Leich Predig / Welche bey der Begraͤbnuß Weiland deß Durch⸗ leuchtigſten / Hochgebornen Fuͤrſten vnd Herten / Herꝛen Johanns Gaſimiri / Pfaltz⸗ graffen bey Rhein / Vormunden / vnd der Churfürſi⸗ lichen Pfaltz Adminiſtratoris / Hertzogen in Bayern ꝛc̃. Chriſtſeligſier gedaͤchtnuß ⸗ iſt gehalten worden / den 26. lanuarij Anno 92. Durch MEILcRILoREM ANoERvM Hoff Predigern Sapient. x. verſ. 13,14. Eriſt bald voltommen wort en vnd hat viel jahrerfůſlet. Dam ſeine Seele gefallt Sott / Darvmb eylet er mit jhm auß dem boſen leben. Gedruckt in der Churfurftlichen Stalt Heidelbers⸗ durch Abraham Smeſman / in Verlegung Joſuæ Harniſch / Anno 1792. 3 Blichte in dem HeRRen Feſu Chriſio / Wir haben jetzunder nach dem vnwandelbaren / gerechten / vnd guten willen deß ewi⸗ gen vnd Allmaͤchtigen Gottes / Deß Durchleuchtigſten Hochgebornen Fuͤrſten vnd Herꝛen / Herꝛen Johanns Caſimiri / Pfaltzgraffen bey Rhein / Vormunden / vnd der Churfuͤrſtl. Pfalts Adminiſtratoris / Hertzogen in Bayernꝛt̃. vnſers Gnaͤdigſten Herꝛen / abgelegte hůtte / vnnd Fuͤrſtliche Leiche auß Chriſtlichem / ſchuldigem / vnnd vnderthaͤnigſtem gehorſam / nicht ohne hertzliche große ſorge / betrubnuß vnd trawrigkeit / allhero / ʒu ſei⸗ vem Schlaffkaͤmmerlein / vnnd Ruhbettlein / gebracht vndgeleyttet. Damit wir aber nicht nach dem Exempel der Goit⸗ loſen vnd ſichern Welt / die en ſchmetzlichen / hochbe⸗ růbten / vnd ſehr beſchwerlichen fall/ obenhin anſchawen ⸗ ond als ob er vngefehr geſchehen / vnd nichts zu bedeu⸗ en hette / achten vnd halten: Sondern / was vns Gott durch fuͤr augen ſiellen / vnd zuerkennen geben / war⸗ nemñen vnd zu gemuth fuͤhren mogen / Auch nicht traw⸗ ſen / wie die Heyden: So laſt vns Gottes Wort da⸗ wn horen / bey jhm troſt ſuchen / Vnnd zu forderſt / den Vatter aller Barmhertzigkeit / vnd den Gott alles tro ſes anruffen / daß er durch ſein heiliges Wort vñ Geiſt / vahren Troſt / in vnſeren betruͤbten hertzen wolle wirckt: Vnd ſprechen mitemander das Gebet / das vns der Her⸗ e Chriſtus ſelber gelehret hat: Vnſer Vatti A2 Textus. zerem. 9. * Textus. leſaiæ 57. v. 2. Der gerechte kompt vmb / vnd nie⸗ mand iſi der es zu hertzen nemme. Vnd hei⸗ lige Leuche werden auffgeraffet / vnnd nie⸗ mand achtet darauff. Dann die gerechten werden weggerafft vor dem vngluͤck / vnnd die richtig fur jhm gewandlet haben / kom⸗ men zu friede / vnnd ruhen in jhren kam⸗ mern. 4 Ann wir bedencken / was es fuͤr eine gelegenheit hat / nicht allein das auff ſchwachen Leimenen zahen ſichet ſonder mit der ganßen Chriſtenheit / Wie geſchwinde⸗ ſchwere / vndgefehrliche ʒeiten vorhanden ſeynd / Wie die grundveſte beben / Wie alles in der gantzen weiten Welt krachet / vnd zum vndergang ſich neiget / Wie der Teuffel / der von Banden loß / weil er mercket / daß die zeit zum Gericht kurtz iſt / ſo grewlich tobet vnd wůͤtet / Daß es ſich auch anſehen leſt / als were es vmb die kleine Herde deß Herten / vmb das Wuͤrmlein Jacob / vnnd den armen hauffen Ifrael geſchehen: So mogen wirja alle mit einander / hohes vnd niedriges ſtandes / mit dem Propheten Jeremia wolſenvnnd klagen: Ach daß wir Waſſergenug hetten vnſerem haupte / vnd vnſe⸗ re augen threncquellen weren / Tag vnd Nacht zu wey⸗ nen / mit dem Roͤmiſchen Reich / welches ohne . 1 nen / vber den jammer deß Landes / vnd vber den ſchaden Joſephs. Wen wolte es nicht jammern? Wem wolt es nicht zu hertzen gehen⸗ Wer wolte nicht von hertzen betrůbt vnd bekuͤmmert ſein: Wann man betrachtet / Daß vnſere Helden / die maͤchtigen Seulen der Kirchen vnnd deß Vatterlands / Die Pflegvaͤtter vnd Seugammen deß Volckes Gottes / Die ſtarcken Pfeiler / ſo vom Her⸗ ren geſetzet / vnd die wieder den Riſſ geſtanden / alſo fal⸗ len / vmbgeriſſen / vnd hinweg geraffet werden. Wem wolt ſein hert für fuͤrchten nicht ʒittern vnnd beben / wann er bedencken / vnnd auß Gottes Wort ſich erjnnern wird / daß dieſer ſchmertzliche vnd hochbeſchwer⸗ liche fall / der tdliche abgang vnſers gnadigſten Fůͤr⸗ ſten vnd Herꝛen / nicht allein an jhm ſelbſt ſehr klaͤglich ſondern eine anzeigung vnd ſchreckliche droͤwung iſt / vie⸗ les vnd groſſes jammers vnd vngluͤcks / das gewiß / vnd endlich / wo wir nicht durch ein Gottſeliges vnd Buß- fertiges leben / vnferem lieben Himmeliſchen Vatter in die Rute fallen / vns treffen vnd ergreiffen wird. Dann gleich wie es ein zeichẽ beſonderer gnad vñ wolthat / Gott⸗ licher barmhertzigkeit iſt / wann vns von Gott / Gottſeli⸗ ge Regenten vnd Herꝛſchafften gegeben werden: Alſo iſt es im wiederſpiel ein anzeig: furſtehender ſtraff / vnnd ſchweres Zorns Gottes / wann er vns ſolche Haupter / wiedervmb auß den augen hinwegnimbt / vnd beſchwer⸗ liche aͤnderung fuͤr gehen laͤſſet. Dann / Bruͤllet auch ein Löw im Walde / wann er keinen raub hat? Blaͤſſet man auch die Poſaunen in einer Statt / daß ſich das Volck darfuͤr nicht entſetze Iſt auch ein vngluͤck in der Statt / das der Her e nicht thue Der Low hruͤllet / wer ſolte ſich nicht fuͤrchten? er? Ama3. 