Chriſtliche Peichpredige. Pey der Begrebnü des weyland Edelen / Geſtrengen vnd Ehrnvchſien ADAM HRCEKEN auff Gbertaw / etc. Welcher den 7. Aprilis dieſes 97. ahr 6 ſeliglichen in Stie entſchlaffen / vnd hernach Sonners⸗ tags den 2]. tag Aprilis / in gegenwart vnd beyſein vieler Chriſtlicher Perſonen / Chriſtlich ond ehr⸗ 3 lich / in der Pfarkirchen zu Pegaw / in ſein Buhekaͤmmerlein iſt geleget worden. Gechan durch M. Iohannem Feilern Sultzbachenſem, Diaconum der Kirchen Gottes zu Pegaw / ete. Gedruckt zu Leipzig Frantz Schnelboltz. Typtis hæredum Beyeri. ANNO 15.97. 7 —— XY z gendreichen Frawen Katharina gebornen bon Geynitz / Denen Edlen / Geſtrengen vnd Ehren⸗ veſien Junckern vnd Bruͤdern / Georgen Hacken auff Gbertaw / Simon Sacken auff Kithingen “ — ond Caſpar Sacken auff Gbertaw: 6 Auchden Gdlen vnd G hrentugendſamen Frawven vnd Schweſtern / Gerdraut/ des Edlen / vnd Geſtrengen Juli von Burckersrotha / ſeliger gedecht⸗ nis / nachgelaſſenen Widwe: Vnd Margretha / deß Edlen vnd Geſtrengen Geihlers von Tißtkaw / etc. geliebten Ehegemahl: Deſo wegland Cdlen / Seſtrengen vnnd Ehrenbebſten Adam Macken in Gott mhenden / hinderlaſſenen Wid⸗ we / Brudern vnd Schweſtern: Meinen groß⸗ guͤnſtigen Junckern vnnd Frawen. GDttes gnad vnd ſegen / krafft vnd troſt deſß heiligen Geiſtes / in allem betruͤbnis vnd widerwertigkeit / durch vnſern einigen Mitler vnnd Erloͤſer Chriſtum JEſum / ſampt meinem Chriſtlichen Gebet: Die vund Ehrentugendreiche Frav/ ) Edle / Geſtrenge vnnd Ehrnveſte Junckern: Auch Edle vnd Ehrentugendſame Frawen: 5 Es ſpricht der Konig vnd Prophet Daud in Aij ſeinem ſeinem 31. Pſalm alſo: Sortes meæ in manibus Domi ni, Das iſt / Meine ʒeit ſtehet in deinen Haͤnden. Mit die⸗ ſen worten ʒeuget vnd lehret Dauid / wfe das gantze Leben der Menſchen nicht auff dem blinden glůͤck oder vngluͤck beruhe/ Sondern allein von GOtt hertuͤhre / von G Olt moderiret vnd endlichen geſchloſſen werde. Die weiſen vnnd vernuͤnfftigen Heyden haben zwar ein ſehr feines ge⸗ dicht gebabt / iun dem ſie den Lauff Menſchliches Lebens den dreyen Parcis zugeſchrieben vnd vorgeben / Es gehe mit dem Leben der Renſchen zu / wie mit einem faden / darzu die drey Parcæ jhre Haͤnde gebrauchen: Eine die halt den Ro⸗ cken vnd ſpinne an / die andere ſpinne fort/ die dritte reiſſe ihn plotzlich ab / nach dem wolbekandten Verßlein: Crlo colum lainlat, Tachſi tralit, Aurpon dccat. Aber wenn wir ſolchem gedicht gleich genaw vnd eben nachdencken/ ſo iſt vnd bleibet es ein gedicht / ohn einigen lebendigen Troſt. Dargegen / wenn wit Dauids wort in der furcht de⸗ HErrn erwegen / ſo befinden wir / wie ſie voll ſchoͤner Lehren / voll herrliches Troßtes / vnnd weiſen vns gleich mit Fingern / wie Gott das Fac totum, Heber vnd Leger dieſes Lebens ſey vnd bleibe. Denn ſo wir die Augen vnſerer Hertzen zu dem vr⸗ ſprung vnnd anfang vnſers Lebens wenden / ſo muͤſſen wir trawn ſampt allen Euæ Kindern das Jobs Licdlein / Cap. 10. mit vnſerm Ja bekrefftigen vnd ſagen: Deine Hand hat mich gearbeitet / vnd gemacht alles was ich vmb vnnd vmb bin. Eben das beweret die Kirch Gottes / Eſaie 64. Etr / du biſt vnſer Vater/ wir ſind Thon / Du biſt vnſer Vopffer / vnd wir ſind alle deiner Haͤnde werck. Pſal. 22. Du haſt mich aus meiner Mutter Leibe gezogen/ Du wa⸗ reſt meine zuuerſicht / da ich noch an meinet Mutter Bru⸗ ſten war. Betrach⸗ — BTU. Betrachten wir vnſer Leben an jhm ſelber / ſo wird je daſſelbe von Gott moderiret vnd regieret / nach der auſ⸗ ſag Jobs 10. Dein auffſehen bewahret meinen Odem. Vnd am 14. Der Menſch hat ſeine beſtimpte ʒeit / die ʒahl ſeiner Monden ſtehet bey dir/ Du haſt jhm ein ʒiel geſett⸗ daß wird er nicht vbergehen. Inſonderheit aber fuͤret Gott ſehr troſtliche wort gegen jeinen gleubigen / Eſa. 46 alſo lautende: Hoͤret mir zu / jhr vom Hauſe Jacob / vnnd ſhr vbrigen vom Hauſe Iſrael / die jhr von mi im Leib getra⸗ gen werdet / vnd mir in der Muiter liget / Ja ich wil euch iragen biß ins Alter / vnd biß jhr graw werdet / Ich wil es thun / Ich wil heben vnd tragen / vnd erretten. Welchs zu⸗ mal troſtliche vnnd krefftige wort / darmit ein Ehriſiliches Hertz diß muͤhſelige Leben leicht / vnd die bitterkeit des li⸗ ben Creutzes kan ſus machen / Gleich wie Moſes das bitte⸗ re Waſſer ʒu Mara mit dem Bawm / ſo jhm der HErr ge⸗ wieſen / lieblich vnd ſus machte. Ja dieſe gethane Verheiſ⸗ ſung iſt viel Edler vnd krefftiger als das Mehl Eliſei / dar⸗ mit er den Todt aus dem Topff getrieben / vnnd das herbe vnd bittere Gemůß in ein liebliche Speiſe verwandelt. Solcher Goͤttlicher Prouidentz vnd Himliſcher Fuͤr⸗ ſorge troſtet vnd frewet ſich die Kirche Gottes abermal inn jorem gewoͤhnlichen Geſang: Gott iſt mein Troſt / mein Zuuerſicht / Mein Hoffnung vnd mein Leben. Was mein Gott wil daß mir geſchehe / wil ich nit widerſtreben / Sein wort iſt war / deñ all mein haar/er ſelber hats gezelet/ er hůt vnd wacht /ſteis fuͤr vns tracht / auff daß vns ja nichts feile. Schawen wir endlichen an das End vnnd den Auß⸗ gang vnſers Lebeno aus dieſer Welt / ſo durch den zeitlichen todt verurſachet wird / ſo ruͤhret ſolch End auch von Gott her / vermog des oo. Pſalms / Du leſſeſt die Menſchen ſter⸗ ben. Ebr.9. Dem Menſchen iſt ein mal geſetzet zu ſterben. A ij Wiewol Vorrede. Wiewol es an dem / daß der Todt ſeinen vrſprung vnd anfang nicht von Gott bekommen / noch von Boitin die Welt introduciret worden / Sondern durch die Suͤnde in die Welt kommen / vnd zu allen Menſchen hindurch ge⸗ drungen. So iſt er doch nun mehr nach dem erbaͤrmlichen Sndenfall ecutor ijuſtitiæ divinæ, vnd der Suͤnden Sold. Vnd wenn er gleich ſein Recht vnd Gewalt anden gleubigen Kindern Gottes außgeuͤbet / vnd Leib vnd Seet von einander getrennet/ So iſt doch ſolch ſeine Tyranney den Gleubigen mehr heilſam denn ſchaͤdlichen / mehr foͤr⸗ derlichen als hinderlich. Vrſach: Denn durch den zeit⸗ lichen Tod werden ſie von Sunden frey vnd ledig / wel⸗ ches warlich ein ſolch Privilegium? ſo mit aller Welt gů⸗ tern nicht zuuergleichen. Dannen ber der Hert Lutherus hat yflegen zu ſagen: Wenn einer ſonſten nicht gern ſtuͤrbe⸗ Soite er doch darumb gern ſterben / auff daß er nur auff⸗ horete zu ſuͤndigen · Darnach werden die Glaͤubigen alles Elendes / Leibs vnnd der Seelen geuͤbriget/ Ihre Seelen werden von den Engelein Gottes inn den Schoß Abrahæ verſetzet/ Ihre Leiber aber kommen in jhre Ruhekaͤmmer⸗ lein / darinnen ſie ruhen ohn alle qual vnd pein / biß an den lieben Juͤn zſten tag / welcher ſein wird / Dies Recſurrectio- nis, Dics Kecreationis, & Dies Rcſtitutionis, Ein Tag der Aufferſtehung / Ein Tag der Ernewrung / Ein Tag der Erquickung / vnd ein Tag der Wiederbringung. Wenn nun jhr Edle vnnd Ehreniugendreiche Fraw / Edle / Geſtrenge vnnd Eyrnveſte Junckern: Auch Edle vnd Ehrentugendſame Frawen / ſolchem mit jnnbrunſtiger andacht vnd gleubigen Hertzen ein ernſtliches nachdencken machet / So werdet jhr in der That vnnd warheit mercken vnnd ſelber bekennen muͤſſen / daß der toͤdliche abgang des weyland Edlen / Geſtrengen vnnd Ehrnveſten Adam Hacken ——— — Bortedc. Hacken