Leichpredigt · Pler der Begrebnis / der Ed. len vnd Ehrntugenchafſten Frawen Aane⸗ ſen Huͤndin / von Wenckhẽim / Geborne von Wallenſtein Weiland des Geſtrengen / Edlen / Ehrnvehſten / Chriſtoff Sunds von Wenckhenm/ vflm Rirenſtein / geltebte Haus fraw / Welche den;. Februarij morgens ſiue vmb 4 vhr / vffm Altenſtein / in warer Erkentnis vnſers eintgen vnd allein Seligmachers Jeſu Chriſti/ ſeliglich eniſchlaffen / Vnd den Sontag Sepageſims / ſo der . Februarij/ Chẽiſtlichem gebrauch nach / in jr Ruhe vnd Schlafſkemmerlein in der Rirchen Schweina be⸗ ſtattet wordẽ. Gethan / Durch 10 HANN. AAPOLYD M der zeit D. . Den Seſtrengen / Eodlen / — Ehrnvehſten / Chriſtoff Hund / ven Wenck⸗ heim / vhm Altenſiein/ Meinem grosgůnſtigen Junckern vnd Patron / etẽ. Eſtrenger / Sdler Ehrnveſter grosgünſtſger Juncker⸗ Im Propheten Iſaia a6. Cap?ſpricht Gott der HEtr. Sche hinn mein Volck in eine S Kammer / vnd ſchleus di Thür nach dir u, verbirge dich ein kein Augen⸗ blick bis der Zorn ſur vber gehe. Inn dieſem Sprůchlein lehret vnnd vnterweiſet Gott der MErr fein / wie wit vns / wanner nach ſemem Götelichen Rath ond Veterlicher wolmeinung mit ſei⸗ ner hand vns ſchleget / vnd eine ſchwere laſt vnd Buͤrde von allerley Creutʒ/anfechtung / trůͤbſal / angſt vnd noth anffiegt / verhalten vhb erzeigen ſollen. Wemlichen / das wir nicht wider jhn zůrnen vnd ſawer ſehen ſollen/ oder das man durch eigne roth / oder verbotenen mitteln Friede / Ruhe vnd Rath ſchaffen / vnd alſo dem Cteutz vnd auffgelegter zůͤchtigung vndinthe Gottes entſprin⸗ gen vnd entlapffen. Danni iſis ſelbſt denvns ſchieg et/ der vns ʒůchtiget / wann E R vns lieb hat/ Preverbtz. weilen ———— ynd E R verhengets auch/ ſebe Chiſten zn⸗ . 3 weilen inn dieſer Welt ſbres votgengers vnd durchbre⸗ éhers Pxempel nach / jedermanvnter den ſen hegen muͤſſen/ Esthnts auch nicht das wir in ſolcher ſcharf⸗ fen Creutz ſchuel / darein vns GOEt zu ʒeiten fůͤret / vnd einenzinlichen Product vnn ſchillig geben leſt/ das vng die Threnen vber die Wangen flie ſſen / das wir wolten verzweiffeln vnd verzagen, wie Cain (3 1. Samtz1. vnd Simrii. Reg: js Sich Freunde vnnd Verwandten verlaſſen/ 1 Pfalm 146. Jerem: 1Dann WMenſchen hůlff vnd Nath iſt nichts / da ſie am beſten ſein ſol. Der PER& aber befihlet vns im Spruch/ das twir in Creutz / Anfec Dann GOEes Wort ʒeiget vns an / das vn ſer Creutz vnd trůbſal/nicht ewig weren ſol/ſondernſey nue Momcntum. Es iſt nicht indgnatio herpetuu ſpdl monenlahea. Denn des ME RNRn Jorn weret ein Augenblick. Es iſt nur eine kurtze Hitʒ Pet:. Den Abend lang weret das weinen/aber des Morgens komtt frewde/ Pſal:zo. Vnd — — — — Pnd wenn Er vns ein klein Augenblick verlaſſen hat / ſo ſamlet er vns mit groſſer Barmhirtzigkeit/ Eſaiae 4. Vnd ehe er vns ein Crtutzʒ oder Laſt aufflegt / hat ers all⸗ bereit abgecirckelt / wie vielzeit / tage vnd ſtunde / wir vns damit ſchleppen ſollen. Es dencht vns wol offt in vn⸗ ſerm Creutʒ vnd Notſtande eine ſtunde etzliche Wochen lang ſein / wenn wir ſo vnter der Preſsnr der Anfechtung vnd Vertzensweheliegen / Aber Gott der N E Rrnen⸗ nets hergegen ein klein Augenblick / wie dann auch der beiige Tpoſtel Panlus / dieſer Welt Tyůbſal / gegen die twigkeit der Kinder Gottes Frewde/ alſotechnet/da er ſagt / Die ſer ʒeit leiden ſey nicht werth / das es gegen die Merrligkeit der zukuͤnfftigen Frerwde / ſo an denen / die Gott iieben geachtet werden ſol. Denn was iſt ʒurechnenꝰ hie in dieſer Welt / ſein Creutz vnd Marter / Joch / Jor vnd toge haben vnd hol⸗ ten / die doch bald tin ende nemen / vnd hiergegen hie one Creutz vnd Leiden ſein / alle tage Firmes hoben/ undin ſpringen gehen / vnd folgends mit dem ſeichen Schlu⸗ cker/ ein ewige marter vnd Leidezeit tragen / bey dencu⸗ feln in dir MWellen / Cuce am16. Datumb ſollen wir vnſe⸗ re Seele mit gedylt faſſen / denn Gott iſt getrew / der vns nicht le ſſet verſuchen vber vnſer vermugen / ſondern wird der Anfechtung ſo ein ende machen / das wirs eytragen koͤnnen/1 · Cor: 10. Vber das / ſo pflegt vnſtt lieber GOEt die ſeinen anch in jr Kemmerlein aus dieſer böſen vnartigen Welt vnd Goſthoff des Teufels abzʒufordern/ wanher vmb groſſer Vndanckbarkeit willen ſeines Euangeliſchen 2 i Troſtwoſts —— Eroſtworts / vnd veraehtung der beiligen vnd hoehwir⸗ digen Sacramenten/ nach Chtiſii des HERR einſe⸗ ezung / ein Cand mit finſiernis / aus gerechtem ʒorn ſchla⸗ en / vnd durch ſein Meer / Schwerd / Frieg / Peſtilentʒ⸗ Fewer vnd Waſſer auffielben wil / das jhr Gedechtnis nicht mehr ſein ſol / Wie dann jetzt der Jaren / viel vorne⸗ mer Ceut/ beides von hohen vnd andern Perſonen zur Ruhe gefordert / damit fie den Jamer vnd ðie truͤbſelige zelt/ſo fur der thůr / nicht treffen/vnd durch jrrige falſche Cehr vom rechten Glanben abgefůret wurden· Dann was jtʒt der leidige Schandtenfel / wider⸗ nmb fur ein grewlich Fewer der Calniniſchi n Secten/ an Ort vnd enden anzuzunden (da GOEt nicht ſtewren vnd gnedis wehren wird)mit der Kirchen Chriſti hoch⸗ ſien Ergernis vnd verderblichen ſchaden / vermeinet / ha⸗ ben wir von hertʒen vnd ſchmertzen zuklagen. Es hat der Ertzmoͤrder ſein Caluiniſch Mord⸗ ſchwert/dntch der Vernunfft ſpitʒigkeit/ ſo aus geſchlif⸗ fen / das er gedenckt/allen Chriſten jren Glanben an Je⸗ ſum C HRI Stum vnſern Allmechtigen PE RRn önd Seligmacher abzuthun / ond abzuſchneiden / C MR Iſtt Allmechtige vnd warhafftige Wort ſollen nichts mehr geltent“/ Aber was dieſer guͤgen vnd Vernunfft Teufel vorgibt / ſol alles ſein. Darumb ligen die frommen Chri⸗ ſten/ vnd ruhen gar ſanfft auff Gottes Eckern/ in fhren Schlaffkemmerlein / vnd důnffen ſich keiner gerfůͤhrung befurchten/ Dann jre Seelen ſind in GOEts Mand / Sap:3. Duͤtffen auch keinen grawen / furcht/noch ent⸗ ſetzen tragen / furm Tutcken / Spaniern/ ynd andern Chtiſti — — — — — Chriſti vnd ſeinet Kitchen Felnbe/ dann jre Leibe ſeinð verſchloſſen / vnd gehet alles fur der Thuͤr jrer Kemmer⸗ lein vber. Wei dann ſetʒt Geſtrenger /Edle r/Ehrnvehſter/ Grosgůnſtiger Juncker vnd Patron / vnſer iieber Gott / ſeinen Vaͤterlichen willen nach / E. Edl. Ehrnvehzim⸗ jich in den Creutʒ Tiegel geſetzt/ vnd von alletley Truͤb⸗ ſal / Angſt/ vnd Beſchwerung / die hitze vnd der ſchmer⸗ tze geheufft / Sonderlich aber in dem / das vber ↄlles/ E. Pdi: Ehrnveh: durch den ʒettlichen Todt / derſelben geliebten Paugehr/ im ſchwerem Alter / in den muͤheſe⸗ ugen vnd betruͤblichen Widwe ſtand verſetzet / welche ſonderlich E. Edl Ehrnveh. im Crentz vnd Anfech⸗ tungen / nechſt GOT/ nicht allein tioͤſtlich / beſonders auch thaͤtig geweſen. Wann aber dieſelbige/ ein Chriſtlich Ceben / in aller Gottſeligkeit nicht alſein gefuͤhret / ſondernin rech⸗ ter Erkentnis Chriſti Iheſu ſelislich entſchlaffen / Sol E Edl: E hinve hꝛ ſich deſtæ ehe ʒu ruhe begeben / auch andere Anfechtungen vnd Beſchwerungen mit gedult tragen / vnd das Sprůͤchlein des Propheten wol beden⸗ cken / das er vnſer Creuts vnd Anfechtung in einem Au⸗ genblick endern vnd wenden kan vnd wiil / ʒu der ʒeit vnd ſiunde / die erjm erſehen / vnd vnð zum beſten beſtimmet. Dieweil aber E. Edl: Ehrnveh: in der hetigen Goͤttii⸗ chen Schrifft / vnd Lutheri Bůchern wol beleſen / vnd darin ein guter Practicus / als wil ich gelie bter kůrtʒ hal⸗ ben hierbey gernhen. Vnd nachdem nicht ollein E. Edl: Ehrnvth: beſon⸗ dern auch derſelben geliebte Soͤne/bey mir angt halten⸗ A iiij d8 das die von mir vber dem̃ Begrebnis Ewr Eol Ehrny geliebte Pansfraw geſchehene Leichpredigt in Bruck mochte gegeben werden/ Als habe ich ſolchet Bitte nicht ʒuwiderſtre ben vnd fechten wollen / ſondern dieſel⸗ be ſo gut als ſie von mir in einer eyl (wie P. Eol Ernveh⸗ bewuſt) mit Gottes gnade vorgebracht/ drucken laſſen/ Mit demuͤtiger Bitt/ ſolches fur einen wolmeinenden vnd gůnſtigen willen zunernemen / ond mein grosgůͤnſti⸗ ger Inncket/Patron vnd Foͤrderer ſein vnd bleiben / Vnd thue hiemit E. E. Ehrnv. ſampt derer Sone vnd Toch⸗ ter/Göttlichen Schutz entpfehlen. Datum vffm Pfar⸗ hoff Schweina / den 1. Junij Anno 1791. Ewr Edſ; Ehrnveß. Dienſtw. Johan. Rapold. Diener am Wort Gottes — daſelbeſt. Augenthafften / eim/ Geborne WGeſtrengen / Edlen / eil wir jetzt d. F us von Wenckheim vffm Altenſtein geliebte Haußfraw / zuſamen komen ſind: das wir jr den letzten willen erzeigen / vndin jr Schlaffkemmerlein vnd Ruhebetlein Chriſtlichen beleiten vnd beſtatten. Als wil ſich gebůͤren / das wir in dieſer Adelichen vnd Volckreichen Chriſtlichen Verſamlung/ et⸗ was aus Gottes Wort