Inhaltsverzeichnis der München 1. Vorwort 2. Wittelsbacher im Kz 3. Ein Gerücht geht um 4. Warum Hitler die Wittelsbacher haßte 5. Die Vorgeschichte der Hitlerherrschaft in Bayern 6. Feuerwehr hißt die Hakenkreuzfahne 7. Mordpläne gegen das Haus Wittelsbach im Jahre 1934 8. Abenteuerliche Wege zur Sicherung des Kronprinzen 9. General Halder zu Hilfsmaßnahmen bereit 10. Die monarchistische Widerstandsbewegung in Bayern 11. Bayerns Anteil am deutschen Widerstand gegen Hitler 12. Die Schikanen gegen den Kronprinzen nehmen zu 13. Der Kronprinz entschließt sich die Heimat zu verlassen 14. Die SS bedroht die Kronprinzessin und ihre Kinder 15. Das Elend in der Fremde 16. Die Gestapo versucht, den Kronprinzen zum Landesverräter zu stempeln 17. Die Rettung des Kronprinzen 18. Das Unheil trifft die Kronprinzessin und ihre Kinder 19. Prinz Albrecht mit seiner Familie im Kz 20. Die Befreiung 5 Vorwort Seitdem Adolf Hitler auf den propagandistisch sehr wirkungsvollen Einfall fam, München den Titel„ Hauptstadt der Bewegung" zu geben, ist es in wenig unterrichteten Kreisen Sitte geworden, unser Bayern mit dem Odium zu belasten, als trüge es die Hauptschuld an jenen schrecklichen Jahren, die zum Untergang Deutschlands führten. Es ist vergebens darauf hingewiesen worden, daß die Wahlziffern für die NSDAP. im Wahlkreis Oberbayern- Schwaben immer zu den niedrigsten im Reich gehörten, daß in keiner Stadt Deutschlands auf der Straße und in den Kaufläden der Gruß„ Heil Hitler" so gut wie verpönt war, wie es in München der Fall war, wo man ihn nirgends hören fonnte. Wohl trifft unsere, Stadt die Schuld, daß hier, wo die Abneigung gegen die Weimarer Republif am stärksten war, die Partei entstand, aber sie ist einigermaßen aufgehoben durch die Tatsache, daß hier und nur hier die staatliche Gewalt mit der Waffe in der Hand dem beginnenden Unheil entgegentrat, und während in manchen anderen Hauptstädten Deutschlands die politisch rechts stehenden Kreise gedanfenlos der nationalen Phrase des verhängnisvollen Trommlers nachliefen, hat hier in München und in ganz Bayern, freilich begünstigt durch bessere Kenntnis der kläglichen charakterlichen Unzulänglichkeit Hitlers und seiner Kumpane, der konservative Kern der Bevölferung das Hitlertum in eindeutigster Weise abgelehnt. Dies war nicht zuletzt das Verdienst des Herrscherhauses der Wittelsbacher, die anders als anderswo den verführerischen Lockungen des Braunauers von Anfang an aus klarem politischen Instinkt und aus der Erfahrung langer Jahrhunderte heraus, die zu einem natürlichen Fühlen mit dem Volke führte, jedes Gehör versagte. Wenig be tannt aber ist es, welch hohen Preis die Wittelsbacher für diese mannhafte Haltung zahlen mußten. Von dieser Haltung und jenem Preis möchten die folgenden Seiten erzählen. Oberflächliches Denken ist geneigt, sich vorzustellen, als lebte der Anwärter der bayerischen Krone nur von dem Wunsche, diese Krone wieder zu tragen, auf die er ein unabdingbares Recht hat, auf das weder sein Vater, König Ludwig III., noch er je verzichtet hat, und das ihm zu rauben niemand, auch kein Parlamentsbeschluß jemals berechtigt war. Solches Denken sieht nur das Recht, sieht nur vielleicht mit ihm verbunden die Annehmlichkeit eines königlichen 7 Lebens, aber verschließt die Augen vor der von Gott verliehenen Verpflichtung, sich ganz dem Dienste des Landes zu widmen, an dessen Spitze Gott ihn durch das Mysterium der Geburt stellte, wie man die Augen auch davor verschließt, daß Gott selbst in dem namenlosen Elend, das seit dem Rechtsbruch von 1919 über unser geliebtes Land hereinbrach, in dem unaushaltsamen Niedergang des Staates seit jener Zeit das Urteil über jenen Rechtsbruch zu sprechen scheint, den Kardinal Faulhaber 1919„ Meineid und Hochverrat" zu nennen den Mut hatte. Es ist wie eine Binde vor den Augen der Menschen, die die Ursachen des Niederganges in allen möglichen Gründen suchen, und es der klaren Einsicht eines amerikanischen Journalisten überlassen, der kürzlich in einer schweizerischen Zeitung die Worte schrieb, daß Hitler unmöglich gewesen wäre, wenn es noch eine königlich bayerische Armee gegeben hätte! Eine erstaunliche Erkenntnis für einen Ausländer, die jeder bestätigen wird, der Bayern vor 1914 fannte! Die folgenden Seiten sollen einen Ueberblick geben über den Kampi der Wittelsbacher gegen die Uebermacht des 3. Reichs. Sie beruhen zum Teil auf dem Tagebuch des Kronprinzen Rupprecht, das sorgfältig von Tag zu Tag geführt, in gütigster Weise zur Verfügung stand. Persönliche Erinnerungen des Hofmarschalls, Freiherrn Franz v. Redwig, der an entscheidender und gefährdetster Stelle die schweren Jahre in unverbrüchlicher Treue zu seinem hohen Herrn verlebte und eigene Erinnerungen des Herausgebers ergänzen die Darstellung. Auf die Erlebnisse der 12 Mitglieder des Königshauses in der Hölle der K3. näher einzugehen, lag nicht in der Absicht dieser Schrift. Sie werden nur in einem Briefe der Prinzessin Hilda an ihren Vater, den Kronprinzen, deutlich gemacht, da der Erbprinz Albrecht wert darauf legt, die Kluft nicht erneut zu vertiefen, die unser Volk so jammervoll zerreißt. Angesichts des Furchtbaren, das so viele unserer Landsleute, namentlich auch die Kommunisten, in den Höllen des 3. Reiches erlebten, sollen die eigenen Erlebnisse des Königshauses, die immerhin milder waren, nicht hervorgekehrt, sondern der Vergessenheit überantwortet werden. Es genüge zu wissen, daß die Erlebnisse der Kronprinzessin, die täglich durch die bekannten Einsprizungen zu Aussagen über ihren Gatten gezwungen werden sollte, aber mit heroischem Mute standhielt, so furchtbarer Natur waren, daß wenig Aussicht besteht, daß sie in ihrem Schweizer Zufluchtsort jemals wieder ihre volle Gesundheit erlangt. Sie war schließlich dem Hungertode preisgegeben, und der ärztliche Befund besagte, daß die luxemburgische Rot- Kreuz- Kommission, die sie suchte, sie nicht mehr am Leben getroffen hätte, wäre sie auch nur 24 Stunden später eingetroffen. 8 Viel Fur fchehen, abe 12 Mitglie brecherische Bayern die henen Ver an dessen wie man amenlosen btes Land taates seit cheint, den ennen den Menschen, den suchen, isten überrte schrieb, e königlich nntnis für vor 1914 Den Kampi ie beruhen das forg Verfügung eiherrn fter Stelle hen Herrn gänzen die der Hölle er Schrift. ren Vater, Ilbrecht unser Bolt s so viele Den Höllen s Königs ondern der m, daß die anten Einrden sollte, Sur waren, Cufluchtsort Teßlich dem te, daß die nicht mehr [ päter einViel Furchtbares ist in diesen 12 Jahren am deutschen Volke ge= schehen, aber es dürfte kaum eine deutsche Familie geben, von der 12 Mitglieder, zum Teil kaum dem Kindesalter entwachsen, die verbrecherische Brutalität in gleicher Weise zu spüren bekam. Weil sie Bayern die Treue hielt. Dr. Erwein Freiherr von Aretin. 9 Ein Gerücht geht um Es war in den bösen Tagen, im Herbst 1944. Tag und Nacht flogen die Bombengeschwader der vielen Feinde über Städte und Dörfer. Die Flammen der brennenden Heimstätten, die der Fleiß von Generationen geschaffen hatte, schlugen zum Himmel empor. Schutt, Asche und Trümmer bedeckten das einst so blühende Land. Und der Wahnsinn ging weiter. Knaben und Greise mußten an die Fronten. Der 20. Juli 1944, der Tag, an dem ein paar tapfere Männer sich entschlossen hatten, Hitler zu töten, um vielen Millionen unschuldiger Menschen das Leben zu retten, war vorübergegangen. Als wäre er mit dunklen Mächten im Bunde, so war es gewesen. Die Bombe der Attentäter hatte viele der Anwesenden vernichtet oder verwundet, aber Hitler überlebte. Und nun ging das Morden erst recht los. Während draußen die Männer von der Uebermacht der Feinde erschlagen wurden, während Frauen und Kinder unter den Trümmern ihrer zusammenstürzenden Heime umtamen, wurde in den Geheimkellern der Gestapo gehenkt, erschossen und gewürgt. Alle, die im Verdachte standen, den Hitlerschen Wahnsinn des schrecklichen, schon längst verlorenen Krieges nicht gutheißen zu können, wurden ergriffen und nach kurzem, oberflächlichem, ungerechtem Prozeß hingerichtet. Der Herbst, sonst so voller Fröhlichkeit, wenn die Ernte reift, das bunte Obst sich in den Körben häuft, war in jenem Jahre düster und voller böser Ahnungen. Da schlich ein Gerücht durchs Bayernland. Heimlich, abends flüsterte man es sich zu. Ob es Soldaten, die von Süden kamen, mitgebracht hatten, ob es aus den Gestapo- Quartieren durchgesichert war- Genaues wußte niemand, aber der Kern der heimlichen Berichte blieb immer derselbe: die Wittelsbacher wurden verhaftet. Sie hatten sich schon zu Beginn des Krieges in benachbarte Länder begeben, nach Italien, nach Ungarn, um den ständigen Verfolgungen der Gestapo zu entgehen. Jetzt war die SS, die Gestapo auch dort mächtig. Unauffällig, aber unerbittlich verhafteten ihre Häscher Prinzen und Prinzessinnen im Ausland, wo sie völlig zurückgezogen und unauffällig, unter schwierigen finanziellen Verhältnissen ge= lebt hatten. Nicht einmal die kleinen Kinder wurden verschont. Der 10 neue Herodes nichten. Zwö den in die F Töchtern des und Sophie, Prinzessin M Charlotte, F Weg durch di unschuldige Und so he über der Ge Sturm der E Und auch daß dem Vo verheimlicht die ganze M Wie war e hatten die V acht flogen örfer. Die Genera Dutt, Aiche mußten an änner fich schuldiger wäre er Bombe der erwundet, außen die , während stürzenden o gehenft, en Hitler: ieges nicht oberfläch reift, das hre düster os flüsterte mitgebracht war- Ge richte blieb barte Län en Verfol estapo auch re Häscher rüdgezogen niffen ge Schont. Der neue Herodes wollte sie alle in seiner Hand haben, um sie zu vernichten. Zwölf Mitglieder des alten bayrischen Herrscherhauses wurden in die K3.'s gebracht. Die Kronprinzessin Antonia mit den fünf Töchtern des Kronprinzenpaares: Irmingard, Editha, Hilda, Gabriele und Sophie, sowie der älteste Sohn, Prinz Albrecht, mit seiner Frau, Prinzessin Marie, und den vier Kindern: Marie Gabriele, Marie Charlotte, Franz und Max. Neun von den Verhafteten, die nun den Weg durch die Hölle der Konzentrationslager antreten mußten, waren unschuldige Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 21 Jahren. Und so heimlich geschah es, und so wütend wachten die Schergen über der Geheimhaltung des neuen Verbrechens, daß damals der Sturm der Empörung ausblieb im Bayernland. Und auch jetzt sind genügend Kräfte am Werk, die es gerne sehen, daß dem Volke der Leidensweg seines angestammten Herrscherhauses verheimlicht wird. So wissen bis auf den heutigen Tag nur Wenige die ganze Wahrheit. Wie war es nun damals zu diesen Nazi- Verbrechen gekommen? Was hatten die Wittelsbather verbrochen? 11 lands! Jst e Grundlagen Der Kam gleich nach Wittelsbach, Freiherr vo Warum Hitler die Wittelsbacher haßte Der wichtigste Grund war natürlich ganz einfach der, daß dieses Herr. schergeschlecht, so herzlich durch die Jahrhunderte mit dem Bayrischen Volk verbunden, dem größenwahnsinnigen Tyrannen, der es nie wagen konnte, sich ohne Schutz und Wachen unter das Volk zu mischen, ein rechter Dorn im Auge war. Neid erfüllte ihn wegen dieser echten Volksverbundenheit. Jedermann wußte, daß das Bayrische Volt sich in vielen Dingen stillschweigend und ohne viele Worte darüber zu machen, nach dem Vorbild und Beispiel seines alten Königshauses richtete. Und wenn im Bayernland, vor allem auf dem Lande, in den Dörfern und Einödhöfen, am Hochland und im Bayrischen Wald, an der Isar, an der Donau und am Main die Hitlerschen Irrlehren nie so recht Soden fassen konnten, so hatten dabei das Volk sich sein eigenes natürliches ablehnendes Urteil über die Nazis von den Wittelsbachern recht bestätigen lassen. Es hatte sich doch. so langsam herumgesprochen, daß die Prinzen den Hitler gründlich hatten abfahren lassen, als er versucht hatte, sie in seine SA und SS.