Warnung von unbekannter Seite, wenige Stunden vor dem Überfall, hatte Gerlich nur die eine Antwort: ,, Ich bin bereit, für das, was ich geschrieben habe, mit meinem Leben einzustehen. Ich werde den Schreibtisch nicht verlassen." Und Schläg ( Dezem zählte Wacht Augen gera Wacht sprach fängni an:„ S digen! daß S Und e auch amten ward! Und 30. Jun Nebe möchte tes se lischen ihn ku keit, d Vorsitz katholi und eh Urlaub naher den ba Front aus, be verdre Kultur Herbst dann des Ha Zum T sale, d nis bri 3. 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Im heiligen Zorn schrie er den Gefängnisbeamten, seinen Vorgesetzten, an: ,, Sie wagen es, meinen Bischof zu beleidigen! Ich verbiete mir das! Ich verlange, daß Sie dies Wort sofort zurücknehmen!" Und er wiederholte seine Forderung so lange, auch gegenüber neu hinzugekommenen Beamten, bis die Beleidigung zurückgenommen ward! Und gerade ging Gerlich schließlich am 30. Juni 1934 nach Dachau in den Tod. 7 seiner jungen Frau mit und schrieb dazu: ,, Du wärest nicht meine Frau, wenn Du etwas anderes von mir erwartetest... Dieses Bekennen- Müssen wird sicher kommen; denn zwei Welten stoßen aufeinander. Lieber ein Leben verlieren, als den Weg der Pflicht verlassen!" Und Maier verließ den Weg der Pflicht wirklich nicht, verweigerte den Eid auf die SS und ließ dafür am 24. 2. 1945 unter den Kugeln der SS sein junges Leben. Wie dieser Führer der katholischen Jugend des Südens, so dachten die Führer der katholischen Arbeitervereine Westdeutschlands: Ein Joseph Joos, der sechs Jahre lang im Kz Dachau war, weil er gegen nazifreundliche Vorträge eines Universitätsprofessors aufgetreten war( s. Buch: ,, Leben auf Widerruf"); dann die drei Freunde, die der Mitwissenschaft oder Mitvorbereitung des Umsturzversuches vom 20. Juli 1944 beschuldigt wurden: Prälat Müller, halberblindet und krank ins Gefängnis geworfen und' dort gestorben; Bernhard Letterhaus, Verbandssekretär, dem ein Gedenkblatt nachrühmen kann:„ Aufrecht in der Haltung, furchtlos gegenüber der Gestapo, entfernte er sich mehr und mehr von den Fesseln irdischen Wünschens und Begehrens, nur die Sorge um Frau und Kinder quälte ihn"; endlich Schriftwart Nikolaus Groß, Vater von 7 Kindern. Zwei Tage vor seinem Tode schreibt er noch seiner Frau: ,, Als wir uns vor einigen Tagen für dieses Leben verabschiedeten, da habe ich, in die Zelle zurückgekehrt, Gott aus tiefstem Herzen gedankt für Deinen christlichen Starkmut. Ja, Mutter, durch Deinen tapferen Abschied hast Du ein helles Licht auf meine letzten Lebenstage gegossen. Schöner und glücklicher könnte der Abschluß unserer innigen Liebe nicht sein, als er durch Dein starkmütiges Verhalten geworden ist... Ich habe für jeden von Euch einen Spruch oder ein Andachtsbildchen mit einem persönlichen Wort versehen. Möge es jedem eine kleine Erinnerung sein mit der Bitte, mich im Gebete nicht zu vergessen..." Neben diesem geraden Mann der Feder möchte ich einen aufrechten Mann des Rechtes setzen: Dr. Hans Wölfel, den ,, katholischen Rechtsanwalt" von Bamberg, wie man ihn kurz nannte, eine so führende Persönlichkeit, daß man ihn schon mit 30 Jahren zum Vorsitzenden des Bamberger Ortskartells katholischer Vereine machte. Klaren Blickes und ehrlichen Mundes übte er während eines Urlaubs im Allgäu im Jahre 1943 im Kreise naher Verwandter Kritik am Nazireich, sagte den baldigen Zusammenbruch