ſeliger gedechtnis / Ewers geliebten Junckern vnd Bruders / nicht ohne geſch. ſich begeben/ Sondern nach dem weiſen Rath vnnd äterlichen willen vnſers lieben Goties / ohne deſſen votwiſſen niemand das gerin gſte leid tan wiederfahren / aus dieſem Leben verrücket werden. Der⸗ wegen anch dieſelben in gebuͤrlichem Chriſtlichem gehor⸗ ſam ſich dem allzeit Vaͤtetlichen willen Gottes vnterwerf⸗ fen / vnnd jhre Trawrigkeit / wie Adelichen Chriſtlichen geziemet / zu moderiren vnd zu meſſigen werden wiſſen · Rach dem aber der weyland Cdle/ Geſttenge vnnd Ehrnveſte Juncker Adam Hack/ ſeliger gedãchtnis / in ſei⸗ ner wehrenden Kranckheit mich etlich mal beſprechen vnnd gebeten / daß ich (als ſein Beichtvater) jhme nach ſeinem Abſchied den letzten willen erzeigen ⸗ vnnd die Leichpredig bey ſeinem Begrebnis thun wolte „inmaſſen eben ſolchs jhr EE. GG. vnd EE durch den Ehrwirdigen Achbarn vnd Wolgelahrten Herrn M. Matthiam Potſchalium, vnſerer Kirchen Superintendenten, meinen lieben Gefat⸗ tern / an mich laſſen geſinnen vnd gelangen⸗ auff das alſo dem letzten willen Ewers ſeligen Junckern vnd lieben Bru⸗ dern mochte nachgeſetzet werden / Als hab ich / inn erwe⸗ gung allerley erheblichet vrſachen / mich deſſen nicht allein nicht gewegere / Sondern willig vnnd ſchůldig darzuver⸗ mogen laſſen / Auch eben das leichſprůͤchlein / ſo jhm der ſe⸗ lige Juncker außerkorn / vnd mir befohlen / in Anſehlicher / Adeüchet vnd Ehrißlicher Leichverſamlung / durch Got⸗ tes gnaden / einfeltig erkleret vnd außgeleget. Nun ich denn/ Gott allein Ehr vnd Preis / im augen⸗ ſchein / die ſonderbare andacht vnd ernſiliches auffmercken anweſſender Zuhoͤrer / bey gehaltener Leichpredig geſpůret / auch nach vollendung derſelben jhr nit wenig gewuͤntſchet vnd Vorrede. — vnd begeret / daß jhnen gethane Predigt mochte Schrifft⸗ lich mitgetheilet werden / Als 3 ich erwehnte . weil es mit dem vmbſchreiben etwas muͤheſam vnd geſehr⸗ lich / dem Edlen / Geſtrengen vnnd Ehrnveſten Juncker Adam acken / meinem ſonderbarem Fautori, nu ĩn Gott ruhend / zu Ehren: Euch aber E. vnnd E. Fraw: EE. G. vnd EE. Junckern: Auch EE vnd EE. Frawen / zu einem memorial vnnd gedechtnis / ewers geliebten ſeli- gen Junckern vnd Bruders / vnnd denn allen Chriſtlichen Zuhorern zur nachfolg vnd notwendiger inſtruction inn Druck verfettigen wollen / Sintemal in ermelter Predigt / wiewol einfeltig / doch grůͤndlichẽ gewieſen wird / wie man recht gleuben / Chriſtlich leben / vnd ſelig ſierben ſol. Mach mir derwegen keinen zweijffel / ſondern bin der gewiſſen hoffnung vnnd zuuerſicht / die Cdle vnd Ehren⸗ tugendreiche Fraw: Die Edlen / Geſtrengen vnd Ehrn⸗ veſten Junckern: Auch die Edlen vnd Ehrentugendſamen Frawen / werden mein demuͤtig / Chriſtlich / vnd allein zu den Ehren Gottes gerichtet vorhaben / jhnen keines weges mißfallen / Sondern viel mehr belieben vnnd angelegen ſeyn laſſen / vnd meine großguͤnſtige Junckern vnd Frawen ſeyn vnd bleiben / welchs ich mit meinem Chriſtlichen Va⸗ ter vnſer zuverſchulden erboͤtig. Thue hiemit die Edle vnd Ehrentugendreiche Fraw Witwe: Die Edlen / Geſtren⸗ gen vnd Ehrenveſten Junckern / ſampt denen auch Edlen vnd Ehrentugendſamen Schweſtern / vnd allen Adelichen Blutßfreunden / in den Schutz vnd Schirm des Allmech⸗ tigen befehlen. Geben in Pegaw / den 1. Junij / Anno 97. EE. GG. vnd EE. Dienſtwilliger M. Iohannes Feiler⸗ Diener der Kirchen · ——— FEXNTFV 8. Eſai. 56. Er Berechte koͤmmet vmb / vnd nie⸗ mand iſt / der es zu hertzen nehme / vnd heilige Peute werden auffgeraf⸗ fet / vnd niemand achtet drauff. Senn die Berechten werden weggerafft fuͤr dem vngluͤck / vnd die richtig fuͤr ſich gewandelt haben / kommen zum fried / vnd ruhen in jhren Kammern. — Ndechtige Chriſten vnnd Freunde / A Kan lieſet in Piſtorien / wie Theleus der S 32 Acthenienſer Konig nach gehaltener ſchlache e nahe bey Theben / mitten vnter die/ zum teil berwundete / zum teil getoͤdtete Peinde getretten / dieſelben nicht allein mit jammerigem hertzen vnnd be⸗ truͤbtem gemuͤt angeſchawet / Sondern auch in eigener Perſon die ber wundten berbinden / die Todten aber zum Brab helffen befoͤrdern. Als jhn aber ſeine bornemſte Raͤhte darumbernſtlichen geſtraffet / mit vor wendung / das ſolche arbeit jhm als einem Konige / keines weges ge⸗ ʒieme / ſondern biel mehr ʒum ſchimpff gereichen waͤrde / hat er darauff gar ſitſam vnd beſcheidentlichgeantwortet: ou æœcop kbyrolæip Mi kuc. Das iſt / Sich der Slenden jammer vnd noth annem en / ober ſie erbarmen / das iſt beh weitem noch einem Kenſchen 5 Caufæ luctus. hriſiliche Leichpredigt. ein bnehre / Sondern ein groſſ ehre / ja rhůͤmens bud lo⸗ bens werth. Dieſis referire vnd erzehle ich zum eingang / bey gegenwertiger anſchnlicher Peichberſamlung allermeiſt darumb vñ zu dem end / Auff das wir mogen bedencken/ Warumb wir jetzo anbero / dem weyland Gdlen / He⸗ ſtrengen vnd Ehrenvehſten Junckern Adam Backen / im SErrn ſeliglichen entſchlaffen / das geleit zu ſeinem Ruhebettlein gegeben / nemlich bmb fol genden erhebli⸗ chen Brſachen willen: Erſtlichen / in doloroſam affectionem, zu bezeu⸗ gen / wie vns allerſeits durch den tõdlichẽ abgang des gott⸗ ſeligen Junckern / ein groſſes betruͤbnis vñ hertʒleid zuge⸗ ʒogen / Denn da wird die Sdle hochbetraͤbte hinderlaſſene Widwe ſelber bekennen vnd ſagẽ můſſen / wie jr durch ſol⸗ chẽ todesfall ein ſtuͤck von jrem hertzen geriſſen: Die Sd⸗ len Bruder vnd Schweſtern werden klagen / wie jhnen an jhrem Edelen Stamm der bornembſte zweig ber wel⸗ cket vnd berdorret: Wir aber als Chriſten / die wir ein leib an Chriſto vnſerm heupt ſind / koͤnnen es auch nit in abred ſein / wie vns hiedurch ein glied an bvnſerm leibe ber⸗ zůcket vnd verrucket worden. Trawret vnd flöſſelt ein Meinſtock / wann jhmn ein aug ʒu vnrechter zeit wird ge⸗ nommen bnd abgeſchnitten; Traweet das hertz / wann es betruͤbet vud verletzet wird Trawret der gantze Coͤr⸗ per / wann jhm ein glied abgeſchnitten wird Gyſotraw⸗ ren vnd beklagen auch wir billich onſern lieben bnd from⸗ men Nunckern im HErrnruhend⸗ Zum Ehrißliche Leichpredigt. gum Andern geben wir vnſerm Vuickern das ge⸗ leidt anhero / in eiuſdem itineris ſuſceptationem, zu bekennen / wie wir dermal eines nach dem Baht vnd willen bnſers lieben Sortes / in deſſen henden vnſer leben ſtehet / auch dieſen weg wandern můſſen / vnd dieſe bahn tretten / vnd vnſern berſtorbenen / die wir vor bns hin ge⸗ ſchicket / nachfolgen werden. lInde Gyprianus: Non amiſimus, ſed præmiſimus. Hiermit concordiren die ſchonen vnd lieblichen Berelein: Nam mortui non ſunt, eandem ſed viam/ Quam cogit omnes ingredi neceſsitas, Præmuniẽre nobis, nos in poſterum ldem ſequemur ipſfos in conſortium, Communis & vita fruemur patriæ. Zum Dritten geben wir buſerm gottſeligen Fun⸗ ckern das geleite / in vitæ æternæ teſtificationem, bekennende / das ob wir gleich hie muͤſſen von rinander ſcheiden / vnd keins hie ein bleibende ſtat hat / das wit dan⸗ noch in der tröſtlichen Aufferſtehung am Jůngſten tag widerumb im ewigen cben zuſummen kommen / bnd begeinander ſein vnd bleiben werden / laut Johan. 