- Uniformen zu stecken, um damit für sich Propaganda zu machen. Dies ganze Verhalten, dies von alters her gewohnte Leben mit dem Volte, das die Wittelsbacher führten, war den Nazis zuwider. Für sie gab es nur eine Wahl: entweder, die Wittelsbacher wurden auch Nazibonzen, Propaganda- Aushängeschilder für Hitler, oder sie wurden als Staatsfeinde ausgerottet. Es war ein großes Glück, daß die Nazis dennoch nicht alles wußten, wenn sie auch manches ahnten. alle Spuren daß dieses it die Wittels und scharfe brecht über nur allzurid fich jene Mi einfegten, u Worauf sie es abgesehen hatten, fam in späteren Jahren flar heraus, als der SS.- Führer Albertini in Florenz zu einem Italiener, dem der Kronprinz ein Empfehlungsschreiben an deutsche Wehrmachtsstellen gegeben hatte, höhnisch äußerte:„ Sie sind wohl verrückt, daß Sie sich ein Empfehlungsschreiben an die deutschen Behörden vom größten Feinde Deutschlands ausstellen lassen!" Das wollten die Nazis erreichen, eines der ältesten deutschen Herrscherhäuser als Feind des eigenen Volkes hinzustellen! Die Antwort darauf hat Kronprinz Rupprecht in seinem Tagebuch gegeben, wo er diesen Vorfall berichtet und hinzufügt:„ Ich, der größte Feind Deutsch12 zeit zu bew Vor 300 diese Erma Worte gefa immer vor er darf. D gejezt, um Geringeren Unrecht ge ungehört u nicht mit urteilt wer Wenn m Schrieb, dat und Mensc einen Fort Schritt von Barbarei e haben uns Wie gefa wehren, ha lang hatte fie glaubte, zu dürfen, Aber we wurde den e dieses Herr Bayrischen der es nie f zu mischen, dieser echten elen Dingen m, nach dem Und wenn Dörfern und Der Jar, an nie so recht genes natürittelsbachern die Prinzen rjucht hatte, mit für fich ben mit dem uwider. Für wurden auch Der sie wur: lles wußten, en flar her: m Italiener, Wehrmachtsverrüdt, daß hörden vom utschen Herr Die Antwort lands! Ist es nicht vielmehr der Nationalsozialismus, der es in seinen Grundlagen erschüttert?" Der Kampf Hitlers gegen das Bayrische Herrscherhaus begann gleich nach 1933. Die alten, treuen, erprobten Mitarbeiter des Hauses Wittelsbach, vor allem der Kabinettschef des Kronprinzen, Franz Freiherr von Redwig, sorgten und mühten sich, um vor der Gestapo alle Spuren zu verwischen, die zum Beweis hätten dienen können, daß dieses stillschweigende Beispiel der Ablehnung des Nazismus, das die Wittelsbacher ständig gaben, noch ergänzt wurde durch das klare und scharfe politische Urteil des Kronprinzen und des Prinzen Albrecht über die großen Fragen der Weltpolitik, ein Urteil, das sich als nur allzurichtig und zutreffend herausstellen sollte und nach welchem sich jene Männer richteten, die, als Bayern und Deutsche, ihr Leben einsetzten, um das ganze Volk vor den furchtbaren Folgen der Hitlerzeit zu bewahren. Vor 300 Jahren hatte der Kurfürst Maximilian I. von Bayern diese Ermahnungen für seinen Erben in die einfachen und klaren Worte gefaßt:„ Nichts soll der Fürst wollen, als was er darf. Er sol immer vor Augen haben nicht nur, was er muß, sondern auch, was er darf. Das Volk hat ehemals tugendhafte Männer zu Fürsten eingesetzt, um die Gerechtigkeit zu pflegen und den Höheren wie den Geringeren bei seinem Recht zu erhalten, damit dem Reichen kein Unrecht geschieht, der Gemeine von Schmach freibleibe und niemand ungehört und unverteidigt zugrunde gehe. Endlich, damit die Unschuld nicht mit Füßen getreten und keiner, der nicht Böses verübt, verurteilt werde." Wenn man diese Worte liest, die ein Wittelsbacher vor 300 Jahren, schrieb, dann merkt man erst, daß, wenn es wirklich um Freiheit und Menschlichkeit geht, diese drei verflossenen Jahrhunderte nicht einen Fortschritt, sondern einen Rückschritt bedeuten, einen Rückschritt von der sittlichen Höhe eines Fürsten, wie Maximilian I., in die Barbarei eines Hitler. Und auch die Jahre seit dem Zusammenbruch haben uns nicht viel weiter gebracht. Wie gefährlich es in der Hitlerzeit war, sich gegen das Unrecht zu wehren, haben die Wittelsbacher am eigenen Leibe verspürt. Jahrelang hatte die Gestapo ihre Beobachtungen fortgesetzt, und dann, als sie glaubte, im Zusammenhang mit dem 20. Juli, den Schlag wagen zu dürfen, blihartig zugegriffen. Aber welche Beobachtungen waren es, die vorausgingen? Was wurde den Wittelsbachern zur Last gelegt? geben, wo er eind Deutsch 13 Die Vorgeschichte der Hitlerherrschaft in Bayern Nun, zum wenigsten Dinge, die sie selbst getan hatten, von ihrer Ablehnung des Nazismus abgesehen. Den Tyrannen paßte es nicht, daß so große Teile des Bayrischen Volkes unentwegt zum Königshaus standen, daß so viele vorzügliche Männer es noch Ende 1932 und zu Beginn der Naziherrschaft versuchten, Bayern aus der Hitlergefahr herauszuhalten. Schon 1924, nach dem ersten Hitlerputsch im November 1923, erkannten jene Politiker, die diesen Namen verdienen, daß nur noch die Monarchie eine gefährliche Entwicklung auf irgend eine Diktatur hin, sei es die bolschewistische, wie in Rußland, sei es eine faschistische, bzw. nationalsozialistische, verhindern konnte. Die Weimarer Republik scharf zentralistischer Prägung hatte es jedenfalls in Bayern nicht verstanden, weite Kreise des Volkes, vor allem auch das Bauerntum und die Jugend, für sich zu gewinnen, sie für die Ideen und vor allem für die Praxis der parlamentarischen Parteiendemokratie zu begeistern Dazu kamen äußere Schwierigkeiten, wie die Verständnislosigkeit des Auslandes, tam die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in der ganzen Welt, die in Deutschland geradezu furchtbare Ausmaße annahm. Aus dieser so ausweglosen Lage erwuchsen die Diktaturgelüfte der radikalen Parteien, der Kommunisten und der Nationalsozialisten. Ein großer Teil Deutschlands, vor allem der Norden, verfiel nun in den an sich damals verständlichen Fehler: Man wollte den Teufel mit Belzebub austreiben, man wählte Hitler, stützte und förderte ihn, um dem Kommunismus das Wasser abzugraben. tum. Und es aber dennod fahren: die Was sollte man in Norddeutschland sonst auch tun, wo es feine wirklich starke, staatstragende Idee mehr gab, keine Persönlichkeiten, zu denen die vielen Millionen der Bauern und Arbeiter wirklich; Vertrauen haben konnten? In jenen entscheidenden Monaten und Jahren zeigte sich die Gefahr des Zentralismus so deutlich, daß auch ein Kind diese Lehre eigentlich begreifen müßte: am Werfe Gesundung fönnen. Und diese nicht, denn schlußkraft. Versuch, wer Bayerns uni nicht. Denn während im ganzen Norden das Volk zwischen den beiden roten Fahnen, der bolschewistischen, mit Hammer und Sichel, und der Hitlerschen mit dem Hakenkreuz, hilflos hin- und hergerissen wurde, gab es in Süddeutschland, vor allem in Bayern eine dritte Kraft, eine uralte und doch noch im Volk ganz lebendige Idee, das König14 In den go aber nach de bund in alle irgendeiner paganda- Trc histischen Ge war immer lediglich, die damit fie fel und die We itens noch ei Wolf zu gel des Bolichew Lifchen Heim Hunderte oc deutlicher, w fühlte und in feiner ba jammlungsto trömenden jammlung ei Je mehr Führer der in Süddeuti drohende Ve ant der Spita tionellen, fr narchie etwa zu unterstüt Wie recht das Geschehe hern von ihrer e es nicht, n Königs Ende 1932 der Hitler: 1923, etur noch die ttatur hin, tische, bzw. ublit scharf St verftanm und die allem für begeistern nislosigkeit In der gan annahm. gelüfte der ialisten. perfiel nun den Teufel örderte ihn, o es feine Snlichkeiten, cer wirtlid die Gefahr chre eigent den beiden el, und der [ ſen wurde, ritte Kraft, das Königtum. Und es gab ein Könighaus, volksverbunden, schlicht und einfach, aber dennoch in allen Aufgaben des Regierens und Herrschens erfahren: die Wittelsbacher. Wäre nicht der allmächtige Zentralismus am Werke gewesen, Bayern hätte damals seinen eignen Weg der Gesundung und des Aufbaues unter weiß- blauen Fahnen wählen fönnen. Und dieser Versuch wurde damals auch geplant. Aber er gelang nicht, denn es fehlte den Männern am Steuer des Staates die Entschlußkraft. Und heute ist es müßig, darüber zu rechten, ob ein solcher Versuch, wenn er wirklich unternommen worden wäre, die Rettung Bayerns und vielleicht damit ganz Deutschlands bedeutet hätte, oder nicht. In den ganzen Jahren nach der Revolution von 1918, vor allem aber nach dem Hitlerputsch, hatte der Bayrische Heimat- und Königsbund in aller Stille gewirkt. Es war aber nicht so, als ob, wie bei .irgendeiner neuen Partei, die Reklametrommel gerührt und die Pro= paganda- Trompete hätte geblasen werden müssen, um den monarchistischen Gedanken im Bayrischen Volk erst künstlich zu züchten. Er war immer lebendig! Worauf es dem Heimatbund ankam, das war lediglich, die überall vorhandenen monarchischen Kräfte zu sammeln, damit sie selbst sich ihrer Zahl bewußt würden und damit die deutsche und die Weltöffentlichkeit merken sollten, daß es in Bayern wenigstens noch einen Weg der Vernunft und der Erfahrung gab, den das Volk zu gehen bereit gewesen wäre, zwischen den beiden Gefahren des Bolschewismus und des Nazismus mitten hindurch. Die vom Bayischen Heimat- und Königsbund durchgeführten Hunderte und aber Hunderte von Versammlungen in Stadt und Land bewiesen immer deutlicher, was zu beweisen war: daß das Bayrische Volk genau fühlte und verstand, wo seine Rettung zu finden war. Es gab bald in feiner bayrischen Stadt und in keinem bayrischen Dorf einen Versammlungsraum, der groß genug gewesen wäre, die zahlreich herbeiströmenden Besucher zu fassen, wenn der Heimatbund zu einer Versammlung eingeladen hatte. Je mehr die Hitlergefahr anwuchs, um so mehr merkten auch die Führer der nichtkommunistischen Arbeiter, also die Sozialdemokraten in Süddeutschland, daß ihre Partei nicht mehr die Macht besaß, das drohende Verhängnis aufzuhalten. Diese Männer, mit Erhard Auer an der Spike, waren damals schon bereit, einer bayrischen konstitutionellen, freiheitlichen Monarchie( wann wäre eine bayrische Monarchie etwas anderes gewesen?) nichts in den Weg zu legen, ja sie zu unterstützen. Wie recht diese weitblickenden Arbeiterführer hatten, bewies dann das Geschehen nach der Machtergreifung Hitlers. Statt zum General15 streit, den freilich die Arbeitslosigkeit unmöglich machte, marschierten die deutschen Arbeiter und nicht nur sie geschlossen zum Tempelhofer Feld in Berlin und zur Theresienwiese in München, um am 1. Mai 1933 dem Nationalsozialismus ihre, wenn auch erzwungene, Verbeugung zu machen. - Die wachsende Bedrohlichkeit der Lage- denn für jeden, der etwas hinter die lärmende Fassade des Nationalsozialismus schaute, be= deutete ein Sieg Hitlers eine furchtbare Bedrohung für ganz Deutschland drängte in zunehmendem Maße dazu, die in der monar chistischen Bewegung zusammengefaßten Voltsteile endlich zur Aktion zu bringen. Diese Aktion konnte nur auf dem Boden der Verfassung möglich sein, da es dem Wesen legitimen Königtums widerspricht, seinen Anhängern eine Verlegung ihrer beschworenen Pflichten gegenüber dem nun einmal bestehenden Staat zuzumuten. Von den Parteien und damit vom Landtag war nichts zu erhoffen. Man