Chriſtliche Seeichpredigt / Vber den Spruch S. Pault/ Zun Roͤmern am 4. Capttel. Vnſer keiner lebet jm ſelber / Vnd keiner ſtirbet jm ſelber. Gethan: Beh der Begrebnis des Edlen vnd Ehrnveſten Cßriſtoff Dtt Schlegels / zu Mittelhauſen / Welcher den dritten Tag Aprilis / fanfft in Gottent⸗ ſchlaffen / vnd den ſechſten / Nemlich den Stullen freytag / Ehrlich zur Erden beſtartet worden iſt. Durch M. Dauidem Rhodium, Der Ghrißlichen Gemein daſelbſt Pfarhertn. Zum andernmal gedruckt zu Epffurt Bey Johann Beck. Anno Chriſti D Der Edelen / vnd Pieltu⸗ gendtſamen Frawen / Frawen Vero⸗ nica Schlegelin / Gebornen von Bila / des Ed⸗ len vnd Ehrnueſten / in Gott ſeligen / Chriſtoff Dtt Schlegels Widwen zu Mittelhauſen. Meiner guͤnſtigen Geuatterin vnnd Freundin. S Ottes Gnade / zeitlicher Segen / neben willigen / möglichen Dienſten jederzeit / ſampt dem Grbet zuuorn. F Dle vnd Vieltugendſa⸗ me Fraw Schlegelin / reundliche Geuatter Das EwerEdle Tugen⸗ den vber dem ſchnellen/ doch bereitwilligem Fall / oder ab⸗ gang jhres Chriſtlichen Hertzaller⸗ liebſten Ehegemals / vno liebſten ſcha⸗ tzes auff dieſer Erden / Beneben ewer Edlen Tugenden vielgeliebten Bruͤ⸗ dern/ den Edlen / Geſtrengen vnnd Ehrnveſten Junckern /Chriſtoff Sig⸗ mundt /vnnd Hans Herrichen von Via/ Vorrede / Bila / hertzlich ond ſchmertzlich bekruͤ⸗ bet/kan nicht wunder ſein / weil Hertz Sinnvnnd Muth / allzeit ewig gewe⸗ ſen / Bin aberzu einer Edle Tugend / vnd jrẽ geliebten Bruͤdern / guter zu⸗ uerſicht / ſie werden als Gottſelige A⸗ delsperſonen /vielfeltiges jaͤmmerli⸗ ches Stufftzen /Heulen ond Weinen nach der Lere S. Pauli /I. Theſſal. 4. moderiren vnheinzuſtellen wiſſen. Sin⸗ temalkeine Perſon / ſie ſey ſo hoch als ſie jmmer wolle / dem vnwandelbarẽ Willen Gottes resltren kan / Vnd da ſich gleich etliche derſelben zu repugni⸗ ren vnnd fechten vnterſtehen / die koͤn⸗ nen doch nichts ausrichten / ſondern muͤſſen fur jederman zu Spott vnnd Schandẽ werden. Vnſer lieber Gott vnd Himmliſcher Vater / machts ja wieEr / vnd nichtwie wir Vorrede. rumb ſollen wir vns alliwege auch ſei⸗ nem Willen vnterwerffen / vns in ſei⸗ ne Hende / Schutz vnd Schirm befeh⸗ len / Auch gewis gleuben / es werde vns alles / was Gott vber vns verhe⸗ get /zum beſten gereichen vnd gedeyẽ. Demnach werdet jhr auch Edle/ Vieltugentſame Fraw / Geuatter vñ Ewre geliebte Bruͤder /Euch erinnern vñwiſſen / das ewer Hertzliebſter Jů⸗ cker / Ehgemal / Schwager vñ Geuat⸗ ter / nach Gottes Willẽ / vnd auff deſ⸗ ſen Befehl / wei ſein Sterbſtuͤndlein nusgelauffen / von dieſem Jammer⸗ thal / in den ewigen ᷓrewdenſaal vor⸗ in gewädert ſey. Weil aber ewer Ed⸗ eTugenden / vnd jre geliebte Bruͤder die gethane Leichpredigt / vñ Zeugnis des lieben Junckern ſeligen / von mir begeret / wie ſie in eyl des heiligen H⸗ A ij ſter⸗ Vortede. ſterfeſts wegẽ / vnd in kurtzer zeit / mit betruͤbtem Gemuͤthe gefaſſet/vñ ober den Spruch Roman.I. auffs Jun⸗ ckern ſeligen / eigen begeren geſcheßen Vberſende ich diſelbige / ſo gutals ich ſie von Gottempfangen habe / Im zu Ehrlichem gedechtnis / damit ewres gefallens zu handlen / mit dienſtfleiß⸗ ſigem bitten / EwerEdle Tugend / vnd ewre vielgeliebte Bruͤder / wollenne⸗ bẽ dieſer meiner Predigt / mein Hertz⸗ lich mitleiden vermercken / vnd ferner wie bißhero geſchehen / meine freund⸗ liche liebe Geuatter / Freundin vnnd Foͤrderin in allen Ehrenſachen ſein/ Vnd jre Bruͤder / meine guͤnſtige Iů⸗ ckern / bleiben / In allen moͤglichen Sachen euch zu dienen / jederzeit be⸗ reitwillig. Fn Gott GoOtt der Vater vnſers HErrn Iheſu Chriſti/ Der ein Troͤſter aller Vidwen vnd Watſen / gebe Ewer Ed⸗ le Tugend vnnd Ehrnueſten / waren Troſt /beſtendigen Glauben an Chri⸗ ſtum / vnſern waren Siegsfuͤrſten / Gedult vnd hoffnung imCreutz vnd Elende / Vnnd verkehre alles Leid in Frewde / das wiralleſampt Hertzlich Gott zu dancken haben / hier Zeitlich vnnd dort Ewiglich / Amen. Datum Mittelh auſen den vierzehenden Apri⸗ lis / im Jahr ChriſtiIS. Ewer Edle Tugenden in Ehren williger Seelſorger vnnd Geuatter. Magiſter Dauid Roͤdinger Pfarherr zu Mttelhauſen / im Ampt Alſted. Das Leichpredigt vber den Spruch Das walt Sott. Eil wir vnns verſamlet 8, haben / Geliebten im Herrn Chriſto / S dreletzte Ehre vnd libe zu beweiſen / dẽ S Edlen vnd Ehrnueſtẽ Chriſtoff Dtt Schlegeln / alhier zu Mittelhauſen/ S aumehr in Gott ſeligen /Ich Ampts⸗ O halben in ſeinerLerbes ſchwacheit von jm ſelbſt erbeten / den Spruch S. Pauli zun Roömern am). zu erkleren / Von der Edlen Frowen Veronica Schlegeln / Gebornen von Bila betruͤbten Widwin / vnd von beyderſeits Adelichen Freundſchafft erſuchet / Habe ich Chriſtlichem brauch nach / meiner verheiſſung / folge zu leiſtẽ beſchloſſen / inſonderheit weil der liebe Jü⸗ cker ſeliger / in jgigem Lager / meines Amptts / als ein frö⸗ mes Chriſtliches Pfarrkind gebraucht / ſich vnſers Kir⸗ chengebets getröſtet / Alſo nach Gottes willen ſelig bey vnd neben vns vorhin gewandert / das ich der Warheit zeugnis geben mochte. Demnach wollen wir Gott den Himliſchen vater / vmb Gnadezu leren / lernẽ vnd behal⸗ ten im Namen Chriſti antuffen / vnd mit andacht inge⸗ mein / vnd jeder ſonderlich / beten vnd ſprechen das heilige Vater vnſer. Ewer Liebe wollen dißmals Goti zu Ehren / Dem verſtorbenen in Goer ſeligen Junckern zu gu⸗ tem gedechtnis / Vnd vns allen betruͤbten zu Troſt den ſchoͤnen Spruch des hei⸗ ligen Apoſtels Pauliam)4. Capitel anhoͤren⸗ De⸗ S. Pauli Rom.) 4 Der alſo lautet: b nſer keiner lebet jinſelber / nd W teiner ſtirbet jm ſelber / Lebẽ wir ſo leben wir dem HErrn /Ster⸗ — ſierben /ſo jin wir des HErrn. Denn darzu iſt Fhriſtus auch geſtorben / vnnd aufferſtanden⸗ vnd wider lebendig worden / das Er vber odte vndlebendige HErrſey). WDieſe wort nuͤtzlich zu erkleren / verleihe vns G Ott der Allmechtige Gnade des heiligen Geiſtes / vmb Jeſu ſeines lieben Sohns vnſers Hellandes willen/ — 0Iſen verleſenen Spruch Geliebte im HErrn C.Hriſto / habe jch in diſer trawrigen Verſamlunge fut mich genommen / weil es von dein Eodlen vnd Ehrenveſten Junckern/ in G Dit ſeligen / Chriſtoff Ott Schlegeln / von mir zu vnterſchiedlichen zeiten begert worden / darzu er jnen ne⸗ ben andernſchönen troͤſtlichen Sprüchen / viel gebraucht vndgebetet hat. Es heſepns aber der hetlige . ee e zeugvnſers lieben Gok⸗ ies / fuͤr Lere vnd Troſt / im Leben vnd Sterben / welcher allen Menſchen hochnstig / das ſie jhn ins Hertz faſſen⸗ damt ſie ſich deſſelben ʒi aller zeie troͤſten inogen. Iſt ol⸗ ſo der Inhali dieſir wort / das ain Menſchwiſſe vnd fůr waihafftig balte / das ein jeder pn Menſch E Leich predigt vber den Spruch ſein ſelbſt iſt /ſondern vnſers lieben Gottes / vnd derſel⸗ bige niche allein bey ſeinem Leben / ſondernauch in ſeinẽ Sterben / wenn Leib vnnd Seel von einander ſcheiden mus. Auff das wir aber ſolches gewis ſein / vnd dẽ Troſt auch haben / das wir wiſſen / wir leben oder ſterben / ſo ſind wir des HERtrn vnſers lieben Gottes / So wollen wir dieſen verleſenen Spruch / nach ſeinen worten beſehen / Vnd jnen deſto beſſer zu faſſen / in drey Stuͤcklein theilẽ. Erſtlich / Das S. Paulus keinen Menſchen qus⸗ ſchleuſſt / Sondern faſſet das gantze Menſchliche Ge⸗ ſchlecht in einen Hauffen / vnd ſpricht. Vnſer keiner lebet jm ſelber / vnd keiner ſtirbt jm ſelber. Zum andern / Das der Apoſtel alle Menſchen Gott eim gibt / vnd zeiget an / wem wir alle leben oder ſterben / emlich / Dem HErrn. Leben wir ſoleben wir dem HErrn / Sterben wir / ſo ſterben wir dem HErrn. gum dritten / das er vns JeſumChriſium zum grun⸗ de fetzet / damit vnns der Sachen gar gewis machet / das wir in Leben vnnd Sterben vnſers lieben Gottes ſind. Darumb wir leben oder ſterben / ſo ſind wir des HErrn / Denn darzuiſt Chriſius auch geſior⸗ ben vnd aufferſtanden / vnd wider lebendig wor⸗ den / dz Er vber Todie vnd Lebendige HErt ſey⸗ Letzlich / wollen wir auch rtwas von der Perſon Leben vnd Sterben des lieben Junckern ſeligen hoͤrẽ vnd han⸗ L Gnadengeiſt zu leren vnnd lernen / vmb Chrifi Iheſuynſers Hilandts vnnd Erloͤſers willen⸗ Vom S. Pauli/ Rom.) 3. Vom erſten Stuͤck. 1 S hebt der heilige Apoſtel Paulus / 5 Geliebte im HErrn Chriſio / indieſem ſpruch alſe an / vnd ſpricht: Vnſer keiner lebt jhm — 3 ſelber / vnnd keiner ſiirbet jhm ſelber. iebeeim Schleuſſt alſo der liebe Paulus zugleich in gemein alle ſve Menſchen zuſammen keinen ausgenommen / Auff das nicht jrgend einer dencken ſoll / wenn es jm wol gehet / Er habe ſeine Kunſt vnnd gaben von ſich ſelbſt / Vnd wide⸗ tumb / das auch keiner wenns jm vbel gehet / verzage vnd verzweiffele. Denn das iſt gewis vnd warhafftig / wie felchs nicht allein die erfahrung bezeuget ſondern Got⸗ tes Wort klerlich anmeldet / das des Menſchen Hertze ein trotzig vnd verzagt ding iſt / Wie der Prophet Jere⸗ mias am )7. Capitel/ V. bezeuget. Er gehet entweder dahin / verleſt ſich auff ſich ſelbſt / iſt oder wirdt trotzig / 1 7 prechtig / ſtolz vnd frefel / oder wird zaghafftig / zweiffelt vnd mag jm ſelbſt nit helffen noch rathe. Mancher wird abtrunnig von Gott / vetleſt ſich mehr auff Menſchen vᷣomoth⸗ güſt / alß Goties Hulde vnd Gnade:Ein ander ſihet auff 8 Ankunfft / Ampt / Macht oder Gewalt. Ein ander auff ebu⸗ zeitlich Gut/ Gelt oder guten Reichthumb oder verleſtxa ſich auff eigene Weisheit / Schoͤnheit vnnd dergleichen/ gedemd⸗ Leſſet kaum den Neheſten neben ſich her gehen / Oder wo iet⸗ er nit meht kan / redet er jm ſelber vbel nach / vnd ſihet jhn ſcheel an / wie wir ſolcher eigẽtlicht hoffart:ſtoltz vñ ver⸗ meſſtheit/ein erẽpel am Soͤnig Nebucadurzar habẽ: Der Konig Neburadnejat hattevolauffan allẽ ortẽ / meint e wert reich vñ ſelig es koͤndte jm nichts maͤgeln · Derumb tnh vberhebet ſ. 1 Daniel. 