Ber den Puͤrſtl— chen Leychen /weiland der Durchlauchti⸗ gen Hochgebornen Fuͤrſtin vnd Frawen Frawen Eliſabeth / ertogin zu Sachſen / Landgraͤuin in Duͤhrin⸗ gen / vnd Marggraͤuin zu Meiſſen / geborner Graͤuin zu Manßfeldt / c. Vnd des jungen Herrleins /Hertzog Johann Friedrichen ʒzu Sachſen /c. beider lob: vnd Chriſtſeliger Gedechtnus. Die Erſte / Gehalten zu Martt Suhla / bey der Abfuͤhrung beyder Fürſtlicher Leychen / den s. Maij⸗ Durch Martinum Gnuͤgen / 1. ℳ. Die Andere/ Bey der Furſtlichen Begrebnuß / zu Inre burgk / den )o. eiusdem, Durch —.—.—.——— —— —— FSFFF SEEEER — Zwo Leychpredigten: * N. Fridericum Schönhaarn/ Pfarrherrn doſelbſien. 3 8 Schmalkalden / bey Michel Schmuͤck. 2 SEERSERSRR FE Die Erſte. Sermanung zum Sebet vor der Predigt. eEliebten vñ Betruͤbten im Herrn Chriſto: Wir ſind nach vnſers lieben Gottes willen jetzo allhier verſamlet / das wir der weiland Durchlauchtigen Hoch⸗ gebornen Fůͤrſtin vñ Frawen / Frawen Eliſabethen / Hertzogin zu Sachſen / Landgraͤuin in Düringen / . geborner Graͤuin zu Manßfeldt / et.. ſampt deroſelben lieben jungen Herrlein / Hertzog Johann Friedrichen / c. (welcher beider Seelen Gotẽder Al⸗ mechtige / nach ſeinem vaͤterlichen willen / von dieſem Jammerthal abgefordert / vnd zu ſich in die ewige frende genomen hat) das Geleit in derſelben Ruhe⸗ Bettlein geben / vnd alſo ꝗ hriſtlich vnd ehrlich zur Erden beſtatten wollen. Auch das wir in dieſem groſſen betruͤbnus / darein bnſer gnedigerLandosfuͤrſt vnd Herr / auch wir arme Diener vñ Vnterthanen / vber dieſen vnzeitigen todsfall dieſer zweyer Fuͤrſtli⸗ chen perſonen geſetzt / aus Gottes wort Troſt ſchoͤpf⸗ fen moͤgen / vnd alſo nicht / wie die Heiden / traſren / die da keine Aufferſtehung gleuben / Sondern das 2 1j wir wir vns der allgemeinen Aufferſtehung der odten troften / vnd gewislich gleuben / das alle Menſchen am Jüngſien tage wider vom tode aufferwecket wer⸗ den. Dieweil wir aber von wegen angeborner ſchwa⸗ cheit / ohne beywonung des heiligen Geiſtes / Gottes wort nicht horen noch verſtehenkoͤnnen / Als wollen wir den Alimechtigen Gott vmbhuͤlff vnd beyſiand ſeines heiligen Geiſtes anruffen/ vnd im Namen der heiligen vnd hochgelobten Dreyfaltigkeit ein gleubiges andechtiges Vatter vnſer ſprechen. 3 Volget der Text / Timoth. 2. Das Weib hat die Vbertrettung eingefuͤret: Sie wird aber ſelig werden durch Kinderzeugen / ſo ſie . bleiben im Glauben / vnnd in der . Liebe / vnd in der Heiligung / ſampt der Zucht. Einfel⸗ Einfeltige Auslegung dieſes Texts. 4IR leſen in der Epiſtel an n die Hebreer am9. Capitel / Das der zabe S heilige Geiſt vns alſo lehret: Dein Menſchen iſt geſetzt ein mal zu ſter⸗ itate huma⸗ ben. Mit welchem Spruch der hei⸗n lige Geiſt lehret / das alle Menſchen / Sxploratio. hohes vnd nidrigs Standes / reiche vnd arme / junge vnd alte ſterben / dieſe Welt geſegnen / vnd ein ander Vatterland ſuchen muͤſſen / Vnd das nie keiner auff Erden gelebt / der dem Tode habe entfliehen / vndſich fur jm ſchutzen vnd auffhalten koͤnnen / Ausgenomen Enoch vnd Elias / welche lebendig / zuin zeugnus des ewigen Lebens / von hinnen in den Himel genommen worden /Sonſt hat ſich keiner ſo hoch koͤnnen auff⸗ ſchuͤrtzen / der dem Tod entlauffen / oder vff andere mittel entkomen were. 4 Ratio prop. Dennwie alle Stern von Auffgang gehen zum jl i⸗ Nidergang / Alſogehen auch alle lebendige menſchen o. dem Tod entgegen. Ja / wie alle Waſſer ins Meer lauffen / alſo mus auch / wie Syrach am 4. ſpricht alles was aus der Erden kompt / wider zur Erden werden / die iſt / wie Job am ⁊0. ſagtꝰ das haus aller Lebendigen. Das nu dem alſo ſey / bezeugen neben 2 i der der teglichen erfahrung auch die Exempel der heili⸗ gen Schrifft. Sen. §. leſen wir von vielen Ertzva⸗ auot exple tern / das wenn ſie gleich ſehr alt worden ſind / haben ko ſie doch endlich ſterben muͤſſen. Vnd deſſen haben wir auch / leider / jetzund alhier h im Füͤrſtlichen Hauß Sachſen zwey betruͤbte vnd ur. e tralvrige Exempel. Denn nicht allein Gott der All⸗ nra. mechtige die weiland Durchleuchtige Hochgeborne Fuͤrſtin vnd Frawen / Frauwen Eliſabeth / Hertzogin zu Sachſen / c. geborne Graͤuin zu Manßfeldt / ic. von dieſer Welt / den ] 2. Aprilis abgefordert/ Son⸗ dern auch jr liebes junges Herrlin / Hertzog Johann Friedrichen / ehe es kaum eine ſtunde auff dieſer welt geweſen / bald wider den s. Aprilis / nach dem es durch die heilige Tauffe Ghriſio einuerleibet wor⸗ den / zu ſich in die anzahl aller außerwehlten genom⸗ men / dadurch denn nicht allein vnſerm Guedigen Fuͤrſten vnnd Herrn / wie dann nichts weniger die Durchlauchtige Hochgeborne Fuͤrſtin vnnd Fraiw / Fraw Sophia / geborne Hertzogin zu Braunſchweig vnd Luͤnenburgk /xc.welche vnſere numehr in hriſto ruhende Lands Mutter von jugendt auff zu Gottes wort vnd allen Fuͤrſtlichen Tugenden aufferzogen⸗ Sondern auch wir alle miteinander in groſſes be⸗ truͤbnus geſetzt worden. Derwegen (weil beides die Schrifft vnd die tegliche erfahrung bezeuget / i alle alle Menſchen ſterben muͤſſen / wir aber auch Men⸗ ſchen ſein) ſo haben wir vns alleſampt nichts gewie⸗ concliſi. ſers zuuerſehen / denn das der Tod gieicher geſtalt v⸗ ver vns komen werde. Woher aber nu ſolches herflieſſe / das alle Men⸗ ſchen dem Tode vnterworffen / Dauon wiſſen die aduerſuiu⸗ Heiden nichts vberal / ſie meinen es ſey mit vns / wie ꝛunn⸗ mit einem Apffel / welchen der Wurm ſticht / das er doren: e abfellet / ehe er reiff wird/ Oder wenn er reiff iſt / vnd loe h e ein ʒeitlang gelegen/anfehet zu faulen. Aber Gottes t wort weiſet vns ſolches an vielen orten / ſonderlich a⸗ ber der Apoſtel Paulus). Tim. ⁊. kurtz vor dieſen abgeleſenen worten / doer alſo ſpricht: Adam ward nicht erſt (verſtehet von der Schlangen ) verfuͤhret / ſondern das Weib / vnd hat die vbertrettung einge⸗ fuͤret. Nu ſpricht aber S. Paulus / Rom. 6. Der vod iſt der Suͤnden ſold / aber die gabe Gottes iſi das ewige leben / Daraus folget / das Suͤnd vñ Tod von vnſern erſten Eltern vnd jhrem vngehorſam her⸗ komen / welche vnart auff vns alle geerbet worden. Damit aber nu das Weiblithe geſchlecht nicht ahaer⸗ moͤge kleinmůͤtig vnd verʒagt werden / ſo troͤſtet ſie ftiua eon⸗ der Apoſtel darauff / vnd ſpricht / Das ſie ſelig wer⸗ den durch Kinder zeugen / ſo ſie bleiben im Glauben / in der Liebe / in der heiligung / ſampt der Zucht. Wann denn ni vnſere gnedige F vnnd Frauv / Fhrſſ⸗ Chriſtmilder vnd ſeliger gedechtnus / auch in ſolcher ee arbeit der geburt / oder im Kinderbette / blieben iſt, cur he tex vnd jren Geiſt auffgeben: Als habe ich / zum Troſt run erple? gllen Chriſtlichen Matronen / dieſen Spruch fur ſuſerin mich genomen. Sol demnac geben auff dieſe zweh Punttlein: Zum Erſien / Weſſen ſich alle Chriſtliche Ma⸗ tronen in Findonoͤten vnd ſonſten zu getroͤ⸗ ſien haben Zum Andern / Was fur Lugendt S. Paulus von allen Chriſilichen Weibern erfordert/ die da nicht wollen von Gottes Angeſicht verſtoſſen ſein. Da wir dann auch von dem Chriſtiichen leben vnd ſeligem abſterben vn⸗ ſerer lieben verſtorbenen Lands Mutter vhr⸗ ſach zureden bekomen werden. Gott vnd der Vatter vnſers Herrn Jeſu Chriſti verleyhe hierzu mir ſeinen Geiſt zu lehren / vnd euch zuzuhoͤren vnd zu behalten / Amen. F Vom Erſten Punct. antea docue 6 S26 nu das Erſte Stucklein anbe⸗ S langet / ſo leſen wir kurtz vor dieſem abgeleſe⸗ veroru nem Teꝝt / eben in demſelbigen Coapittel / das der be ige lige Apoſtel Paulus den Weibern eine inſtruction gegeben / vnd jnen befohlen habe / . Was fur Klei⸗ der ſie tragen ſollen / nemlich / das ſie ſich in zierlichem Kleide mit ſcham vnd zucht ſchmucken ſollen / nicht in leichtfertige Kleider / ſondern wie ſichs geziemet den Weibern / die da gottſeligkeit beweiſen / durch gu⸗ te werck. 2. Das ſie nicht des Mannes Herr ſey / vnd vber jhn gebiete. 3. Das ſie nicht lehre in der Kirchen / ſondern ſtille ſey / mit aller vnterthenigkeit. Er ſetzet auch vrſach hierzu / worumb ſie jrem Maſi vnterthenig ſein / vnd in der Kirchen nichts lehren ſol⸗ Nemlich / weil das erſte Weib den Adamverfuͤhret / vnd alſo dadurch die Suͤnde / vnd alles was von der Sůnden herruhret / nemlich allerley vngluck /kranck⸗ heit vnd den Tod/ in die Welt gefuͤret hat. Damit aber nicht jemand meine / als wolte S. Paulus darumb das gantz Weibliche geſchlecht ver⸗ dammen / Ja damit nicht die Weiber gedencken moͤ⸗ gen / als ob ſie darumb gantz vnd gar von Gottes an⸗ geſicht verſtoſſen weren / So ſetzet er darauff dieſe herrliche troͤſtliche wort/ welche wol werth ſind / das ſie ein jede Chriſtliche Matron nit allein an jr Wo⸗ chenbett / ſondern / do es můglich / in jhr hertz hinein ſchreibe / vnd ſpricht: Das Weib wird ſelig durch Kinder zeugen. Daz iß / Ob gleich von jhnen (den Weibern) die Suͤnde / der Tod / vnd alles was ode —— prins oppo⸗ lut. e⸗ vode fordert / in die Welt gebracht iſt/ ſo wil ſie doch derenthalben Gott nicht von ſeinem Angeſicht ver⸗ nenda dolo⸗ ihuperto⸗ ſtbſſen / ſondern wil / das ſie / ſo wol als die Menner / xfaune mitgenoſſen der gnaden Gottes / vñ Erben des ewi⸗ cuviris ſint eres gen Lebens werden / wenn ſie allein die verheiſſung A.æurue. der gnaden annemen / vnd ſich derſelben tröſten⸗ Pe Denn bey Gott iſi kein anſehen derperſon / Art. ſo. 1. 1,M czh Darumb gilt jhm gleich /Man vnd Weib / vnd ſind guun an De alle gleich in Ehriſto Jeſu / vnd / wie Joel am?. ſagt / un non cadit Wer den namen des Herrn wird anruffen / der wird ſelig werden. Da hoͤren wir ausdrucklichen / das wer da bleibet im Glauben/x. der ſol ſelig werden. Solches nun bezeugen die lieben heiligen Ertz⸗ gkexngls Mutter/ die da auch durch Kinderzeugen / wenn ſie w blieben ſind im Glauben / in der Liebe / in der Heili⸗ onaruu. gung / ſampt der zucht / ſind ſelig worden. Als / die heilige frome Rebecca / Gen. 2. Item Rahel /Ja⸗ gene. F. kobs Weib/kam jre geburt ſo hart an / das jr die Seel druͤber ausgieng. Jtem Pinehas Weib / des Eli i. smx.3. Schnur / da jr die boſe potſchafft kam / das die Lade Gottes genomen / auch jr Mann vnd Schwehr todt weren / erſchrack ſie / vnd im ſchrecken vberfielen ſie die weibliche wehe vnd ſchmertzen / das ſie vber der geburt die Seel auffgabe / wie wir leſen 1. Sam. 4. Dieſe alle mit einander / weil ſieim Glauben blieben / ſind ſie Kinder des ewigen lebens worden. Deſſen betruͤbten vnd trawrigen zuſtande / wider den plotz⸗ huius conſo⸗ . wie dieſe heilige Ertz Muͤtter / vber der Kindgeburt Deſſen ſollen wir vns auch nu in dieſem jetzigen aptlee lationis ad lichen vnuerſehenen abgang vnſer lieben verſtorbnen preſentẽ ca Lands Mutter troͤſten / dieweil wir wiſſen / das ſie / ſmn. in warem glauben blieben / vnd jren Geiſt auffgeben hat. Darumb wir denn gewißlich ſchlieſſen koͤnnen / das ſie numehr vnter den heiligẽ Ertz Muͤttern / vnd alſo ein kind des ewigen lebens ſey. Vnd diß iſt der Erſte Troſi / das die Weiber wiſſen / das ſie eben ſo coneluſon. wol ſelig werden / als die Menner / wenn ſie bleiben luon. im Glauben / in der Liebe / in der Heiligung / ſampt der zucht. Zum Andern/ haben Schwangere Weiber auch cʒplu dieſen Troſt / das Gott der Herr eine hertzliche Vaͤ⸗4Eroulen⸗ terliche vorſorge fur ſie tregt vnd hat. Denn das er Meerg . Prægnates⸗ vaͤterlich vnd trewlich fur ſie ſorge / iſt Erſtlich hier⸗q ceniur⸗ aus zu ſehen / das er ſeinen heiligen Engeln befohlen* ecuo⸗ hat / fur ſie zu ſtreiten / vnd ſie zu bewaren / wie wir geh. ſchen Apor. V. das der Großfuͤrſt Michael mit — — viel tauſent Engeln fur ſie / wider den Hellſchen Drachen ſtehet vnd ſtreitet. Darnach ſo iſt ſolche hertzliche vaterliche vorſorge auch zu erſehen/ aus z1n6 den Geſetzen / die Gott der Herr der ſchwangern ppier pre⸗ Weiber halben ſeinem Volck gegeben hat / Als Eto. andterdus. am 2. befihlt Gott der Herr feinem Volck durch D Moiſen / Moiſen: Wenn Maͤnner ſich mit einander hadern / vnd verletzen ein ſchwanger Weib / das jr die Frucht abgehet / vnd jhr aber gleichwol an jrem Leibe ſonſt kein ſchad widerfehret / ſo ſol man den Theter vmb Geld ſtraffen / ſo viel jhm des Weibes Man aufleget. Keme jr aber ein ſchad daraus / ſo ſol er laſſen Seel vmb Seel / Aug vmb Auge / Hand vmb hand / etc. Item Leuit.