konnte faum einem Abgeordneten der Mitte und der Rechten begegnen, der einem nicht emphatisch versicherte, er sei Monarchist bis in die Knochen, aber mit solcher Versicherung war es auch getan. Sprach man von einer Verwirklichung der monarchischen Pläne, so hörte man, es sei zu früh oder es sei zu spät und sprach man von dem Abgrund, in den Bayern zu stürzen im Begriff war, so stieß man bestenfalls auf ein Achselzucken. So stand nur der Weg über ein Volksbegehren und einen Volksentscheid offen, für den fein Parlament der Erde sich besonders leicht begeistern läßt, zumal man sich hinter jenen Artikel der Weimarer Verfassung verschanzen konnte, der für die deutschen Länder die republikanische Staatsform zur Pflicht machte. Es muß anerkannt werden, daß die verantwortlichen Männer der Staatsregierung durchaus klar sahen und die Hitler'sche Gefahr nicht nur vom engen Standpunkt ihrer Parteiinteressen, sondern von dem höheren Standpunkt des Staatsinteresses durchaus erkannten. Es war am späten Abend des 2. Mai 1932, als der damalige geschäftsführende Ministerpräsident Bayerns, Dr. Held, und einer der führenden Männer des Bayrischen Heimat- und Königsbundes, Freiherr von Aretin, sich auf Veranlassung Dr. Helds in dem Palais an der Königinstraße trafen, um die einzige wirkungsvolle Gegenattion gegen den siegreich voranschreitenden Nationalsozialismus, die Wiedereinführung der Monarchie, zu besprechen. Wie weit das Spitzelsystem der Nazis bereits damals ausgebildet war, beweist die Tatsache, daß schon am Tage nach dieser vertraulichen Besprechung Aretin eine hakenkreuzgeschmückte Postkarte ins Haus flog, auf welcher er nach dem Inhalt seiner nächtlichen Gespräche mit dem Ministerpräsidenten gefragt wurde. Die Wachsamkeit der Nazis war aber auch sehr wohl verständlich, wenn man weiß, was erst heute voll 16 sphotograph Franz narschierten zum Tem en, um am rzwungene, , der etwas chaute, bes nz Deutsch Der monar zur Aktion Verfassung widerspricht, hten gegen den Par Nan konnte gegnen, der n die KnoSprach man te man, es Abgrund, bestenfalls Itsbegehren der Erde nter jenen Der für die St machte. Männer der Gefahr nicht n von dem nten. r damalige und einer nigsbundes, dem Palais olle Gegenalismus, die das Spizel ist die TatBesprechung og, auf wel dem Minis war aber heute voll fphotograph Franz Grainer, München Rupprecht von Bayern Kronprinzessin Antonia, die Gemahlin des Kronprinzen zu übersehen braunen Difta Nach diesem ins Land, in bereitungsarbe zu Maßnahme führt hätten, m Es wurde n Entschlußkraft dene so doch monarchischen 1933 fand in „ Bogelhändlers einen Fürsten blauen Fahner daß es sich um nahm, ohne v Borstellung al einige vorher chen an. Was bereitetes The Voltsstimmung fatichten und Krone zu. Es hie und gegen Leider muß tration, die n wurde, nämlic Gtatt in diefe die Position E freudigit zu b Veranstaltern viederholen, D theaters abjege Da es viel begehren und 30. Januar al jeder verjajjur Jenden Schwie bei Dr. Held Ginfegung ein Gebrauch zu Reichswehrdiv 0000 Die Töchter des Kronprinzenpaares die Prinzessinnen Irmingard, Editha, Hilda, Gabriele und Sophie zu übersehen ist, daß damals ausschließlich der Königs- Gedanke der braunen Diktatur hätte entgegengestellt werden können. Nach diesem ersten entscheidenden Gespräch gingen jedoch Monate ins Land, in denen zwar in vielen Versammlungen wertvolle Vorbereitungsarbeit geleistet wurde, die Regierung aber den Entschluß zu Maßnahmen, die zu so schwer wiegender Verfassungsänderung geführt hätten, nicht fand. Es wurde noch vor der Reichstagswahl vom 5. März 1933, um die Entschlußkraft der Regierung Held zu stärken, eine, wenn auch bescheidene so doch recht wirkungsvolle Generalprobe auf die Kraft des monarchischen Gedankens in Bayern abgehalten: Am 10. Februar 1933 fand im Staatstheater in München eine Aufführung des ,, Vogelhändlers" statt. Einer der Aktschlüsse stellte eine Huldigung für einen Fürsten dar. Man hatte die Bühne mit einem Wald von weißblauen Fahnen geschmückt, so daß die Besucher den Eindruck erhielten, daß es sich um einen bayrischen Fürsten handle. Kronprinz Rupprecht nahm, ohne von der geplanten Demonstration zu wissen, an dieser Vorstellung als Zuschauer teil. Bei der beschriebenen Szene fingen einige vorher dafür bestimmte Personen im Zuschauerraum zu flatschen an. Was aber nun daraufhin geschah, war nicht mehr ein vorbereitetes Theater, sondern der wirkliche Durchbruch der wahren Volksstimmung: alle Anwesenden erhoben sich von ihren Plätzen und flatschten und jubelten dem vorgesehenen Träger der Bayrischen Krone zu. Es war ein unmißverständliches Bekenntnis zur Monarchie und gegen Hitler. Leider muß der Chronist vermerken, daß der Zweck dieser Demonstration, die weit über jedes Erwarten gelungen war, nicht erreicht wurde, nämlich die Entschlußkraft der Regierung Held zu stärken. Statt in diesen kritischen Wochen eine weiß- blaue Kundgebung, die die Position Bayerns nur stärken konnte, wenigstens unter der Hand freudigst zu begrüßen, ließ der Kultusminister Goldenberger ihren Veranstaltern den dringenden Wunsch aussprechen, sie nicht mehr zu wiederholen, widrigenfalls er das Stück vom Spielplan des Staatstheaters absetzen müßte. Eine fläglichere Politik war schwerlich denkbar! Da es viel zu spät war, um den langwierigen Weg über Volksbegehren und Volksentscheid zu gehen Hitler war ja schon seit 30. Januar als Reichskanzler an der Macht! und da andererseits jeder verfassungswidrige Weg wegen der daraus mit Berlin erwachsenden Schwierigkeiten erst recht vermieden werden mußte, entstand bei Dr. Held der Gedanke, von dem verfassungsmäßigen Recht der Einsetzung eines Generalstaatskommissars ebenso wie im Jahre 1923 Gebrauch zu machen, der auf die Unterstützung durch die bayerische Reichswehrdivision einen rechtlich fundierten Anspruch erheben konnte. - 17 Zu diesem Generalstaatskommissar sollte der Kronprinz ernannt werden, dem dann zum Uebergang zur Monarchie, sei es auf parlamentarischem Wege, sei es auf dem der Volksentscheidung, die Bahn offen stand. Die Ausrufung des Kronprinzen zum Generalstaatskommissar war für die Mittagstunde des 22. Februar 1933 vorgesehen. Aber Dr. Held's Entschlußkraft versagte in letzter Stunde! An jenem Dienstag um 11% Uhr entsandte er einen Vertreter zum Kronprinzen, der die Bedingung übermittelte, daß der Kronprinz das Ministerium Held, das schon seit Jahr und Tag teine Mehrheit mehr im Landtag hinter sich hatte, im Amt bestätigen solle. Das war ein unmögliches Verlangen, das den Kronprinzen- Staatskommissar zum Schuhwall degradiert hätte, hinter dem die der demokratischen Grundlagen entbehrende Regierung, Held ihr Leben weitergefristet hätte, ohne daß in der Oeffentlichkeit jene Aenderung der stagnierenden staatlichen Verhältnisse hätte eintreten können, die die Oeffentlichkeit von der Proklamierung des Kronprinzen zum Generalstaatskommissar erwarten durfte und mußte. Der Kronprinz wäre mit Annahme dieser Bedingung zum Parteimann degradiert worden, d. h. gerade zu dem, was ein König niemals fein darf, dem das Wohl des letzten, ihm vielleicht noch so sehr feindlich gesinnten Landsmannes Untertanen nannte man es in anderen Zeiten- ebenso nahestehen muß, wie jenes seiner treuesten Anhänger. Denn dies ist der Sinn und die Berechtigung des wahren, christlichen Königtums. Ein scheinbares Eingehen aber auf diese unmögliche Bedingung mit der Absicht, sie nicht einzuhalten, war für den rechtlichen Sinn des Kronprinzen eine Unmöglichkeit. Ein König, der sein Wort bricht, wäre in der bayerischen Geschichte ein Novum gewesen. - Um der bayerischen Staatsregierung in letzter Stunde den Absprung vielleicht doch noch zu erleichtern, fuhren in der darauffolgenden Nacht der Fürst Eugen zu Oettingen- Wallerstein in Begleitung des Freiherrn Alfons von Redwitz, des Bruders des Hofmarschalls, nach Berlin zu Hindenburg, fanden aber dort die staatliche Ordnung bereits derart in voller Auflösung und den Reichspräsidenten so ungenügend orientiert, daß sie sich vergewissern mußten, daß von dieser Seite auf fein Verständnis zu hoffen war. Das Reich stürzte besinnungslos in den Abgrund des Hitler'schen Wahnsinns, und es fand sich in Berlin niemand, der die aus München gereichte Hand in ihrer Absicht, das Schlimmste zu verhüten, erkannt, oder gar ergriffen hätte. Natürlich blieben alle diese Pläne und die Gefahr, die sie, als einzige, für die Hitlerdiktatur bedeuteten, den Nazis nicht verborgen. Die gesamte SA. und SS. Oberbayerns wurde in Alarmzustand versetzt. Und schon wenige Tage nach den Märzwahlen 1933, am 9. März 1933, wurde die Bayrische Regierung ihres Amtes enthoben 18. und Genero burgs Ehre Aber der a So wurde praktisch zer Idee des al auf der Hut ernannt wer es auf parlaung, die Bahn eralstaatskom 33 vorgesehen. de! An jenem Kronprinzen, s Ministerium hr im Landtag in unmögliches um Schutzwall rundlagen ent ätte, ohne daß den staatlichen ichkeit von der nisjar erwarten - diefer Bedin e zu dem, was ihm vielleicht rtanen nannte pie jenes feiner e Berechtigung Eingehen aber cht einzuhalten, Unmöglichkeit. schen Geschichte Funde den Ab r darauffolgen in Begleitung Hofmarschalls tliche Ordnung fidenten so un daß von dieser ch stürzte besin 5, und es fand Sand in ihrer ergriffen hätte die fie, als ein ht verborgen. Alarmzuftant hlen 1933, an Amtes enthober und General von Epp zum Reichskommissar bestimmt, trotz Hindenburgs Ehrenwort, keinen Reichskommissar nach Bayern zu senden. Aber der alte Herr wurde gar nicht gefragt. So wurde mit wenigen raschen Schlägen die Bayrische Staatshoheit praktisch zerschlagen. Die Nazis wußten, welche Gefahr ihnen von der Idee des altangestammten Königtums in Bayern drohte. Sie blieben auf der Hut und verfolgten das Haus Wittelsbach mit ihrem Haß. 99 19 Mordpla Feuerwehr hißt die Hakenkreuzfahne Es war so manches, was dem braunen Diktator nicht gefiel! Mit gelassener Ruhe hatte sich der Kronprinz von vornherein geweigert, auf seinem Palais in München die Hakenkreuzfahne zu hissen. Nachdem die Gauleitung wiederholt die Unterlassung der Beflaggung mit großer Grobheit beanstandet hatte, stellte sie diese Forderung immer wieder, schließlich mit der Drohung, die Fahne mit Gewalt durch ihre Leute hissen zu lassen. Als bei der nächsten Gelegenheit, bei der eine ,, freiwillige" Beflaggung befohlen war, wieder keine rote Fahne zu sehen war, versuchten Leute der Gauleitung, sich mit einer mitgebrachten Hakenkreuzfahne den Eingang zum Palais zu erzwingen. Als man sie, mit einem Hinweis auf den geplanten Hausfriedensbruch, abwies, erschien nach einiger Zeit die Feuerwehr mit großen Steigleitern und befestigte an den Schneegittern des Daches die Fahne des deutschen Unheils. Es war ein schlechter Triumph der Gauleitung, denn die vielen Zuschauer dieses Schauspiels verbreiteten die Geschichte in der ganzen Stadt und alles lachte oder empörte sich über die Unverschämtheit der Nazi, nicht über die Wittelsbacher. Und wem es bisher nicht aufgefallen war, daß das kronprinzliche Palais nie beflaggt war, der erfuhr es jetzt. Schließlich mußten nach einigen Tagen die Fahnen wieder durch die Feuerwehr herunter geholt werden, zur Freude vieler Zuschauer. Aber dieses kleine Abenteuer war nur der Vorläufer wichtiger und gefährlicher Dinge. Der berü ganz Deutsc fein Haupt verschleppt, 3war rid Gegner in b Röhms auf wurder ohr Tode befört einandersek und seinen