REPRÄSENTANTEN DES HITLER- STAATES SADISTEN Wider die Tyrannen De Fesseln sprengt, die blutbetauten, Die Wut der Henker achtet nicht, Zerbrecht die Mauern, die sie bauten Um unsre Freiheit, unser Licht! Die ie Glieder reckt, die sie uns schunden, Hebt auf die Faust und zögert nichtGedenkt der Joten und der Winden Keilt sie den Frevlern ins Gesicht! Hinweggefegt, die unser Leben Zum Schauplatz steter Qual gemacht! Jot nicht auch uns ein Recht gegeben, Das ingestraft kein Mensch verlacht? Ja! Einmal muß aus Morgenwolken Die Freiheitssonne uns aufgehn: Sorgt, daß dem Ruf dann alle folgen. Und alle dann geristet stehn? WERNER WESIGER SS — In dem„tausendjährigen Reich“ der Nazis gab es viele, die dieses Wort und seine Bedeutung herrlich fanden, die dafür begeistert waren, so begeistert, daß sie sich erst beruhigten, als sie selbst in der schwarzen Uniform der$$ spazieren gehen konnten. Es®gab aber auch viele, die nicht eher ruhten, bis ein SS-Mann in ihrer Familie war, Frauen gab es, die waren glücklich, wenn ihnen ein SS-Mann die Hand zum Bund fürs Leben reichte, ohne daran zu denken, daß gerade diese Hand mit Blut besudelt sein konnte. „SS“,— Wie herrlich fand es die Jugend in dieser Formation „dienen‘ zu dürfen, und sie. wurde in ihrer Absicht nur noch bestärkt durch die Begeisterung ihrer Eltern. Sie dachten nicht daran, daß sie damit ihren Sohn in die Schule der Mörder schickten. Und wie stolz warf sich mancher Nazi in die Brust, wenn irgendwo ein SS-Mann auftauchte und— welche Ehre— sogar mit ihm sprach. Er dachte dabei nicht daran, daß diese Stimme 24 Stunden vorher den Befehl zur Verbrennung tausender unschuldiger Opfer gegeben hatte.° Und jedes junge Mädchen wollte als Verlobten nur einen$$-Mann; denn darauf war die Mutter ja besonders stolz, Dieses Mädchen dachte bei ihrer Wahl bestimmt nicht daran, daß ihr Auserwählter lächelnd zusehen konnte, wenn ‚Frauen ausgepeitscht wurden. „SS“— sagte man im tausendjährigen Reich, doch wir haben eine andere Bezeichnung dafür. Es waren Mörder, Verbrecher, Bestien, Henker...„Sadisten‘, die einen Genuß daran fanden, andere zu quälen und zu töten.* „Sadisten‘,— Repräsentanten des Hitlerstaates—„SS“. Männer, die sich zu den Auserlesenen eines Volkes zählten, eines Volkes, das sich einst das Volk der ,, Dichter und Denker" nannte, das aber zu einem Volk der ,, Richter und Henker" wurde durch... die ,, SS". In ihrer Herrschsucht und ihrem Größenwahn, in ihrem Sadismus und ihren Bestialitäten konnten sie sich nur mit der Waffe und der Knute in der Hand wehrlosen Menschen gegenüber behaupten. Wie sah die von dem ganzen deutschen Volk so vergötterte ,, SS" eigentlich wirklich aus? Wo legte sie das freundliche lächeln" ab? UrlauberWo zeigte sie ihr wahres Gesicht, in dem das nur den politischen Häftlingen so bekannte teuflisch- sadistische Lächeln stand? Nur dort wo jene hinkamen, die ihnen gefährlich werden konnten, weil sie für ein freies demokratisches Deutschland kämpften in den Konzentrationslagern. Halle( Saale), den 30. Dezember 1945. - - F. Br. DAS BUCHENWALDLIED. Wenn der Tag erwacht, eh'die Sonne lacht, Die Kolonnen ziehn zu des Tages muhn Hinein in den grauenden Morgen Und der Wald ist schwarz, und der Himmel rot, Und wir tragen im Brotsack ein Stückchen Brot Und im Herzen, im Herzen die Sorgen. Refrain: Buchenwald, ich kann dich nicht vergeffen, Weil du mein Schickfal bist. Wer dich verließ, der kann es erft ermeffen, Wie wundervoll die Freiheit it. Doch Buchenwald wir jammern nicht und klagen, Und was auch unfere Zukunft fel Wir wollen trotzdem jazum Leben fagen, Denn einmal kommt der Tag, dann sind wirfrei Und die nacht it kurz, und der Tag fo lang Doch ein Lied erklingt, das die Heimat fang: Wir lafen uns den mut nicht rauben! Halte Schritt, Kamerad, und verlier nicht den mut, Denn wir tragen den Willen zum Leben im Blut Und im Herzen, im Herzen den Glauben. Refrain: Buchenwald, ich kann dich nicht vergeffen ufw. Und das Blut ft heiß, und das Mádel fern, Und der Wind ingt leis, und ich habfiefogern, Wenn treu fie, wenn treu fie mir bliebel Und die Steine find hart aber feft unfer Schritt, Und wir tragen die Pickel und den Spaten mit. Und im Herzen, im Herzen die Liebe. Refrain: O Buchenwald, ich kann dich nicht vergeffen ufw. 126810 1935 1936 1937 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 W Jahre politischer Häftling Aus einer Rede von Vizepräsident Robert Siewert, halle S. Ia bin Deutscher und in Berlin aufgewachsen, lernte dort das Maurerhandwerk und habe mein Deutschland als wandernder Hand- werksbursche ‚gesehen. Ich sah Dänemark, Schweden, Frankreich und landete in der Schweiz. Von dort aus habe ich den Weg nach Deutschland zurückgefunden. Später war ich kommunistischer Landtagsabgeordneter in Sachsen. Das war auch die Ursache meiner fast 10jährigen Gefangen- schaft in Zuchthaus und Konzentrationslager. Im April 1935 wurde. ich verhaftet und vom„Volksgerichtshof‘ wegen Vorbereitung zumHochverrat verurteilt, nur, weil ich meiner alten Gesinnung treu blieb. Ich hatte auf meiner Baustelle erklärt:„Bei uns gilt nach wie vor der alte Gruß ‚Guten Morgen‘, ‚Guten Tag‘, ‚Guten Abend‘. Ich kenne den Gruß Heil Hitler‘ nicht!“ Das war der An- stoß zur Verhaftung.' Nach den drei Jahren im Zuchthaus stellte mir der Anstaltsdirektor das beste Zeugnis aus. Jedoch acht Tage vor der Entlassung kam ein Schreiben:„Siewert ist im Auftrag Himmlers nach Berlin zu über- führen‘. Ein halbes Jahr war ich dann in Berlin bei der Gestapo und wurde schließlich im September 1938 nach Buchenwald geschafft, angeblich für drei Monate, um mir zu überlegen, was ich noch auszusagen hätte. Aus den drei Monaten wurden über 6'/2 Jahre. Schließlich wur- den wir am 11. Mai 1945 mit Hilfe der amerikanischen Truppen wieder frei, und so stehe ich hier vor Ihnen. Mein einziges Verbrechen bestand in meiner Gesinnung. Ich habe in meinem ganzen Leben niemandem etwas gestohlen. Ich bin wegen keinerlei Vergehen bestraft. Ich glaube, daß das zum Verständnis dienen kann, wie und wes- ". halb deutsche Männer eingesperrt wurden. Und ich kann heute sagen, ich habe mein Deutschland immer geliebt, obwohl ich die schöne Schweiz sehen durfte. Ich möchte sagen, wir Deutschen haben schon früher keinen besonders guten Ruf im Ausland gehabt. Aber durch die Naziherrschaft ist der deutsche Name so mit Schmutz und Schandtaten überdeckt, daß es wahrscheinlich Jahrzehnte dauern wird, bevor sich ein Deutscher irgendwo in der Welt sehen lassen kann und geachtet: wird, selbst, wenn er der bedeutendste Erfinder wäre. Es wird immer mit Fingern auf ihn gezeigt und gesagt werden:„Die sind schuld an dem Elend, das der Menschheit zugefügt wurde. Die haben sich 12 Jahre von Verbrechern regieren lassen“, Wenn ich den Zustand richtig schildern soll, so muß ich sagen: „Der Faschismus war das Bündnis von Bosheit, Militarismus, Reaktion und ausgesprochenem Verbrechertum. Und dafür ist Buchenwald der schlagendste Beweis.\ Als ich mit 40 Leidensgenossen zusammen nach Buchenwald bei Weimar kam, wurden wir von den SS-Beamten der politischen Abtei- lung empfangen. Der Empfang gestaltete sich etwa so: Die Namen wur- 8 ‚ mn den hast nich wie: port das Handch und schland rdneter fangenrde ich itung sinnung ach wie d. Ich der AnHirektor xam ein u überpo und eschafft, zusagen ch wurwieder bestand mandem and wese sagen, schöne n schon urch die andtaten vor sich geachtet dimmer chuld an 12 Jahre h sagen: Reaktion wald der wald bei Abteien wurden verlesen, dann wurde die Frage gestellt: ,, Du Schweinehund, was hast du ausgefressen?" Ich antwortete auf diese Frage: ,, Ich weiß es nicht". Dafür bekam ich rechts und links Backpfeifen und wurde dann wieder gefragt. Nachdem das Verhör in dieser Weise beendet war, ging es im Laufschritt durch das Tor in das Lager, und dort hieß es: ,, Sachsengruß!" Keiner konnte sich etwas Rechtes unter einem ,, Sachsengruß" vorstellen. Wir mußten etwa drei Stunden Kniebeugen machen und dabei die Arme hinter dem Kopf verschränken. Wenn einer nicht mehr konnte, kam der Scharführer und schlug auf ihn ein. Dann wurden wir zur Desinfektion gebracht, gebadet, geschoren und kamen in den Block. Nach zwei Tagen teilte man uns zur Arbeit ein. Da Maurer sehr knapp waren, konnte ich in meinem Beruf weiterarbeiten. Im allgemeinen ging jedoch jeder Häftling einige Wochen durch den Steinbruch, ganz gleich, welchen Beruf er hatte. Wir arbeiteten dann an unseren eigenen Unterkünften. Eines Tages sagte ein Kollege zu mir: ,, Paß auf, heute wirst du etwas sehen, was du nie vergessen wirst". Kurz danach wurden von zwei Scharführern dreißig Häftlinge in den angrenzenden Wald geführt. Diese Häftlinge waren wegen irgendeines Vergehens mit dem ,, Hängen" bestraft worden. In die großen Bäume waren Nägel eingeschlagen, und an diese Nägel wurden sie gehängt,- nicht aufgehängt. Diese Strafe bedeutete eine unendliche Qual. Das Jammern der Gequälten war furchtbar. Als wir vom Bau heruntersprangen, um diesen Häftlingen Wasser zu geben, wurden wir mit Knüppeln geschlagen. Der politische Kommissar stand dabei und fragte die Leute von Zeit zu Zeit, ob sie gestehen wollten. Die Gründe, weshalb diese Strafen verhängt wurden, waren. lächerlich. Einer wurde bestraft, weil er während der Arbeit eine Zigarette geraucht hatte. Ein anderer bekam die Strafe, weil er vor einem SS- Mann die Mütze nicht abgenommen hatte.- In einem anderen Fall hing ein Mann drei Stunden am Baum, und der politische Kommissar fragte immer wieder, ob er ein Geständnis machen wolle oder nicht. Er war der Besitzer einer größeren Gartenwirtschaft. Bei ihm im Lokal sollten von Feinden der Nazibewegung Waffen vergraben worden sein, und seine Frau sollte davon Kenntnis haben. Man wollte ihn nun zu einem Geständnis zwingen. Dieser Mann war nach seiner Strafe gelähmt und völlig arbeitsunfähig, nur weil er seine Frau nicht verraten wollte. In einem großen Garten wurden im Frühjahr Gemüse, Salat und Radieschen in Gewächshäusern gezogen. Eines Tages fehlten die Radieschen, die für die Frau des SS- Kommandanten Koch bestimmt waren. 