⁊⁊.ſtehet das Geſetz von Sechswoͤch⸗ nern vnd Kindbetterin / da Gott der Herr ordnet vnd berichtet / wie ſie jhrer pflegen vnnd warten / vnd ſich eine zeitlang jnnen halten ſollen / damit ſie ſampt dem ſchwachen Kindlein wider zu krefften ko⸗ menmoge. Ja das noch mehr iſt / ſo hat Gott der Herr ſcho⸗ I cõſolatio huuux4 ne verheiſſung gethan / das er das werck ſeiner hende ſue wil ſelbſien helffen befordern / vnd zu ſolcher zeit / mikionibus Dei de libe ratione par⸗ turientum. wenn es der Geburt halben fehrlich ſtehet / da wil er gegenwertig / vnd ſelbſt Hebamme ſein / vnd wenn Menſchen huͤlff ſich endet / wil er mit ſeiner ſtarcken huͤlffe vnd goͤttlicher Krafft gegenwertig ſein / vnd das beſte thun / wie Eſaie ð. zu ſehen / da Gott der Herr aus drucklichen ſpricht: Solte ich andere gebe⸗ ren laſſen / die Mutter brechen / vnd ſelbſi verſchloſſen ſein? Daher ſpricht auch Dauid offtmals in ſeinem Pſalm: Du haſt mich aus Mutter leibe gezogen. Vnd Syrach dancket Gott am ðo. Kap. der vns võ Mutterleibe an lebendig erhelt. Die⸗ Dieweil denn nu Gott der Herr ſo eine hertzliche ccuſts. vaterliche vorſorg tregt fur die ſchwangern Weiber / ſo ſollen ſie ſich deſſen von hertzen troͤſten vñ frewen / vnd an jhrer ſeligkeit / wenn ſie bleiben im Glauben / ꝛ. durchaus nichts zweiffeln. Vnd ob ſie gleich vber der geburt hart arbeiten / groſſe angß vnd ſchmertzen ausſtehen muͤſſen / doch vmb gemeltes troſis willen jre Seelen mit gedult faſſen / vnd an Gottes gnediger huͤlffe nicht verzagen / Ja wenn es Gott gleich alſo geſchehen lieſſe / das ſie / als Chriſtliche Kaͤmpfferin / jren Geiſt druͤber auffgeben muͤſten / das ſie es ſeinem Goͤttlichen willen / der der beſte / befehien vnd walten laſſen / vnd wiſſen / das ſie jhme ohne das einen todt ſchuldig ſeyen / Denn es mus denen / die Gott lieben / alles zum beſien gedeyen / Rom. s. Leben ſie / ſo leben 4 ſie dem Herrn / Sterben ſie / ſo ſterben ſie dem Herrn / Rom. 4. Nichts wird noch ſol ſie ſcheiden / von der liebe / die da iſi in Chriſio Jeſu. Allhie mocht aber einer einwenden vnd ſagen: ou. wie koͤmpts denn / das im Geſetz Woiſi vñ im Bab⸗ 4 ſium̃ die Kindbetterin fur vnrein ſind gehalten wor⸗ den? Antwort: Im Babſtumb hat man furgeben / Reß. do⸗ es ſeyen die Sechswoͤchnerin vnrein / nicht allein fur n. den Menſchen / ſondern auch fur Gott / vnd ſeyen de⸗. renthalben in der gewalt des Teuffels / Darumb ſie denn Wachsliechter / reuchwergk / vnd andere phan⸗ B iij thaſeyen nendaeia thoſchen gebraucht haben / den Teuffel damit zu ver⸗ vont. Kon treiben / Aber das iſt ein grewliche ſchreckliche Lugen / dardurch viel gottfuͤrchtige Matronen hefftig ſind betruͤbt vnd erſchreckt worden / Denn ſolch jr nichti⸗ ges fuͤrgeben hat durchaus gar keinen grund in hei⸗ liger goͤttlicher Schrifft. Denn das die Sechswoͤchnerin bey dem Juͤdi⸗ ciſñ ſchen volck fur vnrein ſind gehalten worden / iſt nicht geſchehen vmb des geberens willen / als ob ſie darum̃ nurt ve fur Gott vnrein weren / Denn wie kan das vnrein berenur. ſein / das Gott ſeibſt ordnet / Fur den Menſchen aber werden ſie vnrein geachtet / weil ſie jhrer ſchwacheit halben ein zeitlang der gemeinſchafftjhrer Ehemen⸗ ner ſich enthalten muͤſſen / Vnd iſt darnach auch geiſtliche vnreinigkeit der Erbſuͤnde / darinn wir alle o nõ empfangen vñ geboren werden / angedeutet worden. Darnach ſo ſind ſie auch nicht in der gewalt des Teu⸗ ſeu wei pæ⸗ felb /ondern in Gottes ſchutz vnd ſchirm / der jhnen erere. diß Creutz aufferlegt / derſelbige iſt bey jnen / vñ hufft es jnen tragen / ). Cor. ) o. Gott iſt getrew / der vns nicht leſſet verſucht werden / vber vnſer vermoͤgen. . Oyffrin Dat aber im alten Teſtament die Woͤchnerin vun L durch ein Opffer haben muͤſſen gereiniget werden / nt vnd jre vedeutung. das iſt darumb geſchehen / 7. Das ſie ſich darbey er⸗ innerten des Erbſchadens / das e in empfangen vnd geboren werden / Pſalm. i. — —— Andern / das ſie ſich dabey erinnerten der erſten Ver⸗ heiſſung von dem gebenedeyten Samen / das derſel⸗ bige ſolte ſein das Opffer fur vnſere Suͤnde. Zum Dritten / ſo wurden durch das Opffer der Turtel⸗ tauben, die Eheleute erinnert / der ehelichen trewe / zucht / vnd anderer tugendt. Dieſes iſt alſo das erſte Stůcklein / darinnen wir ccheh⸗ gehoͤrt haben / weſſen ſich alle Kindbetterin zu getroͤ⸗piorß le. ſten haben / Nemlichen / das Gott der allmechtige fur ſie ſorge / vnd jnen ſeine huͤlff vnd beyſtand in ſolcher not verheiſſen habe. Der Andere Punct. Von den Tugenden / welcher ſich alle ſchwangere Weiber ſollen befleiſsigen. N Ach dem wir jetzt gehoͤret / das die Vei⸗ ber ſelig werden / durch Kinder zeugen / So moͤchte einer fragen: Iſi denn nun das Kinder obii. zeugen ein ſolch werck / das dadurch das ewige leben kan verdienet vnnd erworben werden: Antwort / keh a4ob⸗ Nein / durchaus nicht / Sondern alhie ſagt Paulus: nn. Das Weib wird ſelig durch Kinder zeugen / ſo ſie bleiben im Glauben/1. Denn durch den Glauben c allein wird der Menſch gerecht fur Gott / nemlich / iuſifeu. wenn wenn er alle ſeine werck hindan ſetzet / vnd ſich allein der Barmhertzigkeit Gottes ond des verdienſtes Chriſti troͤſtet / Auff dieſen Glauben nun / wenns ein rechter / warer / vnd nicht heuchliſcher Glaube iß / ſo folgen gewies darauff dieſe Fruchte / als die Liebe ge⸗ gen Gott vnd dem Nechſten / Sonderlich aber die lie⸗ rue be gegen ſein Ehegatten / Denn durch die Liebewir⸗ per dirc⸗ rket der Glaube / Item / es folget darauff die Heili⸗ n efeux. gung / das wir jmmer durch den heiligen Geiſt er⸗ leuchtet werden / das wir im Glauben vñ in der Liebe zunemen. Wo nun dieſes iſt / da folget auch darauff die Zucht / das man ſich meßig halte mit eſſen vñ trin cken / mit Kleidern / geberden / reden / vnd allen andern vnd im Geiſt preiſen / ]. Corint. 