Mit Illustrationen von Georg McKing Giessen 27007791 Z S u U g a 11 g Das lang b ganze Seite Bewol Juden von Funke Alle Rechte, besonders die des Nachdrucks, der Übersetzung, auch auszugsweise, vorbehalten. Copyright 1949 by VVN- Verlag G.m.b.H., BerlinPotsdam. Veröffentlicht unter Lizenz- Nr. 497- 4663/ 49-6185/ 49. Berliner Druckhaus GmbH.- VEB- Berlin N 4 fing e diese beeilte Hilfe „ch auszu9° Bent“ Soweit bekannt, ist der nachstehende Bericht von Zivia Lubetkin die einzige aus erster Hand stammende Darstellung der tatsächlichen Vorgänge und des Nachspiels des jüdischen Aufstands im Warschauer Getto, der am 19. April 1943 ausbrach und in den letzten Tagen des Mai endgültig nieder- geschlagen wurde. Man schätzt die Zahl der bei Beginn des Aufstands noch im Getto ansässigen Juden auf 30000 bis 50.000, von denen vielleicht ein paar hundert entkamen. Zivia Lubetkin, ein Mädchen in den zwanziger Jahren, stand in diesem Kampf in vorderster Reihe; sie gehörte damals zu der sogenannten Hechalutz-(Pionier-)Organisation in Polen. Jetzt lebt sie in Yagur, einer Siedlungs- gemeinschaft in Palästina, und ist in der Ahdut Awoda(Einheitspartei der Arbeiter) tätig. Das Getto stand in Flammen. Tage- und nächte- lang brannte es, und das Feuer fraß Haus für Haus ganze Straßen auf. Dicht daneben, auf der anderen Seite der Mauer, spazierten und unterhielten sich Bewohner der Hauptstadt. Sie wußten, daß„die Juden verbrannten”. Der Wind trug Rauch und Ruß von den brennenden Ruinen zu ihnen hinüber. Funken flogen nach allen Seiten, und da und dort fing ein Haus außerhalb des Gettos Feuer. Aber diese Brände wurden sofort gelöscht. Nur im Getto beeilte sich niemand, die Flammen zu ersticken und Hilfe zu bringen. Dieses Flammenmeer war das Getto der größten Judengemeinde, die es jemals in Europa gegeben hatte. Die letzten dort verbliebenen Juden, noch immer Zehntausende an der Zahl, waren in seinen Mauern wie in einer Falle gefangen. Kurz vorher, im April 1943, hatten die Deutschen geplant, diese Restbevölkerung, umzubringen, sie in die Ver- nichtungslager Auschwitz und Belsen zu schaffen, so wie sie schon vorher Hunderttausende dorthin gebracht hatten, ohne Widerstand zu finden. Dies- mal aber befanden sie sich in einer unerwarteten Situation. Einheiten des Jüdischen Kampfbundes hielten die Straßenecken und Ruinen besetzt, hatten Minen gelegt und schleuderten Handgranaten in die Reihen der deutschen Truppen. Die Deutschen, von dieser Gegenwehr überrascht, zogen sich zu- rück und gingen an den folgenden Tagen zum Angriff über, stießen aber jedesmal auf Widerstand. Nach einer zehntägigen Schlacht wagten die Deut- schen nicht mehr, in das Getto einzudringen. Nunmehr zündeten sie das Getto an, zuerst mittels Brandbomben aus der Luft und danach durch Brände, die sie vom Boden aus an seinen vier Ecken legten. Sie feierten ihren Sieg aus der Entfernung — in der Überzeugung, das Feuer werde das Ver- nichtungswerk vollenden, das sie selbst im offenen Kampf nicht hatten durchführen können. Aber der geplante Triumph blieb aus. Mit ihrer letzten Lebenskraft suchten und fanden die Juden Schutz hinter jeder Mauer, inmitten von aus- gebrannten Ruinen. Die Insassen ganzer Bunker Männer, Frauen und Kinder krochen aus Hier sa neben un Spannung uns, den ihren unterirdischen Verstecken hervor und irrten umher, beladen mit den letzten Resten von Lebensmitteln, Decken und Kochtöpfen. Säuglinge wurden von ihren Müttern getragen, Kinder liefen hinter ihren Eltern drein, in den Augen abgrundtiefes Leiden und Flehen um Hilfe... In der Nacht, in der das große Feuer ausbrach, rannte ich aus meinem Versteck weg. Der grelle Feuerschein machte mich ganz benommen. Überall um mich herum hörte ich das Prasseln des Feuers, das Krachen einstürzender Mauern. Außerhalb des Gettos war es Frühling. Wir schlängelten uns durch die Ruinen hindurch, umgingen die Flammen, gelangten durch Löcher in den Mauern von einem Dachgeschoß zum andern und, wenn die Häuser bis auf den Grund heruntergebrannt waren, von einem Keller zum andern. Die Deutschen schossen dabei auf alles, was sich bewegte. Es war k und Lösc Flammen Irgend wo und wisse ein zugskan Teil der Noch waren die Flammen nicht bis zu dem großen Hof vor einem Wohnblock in Milah Nr. 7 vorgedrungen, der in der ersten Brandnacht von Hunderten von Kämpfern wimmelte, die hier am Ende eines Tages des Herumwanderns Zuflucht gefunden hatten. Erschöpft, gespannt, benommen, so lagen wir auf dem Boden, und über uns schwebte die Frage, auf die es keine Antwort gab: Was jetzt? Tausende von Fliehenden häuften sich um uns herum, sie ruhten sich auf ihren armseligen Bündeln aus und warteten, daß wir die Antwort geben sollten. diese Zu nutzen? aufnehm kam ein Dennoch kussion, jüdisch um zusa erkunde dann w Und da Kinde konnte einer C zu uns Brot, be Krume ein Uh schafte 8 naus irrten ebenswurden hinter dtiefes sbrach, grelle Jberall Feuers, alb des s durch ammen, einem ser bis einem dabei u dem h Nr. 7 cht von ier am Zuflucht ommen, chwebte as jetzt? um uns Bündeln geben Hier saßen wir nun, unsere nutzlosen Waffen neben uns, umringt von den Tausenden, die voller Spannung auf ein Wort der Hoffnung warteten, von uns, den letzten verzweifelten jüdischen Kämpfern. Es war klar, daß wir es ohne Lebensmittel, Wasser und Löschgerät nicht lange inmitten des tobenden Flammenmeers würden aushalten können. Irgendein Ausweg mußte gefunden werden, aber wo und wie? Ein junger Bursche erzählte uns, er wisse einen Weg, der durch die unterirdischen Abzugskanäle aus dem Getto in den nichtjüdischen Teil der Stadt führe. Einen Augenblick lang wirkte diese Zuversicht ansteckend. Aber was sollte das nutzen? Da es draußen niemanden gab, der uns aufnehmen würde, war das der sichere Tod. Man kam einfach aus dem einen Feuer in ein anderes. Dennoch beschlossen wir nach einer langen Diskussion, einen Versuch zu wagen. Fünf nicht jüdisch aussehende junge Leute wurden ausgesucht, um zusammen mit dem Führer den Rettungsweg zu erkunden. Sollte einer von ihnen zurückkommen, dann wollten wir uns entscheiden. Sie zogen los. Und das qualvolle Warten begann. Kinder weinten, die Schwachen stöhnten, und man konnte sehen, wie die Flammen näherrückten. Von einer Gruppe von Kämpfern drang leiser Gesang zu uns her. Ein Glückspilz kam mit einem Stück Brot, belagert von Hunderten, die wenigstens eine Krume erhaschen wollten. Stunden vergingen. Um ein Uhr morgens kehrten zwei von den Kundschaftern zurück, ein Führer und Tovyah Buschi9 Am kowskij, der verwundet und blutüberströmt war. Sie berichteten, daß sie durch die Kanalisationsanlage ungefährdet durchgekommen waren. Einsteigeschacht angelangt, hatten sie die Abdeckungsplatte in die Höhe gehoben, und zwei Mädchen und zwei junge Männer hätten auf den Zehenspitzen die stille Straße überquert. Wenige Minuten danach, während Tovyah noch in der Öffnung stand, hatten die Deutschen zu schießen begonnen. Er wurde von zwei Kugeln getroffen; über das Schicksal der anderen, die weggelaufen waren, wußte man nichts. Wenn d Gettoma Der Gedanke eines Massenauszugs mußte fallen gelassen werden. Zunächst einmal lag unsere einzige Hoffnung innerhalb des brennenden Gettos. Ein Appell für die Kämpfer wurde abgehalten, und es ergingen Weisungen, wir sollten uns in den vor dem Feuer sicheren Bunkern und in den von den Flammen noch nicht verzehrten Ruinen verschanzen. Viele, die keinen anderen Unterschlupf finden konnten, gingen in die Abwässerkanäle hinunter, um dort den nächsten Tag abzuwarten. Vorläufig schlug noch der Puls des jüdischen Lebens tief unter der Erde in Bunkern und Kanälen. Straßen Bunkern hervor. zwar ni frische Auch zu begi dünne trupps, hielten Unter den schwelenden Ruinen, weit weg von dem Frühlingstag, lagen Hunderte von uns in einer Tiefe von fünf Metern in völligem Dunkel auf dem Boden eines Bunkers. Kein Strahl des Tageslichts konnte hier eindringen, nur die Uhr sagte uns, daß draußen die Sonne unterging. Hier, in Milah