Chriſiliche Leich⸗ predigt. Bey dem Begreb⸗ nus Werland des Ehrnueſten /Achtba⸗ ren vnnd Wolweiſen Herrn / Magni Perſon, Ratheherrn vnd Hardelsman in der loͤblichen Churſtadt Witenberg / So denaz. Septembris in Chriſio ſeliglich entſchlaffen / vnd den 25. hernach Chriſtlich zur Erden beſtattet worden / BGchalten Durch Fgidium Hunnium, der H Schrifft Doctorn, Profeſſorn vnd Superattendenten doſelbſt. Wittemberg / Gedruckt bey M. Georg Muͤſler. M. D. XCV1Lt. gine Chriſcliche Weic⸗ predigt aus dem ꝗᷓ. Cap. der Epiſtel S. Jacobi. Olan / die jhr nun ſaget / heute oder mor⸗ W gen wollẽ wir gehen in die oder die Stad / vnd wollen ein jahr da ligen / vnd hand tieren / vnd gewinnen / di jhr nicht wiſſet / was morgen ſein wird (denn was iſt ewer leben ? Ein dampff iſis / der eine kleine zeit wehret / darnach aber verſchwindet er) dafuͤr jhr ſagen ſoltet / Se der Herr wil / vnnd ſo wir leben / wollen wir dis oder das thun. eg Elicbte im Herrn Chriſto/twir pflegen 9 vnſere Todten zubegraben / nicht vff die weiß / wie die . die e hoff⸗ ) nung haben / ſondern wir beſiatten ſie zur er⸗ ſolchen Ceremonien⸗, die ſich ins Chriſtenthumb / vnd mi in die vngleubige Heidenſchafft ſchucken vnd reimen / Zu dem end werden auch je bisweilen Tröſtliche Leichpredigten gehalten / vmb dieſer zweyer vr⸗ ſachen willen. Erſilich zwar jhnen den abgeſiorbenen Chri⸗ ſien / zum zeugnis jhres glaubens / vnd vnter vns Menſchen geführten lebens vnd wandels / auch erfolgten ſeligen ab⸗ ſchieds. Zum amdern / vnd fͤrnemlich / von wegen der noch lebenden / damit dieſelbigen aus dem Wort Gottes erbawet ⸗ zur buß angeleitet / vnd Chriſilich zu leben vnd ſeliglich der⸗ maln eins jhr leben zubeſchlieſſen erinnert werden. Vmb ſol⸗ cher vrſach willen / ſind wir fetzt auch bey einander verſam⸗ let / nach dem der Allmechtige Gott einen Chriſtlichen vnd ehrlichen Rahtsherrn allhier von dieſer zeit / durch einen ge⸗ ſchwinden / jedoch ſeligen vod hatt. S, wir lernen moͤgen / wie wir vns nicht allein in ſelche exempel ſchicken / ſondern auch bey lebenszeit / die beruffs arbeit glůͤck⸗ lich anſiellen / vnd vns Chriſtlich bereiten ſollen / damtt / wenn es Gott gefellet / wir von hinnen zu ſclheiden mogen geſchiekt vnd berettet ſein. Vnd dienet dieſer gegenwertige verleſene Text beydes zu einer ſolchen angeſtelten Chriſtlichen Leich⸗ predigt / ſo wol ſchickt er ſich auch auff die abgeſtorbene Perſon. Din allhier wird in den worten S. Jacobi gedacht / der Handelsleut oder Kauffleut / Es wird gedacht jhrer hand⸗ thierung / auch des vorhabens in dieſe odet jene gewerbſtadt zu ʒichen / allda zu handihieren· Nicht weniger wird auch gedacht in verleſenen worten / wie gantz vngewis vnſer leben hie auff erden ſey / vnd wir nicht wiſſen mogen / wenn wir heut etwas fuͤrnemen / ob wir auch den morgenden tag er⸗ reichen / vnd vnſer vorhaben ins werck richten moͤgen. Weil dann dieſer Weꝝt in ſeinen vmbſtenden zu gegen⸗ wertiger handlung ſich artlich fůget vnd reimet / ſo wollen wir denſelben in Chriſtlicher einfalt erkleren / vnd erſtlich die mei⸗ nung des Heiligen Geiſies im text vernehmen / Darnach dſe erinnerung daraus ziehen / die vns im leben vnd ſterben nůtz⸗ lich ſein kan. Gott der Almechtige wolle vns hierzu ſein. Göttliche gnad / krafft vnnd werheit reichlich verleihen / 2M. EN. Erklerung des Tets. N S handelt S Jacobus in dirſer Epiſtel 5 vornemblich von einem gottſeligen wandel auff er⸗ * den / intormirt vnd vnterweiſet die Chriſten in vn⸗ terſchiedlichen Staͤnden Jet redet er in gemein alle Chriſten an / bald die armen / nachmals die reichen In gegenwertigen wortẽ hat er es zu thun mit den · Jandelsleuten / die da tauffen vnd verkauffen / gleichwol aber alſo / das er die lehr tehr / von vnbeſtendigkeit dieſes lebens / auff alle Menſchen richtet 5 So ſpricht min S. Jacob ſie alſo an: Wolan / die ſhr nun ſaget / heut oder morgen wollen wir ge⸗ hen in die oder die Stad / vnd wollen ein jahr da liegen / vnd handthieren vnd gewinnen. Es iſt allbereit angezeigt / wie er einen beſondern ſtand / oder emne gewiſſe zunfft in dem Chriſtenthumb anſpricht ⸗ nemlich die Kramer / die Kauffleut / die Handelsleut / die mit kruffen / vnd verkeuffen vmbgehen / vnd des ſich nehren / die ʒu die ſer oder jener gewerbſtad ʒihen etc. Was ſtrafft er an jhnen Dis / das ſie ſprechen: heut oder morgen / wollen wir gehen in die oder die Stad / vnd wollen ein jahr daligen/ vnd handtileren. Mocht jemand gedencken / Iſt denn den Kauffleuten nicht erleubet/ yhres handels halben da oder dorthin / als gen Franckfurt an Meyn / gen Leiptzig oder anders wohin zu zi⸗ hen Antwort Werl der Heilige Geiſt ſonſten in der Schyifft / auch allhier S. Jacob in dieſen worten / den ſtand der Kauffleut beſtetiget / das er fur vnd an ſich ſelbs nicht wtder Gott den Erren ſey / ſo mus auch jhnen das reiſen / an dueſe oder andere ort võ Sott erlaubet ſein Darumb ſo ſtrafft er jhr vorhaben mit gantz vnd gar / das einer gedenckt / ich wil nach Lewtziʒ reiſen vnd da handthieren / ſondern er ſtrafft die prelumptlon vñ vermeſſenheit der jenigen / die jrer ſachen / jres reiſens ſprer handthierung / auch des gewins vnd gluͤckli⸗ chen fortgangs vermeinen ſo gewis zu ſein / als ob ſolches al⸗ les in jhren henden ſtůnde / vnd ſie Gottes vder ſeines gnedi⸗ gen beiſtundes / gůͤlff vnd ſegens im geringſten nicht darzu bedoͤrfften. 1 Darumb formiert er jhre wort alſo / das ſie ſprechen: Wir wollen ein gantz h da ligen / vnd handthie⸗ ren vnnd gewwinnen Nemen alſo Goit nicht zu⸗ nath / das ſie ſagten: Wils Gott/ wenn es Gottes Will iſt ⸗ wenn wir das leben haben / ſo wollen wir dahin zichen / vnſer handel treiben / vnd mit verleihung des ſegen Gottes / vnſere Nahrung fortſetzen. Wie er hernacher ſpricht/ vnnd jhnen weifet / wie ſie jhre rede corri giren vnd ſagen ſollen / So der Herr wil / vnd ſo wir leben/ wollen wir dis oder jenes thun Solche jetzt beruͤrte vermeſ⸗ ſenheit / ſirafft S. Jacob billich an den Handelsleuten / vnd demet jnen ferner an / was fur ein vngewiſſes ding es ſey/ vmb aller menſchin leben / in derer betrachtung man nicht ſo frech ⸗ ſo tollkůn / vnd hochmutig ſein ſol / dis oder jenes eigenes ge⸗ fallens/ ohn den raht vnd den willen Goites / vorzunehmen. Was iſt ewer leben / wricht er / ein dampff iſi es / der eine kleine zeit wehret darnach aber ver⸗ ſchwindet er · Wir wiſſen wiets ſich nut einem dampff verheit / der gehet erſilch auff / vnd ſcheinet ja etwas ſein /a⸗ ber kurtz vnd bald wird er entweder durch die Sonnen ver⸗ zehret / oder durch den Wind verwehet / oder vergehet fuͤr ſich ſelbs vnd verſchwindet in die dunne lufft / das ſener keine ſpuͤr mehr ʒuuermercken · Alſo (wil er ſprechen) iſt es mit ewren leben auch be⸗ ſchaffen / heut ſeid jhr geſund / vnd machet ewer anſchleg / was jhr in kuͤnfftigen ʒeiten thun vnd ausrichten wolt / vnd wiſſet doch nicht / was morgen ſein wird / ob jhr das leben ſo lang haben werdet oder nicht ⸗ zugeſchweigen / vb yr das erlangen werdet / darnach jhr ſirebet / vnd zu erlangen verhoffet / da cuch ewer hoffnung fehlen / vnd alle anſchleg auff emmahl in brunnen fallenkonnen · Darumb ſolt jhr es nicht vff ewrẽ fur⸗ ſat / deſſen ausgang zumal gant vngewis iſt/ſondern auff den gnedigen willen Gottes ſezen ohne welchen nichts rechts o⸗ der nůtzlichs kan oder mag angefangen / gemittelt vnd geendet werden Iſ allo dis die kurts aulegung des Keyls · 4 c „ Lehr vnd Erinnerung. Snnennhlee als in einer geiſtlichen Ertzgruben verborgen ſind ⸗ herfuͤr vnd ans licht bringen wollen / dieſelbige zu praeticieren / vnd vns in dieſem vnſerm elenden leben nüt zu machen · Vnd erſtlich ʒwar wird in dieſem teyt beſtetiget der ſtand der Kauffleut / die mercatur / gowerb vnd handthierung/ das ſolches nicht wider Gott vnd ſein heiliges wort ſeh Die Wi⸗ derteuffer heben etliche ſind im Chriſientumb auf /geben fur⸗ es ſol kein Gaſigeber ſein vnter den Chriſten / auch kein Kauff⸗ man oder Handelsman / Darumb / dieweil allerley fuͤnd vnd vngerechtigkeit in dieſem oder jenen ſtand fuͤrgehen. Das heiſt aber allein vmb des mißbrauchs willen / einen ſiand auff⸗ gehaben / den man doch mut Gott vnd ehren gebrauchen / vnd deſſen im gemeinen leben auch mitten im Chriſtenthumb nicht entberen kan. Wenn S. Jacobus ſchlecht dieſen ſtand hette verdammen wollen / ſo heit er gar austruͤcklich befohlen / von demſelbigen abzuſiehen / wenn ſie anders Cßri⸗ ſien ſein wollen. Das thut er aber meht / findet ſich kein buchſiab nicht / das er ſie von demſelben hette heiſſen ablaſſen. Er leſtjhnen ʒu / ſr gewerb zu treiben / vnd zeiget jhnen al⸗ lein weis vnd mas / jhrem gewerb gottſelig vnnd Chriſilich nach zugehen / vnd daſſelbige nicht ohne Gottes willen fůr⸗ zunemen. So hat auch der Apoſiel S. Paulus etliche Spiſieln geſchrieben an die Chriſiliche Gemeinden / in den doma's vornehmen vnnd weiberuͤmbten Handelsſtaͤlten / als an die Gemein zu Corintho/ die ein beruͤmbte gewerbſtadt geweſen in Achaia/ an die zu Epyheſo in klein Aſia / an die Gemein Awelches auch ein gewerbſtadt war/ Item er ſchreibt an die zu j he ſſalonica, welches