Von der heiligen Chriſtlichen Kirchen / Wn rund vnnd kur⸗ + S „ zes Bedencken / dieſer Zeit noͤthig e . 1 * vnd nuͤtzlich ʒuleſen / vnd zuwiſſen: In s. Capitel abgetheilt. 1. Von der Etymologia vnd Deutung deß Worts Kirch. II. Ws die heilig Chriſtlich Kirch ſey? . III. Ob die wahre Kirch Chriſti ſich bar oder vnſichtbar ſey? IIII. De notis veræ Eccleſix, das iſt / warbey man die Kirch zuer⸗ kennen hat / vnd was jhre Gemerck oder Kennzeichen ſeynd. V. Daß das Haupt vñ Fundam nt der Kirchen allein Chriſtus ſey VI. Wns die rechte wahre Chriſten vnd Glieder der H. allgemei⸗ nen Apoſtoliſchen Kirchen fur Leuth ſeyn. VII. Wo die Kirch Chriſti nicht ſey. VIII. Was für ein vnderſcheid ſcyʒwiſch n der wahren Chriſtlichen vnſichtbarn Kirchen / vnd zwiſche n der ſich barn verſamlung der Chriſten. IX Daß auch ein falſche Kirch auff Erden ſey / ie ſich deß Namens der Chriſtlichen Kirchen anmaſſe. X. Waos von der Roͤmiſchen zuhalten / vnd ob ſie ein heilige Apoſto⸗ liſche Kirch ſey oder nit? XI. Ob in der jetzigen Roͤmiſchen Kirchen gar keine Chriſten ſeyn? XI. Wer warhafftig ein Ketzer heiß oder ſch. XIII. Verzeichnuß etlicher Geſet vnd Canonum der Concilien det Vatter vnd der Baͤpſt / welche die jetig Roͤmiſch new Kirch ſelbſt nicht helt. Durch Weylandt den Ehrwuͤrdigen vñ Wolgelehrten Geor⸗ gen Meyer ſeligen / geweſenen Pfar:herm zu Leder ge⸗ ſtellt / vnd jetzi nach ſeinem Todt in offe⸗ nen Truck gegeben Zu Baſel / Im Jahr I;o6. S Von der Etymologia vnd Deutung deß Worts / Rirch. C A PVT PR IMV M. x A Wortlein Kirch hat gleichwol vielerley Bedeutungen / wie gloſſa ſuper7. 5 ſcire Angelus in ſumma, vnnd Ga- S briel. b ⁊2. anzeigen. Dann Paulus nen⸗ S net die Glaubigen im Hauß philemonis, vnd Coioſſ. 4. Eccleſiam, die Kirch / welch Wortlin Eraſ⸗ mus daſelbſt congregationem, ʒu teutſch ein Verſamlung ⸗ ins Latein verſetzt hat. Man pflegt aber doch von der Chriſt⸗ lichen Kirchen fuͤrnemlich auff zweyeriey Weiß zureden: Einmal wie es fuͤr Gott darmit ſtehet: Zum andern aber⸗ wirt durch den Namen der Kirchen verſtanden / ein jede euſ⸗ ſerliche particular verſamlung / welche den Namen der Chri⸗ ſten traͤgt / vnd ein Kirch oder gemein Gottes genañt wirdt. Bey der Chriſtlichen Kirchen / wie es damit vor Goit ſtehet/ hat man ʒubedencken / wie ſie auß Chriſto im Reich ſemer Gnad allhie / durch den H. Geiſt gebawet / vñ zu dem Glau⸗ ben verſamlet wirdt / wie er jhr pflegt / ſie erhelt / geiſtlich neh⸗ ret / vermittelt / verſorgt / vnd regiert / wie ſie auch ſein Ge⸗ ſponß vnd H. Leib iſt: Daher iſt es ein Articul deß Chriſtli⸗ chen Glaubens / daß wir em H. Chriſtliche Kirchen glau⸗ ben / dieſelb iſt vnd heißt Eccleſia Catholica: Teſtibus, Au- kuſtino de Geneſi ad literam cap.1 de Agone Chriſtiano c.2. q. In Pfalmum go. contione ſecunda: & Iſidoro de 4 ſummo 1 Von der Heyligen. ſummo bono: Darumb / daß ſie ſich durch die vier Vrch ⸗ vñ alle Ende der Welt erſtꝛeckt / vñ in diſer als der heiligen vñ wahrẽ Kirchen / iſt kein vnreiner / kein Gottloſer / oder falſch⸗ glaͤubiger: Aber in den beſondern particular Kirchen / ſeynd nicht allein Fromme / ſondern auch Gleißner / wie die Para⸗ bel im Euangelio vom guten Samen vnd vom Vnkraut / von den thorechten vnd klugen Jungfrawen / von den guten vnd faulen Viſchen lehret: Vnd auch S. Auguſtinus hin vnnd wider in ſeinen Schrifften anzeigt / welche gleichwol vor Gott nicht rechte Glieder der Kirchen ſeynd / ſie moͤgen aber gleichwol der gantzen Kirchen an jhrer Vollkommen⸗ heit nichts abbrechen / wie wir in der Bibel vnd Patribusle⸗ ſen. Dem alſo nach heißt man auch jetzt ein verſamlung der Menſchen die Kirch / welche jhnen den Chriſtlichen Namen zuſchreiben / vnd ſich zu einerley Lehr / Kirchengebraͤuchen ⸗ Ceremonien / vnd euſſerlichem Goitesdienſt begeben / vnnd der ſichtbarn Sacramenten mit einander gebrauchen / die zum Ampt jres Gottes dienſis / vnd zur Predig / Geſang /· auff beſtimpte Zeit ʒuſamen kommen: Solche heißt man jetzt in gemein die Kirch / mit jhren Prelaten / Biſchoffen / Predigern / Pfarꝛherm / Vorſtehern: Ja die Papiſten nen⸗ nen das Wortlin Kirch / fur den Bayſt / vnd fur das euſſer Gebaͤw / darinn man Meeß helt / Sacrament reicht ꝛc. es ſtehe gleich vmbs rechtſchaffen Weſen der Kirchen / vñ auch vmbs erkandtnuß Chriſti deß Haupts vnd Fundaments der Kirchen / deßgleichen vmb jhren Glauben / Kirchendienſt⸗ Chriſtlich Leben / vnd geiſtlichen Wandel dabey vor Gott / wie es mag. Ein ſolche particular Kirch iſt nit Eecleſia Ca- tholica, ſowenig ein Glied am Lei / der gant Leib / oder ein Statt ein gantzes Landt / oder ein einige Prouincia oderůr⸗ ſtenthumb gantz Europa iſt / ſondern ſi iſt der wo Ghriſtlichen Kirchen. 3 Kirchen / nun ein Glied oder Theil / ſo fer ſie das recht We⸗ ſen der Catholiſchen Kirchen hat. Dann wann ſie das recht erkandtnuß Chriſti / vnd ſeines / als deß Haupts der Kirchen ⸗ Geiſts vnd Einfluß / vnd geiſtlichen Lebens / in Lehr vnd Le⸗ ben mangelt / ſo iſis nicht allein nit Eccleſia Catholica, ſon⸗ dern auch kein Glied derſelben ꝛ ſonder ſie iſt vnd bleibt ein Gottloſer Hauff / den der. Geiſt in der H. Schrifft gleich⸗ wol ein Eecleſiam, ein Kirch vnd Verſamlung / aber nicht ſimpliciter, ſondern mit einem Zuſatz nennt / vnd heißts Ec- cleſiam malignantium, cœtus iniquos. Ein Kirch der bö⸗ ſen / boßhafftigen / vnd welche andere auch verkehrt / vnd zu⸗ verkehren allen jhren Fleiß / Sorgfaͤltigkeit / vnnd Vbung anwendet. Was iſt dann die H. Chriſilich Kirch? S P D heilig allgemein Chriſtlich Apoſtoliſch Kirch / darvon der Articul vnſers Chriſtlichen Glaubens ſagt / Ich glaub ein heilige Chriſtliche Kirchen / Iſt nach S. Paulus beſchreibung (vnd niemand kan oder wirdt ein beſſere definition geben)die gemein deß lebendigen Got⸗ tes / ein Pfeiler vnd Grundveſtin der Warheit / 1. Tim.3. Sie iſt der Leib Chriſti vnd Chriſtus iſt jhr Haupt / Coloſ.i. Ephe.x.vñ iſt auff den Felſen Chriſtum gebawt / Matth. x6. .Cor. 3. Sie iſt die Braut Chriſti / Joh.ʒ. die einig Freun⸗ din / die hůpſch / die ſchone / fromb / auſſerwehlt / vnnd iſt kein Mackel an jhr / ſagt Salomonin Canticis: Tota pulchra es amica mea, & macula non eſt in te. Alſo wirdt auch die heilig Chriſtlich Kirch in Decreto von S. Hieronymo be⸗ ſchrieben: Eccleſia Chriſti eſt, non habens meculam, neqʒ 3 rugam, 4 Don der Heiligen rugam, aut aliquid iſtiuſinodi: qui ergo peccatot eſt, al- qua ſorde maculatus, de Eccleſia Chriſti non poteſt ap pellari, nec Chriſto ſubiectus dici: das iſt / Die Kirch Chri⸗ ſtiit / di weder Mackel noch Runtzel / oder dero eiwas hat: Darumb wer ein Suͤnder iſt / vnd mit Mackel befleckt / der kan nit ein Glied der Kirchen genennet / auch nit geſagt wer⸗ den / daß er Chriſto vnderthan ſey / de pœnit. diſt.c· Eecle- ſia, darumb ſpricht die gloſſa alſo: Qui vult eſſe in Eccleſia, vadat ad medicum (Ehriſtum) vt purgeturã macula, & ſiat de Eccleſia, quæ eſt corpus eius. das iſt / Welcher in der Kirchen ſeyn wil / der gehe ʒu dem Artzt ( Chriſto) damit er von ſeiner Mackel vnd Befleckung / oder Suͤnde gereinigt / vnnd einer von der Kirchen werde / die ſein Leib iſt. Weiter ſchreibt auch S. Auguſtinus: Die Kirch ſey die Zahl aller Auſſetwehlten ʒum ewigen Leben verordneten Menſcl en ⸗ vnd Chriſtus ſey das Haupt ſeines Leibs / welcher iſt die ge⸗ mein / De catechu. rudib.c. ʒ. Darumb ſchreibt er Sermo. 40. de tempore alſo: Exhibete vos dignum corpus tali ca- piti dignam ſponſam tali ſponſo: Non poteſt habere ca- ut illud niſi condignum corpus, nec ille vir tantus niſt condignam ducit vxorem, das iſt: Er ʒeigt euch ein wůͤr⸗ digen Leib eines ſolchen Haupts / ein wuͤrdige Braut eines ſolcht Braͤutigams: Diß Haupt kan kein andern weder jme wůrdigen Leib haben / vnd ein ſo herlicher Mann nimpt kein Wecb / ſie ſey dann ſein werth · Dann die Chriſilich Kirch iſt der geiſtlich Tempel Goites / der auß lebendigen Steinen wirdt gebawen / vnd iſt das wahre Hauß deß Gebets / ſagt der Text vnd glolſa 16. q.7. c. & hæc diximus: Liß feriner im ſelbigen Canone. Hierauß erſcheinet / daß die Cßriſtlich Kirch iſt der hauff der jenigen hin vnd wider in der gantzen Welt / die da war⸗ bafftig Chriſtlichen Kirchen. 5 hafftig an den Sohn Gottes glauben / denſelben recht erken⸗ nen / belennen / foͤrchten / vnnd hoffen durch die Gnad deß HxRRMR Jeſu Chriſti ſelig zuwerden / wie auch alle vnſere Chriſtliche Voreltern durch jn ſelig worden ſind / ſowol im alten als newen Teſtament. Dann allein iſt Jeſus Chriſtus der Hoheprieſter in Cwigkeit / durch welchen von anbegin der Welt biß ʒum Ende alle geſegnet werden / welche die Se⸗ ligkeit erlangen· Vnd es ſirhet geſchrieben / Vna eſt columba mea, Es iſt ein Chriſtliche Kirch / ein xRR / ein Glaub /ein Tauff / ein Goti vnd Vatter / Epheſ. 4· Eine iſt mein Taub / mein vollkommene / ſagt der Sponſus Chriſtus, Cant. . Es iſt nun ein gezierte begabte Kirch in aller Welt / welches iſt die heilig Sponſa Gottes / vnd wirt ein Taub genennt / von we⸗ gen der Einfaͤltigkeit / Sanffimuth / Vnſchuld / vnnd Rei⸗ nigłeit deß Lebens: Vollkommen darumb / daß ſie von Gott vnſerm Heyland Chriſto / durch den heiligen Geiſt / voll⸗ kommene Gnad / vnd Erkandinuß empfangen hat: Sie hat einerley Blauben / einerley Hoffnung / ein herꝛliche Liebe⸗ ein HxMM Jeſum Chriſtum / ein Gott vnd Vatter / ein heiligen Geißt / ſie iſt gantz ſchoͤn / heilig / vnnd vnſtraͤfflich ⸗ Epheſ.yᷓ. Cant.1. Sie iſt von Gott bereyt / vnd kompt auß dem Himmel von Gott / vnd hat die Herꝛlichkeit Goties ⸗ Apoc.⁊r. Die Kirch wirt auch das Reich der Him̃el genaũt ⸗ dann ſie iſt das Reich Jeſu Chriſti vnſers Hærꝛn vnd Got⸗ tes / in welchem kein Hurer oder Vnreiner / oder Geitziger ⸗ welcher iſt ein Goͤtzendiener / noch die Abgottiſchen / noch die Ehebrecher / noch die Weichling / noch die Knabenſchender / noch die Dieb / noch die Trunckẽboltz / noeh die Laͤſterer / noch die Rauber / noch die Zauberer / noch die Neidigen / noch die Todiſchlaͤger / noch die Sectirer / noch alle die Lieb haben vnd 5 Von der Heyligen. vnd thun Grewel / vnd die Luͤgintheil haben / Epheſ.. Ga⸗ lat. y.1 Cor. ð. Apoc. 2r. 32. Es iſt aber nicht allein ein eini⸗ geTaub / ein einige heilige allgemeine Chriſtliche Kirch auff Erden / welche ſanca Fecleſia Catholica & Apoſtolica ge⸗ nannt wirdt / ſonder es ſind auch achtzig Kebßwriber/ vnd der Mägd iſt kein Zahl: Otoginta pellices & adoleſcentula rum non eſt numerus, da iſt wie Epiphanius lib. ⁊. tom. 3. & in oratione de fide Catholica & apoſtolica Eccleſia (der wider achtzig Ketzereyen geſchrieben hat) den Spruch auß⸗ legt: Die achtig Kebßweiber bedeuten achtzig Ketzereyen / vñ die Maͤgd deren kein anzahl iſt / bedeuten die mancherley Secten vñ erſpaltungen der Gelehrten vnd Philofophen/ die ſich alle der Kirchen rhůmen/ vnnd ſich mit der Kirchen Namen / vnd Authoritet wollen ſchůͤtzen / beſchirmen / vnnd bedecken / darumb iſt nicht ein jede Verſamlung die heilig Catholiſch vnd wahre Kirch Chriſti. Ob die wahre Kirch Chriſti ſichtbar oder vnſichtbar ſeyt CrAeFe S Artieul von der Chriſtlichen Kirchen / iſt ein Ar⸗ cul deß Glaubens: Ber Glaub aber iſt ein vergwi⸗ ſung deren Ding / die mannicht ſihet / Heb. r. So iſt die Kirch die Gemein der erſtgebornen / die menge aller Kinder Gottes / ſo Jeſum Chriſtum jhren Hæœ N RNvnd Haupt / in einem Glauben beſtendiglch anruffen / vñ durch einen Geiſt erkennen vnd bekennen / deren Namen im leben⸗ digen Buch deß Lambs / vnd im Him̃el angeſchrieben ſeynd / Heb.iꝛ. Sie iſt die groß Schar auß allen Voͤlckern / Hey⸗ den vnd Spraachen / Apoc. 7. Welche Chriſto — irt Chriſtlichen Kirchen. 