9 Die Folge war, daß das ganze Lager antreten und drei Stunden stehen bleiben mußte. Dann kam der Kommandant, hielt eine Ansprache und sagte: ,, Ihr bleibt so lange stehen, bis die Radieschen wieder da sind". Wir standen an diesem Tage von 19.00 bis 24.00 Uhr, und nach drei Tagen stellte es sich heraus, daß ein Scharführer diese Radieschen für seine Frau mitgenommen hatte. Als eines Tages ein Schwein von 150 Pfund fehlte, mußten wir ebenfalls stehen bleiben. Und das bei 16 Grad Kälte. Wir standen sieben Stunden. Über dreihundert Leute fielen um, aber das Schwein kam nicht wieder zum Vorschein. Der Kommandant Koch bestimmte dann, daß das ganze Lager fünf Tage lang nichts zu Essen bekommen sollte. Nach fünf Tagen erhielten alle Deutschen die halben Rationen, die Juden aber mußten weiter hungern. Sechs Wochen später stellte es sich heraus, daß ein SS- Scharführer das Schwein gestohlen hatte, und daß es in engstem Kreise von einigen SS- Leuten verzehrt worden war. Eine ganz besonders niederträchtige Mißhandlung, wenn sie an einem erwachsenen Menschen vollzogen wird, sind Stockhiebe. Wir hatten Baracken gebaut. Eines Tages wurden verschiedene Häftlinge aufgeschrieben, weil sie angeblich nicht genügend gearbeitet hatten. Diese Leute bekamen eine Strafe von 25 Stockhieben. Es wurde nicht mit einem Rohrstock geschlagen, sondern mit großen Haselnuẞruten und Ochsenziemern. Die Leute mußten sich über einen Bock legen. Die Beine wurden festgeschnallt, so daß sie sich nicht mehr rühren konnten. Auch die Hände wurden angeschnallt, und dann ging die Prügelei los. Ein Kamerad, der Blockältester vom Judenblock war, wurde mit 25 Stockhieben bestraft, nur, weil der Scharführer beim Appell mit dem Zählen nicht zurecht kam. Ein anderer Häftling wurde mit 75 Stockhieben bestraft, weil er in einer Unterhaltung geäußert hatte, wenn nur der verfluchte Hund ( gemeint war damit einer der Scharführer) erst weg wäre. Der Mann lag dreiviertel Jahr im Krankenhaus. Das Fleisch war vollkommen von den Knochen losgehauen. Das sind alles keine Schauermärchen, sondern Dinge, die jederzeit von den Betreffenden bestätigt werden können. - Wenn ich auf die verschiedenen anderen Dinge noch eingehen will, so klingen sie ebenso unglaubhaft. Und doch ist es die ungeschminkte Wahrheit! Am Anfang waren nur Deutsche in Buchenwald. Als der Krieg ausbrach, kamen die Ausländer, zuerst Polen. Sie mußten antreten, und es wurde bestimmt: für dieses ,, Gesindel" haben wir keine Unterkunft; TO sie s bleib Appe die L Leute konn Kran und in äl sie i ihne bis v beko wir entz hieb Stein ziere im aber in d such wer wur man sie sis W stär Ho wir alle Hin ge ging hen und nd". drei für wir eben icht daß Nach den sich daß 2 an dene eitet urde nußBock mehr ging war, beim er in Hund Mann von erzeit rehen ungeausund unft: 9 sie sind Heckenschützen und werden auch als solche behandelt, sie bleiben unter freiem Himmel, bis sie verrecken. Dann ließ man den Appellplatz mit Stacheldraht umziehen, und in diesem Gelände mußten die Leute liegen. Wir machten von uns auch einen Vorstoß, um diesen Leuten ein vorhandenes Zelt zur Verfügung zu stellen. Dieses Zelt konnte dann auch aufgestellt werden. Hier fanden in erster Linie die Kranken Unterkunft., Nach einiger Zeit wurde das Zeltlager aufgelöst und man verteilte die Häftlinge auf die einzelnen Blocks. - Die anderen Ausländer- Franzosen, Holländer, Belgier wurden in ähnlicher Weise behandelt. Sie kamen nach Buchenwald, nur, weil sie ihr Vaterland liebten, wie wir auch. Als die ersten Russen eintrafen, tobten sich die Scharführer an ihnen aus wie die Bestien. Schon vor dem Lagereingang wurden dreißig bis vierzig Mann totgeprügelt. Da die Russen drei Tage nichts zu essen bekommen sollten, sammelte das ganze Lager für sie Lebensmittel. Weil wir den Russen Lebensmittel gaben, wurde das ganze Lager mit Kostentzug von zwei Tagen bestraft. Die Blockältesten erhielten 25 Stockhiebe, und außerdem wurden hundert Kameraden zur Strafe in den Steinbruch geschickt. Nach vier Wochen wurde die Strafe aufgehoben. Eines Tages kamen die ersten russischen kriegsgefangenen Offiziere. Wir hatten den besten Eindruck von ihnen. Sie blieben zwei Tage im Lager; dann sollten sie wieder abtransportiert werden. Sie wurden aber nicht weitergeleitet, sondern kamen in einem geschlossenen Auto in den ,, Pferdestall". Dort mußten sie sich ausziehen und wurden untersucht:' Angeblich sollten sie dann einem Kriegsgefangenenlager zugeführt werden. SS- Scharführer untersuchten die Offiziere. Der Brustumfang wurde gemessen. Jeder Russe wurde abgehorcht, und schließlich stellte man sie an eine Meßtafel, um die Größe festzustellen. Dabei erhielten sie durch einen kleinen Schlitz den Genickschuß. Rund 7000 russische Offiziere und Kommissare wurden auf diese Weise ermordet.( Siehe Zeichnung Seite 24/25.) Es ist ein altes Kriegsrecht, Kriegsgefangene menschlich und anständig zu behandeln. Auch die Russen kamen nach Buchenwald in der Hoffnung, daß sie ihre Heimat wiedersehen würden! Was glaubt das deutsche Volk, was uns diese Geschichte kosten wird? Es gab genug Russen, die das gesehen und notiert haben; die also alles bezeugen können. Auch die Amerikaner haben von der ganzen Hinrichtungsanstalt eine Zeichnung anfertigen lassen. In Buchenwald waren zuletzt Männer, Frauen und Kinder- Angehörige von 36 Nationen- vertreten. Durch Buchenwald gingen zweihundertdreiunddreißigtausend Häftlinge. Hier sind rund - 11 dreiundfünfzigtausend Menschen an den Folgen einer systematischen Ausrottung gestorben. Es ist genügend Beweismaterial vorhanden. Das sind einige Dinge, die man über Buchenwald erzählen kann; Dinge, die unglaublich erscheinen! Ich habe immer gesagt, wenn ich einmal nach Hause komme und meiner Frau, meinen Kindern und Kindeskindern davon erzähle, dann werden sie sagen: das glauben wir nicht. Standartenführer Koch, zuletzt Oberführer und Inspekteur sämt- licher Konzentrationslager in Dänemark, Norwegen, Polen, Deutschland usw., hatte eine Frau, die noch schlimmer war als er selbst. Ich habe mit einer Häftlingsbaukolonne dieser Frau in wenigen Jahren drei Mal das Haus umbauen müssen, weil sie sagte: ich kann in dem Haus nicht mehr wohnen. Der letzte Umbau wurde im Jahre 1943 vorgenommen und kostete 76.000 RM. Der Umbau geschah ohne Genehmigung einer Behörde.-—- Diese FrauKoch schenkte ihrem Mann eine Brieftasche aus Menschenhaut. Ein$S-Scharführer schrieb eine Doktorarbeit über die Tätowie- rung am menschlichen Körper. Er bestellte daraufhin die tätowierten Häftlinge, suchte sich die schönsten Tätowierungen aus und schrieb darüber seine Doktorarbeit. Koch und seine Frau erfuhren dadurch, daß es verschiedene wunderbare Tätowierungen gab. Frau Koch ver- einbarte dann mit einem S$-Sturmführer, daß sie beim Tode eines Häft- lings desen Haut bekommen sollte, um daraus irgendeinen Gegenstand anfertigen zu lassen. Die Brieftasche haben wir nicht mehr, aber einen Lampen- schirm, den Koch seiner Frau geschenkt hatte. Er war aus Men- schenhaut gefertigt. Das waren die Männer, die Deutschland führten, und die Frauen, die das Prädikat für sich in Anspruch nahmen, die besten Mütter zu sein. Der beschlagnahmte Lampenschirm ist zwischen Russen und Ameri- kanern aufgeteilt worden, um zu beweisen, zu welchen Gemeinheiten die Repräsentanten des„Großdeutschen Reiches‘ fähig waren! Wir haben viele Juden im Lager gehabt, die nur eingesperrt wur- den, weil sie eben Juden waren. Einmal kamen zehntausend Juden nach Buchenwald. Sie mußten auf dem Appellplatz bei strömendem Regen sitzen bleiben, bis sie Unterkunft fanden. Aber es waren nicht ge- nügend Baracken vorhanden, Wir Maurer wollten Tag und Nacht arbeiten, um ihnen so schnell wie möglich eine Unterkunft zu geben, So entstanden die berüchtigten Baracken 1a bis 5a. Beim Eintreffen der Juden fielen die Scharführer über sie her und beraubten sie. Von den — Be — Sr ee erann eing Tage Der Das Bestı hatt: vom Wurd förde Zeit Men gepfl geim Buch feier Kam kor Schen Cann; mich und ruben sämtland habe Mal micht nmen einer che Owieerten hrieb urch, verHäftstand penMenrauen, ter zu meriheiten t wurnach Regen at geNacht geben. en der on den eingelieferten Juden wurden etwa dreihundert verrückt, weil sie drei Tage nichts zu Essen bekamen; sechshundert bis siebenhundert starben. Der Rest wurde sehr schnell abtransportiert. Ich hatte die Aufgabe vierhundert Juden das Mauern zu lehren. Das war wirklich nicht leicht! Ein Hauptscharführer verlangte strengste Bestrafung der Juden, wenn sie angeblich nicht genügend gearbeitet hatten. So wurden einige Juden auf Veranlassung des Hauptscharführers vom Lagerführer bestraft. Sie mußten sich im Krankenbau melden und wurden am zweiten Tage durch eine Blausäurespritze ins Jenseits befördert, nur weil sie angeblich nicht genügend gearbeitet hatten. Von Zeit zu Zeit wurden auch für das vorhandene Ser um Institut Menschen eingeliefert. Die ersten vier Wochen wurden sie sehr gut gepflegt und dann mit erbeuteten Impfstoffen geimpft. 60 Prozent der geimpften Menschen starben. Ich wurde zuletzt wieder in ein Gefängnis gebracht, weil ich in Buchenwald aus Anlaß des Fliegerangriffs auf das Lager bei einer Totenfeier gesprochen hatte. Bei diesem Angriff waren dreihundertsechzig Kameraden ums Leben gekommen. Auch der Führer der kommunistischen Partei, Ernst Thälmann, sollte dabei angeblich umgekommen sein. Ich weiß es, daß Thälmann zur Zeit des Bombenangriffs überhaupt nicht in Buchenwald war. Am Abend erst zwei Tage nach dem erfolgten Angriff- lieferte man ihn mit fünfzehn anderen Kameraden mit einem Sondertransport in das Lager ein. Die Männer wurden sofort in das Krematorium gefahren, denn der ausdrückliche Befehl Himmlers lautete ,,, diese Kerle" sofort zu vernichten. - Am anderen Morgen war nur noch die Asche von den fünfzehn da. Ob sie erschlagen, ob sie vergiftet, ob sie erdrosselt oder ob sie lebendig verbrannt wurden- keiner weiß es! Und deshalb hatte ich als Redner bei dieser Feier auch ein paar Worte über die Standhaftigkeit Thälmanns gesagt. Einer von den Häftlingen hatte das gemeldet. Ich wurde daraufhin nach Weimar geschleppt und kam dort in eine Zelle, in der sich auch Russen und Polen befanden. In der zwanzig Quadratmeter großen Zelle hockten fünfunddreißig Häftlinge. Ein paar Russen waren darunter und erzählten, sie seien in Halle und Ammendorf bei der ,, Habämfa" beschäftigt gewesen und wegen Sabotage nach Buchenwald gekommen. Bis Anfang 1944 lebten wir in Buchenwald ohne Frauen. Dann kam ein Befehl: In Buchenwald ist sofort ein Bordell einzurichten! Man brachte sechzehn Mädchen hinein, darunter zwölf Deutsche aus dem Lager in Ravensbrück, eine Zigeunerin und drei Polinnen. 13 a Wir politischen Häftlinge empfanden diese Einrichtung als eine Entwürdigung. Wir sahen darin eine Niedertracht der$S. Aber keiner von den politischen Häftlingen ging hin. Immerhin wurde das Bordell wöchentlich von zweihundert Mann besucht. Es wurde dann ausgedehnt. auf alle Nationen. Die Mädchen standen somit für alle zur Verfügung. Wenn sonst ein Ausländer mit einem deutschen Mädchen verkehrte, kam er gleich nach Buchenwald. Ich habe gesehen, daß es in Buchen- wald eine ganze Reihe Ausländer gab, die mit deutschen Mädchen Ver- kehr suchten. Im Konzentrationslager Buchenwald war es den Auslän- dern also gestattet, mit deutschen Mädchen zu verkehren. Es gab wohl keinen Beruf der nicht im Lager vertreten gewesen wäre. Eines Tages kam zum Beispiel das ganze Personal der Warschauer Oper nach Buchenwald. Ein andermal waren es Franzosen. Da diese Menschen unterwegs Fluchtversuche unternommen hatten, wurden sie — nur mit einem Hemd bekleidet— von Frankreich nach Deutschland transportiert. Sie wurden im Steinbruch eingesetzt. Unsere deutschen Arbeiter fragten sich: Wo ist die deutsche In- telligenz? Wo sind die deutschen Professoren und Gelehrten?