emn Ermabnung vonEheſtand/ Gambt einer Pꝛedig / von der Geiſtlichen Eheuerlobung / zwiſchen dem Herin Chꝛiſio / vnnd ſei⸗ ner Gelibien Gemein. 7 — Bey dem Hochzeitlichen Ehrufeſi / deß Wolge⸗ bornen Herꝛn/ Heri Georgen Ludwigen von Freiberg / Freyherin zu Juſtingen vnd Opfingen / c. Und des Wolgebornen Frewlins / Frewlins Bar bars „ Grůͤuin zu Eberſtein / c. Gehalten zu Juſtingn / den z. vnd 6. Aprilis/ Anno 1%8 %. Durch Lutam Oſiandern / Doctorem / Würten⸗ bergiſchen Hoſpredigern. Getruckt zu Tuͤbingen / bey Alerander Hock / Anno Pomim M. D. LMMMIM — — — Ermahnung / an die Newen Shelur ufden abent / vor dem beylager. Elebte im Herin Shrſ/ 2 ihrwiſſet, wannein Hoher Seeebe den Potentat ſeiner diener einein nen Suaet ge⸗ ſein fuͤrnemes Aſñtbefilhet / das er jme gemeinlichein ge⸗“ ſchribnen Staat oder Ord⸗ nung zu füllet / darauß er ſich jederzeit erinnern ronnt / wie er ſich in ſolchem ſeinem Ampt vnnd Stand verhalten foll. Dieweil nun der All⸗ maͤchtig Gott die Menſchen in den Eheſtandt verordnet / ſo hat er jhnen auch in heyliger gott⸗ ucher ſchufft / einen Staat vund Orduung be⸗ greiffen laſſen / nach welchem ſich die Eheleut / in jrem ſtand halten ſollen. Wer nun ſich im H. Eheſiandt nachſolcher Ordnung vnnd befeih Gottes verhelt / der hat von Gott glůck vnnd heil / ſegen / vnd wolfahrt zugewarten. Dann ob wol der Eheſtand auch ſein Creutz hat / wel⸗ ches Gott den Eheleuten aufflegt: Jedoch wañ ſie ſich nach jrein Staat vnd Ordnung Got⸗ tes halten / ſo konnen ſie allerley widerwertig⸗ keit / ſo jhnen begegnet / mit gutem vnd ruͤhwigen gewiſſen ertragen / vnnd ſelbige ſeeligklich vber⸗ winden. Woͤllen deinnach kůrtzlich / jedoch auß grund Gottlichs Worts / ſolchen Staat vnnd DOrdnung Gottes / ſo er den Eheleutẽ gegeben / anhoören: Der Allmachtige verleyhe gnad / das wirs behalten / vnnd dei ſelben nachkom ⸗ men. Sna iß/ die Kurtz aber von der ſachen zureden / ſobefilht S. Paulus (in der Eheleut Staat) den Ehe⸗ mennern die liebe: den Eheweibern aber / denge⸗ horſam. Da nun die Eheleur diſem Staat nach gehn / werden ſie in friden vñ einigkeit wol bey einander leben. æpeic. uebe, Die Eheliche liebe aber eines Ehemans ge⸗ Erena, gen ſeinem Eheweib/ſoll inbruͤnſtig vnd beſten⸗ ſen· dig ſein. Wie groß aber ſolche liebe ſein joll / erkleret S. Paulus /da er an die Epheſer ſchrei⸗ het / die Maͤnner ſollen jhre Weiber lieben / wie Thꝛiſus geliebt hat die Gemein / vnnd hat ſich ſelbſt fur ſie gegeben / Das iſi freylichein groſſe lieb / das Chꝛiſtus ſein leben fůůr die Gemein ge⸗ geben. Daun Chiiſtus ſagt an eim i ort⸗ Erhſ. 3. ort: Niemandt hat groͤſſere liebe / dann die / das er ſein leben laſſe fuͤr ſeine freundt. Wie beſten⸗ dig aber dir liebe ſein ſoll / lehrnen wir abermaln an dem Exempel Chuiſt / von welchem Johan⸗ , nes alſo ſchreibet: Wie er hatte geliebet dir ſei⸗ ⸗ nen / die in der welt waren / alſo hat er ſie geltebet ans ende. Vnd hat vns der Herꝛ Ghriſtus nicht damaln allein geliebt / da er vns durch ſein bluͤterloͤſet han ſonderner liebet vns noch heu⸗ Rom. s. tigs tags beſtendigklich: Sittzt zur Gerechten Gottes / vnnd vertrit vns / das iſt / er bittet den himliſchen Vatter (der jm nichts verſagen kan) trewlich fur vns / das wir die ewige Seeligkeyt mogen erlangen . Die beſtendige Eheliche lie⸗ be aber / ſoll ſich mit erzeigung aller trewe / in der that erweiſen · Der vrſachen dañ S. Pau⸗ lus den Ehemannern ſagt: ſie ſollen jhre Wei⸗ ber lieben / als jre eigne leib / Niemand aber hab gpef „ jemals ſein eigen fleiſch loder leib) gehaſſet / ſon⸗ der er nehre es / vñ pfleg ſein / wie der Her:ꝛ ſeinet Gemein. Demnach ſich geburt / das der Mañ fur ſein Eheweib ſorge / das ſie nicht allein bey ſeinem leben nahrung vnnd Pflag habe / ſonder das ſie auch hernach verſorget / vnnd geburlich bedacht ſcy. A 3 Wiewol Joan. 175 Wiewol es nun im anfang des Eheſtandts / wee ete (dazwey Menſchen einander gutwillg zur Ehe beſtenig erda pemen) nicht vil vermahnens zur liebe bedarfſ weden, ſondern die Maͤnner füt ſich ſebſien hre Ehe⸗ weiber in brunſtig lieben. Jedoch / damit ſolche liebe nichterkalte oder verleſche wie bey etlich⸗ en Eheleuten leyder etwan geſchicht) ſo ſoll der Eheman jederzeit gedencken· Gott hat mir di ſes Weib / vnd kein qndere/ zum Weib geordnet vñ gegeben: Darumb ſollich ſie allein/ vñ kein andere lieben das hat er mir befolhen/ Darum̃ will ich mich auch keiner andern geluſien laſſen. S. Danndas ſollen wir wol wiſſen / das Gott der Sez. Hert nicht nur dem Adam gllein /ſein Weib⸗ Eua / erſchaffen vñ zu gefurt: Wieer auch micht allein / dem Ertzuatter Iſar ſein Rebectam ge⸗ ordnet vnnd beſcheret ſondern / ſokein ſpaß guff mauh· ꝛo · die Erd felt / ohne des Himliſchen Vatters wil⸗ len / wie Chriſtus im Guangelioſagt ſokom̃en auch gewißlich die leut jn Eheſtand nich geferd / vund ohne den willen Gottes zuſam Vnd wann wir in vnſers Hermn vdnd Sotte buch ſehen koͤnden / (in welchem ſeine götiliche Decreta vnnd verordnungen geſchriben ſehre warden wir drinnen finden vnd leſen / wolche ² E zweh zuſamen in den Eheſiand geordnet hette. VDarumb auch einer (wann im eine die er lie⸗ bet /nicht werdenmaggedencken ſoll / Gott hab ſie beyde in ſeinem buch nicht zuſamen verzeich⸗ net: ſondern/es ſey jhm ein andere beſchert. Wannauch einem Ehemann / ein frembdes 2in foßer ep Eheweib will alſogeßellen / das erluſt zu jt be⸗ n ſ ſen⸗ koͤme/ſoll er ſeine augen von jhr abwenden / vnd vichtauff re⸗ die gloſieie gng hude Bunſt einer ſolchen Lieb/ den ber wen (als ein Vnoꝛdenlich ſchãdlich Fewerals bald dempfen vnnd außloſchen / damit es nicht vber⸗ hand neme. Hierzu dienet / wañ man betrachtet das gebott Gottes Du ſolt dich nichtlaſſenge Sen. luſien deines nãchſten Weib. Dañ nicht allein der Ehebruch / ſo mit der that geſchicht / ſondern auch ſolche vnreine gelüſt/vor Gott dem Herin / Derndes Menſchen nin ſihet) Sund ſein Wie der Her; Fhuffus im Euangelio en⸗p „ ſagt Wer ein Weib anſihet / jhrzubegern / der hat ſchon die Ehe mie jr gebꝛochenin ſeinem her⸗ ken. Vndda der Menſch ſolchen böſen gedan ⸗ cennachhenget /kan jne der Sathan leichtlich auchzum werck des Ehebruchs bewegen: gleich dieat ßeinem funcken ein fewr / vnnd auß einem vntichten fewr ein groſſe vnd ſchaͤdliche 2 5 entfien entſtehn kan. Es ſoll auch ein froñier Ehe⸗ man nit gedenckt / wañ du diſes oder jenes weib/ (welches ſchon / freundlich / vñ geſpꝛaͤch)an ſiatt deines Eheweibs hetteſt / ſo were dir wol / dann es iſi nit alles gold / was gleiſſet. Vnd wañ ein ſolcher Mann etwa wůſte / was ein ſchoͤn vnnd holdſelig Web daneben fur fehl vñ maͤngel het⸗ te / welche jm verborgen ſo würde er ſich deſſel⸗ ben Weibs nicht gelůͤſten laſſen ſonder jme ſein eigen Weib laſſen lieber ſein. Eben ſo wenig ſol auch ein Eheman ſeine gedanckt zuledigẽ weibs⸗ perſonen wenden· Dan der Apoſiel ſchteibt zu den Hebꝛeern. Die Ehe ſol ehꝛlich gehalten wer⸗ den bey allen / vnd das Ehebett vnbeflet. Die hurer aber vnd die Ehebꝛecher wurd Gottrich⸗ ten. Es befindet ſich auch / das Gott die hu⸗ rer vñ Ehebꝛecher mitabſchewlicher krn ten / oder mercklichenabgang an zeitlicher Ra⸗ rungſraffet / wañ ſie gleich don der Obrigkeit nicht allwegen geſtrafft werden mogen · d wañ ſie gleich nicht ʒeitlich in diſer welt geſtrafft würden / ſomogenſie dochlwoſie nit wahre buß thun)der ewigen ſtraff des helliſchen Fewrs nit entriñen. Dañ S. Paulus ſchreibt / dus weder die hurer / noch die Ehbuecher / werden da⸗ reich Gottes ererben, Wañ Wann nun ein Eheman ſein ehliche pflicht / er vor Gott vnnd einer Chuißilichen Gemein ge⸗ Snn than /trewlich vñ feſt helt ſo hat er ein gut růwig vol gewiſſen vor Sott · Vnnd iſt einem ſolchen Ehe⸗ mañ angenem / alles was ſein geliebte haußfraw thut / dagegen einem Mann / der ſein hertz zu an⸗ dern Weiber wendet / uchis gefelle oder recht iſi/ was ſein fromb Weib thut: ſondern iſt alles gifft vnd gall / vnd kan ſie dem Mann nichts recht o⸗ der angenemes thun da dann hiemit dem Mañ auch nicht wol ſein kan. Wo aber der Mann ſein Weib hertzlich liebet: hat er hinwiderumb auch eheliche lieb vnd trew bey ſeinem Weibzube⸗ finden: In leibs ſchwacheiten: In ſeinem Alter: vnd andern zuſtaͤnden. Dann gewißlich kein Menſch ſonſten einem Eheman ſolche trerv be⸗ weiſet / als ſein frommes Eheweib: welche auch / jm fahl der not / Ihr leben fur jhne laſſen moͤchte· Vnd was jhr Mann fuͤr ſchmertzen leidet / die woͤlte ſie vil lieber an jhrem eygnen leib erdulden. Alſo hat Adam ſein Eheweib / vnſer erſie Erempel Gott⸗ Mutter/geliebet / vnnd jhr einen frolichen vnnd ſienbene⸗ freundtlichen Namengegeben / vñſie Euam (als Ebeweiber be⸗ ein Mutter aller lebendigen Menſchen ) genen⸗ endig ele⸗ net / vnd jhr freundtlich kinder mit L. Pet · 3 Celoß. 