Nr. 18, war das Hauptquartier des Jüdischen Kampfbundes. ein Te suchter außerh Bunker Jede stickige auf der durch d rasch schrum Entdeck deutsch Soldate der Ru Zeiche spürter erzwan unsere bei N 10 mt war. isationsen. Am die Abnd zwei auf den Wenige in der schießen getroffen; ggelaufen Ste fallen sere einGettos. Iten, und den vor von den schanzen. of finden hinunter, Vorläufig tief unter weg von s in einer auf dem ageslichts uns, daß ah Nr. 18, pfbundes. Wenn die Nacht kam und in der Stadt jenseits der Gettomauern Schweigen herrschte, wurden die Straßen des Gettos lebendig. Die Menschen in den Bunkern standen auf und krochen aus der Tiefe hervor. Das Verlangen nach Tageslicht ließ sich zwar nicht befriedigen, aber man konnte wenigstens frische Luft schöpfen. Auch die Kämpfer standen auf, um ihre Tätigkeit zu beginnen. Eine Menge war zu erledigen. Die dünne Suppe mußte ausgeteilt werden, und Spähtrupps, Patrouillengänger und Kampfgruppen erhielten ihre Befehle. Manchmal entdeckten wir ein Telefon, das noch funktionierte, dann suchten wir, die Verbindung mit unseren Kameraden außerhalb der Mauern aufzunehmen. Verlassene Bunker wurden nach Lebensmitteln durchsucht. verJede Nacht streiften Juden, die aus den dunklen, stickigen Unterständen herausgekommen waren, auf der Suche nach ihren Familien und Freunden durch die Straßen, und jede Nacht sahen wir, wie rasch sich unsere Zahl verringerte. Das Getto schrumpfte rasch zusammen. Der Hunger und die Entdeckung eines Bunkers nach dem anderen durch deutsche Patrouillen forderten ihren Zoll. Deutsche Soldaten pflegten sich bei Nacht in einem Winkel der Ruinen zu verstecken und nach Stimmen und Zeichen von Tätigkeit zu lauschen. Auf diese Weise spürten sie unsere Bunker auf. Dann kamen sie und erzwangen sich Eingang. Überall lagen die Leichen unserer Kameraden verstreut. Ich fürchtete mich, bei Nacht umherzugehen, aus Angst, auf sie zu 11 treten. Scharen von Krähen ließen sich auf den ver- wesenden Leichen in den Straßen nieder. Manchmal hörte man, wenn man durch die Ruinen ging, in der Grabesstille plötzlich ein schwaches, verzweifeltes Stöhnen. Dann durchsuchten wir den Schutt. Lautes Rufen war gefährlich, und wenn. wir in die Nähe eines Verwundeten kamen, verhielt er sich still, aus Angst, wir könnten Deutsche sein. Einmal fand ich eine Frau mit ihrem Kind; sie hatten beide tagelang nichts zu essen und auch kein Wasser gehabt und waren mehr tot als lebendig. Mehr als einmal baten uns die Ver- wundeten:„Tötet mich!" Wir wußten zwar, daß dieses Verlangen nur vernünftig war, aber wir hatten nicht das Herz, zu schießen. Viele andere waren durch das Grauen und die Qualen unseres Daseins irrsinnig geworden und wanderten jetzt ziellos im Getto umher. Seit Beginn des Aufstands waren nun drei Wochen verstrichen. Wir hungerten und konnten keinen Nachschub erhalten. Die Zeit verging in endlosen Gesprächen— wir redeten über den Hunger, sprachen immer wieder von Einzelheiten der Schlacht mit den Deutschen und ständig von Palästina, das keiner von uns hatte erreichen können. Wir saßen in einer Falle, und die einzige Aus- sicht, die wir hatten, war die auf einen langsamen Hungertod. Was konnten wir tun? Die Verbindung mit der Stadt war völlig abgeschnitten. Berl Broide schlug vor, wir sollten am hellen Tage die deut- 12 schen| wältiger wandte überwäl wir dur Wälder Tovy: direkter ihm in zählt h schließ] gelange men, w wußten Wie lei Schwer hatten tägelanı lich yo Tovyah Wendur Führer, leiten k In ur alle Be Plan, R Kanäle den w Häuser erst so Wie Ju den verRuinen waches, wir den enn wir rhielt er The sein. ind; sie nd auch tot als lie Verwar, daß ber wir e andere unseres en jetzt un drei konnten rging in ber den zelheiten ndig von erreichen ge Ausngsamen bindung rl Broide die deutschen Patrouillen überraschend angreifen, überwältigen und dann in die Wälder fliehen. Einer wandte dagegen ein: ,, Schön, angenommen, wir überwältigen die Nazipatrouille. Aber wie sollen wir durch die Straßen Warschaus hindurch in die Wälder gelangen?" Tovyah Buschikowskij sprach wieder von dem direkten Weg zu den Abzugskanälen, von dem man ihm in dem Bunker bei Franciskanska Nr. 20 erzählt hatte. Auf dieser Route konnte man ausschließlich durch unterirdische Gänge in die Kanäle gelangen. Viele machten Einwendungen. Angenommen, wir kämen wirklich zu den Kanälen. Wir alle wußten, wie ausgedehnt und verzweigt sie waren. Wie leicht man in sie einsteigen konnte, aber wie schwer es war, einen Ausgang zu finden. Wie viele hatten versucht, durch sie zu entkommen, waren tagelang ausweglos umhergewandert und schlieẞlich vor Hunger, Durst und Grauen gestorben! Tovyah antwortete auf unsere zweifelnden Einwendungen. In dem anderen Bunker gab es einen Führer, der uns sicher durch das Labyrinth geleiten konnte. In unserer Verzweiflung schoben wir schließlich alle Befürchtungen beiseite und schmiedeten einen Plan. Eine zehn Köpfe starke Gruppe sollte in die Kanäle entsandt werden. Sie sollten sich nachts auf den Weg machen und in den Ruinen verlassener Häuser außerhalb des Gettos verstecken. Wenn sie erst so weit waren, sollten Kameraden, die nicht wie Juden aussahen, die bereits früher Entkomme13 nen aufzuspüren versuchen und mit ihnen zusammen einen Fluchtplan ausarbeiten. Ich erhielt Weisung, die Gruppe zu begleiten, mit dem Führer zu verhandeln und unsere Kundschafter zu entsenden. Die letzten Vorbereitungen wurden getroffen. Wir nahmen unsere Waffen und sagten unseren Freunden Lebewohl. Würden wir einander jemals wiedersehen? Erst krochen wir einzeln auf dem Bauch aus dem Bunker heraus. Der Ausgang war eng und mit Steinen bedeckt. Die Debatte hatte unsere Aufmerksamkeit so in Anspruch genommen, daß wir ganz vergessen hatten, daß es Nacht war. Aus irgendeinem Grunde hatten wir mit Tageslicht gerechnet. Nach Wochen der Dunkelheit hatten wir alle ein großes Verlangen nach Licht. Im Freien angelangt, tranken wir die frische Luft mit offenem Munde ein. Die draußen aufgestellte Wache flüsterte uns zu: ,, Von links her wird geschossen; rechts ist alles ruhig; dort könnt ihr gehen." Wir gingen in aller Stille weiter; unsere Füße waren mit Lumpen umwickelt, um unsere Schritte unhörbar zu machen. Trümmer, das Gerippe ausgebrannter Gebäude, Ruinen. Hin und wieder brach die schwelende Glut eines Hauses in helle Flammen aus. Es war seltsam; jedesmal, wenn wir aus unserer Höhle herauskamen, war es schwieriger, das Getto wiederzuerkennen. Die Dinge änderten sich so schnell. Stille. Von Zeit zu Zeit wurde das Schweigen durch ein Fenster unterbrochen, das in seinen Angeln in 14 3 den verkohlten Resten einer Mauer hin und her schwang, oder durch die Eisenstäbe eines zerstörten Ladens, die im Winde kreischten und hin und her schlugen. Gespannt und vorsichtig, den Finger am Abzug der Pistole, schritten wir auf verborgenen Pfaden weiter. Hier und da trafen wir einzelne Überlebende, die neuen Mut faßten, als sie uns sahen, daß bewaffnete Juden noch am Werke waren. Sie beneideten uns, da sie nicht ahnten, daß wir genau so hilflos waren wie sie. ,, Was soll aus uns werden?" fragten sie ,,, es gibt nichts mehr zu essen. Alles ist verbrannt." Wir sagten ihnen ein paar aufmunternde Worte und überquerten, auf dem Bauche kriechend, die dunkle Straße. Und wieder nahmen uns die Ruinen auf. Totengr aufrech Tage v Wir machten auf unserem Weg bei verschiedenen Bunkern hat, um Anordnungen von der Befehlsstelle zu überbringen. Beim Bunker von Zechariah Erdstein erinnerten wir uns an die ersten Kampftage. Wir waren damals müde und in unserer Kampfkraft erschüttert gewesen, und dieser junge Mann hatte uns in seinen Bunker genommen, unsere Geister wieder belebt und uns zu essen und zu trinken gegeben. verlasse Nachric Der Bu In Fr finden mit de Zeit n Auch den Bunker der Familie Pinkert besuchten wir, die an der Spitze der Begräbnisgesellschaft gestanden hatte. Die Nazis hatten die Totengräber des Gettos verschont, da sie sie zur Bestattung der