4‧V.27. Rkeinmtz kigkens. Eſaie23. Leichpredigt vber den Spruch hebet er ſich deſſen / vnnd ſpricht: Das iſi die groſſe Babel die Koͤnigliche Burg / die ich erbawet ha⸗ be/zum Koͤniglichen Hauſe / durch meine groſſe Macht / zu Ehren meiner Herrligkeit. Da vergiſ⸗ ſet der Koͤnig Nebucadnezat / von wem er ſein Konigreich Macht / Reichthumb vnnd Gewaldt hat / meinet er habe es allein von jm ſelber / Aber ehe lang vergehet / vnd er ol⸗ ſo ſtoltzieret / koͤmpt Gottes ſtraffe vber jn / das des Her⸗ ren Wort vollenbracht wird / vnnd Nebucadnezar ward von den Leuten verſtoſſen / vnd er aß Graß / wie Ochſen / vnd ſein Leib lag vnter dem Thaw des Himmels / vnnd ward naß/ biß ſein Har wuche ſo gros als Adleis ſed⸗ dern / vnd ſeine Negel / wie Vogels klawen worden. Se⸗ het lieben Freunde inn Chriſto / alſo iſis der Menſchen Art / vnd gewonheit / das wens jhnen wol gehet vnnd zu Gluͤck ſchlege/ſo vberhebet man ſich / wens aber vbelge⸗ hee/ Armut / Kranckheit / Leiden vnd Anfechtung daher gehet / da wil man bald gar verzagen / wird bekuͤmmert vnd kleinmuͤtig / vnd wil nicht lernen verſtehen / was E⸗ ſaias der Prophet ami9. Capitel / V.⁊8. meinet / da er ſpricht: Venatio datintellestum, Allein die Anfech⸗ tung leret auffs wort merckẽ. Denn das Bette iſt ſo enge / das nichts vbrig iſt / Vnnd die Decke ſokurtz / das man ſich darein ſchmiegen muß / Denn der HErt wird ſich auffmachen. Diß ſollen wir nu alhier wol lernen mercken / das der heilige Geiſt durch S. Paulum ſaget: Du ſeiſt wer du wolleſt / es gehe wie es kan / wol oder vbel ſo haſtu ſolches nicht von dir / widefehrer dir auch niche one gefehr / ſonderndu haſt es von vnſermſicben Errn Gottalleint. Darumb S. Pauli Rom.)4 Darumb ſo ſollen wir vns troſten / es gehe wie es xg. wolle / wol oder vbel / ſo koͤmpt ſolchs von vnſerm Hertn Ale⸗ Gott / Muß auch vns nicht zum Ergſten / ſondern zum Beſten gertichen / wie wir weitleufftiger hoͤren werden. E Daruon ſagt der Prophet Amos am dritten Capitel: Iſ auch ein vnglůck in der Stadt / das der Herr ano⸗ nit thue / vmb vnſer wolverdienten Suͤnde wil⸗ len / damit zu ſtraffen. Muſs alſo jeder Menſch gute acht auff ſich haben / das er ſich nicht verfuͤndige / vnd ſage: Ich habe das Le⸗ ben von mir ſelber / Ich kan mein Leben verlengern oder verkůͤrtzen / Sondern jederman hat ſein Leben nicht von ſich ſelbſt / es ſtehet alles in Gottes hand/daſſelbige zu be⸗ vfn⸗ haiten / oder zuverkurtzen / nach ſeinem Wiilen. Vnnd Vj⸗.5 zwar wenns ins Menſchen henden ſtuͤnde / ſo were doch der Menſch zu begirig auff diß zeitliche Leben / das wens jm wol geluͤckte / wolte er jmmer leben / oder da ein wenis Jammer vnd Elende mit ein koͤmpt / wolte er ſtracks ein ende michen / wie es jm gefellig / one Gottes Willen / der jedem ſein Stuͤndlein beſiimpt hat · Weil nu ſolchs dem Natuͤrlichen Menſchen ver⸗ borgen iſt / das er nicht weis / wenn er lebet oder ſtirbet / vnd dencket wenns jm wol gehet / er habe es von ſich ſel⸗ ber / ſollen wir Chriſten vnns erinnern aus GDttes Wort / ſonderlich aus vorgeleſenem Spruch des lieben Pauli / das ein jeglich Menſch / er ſey wer er wolle / jm ſel⸗ her weder leben noch ſterben koͤnne / ſondern ſtehet alles bey Gott. Vnnd alſo viel ſey geſagt von dem erſten Stuͤck. B iüj Vom Leichytedigt vber den Spruch Vom andern Stuͤck. Ndieſem andern ſtucke/ſollen wir wet⸗ S ter lernen / weil wir gehoͤret haben / das keiner ſ im lebet oder ſtirbet /wimwir gleichwol leben Joder ſterben?Daſſelbige bezeuget vns nu der heilige Apoſtel Paulus / weiter in dieſem Spruch / da er ſager:Leben wir / ſo leben wir dem HErrn / Ster⸗ ben wir / ſo ſterben wir dem HErrn. Darumb wir leben oder Sterben / ſo ſind wir des.HErrn. wem Mit dieſen klaren / deutlichen vnnd hellen worten / leret vns der Apoſtel Paulus / Wem wir leben oder ſterben / 2e. ir Nemlich / nicht vns / auch nicht einem Engel / Menſchen / oder einigen Creatur vnnd Geſchopffe vnſers HErrn / Sondern dem lieben Gott ſelber. Alſo ſagt auch hieruon der Euangeliſt S. Lucas / in der Apoſtel Geſchicht am Reteꝛw. )7. Capitel: V.8. Et iſt nicht ferne von einem jeg⸗ lichen vnter vns /denn in jm Leben / Weben vnd ſind wir. Wird alſo bey dieſem andern Stuͤcklein / vns preyer⸗ dreyerley troͤſtlich fuͤrgehalten : Schoͤpffung, Er⸗ ey roſt haltung / vund Schuu/wider den Tuffel vnnd Meu⸗ Erſtlich / Das vnſet lieber Gott / der Ewige/Almech⸗ tige / Lebẽdige HErr vnd Gott / vns alle Erſchaffen hatl Schlyſ⸗ wie im erſten Buch Moſis am andern Capitel zu leſen/ ſong.0e VndEr auchalleine daſſelbige Menſchliche Weſen vnd neſa. Leben erhelt / ſolang wir auff dieſer Erdenbleiben / wel⸗ ches wir im erſten Attickel des Chriklichen Glaubens 1. rtick. bekennen / da wir allen Crraturen / Leib unnd Seel / Augen vnnd Phren 6 B ij Ver⸗ S. Pauli/Rom.) 4. Vernunfft vnd alle Sinne gegeben hat vnd noch erhele/ Welchs wir teglich von gantzem Hertzen bedencken / vnd Gott dafuͤr danck ſagen ſollen. 4 Darnach / So iſt troſtlich / daß vnſer lieber getrewer 2. Gott / der Allmechtig vnd Ewig iſt / vns nichi allein et⸗ Erbal⸗ ſchaffen ha / vnd wir beide im Leben vnd ſterbẽ fein ſind/ wongr⸗ ſondern / Er nimpt ſich vnſer als ſeins Geſchoͤpffs / von ertzen treulich an. Er thut nicht wie ein Meurer oder Zimmerman / der ein vnuerfertigten Baw oder Haus dem Herrn vberantwortet / vnd hnen fuͤr Wind / Wal⸗ ſer / oder Triebſand ſorgenleſſet/ SondernEr ſorget für die Seinen gar Trewlich / als die Er mit ſeines Sones thewerbarem̃ Blut/ zum Ewigen Leben erkaufft hat / vñn diew ꝛil es jhnen ſo hertzlich viel geſtanden / ſoiſt Er auch willig vnd bereit / Ja mechtig vnnd krefftiggnug ( pi Et wathafftig / Allmechtig) vns zu ſchutzen / vnd fůr al⸗ lem vbel zu bewaren / auff das vns kein Vngluͤck wider⸗ fahre. Ach es iſt mit vns Menſchen Kindern alſo ge⸗ x ½ than / das fromme Eltern/ Vatet vnd Mutter guleach⸗ xiebe tung geben auff jre liebe Kinderlein / diejn Gort beſche⸗ vnd fürz 2 hat / das jhnen ja nicht etwas boͤſes vnnd leid wider⸗ loiae.⸗ Ey wie wie viel meht / gibt vnſer lieber G OTTvnd Himliſcher Vater achtung auff vns ſeine Etende arme Kinder / die wir jnen viel Tauſend mal mehr geſtanden als einen Leiblichen / Natuͤrlichen Vater ſein Kind ſiehe kan. Das dem aber gewis alſo fey / bezeuget der Koͤnigli⸗ the Prophet Dauid imz· Pfaim · V.· Aberdu Herr pſain.h. biſi der Schild fur mich / vnd der mich zu Ehren ſetzet / vnd mein Heubt auffrichtet Alſo fagt ver ). plaim /v · Ich bin bey jm in der Noch /Ich wil bn⸗ Leichpredigt vber den Spruch jn heraus reiſſen / Vnd jn zu Ehren machen . Ich wü jn ſettigen mit langem Leben / Vnnd wil hm zeigen mein Heil. Da bezeuget vnſer lieber GDtt leriich / das Er ſich vnſer annemen wil / nit allein wenn wir auſſer der Noth / Sondern wenn wir inn der Noth ſtecken / da wil Er ſich vnſer erbarmen / inn der Noth nit ſtecken laſſen / heraus helffen / vnd zu groſſen Ehren ſetze⸗ roſi. Diß iſt ja hertziich tröſtlich / das alles was vnns wider⸗ fehret / ſol im geringſten nit zum ſchaden / viel mehr aber zum beſten gereichen / Wie der Apoſte Paulus zun Roͤ⸗ mern am achten Eapitel / V. ⁊s. ſaget: Wir wiſſen n aber das denen die Gott liben / alle dingzumbl⸗ ſtendienen Zumdritten / Iſ auch gar troſtlch / aus dieſen wor⸗ Sel* ken/ da S. Paulus pricht: Leben wir/ſo leben wir Se dem HE Rrn. Sterhen wir/ ſoſierben wir dem vnn HErrn/ zü ſchlieſſen / das ob vnns gleich der Sathan“ nevſcht. vnd die Goitlyſe böſe Welt / mit jren Kindern der Fin⸗ ſternis /alles Vngiſct pnnd Böſes gönnen/ offtwol wuͤndſcheñ vnd Lejd anlegen/ alſo / das wenns in jhrem / des Teufels vnnd der Weltkinder macht vnnd gewaldt ſtůnde / nicht wolten / daß wir rine Spnnde lebten/ vder einiges Glůck oder Segen hetten/ vnd gehetdennkchil wie das Sprichwort lautet: Wenn ſie vns köndten inn einem Leffebertrencken / ſo nemen ſie keine Schuͤſſel dar⸗ zu / Begeren das wir ſtracks zu bodem giengen / vnd weg weren / vielmals wol verſuchen was inen möglich/ Pra⸗ ne kticieren, tichten vnd ergchtenauff allerley wege wirſie vns heiffen inn vnglůrk bringen / vder doch mehr Elende 8. Pauli/ Rom.) 40 mit kůͤmmerniſſen / vnd weinẽ mit Threnen heuffen. Ss ſind wir doch gewis / vnd gar wol verſichert / weil wir nit vns / ſondern Gotte leben vnd ſierben / ſo ſollen ſie es doch nicht zu jrem gewůͤndſchten ende bringen / wie mancher⸗ ley falſche Liſt vnnd Anſchiege ſie fuͤrhaben / das ſie vn⸗ ohn den gnedigen Vaͤterlichen willen Gottes / ein Leid rhun / oder am Leben ſchaden zufuͤgen ſolten / Wie vnſer lieber HErr vnd Heiland Chriſtus Iheſus ſelbſt ſaget / Matthei am jo. Capitel / V. ⁊· Keufft man nit zwe · mn⸗ ne Sperlinge vmb einen Pfennige Noch felt der⸗ ſelbigen keiner auff die Erden / on ewren Vater. Nun ſind auch ewre Haare auff dem Heubt qlle gezehlet. Sol vns nu nit ein. Haͤtlein auff dem eupie / on Gottes willen gekruͤmmet werden / viel weniger koͤn⸗ nen wir geplagt / oder gar getoͤdtet werden / vhn Gottes Willen. Es heiſt wie ber go. Pſalm Dauids ſagt / V. . Herr duleſſeſt dieNenſchẽ ſierben / vnd ſprichſi: ll⸗ Kompt wider jr Menſchen kinder / Sela. Das iſt ein hertzlicher Troſt / das wir wiſſen vnd behalten ſollen / das ſich vnſer lieber Gott / vnſer alſo trewlich annimpt / hertzlich erbarmet / gnediglich vnd Vaͤterlich behůͤtet vñ bewaret / das vns one ſeinen willen / gar kein Leid wider⸗ fahren ſoll / Vnd dagleich etwas geſchicht / ſol es vnns nit zumergſten / ſondern zum beſten gedeyen / vnd gutes drauff folgen. Darumb weil Gott alſo vleis ſige achtung auff vns gibt / ſol jederman gewis gleuben / vnnd gahr warhafftig halten / das ein jeglich Menſch / der ein gleubiger Chriſt iſi /ebet durch Gottes krafft / vnd jhm kan nichts böſes widerfahren / Darnehen aber mils Menſch . Leichpbedigt dber den Spruch Sott ſoꝛ ber in Gefahr geben / vnd Gott verſuchen / wieſichs viel⸗ man nit znals zutregt / vnd jnen ſchedlich iſt. Wenn nuein Miſch vetſocht gleich nach Gottes Willen mus abſcheiden / es ſey wel⸗ ches Todes es wolle/ ſo geſchicht ſolches durch Boßheis des Teuffels nit allein / ſondern durch den gnedigen vnd VBaͤterlichen willen vnſers lieben Gottes im Himmel / der es jhm nachgibt. Wenn wir denn fo einen gnedigen G Ott haben / der ſich vnſer ſo treulich angenomen / ſchuͤtzet vnd bewaret/ das vns nichts boͤſes widerfahren kan / vnd da vns gleich etwas