mit einander / reden / handeln / vñ betrachten: Gott dem Hxn zu ehren: Vns aber ſemptlichen zur Lehr/beſ⸗ ſerung vnſers ſundlichen Lebens / ſterckungvnd troſt vnſers Glau⸗ pens / damit wir entlich auch das ende des Glaubens / welchs iſt vn⸗ ſer Seelen Heil vnd Selgkeit dauon bringen moͤgen. Wollen dem⸗ nach Gott den HxRR vmb ſeine Gnade vnd H. Geiſt anruffen / vnd ein andechliges Vater vnſer ſprechen. Ewer Liebe wollen nachfolgende Wert aus dem 37. Capitel des propheten Ezechtelis anhéren/ Welche alſo lauten. mich hinaus im Geiſt des NErrn/vnd ſtellet mich Se NHER Rn Mand kam vber mich / vnd furet auff ein weit Feld / das voller Beine lag / vnd er furt mich allenthalben dadurch / Vnd ſihe (des Gebeines) lag ſehr viel auff dem Felde / vnd ſihe / ſie waren ſehr ver⸗ dorret Und er ſprach zu mir / Du Menſchenkind/ meine⸗ ſta anch / das dſeſe Beine wider lebendig werdeng Vnd nhprach/ MERR M ERR / dos weiſtu wol. Vnd er ſprach ʒu mir/ Weiſſage von dieſen Beinen / vnd ſprich zu jhnen / Ihr verdorreten Beine/ hoͤret des MErin Wort/ So ſpiicht der HEr MERrvon dieſen Gebeinen/ Sthe /Ich wil einen Ddem in euch bringen / das jr ſolt lebendig werden. Jh euch Adern geben / vnd vnð Fle ſſch laſſen vb wk vberzihen/ vnd wil e. e⸗ bendig werdet / Vnd ſe „er Bin. Vnd ich weiſſaget „ fohlen war/ Vnd ſi⸗ he/da rauſchet es / als ich weiſſagte / Vnd ſihe / es regte ſich / vnd die Gebeine kamen wider zu ſamen / ein jglichs zu ſetnem Gebein. Vnd ich ſahe/ vnd ſihe/ es wuchſen Adern vnd Fleiſch drauff / vnd er vberzog ſie mit Paut/ Es war aber noch kein Odem in jnen. Vnd er ſprach zu mir / Weiſſage zum Winde/ weiſ⸗ ſage du Menſchenkind / vnd ſprich zum Winde / So ſricht det OErr HE RR / Wind /kom erzu aus den vier Winden / vnd blaſe die Getoͤdten an/ des ſie wider leben dig werden. Vnd ich weiſſagete / wie er mir befohlen hatte Da kam Odem in ſie / vnd ſie worden wider leben⸗ dig / vnd richten ſich auff jre F jſe. Vnd jr war ein ſehr groſſes Meer. Vnd er ſprach zu mir/ Du Menſchenkind / dleſe Beine ſind das gantze Iſrael. Sihe /jtzt ſprechen ſie/ Vnſer Beine ſind verdorret / vnd vnſer Moffnung iſt ver⸗ lorn / vnd iſt aus mit vns. Darumb weiſſage / vnd ſprich ʒu jnen / So ſpricht der H Err HERR / Sihe / ich wil ewre Greber auffthun/ vnd wil euch / mein Volck / aus denſelben heraus holen / vnd euch ins Land Iſtael bein⸗ gen. Vnd ſolt erfahren / das ich der H Err bin / wenn ich ewer Greber geoͤffnet / vnd ench / mein Volck/aus denſel⸗ ben bracht habe. Vnd ich wil meinen Geiſt in euch ge⸗ ben / das jr wider leben ſollet / vnd wil euch wider inewer Cand ſetzen / Vnd ſolt erfahren / das ich der P ERr bin / Ich rede es / vnd thue es auch / ſpricht der D ERR NR. Geliebten Vnter den Artickeln 2 ens vnd Bekendinis / S 8 deiner / da wir bekennen S pe eine aufferſtel ung des Fleiſch. Menſchliche Vernunfft kan S nicht gleuben / faſſen noch begreiffen / das die Lei⸗ e ſo in die Erde verſchorren“ verweſet / von Würmen verzehret / eins theils vom Fewer ʒu puluer vnd Aſſche ver⸗ brand / von Fiſchen imn Waſſer verſchlungen / von den Vogeln ver⸗ tragen vnd verdawet / vnd von den wilden Thieren gefreſſen / etk. wi⸗ derumb am Juͤngſten tage vnuerwaͤſentlich / gantz mit allen Glied⸗ maſſen aus dem ſtaube herfur gehen ſollen. Dann offt der eine enen Schenckel in Franckreich / der ander in Spanien / Proband / Vn⸗ gern / vnd ſo fort leſſet / Da wils auch der Vernun ft nicht ein / das ſolche zerſtrewete /zertrenke/ verzerete / verwaͤſene vnd zu Puluervnd Aſchen vermordete Glieder/vnd Leibe / ſich gantz mit beinen / Haut vnd fleiſch wider finden vnd lebendig werden ſolten. Item / das der Menſch eben ſeine Dhren / Augen / Hende vnd Fuͤſſe / ſampt allen Gliedern vollſtendig wider vberkomen ſol / wie er allhie in dieſer welt gehabt / vnd das die Seele/ ſo einmal vom Leibe geſchieden vnd ge⸗ wichen / widerumb darinnen wonen / vnd mit demſelbigen vereinget werden. Ob nu wol(ſage ich)dieſer Artickel / menſchlicher vernunfft vnmůglich / vnd nerriſch deucht / vnd die Gottloſen vnd Vnglrubi⸗ gen wider den Menſchen fraß vnd grewlichen R vfauff / des gangen menſchlichen Geſchlechts (verſtehet) den Todt / keine hoffmng vnd beſiendigen troſt haben / vnd der Artickel von aufferſtehnng