— Es war nichts zu spüren, daß die deutsche Intelligenz sich gegen Hitler ge- wandt hatte! Ein andermal erwirkten wir vom Lagerführer die Genehmigung, auf der Bühne eine Szene aufführen zu dürfen, die die Arbeit im Stein- bruch drastisch darstellen sollte. Wir wollten zeigen, daß es unmöglich ist, einen Ungelernten, für die schwersten Steinbrucharbeiten einzusetzen. Bei uns galt der Grundsatz: Kamerad, achte in jedem den Menschen! Und nur so war es möglich, durch gegenseitige Hilfe im Lager einen erträglichen Zustand zu schaffen. Nur so war es möglich, daß wir im Lager einigermaßen über die schwere Zeit hinwegkamen. Vor dem Zusammenbruch waren wir noch sechsundfünfzigtausend‘Mann. Wir hatten Vorbereitungen getroffen, um uns zu gegebener Zeit selbst zu helfen. Heimlich wurden Waffen ins Lager geschmuggelt. Eine kleine bewaffnete Gruppe hatte sich im Lager zusammengefunden, und so halfen wir selbst an unserem Befreiungswerk mit. Als wir die amerika- nischen Tanks hörten, warfen wir an drei verschiedenen Stellen die großen Bäume in den elektrisch geladenen Zaun, um einen Fluchtweg zu bekommen. Die führende SS war bereits drei Stunden vorher geflohen. Das Lager war frei, ehe die Amerikaner kamen. s eine keiner ordell dehnt igung. zehrte, chenVerLuslänewesen chauer diese len sie chland the InEs war ler genigung, Steinmöglich usetzen. m den Hilfe im möglich, en. Vor Mann. it selbst e kleine und so merikallen die uchtweg reflohen. DAS LIED DER MOORSOLDATEN. WOHIN DASAUCE BLICKETMOOR UND HEIDE NUR RINGSUM, VOGELSANG UNS NICHT ERQUICKET, EICHEN STEHEN KAHL UND KRUMM. WIR SIND DIE MOORSOLDATEN UND ZIEHEN MIT DEM SPATEN: INS MOOR! HIER IN DIESER ODEN HEIDE IST DAS LAGER AUFGEBAUT WO WIR FERN VON JEDER FREUDE HINTER STACHELDRAHT VERSTAUT. WIR SIND DIE... MORGENS ZIEHEN DIE KOLONNEN IN DAS MOOR ZUR ARBEIT HIN, GRABEN BEI DEM BRAND DER SONNEN DOCH ZUR HEIMAT STEHT DER SINN. WIR SIND DIE... HEIMWARTS, HEIMWARTS JEDER SEHNET ZU DEN ELTERN, WEIB UND KIND MANCHE BRUST EIN SEUFZER DEHNET WEIL WIR HIER GEFANGEN SIND. WIR SIND DIE... AUF UND NIEDER GEHN DIE POSTENKEINER KEINER KANN HINDURCH. FLUCHT WIRD NUR DAS LEBEN KOSTEN: VIERFACH IST UMZAUNT DIE BURG. WIR SIND DIE... DOCH FÜR UNS GIBT ES KEIN KLAGEN, EWIG KANN'S NICHT WINTER SEIN! EINMAL WERDEN FROH WIR SAGEN: " HEIMAT, DU BIST WIEDER MEIN!" DANN ZIEH'N DIE MOORSOLDATEN NICHT MEHR MIT DEM SPATEN: INS MOOR! Ex den G genen sich f und b Außen die Au zu kö Freihe S Eines Zucht geschl wärter lichen schwe Freihe und d U ahnun gehört A gons Aschendorfer Moor berichtet von helmut Franz, halle S. Hände dur die Lo noch Wahns N burg, ändert veränd K junger Bahns eine d stöße. nenla und S nens handl S Es war im Februar 1937, als im Zuchthaus Amberg/ Oberpfalz unter den Gefangenen die Parole ging, daß Transporte für die Strafgefangenenlager im Emsland zusammengestellt werden sollten. Daran knüpfte sich für viele von uns die Erwartung gesünderer Arbeitsbedingungen und besserer Verpflegung. Nach der langen Abgeschlossenheit von der Außenwelt in der Zelle und den öden Arbeitssälen war für uns schon die Aussicht verlockend, die Mauern mit dem Stacheldraht vertauschen zu können, um auf diese Weise wenigstens die Illusion einer gewissen Freiheit innerhalb eines Lagers zu genießen. So nahte der Tag, an dem auch ich für ein Lager bestimmt wurde. Eines Morgens traten etwa fünfzig Strafgefangene in dem Hof des Zuchthauses an, und es wurden je zwei mit Handschellen zusammengeschlossen. Als Begleitmannschaft waren einige unserer Gefangenenwärter erschienen diesmal in Zivil- sie kamen sich in ihrer dienstlichen Verkleidung sehr wichtig vor. Und dann marschierten wir schweigend durch die Stadt. Es war ein klarer Vorfrühlingsmorgen. Die Freiheit winkte wie ein Traumland; sie war so unwahrscheinlich nahe und doch so fern. Unterwegs trafen wir eine Kompanie junger Luftwaffensoldaten, ahnungslos und gutgläubig schallte uns ihr Gesang entgegen: ,, Heute gehört uns Deutschland und morgen-!" Am Bahnhof angelangt, wurden wir in die bereitstehenden Waggons verladen, es waren sogar Personenwagen. Zu zweien an den Händen gefesselt, nahmen wir Platz. Wir hatten eine sehr schöne Fahrt - durch das bergige Franken, den sonnenglänzenden Rhein entlang, die Lorelei grüßte zu uns herüber. Doch die Gedanken weilten mehr noch bei den Menschen in den Städten und Dörfern, die, wie vom Wahnsinn getrieben, den zweiten Weltkrieg vorbereiteten. Nach 24stündiger, oft unterbrochener Fahrt langten wir in Papenburg, dem Ziel unserer Reise an. Das Landschaftsbild hatte sich geändert, weite, öde Heideflächen mit spärlichem Baumwuchs waren die veränderten Kulissen des nun beginnenden Theaters. Kaum hatten wir den Zug verlassen, als uns etwa ein Dutzend junger Wachtposten in blauer Polizeiuniform in Empfang nahmen, den Bahnsteig nach allen Seiten absperrten und mit schußbereitem Gewehr eine drohende Haltung einnahmen. Es gab bereits die ersten Kolbenstöße. Auf dem nun folgenden Marsch nach dem Gefangenenlager II, im Aschendorfer Moor, setzte es Ohrfeigen und Schimpfwörter in der üblichen preußischen Kasernensprache. Und dabei war nichts vorgefallen, was zu solcher Behandlung Anlaß gegeben hätte. Doch ich muß gleich bemerken, wir 17 waren aus den Händen der Justiz in die Gewalt der SA gekommen. Die SA Standarte Emsland" unter dem Oberführer Schäffer führte innerhalb des deutschen Strafvallzuges ein selbstherrliches Dasein. Sie unterstand unmittelbar dem sogenannten. Führer" des Deutschen Reiches und hatte ihren eigenen Strafvollzug. Hier im Moor in der weiten Einöde des Emslandes konnten sie es wagen, auch mit gerichtlich abgeurteilten Gefangenen ihr frevelhaftes Spiel zu treiben, denen doch sonst im Gegensatz zu den Schutzhäftlingen in den Konzentrationslagern immerhin noch ein gewisser gesetzlicher Schutz zustand. Nach 1stündigem Marsch waren wir vor dem Lager angelangt. Damals hatte das Lager zehn Gefangenenbaracken, zu denen später noch vier hinzukamen. Ein großes Viereck, mit doppeltem Stacheldraht umzäunt, nahm uns auf. Der Lagerleiter Oberleutnant der Polizei Schmidt, und sein Platzmeister Willi Punke erwarteten uns bereits. Letzterer, ein Wachtmeister von 23 Jahren, tobte vor uns herum, um sich bei seinem Vorgesetzten in ein gutes Licht zu setzen. Fußtritte begleiteten die sich förmlich überschlagenden Befehle: Antreten! Wegtreten! Hinlegen! Wollt ihr nicht schneller! Und dann ging es wieder von vorn los. Dazwischen eine Kanonade von Schimpfwörtern. Es war der reine Irrsinn. Die Wirkung auf die meisten Gefangenen war verheerend, da sie von ihrem Anstaltsleben her immerhin ein gewisses Gleichmaß mehr oder weniger korrekter Behandlung gewohnt waren. Sie fielen sozusagen aus den Wolken. Die Sicherheit verließ sie vollends, sie machten alles verkehrt, rannten sich gegenseitig um, liefen durcheinander. Jeder suchte den dazwischenschlagenden Wachmännern auszuweichen. Jedenfalls gab es eine allgemeine Ernüchterung. Ich will mich darauf beschränken, einige Schlaglichter von der Willkür dieser Behandlung zu zeichnen, die wir während der langen Jahre unseres Lagerlebens bald als etwas Selbstverständliches hinnahmen. Im Sommer wurde um 4 Uhr geweckt. Der lange Arbeitstag bei ungenügender Kost hatte zur Folge, daß einzelne Gefangene schon beim Morgenappell vor Erschöpfung umfielen und in das Krankenrevier getragen werden mußten. Hier gab nun der Revierwachtmeister den Ton an. Er suchte sich die Leute aus, die er dem Arzt vorstellen wollte. Dabei spielte es natürlich eine Rolle, ob man ein Politischer oder ein Krimineller war. Denn es konnte einem auch leicht passieren, daß man mit einem Fußtritt aus der Revierstube flog. Damals habe ich mich noch darüber gewundert, daß die dortige SA den kriminellen Gefangenen in den meisten Fällen den Vorzug gab. Die Aufsicht in den Lagerbetrieben z. B. Küche, Kleiderkammer, Werkstätt Sich gleid SAtisch nan Dies anzü sche meis Und Dec die führ Plat Sch Nan Vo dies eine ware spri Pell und schw Enty war Fo rur daß Bes ihne erhe man Fens und erst die im Stun nun . 18 en. Die häffer errliches er" des Hier im en, auch treiben, Konzenzustand. gelangt. er noch aht umhmidt, Letzterer, sich bei gleiteten en! Hinvorn los. e Irrsinn. d, da sie aß mehr en sozumachten Her. Jeder n. Jedenvon der er langen nnahmen. itstag bei hon beim revier geden Ton n wollte. oder ein daß man ie dortige orzug gab. er, Werkstätten übertrug man Berufsverbrechern. So wurden SV- Leute( SV= Sicherungsverwahrung), Hochstapler, Zuhälter, Einbrecher und dergleichen die Antreiber der politischen Häftlinge und die Spitzel der SA- Polizei. Daran änderte sich auch später nichts, als nur noch politische Häftlinge in diesem Lager untergebracht wurden. Für diese sogenannten Vertrauensposten behielt man eine Anzahl Krimineller zurück. Diese ,, Knast- Kavaliere" suchten sich auch durch ihre weißen Drillichanzüge, möglichst mit Bügelfalte, von den übrigen Gefangenen zu unterscheiden. Der Magazip- und Werkstättenverwalter des Lagers, Wachtmeister Baumann, stand auf sehr vertrautem Fuße mit diesen Brüdern. Und er hatte ja auch alle Ursache dazu, denn sie steckten unter einer Decke und waren gemeinsame Nutznießer seiner ,, privaten" Aufträge, die auf Kosten der für die Gefangenen bestimmten Lagervorräte ausgeführt wurden. Ein unversöhnlicher Haß erfüllt mich jedesmal, wenn ich an unsere Platzmeister denke. Auch der stellvertretende Platzmeister Bleeker, ... Schwanenhals" genannt, der so ,, intelligent" war, daß er gerade seinen Namen richtig schreiben konnte, schlug die Gefangenen mit Vorliebeins Gesicht. So mußten sich ältere Familienväter von diesem Burschen manche beschämende Behandlung bieten lassen. Denn einen Anlaß aufzufallen, gab es ja leider immer. Ein besonderes Kapitel waren die stundenlangen Appelle bei jeder Witterung. Es war im Lager sprichwörtlich, daß diese Appelle gerade an den Tagen der Woche, wo es Pellkartoffeln gab, so lange ausgedehnt wurden, bis die Kartoffeln kalt und hart waren. In der ersten Zeit versuchten einige Gefangene Beschwerden einzureichen. Doch sie wurden bald eines Besseren belehrt. Entweder jagte man sie aus der Schreibstube, oder, wenn sie hartnäckig waren, bekamen sie einen entsprechenden Vermerk in die Akten. Die Folge war nach verbüßter Strafzeit die Einlieferung in ein Konzentrationslager. Dazu sei noch gesagt, daß die politischen Gefangenen erst am Tage der Strafverbüßung den Bescheid bekamen, ob sie wirklich entlassen werden sollten oder ob ihnen noch Schutzhaft bevorstand. Diese ständige Ungewißheit trug erheblich dazu bei, das Los des einzelnen zu erschweren. Die Platzmeister waren auch eigentümliche Sportsleute, das muß man schon sagen. Daher kam es vor, daß sie unvermutet durch die Fenster einer Baracke einstiegen, auf den ersten besten Tisch sprangen und bei gezogener Pistole alles in der Baracke antreten ließen. Dann erst ging der Zauber los. Die Spinde wurden durchwühlt und abgerückt, die Strohsäcke im Schlafsaal durcheinandergeworfen, wobei das Stroh im ganzen Saal zerstreut wurde. Und am Ende hieß es: in einer halben Stunde meldet mir der Stubenälteste, daß die Baracke tadellos in Ordnung ist. Wir waren hundert bis hundertzwanzig Mann in der Baracke; 19 da kann man sich vorstellen, was nun los war. Alles arbeitete fieber- haft. Die Kopfkeile wurden mittels einer langen Schnur ausgerichtet usw. Das Essen stand inzwischen im Waschraum und wurde kalt. Eine besondere Vorliebe hatte die Lagerleitung für die Strafarbeit nach Feierabend. Arbeitskommandos, die ihr Arbeitspensum angeblich nicht geschafft hatten, mußten im Sommer bis zum Anbruch der Dun- kelheit weiterarbeiten, um dann in aller Hast das kalte Essen herunter- zuschlingen, nur um rechtzeitig ins Bett zu kommen, Von Zeit zu Zeit wiederholten sich Fluchtversuche einzelner Sträf- linge. Die Nachricht von einer solchen Flucht brachte jedesmal eine gewisse Erregung in das Lager. Die heißen Wünsche der Zurückgeblie- benen begleitete die Flüchtlinge auf ihrem leider oft so kurzen Wege in die Freiheit. Die holländische Grenze war ja nicht weit—! Doch die Ausreißer wurden fast immer, wenn auch erst nach Tagen, von der alarmierten Polizei wieder eingefangen. Sie lenkten schon durch ihre kurzgeschorenen Haare die Aufmerksamkeit auf sich. Übernächtigt, aus- gehungert, verfroren, gefesselt wurden sie in das Lager zurückgebracht. Es war ein beschämender Anblick. Diese Niederlage fühlte jeder einzelne im Lager als seine eigene. Denn gern hätten wir die zusätz- lichen Schikanen der SA-Polizei ertragen, wenn den andern dafür nur die Flucht geglückt wäre. Es kam natürlich auch vor, daß bei einer solchen Menschenjagd Todesopfer zu beklagen waren. Jedenfalls bekam die Strafkompanie nach solchen Zwischenfällen Zuwachs. Vier Wochen Arrest, anschließend drei Monate Strafkompanie war die übliche Strafe für solche„Missetäter'‘. Hinzu kamen die„schlagenden‘‘ Beweise der braunen Bande. ee Die Strafkompanie war ebenfalls in der Arrestbaracke unterge- bracht. Diese armen K&le wurden wie die Clowns angezogen; sie trugen weiße Streifen um Oberkörper und Beine und auf dem Rücken als Zielscheibe einen weißen Punkt. Außerdem erhielten sie Arrestanten- kost und mußten nach Feierabend zusätzliche Arbeit leisten. Doch es gelang uns hin und wieder, den Arrestanten etwas Essen oder Tabak einzuschmuggeln. Diese Arrestbaracke war der Schauplatz mancher Tragödie. Hier wurden unsere Genossen zusammengeschlagen oder tagelang in.die ‚Acht‘ geschlossen.’ Abschließend möchte ich noch zwei Fälle angeblicher„Meutereien“ erwähnen. Da die Lagerleitung häufig betrunken war, kam sie auf ganz besondere Einfälle. So wurde eines Tages eine„Meuterei“ inszeniert, weil der verbotene Gefangenenchor in einer Ecke des Lagers eine Probe abgehalten hatte. Es dauerte nicht lange, da erschienen der Lagerleiter 20 ieberichtet arbeit eblich DununterSträf1 eine geblieege in ch die on der h ihre t, ausbracht. e jeder zusätzür nur einer bekam Wochen Strafe ise der Intergetrugen ken als stanten. Doch en oder auplatz chlagen Cereien" uf ganz szeniert, e Probe gerleiter und der berüchtigte Wachmannschaftsführer Aertz mit einigen seiner Trabanten und schossen mit ihren Pistolen in die Luft. Ein paar Schüsse gingen auch durch die Barackenfenster. Glücklicherweise wurde keiner verletzt. Ein anderes Mal wurde eine Meuterei" einfach vom Zaune gebrochen, weil einige Wachtmeister der SA- Polizei ein Interesse daran hatten, den neu eingesetzten Lagerleiter, der Justizbeamter war, aus dem Lager zu locken, um während dieser Zeit ihre von den Gefangenen ..schwarz" gearbeiteten Möbelstücke fortzuschaffen. Und so verbreiteten sie die Nachricht, daß in einem Arbeitskommando eine Meuterei ausgebrochen sei. Der Justizbeamte ließ sich sofort mit einem Motorrad an Ort und Stelle fahren und kehrte nach einer halben Stunde unverrichteter Sache ins Lager zurück. Trotzdem wurde für das betreffende Arbeitskommando ,, ordnungshalber" Strafarbeit verfügt. Immerhin war das Lager II in dieser Zeit noch eins der erträglichsten im Emsland, wie es allgemein hieß; und das war darauf zurückzuführen, weil von den politischen Gefangenen große Disziplin geübt wurde. Hier ist daher nur von., kleinen" Schikanen die Rede- noch fließt das Blut nicht in Strömen doch sie sind die Vorboten aller Schrecknisse der kommenden Jahre. Denn dieser Bericht behandelt noch die Vorkriegszeit. 119 Der Nationalsozialismus stand damals noch nicht auf der Höhe seiner Macht, die Ereignisse schienen ihm jedoch mehr und mehr Recht zu geben, er sonnte sich in Scheinerfolgen. Und immer mehr lichteten sich die Reihen der standhaften und unbeirrbaren Antifaschisten. Die meisten Deutschen lebten in der Illusion des Friedens oder eines bevorstehenden siegreichen Krieges. War Deutschland nicht unbesiegbar? Der Kleinbürger blähte sich auf wie der Frosch in der Fabel und die Schwerindustrie rechnete kalt über Berge von Leichen hinweg mit ihren Profiten. Es war unmöglich den Deutschen von seinem verhängnisvollen Irrtum zu überzeugen. Die Propagandamaschine arbeitete geschickt und gewissenlos für Deutschlands Untergang und übertönte alle Vernunft. In den Gefängnissen, Zuchthäusern und Konzentrationslagern jedoch warteten Hunderttausende auf den Tag ihrer Befreiung, auf Deutsch lands Befreiung. Sie waren die Ehrenrettung der Nation, und viele von ihnen besiegelten später ihre mannhafte Standhaftigkeit mit dem Tode. Der vorliegende Bericht befaßt sich hauptsächlich mit Vorkommnissen innerhalb des Lagers, weil der Verfasser nur wenige Monate im Außenkommando gearbeitet hat. Es'ergeht daher an alle ehemaligen Moorsoldaten, die bei Wind und Wetter und bei Schikanen aller Art die schweren Moorarbeiten leisten mußten, die Aufforderung, Berichte über ihre Erlebnisse einzusenden, damit wir sie verwerten können. 21 Mi in Bay selbst Natzweiler stelle, Schutz für Re Straße teils b Ordnu daß vo mußte gingen N den u Barack der Ze dreißi gedun sollten typisc I insass für ei perlic Invali Leben nichts schlim treten vierh aus P aus Grü zeich nann SS- Le berichtet von zwei ehemalige politischen häftlingen. nur Abbe 2 ischen Mit Lit zwanzig Pflegern wurde ich vom Konzentrationslager Dachau in Bayern für die Revierarbeit nach Natzweiler beordert. In Natzweiler selbst bestand zu jener Zeit nur eine sogenannte Außenkommandostelle, die mit dem Ausbau des Lagers beauftragt war. Dieses aus achtzig Schutzhäftlingen aus Sachsenhausen bei Berlin und zwanzig Pflegern für Revierkranke bestehende Kommando wurde zuerst einmal für den Straßenbau eingesetzt. Teils richtete man Feldwege als Straßen her, teils baute man ein völlig unwegsames Gelände zu einer Straße vierter Ordnung aus. Was das für uns bedeutete, geht schon daraus, hervor, daß von den zwanzig Pflegern, die wir diese schwere Arbeit verrichten mußten, nur drei Kameraden die Strapazen überstanden. Siebzehn Mann gingen zugrunde,- verbluteten, verhungerten, wurden erschlagen. Systematischer Massenmord. Nach einjährigem Bestehen des Lagers Natzweiler sind dann unter den unmenschlichsten Arbeits- und Lebensbedingungen vier primitive Baracken und eine Küche entstanden. Von neunhundert dort im Laufe der Zeit untergebrachten Häftlingen sind nicht weniger als dreihundertdreißig ,, verstorben". Die entmenschten SS- Leute und die von diesen gedungenen Berufsverbrecher, die für die Ordnung des Lagers sorgen sollten, gaben der sogenannten politischen Umschulungsarbeit" den typisch nationalsozialistischen Gehalt. HO Die Ausbeutung ging schließlich so weit, daß dreihundert Lagerinsassen als Invaliden nach Dachau gebracht werden mußten, weil sie für eine weitere Arbeit nicht mehr zu gebrauchen waren. Einstmals körperlich gesund, wurden sie hier in wenigen Monaten arbeitsunfähige Invaliden. Auf dem Rücktransport sind über dreißig Kameraden ums Leben gekommen. Sie starben, weil sie in den geschlossenen Güterwagen nichts zu essen, nichts zu trinken bekamen. Diese Menschen wurden schlimmer als das Vieh behandelt. Infolge der schon vorher eingetretenen Erschöpfung starben die Kameraden auf einer Strecke von etwa vierhundert Kilometern in eineinhalb Tagen wie Fliegen. Der Kommandant des Lagers war der SS- Sturmbannführer Zill aus Plauen. Der 1. Lagerführer war der SS- Hauptsturmführer Kramer aus Augsburg. Die ,, Lagerpolizei" setzte sich aus den sogenannten ,, Grünen" zusammen. Das waren die mit einem grünen Winkel gekennzeichneten kriminellen Verbrecher, auch BVer( Berufs- Verbrecher) genannt. Diese gedungenen asozialen Elemente übelster Sorte waren den SS- Leuten gerade gut genug. Der Lagerarzt, SS- Führer Eisele, im Lager nur der ,, Spritzer" genannt, förderte die BVer bewußt. Nach seiner Abberufung kam der SS- Lagerarzt Dr. Hofen. 23 O. Die Genickschuß- Arage a des Honzentratilage ( Jede Minuire Le Ofer Hugelfang mit Vorhang Tisch mit antlichen Instrumenter holzvánde Raun متكم Strok Kicheres Die eingebaute Gerichschuß- Anlage. use Laut Sogenanntes Arzteginmen Finrichtungsraum Ruhemit Eiberat und Blendlamper lmkleid Zummer Раш der 44 der 44 Gerickschuß Schießstand Leichenauto mit inkbehält Rawn fair Sageneh Schützenkanner mit 244- ordern Coully Reichenstapel Blutabflußrinne Abfallgrube 44- ann mit Wasserschlauch QT. 1: 100. leaves inner oppelho iren Meßvorrichtung mit Sneppe und Blechklappe nach oben 2. muster Erkmarken ablie gejagt. Erläuterung: ach den Verlasser des Scho nackt auszieher und ihre Wertsachen, Papiere und unter Holbenstößer der 44 in das sogenannte Untersuchung vor. Als gesund erklärt, wurden die dann zuna Meßvorrichtung gestellt. Auf ein Hopfzeichen te der 44befindlichen etva 2 en breiten Schlitz in das Geric Gefangenen Blut mittels Wasserschlauch gesäubert. Auf dein wurden Buchervald, 27. April 1945 Rund 7000 russische Offiziere und Kossare 8- Ange der 44 in Pferdestall tratislagers Buchenwald. Minuaire Leiche.) gebaute huß- Anlage Bure Lautsprecher Fisch für Wertsachen .. Erkennungsmarker. ngpraun Ruheout dlamper 43. and Zimmer de 44 GO99 nner Morden leaves Finne oppelho Siver almkleide Radio der 44 8 zinne leen FZ O Auskleidepaun für die Todeskandidater, 10 vorrichtung mit and Bleckklap Raun für Strok. Schubauto 809 WV. Der letzte Weg des Gefangenen Raun für Pferdefutter Treppe Schalldichte 44- Posten. nach oben Lautsprecher Fre asser des atos mußter sich die Gefangenen im segerarrter Auskleideroun Papiere U. Ekmanker abliefern. Darr vurder sie einzeln bei lauter Radiomusik tvurder die sodann zur angeblichen Messung der Körpergröße unter die Hopfgeicher des 44- Schütze die Klappe das Geri Gefurgerer. Die Seiche wurde aubert. Auf C. formette schoß durch der in der Meß- Skala sofort weggeschafft, der Rown von ise Tausende Gefangener von der Nagio frige gemeuchelt. Text u. Zeichnung: Carolus. und Kossare wurden auf diese Weise gemordet Der Obersturmführer Blanke waltete allerdings nur kurze Zeit seines grausigen, gewissenlosen Amtes. Die grünen und schwarzen ( schwarze Winkel tragende Arbeitsscheue) Kapos und Vorarbeiter wurden in ihrem verbrecherischen Tun wider die Menschlichkeit von seiten der SS geradezu ermuntert. Allein die politischen Häftlinge widersetzten sich energisch diesem Banditentum. Die ganze Art der Anlage des Lagers, das an einem Berghang errichtet war, schloß alle Möglichkeiten in sich ein, seine Insassen so zu quälen, daß der Lagerleitung nichts verborgen bleiben konnte. Einem Terassenbau ähnlich, waren die Baracken auf Pfählen aufgestellt. Bauweise und Einrichtungen der Baracken waren so primitiv, daß an eine Hygiene überhaupt nicht zu denken war. Sowohl außerhalb der Baracken als auch in ihnen selbst war das größte Elend jahrelang zu Hause. Berufsverbrecher als Schergen der SS. Wie in fast allen Konzentrationslagern, so war auch in Natzweiler ein Steinbruch- Kommando tätig. In ihm gab es die meisten Toten. Das Kommando mußte jeden Tag zweihundert Mann stark sein. Von den rund sechshundert Insassen des Lagers waren aber nur etwa hundert arbeitsfähig. Von den verbleibenden fünfhundert Personen konnten höchstens hundert als beschränkt einsatzfähig gelten. Die Kameraden waren durch die Entbehrungen und Mißhandlungen schon so weit heruntergekommen, daß die Zahl derer, die noch gehen konnten, immer kleiner und kleiner wurde. Da aber das Steinbruch- Kommando zweihundert Mann umfassen mußte, wurde alles, was nicht mehr laufen konnte, mit Schubkarren und ähnlichen Transportmitteln zur Arbeitsstelle gebracht. Ausgemergelt bis auf die Knochen, wanden und krümmten sich diese Elendsgestalten auf ihren Arbeitsplätzen. Viele wußten überhaupt nicht, wo ihnen die Sinne standen. Unter den Hieben der SS- Bestien quälten sie sich so lange, bis sie erschöpft zusammenbrachen. Mit einem letzten Schrei oder still und stumm hauchten hier Menschen ihr Leben aus, die nicht mehr getan, als daß sie sich nicht zum Nazismus bekannt hatten. Der Hemmun stellt. Im Käseb Da das Essen nicht ausreichte, um einen Menschen auch nur einigermaßen bei Kräften zu erhalten, gingen die vollkommen gewissenlosen Berufsverbrecher dazu über, die Schwächsten einfach zu erschlagen. Dadurch wollten sie in den Besitz der übriggebliebenen Lebensmittelportionen gelangen. Wenigstens schien ihnen damit die Magenfrage für den nächsten Tag gelöst. Die SS hatte absolut nichts dagegen einzuwenden. Nicht selten sah man sogar ein dreckiges Grinsen auf ihren entmenschten Gesichtern. 