ICH MEINE NICHT DEN ANDERN, ICH MEINE DICH... fremde . un, OP ie des „., Hamburs} ja ich war politischer Gefangener, aber nicht für die politischen Gefangenen und nicht als politischer Gefangener schreibe ich dies, sondern als Mensch für alle Menschen, die im KL. waren oder die wissen wollen, wie es dort wahrhaft gewesen ist. Es ist immer der Fehler deutscher politischer Gruppen gewesen, daß sie nur sich sahen, und geringschätzig oder blind die anderen Gruppen nicht mitzählten und vor allem die Einzelnen und Einsamen nicht sehen wollten. Von diesen Einsamen aber ist im KL. gerade ein Strom von Kraft und Menschlichkeit ausgegangen, es waren nicht alles politische" Gefangene, obwohl ausnahmslos alle Opfer der Politik waren. Das, was bis dahin in Deutschland ,, Politik", Primat der Politik, hieß, muß am besten endgültig fortfallen. Man muß in Deutschland einen neuen Typus des Gemeinschaft bildenden Menschen gebären, einen neuen politischen Typus. Gelingt das nicht, dann werden auch die Gespenster von vor 1933 uns nicht aus der Verlegenheit helfen. Die erste Aufgabe dieses neuen Typus aber ist, die Konzentrationsläger, das irregeleitete( in allen. Punkten und in jeder Person irregeleitete) Gemeinschaftsleben der Deutschen, wie es in KL.s und Or7 densburgen bestand, radikal auszumerzen, denn die KL.s sind an sich eine Krankheit, und sie wird nicht gebessert, wenn die Läger von einer Hand in die andere kommen. Hamburg, 16. März 1946. Heinrich Christian Meier. Einleitung Der National über zu täusch in Deutschland Haltungen gib seinen Behaup lichkeit( sprich sens hat er v Geistes und d Man könnte d steswelten un Die eine, d Preußentum d dung Bismarck scheinung tre Bismarck- De dien auf dem Deutschlands doch sie alle h Welt, wenn s Frösteln empf Deutschland s des Altertums Umformungen abschreckende In der letzte rein arischen es verletzte du Kulturwelt all ses Deutschla 8 rzen, denn die sie wird nicht I Hand in die an Meier. Einleitung Der Nationalsozialismus hat die Weltmeinung dar über zu täuschen versucht, daß es seit Jahrhunderten in Deutschland mehrere geistige Strömungen oder Haltungen gibt, die sich fremd gegenüberstehen. Mit seinen Behauptungen von der Einheit und Einheitlichkeit( sprich: Uniformierung) alles deutschen Wesens hat er versucht, die wahre Gestalt deutschen Geistes und deutscher Innerlichkeit zu verfälschen. Man könnte drei, mindestens aber zwei deutsche Geisteswelten unterscheiden. Die eine, die in verschiedenen Phasen als das Preußentum der Befreiungskriege, die Reichsgründung Bismarcks und das Dritte Reich Hitlers in Erscheinung treten, wollen wir hier kurzerhand als , Bismarck- Deutschland" bezeichnen. Nicht alle Stadien auf dem Entwicklungsgange dieses BismarckDeutschlands sind gleichermaßen abschreckend, doch sie alle haben dazu beigetragen, daß die übrige Welt, wenn sie vom Deutschtum hört, ein gelindes Frösteln empfindet, und, je mehr dieses BismarckDeutschland sich von den teutonischen Vorbildern des Altertums und Mittelalters zu allen möglichen Umformungen und Maßnahmen anregen ließ, um so abschreckender trat es in Erscheinung. In der letzten Phase gebärdete es sich nach dieser .rein arischen" oder„, nordischen" Weltanschauung, es verletzte durch seine Ausfälle gegen die gesamte Kulturwelt alle Rassen und Völker aufs tiefste. Dieses Deutschland muß jeder überwinden, der an 9 Menschheitsentwicklung im Sinne der Totalität des Menschengeschlechts glaubt; denn so sehr es im Augenblick politisch tot ist, weltanschaulich ist es noch nicht überwunden. und teutonischer Vorformen und Staates zu scha Menschheit die schreitungen, all nen nationalsozi Unarten der hitl Welt auszubreit Seite stellen. Abrücken he nicht allein von und den unmer stapo, nein, abr wie viele deutsc ihre Aufgabe to liche Solidarität wehrloser Gefa unter deutschen meradschaftlich verdient noch In scharfem Gegensatz zu diesem ,, BismarckDeutschland"( das durch seine Äußerlichkeit und seine Expansivität politisch eher Form fand als die anderen Geistesrichtungen des deutschen Volkes) hat sich bereits in der bürgerlichen Phase unserer sozialen Entwicklung der große andere Strom deutscher Kultur bewegt, den man treffend als das Deutschland Goethes bezeichnen kann. Es bedarf nur einer kurzen Lektüre in ,, Eckermanns Gespräche mit Goethe", um festzustellen, daß dieser während seines Mannesalters keineswegs revolutionäre Mann trotz seiner Verehrung Friedrichs II. von Preußen die erste Phase der politischen und kulturellen Alldeutscherei auf das schärfste ablehnte. Aus den tiefinnerlichen Wurzeln seines Universalismus verwarf Goethe den neuerwachten nationalistischen Geist der Befreiungskriege. Schon damals gebärdete sich der Militarismus des jung erblühenden Preußen derartig aggressiv, daß Goethe an den preußisch- napo leonischen Konflikt nicht ohne Zorn erinnert werden konnte und schier verzweifelte über die nationalistischen Anwandlungen seinés Sohnes. Im Deutschland der Goethetage haben sich die beiden Geistesströmungen Deutschlands zweifellos radikal getrennt; sie führen seit jener Zeit einen innerlichen. seit 1918 auch einen äußerlichen Kampf. Nun, ich werde müssen. Das Sc in Zukunft davo fähig ist. Der Ge zentrationsläger nicht Solidarität oder nicht, die Prototyp eines gültig zu erledi zentrationslager sen ist. Wir tun zu kämpfen, der und am Boden Nationalsozialis Für uns alle, die wir zum zweitenmal vor der Auf gabe stehen, eine geistige und politische Demokratie zu schaffen, ist es eine Notwendigkeit, soweit wie irgend möglich abzurücken vom preußischen Geist 10 Totalität des sehr es im haulich ist es m., Bismarckerlichkeit und m fand als die schen Volkes) Phase unserer re Strom deutffend als das nn. Es bedarf nns Gespräche eser während utionäre Mann on Preußen die ulturellen Alle. Aus den tiefismus verwarf stischen Geist gebärdete sich n Preußen der reußisch- napo rinnert werden die nationalis. Im Deutschpeiden Geistess radikal ge. en innerlichen mpf. al vor der Auf che Demokratie eit, soweit wie ußischen Geist und teutonischen Rassenwahn. Im Begriff, die ersten Vorformen und Grundlagen eines neuen deutschen Staates zu schaffen, fühlen wir gegenüber der Menschheit die sittliche Verpflichtung, alle Ausschreitungen, alle Verkehrtheiten des überwundenen nationalsozialistischen Regimes, alle geistigen Unarten der hitlerdeutschen Vergangenheit vor der Welt auszubreiten, indem wir uns auf die andere Seite stellen. - Abrücken heißt es, nicht allein von den Nazis, nicht allein von den schändlichen Methoden der SS und den unmenschlichen Gepflogenheiten der Gestapo, nein, abrücken auch von der Art und Weise, wie viele deutsche Insassen der KL.s echt preußisch ihre Aufgabe total miẞverstanden haben. Menschliche Solidarität, diese einzige Waffe in der Hand wehrloser Gefangener hat es in deutschen KL.S unter deutschen Kameraden so etwas gegeben? Kameradschaftliches Zusammenhalten im engen Kreise verdient noch lange nicht dieses hehre Wort. Nun, ich werde von der Solidarität hier sprechen müssen. Das Schicksal des deutschen Volkes hängt in Zukunft davon ab, wieweit es zur Solidarität noch fähig ist. Der Geist des Nationalsozialismus, der Konzentrationsläger und Ordensburgen schuf, erzeugte nicht Solidarität. Wir müssen darum, ob wir wollen oder nicht, die Verpflichtung auf uns nehmen, den Prototyp eines verkehrten Gemeinschaftslebens end gültig zu erledigen, indem wir das Leben im Kon zentrationslager so schildern, wie es wirklich gewe sen ist. Wir tun dieses nicht, um gegen einen Feind zu kämpfen, der in der Masse bereits überwunden ist und am Boden liegt. Wir tun es, weil der Geist des Nationalsozialismus besonders in der deutschen Ju 11 gend, die nichts anderes kennt als den Nationalsozialismus, noch nicht ausgemerzt ist, sondern in falschen Denkgewohnheiten nach wie vor sein Unwesen treibt. Wir sind uns darüber klar, daß unsere Schilderungen nicht vollständig sind, denn die auf der Strecke blieben allein in Neuengamme sind es 36000 Tote- können nicht zeugen!! Wir rücken mit dieser Darstellung trotz ihrer Unvollständigkeit heraus, weil andere Völker durch die Geschichte der letzten zwanzig Jahre zu dem Irrtum gelangt sein könnten. daß es, wie der Nationalsozialismus behauptet hat. nur ein Deutschland gäbe und infolgedessen auch die besseren Elemente des deutschen Volkes in die Schuld des Nationalsozialismus verstrickt wären Das ist nicht wahr; denn der Kampf Goethe- Deutschlands, der seit einhundertundfünfzig Jahren tobt ge gen die eingebildete, um nicht zu sagen unmenschliche Haltung eines arroganten und perfiden PreuBentus, ist ein dauernder Kampf, der keine Stunde aufgehört hat. Leben gehalten dann und wann daß die sittliche löschen braucht, mütigt wird. Die gen, rufe ich zu: nicht drei, nicht uns, es gibt eine litischen Mensch ses neuen Typ den heil geblie Kristallisationsp schaffen. Was ich hier schreibe, bleibt freilich nur eine kleine Sammlung von Eindrücken aus eigenem Erleben. Es ist nicht etwa ein wissenschaftlicher Berich im Auftrage einer Organisation, sondern nur eine Tat der Selbstreinigung im innersten Sinne, Ich veröffentliche dieses Buch nicht für Richter and Henker, nicht für die eine oder andere der antitaschistischen Parteien. sondern um ein Zeugnis und Mahnmal zu schaffen für die wenigen überlebenden Kameraden, die wirklich Kameraden waren und die in der Hölle der Bestialität durch ihre Gesinnung. durch ihren steten Willen zu solidarischem Handeln, damals in mir die Flamme reiner. Menschlichkeit am 12 Wir können n gestern und vor bitteren Erfahru Gewinn für die 2 Handlungen mu Es gibt ein an land im Rahme en Nationalsosondern in falor sein Unwere Schilderunuf der Strecke sind es 36 000 cken mit dieser igkeit heraus, chte der letzten tsein könnten. behauptet hat, gedessen auch Volkes in die strickt wären oethe- DeutschJahren tobt gegen unmenschperfiden Preuer keine Stunde eilich nur eine us eigenem Erschaftlicher Ben, sondern nur ersten Sinne, cht für Richter andere der antiein Zeugnis und en überlebenden waren und die hre Gesinnung schem Handeln, nschlichkeit am Leben gehalten haben; für alle jene fernerhin, die dann und wann den rührenden Beweis erbrachten, daß die sittliche Majestät im Menschen nicht zu erlöschen braucht, wie sehr er auch äußerlich gedemütigt wird. Diesen Kameraden, so rar sie sein mögen, rufe ich zu: Es gibt ein Wir, es gibt nicht einen, nicht drei, nicht fünf oder eine bestimmte Zahl von uns, es gibt einen wachsenden neuen Typus des politischen Menschen in Europa. Und die Aufgabe dieses neuen Typus wird es sein, Hand in Hand mit den heil gebliebenen Vertretern der Jugend einen Kristallisationspunkt im Chaos unserer Tage zu schaffen. Wir können nicht länger für die Gespenster von gestern und vorgestern leben, wir müssen aus den bitteren Erfahrungen unseliger KZ.ler den inneren Gewinn für die Zukunft herauskeltern. Jede unserer Handlungen muß Zeugnis davon ablegen: Es gibt ein anderes, ein besseres Deutschland im Rahmen eines einigen Europa! 133 Photographieren Fast drei Jahre Gefangenschaft hatte ich in mich gefressen, war durch manches Gefängnis und durchs Moorlager gewandert. Als alter erfahrener ,, Knastologe" ich hatte schon eine Elefantenhaut und auch eine eiserne Stirn- sah ich allem mit Gelassenheit entgegen. Doch meine schlimme Stunde rückte heran. - Weshalb bist bruch." Nun, Gelegenheit m meldete mich. Es war am Tage des Kriegsausbruchs zwischen Deutschland und der Sowjetunion. An diesem unseligen Morgen riẞ man mich aus meiner Kalfaktorenstellung im Fuhlsbütteler Gestapo- Gefängnis, um mich wie eine Ware ins KL. zu transportieren. - reitung zum H lächelnd. Dann habe ich nachh Wir blickten Acht gefesselt blicken. Die sc in bester Ordn wir wie die Kat langten; in der nahmen wir all Aufstellung. W Nase an die B Dach Farbe. De nach fünfzehn dich geschlage das Gesicht an gen hinein, es aus und zittert als er herauska Ein alter häßlicher LKW. mit Zeltdach holte uns in Hamburg vom Polizeigefängnis ab. Wir waren dreizehn Mann, darunter ein politischer Genosse und ich die anderen Kriminelle. Ein Rottenführer der SS übernahm uns, indem er unsere Namen von den Akten las und grinste. In der Angst der neuen Lebenslage übereiferten wir uns zu zeigen, daß wir auf Draht waren; wir kletterten wie der Blitz übereinander hinweg in das Innere des Wagens. ,, Wer von euch ist schon im Lager gewesen?" fragte der Rottenführer. Einer meldete sich. ,, Wie hat es dir gefallen?" Er stotterte etwas von Ordnung und Sauberkeit. Wir horchten auf. Nun", meinte unser neuer Herr, mit einem sonderbaren Lächeln ,,, ihr werdet ja sehen, wie der Laden bei uns läuft. Wer von euch ist denn politisch? Ihr braucht euch gar nicht zu drücken, ich weiß es ja doch." Gerhard meldete sich. 14 an, daß er eine lich kamen Ge hard kam mit wieder heraus nun ich. Als ich eint gemacht hatte eintreten zu Weshalb bis verstand ihn n traf der erste atte ich in mich gnis und durchs hrener ,, Knastoenhaut und auch mit Gelassenheit Stunde rückte " ,, Weshalb bist du bestraft?" Wegen Landfriedensbruch." ,, Nun, zum Friedenbrechen wirst du keire Gelegenheit mehr haben. Und der andere?" Ich meldete mich. ,, Weshalb bist du bestraft?" ,, Vorbe reitung zum Hochverrat." Er schwieg unangenehm lächelnd. Dann nach einer Weile: ,, Für euch zwei habe ich nachher was Besonderes." Wir blickten während der Fahrt auf unsere in der Acht gefesselten Hände. Wir wagten nicht aufzublicken. Die schöne Junisonne strahlte, als ob alles in bester Ordnung wäre. Sie ließ es geschehen, daß wir wie die Katzen vom Wagen sprangen, als wir anlangten; in der Aufnahmebaracke im Lager der SS nahmen wir alle dreizehn mit dem Gesicht zur Wand Aufstellung. Wir standen eng an der Holzwand, die Nase an die Bretter der Baracke gepreẞt. Es roch Dach Farbe. Der erste wurde hereingerufen; er kam nach fünfzehn Minuten zitternd heraus. ,, Haben sie dich geschlagen?" Er sagte keinen Laut. Er preẞte das Gesicht an die Wand. Der zweite, der dritte gingen hinein, es dauerte lange- sie traten wieder heraus und zitterten. Der vierte war etwas derangiert, als er herauskam, er keuchte. Dem nächsten sah man an, daß er einen Kinnhaken erhalten hatte. Schließlich kamen Gerhard und ich dran, als letzte. Gerhard kam mit einem dick angeschlagenen Gesicht wieder heraus. ,, Der Photograph", stöhnte er Und pruchs zwischen An diesem unmeiner Kalfaktoo- Gefängnis, um sportieren. dach holte uns in Wir waren dreier Genosse und Rottenführer der Namen von den st der neuen Leigen, daß wir auf Blitz übereinan gens. ,, Wer von fragte der Rothat es dir gefal ung und Sauberinte unser neuer In ,,, ihr werdet ja Wer von euch uch gar nicht zu ard meldete sich. nun ich. Als ich eintrat, meine vorschriftsmäßige Meldung gemacht hatte: ,, Häftling politisch Nr. 5762 bittet eintreten zu dürfen", fragte der SS- Photograph: Weshalb bischt du hier?" Es war ein Bayer, ich verstand ihn nicht. Aufgeregt fragte ich? ,, Wie?" Da traf der erste Faustschlag mein Gesicht. ,, Weshalb 15 bischt du hier?" Ich versuchte eine Antwort, Blut rann, ich konnte nichts mehr sehen. Ein zweiter Faustschlag warf mich nach der andern Seite. Ich flog von einer Wand des Zimmers zur anderen. Wie ich auf dem Stuhl gelandet bin, auf dem ich photographiert werden sollte, weiß ich nicht. Ein Fußtritt beförderte mich schließlich zurück zu dem ungeduldig wartenden Kameraden. Der SS- Rottenführer rief Gerhard und mich: ,, Seid ihr geschlagen worden?" ,, Nein, Rottenführer!" Er lächelte und wir mußten ihm folgen. ,, Euch will ich dem Kommandanten vorführen." Wir wurden einem stattlichen, dunklen und eleganten SS- Offizier vorgeführt. Es war Hauptsturmführer Weiß, der in seinem Sessel sitzenblieb und uns gelangweilt musterte. - Die verschiede Der Nationals sten Anlässe zum tionslager zu sp Kriminalität, Arb den, Zigeuner, einigung interna ,, Euch will ich gleich eines sagen: Glaubt nicht, daß ihr vielleicht vorübergehend hierher gekommen seid! Nein, es handelt sich für euch zwei auf alle Fälle um Jahre! Richtet euch danach! Morgen tretet ihr bei der Walze drei an!"- Ein Wink, wir standen schon wieder draußen, glücklich, überglücklich, daß wir noch so gut behandelt worden waren; denn wir lebten. keit im Kriegs bruch dienstverp vergessen, daß d KL. die Notwend Arbeitskräfte zu unternommen w Häftlingen, die menfanden, zu Zuerst wurden zentriert. Die Po eingeliefert, die Politischen erhie nellen einen gr Sozialismus dazu tionsläger zu s wünschte Angel ten zur Kennze mehr und mehr zahl von Mensc politisch, ohne nicht unter die auf dem Arbeit einen weiteren 2 Meier: So war es 16 Antwort, Blut Ein zweiter ern Seite. Ich anderen. Wie em ich photomt. Ein Fußtritt dem ungedulnd mich: ,, Seid tenführer!" Er Euch will ich klen und ele r Hauptsturmitzenblieb und Glaubt nicht, her gekommen zwei auf alle Morgen tretet k, wir standen rglücklich, daß aren; denn wir . Die verschiedenen Arten der Insassen Der Nationalsozialismus nahm die verschiedensten Anlässe zum Grund, Menschen ins Konzentrationslager zu sperren: Politisch Andersdenkende, Kriminalität, Arbeitsscheu, Rassenzugehörigkeit, Juden, Zigeuner, Vorstrafen, Zugehörigkeit zur Vereinigung internationaler Bibelforscher, Straffälligkeit im Kriegsgefangenenlager, Arbeitsvertragsbruch dienstverpflichteter Ausländer usw. Ohne zu vergessen, daß der wahre Grund der Einsperrung ins KL. die Notwendigkeit war, auf dem billigsten Wege Arbeitskräfte zu beschaffen, mag hier der Versuch unternommen werden, die verschiedenen Sorten von Häftlingen, die sich im Konzentrationslager zusammenfanden, zu beschreiben. Zuerst wurden Politische, ab 1937 Kriminelle konzentriert. Die Politischen wurden durch die Gestapo eingeliefert, die Kriminellen durch die Polizei. Die Politischen erhielten einen roten Winkel, die Kriminellen einen grünen. Sehr bald ging der Nationalsozialismus dazu über, auch Juden in die Konzentrationsläger zu schaffen. Zunächst politisch unerwünschte Angehörige des Judentums. Diese erhielten zur Kennzeichnung den Davidstern. Als sich mehr und mehr herausstellte, daß es eine große Anzahl von Menschen in Deutschland gab, die, ohne politisch, ohne kriminell und ohne Jude zu sein, sich nicht unter die nationalsozialistischen Maßnahmen auf dem Arbeitsmarkt beugen wollten, erfand man einen weiteren Winkel, den schwarzen Diese vierte 2 Meier: So war es 17 Kategorie einschließlich der Zigeuner wurde als asozial bezeichnet. Ihre Einlieferung geschah durchschnittlich durch die Gestapo. den zu lassen, un erste die tschechi schen Konzentrat den, daß die Tsch Erscheinung trate roten Winkel un kenntlich gemac ihnen geboten, i Wie früher die Ju auf lange Zeit di nehmen. Sie und von den ,, Ariern der Konzentratio Nach der Röhmaffäre im Jahre 1934 wurde der Nationalsozialismus in die peinliche Lage versetzt, eine große Anzahl seiner eigenen Anhänger, die nicht kriminell waren, ebenfalls festzusetzen. Er erfand. deswegen eine neue Kategorie, die Homosexuellen Von jetzt ab versuchte die Gestapo mit allen Mitteln, deutsche Staatsangehörige, die man aus den früheren Gründen nicht ins KL. bringen konnte, als Homosexuelle zu entlarven. Darunter viele Vertreter des Hochadels. In einigen Konzentrationslägern mußten die Homosexuellen den rosaroten Winkel tragen. Da aber die Gestapo ihre Fälle behandelte, erhielten manche von ihnen einfach einen roten Winkel. Die ersten Auseinandersetzungen mit dem Christentum alarmierten auch die internationalen Bibelforscher. Diese Vereinigung nahm von allen christlichen die konsequenteste Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus ein, indem sie ihren Mitgliedern die Pflicht auferlegte, den Wehrdienst zu verweigern. rottet. Dieser konsequente Ungehorsam der Mitglieder der Bibelforschervereinigung lieferte den Konzentrationslägern viele Zehntausende neuer Insassen. Sie erhielten einen violetten Winkel als Abzeichen. Vom Jahre 193 den größten Ant lieferte. Schon in zentrationslägern waren jetzt die g kräfte, über wel die Geißel schw nur mit dem po hielten erst 1943 zu tragen. Nach Völker des Oster gebieten evakui Ukrainern, Russ Bausch und Boge In diesem Zustand blieb die Winkeleinteilung bis zum Jahre 1938. Als der Konflikt mit der Tschechoslowakei ausbrach, trat der Nationalsozialismus, der von Anfang an aggressiv aufgetreten war, in die Phase der kriegerischen Entwicklung. Jetzt sah er sich vor die Frage gestellt, alle mißliebigen Tschechen auf möglichst unauffällige Weise verschwin18 tet waren, aber Gründen das au brochen hatten; Bauern weggela ägern entwich Arbeitssklaven wurde als aso eschah durchden zu lassen, und so trat unter den Ausländern als erste die tschechische Nation ihren Weg in die deutschen Konzentrationsläger an. Um aber zu vermeiden, daß die Tschechen als nationale Minderheit in Erscheinung traten, erhielten sie kurzerhand einen roten Winkel und waren damit als Tschechen unkenntlich gemacht. Erst viel später, 1944, wurde ihnen geboten, in ihren Winkel ein T einzusetzen. Wie früher die Juden, so hatten jetzt die Tschechen auf lange Zeit die Rolle der Paria im KL. zu übernehmen. Sie und die Juden wurden scharenweise von den ,, Ariern" und den ,, höherwertigen" Insassen der Konzentrationsläger unterdrückt und ausgewurde der Nae versetzt, eine nger, die nicht zen. Er erfand Homosexuellen mit allen Mite man aus den gen konnte, als r viele Vertrentrationslägern saroten Winkel alle behandelte, ch einen roten ungen mit dem internationalen ahm von allen tung gegenüber sie ihren MitWehrdienst zu rottet. Vom Jahre 1939 ab war es das polnische Volk, das den größten Anteil von Insassen ins deutsche KL. lieferte. Schon im Jahre 1940 stellten in einigen Konzentrationslägern die Polen 50 v. H. der Insassen. Sie waren jetzt die große, gestaltlose Herde der Arbeitskräfte, über welche Zuhälter und andere Kriminelle die Geißel schwangen. Auch sie wurden zunächst nur mit dem politischen Winkel versehen und erhielten erst 1943 das Recht, ein P auf ihrem Winkel zu tragen. Nach den Polen kamen dann sämtliche Völker des Ostens, und zwar all jene aus den Kriegsgebieten evakuierten Massen von Esten, Litauern, Ukrainern, Russen, Letten, Rumänen usw., die in Bausch und Bogen nach Deutschland dienstverpflichtet waren, aber aus irgendwelchen menschlichen Gründen das aufgezwungene Arbeitsverhältnis gebrochen hatten; junge Menschen, die den deutschen Bauern weggelaufen oder aus den vielen Arbeitslägern entwichen waren. Zwölf Millionen fremde Arbeitssklaven lebten in Deutschland. Unter diesen der Mitglieder te den Konzen neuer Insassen I als Abzeichen. teleinteilung bis it der Tschechosozialismus, der ten war, in die ng. Jetzt sah er Bliebigen Tsche Teise verschwin 19 19 größtenteils jungen Arbeitskräften befanden sich Jugendliche zwischen zehn und sechzehn Jahren, die nicht einmal eine Vorstellung hatten, warum und wozu man sie verschleppt und konzentriert hatte Die Soziologie Die Sterblichkeit, besonders unter den Ukrainern war eine ungeheuerliche. Warum auch diese Männer einen roten Winkel als Abzeichen tragen mußten, wird immer ein Rätsel bleiben. Die Gesellschaft tur und ihre eiger Der Machtappa fen, ein„ Oberhau Schließlich ging, der nationalsozialistische Staat auch dazu über, alle Völker des Nordens, Südens mend, gesetzgebe und Westens teilweise direkt aus ihrer Heimat ins schend im Sinne Konzentrationslager zu befördern. Als erste kamen das Unterhaus" Dänen, Norweger, Holländer und Belgier.-Aus Bel- Verwaltung der S gien waren es vorzugsweise die Kommunisten, die liche Macht in der jetzt die ganze Last, wie früher Juden und Zigeuner, Häftlinge( ,, Unter zu tragen hatten. Endlich im Jahre 1943/44 kamen Franzosen, Italiener und Spanier, und jetzt ging man nicht imstande, in ihrer Befehle zu ü dazu über, aus Orientierungsgründen jeder Nation ältesten, dem ers im KL., außer dem roten Winkel, einen Buchstaben eitweilig der La als Kennzeichen ihrer Nationalität zu gestatten. So verfuhr der ,, Nationale Sozialismus" des Hitler- Regimes. In Wahrheit war ihm die Nationalität eines schen Aufgaben u Eine sehr bedeut war als die eine Menschen vollkommen unwichtig. In jedem Insas- Weise als die ein sen sah er lediglich, wie seine Exekutivorgane oft ste. Auch die unte genug betonten, eine Arbeitskraft. Ein Konzentra- Lagerältesten abb tionär war für den Nationalsozialismus nichts andewurden von dem res wert als die Arbeit, die man aus ihm heraus- geschlagen. Selbs preßte. Einen menschlichen, sittlichen oder kulturellen Wert hatte im KL. niemand und einen Anspruch auf menschliche Rücksichten infolgedessen auch nicht. en Außenläger w meldungen liefer Gewohnheitsrech wurden von ihm Es muß erwähnt werden, daß ich persönlich Eng- gehend die Küch länder und Amerikaner im Konzentrationslager niemals gesehen habe. 20 20 Kantine untersta geschehen, daß d befanden sich zehn Jahren, die en, warum und nzentriert hatte Die Soziologie des Lagers den Ukrainern ch diese Männer Die Gesellschaft des Lagers hat ihre eigene Struk tragen mußten, tur und ihre eigenen Gesetze. Der Machtapparat hat gewissermaßen zwei Stualistische Staat fen, ein Oberhaus" und ein ,, Unterhaus". BestimNordens, Südens mend, gesetzgebend ist das„ Oberhaus", doch herrhrer Heimat ins schend im Sinne des praktischen Alltagslebens ist Als erste kamen das ,, Unterhaus". Was ich ,, Oberhaus" nenne, ist die elgier. Aus Bel- Verwaltung der SS; praktisch aber liegt die wesentOmmunisten, die liche Macht in den Händen der Selbstverwaltung der -n und Zigeuner, Häftlinge( ,, Unterhaus"). Die SS.- Verwaltung war 1943/44 kamen nicht imstande, in allen Einzelheiten die Ausführung d jetzt ging man ihrer Befehle zu überprüfen. Sie überließ dem Lageren jeder Nation ältesten, dem ersten Kapo, den Blockältesten und nen Buchstaben zeitweilig der Lagerpolizei eine Reihe von praktizu gestatten. So schen Aufgaben und damit auch die Verantwortung. des Hitler- Re Eine sehr bedeutende Macht, die zweifellos größer ationalität eines Ein Konzentra war als die eines Bürgermeisters. ja, in gewisser In jedem Insas Weise als die eines Häuptlings, hatte der Lagerältekutivorgane oft ste. Auch die unteren Organe der SS. waren von dem nus nichts ande wurden von dem Lagerältesten eingesetzt bzw. voraus ihm heraus geschlagen. Selbst die Lagerältesten der verschiedehen oder kultu nen Außenläger wurden von ihm lanciert. Alle Strafund einen An- meldungen liefen durch seine Hand. Er hatte das Lagerältesten abhängig. Die Kapos und Blockältesten en infolgedessen Gewohnheitsrecht der Züchtigung. Exekutionen wurden von ihm geleitet. Er beherrschte sehr weitpersönlich Eng gehend die Küche und damit die Verpflegung. Die rationslager nie Kantine unterstand seiner Polizeigewalt. Sollte es geschehen, daß durch ihn oder seine Anordnung je21 unterstanden et derum in 20 Son eingeteilt waren sten Zeit meiner falls Herren übe tigkeit machte Kommandoführe und Unterschar die Seite gestel sich daher we ordneten oder v erringen. Oft is in ihrer Brutali anderseits habe liches Teil daz linge zu milde schicht gehörte arbeiter, die mi mand aus dem Leben schied, so brauchte er kaum eine Untersuchung zu fürchten. Daß nicht in allen Lägern die Macht des Lagerältesten so groß war, ist anzunehmen. In dem Lager, in dem ich gewesen bin, war der Lagerälteste ein unumschränkter Fürst und lediglich vom Sturmbannführer, d. h. dem Kommandanten der SS abhängig, der aber praktisch auch vom Lagerältesten abhängig war, denn zumindest war der Lagerälteste ein peinlicher Zeuge aller mög. lichen Vorgänge, die den Sturmbannführer belasten konnten. Dem Lagerältesten unterstand ein eigenes Büro, die Lagerschreibstube. Es mag erwähnt sein. daß unser Lagerältester, obwohl brutaler Schläger, ein Mann mit außerordentlichem diplomatischem Geschick und hervorragender gesellschaftlicher Intelligenz war, der es ausgezeichnet verstand, Gegensätze zum Ausgleich zu bringen. Lediglich die düstere Aufgabe, Menschen zu erhängen, lastete auf seinem Gemüt, und drohte, ihm die Selbstachtung zu nehmen. Daß sich eine Fülle von Intrigen um das Hofleben des Lagerältesten rankte, ist nicht weiter verwunderlich. z. B. der Vorar ein großes Ver die Zivilkleidu rungsdokumen waren. Das g kleidungskamm arbeiter und höheren Rang zusammen bild wohl als den gers bezeichne derartige Pron An zweiter Stelle stand der erste Kapo des Arbeitsdienstes, der von den Häftlingen nur dem Lagerältesten verantwortlich war, aber durch seine Beziehungen zur SS.- Kommandantur und SS.- Bauleitung praktisch nie in Verlegenheit kam, sich dem La gerältesten unterzuordnen. Die Zuweisung zu einem Arbeitskommando war für jeden Häftling von ausschlaggebender Bedeutung, und damit war praktisch jeder Häftling dem ersten Kapo des Arbeitsdienstes ausgeliefert. Eine große Macht hatten auch die Kapos der großen Arbeitskommandos ,, Klinkerwerk", Kommando ,, Elbe" ,,, Fertigungsstelle" usw. Diesen Kapos zusammen ein tereinander 11 das Auge aus Notgedrung 22 22 uchte er kaum nicht in allen so groß war, ist ch gewesen bin, kter Fürst und dem Komman praktisch auch denn zumindest Leuge aller mög führer belasten and ein eigenes gerwähnt sein utaler Schläger, omatischem Ge aftlicher Intellierstand, GegenLediglich die ngen, lastete auf e Selbstachtung Intrigen um das ist nicht weiter unterstanden etwa 800 bis 1500 Häftlinge, die wiederum in 20 Sonderkommandos mit je einem Kapo eingeteilt waren. Diese Hauptkapos sind in der ersten Zeit meiner Lagererfahrung, also 1941/42, ebenfalls Herren über Leben und Tod gewesen. Ihre Tätigkeit machte es erforderlich, daß sie mit den Kommandoführern, d. h. den SS.