Eine ghrifliche Leich⸗ predigt / e „ 44 Eydertraurigen Oraffli chen Begrabniß / Des Wolgebornen vnd Edlen Herren / Herren WLHELMs/ der Vier Graffen des Reichs / Graffen zu Schwartzburg vnd Hohnſtein / Herrn zu Arnſtadt / Sondershanſen / Leuttenberg / Lohra vnd Clettenberg / Chriſtmilder vnd ſeliger Gedaͤchtuis/Welcher den 30. Leptemb. Anno 99. zwiſchen rz. vnd1. Vhr in der Nacht / auffm Straußberge im HeRRE friedlich vnd ſelig entſchlaffen / vnd den 6. Houemb. in der vnter new erbawten Pfarrkirchen zu Franckenhauſen Chriſt⸗ uch vnd ſolenniter zur Erden beſtat⸗ tet worden / Aus dem 77. Pſalm / Inoffentlicher trauriger verſamlung gehalten / — F E Durch Fraſmum Rhotmalerum Ifeldenſcm„Mitdienern am Wort G O T TES daſelbſt. Sampt etlichen ðpitapbij ſo S. G. zu vnterthãnigen Ehren ſein geſchrieben. Gedruckt zu Erffordt / bey Johann Beck. Edlen Herten / Herren Albrechten / Herren vnd Gebrůdern / der Vier Graffen des Reichs / Graffen zu Sehwartzburg vnd Hohnſtein / Hetren zu Arn⸗ ſtadt / Sunders hauſen / Leuttenberg / Lohra nd Clettenberg / meinen Gnaͤdi⸗ gen Berren. 8 1 hanni Guͤnthern / vnd Herren Chriſtano Gunthern / Vetiern ¹ 7 Wgn Wolgebornen vnnd Guͤnthern / Herren Anthonio Heinrich / Herren Jo⸗ — 6 Gottes Gnade vnd Barmhertzlakeit /ſampt warem beſtäͤndi⸗ gem Troſt / durch Chriſtum vnſernHeiland/neben meinem trewen Gebet vnd vnterthanigen ſchnldig gefhſſenen Dien⸗ ſten zunorn: S Olgeborne vnd Edle Graffen / Guedige . Herten / Es ſagt der Heilige Apoſtel vnd Eu⸗ Zangeliſt Johannes ). Cap. 4. Gett iſt die Liebe. Welche Wort auff zweyerley weiſe au zuſehen vnd zubetrachten ſind · I. Eſſentialiter reſpectu DxWas Gott ſelber anbe⸗ langt / denn da lehren ſie vnd zeigen an / daß Gott ſeinem we⸗ ſen nach / nichts denn eitel Liebe ſey / alſo/ daß KvTRERVS ſeliger recht ſagt Tom.y.ſen. fol. 49. Wennjemand Gott mahlen vnd treffen wolt / ſo muͤſte er ein ſolch Bild treffen / das eitel Liebe were /. Denn dieLiebe vnd andere Tugende / ſo von Goet gerhuͤmet werden / ſind nicht accidentalia, zu⸗ faͤllige dinge / in Gott dem Hæ RdiR ſondern ſein Weſen ſelbſt / vnd ſind ſolche Stuͤck vnd Tugend alle ſo groß / als Gott ſelber iſt / Syr.2. . II. Relatiue, reſpectu noſtri, Was vns Menſchen anbelanget / denn da iſt vnd wird G Ott auch die Liebe ge⸗ nennt / darumb / daß er vns inbruͤnſtig liebet / vnd ſeine Liebe nicht allein reichlich gegen vns erwieſen vnd dargethan hat / durch das Werck vnſer Erloͤſung / ſo durch ſeinen lie⸗ ben Sohn Iheſum Chriſtum geſchehen iſt / wie Johannes in angezogenem Capttel meldet: Darinn ſiehet die Lie⸗ be/nicht daß wir Gott geliebt haben / ſondern daß Er vns geliebt hat / vnd geſandt ſeinen Sohn zur verſoͤhnung fuͤr vnſere Suͤnde: ſondern daß er vns auch als ein allweiſer Schoͤpffer / eine ſonderliche natuͤrli⸗ che Liebe durch die Schoͤpffung eingegoſſen / dadurch ſich ein Menſch des andern hertzlich annemen mochte. j Daß Daß nun die Menſchen Kinder einander lieben / vnd mit trewen meinen auff Erden /das geſchicht nicht ohn ge⸗ fehr /ſondern es ruͤhrt vnd kompt von GDTT her / der die Menſchen Kinder anfaͤnglichen alſo geſchaffen / vnd gleich durch das Band der Liebe / welche Tugend er jhnen bald an⸗ faͤnglich / wie gemelt / ins Hertz gepflantzt / alſo gegen einan⸗ der verbunden hat / daher Johannes weiter ſagt: Die Lie⸗ be iſi von Gott. Wenn nun Gott gibt / oder den Menſchen etwas mittheilet / ſo gibt er nicht kaͤrglich / ſondern reichlich. Alſo hat er auch anfaͤnglich dem Menſchen ein gros Fewr der Liebe mitgetheilet / welchs hierauß zu vernemen / daß auch nach dem Fall / da kaum ein kleines fuͤncklein dauon in den Hertzen der Menſchen vberblieben it / offt die Menſchen / ſo einander doch durch Freundſchafft nicht verwandt ſind / fuͤr Liebe wuͤntſchen eins fuͤr das ander zu ſterben / vnd ver⸗ bannet zu ſein / wie die Exempel in Heiliger Schtifft / vnd in den Heidniſchen Buͤchern außweiſen / derer ich kuͤrtze hal⸗ ben dieſes Drts geſchweigen muß. Iſt nun eine ſolche Lieb auch zwiſchen denen / die einander nichts zugehoͤren / ſo muß viel einegroͤſſer Liebe bey denen vnd zwiſchen denen ſein / die einand durch nahe verwandſchafft zugethan ſein. Wie viel naͤher nun die Menſchen einander verwandt vnd gegen ein⸗ ander verbunden ſein / ſo viel betruͤbter werdẽ ſie auch / wenn ſie die jenigen /ſo jhnen durch Liebe vnd Freundſchafft ver⸗ wandt geweſen / durch den Todt oder ſonſt verlieren / Denn Was liebt / Das betruͤbt. Wie jener Poet recht ſaget: Non dolor eſt maior quàm cùm violentia mortis, Vnanimi ſoluit corda ligata manu. Das iſe: Es iſt gewiß kein groͤſſer Schmertzn / Denn wenn der vodtjwey trewe Hertn Zertrenn Zertrennt / die ſind in Lieb vnd Frewd Verbundn geweſen allezeit. Wann dann leicht zu erachten / daß E. E. G. G. we⸗ gen tödtlichen Abgangs / ⁰weiland des Edlen vnd Wolge⸗ bornen Hertren / Herten Wilhelms / der vier Graffen des Reichs /Graffen zu Schwartzburg vnd Hohnßein /2c. mei⸗ nes lieben Gnedigen Herren / Chriſtloͤblicher Gedaächtnis / E. E. G. G. vielgeliebten Hertn Bruders vnd Wettern / nicht wenig / ſondern hochlich / neben vns armen Vntertha⸗ nen / die wir vielleicht jolchen S. G. todt vnd abſterben / mit ynſermgroſſen vndanck vnd vielfaͤltigen Suͤnden verur⸗ ſacht vnd verſchuldet / gebe Gott / daß wirs erkennen vnd Buſſe thun /betruͤbt vnd in trawrigkeit geſetzt ſind /(welche Trawtigkeit denn / wenn Chriſtliche maß darinnen gehal⸗ ten / vnd wider Gott / deſſen willen wir allein geleben muͤſ⸗ ſen / nicht gemurret wird / nicht heydniſch / ſondern natuͤr⸗ lich / vnd Gottes Wort gemaͤß iſt / welchs vns die / ſo geſtor⸗ ben ſind / heiſſet betrawren / Syr.38. vnd aber wir gegen al⸗ les / ſo vns betruͤbt vnd beſchweret / kein beſſer Artzney vnd mittel haben / vns in ſchwermut / leid vnd bekuͤmmernis wi⸗ der auffzurichten / zu ſtaͤrcken vnd zutröſten / Als Gottes Wort / welches da lehret / daß vnſer Leben vnd Sterben in Gottes Haͤnden ſtehet / vnd darumb auffgeſchrieben iſt / daß wir durch Gedult vnd Troſt der Schrifft hoffnung haben ſollen / Rom.]. in maſſen ſich alle Heiligen Gottes einig vnd allein daran gehalten / ſo offt ſie in Anfechtung /Leid vnd Truͤbſal gerathen / vnd erquickung gefunden / wie Da⸗ uid mit ſeinem Exempel bezeuget / in dem er ſagt / Pſal. )2. Wodein Wort nicht mein Troſt gelweſen were / ſo were ich vergangen in meinem Elend. Vnd Pf 4. Ich hatte viel bekuͤmmernis in meinem Hertzen⸗ aber deine Troͤſtung ergetzten meine Seele. As hab ich einfeltiger vnd i hriſti i o ſo ich vnwirdig auff empfangenen Befehl bey der Chriſtli⸗ chen kraurigen Leichbegaͤngnis / vor wolgemeltes / meines Gnedigen Herren E. E. G. G. geweſenen lieben Bruders vnd Vettern/Chriſtmilder vnd loͤblicher Gedaͤchtnis / all⸗ hier zu Franckenhauſen / in der vnter new erbawten Pfarr⸗ kirchen, durch Göttlicher Gnaden verleyhung gethan / ¶dieweil ſolche einfeltige Predige / nit allein von vielen vor⸗ nemen Leuten / wie ſolchs jhre ſchreiben außweiſen / bißhero rtlichmal hart iſt von mir begert worden / ſondern mit auch von E. E. G. G. Raͤthen inſonderheit aufferlegt / ſie abzu⸗ ſchreiben / daß ſie moͤcht in Druck verfertigt werden) zu Pa⸗ pier bracht / in der Art vnd Form / wie ſie mir Gott der ⸗ Geiſt damals in ſolchem betruͤbtem traurigenguſtande / der mich armen Dienern Chriſti ſonderlich hoch betruͤbt / vnd mit vielthrenen /ſo vber dieſer Chriſtlichen arbeit mit auffs Papier gefallen / herauß gedrungen / in die Feder dictirt vnd hernacher in den Mund gegeben hat / vnd thue ſie E. E. G. G. hiermit vnterthaͤniglich præſentiren ynd vberreichen / jhres Gnedigen gefallens damit zuverfahren / vnd ſolchs zu dem ende / daß ich nicht allein hiermit meinen ſchůldigen Ge⸗ hotſen vnd danckbares Hertz gegen meine liebe Obrigkeit beweiſen: Sondern auch hiedurch / dieweil Syr. lehret / daß man den weinenden nicht ohn Troſt laſſen ſoll ⸗ E. E. G G. traurigkeit vnd ſchmert etlicher maſſen lin⸗ dern moͤchte. Denn ob mir wol bewuſt / daß E. E. G. G. Gott lob ſelbſten in Gottes Wort gegruͤndet / vnd ſich da⸗ mit in allem Creut fůr ſih Chriſtlich zutroſten wiſſen /tra⸗ ge ich doch die hoffnung zu meinem Gott / Er werde durch dieſe meine wolgemeinte Chriſtliche Leichserinnerung/ wenn E. E. G. G. dieſelbe jhter gelegenheit nach anſehen vnd leſen / auch etlicher maſſen beſtendigen Troſt in derſel⸗ ben hochbetruͤbten Hertzen wircken. Denn ich ſolche Pre⸗ digt (welchs ich mich doch hiemit nicht wil gerhuͤmt n o ſo viel můglich nach anweiſung des Teyts / dahin gerich⸗ zet /daß die vnuerſtaͤndigen durch huͤlff vnd beyſtand Got⸗ tes dadurch moͤchtengelehrt / die ſichern erſchreckt / vnd die betruͤbten vnd traurigen getroͤſtet vnd auffgerichtet wer⸗ den / vnd ſonderlich / daß der Zuſtand des Wolgebornen /. meines lieben verſtorbenen Gnedigen Herren ſeligen / ſo viel ich mich deſſen bey denen / ſo S. G. gelegenheit wiſſen / mit fleiß habe erkuͤndigen moͤgen / darneben beyleufftig / vnd denn auch in einer trewen ſonderlichen Recitation/beyde was S. G. Leben vnd Wandel / vnd denn auch derſelhen fe⸗ ligen Abſchied auß dieſer Welt / anbelangt / dadurch moͤchte klar gemacht werden / damit nicht allein die Zuhorer vnd Vnterthanen / durch ſolchen ſeinen Chriſtlichen vnd Gott⸗ ſeligen Wandel dieſes jhres lieben verſtorbenen Landes Vatern / wenn ſie dauon Bericht empfiengen / moͤchten ge⸗ beſſert / vnd zu gleicher Gottſeligkeit vnd Tugend / durch ſolch loͤblich Exempel dieſes jhres Oberherrn gereitzt wer⸗ den /weil es heiſt wie Claudianus ſagt: on ſic inflectere ſenſus Humanos edicta valent, ut vita regentum. Das iſt: Wenn ein Regent vnſtraͤfflich lebt / Nach Gottes Furcht vnd Tugend ſtrebt/ Das bewegt die Vnterthanen mehr/ Denn tauſent Gebot / Statut vnd Achr. Sondern auch E. E. G. G. wenn ſie leſen / was die⸗ ſer jhr vielgeliebter Herr Bruder vnd Better fur ein ſchoͤ⸗ nes /friedſeliges vndgewuͤntſchtes Ende( wie ich geringer mir raͤglich ein ſolch ſeliges Ende hertzlich wuͤntſche) ge⸗ nommen / dieſelben ſich troſtlich zu erinnern / vnd dieſe ge⸗ wiſſe. Hoffnung darauß zu ſchopffen / dieſer J. G.geliebter Hert Bruder vnd Vetter ſey vngezweiffelt durch den zeie⸗ lichen Todr zu der rechten Himmliſchen Ritterſchafft vnd Semeinſchafft aller Heinigen Engel vnd ottes Gottes verſamlet / vnd keines wegs verlohren / ſondern nur vorhin geſchickt / vnd daß dieſelben S. G. an jenem Tage in ſolcher Himmliſchen / freudenreichen Gemeinſchafft ge⸗ wiß wider ſehen vnd finden werden / Denn ſolche Chriſten/ die mit einem hertzlichen verlangẽ nach dem ewigen / in wa⸗ rem Glauben an Chriſtum) wie dieſer Edler Herr / ſeliger / gethan / abſcheiden / gelangen durch den zeitlichen Todt ge⸗ wiß ins Ewige Leben / nach dem Spruch Chrifti /Johan. . Warlich / Warlich ich ſage euch /Wer mein Wort helt / vnd gleubet dem / der mich geſandt hat,der hat das Ewige Leben / vnd koͤmpt nit ins Gerichte / ſon⸗ dern iſt vom Tode zumLeben hindurch gedrungen / Welches vns denn vornemlich in ſolchen Faͤllen troͤſten / ſtaͤrcken vnd auffrichten ſoll vnd kan. Thue hiemit E. E. G. G. ſampt derſelben Gemah⸗ lin / Junge Herrlein vnd Fraͤwlein / auch allen jhren gelieb⸗ ten vnd zugethanen / vnd in Summa das gantze Hauß Schwartzburg in Gottes des Allmaͤchtigen ſtarcken ſchutz en aber in derſelben Gnaden vnterthenglich efehlen. Geben in E. E. G. G. Saltz Stadt Franckenhau⸗ ſen / an S. Andreas Tage / Anno) 98. EE. G. G. vntertheniger Eraſinus Rhotmalcrus Ilfeldenſis, Muirdiener am Wort Gottes daſelbft. CRRISTo 5AcRvM. Leichpredigt. Im Namen Gottes des Vaters / Sohns vnd Heiligen Geiſtes Amen. Ndaͤchtigeim HxRdRM Chriſto / nach dem wir ruñt prima eñ alhie nach dem Willen Gottes / wiewol betrůͤbt vnd trau⸗ rio in reædifi- rigjuſammen kommen ſind / dieſe Graͤffliche Leich vnſers eato illo tem- zlieben geweſenen Landesherren / ſetiger / ſo wir auß vnrer⸗plo⸗ choniger ſchuldiger Pflicht vnd Chriſtlicher Liebe hieher beleitet / in jhr Ruhebetrlein zubringen / vnd aber vns Vnterthanen / die wir hiedurch hochlich betruͤbt worden / von noten ſein wil / etwas anß Gottes Wort vns in dieſem hohen Betruͤbnis damit zu troͤſten vnd auffzurichten / anzuhoͤren / als wollen wir zuuor den Vater aller Gna⸗ de vnd Barmhertzigkeit / vmb ſeinen H. Geiſt bitten vnd anruffen / daß er vns denſelben beyderſetts verleihen vnd geben wolle / damit wir ſol⸗ ches alſo handeln vnd anhoͤren moͤgen / daß es gereiche jhm zu Ehren / zu ſtärckung vnſers ſchwachen Glaubens /jn Troſt vnſerer betruͤbten Hertzen / vnd endlich zu vnſer allen Seelen Heil vnd Seligkeit / vnd ſol⸗ ches von jhm zu erlangen / wollen wir im Namen ſeines lieben Sohns vnſers Heilandes Iheſu Chriſti/von Herten beten ein heiliges au⸗ daͤchtiges Vater Vnſer / c · TEXTVS. e 6b ſprach /Ich muß das leiden / S 6 Rechie Hand des Höchſten Gelicbten Leichyrebigt. FRr⸗ S Eliebten im Hx oteo/wir leſen Reg 8. daß der König Salomon den erſten Lempel zu Jeruſalem⸗ welchen er gauß zuerlich vnd ſchoͤn mit groſſen Koſten / Gott dem Pe9 zu Ehren / vnd zu vorrichtung des Gottesdienſts / erbawet hatte mit herrlichem Gepreng / vnd ſonderli⸗ chen Ceremonien eingewethet / vnd alle Oberſten vnd Juͤrſten der Staͤmme Iſtael/ u ſoichet Einweihung beſchrieben habe / welche auch ſampt der gantzen Gememne zu Jeruſalem erſchienen / vnd ſolcher Sin⸗ weihung des Zempels mit groſſer Freude vnd frolocken beyaewohnet/ Gott den Hed neben dem Könige angeruffen / vnd jhn vber ſol⸗ chem Werck / mit Oyffern vnd Danckſaaung geyretet/ da denn zu⸗ gleich die Prieſer / ſampt den Oberſten des Voſcks,die Lade des Bun⸗ des / ſo im Han Dauids ſtund / erhaben / n den Chor/rnd das cler⸗ henaſte deſſelbigen Tempelt bracht / vnd fir dem hehen Ator desA eð⸗ den nidergelent / vnd bezeuact der Teyt daſeitſt/daß / o veld tirieſtr auf dem Heiliathumb ganaen / die Herrneken des Peddi daßelte ſampt dem Tempel erfůllet habe / ʒum Zenans / daß er an dem Ort ren ſeinem Volct wolt ertannt /gechret / geſůrchtet vnd anaeruften ſtm/ vnd ſich alzeit clda wolt anqͤdig finden leſſen/ ven denen/ jhn mu Ernſt ſuchen vnd anruſen wuͤrden / vnd iſt nicht zu ſagen / wie areß die Lerr⸗ ligkeit der Seddid damals im ⁊empel geweſen / auch was fůr eine freu⸗ de vnd frolocken in aanz Iſrael ſich vnter dem Volct darob erhaben. applieatis 4 Solchem nach hette diee vnre Kirch(ſo auff Bnedige Znord⸗ preſentem no nung vnd Beſehl des Edlen vnd Wolgebornen Herren / Herren Wil⸗ Nre Eecleſiæ helms / der Vier Graßen des Reichs / Graffen zu Schwariburg vnd Natum. Johnſtein / Herren zn Arnſtadt / Sonderf hanſen /Lenttenbera / Lehra vnd Cletten vera / vnſers Bnedigen Herrn/numehr ſeliaen / von grund auff new aebawet / wiewel allerdina noch nicht alſo / wie ſie ſein ſolt / rer⸗ fertuaet / doch durch Goͤttuche hůͤlff / vnd dieſes vnſers verſtorbenen· Her⸗ ren / elaen / varſchub / vnter Dach vnd Fach / vnd ſoweit bracht / daß man Gottes Wort darin lehren vnd horen kan / wis vor augen ) auch ſollen mit einer hnderlichen bampa ynd lieblicher auſiea einaeweihet werden / hat es Gett der Allmoͤchtrae / nach ſeinem Vaͤterlichen Wu⸗ len anders geſcijcti/ un dem er vnſern Reigen in ein Bxordiũ ãde- dreatione pri- wi templi Hie⸗ &⸗ roſolymitani. . Reg 3. — e— — — — Leichpredigt. Geſang in ein trawren verwandelt / vnd vns durch den esdelichen Ab⸗ ang wolermeltes vnſers Gnedigen Gräffen vnd Herren / in Gott ru⸗ ende / gar eine trawrige vnd kleguche Eimwechung dieſer vnſer newen Rirchen angerichtet/da zwar die Edlen vnd Oberſten dieſer vnd ande⸗ rer Herrſchafften vnd Landen / ſampt der ganten Gemeine allhier auch zuſammen kommen ſind / aber nicht mit jauchten vnd frolocken / wie bey der enwechung ermeltes Tempels zu Jernſalem geſch ehen / ſondern mit weinen / trawren vnd klagen / da auch von Prieſtern vnd denEdlen vnd Oberſten dieſer Herrſchafft / mcht die Lade des Bundes / wie in Salo⸗ monts zerten /ſondern die Srofflicheleich / dieſes vnſers