die die Heupſtad war in Macedonia, vnd viel gewerbs do⸗ ſelbſt getrieben wurde / vnd gleichwol vnge achtet/ das vnter den Kauffleuten viel ſind geweſen / die ſich in ermelten be⸗ ruͤmbten Staͤten zum Chriſtlichen glauben bekehrten/ wie auch an der Purpurkramern Lydia zu Phillippis zuſchent So ßat doch Paulus niemals in allen ſemẽ Spiſieln gedacit⸗ das die Chriſten an felbigen orten nicht ſolten gewerb oder Handthierung treiben. Seine Corinther leſſet er immer hin handeln / doch thut er jhnen die erinnerung / das ſie einander nicht vnrecht thun⸗ 1Cor. 6. vnd das die / ſo da kauffen / ſollen ſein / als brſitzen ſie nichts / vnd die dieſer Welt gebrauchen / das ſie derſelben nit misbrauchen.1. Cor. 7. Alſo au h denen zu Epheſo / zu Theſſalonich / leſt er einem jeden die eigenſchafft ſemer gůt⸗ ter / ſein gewerb vnd handthierung / aber die vermanumg thut er hnen / das niemand den andern vervortheile in irgend einem handel. Daher vnwiderſprechlich erfolget / das der ſtand der Kauffleut von S Paulo ʒugelaſſen / weil er ʒiel vnd mas fuͤrſchreibt / wie man vnuerweislich darinnen leben můge / damit Gott ni erzůrnet / vnd wieder die liebe des Ne⸗ heſien nichts gehandelt werde. Gleichol aber gehort groſſe vorſichtigkeit darzu / das man 1icht aus verkehrter begerd reich zu werden / andern lemen vnrecht vnnd zu kurtz thuc· Darumb ſchreibt der Weiſe Mann Syrach in ſeinem Buch am 27. Capitel. Ein Kauffman kan ſich ſchwerlich huten fur vnrecht / vnd ein Kremer fur ſuͤnden / denn vmb guts willen thun viel vnrecht / vnd die reich werden wollen / wen- den die augen ab. Wie ein Nagcl in der Mauren zwiſchen ʒweyen ſteinen ſieckt / alſo ſleckt auch ſuͤnd zwiſchen Keuffer vnd Verkeuffer. Helt er ſich nicht in der furcht des Herrn/ ſo wird ſein Haus bald zerſthret werden. Inwelchen worten er giht ʒuerkennen / daß es ʒwar ein gefebrircher ſiand ſey ⸗ weil allerley fund vind vigechrizteſt gimir vnter zu lauffen / doch ſey es ein ſolth ſtanð / bas beh einer ſeiner handthierung bleiben / vnd nichts deſto weniger Gote darinnen dienen koͤnne / wenn er ſich nuhr in der Furcht des HEtrn helt / vnd nach dem Wort Gottes ſeine ſachen an⸗ jclict. Was wolte doch draus werden / wenn keine Kauff⸗ manſchafft vmer vns ſein ſolte? Es wuͤrde manchen viel ko⸗ ſien / wenn er ſelbſien aus frembden Landen Gewurtz vnnd andere ſachen (ſo nicht in vnſern / ſondern in fer⸗ nen Landen allein gefunden werden ) holen můſt / deren man zur Geſundheit / vnd auffenthaltung dieſes Lebens nicht ent⸗ peren kan. Do ſind nun de Kauffleut / die an ſolche ort reiſen / jhre handthierung mit vnſern Landswahren daſelbſi ieiben / hergegen auslendiſche andere wahr zu vns heraus bringen / vnd vmb ein billich gelt dieſelbige andern verkeuf⸗ fen. Vnd ſo viel von der erſien Cchr. Darnach lehret vns allhier der Heilige Seiſt weiter / das wir inſonderheit flichen vnd meiden ſollen die vermeſ⸗ ſenheit vnd hochmuth / do der menſch vermeint durch eigene grſcbickligkeit / dis oder das in ſeinem ſtand auszurichten / gleich als ob hme Gottes hůlff vnnd ſegen nicht von nö⸗ ten thue. Wie dieſe Leut im erklerten Seyt ſprechen: Heut oder morgen wollen wir gehen in die oder die ſtad / vnd wollen ein jahr aldo ligen vnd hand thieren vnnd gewinnen. Als ob das gewinnen in jhrer hand ſiuͤnde / vnd nicht viel mehr von Gott muͤſte er⸗ langet ſein / das vnſer arbeit ein gluͤcklichen forigang habe / vnd geſegnet ſey / wie Salomon vns ſolches lehret / Prov. 16. da er ſpricht: Befihl dem HErnn deine Werck / ſo werden deine anſchlaͤge fortgehen. Welches der alte Weiſe Lehrer Syrach widerholet am 37. Cap. da er ſpricht / In allem ruffe den allmechtigen an / das er dein thun gelingen vnd niſht fehlen laſſe. Sonſten wenn das icht geſchicht⸗ B vnd vnd wenn das werck vnſers beruffs nicht im willen Goties / auff ſein wort vnd in ſeinem namen verrichtet wird / ſo iſts verſpielte můhe vnd arbeit / was man nur anfaͤhet. Wie ſolches bezeuget der 127. Pſolm : Wo der HErr nicht das Haus bawet / ſo arbeiten vmb ſonſt / die daran bawen / wo der HErr nicht die ſtatt behůtet / ſo wachet der Wechter vmb ſonſi. Es iſt vmb ſonſt / das jyr frůe auffftehet / vnnd her⸗ nach lang ſizet / vnd eſſet ewer brod mit ſorgen Das hat der liebe Petrus erfahren / als er die gantze nacht mit ſeinen geſellen vergeblich arbeitet / biß er auff das wort Chriſi ſein netz auswirfft / da gehets / da findet ſich Sottes ſegen augenſcheinlich / da beſchlieſſen ſie vber all verhoffen / auch vber alle natur / eine groſſe herrliche menge fiſch / wie daruon Luce am ð geſchrieben ſieht. Zum dritten iſt die erinnerung S. Jacobs (das man ſprechen ſol / ſo es Gottes will iſt / ſo wil ich diß oder das thun) gleich als ein Recognition vnd anzeig / das wir in allem thun vnd vorhaben vnſer ſelber nicht mechtig ſind / ſondern alles in Gottes hand ſiehet / vnd demnach auff ſeinen willen mus geſchehen vnd alles dahin gerichtet ſein. Im hundert vnd neun vnd dreiſsigſien Pfalmen ſinget der Prophet Da⸗ vd alſo: Ich ſitze oder ſiche auff / ſo weiſſeſtu es / du verſie⸗ heſi meine gedancken von ferren Ich gehe oder lige / ſo biſiu vmb mich / vnd ſiheſt alle meine weg. Dann / ſihe / es iſt kein wort auff meiner zungen / das du / HErr / nicht alles wiſſeſt / du ſchaffeſt es / was ich fur oder hernach thu / vnd hel⸗ teſt deine hand vber mr Darmt denn klaͤrlich angeʒeigt wird / das ohne Gott vnd ſeine gottliche dultentation vnd erhaltung nichts ge⸗ dacht / nichts geredt / gechan oder vorgenommen / viel weni⸗ ger ausgefuͤhret werden mag. Nicht zwar / als ſolte das fuͤndliche thun der Menſchen von Gott herkommen / denn un nicht ein ſolcher Gott ſſi / dem gotlos weſen gefellet Pf. ſondern ſendern es hat die meinung / das der Menſch aus ſich ſelbet auch nicht einen finger regenkoͤnte/ wo nicht Gott jhn er⸗ hielte / wie geſehrirben ſteht Actor. 7. In jhm ſind / leben vnd weben wir Das aber die menſchen in jren actionibus, worten vnd wercken / Gott vnd feinem willen zu wider ſind / das toͤmbt freilich nicht von Gott / ſondern von der leidigen Erbſuͤnde / vnd des Satans getrieb her. Weil dann dem alſo / ſo iſis fur ſich ſelber billich vnnd recht / das em menſch alle ſeine Rede / thun vnd laſſen / nach dem willen Gottes vnd zu deſſelben lob vnd ehre alſo anſtelle⸗ damit er ohne falſch vnnd heucheley / bey einem jeden werck / das er vormmbt / ſprechen koͤnne (wo nicht allewege mit dem munde / jedoch in des hertzen ſinn) Wann cs Goites will iſt / ſo wil ich das thun. Dann / ſage mir / wer hat dir gegeben / das du reden kanſt e Freilich hat es Gott gethan / wie er zu Moſe ſagt? Wer hat dem Menſchen den mund geſchaffen ? vder wer hat den Stummen oder Lauben / oder Schenden / oder Bln⸗ den gemacht? hab ichs nicht gethan / der H Erre Alſo wer hat dir Vend vnd Fůſſe / vnd andere Glieder gegeben⸗ Nmand anders denn Gott. Von wem haſiu den le⸗ bendigen Athem empfangen / anders denn von Goit / wie auch Job am zehenden bekennet. So du nun ſolches alles von Gott haſt / warumb mis⸗ braucheſiu es wider Gott / warumb gedenckeſiu in deinem Bertzen arges wider deinen Veheſien Warumb brauchſiu deine Zunge ʒur Gottesleſterung/ vnnd redeſt was Gott im Hmmel zu wider iſt? Warumb greiffeſiu mit deinen Henden nach dem / das dir Gott verbotten hat? Warumb ſind deine fuͤſſe ſo ſchnell zu alem boſen / vnnd lauffen / blut zuuergieſſen / vnd ander vnheil zuſufften! S Wenn Wenn du einem hetteſt gelt verchret / ſolches recht vnd alſo anzuwenden / das du ein wolgefallen daran haben kon⸗ deſi / er aber gieng hin / vnd mbrauchets / zu alle dem / das dir entgegen vnd misfellig were / wuͤrde man nicht von einem ſolchen menſchen mit billigkeit ſprechen koͤnnen / er were ein böſer vndanckbar ſchalck in der haut? Nun hat dir Gott ge⸗ geben / leib vnd ſeel / vernunfft vnd alle glieder / ſampt allen derſelben kreffte vnd vermoͤgen / vnd du geheſi hin mit dem / das dir Gott beſcheret hat / vnd handelſi boshafftig wider dei⸗ nen Schoͤpffer vnd Woltheter? ¶ Das kan nicht gut thun ⸗ es mus ein boͤs ende nehmen / wenn Gott dermahleins wird rechnung fordern / ob du nach ſeinem Wott vnd willen diß alles gebraucht vnnd angeleget habeſt oder nicht. Damit du nun mit deinem thun vnd wercken / Gottes vngnad ſambt ʒeitlicher vnd ewiger ſtraff / dir nit ſelbs vff den hals ladeſt / ſo richte dich nach S. Jacobs lehr / vnd was du vorhaſi / laſſe alſo beſchaffen ſein / das du getroſt darzu ſprechen könmneſt / wils Gott/ ich wil das oder das thun. So wird ſichs als denn ſelber ſchicken / das nach ſolchen willen Gottes / als nach einer richtſchnur / dein leben vnnd wandel angeſtellet / vnd das du alſo mi der that průͤfeſt / was da ſey der gute / der wolgefellige vnd der volkomimene Gottes will / Rom. 12. Denn es ſich ja in keinem wege ſchicket / den willen Gottes oder ſeinen heiligen Namen zu einem böſen vornemen anzuziehen oder ʒugebrauchen. Dencke jm ſelber nach / wie vbel es lauten wurde / wenn du wolteſt ſprechen / wils Gott / ich wil mich vollſauffen / wils Gott / ich wil dieſem oder jenen nach dem leben ſtehen / wils Gott ich