Toten brauchten. Der jüdische Friedhof lag außerhalb des Gettos, und so hatten wir mit Hilfe der viel er Nachri einmal seine 160 Ub die Ka fluchts gekehr Bunke getöte werde Wir der Häuse wußte spren Pavel auf u Kame zuneh Adres 16 und her zerstörten und her am Abzug en Pfaden Ine Uberuns sahen, waren. Sie wir genau aus uns I zu essen. paar aufem Bauche er nahmen schiedenen er BefehlsZechariah en Kampfin unserer dieser junge men, unsere en und zu tbesuchten gesellschaft Totengräber stattung der lag außerit Hilfe der Totengräber die Verbindung mit der Außenwelt aufrechterhalten können. Aber es waren schon drei Tage vergangen, seitdem sie unsere Umwallung verlassen hatten. Sie sollten uns 20 Gewehre und Nachrichten von Hilfe aus der Hauptstadt bringen. Der Bunker war noch immer leer. In Franciskanska Nr. 20, wo wir unseren Führer finden sollten, gab es ein rührendes Wiedersehen mit den Freunden. Wir hatten schon seit längerer Zeit nichts von ihnen gehört und mußten ihnen viel erzählen, da sie kein Radio hatten und keine Nachrichten hören konnten. Dieser Bunker war einmal von den Deutschen umzingelt gewesen und seine Besatzung nahezu vernichtet worden, aber 160 Überlebende von seinen 300 Insassen waren in die Kanäle entkommen. Da sie keine neue Zufluchtsstätte finden konnten, waren sie zurückgekehrt und hausten auch weiterhin in dem alten Bunker, in der Hoffnung, daß der Feind glaubte, alle getötet zu haben, und sich nicht die Mühe nehmen werde, nochmals anzugreifen. Wir erhielten die Weisung, aus dem Schacht in der Belinskastraße auszusteigen und in einer Häusergruppe Deckung zu nehmen, die, wie wir wußten, bei der Beschießung im Jahre 1939 gesprengt worden war. Dort angekommen, sollten Pavel und Helene Schipper bis zum Morgengrauen auf uns warten und dann versuchen, mit unseren Kameraden außerhalb des Gettos Verbindung aufzunehmen. Wir brachten ihnen sorgfältig die Adressen und Telefonnummern bei. Die übrigen 17 - - drei - Teilnehmer sollten in den zerbombten Gebäuden warten, bis die beiden zurückkehrten. Einen oder zwei Tage später sollte dann eine andere Gruppe losgehen. Sie sollte um 9 Uhr abends an der Ausstiegstelle sein und dort auf ein Signal Klopftöne hintereinander warten, das bedeutete, daß die erste Gruppe in Sicherheit sei und daß sie herauskommen sollten. Der Ausgang war in der Mitte der Straße, von allen Seiten eingesehen ein gefährlicher Fleck. Zweieinhalb Stunden später kamen zwei von ihnen zurück; der eine davon war unser Führer. Sie erzählten uns, wie sie die Straße erreicht hatten. Es war still. Aber kaum hatten sie den Schacht wieder zugemacht und den Rückweg angetreten, als sie hörten, daß in der Straße über ihnen geschossen wurde. Galten die Schüsse unseren Kameraden? Sie wußten es nicht mit Sicherheit zu sagen. Unfähig, unsere Erschöpfung zu überwinden, verbrachten wir den ganzen Tag im Bunker. Einmal im Laufe des Tages kam von der Wache eine Schreckensbotschaft: Die Deutschen kommen! Unsere Nerven waren zum Zerreißen gespannt, und die Angst vor den Deutschen war größer geworden als die Furcht vor dem Tod. Aber die Deutschen kamen nicht. Ich dac war da zu allen erkenne In dieser Nacht machten wir, nämlich Chaim P. Marek Edelstein und ich, uns auf den Weg zurück zu unserem Bunker. Als wir zu unserem Bunker kamen, erkannte ich den Platz kaum wieder. das Los Dann fa Dunkel schwach Mensch hergefa kommer Beim Ziviliste Die Au kündigt Arbeits würden raden und w gannen ließen hörten geist d stickun stand d Ayre wir wo lebend Selbstr Eigent nieman 18 ebäuden men oder Gruppe der Aus- drei edeutete, daß sie rin der sehen- wei von Führer. t hatten. Schacht getreten, er ihnen unseren erheit zu den, verinmal im The eine kommen! gespannt, größer Aber die Chaim Weg zuunserem wieder. Ich dachte, wir hätten uns verirrt. Keine Wache war da und der Eingang verschlossen. Wir stürzten zu allen sechs Eingängen, aber sie waren nicht zu erkennen, und nirgends ein Posten. Wir schrien das Losungswort, aber es erfolgte keine Antwort. Dann fanden wir in einem naheliegenden Hof im Dunkel einige unserer Kameraden, schlammbedeckt, schwach und zitternd. Wir waren von zerbrochenen Menschen umringt. Die Deutschen waren über sie hergefallen, und nur einige wenige waren entkommen. Beim Anruf der Deutschen hatten sich nur die Zivilisten ergeben, aber keiner unserer Kämpfer. Die Aufforderung wurde wiederholt. Die Deutschen kündigten an, daß jeder, der herauskäme, in den Arbeitsdienst gesteckt werden würde; alle übrigen würden auf der Stelle erschossen. Unsere Kameraden verschanzten sich in der Nähe des Eingangs und warteten mit schußbereiten Waffen. Da begannen die Deutschen den Bunker zu vergasen. Sie ließen eine kleine Menge Gas hineinströmen und hörten dann damit auf, in dem Versuch, den Kampfgeist der Besatzung durch einen langsamen Erstickungsprozeß zu brechen. Ein furchtbarer Tod stand den 120 Kämpfern bevor. Ayreh Wilner war der erste, der rief: ,, Kommt, wir wollen uns selbst umbringen! Wir wollen nicht lebendig in ihre Hände fallen!" Nun begannen die Selbstmorde. Einzelne Pistolen versagten, und die Eigentümer baten ihre Freunde, sie zu töten. Aber niemand hatte den Mut, einem Kameraden das 19 Das w Leben zu nehmen. Lutek Rotblatt feuerte auf seine Mutter vier Schüsse ab, aber, obwohl sie verwundet war und blutete, bewegte sie sich noch immer. Dann entdeckte jemand einen verborgenen Ausgang, aber nur wenige kamen auf diese Weise davon. Die übrigen erstickten langsam durch das Gas. So fanden die besten jüdischen Kämpfer ihren Tod, im ganzen 120 an der Zahl, darunter auch unser Kommandant, den wir alle geliebt hatten. Es gab in liebte un in der Z Gewehr Von den 21 Entkommenen waren 18 Mitglieder des Kampfbundes. Einige von ihnen waren infolge Selbstmordversuchs verwundet, andere litten an Gasvergiftung. Jetzt fühlten wir, daß uns allen der sichere Tod bevorstand. Aber obwohl wir das Ende herbeisehnten, versuchten wir noch, die aufgehäuften Steine zu entfernen, die den Eingang zu unserem Bunker verrammelten. Vielleicht konnten wir die Leichen finden und Waffen retten. Es war unmöglich; alles war mit Dynamit gesprengt worden. Hier lag unsere letzte Hoffnung begraben, und wir gingen weg, eine Schar entseelter Körper, um einen Platz für die paar verwundeten und geschwächten Kameraden zu finden. scher ge nahm se glücklic gewesen Als w Wir machten auf unserem Weg bei der Einheit von Zechariah halt, um dort zu berichten, was vorgefallen war, und um anzukündigen, daß unsere Befehlsstelle nunmehr nach Franciskanska Nr. 20 verlegt würde. Zechariah begehrte auf: ,, Worauf warten wir eigentlich noch? Wir wollen alle gegen sie angehen, mitten auf der Straße, am hellichten Tag. Wir wollen schießen und selbst fallen." fielen w Wir ve rührten für die Handeln Eine gesandt Befehl die in Wir we dachte: der W Kamera von un unserer Dann verwirr muß ü gehetzt Abwass 20 20 auf seine erwundet immer. Len Ause Weise urch das fer ihren ter auch tten. Mitglieder infolge litten an allen der das Ende die aufngang zu konnten Es war esprengt begraben, Körper, eten und r Einheit was vorB unsere za Nr. 20 ,, Worauf lle gegen ellichten n." Das war meine letzte Begegnung mit Zechariah. Es gab im Getto keinen Juden, der ihn nicht kannte, liebte und bewunderte. Er war es gewesen, der uns in der Zeit des Januaraufstands das erste deutsche Gewehr gebracht hatte. Damals hatte ihn ein Deutscher gefangengenommen; er erschoß den Mann, nahm sein Gewehr und brachte es zu uns. Wie glücklich waren wir mit diesem ersten Gewehr gewesen! Als wir unser neues Hauptquartier erreichten, fielen wir auf den Boden und lagen wie gelähmt da. Wir verbanden weder die Verwundeten, noch rührten wir die Suppe an. Aber die Verantwortung für die Überlebenden rüttelte uns wieder zum Handeln auf. Eine weitere Gruppe mußte durch die Kanäle gesandt werden. Zehn Kameraden erhielten den Befehl zu gehen, und mit ihnen gingen die zwei, die in der Nacht zuvor zurückgekommen waren. Wir