lieben entſchlaf⸗ fenden Landes Vatern / den 1. Octob auffm Straufberge erhaben / vnd hicher in ſener Gnaden Schloß vnd Saal bracht/von dannen ſie dieſentag den s. Nouemb. abermal crhaben / vnd hie in Cher miderge⸗ ſezt worden / daß ſie allda an der heiliaſten flett fur dem hohen Altar / ſol in jhr Schlafftemmerlein emgeſchoben vnd eingeſchloſſen werden / vnd jwar an dem ri billich / dieweil dieſer Edle Graff und Herr bey Chriſto dem rechten Gnadenthron / Rom.. der durch die Lade des Bundes / ſo im erſten Zempel ꝛn Jeruſalem fur dem hehen Altar/ an der heiligen ſtette nidergeſet worden /furgebildet geweſen / in ſeiner let⸗ ten Zodes Stunde zuflucht geſucht / der jhn auch numehr vnter ſeine Gnadenflůgel genommen / vnd fur dem Vnglůck ſo vielleicht vber die urge / boſe/verkehrte / vnd vnbußfertige Welt kuͤnffng gehen wird / ver⸗ borgen hat /nach dem Spruch des Hethgen Geiſtes / Pſalm. ʒx. Er wird dich mit ſeinen Fittigen decken / vnd deine Zuuerſicht pſfalm. ↄx· wird ſein vnter ſeinen Fluͤgeln. Vnd Prouerb 12. Der Na⸗ Prouerb 13 me des HeRRMRiſt ein feſtes Schloß / der Gerechte fleucht dahin / vnd wird beſchirniet. Vnd iſt mit ſeuer Gnaden gangen / nach den Worten des Ewigen Gottes / Sſa ⁊6. Gehe hin / mein kſaiæ 26. Volck / in eine Kammer / vnd ſchleuß die Thuͤr nach dir zu / Verbirge dich ein klein Augenblick / biß der Zorn fuͤruͤber gehe. Wie ſich denn dieſer vnſer verſtorbener Herr / ſeliger / dieſer aecommoda- Wort des Ewigen Gottes kurt fur ſeinem Ende erinnert / vnd ditſelbe tio ad Genero- ſeinem ſchwachen / nothleidenden Hertzen / beyde mit Lateiniſchen vnd ſum Comitem Lentſchen worten fuͤrgeſprochen hat / darauß zn ſchen / wis ein hertlichs pie vita defu⸗ 2 u verlangen dum. Lichyredigt. verlanzen er nach ſölchem friedſeligen Ruhebettlein zetragen / darinn er uch hibforr voir deni Cherubin / den heiligen Engeln / wird bewacht vn heatel werden/bis an den Junnſten Taa/da ber bienRitatio- AAor z. ni omnnlam Act. ʒ angehen wird / da alles ſoll wider ergentet werden / aiſo /daß nicht ein Beinlein/ja nicht eir Stenbelein wird dahmden daß der nicht eins zerbrychen wird. vlu · z4. bleiben/nach emnz4 Pſalm/ Er bewart jhm alle ſeine Gebeine / Wann dann inich/aß bey dieſer Sräfflichen raurigen Leich⸗ bezqngnis etwas aiß Gotle mir vñpirdigen vnd vnmündigen von bnſer ſiebẽ Obrigkeit iſt auffge⸗ tragen torden / dabey ich doch meine Schwachheit/ Jugend vnd Vn⸗ geſchickligkeit gerne betenneals hab ich mich / oſchem vnſeret Gnedl⸗ gen Merrſchafft Befehl vnd Willen vnterthaniglich zn pariren vnd ju zehorchen ſchuldig eytemet/nd bin der tröſtlichen Zmerſicht / GOtt der Hed/der verheiſſen vnd geſagt har/Er wolle jym auß dem Mun⸗ de der vnmipdiarn und Seuglingen e Lob bereiten/ Pſal x. werde dicſe nethe einſeitige Leichserinnerung aſch zu ſeines Namens Lob/ Ehr vnd Preiß airigienynd richten. WDaiu vns denn dienen vnb anſeitung geben ſollen / abgeleſene Vnbolumbe· Wort Dauids /da er alſo ſagt Ich ſ prach / Ich muß das leiden / ner: Com: & die Rechte Hand des Hoöheſten kan ades endern⸗ Welche Pom. Dn. Wil⸗ Wort dieſer vnſer verftorbener Graff vnd Herr ſeliger / jhme fuͤr an⸗ Belmi Com· 4 dern auß dem Alten Leſtament zum Hnlolo erwehlet / und dieſelbe Sehwartz nicht allein in ſeiue Buͤcher hin vnd wider geſchrieben / ſondern hat ſie burg Mo auch in ſeine Ruͤſtung vnd andere ding einetzen vnd graben laſſen / ſich enſtein. in Cren/Leiden vnd Widerwertiaeit / Goͤttlicher Huͤlffe vnd Schu⸗ kes dabey in erinnern· Wie dann S. G. auch ſonſten noch ein mbo⸗ lum gehabtiauß dem Newen Teſtament /. Timoth.r. Milita bonau Mi⸗ litiam ec. Vbe eine gute Ritterſchafft / daß du Glauben vnd gut Gewiſſen bewaßreſt/ Welchs S. G. auch guten Freunden zum Gedechtuis hat pflegen in jhre Bůcher zu ſchreiben / vnd es taͤglich im Gebrauch/vnd als eine Regulæm vitæ, fuͤr Augen gehabt / ſich des Amyts eines Rittermaͤſsigen Chriſtens dabey vnd dadurch zu erin⸗ nern. Weil aber diß S. S. mbolam auß dem Newen deſtament / als nemlich ottes Wort gehandelt werde / vnd diß Werck Leichpredigt. 5 temſich ilite behan nilitiam re den 16. Oetob außm Strauß⸗ terge/vbir dieſer Sroͤfflichen Leich auff Beſchlich iſt erklärtt worden/ Als wollen wir jel / Sott dem Almächtigen zu Ehren / dieſem vnſerin lieben verſtorbenen Landes Herren jum Gedechtuis/vns aber zu Lchr vnd Zroſt / das auß dem Alten ⁊eſtament/ ſo verleſen / auch durch Goͤtt⸗ tucher Gnaden verleyhung handeln vnd mit einander beſchen / das helt vns nim fůr jwey Stůck: 1. Grauem querelam, Eine ernſte Klage des Konigli Propeſitis⸗ 1I. Solidam conſolationemEin krůfftigen roſt / damit erſich in ſemem Bckůͤmmernis widerumb geſterekt vnd auffgerichtet⸗ Wollen demnach dieſe Stůͤck vor vns nemen / ond fürs erſt« s⸗ hẽren / warůber der König Daum in verleſenen Werten flagt. VPnd dann furs ander / womit er ſich in ſeinem Truͤbſal wider⸗ Rk umb getroͤſtet vnd auffgerichtet habe. Nach welchem wir furs dritte anch etwas von dieſes vnſers lie⸗ 3* ben Graffen vnd Herrn Antunfft / Leben vnd Abſterben melden wollen. Gott der Himmliſche Vater verleche beyderſeits ſeine Gnade vnd Geiſt / ſolches formlich zu handeln vnd fruchtbarlich amuhoͤren / vmb ſeines lieben Sohns Chriſti willen /gelebt in Ewigkeit / Amen. Zum Erſien. AS nun anbelangt vnſern vorgenommenen „. Leichtext / laut derſelbige alſo: Ich ſprach / Ich muß das leiden / die Rechte Hand des Höheſten kan alles S Dieſe Wort ſind genommen aus dem Pſalm /welchen Pſalm pſalm. 7y⸗ Dauid dem Aſſayh vnd Jeduthun ſeinen vnd ſn meiſtern / emen vmb den andern zu ſingen befohlen vnd gegeben hat/ verb« Textus vnd halten vns furs erſte für. continent in ſo I. Grauem querelam Eine ernfte Klage bes lieben Dauits. Waruͤber klagt derſelbe alhie⸗ Vber Leiden / denn ſo lanten ſeine wort: Crauẽ querels Ich ſprach / Ich muß das leiden. Zwey ding ſind /ſo die Fromen vnd Gotffurchtigen zu klagen Duo mouent bewegen. — 15 eniiu 6 Leichpredigt· 1. xeeeatorum eonſideratio, das iſt / die betrachtunz jhrer Sůnden. veeeatarum ¶ Wenn die Frommen vnd Gottfürchtigen beginnen jhre ſinde ju füh⸗ aonſideratio ⸗ len /ſo ſind ſie nicht frech vnd ſicher dabey / wie die Gottloſen / die es in Wind ſchlagen / vnd nicht achten / ſondern fahen an drůber zu ſeufften vnd zu klagen / wie an Manaſſe z ſehen / der ſpricht; Ach RRN Sralie M«- ich habe geſuͤndiget, Ja ich habe gefuͤndiger / vnd meinet sP. ſunde iſt uh denn ſand am Meer / D Hæded vergib mir ⸗ vnd laß mich nicht in meinen ſuͤnden verderben /ꝛ. Derglei⸗ chen an Dauid / der klagt auch hin vnd wider vielfaltig vber ſeine ſün⸗ vſal. z3⸗ bſals Pſalmn. z2. ſpricht er: Meine Suͤnde gehen vber mein Haupt / wie eine ſchwere Laſt / ſind ſie mir zu ſchwer worden. Jrem/ Ich zeige meine Miſſethat an / vnd ſorge fur meine Sůnde. Das iſt eine Chriſtliche ſorge / wenn man fůr die Sůnde ſor⸗ ſal.l. get/ wie man der moge loß werden. Vnd Pſal. ʒ. An dir allein hab ich geſuͤndiget / . beſehet ſeine ſchone Bußpſalmen / da werdet Ihr dergleichen Klagen mehr finden: Vnd das ſind vberaus noͤtige vnd ſe⸗ lige Klagen / vnd Cclamores pœnitentium, wi Anguſtinus reder / Stm⸗ men vnd Geſchrey der Bußfertigen Hertzen / die yhre Suͤnde fühlen⸗ erkennen / vnd derſelben gerne loß ſein wolten. 2. ⁊. Bewegt die Frommen auch ju ſeufftzen vnd u klagen / ahl⸗ Affidionum ionum mulritudo, das iſt / die euſſerkiche noth vñ gefahr/ di ſieofft füh⸗ nult itudo · len vnd erfahren muſſen in dieſer Welt. Sol aber noth vnd gefahr den fremmen vnd Gottfurchtigen ſeufftzer herauß dringen / vñ ſie zu ſchrey⸗ en vnd klagen bewegen / ſo muß ſolche noth wichtig end greß vnd nit ge⸗ nauid affligi ring ſein. Weil dan Daud allhie vber leiden klagt / ſo muß es gen iß lein tur extrinſocus geringes / ſondern ein groſſes leidẽ geweſen ſein /Ja freylich greß/ daner Sintrinſecu · ſeidet trubſal vnd angſt extrinſecu e intrinſeci von auſſen vnd jnnẽ ⸗ 1. innwendig iſt furcht / außwendig ſtreit bey dem frommen Dand gewe⸗ Prterior D* ſen/a. Cor.]. Denn was anlangt Paßionem iyſius exteriorem ſein euſ⸗ uldis afictio ſerliches leiden / hat er vber die vielfeltige femdſchafft / ſo jhm von ſeinen Rupaßio. Widerſachern teglich begegne / auch můͤſſen erfahren vnd leiden / daß der vngetrewe vnd gottloſe Hoffrath Ahttophel / nit allein viel in Iſra⸗ eldurch ſeine verkehrte rathſchlãge jm abfaͤlag vnd auffſanig gemacht / ſondern daß er auch ſeinen eigenen Sohn Abſolon wider jhn verhetzet vnd dahin geleitet hat / daß er Hand wider jn auffgehaben / vnd jn em ℳ — — Lachyredigt. . dem kande gejazt / vnd ſeinem Dauſe die gröſte ſchande vnd vnchr zugt⸗ togen hat. Wenn Chriſten von offentlichen feinden / falſchen Ketzern vñ Gottloſen Tyrannen angefeindet vnd verfolget werden / das koͤnnen ſie etlicher maſſen noch ſie von denſelben anders nichts / denn haß / nein / femdchafft vnd verfolgung zugewarten haben / wenn ſi aber auch von frennden vnd bekannten gehaſſet / geneidet vnd verfolget werden / welche ſie bilich leben ſolten / das ſchmeriet vnd ꝛreibet ſie zu klagen vnd ſeufnen. Selchs iſt nun dem frommen Daud ald beʒegnet / drumb ſyricht er hier: Ich muß das leiden/ daß mich/ nemlich / ncht allein die blutgirigen vnd frembden / ondern anch mein eigen Kinder vnd verwandten haſſen / netben vnd verfolgen. Wie er dan pſuꝛ auch hicrůber llagt vnd ſag Meine Feind ſeben vnd ſind Pſal. 33⸗ en ichtig die mich vnbillich ha ſſen ſind groß vnd die mir ar⸗ gs fhun vn qutes ſetzen ſich wider mich. Vnd im q Pſalm Pſal. 41⸗ knjer deralehen Meine Feinde reden arges widet mich / vñ dencken bojes wide mich2. Vber ſolche Feindſchaft / v jhm von andern / vnd ſeinen eigenen Kyidern vnd Freunden beaeguet, hat er auch ſonſten viel vnd man⸗ cheriey Leiden in dieſer Welt / an ſeinem eigenen Leibe / dann auch / we⸗ gen anderm Vnglůck/ ſo jhm vnd den ſeinen begegnet/ offtmals erfah⸗ ren mũſſen / wie er darůber klagt in anaczogenem 1. Pfalm. Es hat pſil. 41. mich vinbgeben Leꝛden ohn zahl Vnd Pſal. z· Ich bin zu lei⸗ ſal. z. den gemacht / vnd mein Schmertz iſt jmmer fuͤr mir. Hierzu iſt nun auch konmen paßio interior dann Danuid auch ſein jnnerliches Leiden vnd Anfechtung gchabt / wegen der Suͤnde nterior Daui⸗ vnd des Zorns Gottes / denn er hat můſſen fühlen vnd leiden / daß dis paßio. ihen der veuffel dieſe Gedancken ins Hertz geraumet: Sihe / du biſt um Roͤnge in Irael geſalbet / vnd Gott hat dich doch laſſen zehen Jhar un Elend herumꝰ ziehen / vnd vom Saul grewlich verfolget wer⸗ den: Da du kaum anaefangen dein Koͤntgreich zu beſitzen / wirſt du ron deinem ciaenen Sohn widerumb darauß vertrieben / das ſihet GOd / vnd leſts geſchehen / du ſchreyeſt vnd ruffeſt Tag vnd Nache zu ihmn / Er aber wendet ſein Anaeſicht von dir / vnd haͤret dich nicht. Derwegen iſt gewiß / daß G O ⁊ ⁊ mit dir ʒůrne / vnd . 3 ine Luberu Leichpredige. teine Snade mehr haben wolle /c. Inmaſſen ſolchs ſein jnnerlichestei⸗ den vnd anliegen er in dieſem Pſalm mit außdrucklichen Worten an Tag gibt / in dem er ſagt: Wird denn der Hæ RRewiglich ver⸗ ſoſſen vnd keine Gnade mehr erzeigen? Iſt denn gantz vnd gar auß mit ſeiner Gůte / vnd hat die Verheiſſung einendee Hat denn Gott vergeſſen gnaͤdig zu ſein / vnd ſeine Barm⸗ hertzigkeit fuͤr Zorn verſchloſſen? O HErr Gott/ wenns mit ei⸗ nem Menſchen dahin kompt / daß er ſich beduncken laͤſſet / Gott zurne / vnd wolle nicht mehr horen noch guadig ſein / ſo iſt lachen bey einem Menſchen zumal zuverbeiſſen / vnd faſt allem troſt der bodem gar auß/ da gehet Leiden an ohn zahl im Hertzen / welches alles Leiden / ſo einem Menſchen ſonſt begegnen mag / es ſey Armut / Kranctheit / Verfolgung vnd dergleichen weit vbertrifft. Daher hat Lutherus ſeliger geſagt: Er wolte lieber ein gant Jhar im tieffen Thurn geſangen ſiten / Waſſer vnd Brodt eſſen / vnd fuͤr Hunger vnd Durſt abnemen / denn einen tag mit ſolcher anfechtung betrůͤbt werden Die Alten habens genennet Peſer- veſerti⸗ gr 4. tionem Gratiædas iſt / Ein entziehung Goͤttlicher Gnaden / daß ſich der tiæ, qualis ten- Latio. Locus ſet do- Menſch beduncken leſſet / Gott habe jhn gant vnd gar verlaſſen: Die Schrifft nennet ſolch Leiden vnd Anfechtung Hellen Angſt / wie Eſa. 39. Jon. 2. Pſalm. 1g. 116. vnd mehr oͤrten zu ſchen. Nun der Koͤnig Dauid hat ſolch Leiden gehabt / vnd in ſolcher Anfechtung geſteckt / wie dieſer Pſalm bezenget / darumb ſpricht vnd kla⸗ get er hier: Ich muß das leiden / verſtehe / das mirs ſo vbel gehet / daß ich boͤſes fur gutes empfange / vnd von menniglich / auch von den meinen gehaſſet vnd geneidet werde / vnd daß ſich Gott in ſolchemeiden ſo lang vor mir verbirget vnd ſchweigt wenn ich jhn anruffe. Vnd dis iſt das erſte Stucklein dieſer Wort / welches vns von des Heiligen Dauids ſchmertzlichen klage berichtet / ſo er hie wegen ſeines vielfaͤltigenLeidens ihut / das er von auſſen vnd junen gefuͤhlet hat. Dabey wir den Locum de Cruce piorum⸗die Lehr vnd den Artickel Lrina de cru. vom Creut vnd Leiden der Chriſten auff Erden zubetrachten / vnd auß xe piorim. dieſen Klagworten Daus / vnd auß ſeinemExempel zu lernen / daß die Frommen vnd Gottfuͤrchtigen Creut vnd Leiden haben vnd erfahren muͤſſen in dieſer Welt / Ich muß das leiden / pricht Daud allhter / der doch ein Mann nach Gottes Herten geweſen / . Sam iz. vnd bil⸗ lich ohn Liden heite ſein ſollen. Wie — — Leichpredigt. * Mie es nun dem from̃en Daund begegnet / alſo widerfehrets auch noch allen Chriſten / die GOtt furchten / ſem Wort fuͤr Augen haben / vnd ſich nach demſelbigen richten / daß ſie gleichfals viel vnd mancher⸗ ley Crent vnd Leiden außſtehen vnd erfahren muſſen / nach Si. Pault Zeugnis ⁊. Timothz. Alle die in Chriſto Jeſu Gottſelig leben wollen / muſſen Verfolgung leiden. Alle ſpricht S. Paulus / muͤſſen Verfolgung leiden/ Denn keiner iſt dauon kxeupt vnd außge⸗ nommen / er ſch Edel oder Viedel Brſchoff vder Bader / Herr oder Knecht/ Bürger oder Bawer / vnd ſomaͤchtig /gelehrt/reich/ gewaltig X vnd heilis / als er jmmer wolle / Denn es heiſt hier Arunnarum cuncts ʒlena, Wie Seneca ſagt / Das iſt: Senec. Die Welt die iſt voll Creutz vnd pein 4 Dauon bekompt ein jedr das ſein. Dieſer vnſer frommer Herr vnd Landes Vater / in Chriſte gccommnoda- ſchlaffende / wird auch ſeinleiden empfunden haben / weil er dieſe Klageꝛio ad S. con Wort Dauids zum Smbolo erwehlet / vnd dieſelben taͤglich im Mun⸗ defundun de gefuͤhret hat: Ich ſprach / Ich muß das leiden. Was vnd wie· viel er aber / vnd von wem er diß oder das hat leiden můſſen / kan ich nicht wiſſen. D. Gregor. ſagt / Bom:7 ſuper kxerß daß wir von brey⸗ Grege:on7 trley Orten Leiden gewarteß muſſe ſuper æech. 1. ADxo, von Gott. e. Ab antiqus adveꝛſario vom Wider⸗ ſacher dem Teuffel. z· proximo von vnſerm Nechſten. ADzo, von GOtt můſſen wir leiden vnd gewertig ſein / Fla- zela, Vaͤterliche Straff vnd Züchtigung. Ab antiquo adverſurio⸗ vom Widerſacher dem Leuffel / Tenta mina· Anfechtung vnd Verſuchung. a proximo von vnſerm Nechſten / bamnna Schaden / Schmach vnd Verfolgung. Hieruon wird S. G. zweiffels ohn / jhr Lheil auch bekommen ʒaben / Denn Leiden iſt da geweſen / ſonſt wurde dieſer Gottſeliger vnd cdler Herr/ ſolche Wort Dauds nicht ſo vielfaͤltig / j tãglich im Mnn⸗ de gefůhret haben. Denn er ja mit Gottes Wort nicht pſlegte zu ſcher⸗ en / noch daſſelbe vergeblich zn fůren / wie es offt von Sottloſen Spoͤt⸗ tern vergebens gefůhrt / um Scherz er Sprichwort 4 weiſe Ceichpꝛedigꝛ. weiſe gcbraucht riid / zu wider dem andern Gebot Gottee/ Du ſolt den Namen deines Gottes nicht vnnuͤtzlich fuͤhren. Hat alſo dieſer Wolqeborner Herr/ milder Gedͤchtms / in die⸗ ſer Welt auch znvor Leiden erfahren muͤſſen / che er zur ewigen Glort und Herrligkeit it gebracht worden / Nach dem Spruch S. Pault/ Ao. 14. Act.r4. Wirmüſſen durch viel Lrübſaleingchen jns Reich & Ottes. Wir mſſcn ſricht S Pülñs bicfeh iüübſalc⸗ nehen ins Reich Gottes / vnd Daud ſagt hier / Ich