Da war in Müncher die Hitlerja Haupt der waren viel den Kulisse auf das ri des Kabine den man m Der Kro Mitte Jun Grenze übe 20 eigenen gr Kronprinze halter Gene Regiments, trag nicht So erful in Englam Freunde w tommen zu Diese Er auch die des bundes, Fr Fiel! Mit ge weigert, auf en. Nachdem aggung mit rung immer It durch ihre bei der eine e Fahne zu einer mitge erzwingen. ausfriedens mit großen s die Fahne die vielen in der gan, verschämtheit bisher nicht ggt war, der die Fahnen Freude vieler wichtiger und Mordplan gegen das Haus Wittelsbach im Jahre 1934 Der berüchtigte 30. Juni 1934 war herangekommen. Mancherorts in ganz Deutschland, besonders aber in Bayern, hob der braune Terror sein Haupt. Ohne Recht und Gericht wurden Menschen verhaftet, verschleppt, erschossen. Zwar richtete sich der Schlag der Gestapo vor allem gegen gewisse Gegner in den eigenen Reihen der Nazis. Die Freunde und Anhänger Röhms auf der einen und Gregor Straßers auf der anderen Seite, wurder ohne langen Prozeß bei Nacht und Nebel vom Leben zum Tode befördert. Aber daneben mußten viele sterben, die in diese Auseinandersetzung nicht verwickelt waren, die aber dem neuen Diktator und seinen Henkersknechten gefährlich erschienen. Da war Frizz Gerlich vom„ Geraden Weg" und Dr. Ballerstedt in München. Da war der General von Schleicher in Berlin, welcher die Hitlersche Machtergreifung hatte verhindern wollen. Da war das Haupt der katholischen Aktion in Deutschland, Dr. Klausner. Da waren viele aufrechte Katholiken, die in aller Offenheit oder hinter den Kulissen versucht hatten, Hitlers beginnende Allmacht rechtzeitig auf das richtige Maß zu beschneiden. Da war aber auch der Bruder des Kabinett- Chefs des Kronprinzen, Freiherr Alfons von Redwig, den man nach Dachau brachte, und mancher andere mehr. Der Kronprinz war damals zufällig, einer Einladung folgend, Mitte Juni nach England gefahren. Er hatte bereits die deutsche Grenze überschritten, als der Reichsstatthalter in Bayern, zu seiner eigenen großen Verlegenheit, den Auftrag erhielt, die Abreise des Kronprinzen unter allen Umständen zu verhindern. Dem Reichsstatthalter General von Epp, einstigen Kommandeur des Infanterie- LeibRegiments, mag es ganz angenehm gewesen sein, daß er seinen Auftrag nicht mehr erfüllen konnte. So erfuhr der Kronprinz von den Ereignissen des 30. Juni erst in England. Durch die entgegenkommende Bereitschaft englischer Freunde war es möglich, ihm Nachrichten über die Geschehnisse zufommen zu lassen. Diese Ereignisse, die Verhaftung vieler Monarchisten, wie z. B. auch die des ehem. Landesleiters des verbotenen Heimat- und Königsbundes, Freiherrn Ernst v. Guttenberg, und die erwähnte Absicht der 21 Gestapo, den Kronprinzen an einer Reise ins Ausland zu verhindern, waten eine Mahnung, Sicherheitsmaßnahmen für seine Person und seine Familie vorzubereiten. Denn der 30. Juni und seine Morde hatten gezeigt, daß die Nazis vor nichts mehr zurückschreckten, vielleicht auch nicht davor, sich an der Person des ihnen verhaßten Kronprinzen von Bayern zu vergreifen, dessen Beliebtheit im Lande und dessen Ansehen im Ausland ihm bisher noch einen gewissen Schuh geboten hatten. Abenteuerlid Am wichtigsten prinzen eine Ver rechtzeitig Nachric cher Weg fand sich, und überzeugten M fehens der NSD hatte; Träger des langit ein Gegne es, als alten Par in diesem Fall bi licht rechtzeitig etwas zu erfahre fein würde, Abm zeitig in Gang z Ebenso wichtig bereitungen jelbit Kronprinzen in einen Anschlag an verhindern fonnt einige wenige ab die zum äußerst Träger des gold nifieren und mit hielten sich diese Leutitetten bereit Daneben mußte prinzen und feine Anschlag eingehe und so einem Zu Weg ins banerife titol in Betracht. tes Verited in der über die banerije raidh, dank der früheren föniglid Ten. Hatte doch m 22 rhindern, erson und e Morde vielleicht onprinzen nd dessen 3 geboten Abenteuerliche Wege zur Sicherung des Kronprinzen Am wichtigsten erschien es, für die Herren der Umgebung des Kronprinzen eine Verbindung in die Gestapo zu bekommen, um von dort rechtzeitig Nachrichten und Warnungen erhalten zu können. Ein sol cher Weg fand sich, leichter als zu erwarten war, durch einen zuverlässigen und überzeugten Monarchisten, der, wie so mancher in der Zeit des Entstehens der NSDAP., sich dieser Bewegung aus Idealismus angeschlossen hatte; Träger des goldenen Parteiabzeichens, war er aber inzwischen längst ein Gegner des Nationalsozialismus geworden. Ihm gelang es, als alten Parteimitglied, einen Weg bis in die Höhle des Löwen, in diesem Fall bis in die Amtsräume der Gestapo auszubauen, um möglichst rechtzeitig von geplanten Anschlägen gegen die Wittelsbacher etwas zu erfahren. So konnte man hoffen, daß es vielleicht möglich sein würde, Abwehr- oder Rettungsmaßnahmen im Notfall rechtzeitig in Gang zu bringen. Ebenso wichtig, aber noch schwieriger, waren die Sicherheitsvorbereitungen selbst. Zunächst mußte versucht werden, am Wohnsitz des Kronprinzen in Leutstetten einen Sicherheitsdienst zu schaffen, der einen Anschlag auf ihn an Ort und Stelle, vielleicht in letzter Minute verhindern konnte. Zu diesem Zweck mußten Waffen beschafft und einige wenige aber unbedingt verlässige Männer gefunden werden, die zum äußersten Einsatz bereit waren. Wiederum fand sich der „ Träger des goldenen Parteiabzeichens" bereit, diese Gruppe zu organisieren und mit Waffen zu versehen. In der langen folgenden Zeit hielten sich diese ausgezeichneten Männer zum Schutze des Schlosses Leutstetten bereit, sobald die Verhältnisse bedenklich erschienen. Daneben mußte für einen sicheren Weg gesorgt werden, den Kronprinzen und seine Familie falls rechtzeitig Nachrichten über einen Anschlag eingehen sollten überhaupt aus Bayern fortzubringen, und so einem Zugriff zu entziehen. Als einzige Möglichkeit kam der Weg ins bayerische Gebirg, von dort nach Tirol und dann nach Südtirol in Betracht. Dies war aber leichter gedacht als getan. Ein geeignetes Versteck in den Bergen bei Oberammergau und den Weg von dort über die bayerische Grenze nach Tirol sicherzustellen, gelang ziemlich rasch, dank der zuverlässigen Treue bayrischer Forstleute, die ihrem früheren königlichen Jagdherrn in unwandelbarer Treue ergeben waren. Hatte doch mancher von ihnen noch den alten ehrwürdigen Prinz- - 23 Regent Luitpold zur Jagd geführt und seine und seines Hauses natürliche Leutseligkeit und stete Fürsorge nicht vergessen. Ein Vergleich mit ihren jetzigen„ Jagdherren" hatte ihre Verehrung für die Wittelsbacher nur vermehrt. Alle Wege im Gebirg aber waren ihnen wohl vertraut. Auch der Uebergang nach Südtirol konnte sichergestellt werden, und zwar mit Hilfe eines Italieners, des Obersten Grammacini, eines bewährten Freundes des Freiherrn von Redwig, der dort einen wichtigen Posten versah. Um den schwierigsten Teil des Fluchtweges, die Strecke bis in die Gegend von Oberammergau zu sichern, mußten verschiedene Möglichfeiten erwogen und vorbereitet werden. Mußte doch eine ganze Schar von Menschen, die in der ganzen Bevölkerung bekannt waren, ohne jedes Aufsehen von der Starnberger Gegend ins Gebirg und an die Grenze gebracht werden. Ueberall aber wimmelte es von Spizeln und Denunzianten. Ein Fehlgriff in der Auswahl eingeweihter Helfer mußte von vornherein alles verraten und zu nichte machen, und alle Beteiligten, insbesondere den Kabinettschef des Kronprinzen, in des sen Händen alle Einzelheiten der Vorbereitungen lagen, der Gestapo ausliefern. Alle treuen Helfer aber durften nicht gefährdet werden, was die größte Vorsicht verlangte. Für alle Fälle wurden sichere Unterkünfte auch noch in einer anderen Gegend Oberbayerns bei treuen Anhängern vorgesehen. Bei allen diesen schwierigen und heik len Vorbereitungen war die langjährige treue Sekretärin des Hauses, Fräulein Lina Maier, eine umsichtige, gewandte und furchtlose Helferin des Kabinettschefs. Als ultima ratio endlich wurde noch das eilige Verlassen des Schlosses Leutstetten in letzter Stunde und ein Versteck in einem nahen Walde vorbereitet. Von Leutstetten aus wurden mehrere Wege in südlicher Richtung erkundet und festgelegt, je nachdem ob die Flucht noch im Auto möglich sein würde, oder mit Fuhrwerk oder mit einem Motorboot über den Starnberger- See. Unterkünfte bei treuen Freunden und Bauern auf dem Weg zwischen Starnberg und dem Gebirg wurden sichergestellt. Mit einigem Glüd mußte so die Sicherung der föniglichen Familie gelingen. Es ist in wenigen Worten kurz erzählt, wie alle diese Vorbereitungen erwogen und geplant, wie alle Wege und Möglichkeiten erkundet und festgelegt wurden. Aber nur der Kundige wird ermessen, welche Fülle von Sorgen, Arbeit und Gefahren in Wirklichkeit damit verbunden waren. Die beruhigende Bestätigung, daß der Kundschafterdienst in der Gestapo tatsächlich funktionierte, brachte eine heimliche Benachrichtigung darüber, daß man gegen Erbprinz Albrecht und dessen Onkel, Herzog Ludwig Wilhelm, in Bad- Kreuth vorzugehen plane. Es stand nur 24 nicht ficher von Redu die beiden lassen. Tat Gestapo, an fall zeigte, Wenn a fen waren, lers gegen ich im He Himmlers 30. Juni, dos aufgef ten eine[ Ueberlegun Kronpring fönnte. Hauses natür Ein Vergleich für die Wit waren ihnen e sichergestellt ten Granmas wiz, der dort de bis in die dene Mögliche ganze Schar waren, ohne g und an de Spikeln urd weihter Helfer hen, und all inzen, in des , der Gestapo rdet werden, wurden sichere erbayerns bei gen und heitrin des Hau te und furcht Berlassen des ted in einem rden mehrere e nachdem ob Fuhrwert oder nterfünfte bei Starnberg und mußte so die Vorbereitun eiten erkundet messen, welche it damit vernft in der Ge nachrichtigung Ontel, Herzog Es stand nur nicht sicher fest, ob bereits ihre Verhaftung vorgesehen war. Freiherr von Redwitz konnte durch eine nächtliche Autofahrt nach Kreuth die beiden noch warnen, und zum Verlassen von Bad Kreuth veranlassen. Tatsächlich erschienen dort am nächsten Morgen Männer der Gestapo, angeblich, um nach versteckten Waffen zu suchen. Dieser Vorfall zeigte, daß die Fäden in die Gestapo gut gesponnen waren. Wenn auch alle diese wohl erwogenen Vorsichtsmaßnahmen getroffen waren, mußte immer noch mit einem überraschenden Schlage Hitlers gegen den Kronprinzen gerechnet werden. Zudem verdichteten sich im Herbst 1934 die Nachrichten aus der Gestapo, daß von Seiten Himmlers und seiner Leute eine Wiederholung einer Aktion, wie am 30. Juni, geplant werde und daß wiederum sogenannte Rollkommandos aufgestellt würden. Auf die Nachricht hin, daß auch für Leutstetten eine solche Schlägergruppe bestimmt worden sei, drängte sich die Ueberlegung auf, ob nicht die Reichswehr sich für die Sicherheit des Kronprinzen, als Generalfeldmarschall der alten Armee, einsetzen könnte. 