der italienischen Front und die Zunahme des Luftkrieges voraus, bezeichnete Hitler als den größten Wortverdreher, den Nationalsozialismus als eine Kulturschande, äußerte die Hoffnung, daß im Herbst eine Wendung komme, bei welcher er dann sein möglichstes tun werde. Ein Gast des Hauses, eine BDM- Führerin, zeigt ihn an: Zum Tode verurteilt, war er ruhig. Im Missale, das er sich nebst der Bibel ins Gefängnis bringen ließ, unterstrich er die Lesung des 3. Fastensonntags:„ Siehe, ich sterbe, obwohl ich nichts von dem getan habe, was diese voll Bosheit wider mich erlogen haben." Ähnlich Dr. Eugen Bolz, Staatspräsident von Württemberg, der wenige Tage vor seiner Hinrichtung( 22. 1. 1945) in der Kerkerzelle insgeheim noch die hl. Kommunion empfangen konnte und dann auf die Kunde, daß ein Gnadengesuch für ihn eingereicht werden solle, das Bedenken äußerte:„ Ich weiß nicht, ob mir dann Gott noch einmal die Gnade schenken wird, so wohlvorbereitet zu sterben." Ein Beispiel gleicher Seelengröße gibt uns der Laienführer der deutschsprachigen katholischen Jugend in Südtirol, Josef Maier aus Bozen. Gleich allen Volksdeutschen gegen seinen Willen im Herbst 1944 zur SS eingezogen, wollte er sich innerlich niemals beugen. Je näher der Tag der Vereidigung auf die SS- Fahne kam, desto stärker wurde sein Wille, diesen Eid zu verweigern, koste es, was es wolle. Dies teilte er auch Neben diesen und vielen anderen na- mentlichen Opfern nationalsozialistischen Terrors gab es auch noch ungezählte ,, Stille im Lande", die nötigenfalls dem Nationalsozialismus ein lautes und unbeugsames ,, Nein!" sagten: Hunderttausende von Mitgliedern ka tholischer Standesvereine, angefangen von den katholischen Gesellen der ganzen Welt, die nach Pfingsten 1933 von der wildgewordenen SA wie Freiwild durch die Straßen Münchens gehetzt wurden, dann 12 Jahre lang von Partei und Arbeitsfront unter stärksten Druck gesetzt, doch der Fahne Kolpings bis zum Schlusse treu blieben; 2728/33204 15Tausende von Jugendlichen, die verspottet, geschlagen, eingesperrt, von Schulgeldbefreiung und Lehrplätzen ausgeschlossen, nur dadurch von ihrem katholischen Jugendverein zu trennen waren, daß man diesen gewaltsam auflöste, freilich ohne daß man sie dadurch zu HJ oder BDM bringen konnte; Berufsschul- Religionslehrer in Bayern, denen Staatsminister Wagner im Jahre 1938/39 den Religionsunterricht in den einzelnen Klassen von einer Stunde auf eine halbe Stunde verkürzte, aber mit der Auflage, auch weiterhin das volle Stundenmaß von wöchentlich 24-28 Stunden Unterricht zu erteilen, die dann wider sein Erwarten das Übermenschliche leisteten und in 48 bzw. 56 Klassen je eine halbe Stunde unterrichteten, bis Wagner in seinem Religionshaẞ zum letzten griff, zur vollen Aufhebung des Religionsunterrichtes in den Berufsschulen. Katholische Eltern vieler Hunderte von Dörfern, die sich empörten und zur Selbsthilfe griffen, als der gleiche Staatsminister Wagner am 23. Juli 1941 verfügte:... ,, Ich ordne an, daß der Unterricht an Stelle eines Gebetes mit einem geeigneten Tages- oder Wochenspruch aus dem nationalsozialistischen Gedankengut oder einem Lied der HitlerJugend begonnen und beendet werde. Gleichzeitig weise ich darauf hin, daß kirchlicher Bilderschmuck, auch wenn er künstlerischen Wert besitzen sollte, sowie Kruzifixe in der Schule am falschen Platze sind; ich ersuche Sorge dafür