7 hirten / als ſeine Schaͤflin / am aller beſten bekandt ſeyn / ſie wohnen gleich in der gantzen Welt wo ſie wollen. Sie iſt Ec- cleſia Catholica, die allgemein Chriſtlich Kirch / die ſich durch die gantze Welt auß / durch die vier Vrch / vñ alle En⸗ de derſelben erſtreckt / auſſer deren niemand ſelig wirdt. Nam extra Eccleſiam nemaſaluatur, & in ſola Eccleſia remit- tuntur peccata, ſchreibt Auguſtinus tomo ʒ. Dieweil ſie dann nach jhrem Geiſtlichen Weſen / Glauben / Hoffnung / Arnobiun ſu- Heiligung / Erloͤſung / Seligkeit /. den leiblichen Augen ber Plal nicht ſichtbar iſt / wie der Prophet ſagt / deß Koͤnigs Tochter ⸗ iſt gantz herꝛlich innwendig / ſo kan manje nicht ſagen / hie tus eſſe yult in oder dort iſt ſie: weil das Reich Gottes nicht mit euſſern Ge⸗heneeivu⸗ berden kompt / Lue.17. Dann dieſe Kirch iſt heymlich / vnd der Welt verborgẽ / ja von derſelben verachtet / verſchmaͤcht / vnd verfolgt biß in den Todt / wie auch Chriſtus jhr Funda⸗ ment / Haupt / vnd Braͤutigam verfolgt iſt worden / biß in den Todi deß Creutzes / Phil. ⁊. Eos ſtehetauch im Augſpurgiſchen Interim, daß die waß⸗ re Kirch / ſo allein der Heiligen iſt / vnſichtbar iſt. Dann die Kirch iſt geiſtlich vñ vnſichtbar / ein geiſtliche Verſamlung/ ein geiſtlich vnd vnſichtbar Reich / ſo allein mit den Augen deß Glaubens geſehen wirdt / ſchreibt Luther wider Catha- rinum, vnd im Bůchin / daß die Kirch allein auff Chriſtum gebawet iſt. Sie iſt kein leibliche Verſamlung / ſonder ein geiſtliche Gemein / vnd verſamlung der Stelen in einem Glauben / vnd daß die naturlich / grundlich / warhafftig / ei⸗ gentlich / recht weſentlich Kirch vnnd Chriſtenheit ſtehe im Geiſt / vnd in keinem euſſerlichen ding / wie das mag geneñt werden / ſchreibt idem Lutherus tomo 1.fol. ⁊94. & tomo 2. fol. 1. Welches auch luſtus Menius von Widertaͤuffern: Po- B meranus 8 Von der Heiligen meranus vom Chriſtlichen Glauben vnd recht guten Wer⸗ cken / vnd Weiland die Prediger zu Nuͤrnberg im vierdten Puncten / jhres außgegangenen Rathſchlags mit Luthero bekennen. Nach dem wir dann im Sym bolo bekennen / ich glaub ein H. Chriſtliche Kirchen / vnd ſagen nit / ich ſihe ein H. Chriſtliche Kirch / ſo erſcheinet auß dieſen argumentis, daß die recht / wahre Kirch Chriſti ein vnſichtbare Gemein der im H. Geiſt vnd Glauben verſamleten Kinder Gottes iſt. Bey dieſem Articul hat man ſich aber zuerinnern / daß et⸗ lich woͤllen erfordern in die Kirchen ʒuglauben / welches nit allein wider den Articul deß Apoſtoliſchen Symboli iſt / da wir bekennen / daß wir ein H. Chriſtliche Kirchen glauben / ſonder auch wider die alte Lehrer: Dañ Auguſtinus ſchreibt de tempore ſermone 181. Eecleſiam credere, non tamen in Eccleſiam credere debemus, quia Fccleſia non Deus, ſed domus Dei eſt: das iſt / Wir glauben / aber wir ſollen nit in die Kirchen glauben / dann die Kirch iſt nicht Gott / ſon⸗ dern iſt Gottes Hauß. So ſagt auch der H. Cyprianus in expoſitione Sym boli: Non dixit in ſanctam Fccleſiam, ſed ſanctam Eccleſiam: Non credendum in ſanctam Fc- cleſiam, ſed ſanctam Fccleſiam credendum eſſe. Derglei⸗ chen ſchreibt auch Beda in Homelia. Sie ſollen glaubẽ / daß ein heilige Catholica, das iſt / ein allgemeine Kirch ſey / nit in die heilig Kirchen. luper Adt.19. De notis veræ Eccleſiæ, das iſt / Warbey man die Kirch zuerkennen hat / vnd was jre Gemerck oder Kennzeichen ſeynd · p i Je Chriſtlich Kirch wirdt auß den Gottlichen Ga⸗ D vnd auß den Frůchten der Werck der Liebe e Chriſtlichen Kirchen · 5 deß Geiſts Gottes erkennt. Dann auß den Fruͤchten (ſagt der RR Chriſtus) ſoll man den guten Baum erkennen. Vnd Eraſmus ſchreibt in annotationibus ad Iʒ. caput Io- annis alſo: Peculiaris nota Chriſtianorum eſt, ſi dilexeri- tis vos inuicem, nec id ſane vulgari more, verum ſi ſic di- lexeritis vos inuicem, ſicut ego dilexi vos: Non dixit, ſi hoc aut illo titulo vocemini, ſi his aut illis veſcamini cibis, ſi ſic aut ſic veſtiamini, ſi tales aut tales obſeruetis cæremo- nias, ſi tot ac tales axhauriatis preces: zu teutſch / Diß iſt das eigentlich Kennzeichen der Chriſten / wann jhr euch vn⸗ der einander werd lieb haben / vnd zwar nit mit einer gemei⸗ nen Liebe / ſonder wann jhr euch vnder einander werd lieben / wie ich euch geliebet hab. Er hat nit geſagt / wann jhr mit die⸗ ſem oder jenem Tittel genennt / wann jr dieſe oder jene Spei⸗ ſen gebrauchen / wañ jr alſo vnd anderſt gekleyt ſeyt / wann jr ſo viel vnd ſolche Gebet thun werdt: Welches auch mit deß Hærꝛn Gezeugnuß ſelbſt ʒuſtim̃t / da er ſpricht: Dabey wirt man erkennen / daß jr meine Juͤnger ſeyt / wann jhr euch vn⸗ der einander werd lieb haben. Weiter gehort zur wahren Kirchẽ Chriſti / daß die Glieder derſelben ein Seel / ein. Hertz haben / vnd in der Lehr deß Glaubens einerley geſinnet / vnd daß kein ſpaltungen vnder jnẽ ſeyn:daß ſie Jeſum Chriſtum den Feiſen / darauff ſie gebawen ſind / recht erkennen / daß ſie in aller Gottſeligkeit ein Chriſtlich Leben / vñ vnſtraͤfflichen Wandel fuhren / daß ſie den rechtẽ verſtandt der H. Schrifft haben. Daß ſie new vnd widergeborne Menſchen / vnd Kin⸗ der Gottes ſeyn / die Gott vnd den Hærn Jeſum Chriſtum hertzlich lieben, ſeinẽ Gebotten gehorſamen /dieſelben halten / vñ wider den Sathan / die Welt / vnd alle ſuͤndliche Begier⸗ den vnd Anmuthungẽ deß Fleiſches vñ der Suͤnden / Chriſt⸗ lich vnd ritterlich ſtreitten. Daß ſie zum Gebet im Namen B ij Chriſti 10 Von der Heiligen Chriſti gefliſſen vnd innbruͤnſtig ſeyn / daß ſie ſich dem Her⸗ ren Chriſto / vnd der Regierung ſeines Geiſis / mit Leib vnd Seel lediglich vertrawen / vnnd gehorſamlich vndergeben / wie ſolches die Schrifft Pſal.s. 4;. 37. Eſat.⁊.1. Matth. ʒ. 6.7.10. 13. Johan. 13. T4. 15. 16. Epheſ.g.. 6. 1. Cor. 1. 3. 12.13.14.2.Cor.6.7.8. Rom. 7. s. 12.17. 1.Tim.1. Acto.1. vnd ſonſi durchauß: Dergleichen auch Auguſtinus de mo- ribus Fecleſ. & epiſtola 35. Chryſoſt. fuper Matth. Cypria- nus, lrenæus, &c. an vielen Drthen bezeugen. Die Chriſtlich Kirch hat auch die reine Lehr deß Euan⸗ gelij / den vnſtraͤfflichen gebrauch der H. Sacramenten / der Ordnung vnd Einſatzung Chriſti / vnd andere zu⸗ gehorde. Dergleichen den Chriſtlichen Bann / vnnd jhr eigen vn⸗ verdaͤchtig Gericht / welches mit heiligen widergebornen Maͤnnern beſetzt ſey / jhre Glieder můſſen mit mancherley Gaaben deß H. Geiſts geʒieret ſeyn / vnd jhre Vorſteher die Sigilla jhres Apoſtolats koͤnden erweiſen. Dann Chriſtus der HxR / muß jhre Vorſteher vnd Glieder ſelbſt regierẽ / ſie koͤnnen vñ ſollen kein ander Haupt haben vnd erkennen / ſie ſind ein durch das Blut Chriſti ge⸗ reinigt vnd abgewaͤſchen / geheiligt Volck / welche ſich taͤg⸗ lich je lenger je mehr im Blut Chriſti zureinigen / vnnd zu⸗ rochtfertigen fleiß thun / ſie ſind reich in allen geiſtlichen Ga⸗ ben vnd Tugenden in Chriſto: Dann Gott hat vns nicht he⸗ ruffen zur Vnreinigkeit / ſondern zur Heiligung /. Theſ 4. Vnd ſo der Ochſen oder Bock Blut / vnnd die Aſchen von der Kuhe geſprengt / heiligt die Vnreinen zu der leiblichen Reinigteit / wie viel mehr das Blut Chriſti / der durch den ewigen Geiß ſich ſelbſt ohn allẽ Mackel Goit geopffert hat / wirdt vnſer Gewiſſen reinigen / von den Todten . /zu ienen Chriſtlichen Kirchen· dienen dem lebendigen Gott / Heb. o. Hierumb gehoͤrt die remigung von Suͤnden auch zur Juſtification / wie viel Spruch H. Schrifft erweiſen / vnd das Hebraiſch radical Zachah id eſt mundare reinigen / Pſalm.⁊3. tranßferiren x g. die 7yo.iuſtificare, dageſchrieben ſtehet: Soll es dann ver⸗ n caui el. geblich ſeyn / daß ich mein Hertz gereiniget / vnd meine Hand ſicaui cor me in Vnſchuld gewaͤſchen habe Solche Reinigung von Sůn⸗ n·x7 den / durch vnſernH E R R N Jeſum Chriſtum / der allein rein machen kan / den / der von vnreinem Samen empfan⸗ gen iſt / hat er zuvor ſelbs verheiſſen / da er ſagt: Ich wil vber euch ſprengen rein Waſſer (davon Johan. 3. 4. 7. vnd jhr werd gereiniget von aller ewer Vnreinigkeit / vnd von aller ewer Abgoͤtterey wil ich euch reinigen / vnd ich wil euch ge⸗ ben ein new Hertz/ein newen Geiſt wil ich in euch geben / vnd wil hinwegthun das ſteinin Hertz / vnd wil ſolche Leuth auß euch machen / die in meinen Gebotten wandlen / vnd meine Recht halten / vnd darnach thun / Ezech.ʒ· Vmb ſolche rei⸗ Aperges me nigung von Suͤnden hat Dauid gebetten / da er ſagt: Viel⸗ hyſopo Domi- fuͤltig waſch mich von meiner Suͤnde / Entſuͤndige mich ⸗ oder boſpreng mich mit Iſop (das iſt / mit deinem eignen ſi. Sloſ.Trit.⁊. Blut) ſo wuͤrd ich rein / waͤſche mich / ſo wuͤrd ich weiſſer dañ der Schnee / Pſal ᷓr· Vnnd es iſt erſchienen die heylbringende Gnad Gottes allen Menſchen / vnnd vnderweiſet vns / daß wir ſollen ver⸗ laugnen das vngottlich Weſen / vnnd die weltliche Luͤſten / vnd daß wir ſollenʒůchtig / gerecht / vnnd Gottſelig leben in dieſer Welt / vnd warten auff die ſelige Hoffnung / vnd ⸗ ſcheinung der Herꝛlichkeit deß groſſen Gottes vnnd vnſers Heylands JeſuChriſti / der ſich ſelbs gegeben hat fuͤr vns ⸗ daß er vns erlöſete / von aller Vngerechtigkeit / vnd reinigte jhm ſelbſt ein Volck zum Eigenthumb / das eiferig were zů B iij guten n Von der Heiligen guten Wercken / populum peculiarem, aady veccian Egregi- um præcipuum, daß alle andere Volcker weit ſoll vbertref⸗ fen / tanquam præcipuus populus, cui nullus cæterorum ſit ſimilis: das iſt das gereinigt Volck Gottes / populus ab- lutus, ſanctificatus, iuſtificatus, von welchen der Apoſtel abermals geſchrieben hat / da er ſagt: Dieweil wir nun ſolche Verheiſſung haben (daß der allmaͤchtig HRMR wil vnſer Vatter ſeyn / vnd wir ſollen ſeine Sohn vnd Toͤchtern ſeyn) meine liebſten / ſo laſſet vns von aller befleckung deß Flei⸗ ſches / vnd deß Geiſis reinigen / vnd fortfahren mit der Hei⸗ ligung in der Forcht Gottes /⁊. Cor. y. Vnd den Reinen iſt iſt alles rein / den Vnreinen aber vñ Vnglaubigen iſt nichts rein / ſonder vnrein iſt beyde jr Sinn vñ Gewiſſen. Sie ſagen ſie erkennen Gott / aber mit den Wercken verlaugnen ſie es: Sintemal ſie ſind / an welchen Gott ein Grewel hat / vnnd gehorchen nicht / vnnd ſind zů allen guten Wercken vntůͤch⸗ tig / Tit.x. Inſonderheit aber iſt die Gedult / vnnd die Verfolgung ein eigentlich Gemerck der wahren Chriſtlichen Kirchen: wie dann Egeſippus hiſtoriographus ſchreibet / daß zu der Apoſtel Zeit die Kirch ein reine vnbefleckte Jungfraw blie⸗ ben iſt / vnd haben die Feindt der Warheit / die Kesꝙy gegen jhr offentlich nichts doͤrffen fuͤrnemen: Da aber die Apoſtel mit todt abgangen / da iſt der Irꝛthumb nit anderſt / dann wie ein leer Hauß / eingeriſſen / vnd mit entbloͤßtem Haupt ha⸗ ben die hæretici die Waffen der Lůgin genommen / vnd ſich vnderſtanden / die Apoſtoliſche Warheit zu oppugniren / vnd waren bald wenig die ſich Goͤttlicher warheit annamen / vnd es hette die Kirch innwendig Krieg / vnd war außwendig die verfolgung vber die maß wider die Kirch groß / Euſeb. lib.3. c.33. lib. 4. c.22. Auguſtinus ſermone de omnibus ſanctis ſpricht: „— — Chriſtlichen Kirchen. 3 ſpricht: Die Catholiſch Kirch durch alle Welt weit vnd breyt ʒerſtrewet / hat vonChriſto jrem Haupt gelernet / ie ſchmach deß Creutzes nicht ʒufoͤrchten / vnd iſt geſterckt worden / nicht mit widerfechten / ſondern mit Leiden vnd Gedult. Am broſius lib. de viduis ſagt: Die Kirch vberwindt der widerwertigen Gewalt / nit mit weltlichen Waffen / ſonder mit geiſtlichen Waffen / die da ſtarck ſind fur Gott / zuver⸗ ſtoren die befeſtigung vnd hoͤhe der geiſtlichen Schalckheit Die Waffen der Kirchen ſeynd der Glaub / damit wirdt der Widerſaͤcher vberwunden. In aller Welt / bekennt Damaſcenus lib.3. ſentent. iſt das Euangelium gepredigt worden / hat aber nit mit Wehr vnnd Waffen / oder mit Kriegen / ſeine Widerſaͤcher vber⸗ wunden / ſonder wenig nackende / arme / vngelehrte / gegeiſſel⸗ te / haben die Weijen dieſer Welt vberwunden. Item Euſebius Emiſſenus in homilia Dominicæ. poſt Fpiphaniam ſpricht: Die Juͤnger vnd Nachfolger Chriſti ſollen lernen / nicht mit Waffen / ſonder mit Flehen vnd Ge⸗ bet / die Sturmwinde deß wuͤtenden Meers / das iſt die ver⸗ folgungen zuvertreiben: Kuͤnden ſie dieſelben nit ertragen / vermogen ſie ſo groſſen noͤthen nit widerſtehen / ſo ſollen ſie zum HE RREM ſchreyen / jhn auffwecken / vnd ſagen: HERq hilff vns / wir verderben: Alſo ſollen ſie ſich weh⸗ ren / dieſe Waffen ſollen ſie nemmen / mit der Huͤlff ſollen ſie ſich ſchutzen / mit dieſem Schilt ſollen ſie ſich bewahren ⸗ vnd ſie ſollen nicht meynen / daß ſie nicht erhoͤrt ſeyn / wann die Verfolgung nicht auffhort / dann ſie werden gleich ſo wol erhort / wann jhnen Gedult gegeben wirdt die Gefahr zuleiden / als wann alle Verfolgung von jhnen genommen wirdt / dann der HRR weißt was jhnen von nothen iſt. Et reliqua. Alſ 14 Von der Heiligen eei Alſo ſchleußt der Canon. ⁊3. q ʒ c.x von den Glaubigen Se quinum, der erſten Kirchen lißt man Exempel der Gedult / daß ſie den Raub jrer Guͤter mit Frewden haben angenommen / haben Philo. nit menſchliche Huͤlff vnnd Beyſtandt geſucht / ſondern ſie freweten ſich / das ſie wůrdig waren / vmb deß Namens Chri⸗ ſi willen Schmach zuleiden. . S. Bernhardus ſuper cantica ſermo.3 3. ſpricht: Es iſt ge⸗ weiſſagt / vnd kompt leyder jetzt die Zet / daß ſolches erfůllet xſu zs. wirdt / wie der Prophet ſpricht: Sihe mir iſt biterlich wehe vpelſtandt im Fried: bitter / erſilich im todt der Martyrer / nachmals noch bitterer im Kampff der Ketzer / am bilterſten aber jetzt in Bernhardt. den Silten vñ im Leben der Haußgenoſſen von innwendig / vnd vnheylſam iſt die Plag der Kirchen / es ſt Fried / vnd iſt doch keiner. Welcher Spruch wol zuponderiren iſt / da die Verfolger ſo grauſam wůtteten wider die Chriſten / war die Bitterteit groß: da die Ketzer mit Hauffen ſo gifftig wider ſie ſtritten / war jhr Bitterkeit noch groſſer: Jett ſo man wehnet die Kirch hab Fried / ſo iſt jhr Bitterken am groͤſien · Das Haupt aber vnd Fundament der Kir⸗ chen iſt allein Chriſius. S kein Menſch / ſondern allein Chriſtus der Hen der einig Felß vnd Jundament iſt / auff welchen die Chriſtlich Kirchen gebawet⸗ beʒeugen nit allein mit der H. Schyifft die alten Lehrer⸗ ſondern auch etliche Baͤp⸗ ſuſch Scribenten / als Poſtilla Guillerini. gloſſa in extrauag. de maior. & obed. vnd Gabriel. lectione 1. 