1. da Chriſtus zur Wartha ſagen thut: Ich bin die Auffer ⸗ ſtehung vnd das leben / wer an michglaubet / der wird le⸗ ben / ober gleich ſtirbet/ Vnnd wer da lebet ond gleubet an mich / der wird nimmermehr ſterben. Denn ob gleich bnſtre Beiber wie die Veitzenkornlein inn die Erde ber⸗ ſcharret / bermodern / So muͤſſen ſie doch im lieblichen Bij Eruͤling / 1I. 11I. Chriſiliche Leichpredigt. Eraͤling/ wenn die Sonn der Berechtigkeit/ Cheiſtus Geſua ſich offenbaren wird / als ludex Vivorum & ortuorum, wiederumb herfur aus der Grden kom⸗ men ohn allen mangel vnd gebrechen / laut 1. Cor. 1. da Paulus alſo ſuget: Go wirdgeſeet ver weſolich /vnd wird aufferſtehen vnber weſolich / Es wird geſeet inn bnehre / bnd wird aufferſtehen in herrligkeit / Eo wird geſeet inn ſchwachheit / vnnd wird aufferſtehen in krafft/ Gs wird geſeet ein naturlicher Peib / vnnd wird aufferſtehen ein geiſtlicher Peib. Darmit wir aber gleichwol im Trawren moͤgen maſo vnd ʒiel halten / vnd nicht gleich werden den armen Beydẽ / die bon der aufferſtehung zum ewigen Pebẽ nichts glaͤnben oder wiſſen / als wollen wir zu bnſerm verleſe⸗ nen Croſtſpruchlein ſchreiten / vnnd daſſelbe der brſachen halben bor vns nemen / weil bnſer Sottſeliger Juncker/ nun in Sott ruhend / mir als dem geringſten am Saus des SErrn / ſolchs bey ſeinem eichbegengnis abzuhan⸗ deln bud zu erkleren / mit bitt auffgetragen vnd befohlen / welchs jm auch der wegen allzeit lieb vnd anmuͤtiggewe⸗ ſen / weil eben hieraus ſeinem ſeligen Bater die Beichpre⸗ digt geſchehen. Auff daſo wir nu angeregtes Troſtſprůch⸗ lein mit nutz vnd frucht můgen erkleren/ So wollen wir daſſelbige in dieſen einigen Punet ſchlieſſen vnd ſagen: Locus 1. Von der Hoheit vnd Herrligkeit Gottsfuͤrchtiger Hertzen / darumb ſie ſich vom Tod nicht allzu hefftig ſollen entſetzen / noch ſich vber d 4 ichen Chriſiliche Leichpredigt. lichen Abgang der jhrigen allzu hefftig plagen vnd wmartern. * Bon dieſem einigen Panet auff das kaͤrtzeſt bund einfeltigſt zu horen bnnd zulehren / wolle der Euͤrſt des Uebens / Chriſtus leſus, vns allerſeits die gnad bund krafft des heiligen eiſtes / ſampt dem Pimliſchen Ba⸗ ter geben vnd ber leihen / Amen · Elangende /jhr Andaͤchtige / vorhabenden Punct /lauten die wort des Proyheten alſo: Der Serechte köͤmmet vmb / vnnd niemand iſt / der es zu hertzen neme / vnd heilige Peut werden auffgerafft / ond niemand achtet drauff. Denn die Serechten werden weggerafft / vnnd die richeig für ſich gewandelt haben / kommen zum friede / vnd ruhen in jhren Kammern. In dieſen worten haben wir dreherley zubetrachten: I. Credentium Celebritas, Der Slaͤubigen vnnd Gottofuͤrchtigen Serrligkeit. 11. Forundem calamitas, Ihr Elend vund Muͤhe⸗ iſelite. 111. Ineffabilis felicitas, Ihre groſſe Sluckſeligkeit. Betreffende das erſte / als die hoheit vnd herrligkeit der Slſubigen / beruhet dieſelbe in dem dreyfachen Sh⸗ rentittel / ſo jhnen vom geiſt des SErrn tribuiret vnd zugemeſſen werden. Erſtlichen nennet ſie der heilige Seiſt Gerechte / Nicht ʒwar wegen jhrer leiblichen An⸗ kunfft vnnd Geburt: Denn da mus der heilige Gnoch B ij ſo wol D m e pri- 0. Fhriſiliche Leichpredige. ſo wol als det urme Schecher zur Rechten / Da mus ſo wol der oteſelige Konig Voſias / als ſein geriigſter vn⸗ terthan / Da mus ſo wol der ſtarcke Simſon / als der armſelige Pazarus des Dauide Eiedlein lamentiren; Ecce in iniquitatibus ſum conceptus, &c. Siheſich bin aus ſůͤndlichem Samen geʒeuget / vnd meine utter bat mich in Suͤnden empfangen. Darnach ſo wer den die laͤubigen auch nicht wegen jhres wandels vnnd Bebens Serechte genennet / Denn es bleibet wol bey dem Spruch/ Quc.17. da alſo ſtehet: Wenn jhr alles gethan / was euch befohlen iſt / ſo prechet / Wir ſind bnnuͤtze Knecht. Ge⸗ cleſiaſt. 12. Es iſt kein Wenſch der guts thue / vnnd nicht ſuͤndige. Sondern der heilige Beiſt nennet ſie darumb Serechte / allein wegen des tewren verdienſts Jeſu Chri⸗ ſti / der alle geengſtigte vnd betruͤbte Sertzen troſtet / vnd mit jhnen einen wunderbaren wechſel anſtellen thuc. Denn weil ſie an all jhrein bermogen / werck vnnd hei⸗ ligkeit ver ʒogen / all jr thun vnd werck fur ſchaden rech⸗ nen / vnd fůr dreck achten / vnd halten ſich im waren glau⸗ ben allein zu Chriſto Peſu/ So nimmet ſie Chriſtus auff bund an / ſchleuſt ſie inn ſeine Snadenarm / hertzet onnd kaͤſſet ſie / wie den verlornen Sohn der alte Ba⸗ ter. Vimmet bon jhnen die Suͤnde / vnd gibet jhnen die Gerechtigkeit: Tilget aus jhren Bertzen Sortes Porn / onnd vberſchůͤtt ſie mit Snaden: Bebet auff den Eluch des Beſetzes / brin get an die ſtell Sottes Segen Bertreibt Todt / Spriche pe Todt / Teuffel / vund offeriret jhnen das ewige Peben Solche Ceinodia vñ Bimmelſchůtze empfahen die gleu⸗ tigen im gepredigten Woet vnd rechten gebrauch der Sa⸗ crament/ darumb halten ſie ſich mit allem ernſt vnnd leis darzu / fie beugen im Vamen Chriſti jre Knie / vnd ſprechen mit der Kirchen/ Eſa. 4. Im BErrn habich Serechtigkeit vnd Stercke. gum andern nennet ſie der Seiſt de SCrrn / Bei⸗ lige Peute/ Non natura, ſed ex gratia, ãus gnaden / wegen der Himmliſchen Bidergeburt / in dem ſie in der beiligen Tauff von allen Suͤnden gewaſchen vund gerei⸗ niget / vnd mit der Bnſchult Jeſu Chriſti angethan bnd geſchmůcket werden / lnut der troſtlichen Zeugnis / Sph. F. Ehriſtus hat die Semeine geliebet / bnnd har ſich ſelbo für ſie gegeben / auff daſs er ſie hetliget / vnd hat ſie gereini⸗ get durch das Waſſerbad im wort / etc. Tit. 2. Chriſtus bat ſich ſelbofuͤr vnſere Suͤnde gegeben / auff daſo er vus erloͤſet von aller Bngerechtigkeit / vnd reiniget jhm ſelbs ein Bolck zum Sigenthumb / das fleiſſig were ʒu guten wercken. Fa ſolche heiligung bekrefftiget vnnd bermeh⸗ reter taglichinn ſeinem Wort / darinn die Hertzen der Slaͤubigen erleuchtet / ernewert vnnd geheiliget werden / iuxta ). Petri. 1. Whr ſeid new geboren aus dem bnber⸗ genglichen Samen/ Remlich / aus dem lebendigen wort Sottes / das da ewig bleibet. Zum dritten nennet der heilige Beiſt die Slaͤub⸗ 111. gen / Auffrichtige Peute/ die in jrem glaubens bekentnis Chriſiliche Leichpredigt. ſteiff vund feſt beſtehen / vnnd laſſen ſich weder gunſt noch feindſchafft daruon abſchrecken. Sehen auff jhren lieben Sott / darmit ſie den zum Preund behalten. Bben die Chriſtliche Piebgegen jhrem Mechſten / bund troſten ſich in jhrem Bertzen / daßs ſie eben auff der rechten Straſſe ond Bahn zum ewigen Eeben faͤhrend wandeln / Paut Pſal. 15. SSrr / wer wird wohnen in deiner Puͤtten: Wer wird bleiben auff deinem heiligen Berge Wer on wandel einher gehet / vnnd redet die warheit von hertzen. Wer mit ſeiner Zungen nicht verleumbdet / vnnd ſeinem Vechſten kein arges thut/ vund ſeinen Vechſten nicht ſchmehet. Wer die Sottloſen nichts achtet/ Sondern eh⸗ ret die Sottsfurchtigen. Wer ſeinem Vechſten ſchweret / bnnd helts. Wer ſein Seld nicht auff Wucher gibt / vnnd nimpt nicht Seſchencke bber den Vnſchul digen. Wer das thut / der wird wol bleiben. Pſal. 119. redet Dauid auch von ſolchen auffrichtigen Peuten / da er alſo fraget: Wie wird ein