— — — Buc — vererð RNepofit. Mum. 0 70, Fo — X 4 . * Fb. * [, Ud., N. 300 — „ 6/. . Bier ghriilche predigten / Vber der Geich / weilund des Durchleuchtigen/ Hochgebornen Fur⸗ ſten vnd erin/ Hern VD WJG EN/ Herzogen zu Wuͤrtenberg vnd Teck / Grauen zu Můmpelgart / c. Hochloblicher vnd Chriſtſeliger ge⸗ daͤchtnus / wie ſie nach einander gehalten. Die I. Auff den 10. Sontag nach Trinitatis / in Die III. Zu Bebenhauſen / nach dem ſelbigen der Furſtlichen HoffCapell zu Stutgarten / als Tags die F. Leich allda ankommen / vnd vber Ihre F. G. den 8. Auguſti zuuor ſeliglich im nacht in der Kirchen geſtanden. N E R R R eneſchlaffen. Die 1I. Zu Stutgarten in der Stiffes eirchen / als Die 111I. Da die Fuͤrſtlich Leich zu Tübingen / die Fuͤrſttich Leich den 23. Auguſti nach Tů⸗ am Tag Bartholomæi / zur Erden beſtettige bingen zur Begraͤbnus gefuͤhret worden. worden⸗ Vnd dann ein verzeichnus / wie es mit Ihrer F. G. Leichproceß vnd Begrãbnus gehalten woꝛden. S F F — — — S W — — E —— 2 6 N S 9 Getruckt zu Tuwingen / bey Georgen Gruppenbach / Im Jar N. D. XC EII. S MRach Gottes Willen ſteht mein Sinn! Mein ſorg ich auff den H E R R E R les / Als dem ich globt vnd gſchworen bin. Pnd jhm befehl all meine Weg. Was er mit mir anfahen thut / Ich leb vnd ſterbe meinem Gott: Iſt olles 1oblichl recht vnd gul. Er ſteht mir bey in allet Not. Die Erſte Predigt / Vberder eich / wer lund des Durchleuchtigen / Hochge⸗ bornen Fuͤrſten vnd Heren / Herm Ludwigen Hertogen zu Wuͤrtenberg vnnd Teck / Granen zu Muͤmpelgart / . . Gehalten zu Stutgarten in der Fuͤrſtlichen Hofftapell/ auff den 10. Sontag nach nitatis, Anno &c. z. Durch Andream Oſiandrum D. Wuͤrtenbergiſchen Hoff prediger. SPI 610 AMMA IN SVM BOLVM 1FLVSTRISSILMI PRILNCIPILS Ac Do MILMI, DoOM1RMI LVDoVIcIDVE18 Vuirtembergenſis ac Teccenſis, ſanctæ ac immortalis memo- riæ, & Domini ſui clementif- ſimi. S MNIVS 1n REV 1ArT pvIM voLvRMTAS, 5 Dun L.vv o vcxtui ſymbola cordis erant. 2 Ergo lickt tua mors vitam mihi fecit acerbam, TTriſtitiæ cauſas attulit atque graues: Quandotamen DoMIMvS vorVIT tua ſtamina ſolui, Symbola cur rua nuncirrita facta putem? Sic igitur mecum ſtatuo, ſanctiſeime Princeps, Te vita functum, s 1c srArvEurE pEo⸗ Interea quamuis diſiuncti dorpore ſimus: Non tamen oblitum pectus habebo tui. Virtutesque ruas numerabunr ordine, multum Dequibus es meritusʒ curia, Templa, Scholæ. Dum Deus ex atroterræ reuocauerit antro Corpora viuifico ſurgereiuſſa ſono. Quando dabit requiem nobis ſine fine bearam: Et vita iunget nos meliore. Vale. mtitudinis ergo ſciebat eMndrens QMander D. Die Die erſte Beichpre⸗ digt / gehalten zu Stutgarten in der Fuͤrſtlichen Hof⸗ capell. Alſo ſpricht der heilig Seiſt im 103. Pſalmen. Der Menſch iſt in ſeinem Ceben wie Graas / bnd bluͤet wie ein Blum auff dem Feld. Wañ der Wind daruͤ⸗ ber gehet / ſoiſt ſie nimmerda / vnd jhr ſtette kennet ſie nicht mehr/c. Außlegung. Eliebte in Ghriſto dem HErm. S Gleich wie frommen vnnd verſtaͤndigen Kindern kein groͤſſer vnnd beſchwerlicher Creut begegnen kan / dann wann jnenjre 1) liebe Eltern / ſonderlich ettwo ſchnell vnd vnuerſehens / durch den zeitlichen Tod entfallen / vnnd ſie alſo in den kůmmerlichen vnd trubſeligen Waiſenſtand gerahten: Alſo muß es ja frommen / gehorſa⸗ men / vnd vernuͤnfftigen Vnderthonen ij es 1. Mach. 14. Zach.3. 1. Reg.4 2 Chriſtliche Predigten /gchalten bey der keich / Hern ſes hertzleid ſein / wann ſie jhrer Chriſlichen lieben Dbrig⸗ keit /bey dero Regiment ein jeder ſein Weinberg vnd Gar⸗ ten můt friden befeſſen / oder (wie die Schrifft von Salo⸗ monis Regierung redet) vnder ſeinem Weinſtock vnnd Feigenbaum ſicher wohnenkoͤnnen / vnnd ſo wol mit Geiſt⸗ licher als leiblicher notiurfft verſchen geweſen / durch den Tod beraubt werden. Dann was ein trewhertziger vnmd fleiſſiger Hauß⸗ uatter iſi in einer kleinen Haußhaltung bey einer handuoll Kinder / das iſt ein Chriſtliche/ verſtäͤndige / ehrliebende Vbrigkeit in einer groſſen Haußhaltung bey vil tauſent Vnderthonen. Vnnd ob wol Hertſchafft vnnd Vnderthonen Stands vnnd Geblůts halb weis von einander / ſo ſind ſie doch mit dem. Hertzen vnnd Gemůt ſo nahe beyſamen / daß man bey einander Leib/ Gut / vnnd Blut zuzuſetzen begert/ vnd frommen Vnderthonen / da ſie jhr furgeſetztes Haupt verlieren / nicht anderſt iſt / als wann ſie ein Ripp auß dem Leib / oder ein Glid jhres Leibs verlohren / vnnd jhnen das Hert im Leib vor kummer vndleid verſchmeltzen will. In ein ſolchen trubſeligen Stand ſeind leider auch wir diſer Tagen gerahten / in dem der Allmaͤchtig nach ſtinem alweiſen Raht / weilund des Durchleuch⸗ tigen Hochgebornen Fůͤrſten vnd Hertn / Hern Ludwigen / Hertzogen zu Wuͤrtenberg vnnd Teck / Grauen zu Muͤmpelgart / vnſern gnaͤdigen geweſnen Landtsfurſten vnnd getrewen Vattern des Vat⸗ terlandts / durch ſchnellen / aber doch ſeligen Tod vns en⸗ zogen / vnnd wir alſo eines thewren / vnnd Ihrer i en — Hermn udwigen / Herzogen zu Wuͤrtenbeiz /. 3 chen Gnaden Perſon halb vnwiderbringlichen Schatzes beraubt worden. Wiewol nun der getrewe Gott / der im Zorn ſeiner Barmhertzigkeit eingedenck iſt / vnnd der vns ʒwar ein Laſt pa. aufflegi / denfelben aber auch tragen hufft / ſolchen erlittenen xjer Schaden allbereit(wie wir durch Sottes Gnad fůͤr augen ⁊bob ſehen) widerumb erſtattet / dem loblichen Hauß Wuͤrtem⸗ berg einen andern Vatter vnd taugenlichs Haupt beſchert / der hochbetruͤbten Fůͤrſtlichen Wittib / vnſer gnaͤdigen Fuͤrſten vnd Frawen / ſampt dero angehorigen / ein getrew⸗ en vnnd milten Pfleger vnnd Patron verordnet / zuuor⸗ derſt aber den wol beſtellten Kirchen diſes Fuͤrſtenthumbs ein Chriſilichen Nutritium / vnd fleiſſigen Auffſeher depu⸗ tirt vnnd gegunnet: (darfur wir dann dem getrewen Gott von grund vnſerer Hertzen dancken ſollen:) Jedoch iſts in allweg billich / daß wir dem frommen / hochloͤblichen / thew⸗ ren Fuͤrſten / vnnd hertzallerliebſten geweßnen Landts⸗ uattern / Chriſtmilter Gedechtnus (als von deſſen Fuͤrſt⸗ lichen Gnaden wir ſo vil vaͤtterlicher Trew vnnd Woltha⸗ ten bey dero lebzeiten eingenommen) daß wir / ſprich ich / Ihren Zuͤrſtlichen Gnaden auch nach dero Abſterben jhr gebuͤrliche Ehr thuͤen / vnnd derſelben alſo gedencken / daß vnſer gehorſamer vnnd kindilicher Affect gegen hochermel⸗ ten Ihren Fuͤrſtlichen Gnaden im werck an vnnd bey vns geſpurt / vnnd dieſelben gebůͤrlich betraurt werden. Dann hat Gott befohlen / daß Abiam / den Sohn Je⸗ xn roboam / darumb / daß nun ettwas guts an jhm erfunden niupa. worden / das gantze Hauß Iſrael klagen / vnd jhn ehrlich be⸗ graben ſoll: Vnd iſt dem Zedekia / als ein ſonderer Segen Jer . von Gott verſprochen / daß man jhn ſoll nach Wn Tod agen / 4 Chriſtliche Predigten / gehalten bey der Leich / Herin klagen / vnnd ſprechen: Ach H E R R / warumb ſoll⸗ ten wir nicht vber dem frommen Juͤrſten / an dem nicht nun ettwas / ſonder vnzaͤhlich vil guts erfunden worden / auch klagen / vnnd vns hoͤren laſſen: Ach Herꝛ / ach Vatter des Vatterlandts / ach getrewer Hirt / ach Wa⸗ gen vnd Reitter diſes Furſtenthumbs . 2heſ. Wolan / vnſer Klag ſoll alſo angeſtellt werden / daß wir vns dennoch / als Chriſten / verhalten / hierauß gebeſſert / erbawet / vnnd widerumb getroͤſtet werden. Dieweil dann das die erſte Leichpredigt ſein ſoll / die vnſerm gnaͤdi⸗ gen Landtsfuͤrſten ſeligen zu Ehren / vnnd vns zu notwen⸗ diger Erinnerung angeſtellt / ſo woͤllen wir verhoffentlich ohn nutzlichen Vndericht nicht von einander gehen. Darzu ſollen vns dienen die jetz verleſne Wort des Koͤniglichen Propheten Dauids / die er / auß eingebung des heiligen Geiſts / geredt vnnd geſchriben. Auß welchen wir vernemen woͤllen / erſtlich / wie es doch vmb aller Men⸗ ſchen Leben auff Erden geſchaffen / vnnd weſſen man ſich hinwiderumb zutroͤſten. Fuͤr das ander / ſoll Ihrer Fuͤrſt⸗ lichen Gnaden (vmb dero willen wirjetz in diſem klaͤgli⸗ chen Habit vnnd Weſen beyſamem gebuͤrlich gedacht wer⸗ den. Der Allmaͤchtig woͤll ſein Gnad vnnd heiligen Geiſt darzu verleihen / Amen. Erſter Theil. M Sfuh vns der Geiſt hinauß auff das S Feld / oder auch in die Blumen / Luſt vnd Wurtzgaͤr⸗ Vten:nit daß wir Gottes Geſchoͤpff ſollen anſchawen / wie Andwigen / Hertogen zu Wuͤrtemberg / x. 1 wie Roß vnnd Maulthier / die kein verſtand haben: ſollen vns auch nit nur ſpatzierens weiß vnd luſts halb in das Feld vnnd Garten begeben: ſonder wir ſollens vnſere Prediger ſein laſſen / vnnd durch die contemplation vnnd anſchaw⸗ ung der Blumen vnnd Graſes erbawet werden. Dann es predigt vns Gott nicht allein auß dem Buch der heiligen Schrifft / ſonder auch auß dem Buch der Natur / vnd gibi vns Ohren vnnd Augen voll / ob es doch in das Hertz pene⸗ tiren / vnd Frucht bey vns ſchaffen moͤchte. Wie lautet dann der Teyt / den vns das Feld fuͤrhaltet? Ein Menſch iſt in ſeinem Leben / wie Graas / vnnd bluͤet / wie ein Blum auff dem Feld / xc. Diſe wort laßt vns mit fleiß erwegen: Ein Menſch / ſpricht der heilig Geiſt ſey in ſeinem Leben / wie Graas / das iſi/ er ſey verwelcklich / gebrechlich / ſterblich. Dann es iſt allen Menſchen geſetzt / einmal ʒuſterben · Das iſt der alte Bund: Dumuſt ſterben. Vnd iſt der Bund nicht in eim Bau⸗ Het.. ren oder Stattgericht nicht in eim Fůͤrſtlichen Hofgericht / Koöniglichen Parlament / oder Keiſerlichen Kammerge⸗ Roms. richt / ſonder in dem Raht der . Trifaͤltigkeit gemacht vnd ⁊ San 4. beſiettigt worden. Darumb wider den Bund kein Exci⸗ Kecl. Sot.· pirn / appellirn / proteſtirn / oder replicirn helffen mag. Solches anzudeuten / redet der heilig Geiſt in gemein / vnnd macht kein Außſchutz vnder den Menſchen: ſonder / Ein Menſch ⸗ ſpricht er: als wollt erſagen: Ein jeder Menſch / der in die Welt geboren / muß die Welt wider rau⸗ men: Wir haben all den Weinkauffgetruncken / vnd in den Laͤnden vnſerer erſten Elter von der verbottenen Frucht geeſſen. Der Suͤnden ſold iſt der tod:zwar von Rechts we⸗ Rom . gen beides der zeitlich vnnd ewig Tod. lauter S iſts / Oſiz. Apoc. 4 E ſa40. Chriſtliche Predigten / gchalten bey der Leich / Hern iſts / daß wir des ewigen Tods geͤbriget/ wann wir an den HERM glauben / der da geſagt hat: Tod / ich will dir ein gifft ſein · Hell / ich will direin Peſtilent ſein. Dannenhero ſelig ſind / die in dem HE Rrn entſchlaffen. Dann ſie ruhen von aller jhrer Arbeit. Es wuͤrdt aber der Menſch nicht ohne vrſach dem Graas vnnd Blumen verglichen. Das Graas zieretden Erdboden / gleich wie ſchoͤne Tapecerey ein Fuͤrſtlich Ge⸗ mach ʒieret. Die Blumen ſeind nicht allein ein ſchoͤn / ſon⸗ der auch ein nutzlich Gewaͤchs / hol dſelig von Farben / an⸗ mutig von Geruch / heilſam vnd furtrefflich von krafft vnd tugendꝛalſo / daß der Menſch / der zuuor ſchweifftzig / melan⸗ choliſch / vnnd gleichſam erſtorben geweſen / wann er in das gruͤne Feld / oder in ein wolgepflantzten Blumengarten kompt / augenſcheinlich erquickt / vnnd gleichſam widerumb iebendig wuͤrdt. Aber was geſchicht Wann der Wind druͤber gehet / ſo iſt die Blum nimmer da⸗ vnnd jhr ſtett kennet ſie nicht mehr /c. Wann die Sonn heiß drauff ſticht / will deꝛ Prophet ſagen / vder ein brennender Lufft da⸗ her gehet / ſo verdorꝛen vnd verwelcken Blumen vñ Graas / ſonderlich / wann der Meder die Seges anlegt⸗ Graas vnd Blumen die vnder einander ſtehen / abmehet daiſis vm all jhr zierd vnd ſchoͤne geſchehen. Aſo helt ſichs auch mit dem Menſchen⸗ Der Menſch iſt das Graas: der Menſch iſt die Blum die in einer kͤrtzejr ſtett nicht mehrkennet. Zu dem Propheten Eſaia ſagt Goti der HEr:: Predige. Er fragt: was ſoll ich predigen. Der HErꝛ antwortet: Predige / Al⸗ les Fieiſch iſi Herv / vnnd al ſein Hertligkeit oder . ie Ludwigen / Hertogenin Wuͤrtemberg /. 7 die Blum auff dem Feld. Das Hew verdorꝛet / di Blum verwelcket / dann des H E R R N Geiſt blaſet darein ſꝛc. Durch das Fleiſch werden verſtanden die Menſchen / wie auch in dem erſten Buch Moſis am 6 cap. da Goit der Gen s. HER ſpricht: Die Menſchen wollen ſich meinen Geiſt nicht mehr zůch igen laſſen / dann ſie ſeind Fleiſch. Vnnd Johannis im dritten cap. ſpricht Chriſtus: Was vom Fleiſch geboren iſt / das iſt Fleiſch / das iſt / alle Menſchen / ſo in Sunden empfangen vnd geborn / ſeind jhrer Natur vnd Lebens halben gebrechlich vnd ſuͤndtlich. So haben nun ʒwar die Menſchen jre herꝛliche Gaben vnd ornamenta:ſie ʒieren die Wet / wie das grůne Graas den Erdboden ʒieret / vnnd bluͤen / wie ein Blum auffdem Feld:wie dann ſolche Blumen ſeind / ſchoͤne Geſtalt vnnd geraͤde des Leibs/ daß man den Tod hinder ein ſolchen Menſchen flihen ſollte: Adelich / Fůrſtlich /Koniglich / oder Keiſerlich herkommen / hoher verſtand / weißheit / geſchicklig⸗ keit / wolredenheit fuͤrſichtigkeit / vnd andere Gaben / die der Kirch vnd gemeinem nutzen wol bekommenaber wann des HErꝛn wind daruͤber gehet /ſo iſt die Blum nimmer da jr ſtett kennet ſie nit mehr. Vnd wann des HEren Geiſt darein blaſet ſo verdorꝛet das Graas / die Blum verwelckt / vñiſt gethon vm̃ aljr herꝛligkeit vñ ſchone. Wa iſi der lebhaffte / langwirig / vnnd hochbetagte Ma⸗ Genʒ. thuſalem / der ſich gar nahet taufent jar lang des Tods er⸗ wehret hat⸗ Wo iſt der ſtarcke Samſon / der mit einẽ Eſels⸗ Ind. . kinbacken tauſent Philiſter geſchlagen hate Sein ſtaͤrcke iſt verwelcket / wie ein Blum. Wo ſind die Blumen Salomo⸗ Mattß . nis deſſen herꝛligkeit vnnd Weißheit Chriſtus ſelbſt gerhů⸗ vndi cap. met hat. Well er Fleiſch geweſen / iſt all ſein Gůte B i vnd Johz. Chriſtiche Predigten / Sehalten bey der keich / Hern vnnd Herligkeit dahin. Wo iſt Alerander Magnus / der in einer kartze die gantze Welt vnder ſich gebrachte Job Jeb. z. ſagts vns am drikten tap. Im Tod ſeind beides kleine vnnd W groſſe. Vnnd Syrach amio. rap. Wann der Artzt ſchon vr.o. lang flickt / ſo heißt e doch:heut Koͤnig / morgen Tod. Wo iſt der ſchöne Abſolon / vondeſſen Jußſolen / biß auff ſein San· Haupt! kein fehl oder mackel / die jhne verſtellt / an jhme ge⸗ weſen. Aber dem Tod iſt die Blum nicht zu ſchoͤn geweſen · Aſael / war ſo leicht von Füſſen / wie ein Reh auff dem Feld / dennoch kan er dem tod nicht entlauffen / ja er laufft dem Tod in die Seges hinein: vnnd in einem hui verdor⸗ ret die Blum . Aber / was ſagt man von alten / ſtarcken freichen / ſchoͤ⸗ nen / geſchwinden Leuten / denender Tod das liecht abgebla⸗ ſen / vnnd deren Gůte ſchnell verſchwunden ? moͤchten doch nur die jenige Blumen / welche Gott zu ſondertraut in ſei⸗ nen Luſigarten (hme zu ehren / wie auch der Kirch vnd Po⸗ licey zu gutem) gepflantzt vnd auffgebracht/ jhr Herꝛligkeit erhalten / vnd des verwelckens ſicherwehren? Aberda hilfft kein hinderſich ſehen. Es bleibt dabey⸗ ailes Fleiſch iſt Hew/ vnnd all ſein Herligkeit vnnd Gůte / wie ein Blum auff dem Feld: alſo / daß auch fromme Koͤnig / Fuͤrſten / vnnd Regemten Gwar eitwo in flore ætatis, vnnd da ſie in jhrem beſien thun geweſen) den graſigen Weg gehen můſſen. Es ſtirbt nicht nur Phargo / ſonder auch Moſes vnnd Joſua: nicht nur Saul / ſonder auch Dauid vnd Jonathan: nicht nur der Gottlos Ahab / ſonder auch der fromme Aſa: nicht „iego. nur Ivachas / ſonder auch Joſias: nicht nur Ahaſias / ſon⸗ es* der auch Ezechias ꝛwelcher als er 39. Jar alt geweſen / empfahet er den Beſcheid von Gott dem HE RRM / ſein Stuͤndlin ſey außgeloffen / er ſoll ſein Hauß ˙ vn Sam1. eudwigen / Hertogenzu Wuͤrtemberz / c. vnd ſich ʒum ſterbenrichten· Ob jhm wol nun Gott auß ſondern Gnaden / ſein Leben auff fuͤnffʒehen jar verlaͤngeri/ iſt doch s4 jar / welche Ezechias erꝛeicht / damals gar ein gering Alter geweſen. Der gottſelige König Joſias wuͤrdt nur neun pund neg. dreiſſig jar alt: iſt kaum / als wann heuttige iags einer fuͤnff Chron. 3 oder ſechs vnd zweintzig jar alt wuͤrdt. Ja Chrifius / der ge⸗ recht / vnd gerechtmachende ſelbſt / hat vber vier vnd dreiſ⸗ ſig jar ſein Alter nicht gebracht/ ſonder iſt in ſolchem nicht hohen Alter gegangen den weg alles fleiſchs. Zwar / ob es wolfuͤr vnſern augen ein beſchwerlich an⸗ ſehen hat / vnnd vnſerthalb keines guten ſchuld iſt / wann Gott Chriſiliche Regenten / die Alters vnd Kraͤfften Leibs vnd Gemůts halben bey der Kirch Gottes / vndin der Po⸗ licey / noch vil jargroſſen Nutzen hetten ſchaffen koͤnnen / ſo zeitlich hinweg raffet: ſo hat doch Goti ſeine eins theils verborgene / theils in ſeinem Wort geoffenbarte vrſachen darauff. . Erſtlich/ geſchihet ſolches jhnen zu gulem. Dauen im Propheten Eſaia im ʒ6. Eap· alſo geſchriben ſtehet: Die xſa.ʒ. Gerechten werden weggeraffet vor dem vnglůck. Vnd die richtig fůr ſich gewandlet haben / kommen zum Friden / vnd rhuen in jhren Kammern · Was diß fuͤr ein Gnad ſey / laßt vns Gott etwa erfahren / wann wir vnſere Sachen ! vnd der Welt lauff ſo beſchaffen finden / daß wir vor der zeit / lebens ſatt werden / vnnd vns ſelbs ettlich klaffter tieff vnder das Erdtreich hinunder wunſchen. Darnach gehoͤren ſolche fromme Regenten in den Spruch des Apoſtels an die He⸗ breer im eilfften Capitel / da von gottſeligeni woluerdien⸗ Heb· u. ten / vnd ʒeitlich in das himmeliſch Paradiß verſetzten Kin⸗ dern Goties geſchriben ſichet: Die Welt war jhrer B iüj nicht Pſalih. 18. 14₰6. Luc.i6. —— — 2 — Chriſtiche Predigten / gehalten bey der Leich / Hern nicht werth. Dann die Sicherheit vund Vndanckbat⸗ keit bey vns leider ſo groß iſt / daß man ſchier gern auff dem / daruͤber man die Haͤnd gen Himmel auffheden ſollte / gar mit Füſſen gehen wolte. So will vns auch Gott der Hr durch ſolche Erempel lehren / daß man auß hohen Perſo⸗ nen nicht Abgötter machen / oder auff Menſchen mehr / dann vor Gott verantwoꝛtlich / ſich verlaſſen fol. Dauon der H. Griſt im ns. Pſaimen alſo ſagt: Es iſt gut auff den NErin vertrawen / vndſich nicht verlaſſen auff Menſchen. Vnd im146. Pſalmen: Verlaſſet euch nicht auff Fuͤrſten / eſ eind Menſchen / die können ja nicht helffen. Dann des enſchen Geiſt muß daruon / vnnd er muß wider ʒur Er⸗ den werden: alsdann ſeind verlohꝛen alle ſeine Anſchlaͤge. Vnd dann andere / noch lebende hohe Perſonen / will Gott hiemit lehꝛen / ſie ſeien auch verweickliche Blumen / vñ al jhꝛ Mrꝛligkeit ſey wie das Graas. Demnach ſie jr Talent alſo gebrauchen / vnd anlegen ſollen / daß / wann es wuͤrdt heiſſen: Thue Rechnung deiner Haußhaltung halben / welches vnuerſehens geſchehen kan / wie es die Erempel ge⸗ ben ) ſie alsdann mit frolichem Hertzen / vnnd vnerſchrock⸗ nem Gewiſſen / vor GBTtes Rechenbanck erſcheinen moͤgen. Ingemein aben wir hierauß nachfolgende Puneten zumercken· Rſtlich · Wir ſien nit Stahl oder Eiſen / (oſich SSwol auch daſſelb mit der zeit vernieſſen / vnd abeſſen kand ſond wir ſind fleiſch/ja Hew vñ Gras. Vnſer Leben iſt kurt / vnd vergaͤnglich / vnnd heißt: Ich ge⸗ he auß oderein / ſſtehet der Tod / vnd wartet mein. Dem⸗ nach udwigen / Hertzogen zu Wuͤrtemberg /e. u nach ſollen wir nicht in Tagleben / vnd vns die rechnung machen / daß wir Mathuſalems Alter erꝛeichen / vnd vn⸗ ſere junge Tag mit frewden vnd wolluſt ʒubringen woͤllen / ſonder ſollen (in betrachtung / daß vnſer Leben ein Dampff / Jac. 4. der ein kleine zeit wehret / darnach aber verſchwindet) vnſer Patum injene Welt fetzn / vns die Geſellſchafft auff Erden nicht laſſen lieber ſein / dann die Gemein⸗ ſchafft im Himmll / alle tag mit Sott dem HErꝛn ab⸗ rechnen / ( dann offt rechnen / behelt gute Freund) vn⸗ ſers Beruffs trewlich warten / vnnd alle Tag vns zum ſterben richten. In maſſen die alten Chriſtlich vnnd weißlich geſagt: Ein Chriſt ſoll ſparen / als woll er ewig leben: vnnd ſoll ſich zum ſterben ſchicken / als woͤll er in dem nechſten augenblick von der Welt vrlaub nemen vnd außziehen. Bm andern. Wer ſchoͤne Gaben hat / der vberheb ſich deren nicht / dann es ſeind verwelckliche Blu⸗ men : wie wir von Samſons Staͤrcke / Salomons Weißheit vnnd Herꝛligkeit / Abſalons Schoͤne / Aſaels ge⸗ ſchwindigkeit / vñ dergleichẽ Gaben droben gehoͤrt. Sond⸗ lich aber anſeheliche Geſchlechter/ gehen auff / vnd gehen ab. Vñ wie an manchem ſchonẽ Gewaͤchs / eitlich Blumen ab⸗ ſtehen / vñ verwelcken / ettlich dagegẽ ſich auffthun: Vñ wie an eim Baum ettlich Naͤſt verdorꝛen / vñ abgehawen wer⸗ den / andere aber daneben an die ſtatt wachſen: Alſo an ho⸗ hen Geſchlechtern / ſtrbt etwa ein Linj ab / ein andere waͤchßt durch Gottes Gnad vnnd Segen an die ſtatt. Wann aber Gott ſtraffen will / laßt er bißweilen ein Geſchlecht z zer⸗ gehen Chriſtliche Predigten / gehalten bey der Leich / Hern gehen: daß Schilt vnd Helm / Stañ̃ vnd Nam / mik einan⸗ der begraben werden. Dauor der Allmaͤchtig alle lobliche hohe Haͤuſer vnd Geſchlechter gnaͤdiglich bewahren woͤlle. uͤrs dritt. Haben wir auch ein zwifachen Troſt hie⸗ V bey zumercken. Dann / wie die Blumen Gottes Ge⸗ ſchoyff ſind / alſo bꝛicht Er dieſelbẽ ab / vñ laßt ſie ver⸗ welcken / wann er will. Er / als der weiſeſte Gaͤrtner weiſt am beſten / wann die Blum ʒeittig / vnd wann ſie ab⸗ zubrechen / vnnd ſteht ſolchs gar nicht in des Teuffels / vnd der Welt Hand vnd Gewalt: die blaſen vns offt zwarvn⸗ freundtlich an / aber es heißt: Vana eſt ſine viribus ira: Ihꝛ pſal. 4s. zorn hatkeinen nachtruck· Jawann die Welt voll Teuffel wer / vnnd wolten vns verſchlingen / ſo fuͤrchten wir vns pſaim.s. nicht ſo ſehr / es muß vns doch gelingen · Dann wir haben 66s einen Gott / der vom tod eretten kan: es ſeind alle Blaͤtlen yuch·o. an der Blumen / vnnd alle Harlin auff vnſerm Hauptge⸗ zehlet / vnnd ſoll derſelben keins auff die Erd fallen / ohn den Pſaim to Willen Goties: Es ſeind alle vnſere Tag auff des HErin Buch geſchriben: er bewahret vns wie ſeinen Augapffel: Pſalm . vnſer zufiucht vnd zuuerſichtiſt vnder ſeinen Flugeln / ſein *i ¶ Warheit iſt ſchirm vnd ſchilt. Die Gnad des HErinweh⸗ ret von ewigkeit ʒu ewigkeis vber die / ſo jhn fůrchten/ vnd ſein Gerechtigkeit auff Kinds Kind / bey denen/ die ſeinen Bund halten / vnd gedencken an ſeine Gebott / daß ſie dar⸗ nach thun. Der ander Troſt. Gleich wie Graas vnd Blu⸗ men / in der frölichen vnd luſtigen Frülings vnd Som̃ers⸗ ʒeit ſich gleichſamwiderumb veriuͤngen / vnd / alſo ʒureden! von todten aufferſtehen: alſo verdorꝛen vnd verwelcken wir zwar wie die Blumen: wir ſollen aber doch nicht verder⸗ den / oder verlohren ſein / wie die verdampten / nicht 4 en Ludwigen / Hernogen u Wurtemberg /e. hen wie der ferndig Schnee / nicht in nihilum redigirt wer⸗ den / wie die Creaturen / ſo der eittelkeit vnderwoꝛffen: ſon⸗ der wir ſollen wider aufferſtehen / vnnd mit vnſerer Haut Jos 19. vmbgeben werden: da das verweßlich wuͤrdt anziehen das Joban.ʒ. vnuerweßlich / vnd wir nicht mehr ein verwelckliche Blum / n ſonder dem vnſterblichen vñ clarificierten Leib Chriſti ſollenꝛ Theſſ.4. gleichfoͤrmig ſein / mit jhme ewig leben / hne von Angeſicht Johz. zu angeſicht anſchawen / ein herꝛlichs Reich / vnnd ſchoͤne Mattheʒ. Kron von ſeiner Hand empfahen / vnd ſolcher Herligkeit g theilhafftig werden ſollen / die kein Aug nie geſehen / kein Vhr nie gehort / vnd dergleichen in keines Menſchen Hertz nie kommen iſt. So vil von den jetzuerleſnen worien des Koniglichen Propheten Dauids. Der ander Theil diſer Pre⸗ digt. VN iſts an dem / geliebte im HE R RN/ daß Wpnun des Durchleuchtigen / Hochge⸗ bornen Fuͤrſten vnd Herm /Herin Ludwi⸗ gen / Hertzogen zu Wuͤrtemberg vnnd Zeck / Grauenzu Mumpelgart / c. vnſers geweſnen gnaͤ⸗ digen Landosfuͤrſten vnd Herꝛn / Chriſtſeliger vnd hochloͤb⸗ licher gedaͤchtnus / ( deſſen verſtorbenen Leichnam jhr allhie vor augen ſtehen ſehet) gebůͤrliche meldung geſchehe. Dann was vns biß dahero der Allmaͤchtig durch ſeinen Geiſt an⸗ zeigen / vnd das Feld predigen laſſen / (naͤmlich / der Menſch ſey in ſeinem Leben wie Graas / vnd blůe wie ein Blum auff dem Feld / wann aber der Wind daruͤber gehe / ſey ſie nicht mehr da / vnnd kenne ſhr ſiett n. Item 6 r« Chriſtliche Predigten / gehalten bey der Leich / Herm fleiſch ſeie Hew / vnd all ſein Herꝛligkei vnnd Gůte wie ein Blum auff dem Feld / ꝛc.) das predigt vns Gott der HEr: jet mit der that / vnnd gibt vns den Glauben in die Hand: In dem er vns diſen thewren vnnd hochloͤblichen Fuͤrſten / ſeln vnuerſehens auß den augen geruckt / welcher frei⸗ ich ein ſchoͤne / ein edle / ein nutzliche / wolriechende / koͤſtli⸗ che Blum geweſen: alſo / daß vil vnderſchidliche Land⸗ ſchafften vnd Kirchen / derſelben lieblichen Geruchs / Krafft vnd Tugend / fruchtbarlich vnd heilſamlich genoſſen. Es ſeind Jhꝛe F̃. G. von dem Durchleuchtigen / Hoch⸗ geboꝛnen / anſehenlichen / vnnd weitberhuͤmöten Fuͤrſten / Hertzog Chriſtoffen / ꝛc. hochloblicher vnnd thewrer gedaͤchtnus / (deſſen F̃. G. ein rechter flos ſolis / ja ein ſcho⸗ ne vnd veſte Statt auff dem heiligen Berg GOTites er⸗ bawet geweſen) vnd dann der Durchleuchtigen / Hochge⸗ boꝛnen Fůͤrſtin vnd Frawen / Frawen Anna Maria / Her⸗ tzogin zu Wuͤrtemberg / geboꝛnen Marggraͤffin zu Bran⸗ denburg / *c. auch Chriſtſeliger gedaͤchtnus / erʒilt vnnd ge⸗ boꝛn / vnd von denſelben zu allen Chriſtlichen vnnd Fůͤrſili⸗ chen Tugenden erzogen vnnd angehalten woꝛden. Da ſich dann S. F. G. in erlernung freier Kuͤnſten / vnd darzuge⸗ oͤriger Sprachen / zuuoꝛderſt aber in erkantnus der rechten eligion / gantz gefliſſen / eiferig vnnd loͤblich erzeigt / auch bey der einmal erkannten / ſeligmachenden Warheit / der maſſen in allen Artickeln veſt vnd ſteiff gehalten / daß ſie wi⸗ der alle des Teuffels vnnd der Welt anlauff / biß in jhr let⸗ ſtes end / geſtanden wie ein eiſine Maur. Es ſeind aber S. F. G. damit nicht vernůgt / vnd zu⸗ friden geweſen / daß in dero Fuͤrſtenthumb einichen Secten nicht raum gegeben wuͤrde: ſonder haben auch Ketzeriſche vnd Sectieriſche Bůcher / andern Herꝛſchafften zů Fn urt — Ludwigen / Herzogen u Wuͤrtemberg / . 