- Oberscharführern und Unterscharführern, die ihnen zur Aufsicht an die Seite gestellt waren, zusammen arbeiteten und sich daher weitgehend diesen SS.- Leuten unterordneten oder wenigstens alles taten, ihre Gunst zu erringen. Oft ist es vorgekommen, daß diese Kapos in ihrer Brutalität noch weiter gingen als die SS.; anderseits haben einsichtige Kapos gewiß ihr redliches Teil dazu beigetragen, die Härten der Häftlinge zu mildern. Zu der gleichen Gesellschaftsschicht gehörten dann noch einige Kapos und Vorarbeiter, die mit besonderem Auftrag betraut waren, z. B. der Vorarbeiter der Effektenkammer, auf dem ein großes Vertrauen lastete, weil die Wertsachen, die Zivilkleidung, die Papiere und die Versicherungsdokumente der Häftlinge in seiner Obhut waren. Das gleiche galt für den Kapo der Bekleidungskammer, den ersten Koch usw. Diese Vorarbeiter und höheren Kapos standen in einem höheren Rang als die Blockältesten, aber mit ihnen zusammen bildeten sie eine Schicht, die man sehr wohl als den Hof" oder die ,, Aristokratie" des Lagers bezeichnen kann. Es ereignete sich selten, daß derartige Prominente gestürzt wurden. Sie bildeten zusammen eine Familie, und trotz aller Intrigen untereinander pickte eine Krähe der anderen nicht das Auge aus". eKapo des Ar anur dem Lagerdurch seine Beund SS.- Baulei am, sich dem La eisung zu einem Häftling von aus mit war praktisch Arbeitsdienstes n auch die Kapos nkerwerk", Kom sw. Diesen Kapos Notgedrungen waren die Interessen dieser Lager23 der Schränke, um ten Dinge zu set gegen solche Ma meine Häftling w gekommen, sich e einen Kapo zu be such allein schon len verloren gew Angehörigen der lingen war unübe Aussicht, in höh er nicht Freunde Reihen besaß, di aristokratie mit den Absichten und Vorteilen der Ober- und Unterscharführer, die sie beaufsichtigten, stark verquickt. Die Prominenz machte sich daher teilweise die Anschauungen und Methoden der SS. zu eigen. Dies war um so bedauerlicher, als nicht allein Zuhälter und andere Kriminelle solche Posten innehatten, sondern zum Teil auch Zigeuner, Polen, Tschechen politische Häftlinge u. a. Die Abgeschlossenheit dieser Prominenz, einschließlich der Blockältesten war so stark, daß es anderen Häftlingen fast unmöglich war, in diesen exklusiven Kreis einzudringen. Die Blockältesten selbst führten zeitweilig ein gutes Leben. Sie kleideten sich gut, aẞen gut, selbstverständlich nicht aus dem Kessel der Allgemeinheit, sondern sie verstanden es, Mittel und Wege zu finden, um sich von schmackhaften Sachen zu ernähren. Sie machten gewohnheitsmäßig vom Faustrecht Gebrauch, und wenn einer oder der andere von ihnen ernstlich diese Methoden durchbrach, war es gewöhnlich zu seinem Nachteil. Erst 1943 wurde es etwas menschlicher. Auf jedem Block gab es wiederum eine Schicht von intimen Freunden des Blockältesten, die ihn gegen die große Masse hermetisch abriegelte. Man kann ruhig sagen, daß diese Lageraristokratie insgesamt gegenüber der Allgemeinheit eine verächtliche Unnahbarkeit zur Schau trug. Diese Schicht fühlte sich gegenüber den anderen Häftlingen berechtigt zu allen möglichen Privilegien, und, wo sie dieses Recht nicht besaß, nahm sich die Prominenz rücksichtslos, was sie brauchte. Oft ist es vorgekommen, daß seitens der Blockältesten Maßnahmen durchgeführt wurden, wie allgemeine Untersuchungen, Abnahmen von Geld, Durchsicht 24 in solche Posten stem darin, daß Häftlingsaristokra linge aufgefaßt w gemeinheit der Ha verwaltung nicht teil zeigte sich in ten Kohorte von H ten, nur der nat ganzen Winkelzü zeuge aus dem K dieser Werkzeug zu erhöhen, um fester in der Ha diese Werkzeuge linge", und diese Ben Teil aus Lun Mäntelchen umh Kann man sich verwaltung über e Die Sonderste orteilen der beaufsichtigmachte sich d Methoden uerlicher, als inelle solche ch Zigeuner, e u. a. Die einschließlich es anderen Liesen exklutesten selbst Sie kleideten icht aus dem e verstanden msich von Sie machten ebrauch, und en ernstlich der Schränke, um sich in den Besitz der gewünsch ten Dinge zu setzen. Niemand konnte es wagen, gegen solche Maßnahmen vorzugehen. Der allgemeine Häftling wäre auch nie auf den Gedanken gekommen, sich etwa über einen Blockältesten oder einen Kapo zu beschweren. Er wäre mit dem Versuch allein schon lächerlich und in den meisten Fällen verloren gewesen. Die Kluft zwischen einem Angehörigen der Prominenz und den übrigen Häftlingen war unübersteigbar; so hatte auch niemand Aussicht, in ,, höhere Kreise" hineinzukommen, wenn er nicht Freunde oder Gesinnungsgenossen in diesen Reihen besaß, die ihn mit Hilfe des Lagerältesten in solche Posten geleiten konnten. Es lag ein System darin, daß seitens der SS. diese Schicht der Häftlingsaristokratie als Selbstverwaltung der Häftlinge aufgefaßt wurde. In Wahrheit hatte die Allgemeinheit der Häftlinge auf diese sogenannte Selbstverwaltung nicht den mindesten Einfluß. Im Gegenteil zeigte sich in dieser Selbstverwaltung genannten Kohorte von Häftlingen, die das Lager beherrschten, nur der nationalsozialistische Geist in seiner ganzen Winkelzügigkeit. Die SS. nahm sich Werk zeuge aus dem Kreise der Häftlinge, um mit Hilfe dieser Werkzeuge die Not und Qual der Häftlinge zu erhöhen, um sie sicherer zu kontrollieren und fester in der Hand zu haben. Sie bestätigte dann diese Werkzeuge als ,, Selbstverwaltung der Häft. linge", und diese Aristokratenschicht, die zum gro Ben Teil aus Lumpen bestand, durfte sich noch das Mäntelchen umhängen, das Selbstverwaltung hieß. Kann man sich eine größere Parodie auf die Selbstverwaltung überhaupt denken? ewöhnlich zu was menschederum eine Blockältesten, ch abriegelte eraristokratie eit eine vertrug. Diese nderen HäftPrivilegien, nahm sich die uchte. Oft ist Blockältesten ie allgemeine d. Durchsicht Die Sonderstellung, welche die Kapos, Block25 25 garettenspitzer waren es, welc es in der Kan oder Schlauhe Handel damit prominenten w Draht alle Mo Kameradschaft matisches Aus richtung in ih für einen norm diesen Ausna lich gemacht. Die Schicht sowie all dere bildete sozio Schicht, wen ihnen herrsch schaft. Sie g aber nur des eineinhalb bi ältesten usw. einnahmen, war gewissermaßen ver brieftes Recht, und diese Bevorrechteten hatten natürlich gegenüber der SS. eine Anzahl Verpflichtungen. Es durfte ihnen nicht nachgewiesen werden, daß sie die Interessen und Anschauungen der SS.Verwaltung durchkreuzt oder vernachlässigt hätten. Die größte Mehrzahl von ihnen gebärdete sich in den früheren Jahren sogar nationalsozialistisch; und erst mit der fallenden Konjunktur schwenkten sie etwas ein, indem sie sich dem Standpunkt der Ausländer mehr und mehr anpaßten. Bedeutend kor rupter als bei diesen offiziell Bevorrechteten war die Gesamteinstellung bei der illegalen Prominenz. All jene, die sich um einen Blockältesten scharten, die Bubis, die sich ein Kapo hielt, die Aufpasser und ,, Läufer", die Extraköche und Extraschmiede, welche die Herren Prominenten sich hielten, all das bildete eine breite Schicht von Halbprominenz, die der Zahl nach in die Hunderte ging und mit einer unverwüstlichen Frechheit und mit allen Mitteln der Lüge und der Täuschung sich die Vorteile zu verschaffen versuchten, die ihnen von Rechts wegen nicht zustanden, jedoch bei der Oberschicht des Lagers sahen, und die ihnen sozusagen vor der Nase hingen. Mit Hilfe eines Spähersystems und allerlei Erpressungsmethoden verschaffte diese zweite Schicht von Bevorrechteten sich alle möglichen Privilegien in Kleidung und im Essen, und unter anderem auch das Recht, nicht zu arbeiten oder nur zum Schein zu arbeiten. Auch trieben sie gewöhnlich einen schwunghaften Handel mit allen möglichen verbotenen Dingen, hauptsächlich Tabak, Zivilzeug und Brot. Sie waren es auch, die die Prominenz mit im Lager verfertigten Ringen, Zi26 kannte sie, sie stellig, sie ha matie erworb Sauberkeit, d trugen ihre L wurde einer v gen sie früh Mund natürli wie sie ware bewußte Prol besonders vi verachtet. D diese Armen ermaßen ver ten hatten hl Verpflich- iesen werden ngen der SS- ‚hlässigt hät e sich r schwenkteD Handpunkt de! garettenspitzen, Geldbörsen usw. versorgten. Sie waren es, welche die wenigen wertvollen Dinge, die es in der Kantine zu kaufen gab, durch Frechheit oder Schlauheit an sich brachten, um dann ihren Handel damit zu treiben. Diese Schicht von Halb- prominenten war es vor allem, die hier hinter dem Draht alle Moral und Schlichtheit zerstörte, alle Kameradschaft durchlöcherte und durch ihr syste- matisches Ausnahmemachen jede vernünftige Ein- richtung in ihr Gegenteil verwandelte. Alles, was für einen normalen Häftling Gesetz war, wurde von diesen Ausnahmekreaturen mißachtet und lächer- lich gemacht. Die Schicht der Handwerker und Spezialarbeiter sowie all derer, die einen festen Arbeitsplatz hatten, bildete soziologisch betrachtet die wertvollste Schicht, wenn auch nicht die zahlreichste. Unter ihnen herrschte noch so etwas wie eine Kamerad- schaft. Sie genossen auch ein gewisses Ansehen, aber nur deshalb, weil die Mehrzahl von ihnen eineinhalb bis zwei Jahre im Lager waren. Man kannte sie, sie galten als zuverlässig, sie waren an- stellig, sie hatten sich auch schon die nötige Diplo- matie erworben; sie erfüllten die Ansprüche an Sauberkeit, die die Gemeinschaft an sie stellte; sie trugen ihre Last und taten ihre Pflicht; ab und zu wurde einer von ihnen Vorarbeiter, im übrigen gin- gen sie früh zu Bett, machten die Augen zu, den Mund natürlich auch, und ließen die Verhältnisse wie sie waren. Sie stellten sozusagen das„klassen- bewußte Proletariat” des Lagers dar. Sie galten nicht besonders viel, wurd@n aber auch nicht geradezu verachtet. Die meisten von ihnen wußten nicht, diese Armen, daß sie genau das waren, was die 27 Firma Himmler& Co. aus ihnen machen wollte. Arbeitskräfte, nichts als Arbeitskräfte! Stimmung dies stungsfähigkeit ihnen krank w schwerste bela Häftlingswärte sank. Die trau tionslager spie eines Zugangs wurde durch k gesteigert. Im man noch kein faßt machen, zu werden. We geliefert word Muselmann. S liche Umständ Neuen im Laza Muselmann da blieben nun s Im Gegensatz zu den hier erwähnten Handwerkern bildeten die Zugänge"( ganz gleich, ob sie zu Hunderten oder Tausenden eingeliefert wurden) die wertloseste Schicht. Denn mit Zugängen konnte weder die Lagerverwaltung noch die Selbstverwaltung der Häftlinge etwas anfangen. Zugänge bedeuteten lediglich mehr Arbeit, mehr Mühe für die Verwaltung. Zugänge leisten nichts, sie liegen nur im Dreck und machen einen schlechten Eindruck. Ein zelne von den Zugängen verstanden es vielleicht durch Anknüpfung von Beziehungen( auf Grund ihrer politischen Vergangenheit) oder durch jene Streberei, die man als ,, Radfahren" bezeichnet, sich in ein etwas besseres Licht zu setzen und irgendwie einen Posten zu erlangen. 90 v. H. aber der Zugänge galten als wertloser Ballast, um so mehr, als es zeitweilig Absicht war, die Zugänge 3 bis 4 Wochen in der Quarantäne zu lassen. ,, Du mieser Zugang" war ein beliebtes Schimpfwort. Keiner dachte daran, daß so ein Neuankömmling ja auch an seinem Zustand völlig unschuldig war und jeder Häftling Zugang gewesen sein mußte. Nach dem Gewesenen und Zukünftigen fragt niemand; als Zugang war man eben rechtlos, überflüssig und das bestgeeignete Objekt zum Prügeln. Auch die Ernährung für Zugänge war zeitweilig ganz ohne Aussicht und daher miserabel. An irgendwelchen Veranstaltungen, Fußball, Musik, Theater hatten die Zugänge eben wegen der Quarantäne keinen Anteil; und wenn sie zu irgendeiner Arbeit herangezogen wurden, dann bestimmt nur zu unsauberen Gelegenheitsarbeiten oder irgendwelchen Erdarbeiten. Binnen weniger Wochen sank die 28 Haft Muselmä Weg in eine lagen entwede die zu ihrer sie wurden zu Flechten und eingestellt, ein die Verächtlic nen Unwert z mando von ze männer, arbei 18.30 Uhr an ten Deutsche bedarf herstel Vorzugte Kom wollte Ar en Handwer ch, ob sie zu wurden) die konnte westverwaltung e bedeuteten die Verwalgen nur im indruck. Ein es vielleicht ( auf Grund durch jene zeichnet, sich and irgendwie der Zugänge ar, als es zeit4 Wochen in Zugang" war te daran, daß nem Zustand tling Zugang enen und Zuvar man eben gnete Objekt Zugänge war er miserabel Bball, Musik, n der Quarangendeiner Artimmt nur zu er irgendwel chen sank die Stimmung dieser Zugänge und die körperliche Leistungsfähigkeit so, daß ein großer Prozentsatz von ihnen krank wurde und dann das Lazarett auf das schwerste belastete, wodurch die Sympathie der Häftlingswärter und des Personals ganz unter Null sank. Die traurigste Rolle, die man im Konzentrationslager spielen konnte, war ohne Zweifel die eines Zugangs, und der Haß gegen die Zugänge wurde durch kräftige Bemerkungen aller Art noch gesteigert. Im allgemeinen konnte man sich, solange man noch kein Jahr im KL. gewesen war, darauf gefaßt machen, als Zugang betrachtet und behandelt zu werden. Wer einmal als Zugang ins Lazarett eingeliefert worden war, verließ es gewöhnlich als Muselmann. Schlechte Ernährung und andere miẞliche Umstände trugen dazu bei, daß ein Teil der Neuen im Lazarett eingingen und der andere Teil als Muselmann das Lazarett verließen. Diese Zugänge blieben nun scharenweise während der gesamten Haft Muselmänner, das heißt sie fanden niemals den Weg in eine vernünftige Arbeitsstätte, sondern lagen entweder als arbeitsunfähig auf Blocks herum, die zu ihrer Aufnahme bereitgestellt waren, oder sie wurden zu irgendeiner notdürftigen Arbeit wie Flechten und Tauzupfen oder Weben von Matten eingestellt, eine Beschäftigung, bei der sie stündlich die Verächtlichkeit der Vorarbeiter und ihren eigenen Unwert zu spüren bekamen. Ein großes Kommando von zeitweilig 800 Flechtern, alles Muselmänner, arbeitete von täglich morgens 6 bis abends 18.30 Uhr an Matten und Riemen, die die sogenannten ,, Deutschen Aufrüstungswerke" für den Kriegsbedarf herstellten. Die DAW.- Flechter waren das bevorzugte Kommando für Muselmänner. Es war schon 29 Im Gegensatz es zwei Stände und Mißtrauen sich durch ein g ander eine erträ die Zigeuner( Z Zigeuner hatten terposten zu bes wissen Wohlsta Handel trieben. den übrigen und liche Band mitei sich gegenseitig einander und Staate. Die Zig tusammenhielte lichen Mitteln j talität ihren Ein sich das Vertra die Selbstverwa hrer. Ein große der Strafkompa Die Bibelfors dasselbe wie di ein Aufschwung, wenn ein Muselmann hier wenigstens einer geregelten Beschäftigung zugeführt wurde. Man kämpfte darum, in diesem Kommando bleiben zu dürfen, ja, eine derartige Beschäftigung bedurfte der ärztlichen Anordnung, sonst aber wurden die Muselmänner entweder zu Hunderten hinter den Gittern in einem Hinterhof des Blocks den ganzen Tag den Unbilden der Witterung ausgesetzt oder aber hinausgetrieben zu irgendwelcher Erdarbeit, die sie innerhalb weniger Tage vollständig ruinierte. Die Muselmänner trugen das Billett zur Himmelfahrt in der Tasche, und niemand dachte daran, ihnen zu helfen. Wie verheerend sich die Auffassung von der Wertlosigkeit der Muselmänner auswirkte, das bekamen vor allem die Franzosen zu spüren, die im Jahre 1944 nach der Invasion zu Zehntausenden direkt von Frankreich in die deutschen Konzentrationsläger überführt wurden. Mehr als die Hälfte wurde von ihnen sogleich Muselmänner, verelendeten vollständig, starben wie die Fliegen unter der Einwirkung des nassen Wetters oder wurden zu noch schwereren Außenkommandos in Marsch gesetzt. ander kamerads sie an Geldmitte mitteln hatten u fältig von aller wie die Gleisk der Bibelforsch Bibelforscher, c ren besetzten sektiererische Die Muselmänner waren so unterernährt, daß sie sich aus Knochenkisten und Müllgruben schmutzige Reste herauskratzten und fraßen. Sie waren so mangelhaft bekleidet, daß sie nur noch als Karikaturen von Menschen gelten konnten. Entweder war das Zeug zu klein oder so phantastisch geflickt oder in anderer Weise unpassend, daß sie für die übrigen Häftlinge als Muselmänner kenntlich waren. Für sie war eben in jeder Weise das Schlechteste und Dürftigste gut genug. Einen Wert hatten sie, weil sie ja keine Arbeitskräfte waren, überhaupt nicht; sie waren nur Last und Ballast. 30 KL. einzuschm hier wenig- q zugeführt 1 Kommando si oder er Erdarbeit, dig ruinierte. r ii mmelfahrt ran, ihnen ZU ‚sung von de! irkte, das ber unter derEin- den ZU noch Im Gegensatz zur Schicht der Muselmänner gab es zwei„Stände im KL., die, obwohl sie mit Neid und Mißtrauen betrachtet wurden, es verstanden, sich durch ein gewisses Zusammenhalten unterein- ander eine erträgliche Lage zu schaffen. Die einen, die Zigeuner(Zintys) und die Bibelforscher. Die Zigeuner hatten es fertiggebracht, einige Vorarbei- terposten zu besetzen und entwickelten einen ge- wissen Wohlstand, indem sie einen schwunghaften Handel trieben. Sie hielten sich abgesondert von den übrigen und waren überdies durch das sprach- licheBand miteinander verbunden. Sie unterstützten sich gegenseitig, logen füreinander und stahlen für- einander und bildeten etwas wie einen Staat im Staate. Die Zigeuner, die wie Pech und Schwefel ' zusammenhielten, nutzten mit redlichen und unred- lichen Mitteln jede Gelegenheit, um selbst mit Bru- talität ihren Einfluß auszudehnen und mit Heucheln sich das Vertrauen‘der SS. zu erschleichen. Auch die Selbstverwaltung der Häftlinge bediente sich - ihrer. Ein großer, brutaler Zinty war zeitweilig Kapo der Strafkompanie. 3 |} Die Bibelforscher versuchten in bürgerlicher Weise dasselbe wie die Zintys. Auch sie hielten unterein- b ander kameradschaftlich zusammen, teilten alles, was F sie anGeldmitteln, Paketen und erschobenen Lebens- | ‚ Mitteln hatten und trennten ihre Gemeinschaft sorg- von allen anderen ab. Einzelne Kommandos ‚Wie die Gleiskolonne waren vollständig in Händen - der Bibelforscher, aber es gab auch intellektuelle , die bevorzugte Posten in den Konto- |\ ten besetzten und ihr Leben aufs Spiel setzten, um |'sektiererische Schriften und Propagandamittel ins L. einzuschmuggeln. Bei den späteren Verhören 31 sich gegen sie ric gebung hinnahme dann die bürgerlic Polen, sich beispi erwiesen sie sich als echte Fanatiker, setzten das Lager in Erstaunen durch ihre kaltblütige, zähe Art, mit der sie schwiegen oder logen. In mancher Weise sind die Bibelforscher die erstaunlichste Gemeinschaft gewesen, die es im Konzentrationslager gab. Besonders vorzuwerfen ist ihnen lediglich, daß sie gegenüber den nichtzugehörigen Häftlingen von einer gleichgültigen Kälte waren, die wie eine Mauer schützend und drohend um ihre Gemeinschaft aufgerichtet war. Es gelang niemals jemandem, in die Gemeinschaft der Bibelforscher aufgenommen zu werden, es sei denn, daß er sich selbst zu den Lehren der IBF. bekannt hätte. Lazarett einzunist im Lager bildeter posten und einzel lich sogar als Blo nahmen. Im große polnischen Häftlin tenteils Kommuni den, soweit sie ni hingerafft worden tu ansehnlichen F scher Arbeit. Nur beiter oder dergle 1942-1943 kam ukrainischen und Die ersten Ausländer, die ins KL. massenweise überführt wurden, waren die Tschechen. Selbstverständlich wurden się in der ersten Zeit als mieser Zugang niedergehalten, entwickelten sich aber binnen kurzer Zeit zu strebsamen und brauchbaren Mitgliedern und unterschieden sich sehr bald in nichts en große Massen Teil bestand aus mehr von den anderen Häftlingen. Anders dagegen Eintragung nicht " repräsentierten. noch bedeutend and durchgehend und übelsten Ar politische Häftlin Einsicht in die konnte, behande Ein gebräuchliche meinschaft von Zwar zogen sich weil sie aus Hun fen zu plündern p Konservendosen war es mit den Polen, die bald nach der polnischen Niederlage ins Konzentrationslager gelangten. Die Polen stellten etwa von 1940 ab das Proletariat in den Konzentrationslägern. Sie hatten den Großteil schwerer und schmutziger Arbeit zu verrichten, wurden in keiner Weise begünstigt und ernteten im allgemeinen nichts als das Schimpfwort Pollacke"". ,, Dreckiger Pollack!" war ein Ausdruck, den man hundertmal am Tage hören konnte. Einen Polen zu schlagen, war eine Selbstverständlickheit. Die Polen stellten eine geduldige, zum größten Teil unterwürfige, arbeitsame und durchweg auch anständige Schicht von Kameraden, die unter sich einigermaßen zusammenhielten und die Feindseligkeit aller, die 32 Meier: So war es er, setzten das tige, zähe Art, ancher Weise chste Gemein sich gegen sie richtete, mit einer Art religiöser Ergebung hinnahmen. Nach und nach verstanden es dann die bürgerlichen und intellektuellen Kreise der Polen, sich beispielsweise als Ärzte und Pfleger ins Lazarett einzunisten, und als sie dann die Majorität im Lager bildeten, stellten sie auch Vorarbeiterposten und einzelne tauchten als Melder, ja schlieẞlich sogar als Blockälteste auf. Aber das waren Ausnahmen. Im großen und ganzen blieb die Masse der inschaft aufge polnischen Häftlinge im Nachteil. Die Belgier, größtenteils Kommunisten, die ins Lager überführt wurtionslager gab iglich, daß sie Häftlingen von wie eine Mauer dem, in die Ge mmen zu werden, soweit sie nicht von der Typhus- Epidemie daden Lehren der hingerafft worden waren, gelangten ziemlich schnell zu ansehnlichen Posten oder zu bevorzugter technimassenweise scher Arbeit. Nur wenige von ihnen blieben Erdarhen. Selbstver beiter oder dergleichen. Zeit als mieser 1942-1943 kamen aus den polnischen, litauischen, auchbaren Mit ten große Massen von Häftlingen. Der überwiegende sich aber bin ukrainischen und anderen sowjetischen Westgebiebald in nichts Teil bestand aus Ukrainern, die sich auch bei der Anders dagegen Eintragung nicht als Sowjetbürger, sondern Ukrainer der polnischen repräsentierten. Diese Ukrainer wurden zunächst gelangten. Die noch bedeutend niedriger eingeschätzt als die Polen s Proletariat in und durchgehend zu den schmutzigsten, schwersten en den Großteil und übelsten Arbeiten verwandt. Selbst deutsche verrichten, wur politische Häftlinge, von denen man eine tiefere ernteten im all Einsicht in die politischen Verhältnisse erwarten port„ Pollacke"" druck, den man konnte, behandelten diese Ukrainer haarsträubend. Ein gebräuchliches Schimpfwort für diese bunte Gekheit. Die Polen zwar zogen sich diese Ukrainer das Schimpfwort zu, Einen Polen zu meinschaft von Sowjetbürgern war ,, Ratten", und Teil unterwür weil sie aus Hunger die Müllgruben und Abfallhauuch anständige fen zu plündern pflegten und dort Knochenreste und ch einigermaßen igkeit aller, die Konservendosen sammelten, Tausende von solchen 3 Meier: So war es 33 Franzosen niede Ubereinkunft m ,, Ratten" sind mehr oder weniger zu Tode geprügelt worden oder verhungert. Wiederum Hunderte sind in den notdürftigen Lazaretten zugrunde gegangen. besonders da kurz nach ihrem Eintreffen große Feuchtigkeitsperioden eintraten. Unter den Ukrainern wa ren auch Russen, die sich als Sowjetbürger bekannten, und schließlich kamen nach und nach russische Kriegsgefangene, die aus den Kriegsgefangenenlagern ausgebrochen waren, ins KL., darunter eine Anzahl Offiziere. Die Russen wurden im Durchschnitt besser beurteilt und erlangten auch sehr bald bessere Stellungen, aber dies geschah lediglich, soweit es den deutschen politischen Häftlingen möglich war, sich für sie einzusetzen. Die SS.- Verwaltung und der Großteil der kriminellen Häftlinge waren gegen die russischen Häftlinge feindselig eingestellt. keln der Franzos ungunsten der Lediglich die H linge und teilwe die französische Folgen dieses g len, die an sich sem Konflikt de die Sympathien nische Persönlic eine internation len noch besond sonderte, war katholischen G durch sie sich v schieden. Eine besonde sog. Sonderabt ren Soldaten de etwas hatten zu Anders die Franzosen. Als im Jahre 1943 und dann im größeren Maße 1944 die Franzosen zu Zehntau senden ins KL. überführt wurden, waren die angenehmen Arbeitsplätze in Händen der Deutschen, Polen, Ukrainer oder Russen. Da sich unter den Fran zosen ein beträchtlicher Teil von Fachleuten und intelligenten Menschen befand, wurde alles versucht, diese in irgendeiner Weise in günstige Posten unterzubringen. Hier setzte etwas wie internationale Solidarität ein. Man mußte, um einen Ausgleich zu schaffen, einzelne Polen aus den Stellungen hinaustun, dieser Versuch stieß bei der polnischen Nation auf einen eisernen Widerstand, und es setzte zwi schen den Polen und Franzosen ein heftiger, leiden schaftlicher Kampf ein. Da die Polen lange in der Mehrzahl gewesen waren, hatten sie auch in den Wohnblocks die Stellung der Tischältesten in den Händen, und vermochten durch diese Posten die 34 sam, unerlaubte nelle Delikte us roten Winkel, nächst versuch maligen Militä hnen wurden z übergeben. Bin heraus, daß di nicht daran dac zu unterdrücke neigungen fort Code geprügelt Hunderte sind nde gegangen en große Feuch Ukrainern wa bürger bekann nach russische sgefangenenla darunter eine m Durchschnitt ehr bald bessere lich, soweit es möglich war waltung und der aren gegen die estellt. 1943 und dann en zu Zehntau Franzosen niederzuhalten, was oftmals in volle Übereinkunft mit den verschiedenen Führungszirkeln der Franzosen geschah und sich beträchtlich zu ungunsten der französischen Häftlinge auswirkte. Lediglich die Hilfe einflußreicher deutscher Häftlinge und teilweise sogar der SS.- Verwaltung konnte die französischen Häftlinge vor den schlimmsten Folgen dieses geheimen Terrors bewahren. Die Polen, die an sich nicht beliebt waren, verloren in diesem Konflikt der Häftlinge untereinander abermals die Sympathien der Mehrheit, obwohl einzelne polnische Persönlichkeiten mit aller Entschiedenheit für eine internationale Haltung eintraten. Was die Polen noch besonders von allen anderen Häftlingen absonderte, war eine Mischung von nationalen und katholischen Gedanken und Gepflogenheiten, wodurch sie sich von jeder anderen Häftlingsart unter. schieden. aren die ange Deutschen, Po unter den Fran chleuten und in alles versucht ge Posten unter ernationale So m Ausgleich zu llungen hinaus Inischen Nation es setzte zwi heftiger, leiden en lange in de sie auch in den ältesten in den Eine besondere Schicht von Häftlingen stellte die sog. Sonderabteilung der Wehrmacht" dar. Das waren Soldaten der Wehrmacht, die sich beim Militär etwas hatten zuschulden kommen lassen: Ungehorsam, unerlaubte Entfernung von der Truppe, kriminelle Delikte usw. Sie trugen als Kennzeichen einen roten Winkel, der aber auf dem Kopf stand. Zunächst versuchte die SS.- Verwaltung, diese ehemaligen Militärangehörigen zu begünstigen, und ihnen wurden zum Teil die wichtigsten Kapostellen übergeben. Binnen zwei Jahren stellte es sich aber heraus, daß diese hoffnungsvollen Jünglinge gar nicht daran dachten, ihre kriminellen Neigungen z. B. zu unterdrücken, sondern sie setzten ihre Raubritterlese Posten die neigungen fort, mißhandelten und bestahlen ihre Ka35 meraden; keine Methode war ihnen zu nichtswürdig. um ihre Vorteile zu erreichen. Wir sind die E So hatte Goebb SA. in die Welt davon absehen, ihrer bestialische oft genug gebran hören, dem deut halten. Daß aber auch Neuengamme im Nach und nach sank das Ansehen dieser Gruppe von SAW.- Leuten derartig, daß selbst die SS. sich von ihnen zurückzog und nun ihre Rolle im Lager gänzlich ausgespielt war. Jetzt wurden sie sogar als Brotdiebe entlarvt und zum allgemeinen Gespött mit entsprechenden Schildern versehen, in aller Öffentlichkeit verprügelt. Im Jahre 1944 kamen dann schließlich auch aus anderen SS.- Formationen( besonders belgischer, litauischer, finnischer, lettischer SS.) Männer ins Konzentrationslager und, sofern sie nicht Todeskandidaten waren und in den ersten Wochen nach ihrem Eintreffen erhängt wurden, versuchte die SS.- Verwaltung, sich dieser ehemaligen SS.- Angehörigen für alle möglichen Überwachungsund Spezialdienste zu bedienen. Das Ansehen dieser SS.- Häftlinge war daher niedrig, und besonders die politischen Häftlinge unter sich wußten sich in sehr feiner Art von diesen ehemaligen SS.- Angehörigen zu distanzieren, bzw. ihr Treiben zu überwachen. Die Anzahl der SS.- Angehörigen, die im KL. exekutiert worden sind, ist nicht genau zu sagen, geht aber in die Hunderte. Die Hinrichtungen geschahen häufig nicht öffentlich, sondern in aller Heimlichkeit. Man wußte von ihnen nur durch Häftlinge, die die Exekutionen vornehmen mußten. Aber auch öffentliche Hinrichtungen wurden durchgeführt. völlig entmensc hier nicht versc und da einen an Mann, der uns d diese konnten halten, dann kan brachten die Ve minente Häftlin rektheit oder K SS. zu spüren be SS.- Mann seiner allgemeinen Fo normalerweise Man lernte di SS.