6 Herꝛ redet / wer ſolt nicht weißſagen / vnnd den Zorn deß Hx RRER verkuͤndigen? Dieweil wir aber Chriſten ſeyn / wiedergeboren zu ei⸗ ner lebendigen hoffnung / ſo ſollen wir nichttrawren / wie die / ſo keine hoffnung haben / Sondern auß dem Wort Gottes / das allein vnſer troſt iſt in der böſen zeit / vnder- richt vnd troſt ſuchen / Im geraumen vmbkeren / vnd den Herꝛen vnſeren Gott / ſampt ſeiner gnad vnd huͤlff / weil er noch ʒu finden iſt / ſuchen / Daß nicht all das vngluck das vns der Herꝛ droͤwet / vber vns komme / vnſere fein- de vber vns erfrewet / vnnd vnſerer wiederſacher Horn erhöhet werde. Darvmb / ſo laſt vns auß verleſenem II. Tert dieſe zween Puncten mit einander bedencken vnd erwegen. Erſtlich / warvmb wir in dieſem klaͤglichen vnd hoch⸗ betrůbten fall / trawren vnnd klagen ſollen: Vnd wtr dem kuͤnfftigen vnglůck / das vns der Her dadurch fuͤr die augen ſtellet / zu begegnen ſey. Weß wir vns auch in dieſem fall zu troͤſten haben. Vom Erſten. Wir elenden Menſchen ſeynd gemeiniglich alſo ge⸗ ſchaffen / daß wann vns Gott ſtraffet vnd ſchlaͤget / wir allein auff die Wunden oder den Stein / damit wir ge⸗ troffen ſeynd / ſehen / viel davon wiſſen zu ſagen vndzu klagen: Mercken aber nicht auff die hand deſſen / der den ſtreich oder wurff gefuhret hat / noch auff die vrſachen vmb deren willen ſolche ſtraffen vber vns kommen / vnd der Zorn deß Allmaͤchtigẽ vber vns außgeſchuttet wirdt. arvmb klaget allhie der Geiſt Gottes / durch den Propheten Jeſaiam / vnnd anderswo in der Schrifft / vber ſolche groſſe blindheit / vnachtſamkeit / vnd ſicher⸗ heit 7 heit der Menſchen / daß ſie ſo gar nicht achten auff die werck deß Herꝛen / auff ſeine wunderbare fuͤrſehung / vnd regierung der Welt / betrachten auch nicht auß Gottes Wort · Warvmb dieſes oder jenes alſo geſchehe. Zwar / weil das gerichte vom hauſſe deß Herꝛen an⸗ fehet / das iſt frommer Gottſeliger Leuth / jaauch hoher vnnd Chriſtlicher Potentaten nicht verſchonet wird: Solten ſie billich jhnen die rechnung machen / Wie der „ Apoſtel Petrus lehret / Was wirdt es mit den Gottloſen *7 fuͤr ein end nemmen? Vnd wie jener ſagt: Quid faeiet humilis herba deſerti, Si ſtare non valet alta ce- drus Iibani? Was ſoll das kleine ſtaͤudlein thun / da auch die großen Baume außgeriſſen werden / vñnd vorm. windt nicht ſicher ſeynd. Dann der Hertraffet die gerech⸗ ten hinweg / ſpricht Jeſaias / Daß ſie das kuͤnfftige vn⸗ glůͤck/ damit er gedencket die Gotiloſe Welt zu plagen / nichtſchen. Aber ſie wollen nicht achten auff das iun r/4. deß Herꝛen / noch auffdie werck ſeiner haͤnde. Der Herꝛ/ der ein rechter richter iſt / der drowet zwar alle tage: Wer a. aber mercket es? Vnnd wer leſt jhm ſolche drawung zu herzen gehen Wer glaubet es / daß der Her ſoſchrʒůr· V v⸗. net/ vnd wer fůrchtet ſich fůr ſolchem ſeinem grimm⸗ Darvmb / Geliebte in dem Herꝛen / Sollen wir in dieſem trawrigen vnd hoch beſchwerlichen fall / den wir vor augen haben / nit alleine ſehen auff den Riſſ / den der Herꝛ im Lande gethan / ſondern auff den Zorn deß Her⸗ ren / vnd auff vnſere große Suͤnde / die ſolches vervrſa⸗ chet haben. Dann allhie ſagt der Prophet Jeſaias / Daß / wann Goti vber ein ganßes Land ſeinen grimmigen Zorn wolle anbrennen laſſen / vnd das Gottloſe weſen vnd leben der Welt / mit groſſer ſtraffe heim ſuchen / So raffe er die ge⸗ rechten Mkn —— rechten vnd Gottesfurchtigen / ſonderliche Gottſelige) fromme vnd Chriſtliche Regenten/ die ſeinen Zorn mit jhrem Gebet auffhalten / vhrplotzlich hinweg / daß ſie ſolchs vnglůck nicht ſchen: Dite ſorgloſe vnd ſichere Leu⸗ the aber damit vnwerſchens uͤberfallen vnd getroffen wer⸗ den. Vnd eben daſſelbe beʒeuget auch der weiſe Koͤnig proy. ⁊. Salomon in ſeinen Spyruͤchen /⁊s. Cap. Vii deß Lands Suͤnden willen / werden viel aͤnderunge der Fuͤrſtenthů⸗ men. Item im Buch der Weißheit 4. Cap. ver. 17. 18.1. Wie dann auch ſolches / durch die Taͤgliche erfahrung vnd exempla / mehr als zu viel am tag vnd vor augen iſt. Dann als der fromme vnd Gottſeliche Koͤnig Joſa⸗ phat lebete vnd regiret/ ſtunde es wol in dem Koͤnigreich Juda · Was aber fuͤr aͤnderung / jammer vnd elend / deyde in dem Weltlichen Regiment / vnd auch in der Re⸗ ligion / vnnd was fůr groſſe ſtraffen auffſeinen Todt er⸗ folget ſeynd / Vnd ſoiches vmb deß Volcks Suͤnde wil- rar. 3. len / welches ſein hertz nicht hatte geſchickt ʒu dem Gott jhrer Vaͤtter / iſt auß den Hiſtorien Göttliches Worts 2. Par. 21. klar vnd offenbar. Weil Hiſtias regiert / war ein ʒimlicher wolſtand dey dem Volck Gottes · Als er aber ſeyn augen zuthete / huff ueber Gott / welch ein ſchrecklicher jammer/ wie 2.Reg.1. grewliche Abgötterey / wie groſſes vngluͤck iſt auff ſol- æ. Par. 33. chen Todt erfolget⸗ Dem Gotiſeligen Koͤnig Joſiæ leſt Gott anzeigen: Weil dein hertz erweichet iſt vber den worten/ die du ge⸗ horet haſt / vnd haſt dich gedemutiget fuͤr dem Herꝛen: o.keg. 22. So will ich dich zu deinen Vattern ſam̃len / daß du mit freuden in dein Grab verſamblet werdeſt / vnnd deine augen nicht ſehen alles das vngluck / das ich auff dieſe Statt ſenden werde. Wie es „— —— — 5 Wie es zu anderen zeiten ergangen / wann Gott Chriſtliche vnd Gottſelige Regenten / die Pfleger vnnd Seugammen der Kirchen geweſen / gegeben hat / vnnd aber von wegen deß vndancks / vnnd der Sünden deß Volcks / dieſelben auffgeraffet / hinweg genommen / vnd ſhnen wieder entzogen / Davon mag man in der Kirchen⸗ Hiſtort leſen / wie es nach dem Tode deß Kayſers Con ſtantini Magni Theodoſi, Honorij, vñ anderer ergan⸗ gen ſey. Denn alles hie zu erzehlen / viel zu lang wůrde. Was zu vnſeren zeiten ſich zugetragen / vnd taͤglich begibt / iſt am Tage / vnd darffkemer beweiſung / Son⸗ der/ es ſoll