wil vnruhe ſüfften / vff der gaſſen ſchwermen / andere heraus fordern / mich mit jhnen balgen vnnd ſchlagen eic. Wie kanſtu bey ſolchen vngoͤttlichen wercken einige meldung thun des willen Gottes? So er doch in ſeinem heiligen Wort allbereit erkleret hat / das ſolches ſein will nicht ſey? So mus es freilich ein ſchendlicher misbrauch des allerheiligſten Namens Gottes / jn eine grewliche gottesleſterung ſein / wenn duzu ſolchen von jhm verbotenen dingen ſeinen Namen führen wolteſt. Weil du dann dieſe vnd andere boſe ſtuͤcke nicht in Gottes namen vnnd auff ſeinen willen anfangen kanſi / ſo werden ſie von dir vorgenommen in eines andern namen / der da heiſt der leidige Teuffel / von welchem du in ſeinen ſtricken gefangen wirſi gefuhret zu allem ſeinem wolgefallen ⸗ 2. Tim. 2. Nun gedencke den ſachen abermal nach / wie vberaus abſchewlich / auch dis in den ohren des Allerhoͤchſien / vnnd der Beiligen Engel / auch aller gleubigen Chriſten laute / wann du mit dem munde ſprecheſt / (wie es ſich zwar ſonſt in der that verhelt) wils der ęeuffel / ſo wil ich dꝛeſe oder je⸗ ne ſuͤnde begehen / das were doch zumahl ſchrecklich / ſinte⸗ mal du dem ærxuffel vnd allen ſeinen wercken vnd weſen vor⸗ langeſt in der Heiligen Lauff abgeſagt / vnd nicht nach des Seuffels / ſondern nach Gottes willen zu leben dich verpflch⸗ tet haſt / vnd wolteſt nun ſolchen heiligen Bund vberiretten⸗ vnd dich muttwillig ergeben / dem Eeuffel nach ſeinem wil⸗ len vnd wolgefallen zu dienen. Was kan das fuͤr ein an⸗ der ende geben / denn das der / dem du gedienet haſt / dir auch wird den lohn geben / mit allen ſeinen Conſorten / in dem ewigen helliſchen F̃ewer / das dem Eeuffel vnnd ſeinen Engeln / vnd denen ſo ſeinen willen thun / bereitet iſ. Darumb ſol jederman ermanet ſein / ſich in allem thun nach Gott ʒurichten / ſo darff man auch ſeinen Namen dar⸗ zu gebrauchen / vnd ſich ſeines willens ruͤhmen / vnnd hatt man ſich ſeines ſegen vnd gedeihen / auch ſtiner Vůͤterlichen huld vnd gnad zunerſehen. B iij Endtlich Endlich ſollen wir die Heuptlehr / die ſich vornemlich vff gegenwertige handlung ſchicker / nicht dahmden laſſen ⸗ welche da iſt von der eiteln nichtigkeit vnd groſſen vnbeſten⸗ digkeit Menſchliche s lebens auff erden. Das gibt die gleichnis von dem H. Jacobo allhier gebrauchet / das vnſer leben ein dampff iſt / der eine kleine zeit wehret / darnach aber verſchwindet. In gleicher meinung ſpricht der liebe Job amꝰ. Gedencke / das mein lebenein Wind iſt / vnd mei⸗ ne augen nit widerkommen zuſehen das gute. Allermaſſen wie im Pſalmen ſieht: Er gedacht / das ſie Fleiſch ſind / ein Wind der dahin fehret / vnd nit wderfommet. Im Buch der Weisheit werd ein Regiſier ſolcher gleichniß erzelet / darmit dieſes lebens fluͤchtigkeit anzuzeigẽ / mit dieſen Worten: Es iſt alles dahin gefaren / wie ein Schatte / vnd wie ein geſchrey / das fuͤrvber fehret / wie ein Schuff auff dem Waſſerwogen dahin laufft / welches man / ſo es furvber iſt / keine ſpůr finden kan / noch deſſelbigen bahn in der finht. Oder wie ein Vogel / der durch die lufft fleuget / da men ſeines wegs keine ſpuͤr finden kan. Denn er regt vnd ſchlegt in die leichte lufft / treibt vnd zertheilt ſie mut ſeien ſchwe⸗ benden flaͤgeln / vnd darnach findet man kein zeichen ſolchs flugs darinnen. Vder als wenn ein pfeil abgeſchoſſen wird zum ʒiel / da die ʒurtheilte lufft bald wider zuſammen fellet ⸗ das man ſeinen flug dadurch nicht ſpuͤren kan. Sonderlich aber pflegt der Heilige Geiſt des menſchen leben offt zuuergleichen dem verwelcklichen graß vnd blumen auff dem Felde · Wie geſchrieben ſicht im Buch Job am 4. Der Menſch vom Weib geborn / lebt kurtze zen / vnd iſt voller vnruhe / geht auff / wie eine blume / vnd fellet ab / fleugt wie ein ſchatten / vnd bleibet nicht. Vnd im 9o · Pſaln ſieht· ¶ Du leſſeſt ſie dahin fah⸗ ren / wie ein ſtrom / vnd ſind wie ein ſchlaff / gleich wie ein grah / graß / das doch bald welck wird / das da fruͤhe blaͤher / vnd bald welck wird / des abends abgehawen wird / vnd verdor⸗ ret. Solches leſt Gott ſeim Volck frey durch den Propheten Eſaiam vertuͤndigen / Es ſpricht eine Stim (ſagt der Pro⸗ phet) Predige. Vnd er ſprach / was ſol ich predigen ? Alles fleiſch iſi hew / vnnd alle ſeine gůte / wie eine blume auff dem Feld. Das hew verdorret / die blum verwelcket / denn des HErrn Geiſi blaͤſet drein. Eſai. 40 Derhalben wie in den erklerten worten S Jacobs ver⸗ meldet ward / vnſer leben ſey wie ein dampff / der ein kleine zeit wehret / alſo haben dieſe elende kurtze