Juͤngling ſeinen weg bnſtrefflich gehen? wenn er ſich helt nach deinen worten. Doctrinalia. I. Warnach ein Chriſt bornemli⸗ chen trachten vnd ſtreben ſol / wenn er jhm einen ewigen Namen wil machen? Vemblich / Daſoer gerecht / hei⸗ lig vnd auffrichtig wandele / vnnd in ſeinem glauben bn⸗ anſtoſlich erfunden werde. Billich lobet vnd commen⸗ diret man die jenigẽ /ſo aus bhraltem Adelichem Stamm vnnd eblut / vnnd haben dar zu ein Adelich Sertʒ bnnd Gemuͤt. Billich Chriſiliche Leichpredigt. Billich prehſet vnd rhůͤmet man die jenigen / ſʒ durch Rittermeſoige thaten zu groſſen digniteten erhaben wer⸗ den: Iber vor denen allen behalten fromme gleubige Chriſten den preyſo / die im glauben Chriſtum ergreif⸗ fen / bund einen ſolchen wandel fuͤren / das ſie die drey Sh⸗ rentittel vnd die dreyfache Kron erlangen / ſo da heiſt / ereche / Seilig / Auffrichtig. Q. Mie erlanget man ſie; Durch folgende ſtuͤck: 1. Peccatorum confeſsione, Wann man alles ſuͤnd⸗ liches leben haſſet vnd ernſtlich beklaget. ⁊. Vera Chri- ſti apprehenſione, Wann man allein nach Chriſti verdienſt ſtrebet / im glauben ergreiffet / vnd jhm ſelber appliciret vnd nůͤtʒ macht.ʒ. Vitæ emendatione, wañ man dem Teuffel abſaget / die Velt berachtet / ſein fleiſch dempffet / vnd mit allen boſen luͤſten vnd begier den todtet / ond ſich mit all ſeinem bermoͤgen Chriſto auffopffert vnd er giebet / da hat man bereit præguſtum vitæ æter- næ. Beh ſolchen leuten gehet es nach der auſſag Chriſti/ Johan. 17. Das iſt das ewige Peben / das ſie dich / das du allein warer Sott biſt / vnd den du geſand haſt eſum Chriſtum erkennen . Sapient. 1. Dich SErr erkennen iſt eine volkommene gerechtigkeit / vnd deine macht wiſ⸗ ſen / iſt eine wurtzel des lebens. Vach dieſem Ehrentittel heiſt Paulus ſeinen Timotheum ſtreben / inn fol genden worten: Fage nach der gerechtigkeit / der gottſeligkeit / dem glauben / der liebe / der gedult / der ſanfftmut / Kempffe den guten C kampff Vhriſiliche Leichpredig kampff des glaubens / ergreiffe das ewige leben / darzu du auch beruffen biſt / ete. Da Foſeph vom Pharaone zu Luͤrſtlichen digniteten erhaben / vnd auff des Koniges wagen im gantʒen Pand herumb gefuͤhret worden / vnd ein Herold fur jhm ausgeruffen: Hic eſt pater pa⸗ triæ, dieſer iſt des Bandes Bater / wird Foſeph ohn allen ʒweiffel ſich deſſen hertʒlichen vnd hochlichen gefrewet ha⸗ ben. Da Dauid hinder den Schaffen hevfuͤr gezogen / auff Sottes befehlich vom Propheten Samuel zum Koͤ⸗ nig ober Iſrael er wehlet worden / wird er nicht gewuſt / woer gnug wort ſol nemen / damit er dem lieben SGtt nach wirden moge dancken. Da mag er freylichmit ernſt geſungen haben ex Pfal. )3. Quis ſicut Dominus Deus noſter, qui in altis habitat, & humilia re⸗ ſpicit? &c. We iſt wie der SErr vnſer Sott der ſich ſo hoch geſetʒet hat / vnd auff das iedrige ſihet / im Sim⸗ mel bnd auff Srden / Der den geringen auffrichtet aus dem ſtaub / vnd erhohet den Armen aus dem koth. Da Auguſtus der Keyſer von den Romiſchen Reicheſtaͤn⸗ den Pater patriæ genennet worden / hat er geſaget: Sr hette die zeit ſeines lebens keinen ſchönern noch lieblichern Vamen gehoret / mit angehengten ſeufftzen / das jm Bott ſo viel gnade wolte berleihen / damit er ſich in ſeiner gan⸗ tzen Regierung ſolchem Sdelen Namen mochte gemeſs halten vñ erʒeigen. Alber dieſer dreyfache Shrentittel / ſ frommen Chriſten bom heiligen Seiſt ʒugemeſſen wird ⸗ bbertrifft Joſepbs Eurſtliche dignitet / Dauide iche Chrißlliche Leichpredigt. liche herrligkeit / Auguſti Keyſerliche Wapeſtt. Getten Foſepb / Dauid bnnd andere gottſelige Könige dieſen dreyfachen Shrentittel niche gehabt / So hetten ſie vor Sott nicht beſtehen / noch ewig mogen ſelig werden. Darumb / wer biſohero ein Vngerechter bor ott / ein Vnheiliger geweſen / vnd nicht richtig gewandelt vnd gehandelt / der ruffe Sott ernſtlichen an / daſo er ſich ſei⸗ ner wolle erbarmen / ſein Bertz erleuchten / mit ſeinem heiligen Seiſt wolle begnaden / damit er ſolche drey Eh⸗ rentittel auch erlangen / im wahren glauben behalten / das luſtus fide ſua vivet bben / vund ein heilig Bolck bnd eigenthumb Bottes bleiben. II. Piorum Calamitas: Das iſt/ Bom elend bnd trawrigen zuſtand frommer Chriſten. Pann enſch⸗ lich hertz vnd vernunfft horet / wie dieglaͤubigen bor Lott ſohohe Peut / ſo machen ſie jnen alſobald dieſe gedancken: So wird jnen ſtets wol gehen / Sie werden Sott im ſchos ſitzen / alles Creutzes vberhaben bnd gebriget ſehn / Ja Bott wird ſie wie Snoch vnd wie Sliam in ſeine Sim⸗ liſche Serrligkeit transferiren vnd berſetzen. Dazu ſchůͤttelt vnſer Prophet den Kopff / ſiget ſtracks ð nein / vnnd ſpricht: luſtus perit, Der Gerechte koͤm⸗ met vmb· Dañ ob gleich die gleubigen auch in dieſem Pe⸗ ben fuͤr Sott gerecht / heilig vnd auffrichtig wandeln / vnd den Namen fuͤhren / Sogeſchicht doch ſolchs allein impu⸗ on. tatione & inchhatione, vnd iſt noch nichts vollkom⸗ Epheſ. ⁊. menes bey jhnen · Wo nu nichts bollkommenes iſt / da iſt Cij gebrechen Chriſiliche Leichpredigt. Som. o. gebrechen vnnd Sänd / wo Sünd iſt /da bleibet der Sün⸗ t„)N den Sold der Todt nicht aus / durch welchen die Saͤnde zu grunde muſs auſogerottet vnd exterminiret werden. So ſpricht aber Sſaias vom Slend der Slaͤu⸗ bigen alſoꝛ luſtus perit, der Serechte köͤmmet vnb/ da⸗ mit er vns borbildet piorum conditionemanʒeigend / wie es auch vmb frommer hbenſchen eben vnd thun gar ein armſelig vnd bawfellig gemaͤcht ſey / das gar bald an⸗ bruͤchig / wurmſtichig wird / zerfellet / vnnd ſich wider das liebe elend vnnd den ʒeiclichen Todt mit nichte konne auffhalten / laut Pſal. 03. Er kennet da arm gemaͤch⸗ te / Sott weis wir ſind nur Staub / Sleich wie das Sras von rechte /ein Blum vmbfallendes Paub / der Wind nur drůͤber gehet / ſoiſt ſie nimmer da / Als bald der enſch vergehet / ſein Ende das iſt jm nahe. Vohan )6. In mun⸗ do habetis preſſuram, Wnn der Welt habe jhr angſt vnd trawrigkeit. Eſai.ꝗ o. Omnis caro fœnum, &c. Alles Fleiſch iſt Sew / vnd ſeine gůte iſt wie ein Blum auff dem elde / das Sew berdorret / die Blume ber⸗ welcket / denn des SErrn Seiſt blaͤſet drein. Sprach 14. Alles leiſch berſchleiſt wie ein Kleid / Eo iſt der alte Bund / du muſt ſterben. Gleich wie die gruͤnen Blaͤtter auff einem ſchonen bawm /etliche fallen ab / eeliche wach⸗ ſen wieder. Alſo gehets den Peuten auch. gum andeen ſagetEſaias ferner Sie werden auff⸗ gerafft / darmit er vns vorſtellet piorum emigratio⸗ nem, Wie die Slaͤubigen ſo wol als die Sottloſen dieſ herbrige ak. hriſili berbrige rͤumen bund berlaſſen můͤſſen. Sieſe wort Auffgeraffet / erkleret der heilige Seiſt/ Sap. 4. Der Berechte wird weggenommen aus dem Beben buter den Sůndern / bnnd wird hingeruͤcket / auff daß die boſoheit ſeinen berſtand nicht berkehre / noch falſche Pehre ſeine Seel betriege. Mann etwan ein frommer Bater einen Sohn in fernen Panden an einem ůrſtlichen Gofe hat / vnd hö⸗ ret wie es Serr vnd Knecht ſeltzam treiben / wie falſche ond jrrigeehr im ſchwanggehe / wie der Epicureiſius alda die oberhand habe: Jetrawn / da ſcumet ſich der Ba⸗ ter nicht lang / ſondern ſihet / wie er je eh vnd beſſer ſeinen Son moge heimholen/ vnd zu ſichbringen: Alſo weil die Welt ein bſir vnd ſehr fehrlicher Sof iſt / dariñ der fuͤrft dieſer Welt der Teuffel regieret / die Velt ſeine getrewe Eleiſch vnd Blut de enckers borlauff iſt/ vnnd gehet nach der auſſige 1. Johan. 