vns die Taͤgliche erfahrung die augen auff⸗ thun daß wir der wercke deß Herern lehrnen beſſer ach⸗ ten / vnd warnemmen. Dañ ob ſchon die ruchloſe vnd ſichere Welt / die hand Gottes / vnd ſeine werck / in dem Tod der gerechten nicht erkennen noch mercken will: So leſt doch Gott in dem⸗ ſelbigen ſeine ewige Fůͤrſehung / vnd wunderbarliche Re⸗ girung alſo ſehen / daß / wer nicht mutwillig blind ſeyn wil / die groſſen werck Gottes nicht allein ſehen / ſondern auch gleichſam greiffen vnd fuͤhlen muß. Dann iſt nicht das ein ſonderbares werck Gottes / daß gleich wie ein embſiger vnd fleiſſiger Bawman / den gu⸗ ten Weitzen / zur ʒeit der Erndte / in einer eyle / vor dem Regen vnd vngewitter auffraffet / vnd an einen ſichern orth in ſeine Schewren ſammlet / vnd verbirget: Alſo der getrewe vnd Barmhertzige Gott / ſeine liebe kinder ⸗ vnnd getrewe Diener / als herliche garben deß guten Weitzen / fůͤr dem ſchrecklichen wetter ſeines grimmigen Zorns /auch auffraffet von der Erden / vnd in die Him̃e liſche Schewren / da ſie fuͤr allem vngluͤck ſicher ſeynd / ſammlet vnd verbirgete B Iſt 1 magis de ſtatu Eccleſiarum, quãm de ſuis periculis angebatur. Es haben aber S. F̃. G. jhre Religion vnd glaubens bekandinuß / nicht gelernet auß Menſchen Schrifften / oder gegrůndet auff auctoritet vnd anſehen der Lehrer⸗ Sondern auff den vnfelbaren vnd beſtaͤndigen grund / auſſer welchem kein ander kann geleget werden/ nemlich auff Jeſum Chriſtum / wie der von den Propheten vnd Apoſteln iſt geprediget worden. Vndiſt S. F. G. ſolches ſhres glaubens vnnd Reli⸗ gion / ob wol dieſelbe in der welt verhaſſet / vnnd von vie⸗ len verlaͤſtert / verketzert / vnnd vffs allerſ chaͤndlichſte iſt außgeſchrien worden / dermaſſen verſichert / vnd in jhrem hertzen alſo gewiß geweſen / daß S. F. G. ſich nicht ge⸗ ſchewet / nicht allein dieſelbige offentlich vor der ganken Chriſtenheit ʒu bekennen / Sondern auch anno 66. auff dem Reichßtag zu Augſpurg / da S. G. geliebſter Herꝛ Vatter / Churfuͤrſt Fridrich / Chriſtſeligſter ge⸗ dechtnuß / derſelben Confeſſion halben / beſchwerlich an⸗ geklagt worden / Die Bibel / vnd Augſpürgiſche Con- teſſion, den anweſenden Chur vnd Fuͤrſten / auch der ab⸗ weſenden Bottſchafften vñ Geſandtẽ / in der Perſon / mit vnerſchrockenem gemůt / vñ auffrichtigem hertzẽ/ fuͤrge⸗ legt / vnd neben jhrem geliebſten Herꝛn Vatter / begeret / eines andern vnd beſſern / auß Gottes wort / vnderrichtet vnd vberzeuget zu werden / Aber niemandis vnter allen anweſenden Churfuͤrſten vñ Staͤnden herꝛfur getretten der auch das wenigſte vnd geringſte für zu bringen oder eynzuwenden gehabt. Welches denn S. F̃. G. dermaſſen in jhrem hertzen confirmiret vnnd geſtercket / daß dieſelbe nachgehends ⸗ nicht allein mit hertzen vnnd mund ſolches offentlich be B 2 ken⸗ 12 kennet / ſondern auch neben andern / hohes vnd Adeliches ſtandes / vnd anderen Gottliebenden Perſonen / vndred- lichen leuthen / mit darſetung jhres leibes vnd Blutes / mn dem ſie ſich der armen bedrangten glieder deß Herꝛen Chriſti / ſo vmb ſolcher Religion willen verfolget wur⸗ den / angenom̃en / jhnen zu huͤlff vnd troſt kommen / zum vierdten mahl vor der gantzen welt dargethan vnd bezeu⸗ get haben. Wie hertzliche liebe vnd groſſes verlangen S. . G. zu dem heiligen wort Gottes / jhr gantzes lebenlang ge⸗ tragen / iſt nicht allein denen / die ſtets vm̃ ſeine Fuͤrſtliche Gnade geweſen / ſondern auch andern vnd dieſer Chriſtli⸗ chen gemeinde / alſo bekandt / daß es zeugnuß vnd beweiſ⸗ ſung nicht von noͤhten hat. Mit was freuden vnd hertzlichem troſt S.F. G. das heilige Abendmahl deß Herꝛen Chriſti / als einen hohen vnd teweren Schatz / ſo offt es die gelegenheit gegeben / mit der Chriſtlichen gemeinde gebrauchet / Davon k᷑oͤn⸗ nen viel frommer hertzen zeugen. S. F̃. G. haben mit dem Chriſtlichen Gebet / gantz fleiſſig vñ vnnachlaͤſſig angehalten / Dieweil dieſelbigen in Schola crucis, zimlich von Gott dem Herten ſeynd geuͤbet vnnd Probiret worden / auch wol geſehen / mit dem frommen Koͤnig Joſaphat / Daß kein hůlff ſey / denn bey dem Herꝛen alleine. Es iſt aber S. F. G. nicht allein fuͤr jhre Perſon Gottsfuͤrchtig / vnnd Gottſelig geweſen / ſondern haben auch / ſo bald ſie in jhr Regiment getretten / diß fuͤrnemb- lich jhre hoͤheſte vnd groͤſte ſorge ſein laſſen / Daß die Re⸗ ligion reyn vnd vnverfaͤlſcht / wie ſie S. F. G. auß den Brůñlein Iſraels geſchopffet / mochte erhalten / vnd allen Vnderthanẽ in jhrer Gnade Landen / furgetragen vñ ge⸗ yrediget reu au ich wen hei ſnſe ſinh bene n Im ſt/ liw nyin ir ſ ken/ noh ſli P 3 prediget werden / damit ſie auß dem wort Gottes recht vnderrichtet/ vnnd zu der erkandnuß Gottes / vnd der wigen ſeligkeit moͤchten gebracht werden. Vnd daran haben jhre Gnade nichts laſſen erwinden keine muhe / keine arbeit / kein koſten geſparet / damit Kir⸗ chen vnd Schulen recht vnd wol beſtellet wuͤrden. Sonderlich / da ſeine F̃. G. durch ſchickung deß all⸗ maͤchtigen Gottes / zur Adminiſtration der Churf. Pf. beruffen worden / haben ſie mit viel vñ groſſer ſorg / můhe tnd angſt dahin gearbeitet / daß Kirchen vnd Schulen / ſo durch etliche vnrůhige Theologen, mit vngefunder chre von der Perſon Ehriſti / vnnd den heiligen Sacra- nenten turbiret/wiederumbzu recht gebracht / vnd mit veinen Lehrern beſtellet vnd verſehen wuͤrden. Welches nuch S. F. G. durch