jhres lebens erkand die groſſen Heiligen dermaſſen / das der heilige Ertzvater Ja⸗ cob / da er von ſeinem Alter gefragt ward / antwortet: Die tag memer Wahlfart ſind hundert vnd dreiſsig jahr / we⸗ nig vnd boß ij die ʒeit meines lebens / vnd langet nicht an die zeit meiner Vater in jhrer Wahlfart / Gen. . In gleichem ʒeuget auch der Mann Gottes Moſes in ſeinem Geſang Pſal 9o. Vnſer leben wehret ſiebentzig jahr⸗ wenns hoch koͤmpt / ſo ſinds achtzig jahr / vnd wenns koſt⸗ lich gewrſen iſt / ſo iſis muͤhe vnd arbeit geweſen / denn es fehret ſchnell dahin / als flögen wir davon ¶ Sihe / ſpricht Davnd / Pf 39. Meine Lag ſind einer hand breit bey dir. Wie gar nichts ſind alle Menſchen / die doch ſo ſicher leben? Syrach ſimmet auch mit vberein im 18. Capitel ſei⸗ nes Buchs / ſyrechende: Was iſt der Menſch Warzu taug er ? Was kan er frommen oder ſchaden thun? Wenn er lang lebet / ſo lebet er hundert jahr. Wie ein tropflein Waſ⸗ ſers gegen das Meer / vnd wie ein kornlein gegen dem Sand am Meer / ſo gering ſind ſeine jahr gegen die ewigkeit. Das heiſtja diß leben / ſonderlich daes gegen dem zukuͤnfftigen ſiand der ewigkeit gehalten wird / zumahl kurt gemacht. Darumb wir vns durch ſolche gehoͤrte gleichniſſen vnnd Spruͤche Sprůche / beneben den Geſchichten ſollen vntetweiſen laf⸗ ſen / wie der Todt allen menſchen gewiß beſummet/ vnd ein⸗ mahl auffgeſatzt iſt / das alle Menſchen ſterben můſſen Heb. 1o vermög des alten Bunds: Menſche du muſt ſierben Syr. 14. Wie davon Gott beyde mit ſeinem Wort / vnd mit Exempeln vns prediget / vnd vnſers lebens nichtigkeu darbey zuerkennen / anleitung gibt. Moͤchte jemand ſagen: B /ich weis vorhin gar wol ⸗ das einmal mus geſtorben ſein / vnd bedarff dißfals nit viel predigens vder beweiſens / weil es an jhm ſelber klar vnd vn⸗ leugbar iſt? Ich ſehe ja teglich / wie man einen nach den an⸗ dern hinaus treget / vnd kan mir die rechnung daher leicht⸗ lich machen / es werde mich die Reye dermal eins auch tref- fen. Was thuts dann von nöten / das man ſich bemůhet⸗ ſolches mit der Schrifft zeugnis zu bewerenꝰ Antwort / ja⸗ lueber geſell / das wiſſen iſ zweyerley Eo iſt ein euſſeriehs wiſſen / ſo aus der räglichen erfahrung herkoͤmpt· Dar⸗ nach aber iſt ein jnnerlich wiſſen / ſo allein aus dem wort Gottes eniſpringet / vnd von dem Heiligen Geiſi in des Menſchen Hertz gepflantzet wird · Was das euſſerliche wiſſen belanget / iſt daſſelbe auch den Heiden gemein. Das innerliche wiſſen aber/ ſieht al⸗ lein denen zu / die durch den Geiſt Sottes gelehret vnnd re⸗ gieret werden. Die Welikinder / was ſie dißfals wiſſen / das wiſſen ſie nicht / was ſie ſchen / das ſehen ſie nicht / was ſie horen/ das verſiehen ſie nicht mit jhren Hertzen / diewell jhre angen geblendet / jhr ſinn verfinſtert vnd betaͤubet/ vnd jr Hert verſtocket iſt/ Eſa. . Darumb thut es hoch von nõten / das ſolch wiſſen von oben herab erbetten werde. Denn warumb wolte ſonſt der Mann Gottes / Moſes / ſo inbrůnſtig hieruͤmb gebeten haben / im 9o. Pſalm / HErr lehre vns bedencken das wir ſierben můſſen / auff ug kiug werden. Vnd David bittet gleichfals im 9. Pſalm / Vmb dieſe gab ſeine ſierbligkeit von hertzen grund zuerken⸗ nen. H E R R lehre mich doch / ſpricht er / das em ende mit mit haben mus / vnd mein leben ein ʒiel hat / vnd ich da⸗ von mus. Weil denn ſolches wir Chriſten aus der erfohrung euſ⸗ ferlich / vnd aus dem wort durch den Miligen Geiſt inner⸗ uch wiſſen ſollen / das einmahl dem Menſchen zu ſierben iſt auffgeſetzt / vnd em jeder zů der von Gott beſtumpter zei dar⸗ von mus / vnd doch kemer wiſſen kan / wann die ſtund ver⸗ handen iji / ſo gebůͤrt vrs jeder zeit / alle taz / alle ſiund / ja alle augenblick / in vnſerm Hertzen bereitet ſein / nach dem vorbild der klugen Jungfrawen / Matth 25 damit vns mit der taʒ vnſer hinfahꝛt vberfalle vnverſehens / vnnd wir zur vnzeit ſierben můſſen. Welches der Weiſe Koniʒ Salo⸗ mon allen menßehen zur Warnung vorſaget: Sey nicht altzu Gottlos / vnd harre nicht / das du nicht ſierbeſ zur vn⸗ zeit / Ecclei.7. Wir horens in jetzt angezeigter Parabel Chriſii / wie es den törichten Jungfrawen ergangen / da der Breutgam mitten in der nacht auffbrach / vnd das feldgeſchrey erſchall ⸗ der Breutgam were vorhanden / da hatten ſie kein Del in ſhren Lampen / wolten allererſt hingehen / daſſelb zu keuf⸗ fen / aber da ſie wiederkamen / vund anklopfften / war es viel zu ſpat / vnd wurden nicht eingelaſſen / ſondern beka⸗ men antwort? Warlich ich ſags euch / ich kenne ewer nicht. Alſo widerfehret allen