25 25 zu einem vorüE Franz, in Unga bereitete Gestap vorläufig alles Soweit der pe General Halder zu Hilfsmaßnahmen bereit Der Kabinettschef des Kronprinzen entschloß sich, seine Gedanken in erster Linie mit dem ihm wohl bekannten Divisionskommandeur, General Halder, zu besprechen, der im ersten Weltkrieg Generalstabsoffizier im Oberkommando des Kronprinzen gewesen war und diesem daher nahe stand. Freiherr von Redwitz hat später gelegentlich der Spruchkammerverhandlung gegen Halder über jene Gespräche berichtet: „ Ich setzte Genetal Halder meine Sorge auseinander, unterrichtete ihn über die mir zugegangenen Informationen und frug ihn nach der Bereitschaft und den Möglichkeiten von Seiten der Reichswehr. etwas zu unternehmen. Der General war, was seine Person betraf, sofort bereit, sich alle Möglichkeiten zu überlegen. Wir vereinbarten weitere Besprechungen und einen Nachrichtenaustausch über evtl. ge= plante Aktionen. In der Folgezeit hatte ich wiederholt Besprechungen mit General Halder in diesem Sinne, wobei sich seine Informationen mit den meinen ungefähr deckten. General Halder hat mich in jener Zeit mehrmals in meinem Büro im Palais des Kronprinzen um die Mittagszeit in Uniform aufgesucht, was feineswegs ungefährlich war und was ich ihm besonders hoch anrechnete. Die Besprechungen über die praktischen Möglichkeiten eines Schutzes des Kronprinzen durch die Truppe ergaben, daß General Halder, für den Fall, daß es gelänge, den Zeitpunkt eines geplanten Ueberfalles auf einige Tage genau zu erfahren, bereit war, eine Truppenübung in der Starnberger Gegend anzuordnen und dabei Leutstetten mit einer Abteilung zu belegen. Gelang es allerdings nicht, einen ziem lich genauen Gefahrenzeitpunkt herauszubringen, so war ein rechtzeitiges Eingreifen von der Seite der Reichswehr schwierig. Es sah so aus, als würde man im Januar 1935 mit einer neuen Gestapo- Aktion rechnen müssen. Die erkundeten Gestapopläne waren so bedrohlich, daß es in diesem Fall sicherer erschien, wenn der Kronprinz vorübergehend Deutschland verlassen würde. General Halder und General Adam, der auch in das Vertrauen gezogen wurde, rieten beide dazu, da sie ein Eingreifen der, Wehrmacht nicht garantieren konnten. Nach reiflicher Ueberlegung riet ich daher dem Kronprinzen 26 Freiherr von R Sedanken mandeur, Generalzu einem vorübergehenden Besuch bei seinem Bruder, dem Prinzen Franz, in Ungarn. Dann hörten wir allerdings plöglich, daß die vorbereitete Gestapoaktion wieder abgeblasen worden sei. Und so blieb vorläufig alles ruhig." Soweit der persönliche Bericht des Kabinettschefs des Kronprinzen, Freiherr von Redwig, über jene Tage. var und merver: errichtete ihn nach chswehr. betraf, inbarten evtl. ge General mit den em Büro n aufge: Besonders Schutzes Ider, für berfalles enübung tten mit en ziem in rechtg. er neuen e waren er Kron Salder De, rieten rantieren nprinzen . 27 Die monarchistische Widerstandsbewegung in Bayern Inzwischen gingen die Jahre hin. Immer fester wurde das Volk in die Netze und Fesseln verstrickt, die ihm ein System der totalen Diktatur und des Terrors aufgelegt hatte. Umso erstaunlicher ist es, daß trotz dieser totalen Diktatur des Terrors sich in Deutschland immer wieder Männer und Frauen fanden, die mit bewunderungswürdigem Mut den Kampf gegen die Tyrannei aufnahmen, obwohl ihnen beinah in allen Fällen Gefängnis und Tod sicher waren. Es ist erstaunlich, in welch großer Zahl unter diesen Tapfersten der Tapferen Anhänger des Königtums zu finden waren, brave Handwerker, Bauern, Arbeiter neben Mitgliedern des Adels. Es ist im Bayrischen Volk noch viel zu wenig befannt und muß weiteren Berichten vorbehalten werden, eine Darstellung der vielen fleinen und größeren Widerstandsbewegungen gegen die Hitlerverbrechen und die Hitlerdummheiten zu geben, die unser Land dahin geführt haben, wo es heute steht, inmitten der Not und der Ruinen und der Verachtung der Welt. Da war die Widerstandsgruppe der Bildhauerin Margit von Stengel. Da war der„ Schmid von Kochel", der die Gestapo zur Verzweiflung brachte, weil man den Männern, die unter diesem althistorischen Namen eines bayrischen Freiheitskämpfers wirkten, so lange nicht beikommen fonnte. Da war, schon während des Krieges, die Studentenarbeit der Geschwister Scholl und des Professors Huber, welche die Flugblätter der„ Weißen Rose" ins Volk trugen, und da war schließlich, knapp vor dem Ende, die Freiheitsbewegung Bayern. in Bayern, auf Stellung geordnete Als bei einer 1. Kgl. Bayer. prinz Rupprecht dem gerade am bezeugung erwie verhaftet, die Ver Den Kronprinzem nazistischen Staat kommandierende Bereinigung wie der Haft entlassen Gauleiter Wa Feind des Hauses lung im Zirkus gegen den Kronp die Versammlung die Blafate veri gegen den Kron Bevölkerung fchen Des Gauleiters und damit bayri ausdrüdliche Ver tenfien, weil er b Go offen und Familie Hitler un Möglichkeiten, fie Aber er war je feines Hauses fid wenn die Umstän Es erschien zw nationalfozialisti dem Kronprinzem felhaft, daß es ü feit zugrunde ge digen Vorbereitu erichien als hoh Hoffnungen, die haus fekten. Au lighteiten von h Die als überzeug ten, an solchen L Und dazwischen stand, als Höhepunkt, das Attentat vom 20. Jult 1944 gegen Hitler, an dem in näheren oder weiteren Kreisen- im Grunde alle Widerstandsgruppen Deutschlands irgendwie beteiligt waren. Und jedesmal, wenn in Bayern die Gestapo, gestützt auf ein gan zes Heer von Spigeln, Millionen ausgegeben hatte, um der Mitglie der einer dieser Widerstandsgruppen habhaft zu werden, schien es ihr, als stünde im Schatten hinter allen diesen Kämpfern auch das Haus Wittelsbach. Jedesmal zog sich der Ring der Nachforschungen, der Bes lästigungen, der Ermittlungen enger zusammen, um den Kronprinzen und die Seinen, die die Hoffnung aller jener waren, die, wenigstens 28 Bayern as Volk in talen. Dit ist es, daß and immer swürdigem ihnen bei ist erstaun pferen An er, Bauern, t und muß der vielen Hitlerver Band dahin Der Ruinen Targit von Gestapo zur mter diesem wirften, so wes Krieges, Professors Bolt trugen, Etsbewegung om 20. Juli Kreisendwie betei uf ein gan Der Mitglie hien es ihr, das Haus gen, der Be Rronprinzen wenigstens in Bayern, auf eine Zeit politischer Gesundung, auf die Wiederher stellung geordneter, rechtmäßiger, friedlicher Verhältnisse rechneten. Als bei einer firchlichen Feier der Vereinigung des ehemaligen 1. Kgl. Bayer. Infanterie- Regiments„ König“, zu der auch Kronprinz Rupprecht eingeladen war, die Mitglieder der Vereinigung vor dem gerade am Kirchenportal anfahrenden Kronprinzen eine Ehrenbezeugung erwiesen, wurde der Vorstand der Vereinigung deshalb verhaftet, die Vereinigung verboten und ihr Vermögen beschlagnahmt. Den Kronprinzen zu grüßen, war demnach ein Verbrechen gegen den nazistischen Staat. Einem energischen Einspruch des Kronprinzen beim Kommandierenden General war es zu danken, daß das Verbot der Vereinigung wieder zurückgenommen und ihr Vorstand wieder aus der Haft entlassen wurde. Gauleiter Wagner, ein Lothringer und besonders haßerfüllter Feind des Hauses Wittelsbach, berief daraufhin eine Parteiversammlung im Zirkus Krone ein, zu deren Besuch mit einem Hezzplakat gegen den Kronprinzen öffentlich aufgefordert wurde. Offenbar wurde die Versammlung jedoch von einer höheren Parteistelle abgesagt und die Plakate verschwanden wieder, weil man die Wirkung einer solchen gegen den Kronprinzen gerichteten Versammlung auf die bayrische Bevölkerung scheute. Des Gauleiters Haß richtete sich sogar gegen die Wittelsbachischen und damit bayrischen Farben weiß- blau, denn er erließ einmal das ausdrückliche Verbot für einen Blumenschmud mit weiß- blauen Hortensien, weil er diese Farben nicht sehen könne. So offen und unmißverständlich Kronprinz Rupprecht und seine Familie Hitler und sein System ablehnten, so fehlten ihnen doch alle Möglichkeiten, sich gegen die Hitlersche Tyrannei aktiv zu betätigen. Aber er war jederzeit bereit, mit seiner Person und dem Ansehen seines Hauses sich für das bayrische Volk und die Freiheit einzusetzen, wenn die Umstände es erfordern und ermöglichen sollten. Es erschien zwar sehr unwahrscheinlich, daß in naher Zukunft das nationalsozialistische Regime beseitigt werden könnte, es war aber dem Kronprinzen und seinem ihn beratenden Kabinettschef nicht zweifelhaft, daß es über kurz oder lang an seiner inneren Unwahrhaftigfeit zugrunde gehen müsse. Für einen solchen Augenblick die notwendigen Vorbereitungen zu treffen, war ein Gebot der Klugheit und erschien als hohe Verpflichtung gegenüber dem Vertrauen und den Soffnungen, die weite Kreise in Bayern auf ihr ehemaliges Königshaus setzten. Aus dieser Ueberzeugung ergab sich die Pflicht, Persönlichkeiten von hohem Ansehen und politischer Erfahrung zu finden, die als überzeugte Gegner des Nationalsozialismus bereit sein müßten, an solchen Vorbereitungen mitzuarbeiten. Bei einem Zusammen29 29 bruch des Nationalsozialismus durfte vor allem kein Vakuum entstehen, keine„ herrenlose, schreckliche Zeit". So rasch wie möglich mußte in einem solchen Falle Bayern wieder eine geordnete Regierung erhalten. Mit aller gebotenen Vorsicht gelang es Freiherrn von Redwitz drei hervorragende Männer zu gewinnen, die sich dieser Aufgabe und der Person des Kronprinzen zur Verfügung stellten: den früheren Reichswehrminister Dr. Geßler, den früheren bayerischen Gesandten und bevollmächtigten Minister Franz Sperr und den früheren bayrischen Handelsminister Dr. Ha mm. Sodann wurden die wichtigsten staatspolitischen und staatsrechtlichen Vorbereitungen in die Wege geleitet und weitere Persönlichkeiten gefunden, die für die Besetzung wichtigster Stellen geeignet waren. Besprechungen mit dem Kronprinzen mußten, um der wachsamen Gestapo keine Handhabe zu bieten, so selten als möglich sein. Weitgehende Uebereinstimmung der Ansichten aller Beteiligten schuf ein enges Vertrauensverhältnis, das sich in den folgenden schweren Jahren wunderbar bewährte. Die Tätigkeit dieses auf Vertrauen und Zuverlässigkeit gegründeten engen Kreises führte im Laufe der Jahre, als Kronprinz Rupprecht, sich schon außer Landes befand, seine Teilnehmer mit anderen Widerstandsgruppen. zusammen, auch mit solchen, die später mit den Ereignissen des 20. Juli 1944 in Verbindung gebracht wurden. So kam es, daß Geßler, Sperr und Hamm nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 ebenfalls verhaftet wurden. Sperr und Hamm fanden dabei den Tod durch Henkershand. Hier muß auch noch zweier Männer gedacht werden, die zwar anderen Gruppen angehörten, aber als bayrische Monarchisten mit den Vertrauten des Kronprinzen in ständiger Verbindung standen: es waren dies, der Bruder des Kabinettschefs, Graf Rudolf MarognaRedwig und Karl Ludwig Freiherr zu Guttenberg. Ersterer wurde 1944 hingerichtet. Guttenberg fand am Tage der Einnahme Berlins durch die Russen- wahrscheinlich den Tod durch fanatische SS.Leute in den Ruinen Berlins. Seine Leiche wurde nie gefunden. Im Frühjahr 1939, als der Kronprinz die Ueberzeugung gewann, daß Hitler zum Krieg entschlossen sei, veranlaßte er, um das drohende Unheil vom Volf abzuwenden, ungeachtet der tötlichen Gefahr, in die er sich damit begab, einen ihm von früher her bekannten englischen Diplomaten, nach München zu kommen. Kronprinz Rupprecht teilte dem Besucher in vorsichtiger, wohlabgewogener Weise seine Befürch tungen mit, um so im Rahmen seiner Möglichkeiten das Seine zur Verhinderung des Völkermordens beizutragen. 