26 war diese Die mandos, Verbrech tion lock tigten M hältigen später au Am Bild. Es des Rev tern zus Fugen a tersten lebenssc Mi aus dem zerschla liegende Lippen demselb lich be lichen Seite g ich mic Ich raf Minute liegen. Arbeits D Grenze gestört hänger Ein hä wenn lich w ze Zeit warzen er wurseiten widerang ern so zu Einem t. Bauan eine Her BaHause. zweiler en. Das on den undert connten meraden so weit immer O zweilaufen Arbeitsen und . Viele Hieben ammenen hier h nicht ch nur wissenzu erbrignigstens Die SS n sogar Der Kapo im Revier waltete seines Auftraggeberamtes mit einer Hemmungslosigkeit, die auch die zügelloseste Phantasie in den Schatten stellt. Im Bunde mit dem Lagerältesten Rosch, den anderen BVern Käseberg, Hösel, Liese und dem Küchenkapo Pollmann war diese Clique zum wirklichen Schrecken des Lagers geworden. Die Behandlungsweise im Revier war, wie in allen übrigen Kommandos, eine durchaus willkürliche. Die Fieberkranken wurden von den - Verbrechern teilweise ohne jede Behandlung erschlagen. Die Brotportion lockte sie zu dieser Untat. Wundkranke wurden mit der berüchtigten Methode des..Spritzens" aus der Welt geschafft. Dieser hinterhältigen und feigen Vernichtung fielen vor allem Polen und Tschechen, später auch noch Franzosen zum Opfer. Lebend eingesargt. Am 8. Juli 1942 bot sich den Pflegern des Reviers ein furchtbares Bild. Es wird nie aus meiner Erinnerung schwinden. Ich sah im Korridor des Reviers sechs Särge übereinander geschichtet. Die aus rohen Brettern zusammengenagelten Kisten in Sargform wiesen derart undichte Fugen auf, daß aus ihnen das Blut der Toten heraussickerte. Im untersten Sarg fing es in meiner Gegenwart plötzlich zu klopfen an. Eine lebensschwache Stimme rief: ,, Macht auf! Macht auf! Ich lebe nocht" Mir stockte das Blut in den Adern. Die grünwinkligen Verbrecher aus dem Revier holten den untersten Sarg hervor und öffneten ihn. Mit zerschlagenen Gliedern und verletztem Kopf starrte der eine im Sarge liegende Pole die Umstehenden an. Seine sich mechanisch bewegenden Lippen vermochten kein Wort mehr hervorzubringen. Der zweite in demselben Sarge liegende Leidensgenosse war bereits tot. Augenblicklich bemühte ich mich, den lebend Eingenagelten aus seiner fürchterlichen Lage zu befreien. Von einigen BVern wurde ich kurzerhand zur Seite gestoßen. In dem mich ankommenden Ohnmachtsgefühl wandte ich mich etwas ab. Dabei hörte ich noch einmal einige dumpfe Schläge. Ich raffte mich zusammen, ging zum Sarge und sah den vor wenigen Minuten Rufenden mit zerschmettertem Schädel blutüberströmt tot liegen. Die Mörder vernagelten den Sarg wieder und zogen sich in ihre Arbeitsräume zurück. Das scheußliche, verbrecherische Handeln der Grünen fand keine Grenzen. Am hellen Tag konnten diese Ausgeburten der Menschheit ungestört die ihnen mißliebigen Personen an den Barackenwänden aufhängen, ohne daß die SS- Blockführer dagegen etwas einzuwenden hatten. Ein hämisches Grinsen lag sogar noch auf ihren..gefühlsreichen" Zügen, wenn sie dem Handlungswahnsinn ihrer., Getreuen" zusahen. Offensichtlich waren sie- was die Brutalität anbelangt- ,, ein Herz und eine Seele". 27 Auf der Flucht erschossen..." Die Kommandos Steinbruch und Straßenbau hatten den Auftrag, eine neue Straße anzulegen. Von der Zentralbauleitung Berlin war dieser Bau aber nicht genehmigt worden. Aus diesem Grunde betrieb die Lagerführung die Herstellung der Straße aus eigenen Mitteln; zugleich aber auch mit allen Mitteln der Brutalität. Die Arbeitskräfte mußten auf dem scharfkantigen, felsigen Gestein ihre Zwangsarbeit verrichten. Wie die Wilden hieben die Antreiber auf diese wehrloserf Gefangenen ein. SS und kriminelle Verbrecher liefen sich scheinbar gegenseitig den Rang ab, in den Grausamkeiten einander zu überbieten. Viele Häftlinge mußten ihr junges Leben in der Blüte ihrer Jahre lassen. Der Kapo Michel Sametinget, der bei seiner Entlassung zum Wehrmachtsdienst vom Kommandanten persönlich aus dem Lazarett gebracht wurde, war besonders berüchtigt. Seine mitleidlosen Gemeinverbrechen werden nie aus meinem Gedächtnis schwinden, denn über fünfzig Prozent der Häftlinge dieses Außenkommandos sind bei der Arbeit zugrunde gegangen oder durch die Postenkette getrieben worden. So geschah es einmal, daß ein SS- Mann einem Häftling die Mütze vom Kopf schlug, so daß sie außerhalb der Postenkette zu Boden fiel. ,, Hole Deine Mütze Du Schwein!", so wurde der Betreffende angeschrien. Auf dem Wege dorthin jagte er ihm eine Kugel durch den Rücken... Beim Appell wurde gemeldet, beim Fluchtversuch erschossen. Jahrelang hatten die Grünen die Kommandogewalt im Lager. Die politischen Schutzhäftlinge hatten nur einige Funktionen in der Schreibstube, im Revier und einigen weiteren Stellen, wo sie den Grünen nicht unmittelbar gefährlich werden konnten. Eine Besserung der Verhältnisse im Lager trat erst ein, als sechs energische Antifaschisten in dem Lager eintrafen. Durch ihr entschlossenes Auftreten gegen den Terror der Grünen, die um ihr bißchen Leben bangten, sahen sich diese Banditen überwacht. Unsere Kameraden stießen vor! Zwar konnten die Verbrechen nicht verhindert und die Verbrecher nicht restlos beseitigt werden. Doch wurde wenigstens so viel erreicht, daß die Grünen zum Teil verschwanden. Und zwar wurden sie, nachdem sie der Strafkompanie zugeteilt waren, von ihren eigenen Kumpanen auf die gleiche Art und Weise umgebracht, wie sie vorher selbst gewütet hatten. Zum Teil schob man sie im Januar 1943 nach Dresden ab, wo sie von den SSSchergen allerdings wieder eingesetzt wurden. 28 An Kriegsdarunte ein. Sie gebrach Von de übel be such, s von de Verhal sich Ba das Do doch n ihm. S hinterb die die nachde ins La D Wehrn zusam zu sein angrif bürtig F Nürnb ,, Hen schen Kame und Hans wenig Wes wir h Besti klats sein saher verm sind en Auftrag, Berlin war nde betrieb itteln; zubeitskräfte wangsarbeit wehrlosen scheinbar überbieten. ahre lassen. Entlas danten rde, war werden nie rozent der grunde gegeschah es opf schlug, Hole Deine . Auf dem ... Beim Lager. Die er Schreibünen nicht erhältnisse dem Lager Terror der e Banditen Verbrechen gt werden. Teil vermpanie zue Art und Zum Teil in den SSSS- Spitzel im Lager. Am 10. August 1942 trafen zweihundertfünfundneunzig. russische Kriegs- und Zivilgefangene und fünfzig Deutsche, Polen und Tschechen, darunter die Musikergruppe aus Dachau kommend, im Lager Natzweiler ein. Sie wurden in dem Block 7, dem sogenannten Russenblock, untergebracht. Blockältester wurde der politische Schutzhäftling Oskar Bauer. Von der Lagerführung wurde diesem der zwar rotwinklige, aber sonst übel berüchtigte Konrad Schulz als Dolmetscher zugeteilt. Jeder Versuch, sich dieses kriecherische Subjekt vom Halse zu schaffen, wurde von der Lagerführung strikt abgelehnt. Auf Grund des korrekten Verhaltens des Blockältesten gegenüber seinen Mitgefangenen erwarb sich Bauer bald die Sympathien der Lagerinsassen. Obwohl Bauer auf das Dolmetschen nicht ganz verzichten konnte, beschränkte er sich doch nur auf den notwendigsten verwaltungstechnischen Verkehr mit ihm. Schulz, der sich als ein willfähriger Gestapo- Agent betätigte, hinterbrachte der politischen Abteilung alle Einzelheiten aus Gesprächen, die die Gefangenen unter sich führten. So mancher gute Kamerad kam, nachdem er zur politischen Abteilung bestellt worden war, nie wieder ins Lager zurück. Den Block der jugendlichen Gefangenen bekam der ehemalige Wehrmachtsangehörige Hans Müller, der die Jungen mit dem Knüppel zusammenschlug, sofern sie Miene machten, nicht wie ein Hund gefügig zu sein. Im Lagerältesten Guthmann, Freiburg,( der bei einem Bombenangriff außerhalb des Lagers ums Leben kam) hatte Müller einen ebenbürtigen Mittäter. Ein anderer Verbrecher war der Lagerkapo Christian Knoll aus Nürnberg. In seiner engstirnigen Ruhmredigkeit nannte er sich selbst ,, Henker von Natzweiler". Auf das Schuldkonto dieses Unmenschen kam auch das Leben eines jungen Russen, der mit einigen anderen Kameraden zu entfliehen versuchte. Leider wurde er wieder eingefangen und dann auf dem Appellplatz vor unseren Augen totgeprügelt. Von Hans Müller und Christian Knoll bekam der junge Rotarmist nicht weniger als 154 Peitschenhiebe auf das nackte Gesäß. ,, Wegen Dir haben wir heute kein Brot bekommen! Wegen Dir haben wir heute stehen müssen! Mit diesen Rufen begleiteten die sadistischen Bestien die Schläge, die dem Blutüberströmten auf den nackten Körper klatschten. Die Peiniger lösten sich einander ab. Der so Gepeinigte hatte sein Bewußtsein schon längst verloren, ehe sich seine Mörder veranlaßt sahen, ihr Henkerhandwerk einzustellen. Die Beispiele solcher grausamen Barbareien könnten noch beliebig vermehrt werden. Ich kann sie nicht mehr alle wiedergeben. Zu groß sind die Schuldkonten der Nazisten und ihrer Helfershelfer. Doch jeder 29 Erlebnisfall stärkte in mir den Mut und den Willen, Rache zu nehmen an diesen Unmenschen, die sich sogar einbildeten, zu den Edelsten der Nation gezählt zu werden. ,, Nacht- und Nebel- Transporte!" Eines Tages trafen in Natzweiler 120 NN- Häftlinge ein. Diese Bezeichnung ist auf eine Anordnung Himmlers zurückzuführen, der führende Franzosen und Holländer für vogelfrei erklärte,- NNTransport heißt: Nacht- und Nebeltransport". Aus dieser Naziverbrechersprache ist auch ihre Zweckbestimmung abzulesen. Unter den 120 Fanzosen, die so der Vernichtung preisgegeben waren, befand sich eine große Zahl französischer Persönlichkeiten, darunter hohe Offiziere, Ärzte, Gelehrte und Beamte. An die Funktionskräfte wurde strenge Anweisung gegeben, diese Häftlinge auf keinen Fall unter Dach zu beschäftigen, auf keinen Fall im Revier zu behandeln, sondern nur die schwerste Arbeit verrichten zu lassen. Diese dem Tod ,, Geweihten" durften auch nicht schreiben. Der Einkauf in der Kantine( in der es im Kriege sowieso nichts mehr zu kaufen gab) war. ihnen ebenfalls streng untersagt. Bei der Aufnahme in der Politischen Abteilung waren die NNHäftlinge der größten Schikane ausgesetzt. Prügel gab es über Prügel. Die Arbeit war für diese der körperlichen Arbeit ungewohnten Intellektuellen so schwer, daß schon nach den ersten Arbeitsstunden 80 Personen zusammenbrachen. Die Schläger Witzig und Ehrmannetraut hatten alle Hände voll zu tun. Doch nicht nur das. Die Posten hetzten ihre Hunde auf die wehrlos am Boden Liegenden und jagten sie in Massen durch die Postenkette, um sie dabei umzulegen. So wurden in acht Tagen nicht weniger als zwanzig Menschen durch die Postenkette in den Tod getrieben und dann ,, auf der Flucht erschossen". Man muß das ,, auf der Flucht erschossen" gesehen haben, um sich ein Bild von den Umständen des Verbrechens machen zu können. Ohne die Arbeitsstelle hier bildlich ausmalen zu können, muß doch so viel gesagt werden, daß die Unglücklichen bei den Planungsarbeiten einfach von der Halde, die sie angefahren hatten, vom Kapo von der Mühlen heruntergestoßen, beziehungsweise heruntergeschlagen und dadurch schon beim Fall durch die Postenkette erschossen wurden. Von der Mühlen wurde von der Lagerführung für diese Funktion eigens eingesetzt. Mitgefangene haben ihn später bei einem Transport im Zuge erschlagen! 