4. daß Chri⸗ ſtus vnd nit Petrus / der Felß ſey darauff die Kirch gebawet iſt. So ſchrebt auchtraterloan Vild vndſyrichtz ir Chriſtlichen Kirchen. * Kirch iſt auff den Felſen gebawet / den Petrus bekandt hat / da er ſagt: Du biſt Chriſtus der Sohn deß lebendigen Got⸗ damentum tes / vnd das bekennt die Kirch noch heutiges Tags. Sicille. ⁊ Am Sontag nach Pfingſten in der andern Predig: Alſo hynnnc. ſagt auch Gregorius, gewiß iſt es / vnd folgt auß den Wor⸗ Vrbs beatæ ten Pauli / da er ſpricht/1. Cor. ʒ Ein andern Grund kan zwar niemand legen / dann der gelegt iſt Jeſus Chriſtus / wo Chriſtus nit der Grund iſt / daß daſelbſt kein Gebaͤw einiges gutẽ Wercks beſtendig ſeyn mag /q 1.c.cum Paulus. Dar⸗ vmb wann ein geſunder Glaub (ſchreibt Epiphamus) der auch das Fundament vnnd Heyl der Glaubigen iſt / vberal gehalten wuͤrde / ſo kuͤndte leicht aller Secten Eitelkeit ge⸗ ſtuͤrtzt werden: Dieweil aber die Bawleuth Chriſtum den Eckſtein verworffen haben / ſo iſt die Welt voller falſcher Propheten / vnd falſcher Lehrer die den HæRRR verlaug⸗ nen / der ſie erkaufft hat 2. Pet. 2. Vnd daß allein der Hært Chriſtus der Felß vnd das Fundament der Kirchen ſey / ſol⸗ ches ſchreibt auch Auguſtinus in Homilia vber das 16. Ca⸗ putel Matthei / wie Fraſmus in annotationibus referirt, da er ſagt: Eecleſia non eſt furidata ſuper hetrum, ſed ſuper petram Chriſtum, quem profeſſus eſt Petrus, id eſt ſuper me ipſum F̃ilium Pei ædificabo Eccleſiam mcam, ſuper me ædificabote, non me ſuper te: Zu teutſch / Die Rirch iſt nicht gegruͤndet auff Petrum / ſondern auff den Feiſen Chriſtum / den er bekannt hat: das iſt auff mich ſelbſt den Sohn Gottes / wil ich mein Kirch bawen / auff mich wilich dich bawen / nicht mich auff dich. Was die rechte wahre Chriſten vnnd Glie⸗ der der heiligen allgemeinẽ Apoſioliſchen irchen fuͤr Leuthſeyn. cap. 16 Von der Heiligen — Jewahre Glieder der H. Chriſtlichen Kirchen ha⸗ Iden die Liebe von reinem Hertzen / von gutem Ge⸗ wiſſen / vnd vngeferbtem Glauben. Dann wo kein Licbe iſt / dakx kem Gerechtigkeit / vnd kem Glaub ſeyn / ſci reibt Auauftinus de ſermone Pominiin monte: &ha- betur in c.vbi ſana fides non eſt. ⁊4. q 1. Sie ſind wider⸗ g vorn Menſchen / welche der Suͤnden / vnd demꝗleiſch ab⸗ grſorben / vnd durch den Geiſt Gottes geheiligt ſind: dann der Geiſt bnottes wohnei durch den Glauben in jhren Her⸗ tzen /Jcha.1 3 4Cphe.3. 2 Cor. s.I3. 1. Cor 3. Sie wand⸗ len nit nach dein ꝗleiſch / ſondern nach dem Gaſt / Rom. &. Pſal.32. Epheſ.1. Lue. ⁊t. In jrẽ Gei iſ kein Fleiſch Pſal. ʒ. ſondern jnen iſi die Gerechtigfeit gegeben⸗ 1. Cor. 6. Sit haben Hunger vnnd Durſt nach der Gerechtigkeit ⸗ Matth.ᷓ. Sie ſind demůtig / midertraͤchtig / vnnd ſie ſind arm im Geiſt / die vberalnichts von ſich ſelbſt halten · Sie ſind mit dem Blut Chriſii beſprengt / gereinigt / vnd werden zu allen gutẽ Wercken getrirben / Tit.⁊. 3. Epheſ.⁊. Sie ſind gedultig / vnd leiden Verfolgung / Matth. Sie befleiſſen ſich je mehr vnd mehr Chnſto vnd ſeinem Leiden gleichfůrmig ʒuſeyn / Philiy· ʒ· Sie erkennen Gott vnd Chriſtum im wahren Glauben⸗ dann Gott erkennen iſt ein vollkommene Gerechtigken / Sapient.1. Sie laſſens beym anfang eines Chriſtlichen Gotiſeligen Lebens nit bleiben / ſondern ſie eilen zum Gewaͤchß vnd der Vollkommenheit / Heb. . Coloſſ. 1. Seyt vollkommen fagrder HæRR / Matth ·· Sie ſrynd cinerley geſinnet vnder einander / v ghriſtichen Kirchen. „ vnd es ſind nicht Spaltungen vnder jhnen / als diereich ge⸗ — ſind in allen Stucken durch Cyriſtum / . Corinth. Iʒ. a. Cor 7.s. Vnd ſie haben den Geiſt Chriſti / der ſie lehret / ſtrafft⸗ zůͤchtigt / treibt / vnd bewegt ʒu aller Gottſeligkeit: Dann wer den Geiſt Chriſti nit hat/ der iſt nit ſein. Sie gehen durch die enge portam in das Himmelreich / Luc. 13. dann ſie folgen Chriſto nach zur gleichformigkeit / Rom.s. Ihnen ſind jre Suͤnde vergeben / ſie ſind gerecht worden / Johan.ᷓ.ð.4.1. Johan. z. Ste halten die Gebott Gottes⸗ vnd ſind theilhafftig Goͤnlicher Natur /⁊ Pet.1. Heb.. 2. Cor.s. Dann die vorgehend Gnad Chriſii / der Glaub / die Bußfertigkeit / die Lieb / die Gerechtwerdung vnd die verzri⸗ hung der Suͤnden ſeyn bey einander / ſecundum gloſ.in c. Magna pictas. diſt. 1. de pœnit. Wo die Kirch Chriſti nicht iſt. c A pP. v11. Jerauß hat man leichtlich ʒuverſtehen / welche Ge⸗ Smemn vnd Verſamlung / oder ecleſja, die reine Lehr deß H. Euangelij/ den rechten vnſtraͤfflichen Brauch der Sacramenten / das wahre Chriſtlich Euangeliſch Leben nicht hat / vnd mit dem geiſilichen Schmuck / mit den Frůch⸗ ten vnd Gaaben deß Geiſis / mit Gericht vnnd Gerechug⸗ keit ſo ʒu einer verſamleten Kirchen Chriſii vnd zum Regi⸗ ment deß H. Geiſts in der Kirchen wil gehoren / wie die H. Scchrifft darvon zeuget / nit gezieretuſt / da alles / ſonderlich auch die Communio vnd excommunicatio, nach Apoſto⸗ hſcher weiß vnd form / nit angericht / da iſi kein wahreChriſt⸗ liche Kirch. C Dann 3 Von der Heiligen Dann wo die Apoſvliſch weiß / form / vnd ordnung nicht iſt / wo die wahre Glieder der Kuchen von denen / die drauſ⸗ ſen ſind / gar nicht ſind vn derſchieden / wo man ſich nicht eni⸗ zeucht von einem jeden Bruder der vnordenlich wandelt / 2. Theſſal. z. Wo man nicht hinauß thut den der boß iſt / r. Cor.i; vnd wo die Kirch auff den Felſen Chriſtum nicht er⸗ bawet iſt / ja wo der H. Geiſt mit ſeinen Gaaben vnd geiſtli⸗ cher Freyheit micht iſt / wo man die Runtzeln vnd Mackeln (wilche doch die gemein Chriſti nicht haben ſoll) jmmer hin⸗ wachſen vnnd groſſer werden laͤßt / wo das Hauptſtuck deß Glaubens nicht recht iſt / vnd wo man die Liebe deß Glau⸗ bens nicht hat / oder reichlich erʒeigt / daſelbſt kan man mit gutem Gewiſſen nicht ſagen / daß da ein verſamlete Kirch Chriſti iſt· Dann das kan je fein verſamlete Kirch Chriſti ſeyn / di den HxRRNvnd Menſchen Jeſum Chniſtum micht recht erkennt / denſelben nicht fur den wahren Sohn Gottes / auch nit fůr jhr gegenwertig Haupt / einigen Mit⸗ ler / Hohenprieſter / vnd fuͤr jhren Gott vnd HERMM nit helt / vnd in welchen Chriſtus nicht wohnet/ herꝛſchet vnd re⸗ giret / liſe Epheſʒ· Col⁊. 2. Corinth. 13 Jtem ein ſolche verſamlung / weiche das Gewiſſen ʒwin⸗ get / mit vngeburlichen Geſetzen vnd Mandaten plagt / vnd tringt / kan je nit die frey ſeyn / davon Pſal. 47. vnd Gal. 4· geſagt wirdt· e Item es iſt diß auch nicht ein verſamlete Kinch Chriſti⸗ die das Creut Chniſti fleucht wo ſie kan oder mag / deren Vorßeher vber die Herde tyranniſiren / die Geiſter außle⸗ ſchen / die Leuip verfolgen / in Lehr mitweltlichem Gewalt mehr, weder mu dim Schwerdt deß Geiſtes ſchutzen / da auch das Soitz Gotilicher Weißheit nicht iſt / da kein rech⸗ teenb, Grduli / Gerechtigkeit / Warheit / noch Chriſilichen Kirchen. 19 der Gloͤubigen ni ein Mundt / Hert / Seel / vnd Sinn iſt. In ſumma was Chriſtus Jeſus vnd ſein Geiſt nicht bene⸗ deyet wurckt lebt / da iſt noch die Geſponß Chriſti nicht / da iſt kein verſamlete Kirch Chriſti / da kan auch kein rechter brauch weder der Schluͤſſel noch Sacramenten ſeyn / dann ſie ſindallein der Chriſtlichen Kirchen / vnnd konnen nit vn⸗ ſtraͤfflich vnd recht / dann in der gegenwertigkeit Chriſti /ſei⸗ ner Gnad / vnd beyſtandts drß H. Geiſts / geuͤbt / gehandelt / vnd gebraucht werden. Quia extra Eecleſiam non ſunt Sa- cramenta, & ſacramenta Eccleſiæ ſunt ſacramenta: das iſi / Nach der alten Lehrer meynung / ſeyn auſſerhalb der Kir⸗ chen keine Sacram enpa dann die Sacramenta ſeynd Chriſti vnd ſeiner Kirchen / auch jhrer Glieder Sacramenta. Was fur ein vnderſchied ſey ʒwiſchen der wahren Chriſtlichen vnſichtbarn Kir⸗ chen / vnndzwiſchen der ſichtbarn Ver⸗ ſamlung der Chriſten Er vnderſcheid dieſer Kirchen iſt groß / dann die wahre vnd vnſichtbar Kirch / iſi Eccleſia Catholica & vniuerſalis, die allgemein / durch alle Ende vnnd orther der Welt außgeſtrewet Kirch / in tribus mundi par- tibus, Aſia, Aftica, Europa, Eccleſia tota conſiſtit, Emiſſe- mus in die Reſurr: Die ſichtbar verſamlung aber in der Gemein Gottes iſt micht die Allgemem / ſon dern nur ein particular Kirch / oder verſamlung emes einigen Drths / im dienſt der Apoſtel / der trewen Lehrer / Seelſorger / Vnderhirten / vnd Vorſteher⸗ Cij Epheſ 4⸗ n0 Von der Heiligen Epheſ· ꝗ. Es iſt auch wider die Art / Deutung vnnd Eigen⸗ ſchafft deß Wortlins vnnd Namens der Catholiſchen Kir⸗ chen / daß ein beſondere particular Kirch / es ſey gleich die Ro⸗ miſch oder ein andere / ſolte allein Eccleſia Catholica ſeyn. Dann da man die Romiſch Kirch die allgemein wil nennen / ſo iſis eben ſo vngeſchickt geredt / als wann man ſagte / die Statt Rom iſt die gantze Welt. Es erſtreckt ſich aber die Chriſtlich Catholiſch Kirch / die wir im Glauben auff Er⸗ den bekennen / viel weiter / dann daß ſie allein ein particular Krrch / nemlich nun die jetzig Kirch zu Rom ſolte begreiffen: Hinc loan. Reuchlinus ſuper vltimam Athanaſij quæſtio- nem ſcribit: Nunc maior pars hoſtium noſtrorum lau- dant Chriſti uangelium: Arabes Mauri, Saraceni, herfæ, Agareni, Zabij, Paleſtini, Syri & rcliqui &c. Die allgemem Catholiſch Kirch iſt nun eine: Vna vero eſt fidelium vniuerſalis Eccleſia, extra quam nullus omni- no faluatur, in qua idem ipſe Sacerdos eſt &ſacrificium le- ſus Chriſtus: das iſt / Es iſt ein einige allgemeine Kirch aller Glaubigen / auſſer welcher niemand mag ſelig werden / in welcher Jeſus Chriſtus der Prieſter vnd das Dpffer iſt /c loquitur.24. q 1. Dann wie Chriſtus der Hæ RR nur ein einigen Leibhat / welcher ſein H. Kirch iſt / alſo iſt nun ein ei⸗ nige allgemeine Kirch: Vnam, quæ corpus Chriſt eſtcon- ftat eſſe Eccleſiam, quæ in duovel in plura, ſcindi non po- teſt. ⁊. q n.c.ſchiſina. Der particular Kirchen vnd Verſamlungen koͤnden viel feyn / deren in der Offenbahrung Johannis allein in Aſia7. erzehlt worden. So ſchreibt Paulus zu den Kirchen in Romn / Corincho, Coloſſo, heſſalonico, Philippis, vnd gedenckt der Kirchen in Creta, Hiſpania, Uyrico vnnd anderer Chrißlichen Kirchen. In der allgemeinen Catholiſchen als der helligen Kir⸗ chen / die der wahre Leib Chriſti iſt / ſeynd kauter wahrglau⸗ bige / widergeborne / heilige / reine / gerechte / fromme / newe ⸗ auf dem Fleiſch vnnd den Gebeynen Jeſu Chriſti erzeugte Menſchen: Derſelben Kirchen Volck hrißt vnd iſt popu- lus ablutus, regeneratus, iuftificatus, & ſanctificatus, deren feiner verdirbt / ſonder ſie werden alle ſelig. In einer partitular Kirchen aber findt man auch Gleiß⸗ ner / Vnkraut / vnd faule Viſch / wie hieoben gemelt ſtehet vnnd auch Auguſtinus hin vnd wider in ſeinen Schrifften anzeigt. Es ſind aber doch die Heuchler vor Gott nicht rech⸗ te Gheder der Kirchen / ſie mögen auch der Kirchen Voll⸗ kommenheit nichts abbrechen / wie wir in der Bibel / vnd in den Patribus lefen. Wor aber oͤffentlich boß iſt / den ſolt man von der Gemein mit dem Chriſtlichen Bann außſchlieſſen⸗ Match⸗ 1s. 1. Cor.y. Aber mit der That ſollẽ ſie nit geſtraſſe werden durch dir Biſchoffe / fagt Auguſimus. Dann die ſo zur Seeligkeit verordnet ſeyn / werden ohn Streich vñ Peen gebeſſert / die aber verdampt werden / denen iſt ſtraffen ohne frucht. 23 q. 4.c.quidã c.cũ quiſqʒ.c. obtineri.e.ipſa pietas. In der allgemeinen Chriſtlichen Kirchen iſt kein Vn⸗ reiner / vnd die Glieder derſelben werden alle ſelig / dann ſie ſind von Gott geyflantzt / vnd dem Sohn Gottes JeſuChri⸗ ſio vom Vatter gegeben / auß welchen er kemen verlewret / Johan. 10. 18. 6. Aber in den particular Verſamlungen werden ſie nicht all ſelig / In Eccleſia enim externa eſſe non faluabit, niſi boni fimus, ſchreibt Auguſtinus: In der Kir⸗ chẽ ſeyn / verſtehe in der euſſerlicht / wirt vns nit ſelig machẽ ⸗ wir ſeyn dann fromb vnd gerecht: Ft nõomnes quitenent Bapriſinũ, tenent Eccleſiam, idẽ 4 uguſti. tom..fol 444. das iſi: Ni alle/ die den Tauff empfahen / haben die ann aꝛ Von der Heiligen Dann vnder tauſenden / ſchreibt Luther ſelbſt / iſt kaum ein rechter Chriſt / dañ die Welt vnd die Menge bleibt Vnchri⸗ ſten / ob ſie gleich all getaufft ſind vnd Chriſten heiſſen. Daß auch ein falſche Kirch auff Erdeniſi / die ſich deß Namens der Chriſilichẽ Kir⸗ chen anmaßt. vecielia ma S den Propheten / vnd ſonderlich in der Offenbah⸗ lignantium. rung Johannis / iſt von der Antichriſtiſchen Kirchen propheceyet / welche ein Cacolycadas iſt ein boſe reiſ⸗ ſende Wolffin / ſo der Herde Chriſti / als ein blutdurſtige ʒugedencken Widerſaͤcherin/ vnd Verwůſterin entgegen vnnd zuwider ⸗ wo heutſey vnd doch ein maͤchtige Verſamlung iſt/ weil die Konig auff die groß Va⸗ Erden von dem Wein jhrer Hurerey / vnd jhre Kauffleuth vylõ diexur von jhrem groſſen Wolluſt reich werden / welche truncken ter der Hure⸗ rey / vnd aller wirdt von dem Blut der Heiligen / vnd iſt em behaltnuß al⸗ n ler vnremer Geiſter / darumb ſpricht die Stuñ vom Him⸗ po⸗ el / Gehet von jhr auß mem Voick/ Apoc 12.18. Item man beden cke auch / was das fuͤr ein Kurch ſey / wel⸗ che durch das Thier mit den ſieben Haͤuptern verſtanden wirdt / das Gott vnnd ſeinen Namen (das iſt Cbriſtum den HERRn) läſtert / vnd ſtreittet mit den Heiligen / vnd alle die auff Erden wohnen beten es an / deren Namen nicht ge⸗ ſchrieben ſind im lebendigen Buch den Lambs/ Apoc 13. Ein ander Kirch wirdt vns von Johanne furgebildet durch das ander Thier / das auffſteigt von der Erden/ vnd hat wey Harner / gleich wie das Lamb / vnnd redet wie der Trach / vndihut alle Mackt deß erſten Thiers für hm/ X. Vnnd macht daß nimand kauffen vnd verkauffen kan / er ( habe Chriſtlichen Kirchen. 