,, Erinnerst du dich noch an das Geduldspiel, das du Lotte neulich mitgebracht hast?" fragte Kübermann ,,, diese Schachtel mit einem Glasdeckel drauf und auf dem Boden ist eine Katze abgebildet. Die rote Zunge hängt ihr aus dem offenen Maul, das eine Vertiefung bildet. Ein kleines rundes Ding aus Wachs oder Paraffin, wie ein Mäuschen, rollt in der Schachtel herum. Du drehst und wendest und schüttelst das Ding und brauchst eine lange Zeit, bis du es endlich zustande gebracht hast, daß die Maus im Katzenmaul verschwindet."
Seine von vielen roten Äderchen durchbluteten Augen sahen Peck fest an.
,, Das", sagte Kübermann ,,, genau das ist es, was wir treiben." Die Spitze seines Zeigefingers pochte rechthaberisch auf den Tisch und ließ die Schräubchen und Federn darauf herumspringen.
,, Ein Geduldspiel, weiter nichts. Wir richten nichts aus, wir haben nichts davon. Die Zeit vertreiben wir uns damit, jawohl. Wir schlagen sie tot, bis wir totgeschlagen werden. Denn wie im Spiel ist es ja auch bei uns: am Ende wird die Maus von der Katze gefressen."
,, Meinetwegen sag, daß ich müde bin", fuhr Kübermann heftig fort, denn er wollte Peck diesmal nicht zu Wort kommen lassen. ,, Gut, ich bin's. Aber ich sehe Vernunft darin. Wenn's Nacht ist, soll man schlafen, und die Maus soll nicht versuchen, die Katz zu fressen. Binsenwahrheiten sind die besten Wahrheiten, mein Junge. Man muß auch stillliegen können!"
,, Stilliegen, jetzt!" rief Peck nun doch rasch dazwischen, während seine Hand nach den Zettelchen in der Tasche griff. Aber heute war gegen Kübermann nicht aufzukommen.
,, Gerade jetzt!" beharrte Kübermann. ,, Jetzt tun die anderen die grobe Arbeit, die Russen, die Engländer, die Ame
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