30 I von i Tapf Urla tioner Diese verbo lichst einig behan Cic name franz der artig lebe tung poli dem nach muß Mär men Unt anst sta unt Che Wu seh stre zu nehmen Helsten der ein. Diese ühren, der. - NNsport". estimmung eisgegeben ichkeiten, die Funklinge auf Revier zu sen. Diese auf in der gab) war die NNer Prügel. ten Intelinden 80 manneWie Posten gten sie in wurden in postenkette , um sich en. Ohne h so viel n einfach Mühlen dadurch Von der an eigens sport im Den Angehörigen der so..Verstorbenen" wurde keine Nachricht von ihrem Tode übermittelt. Dafür aber bekamen die Posten für diese ,, Tapferkeit vor dem Feinde" für jeden Abschuß drei Tage Urlaub und eine Leistungszulage in Form größerer Lebensmittelportionen. Ein Elsäßer namens Fuchs tat sich dabei besonders hervor. Dieser Mörder bekam auf diese Weise oftmals Urlaub. Der Hauptsturmführer Schicklaus ki, als Chefarzt im Revier, verbot den Pflegern die Behandlung der Schwerverletzten nachdrücklichst unter Androhung von schwersten Bestrafungen. Und doch kamen einige der politischen Häftlinge ihrer Menschlichkeitspflicht nach und behandelten die Verletzten nachts unter den größten Schwierigkeiten. Die aus dieser Lebensqual in Natzweiler entwichenen Kameraden Cichosz, polnischer Kapitän und Spanienkämpfer, ein Tscheche namens M autner, ein deutscher Offizier namens Haas und ein französischer Offizier mit Namen Cirro können diese Skizzierung der Verhältnisse bestätigen. Menschen als Versuchskaninchen. Im Konzentrationslager Natzweiler befanden sich drei verschiedenartige Versuchsanstalten, in denen die unglaublichsten Experimente mit lebenden Menschen betrieben wurden: In einer Versuchsanstalt wurde ein Gegenmittel gegen Gasvergiftungen ausprobiert. Eines Tages erschien der Lagerarzt mit achtzehn politischen Schutzhäftlingen in den Versuchsräumen des Lagers. Nachdem die Gefangenen ein ihnen unbekanntes Mittel getrunken und je nach Körpergröße zehn bis zwölf Tabletten eingenommen hatten, mußten sie ein bestimmtes Gas einatmen. Dann schickte man diese Männer ein bis eineinhalb Stunden in eine Gaskammer. Diese Experimente dauerten acht bis zehn Tage. Nach den abschließenden ärztlichen Untersuchungen wurden alle Personen ohne Befund aus der Versuchsanstalt entlassen. - - Nach fünf bis sechs Monaten erschien dann der man höre und staune Leibarzt Hitlersim Lager, um eine erneute Nachuntersuchung vorzunehmne. Auch hier lautete der Bescheid an den Chefarzt des Lagers: Ohne Befund! Für die zweite Versuchsstation, die der Typhusbekämpfung diente, wurden hundert Zigeuner aus Auschwitz angefordert, die dann auch sehr schnell geliefert wurden. Der Transport ging im Winter bei strenger Kälte vor sich. Achtzehn' Mann starben schon unterwegs an 31 Erschöpfung, da sie ohne jede Verpflegung waren. Menschen auf eine so weite Reise( Auschwitz liegt in Schlesien) in Viehwaggons und noch dazu ohne Brot und Wasser zu schicken, war ein ungeheures Verbrechen. Schon daraus läßt sich die bewußte Vernichtungsabsicht der SS-- Verbrecher erkennen! Achtzig Prozent der noch am Leben verbliebenen Opfer kamen bewußtlos in Natzweiler an. Die übrigen Elendsgestalten waren überhaupt nicht mehr in der Lage, auch nur einen Laut über ihre Lippen zu bringen. Grauen und Entsetzen standen ihnen auf den Gesichtern geschrieben. Ein einziges Flehen lag in ihrem stummen Händeringen. Grauen und Entsetzen wurden aber auch bei den Häftlingen ausgelöst, die den Transport entladen sollten. Es erfolgte ein kurzes Kommando des anwesenden Arztes: ,, Wegen Abmagerung zurückschicken!" Die Waggons wurden verschlossen. Die Verbrennungsöfen in Auschwitz bekamen neuen Menschenfraß. Kurz darauf traf ein neuer Transport mit hundert Zigeunern in Natzweiler ein. Man hatte sie für diese Versuche besonders verpflegt. Diesmal machten die Angekommenen einen verhältnismäßig guten, gesunden Eindruck. Man teilte sie in zwei Gruppen ein. Eine Gruppe wurde mit irgendeinem Fleckfieberimpfstoff geimpft und gut verpflegt. Die andere nichtgeimpfte Gruppe unterlag aber trotzdem einer Krankheit, während der die Gequälten vierzehn Tage lang im Fieber lagen. Ein furchtbarer Durchfall, der kein Ende finden wollte, war eines der Krankheitssymptome. In welcher Form und wo diesen Versuchspersonen der Wirkstoff eingegeben wurde, ist nicht bekannt geworden. Nach einer Gewichtsabnahme von 20 bis 25 Kilogramm je Person hatten die Erkrankten die Krisis überwunden, so daß an diesen Experimenten keiner der daran Beteiligten starb. Auch die Geimpften überstanden die Versuche. Im Lager machte sich aber trotzdem eine ungeheure Erregung breit; ein jeder sah sich schon als Opfer des nächsten Versuchs. Die dritte Versuchsstation: fünfzig Jüdinnen und fünfzig Juden trafen, aus Auschwitz kommend, in Natzweiler ein. Es folgte eine Untersuchung der Nasenform, der Augen und der übrigen Gesichtspartien, eine Untersuchung des Blutfarbstoffes und außerdem noch eine Schädelröntgenaufnahme. Dann mußten die so umständlich Untersuchten zu je zwei Personen in einem Raum Platz nehmen, in dem zwölf Gedecke aufgetragen waren. Nachdem den Leuten schon während der Untersuchung seitens des Arztes die Freiheit in Aussicht gestellt war, nahmen die ahnungslosen Menschen unbeschwert Platz. Die Türen wurden geschlossen. 32 Das Ve brecheri späterer Arbeitso Blockfü So auch bleib auf eine nd noch es Vergsabkamen n überLippen sichtern eringen. sgelöst, nmando " Die schwitz Das in die Kammer hineingelassene Gas bewirkte das übrige! Verantwortlich für diese hinterhältige, so gewissenlose und verbrecherische Handlungsweise waren der SS- Hauptsturmführer Kramer, späterer Kommandant, der Schutzhaftlagerführer Zeuss aus Bayern, der Arbeitsdienstführer Nietsch aus dem Sudetengebiet und die SSBlockführer Witzig und Ehrmannstraut. So unglaublich die obigen Tatsachenangaben auch erscheinen mögen; sie sind wahr, und sie bleiben wahr! nern in rpflegt. Cen, gegeimpft g aber n Tage finden and wo nicht 5 Kiloso daß ch die - trotzOpfer Juden e Unartien, chädelten zu edecke Unterahmen en geDer Antisemitismus ist eine Angelegenheit der zurückgebliebenen Kultur FRIEDRICH ENGELS " 33 DURGY Es wa meiner Wa We Da Al halten, Befehle der Lag Gemein hohen ling, d Ein Erlebnisbericht von Alfred Borchert, halle S. abputzt verschi wo ihn setzte. Gesich verlor Meter Zupac Komm nehme Dalieg N nicht willen litäten Fuß in zog. I lust w zu kü beme schaft halbe Häsch ihn s von übr Trän teten E.: war im Konzentrationslager Durgy. Ein jüdischer Häftling aus ‚meiner Abteilung bekam zehn Peitschenhiebe. Warum? Weil er nicht laut genug geantwortet hatte. Dann brach er zusammen. Wir schleppten ihn weg. Als wir am nächsten Tag zur Arbeit gingen konnte er nicht durch- halten, weil er zu schwach war. Es fiel ihm nun doppelt schwer, den Befehlen des Lagerkommandanten nachzukommen. Aber darauf hatte der Lagerkommandant Heinze ja nur gewartet. Nun konnte er seine Gemeinheiten anbringen. Er stellte sich auf einen etwa zehn Meter hohen Schutthaufen und rief:„Gutmann, herauf kommen!‘ Der Häft- ling, der in einer Schuttvertiefung arbeitete, wo er alte Mauersteine abputzte, mußte nun, um zu dem Kommandanten zu gelangen, durch verschiedene Schuttlöcher klettern. Völlig erschöpft kam er oben an, wo ihn Heinze anbrüllte und ihm mit einem Stock mehrere Schläge ver- setzte. Doch damit nicht genug, schlug er ihn noch mit der Faust ins Gesicht und so fest auf die Brust, daß Gutmann das Gleichgewicht verlor und von dem zehn Meter hohen Schutthaufen in einen etwa drei Meter tiefen, mit Wasser gefüllten Behälter stürzte. Nur das schnelle Zupacken mehrerer Kameraden rettete im vor dem Ertrinken. Der Kommandant brüllte nun:„Will sich das Schwein auch noch das Leben nehmen?“ und stürzte sich mit mehreren SS-Leuten auf den ohnmächtig Daliegenden, um ihn noch weiter zu prügeln. Nach solchen Erlebnissen, nach solch gemeinen Schikanen ist es nicht verwunderlich, wenn mancher Häftling, der noch genug Lebens- willen und Kraft besaß, versuchte, durch eine Flucht sich diesen Bestia- litäten zu entziehen. Ein Häftling blieb bei seiner Flucht mit dem linken Fuß im Drahtzaun hängen, wodurch er sich schwere Verletzungen zu- zog. Das hinderte ihn stark beim Laufen. Durch den großen Blutver- lust war er gezwungen, seinen dick angeschwollenen Fuß in einem Teich zu kühlen. Doch er hatte noch größeres Pech, denn seine Flucht war bemerkt worden. Nachdem nun sämtliche Dienststellen und Wachmann- schaften alarmiert waren, wurden Streifen ausgeschickt. Knapp eine halbe Stunde später brachte man ihn angeschleppt. Kaum waren seine Häscher mit ihm im Lager angelangt, als sie sich wie wilde Tiere auf ihn stürzten und ihn mit Schlägen und Fußtritten so zurichteten, daß von ihm nur noch ein blutender Klumpen Fleisch übrig blieb. Uns, die wir zusehen mußten, ohne helfen zu können, traten die Tränen in die Augen; doch wir bissen die Zähne zusammen und war- teten auf den Tag der Freiheit, an den wir fest glaubten. 35 MECKERERLAGER Lublin berichtet von Adolf Reiser Verha Näc klapperte mometer lager der leitete d SS Fich Befehle genden glaubt, vergosse Wir bau sönlich Nu so daß 1 Kalk be meiner 41 Grad wehe, w Hiebe a Als eines N zu dene Mecke führers führte treu zu ehemali auf die der Ha Der Let daran, es zu ei immer peinigt binden T 1944 öffner, stellen er Verhaftung. Tagelange Fahrt. Nächte in denen wir hungerten, in denen uns vor Kälte die Zähne klapperten und dazu... SS- Bewachung. 