23 pabe dann das Mahlzeichen / oder den Namens deß Thiers / oder die Zahl ſeines Namens ehren. Hie iſt Weißheit von nothen den Menſchen / daß ſie die zwey Thier nicht anbeten / vnd jhr Mahlzeichen nicht annemmen / Apoc. 13. Dann die⸗ ſe ʒwey Thier fuͤrbilden groſſe Verſamlungen / deren jede ſich fur die recht Chriſtlich Kirch wil gehalten haben / wer jhr Mahlzeichen nit annimpt / den werden ſie verfolgen. Vnnd mercket inſonderheit / daß dieſe ander Kirch / hat Formb / Ge⸗ ſtalt / vnd Hörner wie das Lamb / aber ſie hat nicht die Sub⸗ ſtantz deß Lambs / ſonder redet wie der Trach / vnnd thut die Macht deß erſten Thiers. Man beſche auch den Propheten Daniel wer die ſeyen / die heut den Gott Maozim ehren / vnd andern helffen / jhne ſtaͤrcken / wie Daniel gar deutlich von dem Antichriſt / vnd denen ſo jhm werden gefallen / propheceyet hat / Dan. yꝛ. Zu dem / haben auch die Propheten vnd die Apoſtel Chri⸗ ſti geweiſſagt vom abfall / der in der letzte geit geſchehen ſoll / vnd wie gefaͤhrlich es ʒur letzten geit vmb die Kirch Chriſti ſtehen werde / weil das Chriſtenthumb durch den Antichriſt vnd falſche Lehrer verwuͤſtet vnd verderbt wirdt / daß wo die Tag nicht verkůͤrtzt wuͤrden / ſo wuͤrde kein Menſch ſelig / aber vmb der Auſſerwehlten willen werden die Tag verkuͤr⸗ tzet werden / ſpricht Chriſtus der HRR. Darumb ſind nicht alle ſichtbare oder euſſerliche Ver⸗ ſamblungen / Gemeinden oder Kirchen / welche den Chriſt⸗ lichen Namen tragen / vnd jnen denſelben ʒumeſſen / die reche vnd wahre Kirch Chriſti/ſonder es ſind deren Kirchen auch / von welchen Eſaias redt im erſten Capiiel / da er jagt / Ini- qui funt cœtus veſtri, Ewere verſamlungen ſind Goitloß vnd boß. Es kuͤnden auch die zwey Reich vnd Kirchen / das Reich vnd die Kirch Chriſti / auch deß Antichriſis vnd Kirch / 24 VBon der Heiligen Kirch / die Lehr vnd H. Sacramenta Chriſti / vnd die Sacra⸗ menta vñLehꝛAntichriſts / bey einand mit ſtehen / ja ſo wenig ⸗ als der H. Geiſt / vñ der boͤß Geiſt in einem Menſchen neben einander herꝛſchen mogen / eben ſo wenig wil Chriſtus ein widerwertigen Regenten neben ſich leiden. Dann Chriſtus iſt der einig Menſch der Gnadẽ / der Antichriſt iſt ein Menſch der Suͤnde: Chriſtus iſt der Sohn derliebe / vnd der Grund der erbawung deß Hauß Gottes / der Antichriſt iſt ein Kindt der verderbung / vnd ʒerſtoͤrung deß Tempels Gottes / dar⸗ ein er ſich geſetzt hat. Chriſtus iſt der Rach deß Allerhoͤch⸗ ſten: Er iſt der Lehrer deß Worts der Gerechtigkeit (wel⸗ ches er ſelbſt iſt) vnnd ein Außſpender der heiligen Guͤter: Der Antichriſt iſt ein widerwertiger Gottes / ein Lehrer der Vngerechtigkeit vnnd Irꝛthumbs / ein wuͤrcker deß Ge⸗ heymnuß der Boßheit. Darumb ſo kan das Reich Chriſii⸗ vnd deß Widerchriſts / der Suͤnde vnd der Berechtigkeit / deß Irꝛthumbs vnd der Warheit / das Reich Gottes vnnd das Reich der Welt keines wegs neben einander ſtehen /1. Johann. 2. Regieret der Sathan / oder Antichriſt / ſo iſt Chriſtus nicht im Hauß: Regiret aber Chriſtus / ſo iſi der Sathan vberwunden vnd außgetrieben / Luce xx.x. Johan. So haben wir auch die Gegenſatzung in 2. Theſſal. ⁊. deß Ampts Chriſti vnd Antichriſti: Der Lehr Chriſti / vnd ſeines Widerfachers / der wuͤrckung Gottes / vnnd deß Sa⸗ thans vnder dem ſchein Gottes: der Warheit vnnd der Lů⸗ gen / deß Geiſts Chriſti vnd deß Geiſts der Boßhen: Wie dann auch der vnderſcheid dieſer beyder Kirchen vnnd Jůn⸗ ger darauß kan verſtanden werden. Deßhalben vnwider⸗ ſprechlich iſt / daß in der Kirchen deß Antichriſts/ weder das vnverfälſcht Euangelium Gottes / weder die Gnad Gor⸗ tes /noch der heilig Geiſt / weder die vergebung S ——, — Chriſtlichen Kirchen. 3 noch der recht vnſtrafflich brauch der Sacramenten Chriſti ſeyn mag. Was von der Roͤmiſchen zuhalten / vndob ſie ein heilige Apoſtoliſche Kirch ſey / oder nicht? E A P. J. —A Wortlein Römiſch hat zweyerley Verſtandt vnnd Deutungen: Einmal wirdts fuͤr die alt Ro⸗ miſch Chriſtlich Kirch genommen / welcher einig Haupt Chriſtus iſt / zu welcher der Apoſtel Paulus geſchrie⸗ ben hat / deren erſte Prediger zu Rom Andronicus, vnd lu- nias geweſen ſind / Rom. 16. Zum andern mal wirdt das Wortlin Romiſch genommen fur die Baͤpſtlich Romiſch verſamlung / deren Haupt Bapſt Hildebrandus, Bapft Agnes, Bapſt Alexander, Bonifacius, lulius ſecundus, vnd andere Bapſt ſind: Darumb iſt ein groſſer vnderſcheid ʒwi⸗ ſchen der alten vnd newen Roͤmiſchen Kirchen. . Die alt Roͤmiſch Kirch iſt ein Geſponß Chriſti. Antitheſis in Die new Romiſch Kirch iſt deß Bapſts Braut. Die alt hat das Euangelium Chriſti. nam, & nouã Die new hat den Sawerteyg der Baͤpſt Decreten. Eecleſiam Ro· Die alt hat den einigen Hohenprieſter Jeſum Chriſtum / mnan den ſie rein vnd allein glorificiert. — ie new hat jhren Hohenprieſter den Bapſt den ſie glo⸗ rificiert. Die alt Roͤmiſch irch ſucht die vergebung der Sůn⸗ den ohn alles Mittel bey Jeſu Chriſto vnd ſeiner Gnad. Die new Romiſch Kirch ſucht vergebung der Suͤnden ⸗ Gnad vnd Ablaß beym Bapſt / Pfaffen vnd Ceremonien. Di Boy 16 Von der Heiligen Bey der alten / iſt das ſeligmachende erkandtnuß Jeſu Chriſti / vnd ein Chriſilich Leben im ſchwang gangen. Bey der newen iſi das ſeligmachende erkandinuß Chriſti vnd das recht Chriſtlich Leben vndergangen. Die alt hat Diener deß Geiſts gehabt. Die new hat Diener deß Bapſts vnd deß Fleiſches. Die alt hat nicht weiter gefordert noch begert / dann daß ein Chriſt die zwoͤlff Apoſtoliſche Articul deß Glaubens be⸗ kennt / vnd demnach Chriſtlich vnd Gottſelig gelebt hab. Quod deßnij ¶ Die new hat ſo viel beſondere Articul auffbracht / daß dar⸗ wol nee durch die Apoſtoliſche im lebendigen Verſtandt vnnd We⸗ tur Komada ſen / deß Glaubens ſind verdunckelt vnd vergeſſen worden. kecleſia raſ ¶ Die alt Romiſch Kirch iſt vnder dem Creutz vnd der ver⸗ mannot. folgung geſtanden⸗ Die nem verfolgt vnd creutzigt die Chriſten: vide Hilari- um contra Auxentium. Die alt Kirch laͤßt jhr an dem einigen jmmer gelteten Dpffer Chriſti / das mit vergieſſung ſeines Bluts am Creutz beſchehen iſt / durch welches ſie vergebung der Suͤnden er⸗ langt / gantz genuͤgen· Die new Kirch hat daran kein benugen / ſondern opffert Cßriſtum / jhres fuͤrgebens / taͤglich in der Meeß auffein newes / dardurch wirdt Chriſtus vervnehrt / das Nachtmal Chriſti verdunckelt / vnd aller wahrer Gottesdienſt / der im Beiſt vnd in der Warheit ſtehet / auffgehaben vnd ʒerſtort. Die alt Romiſch vnd wahr Chriſtlich Kirch iſt die weder Mackeln noch Runtzeln hat / noch etwas dergleichen /diſt. ⁊1. c quamuis. Der Bapſt aber vnd ſein Kirch / das iſt die new Romiſch Kirch / hat viel Mackel vnd Runtzeln in Lehr vnd Leben / dar⸗ vmb kan dieſelb Kirch nicht die recht vnnd wahr Chriſilich Kirchſeyn. In Chriſtlichen Kirchen. 17 In der alten Romiſchen Kirchen waren viel mehr Ge⸗ rechter / Widergeborner vnd Frommer / weder der Gottlo⸗ ſen vnd Gleißner. In der newen iſt der groͤſte Hauff Gotiloß vnd vnrein in Lehr vnd Leben / der Frommen aber ſeynd gar wenig darinn / welche verborgen ligen vnd verachtet ſind. In ſumma es iſt alles vmbkehrt vnd verkehrt in der new⸗ en Romiſchen Kirchen / welche mit jhren Cardinälen / Biſchoffen / Prelaten / Pfarꝛhermn / vnnd Prieſtern in der Lehr / im Glauben / vnd im Leben / nit allein von der erſten al⸗ ten Chriſtlichen / Apoſtoliſchen / heiligen / ſondern auch von der Römiſchen Kirchen / ſo ʒu der Vaͤtter Zeit geweſen iſt / in vielen Articuln deß Glaubens / Gottesdienſts / der Lehr vnd Lebens abgefallen iſt / vnnd viel ffentlicher Irꝛthumb vnd Abgotterey verthedigt: Welches nicht allein auß Bib⸗ kſcher Schrifft / auß den alten Lehrern vnd Concilien, ſon⸗ dern auß jhren eignen Rechten / Decreto, vnd Pecretalibus vielfaͤltig vnd vnwiderſprechlich zuerweiſen. So ſchreibt auch Auguſtinus / daß ſchon zu ſeinereit die Kirch in occidente, darunder auch Rom iſt / nit gehaltẽ / das die Apoſtel befohlen haben / Epiſtola 36 viel minder helt ſie heut / was Chriſtus ſemen Apoſteln befohlen· Es iſt darzu Roma nicht Patriarchalis Eccleſia, viel we⸗ niger iſt die new Romiſch Kirch Mater Eccleſiarum, wie Lyra ſelbſt bekennt / da er ſchreibt: Eccleſiæ Patriarchales quatuor ſunt: quarum primaeſt Hieroſolymitana, nam ibi incæpit Eecleſia: Secunda eſt Antiochena: Tertia Ale- xandrina: Quartaeſt Conſtantinopolitana. Hæc ille ſuper Apoc. 4. Wo bleibt da Romana Fccleſia mater omnium Eccleſiarum, wie deß Bapſts Heuchler de primatu ſedis Romanæ Wort verkauffen? vnd doch nach jhrem eigenen D j Rechten / 28 Von der Heiligen Rechten / weder gie Baͤpſt / die nach dem Primat ſtellen / noch die Seribenten die vom Primat tractiren / vnder die Knecht Gottes gezehlt werden / dann der Canon lautet alſo: Qui- cunque deſiderauerit primatum in terra, inueniet confu- ſionem in cælo, nec inter ſeruos Chriſti computabitur qui de primatu tractauerit: diſt. 40. c.multi, &.c quicun- que deſiderauerit, ſunt verba Chryſoſtomi, vnd Bernhar⸗ dus: Wer nach dem Primatſtellt / der meynt nit was Goͤtt⸗ lich iſt. Dieſe allegationes wider deß Bapſts Primat ſeynd auch der Poſtillæ Guiliermi inſerirt, Dom.I. poſt octauas Paſchæ. Darumb iſt die new Roͤmiſch Kirch ein Mutter aller / aber allein deren Kirchen / die den Bapſt fuͤr jhr Haupt vnd jridiſchen Gott halten: Sie iſt ein Baͤpſtiſche Kirch / vnnd bleibt Baͤpſtiſch / oder new Roͤmiſch / wie ſie iſt / weil ſie jhr Authoritet vnd Gewalt nun von den Concilijs hat. Teſte gloſſa in c. concilia. diſt. 1. Wir wollen jetzt geſchweigen der wunder ſeltzamen vie⸗ lerley widerwertiger opinionen, die man im vnderthaͤnigen Refier der Baͤpſtiſchen Kirchen findt / wie auch allbereyt zur Zeit Auguſtini im ſchwang gangen iſt / vnd in jhrem Decret geleſen wirdt / de conſecrat. diſt. 4. c. ficut & ſunt verba Auguſtini: Si poſſet fieri, vt ſinguli diligenter interroga- rentur (gloſſa ſuper articulis fidei & alijs ad ſalutem ani- mæ pertinentibus) tot diuerſitates opinionum ( gloſſa. quia quot homines tot opiniones) forſitan inuenirentur, quot homines numcrantur Animalis enim homo non percipit ea, quæ ſunt ſpiritus Dei: das iſi / Wann es geſeyn kůndte / daß ale Menſchen gefragt wurden von den Articuln deß Glaubens / vnd von den Puneten die der Seelen Selig⸗ keit belangen / ſo wurden ſo viel widerwertige opinionen ⸗ funden Chriſtlichen Kirchen. 29 funden / als viel Menſchen ſind: Dann wie viel der Men⸗ ſehen / ſo viel ſeynd der opinionen, weil der naturlich Menſch die ding / welche deß Geiſts Goites ſind / nichts vernimpt / ſo viel ſtehet im Decret: vnd dieſen Reimen wirdt der Bãp⸗ ſtiſchen Kirchen die Tyber nicht mogen abwaͤſchen. Dann nit allein jhr eigen Decret / ſonder auch die erfahrenheit zeigt an / wie daß die Baͤpſt ſo viel widerwertige opiniones auff⸗ bracht / vnd in der newen Roͤmiſchen Kirchen ſo viel Baͤpſt geweſen ſind / biß ſie auff die letzt mit jhrer Kirchen gantz vnd gar vom HRRM Chriſto abgefallen ſeyn. Ob dann in der jetzigen Roͤmiſchen Kirchen gar keine Chriſten ſeyn? C piRl 6 iſt zuglauben vnd zuhoffen / daß vnder dem Bap⸗ ſthum̃ / eben wie vnder allen andern Kirchtẽ / die Chriſt⸗ Such Kirch oder Volck ſey / ſolcher geſtalt / daß ſie dar⸗ vnder zerſtrewet / heymlich vnd verborgen iſt / wie ſie anderſt⸗ wo in der Welt ſeyn kan. Dann Gott der HE RR kennt vberal / vnd zu jeder Zeit / die ſeinen / die im wahren Glau⸗ ben vnd erkandtnuß Chriſti verharren / die jre Knie vor dem Baal nicht gebogen haben / Rom. II.3. Reg. 19. Es folgt aber auß demſelben nit / daß darumb die Baͤpſtiſch jetzig R⸗ miſch / die recht / wahr / heilig / oder einig Catholiſch Kirch ſey. Eben wie die faulen Viſch / die Heuchler vnd das Vn⸗ kraut/ ſo in der wahren Kirchen ſind / die Chriſtlich ʒu keiner falſchen Kirchen machen. Wer warhafftig ein Ketzer heiß vnd ſey cAh 3 Von der Heiligen C A P Nl iſt nichts gemeiners / dann daß einer den andern der X Schmach der Ketzerey bezeihet. Dann viel Men⸗ ſchen ſind alſo affectionirt, ſchreibt Eraſmus in an- notationibus, was ſie nicht verſtehen / das ſchelten ſie bald Ketzerey / vnd damit wollen ſie alles ſoluiren, vnd jhre Ir⸗ thumb bedecken · Dann man findet dero nit wenig / ſo man jre Irꝛſal entdeckt / muß es bald Auffruhr vnd Ketzerey ſeyn: Exempel an den Phariſeern vnd Schrifftgelehrten / welche ein jede Welt hat / damit ʒeigen ſie jhr boͤſes Gewiſſen an. Dann wer recht lehret / der kan leiden / daß alle Welt frey von ſeiner hehr vriheile / wer aber vnrecht handelt / der kan kein Vrtheil leiden / vnd fleucht das Liecht / Johan. 3. Man findt auch nit allein in den alten Hiſtorien / ſondern auch in der H. Schrifft / daß nichts gemeiners iſt / dann ein⸗ ander Rottirer / Verfuͤhrer vnd Ketzer ſchelten / daß auch die geliebten Gottes mit dem Namen/ Auffthuͤrer / Goitolaͤ⸗ ſter / Verfuhrer / Sectirer / vnnd Ketzer ſind belegt worden⸗ welches heut wol ʒubedencken iſt / damit ſich niemand an den puſillis Ghriſti vergreiffe / ſonder alle Ding wol pruͤffe / wo⸗ her doch die verderbliche Ketzereyen vnd Secten flieſſen. S. Petrus ſpricht: Eo werden falſche Lehrer ſeyn / diene⸗ ben einfuͤhren werden verderbliche Setten / vnd werden ver⸗ laugnen den H E R R ENderſie erkaufft hat / viel werden Factirij ſermon nachfolgen jhrem verderben / durch welche wirdt der Weg der Warheit verlaͤſtert / vnd durch Geitz werden ſie an euch vide kra. mit erdichten Worten handeln/ ſie laſtern dar von ſie nicht wiſſen / ſie ſind Schand vnnd Laſter / prangen inyhren Ir:⸗ thumben / ſie achten fur Wolluſt das zeilich Leben/ praſſen mit dem ewren / haben Augen voll Ehebruchs / laſſen ihnen die Sünden nicht wehren / locken an ſich die leichtfertiaen Seelen⸗ — — i Chriſtlichen Kirchen. 