1 durch dero Theologos zuwiderlegen/ Befelch gegeben. Vnd damit auch an andern vꝛten / das Erð Gottes / mit eim gnadigen Regen erquickt / vnd wa es dunckel geweſen / hell Pſal. s. werden mochte/ ¶wie im os. Pſal. ſiehet)haben Ihꝛe ß. S. andern Landſchafften mit reinen vnd geleßrten Theoloʒis/ dero Landkindern (ſo auff Ihꝛer ʒ. G. foſten erzogen vnd inſtituiert) gern vnd williglich geholffen / vnd haben deſſen ein frewd gehabt / auch hin vnd wider / wa ein fewrſchadli⸗ cher Lehꝛ auffgehen wolle / trewlich gewarnet: vnangeſehen desſchlechten Dancks / den ſie ettwa drůͤber eingenommen. Wie auch Ihre F̃. G. der ſtudierenden Jugent / ge⸗ liebtem Vatterland / vnd außlaͤndiſchen / hohes vnd niders Standts Perſonen zu gutem / mit nutzlichen Gebaͤwen / vnd anderer notwendiger vnderhaltung / keinen Koſten ge⸗ ſpart / iſt am tag. Dann das Werck lobt den Meiſter / vnd Syr. ⸗ wuͤrdt jn loben / ſo lang die Welt ſiehet. Was ſelbige bey der weltlichen Eypedition für ſor angſt / muhe / arbeit vnd fleiß angewendet / wie ernſtlich ſie der Expedilion obgelegen / vñ ein verlangen nach Geſchaff⸗ ten gehabt / den Muͤſſiggang aber / als des Satans Fall⸗ ſtrick / geflohen / vb Gericht vnd Gerechtigkeit gehalten / des Job 29. Blinden Aug / des Lamen Fuß / des Siummen Mund vnd ʒuͤrſprech / der Witiwen Vatter / der Waiſen Pffeger / der Krancken Artzt geweſen / iſt nicht weniger jedermeniglich kund vnd offenbar. Vnd ob wol hochgedachter vnſer gnaͤdiger Landsfuͤrſt vnd Herꝛ/ auch ein armer Suͤnder geweſen / vnnd gern mit S. Paulo geſprochen hat: Das bos / das ich nicht will / das Rom.7. thue ich: das gur aber/ fo ich will / thuich nicht / ꝛr. ſo haben Gal.s. doch S. Fᷓ. G. die geſchaͤfft des fleiſches / mit dem Geiſt ge⸗ ꝓſal 10. toͤdtet Ihnen kein boͤſe Sach fuͤrgenommen / vnd das hei⸗ lig Abendtmal (als ein kraffugen Tyñt / vnnd zumal heil⸗ C ſams Pſal. 101. Pſalm ·ʒʒ · ———— — — ———— 16 Chriſtliche Predigten / gehalten bey der Leich / Herm ſame Artzney wider die Suͤnd) zum offtermal mit gebuͤrli⸗ cher / Chriſtlicher vorbereittung gebraucht / vnd darauffei⸗ nes Chriſtüchen Wandels ſich befliſſen · Dañ es ſeind Ihꝛe F. G. von hertzen feind geweßt / der verachtung Gottlichs Worts / vnd hochwuͤrdiger Sacramenten / dem ſchroͤckli⸗ chen Laſter des fluchens vnnd gottslaͤſterens / der fleiſchli⸗ chen Rachgir / mißuertrawen vnnd widerwillen gegen dem Nechſien / dem Gelt vnnd Ehrgeis / der Hoffart/ dem ſchaͤndtlichen vnnd verfluchten vbel der Vnzucht / allem ſchmeichleriſchen ʒuthun / vnd verkleinerung des Nechſten / vnd dergleichen Vntugenden. Haben alſo warhafftig mit Dauid ſagen koͤnnen: Ein verkehret Hertz muß von mir weichen / den boſen leid ich nicht. Der ſeinen Nechſten heim⸗ lich verleimbdet / den vertilge ich · Ich mag des nicht / der ſiolze gebaͤrd vnd hohen mut hat. Meine augen ſehen nach den trewen im Land / daß ſie bey mir wohnen / vnd hab gern fromme Diener / ꝛc. Es haben auch Ihre F̃. G. ſich nicht allein gegen an⸗ dern Hernſchafften gantz vertraͤglich / ( zuuorderſt aber ge⸗ gen vnſerm hoͤchſten jrꝛdiſchen Haupt/ der Keiſerlichen Maieſiet / mit worten vnnd wercken gantz demuͤtig / gehor⸗ ſam / wüfaͤhrig vnnd ehrenbiettig) erzeigt: den Friden ge⸗ ſucht / vnd demſelben ernſtlich nachgeiagt: ſonder ſeind auch gegen derſelben Dienern / auch den allergeringſten / nicht gnadig / fonder freundtlich / ja die Freundtligkeit ſelbs gewe⸗ ſen: alſo / daß doch mit vilen Teuffeln herte beſeſſen ſein muſſen / der Ihren F̃. G. (wann er derſelben Gaben vnnd Tugenden wiſſens gehabt]) nicht hette koͤnnen oder woͤllen hold ſein. Vnd haben Ihꝛe F. G. vmb dero Diener ſich ſo verdient gemacht / vnd ſich ſo anmutig / trewhertig / vnd holdſelig gegen ſynen erzigi daß mir nicht zweifelt / e 6 vi Ludwigen / Herzogen ju Wirtemberg / c. 177 vil in diſer Chriſtlichen vnnd hochloͤblichen Verſamblung zugegen / welche / wann ſie mit zwifachem Tod die ſchoͤne Blum erꝛetten / vnd demthewren Fůͤrſten ſein Leben ſaluirn vnd erhalten hetten koͤnnen / ſi wurden willig vnd vhrbitig geweſen ſein Aber / wie kein Blum kan fur die ander wachſen ſo kan keine fuͤr die andern verwaͤlcken. Es hat als Ihre F· G. deren Lauff mit lob vnd ehren vollbracht / die ſchuld menſch⸗ licher Natur můſſen bezahlt werden. Dann als Ihre. I. G · den achten tag diß Monals morgens frue / nach volendtem Gebet von Goit dem HERRN ſchnell angriffen / ſeind ſelbige von dero hochloͤblichen Chꝛiſilichen Gemahelin / vnd andern vertrauten Perſonen erinnert worden/ ſich in den gnadigen Willen Gottes, auß wahrem Glauben an Chri⸗ ſium / vnſern Suͤndenbuůſſer / zuergeben / alle ſorg auff ſhn zuwerffen / vnnd ¶daje das Sterbſtůndlin vorhanden ſein ſollte) auff den Verdienſt Jeſu Chriſti (der fuͤr vnſere Sůnden geſtorben / vnd zu vnſer rechtuertigung von Vod⸗ ten aufferſtanden) abzutrucken: ſonderlich aber / als Ihren Fuͤrſtlichen Gnaden der Spruch S. Pauli (Ceben wir! ſo Rem.4. ſeben wir dem HERRN/ ſterben wir ſo ſierben wir dem HERRM darumb / wir leben oder ſterben / ſo ſeind wir des HERRNlxt. fuͤrgehalten worden / haben ſie ſich wol ver⸗ ſtaͤndtlich mit lauttem ja darauff erclaͤrt / auch volgends / als Ihren Fůͤrſtlichen Gnaden die Sprach verfallen / auff ſerꝛner Zuſprechen mit Augen vnnd Geberden ſich dahin gantz Chriſtlich vnd beſtaͤndiglich erbotten/ daß ſie in wah⸗ rem Glauben an Chriſtum von hinnen zuſcheiden vnd bey der einmal erkannten / vnnd bißhero bekannten / reinen Reli⸗ gion / dihin jhren leiſen Seuffzen zuuerharen gedencken⸗ Cij Darauff — —— ———— 13 Chriſtiche Predigien / gehalten bey der Leich / Herm darauff ſie auch bald (als dero Seel dem Allmachtigen mit ernſilichem Gebet / vnd vilen heiſſen Threnen der vmb⸗ ſiehenden / in ſein gnädige Hand befohlen worden) im HE R R N ſanfft vnnd ſeliglich entſchlaffen. Haben al⸗ ſo S. F. G. warhafftig den Tod nicht geſehen: ſonder ſind gleichſam vnuerſehens durch den Tod zum ſeligen Leben hingeruckt / befuͤrdert vnnd eingefuhrt worden Da dann der Allmachtig Ihre Furſtliche Gnaden dero vilfeltigen Wunſchs (daß jie eintweder fuͤr des Vatterlands Wol⸗ fahrt auff einer gruͤnen Heide ſterben / oder durch ge⸗ ſchwinden / doch ſeligen Tod / von Gott abgefordert wer⸗ den moͤchten) geweeret bat. Alſo / daß zwar diſe Blum / dem euſſerlichen anſehen nach / verwelcket / aber vor Gottes Angeſicht ſchon blůet / vnnd der Seelen nach / iſ in der Schoß Abrahæ / ja in der Hand Gottes da ſie Zher kein Qual ſollrhůren: Der Leib aber / der in Goties Blu⸗ „Vor s mengarten ſoll geſaet werden / wuͤrdt an jenem tag ſchoͤn ehe außſchlagen / grünen/ blahen / vnnd wachſen ins ewig Le⸗ Philz. . :daran wir zuzweifflen die wenigſte vrſach nicht ha⸗ en. Vns will gebůͤren / daß wir zuuorderſt den getrewen vnnd gerechten Gott / (den wir mit vilfeltigen Suͤnden / zu⸗ uorderſt aber mit groſſer vnd hochuerweißlicher Vndanck⸗ barkeit gegen diſem vnſerm allergůtigſten Vattern des Vatterlands / erzůrnet / vnd zů diſem ernſtlichen Eingriff verurſacht) demutig vinb verzeihung bitten / wahre Buß thůen/ fürohin danckbarer ſeien / vnd jhn anruffen / daß er es bey diſer zumal ernſtlichen / vnnd doch vaͤtterlichen Zůch⸗ tigung / wolle bewenden laſſen / vnnd vnſer mit fernerer Straff (die wir ʒwar wol verdiener) snaͤdiglich verſchonen wolle. Darnach tudwigen / Heruogen zu Wuͤrtembetg / e. 15 Darnach ſollen wir mit der Hochbetruͤbten Fuͤrſili⸗ chen hinderlaſnen Wittib / vnſer gnaͤdigen Zuͤrſtin vnnd Frawen / als getrewer vnnd Chriſtlicher Landsmutter / ein vnderthaͤnig / hertzlich vnnd kindlich mitleiden haben / vnnd den Allmaͤchtigen Gott / als ein Gott der Gedult vnd alles . Cor. troſis / demutig vnnd flehenlich erſuchen / daß er Ihren F. G. vnder dem ſchweren Creutz des ſo bald entfallenen Ehegemahls / mit dem ſie in hoͤchſier Lieb vnnd Einigkeit gelebt: (alſo / daß zwiſchen beiden Ihren F. G. ein rechte turturum concordia/ Turteltauben Ehe vnnd Einig⸗ keit geweſen) daß / ſprich ich / der getrewe Gott hochermel⸗ ten Ihren F. G. in dem hochbekuͤmmerlichen Zuſtand das 1 Cor 10 außkommen geben / deroſchwachheit auffhelffen / ſie auch n ſampt derſelben angehoͤrigen jederzeit in gnaͤdigem bedacht / vaͤtterlichem beſehl / ſchut vnd ſchirm halten / vnd nach dem Regenwetter Ihren Fůrſilichen Gnaden die Son wider⸗ ob. umd ſcheinen laſſen / vnnd nach dem heulen vnnd weinen ſie mit frewden vberſchuͤtten woͤlle. Sonderlich aber / dieweil der himmeliſche Vatter im zorn ſeiner Gnad eingedenck geweſen / vnnd nicht mit vns gehandlet nach vnſerm Verdienſt: ſonder vns an ſtatt der pſ verwelcketen Fůͤrſilichen Blumen / ein Samen / ja allbereit zeittige Blumen hat laſſen vberbleiben / vnnd an ſtatt des verdorꝛeten Aſis / ein anderngeſunden Aſt / vñ junge Zweig⸗ len von dem hochloͤhlichen Stam̃en diſes Fuͤrſt. Wuͤrtem⸗ bergiſchen Hauſes herfur wachſen laſſen / nemlich den auch Durchleuchtigen Hochgebomen Fuͤrſten vnnd Her:n / Herin Friderichen / Hertzogen zu Wuͤr⸗ temberg vnnd Teck / Grauen zu Muͤmpel⸗ gart / c. vnſern jet regierenden gnaͤdigen neſn — vn l.ioz. 20 Chriſtliche Predigt / gehalten bey der Leich / Herm vund Hermn: ſollen wir dem Allmaͤchtigen Sott fur ſolche ſein Prouidentz vnnd vãtterliche Fuͤrſehung von hertzen dancken / jhne auch demůtiglich vnnd inbrůnſtiglich bitten / daß er Ihre uͤrſt. G. mtt ſeinem guten Geiſt je mehr vnnd mehr erfullen thue / damit wir an Moſis ſtatt ein Joſuam / vnnd fur den frommen Joſaphat ein gerechten vnnd from⸗ men Ezechiam oder Joſiam haben: Vnnd daß ſein Goͤttli⸗ che Allmacht Ihreð. G.auch kuͤnfftig bey reiner Lehr vnnd lõblichem Wandel erhalten / ſelbige ſampt dero hochgelieb⸗ ten Chriſtlichen Gemahelin / vnſer gnaͤdigen Furſtin vnnd Frawen / vnd junger Herꝛſchafft vor allem vbel bewahren / auch Ihr Hertz vnnd Regierung gubernirn / dirigirn / vnnd laitten woll zuſeines Namens ehr / diſes Furſtenthumbs / ja der gantzen Cßriſtenheit ʒeitlicher Wolfahrt / vnnd ewiger Seligkeit: Das verleihe Gott der Vatter / durch Je⸗ ſum Chriſtum / in krafft des heiligen Geiſtes / Amen / Amen. Laßt tudwigen / Herzogen zu Wuͤrtemberg /e. 21 Laßit vns hierauff mit Mund vnd it mächtiger / Ewiger / Barm⸗ Phertziger Sott / vnd Vatter vnſers lieben HERrn Jeſu Chriſti: Wir bekennen de⸗ muͤtiglich / daß wir deinen gerechten zorn / mit vnſer viffaͤltigen groſſen vndanckbarkeit / auff vns geladen / vnd mit diſer vnd andern ſchweren Suͤnden wol verdient / daß du vns vnſern frommen lieben Landsffurſten / vnd Landsuat⸗ tern / ſo fruͤe vnd vnuerſehens entzogen. Dieweil du aber nicht von hertzen die Menſchen plageſt vnnd betruͤbeſt / ſondern dich wider erbarmeſt⸗ nach deiner groſſen Guͤte / Daher du vns wi⸗ derumb ein Chriſilich Haupt auß dem Fuͤrſili⸗ chen Wůrtembergiſchen Stammen / vnſernlie⸗ ben Gnaͤdigen Landsfurſten vnd Herm / Herꝛn Friderichen / Hertzogen zu Wuͤrtemberg / . er⸗ halten vnd geben haſt: So bitten wir dich von hertzen / du wolleſt mit deiner mächtigen Hand ob J. F. G. vnnd derſelben angehoͤrigen vaͤtter⸗ lich halten / ſelbige ſchuͤtzen vnd ſchirmenmit dei⸗ nem H. Geiſt / in allem Ihremthun vnd laſſen regieren / ein fridlich / gluͤckſelig / langwůri⸗ ge re Regierung verleihen / Auff daß wir vnder J.F. G.löblichem Regiment/ bey deinem heili⸗ gen /allein ſeligmachenden Wort / vnnd reiner heilſamer Lehr des H. Euangelij erhalten / vnd felbiges auch auff vnſere Nachkommen vnuer⸗ falſcht gebracht werden möge. Woͤlleſt auch di⸗ ſes gantze Fuͤrſtenthumb in deinem Goͤttlichen vatterlichen Schutz vnnd Schirm haben vnnd halten / damit wir vnder vnſer jetzigen Chriſtli⸗ chen Obrigkeit ein geruͤhiglich vnd ſtilles Leben fuͤhꝛen moͤgen / in aller Gottſeligkeit vnd Erbar⸗ keit. Erbarm dich vber vns / Gnaͤdiger Hiili- ſcher Vatter / vnd erhote vns deine Kinder / vmb deines lieben Sohns / vnſers lieben Mittlers Jeſu Chꝛiſti / willen / So woͤllen wir von dir nicht weichen / ſonder dich ʒeitlich vnd ewiglich ⸗ vmb deiner Guͤte willen / loben vnnd preiſen / Amen / Amen · Spyrecht auch das H. Vatter vnſer· Die Die ander Leichpꝛedigt / ge⸗ halten zu Stutgarten / in der Stifftkirchen / Als die Würſtliche Leich des Durchleuchtigen / Hochge⸗ bornen Fůrſten vnnd Hertn / Herin Ludwigen / * e Hertogen zu Wuͤrtemberg vnnd Teck / Grauen zu Muͤmpelgart / c. pochtöblicher ſeliger Gedechenus / den a3. Auguſii/ Annohc. o3. von dannen nach Töbin⸗ gen zur Vegraͤbnus gefuhrt / vnd durch ein Chriſtliche Gemeind zu Sentgar⸗ ten fůr das Thor / mit vnderthaͤnigem hertzlichem Trawren / iſt beleitet worden / Durch M. Johannem Magirum ⸗ Probſten daſelbſten. Pſalm. 63. Gott vns eine Laſt auff / aber er hilfft vns auch. D Alſo —— — ——— Chriſtliche Predigten / gehalten bey der Leich / Hern Deut. 34. Alſoſtarb Roſe / der Knecht des HErin / daſelbs im Land der Moabiter / nach dem wort des HERrn. Vnder begrub jhn im Zhal / im Land der Moabiter / gegen dem Hauß Peor / vnnd hat niemand ſein Grab erfahren / biß auff diſen heutigen tag. Vnnd Moſe ward hundert vnnd zweintig jar alt / da er ſtarb / ſeine Augen waren nicht tunckel worden / vnnd ſeine trafft war nicht verfallen. Vnnd die Kinder Iſ⸗ rael beweineten Moſe / im Gefilde der Moabi⸗ ter / dreiſſig tag / vnnd wurden volendet die tag des weinens vnnd klagens vber Moſe. Joſua aber / der Sohn Nun / ward erfullet mit dem Geiſt der Weißheit / Dann Moſe hatte ſein Haͤnd auff jhn geiegt / vnd die Kinder Iſrael ge⸗ orchten jhme / vnndtheten / wie der HERR oſe gebotten hatte. Auß⸗ Ludwigen / Herzogen in Wuͤrtemberz / r. 27 Außlegung. Eltebte im HEr:n Chriſto / wir 3 haben jetz / zwar auß vndertheniger! ſculdiger ehrentbietung darneben aber Be FMmt höchſem vnſum kummer vn ſchmertzen / ein kleines Weglin für die Statt beleittet / weilund des Durch⸗ vo ſeuchtigen Hochgebornen Fuͤrſten vnd Hern / Hern Ludwigen / Hertzogen zu Wuͤrtem⸗ berg / ꝛc. vnſers geweſnen gnadigen Landsfurſten / vnd ge⸗ trewen lieben Landsuatters / hochloͤblicher ſeliger gedächt⸗ nus / todten Leichnam: welcher jetzo zu ſeiner/ vnd ſeiner Hochloblichen / Chriſilichen Voreltern Schlaffkammer Pſalm us⸗ gefuͤhrt / allda er in der hoffnung ruhen / vnd der ſeligen auff⸗ · Theſt. a⸗ zu dem ewigen frewdenreichen Leben erwarten Wir haben aber im vmbkehren / vns an diſem ort darumb verſamlet / daß wir in ſolchem vnſermleidigen Zu⸗ ſtand (dardurch nicht allein wir allhie verſamlete / ſonder auch vil andere / hohes vñ nider Standts Perſonen / vñ fuͤr⸗ naͤmlich ein gantze gemeine Landſchafft diſes loͤblichen Fůr⸗ ſienthumbs Wuͤrtemberg/ in hoͤchſte bekuͤmmernus vnd trawrigkeit gerahten) auß Gottes Wont moͤgen erinnert werden / vnd lernen / wie hoch wir diſen vnuerſehenen / hoch⸗ bekͤmmerlichen Todfall zu gemůt vnnd hertzen fuhren / vnd wamit wir vns im ſelbigen widerumb auffrichten vnd troͤſten ſollen. Dann daß wir hoch betruͤbt ſein / hertlich vnd ſchmert⸗ lich vns klagen / wurdi vns niemandt recht verſtaͤndiger ver⸗ argen koͤnnen / weil wir nichs eiwas gerings verlohꝛen / deſ⸗ * D iij ſen — 5 Syr · 30. 38. ——— — —— 2 Chriſtliche Predigten / gehalten bey der Leich / Herm ſen wir wol entperen koͤndten / ſonder der beſie zeitliche Schatz / vnd hoͤchſte Kleinod diß Fuͤrſtenthumbs /naͤmblich / vnſer frommer / gottſeliger / gůtiger / gnaͤdiger Landofurſt / vnnd hochgeliebter Landsuatter / iſt vns entfallen / welches wir billich mit heiſſen zaͤhern beweinen ſollen. Hergegen aber / ſo wuͤrdt mit bloſſem weinen vnd traw⸗ ren nichts außgerichtet / ſonder vil mehr geſchadet. Dann Trawrigkeit / ſpricht Syrach / toͤdtet vil Leut / vnd dienet doch nirgend ʒu / Vnd: Von trawren kompt der tod / vnd des Hertzen Trawrigkeit ſchwaͤchet die Kraͤfften. Darumb ſolle man in gegenwertiger / ſchmertzlicher / allgemeiner Klag / gleichwol hertzlich trawren / aber die Trawrigkeit al⸗ ſo maͤſſigen / daß man darneben den vaͤtterlichen Troſt / welchen vns der Barmhertzig Gott in diſem vnſerm Be⸗ kuͤmmernus zeigt / vnnd ſo gnaͤdig in die Haͤnd gibt / nicht auß der acht laſſen / ſonder mit hoͤchſter Danckſagung von jhm annemen. Zu welchem vns dann ſonderlich dienen wer⸗ den die jetz verleßne woꝛt von dem Tod des fuͤrtrefflichen Mans GBttes / des Moſis / in welchen fuͤrnaͤmblich diſe drey Stuck vns furgehalten werden. Erſtlich / daß Moſes / nach dem er das Volck Iſrael / auff den Befelch Gottes / auß Egypten erloͤßt / vnnd ſie in der Wuͤſten viertzig jar trewlich geregieret / vnd jetzo nahend an die Grentz des verheiſſenen Lands Canaan gebracht / nach dem Woꝛt des HEr n ſtirbt. Zum andern / wie ſehnlich die Kinder Iſrael jhne drei⸗ ſig tag lang beweinet haben. Fuͤrs dritt / wie Joſua / der Sohn Nun / der treffliche Held / nach des HErn Befelch / vnd Moſis ſelbs veroꝛd⸗ nung / nach jhme in das Regiment getretten / vnnd die S er Indwigen / Herzogen zu Wuͤrtembers / c. 2) der Iſrael jhme nicht weniger / als hieuor dem Moſi / ge⸗ horcht haben. Diſe Stuck wollen wir zu diſem mal erwegen / vnd darauß allerley / zu gegenwertiger vnſerer Trawrigkeit / dienſtliche Erinnerungen vnd Troſt vernemen. Der All⸗ machtig verleihe die Gnad ſeines heiligen Geiſtes hierzu· Das erſte Stuck. Be dem erſien zureden / ſo iſt Moſes nicht nur ein heiliger / hocherleuchteter Prophet ge⸗ weſen / welchem ſich der Gott ſeiner Vaͤtter im few⸗ rigen Buſch geoffenbaret / vnnd der durch Gottes Eyode z.7. Geiſt vnd Krafft / vil vnd groſſe Wunderzeichen gethon: ſonder iſt auch geweſen ein fůͤrtrefflicher/ weiſer / hochuer⸗ ſtaͤndiger / vnnd der erſie Regent des Volcks Iſracls / der auß ſonderm Beruff Gottes / diß Volck / auß dem Dienſt⸗ hauß Egypten / in die Wuſten gefuhret / alda eram Berg Erod. 20 Sinai die zehen Gebott / vnd andere heilſame Geſet vnd * Vrdnung von Goit empfangen / vnd ſeinem Volck trew⸗ lich vnd fleiſſig fürgetragen / darauß ſie den rechten wahren Gvott vnd ſeinen Willen haben erkennen moͤgen / vnnd wiſ⸗ ſen / wie ſie jhme nach ſeinem furgeſchribnen Wort / wolge⸗ faͤllig dienen / vnd Gottſelig vor jhm leben / auch weſſen ein jeder gegen ſeinem Naͤchſten ſich verhalten ſolle. Zu ſolchem ſchuldigen Gehorſam gegen Goit / hat er ſie viifaltig hoch Deu 4.. ermahnet / vñ hergegen mit groſſem ernſt / voꝛaller Abgotte⸗ Se rey / vñ ſelbs erwehlien Gottesdienſten gewarnet / wie auch Leu.. vor andn abſchewlichẽ Suͤnden vñ Laſtern / der Gottslaſie⸗ rung / Vnzucht/ Ehebruch/ Todſchlag! vñ dergleichẽ vnd Mum· pat harte Straffen darauff geſett / damit das Volck ind in wahren = ne —— —— — 22 Chriſtliche Predig'en / gehalten bey der Leich / Hrmn wahren vnuerfaͤlſchten Sottesdienſi/ vnd Sott gefaͤlligem erbarn Wandel möchte erhalten werden. Darnebenhat er ſbnen allerley politiſcher guter Ordnungen fuͤrgeſchriben / wie ſie in allen ſachen der Billigkeit gemeß mit einander Ed. is. pandlen ſollen. Vnd in ſolchem iſt er ſo vnuerdroſſen daßer it⸗ von morgen an biß zu abend / ſitt / das Volck/ ſozu jbm kompt / horel zwiſchen jhnen richtet/ vnd jhnen Gottes Recht vnd ſein Geſet zeiget. Vnd weil jhme vnmuglich / in eigner Perſon / eines jeden anligen anzuhoͤren / vnder diſem Deut. groſſen Volck / deſſen ſechs mal hundert tauſent/ nur Mansperſonen waren / ordneter jnen Amptleut vnd Rich⸗ ter / welchen er befilcht / ſie ſollen jhre Bruͤder verhoren / vnd recht richten ʒwiſchen jederman / vnd kein Perſon darunder anſehen / ſonder den kleinen hoͤren wie den groſſen / ꝛc. Sor⸗ get alſo fuͤr diß Volcks zeitlichs vnd ewigs Heil / tregt ſie in Num. n. ſeinen Armen / wie ein Amme jhr Kind / daß ſie an jhm nicht nur ein Regenten / ſonder ein Vatter haben / dem ſie in al⸗ lem anligen vnd mangelʒulauffen. Er jhre ſachen fůr Gott Mum. . pringt / deſſen gefaßten Zorn vnd Straff wider diß Volck / *4 6 er mehr dann einmal abgebeten. Ja / liebt ſie ſohoch (ohn⸗ angeſehen / ſie es offt wenig erkennt) daß er den HEr:n bit⸗ Eyod.z ttt er ſolle ihnen jhr groſſe Suͤnd / die ſie mit auffrichtung des guldinen Kalbs begangen / vergeben / wa nicht / ſo ſol⸗ le er jhne auß dem Buchtilgen / welches er geſchriben hab. ium ·. Summa / ſein gantze Regierung / vnnd alle Reiſen in der Wuſten / die viertig gantzer Jar / hat er nach dem Woꝛt / vnd Mund GOTtes gerichtet. Daher er billich genennet num.n. wuͤrdt der Knecht des HErnn / vnd ein ſolcher Knecht / dem Hb. z. der HEn ſelbs das zeugnus gibt / daß er getrew ſey in ſei⸗ nem gantzen Hauß . Diſer getrewe Kneche des HE Rrn ſtirbt / vnd . wa Indwigen / Hertogen zu Wuͤrtemberg / c. 25 ʒwar nach dem Wort des HE Rrn / welches er jhme hieuoꝛ ſelbs offenbart / vnd diß vrtheil vber jhne gefaͤllt / weil er am Mum ꝛ0. Haderwaſſer ſich (wie auch ſein Bruder Aaron) eitwas 7. mit vnglauben vergriffen / vnd den HErꝛn vor dem Volck nicht geheiliget / ſo ſoll er ʒwar das Land Canaan gegen jhm Deut ʒꝛ ſehen / aber nicht hinein kommen. Vnd ſürbt gleichwol in hohem Alter / dann er hundert vnnd zweintzig jar erꝛeicht / — aber dem Volek Iſrael ſtirbt er vil zu frů / die ſeinerjet / da ſie an die Grentzen des verſprochnen Lands kommen wa⸗ ren / vnd allenthalben mit Feinden vmbgeben / am beſten be⸗ doͤrfft / vnnd er jhnen wollaͤnger nutzlich furſtehen koͤnnen / weil auch in dem hohen Alter / ſeine Augen nicht dunckel woꝛden / vnnd ſeine Krafft (wie die verleßne woꝛt geben) nicht verfallen war. Darumb es den Kindern Iſrael an dem Tod jhres getrewen Regenten vnd Vatters ſehr vbel gangen iſt. Diſes ſtuck ſoll vns erinnern des gemeinen elends des gantzen menſchlichen Geſchlechts / darein wir durch den vngehoꝛſam vnſcrer erſten Eltern / vnnd vnſere angeerbte Suͤnd gerahten ſein: Daß alle Menſchen / wie heilig / fuͤr⸗ trefflich / weiß / maͤchtig vnd hochgeadelt ſie ſeien / einmal diſe ſterbliche Huͤtten jhres Leids ablegen muͤſſen. Nach dem Wort vnnd grfaͤlten Vrtheil des HErn: Du biſt Erden / Seneſʒ vnd zur Erden ſolltu werden. Dañ es iſt geſetzt allen Men⸗ Sibr. ſchen einmal zuſterben. Alles fleiſch zerſchleiſſet / wie ein Syr.i4. Kleid / vnnd der alt Bund iſt / du muſt ſterben. Daher der Tod genennet wuͤrdt / via omnis carnis, der weg alles fleiſchs / oder aller Wele. Dann er nimpt jederman / ohne vnderſchid / hinweg / nicht nur die Gottloſen / vnd Suͤnder / ſondern auch die Gerechten vnd heiligen / ja auch die aller⸗ Eſal ʒ. getreweſte Freund vñ Diener Gottes / den Moſen / vnd an⸗ dere Pſalm 33 . 36 Chriſtliche Predigten / gehalten bey der keich / Herin dere heilige Ertuaͤtter vnd Propheten: Er nimpt nicht al⸗ lein geringe Leut / ſonder auch fůrtreffliche Regenten / vnd machtige Potentaten / die Gotiſelige maͤchtige Koönig im Volck Gottes / den Dauid / Joſaphat / Hiskia/ vnd Joſia. Dann ein Konig hilfft nicht ſein groſſe Macht / vnd ein Ris wuͤrdt nicht erꝛettet durch ſein groſſe Krafft / ꝛc. Er nimbt auch nicht nur alte erlebte / vnd abgearbeitete Leut / die nicht vil mehr außrichten koͤnnen / ſonder auch noch junge vermogliche Leut / die erſt in jhrem beſten thun ſeind/ vnnd noch vil nutzlichs außrichten moͤchten. Darumb niemand / eer ſey ſo jung / gerad / ſtarck! ſchoͤn / weiß / hoch vnd maͤchtig Syr 14. Rom. iz Sap. 6. er jmmer wolle / ſicher ſein/ ſonder jederman ſich ſtettigs / mit rechtſchaffner Buß / ſteiffem Glauben / vnnd Gottſeligem Wandel zur ſeligen Hinfahrt bereitten ſolle / weil wir wol wiſſen / was wir fur einen Bund mit dem tod haben / vnd daß er nicht ſaumpt / ſonder jetz da / je dort ⸗ einen vnuerſe⸗ henen angriff thut. Eben alſo hat er jezo auch hinweg geriſſen vnſern gnaͤ⸗ digen frommen Landsuattern / ſeliger gedaͤchimus / der ein hochloblicher / weiſer / hochuerſtaͤndiger/ fuͤrtreffticher / ſon⸗ derlich aber ein Gotiſeliger frommer Furſt vnd Knecht des HErnn / (dann die heilig Schrifft nennet die Obrigkeitten Diener Gottes / vnd ſeines Reichs Amptleut) vnd ein ge⸗ trewer Knecht in dem gantzen Hauß Gottes / vnd ſeinem von Gott befohlenen hohen Beruff / geweſen. Dannwie Ihre. G. fůr ihre Perfon / das heilige Wort GTtes herslich geliebt / darinnen vil vnd offt geleſen / die Predig⸗ ten fleiſſig vnd gern angehort / vnnd mit luſt von den Zeug⸗ nuſſen des HE Rrngeredt / auß ſolchem Woꝛt / das recht / allein ſeligmachende erkanninus GTtes / vnd — Hlau⸗ Ludwigen / Heriogenzu Wuͤrtemberg /e. 3 Gla uben an vnſern Heiland Chriſtum geſchoͤpfft / vnd ſol⸗ chen Glauben mit offter empfahung des hochwuͤrdigen Nachtmals Chꝛiſti geſtaͤrckt / auch ſelbigen mit einem Gott⸗ ſeligen Chriſilichen Wandel bewiſen: Alſo haben J. F̃. G. die gantze ʒeit dero Regierung / nicht weniger dann Moſes bey ſeinem Voick / fuͤrnaͤmlich dahin getrachtet / daß die rei⸗ ne Lehr des Goͤttlichen Woꝛis / vnd der rechte verſtand vnd gebrauch der H. Sacramenten / vnuerfälſcht / in dero Fůͤr⸗ ſtenthumb erhalten / vnd auff die Nachkomnen gebracht / ja auch in andern Fůͤrſtenthumben vnd Herꝛſchafften foꝛt⸗ gepflantzt / Hergegen aber aller falſcher Lehr / vnnd ſchaͤd⸗ lichen verderblichen Secten der Jeſuiter / Caluiniſten / Schwenckfelder ! Widertaͤuffer / vnnd anderer (ab denen Ihre F̃. G. ein hertzlich abſchewen getragen) gewehrtwer⸗ den mochte. Zu welchem end Ihre F. G. ein groſſe anzahl junger Leut (ſtehtigs vber die vierthalb bundert) in dero Kloſtern vnnd dem Stipendio zu Tůbingen / mit groſſem koſten ʒur Theologj erʒiehen laſſen / mit welchen nicht allein die Kirchen diſes Fůrſtenthum̃s / durch Gottes Gnad / nach aller notturfft wol beſtelt / ſonder auch auß denſelbigen vi⸗ le andern Euangeliſchen Herꝛſchafften / auff jhꝛ anfuchen / gelehrte / taugenliche Theologi vnd Kirchendiener zuge⸗ ſchickt woꝛden. Nicht weniger hat Ihre Fᷓ. G. in dero weltlichen Re⸗ giment / dahin geſehen / daß bey den Vnderthonen die Ge⸗ rechtigkeit vnd Billigkeit / in allen Sachen / ſampt Chriſt⸗ licher guter Zucht / allenthalben gefurdert / hergegen aber die Vngerechtigkeit / Freuel / Mutwill / vppigs weſen / aller⸗ ley Sund vnnd Laſter (denen Ihreᷓ. G. von jugendt auff von hertzen feind geweſen) verhůttet vnnd abgeſchafft wuͤr⸗ den. Vnnd damit ſolches deſio fruchtbarlicher geſchehen E ij moͤchte / 3 Chriſtliche Predigten / gehalten bey der Leich / Hern moͤchte / haben Ihꝛe F̃. G. ſich ſelbs der Regierung mit al⸗ lem ernſt vnnd eifer angenommen / die wichtigſie Sachen Ihr ſelbs durch die Haͤnd gehen / vnd ſich hierunder keiner muͤhe noch arbeit bedauren / auch nichts dauon abhalten laſſen. Darneben aber auch (weil ja Ihꝛe F̃. G. nicht ſelbs in der Perſon vberal zuſehen koͤnnen) dero Raͤhten / Die⸗ nern vnnd Amptleuten mit ernſt eingebunden / ob den Kir⸗ chen / Lands / Kaſten / Viſitation / vnnd andern heilſamen geſtelten Vrdnungen ſteiff vnnd veſtzuhalten / damit deſto Gottſeliger / mit mehꝛer erbawung Chriſtlicher zucht / vnd befuͤrderung der Vnderthonen Nutzen gehauſet wuͤrde. Dann Ihꝛe F. G. Ihꝛ gantze Regierung nach dem Woꝛt vnd Willen Gottes / auff welchen ſie fuͤrnͤmlich geſehen / anzurichten ernſtlich begert. Darumb ſie Ihr auch diſen Spruch zu jhrem taͤglichen Sym bolo erwehlt vnnd ge⸗ fuͤhrt: Nach Gottes Willen. Ihꝛeg. G. haben auch dero gehoꝛſame Vnderthonen / wie ein Vatter ſeine Kin⸗ der / hertzlich geliebt / fuͤr ſie vaͤtterlichen geſoꝛgt / welche auch in allem anligen / vnderthenigen Zutrit / vnd nicht we⸗ niger / dann die Kinder Iſrael zu Moſe / jhr kindtliche Zu⸗ flucht zu Ihꝛer ʒ. G. gehabt / da ſie jeder ʒeit / nach gelegen⸗ heit vnd vmbſtaͤnd der Sachen / gnaͤdigen Beſcheid erlangt haben. Dann Ihꝛe F. G in allem dahin getrachtet/ daß zu⸗ uoꝛderſt Gottes Ehr gefuͤrdert / vnd dero geliebte Vnder⸗ thonen in rhu vnd friden (vmb deſſen willen Ihꝛe F̃. G. offt vil nachgeſehen) moͤchten erhalten werden / wie durch Gottes Gnad geſchehen / daß wir die 26. jar / IhꝛerF. G⸗ gnaͤdiger / Chriſtlicher vnd milter Regierung / zur ſttte gu⸗ ten Frid / ja alles / was vns zu Seel vnnd Leib / heilſam jſ ⸗ zur notturfft gehabt haben· Wie — budwigen / Hertogen zu Wuͤrtemberg / e. „ Wie ſanfftmutig / gnadig / milt vnnd guithaͤtig Ihre F. G. gegen jederman / nicht allein gegen deren getrewen Dienern vnd Vnderthonen / ſonder auch frembden Perſo⸗ nen geweſen / iſt jedermenniglich bekandt vnd offenbar / vnnd wuͤrdt das ehrliche / herꝛliche Gedechtnus / deren hochloͤbli chen Fuͤrſtlichen Tugenden / bey verſtaͤndigen danckbarn Leuten nimmermehr verleſchen oder vergeſſen werden. Diſen hochloͤblichen furtrefflichen / frommen Fuͤrſten/ Chriſiſeliger Gedechtnus / fordert der Allmaͤchtig Gott durch den ʒeitlichen Tod von vns ab / vnnd laßt jhn / wie den Moſe/ ſterben / zwar nach ſeinem Wvoꝛt / vnnd gefůͤlltem ge⸗ meinem Vrtheil / vber das gantze menſchliche Geſchlecht: Aber in ſeinem beſten thun / da Ihꝛ ᷓ. G. Alters / auch Leibs vnnd Gemuͤts krefften halben / noch vil jar / mit groſſem nu⸗ tzen der Vnderthonen / dem Regiment hette vorſtehn koͤn⸗ nen. Dann Ihꝛe . G nicht gar das vierzigſt jar erꝛeicht / in welchem jar ſeines Alters auch der fromme vnnd eifferige Koͤnig Joſias verſtorben iſt. Vnnd wuͤrdt von vns hinweg; Par. ꝛ4. genommen(ſo vil vns belangt all zufruͤe / da wir zu diſen ge⸗ faͤhrlichen ſchweren zeiten ſeiner F. G. gnaͤdigen Troſts vñ Schutzes am allermeiſien bedoͤrfften. Darumb der All⸗ maͤchtig vns / mit hinwegnemung vnſers gnaͤdigen from⸗ men Landofuͤrſten / nicht weniger ſehr hart angegriffen / als die Kinder Iſrael / da er jhnen jhren Regenten / den Moſe / entzogen. Vnd diß ſey geſagt von dem erſten fuͤrgenomnen Stuck. E Das 34 Chriſtliche Predigten / gehalten bey der Liich / Heru Das ander. E tieff wir aber diſen harten Angriff Gottes zu hertzen fuͤhren / vnnd wie in diſem vn⸗ uerſehenen laidigen zuſtand wir vns Chriſilich vnd gebuͤrlich verhalten ſollen / woͤllen wir jetz fuͤrs ander auß dem Exempel der Kinder Ifrael lernen. Von welchen die verleſne wort anzeigen / daß ſie jhren Moſen be⸗ weinen / dreiſſig tag an einander / biß daß die tag des weinens vnd klagens (wie ʒur ſelben zeit gebraͤuchig ward) volendet wurden · Vnnd haben ſie diſer hertzlichen klag groſſe vrſa⸗ chen / nicht daß es Moſi durch ſein Abſterben ſo vbel gan⸗ gen / oder er diſer jhrer zaͤhern bedorfft / vnnd dieſelbigejhme nutzen / vder ſeinen Tod vnd ſchmertzen ettwas miltern ſoll⸗ ten. Dann weil er dem HE RM ein lieber vnnd getrewer Knecht geweſen / hat derſelbig auch mitten im tod jhn nicht verlaſſen / ſonder (dergleichen ehr keinem Menſchen nie wi⸗ Den 34 derfahrend ſelbs ſein Todtengraber worden. Er / der HEr: ſelbs / hat jhn begraben / vnnd alſo verwahrt / daß ſein Grab memand jemaln erfahren hat / die liebe Engel bewahren ſei⸗ nen Leichnam. Dann als der Satan vber diſen Leichnam zanckt (wie Judas in ſeiner Epiſtel anzeigi) ohn zweiffel / daß er ſolchen gern den Leuten geoffenbart / vnnd ein abgoͤt⸗ tiſche Walfahrt (wie im Papſthumb mit vilen Graͤbern vnnd Leichnamen der Heiligen beſchehen) zu diſes heiligen Mans Grab geſtifftet hette / widerſieht jhme der Ertzen⸗ gel Michael. Vnnd daß er vnuerlohren ſey / hat ſich in der Math · 7 Erclaͤrung Chriſti auff dem Berg Thabor befunden / all⸗ da er/ ſampt dem Propheten Elia / beydem HERRN Chriſto erſcheinet / vnnd von den dreien Juͤngern etrO, ludwigen / Herzogen iu Wuůrtemberg /. 5 petro, lohanne, vnd lacobo mit jhren leiblichen Augen geſehen wurdt / darumb er fuͤr ſein Perſon keines klagens oder beweinens dedorfft. . Daß ſi jhn aber beweinen /geſchicht darumb / darmit ſie hiemit jhr Liebe gegen jhm erelären / wie Abraham ſein Gen·ꝛ as. liebe Saram / vnd Joſeph ſeinen lieben Vatter Jacob) auß jo· hertzlicher Liebe gegen jederman beweinen vnd klagen. Vnd daß ſie hiennit auch erzeigen jhr ſchuldige Danckbarkeit fur die vilfaͤltige vnaußprechliche Gutthaten / welche ſie von Gott durch Moſen empfangen / aber hieuor nie gnugſam erkennt hetten / oder darfur danekbar geweſen waren. Dann bey ſeinen Lebzeitten waren ſie ſehr halsſtarꝛig vnnd wider⸗ ſpenſtig / alſo / daß / wann bißweilen mangel an Waſſer / vnd notiurfftiger Nahrung / oder eitwan ein gefahr erſchi⸗ 16a0.41 ne / vder ſonſten nicht nach ſhrem willen gienge / wurden ſie ſehr vngedultig / vnnd vnwuͤrſch / vnnd murꝛeten wider jhne / vnnd kundt ers jhnen niergen recht machen: Jetz aber / nachdem er geſtorben / erkennen ſie erſt / was fur ein thewren Man ſie an dem Moſe gehabt / vnnd was fur ein Schatz ſie durch ſeinen Tod verlören· Dann diſe Vnart haben run demu⸗ wir Menſchen an vns / daß wir gemeinlich die gegenwer⸗ i tigen Gaben Gottes nicht erkennen / oder dieſelben nicht n poteſtate wie billich wer/ hoch achten / biß wir drumb kommen / als aleunne⸗ amiſimus. dann ſchmuͤrtzt vns erſt der verluſt. Boß / Boß / ſpricht man / Pron. ao. wann mans hat / wann es aber weg iſt / ſo rhuͤmet man es dann. Diſe jhre geuͤbte groſſe Vndanckbarkeit gehet jhnen jet erſt zu hertzen / vnd rewet ſie / das ʒeigen ſie mit dem wei⸗ nenan. Neben dem / ſo lagen ſie in der Moabiter Gefild / wel⸗ Num · a ches Volck jhnen gar auffſaͤtzig ward / hatten wider ſie ge⸗ dinget den Wahrjager Bileam der ſie ſollt verfluchen hat⸗ ten Num . Eſa. 26. 