- Wache ken demann befehli der Gefangene Marschieren un Häftlinge syste sen, sofern sie e 36 nichtswürdig dieser Gruppe st die SS. sich Rolle im Lager Wir sind die Elite der Nation en sie sogar als en Gespött mit in aller Offent kamen dann ormationen( be scher, lettischer und, sofern sie in den ersten gt wurden, ver ser ehemaligen Uberwachungs s Ansehen die und besonders wußten sich in en SS- Angeho ben zu überwa gen, die im KL genau zu sagen nrichtungen ge ondern in aller nur durch Häft en mußten. Aber en durchgeführt So hatte Goebbels in vielen Reden vor der SS. und SA. in die Welt hinaus trompetet. Ich möchte hier davon absehen, Gestapo und Sicherheitsdienst in ihrer bestialischen Mordarbeit zu schildern, sie sind oft genug gebrandmarkt und die Welt wird nie aufhören, dem deutschen Volk diese Methoden vorzuhalten. Daß aber auch einfache Waffen- SS., mit der wir in Neuengamme im wesentlichen zu tun hatten, sich zu völlig entmenschten Handlungen herbeiließ, kann. hier nicht verschwiegen werden. Es gab zwar hier und da einen anständigen, kameradschaftlichen SS.Mann, der uns das Leben zu erleichtern suchte; aber diese konnten sich in Neuengamme nur Monate halten, dann kamen sie an die Front; und außerdem brachten die Verhältnisse es mit sich, daß nur prominente Häftlinge( ,, Ehrenhäftlinge") solche Korrektheit oder Kameradschaftlichkeit von seiten der SS. zu spüren bekamen. Im allgemeinen wahrte jeder SS.- Mann seinen Abstand von uns, paßte sich den allgemeinen Formen an, mit denen ein Häftling normalerweise behandelt wurde. Man lernte diese Behandlung am besten unter der SS.- Wache kennen, die der Untersturmführer Wiedemann befehligte. Die Posten flankierten die Trupps der Gefangenen beim Ausmarsch zur Arbeit. Im Marschieren und während der Arbeit wurden die Häftlinge systematisch von den Posten abgeschossen, sofern sie einen Schritt aus der Reihe traten, zu37 rückblieben oder bei der Arbeit über diePostenkette"f Als wir- eine geschickt oder gejagt wurden. Jeden Tag verloren„A den Schrecknisse wir auf diese Weise schon im Anmarsch' zur Ar-- krankenlagers vo beitsstätte einige Kameraden, einige Male sogar fünf\ führt wurden, ur Personen am frühen Morgen. Wiedemann hatte es" den, sagte Lütke so eingerichtet, daß jeder Posten, der einen Häftling. schaute, Man so abschoß, drei Tage Urlaub, sechs Biermarken und eine Schachtel Zigaretten erhielt... Damals war Lütkemeyer unser„Schutzhaftlager- führer”, ein intelligenter, rücksichtsloser, zynischer Niedersachse, der die Schwäche des Menschen mit dem ersten Blick zu erfassen und ihn auf jede Weise zu blamieren verstand. Lütkemeyer, der an den von Arbeit beschmutzten und lumpigen Anzügen der Häftlingssklaven immer etwas auszusetzen fand, be- schämte mit Vorliebe Menschen. Ein besonderes Gaudium war für ihn, die Taschen der Häftlinge zu untersuchen; das kostete mindestens einen Fußtritt oder einen Schlag mit der Peitsche, denn wer hätte nicht zuweilen etwas Unerlaubtes bei sich getragen? Erstaunlich war, daß Lütkemeyer, der eine Art Häft !ingsverstand in sich selbst entwickelte, trotz seiner- “ geübten Einsicht in das Leben der Häftlinge, ohne das geringste Empfinden kaltblütig,und’am laufen- den Band Hinrichtungen vornehmen konnte, und dabei noch wie eindummer: Junge lachte, ja, Witze machte. Während er Gefangene aufhängen ließ oder vergaste, während des Abtransportes von Leichen,® im Angesicht blutender, von Hunden zerfetzter° Flüchtlinge, die im Sterben lagen, ließ er die Beleg- schaft des Lagers antreten und fröhliche Lieder sin-®% gen. Ein Häftlingsleben war für ihn weniger als ein Strohhalm; vor Leben und Sterben eines Menschen hatte er keinerlei Respekt. "war kein Scherz N Monate unfähig Schlecht gelaunt ‚ie Nilpferdpeit - Ermessen, Dazu ‚en Rundgängen )!gendwie brauc ders liebte er$ /egen dieser k War er in allen gend Möglich he er eintraf.D; | der Brutalität u \ Ingen„Spaß“ {en, von ihm 38 e Postenkette Tag verloren rsch zur Arle sogar fünf ann hatte es inen Häftling marken und autzhaftlagerer, zynischer Menschen mit uf jede Weise er an den von Anzügen der tzen fand, bebesonderes Häftlinge zu einen Fußtritt enn wer hätte ich getragen? eine Art Häft e, trotz seiner äftlinge, ohne and am laufen konnte, und hte, ja, Witze angen ließ oder von Leichen, Hen zerfetzter er die Beleg the Lieder sin eniger als ein mes Menschen Als wir - - nach eine Gruppe von dreißig Mann den Schrecknissen eines unbeschreiblichen Typhuskrankenlagers von fünf Monaten zur Kammer geführt wurden, um uns notdürftig wieder einzukleiden, sagte Lütkemeyer, indem er uns kritisch beschaute: Man sollte euch allesamt verbrennen. Es war kein Scherz, er kalkulierte, daß wir noch auf Monate unfähig zur Arbeit sein würden. Wenn er schlecht gelaunt war, schlug er mit seiner berühmten Nilpferdpeitsche die Gefangenen nach eigenem Ermessen. Dazu hatte er die Angewohnheit, bei seinen Rundgängen in den Werkstätten alles, was er irgendwie brauchen konnte, mitzunehmen, besonders liebte er Sachen, die frisch hergestellt waren. Wegen dieser kindischen Freude an neuen Sachen war er in allen Werkstätten berüchtigt, und wenn irgend möglich, verschloß man die Fertigfabrikate, ehe er eintraf. Die urwüchsige Unbekümmertheit seiner Brutalität machte gelegentlich sogar den Häft lingen ,, Spaß", allerdings mußte jeder damit rech nen, von ihm ,, fertig" gemacht zu werden. Da man in Neuengamme die Fuhrwerke nicht mit Pferden fuhr, sondern grundsätzlich mit Menschen konnte es vorkommen, daß die Häftlings- Kulis so abgezehrt, mager und schwach waren, daß sie die Wagen nicht mit der von Lütkemeyer geforderten Eile durchs Tor schafften. Lütkemeyer hatte dieses wohl öfters beobachtet. Eines Tages, als er besonders gut aufgelegt war, kam er heran, griff zu seiner Lederpeitsche und sprang in seiner frischen Art auf den Wagen und rief: ,, Ich lehre euch fah ren!", damit schlug er mit seiner Peitsche auf die Leute und brachte das Fahrzeug in Galopp, wobei er es in wildem Tempo über den Appellplatz jagte. 39 schwitzten, sie mit ihren entkl preßt und wart Kuno" dann en eine verzehren ihr Schicksal e einer sich zu r ihm mit irgende aufs nackte Fle zwischen die n in der Pracht s Roheiten an ih den er sich von oft ohne ärztlic für den Transp eine Tragödie, denn die Häftli zurückgeworfe Ausgleich war schaftsbande, zerrissen. Das Ebenfalls ein äußerst interessanter ,, Elitemensch", nur nicht so begabt wie Lütkemeyer, war ,, Ritter Kuno", wie er im Lager hieß; Arbeitseinsatzführer Obersturmführer Kuno Schramm. Er war von jener schnarrenden, schneidenden Korrektheit, die man in Deutschland soldatisch nennt. Allein wenn er die Selbstbeherrschung verlor, warf er Tintenfässer und allerlei andere harte Gegenstände nach den Häftlingen. Wir waren oft unerwünschte Zeugen, wenn er in seinem Zimmer, neben dem wir arbeiteten, elende, arme, zerlumpte Häftlinge peinigte und übel zurichtete, daß sie zitternd und in Schweiß gebadet das Freie suchten. Manchmal machte er seine Streiche mit Lütkemeyer zusammen, jedoch war dies alles sozusagen ,, normal". Für seine charakterliche Kälte bezeichnend ist dagegen die allgemeine Behandlung, die er den Häftlingen angedeihen ließ, wenn er sie zum Transport bestimmte. In ein Nebenlager verfrachtet zu werden, bedeutete stets eine Verschlechterung für den Häftling, es sei denn, er wäre als Kapo" bestimmt. Darum war es sehr schwierig, aus dem Arbeitsprozeß des Lagers die Häftlinge herauszusuchen und sie für den Transport zu gewinnen. Die Häftlinge des Arbeitseinsatzes, zu denen ich gehörte, erhielten von Schramm den Auftrag, einige hundert oder tausend Häftlinge ins Bad zu bestellen. Vor dem Häftlingsbad wurden sie ausgezogen und warteten nackt im grauen Nebelwetter Hamburgs, bis sie eingelassen wurden. Ihr Zeug und ihre sämtlichen Habseligkeiten wurden ihnen von der ,, Entlausungsstation" abgenommen. Dann mußten sie zu Hunderten nackt im Bad antreten. Sehr oft lieẞ Ritter Kuno sie hier warten, in vielen Fällen von morgens neun bis nachmittags drei Uhr. Sie 40 " das sich die H sie. Durch den teres, auf alle das in diesem stande. Sehr oft wies den Weg in di handgreiflich wiederholt ung linge aussprac Eine ganz b schen war der bin ich persön Elitemensch" er, war ,, Ritter tseinsatzführer war von jener theit, die man in wenn er die intenfässer und ch den Häftlin eugen, wenn er peiteten, elende, nd übel zurich hweiß gebadel chte er seine jedoch war dies charakterliche allgemeine Be ngedeihen ließ e. In ein Neben schwitzten, sie durften nicht sprechen, sie standen mit ihren entkleideten Körpern eng aneinander gepreßt und warteten Stunde um Stunde. Kam ,, Ritter Kuno" dann endlich, so packte die armen Nackten eine verzehrende Nervosität, denn jetzt sollte über ihr Schicksal entschieden werden. Wagte etwa jetzt einer sich zu räuspern, dann schlug ,, Ritter Kuno" ihm mit irgendeinem Gegenstand oder mit der Faust aufs nackte Fleisch. Oft trat er in voller Ausrüstung zwischen die nackten Menschenmassen, drängte sie in der Pracht seiner Uniform beiseite und ließ seine Roheiten an ihnen aus. Auf Grund des Eindruckes. den er sich von ihrem Befund machte, entschied er. oft ohne ärztliche Hilfe, welche von den Häftlingen für den Transport geeignet seien. Es war jedesmal eine Tragödie, dieses Aussuchen für den Transport, denn die Häftlinge wurden hierdurch in das Nichts zurückgeworfen. Die Arbeit, die ihnen bisher ein Ausgleich war, wurde ihnen genommen, Freundschaftsbande, welche sich geknüpft hatten, wurden zerrissen. Das wenige an Kleidung und Ausrüstung, das sich die Häftlinge organisiert hatten, verloren sie. Durch den Abtransport erwartete sie ein schlechteres, auf alle Fälle ein ungewisses Schicksal, und das in diesem völlig aller Hilfsmittel beraubten Zustande. tete stets eine es sei denn, er n war es sehr des Lagers die r den Transport eitseinsatzes, zu ramm den Auf äftlinge ins Bad wurden sie aus en Nebelwetter en. Ihr Zeug und rden ihnen von men. Dann muß entreten. Sehr oft in vielen Fällen s drei Uhr. Sie Sehr oft wies eine Ohrfeige des Ritter Kuno ihnen den Weg in die Zukunft. Daß Schramm soundso oft handgreiflich wurde, auch mit den Füßen trat und wiederholt ungerechte Beschuldigungen gegen Häftlinge aussprach, sei nur nebenbei bemerkt. Eine ganz besondere Ausgabe dieser Elitemen schen war der Unterscharführer Dreimann. Mit ihm bin ich persönlich niemals in Konflikt gekommen 41 Ich hatte dazu allerdings auch alle Mittel der Häft- lings-Diplomatie in Anwendung gebracht. Dreimann war eine ausgesprochen pathologische Erscheinung. Er machte sich eine Hauptfreude daraus, Häftlinge bei irgendwelchen Verfehlungen zu überraschen und sie mit in seine‘ Blockführerstube zu nehmen. Hier schlug er sie mit einem Stock oder mit einer Hundepeitsche.so, daß durch ihr Schreien ein gro- Ber Teil des Lagers davon Kenntnis erhielt. Es ver- ging.im allgemeinen kein Tag, ohne daß Rapport- führer Dreimann schlug. Daran stieß sich auch keiner mehr, das wußte man, und es fiel nicht wei- ter auf. Dreimann war eben ein Faktum, an das man sich gewöhnt hatte. Es gab keine Hinrichtung, bei der Dreimann nicht aktiv mitwirkte, sofern er über- haupt im Dienst war. Besonders haßte er meinen Kollegen Andre Mandryxs. War Dreimann gerissen, so war Andr& ihm trotz dfeser Gerissenheit noch überlegen. Andre verstand es, Handlungen politi- scher Solidarität so durchzuführen, daß Obersturm- führer Schramm oder Lütkemeyer sich einbildeten sie hätten es gemacht. In Wahrheit hatte es Andre gemacht, und dieser zwar aufreibende aber erfolg- reiche Kampf, den Andremit der SS.-Meute führte, in dem fast immer Andre der Sieger war, weckte den Zorn, ja den bestialischen Haß von Dreimann. Seine Versuche, Andre zu stürzen, schlugen immer fehl, und so blieb ihm nichts anders übrig, als an Andre handgreiflich zu werden— und das tat er dann auch. Es ist öfter vorgekommen, daß Dreimann, vor aller Welt, ohne jeden Grund seine schmutzigen Hände in Andres Gesicht placierte. Manche Ohr- feige, die Andre von ihm bekommen hat— und im- mer zu Unrecht bekommen hat— habe iichin Erinne- /ung; jedoch Ar Sich auf seinen Kräftespiel wie |© wohl selten i der schlaue unc hit Andre imme Hier die bestial Dann die Haft; !ete, nicht erört dann wird has: | Sein Nächster "ah, ein üble 1’ talls keine Bar e !ling zu schl tel der Häftmt. Dreimann Erscheinung. us, Häftlinge überraschen zu nehmen. er mit einer eien ein grohielt. Es verdaß RapportB sich auch el nicht wei, an das man richtung, bei ofern er überte er meinen ann gerissen, ssenheit noch ungen politi B Obersturm h einbildeten rung; jedoch André lächelte immer nur und freute sich auf seinen nächsten Erfolg. Ein so ungleiches Kräftespiel wie zwischen André und Dreimann hat es wohl selten in der Welt gegeben und doch blieb der schlaue und hinterlistige Dreimann im Kampf mit André immer der Unterlegene. An sich brauchen hier die bestialischen Methoden, mit denen Dreimann die Häftlinge verprügelte und zugrunde richtete, nicht erörtert werden. Der Prozeß gegen Dreimann wird besseres Anschauungsmaterial schaffen. Sein nächster Helfershelfer war der Rottenführer Frahm, ein übler, mißgünstiger Holsteiner, der ebenfalls keine Gelegenheit vorübergehen ließ, einen Häftling zu schlagen. Er richtete es so ein, daß er an dem Anzug der Häftlinge irgend etwas fand, was nicht ordnungsgemäß war, und dann, wenn die Häftlinge das Tor passieren wollten, ließ er seine Faust in ihr Gesicht niedersausen. " Es war allgemein im Lager bekannt, daß der SS.Sanitäter Willi Bahr seine Gewalt über die Gefangenen dazu benutzte, um ihnen Injektionen mit Phenol Zyklon, oder wie man bei uns sagte ,,, Benzinspritzen' ins Herz zu verabfolgen. In Zusammenarbeit mit dem Standortarzt Dr. Zrsebinsky betrieb Bahr systematisch diese Vernichtungsarbeit. Auch junge Menschen, sogar Kinder sind seinen Medikamenten" zum Opfer gefallen. Man kann sich vorstellen, daß sich der Wunsch der Häftlinge, als Kranke ins Lazarett zu gehen. nicht gerade steigerte, denn man mußte immer damit rechnen, als Kranker in eines der Vernichtungslager, wie z. B. Auschwitz, zu kommen, oder aber den Injektionen von Bahr zum Opfer zu fallen. atte es André e aber erfolg Meute führte, war, weckte on Dreimann. hlugen immer übrig, als an nd das tat er daß Dreimann e schmutzigen Manche Ohrhat- und imich in Erinne Die SS. Ärzte ließen sich nur vorübergehend, stun 43 denweise im Lazarett sehen. Sie überließen die Pflege der Tausende von Kranken, und sogar die Operationen den Häftlingspflegern und Häftlingsärzten, die größtenteils keine wissenschaftliche Vorbildung besaßen. Man konnte sowieso nur ins Lazarett kommen, wenn man über 39 Grad Fieber hatte, sonst mußte man arbeiten. Wer länger als sechs Wochen im Lazarett war, mußte damit réchnen, von Bahr eine Injektion zu erhalten oder in ein Vernichtungslager transportiert zu werden. kes war, lief ge Hand umher und lität gefürchtet. Eine ganz bes die Wachhaben ich als Kalfakt maßen eine Ver schaft. Jeder einzeln zwar fortgesetz nicht brauchen ständen, die die kamen, bis zu Brot- und sog fangenenküche konnte die SS. schaften ließen lichen Häftlin ten, aus den K stimmt waren, und wenn ich Ein Fall, in dem ich selbst betroffen wurde, ist der Unterscharführer Breuning. Ich hatte es mir angewöhnt, in meiner schwersten Zeit auf dem Klinkerwerk mittags Vogelmiere( ein Unkraut) aus der. Erde zu rupfen, um sie büschelweise mir in die dünne Mittagssuppe zu tun. Dabei hatte mich der kriminelle Kapo Toni Stockmar beobachtet. Eines Tages bemühte ich mich, für meine Muselmänner, die ich als Vorarbeiter beaufsichtigte, Spaten und Hacken zu schärfen, als Stockmar in Begleitung von Unterscharführer Breuning auf den Holzplatz trat, wo der Schleifstein stand. Stockmar sagte: ,, Das ist auch so einer, der sich Grünzeug ins Essen tut." Breuning. trat an mich heran und fragte, ob das wahr sei. " Jawohl!" Warum ich das täte. Ja, das Essen sei in letzter Zeit sehr knapp. Bei diesem Wort schlug er mich ins Gesicht und wiederholte seine Frage: , Warum tun Sie das" Ja, ich hätte Typhus gehabt und ich brauchte unbedingt Vitamine.„ Ich will dir Vitamine geben." Er verlangte von mir, mich wie ein Schuljunge zu bücken und versetzte mir mit dem Spatenstiel eine Tracht Prügel. Außerdem wurde gegen mich ein Strafverfahren eingeleitet. Breuning, der Kommandoführer des Klinkerwer44 - - - dann ging eine len, um die en Einmal in der W Häftlinge ihre große Tag für d Uberholung de etwa noch in i abgenommen. oder ein Verse strafung zu re Margarine, ma kam dann alle toffeln zu brat berließen die nd sogar die nd Häftlingshaftliche Vor nur ins LazaFieber hatte, ger als sechs rechnen, von mein Vernich wurde, ist der es mir ange dem Klinkerraut) aus der ir in die dünne ich der krimit. Eines Tages änner, die ich n und Hacken ng von Untertz trat, wo der Das ist auch so tut." Breuning as wahr sei. das Essen sei m Wort schlug e seine Frage: Typhus gehabt e. „ Ich will von mir, mich I versetzte mir gel. Außerdem n eingeleitet. es Klinkerwer kes war, lief gewöhnlich mit einem Stecken in der Hand umher und war allgemein wegen seiner Brutalität gefürchtet. Eine ganz besondere Marke von SS.- Leuten waren die Wachhabenden im KZ. Fuhlsbüttel. Hier war ich als Kalfaktor eingesetzt und hatte gewissermaßen eine Vertrauensstellung bei der Wachmannschaft. - Jeder einzelne dieser Elitemenschen stahl und zwar fortgesetzt. Es gab nichts, was diese Leute nicht brauchen konnten, von den kleinsten Gegenständen, die die Häftlinge in Paketen geschickt bekamen, bis zu dem Papier, dem Mittagessen, dem Brot und sogar der Marmelade, die von der Gefangenenküche für die Häftlinge geliefert wurde, konnte die SS. alles gebrauchen. Die Wachmannschaften ließen ihre Privatwäsche durch die weiblichen Häftlinge waschen. Ich wurde angehalten, aus den Kartoffeln, die für die Häftlinge bestimmt waren, für die SS. Bratkartoffeln zu backen, und wenn ich nicht irgendwie das Fett dazu auftrieb, dann ging einer von den Wachhabenden in die Zellen, um die entsprechende Margarine zu besorgen. Einmal in der Woche- am Mittwoch bekamen die Häftlinge ihre Margarine- Rationen. Das war der große Tag für die Bratkartoffeln. Bei der dienstlichen Überholung der Zellen wurden den Häftlingen die etwa noch in ihrem Schrank befindliche Margarine abgenommen. Es fand sich irgendeine Unterlassung oder ein Versehen des Häftlings, um eine solche Bestrafung zu rechtfertigen. ,, Was brauchst du schon Margarine, mach erst mal deine Zelle sauber!" So kam dann allerlei Fett zusammen, um die Bratkartoffeln zu braten. - 45 Daß ab und zu einer der SS.- Führer auch in den Zellen die Leute erhängte oder erschoß, worüber wir dann am nächsten Morgen gewöhnlich inoffiziell Be scheid erhielten, soll nur nebenbei erwähnt werden Viel unangenehmer wirkte es sich aus, wenn Juden oder Homosexuelle in das Gefängnis eingeliefert wurden. Diesen wurde sofort das Haar geschoren. so daß sie kenntlich waren. Fast ausnahmslos wurden sie sofort nach ihrer Einlieferung in ihrer Zelle verprügelt und beim Antreten oder wenn sie sonst auf den Flur hinaustraten, wurden sie mit ,, marschmarsch" und ,, hinlegen, marsch- marsch" über den Flur bzw. über den Hof gejagt. Sie waren vollkommen rechtlos. Daẞ leider auch Wehrmachtangehörige in diese Schuld der deutschen Elite verstrickt wurden, ist eine besonders ausgeklügelte und infame Machenschaft Himmlers. Es kam nämlich im Jahre 1944 ein Erlaẞ des obersten SS.- Führers heraus, demzufolge ein gewisser Prozentsatz der KL.- Wachmannschaften an die Front geschickt werden sollte, die durch Wehrmachtangehörige zu ersetzen seien. Durch diese Maßnahme kam eine Anzahl älterer Wehrmachtangehöriger in das Konzentrationslager. Ich erinnere mich besonders des Feldwebels L., der bei uns an Stelle von Schramm den Einsatz übernahm. Zunächst benahm sich L. einigermaßen korrekt; aber schon nach wenigen Wochen wurde ei von dem Gros der SS.- Mannschaften angesteckt. Was nie im Arbeitseinsatz vorgekommen war, geschah jetzt. L. schlug einem meiner Arbeitskameraden ins Gesicht. Er stellte sich beim Ausrücken der Arbeitskolonnen ans Tor und ließ seine Kommandostimme ertönen, indem er versuchte, noch 46 mehr Eindruck es sich an, mi Häftlinge zu tre die Methoden der SS. er auch in den B, worüber wi h inoffiziell Be rwähnt werden us, wenn Juden mis eingeliefer Maar geschoren snahmslos wur g in ihrer Zelle wenn sie sonst ie mit ,, marsch rsch" über den waren vollkom hörige in diese ckt wurden, ist infame Machen Jahre 1944 ein aus, demzufolge Vachmannschaf sollte, die durch eien. Durch diese r Wehrmachtan er. s Feldwebels L den Einsatz über nigermaßen kor ochen wurde e aften angesteckt T ommen war, ge Arbeitskamera beim Ausrücken ließ seine Kom versuchte, noch mehr Eindruck zu machen, als die SS. Er gewöhnte es sich an, mit seinen großen Stulpenstiefeln die Häftlinge zu treten. So übernahm er in jeder Weise die Methoden und schlechten Gepflogenheiten der SS. 47 Die Liebe im KL. fangenen Mann Wirklichkeit sp Phantasie in de doch nichts mit Eine Fülle von Erinnerungen brachte der Häftling ins Lager mit. Die Frauen, die in seinem Leben eine Rolle gespielt hatten, lebten in seiner Phantasie weiter. Sein Gemüt zog gierig die letzten Tropfen an Freude und Lust aus diesen verjährten Erinnerungen. Ein Phantasie- und Idealbild der Frau stand in ihm auf und beunruhigte ihn mit Zukunftsplänen. Alle einzelnen Züge des Frauenbildes reckten sich ins Groteske und Ungeheure. In der Einsamkeit seiner Nächte tat der Gefangene Abbitte für seine Schuld, und mit leidenschaftlichen Schwüren gelobte er Besserung, sollte es ihm jemals vergönnt sein, wieder Frauenzärtlichkeit zu empfangen. In diesem Pun det sich der Ma zu. Nicht zu ver nen sexuellen N sind so rein und Drüsensystems Viele halfen ein Lust zu verscha braucht. Aber lehnungsbedürf irgendwie befrie daß ein Mensc Schon der Bettn was näher als tehen Freunds lich verschmäh Arbeit einen K lassen kann. Es nosse ist, der e Aber die Jahre gingen dahin. Zunächst waren Monate verstrichen, bis von den Angehörigen Nachricht kam. Mancher erhielt regelmäßig von seiner Frau einen Brief. Die meisten aber erhielten keine Briefe. Statt dessen kamen serienweise die Scheidungsklagen und nach der Scheidung, die oft mit den sonderbarsten Mitteln erzwungen wurde, kam die große Leere, das eisige Vakuum der seelischen Einsamkeit. Wie war es nun mit dem Idealbild der Frau? Gab es denn überhaupt so etwas wie Liebe? Waren nicht alle Treueschwüre leer und hohl? Woher sollte man in solchen Verhältnissen noch den Glauben nehmen an Liebe und Treue? Die Kameraden erzählten von ihren Scheidungsprozessen. Es stellte sich heraus, daß selten eine Frau imstande war, länger als zwei Jahre ihrem ge48 läßt. Man hat T fällig fühlt. Wie den Willen zei nehmen! Und schaft", die be seelische Errun Ein Pauker is ihm eine Kamer Fälle ganz frei Hans und Max meraden nenne Meier: So war es e der Häftling em Leben eine Phantasie weien Tropfen an ten Erinnerun Frau stand in ukunftsplänen es reckten sich Einsamkeit sei bitte für seine würen gelobte vergönnt sein, gen. fangenen Mann die Treue zu halten. Die nüchterne Wirklichkeit sprach eine andere Sprache, als die Phantasie in den einsamen Nächten. Es war also doch nichts mit den Frauen... In diesem Punkt der seelischen Entwicklung wendet sich der Mann in irgendeiner Form dem Manne zu. Nicht zu vergessen, das irgendwie jeder mit seinen sexuellen Nöten fertig werden muß. Nur wenige sind so rein und natürlich, daß sie die Regelung ihres Drüsensystems der Natur allein überlassen können. Viele halfen ein wenig nach, um sich das Minimum an Lust zu verschaffen, welches der Mensch zum Leben braucht. Aber noch wichtiger ist ein gewisses Anlehnungsbedürfnis, das jeder Mensch irgendwo und irgendwie befriedigen muß. Es ist eben doch nicht so, daß ein Mensch ganz allein auf sich stehen kann. Schon der Bettnachbar steht einem grundsätzlich etwas näher als die anderen Kameraden, und so ent< tehen Freundschaften, auch wenn man sie eigentlich verschmäht. Es ist tröstlich, wenn man bei der Arbeit einen Kameraden hat, auf den man sich verlassen kann. Es ist noch besser, wenn es ein Genosse ist, der einen auch in der Not nicht im Stiche läßt. Man hat Tage, wo man sich schwach und hinfällig fühlt. Wie gut, wenn der Arbeitsgefährte dann den Willen zeigt, einem etwas von der Last abzunehmen! Und so entsteht zunächst die ,, Paukerschaft", die beste, die moralisch einwandfreieste. seelische Errungenschaft des Lagerlebens. chst waren Mo rigen Nachricht on seiner Frau en keine Briefe heidungsklagen n sonderbarsten große Leere, das mkeit. Wie war ? Gab es denn aren nicht alle er sollte man in aben nehmen an ren Scheidungs daß selten eine Jahre ihrem ge Ein Pauker ist mehr als ein Freund. Man führt mit ihm eine Kameradschaftsehe, die in der Mehrzahl der Fälle ganz frei von sexuellen Handgreiflichkeiten ist. Hans und Max, so wollen wir einmal die beiden Kameraden nennen, sorgen füreinander wie Mann und 4 Meier: So war es 49 hältnisse hinnehme Allmählich entwic von sogenannten wechselten und d erwerb aus solch Bubis wurden im a rung und Kleidung daß 2/3 aller Häftli ren, sich in irgende ten, ohne Anstoß Sicherlich sind Häftlingen zu Frau in Berührung kan solche Fälle bekan wurden die Häftli Frau. Das wenige, was ihnen beiden gehört, teilen sie miteinander. Der eine sorgt für die Kleidung des anderen. Die wenige Freizeit genießen sie gemeinsam. Wenn sie gemeinsame geistige Interessen haben, um so besser. Sie machen gemeinsam Besuche. Man sieht sie gemeinsam zur Kantine gehen, sie teilen die Pakete, die sie von zu Hause bekommen. Ihre Geldverhältnisse regeln sie planmäßig und gemeinsam. Wird einer tätlich angegriffen, so verteidigt ihn der andere. Es gibt nichts Natürlicheres und Menschlicheres als solche Kameradschaft. Sie ist im Lager notwendig, denn wer im Lager ganz allein bleiben muß, steht dem Krematorium bedenklich nahe. Und gerade wenn man sehr allein steht, kann man leicht in die Irre gehen. ker) oder mit Stra kehrten reumütig rück. Manch einer vosität und Hyster sich zum Teil durc Auch die SS. mu Die größte Verlockung sind die jungen Männer zwischen sechzehn und einundzwanzig Jahren, die bei aller Schönheit und Männlichkeit doch noch etwas von jungen Frauen im Wesen haben Der Mensch ist durch die Natur gezwungen zu lieben, und wenn er nicht das richtige, das geeignete Objekt findet, dann nimmt er behelfsweise auch das Ungeeignete. Außerdem verwirren sich im Lager sehr schnell die Begriffe über das Erlaubte und Unerlaubte, und, da es Hunderte von jungen Männern gibt, die mit älteren Kameraden in einem leise erotischen Verhältnis leben, so liegt die gleichgeschlechtliche Liebe gerade für jeden gesunden Mann überall greifbar auf der Lagerstraße. kenntnis gekomm Gesundheit und di und nach untergru nienburg an zentra Zur Ausführung ge ken Frauen in die führen. Wir wurde tiert, daß in Neuer dells bevorstand. beschlossen eine A terstückes, das zu Unter diesen Umständen werden solche Verhältnisse unvermeidlich und im Lagerleben spielen sie eine erhebliche Rolle. Auch die SS. Verwaltung konnte sich dieser Wirklichkeit auf die Dauer nicht verschließen. Sie mußte die Existenz solcher Ver50 Es war eine unzwe Morin die Idee ei ehört, teilen Kleidung des sie gemeinteressen ha am Besuche. ehen, sie teiCommen. Ihre und gemeinerteidigt ihn und Menschist im Lager llein bleiben ch nahe. Und an man leicht hältnisse hinnehmen, um nicht zu sagen anerkennen. Allmählich entwickelte sich dann eine ganze Schicht von sogenannten Bubis, die häufig ihre Freunde wechselten und die sogar teilweise einen Nebenerwerb aus solchen Verhältnissen schöpften. Die Bubis wurden im allgemeinen gut gehalten, was Nahrung und Kleidung betraf. Es konnte so weit kommen, daß 2/3 aller Häftlinge, die in gehobener Stellung waren, sich in irgendeiner Form einen Bubi halten durften, ohne Anstoß zu erregen. Sicherlich sind gelegentlich Beziehungen von Häftlingen zu Frauen, mit denen sie verbotenerweise in Berührung kamen, möglich gewesen. Mir sind solche Fälle bekannt. Wenn die SS. dahinter kam, so wurden die Häftlinge mit hohen Haftstrafen( Bungen Männer ker) oder mit Strafkompanie bestraft. Die Häftlinge Jahren, die kehrten reumütig zu ihren Paukern oder Bubis zu doch noch et haben Der en zu lieben, rück. Manch einer wurde sich bewußt, daß die Nervosität und Hysterie, die das Lagerleben beherrschte, sich zum Teil durch das Fehlen der Frauen erklärte. gnete Objekt Auch die SS. muß irgendwann zu der klaren Erch das Unge kenntnis gekommen sein, daß das Bubiwesen die Lager seht Gesundheit und die Arbeitskraft der Häftlinge nach te und Unergen Männern und nach untergrub. So wurde dann 1943 von Oranienburg an zentraler Stelle der Beschluß gefaßt und die gleichge ken Frauen in die männlichen Häftlingsläger einzuem leise ero tur Ausführung gebracht, in Form von Sonderbarakesunden Mann führen. Wir wurden schon Ende 1943 darüber orientiert, daß in Neuengamme die Einrichtung eines Borlche Verhält dells bevorstand. Die politisch wachen Kameraden en spielen sie beschlossen eine Abwehraktion in Form eines Thea- Verwaltung terstückes, das zu Neujahr 1944 aufgeführt wurde. e Dauer nicht Es war eine unzweideutige Verhöhnung des., Puffs". solcher Ver worin die Idee einer Sonderbaracke für Frauen ge51 Eine Anzahl Ausflü derbaracke zu mo fangenen, die trot bührend lächerlich gemacht wurde. Aber was die wurden benutzt, u Phantasie der Häftlinge in diesem Theaterstück an Situationskomik und drolliger Verschrobenheit zu Tage gebracht hatte, blieb leider weit, weit hinter der Wirklichkeit zurück, die einige Monate später in Gestalt von sechs Häftlingsfrauen aus Ravensbrück in Erscheinung trat. wurden seitens de waltung merkte e suchte nun ihrer einige politische G Die Baracke stand auf der anderen Seite des baracke zu bestin Drahtes außerhalb des Lagers in einem besonderen aber Kriminelle u Zaun. Sie war aufgeteilt in Privaträume für die Mäd lige, die den Ku chen, in Kabinen, die eigens für den Bordellbetrieb Unter ihnen kam bestimmt waren und in gemeinsame Empfangsräume tritten und Eifersu wo die Häftlinge warten mußten, bis sie an der Reihe mit Rauchwaren, waren. Die Kabinen waren mit Gucklöchern verse stücken usw. förm hen, damit die SS. Gelegenheit hatte, auch den in dieser Gegenständ timen Verkehr der Häftlinge in der Sonderbaracke laubt. zu überwachen. Die Mädchen waren z. T. ehemalige Unsere sechs Da Prostituierte. Einzelnen aber, die mit solchen Dingen ten ziemlich viel vorher nichts zu tun gehabt hatten, war dieser neue gute Freundschaft ,, Beruf" durch falsche Darstellungen schmackhaft ge zu tätlichen Auss macht worden. Man hatte diesen Mädchen verspro- der Mädchen und chen, daß sie für das Opfer, welches sie ihren Häft- Das Bubiwesen lingskameraden bringen sollten, eine frühere " zeigte sich, daß d Entlassung zu erwarten hätten. Im übrigen kostete gesprochener Feh dieses Opfer" 1,- RM. Man mußte sich einige Tage kam eine ein Kind vorher in eine Liste eintragen lassen und entspre gen nicht gewach chend der Reihenfolge der Liste wurden die Reichs se durch neue E deutschen, denen allein man zunächst den Besuch setzen, und zum der Sonderbaracke erlaubte, durch Rapportführe och um einige Dreimann vorgeführt. Als sich auch einige politische Gefangene zu diesem Betrieb in der Sonderbaracke hergaben, entschloß sich die Mehrheit der Politischen, auf ge schickte Weise dem Bordellbetrieb fernzubleiben 52 52 Aber was di Eine Anzahl Ausflüchte, die weniger auffällig waren, wurden benutzt, um das Fernbleiben von der SonTheaterstück a derbaracke zu motivieren. Solche politischen Gechrobenheit fangenen, die trotzdem zur Sonderbaracke gingen, eit, weit hinte wurden seitens der Genossen isoliert. Die SS.