Gottes gnaͤdige hůlffe ʒwar glůck⸗ ſch ins werck gerichtet / Es aber dabey nicht haben be⸗ venden laſſen/ Sondern / damit ſie ja zu der vnderthanen il vnd wolfart / nichts an ſich erwinden lieſſen / ſeynd ſie enſelbẽ nicht allein mit gutem exempel / in vleiſſigem be⸗ chen der Predigten deß Göttlichen worts / vnnd ge⸗ rauch deß heiligen Abendmals / fuͤraangen / Sondern nben auch endlich ein General Viſitation, nach dem Sempel deß loblichen vnnd Gottſeligen Koniges Joſa⸗ ats/ anſtellen laſſen / deren auch S. F. G. ſo viel die bchwichtige vnd vielfaltige geſchůffte haben leiden kon⸗ vin der Perſon beygewonet / vnd die vnderthanen mit der ſanfftmut vnnd Chriſtlicher beſcheidenheit / in ge⸗ dein / vnd in ſi onderheit / auß Gottes wort vnderrichten / djhnen den weg zur ewigen ſeligkeit zeigen laſſen: weſ⸗ es auch nicht ohne große frucht / vnd ohne beſondere irtzliche freude jhrer F̃. G. abgangen. as wir aber fůr einen trewen Vatter deß Vatter⸗ B 3 lands 74. lands an S.ᷓ G. gehabt / wie er deß Lands vnd ſeiner ar⸗ men vnderthanen beſtes allzeit geſucht vnd gefordert / das erkennen vndwiſſen fromme herhen Die andern aber / omutwilig verſtocktſeynd/ vnd Gottrogůte weniaach⸗ ten / werdens zu ſeiner zeit erkennen / beweynen / vnndmit ihrem ſelbſt eygenen ſchaden beklagen. Er war der ſchoͤne baum/ darunter wir Gericht vnd gi gerechtigkeit / ſchuß vnnd ſchirm / friede / vnnd gerͤhi⸗ S ges ſtilles leben hatten · Wie viel betruͤbter herzen der Heiligen haben ſeine F. G. erquicket? Sie haben die ar d me verſtoſſene glieder Chriſti / in ſhrem elende auffg⸗ 4 nommen vnnd beherberget / vnd hat ſich keiner jemals/ n der von wegen der warheit deß Euangelij iſt bedranget b geweſen / Seiner F. G. erzeiget / der ohne hůlff / rat 6 oder troſt / von S· F̃. G. wer gelaſſen worden /ja der auch „ nicht auß dem lieblichen vnd gnaͤdigen anblick S. F.G. v beſonderen troſi vnderguickung entpfangenhette· d Vnd weil ſeine F̃. G. allezeit den Herin fuͤr augeng⸗ 4 habt / vñ jhn geſucht von gantzem hertzen / ohn allen faiſch vnd heucheley (ob ſie gleich auch als ein Menſch / jhreg“ brechen gehabt) So iſt auch / wie vom Joſaphat geſchri d ben ſtehei / der Herꝛ bey vnd mit jhm geweſen / daß jhn alle „ fromme hertzen geliebet freunde vnd feinde geehret / de 1 wiederſacher gefuͤrchtet / vnd iſt ein ſonderer ſchreckenvi Ee furcht geweſen dem AntiChriſtiſchen hauffen / auchbiſ ß in ſein letztes vnd ſeliges ende. je Als aber der liebe allmaͤchtige Gott / nach ſeinemg“ imn ten vnd Vätterlichen willen/ S.· F. G. mit etwas leb m ſchwachheit angegriffen / haben ſie bey zeit ſich zu einen nj/ ſeügen abſcheid vnd ſterbſiundlein gefaſt vnd geſchilt] ſi⸗ gemahe / ieweil S · . G. nichtallein geſehen / daßſu eibes kraͤfften allgemachabnem̃en / vnd es mit jhre ſ n zun we 17 as zum ende naͤhet:ſondern auch / dieweil jhre Gnaden hoͤch lich verlanget vndgeſeufftzei nach dem ewigen Vatter⸗ „ land / als die da muͤde waren / nicht allein jhrer ſelbſt ei⸗ u gener zügeſtandener vielfaltiger wiederwertigkeit / ſon⸗ dern auch deß gemeinen jammers vnd elendes dieſes zer⸗ gaͤnglichen vnd betruͤbten lebens / dariñen der liebe Gott / S1 F. G. als das gold im offen / vielfaͤltig Probiret / d vnd jhren glauben köſtlicher als das feine Gold erfun⸗ den. Derowegen vmb ſo viel deſto mehr / mit vleiſſiger ſo anhoͤrung Göttliches worts / mit betrachtung deſſelben / a mit Gottſeligen Chriſtlichen Geſprechen / auch mit dem nbrauch deß heiligen Abendmals vnſers Herzen Jeſu mu Chriſti / ſich in veſtem vertrawen zu Gott / hertziglich er- u uicket vnd getroſtet. Vnd endilich / als die ſchwachheit 6 vberhand genom̃en / dem allmaͤchtigen Gott jhre Suͤn⸗ de mit ſeufftzen gebeichtet / vnnd mit dem lieben Dauid / auß grundt jhres hertzens dieſe wort geſprochen: Ach Hengehe nicht ins gericht mit deinem knecht. Denn vor pſal. 143. u dir iſt kein lebendiger Menſch gerecht. Vnd nachgehen- des ſeine zuverſicht vnd glauben zu Gott / vmb Chriſti willen /bezeuget / vnd geſagt / Sey mir gnaͤdig Her: Je- ſüdu haſt mich erloſt / du trewer Gott: vnnd damit jhre n Seele jhrem trewen heyland vnnd erloͤſer bevohlen vnd uffgeopffert / Vnd alſo im neun vnd viertzigſten jahr hres alters / welches ſie volkom̃lich / da ſie noch biß auff den . Martij gelebt / erreichet hetten / gantz Chriſtlich ndſeliglich in dem Heren entſchlaffen / den 6. Janua⸗ rij / dieſes ablauffenden 92. Jahrs / deß morgens zwi⸗ ſi ſchen; vnd 6 vhren. Die hochloͤblichen vnd ruhmwuͤrdigen Thaten / die hertzliche Barmhertzigkeit gegen den Armen / die groſſe weißheit vñ hohẽ verſtand / vorſichtigkeit / gedult / ſanfft⸗ mut / 16 mut / vnd andere Chriſtliche vnd Fuͤrſtliche tugenden S. F. G. alhie zu erzehien / it nit dieſes orts nochgelegenheit / Auch der ſolches nach der gebůre thun wolie / wůrde nicht an 1.oder 2. ſtunden / ſondern auch nicht an einem gan⸗ tzen Tage ʒeit genug haben. Dieſes aber habe ich allein darvmb aiſo vermelden wollen / daß wir ſehen mochten / wie groſſe wolthat vns Gott / in dieſem vnſeren gnaͤdigſten Herin erzeiget hat / auff daß wir auch mogen erkennen lernen / vnſern groſſen vndanck vnd vielfaͤltige Suͤnden / damit wir ſolche gnade Gottes verſchuttet / vnd vns derſelben beraubet haben. Es bedencke allhie ein jeder / was fur ein vnaußſprech⸗ liche gnade Gottes das iſt / daß wir bißhero einen ſolchen