anſtoͤſſt / das doch daſſelbe zum beſten gedeyẽ mus / ſo ſollen wir je billich / denſelbigen vnſerm lieben getrewẽ Gott vnnd Vater hertzlich loben vnd preiſen / vnnd vns troͤſten / auch gewis gleuben / es gehe wie es wolle/wil Er vns doch / weil wir ſein ſind / in dieſem Leben alſo ſchutzen / durch ſeine Gnade vnd heiligen Geiſt Regieren vnd fuͤh⸗ ren / mit ſeinẽ Goͤttlichen allmechtigen Wort / vnd hoch⸗ wirdigen Sacramenten bekrefftigen / durch ſeine liebe Engel leitẽ vnd pflegen / gleich wie ein Vater oder Mut⸗ ter jte Kinderlein warten. Ja dz viel hoͤher vnd mehr iſt / Er tregt vns in ſeinem Leibe / Wie der Prophet Eſaias æſn as. am vier vnnd ſechtzigſten Capitel / v. 4. ſaget: Jq / Ich wil euch tragen biß ins Alter / vnnd biß jhr Graiw werdet / Ich wil heben vnndtragen / vnd erretten. In Summa / vnſer lieber Gott kan nichts an⸗ ders / denn ſich vnſer annehmen. Er wil vnd wird ſich vnſer annehmen / vnd vnſer gahr nicht vergeſſen / wie Er lat. as zuſagt im Propheten Eſaia am neun vnnd vierzigſten Capitel / V.N · Kan auch ein Weib jres Kindleins vergeſſen / das ſie ſich niterbarmepber „ S. Pauli / Rom.) 4 Vnd jres Leibes ?ob ſie deſſen vergeſſe/ So wil Ich doch dein nicht vergeſſen. Sche in die Hende habe ich dich gezeichnet Solche Gůte / Gnade vnnd. Fůͤrſorge Gortes /laſt vns wol zu Hertzen vnd Gemute fůhren / das wir ſo einen gnedigen G Ott haben / der ſich Forſorge vnſer nit allein im Leben / ſondern auch im Sterben an⸗ Gottes⸗ nimpt / Vnd ſollen vns ja geduͤltig darein ergeden / die⸗ ſen Troſt vnd Muth faſſen / da wir gleich zeitliches To⸗ des abſterben / vnd fur den vnſern her wandern / ſo ſterben wir mit vns / ſondern jm / das vnſere Seele von den En⸗ geln zur Rnhegetragen wird /in Abrahams Schoß / wie guce. jn. des Armen / doch in Gott reichen / Lazari Seel / Wie Lu⸗ ce am 1s zu befinden. v. 22. Vnd an vnſerm letzten En⸗ de vnd Sterbſtuͤndlein befehlen wir / nach dem Exempel vnſers HErrn J Heſu Chriſti / am Stam des Creutzes/ vnſere Seele dem Himliſchen vater in ſeine Hende / vnd ſchlaffen ſanffte vnnd ſeliglich/ biß zu aufferſtehung al⸗ les Fleiſches / amlieben Juͤngſten Tage. Diß ſey auch gnug vom andern Stuͤcke. Vom dritten Stuͤck. 250 driten Stuͤck ſpricht ferner indẽ ſ Wir Leben oder Sterben, So ind wir des HE N R N. Denn — arzu iShan geſior⸗ S guiß ziferßandeh das Scnh e Leich predigt vber den Spruch warum Iſdieſen worten zriget alhier der Apoſtel S. Pau⸗ ſich Sott lus ein gruͤndlicht vrſache an/ Warumb ſich der trewe Gott / vnſer aller ſo her tzlich annimpt / vnd beyde im Lebẽ aunimt. vnnd Stenben / vleis ſig achtung auff vns gibe / Nemlich darumb / das wir ſeine lube Kinder ſind / vnd ſein einiger hertzlieber Sohn Jeſus Chriſtus / der vrſach halben iſt Menſch worden / hat gelidten / iſt geſtorben / vnnd auffer⸗ ſtanden / vnnd widerumb lebendig worden / auff das Er vber Todte vnd Lebendige HErr ſey. Dieſen hertzlichen Troſt laſt vns ja wol zu hertze Troſt. nehmen / vnd behalten / das hier S. Paulus ſpricht:Wir ſind des · HErrn. Sind wir nu des HErtn / ſo iſi Er vnſer/ Wie wir warhafftig im ſchoͤnen Lobgeſang der zirchen Chriſtlichen Kirchen ſingen: Nu frewt euch lieben Chti⸗ geſang ſten gemein etc. Du biſt mein / vnd ichbin dein / vnd woich bleib / da ſoltu ſein / Vns ſol der feind nicht ſcheiden. Die Vrſachen aber das wir vnſers lieben Gottes ſein / ſind das Er vns erſchaffen/ vnd noch teglich erhele vnd ſchutzt / wie droben gehoͤrt. Der Konigliche Prophet pſul. jeo Dauid ſagt/ im oo. Pſ.v.⁊. Erkennet dz der HErr Gott iſt / Er hat vns gemacht / vnd nit wir ſelbs⸗ zu ſeinem Volck / vnd zu Schafen ſeiner Weide. Hat Er vnns nun gemacht / ſo folget / das wir auch ſein Werck ſind. wir ſind ¶ Dieſes laſt vns nu auch wol mercken vnd behalten / weil wir vnſers lieben Gottes Kinder ſind / vnd Er vn⸗ dee ſer iſt /Ja wir ſindallemit dem allerhoͤheſten lieben Goee verſoͤhnet / durch Chriſtů ſeinen einigen Sohn / vnd ver⸗ raun⸗ einiget / da wir jm in der heiligen Tauffe einuerleibet / dz vd. Pir in imlyndErin vn⸗ S. Pauli/ Rom.)4 ne vnd der Son im Vater iſt / Johan. am)7. Capitel? Ich bitte aber nit allein fur ſie / ſondern auch fuͤr die / ſo durch jhr Wort an mich gleuben werden / auff das ſie alle eines ſein / gleich wie du Vuter in mir / vnd ich in dir / das ſie in vns ſein / Ich in jnen vnd du in mir. Weil wir nu jm alſo eingeleibet / ſo ſind wir ja ſeine Kinder / Sind wir ſeine Kinder / ſo ſind wir auch ſeine Erben / Sind wir ſeine Erben ſo ſollen wir auch in ſeiner Wohnung / da Er iß / Ewiglich bleiben / Sind alſo vn⸗ uergenglich. Denn wer ewig in Goites Wohnung iſt / vergehet nimmermehr in alle Ewigkeit. Darumb ob wir gleich fterben / vnd vnſer Leib in die Erde geſcharret / ver⸗ weſet vnd zu Erden wird / ſo iſt doch diefelbe Erde vnſers lieben Gottes / dieEr am Juͤngſten tage gewis lich auff⸗ erwecken wil. Die ſeele aber welche vnſterblich / vnd mit dem Blut Iheſu Chriſti / des Sons Gottes gereiniget / die wird zur Ruhe getragen / biß das Gott wider Leib vnd Seele aufferwecken wird / Alſo das Leib vnd Seele zu⸗ ſammen kommen. Denn der Allmechtige Gott iſt kreff⸗ tig vnd mechtig gnung / den Leib auffzuerwecken / wie Er ſolchs beweiſet an einem Senffkoͤrnlein / welches / ob es Job. p. Leib. Seele. gleich in die Erde geworffen wird / vnnd verweſet / doch Senſi⸗ wider herfuͤr koͤmpt vnd Frucht bringet. Wie der HErt korn⸗ Chriſins ſelbſt ſagt / Marei . Gleich wie ein Senff⸗ korn / wenn das geſeet wird auffs Land / ſo iſis dz W⸗nie⸗ kleineſte vnter allen Samen auff Erden ⸗ Vnnd wenn es geſeet iſt/ ſo nimpt es zu / vnd wird groͤſ⸗ ſer denn alle Kolkreuter / vnnd gewinnet groſſe Zweige 1. Cor⸗). Mat. 22* Erod. 2 Leich predigt vber ben Spluch Zeige / Alſo / das die Vogel vnter dem Himmel vnter ſeinem Schatten wohnen koͤnnen. Thut vnnd kan das G D E T an elnem Koͤrnlein das Er aus einem verweſeten Koͤrnlein Frucht bringet: Wie viel mehr wil vnd wird er aus vnſeremLeibe ſchoͤne herr⸗ liche Fruchtbringen. Denn es ſol ein vnterſcheidt ſein zwiſchen dieſem Naturlichem / vnnd jenem Geißllichem Leibe / wie S. Paulus ſaget inn der erſten Epiſtel an die Corinter am j. Cap. v. 44. Es wird geſeet ein Na⸗ tuͤrlicher Leib / vnd wird aufferſtehen ein Geiſt⸗ licher Leib. Ein Natuͤrlicher Leib iſt der da Iſſet / Trin⸗ rket / Schlefft / zu vnd abnimpt. Aber ein Geiſtlicher Leib iſt / der ſoiches keines bedarff / vnd doch ein warer Leib von Gott lebet. Daher ſpricht der HEtr Chriſtus / Matth. am22. v. 32. Vnnd aus dem andern Buch Moſis amz. Capitel / v.j. Ich bin der Gott deines Vaters /der Gott Abraham / der Gott Iſaac / vnnd der Gott Jacob. Vnd ſchleuſt der HErr Chriſtus Iheſus ſelbft: Gott iſt nicht ein Gott der Todten / Sondern der lebendigen. Darumb lebet Abraham / Iſaac / Jacob⸗ vnd jre Seelen ſind nur zur Ruhe getragen / vnnd leben noch. Der Leib aber hat auch die Krafft des Lebs/ durch Gottes Allmechtiges Wort / daer ſpricht: Ich wil jhn aufferwecken zum ewigen Leben. Gleichie Gott durch ſein krefftiges Wort / dem Samen die Krafft gegeben hat / das er wechſſet vnnd Frucht bringet / Alſo hat Er auch vnſern Leiben die Krafft gegeben das ſie am Juůͤn⸗ gien Tage ſollen aufferſtehen / widerherfůr sehen/ und Feachebringen. 0 Solches ſollen wir wol lerne vnd hehaltenbas wir beſchtu⸗ vns dieſen Spruch nutz machen / vnd den lieben G Det des ſpru⸗ bitten / das er durch ſeinen heiligen Geiſt / wolle die gna⸗ qhes⸗ de darzu geben / das / was wir aus dieſem Spruch gehoͤ⸗ aſemdinn bey vns in vnſer Macht vnnd Krafft ſehers niche / Wemes Gott gihe / der hats vmb ſonſt / Es kans niemand erwerben noch trerben / durch Wercke ſeine Gnad / die vns etret vom Sterben. Wems nun G DTT alſo gibt / der kan von Hertzen ſprechen? Vnſer keiner lebet jm ſelber /vndkeiner ſtirbetjm ſelber Leben wir /ſo leben wir dem HERren⸗ Sterben wir /ſo ſterben wir dem HErrn. Da⸗ rũb / wir leben oder ſterben / ſo ſind wir des Her⸗ ren. Wie der liebe ſelige Man D Martinus Lutherus / d. m. recht troͤſtlich ſchreibet / Tom.6. Gernranico folio 20. Zuther. mit dem lieben Paulo:Siue vivimus/ſiue morimur, Do⸗ mini ſumus. Ja verè Pominiin Genitiuo & Nomina tiuo Domini in genitiuo: Quia ipſius domus⸗imò mõ⸗ bra ſumus Domini in nominãtiuo, Quia regnamus ſu- per omnia per fidem, quæ eſtvictoria noſtra, DNeo gra- tia, Et conculcamus Leonem & Draconem. Summa Confiditeſait) Ego vici mundum. Vas helffe vns Gott der Himliſche Vater / vmb deſſelbigen ſeines lie⸗ ben Sohns Jeſu Chriſti vnſers Erten wil jen / durch den heiligen Geiſt / Gelobet in Ewigkeit / A M E N. —— Von willen / ſo ſie der betruͤbten Widwen zu leiſten / ſchuldig Leichytedigt vber den Spruck Som Woblichen Se. dechtnis Des Edlen vnd Ehrnveſten / numehr ſeligen Shriſtoff Ott Schlegels. As nu anlanget den Edlen vnd fG. I 3 Ehrnvheſten Chriſtoff Der Schle⸗ geln / ſeligen / welchem wir jtzt den letz⸗ 0 F teu willen erzeiget / vnnd Chriſtlich / auch ehrlich, mit gegenwart vieler 2 Adelichen Perſonen / Mannes vnnd S Weblichen Geſchlechts (zuanzti⸗ gunge der Freundſchafft /gegen dem lieben Junckern ſe⸗ ligen / Auch damit zu bezeugen / die freundliche dienſte vñ vnnd erbotig / in jhrem truͤbſeligen zuſtande) zum Ruhe⸗ bethlein gebracht /ſollen wir wiſſen / das wir billich vnns beklagen vber dem zeitlichen Abgang / Doch wider Tro⸗ ſten vber dem ſeligen / ſchoͤnen Ende / das er in gedult mit warem Gleuhigen Hertzenruffen dahin gefahren / vnnd ſeine Seel gewis inn Ewiger Frewde wohnet / da aller Außerwehlten Seelen verſamlet ſind / biß an den Juͤn⸗ geſten Tag. Das wir aber des Junckern ſeligen / offent⸗ ſich gedencken / wiſſenverſtendige / das wir ſolcher Klag⸗ reden Bibliſche Exempel haben / geſchicht der Warheit zu ſtewr / wider Mißgunftige / das wir zur Danckbarkeit gegen Gott gereitzet weʒ den / vnnd leruen nachfolgen * gu S. Panli/Rom.) 40 zueen Wercken / in Menſchlichen Fellen aber vns hůͤtè) wie wir jnen fur keinen Engelteinen achten / weil er ſelbſi reglich ſeine Sůnde/ vnd offt ſchwinden Sinnerkennet / Gott fleisſig