S Chriſiliche Leichpredigt. E ber dem Zeligen Abſchied/ vnnd Begrebnis der Durchleuchtigen Hochgebornen Furſtin vnd Frawen, Frawen Dorotheen Suhannen / F. Gebornen Pfaltzgraͤuin bey Rhein / Her kogin zu Sachſſen / Landgraͤuin in Duͤringc/wd Marg⸗ graͤuin zu Meyß Weiland des alch Durchleuch tigen / Hochgebornen Fuͤrſten vnd. Herrn / Herrn Johann Wilhelms /Hertzogen zu Sachſſen / Chriſtlicher Ge⸗ dechtnis / nachgelaſſenen Wittwen. Gehalten zu Salfeldt den s. Aprilis Anno Domini c1 15 Xc1z. Durch M oham Fladung Pfarrherrn vnd Superintendenten daſelbſi. Gedruckt zu Erffordt / bey Johann Beck. — — — — — — — 3 7 b S —— E ————— X S——— S ——— —— 125 1 — Si — — ——.— — — —.— — —.—.—.— — — [S . unun 6 S —, . 4 S i S tſ A — * J N — F — „ K — — 2 W . — S S W k* e. K 6 — 6 . — 7 ₰ * 6 6 F 6 1 5 K K S W S t S S —.—.—.—.——.—— 8 S i ——— PVRN 6ENW VD MaR6CRE⸗ S REN HERTO6IN AVSaehENEAND⸗ F/N ZVAMETSSENWwWr GREFN IN —— . ehuan voy zorTEs Gpanrr nono TEn 5 SMMMA RßohE Pfr=e 1 4 — 6 ſ ſSe E————————L———— — — 2 e E SDen Surzleuchtig⸗ ſten / Durchleuchtigen vnd Hochgebornen Sa „Herren vnnd Frewlein/ Herren riederich Wilhelm der Chur Sachſſen Adminiſtratorn vnd Vormund / Herren Johanſen vnd Frewlein Marien / Gebruͤ⸗ dern vnd Schweſtern / Hertzogen vnd Hertzogin zu Sachſſen⸗ Landgrauen vnd Landgraͤuin in Duͤringen / Auch Marg⸗ grauen vnd Marggraͤuin zu Meyſſen/ Mei⸗ nen Gnedigſten vnd Gnedigen Fuͤrſten Herren vnd Frewlein ſemptlich vnd ſonderlichen. Vrchleuchtigſter vnnd Durch⸗ z leuchtige⸗Hochgeborne Fuͤrſten⸗Fuͤr⸗ ſtin vnd Frewlein⸗ E. E. E. F. F. F. G. G. G ſeindt mein Vater vnſer / vnter⸗ 3 thenigſte vnd getrewwe Dienſte jeder zeit zuuorn ⸗ Gnedigſi vnd Gnedige Herren / Als der liebe GOtt / nach ſeinem vnwandelbarem Rath vnd Wolgefallen⸗ E. E. E. F F F. G. G. G. Geliebte Fraw Mutter /vnſer vnd des gantzẽ Fuͤrſtenthumbs Sachſſen / getrewe Landes Mutter / durch ein ſeliges Stündlein zu ſeinen Gnaden abgefordert / vnd der⸗ ſelbigen Fuͤrſtlicht Leichnam zu ſeinem Ruhebettlein gebracht worden/Habe J. F. G. als die es ja wol werdt / vnd vmb das gantze Land /Gemeine Stadt⸗ ond beſonder vmb mich vnwirdigen/⸗Gottes vñE.E. E. F. 5. G. G. G. Diener/(da ſie mir viel Gnade M 2 erzeiget/ erzeiget/vñ mir mein liebes Soͤnlein in rechter Ehriſi licher Furſtlicher Demut / vnd gleubigem Gebet / zur Tauffe/vñ alſo dem HERRN Chriſto zugetragen) verdienet / eine Leichpredigt / ſo gut ſie der Getrewe GOtt mir / in ſolcher allgemeinen / des gantzen Lan⸗ des / vnd meines eigenen Hauſes Klage vnd Betruͤb⸗ nis beſcheret/ gethan / vnd darinnen in lauterer Ein⸗ falt vnd