56. Gen. 7. 19. 6 Chriſtliche Predigren / gehalten bey der Leich / dern ten ſich auch vnderſtanden / ſie von dem rechten wahren Gott zu jhrer Heidniſcher Abgoͤtterey abzufuͤhren / vnd al⸗ ſo den zorn Gottes vber ſie zubringen / welches aber Moſe mit groſſem ernſt gewehrt vnnd geſtrafft hatte. Darumb ohne zweiffel die Moabiter / vnd andere jhre Feind / ſich hoch erfrewl / daſie gehoͤrt / der Regent des Volcks Iſrael habe das Haupt gelegt / vnnd haben verhofft / nun ſolle es vmð diß Volck deſty ehe geſchehen ſein. Derwegen der Tod Moſis diſem Volck billich tieff ʒuhertzen gehn hat ſollen / als die ſich befahren muͤſſen / jetzo werden die Feind deſio mutiger werden / vnd allerley gegen jhnen verſuchen vnd fuͤrnemen / da ſie ſich ʒuuor vor dem Moſe nicht regen doͤrffen. Haben auch beſorgen muͤſſen / Gott werde villeicht vmb jhrer vn⸗ danckbarkeit vnnd vilfuͤltiger Suͤnden willen ſie noch ferꝛ⸗ ner mit ſchwerern Plagen ie vnnd ſey der Tod Moſis ein voꝛbott darzu· Dann ſie wol gewůßt / wann hei⸗ lige furtreffliche Leut der Welt auß den augen geruckt / daß alsdann der zorn Gottes vber die vberige angange. So bald der HE RR Noam in die Arch genommen / vnnd den Loth auß Sodomagefuͤhrt / da iſ das verderben / nemlich / der Suͤndfluß / vnd das Fewr vom Himmel vber den vbe⸗ rigen Gottloſen Hauffen ſchon vorhanden. Diſes muͤſſen die Iſraeliter auch beſorgen. Diſes alles fuͤhren ſie zuher⸗ tzen / vnnd darumb beweinen ſie den Tod Moſis / ja jhre Suͤnd vnd Vndanckbarkeit ſo bitterlich / vnd ruffen ohne zweiffel inbrunſtiglich zu Gott / er woͤlle jhnen jhre Suͤn⸗ den gnaͤdiglich verzeihen / ſeinen Gnadenſchutz nicht gar von jhnen nemen / vnnd vor ferꝛerm Vnfahl vnnd gefahr vaͤtterlich bewahren. Eben ſo wichtige vnd billiche vrſachen haben auch wir vns hoch zubekůmmern / zuweinen vnnd zuklagen vber vnuer⸗ kndwigen / Herzogen zu Wuͤrtemberg / c. 35 vnuerſehenen Abſchid vnſers Hochloblichen / Gnaͤdigen / frommen Landsfurſten / Chriſiſeliger Gedechtnus / Zwar nicht von Ihꝛer Fůͤrſilichen Gnaden Perſon wegen. Dann trewe Knecht Gottes / vnnd fromme heilige Leut (wie in warheit vnſer gnadiger Fůrſt vnnd Herꝛ geweſen) die ſein vnuerloren / ob ſie ſchon abſcheiden: Sie kommen zum frid / Eſa.s. vnnd ruhen injhren Kammern: Der H E R R bewahrt ꝓſal z4. jhnen alle jhre Gebein / daß derſelben nicht eins zerbrochen wůrdt: Ihre Seelen ſeind in Gottes Hand / vnnd fein Sapz. Qual rhůret ſie an. Dann weil ſie an den Sohn Gottes / vnſern H E R R N Chriſtum geglaubt / ſo kommen ſie Joh. nicht ins Gericht / ſonder ſein vom Tod zum Leben hin⸗ durch getrungen: Vnnd kan ſie weder Tod noch Leben ens. ſcheiden von der Liebe Gottes / die da iſt in Chriſto Jeſu / von welchem ſie in ſeiner herꝛlichen Zukunfft werden wider aufferweckt / vnnd jhme entgegen gezurkt in die Wolcken / z vnd immerdar bey dem HERRdĩ in ewiger Frewd vnnd ·· Theſ·4⸗ Hertligkeit ſein werden. Darumb Ihrer Fuͤrſtlichen Gna⸗ den Perſon halben / die an Chriſtum geglaubt / dem H E R R N Chriſto gelebt / demſelben in dero taͤglichen / gewohnlichen / eifferigen Gebet ſich demutig befohlen / wie noch den morgen / auff den achten diß Monats Auguſti / kurtz vor zugeſtandner Schwachheit beſchehen iſt / vnnd als ſie bald nach verꝛichtem Gebet vnuerſehen ſchwach worden / ohne langen ſchmertzen in wenig Stunden ſanffi vnd ohne erzeigung einiger vngedult ſeliglich im HERRn Chriſto entſchlaffen / vnnd alſo auff einmal allem jamer entgangen / bedarff es (wie gemeldet) Ihrer Fůͤrſtlichen Gnaden Perſon halb / weder vnſers bedaurens noch be⸗ tnaurens. Was Prou23. z Chriſtliche Predigten / Behalten beh der Leich /Herm Was aber vns belangt / ſollen wir billich hochbetruͤbt ſein / vmb vilerley vrſachen willen. Erſtlich / daß wir damit vnſere kindtliche Liebe vnnd ſchuldige Danckbarkeit gegen Ihrer Fůͤrſtlichen Gnaden gnaͤdigem / miltem Regiment / vnnd vilfaͤltigen / Fuͤrſtlichen / vaͤtterlichen erzeigten Gna⸗ den vnnd wolthaten / mit vnderthaͤnigem trawren beweiſen / vnd an tag geben. Darnach / weil wir / nach der Lehr des heiligen Apoſiels Pauli / mit den weinenden weinen ſollen / daß wir mit der hochbetruͤbten Fuͤrſtlichen hinderlaſnen Chriſtlichen Wit⸗ tib / vnſerer gnaͤdigen Fuͤrſtin vnd Frawen / vnd andern ho⸗ hen Fuͤrſtlichen verwandten Perſonen / ein vnderthaͤnigs / Chriſtliches mitleiden tragen / vnnd den Allmaͤchtigen / daß er Ihre F̃. G. mit ſeinem H. Geiſt troſien vnd erhallen wol⸗ le /hertzlich anruffen. Ferꝛner / daß wir in diſer Klag in vns ſelbs gehen / vnſere vifaͤltige Suͤnden / vngehorſam / vnnd vndanckbars Weſen erkennen vnnd beweinen / mit wel⸗ chen wir den Allmaͤchtigen hoch erzurnet / vnnd daß er vns diſen frommen Fuͤrſten vnnd Landsuatter all zufrůͤhe en⸗ tzogen hat / verurſacht haben / wie geſchriben ſtehet: Vmb des Lands Süͤnden willen werden vil Enderungen der Fůͤrſtenthumben. Dannwir zum mehrerntheil die vilfaͤl⸗ tige herꝛliche Gaben / Wolthaten / vnnd Gnaden Gottes / welche der Allmaͤchtig durch diſen hochloͤblichen / tugent⸗ reichen / milten / guͤtigen Fuͤrſten / haͤuffig vber vns außge⸗ ſchůttet / laider wenig erkennt / noch vil weniger drumb edanckt. Vnnd wann es nicht alles ſchnureben nach vn⸗ Sin außhin gangen / haben wir / wie die Kinder Iſ⸗ rael / gemurꝛet / ſein vnwuͤrſchlonnd vngedultig worden. Daher vns vnſer H E R R vnnd Gott vmb ſolcher groſſer vndanckbarkeit willen mit diſer ſcharpffen . eim⸗ . t Ludwigen / Hertogen zu Wuͤrtemberg / heimgeſucht / vnnd vns ſeinen Geſalbten / der vnſer troſt Thren 4. war / deſſen wir vns troͤſteten / wir wollten vnder ſeinem Schatten leben / nemlich den hochloͤblichen Fuͤrſten / deſſen wir nicht werth geweſen / all zufrůhe auß den augen geruckt hat. Dann es iſt vnſer Boßhen ſchuld / daß wir alſo ge⸗ pſer.. ſteupt / vnnd vnſers vngehorſambs / daß wir alſo geſtrafft werden. Alſo muͤſſen wir innen werden / vnd erfahren / was fur jammer vnnd hertzleid es bring / den HE RRN vnſern Gott nicht foͤrchten. Vnd da der Allmaͤchtig Gott nach ſeinem gerechten zorn vnd vnſerm verdienen woͤllte mit vns handlen / heiten wir mil vnſern vilfeltigen ſchweren Suͤn⸗ den noch groͤſſere Straffen vnnd Plagen wol verſchuldet / die auch gewißlich nicht außbleiben werden / wa wir vns nicht mit rechtſchaffner ernſtlicher Buß zu jhme bekehren· Wie er in ſeinem Geſatz durch Moſen drewet / daß er die Ceu ꝛ6. jenige / ſo ſich (mit einer oder zweien vatterlichen Ruten) nicht woͤllen zůchtigen laſſen / noch ſibenmalaͤrger ſchlagen wolle / vmbjhrer Suͤnden willen / biß ſich jhr vnbeſchnittes hertz demuͤtige. Wie wir auch nicht vnbillich beſorgen muͤſ⸗ ſen / eines ſolchen Gottſeligen frommen Herꝛn Tod bedeu⸗ te vns nichts guls / vnd ſey ein Vorbott des kuͤnfftigen Vn⸗ gluͤcks / vor welchem der Allmaͤchtig Ihre F. G. hinweg zucken woͤllen / wie den frommen Koͤnig Joſiam / welchem der HErꝛ ſagen ließ: Ich will dich ſamblen zu deinen Vat⸗par 34. tern / daß du in dein Grab mit friden geſamblet werdeſt / daß deine Augen nicht ſehen alle das Vnglůck / das ich vber di⸗ ſen ort / vnnd die Einwohner bringen will. Derhalben iſt es hoch von noten / daß wir nicht nur ⁊Cor 7. hertzlich betruͤbt / ſonder Göttlich betruͤbt ſein zur rhew. Dann wůrcket eine Zach. 1. Eiech ʒʒ · Hier. 8. 2 Par. — ——— 40 Chriſtliche Predigten / Gehalten bey der Leich / Herm eine rew / die niemand gerewet. Wann wir nun mit ernſtli⸗ cher rew vnſerer Suͤnden mit weinen vnnd klagen vns zu jhm bekehren / vnd auß wahrem Glauben an Chriſtum vmb gnaͤdige verzeihung vnſerer Suͤnden jhne von gantzem hertzen anruffen / ſo wuͤrdt er ſein Angeſicht nicht gegen vns verſtellen / denn er iſt barmhertzig / vnnd will nicht ewiglich zurnen / ſonder will ſich auch zu vns kehren / vnnd ſeinen ge⸗ faßten zorn vnd Straffen fallen laſſen / vermog ſeiner war⸗ hafften / hoch bethewrten Zuſagung / da er ſpricht: So wahr als ich lebe / ich hab kein gefallen an dem iod des Gott⸗ loſen / ſonder daͤß der Gottlos ſich bekehre von ſeinem we⸗ ſen / vnd lebe Vnnd abermals: Ploͤtzlich rede ich wider ein Volck vnd Koͤnigreich / daß ichs außrotien / zerbrechen / vnd verderben woͤlle: wo ſichs aber bekehrt von ſeiner boßheit / darwider ich rede / ſoſoll mich auch rewen das vnglůck / das ich jhm gedacht zuthun. Vnnd was ſolche Goͤttliche / rechtſchaffne / bußfertige Trawrigkeit guts vnd nutzlichs außrichte / vnd wie gnaͤdig der getrew Gott ſich finden laſſen woͤlle von denen / die jhn ſuchen / jhr vnrecht erkennen vnnd beweinen / das lehrt vns das folgende dritte Stuck der verleſnen Wort / das woͤllen wir auch hoͤren. Das dritte Stuck. Sð ER Allmaͤchtig Gott hatzwar ſeinem Volck / den Kindern Iſrarl / hren getrewen Vor⸗ ſteher / Moſen / jetz genommen / aber weil ſie ſich demutigen / will er ſie nicht troſtloß ohn ein Haupt laſſen. Darumb ſo trit nach Moſe ins WJſn Ludwigen / Hertogen zu Wuͤrtemberg / . 41 der Sohn Nun / ein trefflicher Held / welcher kein Frembd⸗ ling / ſonder Moſis Diener geweſen / bey Moſe / vnd in ſei⸗ ner Haußhaltung aufferzogen woꝛden / welcher ward erfuͤl⸗ letmit dem Geiſt der Weißheit / das iſt / er war mit allen / zur Regierung eines ſolchen groſſen Volcks / notwendi⸗ gen Gaben von Got gezieret / vnd auff welchen Moſes bey ſeinem Leben / ſeine Hnd gelegt / vnd hiemit jhne zu ſeinem Succeſſorn / gleichſam als in ſeinem Teſtament / erwehlt vnd erklaͤrt / vnd das auß ſonderm Befelch vnd Brdnung Gvottes / wie geſchriben ſtehet: Der. HEn ſprach zu Moſeꝛ Nim Joſua zu dir / den Sohn Nun / der ein Man iſt / in Num.7. dem der Geiſt iſt / vnd lege deine Haͤnd auff jhn / vnd ſtelle fur den Prieſter Eleazar / vnnd fur die gantze Gemein / vnd gebeute jhm voꝛ jhꝛen augen / vnd lege dein Herꝛligkeit auff yhn / daß jm gehvꝛche die gantze Gemein der Kinder Iſrael. Es ſpricht auch der HErꝛ ſelbs / nach dem tod Moſis / di⸗ ſem Joſua gant gnaͤdig vnd troͤſtlich ʒu: Weil Moſes ſein Joſ.i⸗ iieber Knecht geſtoꝛben ſo woͤlle er jetz mit Joſua ſein / wie er mit Moſe geweſen ſey / woͤlle jhn nicht verlaſſen / noch von jhm weichen / darumb ſolle er getroſt/ frewdig / vnd vn⸗ uerzagt ſein / vnnd ſoll das Buch des Geſet nicht von ſei⸗ nem Mund laſſen kommen / ſonder allerdings thun nach dem / das darinnen geſchriben ſiehet / alsdann werde jhm ge⸗ lingen / in allem / das er thue / werde weihlich handlen koͤn⸗ nen / vnd niemand ſoll jhm widerſtehen ſein lebenlang. So ſein die Kinder Iſrael mit diſem Joſua auch ſehꝛ wol zufri⸗ den / dann er ſchon vor ettlichen vilen jaren / bey lebzeitten / vnd auff anordnung Moſis / ein gute prob gethon / da er die Feind des Volcks Gottes / die Amalekier / erlegt / vnd Syod.m. dempffet / vnd darmit ſchon ſelbiger zeit erwiſen / was das Volck in kuͤnfftig von jhm zuhoffen . Darumb erken⸗ iij nen Joſ. 1. Joſ.24. Habac. 4. Pſalm. e· Thren.3. Deut. 3ꝛ. Job5. M * ——— ——— —— —————— 42 Chriſtliche Predigten / gehalten bey der Leich / Herin nen ſie jhn jet gern / an Moſis ſtatt fur jhren Regenten vnd Haupt / vnnd gehoꝛchen jhm / wie der HEn durch Moſen jhnen befohlen / vnd auff diſen Joſuam ſie verwiſen hatte · Sprechen jm auch gantz vnderthenig zu: Alles / was er jnen gebiette / das woͤllen ſie thun / vnd wa er ſie hinſende / da woͤl⸗ len ſie hingehen / wie ſie Moſigehoꝛſam geweſen ſeien / alſo wollen ſie auch jhm gehoꝛſam ſein / ꝛc. Auß welchem gnaͤdi⸗ gen zuſprechen Gottes / vnd vnderthenigem willigem erbiet⸗ ten des Volcks / ohne zweiffel Joſua einen ſtarcken Troſt gefaßt / vnd ein ſonder geneigt Hertz zu diſem Volck gewon⸗ nen / daß er ſich diſer Regierung mit ernſt vnderfangt / vnd das Volck ſeiner Gubernation ſich troſtet / vñ dem HErꝛn dienen / ſo lang Joſua lebet / vnd die Elteſte / die alle Werck des HErm wuſten / die er an Iſrael gethon hatte. Haben al⸗ ſo die Feind diſes Volcks / ſich des tods Moſis nicht lang zufrewen gehabt / weil auff den Moſen der Joſua gefol⸗ get iſt. Welches alles vns zu ſonderm Troſt iſ furgeſchriben / daß wir darauß ſollen lernen erkennen das vaͤtterlich Hertz Gottes gegen ſeinem Volck vnd Kirch. Wann er ſie ſchon vmbjhrer Suͤnden willen je ʒuͤchtigen muß / daß er doch im zorn ſeiner Barmhertzigkeit nicht vergeſſe / wie geſchriben ſtehet: HEr: / wann Truͤbſal da iſt / ſo denckeſtu der Barm⸗ hertzigkeit. Sein zorn wehret ein augenblick / vnd er hat luſt zum Leben. Der HE Ry verſtoßt nicht ewiglieh / ſonder er betruͤbt wol / vnnd erbarmet ſich wider nach ſeiner groſſen Guůte. Dann er nicht von hertzen die Menſchen plagt / vnd betruͤbt. Er kan ſchlagen / vnnd kan heilen. Er verletzt / vnd verbindet. Er ʒerſchmeißt / vnnd ſein Hand heilet. Erlegt offt manchen ſchweren Laſt auff / vnnd hilfft doch wider. Alſo rhůͤmet Dauid die groſſe Barmhertzigkeit / vnd ige * kudwigen / Hertogen zu Wuͤrtemberg / v. 43 dige Hůͤlff Gottes / vnd ſpricht: HEr/ du laſſeſt mich er pſalm. 7t⸗ fahren vil vnd groſſe angſt / vnnd machſt mich wider leben⸗ dig / vnd holeſt mich wider auß der tieff der Erden herauff. Weil wir dann ein ſolchen barmhertzigen / gnädigen pſam. 1oz. Gott vñ Vatter haben / der nicht mit vns will handlen nach vnſern Suͤnden / vnd vns nicht vergelten nach vnſerer Miſ⸗ ſethat : ſollen wir vns mit ſolchem vnbeweglichen ſatten Troſt des Göttlichen Worts / in diſem vnſerm Betruͤb⸗ nus wider auffrichten vnd faſſen. Vnd wann ſchon die Je⸗ buſiter / vnd andere Cananeiſche Voͤlcker / vber das abſter⸗ ben Moſis / bey jhnen ſelbs frolocken moͤchten / vnd ſagen: Da da! das ſehen wir gern / koͤnnen wir doch hinwider mit pſalm· z dem Propheten ſagen: Frewe dich nicht / du ganb Philiſter⸗ Eſai *. land / daß die Rhute / die dich ſchlug / zerbrochen iſi. Vnnd abermal: Frewe dich nicht / meine Feindin / daß ich darni⸗ Mich 7. derlig / ich werde wider aufftommen / vnd ſo ich im finſiern ſitz / ſo iſt doch der HErꝛ mein Liechte. Dann die Hand des xſai. 5. HEnn iſt nicht ʒu kurt / daß er nicht helffen koͤnne: ſonder wann er ein Dauid hinnimbt / ſo erweckt er hingegen einen Salomon: vnd an ſtatt ſeines trewen Dieners Moſis / gibt er den Helden Joſuam. Alſo hat er auch vns / ſeiner Troſtreichen verheiſſung Johan 4 nach / nicht woͤllen Waißlen laſſen / ſonder nach ſeiner groſ⸗ ſen Barmhertigkeit / an ſtatt vnſers gnaͤdigen frommen/ gůtigen vnnd milten Landofuͤrſten / Herzog Ludwigen / oder Leuthuͤlffen / (wie diſer Nam / nach art vralter Teutſcher Sprach verſtanden wuͤrdt) den er vns entzogen / widerumb gegeben vnd beſcheret ein Sotiſeligen Friden⸗ reichen Regenten / naͤmblich / jetzigen vnſern gnaͤdigen Hern vnd Landtsfurſten Hern Friderichen / Herto⸗ gen . Reg 4. 4 44 Chriſtiche Predigten / gehalten bey der keich / Hern gen zu Wuͤrtemberg / ꝛc. nicht auß einer frembden Nation / ſonder auß dem hochloͤblichen Stammen des Fuͤrſtlichen Hauß Wuͤrtemberg / deſſen F̃. G. bey / vnnd neben vnſerm hie vorigen geweßnen gnadigen Landofurſten / hochſeliger gedãchtnus / gleich wie Joſua in dem Hauß Moſis / zu wahꝛer erkanntnus vnd foreht Gottes / vnnd allen Fuͤrſtli⸗ chen Chriſtlichen Tugenden / von jugent aufferzogen. vnd auffgewachſſen. Vnd wie guthertig vnd eiferig Ihꝛe 5. G. vnſerer Chriſtlichen Religion / vnd vnuerfaͤlſchten reinen Lehr zugethon / vnd darinnen wol gefaßt ſeie / haben ſie bißher in vilweg / ſonderlich aber auch im Muͤmpelgar⸗ tiſchen / Anno / ꝛc. S. gehaltenem Geſprãch / gnugſam er⸗ klaͤrt / da auch der offentliche Truck Ihrer F. G. vorder gantzen Chriſtenheit / dero Chriſtlichen Glaubens vnd Be⸗ kanntnus / zeugnus gibt. Deſſen F. G. iſt durch Gottes ſondere ſchickung vnd verordnung! ſchon allbereit in die Regierung getretten. Da vns auch Ihr Fᷓ. G. holdſeliger Tauffnam diſen Troſt einbildet / daßwir an Ihr F̃. G. ein andern Landsuat⸗ tern vnd Fridenfuͤrſten werden haben / vnd durch Got⸗ tes Gnad / vnder Ihꝛer . G. gnaͤdigem fridlichem / gottſe⸗ ligem Regiment / ein jeder vnder ſeinem Weinſtock vnnd Feigenbaum / (wie die Schrifft von Salomonis ʒeitten re⸗ del) ſicher wuͤrdt wohnen / in rhu vnnd friden des ſeinen ge⸗ nuͤſſen / vnnd vnſerm. HErm vnd Gott in ſeinem Beruff deſto vnuerhinderter nach ſeinem Wort wuͤrdt dienen koͤnnen. Derhalben ſollen wir zuuorderſt dem Allmaͤchtigen Gott vnd Vatter vnſers HErin Jeſu Chriſti / von grund vnſers Hertzen / fůͤr diſe ſeine Gnad vnd Gute danckfagen / vnd Ludwigen / Hertogen zu Wuͤrteinberg / r. 47 vnd auß ernſilicher inbruͤnſtiger andacht jhne anruffen / er woͤlle vns vnſern Fridenreichen Joſuam / welchen er vns nach ſeinem vaͤtterlichen Raht beſchert / vund fuͤrgeſetzt / durch ſein Allmaͤchtige Hand ſchuůtzen / vor allem vbel vnd vnfahlbewahren Wie er mit hochgedachtem Hertzog Lud⸗ wigen / Chriſtſeliger Gedaͤchtnus / geweſen /alſo wolle er auch mit Ihrer F. G. ſein / Woͤlle Ihrer F̃. G. Hert mit ſeinem H. Geiſt regieren / damit ſie in allen dingen weißlich handle / ſeinen Göttlichen Segen zu dero Regiment gnaͤ⸗ diglich verleihen / vnnd ſie (wie er dem Joſua verſprochen) niſñ̃er verlaſſen. Er woͤlle auch vnſere Hertzen durch ſeinen H. Geiſt laiten / daß wir Ihꝛer F̃. G (nicht weniger als die Kinder Iſrael dem Jojua) allen vnderthenigen / ſchuldi⸗ gen Gehoꝛſam erzeigen vnnd laiſten / wie getrewen Vnder⸗ chonen wol anſteht vnd gebůͤrt / Damit alſo ʒu allen theilen / ſeinem Gottlichen vaͤtterlichen Willen gelebt / vnd die gan⸗ tze Regierung zuuorderſt zu ſeines H. Namens Ehr / zu Troſt feiner geliebten Kirchen / vnd zum heil vnd wolfahrt / beides der Herꝛſchafft vnd Vnderthonen / ja vnſers gemei⸗ nen Vatterlands / gedeien vnd gereichen thuͤe. Vnd diß ſey auch von dem dritten ſtuck der verleßnen wort geredt. Haben alſo auß derſelbigen einfaͤltiger erklaͤrung ver⸗ ſtanden / wie der.H. thewre Man / vndgetrewe Knecht des HErn / Moſes / zwar nach dem Wort des HErin / aber dem Volck Iſrael zu frůe geſioꝛben. Vnd wie die Kinder Iſrael jhne ſo klaͤglich beweinet: auch wie Gott jhnen an ſtatt des Moſis / den Helden Joſuam / zum Regenten ver⸗ ordnet / vnd ſie jhm Gehorſam geleiſtet. Seind darbey erinnert worden / nicht allein in gemein vnſers vngewiſſen / zergaͤnglichen / ſterblichen Lebens / dar⸗ umb alle Chriſtenmenſchen / alle augenblick ſich mit wahꝛer S Buhl 46 Chriſtliche Predigten / gehalten bey der Leich / Herin Buß / veſtem Glauben / vnd Gotiſeligem Wandel / zum ſe⸗ ligen Sterbſtuͤndlin gefaſſet machen ſollen: ſonder haben auch ʒu hertzen gefuͤhrt / was lieben vnnd werden Schatzes / der Allmaͤchtig vns durch den vnuerſehenen Abſchid vn⸗ ſers frommen Gottſeligen / vnd Hochloͤblichen Landtsfuͤr⸗ ſten / vnd gnadigen lieben Vatters / hat entzogen: ſeind dar⸗ auß berichtei woꝛden / daß wir ſein F̃. G hochloblicher feli⸗ ger Gedaͤchtnus nicht mit wenigerm bekuͤm̃ernus / dañ die Iſraeliten jren Moſen / hertzlich zubetrawren groſſe vrſach haben / nicht allein zu erzeigung ſchuldiger / vndertheniger Gegenliebe vñ Danckbarkeit / fur die von jhꝛer Fᷓ. G. vilfaͤl⸗ tig empfangnen vaͤtterlichen Wolthaten: ſonder auch / daß wir vnſere Suͤnd vnnd Vngehorſam / dardurch wir diſe Straff Gottes vber vns verurſacht haben / darauß erken⸗ nen / ernſtlich beweinen / vnnd mit rechtſchaffner Buß / vnd beſſerung vnſers Lebens / den Zorn Gottes miltern / vñ noch ferꝛere Straff abtragen vnd entpfliehen moͤgen. Endtlich haben wir gehoͤrt / dʒ der gnaͤdig gůttig Gott / vns nicht we⸗ niger / dañ die Kinder Iſrael / getroſtet / vnd mit einer Gott⸗ ſeligen / Fridenreichẽ Herꝛſchafft vaͤtterlich verſorget. Sol⸗ len demnach ſeiner Barmhertzigkeit / mit worten vnd wer⸗ cken / von hertzen darfur dancken / Ihnefuͤr Ihre F. G. dero Fuͤrſtlichen geliebten Gemahlin / vnnd junger Herꝛſchafft / tanges Leben / beſtaͤndige Geſundtheit / vnd fridliches Gott⸗ ſeliges Regiment / wir vnd vnſere Kinder / taͤglich vnd trew⸗ lich anruͤffen / damit wir den Lauff / diſes vnſers zeitlichen Lebens / in rhu vnnd friden / Gottſeliglich vollbringen / vnd endtlich auß diſem elenden Jamerthal / zu vnſerm frommen Landtsfurſten ſeligen / vnd allen außerwehlten / in den rech⸗ ten ewigen Friden kõen moͤgen. Das verleihe vns der All⸗ maͤchtig Got / durch ſeinen lieben Sohn Jeſum Chꝛiſtum / ſamyt dem Geiſi / Amnn / men · 4 1 — — Ludwigen / Hertogen zu Wuͤrtembeg / r. 4 Die dritte Predigt ⸗ Iber Weilund des Durchleuchtigen / Fnchgebornen, Fuͤrſten vnd Herꝛn / Herin Ludwigen /Hertzo⸗ Ren zu Wuͤrtenberg e Grauen zu 4 gart / ꝛc. Leich / Als dieſelbige zu Bebenhauſen / den 23. Juguſti / Anno 159. im Kioſter ankommen / Gchaleen Durch Eberhardũ Bidembach / Abbte zu Bebenhauſen / der heiligen Schrifft Doctorn. eyrſtiche pretin⸗ gehalten bey der Leich ⸗ Hern Johannis XI. Wer mir dienen will / der fol⸗ gemir nach. Vnd waich bin/ da ſoll mein Diener auch ſein. Vnd wer mir dienen wuͤrdt / den wuͤrdtmein Vatter ehren · Sudwigen / Herzogen ju Wuͤrtembergꝛe. 45 Außlegung. W Eliebtein Chriſto dem HERrn. Es ſpricht der weiß Man Syrach am 3s. cap. Mein Kind / wann einerſtirbt / ſo beweine jhn / vnd klage jhn / als ſey dir groß leid widerfahren. Du ſollt bitterlich wei⸗ nen / vnd hertzlich betruͤtt ſein. Troſte dich aber wider / daß du nicht ʒuuil trawrig werdeſt /ꝛc. Wann man nun nach der Lehr vnd vermanung Sy⸗ rachs ein abgeſtoꝛbne priuat Perſon bitterlich beweinen ſoll wie vil mehr ſollen wir hertzlich betrubt ſein / kuͤmmerlich ſeufftzen vnnd klagen den gant laidigen Fahl / vnd hochbe⸗ kůͤmmerlichen Tod / weilund des Durchleuchtigen / Hochgebornen Fůͤrſten vnd Hermn / Herin Lud⸗ wigs / Hertzogen zu Wuͤrtemberg vnd zu Teck / Grauen zu Muͤmpelgart /.vnſers frommen/ ge⸗ trewen Landsfuͤrſten vnd Herꝛn / Chriſtlicher / hochloͤblicher Gedechtnus / welches Leich jhr hie vor augen ſehen. Nicht aber Ihrer ʒ. G. Perſon halber / die ſeliglichen in Chriſto verſchiden / vnnd bey Gott ewig lebt: ſonder vnſert halben / die wir eines ſolchen Chriſtlichen / Hocherleuchten / From⸗ men / Thewren / Geirewen / Nutzlichen / Gutthättigen Landsfuͤrſten / ja eines ſolchen Gnaͤdigen / Guͤtigen / vnnd Milden Vatters des Vatterlands beraubt ſeind. Damit wir aber / wie hie Syrach ſagt / in diſem vnſerm groſſen vnd mercklichen hertzleid nicht ʒuuil trawren / wie die Heiden /n Theſſ.4 ſo kein hoffnung haben / ſonder vns mit Gottes Worttro⸗ ſten (welches das beſi vnnd i wir aufferden be. iij en 5 —— — —— Chriſtliche Predigten / gehalten bey der Leich / Hern haben koͤnnen / ſonderlich in ſolchem hochbetruͤbten fahl) ſo hab ich unr fuͤrgenommen / euch diſen ſchonen vnnd troſtli⸗ chen Spruch Chriſti furʒuhalten / Darauß wir lernen koͤn⸗ nen / was wir für Gedancken haben / vnd wie wir vns troſten ſollen vber dem Tod vnſers gnaͤdigen Landtsfurſien vnnd Herꝛn / darber vns ſo groſſes laid geſchehen / vnd wir billich hertlich betrůͤbt ſollen ſein. Es lautet aber der Sprich vn⸗ ſets HEntn Cßriſt alſo: Wer mir dienen will / der folge mir nach. Vnnd waich bin / da ſoll mein Diener auch ſein · Vnnd wer mir dienen wurdt/ den wuͤrdt mein Vatter ehren. Damit wir nun diſe verleſne wort deſto beſſer faſſen vnd ratr mogen / wollen wir zu diſem mal diſe drey Stucklin andlen. 8 Erſtlich wollen wir anhoͤren / was da heiſſe Chriſto die⸗ nen / wie vnd wamit man Chriſto dem HEr:n dienen kone. Fuͤr das ander / wollen wir die vrſachen anhoͤren / warum̃ wir Chriſto gern vnd willig dienen ſollen. Vñ dann zum dritten anzeigen / was fur nutzen wir dar⸗ uon haben / wann wir Chriſto vnſerm Ertm dienen vnnd nachfolgen. Von diſen dꝛeien Stuͤcklin woͤllen wir auff dißmal kurt⸗ lich handlen. Der. HErꝛwolle vns die Gnad ſeines H. Gei⸗ ſtes gnaͤdiglich darzu verleihen / Amen. I. So vil nun das erße Stuͤcklin betrift / ho⸗ ren wir / daß Chriſtus der HERr nicht nur ſchlecht⸗ D ich vnd einmal ſagt: Wer mir dienen will / 1c. ſonder repetiert / vnd widerholet ſolches zum andern mal/ vñn ßricht dwigen / Hertogen ju Wuͤrtemberg / e. Fr ſpricht gleich widerumb darauff: Wer mir dienen „ wurdt/c. Damſter vns erinnern vnnd zuuerſiehn geben wollen / wann wir vns ſeines Namens rhůmen / vnnd rechte wahre Chriſien ſein woͤllen / daß wir jhm dienen ſollen. Dieweil dann Chriſtus der HEn ſolchen Dienſt ſo ernſi⸗ lich von vns erfordert vund haben will / ſo will von nöten ſein daß wir lernen vnnd wiſſen / was da heiſſe Chriſto dem HEr:n dienen / wann vnd wamit wir Chriſio dienen koen. Nun heißt aber vitnn dem gemeinen brauch nach / an· Was Chri⸗ ders nichts / dann thun / was man defohlen hat. Vnd iſteben ſtodienen ſo vil geſagi: Ich diene dem Ermals wañ ich ſpreche ich beiſ. thue was mich mein Herꝛheiſſet / vnd mir befihlet: daß alſo der Dienſt nicht nur auff die Perſon allein / ſonder vil mehr auff das wort vnd befelch gemeint iſt. Dann groſſe Herꝛn vñ Frawen / ſo diener haben / begeren mehr nichts / dañ daß jre Diener thun / was man jnen beuilcht / vnd ſie thun heiſſet. Auff diſe weiſe muͤſſen wir hie auch lernen / daß it vnd vnſerm. HEren Chriſio dienen / anders nichts heiſſet / dann fleiſſig hoͤren / vnnd darauff mercken / was er vns in ſeinem wort heiſſet vnd beuilcht / vnd daſſelbig gern / mit allem fleiß vndtrewenthun. Daher man auch pflegt zuſagen / daß diſe die allerliebſte /beſte / vnnd angenemſte Knecht vnnd Diener ſeien/ welche allein thun/ was jhnen zuthun befohlen iſt. Derowegen / wann wir Chriſto dienen wollen / ſollen wir chun / was er vns befilcht. Ja ſagſtu / was heiſſet vns aber Gott vnd vnſer HErt Chriſtus thun⸗ Antwort. Das zeigt vns Chriſtus ſelber an / Johannis am ð. capitel / da jhn das Volck fragt· Was ſol⸗ len wirthun / daß wir Gottes Werck wurcken Antwort jm Joh⸗⸗ Chriſius / vnnd ſpricht: Das iſi Sottes Werck / daß jhr an den glaubet / den ergeſandt hat. Vnd abermals in apite Dent s. Joſ.24. pꝛ Chriſtliche Predigten / gehalten bey der Leich / Herin Capitel: Das iſt aber der Will des Vatters / der mich ge⸗ ſandt hat / daß ich nichts verliere von allem / das er mir ge⸗ geben hat: ſonder daß ichs aufferwecke am juͤngſten tage. Vnnd gleich darauff: Das iſt aber der wille deſſen / der mich geſandt hat / daß / wer den Sohn ſihet / vnnd glaubet an jhn/ habe das ewig Leben / vnnd ich werde jhn aufferwecken am uͤngſten tage/ꝛc. Hie hoͤren wir von Chriſto dem HE RRn ſelbſi / was Gottes ſeines him̃liſchen Vatters / Will vnnd Befelch ſeie: Nemlich / daß wir Chriſtum in ſeinem Wort horen / an jhne glauben / vnnd das liebe heilige Euangelium annemenſollen. Das iſt der einige/ rechte / wolgefaͤllige Dienſt / den wir Gott konnen laiſten / wie auch ſolches Gott der hĩliſche Vatter / ſelber von Chriſto zeuget / da er ſagt: Das iſt meingeliebter Sohn / an dem ich ein wolgefallen hab / den ſollejhr horen. Stehet alſo der Gottesdienſt / dar⸗ hie meldung geſchicht / in den Worten vnnd Befelch ottes. Neben dem ſo heiſſet auch Gott dienenlin gemein dar⸗ uon zureden) eben das / was ſonſt die heilig Schrifft heiſſet Gvoti fuͤrchten. Wie dann diſe beide woͤrtlin in Gottes woꝛt offtermals vnnd gemeinlich neben vnnd bey einander geſetzt werden / vnd gleichſam eins fur das ander genommen / auch eines durch das ander erclaͤret vnd außgelegt wuͤrdt. Wie wir vnder andernleſen imfuͤnfften Buch Moſe / dageſchri⸗ ben ſieht: Du ſollt den HErn deinen Gottfurchten / vnnd jhm dienen· Vnd im Buch Joſua: So fuͤrchtet nunden Eren / vnnd dienet jhm trewlich vnnd rechtgeſchaffen · Sam Alſo im erſten Buch Samuelis: Bekehret euch mit gantzem hertzen zu Gott dem HErꝛn: vnd richtetewer hertz ʒu dem HE yn/ vnnd dienet jhm allein· Vnnd Dauid: — Ludwigen / Herogen zu Wuͤrtemberg /c. 5 Dienet dem E R R N mit forcht / vnnd frewet euch mit zittern / c· vnd an andern dergleichen orten der Schrifft mehr. b, diſen Zeugnuſſen heiliger Goͤttlicher Schrifft / ſehen vnnd horen wir nicht allein / wie diſe zwey Worilin / Gott furchten / vnnd Gott dienen / beyſamengeſe⸗ tzet / vnnd eins fur das ander gebraucht werden: ſonder ler⸗ nen auch darauß / warinnen der rechte Gottesdienſt beſtehe / wie vnnd welcher geſtalt / vnnd wamit wir Chriſto dienen ſollen· Nemlich / daß wir mit mund vnnd hertzen / mit wor· Wennd ten vnd wercken / mit der that vnd warheit / vns der Goltſe⸗ womit maz ligkeit befleiſſen: wie vns ſolches in den dreien Gebotten der die erſen Taffel befohlen wůrdt auff daß vnſer hers gegen venlol Goit rechtſchaffen geſinnet ſeie / das iſt / daß wir Gott / vnnd vnſern HE Rrn Chriſtum / in ſeinem Wort / vnnd heiligen Euangelio ¶darinnen er ſich geoffenbaret hat) recht lernen erkennen / jhn förchten vnnd vor augen haben / an jhn glau⸗ ben / vnnd alles / was er in ſeinem Wort redet / drewet / oder verheiſſet fuͤr wahr vnnd gewiß halten / vnnd vns auff Got⸗ tes ernſtliche droͤwung vber die Sund / gegen Gott von her⸗ tzen demuͤtigen / vns der Gnaden Gottes / durch den Mitt⸗ ler Chriſtum) ſo vns im heiligen Euangelio verheiſſen iſt / in wahrem Glauben getröſten / vnd auff Gottes verheißnen Schutz vnd Beyſtand in allen vnſern noten vertrawen: jne von hertzen lieben / vnndehe aller Welt vngunſt vnnd feind⸗ ſchafft auff vns laden / dann daß wir von der Liebe Goties abweichen ſollten: auch daß wir vns kein Creut / ſo vns von Gott zugeſchickt wůrdt / von jhme abwendig machen: ſon⸗ der / wie es der liebe Gott / allʒeit ſeines gefallens / mit vns macht / vns daſſelbig wolgefallen / vnd von der gedult nicht ablaſſen. Wie wir nun in wahrer Gottſeligkei vonhertzen H vnſerm Rom.io. Pſal. 116. 