6 mit jhr gezeuget vnangeſehen /das er von jhr ber⸗ fuͤrt / vnd in jamer vnd not gebracht wordẽ/alſo ⸗ das er mit jhr das Paradiß hat raumen / vund ins Ellend zichen můſſen Abraham / der Ertz⸗ vatter hat ſein weib Saram gehebt / vnd freunt⸗ lich mit jhr gelebt / auch in jhrem Hohen Alter: vnangeſehen / das ſie vi Jar beyjm vnfruchibar geweſen. Dergleichenloͤblichen Exempeln ſol⸗ ten Chriſtliche Ehemaͤnner volgen / vnd mit jren Welbern gedulttragen / vnnd denſelhigen / nach der lehr S. Petri/ als dem ſchwechſten Werck⸗ zeug / jhr Ehr geben/ als auch Miterben der gnade des Lebens. Vnnd ſollen die Maͤnner nach der Lehr S. Pauli/ gegen jhren Ehewep⸗ bern nicht bitter ſein. Vnd da etwo ſich etwas dergleichen zwiſchen Eheleuten erheben wolte⸗ geburt dem Mann / als dem verſtendigen / ſich alſo der billigkeit gemeß zuerzeigen / damit das band der chelichen liebe nicht zerriſſen werde / vnd ſouil jetzmals von dem Staat eines Chriſilich⸗ en Ehemans / wie er ſich gegen ſeinem Ehewelb perhalten ſoll — Wir wollen auch kurtzlich hoten / was Sort der Hert den Eheweibern befolhen / wie ſie ſich gegen jhren Ehemennern erzeigen ſollen · S. Paulus S. paulus aber will / das die Weiber h⸗ ren Ehemennern ſollen vnderthaͤnig vnd gehor⸗ ſumſeln / als dem Herꝛen. Vnd ſiellet jhnen fuͤr/ das Exe mpel der Chriſtlichen Kirchen oder Ge⸗ mein Gottes / vnnd will das / Gleich wie die ge⸗ mein dem Hermn Chriſio / alſo ſollen auch die wei⸗ ber jhren Männern vnderthenig vnd gehorſam ſein in allen dingen Dardurch S. Paulus ver⸗ ſiehr / einen Gehorſam in allen denen ſachen / weiche dem Heiligen Wort Gottes nicht zuwider ſein. Diſes aber ſoll ein ſolcher gehorſam ſein⸗ bey welchem ſich fiade ein Rechte Neuerentia oder Eherhietung gegen dem Eheman alſo / das ein Eheweib nicht allein mit worten vndeu ſſerlichen geberden jhrei Eheman ehrlich halte⸗ ſondern auch in jhrem Hertzen ihne nicht veracht. Dañ diß iſi kein rechte Neuerentia oder Eherbietung / da ein Weib gleichwol (ſonderlich vor den Leuten) jrem Eheman gute wort gibt / vnd ſich Ehrerbů⸗ tig gegen jhm erzeigt / in jhrem Hertzen aber jhne far ein Narten vnd fantaſten helt/ vnd verachtet. S. Petrus růhmet die Heilige Frai Saram / welche jhren Ehemann / den Abraham⸗ einen Herin geheiſſen Welche euerentia aber nichtal⸗ lein in worten geblibẽ / ſondernſie hat jhren Her⸗ en B 2 ren ⸗ Epheſ. ⸗ 1. Pet. 3 Die Weiber follen jhretNen ver fuͤꝛchten. Prſachen war⸗ umb die Weib⸗ er jhren Män⸗ nern ſollen vn⸗ derthenig vnnd gehorſam ſein. Epbeſe 5. Gen. 3. ren / den Abrahamin jhrei Hettzenehtlich vnd hoch gehalten. Ja es will S. Paulus / das die die Eheweiber jhre Maͤnner nicht allein ehe⸗ lich halten / ſondern auch die ſelbigen Fürchten ſollen. Dannes ſieht einer Chriſilichen Ma⸗ tronen vbel an / wann es jyr gleichgut/ jhr Mañ zuͤrne mitjhr/ oder Lache. Vnd / wannſie vnge⸗ ſcheucht vnnd furſetzlich thun darff / darůber hr Eheman vnluſtig / vnd zormig wurdt. Ein fromb wab aber fuchtet vnnd verhutet jhres Ehemans Zorn ſo wol / als die ßraich, welches Weib ſich vor dem erſten ſireich Hutet / die iſt vor den andern allen geſtchert. Damit die Eheweiber den ſchuldigen gehor⸗ ſam / hren Ehemennern gutwillig vnd von hertzẽ leyſten / haben ſie deſſen nachfolgende vrſachẽ an⸗ zuhoren / vnd fleißig zubetrachten. Es iſt Ja nicht ein Menſchliche/ ſondern Gottes otdnung vnd befelh / das di Weiber jhren Ehemaͤnnern ſollen vnderthenig vnd gehorſam ſein/ dann der Mann iſi des Weibs Haupt / wie S Paulus ſchreibt vnd Sott ſagte zum Weib dein will ſoll deinem Mañ vnder worffen ſen / vnder ſoll dein Hert ſein. Darumb wann ſich das Weib wider iren Mañ auffleinet / ſo iſ ſolches ein aufftun . werck vnnd bewweiſet ein ſolch vngehorſam Weib e ſolchẽ mrutz nit nur jtem Eheman / ſondern Gott en ſich Wide dem Allmaͤchtigen / der dem weib den Manzum Son haubt vñ herꝛn geſetzt hat. Gleich als wañ eines Herin vnderthan ſeines Vogts Amptlichen ge⸗ bůͤrlichen befelh verachtet / oder ſich dem ſelbigen widerſetzt: ſo erweiſet er ſolchẽ vngehorſam nicht nur ſeinem Amptmã /ſondern ſeiner hoht Obrig keit / welche jhne auch wol weiſt gebuͤrlich daruber zůſtraffen: Alſo pflegt auch der Allmachtig der Wetber vngehorſam gegen jhren Maͤnnern⸗ (alsder wider GOtt ſelbſi iſi) mit allerleyſtra⸗ fen heimzuſuchen. Dagegen waiein Weib jren Mañ ehelich dnd werth helt / ſich ſeines willens von hertze be⸗ Gehe⸗ 3 . fleiſſet /zuthun was jm lieb vñ angenemißt / vñ zuguteche. meiden / was jm leid vnd zuwider iſi / ſo hat ſiejres Mans hertz gleichſamin jrer hand / dz er ir guts thut / ſie hinwiderumb liebet vnd meidet / ſo vil er kan / was jhr zuwider vñ ſchaͤdlich iſt. Vnd her⸗ ſchet alſodas Weib/eben in dem / dz ſie vnderthan iſi vnd gehorſamiſi. Wann aber das Weib jren kopfauff ſetzt / vnnd ſtreitig iſt / ſo wendet ſich des Mañs hertz von jr / windt jr abhold / vnd kan ein weib / durch jr halsſiarigkeit verurſachẽ / das er⸗ B 5 gers gers darauß ervolget: In welchem gleichwol der MNan vor Sott darumb miht entſchuliget iſt. — Wie aber Gott der Hert ſeinen ſegen verleihe / wo Lenn ge Bruͤder einig miteinander ſein vnnd verheiſſen hat / leben vnd ſegen jm̃et vñ ewwiglch Alſo wiler auch Chriſtlichẽ cheleutenlals welche vor Got/ ond in Chriſto / Schweßtern vnd brüder ſeinſi⸗ nen ſegen miltiglich verleyhen / das ſie hr zeituche narung / vñ das jenig haben / was jnen zuleib vñ Seel / notwendig vnd nutzlich iſ· wañſiemit vnd beyeinander fridluch vnd freundlich leben. eotee. Wann auch das Welb /init jrem gehorſum en gur Haut⸗ ynd vnderthenigkeit gegen yhtem Ebeman⸗ den regiment. — Haußfriden erhelt / ſohaben beyde Eheleutjr au⸗ thoritet vñ geburlich anſehen bey den kindern vñ dem haußgeſindt / das ſich dieſelbige wol vñ recht ziehen vñ regieren laſſen / vñ ein ſolche Haußhal⸗ ten angerichtet wirt / die Sott gefellig / vñ beyde⸗ ren Gott der Herꝛmit ſeinen Engeln wohnet⸗ Welche auch / durch Gottes ſegen teglich ſert vnd vermehrt wuͤrt. Dagegen/ wodz eib dem Man widerſpenſtig / den ſelbigẽſchnoͤd helt⸗ ſchmehet vñ verachtet / der Rañ aber das Web haſſetleſtert vñ mit beſcheidenheit zumelde)wie ein fußtuch helt / da verachten die kinder vñ Ehe⸗ halten beyde Eheleut / den Hauß vatter / vnddie außmutter / gehorchen nicht / oder aber hencken 55 an den einen theil / vnnd widerſetzen ſich dem andern / darauß nichts dann vngehorſam / yn⸗ treiv /Zerruttung vndzntlichen verderblcher vn⸗ dergang des gantzen Haußregimendis erfolgen Hie möchten die Weiber ſogen: Muß es a⸗ Welchen geſtat 2 ete — die Weiber den ber alles recht ſein / was die Maͤnner fuͤrnemen / erannern ein⸗ vnd darffein verſtendig Chriſtlich Eheweib jrem Mann nichts ein riden / wann er etwo ſachen farneme / woͤlche Ihm ſelbſien / oder auch der haußhaltung /ſchaͤdlich weren? Ammort. Ein Weib hat deſſen wol macht Sie ſoll aber jhrem Eheman von dergleichen ſachen mit horten hitz⸗ igen vnnd ſchwaͤlichen worten abzuh alten nicht vnderſiehn ſondern jne mit freundtlichen worten abfahen. Vnd da ſie die vrſachen (warumb der Mann vnrecht daran ſeyerzelen will /ſol ſie daſſelbig mit kutzen worten thun / daß den Wei⸗ bern gebuͤrt nit lang zu Predigen: ſonſten mach⸗ en ſie leichtlich vbel noch erger. Wann Beſchluß diſer Wann nun der Ehemann ſein Weib beſen⸗ vmenunbs. digliebet /fur die ſelbige ſorget /ſie trewlich Pffleget / als ſeines Eygen leibs: ja ſie hertzlich liebet / wie der Her: Chriſtus ſein Chriſt⸗ liche Semein liebet das Weib aber jhren Ehe⸗ man in Ehren helt / jm in allen dingen / ſo Gptt dem Herꝛn nicht zuwider / gutwilligen vnderthe⸗ nungen gehorſam Leyſtet / vñ alſo beyde Eheleut in friden vnd einigkeit einander freundtlich bey⸗ wohnen: da wuͤrdt die Eheliche Lieb vnnd trewe tãglich erfriſchet vnd ernewert vnd kan jnen wol ſein beyeinander / ſo lang ſie Gott in diſem zer⸗ gencklichen Leben haben will: Gott wuͤrdt ſelb⸗ ſien mit ſeinen gnaden / Vnd mit ſeinen Heiligen Engeln bey jnen wohnen / ſie ſchutzen vnd bewah⸗ ren / welchem gertrewen ewigen Gott ſey lob / ehr vnd preiſein ewigkeit/ Die pꝛedig ſoam vol genden Morgen / nach beſtetci⸗ gung der Ehe/gehalten. Epbef. 