Fuͤrſten vnd Herꝛen gehabt / der all ſein euſſerſtes vermo⸗ gen / vleiß vñ arbeit angewendet / damit Gottes ehre/ vnd der Vnderthanen zeitliche wolfart vnd ewige ſeligkeit moͤchte gefurdert werden⸗ Wir folten ja billich Gott hoͤchlich gedancket haben ⸗ daß wir vnter vnſerem ſeligen Herꝛen / gleich als in einem Paradiß bißhero geſeſſen / vnd noch ſißzen / da wir Gott taͤglich in ſeinem wort hoͤren / durch vnſer Gebet mit jhm reden / zu Gott eyn vnd außgehen / vnd. volle genůgen fů⸗ vnſere Seele haben koͤnnen. Ach lieber Gott was iſts fur ein elender jammer / wo man dieſer wolthaten beraubet iſt wie ſolches in dem Re⸗ giment Saulis / vnder andern Gottloſen Konigen / im volck Gottes / auch an vielen orthen der welt heutiges ta⸗ ges zu ſehen iſt. Es iſt aber hoͤchlich zu beſorgen / vnſere behartliche vn⸗ danckbarkeit / verachtung Gottliches worts / vñ aller an⸗ dern gaben / die Gott bißßero ſoreichlich vnd vberflůͤſſig gegeben / vnſere hartneckigkeit vnnd muthwil in allerle Suͤnden / Si fort ſn ud m lenz Lim wol laſ pn lich w hen 9 ſi⸗ e ho vh 6 5 pihn „ll Gind er hihn 8han keher ry Suͤnden / darinnen man biß noch / ohn vnderlaß pfleget Fortzu fahren / werdẽ gewißlich eine vnzweyffliche vrſach n / daß vns der fromme Goit / ſolche gnade entzogen wvnd wo wir alſo / ohne beſſerung / fortfahren / ſich mit ſei⸗ nem ſegen gantz vnd gar von vnswenden / ſeinen gerech⸗ enzorn/che wirs vns verſehen / wie biß daher vber andere s Lander geſchehen / außſchütten / vnd die gedröwete vnd Straffe / endlich werde muͤſſen ergehen en. . Denn wie wolte doch der gerechte Gott / der geſuchten vnnd angemaſten blindheit / bey dem hellen vnnd klaren ucht / feines heiligen vnd ſeligmachenden wortes / alle⸗ at zu ſchen / vnnd nicht der mal eines / ſolche heimſuchen 6, end ſraffene n Es wollen ja der mehrer theil nicht ſehen / was ſie ſe⸗ i ben/ſondern mit ſehenden augen blind ſeyn/thun die au⸗ in zu fůr der Sonne der gerechtigkeit / wollen nicht ver chen was ſie horen. Denn ob ſie gleich auß Gottes wort . ugenſcheinlich vberwieſen / vnnd eines beſſern in jhrem arten vberzeugetſeynd / Somuß doch menſchen lehr vñ dicht mehr als das lebendige wort Gottes bey jhnen ten Solte denn der großmächtige Gott nicht zör⸗ en Solte der gerechte Richter nicht ſtrafßen⸗ Alſo / Geliebte in dem Herꝛn / haben wir / in dieſem be⸗ blen vñ hochbeſchwerlichen fall / ja wol zu klagen: Aber i ner klagen will / der klage vber ſeine Miſſethat vnnd m Bände. Wieder wen wollen wir murꝛen ? Ein jeglicher murꝛe rhr.s, neder ſeine Sünde / vnd ſage mit Dauid Plal.ros. Wir w Sben geſündiget ſampt vnſern Vattern / wir habẽ miß⸗ Sandlet vnd ſindt Gottloß geweſen. Vnnd mit dem ſ en Dauiel: Wir habengeſuͤndiget / vnrecht gethan / b⸗ . C ſeynd . . T3 ſeynd Gottloß geweſen vnd abtrůñig Spebotten vñ Rechten gewich von deinen D Hert / wir gehorcheten nicht deinen knechten den Prophelen die in deinem Nahmen / vnſern Königen/ Fürſten/ Vãttern / vnd allem volck im lande Predigten· WVnd laſt vns ja vleiß a tigen vnd gedroͤweten vng Was ſollen wir aberthun kommen vnd entgehen moögen⸗ Wir muͤſſen folgen dem ra vns gibet durch den Propheten nwenden / daß wir dem kůnff⸗ luͤck enirinnen mogen · /damit wir demſelben fur- th deß Herꝛen / den er Zach. 1. verſ.z. Be⸗ keret euch ʒu mir / ſo will ich mich zu euch keren / ſpricht hut nicht wie ewre Vatter geißan paben / die lieſſen jnen Predigen / beſſerten ſich aber nicht. Darvmb haben ſie troffen alle der Herꝛe Zebaoth. T gedroͤwet hatte· die ſtraffen die ich jhnen Alſowenn wir nicht wollen daß der zorn Gottes weit⸗ ter vber vns ſoll anbrennen / ſo müſſen wir nicht thun / wie wir bißher gethan h ſerem ſicheren vnnd ruc aben / das iſt / wir muͤſſen von vn⸗ hloſen weſen abſtehen / vns zum Herꝛen bekeren / ſo wirdt er gnaͤdig ſein / vnd jhn gerewen Dan. 9. Boſ.5.y. 7. das vbel das er vber vns gedac Barmhertzigkeit vnd die vergebung. ſen / er wirdt vns auch heilen / Er hat vns geſchlagen / er wuͤrdt vns auch verbinden. Zum andern / ſo můſſen wir nen / vnd mit danckbarem vns noch nicht Waiſen / ſondern auch Durchleuchtigſten laſſen / Den Fürſten vnd Herten / H bey Rhein / deß heiligen ſeſſen vnnd Churfuͤrſten / hertze die gnade Gottes erken⸗ npreiſen lehrnen / daß it einen Joſiam vbrigg⸗ /hochgebornen erꝛen Fridrichen Pfaltzgraffen Römiſchen Reichs Erttruch Hertzogen in Bayern / vnſern worden / wirſeynd bt hat. Dennſein iſt die Er hat vns zuri⸗ — — — gnä cht hne we ¹9 gnaͤdigſten Herꝛen / d. Deſſen Churfuͤrſtl. G. ſich nicht mit wenigerem ernßi vnd eyffer / als jhrer Churf. G.loͤb⸗ ache Vorfahren / Chrißtſeligſter gedaͤchtnuß /beydes der Religion vnd wahren Gottesdienſtes / vnd auch der ar⸗ men Vnderthanen / nach dem Exempel deß frommen Konigs Joſiæ / im werck vnd mit der that / annimbt / fuͤr ſie ſorget / jhr beſtes in alleweg ſuchet vnd foͤrdert. Solche gnade Gottes / ſage ich / muſſen wir lehrnen Hoch achten / Gott trewlich bitten / daß er vns dieſelbige lang erhalten / vnd nicht vmb vnſer Suͤnde willen auch entziehen wolle. Zum dritten muͤſſen wir nicht an den euſſerlichen mittelen hafften / vnd vnſer vertrawen / vnd zuverſicht ⸗ darauffſetzen / Sondern all vnfer zuflucht zum Herꝛen memmen / auff jhn allein ſehen / auff jhn trawen vnnd Sawen. Er will allein die ehr haben / daß er der ſey / der durch oder ohne mittel / allein in