in rechter Demut vmb Gottliche Regie⸗ bung gebeten. Vnſers lieben Junckernſeligen / Vaterland / iſt Mit⸗ telhauſen / da er geboren von dem gar alten Geſchlecht *nd⸗ Schlegel / aus welchem Stam viel Hoffdiener / Son⸗ derlichen der Alten liMichen Graffſchafft Mansfeld / vnd Stolberg geweſen / vnd lieb gehalten worden ſein- Sein Großuater iſt geweſen der Edle / Geſtrenge Groß⸗ vnnd Ehrnueſte Ott Schlegel / der Graffen / võ Manß⸗ vater⸗ feld Amptman / der in Gott ſelig verſchiedẽ / Anno )2. Sonabend nach Petri Pauli / beyder Apoſteln / wie hin⸗ den angehefft Fpiraphium außweiſet. Seinlieber Vater iſt geweſen / der Edle / Geſirenge Vaten vnd Ehrnveſte Simon Ernſt Schlegel/ alhier zu Mit⸗ telhauſen / in Mansfeldiſchen Herren Dienſten. End⸗ tich aber bey Graff Ludwig von Leinungen / Heupt⸗ mansſchafft verwaltet / da iſt er Anno . ſelig verſior⸗ hen / vnd zu Erbelsbach am Rheinſtrom / z½wiſchen Spey vnd Meintz ehrlich begraben worden. Seine Fraw Mutter / iſt die Edle vnd Vieltugend⸗ Wntte⸗ ſame Magdalena von Kutzleben / die nach ſeines Vatern rod/ Lorentz von Roſenaw / ſeliger / zu Auleben zur Ehe hekommen / vnd hie anweſend iſt / ſich ſonſt zu Dffterun⸗ zen im berruͤbten Standeenthelt. Im Eheſtande haben ſezwene Söne gezeuger derer einer / als er dreyverteb Jahr alt geweſen /geſtorben/ Vndder andet vnſer lieber Zlete ſeliger /an dieſelbe ſtedte begraben worden ſt. Di Gebuttsjeit iſ geweſen der * Sth⸗ Auſfer⸗ ziehyng . Sroß⸗ multer zu Frey⸗ enbeſſiu⸗ g** 2 Graff Pon Eiſen⸗ betck. 33 Graff. von 34 Leichpredigt bber den Spruch Jahr nach Chriſii Menſchwerdüge/js.den)9. Tag des Wintermons / Er iſt alsbald nach dem er getaufft worden / Chriſtoffel Dit genent. Vnd ſind ſeine Paten geweſen / Graff Voltad von Mans feid Joſts võ Min⸗ geroden Welb / Sigmund von Creutzburgk/ Hans von Trebers Weib / Volckmar Brait / Wilhelm von We⸗ ſterhagẽ / vnd Euphemia Schlegeln/ die einen von Ben⸗ dorffzu Querfurth zur Ehegehabt / Iſt alſo die Beit von der Geburt zu des lieben Junckern ſeligen Tode / viertzig Jahr vnd nenutzehen Wochen. Dieſe Eltern / haben one zweiffel jn hertzlich lieb ge⸗ ßabt / vnd bald zum iieben Gebet angehalten / Jedoch wie ſie an Rheinſtrõgezogen / hat jre Mutter / die Edle Fraw von Kutzleben / den lieben Junckern / ſeligen / bey ſich be⸗ halten / ongefehr im fuͤnfften Jahr/ zu Gottesfurcht vñ Schulen gezogen / das er dz liebe Gebet vnd Kinder Ca⸗ techiſmum / leſen vnnd ſchreiben daſelbſt geler net / Bald auch darneben in guten Sitten vnd Tugenden vnter⸗ wieſen / das er nach dem Exempel vnnd ſeines Vaters Fußſtapffen ein Hofeman woꝛden. Anno 73. den dritten Sontag des Aduenes / iſt der liebe Juncker ſeliger / von dem Edlen / Geſtrengen vnnd Ehrnueſten Joſt von Kutzleben gegen Arnſtad bracht / vnd von dem Edlen vnnd Wolgebornen Graffen vnnd Errn / Graff Wolffen von Eyſenbers / mit an Rhein⸗ ſtromgenommen worden. Anno 7z. an der heiligen drey Koͤnige Abend / iſi er zu dem Edlen vnd Wolgebornen Graffen von Hanaw/ aew gen Badenhauſen geloſſen worden. Anno 7. den. Februarif / iſ er zum Edlen vnnd 4. Sraſſv5 Wolgebornen Graffen vnd Herrn Graff Herman vö 2 der * win. der Wied komin /dalelbſtins9 Jobrbhben. %, Anno 3;. den 26. Detobris / hat er ſein abſchied ge⸗ nommen / von dem Graffen von der Wied / wegenende⸗ rung der Religion / vnd auch eins mal ſein liebes Vater⸗ land zu beſchawen / Vnd die Fraw Mutter zu beſuchen. Denn in jm einwarhafftiges / gleubiges vnd Goitfuͤrch⸗ tiges Hertze geweſen / nach des Königſchen Hofemans / Johan. am 4 exempel / denn auch ſeine Ehrerbietung ge⸗ Jhn. gen Gottesdienſt / ja wilfertige Liebe gegen trewe Kir⸗3 2 36 chen vnd Schuldiener / vnd demut gegen ſeinem Neheſtẽ man· Vnterthenige dienſie gegen hehe Obrigkeit / aus den Rugen vnd Geberdengeſehen / vnd iſt in jhm war gewe⸗ ſen/ Junggewohnet/ Alt gethan. Vnnd was das Hertz vol iſt / Gehet der Mund vber / vnd gibt ſich an Tag. Wie er nu bedacht / was der hochlöbliche Keiſer Mau⸗ 3 rman⸗ titius geſagt: Imperatori debco obedientiam Deo ve⸗ zitius⸗ rò conſcientiam. So hat der lirbe Juncker ſeliger/ ſich von ſeinem Gnedigen Herrn mit zuter erleubnis abge⸗ wand / Vnd hat jm Gott einen rechten / C hriſtgleubigen deſtendigen Lutheraner beſcheret. Denn ſo baldet zu dem Sdlen vnd Ehrnveſten/ Lo⸗ rentz von Roſenaw ſich begeben/ iſt er am Gräfflichen Hofe zu Franckenhauſen / in wenig Kundſchafft kommẽ / Iber balde von dem Edlen vnnd wolgebornen Graffen vnd Herrn / Graff Wilheim zu Schwartzburg / der vier Graffen des Reichs /Herrnzu Arnſtad / Söders hauſen zu Fran⸗ vndteutenbergin Beſtellung gezogen/ vnd den)7. Not ehan⸗ uemnzeis deſſeljgeſt 85. Jahrs inn Franckenheuſiſche ſ Hoffhaltungantommen⸗ Inn diefer letzten Gräfflichen Schwatzburgiſchen Frence⸗ Beſalung hat er auch inns neundre Jahr ſich erhal⸗ vnnſen⸗ en/Pas irſchr Ließ iſb tchgeſtenann viln Hhl vins Bihtnen Saiten Heinauctee 5 Leichpredige vber den Spruch worden iſt / dadurch er ferner inn groſſe Kundſchafft ge⸗ rathen / nit allein an vielen Graͤffiichen / vnd Fürſilichen Groſſe Mofen/ Ja auch an Keiſ. Maieſtat ſelbſtzu Prage gewe⸗ Rund⸗ ſen / vnd Legation weiſe viel gebraucht / vnd jm vð Fuͤrſt⸗ ſchaffe eni hohen Adelichen Raͤthen vnnd deeun⸗ Herren groſſe Ehre bewieſen / auch andern / ſo offt Eleer/ Beredter/Reicher ete. fuͤrgezogen worden. Derhalben ich mir kein ʒweiffel mache / wie auch etliche ſchreibẽ zeu⸗ gen/das viel ehrliche Leute / Adel vnd Vnadel / hertzlich rer reh ſeufftzen vber dieſem abgang / vnd deſto mehr vmb ſeines de. guten Geruͤchts / vnd wol verhaltens willen / mit der be⸗ truͤbten Widwen / Chriſtlichs Mitleiden tragen / ſich auch derſelben inn kůͤnfftigen fuͤrfallenden Sachen / mit mechtigem Rath / vndkrefftiger that annemen vnd ſie in allen billigen rechten Sachen ſchuͤtzen / vnnd befoͤrdern helffen werden. Solche Hofegunſt aber des lieben Junckern / ſeligen / veſegali nicht entſprungen / aus den groſſen Guͤldenen vnnd vober? Silbernen Credentzen vnd Bechern / welche ausjuledi⸗ gen groſſe Kunſt ſein ſoll(auch er ſie offt mit luſt vnd wi⸗ derwillen bekommen hat) Sondern aus ſeiner Gottſe⸗ ligkeit/ Demuth / Gebet / vnd ſchuldigem Gehorſam inn befohlenen Sachen / die er alle mit hoͤchſtem vleis / ohno hindernis verrichtet. Wennbißweilen andere Hofediener / ſichim Buch der vier Koͤnig geübet/ ſo hat der liebe Juncker ſeliger/ Sotees ſeine Bibel /Poſiil / Syrach / oder ſonſt was ntzlichs / Fwrchr auch wol luſiiges geleſen / vnd behalten / Juch viel ſeibß vnrerſtrichen in der lieben Bibel. So hat er auch jm ſeinen betufflaſſen an dlegen ſein⸗ Vd i &in Rturtt von Jugind au c S. Pauli/Rem.)4. eigener Hand ein Buch in Regal Papier geſchriehen / da⸗ Ruch v vin verzeichnet allerley noͤtige Mundſtůrke / Gebiß vnnd plewen. dergleichen Sachen. Das aber jhm die Bibel bekant geweſen / vnd er liebe Pwa. darzugetragen / bezeuget die Bibel in vetauo / welche dem lieben Junckern ſeligen / vom Eolen vnnd wolgebornen Herrn/ Graff Wilhelm zu Schwartzburg werehret / vnd auch beyde der Graffe vnd jt Gnaden Geinahl mit eige⸗ S.w⸗ henden jhre Symbola vnd Reim darein geſchricben S⸗ Des Graffen Spruch heiſt: Ich ſprach/ Das mus ich leiden / Die rechte. Hand des HErrn kan alles endern / Welchs auch jr Gnaden Leichpredigt geweſen iſt⸗Deß⸗ gleichen: Du Herr Goktt biſt Barmhertzig / vnd Gnedig / vnd Gedůͤltig / vnd von groſſer Gůte / vnd Trewe. We⸗ de dich zu mir / Sey mir gnedig / Stercke deinen Knecht mit deiner Macht / Vnd hůlff dem Sohn deiner Magd · Thue ein Zeſchen an mirdas mirs wolgehe / das es ſeht die mich haſſen / vnd ſich ſchemen můſſen / das dumir bey⸗ ſieheſt HErt /vnd troſteſt mich. Milita bonam militiam & bonam conſcientiam. 1. . VVE. 89. Alleine Gott die Ehre. Lizabeeh / Graͤffin vnd Fraw zu Schwart⸗ x .. burgk Geborne Schlickin / Graͤffin zu Paſ⸗S. ſaw dieſe Graͤffin / hat dem lieben Junckern / ſeligen / Hie Ausiegung Sprachs /Herrn e e Mattheſijſeligen / verehret / welchen er auch S⸗ — hrgern geleſen. Buſen Grefeniſ er lieb geweſen/ auch nach dem er ſichin Sbeandbegeprn( — eichpredigt vber den Spruch Gnaden an jn gethan / aus weiſen / darumb er vberſrGe⸗ naden koͤdlichen abgang hefftig betruͤbt worden/ vnnd iſt wol zugedencken / das wenig kage vor ſeinem Abſchied⸗ er ſeinen hersliebſten Schat vnd mir erzehlete/ wie das er im Traum viel mit gedancken zu thun gehabt / mit ſei⸗ nem Herrn ſeliger / Graff Wilhelmen / wert inn groſſe Frewde bey jhm geweſen / ſieng an / er hoffte gentzlich/in kurtzer zeit bey jhrer Gnaden zu ſein. Bad gantz vleisſig vmb Gedult / da es ſein kondte / das jhme der liebe G Ott ſolche krafft verleihen wolte / mit frewden abzuſcheiden wie ſein Herr / welches jhm der liebe G Ott wider fahren ließ / wie wir letzlich hoͤren werden. Dieweil er ſich Gottſelig/ Friedlich Ehrerboͤeig / vnd ſo viel moglich gegen jederman wol verhalten / iſt er vom Allmechtigen Gott auch wol verſorget worden / dz er nach langer zeit einsmals / ſeines lieben Vatern ſeligẽ Ritterſiz einbekommen hat / da jm durch Gottes ſchickũg vnd Ehrlicher frommer Leute hůlffebeygelegt worden/ die Edie vnd Bieltugẽdſame / Veronica von Bila⸗ wel⸗ ches Eheliche Beylager / vnd Chriſtliche Hochieifrew⸗ Beyu⸗ de den 27Januarij des geweſenen 94. Jahrs/ zu Au⸗ b.v. leben in des Edlen Geſtrengẽ vnd Ehrnviſten C hriſtoff von Bilen Behauſung celebriret vnd gehaltè worden⸗ Solch Adelich Geſchlecht aber der von Blla / iſt des Wetuͤhmbſten / Elteſten / Adelichen Geſchlechter eins / So nicht allein weit außgebreitet / Sondern ſich wol gehalten jwir noch hrutiges Toges befantiſt. . ir lieber Vater iſt geweſen/ Heinrich von Bilajauff v. P Heyenrhoda vnnd Staffelburg / der Rechſen Se nde Ehurfůrilicher Stchſiſcher Rath/ vnd Heuptma ſuſio ᷣjnlurg witipe peluftdipth⸗ S. Pauli/ Rem4. M. Michael Neander beſchreibet / das er ſeygeweſen / Vir ſapientia, do ctrinamulta & yatia gloquentia, ma- oq;vfu terum vir⸗ Glariſimus, præſtantiſimus atq́; obhulmu⸗Wie Spangenber ck in ſeinem Adel piegel geſetzet hat. Jundieſem Eheſtande / welchen ſie kaum ins ſechſte Jahr bracht / haben ſie ſich gegen cinander / Chriſtlich / ʒintt echtig /licb vnnd werthgehalten / Wie denn folche Liebe vnd Gehorſam / der licbe Juncker ſeligen /lelbſt 3 Danckfagung gerähmet/ vnð ſie Gott auchgedanckei Wie ſein eigen Gebrhin Doctor Habermans Betbuch d. 34⸗ geſchrieben bezeugtt / das et mit neben gebundenem Ge⸗ bermaß⸗ ſangbůchlein D. Martin Luthers/ unn ſein Grab auff nn ſein eigen begeren / bekommen / vnd ich juuor mit eigener Zuthers Hand ausgeſchrieben habe. S Dieſe groſſe Liebe vnd Trewe gegen ſie / iſt in dieſem Creutz vnd ſchweren Elend geſchen/vnd ka mit warheit nachgeſaget werden / darumber auch mit deſtogtoſſerm , vleis / ſie nit allein dem Edlen vnd Ehrnveſten Junckern Chriſtoff Sigmund von Bila jhrem lieden Bruder he⸗ ſein ue⸗ vohlen / ſondern auch den Eolen vnnd Ehrnveſten Ott be⸗ neib Schlegeln / vnd ſein Weib Fraw Affran Schlegeln/ ge⸗ borne von Traupitz gebeten / das ſie dieſelbe wolten jnen befohlen ſein laſſen / vnd ſich alſo gegen jr verhalten / wie ſie wolten das jhrer eigenen Perſon auff ſolchen Fall ge⸗ ſchehen ſolte / wie er jm auch kein zweiffel machte / dz bey⸗ de Bruder / ſo wol andere ehrliche Freundſchafft vom Adel / ſich jhrer im Nothfal annehmen / vnd billicher wei⸗ ſeſie tetten vnnd beſchuͤßen wuͤrden. Inm Ehſtande habẽ ſie beyde viel beſchwerung / ſchwa⸗ Beſchwe cheit/ vnd vrſache zubertübnis gehabt/ vñ hatjnẽ dietrů⸗ xh⸗n⸗ be Woſcken jmmerdar den Sonnen ſchein eibt Leichpedigt vber den Spruch Leibs Frucht hat jnen Gott gegeben / vnd wider zu ſich genommen / Denn als jnen den zwolfften Julij / Anno S. ein Sonlein gegeben / Ernſt Heinrich bey ſeiner hei⸗ Ernſt Sein⸗ . Tauffgenent / welchs mit hochſter Frewde vund Ge Banckſagunge empfangen / iſts dargegen mit ſchweren ¶ Trawtigkeit den 2. Julij / bald wider geſtorben/vnd zu ſeines Vaters Heupten oben zum Ruhebethlein / neben Lod. einer Trawrpredigt geſchickt worden / Gottgebe jm die Aufferſtehung zum ewigen Leben. Weil denn vnſer lieber Gott einen rechten Chriſto⸗ cpriſioff phorum an vnſerm lieben Junckern ſeligen haben wollẽ⸗ Lreuzt der jn im Hertzen tragen ſolte/ ſo hat der HErt das liebe steget. Creutz mancherley weiſe jhmzugeſchickt / das er ſoltein der zeit lernen ſich darzu bereiten / vnnd in Gottes weiſe ſchicken / das welchen Er lieb habe / den zůchtige Er / vnnd muͤſſe doch alles den Gleubigen zum beſtengedeyen. Da⸗ rumb allzeit bey geſundem Leibe ſeine Gottesfurcht ge⸗ leuchtet/ vnd ſein Gottſelig Hertz / vnd Liebe gegen dem Neheſten ſich ſehen laſſen. Dne noth hat er keine Predigt / Sontags vnd Wo⸗ Zive zue chen vber / auch den Catechiſmum nicht verſeumet / gern Ptediste geleſen/ geſungen / vnd mit vleis achtung gehabt auff die Erklerung / Troſt / vnnd auch notige Warnuug / wegen Suůnde vnd Laſter von der Cantzel / nach den Glaubens vie er⸗ Artickeln/ laut Chriſti worten / vnnd dem lieben Kinder mahnůg Catechiſmo geurcheilert. 6 desoc Die ermahnung D. Martini Luthers ſeliger / hatrr Buorge in acht genommen / Sas hochwirdige Nachtmal Jeſu mals Je Chriſti vnſers Heilandes / nach erkentnis vnd bekendnis kſant Suntenaugt nſem S. Pauli/ Rom.) icher Ehrerbietung / des Jahrs viermal gebraucht / imn offentlicher ſamlung⸗ Da vnſer lieber Gott mit der allzuwol verdienten Landſtraffe der ſchrecklichen Peſtilentz / viel oͤrter / vnnd auch vnſere Gemeine / anſieng heimzuſuchen / ward er peſtn?s. langſam dahin bewogen / das er ſich an frembde reine or⸗ Aunoðv ter zu guten Freunden / die es jhm angebotten / machen wolte / doch ſtelte ers Gotte anheim / vnnd zeigte mir die Motiuen an / warumb er lieber zur flucht willigen / denn zu hauſe bleiben muͤſte / Die auch zum theil alſo / das ich ſelbſt darzu gerathen / weil Gote Flucht mit gebuͤrlicher Wie auch der thewre Man Lutherus 8 gethan hat. 1 Damit Er aber deſto mehr ſich in der Frembde / ne⸗ Betei⸗ ben anhorung d er Predigt / ſelbſt troͤſten koͤndte / hat er ung vmb eine deutſche Poſtil bey mir angeſuchet / welche er ?*rſiuch mit nutz brauchen moͤchte / vnd alſo neben der Bibel / D. Martin Luthers Geſang / vnnd D. Habermans Bet⸗ Bibek bůchlein ſich mit vleiß vbete/vnd viel Erawergedancken &23, vertrieben wuͤrden. Wie er auch bald. Doctor Haber⸗ buch. mans Poſtillen empfangen / iſt jm hertzlich lieb geweſen / vndpflegte ſeine Krafft des heiligen Geiſtes wirckung d 3, zu ruͤhmen / befahl mir dieſelbe jm binden zu laſſen. betnigns Soolche zeit vber / da Ey ſich bey jren Freunden ent⸗ Poſiil. n iſt mir manch truͤbſelig / widerumbauch troſtlich chreiben zugeſchickt worden / daraus ſein Gottſeliges miuet⸗ vndmitleidendes Hertz / vnd ſeufftzen des Gebets / in der dende ⸗ Nothklar vermercket ¶ Wie auch die Fraw Gevatter Veronica / ſein hertzliebſter Schatz / in abgãg dreyer mei⸗ ſelgen ner Kinderlein / an meinem Wrib ein feinen Troſtbrieff zen gethan / Gontroſte ſrbreffthlich)warhafftiger — Leichpredigt vber den Spruch Gottſeligkeie / Bekentnis ſeiner Sůnden / vnd Bußfer⸗ tige Bekerung zum lieden Gote/ koͤndten die Ehiwirdi⸗ gen vnd wolgelarten Herren Pfarherrn zu Roſſel vnd Heyenr hoda zeugnis geben / Denn der liebe Juncker ſe⸗ liger / daſelbſten an Michaelis / vnd am Newenjars Ta⸗ ge / neben ſeinem hertzlieben Weibe / ſich zu Gote ernſtlich bekeret / vnd zu Troſt ſeines Gewiſſens / ſterckung ſeines Glaubens / zu vergebung der fuͤnden / vnd ſeines Glau⸗ bens bekentnis / damit zubeweiſen / offentlich das hoch⸗ e Nachtmal Jeſu Chriſii gebꝛaucht / vnd empfaͤ⸗ gen hat. — Im angehenden lieben lauffenden — 9oden 7. Januar. als es Gott ſey hochlich danck/ vom böſen Peſſilenz ſterben ſtille worden / vnnd wir hoffe⸗ ten fuͤr G O E TES Zonrn / Genade zu finden / So macht ſich der Juncker ſeliger / zu Hauſe/ vnd lies den g · Ire am ſein hertzliebes Weib anher holen / fiengẽ an mit hoͤchſter kunff. Freide/ Gott hertzlich fur ſeinen ſchutz zu dan cken / bald ſchicket G Ott die Trůͤbſal zu / das der Juncker negen vꝛrom⸗ Schwutſt der Fůͤſſe /nicht außgehen kondte / dazu ward en Rah⸗ jre Tauſſpate / Veronica Kahlin / welche ſie erzogen / vñ mit jrem vleiß vnd angewendten koſten / zum Gebet/Le⸗ ſen / Nehen / Kloyflen / darneben zur Erbarkeit / ſo viel an jr lag / mit ernſt angehaltẽ ploͤtzlichlkranck vnd ſtarb / am 1. Tage nach jrer ankunfft / dadurch ſie beyde gar hoͤch⸗ lich betrůͤbet worden / datmit gezwungen wider fortzu wandern / das nicht durch Schwermuth / Trawrigkeit vnd Furchet / das Geblute gefelſcht / vnd ergers befoͤrdern dertaſi hůfffe. Der vrſach halben den 22. Jan. jee Ader oͤffnen ſea. laſſe / da ſichbeim liebẽ Junckern ſeligen / groſſe beſchwer⸗ nis der Leher vnd Magens erzeigte vnd wenig Gebluͤte / viel Waſſers verhanden / das febrlich anzuſeben. — S. Pauli / Rom.)4. Darumb iſt fuͤrs noͤtigſte geachtet / ſich nach endetũg urß ge⸗ der Lufft dem Artzte zu vntergeben / welchs eilend geſche⸗ braucht. hen / das er von Winckel / dahin ſie gewichen waren/ dem Ehrnueſten vnd Hochachebarn Doectori Matth. Mar⸗ P att. tini / der Wolgebornen Graffen vnd Herrn zu Mans⸗ Martint ſeld ete. vnd Phyſieo zu Eisleben geſchrieben / jnen con- juliret vnd was am nuͤtzlichſten were / zu ſenden gebeten. Es klagte dißmal der Juncker ſeliger / vbern Schleim des Magens / vnluſt zu eſſen / vnd begerte Mittel die lin⸗ dern vnd reinigen moͤchten / wie jm vom Doctori genug⸗ ſã zu brauchẽ heraus geſchickt wordẽ. Weil der ſchwulſt ſich weg geſchlichen / gieng der Juncker zuwinckel eclich 8e mal zur offentlichen Predige / derhoffte ſich auffs erſte/ ꝛin eſund vnd ſriſch wider heim zu finden. Eylend aber fad ſſerſer Huſte / der alles bey jm erheben wolte / ließ j⸗ n gar nit ſchlaffen / dadurch er ein ſchweren kurtzen A⸗ vᷣſle⸗ thẽ bekam / vnd wenn er huſtete / oder ſichnider legee / wolt er erſticken / als ich ſelbſt den vierden Martij geſehen / vnd mit erſchrockenem gemůth angehoret. Erliche beſchwe⸗ rung vom Huſten / hat er abermals den Hertn Doetor berichtet mit eigener Hand / wie er jm wider geſchrieben / vnd viel das er brauchen ſollen / angeordnet. † Demnach nu der Juncker groſſe Mattigkeit vnd vn⸗ ruhe befunden / vieleicht andere kuͤmmernis jm angelegen waren / wolte er andere Leut nit bemuͤhen / ſondern viel lieber bey den ſeinẽ / auch nu der Feldbeſiellung abzuwar⸗ ten / nach Mittelhauſen vnd daſelbſt Gottes willen war⸗ ten / was Gott an jm anfahẽ vnd zuuolbringen beſchloſ⸗ ſen / ward alſo den eilfften Martij/ als er ſechs Wochen in Hans Hermans behauſung geweſen / dafuͤr er jm hoͤch⸗ lich danckete/kranck vnd vpluſtig in 2 a bracht. predigtẽ vnd wolte es nach Gottes willen durchleſen. Leichpredigk vber den Sptuch rane Mach dieſer ſeiner Heimkunfft / vnnd nu drey gantzer Bebn W . ſich jmmer Leibes ſchwacheit befundẽ / eee mitler zeit gahr wenig ab/ mehr zugenomen. Dienſtags er⸗ den )3. Martij / da er den Sontag Deuli heimbracht / hab ich jnen beſucht auff ſein begerẽ durch ein Zeddel an mich geſchrieben / auff dem Betthe ſitzend befunden / den an⸗ fang des Schwulſts von jhm verſtanden / als gleich der Edie vnd Ehrnveſte Hans Rudolff Schlegel ſein lieben Vetter jnen beſuchte (der ſich fuͤr ein Kriegsman vnnd Befehlhaber / wider die Feinde der Chriſten brauchen leſt / vnd jnen Valedicirte vnd geſegnete) bin aber guter zuuerſicht geweſen / es wuͤrde ſich wider hinweg ſchlei⸗ chen / wie ſonſtofft zuuorn beſchwerung des Schwulſis der Fuͤſſe jn geplaget. Ritte ſir Dis mals hat irmich ermanet fur jn zu bitten / das jn vngedult Gott nicht wolte in langwiriges Lager gerathen laſſen / Ereus das er nicht etwa aus vngedult wider Gott murrete. Den )9. Martij hab ich jnen beſucht / gantz gedůltig vber D. Habermans Paſſionpredigten antroffen / da er d.50. ſo laut geleſen / das ichs baid im Hofe vnten gehoͤrt / hoch pen gerůhmtet / das jhmdis Buch ſo herrlichen Troſt gebe/ Den 2). Bin ich wider zu jm kommen / als er Medica menta auffgeſchrieben / vnd guter. Hoffnung geweſen / es ſolten jhm durch Mittel ſeine Schwulſt vnd Huſtenge⸗ lindert werden / Ward dafuͤr gehalten / das ein