54 Chriſtiche Predigten / gehalten bey der Leich / Herm vnſerm HErꝛn vnd Gott / nach ſeinem wort:alſo ſollen wir gleichsfahls auch vnferm HErm Chriſto / zu ſchuldigem gehorſam / mit vnſerm Mund vnnd Zungen dienen. Wel⸗ ches dazumal geſchicht / wann wir Goett / als den ewigen / All⸗ maͤchtigen vnnd Barmhertzigen Vatter(nach ſeinem Be⸗ uelchin allen vnſern nõten vnd anligen / mit wahrem vnnd bußfertigem hertzen / vnd inbruͤnſtigem Geiſt / in dem Na⸗ men Chriſti ſeines lieben Sohns bitten vnd an růffen. Win ſollen auch nit allein fuͤr vns ſelbſi / ſonder auch fuͤr vnſere Mitbruͤder vnd Schweſtern in Chriſto / wann ſie in Truͤdfal ſiecken / ja auch fur vnſere Feind bitten: daß ſie zu Gottes wahrer Erkanntnus gebracht / bekehret/ vnnd ſelig werden: vnnd ob ſie ſchon verhartet bleiben / Goit den All⸗ maͤchtigen anruͤffen / daß er jhrem wůten vnnd Tyranncy / vmb ſeines H. Namens willen / gnaͤdig ſtewren vnd wehren wolle. So wir dañ alſo in vnſerm Gebet von Gott erhoͤret/ vnd auß noten erꝛeitet ſein / ſollen wir billich auch hinwider⸗ umb fuͤr allerley vns erzeigte Gnaden vnd vtthaten Gott zum hoͤchſien dancken. Wir follen auch die erkannte War⸗ heit des H Euangelij von Chriſto (auch zur ʒeit der gefahr vnnd verfolgung) offentlich / ſo offt ſie von vns erfordert wurde bekennen. Dann ſo man (wie Paulus ſagi) von het⸗ ten glaubt / ſo wurdt man gerecht / vnnd ſo man mit dem Mund bekennet ſo wurdt man ſelig. Vnd ſollen hierinnen dem Eyempel Dauids folgen / da er ſagt: Ich glaube / darumb rede ich · Gleichs fahls dienet man auch vnſerm HErꝛn Chriſto / vnd iſt jm der angenembſt vnd woigefaͤlligſier Dienſi / wañ man die Predigt jeines Gottlichen worts / mit rechter wah⸗ rer Andacht /hertzlichem Eiffer vnnd Frewden anhoͤrt / ſich der H. Gnadenreichen Satramenten mit hochſter ſchuldi⸗ ger — — — — — — — — — — — Ludwigen / Hertzogen zu Wurtemberg /. 55 ger Reuerentz vnd andacht offt vnd dick gebraucht / ſich auß den gehorten Predigten beſſert / in der wahren Gottſeligkeit vontag zutag / je lenger je mehr zunimpt / vnnd das die ʒeit des gantzen Lebens vbet vnd prarticiert. Wir dienen ferꝛner auch vnſerm HErmn Chriſto da⸗ zumal / wann wir (wie er ſolches an diſem ort ſelbſt meldet) jhme vnd ſeinem Exempel nachfolgen. Welches geſchicht wann wir allerley Creutz vnd Truͤbſal / Anfechtungen / vnd Verfolgungen (ſo er vns nach ſeinem gnaͤdigen Willen zuſchickt) gehorſamlich auff vnd annemen / jhme gedultig ſtill halten / vnd des endes vnd erloſung gehorſamlich erwar⸗ ten. Vnd in ſumma daruon zureden / ſo dienen wir vnſerm HERRN Chriſto / wann wir vnſerm nechſten Menſchen / beſonders den Armen vnnd Duͤrfftigen / guts thun / die liebe an jhnen beweiſen vnnd erʒeigen / ſeitenmal er ſolches nicht allein von vns erfordert ſonder auch bezeugt / was wir den Armen vnnd Duͤrffugen vmb ſeinet willen thun / das woͤlle er nicht anderſt / dann ob es jhme ſelber von vns beſchehen / auff vnd annemen / vnnd auß gnaden hie ʒeitlich vund dort ewig belohnen vnd vergelten · 11, O vil dann das ander Stuͤcklin an⸗ langt / nemlich / warumb / vnd auß was vrſachen wir Chriſto dem HE Rrn gern vnnd willig dienen ſol⸗ len:das zeigen vns die verleſne wort an. DannChꝛl⸗ ſtus ſpricht: Wer mir dienen will / .Lieber wer iſt der / der ſolches redet? Es iſt Chriſtus der HE RR / der zumal in einer Perſon wahrer Gott vnnd Menſch iſt. Nach ſeiner Gottlichen Natur iſt er von Gott dem Vatter von H 1 eit Matth. . Warumb man Chriſto dienen ſols. 56 Chriſtliche Predigten / gehalten bey der leich / Hern keit geʒeuget / mit Goit dem Vatter gleich ewig / allmaͤchtig / herꝛlich / dnd gewaltig. Nach ſeiner menſchlichen Natur iſt er ein wahrer Menſch / von Maria der reinen Jungfrawen geboren / vns Menſchen (allein die Suͤnd außgenommen) allerdings gleich. Auß welchem wir leichtlich abnemen koͤn⸗ nen / warumb wir diſem E R R N Chriſto gern dienen ſollen. Dann von Natur ſeien wir alſogeſinnet / daß / wann einer wil / ſoll oder muß dienen / ſo dienet er gern einem groſ⸗ ſen / maͤchtigen / ſtatelichen / reichen / vnnd anſehenlichen Her:mn / deſſen er ſich zutroͤſten / vnnd alſo zureden / zu vberhe⸗ Erſte Vr⸗ benhat. Darumb ſollen wir vnſerm HERRN Chriſto ſach / war⸗ gern vnd williglich dienen / ſeitenmal er der allermaͤchtigſt / (nſodte, veicheſt/ vnnd ſtattiicheſt HE RR iſt. Dannwie Paulus nen ſollen⸗ ſagt / ſoiſt er ein H E R R Himmels vnnd der erden / ein Tuns. König aller Konigen / ein HERR aller Herꝛen / ja ein Kö⸗ Matthe ⁊8. nig aller himmeliſcher Heerſcharen / dem aller Gewalt ge⸗ ben iſt im Himmel / vnnd auff Erden. Er iſt ſo ein gewalti⸗ ger vnnd maͤchtiger HERr / daß er niemands Hulffoder Raht bedarff: Hat alle Creaturen / ſichtbar vñ vnſichtbare / erſchaffen / erhelt dieſelbigen / vnd die muͤſſen jhm / als jhrem pſal. oz. Herꝛen / dienen. Dannenhero dienen jhm die maͤchtige / ſtar⸗ cke Helden (wie ſie die Schꝛifft nennet die reine / H. Geiſter / Dan 7. die liebe Engel / dauon Daniel ſagt: Tauſentmal tauſent dienen jhme / vnd zehen hundert mal tauſent die ſtanden vor jm. So jme nun diſe ſtarcke Helden / vnd herꝛliche maͤchtige „Chron.z2. Geiſter(deren einer in einer nacht / vnd auff einmal / vil tau⸗ ſent erwuͤrgen vñ vmbbringen kawalſo dienen / ſo muß ja er ſelber ein vberauß maͤchtiger vnd gewaltiger Herꝛ ſein. Ja Paulus ſagt / daß ſich vor dem Namen Jeſu biegen muͤſ⸗ ſen aller deren Knue / ſo im Himmel / auff Erden / vnd vnder der Erden ſeind / vnnd bekennen muͤſſen / daßer der ey / c. P hil⸗ 2. Ludwigen / Herzogen zu Wuͤrtemberg /c. 77 ſey / ic. Darauß ſein Gewalt vnd Macht geſpůͤret wuͤrdt: Derowegen wir jhm vor andern dienen ſollen. Vil Fůͤr⸗ ſien vnd Heren / dienen vnd reitten den Konigen vnnd Kei⸗ ſern zu Hoff / vil Graffen / Ritter / vnnd vom Adel / reitten den Fůuͤrſten zu Hofe / dieweil ſie ſo ſtatelich vnnd maͤchtig ſeind. Wie vil mehr wir Chriſto dem allermaͤchtigſten / ja der die Allmacht ſelber iſt / gehorſamlich vnnd williglich die⸗ nen werden. Dann er iſt ſo ein maͤchtiger HE RR / daß er Pſalm zr⸗ Himmel vnd Erden / vñ alles / was darinnen iſt / auß nichts * 1r geſchaffen / vnd gemacht hat. Vnd wie er alle andere Creaturen / alſo hat er auch ꝛ. Vrſach · vns Menſchen / vnnd zwar vernuͤnfftige Creaturen / ja auch zu ſeinem Ebenbild / erſchaffen / das iſt / darumb hat Geneſ. er die Menſchen erſchaffen / daß wir jhn lerneten erken⸗ nen / jhne loben / preiſen / ehren / vnd jhm dieneten Wie nun keiner das Leben von jhm ſelbſt hat / auch keiner (wie man im Sprichwort ſagt) auß keinem Stein entſprungen iſt / ſonder alle das Leben von jhme haben / (wie Dauid bezeugt / da er ſagt: Erkennet / daß der HEr Gott iſt / er hat vns ge⸗ pſaim. voo· macht / vnnd nicht wir ſelbſt / ꝛc. Vnd Paulus fagt: Wir Epheſ.ꝛ ſeind ſein Werck) iſt es billich / daß die Creatur vnnd Ge⸗ ſchopff / ſeinem HErm vnd Schoͤpffern diene. Vnnd ob wol wir Menſchen von anfang von Gott /3 · Vrſach. heilig / fromb / gerecht / vnnd gut erſchaffen / ſo hat doch der Geneſʒ ſeidige Satan / vnſere erſten Elter / Adam vnd Eua/ zum Rom · ʒ· Fall / vnnd in die Suͤnd gebracht: dannenher alle Men⸗ ſchen / jhrer verderbten Natur nach / in Suͤnden empfangen vnd geborn werden / vnd ſeien von Natur Kinder des Zoꝛns vnd der Vngnaden / wie wir auch / von wegen der Suͤn⸗ den (welcher Sold der Tod iſt / wie Paulus ſagt) dem Rom 6. Tod / dem Teuffel / der Hellen / vnnd ewigen Verdamnus vnderwoꝛffen / vnd můͤſten jmmer vnd ewig verlohren / vnd H iij verdampt —— 2 1. Pet 1. 4. Vrſach · 52 Chriſtliche Predigten / gehalten bey der Leich / Herin verdampt ſein / wa vns vnſer lieber HEn vñ Heiland Chꝛi⸗ ſtus / nicht darauß geholffen / von Suͤnd / Tod / Teuffel vnd Hell erlediget vnd ſelig gemacht hette. Wie er dann von vn⸗ ſert wegen auff Erden kommen / Menſch woꝛden / tod vnd marter gelüten / ʒur Hellen hinab gefahren / vnd vns durch ſein volkomnen Gehoꝛſam / kitter leiden vnd ſterben / vñ ſein roſenfarb Blut / vnſer Suͤnd buͤßt vnnd bezahlet / vnd alſo thewꝛerkaufft hat. Dauon Paulus ſagt: So ſeiẽ wir thewꝛ erkaufft. Vnnd Petrus: Wiſſet / daß jhr nicht mit ver⸗ gaͤnglichem Silber od Gold erlöſet ſeidt / von ewerm eiteln wandel / ſonder mit dem thewren Blut Chꝛiſti / als eines vn⸗ ſchuldigen vnd vnbefleckten Lam̃es / ꝛc. Dieweil wir dann durch Chriſium / von vnſern Feinden (dauon vns ſonſt kein Crea ur hetie koͤnnen helffen / noch ledig machen) erlöſet / vnd thewr von jhm erkaufft worden / iſt es ja billich / daß wir mne djenen / ſeitenmal wir ſeine Knecht vnd leibeigne Leut worden. Auch haben wir / in vnferer Kindtheit / da wir getaufft worden / Chriſto / als vnſerm HEr:n / erbhuldigung gethon / jhme gelobt vnd geſchwoꝛen / vnd ſeien feine verpflichte Die⸗ ner worden. Wie vns auch Gott der Vatter im Tauffl vmb Chriſti willen / an Kindoſtatt angenommen / vnd zu Erben aller him̃liſcher Gutter gemacht hat. Welches der H. Geiſt durch das Wort vnnd Sacramenten in vnſerm Hertzen vergwiſſet vnd verſichert / ꝛc. Darumb wir jhm zu⸗ dienen in allweg ſchuldig. So iſt es auch billich / daß wir Chriſto dienen. Dann darzu weijet vns das Geſetz der Natur / ſo vns zu ſchuldi⸗ ger Danckbarkeit vermanet. Dann es heißt einmal: Was man dir thut / das thu andern Leutten auch. Vnd wie man ſagt im Sprichwort: Geuatterſchafft vber den Zaun / vnd Geuatterſchafft wider heruͤber. Nu hat vns Chriſtus ſelbs zuuor ludwigen / Herzogen zu Wůrtembers / . 55 ʒuvor in vil weg gedient: ja ſein gantzes Leben / iſ / alſo zure⸗ den / ein ſtehter Dienſt geweſen / damit er vns dienete/ wie er dann ſelbſt ſpricht duych den Propheten Efalam: Duhaſt Eſai as. mir arbeit gemacht i deinen Suͤnden / vnnd haſi mir můͤbe gemacht in deinen Miſſethaten. Vnd abermals in geml⸗ tem Propheten: Fůͤrwar er trug vnſer Kranckhei / vnd lu⸗ Eſai. ʒ· de auff ſich vnſere ſchmertzen. Vnd Chriſtus der HE Rr ſagi im Matthæo: Des Menſchen Sohn iſt nicht koſñen Matth. ꝛ0. daß er jhm dienen laſſe / ſonder v As sR prrneſvnd gebe ſein Leten zu einer Erloͤſung fůͤr vile. Vnnd abermal: Lut·⁊n Ich bin vnder euch wie ein Diener / ꝛc. Weil vns dann Chriſius ſo vilfaͤltig gedienet / iſt es ja billich vnd reckt⸗ daß auch wir jme hinwiderumb dienn. Es ſoll vns auch zu diſem Dienſt kewegen / das Exem⸗⸗ Vr ach· pel aller frommen vnd gottſcligen Menſchen / ja aller Crca⸗ turen. Dann wir ſehens / vnd bezeugets die taͤglich erfah⸗ rung / daß alle Creaturen / ſichtbarliche vnd vnſichtbarliche Geiſter / vnd die lieben H. Engel (wie auch droben vermel⸗ det) Gott vnd vnſerm HErꝛn Chriſio dienen. Es dienet jm Pſalm· is. Hĩel vnd Erden / Sonn vñ Mon / alle Stern / das Meer / Item die Erden / vnd alles / was darauffiſt / welche Creaturen alle Item / 4. (auff jhre art vnd weiſe) Goit dienen · Wie auch alle from̃e Menſchen / ſich fuͤr arme Diener vnſers HErꝛn Gottes er⸗ kent / vñ beleñet haben. Dañ der from̃ Patriarch Abraham ſagt: Ich hab mich vnderwunden zureden mit dem HErin / Geneſ s. wiewol ich Erde vñ Aſche bin. Hie demuttigt ſich Abraham ſotieff / dʒ er ſich nicht ein Diener Gottes neüen darff / ſond helt ſich nur fuͤr Erden vñ Aſchen. Alſo auch der Koniglich Prophet Dauid ſagt: D HErn / ich bin dein Knecht / dei⸗ Pſalm · us⸗ ner Magdt Sohn. Alſo auch die hochgelobte Jungfraw Maria! als der Ertzengel Gabriel yon Gott zu jhr geſchickt warl — — 60 Chriſtliche Predigten / gehalten bey der Keich / Heren Lue.i. war! ſagt ſie: Sihe / ich bin des HErm Magdt / mir geſche⸗ he / wie du geſagt haſt. Vnd abermals / in jhrem ſchoͤnen Iobgeſang / dem Magnificat / fagt ſie: Er hat ſein elende Magdt angeſehen. Alſo auch der alt Simeon / von wel⸗ Lnc. ꝛ. chem die heilig Schrifft ʒeuget / daß er fromb vnnd Gotts⸗ furchtig / vnd der heilige Geiſt in jhme geweſen / nennet ſich ein Diener / da er ſagt: Nun laſſeſt du deinen Diener! HErꝛ / im friden fahren / ꝛc. Alſo auch der heilig Apoſtel Paulus / nennet ſich in allen ſeinen Epiſteln / ein Diener Jeſu Chriſti. Weil dann alle Creaturen / vnd Gottſelige Menſchen / ſich fuͤr Diener Gottes erkannt / iſt es ja billich / daß auch wir jhm dienen. 7. Vrſoch. Pber das / ſollen wir vnſerm HE Rrn Chriſto gern dienen. Dann wir koͤnnen leichtlich vnnd bald zu Dienſten bey jhm kommen / haben ein beſſere gelegenheit jhmzudie⸗ nen / haben vil ein beſſern / leichtern / vnd bequemern Dienſt bey jhme / dann ſonſten beyweltlichen Herꝛen. Seitemal die jenigen / ſo hieniden auff Erden / weltlichen Potentaten / Fuͤrſten vnnd HEr:n dienen woͤllen / die muͤſſen bey denſel⸗ ben vmb Dienſi bitten / ſupplicieren / vnd etwa viffaͤltig an⸗ ßalten / vnd bedarff vil můͤhe vnd arbeit / welches doch auch offtermals alles vmb ſonſt vnnd vergebens / daß jhnen der Dienſt verſagt / vnnd ſie wider hin / vnd abgewiſen werden · Auch iſt bey weltlichen Herꝛen nicht allwegen raum vnd platz: es iſi offtermals kein Ort oder Stelle ledig / es vaciert nichts / ꝛc. Aber bey Chriſto iſt alle vnnd jede zeit raum vnd platz gnug / man komme zu was zeitten man woͤlle/ ſo fin⸗ det man Dienſt bey Chriſto / vnnd ſeiner Diener nimmer⸗ mehr zuuil ſein oder werden. Dann er ſein Gnad allerme⸗ niglichen anbeut / vnd gern wolte / daß jederman jhm diene⸗ te / vnd ſelig wurde. Darumb auch alle die jenige / ie ludwigen / Hertzogen zu Wuͤrtemberg /c. 67 liebe vnd willen ʒu jhm haben / vnd jhre Dienſt jhm anbiet⸗ ten / nim̃et er auff / vnnd an / weiſet keinen von ſich. Wie er ſelbs ſagt: Werzu mir kompt / den werde ich nicht hinauß Toh s. ſtoſſen · Vnd abermals: Kommet her zu mir arxx /die jhr Matth u muͤhſelig / vnd beladen ſeidt / ich will euch erquicken. Dann mein Joch iſiſanfft / vnd mein Laſt iſt leicht / darumb jhm ja auch gut zudienen iſt. Bey weltlichen Herin kommet etwan einer dem andern zuuor / ſtoßt jhm (wie man im Sprichwoꝛt ſagt)den Stein vor / es verdringet auch ettwan einer den andern: aber bey Chꝛiſto hat es die meinung nicht. Dann er iſt gleich / vñ gnaͤ⸗ dig geſinnet / gegen allẽ / ſo jme zudienen begeren / ſihet nicht an (wie die Schrifft redet) die Perſon des Menſchen / ſon⸗⁊ paral.i. der will allen helffen / vnd jederman mit Dienſten verſoꝛgen. Gal⁊. Da auch einer ſchon von weltlichen Heren / zu einem s. Vrſach. Diener gnaͤdiglich auff vnnd angenommen wuͤrdt / ſo en⸗ dern ſich doch ſolche Dienſt leichtlich vnnd bald / Heut hat einer Dienſt / vnd iſt bey ſeinem Herꝛn in groſſen Gnaden: moꝛgen kompt er (auch ettwa vnuerſchuldter ſachen) in groſſe Vngnad / vnd gehet dem gemeinen Sprichwoꝛt vnd Verß / oder alten Reimen nach: Der Herꝛen Gemůt zu Hoff / das wendet ſich offt. Aber mit den Dienern Chriſti hat es vil ein andere vnd beſſere gelegenheit. Dann welche Chriſius einmal zu Dienern auff vnd angenommen / dieſelbige hat er beſtaͤndig⸗ lich lieb / ſeind / vnd bleiben bey jhm in Gnaden: wafer ſich einer nicht ſelbs mutwilliglich vnd furſetzlich von jhme ab⸗ wendet / oder von jhme auſſetzet. Wie ſolches Johannes be⸗ Johan . zeuget / da er ſagt: Wie er hat geliebt die ſeinen / die in der Welt waren / alſo liebet er ſie / biß an das ende / ?c. Dann Num. ⁊1. weil Chriſtus ein wahꝛer Gott iſt / ſo er ſich e Mal.z. n 62 Chriſtliche Predigten / gehalten bey der eich / Herin Vnd weil er alles weiſt / vnnd ſihet / vnd ſeine Diener wol kennet / auch jme nichts verborgen iſt ſo behelt er ſein Gnad vnd Liebe beſtaͤndig gegen jhnen. Darumb jhm ſicherlich zudienen iſt. . Prſach. Auch iſt dem HEren Chniſto / diſer vrſachen halbẽ / ſo vil leichter vñ beſſer zudienẽ / weil er von ſeinen Dienern nichts anders fordert / jhnen nichts anders befilcht noch zumuitet / dann was recht / gut / heilig / vnd Gott wolgefaͤllis / wie die pſalm.ʒ. H. Schrifft von jhm ʒeugt / da ſie ſagt: Du biſt kein Gott / Ceuit 1. dem gottloſes weſen gefaͤllet / ꝛc. Vnd anderſtwo: Ihr ſollet heilig ſein / dann ich bin heilig. Da hergegen ettliche weltli⸗ che Herꝛen / offtermalen jhren Dienern böſe / vnbilliche / vn⸗ gerechte / vndſtraffliche Sachen / ſo wider Goit / vnd ſeine Gebott / wider alle Tugent vnd Erbarkeit / auch vor Gott groſſe Suͤnd / vnnd vnrecht iſt / befehlen / zumutten / vnd Sam. 2. aufferlegen. Wie wir von dem Konig Saul leſen / daß er die zu Nobe / vmb deſſen willen / daß ſie den Konig Dauid in ſeinem elend behauſet vñ beherberget hatten/ durch ſeinen Drener den Doeg(nicht nur den Prieſter Achimelech/ ſon⸗ der darzu auch noch funff vnd achtzig Prieſter des HErin! vnd was den Prieſtern in der Statt Nobe zugehoͤret / bei⸗ des / Man vnd Weib /Kinder vnd ſaͤugling / auch Ochſſen / Eſel vnd Schaaff) jaͤm̃erlich ermoꝛden / vnd vmbbringen . Sam.i3. laſſen. Alſo auch Abſolons Diener / auff geheiß jhꝛes Her⸗ ren / den Ammon toͤdten. Vnd im newen Teſtamem / die Matth · ⁊. Diener des gottloſen Tyrannen vnd Koͤnigs Herodis / die vnſchuldigen Kindlin / ſo zweyjaͤrig / vnnd darunder / zu Bethlehem getoͤdtet / vnd vmbgebracht. Welches alles die Diener Chriſti gefreiet / vnd geſichert: vnd Gott allein in denen ſachen / die jhme gefaͤllg / dienen dorffen · Vnd eudwigen / Heregen zu Würtemberg /. 6 Vnd dañ leiſtlich / ſo ſollen vnd muͤſſen alle rechte 10. Vrſach. vnd wahꝛe Chꝛiſten / vnſerm HErꝛn Chriſto dienen. Dann wa ſolches nicht geſchicht / ſo kom̃en vnd gerahten ſie vnder den Gewalt vnnd Dienſt des laidigen Teuffels / der zwar auch ein maͤchtiger Fͤrſt / vñ ein Herꝛ diſer Welt iſt. Vnd wer Gott nicht dienen will / der wůͤrdt ʒuleiſt des Teuffels Diener / ꝛc. Dann da kan es anderſt nicht geſein (ſeittenmal kein drittes iſt) man muß eintweder allein Goit / oder dem Tuuffel dienen/ Dañ ja ſonſt kein anderer Herꝛiſt / dem man dienen koͤnne. Darumb ein jeder bey ſich ſelbſten wol beden⸗ cken / vnd bey jhm endtlich beſchlieſſen ſolle / welchem Heren Gott oder dem Teuffel)er dienen wolle. Es wuͤrdt jm aber ein jeder Chriſt / den ernſilichen Befelch vñ drawung vnſers HErn vnd Gottes angelegen ſein laſſen / daer durch Mo⸗ ſen ſagt: Hůttet euch / daß jhr nicht von Gott abtrettet / vnd Deut. n. dienet andern Goͤttern. Vnd abermals: Wa du andern Deut s. Guttern nachfolgen wůͤrſt / vnd jhnen dienen / ſo werden jhr vmbkoſ̃en / wie die Heiden. Vnd widerumb: Weil ſie an⸗ Deut. ꝛ9. dern Göttern gedienet haben / darumbiſt des H Ern Zoꝛn ergrim̃et vber das Land. Vnd im Propheten Jeremia ſagt Hier. s. Gott: Folget nicht andern Göttern / dz jhrjnen dienet / auff daß jhꝛ mich nicht erzuͤrnet / vnd ich euch vnglůck zufůgen můſſe. Darumbein jeder/ ſo ſelig werdẽ will/ in dem Dienſt vnſers HErꝛn Chriſti bleiben / vnd biß an das end verharzen ſoll. Dañ da einer Gott ſeinen Schopffer / ſeinen Heiland vnd Scligmacher verlaſſen wuͤrdt / der wuͤrde den Zoꝛn vnd Fluch Gottes auff ſich laden / vñ auch von Gott wider ver⸗ laſſen werden / alsdann dem Teuffel dienen muſſen / welcher ſeinen Dienern böſen lohn /naͤmlich / die ewige Verdamnus gibt. Daruor vnsder gnaͤdig gůttig Gott vãtterlich behůͤt⸗ len vnd bewaßꝛen wolle. J ij So vil 4 Chriſeliche Predigten / gehalten bey der Leich / Hern III. wa⸗ Nu, O vil das dritt vñ letſt Stucklin betrifft / tzens Chriſti F 2iene was wir Nutzen dauon haben / wann wir Chꝛiſto vn⸗ jme haben. ſerm HE Rrn dienen / das ʒeigt vns Chriſtus der HEr: in den verleßnen wortẽ ſelbſi an / da er ſpricht: Wa ich bin / da ſoll auch mein Diener ſein: vnd mein Vatter wuͤrdt jhn ehren · Hie horen wir / was wir fuͤr ein Nuten daruon bringen / wann wir Chriſto dem HErtn dienen nãͤmlich / hohe groſ⸗ ſe Ehr / vnd mercklichen Nutzen / den wir nicht allein hie in diſem zeitlichen Leben / ſonder auch dort im ewigen Leben empfangen / vnd deſſen wir immer vnd ewig genuͤſſen wer⸗ den / wie wir ſolches jetund kurtzlich anhoͤren woͤllen · g Vnd anfangs / ſo thut Chriſtus der HEr ſeinen lie⸗ oer “ ben Dienerndiſe Ehre an / daß / wa er iſt / da ſollen auch ſei⸗ Huner ne Diener beyjhmſein. Wa iſt dann Chriſtus Eriſt auff⸗ Cpnſu. gefahren in die Himmel / er iſt in der ewigen Glori vnd Herꝛligkeit / bey ſeinem him̃liſchen Vatter. So nun ſeine Diener bey jhm ſein ſollen / ſo werden ſie auch zu ſeiner ʒeit / zu jhme in Himmel kom̃en/ vnd durch jhn der ewigen Glo⸗ ri vnd Herꝛligkeit theilhafftig werden. Wie dann Chriſtus Joh. 14. der HERr ſelbs ſagt: In meines Vatters Hauß ſeind vil Wohnungen / vnd ich gehe hin / euch die ſtett ʒuberaitten: Vñ obich wol hingehe / will ich doch wider zu euch kom̃en / vnd euch zu n 1 nemen / auff daß jhr ſeien / wa1en bin. Joy.. Vnd abermals: Vatter / ich will / daß / wa ich bin / auch die bey u 1 ſeien / die du mir geben haſt / daß ſie mein Her⸗ . Theſſ. 4 ligkeit ſchen. Vnnd S. Paulus ſagt Wir werden dem HEeren Aundwigen / Herzogen zu Wuͤrtemberg / . 6 HERrn entgegen gefuhret werden / vnnd werden alſo bey dem HEr:n ſein alle zeit. Das iſt nun ein groſſe Ehr vnnd mercklicher nub / den wir daruon bringen / wann wir Chriſto dienen / nemlich / daß wir alle ʒeit bey vnſerm H E R R N Chriſto ſein werden. Dann welche bey vnſerm HERRN Chriſto ſein / die ha⸗ — alle fuͤlle / kein fehl oder mangll / ſonder alle himmliſche uͤter. Der ander Nut / den die Diener Chriſti haben / ſt di⸗ 11. ſer / daß er ſagt: Wer mir dienet / den wuͤrdt mein Vatter ehren. Was geſchicht vnnd widerfaͤhret jhnen dann fuͤr ein Ehres Das horen vndlernen wir auß Gottes Wort/ nem⸗ lich / daß Gott der him̃liſch Vatter ſeinen Dienern hieni⸗ den aufferden / vnnd in diſem Leben / diſe groſſe ehr anthut / daß er ſie nicht allein zu ſeinen Dienern oder Knechten / ſon⸗ der auch zu ſeinen lieben guten Freunden auff vnnd an⸗ nimpt / wie er dann ſelbſt ſagt: Ihr ſeidt meine Freund / Joh 1. ſo jhr thut / was ich euch gebiete: Ich ſag hinfort nicht / daß jhr Knecht ſeiet /ſonder euch hab ich geſagt daß jhꝛ Ir eund ſeiet. Darumb / wann wirthun / als die Diener Chriſti / was er vns gebeut / Yas iſt aber / ſagt Johannes / ſein Gebot / daß Joh.z. wir glauben an den Namen ſeines Sohns Jeſu Chriſti / vnd lieben vns vnder einander / c. ſo ſeien wir voꝛ Gott / vñ Chriſti willen / nicht nur ſeine liebe Diener vnd Knecht / ſon⸗ der vil mehr ſeine liebſie / beſie / vnnd vertrawteſte Freund. Welches vns ja ein groſſe Ehre / vnd mercklicher nutzen iſt. Aufferden iſt man alſo geſinnet / daß man hoher / gewalti⸗ ger fuͤrnemer/ ſtattlicher / vnnd anſehenlicher Leut Freund⸗ J ij ſchafft Matth⸗iꝛ. Joh 1. Joh. 20. Romes. e Chriſtliche Predigten / gehalten bey der Leich / Herin ſchafft zum hochſten begeret / auff daß man derſelbigen nicht allein ein ehre habe / ſonder auch jhrer genieſſen moge / vnd da man ſolche erlangt vnd zuwegen gebracht / troͤſtet man ſich derſelbigen. Wie vil mehr nun ſollen wir vns befleiſſigen / daß wir zu diſer hohen ehꝛ kommen / dauon hie Chꝛiſtus mel⸗ dung thut / daß wir ſeine liebe / gute / vnnd getrewe Freund werden / auff daß wir vns ſeiner getroſten / auch ſein hie zeit⸗ lich vnd ewig genuͤſſen mogen. Es laßt es aber vnſer lieber HEnꝛ vnd Gott nicht bey diſer Ehre bleiben / ſondern thut ſeinen Dienern noch weit⸗ ters auch diſe Ehre an / daß er ſie nicht nur zu ſeinen Freun⸗ den / ſonder auch ʒu ſeinen Bruͤdern / Schweſtern / ja auch zu ſeinen Kindern vnd Erben auff vnd annimpt / wieer ſelbſt bey dem Matthæo ſagt: Wer den willen thut meines Vat⸗ ters / derſelbig iſt mein Bꝛuder / Schweſter / vnd Mutter Ja er nimpt ſie zu ſeinen Kindern an / wie Johannes bezeugt: Wie vil jn auffnamen / denen gab er macht Gottes Kinder zuwerden / die an ſeinen Namen glauben. Vnnd abermals ſagt er: Ich fahre auff zu meinem Vatter vnnd zu ewerm Vatter / zu meinem Gott / vnd zu ewerm Gott. Vnd bey diſer ehre laßt er es noch nicht erwenden / ſon⸗ der macht vns auch zu ſeinen nxn vnnd MraRskEn vnſers HErn Chriſti: Wie Paulus ſagt: Der.H. Geiſt gibt Zeugnus vnſerm Geiſt / daß wir Kinder Gottes ſein. Seind wir dann Kinder / ſo ſein wir auch Erben / nemlich / Gottes Erben / vnd miterben Chriſti. Iſt das aber nicht ein groſſe Ehre? Iſt es nicht ein mercklicher groſſer Nutz / den wir haben vnd empfangen / wann wir Diener Chriſti ſeiene daß wir ſeine Kinder / Gottes Erben / vnd Miterden Chriſti ſind· Was koͤndte vns beſſers vnd nutzlichers widerfahrene Dann / oh wir wol von Natur boß vnd geborne Suͤnder ſei⸗ en / Indwigen/ Heriogen zu Wuͤrtemnberg / . 6 en / vnd derowegen Kinder des zoꝛns vnd der vngnaden:vnd Eyha. ſollten von wegen der Suͤnden des ewigen Tods ſterben / vñ ewig verdampt ſein: Jedoch / dieweil vns Gott der hiliſch Vatter auß lautter Gnad / vmb Chriſti willen / zu Kindern auff vñ annimpt / ſo ſeien wir durch den Glaubẽ an Chriſtũ Gottes Erben / vnd Miterben Chriſti worden. Haben vnd empfangen alſo vmb Chriſti willen das him̃liſch Erbtheil / welches da iſt die Verzeihung der Suͤnden / Gottes Gnad vnd Huld / ewige Fromskeit vnnd Gerechtigkeit. Das iſt je vns ein groſſe Ehr / vnd der groͤſte Nutz. Dann was were es / oder(wie Chriſtus im Matth ſage)was hilfft es den Men⸗ Matth. i6. ſchen / ſo er die gantze Welt gewuͤnne / vnd neme doch ſchaden an ſeiner Seelen ? Darumb diſe Kind vnd Erbſchafft das alleredelſt vnd koͤſilichſt iſt / ſo vns widerfahren kan. Ein andere Ehr / ſoder hĩliſch Vatter den Dienern I1I. Chriſti anthut / iſt diſe / daß / wann wir in das Todbeth kom⸗ men / vnd ſich Leib vnd Seel von einander ſcheiden / troſtet er vnd ſtercket ſeine Diener / nicht allein mit dem H. Geiſt / vnd vergwiſſet ſie der Kindſchafft Gottes (dauon dꝛoben geſagt) ſonder / wann die Seel von dem Leib außfaͤhret / ſo beuilcht er ſeinen lieben H. Engeln / daß ſie jhre Seelen belaitten vnd tragen in die Schoß Abrahe / das iſt / in die ewige Ruh / wie Lue . die H. Schrifft von dem verſtorbenen armen Lazaro redet: So iſt es je abermal ein groſſe Ehr vnd Nutz. Vnnd dann nach vnſerm ſeligen Abſterben thut Gott der himmeliſch Vatter den Dienern Chriſti auch diſe Ehr an / daß er ſie am juͤngſten tag wuͤrdt aufferwecken zu dem ewigen Leben / wie Paulus bezeugt / da er ſagt: Wann wir glauben / daß Jeſus Chriſtus geſtorben / vnd aufferſtanden peffꝓ. iſt / ſo wuͤrdꝛ Gott auch die / ſo entſchlaffen ſind / durch Je⸗ ſum / mit jhm fuͤhren · Vnnd wůrdt alsdann vnſern nichti⸗ ꝓpl gen Matth⸗ 25. 11II. .3 Chriſtliche Predigten / gehalten bey der Leich / Herm gen Leib verclaͤren / daß er ehnlich werde ſeinem verclaͤreten Leib / nach der wuͤrckunge / damit er kan auch alle dingjhm vnderthanig machen · Nach der Aufferſtehung der Todten wuͤrdt vnſer HERR Chriſtus ſeinen Dienern auch diſe ehr anthun / daß er ſie am juͤngſten Gericht wuͤrdt ſtellen zu ſeiner rech⸗ ten Hand vnd Seiten / allda vor Gott ſeinem himmeliſchen Vatter vertheidigen / ja vor allen Voͤlckern loben vnd prei⸗ ſen. Wie er ſelbſt ſagt / er werde am juͤngſten Tag zwen Hauffen machen / vnnd ſie von einander ſcheiden / gleich als ein Hirt die Bocke von den Schaffen ſcheidet / vnnd die Schafe zu ſeiner Rechten / vnnd die Boͤcke zur Lincken ſtel⸗ len. Da wuͤrdt er dann zu denen zur Rechten ſagen: Kom̃et her / jhr geſegneten meines Vatters / ererbet das Reich / das euch beraittet iſi / von anbegin der Welt. Dann ich bin hun⸗ gerig geweſen / vnnd jhr habt mich geſpeiſet / ich bin durſtig geweſen / vnnd jhr habt mich getrenckt. Ich bin ein Gaſt ge⸗ weſen / vnnd jhr habt mich beherbergt. Ich bin nacket gewe⸗ ſen / vnd jhr habt mich bekleidet. Ich bin kranck geweſen / vnd jhr habt mich beſucht. Ich bin gefangen geweſen / vnnd jhr ſeidt ʒu mir kommen. Wann ſie dann werden jhm antwor⸗ ten / vnd ſagen: HErꝛ /wann haben wir dich hungerig / dur⸗ ſtig / nacket / oder kranck geſehen / . So werde er jnẽ antwor⸗ ten / vnd ſagen: Warlich ich ſage euch / was jhꝛ einem gethon habet vnder diſen meinen Bruͤdern / das habt jr mir gethon. Was fuͤr ein groſſe Ehr wuͤrdt das ſein / daß Chriſtus ſeine Diener vor ſeinem himmeliſchen Vatter vnnd allen Voͤl⸗ ckern alſo loben vnd rhůmen wuͤrdte Fereners / ſo wurdt er ſeinen Dienern auch diſe ehr an⸗ thun/ daß er ſie in ſeinem Reich bey vnnd zuſich 2 ziehen Ludwigen / Herzogen zu Wuͤrtemberg /c. e ziehen wuͤrdt / vnnd ſie ſetzen an ſeinen Tiſch / vnd alsdann denen / ſo jme hieniden gedienet / widerumb ſelbſten zu Tiſch dienen / wie er ſagt im Euangeliſten Luca: Ihr ſeidts / die jr bey mir beharꝛet habt in meinen Anfechtungen / Vndich Luca will euch das Reich beſcheiden / wie mir es mein Vaiter be⸗ ſcheiden hat / daß jhr eſſen vnnd trincken ſollt vber meinem Tiſch / in meinem Reich / vnd ſitzen auff Stuͤlen / vnnd rich⸗ ten die zwelff Geſchlecht Iſrael /ꝛc. Vnnd abermals: Selig ſeind die Knecht / die der HEn / ſo er kompt / wachend findt. Tuc.