3* Seelen / haben ein Hert durchtrieben mit Geitz / das ſind Brunnen ohne Waſſer / reden ſtoltze Wort / danichts hin⸗ der iſt / reitzen zur fleiſchlichen Luſt / verheiſſen Freyheit (das iſt verg bung der Suͤnden) ſo ſie doch ſelbſt Knecht deß ver⸗ derbens ſind / verwirren die H. Schrifft zu jhrem eignen Verdamnuß /⁊. Pet.⁊.3· Das ſind die propria, darbey man die Ketzer / falſche Lehrer vnd Sectirer erkennen mag. Auguſtinus ſpricht: Es ſeynd an mancherley Drthen ⸗ mancherley Secten vnnd Ketzereyen / welche alle die einig Mutter die Hoffarth geboren hat / c.ð. de paſtoribus. Item / der iſt ein Ketzer / welcher von zeitlichs nutzes / vnd fuͤrnemlich von Rhumb vnd herꝛſchung wegen / falſche vnd newe Meynung ſelbſt erdichtet / oder von andern erdichtet nachfolget. Sic ille ad honoratum & habetur 24. 3.c. hæ reticus: Daher ſind alle Newerungen im Bapſthumb auff⸗ kommen / vnd ſie beharren in jhren Irꝛthumben / die Men⸗ ſchen weiter zuverfuͤhren: alſo ſeynd ſie ſelbſt / nach jhrem eignen Decret / vnd ſententz Auguſtini / Ketzer. Dann vmb eigens Gewinns vnd Prachts willen / haben ſie jpren prima- tum auffbracht / vñ wider den klaren verſtandt der Schrifft ⸗ newe / falſche / erdichte Meynungen eingefuͤhrt / damit haben ſie die Welt verfuhrt / vnd vnder ſich gebracht. Vnd S. Hieronymus vñ Iſidorus ſagen auch daſelbſt / welcher die H. Schyrifft anderſt verſtehet / dann der Sinn deß H. Geiſtes / auß dem ſie geſchrieben iſt / erfordert / ob er ſchon von der Kirchen nicht abweicht / mag er dannoch ein Ketzer genennt werden. 24. q.3. c. Hæreſis & c. quidam au- tem. Vnnd nach dieſer Regel ſeynd der Bapſi vnno ſeine Geiſtliche auch Ketzer / weil ſie die H. Schrifft nicht nach dem Sinn deß H. Geiſts / ſonder nach eigener Außiegung wollen verſtanden haben. Alsin verbis ccœenæ haben ſie ein m E eigen In bynaxi ſerd definiuit Ec- cleſia trãsſub- ſtätiationem. Traſ. in annot. . Cor.7, 1 Von der Heiligen eigen Gedicht vnd Außlegung auffbrachi / nemlich die Trãs. fubſtantiation, davon der H. Geiſt nichts befohlenhat: J⸗ tem was ſie fuͤr S pruͤch auffs Fegfewer vnd auffjhr Meeß torquiren, iſt alles ein einige frembde Außlegung / darvo der . Geiſt nichts gelchrt noch befohlen hat. Vnd abermals da der Apoſtel ſchreibt / translato ſacer- dotio, neceſſe eſt vt legis translatio fiat, wo das Prieſter⸗ thumb verendert wirdt / da muß auch das Geſetz verendert werden / Heb. . da haben die Papiſten lib.1. Decretal. Tit. de conftitut.c.tranflato. ein new frembde Auß legung er⸗ dichtet / vnd corrumpiren den Teyt / daß das Prieſterthumb Chriſti auff S. Peter / vnd auff die Baͤpſi verſetzt ſey / wel⸗ ches wyder den Sinn deß H. Geiſts iſt. Dann der Apoſtel lehret / daß das ʒeitlich Leuitiſch Prirſterthumb vnd Geſetz nun abgethan ſey / vnd ſein endtſchafft hab / weil deß Herin Jeſu Chriſti ewiges Prieſterihumb angangen ſey / nach der ordnung Melchiſi dech / ꝛ. Das iſt kuͤrtzlich der Smn deß Apoſtels: aber dieſt decreta vnd gloſſa deutens vnrecht auff dieſe Meynung / daß das Prieſterthumb Chriſtꝛ auff S. Pe⸗ ter vnd die Baͤpſt transferirt ſiy. Wann dieſe Decretalis wahr were / ſo wuͤrde Chriſti Prieſterthumb vnd Geſttz nit mehr gelten / vnd die Baͤpſt wuͤrden an Chriſtiſtatt Prieſter vnd Geſetzgeber ſeyn / welches leſterlich zuhoren iſt. So ſchreibt auch Leo Papa bod.c.24. & q. 3. c quidaut tem welche die magiſtri deß Irꝛthumbs ſind / nemlich / qui non ad propheticas voces, non ad apoſtolicas literas, non ad Euangelicas authoritates, fed ad ſemetipſos recurrunt, & ideo magiſtri erroris exiſtunt, quia veritaris diſcipuli nõ fuerunt: Vnd das ſind der Bapſt vnd ſeine Geiſiliche / weil ſie den Propheten / Apoſteln / vnnd Euangeliſten nicht rein aoch allei auff Chriſtum weiſen / daß wir jhn re Chriſilichen Kiechen. 3 poren / ſonder weiſen die arme Leuth nim auff ſich felbs / auff den Bapſt / auff die Concilia, auff Menſchenſatzung / dar⸗ vmb werden ſie auch mi dieſem Canone vberzeugt / daß ſie der Warheit / welche Chriſtus iſt / Junger nie geweſen / ſon⸗ der magitri deß Irꝛthumbs / vnd der verfuͤhrungbefunden werden. Ketzer Glaub iſt der Canoniſchen Schrifft wider⸗ ſprechen / wie Rupertus Tuicenſis wider ſeine Verfolger be⸗ zeugt / derhalben welcher vor alleriey Ketzerey vñ Secten ſi⸗ cher vnd wol bewahrt bleiben wil / derſelb ſoll im vermittelſt Goͤttlcher Gnaden die authoritet vnd Wuͤrde H. Schrifft furſtellen / in welcher alles fuͤrgetragen / was vns zum Glau⸗ ben / vnd zur Seeligkeit noͤthig iſt: vnd dieſe Lehr iſi Catho⸗ liſch vnnd warhafftig / welche außtrucklich in der bebliſchen Scchrifft kan erwiſen werden / die Lehr aber iſt Sectiſch vnd Ketzeriſch / welche mit Canoniſcher Schrifft nit kan bewie⸗ ſen vnnd defendirt werden. Nach dieſer Regel ſollman die Geiſter pruͤffen. Iren macht nicht Ketzer / weil wir alle manchfaltig fehlen / ſondern wiſſentlich vnd halßſtaͤrrig wider die zwolff Jacobz. — deß allgemeinen Chriſtlichen Glaubens jrꝛen macht Ketzer. Irꝛen mag ich / ſpricht Auguſtinus / ketzern wil ich nicht. Darumb ſo iſts vor Gott vnnd ſeiner Kirchen kein Rottie⸗ rung noch Zerſtoͤrung der allgememen Chriſtlichen Einig⸗ keit / oder ſectieriſche abſonderung von der wahren Chriſtli⸗ — Kirchen / noch Ketzerey / wann ſich ein Menſch von enſchen Geſetzen / vnd Mißbraͤuchen zu Chriſio bekehrt / alles průffet / vnd allein das gut beheit / er halt ſich gleich der euſſern Ceremonien halb vor den Menſchen wie es wolle: Quia cæremoniarum diſſimilitudine non læditur vnitas Ecclcſiæ: diſt.i2. c.illa autem. Ei Era Hæreſis accul- ta pernicioſiſ⸗ ma. 34 Von der Heiligen Eraſ hat ſuper Luc. ⁊2 annotirt, wie folgt: Mich ge⸗ dunckt / daß kein Ketzerey ſchaͤdlicher vnd böſer ſey / dann die⸗ ſe / welche den geiſtlichen Sinn in ein fleiſchlichen / vnd die himmliſch Lehr in ein jrdiſche verkehret / vnd die Lehr Chri⸗ ſtihin vnd her beugt: das iſt / wann man das Euangelium nach menſchlichen Affeeten / vnd den Menſchen zu gefallen / predigt vnd außlegt. Darumb iſt es gant gefaͤhrlich / ſchreibt Hieronymus ſuper Gal.xin der Kirchen zureden vnd zuleh⸗ ren / damit nit durch falſche außlegung auß dem Euangelio Chriſti ein menſchlich Euangelium werde: Oder das noch arger iſt / ein teuffliſch Euangelium / vnd diß iſt hæreſis oc- culta, die nicht jederman erkennt / dann dieſe heimlicht hæ⸗ reſis, wil allwegen allerding allein recht haben / vnd nur an⸗ dere ketzern · Quaſi qui alios inſimulant hæreſcos ipfi non poſſint errare, ſo doch der Chriſtlichen Kirchen / wie Augu⸗ ſimnus ſagt niemand mehr ſchadlicheruſt / dann der / welcher den Namen der Heiligkeit hat / den niemand ſemes Stands vnd Wirdigkeit halb ſtraffen darff / vnd aber ſelbs ſtraͤfftich iſt / nemlich in Lehr vnd Leben / & habetur diſt. 83. c. ncmo. Die Canones bekennen frey offentlich / daß die Simo- niaci die erſten / vnd fuͤrnembſten Ketzer von allen Glaubi⸗ gen zuverwerffen / vnd daß alle andere Laſter / ſo ſie mit die⸗ ſem Laſter zuvergleichen / gegen dieſem / als fur gering vnd nichts zuachten ſeyn / vnd daß die Ketzerey Macedonis leid⸗ licher ſey /1q 7 patet. & cod. cap.q.1 cxeos qui: &qz c. Saluator. Darauff ſchlieſſen die verwandten der Augſpur⸗ giſchen Confeſſion, in jhrer ſtattlichen außfuͤhrung fol 128. 127. 131. Dieweil das Bapſihumbmit & imoney gant vnd gar vberſchuͤtt / ſo wollen ſie mit jhnen / als Simoniacis fein Gemeinſchafft haben / noch ſich eim ſolchen Hauffen ſub- italeil. — Chriſilichen Kirchen. 35 Es ſpricht aber auch S. Hieronymus / in vberlauffung der alten Hiſtorien kan ich niemand anders finden / der die Kirch je zerriſſen / vnd das Volck vom Hauß Gottes ver⸗ fuͤhrt hab / dann die Prieſter / das ſind die Geiſilichen. ⁊4. q. zc. Transferunt: welches auch der Teyt / vnd die gloſſa 16. q7.c. Et hæc diximus. beſtettiget. Daſelbſt liſe was Origi- nes wider die Geiſtlichen ſchreibe / welche das Hauß Gotꝛtes zur Mördergrub machen: vnd erweiſet daſſelb Decretum, wie etliche Prieſter auß dem griſtlichen Tempel vnnd Kir⸗ chen durch jhren Geitz / Tyranney / · ſchon zur Zeit Orige- nis ein Moͤrdergrub gemacht haben / da iſt ſchon der abfall eingeriſſen / wie Bernhardus vnd Petrarcha vber die Baͤpſt vnd Geiſiliche / zu jhren Zeiten auch geklagt haben. Darumb ſind die nicht Ketzer ſo vom Bapſthumb abtret⸗ ten / wo ſie ſonſt keiner von der alten Apoſtoliſchen Kirchen verdampter Ketzerey furſetzlich anhaͤngig ſeyn / weil die jetzig Nomiſch Bapſtiſch Kirch viel Articul fůr recht gehalten ha⸗ ben wil / die dem Chriſtlichen Glauben / vnnd der Schrifft zuwider ſeyn / auch in der erſten Apoſtoliſchen wahren Kir⸗ chen nit ſind geglaubt worden / vnd deßhalben nach entdeck⸗ ter Warheit mit gutem Gewiſſen nicht können angenom⸗ men werden. Dann Origenes ſchreibt / wann jemand von der Warheit / von der Forcht Gottes / vom Glauben / von der Liebe abtritt, derſelb gehe auß dem Lãger der Kirchen / ob er ſchon durch deß Biſchoffs Stimme nicht hingeworffen werde. Wie hergegen auch / wann jemand durch ein vnge⸗ recht Vrtheil auß der K irchen geſchloſſen werde / der nit zu⸗ vor darauß gangen ſey / das iſt / der nichts begangen / dar⸗ durch er verdient hab auß der Kirchen geſchloſſen zuwerden⸗ derſelb werde durch den Bann nit verletzt: Dann zun geiten bleibin der Kirchen der hinauß geworffen werde / vnnd der E nj drauſſen 36 Don der Heiligen drauſſen ſey / der ſey in der Kirchen. &habeturc.4. .z. e. cum aliquis exit à veritate, &c. Wer nun vom Irꝛthumb zur Warheit / welche Chriſtus iſ / tritt / vom Finſternuß zum Liecht / von Menſchen Ge⸗ ſetzen zu den Gebotten Gottes / durch den Geiſt Chriſti ge⸗ fůͤhret wirdt: Ja wer von deroffentlichen Abgotterey / fal⸗ ſchem Aberglauben / vñ auß deß Antichriſts Reich / ſich zum HæMRMR Chriſto von Hertzen bekehrt / vnd ſich im Namen Chriſii in ein Chriſtlich bußfertig Leben begibt / der iſt deß⸗ paiben vor Gott kein Ketzer / daß er das jenig / was in der R⸗ miſchen Kirchen jrꝛig vnd abgotuſch iſt / verlaͤßt / die Papi⸗ ſten ſchmaͤhen jhn gleich wie ſie wollen. Haben doch auch Chriſtus der poſteln vnd Maͤr⸗ cyrer / vnd andere geliebte Gottes / von der Gottloſen boͤſen Welt / von den falſchen Hohenprieſten / falſchen Propheten ⸗ Phariſeern / Sckrifftgelehrten vnnd alteſten deß Volcks ⸗ dergleichen viel Laͤſterung / Verfolgung / Schmachwort⸗ vnd den Todt / hören vnd erleiden muͤſſen / darumb / daß ſie der jrigen Menſchen Irꝛthumb / Abgotterey / Suͤnden /fal⸗ ſchen Glauben / vnd alles Gottloß Leben / vnnd Weſen ge⸗ ſtrafft / vnd ſich von der falſchen Kirchen abgeſoͤndert haben / die jeder geit hat wollen vniuerſalis genennt ſeyn . Darzu ermahnet vns auch die H. Schrifft Apoc.18. 2. Cor . Maith. 7.24. Tit.3. 1. Jehan. . 2. Johan. I. Daß wir vns von der falſchen Kirchen / von jhrem falſchen Got⸗ tesdienſi vnd Aberglauben / bey verluſt vnſerer Sceliskeit / ſollen abſondern / damit wir jhrer Sunde nicht theilhafftig werden. Darumb ſollen alle Chriſten den Grewel der ver⸗ wůſtung im Bapſthumb fliehen / vñ ſich darfůͤ hůten. Dañ die Bapſt / vnnd jhre Geiſtliche haben ſich ſelbſ vor langß Chriſto vnd ſeiner Kirchen abgeſonderi/ vnd Chrißilichen Kirchen. v ſten worden. Es ſpricht auch S. Hieronymus / daß er ſich ſchaͤme / daß die menge deß Volcks viel Biſchoff richten / vnd vrtheilen werde / darumb / daß ſie ſich von der Kirchen abzie⸗ hen / vnd die ding / die einem Biſchoff nit billich gebuͤren vnd zugehoren / ireuben / vnd vben. 8.q.1. c.vercor. Dannenher iſt der jenigen Argument / welche alle Men⸗ ſchen Ketzer ſchelten / die ſich nicht zu der Baͤpſtiſchen Ku⸗ chen bekennen / grundloß. Dann es ſind ſchon zu der Apo⸗ ſtel Zeit viel Antichriſten worden / vnd in die Welt außgan⸗ gen /1. Johan. 2. 4. 2. Johan. 1. in welcher Fußſtapffen die Baͤpſt bald eingetretien ſeyn. Dann vnder dem Namen deß Antichriſts werden alle die jenige verſtanden / die ſich im Chriſtenthumb deß Namens deß einigen Mitlers vnd Ho⸗ henprieſters Jeſu Chriſtirhuͤmen / vnd mit jhrer jrꝛigen ver⸗ fahrſchen Lehr demſelben widerſtreben / auch mit boͤſem aͤr⸗ gerlichem Leben vmbgehen / vnnd die wahre Glieder der Chriſtlichen Kirchen verfolgen / die ſich fuͤr Statthalte vnd Apoſiel Chriſti außgeben / vnnd konnen doch die Sigilla vnd Zeichen der Apoſtoliſchen Kirchen nicht demonſtriren, wie Notoriſch iſt. Die Kirch iſt nit zurechnen nach vielen oder hohen Per⸗ ſonen / oder nach dem groſſen Hauffen / ſonder nach den Leu⸗ then ſo recht glauben. Welche derhalben nicht recht an Je⸗ ſum Chriſtum glauben / jhn nit erfennen / nit Chriſilich noch heiliglich leben. Wer auch den H. Geiſt nicht hat / vnd wi⸗ der die Sůnde nicht ſtreittet / ſolche ſeynd nicht die heilig Chriſtlich allgemeine Krrch / ſie ſeyen ſo hoch / vil / vnd groß gerhůͤmpt vor der Welt / als ſie wollen: Eccleſia non con- ſiſtit in hominibus ratione poteſtatis vel dignitatis Ee- cleſiaſticæ vel fæcularis; quia multi Principes & ſummi Pontifices inuenti funt apoſtataſſe à fideʒ propter quod Fecleſe L. 2. 