heimlich Fieber zugeſchlagen / denner vnterſchiedliche Hitze vnd Froſt neben erbrechen fuͤlete. Den 24. Martij begerte er fur jn in der Rirchen das chen ge⸗ gemein Gebet zu thun / das es der gůtige trewe GOtt / vn mit ſeinet bewuſten Kranckheit / um allerbeſten — S. Pauli / Rom.)4. vnd wenden / vndich jnen auff folgenden Sontag Judi⸗ ta beſuchen wolte. Darumb nach verrichtetem Kirchenampt/ den⁊. Beiche ich jhnen beſucht / auff ſein Freundlichs demůtigs bitten vnd Ab⸗ Beicht gehoret / Abſoluieret / do er recht frewdig war / Nach erſter ſchwacheit vnd bloͤdigkeit des Fleiſches. Er hat mit flieſſenden threnen vber die Backen beklaget / das er ſo lange zeit der Flucht / vnd hernach Leibes ſchwach⸗ heiten wegen / vnſer offentlichen Kirchverſamlung nicht ich jm nach Gottes Gnade wider⸗ eget. Iſtalſo den folgenden Montag den 26. Martij / in beyfein meines Schuldieners Dauid Hofemans /fruͤhe nach ſechs vhr / mit dem hochwirdigen Aendmal J.E⸗ wudigẽ⸗ SV CR S TJ deſſen Warhafftigen / weſend⸗vechi⸗ lichen / gegenwertigen Leib vnnd Blut In / Mit / vnnd J. Chru⸗ Vnter dem Brodt vnnd Wein / geſpeiſet vnd getrencket ſi⸗ worden / zu vergebung ſeiner Suͤnden / verſicherung der Verſohnung mit Gott dem Vatter / durch Criſtumge⸗ ſchehen / vnnd zu ſeiner Seelen Seligkeit / wie er daſſelbe mit hoͤchſter Begierde/groſſer Reuerentz vnd Ehrerbie⸗ tung / ſtehende(ob er gleich kaum ſitzen koͤnnen) empfan⸗ gen / Das er ſich an ſeinen Hertzliebſten Schatz / die be⸗ truͤbte Fraw Veronicam gelehnet. Nach ſolcher darrei⸗ chung / vnd verrichteten Amptſachen / hat er hertzlich ge⸗ gen Gott gedancket / das Er wider erheben des Magens jn geſiercket / vnd werdejnen auchferner gnedig dafuͤr be⸗ hůten / vnd ſtercken / deßgleichen mir / vnd dem Kirchendi⸗ ner/auffs vleiſſigſte fuͤr geleiſtete ſchuldige Amnpkoſlicht / WVnnd gibeten/ das Sfinnlnige wider E5 oltt / —.— —— — Leichpredigt vder den Spruch wolte / welchs geſchehen / Vnd Gott ſey lob / dieſen Tag ſich fein befunden · Dienſtags den ⁊7. Hab ich jn abermals beſucht / ſeh 5z. matt funden / Iſt die Edle Fraw Affran / Juncker Dtt zein Schlegels Weib da geweſen /welche jhn erinnere ſeiner lieben Mutter / vb er ſie nit zů ſich holen laſſen wolte / hab ich jhm bald angezeiget / das ſein hertzliehes Weibgegen mir gedacht / voriges Tages / hoffete das jr liebe Muh⸗ me / die Edle Fraw vð Bila / zu Roſſel gerne ſie beſuchte / ward beſchloſſen / das ſeiner Mutter / vnd der von Bilen geſchrieben / vnd die Brieffe weg geſchickt wuͤrden / vleiſ⸗ ſig 15 jnen zu beſuchen. gurcht Dieſes mal gedachte er der Flucht / die jnẽ offt geretwet kegen doch were es nit aus ſeinem Kopff / zweiffels vnnd klein⸗ der muͤtigkeit wegen / ſondern nach Rath anderer / dzes auch Scht. keine Suͤnde /geſchehen / Sagete mit ernſten worten / Es hette jn jmmer an allen oͤrten gedaucht / er werdewʒ groͤſ⸗ ſers aus ſtehen muͤſſen / gebeten das Gott jm wolte helfft ſein Creutz ſelber tragẽ / nach ſeinen waren verheiſſungẽ. Donnerſtags fruͤhe / bin ich vmb )ꝛ. vhr erfordert durch Jacob den Reiſfigen Knecht / als er alle ſein Geſin⸗ de zum gehorſam ermahnet / vnd fuͤr jn zu beten. Matte Sei ſich gantz zum ſeligen Abſchied / wegen groſſer Qual vñ Schmertzen / bereltet / Hieß Beten / vnnd Betet Erſel⸗ ber von gantzem Hertzen vnnd ſagete / ob er gleich nicht alle wort nach redte / blieben ſie im Hertzen / wegen der ſchwacheit / vnd wolte bey ſeinem glauben vnd bekentnis un Chriſtum / beſtendig durch ſeine huͤlffe /beharren. Er zweuffelte ſehr / das die ankunfft ſeiner lieben Mutter / zu langſam ſein wůrde / aber der liebe Goti ſtercket zhn / das ſich die ſchmertzen linderten / vnnd widerumb beſſer vnnd ſiullet ward von der Angſt· Ward S. Pauli / Rom )4⸗ Ward alſo dieſes Tages fein ſille vnd gedůͤltig / wie wie dann ſeine Sprache / vnd verſtand allzeit ſo gelaſſen / dafuͤt Gote hoͤchlich zu dancken / das niemand dafuͤr hiels das er fo balde aus dfeſem Jammerthal / zum Ewigen Frewdenſaal vorhin wandern ſolte. Wie ſolchs dieſelbe zeit / der Ehrwirdige vnd Wolge⸗ larte Herr Bartholomtus Stogkich Pfarherr zu Win⸗ ckel / vnd Lorentz Boſche bezeugen koͤndten / die jn mitlei⸗ dend beſucht / vnd jm ſolchs gar wolgefallen / Wenn wa⸗ pt. re Freunde / die er erkent / jnen beſucht / auch zum theil nur Gruͤſſen laſſen / vnd mit trawrigem gemuͤth nach jm ge⸗ fraget / denn er ſich des lieben Gebets frommer Chyniſten hertzlich getroͤſtet / ſagte / Gott wuͤrde jn /laut ſeiner zuſa⸗ geerhoͤren / vnd jmngeben / wz an ſeele vnd Leibe nůtzlicht. ½1e 4 Er hat mir ſein hertzliebſten Schatz auff Erden / die mich. Edle Fraw Geuatter / numehr betruͤbte Widwen / hertz⸗ lich befohlen / nicht zwerfflende / ich wuͤrde nach vermogẽ / jr alles zum beſten helffen vnd rathen / wie er wolte (daes Gott alſo geſchickt / welchs er gern anders geſehen / vnd hertzlich dafuͤr gebeten) an meinem armen Weibe / vnnd meinen Kindern / gethan haben / welchs ich jm mit munde vnd Hertzen zugeſagt. Denn er ſtets allein beklagte / weil er gar nit ligen vnd ſitzen kondte / auch kein ſchlaff der jn doch jmmer ankam / raum finde / der Athem gar zu kurtz/ es kondte kein beſtand haben. Er wolte hertzlich gern ſei⸗ nem hertzliben Weibe vnd guten Freunden / derer wenig / noch beiſtand leiſten / wenns Gottes wille / doch erkendte er ſeine gebrechligkeit/hett wenig geſunde vnd gute tage⸗ woit gernmit wie es Gott ſchaffte / Gott woltejn fuͤr lãͤ⸗ gem Lager behuͤten / dz er nit andern Leuten beſchwer lich / oder ſelbſt vngeduͤltig werden moͤchte. Da ich jnen nach Goties gnade getroͤſtet habe. Del⸗ Leichpredigt vbet den Spruch 8ein⸗ Deſſelbigen Abends ſind die Edlen Frawen / ſeine Wutter liebe Mutter / vnd die von Bila ankommen / die hoch be⸗ S truͤbet / vnnd möglichen vleis in verwartunge bey jmbe⸗ wieſen. „ Des Freytags / Bin ich abermals fruͤhe zu jm kom⸗ Chriſtal) men / bey jm verharret / biß on geferde / doch recht gewuͤn⸗ Sigmũd von Bl ſchet / der Edle / Geſtrenge vnd Ehruveſte Chriſtoff Sig⸗ P. mund von Bila / der Fraw Gevatterin / Leiblicher eini⸗ ger Bruder vnd Geuatter / zujnen kommen / denn er die ſchwacheit zu Roſſel erfahren / der mit betruͤbtem Ge⸗ muͤth / alle Mittel betrachtet / vnnd wol bewogen. Darumb Sonabends ſehr fruͤhe / einen Magiſteum NB. denen er bey ſich gehabt / gegen Eisleben geſchickt / Wie Sontags auch geſchehen / aber doch erſtlich Montags der HErr Doctor heraus kommen können. Vnter deſ⸗ ſen haben wir mit dem lieben Junckern im Gebet ange⸗ vmb enderung zu Seele vnd Leibes woifart ebetet. Sontags fruͤh Palmarum / hab ich jhnen vmb fuͤnff . vhr beſucht / ſehr matt funden / er gebeten ſeine Noth der melne, Chriſtenheit fuͤrzutragen / Er bete / wo er jemand zu naͤhe ber vnd geweſen / vmb verzethung / wie er hertzlich vergeben / vnd abbute. woleen helffen bitten / Gott wolte jn erhoͤrẽ / vnd es zum beſten an Leib vnd Seele wenden. Gebet. Nach gethaner Predigt /hab ich jnen wider heſucht / ſehr kranck vnd bereit in Gottes willen antroffen / mit jm etliche Spruͤche / vnd die Litaney fur die Krancken / mit anweſenden geſprochen. Weil jm nu bewuſt / das ich die Schlospredigte dis⸗ mal vertichten ſolte / bat er den Ehrnueſten vnnd Vor⸗ achtbarn Hans Friedrich Rudoiffen / Amptſchoͤſſer — S. Pauli / Rom.)4⸗ vnd zu Allſted freundlich zugruͤſſen / auffgettagene Sa⸗ Amnpt⸗ chen anzuzeigen / vnd vleiſſig zu bitten / das er darein foͤr ⸗ ſchoſſen⸗ der lich / wie jm daran nicht ʒzweiffelte / ſein wolte / hat ſich auch ſein Ehrnueſie mit leide erzeiget / vnnd alle gebůͤrli⸗ che Ampts hůͤlffe zu beweiſen verheiſchen / Wie ſolche ge⸗ genantwort mit ſehnlichem anhoͤrẽ der Juncker jm wol⸗ gefallen laſſen. Bin nach verrichter veſper dis Sontags / am Abend bey jm blieben / micherbotten die Nacht zuuerharren / wel⸗ ches er nicht haben wolte / meiner gethaner Ampts ſorge halben / von fuͤnff vhr an / vnd auch bey /hm ſelbſten / ge⸗ tragen. Weil er aber groſſe vertroſtung / der Herr Doetor von Eis lebeu wuͤrde kommen / jnen Perſoͤnlich beſuchen / vnd wol Hüiffe ſchaffen / hatte er gros verlangen / Doch hen mö⸗ dieweil die Leibes ſchwachheit groß / der Schwulſt an der Lincken ſeiten hoͤher ſteig / meinte der liebe Juncker / der beſte Artzt Chriſtus Jeſus wuͤrde helffen / ehe der leibli⸗ che ankeme. Rieff mit hertzlichem ſeufftzen / Kom HErt Jeſu / Ach HErr / wie verzeuheſtu ſo lange / Erloͤſe mich / ich wil gern mit. Er fragte auch doch / wie er jm thun ſolte / die ſchmer⸗ F̃rag⸗ zen weten vntraͤglich / wenn nit Gott ſonderliche Krafft reen⸗ gebe / wuͤrde er ſich niderlegen auff der Ruͤcken / ſowere gen mat der Athem zu kurtz / vnd aus mie jm / Solte er Gott fur⸗ — greiffen / ſo were es auch vnrecht ? Ich hieß jn mit gedult — ₰ ferner feſt tragen / der rechteCreutztreger vnd Keitertre⸗ chems. ter / Jeſus Chriſtus wůrde jm helffen / Er ſolte der rech⸗ ten zeit warten / vnd ſich des HErrn troöſten / der alles en⸗ dernkoͤndte / denn weil Seel vnd Leib vngeſcheiden / wol Huͤlffe zu gewarten / So fehet ja Gottes hůlffe an / wo Menſchen Hůffe aus / vnd in den kraff⸗ — ——— — — —— — ——— Mediei anköfft. Jückeru bereit⸗ ſchafft. Leichpredigt vber ben Spruch krefftig. Wir wolten beten / vmbhuͤlffe Gott antuffen / vnd warten / da wurde Gott die rechte Zeit vol treffen / vnd helffen. . Vmb den Mittag kamder D. Mattheus Martini / that groſſen vleis alle vmbſtẽde zu erforſchen / tröſtete dʒ er Medicamenta wolte heraus ſchafft / die nach· Gottes willen ſolten helffen / die Natur beſſern / doch were die far groß / Waſſer vnnd Schwindſucht verhanden / vnd das züttern der Glieder / welche Schrecken bewegten / were Epilepſia wegen aller beſchwernis der Gliedmaſſen / vnd andern verſtendigen Natuͤrlichen Vrſachen. Beſchtieb auch bald Medicamenta die nach Eis leben eilend geſen⸗ det / vnd bracht worden. Wie troͤſtlich nu der Herr Doctor den Patienten an⸗ redete / vnd von jhmallerley fragte / war des lieben Jun⸗ ckern antwort / Das ers dem hoͤchſten Gott vnnd Artzt anheim ſtelte / were willig zu leben vnd ſterben / doch