- VèrMonate später i waltung merkte etwas suchte nun ihrerseits durch ärztliche Anweisung einige politische Gefangene zum Besuch der Sondervon dem Widerstand und us Ravensbrüd eren Seite de baracke zu bestimmen. Im allgemeinen waren es nem besondere aber Kriminelle und andere nicht politische Häftme für die Mä lige, die den Kundenkreis des Bordells bildeten. n Bordellbetrie Unter ihnen kam es Empfangsräum tritten und Eifersuchtsszenen. Die Mädchen wurden sie an der Reib mit Rauchwaren, mit Blumen, mancherlei Kleidungsklöchern vers stücken usw. förmlich überschüttet, und die Quelle te, auch den i dieser Gegenstände war nicht immer klar und err Sonderbarad mz. T. ehemalig laubt. zu allerhand häßlichen AufUnsere sechs Damen in der Sonderbaracke bracht solchen Dinge ten ziemlich viel Ärgernis ins Lager; manche alte, war dieser neu gute Freundschaft ging in die Brüche. Es kam auch schmackhaft gezu tätlichen Ausschreitungen unter den Liebhabern Mädchen verspr der Mädchen und zu Erpressungsdelikten aller Art. es sie ihren Hä Das Bubiwesen nahm weiter seinen Lauf und es eine früher zeigte sich, daß das Bordell in dieser Form ein ausübrigen koste gesprochener Fehlschlag war. Von den Mädchen besich einige Tag kam eine ein Kind, eine andere war den Anstrengunsen und entspre gen nicht gewachsen. Nach und nach mußte man urden die Reich sie durch neue Erwerbungen aus Ravensbrück erchst den Besu setzen, und zum Schluß wurde die Sonderbaracke Ch Rapportführ noch um einige Mädchen bereichert. Gefangene zu di te hergaben, e itischen, auf g eb fernzubleibe 53 33 Besonders eindrucksvolle Erlebnisse diese Weise d Wir wußten die sperrten Bezirk Schmutz und Fa hinausfuhren, h töteten Kamera und zu schlepp um sie ins Kre sahen wir die b stein des Krema leuchtete. Sie v Während die deutschen Heere immer weiter in den europäischen Raum vordrangen, sich den Pyrenäen näherten, in Afrika kämpften, in Kreta landeten und ihren Siegeszug bis nach Stalingrad vortrugen, konnte es vorkommen, daß wir im KL uns schämten, Deutsche zu sein. Wir schämten uns dieser Tatsache von ganzem Herzen und hätten jede andere Nationalität lieber zu unserer eigenen gemacht als gerade die deutsche. Denn dasselbe Deutschland, das nach der einen Seite ein heroisches Mannestum und das edle Bewußtsein einer Herrenrasse zur Schau trug, ließ auf der Schattenseite seiner Existenz im Innern der Konzentrationsläger und Zuchthäuser die furchtbarsten Geschehnisse zu. Von den eindrucksvollen Erlebnissen, die ich im KL. hatte und die den tiefen Morast, die unmenschliche Erniedrigung charakterisieren, deren der deutsche Geist fähig war, will ich hier die ernstesten und allgemeinsten herausgreifen. wie nur verbra Neugier, Angst mit jener grau schwere Schnee den Tausende, platz. Der Ruf e gesperrten Bezi von heute mor auf den Zehens Schauspiel zu mandostimme: das bekannte kommen, froh mal- Dem he auf der andere etwas gefroren entseelten Leil Ich erinnere mich eines Schneetages, an dem wir mittags allesamt antreten mußten, etwa 8000 bis 10 000 Häftlinge. Wir standen in Gliedern zu fünfen militärisch ausgerichtet nach dem üblichen Kommando ,, Stillgestanden!" und warteten in dieser Stellung stundenlang. Am Morgen desselben Tages war es geschehen, daß 130 neu eingelieferte Häftlinge zum Bunker geführt und binnen einer Stunde getötet worden waren; man hatte durch das Dach der Bunker Gaspatronen in die Räume geworfen und auf 54 auf die Lastwa wie Persennin und gleich dar von SS., die ge ren in Richtun der bitteren K . isse mer weiter in en, sich den ften, in Kreta ach Stalingrad aß wir im KL schämten uns and hätten jede er eigenen ge Denn dasselbe ein heroisches einer Herren Schattenseite entrationsläge eschehnisse zu en, die ich im die unmensch , deren de ier die ernste es, an dem wir etwa 8000 bis dern zu fünfer üblichen Kom n in dieser Stel ben Tages wa ferte Häftlinge mer Stunde ge hdas Dach der worfen und au diese Weise die Neuankömmlinge kalt gemacht. Wir wußten dies und wir sahen, daß in einem abgesperrten Bezirk um die Bunker Häftlinge, die sonst Schmutz und Fäkalien oder Leichen aus dem Lager hinausfuhren, heute dazu bestimmt waren, diese getöteten Kameraden aus den Bunkern hervorzuzerren und zu schleppen und auf Lastwagen zu verladen, um sie ins Krematorium zu schaffen. In der Ferne sahen wir die bekannte Flamme, die aus dem Schornstein des Krematoriums hinaus in den Schneehimmel leuchtete. Sie verbreitete einen penetranten Geruch, wie nur verbranntes Menschenfleisch ihn ausströmt. Neugier, Angst und Teilnahme mischte sich in uns mit jener grausigen Gedrücktheit, die durch die schwere Schneeluft noch verstärkt wurde. Wir standen Tausende, militärisch geordnet, auf dem Appellplatz. Der Ruf eilte von Ohr zu Ohr: ,, Hinten im abgesperrten Bezirk werden sie aufgeladen, die Toten von heute morgen!" Einzelne von uns reckten sich auf den Zehenspitzen in die Höhe, um von fern das Schauspiel zu betrachten. Da erschallt eine Kommandostimme: ,, Singen!" Und nun kam der Befehl, das bekannte Lied ,, Sängergruß" zu singen: Willkommen, frohe Sänger, diesen Gruß viel tausendmal Dem heutigen Tag zu Ehren", während fern auf der anderen Seite des Appellplatzes die schon etwas gefrorenen Kadaver knackten und die nackten entseelten Leiber von den Händen der Kameraden auf die Lastwagen gezerrt wurden. Wir sahen dann, wie Persenning über die Leiber gedeckt wurde und gleich darauf die Rollwagen, unter Bewachung von SS., die geschundenen Körper aus dem Tor fuhren in Richtung des Krematoriums. Wir standen in der bitteren Kälte, unsere Leiber zitterten von dem " 55 B Frost, dem innerlichen und äußerlichen Frost, und unsere Münder sangen mechanisch: ,, Dem heutigen Tag zu Ehren, laßt uns singen, daß es laut erschallt!", denn keiner hätte gewagt, etwa nicht mitzusingen. ,, Und kommt dann aufs neue dieser Tag an uns heran, so singen wir wie heute, liebe Brüder, Mann für Mann!" 4 In der Darstellung eines Kameraden, der im gleichen KL. war, stellt sich dasselbe Erlebnis folgendermaßen dar: ,, Angehörige der Strafkompanie, die in der Nähe eines Bunkers beschäftigt waren, sahen, wie ungefähr 100 Kameraden, vollkommen unbekleidet, in diesen Bunker geführt wurden. Zwei Blockführer ( SS.) stiegen dann auf das Dach und warfen Gaskörper in den Schornstein. Nach einiger Zeit wurden die Türen wieder geöffnet und die Leichen der vergasten Kameraden herausgeschafft und auf einen Wagen verladen. Zum Abendappell fuhr man die Kadaver an den angetretenen Häftlingen vorbei. Wir standen da und mußten dazu noch Lieder singen. Die Wagen fuhren zum Krematorium." Ich lag hier mit bloßen Erde auf säcken. Die Belgie waren, starben un dizinprofessor, de treute, wurde an Essen war äußers ein geringer Teil dacht werden. I aber noch schlin waren die Flöhe. 20 bis 30 Flöhe, Dunkel des Schla hinausgehen muß halts vermehrte s raden, die zwisch pflegte einen jun dessen Kopf an Tages plötzlich 4 geschafft und li Auch bei mir ste wurde in die konnte ich nicht Die wenigen Ge terwäsche, Socke gegeben hatte, b geliefert war, sa mann, der sich lebte ich es, da zweimal anläßli blocks vollständ plünderung der den moralischen Besonders me Daß ein gewisses Recht bestand, sich vor der Einlieferung ins Lazarett oder in die Revierbaracke zu fürchten, mögen meine folgenden Erlebnisse zeigen. Am 13. Dezember 1941 wurde ich vom Abendappell weg aufgerufen und mit einer Anzahl Kameraden als Durchfallverdächtiger ins Lazarett eingeliefert. Nach ungefähr einer Woche stellten sich Durchfallserscheinungen tatsächlich ein. Mehrere Kameraden starben an der bekannten Flexnerruhr. Nachdem wir anderen uns etwas erholt hatten, kamen wir in eine besonders abgezäunte Baracke, wo sich nach und nach die Ruhrfälle auf annähernd 1000 erhöhten. 56 Frost, und m heutigen erschallt!", mitzusingen. ag an uns üder, Mann der im gleis folgenderIn der Nähe , wie ungeekleidet, in Blockführer warfen Gaser Zeit wurLeichen der and auf einen Ich lag hier mit vielen anderen zunächst auf der bloßen Erde auf Decken, dann später auf Strohsäcken. Die Belgier zwischen uns, die sehr entkräftet waren, starben um die Wette. Ein holländischer Medizinprofessor, der uns einige Wochen lang betreute, wurde angesteckt und starb ebenfalls. Das Essen war äußerst dürftig, besonders das Brot. Nur ein geringer Teil der Kranken konnte mit Diät bedacht werden. Die Läuseplage war unerträglich, aber noch schlimmer in ihrer momentanen Pein waren die Flöhe. Wir fingen besonders des Nachts 20 bis 30 Flöhe, zu welchem Zweck wir aus dem Dunkel des Schlafgemachs in die eiskalte Toilette hinausgehen mußten. Der Schrecken dieses Aufenthalts vermehrte sich, da unter den polnischen Kameraden, die zwischen uns lagen, Typhus ausbrach. Ich pflegte einen jungen polnischen Medizinstudenten, dessen Kopf an dem meinen lag und der eines Tages plötzlich 40 Grad Fieber hatte. Er wurde fortgeschafft und ließ mir leider den Typhus zurück. Auch bei mir stellte sich Typhusfieber ein und ich wurde in die Isolierung gebracht. Wochenlang konnte ich nichts essen, da mir nichts schmeckte Die wenigen Gegenstände wie Anzug, Mütze, Unterwäsche, Socken, die ich zu getreuen Händen abgegeben hatte, bevor ich in die Krankenstation eingeliefert war, sah ich niemals wieder. Als Muselmann, der sich nicht aufrecht halten konnte, erlebte ich es, daß ich von den eigenen Kameraden zweimal anläßlich der Entlausung des Krankenblocks vollständig ausgeplündert wurde. Diese Ausplünderung der Kameraden nahm vielen gänzlich den moralischen Halt. hr man die agen vorbei. Lieder sinum." vor der Einerbaracke zu misse zeigen. Abendappell Kameraden eingeliefert. sich Durchhrere Kamerruhr. Nachn, kamen wir wo sich nach 000 erhöhten Besonders merkwürdige Sterbefälle sind mir aus 57 und das Kremat So verlor dann kung, zumal fü abschreckende sämtliche Bibel auf dem Appel gens 6 Uhr bis von ihnen wurd sie verrieten n der prallen Son bei ihnen Prop durch Dokume abgehalten hat ben der Krodo verrieten sie n Dokument der der Zeit meiner Typhuskrankheit bekannt. So lag ein Belgier neben mir, von dem wir wußten, daß er vier Kinder zu Hause hatte, ungefähr 48 Stunden lang im Sterben. Er röchelte unaufhörlich, ohne jedoch bei Bewußtsein zu sein. Da er sich als anständiger Kamerad gezeigt hatte, erweckte sein Zustand allgemeine Teilnahme. Unsere Ärzte erklärten uns jedoch, daß der Mann Typhus im Gehirn hätte und unrettbar verloren sei. Trotzdem wurde er bei uns gelassen. Wir pellten stumpfsinnig unsere Kartoffeln und sahen ihn sterben. Wir schlürften unsere Morgensuppe und sahen ihn neben uns sterben. Wir trugen ihn hierhin und dorthin und schmatzten dazu an unserer Mahlzeit. Ein eigenartiger Geruch ging von ihm aus, und wir brachen trotzdem unser Brot. Wir plauderten und scherzten, und neben uns starb dieser Mann. Die unbewußten Qualen seines Leibes drangen weithin als anschwellendes Stöhnen durch den Raum. Die Flöhe sprangen über ihn. Der überhand nehmende Schmutz und all das Grausige hinderten uns nicht, unser kärgliches Essen zu verzehren. mal waren es c Zorn der Very ihnen war en BV.er angetre niederzuknien und zwar daru gefangen wür Kniebeuge geh vollziehen. Sch daß sie wieder nachdem die e ließ man sie in Das Sterben im KL. hat überhaupt eine große Lehre für mich bedeutet. Ist Sterben wirklich so schwer? Wenn man die Selbstverständlichkeit betrachtet, mit welcher Tausende von Kameraden unter denkbar betrüblichen Umständen im KL. gestorben sind, dann kann man zu dem Ergebnis gelangen, daß der Akt des Sterbens eine recht unbedeutende Sache ist. Während hier an der Spitze des Blocks Häftlinge Weihnachten feierten und Kuchen aẞen, krepierten irgendwo in einer Ecke die Muselmänner, und niemand kümmerte sich darum. Nicht weiter als 200 Meter entfernt war immer jemand am Sterben 58 Ganz üblich chen, wenn ei in der Umgebu man ihn von tige, zerrissen niedergelegt. ekannt. So lag wußten, daß er hr 48 Stunden rlich; ohne je ich als anstän e sein Zustand erklärten uns ehirn hätte und rde er bei uns sere Kartoffeln en unsere Mor s sterben. Wir chmatzten dazu er Geruch ging lem unser Brot eben uns starb n seines Leibes Stöhnen durch ihn, Der über s Grausige hin Essen zu ver ine große Lehre lich so schwer? t betrachtet, mit unter denkbar gestorben sind angen, daß der tende Sache ist locks Häftlinge Ben, krepierten änner, und nie icht weiter als and am Sterben und das Krematorium rauchte bei Tag und bei Nacht. So verlor dann der Tod auch als Strafe seine Wirkung, zumal für die Bibelforscher hatte er keinerlei abschreckende Kraft. Einmal, es war 1944, standen sämtliche Bibelforscher in Abständen von 10 Metern auf dem Appellplatz verteilt. Sie standen von morgens 6 Uhr bis abends zum Zapfenstreich. Einzelne von ihnen wurden hereingeholt und geschlagen, aber sie verrieten nichts. Sie standen ohne zu essen in der prallen Sonne, aber sie blieben eisern. Man fand bei ihnen Propagandamaterial, man überführte sie durch Dokumente, daß sie heimlich Versammlungen abgehalten hatten, aber wiewohl sie unter den Hieben der Krododilpeitsche jammerten und heulten, verrieten sie nichts. Ein eigenartiges menschliches Dokument der Standhaftigkeit und Härte. Ein andermal waren es die Berufsverbrecher, auf die sich der Zorn der Verwaltungsbehörde richtete. Einer von ihnen war entwichen, also hieß es: ,, Sämtliche BV.er angetreten." Man befahl ihnen, insgesamt niederzuknien und zu singen. Dann mußten sie beten, und zwar darum, daß der entwichene Kamerad bald gefangen würde. Dann wieder mußten sie in die Kniebeuge gehen und den berüchtigten Sachsengruß vollziehen. Schließlich war es eine Vergünstigung. daß sie wieder knien durften, und erst nach Tagen nachdem die ersten ins Revier abgeschleppt waren ließ man sie in ihre Blocks zurückkehren. Ganz üblich war es, ein großes Theater zu ma chen, wenn ein Häftling entwichen war. Wurde er in der Umgebung des Lagers aufgestöbert. dann ließ man ihn von den Hunden zerreißen und seine blutige, zerrissene Leiche wurde auf dem Appellplatz niedergelegt. Die gesamten Häftlinge des Lagers 59 mußten zu dreien an der von Hunden zerrissenen Leiche vorbeidefilieren und zwar unter Aufsicht des Schutzhaftlagerführers. Er schlug jeden, der es gewagt hätte, etwa die Leiche nicht anzusehen oder sich am Vorbeigehen zu drücken. während die Hi essanteste Fall sechzehnjährige den ungefähr g worden, weil e einige Diebstäh heit, ihn vor wußte, denn ma teilt, auf der beiden anderen nen alles zu w sagt hatte. Der gegen warf sic lich. Es gab k Aufstehen zu beiden anderen Schließlich wu nachher auf Die Hinrichtung selbst nahm oft einen eigenartigen Verlauf. In der ersten Zeit wurden die Opfer noch hinausgeführt in die Kläranlage und dort erschossen. Dann wurden sie von SS.- Leuten gehängt. Ab 1943 kam ein Erlaẞ Himmlers heraus, daß die Häftlinge selbst die Prügelstrafen und Hinrichtungen unter Aufsicht der SS. vorzunehmen hätten. Ein äußerst brutaler Berufsverbrecher, der erster Kapo des Klinkerwerks war, hatte die Stirn, sich zu weigern und bewies damit, daß es auch unter den Kriminellen Menschen gab, die trotzdem einen Begriff von Ehre hatten. Aber er wurde für seine Weigerung schwer geschlagen. Nach diesem Vorgang weigerten sich die Häftlinge nicht mehr. Wir erlebten nun wiederholt das Schauspiel, daß in der Mitte des Appellplatzes der Galgen aufgestellt wurde, dann liefen gewöhnlich drei Erhängungen nacheinander vom Stapel. Bei diesen Vorgängen benahmen sich die Massen der Häftlinge verschieden. Die einen blickten angeregt auf das Schauspiel und reckten sich auf den Zehenspitzen, wenn die Schlinge angezogen wurde. Manchmal wurde es an Winterabenden im Scheinwerferlicht gemacht. Man sah dann die zukkende Schlinge und den zappelnden Kadaver bis in alle Einzelheiten. Andere Häftlinge blickten auf ihre Füße, um nichts von den Vorgängen zu sehen. Wieder andere unterhielten sich lebhaft oder rauchten gar insgeheim eine Zigarette. Ja, es ist sogar vorgekommen, daß Kameraden ihr Brot verzehrt haben, 60 00 sahen wir, wi weinend und k hängt wurden lächelnd aus d Nähe des Ga russisch: War kommen und d er sich mutig a seinen Kopf in Das öffentlic mal sah, auch Ich hatte noch diesen Prügels daß es so etwa Im August 194 Ein besonders zerrissenen© Aufsicht des 4 ‚, der es ge: a usehen oder on eigenarti| n die Opfer und dort er- I ‚ten gehängt.(E us, daß die I# | Hinrichtun- n hätten. Ein erster Kapo sich ZU wel- ter den Kr einen Begri \e Weigerung ng weigerte) ‚ten MUD wie| e des Appell\ dann liefen IF der vom inaß i men sich die ‚ einen lich" j .. uf ı r | hi während die Hinrichtung vonstatten ging. Der inter- essanteste Fall einer Hinrichtung war der eines sechzehnjährigen Russen. Er war mit zwei Kamera- den ungefähr gleichen‘Alters zum Tode verurteilt worden, weil er auf der Flucht von dem Lager einige Diebstähle begangen hatte. Ich hatte Gelegen- heit, ihn vor der Hinrichtung, von der er nichts wußte, denn man hatte ihm das Urteil nicht mitge- teilt, auf der Häftlingsschreibstube zu sehen. Die beiden anderen Kameraden waren gefaßt und schie- nen alles zu wissen, obwohl man ihnen nichts ge- sagt hatte. Der hübsche sechzehnjährige Junge da- gegen warf sich auf die Erde und weinte jämmer- lich. Es gab keine Möglichkeit, ihn im guten zum Aufstehen zu bewegen, und jetzt fingen auch die beiden anderen an, sich wie wahnsinnig zu wehren. Schließlich wurden sie aber doch gefesselt. Als wir nachher auf dem Appellplatz angetreten waren, sahen wir, wie die beiden anderen nacheinander weinend und klagend zum Galgen geführt und er- hängt wurden. Der Sechzehnjährige kam jetzt lächelnd aus der Schreibstube heraus; als er in der Nähe des Galgens angelangt war, rief er auf russisch:„Wartet nur, ihr Lumpen, mein Vater wird kommen und der wird's euch zeigen!” Dann stellte er sich mutig auf das Gerüst und legte ohne Zaudern seinen Kopf in die Schlinge. Das öffentliche Schlagen war, als ich es das erste- mal sah, auch ein sehr niederdrückendes Erlebnis Ich hatte noch im April 1941, als das Gerücht von diesen Prügelstrafen zu mir drang, abgeschworen, daß es so etwas im Deutschen Reich geben konnte. Im August 1941 sah ich es zuerst mit eigenen Augen. -Ein besonders zu diegem Zweck konstruierter Bock 61 g S UBEERDEN wurde auf den Appellplatz getragen, und zwar von dem Delinquenten selbst. Er wurde vor aller Öffentlichkeit auf diesen Bock geschnallt. Sein Kopf wurde festgehalten und niedergedrückt und zwei SS.- Leute, später zwei Häftlinge, schlugen mit den entsprechenden Stöcken oder Peitschen auf das Gesäß des Wehrlosen ein, bis die Hose zerriß, das Blut rann und schließlich der Befehl zum Aufhören gegeben wurde. Dann mußte der Geschlagene den Vollzug seiner Bestrafung melden und, obwohl er am Zusammenbrechen war, den Bock wegtragen. Ich selbst habe offiziell keine Schläge bekommen, wohl aber inoffiziell. Die Folge dieses Übergriffs war, daß ich infolge einer Prellung des Gehirns einige Tage bewußtlos herumlief oder saß und noch Jahre danach nicht in den vollen Besitz meiner Sprachfertigkeit gelangte. Gebräuchliche A Das KL. hatte s diesen Fachausdr den: Abgebrüht ist gungen und D der seine mate durch Rücksich oder der Selbst abkochen: für bzw. des Erpr teln und Taba mandem das M Achiele, die für Brot. Auf Draht se sein, der nicht der ein Innen und der sich sein. Auf Dr Zuhältertugen Draht sein. D Fähigkeit, zu kennen, um vo Draht ist", läßt fen. Er ist üb in Verlegenhe Berber wird ei Nomadenleber geht, sich han Eine äußerst eindrucksvolle Szene erlebte ich an einem Winterabend. Man hatte kranke Muselmänner aus der Quarantänebaracke zusammengerufen. Es waren Kameraden mehrerer Nationen. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich im Lager, daß diese Kameraden dazu bestimmt wären, durch Benzinspritze liquidiert zu werden. Jetzt gab es eine Menschenansammlung, worauf man die Opfer wieder in ihr Domizil zurückführte. Ich blieb aber längere Zeit auf dem Appellplatz, und als sich die Menge verlaufen hatte, führte man tatsächlich die für diesen Tod Bestimmten auf den Platz, um sie nach dem Lazarett zu bringen. Wie erstaunt war ich, als meine Muselmänner in Reih und Glied und in der Dunkelheit singend marschierten. Sie sangen das berühmte Lied: ,, Unsterbliche Opfer, Ihr sanket dahin." Sie sind noch am selben Abend beseitigt worden 62 und zwar von r aller Offent Sein Kopf ckt und zwei ugen mit den en auf das Ge erriß, das Blut Aufhören ge schlagene den and, obwohl er wegtragen. ge bekommen ses Übergriffs des Gehirns saß und noch Besitz meiner erlebte ich an Muselmänner engerufen. Es Wie ein Laufdiese Kameraenzinspritze liMenschenanwieder in ihr r längere Zeit ie Menge verdie für diesen sie nach dem ich, als meine in der Dunkeldas berühmte zet dahin." Sie worden Gebräuchliche Ausdrücke des Lagerlebens Das KL. hatte seine eigene Sprache, einige von diesen Fachausdrücken sollen hier mitgeteilt werden: Abgebrüht ist ein Mensch, der gegen Beleidigungen und Demütigungen empfindungslos ist, der seine materiellen Ziele verfolgt, ohne sich durch Rücksichten des Geschmacks, des Taktes oder der Selbstachtung hemmen zu lassen abkochen für eine besondere Form des Bettelns bzw. des Erpressens, besonders von Lebensmitteln und Tabak. Jemanden abkochen: aus jemandem das Möglichste herauspressen. : Achiele, die Ausdruck für Lebensmittel, bzw. für Brot. Auf Draht sein: Nur derjenige kann auf Draht sein, der nichts Besonderes zu tun hat. Jemand, der ein Innenleben führt, jemand, der arbeitet und der sich beschäftigt, kann nicht auf Draht sein. ,, Auf Draht sein" ist eine ausgesprochene Zuhältertugend. Nur Müßiggänger können auf Draht sein. Der Ausdruck charakterisiert die Fähigkeit, zu jeder Zeit eine Gelegenheit zu erkennen, um vorteilhaft abzuschneiden. Wer ,, auf Draht ist", läßt sich keine Gelegenheit entschlüpfen. Er ist über alles orientiert und kann nicht in Verlegenheit kommen. Berber wird ein Häftling genannt, der eine Art Nomadenleben führt, indem er auf fremde Blocks geht, sich handelnd und tauschend umhertreibt, 63 seine eigenen Kleider und Geräte verscheuert ( verkauft) oder verschiebt. Er hat gewöhnlich ein abenteuerliches, derangiertes Aussehen und erfreut sich wie der Zigeuner nicht gerade einer besonderen Achtung. Blockowino ist ein Spitzname für den Blockältesten. Der Blockowino hat die unbeschränkte Macht( auch die der Züchtigung) und ist verantwortlich ausschließlich dem Lagerältesten. In den ersten Jahren führte er eine Art Sultansleben, und wehe dem, der gewagt hätte, ihm zu widersprechen. der Spottname Mitglieder der forscher, die e Kapo bzw. Vor waltung begla nannte Führer beit dirigiert 1. Kapo ist de Arbeitsdienst ein Unter- ode sammen mit d Bubi( auch ,, Medium") ist ein junger Mensch, der für gutes Essen oder gute Kleidung sich an prominente Mitglieder des KL. zu sexuellen Spielereien hergibt. Von feineren Zärtlichkeiten bis zu dem berühmten Blasen- oder Afterverkehr waren sämtliche Möglichkeiten in diesem Verkehr einbegriffen. Er ist vor allem jung, gut gekleidet und lebt im Umkreise der Prominenz ein faules, wohlangesehenes Leben; wenn er strauchelt, wird ihm immer geholfen. maloochen: schwer arbeit Marie, die: Auch wurde Penunse g Muselmann, druck für ein ten Juden. Na gebräuchlich gelhaft gekle schnittsgewic druck wurde keinerlei Bein schlechthin e Bulle, der( Küchen- oder Kammerbulle) ist der Spottausdruck für den verantwortlichen Vorarbeiter einer bestimmten Betriebsgemeinschaft im KL. In seinem ,, Laden" ist der Bulle unbedingter Herr. Man setzte gewöhnlich in diese Posten Leute ein, die geeignet waren, sich mit Hilfe des Faustrechts Ansehen zu verschaffen. Der Ehrenkodex all dieser Bullen fußte grundsätzlich auf der Anschauung, daß Recht lediglich auf der Fähigkeit beruht, die Untergebenen bzw. den Gegner niederzuschlagen. Himmelskomiker( Jehovajünger) ist lig noch lebe noch unter d nen gesellsch organisiere druck für Ste Art von Steb den Diebstah Volksmund Fall ein licht 5 Meier: So war es 64 te verscheuer at gewöhnlich Aussehen und Für den Block unbeschränkte und ist verant gerältesten. In me Art Sultans der Spottname für die Bibelforscher, d. h. die Mitglieder der Vereinigung internationaler Bibelforscher, die einen violetten Winkel trugen. mt gerade einer Kapo bzw. Vorarbeiter ist der von der SS.- Verwaltung beglaubigte, vom Kommandanten ernannte Führer einer Arbeitskolonne, der die Arbeit dirigiert und die Arbeiter einteilt. Der 1. Kapo ist derjenige Häftling, der den gesamten Arbeitsdienst leitet.( Arbeitsdienstführer ist im KL ein Unter- oder Oberscharführer der SS., der zusammen mit dem 1. Kapo den Arbeitsdienst leitet.) maloochen der gebräuchliche Ausdruck für schwer arbeiten. t hätte, ihm zu junger Mensch leidung sich an - zu sexuellen Zärtlichkeiten er Afterverkeh in diesem Ver m jung, gut ge Prominenz ein wenn er strau berbulle) ist de wortlichen Vor ebsgemeinschaft Bulle unbeding in diese Posten ch mit Hilfe des ffen. Der Ehren rundsätzlich auf diglich auf de enen bzw. den jünger) is Marie, die der kriminelle Ausdruck für Geld. Auch wurde für Geld der polnische Ausdruck Penunse gebraucht. Muselmann, der: urprünglich ein KL.- Aus druck für einen heruntergekommenen, zerlumpten Juden. Nach und nach wurde der Ausdruck gebräuchlich für die halbverhungerten und mangelhaft gekleideten Typen mit einem Durchschnittsgewicht von hundert Pfund. Der Ausdruck wurde immer verächtlich gebraucht. Er hat keinerlei Beimischung von Mitleid. Er bedeutete schlechthin einen wertlosen, lächerlichen, zufällig noch lebenden Kadaver, der gewissermaßen noch unter dem Paria stand und überhaupt keinen gesellschaftlichen Wert hatte. organisieren: ein allgemein verbreiteter Ausdruck für Stehlen, und zwar für eine besondere Art von Stehlen, die man im Lager nicht unter den Diebstahl rechnet. Auch das, was man im Volksmund als Schieben bezeichnet. Auf jeden Fall ein lichtscheues Besorgen wertvoller Dinge. 