6. 38 Von der Heiligen Bccleſia conſiſtit in illis perſonis, in quih. eſt notitia vera, & confeſſio fidci Sveritas &g. Lyra. — Non attendas numerum, melior eſtenim vnustimens, quam mille filj impij⸗ Cyprianus hb. 1.epiſt.z. . Neq; enim fides ex perſonis probanda, ſed potius ex fi- de perſonæ. ſcribit Tertull. de præfcriptio. Verzeichnuß etlicher Geſetz vnd Canonum der Concilien der Vaͤtter / vñ der Baͤpſt/ welche die jetzig Romiſch new Kirch ſelbſi nicht helt. OnnPinII. A⸗ daß ein Clericus oder geweichte Perſon in kein offne Tafernen vnd Gaſthauß nim̃er eingehen ſoll / er reyſe dann vber Feldt / da ers aber thut / ſo ſoll er von ſeinem Standt abgeſetzt werden c.2. diſt 44. Daß die geweichte Perſonen fur vnd fůr die H. Schrifft bey Tiſch lefen ſollen / ſemper lectio ſacrarum literarum ſa- cerdotalibus conuiuijs miſccatur, ſagt der tex. inc. conui- uia &c.pro reuerentia. præd. diſtinet. 44. Daß ſie vor der dritten Stundt deß Vags kein Speiß zu ſich ſollen nemmen / ead. diſt. c. non liceat. Daß die dem vberfluß deß Weins vnd der Trunckenheit ergebene nit ſollen ordinirt vnd geweicht werden / itatpadirur in fine illius diſtinctionis. Ein Pfaff / der ein Zudittler / ein Schmaͤher/ ein Vbel⸗ redender / oder ein Läſterer iſt / ſoll wider abgeſetzt werden / c.3 4 .6 diſtinct. 46. Weche Wucher vonjhrem Gelt nemmnen / oder zu⸗ 5 chem —ͤ — Chriſichen Kirchen. „ chem Gewinn nachſtellen / die koͤnnen Gott nicht dienen / ſondern ſollen von jhrem Ampt abgeſetzt werden. cap.ʒ. di- ſtinct. 47. Welcher mit Suͤnden vnd Laſtern befleckt iſt / ſoll Goet nicht opffern / c ⁊.diſt 49. Ein vngelehrter Menſch / oder der weltlichem Gewinn nachtrachtet / ſoll nit vrdiniert werden / c. ʒ. ead. diſt. Dann der H. Hieronymus ſchreibt vber den Propheten Malachi⸗ am / es opffere dem HRRR ein blind Thier / welcher ein Vngelehrten ordinirt / vnd macht ʒum Meiſter vder Lehrer den / der kaum ein Lehrjuͤnger ſeyn kuͤndte: dann es ſey ver⸗ weißlich Gott zugeben / was ein Menſch zunemmen nu fůr wuͤrdig hielte. Ein Prieſter wann er in ein Todtiſůnd faͤllt / ob er ſchon darvber Burß thut / ſo ſoll er dannoch bey der heiligen Weih (in ſacro ordine) nit gelaſſen werden / c.123.diſt. 50. Wer ein Maleſit begehet / derowegen er am Leben / oder Leib geſtrafftwerden mag / der faͤllt von ſeinem Ampt c.ſtu- deat diſt. ead. Die der guten Kůnſten vnerfahren ſeynd / vnd die geiſtli⸗ che Geſetz / vder Canones nit wiſſen: Item die noch auff die 30. Jar jhres Alters nicht kommen ſind: Vder die jhre geiſt⸗ liche dignitet mit Practicken / oder mit Geſchaͤnck zuerlan⸗ gen vnderſtehen: dieſe alle ſollen nicht Prieſter ſeyn Son⸗ der welche wider die Verboit der geiſtlichen Canonum zum prieſterlichen Vrden trachten / deſſen ſie nit wuͤrdig ſind / die ſollen ſampt denen / die ſie geweicht vnd ordimert haben / jhr erlangte geiſtliche Wuͤrden verlieren.c.fin. diſt.ʒ1. & c.nul- li ſacerdoturdiſt.ʒs. Der Pfaffen vncheliche Soͤhn / dieweil man in jßnen die Exempla vnd Nachfolg der vůſterkchen Laſter zube ſorgen u hat / . 10. I. I2. 13. 4. 17. 40 Von der Heiligen hat / die ſollen zu der H. Weih nicht ʒugelaſſen / ſondern dar⸗ von abgehalten werden. c.i. &⁊. dift. ʒ6. Die Leyen / welche am H. Geburts tag deß HæRRæn Chriſti / auch zu Oſtern vnd Pfingſten mit communiciren, du ſelben ſind nicht Catholiſche Leuth / noch vnder die Catho⸗ lſchen zurechnen. c.ſæculares. de confcrat. diſt.ii. Man ſoll der Communion entſetzen vnnd zu derſelben nicht kommen laſſen / alle die biß zum ende der Meeß nicht verharren / vnd bey der Meeß nit communicirenc omnes fideles, de cſecra.diſt.i. & c.cum ad celebrandas.ead.diſt. Man fan kein Sacrament ohn ein groſſen Kirchenraub/ oder Gottsdiebſtall theilen / c. comperimus. de conſecrat. diſtinct. vi. Allem das Feſt der Bſtern / vnnd deß Pfingſttags / ſind von drn Romiſchen Bu choffen verordnet zum Tauff. c duo tempora, & c. de catechuminis diſt. ꝓ de conſecrat. vbi Carolus Molinæus in additione ſic ſeribit: Ergo gratia Dei & meritum Chriſti non ſunt alligata facramentis in filijs Chriſtianorum,alioquin plures morti æternæ trade- rentur per hoc Decretum in Eceleſia primitiua obſerua- tum. Zuteuiſch: Derhalben iſt die Gnad vnnd verdienſi Chriſti an die Sacramenta mi gebunden bey den Chriſen Kindern / ſonſt weren ſehr viel der ewigen verdamnuß durch diß Deeretum, welches in der alten Kirchen iſt gehalten worden / vbergeben. Der Caiechiſmus ſoll dem Tauff vorgehen / ex concilio Laodicenfi cap. baptizandos: ex concilio Martini Papæ.c. non liceat, man ſpll auch vor dem Tauff einen jeden ſemes Glaubens halben eyaminmen / ex concilio Carthaginenſi c baptizandi, vnd die Bueß muß dem Tauff auch vorge⸗ hen. c.agunt homines.cad. diſt. 4. Allein Gyhriſilichen Kirchen. 8 Allein Chriſtus verzeihet die Sůnden / c nemotollit, cad. diſt. & ſunt verba Auguſtini. Dann die Hertzen wer⸗ den durch den Glauben / nit durchs Waſſer abgewaͤſchen / vñ gereinigt. c. gratia. c· Verus baptiſmus.c.placuit 4 ibid. Die Monch ſollen kein Fleiſch weder verſuchen noch eſ⸗ ſen / diſt ʒ. de conſecra. c. carnem. vnnd alle Monch ſollen arbeyten / c. nunquam verſ ſi Apoſtoli, ead. dift. Daie Prieſier wann ſie Jartaͤg halten/ ſollen nit voll wer⸗ den /einander nit zu trincken / alles Gelaͤchter / vñ vngeſchickt Geſchrey / ſampt allen ſchaͤndlichen vnd ſchertzlichen Boſ⸗ ſen meiden / c.nullus Preſpyterorum, diſt. 4. Die Prieſter ſollen ſich bey keinen Schawſpilen finden oder ſehen laſſen / als da ſeynd Fechtſchulen / Himmelreich / Ritterſpiel vnd dergleichen. c.non oportet. ead.diſt. Die Prieſter ſollen kein lang Haar ʒiehen/ c. prohibete fratres cum c.ſeq.c. Clericidiſt. ⁊ʒ. Ja es ſoll verflucht vnd verbannt ſeyn / welcher ein lang Haar/ oder ein Bart ʒiehet / c.ſi quis ex Clericis, ibid. Anathema ſit, ſpricht daſelbſt der ext. Weiche Weibsperſon jhr das Haar von Andacht oder der Religion wegen abſchneidt / die ſey verbannt / ſpricht Gangrenſe Concilium in c. quæcunq; mulier diſt.zo. Welcher einen der auß dem Glauben Fleiſch iſt (das iſt der jhm kein Gewiſſen darvber macht / qui manducat ex pona conſcientia ſagt die gloſſa) verdampt / oder zuver⸗ dammen vermeynt / ſoll verflucht ſeyn / c.ſi quis carmen ead. diſt. Die Ehemaͤnner werden zu dem Prieſterthumb / vnd zu den Vpffern zugelaſſen / c.1. 4.5. 1. c. Nicæna Synodus & C. 12. diſt. 31. Es ſoll kein Menſch eines Prieſtere N hören / von ij dem 15. 20. 21. aa. 23 24 25. 26. 27. 28. 29. 30 31. 4* Von der Heiligen dem er vnzweiffenlich weißt / daß er ein Beyſchlaff hab / ſpricht Nicolaus Papa in c.nullus miſſam: diſt z⁊. vnd Ale⸗ xander⁊ in c.præter hoc. ſetzt / daß keine Meeß ſingen / oder halten / noch das Euangelium / oder die Epiſtel zur Merß leſen / noch mit denen im prieſterlichen Ampt geduldet wer⸗ den / noch von der Kirchen einigen theil empfahen ſoll / die der vorgehenden Satzung nit gehorſam ſind. Zum Biſchoff ſoll keiner geordnet werden / er ſey dann vom Tag an ſeines Tauffs ohne Laſter vnnd Todiſuͤnd er⸗ funden worden. c.primum itaqʒ. diſt ⁊5. 46 4 Welcher nach erlangter Biſchofflicher Wuͤrdigkeit ein Beyſchlaff erkennt / der ſoll die Weihe wider ablegen. ibid. Die Pfaffen ſollen bey den Mahlzeiten der Hochzeiten nit erſcheinen. c pen.diſt 34. Ein Pfaff / wann er betruncken vnd voll geweſen iſt / der ſoll ʒo. gantzer Tag hernach nit communiciren vnd Meeß halten. c. fin. diſt 35s. Man ſoll kein zu einem Biſchoffſetzen vnd ordiniren / der die H. Schrifft deß Euangelij nicht kan / vnd ſein jhme vn⸗ dergeben Volck ſelbſt nit lehret / c. omnes pfallentes. diſt. 38. Ait enim Deus in propheta; Tu ſcientiam repuliſt & ego repellam te, ne ſacerdotio fungaris mihi: ſcriptura- rum enim ignorantia eſt ignorantia Chriſti. Nam qui ea, quæ Dei ſunt, neſciunt, à Domino neſciuntur: atteſtan te Paulo: Si quis ignorat ignorabitur: & quicunque ſtul- tus eſt in culpa, ſapiens erit in pœna.c.ſi iuxta cumc.ſeq. ead. diſt. Zu teutſch: Dann Gott ſpricht im Propheten? Dieweil du die Weißheit verworffen haſt / ſo wil ich dich auch verwerffen / daß du mir kein Prieſter ſeyn ſolleſt: dann wer die ding nicht weiß / welche Gottes ſind / die wirdt der HæR auch nicht kennen oder wiſſen / wie Paulus ſ er Chriſtlichen Kirchen. 43 Wer vnwiſſend iſt / den wirdt man auch nicht wiſſen dann welcher ein Nanꝛ iſt in der verſchuldung / der muß erſi witzig werden in der Straaff. Die Chriſten ſollen keine Creutzmaͤhler haben / noch jhre Hafelin zuſamen tragen. c. non oportet & c. non liceatd, diſt. 44. Ein Pfaff ſoll gar nichts eigens haben. 12.ꝗ.1c. Clericus c.duo ſunt genera cum cap.ſeqũ. Ein Pfaff ſoll ſich vmb nichts weder nun vmb Gott be⸗ kuͤmmern. Verba Ambroſij in c. cui portio degeſt, cad dictinſt. Von der Pfaffen vnd Prieſter Leben vnd Wandel ſichet in c. His igitur diſt.aʒ. wie folgt: Sie ſollen ſich von allen Luſtbarkeiten der Welt vnd deß Fleiſches abziehen vnd enthalten · Sie ſollen bey keinem Feſt / Schawſpiel oder einigem Pomp erſcheinen. Gemeine Mahlzeiten (conuiuia publica) ſollen ſie flichen. Sie ſollen ʒu Hauß nicht allein ſchamhaffte vnd keuſche / ſonder auch nůͤchtere Mahlzeiten haben· Sie ſollen mit Betrug vnd Liſi nichts begeren. Die liebe deß Gelts / ſollen ſie als die Wurtzel aller La⸗ ſter meiden Sie ſollen nit ehrgeitzig ſeyn / vnd durch Ehrgeitz keinen Grad einiger Wirdigkent annemmen. Vmb vnnd fur die Sacramenta ſollens kein Gelt oder Geſchaͤnck nemmen oder fordern. „ Alle betriegliche ding / vnd alle verbuͤndtnuſſen / vndzu⸗ ſamen ſchwerungen / das iſt / alle Meutereyen / ſollen ſie meiden. F iij Den 32. 33 · 34. 37. I. 2. 3. 5F. 3 3 7. 8. To. II. 12. 13. 14. 16. 16. 17. 18. 19 . 20 · 21. 44 Von der Heiligen Den Neidt / den Eifer / den Haß / den Grollen / vnnd alle boſe Nachreden / oder verkleinerungen der Menſchen / ſollen ſie fliehen . Sie ſollen mit jhren Augen nit frech ſeyn / noch hin vnd wider vagiren vnd gaffen. Sie ſollẽ kein vermeſſene / oder vngezaͤum̃te zungen habẽ. Sie ſollen ſich keines frechen / vnnd weit außfluͤſſenden Kleyds gebrauchen. Alle ſchaͤndlichkeitẽ der Glieder / der Werck / vñ der wort ⸗ ſollen ſie wie ein Gifft / gantz vnd gar verfluchen vñ meiden · Durchauß ſollen ſie Wittiben vnd Jungfrawen gar we⸗ nig beſuchen. Frembder Weiber beywohnung ſollen ſie nit begeren oder gedulden · Die Keuſchheit eines vnbefleckten Leibs ſollen ſie fuͤr vnd fuͤr erhalten. Den aͤltern ſind ſie jhr gebůrende Ehr vnnd Gehorſam⸗ keit ʒuleiſten ſchuldig. Sie ſollen auch nit rhumbrettig ſeyn / noch ſich vber an⸗ dere erheben. Der Lehr / dem leſen H. Schrifft / den Pſalmen / vñ geiſt⸗ lichen hymnis vnd Geſangen / ſollen ſie fuͤr vnd fuͤr obligen. Wiewol die new Papiſten wider die Lutheraner heut im ſtarcken Streitt ligen / daß der Glaub allein nit ſelig mache ⸗ ſo ſtehet doch im Decreto das Widerſpiel: Quod 5 OLA FIDE remittuntur peccata, in c.charitas eſt aqua. verſ. cum ergo reprobus de poœnit. diſt. i. Item omne pecca⸗ thn in miniſterio fidei abluitur.⁊4.q.x.c. Si Petrus Item⸗ peccatum donatur per gratiam, deletur per crucis ſangui- nem.c.llle rex, de pœnit. diſt. z. Fide corda abluuntur non aquad.c gratia, de conſecra.diſt. 4. Chriſtlichen Kirchen. DB SAcRAMRNTO EvcRARISTIg. — Wen vnd Brodt im Nachtmal nit der leib vnd 3. 2das BlutChriſti ſeyn / das ſtehet in den hernach ver⸗ zeichneten Canonibus geſchrieben. Als / der Wein / das Waſſer / vnd das Brodt / werden . nun in der Figur (in typo) geſegnet.c.non oportet decon- Typu ſecra.diſt.ir. Vnder der geſtalt Brodts / iſt der Leib vñ das Blut Chri⸗ 2. ſti / ja der gantz Chriſtus / Gleicher geſtalt iſt er auch vnder der Geſtalt deß Weins / ſub ſpecie panis eft corpus & ſan- Species. guis Chriſtic. comperimus: vbi gloſſa in verbo, quiadi- uiſio cad. diſt. Nota. diß dogma iſt Lutheriſch. Dergleichen ſichet auch in c. Hoc eſt ex Auguſtino. Es 3. ſey ein anders das S atrament / vnnd ein anders die Krafft⸗ vel res facramenti, vnnd das Sacrament werd auß einem ſichtbarn / vñ auß einem vnſichtbarn gemacht: Das Fleiſch Forma. iſt deſſen / daß wir in der form deß Brodts bedeckt im Sacra⸗ ment empfahen / vnd ſein Blut / trincken wir vnder der Ge⸗ ſtalt vnnd vnder dem Geſchmack deß Weins: Dann das specie. Brodt iſt deß Brodts / vnd das Blut / iſt deß Bluts Sacra⸗ ment / das iſt / heiligs Zeichen. Nit diß Brodt iſt es / das in den Leib gehet /c non iſte pa-· ₰. nis eſt, ead. diſt. ſondern die gloſſa ſagt daſelbſt / ſpecies ta- Species. men bene vadunt in corpus: das iſt / Die Geſtalen aber gehen wol in den Leib. Item Satramenta heiſſen ſie darumb / daß ein anders in 5⸗ jhnen geſehen / vnd ein anders verſtanden wirdt. Das man ſihet / das hat ein leibliche Geſtalt: Das man verſiehet hat emn geiſtliche Frucht / dc.hoc eſt. & c. qui manducant. Da⸗ Species. ſelbſi ſagt die gloſſa. Sub ſpecie latet corpus Chriſti, & ſub hecie vini latet fanguis per ſignificationem. Sinificati⸗⸗ Dannen⸗ 6. gurd⸗ 7. 8. Signiſicans myſterium. Significatio. 