muß dãs leĩdent Was man thun iniß / deſſen kan man nicht wol vberhaben noch aeů⸗ briaet ſein / Sollen vns derowegen aedutia drein ergeben / vñ vns nicht dawider ſwerren: Es heiſt wie Seneca ſagtz Feras, non culprs ꝗuod vhutari non poteſ Das iſt: Vas man ſe nicht vermeiden kan. Soll gdůltig tragen jedermän⸗ 14 Meln Kind / wiſtui Dites Diener ſein / ſo ſchicke dich zur Anfechtung ſpricht Syr. . Cap. Es muß duchs Creut bewehret ſein ſinget die Kuche. Derretum Dei Waruinb aber miß es alſo ſein /moͤcht einer fragen/ vnd weher aßert neceßi kömpts / daß Chriſten durch viel Truͤbſal einachen muͤſſen ins Reich tatem Crucis. Gettes: Antwort. Ex Becreto DE!, Auß GOttes Rahtſchlus toͤmpts her / der hats alſo beſchloſſen vber ſeine Chriſten / dak ſie Crentz vnd Lei⸗ Hecretun Dei den haben ſollen in dieſer Weit. Er hats aber nicht okſolute alſo bloß ieErurepio- vher ſie beſchloſſen / wie bnſtre Wiederſucher die newen Saeramenti⸗ ren ꝗuale. er dahmaus wollen / (denn Gott iſt kein Vnbarmhertziger Zyrann/ der luſt an vnſerm Elend / Jammer vnd Verderben hette/ Er welt⸗ Deu vult pios vnſer liehet agt mnit dem lieben Creuz verſchonen / denn er ja nicht von cruci ſebieu Perzen die Menſchen plaget vnd betruͤbet / pren 3) Sondern hat „ſe. ſolchs ſeines Heerets Vrſachen/vnd hats vber vns beſchloſſen⸗ 1. I. Propter percata Vmb der Suͤnde willen / daß die hier zerlich⸗ propter per auch anden Glenbiaen moͤchten geſtrafft / vnd ſie derſelben dadurch er⸗ Feuee: in pyo verbij⸗⸗ vatu. junert werden / Wi Gott ſagt Jerem. z0. Ich wil dich zuͤchtigen zerem zo. wit maſſen / daß du dich nicht vnſchuͤldig achteſt. Aflietionen Sollen derwenen wiſſen / daß alle Plagen vnd Straffen / Anfech⸗ Junt fruts ung vnd Leiden / ſo in dieſer Welt vber vns gehen / rucus ſeu effedu Feccati peocali vct Sunden Blummen / der Sünden Krafft vnd — Leichpredigt. ſin wers ohn dieſelbige wereſo düͤrfften wir ſolcher Klagreben nicht/ Wue hier Dauid fůͤhrt vnd ſagt / Ich muß das liiden / . Sendern wir weren ohn alles Leiden vnd Beſchwerung: Nun wir aber SOtt anfenalich durch die Sůnde erzürnet / vnd ſolche Sůnde noch tůglich mit böſen Gedancken / Worten / Wercken vnd Geberden haͤuffen vnd mehren / vnd alſo thun was ir g muſen wir auch biEwetlen nwaß wir ſollen. Denn Gott der He zuͤrnt vber die Suͤnde / vnd frafftſie auch an den Gleubigen in dieſer Welt / wann ſonſten die Gottloſen offt lehr außgehen / vnd ven keiner Plage wiſſen auff jhren Gaſſen / Pſal. r44. haben hier jhr Himmelreich / dort mit dem reichen Schlemmer / Inc. 1s. die gewiſſe Helle / da ſie dennhernach bar abbezah⸗ let werden. Inmaſſen Anguſtinns ſagt /bpiſt. 4 4d Maced. Multa t. Epiß. Dvsy ſervat ultimo examini, ut futurum iudicium com- ↄ 44 M⸗ mendetur Das iſt / Gott leſt offtmals die Gottloſen Sundentknecht efß. hier vngeſtrafft hingchen / damit ſein Gericht vnd Straff an jenem Ta⸗ ge deſto ſtärcker vber fie ergehe. Dagegen werden die Gottſeligen hier der Sienden halben gezůchtiget / damit jhrer dort verſchonet werde / wie darauff S. Paulus ſihet / . Cor. r1. da er ſagt Wenn wir gerichtet 6 werden / ſo werden wir gezuͤchtiget vom Hrren / auff daß wir nicht ſampt der Welt vetdampt werden. Daher anch n. Auguſt: ſup 9 pſal: alſo ſagt: Quod pateris Modicina eſt non pœna: Caſtigatio non damnatio, Das iſt / was du hier leideſt/ augu. ppil imehr ein heiſume Arzuey / als eine Straffe/eine Vaterliche Züch. ⸗Pran⸗ tigung / vnd keine Verdamnung. Iſt demnach eine boͤſe Anzeiguns / wenn die Goetloſen ohn Creutz vnd Lerden bleiben in dieſer Welt / Denn es pflegt gemeinialich zu leut einen boͤſen Außgang mit jhnen zugewinnen. Denn Chriſtus ſagt nicht vergebens / Lur.s. Wehe euch die jhr lachet / denn jr werdet wei⸗ Lue. 6. nen vnd heulen. Wiederumb iſt es eine gute Anzeiaung / wenn Gott der Heen die Suůͤnde an ſemen Glenbigen bald auff friſchem Fyſſe ſtrafft / vnd ſie hier boſes empfahen leſſet / denn dort ſollen ſie als denn ge⸗ troͤſtet werden / Lue.s vnd 16. Daranff ſihet der heilige JebCap y anch / ſct. 5. zu dem erſagt / Sihe /ſelig iſt der Menſch den Gött ſtraffet. Vnd diß erkennen allein die Gottſeligen / darumb ſrehen ſie ſich B iü ayth 72 Leichpredigt. offtmals dem Truͤbſal / wie an den Apoſteln Act. y zu ſehen/ vnd wůͤnt⸗ ſchen nachmal / daß ſie hie zettlich geſtrafft / vnd mit der ewigen Pein mogen verſchenet bleiben. Wie der heilige Auguſtmus thut / da er ſpricht· O Domine, hicure hic ſeca, & parce in futura vita. Das iſt: Ach S Ott brenn hio/ſchlag zu vnd ſchildt/ Vnd mach es mit mir wie du wilt / Ich wil mich gdultig drein ergeben / Allein ſchon nur nach dieſem Leben. * Dieſes begert auch der fromme Gottſelige Keyſer Manritius vio nber mit dieſen Worten: Ach HEotRdu Liebhaber der Menſchen / Kaut⸗ vid gerechter Richter / Ichwil lieber hie Straff leiden / deß palus piaro. in jenem Leben /teſte Paulo Diacono. Vnd wenn GOtt emnen nus Lib. 1. Menſchen mit ſolchen gnedigen Augen anſihet / vnnd verwandelt die Straff der Suͤnden in ein zeitliche Straffe / der hats jhm hoͤchlich zu TLutheru Tom. daneken. Autherus ſeliger ſagt / Tom 4. len. fol. 5y. Man ſoll Goit 4enfol. 7 dancken fuͤr Anfechtung / der ſo viel tauſend Menſchen be⸗ 3 raubt bleiben. Denn Anfechtung iſt das aller beſte Zeichen Goͤttlicher Gnad vnd Liebe zum Menſchen / bißher Lutherus. Accommoda- Welches dieſer vnſer verſtorbener Herr / ſeliger auch erkandt/ tio ad defun· vud gegleubet. Denn wie hart jhn der liebe GOtt angegriffen / daß jhm Cum⸗ etlich mal alle Krafft / endtlichen auch das Leben vergangen / hat ers doch fuͤr kein Zornzeichen / ſondern fuͤr ein gewiß Zeichen Goͤttlicher Liebe gegen jhn gehalten / vnd zu den vmbſtehenden kurtz fuͤr ſemem ſeli⸗ gen Ende mit groſſer Gedult geſagt: Quem diligit Dominus, e- S Caſtigat Welchen der Hx lieb hat / den ſtrafft Er⸗ Heb. r. Pofrina de u⸗ Bchaltet demnach beyleufftig hierbey / daß die Leiden / Hauß vnd ſu cruci. Landpſagen / ſo vns GOtt aus gerechtem Gericht / der Sunden halben Midienes zuſchicket / zweyerley Außſehen haben / vnd auff zweyerley Weiſe nůtz⸗ hubent dupli- lich betracht werden / Reſpedu DR C noſtri Was GOtt vnd vns rem uſum. anbelangt. I. Reſpectu Un Bey GOtt ſind es Signa Gratiæ, eitel keſpecu Dei Gnadenzeichen gegen vns / dadurch er vnſer beſtes ſuchet / Wie ſolches ſur vigua Dauld erfahren vnd gelernet / in dem er Pſalm. n. ſagt: Es iſt mir Ghatis⸗ gut Leichpredigt. gut HRdi daß du mich gedemůtiget haſt. In maſſen es S. ſfal. n⸗ Jacob wil fur qut / vnd eitel Frewde geachtet haben / Wie aus dieſen ſer lacob. x. nen Worten zuſehen / Cap. 1. Meine lieben / achtet es eitel Frew⸗ de / wenn jhr in mancherley Anfechtung fallet. II. Reſpectu noſtri, Bey bns aber ſind ſie / vnd ſollen ſein / 3. conciones realas pœnitentiæ thaͤtliche Bußpredigten / vnd ſolche Mit· Reſpeu no- rel die vns der Sůnde erjnnern / vnd Zůſſe zur Buſſe machen ſollen / Kri Junt cen- daß witvns zu dem / der vns ſchlegt/kehren mogen / Eſa.ʒ. Denn wenn eioneß realet verba nicht helffen wolleu / ſo braucht GOtt Verbera wollen wtr vns Penitentiæ. an ſein Wort vnd trewhertzige Vermanungnicht kehren / wenn Er vns poſt verb⸗ fuͤr Schaden warnen / vnd zur Buſſe vuffen leſt / ſo pflegt Er vns endt⸗ V erbera· hchen alſo abzukehren / daß wirs fühlen / vnd an jhn / vnd ſein Wert ge⸗ dencten / da wir ſonſten ſeiten daran gedeucken / vnd in Sicherheit wol gar zum Teuffel fuͤhren: Vexario dat intellectum ſagt Eſa. ⁊2. Anfechtung lehret auffs W Drt mercken. Deſſen haben wir Sſa. 23. Franckenhaͤuſer an vns ſelber Exempel vnd praxin⸗ Gott hat vns ſein Wort lauter vnd rein gegeben / vnd vns lange geneßlia in Zeit durch ſeine Diener zur Buſſe ruffen laſſen / wir ſollen doch von der urbem Pran- ſchendlichen Verachtung ſeines Worts vnd der heiligen Sacrament / ckohuſa- ſo wol auch von dem verfluchtem Geit / vnChriſtlichem Wucher / vn⸗ nam divini- mãſigem Freſſen vnd Sauffen / gräwlichem Fluchen vnd Gottesle⸗tus ilata. ſtern / vnverſohulichem Haß vnnd Neibt / dain von dem vbermachten Teuffeliſchem Hoffahrt / vnd der grawſamen Hurerey vnd Vnzucht / Falſchheit vn Trůgerey / Hartnãckigkeit vnd Vnbarmhertigkett ge⸗ gen die Armen / welche Sund vnd Laſter leider an dieſem Orch in vol- jem ſchwange gehen / welchs wir nicht in A brede ſein koͤnnen / abſtehen / vnd leſt vns noch taͤglich daʒu vermahnen: Er hat vns darneben fuͤr andern vmbliegenden Städten vnd Ortern / mit einem reichen Salt⸗ brunn / daʒu mit Holz / Gaͤrten / Wieſen / Korn vnd Weinwachs geſeg⸗ net / vnd mit andern Wolthaten mehr vberfluͤſsig vberſchuttet vnd be⸗ gnadet / Weil wirs aber micht erkandt / vns auch an ſein WOrt vnd trewhertzige Ladung vnd Vermahnungzur Buſſe / nicht gekehret / ſon⸗ dern hewr wie fehr / vnd eine Zeit wie die ander bleiben / vnd in ſchaͤnd⸗ chem Vndanct / Vnglauben vnd Vnbußfertigkeit dahin gangen ſind? Bij ſo hat 14 Leichpredigt. knumeratio ſo hat er bns andere Bußruffer vnd Bußpredizer zugeſchicket / vnd her plagarumqui- vns etlichmal geſtãupt / vnd daheim geſicht mit Fewer vnd Brandt / v Deis ur- welches jhr viel noch nicht außgeleſchet / Deßgleichenmit Mißwachf⸗ ben Ram nen ſung vnd Thewrung / ſo wir zum Zheil auch noch fuͤhlen / weil er vns ita priuem ea viel Jahr ſeinen Segen Augenſcheinlich enzogen/ daß ts faſi nirgend Nigavit. mit vns fort wil / ob wir gleich noch viel einſamlen vnd einneinen / vnd Iucendium, weil wir ſolchs nicht gefuͤhlet noch geachtet / ſohat er vns bnſere vorige Annonæ ca- Edle Graͤffin in Gott ſelige / die euch naekenden gekleidet / ench Hunge⸗ nit. rrigen geſteiſet / ench Durſtigen getrancket/ euch Krancken erqucket / vnd Obitus Comi- mitArtzney verſehen / vnd euch Verbrante mit allerley Rotturfft reich⸗ tiſſe. uch verſorget hat/ weggenommen / auff welcher ſeliger Abſchiedt / ſich Pißidia Mini· alsbald eine merckliche vñ groſſe Verenderung im vliniſterio allhier be⸗ Rroru Verbi. geben /vnd zugeiragen / welche Verenderung auch eine gerechte Straff der Suͤnden geweſen. Wiewol aber der gůtige Gott ſolchen Fall vnd Schaden / dieſes Orts beide in Geiſtlichen vnd weltlichen Regiment / wider erſenet vud erſtattet / vnd vns widerumb eine Chriſtliche / from̃e getrewe Landes Muiter beſcheret / die Durchleucheige vnſere hochbe⸗ trůͤbte Fůrſtin vnd gnedige Fraw / vber welche wir ja nicht zuklagen / vnd neben derſelbigen vus auch wider ei frommen getrewen Pfarr⸗ herrn gegeben hat: Jedoch / weil wir ſolches nicht ertennet / noch jhm dafur gedancket / ſondern in vnſerm Frevel vnd Sode mutwillig fortge⸗ fahren / Se hat der Gerechte Gont auch mit ſeinen Plagen fortaefah⸗ ren / vnd noch einen Riß in diß Mmiſteriam gethan / der noch dieſe ſtun⸗ Obito pMtort. de nicht ergãntet / noch wider geheilet iſt; Vnd damtt ich der groſen kxundatio Wäſſerunz / ſo wir vor wenig Johren allhier nicht ohn Schaden ge⸗ auarum hoabt / geſchweige / ſo hat er vns yber das alles auch mit Peſtilent vund etu. Sterbedrſen / dadurch in einem Jahre vber die z00 dahin gangen ſind / geſchlagen / Welche Plage der Almaͤchtige GOtt ſonderlich den WVerächtern ſeines Worts draͤwet / Deut. 2g da wir vns nach ſolcher Zuͤchtigung / die wir nerlich verſchmertzet / auch nicht gebeſſert /ſendern ebitu Gene bielmehr das Sprichwort erfullet / Der Krancke da er genaß /c ärger roſi Com.wil- er waß / So hat er wider noch einen groͤſſern Riß aethan ins Weltliche belui. Regiment / vnd vns dieſen vnſern ordentlichen Oberherren / ſeligen / weggenommen / dabey wir ja ſpuͤren vnd abnemen ſolten / wenn wir nur ein wenig Vernunfft vnd nachdencken hetten / daß det Hed vn⸗ ter vns — 1G = — — „ — Leipredigk. ter vns were / vnd wir vmb vnſer Suͤnde willen alſo geſtaͤnpet bud ge⸗ ſchlagen wuͤrden / Wr denn Gott ſagt Jerem.z0. Ich habe dich ge? lerem. z0. ſchlagen / wie ich einen Feind ſchiuge / mit vnbarmhertziger Staupe / vmb deiner groſſen Miſſethat / vñ vmnb deiner ſtar⸗ tten Suͤnde willen. Vnd Jerem. 2. Es iſt deiner Boßheit lerem. . ſchuld / daß du ſo geſtaupet wirſt / vñ deines Vngehorſams / daß du alſo geſtrafft wirſt: Alſomuſtujnnen werden / vnd erfahren / was fuͤr Jammer vnd Hertzleid bringe / denHr⸗ ren deinen Gott verlaſſen / vnd jn nicht fuͤrchten / ſpꝛicht der HErr Zebaoth. Werden wir vns nun nach ſo vuel vnd mancherley Straffen nicht beſſeru / ſo wird vns noch aͤrgers widerfahren / vnd vns tumahl ein boͤſer Wurm vberkriechẽ / Wie ſolches der Proyhet Jerem: in angczogenem 30 Cap. ferner antzetgt: Sthe es wird ein Wet⸗ lerem. ter des Hærren mit Grim̃ kommen / ein ſchrecklich Vnge⸗ witter wird den Gotiloſen auffden Kopff fallen Denn des Hrren grimmiger Zorn wird nicht nachlaſſen / biß erthue vnd außrickte / was er im Sinn hat. Quem præſentia ma- la non Corrigunt ad ſcquentia perdu FSregor Ve Gregor. b raſ: Di ſich aiß der gegenwertigen Straffe nicht beſſert / der Moral. wa nan ernachhegegucunird. Werden wirs aber zu Herzen nemen / vnd vnſer fuͤndlich Weſen etkennen / GOtt ein demůͤtigen Fußfall thun / vmb Verzeihung biten / vnd vns von Berten zu jhm bekehren / ſo wirber ſich mit aller Gnaden auch wider zu vuskchren / Wie der Koͤnig Hißtias ſagt/2. Chron. z0. Der Herr iſt gnedig vnd barmhertig / vnd wird ſein An⸗. cbron 3. P von euch wenden / ſo jhr euch zu jhm bekehret. as wert das rechte Mittel allem zukuͤnfftiaen Vbel zu enigehen / die Straffen nemen nicht ab / ſpricht Lucherusyſeliger / es nemen denn die Sünden znvor ab. So haben auch die Alten geſagt: Nulla nobisno- Tebit aderſitas, ſi nulla nobis dominata fucrit iniquitas, Das iſt / Es wird vns keine Widerwertigkert ſchaden / noch einiges Vnglůcktreffen / wenn keins Sunde vnd Befheit yber vns 5 2 ir eernde Dent zs⸗ 6 2. Propter Con- formitatem Filij. RKem. 3. 3. Cor 4 2. Cor. 1. Rom3 Leichpredigt. Legt demnach der Gerechte Gott/ furs erſte / den Chriſten Crent vnd Leiden auff / pr⸗pter peceata wie geſagt / vmb der Suͤnden willen / daß ſie moge erkandt / vnd durch ware Buſſe abgeleget werden. ꝛ. So hat ers auch alſo vber ſethe Chriſten beſchleſſen / propter conformitatem Filiydas iſ / wegen der Gleichfoͤrmigkeit ſemes Sohns: Der hat vmb vnſer Sunde wilen vnahlich viel Leiden außſtehen můß⸗ ſen / damit er vnſer Leiden / ſo ʒettlich iſt/leicht vnd treglich machen/ vnd vns von ewigem Leiden erloſen moͤchte: Da wil nun Gott der Smm liſche Vater / daß wir dem Ebenbild ſeines Sohns gleichfoͤrmig wer⸗ pen / Rom. g. Vnd wie S. Paulus ⁊ Eor. 4 bejeuget /ſeine Leiden an vnſerm Leibe tragen ſollen. Wann wir das thun/ſo ſollen wir auchewi- ger Herrligkeit mit jhme cheilhafftig werden. Denn ſo ſagt S. Pau⸗ lus 2. Cor. 1. Wir wiſſen / das / wie jhr des Leidens theilhaff⸗ tig ſeid / ſo werdet jhr auch des Troſtes theilhafftig ſein. Bnd Rom. ʒ. So wir anders mit leiden / auff daß wir mit zur Herrligkeit erhaben werden. Vnd das ſind alſo die vornembſten Vrſachen / warumb SDit der Hed beſchloſſen / daß ſeine Chriſten auff Erden / aller ding ohne vſi præce⸗ dentimn, Conſolatio i⸗ Cruce. Taulerus Serm 4. Luth. Toſ.4. fol 241. Truͤbſal vnd Leiden nicht ſein ſellen. Dieſen Bericht ſollen wir vns alſo nůt machen/ daß wir geden⸗ cken: Hat GOtt diß vnd anders/ ſo mir begegnet auß hochwichtigen vnd ſonderlichen Vrſachei bber inich beſchloſſen / ſo iſt mirs auch ohn gefaͤhr vnd ohn ſein Rath / Wiſſen vnd Willen nicht widerfahren Ja freylich nicht / Dann nichts begegnet vnd widerfehret vns / Gott hats alles alſo vber vns bedacht vnd verſchen. Es iſt von GOtt abgemeſſen / gewoaen vnd gezählet / Auch wenn das Haͤupt wehe thut / vnd ein Fuß frieren ſoll / ſagt Taulerus Serm. 4. Vnd Lutherus Tom. 4 fol 242. Was jederman widerfehret/ iſt alſo beſchloſſen von GDtt von Ewigkeit / beide wie ein jeglicher leben vnd ſterben ſoll. Bißher Lucherus. Er hat alle vnſere Werck vnd Gedancken/ vnſer Wege vnd Stege / all vnſer Gluͤck vnd Vnglůck abgemeſſen / vnd viel⸗ mal angeſehen vnd bewogen / was vns vnſer Leben hidurch begegnen ſol: Begegnet vns ein Vnfall ſo hat Er gleichfals im gegentheil auch von Ewigkett allbereit die Hůͤlffe beſchloſſen / vnd bedacht / wie ex ſolchen wider abſchaffen / vnd vns dayauß erretten welle. Derwegen . Leichpredigt. 