6. Es iſt auch wolzu mercken / das Paulus allhier ereſpricht: Simanſerint⸗ſoſie bleiben im Glauben / Er uifuene⸗ ſpricht nicht / So ſie angefangen haben zu gleuben / ehru. ſondern / wenn ſie bleiben im Glauben / Deñ wer da beharret biß ans ende / der ſol ſelig werden. Hieraus ſehen wir nu / was S. Paul fur Tugen⸗ den erfordere von allen Weibern / ſo die Seligkeit aue requ ererben wollen ). Erfordert er / das ſie ſollen gezie⸗ rnturd fe ret vñ geſchmucket ſein / mit dem waren ſeligmachen⸗ ſe den Glauben / der da allein fur Gott gerecht machet. Dieſe Tugendt ſetzet S. Paulus allhier fornen an⸗ euſſerlichen dingen. Denn wir ſollen Gott am Leibe dieweil alle / die da ſelig werden wollen / denſelbigen haben můſſen / ſintemal es vnmuglich iſt / ohne glau⸗ ben Gott gefallen / Qeb.ſItem / was nicht aub dem Glauben iſ / das iſt ſuͤnde / Rom.i4. Es iſt aber dieſer Glaube / ſo alhie erfordert wird / nicht allein ein bloſſe wiſſenſchafft vnd leer geſchwetz xile qu. von Chriſto / was der ſey vnd gethan habe / welcher geſtalt auch die Teuffelſelbſt vnd jhre Gliedmaſſen Glauben haben / ſondern der ware Glaub an Chri⸗ ſtum iſt vnd heiſt / alles das / was in der Predigt des Euangelij von Chriſto verkuͤndiget wird / fur war vñ gewiß halten / vnd ſonderlich Chriſtum den Mit⸗ ler aller dinges / wie er ſich ſampt ſeinem verdienſt vñ gehorſam / gegen einem jeden 2 ßfertigen Suͤnder / im Euangelio auffs freundlichſte anbeut / durch wa⸗ re hertzliche begierde vnd zunerſicht an ſich ʒiehen / vnd als ſein Eigenthum̃ vnd hoͤchſten troſt ins hertz hinein ſchlieſſen / vnd ein ſolch warhafftig vnd troͤſt⸗ lich vertrawen haben / das wir allein vmb ſeines ge⸗ horſams willen gerechtfertigt werden / oder fur Gott zu gnaden kommen. Dieſen Glauben aber wircket Gott / Coloſ. 2. xfcien. durch das gehoͤr des Goͤttlichen worts / Roman. io. mſtrunen⸗ vnd den gebrauch der Hochwirdigen Satrament. kab. Derwegen denn alle die jenigen / die da ſolchen ſelig⸗ machenden Glauben begeren / ſich zu Gottes wort C vnd —— — „ ℳ 0r — iſsig halten ſol⸗ vnd 305 S ſo Pau⸗ len. Vnd die ſliche nen / die lus erfordert von allen Chrifilichen Matro llen ſelig werden. 1 ikre Lugendeiſ die Liebe. Dieſe iſi nu vuu Die Andere Liebe gegen Gott / vnd gegen Pilectio in dem Nechſten. Dieſe Liebe i F. Die Liebe iſt Shenn bot Gottes derꝛ. vndꝛ. Laffel/ Ro. 7. Di die Lie⸗ & homines bt * des Geſetzes / i. Joh. F. Das iſt reſpicit. die Si . ſeine Gebot halten /⁊ Tim Die ve Gottes / da einem her⸗ — bots iſt / Liebe von rei Heuptſumma des Gebot vngeferbtem /vnd von vng tzen / vnd von gutem gewiſſen was Gott der nune Slauben. Die Liebe vñ befoh⸗ conbrehen⸗ Herr in prima tabula Deca og omnia hond len hat / Als Kindliche liebe vnd fur 6 horen fung Gottes / ware trbigen — 5 ch der hoch eva göttliches worts/ rechtẽ gebraue tze Mi⸗ dio p̃roximi ie Liebe egen das gant 5 Satramenten / . Nechſten begreiffet ſrende ſu niſterium. Die Liebeg Herr in der andern Taſel oſers in ſich alles / e, des Decalogierfordert. S rdert er von vns / das wir vnſere Eltern vnd Præ⸗ xutguc fo liebe Obrigkeit /ſollen lieb vñ werth plecatur. gen in allen billichen dingen / die haben / vnd de Im Fuͤnfften 2 d/ folgen. In nicht wider Sotte wortſin — cintrechtig⸗ Gebot Barmhertzigkeit / Sanfftmut / — —————— keit / freundſchafft / . Im Sechſten gebot Eheliche Liebe vnd trewe / x. Aller dieſer Tugenden werden ſich glaubige Weiber befleiſsigen. Die vhrſachen / dadurch alle Chriſten / furnem⸗ pulue. lich aber / nach anleitung S. Paul/ die Weiber / ſol⸗ len bewegt werden / ſich der liebe gegen Gott vñ dem Nechſten zu befleiſsigen / vnd ſich darinnen zu vben / ſind dieſe. Erſtlich ſol vns hierzu bewegen / die vn⸗ anorNei ausſprechliche liebe Gottes gegen vns / welche er da⸗ erg ug. durch bewieſen hat / das er vns ſeinen allerliebſten ichan. z. Sohn Jeſum Chriſtum geſchencket / vnd denſelbigen fur vns dahin gegeben / auff das wir aus dem Reich des Teuffels erloͤſet / widerum̃ gerecht vnd ewig ſelig wurden /Joh. 3. Alſo hat Gott die Welt geliebet /ꝛc. Rom. Darum̃ preiſet Gott ſeine Liebe gegen vns / das Chriſifur vns geſtorben iſi / da wir noch Suͤn⸗ der waren / i. Joh. 4. darinnen ſtehet die Liebe / nicht das wir Gott geliebet haben / ſondern das er vns ge⸗ liebet hat / vnd geſandt ſeinen Sohn / zur verſoͤnung fur vnſere Suͤnde. Zum Andern / ſol vns hierzu bewegen der Befehl n Gottes / Als Duut. ð. ſpricht Gott der Herr: Du pi. ſolt Gott deinen Herrn lieben / von gantzein hertzen / . *. von gantzer Seelen / vnd deinen Nechſten als dich ſelbſt. Joh. s. Das iſt mein Gebot / das jhr euch vn⸗ ter einander liebet. Fij Zum I. Neccitn Tertia Tir⸗ tis, Jancti⸗ ficatio. Zum Dritten / ſo erfordert es auch die groſſe not. Denn wo die Liebe gegen Gott nicht iſt / da iſt auch nicht die liebe gegen dem Nechſten / auch kein rechter Glaube / wien. Joh. Z. ſtehet: So jemand ſpricht / Ich liebe Gott / vnd haſſet ſeinen Bruder / der iſt ein Luͤgner / Denn wer ſeinen Bruder nicht liebet / den er ſihet: wie kan er Gott lieben / den er nicht ſihet. Zum Vierden / ſo ſol man ſich der Liebe gegen Gott vnd Nechſten befleiſsigen / vmb der Straffe