46 Von der Heiligen Dunnenher ſagt der Canon in c.corpus Chriſti/ quod ſumitur de altari figura eſt, dum panis &inum, videtur extra: Das man vom Altar empfahet iſt ein Figur / dieweil Wein vnd Brodt auſſen geſehen wirdt. Derwegen gebrauchen die alten Canones auch das wort⸗ lin / ſignificat, als in c.ante benedictionem: ex Ambroſio: ſtehet dieſer Spruch / Ante benedictionem alia ſpecies no· minatur, poſt benedictionem corpus Chriſti ſignificat. Vor dem Segen wirdt ein ander Geſtalt genennt / nach der Conſecration wirdt der Leib Chriſti bedeutet. Welches auch ex Auguſtino ind. c. Hoc cſt: mit dieſen Worten repetirt ſtehet. Sicut ergo cæleſtis panis, qui caro Chriſti eſt, ſuo modo vocatur corpus Chriſti, cum re vera ſit Sacramentum corporis Chriſti, &c. Vocaturq;ʒ iſta im- molatio carnis, quæ ſacerdotis manibus fit, Chriſti paſſio, mors, crucifixio, non rejveritate ſed ſignificante myſte- rio, S&c. Zu teutſch: Wie das himmliſch Brodt / das das Fleiſch Chriſti iſt / auff ſein weiß der Lcib Chriſti genannt wirdt / da es doch in der Warheit das Sacrament / oder hei⸗ lig Zeichen deß Leibs Chriſti iſt /ꝛ. Vnnd hernach: Dieſe Auffopfferung / welche durch die Handt deß Prieſters be⸗ ſchicht / wirdt genennt / das Leiden / der Todt / vnd die creutzi⸗ gung Chriſti / nit warhafftig / oder in der Warheit/ ſonder in dem bedeutenden Geheymnuß / das iſt / von wegen der bedeutung diß Sacraments/?̃. Die gloſſa legt daſelbſt den Teyt auß / vnd ſagt / das himñliſch Brodt / das iſt / das huñ⸗ liſch Sacrament / welches warhafftig repræſentirtoder an⸗ deutet / oder fuͤrbildet das Fleiſch Chriſti: Aberim propriè, das iſt / niteigentlich: Darumb ſagt der Teyt / daß es auff ſein weiß / nicht in der Warheit / ſonder in der bedeutenden Gcheymuuß der Leib Chriſt ſey / daß es dieſen Vn o Chriſilichen Kirchen. 4 ſoll haben / es wirdt der Leib Chriſti genennt / das iſt / es be⸗ vgnigeaa., deuttet jhn /?c. Weiter in c. qui manducant ead.diſt. das man ſihet / iſt I. Brodt / vñ der Kelch / welches auch die Augen bezeugen vnd beweiſen: Aber daß der Glaub fordert zu ſeiner vnderwei⸗ ſung iſt der Leib Chriſti / das iſt / wie die gloſſa daſelbſt ſagt / vnder der Geſtalt deß Brodis ligt der Leib Chriſti verbor⸗ gen / vnd vnder der Geſtalt deß Weins / das Blut Chriſti durch Bedeutung: Dann in der Warheit ligen beyde vnder significatia. einem jeden verborgen. in c. nos autem. Sprechen die Wort Auguſtini alſo: 10. Wir aber ehren in der Geſtalt Brodts vnd Weins / die wir Speciei. ſchen vnſichtbare Ding / das iſt / das Fleiſch vnnd Blut Chriſti. in c. forte ſtehen dieſe Wort: Ne igitur plures hoc r. dicerent, & ne veluti quidam eſſet horror cruoris, ſed ma- neret gratia redemptoris, ideo in ſimilitudine quidem ac Similitudo. cipis Sacramentum, ſed veræ naturæ gloriæ virtutem cõ̃ ſequeris. Gloſſa ibidem ſuper verbo: In ſimilitudine, id eſt in ſpecie panis & vini: Zu teutſch: Damit nit noch mehr specie andere ſolches ſagten / vnd gleichſam etwa rin entſetzung deß Bluts were / ſonder daß die Gnad deß Erloſers bliebe. Der⸗ halben nimbſt du das Satrament in der Gleichnuß / wel⸗ ches die gloſſa daſelbſt alſo außlegt / in der Geſtalt Brodts vnd Weins. Idem ha bet etiam textus c. panis eſt, Sanguinis ſimili- vimilitudo, tudinem bibis vt nullus ſit horrorcruoris. Du trincſ die Gleichnuß deß Bluts / daß du dich ob dem Blut nicht entſe⸗ teſt. Et in c quia morte Pomini ead diſtinct. ſtehet: Die⸗ weil wir durch deß HERRR Todr erioſet ſeynd / ſo ſind wir deſſelben inngedenck / vnnd im Eſſen vnd deuten wir T2. 4⁸ Von der Heiligen Sgnißcatio. wir an (ſignificamus ſtehet im Teyt) Fleiſch vnd Blut / die fuͤr vns ſind auffgeopffert worden: Die gloſſa ſpricht da⸗ ſelbſt / diß Saerament ſey zu der Gedaͤchtnuß deß Todts / vnd leidens Chriſti eingeſetzt. 13. Alſo ſagt auch Ambroſius in canone, in Chriſto, ead. diſt. Zur Gedaͤchtnuß deß Hx R R NR Todts opffern wir. nnt Vñ poſt Auguſtinum in c. ſemel immolatus eſt Chriſtus, 14. ßagt die gloſla, Die Gedaͤchtnuß repræſentirt/ oder fuhrt ʒu Gedaͤchtnuß / was lengſt geſchehen iſt: Dann er ſpricht / nvnmemo ¶Das thut zu meiner Gedaͤchtnußd.c in Chriſto &c. . Oblatio hæc reiteratur quotidie ob commemoratio- Sacrifeium nem paſſionis Chriſti, ſagt der Teyt in c. Iteratur: Das Dpffer wirdt tãglich wider erholt zur Gedaͤchtnuß. 16 Der vrſachen iſt auch auß Auguſtino dieſer Spruch ca- credeeen nonizirt worden: Glaub / vnd dů haſt geeſſen / c Sacriſiciũ manducare. viſibile c.ſignum eſt, c.ſpes & ſimilitudo, c.vt quid putas. ead.diſt. ℳ 17. Daß aber auch die Gottloſen / die Vnataubigen vnd die Vnbußfertigen im Sacrament den wahr n Lrib vnd Blut Chriſti nit empfahen / das ſiehet in c. Credere in Chiftum Mali non par manducare eadem diſtint. vbi verba ſic habentʒ Mau ſu- S munt in Sacramento: Item, ad altare Dci inuiſibile non ne chriſti. accedit iniuſtus: Et inc. qui diſcordat, ſtehet / qui di ſcor- datà Chriſto, non manducat carnem cius, nec bibit cius ſanguinem, & ſi tantæ rei ſacramentum ad ludicium ſuæ perditionis quotidie accipit: Item dum in c. ſicut ludas: dicitur, quod corpus & ſanguis Domini in illis erat/ qui- bus dicebat Apoſtolus, qui manducat indigne iudicium ſibi manducat: Id interprætatur ibi gloſſa ſuper verbo, Frat, ſacramentaliter: Zu teutſch / Die Boſen vnd Gott⸗ loſen nemmen den Leib vnd Blut Chriſt im chen; Chriſilichen Kirchen. 49 chen Dann zum vnſichtbarn Tiſch Gottes kompt vndtritt kein Vngerechter: Item welcher mit Chriſto nit ſtimpt / der jßt vnd trinckt ſein Fleiſch vnd Blut nicht. Ober gleich das Sacrament eins ſo groſſen Dings taͤglich empfaͤcht: Item als der Canon ſagt / daß der Leib vnd Blut Chriſti auch in denen war / von welchen der Apoſtel ſchreibt / der vnwuͤr⸗ dig jſſet / der jſſet jhm ſelbſi das Gericht / da legts die gloſſa auß / es beſchehe nun Sacramentaliſch / das iſt im Zei⸗ chen /ꝛc̃. Welcher nun jetzt alſo von dem hochwuͤrdigen Sacra⸗ ment deß H x RRENM Nachtmals hrelte vnnd lehrete / der mußte entweders ein Lutheraner / oder daß bey den jetzigen Papiſten noch abſchewlicher iſt ein Calumnianer / vnnd als ein Ketzer verflucht ſeyn / vnd er wuͤrde zum Fewer gejagt: Ja der liebe heilige Vatter Auguſtinus kuͤndie heut zu Tag dem Fewer vnnd dem Laſter der Ketzerey nicht enigehen / da doch die Alten ein Definition der Sacramenten canoni- firt haben: quod Sacramenta ſint ſigna rei ſacræ, daß die Satramenta Zeichen ſeyn eines heiligen Dings: cap. Sa- crificium de conſecrat. diftinct. 2. cuius verba hæc ſunt, Sacrificium eſt ſacrum fignum, viſibilis forma eſt Sacra- mentum inuiſibilis gratiæ. Zu teutſch: Das Dpffer iſt ein heilig Zeichen / vnnd die ſichtbar Geſtalt iſt ein Sacra⸗ ment (das iſt nach vorbemelter Definition vnnd Be⸗ ein heiliges Zeichen der vnſichtbaren Gnad ottes. Weiter haben die juͤngern Baͤpſt wider jetzterzehlte Ca⸗ nones decrctirt, daß nach der Conſecration, das Brodt vnnd der Wein ſelbſt ſeyen der Leib vnnd das Blut Chriſti: Dann alſo lautet Berengarij teuocatio vnnd Wierruff/ G ij der Species, 19. 20. 50 Von der Heiligen der zuvor das Widerſpiel hielt / in cap. ego Berengarius d. diſt ⁊. Welche Lehr damaln in einem gantzen Concilio iſt approbiert worden. Aber im concilio zu Coſtnitz hat die R⸗ miſch Kirch ſelbſt dieſe Lehr vnnd Bekandtnuß wider ver⸗ dampt / dardurch werden die Papiſten durch ſich ſelbſt jhrer Vnbeſtaͤndigkeit vnd Zweiffels vberzeugt / als die noch heut Berengarij Confeſſion fur ein verdampte Ketzerey halten⸗ wider jhr eigen aͤlter Decret / wider den Bapſt Nicolaum / wider 1I4. Biſchoͤff / vnd wider das vorig Concilium. Dar⸗ vmb ſagt die gloſſa daſelbſt ſuper verbo, dentibus, niſi ſanè intelligas verba Berengarij in maiorem incides hæreſin, quam ipſe habeat: Et ĩdeo omnia referas ad ſpecies ipſas. Dieweil es dann die Romiſch Kirch zu den Zeiten Bapſts Nicolai vom Sacrament viel anderſt gehalten hat / dann zu⸗ vor vnd heut / ſo kan jhr. Weſen ja nit die Einigkeit der H. Chriſtlichen Kirchen / deß wahren Chriſtlichen Glaubens / vnd deß Geiſts eingebung ſeyn. So haben die alte Concilia vnd Canones den Leyen bey⸗ de Geſtalten zugelaſſen / de conſecra. diſt.⁊.c.comperimus: &1. q 1. c. Sacerdotes, vnd in c. quid ſit d. diſt.⁊. ſtehet ex verbis Gregorij alſo: Das Blut Chriſti wirdt hinfur nicht in die Handt der Vnglaubigen / ſondern in den Mundt der Glaͤubigen zur Seligkeit gegoſſen. Heut aber iſts in de Baͤpſtiſchen Kirchen verboiten / vnangeſehen daß die Thej⸗ lung deß Sacraments ein Gottsdieberey / oder ein Kirchen⸗ raub heißt / vnd iſt / wie hieoben allegiert worden. Von der Zahl der Sacramenten ſeynd die alten vñnew⸗ en Canones auch nicht gleich ſtimmend / dañ in c multi ſæ culariumq.1.werden nur vier derſelben gezehlet / auß den Worten S· Gregorij / als der Tauff / der Chryſam / auch der Leib / vnd das Blut Chriſti. — Chriſtlichen Kirchen. 55 So ſchreibt Auguſtinus / daß der HxMR Chriſtus vnd ſtine Apoſtel gar wenig Sacramentan der Zahl der irchen zugebrauchen eingeſetzt haben / nemlich / das Sacrament deß Tauffs / vnd deß Leibs vnd vnd Bluts Chriſti. De doctrina Chriſt. lib.. c. 9ꝛ epiſt. 9. & concordat diſt. 12. c.omnia. Alſo ſchreibt auch Beſſarion Epiſcopus TuſculanusRom. E. Card. patriarcha Conſtantinopolitanus: Duo Sacra- cramenta, Baptiſmus & Euchariſtia nobis à ſeruatore no- ſtro tradita ſunt: Hæcille. Vnd Tettullianus erzehlt dieſe: Den Tauff / das Bel / die Gemeinſchafft der Milch vnd deß Honigs / vnnd das Brodt / durch welches der Leib deß HRRN repræſentirt oder figurirt wirtlib.i.aduerſus Marcionem Praſmus aber ſchreibt in annotationibus: Auguſtinus non ſentitm atri- monium vnum è ſeptem Sacramentis: neque Dionyſius meminit de Sacramento matrimonij: Nullus eſt locus, vnde liqueat vel Græcos vel Latinos coniugium inter ſe- ptem Sacramenta cõmcmorare: dicile ſuper1. Cor⁊ Zu⸗ teuiſch: Auguſtinus helt nit daß der Eheſtandt eins ſey auß den ſieben Sacramenten: So gedenckt auch Dionyſius deß Eheſtandis nicht als eines Sacraments: Es iſt kein Prth / mit welchem zuerweiſen / daß weder bey den Griechen / noch bey den Latinern die Ehe vnder die ſieben Sacramenta ge⸗ zehlt worden ſey· Darumb ſchreibt er auch in annotat. fu- per Coloſ 1. vndſagt: Warumb thun ſie zu den ſiebnen nit auch das achte Satrament / die wöllen vnder die Sacra⸗ menta alle die Ding rechnen bey denen in der Schrifft deß Sacramenis meldung beſchicht. Der Bapſt aber / vnd di heunig Baͤpſtiſch Kirch hat ſei⸗ nes obbemelten Deertts / vnnd der Vätter jetzt allegirter Schrifften heut vergeſſen / in dem / daß 6 ohne vnd auſſet uu G ij der 22. 2 5ꝛ Von der Heiligen der Schrifft / ſieben Sacramenta zuhalten vnd zuglauben beym Bann gebeut: Ja diegloſſa iſt ſo vermeſſen / daß ſie in c. Acutius verboſignificat. diſt. as· auß dem Biſchoff darff ein Sacrament machen. Vnd dieweil im Decret außtrůckenlich geſetzt ſtehet / daß die Simoniaci, welche die Pfruͤnden vnnd Kirchenaͤmpter mit Gelt erkauffen / oder an ſich bringen / weder ſegnen noch conſecriren, c. fertur . quicunque ſtudet, &c.gratiam. maledicam.d.I.q.x. die gloſſa ſpricht / in c. his igi- tur diſtinct. 2ʒ. Daß das Laſter der Simoney bey einem je⸗ den Sacrament begangen wirdt / ſo haben die wol auffzuſe⸗ hen / welche der Simoniſchen Prieſter Meſſen hören / mit jhnen communiciren / vnd ſich von denſelben laſſen abſolui⸗ ren. Dann nach dieſer Canonum Vrtheil / haben ſie kein Segen / kein Conſecration / vnd kein Sacrament. Daher dann auch die Baͤpſtiſch Confirmation, Simoniaca vnnd mit dieſem Laſter befleckt iſt / dieweil ſie Gelt darumb nem⸗ men. c. Baptizandis, c. nullus epiſcopus/c. quicquid inui- ſibilisgratiæ, c.placuit 1.2. & z. Cſtatuimus 1. & 2. Preſpy- ter. g. 1. „. Item jhre eigene Canones der Weihin halben in diſft. ⁊3. 24. & 25 halttn ſie heut ſeibſt nicht mehr · tn So bekennen der Teyt / ſampt der gloſſa in c. Eccleſia- ſticarum diſt n. Die Bapſtiſch Conſecratiofoͤndte auß H. Schrifft weder deß alten oder newen Teſtaments nicht bewieſen werden: ſo wol gegruͤndet iſi die new Romiſch Kirch im hochſten Articuljhres newen Glaubens. Ferꝛner ſagt vnd bekennt gloſſa ordinaria, daß das einig Dpffer Chriſti am Creutz beſchehen genugſam ſey / aller Menſchen Suͤnden zutilgen / vnd zuverſohnen: Ait enim. Si ſemel oblatus non ſufficeret omnium in ſe creden- tium Chriſtlichen Kirchen. 5 tium peccata exhaurire, oportuiſfet eum pati fæpius abo⸗ rigine mundi: quod ne fieret, paſſus eit femel in confuma- tione ſæculorum, Zu teutſch; Wañ das einig Opffer Chri⸗ ſti nicht genugſam were aller Glaubigen Suͤnden außzu⸗ ſchopffen / ſo were von nothen geweſen / daß er vom anfang der Welt her offtermals heite leiden muͤſſen: Welches da⸗ mit es nicht beſchehe / hat er einmal gelitten in dem Ende der Zeiten vnnd Welt: Wie ſolches auch der heilig Apoſtel be⸗ zeuget / Heb. o. Vnd Auguſtinus ſchreibt de ciuitate Dei lib. 7. c. 30. Dann Chyiſtus iſt aufferſtanden / der lebendig wil hinfur nicht bey den Todten / hie vnd da / leiblich geſucht noch in die Haͤnde der Suͤnder vberantwortet werden: Der auch alle Ding in ſeiner Handt beſchleußt / mag von keines Menſchen Haͤnden getragen / noch an keinem Drt beſchloſ⸗ ſen werdem b Darumb wirdt auch in der Meeß das Volck mitdem Surſum corda ermahnet / jhr Hertz vberſich in Himmel zum HxRRRzuerheben / da Chriſtus iſt / ſizend zur Ge⸗ rechten deß Vatters / vnd denſelben nicht herniden ob dem Altar / in deß Prieſters todten Handt / zuſuchen / heut aber iſts in der Baͤpſtiſchen Kichen ein anders worden. Nota. Der Canon hat auch ein Kuß / welcher / wie Ga- briel. lect. ʒʒ. vnnd Gerſon vber das Magnificat ſchreiben ⸗ deß Judas Kuß repræſentirt vnnd abbildet / vnnd ſpricht: Wehe mir / dann ich foͤrchte / daß mir diß Laſter offt moͤge fuͤrgeworffen werden / wie dem ſchalckhafftigen Judas / da das gůtig Lamb ſagt: B Juda / verratheſi du deß Men⸗ ſchen Sohn mit einem Kuß: Hæc Gerſon Sihe das Ge⸗ wiſſen vberzeugt die Baͤpſtler / daß ſie mit dem Kuß / vnd jh⸗ rer Meeß / das jr / das iſt den Corban ſuchen / vnd den Hr⸗ ren verkauffen. Der 26. 