1 Derwegen ſollen wir alles / ſo vns widerwertiges begeanet / mit Sedutt tragen / weils von Gott / ders ja nicht boͤſe meinen kan / herruͤh⸗ ret/ vnd wiſſenſchafft darumb tregt / wie wir fingen: Dyn ſiheſt ayff das Vnglůck mein / Als wer es dein / Wenns widet mich thut ſtreiten⸗ Ind der Herr bhilippin ſeliger / ſagt troſtlich vnd fein: Dem kbilipyi. non eſt ocioſis ſpectator noſtrarum calamitat um das iſt / Gott iſt nicht ein můſsiger Anſchawer vnſers Jammers vnd Elends. Er ſchawet vn⸗ ſerElend alſo an / vnd ſihet alſo drauff / daß er auch alle ſeuffter vnd thre⸗ nen mercket / ſo wir drůber vergieſſen / vie denn Lutherus ſeliger /ſolches ebener maſſen bezenget / vnd ſehr troſtlich hieuon redet / rom. 4. Gen. fol. 66. Weinſtu / ſo hat Goit ein gůlden Becken / vnd fehet die Lutberu is Threnen auff. At quorum lachrymas colligit? Welcher Geneſin. Threnen fehet er auff? Peccatorum: der armen Suͤnder. Quis DxvSWas fuͤr ein Gotttchute? Creator omni- um⸗ der alles erſchaffen hat. Vnd ſpricht daſelbſt abermal kurs zunor: Kein Threnichen eines Chriſten muß vmbſonſt ſein / eswird angeſchrieben mit groſſen mechtigen Buchſtaben im Himmel. Non igitur fruſtra lachrymamurgemimus, patimur, &c. pyricht er drauff / Derwegen weinen / ſeufftzen nvnd leiden wir nicht vergebens / alles iſt es in Gottes Buch . 6 — geſchrieben. Das heiſt ja genaw drein geſehen. Hactenus Lutherus. Wie wolte vnd ſolte nun ſolche trewe und fleiſtige vorſorge Adhortatio 44 Gottes fur vns / nicht zur Gedult reiten vnd bewegen Da wir hoͤren / patientiam i⸗ . daß Gott nicht allein genaw anff vns ſihet / ſondern auch alle vnſere eruce. ſuuxe tritt vnd ſchritt /ja auch vnſere threnen jchlet / vnd ſie in ſeinen Schlauch ſamlet / wie Danid ſolchs im ys. Pſalm rhůmet / Welche er Pſalm. 56. ch alle wird abwiſchen ven vnſern Augen /Eſa. 25. Wer nun in betrachtung dieſes ſemne Seele mit Gedult faſſet / nd dem getrewen Bott ſtill helt / wenn er Creut vnd Leiden vber jhn verhengi)der gibt Gott die rechte Ehre/vnd vberkoͤmpyt dauon Friede vnd Rihe in ſeinem · Hertzen. Alſo hat Daund ob ſeinem vielfeltgenei⸗ den Gedult getragen / wie dieſe ſeine Wort dem er 6 0 Arcommodan- tur ad defun- dum. gllle. Laye bon Mi- Iitiam. Leichpredigt. Ich muß das leiden / welches wort ſind eines betrubten vnd gedůͤl⸗ tigen Hertzens / verba aßllcti patientiam præ ſe ferentia⸗ wie ein Alter Kirchenlehrer vber dieſen Pſalm ſchreibet. Ebener maſſeti hat auch vnſer verſtorbener ReichsGraffe, Chriſtlicher Gedechtnis / zegen alles Leiden /rechte Chriſtliche Gedult bewieſen / denn es an deme / daß er viel ſchoͤner vnd außerleſener Spru⸗ che auß heiliger Schrifft jhm erwehlet /dieſelbe hin vnd wider in ſeine Buͤcher /vnd ſonſten ab vnd außgeſchrieben / welche mehres theils wider Crenz vnd Widerwertigkeit / vnd dahin gerichtet ſind / daß ſie Troſt vnd Gedult m vns ſollen erwecken. Darauß ʒn ſchen / wie ſich dieſer Edler Perr ſeliger Gedechtnis / gegen Widerwertigkeit vnd Vnglůck /nicht allein/ als ein Chriſtlicher Ritter wol geruſtet / ſondern ſich auch gleich mit gewalt dawder geſtonet / Wie ein Palmbaum ſich gegen die Laſt aufflehner / vnd derſelben nicht gerne weichet / vnd wie ein Weinſteck ſich an ſeinen Pfal helt / daß er von ſo viel vnd mancherley Sturmwin ⸗ den nicht moͤge nidergeſchlagen werden / Alſo hat er ſich auch feſt nd ſteiff an Gotres Wort / als an einen Stecken vnd Stab / Pſfal 23. ge⸗ halten / vnd hat ſich damit geſterckt vnd auffgericht / vnd allesCreut vnd Leiden /krafft dieſes / mit rechter Chriſtlicher Gedult getragen / ſonder⸗ lich aber / ſo offt ihm etwas widerwertiges begegnet/dieſe Wort Danids ergriffen vnd geſagt: Wolan / Ich muß des leiden / Ich muß es geſche⸗ hen laſſen / Ich kans mcht endern / c. Vnd hat ſich alſo mit Gedult drein ergeben / in welcher Gedult gegen alles Creut er auch biß in den Todt verharret/wie wir bald anß S. G. ſeligen Abſchied vernemen werden. Mit welcher Gedult S. G. nicht allein diß jhr Symbolum⸗ Ich ſprach / Ich muß das leiden / ſondern auch jr ander Vmbolñ, Milita bonam militiam, &c. Vbe eine gute Ritterſchafft / erfůͤllet /geůbt vnd practicirt hat⸗ cuid jt mili- Denn das heiſt militare bonam Nilitiam eine zuteRitterſchafft vben / Glauben vnd aut Gewiſſen bewahren / wenn ein Chriſt in Wi⸗ derwertigkeit vnd Leiden / auch gegen ſeine manchfeltiae Gedancken / ſo Ihm offtmals wegen gegenwertigem Vngluůͤck vnd Leiden auffſteigen im Hertzen / Gedult tragen kan. Ein ſolcher Menſch hat aewißlich ei⸗ nen groſſen Sieg wider den Leuffel/ Welt vnd eigen Fleiſch vnd Blut Srhalten / drumb heiſt es guch: M r — Leichptedigt. % xrie Gedult vnd Gottes Iuld/ Vperwindet man all Vnſchulb⸗ Robile vincendigenis eſt patientiavincit Qui patiturſi vis vinoere diſcs pati· Das iſ / wie es der frome D. Selneccer / ſeliger / gegeben. Die beſte art zu ſiegen iſtj Gedltig ſein zuje der friſt⸗ wWer dulden kanſerhelt den Strett/ Wilꝛu ſiegen / ſo ſchweig vnd leid. Daher gehort auch / daß Lutherus / ſeliger / n ſeiner Kirchenpoſtil Luth. in Epiſt⸗ xpiſt: Dom. 4. peſt Paſcha ſagt: Es gehort Sanfftmuth vnd pe 4 peßt Gedult dazu / wer der Welt vnd dem Tuuffel abgewinnen Paſcha⸗ wil. Vnd ſo viel ſey fůrs erſte gemelt ven Dauids Klage / vnd von der coneluſio ⁊. Chriſten Erens vnd Leiden / darauff vns ſolche Klage weiſet vnd pani. gelnseteris⸗ führet · Zum Andern. Vn furs ander / halten vns die vorgeleſene Wort n. Dauids auff ſolche ſeine Klage anch fur Jolidam conſola Verba Textt rionem einen herrichen / ſchonen roſi/ mit welchem der porro continẽt Kẽnig Dauid alles Leiden vberwunden / vnd ſich in Truͤbſal vnd Be⸗ in ſe, tuͤmmernis damit geſtercket vnd auffgerichtet / mit welchem Troſt wir Solidam con- auch alles Creut ynd Leiden gleichfals durchzuckern vnd vberwinden ſolationem. tännen / denſelben nimpt er nin potentia Bei aduerſa cunda mutandi Conſolatio ſu- von der Allmacht des Hochſten / nach welcher er alles vbel abwenden witur à poten⸗ vud endern kan / denn ſo ſpricht er: Ich ſprach / Ich muß das lei⸗ ti⸗ Dexter⸗ den / die Rechte Hand des Hochſten kan alles endern. Rxcelſi. Durch die Rechte ·Hand des Hochſten / verſtehet er Gottrs bn⸗ Dextera Ex- waßliche Krafft / Macht vnd Ger alt /nach welcher er alles thut/ ſchaf⸗ celſi quid R⸗ fet / wircket / kan vnd vermag / ja den Ewigen / Almachtigen Gott ſelber / ſignificet⸗ denn es cben ſo viel iſt / wenn er ſaget: Die Rechte Hand des Hoͤchſten kan alles endern als ſpreche er: Gott der in der Hoͤhe wohnet / vnd der Allerhochſte iſt im Himmel vnd auffErden / kan durch ſeine vnendliche Gewalt / Krsflt vnd Almacht alles endern. 2 C Denn 26 Leichpredigt. Denn die Rechte Hand des Huchſten iſt nicht ein ſolch Glieb an Gott den Heg / wie an vns leibliche Glieder/Armynd Bem / Haͤnde vnd Fuſſe /ꝛc. geſchen worden: Es iſt auch nicht ein beſonder⸗ abgemeſſener / rãumlicher vnd vmbſchriebener Ort im Himm(l / vie wir althier zur Rechten vnd zur Lincken ſtett vnd raum haben / nemen vnd geben / ſondern iſt Gott ſelber / mit ſeiner vuendlichen krafft /macht antieheſi. vnd gewalt/wie die Schrifft hin vnd wider gnugſam bezeuget / vnd wir Refutantur zur andern zeit weiter hieuen berichtet worden / welches wir wider etli⸗ p. che Ketzer vnd Schwermer alt vnd new behalten vnd mercken ſollen. . 1. Wider Alte: Denn es haben ſich in der Kirchen Chriſti anipropomor- votzeiten grobe Ketzer herfůr gethan / welche man anthropomorphitas phit⸗. genennet / die haben Gett dem Hedin Augen / Ohren / Mund / Haͤn⸗ de/Fuſſe vnd andere leibliche Glieder angedichtet / dieweil die Heiligt Schrifft Gott dem Hend ſolche Gluedmaſſen zueignet: Aber ſol⸗ ches iſt vnrecht / vnd Gottes Wort / auch Gottes Natur zn wider/ als der ſeiner Subſtantz vnd Eigenſchafft nach / ein geiſtliches / vnſichtba⸗ res vnd vnbegrerffliches weſen iſt. Goti iſt ein Geiſt ſagt der Hert I4n. 4. Chriſtus Joan. 4. Derwegen hat er nicht Fleiſch vnd Bein/ wie wir haben Daß aber die Schrifft dem Ewigen / Vnſichtbaren Gotte ſol⸗ che Glieder zuetgnet / man auch denſelben in Menſchlicher Geſtalt (wiewol ohn Aberglauben vnd Abgötterey) mahlet / das geſchicht per „nthropoßeiam wie man in Schulen lehret / ozer viel mehr per anthro- Abyorord- hopathiam /nicht daß Gott alſo geſtalt were / oder ſolche leibliche Glie⸗ fna Dei. der heite/ſondern vns zum beſten / daß wir an ſolchen Stuͤcken / ſeine cur Pes aßi. Weißheit/ Almacht /Freundliaken / Vaterliche Güte vnd Zrew / vnd Znentur mem andere ſeine weſentliche Lugenden vnd Eigenſchafften erkennen ſollen. bra humani ¶ Im Propheten Damel am 3. Capꝛ offenbarer ſich Gort der· Hmmii⸗ orport. ſche Vater ſelbſt in geſtalt eines Alten / ſo redet auch die Schrifft ſonſt von Gott alſo / wie wirs arme / ſchwache / gebrechliche Menſchen in die⸗ ſer verderbten Natur vernemen koͤnnen / vnd nimpt ein Bild vnd Gleichnis von Menſchlichen Gliebern / als die Auaen gibt ſie GOtt⸗ vnd eianet ſie ihm zu / wei er alles ſihet / vnd in noͤthen ein gnediges Aug auff vns hat / die Vhren / wen er alles hoͤret / vnd ſich gern ju vnſerm Ge⸗ bet netaet vnd kehret / das Hert / wej er ales forrſchet / vnd vns Väter⸗ lich liebet/die Pãnde vnd Irm / weil er müchtig iſt Wunder u thun vnd zu heffen. 2. Wier — — — Leichpredigt. 2 . Wider Newe. Denn es haben ſich ju Lutheri zeiten / wie 2. ſr wiſſet funden die Sacramentirer vnd Zwingluaner/die von Gott ſacramentarß vnd ſeiner Rechten beſſer nicht halten / noch vrtheilen / Denn jettgemel⸗ ten Jctzer / welchen Saeramentsfeinden die heutigen Calumiſten ge⸗Brror Saera- troſt folgen / die habeu ſurgegeben / die Rechte Hand Gottes ſey alſo be⸗ mentarioran ſchaffen / daß ſie den Menſchen Chyiſtum / an einen gewiſſen / ſonderli-de Dexter⸗ chen / vmbſchriebenen Ort im Oberſten Dimmel bey ſich ſete/wie Sa⸗ Dei. lomon ſeine Mutter Bethſabea neben ſich auff emen gůlden Smel ſatte / vnd wir eine gewiſſe ſtette oder Stuel neben vnd bey vns ſetzen moͤchten / welchs viel zu kindiſch / beurtſch vnd wenig von Gott vnd ſei⸗ ner Rechten geurtheilt vnd geſchloſſen iſt. Denn ein ſolchen raum vnd localitet gubt die eigenſchafft der Rechten Hand Gottes nicht im Him⸗ mel. Drumb ſizt auch Chriſtus ſolchem jhrem kindiſchen vorge⸗ ben nach / ſolcher geſtalt nicht an einem gewiſſen / abgetheilten / abg⸗ meſſenem Ort eingeſperrei im · Himmel· Sondern in dem er ſich jur chriſtu no⸗ Rechten Hand Gottes ſeines Vummliſchen Vaters geſett / iſt er durch mode ſoeat ſoich ſizen mi Gott in gleiche Gewalt / Ehr/ Herrligkeit vnd Herr⸗ ad Dexter ſchafft getretten / alſo / wie du Rechte Hand Gottes ſo weit gehet / vnd katru. ſich ſo wert erſtrecket / als weit Gottes Macht gehet auff Erden vndim Himmel / auch auſſer der Erden vnd dem · Himmell / daß alſo auch Chri⸗ ſtus Bottes vnd Marten Sohn/ alles durch vnd durch / vmb vnd vmb im Hunmil vnd auff Erden / deßgletchen anſſer dem Himmel vnd der Erden / nicht allein nach ſeiner Gotthett / ſondern anch nach ſeiner an⸗ genommenen Menſchheit / doch vnbegreifflicher vnd vnerforſchlicher weiſe warhafftis durch gleiche Machi vnd Gewalt vnter ſich habe / vnd ſolche ding alle gegenwertiz regiere vnd fuhre nach der Goͤttlichen Natur von vnd auß ſich ſelbſt / nach der Menſchlichen Natur aber nicht von vnd auß ſich ſelbſt /ſondern auß Gnaden / per eommuniatio- nem Idiomatum vmb der perſünlichen vereinisung willen / wie Gottes Wort klar beienget / die Alten Kirchenlehrer ſolches einmuͤtiglich be⸗ kennen / vnd utheris ſeliger / als Hetliger Schrifft aemeß auch ange⸗ nommen außfuhrlichen erkleret / vnd nie widerruffen hat. Lutheri] . Ton e Worivndmemnung hieuon iſt diſe/roneʒ fol·z3n. Gotres Rechte fpz. * Hand iſt nicht ein ſonderlicher Btt / da ein Leib ſoll oder hegere ad dex⸗ moge ſein / als auff einem guͤlden Stuel / ſondern iſt die All⸗teran Deolu- Ciij maͤchtige thero quid⸗ 22 Leichpredigt. mn coloq cap. maͤchtige Gewalt Gottes / welche zugleich nirgend ſein kan / 3. f 44 kran- vnd doch allenthalben ſein muß. Vnd vber Liſch hat er gehgt cofurdi Anno Gen Himmel fahren vnd zur Rechten Gotres ſitzen /ßriſt 7 onſiſis. Gott gleich ſein / in gleicher Maieſtet vnd Gewalt / die da heiſt eine Gottliche Gewalt / ſitzen vnd vber alles herrſchen. Auff ſolche ewige / vnendliche / vngemeſſene vñ vnbegreiffliche macht vñ vnd Gewalt des Ewigen / Allmächtigen Gottes / ſihet nun Dauid hier / troſt ſich derſelben / m dem er ſagt: Ich muß das leiden / die Rech⸗ te Hand des Hoͤchſten kan alles endern. Das ſind ſchone Glan⸗ bens Wort / darauß gnlgſam erſcheinet / daß es Dauid in ſeinem Her⸗ ten gennlich dafür gehalten / daß es war ſey / daßt 6 O TT der Allmaͤchtige auß allen Noͤthen Leibes vnd der Seelen gewaltig helffen vnd erretten koͤnne / wie Gottes Wort von jhm rhůͤmet vnd zenget. Al⸗ les / ſpricht er / kan die Rechte Hand des Hochſten kan alles endern / ſey ſo arg / ſo bße/ ſo gefehrlich ſo ſchedlich / ſo ſchwer vnd groß / als es jmmer wolle/ es treffe diß oder jenes Leben / denLeib oder die Seel an / ſo iſt die Rechte Hand des Hoͤchſten hoͤher / ſtereker / mechti⸗ ger vnd groͤſſer / vnd kan es endern vnd abwenden zu ſeiner geit. Sihe / uſ. des HERREo Hand iſt nicht zu kurtz/ſpricht Eſa. 9. daß er nicht helffen koͤnne. Er kans thun / die Rechte Hand des Hoͤchſten kan alles endern ſpricht Dauid / Denn Gott hat nicht Heu habet vo· Mein Voluntatem den Willen/vnſer Reth vnd Vnglůct abzuwenden⸗ juntatem e ſondern hat auch kacultatem ſon Poteſtatem die Allmechtige Folge/ fceuleatem in- Krafft vnd Vermoͤgen / ſolchs abnſchaffen / darau es vns offt fehlet⸗ nundi. denn wirs in vielen dingen weiter nicht bringen tonhen / ſondern wuͤß⸗ ſen es bey dem willen vielmal bewenden laſſen / bey jhm aber iſt kein ding vnmuůglich / duc.i. Was er wil / das muß geſchehen. Sſa 46. Pſalm ny⸗ Seiner Macht kan niemand widerſtehen / Judith.is. Summa wenn er jhm furnimpt vns zu helffen / ſo iſt vns ſchon geholffen / ſein vornemen kan niemand wehren noch hindern Wie hierauff der fromme Mards⸗ cheus ſihet / da er in ſeiner vnd ſeines Volcks Drangſal in GOtt dem ratio Ma. Hennen alſo betet: E R R Gott / du biſt der Almachige ocyei Koͤnig /es ſichet alles in deiner Macht / vnd deinem Willen kan niemand widerſtreben / wenn du Iſrael helffen wie 11 Leichpredigt. wie wir in den Stucken Eſther leſen. Er kan ober als ein ſtarcker/ Allmaͤchtiger Gott/nicht allein alles / ſo vns beſchweret vnd betruͤbet / endern: Sondern kau es auch den ſeinen / wie boͤß es jmmer ſcheinet / zum beſten wenden / wie der Heilige Paulus ſagt Rem.g. Denen / die Gott lieben / muͤſſen alle ding zum beſten dienen / auch fterben muß jhr Gewinn ſein / weil Chriſtus jhr Leben iſt. Des troͤſtet ſich nun Dauid hie in ſeinem ſchweren Leiden vnd Verfolgung / in dem er ſagt: Ich muß das leiden / die Rechte Hand des Hoͤheſten kan alles endern / als wolt er ſagen: Ob ich wol viel Vnglůck erfahren / vnd viel leiden mus / ſo weiß vnd glenb ich doch / daß die Rechte Hand des Hoͤchſten alles endern / vnd meine noth vnd anliegen / wie groß vnd ſchwer es auch iſt / mir zum beſten wenden tan Ich muß das leiden / die Rechte Hand des Hochſten kan alles endern Iſt dem gleich / daß er ſagt Pſalm e. Goit legt vns eine Laſt auff / aber er hilfft vns auch. Item / Pfalm. 