Notwendige Enderkung⸗ Wie S: ucas Oſi⸗ ander in ſeiner Predigt von der Gna⸗ den Wahl / die verzwoyffelte Caluiniſche Lere ber⸗ ſteckt / mit Fuͤrſatz/ dieſelbige in die reine⸗ Chriſiliche Kirchen in Würtemberg / vnd ſonſi allenthalben eyn⸗ zuſchmeicheln. Mit angehengter Brinnerung: Wie Er vnd ſein Anhang fuͤrhabens eine Ver⸗ folgung wider die reine Lere anzurichten / vnd albereyt bey etlichen in das werck geſetzt. D. Samuel Huber · Gedruckt im Jar / Als man zahlt ⸗ 6 6 — 5 1 „ — X 8 * 6 Her loblichen and⸗ ſchafft im Perchogihumb Wuͤr⸗ temberg. HRwuͤrdige/ Hoch vnd Wolweiſe Her ren / Es wird die hohe Notturfſt nun fuͤr hin erfordern / euch alleſampt vnd ſon⸗ dersin guten trewen zuerjmeren /vleiſ⸗ ſige Wacht ond Auffſchen zu haben / v⸗ 2 per die arme Herde / welche jetziger zeit bey euch in groſſer Geſehrlichkeit ſiehet. Vnd hieher ge hoͤren zwey ſtuck zur Erinnerung / Das Erſie ifi / das D. Lucas Oſiander mit allem ſeinem Anhangt vnter e dieſe verzweyſſelte Lere/ Das Gott in Chriſto on Ewigkeit nur ctlich vñ wenig Menſchen hab zum Leben verordnet / in die Kirchen vnd Schulen des hoch tblichen Furſtenthumbs eynzubringen. Auſs welcher Lere / vnd Vrſprung derſelbigen/ der gantze Kaluini⸗ ſche Schwarm vnd Vnrhat auch kuͤnfſtig vntergang des heiligen Euangeliums entſpringen vñ wird. Wie aber gemelter D. Oſiander dieſen Jamer dnterſtehe in das Werck zu bringẽ / das kan man auſs ſeiner tuͤckiſchen / verſchlagenen / verſchmitzten / vund durch vnd durch mit Caluiniſterey verſewerter Pre⸗ digt vberfluſſig vernemẽ / Doch gleichwol darbey auch greiffen / auſs allerley gepflogener Handlung / nun bey zweyen Jaren daher / da er die geſunde 0 * eim Porrede. che im Gatechiſmo Herren Brentzij gelert/ndi des ſelhen jüngſten Schrifften / Als voer den 3) Pſalmen widerholet / vñ hiſs heren / wie ich mich verſehe/im gan tzen Wuͤrtemberdiſchen Fůrſtenthumb geprediget / vñ mit groſſem Lohe in der Approbation der Schatzkam mern / ſo vom Herren Vogelio/ Apt zu Albersbach / ge ſtelt / allen Kirchen von der Tuͤbingiſchen Theologen Facultet tommendirt iſt worden / mit feindlichem Ge⸗ walt ſtuͤrmbt vnd angreifſt / Auch dermaſſen mit ſol⸗ cher Hitz daher platzet/ daher euch ewere Kuchen Agen den nicht lang mehr bey ſolcher Newerung beſichnmo⸗ dieen ynfall nicht geſtewret vnd widerſpro en wird. J E. E. vnd We in Erklerung ſeiner Predigt Ich wil alles fein vnter die Augen geſielt / vnd in die Hand gege ben haben / alles ordenlich vnnd gruͤndlich zu erwegen⸗ Mag es deñ helffen / das man in das Spiel bey ʒeiten ſehen / vnd kůnfftigem Vnrhat begegnen wil / ſo wollen wir Gott darfůr iob vnd danck ſagen/ Sollen aber die trefftige Finſiernuſſen ſo ſtarck eynfallẽ/das niemand ſehen / niemand erwachen / ſich aufſmachen/ vñ dieſem ſchedlichen Irthumb niemand entgegen ſtehen wil⸗ ſo ſeye an dem Tage des Gerichts das Blut auff dem Kopffaller deren / welche grundlich vñtreiwher zlich ge⸗ warnet vnd erjnnert gnug vnd zum vberfluſs ſind wor den. 6 Das ander Stůck iſt zu dieſer Erjnnernng hochnð tig / das nicht nur ermelte ſolche Caluiniſche Zreh . uſsgeſtreivt/ vnd durch D · hargeſal bwruba ſsgeſi ch Porrede. anders Anhang albereit die Jugend damit verderbt ndverfähret wird Sondern das guch ſchon im Wer emit Proſcriptionen / Auſstreibung / Verherung vñ i Berfolgung / dieſer Calumiſcher Geiſt bey euch Ler⸗ menLermen anfahet zu ſchlagen / Wer Oſiandriſch e ndabfellig von reiner / bekanter/ approbierter / vnd biſsher propagierter Lere nicht emwi, Vnd wetmit den falſchen Propheten /in welcher mundder Geiſt der Lgen gepflogen iſt /nicht heuchle wil / der ſol mit Weib vnd Kindern ſchrecklich / erbermlich vnd plotzlich von „Hauſs vnd Hoffverjagt vnd bertrieben werden. . Welcher Lermen alerdings da hinauſs ſihet / das vielvon Gott vnd der Warheit abgetrichen vnd abge⸗ ſchreckt andere aber kleinmütig gemacht werden / ſol⸗ chem Riſs vnd verderben der Kirchen widerſtand zu thun. Was deñ ferner fur Vnwarheiten / Calumnien / oſsheiten / Verfelſchungen vnnd Verkerungen des Heuptſtreits damit bnterlauffet/ der Verfolgung vnd falſcher Lere/einen Schein oder Farb zu machen / das kan ein ſeder ermeſſen / welcher Verfolgung / vnd inſon⸗ derheit / die Caluiniſche (welche weyt erger als die Pa⸗ piſtiſche ſein wird) in einem oder anderem Ort erfah⸗ ren nd auſsgeſtanden hat. Wer alhie ſchweigen vnd mit ſtilſchiweigen zu die⸗ ſem Verderben i mag / der machet ſich aller Sun den vnd Miſſethaten theilhafſtig / die wider heiliges vñ bſchuldigs Blut volbracht werden / bnd jemaln von Abel an biſs hieher volbracht ſind worden / Wie Ghri⸗ „ ſus ſelbs ſagt Matth. ꝛ3. Wird anch ſchuldig an dem 2 groſſen Vorrebe. Poſſ Vntergang der Warheit vnd verenderung der eligion in ſeinem Vaterland. Beſonders aber iſt er ein Wechter vnd Jurgeſetzter oder Furſteher im Volck⸗ ſo fol / wie Ezechiel der Prophet ſagt / von ſeiner Hund alles Blut / welches verfuhret / erfordert werden / Vnd ſol jm derwegẽ das Klag Geſchrey der Verfuhrten mit blitzen vnd donnern jme vor den Angen vnd dem Her⸗ 8 ſh vnd Rach forderen / ohne Auſſhoͤren in alle Ich verſehe mich aber im HErren / Gott werde ſei⸗ nen gnedigen frůͤhen Regen vber dieſe Warnung auſs gieſſen / das ſie beyetlichen werde Frucht bringen/ A⸗ der doch fol Oecident im groͤſſeſten Haufſen / mit Cal⸗ uiniſchem Abfall / wie vor zelten Srient mit dem Ne⸗ ſioriſchen (iſi alles ein Grundſuppe) verderbt werden bnd eynſincken / So wird Wittenberg / da D. Luther geprediget / vnd in krafft Gottes das Liecht des heiligẽ Euangeliums angezůndet hat / den erſten Stoſs⸗ vnd den gröſien Stoſs leiden muſſen / Wie deñ albereit au⸗ genſcheinlich im Werck iſt. . vDemnach als Lůbingen in voriger ʒeit / ſobald Wit tenðerg angefangen wancken vnd ſincken/ das Liecht der Euangeliſchen Warheit von Gottklar⸗ ſchoͤn vnd herlich durch fuͤrneme Diener vñ ſtreitbare Helden des Herren / Als Herren Johan Brentzium / vnd D. Ja⸗ coh Andreae / beid ſenig in dem Herren / bekomen/ ſo wird zur Straſſe der Vndauckbarkeit⸗ welche auſs die ſer Kirchen entſtehn wird (Wo man nicht wil wider⸗ ſiand thun) der Fall auch alda zum boßen vnd 3 Vorrebe⸗ angericht werden. Des ſol ſich niemand anders verſe⸗ hen / Vnd iſi kein Weiſſagung mehr / ſondern die Po⸗ ſaunen bleſet/ vñ geht das Elend alhereit im ſchwang. Es hat dieſe Theologen die lauter Ehrſucht vnd Mut⸗ willen anfenglich gekutzlet vnd geſiochẽ / da ſie jren gu⸗ ten Freunden zu Wittenberg beyſpringen / vnd ein gu⸗ ter Geſell vñ Mitſchuͤler dem andern helffen / vnd alles mit gewalt jr Lob vnd Dominium in gregem Domi⸗ nicum vnter einander zu erhalten / haben hindurch bre chen wollen /Jetzt da haben ſie an beyden Orten ſo viel oltz mit Caluiniſchen Principijs /groſſem Anhang/ eltlichem Ahrm / vñ angerichter Verfolgung an das Fewer gelegt / auch die Hend in vnſchuldigem Blut ge⸗ badet / das es nicht balde zu einem Auffhoͤren komen mag. Wil es derhalhen nicht beſſer werden / ſol ſolchen Wetterwendiſchen Theolegen aller maſſen ge⸗ b wie der heilig Eſaias jnen geweiſſaget hat: Die eldgeiſter werden da huͤpffen / vnd Eulen in jren Pal⸗ leſten ſingen / vñ Drachen in den luſtigen Schloͤſſern. Vnd jre Zeit wird ſchier komen / vnd jre Tage werden ſich nicht ſeumen. Nun ſehet doch aber / Hochweiſſe liebe Herren / wie D. Oſiander vnnd ſein Anhang / ein Spiel vnter die Hand genomẽ Vonmeiner Perſon / wie ſie mit derſelbigen vmbgangen / wil ich auff diſsmal nichts ſa gen / Aber das kan E. E. vnd W. nicht berborgẽ ſein / das ich auſs meinem lieben Vatterland hin vertrieben worden / von der Lere wegen / welche von Wuͤrtenbergi⸗ ſchen Theologen wider Bezam vnd die Saluniſen iß Worrede verthediget worden/ vnd welche ich auch / ſo viel Goit Gnad gegebẽ / in offner / freyer Diſputation zu Bern/ Inno jðs. wider Bezam / Muſculum/Hibener / Gri naeum / Stuckium /Jetzlerum / vnd jren Anhangber⸗ thediget hab. Bin derwegen auch von diefer reiner / richtiger vnd beſtendiger Lere vnd Bekentnuſs willen / darunter der Artickel von der Pracdeſtingtion/ der Heupt Artickel war / bey euch im Hertzogthumb Wuͤr tenberg mit groſſer Gnade vnd Wolgeſallen an vnd aufſgenomen / vnd hernach fur glle andere herfuͤrgezo⸗ gen vnd gebraucht worden / wider die Caluiniſten ſol⸗ chereine Lere mit dapfferem Mut auſs Gottes Wort b erhalten vnd fortzuſetzen. Das iſt eins / das wiſ⸗ it jr ja wol jr lieben Herren /Vnnd wiſſet darbey gar wol / wie nicht nur glles koſtlich vnd gut war/da ich in derkraſſt Gottes mit offentlichem diſpurieren vnd ſch⸗ reiben / die Caluiniſten mehr eiwrer Kirchen abgenom⸗ menhab / weder ſonſt zuuor lange zeit geſchehen iſi / vnd das mit gemeinem Mutzen vber die gantze Ghriſten⸗ eit / Sondern auch / das eben dieſer Theologen rhat⸗ hat /ᷓurderung vñ Hülſſe igke erzeigt vnd alles angewent vnd gethan / das mein lie⸗ bes Batterland / die rechte Lere/ welche ich inmeinen Schrifſten vnd Bekentnuſs gefüͤhrt hab/ erkennen/ und ſich dargegen von der widerwertigen / Das iß / der Caluiniſchen Lere hůten ſolte. Dieſes wiſſet jr Her⸗ ren alle wol / vnd ſo wol als ich. Das ander iſt / das jr jetzunder auch wiſſen ſollet⸗ vnd wojt aber es nicht wiſſen vnd nicht verſtehen bey der Hohen Obrigkeit — — — — S —— — — — — Porrede tet / das es doch die gantze Chriſienheit verſtehn wird / Nemlich / das D. Oſiander vñ ſein Anhang alles das verdammen / verwerſſen vnd verfolgen / was zuvor bey jnen Chriſtlich vnd recht war /Geben jetzunder die Lere widerumb fur gut vnd recht / welche zu Mumpelgart / Anno s6. verdampt ward / vñ wider welches ſie mein liebes Vaterland mit groſſem Ernſi / auch groſſem Vn koſten der von jrer Landsfůrſtuchẽ Oherkeit dahin an⸗ gewend ward / haben geholffen warnen / vnd fallen hie⸗ mit allerdings offentlich ab von voriger Bekantnuſs / vnd ergeken ſich auff Beze Seitten / vñ deſſelhigen ver weyfſelte Caluiniſche Lere. Wolt jr nun wachen lie⸗ ben Herren / ſo habt jr zett. So ſehet jr wol / wie die Verfolgung gleich auffden Abſal mit gewalt cynbricht. M. Eſebium Stettern⸗ haben ſie vnter die Sporengenomen / vnd nicht nach⸗ gelaſſen / biſs ſie jn zur Verleugnuſs der Warheit ge⸗ bracht habẽ. War nicht gnug /da er ſeines Dinſts ſolt beraubet ſein / ſondern weñ er nicht wolte heucheln vnd abfallen / ſo ſolte er mit Weib vnd Kindern zum Lande Fhſ Nu dieſen haben ſie durch ſolch Schrecken in bfal gebracht / wie es ſeinem Gewiſſen ergehn werd⸗ das wird die ʒeit geben. Jetzt haben ſie es fuͤrgenomen / vnd nach jres Hertzen luſi volbracht an dem Edlen vnd Ehrnveſten Herren Caſpar Hirſchen / dem getrewen ond auffrichtigen Bekenner Gottes / welcher vor vier⸗ zehen Jaren wider die Papiſten in Steurmarck ritter⸗ iich in der krafſt Gottes alles auſsgeſtanden / vnd da⸗ maln das liche Exilium vber ſich b ergehen laſſen. Die⸗ Vorade. Dieſen herrlichen vnd fuͤttrefflichen man Gotles/ al⸗ lein das er in jre Calumiſche Irthumen nicht hat ehn⸗ willige wollen / ſondern wie billich / widerſtand gethan mit Warnen vñ erjnnern / den haben ſie zum Land aus gezagt / vnd bald darauffverſchafft / das jme Weib vnd Kinder nachfoigen ſolten / Vnd ſind noch willens vnd vorhabens andere furtreffliche Leut auſszʒutreiben / ſo lang ſie einen wiſſen mogen / der jr boͤſes Fuͤrnemen of⸗ ſendaren / vnd beyde Oberkeit vñ Vnterthanen darwi⸗ der warnen wil. Ich gleube dieſe Dinge ſolten dennoch leren erwachen vnd vmb ſich ſehen / was mitler zeit hier auſs erfolgen mochte. Darbey liche Herren / laſi euch nicht wunder nemen biel weniger jrre machen / wann ſchon dieſe Lerer nicht woͤlle Calniniſch ſein / es můſte der Teuffel wol eingro⸗ ber eufſel ſein / wenn er jnen rhaten wolte/ diefen ver⸗ dechtigen Zittel anzunemen / Iſ viel beſſer / das ſiein allem grund die Caluiniſche Lere fuͤhren / vnd dochde Caluiniſiẽ in das Hertz hinein fluchen / ſollen ſoraſen jein / das ſie es ſelbs noch nicht mercken/ Oder ſollen ſo trutzig ſein / das ſie mit Schalckheit wiſiglich vnd ſůr ſetziglich die Kirchen hinderſchleichen wollen. Wir leſen bey dem fůͤrtrefflichen Geſchichtſchreiber Sulpi⸗ tio Seuero j der ʒu der zeit gelebt hat / da die Arrianiſcht Ketze⸗ rey im hocß ſten Feuͤr war/ das zu Arimino im Concilio (mer⸗ ckets wol) Vrſatius vnd Valens die Ertz Arrtaner allein die⸗ wei Arrij Namen / wie jetzunder Caluini Namen allenhalben beſchreit war) leiden mochten / das Arrij Perſon vnd Namenver dammet wůrde / vnd wolten ſilbſt keine Arianer ſein / Gleichtwol ſo muſtt das wori ᷣria als vnůͤblich vnd vnbekant r i W — — — — — — —— — — — 7 Vorrebe. Schrifft (dieweil man das Wor nicht alda mit dieſen Such ſi en ſunde ) außgedilcket / vnd hiemi durch ſolchen argen Liſt die wart Chriſti Jeſu Goꝛthei / mehr vñ boß hafftiger/ als ſonff zu uor geſchehen war / verleugnet werde. Wolien ſich darzu noch beheiffen mit dem Niceniſchen Concilium/ in welchem doch Ar rius vffenulich mit ailer ſeinir Ler verworffen vñ verbampt wa. Dieſer Belrug bracht auch trefflichen Schaden / richtet Vir⸗ folgung an wider die rechten Chriſtẽ / Vnd dain ermelvem Con cilie Ariminenſi vnter vier Hunderten Biſchoffen / die alda ver⸗ ſamltt waren / nur achtzig an der zahl / ſich fur Arrianiſch anga⸗ den / Foiget bald / das viel anſehelicher Biſchofl dahin fielen / vñ je einer dem andern nach / Dao lieſſe man geſchmierte Artickel machen / die ſich vmb vnd wibrtumb biegen lieſſen / Vnd da wol⸗ te man den Streitt nicht mehr fůr hoch / oder fur netwendig ha ten / Fielen derhalben die Rechtgleubigen heuffechtig dahin / wan den můde vñ verdroſſen / namen an beyderiheilberiſche Artickel! das vnterm groſſen Hauſffen nicht mehr deñ zwantzig redlich vñ auffrichtig vbeꝛblieben. Es fiel Fedagius auch dahin / welchen doch zuvor den Arrianern groſſen Widerſtand vnd Abbruch al⸗ zrü geihan / Halffe ein beydertheiliſche Formul machen / vnnd den Arrianern eben viel eynraumen. Dſius der fuͤrnemſte Hel⸗ den einer / welcher zuvor die Arrianer an allen Oriẽ angrieffenſ das Niteniſch Concilium auffgebracht / vnd die Chri 1 von der Arrianiſchen Ketzerey hat geholffen ſeuberen vnd reformie⸗ ren / Wird in ſeinem hohen Aller zu einem Arrianer vnd Apoſta ta / vnd nimpt ſelbſt an die Lere / welche er zuvor hat geholfſen auß der gantzen Chriſtenheit zu vertreiben. Iſt derhalben ni⸗ chts Newes / weñ ſchon heutiges Tages ein ſolcher Sturmwind in vnſere Theologen kompt / welche wenig Creutzee / ſondern al⸗ lein viel guter Tagen vñ feyſter Prebenden gewohnet haben / da hin ſie mehrertheils jren Eyffer vnd Gedancken auch hin ſetzen. So ligt an dem nicht viel / wie ſie noch diefer Zeit die Calui⸗ niſterey vermaledeyen vnd verfluchen. Stigelius / Grinaeus/ G* voſ⸗ 6h* Worrede Toſſanus / Stoͤſſelius i Bernhardus Bernhardi / vnd andere mehr / thaten jm auch alſo / biß ſie mehr Lufft bekomen mochten. Vnd da der Teuffel nicht nachließ / biß das er ſie allerdings in den Caluinſchen Schlam hinein ſtieſſe / Iſt auch dem Geiſt der Finſternuß kein Perſon ſo hoch / er kan nach jr greiffen / ſie herbnter zu ſtuͤrtzen i Wie deñ er ſelbſt ein hoher Geiſt geweſen / vnd durch Ehrſucht vñ Stoltz wider Goti / ſich in Abgrund her vnter geſtuͤrtzt hat. Das ſolten wir mercken / Oder wil man nur an den Perſonen kleiben / vnd ſie anbeten in allem was ſie ma⸗ chen / vmb vnd widerumb / kehren / leugnen / verdammen vnd an⸗ nemen / wie es ſie geluſtet / Vnd wil man daruͤber keine War⸗ nung zugutem annemen vnd erkennen / ſo wird vnſerer Kirchen gar baldauff den Halß komen / was ſie wol verdienet hat / Der Teuffel hat die Practick wol ſo ſtarck vnd ſchrecklich vnter die Hand genomen / da er dieſe Leut zum Abfal reitet / vnnd damis der Chriſtenheit den Garauß bedrawet. Dieſe meine Warnung wollen E. E. vnd Weißheit anne⸗ men zu ginem / vnd gedencken / es werde Goit rechenſchafft hier vber erfordern / Vnd es werde die Chriſtenheit mit vleiß drauff achten wollen / wie jr D. Bſianders vnd ſeines Anhangs ent⸗ deckte Grundſuppen auch wollet laſſen angelegenl ſein. Thue piemit in Gottes Schutz vnd Schirm E. E. vnd Weiß. von grund meines Hertzen befehlen. Datum vliimo Junij/ Anno 15 „6. E. E. vnd W. Dinſtgehorſamer Samuel Huber D. der Heiligen Schrifft. — — „ — — — ——— — — — — — . . n ſ Warnung wider S: Gſianders Predig/ Von der Gnaden Wahl. 62 in eilichen ſeine Buchern gelert/ Goet habe nur etzliche Menſchen / zum Leben / Heyl! vnd Woilſland erwehlet vnd verordnet / vñ ſich diſer Menſchen allein / vber ir Jamer vnd Elend er tamẽ wsiſen/ Habe allein dieſe Menſcht von Jeſu Chriſti wil ſen in Gnaden angenomen/ Vnd daſſelbig ſo ſtarck vnd ſo kreff⸗ tig das dieſelbigen in krafft ſoͤlcher ergangener Gnadenwahi / vi ergangener Sonder ung von anderen Menſchen / fuͤrohin nicht mehr konnen verdampt vnd verloren werden / Deñ dieſes ſey ein auſſchuß / welchẽ Gott im heimlichen vñ vnerforſchlichen Raht pber eluche Menſchen / ſeinem ſonderbaren Gnadengefallen nachl habe ergehn laſſen/ Die vberige Menſchen alleſampt vber einen hauffen / hade er von Ewigkeit zu Ewigkeit vbergangen verlaſſen / vnd ſie niemaln geliebet ſich jr Elend vnd Jamer nie⸗ maln erbarmen laſſen / Habe ſie allezeit gehaſſet / auch gemacht vnd geordnet zur Schmach / Schand vñ zum Verderben / Der wegen auch fůr ſolche Leut niemaln eiwas in Gnaden ( Deñ ſie ſollen in keine Gnadenwahl nimmer einkomen ſein)fur ſie geord net / das ſie auch mochten von jrer Noth vnd Elend ertoͤſet wer⸗ den / oder bey Goues Gnaden eiwas zu ſuchen/ zu nemen oder zu gleuben haben. Dieſe Lere hat er nicht nur an einem Drt ſei ner Buͤchern geirieben ſondern in allenlampt! vnd das allezeit wenn er von der Gnadenwahl ʒu reden gehabt. Dargegen ſind allezeit auch eiliche in 5 Wuneenl S hat D Lutas Oſtander vor der zeit Wes D. n Chyiſte von Ewizkeit her nur wenig / oder geiers⸗ Warnung wiber D. Oſianders Predig Kirch geblieben auffrichtig vnd redlich welche in Goit haben trin ſolche verzweiffelte Stumpelwahl finden konnen ſondern ein allgemeine geßeigt vnd gelert / Als da Gott vmb Chriſti wil⸗ len alle Menſchen hab in das Gnadenwerck auffgenomen / ohne einige vnderönderung des Menſchlichen Geſchlechte / Vnd dar bey gelert / Das welcher ſelig wolle werden / mit dem Glauben Chriſtum in dieſem Gnadenwerck vnd Gnadenwahl Goetes! ſuchen vnd aanemen ſolle / Auch dafuͤr halten / das Goit in ſei⸗ — nem Ralh / oder in heimlichem Fuͤr ſatz keine theilung der Men⸗ ſchen gemache habe / Sondern die Gnadenwahl gleich vber alle Menſchen gemacht in Chriſto / damit ſie alleſampt koͤnten vnd mochien durch den Glauben an Chriſtum / einen frehen vnd le⸗ digen Zugang haben zu aller Gnade des Lebens vnd Seligkeit Welcher aber verdampt vnd verloren werde / der habe die Sch⸗ uld auff ſeinem eigenen Vngehorſam vnd Vnglauben / Als wet cher nicht annimpt / was er annemen ſolte / auch dahin nicht ge⸗ het / da er in krafft der Erloſung vnd Gnaden in Chriſto erzeigt gehen ſolte. 