willen / ſo da folgen / vnd komenauff die jenigen / ſo da nicht lieben / Alsꝛ. Joh.. wer nicht liebet / der bleibt im Tode. VBmb dieſer vhrſachen willen nun / ſol ein jeder / ſonderlich aber die Weiber / wenn ſie fur ſelige Weiber wollen geachtet vnd gehalten werden / ſich derer befleiſsigen. Nun fordert S. Paulus auch / furs Dritte / die Heiligung: Das Weib ſol bleiben in der Heiligung / das iß / Das Weib ſol in der zucht / keuſcheit vnd er⸗ barkeit leben / vnd alle vnreinigkeit / gottlos weſen / 2 — 1ℳ 1 G1o. vnd andere Buͤberey fliehen vñ meiden / Denn Hei⸗ ligung heiſt nichts anders / denn wie in derĩ. Theſ.. geſagt wird: Das iſt der wille Gottes / ewer Heili⸗ gung / vnd das jr euch enthaltet der Hurerey / vnd ein jeder gedencke / das er ſein Gefeß beſitze in der Heili⸗ gung vnd in Ehren. Dieſe ſchoͤne Gott Gott haben / nicht allein von den Eheleuten / ſondern von denen / die auſſerhalb dem Eheſtande le⸗ en Zum Vierden / ſo erfordert allhie S. Paulus quartæpir⸗ von den Weibern / das ſie ſollen bleiben in der Zucht / Aex⸗ das iß / ſich meſoig haiten / mit eſſen / trincken / mit tleidung / geberden / reden / vnd andern euſſerlichen dingen / Vnd dann in jhrem Beruff vnd Haußhal⸗ tung ſich fleiſsig erzeigen. Vnd dargegen ſich huͤten d. fur ſchwelgen vnd runckenheit / freſſen vnd ſauffen / hoffarth / vnd allen vnerbarn frechen geberden vnd reden. “ Dieſes ſind alſo die vier Tugenden / welche S. Paulus von allen Weibern / wenn ſie wollen ſelig werden /erfordert vnd haben wil. Solche gleubige/ ——.— keuſche vnd züchtige Watronen ſind geiweſen Rebecta / Rahel / Leg / anns / Abigail / Suſanna / und andere/xc. Ein ſolch Tugentſam Weib iſt eine edle Gabe / Syr. T6. Vnd wem Gott der Herr ein ſolchs Weib beſcheret / der lebt noch eins ſo lang. WMN koͤnnen wir mit gutem grund der Warheit ſagen vnd rhůͤmen / von hochgedach⸗ ayptteacio ter Fuͤrſtin /ꝛc. vnſerer lieben verſtorbenen Pueiſen Lands Mutter / Das ſie dem Durchleuchtigen hoch⸗ wrium. gebornen Furſten vnd Herrn / Herrn Johann Ern⸗ C iij ſien / ſten / Hertzogẽ zu Sachſen /x. jrem hertzallerliebſten Herrn vnd Gemahl / auch nach auſſage Syrachs eine ſolche edle Gabe von Gott geweſen ſey / Sinte⸗ mal ſie mit allen ſolchen Tugenden / ſo allhie Paulus erfordert / iſt gezieret vnd geſchmůckt geweſen. Der⸗ xine conci wegen weil Chriſtliche Leychpredigten darumb fur⸗ onun fine⸗ nemlich angeſtellet werden / das man der Abgeſtor⸗ brun. benen Chriſtliche Tugenden rhuͤine/ vnd dadurch jbren Namen deſto bekandter mache / Vns aber gleichwol ſolche ſachen alſo gebüret zu moderiren⸗ vnd dahin zu richten / das Gott allermeiſt in ſeinen Heiligen / vnd in denen Gaben / damit er ſie gezieret/ bekandt vnd geehret werde. Zum Andern / auff das durch erhebliche zeugnuſſen der Abgeſtorbenen die lebendigen gebawet werden / So wollen wir Gott furnemlich zu ehren / auch vnſerm gnedigen F. vnd Herrn / ſampt auch hochermelter der F. Hennebergi⸗ ſchen Widtwin / vnd vns allen zutroſt/von vnſer lie⸗ ben verſiorbenen Lands Mutter Chriſtlichem Leben vnd ſeligem Abſterben kuͤrtzlich etwas berichten / vnd hierinn der Ordnung / welche Paulus in jtzo abge⸗ handeltem Spruͤchlein allen Chriſtlichen Weibern vorgeſchrieben / nachgehen. 1 Virtus Il⸗ triß. olim . e Was nun da Erſie anbelanget / ſo hat injhr ð̃ nte. S. geleuchtet / ein rechter / warer / ſeligmachender Fides cuius notæ: Glaube / Glaube / den jhr. F. g. damit bewieſen haben / das ſie Gottes wort gern gehoͤret / geliebet / vnd auch ſelbſt fleiſoig geleſen / ja daſſelbige jhres hertzen Troſt vnd ⸗ 4 freude haben ſein laſſen. Wie dann ich / als jhr F. g. meditatio. vnwirdiger Beichtvatter / vnd dann die jenigen / ſo teglich vmbjhr F. g. geweſen / von ſolcher jrer liebe zu Gottes wort / vnd von jrer gottesfurcht koͤnnen vnd muͤſſen zeugnus geben / Ja das jhr F.g. von mehr hocherwehnter der Fuͤrſtlichen Widtwin zu Henne⸗ berg von jugendt auff in Gottes furcht aufferzogen / vnd fleiſsig zu Gottes wort vñ allen Fuͤrſtlichen tu⸗ genden ſey gewehnet worden / das haben die jenigen / ſo bey jhr Fᷓ. g. in weerender Kranckheit geweſen / ge⸗ ſehen vnd erfahren. Denn wie ſie ſich in jhrem leben gegen Gottes wort gehalten / Alſo hat ſich daſſelbige wider gegen ſie in jhrer Kranckheit / biß an jr ſeliges ende / erwieſen / nemlich alſo / Es hat daſſelbige alles Creutz vnd alle ſchmertzen leicht gemacht / das ſie dic⸗, patienti⸗ ſeibige geduͤltig vnd willig getragen / vnd alle ſachen in eru. dem goͤttlichen vaͤterlichen willen heimgeſtellet. Ja das jr F.g mit dem waren ſeligmachenden Glauben 3 ſeyen gezieret geweſen / iſt daraus zu ſehen vnd zu ſchlieſſen / das jhr F̃. g. nach dem ſie erfahren / das Gott der Allmechtige jhr hertz allerliebſtes junges Herrlein / Hertzog Johan Friedrichen / . von dieſer Welt wider abgefordert / nicht wider Gott mit dult dult gemurret / ſondern ſich aus Gottes wort ſelbſt getroſiet / vnd mit dem lieben Job geſagt / Der Herr hats gegeben / der Herr hats genomen /der Name des Herrn ſey gelobet vnd gebenedeyet / Ob ſie gleich hie in dieſer welt ſolchs jr ebes Herrlein nicht wider zu ſehen bekeme / ſo wuſte ſie doch gewies / das ſie es im ewigen leben wurde wider ſehen / Wie denn jhr F. g. ſolchs alles ſelbſt zu mir geredt haben. Aus welchen allen warhafftig zu ſehen iſt / das ſie nicht ein heuch⸗ liſchen / nicht ein Heidniſchen / ſondern ein waren ſe⸗ ligmachenden Glauben gehabt. Zum Andern / So ſind jhr §. g. auch gezieret enin. geweſen / mit der rechten waren Liebe / gegen Gott oreulen ond dem Nechſten. Die liebe gegen Gott haben jhr onð. F. g. damit beweiſet/ das ſie teglich den frommen woeati vnd getrewen Gott fleiſsig angeruffen / jhm fur die vei ꝙʒiuuu. Leiböfrucht von hertzen gedancket / vnd alſo ſich vnd jren hertzlieben Herrn / durch das liebe Gebet trew⸗ lich dem allmechtigen Gott befohlen. — Denn es haben jhr F. g. nicht allein alle morgen vnd abend / ſchoͤne herrliche Gebetlein / ſo ſie ſelbſt aus Gottes wort mit groſſem fleiß zuſamen gezogen vnd gemacht / gethan / darinn ſie denn Gott fur alle geiſtliche vnd leibliche wolthaten gedan cket / ſondern haben ſolches auch in allen Kirchen dieſer oͤrter au⸗ ordnen ordnen laſſen. Ja es iſi die liebe Gottes / ſo jhr g. zu Gott getragen / daraus zu ſehen / das jr 8. g. ſich offt vñ vielmals zu dem heiligen Abendmal funden / vpſiero vnd daſſelbige zu ſterckung jres Glaubens / vnd nicht S zur gewonheit (wie leider ſonſt viel geſchicht) ge⸗ ier n braucht haben. Denn jhr F.g. allʒeit / ſoofft ſie ge⸗ bænitentiæ. beichtet / jhr rewhiges hertz mit weinenden augen offenbaret vnd erklaͤret haben. Darnach hat auch an dieſer Fůrſtlichen perſon geleuchtet/eine rechte / ware / hriſiliche Liebe gegen grcda. 2 dem Nechſten. Denn Erſilich haben jhr F.g.ſolche bewieſen an jhrem hertzlieben Herrn vnd Gemahel / ſriß. coniu⸗ mit welchem ſie nicht lenger denn fuͤnffthaib Ihar Sen. im Eheſtand / in hertzlicher Ehelicher Lieb vnd trew / fried vnd einigkeit /gelebet / daiſt kein zorn noch vnei⸗ nigkeit geſpůret vnd gemercket worden / ſondern da iſi ſietig geweſen liebe/trewe / fried vnd einigkeit / In Summa / da iſt eine ſolche Ehe geweſen / dauon man ſagt: Ein wolgerhatene Ehe iſ einjrrdiſch Para diß. Zum Andern / ſo haben auchjr F.g. ſolche Chriſti⸗ Zehnſi che liebe bewieſen / an den armen Vnterthanen / an donc e. den Krancken / denen ſie gern mitgeteilet vnd geholf⸗ fen / auch jnen aus jrer Apothecken / ſo da dieſes orts“ gelegenheit nach zimlich beſiellet / an Labſal vnd an⸗ dern nichts verſagen laſſen. Sonderlich aber ſind . jre F̃. g. gegen das Miniſterium, gegen die Exules j ½ Chriſti, diuini. Chpriſti, gutthetig geweſen / Wie denn jhr F. g. ich ʒeugnis geben kan / das ſie keinen Bxulem, ſo ferne es un furjhr F. g. komen / vnbegabet von ſich gehen laſſen. rertia vir⸗ Zum Dritten / Was nu die Heiligung anbe⸗ r langet/ ſo haben jhr F. g. ſich keuſch vnd eingezo⸗ gen / wie einer Fuͤrſilichen perſon gebüret / in jhrem Jungfrewlichen vnd Ehelichen ſtande gehalten, ſich aller Jůrſtlichen Tugenden / aller Erbarkeitein Klei⸗ dungꝰ/worten /geberden / vñ gantzem leben beflieſſen ⸗ Wie denn jhr F. g. hierzu von offt hochgedachter F. Witwin zu Hennebergk / mit allem fleis ſind erzogen ond gehalten worden. auru vir Zum Vierden / So haben jhr Fg. auch gelebet Moieſlu in der Zucht / das iſi / in Reinigkeit/ Keuſcheit / Meſ⸗ ſigkeit / ohn vberfluß eſſens vnndtrinckens / vnd alſo einen ʒůchtigen wandel vnd leben gefuͤret. Rit ſol⸗ chen jtzo erzehlten Chriſilichen tugenden iſt vnſer lie⸗ e be in Chriſio ruhende Lands Mutter / nicht allein die „fe er i zeit jres lebens gezieret geweſen / ſondern auch dariñ leiione vei biß anjr letztes ſeliges ende beſtendig blieben. nnor ¶ Denn ohngefehrde s. wochen zuuor/ehe jhr F. G. darnider komen / haben ſie das heilige Abendmal alhier in der Kirchen / bey der allgemeinen Ehriſili⸗ chen verſamlung empfangen / vnd ſich ſampt derſel⸗ ben Leibofrucht in den gnedigen willen Gottet T9. en ⸗ ben / Wie ſolches aus nachfolgender Schrifft / welche jr F. g. mit eigener hand geſchrieben / auch ſelbſt alſo geſetzt vnd gemacht / vnd mir befohlen / nach gehalte⸗ ner Predigt vor der Communion abzuleſen / zuuer⸗ nemen iſt. S hut vnſere guedigr F. nd Fratv e ſua manu ex geſtern nach beſchehener Beicht mir / vuun c als derſelben vnwirdigen Diener / gnedig “ befohlen / das ich jetzund nach gehaltener ⸗ Predigt / u foͤrderſt dem Durchlauchtigen““ Hochgebornen Fuͤrſten vñ Herrn / Herrn Johann Ernſten / Hertzogen zu Sachſen / x. als derſelben hertzlieben Herrn vñ Ge⸗ mahl /Item derſelben Rhaͤten vnd Frauw⸗ enzimmer / vndgantzem Hoffgeſinde / auch dieſer gantzen verſamlung vnd Gememe / als derſelben Vnterthanen (deren ſeuff⸗ tzen vñ widriges hertz jhr F. g. viel vnger⸗ ner auff dero halſe wiſſen wolten) anmel⸗ den ſolte: Das nach dem die zeit der ent⸗ bindung numehr mit jrer Fᷓ. g. herzu na⸗ hete / hete / vnd dieſelben ſich erinnerten / das wir alle ſterblich / vnd arme Suͤnder weren / auch in dieſem Suͤndenthal leider nit wol ſein konte / das eins das andere nicht er⸗ zuͤrnete / oder bißweilen eines dem andern zu nahe were: Als erkenneten ſich jr F. g. nichts wenigers fur ein arme Suͤnderin. Denn ob ſchon offt der wille gut / ſo were doch fleiſch vnd blut in der volbringung ſchwach / vnd wolten dieſelben alſo jenicht gerne (dergeſtalt / da ſie jemands dazu vhrſach gegeben / er were gleich klein oder gros / Reich oder Arm / derſelben zu wider wiſſen ſolten ) ſich in gemelte vorſtehende ſchmertzliche Weibliche entbindung be⸗ geben / bielmehr wegen deſſen / weil wir alle ſterblich ſind (ob wir wol alle zu Gott nicht hoffen wollen / das es dieſe wege er⸗ reichen ſolle) Als bitten / begeren / vnd ge⸗ ſinnen hiermit / zu foͤrderſt gegen cund⸗ freundlichen geliebten Herrn vñ Gemahl / jhr F. g. freundlich / vnd gegen die andern jetztgemelten gnedig / vnd zum hoͤchſten gantz fleiſtig vnd demuͤtig / dieſelben wol⸗ ten / als Chriſten / alle ſampt vnd ſonder⸗ lich jhr F̃. g. derſelben Menſchliche gebre⸗ chen vnd fehle / es ſey gleich wiſſentlich o⸗ der vnwiſſentlich beſchehen / denn es der⸗ ſelben hertzlich leid iſt / von hertzen verzey⸗ hen vnd vergeben / dieſelbige auch in ewer allgemein Chriſtliches Vatter vnſer mit einſchlieſſen / Ingleichen haben vnd wol⸗ len jhr F̃. g. auch hinwiderumb hiermit menniglichen allen von hertzen verzeyhen vnd vergeben / vnd ſich / wie gemeldt / in ewer Chriſtliches Gebett befohlen ha⸗ ben. Darab zu ſehen / das jhr F. g. als ein rechte Chri⸗ ſtin / ſich zum Tode bereitet vnd