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geprüft und der Inhalt genauestens durchsucht. Kuchen, Brot, Würste wurden durchgeschnitten, oft mehrmals, ob irgend etwas darin verborgen war. Was nicht geschickt werden durfte, wie Rauchwaren, Alkohol oder Kaffee, wurde nicht ausgehändigt. Schmerzlich war es, diese so ersehnten Dinge von der SS weggenommen zu bekom­men und zu wissen, daß sie sich damit vergnügte Stun­den bereitete.

Als

Ich habe in den letzten vier Monaten manches nahr­hafte Paket mit willkommenem Inhalt erhalten von der Mutter, den Geschwistern und von treuen Freunden. Ganz besondere Freude bereiteten mir auch zwei Bücher von dem verehrten Professor Dr. Adolf Donders aus Münster . Es waren das ,, Der Kreuzweg" von Reinhold Schneider und ein Buch über das ,, Kata­kombenchristentum". Ein Buch wieder in der Hand haben zu dürfen, es war nicht zu fassen! Die Bücher befanden sich in einem Paket, das der treue Priester mir sandte. Absender hatte er die Adresse meiner Angehörigen draufgeschrieben. Aber Bücher durften nicht ausgehändigt werden. Auf der Post­zensurstelle aber waren zwei SS - Männer, die mich durch meine Tätigkeit im Büro der Oberaufseherin während der letzten Monate näher kennengelernt hatten. Sie wollten mir zunächst die Bücher nicht geben. Ich bet­telte darum, dann aber sah ich die Unentschlossenheit auf ihren Gesichtern, auch die Angst vor der Strafe, die ihnen blühen konnte, wenn es bekannt wurde, daß sie einem Häftling Bücher ausgeliefert hätten. Ich wandte mich traurig zum Gehen, wollte die Leute, die ja nicht anders handeln konnten, nicht zu sehr in Verlegenheit bringen. Doch da rief der Eine hinter mir her: ,, Hier, Herbermann, nehmen Sie den Mist! Aber lassen Sie sich damit nicht erwischen!" Glückselig wie ein Kind am Weihnachtsmorgen eilte ich mit meinen beiden Büchern und mit dem, was das Paket sonst noch enthielt, davon. Wieviel Segen haben diese Bücher gestiftet! Ich habe sie bei meinem Fortgang dort gelassen, waren sie doch immer auf der Wanderschaft, von einem Häftling zum

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