8 Dreſe reine / Chriſtliche Lere / vnndſelizmachende eikentnuß Gottes / hat der Herr Brentius / ſeliger gedechtnuß / ſehr ſchon Hert Brẽ vnd herlich geſetzt / in der Auslegunge des Catechiſmi) vber die 6ins Fol. 49. Wonrt / Vater vnſer der du biſt im Himmel ett. Welche Ausle⸗ gung vnd recht Chriſtliche Erklerung auff der Cantzel im Wůͤr tenberget Land faſt durchauß geblieben iſt / Wie deñ auch daſel⸗ beſt in der Erklerunge von der ) Tauffe derſelbige Man Gos tes leret / Das ein jeder Chriſt gewiſſe vnd vnfehlbare verſiche⸗ rung ſeiner Gnadenwahl vnd verordnung zum Leben in der H Tauffe empfangen / vñ nicht zu gedencken hab / das jn Gott viel leicht in einem heimlichen Raht zuvor verlaſſen / Oder von der Gnade moͤchte ausgeſchloſſen haben . gemelder Herr Brentius vnlangeſt vor ſeinem Ende vñ ſeligen Abſchied von dieſer Welt / widerholet/ ſtarck/ gruͤndlich vnd be⸗ kendiglich in der Erklerunge des 3i. Pſalmen Dauide . 6 Dieſelbige ſeine Lere hat 3 —— Von der Gnadenwahl nach. Dieweil ſolche Lere den Grund vnd den Boden des gan⸗ tzen Euangrliums begreifft/ iſt ſie auch bey reinen Lerern alzeit erhalten worden. Darumb hat der Herr Vogel / Apt zu Albers bach in ſeiner Schatzkamern/ herrlich denſelbigen Artickel ge⸗ gruͤndet vnd ausgefuͤhrt / Hernach auch / als die Schatzkamer in Lateiniſche Sprach von jme gebracht worden / eben dieſelbige Chriſiliche Lere / widerholet/ Welches deñ alles von der Theo⸗ logiſchen Faculiet zu Tuͤbingen / mit einer anſehenlichen Prar⸗ fation beſtettiget / allen Predigern vnd der ſtudierenden Jugend zum hochſten vnd beſten commendirt vnnd befohlen iſt worden · Das man alſo wol ſihet / wie Golt dennoch die warheit ſeines Wores geſchirmet / vnd fortgeſetzt habe / weñ ſchon gleichwol et⸗ liche wenig Theologen / ein anders darwider gelehret vnd fuͤrge⸗ bracht haben. Nun wand zu Mumpelgart/ im Jar Chriſti 15 8 6. ein Ge⸗ ſpreche gehalten zwiſchen D. Jatob Andreae / dem ſeligen Man Gottes / vnd Theodorv Beza. Alda ward vnder anderem auch von dieſem Artickel / vnd oͤderſten Religions Puncten zwiſchen den Parteyen gehandlet / vnd diſputirt / Beza derhalben von S Jacob angeklagt worben / das derſelbig ein ſchreckliche / verzweh fele Lere fuͤhre von der Pratdeſtination / oder von der ewigen Gnadenwahl/ welche eben dieſe war/ wie ſie zuvor Summari⸗ ſcher weiſe / auß D. Bſianders Schrifften angezeigt vnnd ver⸗ meldt iſt worden. Nun war aber D. Dſiander bey derſelbigen Diſputation oder Colloʒuio / vnterſchriebe D. Jacobi Artickel / wider Bezam / verdammete domaln hinwider Bezae / vnd hie mi ſein eygene Lere durchauß / ward auch ſehr vbel zu frieden mit Beza / das er wider den klaren Text des Euangeliſten Luce / ein Gioß bringen wolte / Das Simon der Zauberer niemaln warhafftig gegleube habe/ Vnangeſehen das er ſelbs zuvor ge⸗ ſchrieben / gelert / vnd es ſelbs nicht weniger als Beza dafuͤr ge⸗ halten hat / Simon habe niemals gegleubt / vnd zu verſtehen ge⸗ cla⸗ Schatzka mer. Seſprech zu Mum⸗ pelgart. Colloquiũ Mumpelg: fol: 462. Vide Com ment: inA⸗ ctis apoſt: geben / Man muͤſſe den Teyt mit einer eü Gloß de⸗ B. Geſprech 3u Bern. Stie mortu Bm PrTO OI nihus. Warnung wider D. Oſianders predig elarirn oder erkleren. Es hielten aber gute verſtendige Leute die ſes an D. Bſiander hernach / als das Colloquium getruckt war⸗ de / dafur / Es habe ſich der Man durch D. Jacob / beſſers berich ten vnd verſtendigen laſſen / vnd wuͤrde furohin ſeine vorige Lerej welche in dieſem Aruckel allerdings mit Caluino vnd Beza zu⸗ ſtimmet / ſahren vnd fallen laſſen. Hernach vber zwey Jar / da ein andere Diſputation oder Col loquium auß dem Mumpelgartiſchen entſprungen / vñ in Sch⸗ weitz zu Bern zwiſchen Samuel Hubern vñ ſeiner Widerpart / Abraham / Meußel / Hibener / Beza / folgends wider Gryne⸗ um / Stuckium vnd Jeßlerum / welche ſich offenulich Partey⸗ jſch (wider jr Legation pflicht) zu ermeldten Theologen ſchlu⸗ gen Da hat jetztgedachter Samuel Huber eben dieſelbige Cal⸗ uiniſche oder Beziſche Lere / an ſeiner Widerpart kiagt / wider⸗ ſprochen vnd widerleget. Hernachmals als er vertrieben / in das Hertzogthumd Wuͤrtenberg ankomen / iſt ſeine Lere von al⸗ len Theologen daſelbſt einhelliglich fuͤr Chriſtlich vnd recht en⸗ keni vnd gegeben / Darauff hin mit ſonderbarem aroſſen Lob ſei⸗ ne Diſputation / Chriſtum mortuum eſſe pro omnibus, Darin⸗ nen die Gruͤnde der allgemeinen Gnadenwahl aus führlich vnd der lenge nach erwieſen ſind / approbiert vnd beſteitiget worden. Da gedachten viel Wurhertzige nichts anders / weder D. Bſian der hette durch Gottes gnad in vnd nach dem Mumpelgartiſchẽ Geſpreche / Inſonderheie bey ſelcher grundlicher Vnterrichtun ge / welche et von Samuel Hubern eyngenomen hat / ſich eines beſſern bedacht / vnd wůrde fürohin die Seuchugen vnd arswoh niaen Knolen in ſeinen Schrifften / nicht mehr vrgieren oder handhaben wollen Derwegen auch man gantz eigentlich geſin⸗ nei geweſen / jme dieſelbige in keinen weg zu erheben oder auffzu ruͤcken / Beſonder / dieweil man wol wuſte / das von andern mehr! wol als bald etwas vnbedechtlichs von dieſem Artickel geſchrie⸗ ben iſt worden / welche doch dennoch rein / vñ im Hertzen frembd ſind geweſen von der Caluiniſche Seucht. Aber — ———— — —— „ — Von der Gnadenwahl. Aber nach dem Samuel Huber nach Witenbers / von demn Durchleuchtigen vñ Hochgebornen Fürſten vñ Herrn / Hern „ Fridrich Wilhelm / Hertzogen zu Sachſen / Adminiſtralor der „ird ven Chur: eic zu einẽ Profeſſor abgefordert iſi worden / vñ bald her foige z* nach D. Huñius / D. Polpcarpus / vñ der Dritte / welchẽ ſie mit ittem⸗ ſich ſchleppen / Vnruhe vnd Vnwillen wider Samuel Hubern perg. erweckten / von ermeldter / vnd zu Tuͤbingen approbirter (wie auch zu Studgarten) gehaltener vnd getruckter Diſputationl darinnen die Grunde von dem allgemeinen Gnadenwerck Got⸗ tes in Chriſto / vnnd in jme ergangener Gnadenwahl vber alle Menſchen gezeigt waren / angrieffen / Von deſſenwegen auch eine Verfolgung wider jn anſifffteten / Da haben ſie Huͤlffe ge⸗ ſucht bey den Wůrtenbergiſchẽ Herrn Theelogẽ / von jnen heim licher vñ verſchlagener weiſe jr Judicium vnd Beyfall erpratti ciert vnd außgebracht / Darinnen / wie gantz vermuhilich / D . Dſiander nicht der geringſte / wo nicht der fuͤrnemſie Meiſter vnd Heerſuͤhrer geweſen iſt / Auch alſo bald / dieweil jme D. Hun nius vnd D. Polycarpus / Oſiandri Stieff Sohn / eben recht kamen mit dieſem Streit / ſeine vorige Lere widerumb angefan⸗ gen herſuͤr zu klauben / vnd auff den Muſterplatz zu ſtellen / vnd hiemit ermelde zwen Doctores zu Mithuͤlffen ʒu gebrauchẽ / in maſſen dieſelbigen auch Huͤlffe / Schutze vnd Beforderung zur Verfolgung wider D. Hubern von jme vñ ſeinen Conforten bẽ komenhatten. Iſt alſo das Spiel angangen / das die Wittenber giſche vnd Wuͤrtembergiſche Theologen jre Huͤlffe zuſamen ge tragen / nicht nur D. Hubern zu verfolgen / Sondern alles wi⸗ derumb herfur zu bringen / vnd in die Kirchen zu ſchieben was D. Dſiander in ſeinen Schrifften allezeit in voriger zeit / Calui niſirt vnd geſtelt hat / Doch allgemach / vnd noch ein kleine weil mit verſchlagenen vnd verborgenen Grieffen / biß das es mehr Lufft vnd Raum geben mag / höher vnd mehr die Sachen ſuͤr zu nemen vnd zu treiben / wol als bald auch (wie es ſich leider anſe⸗ hen leſt) mit anderen / wider welche ſie bißher geſtritten / nehen ſich zu vergleichen. 2 3 Ai D. Samu el Huber kommet gehn! Tů⸗ bingen. Tůbingi⸗ ſchen The ologen Ge ſchwin⸗ digkeit. Warnung wider D. Oſianders Predig Als nun aber Samuel Huber / Anno 1595. herauß in das Hertzogihumb Wuͤrtemberg kompt / den Tubengiſchen Theo⸗ logen vnter das Angeſicht / Grund vnd Vrſach begerend/ war⸗ umb ſie dieſe Chriſtliche Lere verdampt / wider jr eygene Lere vñ Approbation gehandelt / die Kirchen hyn vñ wider betrůbt vñ jrre gemacht / Auch degert / das ſie jn freundlich vmb alles wolten ver horen / ſich jrer Vnbeſcheidenheit erjnnern / mit jme von dieſem Streit conferiren / weñ ſie jrer voriger Lere vnd Bekentnuß in der Kircht des Hertzogihumbs Wuͤrtenberg / nit mehr ſein wol ten / das ſie vſach jtes Abfals Oder wo ſie dabey bleiben wol⸗ ten / das ſie rath vñ huͤlff erzeigen wolten / den Schadẽ der durch ſie vñ jre Landeleui zu Wittenberg der Kirchen widerfarẽ ſeyl zu wehren vnd zu begegenen. Darauff thaten die Theologẽ der gleichẽ / als wolten ſie ſich widerumb zu jrer vñ jrer Kirchen vo⸗ riger Bekennußlencken. Dieweil nu aber Huber ſich verſihet/ das die Sache zu einer guten Eroͤrterunʒ komen möchte⸗ Dder wo es zu gůtiger Vnterhandlung nicht komen wuͤrde / das doch ſeine Klag ʒueiner offentlicht Verhore moͤchte gebracht werdẽ . Da faren ſie zuj ſchreibẽ an den Durchleuchtigen⸗ Hochgebor nen ʒůurſten vñ Herrn/ Herrn Iriderichen/ Hertzogen zu Wuͤr tenberg eic. Es gehe Huber mit Gottsleſterlicher Lere vmblver wirre die Vniuerſitet/ Verſchaffen alſo / das jm die außweiſung auß dem Land !/ ehe er zu ordentlicher Cognition / ſeine Klage wi⸗ der ſie einbringen mochte / auff den Halß geſetzt ward. Gleich drauff / ſtiffteten die Theologen noch weiter eine Ver folgung wider etliche / die ſie in Berdacht hielten / das ſie mit Hubers Lere zuhielten! Vnnd bringen einen Man / vnd Re⸗ ciorem Scholae N. N. durch Bedrawung! das wo er von der Lere nicht fallen wolte / auß dem Lande můͤßte veririebẽ werden zu einem ſchrecklichen Fall. D. Vſiander laſſet gleich darauff eine Predig außgehen von der Gnadenwahl! in welcher er alte vnſehlige Lere widerumb herfur grabt / vnd wolte ſie gern w derumb einbringen / doch ſehr verſchmitzt vnd verſchlagen . D. Von der Gnadenwahl. Damii nun aber die Chriſtliche Kirche mit ſolchen geſchmier ten Predigten nicht hindergangen / vnd dardurch die ſchedliche Lere / welche Verzweyffelung an vnſer Seligkeit mit ſich brin⸗ get / nicht in das arme Volck gebracht / auch Vnſchuldige nicht weiter verfolgi vnd im grunde verſtanden moͤge werden / War⸗ umb D. DOſiandern vñ ſeinem Anhang zu Wittenberg zu thun geweſt ſeye / mit ſolcher Vngeſtuͤmm jre Lere fůͤrʒunemen! vnd Verfolgung anzurichten / Iſt die hohe Notturfft/ das man bey⸗ de die Lere vnd den Beirug welchen ſie darinnen fuͤhren / enide⸗ cke vnd offenbare / wie denn ſolches D. Dſiandere Predig ſehr wol beduͤrffen / vnd allen Sachen ein gute Nachrichtung geben wird. Wie D. Oſiander mit dem Heuptſtreit / Von der Gnadenwahl / betrieglich vmbgehe / denſel⸗ bigen verſtreiche vnd verberge. P Rſilich iſi dieſes ohne Betrug nicht geſchehen / da er die Caluiniſchen Grumpen mit ſehr harten worten Fol.3. 4. 5 angreifft / vnd darbey jre Lere fuͤr ein Gontsleſterliche / ver D. O ſian dampie / verzweifſclte Lere / vnd fuͤr ein Lere des leidigen Teuf⸗ der ſchile fele erkent / vnd alſo nennet. Vermeynet hiemit/ den Argwohn die Calui⸗ der Caluiniſterey / vnd alles deſſen / was ſein Geſellſchafft jetzun niſten. der vnter den Henden hat / von ſich zu ſchieben / Verdampt alſo vnter dem Namen der Caluiniſten / eben die Lere / welche nicht nur andern Caluiniſtẽ / ſondern ſeine ſelbs Lere / vor dem Mum pelgardiſchen Geſpraͤche allzeit geweſen iſt / vnd deren er gern wi derumb wolte auffhelffen / darinnen er nicht vmb ein Haar / ni⸗ cht vmb ein Syllaben vnd Buchſtaben weichet vnd anders hal⸗ ter / als die / deren Lere er fuͤr ein Goetsleſterliche vnd fuͤr ein Teuffels Lere in ſeinem Hertzen ſelbs / wo fern er im ſchreiben / Hertze vnd Federn bey einander gehabt / erkennen / vnd mi der Federn ſelbs außruffen vnd beſchreyen muß. Zum andern / braucht er ſich ſehr wol / den Hauptſtreit zu ver 3 gal⸗ Glenbige komen al⸗ lein in mi⸗ mel · Fol. 7* 3. 4. ¹3 Mittel des lobens Fol. 3. 9. ² ½ Warnung wider D. Qſtanders Predig galſtern / da er vom Glauben jmmer zu viel eynbringt / vnd das 8 komen allein die jenigen / welche an Chriſtum Jeſum gleuben. cht. Zu dem kan dieſer Lerer vnd ſeines gleichen vom Glauben nichts rechtes beybringen / Iſt auch jren Gruͤnden zu wider / was die heilige Schrifft vom Glauben vedet. Zum Driuten / ſage er/ Die Goetloſen ſtoſſen die Mittel des Heyls von ſich! das ſie nicht können ſelig werden. Iſt alles war/ Aber daift dle Frag noch nicht / Sondern/ Db ſeiner Lere nach / die Gottloſen jemaln Mittel zum Glauden vnd Leben gehabt haben / Vnd das etwas fůͤr ſie ſolte geordntt ſein / das ſie herten moͤgen ſelig werden. um Vierden wil er haben / das allein die Gleubigen ſeyen die Auſſerwehlten / Das iſt / die 0ol/ wie es im Griechtchen Tert ſieht. Darwider iſi auch niemand Deñ das hriſt nxro⸗ auff Deudſch / Auſſerwehli⸗ Mi dem Namen vnd Tirel / was ſich gehorſam / vnnd Goti lieb vnd trew habet⸗ Dieſes ſind nur die Gleubigen / ſind auch gegen dem anderen Hauffen der Men ſchen zu rechnen / Důnne / vnd leyder/ ſehr wenig. Zum Fuͤnfften/ Da der Streit hierinnen fuͤrnemlich iſt / Db Gott vmb Chriſti willen nur wenis Menſchen in Gnaden habe auffgenomen / vnd in jme alſo zum Leben erwehlet vnd verord⸗ net / Oder allzumal alle Menſchẽ⸗ ſo weyt nemlich Chriſti Tod pvnd Marter geht / damit er vns Menſchen allen ſampt Gottes Huld vnd Gnade erworben/ vnd vns mit Gotte verſoͤhnet hat. Da wil er haben / das Goit vmb Chriſti willen nur wenig Men ſchen habe zu Gnaden angenomen· Dieſes iſt durchauß ſein Lere vnd Meynung / Vnd ſolte derhalben mit klaren / důͤrrenwor ten auß ſolchem Grunde ſein Sprache vnd Rede allzeit fuͤhren/ Gott habe nur wenig Menſchen! ond nur eilich Menſchen in die Gnadenwahl vnd das Gnadenwerck vmb Chriſti willen auff genomen. Aber hie thut vnd ſielt er ſich allermaſſen / wie die fe⸗ nigen/ welche er ſůt des Teuffel⸗ Lerer gibt / meydet c 3 Dieſes iſt wol recht gelert / iſt aber der Heupſtreit ni⸗ — — — „— „— Von der Gnadenwahl · minos / oder ſolche ſchone glantzende Sprach vnd Rede/ die auff e nig erwch ſeiner Lere Grůnden ſtehi / Vñ ſagt darfur / Goit habe jme von Ewigkeit eine Kirchen erwehlet / jme ein Haͤuff lein erwehlet. Das heiſt ʒwar wol / Gott habe nur wenig vnd nur etlicht Men ſchen erwehlet / vnd in Gnaden vmb Chriſti willen jnen das Le⸗ Fot. 3. ben geſchenckt. Aber er darff die Sprach nicht gehn vnd nicht Fol. 3. klungen iaſſen auff dißmal/ wie die Caluiniſten thun / Deñ es iſt in vnſeren Kirchen ſchrecklich zu horen / verwicklet vnd vemum met es derhalben das viel einfeltigen Chriſten gedencken ſollen! jme ſeye nur vnd allein vmb das zu thun / das er leren wolle / es ſeyen vnter dem groſſen Hauffen alleʒeil gar wenig / welche Ch⸗ riſtum annemen / vnd dem jenigen folgen / darzu ſie von Goti in Chriſio begnadet / verſͤhnet vnd verordnet waren / vnd alſo ſelig werden. Solche dicke Nebel vnd Finſternuſſen in einer Lere / die man offenulich vnd ohne ſchew / wenn ſie ein Lere des Liechts were / be kennen ſolie / ʒeigen an den finſteren Geiſt auß weichem ſie ko⸗ met / zeigen an ein boß Gewiſſen / welches ſich des Fluchs vñ ver maledeyung vber die Caluiniſche Lere theilhafftig macht / Zei⸗ gen an boſe vnd vngewiſſe Gruͤnde des Heyls vñdes Lebens / Zei gen muwillige Vrſachen / Verfolgung inder Chriſtenheit / wi⸗ der reine Lerer anzurichten. Was der rechte Heuptſtreit ſeye in der Lere Von der Gnaden Wahl. N dieſen dreyen Stůcken iſt kein Streit vberal⸗ Warinnt Erſtlich / das die Gnaden Wahl vnd Verordnung zum kein ſtreyð Leben / ſeye ergangen von Ewigkeit her. Zum anderni ſeye. das dieſelbige anders nicht / denn allein in Chriſto / der durch ſei⸗ nen Tod vnd Gnugthuung vns zu Gnaden gebracht hat / ergan gen ſeye. Zum dritten / das welcher die Gnade des Lebens vnd der Selikun haben wil / das er ſie durch den Glauben bey Chri⸗ B ſo in Warnung wider D. Oſianders Predig ſto in ſeinem Wort vnd heiligen Sacramenten nemen vnd ſu⸗ fn chen ſolle / Vnd das derhalben / wer dieſelbige alda im Wort vñ m Sacramenten ſucht / vnd mit Glauben annimyt/ ſelig werdt. un Dargegen alle die verdampt werden / welche es alda nicht fuchen d vnd nicht annemen durch den Glauben. Dieſe Stůcke alle drey V bieiben gewiß / vnnd ſind in keinen Sireyt noch biß daher gezo⸗ ſ gen worden. ge Die 2. Aber hierin ſteht der Streyt. Ein Theil leret / Gott habe ſein 3 von4 — Snade in Chrifio vber alle Menſchen ergehen laſſen / vnd vber e 8 r alle geordnet/ Niemand / was von Wam vnd Eun geboren iſtt Wahl vbergangen vnd außgeſchloſſen. Derwegen vmb dieſes ſeines lie abi ben / eingebornen Sons willen alle Menſchen auff vnd angeno⸗ men zu gnaden / vnd in jme ſie alleſampt zum ewigen Leben ver⸗ ordnet. Das ſelten nu billich alle Menſchen annemen vñ gleu⸗ ben / wie darumb Gott das Euangelium geordnei vnd befohlen hat in der gantzen Welt zu predigen / vñ alſo alle Menſchen zum leben zu beruffen / Aber da folgen etliche / nemen es mit Glau⸗ den in Chriſto an / werden alſo ſelig / Etliche aber ſolgen nicht ſind vngleubig / nemens in Chriſto nicht an / Dieſelbigen ſind e⸗ wiglich verdampt vnd verloren. Zu dieler Lere bekent ſich alle⸗ ʒeit beſtendiglich D: Samuel Huber! von welcher wegen auch die Wuͤrtenbergiſchen Theologẽ / gleich wie auch ʒuvor die Wie tembergiſche / jn jetzunder veririeben vnd verjagt habem Die Lere Der ander Thei leret dargegen! S Dit habe von Ewigkeit von der jme fuͤrgeſett nur eiliche zu lieben / vnd nur eilieder ſich ʒu erbar Stumpel men ſie zum Leben zu verordnen Habe ſie