⸗ Warlich / ich ſage euch / er wuͤrdt ſich auffſchůrtzen / vnnd wuͤrdt ſie zu Tiſch ſetzen / vnnd vorjhnen gehen / vnnd jhnen dienen. Welches ja abermals ein groſſe Ehre ſein wurdt / daß der H E R R Chriſtus ſeinen Dienern ſelbs dienen wuͤrdt. Jaſdas noch mehr iſt / ſo wuͤrdt er ſeinen Dienern diſe Ehr anthun / daß er ſie zu groſſen Herꝛn vnd Konigen ma⸗ chen wuͤrdt / im Himmelreich / wie er dann in den hie oben angezognen Spruͤchen / im Matthæo vnd Luca ſeibſt mel⸗ dung gethon / ſie ſollen das Reich beſitzen / das jhnen von ewigkeit her bereitet geweſen. Item / er wollejnen das Reich beſcheiden / wie es jhm ſein himmliſcher Vatter beſcheiden hat / vnnd ſollen beyjhm ſitzen auff Stulen / vnnd richten die zwelff Geſchlecht Iſrael / ꝛc. Vnnd Sanct Paulus ſagt: Cors. Wiſſet jhr nicht / daß die Heiligen die Welt richten werden⸗ welches ja ein groſſe ehr ſein wurdt. So dannwuͤrdt er ſeinen Dienern auch diſe Ehr an⸗ thun/ daß ſie allzeit bey jhm ſein / vnnd jhn erkennen werden. Wie Paulus bezeugt / da er ſagt: Wir ſehenjet durch ein Cor.ʒ. Spiegel / in einem dunckeln Wort / dann aber von Ange⸗ ſicht zu Angeſicht: Jet erkenne ichs ſtucksweis / dann aber wuͤrdt ichs erkennen / wie ich erkandt bin. a z. Cor 15. .Pet.5. Apoc. 70 Chriſtliche Predigten / Gehalten bey der Leich / Herm Ja es wuͤrdt Chriſtus der HEr: ſich ſelbſten jhnen gantz vnd gar zum eigenchumb ergeben vnd ſchencken / vnnd wie Paulus redet/ alles in allem ſein · Weltliche Herꝛn die geben vnd ſchencken jhren Dienern Haab vnd Gut / Gold vnd Silber / Hquß vñ. Hofe / Flecken / Statt / Dorffer / Schlöſſer / vnd anders / welches alles euſ⸗ ſerliche vnd zufaͤllige Guůter ſein / keiner aber ergibt ſich den ſeinen ſelbſt gantz vnnd gar⸗ wie er iſt / kan auch ſolches nicht thunaber Chriſtus gibt den ſeinen nicht euſſerliche zufãlli⸗ ge Gůter / ondern ſchen ckt jnen ſich ſelbſt gantz vndgar / mit allem dem / das er iſi vnnd hat / auff daß wir ſein allerdings vnd volkommen genuͤſſen moͤgen . Vnd dann leiſilich / daß ichs beſchlieſſe / vnd gleichſam alles ʒuſamen faſſe/ ſo wůrdt er ſeinen Dienern diſe chre an⸗ thun / daß ſie von jhm empfangen werden die vnuerwelckli⸗ che Cron der Ehren: Vnd welche Chriſto trewlich gedient haben / biß an jhr ende / vnd biß in jhren Tod / denen wuͤrdt er geben die Crone des Lebens. Dann einmal iſt den Dienern Chriſti beygelegt die Crone der Gerechtigkeit / welche jhnen der. HEr: /der gerechte Richter geben wuͤrdt an dem herꝛli⸗ chen tag ſeiner Zukunfft / vnd alsdann werden ſie bey Chri⸗ ſio ſein inewiger Frewd vnd Seligkeit. Diſen Spruch vnſers HErn Chriſti / hab ich euch auff dißmal woͤllen fuͤrhalten/ damit wir vns in diſer hohen Betruͤbnus vnd hertzleid troſten ſollen vnd koͤnnen. — Ann ob wir wol vnſers Chriſtlichen / Gottſeligen / auffrichtigen / frommen / gerechten / gnaͤdigen / mil⸗ ten / thewren / vnd werden Furſten vnd Heren / vnd getrewen Vatters des Vatterlandts (voꝛ der ʒeit / vñ vnſert⸗ halb vil zufruͤe) beraubt worden: So ſollen wir doch / als Chyniſten i difem vnſerm groſſen Laid vns darmi da ludwigen / Hertogen iu Wuͤrtemberg /c. 77 das wir alle wol wiſſen daß / ob wol J. F̃. G.auff diſer welt ein hoher / maͤchtiger Furſt vnd Her geweſen / jedoch / ſo ha⸗ ben ſich Ihre. G. von jugend vnnd kindheit auff deſſen nicht vberhebet ſonder ſich willig vnd gern in Dienſt vnſers HERn Chriſti ergeben / ſein Diener worden / vnnd jhm nachgeuolgt. Dann daß ich es kurtzlich allein vberlauffe / vnnd ſummariè anrege (ſeitenmal die kurtze der zeit kein auffuͤhrliche meldung leiden mag / vnnd ohne zweiffel mor⸗ gen in der Predigt Irer ᷓ. G. Leben vñ Tugenten jhr wir⸗ dethoren erʒehlen) ſo ſeien J. Fᷓ. G. in Ihrer Kindheit / von dero Hochloblichen / Chriſtlichen Eltern / zu der wahren / rechten Forcht Sottes / vnd aller Gottſeligkeit aufferzogen worden / wie dañ mein freundtlicher lieber Bꝛuder M. Bal⸗ chaſar Bidembach / geweſner Propſt zu Stutgarten ſeli⸗ ger/ als er dazumal Hofprediger geweſen /J. . G. in Ihrer Kindheit den Catechiſmum gelehrt hat / welchen J. F. G. ¶dieweil ſie ein herꝛlich ingenium vnnd koſiliche memori- am gehabt) bald gelernet / auch in andern ſtudijs alſo wol profieirt / daß ſie die Lateiniſche Sprach nicht allein wol verſtanden / ſonder neben der Frantzoſiſchen auch notturff⸗ tiglich geredt / vnnd in diſen beiden Sprachen / mit andern / ronferieren koͤnden . So ſeien J. F̃. G. in dero blůenden Jugent / zu allen Fuͤrſtlichen Tugenten auffgewachſen Vndals ſie zu dero glucklichen vnd fridlichen Regierung getretten / haben Ihꝛe F. G. vnſerm lieben HErm vnnd Heiland Chriſto trewlich gedient / in dem ſie die Chriſtenliche / rechte / wahre Religion / ſo Irer . G. Herꝛ Vatter / Hertzog Chꝛiſtoff ꝛc. hochlobli⸗ cher Gedechtnus / hinderlaſſen / gant getrewlich erhalten / vnd noch mehr vnnd weitter fort vnnd außgepflantzt: ſeiten⸗ mal J.ᷓ. G. die hieuor außgangene Kirchenordnungen /vñ K ij Teutſche 72 Chriſtliche Predigten / gehalten bey der Leich / Herin Teutſche Pſalmenbuͤchlin / ꝛc.durch dero hochloͤbliche Rhaͤ⸗ te vnd Theologos wider reuidiren / vnd an ettlichen orten / mit nutzlichen Clauſulen verbeſſern laſſen. Vnd haben Ire F. G. zu Gottes Glori vnd Ehr / auch zu der rechten / wah⸗ ren / Chꝛiſtlichẽ Religion / ein beſondern guten Luſt / Willen / vnd Eiffer gehabt / wie ſie zur anzeig deſſelbigen die Recuſa⸗ tionſchrifft wider das Coneilium zu Trient / mit einer herꝛ⸗ lichen Vorꝛed widerumb zu Tuͤbingen / mit groſſem koſten / trucken laſſen. Alſo auch J. F. G. das Werck vnd Formu⸗ lam Concordiæ mit groſſem / mercklichem Vnkoſten ha⸗ ben helffen befurdern / vnd in das werck richten. Vnd damit die Chriſtliche reine Lehr vnuerfaͤlſcht / auch auff die liebe Poſteritet vnd nachkommende koͤndte gebracht werden / ha⸗ ben Ihre F. G. Ihre Theologos / wider der Caluiniſten vnd Jeſuiter außgeſprengte Buͤcher vnd Schrifften jeder zeit ſchreiben / derſelben Irꝛthumb auß Gottes wort gruͤndt⸗ lich vnd ſtattlich widerlegen: vnd alſo zu fortpflantzung der rechten / wahren / ſeligmachenden Religion / an J. F. G.euſ⸗ ſerſten fleiß / muͤhe vnd arbeit / ſampt groſſem vnkoſten / nichts erwenden noch manglen / ſonder gnaͤdiglich angelegen ſein laſſen / wie Reichskuͤndig. In der Policey / vnd J. F. G. gluͤcklichen Regierung / haben ſie Gott vnd dem HErꝛn Chꝛiſto in dem gedient / daß ſie jren von Gott befohlnẽ Vnderthonen / mit gutem Eyem⸗ pel voꝛgeſtanden / vñ vil heilſamer Mandaten / dariũen ſie zu bußfertigem / Chnſtlichẽ / Gottſeligen Leben vñ wandel trew⸗ lich vñ ernſtlich vermanet worden / in Truck außgehn laſſe. Es haben auch J. F. G. dero Vnderthonen hertzlich ge⸗ liebt / ſich derſelben trewlich angenommen ſie in jren anligen ſelbſt gehoͤret /jnen gnaͤdiglichen beſcheid gebẽ / ſie bey Gericht vnd gerechtigkeit in guter ruh vnd friden erhalten / vnd alſo derogehorſame Landſchafft / als ein getrewer Vatter des Vatterlands / angelegen ſein laſſen. Fuͤr Ludwigen / Hertogen zu Wuͤrtembers / . 33 Fuͤr J. J. G. Perſon / haben ſie G Ott auch in dem gedient / daß ſie Chriſio dem HE Rrn gefolgs / ſich ſeines Wilens vnd Gehoꝛſams befliſſen. Dann Ihre Fᷓ. G. ein auffrichtiger / redlicher/ warhafftiger / Fridliebender / zůch⸗ tiger / gnaͤdiger / guͤttiger / milter/ demuͤtiger / vnd getrewer Fůrſt vnd Herꝛ geweſen / wie ſolches alle die wol wiſſen / vnd bezeugen můſſen / ſo vmb IhreFᷓ. G. geweſen / vnd mit jhr zuthun gehabt · Auch haben J. F. G. dem. HE Rrn Chriſto in dem gedient / daß ſie in Creut vnnd Widerwertigkeit / vnſerm HErn vnd Gott demuttig ſtill gehalten. Dann ob ſie wol jres Herꝛn Vatters / Fraw Mutter/ Vrudern/ vñ Schwe⸗ ſtern / vnd dann in wenig vnnd kurtzen jaren / dero erſten vil⸗ geliebten Gemahelin / durch den zeitlichen tod beraubt woꝛ⸗ den / haben ſie doch / indem / vnnd anderm/. F. G. hoch⸗ beſchwerlichem Creutz / vnſerm HErꝛn vnd Gott gedultig ſtillgehalten / vnd es dem gnaͤdigen / gůͤttigen / vnd getrewen Gott alle zeit befohlen / vnd heimgeſielt. Weil dann Ihꝛ;. G. ein Dlener Gottes / vnnd vnſer HErin Chriſti geweſen / jme / dem HErꝛn Cbriſto/in jhrem Leben / vnd Chriſilicher Regierung/ trewlich gedienet / vnd nachgefolgt/ ſollen wir keinen zweiffel daran haben / es habe der iiebe vnd getrewe Gott/ Ihre Fᷓ. G. als ein licben vnd getrewen Diener (vermog diſer ſeiner warhafftigen Zu⸗ ſag / vnd endtlichen verſprechens) zu ſich genommen⸗ daßer nun in alle ewigkeit / wa er iſt / bey jhm ſeie / vnd bleiben wer⸗ de: So habe ſhne auch Chriſtus / vermog diſes Spruchs / geehret / daß er jhne zu ſeinem lieben Freund / ja zu einem Bruder / vnd Miterben aller himmeliſchen Gůtter auffge⸗ nommen. Habe jhne in ſeiner leiſten Not vnd Sterbſtuͤnd⸗ lin / durch die Gnad des H. Geiſtes getroſt vnnd geſterckt/ K iij vnd 74 Chriſtliche Predigten / gehalten bey der Leich / Herꝛn vnnd ſeine liebe Seel / durch die heilige Engel zu ſich be⸗ laittẽ laſſen. Werde auch Ire . G. an ſeinem groſſen herꝛ⸗ lichen Tag / widerumb von todten / mit allen außerwehiten / herꝛlich aufferwecken / bey jhm behalten / vber ſeinen Tiſch ſetzen / vnd endtlich geben die vnuerwelckliche Kron der Eh⸗ ren / vnd ewige Glori vñ Herꝛligkeit. Zu welcher mir / vnd vns allen auch / zu ſeiner ʒeit / der Allmaͤchtige Gott gnaͤdig⸗ lich verhelffen wolle. Zum Beſchluß / ſollen wir vns / nach Gottes Wort / auch damit troͤſten / daß vns der gnaͤdig / gůttig Gott / zu di⸗ ſen boͤſen gefahrlichen zeitten / widerumb / vnd an ſtatt vn⸗ ſers geweſenengetrewen Herꝛn vnd Landsfuͤrſten / hochſeli⸗ ger gedaͤchtnus / einen andern Chꝛiſtlichen / gottſeligen / frid⸗ liebenden / den thewren vnnd werden Fuͤrſten vnd Herten / Herꝛen Friderichen / Hertzogen zu Wuͤrtemberg vnd Teck / Graffen zu Muͤmpelgart / ꝛc. vnſern ietzigen regierenden gnaͤdigen Landsfuͤrſten vnd Herꝛn / gegeben. Sollen dero⸗ wegen Gott fuͤr ſolche hohe Saab von hertzen dancken / auch jne ernſtlich bitten vnd anruͤffen / daß er Ire F̃. G. mit ſeinem heiligen vnd guten Geiſt laitten vnd regieren wolle / damit J. F. G. zu jhrer ſelbſt zeielicher wolfahrt unnd ewi⸗ ger Seligkeit: zu glcklicher vnd fridenlicher Regierung / auch zu erbawung vnd erweitterung der Kirchen Gottes / alſo regiere / daß der Name Gottes geheiliget / ſein Reich zu vns komme / vnd ſein heiliger / Gottlicher Wille / durch Ihre F. G. vnnd vns / ſeinen gehorſamen Vnderthonen / geſchehe / vnd wir alle / Gott Vattern / Sohn / vnd H. Geiſt / ewig loben vnd preiſen moͤ⸗ gen / Amen. Die Undwigen / Herdogen zu Wuͤrtembers / x. Die vierdte Predigt ⸗ Bber der eich wer lund des Durchleuchtigen / Hochg⸗ bornen Jurſten vnd Hermn / Herin Ludwigen ⸗ Hertogen zu Wuͤrtenberg vnnd Teck / Grauen zu Muͤmpelgarten / c. Gehalten bey der Fuͤrſtlichen Begraͤbnus zu Tuͤbingen / den 24. Auguſti / diſes lauffenden / c. 93. Jars. In gegenwart des auch Durchleuch⸗ tigen / Hochgebornen Fůͤrſten vnd Hertn/ Herꝛn Friderichen / Hertzogen zu Wuͤrtenberg vnd Teck / Gra⸗ e e uen zu Můmpeigarten / ;. Vnd der Fuͤrſtlichen nachgelaßnen Wittib / der Durchleuchtigen Hochgebornen Fuͤrſtin vnnd Frawen / Frawen PVrſula / Hertzogin zu Würtenberg / c. Gebornen Pfaltz graͤuin bey Rhein /ꝛc. Auch anderer Fuͤrſt⸗ lichen Perſonen/ Grauen / Herin / vnd viler vom Adel⸗ Durch Lucam Oſiandrum D. Wuͤrtenbergiſchen Hoff⸗ predigern. 7 Chriftliche Predigten / gehalten bey der Leich / Henn Alſo ſtehet geſchriben im Vll. Pſalmen Dauids. Gott iſt ein rechter Richter / vnnd gein GOtt / der taglich drewet. Willman ſich nicht bekehren / ſo hat er ſein Schwerdt gewetzt / vnnd ſeinen Bogen geſpannet / vndzilet. Vnnd hat darauffge⸗ legt todtliche Geſchoß. Seine Pfeil hat er zugericht zuuer⸗ derben. udwigen / zu Wuͤrtemberg /. 7„ Außlegung. F Eliebte im HERrn Chriſto / es 6 moͤcht jemand gedencken / warumb man diſen ernſtlichen vñ bedrawlichen Teyt / eben zu diſer trawrigen ʒeit / zuerklaͤren vnd zuhandlen fürneme/ da wir vil mehꝛ Troſtes / dann Schreckens / beduͤrffien: Weil der Allmaͤchtig vns hoch betruͤbet hat / in dem er den Durchleuchtigen / Hochgebornen / Fuͤr⸗ ſten vnd Hermn / Herm Ludwigen / Hertzogen zu Wuͤrten⸗ berg vnd Teck / Grauen zu Muͤmpelgart / de. ſo ſchnell vnd vnuerſehens / von vns abgefordert. Dieweil aber Gvit der HEr: ſelber ʒuuor ʒerꝛeiſſet / ehe dann er heilet: vnd ſchlagt / ebe dann er verbindet / wie der Prophet Hoſea ſagt: Vnd Hoſ.. der. HErꝛ zuuor todtet / ehe er wider lebendig machet: in die Helleder angſt vnd anfechtungen) fůhꝛet / ehe er herauß fuͤh⸗ . Sam ꝛ. ret: Gleich wie auch ein guter Wundartzet / zuuor ein b⸗ ſes Geſchwer oͤffnet / ehe dañ er es zuheilet: So will ein not⸗ turfft ſein / daß vns (vor dem Troſt) der Aiſſen auffgethon werde: damit wir erkennen vnd verſtehn lernen / wamit wir vns diſe groſſe Straff vnnd Vnglůck auff den Hals gezo⸗ gent vnd wie vns zuhelffen ſey / damit groſſerer Vnfall vnd beſchwerlichere Plagen verhuttet werden mogen. Woöllen derowegen / mit der Hůͤlff vnd Gnad des All⸗ maͤchligen / in diſer Predigt anhoͤren. Erſtlich / Warumb Gott der HErꝛ (der ſonſten das lob in der heiligen Schꝛifft hat / daß er ein gnaͤdiger / barmhertziger Gott ſey ) alſo er⸗ zůrne / daß er den Menſchen ʒeilichs vnnd ewigs verderben drewet / dah er ſein Schwerdt wetzet / den Pn Fayn vn 5 Dent. 3 den Menſchen guts zuthun · Moſes —— —— 3* Chriſtiche Predigten / gchalten bey det keich/Hern vnd zilet: auff welchen Bogen er auffleget todtliche Ge⸗ ſchoß / vnd ſolche Pfeil / die er zugerichtet hat zuuerderben. Zum andern. Wer die Leurſcien wider die Sott der HErt jein Schwerdt geweßzet ſein Bogen geſpannen/ vnd auff die er ʒilet: vnd wamit ſie ſolches verdienet. Zum dritien Db⸗ vñ durch was mittel ſolcher Zoꝛn Gottes abʒuwenden auff daß er das Schwerdt widerumb in ſein Schaiden ſteckel vnd den geſpannten Bogen widerumb abhebe A S nun das erſte Stuck anlanget⸗ wañ jemands gedencken wolte (welches doch nicht ſein ſoll) GOtt ſuchte vrſach zuvns/ daß er vns ſtraffte / vnd hette luſt / die arme Menſchen zupla⸗ gen. So begegnet der H. Geiſt diſen Gedancken / durch den Propheten Dauid / vnd ſpricht: Goit iſt ein rech⸗ ter Richter / das iſt: Gott thut niemand vnrecht / ſonder er richtet den Erdboden mit Gerechtigkeit. Vnd iſt nicht geſinnet/ wie ettwo ein Amptman/ der ein Widerwillen gegen einem Vnderthonen faſſet/ vnnd hernach vrſach zu jhm ſuchet / daß er ſeinem Affect / mit ſtraffen / gnug thun moͤge. Gott iſt auch nicht moro ſus / oder noͤrlich / oder ein ſolcher Gott / der nur drewen zůrnen / vnd ſtraffen koͤnne / derfrewd vnd luſt habe / di Menſchen zuplagen. Goit iſt / ſeiner Natur nachein gnaͤdiger / gůttiger / ge⸗ trewer vñ barinhertziger milter Gott / vnd iſ lauiter Guts: ¶dañ das wörilin Gott / kompt her vom wortlin Guoh)vnd vnſers G O Ttes eigenſchaffi iſt/ daß er luſt vnd frewdhqt / der Prophetſagt ven Soit dem HErꝛn: Wie hat er die Leut ſolieb? Hater dann die Leun lieb / ſo hat er auch luſt vnd liche dariu daß eu ndwigen / Heltogenzu Wüttenberz / . „ Leutten wolthue. Wie offt wurdt in den Pſalmen Dauids widerholet: Der HEn iſt freundtlich / vnd ſeine Gůte weh⸗ pſot o. ret ewiglich ? Iſt er dann ſo ein freundtlicher / holoſeliger 107. 1zs. Gott / deſſen Guͤte ewiglich wehret: ſo hat er freilich (fůr ſich ſelbſt / vnd ſeiner Natur nach) kein luſt / die Menſchen zunerderben. Im ʒz· Pfalm . ſagt der. H Geiſt: Die Erde ſſt pſum voll der Gůte des HEr:n / das iſt / in der Welt iſt allenthal⸗ ben zuſehen / wie ein gůtiger guter Gott / der Allmächtig iſt: ſein Gůte erzeigt ſich in der gantzen Welt. Vnd was darff es vil diſputierens ? beweiſet es nicht die That an jhr ſelbſi⸗ daß Goett laßt taͤglich ſein Sonne auffgehen / vber guie vnd boͤſe ? vnd laßt regnen vber gerechte vnd vngerechte / wie der HEr: Chriſtus ſelbs ſagt. Dann Gott der E R R Matth.s. ſchůttet offrermalen ſeine leibliche Gutthaten vnnd Gute reichlich auß / auch vber boͤſe vnnd gottloſe Leut / ob er dar⸗ durch moͤchte jhr hartes Hertz erweichen / daß ſie ſich durch Chriſtliche Buß / zu diſem guͤtigen Got wolten wendẽ / von dem ſietaͤglich ſo vil vnd groſſe Wolthatenempfangen. Warumb zůͤrnet aber diſer gnaͤdige vnd barmhertzige Gott alſo / daß er ſein Schwert wetzet / vnd ſcinen Bogen ſpannet? Antwort. Der Menſchen beharliche Boßheie dringet gleichſam vnſern lieben Gott dahln / daß er muß das rhawe herauß kehren / vnnd ſein ernſilich Richterampt ge⸗ brauchen (dieweil er nicht allein ein Barmhertiger / ſonder auch ein gerechter Gott iſt / dem Goetloſes weſen nicht ge· pſalm.ʒ. fallen kan) da er doch vil lieber ſein Gnad vñ Barmhertzig⸗ keit erzeigte. Vnd iſt wol zumercken / daß Dauid im verleſe⸗ nen Teri nicht ſagt: Wañ ein Menſch ettwa / auß menſch⸗ licher blodigkeit / ſtrauchler / vnd ſich in einer Sachen vber⸗ ſihet / ſo hat Goit ſein Schwerdt gewetzt: ſondern alſo ſagt der Prophet: Will man ſich nicht bekehren / ſohat 4 ij er ſein 1„ Chriſliche Previgten / gchaltenbehder keich / Hern er ſein Schwerdt gewetzt. Das iſt: Wann Gott durch ſein H. Wort / die Menſchen von Sünden vnnd Laſtern trew⸗ ſich amaßnet: vnderweilens auch ſie mit allerley vatterli⸗ chen Straffen vnd Zuͤchtigungen heimſuchet. Es will aber ſa. . alles nichts helffen / ſie wollen ſich nicht bekehren / ſondern machen des abweichens je längerje mehr / wie Iſaias ſagt / Iſu. s. vnd kehren ſich nicht zu dem/ der ſie ſchlaͤgt / vnnd fragen nichts nach dem HErmn Zebaoth: ſo kan alsdann der All⸗ machtig nicht laͤnger ʒuſehen. Deſſen nembt ein Exempel / da die Iſraeliter vnder dem Regiment jhrer Richter vnnd Koͤnig / ſich offt ſchwerlich wider Gott verſuͤndiget / hat ſie zwar Gott auch mit Straffen heimgeſucht / aber doch nicht gar hinweg geworffen / wann ſie ſich / auff die Ermal⸗ nungen der Propheten vnd ettlicher frommen Gottſeligen Konig (als / des Joſaphats⸗ Hiskiæ, loſiæ) bekehrt/ vnd gedeſſert haben. Da ſie aber entlich widerumb in jhr Gott⸗ loſes weſen gerahten / vnd den Propheten nicht folgen woͤl⸗ len / ſondern ſelbige zu tod geſchlagen: da hat ſie Gott auß ſhrem Land (durch grewliche Krieg / vnnd vnſeglichen Jam̃erins Aſſyriſ che / vnd ins Babyloniſche Gefaͤngknus vbergeben. Der HEr lieſſe ſie ʒuuor warnen / durch ſeine „Reg · 7 Propheten (wie die Schrifft bezeust aber ſie gehorchten nicht / ſonder hãͤrteten jhꝛen Nacken (ſie waren halsſtar⸗ rig) Daward der HEr: ſehr zoꝛnig vber Iſrael / vnd thet ſie von ſeinem Angeſicht. Das iſt / er verſtieſſe ſie auß jhꝛem Land / vnnd nam ſich jhr nicht an gleich als wann ſie nie ſein Volck geweſen weren · Vñ ſeind damahlen ohn zweif⸗ felvil tauſent Iſraeliter/ nicht allein ʒeitlich / an Ehr vnd Gut / Leib vnd Leben / ſondern auch ewiglich / an der See⸗ len / verdoꝛben / vnd des ewigen Tods geſtorben: die nãm⸗ lich / welche auch in der Straff ſich zu dem HErnnicht bekehrt / Ludwigen / Herzogen zu Wuͤrtemberg /r. 31 bekehrt / ſondern in jhren Suͤnden vnbußfertis zugrund gangen ſein. Eben diſes lehret auch S. Paulus / da er alſo ſchreibi: Du aber / nach deinem verſtockten vnd vnbußferti⸗ Ren ꝛ gen hertzen / haͤuffeſt dir ſelbs den zorn / auff den tag des zorns / vnnd der Bffenbarung des gerechten Gerichts Gottes. Das iſt ſo vil geſagt: Wie die Menſchen jhre Schaͤtz mehren / daß der Hauffje lenger je groſſer werde: al⸗ ſo haͤuffen die verſtockten vnd vnbußfertige Menſchen (wi⸗ der ſich ſelbſi) den zorn Gottes. Welcher ſie nicht allein in diſer Welthaͤuffig vund ſchrecklich vberfaͤllt / ſon dern ſich am allermeiſten gegen den vnbußfertigen erzeigen wuͤrdt / wann Gott an jenem groſſen Tag ſeinen ewigen zorn wuͤrdt offenbaren / vnd nach ſeinem gerechtẽ Gericht die vn⸗ bußfertige verſtoſſen wuͤrdt in das ewige helliſche Fewr. 8 Weil nun(laider) vil Menſchen alle Warnungen (welche Matth ⁊ Gott durch getrewe Prediger vnnd Kirchendiener thut) in den wind ſchlagen / vnnd in jhren ſchweren Suͤnden vnd La⸗ ſtern vngeſcheucht / halsſtarꝛis / vnd vnbußfertig fortfahren / vnnd ſich weder an der Prediger / noch an der Vbrigkeit ſtraff kheren: So iſt es kein wunder daß ſie hiermit den Ge⸗ rechten Gott (der aller boßheit feind iſi) gleichſam in den Harniſch jagen / daß er ſein Schwerdt wetzet /ſeinen Bogen ſpannet / auff die vnbußfertige Suͤnder ʒilet / mit ſeinem Bogen / auff den er toͤdtliche Geſchoß gelegt / vnd ſeine Pfeil zugerichtet hat / zuuerderben. Vnnd ſo vil ſey von dem erſten Stuͤcklin diſer Pre⸗ digt gnug geſagt. — Ir woͤllen jetz auch vernemen / wer heu⸗ S tigs tags die Leut ſein / wider welche der Allmaͤch⸗ tig Gott ſein Schwerdt gewetzt / vnd wider die er 4 iij ſein —— — — —— — 2 Cyriſtiche Predizten /gchalten beh del keich) Herm ſein Bogen geſpannen / vnd auff ſie gezilet hat. Zwar es hat/ vor der menſchlichen Vernunffi / das anſehen / als ob vnſer lieber Gott auff vnſern frommen lieben Hermn / Chriſtſeli⸗ ger Gedechtuus / gezilet / vnd ſhne getroffen hette: Aber es hat vil ein andere meinung. Iren Z. G.iſt durch diſes ſchnell abſcheiden auß diſer Welt kein ſchad noch vbels geſchehen: ſondern Ihre · G ſeind von allem vbel erloſet / vnnd in die ewige ruß eingangen. Vns aber hat der Allmachtig / durch diſen Todfall ein harten Schuß gegeben: in dem er vns / zu diſen ſehꝛ gefaͤhrlichen vnd vnrhůwigen ʒeiten da es hin vnd wider in der Chriſtenheit wackelt vnd krachet / einen ſofrom⸗ men fridliebenden fůrſichtigen / vnnd wachenden Herꝛn/ſo vnuerſchens / entzogen hat. Hie mocht villeicht jemands ſa⸗ gen:womit haben wir aber ſolche ſchwere Straff verdienet⸗ Seind wir nit from̃ genug? wir wohnen ja / wir chun vnſer beſtes? Antwort: Diſe groſſe Straff haben wir beſchulder mit vnſerer vilfaͤltigen vnd hochſtraͤfflichen Vndanckbar⸗ keit / welche / wie ſie gegen den Menſchen ein Laſier iſt alſo iſt ſie noch vil mehr gegen Gott ein groſſe vnd ſchwere Suͤnd / wann manſich fuͤr feine herꝛliche vnnd manigſaltige Gna⸗ den vnd Gaben nicht danckbar erzeiget. Der Almachtig Gott hat vns in diſem loblicht Fůͤrſten⸗ chui Wuͤrtenberg / vil jar her / mit geiſtlichen vnd leiblichen Wolchaten gleichfam vberſchuͤttet Wir aber habens niter⸗ kañt / nit gebůrlich darfür gedanckt / ſondern haben derſelben mißbraucht / wie hernach an ſeinem ort ſoll geſagt werden. Dann nach dem der Allmaͤchtig durch Herzogen Vl⸗ tichen hochloblicher Gedechtnus / das H. Euangelion in di⸗ ſes Land geracht denrechten Gottesdienſi angerichtet vnd die Vnderthonen auß der ſchrecklichẽ Finſternus des Pap⸗ ſthumbos / vñ von der Tyranney des Roömiſchen Antichriſts criſet. Hat der getrewt Got nach ſeligem nb gedachte utwigen / Henogenu Wirtenberg /t. 43 gedachts Jurſten deſſelben geliebtẽ Sohn/Hertogen Chri⸗ ſtoffen / Chriſiſeliger Gedechtnus / diſem Fuͤrſtenthumb fuͤr⸗ geſetzt. Deſſen ʒ · G das jenig / ſo derſelben Herꝛ Vatter wol angefangen / vnnd ins werck gerichtet / nach abſterben ſeines Hern Vatters / mit beſtellung der Kirchen / Schulen / vnnd des weltlichen Regiments / in vil weg verbeſſert / erhoͤhet / vnd vermehꝛet. Von diſem loblichen / hochuerſtaͤndigen vñ eiffe⸗ rigen Fuͤrſten / vñ deſſelben Chꝛiſtlichen Gemahelin Frawen Anna Maria/gebornen Marggraͤuin auß dem Fuͤrſilichen Hauſe Brandenburg auch ſeliger gedechtnus / hat vnſer lie⸗ ber Goꝛt vns beſcherei vnſern froiien Landiofůrſten / Her⸗ tzogen Ludwigen / ſeligenwelcher von kindtheit auff von ſei⸗ nem Chriſilichen Heri Vattern vnnd Gotiſeliger Fraw. Muitter / in rechter erkañtnus Gottes / vnd zu allen Chriſtli⸗ chen vnd Fuͤrſtlichen Tugendenl als von den allerbeſten vnd getreweſten Preceptoribus oder Lehrmeiſtermaufferʒzogen worden / biß Ihre F. G. zu deren verſtendilichen jaren kom⸗ men. Vnd haben IhreF̃. G. ¶ Hertzog Ludwig) von jugend auff derſelben ſtudia vnnd fleiß dahin gerichtet / alles das zulernen / was zu einem loblichen vnnd guren Regiment / beides bey der Kirchen Gottes / vnd bey der Welilichen Po⸗ licey / nutzlich vnnd notwendig. Derowegen Ihre F̃. G.(ne⸗ ben erlernung der Lateiniſchen vnd Frantzoſiſchen Spꝛach / vnnd anderer guten Kuͤnſten) auch im welilichen Rechten ſtudirt. Sonderlich aber haben Ihre F. ſich auff die heili⸗ ge Schꝛifft vnd Theologiam der maſſen fleiſſig ergeben / als ob ſie ſelbſten hetten ſollen ein Predicant werden: Hat ſich auch vnſer frommer. Herꝛ ſeliger vernemen laſſen / wann erdie gaden von Gott hette / die einem Pꝛedicanten notwen⸗ dig / wollte er ſelbſten in eigner Perſon das H. Euangelion zupꝛedigen ſich nitſchemen Wie dañ auch F. Gʒ der maß⸗ ſen wol in. H. Schrifft beleſen / vnnd in vnſer Religion S . 1.Reg3 4 Chriſtliche Predigten / gehalten bey der Leich/Herin dirt geweſen / daß ſich Ire . G. (ob ſie gleich zu Paͤpſtiſchen oder Caluiniſchen Perſonen kommen / auch Paͤpſiiſche vñ Caluiniſche Schrifften geleſen) nie jrꝛ machen / oder in dem wenigſten auff ein zweiffel treiben laſſen / ſondern ſein auff dem Fundament der reinen Lehr gantz veſt vnnd vnbeweg⸗ kch / wie ein ſtarcke Maur / geſtanden · Vnd wie Salomon / in antrettung ſeiner Koͤniglichen Regierung / Gotti den. HErmn vmb Weißheit gebeten / da⸗ mit er einem ſogroſſen Volck koͤndte wol vorſiehn: Alſo hat vnſer frommer lieber Landtsfuͤrſt ſeliger / den Allmaͤchtigen noch in ſeiner bluͤhenden Jugend (ſonderlich aber / nach ab⸗ ſierben ſeines Herin Vattern leiſſig gebeten / daßjhm Gott wollte ein kaltſinnig vnnd langmutig hertz geben. Dann er damaln (wiejung er auch noch geweſen) wol verſtanden / daß ein ſchnell vnd hitzig Gemůt / zugluͤcklicher vnnd guter Regierung dero Land vnnd Leut/ nicht nutzlich. Welche Gnad auch der Allmaͤchtig Iren ᷓ. G.miltiglich vñ reich⸗ lich verlihen: daß ſelbige durch dero gantzes Leben groſſe Ge⸗ dult vnnd Langmuͤtigkeit mit der that bewiſen. Dannda gleich IreFᷓ. G.ettwo von geringes Stands Leutẽ / auffein Fußgetretten worden / vnd Ire F. G. wol befůgt / auch ſtarck genug geweſen / den ernſt dagegen zugebrauchen / haben doch Ihreg · G. ſolches verſchmirtt / vnd vmb geliebtes Fridens willen damit jre liebe Vnderthonen in ruhe blibenderglei⸗ chen ſachen furuber gehen laſſen / vnnd lieber ein Schaͤdlin / oder auch ein Deſpect leiden / dann vnruh erwecken wollen. Wie auch Ireßᷓ · G meñiglichem / von dem ſie vnbillichbe⸗ laidigt worden ſgern verzigen / vnd kein beharꝛliche vngnad auff jemanden geworffen. ⁰ nſeiner Jugend hat vil vnd hochgedachter vnſerſ ber Landtsuatter leliger / biß er in Cheſtand kommen zuchtig Uundwigen / Hernogen zu Wuͤrtenberg / . 