31 Grad Kälte zeigte das Thermometer am 18. Januar 1943, als wir mehr tot als lebendig im Auffanglager der 5S- Werkzentrale Kiew ausgeladen wurden. Diese Werkzentrale leitete der Obersturmführer und spätere Sturmbannführer der WaffenSS Fichtner, aus München. Ein roher, eingebildeter Fatzke, der seine Befehle lediglich mit einem Reitstock erteilte. Er empfing uns mit folgenden Worten: Ihr versipptes jüdisches Saupack, habt bis jetzt geglaubt, nur zusehen zu dürfen, wie bestes und edelstes deutsches Blut vergossen wird. Denn ihr Hurengesindel habt den Krieg verschuldet. Wir bauen jetzt den Ostwall und wer nicht arbeitet, wird von mir persönlich einbetoniert. Abtreten!" Nun folgten Wochen und Monate, in denen wir schuften mußten. so daß uns die Kleider in Fetzen vom Leibe fielen. Tagsüber wurde der Kalk befördert und nachts in die Waggons verladen. Obgleich viele meiner Leidensgefährten die Füße erfroren, was bei einer Kälte von 41 Grad keine Seltenheit war, durfte sich keiner krank melden. Denn... wehe, wenn der Arzt ihn für gesund hielt, dann bekam er bis zu 25 Hiebe auf Rücken und Gesäß. Als sich die Rote Armee der Stadt Kiew näherte, wurden wir eines Nachts verladen und nach Lublin gebracht. Hier kam ich, da ich zu denen gehörte, die Goebbels als ,, Meckerer" bezeichnete, in das... ,, Meckererlager". Dieses Lager unterstand der Leitung des Obersturmführers der Waffen- SS Dominik, der auch das Gefängnis in der Burg führte und infolge seiner Rohheit in ganz Lublin bekannt war. Ihm treu zur Seite standen die Hauptscharführer Hofmann aus München, ehemaliger Gefangenenaufseher, der seine Freude daran hatte, Hunde auf die Gefangenen zu hetzen und diese zerfleischen zu lassen, sowie der Hauptscharführer Tanzhaus aus Sebastiansberg im Sudetengau. Der Letztere, ein über zwei Zentner schwerer Klotz, hatte sein Vergnügen daran, die Häftlinge mit den schweren Stiefeln zu traktieren, worin er es zu einer seltenen Meisterschaft gebracht hatte, weil er mit Sicherheit immer ein und dieselbe Stelle traf. Da er Angst hatte, daß ihn der Gepeinigte angreifen konnte, ließ er denselben an Händen und Füßen binden und auf die Erde werfen. Tanzhaus fand seine gerechte Strafe, denn er wurde am 22. Juli 1944 von einem halbjüdischen Medizinstudenten, mit einem Brieföffner, den sich Tanzhaus aus einem polnischen Bajonett hatte herstellen lassen, erstochen. 37 Am ersten Tage unserer Ankunft im ,, Meckererlager Lublin" wurden wir ,, dekoriert", wie es in der SS- Sprache hieß. Auf den Rücken wurde ein Ziegenbockkopf, wie auch auf das linke Hosenbein aufgenäht. Täglich mußten wir zum sogenannten Parademarsch durch die Stadt Lublin antreten. Auf diesem Marsch wurden wir von den deutschen Umsiedlern, der deutschen Wehrmacht, die in Lublin war, von deutschen Frauen und deutschen Konjunkturrittern, die nach Polen kamen um den Rahm abzuschöpfen, beschimpft, angespien und geschlagen. Das war die größte Erniedrigung, die wir durchmachen mußten. wachungs noch bet verhängte schreiben Unser Tageslauf im Lager war folgender: Um 3 Uhr, also mitten in der Nacht, wurde geweckt, und der Appell begann. Er zog sich bis 6 Uhr früh hin. Darauf erhielten wir ein Stück Brot und Kaffee. Dann ging es an das Ausmisten der Ställe, das Vieh wurde gefüttert, Pferde mußten geputzt und eingespannt werden. Um 9 Uhr traten wir zum Parademarsch durch Lublin an, dem sich die Arbeit auf den Feldern anschloß. Gegen 12 Uhr gab es eine undefinierbare Suppe, unser Mittagessen, worauf um 12.30 Uhr die Arbeit wieder begann, die bis 8 Uhr abends dauerte. Dann gab es wieder einen Appell, der sich bis 22 Uhr hinzog. Das war die Stunde des Tages, in welcher die Strafen diktiert und sofort ausgeführt wurden. Täglich ließ Scharführer Weber mindestens 10 Mann aufbinden. Das geschah so, daß den Unglücklichen die Hände auf dem Rücken zusammengebunden wurden. Dann mußte er sich auf die Fußspitzen stellen und wurde so an einen Pfahl angebunden und hochgezogen. In einer Stunde war der Häftling ohnmächtig. Er wurde mit Wasser begossen, losgebunden und wenn er wieder zu sich kam, wurde er erneut angebunden, bis zwei Stunden vergangen waren. aber oft s solche Kr Es k Ein nie mehr wurden i dazu gab Attentat angezette Am Domini Während dieser Prozedur erledigte der schon erwähnte Sadist Tanzhaus seinen ,, Zirkus", wie er seine Bestrafungen nannte. Fünf bis zehn Mann mußten im Paradeschritt im Kreis hintereinander gehen, va terländische Lieder singen und Tanzhaus stand in der Mitte mit einer 2,50 Meter langen Peitsche und schlug im Takt auf die Rücken der Marschierenden. Dies war besonders schmerzhaft, weil der Oberkörper entblößt werden mußte. Nach Beendigung zählte der Sadist die Striemen auf dem Rücken und glich diese mit weiteren Schlägen aus, bis jeder die gleiche Anzahl Schwielen hatte. Damit nicht genug, es kam noch das Traktieren mit den Stiefeln hinzu. Das nannte diese Bestie dann ,, Mein Zirkus". sehr leise ein anstä Nach dem Abendappell bekamen wir jeder einen Topf Kaffee und ein Stück trockenes Brot. Während der ganzen Zeit meiner Inhaftierung im ,, Meckererlager" sahen wir nie ein Klümpchen Fett. Die SS- Be38 ( und z Jauch gegeben, und weh anständi sind es zwei Tag Fleischk bringen seiner A Zigarette Uns Uhr setz Marsch. schenstr Tausend wagen schöpfte Bewachu die Übe hinter d im Anr machte führer D Du für imm Lublin" n Rücken in aufgedurch die en wir tschen tschen rn, die höpfen, as war machen so mitten g sich bis fee. Dann rt, Pferde wir zum n Feldern unser Mitbis 8 Uhr wis 22 Uhr e Strafen charführer B den Unwurden. an einen Häftling und wenn ei Stunden dist Tanzf bis zehn , vaterder Mitte die Rücken der OberSadist die lägen aus, ug, es kam Tese Bestie Kaffee und haftierung Die SS- Bewachungsmannschaft dagegen lebte herrlich und war dazu meistens noch betrunken. Dann wurden die Strafen, die diese Himmler- Hunde verhängten, zur Qual des ganzen Lagers. Man kann nicht alles beschreiben, wie sich diese Henkersknechte mit uns die Zeit vertrieben, aber oft stellten wir uns selbst die Frage: ist es überhaupt möglich, daß solche Kreaturen geboren werden können? Es kam der 20. Juli 1944. Attentat auf Hitler. Ein Appell, wie ich ihn noch nie gesehen hatte und Gott sei Dank nie mehr sehen werde. Zwei Halbjuden, Mertens und Pollak, wurden in der Jauchegrube vor unseren Augen ertränkt. Den Befehl dazu gab der Obersturmführer Dominik mit den Worten: ,, Das Attentat auf unseren Führer haben nur wieder die verfluchten Juden angezettelt". Am 22. Juli 1944; vormittags gegen 10 Uhr, kam Obersturmführer Dominik und war sehr aufgeregt. Alles mußte antreten. Dann sprach er sehr leise und unsicher zu uns Häftlingen:., Leutchen, ich war immer ein anständiger Vorgesetzter, keiner kann mir etwas Böses nachsagen ( und zwei Tage vorherließer zwei Häftlinge in der Jauchengrube ertränken) der Kommandeúr hat mir Befehl gegeben, Euch nach Radom zu bringen. Die Russen sind durgebrochen und wehe Euch, wenn Ihr in die Hände dieser Mörderbande fallt. Seid anständig auf dem Marsche und haltet zusammen, denn nach Radom sind es nur 105 Kilometer und wenn wir gut marschieren, sind wir in zwei Tagen dort. Zur Stärkung bekommt Ihr jeder eine Flasche Wein, Fleischkonserven und Butter. Brot nehmt Euch soviel, wie Ihr unterbringen könnt!" Und welch ein Wunder, wir erhielten alles, was er in seiner Angst versprochen hatte und zusätzlich erhielt jeder noch 40 Zigaretten. Da wußten wir, woher der Wind wehte. Unsere Habseligkeiten waren sehr schnell gepackt und um 11.30. Uhr setzte sich unsere Kolonne, bestehend aus über 900 Mann, in Marsch. Hinter der Stadt reihten wir uns in einen unübersehbaren Menschenstrom ein, denn alles, was Beine hatte flüchtete aus der Stadt. Tausende von Lastwagen, Raupenschleppern, Personenwagen, Panjewagen verstopften die Ausgangsstraßen, tausende abgekämpfter, erschöpfter Soldaten aller Waffengattungen säumten die Straßen. Unsere Bewachungs- SS- Mannschaften fluchten und schimpften, weil sie bereits die Übersicht verloren hatten. Wir waren kaum eine halbe Stunde hinter der Stadt, als plötzlich von vorn der Ruf kam: ,, Feindliche Panzer im Anrollen". Unbeschreibliches Chaos folgte auf diesen Ruf. Alles machte kehrt. Die ersten, die uns im Stiche ließen, waren Obersturmführer Dominik mit seinen Henkersknechten. Durch den siegreichen Vormarsch der Roten Armee wurden wir für immer befreit, von den Sadisten des hitlerischen Henkerstaates. 39 Ich v und i gungs will i T die si cs ,, A Dadu mußte Sadist sich s schlag und S aber die s die B Name Selb gebra wiede ersch könn mich VON Lichtenburg NACH Halle Gerichtet von Friedrich Sober Händ Besin dami mitta hatte erleb einz mer selno dem frag sofo mich herg \ Ia wurde am 30 Mai 1933 von den Nazis in Schutzhaft genommen und in- das Konzentrationslager Lichtenburg gebracht. Aus der Fülle meiner Erlebnisse und aus der Unzahl von Peini- gungsmethoden, die die SS bei den politischen Häftlingen anwandte, will ich einige herausgreifen, die ich selbst miterlebte. Die SS-Leute Kummer, KothundZtimmermann waren es, die sich durch eine Folterungsart besonders auszeichneten. Sie nannten ces„Abkühlung“. Ein Häftling mußte zwanzig Mal um den Hof laufen. “ Dadurch geriet er natürlich stark in Schweiß. Um ihn etwas„abzukühlen“, mußte er sich unter eine Pumpe werfen, und dann pumpte ihm einer der Sadisten eiskaltes Wasser über den Körper. Dieser Vorgang wiederholte sich so oft, bis der Häftling schließlich zusammenbrach oder an Herz- schlag starb. War ein Häftling besinnungslos. so hängten ihn die S$-Leute Haase und Schneider ausBelgern bei Torgau einfach auf. Diese beiden hatten aber noch eine besondere Methode, die darin bestand, daß sie die Opfer, die sie sich ausgesucht hatten, mit dem Gummiknüppel so lange auf die Brust schlugen, bis sie starben. Ein SS-Arzt aus Prettin, dessen Name mir leider entfallen ist, stellte danach entweder„Herzschlag“ oder „Selbstmord dürch Erhängen“ fest. Im’April 1939 wurde ich eines Nachts abgeholt und nach Halle gebracht. Unterwegs mußte ich des öfteren aussteigen, wobei mir wiederholt gedroht wurde, daß ich bei weiteren Aussageverweigerungen erschossen würde. Ich antwortete jedesmal, daß ich gar nichts aussagen könnte, da ich ja.nicht wisse, um was es sich handle, Darauf schlugen mich zwei Beamte der Politischen Polizei mit Hundepeitschen blutig. In Halle gegen 7.00 Uhr früh angekommen, blutüberströmt an Händen, Rücken und Kopf, warf man mich in eine Zelle. Ich verlor die Besinnung. Die Fesseln nahm man mir auch hier nicht ab, anscheinend, damit ich keinen Selbstmordversuch unternehmen konnte. Am Nach- mittag des gleichen Tages, nachdem ich die Besinnung wiedererlangt hatte, eröffnete man mir, daß ich am anderen Tage sehr Schweres zu erleben hätte. Ich hätte ja in der Nacht genügend Zeit, mich darauf einzurichten, Als man mich am anderen Morgen ins Vernehmungszim- mer führte, erhielt ich von 8 Beamten der Politischen Polizei abwech- selnd Schläge ins Gesicht. Aus Mund und Nase blutend, wankte ich zu dem Vernehmungstisch. Ein Berliner Spezialist der Geheimen Polizei fragte mich höhnisch lächelnd, wo ich denn verunglückt sei. Ich merkte sofort, was er mit dieser Frage beabsichtigte. Hätte ich gesagt man hat mich geschlagen, dann wären die anderen Beamten erneut über mich hergefallen. So aber sagte ich, ich sei die Stufen im Präsidium herunter- 4 gefallen. Daraufhin schlug er mich ins Gesicht und sagte:„Das nächste Mal paßt Du besser auf.