30. Als Anfan Kronprinz R nisjes dadurd Land verließ. von Bayern, Kindern nach nach Ungarn. Da gelang Nach jahrelan rischer Mona nier stand, wurde wegen Was lag fü „ Hochverräter ten Schlag ge In Abwese herr von Rec zogen. Das chistengruppe tete die Geita dert Monarch Familie gew Stempelt wert Um es der dennoch einem Tätigkeit zu nach Bayern hör der Gesta Familie vorg fuum ent lich mußte ierung eredwig drei e und der en Reichs: ndten und zen bayris wichtigsten Wege ge Besetzung em Kronzu bieten, igten schuf schweren gründeten Rupprecht en Wider it den Erden. Dem Attenn. Sperr die zwar en mit den tanden: es arogna: 1. Ersterer Einnahme atische GG: unden. ang gewann, s drohende ahr, in die englischen recht teilte Te Befürch Geine zur Als Anfang August der Krieg außer Frage stand, entschloß sich Kronprinz Rupprecht seiner Ablehnung dieses verbrecherischen Wagnisses dadurch Ausdruck zu geben, daß er mit seiner Familie das Land verließ. Er selbst begab sich zunächst zu seinem Bruder Prinz Franz von Bayern, nach Ungarn, während die Kronprinzessin mit ihren Kindern nach Luxemburg reiste. Prinz Albrecht brachte seine Familie nach Ungarn. Da gelang der Gestapo ungefähr zur gleichen Zeit ein großer Schlag. Nach jahrelangen Ermittlungen wurde ein weitreichender Kreis bayrischer Monarchisten, der unter Führung des Freiherrn von Har= nier stand, verhaftet. Den klarblickenden, heimattreuen Männern wurde wegen Hochverrats der Prozeß gemacht. Was lag für die Gestapo näher, als Kronprinz Rupprecht mit diesen Hochverrätern" in Verbindung zu bringen und so den lang erstrebten Schlag gegen die verhaßten Wittelsbacher zu führen. In Abwesenheit des Kronprinzen Rupprecht wurde zunächst Freiherr von Redwig mehreren langen Verhören bei der Gestapo unterzogen. Das Ziel war, einen Zusammenhang der verhafteten Monarchistengruppe mit dem Kronprinzen nachzuweisen. Außerdem behauptete die Gestapo, daß die erfolgten Verhaftungen von mehreren hundert Monarchisten die Ursache der Abreise des Kronprinzen und seiner Familie gewesen seien, womit diese Abreise selbst zur Flucht ge= stempelt werden sollte. Um es der Gestapo unmöglich zu machen, in seiner Abwesenheit dennoch einen solchen Beweis einer konspirativen, hochverräterischen Tätigkeit zu konstruieren, entschloß sich Kronprinz Rupprecht, zunächst nach Bayern zurückzukehren. Er wurde auch sofort einem Kreuzverhör der Gestapo unterzogen. Man suchte ihn zu belasten, um gegen die Familie vorgehen zu können. Aber der Versuch mißlang. 31 Die Schikanen gegen den Kronprinzen nehmen zu Die Kette der Schikanen riß indeß nicht ab. Gleich nach Kriegsbeginn beschlagnahmte Gauleiter Adolf Wagner das Schloß Leutstetten, den Wohnsitz des Kronprinzen, unter dem Vorwand, daß Flüchtlinge aus dem Saargebiet dort untergebracht werden müßten. Das mar natürlich alles Lüge. Es tamen keine Flüchtlinge aus dem Westen, und wenn sie gekommen wären, hätte man sie auf die zahlreichen Luxusvillen der braunen Bonzen verteilen können, die doch meist leer standen, da ihre Besitzer über zahlreiche Wohnsize, Schlösser, Villen und städtische Dienstwohnungen verfügten. Auf den Einwand, daß man einem Deutschen nicht seine einzige Wohnung nehmen könne, erwiderte der Kreisleiter von Starnberg, das gehe ihm nichts an,„ der" könne hingehen, wohin er wolle. Es ging nur darum, dem Kronprinzen und seiner großen Familie das einzige Heim zu nehmen. Diese Vorkommnisse bewiesen, daß durch den Kriegszustand die letzten Rücksichten gefallen waren, die die nationalsozialistischen Machthaber bisher, wohl wegen des großen Ansehens, daß der Kronprinz weit über die deutschen Grenzen hinaus genoß, gehemmt hatten, Hand an ihn und seine Familie zu legen. Unter solchen Umständen, jeder Willkür von Verbrechern ausgeliefert, in Bayern weiter zu leben, konnte für niemand unerträglicher und unwürdiger sein, als für die Wittelsbacher, deren Haus 800 Jahre mit dem Lande und dessen Geschichte so eng verbunden war. 32 32 Hofphotograph Franz зи Kriegs eutſtet Flücht . Das Westen, Ireichen h meist er, Vil. einzige rnberg, Je. Es lie das and die listischen r Kron mt hat solchen Bayern würdiger Lande Hofphotograph Franz Grainer, München Albrecht von Bayern Prinzessin Marie von Bayern die Gemahlin des Prinzen Albrecht Max Emmanuel, der zweite Sohn des Erbprinzen Der Kronp So reiste end teres zu verla Zustand zu bee Tragweite unü Die Wahl E Italien. Die G Kronprinzen z Italien vorlag zens die Heime Franz von Bayern der älteste Sohn des Erbprinzen Die Prinzessinnen Marie Gabriele und Marie Charlott, die Zwillingstöchter des Erbprinzen Die SS b Als die Kro war, sekten ne und zog die P eine Ausreifee die GG. den einen wahrhaft Mutter und K alle längst fcho Prinz Albre nach Ungarn f Der Kronpr des Freiherrn prinzen aus fe Nun begann sowohl die Fa Prinzen Albre eite Der Kronprinz entschließt sich, die Heimat zu verlassen So reiste endgültig der schwere Entschluß, die Heimat bis auf weiteres zu verlassen. Es war dies der einzige Weg, einen unwürdigen Zustand zu beenden und weiteren Schikanen und Verfolgungen, deren Tragweite unübersehbar war, zu entgehen. Die Wahl des Aufenthaltes fiel auf das damals noch neutrale Italien. Die Gestapo wagte wohl nur deshalb nicht die Ausreise des Kronprinzen zu verhindern, weil eine Einladung des Königs von Italien vorlag. So verließ der Kronprinz Ende 1939 schweren Herzens die Heimat. Die SS bedroht die Kronprinzessin und ihre Kinder Als die Kronprinzessin kurz darauf mit ihren Kindern reisefertig war, setzten neue Schikanen ein. Man verweigerte das Ausreisevisum und zog die Pässe ein. Erst nach großen Schwierigkeiten gelang es, eine Ausreiseerlaubnis durchzusetzen. An der Brennergrenze bereitete die SS. den Kindern und der fummervollen Kronprinzessin noch einen wahrhaft ritterlichen Abschied: sie verhöhnten und bedrohten Mutter und Kinder und erklärten den kleinen Mädchen: ,, Ihr gehört alle längst schon erschossen." Prinz Albrecht gelang es um die gleiche Zeit, zu seiner Familie nach Ungarn zu fahren. Das Elend in der Fremde Der Kronprinz nahm Quartier in Florenz im Hause eines Bayern, des Freiherrn von Fraunberg. Prinz Heinrich, der Sohn des Kronprinzen aus seiner zweiten Ehe, konnte dort die Universität besuchen. Nun begannen die Schikanen auf wirtschaftlichem Gebiet, von denen sowohl die Familie des Kronprinzen in Italien, wie die Familie des Prinzen Albrecht in Ungarn betroffen wurden. 33 Beider Vermögen und Einkünfte wurden von der Gestapo„ sicher. gestellt", was für den normalen Sprachgebrauch mit„ beschlagnahmt" zu übersetzen ist. Den beiden verantwortlichen Herren der Münchener Verwaltung wurde diese Maßnahme bekanntgegeben mit dem freundlichen Zusatz, es würde ihnen den Kopf fosten, wenn sie jemand anderem als den beiden betroffenen Prinzen von dieser Verfügung Kenntnis geben würden. Dies entsprach den üblichen Methoden der Gestapo, die ihre Maßnahmen immer in Dunkel hüllte. Erst nach über einem Jahr wurde ein mehr als bescheidener Betrag zur Ueberweisung freigegeben, der weder in Italien noch in Ungarn für den Lebensunterhalt der Familien ausreichte. So war der Kronprinz im Alter von 70 Jahren auf die Hilfe von Freunden angewieJen, während Prinz Albrecht gezwungen war, das Leben seiner Fami lie in Ungarn durch eine übernommene Tätigkeit zu sichern. Während die braunen Bonzen mitten im Kriege auf Kosten des Volkes in Saus und Braus lebten, mußten zwei Familien des Hauses Wittelsbach, des Bayrischen Königshauses, als eine der ersten deutschen Familien das Schicksal der Flüchtlinge in der Fremde kennenlernen. Der Kronprinz selbst schreibt darüber in jener Zeit in seinem Tagebuch:„ Meine Frau war nach Perra di Fassa gefahren, da sie das Klima von Florenz und den dortigen Staub nicht vertragen tonnte. Von unseren Mädchen kam die Jüngste, Sophie, in das Flo rentiner Institut des Sacré Coeur, wo auch ihre Schwester Gabriele als externe Schülerin Unterricht erhielt. Sie wohnte mit Hilda, Editha und der Gräfin Bellegarde in einer Pension am anderen ArnoUser, nur 5 Minuten von meiner Behausung entfernt. Hilda interessierte sich für Musik und Literatur und vervollkommnete ihre Kennt nisse der französischen Sprache. Editha hatte nach der Rückkehr von Forte das Gymnasialabsolutos rium bestanden. Sie beschloß Medizin zu studieren, erkrankte aber, faum von einer epidemisch auftretenden Gelbsucht genesen, an einer Rippenfellentzündung, wodurch der Beginn ihres Studiums verzögert wurde. Am wenigsten Neigung zu irgendwelchem Studium hatte Irmingard, dafür aber ein ausgesprochenes zeichnerisches Talent. Es wurde damals nicht ausgebildet, da meine Frau fürchtete, es könnte dabei Dilletantismus herauskommen. So brachten wir Irmingard in einem Haus des Neustifts bei Brixen unter, wo sie bei den Tiroler Klosterschwestern Hauswirtschaft lernen, und, was ihr am meisten Freude machte, sich mit der Hühner- und Kleintierzucht vertraut machen sollte." Im Frühjahr 1940 wurde eine neue gegen die Familie des Kronprinzen gerichtete Maßnahme Himmlers und der Gestapo erkennbar. 34 Als Prinz Hein: die Grenzpolizei Jcheiniger Grüm wahren Hinterg und der Koniul prinzen und sein Heimat zu verm Anfragen und blieben unbeant Ein Zufall en festzustellen. Zu werden und da zurückkehrte, aus lischer Plan, der geführt wurde, r Wittelsbachern Um diese Zeit Dormals regieren zufcheiden hätten prinzen auf dem in Potsdam ihm Teile der Bevöl bels blieb es Nugen zu ziehem nach Nymphenb eines bezahlten trieg seien die diesmal aber la schen. Zur Ehr vorgetragenen F ftimmung ein tre energijchere Kra zwungen wurde, Alls Italien in Schlimmer, denn fühlen und fich Nachdem der in der Schweiz a wurde die Gesta zu lassen. Auch r phon waren se lauerten das Ha ,, ficher, ahmt" ichener reundemand fügung en der Betrag Ingarn Kron gewies Famis en des Haufes deuts ennenfeinem da sie tragen s Floabriele Hilda, Arnointer Kennt foluto e aber, m einer erzögert Irminwurde e dabei einem Klofter Freude follte." 5 Kron ennbar. Als Prinz Heinrich zur Wehrmacht einberufen wurde, verwehrte ihm die Grenzpolizei den Grenzübertritt am Brenner, unter Angabe fadenscheiniger Gründe. In Italien unternommene Feststellungen der wahren Hintergründe ergaben, daß die deutsche Botschaft in Rom und der Konsul in Florenz die Weisung erhalten hatten, dem Kronprinzen und seiner ganzen Familie Paßeinträge zur Rückkehr in die Heimat zu verweigern. Anfragen und Beschwerden an höchste Stellen der Naziregierung blieben unbeantwortet. Ein Zufall ermöglichte es, den tieferen Sinn dieser Aussperrung festzustellen. Zunächst sollte die Rückkehr in die Heimat verhindert werden und dann sollte die kronprinzliche Familie, weil sie nicht zurückkehrte, ausgebürgert und endgültig enteignet werden, ein teuflischer Plan, der nur deshalb nicht bis zur letzten Konsequenz aus: geführt wurde, weil maßgebende Stellen die Rückwirkung auf die den Wittelsbachern anhängliche bayrische Bevölkerung scheuten. Um diese Zeit traf Hitler die Bestimmung, daß alle Angehörigen vormals regierender Häuser in Deutschland aus der Wehrmacht aus: zuscheiden hätten, da der Tod des ältesten Sohnes des deutschen Kronprinzen auf dem Schlachtfeld und die Teilnahme bei seiner Beisetzung in Potsdam ihm gezeigt hatte, wie sehr auch im Norden noch weite Teile der Bevölkerung dem monarchischen Gedanken anhingen. Goebbels blieb es vorbehalten, aus dieser Bestimmung agitatorischen Rugen zu ziehen. Wer etwa damals in München in der Straßenbahn nach Nymphenburg hinaus fuhr, erlebte regelmäßig das Geschwätz eines bezahlten Agitators, der den Leuten erzählte, im ersten Weltkrieg seien die Prinzen mitgegangen, weil sie Generäle wurden, diesmal aber lasse sich von dieser feigen Bande keiner an der Front schen. Zur Ehre der Münchner sei gesagt, daß die geschäftsmäßig vorgetragenen Rede des üblen Burschen immer ohne die leiseste Zustimmung ein trauriger Monolog blieb, ja daß er ein paarmal, wenn energischere Kräfte im Wagen waren, mit eindeutigen