5. gay. D Weiber ſchen onderchan hren N an⸗ nern/ als dem Herꝛw. Dann der Man iſt des Weibs haupt: gieich wie auch Chuſtus das haupt iſt der Geimeln:vnder iſt ſeins leibs Hey⸗ land. Aber wie nun die Gemein iſi Ghꝛiſto vn⸗ derthan: alſo auch die Weiber ihren Maͤñern in allen dingen. Ihr Maͤñer liebet ewre Wetber: gleich wie Chiiſius geliebt hat die Gemein / vnnd hat ſich ſelbſi fur ſie gegeben / auffdas er ſie heyliget: vnd hat ſie gereiniget / durch dz waſſerbad / im wort: Auff das er jhm ſelbs darſtellet eine Gemeimne / die herꝛlich ſey / die nicht hab ein flecken oder run⸗ tzel / oder deß etwas / ſonder das ſie haylig ſey vñ pnſiraflich⸗ Alſo ſollen auch die Maͤnner jre weiber lie⸗ ben / als jhre eigne leibe. Wer ſein Weib liebet / der liebet ſich ſelbſ. Dann enuhieengl ſein eigen fleiſch gehaſſet/ ſonder er nãhreies /vñ pfleget ſein / Gleich wie zuch der HErt die ge⸗ Außlegung S D½ ſtol geſtern abenis iſivon dem leib⸗ lichen Eheſtand gered vndgehan⸗ i ereen Wie ſich Mannvnd e in ſeltigem werhalan ol⸗ lendas Gpit der Her ein gfalen daran habe: vnd jnen im Eheſtand wol / ſcy. Heut wollen wir heren von dem Geiſtlichen Eheſtand / woͤlcher ſich helt zwiſchen — . Chꝛiſto vnd der Gemein Gottes. Vnd iſt hoch von nõtn zheſtandt / das wir von dem ſelbigen gruͤndlich berichtet werden als ʒwiſchen Chri⸗ an welchem vnſerer ſeelen ſeligkeitſteht. Dañ wannwi⸗ 1. dem Herꝛn Chriſto nicht geiſilicher weiſe vmaͤhlt Vnd n wiſſen. nicht ſein geiſtliche geſpons weren / ſo hetten wir vns det⸗ wigen ſeligkeijt keins wegs zuuertroſteen. Znbat / wa Wollen der halben anfangs horen von vnſermn geiſlicht von in diſer pre Byeltigam Chꝛiſto: Wer der ſey: vñ welcher geſtalter im ds3chandel ſein Gemein vermahle: wieer ſich auch gegen der ſehen halte Zum ander: Wie ſich die Semein Gottes die Ge⸗ ſpons Chꝛiſti/gegen ſrem Breutigam erzeigen ſolle vñ diß auffs kurhte. Der Allmaͤchtig verleybe ſein gnad darzu Infangs iſt von nůten / das wir ynſern „ Seien gegen ehbenZuſgene. Hetn Cheiſtum / recht kennen: damit wir vns nicht einen Den Breutl⸗ andern Vreutigam /der nicht der rechte Chriſtus were) ein⸗ Lun chriſium bulden¶ Es iſt aber kein Edlerer /noch groſſer Herꝛ jemals auff erden geweſen / dann vnſer Herꝛ vnd Breutigam Ihe⸗ * ſus Chriſtus. Dann nach der einen Natur / nemlich nach der Gottlichen / iſ er der wahre ewige Allmaͤchtige Gott / mit dem Vatter vnd heyligẽ Geiſt / ein Schoͤpfer vnd Hert Himmels vnnd der erden: gegen dem alle Menſchen (wie cpriſius iſi dẽt hoben gewalt ſie auch in diſer welt haben ſtaub vnd ſchen gröſte Ser: det ſein. Nach der andern /nemlich / nach ſeiner Menſchlich⸗ jemaln gelebt. en Raturiſt er von Koniglichen geſchiecht nemlich/ vom ſtammen vnnd geblůt des Konigs Dauid: der von wegen ſeiner helden thaten / vnnd herꝛlichen Gaben des heyligen Geiſto in heyliger Schꝛifft boch berumbt iſ. Soiſter auch ⸗ nicht nach gemeinem lauff der Natur / von Man vñ Weib erzeugrſondern von einer reinen vnuerfelten Jungfꝛawen der Maria / an diſe wele geborn: Vnnd iſt nicht mit der Erbſůndt / wie vndere Menſchen / befſeckt vnnd vergifftel. Darumb (wie die haylige Schꝛifft bezeuget) hat er kein 6 Sünd nie geihan: iſi auch in ſeinem Mundt fein beirug „ a. funden werden. Vnd nach diſer ſeiner Menſchlicht Natur iſter auch ein Herꝛ Hiiels vñ der Crden / dieweil ſein hay⸗ chriſio iſt auch lige Menſchheit mit dem Son Gottes / in ein Perſon vn nach ſeiner zertnennliß vereiuiget alſodas Gotrnd Menfcß Chriſo eſcer nitʒwen Chꝛiſti / ſondern nur ein Chꝛiſtus iſt. Darum̃ hat Creaturen. der Pꝛophet Dauid / võ diſem vnſerin Breutigam Chriſſo geſchriben: Im ſeyen alle ding vnder ſeine füſſe gethan: pſam. dasiſt / Er ſey ein Hert vber alle Creaturen. Vund S. Pulus ſchreibt von vnſerm e das er F⸗ 6 Epheſ. 1 Joan · 13 WMatth⸗ a3. Chriſtus iſt (ſo⸗ vil die ſupſtantz ſeiner menſch⸗ heit anlanger) vns ſeinen brů⸗ dern / gleich· Heb. 2* Beb. 2. Bochʒeii Piedis / deß Wolgeborn Sern / Germ ſett zur Gerechten Goites im himmel / vber alle Fuͤrſten⸗ thu mb/gewalt / macht herrſchafft / vnnd alles was genandt mag werden / nicht allein in diſer welt ſondern auch in der zukůͤnfftigen /c. Vnnd S. Johannes ſagt von vnſerm Breutigam Chꝛiſto: das im der Vatter (auch vor ſeinem leyden vnd aufferſiehung) alles in ſeine hand (das iſt / in ſei⸗ nen Gewalt) gegeben habe. Vnder der Hert Chꝛiſtus/ ſagt /ſelbſtem Mir iſt aller gewaltgegebenſim Himmel vñ auff erden. Das kan ja ein gꝛoſſer Her/ vnd mãchtiger / ja Allmachtiger Potentat ſein Cauch nach ſeiner hayligen Menſchlichen Natur) vber alle Potentaten/ Konig vnnd Keyſer die jemals in diſer welt gelebt habent oh Wie maͤchtig aber vnd gewaltig / Edel ja hoͤchſt geborn diſer vnſer Breutigam iſt / ſo iſt er vns demnach gefreundt vnnd verwandt nach dem fleiſch / das iſt / von wegen ſeiner Menſchlichen Natur. Dan er iſt vns ſeinen Brůdern (nach der Subſtantz ſeines Leibs) gleich worden / doch / die Sůnd außgenommen / mit deren er nicht (wie wir) befleckt iſt. Hieruon ſchreibet der Apoſtel zu den Hebreern aiſo: Nach dem nun die kinder fleiſch vñ blut haben iſt er gleich⸗ er maſſen theilhafftig worden. Vnd kurtz daruor ſagt der Apoſtel zu den Hebꝛeern: Seitenmal ſie alle von einem (nemlich von Adam)kommen / bayde / der da hayliget (nem⸗ lich Chriſius / der vns mit ſeinemblur hayliget)vnnd diege⸗ heyliget werden. Darumb ſchaͤmet er ſich auch nicht / Pfal. 33. ſie Bruder ʒu heiſſen / vnd ſpricht: Ich will verkundigen deinen Namen meinen Bruͤdern / Vnd mitten in der Gemein dir lob ſingen. Es nennei ſich aber vnſer Vreu⸗ ngam Chriſus vnſerm Vdemn nicht vnbillch⸗ Georgen Ludwigen Freyherin zu Zuſtingen/i· wann er nicht / nach ſeiner Menſchlichen Makur / vnſer bru⸗ der were ſonder das weſen oder Subſtant / ſeiner Menſch⸗ heit anderſtwoher / dann von dem fleiſch vnd biut der hoch⸗ gelobten Jungkfrawen Maria hette / ſowere er nichtdes Weibs ſamen / welcher doch der Schlangen(dem Truffeh) ßat ſollen den Kopff zertreticn. Ja er were auch nicht Abrahams / ſamen (dann die hochgelobt Jungkfraw Ma⸗ Gen 3⸗ tia iſt auß dem geſchlecht vnd geblůͤt des heiligẽ Patriarch⸗ math.. en Abrahams geweſen) Dann durch den Samen Abra⸗ Luc. 2. hams welcher iſt Chꝛiſius)haben ſollen ale Voͤlcker geſeg⸗ net werden. Wañ er aber nicht were des Weibe (der hoch⸗ gelobten Juͤngfrawen Maria)jamin / vnd alſo Abrahams famen geweſen / ſo were er auch nicht der rechte Maß ias vñ hayland der Welt / von welchem doch die Propheten ſo vil auff dem alle vnſer hoffnung vnd ſeligkeit ehet. Das aber vileicht jemands gedencken moͤchte: ¶Weil ie es zuner⸗ wir in vnſerm Chriſilichen glauben von Chriſto bekennen ⸗ * cyli⸗ Er ſey vom heyligen Geiſt empfangen: er hetle ſein min⸗gen Geiſt em⸗ ſehliche Natur nicht auß dem fleiſch vnnd blut der hochge⸗ pfangen iſt· lobten Jungfrawen Maria / ſondern auß der Subſtant des heyligen Geiſts: vnd were alſo der Leib Chriſii/ vnſern leiben (doch in alwegen die Suͤnd außenommen nicht gleich: So ſoll man wiſſen / das es diſen verſtand nicht ha⸗ den kan: ſonſten wůͤrde volgen das der haylig Geiſt vnlers Heren Chriſti(nach der Menſchlicht Natur) Vatter we⸗ ez Vnnd hetie alſo Chriſtus auch nach dem welen ſeiner Perſon)zwen Vaͤtter im Himmel: dardurch aber wuͤrden die Perſonen in der heiligen Confundirt / vñ e 3 ver⸗ Luc. 1 Sochʒeit Predigen deß Wolgebornen Gerin / erin vermiſchet. Sondern diſes iſt der rechte verſtand diſes Artickels / von der empfengnuß Chriſti das der heilig Geiſt durch ſein Goͤttliche krafft / im leib der Hochgelobtẽ Jung⸗ frawen Maria gewuͤrcket / das in dem ſelbigen / auß ſhrem⸗ der Jungfrawen / fleiſch vnnd Blut /ein reiner Heiliger Menſch / von Leib vnd Seel (ohn zuthun eines Mans / vnd vnuerletzt der Jungfrawſchafftherſchaffen vnd empfangen wuͤrde. Darumb ! als die Jungfraw Maria nicht ge⸗ encken kondte / wie es zu gehn muͤſte / das ſie ſolte / ohn in Man Schwanger werdẽ: Antwort jr der Engel Gabriel alſo: der Heilig Geiſt wuͤrdt vber dich kommen / vnnd die krafft des Hochſten wuͤrdt dich vber ſchatten. Vnd iſt diß ein ſonderlich Werck vnnd Krafft des Heiligen Geiſts ge⸗ weſen / daß er auß dem ſteiſch vnnd Blut der Hochgelobien Jungfrawẽ Maria(welche / wie andere Menſchen / in ſun⸗ den emyfangen vnd geborn / vnd mit der Erbſuͤnd behafftet geweſen)dannoch einen reinen Heiligen Menſchen erſchaf⸗ fen / der mit der Erbfuͤnd nichtbehafftet / ſondern von derſel⸗ ben allerdings rein vnd vnſchuldig geweſen. Gleich als wann ein Goldſchmid von einem gemeinen Werck ſilber (welches mit Kupfer durch vnd durch vermiſchet / das man ech ſtůcklin daran zeigen kan / in welchem kein Kupſer ere ) ein ſtuck herab nimbt vnd brennets fein / das allein dz rein fein ſilber bleibt / das Kupfer aber allerdings daruon abgeſuͤndert wirdt: ſoiſt es ja eben das vorige ſilber / das an dem andern ſtuck ſilbers geſtanden: es iſt aber nicht mehr ein vermiſcht ſilber: hat kein Kupfer mehr:ſonderniſt aller⸗ dings von dem ſelbigen gereiniget. Alſoiſt die Menſcheit Chyriſii von dem ffeiſch vnd Blut der Hochgelobten li6 Gergen LutnigenßreſhernzuZuſ in genie· frawen Maria genom̃ent aberdurch die kraff vñ wirckunz deß Heiligen Geiſis alſo gereiniget ron der E rbſuͤnd / das in jhrim Leib ein Heiliger Menſch (von Leib vnnd Seel) empfangen / darinnen ohn ſünd ernehret / vnnd gewachſen vnd zu ſeiner zeit an diſe Welt geboren iſt. Vnnd eben dalunð ſchrtibt S. Paulus: Gott hab Der ſpruch S. ſeinen Sohn geſandt/ in der geſtalt der Sůndtlichen 3 Keiſches. Weſche Wort nicht diſen verſtand haben /als ob ſagt Gottſan⸗ der Sohn Goiecs heice nicht wahrhafftig vnſer fleiſch vñ ⸗ Blut ſondernallein ein geſtalt des fleiſches an ſich ge⸗ deß Suntich⸗ nſien: dann glſo were Chriſſus nicht ein Menſch ſonder en fieiſchto · ein ſpectrumſ eingeſicht oder geſpenſt geweſen: vñ ſagt S. vom · 8⸗ Patlus nicht: Gott hab ſein Sohn geſandt in der ge⸗ ſalt des Fleiſches / Sondern in der geſtalt des Sůndtlichen fleiſches / damii S. Paulus hat woͤllen Lchtenidʒ Chriſius in feiner heiligen Menſcheit ein geſtalt vñ anſehen gehabt / wie ein ander Menſch der in ſuͤndenm⸗ pfangẽ vnd geboren iſi darum̃ jne auch ſeine(gleict wolmit vnwarheit)ein freſſer/ſeuffer ein freund vñ guten grſelleder Zoͤlner vñ ſunder geheiſſen vñ geſcholtẽ. Aber S Paulus wil ſouil ſagi: ob wol Chriſius hat nach( ſeiner Mẽſcheit) diegeſtalt eines ſundtlichen fleiſches gehabt/ſo hat er doch kein ſůndtlich/ ſonder ein reinrñ heilig fleiſch gehabtꝛwelch⸗ eannoðſubſiãs(aber nichtd ſůnd)nach/gleich ſigweſin. Srleng d⸗ Alſo mainet es auch S. Paulus / daer von Chriſto S and Schreibt der Erſte Menſch iſt von der Erden ) vnnd Wſch ſſtder 3 2 der Ander Menſch iſt der Hen vem Hmmitl⸗ Perꝛ vom him⸗ Mi Welchen Wonten er nicht ſagen will / das der „3. C4 Herꝛ „. Cor. 15 g hʒeit Dredigen deß Wolgeborn Berꝛn / Serin Herꝛ Chꝛiſtus ſein Maenſchheit vom Him̃el herab gebracht pabe: ſonder das der Hert Jeſus Chꝛiſtus / der ewige Son Gottes / der vmb vnſers hails willen / vom Himmel herab kom̃en / vnnd Menſchliche Natur hie auff erden / jhm leib der Hochgelobten Jungfrawen Maria angenomen: der had in ſeiner Aufferſtehung ſeinen leib verkleret mit Him⸗ liſcher herꝛligkeit: in welcher Himm iſchen klarheit vnſer leib in der Seeligen Aufferſtehung / dem verklaͤrten leib Chriſti werden gleich werden/ darumb ſagt S. Paulus eben in dem oban gezognen Capitel bald darauff: welcher⸗ ley der Himmliſche ( verklerte Leib Chriſti) iſt / ſolcherley ſind auch die Him̃liſchen(Leib / der Auſſerwehlten Gottes/ wann ſit verklert werden) vnd wie wirgetragen haben das Bld des Irdiſchen ( Menſ hens nemlich / das wir bißher einen Irdiſchen Leib gehabt: Alſo werden wir auch tragen das Bild des Himmliſchen / (nemlich / des verklerten Leibs Chriſti / der mit Himmliſcher Hetzligkeit gezieret iſt.) Welche wort S. Pauli alle nicht daruon Lehren / woher oder auß was Subſtantz der Hert Chriſius ſeine Heylige Menſchheyt genommen: ſondern / was der Herꝛ Chriſius jetzt nach ſeiner Aufferſtehung fur ein Herꝛlichen Leib hab / der mit Himmliſcher Herꝛligkeit gezieret: In Welchem ſiuck wir jhme auch werden gſeich werden / vndollen vnſere ſterbliche Leib auch mit Himmliſcher Herꝛligkeit begabt werden. Dañ S · Paulus ſagt an einem andern or vom ppp. . ¶ Hernn Chriſtor Welcher vnſern nichtigen Leib verkleren wirdt das er ehnlich werde ſeinem verklerten Leib · Belibt alſo vnſer Lieber Herꝛ vnnd Heyland Jeſus Chrſius ein wahrer Menſch ! nit allein vo feiner Auffer⸗ ſtehung Georgen Iudwigen heryherꝛn zu Zuſtingenſꝛe. ſlehung / vñ da er noch im ſtand ſeiner ermderung / vñ in der Chriſtus bleſdr knechts geſalt wat: fondirneriſt vndbleibt auchein wah⸗cycnrpn rer Menſch / nach ſeiner Aufferſtehung / vnd in ſeiner glorj ligkeit ein wah⸗ vnd Herꝛligkeit. Welche hereligkeit nicht hat ſein heilige rer Menſch. Menſcheit zur Gotiheit gemacht: ſonſten hetten wir zwen Goͤtter / deren der ein were von ewigkeit geweſen / der ander aber / were aller erſt in der zeit erſchaffen / vnnd hette einen anfang. Oder aber / es můſte die heilige Menſchheit Chꝛi⸗ ſti alſo von der Gottheit verzeert vnd verwandler ſein / das ſie nichts mehr were / ſondern auffgehoͤrt hette. Dardurch vns aber vnſer hoͤchſter troſt entzogẽ wurde / da wir wiſſen / das Chꝛiſins nach ſeiner heyligen Menſchheit warhafftig vnſer Bruder iſt vnnd bleibet: Woͤlcher nicht allein im werck vnſerer Erloͤſung /als ein getrewer Mittler/ ſich vn⸗ ſer (die wir jm ſo nahe verwand ſein ) trewlich angenom⸗ men: ſondern auch jetzt im ſtand ſeiner herꝛligkeit / ſich vn⸗ ſer nicht ſchaͤmet / ſondern zur Gerechten Gottes ſitzendt / vns taͤglich vertrit / vnd fur vns bittet. Deſſen wir vns bil⸗ Rom. 3. lich hoͤchlich zu troͤſten vnd zu erfrewen haben. Biſer herꝛliche Breutigam aber der Gott vñ Menſch e ver⸗ ineinn Perſon vnd ein Hen Himmeis vnd der Erden iſi ſoben be⸗ hat ſich verehlichet / vnnd verſpricht ſich noch taͤglich / ehe⸗ men Sůndern⸗ lich / mit einem Armen Weibsbilde / welche nicht allein an geiſtlichen gůtern allerdings arm / vnnd von jhren Eltern nichts / dañ ſind vnd ſchand ererbt: Sie iſt darzu mit vn⸗ reinigkeit der Erbſuͤnd dermaſſen (wie mit einem auſſatz) vergifftet / das (jhrer erſten geburt nach an jhr nichts ge⸗ ſundes iſt / von der ſchaitel biß auff die fßſolen. Dañ al⸗ ſoſage S. Paulus von den armen Sundern: Da . Rom. 3. nicht Bochzeii Predig deß Shrhueſten Serin / Herin nit der gerecht ſey / auch nicht einer: vñ bald darnach ſpricht er: Sie ſind allzumal ſůnder / vñ mangeln des rhumbs / den. ſie an Goit haben ſolten. Ja nach dem S.· Paulus ſchon zu Gott bekhert iſt / zeigt dennoch an / wie eo vmbjhne / ſenes verderbten fuͤndtlichen fleiſches halben / ſtehe / da er ſagt: jch weis dʒ in mir / dziß / in meinem fleiſch / wohnet nichts guls. wie vbel mag es dañ ſtehn / vñ ein Suͤnder / der nicht wider⸗ geborn ſondern noch allerdingo in ſeinen ſundẽ ſtecket / oder aber allerdings widerumb(Geiſitich)geſtorben iſie Nichts deſto weniger erbarmet ſich diſe· Reiche vnnd Gewaltige Hen ſo vber arme elende verderbte Menſchen / vnd ſamblet ihm darauß ein gemein / welche ſoll ſeine geliebte Geſpons vnd Hochzeiterin ſein / deren er ſeine Him̃liſche gůter vnnd ewige freude vnnd herꝛligkeit mittheilen will. Vnnd ge ſchicht freylich diß nicht / auß einigen vnſerm verdienſij ſondern auß lautern gnaden vñ Barmhertzigkeit. Darum̃ dann S. Paulus ſagi: da aber erſchein die freundligkeit vñ Ceutſeligkeit Gottes vnſers Heilands nicht vmb der Werck willen der Gerechtigkeit / die wir gethan patten: ſondern nachſeiner Barmhertzigkeit macht er vns Selig. Er verlobt oder verheirat ſich aber ver⸗ mit vns durch den Glauben / durch welchen wir jin alſo ein leibt werdẽ / dʒ wir(auff geiſtliche weiſe)mit jm ein geiſtlich erleib werden. darumb ſpricht der Sohn Gotttes ſein ge⸗ mein (im Propheten Oſea) mit diſen worten an: ich will mich mit dir verloben in ewigkeit: ich will mich mil dir ver⸗ trawen / in Gerechtigkeit vnd gericht / in Gnad vñ Barm⸗ berbigkeit: ja im Glauben will ich mich mit dir vn Georgẽñ Ludweigen Freyhẽrn zu Zuſtingenꝛ⸗ vnd du wirſt