3. Inn der Welt iſt fleiſches luſt/ Augenluſt vnd hoffertiges Peben / ondaber auch die frommen in der Velt leben / Ey ſo holet Dott dieſelben ʒu ſich heim / durch den zeitlichen Todt / auff daſo ſie von der Welt nicht bethoret noch verkehret werden / vnd brin⸗ get ſie an einen ſolchen ort / daſie nicht mehr ſundigen · Q Pieber wa thut die Welt darʒu / wenn epfe⸗ rige Prediger / gottefůͤrchtige/ & ärſtliche vnd Adeliche Perſonen / oder ſonſt Chriſtliche Regenten vnd fromme Chriſten von dieſer Velt abgefordert werden: Das wei⸗ ſet vns Eſuias in dieſen worten: Viemand iſt / der es zu Siij Hertzen hriſiliche Leichpredigt. Berthen neme / bnd niemand achtetdrauff. Wann einem (ſalua reverentiayein uh oder Pferd im ſtall mbfel⸗ let / ſo winſelt vñ wehklagt er bber die maſſen. Meñ einem am aus eine Wawer einfellet vnd niderſincket / darauff das Saus ruhet / ſo iſt er bekůͤmmert vundtrawri g / hat ſorg / das gantzeHaus mochte hernach fallen/ Drumb ku⸗ het vnnd feyert er ehe nicht / biſo ers wieder gebawet hat. Wann aber fromme onnd gottſelige Bertzen ſterben / die mit jrem Sebet Sottes ʒorn vnd Straffe auffhalten/ ond ſind gleich wie ein eyſerne Hhawer wider den kaͤnfftigen riſs vnd bnglůͤck / ſo iſt niemand der ſie beklaget / ſondern jbr viel ſchlagens ins gelaͤchter / vnd fagen: ieber /i ſts ſo ein groſſer vnfall / das dieſer Euͤrſt / Juncker / Regent / oder Prediger geſtorben uůſſen wir dochauchalle ſterbẽ⸗ Sa ſprechen ſie: Ss werden ja nochſoeut in der Velt ſein / die jhres gleichen ſein / wie muſte man jhm thun / wenn ſie nie geboren / oder lengſt an der Peſtilentʒ geſtorben Ir biel iubiliren vnd triumphiren bber der gottſeligen tode⸗ lichen abgang / beuoraus / wenn ſie boffnung bnd ſperant⸗ haben / an der berſtorbenen dienſte zu kom̃en / oder wenn fie von denſelben etwas zu hoffen vnd zu gewarten haben. Aber / wil Sott durch den Propheten ſagen / wenn ſie wuͤ⸗ ſten vnnd glaͤubten / wie der todliche abgang hoher vnnd gottſeliger Peute ein gewiſſer Borbot kommendes bn⸗ glůcks vund ſtraffen were / Půr war ſie wuͤrden nicht la⸗ chen / ſondern eitel blutige zehren weinen vnd ver gieſſen. Doctrinalia. Bey dieſim andern Punct laſt vns ein Shriſiliche Leichpredigt ein wenig jnnen halten / vund bedencken / Warumb bnſer Gott die frommen ond gottſeligen ſo wol leſſet dahin ſter⸗ ben / alo eben die gottloſen Nemlichen / wegen der Suͤn⸗ den. Denn ob jhnen gleich jhre Saͤnde durch Chriſtum vergeben / vnd mit Chriſti Snadenmantel zu gedecket / Soſind ſie dennoch nicht Sngelrein / ſondern ſind boller ſchwachheit vnd gebrechen / vnd haben noch jmmerdar mit der Suͤnde zu kempffen vnd zu ſtreiten / ſo lang ſie in der jerdiſchen Buͤtten wohnen. Billich vnnd mit wahrem grund heiſt es bey jhnen / Rom. s. Nulla condemna- tio. &c. Goiſt nichts berdamlichs an denen / die in Chri⸗ ſto Jeſu find. Vichts deſto weniger mus an jhnen erfuͤl⸗ let werden hWoſis Trawerliedlein / Pſal. ↄo. Das macht dein ʒorn daſs wir ſo ber gehen / vnd dein grim daſs wir ſo plotzlich dahin můͤſſen. Denn vnſer Wiſſethat ſtelleſt du fuͤr dich / vnſere vnerkandte Suͤnde ins Eiecht fuͤr deinem Angeſicht. Darumb fahren all vnſere Tage dahin durch deinen zorn / wir bringen bnſere jar zu wie ein geſchwetz. 1 I. Pernet wie Gott ein abgeſagter feind der Suͤn⸗ den ſey / der auch vmb der ſůͤnden willen ſeiner glaͤubigen nicht verſchonet / Sondern Pantʒerfeget ſie wol / vnd leſ⸗ ſet ſie ſterben / zu ſtaub vnd aſchen werden. Berfehret nu der liebe Hott mit ſeinen Kindern ſo ſcharff vnd ſo ernſtlich / wie wird er wol mit allen vnbus⸗ fertigen ſuͤndern bnd hellenbraͤnden haushaltẽ? Creilich wird jnen begegnen die langſt geſchehene draͤwung / Pfal. 7. Das ſie werden muͤſſen die hefen ausſauffen Item / Chrriſiliche Leichpredigt. 1. Pet. . Eo iſt zeit das nu anfahe am Sauſe des SEr⸗ ren das ericht. So aber erſt an vns / was wird es fuͤr ein end nemen / die dem Euangelio nicht gehorſam ge⸗ weſen? bnd ſo der erechte kaum erhalten wird / wo wil der Sottloſe bleiben 111. Wercket dieſe zwey wort/ Bmbkommen bund Auffgerafft werden / bnnd laſſeto euch einen gedoppelten Donnerkeil vnd Busprediger ſeyn / die jhr des Pebendi⸗ gen Sottes ſo ſchendlichen vergeſſet / Swre hertzen vndge⸗ dancken mehr an die Erd / denn an den Biſ̃el / mehr an die Creatur / denn an den liebreichen Greatorem han⸗ get / mehr euch vinb den Peib / denn vmbdie Seelebekům⸗ mett. Teglich niñit beyeuch oberhand das Creſcit amor nummi, quantũ ipla pecunia creſeit Tůglich heiſts bey euch: O cives cives, quærenda pecunia primũ, virtus oder pietas poſt nummos. ãglich fraget jhr wo andgůter / huffen Pandes / oder Wieſen ʒuuerkeuf⸗ fen / Aber vmbdie Lerram viventiumbekůmmert je euch gantʒ vnnd gar nichts. Den Peib berſorget jhr wol / aber die arme Geele laſſtt jr berſchmachten · Dencket doch einmal / jhr andaͤchtige / warumb vnd zu welchem Eeben euch Sott der Simmliſche Bater erſchaffen? Dencket / warumb Chriſtus Jeſus ſo groſſe muͤhe vund arbeit an euch gewand/ vnd euch mit ſeiner ſchmertʒlichen Paſſion erloſet: Dencket / warumbſbr mit Sott heiligem Heiſt begnadet bndgeheiliget Dencket / warum̃ der liebe Sott euch noch tůglich ſein Wort leſt predigen / vnnd ſeine Sa⸗ cramenta Chriſiliche Leichpredigt. cramenta bnberfelſcht adminiſtriren ? ꝓreilich dar⸗ umb/ daſo wir allein an Chriſtum glaͤuben / vnnd bnſer hoffnung allein zu Shte haben ſollen. Wehr vmb die Seel ſor gen / dann vmb den Peib. Wehr ſorgen auff das Swige / dann auff das geitliche. Dannen her Auguſti⸗ nus: Ideo Chriſtiani facti ſumus, vt plus pro ani- ma, quãm pro corpore laboremus. Dencket jhm ſelber nach / wann jhr gleich aller Velt haab vnnd gůter zuſammen ſcharret vnnd kratʒet / ſo muſt jhr ſi doch mit dem Ruͤcken anſchawen / vnd hinder euch laſſen. Bom Seuero eim Roͤmiſchen Keyſer lieſet man/ wie er ein vnzehliche ſumma Goldes vnd Silbers zuſam⸗ men gebracht / darzu ſo biel Setreide vnd Gele / das man nachſeinem Vode 7. Jar / alle Tage 5ayo. malter aus⸗ geteilet / Dennoch als er ſtirbet / hebet er an: Omnia fui, & nihil mihi prodeſt. Eben das meinet die Kirch Sot ⸗ tesin jhrem Seſang: Den Reichen hilfft doch nicht ſein ut / den Jungen nicht ſein ſtoltzer muth / Er mus aus dieſem heyen: Wann einer hett die gantze Belt / Sil⸗ der vnd Sold bnd alles Seld / noch mus er an den Reyen. Der wegen faſſet zu Ohren ond zu Bertzen des Siob⸗ Eiedlein: Nudus vt in mundum veni, ſic nudus abibo.1. Timoth. . Eo iſt ein groſſer gewin / wer gott ⸗ ſelig iſt / vnd leſt jhm genůͤgen / Dennwir haben nichts in die Welt gebracht / darumb offenbar iſts / wir werden auch nichts hinaus bringen. ien V. Soofft jhr ſchet vnd höret / wie Sott der SErr D gottſe⸗ Chriſiliche Leichpredige. gottſelige Sertzen bon dieſer Welt abfordert / ſchlieſſee ond glaͤubet feſtiglich / das ſolches ein gewiſſer prodro⸗ mus vnnd Borbot ſey des fewrigen ʒorns Bottes vnnd kanfftiger Straffen / wie ſolches mit bielen Sxempeln kondte er wieſen werden. Kuͤrtz halben wollen wir ewer Pieb nur etliche wenige fürhalten: Da Joſeph inn S⸗ goptẽ im SErrn entſchlieff / ach wie bald fol get ein truͤ⸗ bes wetter vber Iſrael / wie wurden ſiegeplaget vnnd ge⸗ pantʒerfeget. Da Poſias der goteſelige Kͤnig zu Bett gieng / kam Vebucadnezar / belagerte Jeruſalem / vnnd fuͤhrete die Fuͤden gen Babylon. Da der letʒte Slias vnd Prophet Deutſches Pandes Putherus anno ) 46. zu Sioleben ſtarb / fol get bald darauff der ſchedliche Krieg ond Auffruhr im gantzen Deutſchen Pande. Da Augu⸗ ſtus der gottſelige vnd lbliche Churfurſt / Chriſtmilder gedůͤchtnis / erſchied / gieng das Laluiniſche;cewer in die⸗ ſenPanden an / welchem doch bnſer lieber Sote gnediglich Eſu.1. geſtewret vnd gewehret / Denn wo das nit geſchehen / vnd vns der ꝗErr ein wenig ſamen ober gelaſſen hette / ſo we⸗ ren wir laͤngſt wie Sodom vnnd gleich wie Somoerha worden. So heiſt vnd bleibt gemeiniglichen wol ware: Intrant in thalamos, publica damna tuos. Darunbſollen wir nicht aus Gchalen trincken / noch ons mit Balben ſalben / vnnd nichts vmb den ſchaden Jo⸗ ſeph bekůͤmmern / das iſt / nicht ſicher noch ruchlos leben / Sondern heulen vnd weinen / bnd mit allem ernſt ware Buſſe thun / auff daſo das berderben von bns abgewand werde. 111. lu⸗ Ehriſiliche Leichpredigt. 11I. Ineffahilis felicitas. Bon der Seerligseit vnd Slůͤckſeligkeit / darzʒu die glaͤubigen durch den ʒeitlichen Tod befoͤrdert werden · Daruon redet der Prophet alſo: Die Serechten werden weggerafft fuͤr dem ongluͤck / vnd die richtig fůͤr ſich gewandelt haben / kommen ʒum frie⸗ de / vnd ruhen in jhren Kammern. In dieſen worten wird vns nu ein dreyfacher Troſt vorgeſtellet / darinn die heiligkeit der glaͤubigen beruhet / zu welcher ſie durch den zeitlichen Tod gebrache vnnd be⸗ foͤrdert werden. I. Iſt genommen à grata piorum collectione, laut der wort : Die Serechten werdẽ weggerafft fuͤr dem ongluͤck. Allhie brauchet der Prophet gar eine beſonde⸗ re art ʒu reden / ohn allen ʒweiffel aus oſe genommen / ja er ſihet faſt auff die Complexion eines fleiſeizen Saus⸗ baters / Denn zu gleicher weiſe / wie jhm derſelbe vmb die Erndte zeit thut / wann er ſein Setreide auff dem Felde ligend hat / ſihet aber vnd vermereket / wie ein groſſes wet⸗ ter wil kom̃en / ſo eilet er trawn mit allen den ſeinen hin⸗ aus ins Peld / treget die arben zuſammen / thut die an⸗ ordnung / daß ſie alſobald mogen auffgeladen / vnnd in die Schewren eingefuͤhret werden. Eben ſothut jhm der alte ond allein weiſe Sausbater / die LoͤttlicheWaeſtaͤt / weñ dieſelbe jhren Jorn vber ein Pand wil außsſchůͤtten / mit Sunger / Krieg / oder Peſtilentz ſtraffen / So nimmet ſie jre auſoer wehlten durch den zeitl ichen tod aus dieſer Welt kinweg / laut Eſai. 26. Behe hin mein Bolck inn eine Dij Kammer / 13 1 — Ghriſiliche Leichpredigt. Kammer / vnd ſhleus die Chůr nach dir zu / berbiege dich einen kleinen augenblick /biſs der zorn furuͤber gehe. Deñ ſihe / der ;E rr wird auſogehen bon ſeinem ort / heimzu⸗ ſuchen die Boſeheit der Sin wohner des Eandes bber ſie. Das verſtunde Slias zur zeit Achabs gar wol / dar⸗ umb ſeufftzet vnd betet er aͤngſtiglichen zu Sott / daſo er jn doch wolte wegnemen / 1. Reg. 19. Domine tolle ani⸗ mam meam, So nimme nu BErr meine Seel / ich bin nicht beſſer / denn meine Bater. Dergleichen hat der Berr Putherus gar biel bnd offtmals mit hohem ernſt zu Sott geſeufftzet / daſs er doch jn vnd die ſeinen wolt laſſen ſter⸗ ben / vnd ja das groſſe elend vnd den ſchrecklichen jam̃er nit laſſen erlebẽ / der kanfftig vber Deutſchl and wird kom̃en. II. Troſt iſt genommen ab Exoptatæ pacis ade⸗ ptione, laut der wore Eſuie Die richtig gewandelt ha⸗ ben / kommen zum friede. Wit dieſen worten zeiget der Proyhet im gegenteil an / wie dieſes leben auch denglaͤu⸗ bigen ein lauter vnruhe vnnd můheſeligkeit ſey / welches freylich allzu war. Darzu auch die Peiligen ottes auo eigener erfahrung jhr Ja wort geben. Job 7. Wuß nicht der Wenſch jmmer im ſtreit ſeyn auff Erden / vund ſeine tage ſind wie eines Taglohners. Spr. 4o. zeuget / wie der frommen beſtes Bericht vnd koͤſtlichſter Tranck ſey jam⸗ mer bnd not / laut ſeiner wort: Eos iſt ein elend jůmmer⸗ lich ding vmb aller Wenſchen leben / von utterleib an / biſo ſie in die Erd begraben werden / die vnſer aller utter iſt. Da iſt jmmer ſorg / furcht / hoffnung / vñ zu letzt der * todt⸗ Ihriſiliche Leichpredigt. todt / ſowol bey dem / der in hohen ehren ſitzt / als bey dem geringſten auff Erden / ſowol bey dem / der Seyden vnd kron treget / als beydem der einen groben Kittel an hat. Biermit concordiren vnd ſtimmen gar artig bberein die ſchonen vnd denckwirdigen wort Proſperi: Nunquam bella bonis, nunquam diſcrimina deſunt: Et quo cum certet, mens pia ſemper habet. Aber durch den zeitlichen Todt kommen die gleubigen zur ruhe / vnd mit jhrem ſterben endet bnd ſcheidet ſich all jhr trawrigkeit vnd elend / vnd gehet jhnen nach der aus⸗ ſag Apocal. rʒ. Selig ſind die Todten / die im SErrn ſterben bon nu an / Ja der Beiſt deſo SErrn ſpricht / das ſie ruhen bon jhrer arbeit / Denn jhre werck folgen jhnen nach. Erewet ſich nu ein Bogelein / wann es aus ſeinem bawer loſo koͤmmet: Erewet ſich ein Pferd / wenns aus⸗ geſpant / bund in den Stall zur krippen / oder auff eine Wieſen gefůhret wird: Prewet ſich ein gefangener / der aus eim Thurn erlediget wird: Billich frewen ſich fromme Chriſten / vnd ſind frolich / wann ſie der liehe Gott von dieſer Welt abfordert / vnd zur Pimliſchen ru⸗ be befoͤrdert. Da heiſt es mit jhnen / Sap. 4. Der Se⸗ rechte / ober gleich ʒeitlich ſtirbet / iſt er doch in der ruhe. III. Troſt iſt genommen / à dulciſsimæ requie- tis fruitione, laut der Prophetiſchen wort: Vnd ru⸗ ben in jhren kammern. Damit der Prophet die gleubi⸗ gen troſtet / wie nicht allein jhre Seelen wol ver wahret / eingebunden in das buͤndelein der lebendigen beg dem D ij SErrn 1. Sam. 25. Chriſiliche Leichpredigt. Seru jhrem ott / vnd wie der BErr ſie behůte vnd bewahre / Sondern auch jhre leiber ruhen in jhren Srä⸗ bern vnd Ruhekammerlein biſs an den lieben Fuͤngſten tag. Vnd ob es gleich an dem / das jhre Peiber muͤſſen ver⸗ weſen / wie Gteleſiaſt. 1. ſtehet: Der ſtaub muſe wie⸗ der ʒur Erden werden / wie er geweſen iſt / So iſt doch die gewiſſe hoffuung hinderſtellig / das ſie bon jhrer ruhe widerumb er wachen werden / wann der ludex viuo- rum & mortuorum Chriſtus leſus am Puͤngſten cag widerumb in ſeiner herrligkeit erſcheinen / vnd aller berſtorbenen Beiber widerumb aus der Srd wird herfuͤr bringen / Peib ond Seel miteinander bereinigen / vnd die gleubigen in dus ewige eben einfuhren. Wie nu Sitern ſich nicht groſo bekůͤmmern / weil jhre Kinder nochin jhren kammern ſchlaffen /ond wann gleich ſichein tumult auff der gaſſen erreget / ſie e leicht⸗ lich aus dem ſinn ſchlagen: Alſo ſollen wir vns biel we⸗ niger bekůmmern vndgremen bber bnſere verſtorbenen / die warhafftig an einem guten Ort ſind / da jnen nichts bo⸗ ſes kan widerfahren / Sondern jnen die Ruhe willig vnd Lon hertzen gerne gonnen. gie hetten wir G. E.