Mitteln gezwungen wurde, den Wagen sajieunigst zu verlassen. Als Italien in den Krieg eintrat, wurde auch dort die Lage noch schlimmer, denn die Gestapo begann nun auch dort sich zu Hause zu fühlen und sich breit zu machen. Nachdem der Kronprinz sich auf ärztliche Anordnung einige Wochen in der Schweiz aufgehalten hatte und nach Italien zurückgekehrt war, wurde die Gestapo beauftragt, ihn nie wieder in die Schweiz reisen zu lassen. Auch nach Rom zu fahren wurde verboten. Post und Telephon waren selbstverständlich überwacht und Gestapospizzel umlauerten das Haus. 35 Die Gestapo versucht, den Kronprinzen zum Landesverräter zu stempeln Schließlich wurden auch Italiener, die der in fremdem Lande lebenden Familie nahe standen und zu helfen suchten, verfolgt. Besonders niederträchtig wurde dem früheren italienischen Obersten Grammacini mitgespielt, der dem Kronprinzen treu ergeben, ihm immer wieder in jeder Weise geholfen hatte. Eines Tages war in einem Gespräch von der Ueberflutungskatastrophe durch die Zerstörung des Staudammes am Erftalkraftwerk durch Bombenangriffe der Engländer die Rede gewesen. Oberst Grammacini fragte dabei, ob nicht durch Zerstörung des Staudammes am Walchensee, hoch in den Bergen, eine Ueberflutung Münchens und Oberbayerns zu befürchten sei. Der Kronprinz, als genauer Kenner aller bayrischen Verhältnisse, berichtet über dieses Gespräch in seinem Tagebuch: ,, Die Befürchtung", erwiderte ich, daß München durch die ausbrechenden Gewässer des Walchensees vernichtet werden könnte, sei schon im Mittelalter gehegt worden und noch jetzt werde zur Abwehr einer derartigen Gefahr auf Grund einer alten Stiftung alljährlich in einer Münchener Kirche eine Messe gelesen. Die Möglichkeit eines Ueberströmens des Walchensees sei aber selbst im Falle eines heftigen Luftbombardements völlig ausgeschlossen." Einige Wochen darauf wurde Grammacini verhaftet, weil er verfolgten Juden und Antifaschisten geholfen hatte. Er wurde von den italienischen Behörden jedoch bald entlassen, da keinerlei ernsthafte Vorwürfe gegen ihn aufrecht erhalten werden konnten. Nun bemächtigte sich aber die Gestapo seiner. Die Spigel hatten wieder einmal gute Arbeit geleistet. Das Gespräch zwischen Oberst Grammacini und dem Kronprinzen wurde zum Gegenstand eines außerordentlichen Verhörs gemacht, bei dem der alte italienische Offizier in der unerhörtesten Weise drangsaliert wurde. Die Gestapo hatte das Gespräch über den Walchensee auf den Kopf gestellt und bemühte sich nun, bei Grammacini ein„ Geständnis" zu erpressen, der Kronprinz habe ihm, zur Weiterleitung an die Engländer, Pläne des Walchenwerksstaudammes ausgehändigt, um dessen Zerstörung und damit die Vernichtung eines großen Teiles von Oberbayern zu erwirken. 36 Natürlich bliel Gestapo mit tein Anklage wegen hätte, erreichen Schriftstü zu um der„ größte Feir Ende seiner Krä das Papier nicht ( Grammacini Alliierten durch er von seiner M ging. Mit ihm treuer Anhänger tönigstreue Bar chne Grammacin zen aus den Häm taum denkbar g Int leben onders amma: er wie: stataftwert Grammés am s und Renner feinem e aus: ante, jei Abwehr jährlich t eines geftigen er ver: on den nsthafte Natürlich blieb der italienische Soldat bei der Wahrheit. Als die Gestapo mit keinen Plagen eine verleumderische Aussage, die eine Anklage wegen Landesverrates gegen den Kronprinzen ermöglicht hätte, erreichen konnte, versuchte sie, Grammacini zu veranlassen, ein Schriftstück zu unterzeichnen, in dem ,, Rupprecht von Wittelsbach" als der größte Feind Deutschlands" bezeichnet wurde. Grammacini, am Ende seiner Kräfte, brach ohnmächtig zusammen, unterzeichnete aber das Papier nicht. Nach dreimonatiger Haft wurde er endlich entlassen. ( Grammacini hat später nach der Einnahme von Florenz durch die Alliierten durch die Kugel eines Dachschützen den Tod gefunden, als er von seiner Wohnung zu jener des Kronprinzen über die Straße ging. Mit ihm ist ein mutiger und ritterlicher, ein bis zum Tode treuer Anhänger unseres Kronprinzen ins Grab gesunken, dem jeder tönigstreue Bayer eine dankbare Erinnerung wahren sollte. Denn ohne Grammacini's fluge Vorsorge wäre die Rettung des Kronprinzen aus den Händen der Gestapo, die den sicheren Tod bedeutet hätten, taum denkbar gewesen.) bemäch einmal macini ntlichen r uner: Seſpräch ch nun, 13 habe nwerts Die Ver 37 Es waren die bine herangefom Abreise zu bew Leuten, gab vc Die Rettung des Kronprinzen Alle diese Tatsachen führten dazu, daß der Kronprinz sich entschloß, nicht, wie er ursprünglich geplant hatte, bei Heranrücken der gegnerischen Truppen sich nach Oberitalien zurückzuziehen, sondern in Florenz zu bleiben. Wie richtig dieser Entschluß war, haben die späteren Ereignisse gezeigt. Wie die ganze übrige Familie wäre auch der Kronprinz in ein K3. gebracht worden und wahrscheinlich nicht mit dem Leben davongekommen. Wieder wurde in diesem entscheidenden Frühling 1944 die ganze Flüchtlingsfamilie auseinandergerissen. Die Kronprinzessin, die die Sommerhitze in Italien nicht vertrug, reiste nach San Martino di Castrozza. Sie fürchtete sich, dem Vorschlag des Kronprinzen folgend, mit den Töchtern nach Rom zu gehen, um dort die Ankunft der alliierten Truppen abzuwarten. Es war zuviel für das Gemüt der schwergeprüften Frau, sich mit ihren Kindern noch direkt ins Kampfgebiet des Krieges zu begeben, obwohl dieser Rat des alten Soldaten der richtige war und die furchtbaren Erlebnisse im K3. abgewendet hätte. Prinzessin Editha blieb in Florenz, um ihr Medizinstudium fortzusetzen. Aber die Folgen der eben überstandenen schweren Erfrankung machten eine Schonzeit erforderlich. Prinzessin Irmingard wurde von einer Prinzessin Ratibor an den Garda- See eingeladen. So schien die ganze Familie halbwegs sicher untergebracht. Wo aber sollte der Kronprinz bleiben? Er glaubte nicht mehr daran, der ihn scharf beobachtenden Gestapo entkommen zu können. Ueber diese dramatischen Tage schreibf er in seinem Tagebuch: ,, Bekannte in Florenz rieten mir, in der Stadt mich zu verstecken. Aber wo? Da fam Grammacini mit dem Vorschlag, seine frühere, jetzt leerstehende Wohnung in der Via della Mantellate am anderen. Stadtende, nahe dem Corso Cavour, zu beziehen, der gegenüber er nun wohnte. Nachforschungen seitens der italienischen Polizei seien bestimmt nicht zu erwarten, der Hausmeister sei von ihm instruiert, uns zu verleugnen, das Dienstmädchen unbedingt zuverlässig. Zudem wohne im Hause wie in der nächsten Nachbarschaft kein einziger Faschist. Für unsere Sicherheit schien mir insbesondere der Umstand zu bürgen, daß nach dem Vorgefallenen, der Verhaftungsgeschichte wegen der Walchenseesperre, kaum jemand annehmen würde, daß ich gerade bei Grammacini Unterschlupf gesucht habe. einem mir zur unser Gepäd au bahn schaffen, m der Via della M Gegen Abend auch Grammaci jorgt hatte. Die nächsten nicht erkannt zu Fenster gehen. treib. Um nicht gen 20 Minute maßen ausreiche Am 2. Auguf tat eines Ober hinrichtungen b hatte. Der At ich seit vielen Ritterbrdens va jahr und zu m mich verhängtem wissend, daß ich 3 Uhr morgens stellte, sondern berg dort gewei Gleichzeitig v Den ein Auto d ein Beauftragte nach Oberitalie ich fei dahin ber gends aufzuspür Ich durfte mei gangen zu sein Schuld an dem Am Vormitta Das Haus in der Vecchio, wo mi höflichste begrü 38 38 chloß, neri Lorenz teren der t mit ganze e die no di gend, alli: thwer gebiet en der vendet udium m Er ngard laden. dar Ueber teder. ühere, deren ber er feien ruiert, Zudem Faschist u bür wegen gerade Es waren die Alliierten mit ihrem linken Flügel bereits an Piom. bine herangekommen, als ich am 19. Juni mich entschloß, meine fiftive Abreise zu bewerkstelligen. Ich verabschiedete mich von verschiedenen Leuten, gab vor, erst zu meiner Frau und dann nach Meran in einem mir zur Verfügung gestellten Privatauto zu fahren und ließ unser Gepäck auf einem Handkarren nach dem Gepäckdepot der Eisenbahn schaffen, von wo es später auf einem anderen Handkarren nach der Via della Mantellate gebracht wurde. Gegen Abend traf ich mit Baron Fraunberg dort ein. Bald erschien auch Grammacini, der für eine ausreichende Verproviantierung gejorgt hatte. Die nächsten Wochen waren für mich eine arge Geduldsprobe. Um nicht erkannt zu werden, durfte ich in meinem Verstec nicht an das Fenster gehen. Lesen und Kartenspiel bildeten den einzigen Zeitver. treib. Um nicht steif in den Gliedern zu werden, trieb ich jeden Morgen 20 Minuten Zimmergymnastik, solange die Ernährung einiger maßen ausreichend war. - Am 2. August erreichte mich die Kunde von dem verfehlten Attentat eines Obersten, Graf Stauffenberg, gegen Hitler, das Massenhinrichtungen der Teilnahme Verdächtiger zur unmittelbaren Folge hatte. Der Attentäter selbst war mir unbekannt, wohl aber kannte ich seit vielen Jahren seinen Onkel, der Großmeister des Bayrischen Ritterordens vom Heiligen Georg war. Er hatte mir stets zu Neujahr und zu meinem Geburtsfeste geschrieben, was dank der über mich verhängten Briefkontrolle der Gestapo nicht entgangen war, die wissend, daß ich öfters bei der Baronin Franchetti geweilt, dort um 3 Uhr morgens nicht nur Nachforschungen nach meinem Verbleib anstellte, sondern auch frug, ob nicht in letzter Zeit ein Graf Stauffenberg dort geweilt habe und die Vorlage des Fremdenbuches forderte. Gleichzeitig vernahm ich, daß wenige Tage nach meinem Verschwinden ein Auto der SS. an meiner bisherigen Wohnung vorfuhr, dem ein Beauftragter des Reichsführers SS. entstieg, der sich erbot, mich nach Oberitalien zu bringen. Die Baronin Fraunberg sagte ihm, ich sei dahin bereits abgefahren. Nachdem ich aber in Oberitalien nirgends aufzuspüren war, wurde in Florenz eine Nachsuche angeordnet. Ich durfte meinem Schöpfer danken, den Klauen der Gestapo entgangen zu sein, denn zweifellos hätte man versucht, mich der Mitschuld an dem Attentat gegen Hitler zu bezichtigen. - Am Vormittag des 14. August verließ ich nach 58tägigem Verbleib das Haus in der Via della Mantellate und begab mich in den Palazzo Vecchio, wo mich die dort befindlichen englischen Offiziere auf das höflichste begrüßten." 39 Soweit das Tagebuch des Kronprinzen. Was diese 58 Tage an Not, Sorgen, Entbehrungen und Leiden umschließen, sagt es nicht. Im Oktober 1944 wurden Freiherr von Redwitz und Graf Hohnstein in München von der Gestapo darüber vernommen, wo sich der Kronprinz befinde. Unter Berufung auf einen Brief des Kronprins zen, der der Gestapo selbstverständlich durch die Briefzensur bereits bekannt war, konnten sie Meran als den Aufenthaltsort angeben, wenn sie auch wußten, daß dieser Brief nur geschrieben war, um die Gestapo irre zu führen. Zu jenem Zeitpunkt war der Kronprinz in Florenz, nach dem Einmarsch der Alliierten, außer Gefahr. Prinz Heinrich, der Sohn des Kronprinzen aus zweiter Ehe, hatte sich nach Rom durchgeschlagen und dort ebenfalls dem Zugriff der Gestapo entzogen. Das Unheil So fammelte fic prinzessin und ih die Dolomiten be wurde sie verhaft Die ganze erfe ihrer jungen Tö an den Kronprim richt, die den bes lichen Schloß in und ihre Töchter der Kronprinzess Konzentrationsla gefunden worden Lieber Papa Wir sind froh, der Brief auch tommen zu habe Festnahme gehör Wir wurden a zige, worüber ur Du in Florenz empfangen und 20. Juli verwide Mama wurde auch wir wurde wüßten, wo Du wie wir erwarte fie, es wäre ange wären auch scha Dich nicht finder Am 13. 