wens Gottes wille / ſein hertzlieben Weibs wegen / mochte er lenger leben / Es ſolte der Doctor vleis thun / wuͤrdejhm wol danckbarkeit widerfahren. Es ward eine Salbe bereitet / der Ruͤckgrad damit ge⸗ rieben / Da man des Schwulſt an der Seiten gewar ward / nam deſſelbigen Abends Tranck ein ſo verordnet. Letzlich / Dieuſtags fruͤhe den 3. Aprilis / ward ich nach ꝛ vhr geſfodert / da ich bald ankam / fagete der liebe Jun⸗ cker ſeliger / mit harter ſtimme vnd kurtzem Athẽ / Er be⸗ Berkun⸗ digung ſemes Stůnd⸗ keins. fuͤnde dʒ ſeine ſchwacheit ſehr gros / vnnd die Zeit ſeines Abſchieds von dieſer Welt verhanden / darüb er mit mir ſich noch einmal vnterreden wolte / vnd ſich Gott gens⸗ lich befehlen / Solte helffen bitten dz Gott ja nit lenger verzichen / ſondern er erloſet wuͤrde / begerte auch — — ——— S. Pauli/ Rom.)4. troſtlich mit jm zureden / Sein bekentnis vnd Glauben / wolte er feſt halten / vnnd darbey ins ende verharren. Er hetee zwar geſtern gehofft / Gott wuͤrde jn erloͤſen / doch were es verjogen. Da ich geantwort / das ich willig er⸗ ſchienen / ſolte vnd werde Gott in gedult vnd gleubigen ſeufftzen aus ſtehen / wrr wolten fleis ſig helffen beten / die rechte zeit erwarten / denn Gott weiß wens am beſten iſt/ vñ braucht an vns kein arge liſt / di ſoln wir jn vettrawẽ. Wie er abermals ſagte / Wenn er gleich nit alles laut MB. beten wůrde vnd koͤndte / ſtuͤn de doch ſeine hoffnung auff Wider⸗ den HErtn Chriſtum / da wolte er bey verhatren. Ward alſo durch Gottes Gnade getroͤſtet/ wie wir dißmals in kantnis. meinem mitleidenden jammerigen Gemuͤth / Chriſtoff Sigmund von Bila gute ruhe mit vntergab/ vnd treff⸗ xroſc liche ſchoͤne ſpruche der ſchrifft /geſenge vnd Gebet anzo⸗ v. B. . ge. Weil wir aber die groſſe Qual ſahen / vnd ja allerech⸗ te Hertzen hertzlich vmb erloͤſung batẽ / vnd dem von Bi⸗ la das Hertze ʒimlich erweicht / wegen der ſchmertzen / als zeichen des Abſchieds / auch der lieben Schweſter / ſahe jn der Juncker / ſeliger an / vnd ſprach:Lieber Schwager vñ Geatter / Ihr ſollet nit trawren vber meinem abgange / Eroͤſtet euch / das ich ein gut Gewiſſen / ſtandhafftigen. Glauben an meinen HEtrn Chriſtum / Laſſe ein gut ge⸗ rũcht in dieſer Welt / vnd auch keine Schuld oder ſtreit⸗ Schwa⸗ ſachen hinder mir. Weiſte vns der liebe Juncker ſeliger / ger. ins Buch der Weißheit / amz · Cap. dageſchrieben ſtehel. Der Gerechten Seele ſind in Gottes hand / vñ ⸗v4. keine Qual ruͤhret ſie an. Fuͤr den Verſtendi⸗ gen werden ſie Angeſehen / als Sterben ſie/ vnd jr abſchied wird fur ein pein gerechnet / aber ſie ſind im Friede. F2 Ob Leichyredigt vber den Spruch Spyueter Db tir nu wol wiſſen / das ſich Splitterrichter fin⸗ Richter, den werden / die ſolche Narration fuͤr eine Hcidniſche O. ration achten / ſo haliẽ wir mer dz zeugnis vnſers gewiſ⸗ ſens fuͤr Gott / als menſchen anſehen. Ich mache alhier kein Heiligen / noch Engelteinen Menſchen / hat auch ſei⸗ ne Gebrechẽ gehabt / wie jn ſonderlich mag der Zorn viel vberwegt haben / allein es pflegt jn bald hernach zu tewẽ. Vnd wer daoffentliches oder anders weis / der ſags vnd beweiſe es / Ich weis / vnd zeuge was die Warheit iſt / das nsth wir vns lernen Selig / vnd willig zum Sterben bereiten. ger ein⸗ Als nu alſo alles verſchafft / vnd auch das gantze 5ee Haußgeſinde erweckt ward mit zu beten / Fiel jm ein noch neteru· etwas zu befehlen / denn wolte er alle vns geſegnen / wird ſolches zu Papir gebracht / an Heren Amptſchoͤſſer ge⸗ ſchrieben / Vnnd doch vnter deſſen auff ſein begeren vnd ont befehl geruffen / der Edle vnd Ehrnveſte Btt Schlegel / Schlegel Affran von Traupitz des Junckern Weib / Hans Kleur Se. Schultheiß /Lorẽt Fiſcher Raths herr / ete. Seine Mut⸗ veng⸗n. ker / vnd die von Bila. Inngegenward aller obgemelten / vnnd des Edlen Ehrnueſten Chriſtoff Sigmund von Bilen / ſieng der Juncker ſeliger an / berichtet / das er auffzeichnen laſſen / zu verhůten Hadder vnd zanck / nach ſeinem Tode. Bat / das ſoiches mit ſeinem Pitſchier mochte in aller gegen⸗ wart / vnterdruckt vnd verſiegelt werden / welchs geſcha⸗ he/ Vnder ſelbs den Schultheiſſen / Raths herrn vnnd Schul diener bat / ſolchs bald morgens frůhe dem HEr⸗ ren Amptſchöſſer / neben ſeinem Gruß zuvberantwortẽ / vnd 14 halten. ſnheſcehee ſ a ſolches von jhm geſchehen / fieng er an frewdig dare Gott zu dancken / dos er ii Sinwſhe — an S. Pauli / Rom.)4. ſtand hette gegeben / vnd biß ans ende vnuerrucket erhal⸗ ten / das er inn hoͤchſter beſchwerlichen Kranckheit / vnnd Leibes Schmertzen / das Heupt geſund vnd friſch er hal⸗ ten / vnd das Hertze geſterckt/ Er wolte nu hertzlich ger⸗ ne mit fort / es were doch dz End fuͤr der Thuͤr / gar balde. Fieng an ſeinem Hertzallerliebſten weibe gute Nacht zu wündſchen / vnnd ſolte Gottes willen jrem fuͤrziehen / wůn⸗ Dar nach ſeiner Lieben Mutter / Juncker Dtt Schle⸗ ſchung. geln / vnd Fraw Affran / ſeinem hertzliebſten Schwager vnnd Geuattern Chriſtoff Sigmund von Bila / Mir / vnnd allem Geſinde / jedem in ſonderheit / Auch bald da⸗ rauff da wir hertzlich beteten/ vnnd er dem Knecht Bar⸗Irene⸗ teln / ſo hernach kam / gute Nacht gegeben / Sang er das ſinget ſchoͤne Sterblied: Mit fried vnd frewd ich fahr dahln /in mu Frid Gottes willen /ete den erſten Vers gar ſan iſch nd. aus Ba vir ale fůr weinen jm nit helffen mochten / da ich die vbrigen drey vers aus / vnnd betet er mit vnns allen. Viel Spruͤche vnnd Gebet wurden gefuͤhret / wie hinden angezogen werden / denn ſolchs hie ein zubringen zuverdrießlich. Da er vnter deſſe vom Stuel ins Bette / vom Bette in Stuel bracht ward / wie in die 4. wochen / ſeines beſchwerlichen Lagers geſchach / doch wenn Leute vmb jn / wie er nicht gerne Leute hatte / muſte er wader wil⸗ len / bißweilen auß harren. Es rieff der liebe Juncker ſeliger ſehr offt / kom HErr Jeſu / Ach du HErt wie langee Er fragte nach der Zeit / 2 das es geſchlagen / ward jm angezeiget / das vier vhr we⸗ ⸗r⸗ re / Sagte Er / ich hoffe im nacht vnd Morgenſcheiden / wil ich fort / Kom HErr bald. Als nun der Tag anbrach / er ſich wider — 3 y Leichpredigt vber den Spruch vnd weil ſie alle abgewiechen / dz die Fraw von Bila wol⸗ te zu hauſe fahren / bat er ſelbſi / ſie wolte denſelben Tag warten / wo es ſein kondte / kam jhm der Schlaffan / der doch keine ſtat fand / die Natur hatte jhren gang / begerte noch ein linden Tranck / dem jn Chriſtoff Sigmundvon Bila wermet vnd gab. Darnach ſprach er zu vns heiden / jm werde gar ſeltzam / nam frieſchẽ Brun / vnd wolte kein Esſig oder ſterckung brauchẽ. Sagte abermals / es were ſchwerlich hoffen / das er die Mittagsſtunde erwarten werde. Ob gleich der meiſte theil hoffte / es herte nit noth / war kein auswerffen mehr / denn was er zu ſich in einem Trunck nam. Bald klagete er / der rechte Schenckel werde jm gar heiſs / vnd ſchmertzete jn / Er beſorgete wen er auffs Bet⸗ the keme / wuͤrde es balde zumende gehen/ Ich fuͤlete die Hitze / auch Hitze der Stirne / vnd groſſe Mattigkeit /lieſ⸗ ſen jn ein wenig ſitzen. Seuger Bald auffſein begeren /daſn ſein. Hertzlieſter Schwa⸗ Ibſchid. ger vnd Geuatter / Chriſtoff Sigmund / auff ſeinẽ Arm nach dem Betthe bringet / vnd ich nach den fuſſen greiffe/ belòmpter ein Hettzittern vnd ſchrey: D HErr Jeſu etbarm dieh mein / vnd in dem ich nach dem Heupte ging / vnnd beide rieffen zu jm: HEtr Jeſu erbarm dich mein / Gebet, erbarm dich diß ſterbenden Menſchen/ nieder fielen vnnd das Vater vnſer beteten / war er ſanfft dahin gezuckt / dʒ er aus aller Noih erloͤſet / imaller Frewde lebet. Ehe wir recht angefangen zu tuffen: In deine Hende / befehlen wir dieſe Seele / du trewer G Btt / hat er ſie von der Quall erloͤſet / vnnd in der letzten Noth errettet / das wir wol ſagen moͤgẽ: Sein Jamer Trůbſal vnd Elend / iſt komen zu einem ſeligen end / Er hat getragen Chriſti Joch / iſi geſtorben vnd lebet noch · 5 6 Solches ſollen vnd wollen wir jm von herten gerne gö nen / Vnd ſo viel moͤglich / vnſer trawrigs Gemuth troͤſien / das wir Gott danckſagen koͤnnen / der jnen gni⸗ diglich erloͤſet / vñ jn gewehret / was er begeret / Nemlich / das er ja nicht in langwiriges Lager gerathẽ moͤchte / da⸗ fur er in ſeinem teglichen Gebet auch jmmerdar ange⸗ juchet / Wie dieſelben hinden ahn verzeichnet ſind / Vnd vnder anderen teglich geſprochen: Dieweil ich leb / An dir ich kleb · Lv. D HErr mein Gott / Inaller noth. S. Allein an dich / Ergeb ich mich⸗ Machs wuͤnderlich / Nur ſelichlich. Wer das begert / Der wirt gewert. S in C.riſti Namen / Sprech ich von hertzen men. HErr Iheſu Chriſt / Regiere mich / Bchuͤte mich / Erhalte mich / Hier Zeitlich / Vnd dort Ewiglich / Durch deine Almacht krefftiglich / Amen. Solche Gottſeligkeit / waren Glauben/ Beſtendige Se⸗ 0 dult / vnd ein frewdiges ſeliges Ende / Wie dieſem Hofe⸗ toris. man / der ⁊2. Jahr gedienet/ vnd doch den hochſten Konig der Ehren / Ehriſtum /alein behalten / in jm gelebet vnnd geſtorben / vnd endlich neben jm vnd allen Gleubigen be⸗ ſtendigen Chriſten / ein froͤliche Aufferſtehung am Juͤn⸗ gſten Tage / zum Ewigen Leben / Verleihe mir vnd euch allen die heilige Dreyfaltigkeit / Gott Vater / Son vndheiliger Geiſt / Hochgelobet in Ewigkeit / Amen / Spruͤ⸗ Leichpredigt vber den Spruch Spruͤche der H. Schrifft. Die neben Chriſtlichen Kirchengeſengen / vnnd Gebetlein bey jm gebraucht / Et ſelbſten die aller⸗ meiſten gar gewuſt / vnd mit gebetet. Johann· arn dritten Capitel. Alſo hat Gott die welt geliebet / das er ſeinen einge⸗ bornen Son gab / auff das alle die an jn gleuben / nit vet⸗ loren wetden / ſondern das Ewige Leben haben ſollen. Johan.. Das Blut Jeſu Chriſtides Sones Gottes / mache vns rein von aller Suͤnden. Sun Roͤm. am )4. Vnnſer keiner lebet jhm ſelber / vnd keiner ſtirber jm ſel⸗ ber. Leben wir / ſo leben wir dem HErrn / Sterben wir / ſo ſterben wit dem Herrn. Darumb wir leben oder ſterben / ſo ſind wir des HErrn. Dieſen Spruch S. pauli / hat der ebẽ Juncker ſeliget/ zu etlichmal befohlen / vnd gebeten fur allẽ andern die jm / datuͤt er Goet danckete/ bekant weren/ wenn er abgeſchiedẽ⸗ zut Leichptedigt ;u erkleren. ſalm. 42. Wie der Hirſch ie nach friſchem Waſſer / So ſchreyet meine Seele Gott zu dir. Pfalm. 