den Herꝛn erkennen. Derhalben / wr an den Hermn Jeſum Chriſtum von hertzen glaubt: der ſoll gewiß wiſſen / ñ nicht zweiflen / dz er mi dem erin Chyiſio geiſt⸗ licher weiſe verlobt / vnd dʒ der Her Chriſtus ſein lieber ge⸗ trewer Vreutigam ſey / der jne wolle ewigklich ſelig machẽ. Wann aber der Her: Chriſtus jhm will die Menſch⸗ laſt im en vermehlen ſo laf er ſym werben / durch die Pꝛediger deß Heiligen Euangelij dañ di ſelbigen vermahnen die leut / dz die Virchendie⸗ ſie ſich an den Herꝛn Chriſium ergeben / vnnd ſein geſpons ner- werden ſollen. Vnd rechtzeſchaffne geirewe Prediger die Werben nicht jhnen ſelbſten / (dann bas wehr nicht Czbar gehandelt:) Sonder ſie werben dem Herꝛn Chꝛiſtv: Das iſi: ſie Pꝛedigen nicht darumb / das ſie jhnen ſelbſten ein anhang machen wollen / ſonderu ſie weiſen die Leuth zum ⁰ Heren Chꝛiſto. Ein ſolcher trewer Werber iſt auch ge⸗ weſen Johannes der Tauffer / weicher dem Heren Chrifto fleiſſig gewoꝛben / vnd die Leuth zur Buß vnd zum Glaub⸗ en an vnſern Herꝛn Chꝛiſtum ermahnet vnd gewiſen ſich ſelbſten aber nicht fůr Chꝛiſto dargegeben / ſondern folche Joan. ⸗ Ehr nicht annemen woͤllen / da ſie jhin gleich von den Ge⸗ ſandten der Hohen Pꝛieſter angebotten woꝛden· Darumb Joan· 3⸗ ſagte er auch: Wehr die Braut hat / (¶ Chꝛiſtus) der iſt Breutigam. Der Freund aber deß Breutigams / ſteht vñ hoꝛet jhmn zu / vnd frewet ſich hoch vber der ſtym̃ des Breu⸗ tigams. dieſelbige meine freud iſt nun erfuͤllet: Er muß wachlen / ich aber muß abnemen. Ein ſolcher Werber iſt auch S. Paulus gweſen / d ſchreibt vyn ſeinẽ Pꝛedigampyt alſo: Ich hab euch vertrawet einem Man / das ich ein rein . Cor. a1⸗ Jungfraw Chꝛifio zubʒͤchte. Pon weilei 2 E Bo ʒeit Predig / deß Wolgebornen Sermn / Sutin liebe Apoſtel (nach dem ſie den heyligen Geiſt am Pfing⸗ ſtag empfangen ) in der gantzen weilen welt / vnder Jůden vnd Hayden / anderſt gethan / dañ das ſie durch die Predig des heyligen Euangelij dem Herꝛn Chriſto geworben / vnd die leut ermahnet / das ſie Buͤß thun / vnd an jhren Erloͤſer Chriſtum glauben ſolten ¶ Wie das gantze Buͤchlin der Apoſtel Geſchichten außweiſet. Es hat auch der All⸗ maͤchtig ʒu ſolcher Werbung ſeinen Gottlichen ſegen ver⸗ lihen / das vil tauſent Menſchen ſich zu Chriſto bekehrt / vñ alſo jrem Hayland / geiſtlicher weiſe / vermaͤhelt worden. Sas predig⸗ ¶ Wir ſollen aber nicht gedencken / das mit den Apoſteln p 26 das Predigampt abgeſtorben ſeyꝛ ſonſten muͤſie volgen dz ſien abgeſtor⸗ nun mehr in fuͤnffzehen hundert Jaren/ dem Hern Chri⸗ den. ſto nicht were geworben / noch jm ein Chriſtliche Gemein! in ſo langer zeit / were vermehelt worden: das were aber abſcheuhlich zuhoren. Dann die werbung vnd vermehe⸗ lung Chriſti vnd ſeiner Auſſerwehlten / muß jren fuͤrgang in der Welt haben / biß an den Juͤngſten tag. Darumb haben die Apoſtel bey jhren lebzeiten andere Kirchen diener fubſtituirt vnd geordnet / welche eben daſſelben Predigampt gefuͤhrt / ob ſie woljhrer Perſonen vnnd Gaben halbenet⸗ was geringer dañ die Apoſiel geweſen: Dieſelbige haben widerumb andere geordnet / vnnd iſt alſo nach vnd nach das Heilig Predigampt des Euangelij biß auff vns kommen. Wirdt alſo dem Herꝛn Chriſto taͤglich geworben· wo das Euangelion rein geprediget wuͤrdt: vnd laſſen ſich taͤglich etliche dem Herꝛn Chriſto / durch den Glauben / vermeheln/ vnd mit jhme verſoͤnen / ob ſie gleich nicht alle zu einer zeit mah „ ju Chriſto kommen: ſondern einer zurerſien/ eintrzur drit⸗ ten Georgen Ludwigen Freyherin zu Zuſtingenꝛc . ken / einer zur ſechſten / einer zur neunten / einer zur tilſſien ſtund / in den Weinberg des Herꝛn kompt / vnd darinnen ar⸗ beitet. Dann ob wol die Apoſtel hoͤhere gaben / dann heu⸗ tigs tags die Prediger des Euangelij /gehabt: ſo haben ſie doch kein andere lehr gefuͤhrt / dann heutigs tags die Pre⸗ diger des heiligen Cuangelij fuͤhren. Vnnd iſi eben ein Gott Vatter / ein Chriſtus / ein heiliger Geiſ / der mit vnnd durch der Apoſtel Predig gewuͤrckt / vnd der noch heutigs tags mit vnnd durch der Kirchendiener Predig wůrcket / Buß vnd glauben /in den hertzen der ʒuhorer / welche Gottes wort mit ernſt hoͤren. F Vnd ob gleich etliche Kirchendiener mit ſtreßlichen Dae Nredig⸗ vnd ergerlichen leben mit der einen hand ab brechen / was ſie jct⸗ mit der andern erbawen: (vmb deren vrſachen willen dann ergerlict en Le⸗ ſolche ergerliche Prediger ſollen von jhren dienſten durch bens willen nit Chriſtliche Oberkeiten abgeſchafſen werden· jedoch ſo wer⸗ lang ſie im Predigampt ſein / vnnd die Warheit Lehren ⸗ auch die Sacramenta nach der cinſatzung Chriſti raͤichen / ſoll man vmb jhres lebens willen / die Predig nicht meiden / oder die heiligen Satramenta zugebrauchen vnderlaſſen: als ob ſolcher jhr Kirchendienſt / vmb jhrer ſtrefflich en Per⸗ ſon willen / nicht krefftig were. Dan der Hen Chriſtus ſagte von den Phariſeern vnnd Schrifftgelehrten: Auff Maith · a⸗ Moſes Stul ſitzen die Schrifftgelehrten vnnd Phariſeer: Alles nun was ſie euch ſagen / das jhr halten foltet / das hal⸗ tet vnd thuts: aber nach ſhren Wercken ſollet jr nicht thun. Sie ſagens wol / vnnd thuns nicht. So iſt auch das Pre⸗ digampt nicht jhr/ ſondern des Herin Chriſti. Darumb iſt vnd bleibt es krefftig / wann mandeſſen in wahren 5 en Ob ein Rirchen diener Geben könne das Er gochʒeit Pꝛedig deß Wolgeborn Serin Hitm ben zetraucht: der Prediger glaube: fůr ſein Perſon / vdtr glaube nicht er lebe wol oder vbel / dabey: ſo wird darum̃ der Herꝛ Chriſtus in ſeinem wort / verheiſſungen vnnd Sacra⸗ menten nicht zum Lugner / der Kirchendiener ſey⸗ faͤr fein Perſon gut oder boß · Hie möcht jemand diſer gedanck einfalle: Wie kan ein boͤſer Kirchendiener ſeinen zuhoͤrern geben / das er ſelbſt nicht hate Als den Glauben / vergebung der Suͤn⸗ ſelbſt niche het den / die Krafft des Heiligen Geiſis / vnd anders? Antwort· Gott gibt diſe gaben / vnd nicht der Kirchendiener / auß ſei⸗ ner eignen Krafßt: Ob wol Golt der Hert das Kirchendie⸗ ners euſſerlichen dienſt darzu gebraucht / wann er ſolche guͤ⸗ ter geben wil. Gptt iſt der Geber der Prediger aber iſt der Diener / durch welches dienſt Gott ſolche gaben an⸗ beut vnd darꝛeicht. Gott verheiſt vnd verſpricht ſein gnad vnd gaben: der Kirchendiener verkuͤndigets vnnd beuts dar den zuhorern: die zuhoͤrer empfahens durch jhren eig⸗ nen Glauben / vnnd thut hierzu nichts / des Kirchendieners Glaub oder vnglauben. Der HErt Chriſtus laſt ſein Geſpons freundtlich grůſſen / vnd ſchicket derſelbigen koͤſt⸗ liche kleinot / zur anzeiʒuns ſeines gnedigen willens j vnnd vnauſſprechlicher liebe gegen ſeiner Geſpons: der freundi⸗ liche gruß vnnd kleinot bieiben in jhrem werch: det Boit ſo ſolchs bringet / ſey fromb oder ein ſchalck: vnnd wann die Geſpons vñ des Botten willen das derſelbige ein verechi⸗ liche Perſon were) woͤlte den gruß verachten / vnnd die klei⸗ not nicht annemen / ſo handelte fie gegen jhrem Breutigam vnrecht / vnnd thet jhr ſelbſien ſchaden darmit: Ja / wann die Krafſt des Gotilichen wores vnd der Heilisen Sacra⸗ n 3 menten, Georgen Audwihen Freyhermn zu Zoſiingen/ Ke. menten / auff des Kirchenbieners wirdigkeit oder vnwůt⸗ digkeit ſtunden / vnnd zu vnſerm ewigen heyl nicht wůͤrcke⸗ ten / es ivere dann / das der Kirchendiener gewißlich Glaͤu⸗ big / fromb / vñ ein kind Soetes were: ſo koͤnte ein Chriſt fei⸗ ner ewigen ſeligken nimmermehr verſichert werden · Dañ dieweil des Menſchen Hertz tiuff vnnd allein GDit dem Heren bekant / ſo kan ein Kinchendiener wol ein Gleiſner vnd heuchler ſein / der für fremb gehalten / im hertzen aber ein ſchalck vnd Gottloß iſt / wůͤrde aiſo ein Chriſtymmerdat zweiflen muͤſſen / vb er recht getaufft vnnd im tauff ner ge⸗ born were / vder nicht? Ob er recht an Chriſtum Glaubte/ oder nicht? Ob er den Leib vnnd Blut Cßriſti im heiligen Abentmal jemals empfangen heite / oder nicht? Wann das Predigampt nicht ſolte krefftis ſein / es were donn gcwiß) das der Kirchendiener fromb wert. Darumb ſollen wir des Herꝛn Chriſti vnſers liebẽ Breutigemo troſilich wort/ vnd gaben / von den Kirchendienern / anemen / ob gleich an der Kirchendiener Perſonen allerley fehl oder maͤngel be⸗ funden wuͤrden. Laſt vns aber auch horen / wie der Her: Cßriſtus ſich gegen ſciner Hochzeiterin / die er jhm zu iner Geſpons ei⸗ g 3 wehlet hat / ehe dann der Welt grund gelegt woꝛden / helt * * vnd erzeiget: welche ja ein arme Suͤnderin iſt vnd mit ſuͤn⸗ den verunreiniget. Alſo aber ſagi S. Paulus von Chri⸗ Lhriſius reinis⸗ ſo / vnnd ſeiner geſpons: Er hat ſie gereiniget / durch das — Waſſerbad im wort / auff das er ſie jhm ſelbs darſtellet / ein en ta. Gemein die Hertlich ſey / die nit hab ein flecken oder rurtel / oder des etwas / ſonder das ſie heylig ſey / vnd vnftrefflich. So iſ nun das Waſſerbad oder das Mittel / dardurch der D 4 Her Watth. 