den jenigen / die von dem Ked in jhren Suͤnden betrappet vnd vbercilet werden / da leſi ſichs nicht in enem hu/ fürnemlich fuͤr des Tods ſchmer⸗ ten / darmit ein Menſch iemniſ hat / buß thun / en eben der Menſch wil ſintemal die buß nicht in vnſern krefften noch enden ſieht / ſondern ein Werck iſi Gottes des Heili⸗ gen Geiſtes: Vnd weil manchmal ſolche ſicher Gottloſe Leut alle Vermahnung verachtet haben / ſo ʒeucht Goe der ERR in jrer letzten noth ſeine gnedige Hand von jhnen ab / das ſie ohne troſi in jren Sůnden ſierben / vnd in die Hel⸗ liſche glut mit ewigen jammer verſencket werden. Darumb ſollen wir vns das ʒur warnung laſſn ge⸗ ſast ſein/ ſenderlich auch vnſere Studiol, derenviel in grof⸗ ſem mutwillen vnd roher ſicherheit dahin leben / nicht anders/ als wenn ſie mu dem tod einen Bund / vnd mit der Hell ei⸗ nen verſtand gemacht hetten / wie der Prophet ſagt. Herge⸗ gen aber ſollen wir / als die getrewe Knecht an vnſern lenden vmbgartet / vnd mit den Fackeln bereit auff vnſern Hertn warten /bevr rab ʒu dieſen gefehrlrchen zeiten / auff das / wenn der Breutigam kommet / wir mit ymin ſein freud einzugehn mogen geſchickt ſein / Welchs vns allen verlechen wolle Gott Vater / Sohn/ vnd Heiliger Geiſ / eimger wahrer Gott / Hochgelobt in Ewigkeit / Amen. So viel min anlanʒet /gelichte im HERRNCßriſto⸗ vnſern nunmchr in Gott ruhenden mitbrudern/ Weiland den Eßrnveſien / Achtparen vnd Wolweien Herrn / Ma g- num Perſon/konte man zwar bey dieſer gelegenheit von ſeinen Gottfůͤrchtigen Eltern / ſo der reinen Religion halben aus ferren Landen anhero ſich gen Wutenberg begeben / ſo wol von ſemner ehrlichen freunt ſchafft ſagen / Wenl aber dieſe vmbſiende vnd ſachen menniglich bekandt / ſo beruhen wu allhier bey ſeiner ¶des Verſtorbenen) Perſon allein. Vnd ſſt an dem das er ſeines thuns ein handelsman / ſeines Ehrenſtands halben aber ein erbarer Rhatsverwanter allhier geweſt / Welcher / wie es ſich in ſolchem ſtand der D⸗ brigken anders micht gebuͤren wi / aller Erbark t / 5 vorſai⸗ vorfelenden ſachen der Gerechtigkeie nach ſrinem baſten verſtond vnd vermogen / ſich befliſſen hat/ Auch ſcneran⸗ det vnd Kauffmnſchafft alſo angericht / das er darinnen wiſ⸗ ſeulich nimand vnrecht thet/ ſonderi ein gut gewiſſen vnd ehrlichen Namen darbey behalten möchte / wie jmr deſſen mennzhch zeugnis gibt. War ſorſten in ſeinem Wandel ſult vnd eingezo gen / vnd was den Gottesdienß belanget / ſl er un luthaber deſſelben geweſi. Hat / wie wir wiſſen / vnd es der duzenſchein gegeben / die Predigten Göttliches Worts fleiſ⸗ ſis beſucht / auch die Hochwirdigen Sacramenten mit an⸗ dern Chriſien andechtiglich gebraucht / vnd alſp zugleich hier⸗ mt ſich zum betentms dieſer Kirchen / als ein warhaff liges gludmas derſelben /offentlich gehalten Vb nun wol er vor ʒweien tagen eben ſchwind vnd Nhnell durch vnuerhoffn rodtofall von dieſer ʒeit Ld. cket/ ſo hat doch ſolcher ſchnelle tod / jme an ſeiner Se igkeit darumb nicht můgen nachtenig ſein / dieweil er als ein from⸗ mer gleubiger Chriſt/ ſeinen HRRN Chriſum durch den Glauben im Herßen wonend gehabt / vnd alſo die vngezweif⸗ felte verheiſſung an jn wahr gemachet worden Ich bin beyjn 3 der noch / ich wil yn heraus reiſſen / vnd zu chren machen / Denn ob er wol auch ein Menſch / vnd alſo in der Sůnder ʒahl / wie wir alle / geweſen iſt / Dannoch weil er im Glauben hat den ergriffen / deſſen Blut vns reiniget von al⸗ len vnſern Sůnden/ ſo muſie es demnach aitch ſ.inethalben hriſen / wie S. Paulus ſthreibt: Es iſ nun nichts verdam⸗ lichs an denen / die da ſind in Chriſio Jeſu Rom. 8. Dar⸗ umb wir deñ in keinen ʒweiffel ſeben / der Allmechtige habe jn ſchwind vnd bald alle ſchmertzen abgekaͤrzt / vnd durch ein Seliges ſierbſtůndlein in ſein Himliſches Reich verſetzet / da * nun nut aln Kmdern Gottes ewiglich getroſtet wird. S1 Gleich⸗ Gleichwol aber dienet dis exempel menniglich ʒur getrewen Wrnung /das wir nicht icher ſein / auff das wir ucht et⸗ wa durch einen vnuerhofften in boſem vorſatz ergriffen / ʒur vnzeit ſterben / vnd in ſunden dahin gehen / ſterben vnd ver⸗ derben / in wewigkei /darvon aber in den Lehrpuncten deß erklerten Teyts gmigſam geſagt iſi / wer ſm nur zu ſeinem heil vnd guten ſagen leſi. Der Allmechtige wolle der verſterbenen Perſon eine froͤliche aufferſtehung an jenem tag / vnd vns gnad verleihen / Ghriſilich zu leben vnd ſeliglich zu ſterben / damit auch wir in der erſcheinung Jeſu Chriſti mit allen auſſ rwchlten tingehen vnd beſitzen muͤgen / das reich / welches allen gleubigen