derhalben dieſem fuͤr wahl. ſat nach erſchaffen vnd gemacht / vnd nach dem Fall ſie widerge bracht vnd erloſi / den Geiſt des Glaubens jnen verordnet/ das es vnmuglich ſein ſol / das ſie nicht gleuben / oder das ſie im Glau ben ſtecken bieiben vnd verdampt folten werden/ Sollen derhal⸗ ben mit ſich/ jrer Meynung nach / auß Mutterleib jr Leben vñ Seligkeit nach vermeinter heimlicher Gnadenwahl / welche wei ter nicht / deñ allein auff ſie/ ſol geſchloſſen ſein worden⸗ — 8 „— ec e „ — — — — Von der Gnaden Wahl. ſin an die Welt bringen / das ſie Gnad/ Heyl vnd Leben nimer⸗ mehr verlieren können / Dargegen die anderen Menſchen alle⸗ ſampt (leren ſie) Bb wol ſie auch ſeyen Menſchen wie die an⸗ deren von Gott erſchaffen / ſo ſeyen ſie doch von keines Heyls vfi Wolſtands wegen / ſondern nur zur Schmach / Pein vnd Qual erſchaffen worden / ſeyen niemaln in Gnaden gemeint oder an⸗ genomen / ſondern allezeit in Goltes vnverenderlichem Rhal in Zorn geſtanden / vnd von Zorns wegen erſchaffen worden / Vnd ſollen alſo den ewigen Tod mit ſich auß Mutier Leib bringenl Vnd der geſtalt / das er jnen durch kein Mittel nimer ſol / kan vñ mag abʒenomen werden / Doch werde vnler ſolchen Leuten / et⸗ lichen zwar wol das Euangelium geprediget aber dieweil ſie in der Gnadenwahl verlaſſen! vbergangen / vñ niemaln an das OBrt geſtelt ſeyen / da Gott Fried / Huͤlffe / Erbarmung vnd Troſt hat woͤllen herkomen laſſen / da leye alles auch in jrer Tauff / Chrißt licher Aufferzichung / Vermanung / Predig horẽ / Abſoluieren / vnd Brauch des heiligen Nachtmale / Fuͤrgeben / alles eytet vnd vmb ſonſt / Denn Gott habe fuͤr ſie kein Gnadenhand / vnd kein Gnadenwerck / dieſelbigen zu bekehren / oder zu erleuchten / nie⸗ maln auffthun wollen / vnd ſie anders nicht / deñ allein zum E⸗ zend/ Straff vnd Verdamnuß erſchaffen · Dieſes leren die Caluiniſten allzumal / Dieſes leret auch D. Dſiander / mit ſolchet Geſtalt/ Maſſen Wonten vñ allem Gre wel / Wie denn ſeine eygene Wort jetzt gleich darauff ſollen bey geſetzt werden. Das iſt die Lere / welche er in dieſer ſeiner Pre⸗ dige vnterſteht auff ein newes / wie es in ſeinen vorigen Buͤchern geſchehen iſiſ in die Kirchen / vnd fuͤrnemlich in die Wuͤrtember giſche Kirchen zu ſtrewen. Db nun aber die Heydelbergiſchen Theologen der Vergleich ung mit den Wuͤrtembergiſchen vnd jrem Anhang ſich vergeb⸗ lich rhuͤmen / das wird der Chriſiliche Leſer vernůnfftiglich zu er kennen haben. Vmnd ob nu D. Hunniue vnd D. Polycarpus! desgleichen der Dritte / welchen ſie mit W ſchleppen anders hal teni Warnung wider D. Oſianders Predig ten / vnd ſich von D. Bſiandern / welcher jre Lere beſiettiget / vnd jnen mit der Zerrutung im Lande Sachſſen beygeſprungen iſtl theilen vnd abſondern / vñ ein anders oder ein beſonders wider D. Bſiandern haben wollen / das werden wir wol vernemen. Hie ſtehe ich aber vor den Augen der lieben Chriſtenheit / vnd frage ſie / alle durch vnd mit einander / ob ſie es mit oder von einander halten? Ich achte wol darfuͤr / es ſeye ein Geiſt vnd ein Lere/ vnd was D. Dſiander rundt bekent in ſeinen Schrifften / das muͤſſen dieſe ſeine Conſorten durch Conſequentzen auch bekennẽ! Aber da wollen wir hoͤren jr ſelbſt Antwort. Vnd mercket dar⸗ auff liebe Chriſten / wie es doch komen wolle. Das obgeſchriebene ſchreckliche / verʒwenſſel⸗ te Lere D. Bſiandri Lere ſey / vnd das jme mit keinem Buchſtaben vnrecht geſchehe. Ch wil ſeine Wort auſs ſeiner Auslegung in die Hꝛ: Bibel / Seine Wort auß ſeiner Admonition / die er geſtelt hat / an die Frantzſiſchen vnnd Niderlerdiſchen Kirchen Seine Wort auß ſeiner Inſtitution hicher ſesen/ wie ſie alda ſtehen vnd lauten / Welcher wil / der ſchlahe nach / wird nicht nur dieſes / ſondern anders mehr da finden. Ich wil mich aber aller Kuͤrtze bevteiſſigẽ / Vnd weiß Gott / das ich gernhette verſchonen wollen/ hab mich auch ſchier zu iod gelidden vder al⸗ teriey Freuel vñ Vnbilligkeit die mir zugeſůgt iſt worden Vnd vermeinte allezeie / der Sachen ſolte inſonderheit bey den Wuͤr⸗ tenbergiſchen Theologen durch andere Mittei geholffen vnd ge⸗ thalen werden. Nun es kan aber anders nicht me ſein / Goit wil haben / das man rede / dieweil dieſe grimige Berfolger ſelbs ſo ſtarck darnach ringen vnd ſtreben / da man ſetzt ſagen muß⸗ was ſie vor ein Geiſt reitte / das ſolche Vnrdu von jrer Lere we⸗ gen hat enſiehen vnd außbrechen muſſen · machen / dieſee ſind D. Bſianders Lere vnd Wort vber dle H. Bbil / wie ſolget. ſolg dꝛ Was wil man lang 23 — —— 1 t e d t⸗ ſ ¹ d Von der Gnadenwahl D. Oſiander in Mal: Fapt ]. Monne frater erat vterinus & germanus Eſau, Patriarchæ Iaco- bi? Dicit Domiuus, & tamen TaNTVM DILEXl lacobum co gnomine Iſrael poſtea diòum,à quo vos originem ducitis: eumq; & poſteritetem eius PaTERKdO AMoRE SVM PROSECV TVS. in lerem: Gap: 24. Et qui vert inſiti ſunt Chriſto per ſidem, conſeruantut ad vitam æternam, VTNMOK EvELLAMTVR DRsTRVARTVR ET PEREAHT⸗ Etenim ſi prolabuntur: reſurguut per veram poœnitentiam⸗ In AAis Apoſt: Cap: 3⸗ Et crediderunt Euangelio quotquot erant (in arcano DElconſi- lio ) præordinati ad vitam: Hi datum e vt in Chriſtum crederent: reliqui audiuerunt quidem ſed non crediderunt. Quos enim Do- mini ab ælerno ad uitamprædeſtinauit y bos cognitione kuangelij donat. lu⸗ xta illud Pauli: Quos prædeſtinauit, hos & vocauit: Et quos voca uit, hos etiam (ſide) iuſtificauit. Quare autem Dominus non omnes præ deſinarit: & cur non omnes fie done!ʒ noMrum non eñ requirere. Statuen⸗ dum eñt autem Deam eſſꝭ iuißimume ſapientißimum In Matth. Cap: 1 Etſi enĩm poſʒunt aliquæ rationes afferri Cur DBVð noh omnibus zominbu vculos mentis aperiat, vt Veritatem cœleſtem recipiant & ſal uentur; tamen omnium certißms ratio en DEl uoluntas: quæ non po- teſt non eſſe optima. Nam quos præſciuit (quos etiam antequam naſcerentur. pro jnmenſaey eterna ſua fapientia præudit qut ipſi Ex SR ATIA placent⸗ ut Kant hæredes yegyi cœleg: Die er erſehen hat:) hos & prædeſtinauit(ſe⸗ ordinauit. Er hat ſie dahin geordnet / vnd darzu gewidmet:) con formes fie⸗ ri imaginis Filij ſui, hoc eſt, vt ſanẽtificentur, & cum ipſo patian⸗ tur aduerſa, & poſtea cum eodem æ⁊ternæ gloriæ participes fiant. In Rom. 9. certutn eſtʒ Deum ab aterno definiuiſſe ſeu pradeſtinaſſe, B 3 quos N. B⸗ N. Be N. B, M. B. N. B⸗ N Bo K. B. K. . N. B. N. B. N. B. N. B. Warnung wider D. Oſianders Predig Qaot ſaluos facere decreuit. 2. Hoc DEl conßilium firmum eſt, ð k mltabile Mox: Deus enim, quos ad ſalutem prædeſtinauit, ita prædeſtinauit. vt uelit eos in Chriſtum tredere, & ex ea ſde piam ducere vitam. Mox: Vtq; non offendamur eorum cecitate, qui, cùm aliãs in rebus mundanis ſint perſpicaciſtimi. tamen ſynceram Religionẽ Chriſtianam non agnoſcant, ſed eam potius blaſphemant & perſe quuntury memores ſcripturæ, quæ docet, Mon ominibus datumeſſe⸗ cbriſtum agnoſcere & ſaluari. Mox: Dicit enim Dominus: Non erit Iſmaẽi hæres tuus (ſub illa hæteditate comprehendebatur etiam uitæ æternæ promißio) ſed in Iſaac vocabitur tibi ſemen, hoc eſt, lſaac, & ipſius ſimiles repu tabuntur pro filijs tuis, ac hæredibus vitæ æternæ. NMox Duos ſlios enixa eſt, longe dißimiles: quippe quorum al⸗ ter ex gratia eledtus, alter iuſo DEiudicio reprobatus K. Mox: Vtillud, ſecundum eledtionem, propoſitum Dbi mane⸗ ret (hoc eſt, vt firmum conaret æternum Dkl decretum, quo alium eligit alium reprobat.) ideò non ex operibuꝰ ſed ex vocante (hoc eſt nul lo operum aut meritorum reſpectu, ſed ex gratia mera, Vua 1ſaacum ad uitam æternam prædedinauit & uocauit) diꝗtum eſtej ¶ Rebeceæ, per o⸗ raculum diuinum: Gen.15 quia (pro quod) maior ſeruiet mino⸗ ri, nempe lacobo: Sic conſequetur uerambe nedictionem ſpiriiualem nx An non hoc videtur rationi humanæ abſurdum, u hal ahæterno et decernatur qui nihil boni adhuc fecit? damnationi relin quatur, qui nondim malè eſt operatus? —— Mox Verum ex gratia quoʒ uolo ſaluo facio; ne quis Habeat, quod coram me glorietur. Mox Sed quia hi homines vera Dei agnitione deſtituebantur⸗ fruſtra conten derunt ad ſalutem: quia Dei iporum non eſ miſertusàn liis oculos mentis eorum aperuiſſet, ut uiam ad uitam inueniſſent. ¶ tem: itaq́; licet illi in eiigendis demonſtrare ſuam miſericordim C mn reprobandis ſuam iuftitiam. e * . Mox: Ergo, cui vult miſeretur Deus, & quem vult indurat: in ipſius enim ſiberrima: optima & iuſtiſima Voluntate ſitum eſt, vt ex infinito hominum (natura corruptorum & perditorunꝰ nume⸗ ro qujsdam (ex miera miſericordia) ejigat, conuertat & ſaluet: Re⸗ iᷣqu uerd (¶pro juſtitia ſu) in mentis cecitate relinquat vt non — Von der Gnadeuwahl. tum non melioresʒ ſed (prædieto modo ) etiam deteriores fank. Mx: Fadem eſt ratio hominum peccatorum. Sumus enim (propter naturæ noſtræ cofruptionem) non aurum aut argentum? ſed lutum: teſte Eſaia 64. & lere: 18. Quars fi Domiuus DEvʒ ex materia lutoſu non omnia uaſu faciat in hone go uſusʒ nemo id repręhen dere debet. qua miſericordiæ eſt; non debiti, ſi ex luto aliqu naſ⸗ Ku- xat ad bonorem: reliqua non habent, quod juſte conqueranrur, ſi nõ fiant vaſa, quæ menſæ appo nantur. paulò ants, hæc vaſa appellat vaſa in ignominiam, vt ſi matula ex lutofiat Eð locum etiam accommodat Proverb: 16. Quaſi Deus creet ad diem malum. Vide ibi Commentarium eius. Prov.16. lbid: Cap. 1. id autem non faſtum eſt, vt Eᷣvs gent es & Iudæos omnes in in⸗ eredulitate perire ſinat: ſed miſeretur eorum: & ex ijs quos uult (ſtam ex ludæis quàm ex gentibus y illuminet agnitione Chriſti, & do- net illis graris Vitam æternam. Mox Qum incompræhenſibilia ſunt iudicia eius? Hoe eſt, qui rationes inu gigare uelit, cur Dvs hunc ſaluet, illum verò in ſuo iudicio demnet, cum fuerint ambo olim increduli, ambo aut æquè ſcelerati: aut ſaluandus, altero etiam ſceleratior: Qꝛi (inquam)hæc indagare ſuſceperitfruſtra ſe lorquebit. Mox: Deus enim vult, inchoatum ſalutis noſtræ opus abſoluere. Quia elegit nos in Chriſto, antequam mundi fundamenta jace⸗ tentur. Neq; ludæorum cæcitas fidem noſtram percellat: Quiæ mi⸗ vum non eſt eos non agnoſcere Chridum qui ad uitam æternam non ſunt præ⸗ de Kinati. — dem in Matth: 20. Fit etiam quandoq́ʒ;ʒ vt multi vocentur ad Chriſti agnitionemʒ ſod pauci eam complectantur: Mon en im ſunt eledi. ldem in Admonitione ad Eccleſias Gal licas & Belgicas: Immenſa boniĩtate & miſericordia, qg osdam t toto humanò ge nere, antequam mundi fundamenta jacerentur elegit, quos vult xternæ ſalutis participes facere. àd: k. v N. B⸗ N. B⸗ N. B? R. B N. B. n. B. N. B⸗ Warnung wider D. Oſianders Predig Aduerſus has tentationes vtiliter diſcitur & tratatur dotrina ge æterna Di electione, quæ oſtendit, NMon omnibus diuinitus datum eſe. ut ueritatem Euangelj agnoſcant & ſaluentur. ibidem. Eosq́; pertinaces Euangelij perſecutores, nonſilſẽ à Do cledo ideoq; mini mirandum ſi in meniis ſuæ cæcitate perſeuerent. lbidem Fol. 32. Quate Chariſtimi, eum videmus, multos & magnos viros ad⸗ verſari Euangelio leſu Chriſti, non turbemur aut in ſide noſtra va cillemus: ſed huic offendiculo medeamur meditatione doctrinæ de prædeſtinatione: illud cogitantes, Mon datum eſN idis hominibu, it ncritatem agnoſcant; ſed oculos eorum (arcano ſed tamen iuſtiſi- mo Dhl iudicio]) excæcatos eſſe. Mem in libro Inſtit: Chriſt: Religio: De Pœni⸗ ten: Cap. 1 Sed & alium vſum habet doctrina de prædeſtinatione, vt vide- licet medeatur offendiculo, cum videamus homines opibus, ſapi⸗ entia & dignitate in hoc mundo conſpicuos, repugnare Euangen lio Chriſti, vſq;ʒ ad extremum ſpiritum. cogitabimus enim (dori⸗ na de prædeſtinatione Pßi rectè cognita) ho non fuiſſe z DEO ad ki⸗ tampræde dinatos: Meoq; mirum non eſſe Juod (iuſto DEijudicio) in cæ citate mentis relinquantur. Nu beſihe hierauff widerumb mein lieber Chriſt / alles was ich zuvor vom Hauptſtreit geſagt habe vñ vergleiche jetunder D. Oſianders Wort mit demſelbigen Wirſt freylich hudſche Ar⸗ bei finden / Vnd ſihe mit vleiß auff die ſchoͤne Lehryuncten⸗ vñ das ſchoͤne troͤſtliche Euangelium / welches er mit ſeinen eygnen Worten beſchrieden hat. Mercke alſo darauff. Zum Erſten/ Gott habe geordnet/ ehe die Menſchen in Mut ter Leib empfangen werden / welche er keben / vñ von Liebe wegen erſchaffen / vnd in die Welt woͤlle komen laſſen / Welche et dage⸗ riebe Gottes gen auß freyem Luſt vnd Wolaefallen / zu Haß auch von Haſ⸗ ſes wegen ſchaffen vnd in dieſe Welt bringen wolle. Habe Von der Gnaden Wahl / u glſo nur etliche / Niche alle / nicht das gantz Menſchliche Geſch⸗ zecht / nicht die gantze Welt / lieben wollen / oder geliebet / ſondern nur die jenigen / welche er in der G nadenwahl bedacht / da er her⸗ gegen die anderen darvon außgeſchloſſen / vnd zum ewigen Haß u nd Verderden verordnet ſol haben. Zum Andern / Es erbarme ſich Gott nicht aller Menſchen / hade niemaln alle vneer die Gnade beſchloſſen / ſich aller zu er⸗ 4e Gotlez barmen / ſondern nur eilicher. Deñ es habe Gott zwen Hauffen n von Ewigkeit gemacht / da er vber den einen hab Barmhertzig⸗ keit vnd Liebe geordnet / vber den anderen ewig Zorn / Gericht / „ Schweffel vnd Bech / Darbey / wo Gott von Ewigkeit her kein iPBarmhertzigkeit geordnet hab / da ſeye auch keine von jm jemaln angeſehen vder geſtifft worden / viel weniger in ſein Rhatſchlag oder Gnaden gefallen komen / Verſtehe / weder in Chriſto / noch vuſſer Chriſto. In ſumma / ſoͤlche ſollen jmmer vnd ewiglich von e sller Gnade / auch von allem Zugang vnd Hoffnung zur Gna⸗ „de ausge ſtoſſen ſein. Zum Dritten / Leret dieſer Man ferner ſeinẽ Grůnden nach / das alle Menſchen mit ſich bringen von Mutter Leib an entwe yne⸗ ders Leben oder Tod / Liebe vder Haß! Gnad vnd Barmhertig⸗ rerlechar⸗ keit / oder ewige Vngnad. Wo es nun einmal von Ewigkeit / vor aller Schoͤpffung getroffen hab / mit Tod / Haß vnd Vngnad / da ſolle jez Teuffen / Vermanen / Predigen / Abſoluiern / dar⸗ . zu auch Beten vnd Gleuben woͤllen / alles vmb ſonſt ſein. Dar⸗ w gegen wo Leben / Liebe vnd Barmhertzigkeit einmal hingewand / vñ vnd verordnet ſey / da werde alles alſo gegleubt / angenomen / vnd gehe jmer ein ſolcher Menſch zum ewigen Leben. Zum Vierdten / Welcher nu einmal vnter das Gnadenwertk nd Gnadenordnung komen ſey / der koͤnne auff kein weiſe vnnd xicht können e maſſe mehr verdampt werden. verdampt Zum Fuͤnfften / Daher kome / das etliche koͤnnen / ſöllen vñ mo⸗ werden. a gen gleuben / als denen allein in Krafft dieſer Gnadenordnung! u deyde Leben vñ Glauben preordiniri / zuvor verſehen vnd verord t ſeyen. C Zum wiemid nif⸗ Warnung wider D. Oſianders Predig Zum Sechſten / Das etliche an Chriſtum nicht gleuben / vnd nimer gleuben werden / ſey die Vrſach ſolches Jamers vnd Eien des alle mit einander / vrſpruͤnglich vnd anfenglich in Gott / Als das er ſie dahin / das ſie auch gleuben / die Seligkeit ſuchen vnnd annemen ſolten / niemaln von Ewigkeit her verſehen vnd verord⸗ net ſol haben. Zum Siebenden / Weñ ſchon etliche nach dem Glauben vnd Seligkeit lauffen vnd ringen / das ſie auch gern wolten ſelig wer den / ſo ſeye es doch vmb ſonſt / Deñ dieweil ſie nicht ſeyen in die Gnadenwahl vnd Gnadenverordnung komen / vnd ſampt ande⸗ ren eyngezeles worden / ſo ſey es mit jnen auß / vnd alles verloren. Zum Achten / Gott habe bey ſich ſelbs erfehen / auch bey ſich erleſen / welche jme gefallen wuͤrden / auß dem gantzẽ Geſchlecht der Menſchen / zum Leben zu verordnen / Das ſol die Verſehun⸗ ge vnd Praeſeientia ſein / in welcher Gott geſehen ſol haben / wo⸗ hin ſein Hert mit Gnaden ſich wenden wolte. Zum Neunden / Die er alſo erſehen / außgeleſen vnd auffge⸗ zeichnet ſol haben / die habe er mit einem Decret dermaſſen ein⸗ geſchantz vnd eingeſchloſſen / das bey denſelbigen kein Enderung zu erwarten oder zu beſorgen ſey / als das ſolche Menſchen ſol⸗ ten oder koͤnten fuͤrohin mehr verdampt werden. Zum Zehenden / ſolle niemand darmit ʒu thun oder zu fragen haden / welchen Menſchen Gott in ſeine Gnade vmb Chriſtiwit len aufſgenomen hab / Denn es ſey ein Curioſitas / Das iſt / ein Fuaden wabl vnnotwendig vnd ein vnerforſchlich ding. Da deñ die Meinung darbey iſt / Es ſolle ein jeder Menſch es gehen laſſen / wie es gehtl Wer erwehli iſt/ der ſeye erwehlt / welchẽ Gott Gnade beſchert hab / dem ſeye ſie beſchert / vnd die werde jme auch nicht entruͤn⸗ nen oder entgeben. Hierauß muß auch folgen / Sol niemand mit der Menſchen Gnadenwahl zu thun vder derſeibigen nachzufor ſchen haben / ſo ſolle man auch niemand troͤſten / vnd bekämerte Gʒewiſſen in furche vñ ſchrecken / ob ſie erwehle ſeyen oder nicht ohn einigen Treß im Zweyffel ſtecken vnd ndet — Von der Gnademwahl lung dahin fahren / auch alles was Chriſtus fůr ſie gethan / mi ſpot vnd hohn verachten vnd mit Fuͤſſen tretten laſſen· Zum Eyifften / ſagt mein D.