allen noͤthen helffen koͤn⸗ ne / vnnd helffe allen denen / die auff jhn ſich verlaſſen ⸗ vnd jhn anruffen. Darvmb entzeucht er auch offtermals vns die euſſer⸗ lche mittel / daß er vns die fleiſchliche ſicherheit vertrei⸗ e / zu wahrer vnd rechter buß auffmuntere / vnſern glau⸗ ben Probiere / vns im Gebet vnd Gottſeligkeit vbe / vnd auff jhn allein ſehen lehre. Sum vierdten / ſollen wir vleiſſig beten: Dann ob ſchon groß jammer vnd noth vorhanden / wie von dieſen letſten zeitten / der Geiſt Gottes / durch den Propheten Joelz. vnnd durch andere geweiſſaget hat: So haben wir doch dieſe troſtiiche verheiſſung von Gott / Daß es geſchehen ſolle. Wer den Nahmen deß Herꝛen wird an⸗ ruffen / der ſoll erhalten vnd ſelig werden. Vnd ſo viel vom erſten 5 20 golget kurtzlich das Ander: Vom Troſt den wir bey dieſem trawrigen vnd betruͤbten fall zu bedencken haben. Acp troſtet ſich der Prophet Jeremias in ſeiner klag / Thren.3. v. ⁊2. Die güte deß Herꝛen iſts / daß wir nicht gar auß ſeynd. Seine barmhertzigkeit hat noch kein en⸗ de / ſondern iſt alle morgen new. Der Her betrͤbetwol / vnd erbarmet ſich wieder nach ſeiner groſſen gůte. Aiſo troſtet vns auch in vnſerem leid vnd betruͤbnuß der Prophet Jeſaias / da er ſpricht / Die gerechten werden auffgerafft vor dem vngluck / vnnd die auffrichtig gewandlet haben / kommenzu frie⸗ de / vnnd ruhen in jhren kammern. In dieſen worten helt er vns dreyerley Troſt fuͤr: Erſtlich ſagt er / ſie werden auffgeraffet / Nemblich von dem Herꝛen . Dann gleich wie fromme vnnd Gottſelige Fuͤrſten vnd Regenten / allein von dem ewigen vnd Allmaͤchtigen Gott / der die Konigreich vnd Fuͤrſtenthumb außtheylet / wem er will / geſetzt vnd gegeben werden / Wie die Weiß⸗ heit Gottes ſolches bezeuget Proverb. 8. Durch mich regiren die Koͤnige / vnnd die Raths Herꝛen ſetzen das Recht. Durch mich regiren die Fuͤrſten / vnd alle Regen ten auff Erden. Alſo / wann dieſelbige durh den zeitli⸗ chen Tod wiedervmb abgefordert werden / vñ deß volcks Suͤnde vnnd vn dancks willen / geſchicht ſolches auch al⸗ leine von dem Hcren. Wie er droͤwet leſa.z. Daß er vmb deß Volcks Suͤnde willen / verſtaͤndige Rogenten / Kriegsleuthe / Richter / Propheten ꝛc. hinweg nemmen Hat 21 Mat dann nun ſolches der Herꝛ gethan / vnnd vnſern nd Gnadigſten Herꝛen vor dem vnglůck hinweg geraffet ⸗ So iſt es nicht allein recht vnd wol gethan / ſondern wir haben vns auch deſſen hochlich zu troſten / vnnd vnſere a) trawrigkeit ʒu maͤſſigen Dann der Herꝛ der ſolches gethan hat / iſt genaͤdig / vnnd gedenckt auch im Zorn an ſeine Barmhertzigkeit / ul ſeine gnade waͤret von ewigkeit ʒu ewigkeit / vber die ſo jhn furchten. Er hat verheiſſen / Er wolle Iſrael vnd Juda jerem . uf nicht Waiſen laſſen. Er iſt vnſer Erſoſer vnſer Hey⸗ lef „. en land / der vns Faͤrcket / hůffft / erhelt / Wie ſeinen Aug⸗ Zach. ⁊. di apffel bewaret: Wann wir von Vatter vnd Mutter ver/ ł/ain. i laſſen ſeynd/ vns auffnimbt / vnd durch ſich ſelbſt / alles was wir verlohren haben/ reichlich erſtatten wil. ʒu dem / ſoregireter alle ding alſo / Daß ſie denen / die jhn lieben r muͤſſen zum beſten dienen. o Darvmb ſo ſollen wir in dieſem vnd anderen beſchwer⸗ lichen fallen / auff den Herꝛn ſehen / mit glaubigem hertzen j an/hm hangen / vnnd was er in zeitlichen vnd leiblichen z dingen von vns nimbt / wlliglich vnd gern fahren laſſen / 1 vnd mit dem frommen Job fagen: Der Hen hats gege⸗ ben / der Herꝛ hats wieder genommen / Ber Nahme deß ich HERagR ſey gelobet vnd gebenedeyet. 6 Vnd ſollen vns deßen troſten / daß wir den Herm vn⸗ e. ſern Gott behalten. Dann wann wir den haben / ſo haben wir alles / vnd kann vns an nichts mangein / wie Baund 4 lehret im 23. Pfalm. Vnnd im 73 . Pſalm ſagt er / Ich 4 bleibe O Hert/ ſtets an dir. Wann ich nur dich habe / ſo e frage ich nichts nach Himmel vnnd Erden / Wann mir gleichLeib vnd Seel verſ chmachtet/ ſo biſtu daunoch alle⸗ zeit meines hertzen troſt vnnd heil. B daß wir dieſen troſt recht faſſen mochten / vnnd vnſere hertzen ſich mit C 3 Gott Rom. . Pſalm. j. vum . i. Daffreude die fůlle / vnd iieblich weſen iſtewiglich: L ei Gott begnůgen lieſſem O daß wir vns ſeinem gnaͤdi⸗ gen willen / der allein heilig vnd gut iſt / in lieb vnd leid / inleben vnd tod ergeben / vnd alle ſorge auff jhn werffen fonten / vnnd zu frieden ſeyn / wie er es mit vns machet! Dann alle ſeine wege ſeynd ja eytel gůte vnd warheit / de⸗ nen / die ſeinen Bund vnd zeugnuſſen halten. Wann wir aber vns dieſen troſt wollen zu nitz ma chen / ſo můſſenwir mit wahrer buß vns zu jhm bekehren / vnd ſehen / daß wir in vnſerem hertzen moͤgen verſichert ſeyn / Daß wir durch Ehriſium einen gnaͤdigen Gott vnnd Vatter haben / vnnd mit dem Apoſtel Paulo vns ruͤhmen koͤnnen: Iſt Gott fur vns / wer will wieder vns ſeyn? Dann die in Sůnden mutwillig beharren / die haben Goit nicht zum freunde / wie Johan.