ſchone Pehren vnd troſt an⸗ zumelden / aber· kuͤrtze halben ſtellen wir ſolches ein / G. ꝑ. wollen jhm ſelber ferner nachdencken. Sncomi- Fhriſiliche Veichpredigt. Encomium defiuncti. Etreffend nu / den weyland Edlen / Geſiren⸗ B gen vnd Ehrenbehſten Adam Backe / vnſern lie⸗ ben gottſeli gen vnd in Sott ruhenden Junckern / iſt derſelbe bůrtig von Gbertaw / gelegen zwiſchen Peip⸗ ʒig vnd Schkeudicʒ· Seine Eltern ſind eines vornehmen ohralten Adelichen Stammes / von denen er gezeuget vnd geboren. Sein Bater iſt geweſen / der Sdle vnd ge⸗ ſtrenge Caſpar Back / ein demůͤtiger vnd gottofůͤrchtiger Juncker / Seine Wutter Praw Naria / geborne Pofin · Dieſ haben nu bnſern Vuncker Adam in ſeiner jugend fleiſeig ʒur Schul gehalten / vnd im Catechiſmomit ernſt laſſen vnter weiſen / in betrachtung / das ſolchs das allerbe⸗ ſte Patrimonium, ſo Eltern jhren Keindern hinderlaſ⸗ ſen können. Da nu vnſer ſeliger Juncker ein wenig er⸗ wachſen / iſt er nach Werſeburg berſchicket worden / alda in kundſchafft kommen mit dem loblichen Fuͤrſt Seorgen von Anhalt / der jhn im Catechiſmo examiniret/ vnd ſehr lieb gewonnen / beuoraus / weil er bermercket / daßs es ein gottfurchtiges vnd demuͤtiges Bertʒ were· Als er aber zu ſeinen Jaren bnd ʒum verſtand kommen / iſt er nicht da⸗ heim auff der Beerenhaut ligend blieben / vnd etwan die armen Eeut geplaget / Sondern hat ſich in ferne Hande / in Preuſſen/ in Polen gemacht / alda Euͤrſtlichen vnnd Adelichen Perſonen gedienet / nicht wenig / fondern et⸗ liche viel Jahre / vnd ſich dermaſſen verhalten / wie einem vom ehriſiliche Leichpredigt. vom Adel geʒiemet. Bierauff ſich widerumb zu hauſo gewendet / vnd in den heiligen Sheſtand begeben / mit der Sdlen tugendſimen rawen Nargretha von Burckers⸗ rotta / mit welcher er gantzer ſieben Jahr ein geruhige Ehe beſeſſen / vndein Kindlein mit jhr gezeuget / welches doch der liebe Sott widerumb zu ſich genommen / auch bald darauff ſein geliebtes Ghegemahl hernach zu ſich von dieſer Welt abgefordert / Daruͤber vnſer gottſeliger Juncker nicht in geringe trawrigkeit gerahten / alſo/ da⸗ er drey gantzer Vahr ſeinen Widwerſtuel vnuerrucket bewahret / biſo er ſich endlichen mit der Sdlen tugendſa⸗ men Erawen keatharina von Behnitʒ / nu mehr trawri⸗ gen vnd hochbetrůͤbten hinderlaſſenen Witwe / vermaͤhlet / mit welcher er gantzer 17. Jar gar eine ſůͤſſe /ſanffte vnd liebliche Ghe gefůhret / vnd mit derſelben ein Tochterlein gezeuget / deſſen Seel in der Hand Sottes lebet. Sleich wie ſie ſtets ein ander hertʒlichen geliebet / vnnd inn mancher ſchweren betruͤbnis vnd Bauſocreutz einander mit allem trewen ernſt gemeinet. Alſo auch in dieſer letzten kranck⸗ heit hat ſich die Sheliche lieb ſehen vnd gleich fůͤlen laſſen. Dannen her auch der gottſelige Juncker ſeiner hinder⸗ laſſenen Witwe trew bnd fleiſs nicht gnugſam hat koͤnnen commendiren / Ja in ſeiner groſſen Kranck heit ſich mehr vmb ſein Shegemal / deñ vmb ſeine eigene not vnd kranck⸗ heit bekuͤmmert. Inſonderheit hat er ſie dem Sdlen bnd Beſtrengen Simon Gacken / ſinem Brudern bund Se⸗ fattern / nicht als eim Brudern / nicht als eim efattern / ſondern hriſiche Leichßtedigt. ſondern als ein Bater commendiret / vnd zum oͤfftern vnd mit bielem gebeten / daß ſie ja von den ſeinen / nach ſeinem abſterben nicht möchte betruͤbet werden. Bor allen dingen / weil er wol gewuſt bd berſtan⸗ den / wie die furcht des SErrn der weiſoheit anfang / vnd wie die gottſeligkeit zu bielen dingen nuͤtz / vnnd zeicliche vnd ewige belohnung hat / So hat er ſein ertz an dieſel⸗ be gehangen / ſeinen Catechiſmum jhm wol eingebildet / die Biblia dermaſſen geleſen / vñ jm ſo bekandt gemacht ⸗ daſo er nicht allein die vornemſten Spruche / die herrlich⸗ ſten Biſtorias daraus hat koͤnnen releriren vnd erzelen / Sondern auch ſolch ding darinn obſerviret, die man⸗ chem Theologo bnbewuſt vnd gantz frembd geweſen. Das aber ſolche gottesfurcht jhm ein rechter ernſt ge⸗ weſen / iſt ſolchs daraus klar vnd offenbar. Denn da er ſich vor etlich wenig Jaren nach Deſſaw begeben / vnd da vmb ſein Seldgezehret/iſt er von Euͤrſtlichen vnnd Adelichen Perſonen lieb vnnd werth gehalten worden / alſo / daſo er wol orſachgehabt / laͤnger da zu bleiben / Vichts deſto we⸗ niger bermercket wie das Carlſtadiſche waſſer ſich wole erheben / nd das Caluiniſche Cewer angehen / hat er bey ſich gedacht / Vu wil deines bleibens hie laͤnger nit ſeyn / ſondern es wird heiſſen: Egredimini & ſalvate ani⸗ mas veſtras. Wiewol jhm nu etliche hofiſche des orts / als des Ceufels getrewe / eingeraunet / er ſolte als ein al⸗ ter vnd bornemer vom Adel alda verbleiben / vnnd ob den vorhabenden Kirchenmeſſen kein gewiſſen machen / mit E vor wen⸗ Fhrißiliche Leichpredigt. vor wendung / daſo jm ſolches zu fondern ehren vnd forde⸗ rung gereichen wuͤrde / So hater doch borm Teuffel die Ohren zugeſtopffet / ſeine Behauſung auch mit ſchaden verkaufft / ſich der Simmliſchen Recompenſation ge⸗ troſtet / vnd ſich anhero gewendet Wie loblich vnd wie C hriſtlicher ſich bey vns berhal⸗ ten / das iſt maͤnniglichen bewuſt vnd bekant / ſonderlichen denen / die vmb jn geweſen. Sottes wort hat er hertʒlichen geliebet / mit luſt die Predigten angehoret / fleiſſig gele⸗ ſen / gern bon Sttes wort conferiret / die Sacramenta mit wahrer andacht gebrauchet / vnd hette ohn allen ʒwei⸗ fel keine Predigt berſeumet / wo er nicht durchtͤgliche eibesſchwachheit were abgehalten worden. an lieſet vom lohanne Hunniade Königin Vn⸗ gern / wie derſelbe in ſeiner wehrenden Beibesſchwachheit begeret / man ſolte jhn in die Kirchen fuhren / damiter al⸗ da mochte ſeine Beicht thun / darauff bon allen Sůͤnden abſoluiret / vñ mit dem waren Heib vñ Blut geſuChri⸗ ſti gelabet vnd geſtercket werden / bund alſo an Seel vund eib wider den ewigen todt ver wahret werden. Da nun ſeine bornemſte Nůht jhm ſolches widerrahten / vnd es fuͤr rathſemer geacheet / daſo er den Prieſter zu ſich lieſs ho⸗ len / weil er oben ſehr ſchwach / hat er nit gewolt / fondern geſaget: Sy / bin ich doch wol freund bund feinden man⸗ n fernen weg nachgezogen / vñ ſolt nu meinem SErrn Chriſto nit nachgehen? Cben ſo iſt es mit vnſerm Jun⸗ cker auch gethan / derſelbe / ob er wol die gantzeCaſtenszeit — hriſiliche Leichpredigt. ſehr ſchwach ond bawfullig geweſen / ſohat er ſich doch am Palmſonnabend in die Kirchen ʒum Beichtſtul verfuͤget⸗ Da ich nu jhn ʒu redgeſetʒet vnd geſprochen: Weil er eben ſehr ſchwach / hette er ſolch werck im Bauſo koͤnnen ber⸗ richten ? Sat er bald darauffgeant wortet: Weil er noch ein wenig fort konte / wolt er lieber ſeinem SErrnChri⸗ ſto nachgehen / es were jhm auch biel anmuͤtiger / denn das ſein SErr Ehriſtus jhm ſolte nachgehen. Iſt auch am Palmſontag in die Kirchen kommen / der Peedigt bund Communion mit ſonderbarer andacht beggewohnet vnd abgewartet / wiewol inn ſolcher ſchwachheit/ daß er nach Nittag die Predigt nicht hat konnen beſuchen. Am