“ Nun begann die Vernehmung. Sie bestand darin, daß man mir Namen nannte, die mir teils bekannt, teils aber unbekannt waren. Da ich nun sieben der aufgezählten Namen nicht kannte, schnallte man mich auf die Pritsche und drei Mann der Polizei gaben mir je sieben Hiebe auf den Rücken. Einen Tag später wurde ich wieder verhört. Man nannte mir eine so große Zahl Namen, daß mir davon gan? wirr im Kopf wurde. Ich wurde so geschlagen, daß es mir unmöglich war, in die Zelle zu gehen. Daraufhin transportierte mich die SS-Polizei in meine Zelle, indem man mich einfach mehrere Stufen hinunterrollte. Am nächsten Tag wieder Vernehmung. Da ich nach der Meinung der Beamten ein verstockter Lügner war, schnallte man mich auf die Pritsche, nachdem ich mich hatte entkleiden müssen. Nun hatte man sich eine raffiniertere Art des Folterns ausgedacht. Ein Mann schlug mit dem Gummiknüppel unter die Fußsohlen beider Füße, ein anderer immer an bestimmte Stellen der Dickbeine. Ich hatte wahnsinnige Schmerzen. Meine Nerven versagten. Ich konnte mir’ nicht mehr helfen und schrie. Dann brach ich zusammen. Als ich aufwachte, war ich ganz naß, denn man hatte mir Wasser über den Kopf geschüttet, Ich konnte mich wie- der anziehen. Meine Beine waren so schwer wie Blei und meine Fuß- sohlen brannten wie Feuer und waren ganz rot, Von dieser Stunde an hatte ich nur noch den einen Gedanken, mit meinem Leben Schluß zu machen. Nicht mehr leben, nicht mehr quälen lassen. Doch ich hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn als ich in der Zelle auf meiner Pritsche lag, fesselte man mich mit der „Acht“, und ich wurde so jeder Bewegungsfreiheit beraubt. Drei Tage hatte ich Ruhe. Drei Tage dachte ich, daß nun die Ver- Her nehmungen zu Ende seien, doch ich hatte mich getäuscht. Denn nun Au begann eine neue Art der Vernehmung, die qualvollste, die ich je h durchmachen mußte, Unfähig zu laufen, schleppte ich mich an den Wänden entlang, nach dem Vernehmungszimmer. Hier wurde mir die a Frage gestellt, ob ich mich auf dieses oder jenes besinnen könnte, Ich j verneinte.„Na, schön— wurde mir geantwortet—„Sie können j gehen‘. Darauf brachte man mich in die Zelle zurück, um mich nun alle zwei bis drei Stunden Tag und Nacht hindurch erneut zur Vernehmung zu schleppen. Dise Peinigung währte neun Tage und neun Nächte, Dann wurde ich wieder nach dem KZ-Lager Lichtenburg über-| 4 führt, von dort nach dem Fort Zinna bei Torgau und dann nach Moabit, wo mich der Volksgerichtshof zu 10 Jahren Zuchthaus wegen 1 Vorbereitung zum Hochverrat verurteilte. 42 te:„ Das mung. Sie nnt, teils men nicht er Polizei Abraham mir eine urde. Ich DEP BANDIT zu gehen. dem man Meinung auf die atte man chlug mit er immer chmerzen. and schrie. maß, denn nich wieeine Fußnken, mit hr quälen denn als mit der die VerDenn nun ie ich je an den e mir die nnte. Ich können nun alle nehmung Nächte. urg überann nach us wegen Erlebnisbericht von Vizepräsident Robert Siewert halle S. Scharführer Abraham. Wenn ich an diesen Menschen, ach, was heißt Menschen, an diese Kreatur denke, so rollt vor meinen Augen ein Film ab, ein grauenhaftes Erleben, das mit Worten kaum zu schildern ist. Ich sehe die Genossen dann in langen Reihen vor mir stehen, die diese Bestie zum Tode gequält, erschlagen und ersäuft hat. Abraham, der Bandit, eine Bestie in Menschengestalt. Aus der Fülle seiner Verbrechen will ich nur ein paar Tatsachen schildern. Buchenwald. November 1938. Das Lager liegt in tiefem Schlamm. Die nasse Erde, das schmutzige Schlammwasser dringt durch die an vielen Stellen zerrissenen Schuhe. Man sinkt ein bis tief an die Knöchel. Wenn nun einer von uns austreten mußte, so blieb ihm nichts anderes übrig, als durch den tiefsten Dreck zu waten. Da es nur wenige Latrinen im Lager gab, waren diese immer besetzt. Doch nicht lange, denn für die Sadisten Scharführer Abraham und Zöllner war es Sport, die Häftlinge von den Latrinen zu verjagen, bevor sie mit der Verrichtung ihrer Notdurft fertig waren. Ich erinnere mich nur einer Szene, in der Männer eine Hauptrolle spielten, die Repräsentanten des Hitlerstaates sein sollten, und noch dazu der ,, Elitetruppe" Deutschlands- der SS- angehörten. Nein, die SS- ScharführerAbraham und Zöllner waren keine Menschen, keine Männer mehr, sie waren wie die Tiere. Einm Als er sei Häftling Füßen dar Eine ringen). E loff- We delt, daß Mit Knüppeln bewaffnet, die Mordlust konnte man an ihren Augen ablesen, stürzten diese Banditen auf eine Latrine los, die mit über zwanzig Häftlingen besetzt war. Sie schlugen solange auf diese wehrlosen Menschen ein, bis sie in die Latrine fielen, die voller Jauche und Kot war. Wenn einer der Häftlinge den Versuch machte, wieder herauszukommen, schlugen diese mordgierigen Verbrecher immer wieder auf ihn ein, bis er in der Jauchegrube ertrank. er wie ein linge ein. nischen macht, S Der Häftl war ei wurde er ziehen, au eine drec Bei einer anderen Gelegenheit. Es war im Jahre 1939, als ich sah, wie Abraham vier jüdische Häftlinge in ein tiefes Wasserloch hineintrieb, so wie man Vieh zur Tränke treibt, und sie immer wieder mit Prügel daran hinderte, herauszukommen. In diesem Falle ist einer der Häftlinge ums Leben gekommen. Die anderen drei konnten ihr Leben retten, weil ich mit einigen Häftlingen auf die Hilferufe hinzueilte und A bra h a m es vorzog, seines Weges zu gehen. Eine Meldung gegen ihn beim Rapportführer Oberscharführer Strippe hatte nicht nur keinen Erfolg, sondern ich wurde sogar zurechtgewiesen, und im Wiederholungsfalle wurde mir Strafe angedroht. 44 auf den B er oben w vortrug, zu, dem Doch die Ein Weise na haupt nu von Häft Tage etw Knüppel Greul da Wegen m Eine führer K besonder diten fin Raum, u von mein ger un Vorge geschlage Dann mu und nun ein, bis , an diese auenhaftes Genossen Tode gedit, eine ill ich nur schmutzige en Schuhe. n uns ausen tiefsten waren diese Scharführer e von den Notdurft Hauptrolle und noch . Nein, die Menschen, an ihren Os, die mit e auf diese oller Jauche hte, wieder mer wieder als ich sah, n tiefes änke treibt, xommen. In Die anderen gen auf die es zu gehen. Strippe zurechtgeroht. Einmal schlug Abraham mit dem Knüppel einen Häftling nieder. Als er seiner Aufforderung, aufzustehen, nicht nachkam, legte er dem Häftling den Knüppel über den Hals und trampelte solange mit beiden Füßen darauf herum, bis der Mann tot war. Eine andere SS- Bestie war der Oberscharführer Schmidt( Thüringen). Er hatte in den Jahren 1942 und 1943 bei dem Bau der Gustloff- Werke Buchenwald unzählige Häftlinge so schwer mißhandelt, daß viele an den Folgen starben. Schon am frühen Morgen schlug er wie ein Tollwütiger mit Knüppeln, Spaten und Hacken auf die Häftlinge ein. Besonders gemein benahm er sich gegenüber russischen, polnischen und jüdischen Häftlingen. Wiederholt wurde der Versuch gemacht, Schmidt das Handwerk zu legen, jedoch blieben sie erfolglos. Der Häftling Schreiber, der zu einem Lehrlingskommando gehörte, war ein Lieblingsopfer von Schmidt. Fast jeden Tag wurde er von dieser Bestie mißhandelt. Er mußte sich nackend ausziehen, auf einen Baum klettern und von oben herunterrufen: ,, Ich bin eine dreckige Judensau". Schreiber, der oft zu schwach war, um schnell auf den Baum zu kommen, wurde von Schmidt so lange geprügelt, bis er oben war. Als Schreiber diese Vorfälle dem Kommandanten Pister vortrug, bezweifelte dieser die Richtigkeit der Angaben, sagte aber doch zu, dem Oberscharführer Schmidt, diese Mißhandlungen zu untersagen. Doch dieser trieb sein Handwerk unangefochten weiter. Ein Sadist größten Außmaßes, der den andern genannten in keiner Weise nachstand, war Oberscharführer Greul. Diese Bestie konnte überhaupt nur leben, wenn sie schon am frühen Morgen eine große Anzahl von Häftlingen verprügelte. Ich habe selbst erlebt, wie Greul an einem Tage etwa fünfzig Häftlinge, Juden und Russen, solange mit dem Knüppel verprügelte, bis sie zusammenbrachen. Nach vielen Versuchen, Greul das Handwerk zu legen, gelang es schließlich dadurch, daß er wegen mehrerer Diebstähle versetzt wurde. Eine weitere Blüte in diesem Kreis von Verbrechern war Scharführer Klinger( in der Nähe von Wurzen zu Hause). Auch er hatte es besonders auf Juden und Russen abgesehen. Mit zwei anderen SS- Banditen fing er sich seine Opfer ein, führte sie in einen geschlossenen Raum, um sie dort viehisch zu mißhandeln. So wurde ich eines Tages von meinen Lehrlingen gerufen und war Zeuge folgender Szene: Klinger und seine beiden Helfer hatten zwei Russen vorgenommen. Zunächst wurden sie mit Knüppeln zusammengeschlagen und getreten, bis ihnen das Blut aus Mund und Nase lief. Dann mußten sie die Finger zusammenhalten und die Hand vorstrecken und nun schlugen die drei SS- Banditen solange auf die Fingerspitzen ein, bis sie bluteten. Die Mißhandelten brüllten vor Schmerzen und 45 riefen um Hilfe. Ich riß die Tür zu dem Raum auf und schrie mit voller Kraft hinein;„Was geht hier vor?“ Sofort stellten die Banditen die Mißhandlung ein. Von mir zur Rede gestellt, sagte Klinger:„Die bei- den Russen haben mich bedroht und wollten mich überfallen. Ich hätte sie sofort über den Haufen schießen können‘,— Durch einen Dolmetscher konnte!ich jedoch feststellen, daß die Behauptungen von Klinger erfunden waren. Auch in diesem Falle wurde ich beim Kommandanten vorstellig. Er sagte zu, derartige Mißhandlungen zu verbieten. Trotzdem blieb alles beim alten. Es ging weiter— wochen-, monate-, jahrelang. Menschen unter Tieren, Wehrlose in den Klauen der SS, Unschuldige der Willkür preisgegeben, Männer, Frauen und Kinder von Bestien zu Tode gemartert, Als für uns Überlebende endlich der Tag der Befreiung schlug, der TagderFreiheit, die wir so lieben, der Tag, auf den wir gewartet hatten, nach dem wir uns gesehnt und von dem wir in qualvollen Nächten im Fieber, in Hunger, in Not und Schmerz, in Kälte und Elend geträumt hatten, da erfüllte tiefe Trauer unsere Herzen, Trauer um die- jenigen, die ihn nicht mehr erleben durften. voller n die e beihätte 6 die wurde ungen chen-, Clauen und g, der wartet wollen Elend n dieWährend in den Konzentrationslagern Tausende und Abertausende, nein, es waren Millionen Männer, Frauen und Kinder, ihr Leben hingaben Während Männer zertreten, gemartert, gepeinigt wurden Während Frauen gepeitscht und gequält wurden Während Kinder vergast und verbrannt wurden Während sechsundzwanzig Millionen Menschen hingemordet, von„ Deutschen" abgeschlachtet wurden Da schrien Hunderttausende begeistert„ Heil Hitler!" Da schrien Millionen Führer wir folgen Dir!" Da schrie das ganze deutsche Volk„ Lieber Kanonen statt Butter" und damit„ Ja!" zum Krieg " Darum ist das ganze deutsche Volk auch schuldig an dem Zusammenbruch aber frei wurde es durch die Armeen der Vereinten Nationen Darum muß das ganze Deutsche Volk auch wiedergutmachen und wiederaufbauen, ein antifaschistisches demokratisches Deutschland denn: Es mahnen uns die Gräber derer, die dafür kämpften und starben, ES MAHNEN UNS DIE OPFER DES FASCHISMUS Aufruf zur Mitarbeit An alle durch den Nazismus politisch Geschädigten! Eine Anzahl früherer Häftlinge ist unserer Aufforderung bereits nachgekommen und hat uns Berichte über die Konzentrationslager und Strafanstalten eingesandt. Doch fehlen uns noch viele gute Schilderungen. Wir brauchen noch mehr aktive Stellungnahme zu den Erlebnissen. Bloße Tatsachenschilderungen genügen nicht. Die politische Einstellung muß mehr in den Vordergrund treten. Schreibt uns auch von der Kameradschaft unter den Gefangenen, von den Verhören bei der Gestapo, schildert uns die Behandlung in den Strafanstalten! Denn das tägliche Leben der Häftlinge mit seinen zahllosen Schikanen bietet Stoff in Fülle. Wir vermissen noch Berichte von Frauen und Kindern aus den Lagern. Auch psychologische Gesichtspunkte können wirkungsvoll dargestellt werden. Es interessieren uns außerdem die Namen Eurer Unterdrücker. Ein jeder muß es als seine Pflicht betrachten, durch Aufklärung über die Zustände in den Jahren des Nazismus seinen Teil dazu beizutragen, daß solche Verhältnisse nie wieder möglich sind. Der Präsident der Provinz Sachsen Abteilung Presse und Propaganda Halle( S.), Willy- Lohmann- Str. 6a