· Dſiander / Iſmael vnd Eſau! Sottes auſſgeſchloſſen / vnd dermaſſen verworfſen geweſen / das ſie zu jrem Heyl die Beſchneidung / das iſt / das Sacrament der Verſicherung der Gnaden Goites / nichts vberal hab nutzen moͤ gen / Das iſt / Ob wol ſie Gott habe vnier ſein Voick euſſerlich zehlen vnd rechnen laſſen / ſo ſeyen ſie doch heimlich von der Gna de / auch Erbſchafft des ewigen Lebens / verſtoſſen worden / An de nen derhalben Gottſelige Aufferzichung / warnen / vermaneni vnterweiſen vnd troſten / allerdinge von des heimlichen Auſſch⸗ luſſcs wegen / vetloren vnd vmb fonſt geweſt ſey . Was nun dieſe Lerer von der heiligen Beſchneidung halten / das gleuben / leren vnd halten ſii auch von der heiligen Tauffe. Zum zwolfften / iſi das diefes Lerers Meynung / In dem nu ſoche zer ſonderung der Menſchen gemacht ſeye vor der Welt ſchoͤpffung / im Anfang aller Rhatſchlegen vnd wercken Got⸗ tes vber vns / Da ſeye hernach kein Gnade / kein gnediges Hertl kein Gnadengefallen / kein Liebe vber die jenige ergangen / in der Schaffunge! in der Erlöſunge / in der Bezahlunge für vnſere Suͤnde / im Beruff vnd allen Wercken Goites / welche ſchon zu vor albereyt teprobirt / verwor ffen / vbergangen / verlaſſen / ver⸗ ſchmehet vnd außgeſtoſſen ſind worden. Deñ da Goit habe fuͤr erliche / vnd fur die allein / welche in das enge Regiſterlein komen ſein ſollen / das Gnadenwerck gemacht vnd geordnet / Vnd da es nun in volſtreckung auff ein anderen ergehn vnd erfolgen ſol / da ſeyen die anderen / gieich wie von anfang allezeit außgeſchloſſen / alſo auch in volſtreckung ſoiches Außſchluſſes alleʒeit verlaſſen / vnd alleʒeit außgeſchloſſen woyden / Sollen auch darzu wiſſen / oder darfůr halten / das ſie anderer Art vnd Eygenſchafft in Got tes Rhatſchlag ſein ſollen / als die anderen / Alſo / wo den andern Liecht / Leben / Heyl vnd Freud verordnet/ alſo ſol dieſen eytel C * Todt ſeyen in Mutter Leib ſchon von aller Liebe vnd Barmhertziskeit Swas es ſeye nicht erwelet ſein⸗ verkloſe vil geſchicht / das geſchehe auß Gottes pur lauterem einigen / vnd le Gottes Warnung wider D. Oſianders Predig Tod / eytel Zorn / vnd ailes vol Trůͤbſal / Schrecken / Blind⸗ beit/ ewigs Jamers vnd Elends zugetheilt vnd verordnet ſein. Sum dreyzehenden / leret vns D. Bſiander / alles was hietin alſo wolgefelligem Willen / Der mache es alſo / nach ſeines Her kens luſt / Hab jn hieruͤber niemand zu rechtfertigen/ ʒu fragen / oder zu erforſchen / Warumb er es mit dem armen Menſchen al ſo mache. Deñ wenn man es ſchon wolt darfur halten vnd anſe hen / als ſeyen die Suͤnden / Vnglaube vnd Halsſtarrigkeie der Menſchen die Vrſache das ſie der Gnaden nicht werden iheul⸗ hafftig gemacht / ſo ſeye doch alles / was Menſchen thun vnd vn gehorſam ſind / nicht die rechte Brunquel vnd Vrſach / ſondern es ſeye alles alſo in Gottes Willen vnd Vrdnung / vnzertrenlich vnd vnuermeidenlich gefaſt / der die Menſchen alſo abgetheilt / einen zur Rechten / den andern zur Lincken geſtelt / einen zum Le ben / den anderen zum Tode / einen zum Glauben / den anderen zum Vnglauben vnd Hals ſtarrigkeit verordnet habe / Deñ die⸗ ſes kome alles her auß einem Abgrund der Krafft vñ der Macht Gottes. Soiches nennen ſie das abſolutum decretumʒ oder abſo lutam voluntatem, Iſt nicht nur die grewliche Caluiniſtereyl ſondern auch der Vortrab zum kuͤnffiigen groſſen Abfal / von Chriſto vñ allem Euangelio / auch ein Vorbereytung zum Tur ckiſchen Alcoran / das ſehlet nicht / es gehe damit ſchwanger wer da wolle. Zum vierʒehenden / Leret vns dieſer Man noch weyter/ Gott seſeſe zu vn mache nach ſeiner freyen Kunſt / Gutbeduncken vnd Gefallen / ehres. Menſchen auß dem Leymenkloß / wie ein Heffener / etliche zu Ehren / etliche zu Vnehren vnd Verdamnuß / Seye derhalben dieſes des Almechtigen Hefſeners Werck / das eiliche nicht koͤn⸗ nen vnd nicht ſollen ſelig werden / ſondern jmmer dahin in Sch⸗ anden vnd Suͤnden leben vnd verderben muͤſſen. DJeſes habe ich Summariſcher weiſe auß D. Oſianders Schrifften vnd Buͤchern albitanjhenvrovmtldenmallen⸗ * —— — „— —.— — Von der Gnadenwahl. damit kunt vnd offenbar werde / Erſilich / Das ich den Heupt⸗ znt iied ſtreit recht habe geſetzt: Darnach / das D. Dſiander mit dieſer ſe aup. oñ Caluiniſcher / ſchrecklicher / verzweyffelter Lere nicht vnrecht ge ners Schri- than werde: Zum Dritten / dieweil er dieſe Lere widerumb wil ſren angeio⸗ verthedigen vnd ſoriyflantzen / das man ſich wiſſe vor ſolchen ſei⸗ gen. nen Predigten / Leren vnd Schrifften zu verhůten: Zum Vier den / das man hierauß den Wind ſpuͤre / welcher in das Lande Sachſſen gewehet / Verfolgung alda angerichtet / vñ beyde Kir chen vnd Schui gerne hette auff einen hauffen geſtoſſen · Gibt hiemu Ertlerung vnd den rechten Verſtand / was füͤr ein Geiſt feye in D. Hunnen / D. Potycarpi / vnd des dritteni welchen ſie inn ſich ſchleppen / Lere / da dieſe alle vnter einander in einem Geiſi einerley Grund / dieſe Lere vnter den Henden haben / allein das es die zu Wittemberg / eiwas ſubtiler fuͤrnemen / ale dieſer Man. Iſt aber ein Kuchen vnd ein Geiſt/ ſonſt wuͤrden ſie ein⸗ ander ſo getrewlich nicht zuſpringen. Das D. Oſiander dieſe ſeine grewliche Lere / durchauß in ſeine Predigt geſteckt habe. Enn D. Oſiander Buß theie / ſeine Lere enderte / oder bey der Enderung bliebe / welche er zu Mumpelgart fuͤr genomen / vnd da jme hernach D. Samuel Huber fein auff die Fuͤſſe halffe / mit allerley gruͤndlicher Vnterweiſung fo konte man der Sachen noch wol helffen / Aber der Man beſte⸗ het nicht bey ſeiner Verenderung / vnd bey empfangener Chriſt⸗ licher vnd guthertziger Vnterrichtung / ſondern felt widerumb zu ruͤcke Vnd das ſchwer in dieſem fall iſt / verthediget widerumb ſeinen alien Grewel / vnd darff dennoch mit vnuerzagtem / froͤ⸗ lichem Hertzen / Mund vnd Muth nicht herſur tretten / ſondern — ſeine arme / vnſehlige Lere nur mit halbem Mund herfur geben. Wie er aber erſtgemelde Leren in ſeiner Predigt hin vnd wi⸗ der eingeſtecke vnd eingeſtrewet habe / das wollen wir jme nach nouurffi wol zeigen. C 3 Deñ Vott nir etli che erweblet. bol: 2. Spruch, dwe⸗ nig auſſerwel n. Warnung wider D. Oſianders Predig Denn Erſtlich / geht je die Predigt ſampt der Vberſchrifft durchauß dahin / das Gott habe nur etliche vnd nur wenig Men ſchen vmb Chriſti willen in Gnaden bedacht / angenomen / ſich jrer erbarmet / vmb Chriſti willen ſie geliebet / vñ zum Leben ver ordnet. Darauff / ſage ich / geht die gantze Predigt / von anfang zu ende / Beſehe es aber ein jeder ſelbſt / vnd vergleiche damit die Lere / welche wir auß anderen ſeinen vorigen Schrifften eynge⸗ gefuhrt haben / vnd hat doch der arme Man / der wider auff leſen wil / was er zuvor außgeſtoſſen hat / niemaln in dieſer Predizi / was er im Hertzen vnd in vorigen ſeinen Schriffien gehabt hat / rund / klar / frey / offenilich vñ lauter / oder mit zweyen oder breyen Linien einandern nach / vnd bey einandern ſetzen / reden vnd auß⸗ ſyrechen dorffen: Das Gott nur wenig Menſchen habe in ſein Gnadenwahl bnd Gnaden Hertz / vmb Chriſti willen verfaſſet / Oder von ſeines bittern Leiden vñ ſter bens wegen nur wenig Menſchen zu Gnaden angenv⸗ men / Das auch dieſelbigen / welche er einmal angeno⸗ men / nicht mehr ſoͤllen oder koͤnnen verdampt werden. Dieſes were gut Deudſch / vnd iſt D. Bſianders Meynung vñ Lere durchauß / hal es in vorigẽ Buͤchern gelert / iſt Sinnes vnd Willens daſſeibig ʒu verthedigen / Er darffe es aber auff dißmal mit klaren / deudſchen vnd duͤrren Worten nicht mehr herauß ſa gen / Macht ſich hiemit auch dieſer geſtalt verdechtig das er ſein Lere / wie ſie in ſcinem Hertzen ſteht / nicht darff vnd nicht kan / mit vnverzagiem Mut herfur geben / vnd wil ſich dennoch ver⸗ theidigen vnd verſprechen. Zum andern / zu mehrer Beweiſung / das er nochmaln mii die ſer Lere vmbgehei koͤnnen wir gar leichtlich mercken / Da er den Spruch / Matth. ꝛ0. Viel ſind beruffen / vnd wenig der Auſſer wehlien / dahin deuten wil / Als ſeye damit ſo viel geredt / Gott habe von Chriſii wegen / oder in Chriſto / nur wenig Menſchen in Gnaden hedacht / angenomen vnd erwehlet zu dem ßn wa — — *— — — — — 8 — — * — d 1 16 Von der Gnaden Wahl. was ſein Sone mit ſeinem vergoſſenen Blut erworben hat. Iſt aber ſoiche Auslegung mehr denn falſch / Denn ſie widerſtredet dem gantzen Euangelio / Auch beyden Gleichnuſſen / da dieſer Spruch angezogen wird / Darzu hat das Wort iuros zu deudſch / auſferwehit / Das iſt lieb / werth vnd angeneme / viel ein anderen Verſtand / weder die Heuptfrage iſt in dieſem Streit / da man gerne nachleſſet vnd niemands darwider iſt / das wenig Gleubiger / lieber / vnd angenemer / gehorſamer Kinder Gottes ſind. Die Frage iſt aber / Ob GVDtt von Chriſti wegen wenig Menſchen zum Leben erwehlet vnd verordnet hab / Vnd ob die⸗ ſer Spruch ein ſolche Lere zeigen ſolle? Darvon leſe weiter D. Luthern inder Haußpoſtil / gedruckt zu Jehna vñ zu Nuͤrnberg) wirſt gerad das widerſpiel finden. Zum dritten / ſind das ſeine wort: Gott habe auſs dem Fol: d⸗ gantzen Menſchlichẽ Geſchlecht ein Kirchen / (Er ſolt jagen / etliche wenig Menſchen) vnd Gemeine erwehlet / Es heiſſet / Goet hat in Chriſto dem Heyland vnd Leben der gan tzen Welt alle Menſchen erwehlet vnd geordnet / das ſie genieſ⸗ ſen vnd brauchen ſolten / was Chriſtus fuͤr ſie gethan hat / Aber es thun nicht alle was ſie thun ſollen / Darumb koͤnnen auch ni⸗ cht alle Menſchen Glieder der Kirchen ſein. Es heiſt nicht / das er nur wenig Menſchen / auß dem gantzen Menſchlichen Ge⸗ ſchlecht / dahin auſſerleſen vnd erwehlet hab. Zum vierden / ſagt er fein ſeuberlich vnd heimlich / das es nie⸗ mand horen ſol/ Gott habe den Jacob dem Eſau fuͤrgezo Jacob fůͤr gen. Wie fuͤrgezogen? Mein Herr Doctor / da ſolt man nicht gezoßen. mummen / vnd cuſimuſi machen. Ja / Er ſagt / Paulus rede al⸗ da vom cwlgẽ Leben / Nemlich / das Gott eiliche dahin furgeʒo⸗ Fol. 22 gen (Mercke es wol) vnd geordnet hab in Chriſio zum Leben / Die andern niemaln dahin geornet / gemeint vnd fuͤrge zogen / ſondern allezei dahinden gelaſſen. Beſihe nun ſeine Wort vber das 9. Cap: zun Romern / Wie hie vor Warnung wider D. Oſianders Predig iſt/ ſo wirſtu nicht allein verſtehn / ſondern auch greiffen můſſenſ was er im Finſtern mauſe mi dem wort / Fᷓuͤrgezogen. Denn das wil er / das Gott vnter Jacob vnd Eſau den einen habe zum Leben / den andern zur Hellen haben woͤllen / vnnd daſſelbig auß lauterem oder vnerſorſchlichem Luſt / Vnd da er es alſo gewolt / auch geſchloſſen / da habe er Jacob fuͤrgeʒogen / Nemlich zum Leben / demEſau aber im heimlichen Rhat einen Stoß auff das Gnick geben zur ewigen Helle vnd Verdamnuß. Zum fuͤnfften / Es ſolte wol D. Dſiander fur ſein Predig⸗ text vñ hernach in beweiſung ſeiner verſtuͤmpelten Gnadenwahl den Spruch / welchen ſie am meiſten fuͤhren/ herfuͤr gezogen ha⸗ ben / Jacob hab ich geliebet / Eſau hab ich gehaſſet / Aber er war viel zu glantzet vnd viel zu hell / ſeinen Betrug zu verber⸗ gen / vñ hette hernach der gut Herr Doctor nicht koͤnnen mit ſei⸗ nem Grund (wiewol er auch daſelbſt mit Boſſen vmbgehet) her fuͤr komen / Das Goit alle Menſchen geliebet habe. Derhalben ſe nimpt er den Spruch / ſo neheſt darbey iſt / vnnd alſo iauier: Der Groͤſſer wird dem Kleinern dienen. Vñ machet ſein Schlußrede darauß: Derhalben ſo hat Gott in Chriſto we nig Menſchen zum Leben begnadet / oder in jme in die Gnadenwahl komen laſſen / Vnd das dieſes ſein Schlußre de ſeye / auß demſelbigen Spruch / das beweiſt das gantze Buch / Wie deñ auch ſeine Auslegung vber das 9. Capitel zum Rom: da ſeine Wort alſo ſtehen: Maior ſeruiet minori, id eſt Eſau; qui primogenitus erit ſubijcietur minori, nempe lacobo: Hic conſe- uetur veram benedictionem cœleſtem. Zum ſechſien / Geht ſein Gleichnuß dahin mit zweyen Die⸗ rol. 7. ben ( iſt ein Gleichnuß / welche die Caluiniſten bißher allezeit im Gleichniſ Maul gefuͤhrt haben) Da auß freyem Willen des Herrnj einer von zweiẽ wird ledig gemacht vnd der ander an den liechten Galgen gehen cket. Dieſe Gleichnuß baſſierte ʒwar ja weñ der Herr kein Sch uld vnd Vrſach tregt an dieſen beyden Dieben / das ſie en e en in n Von der Gnadenwahl⸗ taben / Denn ſo das gewiß iſt/ ſo mag er ſeine freye Wahl gegen jnen brauchen/ nach ſeines Hertzẽ luſt. Iſt aber viel ein anders / wenn er ſie beyde heite zu Dieben gemacht / hernachmals aber ei nen oder mehr hencken wolte. Deñ wolte er ſie je hencken⸗ ſo ſol⸗ te er ein Vbergalgen auff den andern machen / vñ ſich ſelbſt als oberſten Diebenmeiſter auff den ober ſten hencken laſſen / die an deren kleine Dieblein aber / welche nichts gethan/ Weder was er geheiſſen / vnd worzu er ſie getrieben geſtoſſen / beſtelt vnd ver⸗ ordnet hat / vnten an henckẽ laſſen Das were der recht Proteß: Darumb wird ſich dieſe Dſiandriſche oder Altcaluiniſche gleich nuß vbel hieher ſchicken da er Goit dafur haltet/ das er die Men ſchen zur Schmach erſchaffen/ vnd alſo etliche zum Diebſtal gleich wie andere zu anderen Miſſethaten / vñ ſie von aller ewig keit her / von allem Heyl vnd Woiſtand abgeſtoſſen / abgetrieben! vnd dem Tuuffel in ſeine Hende erſchaffen oder vbergeben ſol haben. Zum Siebenden / Iſt dieſer Man der Lere noch jmmerzu 6 Welcher einmal etichlet vnd in die Gnadenwahl komen ſeye! der konne nicht mehr verdampt werden / Braucht aber doch dar⸗ 3 bey ſeine liſtige Griffe vnd verſchlagene Wort/ Als da er alſo ſagt: Gott der HErriſt in ſeinen Wercken nicht ein Stůmpler / der ein gut vnd herrlich Werck anfienge⸗ vnd daſſelbig nicht zum End füͤhrte / Wie die Menſchẽ offtermals groſſer Dinge ſich vnterſtehen / vnd dieſelbi ge mit Spott endlich muſſen fallen laſſen/ Sondern was Gott der HErr anfahet zu würcken/das fuͤhrt er auch endlich mit Lob vnd Preyſs hinauſs. Siehe das iſt ſeine Meynung / welchen Gott einmal erwehlet habe / vnd in welchem er einmal angefangen habe mit Rhat vnd That das Heyl zu wůrcken / da fuhre er es auch vnverhinderlich binauß / das folcher Menſch auff guter Poſt vnd heimlichem D Roll⸗ ydam Warnung wider D. Oſianders Predig Rollwagen jmmerhin in Himel fahre / ſonſt heite es Gott mie Spott mit jme angefangen / ſagt dieſer Man. Dieſes iſt die Le re vom abſoluto decreto, vnnd endlicher ſeligmachung aller de⸗ ren / ſo einmal erwehlet ſind / Wie wir es hievor auß ſeinen Bů angezogen haben. Beſihe in ſeiner Predigt wener / Zum Achten / So braucht er dahin die Gleichnuß mit dem Heffner / Das Gott eiliche Menſchen zu chrlichem Nutze vnd Brauche / etliche zu vnehrlichem Brauch ſchaffe vnnd mache Doch alles wider den Verſtand S. Pauli. Leret darbey auch! vnerforſeh⸗ eð lige dieſes alles in einem vnerforſchlichen Aogrund Goltes tich vnumb als da niemand/ deñ allein Gott wiſſe / Warumd DJE SEr eine ſelig bekehrt vnd ſelig werde/ der AN DER nicht bekehrt vnd nicht ſe verde, vnnd lig werde / Darvon doch S. Paulus vberall nichis ſagt vnd ni⸗ der ander nit chts handlet. Hiemit aber ſtuͤrtzt auch ( Wie deñ dieſe Lerc nim mer auff breirem Fuß ſtehn kan) D. Vſiander alles/ was er ſonſt jetz (ſeinen vorigẽ Schrifften zu wider) hat fuͤrgeben wol⸗ len / es lige in der Menſchen ſelbs eigener Boßheit vnd Schuld/ das nicht alle ſeyen zum Leben erwehlet vnd verordnet worden Wie dieſes wider einander lauffe / Vnd wie vngewiß der Herr Doctor in ſeinẽ Gruͤnden ſeye/ das kan man alſo mercken. Deü einmal ſagi er / es ſeye vnerforſchlich / warumb dieſer gleube vnd ſelig werde/ Der ander nicht gleube/ vnd verdampt werde. Iſt es vnerforſchlich / ſo ligt es nichi an der Menſchen Schuld vñ Verdienen / das ſir verdampt werden/ Deñ dieſes were erforſch⸗ Fol. 2 4 Helner. lich / ja greifflich vnd offenbar gnug / Iſt auch eben darumd er⸗ forſchlich / ſo baid geſagt wird/ Das die vrſach der Verdamnuß in der Menſchen Schuld vnd Verdienen lige / Sonſt weñ es vñ erforſchlich were / ſo koͤnle es niemand wiſſen / koͤme auch nie⸗ mand davon reden vnd zeugen. Bleibt aber D. Bſiander bey dem / was er zuvor geſchrieben! Nemlich / das es in Gottes lauterem Willen vñ Ftm en * Von der Gnaden Wahl / Menſchlichen Geſchlechis vns aller dingen vnerforſchlich / be⸗ K uhe vnd bietbe! ſo merckt man gar leichtlicht / das er in dieſer Predig verſchmitzt vnd nicht gar auffrecht ombgehen muß / mit ſeiner Lert vnd Bekantnus/ da er erlich mal vorgibt / die Schuld u der Derdamnuß ſiye indts Menſchen Vnglauben. Doch kan erwol ſagen / wenn ers chun wil / wie die Caluiniſten / Der an⸗ ſang der Verdamnuß ſeye vnerforſchiich / Als da G Oit Men⸗ n ſchen habe an dieſe oder jene Seüten geſtelt vnd verordnet/ da beh wir deſſelbigen keine Vrſachen wiſſen mögen / aber in der Exe⸗ cuiion als da die Menſchen / die nicht gleuben ſollenvnd nichts 6) zu gleubẽ haben Caluiniſcher meynung nach jetzunder in jrem S Vnglauben Vrſach vnd Schuldtragen jrer Verdamnuß. Al⸗ ſi ſo vnterſtehen zwar die Caluiniſten dieſe widerwertige Reden zu i wergleichen Wie gut vnd recht aber Daos iſt / mii was ſchand nd ſpott wider Gott / wil ich Chriſtliche Leſer ſelbs bedencken ukſſen / vnd mag leiden / das ſich D. Dſiander ſelos daruͤder er⸗ „ ere / wil er vnuerdechtig ſein. d Zum Neundien / Wie er alle Gnade Goites vnd Gnaden⸗ wahi abermal/ wie in ſeinen vorigen Schriffien geſchehen ziehe e auff ein heimlich verborgen / vnd vns vnbekant Hrufflein / wel⸗ 4 chee on Gott allein mit dem Gnadenraht / mit der Gnaden⸗ ßlein. n wuͤrckung darzu auch mit vnverhinderlichẽ Woiſtand zur Se⸗ S I skrit gelencket vnd gezogen werde / das verſtehen wir lauler vnd vi Klar auſßo ſeinen Worien / Da er ſpricht: Gott lege mit ſon⸗ ßol. 7. deren Gnaden (mercke⸗ ſonderen Gnaden) ſelbſten hand Sn vi greifſe darein mit ſonderen (merck abermal) Sna vol.b. en den: Der Almechtige Gott lege ſein gewaltige/kreſſti⸗pœl. u ge bnd gnedige Hand ſelbſt an: Sötſch herlich vnd be⸗ ſonder Oarvon ber goſte Hauff in Gottes raht ausge ſchloſſen n ien ſol) Gnadenwerck Gottes/ ſcye Sortniemand ſch uldig / ſondern flieſſe allein auſs Barmhertzig⸗ R D keit Fol. 25. Warnung wider D. Oſianders Predig keit her. Hernach hat er alles fein zuſamen gefaſt vnd ſpricht: Es hab der allmechtige Gott / ehe deñ der Welt Grund gelegt worden / ein Kirchen (Da weiſtu nun wol / das es al pie ſeiner Lere nach heiſſen ſol / etlich wenig Menſchen in Got⸗ tes geheimen raht auſſerleſen )oder Gemeine ( Das iſt / ſein kleines Heufflein auſs lauter Gnade auſſerwehlet / an welcher er ſein Gnadenwerck wircken vnd erzeigen woͤl len / das ſie moͤgen ewig ſelig werden / vnd dieſelbigen Menſchen erleuchte Gott durch ſein heilig Wort / Be⸗ kere ſie von Suͤnden / Gebe jnen den Glauhen an Ch⸗ riſtum / Schencke jnen den heiligen Geiſt /Treibe ſie zu guten Wercken ete. Hie ſihet man wol / wie dieſer Doctor gar ſubtil daher geſch⸗ lichen kompt / Vnd was er ſeiner vorigen Lere nach klar / mitwe nig Worten ſagen ſolte/ Nemlich / GOtt habe ſich vber wenig Menſchen in Ehriſto erbarmet / wenig Menſchen geliebet/ Vnd welche in dieſem kleinen Heufflein verfaſt ſeyen / das ſie GDBtt dermaſſen zum Leben vnd Seligkeit fuͤhre / das kein Hindernus vnd Fehlen darein ſchlagen koͤnne / das ſolte er fein klar wider⸗ umb herauß geſagi haben / Vnd darbey auch dieſes / Wie Gott nicht alleſampt zum Wolſtand vnd Leben verordnet ſol haben / Alſo konnen oder moͤgen von derſelbigen Vrſach wegen nicht al le Menſchen erleucht / bekehrt vñ ſelig gemacht werdenl Dieſes / ſage ich / ſolt er helle vnd duͤrr/ in maſſen er es im Hertzen dafuͤr haltet / vnd in vorigen ſeinen Schrifften hat reden duͤrffen / her⸗ auß ſagen / Aber er wirfft es vnd brawete ſeltzam in der Federn herumd / verſteckis nur heimlich hin vnd wider in ſeiner Predig. Doch ſo iſt es gnug / das er dieſes jmerzʒu treibt vñ fuͤrgibt / Gott zreiffe mit ſonderen Gnade / ſondern Hand / ſondern Gnadenwerck / vnd ſondern Wuͤrckung allein nach 4 ſich von zu ant ho tei Von der Gnadenwahl. lichen ) auch als zu ſolchen / welche er mit abgeſonderter Gnade d von anderen allen / auß freyem Luſt vnd Woſgefallen / zu einem a guten ende / vnd dieſelbige alleine auſoerleſen / Dargegen aber die anderen alleſampt vbergangen oder verlaſsen ſol haben. Iſtder in halben altzeit eben das jenig / was er zuvor in ſeinen Schrifften ten hat ausgehen laſoen! allein das er jetzt derſelbigen vnſehlichẽ 1 Lere/ allermaße / wie auch die Caluiniſten jetzt ſelbs thun / gern wolte ein ʒartere vnd lieblichere Geſtalt anſtreichen. 