zu tragen, daß solcher Wandschmuck allmählich entfernt oder durch zeitgemäße Bilder ersetzt wird. Eine geeignete Gelegenheit hierzu ergibt sich beispielsweise bei Erneuerungsarbeiten in den Klaẞzimmern und Anstaltsgebäuden oder im Zuge räumlicher Änderungen." ,, Bekenner" aller Stände und Klassen, die von der Gestapo Vorladung um Vorladung, Verwarnung um Verwarnung erhielten eine Münchener Lehrerin allein 29! oder geschäftlich boykottiert wurden und doch ihr Knie nicht vor Belial beugten. - Katholische Verlagsinhaber und Buchhändler, die trotz, aller Beschlagnahmen ihrer Bücher den Charakter ihres Geschäftes nicht änderten; 12 katholische Buchdruckereien, die wegen Drukkes des päpstlichen Rundschreibens ,, Mit brennender Sorge" vollständig enteignet wurden( z. B. in München Dr. Valentin Mayer). Katholische Rechtsanwälte( z. B. Dr. Josef Warmuth, Dr. Fritz Schäffer), die vieldutzendmal furchtlos an der Seite katho" von lischer Geistlicher vor Gericht aller Art und Orte traten und dort Unrecht klipp und klar ,, Unrecht" nannten, mochte es auch Staat oder Gestapo oder Partei kommen, ebenso in zähester Weise Klöster gegen nationalsozialistische existenzgefährdende Steuerzugriffe, Beschlagnahmen und Enteignungen zu schützen suchten. Schwestern der verschieden- sten Orden, die allen Lockungen und Erpressungen zum Trotz nicht das Ordenskleid auszogen und, aus den Schulen verwiesen, in Krankenhäusern, kirchlichen Steuerämtern, vereinzelt selbst in Fabriken arbeiteten, ja gegebenenfalls sogar in männlichem Mute den machtstrotzenden und machtprotzenden Nazihäuptern laut ins Gewissen redeten, wie z. B. die Generalassistentin der Barmherzigen Schwestern zu Salzburg, die in einem Brief an den Gauleiter energische Vorstellungen gegen die Tötung der Schwachsinnigen erhob und dabei u. a. schrieb: ,, Müssen Sie nicht auch fürchten, daß die Seelen dieser Armen denn sie haben eine unsterbliche Seele Sie vor dem Richterstuhl Gottes anklagen werden, vor dem wir alle erscheinen müssen, ob wir es glauben oder nicht?" - Solche Leute mögen ruhig verfolgt, gehetzt, eingesperrt und ,, liquidiert" werden, sie sprechen mit dem hl. Paulus: ,, Man verfolgt uns; wir nehmen es mit Geduld an"( I. Kor. 4, 12); sie sprechen mit Tertullian, der vor 1700 Jahren verfolgt wurde:„ Wir siegen, wenn wir niedergemacht werden." Und was andere eine ,, Hölle" nennen, das vermögen sie einen ,, G.esegneten Abgrund" zu heißen, wie dies die Sekretärin von P. Friedrich Muckermann, Nanda Herbermann, im Titel ihres Buches über ihre fürchterlichen Erlebnisse und Leiden im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück zum Ausdruck gebracht hat( Verlag Glock& Lutz, Nürnberg). Solche Verfolgte haben das Recht, uns Parolen zu geben für die neue Notzeit, für die Liquidierung des traurigen Erbes, das uns der Nationalsozialismus hinterlassen hat. Und diese lauten: ,, Einstehen für seine Überzeugung!" ,, Zusammenstehen in der Not!" ,, Zusammengehen in der Verfolgung des einen Zieles: Wiederaufbau und Wiederbefriedung!" Und als Grundlage von beidem: Wiederverchristlichung! ,, Alles zusammenfassen in Christus als dem Haupte!"( Eph. 1, 10) Mit kirchl. Druckerlaubnis vom 19. 2. 47.- Veröffentlicht unter der Zulassung Nr. 6 der Nachrichtenkontrolle der Militärregierung Bayern.-Verlag: Katholische Kirche Bayerns. Druck: Neue Münchner Verla gs- GmbH., Bayerstraße 57/59.