· ſtehet / Gott erhoret die Suͤnder nicht / Sintemal er nicht ein Gott iſt dem Gottloß weſen gefaͤllet. Diß iſt der erſte Troſt. Der ander Troſi iſt dieſer / Daß vnſer gnaͤdigſie⸗ Furſt vnd Herꝛzu frieden vnd zu ruhe kommen iſi. Er iſt nicht verlohren: dann wir wiſſen wo criſt. Dañ nach dem er die Irdiſche hůtten abgeleget / iſt ſeine Seele in der Himmliſchen wohnung / in dem Schoß Abrahams / welche jhm vnnd allen glaubigen der Herꝛe Chriſtus be⸗ reytet hat / wie er verheiſſen Johan.14. Der leib aber ruhet in ſeinem Schlafftaͤmmerlein / vnd erwartet deß froͤlichen Tages / da er in herꝛligkeit würd herfe gehen / vnnd mitallen Außerwehlten / bey ſeinem Heyland ſeyn ewiglich. Seine F. G iſt nicht tod / ſondern leben: Es lebet die Seel im ewigen Leben bey jhrem Heyland Jeſu Chriſto / — —ͤ— — — = ie 23 leib ruhet in ſeiner Schlaffkammer / von aller muhe / ar⸗ beit / ſorgen vnndelend / Darvmb die Schrifft den Tod der glaubigen einem Schlaff vergleichet. S. F. G. leben auch durch einen ewigen ruhm vnnd gedaͤchtnuß / nach der verheiſſung deß Geiſtes Gottes / im . Pfalm. Deh gerechien wuͤrd nimmermehr vergeſſen werden. Es leben auch S. F̃. G. in jhrem geliebten Pfleg Sohn vnnd Vettern / vnſerem gnaͤdigſten Chur vnnd Lands Fuͤrſten/ Herzen Fridrichen Pfaltzgraffen / der durch die gnade Gottes in S. F. G. fußfiapffen tretten / vnd auch in den wegen ſeines Gottes wandlen / vnd den Hern ſuchen wird. So ſeynd auch S. ᷓ. G. nicht in der qual / ſondern im frieden vnnd in derruße / wie der Prophet ſaget/ Vnnd Johan. in ſeiner Offenbarung 14. Selig feynd / die in dem Herꝛen Eniſchlaffen / Dann ſie ruhen von jhrer ar beit. Vnd diß iſt auch der ander troſi. Der dritte troſt iſt / daß wir auß dieſem tert deß Prophe⸗ ten ſehen/nit allein wie es mit vnſerem G. F. vnd Herꝛen ſo wol ſiehet / ſonder was es endlich auch mit vns fuͤr ein ſeliges end / ſo wir glauben / gewinnen wirdt. Denn der Prophet beſchreibet allhie den todt der ge⸗ rechten / das iſt / der jenigen / ſo durch den glauben an Chriſtum ſeynd gerecht / vnd durch den heiligen Geiſt ge⸗ heiliget worden / daß ſie auffrichtig fur Gott gewandlet haben / alſo / daß er ſaget / Sie werden fuͤrm vngluͤck auff⸗ geraffet / kom̃en zu friede / vnd ruhen injhren kammern. Mit welchen worten er anzeiget / daß der tod den glau⸗ bigen nicht ſey ein vndergang / fondern ein eyngang in das ewige ſelige leben / wie der Herꝛ Chriſius ſagt ar⸗ Nom. . Warlich / warlich ſage ich euch / wer mein wort helt vnd glaubt an den der mich geſandt hat / der hat das ewige le⸗ ben / vnd kompt nicht hns gericht / ſondern er iſt vom todt zum leben hindurch getrungen. Vnd lohan.s. So mandt mein wort wirdt halten / der wirdt den tod nicht ſchen ewiglich. Denn obgleich die glaubigen hie ʒeitlich ſterben / ſo ſehen ſie doch den rechten todt nicht / ſondern nur ein ſchatten deß todes / Denn er hat kein krafft oder macht vber dieſelben / ſie zutödten/ Deñ es iſt nichts ver⸗ dam̃lichs an denen die in Chriſto Jeſu ſeynd. Das voick Iſrael in der wůſten ward ſehr erſchrecket durch die ſchlangen die Gott vnder ſie ſchicket / vnd wor⸗ den auch viel dardurch getoͤdtet / Aber fuͤr der Ehrnen ſchlangen die Moſes auffrichtet/ fuͤrchter ſich niemand / deñ ſie hatte keine gifft. Alſo iſt dertodt wol ſchrecklich den Findern deß vnglaubens / in welchen er maͤchtig iſt / Aber die glaubigen entſetzen ſich nicht fuͤr jhm:diewen jhm das gifft vnnd ſein ſtachel / nemlich die Sůnde vnd der zorn Gpottes / durch Chriſtum genommen vnd zerbrochen ißi / wie r. Cor.i. ſtehet / Todt wo iſt dein ſtachele Holle wo iſt dein ſiege Alſo wirdt auch anders wo der todt der glaubigen einem ſchlaff verglichen / da durch ſie ruhen von jhrer arbeit. Deñ gleich wie die jenigen / ſo durch ſchwere arbeit deß tages ſich abgemattet haben / durch den ſchlaff wieder⸗ vmb geſtercket / vnnd newe kraͤfften bekom̃ien: Alſo auch alle fromme Chriſten / wenn ſie durch viel můhe vnd ar⸗ beit / angſi / noth / trůbſal vnd elend / dieſes ʒeilichen lebens můde / verdroſſen vnd ſatt worden / ſo kommen ſie durch den ʒeitlichen tod zu ruhe / vnd legen alle ſchwachheit abe: Darumb ſie ſich auch darnach / gleich wie ein tagloͤhner nach dem Abend / ſehnen / vnd ein hertzliches verlangen haben RAllhie 25 Alhie / auff erden / vnd ſo lang diß zeitlich leben waͤret ⸗ haben ſie nichts anders zu gewarten als vnfriede / krieg⸗ kampff vnd ſtreit / wie dann deß Menſchen leben ein ſtet⸗ 10b.. waͤrender kampff iſt: nach dieſem leben aber / kommen ſie zu friede / ſagt der Prophet Jeſaias. Dieweil wir denn / G. im Herꝛen / nicht allein auß die⸗ ſem ſpruch deß Propheten verſtehen / in was großer freu⸗ de vnd herꝛligkeit nun mehr vnſer G. F. vnd Hen iſt / ſon⸗ der auch wir zu der ſeligen vnd lebendigen hoffnung wie der geboren ſeynd / vnd wiſſen / daß ſein F̃. G. nicht wieder zu vns kompt / oder begeret / Sonder daß wir zu jhr kom⸗ men / vnnd mit jhr / ſampt allen auß erwehlten / der ewi⸗ gen freude theilhafftig werden ſollen / So laſt auch diß vnſer troſt ſeyn / welcher vns in dieſen worien deß Pro⸗ pheten fuͤrgehalten vnd angezeiget worden. Vnd haben alſo E.L. gehoret / was / vnd wie wir in dieſem vnſerem groſſen leyd trawren vnnd klagen ſollen / Nemblich nicht vber den todlichen abgang / deß durch⸗ leuchtigſten hochgebornen Fuͤrſten / der Churf. Pfaltz Adminiſtratoris, vnſers gnaͤdigſten Herꝛen / weil S.F. G. in der ruhe vnd jhm frieden feynd / Sonder vber vn ſere große vnd vielfaltige Suͤnden / vndanck / ſicherheit / verachtung Gottes vnd ſeines Worts / Damit wir vns dieſes trewen Vatters deß Vatterlands beraubet / vnnd den Zorn Gottes auff den Halß geladen haben . Vnd iſt nun an dem / daß wir vns bevleiſſigen / daß wir in hertzlicher rew vnd leid vber vnſere Sunden / vnd in wahrem glauben vnd vertrawen zu Gott / rechtſchaf⸗ fene buße / vnd fruͤchte derſelben wircken. Laſſet vnſere hertzen / vnd nicht vnſere Kleider traw⸗ ren vnd klagen / Laſſet vns von gantzem hertzen zu dem Herien vnſerem Gott bekehren / Dann er iſt gnaͤdig ⸗ D barm⸗ Pel2. 