3 Wie ſich D. Oſiander vnterſtehe Caluiniſchen Gruͤnden erwehren. h Siſt ſehr ſchrecklich / das dieſer Man verſtehi vnd erkenil was die Caluiniſten fůr ſchreckliche Teuffelsleren vnd le⸗ ſterungen wider Gott ſuͤhren / Darbey aber nicht mercken wil / das er eben dieſelbige Lere vor dem Mumpelgartiſchen Ge⸗ oſprech gefuͤhrt hat / vñ widerumb fuhren / in die Kirchen bringẽ/ Fol. 5. 4⸗ vñ ſich alſo aller der Fluͤchen theilhafftig machen wil welche er ſelbs vber ſolche Caluiniſche Lere ergehen leſt. Wil ſich in fuͤnff Areickeln von Caluiniſcher Lere weiß brennẽ/ Aber lieber Gott / u es iſt nichts. Denn gerad eben ſolche Artickel / welche er fuͤr lau ter Goutsleſterungen erkennen muß / ſind die Gruͤnde ſeiner huͤp⸗ u ſchen Lere / von der Gnadenwahl / wie wir es denn wol finden m werden. a ER Sitlich / Haltet er dieſes vor Gotisleſterlich / Das Gott nicht ſolte vmd Chriſti willen gellebet haben das ganz Menſch⸗ Da gans ne ſir lich Geſchlech:: Freylich hat er das gantz Menſchlich Geſchle⸗ ſchlich Scſeh chte geliebet. Aber herfuͤr mein Herr Doctor / Warumb habt jr lecht licben n deñ vor einher gelert / vnd leret abermal mit dieſer ewer Stum⸗ pelwahl / Goet habe ſich nur etlicher wenig Menſchen mit ſonde eu rem Gnadenwerck erbarmet / dieſelbige allein geliebet / dargegen die anderen alleſampt gehaſſet / von jr Mutterleib vnd von E⸗ ⸗ wigkeit her / Alſo das ſie in Krafſt ſolches Haſſes / nicht koͤnnen n D 3 vnd Warnung wider D. Oſianders Predig vnd nicht ſollen / Auch nicht mogen erleuchtet / bekert vnd ſelig gemacht werden / Desgleichen / auff welche (beſchawet ewre ei⸗ gene wort )die ſondere Gnad / die ſondere Liebe / das ſonder Gna denwerck ſich nicht er ſtreckt / da ſeyen ſie auch allein zur Schma che vnd Matulas / Das iſt / Schewſal / vnd ſtinckenden Gefeſ⸗ ſen vcmacht / Ja / wenn ſie weren einmal in Goites Gnaden er⸗ ſehen / geordnet vnd gewidmet geweſen / das ſie Goit auch hette vmb Chriſti willen / lieben wollen / ſo iſt das ewer Meynung /klar vnd lauter im Text / das ſie in ewigen zeiten nimermehr heiten koͤnnen verdampt vnd verloren werden / oder ohn Glauden vnd ohn Erleuchtung ſein ? Dieſes koͤnnen wir wol ſpůren Das es Caluiniſch / verzweyffelt vnd Gotteleſterlich ſeye / Als da die H: Schyifft ſage / Joh:3. Alſo hat Goet die Welt ge liebet. 2. Cor: 5. Gott war in Chriſio / vnd verſoͤhner die Welt mit jme ſelbs. Ro: u. Gott hat alle ſampt vnter die Sůnde ge⸗ ſchloſſen / auff das er ſich aller erbarmete. Joan: 6 Cheiſtus iſt Fur verdam- nus erſchaf⸗ komen / das er der Welt das Leben gede. Auß ſolchen Gründen vnd Inhale des gantzen Euangeliums / könnẽ wir wol verſtehn das obgedachte D. Bſianders Lere / dem Euangelio alierdings entgegen ſeye / dieweil er auch noch allzeit in ſeiner Particularf Electione / inmaſſen wir auß ſeiner Predigi ver ſtanden / die ſelbi⸗ ge verthedigen wil / So iſt diſer Man ja vns ſampt der Kirchen vnd Schuie / welche er vnter handen hat ! eben ſchreckenlich vor dem Angeſicht / Nimpt vns wunder / das er ob dieſer Lere ſelbs erſchricki / vnd ſie gerne allein auff andere ſchieben wolte/ gehet doch darmit vmb / das er dieſelbige foribꝛinge / da jn kein leugnen oder verſcharren mehr helffen wird. 3VM ANoern / ſtrafft er die Caluiniſten vmb dieſe Gokts⸗ leſterung / da ſie leren / Golt habe von Ewigkelt her zum ewigen Perdamnuß etliche verordnet / welche er niemal gewolt/ das ſie konten vnd mochten ſelig werden. Er fagẽ! das dieſes ein Gotes ieſterung vnd verzweyffelte Lere ſey. Ja mein Herr — — — — ** N P Von der Gnaden Wahl. Gotteleſterlicher vnnd verzweyffelter könten es alle Teuffel in der Helten wider Gott den Allmechtigen nicht auſſpeyen / VBr⸗ ſach / Da ſchon dir Gnadenwahl vder Berordnung zun Gna⸗ den Gottes vor den Fundamenten der Wel/ gemacht vnd geſch loſſen war / da hai Goit hernach alle Menſchen in der Erſchaff unt des Adamo zu ſeinem Ebenbild/ nemlich zut Freud / Lebenl Lieb / Her ligkeis / vnd allem Gutem erſchaffen / Wie Moſes ſch reibt Gen.1. Vnd Paulus ſagt / i. Theſt ʒ. Goit hal vns ni⸗ cht geſetzt oder geordnet zum Zorn / ſondern die Seligkeit zu be⸗ ſitzen / durch vnſern Herrn Jefum Chriſtum / der fuͤr vns geſtor ben ſt. Muß derhalben der Teuffel die Lere erfunden hahen / da⸗ Gort von Ewigkeit hade Menſchen verordnet zur Schma⸗ che / Schand / Vnehre / Tod / Haß / vnd Verdamnuß. Schnei det darzu ſölche grewel Lere das Euangelium von Chriſto / in welchem vns Gott alle geiieber hat / auff dem Boden hinweg. Aber hie geht es abermal vbel vnd ſchrecklich zu / das D. Dſi ander dieſe Lere ſelbs verfluchen muß / vnd macht ſich doch der⸗ ſelbigen zu einem Lerer vnd Prediger. ERſtlich / da er ſelbs ſch⸗ reibe/ Gott habe nicht alle Menſchen gemacht zu Geſeſſen der Barmhertzigkrit / vnd zu ehrlichem Nutz vnd Brauch / ſondern nur etliche. Demnach kan er nimmermehr enttuͤnnen ſo lan⸗ ge er lerei vnd darfür haltet / Goit habe von Ewizkeit / Das iſi⸗ vor der Schopffung vñ allen ſeinen Wercken / nur wenig Men ſchen erwehlet vnd veroꝛdnet zum Lehen. Sind damaln in cauſa caufarum prima / Das it / im Vrſprung vñ anfang aller Wer cken Gottes / nur wenig / vnd nur etliche Menſchen zum Leben vnd Wolfart des Leibes vnd der Selen erwehli vñ vererdnet ge weſen / So koͤnnen nicht hernach alle Menſchen zu einem guten Ende / oder zum Ebenbild Gottes erſchaffen ſein. Was aber zu ſolchem Ende nicht erſchaffen / vnd zuvor auch / da andere zum Leben erwehlt waren / vbergangen oder verlaſſen iſt / aber doch er ſchaffen iſt worden / das muß je ſolchen Gruͤnden nach zur S ma D. Oſtandr kan ſich nicht erwehren⸗ chriſlus nicht Warnung wider D. Oſianders Predig mach / Vnheil vnd verderben erſchaffen ſein / Dahin diſer Man zelbe den Spruch / Proue: 16. (doch wider den Tert) auff gut Caluiniſche Manir/ eynfuͤhrt / vnd darauß ſchlieſſen wil / Gott pabe etliche Menſchen zu allem Jamer vnd Elende erſchaffen. Zum dritten / Warzu ſolte er ſie fonſten erſchaffen haben / wenn das war iſt / das Sott kein Liebehertz vnd kein Liebegunſt von E⸗ wigkeit her / vber dieſe Menſchẽ habe wollen ergehn laſſen? Wie deñ dieſer Man daſſelbig lauter vñ klar gnug bekent. Zum fuͤnff ten / eben darumb / Das dieſe / ſo verdampt werden / nicht gleu⸗ ben vnd nicht erleuchtet werden / gibt er die einige Vrſach / Nem lich / Goit habe ſie in Gnaden niemaln bedacht! in Gnaden nie⸗ mal auffgenomen vnd erwehlt / vnter ſein Gnadenwerck niemal geordnet / vnd von Ewigkeit zum Leben oder Wolfart jemaln ge ordnet. Darauß deñ nu offenbar gnug iſt / das er dieſer Lere an hengig vnd ʒugethan ſey / welche fuͤrgibt/ Goit habe etliche Men ſchen zur Verdamnuß beyde geordnet vnd demnach erſchaffen. Darauff beſihe / wie er daſſelbig gnugſam widerholet in ſeiner Predig: Gott habe / ehe der Welt grund gelegt worden! etliche auß Gnaden erwehlet j an welche er ſein Gnadenwerck wircken vnd erzeigen wölle / das ſie mögen ſelig werden/ Vnd das auch Goꝛt dieſelbigen erleuchie/ Vnd ſie endlich erhalte zur ewi gen Seligkeit. 3VM Driuen / Verwirfft er auch in den Caluiniſten dieſe ſir alle geſtor Sarraceniſche Gottoleſterung / das Chriſtus nicht geſtorben ſey ben⸗ fur alle Menſchen. Ja freylich iſt es gar nahe herbey geſtochen / mit dieſer Gotisleſterung / das man Chriſtum vnd ſein Euange lium von grund auff / leugnen vnd verfluchen wird / in mitten der Chriſtenheit / wil man die Augen nicht auffthun· Das nun D. Bſiander daruͤber erſchrickt / das iſt wol guꝛ / Deñ alſo leret die H: Schrifft/ 1. Tim:2. Der Menſch Chriſtus Jeſus / der ſich ſelbs gegeben hat fůr alle zur Erloſungi ⁊. Cor:;. So an — — ſirs füra ſtbe deli hen vnt lei Von der Gnadenwahl u fin alle geſtorben iſ / ſo ſind ſie alle geſtorben / Vnd er iſt darumb 1fär alle geſtorben / auff das die ſe da leben / hinfurt nicht jnen ſebs leben / ſondern dem der fuͤr ſie geſtorben vnd aufferſtanden iſt. Joa. 1. Sihe das iſi Gottes Lamb⸗ welches der Welt Suͤn ndetregt. 1. Joant2. Vnd ob jemand ſuͤndiget/ ſo haben wir ei⸗ nen Fuͤrſprecher bey dem Vater Jeſum Chriſt/ der Gerecht iſt / vnd derſelbige iſt die Verſohnuns fůr vnſere Suͤnde / Nicht al⸗ f zein aber fur die vnſere / ſondern auch fůr der gantzen Welt . * Wer dieſes beſtendig ieren / bekennen vnd in der Chriſtlichen Kirchen erhalten wil der muß ſich allerdingen vñ durchauß ent tyo man er ſchlagen der Caluiniſchẽ Lere/ das Gott von Ewigkeit ſein Gna chriſtverleuę de in Chriſto nur vber etliche Menſchen verordnet / Vder das er nung wehren in Chriſto nur wenig Menſchẽ zum Leben verordnet hab. Deñ mſ. nſo weit die gnedige Verordnung ! oder die Gnadenwahl / vnd in Gottes Rhat verordnet Gnadenwerck geht vnd gangen iſt / von Ewigkeit her / ſo weit vnd nicht weiter gehl auch die Gnade der Erlöſung vom Tode/ welche Chriſtus in krafft der Verordnun gevon Ewigkeit her / zu ſeiner ʒeit fuͤr vns Menſchen im wercke trzeiget hat. Welcher nun alda außgeſchloſſen iſt worden / mit demſelbigen hal Chriſius in ſeinem Leiden vnd Sterben / vñ dem Werck der Erloͤſung vom Tode nichis zu thun gehabt. Dieſes wird gelten vnd beſtehen muͤſſen vnverenderlich / Vnd ſchlieſ⸗ ſ ſen derhalben gantz ſtarck vnd vnuͤberwindlich hierauß / Dieweil D. Bſiander dafur haltet / In Gottes Rhat ſeyen nicht alle Menſchen zu Gnaden erwehlt auch in Liebe vnd Gnaden vmb Chriſti willen nicht alle auffgenomen worden / das er / ſo lang er dieſer Meynung bleibt nimermehr werde das Euangelium von 3 der Erlöſung aller Menſchenl vom Tode zum Leben / auffrich⸗ tig redlich vnd beſtendiglich leren vnd predigen koͤnnen oder moͤ⸗ gen Iſt auch nicht můͤglich / das er in ſeinem Herten fuͤr gewiß halte vñ gleube/ das Chriſtus fůr alle geſiorben ſey / auff das wir alle (wie S. Paulus ſage) jme der fuͤr vn⸗ iſt/ . cor. 5 o Warnung wider D. Oſianders Predig ſo lang er dieſes behaltet fur ſein Grundfeſt / Goꝛt habe nicht alle Menſchen zum Leden geordnet / oder / Nicht alle Menſchen in Gnaden erwehle vnd auffgenomen in Chriſto. Deñ lehrt er oder gleubt er im Hertzen warhaffeig / das Chriſtus fur alle geſtorben ſey / ſo muß er auch gleuben / was S. Paulus dardey ſetzt / Er ſey von des wegen fuͤr alleſampt geſtorbẽ / auff das ſie alle leben moͤchten vnd leben ſolten. Gleubt er deñ dieſes / ſo iſt ſchon ſein Grundfeſt nichts mehr / das Goit in Chriſto wenig Menſchen zum Leben erwehlet hab / Hat derwegen die Kirchen in Sachſen mit Stifftung zur Verfolgung vnbillich betrubt vnd verwirt. Zu dem / hat ſich D. Oſiander in dicſer Predigt nicht verben Fol. 3. gen koͤnnen / da er von den Gnaden Gottes in Chriſio erzeigt / ſo gar krumb vnd gebogen daher kompt / Erſtlich / Das er nicht ſa⸗ d. oſtanders gen darff / auch nemermehr ſagen wird / Das Gott in Chriſto kougkeit. ſeine Gnade vber alle Menſchen geordnet habe / Deiñ diefes heiſt ein allgemeine Gnadenwahl leren / Demnach verzwackt er daſ⸗ ſelbig liſtiglich / vnd ſagt / Gott habe ſich auff die fůrbiet vnd ver⸗ dienſt ſeines eingebornen Sons erklert / das er ſie (jetzt mercke⸗ es kompt als wolte es gar koſtlich vnd rein komen) alleſampt zu Gnaden wolle auffnemen. Dieſes war fur ſich ſelbs rechtſchaf⸗ ſen gut / deñ Goit hat ſich alſo erklert / vnd hats Chriſtus mit ſei⸗ nem blutigen Schweiß geoffenbaret vnd bezeuget / da er aller Menſchen Suͤnde gettagen hat. Aber D. Bſiander leſt es dar bey nicht bleiben / ſondern henget alſo bald an die vorangezogene Wort dieſen Schwenckel / da er widerumb zu ruck ʒeugt / was er in genere oder in gemein vber alle Menſchen geredt hat / vnnd ſeb darbey Wenn ſie jme ein demuͤtigen / buſsfertigen Fusfal thun wollen. Damit man aber nicht gedencke/ Er rede nur von denen / welche was Gott fůr alle Menſchẽ geordnet hat / durch den Glauben jnen nůtz vndkrefftig machen / ſo kompt er bald darauff / zeigt an / das Got dieſes Heuff lein / welches u zu cwl he hul ket PVon der Gnadenwahl⸗ in Gnaden annemen wollen zum demutigen vnd bußſertisen Fußſal bewege! das ſie vmb Gnad bitten Gnad erlangen / vnd cwig ſelig werden. Dieſes iſt die meynung mit einander / Gott tabe ein Heufflein in ſeinem Rhat zu Gnaden auffgenomen! vnd daſſelbig allein / vnd wie es allein dahin erwehlt vnd verord⸗ net ſein ſol / ſeiner Meynung nach / Alſo werde daſſelbige von Gopi durch dieſe parlicular Verſehung allein bewegt⸗ vnd ſolle allein bewegt werden vnd gieuben / vnd die Gnade anzunemenl welche auch allein fur ſie grordnet ſein ſol / Vnd da ſie in krafſt ſoöſcher Ordnuns ſelig werden! ond allein ſollen ſelig werden in krafft dieſer Ordnungl da allein vber ſie das Gnodenwerck Got tes in einem heimlichen vñ vnerforſchlichem Rhat ſel geordnet ſuin. Solche Caluiniſche Grumpen muß man dieſem Doctor auß ſeinen Printipijs vind Gruͤnden ſolcher geſtali enidecken vnd an die Sonnen ſteilen. 3VM Bierden /ſtrafft dieſer Man an den Caluiniſten aber verheiſſengs nmal für ein verzweyffelte Lere/ Das die gnaͤdi des Euanaeliums (Beſihe daſelbſt ferner im Rand) Allein linm. auffetliche wenig Menſchẽ gehoͤren/ Vnd das in Sottes rhat mit dẽ Euangelio von vergebung der Suͤnden vnd dem ewi gen Leben nicht alle Menſchẽ gemeint ſeyen. Das die gnedigen Verheiſſungẽ des Euangeliume algemein ſeyen vber alle Men ſchen / das zeiaen vns die Grůnde von algemeiner Erloͤſuna / vnd algemeinen Beruff aller Menſchen zum ewigen Leben. Daher deñ kompt/ das Chriſtus ſagi/ Mait: u. Komyt her zu mir alle die jr můheſeſig vnd beladen ſeid/ ich wil euch erquicken. Mar: 16 Gehet hin in alle Welt/ prediget das Euangelium aller Cre aur Luc. 24. Alſo iſt geſchrieben / vnd alſo muſte Chriſtus lei⸗ den vnd aufferſtehen von den Todten am dritten Tage / vnd pre digen laſſen in ſeinem Namen⸗ Buſſe vnd vergebung der Sün⸗ de / vnter allen Voͤlckern. Ezecht 18. Ich wil den Tod des ſier⸗ bendẽ nicht.. Pet:3· Goli wil nicht das jemand verlorẽ werde. B * Der ge Verheiſſungen des kuanger gwarumb die vcrbeiffungẽ allgemein. Warnung wider D. Oſianders Predig Der Grund aber / vnd die Vrſache / warumb die gnedige Ver heiſſungen des Euangeliums algemein ſind / iſt dieſe / Nemlich / Das Golt ſein Gnade in Chriſto algemein verordnet hat vber alle Menſchen / vnd vmb Chriſti willen mit allen Menſchen ver ſoͤhnet / vnd durch die Gnugthuung Chriſti zu frieden iſt geſtelt worden. Iſt derhalben ein gnedige Verheiſſung Gottes / das E⸗ uangelium / vnd heiſt ein algemeine gnedige Verheiſſung / die⸗ weil Gott in ſeinem Rhat kein particularem Electionem / Das iſt / keinen Auſſchuß gemacht hat / da er ſein Gnade allein wolte vmb Chriſti willen hingehn laſſen. Derhalben auch dieſer Vr⸗ ſach halben / welche Menſchẽ die Gnade / ſo auß Gott durch Ch⸗ riſtum vnd von Chriſti wegen vber alle Menſchen komen iſt / ni⸗ cht annemen / Gott zu einem Luͤgner machen / vñ von deswegen rechtmeſſiger / auch billicher Vrſach halber verdampt werden / Wie der H: Joannes ſagt / i. Joan: 5. Wer da gleubet an den Son Goites / der hat ſolches Zeugnus bey jm. Wer Goit nicht gleubet / der macht jn zum Luͤgener / denn er gleubet nicht dem Zeugnuß / das Gott zeuget von ſeinem Sone. So iſt derhalben hiemit gnugſam bewieſen / beyde das die gnedige Verheiſſungen des Euangeliums algemein / Vnd demnach eben darumb alge⸗ mein ſind / das kein particularis Electio / Das iſt / Das kein ſoͤn⸗ derung vnd ʒertheilung der Menſchen/ im Rhat Gottes / vns in Chriſto Gnade zuerzeigen / gemachi iſt worden. Weñ dieſes D. Vſiander auch alſo bekente vnd lereie / oder ohne abbruch oden niderlag ſeiner Gruͤnden / bekennen vnd leren koͤnte / ſo were alles richtig / Aber ſol dieſes bleiben / wie es bleiben muß wider die pfor ten der Hellen / ſo wird damit bewieſen / das ſeine Gruͤnde falſch vnd eytel ſind. 3 Demnach wird damit bewieſen / ſo lang er die allgemeinẽ Ver heiſſungen auff jrem rechten Grund nicht ſtehn leſt/ das es eytel Spiegelfechten mit jme ſey / da er die Caluiniſten der Gottsleſte rungen beſchuldiget/ das ſie nicht leren wollen / die gnedige Pa⸗ iſ den is ſt heſ et ber m e n — — ,— S „ — —+ — — . — — — „— — +— Von der Gnadeniwahl. zeiſſungen des Euangeliums gehoͤren vber alle Menſchen / ſon⸗ dern gehören nur auff eiliche Menſchen/ Als da Golt nur we⸗ nig Menſchen in ſein Gnadenwahl verzeichnet habe. Nun das iſt recht / das die Caluiniſten der Gotteleſterungen anklagt vnd beſchuldiget werdẽ. Aber wer iſt weiter ein Gottsleſterer? Sind es nur vnd allein die offenbaren Caluiniſten? D ieweil er doch ſel ber leret / Goit habe in Gnaden nur wenig Menſchen auffgeno men / den groͤſten Hauffen ʒur Schmach vnd Vnehre geſchaf⸗ fen? Sollen die gnedige Verheiſſungen des H: Euangeliums warhafftig gehoren vber alle Menſchen / ſo fraget man billich/ Ey Herr Doctor / Wie kan dieſes mit ewren Gruͤndenbeſtehn! da jr fuͤrgebet / In Gottes Rhat vnd Ordnung ſeye die Gnade / Gnadenwerck vñ Gnadenwahl / nur vber eilich wenig Menſchẽ beſchloſſen / Da auch alle die / welche einmal alda eingeſchrieben vnd verzeichnet ſind worden / der Gnade in der krafft vnd wirck⸗ ung Gottes / thellhafftig werden / Alſo / das ſie nicht mehr koͤn⸗ nen verdampt oder verloren werden. Herr Doctor/ alſo wird man mit der Kirchen nicht ſpielen můſſen / das wil ich euch wol geſagt haben. Darzu wird man euch auß dieſem Caluiniſchen Neſt bald aus gebrend haben / wenn jr die algemeine Verheiſſungen / wie auch die Caluiniſten nur in denunciation em oder voluntatẽ ſigni. Das iſt auff einen ſolchen Grund / damit jr der Chriſtlichen Kir chen nur ſpotten wollet / ſetzet / Als nemlich / Gott verkuͤndige wol euſſerlich jederman Gnade vnd ein gnediges Hertz in Chri⸗ ſto / Aber was Gnad haben ſolle / vnd wem Gott Gnad gönnen woͤlle / auch im vnerforſchlichem Rhat gegoͤnt oder geordnet al⸗ bereit habe / der gehoͤre vnter ein auſſerleſen Heuff lein / auff wel⸗ ches allein Gott habe Gnade geordnet in Chriſto / ſeinem Son / vber die andern alleſampt ſeye ewiger Haß vnd Zorn geordnet / dahin ſie auch ſollen erſchaffen ſein / vnd geordnet ſein worden von Ewigkeit her / Da es auch allzeit mit Zen brenne vnd braß 3 le in Gollsleſlerũ gen wtderdas Euangelium⸗ Fol 7. 