23. Der HErt iſt mein Hirt. Gantz aus. Pſalm. 3). Inn deine Hende befehl ich meinen Geiſt / dutrewer Gott / Du haſt mich erisſet vnd wirſt mich erloſen. Job.)9. Ich weis des mein Erloͤſer lebet. Pſal ⁊3. Gantz aus /Fůrnemlich dieſe n ort: Wenn ich nur dich habe / So frage ich nichts nach Himmel vnd Erden / Wenn mir gleich Leib vnnd Scele verſchmachtet / So biſtu doch Gott allzeit meines Her⸗ tzen Troſt vnd mein theil. Watthei Maethei m )1. Kompt her zu mir Alle / die jhr můhſelig vnnd beladen ſeid / Ich wil euch erquicken. Johan. g. Warlich war lich ich ſage euch / wer mein Wort hoͤrer vnd gleubet dem / der mich geſand hat / der hat das ewige Leben / vnnd koͤmpt nit in das Gerichte / Sondern iſt vom Tode zum Leben hindurch gedrungen. Johan. am )0. Meine Schafe horen meine Stimme / vnd ich kenne e⸗ 6 Joban am 6⸗ In meines Vaters Hauſe ſind viel Wohnungen / ttt. Johan.am 17. Das iſt aber das ewige Leben / das ſje dich/dz du allein warer Gott biſt / vnd den du geſand haſt / Jeſum Chriſiũ trkennen. Rom B. Iſt Gott fuͤr vns / Wer mag wider vns ſein. Corinth. 10. G Ott iſt getrew / der euch nicht leſſet verſuchen vber ewer vermoͤgen / Sondern machet / das die Verſuchung ſo ein Ende gewinne / das k56n ertragen. phi]. Chriſtus mein Leben / — iſt mein Gewin. abe Luſt abzuſcheiden vnd be iſto zu ſein. Job —— ſub Timoth.. Das iſt je gewislich var/nio en Thewers werdes Wort / das Jeſus Chriſtus in die Welt kommen iſt / die Sunder ſelig zu machen / vnter welchen ich der Fůr⸗ nembſte bin. C Leichprediat vber den Spruch Apoeoli. 2. Seh getrew biß in den Tod / ſo wil ich dir die Krone des ewigen Lebens geben. Rom.9. Wir wiſſen aber / das denen / die Gott lieben / alle dins zum beſten dienen. pocahp.2. Welche ich lieb bateb ireſſe vnd zuͤchtige ich. Apocalip. 14. Selig ſind die Todien die in HErrn ſterben von nu an. philip. 2. Vnſer wandel iſt im Fnie von dannen wir auch warten des Heilandes Jeſu Chriſti / ete. Gelenge. Waker ynſer in Simmekreich. Wir gleuben sll an einen Gott. Gott der Vater wohne vns bey. Rom heiliger Geiſt viEtre Gott. Rompt her zů mirſpricht Gortes Son⸗ Es iſt das Zeil vns kommen her⸗ Aus tieffer Noth ich ruffzi dir. lein zu dir Err Iheſu Chriſt. Allein nach dir ₰ Err Iheſu Chriſt. wenn wir in hochſten Noͤthen ſein⸗ In dich had ich gehoffer Err / Hilff das ich. S Err Jeſu Chriſt war Wenſch vnd Gott. Wenn mein Stundlein verhanden iſt. mu Fried vnd Frewd ich fahr dahin. die Litaney auff Rrancke vnd Sterbende. Gebek. O Herre Gott/Inmpiner Noth ⸗ Ruftt zu dir / Dy huffeſt mir. Ach Brr ſey du mein zynerſicht / Wenn mein ʒunge nicht mehr ſpricht⸗ So kom O S Ett Chriſt mit behend/ S. Iu pölff an meiem letzten end. Mud fuͤht mich aus deim jummertha Vottattz mu auch dis Podes Oush Ha⸗ S. Pauli / Rom )+. Nachfolgenden Geſan at des lieben uncke ehe 3 Enn ich in Creutz / Noth / Angſt vnd ſchweiß / Keins Menſchẽ mich zu troſien *. trewer Chriſte ich mich wend / meine Seelbe⸗ o ſehl in deine Hend / Mein Hert in deine wü⸗ den ſchließ / Das ich deins Vaters Huldgemiß. Mach du dich auff dich meiner erbarm / Schleuß mich willig in deine Arm. Mit deinem Troſt mich ja nit laß/ Auff das ich mich auff dich verlaß. Der Geiſi iſt willig/ das Fleiſch iſi ſchwach / HErt fahr mit min imCreutz ge⸗ mach. Vnd leg mir nicht mehr Elẽd an / Als ich im fleiſch ertragen kan · Was zeitlich iſt fahr jmmer hin / In Chri⸗ ſto Sterben iſt mein Gewin. Dieſe zwene Vers betet er mit hertzlicher andacht / Als nn die Fraw Schiegeln felgenden dritten Vers betet: Duhöchſter Hort/auff das ſch fort /auff dieſer Erd (Da hielt er inneſvnd ſagte/ Nein/ ich mus nicht nider mich ſelbſt beten / denn ich wil mit fore wenn Gott wil / das Ewige gehet fort / das ʒeithche bleibet inn diefer Welt. Dz reder ſie volieno 58) Dhn ſorg vnnd gefehrt· In Armut groß / Nicht Nacket vnd Bloß / Möge dienen dir / mit frewden hier. Vnnd wenn dakoͤmpt / mein letzte Stund. So nim vonmir / Mein Seel zu dir. Auff das auch frölich mag / am Juͤn / ſten Tag. Beſtehen ich In dein Gerſcht / vnd lebenin FſewofrEwilichAmen Ins Betbuch DHabermans. Batver Juncker ſeſigerfolgende Gebet geſchrieben Weich⸗e⸗ zegiicheßzobeaucher , Al mein Trůbſall vnd Herkeleid G Be⸗ Leich predigt vber den Spruch Befehl ich der heiligen Deyfaltigkeit. Die wolle mich behaten fh vnd ſpat / Biß alle mein thun ein ende hat / Amen. Das ander Gebet. Err Iheſu Chriſte / ich befehle mich Dir / mit Seele G Leib / meinem hertzlieben Weib / vnd alles was ich habe / vnd ergebe mich gantz vnd gar in deine hen⸗ de / Regiere mich auffalle meinem Wege / mein lebenlang vnd wende alle mein vngluͤcke zum beſten / Segene mei⸗ nen Aus gang vnd Eingang / von nu an bis in ewigkeit / Amen / Amen. Das dritte. Ert Heſu Chriſte / der du getrewe biſt / vnnd leſſeſt Gnn Berſucht werden / vber ſein veimogen/ Hilff das alle meine Verſuchung alſo ein ende ge⸗ winne / das ichs könne ertragen. Das vierdte. Ert Iheſu Chriſte / du heiliges Lemblein Goites Heilige mich auch / vnd machmich rein von alle mei⸗ nen Suͤnden / Amen. Das Fuͤnffte. C.H HErr hoͤre / Ach HErt ſey gnedig / Ich bitte A durch die Fuͤrbitte deines Hertzallerliebſten Sohns / welcher zu deiner Rechten ſitzet / Neige dei⸗ ne Ohrenmein G Dtt vnnd HErt / Thue deine Augen auff/ vnd ſihe / höre mein Gebet vnnd flehen / Vnnd ſihe mich auch mit GSnaden an / vmb des Errn willen. Hilff HErr Jeſu das ichauch jn meinem ebet anhalte / vnd nicht ablaſſe/ Sihe/ich bitte HErt Iheſulaß mich neh⸗ men / Sche / ich ſuche HErt Jeſu / laß mich h S. Pauli / Rom.)4. Ich klopffe an / HErt Iheſu thur mir auff Denn Du Jageſagt: Wer dabitter der empfehet / Wer da ſuchet/ der findet/ Wer anklopffet / dem wird auffgethan. Ach HErt Jeſu laß deine. Engel auch allzeit bey mir ſein / das ſie mich ſtercken / Mein Gebet fůr dich bringen / vnd mich bewaren auffalle meinen Wegen / vnd in alle meinẽ thun vnd laſſen / Amen . Das ſechſte Gebet. Ch vancke dir HErt G Ott Himliſcher Vater / gant demůtiglich / fuͤr alle deine Wolthat/ Gna⸗ de / Gůte / vnnd trewe / die du mir mein lebenlang erzegtt haſt / biß auff dieſe zeit vnd Stunde / welche groß vnd vnzehlich fein. Auch dancke ich dir Himliſchet Va⸗ ter / von grund meines Hertzens / das du mein hertzkebes Wrib(mit Tugend gezieret)mir gegeben / vnd mich jhr zum Ehegemahl veitrawet haſt / och haſtu inn dieſem fall mich begnadet / das du mich mit meinem hertz lieben Weibe verſorget / die dich Ehret / vnnd mich von hertzen liebet haſt mir auch ein Hertz gegeben / das ich mein hers⸗ liebes Weib/mit warer Liebe vnnd Trewe / Wieder umb hertlich lieben vnd ehyenkan/ Gelobet vnnd gebenedeyet ſey in dieſem allen deine Gůte / vnd hulff das ich mir dieſe Gnade vnd Gabe / laſſe lieb vnd angeneme ſein / vnnd dir ſůr ſolche Wolthat / mein lebenlang von herten danck⸗ ſage. Dieſelbe mein hersliebes Weib/laß dir inn deint groſſe Gnade allezeit gantz trewlich befohlen ſein / Er⸗ leuchte / fuͤhre vnd leite ſie durch deinen heiligen Geiſt jm⸗ merdar / das ſie ein Chriſtliches / Gottſeliges Leben fuͤh⸗ ten moͤge / in aller Gottſeligket vnd Erbarkeit. Sib vns Gluͤck vnd Segen zu vnſerer W Setze vns auff 3 die Leichpredigt vber den Sptuch die gůldene Krone der Barmhertzigkeit/ Bekleide/ Ziere vnnd verehre vns mit dem heiligen Schmucke/ aller dei⸗ ner Gnaden vnnd Gaben / vermehre an vns alle deinen Segen / das wir geſegnet ſein jmmer vnd Ewiglich. Er⸗ halte vnns beyde bey langem Leben / guter Geſundheit/ vnd bey aller gewuͤndſchter Stercke/ Krafft vnnd Wol⸗ farth / Leibes vnd der Seelen. Ethalte ſie lange in einem gluͤcklichen Stande mir zum beſten. Gib vns deinen H. Geiſt / behůt vnd bewahre vns fuͤr ſchaden vnnd gefahr / vnd fur vngetrewem geſinde / fur Feindſchafft / vnnd fůr allem Liſt vnnd Gewalt böſen Leute / Sey du vnſer beſter Beyſtand / Halt du mit deiner rechten Hand vber vnns⸗ das wir fur allem vnfall / Leiblich vnd Geiſtlich geſegnet ſein. Du Gott des Friedes / laß auch mein Hertzlicbes Weib / vnnd mich / lange ʒeit beyſammen wohnen / in vn⸗ zettrenter Liebe / vnnd vngetheilten Heitzen / das wir mit einem Hertzen / Sinn vnnd Muth dir mein GDtt ver⸗ knůpfft vnd verbunden ſein vnd bleiben Ewiglich durch deinen lieben Son vnſern HErren vnd Heiland Jeſum Chriſtum / Amen / Amen / Amen. 3 Das Siebende Gobet. Hieweil ich leb An dir ich kleb. O „ Etrmein Gott/ In aller Noth. Rllein an dich Prgeb ich mich⸗ achs Wuͤnderlich / Nurſeliguch. Wer das begeti/ Derwird gewert, ztumb in Chriſit Namen / Sprech ich von verten/ Amen⸗ pErr Jeſu Chriſt/ Regiere mich Behute mich/ethalte mich/ Hie Zeitinch/ Vnd dort Ewglich / Durch deime Allmachtkrefftiglich 4 S. Pauli/Rom.)4. E PIT AP H IVM. Des Seſtrengen vnd Eh⸗ — renveſten Otto Schlegels zu Mittel⸗ hauſen /der in Gott verſchieden / Anno Domini 2. Jahr / den Sonabend nach Petti vnd Pauli/ der heiligen Apoſtel. ER Geſtrenge vnd Vheſte Otto (Schle⸗ gel hie begraben leit / Der da gelebt hat ein ſehr gutezeit / Die ſtaffel ſeines alters dahin bracht Vber Neuntzig Jahr wie man ſagt, F Friedlich gelebt mit jederman / Wie man von jhm nicht anders reden kan / Fanck vnd hader darnieder druckt / mu Tugend vnd Ehren iſt er geweſt geſch uckt/ Seein arme Leut in Fried R egiert / Wie das eim Erbarn wol geburt. Ein Amptman der Herrn von Mansſeld war/ Prewlich jn gedient etlich Jahr. Die Tugend hat jn recht Edel gemacht! Perſchmecht der Welt Hoffarth vnd pracht, Sein Hertz war aufftichtig allzeit zu Gott / Darumb watd jhm nicht ſchwer der Cod/ Sein Geiſt befahl er in Gottes vende / Blieb beſtendiglich biß an ſein Ende. Erloͤſt von der Ewigen pein / Nu leit er in der Ruge ſein. In Chriſto Jeſu iſt er entſchla ffen / Gottes wort war ſein Wehr vnd Waffen / In Ewiger Frewde wird er mit Chriſto Jeſu lebenſ/ Weiche Frewde Chriſtus ſeinen gleubigen wid geben/ Amen/Amen. Annoyꝛ. geſchrieben. E .