geſchickt. Nach demſelbigen haben jhr F.g. vber das / das ſie ſonfi rn allemnorgen vnd abend jhr leß vnd betſtunde in jrem Diſ Gemach““ Gemach gehalten / auch aus ſonderlicher Andacht dieſe anorduung gethan / das deroſelben Frawen⸗ zimmer alle morgen ein ſtund in Gotteb wort haben leſen muͤſſen. Endlichen / do jhr g. am Gruͤnen Donnerſtag lagerhafft worden / vnd in jhren groͤſten engſien vnd ſchmertzen / ſo Gott der Herr dem Weiblichen ge⸗ ſchlecht vmb der Suͤnde willen aufferlegt / durch den ptn. anblick des jungen Herrleins / zwiſchen ein vnd zwey vhren / erfrewet worden / hat ſolche freude nicht lang geweeret / ſondern iſt als bald in eine trawrigkeit ver⸗ wandelt worden / Sintemal Gott der Allmechtige gemeltes junges Herrlein / Hertzog Johann Friedri⸗ chen / bald wider / ehe es kaum eine ſiunde auff dieſer welt geweſen / durch den ʒeitlichen tod zu ſich in die ewige freud genomen hat. Hierauff ſind jre F̃. g. vberaus ſchwach worden / das deroſelben jhr. F̃. g. jmmerdar eine ohnmacht nach der andern zugangen / Doch haben ſie bald wi⸗ derumb linderung empfunden / vnd darauff das hei⸗ lige Abendmal begeret / welches auch jhre F̃. g. auff e vorher gehende Beicht vnd Ehriſiliches Bekendt⸗ er nus empfangen. A2Aks denn haben jhre F. g. jmmerdar den lieben i Gott mit fleis angeruffen vnd gebeten / das er ſich in n. jhren groſſen ſchmertzen vnnd noͤten vber ſie erbar⸗ men / men / vnd jr mit ſeiner gnedigen huͤlff erſcheinen wol⸗ te / ſich auch getroͤſtet / das ob gleich der liebe Gott et⸗ was verzoͤge / ſo wolte ſie doch derenthalben an ſeiner sbe gnad vnd huͤlffe nicht zweiffeln / ſintemal ſie gewies wuͤſte / der Herr wuͤrde komen / vnd nicht auſſen blei⸗ ben /Ja ſo wenig eine Mutter jres Kindes vergeſſen koͤndte / ſo wenig wuͤrde er auch jhrer vergeſſen / denn in ſeine hende habe er ſie gezeichnet. Wie ſie denn ſon⸗ derlich dieſen Spruch Eſaie am 4v. auff dieſe nach⸗ folgende weiſe offtmals recitieret vnnd geſprochen hat: Sion in groſſen noͤten ſpricht: Der Merr hat gantz verlaſſen mich / Der Merr hat gantz vergeſſen mein / Ich mus ohn huͤlff vnd troſtlos ſein. Aber hoͤr doch / ſpricht Gott der Herr / Zion mein allerliebſt Tochter/ Iſts auch wol můglich / das ein Weib Vergeſſen koͤndt des Kinds jhrs Leibs Vnd do ſie des vergeſſe gleich / Welches doch nicht iſt natuͤrlich/ So wil ich doch furwar / furwar/ Deinr nimmermehr vergeſſen gar. Denn ſihe dich / mein hoͤchſtes pfandt / Ich gzeichnet hab in meine handt. Es haben auch jhr F. g. aus dem ʒ Pſalm dieſe Reymen offt widerholet: Rithmi ex dicto Eſ 42 ab illa reci⸗ tati. Ein hertʒ mit rew vnd leid gekrenkt Mit Chriſti Seiſt vnd Blut beſprengt⸗ Voll Glaubens / Lieb / vnd gutes vorſatʒ Iſt Gott der angenembſte Schatz . Item / Wer Jeſum Chriſtum recht erkennt/ Mat all ſein ʒeit vwol angewendt. Es geh gleich wie es ſol vnd wil/ So iſt Chriſtus mein Troſt vnd ʒiel. Auff jhn ich leb vnd ſterb allein / Das ander acht ich alles klein. Solcher vnd dergleichen Troſiſpruͤche/ auch ſchone herrliche Gebetlein / welcher jhr F. gn viel außwendig gewuſt / haben ſie in weerender Kranck⸗ heit recitieret / vnd ſich derſelben getroͤſtet / Daraus warlich abzunemen / das jhr F. g. von jugendt auff fleiſsig zu Gottes wort erzogen ſey / Wie denn ſie t.lonli viel Lroſiſprüche in weerender Kranckheit nit ſbten⸗ Gllein außwendig gefaget / ſondern dieſelbigen quch ne pron guff ſich gezogen / vnd von hertzen getroͤſtet haben / 3 Suĩge⸗ Alb / Ezechielis am 33. So war als ich lebe (ſpricht Gott der Herr) ich hab keinen gefallen am Tode des Gottloſen / ſondern das ſich der Gottloſe bekere von ſeinem weſen / vnd lebe. Eſai. am 1. Wenn ewere Sůnde gleich Bludtrot iſt / ſol ſie doch ſchnecweiß werden / Vnd wenn ſie gleich iſt wie Roſinfarbe⸗ ſol ſie doch wie Wolle werden. Pſam. ioz. Barm⸗ hertzig hertzig vnd gnedig iſt der HErr / geduͤltig / vnd von groſſer guͤte / c. Johann 3. Alſo bar Gott die welt geliebet / das er ſeinen eingebornen Sohn gab / auff das alle die an jhn gleuben / nicht verloren werden / ſondern das ewige leben haben. 1. Tim. . Das iſt gewißlich war / vnd ein theiwer werthes wort / das Iheſus Khriſtus in die Welt kommen iſt / die Suͤn⸗ der ſelig zu machen. 1. Johann. 1. Das Blut Ihe⸗ ſu Chriſti reiniget vns von allen Suͤnden. Rom. s. Iſt Gott fur vns / wer mag wider vns ſein? wel⸗ cher auch ſeines einigen Sons nicht verſchonet hat / ſondern fur vns alle dahin gegeben / Wie ſolte er vns mit jhm nicht alles ſchencken? Wer wil die Außer⸗ welten Gottes beſchuldigen? Gott iſt hie der gerecht macht / Wer wil verdammen? Ghrriſtus iſt hie / der geſtorben iſt / Ja viel mehr der auch aufferiwecket iſt / welcher iſt zur Rechten Gottes / vnd vertritt vns. Ich bin gewies / das weder Tod noch Leben / noch kein einige Creatur / mich ſcheiden kan von der liebe Got⸗ tes / die da iſt in Chriſto Jheſu / vnſerm Herren. Phil.. Chriſtus iſt mein Leben / Sterben iſt mein Gewinn. Item /Roman. 