28. WMar. 16 Tit. 3 Epeſ. 2. Joan. 3 Bo hʒeit Predigen des Ehrnueſten Serin./ Serin Herꝛ Chriſtus ſein Gemein von den Sünden reiniget / der Heilige Tauff / da ein Menſch mit Waſſer / im Namen des Vatters / des Sohns / yñ des Heiligen Geiſts getaufft wirdt / diſes nennet der Heilig Apoſtel Paulus / ein Waſſerbad im Wort / das nemlich / Gottes wort hat / vnd derwegen nich ein Gemein Waſſerbad iſt / wie ſonſien ein Bad / in welchem die euſſerliche vnſauberkeit des leibs ab⸗ gewiſchen wurdt. Sonder es iſt ein Waſſerbad in Gottes wort verfaſſet vnnd gegruͤndet. ¶ Dann bey den Heiligen Tauff hat m mn einen befelch Gottlichs worts / das man Tuuffen ſoll/ im Namen Gottes des Vatters / des Sons / vnd des Heyligen Geiſts. So iſt auch bey dem heiligen Tauff ein Gottlich wort der verheiſſung: das lautet alſoꝛ Wer glaubt / vnd getaufft wirdt / der wirdt Seelig werden · Darum̃ ſchreibt S. Paulus võ heiligẽ tauffalſo: er mach⸗ et vns Seelig/ durch das Bad der widergeburt / vnd ernewerung des Heiligen Geiſts. Dann dieweil wir vnſer erſten Geburt nach / kinder des zorns vnd gantz ver⸗ derbt ſein/ iſt es ein Notturfft / das wir im heyligen Tauffl durch den Heiligen Geiſt der bey dem Tauff wuͤrcket er⸗ newert / von Sůnden gereiniget / vnd auß Adams Kindern/ Gottes kinder vñ erben des ewigẽ lebenswerdẽ. Darumb pat der Herꝛ Chriſtus vom Jeiligen Tauff (wie notwen⸗ dig vnd nutzlich derſelbig ſey) alſo gelehrt: Es ſey dañ das jemand gebornwerde / auß dem Waſſer vnd Seiſi⸗ ſo kan er nicht in das Reich Gottes kommen · Hie faſſet der Her: Chriſtus das Waſſer vnnd den heiligen Geiſt zu⸗ ſamen: als dardurch die wider geburt geſchehe . Georgen Ludwigen Fe eyherin / zu Zuſting Ahe. zeigt der Her: Chꝛiſtus die vrſach an. Warumb diſe an⸗ dere geburt geſchehen muͤſſe / nemlich / weil vnſere Erſte ge⸗ burt fleiſchlich vnnd ſindlich iſt. Darumb ſagt er: Was vom fleiſch geboren iſ / das iſt fleiſch / vnd was vom Geiſt geboꝛẽ wirt / das iſt Geiß / dz iſt ſounl geſagt: Der Menſch iſt ſeiner erſten Geburt nach gantz fleiſchlich geſinet: Das ticten vnd trachten ſeines Hertzens iſt nur boͤſe von iugent auff: Aber fleiſchlich goſinet ſein iſt ein feindſchafft wder Gott: Vnd kan Gott an einem ſolchen Menſchen kein ge⸗ fallen haben. Sol er aber Goit dem Herin gefaͤllig wer⸗ den / ſo muß er ein geiſtlicher Menſch werden / der geyſtlich geſinet werde. Daß geſchicht aber im heyligen Tauff / da der Menſch auß Waſſer vnnd Geyſt wider geboꝛen / vnnd ein liebes kind Gotteswirt. Hie moͤchte jemand gedencken: Wie kan ein wenig Waſſer zur vernewrung / widergeburt / vnd ſeligkeit etwas thun oder wircken. Es berurt doch nur euſſerlich den Leib / vnd nicht das Hertz ? Antwoꝛt. Wann der heylig Tauff nit von Chꝛiſto eingeſetzt vñ befolhen weßre·auch di Git⸗ liche verheiſſung nit dabey wehre / das vns Goet wolle ſelig machen durch dieſes Bad der widergeburt / ſo were Jader Tauff anderſt nichts / dañ als ein ander vñ gemein Waſſer anzuſehẽ. Dieweil aber Gottes gebott vnd verheiſſung da⸗ bey iſt / das wir den heyligen Tauff als ein Bad der wider⸗ geburt gebꝛauchẽ ſollen / ſo wil ſich nit gebuͤren / dz wir allein auff das Waſſer vñ nicht auch auffdz woꝛt ſehen vñ dieſes Sacrament fuͤr ein ſchlecht oder vnnotwendig werck haltẽ: Dañ alſo wurdẽ wir Gott vnſerm Heren ſein? Goͤttlichen raht verachtẽ / vns ſelbß zum ſchaden vñ ewigem verderben · E Dann Gen · 6. 8. Rom. 8⸗ Ob der Waſſer tauff konne et⸗ was zu vnſer ſeligken wärck⸗ M⸗ 1. Cer⸗ 1 Zuc. J. 2. Reg.· 5. Sochʒeit Predigen des Wolgebornen Serm/ Serm Dann ob wol dergleichen Ordnung Gottes vor Menſch⸗ licher vernunfft ein gering vñ kindiſch anſehen haben: So ſollen wir doch allwegen wol bedencken / das der Her/ der ſolche Mittel zu vnſerm ewigẽ heil geoꝛdnet / vñ kein Kind ſey. Dann die Gottliche Toꝛheit (ſprickt S. Paulus) iſt weiſer / dann die Menſchen ſein: Vnnd die Göttliche ſchwacheit iſt ſlercker / dann die Menſchen ſind. Das iſt: Db wol Gottes Wort vnnd Werck vor Menſchlicher weißheit / Lauter Torheit ſcheinet: So ſtecket doch vil groͤſſere Weißheit darhinder / dann wann die Weltliche weißheit alle jr kunſt vnd wi herfuͤr ſuchet. Darumb wire es den Phariſeern nicht vnbillich ves wiſen/ das ſie mit frer vernunffi den Tauff Johannis / anſahen / vnd jnen ſelbſten zum ewigen verderben / verachteten. Dann alſo ſagt der Euangeliſt Lucas: Die Phariſeer vnd Schriffigelehrten verachteten Gottes Raht / wider ſich felbſt / vnd lieſſen ſich nicht von Johanne Tauffen. Diſe verachtung des Goͤtt⸗ lichen Rahts /hat ʒwar vnſerm Herin Goit im Himel nit geſchadet/ iſt aber den Phariſeern zur ewigen verdamnuß gereichet. Nembt ein Exempel auß der heyligen Schrifſt / die zeitliche geſundheit beireffent: darauß leichtlich abzunemen / wie es auch mit der geyſtlichen geſunthei ein geſtalt hal. Als Naheman ein Syriſcher Hauptman auſſetzig war / vnnd zum Propheten Eliſa kam das jn der⸗ ſelbige ſolt von ſeinem Auſſat reinigen: Da ließ jhm der Prophet ſagen / er ſolt ſich ſibenmal im Jordan waſchenl fo wurde er vom Auſſatz rein werden. Natman aber zirnet vber den Propheten vnd ſagt: es weren wol beſſere waſſer in Syris / dann der Jordan im Königreich Iſratt. — a Georgen Ludwigen Ferpheran zu Juſtingen / c. war willens / alſo im vnwjllen widerumb heim zuziehen. Vnnd zwar) wann er auff ſeiner meinung gebliben / were er niermehr rein worden. Als jhne aber ſeine diener ver⸗ mahneten er ſolle dem Raht des Propheren folgen: Vnd er ſich hernach im Jowan ſibenmal wuſche / wurd er rein: Er lehrnet auch den rechten wahren Sort erkennen / vnd /ſt nicht allein am Leib /ſondern auch an d Seelgeſindt wor⸗ den. Alſo/ weil der Her: Chnſtus eingeſett vnnd befohlen das wir in heyl gen Tauff ſollen von Sünden gereiniger werden wil vnß keins wegs gebuͤren / das wir den heyligen Tauff fur ein vnkreſſiig Waſſer anſchen / ſondern ſollen veſtigklichen glauben das im Tauffdie Erbſind vnnd be⸗ gangne Miſſethaten abgewaͤſchen / bas ſie vor Gott vnnß nit zugerechnet werden. Darumb laſſen wir auch vnſere Junge kinder Tauffen / auff das ſie von Suͤnden gereinig⸗ et Newgeboꝛn / kinder Gottes / vnnd Erben des ewigen lebens werden. Wiil aber S. Pauſus ſagt / Chriſtus hað ſein Ge⸗ Ob die Chriſt⸗ mein gereiniget / durchs Waſſerbad im wort / auff das er Ihm ſelbs der ſtellet ein Semein / die Herilich ſey: die nicht ler dings tein hab ein flecken vder runtzel / oder des etwas / ſonder / das ſie ſey. . Hehlig ſey vnnd vnſtreſlch· So wuͤrdt gefragt: DObein Chriſt in diſem zergencklichen leben koͤnne gantz volkom̃en / vnd ſolcher geſtalt vnſtreflich ſein / das man an jhme nichts billich tadlen oder ſtraffen koͤnne: Item / Ob auch ein ſolche riſliche Gemein auff Erden ſey / in deren lauter from̃e riſten / vnd allerdings vnſtrefliche Leut gefunden werden / vnd in fahl bey einer Chriſtlchen Gemein Ergerniß he⸗ fundenob ſich ein Chniſt darumb von der ſelbigen Gemein abſondern/ Pſalm. 