8. Warnung wider D. Oſianders Predig ite in Gottes Rhat vnd Hertz / wider ſolche Menſchen / welchen er euſſerlich Gnade vnd Liebe verkuͤndigen left. Ich mercke ſehr wol das dieſer Man in dieſem Schlupfloch die Einfeltigẽ auff ſolche weiſe teuſchen vnd verblenden wil Aber wir wollen jme ſchon wiſſen ein Nagel darfur zu ſiecken / vñ den Betrug auß jei ner Caluiniſcher Particular election zu offenbaren. VM Fuͤnfften / Verwir fft vnd verdampter! wie billich / an den Caluiniſten dieſe Lere Das in der H: Tauffe nicht wer⸗ den alle Kinder widergeboren / vnd warhafftig Kinder Gottes gemacht / Set darbey / man wlie ſich vor ſoicher Cal uiniſcher Lere nicht andere/ deñ als für dem leydigen Teu⸗ fel auff das aller vleiſſigſt huten. Iſt wol gertdet/ Deñ das dieſes wider die H Tauffe ſeye/ zeuget die Schuifft / Ale da Chriſtus Matt: 28. alle Menſchen heiſt euffen im Namen des Vaters vnd des Soys / vnd des heiligen Gelſts. Dieſes heiſt je einen Menſche n in der H: Tauffe widergeberen vnb zu einem Kind Gottes machen. Paulus ſagt / Rom: 6. Wiſſer jt nicht das alle / die wir in Jeſum Chriſt getaufft ſind die ſind in ſeinem Tod getaufft? Gal: 3. Wie viel ewer getaufft ſind die haben Chriſtum angezogen. Jiem Ir ſeid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Chriſto Jeſu. Weñ D. Bſiander dieſes ſeſtig lich gleudte/ vnd es nicht in Zweyffel ſetzen wolte/ durch ſeine Le re von der Stumpelwahl! ſo were die Sach richeig / vnd wollen ſagen / Dis offenbaren Caluinſten gehn allein mit des Teuſfels Lere vmb. er Erſtlich! mercke alhiel das er wie auch ſein Stiefſ So ʒderwertig ne D. Polycarpusl vnd D. Hunnius dieſes fuͤr ſein Grund hal in der Lere tet Das welcher einmal erwehlet ſey zum Leben vnd zur Kind⸗ vonbeiliger ſchafft mie Golt der koͤnne nicht mehr verdampt werden⸗ Es ha Tae⸗ pe auch Gott von ewigkeie nur wenis Menſchẽ dahin erwehlet. Zum andern! wird et wol muſſen nachlaſſen halle ich — — — — — — — — — — — — jme darfuͤr gehalten werden / es ſeyen derſelbige etliche ſchon albe Von der Gnaden Wahl. dae der getaufften Kindern viel hernach im erwachſenen Aller verdampi vñ verloren werden. Die Vrfach iſt / das ſie das Gna denwerck Gottes durch Vnglauben vnd Halſtarrigkeit wider⸗ umd verderben / vnd Goites Gnade von ſich ſtoſſen. Nun bleide es aber darbey / wie es bleidẽ ſol / das viel Kinder / ſo getauffi ſind! dennoch hernach verdampt vnd verloren werden / Das iſt / Auß Kindern Gottee widerumd werden gemacht durch jr eygen ſch⸗ uid / Kinder des Teuffels vnd der Verdamnuß . Wenn deñ aber D. Dſiander / wie auch alle ſein Geſelſchafft der meynung iſt das welcher einmal erwehlt ſeye zum Leben vnd zut Kindſchafft mie Golt / oder welcher einmal in Gnaden auff geromen ſey / das er nicht mehr koͤnne verdampt werden / So fra gen wir billich / was dieſes in ſeiner Lere fuͤr ein Raupenneſt ſein muſſe / da er wider ſich ſelbs / vnd wider alle ſeine Gruͤnde jetzun⸗ der ſagen danffe / das alle Kinder werden widergeboren in der Hꝛ Tauffe / vnd zu Kindern Gottes gemacht zu dem ewigen Lebene Da er doch nicht ſagen darffe (merckets wol) vnd nicht ſagen wird / das ſie alleſampt zum Leben vnd Kindſchafſt mit Goli / er wehlet oder in Gnaden vmb Chriſti willen auffgenomen ſeyen. Das er auch dirſis nicht ſagen důͤrffe oder werde / da ſteht jme D· Oſtander entgegen / Erſtlich / ſein Particularis electio, Das iſt/ ſein Stum un nicht ſa pelwahl. Darnach / da er furgibt / Das welcher einmal zu Gna &0 446 den geordnet / erwehlet vnd angenomen ſey / der koͤnne nicht mehr rauß. verdampt werden. Zum dritten / wird es mit der. H: Tauffe eben zn werden die Rechnung haben / Wie ver Zeiten mit der Beſchneidunge. ngenomen⸗ Nu leret D. Dſiander / das Iſmael vnd Eſau / als ewig verſtoſ⸗ ſene vnd verworffene von allen Gnaden (wie er ſolches wider al len Grund der H: Schrifft leren darff) in H: Beſchneidunge kein Gnade zum Leben / vnd zur Kindſchafft Gottes ſollen em⸗ pfangen haben. Ebenmeſſig wird vnd ſol er ſeinen Gruͤnden nach / auch ſagen von vnſern Kindern / welche getaufft vnd von reyt pie geraufte kinder gleu ben nicht alle Warnung wider D. Oſianders Predig reit von Ewigkeit her von aller Gnade vnd allem Gnadenwerck in Chriſto abgewieſen vnd außgeſchloſſen. Hierauß iſt offenbar gnug / es ſey deñ nicht muͤglich / das dieſer Man mit gewiſſem / vnverenderlichem / ſattem / vnd wo ſeine Lere beſtehn ſolte / mit warhafftem Grund nicht letẽ kan / das alle vnſere Kinder in der H Tauffe widergeboren vnd zu Kindern Gottes gemacht wer den. Vnd welche macht er nu zu Teuffels Lerern Kan er auch fur Vnſinniskeit mercken / wie er jme ſelbs den Strick gemacht habe ? Vnd wie er in dieſem Puncten mit anderen Caluiniſten werde daher traben muſſen? Er ſol auch dieſes darbey wiſſen/ das er mit keinem Grunde mehr wird koͤnnen reden vnd beweiſen / das der H: Geiſt mit vñ durch empfangener Tauffe / die Kinder alleſampt erleuchte mit dem Glauben. Deñ welcher gleubt / der hat das ewig Leben. Jo. 3. Vnd wie wir auß Paulo gehort haben / ſo ſteht der Ter klar ns lauter Ir ſehd alle Gottes Kinder,durch den Glatt ben an Chriſto Jeſu. Vnd Joan. Wie vieljn aber auffnamẽ / denen gaber macht Gottes Kinder zu wer⸗ den / die an ſeinen Namen gleuben. Nun komen ſetzunder herfür / wöllen ſie gern/ welche leren/ Doe wer einmal in Gna⸗ den auffgenomen / vñ zum Leben geordnet ſey / das er nicht mehr moge verdampt werden! vnd ſagen vns / wie jrer Gruͤnden ohne abbruch / die Kinder / ſo hernach durch Vnglauben verdampt werden / haben in : Tauffe konnen Gnade / Heyl! Leben vnd Kindſchafft mit Gott bekomẽ mogen? Oder / wie haben ſie gleu ben! vnd im Glauben koͤnnen Goites Kinder werden / Leben vnd Seligkeit erlangen in der Hꝛ Fauffe / weñ ſie niemaln dahin ſol len verordnet ſein worden? Dieſe Nuͤßlein werden die Herrn zu forderſt auff beiſſen muſſen / weñ ſie ſich der Caluiniſchen Lere/ welche ſie fur des Teuffele Lere ſelbs achten / ſich nicht wollen theilhafftig machen. Ee ſind noch wol Jugenl ob Gott wil Von der Gnaden Wahl / ver Chriſtenheit / die ſehen vnd mercken werden /wo D. Bſian⸗ der vnd ſein Geſelſchafft mit jrer Lere hinauß wollen / Wie ſie jnen ſelbs fluchen / vber jr eygen Hertz vnd Lebern / ſo lang ſie die Caſuimſten in jrer Lere noch zum ſchein verdammen / doch aber jre ſelbs eygene Gruͤnde nicht wollen fallen iaſſen. Wu mich verſehen / ich habe den Gꝛund gnugſam endeckt / vñ zu erkennen gegebẽ / Das D. Oſiander fůrohin im Hertzen vnd ſeinen Schrifften / den Caluiniſten ſo ſeind nicht ſein kan! als er ſich euſſerlich ſtelt Vnd ich wolie Leib vnd Leben verwettet ha⸗ calunig ben/ ſo lang er die Grůnde / welche auß ſeinen Bchern gezeiget S ſind / beſchirmi vnd verthedigee/ das jmeſwas er ſonſt noch guit ſereiben zum ſchejnreder / von vnſerm waren vnd Chriſtlichen Glauben in dirſem Arlickel / das jme alle Caluiniſten / gar gutwillig vnnd gern vmerſchreiben wuͤrden. Denn da iſt gerad eben dieſelbige meynung in allẽ jren Buͤchern / das ſi D. Dſianders Grůͤnde leren / eben wie er/ vnd ſie wie er / allerdings in eine Geiſt / Dem nach dieweil ſolches grewlich in der Kirchen ſtehn wil/ ſo beken⸗ nen ſie eargrgen widerumb eiwas (doch allen jren Gruͤnden zu wider ) welches ein feine Farb / vnd ein feinen Schein oder An⸗ ſchen hat / auch wol beſiehn moͤchte / Ja wenn ſie dargegen den ſchwartzen Abpſeiſchen Teuffel nicht entgeaen ſetzien / oder nicht jereten / welcher alles mit ſeinem Schlund in einem Huj auff⸗ friſſet vñ verſchlingt / was ſie ſcheinlich vnd detrieglich fuͤrgeben. Mercke auch darbey / mein licber Chriſt / wie ſie dieſes alles / was einmal ein rechtts anſehen hatte / wiberumb auff jre Prin ripia oder Gruͤnde ſchleppen / vnd haben wollen⸗ das man ſie ni⸗ 0 che / nach dem ſie es gut mit vns reden / ſondern nach jren Prin⸗ cipia ver ſtehn ſolle / da deñ alles widerumb verſtraubet vnd vmb tert muß werden in widerwertigen Verſtand anders weder es ge uedt iſt durch Wendeikunſt oder Tropos Nemlich Catachre⸗ ſin Meronymiam / Synecdochen/ Alleofin/ mit welchen Tro⸗ npiß ſie allezeit können auß Weiß Schwart/ auß Ja NRein / auß 5 alge⸗ — — — Warnung wider D. Oſuanders predig Allgemein nicht Allgemein / auß Vniuerſal Parricular/ vnd zu . letzt / auß Lutheriſchen Caluimſten machen/ wie ſie denn auch in aller jter Lere/ Goit zu einem Teuffei machen. Darumb ſpl auch niemand wunder nemen das D. Bſiander nicht nur ermelde eiliche Stůck fein ʒui noch redet vnd fuͤrgidt / alleweil er noch den Namen nicht haben wil / das er ſich durch⸗ v. oflanders auß mit Caluiniſten verzliechen habe ſondern das biydr ermel⸗ kwiderwerti · de Stucke / vnd ander mehr in ſeiner Predig ſeinen Gruͤnden ſo ze reaen. Fol. ₰. Fol. 13. Fol: 3. Fol. 16. 19. ſtarck ʒu wider laufft / welches er anders nicht! deñ mie ermelden Tropis / oder wendel vñ wechſel Fiʒuren/ mit ſeiner Lert verglei⸗ chen kan / Als da er in ſeinem Grund dafür haltet Es ſeyen ni⸗ cht alle Menſchen begnadet worden in Chriſto/ Vnnd wil doch fuͤrgeben 2. ſey die Verſohnung worden ſůͤr die Suͤnde der gantzen Welt. Item / Da er jmerzu leret! Der anfang aller Soͤnderung vnter den Menſchen / das etliche Gnade / etlich aber Zorn von Ewigkeit ʒu Ewigkeit haben ſollen / Habe ſein Vrſp⸗ rung allein auß Gott / vnd auß ſeinem freyem Luſt vnd Wolge⸗ fallen. Sagt doch dargegen / das die Menſchen verdampt wer⸗ den da ſeyen ſie ſelbs ſchuldig. Wie ſchuldig? Wenn ſie Gott auff das Ende hin alſo erſchaffen hal Die Meynung hates auch / da er ſagt / Gott habe jme auß allen Menſchen mit ſonde ren Gnaden etliche erwehlet / die nicht koͤnnen ve dampt werdẽl vñ die Gnade jrer Verordnung zum Leben nicht verlisren Vñ ſagi doch an einem andern Bri widerumb / Es konnen die Men ſchen widerumb auß der Gnade Goites fallen durch epgene ſch⸗ En die z Zo ni ſi 6 4 — — ulde / Hat doch dieſem entgegen eben zuvor geredt Gott muͤſſe ein Stůmpler ſein / weñ er entlich nicht hinauß fůͤhrte das Wer . rke der Gnaden / welches er indenen anat fangen hat / von welchẽ er haltet / dos ſie allein in Gnaden auffgenomen vnd erwehlet ſeyen worden. Solche wit ewertige Riden ſind auch / weñ er in ſeiner Meh nung dietbt Goln habe nur wenig Menſchen in S Von der Gnadenwahl Verſonung vmb Chriſti willen auffgenomen! Vnbſollen doch die anderen / die in keiner Gnaben ſollen auffgenomen ſein! nicht teſto weniger von des Vnglaubene wegen in Gottes Vngnad Zorn vnd ewige Verdamnuß geſtuͤrtt werden weñ ſie Chriſtum nicht annemen. Was ſolten ſie aber annemen vnd ateuben/ weñ ſie / ſeiner Meynung nach / in Chriſto vnd durch Chriſtum auß Gotees Vtrordnung kein Gnab zu ſuchen folten gehabt / vñ von Gottkein Ordnung bekomen haden / etwas anzunemen / zu ſu⸗ chen vnd zu gleuden in Chriſtes Denn dahin werden es dieſe Le⸗ „n tet nicht brinzen mozen / das ſie auß jren Gruͤndenzu beweiſen e% n paden / Das dle / ſo verdampi werden ſemaln etwas zu gleuben verucht ver⸗ ſ 6 ſ —— ſollen gehabt haben/ vnd bat ſie von Vglaudens wegen jemain den. haben mößen verbampt werden. Denn vas ſolten ſie gleubeni wenn ſie inber Gnadenwahl nlemaln geſtanden! vnd kein Ood⸗ nung von Goit vber ſich gehabt haben! das ſir ſolien oder můch⸗ ten leben vnd ſelig werdene Darumb ſihet man wol / wie dieſe Le rer entweders dey Caluimiſchen Gruͤnden allerdings werden blei ben muſſen / oder Lere bringen / die jmerzu auff vñ ab! hinderſich vnd fürſich / ſchwancken / plampin oder ſchwebẽ muſſen / Es ſey deß ſach / das jnen Goꝛt auß dieſem Fall/ vnd voßhafftiger Iin⸗ ſiernuß widerumb herfur helffe. Summa / Wie a den Streytt recht verſie⸗ en ſolle. Ir haben zwar hievor / Warob der Streyti ſeye / gruͤnd üch vnd klar angezeigt / Aber auß anlaß der Lere / ſo D: Dſiander vnd ſein Geſeliſchafft fuͤhrt / kan man die Sa chen wol widerholen / vnd dem gemeinen Man greifflich alles zu verſtehen geben: Erſtlich! Bekennen wir beyderſeits / das die Gnaderwahi ergangen ſey vor dem anfang der Welt / vnd das dieſelbige anderſt nicht / deñ in Chriſto / der vns vom Tod erloſet hai/ gegruͤndet ſey. Hierin iſt kein Streyt / — auch hierin nicht/ 16 1 das Lere. Warnung wider D. Oſianders predig das alle fo erwehlet ſind / gleuden ſolten. Ader da iſt ber Streytf Vb Goit in Chriſto / in Chriſto / in Chriſto / der für aller Men⸗ ſchen Tod vnd Verdamnuß geſtorben iſt / nur etlich Menſchen oder alle Menſchen zumal in Gnaden angenomen vnd zum Le⸗ den erwehlet hab. D. Oſiander vnd all ſein Anßhang leren / Goit habe in Gna⸗ d. cſeners den in Chriſtv / nur wenig Menſchen angenomen vnd zum Leben erwehlei / Vnd welche er alſo erwehlet hab / vñ einmal vmer das Gnadenwerck komen laſſen / die follen vnd koͤnnẽ nicht verdampt werden. Ich gleude es ſey deudſch gnug geredt / Da ſolte ein je⸗ der nun bald ohne meine Warnunge verſtehen / wie dieſes rieche nach dem Caluiniſchen Hellhaffen / Chriſtum vnd ſein Wort in Zweyffel ſetze / Luͤgenſtraffe / Vne Chriſtum vnd Glauben auff jn / vnnuͤtz vñ zweyffethafftig mache. Daruͤber begeren wir Sch rifft von dieſen Herrn / Schrifſt begeren wir / Bder auch Con⸗ ſens der reinen Chriſtlichen Kirchen / Das Gott in Chriſto nur wenig Menſchen ſolle zum Leben erwehlet vnd verordnet haben. Kein Grund vñ Schrifft werden ſie vns zeigen koͤnnen / ſie brin gen deñ Grund vnd Schrifft / das Chriſtus von wenig Menſchẽ Heyl vnd Seligkeis wegen in dieſe Welt komen ſeye / Sonſt ſo lang ſie das nicht beweiſen konnen / ſondern můſſen ſtehn vñ blei ben laſſen / das Chriſtus komen ſey auß befelch des Vatere zum Heyl vnd Leben aller Menſchen / vnd die Welt ſelig zu machen / Wie er ſelbs ſagi: Joa.3. So muß auch folgen / das in Gottes Rhat in Chriſto ſeyen alle Menſchen erwehlt vnd verordnit ge⸗ weſen zum Lrben / vnd niemand vberal vbergangẽ vder verlaſſen. Nu ſteht es dieſen Theologen am Zweck wie den Calumniſten/ entwrders das Euangelium von algemeiner Erloͤſung von To ezu bekennen / vder daſſelbig Euangelium zu verleugnen. Vnd wollen ſie es ſchon mit eiwas Worten nachmals bekennen/ ſo muſſen ſie Vrſach ʒeigen / wie es beſtehen moͤge mi jrem Grun de / da Gott jrer meynung nach / von aller Schoͤpffung vnd — — — + — —+. — — — — 1 7 —— — — — * — — — Von der Gnadenwahl. aller Erlsſung / wenig Menſchen in Chriſto ſol zum Leben / ond die andern alieſampt von aller Gnade / Leben vnd Seligkeit im⸗ mer vnd Ewiglich verſtoſfen haben. Hie kompt herſuͤr lieden Thrologen / zeiget vne· was hinder euch ſtecke. Denn da wird es gelten. Man ſihet gar wol was verhanden iſt. Wir werden euch warlich auff die Eyſen ſehen. Wolan das jſt D. Dſianders vnd ſeines Anhangs / welchen er zu Witenberg geſchirmt hat / Le⸗ re vnd Bekanmuß. Dargegen lere ond bekenne ich / ſampt der reinen Lutheriſchen Chriſtlichen Kurchen / Gots habe in Chriſto Gnad vnd Verſoh nung vber alle Menſchen geordnet / alle Menſchen von Tode er löſt / vnd in Krafft deſſelbigen / alle Menſchen zum Leben erweh let vnd verordnei / Vnd darbey grordnet / das ſie es alle gleuben vnnd annemen ſolten / nach laut des Euangelij / welches Gott von algemeiner Gnadenwahl wegen / der gantzen Welt hat be⸗ ſohlen zu predigen / da auch durch das Gehoͤre deſſelbigen Euan geliums / vnd mitheilung der H Sacramenten / die Menſchen ſolten gleuben vnd annemen / Gnad / Liecht vnd Leben / welches vber ſie alleſampt geordnet ward. Aber da findet ſichs / das nicht allt dem Euangelio gleuben oder gehorſam ſind / vnd das derhal⸗ ben nicht alle Menſchen Leben vnd Seligkeit in der That / wuͤr⸗ cklich empfahẽ / ſondern nur etliche / Als nemlich die / welche dem Euangelio folgen / vnd dahin gehen durch den Glauben / wohin ſie geordnet ſind in Chriſto/ Die vbrigen Menſchen alle mit ein ander / ſie heiſſen mit jrem Tuel Chriſtt oder nicht Chriſten / die⸗ weil ſie in Chriſtum nicht oleuben / vnd das jenig nicht annemen / was ſie in jme annemen ſolten / die ſind vngleubig / vnd werden von jees Vnglaubens wegen ewiglich verdampt vnd verloren. Alhie hoͤren wir den Grund vnd die erklerung der algemeinen Gnadenwahl / welche ſich vmb Chriſti willen erfireckt vber das gant Menſchlich Geſchlecht / da Got niem and hat durch einen heimlichen oder vns vnbekanen Rhatſchlag ue 3 enn Warnung wider D. Oſianders Predig Denn wie wir vor haben gehort / ſo iſt Chriſtus bie Verſoͤhnung fůͤr dir Suͤnde der gantzen Weli/1. Jvan: 2. Vnd Goit war in Chriſto/ ver ſoͤhnet mit jmoſelbſt die Welt: Horet jes jr Thto⸗ logen: Die Welt. Ich ſage es hoch einmai Die Welt. Nun iſt Verſohnung vnb Gnade bey einander / vnd iſt eines pie das ander / Iſt eben ſo wol gerebt! da er ſagi⸗ Gott vertohnet in Chriſto die Welt mit jme ſeloſt j als heite et geſagt Gon hat in Chriſto der ganzẽ Welt Gnabe erzeigt / oder bie gantze Wele begnadet / oder in Gnaden auffgenomẽ von Cheiſti wegen. Gott pat geliebet die Welt/ vnd geben ſeinen eingebornen Son⸗ Jva. 3. Es iſt erſchienen die Gnade Gottes / heylſam allen Menſchẽ. Tit:ꝛ. Gott hat vns geliebet vnd ſeinen Son vns gegeben! das wir lebeten. 