5 Meier: So war es 65 Prominente, der:( im Wahrheit Proeminente) ist ein allgemeiner Ausdruck für Häftlinge, die in Funktionsstellungen oder auf sehr gutem Posten sind. Allein der Posten macht nicht die Prominenz aus. Jemand kann einen Posten oder eine Funktion haben, ohne prominent zu sein. Erst ein gewisses Gehabe, eine Ausnahmestellung, ein Wertlegen auf Sonderrechte und Privilegien, ein Sichhervortun aus der Masse wird durch dieses Wort bezeichnet. Der Prominente trägt z. B. eine tadellose blaue Mütze, ein Paar herrlich geputzter Reitstiefel, tadellose Kleider usw., oder er verschafft sich selbst im KL. Ringe oder holt sich vor aller Augen aus der Küche dreimal am Tag ein besonderes Essen. Und das gehört sich so für ihn. Bei irgendwelchen Veranstaltungen ist er natürlich in den vordersten Reihen. Er stellt Ansprüche und wird wie ein Herrenmensch behandelt. Rabe: kennzeichnet einen habsüchtigen Charakter, der alles an sich rafft, die Kameraden ausnützt usw. Das Wort wird aber besonders für Menschen angewandt, die mit Hilfe erotischer oder halberotischer Lockungen es verstehen, sich materiell zu bereichern. Alte Schaute" ist ein beliebtes Schimpfwort aus dem Moorlager, auch im KL. angewandt. Es charakterisiert einen lächerlichen Häftling im Sinne von Vogelscheuche. Tante, die ist ein Ausdruck für einen Homosexuellen, der den weiblichen Partner vertritt Im Gegensatz dazu: Tunte: der Ausdruck für den männlichen Partner. Unterschieber: ist der humoristische Ausdruck für einen ille über ein Kom die Möglichk lieren. Er setz die Arbeiter wacht, sie bes ber. Zinty: ist der Zigeuner. Er verwandt. In druck Schta 66 99 t Proeminente Häftlinge, die in r gutem Posten cht die Promi sten oder eine cu sein. Erst ein mestellung, ein Privilegien, ein d durch dieses trägt z. B. eine merrlich geputz sw., oder er ver oder holt sich Hreimal am Tag hört sich so für altungen ist e en. Er stellt An mensch behan chtigen Charak für einen illegalen Vorarbeiter. Der Kapo, der über ein Kommando gesetzt ist, hat nicht immer die Möglichkeit, seine Mannschaften zu kontrollieren. Er setzt deshalb einen Vorarbeiter ein, der die Arbeiter antreibt, ihre Verpflegung überwacht, sie bespitzelt usw. Das ist der Unterschieber. Zinty ist der im KL. übliche Ausdruck für einen Zigeuner. Er wird von den Zigeunern selbst nicht verwandt. In der Zigeunersprache war der Ausdruck Schtawo gebräuchlich. Kameraden aus onders für Men erotischer oder stehen, sich ma es Schimpfwor angewandt. E en Häftling in für einen Homo Partner vertritt nlichen Partner stische Ausdruck 67 Arbeitsstätten im KL. Neuengamme Man hört die mannigfaltigsten Schilderungen über Arbeitsplätze im Konzentrationslager, z. B. über die wüsten Antreibermethoden im Außenkommando Drütte, über Bergwerke und Steinbrüche in Mauthausen. Ich will hier nur eigene Erlebnisse schildern, für die ich mich verbürgen kann. Das normalste war in Neuengamme die Tätigkeit auf dem Klinkerwerk. Sicherlich gab es für Spezialisten und Handwerker einige ordentliche Posten in diesem Betriebe. Die große Menge der Arbeiten war aber reine Schinderei. Man brauchte z. B. nur zur Transportkolonne zu gehören, die damit beschäftigt war, Sand, Zement, Mörtel, Dachziegel, Maschinenteile oder dergleichen nach dem Klinkerwerk zu transportieren oder auf dem Gelände des Klinkerwerks zu befördern. Hier hatte der Kapo, und dies war die meiste Zeit ein Krimineller, eine fast unbeschränkte Macht; er sorgte dafür, daß alles in Galopp ging, oder aber, wie es bei uns hieß, im Karracho. War jemand vier bis sechs Wochen in dieser Kolonne von morgens sieben bis abends sechseinhalb Uhr immerfort auf den Beinen gewesen, dann war er so weit herunter, daß er die Arbeiten der Kolonne nicht mehr leisten konnte, wobei dies noch eine der besseren" Arbeitskolonnen war. schweres Gewich es nicht sehr gu Spaten loswerde unbeliebt macht wurde, erhielt s Eine sehr schwe lonne. Dieses A stränge zu verle sern. Beim Schl möglichst wenig ten, mußten die ken gerade mad mit den schwer war besonders f tur. Man konn ruhen, wenn es kommando zu Monate bestand oder auf Bretter der Größe. Unt Wagner, eines Oldenburg, der erleichterte, ers zu als Sanatoriu Wackere Ge den, schweigsa einem Handsch als hundert Lun die aufrecht im nige- aber die ihnen wird m Deutschland g sie vielleicht s Arbeitsstätten Bedeutend ungünstiger war die Tongrube. Hier stand man den ganzen Tag im feuchten Ton, den man abzustechen hatte. Der Ton wurde auf Loren verladen und zur Tonhalde gefahren. Ton hat ein 68 88 nme derungen über z. B. über die Benkommando üche in Maut misse schildern normalste war m Klinkerwerk and Handwerker Betriebe. Die reine Schindeportkolonne zu Sand, Zement der dergleichen ieren oder auf befördern. Hier meiste Zeit ein xte Macht; er ring, oder aber ar jemand vier e von morgens immerfort auf o weit herunter cht mehr leisten besseren" Ar Tongrube. Hier chten Ton, den wurde auf Loren en. Ton hat ein schweres Gewicht, wenn er feucht ist, und wenn man es nicht sehr gut versteht, kann man ihn kaum vom Spaten loswerden. Alles was am Klinkerwerk sich unbeliebt machte oder kleiner Vergehen überführt wurde, erhielt sechs Wochen Tongrube als Strafe Eine sehr schwere Arbeit hatte man in der Gleiskolonne. Dieses Arbeitskommando hatte die Schienen stränge zu verlegen, zu überwachen und auszubes. sern. Beim Schleppen der Gleise, wozu immer nur möglichst wenig Häftlinge genommen werden durf ten, mußten die schwächlichen Kameraden den Rükken gerade machen oder gar durchbiegen, damit man mit den schweren Gleisen von der Stelle kam. Es war besonders für die Unterernährten eine reine Tortur. Man konnte sich von solchen Strapazen aus ruhen, wenn es gelang, etwa ins Schraubensortierkommando zu kommen, das aber leider nur einige Monate bestand. Hier saßen wir 1942 auf der Erde oder auf Brettern und sortierten alte Schrauben nach der Größe. Unter der Leitung des Schlossers Fritz Wagner, eines kommunistischen Abgeordneten aus Oldenburg, der uns unser Leben soweit wie möglich erleichterte, erschien uns dieser Aufenthalt geradezu als Sanatorium. - Wackere Genossen haben hier und dort gestanden, schweigsame bescheidene Menschen, die mit einem Handschlag, einem guten Wort mehr taten. als hundert Lumpen vernichteten. Es waren wenige, die aufrecht im Sumpf des KZ. standen- sehr wenige aber diese wenigen waren Goldes wert; von ihnen wird man in späterer Zeit sagen, daß sie Deutschland gerettet haben! Am wenigsten haben sie vielleicht selbst gewußt, wie wertvoll sie an den Arbeitsstätten waren. Diese Aufrichtigen, die nie 69 einen Menschen schlugen, nie einen anderen bestahlen oder korrumpierten! Ein einziger, Fritz Wagner, der zehn Kameraden das Leben rettete durch milde, gütige Freundschaft, gibt uns das Recht, Hunderten zu verzeihen, die ihre Aufgabe nicht verstanden. Malooche", zu d gestellt hatte. Besonders scho stämmen bei drei Häftlinge, die m hatte, waren nich stämme zu heben Frostbeulen bese wenn sie endlich schien es, als mu menbrechen. Schl auf dem Wagen. Furcht, an der D glatt und manc Langsam wie ein auf der steinhart Einmal erlebte mit ,, Muselmänne gestellt zu werde Holländer, die s Auch die Tätigkeit im Kommando Messap galt als eine Bevorzugung. Hier wurden die Uhren für die Zeitauslösung in den Bomben hergestellt. Das ganze Uhrwerk wurde von Gefangenen montiert, die Unruhen in diesem Uhrwerk mühselig mit der Lupe Stück für Stück gerichtet, womit ich mich etwa ein Jahr beschäftigte. Auch diese Arbeit war äußerst mühselig, weil das Auge durch das Arbeiten mit der Lupe völlig überanstrengt war. Die Arbeitskontrolle in diesem Werk wurde durch Zivilisten ausgeübt, durch tägliche graphische Darstellungen das Arbeitspensum des Betriebes festgehalten und von Berlin aus überwacht. Es konnte dem Gefangenen als Sabotage ausgelegt werden, wenn er an einem Tage bedeutend weniger fertigbrachte als am anderen Und wehe dem, wenn er vielleicht zwei Tage nacheinander das ihm gesetzte Pensum nicht erfüllte! Die Entlassung aus diesem Musterbetrieb" kam einer Strafe gleich, und zeitweilig kamen Gefangene, die bei Messap entlassen wurden, unmittelbar in die Tongrube. ihren Beinen nich knieten, um das Erschöpfung ein, ten mußten, fiel Dabei wurden w ständig beobacht den armen Mens Es wurde auc innere ich mich Ort zum anderer der bestimmten wegtragen, und Ehe ich aber eine solche Vorzugstellung wie bei der Messap erhielt, war ich lange Zeit in der Strafkompanie beim Kanalbau beschäftigt. Die Strafkompanie stand unten im Schlamm und hatte etwa die Tätigkeit eines Baggers. Sie mußte den Schlamm unten aus dem neu zu gestaltenden Bett heraufwälzen, d. H. mit Hilfe von Schaufeln, Stich für Stich übersetzen. Es war eine mühselige und schwere 70 10 es zuerst gelege Noch im Jahr deren bestah Fritz Wagner, e durch milde, ht, Hunderten verstanden. Messap galt als Uhren für die ellt. Das ganze antiert, die Unmit der Lupe mich etwa ein t war äußerst rbeiten mit der rbeitskontrolle sten ausgeübt, en das Arbeitsnd von Berlin ngenen als Sa an einem Tage sam anderen wei Tage nachnicht erfülltel rbetrieb" kam en Gefangene mittelbar in die ellung wie bei it in der StrafDie Strafkom hatte etwa die den Schlamm Bett heraufwäl Stich für Stich und schwere Malooche", zu der man ursprünglich die Juden angestellt hatte. Besonders schön war der Transport von Baumstämmen bei dreißig Grad Kälte. Die unterernährten Häftlinge, die man zu diesem Zwecke angestellt hatte, waren nicht imstande, die schweren Baumstämme zu heben. Ihre Finger waren teilweise mit Frostbeulen besetzt. Jeder Griff tat ihnen weh, und wenn sie endlich den Baumstamm aufhoben, dann schien es, als müßten sie unter seiner Last zusammenbrechen. Schließlich waren aber doch die Stämme auf dem Wagen. Jetzt hatten die armen Menschen Furcht, an der Deichsel zu gehen, denn es war sehr glatt und manchmal schlug die Deichsel herum. Langsam wie ein Trauermarsch zog unser Gefährt auf der steinhart gefrorenen Straße dahin. Einmal erlebte ich die besondere Vergünstigung. mit ,, Muselmännern I. Klasse" zum Unkrautjäten abgestellt zu werden. Unter ihnen befanden sich einige Holländer, die so schwach waren, daß sie sich auf ihren Beinen nicht halten konnten. Wenn sie niederknieten, um das Unkraut zu rupfen, schliefen sie vor Erschöpfung ein, und wenn sie mit der Hacke arbeiten mußten, fiel ihnen das Werkzeug aus der Hand. Dabei wurden wir von den Posten auf den Türmen ständig beobachtet; wohl zwanzigmal am Tage wurde den armen Menschen Prügel angedroht. Es wurde auch viel unnütze Arbeit getan. So erinnere ich mich, daß ich einmal Stroh von einem Ort zum anderen schaffen mußte, und, als wir es an der bestimmten Stelle hatten, mußten wir es wieder wegtragen, und zwar gerade zu der Stelle zurück, wo es zuerst gelegen hatte. Noch im Jahre 1943 habe ich einmal mit hundert 71 Interessante( Es war üblich linge so mit Ful den und so lang entweder vor H vor Verzweiflu sonders, wer als die Strafkompa erwarten. Aber eigenartige Me Seite hatten wi meiner Schaufe heißer Mittag. Schlamm gesc Mann Ziegelsteinschutt aus Schnee und Eis mit den Fingern herauskratzen müssen, nur um sie auf hundert Meter Entfernung neu aufzustapeln. Mit dieser sinnlosen Beschäftigung mußten sich die hundert Mann von morgens sieben Uhr bis zum Dunkelwerden beschäftigen bei schwerem Frost. Solche Arbeit konnte sich der Nationalsozialismus nur leisten, weil der Aufwand für die Häftlinge nur wenige Pfennige kostete, hingegen der Betrieb, der die Häftlinge zu entlohnen hatte, eine beträchtliche Summe an die SS. Verwaltung abführte. Der billigste Häftling kostet pro Tag 1,50 RM., der normale Häftling 3, RM., Spezialisten, Chemiker usw. sogar 6,- RM., während der Unterhalt des Häftlings nur 30 Pfg. ausmachte. Wenn man bedenkt, daß z. B. das Klinkerwerk Hunderttausende von Steinen am Tag herstellen konnte, und die Einnahmen aus diesem Klinkerwerk der SS.- Verwaltung zugute kamen, dann wird es verständlich, warum so wenig Häftlinge selbst bei guter Führung entlassen wurden. Im allgemeinen war der Gewinn von 1,- RM. pro Tag für jeden Häftling der Minimalgewinn, den die SS. erzielte. schöpft. Da fuhr ner junger Häf pendem Gang ü Bretterweg. Ne und beschimpft Schweiß dem nen und auch s Blut entstellt w junge Mensch s nahm, schienen und er pranger Brotdieb an. A Runde meiner er seine Karre heraus und dri fragend ansah 72 and Eis mit den am sie auf hun beln. Mit dieser ch die hundert um Dunkelwer . Solche Arbeit nur leisten, weil wenige Pfennige lie Häftlinge zu Summe an die ligste Häftling rmale Häftling sogar 6,-RM nur 30 Pfg. aus das Klinkerwerk Tag herstellen em Klinkerwerk dann wird es linge selbst bei Im allgemeinen Tag für jeden SS. erzielte. Interessante Charaktere im KL. erEs war üblich, daß in der Strafkompanie die Häftlinge so mit Fußtritten oder Knüppeln traktiert wurden und so lange Schubkarren fahren mußten, bis sie entweder vor Erschöpfung zusammenbrachen oder vor Verzweiflung durch die Postenkette liefen. Besonders, wer als Brotdieb entlarvt war und deshalb in die Strafkompanie kam, hatte ein derartiges Los zu erwarten. Aber unter diesen Brotdieben gab es recht eigenartige Menschen, die doch auch eine andere Seite hatten wie die Dieberei. Einmal stand ich mit meiner Schaufel im Schlamm, es war sonntags und heißer Mittag. Wir hatten seit sechs Uhr morgens Schlamm geschaufelt und waren ziemlich schöpft. Da fuhr an mir vorbei ein langaufgeschossener junger Häftling. Er fuhr seine Karre mit schleppendem Gang über den durch den Schlamm gelegten Bretterweg. Neben ihm lief der Vorarbeiter, schlug und beschimpfte ihn als Brotdieb, während Blut und Schweiß dem Unglücklichen über das Gesicht rannen und auch seine Schienbeine von Schlägen und Blut entstellt waren. Die Art und Weise, wie dieser junge Mensch schweigend diese Mißhandlungen hinnahm, schienen den Vorarbeiter besonders zu reizen und er prangerte ihn uns als besonders gefährlichen Brotdieb an. Als der Häftling sich bei der nächsten Runde meiner Arbeitsstätte wieder näherte, stellte er seine Karre hin, griff in die Tasche, zog etwas. heraus und drückte mir's in die Hand. Als ich ihn fragend ansah, sagte er: ,, Ich brauche das nicht 73 mehr, nahm seine Karre und zog seines Wegs. Bald darauf hallten zwei Schüsse, wir sahen noch, wie Betreffende war über die Postenkette gegangen und hatte auf die übliche Weise seinen Tod gefunden. Der Gegenstand, den er mir reichte, war ein kleines Glasfläschchen mit Salz. Er hatte also in der letzten Minute vor seinem Tode an seine Kameraden ge- dacht. Ist es möglich, daß dieser Mensch ein Brot- dieb war? Wenn wir abends auf dem Appellplatz angetreten waren, mußten wir während des Sommerhalbjahrs gewöhnlich einige Lieder singen. Der Lagerälteste selbst dirigierte diesen Gesang. Wir beobachten uns dabei gegenseitig. Manche starrten auch stillschwei- gend vor sich hin. Auf alle Fälle war dieses Singen nicht sehr beliebt. Eines Abends sangen wir das be- kannte Lied vom armen Heinrich und als zufällig ein Blick meinen Nebenmann streifte, sah ich, daß er mit besonderer Hingebung sang und-daß ihm da- bei die Tränen die Backen herunterliefen. Ich nahm später nach dem Appell die Gelegenheit wahr, ihn in ein Gespräch zu verwickeln, und er erzählte mir folgende rührende Geschichte: Er war vor einem Jahr mit seinem Bruder gemeinsam in Sachsenhau- sen gewesen und eines Abends hatten sie dort auch den armen Heinrich gesungen. Als das Lied zu Ende war, wäre ein SS.-Oberscharführer vorgetreten und 4| der junge Mensch 7 erzählt hatte, als zwei Arme hochschlugen und ein Körper hinfiel.Der {en zwei ausgem Diebstählen über 4 Sachen verkauft, , Ohne ent !er hatten so qui | ständig überführ! | darauf, Der eine I Auenkommand- die Angelegenhe || Sondern außerde j Yünsche ihn ar | Rache es ihm ja hätte eine Liste verlesen; auf dieser Liste hätte auch"I der Name seines Bruders gestanden. Am selbigen Abend noch wäre der Bruder aus der Lagerhaft ent- lassen worden, und nun müsse er beim Singen des Liedes jedesmal an die Entlassung seines Bruders denken. Am nächsten Tag ereignete es sich nun, daß 74 es Wegs. Bald en noch, wie er hinfiel. Der gegangen und Tod gefunden. ar ein kleines in der letzten ameraden gemsch ein Brotatz angetreten mmerhalbjahrs r Lagerälteste eobachten uns ch stillschweidieses Singen en wir das beand als zufällig , sah ich, daß and daß ihm daefen. Ich nahm heit wahr, ihn er erzählte mir war vor einem in Sachsenhau der junge Mensch, der mir diese rührende Geschichte erzählt hatte, als Dieb entlarvt wurde, und zwar hatten zwei ausgemachte Strolche ihn zu dauernden Diebstählen überredet und die von ihm gestohlenen Sachen verkauft. Dieser Handel hatte monatelang floriert, ohne entdeckt zu werden. Die beiden Anstifter hatten so gute Beziehungen, daß sie nicht vollständig überführt wurden und verschwanden gleich darauf. Der eine im Lazarett und der andere im Außenkommando. Dem jungen Dieb aber verschaffte die Angelegenheit nicht nur eine Tracht Stockhiebe, sondern außerdem erklärte der Blockälteste ihm, er wünsche ihn am Abend nicht wiederzusehen. Er mache es ihm zur Pflicht, im Laufe des Tages als Brotdieb durch die Postenkette zu gehen. Nur auf diese Weise könne er seine Ehre wiederherstellen. Er machte sich diese Lehre zu eigen und lief tatsächlich durch die Kette. Er wurde am Abend mit zwei Schußwunden tot wieder ins Lager zurückgebracht. Er war einundzwanzig Jahre alt. Der Blockälteste, der diesen Dieb in die Arme seines Schicksals getrieben hatte, war selbst einer der eigenartigsten Menschen, die ich kennengelernt habe. Ich weiß von ihm, daß er unschuldigen Menschen dauernd in sehr feiner Weise Unterstützung zuteil werden ließ, und er hat vermutlich die Konzentrationslagerhaft in zähem Glauben an seine politischen Ideale überstanden*). Er war elf Jahre im KL., ohne jemals vom Gericht zu einer Strafe verurteilt n sie dort auch as Lied zu Ende orgetreten und Liste hätte auch Am selbigen Lagerhaft ent eim Singen des seines Bruders es sich nun, daß *) Er ist in der Lübecker Bucht ertrunken. 75 - ringfügiger Verg ren Prügeln zu s jagen. Der erwä darin, wenigsten seines Komman Kommandoführe SS.- Mann einen schah, so erklä Strafe wäre nich für ihn hätte un wolle doch die hieben bestrafen Arbeiter verliere sich gewöhnlich die fünfzig Stoc aufhin sagte ihn richtige Zeit, de bis zur Mittagsp ten die Leute a verlieren. Ließ s zu sein. Das Interessanteste an ihm war, daß er ein einfacher Arbeiter blieb, auch als er später eines der größten Kommandos als erster Kapo übernahm. Er war aber in dieser bewußten Einfachheit von einer fanatischen Abneigung gegen alles, was er intellektuell nannte; und für ihn war eigentlich alles intellektuell, was nicht dem Arbeiterstand entstammte. Sein Mißtrauen gegen die sogenannten Intellektuellen mußte entweder den bittersten Erfahrungen oder falschen Vorstellungen entspringen. Sonderbarerweise schenkte er sein Vertrauen des öfteren ungeeigneten Personen, die ihn schwer enttäuschten. Einer von diesen verriet ihn an die SS., und er selbst wurde daraufhin zu drei Monaten Strafkompanie verurteilt. Dieses leichtfertige Vertrauen, das er in Menschen setzte, war zugleich der Grund seines unüberwindlichen Mißtrauens gegen andere. Es erklärte sich daraus, daß er eine unheilvolle Neigung zum Trinken hatte, die er, jede Warnung in den Wind schlagend, auf die gefährlichste Weise befriedigte. Es ist unverständlich, wie er die Spirituosen immer wieder durch den Stacheldrahtzaun einführte. Jedenfalls drangen auf dem Wege des gemeinsamen Trunkes immer wieder Personen in seine Nähe, die sich später als Lumpen erwiesen; es war einmal nahe daran, daß in eine derartige Affäre die gesamte Lagerprominenz hineingezogen wurde. Im übrigen war er ein achtbarer Mensch und seinen Vorsätzen mit einer eigenartigen Zähigkeit treu geblieben. Eine Zeitlang war er Kapo eines Kommandos, das außerhalb des Zaunes arbeitete, und hier fiel ihm eine seltsame Aufgabe zu. so schickte er Häftling irgend bestimmt nicht Verlauf der Mit um er den Häft zu beziehen, so überlegt. Fünfzi eigentlich mit z hätte man weni Häftling nicht hierauf ließ sic nete an, daß de Arbeit vorgefü dann den Häftli Der Kommandoführer, der mit ihm zusammen arbeitete, ein SS.- Mann, hatte die Gewohnheit, um ge76 war, daß er ein er später eines Kapo übernahm Einfachheit von alles, was er eigentlich alles eiterstand ent sogenannten In bittersten Erfah entspringen. Son trauen des öfte ihn schwer ent ihn an die SS ei Monaten Straf ertige Vertrauen gleich der Grund s gegen andete unheilvolle Nei ede Warnung in ährlichste Weise wie er die Spiri Stacheldrahtzaun em Wege des ge Personen in seine erwiesen; es wa rartige Affäre die zogen wurde. In ensch und seine Cähigkeit treu ge apo eines Kom es arbeitete, und e zu am zusammen ar wohnheit, um ge ringfügiger Vergehen willen die Häftlinge mit schweren Prügeln zu strafen oder aber über die Kette zu jagen. Der erwähnte Kapo sah nun seine Aufgabe darin, wenigstens die fleißigen und guten Arbeiter seines Kommandos vor dieser Strafwütigkeit des Kommandoführers zu bewahren. Verurteilte nun der SS.- Mann einen Häftling zum Tode, was öfters geschah, so erklärte der Kapo, die Ausführung der Strafe wäre nicht möglich, da er keinen Ersatzmann für ihn hätte und dann die Arbeit liegen bliebe; er wolle doch diesen Betreffenden mit fünfzig Stockhieben bestrafen, damit er ihn wenigstens nicht als Arbeiter verlieren würde. Der Kommandoführer ließ sich gewöhnlich darauf ein, behielt sich aber vor, die fünfzig Stockhiebe persönlich auszuteilen. Daraufhin sagte ihm der Kapo, jetzt wäre es nicht die richtige Zeit, den Mann zu bestrafen, er wolle doch bis zur Mittagspause damit warten, denn jetzt müẞten die Leute arbeiten und es wäre keine Zeit zu verlieren. Ließ sich der Kommandoführer darauf ein, so schickte er zur Mittagspause den betreffenden Häftling irgendwohin, wo ihn der Kommandoführer bestimmt nicht sehen konnte; fragte ihn dann nach Verlauf der Mittagspause der Kommandoführer, warum er den Häftling nicht gebracht hätte, die Strafe zu beziehen, so antwortete er, er hätte sich die Sache überlegt. Fünfzig Stockhiebe wären zuviel, es wäre eigentlich mit zwanzig Hieben auch getan, und dann hätte man wenigstens die Gewähr, daß die Strafe den Häftling nicht bei der Arbeit hindern würde. Auch 7 hierauf ließ sich der Kommandoführer ein und ordnete an, daß der Häftling ihm am Abend nach der Arbeit vorgeführt werden sollte. Der Kapo nahm dann den Häftling beiseite, schlug ihm unter Anwe77 nellen, die im KI terisieren, will i Er war in Sachs ter in Neuengam hausen Zugänge um sich, stieg au ganz nah herant treten zu könne pflegte er sie an aus der Hand ih hast noch einig daß du zu mir ge abend schon tot. Hand zeigt mir, mehr leben wirs sonderes vor. senheit von Zeugen die Jacke voll und meldete im Verlauf des Nachmittags dem Kommandoführer, daß er die Strafe, auf die sie sich geeinigt hatten, bereits vollzogen habe. Mit einem unmutigen Fluch fügte sich dann der Kommandoführer in die Tatsache, und das Leben des betreffenden Häftlings war gerettet. Viele Beispiele solchen Schacherns um die Strafe wußte der Kapo zu erzählen; es verging kein Tag, wo er nicht mit diesem Kommandoführer ähnliche Vorfälle durchzumachen hatte. Allerdings schrieb unser Kapo auch selbst eine ganz gute Handschrift. Einmal war ihm nachts aus seiner Tasche eine Börse mit 35,- RM. gestohlen worden und der Zufall wollte es, daß er den Dieb entdeckte. In seiner Empörung schlug er den Betreffenden derartig, daß er für einige Wochen ins Lazarett übersiedeln mußte. Um keinen Preis möchte ich meine KL.- Erfahrungen so gestalten, daß sie von der einen oder der anderen weltanschaulichen Gruppe als Mittel benutzt werden könnte, eine andere Gruppe zu bekämpfen. Der Zweck meiner Aufzeichnungen kann nur ein allgemein menschlicher sein, und ich würde meine Bemühungen verfluchen, wenn sie etwa dazu führten, irgendeiner Gruppe Mittel der Rechtfertigung in die Hand zu geben, sich irgendwann solcher KL.Methoden zu bedienen, wie ich sie hier zur Darstellung bringe. Es wäre z. B. falsch, alle Insassen des KL. in Bausch und Bogen als moralisch minderwer tig abzutun, die von der Polizei als Verbrecher mit grünem Winkel bezeichnet waren. Auch unter denen gab es wertvolle Menschen, und selbst wenn sie moralisch gestrauchelt waren, lag es oftmals ebenso an den gesellschaftlichen Umständen wie an ihnen selbst. Aber um einen bestimmten Typus von Krimi78 ment machen; du erreichen." In di fort, dann trieb e sie nach der bev abwaschen. Eine an den Folgen d darauf anlegte, sers auf die Ha ren. Derselbe E. w dentlich beliebt. ein Außenkomm reich die Fluch draußen, bis er Ich erlebte zuf Neuengamme. S Flüchtling nach der Stelle fünfun und meldete in andoführer, dal nigt hatten, be nmutigen Fluch rer in die Tat en Häftlings wal macherns um die es verging kein andoführer ähn atte Allerdings ganz gute Hand s seiner Tasche worden und de deckte. In seine en derartig, dal persiedeln mußte ne KL.- Erfahrun nen oder der an Is Mittel benutz e zu bekämpfen en kann nur ein ich würde meine etwa dazu führ er Rechtfertigung ann solcher KL hier zur Darstel alle Insassen de lisch minderwer nellen, die im KL. als Prominente lebten, zu charak terisieren, will ich hier eines gewissen E. gedenken. Er war in Sachsenhausen im Stubendienst und später in Neuengamme Blockältester. Wenn in Sachsenhausen Zugänge kamen, versammelte E. dieselben um sich, stieg auf einen Schemel und ließ die Leute ganz nah herantreten, um sie besser in den Bauch treten zu können. ,, Zeigt mir mal eure Hände", pflegte er sie anzureden, und nun fing er an, ihnen aus der Hand ihr Schicksal zu lesen. ,, Du", sagte er, , hast noch einige Tage zu leben. Es ist ein Glück, daß du zu mir gekommen bist, sonst wärst du heute abend schon tot. Und du, ja, dieses Kreuz hier in der Hand zeigt mir, daß du wohl morgen mittag nicht mehr leben wirst, denn mit dir haben die Götter Besonderes vor. Du kannst wohl gleich dein Testament machen; du wirst die heutige Nacht nicht mehr erreichen." In diesem Stile ging es noch eine Weile fort, dann trieb er die Leute in den Waschraum und ließ sie nach der bewährten Methode mit dem Schlauch abwaschen. Eine Hälfte der Neueingelieferten starb an den Folgen der Kaltwasserbehandlung, weil E. es darauf anlegte, durch Einwirkung des kalten Wassers auf die Hauptschlagader den Tod herbeizuführen. - Derselbe E. war übrigens unter der SS. außerordentlich beliebt. In Neuengamme kam er später auf ein Außenkommando und hat von dort aus erfolgreich die Flucht ergriffen. Er war mehrere Monate draußen, bis er schließlich wieder gefangen wurde. Ich erlebte zufällig seine Rückkehr am Tor von Neuengamme. Sonst war es üblich, daß, wenn ein Flüchtling nach Neuengamme zurückkehrte, er auf der Stelle fünfundzwanzig Schläge vom ersten besten s Verbrecher mit Auch unter dener lbst wenn sie mo oftmals ebenso a m wie an ihne Typus von Krim 79 SS.- Mann erhielt, mindestens aber ereilte ihn das Schicksal, wenn Unterscharführer Dreimann ihn empfing. Als E. zurückkehrte, wurde er von demselben Dreimann höflich empfangen, in eine Unterhaltung gezogen, und danach ehrenvoll behandelt, ja sogar bald darauf in einen einträglichen Posten wieder eingesetzt. nalsozialismus i nahm es trotz de auf sich eine stä mitteln für die e organisieren. Ka waren, verzicht natelang auf ihr sie kranken ode men zu lassen. daß kranke und gehobene oder vermittelt wurd ten, vielleicht Leben gerettet. Faschismus gew meraden aus N tiert worden un untergegangen. wird André nie Einer der besten menschlichen Vorbilder, die ich im Konzentrationslager kennengelernt habe, war der belgische Rechtsanwalt Dr. André Mandryxek. Er war vor seiner Verhaftung Leiter einer kommunistischen Jugendorganisation in Belgien gewesen. Ursprünglich hatte er Philosophie studiert und war dann Rechtsanwalt geworden. Beim Ausbruch des Krieges mit Hitler- Deutschland hatte die belgische Regierung eine Liste der aktiven Kommunisten aufgestellt, die wegen Begünstigung des Landesfeindes, d. h. wegen Begünstigung der Deutschen, verhaftet wurden. Alle aktiven linken Führer Belgiens hatte man auf diese Weise bezichtigt, den Nationalsozialismus zu begünstigen. Als die Deutschen kamen und Belgien besetzten, wurden sie aus der Haft entlassen. Als dann aber Deutschland in den Krieg mit der Sowjetunion eintrat, wurden die Kommunisten auf Grund der gleichen Liste, die der Gestapo in die Hände gefallen war, wieder verhaftet und in ein deutsches Konzentrationslager überführt. André war ein junger Mann von etwa vierundzwanzig Jahren, als er in Neuengamme ankam. Er wurde Läufer der Häftlingsschreibstube und Dolmetscher; bald darauf kam er in den Arbeitsdienst als Schreiber, und hier begann er, die segensvolle Rolle zu spielen, die ihm unvergänglichen Ruhm bei allen Kameraden sichert, die als Gegner des Natio80 6 Meier: So war ereilte ihn das imann ihn emp von demselben e Unterhaltung andelt, ja sogar Posten wieder nalsozialismus im Konzentrationslager waren. André nahm es trotz der ständigen Gefahren für sein Leben auf sich eine ständige Hilfe an Kleidung und Lebensmitteln für die erklärten Antifaschisten im Lager zu organisieren. Kameraden, die in besseren Stellungen waren, verzichteten unter Andrés Anleitung monatelang auf ihre Abendration an Brot und Fett, um sie kranken oder bedürftigen Antifaschisten zukommen zu lassen. Darüber hinaus sorgte André dafür, daẞ kranke und schwache Genossen systematisch in gehobene oder jedenfalls erträgliche Arbeitsstätten. vermittelt wurden. Auf diese Weise hat er Hunderten, vielleicht auch Tausenden von Genossen das Leben gerettet. Leider ist er selber ein Opfer des Faschismus geworden. Er ist mit Hunderten von Ka meraden aus Neuengamme nach Lübeck transpor tiert worden und im Mai 1945 mit der Cap Arcona untergegangen. In den Herzen seiner Kameraden wird André niemals untergehen. porbilder, die ich ernt habe, war é Mandryxck. E mer kommunisti n gewesen. Ur udiert und war Ausbruch des te die belgische Communisten auf s Landesfeindes schen, verhaftet r Belgiens hatte n Nationalsozia schen kamen und der Haft entlas en Krieg mit der Communisten auf Gestapo in die aftet und in ein erführt. on etwa vierund amme ankam. E bstube und Dol en Arbeitsdienst die segensvolle glichen Ruhm be egner des Natio 6 Meier: So war es 81 Ein Kapo Gerhard war mit mir in Neuengamme eingetrof fen; aber wenn schon meine eigene Verwendung in der Strafkompanie überaus harte Formen annahm. so begann die Arbeit Gerhards in der Strafkompanie unter geradezu tragischen Vorzeichen. Ein Unterscharführer, der die Arbeiter- Strafkompanie überwachte und zu diesem Zwecke zwischen den frisch ausgehobenen Gräben und Löchern umherturnte, beobachtete Gerhard, wie er seine Karre belud und mühselig über den Brettersteg vorwärts schob. Strafkompanie Gerhard heran nicht verreckt, der das durchg kannst du.