weinten, als sie uns verließen. Jeder von uns dachte: Welche letzte Botschaft soll ich den Lieben, der Welt, den kommenden Geschlechtern, den Kameraden in dem ersehnten Land senden? Erzählt von unserem Kampf, von unserer Einsamkeit, von unserem letzten Standhalten! Erzählt! Erzählt! Dann sah ich die beiden Führer. Ich war ganz verwirrt. Was wollten die hier? Ein neues Unheil muß über die anderen hereingebrochen sein. Mit gehetztem Atem erzählten sie uns, daß sie in den Abwasserkanälen Simcha Rithauser, der uns unter 21 dem Namen Kazhik bekannt war, gefunden hätten und daß er auf uns warte. jemand zweigten als sie kundigter Schwieri Polen in Betrag b zum Get versucht Eine Woche war vergangen, seitdem wir Kazhik zusammen mit Sigmund Friedlich durch einen Tunnel nach außen geschickt hatten, um unsere dortigen Kameraden zu treffen. Dieser Tunnel hatte eine Öffnung an der Moranowska nahe bei der Gettomauer. Jeden Tag gingen wir dorthin in der Hoffnung, von ihnen eine Botschaft zu empfangen. Die Deutschen auf der anderen Seite der Mauer sahen uns oft und schossen auf uns, aber zum Glück hatten wir keine Verluste. Jeden Abend erwarteten wir irgend etwas von ihnen zu hören, aber als keine Nachricht von ihnen kam, waren wir überzeugt, daß sie tot waren. Erst später erfuhren wir, daß dieser besondere Bezirk von deutschen Patrouillen abgesperrt war und daß nicht einmal Posten ihn betreten durften. Unsere Kameraden waren in der Morgendämmerung aus dem Tunnel herausgekommen, als ringsumher alles ruhig war. Zwar war eine deutsche Patrouille in der Nähe, aber sie erreichten das Tor eines Hofes auf der anderen Straßenseite und überredeten den polnischen Schließer, ihnen zu helfen. Der Schließer verbarg sie in seinem Haus und führte sie später durch geheime Verbindungsgänge heraus; sie fanden auch eine Zufluchtsstätte, konnten uns aber nicht verständigen. Von der polnischen Untergrundbewegung kam so gut wie keine Hilfe. Kazhik und Friedlich suchten 22 22 ihn bei mal durc ans Gett unter de nach obe so ganz waren I früher. H und rie Ruinen, begegne durch d Nun anlage, rückgek und wi empfan waren nicht m konnter außerst Kamera en hätten ir Kazhik ch einen m unsere nel hatte bei der in in der mpfangen. er Mauer um Glück warteten aber als wir über. hren wir, eutschen at einmal meraden n Tunnel hig war. er Nähe, auf der den polSchließer ie später aus; sie uns aber g kam so suchten jemand ausfindig zu machen, der mit dem verzweigten Kanalisationssystem vertraut war, aber als sie sich nach früheren Kanalarbeitern erkundigten, erregten sie Verdacht. Unter großen Schwierigkeiten kamen sie schließlich mit einem Polen in Berührung, der sich für einen großen Betrag bereit erklärte, mit Kazhik durch die Kanäle zum Getto und zurück zu gehen. Mehr als einmal versuchte der Pole umzukehren, aber Kazhik hielt ihn bei der Stange, manchmal mit Schnaps, manchmal durch Drohungen mit der Pistole. Als sie nahe ans Getto herangekommen waren, blieb der Pole unter der Erde, während Kazhik sich bei Nacht nach oben wagte, um uns zu suchen. Aber alles sah so ganz anders aus, und auch unsere Verstecke waren nicht mehr an den gleichen Stellen wie früher. Kazhik rannte wie ein Wahnsinniger herum und rief sogar mit lauter Stimme inmitten der Ruinen, aber es kam keine Antwort. Schließlich begegnete er durch Zufall der Gruppe, die wir durch die Kanäle nach außen gesandt hatten. Nun warteten die anderen in der Kanalisationsanlage, sagten unsere Führer; sie seien beide zurückgekommen, um uns zu ihnen hinzugeleiten, und wir müßten sofort mit ihnen kommen. Wir empfanden keine Freude. Gerade am Tage zuvor waren Hunderte ums Leben gekommen, die jetzt nicht mehr mit uns weggehen und gerettet werden konnten. Wir saßen da, völlig benommen und außerstande, uns zu erheben. Aber die beiden Kameraden drängten; der Pole werde nicht warten, 23 23 und wir seien alle verloren, wenn wir Zeit vergeudeten. Es fiel uns schwer, das Getto und die Toten zu verlassen. Der Gedanke, die Einheiten von Zechariah und Josef Farber im Stich zu lassen, peinigte uns. Wir hatten verabredet, sie am nächsten Tage zu treffen, und jetzt, im Morgengrauen, bot sich keine Gelegenheit, Verbindung mit ihnen aufzunehmen... Wenn wir bei beginnender Tageshelle uns zeigten, würden wir sie nur dem Feinde verraten. Wir sahen ein, daß wir jetzt nichts weiter tun konnten und daß wir gehen mußten. Dennoch weigerten sich einige Kameraden, mitzukommen: ,, Wir werden uns nicht vom Fleck rühren. Solange auch nur einer von uns im Getto ist, wollen wir alle dableiben." Aber wir wußten: wir mußten gehen. Schweren Herzens stiegen wir hinunter in die Kanalisationsanlage, an der Spitze die beiden Führer, Marek und ich am Ende. Es war ein Abgrund von Dunkelheit, und ich fühlte, wie das Wasser um mich herum aufspritzte, als ich hinuntersprang, und dann wieder weiterströmte. Ein gräßliches Gefühl des Ekels überkam mich in dem kalten, schmutzigen Wasser, und ich fühlte, daß nichts nicht einmal die Freiheit das lohnte. - - Nur ganz wenige konnten mit uns kommen. Die Alten und die Kinder konnten bei einer solchen Unternehmung nur ums Leben kommen. Sie baten nicht einmal, mitgehen zu dürfen. Sechzig Menschen krochen durch den engen Abwasserkanal, 24 halb zusammengekrümmt, während das schmutzige Wasser uns bis an die Knie reichte. Jeder hatte eine Kerze. In dieser Weise arbeiteten wir uns halb gehend, halb kriechend 20 Stunden lang, einer hinter dem anderen, ohne Rast, ohne etwas zu essen oder zu trinken, durch diesen grauenvollen Kanal. Hunger und Durst nahmen uns die Kräfte. Zu unserer Gruppe gehörten auch die 18 Überlebenden der Katastrophe bei Milah Nr. 18, die sich von den Wirkungen des Gases noch nicht erholt hatten. Einige von ihnen waren nicht imstande zu laufen, und wir zerrten sie an Händen und Füßen durch das Wasser. Mehr als einmal fiel einer von uns hin und bat, man solle ihn liegenlassen; aber keiner wurde während dieser ganzen Wanderung zurückgelassen. Nun ka gehen u meldeten aber nur von ihne zehnjähr dieses ge Wir alle einem b im Bürst Handgra hindurch Am nächsten Morgen erreichten wir in der Frühe eine Stelle unter der Frostastraße außerhalb des Gettos. Hier machten wir halt, um zu rasten. Kazhik und sein polnischer Gefährte hoben den Kanaldeckel in die Höhe und verschwanden. Wir saßen im Wasser und warteten. An jenem Tage hörten wir nichts mehr von ihnen. Marek und ich, die beide am Ende des ganzen Zuges waren, beschlossen in unserer Ungeduld, nach vorn zu gehen und mit den anderen zu besprechen, was geschehen solle. Eng gegen die Kanalwand gepreßt, zwängten wir uns hinter der Reihe der sitzenden Kameraden hindurch, bis wir zu denen in der Nähe des Ausgangs kamen. Sie wußten ebenfalls nichts. hatte er Weg fre an, ein Tapferk bevor e Erst u der Auß über de hoben, herunte uns pe noch d Durst e das Ka trunken reichter Minute Die H ein vo 26 chmutzige der hatte uns halb einer hinzu essen en Kanal. Cräfte. Zu -lebenden von den t hatten. zu laufen, en durch n uns hin er keiner zurückder Frühe halb des n. Kazhik en KanalWir saßen e hörten ich, die beschlosehen und eschehen zwängten ameraden des AusNun kam uns der Gedanke, zum Getto zurückzugehen und die anderen herauszubringen. Viele meldeten sich als Freiwillige für diese Mission, aber nur zwei wurden dafür bestimmt. Der eine von ihnen war Schlamek Schuster, ein etwa siebzehnjähriger Junge. Jeder wußte, daß keiner für dieses gewagte Unternehmen geeigneter war als er. Wir alle erinnerten uns, wie er seine Einheit aus einem brennenden, von den Nazis umstellten Haus im Bürstenbinderviertel gerettet hatte. Er war mit Handgranaten durch eine Mauer von Deutschen hindurchgebrochen, und als sie sich wieder faßten, hatte er bereits für sich und seine Kameraden einen Weg frei gemacht. Ihm schloß sich jetzt Yorek Blons an, ein älterer, wegen seiner Intelligenz und Tapferkeit geschätzter Kamerad. Sie verließen uns, bevor es Abend wurde. Erst um Mitternacht nahmen die