14. Lebe ich / ſo lebe ich dem HErrn / Sterbe ich / ſo ſterbe ich dem HErrn / Ich lebe oder ſterbe nu / ſo bin ich des Herrn. Solche vnd aglichendrohp⸗ i jhr 8 F. g. gar viel in weerender Kranckheit geſaget / vnd ſich derſelben von hertzen getroͤſtet. i AS nun jhr . g. wol gemercket vnd empfunden haben / das es nicht langmehr weerenkoͤnnen/ ſon⸗ ſene dern das Gott der Allmechtige ſie von dieſer Welt er abfordern wuͤrde / Haben jhr F. g. vff den Oſtertag frue zwiſchen zwey vnd drey vhren die Herrn Rhaͤte fordern laſſen / vnd eine ſolche verſtendige / Chriſili⸗ che vnd Fuͤrſtliche Rede zu jhnen gethan / das jeder⸗ man / ſo es gehoͤret / ſich ʒum hoͤchſten verwundert Oratio ad hat / Als nemlichen: Dieweil jhr F̃. g. numehr auff Sſuri. dem Todtbette legen / So wollen ſie hiermit alle ſaͤmptlichen / vnd einen jeden in ſonderheit / vermanet vnd gebeten haben / das ſie ſich jhren hertzallerlieb⸗ ſten Herrn / ſampt Land vnd leuten / trewlich wolten laſſen befohlen ſein / Wie dann ein jeder ſolches vheſt zu halten jhrer F. g. an die hand hat geloben vnd zuſagen muͤſſen. Nach dieſem haben jhre F.g. auch jhres hertzlieben Herrn begeret / jhre F. G. auch zu valedicieren vnd 1 zu geſegnen. Wie kieglich/wie erbarmlch / wie elen⸗ diglich / vnd doch troͤſtlich / ſolches ſey anzuſehen vnd anzuhoren geweſen / kan ein jedes frommes Chriſtli⸗ ches hertz wol erachten. Denn als jhre F. g. jhres hertzlie⸗ hertzlieben Herrn jnnen worden / haben ſie (vnan⸗ geſehen wie gar ſchwach ſie auch geweſen) mit klaren vnd deutlichen worten angefangen zu reden / vnd ge⸗ ſagt: Wolan / mein hertzallerliebſier Schatz / E L. wiſſen / wie hertzlich vnd trewlich wir einander in weerendem Eheſtandt geliebet vnd gemeinet haben / das niemals einiger widerwille / vneinigkeit oder zwieſpalt zwiſchen vns geſpuͤret worden / Derent⸗ wegen ich wol moͤchte lenger auff dieſer Welt bey E. L. ſein vnd bleiben / wenn es alſo des lieben Gottes wille wer. Dieweil ich aber befinde / das vns Gott der Allmechtige / nach ſeinem vaͤterlichen gottlichen willen durch den zeitlichen Todt von einander ſchei⸗ den wil / vnd es ſchon allbereit gar mit mir am ort iſt / Als wil ich hiermit E. L. dem lieben Gott befohlen / darneben auch freundlich vnnd fleiſsig erinnert vnd vermahnet haben / das E. L. ſich (ſo lang ſie Gott in dirſem leben laſſen wird ) fleiſsig zu Gottes wort halten / daſſelbige hoͤren / leſen / vnd ſich darinnen tag vnd nacht vben wollen / So wird Gott der Herr E. L. mit Weisheit vnd Verſtand erfuͤllen / auch ſei⸗ nen Segen vnd gedeyen geben / zu allem E. L. vor⸗ nemen. Als nujhre F̃.g. ſahen / das jhr hertzlieber Herr hieruͤber dermaſſen betruͤbt ward / das (wie wol zu crachten) er fur hertzlichem weinen kein einiges wort Eij reden Oratio ad IMuſt rißimũ maritum. Valedictio. Adhortatio ad pietatem erga Deum. conſolatio reſurrectio⸗ ne noſtra & vita æterna. reden kunte / ſo fahen jr F.g. wider an / hochgedachtẽ jren hertzallerliebſten Herrn zu troͤſten / vnd ſagten: E. L. ſollen ſich hieruͤber nicht zu ſehr betruͤben / Es ſollen E. L. nicht traivren / wie die Heiden trawren / die keine Aufferſtehung gleuben / ſondern ſollen ſich deſſen troͤſten / das wir im ewigen leben wider zuſam⸗ men komen werden / Dennich weis / das mein Erloͤ⸗ ſer lebet / der mich wider aus der Erden aufferwe⸗ cken / vnd mir ſampt allen Gleubigen das ewige le⸗ ben geben wird. Ja es haben jhr F. g. mit ſolchen hertzbrechenden worten von jrem hertzlieben Herrn den Abſchied genommen / das es einen Stein in der Erden hette erbarmen moͤgen / Wie denn auch kein Menſch vnter den vmbſtehenden / fur hertzlichem weinen einiges wort hierauff hat antworten koͤn⸗ nen. Derwegen als jhr F. g ſolches geſehen / haben ſie abermal angefangen / jhren hertzlieben Herrn zu troͤſten / vnd geſagt: Wolan hertzlieber Schatz / E. L. wollen ſich doch zu gar ſehr nicht betruͤben / es kan Gott noch helffen / ſein Hand iſt vnuerkuͤrtzet / ſein Hand zu helffen hat kein ʒiel / wie gros auch ſey der ſchade: Iſt es aber je alſo Gottes wille / das wir von⸗ einander ſollen / Ey ſo muͤſſen wir es dem lieben Gott heimſtellen / deſſelbigen willen muͤſſen wir vns de⸗ muͤtig ergeben / Denn darumb beten wir alle tage im Vatter vnſer: Herr / dein wille geſchehe. Endli⸗ Endlichen haben jhr F. g. auch mich / als derſel⸗ ben vnwirdigen Seelſorgern gefordert / vnd erin⸗ Oratio nert / das ich / wie auch bißher geſchehen / mich weder xnMr ver gnade noch vngnade / oder etwas anders / wolle ab⸗ halten laſſen / die Suͤnde an jhrem hertzlieben Herrn zu ſtraffen / oder jhm etwas zuuerſchweigen: wel⸗ ches ich auch / ſo viel mir Gott gnade verleyhet / vleiſ⸗ ſig vnd trewlich verrichten wil. Hierauff haben jhr F. g. ein wenig geruhet / vnd als dann die gantze ʒeit vber vleiſsig gebetet / vnd den lieben Gott angeruffen / das er mit ſeiner gnedigen hůlffe erſcheinen wolle / Wie denn jhr F. g. auff den Dſtermontag morgens vmb v. vhr / als ſie von mir abermals gefragt worden / Ob ſie auch noch den lie⸗ ben Gott im hertzen hette / vnd auff das verdienſt Jeſu Chriſti ſterben wolle / wenn ſie ja der liebe Gott von hinnen abforderte? mir mit freudigen worten geantwortet: Ja das wil ich thun / wils Gott der Allmechtige / Auch darauff angefangen zu recitie⸗ ren das Symbolum Athanaſij / von wort zu wort / o Aer 3 das auch jhr F. g. kein wort darinn geirret ha⸗ en. t. Hierauff ſind nu jhr F.g. wider in warer anruf⸗ fung Gottes gelegen / biß nach mittage an gemeltem Oſtermontage / do jhr F. g zwiſchen drey vnd vier E iij vhren / Iohan. 16. Apocal. 7. vhren / in jhren Todsnoͤten / hre Seele dem Herren Jeſu / der ſie erloͤſet / in ſeine hende befohlen haben / welcher ſie auch in ſolchem Glauben zu jrem vorhin geſandten jungen Herrlein / aus dieſem Jammerthal in ſeinen Himmeliſchen Frerwdenſaal heim gefuͤhret vnd verſetzet hat / Da ſie mit jhrem jungen Herrlein fur Gottes Angeſicht wandelt / im Lande der Leben⸗ digen / Vnd iſt numehr all jhr Leid in ewige freude verwandelt wordeñ / alle jhre threnen ſind abgewi⸗ ſchet / Schmertzen vnnd ſeufftzen iſt ferne von jhr“ ewige Freud vnd wonne hat ſie ergrieffen / Eſa. 3. Vns wil nu gebuͤren / das wir vnſere bißanhero begangene Suͤnde / welche ſchrecklich vnd gros ſind / vnd / wie der Sodomiter Suͤnde / in den Himel hin⸗ auff ſchreyen / erkennen / rew vñ leid daruͤber tragen / warhafftige Buſſe thun / vnd vns zu Gott dem Her⸗ ren bekeren / Auff das wir auch dermal eins ſeliglich entſchlaffen / vnd am Juͤngſien tage froͤlich aufferſiehen moͤgen zum ewigen Le⸗ ben / Darzu vns Gott allen verhelffen wolle/ Amen. I ₰6 28 S 3 Ste — Z.8