34. Det Gerechte muß viel leiden /aber der Hæ R di hilfft jhm auß dem allem. Das iſt Danuids Troſt geweſen in ſeinem Elend. Eben die⸗ ſes iſt anch vnſers gnedigen Herren / ſeligen / Troſt in Leiden vnd Truͤb⸗ ſal geweſen / daß der Hod auß allem Leiden vnd Vnfal helffen / vnd alles ſo vns betrůbt vnd plagr/endern vnd heiffen kan. Denn ſo offt jhn Leiden vberfallen / hat er dieſe Wort Dauids / als ſein mbolum ergrif⸗ fen / vnd mit Gedult vnd rechtem vertrawen geſagt: Nun wolan / laß es hergehen / Ich gleub vnd weiß / die Rechte Hand des Hochſten kan alles endern / es wird einmal anders werden / c. In ſolchem Glauben vnd Doffnung haben S. G alles mit Gedult geiragen vnd vberwunden. Ach wer in Widerwertigkeit / wenn Creut vnd Trůbſal angehet ⸗ Sott zutrawen kan / daß ſeine Rechte Hand alles endern konue / der ſte⸗ het in des Hetligen Geiſies Lob / vnd iſt ein geſegneter vnd ſeliger Menſch. Geſegnet iſt der Mann / richt Jerem.N. der ſich auff den HRM verleßt / vnd der xRR ſeine Zuuerſicht iſt. Einem ſolchen Mann iſt ſchon aeholffen / ob jhm ſchon das Vnglůck noch auff dem Halſe ligt / dauvn ſingen wir: Wet hofft in Gott/ vnd dem vertrawt⸗ Des wiid nimmer zu ſchandon / Denn 23 Kot. 3 Pſalm. 6g. pſalm. 34. AeeoMmoda⸗ tio ad Comz efunetum⸗ leren 1. vßi 2pertö. Leichpredige. Denn wer auß dieſen Felſen bamt/ Ob jhm gleich geht zu handsn Viel Vnfall hie / hab ich doch nie / Den Wenſchen ſehen fallen / Der ſich verleſt auff Gottes Troſt / Er hufft ſein Olanbigen allen. Sche kömpſtu nun in Angſt vnd Anfechtung / miſt leiben vnb vngemach in dieſer Welt erfahren / deine Noth iſt groß / dem Anligen iſt ſchwer / friß vnd greme dich nicht damit /haͤuffe nicht ſelbſt dein Lid vnd Vngluck mit vnnůtzen / gefaͤhrlichen / Melancholiſchen Gedau⸗ een / caput Relancholicum eſt Diaholo paratum balneum haben die Al⸗ ten geſagt / der Sathan genſt gerne / da es zunor naß iſt / findet er vns ſchwermutig vnd traurig / ſo hat er einen groſſen vortheil / vns in Zwei⸗ fel vnd Vnglůͤck zu ſtuͤrien / ſondern ſage es von dir / vnd klage es from⸗ men Chriſten / allermeiſt aber Gott / wie hie Dauid thut / Ich ſprach / ſagt er: Er hat jhm den Traurgeiſt den Sathan das Maul nicht laſſen verbinden vnd jn knuͤpffen / ſondern hat in ſeinem Leiden geſprochen/ den Mund auffgethan / vnd ſein Anligen Gott geklagt vnd geſagt / deſſen Rechte Hand alles endern kan. Wenn du dem auch folgeſt / ſo wirffeſiu einen ſchweren Stein von deinem · ertzen / vnd kan dir als denn leicht vnd wol geholffen werden / die Rechte Hand des Hochſten kan alles endern / die kan dein Leid in Freud verwandeln / vnd kan deine Jeinde vnd Beleidiger / ie dich aͤngſtigen / drucken vnd verfolgen / vn⸗ terdrucken / daß ſie wie Pharae / muſſen in ſumpff vnd grundt gehen / denn Gott hat eine ſchwere Haud / die deine beleidiger auch wol gar in Abgrund der Hellen druͤcken /ich dagegen von jhrem Freuel erretten / vnd zuehren ſezen kan / ſie kan alles endern / wenns auch die Helle vnd der Zodt ſelbſt were. Wie er dann ſolches albereu gnugſam mit der that / in vnſer hoͤchſten Seclen gefahr bewieſen / in dem er all vnſer Fein⸗ de / die vns wegen vnſer Suͤnde zu mechtig waren / durch ſeinen ſtarcken Arm / ſeinen licben Sohn Iheſum Chriſtum / vertulget / vns auß jhrer Macht vnd Gewalt erxetiet / vnd vnſern kleglichen Jammer / darinn wir der Suͤnden halben gerathen / in einen gar ſeligen Zuſtand trang- mutiret vnd verwandelt/vnd ſeiner ewigen Weißhett vnd Allmache nach / wunderbarlich geendert / vnd vns zum beſten gewendet hat / in dem er vnſere Suͤnde auff ſeinen lieben Sohn gelegl / vnd vus an ſtatt des Iluchs / — „ k. — „ — *—— — — — Leichpredigt · Zlnchs / den Stgen / an ſtatt der Sůndeldie Gerechtigkeit / an ſtatt des orns / ſeine Huld vnd Gnad/ an ftatt des Todes / das Lcben / an ſtatt der Hellen / den Hmmel / anſtatt der Verdamnis / die Seligkeit in Chriſto auß Gnaden geſchencket hat. O welch ein gewuͤntſchte Meta norphoſi vnd Herrlicher Wechſel iſt das / vndein rechtes Werck/ der rechten Handt des Höchſten / darüber der Teuffel / der es mit vns ge⸗ dacht boſe zu machen / mit ſeinem Velliſchen Anhang hat zu Spott vnd Schanden werden můͤſſen. Da mogen wir mit Dauid wol ſagen: Hæ⸗ ulatio Dextere excelſu das hat die rechte Handt des Hächſten ge⸗ chan / welche kan alles endern. Hat denn nun dieſer vnſer lieber geweſener Graff / vnd gnediger Concluſio 2. Herrt/Chriſtlblicher Gedachtnis / nach vielem Crent ſo hm in dieſer partes. Welt begegnet / auch endlich leiden můſſen / daß jhn der Todt / der keines Menſchen ſchenet / dieſes zeitlichen kebens beranbet hat: Wolan / ſo wird doch die rechte Handt des Hochſten / die alles (wie dieſer Chriſtli⸗ che Ritter vnd Herr bey Lebens zeiten geglenbt hat) endernkan / ſolchs jn ſeiner Zeit auch endern / vnd wird jhn dem Tode wider anß dem Ra⸗ chen reijen / vnd ſeinen Zodt / in ein jmmer wehrendes Leben verwan⸗ deln / Wie er ſagt Koſ. 13. Ichwil ſie vom Tode erretten. Vnd Hoſ. uʒ. wir hierven auch fingen in dem ſchoͤnen Gebetlein / ennJefi Chriſt war Menſch vnd Gott / e. deſſen ſich S. G. an jhrem Ende gleichfals nroͤſtlich erjnnert. 5 Vnd ob er gleich hie ʒeitlich ſtitbe / Mit nichten er drumb gar verdirbt⸗ Sondern ich wil mit ſtarcker andt / Ihn reiſſen aus des Todes Bandt / Vnd zu mir nemen in mein Reich / Da ſoll et denn mit mir ʒugleich/ In ᷓᷓrenden Leben ewiglich / ete. Da lebt er nun auch der Seelen nach / lobt vnd preiſet den Poͤch⸗ ſen GOtt / daß derſelbe ſein zeitlichs Jeiden / durch Krafft ſeiner re ten Hand / ſe wol geendert / vnd durch ſeinen ſtarcken Arm / femen Son Chriſtum / alles ſo herrlich vnd weißlich hinauß gefuhret / vnd daß Feld * wider Sünde/Todt/Zuffel vnd Hell/vnd alles Vnglück erhalten hat: vtæ⸗ Spottet nun des Teuffels / vnd aller ſemer Hellſchen Schupen / vnd ſingt mit mit frolichem Munde vnd frolocken⸗ 26 Fſal. . a. Tim. ₰. Leichpredigt. frolockendem Herten daß rechte xwinr das rechte Lriumph onnd Siegltedlein / wie es Dauid im vg. Pſal. anſtimmct/ mit dieſen wortem Die Rechte des HRREor̃ behelt den Sieg / Die Rechte des ERRER iſt erhöhet/ Die Rechte des HgRREoNbehelt den Sieg. Welchs Siegliedlein S. G. auch in dieſem Leben im Slanhen an jhren Erloſer vnd Sieges Fůrſten C Hriſtum / wider den Leuffely Todt vnd Anfechtung zu ſingen angefangen / vnd etwa eme Stnde für jhrem ſeligen Abſchiede / mit auffwerffung der rechten Hand frölichem Hrtzen / vnd lachendem Munde zu den Vmbſtehenden geſagt: Was Todt? was frag ich nach dir vnd dem Teuffele Er wolte mich gerne plagen/aber er hatkein then an mir. Wer ein ſelch Pamier in ſunem Heren aufwerffen / den Todt vnd den Teuffel alſo verlachen vnd verachten kan / der hat hier auff Erden wol gelebt / wol gelitten / vnd als ein rittermeſsiger Chriſt / wol gekämpfft vñ aeſtritten/ hat auch ein herrlichen Sie / vnd ein ſchoͤnes Lehn vnd Erbe beh Gott⸗ auch einedei Kleinod / nemlich die Kron der Ehren / durch den Glau⸗ ben erlargt / vnd kan mit S. Paulo gettoſt ſagen a. Tm. 4. Ich habe einenguten Kampffgekaͤmpffet / ich habe den Lauff vollen⸗ det / Ich habe Glauben behalten. Hinfort iſt mit bey⸗ gelegt die Kron der Gerechtigkeit / welche mir der HxR an jenem Tage der gerechte Richter geben wird. Gebe vnd helffe Gott/daß wir alle/nach dem Juͤrbild dieſes vn⸗ ſers qhedigen Graffent vnd Herren /eliger Gedechtnis / auch eie qu⸗ teRitterſchafft vben / Blaliben vnd gut Gewiſſen bewaren / vnd in allem Creuß vnd Leiden / auch in der letzten Todes ſiunde / dem getrewen hoͤch⸗ ſten Gott / mit Gednlt vnd hertzlichem Vertrawen/ in ſeine ſtarcke all⸗ maͤchtiae Handt / die alles endern kan / ſehen/ſeiner Huͤlff vnd Rettung beſtendig erwarten / vnd Krafft ſeiner almaͤchtigen Huͤff vnd vermit⸗ tels ſeiner rechten Handt / durch den Glanben endlich alles vberwin⸗ den/ vnd dort mit Frenden das rechte Siegliedlein ſingen / vnd GOtte twialich preiſen mogen / vmb ſeines geliebten Sohns Jeſu Chriſti vn⸗ ſers Mutlers wihen / gelobt vnd gepreiſet in Ewiaten/Amen. Vnd ſo pul ſey auch fůͤrs ander von dieſim vet gemeidet. Leichpredigt· 27 Zum Dritten. ASanlangt fuͤrs dritte / wolgemelces V. G. H. Chriſtſeliger Sedechtnis / Ankunfft / Geburt /Leben / Wan⸗ dei / Kranctheit vnd Abſchied auß dieſer Welt / damit hat es allenchalben dieſe Gelegenheit: Daß nemlich / S. G. der Ankunfft / Geburt vnd des Herkom⸗ mens halben / auß vnd von dem alten vnd loͤblichem Grafflichem Stamm Schwarzburg geborn / weicher Stamm bey den hohen Haͤu⸗ ptern des Roͤmiſchen Reichs in ſolch Anſehen kommen/ daß er vnter die vier Graffſchafften des Reichs iſt gezehiet worden. Vnd hat dieſer Stamm ſeinen katalem periodum einmal erreicht / vñ den andern auch ſchier zu ende bracht / Gott helffe ferner mut Gnaden / denn dieſer Stam̃ vnd Graffenſtandt in die yoo. Jahr geweret/ welches ein beſonder Segen bnd Gnad GOttes iſt / wenn 1luſtres Familiæ ſo lange vnwer⸗ endert bleiben / dafuͤr beide Oberherren vnd Vnterthanen dem All⸗ maͤchtigen Gott zu dancken / vnd jn vmb fernern Segen vñ Erhaltung derſelben anzuruffen ſchuldig ſind / denn aiſo ſagt er / Prov. 8 Durch mich regieren die Koͤnige. Es iſt aber dieſer onſer gnediaer Herr / Graff Wilhelmin Schwartzburg vnd Hohnſtein /w. in GOtt ruhende / den Tag Fran⸗ ciſt/ ward derʒ. Oeto. als man nach Chriſti Geburt geſchrzeben 1734. zu Sunderßhanſen /da S G. auch dem Heedi Chriſto durch die heiuge Tauffe ſind einborleibet worden / geborn. Seiner G. Herr Vater iſt geweſen / der wolgebornevñedle Herr⸗ Herr Guͤnther / der vier Graffen des Reichs / Graff zu Schwartz⸗ hurg/etc. Seiner G. Fraw Mutter / die wolgeborne vnd edle Fraw/ Fraw Eliſabeth / geborue Graͤffin von Eiſenberg/ welche beide Ehriſt⸗ nudft Gedechtnis zu Arnſtadt/im Herren ruhelvnd des ſroͤlichen Jüngſcb Tages in Chriſte erwarten. Vnd wie dieſer vnſer lieber verſtorbener Reichs Graff / vnſer gnediger Herr/ lblicher Gedechtnis / das Symbolen gefuͤhret / Milit« hona n militian cxe· Alſo ſind S. G. auch von Ingend aufß/und al⸗ itſtrenuus Miles geweſen / tegata armati c Chriſtlan« Miliia. Di Dann 28 Dann in der Jugendt ſind S. G. von den kieben Elteruy wollöblicher Gedächtnis⸗ jur Schul vndtudij gezogen worben / wetl J. J. G. G. verſtanden vnd gewuſt / daß die Kinder/ weß Standes ſie auch ſein / der inſtiturion zum hochſten benotiget. Vaben auch S. G. ſampt den gelicbten Bruͤdern præceptoren gehalten/ die ſie anfaͤnz⸗ 2 daheim inſtituiret vnd beides im Catechiſmo vnd ſonſten vnter⸗ vichtet- Als aber S. G. zu mehren Jahren kommen / vnd groͤſſer wor⸗ den / ſt dieſelbe mit jhren vielgeliebten BruͤderngenErffurds geſchickt⸗ da ſich S. G allzert inſtudis wol angelaſſen. 1h Nach demſelben ſind S. G. gen Ihena kommen / zur Zeit der fuͤrtreßftichen Leut D. Schnepffens/ Deßgleſchen des beruͤmbten vnd fuͤrtrefflichen Peeten Joannis Srigelij / vnd andern vornemen ge⸗ lhrten Lutenmehr⸗dadenn S. G. die Leciiones ſonderlich die Iheo⸗ logic a flei ðia beſucht / auch ſonſten in anbernudijr wol fortgefahren⸗ alſo/ daß S. G. Latinam Linguam jimlich verſtanden / um theil auch ßat reden können / wie die ſo tãglich mit S. G. vmbgangen / wiſſen/ ynd wir aus S. G. Abſchied vernemen werden. Ferner ſind S. G gegen Lären vff die Schuel verruckt/ zn welcher Zett der treffuche Juriſt / Andreas Gatlus daſelbſt geweſen/ bey welchen S. G zu Siſch gangen / vnd allerhand Bericht in uri- ſrudentia von jhm vberkonimem . Von Lẽuen habemſi ſich ſampt ders geliebtem Brudern / dem auch wolgrbornen vnd cdlen Herren/ Herren Albrechten / der vier Graffen des Reichs / Graffen ju Schwarsburak vnd Hohnſtein / ete- vnſerm auch gnedigen Herren / m M elſchlandt begeben / die Lande vnd die Vniuerſiteten zů beſchen / vnd gute Kunſt vnd die Sprachen ju ler⸗ nen. Darauß erſcheinet / daß S. G. vnverdroſſen / eine gute Zeit Mu⸗ ſurum cætra gfolgtt. Als nun S. G. dergeſtalt in togala militi ſich meiſterlich ex⸗ erciret / vnd lblich verßalten / haben ſich dieſelbe ferner auff armatam militiam begeben / nmſſen ſolchs jeder Obrigkeit ſehr notig / ut utrumq; tempus. & bellorim & pacis recẽ zubernure poßlt⸗ Sind demnach ar Hoff geiaen / vnd erſilich am Guliſchen Voſte ſich eiliche Jahr chalten / Vnd hette dieſer vnſer wolgeberner Graff vnd — Leichpredige. 29 nn¶ zu zohen Beiſtlichen Digniteten vnd Biſchofflichen Emptern/ ſpihm furgeſchlagen worden / fonmen kůnnun / wenn jhn die Religion nicht ʒurůck gehalten. Ven dannen ſind S. G. in Dennenmarc/ auß Dennenmarck in Vngern verreiſet/ vnd ſich wider den Erbleindt Ehriſtliches ah⸗ me n iallen: Ii wdche Kricgen S. G. ncht ein bloſſe Soldat gewrſen / ſondern auch Befehl gehabt / vnd zu Kriegesdmptern gebruchtworden / wie denn S. G. die Kriegshändel wol verſtanden. Rach dem uun S. G. ſolch Kriegesweſen nach Notturffver⸗ ſicht gehabt / Haben ſich dirſtlbnan den Keyſerlichen Voff gewendet⸗ ʒa denn S. G. nicht allein eiliche Jahr Reyſerlicher Majeſtet gedie⸗ net / ſondern anch von derſelben lieb vnd werth gehalten worden. 1Ats nun S. B. ſich dergrſtalt hin ond wieder vmbgeſchen / in Jahren kommnvnd vber dreiſeig Jahr alt worden / haben ſie jhr er⸗ ĩes Gemahl / Wenand die Wolgeberne vnd edle Fraw/ Fraw Eſiſa⸗ dech / aeborne Schlckin / Grãffin vnd Zraw zu Paſſaun vnd Weißkr⸗ chen/ſeliger qrdãchtnuß / n Schlackenwerda gefrehet/ Anno 6. da S. G. auch Beylager chaltett. Nach welchemn ſeine Gnabe ſich ju Land vnð Lenten begeben / vnd an dieſern Ort beneben ſeiner Gnaden erſten Gemahlin/nunmcher in Chriſto vnhende/ ſemn⁊ e Wre ſich un S. G in derſelhen/ benchen dero Chriſtlichen Gemahlin / erzeiget vnd verhalten / das iſt dieſes Orts menuglich wiſ⸗ ſend / Soll aber auch kůrtlich etwas davon geineldet werden. Eerſtlich haben S. G. ſich mir derſetben Gemahlin jederzeit Chriſtlich vnd G vfuͤrchtig verhalten / die Predigten / ſowol in der Wochen / ls auff die eſt vnd Sontage/ucben den Hochwirdigen Sa⸗ eramenten fleiſsig beſucht / vnd nicht gerne verſeumer / wie jederman tieſes Orts bewuſt / Ja es můſſen die Waͤnde vnd Steine in den Kir⸗ chen / die viel nachlaſsiger Zuhorer / an jenem Tage jhres aroſſen Vn⸗ fleiſſes halben / anklagen werden/bezengen / daß S. G. allyeit Primus in choron ult mus in foro der erſt n der Kurchen / vno der leht wider her⸗ aus geweſen / denu ſich S⸗ G. gemeininlich / ce man außgeleltet / dar⸗ eun verfget / vnd vor dem Segen vnd Verrichtung des Gebets nie vwer herauß begeben / ſondern es biß zu ende vnverdroſſen abgewartet⸗ D iij vn Leichpredigt. vnd nach gaͤntzlicher Berrichtung des GOttesdienſt / ſich erſt wiper anheim verfuget: Sintemal S. G. ein ſonderliche Luſt vnd Belte⸗ bung zu GOttes Wort getragen / daſſelbe nicht allein gerne gehoret/ ſondern auch gerne vnd teglich geleſen / Im maſſen S G. auch die Bibel vnd feine nůtzliche Gebetbuͤcher / ſonderlich aber den Pſalter/ des Matheſij Poſtill / ſehr lieb vnd taͤglich in Haͤnden ge⸗ abt. Wie nichts wenigers andere nůsliche Buͤcher vnd Schrifften mehr / Vnd wann S. G. gehoͤrt / daß etwa ein gut nuͤtzlich Buch in Druc gangen / haben ſie es gekaufft / ſich darinne zuerſchen. Vnd wie Daud ſagt / Pſal. ny. Dein WDrt iſt meinem Munde fuͤſſer den Honig / ?7. Ich liebe dein Gebot vber Gold vnd fein Gold. Alſo iſt auch Luſt vnd Sehe gegen GOttes WOrt in dieſem edlen · Herüen geweſen. Dabeh es S Gnicht bleiben laſſen / dann ſie nicht allein fuͤr ſich Gottfurchtia geweſen / GOttes Wort gelrebt / gerne gehoͤret / vnd fleiſsig geleſen / Sondern es ſind auch die k ffectas kidei e pletaris dar⸗ auff erfolget / Dann S. G. auch dahin geſehen / daß das Wort GOt⸗ tes / in ders Gebiete vnd Herrſchafft recht gelehrt vnd getricben / ja jhre Vnterthanen mit geſunder vnd reiner Lehr verſehen vnd verfor⸗⸗ get werden moͤchten / Haben demnach alles was demſelbigen zu wider lanſſen wollen / als eine rechte Chriſtliche Obrigkeit / wie jederman die⸗ ſes Orts bekandt / abgeſchafft. Vnd damtt es jederzeit richtiz im Predigamnpt zu gehen / und die Zuhörer durch falſche Lehr / vnd boͤſes Leben nicht mochten verfuh⸗ ret noch geaͤrgert werden / Haben S G.offt ordentliche nd Ehriſt⸗ liche viſttatidnen in jhrer Herrſchafft angeſtellet / die nicht allein zu erhaltung Zücht vnd Erbatkeit/ Sondern auch vernemlich uEr⸗ haltung vnnd Fortpflanzung reiner geſunder Lehr dienen vnd ven nö⸗ ten ſind. Vnd haben S. G nicht gerne gehoͤrt vnd vernommen/ wenn Pfarrherrn ſich vnteretnander / oder mit jhren Zuhörern nicht haben vertragen koͤnnen / oder aber ſonſt in jhrem Ampt micht ißig gewwe⸗ ſen / noch den Schafflein mit geſunder ichr vnd gutem Wandel vor⸗ gegangen/ — — — — + —— Tachpredigt. zrhangen / ſondern wie ſie ein zroſſes Mißfallen baran getragen / alſo heben ſie auch ſolches zu endern ſich hoͤchlch befliſſen / vnd vtelmal be⸗ deneken Jelragen / vnfleiſsige Pfarrherrn zu dulden / vder von einem Ort zum andern jn tranferiren auß dieſer Vrſach / Ihr Gnaden mu⸗ ſten ſo wol (haben ſie offt geſagt) vor die armen Bawren / als Buͤrger vynd Edelleut heut oder morgen Rechenſchafft geben / wann ſie mut bẽ· ſen vnd vntuͤchtigen Pfarrhermbedacht wůrden. Sonſten iſt S. G gerrewenfleißigen Predigern / ſo ab SOt⸗ tes WOrt beſtendiz gehalten/ vnnd jhnen jhr Amnpt und Lcben ein Ernſt ſein lafften / wie auch getrewen fleiſsigen Schlildienern / ſchr ge⸗ neigt geweſen / dieſelben geliebt/ geehret / vnd gefötdert / vnd ſich milde vnd zutthaͤtig gegen ſie erzeiget / wie neben denſetben ond andern / anch viel Sxules ſe vmb der Lucheriſchen Warheit wiken jhre Oienſte hin vnd wider ſind entnommen worden/ S. G. geneigtes Gemuͤth vnd Gurtchärigkeit dißfals empfindlich geſpüret/ deſſelben auch reichlich Benoſſen, als die nicht allem von S G. muldiglich begabt / ſondern Ach vielmal ven derſelben wider khrlich vnterbracht vud beforderz ſeind worden. 