1. Joa: 4. Gott begert / das aile Munſchẽ zu erkent nuß der Warhei komen vnd ſelig werden Dꝛñ es iſt ein Müt⸗ jer/ der Menſch Chriſtus Jelus / der ſich geben ha⸗ fuͤe Alie zur Ertöſung / 1. Tim:2. Geſch wie ein Got iſt / alſo werden wir berufft alleſampt auff einerley Hoffnung. Ephe: 4. Geher in alte Weli / vñ predigei das Euangelium aller Creaturen. Mar. 16. Auß ſolchen vnd dergleichen Spruͤchen / weicht den gantzen Grund des H: Euangeliums auffthun / vnd Chriſtum recht zu erkennen geben / einen Heyland der gantzen Wel Verſtchawir außtruͤckenlich / das falſch ſein mugel ein ſolche Lere/ Das Gott ſein Gnade nur vbet eilich wenis Menſchen geſchloſſen ſolle ha ten! vnd die andern alleſampt von alie Gnabe! bes Lebens vnd Seligkeit in Chriſto ſolle in ſeinem heimüchen Rdat auſogeſch⸗ loſſen vnd verworffen haben · Wie aber auch noch weitleufftizer die reine Lere wider alle Caluiniſche Irthumen / vnd wider alie Eimede beſchuͤtzt vnd vertheidi zet werde / wit gnugſam erklert in anderen meinen Schtiffien. Auff bißmal hab ich ſuͤrnem⸗ uch dieſes allein fuͤrgenomen / die Chuiſtüche Kirche zu warnen / wider D. Oſianders vnd ſeiner Mitpratlicanten Irthumblwel cher ſich der Caluimſtereh nimermehr wird erwehren moze 3 — Von der Gnaden Wahl. Ich kan auch alhie uicht vberatdhen / muß anzeigen vnd offen⸗ baren / was dieſer man Anno 155 4. zu Regensturs am Reichs ztnn p. tag fůr ein Lere verwerffen vnd verdampt hab / damit man mer· gmuel Hu- cke / was writer dat hinder ſtecke. Es haue damaln D. Samuel zers von der Huber voigende Formul ſeintr Bekentnus von der Gnaden“ Gnadenwabl wahl/ welche ſich gruͤndet auff die Etloͤſung des ganten Men⸗ 3 kegenz⸗ ſchlicht Geſchlechte / geſtelt. Dieſelbige Formul hat dieſer Man burt⸗ zum hoch ſten verflucht vnd verworffen / vnd daidurch die Zer⸗ růͥnung in Sachſen jmerzu zroſſer geſtifft vñ angerichtet. Ich wil aber jetzund den Cheiſtlichen Leſer darober vrtheilen laſſen⸗ Heite er dieſe Formul oder die Lere⸗ ſo darinnen angezeigt wird! für gut vnd Chriſilich erkennen woͤllen / vnd mich darbey bleiben laſſen/ ſo wert aller Streyt auffnehebt geweſen. Denn da war ſonſt vheral nichts ſtreitigs vnter vns. Die Formul lautet aiſol vriheile daruͤber die lebe Chriſtenheit. PR O POSITIO. DkVs per lium ſuum, aut in filio ſuo elegit & prędeſtinauit g⸗ mnes homines ad vitam ęternam. Expoſitio huius meæ ſententic. Tria ſunt in bac Propoſitione- 1. Quod prædeſtinatio omnes homines compræhendat- 11. Qod hos DBvs prædeſtinauit ad vitam ęternam. Deſtinatio hic nihil aliud eſt, quàm illud conſilium DE1 quo dedit & miſit Days flium ſuð, vt omnes redemptiã morte, vitæ reſtituerentur⸗ vnde Chriſtus dicitur veniſſe, vt det vitam mundo oan. 6. Præu deſtinatio autem dicitur, quatenus Dei conſilium præceßit omnes omnium hominum conatus, inde dicitur facta antec onſtitutio nem mundi. Epheti. I11. Hæc pradeſtinatfo per Chriſtum, aut in Chriſto eſt facta primò, quia Deus extra Chriſtum neminem ad vitam ordinat. De inde, quia in Chriſto reſpicit id, quod fecit, & quibus id fecit: Ch⸗ fiſius autem debsllavis & vicit mortem infernum idqʒ pro nbus Warnung wider D. Oſianders Predig nibus hominibus. Vnde etiam intuitu ipſius meriti, ſarisfactionis & redemptionis à morte, dicuntur omnes homines prædeſtinari ad vitam, & ad omnia beneficia Chriſti. Omnes enim homines ſunt dati Filio, loan: 7. Et ſicut omnes dati; ita nemo datus, vt reprobetur. Antea enim eramus reprobati, ſed omnes datiʒ vt o⸗ prob der fal- ſchẽ lere vnd keſunder lere mnes viuerent. hmvero licet, DEVS hanc vitæ recuperandæ rationem in Fi- zio ſuo conſtituerit, & eò etiam totum mundum vocet: multi ta⸗ men ſunt, qui illud beneficium non amplectuntur: ideoq; pro? pter ſpretum beneficium rej fiunt incredulitatis & juſtæ condem⸗ nationis. So weyt gieng die Formul. Wie D. Oſiander ſo artlich vnd fein bekuͤmerte Hertzen von der Gnadenwahl eroſten koͤnne. Ercket drauff/ liebe Chriſten / Alle Lere / welche nns den rechten Troſt vnd Verſicherunz/ Dae iſt Freus vnnd Leben in CHriſto weznimpt/ dieſelbige kompt auß̃ der Finſternuß vnd dem Regierer des Todes vnnd der Helhichen Qual. Dargegen / welche Lere vns Chriſtum recht zu erkennen / auch Grund vnb Vrſach gibt! Zuflucht dey jme! Demnach in jme vnd durch jne/ Heyl / Freude / Leben! Seligkeu bep Got zu ſuchen / Das iſt ein Lere / die auß Gott kompt / dem Vater des Liechts vnd des Ledens / vnd fuͤhret zu Goit. Derwegen Chri⸗ ſtus in ſeinem Euangelv durchauß darauff bringet / das man Gott ſolle in jme ſuchen / jn lieben / jm hertztich vertrawen vnd darauff ſehen / was er mit vns mache oder rede Deñ da ſeyen al le Werck vnd Rhatſchias Gottes vber vns! bey einander. etzt wil ich nur in gemein ein jeden ſehen vnd vrtheiien laſ⸗ Troſtloſe lere ſeñ was dieſes fuͤr ein Troſt fůͤr ein Erkentnuß Goites / fuͤr ein Liebe vnd Luſt zu Chriſto gebe! weũ gelert vnd gegleubt ſol wer⸗ den Gott hade nur wenig nur eliche Menſchen (da auch wie D. Bſiander ſagt/ Curioſum / oder fůrwitzig ſein ſol / wer n . 3 „ 16 ni — — — — *= — „ . Von der Gnadenwahl· zigen ſeyen / ſragen vnd erforſchen wollen ) in der Gnade/ Erl⸗ ſung vnd Verſohnung Chriſti angenomẽ / zum Leben verordnet vnd erwehlet / Alſo / das dieſelbigen nicht mehr koͤnnen verdampt werden / Da dargegen die anderen Menſchen alleſampt / Chri⸗ ſtus / Gnade / Gottes Hertz vnd Erbarmung / Himel/ Heyl vnd Seligkeit nicht angehn / In Hꝛ Sacramenten nichts gnediges oder ſeliges an ſie ſol angewend ſein / oder angewend moͤgen wer⸗ den. Dencket jm doch ein wenis nach / ebe Chriſtẽ. Welche D. Vſianders meynung nach in Gnaden ſind bey G Vit einmalſ laut eines vermeinten Auſſchuß / denen iſt gleich / ſie ſeyen in Ch riſto erwehli ʒur Gnade des Lebens / oder nicht in Chriſto erweh⸗ let / es thue jnen gnug / das ſie einmal erwehlt ſind / Gott habe es mit gemacht / wie er woͤlle / ſo oder ſoſkomen ſolchen Leydſeil nach in Himel dinderſich oder furſich / vñ důrffen ſich vmb den Glau ben vnd Erkentnuß Chrifti nicht viel zu bemuͤhen oder zu bekuͤ⸗ mern / Inſonderheit da D. Dſianders meynung nach / das werck der Gnaden jmmerzu fortgeht / vnd das Ende alwegen erreicht / dargegen ſollen die anderen / ſo in dieſem Regiſter lein nicht eyn⸗ glohiert ſind / mit dem Leben vnd Chriſto ſelbs durchauß nichis zu thun haben / Bder nemen ſie es fur/ ſo iſt es doch D. Dſian⸗ ders meynung nach / alles vmd ſonſt / Denn er ſagt / ſie ſeyen zur keiner Gnade des Lebens vñ Steligkeit geordnet / Dieweil ſie deñ dahin nicht geordnet / ſo ſeye es auch die Vrſache / das ſie nicht kleuben ſollen vñ nicht gleuben koͤnnen / wie hievor auß ſeinen ey genen Schrifſten angezeigt iſt worden. Da ſihe ſtu nu gar wol / wie dieſe Lere / Chriſtum alle Liebe / Hertz vnd Vertrawen auff jn / ausleſchet vnd vertilget. Dieſem gedencke vleiſſig nach / wirſt dardey wol finden / das der Geifi des Troſtes / der Warheit vnd der Chriſtum erkleren ſol / Joa. 14. Ob dieſer Lere nicht ruhet / vnd nichts darmit wird woͤllen zu ehun haben. Hierbey ſihe aber / wie D. Bſtander deiner vnd der Kirchen ſo fein arilich daruͤber ſyoiten kan / da er ſeine legt / zu⸗ Warnung wider D. Oſianders Predig v oſianders zu erkennen vnd zu ſchlieflen / das du von Goet zum ewigen Le⸗ 6runfeſten, ben erwehlet ſeyeſt. Wolan / wir wöllen ſeine Grunbſeften or⸗ aie Gnaden denlich nach einander erwegen / vñ deſehen was barhinder ßecket⸗ wabl zu ycra mercken. Fol. 15. . Tauffe. keruße. Die Erſte Grunbfeſte iſt / da der Menſch auß empfangener H: Tauffe ſchlieſſen ſoi / das er erwetzlet ſey zum Leben. Nun das iſt an jme ſelbs nicht vnrecht / Aber wie wil D. Oſiander hierauß etwas ſchlieſſen / da er doch darſuͤr haltet / Wit hievor an ſeinem Ort angezeiget iſt / vnd halten muß / wie es auß ſeinen Grůnden ftarck bewieſen iſt / Das nicht alle Kinder / ſo geteufft werden / in das Gnaden Regiſter gehoͤren / vñ das nich alle Kin der / ſo geteufft werden / zum Leben vnd Kindſchafft mit Gott / erwehlt ſeyen⸗ Nun kom jetzunder mein Chriſt / vnd hore ſein zu⸗ wie dich D. Bſiander von deiner Gnaden vesſichern wil. Er leret / das viel Kinder getaufft werden / die Sott niemals zur Gnaden des ewigen Lebens verordnet habe. Darauß ſoleu alſo ſchlieſſen / Ich bin geteufft / derhalben bin ich erwehlet zur Gna⸗ de des ewigen Lebene. Im Latein alſo. pleriq; infantium baptiſatorum ſimpliciter ſunt excluſi ab om ni gratia & vita pauci ex ijs electi ad vitam. Ego, Infans fum baptiſatus, Ergo ego ſum electus ad vitam. Die Ander Grundfeſie iſt / Da auß dem Beruff zum Leben der Menſch ſchlie ſſen ſol / Et ſeye dahin erwehlet von Goli da⸗ hin er von jme berufft wid. Dieſes iſt adermais fuͤr ſich ſelbs fonſt ſehr gut / Aber was wil D. Bſiander auß dem Beruffe ſchlieſſen / da ſeiner Meynung viel werden berufft / welche ſchon albereyt verſtoſſen / verworffen / vom Leben vnd aller Gnade aus geſchloſſen ſind / vnd da der arme Menſch / der außgeſchloſſen iſt! weñ er ſchon den Beruff hoͤret / nichts zu gleuben vnd nichts an zunemen hat / Vnd wie D. Dſiander ſelbe bekent/nicht gleuben fol / vnd nicht gleuben kan / Dieweil er nicht praedeſtinirt vnd ni⸗ cht verordnet iſt zum Lebene Dewegen wird D. S 5 de w l e — +. — „ + — Von der Gnaden Wahl / Gruͤnden nach niemand von ſeiner Gnadenwahl elwas auß dem Beruff zu ſchlieſſen haben / ſondern muß vielmehr den Be⸗ ruff fůͤr ein lauter Geſpott/ vnd irotz Gottes / vber ſein groſſes Eilend halten vnd achten Wird ſich derwegen vbel alſo ſchlieſ⸗ en: Gott hat ſchon von Ewiakei her deren den gröſten Hauf⸗ ſen von allem Leben vñ aller Gnade außgeſchloſſen /welche zum ewigen Leben berufft werden / Ich werde berufft Ergo / ſo bin ich erwehlt zum ewigen Leben. In Latein alſo. Maximam horum partem, qui vocantur, DEvs ab Sterno ab omni gratia & vita exclulit, & paucos tantum horum elegit ad vitam, ad quam vocantut. Ego ſum vocatus: Ergo, ſum electus ad vitam, ad quam vocor. Die dritte Grundfeſi iſt / welche er nimpi von der Empyfindiz de / Glaube an Chriſtum / Amuffung zum Himliſchen Vater/ vnd Fůͤrſaß ſeln Creut auff ſich zu nemen / vnd dem Herrn Ch riſto nachzufolgen. Wo nun einer iſ / der folche ding bey ſich ſeibs ſpůret / vnd bekennen kan / das er es alſo ſpuͤre / da heiſt D. Bſiander ſchlieſſen auß freyem mut / Das welcher ſolches ſpůͤ⸗ rei / gut hertz haben / vnd dafur haiten ſelle / das er in Gottes rhat nicht ſeye außgeſchloſſen / ſondern in Chriſto zu Leben erwehlet wortẽ. Ja was ſagen wir darzu Inſt aber dieſes nicht guit Ant wort/ Ja frehlich mein Herr Doetor / Wer dieſes bey einander hat / vnd bey ſich ſpuͤrt / der kan vnd ſol von Gnaden vnd ſeiner Gnadenwahl reden vnd ſchlieſſen / nur gut vnd ſtarck jmerzu⸗ Das laſſen wir nun alſo auch fůr ſich ſelbs gut ſein vnd bleiben / aliein es mangeln vns Leut / mein lieber Herr Doctor / die es al⸗ ſo alleʒeie bey ſich ſelds ſpůren / vnd dieſes alſo bekennen mogen. Aber / doch weiß ich nicht / od es nach Caluiniſchen Grůnden ßexa vol. 1. beſtehn moͤge / Denn da haben die Caluiniſten fuͤnfferley Leut/ Fol i90. 19 von welchen allen ſie dar fuͤr haliẽ / das ſie Goit zur ewigen Ver ꝛ. 1 dam⸗ „ keit im Menſckẽ· Da der Menſch ſpůret / rewe vmb ſeire Suͤn ens⸗ Warnung wider D. Oſianders Predig dam nuß ( Oder wie D. Oſtander ſagt / zu vnetren erſchaffen bab. Erſtlich nemlich / Klein junge Kindlein. Darnach Leutel welchen das Euangelium nicht geprediget ſol werden. Zum drit⸗ ten / welchen es geprediget wird / vnd es aber nicht hůͤren. Zum vierden / welche es wol mit Ohren hoͤren / aber im Hertzen niht tsren moͤgen oder ſollen. Zum fuͤnfften (da mercket auff ) wei⸗ che es hören in Bhren vnd im Hertzen / Gleuben auch/ haben den H: Geiß / vberredẽ ſich / ſie ſeyen in der ʒahl der Auſſerwehl ten / Haden vnd ſpuͤren derhalben alles / was D. Dſiander hie⸗ vor zuſamen gehauffet hat. Nun ſagen ſie darbey / dieſe dinge ſeyen bey einander wie ſie wollen / das doch Goit ſolcher Men⸗ ſchẽ viel / nur zur Verdamnuß / vñ auß dem letzten Hauffen viel zu der groͤſten vnd ſchweren Pein vnd Verdamnuß erſchaffen hab. Weñ dem alſo ſein ſolte / ſo frage ich ein jeden Caluiniſten/ wie nun auß angeregter empfindigkeit jemands koͤnne rechnen! ſchlieſſen / vnd ſich darfuͤr halten / das er ſeye vnter dem Heuß⸗ lein (wie es D. Dſiander nent) die allein ſollen zum Leben er⸗ wehlet ſein. Můſte auch auß Caluiniſchen Grůnden ein ſolche Polge gemacht werden. Multi horum, qui pœnitentia, fide, inuocatione, & patienr tia ſub cruce præditi ſunt, ad diriima ſupplicia Deo ſunt conditi, aliqui autem horum electi ad vitam⸗ kgo ſum peœnitentia, fide, inuocatione, & patientia ſub cruce præditus, Ergo ego ſum electus ad vitam⸗ Ich halte zwar nicht / das D. Bſiander noch der ʒeit dieſes ſo gar grewlich reden vnd auſſprechen werde / wie Beza vnd Calui nus / Aber doch werden jme ſeine Gruͤnde / die er einer ley aller⸗ dings mit jnen fuͤhrt / jme zu ſchaffen machen· Sonſt aber das er kein gewiſſe Schlußrede / von der Gnadenwahl ſeinen Grůn den nach / vber niemand machen könne / ſpuͤren wir bey zwehen Stuͤcken. Diů = = * — — Von der Gnadeniwahl. Deñ Erſtlich / wie wir an ſeinem ort ſeine ygene Woꝛt anze vr oſ zeigt haben / ſo haltet er es fuͤr turioſum / Das iſt / fir vnnotwen ½ dig vnd füͤrwihig ſchlieſſenvnd vrtheilenwöllen/ Wer in Got zehle⸗ tet rhar in Chrifio ʒum Leben erwehles ſey oder nicht. Iſie ce witziß (das heifi ſo viel geredi / Iſt es vnrecht von jtmands Gna von der Sn denwahl wiſſen wollen) ſo haliet warlich D. Oſtander in ſeinẽ denwabl. Hettzen auff ſeiner Grundfeſie nichts / Vnd heiſt Scchlieſſen / da er licber ſagen wolte / wir haben nichts zu ſchlieſſen / Vnd follen auch nichts ſchlieſſen / deñ es iſt curioſum. Iſt es deñ curioſum! ſo konnen wir die Schlußrede vnd Grundfeſte vber niemands brauchen / auch vber vns ſelbs nicht / Denn was einem recht iſii das iſt dem andern auch recht. So muſte derhalben D. Dſian⸗ der / weñ er ſchon einen Menſchen bey ſich hetie / der alle ermel⸗ de Stůcke mit ſich drechte / grundlich vñ gewiß noch nicht zu ſch⸗ lieſſen / das ein ſolcher Menſch in Gotiet Gnadenwahl ſey. So ſagt er auch ſelbs noch ferner / Wie auch an ſeinẽ Ort angezeige! Es ſeye vnerforſchlich / welche Goet erwehlt oder nicht erwehle hab. Iſt es vner forſchlich / ſo wird dieſe Schlußrede nichts nuͤ⸗ hen noch geleen / Denn ſo bald ſie gelten ſolte / ſo were ſchon die Gnadenwahl erforſchlich / vnd muſte D. Dſiander mit blinden Gruͤnden all ſein Lere beſtettigen vnd bekreffiigen. Zum Andern / wenn dieſes ein ſicher vnd gewiſſer Troſt ſein Leut cnẽ 3 ſol/ ſo muß er nur Leut haben / die ohne Anfechtung vnd ohne fechtung zer⸗ Strei / volkomene Buſſe / Glaub / Anruffung vnd Gedult vn⸗ e⸗ ter dem Crtutz haben / die allwegen zu einem jeden Stůck / wie er es in ſeiner Predig auffgezeichnet hat / ſagen koͤnnen / Ich hab Rewe vmb meine Suͤnde von gantzem Hertzen / Ich gleube von gantzem Hertzen/ Ich ruffe Goit an von gantzem Hertzen / Ich leide mich vnter dem Creutz von gantzem Hertzd. Wie viel er ſol cher Heiligen in dieſem Streit auff Erden finden vñ zehlen wer de / das wil ich jme heim ſetzen. Der hejlige Dauid vnd andere Heiligen / haben das Wider⸗ G 3 ſyiel Warnung wider D. Oſianders Predig ſpiel offt vnd dicke von ſich gezeuget vnd geklage. Aber da frage einer D. Vſiandern / Weñ er ſchon ſolche ſtarcke Heiligen ſuͤn⸗ de / wie er ſich mit dem jenigen verhalten wolte / welche klagen Hert mehre mir den Glauben / Herr hülffe vns / wir verſincken / Herr mein Fleiſch wil verzagen / Vnd in meinem Zagen ſprach 52 ich / Von deinẽ Augen binich verworffen / eet. Juem! Ich wolt 6 gern gleuben / ſo kan ich nicht gleuben / Vnd weiß nicht! ob ich er was zu gleuben hab / Deñ bin ich im Heufßlein / wo Gott Gna⸗ de in Chriſto hingeordnet hat Vnd da jr / D. Dſiander ſagt/ das nur ein ſonderbares Heufflein ſepe / da er nur mit ſonderba⸗ ren Gnaden eingreiffe / So habe ich zwar Vrſach vnd dardey fug vnd recht / mich zu ſehnen nach derfetbigen Gnade. Dinich aber im ſeldigen Heufflein nicht / ſo iſis vmd ſonſt/ das ich nach der Gnade frage / Gnade ſuche ich / vnd gern gleuben wolte / Weñ ich gleich meynte / ich gleubete/ ſo iſt es doch nichte / Vnnd iſt kein Glaube / Was ich mache / ich muß zuuor wiſſen / Bb ich in ſeinem Rhatſchlag auch ſeye in Gnaden vmb Chriſti willen auffgenomen. So lang das nicht vorher geht / ſo kan ich nicht gleuben / vnd weiß nicht zu gleuben / Vnd macht der Doctor mit mir / wie einer / der den andern auff den Tiſch greiffen vnd eß⸗ ſen heiſ / ʒeiget jme doch nicht / ob auff dem Tiſche eiwas fuͤr jn geſtelt oder zugericht ſeye / das er eſſen ſolle / vnd eſten moͤge. Wolan / da ſol D. Bſiander vmb ſolche Einwůrffe Rw vnd Amwonrt geben / vnd ſich hoͤren laſſen / wie er ein bekuͤmert Ge⸗ wiſſen in dieſer Angſt vnd Not troͤſten vnd auffrichten wolte o⸗ der moͤchte. Kan er es mit feinen Gruͤnden dahin nicht bringen! ſo ſage er nur herauß vnd bekenne ſich j das ſein Lere kein Proſt! kein Liecht / kein Leben / kein Chriſtum vnd kein H: Geiſt habe) in dieſem ganzen Artickel/ welcher doch die Grundfeßte ſein ſol des gantzen Euanseliums. Darbey ſihet man / wie er eylel ver⸗ worren ding / darbey auch jautere Conſcientzſirick in ſeiner Pre⸗ diz ringelegi habe / darfut dje Chriſtliche Kirch ja billich hat ſol len verwarnei werden. — = — —— —— — Warnung wider D. Oſianders Predig Wie man die Hertzen auffrichten ſolle mit der Erkenenuß der Gnadenwahl. Elcher von ſeine Gnadenwahl/ als dem Grund ſeiner Seligkei ſichern vnd vngezweiffelien troſt haben wil / der ſehe richtig vnd allein auff Cheiſtum Jefum / den Son Gottet / was er auß befelch vnd ordnung gethan / vnd wel⸗ chem er daſſelbig gethan hab. So bald er in Chrlſto dieſe zwey Stůͤck recht verſtehr / ſo kan er ver alle Anfechtungen ſicher be ſtehn / vnd alzei ſchlie ſſen / das er in Gottes Gnadenwerck nichs ſey vbergangẽ vnd verlaſſen worden. Wril er nu wiſſen / was Ch riſtus gethan hat / ſo zeigt jm das Euangelium / Er habe Suͤnd / Tod vnd Helle allerdings vberwunden / vnd derhalben alie vnſe⸗ re Feinde erſchlagen