Kameraden von der Außenwelt die Fühlung mit uns auf. Der Deckel über dem Einstiegschacht wurde in die Höhe gehoben, und man reichte uns Suppe und Brotlaibe herunter. Wir konnten die Eßwaren kaum anrühren; uns peinigte nur der Durst. Yehuda Vengrover, noch durch das Gas geschwächt, konnte seinen Durst einfach nicht mehr ertragen. Er hatte sich in das Kanalwasser heruntergebückt und davon getrunken. Als wir am nächsten Tag den Wald erreichten, fiel er zu Boden und starb in wenigen Minuten. - Die Kameraden von draußen unter ihnen auch ein von der PPR( Polnische Arbeiterpartei) zur 27 Unterstützung des Jüdischen Kampfbundes bestimm- ter Pole sagten uns, sie würden uns am Morgen holen. Wir erzählten ihnen, daß zwei unserer Kameraden zurückgegangen seien, um die übrigen zu holen; wir wüßten nicht, wann die zurückkämen, und würden uns nicht von der Stelle rühren, bevor sie nicht wieder da wären. Wir machten uns Sorgen, daß, wenn wir erst einmal hier herausgestiegen waren, es nicht mehr möglich sein könnte, die anderen herauszuholen, da die Deutschen bestimmt den Ausgang entdecken und sorgfältig beobachten würden. Über uns ging das Leben auf der Straße wie gewohnt weiter. Wir lauschten auf den Lärm der Straße und hörten die fröhlichen Laute polnischer Kinder, die auf der Straße spielten. Boten, Am Morgen kamen unsere beiden Schlamek und Yorek, mit leidverzerrten Gesichtern zurück. Alle in das Getto führenden Kanalausgänge waren verrammelt. In unserem Kummer beteten wir, es möge doch alles zu Ende gehen. Die körperlichen und geistigen Kräfte versiegten. Dann, um 10 Uhr, hörten. wir ein Geräusch, und bald darauf war der Tunnel von einem Licht erfüllt, so hell, wie wir es seit vielen Tagen nicht mehr gesehen hatten. Wir waren alle davon überzeugt, daß die Deutschen unser Versteck aufgestöbert hatten, und rannten weiter zurück in die Kanäle. Aber es waren unsere Kameraden, die gekommen waren, uns zu holen. 28 Sie riefen uns aufgeregt zu und halfen uns, die Leiter hinaufzusteigen. Nahe beim Ausgang stand ein Lastwagen. In wenigen Minuten waren vierzig Personen in ihm verladen, er fuhr weg, und ein anderer kam herangefahren. - keinem als wir v Brücke z Posten, wagen f der Fah sorgfälti um einer ten Brüc ander de Jetzt, da wir einander bei Tag sahen schmutzig, in Lumpen gewickelt, mit dem Unrat der Kanäle beschmiert, mit ausgemergelten Gesichtern, während die Knie vor Müdigkeit schlotterten überwältigte uns das Entsetzen. Nur unsere fiebernden Augen verrieten, daß wir noch lebendige Menschen waren. Wir legten uns alle auf den Boden des Lastwagens, um von der Straße nicht gesehen zu werden, und jeder hatte seine Waffe neben sich liegen. In dieser Weise fuhr ein Lastwagen voll bewaffneter jüdischer Kämpfer am 12. Mai 1943 mitten durch das von den Nazis besetzte Warschau. Der Pole Kaszek, der unser Bundesgenosse war, saẞ neben dem Fahrer und zeigte ihm den Weg, während Kazhik, für jedermann sichtbar, aufrecht im Wagen stand. Wir, die wir am Boden lagen, wurden durch seinen Gesichtsausdruck beruhigt. Wir wußten weder, wohin es ging, noch, durch welche Straßen wir fuhren. Wir sprachen nicht. Und um uns herum war der Lärm des Warschauer Lebens, das Geräusch vorüberfahrender Autos und der Menschenmassen. zukomm von Wa Unser Die Fahrt dauerte nur eine Stunde, aber die Minuten schleppten sich dahin. Verschiedene Male erging im Flüsterton das Kommando: ,, Waffen bereit halten! Deutsche in Sicht!" Aber es kam zu außerha polnisch dieser suchen einheite ganz die Polen du beiden H Waffen polnisch und als Fort v Einer Speditio nach de zufahre für die raden g 30 30 uns, die ang stand en vierzig , und ein schmutzig, Ler Kanäle fern, wäh-, überfiebernden Menschen des Lasten zu werich liegen. ewaffneter ten durch Der Pole saß neben während im Wagen den durch r wußten he Straßen uns herum Geräusch enmassen. aber die dene Male ,, Waffen es kam zu keinem Zusammenstoß. Die schwerste Phase kam, als wir versuchten, über die aus der Stadt führende Brücke zu fahren. An jeder Brücke standen deutsche Posten, die jedes Auto durchsuchten. Unser Lastwagen fuhr von einer Straße zur anderen; wenn der Fahrer merkte, daß bei einer Brücke eine sorgfältige Untersuchung stattfand, kehrte er um, um einen anderen Ausweg zu suchen. Bei der vierten Brücke gelang es uns dann, in dem Durcheinander des dichten Verkehrs unangefochten hinüberzukommen und so den Wald von Mlochini, 7 km von Warschau, zu erreichen. Unsere Flucht war von unseren Kameraden außerhalb des Gettos organisiert worden. Wenn die polnische Untergrundbewegung ein Unternehmen dieser Art in der Hauptstadt bei Tage hätte versuchen wollen, dann hätte sie dafür starke Kampfeinheiten einsetzen müssen. In unserem Fall wurde die ganze Aktion lediglich von drei Juden und einem Polen durchgeführt. Zwei von ihnen standen an den beiden Enden der Straße und verhinderten mit ihren Waffen jedermann daran, sie zu betreten. Ein polnischer Polizist erschien zufällig auf der Szene, und als einer unserer Kameraden ihn anschrie: ,, Fort von hier, oder ich schieße!" rannte er davon. Einer unserer Kameraden hatte am Morgen eine Speditionsfirma angerufen, sie solle zwei Lastwagen nach der Frostastraße schicken, um Holzschuhe abzufahren. Als die Wagen kamen, war schon alles für die Befreiungsaktion vorbereitet. Unsere Kameraden gingen bewaffnet zu den Fahrern und sagten: 31 Wir w ,, Hier sind keine Holzschuhe. Wir haben eine Gruppe jüdischer Kämpfer. Ihr müßt sie in die Wälder außerhalb Warschaus bringen, oder wir machen euch kalt." Sie gehorchten, und der erste Lastwagen brachte uns aus der Stadt hinaus. Während der Fahrt sorgten wir uns um die anderen, die in der Kanalanlage geblieben waren. Sie waren vom Ausgang ziemlich weit entfernt gewesen, und als sie dort angekommen waren, konnten die Kameraden draußen den Verkehr von der Straße nicht mehr länger fernhalten. Der Fahrer des zweiten Lastwagens bekam Angst und verließ seinen Sitz. Man konnte ihnen nur noch sagen: ,, Geht durch den Kanal zu dem Ausgang der nächsten Straße. Wir holen euch später." als wir plötzlich Kämpfer die Grup begrüßer aber etw hatten s wir seie lebender In uns verschm Aber sie hatten das Warten offenbar satt und kamen aus dem Kanal heraus. Sofort wurde die ganze Nachbarschaft von einer großen Zahl Deutscher umstellt, da inzwischen unsere Flucht ruchbar geworden war. Sie warfen Handgranaten in den Kanal, und als die zwanzig die Straße erreicht hatten, kam es zu einem schrecklichen, sich lange hinziehenden Handgemenge zwischen der kleinen Schar unserer hungrigen und entkräfteten Leute und den deutschen Truppen. Die Polen äußerten ihre staunende Bewunderung für diese Handvoll jüdischer Knaben und Mädchen, die es wagten, in die Stadt auszubrechen, um gegen die Deutschen zu kämpfen. Legenden bildeten sich um diesen Zusammenprall, bei dem all die jungen Kämpfer den Tod fanden. waren w man uns warme grüne W lange he die Son unseren gedräng aus. In jen Vertiefu unseren des Wa hatte. W abspielt Ende g waren, reste. und wi 32 ben eine e in die oder wir der erste S. um die en waren. I entfernt mwaren, kehr von er Fahrer d verließ ch sagen: gang der satt und wurde die ahl Deutacht ruchanaten in e erreicht sich lange er kleinen ten Leute äußerten Handvoll wagten, in atschen zu en Zusamr den Tod Wir wußten nicht, wohin man uns brachte, aber als wir uns dem Walde näherten, fanden wir uns plötzlich von Freunden umringt. Eine Gruppe von Kämpfern, die das kleine Getto verlassen hatte, die Gruppe Tebens- Schultz, lief herbei, uns zu begrüßen. Sie waren ebenso wie wir entkommen, aber etwa zehn Tage früher hier eingetroffen. Sie hatten schon um uns getrauert, in dem Glauben, wir seien verloren und sie selbst die letzten Überlebenden. In unseren Lumpen, voller Unrat und mit unseren verschmutzten und noch ungewaschenen Gesichtern waren wir menschlichen Wesen so unähnlich, daß man uns kaum erkannte. Sie brachten uns sofort warme Milch. Alles war so seltsam. Um uns der