der To⸗ den das anſchen bey jnen hat / als ſey er gtweder gar nichis / odes doch gantz zweffelhaffug vnd vngewiß. Wie dann auch zun offten den gleubigen Gottes Kindern vnd frommen Criſten vber dem ab⸗ gang vnd ſterben der jrigen / das rechte Hert vnd truͤbe waſſer vber⸗ gehet / das ſie daruͤber Liebethrenen vnd Sel ntropffſein vergieſſen. Dennoch ſollen wu Chriſten wide vnſere Vernin fft iernen / vnd wiſſen / das dieſer Wuckel in der heiligen Göthchen Schrift B j nicht * — 3 nicht allein ve waltig darinner . gruͤndet vnd befe „A poſtel / als der endn Sburg der Chriſten v en A ſylum nyremrurg / Vnck/ Widerwertigkeit vnd ² n/ invngezweiffelter hoffnung / glauben vnd Zu⸗ uerſicht eines herrlichers / ſeligers vnd beſſern Lebens / wannwit vol⸗ lend durch da chewre vnd vngeſiuͤmme Meer vnd mannigfal⸗ tige Sturmwinde vnd Vngewitter dieſen alten vnd kalten Welct ecwige Ruhe /Friede vnd frewde haben werden Derowegen wollen wir des Propheten Ezechielisigeſichtòvor * vns nemen: Vnd Erſtlich die ſchoͤnen herrliche Arguments, Con⸗ * Ermationes / Grunde vnd Bemeiſungg wonder Toden aufferſte⸗ hung daraus erwegen vnd betrachien/che uns beides / Lehrwar⸗ nungund gewiſſen Troſt urd. um andern / auch etwas reden von vnſer Abgeſchiedenen / Le ben / Chriſtenthumb / vnd ſeligen abſchied / ſo viel mir / als jremgewe ſenem Seelſorger bewuſt / vnd ſolchs de ſimplici et plano. Der lebe Gott verley vns ſeine gnade vnd heiligen Geiſt dazu / Amen. As numn das Erſte belangt: Sagt der Prophet alſo von: Es ſey des HERRN Hand vber jn komen / vnd jn hinaus im Geiſt des HErrn gefuͤret / vnd jn auff ein weit Feld / das vol⸗ ler Todenbein gelegen / geſtellt / vnd habejn allenthalben dadurch ge⸗ furet / des Gebeines ſey viel da gelegen / aber ſehr verdorret. Allhie ha⸗ ben wir nu der Loden aufferſtehung erſtes Argumnt/ welchs Gott der HxR im raumen weiten Felde / ex liõaturæ dem Pro⸗ pheten furlegt. Dann wann wir im Herbſt vnd zunahenden Win⸗ ter / die Beume / Laub / Graß / die Blumen auff den Wieſen vnd Bergen anſchawen / haben wir an jnen zur ſelben zeit ein jaͤrliches ſterben / vnd iſt fur vnſern augen alles tod / wie die Sirhtſ orvete . porrete Sodenbeine Aber im Fruͤling ſchen wir hergegen / wie alle verſtorbene vnd gleich verdorrete Beume / Graß / vnd Blumen im Frlde / im Walde/ Gerten / Wieſen / Bergen vnd tieffen Thaͤlern widerumb grunet / blůͤet / vnd gleich lebendig wird· Dahin denn auch der Prophet Aluas ſchet imð Capitel / da er ſpricht: Ir werdeteh— ſehen / vnd ewer Hertz wird ſich frewen / vnd ewer Gebeine ſol grunen? — wie Graß. Alfo vergleichet der Koͤnigliche Prophet Dauld / allerx Chriſten Thraͤnen vyd weinen⸗ ſo jnen durgh die Hitz / Angſt vnd ſchmertzen des Creutzes vnd Trůbſalen heraus ʒedrenget/ dem Sa⸗ mien/ das die lieben Chriſten Thraͤnenſemlein ſeen / vnd ſagt/ Die mii Ehraͤnen ſeen / werden mit frewden erndten / Sie gehen dahin vnd weinen / vnd tragen edlen Samen/ vnd kommen mit frewden / vnd bringen jre Garben. Freylich werden wir edle vnd vollige Gar⸗ ben an jenem tage heimbringen vnſeri getrewen Gott in ſeine. Him⸗ lſche groſſe Schewren / die wir in Chriſtlicher erkentnis vnd bekent⸗ nis auffden Acker Gottes geſeet vnd gepflantet ſein/ Alſo mimpt . auch der HM Chriſius ſelbſt aus dieſer Feldpoſirllen ein Gleich⸗ nis Jol am vnd vergleichet ſich einem Weitzenkoͤrnlein. Denn er K Lrauch / vnd wird in des Todesſtaub gelegt/ ober am heiligen 4 Bſtertage / gehet er widerumb/ vnd wird der Erſting oder die erſte Garbe vnter denen die dã ſchlafenCor: ſ. Wal nu vnſer HErr 1 vnd Heiland Iheſus Chriſius im Iode nicht bliwen / ſondern ſein Heupt widerumb empor gehaben / So werdſ⸗ wir auchgewißlich aus vnſern Grebern am Juͤngſten tage herrlich herfir gehen Dann ſein aufferſichung iſt vnfer aufferſtehung / We der H. Apoſtel Pau⸗ lus in derj. Coy:. gewaltig argumenticu⸗ W ( vexit, e nor re irgemus: Sd primum MrMmo t 1 So Chriſtus iſt aufferſtanden / ſo werdm wir auch aufferſichen: Vu iſt das erſte war / das Chriſtus aufferſianden / derowegen folget auc 44 warhafftig das ander / nemlich vnſeraufferſtehung. Aℳ Demnach ſollen wi vns aus dieſem erſien Argument oder be⸗ weis eie teguche Feldbibel machen / vnd mit vnſern gedancken indie B ij