- Ka peltes Essen!" lobigung für s weise doppelte Es dauerte et schwierigen V Allmählich set allgemein durc tige Arbeitskra Die politisch zu bei, daß Ge sten vorgeschla er von der SS. weiteres Jahr Inzwischen eines Kapos ge dunkelhäutigen res Korruption wickelte. Die Promine Strafkompanie Der Unterscharführer hielt ihn an und fragte ihn Wir kennen uns doch?"- Gerhard gab eine ver neinende Antwort. Der Unterscharführer winkte ihm und ging mit ihm zur Seite. Wir sahen, wie der Unterscharführer auf Gerhard einredete. Nach einer Weile kam er mit ihm zurück und gab Anweisung, daß Gerhard besonders schwer arbeiten sollte. Von nun ab begann ein wahres Inferno für den armen Kerl. Vier Wochen lang mußte er buchstäblich für zwei arbeiten. Er magerte zusehends ab. - Zigeuner eine mitteln, wofür dere Bestechur Die weniger ten in der Stra tätigkeit des Zi Er trat und sch dann irgendei sich von ihm Einmal wollte der Unterscharführer ihn veranlas sen, eine Bohnenstange aus dem Gelände jenseits der Postenkette zu holen, in der Absicht, ihn ,, auf der Flucht erschießen" zu lassen, wie es üblich war. Gerhard war aber zu aufmerksam, um dieses Ansin nen nicht zu durchschauen. 82 Etwa sechs Wochen nach unserem Eintritt in die amme eingetrof Verwendung in Formen annahm r Strafkompanie en. beiter- Strafkom wecke zwischen and Löchern um e er seine Karre tersteg vorwärts und fragte ihn d gab eine ver m und ging mil Unterscharführe Weile kam er mit daß Gerhard be Von nun ab be armen Kerl Vie h für zwei arbei rer ihn veranlas Gelände jenseits Absicht, ihn au rie es üblich war um dieses Ansin em Eintritt in die - Strafkompanie trat derselbe Unterscharführer an Gerhard heran und sprach: Bist du noch immer nicht verreckt, du Hund? Du bist der einzige Fall,- der das durchgehalten hat. Ich muß sagen, arbeiten kannst du. Kapo! in Zukunft kriegt der Mann dop peltes Essen!" Von nun ab bekam Gerhard als Belobigung für seine harte und energische Arbeitsweise doppeltes Mittagessen. Es dauerte etwa ein Jahr, daß Gerhard unter sehr schwierigen Verhältnissen im Lager leben mußte. Allmählich setzte sich aber doch die Überzeugung allgemein durch, daß er eine brauchbare und tüch tige Arbeitskraft war. Die politischen Genossen trugen von sich aus da zu bei, daß Gerhard zu dem Posten eines Blockältesten vorgeschlagen wurde- und tatsächlich wurde er von der SS.- Verwaltung akzeptiert. Ungefähr ein weiteres Jahr war er Blockältester, Inzwischen war die Strafkompanie in die Hände eines Kapos gelangt, der Zigeuner war, ein riesiger, dunkelhäutiger, krimineller Zigeuner, der ein wahres Korruptionssystem in der Strafkompanie entwickelte. Die Prominenten, welche vorübergehend in der Strafkompanie arbeiten mußten, erhielten durch den Zigeuner eine Bevorzugung in Kleidung und Lebensmitteln, wofür sie ihm natürlich Rauchwaren und an dere Bestechungen zukommen ließen. Die weniger Prominenten und besonders Verfemten in der Strafkompanie mußten unter der Gewalttätigkeit des Zigeuners die übelsten Dinge ausstehen Er trat und schlug sie bei jeder Gelegenheit, bis sie dann irgendeine Form der Bestechung fanden, um sich von ihm loszukaufen.. 83 33 Die politischen Kameraden überzeugten nun die SS.- Verwaltung davon, daß es notwendig sei, einen vernünftigen und anständigen Kapo für die StrafKompanie einzusetzen. Hierbei fiel die Wahl auf Gerhard. Allmählich b Thumann, daß Weise umgesta waltung nicht e scher Weise an du deinen Stock rer. ich brauche komme ich zuri genheit, dir ein Nach einer W ich dir nicht ges sollst?"- Sch Den bedeutend angenehmeren Posten eines Blockältesten mußte er nun abtreten und die Leitung der Strafkompanie übernehmen, d. h. er mußte mit der Strafkompanie zur Arbeit ausrücken, die Arbeit verteilen und überwachen. meine Leute zu anzuwenden. D mehr als jedes will ich dir zeig sich Thumann die nächste Ar Schlagwerkzeu Da die Strafkompanie z. T. die schwerste und übelste Bauarbeit zu bewältigen hatte und da naturgemäß in der Strafkompanie die schwierigsten Elemente vertreten waren, da ferner von diesen Häftlingen ein weitaus höheres Arbeitspensum verlangt wurde als von den anderen, so hatte der Verantwortliche der Strafkompanie einen schweren Stand. Im allgemeinen bediente er sich des Knüppels, um seine Aufgabe leichter erfüllen zu können. Gerhard jedoch lehnte es von sich aus entschieden ab, überhaupt einen Stock in die Hand zu nehmen. Er wies darauf hin, daß er selbst ehemals in der Strafkompanie genug geschlagen worden sei und diese Methoden rundheraus ablehne. und drückte ihr dich noch einn kommst du selb Gerhard war seine Überzeug müssen, allerdi Er brachte es dagegen fertig, an Hand von genauen Aufzeichnungen den Beweis zu liefern, daß die Strafkompanie bedeutend höhere Tagesleistungen aufzuweisen hatte als alle übrigen Arbeitskommandos auf dem Klinkerwerk. Mit diesem Nachweis verband er die Forderung, die Essenration zu erhöhen und so kam es nach und nach dazu, daß tatsächlich die Arbeit in der Strafkompanie in der letzten Zeit des Lagers Neuengamme auch gewisse Vorteile mit sich brachte. dung. Am nächsten ser hatte es offi Stock trug. Er fragte nur worauf Gerhar ordnung des S Der Lagerk gebot ihm nun 84 zeugten nun die endig sei, eine o für die Straf l die Wahl auf sten eines Block die Leitung de er mußte mit de , die Arbeit ver e schwerste und tte und da natur chwierigsten Ele von diesen Häft pensum verlang atte der Verant schweren Stand les Knüppels, un können. Gerhard schieden ab, über nehmen. Er wies in der Strafkom ei und diese Me Allmählich bemerkte der Schutzhaftlagerführer Thumann, daß Gerhard die Strafkompanie in einer Weise umgestaltete, die der Absicht der SS.- Verwaltung nicht entsprach. Eines Tages trat er in barscher Weise an Gerhard heran und fragte:.. Wo hast du deinen Stock, du Vogel?"- ,, Schutzhaftlagerführer. ich brauche keinen Stock!"- ,, In zehn Minuten komme ich zurück. Ich gebe dir noch einmal Gele genheit, dir einen Stock zu besorgen!" - Nach einer Weile kam Thumann zurück: Habe ich dir nicht gesagt, daß du dir einen Stock besorgen sollst? Schutzhaftlagerführer. ich brauche, um meine Leute zur Arbeit anzuhalten, keine Gewalt anzuwenden. Die Leute arbeiten willig. Sie leisten mehr als jedes andere Arbeitskommando."- ,, Das will ich dir zeigen!" Innerhalb fünf Minuten besorgte sich Thumann einen Knüppel, nahm Gerhard mit in die nächste Arbeitsbude, zog ihm mit dem neuen Schlagwerkzeug fünfzehn Schläge über den Hintern und drückte ihm den Stock in die Hand.., Wenn ich dich noch einmal ohne Stock bei der Arbeit sehe. kommst du selbst in die Strafkompanie. Gerhard war nun in der peinlichen Lage, gegen seine Überzeugung mit dem Stock umhergehen zu müssen, allerdings brachte er ihn nicht in Anwendung. Am nächsten Tag kam der Lagerkommandant. Dieser hatte es offiziell verboten, daß ein Häftling einen Stock trug. Hand von genaue liefern, daß di Tagesleistunge gen Arbeitskom diesem Nachweis ssenration zu er ach dazu, daß tal mpanie in der let auch gewisse Vor Er fragte nun Gerhard, was er mit dem Stock täte worauf Gerhard erwiderte, daß er den Stock auf Anordnung des Schutzhaftlagerführers tragen müsse. Der Lagerkommandant( Sturmbannführer Pauli) gebot ihm nun, den Stock wegzuwerfen. 85 Am nächsten Tag kam Thumann: ,, Wo hast du deinen Stock, du Vogel?" ,, Sturmbannführer Pauli hat mir verboten, einen Stock zu tragen!" Mit vor Haẞ funkelnden Augen und mit geballter Faust in der Tasche ging Thumann seines Wegs. Die Idee der Solidarität im Verein mit der Intelligenz und Zähigkeit Cerhards hatte ausnahmsweise einmal gesiegt Moral und St E 何謂 Se Fle Ni 86 sin Der Strafvollz land zeichnete Unsachlichkeit ben an Recht u schon drauße der Strafvollzu mehr mußte un Konzentrations seren Glauben keit unterhöhl Die allgemei schaft bedingt und Strafvollzu Strafe und Str kann diese be schaft und de trennen; sie eine geht aus den Versuch m Standpunkte( minenten, der müssen wir u moralischen A vollzug in erst Wo hast du del verboten, einen and mit geballte seines Wegs. in mit der Intel e ausnahmsweise Moral und Strafe im KL. ,, Es gibt einen Weg in die Freiheit. Seine Meilensteine heißen: Gehorsam Fleiß, Ehrlichkeit, Ordnung, Sauberkeit, Nüchternheit, Wahrhaftigkeit, Opfersinn und Liebe zum Vaterland." Der Strafvollzug im nationalsozialistischen Deutschland zeichnete sich durch Härte, Inkonsequenz und Unsachlichkeit aus; er war dazu angetan, den Glauben an Recht und Billigkeit zu verlieren. Aber wenn schon draußen" im nationalsozialistischen Staat der Strafvollzug derartig zweifelhaft war, wieviel mehr mußte unter den Ausnahmeverhältnissen des Konzentrationslagers das Strafen und Behandeln unseren Glauben an menschliche Sitte und Gerechtig keit unterhöhlen. Die allgemeine sittliche Verfassung einer Gesellschaft bedingt auf der einen Seite Strafmethoden und Strafvollzug; andererseits aber beeinflussen auch Strafe und Strafvollzug die allgemeine Moral, man kann diese beiden Faktoren( Moral einer Gesellschaft und deren Strafvollzug) nicht voneinander trennen; sie bedingen sich wechselseitig und das eine geht aus dem andern hervor. Wenn wir hier den Versuch machen, die verschiedenen moralischen Standpunkte( die Moral des Muselmannes, des Prominenten, der SS.- Verwaltung usw.) darzustellen, müssen wir uns von vornherein klar sein, daß die moralischen Anschauungen im KL. durch den Strafvollzug in erster Linie bedingt waren. 87 Das sittliche Empfinden mußte durch die Strafmethoden des KL abgestumpft und vergröbert werden Ein Beispiel: Werde ich dafür, daß ich mir einen Büschel Unkraut ausreiße, um es in die Suppe zu tun mit 25 Stockschlägen bestraft( laut Protokoll und Anordnung des Lagerführers), so muß diese Er fahrung meine moralischen Anschauungen in irgend einer Weise niederdrücken und umformen Jeder hatte bis zum Eintritt ins KL. den vorsätzlichen bösen Willen, zu schaden, für strafbar angesehen Aber die Strafe im KL berücksichtigte in keiner Weise die Absicht zu schaden. botene Ausrupt meiner Kamera richte ich es stechung eine Verhalten zu u und Strafe ver Wert, werden auch für niem schläge zu erh lichen Wert n Dunkelarrest g vollkommene im KL. war da stumpft, die St Das erwähnte Beispiel zeigt, daß nicht einmal das Urteil über die eigene Handlungsweise mir selbst zusteht, sondern der Gesellschaft bzw. der Instanz. die diese Gesellschaft beherrscht; mit anderen Worten aus einer Frage des Gewissens, der innerlichen Einstellung zur Straftat wird durch derartige äußerliche Strafvollzugsweise eine rein verhaltenstechnische Angelegenheit. zeug in der Ha um die Schwac ken. Nach dem welcher Gesetz des Christentu Weltanschauun die Strafe ist kende Maßnah sie eine hinre grundsätzlich gen zu bestra durch Erhänge ker, denn die s Ich vollziehe oder vermeide meine Tat nicht, weil ich sie für gut oder schlecht halte, nicht, weil meine Absicht dabei eine gute oder schlechte ist, sondern mein moralisches Denken beschränkt sich darauf, die rein äußerlichen Folgen meiner Handlungsweise, die eventuellen Konsequenzen meines Handels zu berücksichtigen. Ich unterlasse die Handlung nicht, weil ich sie innerlich als gut oder schlecht empfinde, auch nicht, weil ich das bestehende Gesetz als achtenswert betrachte, sondern ich stelle lediglich eine Rechnung auf, die etwa lautet Was ist mir das Unkraut in der Suppe wert? Ist der Preis von 25 Schlägen für die darin enthaltenen Vitamine zu hoch? Oder: Wie vermeide ich es, durch das verdarum ein sic erreichen. Da linge die Frag nicht mehr ge ihnen schloß, oder nach dem am Platze. 88 88 rch die Straf ergröbert wer 3 ich mir einen die Suppe zu ( laut Protokoll muß diese Er ngen in irgend formen Jeder vorsätzlichen bar angesehen tigte in keiner cht einmal das eise mir selbst w. der Instanz anderen Wor der innerlichen erartige äußer verhaltenstech botene Ausrupfen des Unkrauts die Aufmerksamkeit meiner Kameraden auf mich zu ziehen, bzw wie richte ich es ein, durch Beeinflussung oder Bestechung eine Meldung über mein gesetzmäßiges Verhalten zu umgehen? Mit anderen Worten: Moral und Strafe verlieren vollständig ihren innerlichen Wert, werden rein materielle Fragen. So ist es denn auch für niemand mehr eine Schande, 25 Stockschläge zu erhalten, und es sagt über seinen sitt. lichen Wert nichts aus, wenn er vier Wochen in Dunkelarrest gehalten oder erhängt wird. Durch die vollkommene Veräußerlichung des Strafvollzuges im KL. war das moralische Empfinden restlos abgestumpft, die Strafe wurde lediglich zu einem Werkzeug in der Hand der Herrschenden und Mächtigen, um die Schwachen niederzuhalten und zu unterdrükken. Nach dem Sinn der Strafe und dem Sinn irgendwelcher Gesetze oder Verordnungen( etwa in der Art des Christentums oder sonst einer erzieherischen Weltanschauung) wird im KL. nicht gefragt, sondern die Strafe ist ausschließlich gedacht als abschrekkende Maßnahme, die am besten dann wirkt, wenn sie eine hinreichende Strenge hat. Es ist darum grundsätzlich besser, einen Menschen mit 100 Schlägen zu bestrafen, statt mit 25. es ist besser, ihn durch Erhängen zu bedrohen als durch 14 Tage Bunker, denn die stärkere Strafe ist abschreckender und darum ein sicheres Mittel, das gewünschte Ziel zu erreichen. Da überdies für die so behandelten Häftlinge die Frage nach dem Lebenssinn seit dem Tage nicht mehr gestellt wurde, wo das Tor sich hinter ihnen schloß, sind derartige Fragen nach dem Sinn oder nach dem höheren Zweck von vornherein nicht am Platze. Tat nicht, weil cht, weil meine te ist, sondern kt sich darauf andlungsweise es Handels zu Handlung nicht schlecht emp ende Gesetz als stelle lediglich Was ist mir das der Preis von en Vitamine zu durch das ver 89 Die Strafe im KL. ist ausschließlich eine Gewaltfrage, ist wohlorganisiertes Faustrecht; dementsprechend gestaltet sich auch in den Köpfen der Häftlinge die moralische Einstellung. In normalen Lebensverhältnissen haben Strafen die Folge, daß der Bestrafte an Achtung bei seinen Mitbürgern einbüßt. Die Strafe wird als ein Zeichen angesehen, daß der Betreffende an Charakter und Intelligenz nicht vollwertig ist, und gerade diese Einbuße an Achtung bei den Mitbürgern ist in der Freiheit ein Risiko, das der Delinquent fast noch mehr fürchtet als die Strafe selbst. daß es registrie von wissen. Im KL. war e solchen Verlus nicht zur Folge schläge bekom sich vor den a Gegenteil, es ein gewisses H hätte daran ge sehen, weil er nicht, wenn er zugezogen hat gerstrafen zu b oft vor, daß in sondere Lagers hinderten die entlassen, wen die jahrelang doch jahraus, ein halbes Du und eine Kap trotz aller Lag deren Worten Die Strafe soll nicht nur die Gemeinschaft äußerlich schützen; sie soll dem Gestraften zum Bewußtsein bringen, daß er Glied und Zelle der Gemeinschaft ist. Nur dann hat Strafe einen Wert, wenn sie auch für den Gestraften einen Sinn hat, wenn er ihren innerlichen Wert erleidend begreift. Erziehung des Charakters und Verfeinerung des Gewissens müßten die höheren Zwecke der Strafe sein. Der Strafvollzug des KL. aber wußte von diesem edleren Sinn der Strafe nichts; in seiner Vergröberung und Veräußerlichung mußte dieser Strafvollzug den Häftling moralisch abstumpfen, mußte jenen dickhäutigen Phlegmatismus erzeugen, den wir als abgebrüht bezeichnen. Eben diese schamlose moralische Dickhäutigkeit wurde unter dem Drucke der KL.- Strafen erzogen. Die Verurteilung zu einem Jahr Gefängnis wäre ein Schaden, den man wohl verwinden könnte; dagegen das Entehrende und Lächerliche, das Defraudierende einer Strafe in den Augen der Mitbürger wirkt auf den normalen Menschen; es ist noch weit mehr abschreckend als die Strafe selbst. Es kommt hinzu, daß dieses Jahr Gefängnis nicht vergessen, 90 keinen entehre sie jede inne Schicht der Pr sogar allgeme Häftling, der strafe verwirk Erst durch die als zugehörig Erst wenn ma trauen der Ka ch eine Gewalt ht; dementspre Spfen der Häft normalen Le Folge, daß der Mitbürgern ein angesehen, daß ntelligenz nicht uße an Achtung heit ein Risiko fürchtet als die einschaft äußer en zum Bewußt Alle der Gemein Wert, wenn sie at, wenn er ihren t. Erziehung des ewissens müßter n. Der Strafvoll daß es registriert worden ist, daß die Mitbürger davon wissen. Im KL. war es praktisch so, daß die Strafen einen solchen Verlust in der Achtung der Kameraden nicht zur Folge hatten. Es konnte jemand 25 Stockschläge bekommen, ohne daß er Grund gehabt hätte, sich vor den anderen Kameraden zu schämen, im Gegenteil, es war in den Augen der Allgemeinheit ein gewisses Heldentum( Märtyrertum). Niemand hätte daran gedacht, auf einen Kameraden herabzusehen, weil er Schläge bekommen hatte. Auch dann nicht, wenn er sich etwa durch Diebstahl die Strafe zugezogen hatte. Man konnte auch trotz ernster Lagerstrafen zu bedeutenden Posten gelangen. Es kam oft vor, daß in den Papieren eines Kapos fünf besondere Lagerstrafen erschienen. Die Lagerstrafen hinderten die Leitung auch nicht, einen Häftling zu entlassen, wenn er eine Nummer hatte. Es gab Leute, die jahrelang ohne Lagerstrafen im KL. lebten und doch jahraus, jahrein Erde karrten, während andere ein halbes Dutzend mal Stockschläge bekommen und eine Kapostelle innehatten oder eines Tages trotz aller Lagerstrafen entlassen wurden. Mit anderen Worten, diese Lagerstrafen hatten durchaus keinen entehrenden Charakter; damit aber verloren sie jede innere moralische Berechtigung. In der Schicht der Prominenten und Halbprominenten war sogar allgemein die Überzeugung vertreten, daß ein Häftling, der trotz jahrelanger Haft keine Lagerstrafe verwirkt hatte, nicht ganz voll zu nehmen sei. Erst durch die Lagerstrafe fühlte sich der Häftling als zugehörig zur Gruppe der Alten und Mächtigen. Erst wenn man bestraft war, hatte man das Vertrauen der Kameraden.. edleren Sinn der g und Veräußer den Häftling mo khäutigen Phleg gebrüht bezeich me Dickhäutigkeit Strafen erzogen Gefängnis wäre den könnte; da iche, das Defrau en der Mitbürge es ist noch weit selbst. Es komm nicht vergessen 1 91 Wohlorganisie in Wirklichke gegen alles, Häftling anger spiele: Es war ein Taschenm Putzlappen in verboten, solc Diese Einstellung hatte ihren Grund vielleicht in der Opposition der Häftlinge gegen die SS.- Verwaltung. Von der SS. bestraft zu werden, war eben keine Schande, sondern im Gegenteil eine Art Verdienst, und diese vertretbare Grundauffassung war nun auf alle Strafen übertragen worden, so daß schließlich keine Strafe mehr entehrte. Es konnte vorkommen, daẞ etwa der Blockälteste einem Brotdieb folgende Eröffnung machte: ,, Du hast Brot gestohlen. Du gehst heute abend über die Kette. Du hast mit deinem Tode dann freiwillig dein Vergehen gesühnt, damit bist du in meinen Augen ein anständiger Kerl und hast die Konsequenzen deines Tuns gezogen. Niemand hat das Recht, dich zu beschämen." In dieser Verhaltungsweise lag das Zugeständnis, daß eine Strafe an sich nicht entehrend ist, daß man durch genügend Mut, durch hinreichende männliche Zähigkeit jede Schande wettmachen kann. men; es war v war verboten Bei einer Übe werden, konn anderes Beisp vier Wochen kamen sogar Kommandantu fehl gegeben w ältester für 25 bekam, konn monatelang da setzte ein schw und in der Tat lich, in den B gelangen. Sch verboten; ver Seite zu gesta unterstreichen heitszustand o boten, länger boten, etwa d Wir wollen uns vor Augen halten, welche Dinge es denn eigentlich sind, die im KL. verboten waren. Verboten war grundsätzlich alles, außer wohlorganisiertem Diebstahl und Mord, soweit diese mit den Interessen der SS. oder der im KL. herrschenden Häftlingsschicht zu vereinbaren waren. Der angesehene Kapo, der Blockälteste durfte morden-- und wurde für seinen Mord von den Kommandostellen noch belobigt, Jeder Kapo, jeder Blockälteste konnte warmes Essen und Brot heimlich oder offen den Häftlingen entziehen, konnte es anderen Häftlingen geben, wenn er sich eines gewissen Vorwandes zu bedienen wußte. Kleidung und andere Wertgegenstände wurden, wie jedermann wußte, in Massen verschoben; es kam fast nie vor, daß einer der Mächtigen dabei gefaßt und ernstlich bestraft wurde. 92 im Lager verk ( Strafe: ein Ja boten, den Br die Briefe der nd vielleicht in die SS.- Verwal war eben keine Art Verdienst ng war nun auf daß schließlich te vorkommen otdieb folgende cohlen. Du gehst ast mit deinem gesühnt, damit andiger Kerl und sgezogen. Nie imen." In dieser adnis, daß eine daß man durch männliche Zähig Wohlorganisierter Diebstahl und Mord waren also in Wirklichkeit nicht verboten. Verboten war dagegen alles, was irgendwie für den allgemeinen Häftling angenehm oder gemütlich war. Einige Beispiele: Es war verboten, kleine Gegenstände, etwa ein Taschenmesser, eine Zeitung, ein Buch, einen Putzlappen in der Tasche mit sich zu tragen. Es war verboten, solche Gegenstände zur Arbeit mitzunehmen; es war verboten, diese im Spind zu lassen; es war verboten, überhaupt diese Dinge zu besitzen Bei einer Überschreitung des Verbots ertappt zu werden, konnte in der Folge den Tod bedeuten. Ein anderes Beispiel: Angeblich sollte der Häftling alle vier Wochen an seine Angehörigen schreiben. Es kamen sogar Fälle vor, wo die Angehörigen bei der Kommandantur anfragten und dem Häftling der Befehl gegeben wurde, zu schreiben; aber da ein Block-' ältester für 250 Häftlinge nur 50 Briefe ausgehändigt bekam, konnte es vorkommen, daß ein Häftling monatelang dazu keine Gelegenheit hatte. Deshalb setzte ein schwunghafter Handel mit Briefpapier ein, und in der Tat war es nur durch Begünstigung möglich, in den Besitz von Briefen und Umschlägen zu gelangen. Schon die Erwerbung eines Briefes war verboten; verboten war es, den Brief länger als eine Seite zu gestalten( 30 Zeilen); verboten, ein Wort zu unterstreichen; verboten, etwas über den Gesundheitszustand oder über das Lager zu schreiben; verboten, längere Zeit nicht zu schreiben, und verboten, etwa den Brief durch einen Zivilarbeiter, der im Lager verkehrte, gelegentlich besorgen zu lassen ( Strafe: ein Jahr Strafkompanie). Es war auch verboten, den Brief im Spind zu lassen, und verboten, die Briefe der Angehörigen aufzuheben. Ein anderes. n, welche Dinge verboten waren außer wohlorga poweit diese mit L herrschenden aren. Der ange te morden- und Commandostellen ckälteste konnte oder offen den anderen Häftlin ssen Vorwandes dere Wertgegen ußte, in Massen daß einer der bestraft wurde 93 Blocks aufgest Es gibt einen und Sauberkei lassung eines wesen. Daß d Strafen im G Verboten war gehen; schwer gaß, beim Pass zunehmen ode wenn unbeme Diese verbote hundertfältig von Angst und eine qualvolle Gewissen, den ganzen Lager, botenes getan Beispiel: Verboten war es, mehr als zwei Decken zu haben, aber auch verboten, mit mehr als einem Hemd bekleidet im Bett zu liegen( Gefahr der Läuse). Nachdem am Morgen der Block( auch bei schlechtem Wetter) geräumt worden war, war es verboten, sich im Block aufzuhalten. Die Massen mußten dann in Gliedern zu je fünf Mann antreten. Verboten war, aus dem Glied herauszutreten. So mußten die Häftlinge oft stundenlang im Regen oder Nebel angetreten warten, und jedes Heraustreten, etwa zum Abort, war schärfstens verboten. Bei schweren Strafen verboten war es, das Bett ungemacht oder in ungenügender Ordnung zurückzulassen. Das glattgestrichene Bett war sozusagen Symbol der Ordnung. Man könnte eine Speisekarte von schweren Strafen aufzählen, die lediglich Bußen für ein nicht vorschriftsmäßiges Bett waren. Es gab manche Häftlinge, die sich gegen Abtretung von Lebensmitteln oder ihrer gesamten Prämie das Bett von einem anderen herrichten ließen aus Furcht, bestraft zu werden. Den ausländischen, besonders den französischen Kameraden war immer besonders lächerlich erschienen, daß diese Uhrmacherarbeit am sogenannten Bettenbau die äußere Fassade ,, bereinigen" soilte, während Unreinlichkeit, Verkommenheit, Gewalttätigkeit und Korruption in Wahrheit von innen her das Lagerleben vergifteten.- Lug und Trug, Diebstahl und Korruption waren üblich, fast jedermann bediente sich ihrer; zerlumpt und ausgehungert liefen die Menschen zu Tausenden im Lager umher, aber die Betten mußten in tadellosester Ordnung, ja mit dem Lineal ausgerichtet sein. mußte, wie di straft Gewaltt sollte unter so einen sittliche einer solchen Es war dasselbe Prinzip, das in jenem berüchtigten Anschlag Himmlers an den Giebelwänden des 94 aller Moral si War doch das wälzte sich ein in der Pfütze Mensch unban Gottes unnah keit auf Gere Die Zahl de ausdenken ka Erfahrungen, hunderten au wei Decken zu als einem Hemd Läuse). Nach ei schlechtem verboten, sich ußten dann in Verboten war, ßten die Häft Nebel angetre etwa zum Abhweren Strafen toder in unge Das glattgestri der Ordnung hweren Strafen ein nicht vor manche Häft Lebensmitteln von einem anbestraft zu wer en französischen herlich erschie m sogenannten reinigen" soilte enheit, Gewalt et von innen her und Trug, Dieb fast jedermann usgehungert lie m Lager umher Bester Ordnung enem berüchtig ebelwänden des Blocks aufgestellt wurde.( Siehe Beginn des Kapitels: ,, Es gibt einen Weg..") In Wahrheit sind Ordnung und Sauberkeit bei der Entscheidung über die Entlassung eines Häftlings nie ausschlaggebend gewesen. Daß die Entlausungsfragen eine Fülle von Strafen im Gefolge hatten, ist selbstverständlich. Verboten war es auch, quer über den Appellplatz zu gehen; schwer bestraft wurde es, wenn jemand vergaẞ, beim Passieren eines SS.- Mannes die Mütze abzunehmen oder etwa auf dem Stuhl sitzenzubleiben, wenn unbemerkt ein SS.- Mann den Block betrat. Diese verbotenen Dinge, mit denen der Tagesablauf hundertfältig gespickt war, schufen eine Atmosphäre von Angst und Argwohn, eine zitternde Unsicherheit, eine qualvolle Ungewißheit und ein ständiges böses Gewissen, denn es gab keinen einzigen Häftling im ganzen Lager, der nicht jeden Tag irgend etwas Verbotenes getan hätte. Dazu kam, daß er täglich sehen mußte, wie die Prominenten und SS.- Männer ungestraft Gewalttat übten, mordeten oder stahlen. Wie sollte unter solchen Verhältnissen der einzelne sich einen sittlichen Standpunkt bewahren, wie sollte in einer solchen Lebenslage die wichtigste Grundlage aller Moral sich erhalten lassen: die Selbstachtung? War doch das tägliche Bild immer das gleiche: hier wälzte sich ein armer, schwacher, zerlumpter Mensch in der Pfütze, und über ihm schwang ein anderer Mensch unbarmherzig den Knüppel, indes die Sonne Gottes unnahbar und mit furchtbarer Gleichgültigkeit auf Gerechte und Ungerechte herniederschien. Die Zahl der Strafen, die das menschliche Gehirn ausdenken kann, ist unendlich. Die geschichtlichen Erfahrungen, die die Menschheit aus früheren Jahrhunderten auf dem Gebiet des Strafvollzugs ge- 95 macht hat, sind ebenfalls unübersehbar. Lediglich die sogenannte Menschlichkeit, die uns mit Schule und Bildung anerzogen war, hatte den Kreis der möglichen Strafen relativ eng gezogen. Dem Nationalsozialismus war es vorbehalten, diesen Kreis zu sprengen und alle möglichen, als unmenschlich abgetanen Strafen wieder einzuführen. Außer den offiziellen, von ihnen verwandten Strafen sind aber noch eine ganze Anzahl von Strafmaßnahmen in Anwendung gelangt, die er nur duldete oder begünstigte, ohne sie offiziell zu erlauben. cheren schlägt ihren Kamerad war das auf d lichst noch mit lesen stand. De lichkeit gegebe arbeit einzutei teilweise erlau währtes Mittel Kameraden mi daß sie das At Wasserstrahl a die Herzgegen ausgesprochen verhängt wurd Oft nach Ver man durch M Postenkette un lichen Schuß. Strafe verhäng verurteilte Me über ihre Kräf Die offiziell in den Konzentrationslägern eingeführten Strafen waren folgende: Arrest( Bunker), Dunkelhaft, in Ketten legen, Kostentzug( Brotentzug), an den Pfahl hängen( Pfählen), Prügel( über einen Bock geschnallt), Redeverbot, Sitzverbot, Schreibverbot, Spießrutenlaufen, Sport"( Strafexerzieren, Flachrennen), Strafkompanie in verschiedenen Formen, vollständige Isolierung, Isolierung während der Arbeit, Feierabendarbeit, Schwerstarbeit in Steinbrüchen oder im Schlamm), Erhängen( öffentlich oder geheim, Einzeln- oder Sammelerhängen), Erschießen( öffentlich oder geheim), Post- und Paketentzug, Benzinspritze( d. h. Töten im Lazarett) und Vergasen; schließlich die altbewährte, mittelalterliche Zwangsjacke. Dies waren die offiziellen Strafen. beit durch ge Prügel in den oder Tod( Fe Selbstmord zu durch Abmac lich im Sinn e Es unterlieg Statistiken de daß Hundertta nahmen der S Neben diesen offiziellen Strafen, von denen ich die größte Anzahl aus eigenen Erfahrungen kenne, gab es noch solche Strafen, die mit Unterstützung der SS. von den Häftlingen in ihrer sogenannten Selbstverwaltung selbst gehandhabt wurden. An erster Stelle standen hier natürlich die Prügel, lenn was liegt näher, als daß der Mächtigere den Schwä96 tung der Häftl 7 Meier: So war hbar. Lediglich uns mit Schule den Kreis der gen. Dem Na , diesen Kreis sunmenschlich ren. Außer den rafen sind aber maßnahmen in ete oder begün cheren schlägt? Ein bewährtes Mittel, Häftlinge ihren Kameraden gegenüber lächerlich zu machen, war das ,, auf den Schemel stellen", und zwar möglichst noch mit einem Schild, auf dem die Untat zu lesen stand. Den Blockältesten war ferner die Möglichkeit gegeben, jemand zur Arbeit oder Schwerarbeit einzuteilen. Auch der Brotentzug war ihnen teilweise erlaubt. In Sachsenhausen war es ein bewährtes Mittel, Zugänge und andere unerwünschte Kameraden mit dem Wasserschlauch zu bearbeiten, daß sie das Atmen vergaßen. Man führte den kalten Wasserstrahl auf eine Schlag- oder Pulsader oder in die Herzgegend, wodurch das Leben aufhörte. Eine ausgesprochene Häftlingsstrafe, die von Häftlingen verhängt wurde, war das über die Kette jagen". Oft nach Verabredung mit dem SS.