3, zůchtig / erbar / vnd keuſches Leben gefuhrt / vnnd ſein Frewd vnnd ergetzungen nicht in vnerbarn Wolluͤſten / ſondern in Ritterlichen Vbungen (die einem jungen Fuͤrſien wol an⸗ ſtehn vnd gebůͤren) gehabt vnnd geſucht: als mit ʒierlichem reiiten / rennen / fechten / thurnieren / ſchieſſen / jagen / vñ dergleichen / in welchen Sachen auch Ihre F. G.es vilen andern fuͤrnemen Perſonen beuor gethon. In wehrendem Eheſtand haben Ihreʒ· G. ſich gegen dero erſter Gemahe⸗ lin / (welche ſeliglich vor ettlichen jaren im HE Rn ent⸗ ſchlaffen) wie auch gegen dero nachgelaßnen hochbetruͤbten Fůrſtlichen Wittib / vnſer gnaͤdigen Fůrſtin vnd Frawen / gantz freundtlich erʒeigt / mit beiden Gemahelin ſridlich vnd wol gelebt / ſelbige in Ehren gehalten / vnd jhnen alle eheli⸗ che Lieb vnd Trew erzeigt: vnnd ſein hertz nicht von denſel⸗ ben auff andere Perſonen abgewendet / ſonderſein Eheliche Pflicht trewlich vnd veſt gehalten / vnd ſich vor / vnd in dem Eheſtand alſo verhalten / daß Ihre Fᷓ· G. zum verdacht ei⸗ niger Vnzucht oder Vnerbarkeit nicht die wenigſte vrſach gegeben. Vnndob wol Ihre F. G. Leibserben gewuͤnſcht von Gottt gebeten / vnd etelich mal ſtarck verhoffet: jedoch / nachdem ſie vermerckt / daß es dem Allmaͤchtigen anderſt haben ſie ſolches ſeiner Allmacht gedultig heim⸗ geſtellet. Ihre F. G. haben ſich auch fleiſſig gehutet / daß ſie Ihr Gewiſſen nicht beſchwerten / vnd ſich auch in jhrem Leben / bey noch guter Geſundtheit / nicht anderſt gehalten / dann als vb ſie bald ſterben wollten. Dann wann ettwo al⸗ lerhand vnlobliche Thaten vor Ihren F. G. erzehlet wor⸗ den / die ſich ettwo auſſerhalb derſelben Fuͤrſtenthumb bege⸗ bentpflegten Ihre F̃. G. gleich darauff zuſagen: Vor ſol⸗ chen ſachen behůte mich der Almaͤchtig 5 Dañ ſ che — — — . S ————— — — — — s6 Chriſtliche Predigten / gehalten bey der Leich / Herm che ſachen kemen einem auff das Gewiſſen. Vnd haben Ihre . G. ſich offt ( vber den Malzeiten / vnd ſonſten) erelaͤret / daß Ire F̃. G. kein beſſern vnd hohern Schatz auff Erden haben / dann ein rhůwig vnd guit Gewiſſen:bey wel⸗ chem ein Chriſt frölich leben / vnd ſelig abſterben köͤnne. Sonderlich aber haben Ihre F. G. ein rechte eifferige Liebe zur Gerechtigkeit vñ redlichen loblichen ſachen gehabt. Dagegen hatten Ihre F̃. G ein abſchewen ab vngerechten vnbillichen dingen Zuuorderſt aber haſſeren ſie von hertzen/ vnzucht / Hurerey / Ehebruch / vnd andere ſchand vnd laſter. Die Vnderthonen liebtẽ Ire F. G. als ein Vatter / vñ ſcho⸗ net derſelben / ſo vil jmmer muglich war. Wann er derſelben gedacht / nennet er ſie anderſt nit / dañ ſein gehorſame Landt⸗ ſchafft. Gegen jederma nit allein hoͤhers / oder gleiches / ſon⸗ dern auch gegen nidern / auch ſehr geringen Perſonen / vnnd ſchlechten Dienern / ja auch Bawersleuten / waren J. F̃. G. freundtlichs Geſprechs / ſonderlich aber gegen verirawten lieben Dienern ſo holdſelig vnnd freundtlich / als wanner nicht ein Fuͤrſi / ſonder jres gleichen geweſen were. Ire F̃. G. waren milt vñ freigebig gegen hohen gleichen / vñ geringen / zuuorderſt aber gegen armen vñ duͤrfftigen Leuten / denẽ Ire F. G.auch offt zuhilff kamen / mit gnaͤdiger ſtewꝛ / ehe dañ ſie darumb angeſucht wurde. Dañ Ire Fᷓ. G. hatten ein frewd vñ luſt / den Leuten / ſonderlich wo es not theꝛe / gutes zuthun / vnd ſie ʒuerfrewen Wann auch Irer F̃. G. Diener einem ein leid zuhanden gieng / ſein Ire F̃. G. hertzlich daruͤber be⸗ trůͤbt woꝛden / vnd haben / auß Chꝛiſtlichem mitleiden / ſelbige Perſonen heimſuchen vñtroͤſten laſſen. Zu krancken Leuten ⸗ die Iren Fᷓ. G hieuoꝛ bekandt waren (ja auch ettwo zuvnbe⸗ kandtewſchickten Ire F̃. G derſelben Doctores Medicos, Gauch wol vber Feld)mit gnaͤdigem befelch ſie ſollten 1 ndwigen / Heriogen u Würtenbetg /c. 5 fleiß anwenden / ob den Krancken mochte geholffen werden In ſumma / Ihre F. G. begerten von hertzen (nach der Lehr Pauli) guts zuthun/ an jederman / ſonderlich aber an den Gal Slaubenegenoſſen. Alſo/ daß Ihre;. G. vil bilicher / dann Titus Veſpaſianus hette ſollen genennet werden: Amor& deliciæ generis humani das iſt: Ein frewd vnnd troſt des menſchlichen Geſchlechts. Ob aber wol ettwo zun ʒeiten . · G nach erheiſchung vnd gelegenheit derſelben Complexion / oder wann J. F. G. vom raiſen / vder von groſſen vnd vilen Geſchefften / můd vñ matt worden ſich mit reichlicherm Trunck erquicken wol⸗ len / vnd nicht eben die rechte Maß getroffent ſo iſt doch ſol⸗ ches auß keinem boſen Fůͤrlatz beſchehen / ſich ſelbſten / oder andere/ mit vberflůͤſſigem Trunck zubeſchweren:ſondern iſt auß lauter gutherbigkeit hergefloſſen / daß Ihre F. G gern derſelben Gaſt/ vber dero Taftl / frolich vnd iuſtig gemacht hetten. Wie auch zuſolcher ʒeit niemand von Ihrerᷓ. G. ein boſes oder ʒzornigs wort / ſonder lauter Freundtligkeit / gehort vñ geſehen:noch vil weniger vermerckt / daß J. F̃. G. vnzuchtiger wort / oder vngeſchickter vnhoflicher Geberden ſich vernemen laſſen:ſondern haben gemeinlich feine geiſtliche Lieder ſingen laſſen / dadurch ſich Ihre. G. der Gottſeligkeit vnd Forcht Gottes erinnert. Diſes alles wiſſen / vnd werden / mit grund der warheit / beʒeugen nicht allen Ihrer· G. getrewe Diener / welche vil jar vñ̃ ſelbige taglich geweſen / fondern auch die jenigen / ſo gaſtweiß zu Irer . G kommen / vnd ſelbige recht kennen lernen. Vnd zwar mit allein vnſere Glaubensgenoſſen / ſon- dern auch andereredliche Leut / welche gleichwol vnferer Re⸗ ligion nicht zugethon:denen Ihreg. G. nichts deſto weni⸗ ger alle Snad vnd Freundiligkeit erʒeigt. Was 33 chriſtiche Predigten / gehalten bey der eich/ ern Was dann Ihrer F. G. Regierung im Geiſllichen bey der Kirchen Gottes anlanget / haben ſelbige mit grol⸗ ſem eiffer vnnd ernſt auffgeſehen vnd gewehret / daß ſabey den Kirchen diſes Fůrſtenthumbs vnnd Schulen kein Irꝛ⸗ thumb oder Ketzerey einſchleichen moͤchte / vnnd daß die Geiſtliche Brunquelle / darauß Lehret vnnd Zuhorer trin⸗ cken můſſen / nicht mit Seelengifft verderbi würde. Dane⸗ ben auch Ihre ß̃· G nicht weniger auffſehens gehabt / daß die Kirchendiener/ vnd jhre Haußgenoſſen / in einem erbarn vnſtraͤfflichen Leben erhalten vnd die Amptleut vnnd Vn⸗ derthonen / zu anhorung des Gottlichen worts / vnd Chriſt⸗ lichemLeben angehalten wurden. Darumb dann IreF. G. jaͤrlich zwey mal die ynodos ſo guß den gehaltnen Viſita tionibus außgezogen ſelbſt durchleſen / vnnd vilmals mit eigner Hand ferꝛnere Decreta darzu verzeichnet. Wie auch Ihre F̃. G. ob der hohen Schul zu Tuͤbingen / vnnd ob den Tlöſter / vnnd andern Landiſi chulen /fleiſſig gehalten / damit die ſiudirend Jugent trewlich gelehrl recht angefuͤhrt/ vnnd die armen vnnd vnuermogenlichen Knaben bey den ſtudijs moͤchten erhalten vnnd fortgebracht werden / in welchem al⸗ lem Ihre Fᷓ. G. weder Gelt noch muhe jeder zeit geſpari: wie dann Ihreᷓ. G.gelehrte Leut in hren / auch lieb vnnd werth gehalten. Es haben auch Ihre G nicht allein in Irem Land! ſondern auch auſſerhalb deſſelben / vber vil Meil wegs / das Reich vnſers HErꝛn Chriſti zuerweitern vnnd außzubrei⸗ ten ſich empſiglich befliſſen/ in dem daß Ihre F̃. G andern Kirchen zur Chriſilichen Reformation/ oder auch fort⸗ pflantzung der reinen Lehr / Ihre eigne Leut (welche ſ J. G. mit groſſem Koſten erzogen) hinauß geſchickt / ſelbi⸗ gen Kirchen ʒuhelffen · Wie auch Ihre F. G hin vnnd wider 5 Andwigen / Hersogen zu Wuͤrtenberg / v. 39 wider/ mit eifferigen Jurſilichen Schreiben / vor einreiſ⸗ ſenden Ketzereien trewlich gewarnet: vnd die verſchung ge⸗ thon / daß die Inthumben vnd Ketzereien / durchjhre Theo- logos, in offentlichen Schrifften grundtlich widerlegt / vnnd atſo den grewlichen Wölfen / der Einbruch in den Schaaffſtall Chriſti / ſo vil jmmer můglich / gewehret wuͤr⸗ de. In ſumma: Es haben vil Chriſtliche / Euangeliſche . Kirchen / in Religionsſachen / jhr zuflucht zu diſem from⸗ men eiferigen Herꝛn gehabt/ welche auch ohn zweiffel / Ihrer F. G. todilichen abgang / auff diſen tag / mit vilen zaͤ⸗ hern beweinen. Imwelilichen Regiment/ haben Ihre F. G. gleichs⸗ fahlo kein muhe vnd arbeil geſparet/ damit die Expedition / oder verꝛichtungen der Geſchafften / jmmerdar jhren fort⸗ gang haben mochte / vnnd nichts notwendigs verſaumbt / oder die Vnderthonen mit beſchwerlichem verzug auffge⸗ halten wurden · In welchem allem Jhꝛe F. G. nicht gewar⸗ ret / biß ſie (Beſcheid zugeben) angemanet wuͤrden: ſondern Ihre F. G. haben derſeiben Dienerſelbs angemahnel/ vnd geiriten / daß nöttize Haͤndel nicht vnuerꝛichtet ligen bli⸗ ben. Da auch IhreF̃. G. von dero Hoffhaltung (an wel⸗ chem oꝛ ſie auch im Land geweſen) hinauß auffs jagen reit⸗ ten woͤllen / haben ſelbige allwegen ʒuuor beydero Kammer⸗ Secretarien erkundigen laſſen / ob nicht geſchaͤfft voꝛhan⸗ den / welche zuuerꝛichten nötig / welche alsdann Ihre F. G. zuuor verꝛichtet / vnd hernach allererſt hinauß gezogen / vn⸗ derweilens auch ettliche Sachen auffs jagen mit ſich ge⸗ nommen / im freien Feld geleſen / vnd wann ſie widerumb hinein kommen/ alsbald gebůrlichen beſcheid daruber gege⸗ ben. Wa auch Ihre F̃. G. beſorgt / oder aber berichtet wol⸗ den / daß es etwa auff dem Land / in einem Ampt nicht woͤlte iij richtig Chriſtſche Predigten /gchalten bey der keich / Henn richtig zugehen/ haben Ihre F. G. (offtermaln mit groß⸗ ſem koſten) geiſtliche vnd weliliche Perſonen / an ſelbigem ort/ ein Land Viſitation zußalten / vnd das Garnauffdem Boden gehen zulaſſen / abgefertiget: damit auch die weltli⸗ che Regierung in jrem rechten gang erhalten werdenmoch⸗ te. Vnd wa Ihre Fᷓ. G. Ampts vnnd Gewiſſens halben / muſſen das vbel ſtraffen / ſeind doch Ihre. G. nicht gern nach dem ſtrengern weg hinauß gangen / ſondern jmmer den miltern weg (ſonderlich wa Ihre F. G. ettwa ſelbs belai⸗ digt woꝛden) an die Handgenommen / vnd den rigorem luſtitiæ / oder ſcharpffes Recht / mit der clementia / oder einwendungen der Gnaden / temperiert / vnnd gemiltert. Vnd iſt Ihren F. G. laid / vnd nicht wol zu mutgeweſen / wann ſie jemanden haben muſſen an Leib vnnd Leben ſtraf⸗ fen laſſen. Den Friden haben Ihre J. G. alſo geliebet / daß ſie auch auſſerhalb derſelben Lands / ſelbigen befurdern / vnnd erhalten helffen / vnd ſich hierinnen weder muͤhe noch koſten bedauren laſſen. Zuuorderſt aber / hat hoch vnd vilgedach⸗ ter / vnſer gnaͤdiger Landsuaiter / ſeliger / ſeine Gedancken vnd Rahiſchlaͤg dahin gerichtet / daßdero Vnderthonen in Friden vnd rhue erhalten / vnd nicht von jemanden belai⸗ diget / oder geſchaͤdiget wurden: in welchem dann Ihre;ᷓ. Gynaden / ein ſonder wacker / vnd wachend aug / vber derſel⸗ ben Landſchafft gehabt: vnnd wa ſich ein gefahr erzeigen woͤllen / gleich alsbald notwendige fuͤrſehung gechon / da⸗ mit Vngluck vnnd Schaden verhůttet wuͤrde. Berwegen auch Ihre F. G. ſich zur ʒeit des Fridens / mit allem dem ſo zu einer Not / vnd vnuermeidenlichen rechtmaͤſſigen Ge⸗ genwehrgehoͤrt / alſo gefaßt gemacht / daß Ihreß. Gnaden in kurzer zeie (mie der Hůͤlff vnd Gnad des vnbil⸗ ndwigen / Herzogen zu Wurtenberg / . „ vnbillichen Gewalt / von derſelben Vnderthonen hette ab⸗ treiben koͤnnen. Zu welchem end auch Ihre F. G. derd Veſtungen / noch mehr vnnd beſſer / mit nutzlichen Ge⸗ bewen / verwahret. In maſſen auch die fromme vnd heilige Koͤnig im alten Teſtament / Joſaphat / Hiskia / Joſias / vund andere / zu beſchuͤtzung jhrer Land vund Leut / ge⸗ thon haben . Alſo ſeind wir nun die gantze zeit Ihrer G. Regie⸗ rung (in diefůͤnff vnd zprinzigjar) inſtetigem Iriden ge⸗ ſeſſen/ da man doch im Sprichwort fagt: Nur vbernaͤch⸗ tiger Frid iſt golds werth. Dann Ihre Fᷓ. G. ſo behutſam vnnd weißlich regiert / daß / gieich wie vnder des Salo⸗ mons Regiment (weil derſelbig noch Gortsfurchtig gewe⸗ ſen) Juda rñ Iſrael ſicher wohnettẽ / ein jeglicher vnder ſei⸗ nem Weinſtock / vnd vnder ſeinem Feigenbaum: alſo auch 1. Reg. 4* in diſem Land / die Vnderthonen in ſicherheit / frid / vñ rhue Cneben dem heiligen Wort Gottes / vnnd veiner Religion) jhr Nahruns halen / vnd jhrer Gůtlin genůſſen mogen. Diſes alles ſeind ja groſſe Gutthaten / dis vns der All⸗ uichtig Gott durch diſen frommen Fuͤrſten / an cib vnd Secl/ an Ehr vnd Gut / erwiſen hat. Vnd / was hat vns doch Goit ſollen weitters thun? Wie haben ater wir vns dagegen erzeigi? Wir muͤſſen bekennen / daß wir (ſaider) ſolchegroſſe Gynaden vnnd wolthaten nicht erkennet / daß wir vnſerm Gott vnd HEren (wie ſich wol gebuͤrt hette / vnd wir ſchul⸗ dig geweſen) darfůͤr von hertzen gedanckt hetten. Sondern / es hat der mehꝛer theil vermeindt: es můſſe eben alſo ſein / vnd Gott ſey vns diſe Gutthaten ſchuldig. Ja win haben auch wol gemurꝛet / wann es nicht einem jeden nach ſeinem willen vnd wolgefallen gemacht worden. Gleich als od 4 57 Chriſtliche Predigten / gehalten bey der keich / Hern Haußuatter / in ſeiner kleinen Haußhaltung / alles koͤndie richtig machen / daß nirgendt kein fehl oder mangll erſchi⸗ ne Wie vil weniger aber kan es in einer ſo groſſen Hauß⸗ haltung alles alſo verꝛichtet / vnnd getroffen werden / daß nicht jemand ettwas zuklagen finden moͤchte⸗ vnangeſe⸗ hen / daß vnſer from̃er Landofuͤrſt / ſeliger gedaͤchtnus / euſ⸗ ſerſten fleiß (wie droben vermeldet) angewendt / damit es ja ales allenthalben mochte recht zugehen. Derhalben vnnot⸗ tige Klagen / vber Chriſtliche Obrigkeiten / nicht ein geringe Suͤnd vnd vndanckbarkeit iſt. Wann auch Ihre F̃. G. Chriſtliche / vnd dem Woꝛt Gottes gemeſſe / heilfame Mandata/ vnd ernſtliche Befelch abgehen / vnd derſelben Vnderthonen verkuͤndigen laſſen / auch ſelbige zu vnderſchidlichen zeitten widerholet / vnd / vmb mehꝛers anſehens willen / mit eigen Handen vnder⸗ ſchriben: in welchem Ihre ᷓ· G. das fluchen vnd ſchweren/ die Fůͤllerey / Vnzucht vnd Leichtfertigkeit / das vnnutz ver⸗ ſchwenden vnnd ſchwelgen / groſſe vbermaß in Gaſtungen vnd Hochzeiten / allzu koͤſtliche vnd vppige Kleidung / mit groſſem ernſt verbotten: hat es doch (laider) bey dem groſten Hauffen ſo vil erſchoſſen / als wann einer in ein kalten Ofen blieſe. Vnd iſi man in ſolchen Sůͤnden (ohn alles hinder⸗ ſich ſchen) fortgefahren / gleich als ob man von ſolchen Ge⸗ botren vnd Befelchen nichts gewůſi oder gehoͤrt hette. Da auch Ihre ;ᷓ · Ge offtermals mit wolbedachtem raht / vnd dem gemeinen Nutzen zum beſten / ettwas guthertziger mei⸗ nung fuͤrgenommen / iſt ſolches von vndanckbaren Leuten les verſtanden / vnd vbel gedeutet worden: alſo / daß Ihre F. S. wol hetten mit Philippo / dem Königin Macedo⸗ mia/ ſagen moͤgen: Regium eſt, malè audire cum facias hene. Das iſi: Es geſchicht gemeinlich den groſſen S ren Sudwigen / Herzogen zu Würtenberg / 53 ren / wann ſie recht / vnd den Leutten guts thun / daß man jhnen darfur vbel nachredet: welches vnſerm frommen lie⸗ ben Herten ſeligen offt begegnet iſt. Darumb hat der Allmaͤchtig vnſere vilfaͤltige vnd groſ⸗ ſe Vndanckbarkeit geſtrafft / vnd vns vnſern lieben Lands⸗ furſten gehlingen / vnuerſehens / vnd allzu frůͤe / auß den au⸗ gen geruckt. Dann als Ihꝛe F̃. G. noch den ſibenden tag diß Monats / vber dem Nachleſſen / bey jhren vertrawten lieben Dienern / in der forcht Gottes / vnnd in ehren / recht frolich vnnd luſtig geweſen: ſieh auch vernemen laſſen / daß Ihre F. G. ſich in langer ʒeit ſo wol nicht befunden / vnnd ſich friſch vnd geſund in jhꝛ rhu begeben: haben Ihreᷓ. G. des folgenden morgens / jhr gewohnlich Gebett verꝛichtet / vnd ſich wollen ſchicken / in die Predigt zugehen / vnd Got⸗ tes Woꝛt zuhoren · Aber Ihre ʒ . G. haben ſich gehlingen vbel befunden / vnd geklagt / daß Ihꝛen F. G. wehe ſeien: da ſich dann ſo vil ereugt / daß Ihre ;ᷓ. G. der Schlag ge⸗ rhůret: alsbald ſeind die Hoffprediger / Hoffmedici / ʒuuoꝛ⸗ derſt aber auch andere vertrawteſte ſonders liebe Diener herzu kommen: vnd iſt zwar an leiblichen mitteln nichts ver⸗ ſaumbt / oder vnderlaſſen woꝛden / welches aber alles nicht erſchießlich ſein wollen. Alsaber Ihren ᷓ. G. auß Gottes Woꝛt zugeſprochen / vnd ſie auff das bitier leiden vnd ſter⸗ ben Chriſti vertroͤſtet / auch bey der einmal erkannten vnd bekannten Göttlichen Warheit/ biß in jhren leiſten ſeufftzen zuuerharten / gewiſen woꝛden / haben Ihre F. G. mit der Hand vnd den Augen / ſo vil anzeigung gethon / daß ſie ſol⸗ chen Troſt / mithertzlichem vertrawen darauff / angenom⸗ men / vnnd in wahrem erkanntnus Gottes abzuſterben ge⸗ meint ſeien. Wie auch Ihre F. G. b als denſelben der Rom 14. Iſat. 56. J 54 Chriſtiche Predigten / gehalten bey der Leich / Herm der Spruch S. Pauli (Leben wir / ſo leben wir dem HEr⸗ ren / ſterben wir / ſo ſterben wir dem HEr:mn / ꝛc.) zum Troſt furgehalten woꝛden / lautter ſich erklaͤrt / daß ſie hieran we⸗ nigſten ʒweiffel nicht haben · Bald hernach / iſt die Sprach / das Gehoͤr vnd Geſicht hingangen: vnd ſeind Ire;ᷓ· G. in der dritten Stund / nach anfang der Kranckheit / ohne an⸗ ʒeigung einiger vngedult/ ſeligiich vnnd ſtill / im HE Rrn entſchlaffen. Vnd ſeind Ihre Fᷓ. G. diß oris / jhres offt wi⸗ derholeten Wunſches (daß ſie nicht lang im Beth auffge⸗ halten / ſonder bald abgeloͤſet wurden) von dem Allmaͤchti⸗ gen gnaͤdiglich gewaͤhret woꝛden. Es iſt ſich auch diſes gehlingen zuſtands an Ihren F. G. ſo vil deſto weniger zu⸗ uerwundern / dieweil Ihre F. G. auch in dero Kindtheit/ da ſie noch in der Wiegen gelegen / von ſtarcken fluͤſſen / vnd enge der Bruſt / ſolche harte Zuſtaͤnd gehabt / daß manoff⸗ termalen (ſotags / ſonachts) beſoꝛgen můſſen / Ihreßᷓ· G. möchten gehlingen erſticken. Daß nun Gott der Allmaͤchtig vns diſen frommen / eiferigen / hochuerſtaͤndigen / vnd fuͤr die Kirch Gottes / vnd fůrs Vatterland wachenden Hermn in ſo gefaͤhrlichem Stand des Teutſchlands / hinweg genommen / darauß hat man ſich noch mehrers vnfahls / vnnd groſſer gefahr zube⸗ ſorgen. Dann wann GOti Land vnnd Leut hart ſtraffen will / ſo raumbt er zuuor fuͤrneme⸗ fromme vnnd eiferige Leut auß dem weg: dann ſie ſtehen jhm ettlicher maſſen / mit jhrem Gebet / vnnd gottſeligem wandel / im weg / nd hal⸗ ten jhn gleichſam auff / daß er nicht ſwaffen kan? weil er jhrer darunder verſchonet. Darumb ſagt der Prophet ſaias: Die Gerechten werden weggerafft fuͤr dem vn⸗ ʒlůck / vnnd die rithtig fůͤr ſich gewandelt haben / kommen zum udwigen / Herzogen zu Wuͤrtenberg /x. zum Friden / vnd thuen in fhren Kammern. Vnd es heißt wol weggerafft / wann vnſer HE Rr vnnd Gott ſo eilends fromme vnnd fuͤrneme Leut / vnuerſehens / hinweg zucket / als wann man einen auß einem brinnenden Hauſe eilends herauß riß / vnd hinweg raffet / damit er nicht drinnen ver⸗ derbe. Alſo lieſſe auch G Btt dem frommen Konig Joſia ſagen: Ich wil dich zu deinen Vaͤttern verſamlen / daß duꝛ. Reg. ꝛr. mit friden in dein Grab verſamlet werdeſt / vnnd deine au⸗ gen nicht ſehen alle das vngluͤck / das ich vber diſe Statt bringen will. Alſo hat vnſer lieber Gott / vnſern frommen lieben Landofurſten / auch ſchnell hinweg gerafft / auff daß Ihre F̃. G. nicht ſehen můſie / das vngluck / welches wir mit vnſern vilfaͤltigen Suͤnden / vnnd groſſer vndanckbar⸗ keit (aider) wol verdient haben. Vnd iſi dabey in achtung zunemen / daß der Allmaͤchtig vnſern lieben Herꝛn / eben in dem jar ſeines Alters hinweg genommen / in welchem jar auch der gottſelige Koͤnig Joſias geſtorben. Dann jeder / nder diſen beiden Herꝛn / iſi im neun vnd dreiſſigſten jar ſei⸗ nes Alters / auß diſem Leben abgefordert woꝛden. Vnd zwar hat der gnaͤdig GOte vnſern lieben Landosfuͤrſten ſchnell auß diſem Jamerthal in die ewige Frewd eingefůhꝛt / ¶a er Gott vñalle außerwehlie / in jener Welt / mit frewden anſchawet)als wañ man einen auß einem vnluſtigen / nůb⸗ ſeligen ort / einsmals / vber einen Graben hinůber zuckte / vñ jne in ein herꝛlichen Luſtgarten /ja ins Paradis verſetze / vnd transferierte. Vns aber iſtes vbel gangen / vnd hat vns der Allmaͤchtig / mit diſem ſchnellen laidigen Todfall / gnug⸗ ſam zuuerſtehen gegeben / daßer ſein Schwerdt wider vns gewetzet / ſeinen Bogen geſpannen / todtliche Geſchoß / vnd verderbliche Pfeil darauff gelegt / darmit er vnſere groſſe Sꝛuͤnd ernſtlich ßraffen wolle. * N JIſaber Habac. 4/ 96 Chriſtliche Predigten / gehalten bey der beich / Herm fen ? Vnd kan ſolcher gerechter Zoꝛn Goltes / vnd ſchrockliche Straffen / nicht von vns abgewendet werdenẽ Das woͤlle Gott nicht. Gott der HEr: will vns mit gnaͤdigen augen anſehen / wann nurwir ſelbſt woͤl⸗ len. Dann Gott hat vil mehr luſts / den Leuiten guts zu⸗ thun / dann ſie zuſtraffen · Diſes zeiget vns der Allmachtig Gott alſo bar in der that / daß er in ſeinem Zoꝛn ſeiner Barmhertzigkeit geden⸗ cken wolle. Dann vnſer lieber Gott hat vns auß dem Fuͤrſt⸗ lichen Stammen / vndloblichen Hauſe Wuͤrtenberg / ein Chriſtlich Haupt (in mancherley gefahr vnd widerwertig⸗ keit) erhalten / vnd gegeben / naͤmlich / den auch Durchleuch⸗ tigen / Hochgeboꝛnen/ Furſten vnd Heren / Herꝛn Frideri⸗ chen / Hertzogen zu Wuͤrtenberg vnnd Teck / Grauen zu Muůmpelgarten / xc. vnſern gnaͤdigen lieben Landsfůßfn vnd rechten eigenlichen Erben diſes Hertzogthumbs? ſen F. G. der Allmachtig gnaͤdig Gott mit mannlichen Leibserben vnd junger Herꝛſchafft reichlig geſegnet. Wel⸗ cher auch von jugent auff bey der reinen/ allein ſeligma⸗ chenden Lehr des heiligen Euangelij auffgewachſſen / zude⸗ ren reinen Lehr ſich Jhꝛe F̃. G. biß daher beſtaͤndig bekennt / vnd finden laſſen: ſelbige auch mit der that vnd warheit be⸗ fuͤrdert / vnnd ſich falſcher verfuͤhriſcher Lehrl ernſilich vnd offenilich widerſett. In maſſen auch Ihre F. G. bey dem Fuͤrſtlichen Hauſe Wuͤrtenberg / von dero Kindheit an / zu allen Fůͤrſtlichen Tugenden (wie auch in gulen Kuͤnſten vnd Sprachen) erzogen worden. Vnnd iſt Ihꝛer F̃. G. ernſilicher / Chriſilicher / vnd eiferiger Fůͤrſat / ſich bey dem Kirchenregiment/ der Kirchen / vnd in politiſchen A— mi S T aber den Sachen nicht mehꝛ zuhelf⸗ Ludwigen / Hersogen zu Wuͤrtenberg /c. „ mit ſchutz ſehirm / vnnd handhabung der reinen Religion⸗ auch befurderung der Gerechtigkeit / Zucht / vnd Erbarkeit / alſo ʒuerweiſen / daß der Allmaͤchtig ein gnadigs gefallen / die Vnderihonen aber Frewd vnnd Troſt darab haben ſol⸗ len. Derwegen dem Almaͤchtigen Gott hoch darumb zu⸗ dancken / der vns nicht ohn ein ordenlich Euangeliſch Haupt gelaſſen / ſondern vns widerumb mit einer Chriſtli⸗ chen Obrigkeit / auß dem Fuͤrſtlichen Hauß vnnd Stam⸗ men Wuͤrtenberg / gnaͤdig begabet hat. Auff daß aber des hochgedachten vnſers jetz regieren⸗ den gnaͤdigen Landtsfurſten vnd Herꝛn Regiment fri dlich / rhůwig / glͤckſelig / vnd langwurig ſey / das ſteht gleichſam in vnſer Hand / nemlich / nach dem wir vns gegen Got halten / vnd erʒeigen. Vnd mag allhie wol ſtatt haben das Sprůch⸗ lin: Quiſibet eſt faber ſuæ fortunæ: das ſt / jeder kan jhm ſelbſten ſein Glůck vder Vnglͤck ſchmiden/ wie er ſelbſi will:welches diſen verſtand hat: Nach dem ſich ein jeder wol oder vbel helt / nach dem machet jhms auch Gott / daß erjhm Glůck oder Vngluck ʒuſchicke. Darumb woͤllen wir vnder hochgedachter vnſer jetzigen Chriſtlichen Obrigkeit in fri⸗ den vnnd ruhe leben / ſo muͤſſen wir ſolches von dem aller⸗ oberſten Herꝛn / Himmels vnd der Erden / erlangen / vnd bey demſelbigen außbringen . Diſes wuͤrdt gewißlich geſchehen / wann wir vnſer groſſe Vndanckbarkeit fur ſo groſſe Goͤttliche Woltharen (neben andern vnſern ſchweren Suͤndewerkennen / vnd von hertzen berhewen / vnnd beweinen: vnnd vnſer Leben / durch Chriſtliche Buß vnnd Bekehrung zu Gott ernſilich vnnd warhafftig beſſern. Wann wir vnſern hiſñliſchen Vatter empſfiglich vmb verzeihung vnſerer Suͤnden (vmb Chriſii willen) werden bitten / vnnd jhn anruͤffen / daß N iij er Matth.7. I6r8. — — — Chriſtliche Predigten /zehalten bey der Leich / Herm er die woluerdiente Straffen vnſerer Suͤnden einſtellen / vnd gnãdiglich ab wenden woͤlle. Vnnd zuuorderſi / ſo wir mit vnſerm Gebet anhalten werden / daß der Allmaͤchtig vn⸗ ſerm jetzigen regirenden lieben Landtsfurſten ein langwirig/ fridlich / Chꝛiſtlich vnd gluͤckſelig Regiment verleihen woͤlle. Diſes alles aber muß von vns beſchehen / nicht nur einmal vder zwey/ ſondern beſtendig vnd behar⸗lich: der geſtalt / daß ein jeder Chriſt / mit wahrer beſſerung ſeines Lebens / vnd eif⸗ ferigem Gebet die ſach mit ſolchem ernſt angreiffe / als vb er dilen ſchweren Laſt allein erheben / nemlich / Gottes gerech⸗ ten zorn abtreiben / vnnd ein gluͤckſelig fridlich Regiment er⸗ bitten wollte. Es hat vns ja vnſer lieber HEr: Jeſus Chri⸗ ſtus heiſſen bitten / vnd hat vns erhorung zugeſagt / da er ge⸗ ſprochen: Biltet / ſo wurdt euch gegeben: Suchet / ſo werdet jhr finden / klopffet an / ſo wurdt euch auffgethon · Dannwer da bittet / der empfahet / vnd wer da ſucht / der findet / vnd wer da anklopfft / dem wuͤrdt auffgethon. Diß hat vns der HEr: Chriſtus / im Namen ſeines vnnd vnſers him̃liſchen Vatters verſprochen: Der wuͤrdt von vnſert wegen nicht zum Lugner werden. Es hat aber auch in ſonderheit der himmliſch Vatter zugeſaat: Wann ſich die Suͤnder von ſhrem boͤſen weſen bekehren / ſo wolle er die woluerdiente ſtraffen der Suͤnden abwenden. Durch den Propheten Je⸗ remiam ſagt er alſo: Ploͤtzlich rede ich wider ein Volck vnd Konigreich / daß ichs außrotten / ʒerbrechen / vnnd verderben wolle. Wo ſichs aber bekehret von ſeiner boßheit / darwider ich rede / ſo ſoll mich auch rhewen das Vngluck / das ich jhm gedacht zuthun. Darumbegeliebte im HErmn)wann Gott ſchon ſchrecklich gedrewet / ſein Schwerdt gewetzt / ſeinen Bogen geſpañen / pfeil darauff gelegt / angeſchlagen hat / vñ auff vns ʒilet / ſo will er doch widerumb abheben / vnd Gnad erzeigen udwigen / Herzogen zu Wuͤrtenberg /. 53 erzeigen / wann wir vns zu jhm von gantzem hertzen bekeh⸗ ren / vnd von vnſerm ſuͤndtlichen Leben ablaſſen. Diſes hat Gott der HErꝛ mit der that bewiſen an den Niniuitern. Dann denſelbigen hatte der Allmaͤchtig allbe⸗ Jon. reit ein gewiſſe anzal tag beſtimbt / in deren zeit die Statt Niniue ſollte / mit allen Inwohnern / zu grund gehen. Dan⸗ noch / da ſie ernſiliche warhafftige Buß theten / vnd ſich ſehr voꝛ Gott dem HErn demutigten / erbarmet ſich Gott vber ſie / verſchonet jhr / vnd ſchuttet ſeinen zorn nicht auß vber ſie: den ſie doch zuuor wol verdient hatten. Solche miltigkeit vnd langmuͤtigkeit hat Gott auch lange ʒeit an den Iſraeli⸗ tern (zur zeit der Richter / vnd hernach auch der Konig) be⸗ wiſen. Dann ob er wol offt jhre die Sund hefftig erzůͤrnet / vnd ſie mit allerley Straffen / nach vnnd nach / angriffe: Je⸗ doch / wann ſie (auff die ermahnungen der Propheten) vn⸗ der Gotiſeligen Richtern vnd Koͤnigen ſich beſſerten / hat ſie Goit mit gnaͤdigen augen widerumb angeſehen / vnd ſeinen grimmigen ʒorn nicht allerdings vber ſie außgeſchůttet / ſo lang noch hoffnung vnd erzeigung einer Buß vnnd Beſſe⸗ rung da war:wie droben auch angeregt worden. Vnnd iſt Gott der HErꝛ ſehr gemach gegen den Iſraelitern gangen / hette gern verſchonet / wann ſie nur jrer ſelbſt hetten verſcho⸗ nen wollen. Dann Gott der HErꝛ ſagt: So wahr als ich Ezech ʒ3. lebe / ich hab kein gefallen am tod des Gottloſen / ſonder daß ſich der Gottloſe bekehre von ſeinem weſen / vnnd lebe. So bekehret euch doch nun von ewrem boͤſen weſen: warumb wollet jhr ſterben / jhr vom Hauſe Iſrael Gleich als ſprech Gott der HErt: Ach liebe Leut / was zeihet jr euch doch ſelbs / 6 daß jhr woͤllet mutwillig zu grund gehen ? wollte ich euch doch gern gnaͤdig ſein / wann jhr nur ſelbs wolltet. Da ſich das Volck Iſrael / zu des Konigs Dauids ʒei⸗ ten / an Gott verſuͤndigte:vnnd des HE RRN Grim̃ we ie me — —— 100 Chriſtliche Predigten / gehalten bey der Leich / Heren ſie erʒuͤrnete / alſo / daß durch Goties verhengnus der Satan Sam. ⁊ dem Dauid eingab / daß er das Volck zehlen lieſſe / da ſtar⸗ *Chron. ꝛ. hen in dreien tagen / im Königreich Iſrael / ſibenzig tauſent Man. Da aber der Engel ſein Hand außſtreckte auch vber Jeruſalem / daß er ſie verderbet / rhewet es den HERRN/ vnd ſprach zum Engel / dem Verderber im Volck: Es iſt genug / laß nun dein Hand ab. Diß Exempel lehret vns / daß Gott der HERR nicht luſt hat / die Menſchen zuuerder⸗ ben / ſonder es jammert jhn jhr verderben / vnd laͤßt gern mit der Straff nach. Darumb / ob wol der Allmaͤchtig vns / durch den vnzeittigen todfahl vnſers from̃en lieben Landts furſten ſeligen / zuſtraffen angefangen:jedoch / wann wir mit vnſerm fuͤndlichen Leben nachlaſſen / vns ernſilich beſſern / vnnd vmb Gnad bitten / ſo wuͤrdt vnſer lieber Gott auch ſagen: Es iſt gnug. Vnd wuͤrdt vns nicht mit noch groͤſ⸗ ſerer vnnd ſchaͤrpfferer Ruten ſchlagen / das ſollen wir jhm gewißlich vertrawen. Jeweil dann /geliebte im H E R R N Chriſto / wir (laider) vnſern hiiliſchen Vattern ¶der doch / ſeiner Natur nach / ſonſten ein gnaͤdiger / guͤtiger / vnnd barmhertziger Gott iſt) mit vnſern ſchweren Suͤnden vnd groſſer Vndanckbarkeit hart erzur⸗ net:alſo / daß er das Schwerdt gewetzet / den Bogen geſpan⸗ nen / tödliche Geſchoß darauff gelegt / vnnd vns alſo bar ein harꝛten Schuß gegeben: So laßt vns / ʒu verhůtung groͤſ⸗ ſers Vngluͤcks vnd Jammers / vnſere Suͤnd von hertzen er⸗ kennen vnd berhewen / vnd vnſer Leben ernſilich vnd beſten⸗ dig beſſern / vnd den hiĩliſchen Vatter bitten / er woͤlle vns vmb Chriſtiwillen / vnſere Sůnd gnaͤdig verzeihen / . ie — — — —.— Ludwigen / Hernogen u Wuͤrtenberg /r. 101 die wol verdiente Straff vnſerer Suͤnden miltiglich nach⸗ laſſen. Daß er auch woͤlle vnſerm jetzigen gnedigen Fuͤr⸗ ſten vnnd Heren / langes Leben / geſunde tag / vnnd ein Chriſtliche / fridliche / Gottſelige Regierung verleihen. Wann wir diſes alles mit ernſt thun / ſo wuͤrdt der All⸗ maͤchtig ewig Gott ſein gewetztes Schwerdt wider⸗ umb in die Schaiden ſiecken / den geſpannten Bogen ab⸗ heben / vnnd vns widerumb troͤſten vnnd erquicken: daß wir bey ſeinem heiligen ſeligmachenden Wort erhal⸗ ten / ſelbigs auff vnſere Nachkommen bringen / vnnd daneben auch in einem rhuͤwigen fridlichen Leben zubrin⸗ gen werden. Daruͤber wir vnſern getrewen Gott zeitlich vnnd ewiglich loben wollen. Das verleihe vns Gott allen / Amen. Hierauff laßt vns mit Mund vnd Hertzen eifferig vnd andaͤch⸗ tiglich 37 mit einander ten. W Lmaͤchtiger / Ewiger / Barm⸗ bertziger Gott vnnd Vatter vnſers lieben H E R R N Jeſu Chriſti: Wir bekennen demuͤtiglich / daß wir dein Ge⸗ rechten zorn / mit vnſern vilfaͤltigen groſſen vn⸗ danckbarkeit auff vns geladen / vnnd mit diſer O vnnd roꝛ Chriſtiche Predigten / gehalten bey der keich/ Herin vnnd andern ſchweren Sünden wol verdie 6 daß du vns vnſern frommen lieben Landtsf ſüt ſten vnnd Landtsvatternſo früe vund vnuerſe⸗ vhren· Je⸗ helis entzogen. Dieweildu aber nicht von her * ken die Menſchen plageſt vnnd betruͤbeſt / ſon⸗ dern dich wider erbarmeſt/ nach deiner groſſeh Gte. Daher buvns wiverumbein Epriſilich Haupt auß dem Färßtlichen Wuͤrtenbergi⸗ ſchen Stammen / hnſern lieben gnaͤdigen Landtsfuͤrſten vnnd Hertn/ Hertn Friderichen / Hertzogen zu Wuͤrtenberg / ec. erhalten vnnd gegeben haſt. So bitten wir dich von hergen/ du woͤlleſt mit deiner maͤchtigen Hand ob Irer F. G. vnnd derſelbigen angehoͤrigen / vätter⸗ lichhaleen/ſelbigeſthichen vnnd ſchirmen: Mit deinem heiligen Geiſt / in allem Ihrem thun vnnd laſſen / regieren / ein fridliche / gluckſelige / vnnd langwirige Regierung verleihen. Auff daß wir vnder Ihrer Fᷓ̃. G. loͤblichem Regi⸗ ment / bey deinem heiligen / allein ſeligmachen⸗ den Wort / vnnd reiner heilſamer Lehr des hei⸗ ligen Euangelij / erhalten: vnnd ſelbiges auch auff vnſere Nachkommen vnuerfaͤlſcht gebracht werden moͤge. Woͤlleſt auch diſes gantze Fuͤr⸗ ſtenthumb in deinem , u 8 7 * 5 Pehp N b % (husbundſchirhahenbunbhaſten Daie wir vnder vnſer jetigen hiſilichen Obrigkeit ein geruiglichs vnnd ſiilles Leben fuͤhren mõ⸗ gen / in aller Sottſeligkeit vnd Erbarkeit. Er⸗ Lin⸗. barm dich vber vns / gnädiger / himmliſcher Vatter / vund erhoͤre vns deine Kinder / vmb deines lieben Sohns / vnſers getretwen Mitt⸗ lers Jeſu Chriſii / willen So wollen wir von pu dir nicht weichen /ſonder dich zeitlich vnd ewig⸗ lich / vmb deiner Gute willen / loben vnndprei⸗ ſen / Amen. — Syecht auchauß wahrem Glauben des H Vatter vnſet. 