Velde Welde / auffs Feld / Wieſen vnd Ecker / ja an die Teiche vnd Waſſer ſpatzieren gehen / vnd aus dieſem Feldbuch ſehen / wie vns vnſer auff⸗ erſtehung von Gott furgebildet iſt vnd wird. Kan nun des Pellicaui blut /wie mau im Buch der Vatur pãihlicſer/ ſeine jungen im Neſt ſo von der Schlangen getodtet / lebendig machen / ſo aus ſeiner bruſt tint dem Schnabel zuhackhvber dietoden jungen Pellican eiflieſen / vnd trieffen leſt/ Vielmehr nachobih di wir von der Schlangen (dem Deufel) todiljc eſen oder verwund ſein / wider lebendiz/ das Blut vnſers pii ãñ des HERR Nvnd Heilandes J.HEſu Chriſtilſo aus ſeinen heiligen / geoffneten fuͤnff Wunden / am ſtam⸗ me des Crentzes / mildiglich / friſch vnd lebendig gefloſſen iſt / In wel⸗ ches krafft wir geteufft werden / welchs wir im Abendmal empfan⸗ gen vnd genieſſen / damit wir gereiniget vnd gewaſchen werden / von allen vnſern Suͤnden / welchs auch ſeine kraffi / neben dem Wort / an vnſern Leiben am Jungſten tage erzeigen wird / vnd das leben ewig⸗ lich vnd vberſchwenglich miethcilenn ird. Ein ſolch Bild hat man auch am Phonirdem Vogel/ Item an den Schwalben. Am Mag⸗ net der Eiſen an ſichzeucht / Solte dann Chriſtus nicht ri uri aus vnſern Grebern zu ſich vns in die hoͤhe zuchen⸗ Qas andeArgumen vnd Bewelß von gufferſichung der Co⸗ den / niĩt allhie de Prophrt dann er zeigt nicht allein an / das imiaumen Feldegx die daͤrren Todtenbeine geſchen⸗ ſondern / der HE Rrhabe jm zuſtiſin⸗ das die verdorreten Bei⸗ ne widerumb lebendig mit Haut vnd Fleiſch vberzogen / befahlen. — — Dann was Gott ſpritit / das mus auch geſchehen Pfal ſolcher . Teſtimonia Seripturx haben wir in heiliger Schrifft beide Alles — vnd newes Teſiaments gor gnuj Eſuae⁊ÿ. Der HR Zrbaoth wird auff dieſem Berge daꝛ Huͤllen weg hun / damit alle Volcker verl ullet ſein vnd die Decke/tamit alle Heiden ʒugedeckt ſind. Deñ er wird den Tod verſchlingen cwiglich Eſaia 2. Deine Todten werden leben / vnd mit demLeichnam auff rſtchen/ Wache auff vnd rhůmet / die jr ligt vnter der Erden. Qaui ſæ. Viel ſo vnter der Eraen ſchlaffen / werden anſfwachen / etlich ʒumn ewienLeben tliche iur zur ewigen Schmachvnd ſchande. Im Newen Teſiament ſpricht Eßriſius / Joban? Es kompt die ſiunde /in welcher alle die in Gre⸗ bern ſind / werden des Menſchen Sons ſiimme poren / vnd werden ßerfur gehen / die da gutes gethan haben zur aufferſichung des Lebens die aber vbels gethan haben / zur aufferſtehung des Gerichts. Johb⸗ as iſt der wille des /der mich geſandt hat / das wer den Son ſihet / vñd gleubet an jn habe das ewige Leben / vnd ich werde jn aufetwe⸗ cken am juͤngſten tage. Jhanijy. Ich bin die Aufferſtehung vnd das Leben/ Wer an mich gleubet / der wird leben / b er gleich ſiuͤrbe / Vnd wer da lebet vnd gleubet an mich / der wird mmmermehr ſterben. Alſo ſpricht auch der H. Apoſiel Paulus in derſ Theſſ. 4 Sowir gleu⸗ ben / das Iheſus geſtorbenvnd aufferſtanden iſt, ſo wird Gottanch die da entſchlaffen ſind/ durch Iheſummit jm fuͤren. Diele czchlte Zeuguũſſen / der Propheten/ Ehriſii/ vnd der Apoſtel / darinnen dis Aetickel von der Lodenauffirſichung gegruͤndet/ k tiegen / Daun Guttiſtin ſeinen worten warhafftig. Das dritte Arguruent vnd C onfirmation der Loden auffet⸗ ſichunglegt die H. Schriſft fin⸗ Exenpl hecialit c ſgularis veſurrectioniin den Exempeln / dexer ſo vn den Propheten / Chri⸗ . ſio vnd den Apoſteln von den Loden erwecket ſind. Aſo erweckett 4. der Widwenzu Sarepta Son von den Toden der Prophet Elas Vr ½ . R Eliſaeus machet ſeiner Wirtinnen Son zů Sunem wi⸗ — der lebendig/ Arg: J Chriſus rufft aus dem Todeherfur Jairi Tochterlein / Malch. . Item den verſtorbenen Juͤngling zu Nain/ Luce Lazarum ſeinen Freund / der ſchon vier tage im Grabe gele⸗ gen / vnd ſtnckend worden / Johau: j. Petrus erwecket die Tabeam A ju Joppe. Paulus den Eutichumzu Troiada / Actur⁊ð. Wie vie nehr wird dann am jůngſten Tage in des krafft vnd macht die Pro⸗ pheten vnd Apoſtel Toden erwecket/ der ewige S ONGottes / vns nufferwecken / ob gleich & el /Welt / Suͤnde /Todvnd Helle inwe⸗ zen ligen / Soha eſus Chriſtus Gottes Son / an vnſer fadtiſt komen / Vndhat di Suͤnde abgethan damit den Todt ge⸗ B iüij nomen // genomen / All ſein Recht vnd ſein gewalt / da bleibet nichts denn tods geſtalt / Den Stachel hat er verloren. Vodt / wo iſt dein Stachel/ Hlll / wo iſt dein Sieg. Der Stachel aber des Todes iſt die Suͤn⸗ de / die Krafft aber der Suͤnde iſt das Geſetz / Gott aber ſey danck / ½ Corinth. . Das vierde Argument vnd Grund iſt diß, Das ob wol der Aichnam in der Erde vermodert / zu S taub vnd Aſche worden / vnd aſo weder Ohren noch Mund hat/ Dennoch wann der HERR edet /ſie es hoͤren / vnd auffſem Wort aufferſtchen muͤſſen. Dann hie ſagt der HErr / vnd befihlet dem Propheten / das er ſprechen ſol/ Er3. Oa arida audde verbum Domin, Ir verdorreten Beine horet ſenſuum ſind / ſie haben keine Bhren / Mugen / Verſtand vnd was darzu von nöten iſt / dennoch hören die abgefaulete Ohren vnd ver⸗ dorreten Beine des HERM Wort / vnd beginnen darauff ſich zu regen / vnd wird ein geruͤmpel vnter den Knochen / Ein jeglich Bein nicht verwechſſelt / vnd ob ſie gleich durch einander vermenget ſein / iſt doch keines verloren / die Knochen bekomen Haut vnd Fleiſch/ ſampt Adern vnd Sehney / der Wind blſet ſie an / da perden ſie le⸗ 3 „ V „ —— XE Dieſe Gruͤnde vnd Beweiſungen von aufferſ lñ vc& ö⸗ eden /ſolvns cxilich ſein als ein Zaum / dardurch wir von Suͤndenzu 2 ruck vnd abgehalten werden / vnd widerumb gleich als ein Sporen vnd Stachel / damit wir getrieben vnd ermundert werden / in warer Gottſeligkeit vnd Heiligkeit bis an vnſer Ende fort zufaren Wie Syrach Capit. vermanet: Was duthuſt / ſo bocksdos Endel velee „ſo wirſiu nimermehr ſuͤndigen. Manpflegt duſu Prüch auch offt zu gewehnen. Ah das alle Menſchen dreh ding verſtuͤnden/ ſog⸗ gangen ſind / vnd merckten auff drey ding / ſo gegenwertig ſind / vnd ſehen auff dyey ding / ſo noch kůnfftig ſind / 1 der vns den Sieg gibt / durch vnſerm HMM Jeſum C hriſtum/ F⸗ des HERNWort. Vnd ob nun gleich da keine nſtrumenta koͤmpt zu ſeinem Leibe / daran es am Leben geſtanden / vnt werd⸗a — —— — — ding ſo furdͤber ſind / als Bomn. onjſim, Malum eommniſſum, Tempus amjſum; Das ſſ Gu zu huniſt vnterlaſſen/ Boſes iſt zgangen vnd die ʒeit iſt ſchendlich vergangen vnd furůͤber. Die dreygegenmertige dingſind / das dieſes Leben ſogar eine kurte zeit werc BerWegzu Seligkeit ſo engvnd ſchweer iſt/ vnd derer ſo wenigiſ die da Seüg werden. Vie drep kůnfflige ding ʒubedencken ſind / Die vngewiſſe vnd erbermliche ſtunde des Todes Die auffer⸗ ſichungzum Gerichte, dafur alle ſichere Menſchen grawſam er⸗ ſchrecken / Vnd der. Hellen pein / die vber alles vnleidlich iſt. Darumb ſpricht S. eronymus: Ich eſſe oder trincke oder was ich vur thu⸗ ſo dunckt mich / es erſchalle fur vnd fur in meinen Dhren die Stim̃: Stehet auffjr Toden / vnd kompt zu Gericht. Darumnb ſo ſey die gewißheit der Toden aufferſichung / allen rohen / ſichern vnd vnbuß⸗ fertigen / ein warnung / ſich zubekehren / vnd Buß zuthun / Dann ſie mitjrer verteuffelten Gottloſoigkeit/ am Juͤngſten Tage herfur zu . Gericht muſſen / vnd enipfahen werden / was ſie wert ſein. a , Den Chriſten aber ſol dieſe betrachtung vnd gewißheit der Aufferſichung eine Artzeney vnd Croſt ſein / wider allerley Vnfall / Trůbſal vnd Kranckheit/ damit vnſere Leiber / ſo lang wir in dieſem Leben ſind / kempffen můſſen. Daher nimpt auch der kebe Job ſeinen troſt / da er voller Wunden vnd Schwerenwar / dajm ſeine Kinder todt blieben / vnd ſein Vihe weg getrieben warivnd ſpricht: Jol. Ich weis das mein Erloͤſer lebet/ vnd er wird mich hernach auser Erden aufferwecken. Vnd S. Paulus ſagt: Vnſer Eruͤbſal die⸗ ʒeitlich vnd leicht iſt / ſchaffet eine ewige vnd vber alle maſſe wichlige Herꝛligkeit / vns die wir nicht ſehen auff das ſichtbare / ſondern auff das vnſichtbare / ⁊. Corinth: itten / ſol vns auch die gewißheit der Aufferſtehung / vn⸗ 1 ſer leyd vndtrawren vber dem Vode vnſerer Freunde / nach den wor⸗ ten Pauli. Theſſal: I lindern / Wir wollen cuch / lieben B ůder/x= — nichts verhalten / von denen die da ſi chlaffen / auff das jr micht traw⸗ nng ſeid / wie die andern / die keine hoffnung Denn ſo wir gieu⸗ ben / das Jeſus geſtorben vnd aufferſtanden iſt / alſo wird auch Gott/ die da entſchlaffen ſind / durch Iheſum mitjm fůhten. Zumnaden / ſol vns auch die Aufferſtehung alle furcht vnd ſchrecken des Vodes eninemen / wenn das