- Posten trieb man durch Mißhandlungen das Opfer durch die Postenkette und veranlaßte so den Posten zum tödlichen Schuß. Das Totarbeiten wurde ebenfalls als Strafe verhängt. Ich habe es selbst miterlebt. Man verurteilte Menschen dazu, eine Arbeit zu tun, die über ihre Kräfte ging, und trieb sie bei dieser Arbeit durch geeignete Redewendungen oder durch Prügel in den vollständigen Erschöpfungszustand oder Tod( Fertigmachen). Einen Menschen zum Selbstmord zu treiben, war ebenfalls eine Strafe, die durch Abmachung mächtiger Häftlinge gelegentlich im Sinn einer Strafe verhängt wurde. nslägern einge arrest( Bunker) ntzug( Brotent ), Prügel( über pot, Sitzverbot Sport"( Straf panie in ver Isolierung, Isoeierabendarbeit er im Schlamm), Einzeln- oder ntlich oder ge zinspritze( d. h ließlich die alt rcke. Dies waren von denen ich hrungen kenne t Unterstützung er sogenannten bt wurden. An die Prügel fenn gere den Schwa " 1 Es unterliegt keinem Zweifel( und ist durch die Statistiken der Krematorientätigkeit zu belegen). daß Hunderttausende von Häftlingen den Strafmaßnahmen der SS.- Verwaltung und der Selbstverwaltung der Häftlinge erlegen sind. Sicher ist, daß mehr 7 Meier: So war es 97 als 6 Millionen Juden direkt durch Vergasung oder zwungen, sich als sonstige Todesarten in den Konzentrationslägern, Lazarett herausz teilweise mit Weib und Kind, getötet worden sind. Benzinspritze( Eir Wir haben bis jetzt noch nicht gesprochen von den sonderes Kapitel. eigentlichen Übergriffen. Da ist z. B. jene famose wurden Häftlinge Art, im Winter einem Häftling die Kleidung voll- liefert, um in eir kommen zu durchnässen und ihn dann ins Freie zu stellen. Der Häftling mußte dann so lange draußen erregern geimpft zu werden. Bei vor dem Tor stehen, bis die Kleider steif gefroren Blau- und Blutig waren und seine Gesundheit dementsprechend an- währtes Mittel, gegriffen war. Diese Methode wurde überall gehand- Zahnziehen war trollierbar für die Außenwelt erledigt wurden, gab Zähne gezogen. habt. Genickschußzellen, in denen Menschen unkon- legenheit, denn es nicht nur in Sachsenhausen und Neuengamme, zusammen, so wu sondern in jedem KL.! Eine herrliche Art von schwer bunden und ges nachweisbaren Übergriffen war auch das Schlagen einen Wagen ge mit nassen Handtüchern. Oftmals sind Häftlinge mit Wasser bego nachts aus dem Bett geholt worden, weggeschafft men, daß Leute, und nie wieder gesehen worden. Das Erhängen ist auf dem Wege zum Teil auf ganz unmenschliche Weise erfolgt, z. B. in der Art, daß die Schlinge nicht um den Hals, sonschöpfte bekame Steinen zu trage Tu dere gesundheits dern um das Kinn gelegt wurde. Ich selbst weiß, dab ißtlosigkeit ers in Neuengamme einmal Frauen auf bestialische die Posten ihre M Weise erhängt worden sind. Bei Vernehmungen sen. Ublich ware sind Menschen bis zur Besinnungslosigkeit ge- ständnissen. Aus prügelt, auch wohl mit den Händen an die Füße ge- entleeren), Tr von vielen Seiten bestätigt. Daß Fußtritte, Kolben ich. Sollte ein H täglichen Gebrauch gehörten, weiß jedermann, der ur Folge haben in Neuengamme arbeitete. Es war üblich, daß wird von versc bunden worden. Das Aufhängen an den Händen wird hiebe und Peitschenschläge( Nilpferdpeitsche) zum Kapos die Leute auf dem Boden rollen ließen, auch wohl mit nacktem Körper. Im Lazarett wurden eine Arbeitspaus Schacht geworfe Menschen in me Kranke durch Schlagen oder andere Methoden ge- Vergehen wie A 98 B. jene famose Kleidung voll ann ins Freie olange draußen er steif gefroren ntsprechend an zu Vergasung oder zwungen, sich als gesund zu melden, um aus dem ntrationslägem, Lazarett herauszukommen. Die Handhabung der et worden sind Benzinspritze( Einspritzungen ins Herz) ist ein berochen von den sonderes Kapitel. Ohne ihren Zweck zu erkennen, wurden Häftlinge von einem Lager ins andere geliefert, um in einer Sonderstation mit Fleckfiebererregern geimpft oder für Choleraserum ausprobiert zu werden. Bei der Arbeit war das systematische Blau- und Blutigschlagen der Schienbeine ein bewährtes Mittel, die Häftlinge fertigzumachen. Das überall gehand Zahnziehen war eine nicht ganz gefahrlose AngeMenschen unkon legenheit, denn es wurden systematisch gesunde gt wurden, gab Zähne gezogen. Brachen bei der Arbeit Häftlinge d Neuengamme zusammen, so wurden sie oftmals an den Wagen geArt von schwer bunden und geschleift oder wie die Heringe auf ch das Schlagen einen Wagen geworfen, zur Küche gefahren und sind Häftlinge mit Wasser begossen. Wiederholt ist es vorgekomen, weggeschal men, daß Leute, die die Besinnung verloren hatten, Das Erhängen ist auf dem Wege einfach erschossen wurden. Ereise erfolgt, z. B. schöpfte bekamen auf dem Marsch Tornister mit m den Hals, son Steinen zu tragen und wurden bei Eintritt der Beauf bestialische die Posten ihre MP. in die Häftlingskolonne abschosselbst weiß, dawußtlosigkeit erschossen. Es ist vorgekommen, daß Vernehmungen sen. Üblich waren Schläge zur Erpressung von Gegslosigkeit geständnissen. Austretsperre( Verhinderung, die Blase an die Füße ge den Händen wird zu entleeren), Trinken von heißem Wasser und andere gesundheitschädigende Maßnahmen waren übuBtritte, Kolben lich. Sollte ein Häftling die Frechheit besitzen, sich erdpeitsche) zu eine Arbeitspause zu erbitten, so konnte es den Tod jedermann, der var üblich, dal llen ließen, auch zur Folge haben. Eingraben lebendiger Häftlinge wird von verschiedenen Lägern berichtet. In den Schacht geworfen oder ins Wasser gestoßen wurden Lazarett wurden Menschen in meiner Gegenwart. Für geringfügige re Methoden ge Vergehen wie Auflesen von Abfallkartoffeln oder 99 richteten sich a aus diesem Lag Vorstellungen der Welt drauße wärtiges konzer Träumen und H auf der Flucht Ich lavierte zwi der mir vorges fürchtete von S Unglück oder Umständen wa anderen Resten wurden schwere Stockschläge von den Posten verhängt und ausgeführt. Daß unter diesen Umständen der Rohölverbrauch für die Krematorien sich ständig steigerte und diese unentbehrlichen Anstalten Tag und Nacht arbeiteten, ist nicht verwunderlich. Dies alles lastete wie ein ungeheurer Druck auf dem Leben eines jeden Häftlings. Ich habe jahrelang mit dem Gedanken gelebt, daß ich den Feierabend nicht lebend erreichen würde. Ich und viele andere waren stündlich gefaßt, im Lauf des jeweiligen Tages überraschend erschossen, totgeschlagen oder erhängt zu werden. Wenn ich allein daran denke, daß morgens, bis wir an die Arbeitsstätte kamen, oft schon drei bis vier Häftlinge erschossen waren, wundert es mich, daß ich jahrelang diesen Druck ertragen habe und lebend davongekommen bin. Und nun muß ich mir die Frage vorlegen, welchen moralischen Standpunkt ich selbst eingenommen habe, und welches der normale moralische Standpunkt der Häftlinge gewesen ist; denn der moralische Standpunkt war tatsächlich das einzige, woran sich unter diesen grauenvollen und rohen Verhältnissen ein Mensch festhalten konnte. Alles andere im KL. war ungewiß und bedrohlich. Nur die eigene innere moralische Haltung bot eine gewisse Gewähr und eine wenn auch mühevolle Sicherheit. perlich dahinso Fleckfieber bef Monaten, bis z gelebt habe, h Millionen von wohl größtente moralischen St innerlich erran und schweren Der moralis Zehntausende, vier Monaten, rakterisiert we suchen, mit d lange durchha kommt. Alles dient, Man ka einen Nachsch begriff und Sell Der Muselman Ich erinnere mich einer Zeit gleich nach der Einlieferung ins KL., wo im Rückblick selbst meine Gefängniszeit mir als Wohlergehen und Geborgenheit erschien. Ich war ein ,, mieser Zugang" im KL. und es gab kein einziges vertrauenerweckendes und bekanntes Gesicht, es gab keine zuverlässige Menschenhand unter den Kameraden. Meine Gedanken 100 hat an der Ste haben, nur de Stockschläge von art. Daß unter die h für die Krema diese unentbehr beiteten, ist nicht richteten sich ausschließlich auf die Möglichkeit, aus diesem Lager entlassen zu werden, und meine Vorstellungen beschäftigten sich unaufhörlich mit der Welt draußen. Ich konnte mich auf nichts Gegenwärtiges konzentrieren, und wie in einem Nebel von Träumen und Hoffnungen lebte ich den Tag ständig auf der Flucht vor den Ansprüchen der Gegenwart. Ich lavierte zwischen den Befehlen und Ansprüchen der mir vorgesetzten Häftlinge und SS.- Männer, ich fürchtete von Stunde zu Stunde entweder ein großes Unglück oder meinen Zusammenbruch. Unter diesen Umständen war es nicht verwunderlich, daß ich körperlich dahinschwand und schließlich von Ruhr und Fleck fieber befallen wurde. So wie ich in diesen vier Monaten, bis zu meiner Einlieferung in das Lazarett, gelebt habe, haben Hunderttausende, ja vielleicht ie ein ungeheure en Häftlings. Id m gelebt, daß id ichen würde, Id gefaßt, im Lau d erschossen, tot 1. Wenn ich alle ir an die Arbeits wier Häftlinge e daß ich jahrelang lebend davonge Millionen von Kameraden jahrelang gelebt und sind mir die Frage vo dpunkt ich selbs der normale mora gewesen ist; dent atsächlich das ein grauenvollen und festhalten konnte iß und bedrohlich Haltung bot eine auch mühevolle wohl größtenteils verdorben. Ich bin nur durch den moralischen Standpunkt, den ich mir nach und nach innerlich errang, vor den Folgen all dieser bitteren und schweren Dinge verschont geblieben. Der moralische Standpunkt jener Tausende und Zehntausende, die so lebten wie ich in den ersten vier Monaten, kann vielleicht folgendermaßen charakterisiert werden: Man muß um jeden Preis versuchen, mit dem Leben davonzukommen, und so lange durchhalten, bis man aus dem KL. herauskommt. Alles ist erlaubt, was diesem Grundsatz dient. Man kann also betteln( beispielsweise um einen Nachschlag, um eine faule Kartoffel); Ehrbegriff und Selbstachtung sind damit ausgeschlossen. Der Muselmann, der diesen Standpunkt einnimmt, hat an der Stelle, wo andere Leute einen Ehrbegriff haben, nur den festen Entschluß, sich zu drücken eich nach der Ei k selbst meine Ge und Geborgenbe gang" im KL und weckendes und be zuverlässige Me Meine Gedanke 101 führt, daß der H mir erhalten ble einer guten Fü lassen darf? D Preis, seine Ube minenten zu w den Kreise im K ihre Mitglieder vermeiden, daß kratenclique e eben in dem W hört, daß man Lagerinsassen gegenüber ist und sich so wenig wie möglich zu bewegen. Er ver meidet konsequent jede Verantwortung, denn verantwortungsvolles Tun könnte in der Folge seinen Tod bedeuten; im übrigen versucht er es mit einer möglichst dicken Elefantenhaut, was nach und nach zu einer vollkommenen Abstumpfung aller Empfindungen führt. Dieses Phlegma ist das Kennzeichen des Standpunktes, den ich einmal als Muselmannmoral bezeichnen will. Selbstverständlich ist der Muselmann mißtrauisch und feindlich gegen alles, was von oben herunter befohlen wird. Jede Anordnung des Kapos, Blockältesten, der SS. oder was es sonst so gibt, ist schlecht, und jeder Versuch, ihn auf gütlichem Wege zu einem Mittun zu bewegen. ist vergeblich. Der Muselmann ist aus seiner gan zen Einstellung heraus lediglich auf die Erhaltung seines Lebens bedacht und fühlt sich in diesem Streben durch jede Maßnahme und jede Anordnung grundsätzlich bedroht. Auch die Diebereien unter Muselmännern entspringen größtenteils unbewußter Todesfurcht. Vernünftigerweise müßte sich jeder Muselmann sagen, daß ihn eine gestohlene Kartoffel oder ein Stück gestohlenes Brot nicht retten kann. Aber der fortgesetzte Angstzustand, in dem er sich befindet, versetzt ihn allmählich in eine Art krankhaften Schlafes, in welchem Furcht und Grauen die absolute Herrschaft über das Gemütsleben erlangen. giebig. Man sch anderer Blocka man mit dem denklichen und der Prominenz Muselmann es gehen, und se stahl, so schläg den Betreffend man das Recht die Macht der man im einze Hauptsache bl Haltung des S Oberhaus hinü Man kann versuchen, den Standpunkt der prominenten Schicht herauszuarbeiten. Der Blockälteste bzw. Kapo stellt sich innerlich die Frage: Wie fange ich es an, daß ich oben bleibe?( nicht Amboẞ, sondern Hammer). Wie schaffe ich es, daß man mich aus der Rolle, die ich spiele, nicht verdrängt, daß man mich meiner Fehler und Vergehen nicht über102 die Beziehung und niemand Ein Prominent Angehörigen Tu verdächtig bewegen. Er ver portung, denn ver der Folge seines at er es mit einer as nach und nach fung aller Emp das Kennzeichen als Muselmann ständlich ist der lich gegen alles wird. Jede Anord SS. oder was es der Versuch, th ttun zu bewegen t aus seiner gan auf die Erhaltung ch in diesem Stre jede Anordnung Diebereien unter ateils unbewußter führt, daß der Kadavergehorsam der großen Masse mir erhalten bleibt, und daß ich schließlich auf Grund einer guten Führung eines Tages das Lager verlassen darf? Der Prominente versuchte um jeden Preis, seine Übereinstimmung mit den anderen Prominenten zu wahren. Die Sicherheit der herrschenden Kreise im KL. ist nur dadurch gegeben, daß sich ihre Mitglieder gegenseitig stützen und sorgfältig vermeiden, daß ein anders Gesinnter in ihre Aristokratenclique eindringt. Die ganze Moral besteht eben in dem Wörtchen ,, oben bleiben", und dazu gehört, daß man von den Muselmännern und sonstigen Lagerinsassen Abstand wahrt. Den eigenen Kreisen gegenüber ist man in moralischer Beziehung nachgiebig. Man schnüffelt nicht in den Angelegenheiten anderer Blockältesten herum, und vor allem deckt man mit dem Wörtchen ,, Kameradschaft" alle bedenklichen und gefährlichen Handlungen innerhalb der Prominenz liebevoll zu. Sollte dagegen ein Muselmann es wagen, irgendeinen Übergriff zu begehen, und sei es auch nur ein lächerlicher Diebstahl, so schlägt man mit dem bekannten Faustrecht den Betreffenden auf der Stelle nieder. Dann hat man das Recht auf seiner Seite und hat gleichzeitig die Macht der herrschenden Clique befestigt. Was man im einzelnen tut, ist reine Privatsache, die Hauptsache bleibt, daß man das Ansehen und die Haltung des Standes wahrt und die Fäden, die zum Oberhaus hinüberführen, nicht abreißen läßt, denn die Beziehungen, die man zur SS. hat, sind heilig und niemand wage etwa, an diese Fäden zu rühren. Ein Prominenter, der es etwa riskieren sollte, einen Angehörigen der Prominenten- Schicht bei der SS. zu verdächtigen, würde den Haß und die Feindmüßte sich jeder stohlene Kartoffel icht retten kann d, in dem er sich eine Art krank t und Grauen die atsleben erlangen punkt der prom Der Blockälteste Frage: Wie fange icht Amboß, son s, daß man mich at verdrängt, dal gehen nicht über 103 seligkeit der ganzen Häftlingsselbstverwaltung auf sich laden, eben weil diese Clique als Ganzes bemüht ist, sich zur SS.- Verwaltung so freundschaftlich wie irgend möglich zu stellen. jene Typen, herzurichten sauberen Ki auffielen und kigen und er kerten, sie s am besten v und waren n unbegreiflich tausende vo Leben hielt! sicht über di sich nahm, d schicht stütze So etwa die in hundert V Macht über SS.- Mann in Häftlinge wie lassen. Wehe Vorübergehe kung nicht a Es dürfte mir verhältnismäßig schwerfallen, die Moral der SS. gegenüber den Häftlingen zu charakterisieren. Aber auch das ist notwendig, um die Lage der Häftlinge zu verdeutlichen. Der SS.- Mann sieht in seiner Tätigkeit als Aufsichtsperson eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Sicherheit, die Häftlinge sind für ihn Menschenmaterial, das er zu verwalten hat. Soweit dieses Menschenmaterial ihm seine Arbeit als Aufseher erleichtert, ist es gut; soweit die Häftlinge ihn selbst und seine wirtschaftliche und gesellschaftliche Lage gefährden, sind sie nichts als ein häßliches Unkraut. Gut sind daher alle ordentlichen, anständig gekleideten, sauberen Häftlinge und besonders, wenn sie Kapostellen oder Vorarbeiterposten einnehmen, denn dann sind sie eine Unterstützung für die Tätigkeit des SS.- Mannes. Man konnte daher oft beobachten, daß SS.- Leute sich liebenswürdig und sogar kameradschaftlich mit einzelnen Vertretern dieser wohlangezogenen prominenten Schicht unterhielten und sie in jeder Weise förderten. Aber der Muselmann, der Drecksack, der Kranke, der Häftling, der wirklich im Elend saß, war für die SS.- Leute ohne jeden Wert, hatte keine Ansprüche oder Rechte, und war lediglich eine unerwünschte Last. Ein Prominenter konnte das Essen kesselweise verschieben, die Augen der SS. sahen es nicht; denn der Vorarbeiter war ja eine Stütze der von der SS. geschaffenen Ordnung. Dagegen war ein Schwächling oder Kranker, der nicht arbeiten konnte, nicht wert, ihn zu erhalten. Und vollends 104 Mein eige Kampf der si war folgende genwart ein. künftige zog genwart war Tag mit mei schon hier st die Achtung zerstören, ab nicht rauben, Die Selbstach verwaltung auf als Ganzes be Freundschaftlich hwerfallen, die agen zu charak lig, um die Lage SS.- Mann sieht rson eine wirt erheit, die Häft , das er zu ver enmaterial ihm , ist es gut; soeine wirtschaft ährden, sind sie sind daher alle sauberen Häft tellen oder Vornn sind sie eine S.- Mannes. Man 5.- Leute sich lie tlich mit einzel enen prominen eder Weise för Drecksack, der Elend saß, war hatte keine Anglich eine uner nnte das Essen der SS. sahen es eine Stütze der 7. Dagegen war nicht arbeiten Und vollends jene Typen, die es nicht verstanden ein Bett sauber herzurichten, die es nicht für nötig hielten, sich einen sauberen Kittel zu besorgen, überall unangenehm auffielen und das Gesamtbild störten. All diese drekkigen und erbärmlichen Naturen, die das KL. bevölkerten, sie sollte man( nach Ansicht der Aufseher), am besten verbrennen, denn sie nützten zu nichts und waren nur ein unnötiger Ballast. Es war nur die unbegreifliche Liebe des Führers, die diese Hunderttausende von wertlosen Existenzen überhaupt am Leben hielt! Und wenn man als SS.- Mann die Aufsicht über diese Häftlinge als eine bittere Pflicht auf sich nahm, da mußte man sich dabei auf jene Oberschicht stützen, die noch nicht ganz verkommen wari So etwa die moralische Einstellung der SS., die sich in hundert Verordnungen und tausend Verboten die Macht über das Lager sicherte. Es genügte, daß ein SS.- Mann in einer Baracke erschien, um zweihundert Häftlinge wie festgenagelt auf ihrem Platz stehen zu lassen. Wehe demjenigen, der es gewagt hätte, im Vorübergehen an einem SS.- Mann die Kopfbedekkung nicht abzunehmen. Mein eigener moralischer Standpunkt, in dem Kampf der sich gegenüberstehenden Anschauungen, war folgender: Ich richtete mich streng auf die Gegenwart ein. Weder das Vergangene noch das Zukünftige zog ich in meine Kalkulation ein. Diese Gegenwart war todesgefährlich, also rechnete ich jeden Tag mit meinem Tode. Ich sagte mir:., Wenn du schon hier sterben sollst, willst du dir wenigstens die Achtung vor dir selbst erhalten. Sie mögen dich zerstören, aber die Selbstachtung können sie di nicht rauben, solange du sie dir nicht selbst zerstörst. Die Selbstachtung wirst du aber nicht erhalten kön105 nen, wenn dú heimlich zum Schaden anderer lebst; also mußt du es vermeiden, den Mithäftlingen zu schaden. Du kannst grundsätzlich alles tun und lassen, was deinen Kameraden nicht schadet; aber du muẞt dich vor allem hüten, etwas zu tun, was deine Selbstachtung zerstört. Du mußt alles vermeiden, was dir innerlich das Gleichgewicht raubt. Dies setzt voraus, daß du mit solchen Menschen umgehst, die ebenfalls noch Selbstachtung besitzen. Von allen, die hier leben, können nur diejenigen es sein, die um einer Idee oder einer politischen Gesinnung willen hier sind." Meine eigene Selbstachtung forderte es also von mir, daß ich unter den politischen Kameraden meine Freunde suchte, insbesondere jeden un terstützte, der wie ich den Kampf, den täglichen Kampf um die Selbstachtung, führte. Solidarität Es war sch litisch und schwerer, als geistloser abe jedem, verfä deln wollten schwertheit d Aktionen ins schwertheit Leichtfertigk richtig einfäd wirkten sich seren Reihen direkt entgeg sich jeder gu Wohltat war unseren eigen ben. Unser La senhausen en gem Boden, i erbaut. Alle pfleger, Bloc die Schreiber alle wichtige lange Zeit in Es kostete politische Kan lungen einset Kumpelschaft 106 derer lebst; äftlingen zu tun und las Het; aber du , was deine vermeiden, bt. Dies setzt mgehst, die Von allen. es sein, die sinnung wil ung forderte schen Kame ere jeden un en täglichen Solidarität im Konzentrationslager Es war schwer, unter den Verhältnissen im KL. politisch und sittlich einwandfrei zu handeln, viel schwerer, als der Fernstehende ahnen kann. Der Nebel geistloser aber zweckdienlicher Verbote lastete über jedem, verfälschte und verdarb allen, die gut handeln wollten, das Konzept. Es gehörte die Unbeschwertheit der Jugend dazu, hier gemeinschaftliche Aktionen ins Werk zu setzen, und diese Unbeschwertheit konnte im nächsten Augenblick schon Leichtfertigkeit sein. Handlungen, die man gut und richtig einfädelte, schlugen dennoch moralisch fehl, wirkten sich niederschmetternd aus. Überall in unseren Reihen arbeiteten Späher unserem Bestreben direkt entgegen, und unter ihren Augen verwandelte sich jeder gutgezielte Pfeil in einen Bumerang. Als Wohltat war manches angebahnt und ward dennoch unseren eigenen Kameraden oft genug zum Verderben. Unser Lager war 1939 als Außenlager von Sachsenhausen entstanden, äußerlich war es auf sumpfigem Boden, innerlich auf Korruption und Gewalttat erbaut. Alle wichtigen Stellungen( Kapos, Revierpfleger, Blockälteste, Küchenchefs, Proviantkapos, die Schreiberstellen, die Leitung im Arbeitseinsatz), alle wichtigen Positionen waren von Anfang und auf lange Zeit in Händen von Kriminellen. Es kostete einen langen, opfervollen Kampf, ehe politische Kameraden überhaupt zu Solidaritätshandlungen einsetzen konnten. Bis dahin richtete sich die Kumpelschaft der Kriminellen gegen uns. Und dann 107 gingen Jahre dahin, während der die wenigen Politischen an wichtiger Stelle sich aus taktischen Gründen so benehmen mußten, als ob sie sich von den Kriminellen nicht unterschieden. Ein gut dirigierter, anständiger Gewährsmann, von dessen Einfluß im Lager vielleicht Hunderte von Genossen abhingen, erniedrigte sich zum Werkzeug, glaubte, er müsse, um Hunderten ihre Fortarbeit in unserem Sinne zu ermöglichen, sich zum Statthalter der SS. machen, strafen, schlagen, henken und sich damit schwer kompromittieren. Viele bittere Selbstanschuldigungen haben mich beschämt, aber nicht derjenige war der Schlechteste, der weinend bekannte: Ich bin im KL. zum Lumpen geworden, sondern weit minderwertiger ist der, welcher an der Gnadensonne der SS.- Verwaltung offen damit prahlen konnte, sich in der Hölle des KL. ein Leben wie ein Fürst eingerichtet zu haben, und solche gab es. Disziplinarm Würde auslö ja den Häftli Dieses ansta Wort Solid grund. Wer jeder, der se lungen studi nicht aus Lie fühl des Ha etwa der Wu schenken. V dazu, einzel zuhungern, zu, eine Hilf Die erste, Es war ungemein schwer, ja, es war fast nicht möglich, in solchen Verhältnissen( zwischen Krematorium, Galgen, Pfahl, drohendem Abtransport) einwandfrei zu handeln. Die SS. legte es bewußt darauf an, die Gegner des Hitlerismus in KL.s und Moorlagern mit Schwerkriminellen zu untermischen und derartig zu demoralisieren, daß sie von gemeinen Verbrechern kaum noch zu unterscheiden waren. Diese Kameraden sind aber, wenn sie' Delikte begingen, in meinen Augen darum noch keine Verbrecher, sondern Opfer. Der unbeirrbar hohe Ethos einiger weniger adelt auch diejenigen, welche sich verirrten. Die Seltenen aber aus den Lagern der verschiedenen Parteien und Religionsgemeinschaften konnten durch ihre Haltung verhindern, daß die KL.s hinter dem kalten Schein und Trug einer äußeren 108 ein geballter nen, den and KL. Opfer d einmal einer nicht etwa darität, sond spirierte Be zum Kampf der Dummb Sauberkeit, zielle Bevor und dann s möchte wiss zugrunde gi rettet wurde schen, rein Neid vergi Gemeinscha venigen Poli- tischen Grün- sich von den t dirigiertel, n Einfluß im ‚en abhingeN) a er müsse, rem Sinne ZU SS. macheD, damit schwel „nschuldigun jerjenige vor te; Ich bin ID er mindel densonde dei onnte, sich# Fürst einge Yemen Disziplinarmaschine auch den letzten Rest innere1 Würde auslöschten. Die sogenannte Disziplin wurde ja den Häftlingen auch als„Solidarität aufgedrängt. Dieses anständig aussehende, so schön klingende Wort„Solidarität‘‘ enthält in Wahrheit einen Ab- grund. Wer Erfahrung mit Solidaritätsaktionen hat, jeder, der sehenden Auges gemeinschaftliche Hand- lungen studiert hat, weiß, daß zunächst Solidarität nicht aus Liebe entsteht; zumeist ‚inspiriert‘ das Ge- fühl des Hasses, der Mißgunst eher Solidarität, als etwa der Wunsch, einem Menschen ein Stück Brot zu schenken. Viel eher neigen in der Not die Menschen dazu, einzelne auszuschließen, zu verfemen, sie aus- zuhungern,„über die Postenkette zu jagen”, als da- zu, eine Hilfsaktion zu starten. Die erste, die primitive Form der Solidarität ist ein geballter rücksichtsloser Haß gegen den einzel- nen, den anders Denkenden,— und tausend sind im KL. Opfer dieser Art„Solidarität" geworden, ehe einmal einer durch Solidarität gerettet worden ist; nicht etwa die Anregung zum Guten erzeugt Soli- darität, sondern das Mißtrauen; ja, der infam in- spirierte Befehl einer„höheren” Instanz, die sich zum Kampf gegen unentwegte Revolutionäre bewußt „der Dummheit der Massen bedient“. Im Namen der Sauberkeit, des Fleißes, der„Gesundheit wird spe- zielle Bevormundung, Gehorsam, Zwang gefordert und dann schönfärbend„Solidarität genannt. Ich möchte wissen, wie viele an Solidaritätshaß im KL zugrunde gingen, ehe der erste durch Solidarität ge- rettet wurde. Aus dieser falschen, tief verbrecheri- schen, rein negativen, vom Haß erzeugten und vom Neid vergifteten Besserwisserei der sogenannten Gemeinschaft jene höhere Form von Menschlichkeit 109 - zu erziehen, aus der ursprünglichen Solidarität des reinen Hasses in langjähriger innerer Erziehung eine Solidarität der Liebe heranzubilden, war die unumgängliche Aufgabe der wenigen unserer Kameraden, deren innerer Glaube an Gott und Menschlichkeit, an Démokratie und Gesetz aus Granit gebildet ist und solche gab es natürlich nur wenige, denn hassen ist billiger, hassen ist leichter als lieben. 90 v. H. der Solidarität der Menschen ist unrein und vom Ubel; .die restlichen 10 v. H. müßten erst geprüft werden. ob sie richtig überlegt und richtig gelenkt sind. Wir wußte wies es aufs geschaffenen den. Wir alle ten ausgeset der SS., son schwere Hie ten viel zu l als die Kapo von ihren Ge erhielten, V mehr davon linge boten s an, um vor G Unter solche durchzuführe Kapo, jeder der ihm anv und Blockält standen es, a Einige allerdings waren sich damals schon, in der grauen, tödlichen Misere des KL.s, ihrer Sendung bewußt, ahnten es und sprachen es aus, daß von uns einmal die Kultur ausstrahlen, daß von den armen Gefangenen der KL.s und Zuchthäuser die deutsche Erneuerung dereinst ausgehen würde, und diese Erkenntnis machte uns stark in Momenten der furchtbarsten Not. Es mag unser Nachteil sein, daß wir nunmehr alles in der Welt unter dem Gesichtspunkt unserer KL.- Jahre ansehen müssen aber dies läßt auch alles Unwesentliche und den Rest bürgerlicher Empfindlichkeiten von uns absinken. Wir tragen die Bereitschaft in uns, lieber noch einmal ins KL. zu gehen, als nicht am Aufbau einer neuen Welt verantwortlich mitzuarbeiten, die wir vorbereitet, vorgelitten und verdient haben. Wir können die wesentlichen Wahrheiten nicht leugnen, die jeder einzelne von uns sich dort errang. Das Wesentlichste aber ist, daß dem physischen Tod in der Vergangenheit von den Bürgern eine übertriebene Bedeutung beigelegt worden ist, daß die echten, die menschlichen Wahrheiten sogar in der Erniedrigung grauer KZ.- Läger sich wirkungsvoll verteidigen lassen. 110 Brocken der brauch zu o der Häftlinge dem ist es do eine solidari lich, der Zufa raden plötzlic mit Transpor kompanie- sten Gefährd Besten das K eine Beute de die endlich Lumperei und idarität des ziehung eine I die unumKameraden, mschlichkeit, ebildet ist- denn hassen 90 v. H. der dvom Ubel; rüft werden. kt sind. schon, in der rer Sendung Wir wußten zwar alle, und jeder Tag im KL, bewies es aufs neue, daß Hunderttausende die bewußt geschaffenen Leiden der KL.s nicht überstehen würden. Wir alle waren der Willkür der SS.