3 Wie denn jnnerhalb zwey Jahren S. G fuͤnff vertrieben⸗ Miniſtros verbi Dirini, ſo ein gut Zeugnis gehabt / daß ſie in Lehr vnd Leben richtig auffgenommen / vnd in derd errſchafft befordere haben / vnter welche ich vnwirdiger mich anch zehle ohn was vor ſolcher Zeit mag zeſchehen/ vnd ärhn Exulanten begegenet ſein / daß alſo der wolgeborne vnd edle Herr bnd Graff /Sraff Wilhelm zu Schwarsburz vnd Hohnſtei /ete heiliger vnd chrlicher Gedächt⸗ nis / ein rechter Prieſter Freund vnd ſonderlicher Patron armer vn⸗ ſchuldiger vertriebener Pfarrherren geweſen / von welchen ſie in War heit ſugen konnen / wie der Heideniſche Poet ſchreibet. Tenh trepidi cen ſlun dulce carins. QMendere Da. SOtthat vns an dich gewieſen / daß wir Schirm und he vehdir finden ſelen. Welches ich neben andern mit den meinen G dauckl arinch 3 32 Leichpredigt. danctbarlich nachſagen muß. Gott der Hen vergelte es ſtiner Gn⸗ den reichlich in jener Welt / was ſie mir vnd andern in dieſer Weu auts gethan hat/ vnd neme dieſen Fautoren Nudioſorum, als der vns auß Chriſtlichem Gemuͤth auch auffgenommen vnd Herberge gegoͤnnet / wider auff in die ewige Hůtten. Haben Schnui oder Kirchen Diener ſollen angenommen wer⸗ den / hat S. G. vor allen dingen dar auff ſehen laſſen / vnd iſt diß S. G. erſte vnd vornembſte Sorge geweſen / daß ſie reiner Lehr zugethan / vnd tines guten Wandels ſein / damit ſie in Kirchen vnd Schulen viel gu⸗ tes ſchaffen / vnd die jhrigen nicht allein mit heilſamer kehr / ſondern auch mit Gottſeligem Leben vnterrichten / bawen vnd beſſern mochten/ S. G. Confeſtion vnd Glaubens Bekendtnus /darauff S. G. hat le⸗ ben vnd ſterben wollen / hat S. G. mit kigener Bandt / ſo noch verhan⸗ den / mit guten bedachtſumen Worten geſchrieben / Wie dann S. G. zum Schreiben vnverdroſſen geweſen / dieſelbe iſt heitwer Schrifft ge⸗ meß / ſo wol auch der Augſpurgiſchen Confeſoion vnd der Formulæ con- eordie welche nechſt der Bibei /den Schrifften Autheri / vnd der Aug⸗ ſpurglſchen Confeſsion das beſte Buch iſt / ſo wir in vnſern Landen vnd Kirchen haben / darinn die vornembſten Artickel Chriſtlicher Lehr auß GOttes Wort erdentlich zuſammen getrageu/ nuͤnlich vnd rich⸗ tig erklaͤret / vnd von allen Mißbraͤnchen vnd Irrthumen geleutert ſind⸗ darzu ſich S. S. allezeit bekennet / dieſelbe mit eigenen Haͤnden vnter⸗ ſchrieben / feſt darob gehallen / vnd die anordnung gethau⸗ daß ſic in alle vnd jede Kirche ſeiner Herpſchafft hat muͤſſen gekaufft werden/ hat auch alle Schul vnd Kirchendiener anß derſelben vnd nach derſelben eyaminiren laſſen / auch keinen gefoͤrdert / weder im Geiſtlichen vech weltlichem Stande /der derſelben nicht iſt zugethan geweſen / dabey S G.auch als ein rechter reiner Lutheraner beſirndis / biß an jr Ende ver⸗ parret/ mie hernach auß S. G ſeligen Abſchied wird oſſenbar werden. Ferner haben S G. die Armen geſpeiſet / getrãncket /bekleidet⸗ ynd vielen armen Kandern durch mide reichung der Stupendten zun Rudijs vnd anßtchlung des Lebrgeldes auff ehrliche⸗Handwerge geholf⸗ fen / Kirchen vnd Schuten haben S. G. erhalten helſen / wie vor au⸗ zen / Dann S. G. zu Erbawung dieſer newen Kichen / nicht ein ge⸗ ringes außgeʒhlet vnd gegeben: Vnd zweiffelt mir nicht / wenn . gnedige Leichpredigt. 33 gnedlge GOtt S. S. das Leben / wie wir ʒwar alle bedurfft/ ſenger ge⸗ friſtet / dieſelbe hetten es ferner an jhrer Beforderung nucht erwinden laſſen / vngeacht des groſſen Vndancks den S. G. dißfals von vielen hat ſpuren müſſen. GOtt der He / der ein Vergelter iſi/alles was man zu ſeinen Ehren / vnd zu Verrichtung des Gottesdienſt thut / er⸗ wecke andere Chriſten Hertzen / die ſich dieſes Kirchenbawes wetter mit ernſt annemen / damit er vollend / Gott u Ehren / vnd vns ſelbſten zum beſten hnnauß gefuhret werde. Was ſeiner S. Regierung betrifft /ſind jhr G in derſelben ſorg⸗ feltig geweſen / nach der Regel S. Pauli/ Rom. 1⁊. Regieret jemand ſo ſey er ſorgfeltig vndfleiſsig. Denn erſtlich haben S. G. dahin geſchen / daß die Vntertha⸗ nen zur Vngebühr / mut Dienſten / Stewren vnd Schatungen nicht vberſeget werden moͤchten. Iſt Zhewrung mit eingefallen / haben S. G. die Kornboͤden auffgethan / vnd allzeit das Getreidich den Vnter⸗ chanen auff borg nehet / als es auffm Marck vmb bar Geldt verkaufft worden / u kommen laſſen · Es haben S. S auch menniglich gehort / vnd nach Gelegenheir fůr ſich gelaſſen / Ja jederman die luſtitien mitgetheilet/ auch die Raͤhte embſig vermanet/menniglich die Billigkeit widerfahren zu laſſen. Sind wichtige Handel im Geiſtlichen vnd Weltlichem Regi⸗ ment furgefallen / ſo ſᷣnd S. G· ſelbſt mnt in die Canzeley zu Raht ge⸗ gangen / vnd als eine Gottfürchtige Chriſtliche Obrigkeit fleiſoig ge⸗ forſchet vnd gerahtſchlaget / wie ſie mochten alſo troͤrtert werden / das Glaub vnd gut Gewiſſen behalten wůrden. In peinlichen Sachen/ſind S. G. nicht Blutgierig geweſen/ ſondern haben ſich der Sachen beſchaffenheit mit fleiß erkundiget / vnd damit nicht z geſchwinde gefahren / auff daß dartun nicht moͤcht ver⸗ ſtoſſen werden / vnd das ſonderlichen zumercken/ hat S G. mit den armen Suͤndern groß Mitleiden getragen / auch offt zu den Raͤthen geſagt/ wenn jemand hat ſollen am Leib oder Leben geſtrafft werden / deß S. G. lieber etwas anders thun / als ſolch Werck ergehen laſſen wol⸗ ten / wenn nicht S. G. GOtt ernſtlich befohlen / daß Vbel anß dem Wege zu raͤumen / Haben derwegen ſich vornemet Schoͤppenſtuͤele Ertendtnis i ſchweren fellen befiſſen/ auch zum oͤfftern des gelindeſte E Vrtheil Trichpredigt. Vrtheil exequiret ) weil S. G. gewuſt / daß es beſſer vnd freglicher d⸗ miſericordia quàm de crudelit ate Rech nung zugeben / das iſt / S. G. wolten ſich beber durch Barmhersiakeit an armen Suͤndern / denn durch Tyranney vnnd Grawſamkeik verſündigen / wann ja eines ein ſolte. Es haben nuch S. G. dero Raͤthen mit Ernſt eingebunden⸗ die Leut mit Glumpff vnd Gedmir zu horen / ſie nicht fuͤr den Kopff zu ſtoſſen / auff daß ſie jhre Notturfft reden koͤndten: Ja allen mögl⸗ chen Fleiß anzukchren / damt ale vnd jede Parten un der Gůte von einander geſeßet / vnd micht durch weitleufftige Rechtfertigung mn verderben gerahten důrfften. Vher das / haben S. G. auch dieſes befohlen / wen S. G. zum then der Leute Hartuãckigkeit gewuſt/ wenu vbet Zuverſicht vnd maewandten Flet / die Parten in der zute nicht toͤndten von einander gebracht werden/ daß man die Sachen nemn ſchteunig Compromiß verfaſſen / oder doch den Proe eß ſchleunig be⸗ foͤrdern ſolten/ auff daß die Lites nicht immortales ſondern mortu- les wuͤrden / vnd damit die ſtit ia jhren Fortgang haben foͤndte / ha⸗ den S. G. es an Raͤthen vnd Gelaͤhrten / die ſolches verrichten moͤch⸗ ren / nicht mangeln laſſen / ſondern dieſelben mit groſſen Vnkoſten z3 wege bracht / vnd allzen dahrn geſehen / daß ſi Gottfurchtig / vnd rech⸗ rer Religion zugethan ſein mochten. Es haben S. G. anch Schreiber achalten / ſolch Juſtitien⸗ Werct dardurch zu befordern / damit memand ſich mit ſugen de pro- rracn oder denrgæta luhtitia zu beſchweren hette. Wie in aleichen S. G. auch niemands zu vngebuͤhr beſchweret / eder beſchweren laß⸗ ſen / Sondern dahin geſehen / auff das S. G ſo vtel hac imbecilli- tate hamana geſchehen tondte / auch in dieſem jhr Ampt recht ver⸗ richtete. Die Haußhaltung anlanginde / hat S. G. dieſeibe auff gur⸗ hertziger Lent Raht vnd Gutthaten wol / vnd alſo angeordnet / daß die vbrigen Brocken / nach dem Befehl CHRIſti / ſind auffacha⸗ ben/vnd jur Ehre GO Zies / Erbawung der Kirchen / vnd der Herr⸗ ſchafft ſelbſt zum beſten / die auch dadurch vorbeſſerung befunden / ſeind vngewendet worden. . Er ſ̃n — — „— Leichpredigt. 36 Es ſind aber S. G. nicht vnbarmhertzig gegen die Armen⸗ noch ſonſt filzig vnd karg geweſen / als die keinem Menſchen zu Hoffe einen Biſſen Brodts / oder Trunct Bier gegoͤnnet / Sendern haben die Baben G O T TE S/ vnd das ſtuͤcke Brodts / ſo S. G. GOT der Almaͤchtig beſcheret vnd gegeben / andern mildiglich mitgethet⸗ let: Haben ſich auch gegen Fuͤrſten / Herren vnd andere Leut / wann die — S. G. eingekehret / alſo erzeiget / daß ſie jhrem Stande gnug ethan. Deim Geſinde haben S. G. an nottuͤrfftigen vnterhalt nichts abgebrochen / ſondern wann es in den Eheſtandt getretten / noch darzu mit reichen Gaben bey geſprungen / auch ſonſten die getrewen Diener mit Huͤlff nicht gelaſſen / wie die wiſſen / ſo es erfahren. Iſt jemandes dieſes Orts trauck geweſen / vnd Labſal aus S. G. Kuͤchen / Keller vnd Apotecken begeret / iſt es jhme nicht verſaget worden / In Summa S. G. haben ſich in dero Haußhaltung / als ei⸗ nem fleiſsigen Chriſtlichen Haußvater geiemet / verhalten / vnd gegen die Duͤrfftigen gutthaͤtig erzeiget. Im Cheſtand / haben ſich S G. mit dero Gemahlinnen / ſo S. G zwey gehabt / als mit vorerwehnten vnſer vorigen Groͤffin vnd anedigen Frawen / Chriſtſeliger Gedaͤchtnis / ſo wol auch mit der Durchlonchtigen vnd Hochgebornen vnſer jtzigen betruͤbten Fuͤrſtin vnd anedigen Frawen / mit welcher S. G. anno 93. Nach dem S. G. faſt zwey Jahr en Wittwer gerveſen / alhier zu Franckenhauſen Bey⸗ lager achalten /jederzeit friedlich / keuſch vnd zuchtig gelebt / ja einen ſol⸗ chen Eheſtandt vor vnd nach gefuhret / daß anch einiger Wiederwill darmn uicht geſpuͤret / Sondern ʒwiſchen S. G. vnd dero beiden Ge⸗ mahlin vnus animus, C Vna anima, ein Hertz vnd ein Seel (alſo zu⸗ ſagen) biß ans Ende geweſen. Gegen Fuͤrſten / Graffen vnd Herren / c. Haben S. G.ſich zederzeit alſo erwieſen / daß S. G. keb vnd werth gehalten worden/ die auch dieſen S. Goroͤdtlichen Abgang mit vns hoͤchlichen betran⸗ ren. Die Vnterthanen Edel vnd Vnedel haben S. G. fanfftmůtia⸗ gelinde vnd gutthatig mit ſonderlicher Autoritet enandt: Die Raͤth vnd Dimer/ ſo fern ſie ſich der Gebuͤhr verhaltev / haben S. G. wie em Sij Vater Leichpredigt. Vater ſein Kind / geliebt / geehret vnd gefordert / vnd in Summa / es haben S. G. gegen hohes ſtandes Perſonen / deßgleichen gegen die/ ſo S. G. gleich / anch geringeres Standes geweſen / alſo jederieit verhal⸗ ren / daß ich gewiß bin /es werde menniglich mit S. G zu frieden gewe⸗ ſen ſein / vndmit vns derſelben todtlichen Abgang hoͤchlich betrauren. In Crentz vnd Widerwertigkeit/ deren S. G. nicht wenig ge⸗ habt vnd außgeſtanden / ſeind S. G. gedůltig geweſen / dem licben Gott ſtill gehalten / vnd nicht wieder jhn gemurret/ ſondern allzeit geſagt/ Ich muß das leiden / die rechte Handt des Höchſten kan al⸗ ies endern. Item / Haben wir guts empfangen / warumb ſolten wir das boͤſe nicht auch annemen. Wie wir zum cheil in der Predigt ge⸗ hoͤrt / vnd jetzo bald weiter vernemen werden. Zum Friede iſt dieſer Herr geneiget / aber Sunden vnd Laſter ſpinne feind geweſen / ſonderlich dem offart /Lugen / Fluchen / Schwe⸗ ren / Vnzucht vnd Vollerey. In Summa /er iſt geweſen àmator vir- tulum ꝙ oſon vitiorum Ein ſoicher Herr / der Tugend geliebt / vnd La⸗ ſter gehaſſet hat. Vnd ſo viel von S. G. Ankunfft/ Geburt / deben vnd Wandel⸗ Daranß genugſam erſcheinet / daß dieſer vnſer anediger Graff vnnd Herr /loblicher Gedãchtnis / ein recht Chriſten Hertz geweſen / welches jhm in ſeinem gantzen Leben / Gottes Ehr vnd Furcht /Tugend vnd Er⸗ barkeit / Zucht vnd Billigkeit zum hochſten hat laſſen angelegen ſein: Welches denn eine beſonder Gabe vnd Gnade GOttes / vnd wol dan⸗ ckens werthiſt / wenn Gott einer Stadt / einem Lande einen ſolchen D⸗ berherren vnd Regenten gibt / der vor allen dingen auff SOttes Ehr vnd der Vnterthauen Gedeyen ſihet/Tugend vnd Gerechtigkeit liebt / ſchůtzet vnd handthabet. Aber jhr viel vnter vns hahen es nicht erken⸗ net /noch Gott fur eine ſolche Chriſtliche Obrigkeit gedancket/ſondern ſind jhm mechtig vndanckbar dafur geweſen / vnd ich achte/ wenn vns Gott ſelber enen Oberherren vnd Regenten nach vnſerm Willen ver⸗ machete / ſo verdienerer doch keinen Danck beybns. Was ſaget aber bie Schrifft? Das Vnglůͤck / ſpricht ſi / ſol von dem Hanſe des Vn⸗ danckbaren nicht weichen / Prov· 1. Iſt denn kein Mangel noch Ichl an dieſem Herren geweſen? Vnd hat des Lobens tein ende / werden jhr viel jeno denckeni * ich enn Leichpredige. 