ſtundlein daher gehet / au vns ſelb̃ / dieweil wir viſu iefer leiblicher Tod anders nichts iſt / dann ein hingang zur vñ ſchen Herꝛligkeit / wie geſchrieben ſtehet· Seliz ſind die Coden / die im HeæNſterben / Apvcal. Das ſey alſo gnug vom Erſien. Vom Andern. Vm Andern / Was nu im Hxnn abuerſchiedener / der Ed⸗ len vnd Ehrmugenthafften / Frawen Agneß von Wenckheim⸗ wetland/ des Geſtrengen / Edlen / Ehrnvehſten Chriſtoff Hunds von Wenckhemn / vffm Altenſtein / gelebter Haußfrawen / Lcb r/ Ctriſtenth umb / vnd Abſchied anlanget: So iſ nicht ollein mir / ſon⸗ dern jedeman bewuſt / das ſie jren Adelichen ſtand / in Gotten furche Ruſchheit vnd Zurht / jamn aller Gottſeligkeit gefůͤhret / vnd Glau⸗ ben vnd gut Gewiſſen behalten / Vnd das ſolche cuſſcriiche Gottfe⸗ ligteil vnd arbar Leben / nicht ein ſchein vnd. Hrucheien gen eſen / hae ſie es auch mit glaubens Fruchten / durch die Werck der Barmher⸗ higkeit / gegen den Dienern am Wort des Hxn / vnd dem armen důrſjtizen Lazaro erweiſet vnd erzeiget / Dann ſie nicht eine verſper⸗ rtepnd verſchloſſene Hand gegen den Nottuͤrffigen / ſondern eine milde vnd willige Gebehand gehabt/ Wie ſoicht die Armen nicht ollein beʒeugen/ſondern anch jr in dieſer klemmen Zeit gemiſſen wer⸗ den. Goites Wort hat ſie lieb gehabt / daſſelbige offt beſucht / vnd die Diener des Worts gechret. Injrem Haußſtande/hat ſie C hriſtli⸗ chi vorſichtikeit zugebrauchen wiſſen / damitjrer Hausnarung vnd⸗ Futter nicht gemangelt. In jrem Eheſtande / hat ſie mit jrem heben Juncker. Jar vnd 6. wochen gelebet / vnd darinnen durch Gottes S egen yꝛ. Kinder Mutter worden / darunter 7. Sone vnd j. Toch⸗ ter/ dite noch 6. Soͤnevnd drey Tochter am leben / ſo lang G Bit wl. Was jy Alter belangt /hat ſie das alter / dauon Moſts — Man Gottes Gyttes im 9o. Pſalm ſpricht / Vnſer Leben weret ſiebentzig Jar /er reicht / dann ſo alt iſi ſie geworden. Es iſt ein herrlich Alter / nelchs zu Moſes ʒeiten allbereit ſeltam vnd ihewer geweſen. Ferner ſage Moſts im bemelten Pſalm: Wenns koͤſtlich geweſen iſt / ſo iſts můͤ⸗ he vnd arbeit geweſen / darinnen lauter Creus /Truͤbſal / vnd ſtetige Anfechtung / Vnd dieſes (wie offt geklagt) hat ſie in jrer ſiebentzig jaͤriger Waſfart / teglich erfahren / aber doch durch Gottes hulffe / mi gedult eiwunden. Da ſie ſich ſchwach vnd kranck befunden / hat ſie bald nach mir geſchickt / (als dieſes Orts vnwirdiger Diener am Wort des HxRd) wie ich denn meinem Ampt nach / willig er⸗ ſchienen / Da hat ſie jre Schwachheit vermeldet / vnd darneben an⸗ gezeiget / wie ſie bey ſich entſchloſſen / ſich mit dem lieben Gott zu ver⸗ ſůnen / vnd darnach im leben vnd ſterben dem lieben Gott entpfehlen. Wie denn auch am nechſten Mitwochen / ſo der dritte Februarij/ge⸗ ſchehen: Da ſie jre Beicht vnd Bekeninis jrer Suͤnden / mit demuͤti⸗ gem hertzen vnd Chriſtlichen Thraͤnen vnd andacht gethan / darauff ſie von mir aus dem heiligen Euangelio getroͤſtet / die Abſolution vnd vergebung jhrer Suͤnden / ſampt dem Heiligen vnd Hochwirdigen Sacrament des waren Leibes vnd Bluies Jeſu Chriſti empfangen / vnd folgend jr neben andern der heiligen Schrifjt Troſtſpruchen / auch dieſen vorgeſagt / zun Roͤmern am4. Vnſer keiner lebet jm ſelber/ WVnd keiner ſtirbt jm ſelber / Leben wir / ſo leben wir dem HRn Sterben wir / ſo ſterben wir dem HEN Darums wir leben vder ſterben / ſo ſind wir des HNRR Denn darzu iſt Chriſius geſtovben / vnd aufferſtanden / vnd wider lebendig worden / das er vber Todte vnd Lebendige & RR ſey. Harauff ſie gar Chriſtlich geſagt / Sie habe nujr ſache dem lieben Gott heungeſtelt / wonn es ſein Guttlicher wille ſey / ſo habe ſie jre zeit gelebt / vnd wolle gern ſterben / vnd aus dieſer Welt ſcheiden / Sie bitte nur den lieben Gott/er wolle jr ein ſeliges / Chriſtliches Ende beſcheren / Wie dann vnſer lieber Soet / ſolchs jr ſuchen vnd bitten jr gewchret / vnd ſie am Freytag fruͤe kurt vor vhren / aus dieſem Jommerthal zu ſich in ſen ewigen Frewdenſaal genomen / zu welchen Reiſe vnd Heunfart C ij ſie ſich — Sterben wn / ſo ſeind wn aber ſein. 3 Wi ſie ſich auchfein Chriſtlich geſchickt vnd gerlůſt das ſie durch die hei⸗ lige Abſolution die groſſe vnd ſchwere Laſt jhrer Suͤnden abgelegi/ vnd den ſiarcken