63 30 Antůndung vom ſeligen Ableiben Ankuͤndung / Vondem Chꝛſtlichen Leben / bnndſeligen Abſterben / Wei⸗ lund des Durchleuchtigen / Hochgebornen Fuͤrſten vnd Herꝛn/ Heren Ludwigen / Hertzogen zu Wuͤrtenberg / vnd Teck/ Granen zu Muͤmpelgart /ꝛc. S Eliebte im H E R RN Chri⸗ P ſio: Es hat der Allmaͤchtige Gott di⸗ S ſem loblichen Fuͤrſtenthumb / vnnd alſo 82 W vns allen / ein ſchwere Laſt auffgelegi / in dem ſein Allmacht den achten tag di⸗ ſe Monats den Durchleuchtigen / Hochgebornen Fuͤrſten vnnd Heren Herꝛn Ludwigen / Hertzogen zu Wuͤrtenberg vnnd Teck / Grauen zu Muͤmpelgart / ꝛc. vnſern gnaͤdigen Landtsfůr⸗ ſten / vnnd getrewen Vatter des Vatterlandis / durch ſchnellen / vnuerſehenen (aber doch ſeligen Tod) vns all zufruͤ entzogen / Deſſen F̃. G. Alters vnnd Kraͤfftin des Leibs vnnd Gemuts halben / bey der Kirchen Gottes / vnd im weltlichen Regiment / noch vil jar heite vil guts verꝛich⸗ ten koͤnnen. Derhalben wir / durch diſen vnuerſehenen Todfall / eines thewren vnnd vnermaͤßlichen Schatzes / in wenig Situnden / beraubt worden . Dann Heren Ludwigen / Herzogen zu Wurtenberg / v. 10 Dann Ihre Fᷓ. G. von jugendt auff / durch dero ʒuͤrſt⸗ liche / Hochloͤbliche / Chriſiliche Eltern / zur wahren erkannt⸗ nus vnd forcht Gottes / vnnd allen Juͤrſtlichen vnd Chriſt⸗ lichen Tugenden erzogen woꝛden. Da dann S. F. G. ſich gantz gehorſam erzeigt / vnd nicht allein die reine / ſelig⸗ machende Lehr vnſerer wahren Religion / fleiſſig erlernet / vnd ſteiff vnd wol gefaſſet / daß S. F. G. in allen vnd jeden Artickeln / die tag jres Lebens / biß an derſelbigen ſeliges end / nie gewancket / noch vmb ein Haar gewichen / Sondern es haben S. F. G. naͤchſi der heilſamen Göttlichen Lehꝛ / auch in erlernung der Lateiniſchen vnnd Fantzöſiſchen Sprach / vnd andern guten Kuͤnſten / ſo zu einer Fuͤrſtlichen Regie⸗ rung nutzlich / guten fleiß angewendet / Alſo / dz Ihre F. G. billich vnder die furtrefflichſte / weiſe / vnd hochuerſtaͤndige Potentaten (von wegen des furtrefflichen ludicij / ſo bey Ihren F. Gnaden befunden) zurechnen / vnnd zuzehlen geweſen. Darmit / vnd darneben / haben auch Seineᷓ G. die tag jhres Lebens / ſich eines Chriſtlichen / zůchtigen / vnd Gotiſeligen Wandels / von hertzen befſiſſen / vnd feind aller Vngerechtigkeit / Boßheit / Vnerbarkeit / Laſtern / vnd al⸗ lem Gottloſen weſen / von jugendt auff / hertzlich feind ge⸗ weſen. Wie auch Ihre F. G. die zeit jhres zergaͤnglichen Lebens (vor / vnd in derſelben Regierung) jaͤrlich / ettlich mahlen / jhren Glauben / mit demůttiger / andachtiger em⸗ pfahung des Abendtmals vnſers lieben Ern Jeſu Chriſti geſtaͤrckt/ Ihr. Hoffgeſind / mit jhrem Chyriſtlichen Exempel / ʒu gleicher Gottſeligkeit angereitt. Vnnd haben Ihre F̃. G. nicht allein fur Ihr Perſon / die Predigien Gottlichs Worts / gern vnnd fleiſſig angehoͤrt / von denſelben vilfaͤltig an dero Fuͤrſtlichen Tafel / vnd 2 . ij en / ptie Nh V ee tichen ne 0 2ntündung oin ſihenahlien ßen / gercht vnd ſich von den uznuſſen des HErilda⸗ iſi/ vom Wort Goties) mit ee nig Dauid / voꝛ Koͤnigen vnd Fürſten zureden nicht geſchd⸗ met fonder auchdero Diene (Edel vnd Vnedeh jufleiſ⸗ ſiger anhorung des Gottlichen Wos vermahnet vnd ernſtlich angehalten. n an 5 Als auch Ihre F. G. in die Regierung getretten/ ha⸗ ben ſie Ihꝛ nichts hößers angelegen ſelnlaſſen / dann daß in dero Fůrſtenthumb diereine / ſeligmachende Religion be⸗ ſtãndig erhalten / vñ auff die Poſteritet fougepflantt: Auch in andern Herꝛſchafften das Reich Chriſti erweittert / vnd den ſchaͤdlichen / verderblichen Secten gewehrt vnd geſtew⸗ ret wurde. Darzu dann Ihreß̃· G· gelehrie vnd taugenli⸗ che Theologos andern Henſchafften (auff jhr anſuchen) zugeſchickt / welche Leut Ihre F. Ge in dero Land mit groſ⸗ ſem Koſien zuuvr erzogen. Wie dann auch Ihꝛe F̃. G. nicht allein leiden moͤgen / ſondern auch dero Thcologos dahin gnaͤdig erinueri/ daß falſche Lehr (ſonderlich aber der Jeſuiter vnd Caluiniſchen ſchadliche Bucher) grůndtlich auß Goites Woꝛt widerlegt/ vnd als ein ſchadlich Fewr/ſo vil můglich gedampfft wurde.· Da daun Ihꝛe F̃. G. ſich daran nichts hindern laſſen / daß ſelbige deßhalben bey vilen Leuten geringen Danck verdienet / ſondern haben die beloh⸗ nung von dem Allmaͤchtigen (deſſen Ehre Ihre ʒ· von Hertzen geſucht) erwartet. Die Studia in der Theologj / vnd andern Faeulteten/ haben Ihꝛe F· G. gleichsfahls trewlich befurdert / fouieri vnd daran (mit gnadiger milter vnderhaltung der ſidie⸗ renden Jugend / vnd notwendigen Gebawen) kein Koſien oder muhe geſparet⸗ In der Dern ludwigen/ Hernogen jn Wirtenbers / 0 In der weltlichen Regierung haben Ihre . G. die Gerechtigkeit vnd Billichheit von Hertzen geli Auch derv Rhte vnd Diener dahin erinnert / jleiſſig in achtzu⸗ nemen daß ja njemand ʒukut/ vnd vnrecht geſchehe. Vnd haben Ihre F. G. ſelbſten ſich der Regierung mit ejfer vnd ernſi beladen / vnd alle fͤrneme Geſchafft / in allen Expedi⸗ tionen der gantzen Cantzley / durch jhr Hand tãglich gehen laſſen / vnnd gebůrlichen Beſcheid daruͤber gegeben / Vnd ſich darankein Kurzweil/ oder andere Sachen / verhindern laſſen / auch nicht gewartet/ biß Ihꝛe F̃. G zu verꝛichtung der Geſchaͤfft / angemanet wuͤrden / ſonder Ihꝛe F. Gha⸗ ben dero Diener ſelbs getriben / damit nichts notwendigs verſaumpt wuͤrde· . Vnd ob wol Ihre F̃. Guaden offtermalen (als ein Vbrigkeit/ welche das Schwerdt von Gott/ʒun Straff der boͤſen / empfangen) wol hetten gegen hochſtrůfflichen Per⸗ ſonen / koͤnden die ſchaͤrpffe des Rechtens gebꝛauchen / ſo ha⸗ benſie doch jeder zeit den miltern Weg an die Hand genom⸗ men / vnd die ſcharpffe luſtitiam mit der Clementia/ vnd gnadigen milterung temperiert / vnd vil lieber wollen in be⸗ ſtraffung der Vbelthaten/ der Sachen ettwas ʒuwenig / dann zuuil thun. Dann Ihꝛe Fᷓ. G. gegen derſelben Vn⸗ derthonen ein recht vtterlich Hert getragen Vnd damit ja Ihre F̃. G. dero Land vnnd Leut / in Gott gefaͤlligem Friden erhalten mochten / haben Ihre F. Gynaden ſich gegen andern Potentaten / vnuerweihlich / be⸗ ſcheidenlich / fridlich vnd freundelich / vnd alſo erzeigt / daß ſelbige Ihre . G. gelichet / vnd geehret. Wie auch hochge⸗ deehiet vnſer frommer Landofuͤrſi ſeliger gedaͤchtnus / vn⸗ derweilens / vmb geliebtes Fridens willen / Be⸗ chwer⸗ o 2ntundung vom ſeligen ableiben ſchwerden / geduldet / vnd getragen / damit derſelben Vn⸗ derthonen mochten zu friden vnnd ruhe bleiben. Daß alſo Ihre F. G. ¶dem Allmãchtigen ſey lob vnnd danck geſagi) dero Vnderthonen / die ganhe zeit jhꝛer Regierung (in die fůnff vnd zweinzig jar ) alſo geſchubt vnd grſchirmet⸗ daß memanden (wie man zuredenpflegt) ein Huͤnlin were ge⸗ ſcheucht woꝛden. Zu welchem end auch Ihre Fᷓ. G. jeder zeit ein wachend Aug / vber dero Land vnd Leut (in man⸗ cherley vnruhe / ſo hin vnd wider entſtanden) gehabt / Alſo / daß ſie vhnrechtmaͤſſigen Gewalt (durchverleihung Goͤtt⸗ licher Gnaden) gnugſamlich hetten begegnen koͤnden. Ihrer F̃. G. luſt vnd frewd iſt geweſen / meniglichen guts ʒuthun / vnd allerley Gnaden zuerweiſen . Daher Ihꝛe F. G. auch vnerſucht/ dero Medicos zu fuͤrnemen kran⸗ cken Perſonen / auff Ihꝛer F̃. G. koſten / (auch auſſerhalb Lands) abgefertiget / im Land aber dero Krancken / oder ſonſt mit groſſer Armut beladnen Perſonen / Chriſtliche vnd milte Handreichung gethon. Vnd haben IhreF. G. ſich in dero Reden / Geberden / vnd gantzem weſen / nicht al⸗ lein gegen gleichen hohen Perſonen / ſondern auch gegen derſelben Bienern / ja auch gar geringen Leuten/ ſo freundt⸗ lich / gnaͤdig / anmůtig / holdſelig / vnd demunig erzeigt / daß ſich meuiglich darab ʒuuerwundern / vnd IhreF. Ge zulie⸗ ben / vnd derſelben willig zudienen / vrſach gehabt. Diſe groſſe herꝛliche Gaben vnd Gnaden Gottes / mit welchen der Almaͤchtig / in diſes Hochloͤblichen Fuͤrſten Perſon / vns gleichſam vberſchůttet / vnnd ſelbige reichlich vber vns außgegoſſen / haben wir laider (eins theils) wemg erkannt. Derwegen kein wunder / daß der Allmaͤchtig . olche Hern Ludwigen) Heriogen ju Wůrtenberg / . 109 ſolche vnſere Vndanckbarkeit / mit einer ſcharpffen / jedoch vaͤtterlichen Rutengeſtraffi / vnnd diſen vnſern frommen / Gottſeligen/ lieben vnnd hochloblichen Landofurſten vnd Vattern / Chriſtlicher gedaͤchtnus / von vns / durch ſchnel⸗ len / vnd all zu frůen Tod abgefoꝛdert. S. Dann als Ihꝛe F. G. den ſibenden Tag diß Monats / noch amabends / in aller gebur / Gottesforcht vnd Ehren / froͤlich vnd luſtig geweſen / auch mit dero geheimen Raͤhten vnd Dienern / von hochwicheigen / dem gemeinen Vatter⸗ land nutzlichen Sachen tractert / vnd geredt / darzu friſch vnd geſund ſich in Ihre rhue begeben / vnnd des folgenden Moꝛgens (nach veriichtem jhꝛem gewohnlichen Gebet) auffſtehen wollen / haben Ihre F. G. ſich allererſt vbel be⸗ funden. Da dann bald Ihꝛer F. G. vertraite Diener / auch Hofſprediger vnd Medici, ſich herzu gethon / vnd an jhrem getrewen fleiß nichts erwinden laſſen. Nach dem aber die Kranckheit ſchnell vberhand genommen / ſeien Ihre . G. alſo in der dritten Stund (nach dem die Kranck⸗ heit angefangen) ſanfft / vnd ohne anzeigung / oder ʒeichen einiger vngedult /ſeliglich im HEren eniſchlaffen / vnd auß diſem Jamerthal hinweg geruckt / vnd in das hiiiliſche Pa⸗ radiß eingefuͤhrt woꝛden. Dadurch der Almachtig Ihren J G. ʒwar / mit ſolchem ſeligen vñ lurtzen end aler Truͤb⸗ ſalen /die hoͤchſte Sutthat erwiſen / vns aber in groſſe Traw⸗ rigkeit vnd Betrůbnus geſetzt. Demnach / ſollen wit nicht allein mit der Hochbetruͤb⸗ ten / Fuͤrſtlichen hinderlaßnen Chriſtlichen hochloblichen Witub / vnſer gnadigen Furſiin vnd Frawen / vnderthe⸗ nigs Chriſtlichs mitleiden haben / vnnd den GOtt alles Troſts bitten / daß er Ihꝛerʒ. G. diſes ſchwere aufferlegte Creus wolletragen helffen: Sonder auch no Ankuͤndung vom ſeligen ableiben Herin Audwigen / . Hiliſchen Vatter (den wir mit vnſern viffaͤltigen groſſen Suůnden fůrnaͤmlich aber auch mit obgedachter vnſer Vn⸗ danckbarbeit fůr diſen frommen Landsuattern / ſchwaͤrlich erzurner) von hertzen vnd eiferig anruͤffen / daß er vns vnſe⸗ re Sunden gnãdig verzeihen / an diſer hohen Straffvaͤtter⸗ lich benůͤgt ſein / vnd vns ni cht mit groͤſſerm vnfahl(wie wir zwar wol verdient heiten) heimſuchen / noch vns in ſeinem Zorn vnd Grimmen ſtraffen wolle. Vnd dieweil der gnaͤdig Goti / dannoch im Zoꝛn ſeiner Barmherzigkeit gedacht/ vñ vns von demloblichen Stam⸗ men des Juͤrſtlichen Wuͤrtenbergiſchen Hauſes / noch ett⸗ liche Zweig vbrig gelaſſen / vnder welchen der Durchleuch⸗ tig Hochgebvꝛn Fůrſt vnd Herꝛ/ Her Friderich / Hertzog zu Wuͤrtenberg vnd Teck/ Graue zu Mumpelgart / ꝛc. vn⸗ ſer jetiger znãdiger Landofürſt vnd erꝛ/ nunmehrin Ihꝛe Furſtliche Regierung diſes Hertzogthumbs eintritt / deſſen F. G. (Gott ſey lob vnd danck geſagt) der rechten wahreni reinen Chꝛiſilichen Religion zugethon / dieſelbig auch biß he⸗ ro mit Chꝛiſtlichem eifer / můglichſtes fleiſſes befuͤrdert / vnd foꝛtgepflantzt: So ſollen wir auch den Allmaͤchtigen von Hertzen anruͤffen daß er Hochgedachten vnſern gnadigen Landofuͤrſten vnd Heren auch derſelbigen geliebten / Chꝛiſi⸗ üichen / Hochloͤblichen Gemahlin / vnd junger Herꝛſchafftſ mit ſeiner Almaͤchtigen Hand ſchutzen vñſchirmen Ihꝛer F. G. Hert mit ſeinem heiligen Geiſt regieren / vnd zu der⸗ ſelben Regierung ſeinen Göttlichen Segen verleihen woͤl⸗ ie / zur Ehꝛ ſeines heiligen Namens/ vnd troſtder heiligen hirchen Gottes / auch Heil vnd Wolfahrt diſes loblichen Fuͤrſtenthumbs. Hierauff 11T Hieraufflaßtns mit Nund bud Hertzen eifferig vnd an dãchtiglich alſo mit einander beten. Limachtiger / Ewiger / Barmhertzi⸗ ger Gott/ vnd Vatter vnſers lleben § HErmn Jeſu Chriſti / Wir betennen v demütiglich/ daß wir deinen gerech⸗ ten Zorn / mit vnſer vilfaͤltigen groſſen Vn⸗ danckbarkeit / auff vns geladen / vnd mit diſer bnnd andern ſchweren Sunden wol verdient / daß du vns vnſern frommen lieben Landsfur⸗ ſten / vnnd Landsuattern / ſo frue vnd vnuerſe⸗ hens entzogen. Diewei du aber nicht von her⸗ tzen die Menſchen plageſt vnd betruͤbeſt / ſon⸗ dern dich wider erbarmeſt / nach deiner groſſen Guůte/ Daher du vns widerumb ein Chriſtlich Qaupt auß dem Fůrßtlichen Würtenbergiſchen Stammen / vnſern lieben gnaͤdigen Landsfůr⸗ ſien vnd Heren / Hermn Friderichen / Hertzogen zu Wuͤrtenberg / . erhalten vnnd geben haſß: So bitten wir dich von Hertzen / du wolleſt mit deiner maͤchtigen Hand ob Ihrer F. G. vnnd derſelben angehorigen / vͤtterlich halten / ſelbige ſchůͤtzen vnd ſchirmen mit deinem H. Geiſt / in P ij allem 5 allem jhrem thun vnd laſſen / regieren / ein frid⸗ lich /giůckſelig / vnd langwůͤrige Regierungver⸗ ieihen. Auff daß wir vnder Ihrer F. G. löbli⸗ chem Regiment / bey deinem heiligen / allein ſe⸗ ligmachenden Wort / vnd reiner heilſamer Lehr des heiligen Euangelij / erhalten / vnd ſelbiges auch auff vnſere Nachkommen vnuerfaͤlſcht ge⸗ bracht werdenmoge. Woͤlleſi auch diſes ganke Fuͤrſtenthumb / in deinem Goͤttlichen / vaͤtterli⸗ chen Schutz vnnd Schirm haben vnd halten/ damit wir vnder vnſer jetzigen Chriſtlichen Obrigkeit / ein geruͤhiglich vnnd ſiilles Leben fuhren mogen / in aller Gottſeligkeit vnnd Er⸗ barkeit. Erbarm dich vber vns gnaͤdiger him̃⸗ uſcher Vatter / vnnd erhoͤre vns deine Kinder / vmb deines lieben Sohns / vnſers lieben Mit⸗ lers / Jeſu Chriſii / willen. So woͤllen wir von dir nicht weichen / ſonder dich zeitlich vnd ewig⸗ lich / vmb deiner Gute willen ⸗ loben vnnd prei⸗ ſen / Amen / Amen. Sprecht auch das heilig Vatter Vnſer. Hertog Bertog Gudwigs von Wuͤrtenberg Hoch⸗ loͤblicher Gedecht⸗ nus / Lied. I. — Sundv vorhanden iſi / 6 aß ich hinfahr mein Straſſen: B So bitt ich dich HenR Jeſu Chriſt/ Du woͤllſt mich nicht verlaſſen. Mein Leib vnnd Seel / mein Lent vnd Land Beſehl ich dir in deine Hand / Du wuͤrſt vns wol bewahꝛen . Ergib mich dir nun gann vnd gar⸗ Woͤllſt mein Gemahl behuten: WVor allem Vnfall vnd Gefahr/ Vnd vor des Feindes wuͤten. Ich bitt den lieben Vetter mein / Wöl meiner Landtſchafft Vatter fein⸗ In aller not vnd Gfahren. II I. Mein ndetchonen arm vnd reich / Willich jur Lene ſchencken:: . 2n ——— 14 gum landtsfurſten den S RSdeRRegeg. Mein dabey zugedencken / Ach Gott iſt es ſo groſſe Frewd / Wo Vnderthon vnd Obrigkeit Im Friden ſein beyſamen. 1III. M? cH ooz2cS 34e ſahr ich hin / Dann Chriſtus iſt mein Leben:]: Vnd ſterben iſt jeß mein Gewin: Ein beſſers wurdt mir geben: Vnd fur ein zeitlich Furſtenthumb / Die ewig Frewd ich vberkom̃: „ Das walt Gott ewig / Amen. Des Durchleuchtigen / Hochgebor⸗ nen Fuͤrſten vnnd Herm / Herin endwigen / Hertogen zu Wuͤrtenberg / c. Chriſtſeliger Gedechtenus / Symbolum, reimen weiß gefaßt Durch M. Fn . Ach Gottes Willen heb ichan. Lob mein Schepffer / ſo gut ich kan / Von dem ich hab das Leben / Dermir auß Gnad / durch ſeinen Sohn / Ohn mein Verdienſt des Him mels Cron / Vnnd ewig Frewd will geben. Nach uß II. Nach Gottes Willen almein ſuch ⸗ Ich ſtell vnd richt ein ander nach / Dieweil ich leb auff erden. Die Demut bey dem Glůck ſich findt / Gedult das Vnglůck vberwin dt ⸗ * Hoff es ſoll beſſer werden. 11R Nach Gottes Willen egeſchehe/ Er geb mir Kinder in der Ehe / Die nach ſeim Willen leben. Doch will ich lieber ohn Kind ſein / Dann daß den Vuderthonen mein / Ein Tyrann werde geben. IIII. Nach Gottes Willen ſahrichhin / In Jenes leben ſteht mein Sinn / Wann ſich die Stund wurdt finden / Vnd acht diß ſey mein hochſie zier / Ich laß ein guts Lob hinder mir / Bey allen Gottes Kindern. A M E N. Ein 116 Ein Geiſilich Lied Auff Ableiben / weilund des Durch⸗ leuchtigen / Hochgebornen Fuͤrſten vnd Heren / Herꝛn Ludwigen / Hertzogen zu Wuͤrtenberg „ vnnd Teck / Grauen zu Muͤmpelgart /c. Hochloblicher / Chriſiſeliger Gedechtnus. Moͤchte geſungen werden im Thon: Ach Gott von Himmelſich darein /ꝛc. Etruͤbt iſt mir Hertz / Much / vnnd Sinn / Mein Frerwd hat garein Ende:ſ S Diewell der Lod hat gnommen hin / So geſchwindt vnd gar behende / Den allerliebſten vER RE R mein / Des ich jen muß beraubet ſein / Gott erkenn mein Elende. Nun gnad jhm der getrewe Gott / Der woͤll ſeinr ewig walten:]: Erloͤßt iſt er auß aller not / Von gfahren manigfalten. Wiewol ſein geſchwinde Hinnefahrt / Manchs ehrlichs Hert betruͤbet hart / Bey jungen vnd bey alten. Das rein / heilig / Goͤttliche Wort Darbeyer aufferzogen:): JHat er gepflamet fort vnnd fort / War dem allzeit gewogen / n7. Darbey zubleiben biß ans end / Von Grund ſeins Hertzens offt bekennt / Ohn falſch vnd ohnbetrogen. Ein fridlich / Chriſtlich Regiment Fuͤhrt er in ſeinem Leben:ſ: Drumb er ein Fridenfurſt ward gnennt / Der Angenſchein hats geben. Holdſelig / freundtlich war ſein thon / Ein ſolch gut Lob fuhrt er daruon / Darnacher ſtehts that ſtreben. Kein pracht / kein ſtoln / tein vbermuch / Ward bey jhm jemals gfunden:: Sein Vnderthon hielt er in hut / Schuͤst die zu allen Stunden. Dem Armen gab er williglich / Des er nun gneuſſet ewiglich / Iſt auch alls Leids entbunden. Weil es dann nicht kan anderſt ſein / Dann daß wir můſſen ſcheiden:ſ: Wiewols vns ift ein ſchwere Pein / Noch ſolln wirs dultig leiden. Dannsʒeitlich muͤſſen wir verlohn / Wollen wir anderſt auch eingohn / Zu all himmliſchen Frewden. Nunrhut in Gott der thewre Held / Gar ſanfft iſt er entſchlaffen:ſ: Auch allbreit vnder die gezehlt / Denen der Himmel bſchaffen. Ins ewig iſt er gangen ein / Quit / ledig / loß / von aller Pein / Vnd von der Hellen Straffen. Georg Hoffſtetter/h. W. Hoffeantlen Berwandter vnd Lautenniſt. D Hertzog 118. Hertzog Friderichs bon Wuͤrten⸗ berg Lied: Im Thon: Ich ſtund an einem morgen. DRVS ASrIRRT coRrTIS. I As walt Sott vnſer HERRE⸗ Ergeb auchweiter Gnadil: ⁰ Zu feinem Lob vnd Ehre⸗ Der mich erſchaffen hat: Geholffen daß ich vberkom̃ / In diſer zeit auff Erden / Ein herꝛich Fůurſtenthumb· 5 Gott lob es ſein beſtellet/ Die Kirch vnd Schul im Land:ſ: Wie es Gott wol gefaͤllet / All ding in gutem Stand: Der woͤll vns alſo gnaͤdig ſein / In guter Ruh erhalten Ils nach dem Willen ſein. 1II. Ich bin zum 6 R3d geboren⸗ Der bringt vns Haab vnd Gut:ſ: Zum Fůͤrſten außerkoren/ Das macht ein friſchen Mut Gott helf im d 3 0 ſolch Regiment/ 3 Durch ſein Gnad erhalten / Biß zu eim ſeligen End. M. Leonhard En gelhatt jn Stucgart. . Verzeich⸗ u9. Berzeichnus / Wie es mit Weilund des Durchleuchtigen / Hochgeboꝛnen Fůrſten vnnd Heren / Herin Ludwigen /Hertzo⸗ gen zu Wurtenberg / vnnd Teck Grauens zu Můmpel⸗ gart / c. Hochloͤblicher vnnd Chriſtſeliger Gedechtnus / Leichyroceß vnd Begrabnus gehal⸗ ten worden. Im erſten Buch Moſis / am Du biſi Erden / vnnd ſollt zur Er⸗ den werden. 6 S Mittwochs / den achten Augu⸗ S F ſti / diß ablauffenden drey vnnd neunzigſten jars / der Durchleuchtig / Hochgeborn Fuͤrſt 2 E vnnd Herꝛ / Hen Ludwig / Hertzog zu Wuͤr⸗ tenberg / vnnd zu Teck/ Grauezu Muͤmpel⸗ gatt /zwiſchen neun vnd zehen Vhr vor mittag / in dero ge⸗ wohnlichem Gemach vnnd Kammer zu Stutgarten / gantz Chriſtenlich vnd ſaufft im HErn entſchlaffen: — Haben die damals anweſende Jaͤhte / Kaͤmmerling / Hoffprediger / vnd Mediciſettiiche Stund hernach ij gedacht ————— 120 Leichyroceß vnd Vegraͤbnus. gedacht Irer . G. Leichnam / mit einem weiſſen Hembdt / vnnd darůber ſchwartz Attlaſin Hoſen vnnd Wammes ſo mit Sparꝛſchnieren von Gold/ Silber / vnnd ſchwartzer Seidin verbrembdt / vnd Ire F. G. ſeliger vor andern Klei⸗ dern gern gebraucht / deßgleichen Cordowaniſchen Knue⸗ ſuffeln angezogen/ derſelben auch ein ſchwartz ſametinen Mantel vmbgeſchlagen / vnd ein ſametin Spitzhauben / mit einem gůldin Eichenlaub / ſo Ihre. F. G. ſeliger / als ein Signum Conſtantiæ, in zeit dero lebens / an ſtati einer Me⸗ deyen / taͤglich vnd ſietigs getragen auffgeſetzt / vnnd alſo ab deren Ruhbeth gehebt/ beſeirs in der Kammer grlegt / vnnd denſelben tag vnd nacht vber / durch die Wammer Junckern / Hoffprediger / vnnd Medicosgebůͤrlich verwacht / biß des folgenden tags / den neunten Auguſti/ der huͤltzin Sarch zugerichtet Darein hernacher der Fůͤrſtlich Leichnam in obgedachtem Habit / vnd vnder das Haupt ein ſchwartz ſa⸗ metin Kůſſin / neben Ihre ᷓ. G. aber auff der rechten Sei⸗ ten ein ſchoͤn geetzter Dolch / vndauff der lincken ein Wehr gelegt worden / auff deſſen Gefaͤß gar kunſtlich vnnd ʒierlich diſe Reimen mit Gold geetzt. Die Keiſerliche Maieſtat / Allergnaͤdigſt verehret hat / Auß ſonderer Affection / Hertzog Ludwigen wolgethon / ʒu Würtenberg / die Klingen gut, Auß recht hertzlichem treivem Mut. Gott woͤll Sie beed in frewd ohn leid Gnaͤdig erhalten lange ʒeit. Wel⸗ Leichproceß vnd Begraͤbnus. 11 Welches ein herꝛliche Damaſtener Kling geweſen / ſo die jezige regierende Roͤm · Kay. Maieſt. c. Rudolphus Imperator/ vnſer allergnaͤdigſter Herꝛ / ohngefahrlich vor einem jar Ihren F. G ſeligen / neben andern mehr Sachen / gnaͤdigſt verehrt / vnd Ihre Fᷓ. G. Hochloblichen angeden⸗ ckens / vmb Ihrer Maieſi· willen ſonders lieb gehabt. Als nun die Baar durch den Hoffſchreiner zuge⸗ macht / vnd von den Medicis zuuor balſamiert (dann Ihre F. G. nicht / wie ſonſten bey dergleichen Juͤrſtlichen Perſo⸗ nen gebraͤuchig / geoͤffnet worden / weil Sie in dero Lebzei⸗ ten offtermals deſſen ſelbs gedacht / vnd ſolches zuunderlaſ⸗ ſen begert) hat man dieſelbe mit einem ſch“ artzen lindi⸗ ſchen Tuch bedeckt / ohne allen Pomp / in groſſer Trawrig⸗ keit / vnd gebuͤrlicher ſtille / durch die anweſende vom Adel in die Hofcapell herab tragen / auff Stůl vor den Altar ſtel⸗ len / vnd hernacher in einen gantz zinin Sarch legen laſſen / vor deren die damals anweſende Pfflcierer hergegangen. Alda iſt die Fuͤrſtlich Leich / mit einem ſchwartzen Sa⸗ mat bedeckt / die ʒeit vber ſtehn bliben / vnnd durch ettliche Trabanten auß Ihrer ᷓ· G. Leibsguardi / ſo tags ſo nachts verwacht worden. Ach dem dann hochermelt Ihre F. G. ſeliger vnd hochloͤblicher Gedechtnus / in dero vor ſi⸗ ben Jaren auffgerichtem Teſtament vnder anderm verordnet / wann ſich ſolcher laidige Todfall bege⸗ ben / daß derſelben Leichnam / Chriſtenlichem Gebrauch nach / zu Tuͤbingen / in Sanet Georgen Kirchen / bey dero jij vorigen 1 Leichproceß vnd Begrůͤbnus. vorigen vnnd erſten Gemahelin / der Durchleuchtigen! Hochgebornen Fuͤrſtin vnnd Frawen / Frawen Dorothea Vrſula / Hertzogin zu Wuͤrtenberg / xc. geborner Marg⸗ graͤuin zu Baden vnd Hochberg ꝛc.loblicher Sedechtnus / ohne allen Pomp / vnd Gepraͤng doch geburlich zur Erden beſtettigt / vnd ʒur ſeligen Ruh in das Grab der geſtalt ein⸗ gelegt werde / damit dieſelbe Ihren F G.ʒur lincken Hand an die Seiten kommen / vnnd dero andern Gemahlin / die auch Durchleuchtige / Hochgeborne Fuͤrſtin vnnd Fraw/ Fraw Vrſula / Hertzogin zu Wuͤrtenberg / ꝛc. geborne Pfaltzgraͤuin bey Rhein / Hertzogin in Bayern / c.wann es dem Hochſten / vnnd erſthochermelter jetziger hinderlaßner Fuͤrſtlichen Wittib ebenmaͤſſig auch alſo belieben wuͤrde / die Begraͤbnus auff derrechten Seiten haben moͤchten. Alſo vnd zu volnziehung diſes Ihrer F̃. G. Begerens vnd Diſpoſition / ob wol ſonſten ſeine F̃. G. nicht allein von wegen dero bekandten Fuͤrſtlichen Tugenden / zu mehrer Bezeugnus dero hochrhůmlichen hinderlaßnen Namens / anderer herꝛlicher anſtellung diß oris gar wol werth / ſonder auch derſelben Succeſſor / vnnd einiger Stammens vnnd Namens verwandter / der Durchleuchtig vnd. Hochgeborn Fuͤrſt / Hert Friderich / Hertzog zu Wuͤrtenberg / vnd Teck! Graue zu Muͤmpelgart / ꝛc. darzu gantz geneigt geweſen were: Iſt alles vbermaͤſſig Gepraͤng vnnd Ceremoniæ be⸗ daͤchtlich vnd wolmeinlich eingeſtelt / vnd derowegen meh⸗ rere einladung von Gefreundten / auch beſchreibung vnnd erforderung der Bberamptleut / anderer Diener Le⸗ henleut kichyteß vnd Bezrübns. n3 henleut vom Adel / vnderlaſſen / vnnd kuͤrtzlich nachfolgende Dnrdnung gehalten worden. WRſiliche iſ dem Stattuogt zu Stutgar⸗ SSn Befelch gegeben worden / den 23. tag Auguſti / auff welchen man (wie eniſe die Fůͤrſtlich Leich hinweggefůhrt / alle Thon der Statt beſchloſ⸗ ſen zuhalten / vnnd dieſelben mit Schützen / vnnd andern be⸗ wehrten Leuten / der nottunfft nach zuuerwahren. Deßgleichen ſind von der Schloßbrucken / biß zum Hauptſtaͤtter Thor an / auff beeden Seiten / in ſchwartzen Maͤnteln / mit jhren Vberwehren / von der Burgerſchafft / je einer an dem andern geſtanden / deren vber die ſechs hun⸗ dert geweſen / damit alles Getraͤng verhůtet / vnd gute wacht gehalten werde. Alle raiſige Pferd / wie auch die Waͤgen vnnd Gut⸗ ſchen / ſeind vmb ſiben Vhr morgens fuͤr obbemelt Haupt⸗ ſtaͤtter Thor beſcheiden / mit Befelch daſelbſten zuwarten / damit / wann man mit der Fůͤrſtlichen Leich vor die Statt hinauß kommen / meniglich alsbald auffſitzen / vnnd in ge⸗ machter Vrdnung fortziehen koͤnde. Allein hat man die Senfftin / ſo allerdings mit ſchwartzem Tuch bedeckt vnd vberzogen geweſen / beſeits in der Gaſſen hergehen laſſen / n fahl die Fuͤrſtlich Witeib vor hertzleid / kummer / vnnd ſchwachheit zu Fuß nicht fortkommen koͤndte / vder ettwan ein anderer Zuſtand begegnete / daß man dieſelb bey der hand haben mochte. Aber 4 Kichproceß vnd Begraͤbnus. Aber alle Grauen / Hern / vom Adel / Raͤhte/ Offi⸗ cier / Cantzleyuerwandte vnnd Hofgeſind ſind beſchidner maſſen im Schloßhof / wie auch das adenlich Statfrawen⸗ zimmer ʒzu Hoff! Vnnd dann der andern Raͤht vnd Cantzleyuerwand⸗ ten Weiber / in der Cantzley / nechſt am Schloß / vnd die von Gericht / Rahte vnnd anderer Burgerſchafft der Statt Stutgarten Mans vnnd Frawen Perſonen / vor dem Schloß auff dem Platz / vnnd neben der Stifftskirchen / in groſſer menge / alles in gebůͤrender Klagkleidung / zu beſtim⸗ ter Stund / vmb halb acht Vhr / gehorſamblich er⸗ ſchinen. Vmb ſelbige Stund hat man / dem gemeinen ge⸗ brauch nach / mit der groſſen Glocken / nach einander/ziwey Zeichen / volgends darauff vmb acht Vhr mit allen Glo⸗ cken in den dreien Kirchen zuſamen geleutet/ vnnd daſſel⸗ big nicht allein / biß man mit der Leich auß der Statt / ſonder auch von der Deduetion widerumb herein in die Stattkir⸗ chen kommen / continuirt. Wie man nun angefangen zuſamen leuten / iſt der ei⸗ ne Lieutenant / ſampt zweien Trabanten mit Helparten/ doch ſchwartzen Schaͤfften / vnnd die Spitz vnderſich ge⸗ kehrt / vorher gangen. Darauff der Vice Marſchalck vnnd (in abweſen des Hoffmeiſters / ſo Leibs ohnuermoglichheit halben nicht zu⸗ gegen ſeinkoͤnden)der Stallmeiſter. ( Diſer vnd aller anderer Namen werden hieunden bey der Begrãbnus zu vůbingen gemeldet werden.) Pol ol⸗ deichproceß vnd Begraͤbnus. 12 Volgends alle Hoffjunckern / jezwen vnnd zwen mit einander. Alsdann die beſchribne Prouiſioner. Auffſelbige die Oberuogt. Darauff die Grauen vnnd. hermn / ſoam Hof / vnnd ſonſt beſchriben geweſen. Nach denſelbigen ſechs edler Jungen / darunder vier Kammerjungen / je drey vnd drey mit einander. Auff die Jungen iſt gangen Conrad Thumb von Newburg diſer zeit Oberuogt ʒu Goppingen / des Hertzog⸗ thumbs Wuͤrtenberg Erbmarſchalck / einig vnd allein / mit einem ſchwartzen Staab vor der Fuͤrſtlichen Leich. Darauff die urſilich Leich geuolgt / welche auff einem ſondern darzugemachten ſchwartzen Wagen / mit Samet gantz bedeckt / acht ſchwartzbrauner Hengſt gefuͤhrt / die auch / wie zugleich der geug / mit ſchwart lindiſchem Tuch aller vberzogen geweſen. Neben derſelben / wie auch den volgenden Fůͤrſtlichen Perſonen / vnnd Abgeſandten / ſind auff beeden Seiten gan- gen der Guardi Hauptman / Bernhard Griſeiſin / vnnd deſſen Lieutenant / ſampt jhren ʒugeordneten vierzig Tra⸗ banten / in ſchwartzen Trawrkleidern / mit jhren Vberweh⸗ vnderſich gegen der erden gekehrten Spiten oder iſin. Nach der Fuͤrſtlichen Leich hochgedacht Ihre F̃. G. Hertzog Friderich zu Wuͤrtenberg /ꝛc.allein. R Auff v6 Leichproceß vnd Begräbnus. Auff Ihre ʒ. G. dero Eltſter Sohne/ Hertzog Jo⸗ han Friderich ꝛc. auch allein. Vnd neben S. . G.auff der Seiten / dero Hofmei⸗ ſter /Lutz von Menlißhofen. Darauff Hertzog Georg Guſtauus / Pfalbgrauett. Volgends beede junge Herm Pfaltgrauen Hertzog Johan Auguſtus c. vnd Herzoʒ Ludwig Philips /xc. Ge⸗ bruͤder / doch jeder auch allein. Vnd auffder Seiten /beeder Ihrer ᷓ. G. Hofmeiſter / Hans Friderich von Degernaw. Hernacher der Fuͤrſien Geſandten / ſo von Ihren gnaͤ⸗ zur klag vnnd Begraͤbnus abgefertiges geweſen. Als von wegen / c. Hertzog Philips Ludwigen / Pfaltz⸗ grauen / c. Hans Caſpar Rodt von Schreckenſtein / Raht vnd Amptman zu Gundelfingen. Vnd neben jhme / von wegen Herm Georg Frideri⸗ chen / Marggrauen zu Brandenburg / ꝛ0. Thomas / Herꝛ von Kruchingen / beſtelter Obriſter / Raht vnnd Ampt⸗ man zu Crailßheim · Nach demſelben / Heren Georgen Landtgrauen zu Heſſen / ꝛc. Geſandter / Hans Philips von Buchßeck / ge⸗ nannt Muͤnch / Amptman zu Ruͤſſeleheim. Zib n —— Leichproec; ond Begraͤbnus. 1e Vnnd neben jhme / Herin Ennſt Friderichen / Marg⸗ grauen zu Baden / vnnd Hochberg / x. Wilhelm Pebliz / Statthalter Amptsuerweſer. Hernacher abermals jetz hochgedachter uͤrſten vberi⸗ ge Abgeſandten / nemlich: Von wegen Pfalt /ꝛc.vnnd Brandenburg /ꝛ. Georg Ludwig Frolich / der Rechten Doetor / vnnd Hans Jacob von Berlichingen / andtrichter ʒu Dnoltzbach. Von wegen Heſſen / ꝛc.vnnd Baden / t. C aſpar von Braitenbach /genannt Breidenſtein / vnnd Eberhard von Renchingen / Oberuogtzu Durlach / je ʒwen vnd zwen mit einander. Volgends Hertzog Friderichs zu Wuͤrtenberg / ꝛc. Hofmeiſter / Hans Georg von Brinninghofen: Stalmei⸗ ſier/ Jvachim von Trauſchwit:vnnd Kaͤmmerling / Frantz Chriſtoff von Bulach. Demnach die hinderlaßne Wuͤrtenbergiſche Regi⸗ mentsraͤhte. Eraſmus von Laimingen/Landßofmeiſter / vnd Mar⸗ tin Aichman / der Rechten D. Canter/neben einqder. Melchior Jager von Gärtringen / geheimer Raßt / vnd Hieronymus Gerhart / der Rechten D. Vice C antzler. Vnd Johan Sattler / vnd Georg Ruff / beede Kam⸗ mer Secretarij. R ij Hierauff 128 Leichproceß vnd Begraͤbnus. Hierauff geuolgt der Zuͤrſtlichen Wittib beede Hoff⸗ meiſter/ Melchior Ludwig von Newhauſen / vnnd Jacob von Hoheneck / alter Landhoffmeiſter· Nachgehends die Fürſtliche Wittib Fraw Vrſula Hertzogin zu Wuͤrtenbergc. Welche Graue Eberhard von Tuwingen / Oberuogt am Schwartzwald / vnnd Graue Wolff von Lewenſtein / Dberamptman zu Weinſperg / als des Fuͤrſtenthumbs Würtenberg Erbraͤhte /gefuhrt haben · Nach der Fůrſilichen Wittib / derſelben Schweſier/ Fraͤwlin Eliſabetha/ Pfaltgräuin 1ꝛc. welche auch zwen Hermgefuͤhrt / wie hernach bey Tuwingen gemeldet wer⸗ den ſolle. Volgends der Zůͤrſilichen Wittib Jungfrawen / je zwo vnd zwo mit einander · Nach denſelben die Hofmeiſierin · Hernacher die Rahts / vnnd andere edle Frawen von Stuigarten / welche hieunden im Proceß zu Tuͤbingen mit Namen benennet. Denſelben ſeind geuolgt die edle vnnd gelehrte Raͤhte / je zwen vnd zwen . . Darauff die vberige Raͤhte bey den andern Ewedi⸗ tionen / auch zwen vnd zwen. Als Leichproceß vnd Begraͤbnus. 12 Als dann die Secretarij vnnd Schreiber / die damals bey Ihren Fᷓ· G hochloͤblicher Gedechtnus / ohne die Regi⸗ mentsraͤhte / ſo nechſt oben benant ſeien / in dienſten vnnd ordinarie hey der Cantzley geweſen / mit Namen / In demobern Rahte. Hans Wolff von Anweil. Friderich von Plieningen. Hans Chriſtoff von Engelthofen. Wolff von Vhrmuͤhl. Sebaſtian Welling von Vehingen. D. Georg Gadner. D. Hans Jacob Rienhard. Rahre. D. Jacob Haug. D. Chriſtian Doldius. D. Sebaſtian Mitſchelin. Johan Kuͤlman. D. Johan Bidenbach. 