- Mannschaften ausgesetzt. Jeder einzelne erhielt nicht nur von der SS., sondern auch von den kriminellen Kapos schwere Hiebe. Besonders die ersten Ausländer hatten viel zu leiden. Sie wußten keinen anderen Weg. als die Kapos zu korrumpieren; sie gaben den Kapos von ihren Geldunterstützungen, die sie von zu Haus erhielten, von ihren Paketen, oft die Hälfte oder mehr davon ab, um Ruhe zu bekommen. Junge Häftlinge boten sich ihrem Kapo als Medium( Lustknabe) an, um vor Quälereien und Schikanen sicher zu sein. Unter solchen Verhältnissen Solidaritätsaktionen durchzuführen, war immerhin ein Wagnis. Jeder Kapo, jeder Blockälteste bestimmte über das Leben der ihm anvertrauten Häftlinge. Viele dieser Kapos und Blockältesten, aber auch andere Kameraden verstanden es, auf Kosten anderer Häftlinge die letzten Brocken der kärglichen Kost für ihren eigenen Gebrauch zu organisieren, während die breite Masse der Häftlinge nur heißes Wasser erhielt, und bei alledem ist es doch noch möglich gewesen, nach und nach eine solidarische Gemeinschaft aufzurichten. Freilich, der Zufall des Verreckens riẞ die besten Kameraden plötzlich hinweg. Er griff hierhin und dorthin- mit Transporten, Seuchen, Hinrichtungen und Strafkompanie die Besten sind auch immer die am meisten Gefährdeten. So haben nur wenige von den Besten das KL.- Leben überstanden, aber jene, die eine Beute des grausigen Zufalls wurden, und einige, die endlich doch die Not überstanden, haben trotz Lumperei und Gewissenlosigkeit der Menge auf undaß von uns den armen die deutsche and diese Er nder furchtein, daß wir Gesichtspunkt er dies läßt bürgerlicher ir tragen die l ins KL. zu en Welt ver bereitet, vor nen die we die jeder ein Wesentlichste Vergangen e Bedeutung die menschigung grauer en lassen. - 111 erklärliche Weise Werke der Solidarität vollbracht, die wie Inseln aus dem zerreibenden Betrieb, aus dem schmutzigen Chaos der KL.- Misere hervorragen. Solidarität ist mehr als Kumpelschaft, steht über jeder Parteigebundenheit. Das Werk der Solidarität wurde erst möglich, als es 1943 endlich den Politischen gelang, außer der Stellung des Lagerältesten die Plätze des Arbeitseinsatzes, der Blockältesten, der Kapos, der Lazarette, des Proviantraums usw. zu besetzen. In geheimen Gruppen hatten wir schon immer politische Ereignisse diskutiert, von Anfang an; aber als nunmehr aus dem gesamten europäischen Ausland Zugänge kamen, entstand eine neue Situation im Lager. Solidarität ist nur möglich im lebendigen Ausblick auf die ganze Menschheit, und dieser Ausblick war ab 1943 gegeben. mals Solidarität KL. möglich ge worden unter be bruch tuenden werden, wo imm Nur wer die überwunden hat kend in das Zers eingreifen. Als j gabe erhielt, all genen zusamme tung, als durch Russen, Polen, J mehr auf neue bilden, die reg eine Verantwor Es war eine Leb spielsweise bei beit im Schlamm in die warme Ha der Befehl eines desurteil sein. D gründen, die A des Todes. An s das Nazisystem Insassen dem si gestorben sein, sollte leben? W schließen, daß Wenn, wie ich gesagt habe, nur einige wenige den Mut aufbrachten, sich solidarisch zu betätigen, ist dies um so größer. Männer aller Nationen, aller Parfeien und Gemeinschaften der Religion nahmen daran teil. Immerhin waren die deutschen politischen Gefangenen, trotz der blamablen Umstände, die Hauptträger dieser Solidaritätsaktion, und ihr Verdienst ist um so ehrfurchtgebietender, als gerade das deutsche Volk unsäglich arm ist an wirklicher Gesinnung, an wahrhaft überlegenem, edlem Charakter. Die deutschen politischen Gefangenen, die in jahrelangem, unterirdischem, zähem Kampf mitleidlos gegen sich selbst dieses Ziel erstrebt hatten, erreichten nun verhältnismäßig schnell eine Zusammenarbeit mit Franzosen, Belgiern, Holländern, Jugoslawen, Russen, Polen, Tschechen, Italienern, Norwegern, Spaniern, Dänen und Österreichern Man kann zweifeln, ob ohne diese internationale Hilfe je112 die wertvollen ten, während u beschlossenen So hieß also hie unbarmherzige 8 Meier: So war es vollbracht. Betrieb, aus e hervorrachaft, steht rk der Soliendlich den des Lagerder Blockes Proviantappen hatten skutiert, von esamten eumtstand eine nur möglich Menschheit, en. wenige den etätigen, ist en, aller Parnahmen darpolitischen nstände, die und ihr Vers gerade das Firklicher Gelem Charak enen, die in ampf mitleidot hatten, ereine Zusamlländern, Jualienern, Noreichern Man nale Hilfe je mals Solidarität von größerem Format im deutschen KL. möglich gewesen wäre. Aber sie ist geleistet worden unter besonderen, der Menschlichkeit Abbruch tuenden Umständen, und das muß bedacht werden, wo immer man sie bewertet. Nur wer die Lumperei der Todesfurcht in sich überwunden hatte, konnte sinnvoll und sittlich lenkend in das Zerstörungswerk des Todes auswählend eingreifen. Als jeder zuverlässige Kamerad die Aufgabe erhielt, alle ihm bekannten politischen Gefangenen zusammenzufassen zwecks solidarischer Haltung, als durch systematische Arbeit unter den Russen, Polen, Jugoslawen, Tschechen usw., es nunmehr auf neue Art angestrebt wurde, Gruppen zu bilden, die regelmäßig zusammenkamen, entstand eine Verantwortung, die alles Bisherige überstieg Es war eine Lebensfrage für den Häftling, ob er beispielsweise bei schwerem Regenwetter zu einer Arbeit im Schlamm des Kanals geschickt wurde, oder in die warme Halle des Klinkerwerkes. Somit konnte der Befehl eines Kapos, eines Blockältesten ein Todesurteil sein. Die Postenbesetzung aus Solidaritätsgründen, die Auswahl also, war überall Werkzeug des Todes. An sich war es jedem Sehenden klar, daß das Nazisystem von vornherein ein Drittel der KL.Insassen dem sicheren Tode geweiht hatte. Es mußte gestorben sein, die Frage an uns war nur noch: Wer sollte leben? Wir können die Augen davor nicht verschließen, daß Aufgabe der Solidarität sein mußte, die wertvollen Kräfte einer späteren Zeit zu erhalten, während unsagbar viele der von anderer Seite beschlossenen Vernichtung preisgegeben wurden. So hieß also hier im KL. Solidarität üben zugleich in unbarmherziger Weise Schicksal bestimmen. Und 8 Meier: So war es 113 die, welche benachteiligt waren, wehrten sich oft mit Erfolg; mehr als einmal war es nahe daran, daß solche in unserem auf Korruption und Gewalt aufgebauten Lager die Sache der Solidarität in Gefahr brachten. Oft zerrissen die Verbindungen zwischen den einzelnen Gruppen, oft verpfiffen Provokateure unsere geheime Tätigkeit. Ich habe in der letzten Zeit täglich neu damit gerechnet, noch am selben Abend gehängt zu werden und hatte mich auch an diesen Gedanken gewöhnt. Es hat aber immer mein Gewissen bedrückt, daß ich, wenn es mir gelang einen Kameraden von einem gefährlichen Transport zurückzuhalten, vielleicht damit automatisch irgendeinen andern nötigte, an seiner Stelle dem Tod in die Arme zu laufen. Wir alle waren nur Kreaturen, und es liegt mir fern, unsere Taten hinterher zu vergöttlichen. " Dabei ging de weiter, Durch leitung, daß Hilfe im Lage rück, andere diese bitteren Getreuen, sor schuldig dara Aber die fürchterlichen Wahrheiten können niemals die Leistung unserer Solidarität abschwächen Wir forderten alle Politischen auf, aus der zwingenden Lage heraus den Kampf auf uns zu nehmen, alle wichtigen Funktionen an uns zu reißen, um sämtliche politischen Kameraden zu schützen, gerechtere Zustände einzuführen und von jeder Gruppe aller Nationen ein Nationalkomitee zu schaffen." So heißt es im Bericht eines Kameraden über diese Zeit. In der Tat gelang es nun binnen kurzer Zeit, ein internationales Komitee von zwölf Kameraden zu bilden. Mit Hilfe der Kameraden in besseren Arbeitsplätzen wurde den ärmeren geholfen. Die Unterstützung der Kameraden in wirtschaftlichen Stellen ermöglichte es, für unsere Kranken und Unterernährten Lebensmittel und Kleider extra zu besorgen, die dann später durch die nationalen Gruppen verteilt wurden. 114 ter den Kame ven Nazis, si wir diese Sch meraden sich zu pfählen, z allein auch si Menschen ret überlassen m Das uns be sich in keine ernd durch di wir aus Solid wollten, Nach schah es ohne seits standen. Solidarität, di zung der Laz die Möglichk abgelehnte k terzubringen, Hilfe zu unt wichtig für u vor vielen C rechtzeitiges zugrunde gin wechslung ih 8* Iten sich oft e daran, daß Gewalt auf tät in Gefahr Jen zwischen Provokateure n der letzten ch am selben mich auch an immer mein mir gelang en Transport atisch irgend e dem Tod in ur Kreaturen erher zu ver können nie abschwächen der zwingennehmen, alle en, um samten, gerechtere Gruppe aller fen." So heißt diese Zeit. In Zeit, ein inter den zu bilden Arbeitsplätzen erstützung der a ermöglichte hrten Lebensdie dann spaerteilt wurden Dabei ging der Kampf gegen die Lumperei naturlich weiter. Durch Verrat drang das Gerücht zur Lagerleitung, daß eine Organisation gleich einer roten Hilfe im Lager bestand. Manche zogen sich nun zurück, andere gingen zu den Feinden über. Aber alle diese bitteren Wahrheiten sagen wir nicht unseren Getreuen, sondern den Faschisten. Die Nazis sind schuldig daran, daß es Streberei und Lumperei unter den Kameraden gegeben hat, sie allein, die aktiven Nazis, sind die Urheber,( unser Atem stockt, da wir diese Schmach berichten!) wenn politische Kameraden sich nötigen ließen, zu zinken, zu schlagen, zu pfählen, zu töten, im Auftrag der SS. Und sie allein auch sind die Schuldigen, daß wir, indem wir Menschen retteten, andere arme Menschen dem Tod überlassen mußten. Das uns bewilligte Kontingent an Nahrung war an sich in keiner Weise ausreichend und wurde dauernd durch die Diebereien der SS. beschnitten. Wenn wir aus Solidaritätsgründen denen, die wir erhalten wollten, Nachschlag und Zukost verabreichten, geschah es ohne Zweifel auf Kosten derjenigen, die abseits standen. Immerhin gab es auch eine Form der Solidarität, die niemand schädigte. ,, Durch die Besetzung der Lazarettpflegerstellen( Revier) hatten wir die Möglichkeit, von der SS. für den Krankenbau abgelehnte kranke Häftlinge trotzdem im Revier unterzubringen, sie mit Medikamenten und sonstiger Hilfe zu unterstützen. Das Revier war besonders wichtig für uns, da wir hierdurch unsere Kameraden vor vielen Gefahren schützen konnten, wie z. B. rechtzeitiges Einschieben ins Revier, bevor sie ganz zugrunde gingen. Umtausch von Toten und Auswechslung ihrer Papiere mit denen der Kameraden, 8* 115 die gehängt werden sollten, war möglich, ebenso Fortschaffen auf Transporten, Umtausch beim Spritzen, bei Selektionen und anderen Versuchen." Dies sind Angaben eines der besten Kameraden, der unentwegt an dem Aufbau der Solidarität teilnahm. Ich selbst habe ein Kommando von Schreibern eigens zu dem Zweck organisiert, um schwachen Häftlingen, meist Ausländern, die Möglichkeit zu geben, im Trockenen zu sitzen und über Herbst und Winter hinauszukommen. So war es, dies war das Wesen der Solidarität im Lager, es war nicht von Fanfarentönen begleitet, sondern geschah mühevoll in der Stille und trug wenig Ruhm ein. Die wenigen aber, die zu jeder Stunde auch in der abgründigsten Zerrüttung der Moral auf dem Posten waren, mußten hart sein. Nicht, daß wir an sich solche Kameraden ausgeschlossen hätten, die mittun wollten. Im allgemeinen wurden auch hier die Anständigen unter den Kriminellen zugelassen, denn solche gab es. Der Weg zur Teilnahme an kameradschaftlichen Handlungen durfte ihnen nicht versperrt werden, wenn sie erprobt waren. Aber hart mußten wir sein, wo schwächliche, weiche oder bösartige Menschen unser Werk gefährdeten. Der Aufbau eines weitverzweigten Apparates für die Solidarität konnte nicht durch Inkonsequenz gefährdet werden. Schon 1944 war es so weit, daß wir über größere Lebensmittelmengen verfügen konnten. Damals kamen Häftlinge der nordischen Länder ins Lager. Wir erreichten, daß täglich ein Rollwagen voll Lebensmittel für alle ausländischen Gruppen über unsere Kameraden von der Schreibstube, an Hand der Stärke jeder Nation, gleichmäßig verteilt ward. Unsere Kameraden im Bunker wurden mit allen Mit116 teln besonder Kreuz- Pakete für die russis zu spenden. men, jedem Gefangenen druck unsere ten Gemeins Hunderten u rettet, und is ins KL. hinei tetem Horiz Verdienst de haben die Au ben den gül menschlicher menschheitsf Hitlersystem nen, letzten F der kulturell eine national zuwege gebra staatlichen D den ein kurz den deutsche tionen gedan liche Tätigk feierlichen A alle Kamera heitlichen G menschlichen Damit sind adresse der Zusammenbr ich, ebenso beim Spritchen." Dies len, der uneilnahm. Ich n eigens zu Häftlingen, geben, im und Winter olidarität im n begleitet, and trug weeder Stunde r Moral auf cht, daß wir ssen hätten, en auch hier zugelassen, ahme an kaihnen nicht waren. Aber weiche oder ardeten. Der s für die Somnz gefährdet aß wir über konnten. Dainder ins LaAlwagen voll ruppen über De, an Hand erteilt ward mit allen Mitteln besonders versorgt. Und als dann 1945 die RoteKreuz- Pakete eintrafen, wetteiferten alle Nationen, für die russischen und deutschen Kameraden Pakete zu spenden. Über tausend Pakete kamen hier zusammen, jedem russischen und deutschen politischen Gefangenen konnte ein Paket gegeben werden, Aus< druck unserer, in grauer Not endlich doch erreichten Gemeinschaft. Haben wir nun auf diese Weise Hunderten unserer besten Kameraden das Leben gerettet, und ist mancher Kamerad, der als Deutscher ins KL. hineinging, als wahrer Europäer mit geweitetem Horizont herausgekommen, so ist das nicht Verdienst des deutschen Volkes. Einige wenige nur haben die Aufgabe angepackt und sie erfüllt; sie haben den gültigen Beweis für den letzten Rest von menschlicher Würde geliefert, der uns trotz der menschheitsfeindlichen Bestialität der Schergen des Hitlersystems nicht ganz verloren ging. Diesen kleinen, letzten Rest aufzuzeigen, halte ich im Angesicht der kulturellen und moralischen Umnachtung für eine nationale Pflicht; denn dieser letzte Rest hat es zuwege gebracht, daß in der Stunde unserer tiefsten staatlichen Demütigung die ausländischen Kameraden ein kurzes Schreiben an uns richteten, worin den deutschen politischen Kameraden von allen Nationen gedankt wurde für ihre ,, herrliche, vorbildliche Tätigkeit im KL. Neuengamme". Bei einem feierlichen Abschied im Mai 1945 versicherten sich alle Kameraden des Komitees, auf derselben einheitlichen Grundlage wie bisher das Werk der menschlichen Solidarität fortzusetzen. Damit sind jene Wenigen, an die sich die Dankadresse der Nationen im Augenblick des deutschen Zusammenbruches richtete, nach all den Leiden die 117 einzigen politischen Garanten der deutschen Zu- kunft. Je mehr Verbrecher und Lumpen es hüben und drüben gab, um so größer ist das menschliche Verdienst dieser wenigen, die aufrecht gingen und sich nicht anstecken ließen. „Dennoch haben die deutschen Antifaschisten es verstanden, uns bedeutende Hilfe zu gewähren, und zwar im Arbeitseinsatz, wo die Antifaschisten aller Länder mit Albin Lüdke zusammen gearbeitet haben, in der Effektenkammer, im Bad, im Proviantraum, in der Lagerschreibstube und in allen anderen zentra- len Funktionen des Lagers, wo tschechische, franzö- sische, belgische, polnische Antifaschisten den An- gehörigen aller Nationen tatkräftige Hilfe erwiesen. Tausende würden heute nicht mehr leben, wenn die französischen, polnischen, deutschen, belgischen und die übrigen Häftlingsärzte und Häftlingspfleger nicht aufopfernd gewirkt hätten.” (Aus derErklärung der Mitglieder desinternationa len Komitees des KL. Neuengamme-— vom Mai 1945.) Bewaffnetes] Und dennoct andern, besond spart blieb. Ar mittag, als die Jamme angetr: es:„Alles, auf ESSen wegtrete send Reichsde ner, Polen, Fr ilten, um Sich ben, Wurde un: Galgen wurde Häftling, den Aus dem Bunk ter Thumann und Verschied, tschen Zues hüben menschliche gingen und schisten es währen, und histen aller eitet haben, antraum, in ren zentrache, franzöen den Ane erwiesen. , wenn die ischen und fleger nicht nternationa Mai 1945) Bewaffnetes KL. Und dennoch, die Reichsdeutschen gingen einen andern, besonders bitteren Weg, der den andern erspart blieb. Am 5. November 1944, einem Sonntagmittag, als die gesamten Häftlinge des Lagers Neuengamme angetreten auf dem Appellplatz standen, hieß es: ,, Alles, außer den Reichsdeutschen, zum Mittagessen wegtreten!" Wir waren nur noch etwa eintausend Reichsdeutsche. Während Tschechen, Italiener, Polen, Franzosen, Spanier usw. in die Blocks eilten, um sich ihr Sonntagsmittagessen einzuverleiben, wurde uns ein besonderes Schauspiel zuteil. Der Galgen wurde auf dem Appellplatz aufgebaut. Ein Häftling, den wir als Vorarbeiter kannten, wurde aus dem Bunker herbeigeführt. Schutzhaftlagerführer Thumann, der famose Dreimann, der Lagerarzt und verschiedene andere Ehrenträger traten in die Nähe des Galgens, um den wir ein Karree gebildet hatten. Thumann verlas ein Schreiben folgenden Inhalts: der Häftling, den man uns jetzt in Zebrakleidung aus dem Bunker vorführte, hätte die Gelegenheit gehabt, sich an der Front zu bewähren. Auf dem Wege vom KL. Sachsenhausen nach der Front hätte er die Flucht ergriffen. Thumann machte eine Pause, spitzte seine Lippen und befahl laut und vernehmlich: ,, Aufhängen!" Darauf wurde der betreffende Kamerad vor unseren Augen erhängt. Wir sahen ihn noch in der Schlinge zappeln, als schon ein weiterer Befehl erfolgte: ,, Die Reichsdeutschen zum Mittagessen wegtreten!"- - 119 Häftlinge so gut men und ander sorgt wurden. D sprache, in der früher war, ist v wie ich zu den hat zu euch das früheren Verfeh Ich wünsche nic in irgendeine V nem von euch h zuwendet. Ich ka ihr euch hier in warte von euch, der Front bewäh auf den Führer e Thumanns wurd Festessen trakti Ich machte gegenüber einem Kameraden eine bissige Bemerkung: ,, Dies hat etwas zu bedeuten, wir müssen uns auf etwas gefaßt machen!" Und richtig, es dauerte nicht lange, so sollte sich mein Gefühl bewahrheiten. Am Montag, dem 6. November 1944, wurde ich mit einundsiebenzig anderen reichsdeutschen Häftlingen auf die Schreibstube befohlen. Dort saẞen drei Unterscharführer der SS. mit fertiggestellten Soldbüchern. Es fehlte in den Soldbüchern lediglich poch unsere Photographie und unsere Unterschrift. Uns wurden die Soldbücher einzeln zur Unterschrift vorgelegt. Nachdem dies getan war( mit Hinblick auf den Galgen hatte keiner seine Unterschrift verweigert), wurden alle zweiundsiebenzig Personen noch am gleichen Abend im Häftlingsrevier aufgerufen. Jeder von uns mußte einen Waffenrock der SS. anziehen und in diesem Ehrenkleide wurden wir photographiert. Der Teufel wollte es, daß sämtliche Photographien aus irgendeinem technischen Grunde mißlangen. Darum wurden wir in der Nacht zwischen zwölf und ein Uhr alle zweiundsiebenzig Mann aus dem Bett geholt, noch einmal in eine SS.- Jacke gesteckt und noch einmal photographiert. Am nächsten Morgen wurden wir pro forma dem Arzt vorgeführt und alle k. v. geschrieben, mit Ausnahme eines einzigen, der ein gebrochenes Bein hatte. Am 7. November erhielt die SS. den Befehl, ihre Mäntel und einen Teil ihrer überflüssigen Uniformstücke auf der Kammer abzugeben, und diese Uniformen, die unsere Peiniger bis dahin getragen hatten, mußten wir nun anziehen, um unseren Frontdienst anzutreten. Thumann selbst erhöhte sein Verdienst um den nationalsozialistischen Staat, indem er mit großem Eifer dafür sorgte, daß wir 120 des ausgezahlt, verschiedene Ch mann, kamen z Hände zu schü der sich immer kam nicht, denn Wir fuhren dan wir wiederum S Zloty, welche denn in Krakau wir durften auc treten, sondern Zloty mit in di waren. Hier nun, an kei, in dem klei a | Häftlinge so gut wie irgend möglich mit SS.-Unifor men und anderen Ausrüstungsgegenständen ver- - sorgt wurden. Dann hielt er uns eine Abschiedsan sprache, in der er etwa folgendes ausführte:„Was - früher war, ist vergessen. Ihr gehört jetzt genau so wie ich zu den SS.-Männern. Der Reichsführer SS hat zu euch das Vertrauen, daß ihr an der Front eure früheren Verfehlungen wieder ausgleichen werdet. Ich wünsche nicht, daß ihr noch mit den Häftlingen in irgendeine Verbindung tretet. Ich will von kei- mem von euch hören, daß er dem Feind den Rücken zuwendet, Ich kann, euch in dieser Stunde sagen, daß ihr euch hier im Lager bewährt habt,- und ich er- - warte von euch, daß ihr euch so wie bisher auch an der Front bewähren werdet.” Mit einem„Sieg Heil!“ auf den Führer endete er seine Rede. Nach der Rede Thumanns wurden wir in der SS.-Kantine mit einem ' Festessen traktiert, bekamen einen Teil unseres Sol- - des ausgezahlt, Freibier wurde uns gespendet und verschiedene Chargierte der SS., darunter auch Drei mann, kamen zu uns in die Kantine, um uns die Hände zu schütteln. Allein der einzige SS.-Mann - der sich immer in allen Fällen anständig gezeigt hatte, kam nicht, denn er hatte das Theater durchschaut. Wir fuhren dann am nächsten Tag nach Krakau, wo wir wiederum Sold ausgezahlt erhielten, diesmal in Zloty, welche keiner von uns verwenden konnte, denn in Krakau florierte der schwarze Markt, und Wir durften auch gar nicht in Freiheit die Stadt be- treten, sondern wir mußten wohl oder übel unsere Zloty mit in die Slowakei nehmen, wo sie wertlos Waren, Hier nun, an Ort und Stelle, im Süden der Slowa - kei, in dem kleinen Orte Diwiaki, hielt uns der Pcli E 3 | 1] 121 Pe RE TOE ade i ” Bi; zei- Major Falter, der Kommandeur des betreffenden Bataillons der Sturmbrigade Dirlewanger eine Begrüßungsansprache: ,, Ich begrüße Sie zu Beginn Ihrer Ausbildungszeit als Kommandeur Ihres Bataillons und als Kamerad, denn hier in der Sturmbrigade Dirlewanger ist jeder gleich. Ich bin SS.- Grenadier so gut wie jeder von Ihnen. Auch ich habe in meinem Leben Schiffbruch erlitten wie Sie, und auch ich bemühe mich hier an der Front, mich als SS.- Grenadier zu bewähren. Wir alle haben die Aufgabe, im Kampf gegen Banden und Heckenschützen unseren soldatischen Mut und unseren redlichen Willen, das Reich zu schützen, unter Beweis zu stellen. Es ist hier bei uns nicht wie in anderen Einheiten der Wehrmacht, denn wir sind Freiwillige, und an uns werden daher besondere Forderungen gestellt. Sehen Sie zu, daß Sie die Gelegenheit, die der Führer Ihnen gegeben hat, benutzen, und daß Sie Ihre Uniform in Ehren tragen, denn ich muß Sie darauf hinweisen, daß wir in diesem Truppenteil auch unsere besonderen Gesetze und unsere besonderen Gepflogenheiten haben." Zahlen Jedes der 37 g chau, Sachsenhau hatte viele Au Hamburg führte davon hatte das allein 2700 Häftl Lübberstedt 3500 Hauptlägern ga Konzentrationslä Das Lager Bu Nebenlägern ko und 11. 4. 45) 25 ben oder ermord in Maidanek und nen, in Gaskam tolterten, durch ten sind so unge stellungskraft ni Hieran schloß sich dann das berühmte ,, Sieg Heil!" Diese Rede habe ich nur dem Inhalt, nicht den Worten nach wiedergegeben. Polizei- Major Falter, der als SS.- Grenadier wie wir seinen Dienst tat, kam dann sehr bald in die Verlegenheit, seine Andeutungen in die Tat umzusetzen, denn auch in der Sturmbrigade Dirlewanger gab es Prügelstrafen und Exekutionen. Wir empfanden uns selbst als bewaffnetes KL. und wurden auch als solches betrachtet. machen. 122 etreffenden er eine Be usbildungs dals Kame wanger ist t wie jeder eben Schiff mühe mich zu bewäh ampf gegen oldatischen s Reich zu mier bei uns macht, denn rden daher Sie zu, daß en gegeben m in Ehren en, daß wir nderen Gemheiten ha Sieg Heill" at den Wor Falter, der st tat, kam Andeutunder Sturmn und Exebewaffnetes chtet Zahlen Jedes der 37 großen Konzentrationsläger wie Da chau, Sachsenhausen, Groß- Rosen, Buchenwald usw. hatte viele Außenkommandos. Neuengamme bei Hamburg führte nicht weniger als 53 Nebenläger, davon hatte das größte( Stahlwerke, Braunschweig) allein 2700 Häftlinge, das größte weibliche Lager in Lübberstedt 3500 Jüdinnen. Neben den 37 großen Hauptlägern gab es zahlreiche kleinere deutsche Konzentrationsläger, die in die Hunderte gehen! Das Lager Buchenwald mit seinen rund hundert Nebenlägern konsumierte( zwischen dem 15. 7. 37 und 11. 4. 45) 250 000 Häftlinge, wovon 51 000 starben oder ermordet wurden! Die Millionenzahlen der in Maidanek und Auschwitz nachweislich Erschossenen, in Gaskammern Getöteten, Aufgehängten, Getolterten, durch Gewalttaten und Hunger Vernichteten sind so ungeheuerlich, daß die menschliche Vorstellungskraft nicht ausreicht, sich ein Bild davon zu machen. 123 Statistische Berichte über KL. KL. Neuengamme: 95 000 Häftlinge, davon männlich 84 000, weiblich 11000; gestorben 36 000 von März 1940 bis 1945; 5 angeschlossene Betriebe, 60 Außenkommandos mit 25 000, da von 17 weibliche mit 11 000. KL. Buchenwald: 250 000, gestorben 51.000. 66 Außenkommandos mit 64 000, 26 weibliche Außenkommandos mit 24 500 Häftlingen KL Auschwitz: 4 Millionen Häftlinge vergast and ermordet, die nur durchgegangen sind Auschwitz hatte einen gewöhnlichen Lager bestand von 90 000, alle 3 Lager zusammen KL Mittelbau Dora: Außenkommando Po chenwald, 30 000 Lagerbestand; 13 Außenkom mandos 17 000 männliche Häftlinge. KL Ravensbrück: Lagerbestand 108 000 Frauen, Außenkommandos 26 mit 34 000 weiblichen Häftlingen. KL Sachsenhausen: 360 000, gestorben 89 000; 32 Außenkommandos mit 23 500 männlichen, 6 Außenkommandos mit 4 200 weiblichen Häftlingen. Außenkom Meppen- Vers Dahlum: 1500 Verden an de Mölln: 10 ve Jung- Ol Ham Truppenwirts Nationen Wöbblin b. L Lerbeck b. P Porta Westfa dene Nati Hammerwerk Helmstedt( S Ahlem b. Ha Accu Hannov Franz. Lengerich( S Nationen) Blohm& Vol Deschimag, B Deschimag, B Deutsche We Hanomag, Ha Deurag, Han Lütjenburg: Phrix- Werke Reichswerke 2700 Russ Stahlwerke, sche KL Lager Groß- Rosen: Lagerbestand 100 000 bis Anfang 1943: 20 000 deutsche Tote; 70 Außenkommandos mit 70 000 Häftlingen; im Winter 1941 kamen 2000 Russen ins Lager, im Februar 1945 waren nur noch 25 davon am Leben. KL. Dachau: Lagerbestand 130 000. Stülckenweri 124 Außenkommandos KL. Neuengamme männlich Meppen- Versen: 2000 Holl., Russ. Dahlum: 1500 Holl., Russ., Pol. Verden an der Aller: 8 verschiedene Nationen Mölln: 10 verschiedene Nationen Jung- Ol Hamburg: 150( verschiedene Nationen) Truppenwirtschaftslager Braunschweig: 10 verschiedene Nationen Wöbblin b. Ludwigslust: 1000 Holl., Russ., Pol., Franz Lerbeck b. Porta Westfalika( verschiedene Nationen) Porta Westfalika( SS.- Führungsstab A 2): 1200( verschie dene Nationen) Hammerwerke Porta: 60( verschiedene Nationen) Helmstedt( SS.- Führungsstab A 3): 1300 Russ., Pol., Franz Ahlem b. Hannover: 900 poln. Juden Accu Hannover- Stöcken: 1900 Russ., Pol., Jug., Ital., Holl Franz. Lengerich( SS.- Führungsstab A 1): 200( verschiedene Nationen) Blohm& Voß, Hamburg: 430 Russ., Pol. Deschimag, Bremen- Blumenthal: 950 Pol. Deschimag, Bremen- Schützenhof: 700 Russ., Pol. Deutsche Werft, Hamburg: 400 Russ., Pol., Franz. Hanomag, Hannover: 500( verschiedene Nationen) Deurag, Hannover- Miesburg: 1000 Russ., Pol. Lütjenburg: 200( verschiedene Nationen) Phrix- Werke, Wittenberge: 450 Russ., Pol. Reichswerke Hermann Göring, Drütte- Braunschweig 2700 Russ., Pol., Franz., Deutsche Stahlwerke, Braunschweig: 2800 Russ., Pol., Franz.. Deut sche Stülcken werft, Hamburg: 500 Ung Juden 125 Volkswagenwerk Fallersleben: 780( verschied. Nationen) Hornisse", Bremen- Osterort, Lager Rispot: 800( ver schiedene Nationen) Farge- Bremen, Valentin": 2700 Russ., Pol. " Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven: 1000( verschiedene Nationen) Fliegerhorst, Kaltenkirchen: 450( verschiedene Nationen) Reichsbahndirektion Ulzen: 500( verschiedene Nationen) Hamburg- Spaldingstraße 2000 Russ., Pol., Est., Lett. Holl., Franz. Hamburg- Dessauer Ufer: 1500( verschiedene Nationen) Bullenhuserdamm, Hamburg: 600( verschied. Nationen Baubrigade Osnabrück: Ende 1943 aufgelöst Baubrigade Bremen: Juni 1944 aufgelöst( Kdo. nach Ber lin gekommen) Baubrigade Hamburg: Juni 1944 aufgelöst( Kdo. nach Berlin gekommen) Baubrigade Alderney: während der Invasion z. T. zurück gezogen Kdo. Husum: November 1944 aufgelöst( nach Neuen gamme) Kdo. Ladelund: November 1944 aufgelöst( nach Neuen Inhaltsangabe Einleitung Photographieren Die verschiedener Die Soziologie de Wir sind die Elite Die Liebe im KL Besonders eindru Gebräuchliche Au Arbeitsstätten im Interessante Cha Ein Kapo Moral und Strafe Solidarität im Ko gamme) weiblich Hamburg- Eidelstedt: 500 Ung Jüdinnen Hamburg- Tiefstack ,,, Diagowerke": 500 Ung. Jüdinne Hamburg- Sasel: 500 Ung. Jüdinnen Bremen- Vegesack: 500 Ung. Jüdinnen Braunschweig( SS.- Reitschule) Bergbau Salzgitter: 300 Jüdinnen Brinker- Eisenwerk, Hannover: 450( verschied. Nationen) Conti- Werke, Hannover- Limmer: 600 Pol., Franz. Dräger- Werke, Hamburg- Wandsbek: 780 Pol. Draht- und Metallwarenfabrik, Salzwedel: 1170 Jüdinnen Kettenwerke Langenhorn: 540( verschiedene Nationen) Lederwerke, Horneburg/ Elbe: 300( verschied. Nationen) Lufthauptmunitionsanstalt Lübberstadt: 3500 Jüdinnen 126 Bewaffnetes KL. Zahlen Statistische Beric Außenkommando ed. Nationen) pot: 800( ver Inhaltsangabe ( verschiedene ene Nationen) ene Nationen) Einleitung 1., Est, Lett. Photographieren Die verschiedenen Arten der Insassen e Nationen) Die Soziologie des Lagers. ed. Nationen Wir sind die Elite der Nation Die Liebe im KL. t do. nach Ber st( Kdo. nach Dz. T. zurück ( nach Neuen ( nach Neuen g. Jüdinnen Besonders eindrucksvolle Erlebnisse Gebräuchliche Ausdrücke des Lagerlebens Arbeitsstätten im KL. Neuengamme Interessante Charaktere im KL. Ein Kapo Moral und Strafe im KL. Solidarität im Konzentrationslager Bewaffnetes KL.... Zahlen Statistische Berichte über KL.- Läger Außenkommandos KL. Neuengamme ed. Nationen/ Franz. L 170 Jüdinnen ene Nationen ed Nationen) 90 Jüdinnen 9 14 17 21 37 48 54 63 68 73 82 87 107 $ 119 .. 123 124 .. 125