wichtichſten vnd krefftigſien Zehrpfennig / im A⸗ bendmal des waren Leibes vnd BVis Iheſu Chriſti /empfangen/ dadurch ſie nicht / wie Elias bey dem Gerſtenbrod / (ſo jm der Engel G DTics gebracht /4o. tage vngeſſen bis an den Berg Horeb gan⸗ gen) im]. Regꝛj9. ſondern durch Leben / Not vnd Tod / vernuͤnfftig. vnd Chriſtlich ins Himliſche ewige Vaterland / der vnaus ſprechli⸗ chen ewigen Frewde vnd Seligkeit ritterlich gedrungen / da ſie keine qual / Angſi /Truͤbſal / der Weltvntrew/ Hunger oder Kummer an⸗ fechten wird /ſondernjr Seele ruhet in Gottes Hand / Sapꝛ Was den Leichnam anlangt / wollen wir denſelbigen jetzt auch gebuͤrlichen vnd Chriſilichen in ſein Ruheſiettlein legen / daer denndes froͤlichen Juͤngſien tages vnd allgemeiner Vrſiend mit allen Gleubigen cx⸗ warlen. Der liebe G O& verley vns allen auch ein ſeliges Ende / vnd heiffvns zur ewigen Frewde vnd Se⸗ kigken /Amen. In Cpriſto Iheſu ü A1 M E N Reiſe Spruͤchlein / Der Eolen / vnd Shrntugent⸗ hafften Frawen Agneſen Händin ven Wenckheim / Gebornevon Wallenſtein / Weiland des Geſtrengen / * Soien / Ehrenvehſten Chriſtoff Hunds von wenckheun / vfim Altenſtein geliebter Haußfrawen / Zun Rometn am 14. Captel. Einer chut von jm ſelber lebn/ 6 20 Desgleichen von jm ſierben darnebn. geben wir / ſo ſeind wirs NERRen allein / wir haben das Leben ober den, Tob So ghoͤrn wir vnſerm leben GOT. Benn darzu iſi CH R Iſins geſtorbuf Eiſtanden vnd erwecket wordn. Das er gantz Rttterlich vnd fiey / Pper Todt vnd Leben ME RR ſey· Eſaiae Tz. ICM bin dein GOEE vnd auch dein PE RR / Aoſſer mir iſt kein DePland mehr. Ja 0 JR hoſtu abtit gemacht/ Wit deinen Suͤnden Tag vnd Nacht / Mir haſtu gemacht vlel muͤhe / Burch dein Miſſethat ſpatt vnd fruͤe. Ich / Ich / tüse dein Vbertttung/ Nach meiner groſſen E/bormung? Vnd gedenek deiner Suͤnden ncht! Vmb meinet willen / der HE RR ſpricht. Matth. ]. Rompt her ʒu M NR alle jtzigerzeit/ Bie jr muͤheſelig beladen ſeid/ S Thut euch mi Glauben zu wi ſehicken / Poldſelig wii ich ench erquicken. Nemet auffeuch mein Creutz vnd Joch / Cernet von mir/ folget mi nach. Ich bin Guͤtig vnd Sanfftmuͤtig / Vnd von heitzen gantz. Bemutig. Wu euch verſehaffn lindiung der Laſt / Vnd ewer Seel gut rah vnd raſt. Dann ſanfftmuͤtig iſt das Joch nrein / Vnd meine Caſt iſi icht vnd fein. 7. 3 C i Amigus ANLQVA NOBIII. TATE FET VIRTVTE SVA PNEFTAXNTSSILAMO NM D. D. CMlh. pbori c Pannim ſatrum, c Qrilophori Vhang⸗ Pa⸗ truelm, HNMNDE A Vhenchheim n AlenMein, Paſtor⸗ rite Vocato, Neverendo Vro D. lobanni ppolab Gratula. corium, Vrpeum d M Laurentio Drabltio eologie B. Eccieſaſe Arſtatenſt obſeruantie er morit eygo Vod petyjt Ioban Danie⸗ aynis, amaie RAP0LD, von renuo Lratulor exgo rubi Gratulor ex animo, qua le Vucbre minjſtrum Conicun clara nobiltate CANEI Quor jinter Iuſet Seni Venerandus vꝙ anni Qrjſtopborus, balrj lu derung Jol. Omnin in egregio cuu Vat cura harentis Chrtopboro nato, Dhengarium in ayce iua. Cu⸗ beus commendat Præclara negoria rerum * Haſynacu Drinceps non ſine laude vir. LQuudl memorem Vatrem, cu proler optima leu⸗ rb exculta ℳ ngenh bonin⸗ Mam cqænoV præ tantem moyilu quin Furtoruo iudyr preiciente ſacyis. Deni rſtopborum I VMangum Mſa racclit Nunjuam ui veræ rellgins aman. Certatim Certatim qncunbunt parier dſendre dem⸗ LVTNM ERU ſymum umme dunte Dei⸗ Tue Vandalum remmmnt ampltxlut brit, Quod mals miratur perfida turla Dapæ. (¶Derida yaſa cobortz ßda, moleſta, relells CMNLFTO. Ara, /ero, moribus, arte vxſa⸗ Iulans Valſi, Juondam coneßn ſure Quæ procerer, vehni qui pia ſceÿtra perut. Sd onpunduutur mals, cum undamumne null Vut Vuln ſern, Sunt rata verba Dei, Snt rala Neyln Det, cui tanto turhine nund H ininuea cobors, eſt inimica ÿn Q coto ( NSLAMM de curd Vre pyoſeß Ahuj dolo, humanis ririlut, al mal Uuam pᷣhn modꝰ ſeatur malſuan cater⸗ Pontificir, turbant omnuia raſn coborr. Mam corripies verlus ac arſe ſecand Necte, Iarſenſ præcipiente Vro. Sir ꝑregin exemplar doctrina, morlur, az L præſter hnum, ua lcet, arte Vrum: uchcum vuli nl morans, u e cuncor Inyo CARST0O0, h, Juæ Lutherus amat. Luqut amat C E RSMM, non oderit le Culberum proha ſac meliun, ſi holes Inidia. Gedruekt zu Erfſurdt/ durch Martin Wittel⸗ wonhafftig gegen des Meunetgaſſen, —