von anbegin bereitet iſt/ das wolle vnsgeben Gott Vater / Sohn vnd Heiliger Geiſi / AME 6 [ VVITERER⸗ SNSIS M. ANTONIUS EVON Ie mus Carinthius, Ethices Profeſſor publicus. RONOR VM FA. nilam nemo eß veſrum qui ino⸗ , nſ Jui heti aut hodie ſquodſo- let dci]) in hanc vrtem peregrinus venerit. Nam ut concedamus, eam antiquit afe eꝙ an⸗ norum numerꝰ d nnnudis in hac Nepublicd, us ciwitatu ſtecteiur, ſuperari quandoquſ- dem parens deſfiuncts, cuſus cauſa jſitutu ſermo patrum demum memorja e Votia lu⸗ cœm Hangelj in lun oris exorientem pio at re- lgoſo animi culproſequens hic qmnmum pri· mu¶ innotuit, E jure citate hohatu fu⸗ ipietale tamen, Virtute, dgntate, clarlaie nominim ſelicilate, d nn jta ulin ſorlaſſe, aq, hand/ſcimu an ab uld noſtratium, ſra⸗ vertiutur. Neq animu eſt nobi, ne a dò pr poſii ratio id admitit, de ſinulu eci· C 3 alum timn ſquodalis facuproclide ft) narralio em iMuluere: quando ſd hon na ce, ſA gemin ʒ non lrev⸗ aut roletario ſermone, ſed duue ornaleque ex hoc ipyo loco pulluc, ſuben- Ie ac duranlẽ eode h Fenau Acal hnich Vpa- ditatum primum⸗ Juidem Nectore PxT⸗ DaceNrIo, inexſequiſ SM Pen. 50NT, die 2 Februarif, Ano Chri F6t. ſecundun, in funere E M A N EL F Magm F vice- Mechore AND Re4 JCAMATON, eMeduune Docore, qui locieg in vidi ell u diu ſt lono Reipub. eholaſticn cplammu⸗; die 20. Jumij, anno 97. In qu utro ſtriplo niſfam haleretur, Juod de familia hac preantſ commemorari delu. it, ulig per hanc occaſonem lre viter E in tranſcurſu quadamm dehbaſemuu. eculi- ariler hunc demortuum noſtyumn quod altune⸗ Patri cagnominem, M 6 NMMy natu⸗ veh ¶ quid /ortè reſertad nn ignorare) an · n0 Jalul⸗ iſtanralæ /4 die 26 AuR, lwram circiter nonam malutinam: De- natiu (al verbopriſco famur) nuduntertius ante ane odaam veßertiram cumpo quariam Jorii apoplexia, quam anle ſemeſtye lenmuſcu· lam experiebatur oppreſu eſei. E Juan- quam hoc mopino e violento caſupræpeditus longam aq ar iculatam Fde⸗ jn confeßu⸗ nemn edere munimè poluit, nemini tamen ve Iantilum dub poleſ vriri, quin ſit in eorum cenſu, ae Juubu⸗ Kriptune oraculum: Beati mortui qui in Domino moriuntur. Neq enim hert poleſt, ut mal⸗ moriatur qu benm vnmerit qui in ommi wit⸗ ſud in id unict ope- ram dederit, quomodo vilã Iuu aliquandꝰ ad Dei placutum exſuld, leapæ illu⸗ ꝙdera vits cum ervatore ſuo Chriß⸗ ommnbu, Sancti in aternus lehodæ talernaculi rec⸗ partitipa ret. eA n lic pietat⸗ Chnianæ pala- ra MAGNUM noſtrum Emultum ꝗ ↄert᷑ inagnum fuuſe, eft en confeſo, quietuam in citul vitã, quod de Parents olim Vnopublir atum funt, elogium pay jure promerut; Homoantiquã vntute & ſide. Neq verò Vlum pri vali lomtmnus, ſeacꝙ Fenaloræ parte⸗ m hac urde ad annon Aſ ſeprendecim cumn ingu⸗ ingulari indußris ſdei Eꝙ Poneſtalis laud geßu &g adminſtrawit. Vorem habut KS6LNAAM, ſedati otwut quondam Lipſenſis, JOHANNC RDé N Hlaen cum Ju annos qumqEᷓ Vig inin men- ſemq inſuper mum pacalẽ vxithberon pro duxn ulriu q ſexun oclonos; maſcult quinq mes alterius atq Mnus quidem hodie duo, hu⸗ u verò una ſußerſtes haberurʒ al era earum, uæ honeßßo ciwi M4 TTLO F6HML. F/C0, SLIS Repub. huins Agniſimi Conſulu ſilio nuptum data erat. al hhnc ſeſquiannò plu minus deſuncd. ed luc olim erunt. JVam uncum ilud reſtat expediendum viduæ ac ſoboli, u Ma rtum Eᷓ Parentem boneſte ſedeliant. Ad . Juod cum veſtra quoq; pu⸗ ſi praſentia, ma- gnoperẽ cenſemus ulſrequente in ſoro ad edes demortui compareaiuhora JECMN De4. Deleti enim hoc oſcium non lam defundo. qui ordimi noſtro inprimi⸗ faebat, quam de- Vunc⸗ frairi, Clarimo atq excellennſ. Vmo Dodori — Mocori LVDOYCO, Precepiore ve⸗ ßro, Colega noſtro. J ed egoperæ erit preti- „n concinem auſculrare, quam ſuper funus pahere venerandus Paſtor noſter animaltu⸗ en. P. P. 2/. Septembr. Anno Cbrißi. ci. . 1Mc. AD TVMVLVM VIRI BONf, ET SE⸗ NATORIS OPTIMI. D. MAGNi PERSONM, dolens ſuspendit Dodor JEIIRNTRS. PArea Hzus, Tellus, ſecuit, poſuit, tu⸗ (mulavit, Filum, animam, corpus, dentibus, axe, ſinu. 7— . Super obitum. MGRNIPaRsoni1, Fenatoris & civis optimi. T Vuog. Machk, fn roxnomini umlm Parent Iariine præt ipiti morti adempte jattn 6 Te ola fautorem nfh a experta vißm Nunc tua promerito huſta fnore colt, Curia hrudentem te pernenerata mag ſtrum Conſi fulta eſt rolore ſæpe tu. Te plels cx fotior vi quadmena virorum Vt patrem obſtqujs demerue Vu Antiquæ virtutis opus fideiq; Parentem mdidit in famam. T⸗ Juog tradit idem. ET re non omnufeat ætas, omnis cy ordo? Omnibus ex æquoui bene. notu ens? Fridericus Taubmanus, P. C, & Profeſſor.