3s. 64 Von der Heiligen Der Canonz.q.7. in grauibus: bezeugt mit Paulo zum Hebreern / daß der da opffert wuͤrdiger ſey / weder das er opffert: Dann das Vpffer iſt vmb deß opfferenden willen fuͤr dem Angrſicht Gottes angenemb. Dieweil dann die Meßpfafßen vermeynen Chriſtum Gott dem Vatter auff⸗ zuopffern / ſo iſt zubeſorgen / ſie erheben ſich mit dem Lueifer vber Chriſtum / vnnd ſeyn im Grund dierechte Widerchri⸗ ſten / dann es jind viel Widerchriſten worden / 1 Johan·⁊. Von der Bueß. ſey gewiſſer weder der Tag / daß die Suͤnde durch be⸗ rewung eines ʒerbrochenen demuͤrigen Hertzens / vnd nicht durch die muͤndtliche Beicht / verziehen werden: ex ver- bis Auguſtini, vnd inc. porrò, iſt ex verbis Proſperigano- niziert, daß die Zaͤher / welche auß eigener Rewſal / vnd Zer⸗ knůrſchung deß Hertzens flieſſen / die Brunſt deß ewigen Fewers außleſchen. Dann in einer jeden Stundt / darinnen der Suͤnder ſich bekehrt von ſeinen Suͤnden / vnd darvber erſeufftet (es ſte⸗ het nit im Propheten / wann er ſeine Suͤnde gebeicht hab) ſonder wann er nun darvber bekehrt worden iſt / vnd geſeuff⸗ tzet hab / wirdt er leben / vnd nit ſterben: Dann wir koͤnden verzʒeihung der Sůnden auch mit ſtillſchweigendem Mund crlangen: der Außſaͤtzig wirdt rein / ehe dann er zum Prie⸗ ſter kompt / in dem daß jhm ſeine Suͤnde vor der muͤndtli⸗ chen Bekandmuß vnd Beicht nachgelaſſen wirdt· Darauß wirdt geſchloſſen / daß die Sünden allein die Rew deß Her⸗ nens / durch welche der Menſch vom Todt der Sünden er⸗ weckt wirdt / auffhebt / vnd abulget. lta hæcin c. facilius & inC⸗ Wo der Bueß ſtehet in c.ſi cui. de poœnit. diſt.r. Es —— Chriſilichen Kirchen. 56 in c feindite, in c conuertimini & in c.qui natus eſt, & in c.magna pictas Dei: de pœnitentia diſt 1. In der Beicht wirdt die Sůnd nit verzieben / ſonder es iſt erwieſen / daß ſie ſchon verziehen iſt vor der Beicht: dann die Beicht beſchicht allein die Bueß damit anzuzeigen / vnd zu⸗ bezeugen / ibidem: vnd diß alles ſtehet auch ex verbis Chry- ſoſtomi in c.⁊ 3 4.5. cad.diſt. Dann Ambroſij Wort wer⸗ den erzehlt / angezogen / vnd canoniſirt, in c. Petrus doluit, da er ſagt: Petrus iſt nach ſeinem Fall betrůͤbt worden / vnd hat geweinet / dieweil er als ein Menſch geſuͤndigt hat: Ich finde nit was er geſagt hab / ſeine Traͤher liß ich wol / iß aber ſein gnugthuung nicht / dann gehe hin vnd ſůndige nit mehr / diß iſt die gnugthuung / ſagt der Canon de pœnit. diſt.1.c. quamuis. vnd in c importuna, ſtehet ex authoritate Hic- ronymi. die Statt Nmuue / welche durch jhre Suͤnden ver⸗ dorben / vnd zu Grund gangen were / iſt durch Traͤher vnd jhr weinen erhalten vnd beſtehen blieben. Dann Chriſoſtomus ſchreibt / welche Sund ein ſchandt iſt ʒubeichten / die waͤſchen ab diegaͤher in c.lachrymæ præd. diſt. 1. de pœnit. Dann das Dpffer welches Gott gefellt / iſt ein zerbrochner Geiſt / Pfal. Fr. Vnd ich wil dem HER⸗ RxRmem Vbertrettung wider mich bekennen / ſo vergibt er mir mein Miſſethat / Pfal. ʒ⁊. So ſagt auch Auguſtinus: Die Gnad vnd Barmhertzigkeit Gottes iſt ſo groß / daß ſie auff das bloſſe vñ einig verſprechen der beſſerung / die Suͤn den verzeihet / vnd ehe dann ſolch Zuſagen der Mundt auß⸗ ſpricht / hats Gott im Hertzen ſchon erhort: Dann das Zu⸗ ſagen vnd Geluͤbd deß Hertzens wirdt fuͤr das Werck ſelbſt bey Gott gerechnet: Darumb ſpricht die gloſſa daſelbſt / daß die Gerechtmachung / die Lieb / die Rew deß Hertzens / die verzechung der Suͤnden / vnd die vorkom̃end Gnad Gottes bey einander ſeyn / d.c.z. 4. & . H So 3. 40. ₰. 56 Von der Heiligen So lehret auch Gratianusin c. pen. eiuid: diſtinctionis de pœnit. Es ſey zu ſeiner Zeit / das iſt vmbs Jar Chriſti o. noch hiervber / nemlich daß die můͤndtlich Beicht ʒun Bueß gehoͤre vnd kommen muůͤß / nichts gewiß decidirt vnd eroͤrtert worden / ſondern ſchier erſt zwey hundert Jar dar⸗ nach iſt ſie durch Innocentium den Bapſt / in c.omnis v⸗ triuſq; ſexus, de pœnit. & remiſ auffgeſetz vnd eingefůh⸗ ret worden. * Chriſtus verzeihet die Suͤnde vnd nicht der Prieſter / das ſtehetin c. nemo tollit de conſecra.diſt. ʒ. & de pœnit. di ſtinct.i.c.verbum Dei, & c.conuertimini, & c.euidenter 1. q. 1. Dann nicht durch das Prieſterlich Vrtheil / ſondern durch die Miltigkeit vnd Gnad Gottes / wirdt der Suͤnder gereiniget / vnd das Wort Gottes (das iſt Chriſtus) verzei⸗ het die Suͤnde / der Prieſter fuͤhret vnd hat kein recht eini⸗ gen Gewalt bey der Abſolution / ſagt Ambroſius ind. c. verbum Dei. Vnd daß die Suͤnden weder durch die Beichi ⸗ noch durch die Rew im Hertzen / ſondern allein durch die Gnad Gottes verzihen werden / das ſtehet in bemeltem cap- nemo tollit. So ſind die Baͤpſt auch im Articul von der letten Be⸗ lung miteinander nit einig / vide gloſſam inc. Preſpyteros diſtinct. o5 Daß wir nichts glauben noch annemmen ſollen / dann was von S. Petro vnd andern Apoſteln empfangen iſt / das ſtehet inc.rogamus.⁊4. q1. vnd daß den heiligen Schrifften aller Vaͤtter vnd Gelehrten Schrifften ſollen weichen / das hat man an mehr· Orthen in diſt. o. So ſtehet auch in c· ſunt quidam & in prima gloſſa ibidem.⁊ʒ. q.i. Wann der Bapſt zu Rom etwas wolte ſtatuiren vnd ſe⸗ zen wider das Euangelium / oder wider die Apoſteln wider die Propheten / ſo were er cin vberwieſener Ketzer: Jetzt aber heißt es alſo: Wann die gantze Welt in emen Ding wider den Bapſt hielte / ſo ſoll deß Bapſts Meynung ullein gelten. gloſſa ſuper 9. q. 3. C. ncmo & diſtinct. 21. c. quamuis. & c. loannes diſt. ʒo. Dann was der Romiſch Stuel ſetzet / das binde jederman. diſtinct. 19. &20. per totam. Wider die Kirchen Gezierd ſtehet ein mercklicher Spruch in c.gloria. epiſt. i. q ⁊. da S. Hieronymus alſo ſchreibt: Viel bawen die Waͤnde ſcheinbar / von Marmor / Goldt / vnd ſchmucken die Altaͤr mit Berlin vnd Edelgeſtein / aber der Diener Chriſii hat man kein acht: Vnd fo aber jemand wolte ſprechen / Es iſt doch auch alſogeweſen bey den Juden im alten Teſtament. Antwort ich: Das iſt von Gott gelobt worden zu der eit / da noch die Prieſter vyfferten dem HEr⸗ ren das Blut deß Viehs / aber das iſt alles hin / vnd nun ge⸗ weſen ein Figur / wie die Schrifft ſagt /. Cor. xo. Aber nun hat der HE ſein Hauß mit Armuth geweihet / auff daß wir das Creutz tragen / vnnd Wolluſt vnd Reichthumb als Koth achten. Hæcille. Was wilt du antworten ſagt Am⸗ broſius / wann der HæRR ſprechen wirdt / warumb laͤſſeſt du die Armen hunger leiden ? dieweil du haſt Gelt gehabt? Wilt du ſprechen / Ich forchte der Tempel werd nicht gezie⸗ ret / So wirdt der HRRR ſprechen: Die Sacrament bege⸗ ren kein Gold / haben auch kein Gefallen daran / weil ſie vmb Gelt nicht ſollen erkaufft werden / Kirchenzierd iſt erloͤſung der Gefangenen / das ſind koͤſtliche Geſchirꝛ/ welche die See⸗ len vom Todt erretten / das iſt der rechte Schatz deß HxR⸗ NxR / wann man jhnen thut / wie deß HERRN Blut jh⸗ nen gethan hat. c. Aurumex lib. 2. officiorum Ambroſij ead.c.i2. q.2. H ij Weiter 42* 43. 36 Von der Heiligen Weiter ſtehet in c.⁊. diſt. 4ʒ. Noua vero atqʒ inaudita eſt iſta prædicatio, quæ verberibus exigit fidem : Zu teutſch: Diß aber iſt ein newe / vnd zuvor vnerhoͤrte Predig / welche den Glauben durch Streych erfordert: So ſagt auch die gloſſa in c.ad fidem.⁊ʒ. q.ʒ. ad fidem nemo cogendus eſt. Zum Glauben ſoll niemand gezwungen werden: In maſ⸗ ſen daſſelb auch ſtehet in c. de ludæis/ cad. diſt. Aber wie die Canones in Hiſpania durch die vermeynte H. Inquiſition bey 10. Jarn / vnnd jetzt von 4. Jaren her / biß in die 30. Jar ſeyen in Franckreich vnd Niderlandt gehalten vnnd be⸗ dacht worden / da man vnder dem ſchein Chriſtlicher Reli⸗ gion / gebrenni / gemetzget / vnd von derſelben wegen / ſo lang⸗ wuͤrige der gantzen Chriſten Welt verderblicheKrieg gefuͤh⸗ ret hat / vnd noch fuͤhret / mit vndergang vieler hundert tau⸗ ſent Perſonen / vnnd langwiri chen Bluts / das ligt offentlich am Tag. Es were aber diß dings noch viel mehr anzuzeigen / wann man ſich noch weitleuffiger damit wolte bemuͤhen / es ſoll jetzt bey dieſen Articuln bleiben. Darauß haben verſtaͤndige Leuth / welche jhr Heyl vnnd Seligkeit mit rechtem Eifer ſorgfaͤltig ſuchen / bald zuvermercken / daß die heutig Roͤ⸗ miſch / nit allein der erſten Apoſtoliſchen Roͤmiſchen / ſonder auch jhrer eignen hernach gefolgten Baͤpſtiſchen Kirchen / nicht mehr gleich iſt oder ſihet / weder in Lehr noch im Leben: Auch jr eigene Canones etlich hundert Jar her nit mehr ge⸗ halten hat / ſonder von der in H Schrifft beſchriebnen wah⸗ ren / vnnd vom Fuͤrbildt der alten Apoſtoliſchen Kirchen zu Rom / ja von der Baͤpſt eignen Decreten ſind ſie ſoweit ab⸗ gefallen / daß ſich die jetzig new Baͤpſtiſch Kirchzu Rommit feinem Grund deß Namens / vnnd noch viel weniger deß Weſens der Catholiſchen / oder jhrer eignen Kirchen anmaſ⸗ ger vergieſſung deß Chriſiu⸗ ſen / Chriſtlichen Kirchen. 55 ſen / oder ſichrhuͤmen kan / daß ſie in jhrer eignen Lehr beſten⸗ dig vnd einig je vnd je geweſen vnd blieben ſey. Eo kan ſich auch die new RomiſchKirch mit dem Spruch Auguſtini (der alſo lautet: Ego FEuangelio non crederem, niſi me Catholicæ Eccleſiæ commoueret autoritas: das iſt / Ich glaubt dem Euangelio nicht / wo mich nit das anſe⸗ hen der Catholiſchen Kirchen bewegte / contra epiſt. Ma- nich lib. 3.) nit ſchuͤtzen / daß man alles ſoll glauben vnd leh⸗ ren / was ſie ʒuglauben verordnei vnd befilcht: Vnd das be⸗ weißt jhr eigener Seribent Gerſon der hat den Spruch Au⸗ guſtini außgelegt / vnnd alſo geſchrieben: Eccleſiam ſumit Auguſtinus pro primitiua cõgregatione fidelium, corum qui Chriſtum viderunt, audierunt, & ſui teſtes extiterunt? Hæc ille de vita ſpirituali animæ lect.⁊. das iſt / S. Augu⸗ ſinus verſtehet in gemeltem Spruch durchs wortlin Kirch / die erſt Gemein der Glaubigen / welche Chriſtum ſelbſt ge⸗ ſehen / gehort vnd ſeine Zeugen geweſen ſind. Da ſiheſt du / daß S. Auguſiin durchs wortlin Kirch nit Bapſt Agnetem / Julium / noch andere Baͤpſt verſtanden hat / ſondern die Apoſtel vnd Juͤnger Chriſti / die vorerwehlte Zeugen von Gott / vnd Bccleſiam primitiuam, da der heilig Geiſt mit Kraͤfften / Gnaden / vnd Gaaben öffentlich im Dienſt der Apoſteln / als der einig Statthalter vnd Vicarius Chriſti / wie Tertullianus de virginibus verandis bezeugt / durch ſei⸗ nes Liechtsglaſt / das Volck auß aller Welt Zungen zum Glauben verſamlet hat / wie im Veni ſancte Spiritus, &c. geſungen wirdt. Das iſt Autoritas Fecleſiæ Catholicæ & primitiuæ, daß ſie mit dem geiſtlichen Geſchmuck / Zierd / Fruchten / Gnad / Gaaben / Gericht / vñ Gerechtigkeit herꝛlich geweßt / daß ſie inallen Stucken durch Jeſum Chriſtum in der Krafft deß H iij H. Geiſts Ictor.y. 6o Pon der H. Chriſilichen Kirchen. H. Geiſts reich gemacht / im Glauben / im Wort / in alleriey Fleiß / in aller Lehr / in aller Liebe vnd Hoffnung: Alſo / daß ſie kein mangel gehabt hat / an jrgend einer Gaab / vnnd der menge der Glaubigen war ein Hert / vnd ein Scel: Das iſt das anſehen der Kirchen / das Auguſtinum in der vorkoĩen⸗ den Gnad Gottes bewegt / mehr dem Euangelio dann den Manicheern ʒuglauben / vnnd dieſe Autoritas bewegt auch billich ein jeden mehr der Apoſtoliſchen / Catholiſchen / weder der Baͤpſtiſchen Römiſchẽ Kirchen zuglaubẽ. Daher ſchrei⸗ bet Gerſon abermals vnd ſpricht: Maior fuit primitiuæ Ec- cleſiæ autoritas, quàm nunc eſt; & quod non eſt in pote- ſtate Papæ aut Concilij, aut Eccleſiæ immutare traditio- nes datas ab Euãgeliſtis, & à Paulo,ſicut quidam delirant: de vita ſpirit. animæ lect. ⁊. das iſt / Das anſehen der erſten Kirchen iſt groͤſſer geweßt / dann es jetzt iſt / vnd es ſtehet nit in deß Bapſis / oder Concilij oder der Kirchen Macht / die Satzungen von den Euangeliſten vnnd von Paulo fuͤrge⸗ ſchrieben ʒuendern / mie etliche vnbeſinnfuͤrgeben: Darge⸗ gen ſchreibt der gelehrt loannes Trithemius, Eccleſiæ non crederẽ niſi Euãgeſium me cõpelleret: das iſt / Ich glaub⸗ te der Kirchen nit / wann mich das Euangelium nicht darzu zwuͤnge. Was aber bey der Romiſchen Kirchen / vnd der⸗ ſelben Scribenten / dem Chriſtlichen Glauben ahnlich / auch dem Apoſtoliſchen Gebrauch vñ der H. Schrifft gemeß iſ⸗ vñ ʒur Gottſeligkeit dienet /ſoll in allweg vnverworffen ſeyn: darvber koͤnden die Papiſten mit gutem Gewiſſen niemand ʒwingen noch tringen / wo ſie nit wollen mit Tyrannney in die Fußſtapffen deß Antichriſts tretten / mit Verſper⸗ rung / vnd Stockmeiſterey der Gewiſſen / vnd mit Berfolgung / wie im Daniele vnnd Apocalypſi propheceyet iſt. E N D E.