32‧ Fochʒeit Predig diß Wolgeborncn Hermn / Ferin abſondern / vnd ein andere verſamlung ſuchen / vnnd ſich zu der ſelben halten ſoll. Vatauff iſt diſes die Grundtliche Antwort. Die Chriſtliche Gemein vnd ein jeder rechter Chriſt / iſi vor Gott rein vnd Heylig / dardurch / der gantze verdienſt / reinigkeit vnſchuld vnnd Heyligkeit des Herꝛn Chriſtiallen Glaͤubigen zugerechnet/ vñ geſchenckt wird / darumb ſie vor den Augen des Hiliſchen Vatters fur ſo Hoylig gehalten / als vb ſit ohn alle Sünd wehren / vund nie nichts vnrechts gehandelt hetten. Dann weil alle die getaufft ſein (wie S. Paulus ſchreibt. Zun Galat: am 3. Cap.) den Heran Chriſtum (als ein köſtlich Kleid) angezogen / ſo decket diſes Kleid alle angeborne vnd begang⸗ ne Suͤnd alſo zu / das ſie dem Glaubigen nicht zugerechnet werden. Darumb ſagt der Pſalm: Woi dem / die vber⸗ trettung nergeben ſind / dem die Sůͤnd bederkt iſt. Wol dem Menſchen / dem der Herꝛ die miſſethat mit zurechnet. Vnd dieweil der Herꝛ Chꝛiſtus ſein Geſpono / die Chꝛiſi⸗ liche Gemein / ſo hoch geliebt / das er auch ſein Leben fuͤr ſie gegeben / vñ heutigs Tags einjeden Glaubigẽ Chꝛiſten vil hertzlicher liebet / dann ein Breutigam ſein Hochzeiterin Lieben kan: So wil auch der Her: Chriſtus an ſeiner Ge⸗ ſpons (den glaubigen allerley Menſchlicher fehl vñ meng⸗ einicht ſehen: Gleich wie ein Breutigam an ſeiner geliebiẽ Hochzeiterin (von der wegen groſſen inbruͤnſtigen Liebe) allerley gebrechen an jhrem Leib nicht ſihet oder achtet: Dann die groſſe Liebe deckets alles zu. Diſer geſtalt will auch der Herꝛ Chriſtus / in diſem leben / an ſeiner Gemein weder flecken noch runtzein ſehen. Es bleibt aber gleichwol noch die Suͤnd in ei Georgen Ludwigen F̃reyhtrꝛn zu IJuſtingen /ꝛc⸗ fleiſch wohnend / vnd iſ noch nicht gar abgeſiorben (ob ſie Fromme Chri⸗ wol im heiligen Tauff hat angefangen zu ſterben) ſondern ſie reget ſich noch / vnd verhindert vns / das wir vnſerm lie⸗ nenwopnend · ben Goit nicht koͤnnen einen gant volkommen Gehorſam teyſten: Diſes bekennet der Heylig Apoſiel Paulus (fuͤr ſich vnd alle Chriſten) nach dem er auch ſchon Newgeborn geweſen: Daerſchreibt: Ich weiß das in mir das iſt in Rom. 7. meinem fleiſch / wohnet niehts guto. Woͤllen hab ich wol / aber volbringen das gut find ich nicht. Dann das gut / das ich will / ihue ich nicht: ſondern das boſe / das ich nit will / das thue ich· Es redet zwar S. Paulus in diſen worten nicht von groben Suͤnden vñ Laſtern / der ſich S. Paulus nach Cor. 4. ſeiner bekherung nicht ſchuldig gewuͤßt:) Er bekhennet a⸗ ber dañoch / das er vil thue / das im ſelbſten nicht gefallejo⸗ derer daſſelbig hat gut heiſſen koůen. Es wirdts auch kein ander Chriſt mögen hoͤher bringen / dann der. eylig Apo⸗ Jel Paulus. Darumb kan man in diſem Leben keinen finden / daller dings ohne mengel vnd geprechen ey. — Was dann ein gantze Chꝛiſtliche Gemein anlanget / g grein chri. kan keine nim̃ermehr ſo rein gefundẽ werden / in deren nicht 12 e auch Ergernuß geſehen. Dann ob man wol durch ein allerdings ohn Chnſilichen auſſchluß / den Ergernuſſen wehren ſoll/ ſo vil mãngeloder r man kan: Jedoch koñen auch durch daſſelbig mittel nicht alle Ergernuß verhůtet od abgeſchaffen werden · Daum̃ ſagt der Herꝛ Chtꝛiſtus (in der gleichnuß vom vnkraut:) Matth. 13. des Menſchen Sohn wurdt ſeine Engel ſenden / vnnd ſie werden ſamlen auß ſeinem Reich alle Ergernus / vnnd die davnrecht thun. Dahin muß vil geſpart weꝛden / vnd laſt 3 Cor. . 6 Cor. 6. 2¹ cor· 1. Sochʒeit Predig / deß Wolgebornen Herin / Sern ſich in diſer Welt nicht alles richtig machen. Darumb / ob wol S. Paulus befolhen / das die Corinthiet ſoleenden jenigen / der ſein Stieffmutter zur Ehe genommen) vnnd darmit ein groß Ergernuß angericht hatte / auß der Chuiſt⸗ lichen Gemein (biß auff ſein bekherung) auſſchitcßen: So ſeind doch noch vilſtreffliche vñ Ergerliche Perſonen in der Kirchen zu Corintho gebliben: Wie S. Paulus ſelbſt bekennet / da er ſchreibt· Ihr thund vnrecht/ vnnd verfortheilet / vnnd ſolches an den Brůdern. Vnd inder andern Spiſtel ſchreibt er alſo Ich fůnchte / wañ ich kom̃e⸗ das ich euch nicht finde / wie ich will. Vnd jhr mich auch nicht findet / wie jhr wöllet. Das nicht hader/ neid/ zorn / zanck / affterꝛedẽ / vhꝛenblaſen / auffblehen/ auffthun da ſey · Das ich nicht abermal komme / vnnd mich mein Goit de⸗ můtige bey euch / vnnd můſſe leid tragen / vber vil / die zuuor geſuͤndiget / vnnd noch nicht Bůß gethon haben / für die vnreinigkeit vnnd Hurerey/ vnd vnzucht!/ die ſie getriben haben. Diſes ſeind ia nicht geringe Ergernuß geweſen/ vnd haben ſich dannoch nicht allerdings auß der Gemein zu Coꝛintho außreiten laſſen. Darumb/ wann ein Chriſt ſich von einer Chꝛiſtlichen Gemein abſondern wolteſ vmb diſer vrſachen willen / das er in derſelben Ergernuß ſihet wůrde er nim̃ermehr kein Chriſtliche Gemein finden/ bey deren er inn die lenge verharꝛenkoͤnndte. Derhaiben woein Ehꝛiſt bey einer Chꝛiſtlichen Gemcin Gotteswoꝛt rein vñ vnverfelſcht / vnnd die außſpendung der Heyligen Satra⸗ ment nach der Einſatunz Chꝛiſii findet: Soll er ſich zu derſelbigen Gemein haltn / vnnd nicht dauon abſonderns Obgleich im leben vnd tuſerlichen wandel nicht alle 2 ichiig Georgen Lndwigen Freyher in zu Juſtingen /ꝛe · richtig ſein. Dann das S. Paulus ſchreibt: So jemand Cor. 3. iſi / der ſich laſt ein Bruder neñen / vnnd iſt ein hurer / oder geytziger / oder abgottiſcher / oder ein laͤſterer / oder trunckt⸗ bold / oder ein rauber / mit dem ſolt jhr auch nicht eſſen: Redet hieinn der Apoſtel Paulus nicht von empfahung deß Heyligen Nachtmals ſondern von taͤglicher gemein⸗ ſchafft vnnd geſellſchafft / da man ſich ſolcher boͤſen Chꝛiſt⸗ en gemeinſchafft / ſouil moͤglich / euſſern ſol: Auffdas ſol⸗ che Suͤnder mercken / das Ehrliche Leuth an ſolchẽ᷑ jhrem verꝛuchtem Leben ein abſcheychen haben: vnnd alſo ſolche Suͤnder darvber ſchamroih wden: damit ſie in ſich ſelbſten gehn / vnd ſich beſſern / Hieruon redet S. Paulus 2 daer zu den Theſſalonichem ſchreibt: So jemand nicht * Lheſſ ⸗ gehoꝛſam iſt vnſerm woꝛ / den Zeichnet an durch ein bꝛieff / vnnd habt nichts mit jhm zuſchaffen: Auff das er ſchamroth werde. Doch haltet yhn nicht als ein Feind / ſondern vermahnet jhn als ein Bruder. Wamn aber ein Chtiſt darumb nicht ſolte zum Heyligen Nachtmal gehn / oder daſſelbig nicht zu ſeinem heyl empfangen koͤnndte / es were dañ / das er wuͤſte / das alle Waſt / ſo ſich dabey finden / rechte Bůßfertige vnnd from̃e Chꝛiſten weren: So koͤñdte ein Chꝛiſt nim̃ermehr das Heylige abentmal ꝛecht vnnd wuͤrdig empfahen. dann / neben dem / das er moͤchte allzeyt einẽ oder zwen ſehen! welche er nicht fuͤr Bußfertige Chiſt⸗ en hielte / kondte er auch wol durch die Heychler (derẽ boß⸗ heit hernach aller erſt außbꝛicht) leichtlich betrogen wer⸗ den / vnd muͤſte jhm daruͤber ein gewiſſen machen / das er miteinem ſolchen dʒ . Nachtmal empfangẽ heite. Dar⸗ umb/ da S. Paulus von dem Eſſen vnd Trincken / das S 4 hm u. Cor. 11. Rom. 14 Gal. 6. Bochzeit Predig deß Ehrnueſten Sertn / Serin ſym H. Abentmal geſchicht handelt / lehreter vnß nich! das wir vnſern Nechſien / der neben vnß Comiunieirt/ pꝛůfen ſole / ſondern ſagt / der Menſch aberprüfe ſich ſelbſi: ſich ſelbſten (ſagt S. Paulus) ſol der průͤſen der das H Nachtmal wardigklich empfahen will. Dañ vnſer nechſi⸗ er ſteht vnnd fellt feinen Herꝛn· Vund wirdt ein ſeder ſein aigne laſt tragen. Darumb wo wir ein Chꝛiſtliche gemein finden in deren Gottes woꝛt lauter gepꝛedigt/ vnnd die H. Satramenia nach der Ordnung Chꝛiſti gereicht/ ſoll wir vnß von einer ſolchen Chꝛiſtlicht Gemein nicht abfuͤndern ob ſie gleich im leben vnnd wandel nicht aller dings Engel rein befunden werden. Laſi vnß aber ferner hoꝛen / was der Herꝛ Chꝛiſtus ſeiner geliebten Geſpons der Chꝛiſtlichen Semein / fuͤr fernere cpriſius neh⸗ wolthaten / auch in diſem leben erweiſet. Dannerreiniget ret ſein gemein: Speiſet vnnd trencket ſie mit ſie nicht allein im Heyligẽ Tauff / ſonder ernehret ſie auch · Welches S Paulus in dem verleſnen Teyt mit diſen ſinem Leid vñ woꝛten lehret / da er ſagt· Niemand hat jemals ſein eigen Blut⸗ Fleiſch gehaſſet / ſonber er nehret es vnd yfleget ſein/ gleich wie auch der Her die Gemeine: Wie nehret dañ der Herꝛ Chꝛiſius ſein geliebte geſpons; Zwarler verſchaffet der⸗ ſelben auch die Leiblich jrdiſche narung/ vñ vnderhaltung / zur noturfft / in diſer Welt. Aber er laſi e dabey nicht blei⸗ ben / ſondern er gibt ſhr auch Geyſtliche vñ Himliſche ſyeiſ⸗ ſe vnd tranck / dardurch er ſie zum ewigen leben ſpeiſet vnnd xrencket / damit der inwendige Newgeboꝛne Menſch geyſt⸗ licher weiſe wachſe vnd zuneme / jmmer jelenger jeſtercker werde vnnd im Kampf (wider die boͤſe Welt/ wider das verderbte Flaiſch / vnd wider den leidigen Sathand , Storgen Ludwigen Freyherin zu Juſtingen/n · vnd den entlichen ſeligen Sig erhalten moge · Diſe Him⸗ lſche Speiſe / tranck vnnd Narung /hat vns vnſer lieber Breutigam / der Herꝛ Chꝛiſtus / verheiſſen vñ veroꝛdnet/ da er das heylig Abenmal eingeſett / vnd bey dem erſien theil des . Satraments geſagt: Nemet hin / vnd Eſſet: Das iſt mein leibꝛ der fůreuch gegeben wuͤrdt: bey dem andern chell aber/geſprochen Trincket alledarauß/ Dziſt mein Blut: des Newẽ Teſiamentsſdz fur euch vergoſſen wirt / zu vergebung der Sunden. Vñ dieweilim Newen Teſta⸗ ment nicht (wie im Alten) figuren vnnd Bildnuſſen ſein· So ſollen wir auch vnder diſen Woꝛtẽ Chꝛiſti nicht etwas Zigurlichs / ſondern den warhafftigen weſentlichen Leib vñ Blut Chꝛiſii verſtehn. Dañ wie gemelte ſyeiß vnd tranck nicht können demhungervder durſt wehren: Alſo wil der getrewe Breutigam Chꝛiſtus/ ſein geliebte Geſpons in ſeiner Herilichen Malzeit des heyligen Abentmals nicht mit Bildnuſſen / figuren / deutungen! vnd Schatten / ſonder mit ſeinem weſentlichen Leib vnnd Blut ſyeiſen / trencken / ſtercken / vnnd erquicken. Welches vns ſouil deſto weniger ergern oder vnglaͤublich ſein ſoll: weil vns der Her: auch in erhaliung diſes Natuͤrlichen Lebens / ein Erempel fůr die Augen ſtelle. Dann man muß ja bekeñen das die Weiber jre Kinder außjhren Brůͤſten mit jhrem Blut ernehren / dann die Milch iſi nichts anders / dann ein wolgekocht ge⸗ plůt / vnnd man alſo wol ſagen mag das ein ſeugend Weib ſr Kind / mit jhrem Fleiſch vnnd Blut ernehre. Vnndob gieich ſolches vor vnſer Menſchlicher vernunfft ein ſeltam enſehen hat: ſollen wir doch vnſer Breuti⸗ gam Mar. 26. Mar. 4⸗ 1* Cor. 114 Bochzeit Predig / diß Wolgebornen Serin / rn ein Chriſus (der vns ſein Leib vnnd Blut im Heyligen Noachtmal zu gebẽ verſprochen) nicht ein gemeiner Maßñ / ſonder der ewige Sohn Gottes / vnnd der Hen Himmels vnd der Erden ißt / dem nichts vnmůglich. Darumb wail er die warheit iſt / wirdt er vns nicht betriegen: vnd weil er allmãchtig iſt/ kan er laiſten vnd mit der that wahr machẽ/ alles was er vns in ſeinem heyligen woꝛt verſpꝛochen hat. Vnd kan ein Chꝛiſt ein fein růwig gewiſſen behalten / wañ er in Chꝛiſilicher einfalt / recht vnnd ſchlecht glaubt / was vnſer Herꝛ Chriſtus geredt vnd verſpꝛochen. Dann Got⸗ tes woꝛt kan vns nicht liegen. Joan. 44‧ Die Chriſilich Wir voͤllen nun mehr auch vernemen / was die Ge⸗ — ſpons Chriſii/ nemlich die Gemein Goties / hrem Breu⸗ den Gehorſam/ ligam Chriſto ſchuldig iſt Vnd das kan furs angezeigt in allen dingen werden: Daran wir aber doch vnſer lebenlang gnug zu⸗ ſchuldig. thun haben. Diſes begreifft S. Paulus in dem verleſnen *pheſ z. Text / mit diſen kurtzen worten: Wie die Gemein iſt Chꝛi⸗ ſio vnderthan / Alſo auch die Weiber jhren Maͤnnern in allen dingen. Darauß lauter zuuerſtehn / das die Gemein dem Hertn Chꝛiſto / in allen dingen / gehorſam vnd vnderthaͤnig zu ſein / ſchuldig iſt. Diſer gehorſam abe⸗ Geʒorſam de⸗ ſteht fuͤrnemlich in dreyen ſtucken. Das erſtejiſt der Ge⸗ horſam des glaubens Nemlich! das die Geſpons Chꝛiſii⸗ jhrem Breutigam glaube: vnnd nicht woͤlle witziger ſein / Pronerb. 3. dañ jhr lieber Breutigam / welcher die Weißheitdes Vat⸗ Manh *1. ters felbſt iſt. Von diſem gehorſam redet S. Paulus/ daerfagi: Wir haben empfangengnad vñ —— — 1 Georgen Ludwigen Freyhern zu Zuſtinen/ꝛe. nnder alle Hayden den gehorſam des glaubens auff zurichten. Darumb / was vnſer Breutigam / der Her Chriſtus redet / das ſollen wir einfeltig glauben / vnnd jhm ſeine Wort nicht in zweifel ʒiehen. Wie vbel ſtunde es ei⸗ nem Weib an / wann yhr Eheman vor ehrlichen leuten etwas ſagte: Sie aber ſchluͤg den gayfer draͤber / vnnd ließ ſich vermercken / das ſie ſelbigs fuͤr ein iuͤgen hielte⸗ Es hat Johannes der Euangeliſt nicht vergeblich geſchriben: Joan. 3. Wer Gottnicht glaubt / der macht jhn zum laͤgner. Da⸗ numb ſoll die Chriſiliche Gemein jhren Breutigam nicht 2. Cor no⸗ in ſeinen worten lugenſtraffen: ſondern jhr vernunfſt vn⸗ der den gehorſam Chriſti gefangen nemen: Vnd billich oſ. ⁊⸗ betrachten / das jhn Chꝛiſto alle ſchatze der Weißheit vnnd Erkentnuß verborgen ligen. Zum andern / iſt die Chriſlliche Gemein dem Herꝛn Chriſto/jhrem Breutigam / ſchuldig den gehorſam in ei⸗ qehotſem des nem Chriſtlichen leben vnnd wandel: Das ſie von her⸗ lebeno. ken thue/ was vnſer Her: Chriſtus von jhr etfordert: vnd mit allem fleiß vermeide / was vnſerm Hermn Chriſo ʒu⸗ wider iſt. Darumb ſchreibet S. Paulus: So ciner ( Chriſius fůͤr alle geſtorben iſt / ſo ſind ſie alle geſtorben: ¶das iſt: vor Gott iſt es ſo vil /als weren ſie alle geſtorben) Vnd er iſt darumb fůr alle geſtorben: Auff das die / ſo da Cor. leben / hinfort nicht yhnen ſelbſten leben / ſonder dem / der fur ſie geſtorben vnd Aufferſtanden iſt. Der wegen iſt die Chꝛiſtliche irch ſchuldig / ſhr gantzes leben dahin zu⸗ richten / das es zur Ehr des Allmachtigen / vnnd zu heyl vnnd wolfahrt des Naͤchſten gereiche. — F 2 Zum Hochzeit predig deß Wolgebornen Bern, Eerm Zum dritten / iſt die Chꝛiſtliche Gemein ſhꝛem Breuti⸗ ehorſam des gamn ſchuldig / den gehoꝛſam des leidens dannob wir wol leidens⸗ Roem⸗ 3. Cor. 8. Rom. 8. 2% Core 4 nicht darumb anfechtungen vnnd widerwertigkeit leiden duͤrffen / vnſere Suͤnd dardurch zu buͤſſen vnnd zu bezalen: dann der Herꝛ Chriſtus hat alle vnſere Suͤnd gebůͤßt / vnd volkom̃enlich beʒalet / jedoch můſſen wir mit vnſerm Herꝛn Chriſto in diſer welt etwas leiden: wollen wir anderſt mit jhm zur herꝛligkeiterhaben werden. Es geht doch in diſer Welt alſo zu / das ein Eheweib mit jhrem Ehemanmuß boͤſes vnd gutes leiden. Vnd wie ein Weibjres Ehemans herꝛligkeit theilhafftig wirdt: Darumb man ſagt Vxor corruſeat radijs mariti: Alſo muß auch ein Weib vnder⸗ weilens mit jhrem Eheman ins Ellend ʒiehen / vnd miijm armut leiden. Darumb weil vnſer Breutigam Chriſtus armut vnnd jamer in diſer Welt / vns zu gutem / erlitten: ſollen wir auch vns nicht beſchweren / vmb ſeinet willen / vnd wie es jhm gefelt / allerley widerwertigkeit vnnd vng⸗ mach in diſer Welt zugedulden. Vnd das ſouildeſiomeh weil wir wiſſen das alles ʒeitlich trůͤbſal niches zurechnen iſtlgegen der ewigen vnauſſprechlichẽ herꝛligkeit / mit deren vns vnſer Heiland vnd Breutigam Chriſtus in jener welt zieren vnd ſchmucken wirdt. Dann S.· Paulus ſagt das alles leiden diſer ʒeit nicht werth ſey der Herꝛligkeit / die dort ſoll an vns offenbar werden· Vnd abermal ſchreibt er vnſer trůͤbſal die zeitlich vnd leicht iſſchaffet einwige vñ vber alle maß wichtige Herꝛligkeit / vno die wirnicht ſehen auff das ſichtbare/ſondernauff das vnſichbare. Dañ was ſichbar iſt / das iß zeitlich / was aber vnſichbar iſt / das iß ewig. * Alſo Georgen Iudwig en Feryherin ʒů Juſtingenſꝛc ⸗ Alſo haben wir kaͤrtlich auß diſer Predig zubehalten · eſchuß diſe⸗ Erſilich wer vnſer Geiſtlicher Breutigam ſey nemlich Predis · Jeſus Chriſtus / Gottes Sohn der hochſt Herꝛ vñ poten⸗ tat / in Hiiel vñ erden wahrer Gott von ewigkeit / vnd ein wahrer Menſch in der zeit worden: nach welcher Menſch⸗ lichen Natur er wahrhafftig vnſer Bruder iſt vnnd bleibt/ in ewigkeit. Zum andern das diſer aller groſte Herꝛ vñ Konig aller Konig / vmb vns arme Suͤnder / werben laſſe / durch die Prediger desheyligen Euangelijl das wir ſollen ſein gelibie Geſyons werden · Das er vns auch gereiniget hab / von vnſern Sunden durch das Waſſerbad im wort/ nemlich / durch den Heyligen Taufft das vns vnſere ſund nicht ʒugerechnei werden: vnddas er vns ernehre⸗ ſpeiſe vñ trencke / zum ewigen leben / mit ſeinem wahrhafftigen Leib vnnd Biut / dardurch vnſer glaub geſtrerckt / vnnd wir im ewen Geiſtlichen leben zunemen· ¶ Zum dritten/ ſollen wir vns auch danckbarlich erinnern / was wir als die Seiſi⸗ liche Geſyons Chriſti/ vnſerm Breutigam Chriſto / zu⸗ chun ſchuldig ſeyen: Nemlich / den Gehorſam des Glau⸗ bens: das wir in ſein wort keinẽ ʒweilel ſeßen:den gehorſam des lebens:dz wit thun was im lieh iji/ vñ meiden / was imzu wider iſt. Den gehorſamdes leidens· das wir vnſer Creun gedulti auff vns nemen. Wañwir dißthun(darzuvns er mitſeinem heyligen Geiſt hiffr)ſo werdẽ wir anſenem lag von vnſerm aller liebſten Breutigam Thriſto / die vnver⸗ pelckliche Kron der ehren empfahen· Die verleybe vns der Barmhertzig Sott Vatter Sohnl nd Heyliger Geiſi⸗ Ammn. S Betruckt zu Tübing. en / bey Alerander Hock / nach Chii⸗ ſii Geburdt / als mann zalt /