26 barmhertzig / gedultig vnd von groſſer guͤte. Vnd wann vns die Suͤnde raͤwet / ſo rewet jhn auch die Straffe / Wer weis / er mag das vnglůck das er vns gedröwet hat / — abwenden / vnnd einen Segen hinder ſich laſſen. E. L. haben auch gehoͤret den troſt / Nemblich / daß dennoch der Herꝛ vnfer Goit vnd Vatter ſey / der noch feine hand zu vns außſtrecket / vnd vns zur Buße / vndzu ſich ruffet. Der vnſern G. Herꝛen auß dieſem jam⸗ merthal in die ewige freude verſetzet / auch vns wieder zu der hoffnung deß ewigen ſeligen lebens / durch ſeinen heiligen Geiſt geboren hat. Derſelbige wolle vns auch ſeine gnade / zu einer ſeligen nachfahrt / wenn vnſer ſtuͤnd⸗ lein vorhanden iſt / verleihen / vnnd daß wir mitgedult vnd beſtendigkeit warten / auff die herꝛliche ʒukunfft vn⸗ ſers Herꝛen vnnd Heylands Jeſu Chriſti / der vns auß vnſerem Schlafftaͤmmerlein auffwecken vnd ſam̃ielen / alle vnſere Thraͤne abwuͤſchen / vnd ſampt vnſerem G. F. vnd Herꝛen / vnndallen Außerwehlten / in die ewige ruhe vnd ſeligkeit zu ſich nemmen wirdt. Amen. Gebet. K FCh lieber Herze / du groſſer S vnd ſchrecklicher Gott / der du ja dei⸗ nen Bund vnd gnade haͤlteſt / denen / die dich lieben vnd deine Gebott halten· Wir erkeñen vnd bekeñen / O Hert / vnd muͤſſen geſie⸗ hen / daß wir durch vnſere große vnd vielfaltige Suͤnden 2. Suͤnden dich ſchwerlich erzůrnet / vnd wol ber⸗ dienet hetten / daß wir gantz vñ gar von deinem heiligen Angeſicht verſtoſſen wurden. Wir / Wir / vnſereFürſten / vnſere Lehrer / vnſere Vat⸗ ter / vnd das gantze Volck / haben geſuͤndiget / vnrecht gethan / vnd ſeynd Gottloß geweſen / haben auch durch vnſern vbermachten vndanck vnd ſicherheit / dieſes große hertzenleid vnd be⸗ truͤbnuß vervrſachet / vnd vns nach deinem ge⸗ rechten vrtheil deinen Zorn auff den halß ge⸗ laden / Daß wir ſeynd als Schaffe die jhren Hirten / vnnd als arme Waſſen / die jhren lie⸗ ben Vatter verlohren haben. Ja Hert / wir ſehen auch deinen Arm außgeſtrecket / wo wir vns nicht vnder deine gewaltige hand demuti⸗ gen / vnd durch wahre buß vnd bekehrung wie⸗ gnade erlangen / vns viel hefftiger zu ſtraf⸗ en. Aber / O Hert / dieweil du für vnd fur eine zuflucht biſt / deren die auff deinen Nahmen hoffen / ein helffer deren / die in aͤngſten vnd noͤ⸗ then ſiecken / Ein trſier vnd Heyland der ver⸗ laſſenen / So haben wir alle vnſere zuflucht allein zu dir / vnd bitten dich von grund vnſers hertzen / Du wolleſt vns nicht ſraffen in deinem — D grim⸗ 28 grimmigen Zorn / vnd wolleſt vns nicht Wai⸗ ſen laſſen von deiner huͤlffe vnd gnade / Son⸗ dern wolleſt vns anſchawen mit den augen deiner Barmhertzigkeit / vnd dich erjnnern / daß du vnſer Gott biſt/ vnd vnſer Batter / vnd vmb deines geliebten Sohns Jeſu Chriſti / vnſers Heren vnd Seligmachers willen vnſerer Miſſe⸗ that vnnd groſſen vndauckbarkeit nicht geden⸗ cken. HErt / zůrne nicht zuſehr / vnnd geden⸗ cke nicht ewig der Sunde / Siche doch an/ daß wir dein Volck ſeynd. Du biſt vnſer theil / HErꝛ / Darvmb hoffet vnſere Seele auff dich. Erhalte vnnd ſegne dein Erbe/ das du dir zum eygenthumb ſo thewer erkauffet haſt. Troͤſte vns reichlich mit deiner gnade / in dieſem vnſe⸗ rem groſſen hertzenleid / nach dem du vns alſo zerſchlagen haſt: Wende deinen Zorn von vns abe / vnd laß deine Barmhertzigkeit vber vns walten / auff daß wir deine gůte ruͤhmen / vnd frõlich ſchn mogen vnſer lebenlang. Lehre vns bedencken / daß wir ſierben mů⸗ ſen / auff daß wir kiug werden Gib daß vnſere hertzen nicht eyngewurtzelt ſeyen allhie auff Er⸗ den / in dieſen Irwiſchen vnd zergaͤnglichen din⸗ gen / Sondtrn daß wir alleeit hinauff en 19 cten in das ewige Vatterland / da wir vnſern ᷓᷓ vnd Herꝛen wiedervmb mit allen Außer⸗ wehlten finden / vnd dich loben vnd preiſen wer⸗ den ewiglich. Wir bitten dich auch / O Himmeliſcher Vat⸗ ter / Daß du dem Durchleuchtigſien / hochge⸗ bornen Furſten vnd Herien / Herꝛen Fridrichen bey Rhein / deß heiligen Roͤmi⸗ chen Reichs Ertzdruchſeſſen vnd Churfuͤrſten/ Hertzogen in Bayern / vnſerem Gnadigſten Herꝛen / geben / vnd auff ihm wolleſt ruhen laſ. en / den Geiſt der weißheit vnd deß verſtando ⸗ deß raths vnnd der ſtaͤrcke/ der erkandnuß vnd der furcht deß Herten / Daß jhre Churfuͤrſil. S thre gantze Regirung / zur deines großen wnd heiligen Nahmens / zur fortpflantzung dei⸗ mev Reichs / vnd zu deß gemeinen Vatterlan- des nutz vnd wolfahrt / richten / vnd wir vnder ihrer Churf &ʒ ein rühiges vñ ſiilles lebẽ fuͤhren mogen / in aller Gottſeligkeit vnnd ehrbarkeit. Wolleſt dir auch in deinen Vätterlichen ſchutz vnnd ſchirm laſſen befohlen ſeyn / beyde Fuͤrſtliche Frawlein / das gantze hochlobliche Furſtliche Hauß der Pfaltzgraffen bey Rhein / Auch andere Fuͤrſten / Herꝛen / Raͤche vnnd Diener / 35 Diener / Deßgleichen einen Erſammen Rath dieſer Statt / vnd die gantze Gemeind: Gib vnd vermehre jhnen vnd vns allen deine gnade / daß wir in deiner Erkandnuß vnd furcht / vund in wahrem Glauben vnd Bußfertigen leben / je länger je mehr zunemmen / biß auch vnſer ſtuͤnd⸗ lein herbey kompt / daß wir auß dieſem jammer⸗ thal in die ewige freude zu dir genommen wer ⸗ den. Amen. — — — —