grüne Wald und ein schöner Frühlingstag. Es war lange her, daß wir einen Wald, den Frühling und die Sonne gekannt hatten. Alles, was jahrelang in unseren vereisten Herzen begraben und zurückgedrängt war, regte sich jetzt. Ich brach in Tränen aus. In jener Nacht saßen wir alle um das in einer Vertiefung brennende Lagerfeuer und fühlten in unseren Herzen, daß wir die letzten Überlebenden des Warschauer Gettos waren, das man ausgerottet hatte. Wir wußten nicht, was sich überall in Polen abspielte, aber wir fühlten, daß für unser Volk das Ende gekommen war und daß wir Überbleibsel waren, rauchende und verglimmende Aschenreste... Unsere Zukunft war in Dunkel gehüllt, und wir, die Geretteten, empfanden uns als über33 flüssig und vereinsamt, verlassen von Gott und den Menschen. Was gab es, das noch getan werden konnte, was wir nicht getan hätten? Wir lagen am Boden, aber wir konnten keinen Schlaf finden. Wir dachten an das Mysterium der Welt und des Menschen, und wir erinnerten uns des Mordes, der an unserem Volke begangen worden war, und der geliebten toten Kameraden, die Asche waren von der Asche unserer verbrannten Seelen. Wir grübelten und fragten, grübelten und fragten, aber es gab keine Antwort. 34 Gott und werden keinen rium der uns des worden ie Asche Seelen. fragten, Das Befehl! Betreten des ehemaligen jüdischen Wohnbezirks ist der arischen Bevölkerung strengstens verboten. Jeder, der ohne gültigen Ausweis angetroffen wird, ist sofort zu erschießen. Derselben Strafe verfällt derjenige, der einem Juden wissentlich Unterschlupf gewährt, insbesondere den Juden außerhalb des jüdischen Wohnbezirks unterbringt, beköstigt oder verbirgt. Der SS- u. Polizeiführer im Distrikt Warschau SS- Brigadeführer u. Generalmajor der Polizei 35 35 Bericht der SS- und Polizeiführung Warschau über die Niederschlagung des Aufstandes im Warschauer Getto dann no kriechen, Flammen ihre Vers in bereits so lange zelnen St Aufentha ersten ad konnten Stimmen Mutig k oder der Der von den Juden und Banditen geleistete Widerstand konnte nur durch energischen, unermüdlichen Tag- und Nachteinsatz der Stoẞtrupps gebrochen werden. Am 23. April 1943 erging vom Reichsführer über den höheren SS- und Polizeiführer Ost in Krakau der Befehl, die Durchkämmung des Gettos in Warschau mit größter Härte und unnachsichtlicher Zähigkeit zu vollziehen. Ich entschloß mich deshalb, nunmehr die totale Vernichtung des jüdischen Wohnbezirkes durch Abbrennen sämtlicher Wohnblocks, auch der Wohnblocks bei den Rüstungsbetrieben, vorzunehmen. Es wurde systematisch ein Betrieb nach dem anderen geräumt und anschließend durch Feuer vernichtet. Fast immer kamen dann die Juden aus ihren Verstecken und Bunkern heraus. Es war nicht selten, daß die Juden in den brennenden Häusern sich so lange aufhielten, bis sie es wegen der Hitze und aus Angst vor dem Verbrennungstod vorzogen, aus den Stockwerken. herauszuspringen, nachdem sie vorher Matratzen und andere Polstersachen den brennenden Häusern auf die Straße geworfen hatten. Mit gebrochenen Knochen versuchten sie aus die Schä und nich verendet mußten den, um einem Ta löcher g x- Zeit N daß die tend im sammen öffnunge Juden, in Kanä ledigt. härter und der brüders 36 rschau ndes im eleistete unermüdoßtrupps ing vom 1 Polizeiämmung ärte und Ich entnichtung Obrennen Locks bei s wurde eren geernichtet. ren Verht selten, sern sich Hitze und Ogen, aus dem sie chen aus geworfen chten sie dann noch über die Straße in Häuserblocks zu kriechen, die noch nicht oder nur teilweise in Flammen standen. Oft wechselten die Juden auch ihre Verstecke während der Nacht, indem sie sich in bereits abgebrannte Ruinen verzogen und dort so lange Unterschlupf fanden, bis sie von den einzelnen Stoẞtrupps aufgefunden wurden. Auch der Aufenthalt in den Kanälen war schon nach den ersten acht Tagen kein angenehmer mehr. Häufig konnten auf der Straße durch die Schächte laute Stimmen aus den Kanälen herausgehört werden. Mutig kletterten dann die Männer der Waffen- SS oder der Polizei oder Pioniere der Wehrmacht in die Schächte hinein, um die Juden herauszuholen, und nicht selten stolperten sie dann über bereits verendete Juden oder wurden beschossen. Immer mußten Nebelkerzen in Anwendung gebracht werden, um die Juden herauszutreiben. So wurden an einem Tage einhundertdreiundachtzig Kanaleinsteiglöcher geöffnet, und in diese zu einer festgelegten x- Zeit Nebelkerzen herabgelassen mit dem Erfolg, daß die Banditen vor dem angeblichen Gas flüchtend im Zentrum des ehemaligen Wohnbezirkes zusammenliefen und aus den dort befindlichen Kanalöffnungen herausgeholt werden konnten. Zahlreiche Juden, die nicht gezählt werden konnten, wurden in Kanälen und Bunkern durch Sprengungen erledigt. Je länger der Widerstand andauerte, desto härter wurden die Männer der Waffen- SS, Polizei und der Wehrmacht, die auch hier in treuer Waffenbrüderschaft unermüdlich an die Erfüllung ihrer 37 Aufgaben herangingen und stets beispielhaft und vorbildlich ihren Mann standen. Der Einsatz ging oft vom frühen Morgen bis in die späten Nachtstunden. Nächtliche Spähtrupps, mit Lappen um die Füße gewickelt, blieben den Juden auf den Fersen und hielten sie ohne Unterbrechung unter Druck. Nicht selten wurden Juden, welche die Nacht benutzten, um aus verlassenen Bunkern ihre Lebensmittelvorräte zu ergänzen oder mit Nachbargruppen Verbindung aufzunehmen bzw. Nachrichten auszutauschen, gestellt und erledigt. Wenn man berücksichtigt, daß die Männer der Waffen- SS zum größten Teil vor ihrem Einsatz nur eine 3- bis 4wöchige Ausbildung hinter sich hatten, so muß der von ihnen gezeigte Schneid, Mut und die Einsatzfreudigkeit besonders anerkannt werden. Es ist festzustellen, daß auch die Pioniere der Wehrmacht die von ihnen vorgenommenen Sprengungen von Bunkern, Kanälen und Betonhäusern in unermüdlicher, einsatzfreudiger Arbeit vollbrachten. Offiziere und Männer der Polizei, die zu einem großen Teil bereits Fronterfahrungen hatten, bewährten sich erneut durch beispielhaftes Draufgängertum. Schon Bevölker wiesen, d Wohnbez jeder, de maligen schossen Nur durch den ununterbrochenen und unermüdlichen Einsatz sämtlicher Kräfte ist es gelungen, insgesamt 56 065 Juden zu erfassen und nachweislich zu vernichten. Dieser Zahl hinzuzusetzen sind noch die Juden, die durch Sprengungen, Brände usw. ums Leben gekommen, aber nicht zahlenmäßig erfaßt werden konnten. Plakatans mals dar wissentli Juden au bringt, b straft wi Der po polnische Juden im Drittel d auszuhän folge aut Die p Juden d ganzen b tete der dem Un nehmigu völkerun die in le Gebiet gräber i des eher 38 38 ft und z ging Nachtum die Fersen Druck. cht beLebensruppen auszuer der atz nur Chatten, ut und werden. re der Sprensern in achten. einem en, beDraufermüd. Lungen, chweisen sind Brände mäßig Schon während der Großaktion wurde die arische Bevölkerung durch Plakatanschläge darauf hingewiesen, daß das Betreten des ehemaligen jüdischen Wohnbezirkes strengstens verboten ist, und daß jeder, der ohne einen gültigen Ausweis im ehemaligen jüdischen Wohnbezirk angetroffen, erschossen wird. Gleichzeitig wurde mit diesen Plakatanschlägen die arische Bevölkerung nochmals darüber belehrt, daß jeder, der einem Juden wissentlich Unterschlupf gewährt, insbesondere den Juden außerhalb des jüdischen Wohnbezirkes unterbringt, beköstigt oder verbirgt, mit dem Tode bestraft wird. Der polnischen Polizei wurde genehmigt, jedem polnischen Polizisten im Falle der Festnahme eines Juden im arischen Teil der Stadt Warschau ein Drittel des Barvermögens des betreffenden Juden auszuhändigen. Diese Maßnahme hat bereits Erfolge aufgewiesen. Die polnische Bevölkerung hat die gegen die Juden durchgeführten, Maßnahmen im großen und ganzen begrüßt. Gegen Ende der Großaktion richtete der Gouverneur einen besonderen Aufruf, der dem Unterzeichneten vor Bekanntgabe zur Genehmigung vorgelegt wurde, an die polnische Bevölkerung, mit welchem diese unter Hinweis auf die in letzter Zeit erfolgten Mordanschläge in dem Gebiet der Stadt Warschau und auf die Massengräber in Katyn über die Gründe zur Vernichtung des ehemaligen jüdischen Wohnbezirkes aufgeklärt 39 und zum Kampf gegen kommunistische Agenten und Juden aufgefordert wird.