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rikaner. Die sind stark genug, die werden den Hitler fertigmachen. Was sollen wir kleinen Leute uns da einmischen?" ,, Aber es geht doch dem Ende zu", rief Peck, der nicht mehr an sich halten konnte ,,, jetzt kommt es darauf an... ,, Nicht so laut", mahnte Kübermann ,,, die Lotte ist krank; eine scheußliche Erkältung. Achtunddreißig neun habe ich vorhin gemessen. Und in der ganzen Stadt ist kein Arzt aufzutreiben."
,, Ja, warum hast du denn nichts gesagt?" fuhr Peck auf. Nun glaubte er Kübermanns Müdigkeit zu verstehen, und er fragte: ,, Bist du sicher, daß es nur eine Erkältung ist?"
Kübermann mußte ihn in das Zimmer führen, wo die Frau mit besorgter Miene am Bette der Kleinen saß, die sich unruhig hin und her warf. Aus den halbgeschlossenen Augen flossen die Tränen.
,, Schlucken kann sie auch nicht", flüsterte Kübermanns Frau. ,, Und sie klagt über Schmerzen hinter den Ohren."
Erschrocken blickte Peck in das vom Kampf mit der Krankheit erregte Gesicht des Mädchens, auf dem sich schon die Spuren der Erschöpfung und des erlahmenden Lebenswillens zeigten.
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, Wir haben keine warme Unterwäsche für sie", klagte die Frau ,,, da hat sie sich eben erkältet. Ob ich ihr noch einmal Umschläge machen soll?"
Sie gingen dann wieder in Kübermanns Zimmer. ,, Laẞ uns ein andermal weiterreden", schlug Peck vor, dem das Bild des kranken Kindes nicht aus dem Kopfe weichen wollte. ,, Ich habe heute noch etwas zu tun."
,, So, hast du das?" sagte Kübermann. ,, Du kannst eben nicht Ruhe geben, immer und um jeden Preis mußt du etwas tun. Aber ich frag dich, Gerhard, wohin führt denn all diese Betriebsamkeit?"
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,, Wir haben Meinhart gewonnen", zählte Peck müde auf.