37 denn dieſer meiner Rede vnd Prediat halben Richter gnug haben wer⸗ de) Iſt es denn eitei Tugendt / vnd alles lobluch / vnd keine Sunde an ihm geweſen? Ja hore / wo iſt ein Menſch der nicht ſündiget? Auch die Heili⸗ gen ſind nicht ohne Mangel / a die Himmel ſind nicht reifuͤr GOtt: Sage ich doch mucht / daß dieſer vnſer verſtorbener Herr/ ſeliger/ganß vnd gar Engelremn / vnd durchaus ohne Suͤnde geweſen. Fůr der Welt iſt er ſtinem euſſerlichem Stande nach / del vnd wolgeboren / aber dem Zuſtande ſeiner Seelen nach / iſt er ſo wol in Suͤnden empfangen vnd geboren geweſen / wie andere Menſchen / hat auch ſolche angeborne Sůnde mitteglichen Schwacheiten / Maͤngel vnd Gebrechen geheufft vnd gemehret / Aber wie dem allem / ſo hat er doch den rechten Adel fuͤr Gott wider erlangt durch die D. Tauffe / durch welche er new geboren worden zum Reich Gottes / der jhn auch zum Kinde vnd Erben ſeines Reichs auffgenommen (wie er ſich deſſen fur ſeinem Ende getroͤſtet) vnd hat ſeine Suͤnde / Maunel vnd Gebrechen mit ſeinem Gnaden⸗ mantel bedeckt / vmb ſeines lieben Sohns Chriſti vnſers Mittlers wu⸗ len. Derwegen ſollen wir ſie auch zugedeckt laſſen / vnd ſie S. G. nicht auffrucken / All diewe S. G. ſolche jhre Maͤngel vnd Gebrechen tag⸗ uch erkandt / daruber geſeufftzet / vnd ſie Abends vnd Morgens dem lie⸗ ben SOtt / auch offt mit Threnen abgebeten / ſich auch etwa acht oder nenn Tage vor jhrem ſeligen Abſchied aus dieſer Welt / mit GOtt ver⸗ ſohnet / vnd Vergebung ſolcher Sunde vnd Schwachheit von dem lie⸗ ben Gott erlanget hat. Sollen demnach dieſelben vergeben ſein laſſen / vnd das gute / ſo vns zum Eyempel / Vnterricht vnd Nachfolge dienen tan / von ſolchen getaufften /glaͤnbigen vnd Gottſeligen Chriſten / denen jhre gute Werck auch nach jrem Abſchiede billich nachfolgen / apoc.i4· růhmen / Wie Syrach im 44. Cap ſeines Buchs / die loblichen Tha⸗ ten der heiligen Männer GOttes / mit ſonderlichem Lob erzehlet / jhre Gebrechen aber / als die jhnen auß Gnaden vergeben ſind / durchaus ge⸗ ſchweiget. Se viel habe ich ʒwar ven S. G. loblichen Wercken vnd ugenden nicht erzehlet. S. G. haben noch mehr loblicher Werck ge⸗ chan / die weder ich / noch ein ander / wenn er gleich der beredteſte Orator vnd Redner were / nach Wirden gnugſam wird erzehlen koͤnnen. Solches ales aber / was bißhero von S. G. Leben vnd Wan⸗ Eiij del iſ V 6 * dl iſt erzehlet worden / gehoret nur zu dieſein Leben / vnd bleibet drin⸗ nen. Darumb laſt vns ſchleßlichen auch achtung geben / aufſ den Ab⸗ ſchied dieſes vnſers keben verſtorbenen Herren / vnd Landes Vatern/ Chriſtmilder vnd wolloblicher Gedãchtnis / denn ſolch Stuck/welches fur das vornembſte S. G. Curriculi rit ſoll geacht werden/ gehoͤret auch zu jenem Leben / dieweit des Menſchen Todt ſein Juͤngſter Tag it / wer da im Glauben an Chriſtum abſiurbet / der koͤmpt nicht ins Ge⸗ richte / ſondern iſt vom Tode zum Loben hindurch gedrungen / Joh. j. Damit verhelt es ſich nun kurtzlichen alſo. Nach dem S. G. ſich faſt ein gantzes Jahr anſſerhalb jhrer Herrſchafft enthalten můſſen / wegen der betrubten Sterbenszeit / dar⸗ uͤber S. G. offt geklagt / haben S. G. entlichen zu den jhrigen zu zichen gros verlangen gehabt / wie etliche S. G. Schreiben außweiſen Sins derhalben den 23. Septemb. von Rudelſtadt auffgebrochen / vnd wider nach Hauß geeilet. Es haben aber S. G ſich den Zag uvorn erſt mit Gott verſoh⸗ net / vnd foͤrder den ⁊. Septemb. auff dem Stranßbera in S. G. Be⸗ hauſung antommen / wie ſich aber S. G. etwas vnpaßlich befunden / haben dieſelben den Heff Apotecker Daniel Lindeman/ ſowol auch KM. V vendelium Thall Medicum⸗ den 29. Septemb. zuſich fordern laſ⸗ ſer / da S. G etliche medicamenta ſo viel ſich hat leiden wollen / adhibi- ret worden: dahero man jmmer der Beſſerung gehoffet. Als aber ae⸗ dachter M. Lhall zu S. G. in die Kammer kommen/ haben hm S. G. die Handt geboten vnd geſagt: GOtt der Akmaͤchtige hat mich mit Leibes Schwachheit angegriffen / wil aber dem lieben GOtt ſtul halten / dann da ich von dem lieben GOtt das qute empfanaen / war⸗ umb ſolte ich das boſe auch nicht annemen? Auß welcher Rede zuſpů⸗ ren / daß ſich deſer vnſer anediger Herr/c. alsbald mit warer Gedult dem gnedigen Willen GOttes vntergeben. Nach dieſem iſt bey S. G mit Labſalen zur Qnckung angehalten worden / vnd als das Reiſ⸗ ſen vnd die Schmerzen im Leibe ſich wider erregt / haben S. G. jhre Betbuͤcher herfur reichen laſſen / vnd begeret mit den Vmbſtehenden zu beten / da dann S. G. ſelber auß des Habermans Betbuͤchtem die Gebetlein / ſo vor Krancie geſtellet / mit groſſem Eiver vukAndacht geleſen / e — „ „ „ — Teichpredigt. geleſen / Vndda die Schmertzen etwas groͤſſer worden / haben ſich S. G. jum lieben Gott gewand / mit folgenden Worten. Allmaächtiger barmhertziger Gott / ich ſage dir Lob vnd Danck/ daß du dich mir zum Vater gegeben(vnd biß anhero erhalten haſt. Ich weiß daß du mem gnediger Vater biſt / vnd ſch dein lebes Jind / wel⸗ ches du zu demner groſſen Herrligkeit erloͤſet vnd etkaufft haſt / du haft geſamt/ Ruff mich an in der Zeit der Woch / ſo wil ich dich erretten / vnd du ſolt mich preiſen / Ich bute dich / ſihe mich an in metnen groſſen Let⸗ ves Schmerßen / vnd wende ſie zu deines heiligen Namens Lob vnd Eh⸗ re / vnd zu meiner armen Seelen Seligkett / verlethe mir Gedult / vnd ein ſeliges Ende/ du haſt mich n demem Gnadenbund in der ·P. Lauffe auff vnd angenommen / des troͤſte ich mich / ich bin muit dir verennget⸗ denn dein Leib vnd Blnt iſt mein Speiß vnd Zranck / das wird mich gewiß erquicken in das ewige Leben. Ans dieſem ſchoͤnen Gebet erſcheinet ama am / wie ſich dieſer vnſer verſtorbener Herr Goͤttlcher Gnade vnd Verheiſſung / daß Gott un Gebet vnd Noͤten Erhoͤruna vnd Rettung zugeſagt /hat wiſſen zu troͤſten: Anch wie er GOit vmb Gedult vnd ein ſeliges Ende ange⸗ ruffen / welches denn eines Chriſten hoͤchſte vnd vornembſie Bitte ſein ſoll / in maſſen Lutherus ſeliger ſagt/ rom. g fol. 359. Man ſoll das gantze Leben G Dtt bitten vmb ein ſeliges Stündlein: Wie er ſich auch der beiden Sacrament Lanff vnd Abendmals / welche vnz der Kindtſchafft vnd des Erbes des ewigen Lebens gnugſam verſi⸗ chern / ſo vernuͤnfftig erjnnert / vnd ſich mit ſeinem Hertzen feſt daran gehalten / vnd Lroſt vnd Erquckung darinn geſucht hat. Wer GOT⸗ tes WOrt alſo lernet vnd practiciret / vnd die H. Sacramenta fur ſolch Mutel helt / die jhn erquicken vnd erhalten koͤnnen ʒum ewigen eben / der iſt wol zur Kirchen gangen / vnd hat das WOrt GOttes nicht vbel ſtudieret / iſt wol hier geweſen / vnd kau vnd wird nicht vbel fahren. Vnd als der Medicus hierauff S. G. angeredet daß Gott S. G. groſſe gedult in ſolchem Crentz verhehen / hat Ihr G. geant⸗ worttet Ja ich dancke meinem lieben Gott dafuͤr/ wil jhen auch mit Gedult anbhalten / der liebe GOtt wolle es mit mir machen / doß ſeine Bůte hoch gepreiſet werde/vñ hat weier lateiniſch zu jmn Aſier⸗ diligt ————— Leichpredigt · diligit Dominueum etigat; Das iſt / welchen der Hedlicb hat/den ſtraffet er. Darauff S. G. geruhet vnd ſtill geweſen biß gegen Abendt / da hat dieſelbe ein Weinſůplein ju jhr genommen / dauon die Vmbſichen⸗ den Hoffnung geſchöpfft/es ſolte kein Noth haben. Weil aber S. G. wegen der laugen Schmerten vmbↄ Vhr wider etwas matt worden / haben ſie begeret von den Vmbſtehenden / ein Vater Vnſer mit jhr zu beten / als ſolchs geſchehen / iſt S. G. den Anweſenden vnter den Haͤnden in einer Ohmacht alle erkaltet / da alß⸗ bald der Apotecker mit warmen Tuͤchern vnd reiben angehalten / biß S. G. wider zu ſich ſelber kom̃en / da ſie ſich denn alßbald vieler Sprů⸗ che erjnnert / Als Johan. z. Alſo hat Gott die Weltgeliebet /?. Johan. n. Ich bin die Aufferſtehung vnd das Leben / 7. Jehan. 2. Warlich ich ſage euch / wer mein WOrt helt /. Fehan. 10. Meine Schaafe hören meine Stimme / vnnd ſie folgen mir / vnd ich kenne ſie / vnd gebe jnen das ewige Leben. Eſa. 49. Sihe in meine Hande habe ich dich gezeichnet. Item Eſa. z6. Gehe hin mein Volck in eine Kammer / vnd ſchleuß die Thuͤr nach dir zu / verbirge dich ein klein Augenblick / biß der Zorn fur vber gehet /7 Welchen Spruch S G. erſt latemniſch zn recitiren angefangen /hernacher vollend dentſch außge⸗ bett/ Vnd Phil. 1. Es liget mir beides hart an / imFleiſch oder auſſer dem Fleiſch zu leben / du Hgrt weiſt was mir ambe⸗ ſten iſt / dein Wille geſchehe / habe ich guts empfangen (Wel⸗ che Wort S. G. zworn auch / vnd ſonſten offt im Munde gefůhret) warumb ſolte ich das boͤſe nicht auch annemen / der HERR hats gegeben / der HœRN hats genommen / . Hat ſich auch mit lachendem Munde zu dem Apotecker gewand / vnd zu jhm geſagt / wie ward mir ſo wol / kondtet jhr mich nicht laſſen ruhen / Ich habe ſo wol geſchlaffen / vnd war ſchon nicht mehr in dieſer Welt / ob wol S. S. nicht geſchlaffen hatten. Darauff der Apoteeker S. G. viel ſcho⸗ ner Spruͤche erjnnert / welche S. G. dem Apotecker auß dem Munde genommun / vnd ſelbſt erichlet/Als 1.Joh. 1. Das Blut /c· Rem. 2. Wer — — o S. i e ſelben ganz vnð Pr aüßgeſungen. Wie in gleichem auch den Geſans/ F Leichpredigt. Wer wil die Außerwehlten Gottes beſchuͤldigen. Rom. r4. Vaſer keiner lebt jhm ſelber. Vnd hat drauff anß dem v. Pfahn Lateiniſch geſae / Non moriar, ſed viuam. Hierauff der Apotecker S. G erinutt/ob ſie etwas richtig ju machen geſinlet / ſo moͤchten ſie ſoiches im Namen Gottes thun / denu ſie ſchen / daß S. G. ein ſchwa⸗ cher Herr weren/ darnuff S. G. geantwortet/daß ſie gar nichts wuͤ⸗ ſten / noch jn beſtellen hetten / denn S. G. Ihr Teſtament allbereit ge⸗ macht / darauff ſie beruhen wollen / vnd ſolte daſſelbe Ihr letter Will ſein / haben auch die / ſo gegenwertig geweſen / ſemptlich erinnert/daß ſie deſſen wolren Zugen ſein / ſo wol auch Ihrer vorigen Bekenntms / daß nemlich S. G.auff Chriſtum der jhn mit ſeinem Leiden / Sterben bnd Blutwergieſſen erlsſet /leben vnd ſterben wolten. Nach welchem ſich S G. ju der Hochacbornen Frſtin S. G. Gemahlin / die betruͤbt vnd trawrig fuͤr S. G. geſtanden / gewandt/ vnd derſelben die Hand / vnd gute Nacht gegeben / mit dieſem anhangelda S. B Ihr / Seiner lieben Gemahlin / jraend vnwiſſend were zu wider geweſen/ ſo wolte ſie ſolches Ihms verzethen / welches Ihr Z. G. gleichfals auch von Ihm gebeten. Da ſind wol vul heiſſer Zhrenen vergoſſen/aber daß eines dem andern ſolte zuwwer geweſen ſein/ daruoniſt nichts gehoͤrt worden. Ferner hat S. G. auch dem Wolgebornen/c. Graff Otten von Manßfelt die Hand gegeben vnd geſagt/ Nun lieber Graff Otto / zu quter Nacht / es gehet an ein ſcheiden / Seßnleichen S. G. dem-Her⸗ ren Cantzler auch acthan / vnd ſich gegen demſelben bedancket fur alle ſchuldige vnd gefliſſene Dienſte vnd Trew / vnd die Rechte Hand auff⸗ geworffen vnd gieich lachende geſagt: Was Todt⸗ Was frag ich nach dir vnd dem Teuffel? Er wolte mich gerne plagen / aber er hat kein theil an mir/ erinnerten wider jhres vorigen Bekenntnts zeuden zu ſein / vnd ſagten / hierauff wil ich feſt ſtehen / leben vnd ſterben / vnd ſo ich hieruͤber auß bloͤdigkeit / chwachhen oder jrruns / dafur mich der liebe Gott gne⸗ dig behůten wolle/ durch anſtifftung des Teuffels anders reden wüͤrde / ſolt jhr ſolchs für nichtis / vnkreſtia / vnd vom Boͤſen erdicht / halten: Vnd ſagten weiter: Ich wil mit frenden ſterben / darumb bitte ich /Ihr wollet wr alle heiffen ſine. Haben drauff angefaugen / den herrlichen ſchoͤnen Geſang Mit fuled vnd freud ich fahr dahin /c vnd den⸗ Mu — — —— ——— ⸗ ——— 8 Lichyrebigt. Mit Fried vnd Freud ich kahr dahin ꝛc vnd denſelken ganz vi gar außge ungen Wie in gleichem auch den Geſana / Wott der Va⸗ te wohn vns bey / 2c. welchen S. G. mit verſtändlichen tentſchen Worten auch außgeſtngen. Vnd wie der Apotecker nach dieſem S. G. den Glanben vns das Vater Vuſer fuͤrbeten wollen / haben S. G:geantwortet Ich wil es allein beten / vnd alſo mit gefaltenen Henden den vmbſtehenden den Glauben vnd das Vater Vnſer vorgeſprochen. Hernacher das Lied gebetet: HERR Iheſu Chriſt war Menſch vnd Gott/ vns drauff geſagt: Chriſtus iſt mein Leben / Sterben iſt mein Ge⸗ winn. Bald nach dieſem haben ſich S. G. wider hernumb gewandt/ vnd als S. G. die hochbetruͤbte Fuͤrſtin mit ſchmertzlich / ſchnlichem wemen hat ſehen bey Im ſtehen / hat S. S dieſelbe wider getroͤſtet / vnd acbeten / ſie wolte doch mit dem Willen Gottes ju frieden ſein / vnd S. G. gonnen / was Ihr Gott gan. Vnd drauff ferner geſagt. Es iſnoch vmb ein kleines zu thun / ſa wil ich ſein in ſolcher Irende/ die kein Ange geſeheñ / tein Ohr gehoͤret / vnd in keines Menſchen Vert kemmen iſt/ wer weiß wie lang wir von einander bleiben im EwigenLeben(vyd mit lachen ferner geſagt)da wollen wir erſt froͤlich ſein. Vat ſich drauff zu dem Wolgebornen Graff Otten von Manßfeld/x vnd dem Herrn Cantzler gewandt / ſein voriges Bekentniß widerholet/und jhnen ſein ſebſtes Gemehl befohlen / derſeben mt raht vnd huͤlff beyzu pringen/ welchs ſie beyde / offternenter Graff Stts / ic. vnd der Herr Canzler mit allem Fleiß / nach jhrem hoͤchſten vermoͤgen zu thun zugeſagt. Vnd als wolgemelter Graff Otto / c. S. G. gefragt/ob die⸗ ſelbe ſchlaſſen mochten / haben S. G.geantwortet / Ja ich wil bald ein ſeligen Schlaff thun / vnd drauff gefraat / wie viel der Seiger geſchla⸗ gen / darauff S. G. berichtet worden / Es werde bald . ſchlagen. Da mſi S. G ſtill worden / vnd weil S. G. die Rede algemachlam entfal⸗ len / hat man Sie noch einmal jhres gethanen Bekentniß erinnert⸗ vnd gefragt/ Ob S. G. drauff ſterben wolten / haben S. G. noch mit deutſicher Stimme daß es alle vmbſtchende gehoͤrt / Ja geſagt / welches S. G letztes Woit geweſeu. . Iſ — — — — „ — — — — —— — — — 1— — ſt aiſs S. S ohn einiges zucken oder vngeberde in GD2 ſeliglich entſchlaffen /den letten Septembris/bald nachr⸗ Vhren in der Nacht / ſeines Aiters im s4. Jhare/ nach dem S. G. nach dreyen Tagen / wenn SOT der Allmechtige derſelben ſo lange das Leben gefriſtet /ſeinen Geburtstag erreichet hette / denn S. G. den 3. Oetob. wie zuuorn gehoͤrt / Anno 154. auff dieſe Welt geborn worden. . Hat demnach / wie gemelt dieſer löbliche vnd Wolgeborne err / in Chriſto ſeliger / weil er Chriſtlich / loblich vnd wol gelebt/ Chriſlich/lblich vnd wol regieret/ſeine Regierung vnd LebenChriſt⸗ uch / ͤblich vnd wol beſchloſſen / vnd die Alten Verßlein erfuͤllet: viue DEO ꝑratutoti mundo tumulatu⸗ crimine mundatuſemper tranſire paratu. Das iſt / Gott allein ſolen zu gefallen lebenꝰ Der boſen Welt thu widerſtreben/ Auch dein Hertz machn von Suuden rein / Auß dieſer Welt zu ſcheiden bereit ſein. Ach wie gern hette diß Edle Hert erleben moͤgen / daß dieſer Kirchenbaw verfertiget/ der rechte ware Gottesdienſt (daran dieſer verſtorbenerHerr ſeliger/ ſonderliche luſt vnd gefallen getragen)darin⸗ nen geyflogen / vnd das reine Wort Gottes/neben den H. Sacramen⸗ ten / wie inuor / were geprediget vnd gehandelt worden Wie hat er doch angeregt vnd auregen laſſev / daß dieſe Kirch vnd Tempel moͤcht verfer⸗ tiget werden / Ja hat das einige mit dem Konige Danid hertlich ge⸗ wůntſchet vnd begeret / Pſal.⁊· Eins bitte ich vom Hetru/das hette ich gerne / daß ich bleiben moͤge im Hauſe des HErren mein lebelang / zu ſchawen die ſchönen Gottes dienſt des HErten vnd ſeinen Tempel zu befuchen Aber das einige / hat S. B. hier in dieſer Welt nicht widerfahren moͤgen. Ein beſſers aber iſt derſelben begegnst. Si Denn Leſchptedigt. 8 45 —— Leichpredig. Denn ob wol dieſer Wolgeborner vnd Edler Herr/ſeliger/der Predigten / ſo kuͤnfftig in dieſem newen Lempel geſchehen moögen / durch den zeitlichen Todt beraubt iſt / vnd derſelben keine anhoͤren wird/ ſo iſt doch S. G. erloſete vnd gehetliazte Seel / nuhmehr ſilbſt ein Tempel vnd Wohnung der hochgebenedeyeten Heiligen Dreyfalrigkeit / vnd ſiit in ecleſia triumphaute vnter den heiligen Engeln vnd Außerwehl⸗ ten Gotieb / vnd horet Chriſium den Sohn Gottes / den rechten Him⸗ liſohen Hratorem ſelbſt/von den Magnalibu aKerijs Deuvon den Goͤttlichen Wundern vnd Scheimuſſen / ſo wir in dieſer Sterbligkeit nicht vollig haben erreichen noch verſtehen koͤnnen / vollkommen reden / vnd nemen S. G. nicht alle Graffſchafften / die in der Welt ſein /Ja nicht zehen Welt/ mit alle jhrer Eht vnd Herrltakeit / vnd kemen wider in dieſe arge / muͤhſellge / ſchnůde vnd verkehrte Welt / ſo groß iſt Ihre Frende im Hummel / welche Freude wir S G. der Seelen nach billich goͤnnen. Vnd weill vor alters bey den Heiden vnd Papiſten der Ge⸗ brauch geweſen / wenn man etwa ein newen Tempel / Capell oder Altar eingewechet / daß man etwas / als ein ſonderlich Heuthumb /in oder bey den Altar ſolcher Kirchen / in dieſes oder jenes Goͤßen vnd Heiligen namen zumwigen gedechtnis eingelegt vnd eingeſchloſſen / welchs doch bey den Heiden ein Abgoͤttiſch Werck / vnd bey den Papiſten / als die ſolchs ſchendlich nemßbraucht /nicht viel beſſer geweſtn. Als wollen wir in dieſer hochbetrůbten /trantigen Einwechung dieſer newen Kir⸗ chen / Im namen der Hochgelobten Eiigen Dreyfaltigkett / Gottes des Vaters / Sohns vnd Heiligen Geiſtes / dieſes vnſers lieben verſtor⸗ benen Landes Vaters / vnſers Gnedigen Herren / Heiligen Leichnam zum ſteten gedechtnis bey dem Hohen Altar / n ſein Schlafftämmer⸗ lein hinterlegen / vngezweiffelt / dieſer ſein getauffter / vnd mit dem them⸗ ren Blut Iheſu Chriſtt beſprengter Coͤrper/ werde fuͤr GOtt herliaer vnd hoͤher geachtet ſein / dennalles vermemte Heilthumk / ſo die Hei⸗ deu vnd Papiſten / ohn Gottes Befehl vnd Willen / in jhren Kirches vnd Clanſen hinterlegt haben. Denn es heiſt ja: Mors in conſpeu Dominiprecioſa piorum. Das iſt- Der Gleubigen vnd Fromen Todt / Iſt werth fůͤt vnſerin E RRE Gott. Derſelbige ichpredigt. Derſelbige Hedin vnd Gott/der die Seele dieſes vnſers Gne⸗ gen ⸗Herren in ſeiner Hand hat / wolle dem Cérper/ dem wir jeßo die lete Ehr erzeigen / an jenem Tage auch froͤlich hernacher heiffen / vnd vns / die wir vnſer letztes Stůndetein noch fur vns haben / ein bußferti⸗ ges Hert geben / auff daß wir vnſer Sunde/damit wir dieſe vnd andere Straffen berdienet / erkennen / vnd ſeinen Zorn gnediglich von vns ab⸗ wenden. Er wolle vns auch ſein liebes Wort ferner lauter vnd rein fur⸗ tragen laſſen / vnd gnediglich