( S. beiliegendes Plakat.) Die Großaktion wurde am 16. Mai 1943 mit der Sprengung der Warschauer Synagoge um 20.15 Uhr beendet. S. 11: Von den 56 065 insgesamt erfaßten Juden sind etwa 7000 im Zuge der Großaktion im ehemaligen jüdischen Wohnbezirk selbst und durch Transport nach T 00 6929, also insgesamt etwa 14 000 Juden, vernichtet worden. Über die Zahl 56 065 hinaus sind schätzungsweise 5-6000 Juden bei Sprengungen und durch Feuer vernichtet. Die Zahl der vernichteten Bunker beträgt 631. Warschau, den 16. Mai 1943 Der SS- und Polizeiführer im Distrikt Warschau SS- Brigadeführer und Generalmajor der Polizei Nachw Fried natio ( Bres schlu vero ,, We Manch schauer Juden se 1943 - SS- Spezi gegen W den dam den 300 und ein Mlochini von dem draußen sichtslos einen m gangene Das a 40 40 aus den jetzt ful Warscha skelette pole, di endeten Ruinen um ein Mondla Warsch wohnte unter ti ein gew Stadtbe sn und lakat.) it der 15 Uhr Juden 1 ehe- durch etwa » Zahl Juden tet, 31. rschau Nachwort von Friedrich Wolf Friedrich Wolf, einer der deutschen Teilnehmer an dem Inter- nationalen Friedenskongreß der Intellektuellen in Wroclaw (Breslau), der aus 45 Ländern beschickt war, reiste nach Ab- schluß dieses bedeutsamen Kongresses nach Warschau, Wir veröffentlichen seinen Aufsatz mit freundlicher Genehmigung der „Weltbühne‘‘' als ein besonderes Nachwort. Mancherlei hatte ich schon über den Aufstand des War- schauer Gettos gehört, wo einige tausend bewaffneter Juden sechs Wochen lang— vom 19. April bis Ende Mai 1943— einen letzten heroischen Kampf führten gegen SS-Spezialtruppen, gegen Flammenwerfer und Cyklongas, gegen Wehrmachtsartillerie und deutsche Bomber, bis von den damals in der Kanalisation unterirdisch noch hausen- den 30.000 Juden schließlich etwa 60 bewaffnete Kämpfer und ein Mädchen zu den Partisanen in den Wald von Mlochini sich durchschlugen. Man hatte mir auch berichtet von dem letzten Aufruf der Todgeweihten an die Welt da draußen, der begann: Wir wissen, daß wir einen aus- sichtslosen Kampf kämpfen. Aber wir sind entschlossen, einen menschenwürdigen Tod zu sterben für unser ver- gangenes Leben und für die Ehre unseres Volkes. Das alles klang wie eine uralte Legende, wie eine Epopöe aus den Bereichen Homers oder aus Dantes Inferno. Und jetzt fuhr unsere deutsche Delegation mit dem Leiter der Warschauer Stadtplanung durch die ausgebrannten Häuser- skelette der einst so lebensvollen und eleganten Metro- pole, die ich 1934 zum letztenmal gesehen hatte. Plötzlich endeten die in den mattblauen Herbstmorgen starrenden Ruinen. Wir rollten langsam um eine riesige, leere Fläche, um ein unübersehbares Trichtergelände, ähnlich einer Mondlandschaft. Wir berührten den Rand des ehemaligen Warschauer Gettos, in dem im Frieden 200 000 Menschen wohnten, wo aber 1942 die Nazis etwa 400 000 Juden unter tierischen Bedingungen konzentriert hatten. Es war ein gewaltiger Komplex, etwa in der Größe zweier Berliner Stadtbezirke, dem Erdboden gleichgemacht, nach monate- 41 langem Vernichtungskampf restlos niedergebrannt, zerbombt, eingeebnet. Die kahlen Häuserruinen der anderen Stadtteile seitlich dieser Todeswüste erinnerten noch an eine menschliche Vergangenheit. Das klaffende, riesige Nichts, das wir umkreisten, schien eine unmenschliche, fremde Sphäre von einem erkalteten Stern. Wir hielten vor einem hohen Block aus schwerem Basalt, dem Monument der Kämpfer des Gettos. Auf der Vorderseite ein Hochrelief: Über einen Gefallenen hinweg tritt ein junger jüdischer Partisane mit einem Gewehr, ein zweiter mit einer Handgranate, dann ein Greis mit einem Steinbrocken eine Frau und sich verteidigend. die knappe Inschrift: Das jüdische Volk seinen Kämpfern und Märtyrern. - Vorn Keiner von uns sprach ein Wort. Wir schauten über die endlosen Trichter und Schluchten dieser einstigen Wohnstätten, irrten selbst ziellos über die Steingrate, da rechts und links drunten die Kellergrüfte und Reste der Kanalisation klafften, wo unterirdisch die Menschen monatelang gehaust hatten und zum letzten Kampf nachts ausgebrochen waren. Da stand auch Vercors, der französische Dichter und Mann der Résistance; er hatte einen kleinen Ziegelbrocken in der Hand und drehte ihn hin und her. Ein Mexikaner, der zu dem Breslauer Kongreß der Kulturschaffenden gekommen war, stapfte im Schutt eines Erdtrichters und suchte wohl ebenfalls vergebens zu begreifen, daß hier einmal das dichtbevölkerte Zentrum Warschaus gewesen war. Eine furchtbare Mahnung ist dieser Ort. Ganz Europa, die ganze Welt müßte ihn sehen! Dieses Getto müßte an den Schlaf der Welt" rühren, dieser sehr oberflächlichen, sehr vergeßlichen Welt. Kann man heute, nach kaum fünf Jahren, tatsächlich wieder darüber hinwegleben als sei nichts geschehen? Was war hier geschehen? Am gleichen Mittag besuchte ich das Jüdische Historische Institut, sprach mit einem der wissenschaftlichen Arbeiter und sah in dem Museum die Dokumente, die hektographierten Flugschriften, die wenigen ausgegrabenen Waffen der jüdischen Kämpfer, die Fotos, die bei den später gefangenen deutschen Offizieren gefunden wurden, die in Gips hergestellten kleinen Modelle des Gettos in 42 den versch stelle des der Kana den Erzäh von jüdisc Der Au großen K die HitlerHinsicht i Anfang A hatten im Europas, in den St möglichke genau be Vernichtu klammert Bomber, Cyklon i Was h übermäch Gewehre, vorher be nern erbe feuchten im Wass Munition die Befel meist na über offe für die T Das S nahmen geringen werden, und Stre lag. Auf Kinder, rechnen, mangels 2 t, zernderen och an riesige hliche, Basalt, uf der inweg hr, ein einem Vorn mpfern über stigen te, da te der onates aussische -leinen d her. Kuleines zu bentrum uropa, müßte rflächnach leben prische beiter hektobenen i den urden, tos in den verschiedenen Etappen des Kampfes mit der Befehlsstelle des Stabes der jüdischen Partisanen in einem Punkt der Kanalisation. Ich konnte all dieses vergleichen mit den Erzählungen, die ich Anfang 1944 in der Sowjetunion von jüdischen und bjelorussischen Partisanen gehört hatte. * Der Aufstand des Warschauer Gettos nimmt in der großen Kette der Widerstandskämpfer aller Länder gegen die Hitler- Tyrannei einen besonderen Platz ein. In mancher Hinsicht ist er einzigartig. Denn die im Warschauer Getto Anfang April 1943 noch eingeschlossenen 30 000 Juden hatten im Gegensatz zu den meisten anderen Partisanen Europas, die in Wäldern, im Gebirge oder auch unerkannt in den Städten und Dörfern kämpften, keine Ausweichmöglichkeit mehr. Sie waren an einem engbegrenzten, genau bekannten Ort von dem Ring der SS und den Vernichtungskommandos der Wehrmacht eisern umklammert von einer ungeheuren Übermacht, die vom Bomber, Geschütz und Flammenwerfer bis zum Giftgas Cyklon über alle modernsten Kampfmittel verfügte. - Was hatten diese 2000-3000 jüdischen Kämpfer der übermächtigen Nazitruppe entgegenzusetzen? Nichts als Gewehre, Handgranaten und einige MG's, die sie sich vorher beschafft oder im Kampf von gefallenen SS- Männern erbeutet hatten. Dabei konnten sie in den dunklen, feuchten Gängen der Kanalisation, oft bis über die Knie im Wasser watend, weder die Waffen pflegen noch die Munition erneuern; es gab sehr bald kein Telefon mehr; die Befehlsübermittlung geschah nur durch Meldegänger, meist nachts, da die Kanäle verschüttet waren und man über offenes Gelände mußte. Verbandmaterial und Arznei für die Verwundeten und Kranken fehlten völlig. Das Schlimmste aber: Die wenigen Nahrungsvorräte nahmen rapide ab. Frischwasser konnte nur nachts in geringen Mengen unter ständigem Beschuß herangebracht werden, da das Getto unter hellstem Scheinwerferlicht und Streufeuer der MG's und der Bordwaffen der Flieger lag. Auf jeden jüdischen Kämpfer aber kamen 20 