vnd erlege. Dar nach wil er wiſſen / wem ſol ches zů gut geſchehen ſeye / ſo hort er aber mal auß dem gantzen Euangelio / das Chriſtus von aller Menſchen Heyl vnd Selig⸗ kei wegen / in dieſe Weli komen ſey / wie wir deñ hievor ſtarcke vnd vnvberwindliche Ztugnuſſen auß H: Schrifft angezeigt ha ben. Iſt deñ dieſes von aller Menſchen Leben vnd Seligkeit we⸗ gen geſchehen / Vnd das Gott in Chriſto die gantze Welt verſoͤh net hat / mit im ſelbſt / vnd vmb Chriſti willen geliebt hai die gan⸗ kze Welt/ So hat keiner Vrfach zu gedencken / geſchweigen zu ſchlieſſen/ das jn Gott nicht habe erwehlet vñ verordnet zur Se ligkeit. Wil er aber anders ſchlieſſen vñ reden / weder er wol ſihet vnd horet / das ſich Gott in feinem Son geoffenbaret vnd erzei⸗ get hat/ ſo kan er wol mercken / das er vnerſteht Gort lugenhafft zu machen / vñ alles zu leugnen vnd zu leſtern / was Gott gethan vnd vber jn volbracht hat / Darbey halte er allzeit Gott fůͤr war hafft vñ geerew / vñ auff das aufferhalb Chriſto ktin Golt zu ſu⸗ chen vñ zu erkennen ſey/ der andern Rhatſchlag vnd andern Fůͤr⸗ ſat mache mit vns Menſchẽ / weder ſein Son ſich erzeigt/ in dẽ er gnug thus fuͤr alle vnſere Suͤnde / Gott verſoͤhnet / Goetes Huld vnd Gnad allen Menſchen erwirbt / vnd mit ſeinem S b chridus xſio der Grund. Warnung wider D. Oſianders Predig volkomenlich verdienet. Vnd ſo de der Menſch weiß ( wie er deñ wiſſen vnd gleuben ſol) laut des Euangeliums / das ſolches nach Goties Vrdnung vnd Befelch geſchehen vnd verrichtet ſey / ſo hat er alles bey einander/ was er wiſſen vnd ſchlieſſen ſol von ſeiner Gnadenwahl. Darumd ſage Paulus Ephe:i. Gott . in Chriſto erwehlet / vnd in Chriſte verordnet zur Kin afft. So viel biſtu nun aber der Sachen noch ſicherer vnd gewiſ⸗ ſer/ weñ du gedenckeſt / das dieſe Gnadenwahl vnd Gnadenwerck Goites / vnd verſöhnung mit Gott / in dir beſtettiget vnd bekreff tiget ſey worden / als du getaufft / in Chriſti Gnadenreich zu ei⸗ nem Kind Gottes widergeboren an vnd aufſgenomen biſt. Des gleichen im H: Abendmal theilhafftig biſt worden des Leibs vnd Bluis Chriſii / weiches nimermehr geſchehen koͤnte/ wenn dich Gott von Chriſto vnd der Gnade / vder Verſohnung in Chriſt⸗ von Ewigkeii her außgeſchloſſen hette. Sihe / diefes iſt ein anderer Troſt weder D. Dfiander auß ſeinen Gruͤden geben kan. Vnd iſt ein Troſt/ welcher ſteht auff dem Grunde des H. Euangeliums / vnd auff allem dem / wle ſich Gott in Chriſio geoffenbaret/ vnd von ſeinem Willen vnd Ordnung vber vns befohlen hat zu predigen vber den gantzen Erdboden allen vñ jeden Menſchen. MVnd iſt ein ſolcher Troſil der vns richtig vnd ſtrack zu Chriſto weifet vnd fuͤhret / Vnd der vns den lebendigen Gott / vnnd ailes was Gottes werck iſt vber pns / allein in Chriſto / in weichem alle Schetze ſind / ʒeiget vnd ſůrhaltet/ Alſo das wei zieſen Son Goiles ſiher / auch den Va ker ſihet mit allen ſeinen Rhaꝛſchlegẽ vber vns. Vnd das macht vnſerm Heꝛtzen Leben vnd Liecht / rechte Erkennuß Gottes / Freud vnd Friede! ruhig Gewiſſen Vnd da wir in Chriſio alles mii einander haben vnd beſitzen durch den Glauben zu vnſerer Scligkeis. Solchen Troß vnd ſolch rubi Gewiſſen koͤnnen die 24 me 5 4 Von der Gnadenibahl mehr machen / welche darfur halten / Gols habe in einem pner⸗ forſchlichen Rhat / in Chriſto oder durch Chriſtum nur wenig Menſchen zum Leben erwehlet vnd verordnei · Deñ wie ſich D. Dſiander mů ſeinen Beweiſungen vnd Grůnden ſelßam biegen vnd krumen / vnd jmerzu alles in Zweyffel ſtecken vnd verſtecken muſſe / das haben wir zuvor gnugſam verſtandẽ. Was aber ſonſt von dieſer kere weileufftiger ʒu handlen iſt / das wird manſ ſo viel Gott zu vnterrichtung mir Gnad verlihen hat in anderen mei⸗ nen Schrifften finden. Gott behuͤte vns an allen orten vor dem Caluiniſchen Grewel welcher allen ſein Vrſprung hal auß der verzweyffelten Stumpelwahl / dardurch die Caluiniſten bißher gereitzt vnd geirieben / Gottes Wort vnd die Hꝛ Satrament in Zweyffel gefetzt haben vnd noch ſetzen / vnd alda den Anfang ma⸗ chen zu einem groſſen Abfall vnd Vortrab zu dem Elendin De eident / Wie es Vorzeiten gangen iſt in Vrient. Wer Bhren har zu horen / der hore. Goit gebe ſein Gnad darzu / durch Je⸗ ſum Chriſtum / Amen . 6 Von D. Oſianders Bekentnus zu Mumpelgart. kurtz / das er zu Mumpelgard ſeine Lere habe ſelbs ge⸗ bolffen verdammen vnd verwerffen So wil ich noch herbey ſetzen die Artickel / ſo in demſelbigen Geſprech von D. Ja cobo Andreae ſeligen / vnd jme ſelbſt alda geſtelt vnd vnterſchrie⸗ ben ſind worden / die mag ein jeder ſelbs vergleichen mit dem ſe⸗ nigen / was auß ſeinen Buͤchern vnd Schrifften hievor angezo⸗ gen iſt worden. 3 Si Niemand gedencke / als thu ich D. Oſiandern zu 5 The N. B. Rom: 13. 1. Tim. 2. Ezech. 1. Luc. 24. 1. loan. 2. 5 *„ Theologorum Vuirtenber⸗ genſium Theſes de Pradeſtinatione. EXTRA cCoNrTRovERSIAM oVg 2 ſequuntur, poſita ſunt. 1. Quod Deus abæterno, non modò lapſum primorum paren⸗ tum noſtrorum, ſed omnium quoq; hominum præuiderit. 11. Quod ſaluandos non modò praſciuerit, ſed stiam ab æterno elgerit, & ad vitam æternam prædeſtinarit. III. Quod Electio facta ſit in Chriſte, priusquam mundi funda- menta poſita ſunt, vt per Chriſtum ſaluarentur. IV. Quod ſaluandorum apud Deum certus ſit numerus. V. Quæritur autem; an DEV electus ſuos ita ad vitam æternam prædeftinauerit, vt quosdam, adeoqᷓ; maximam partem hominũ⸗ prisſquam naſcerentur, æterno exitio, abſoluto & occulto deere⸗ to fagto ad æternam condemnationem deſtinauerit, vt nolit eoʒ pcœnitentiam agere, conuerti & ſaluari. VI. Credimus nos & confitemur; quòd ex Seriptura oecultum DEldecretum demonſtrari non poſoit, quod absqᷓ; omni indigni⸗ tatis re ſpectu, mero voluntatis fuæ placito quenquã multò minus maximam partem humani generis ad æternam damnationem de⸗ ſtinauerir, vt nolit eos pœnitentiam agere, conuerti & ſaluari. — VII. Fundamenta aſſertionis noſtræ ſunt: Quæcunq;ʒ ſcripta ſunt, ad noſtram doctrinam ſcripta ſunt, vt per pãtientiam k conſolationem ſeripturarum ſpem habeamus. DEvVs vult omnes homines ſaluos fieri, & ad agnitionem veri⸗ tatis peruenire. Viuo ego nolo mortem peccatoris, ſed vt convertatur & viuat. Sic ſcriptum eſt/ & ſic oportuit Chriſtum pati/ & reſurgere à mortuis tertia die, & prædicari in nomine eius pœnitentiam & re⸗ miſstonem peccatorum in omnes gentes. Sic DEVS dilexit nundum, vt vnigenitum filium ſuum daret, vt omnis, qui credit in eum, non pereat, ſed habeat vitam æter⸗ nam. ipſe eſt propitiatio, non pro noſtris tantum, ſed pro totius mun di peccatis. Ve: 2 — Un Von der Gnaden Wahl Venite ad me omnes, qui laboratis & onerati eſtis, tiamſvos. 44 pkys omnia ſub ineredulitate doncluſit, vt omnium miſe⸗ reatur. Non vult Dominus aliquos perire, ſed omnes ad poœnitentiam . * & ego refi⸗ reuerti. . * Neq;ex lege, neqʒ ratione humana, ſed ex ſols Euangelio de prædeſtinatione electorum judicandum eſt. Rgijcimus tanquam verbo Pejminim conſentanea, & quæ omnem conſolatioem pijs mentibus adimunt ʒ cum docetur⸗ 1. Keprobationem eſſe ſapientiſtimum DEI propoſitum, quo ante omnem æternitatem (vt ipſi loquuntur) conſtanter absqʒ omni iniuſtitia decreuerit eorum NON MlSERERl, QVOS NON DiLEXIT, SED PRKTERIIT, quo juſta eorum con- demnatione jram ſuam erga peccata, & gloriam declararet. 11. Cauſam efficientem reprobationis eſſe pROPOSTVM DRI; QWo PLAcVERIT DEO QOSDAM CRRARE, & in eum vfum ſuſcitare, vt jram & potentiam ſuam oſtende- ret, vt in ipſfis quoq; glorificetut. III. DRVM reprobos nondum natos NVLI.O INDIGNTAs Tis RESPECETV EXITIO DESTINASSE, & quosdam ad juſtum judicium à DEO conditos eſſe. 1V. Adamum ſponte quidem, ſed tamen non modo prſeientè, ſed etiam juſtè adjvuante & decernente DEO in iſtas talamita tes prolapſum eſſe. 3 v. Decreti reprobationis & electionis caufam eſſe; rum ęrernã benignitatẽ in jis, QOS LIBVIT AD SALVTEM PRKDE STiNAN TIS:tum xternum mali odium, ad juſtam damna- tionem quos ipſi libuit ordinantis: CVR HOS aVTEM PO . TIVS QM ILLOs SaLVTI, VvBI. DAMNATIONM 2 de⸗ Warnung wider D. Oſianders predig DESTiET, qauſam oaaynliul nullam eſſe aliam QAM 1PSIVS VOLVNTATEM. VM Cunctos mortales cunmftriptura ſaera clamet, in vnius hoe minis perſona morti æternæ mancipatos eſſe, hoc non naturs aleribi poſſe/ fed abad fnirabili Dei conſilio profectum eſſe. VII. Quod lapſus Adæ tot gentes vnã cum liberis „tot infantes ternæ mofti inuoluerit/ absqʒ remedio, non aliam cauſam eſſe, quam quod Deo ita viſum fuerit. I1X. Peum ideo præſciuiſſe, quem exitum eſſet habiturus ho mo, antequam ipſum conderet. quia decreto ſuo ſic ordina- verit. IX. Adamum non potuiſſe; niſi ex Dei deereto & ordinatione, labi. FN 8 X. Oportuiſſe homĩn em piritate & integritate ſua exci re. Nem docẽt X. Qo pvs norIr REpRosg rIonr Pxsriaros RVA- D. Ofiander. Rl AvT Is McRTEat pi1 PRoDBssß. mu 4146 cobus Andre D. uu Oſiunder p. Dieweil des Heten Joannis Brentij gedacht ii worden / ſo ſind dieſes ſeine Wort. caTEcRISMo Foü 3. [ue quod ad divinam clementiam attinet, OMNEs VOCA TI SVNT EL.EcTi: R Bun RLEcr EssBur, vocari Mon FSsEkr: Sicut etiam Rex ille Euangelicus, qui fecerat nuptias fi⸗ lio ſuo, quos ad nuptias vocari juſsit eos antea nominatim ſelen gerat & invitarat: & quanquã poſtea mittit ad exitus viarum, vt vocentur quotquot inueniantur: TAtin Mls1 ET BOs BLEclsSETz & felicitatem nuptiarum ſuarum eis faveret, M IVssksr Bos VOcMRk. Quod igitur ad clementiam DR attinet, Suwoſh⸗ 43 d. 4 4 — — — Von der Gnadentwahl car svnr ELEcri. Sed quod aliqui vocantur, vOM TrAMEn. rRyvnrva ELEcriOk; Hoc accidit non DEl, ſed ipſorum vi⸗ tio, qui aut vocantem Deum contemnunt, aut in vocatione, quam agnouerunt, recepta ſua impietate & incredulitate, non ſeverant, &c. Idem in Pſal: zi. Et extant manifeſta dicta Seripturæ, quibus quantum ad ſe attinet (ad ſe inquam, qui ſua natura non eſt aliud, quàm falus ipfa]) Spiritus ſanctu leglificatur, quod non ynum tantum & alterum bominem ſed omnes ad participatum eterne ſalutiselegerit. bidem. klegit ergo DEVs, quod in ipſo elt, totum mundum, hoc eſt. omnes bomlnes, vt veram ꝙ eternum ſalutem conſequerentir. Nam quod non omnes ad ſalutem perueniant, non fit vitio diviuæ electionisʒ ſed vitio humanæ obftinationis, quod maxima hominum pars ob latam ſalutem, ad quam ey ereuti eꝰ eledi ſunt/ recipere nõlint. Hinc eſt, quod dicitur: Multos vocatos; paucos verò electos. Non enim hic fit ſermo, de electione Dei, qui omnes nos, quos vocat, ele⸗ git, alioquin vocatio magis eſſet ridicula, quàm ſeria: Sed fit ſermo de eledione hominum, quod etſi PBvs multos elegit & vocat, ta⸗ men hi non agnoſcunt eledionem DRI, nec dant locum vocatio- ni eius. Hoc enim parabola ipſa, in qua hoc dictum recitatur, ſignificat, cum affirmat inuitatos & vocatos benefcium Regis ſua ontè rejeciſſe: Et quos parabola dicit inuitatos & vocatos, hos Moſes vocat electos. Te (inquiens) elegit Dominus DBvS tuus, vt ſis ei populus peeuliaris, de cundtis populis, qui ſunt ſu per tertam. NMec vniuerſos tantum elegit DEVʒ, verum etiam ſingulis qui Sacramenta eius accipiunt, ledificalur palàm, quod agnoſcat ipſos ad veram ſa lutem elecos. Quare ſi quis & Scriptura colligit, ſe à DEO non eſſe eledtum, ſuis ſe ipſe ſomnijs fallit; & mendacia ſibi fingit. Berren Vogelij Abts zu Albers⸗ bach Wort / in der Schatzkammer / zu Zů⸗ bingen getruckt / Lauten aiſo / Jol: 587. Dy 3 * Warnuig wider D. Oſianders predig ONec conſtituto tempore eundem, quem ſignificat chri⸗ ſol ſtum, in mundum mitteret; vt pro omnium in mundo homi ge num peccatis paſione & morte ſua, ſatisfaceret, nec minus pee catum & mortem aboleret, atqʒ vitam æternam, ad quam ab æter no prædeſtinati fuerant, ipſis recuperaret. ibidem Fol: 535. Ac quemadmodum ab æterno prædeſtinavit omnes homines ad vitam æternam: ita ad eandem omnes omni⸗ um populorum homines &c. vocauit. Bieher wollen wir auch ſetzen / was in Wuͤrtenbergiſchen Kirchenordnung be⸗ grieffen ſtehet. D. Oſianders Gruͤn⸗ den allerdings entgegen. — Nder Lere von der heiligen Lauffe wird man D. Oſianders Abfall vnd Irthumb inſonderheit finden vnd ⁰ ſpuͤren moͤgen. Denn in ermelden Kirchenordnung ſte⸗ het alſo: Fol- F3. „ So kan man ſich darauß wol erjnneren/ das er (der Tauf⸗ fe) ſeye ein Gouliche Ceremonien vnd heiliges Sacrament / da durch wir vnſers Berufſs zur Kindſchafſt Gottes ber⸗ gewiſt / vnd in der Poſſeſs der ewigen Himliſchen Guͤ ter eyngeſetzt werden. Baid hernach: Darumb nachdem ſo viel an dem Chriſtli⸗ chen Tauff gelegen / das wir vns ſein in den alier groͤſten vnnd ſchwereſten Anfechtungen / Fürnemlich von der ewigen Verſchung Gottes behelfſen vñ vertroͤſien moͤgen o ol⸗ be di c C — „ — „„ — — — — — — — Ven der Gnadenirahl · ſollen / ſo iſi kein Muͤhe zu ſparen / damit er Chriſilich gehalten / ausgetheilt vnd empfangen werd. Fol: 56. Lieber Freund in Chriſio Nach dem jr von wegen dieſes N · begert haden / das er in dem Namen Jeſu Chriſte getaufft/ vnd durch den Taufſe in die heilige gemeine Gottes Vol⸗ ckes angenommen vnd ehngeleibt werde / So iſt euch als Chriſten vnverdorgen etc. Fol: 57. Allmechtiger Barmhertziger Gott vnnd Vatter / wir ſagen dir Lob vnd Danck / das du deine Kirche gnediglich erholteſt vnd nehreſt / vnd dieſem Kind verlihen haſt / Das es durch den heiligen Taufſe widergeboren / vnd deinem lieben So⸗ ne vnſerm Herrn vnd einigẽ Heyland Jeſu Chriſto eyn geleiht / dein Kind vnd Erb deiner Himliſchen Guͤter worden iſt. Wir bitten dich gantz gehorſamlich / das du diß Kind / ſo nun mehr dein Kind worden iſt / bey der em⸗ pfangener Gutthat gnediglich bewaren wolleſt. Fol: 59. Vnd in dem Neiwen Goͤttlichen Lebey / darzu du es newgeboren haſt / zuneme. Fol: 64. Frag. Was iſt der Taufſe e Antwort. Der Tauffẽ iſt ein Sacrament vnd ein Göttlich Warzei⸗ chen / darmit Goit der Vatter durch Icſum Chriſtum ſeinen Son / ſampt dem heiligen Geiſte bezeuaet / das er dem Getauff⸗ ten ein gnediger Gott woll ſein / Vnd entit⸗ jme alle Suͤnde auſs lguter Gnade / von wegen Jeſu Shrſ Warnungwidet D · Dſianders predig Vnd neme jn auff an ein Kindes ſiat / vnd Erben aller Himliſchen Gůter. &ßceßnel WVlan/ Da haben wir auß dem Catechiſmo Johannis Brentzij / welcher durchauß in Wuͤrtenbergiſchen Kirchen ge⸗ zb. predige wird/ verſtanden / Das Golt vmb Chriſti willen hab alle Menſchen erwehlet vnd verordnet zum ewigen Leben / Aber doch genieſſen des Lebens in dem Brauch vnd Beſitzung allein dieſe / welche an Chriſtum Jeſum gleuben / Vnd bleibet dannoch darbey / Das / ſo viel Goltes Gnade anbelangt / die anderen) ſo zur Beſizung nicht kommen / durch Schuld jres Vnglaubens! auch von Goit dem HErren verordnet vnd erwehli ſeyen gewe⸗ ſen zum Leben / nicht weniger als ſie denn auch zum Leben waren dings engegen ſeye / kan ein jeder leichtlich verſtehen / welcher ſeine eygene hievor auffgezeichnete Wort mit Ernſt erwegen wil. Das iſt eines · DEmnach / ſo offt nun D. Bſiander ferner leret / das ſich GOETnicht hab aller Menſchen erbarmet / Vnnd da t im verborgenen heimlichen vnnd vnerforſchlichen Rhat ſichen ſol welche er in Ehriſto zum Leben erwehlet / oder nicht erwehlet ha⸗ be / Jtem / Da keiner mehr!/ ſeiner Lere nach! kan vnd fol ver⸗ damyi werden / weicher einmal erwehlet / vnd Chriſtowarhaff⸗ tiglich eyngepflantzet iſt Vnd darbey / das Iſmael vnd Eſau! in der Beſchneidunge (Eben die Meynunge ſol es auch haben mit der heiligen Tauffe) kein Warzeichen der Gnadenwahl ſol len empfangen haben / Sondern alleʒeit ohne Gnade vnd Huͤl⸗ ffe / ohne Liebe vnd Erbarmunge ſollen verſtoſſen vnd verworf⸗ des ewigen Lebens. gern auch greiffen das dieſer Man mit ſeiner Lere bey der Wůr enbergiſchen Kirchenordnung nicht kan / vnd forthin nicht erſchaffen worden in Adam. Das D. Dſiander dieſem aller⸗ fen ſein geweſen von aller Kindſchafft Goltes vnnd Erbſchafft S Pkan man hierauß nicht nur mercken vnd verſtehen! ſen⸗ tt M⸗ Von der Gnaden Wahl/ ßeſtehen / ſondern wird muſſen fůr die Hand nemen dieſer Stü⸗ cken eines / Nemlich / enweders die Kirchenordnung enderen / vnd in alle hievor angezogent Spruͤche ein Caluiniſch Probabi liter hinein flicken i vnd alſo leren Mutmeſſiglich moͤge man wol dafür halten! das vnſtren Kindern allefampt in heilizer Tauffe / Heyl! Gnad/ Leden vnd Seligkeit / vnd Kindſchafft mit Goti widerfahen ſeye Aber füͤr gewiß vnd eigenilich koͤnne vnd gleuben. Oder wil er die Kirchenord⸗ es niemand ſagen nung vnverendert / vnd darbey aber auch die Verſolgung wider die Warheit vnauff hoͤrlich gehen laſſen / ſo muß er jmmer vnd alleʒeit in handhabung der Kirchenordnung / weiſſes / vnd in vol ſtreckung ſeiner Caluiniſchen Lehryuntten ſchwartzes darwi⸗ der leren vnd yredigen · Darbey wird ein jeder auch wol ſpůren vnnd verſtehen koͤn⸗ nen / wie ſein Lert / die e auff eip newte widerumb herfuͤr raſ⸗ pelt / dem Mumpelgardiſchen Geſpraͤche enigegen taufft / Deñ ba verdampt er jetz alſo gar! was er alda mit D. Jatob An⸗ dreae gut hat geheiſſen / vnnd bekent ſich dargegen widerumb zu Sezae Lere / in welcher er mit Leib vnd Setle geſteckt war / vor des Mumpelgardiſchen Geſpraͤchs / wic lauter am Ta⸗ ge iſt. Dſſes ſind nun Vriachen/ es mutren der Teufſel oder ſeine Groſsmutter / vnd ſolte darob die Helle zer⸗ herſten / vnnd zu truͤmmern gehen / das man doch die Wacrheit ſagen / verkuͤndigen / die Kirchen warnen / des euffels Liſt vnd Betrug entdecken vnnd oſſenba⸗ ren / ſoll vnd muſs. Hilfft es / wol vnd gut / ſo woͤllen wir Gott loben vnd preiſen / vnd die Jeinde jmmer da⸗ hintoben / wlten / vnd verfolgen laſſen / es ſoll aber doch jnen hierob heiſs genug Hilfſt es denn nit Warnugwidef Sep chenerwachen⸗ vnddem Gaitiniſche Wetter oſdir⸗ ſichnwollen/ſoſollenunſerẽ ende⸗/ weichedas beſi vnd getrewlich gethan/ mit Vnſchuldgewaſchen ſein. Hiemit gehe GOtt Kraſſt vnnd 17 Gnad / das ſolch Warnenvlel ru⸗ chte hringe/ Amen. E NDE. Fol⸗ B. Pag: 2. Lin 1. lege hinlamen Ibidem Lin: 1. lege vergebens. . ⸗ t Wedruckt im Vahr / Als man zahlt nach der Geburt vnſers lieben Luhn . Heylands Jeſu r 1 5 6