6 Aduocaten. D. Beatus Fabri. M. Mattheus Aulber. R j M. Theo⸗ 30 Leichproeeß vnd Begräbnus. NM. Theophilus Aulber. D. Wilhelm Krauß · D. Zacharias Hettler. D. Ludwig Koͤnig· Rentkammer. Hans Jacob Gut von Suls / Kam⸗] mermeiſter· Fabian Egen / Kammer Protura⸗ tor. * Expeditionraͤhie. D. Vlrich Broll. Peter Ecker · Johan Roßlin. Johan Hyppolitus Dreher. Hans Haan. (Rechenrahte. Michael Sauſelin. Balthaſar Moſer. Ethart Stickel. g Landtſchreer. Arminius Růtel.) Geiſt⸗ Leichyroreß vnd Begraͤbnus. Geiſtliche Raͤhte. Im Conſiſtorio. Johan Magurus/Probſt zu Stutgarten. D. Lucas Bſiander / Hofprediger. M. Wilhelm Holder / Stifftsprediger D. Andreas Oſiander. 9 M. Felir Bidenbach. Politiſche Kirchenraͤhte. D. Balthafar Eiſengrein / Conſiſtorij) vnd Kirchenrahts Director. Johan Georg Huͤngerlin / Kchem⸗ Hoſprediger. Ewediionhe. M. Johan Entzlin / Senior. Johan Baiſch. Bernhart Roͤßlin. Hans ChriſtoffLutz. d Andreas Vngelter tR anihte. Erhard Beyhel. Hans Valentin Moſer. Secre- —.—k,—‧ 43 Leichproceß vnd Begraͤbnns. Secretarij imobern Rahte. Ilorentz Graſeck / Kraiß Seeretarius. Johan Brodbeck. philps Ziegler. eee Me. Burckhart Epp / Hoffgericht⸗ Secretarius. Vlrich Vaßrnbuͤhler / Ehegerichts Secretatius. Secretarij auffder Rent⸗ kammer. Conrad Brodbeck.· Hans Wilhelm Braitſchwert. Buchhalter. Wilhelm Beham. Chriſtoff Thomas. Secretarij. Secretarij im Kirchen⸗ rahte. Lorentʒ Schmidlin / Senior, Sccretarius Conſiſtorij Fe- cleſiaſtici. Johan Leichproceß ond Begraͤbnus. Johan Ludwig Heller. Johan Burckhart Dreher. Johan Bůſchler. Buchhalter. Philiys Schertun. M. Gabriel Volland / Kirchenrahts Regiſtrator. Simnderhin 5 Ivnathan Sautter. ilratores zu Hof. Scribenten. Hofrantzley. Jacob Rahtgeb / Secretarius. Georg Sattler. Hans Bernhardt Scheck. Georg Hofſtetter. Jvachim Brotbeck. Diſman Heller. Obern Rahts. Johan Haas. Johan Gomcr. S Baltha⸗ 34 Leichproeeß vnd Begrabnus. Balchaſar Jauß · Hans Caſpar Mager· Jacob Iſrael Ziegler. Charlin Carray · Hans Heinrich Genckinger. Andreas Fauß. Thomas Lindenſpůr. Conrad Heller. Johan Loſer. Gottfrid Schein. Rentkammer Schreiber. Daniel Frey · Hans Hauß. Conrad Steck. Laurentʒ Mitſchelin. Paulus Heerbrand. Kirchenraht. Johan Entzlin / lunior. Chriſtoff Bidenbach · Jacob —— Leichproceß vnd Begraͤbnus. 13 Jacob Sparn. Daniel Andreæ. Lorentz Schmidlin / lunior. Fridericus Conſtantinus Phrygio. Bottenmeiſter. Jacob Wunderlich. Friderich Haid. Cantzleyknecht. Georg Hartmap . Frantz Bardily. Hans Huͤrt. Auff di Raͤht vnd Cantzley Verwandten ſind gegan⸗ gen alle Pfficier vnnd Hofgeſind / ſo ſich ohne das raſſige Hofgeſind vnnd Fuhrleut(welches / wie oben eingangs ver⸗ meldet / vor dem Statthor mit den Pferden vnnd Wagen gehalcen) in drey hundert Perſonen ohngefahrlich ange⸗ lauffen. Item die Capelluerwandten / Muſicanten / vnd In⸗ ſtrumentiſten / deren in der zahlʒꝛ. geweſen. S ii Auff 16 Leichproceß vnd Begraͤbnus. Auff dieſelbe die anweſende vom kleinen vnnd groſſen Außſchutz der Landtſchafft in Wuͤrtenberg / wie ſolche hie⸗ „ nach bey Tuͤwingen ſpecificirt. Darauff der Reichsſiaͤtt Geſandten. Nachgehends Vogt / Burgermeiſter / Gericht vnnd Rahte der Statt Stutgarten ſampt gantzer Burger ſchafft von Mans Perſonen daſelbſten/ auſſerhalb deren / ſo mit der Wehr dageſtanden · Auch andere Amptleut / vnnd Vnderthonen / ſo auß den nechſigelegnen Aemptern fur ſich ſelbſten dahin kom⸗ men. Hernacher die Raͤhte Cantzley Verwandten / vnd Hof⸗ geſinds Haußfrawen⸗ Auff dieſelbige/ Gerichts vnnd Rahts / auch gemeiner Burgerſchafft Weiber in groſſer anzahl. Welcher Mans vnd Frawen Perſonen in eitlich tauſent geweſen / vnd ſich alle gant trawrig klaͤglich / vnnd mitleidenlich erzeigt / alſo / daß man gar wenig von alten vnnd jungen Leuten auff der Gaſſen vnd in Hauſern geſehen / die nicht jhr Leid vnd hertz⸗ tiche Bekuͤmmernus mit weinen vnnd inniglichen Seuff⸗ tzen exprimirt haben · Annn die Fuͤrſilich Leich fuͤr mehr be⸗ Mſagt Hauptſtatter Thor in obangeregter Ord⸗ nung gebracht worden / iſt alsbald das raiſig geſind Leichproceß vnd Begraͤbnus. 87 geſind zu Pferd / wie zugleich das Frawenzimmerin jhren Wagen / in geburender Vrdnung fortgeruckt. Die jenigen aber vom Adel / Carabiner / vnd Einſpen⸗ ningen / ſo in ſonderheit auff die Leich beſcheiden / vnnd die⸗ ſelbe hienach zu Tuͤwingen getragen / haben die Fuͤrſiliche Leich begleittet vnnd verwahret / welche alſo dem Hauffen nachgefolgt / vnd im Geſicht gebliben.· Vnnd iſt menniglieh in langen ſchwartzen Klagmaͤn⸗ teln geritten / vnd die Waͤgen alle mit ſchwartzem Tuch be⸗ deckt geweſen. Alle vberige Perſonen / ſo in der Statt Stutgarten gebliben / vnnd nicht naher Tuͤwingen / oder das Kloſter Bebenhauſen beſcheiden worden / ſeien / nachdem die Fůͤrſilich Leich von der Statt fort gefuͤhꝛt / in der Oꝛdnung / wie ſie durch die Statt hinauß gegangen / widerumb zu ruck hinein vnd geſtracks der Kirchen zugezogen / alda der Probſt Johan Magatus ein Leichpredigt gehalten. Es haben auch Ihre F̃. G. neben anderer Verord⸗ nung fur das Geleut / gleich deſſelbigen tags / von des ver⸗ ſtorbnen Hochloͤblichen Landtsfurſten wegen / durch ettli⸗ che verordnete vom Gericht vnd Rahte / vnder Hauß arme duͤrfftigeLeut / ein Allmuſen außtheilen / vnd jeder alten Per⸗ ſon ſechs Kreutzer / vnd einer jungen drey Kreutzer / ſo wol in der Statt / as den frembden vor dem Thor / auß dero Landtſchreiberen geben laſſen. S iij Deh⸗ 138 Leichproceß vnd Begraͤbnus. Deßgleichen hat man des tags ʒuuor Verordnung gethon / daß in allen Flecken vnnd Dorffern / da die Fuͤrſt⸗ lich Leich durch oder neben hin gefůhrt / ſo bald man derſel⸗ ben anſichtig / vnnd ſo weit man dieſelbe ſehen koͤnden / mit allen Slocken gelitten / vnnd von gantzer Baurſchafft / biß man fur den Zlecken oder Dorff fuͤrůber kommen / beglait⸗ tet / vnnd darauff in denſelben Kirchen ein Troſtpredigt auß Gottes Wort / vnnd Chriſtenliche Gebet gehalten worden. Vnnd ſeien alſo Ihre / Hertzog Friderichs / ꝛc. F. G. ſampt der Fůͤrſtlichen Wittib / vnnd allerſeits bey ſich ge⸗ habtem Hofgeſind / von Stutgarten auß deſſelben tazs in einem Jutter naher Tuͤwingen geraiſet. Als man aber mit der Fuͤrſtlichen Leich nahend bey Bebenhauſen ankommen / iſt der Abbte / Vogt vnnd Ver⸗ walter alda / ſampt den Schulern vnnd gantzem Cloſterge⸗ ſind / derſelben in der Proecß / biß fuͤr das Thor / entgegen gezogen / vnnd haben die Fuͤrſtlich Leich in das Cloſter be⸗ glaittet / daſelbſten ſie in die Kirchen geſtelt / vnnd vom Præ⸗ laten Eberhardt Bidenbach / der heiligen Schrifft Do⸗ etorn / alsbald ein troſtliche Leichpredigt gehalten / vol⸗ gends die Fuͤrſtlich Leich dieſelbe nacht vber durch geordne⸗ te Trabanten wol verwahrt worden. In maſſen auch die vom Adel / Carabiner / vnnd an⸗ dere / ſo mit der Fuͤrſtlichen Leich gezogen / mit jhrem zuge⸗ ordneten Hofmeiſter allda gebliben. Volgen⸗ Leichyroceß vnd Begraͤbnns. 35 Volgenden morgens / am tag Bartholomei / ſeien die zugeordnete von Bebenhauſen auß / mit der Fuͤrſtlichen Leich zu Tuͤwingen vor dem Luſtnawer Thor vmb ſiben Vhr morgens ankommen / vnnd daſelbſien Ihrer / Hertzog Friderichs ꝛc. vnnd Fraw Wittben / F. G. auch anderer erwartet. Daſelbſten der Bawmeiſter / vnnd ſeine zugeordnete / mit Stotzen / Gabeln / vnnd Stuͤlen (darauff man die Leich vom Wagen abgehebt / vnnd geſetzt) gefaßt geweſen. In mittels / vnnd biß ſolches beſchehen / haben die vom Adel vnnd Carabiner Ihre Pferd vor dem Thor hinweg / vnnd in die Statt hinein geſchafft / vnnd ſich zum tragen gefaßt gemacht. Dieſelbe ſeind diſe geweſen: Niclaus von Goͤllnit / Jagermeiſter. Joſua Scheer von Schwartzenburg / Rahte· Hans Vlrich von Renchingen / Bberuogt zu Balingen · Peter Scheer von Schwartzenburg / Bberuogte zu Mar⸗ pach· Hans Heinrich von der Thañ.] “ Chriſtoff von Dinſtett. (Enchſeſſn. Wofff Chriſoff von Trot. ] Heinrich 140 Leichproceß vnd Begrabnus. Heinrich von Reichaw. Ernſt von Frawenberg Hans Chriſtoff. Haͤrter vvn Haͤrteneck · Melchioꝛ Sigelman von Delſperg. Jacob von Guͤltlingen · Bernhard von Mentzingen · Philips von Neipperg. Wolff Jacob Nothafft von Hohenberg. Hans Ludwig von Frawenberg. Eitel Hans Beſſerer von Schniefflingen. Hans Philips Greck von Kochendorff. Melchior von Reichow. Chriſtoff von Zewit. Peter im Hof. Balthas Manteuffel · Alexander Pflug. Hans Eitel Senfft von Sulburg. Ludwig von Wolfframsdorff Vnd Eberhard von Freyberg. Prouiſioner von Hauß auß · Hoffjun⸗ (ckern. Leichproceß vnd Begraͤbnus. 141 Deſſelben tags ſind Rector vnnd Senatus Acade⸗ mie / ſampt allen Vniuerſitet Verwandten / Deßgleichen Vnderuogt / Keller / Verwalier / Bur⸗ germeiſter / Gericht / vnnd Rahte zu Tuͤwingen / vmb ſiben Vhr morgens vor dem Luſtnawer Thor bey der Fuͤrſili⸗ chen Leich erſchinen. Vnd haben die Amptleut alda nicht allein vnder alle Statthor / ſonder auch vnd furnemlich ehegemelt Luſtnaw ⸗ ar Thor ſtarcke Wacht verordnet. Ebenmeſſig hat Ott Lienhart von Gaißberg / Haupt⸗ tnan / vom Schloß an / biß zu gemeltem Thor / vnnd von vannen zur Kirchthuͤren / ettlich hundert Schuͤtzen / ſampt rtlich vilen auß der Burgerſchafft / mit jhren Vberwehren auff beeden Seiten in der Gaſſen geſtelt / allenthalben platz umachen / vnnd das Gedraͤng zuuerhůten / Wie dann in ſonderheit der Quardi Lieutenant einem / ſampt den jeni⸗ xen Trabanten / ſo die Nacht zunor auff die Fuͤrſtlich Leich Bebenhauſen gewartet / befohlen worden / vnder den Kir⸗ henthůͤren fleiſſig zuportieren / damit vor der Fůͤrſtlichen lich niemandis hinein komme · Zwiſchen ſiben vnd acht Vhren iſt das erſie Zeichen / nd vmb acht Vhr das ander gelitten worden. Darauff ſein Hertzog Friderichs / ꝛc. F̃. G. ſampt der ßuͤrſilichen Wittiben / auß dem Schloß herab gezogen in achfolgender Ordnung. T Erſt⸗ 142 Leichproceß vnd Begraͤbnus. Erſtlich drey Trabanten vorher mit vnderſich ge⸗ kehrten Spitzen. Darauff der Vice Marſchalck vnd Stalimeiſter. Nach denſelben alle Hofjunckern. Volgendts die Prouiſioner. Alsdann die Oberuoͤgt. Darauff der Wůntenbergiſchen Landtſchafft Auß⸗ chutz. Hernacher der Reichsſtaͤtt Geſandten. Volgendis die edle vnd gelehrte Raͤhte. Auff ſolche die Regimentsraͤhte. Denſelbigen nach die Grauen vnnd Hern / je zwen vnd zwen. Hernach die Fuͤrſtliche Geſandten in der Ordnung / wie bey Stutgarten gemeldet. Auff dieſelbige die drey junge Fuͤrſten / Hertzog Johan Auguſius / Pfaltzgraue / c. auff der rechten / Hertog Johan Friderich von Wuͤrtenberg / xc. in der mitte / vnnd Hertzog Iudwig Philips Pfaltzgraue / rc. auff der lincken Seiten zu fuß gangen / vnnd neben jhnen jhre Hofmeiſter. 2 ar⸗ all ————— „—— Leichproceß vnd Begraͤbnus. 143 Darauffſeien Hertog Bt Heinrich Pfalzgraue / auff der rechten / Hertzog Zriderich zu Wuůrtenberg / ꝛc. in der mitte / vnd Hertzog Georg Guſtauus Pfaltzgraue/tc. auff der lincken Hand geritten. Denſelben jhre Kaͤmmerling vnnd edle Jungen nach⸗ gefolgt. Vnd auff dieſelben der Fůͤrſtlichen Wittib obbenante beede Hofmeiſter. Nachgehendts iſt die Fůͤrſtlich Wittib / ſampt Her⸗ tog Dtt Heinrichs Pfaltzgrauen /. Gemahelin / rawen Dorothea Maria / Pfaltzgraͤuin bey Rhein / geborner Her⸗ ogin von Wuͤrtenberg / ꝛc. in einem ſchwartzen verdeckten . angenden Wagen gefahren. Vnd ſeien die Grauen vnnd Henn/ ſo jhreßᷓ. G. her- nacher zu fuß gefuͤhrt / neben dem Wagen hergangen. Das ander Frawenzimmer aber iſt in den andern Wagen auff Ihre F. G. gefolge. Neben obgedachten Fuͤrſten vnnd Fuͤrſtinen iſt aber⸗ mals der Guardi Hauptman vnd Lieutenant / ſampt jhren ʒugeordneten Trabanten / in ſchwartzen Kleidern mit vn⸗ derſich getragnen Vberwehren auff beeden Seiten / Vnnd nach den Frawenzimmerwaͤgen alles ander Hofgeſind gegangen. Sij Als 144 Leichproceß vud Begraͤbnns. L S man nun in diſer Ordnung fuͤr das Luſtnawer Thor kommen/ vnnd der Leich anſichtig worden / ſeien die Fuͤrſtliche Perſonen vnnd Fraw⸗ enzimmer abgeſtanden · Vnndhatſich der Vice Marſchalck mit denen vom Adel / ſo (wie oben gemeldet) vorgangen / (auſſerhalb der Raͤhte / ſo neben der Leich ſtillgeſtanden) widerumb dem Thor zugewendet / vnnd abermals drey Trabanten vorhet gehen laſſen. Hierauff geuolgt der Vice Marſchalck Berhatdt von Liebenſiein/ Rahle / vnnd Stallmeiſter Sebaſtian von Plieningen · Volgendts je zwen vnnd zwen vom Adel / die ſeind mit Namengeweſen · Hans Georg von Berlichingen / Reiiter Hauptman · Hans Conrad Gremp von Frewdenſtein · Carle von Dachsberg · Chriſtoff von Goͤllnitz. Hans Joachim von Rochaw · &Kůmmering . Carle von Eyberg · 5 Helfferich Senfft von Sulburg. 0 Hans Dauid von Lammerſchheim. Tnuchſiſen. Jorz Leichproceß vnd Begraͤbnus. 14 6 Joͤrg Wolff von Dinſieti. Eberhardt Rauchhaupt · Georg Dieterich Megenter von Veldorf. Jacob Burckhart von Wuͤrtburg · 4 Conrad aͤchler. Hans Caſpar Kaͤchler [Von Schwandorff. Hans Kaͤchler . Hans Conrad Megentzer von Veldorff. . Philips Chriſtoff von Menchingen · Wolff. Heinrich Schilling von Canſtati. Jacob von Ehingen · Conrad von Wernaw. Chriſtoff Senfft von Sullburg/ Haupiman · Philips Magnus von Helmſtatt. Hans Michel von Nippenburg. Carle vom Stein. Sebaſtian von Wellwart. Caſpar Wolff von Rotenburg. Albrecht Thumb von Newburg. T ißj Mart n — 8 — 1465 Leichproceß vnd Begraͤbnus. Marꝝ Caſpar von Newhauſen. Samſon Scheer von Schwartzenburg / Hauptman. Eraſmus Schletz von Hatzenhofen / Haupiman. Hans Eitel von Newhauſen. Hans Dieterich von Nippenburg. Hans von Gremlich. Wilhelm Stephan Ruͤbel. Hans Jacob von Stotzingen. Hans Georg Volland von Vollandtscck. Fritz Jacob von Anwcil. Hans Jacob von Frawenberg. Hans Wolff von Veningen. Joͤrg Wolff von Welwart. Joͤrg von Kaltenthal. Niclaus Chriſtoff Megentzer von Veldorff. Philips Chriſtoff Laͤmblin. Jacob Chriſtoff von Sternnenfels. Achatius von Gutenberg. Eberhardt von Gemmingen. Philips Leichproceß vnd Begraͤbnus. 147 Philiys Keck von vnder Ljmpurg. Hans Philips von Nippenburg. Hans Conrad von Auerbach. Hans Chriſtoff von Veningen · Hans Rudolff von Thieyberg. Eberhardt Wolff von Tachenhauſen. Ludwig Caſimir Ehrer. Dieterich von Plieningen. Hans Jacob Breuning von Buchenbach. Burckhart von Ehingen. Hans Conrad Truchſeß von Hoͤfingen. Caſpar Bernhardt von Rechberg. Ernfrid Senfft von Sulburg. Martin von Nippenburg. Hans Jacob von Degernaw. Georg von Ehingen. Friderich Thumb von Newburg. Peter von Guͤlalingen. Frantz Conrad Hofwart. Philip⸗ 148 Leichproceß vnd Begraͤbnus. Philips Ernſt von Berlichingen. Bernhardt von Sternenfels. Hans Chriſioff Scheer von Schwartzenburg / Ritt⸗ meiſter · Veit von Wernaw. Albrecht von Liebenſtein. ¶ Lauffen. Daniel von Anweil · 5 Sultz. ernogt zu Hans Sigmund von Renchingẽ. Kirchen. Carlin von Renchingen. (Wildberg. Wilhelm von Renchingen. Rahte. Raban von Licbenſiin. 9 Gedeon von Oſtheim / Raht vnnd Pberuogte zu Tů⸗ wingen. Herꝛn vnd Grauen · Iriderichs Gratia Dei. Freyherꝛn von Spaur. Heinrich Conrad / Sigiſmund / Freyherꝛn von Wentzelick. Dieterich reyher von Aurſperg. Herman — Leichproceß vnd Begraͤbnus. 149 Herman Heinrich Schutzſper / Freyherꝛ von Burckmilch⸗ ling. Heinrich / Conrad / & Hemiu impurg / Erbſchencken. Gottfrid / Graue vnd Herꝛ zu Caſtel. Albrecht Otio / Chriſtoff / Schenck Albrecht / Herꝛ zu Limpurg. Schenck Carle / Hen von Limpurg. Schenck Georg / Herꝛ von Limpurg / Rahte. Philips / Gtaue zu Leiningen / vnd Herꝛ zu Weſterburg /t. IhrerF̃. S. ſeliger Kammerer. Hans Jacob / Graue von Eberſtein. Grauen von Solms. Philiys Graue von Vetingen. Philips Graue von Eberſtein. Ludwig Graue von Lewenſtein. Nmittels vnd weil obbemelte vom Adel Herꝛn vnnd Grauen obgeſchribner maſſen forige⸗ 1/ V Haben 150 Leichproceß vnd Begraͤbnůs. Haben Hertzog Friderichs / ic. F̃. G. auch die andere Fuͤrſten ſich ob den Rähten / neben die Leich (die mit einem bloſſen Samet bedeckt )geſtellt. Wie auch hinder Ihren F. G. die Fuͤrſtlich Wittib / vnd ander Frawenzimmer geſtanden / biß alle ſachen ange⸗ ordnet worden / welches gar bald geſchehen · So bald dann obbemelte ⁊6. vom Adel / die Fuͤrſtlich Leich auffgehaben vnd getragen / (welches aber erſt / da man anfangen ʒuſamen leutten / beſchehen) vnd neben den⸗ ſelben die Carabiner vnd Einſpennigen mit jhren Siotzen vnd Gablen nebenhero auffgewartet / Seien auff die Grauen(wie obſteht)die ſechs edle Kna⸗ ben / je drey vnd drey mit einander / Vnd dann Conrad Thumb von Newburg / Erbmar⸗ ſchalck / allein / vor der Fůͤrſtlichen Leich hergangen. Volgends auff die Leich Ihre F̃. G. Hertog Fride⸗ rich zu Wuͤrtenberg /ꝛc. Darauff S.ᷓ G. eltiſter Sohne / Hertzog Johan Friderich / .vnnd neben demſelben ſein Hofmeiſter beſeits · Alsdann Hertzog Dtt Heinrich / Pfaltzgraue/c. Hernach Hertzog Georg Guſtauus / Pfaltgraueſꝛc. Demnach beede ob hochernante junge Hern Pfalt⸗ grauen c. jeder allein. Vnd Leichproceß vnd Begraͤbnus. myt Vnd auff der Seiten jhr Hofmeiſter. Volgends abermals ob hochgenanter Juͤrſte / Pfaltz /ꝛc. Brandenburg / c. Heſſen / c.vnnd Baden /ꝛc. Geſandten in obbemelter Ordnung. Darauff Hertzog Friderichs / ꝛc. Hofmeiſter / Stall⸗ meiſter / vnd Kaͤmmerling. Auff dieſelbe der andern Fuͤrſten Hofmeiſter. Demnach obbemelte Wuͤrtenbergiſche Regiments⸗ raͤhte. Als dann der Fuͤrſtlichen Wittib zwen Hofmeiſter. Volgendts die Fuͤrſtlich Wittib / welche abermals ob wolgedachte Herm / Graue Eberhardt von Tuͤwingen / vñ Graue Wolff von Lewenſtein gefůhrt. Darauff Fraw Dorothea Maria / Pfaltzgraͤuin bey Rhein / c.geborne Hertzogin zu Wuͤrtenberg / ꝛc. welche Graue Stephan Heinrich von Eberſtein /c. Oberuogte zu Vrach / vnd Hieronymus Freyherꝛ zu Moͤrſpurg / Bber⸗ uogte zu Schorndorff / gefuͤhrt. Derſelben nach Fraͤwlin Eliſabetha Pfaltzgraͤuin /ꝛc. welche Graue Georg Friderich von Hohenloe /ꝛc.der Juͤn⸗ ger / vnd Graue Conrad von Tuͤwingen gefuͤhrt. Hernach iſt das Fuͤrſilich vnnd ander Frawenzimmer gegangen / wie ſolche mü Namen folgen. V ij Mar⸗ 1⸗ Leichproceß vnd Begraͤbnus. Margretha von Sanet Ingbert / geborne von Tro / der Fuͤrſtlichen Wittib Hofmeiſterin. Agnes von Braitenbach / geborne von Reiſchach / alte Jaͤ⸗ germeiſterin. Eliſabetha von Goͤllnit / geborne von Sanet Ingbert. Anna Ma ria / von Anweil. N Anna Maria Teufflin. F Dorothea Schenckin / von Stauffenberg. xjuns⸗ Maria Pflůgin. Vrſula Weſtphalin. Eliſabetha von Reitzenſtein / geborne von Beitzenſtein / Frawen Dorothea Maria Pfaltzgraͤuin / ꝛc. Hoffmei⸗ ſterin. Agnes von Laymingen / geborne von Plieningen / Wuͤrten⸗ bergiſche Landthofmeiſterin. — ( Salome von der 0 pfalgrůuiſche Hof⸗ Eliſabetha Schoͤttin. jungfrawen. Anna Jagerin von Gaͤrtringen / geborne von Berlichin⸗ gen. von Newhauſen / geborne Kellerin von Schlait⸗ heim. Anna Leichproceß vnd Begraͤbnus. 153 Anna Feclicitas von Anweil / geborne von Muͤnchingen. Anna Maria von Plieningen / geborne von Tachenhau⸗ ſen. Anna Maria von Engelzhouen / geborne Thumbin von Newburg. Barbara von Vhrmůl geborne Geiltickouerin. Eliſabetha von Goͤlnit / geborne Nothafftin von Hohen⸗ berg. Barbara von Berlichingen / geborne von Newhauſen. Eliſabetha von Karpffen / geborne von Degenfeld / Wit⸗ tib. ⸗ Margretha von Dachsſperg / geborne von Muͤnchingen. Agnes von Janowitz / geborne von Sternenfels. Magdalena Gremppin von Frewdenſtein / geborne Schaͤntzin. Clara Anna im Hof geborne Rheinboldin. Eliſabetha / 7 Dorothea Maria / Vrſulqvon Newhauſen. Catharina von Anweil /geborne von Stockßeim / Wittib. V iij Agnes Von Laymingen. 4 eichproceß vnd Begraͤbnus. Agnes Megentzerin von Veldorff / geborne von Anwell / Wittib. Anna von Muͤnchingẽ / gebome Megentzerin von Veldoꝛff Vꝛſula Truchſeſſin von Hofingen / geboꝛne von Rechberg. Suſanna von Rechberg / geborne Truchſeſſin von Hofin⸗ gen. Veronica von Tachenhauſen / geborne Truchſeſſin von Hoͤfingen. Magdalena von Ehingen / geborne von Gemmingen / Wittib· Maria Magdalena von Ehingẽ / geborne von Preuſſing. Anna Maria von Ehingen / geborne von Plieningen. Agnes von Ehingen / geborne von Owen / Wittib. Catharina Haͤrterin von Haͤrteneck / geborne von Rey⸗ ſchach / Wittib. Sophia Haͤrterin von Haͤrteneck / geborne von Karpffen. Catharina Haͤrterin von Haͤrteneck / geborne von Schaw⸗ enberg / Witub. Sahn von Anweil. Anna Agatha / Appolonia von Wildtberg. Catharina Schillingin von Candtſtatt. Eleonora Haͤrterin von Haͤrtneck. £ Darauff die Maͤgd / alle in jren gebrauchlichen Stůͤr⸗ Nach Leichproceß vnd Begraͤbnus. 155 Ach dem Frawenzimmer ſind Burckhart von Berlichingen / Rom· Kay. May. vnd Wuͤrten⸗ bergiſcher Rahte / Oberuogt zu Wait lingen vnnd Candtſtatt / vnd Chꝛiſioff von Degenfeld / Raht / vnd Vberuogt zu Blawbeuren / volgendto abermals die Edle vnnd Gelehrte / auch andere Raͤhte gegangen / ſo mit von Stutgarten hinauff gezogen / deren Namen aber vð en bey Stutgarten verzeichnet / je zwen vnd zwen. Alsdann der Landiſchafft Außſchutz / deren iſt geweſen: Eberhardt Bidenbach / der· H. Schrifft Doctor/ Vom Abte zu Bebenhauſen. (᷑leinen Jacob Schropp / Abte zu Maulbrun / ſo gleich Auß⸗ wol Kranckheit halb nicht erſchinen. ſchut. Chriſtoff Binder / Abte zu Adelberg. 0 Wamgwſen Johan Stecher / Probſt zu Denckendorff. 9 Außſchutz. Chriſioff Meier / Burgermeiſter zu Stulgarten.) Eraſmus Wagner / Burgermeiſter zu Tůwingen. Chriſtoff Roſer / Burgermeiſter zu Vrach. (en Georg Serwick / Burgermeiſter zu Schorndorff. ¶ Auß⸗ Georg Muůller / Burgermeiſter zu Nuͤrtingen · ſchut. Schmidt / Vurgermeiſter zu Bracken⸗ Hans 16 Leichproceß vnd Begraͤbnus. Hans Ayhin / Burgermeiſter zu Vayhingen.) Mar Hlller / Burger meiſter zu Herꝛenberg. Vom Vrban Loͤfer / Burgermeiſter zu Kirchheim. ( . f Walter Ziegler / Burgermeiſter zu Groͤningen. Auß⸗ Jacob Speidel / Burgermeiſter ʒu Kandſtatt. ſchu. Jacob Steb / Burgermeiſter zu Marpach. Auff der Landtſchafft Außſchutz ſind gefolzt der Reichsſtaͤtt Geſandten. Von wegen Blm. Seruatius Ehinger / von vnd zu Baltzheim / der aͤlter / vund geheimen Rahts. Albrecht Schad des Rahts. Leo Krafft / der Rechten Doctor. Von wegen der Statt Eßlingen. Bernhardt Reyhing / Burgermeiſter. Hans Friderich Becht. Sebaſtian Volmar / beede des Rahts. Benediet Groß / Stattſchreiber. Von wegen der Statt Reutlingen. Conrad Ochſenbach / des Rahts. M. Seorg Dit Statiſchreiber. Leichproceß vnd Begraͤbnus. 167 Hernacher iſt alles Hofgeſindgangen. Demſelben nach Magnificus Rector, & Senatus Scholæ/ ſampt den Vniuerſiteis Verwandten. Nach ſolchen der Vnderuogt/andere Amptleut / Bur⸗ germeiſter / Gericht vnd Rahte alda. JE man alſo in diſer Ordnung mit der Fůͤrſtlichen Leich angefangen fortzugehen / hat man in der Pfarꝛkirchen mit allen Glocken zuſa⸗ men geleuttet / vnd ſo bald man ʒur Kirchen kom⸗ men / auffgehoͤret. Da man nun in die Kirchen kommen / ſind die vom Adel ſo vor der Fůͤrſtlichen Leich hergangen / vor dem Chor herauß auff die Borkirchen / oder Lötiern gegangen. Die Fůͤrſtlich Leich aber iſt an dem ort / da dieſelbe be⸗ graben werden ſollen / nidergeſetzt worden / vnnd alſo vnuer graben / biß nach der Predigt / ſtehn bliben. So ſind J. . G. Hertzog Friderich /ꝛc.wie auch ande⸗ rehochgedachte Fuͤrſten / in das Geſtul auff der rechten Seiten vor dem Chor (welches / wie zumal der Altar vnnd Predigſtul / deßgleichen das ander / dadas Frawenzimmer geſtanden / mit ſchwartzem Tuchbeſchlagen geweſen) aber die Fůͤrſtliche Geſandten / Grauen / Herꝛn vnd Regiments⸗ rähte / auch Kammer Sectetarij hinder J. F. G.geſtanden · Die Fuͤrſtliche Wittib iſt durch vorgemelte Grauen in die Stuͤl auff der lincken Seiten gefuhrt / vnnd das Frawenʒimmer darhinder geſtelt worden. Neben denen dann die verordnete / ſo die Fürſiliche Wierb vnnd andere Fuͤrſtinen 13 Leichproceß vnd Begraͤbnus. Fuͤrſtinen vnd Fraͤwlen gefuhn / auch beede Frawenzimmer Hoſmeiſter / bey dem Altar vor dem Chor ſtehen bliben. Auff ſolches hat der Schulmeiſter vnnd Schulerkna⸗ ben geſungen: Mitten wir im Leben ſind /ꝛc. Vnd nach volnbrachtem Geſang hat D. Lucas Oſi⸗ ander Hoſprediger / auß Gottes Wort ein Chriſtliche Pre⸗ digt gethon / vnd nach derſelben den Fůͤrſtlichen toͤdilichen Abgang verkuͤndigt / vnd darauff gebeten / wie die beßriffne Form im Truck außgangen. Nach ſolchem hat der Schulmeiſter widerumb das Geiſtlich Geſang geſungen: Mit frid vnd frewd ich fahr dahin /ꝛc. In mittels deſſelben haben die vom Adel / ſo die Leich getragen / dieſelbe in das Grab oder Gewoͤlb hinab gelaſſen / dabey hochermelter Hertzog Friderich /c.vnnd andere Fuͤr⸗ ſten ſtehen gebliben / biß ſie allerdings begraben / vnnd zur er⸗ den beſtattet worden. Aber die Fuͤrſtliche Wittib vnnd Frawenzimmer hie⸗ zwiſchen in Stuͤlen verharꝛet. Nach diſem allem iſt man gleich auß der Kirchen in der Drdnung / wie man zuuor ab dem Schloß zur Leich her⸗ ab / alſo widerumb hinauff gezogen. Denen Senatus Academicus/ auch Amptleut / Bur⸗ germeiſter / Gericht vnd Rahte in jhrer Ordnung nachge⸗ folgt / vnd den Morgenimbiß auff dem Schloß eingenom⸗ men. In deichproceß vnd Begraßnus. 15 Nder Kirchen / in das darzu verordnete S Beckin hat meniglich ein Gaah fůr die Armen ein⸗ Sgelegt. Welches Gelt / wie auch der Samet / ſo auff der Leich gelegen / in armen Kaſten gegeben / das Tuch aber / damit das Geſtuůl beſchlagen / vnder Haußarinediſtribuirt/ Vnd dann nicht allein alda zu Tůwingen / zugleich wie ʒu Stutgarten beſchehen / einer jeden armen alten Per⸗ ſon ſechs Kreutzer / vnd einer jungen drey Kreutzer ʒu einer Spend / ſonder auch in allen Aemptern des Fůͤrſtenthum̃s / nach gelegenheit ein anſehenliche ſumma Gelts vnder Haußarme duͤrfftige Leut / durch ſondere darzu deputierte vom Gericht vnd Raßte / außgetheilet worden. Denſelben tag vollendts vber / iſt meniglich in ſeinem Gemach vn d Herberg ſtillgebliben / vnd des folgenden tags / nach dem Ihreg. G. Hertzog Friderich / ꝛc. eigner Perſon von gantzer Burgerſchafft zu Tuůwingen die Erbhuldi⸗ eingenommen / widerumb naher Stutgarten gerai⸗ t. Der Allmaͤchtig getrewe Gott wolle hochermeltem loͤblichen Fůͤrſten / Hertzog Ludwigen / ꝛc.an ſeinem herꝛli⸗ chen allgemeinen Gerichtstag / neben alen Außerwehlten / Chriſglaͤubigen ein frliche ſelige Aufferſte⸗ hung verleihen / Amen. S S c.