Frauen, Kinder, Greise und Kranke. Man konnte sich klar errechnen, wann infolge Hungers, Wasser- und MunitionsUnd dennoch bemangels der Kampf zu Ende war. 43 - - schlossen alle einmütig, lieber unter der Erde gemeinsam für die Freiheit zu sterben wenn möglich mit der Waffe in der Hand als sich den Nazihenkern wie willenloses Schlachtvieh selbst auszuliefern. Wie hieß es doch in ihrem letzten Appell an die Welt, die droben im Lichte dahinlebte:„ Wir wollen einen menschenwürdigen Tod sterben!" Das war das einzige, was den jüdischen Frauen, Greisen und Partisanen des Warschauer Gettos in jenen denkwürdigen sechs Wochen des Frühlings 1943 noch blieb. Nicht widerstandslos in die Gaskammern von Belsen, Auschwitz und Maidanek sich treiben zu lassen, sondern ,, einen menschenwürdigen Tod sterben". Ist das wenig? * Denn damit begann ja der Aufstand des Gettos. Diese letzten 30 000 Warschauer Juden hatten Anfang April 1943 erfahren, daß man nun auch sie in die Gaskammern schicken wollte wie zuvor hunderttausende Juden, Polen und arbeitsunfähige Menschen der„, Niederrassen" Europas. * SO hatten nach den ,, Wie hypnotisierte Kaninchen", zynischen Worten Himmlers bisher die meisten sich in die Waggons einpferchen und wegrollen lassen. Da sagten diese Gettojuden den Nazihenkern ein nicht miẞzuverstehendes Nein! Die SS- Mannschaften, die an jenem Morgen des 19. April diese Warschauer Juden abtransportieren sollten, waren völlig überrascht. Worin bestand das Nein des Warschauer Gettos? Die Einheiten des illegalen jüdischen Kampfbundes hatten plötzlich die Straßenecken besetzt, die SS wurde mit rasendem Gewehrfeuer und mit Handgranaten empfangen. Die deutschen Überfallwagen fuhren auf nachts gelegte Minen auf und flogen in die Luft. Die SS, völlig konsterniert, zog sich an diesem Morgen schleunigst zurück. An den folgenden Tagen ging sie mit Sonderkommandos, mit Flammenwerfern und Artillerie zum Gegenangriff über. Jedesmal aber stieß sie auf einen gut organisierten, entschlossenen Widerstand der jüdischen Partisanen. Nach zehntägigen, erbitterten Straßenkämpfen wagten d einzudrin bomben menwerfe riesiges F Die Bew der Kana Auf dies die auch leitung v erstickten neuten Gewehrjüdischen ungleiche macht all eine H dursteter gefangen den. All bis auf durch die mit Hilf durch W gen hat Nazigefa Worin Warscha der Du unterwü der U hältniss ten Hu genosse fertigkei in jenen beugte, widersta die Wa gewaltig 44 einsam Waffe enloses ihrem dahinben!" Greisen denkblieb. Belsen, Ondern Diese April mmern Polen uropas. den sich in sagten SzuverMoranspornd das legalen raßenrfeuer Überflogen diesem mmanGegenorgaPartiimpfen wagten die deutschen Truppen nicht mehr, in das Getto einzudringen. Vielmehr begannen sie jetzt, durch Brandbomben aus der Luft und vom Rande her durch Flammenwerfer das Getto an allen Ecken anzuzünden. Ein riesiges Feuermeer wogte über den letzten Häuserruinen. Die Bewohner zogen sich in die tiefen, feuchten Schächte der Kanalisation und in die unterirdischen Bunker zurück. Auf diese wuchteten jetzt die schweren Torpedominen, die auch die tiefsten Zufluchtsorte eindrückten, die Wasserleitung verschütteten und hunderte Juden begruben und erstickten. Jetzt machten die SS- Kommandos einen erneuten Vorstoß. Doch immer wieder wurden sie von Gewehr- und MG- Feuer, von den Handgranaten der jüdischen Männer empfangen. Man bedenke, daß dieser ungleiche Kampf sechs Wochen dauerte! Daß die Wehrmacht alle Waffen einsetzte! Und daß man am Ende nur eine Handvoll völlig erschöpfter, verhungerter, verdursteter, bewegungsunfähiger, halbblinder Menschen gefangennahm, die sofort erschlagen und erschossen wurden. Alle anderen der 30 000 letzten Gettobewohner bis auf 60 Kämpfer, die mit der Waffe in der Hand sich durch die Kanäle in die Stadt zu einem Lastauto und dann mit Hilfe der polnischen Partisanen in tollkühner Flucht durch Warschau in den Wald von Mlochini durchgeschlagen hatten zogen den menschenwürdigen Tod" der Nazigefangenschaft vor. - " * - - Worin besteht das Einzigartige jenes Aufstandes des Warschauer Gettos? Unter einem Gettojuden versteht der Durchschnittseuropäer gemeinhin ja ein armseliges, unterwürfiges, zu jedem Handel bereites Geschöpf, dem der„ Übermensch" höchstens zugute hält, daß die Verhältnisse eben das Getto ihn zu einem„ geprügelten Hund" machten. Dieser Gettojude schien dem Zeitgenossen ein fester Begriff für Unterwürfigkeit, für Dienstfertigkeit um jeden Preis, für Habsucht und Feigheit. Aber in jenen Apriltagen 1943, da halb Europa sich Hitler noch beugte, da Hunderttausende sich von den Nazityrannen widerstandslos ins Feuer treiben ließen, da erhoben sich die Warschauer Gettojuden und lieferten todesmutig der gewaltigen Übermacht der SS- Truppen sechs Wochen lang 45 einen beispiellos heroischen Kampf, genau wissend, daß sie schon nicht mehr um ihr Leben kämpften, sondern ,, um einen menschenwürdigen Tod". * Ich glaube, auch Fernstehende können nach dieser unzulänglichen Schilderung begreifen, was diese vier Wörtlein bedeuten. Gewiß gab es unter diesen 30 000 Warschauer Juden keinen einzigen, der nicht den heißesten Wunsch hatte, das Tageslicht wiederzusehen und am Leben zu bleiben. Aber sie wollten sich nicht einen Tag Leben länger erkaufen mit der Schmach des Schlachtviehs. So kämpften sie um einen menschenwürdigen Tod." Hätten die meisten Menschen in Europa damals so gedacht und Hitler dieses„ Nein" entgegengeschleudert wie in Warschau die tapferen jüdischen Partisanen, es wäre kein Kampf um den Tod, sondern ein Kampf für das Leben geworden. * - - ich Nach jenem Inferno und Todesreigen möchte ich noch eine Episode berichten, die mir Anfang 1944 in Moskau ein jüdischer Dichter und Partisane aus Wilna glaube, er hieß Schutzkäfer erzählte. Auch in den Wilnaer unterirdischen Kanalgängen spielten sich ähnliche Kämpfe ab wie im Warschauer Getto. Dort gab es sogar unterirdische Schulen, Werkstätten und Waffenmeistereien bei Azetylenlicht. Dort arbeitete auch ein 70jähriger jüdischer Gelehrter, ein Assyrologe, an dem letzten Band seines Lebenswerkes über Keilschriften und babylonische und assyrische Sprachen. Eines Nachts nun kamen jüdische Partisanen, und es gelang ihnen, diesen kleinen Rest der Wilnaer Juden zu den bjelorussischen Partisanen in die geschützten Wälder Weißrußlands zu überführen. Dort im Waldlager wurden die völlig abgerissenen und verhungerten Menschen gebadet, neu gekleidet und genährt. Sie fühlten sich wie im Himmel. Nur der alte jüdische Gelehrte ging unzufrieden und knurrend umher. Man fragte ihn, was ihm fehle. Er sagte, er habe einen wichtigen Teil des Manuskriptes seiner großen Arbeit über die assyrischen Schriften in dem unterirdischen Kanal in Wilna liegen lassen. Man beriet. Dann machte sich ein kleiner den We gen in Manush lehrten, wald se Das winzige großen erlebter liedes, wird, d Widers Schmac schauer jüdisch wird n faschist 46 ser ier ten am [ag d.“ Be wie ‚are das A kleiner Trupp bjelorussischer und jüdischer Parfisanen auf den Weg nach Wilna, wo die Deutschen saßen. Sie dran- ‚gen in das alte Kanalversteck ein, fanden tatsächlich das Manuskript und brachten es dem 70jährigen jüdischen Ge- lehrten, der außer sich war vor Freude und im Partisanen- wald sein Lebenswerk über assyrische Sprachen beendete. Das alles klingt wie eine Legende. Aber es ist nur eine winzige Episode, eine aus hunderten Episoden dieses großen Heldenliedes, das viele unserer Zeitgenossen mit- erlebten, ohne es zu kennen und zu wissen. Dieses Helden- liedes, das noch geschrieben werden muß und geschrieben wird, dieser großen Epopöe der aufrechten, todesmutigen Widerstandskämpfer vieler Länder Europas gegen die Schmach faschistischer Henker. Der Aufstand des War- schauer Gettos aber, der Heldenkampf der Warschauer jüdischen Parfisanen vom 19. April bis Ende Mai 1943. wird nicht das schlechteste Kapitel dieser Epopöe des anti- faschistischen Kampfes sein. KAMPFER GEGEN DEN FASCHISMUS, KAMPFER FÜR DEN FRIEDEN!