ver⸗ gangenen Lreitag / welcher war der 15. Aprilie /hat er mich zʒu ſich laſſen ruffen vnd bitten / ich wolte one einigen verʒug zu jm kommen / welchs dann alobaldgeſchehen / da ich jhn aus Sottes wort getroſtet / vnd auff das freundli⸗ chſte ʒugeſprochen / bat er michangeßprochen vmb die heili⸗ ge Abſolution / darauff ich alſobald das Ja wort gegeben / mit aumeldung / wañ es dem Juncker gelegen / heut oder morgen/ Bie hat er ein wenig ſtill geſchwiegen/ vnd doch bald dieſe denck wirdige wort bon ſich laſſen berlautẽ: Ach ⸗ wenn wir hie auff Grden bey einem jerdiſe chen Potenta⸗⸗ ten onnd errn in vngnaden ſind / wie bemuͤhen wir vns“ ſo hefftig vnd ſo lang / biſs wir bey jhm auſogeſöhnet vund⸗ wiederumb zu gnaden kommen? Be wie viel tauſent. mal mehr ſollen wir vns bekaͤmmern vnnd mit ernſt be⸗⸗ muͤhen / ohne einigen berzug vnd hinder niſs / daſo wir bey⸗ Sij dem Chriſiliche Leichpredigt. „dem groſſen Simmelofurſten / den wir täglich / ja alle „Augenblick offendiren vund beleidigen / mogen ausgeſoh⸗ „ net / vnd ſeiner gnaden wieder theilhafftig werden: Da⸗ » rum̃ wil ich jetʒo bnd alsbald mich mit meinem Sott ber⸗ * ſonen. Bierauff hat er ſich in ſeinem Bett auffgerichtet/ heraus geſtiegen / ſich zur Erden geneiget / vnnd kniend wollen ſeine Beicht thun / welches ich jhm doch widerrah⸗ ten / vnd kaum beredet / daſo er ſich ino Bett geſetʒet. Nach dem er nu bon allen Sůnden abſoluiret / vnd mit dem wa⸗ ren eib vnd Blut Chriſti geſpeiſet vnd getraͤncket wor⸗ den / neben dem geſegneten Brod vnd Bein / hilff lieber — wie iſt da frewd vnd wonn geweſen ? wie hat er ſti⸗ ne Hind auffgehaben / vnd geſiget Nun bin ichin Chri⸗ ſto / vnd Chriſtus in mir: Nu ſind mir alle meine Sůnd verziehen vnd bergeben : Vu bin ich bon Sottes zorn / vom fluch vnd ewigen tod frey / ledig vnd los: Nu konnen ſie mir nichts ſchaden noch anhaben: Vun bin ichein ſeliger vnnd vberſeliger Wenſch. Bat auch drauff die ſchonen wort Pauli Rom. s. geſprochen: Jſt ott fur vns / wer mag wieder vns ſeyn Welcher auch ſeines eingebohrnen GSohno nicht berſchonet / ſondern hat jn für bus alle dahin gegeben / wie ſolt er vns denn nicht alles mit jm ſchencken⸗ Wer wil die Auſoer welten Soetes beſchuldigen · Soet iſt hie / der da gerecht machet / Wer wil verdam̃en: Chriſtus iſt hie der geſtorben iſt / Ja biel mehr der auchauffer we⸗ cket iſt / welcher iſt zur rechten Gottes / vñ bertritt vns / ete. Endlichen / alo ichauff des gottſligen Junckern fi † ¹9 Fhriſiliche Leichpredigt. ſig bitten vnd begeren bey der Abendmahlzeit ber wartet / hater lauter heilige reden gefuͤhret /vnnd mit ber wunde⸗ rung derer / ſo e gehöret / ſich aus ottes wort getroſtet. Da er nu ylotzlichen gefůlet vnd bermerrket / wiejhn der Schlagein weniggeruhret / iſt er aus ſeinem Stul auff⸗ geſtanden / vnd zu vns an den Tiſ ch getreten / vnnd ſo bald ſein emahl trawrig vnd betrůͤbt nach ſchlagwaſſer vnd anderer labſal in das ober gemach gelauffen / hat er ſich zu mir an den tiſch geſetʒet / bitterlichen angefangen zu wei⸗ nen / daſo jhm die heiſſen zeeren bber die Wangen herab ge⸗ floſſen / doch auff eingeruffenen troſt mit hertz bnd mund engefaugen zu ſingẽ Nom heyliger Seiſt / PErreSott / ett. als wir aber bor trawrigkeit im geſang jer worden / hat er ſich ſelber wider drein gefunden / vnd zu end hinaus geſungen / ſonderlichen da er auff die letzten wort kom̃en / S BErr durch dein krafft bns bereit / vnd ſterck des flei⸗ ſches blodigkeit / daſ wir hie ritterlich ringen durch Tod bnd eben zu dir dringen / hat er die Augen vund Huaͤnde empor gehaben / nicht anders / als wolt er bon ſtund an gen Simmel fahren / wie E noch ond Slias. Deſogleichen hat er ingegenwart des Berrn Super⸗ intendentis vnd M. Andreæ angehaben / das Sym- bolum Nicenum Eateiniſch / vnnd alſo hinausgeſun⸗ gen / daſo er nicht ein wortlein gefeilet. Item / Vu bitten wir den heiligen eiſt / etc. SGtt der Bater wohn bne bey / ete. vnnd haben alſo alle drey von achten biſo umb y⁊. Bhr mit jhun gebetet vnd geſun gen. Sonderlichen hat er G iij ſeinem Shriſiliche Leichpredigt. ſeinem Ehegemahl gar ein ſchones Sebet nachgeſprochen / in welchem die ſumm / wie wir alle arme ſundenwůͤrm⸗ lein von Natur / Aber durchden E Pren / der da ſaget: Vermis fum & non homobon allen Suͤnden gewa⸗ ſchen ond gereiniget. Ja ſolang hat er gebetet /geſeufftʒet ond geſun gen / biſs jhm die Augen gebrochen / das Sehor entgangen / die Sprachentfallen / Vnd obgleich Goet im Agone ihn etwas auffgebalten / ſoiſt doch allda kein füͤ⸗ len nochſchmertz /biel weniger einige vngedult zu ſpüren geweſt. Iſt auch endlich am Sontag Jubilate zwiſchen s. vnd 7. ohr vor mittag ſeligim SErrn entſchlaffen / vnd gleich wieein liechtleinauſgangẽ /im ;s. jar ſeines alters. Darob ſollen nu die ſeinen / ſonderlichen die betruͤbte Mitwe nicht allzu hefftig trawren / noch lamentiren wi⸗ die armen blinden Philoſophi beg dem begraͤbnis Ale- xandri Magni, die ein ſolche trawerklag anſtelleten: Bor wenig tagen ſiſo Alexander in ſeinem Koniglichen Pallaſt / nu liegt er da im Vodtenſarck · Bor wenig ta⸗ gen war er ein groſomaͤchtiger Koͤnig / dem auch der Erd⸗ boden zu wenig war / Nu ligt er da in einem engen Vod⸗ tenhauſolein. VBorhin ſettiget er ſeinen Coͤrper mit koſt⸗ licher Speiſe/ Nu aber muſser der Wuͤrmen ſpeiſe wer⸗ den. So ſollen es gegenwertige Trawerleut nicht ma⸗ chen / ſondern es eben vmbkeren vnd ſagen: Bor wenig ta⸗ gen war vnſer lieber Juncker vñ Bruder ſiech vñ kranck / Vu iſt er friſch vund geſund. Bor wenig tagen muſt er nemen vnd trincken manchen bittern Apoteckers tranck ⸗ Ru Chriſiliche Leichpredigt. Nu aber trincket er den Simliſchen Nectar. Bor we⸗ nig tagen muſte er des Todes gewertig ſehn RVun aber heiſtes: Mors vltra ei non dominabitur: Der Tod hat nu kein macht noch recht an jhm. Bor wenig tagen muſte er winſeln bnnd weheklagen / Nu aber thuter ſei⸗ nem ott fůr die Erloſung bon Sertʒen danckſagen. Da ſollen die etrůbten ſich ſelber anreden / ex Pſal- me )ys. Revertere anima mea, Gey zu frieden mein Bertz / mein Seel / deinem lieben Juncker/ deinem lie⸗ ben Bruder iſt alles gutes widerfahren / Sein Seel iſt aus dem Todt erlſet /ſeine Eůſſe von dem gleitten⸗ ſeine Augen bon den Threnen / Er wandelt nu im Pand der Eelendigen. Sie ßillen ſelber ſigen: lammerſta qui⸗ eſce querela, &c. Sört auff zu weinen vnd zu klagen / Weint nicht als wolt jhr berzagen / Sott ſol man nicht widerſtreben / Durch den todt gehen wir ins eben. Darauff ſich auch gefaſt machen zu jhrem Sterb⸗ ſtäͤndlein / laut der ſchönen wort / damit wir ſchlieſſen wollen: Vu laſſen wir jhn hie ſchlaffen / Bnd gehen anheim bnſer Straſſen / Schicken vns auch mit allem fleiſo/ Denn der Vodt kdnupt vns gleicher. weiſ Daſ hriſiliche Leichpredigt. — 3 Daſo wir nu ſolches alles nicht allein mogen haben angehoret/ Sondern im Eeben vnd Sterben auch lernen gebrauchen / bnnd im glauben das ewige Peben daruon bringen / Das wolle in mir vnd an euchallen beſtettigen die heylige Dreyfaltigkeit/ SStt Bater / Sohn vnd hehliger eiſt / hochgelobet vndge⸗ preiſet inn alle Swigkeit /