8. mu wegen Mamas auf die Geiferal ertranfte Mama 40 Not, ohnder rin zeits Das Unheil trifft die Kronprinzessin und ihre Kinder ben, die in atte der So sammelte sich im Sommer 1944 das ganze Unheil über der Kronprinzessin und ihren Töchtern. Sie hatte sich, wie schon berichtet, in die Dolomiten begeben. Hier pacte die Gestapo zu. Am 27. Juli 1944 wurde sie verhaftet. Die ganze erschütternde Leidensgeschichte der Kronprinzessin und ihrer jungen. Töchter schildert knapp ein Brief der Prinzessin Hilda an den Kronprinzen vom 4. September 1945. Es war die erste Nachricht, die den besorgten Vater erreichte. Der Brief ist im großherzoglichen Schloß in Luxemburg geschrieben, wohin die Kronprinzessin und ihre Töchter zu ihrer Tante, der Großherzogin und Schwester der Kronprinzessin gebracht worden waren, als sie in den Höllen der Konzentrationslager von Offizieren der alliierten Invasionsarmeen gefunden worden waren: ,, Lieber Papa! Wir sind froh, eine Schreibgelegenheit zu haben, wo man weiß, daß der Brief auch sicher ankommt, und gute Nachrichten von Dir bekommen zu haben. Ich weiß nicht, ob Du schon Genaueres über unsere Festnahme gehört hast. Wir wurden am 27. Juli 1944 in San Martino verhaftet. Das einzige, worüber uns die Gestapo fragte, war: Wo Du wärest, mit wem Du in Florenz umgingest, denn Du hättest öfters den Stauffenberg empfangen und so fiele der Verdacht auf Dich, in das Attentat vom 20. Juli verwickelt zu sein. Mama wurde andauernd verhört, ins Kreuzverhör genommen und auch wir wurden öfters verhört. Unserer Aussage, daß wir nicht wüßten, wo Du seiest, da Du nicht in Meran angekommen wärest, wie wir erwartet hatten, schenkten sie teinen Glauben. Auch sagten sie, es wäre angegeben worden, daß Du nach Meran kämest und dort wären auch schon die Zimmer bestellt gewesen, aber man könnte Dich nicht finden. Am 13. 8. mußten wir von San Martino weg und wurden, da es wegen Mamas gesundheitlichen Zustandes nicht anders möglich war, auf die Seiseralm gebracht, und von dort nach Plan di Gralba. Dort erkrankte Mama an Rippenfellentzündung mit hohem Fieber. 41 Als die Nachricht kam, daß wir in einer Stunde bereit sein müßten, nach Deutschland zu fahren, erklärten zwei Militärärzte Mama als nicht reisefähig. Trotzdem mußten wir am 5. 10. fahren. Es war eine schreckliche Fahrt. Nach Innsbruck, wohin man sonst nur 3 Stunden braucht, waren wir wegen Pannen 10 Stunden unterwegs. Als wir ankamen, war Mama schrecklich ermüdet. Wir erfuhren, daß bestimmt worden war, daß wir von Mama getrennt und sofort weiterreisen sollten. Der Zug wurde unsertwegen eine Stunde lang angehalten, aber, Gott sei Dank, tamen wir doch wegen der vielen Pannen zu spät. Mama wurde ins Krankenhaus gebracht, wo sie Irmingard vorfand, die am Gardasee war. Sie war dort nachts mit schwerem Typhus und 41° Fieber aus dem Bett geholt und nach Innsbruck gebracht worden. Wir übernachteten im Hotel und so konnten wir Mama in der Frühe noch einmal sehen. Als wir wegmußten, erfuhr Mama nur, daß wir auf ein Schloß im Thüringer Wald fämen, wohin Irmingard später nachkommen würde. In Weimar angekommen, blieben wir eine Woche, bis man uns sagte, wir fämen in ein Schloß in der Nähe von Berlin. Wir kamen dann nicht in ein Schloß, sondern am 13. 10. 44 in das KZ.- Lager Oranienburg- Sachsenhausen bei Berlin. Nachbar von uns war Schuschnigg." Prinz Nach einer Wo die andere Seite, von uns getrennt. jo tun, als ob nach 14 Tagen du und man hatte a erfuhren wir dann sönlichen Bej Ende Januar fo alle Haare verlor Mama. Mama war vo Seitdem hörten m Im Lager war daß wir da water Ende Februar, daß wir von Ora in ein Privathaus war Lüge. Wir wurden in burg gebracht, ein Dort lebten wi Baraden. Es wa waren, durch we Schlaffaal feucht, vor Kälte faum zerrissen. Den ganzen T durften wir hinan zum Krematoriur Täglich famen gehäuft, entkleide und Asche und de Ueberall jahen war am ärgiten. 42 müßten, ma als ar eine Stunden Ils wir ma ge: twegen ir doch Ed vor: Typhus gebracht in der a nur, Irmin In uns in das on uns Prinz Albrecht und seine Familie im R3 Nach einer Woche kam Albrecht mit Familie an. Sie famen auf die andere Seite, durch Mauer und elektrisch geladenen Stacheldraht von uns getrennt. Wir sahen sie immer vom Fenster aus, mußten aber so tun, als ob wir sie nicht fennten. Strengstes Redeverbot. Erst nach 14 Tagen durften wir sie sehen. Sie waren in Ungarn verhaftet, und man hatte auch ihnen Schloßaufenthalt versprochen! Im Lager erfuhren wir dann, daß wir in Sippenhaft wären und dies a ufpersönlichen Befehl Hitlers. Ende Januar fam Irmingard an. Wir erkannten sie taum, sie hatte alle Haare verloren. Irmingard brachte uns die letzte Nachricht von Mama. Mama war von ihr getrennt und nach Jena gebracht worden. Seitdem hörten wir nichts mehr von ihr. Im Lager waren wir sehr streng gehalten, niemand durfte wissen, daß wir da waren und wer wir waren. Ende Februar, als die Russen immer näher famen, sagte man, daß wir von Oranienburg weg müßten. Man versprach uns, daß wir in ein Privathaus in den Bayrischen Wald fämen. Jedes Versprechen war Lüge. Wir wurden in das Konzentrationslager Flossenbürg bei Regensburg gebracht, eines der ärgsten Vernichtungslager. Dort lebten wir zu Zwölf in zwei Zimmern in einer der vielen Baraden. Es war eiskalt, da die dünnen Bretterwände voll Rizen waren, durch welche der Wind blies, die Betten im allgemeinen Schlafsaal feucht, so daß man, trotzdem man die Kleider anbehielt, vor Kälte kaum schlafen konnte. Die Decken waren verdreckt und zerrissen. Den ganzen Tag saßen wir im Zimmer, nur eine halbe Stunde durften wir hinaus, und vom Hügel vor der Barade sahen wir direkt zum Krematorium. Täglich kamen Lastwägen voll Leichen an, die dort auf den Boden gehäuft, entkleidet und verbrannt wurden. Die Luft war voll Rauch und Asche und der Gestank furchtbar. Ueberall sahen wir Tote und Halbverhungerte. Die Lazarettbaracke war am ärgsten. Dort lagen die Arbeitsunfähigen, Sterbenden und 43 Toten durcheinander, ohne Pflege und Ernährung. Niemand kümnierte sich um sie. Sie lagen auf Strohsäcken ohne Decken, die Barade ohne Fenster. Wir sahen viele der Gefangenen, in den Abfalleimern und an Boden nach Resten von rohen und halbverfaulten Kartoffeln suchen und sie essen. Wo wir konnten, steckten wir ihnen Brot und anderes zu. Aber am Ende hungerten wir selber. Die letzte Zeit lebten wir von wässriger Rübensuppe und zwei kleinen Stücken Brot. Auch in diesem Lager waren Schuschnigg mit Frau und einem 4jährigen Kind unsere Nachbarn. Als Albrecht die blutige Ruhr erwischte, mit drei Rückfällen, bekam der Kommandant, ein verkrachter Füssener Tischler, Angst und brachte uns in einem Haus außerhalb des Lagers unter. Dort wohnten wir in zwei Zimmern voll von Wanzen. Am Haus tamen täglich die Gefangenentransporte vorbei. Viele starben am Weg. Am 8. April wurden wir nach Dachau gebracht. Dort tamen wir mit 64 anderen Sippenhäftlingen zusammen. Die meisten waren Frauen und Kinder der Generäle von Stalingrad und der Männer vom 20. Juli. Auch mit ihnen durften wir erst spät verkehren. Nach kurzer Zeit famen wir ins Gebirge in der Nähe von Reutte. Dort verbrachten wir unsere Tage mit Kartoffelschälen, Küchendienst, Böden und Zimmer reinigen. Am 30, April w befreit. Wir konnten far wir nie gehofft h viele wurden tägli gegeben worden, beseitigen. Wir erfundigte etwas. Am 22. Mo von- Luxemburg, juchen ließ, von E dort per Flugzeug Hier fanden wi gehofft wiederzuse Luxemburger Offi tigte sofort Tante dem Flugzeug her Mama wurde in nichts anderes als fanatische nazistije fonnte. Mama mu obwohl sie sich vo nicht mehr, und for Während der schr zufammen mit Gd Inapp, daß Mama 36 Kilogramm! Dabei hatte sie mir Mama sahen schwach. Sie hat Als die Amerite Anstrengung und Thren Namen ang Mama hieß: Albe Hier im Hofpite fie wäre gerade 44 tüm Barade d an suchen nderes n wit uch in Kind bekam Srachte Haus en am n wir waren änner Reutte. dienst, Die Befreiung Am 30, April wurden wir endlich von der 3. amerikanischen Armee befreit. Wir konnten kaum glauben, daß alles so gut ausgegangen war, da wir nie gehofft hatten, lebendig aus den Lagern zu kommen. Zu viele wurden täglich umgebracht. Nebenbei war der Befehl Himmlers gegeben worden, alle Häftlinge in- und außerhalb der Lager zu beseitigen. Wir erfundigten uns sofort nach Mama, aber niemand wußte etwas. Am 22. Mai wurden wir durch Tante Lotte( die Großherzogin von Luxemburg, die Schwester der Kronprinzessin) die uns überall suchen ließ, von den Amerikanern nach Augsburg gebracht und von dort per Flugzeug hierher. Hier fanden wir Mama in der Klinik. Auch Mama hatten wir nie gehofft wiederzusehen. Sie war sehr frant. Durch Zufall fand sie ein Luxemburger Offizier, der nach Luxemburgern suchte. Er benachrichtigte sofort Tante Lotti, und so wurde sie auf schnellstem Wege mit dem Flugzeug hergebracht. Mama wurde in Jena gefunden. Sie war dort in einer Klinik, die nichts anderes als ein Gefängnis war. Als Pflegerin hatte sie eine fanatische nazistische Morphinistin. Sie quälte Mama, wo sie nur fonnte. Mama mußte täglich 2 Stunden mit ihr spazieren gehen, obwohl sie sich vor Schwäche taum schleppen konnte. Später ging es nicht mehr, und so blieb Mama Monate lang im Zimmer eingesperrt. Während der schweren Bombardierungen mußte sie in den Keller, zusammen mit Schwerkranken und Sterbenden. Die Nahrung war so knapp, daß Mama halb verhungerte. Als sie anfam, wog sie nur noch 36 Kilogramm! Dabei hatte sie schreckliche Sorgen, da sie ahnte, wo wir waren. Als mir Mama sahen, war sie nur Haut und Knochen und schrecklich schwach. Sie hat schrecklich viel durchgemacht. Als die Amerikaner famen, fonnte Mama sich nur mit der größten Anstrengung und Ueberwindung zum Nachrichtenbüro schleppen und thren Namen angeben. Wir mußten ja alle falsche Namen tragen. Mama hieß: Albertine Bingen. Wir alle hatten den Namen Buchholz. Hier im Hospital bekam Mama sehr gute Pflege. Der Arzt sagte, Sie wäre gerade noch rechtzeitig gefunden worden. Länger hätte sie 45 nicht mehr durchgehalten. Gott sei Dant, geht es Mama schon viel besser. Es wird allerdings noch lange brauchen, bis sie wieder gänzlich hergestellt ist. Mama ist zur Zeit auf dem Lande, da sie größte Ruhe und Schonung braucht. Sie hat eine Schwester, die sie sehr gut pflegt. Wir sehen Mama manchmal. Es strengt sie noch an, Leute zu sehen und so wird ihr der Landaufenthalt sehr gut tun, wo sie von niemanden gestört wird. Tante Lotti sorgt so nett für uns alle. Wir setzen unseren französischen Unterricht fort. Editha assistiert im hiesigen Krankenhaus bei den Operationen. Auch Gabriele hilft im Krankenhaus. Viele, viele herzliche Grüße Deine dankbare Hilda." Dieser findliche, offenherzige, so gar nicht wehleidige Brief ist hier im Wortlaut abgedruckt. Er spricht eine deutlichere Sprache über das schreckliche Schicksal, das Hitler diesen jungen Prinzessinnen und ihrer Mutter und der Familie ihres Bruders zugedacht hatte, als es die ausgeschmücktesten Berichte zu tun vermöchten. Es ist wirklich nur einer glücklichen Fügung zu danken, daß die Familie des Kronprinzen diese Schrecknisse überstand, wenn auch die Kronprinzessin so schwere Schädigungen davongetragen hat, daß noch heute nicht abzusehen ist, ob fie je wieder ihre volle Gesundheit zurückgewinnen wird. Au Bü Un 46 In W Freiherr Erwein v. Aretin geb. am 19. September 1887 in Bad Kissingen Gese Die 0