verhüten / daß dieſe newe Cantzel / kein Pa⸗ prſt/kein Caluiuiſt/noch einiger Schwermer in Ewiakelt beſchreiten vnd betretten moge: Wie er dann nicht wemgers vnſere betruͤbte Gne⸗ dige Herrſchafft/ſo wol auch die hochbetruͤbte Witwe/ynſer Gnedige JFuͤrſtin vnd Fraw/und das gauße loͤbliche Hanß Schwartburg/ in dieſem hohen Creutz vnd Betrübrus durch ſemen Hiligen Geiſt ſter⸗ cken vnd troͤſten /hnen Gedult vnd beſtendige Geſiundhet / neben zeitli⸗ cher vnd ewiger Welfart verleihen / vnd in Summa / vns allen hoch vnd midrig / geben wolle/ nach ſeinem Wert Chriſtlich in leben / ſelig zn ſterben / vnd an jenem Tage frolich wider auffzuſtehen zum Ewigen Le⸗ ben / vmb ſeines lieben Sohns Iheſu Chriſtivnſers Heilandes willen / Amen / Amen. Wer das begeret /der bete mit mir von hertzen ein heiliges/ Au⸗ dachtiges Vater Vnſer/c. Fpicœdia —̃— L. S — — — — 5 2 — — — — e BpIcOpPIR scRPTR In obitum ILLVSTRKIS AC GENE⸗ ROSI COMITIS KC DOMINI, DOMINI WILRELMI, Ac. RO0M. IMPRRII coMITIS COM I zö 3 Swartzburg G Hohnſtein⸗Pomini in Arnadt Sondershuſa, Leuttenberg Lohra &. Clettenberg e. quiplacide ex pac vita deceßit; Anno chriſti 159 8. die ultimo Septembris Anno etatß ſue 64. Ce. Ic SW RT?3VRcIAcVS GVILIELMVIR an occu- bat AT I. As2 2 vvere qui dignus ſecula multa fuit. Exanimo veluti IosIAs alter amavit VERRBVMCRRISTE̊ tuum; fancte LvTRERn tuum: Inde ſũos Myſtas iuſſit ſubſcribere LI3Ro⸗ FoRMVL4 cui GoncokRs nomerhabere dedit: PRINcIprBvs, PycIBVSq; VIRIS Germanidos oræ Inter tot C & MITVM lumina carus erat; Haud fingo quicqũam, DoMVS eſt AMs yAcCRTA Teſtis LVN3VNCERSIS GERSquoq; reſtis erit: Ipſe PArERPATRIL4 fuit utq; TIRERIVS olim Sic PAs r oR fido pectore pauit OvEs. Quoscunq; eſuries, vel dira egeſtas, Exilium PATRXA quoſq; fugãrat humo, His His dedit hoſpitium, bona plurima contulit illis: Eſt mea quæ nunquam Muſa referre potis: FRAncvSAKMoORvM fſacram ceu GoNpIToR ædem Erexit, magnum eſt quod Pictatis opus: luſtitiæ ſtudioſus erat, mala punijt acris, Sed bonus exhibuit præmia multa, honis. Ergò quis HoRNsTRno, pro tanto munere, grates HERor, meritas officiofus aget? Repperio nullum? ſed ſolus IOv A rependit 5 Nunc GERERosE CoMEs, munera digna, tibit ProTERRA CoRLvM pro paruo temporis uſu Eternæ vitæ gaudia inagna dedit. Tu nunc CRRISTE potens mortis devictor & orci: Fac quoq; nos fuperi regha tenere poli; vorA VaLERr: quarè referentes munera laudum Tollimus ALME pEvsnomen ad aſtra tuum-. acobut VVonna Rccleſiæ Franeohu- ſune Hmſtes. e e n Pite nune gemitis, laerymat nune fundite eune! chriſtiades plandu ingenti pia funera flete. M Namq; Pater patriæ G VILBLMvS ꝙ inchtus Heror ee coMes ilſtri ScHVVaRTZBvRGVS, ſda columns S nperiſ jacet immaturd morte ſolutus. ne hyta quen Virtis quem elarum Momen Avorim * Patulit Stirpis laudatæ Inſiguis clara: Muie, pietas cordi fuit inviolata, Fideſqʒ Relixionis amor, Cultu rediq; boniq; Maxima cura fuit ſummum coluiſſe 1E HOVAM. Biblia (quod mirum eſt) verſabat nocte dieq; tiuc guinæ vd tutun ſeſe counertit alm Hæe ſtatio vite ſemper fuit, hæc cnoſura⸗ Roc iter ad cœlum quo pergerc poſſe ſeiebat Roc ægræs ſacro repulit medicumine curas Pæmonis atq; aſtus aniniq; gravumina multa. Sic verbum CHRiSTifovit, verbiq; Miniſtros Munifcd dextrẽ relevando Templa Seholaſq; præterea nunquam Studioſis dona hegando. Maud ergò immeritòtantum ploramu adenptun Neroẽm ac Dominum tantis Virtutibus auctum· kheu nos miſeri medijs in flactibꝛs Orbis Hegimu e vurijs jadamurubiq; pericli: Kaufraga eeu rapido qu⸗tur in æjuore Gmba⸗ pulſaq; diſijcitur Recore orbata; erito; Sit nos hac triſti lacrymarum valle rotamur⸗ Duc imus e lacito ſuſpiria pectore Multa, Dum Nauc leris abeſt limina morti adivik. Quid verò in tauto rerum diſer immne agendum RMum diſperandum⸗ mimn imẽ: Sed Sumini iram Quicʒ pijs voti dilqti ihomine Chriti⸗ xledere, & ßiaus poſied reſipiſcere labe Piſeat quõ merita vertaht plà duhn pœrnu⸗ Interea tales non invideamus honones Magnanimo Heyoi GVILELAMO: nanq; ſolutu corpori, ey vincliz exutis piritus/ alte Incolit exultans pa labia cœlica mentes Angelicas inter/ ſuuuiß ima gaudig carpit Gaudia (erede mihi) nullum peritura per xuum⸗ 1lie æterno jam fulget honore beatu⸗ colloquioq́; DE1 quem peckore ſuſpiravit Mune fruitur/ ſi mper Maleſtatemq; verendam Aſpieit, autorem vitey fontemq; ſalutis. rrgo quieſce dolorꝰ triſti querimonia ceſſa. Interea rorpus tumulatum in pace quieſcit Sub gelido ſaxot tuba quando noul ma elanget⸗ xoblſiu ſurget tanden Phœbiq; colorem vmnceticimq; animi C HKISTO fungetur! ESV. At tu vora DI Soboles ð cRKlsTE Redemplor Mſtret Muſtrès eohitet Seneroſo z ſanguins katos, ch vvakRTzEhß vKS1A cZE gentis plantarid vluun Prokege, conſerv« tu Plamine dirigs ſacro, vt tia verba colant & Pognata ſacra propagent⸗ iſtitiæq; deeu⸗ defendant Marte togaq;; vdce ſub Morumpia turba ut dedita C RRK 1570 Tranquille vivat donee ſuper æthere cuneii Cantemus grates 1oVMEy laudeſe; perennes. Pijs Manibus parentans ſubiectiſſimẽ appoſuit Thomu Cuntiun paſtor Bſperſtadenſis. 3 „F 5 5 3 F E — S — K V 5. TDvs, E CxSA1medih Orhem Os3* 2 gubernant⸗ CKxSAR ÿjure FoRr, Vure DREvs 3 Pol. Vnmde MprIS urM, Poliq, Foriq Hic ſuit; ah Fato deſyjt eſe GoM s Romani regni ſuit i ObuESAh bVM⸗ ure Pori coluit ſu Regimen, Cælſu regui fuit uog; GvLoRE aucior⸗ Vure poli coluitjus. Regimenq Pol. Hinc pro JxsrIxIA era E PEArE reporiał Pramis digia polo premin Min⸗ Foro: G Eternan Elernam laudem dat Caſarin orle ſroq⸗ Fternam viſtam dat DE V pſe polo: Hæc Vucceſpres qg pramia digna manebunt, KNERKBVM Dommi, JVSTITIAMꝙ colent. Generoſi p. m. Morti; luſtitiæ & reiligionis Sorti lllactymans, fudit hoc heptaſti- chon M. 10han: Caius, Meandrin⸗ Scholæ Rector. ——— — e 8 8 2 — 1 V D. Rbem quæ faciunt beatiorem-, Er Ciyes etiam; Viator, hæc ſunt: S Princeps, qui PIxTArE flagrararæ; EEr, qui flagrat A34 0KE ſubditorum. B FKAMRKENHVS4 Multis Vrbibus atq; cive multo; TALI, quæ DoMINo potita vivo. Hinc KTRISTIOR ila FRAMKENHVSA5 TA(proh dolor )orbaPA r REfundo. Oæterùm DoOMILNMI, &PATRISWILHELM Sanctis manibus optat Vrbs quietem-; Et ARIS fimilem fide PATRONVM„ EtFocs fimilem fide PARENTEM. pakri palriæ. bont meritiß. poſuit 3 Matthæus Zimmerman. Arnſtatenſis, Rector Scholæ in inclyta Sonderſ⸗ huſa. RL D Vid chorus iſle virũmꝰ quiduam ſili nobile Tuꝭ u⸗ 4 Pullat incedunt Equites, pediteſg repente: Ni/allor?/uhitunn fedolent octennia luclum Hata, quibu jorti moderantibus vmnia ceſſank. Quð ruit imperq decus indelebule noßri. Mle vat iluſtri vulnus medicamine Pbabu, Tile ſubinde Dx vs reꝑnum de vellit, fert. T Fuuartaburgiacæ Homino, Comer alme, catbedra Sublato, proſtrata jacent illuſtria ſceptri Ornamenta, diu tua gent quibus utitur equi, 1 In (Vriſti laudes, ¶ publica commoda Vuſei. 18 Heu quam ſpe citius crudiſtunt vulnera clad. Antiquæ. qu⸗ fala trabunt minus irrita multu. 3 Heu gravin oenſi certatim Numini ira Inęruit: en populum tanta ſub ſtrale cadentem Vdimus, adverſis armantur ſecula/ali. ½ Hos caſun perferre jubet diwina voluntas, Fub cyuce letantes, ut cum Pavide canamus: t Summe Dx vs fidentis in expugnabile Jeutum, Nicor in extremis boc deßenſore pericis. Tanta Eidet Comiti duris exeycita Fatis In mundi pelago ectata, probata reperta. NHinc tibi fatali contingunt jure ſepulcbri DPrinitiæ tempů. CoMx, W decu omne recentù. 1— 6 2 Hins hit ſi. inn Fnt tili Dieride debet ſuu præmia Muſe, Qua tun larga manu fouit promouit ¶ auxit. Denig eclendus prece ſupplice Tyinus & Vnu, Vt nouns imperij felix ſtatus alg beatus Vrerius vigeat pietatiu legius æquit Menti in bus nꝙhlræ ſes vadieata quleſcat. M. Matthias Furcrus, Scholæ Francohufanæ Rector⸗ .——— St n S in quid ß lominum, viridi niſigraminis heria⸗ Que rampu hodie per leca lala, viyer⸗ S(anli Phelu⸗ equotabuli eduæi⸗ Ohmpi⸗ Læſa ius⸗moriens Fure⸗furors iacer. Velqus cœruleæ conſurgens lullaper umdas Shumen mox rapido turiime pulja peritꝰ Conditun en tumulꝰ aßtanis examine cirtum⸗ Tugentum, qui auoperpele dignu erat. Condiſur en tumuſis Wnx1Ms aximn Heros SwakRr2RNRVRSLAC A cœlſa columma Monmu⸗ Cui motum imbuerant peclupietai Fiden Quiq Doim dou menie raferiu erat. —8 Quiiuga Parnaßi· dodosqᷓ amplvu amrt⸗ pẽ ſulu ſudii ſapẽ iuuabat qpe. Niſvalure tamen contra ſra ſpicula Morti, Kilicet eßcundis lac obeunda dies⸗ ilicet eß cundi verſandum loc wamile fandem⸗ Lethußtrou fati Lex mals miti halet. M. Joannes Mõllerus Scholæ Franco. kuſanæ Gonrsctor. ———— L 1 V D, Guilielmus Comes SWartzburgius. Anggrammtiſui. CVR SVvBIIT 6GI6AS ALMVS ZELOMVKVSVE. Eubeu triſÿcam SvRIIT Cvx fůneris horam le S1s ALMVS zErO MVRVxEiunatne- Te Mor ſic hominum ſi ſpes temerare bonorun⸗ cui aeberent immiten parcere Parcæ, Futaliq ¶huron poſſet ſraudarier ære Haud nohtyumn Letbum Comitem ſicilice aEt⸗ Ner mæci renebras tumuli pateretur inertes Ihſe ſed indutus Gnæo velere frontem Peſtriptas ſato metas branſcenderet vu. 65 em Nam quantum potuii, damnati crimini exer⸗ Corgeßit, Vecimen poterat pietatis habeyi Antiquæ Ibemis Hune, plebs Hunc, cy Curia laudar, Pronſitig lenax fuſt Hic, ¶ Pacis amator. NVix Sol Hot Comitem Vidit Pietate priorem. Abfelixſeclum, vel Neſtora vivere totum Dienu eras lonęs ſi quis mads vivere donu. Heu quodcuncta metat rudeli corpora fale Mors, neg placari poſint fora numina Ietbes. ed quids Vecreti dvina Licentia pacti Format ad artitrium cim nor tum noſtra, vocalg Luem libet extremæ Lex ad vadimonia mortin Nec licet boc noſtro rediwi vum ſiſlere celo, Quem ſemel ahſtulerit Lethæus nauta celoce. Eygo vaie, /alyeg tua GvILIAELMRſuh urna, Dura quiuem rapuit te nobis Iea Vrorum, Sdcum lauds tamen: Vtam cum Laude peraam Concioſacra dotet. Mſera compage hlacebat Corporis exolui, hromiſſag vjere regna Nuneg tuam hinc animam ſuperi rota tertia cœ Fſtulit, ¶ lætus mundum jam, orcumg triumpha. O Falne GvILIALMREComes, Comes int hle ſalye, Et vipe æternim campor ſortite beatot. Antonius Tõpfferus Schola Meandrinæ Conrector. ALIVD 1 W D. SLangite Pierides, heu wecum plangite Muſæ: E GvILLRELMVS cOMRs A ScRwART?BVRSRK eſt Fheu res miſcras cheu lacrymabile Fatũ: (morte ſolutꝰ: Dicite qualis crat Go Mxs is? Generoſfior illo Non eraralter: erat nuili pierate ſecundus, Se fide verã: famã ſuper æchera notus. Plangite Pierides, heu mecum plangite Muſæt ſapiensin conſiliis, is juſtus in aulò, Promptus in auxiliis, in muneribesq; benignus, Ac in fubjectos Clemens, gravis inq́; Sce lilius in vultu gravitas, in corpore vires; In dictis inerat pondus, ſucceſſus in aufis. Plangite Picrides heu mecum plangite Muſæt Verus erat Comes ille PATERPATrRILAq MWrRIToR: Alter is Alphonſus, LEEMq GRESEMq; tuendo: Is ſuccurrendo cunctis Iuſtinus & alter. Cur igitur merito non lugeremus ademptum Nos tantum Comitem, tantam patriæq; columnam Plangite Pierides, heu mecum plangite Muſæ, Lugeat illuſtris domus heuScRwakrTzRVRcIc4, cuius Iſte fuit non præſidium mediocre, ſuperſtes. Lugeat eximium decus hoc ſibi funere triſti Lunæburgiaci generis ſtirps Inclyta, raptum. Lugeat amiſſo DoMIxo Reſpublica tali. Plangite Pierides, heu mecum plangite Muſæ: Vos verò noſtris terris ð parcite Parcæ, Longa ſuperſtitibus eer ſtamina vitæ, Iluſtri AcNMArIsFcRwaRT?zBvRco à ſanguine cretis Vt ſint illuſtres tum relligionis amore Indelibatæ, tùm cultu juris & æqui. Plangite Pierides, heu mecum plangite Mufæ: Et tumulum facite, & Tumulo ſuperaddite Verſus: Hi⸗ — FEcCoMsàScRwaRT?SVRS generoſe GyiRrrM uieſce, Tu Themidis cuſtos, tu Relligionis amatot, Et Fidei veræ, Pacis ſeruator & almæ: Heroẽs inter tu viue heate beatos: Vijnus tu DoMINLKpOMIMVS fuiſti. Pefundtus DoMIRL & DoMINvð non deſinis eſſe. Interris c OMRSILMPERTI GvIILRRLMR fuiſti, In cclis CRRISxI CArIx AREvs incipis eſſe. Tobias Hufflerus Pransohnſan Studioſis luri⸗ —— R L 1 v p. Comitem defunctum Princeps Vxor alloquitur. Euf viuns generſt CoMrs GyIL RnxMn eMarite, OScnwakTzRvRSILAC4 iucida ſell S DoMvs. Heu Ien non viub iaceten ſine ſangume curpiu⸗ Vnanimæ neruot non maiintus apit Ficne jaces, Amoro nſer ſi furhine Fafi Orcuniylior viuere digne die⸗ Nctua Relliio heneri necgloria, Dirtus⸗ Te trahit a ſauu iure lenale neci⸗ Quid nune quid faciamꝰvitam nunc duco molam⸗ Noßro 1u quia ales parpreciſa Ioro. Odolor o lacyymx numt ceu ſine furture Cuniunx Frata mili quondam iempora triſlu age. Qu vriet ergopios larymarum fundere fucdus, VAut miln ſngultu qui probibere velit⸗ Tu quia jot multi andiu viriutibus Hnnoð agnanimu Morti vi ſuperatu obi: Tu virtuti amansinqpum nutritoralumnus Conſan ſynceræ Relligionis era. iues maxſuetu honus, hcioſus in omnes, Nec non oriatis Tu Vcepatriaeræs: eMe veroò inprimi dociam ſub iurẽ ingali⸗ Vir pius ardeba vmulꝰ amre Iuam. Hint mæſti repets is noce dieqᷓ querelis, Dum cerno viduum ſola Velica rorum-. Indolet ꝙ largi bumeclat fetibus ora, Turba virum Procerum⸗ nobilitara cohors. Concio Vacra gemit⸗luget Jhola, Curiaplangit, Hadenus auxili largiler uſa tun. X N Tor ——————— Na colors populi maſi dat/n⸗ dolori, (lementem palriu I œcidije Palrem. ꝙnderit anem nimi undulgere querelu⸗ Tu ve le prenb vlurl dgnu eſ. Ad querlam Principis Goniugis ſuperſtiris, Cohes defunetus re- ſpondet. SVd me Can nimldefle mſſoima Pn1; exr Hadenun o noß iparprecioſa foriß Lnt lucra noßra mori nes id eſt reuocabile, erri Aſulit immiti Wors quod auara mann. F morimur, Oun 1sx0 Morimur, ſi Wuuimm, illi Vinimus in cuiu ſuntſta cuuca manu Veſin lugubres nunt eyg ouere querclas⸗ e ſectuq rogocontrabe vein pij Non lacymæhunl vula reocart ſolufum⸗ eMior ſedper ea incipit eſe dolr. eMe ili terrarum Dr vs arbiter orbis ademif⸗ Qun tili me, donum connubiale dedit. Ipſ ſe placuit ſi vult diuina vluna⸗ Quicquid agitlent agit ſeugraue ſu lue ef. * Man Non ego. ſieſtm lerreni reddier auri. Oylarein olo tantu inorle lahor. In vita ſijuldem diſtrimna mulia ſubire (ogmutul mnorlos verlera damna, eructm Hec nels tranquila ſuperaui cumca peremptiu. Hernens quod/ſtolidopecire mundus amat. MNunc vicbr MMumdi, ſatane mouus incola cœli Eierna vitam lucepeenni ago ESxßa val⸗ cniun? quicjuid dulle videham⸗ Voncad ællertas peruenietu ope. Paulus Hirſch Scholæ Fran⸗ cohuſanæ Cantor. nien ei0 e ee . 7vor rite /uis coluit larißimus unquam S(S 3 WLRHERLMVS ConRs obſequhſi Numin⸗ veſtre, S vſtros unquam colles armauit bonore-⸗ Ame Pater vatum, lauis e vos inehta proles Muſæ, morentes adtriſtia mænma Fanci Vertite præcipiter cuſus Nelicone relo, Et aſerte mhri Vupremum munus honhy in Neroi Generi man nięræ arci alumno. Fd quæ vor urget moraꝰcur tremor occupat artus, Et triſti pallor perfundit membracolore-? redite, vera cans/ mortis non optimu Heros Voſocion voluit, neg terræ iußit uanti mprobus ante hntum miſter cornora yeſtra: Gentibus luc &hhtbicis mor hſeb ornerſor Cuſtode in equi aefunctis Negibu a dunt. Mitior bis oris populos, lex vquior ornat. Voniteſollicitat ſi vorforſan metuunum Ta tum oroꝑrandi neg ſunt mea verba laboriʒ Pnite cxleſter vultus babitusg decoror. nag mcroris velamina ſumite pulla⸗ Tæx paterte namg beat prudentia maior, Com mendalq; ſimul Senium Nnerabile, nobi⸗ Pyæcedu pſen IJra hoc lacymabile Carmen⸗ Vargie Spargite jam lacrmas quiflumina pura modſui Vpperis accolitit, mæſtorg aumite Vultu⸗: Occidit beu Hatis Patriæ Pater optimus almæ, Inſelne, deſiſte, Wemit Minia jura, Ee regem juſtum æternis urgere quereli Nſlia jam major de vincit vulnere plaga⸗ Occiuit beu Lelum WirIRxruvs cnltor, ¶ æqu Najades, & Dyader: Hauni Sahrig, Dy½ Omnen, quor lellus facundo corpore promit, Laſeron eolibete jocor W LCarmina blanda . 1 Cccidit ben Paci ſlos, doclæ Camnæ. Nor etiam aute alior quibus eſt bic Cſus aceriu. Et Judrplata ferit mapi, bæc gemuiſſ⸗ juvabit Etremum, dirog ululatu vincere cuntłoꝝ Aun j aung beuher occidit ultims noſtri. Antonius Waldenbergerus Scholæ Francohuſanæ collaboratox. FRpPIHOR- E RPHORD1 Excudebatur typis Piſtorianis. CnRIsTL 5 *