Warheit angezeiget / was fur groſſe woltha⸗ ten Gott / durch dieſes ſeliges Ehrengefeſſe / in die ʒꝛ. Jhar dieſem Lande erzeiget / Was wir an dieſer Lan⸗ des Mutter verlorẽ⸗Wie wir mit E. E. E F. F. F. G. G. G. bnd dem gantzen Lande mitleiden ha⸗ ben / vnddieſen Schaden vnd vnſere Suͤnde bewel⸗ nen ſollen. Zu dem J . G. Chriſtliches vnd ſchones Sym⸗ bolum (JC weis das mein Erloͤſer lebt) erkleret⸗ vnnd darinnen den hohen Artickel / wie Hiob ſo wol J F. G.in Chriſto jhres Glaubens vnnd Seligkeit vorgerwiſſert / auch das vnnd wie ein jeder Chriſi/ ſei⸗ nes Glaubens vnnd Seligkeit gewiß ſey⸗Daruͤber nicht alleine wir mit den Caluiniſten vnd Papiſten⸗ Sondern auch mit dem Teuffel vnnd vnſerm eigenen Hertzen zu ſtreiten haben/ gehandelt. Zum dritten / die fuͤrnemſten rechten Fruͤchte des Glauhens vnnd Geiſtes / dadurch J. F. G. jhr Liecht leuchten laſſen/kurtzlichen erzehlet. Z Endlich ℳ. Endlichen was der Getrewe GOtt J. F G. fuͤr ſolchen jhren Glauben vnd Gottſeligkeit/widerumb augenſcheinlichen gutes gethan vnndvergolten/ an⸗ geruͤhret. Dieſe wiewol ſehr geringe Predigt / die E. E. E.. FF. G. G G hohNahmens nicht wert /ſintemahl Groſſer Leute Glauben vnd hohe Lugenden ⸗ billich von Fürnemen Perſonen / vnd nicht von ſolchen Vn⸗ muͤndigen / vnter denen ich mich doch den geringſten gerne bekenne /ſollen gepreiſet werdẽ⸗Thu E. E. E. F. F. F G. G. G. ich in vnterthenigkeit hiemit hræhntierẽ in hertzlichen Stufftzen bittende E. E. E. F. F. G. G. G wollendieſelbe gnedigſi vnd gnedig auffnemen / 4 42 Gnedigſie vnd Gnedige Herren ſein vnd eiben. Der Getrewe GO TT./ der alleine gut / vnnd von dem alles gutes herrühret/wolle E. E. E. F FF. G. G. G. beneben E. JF. G. Geliebten vnd Hochloͤbli⸗ chen Fuͤrſtlichen Gemahl vnd Jungen Frewlein / in jhrem Betruͤbniß troͤſten / in warem Glauben ond Freidiger Bekendtnis gnedigſt erhalten / in jhrem Hohen Fuͤrſtlichen Ampte / durch ſeinen guten Geiſt regieren / durch ſeine Allmechtige Hand vnd Engeli⸗ ſchen Schutz / fur aller Gefehrligkeit behuten / vnnd miltiglichen in allen Geiſilichen vnd Leiblichen Guͤ⸗ ternſegenen vnd vermehren / vmb ſeines allerliebſten M3 Sons Sohns / vnſers Getrewen Hcylandes vnnd Ritt lers willen / AMEN. Gegeben zu Salfeldt den 8. Abrilu Anno1597. Vnterthenigſter vnd vnter⸗ theniger Dieneram Wort Gottes M. Johannes Fladung pfarr⸗ herrn vnd Superintenaens Alleine SOS3 zu Ehren / deſſen Werck ond Gabe beyde der Glaube vnd die Fruͤchte des Glaubens in allen Gottſeligen Hertzen ſind / FMER. Der Eingang fur Vorleſung des Texts. Emnach / meine allerliebſten vnd Außerwel⸗ ten Kinder Gottes / der Gnedige vnd in alle wegeGe rechte G Btt / nach ſeiner wuͤnderlichen Guͤte vnnd Gerechtigkeit / geſtern 8. Tage fruͤe Morgens vmb 7. Vhren die Durchleuchtige / Hochgeborne Fuͤr⸗ ſtin vnd Fraw / Fraw Dorothea Suſannen / geborne Pfaltz⸗ graͤuin bey Rhein / Hertzogin zu Sachſſen / Witwe / vnſer Gne⸗ digſten vnd gnedigen lieben Landsfuͤrſten vnd Herrn vñ Frew⸗ lein / geliebte Fraw Mutter / dieſer gantzen Landen / Auch vnſe⸗ rer Stadt / vnſerer vnd vnſerer Kinder getrewe Landes Mut⸗ ter / die Edle Thewre Gottes Gabe die liebliche ſchoͤne Roſen das Furbilde vnd die Vorgengerin im waren Glauben aller Gottſeligkeit vnnd Chriſtlichen Tugenden / durch ein ſeliges Ende vnd Sterbſtuͤndlein / von dieſem Jammerthal zu ſeinen Gnaden abgefordert / vnnd derſelbigen Fuͤrſtlichen Leichnam heute dieſen Tag / vnd dieſe Stunde zu Weymar in der Pfarr⸗ kirchen in ſein Ruhebettlein ſoll gelegt / vnd zur Erden beſtetiget werden / Wir auch als trewe Vnterthanen vnd Landkinder al⸗ hier nach gegenwertiger Zeit vnd Gelegenheit / im Klaghauſe zuſammen kommen mit vntertheniger Danckbarkeit vnd hertz⸗ lichen Seufftzen Ihren F. G. wiewol abweſenden Leichnam zu ſeinem Ruhebettlein zu beleiten Das ſolches alles von vns aus gantzem Hertzen zu för⸗ derſt dem Allmechtigen Gott zu Lob vnd Ehren / ynſerm Gne⸗ digſten digſten vnd Gnedigen lieben Lands Fuͤrſten / Herrn vnd Frew⸗ lein zu Troſi / vns aber allen zur Seligkeit vnd Beſſerung vn ſers Hertzens geſchehen muͤge / Wollen wir vnſern Getrewen Gott vnd Vater im Himmll in dem Namen ſeines liebẽ Sons vnſers HRRRE Nanruffen vnd bitten / dz er vns darzu ſeinen heiligen Geiſt vnd Krafft vorleihen wolle/ vnnd mit einander in warem Glauben beten ein andechtiges Vater vnſer. Vorleſung des Terts. Wer Liebe wolle mit fleiß anhoͤren vnd vernemen vnſer gnedigen lieben ſeligen Landes Mutter ſchoͤnes heiliges Symbolum oder Reymlein / welches vns beſchrieben in dem Buch Hiob am Neunzehenden Capitel / vnnd lauten die Wort alſo: Ber Ich weiß das mein Erloͤſer lebt/ vnder ſ wird mich hetnach aus dieſer Erden auffer⸗ Owecken/vnd werde hernach mit dieſer meiner Hautbmbgeben werden / vnd werde in mei⸗ nem Fleiſch Gott ſehen / denſelben werde ich mir ſehen vnnd meine Augen werden jhn ſchawen / vnnd kein Frembder. — Emnach Ihr meine allerliebſten Pfarrkinder⸗ vnd Außerwehlten G BTtes / wir zu dieſem mahl fuͤr Gottes Angeſicht / als im Trawrhauſe verſamlet / halt ichs darfur / das wir dieſes Stuͤndlein nůͤtzlicher vnd beſſer nicht anlegen moͤgen / dann ſo wir erſtlichen als Fromme Landkinder mit danckbarn Hertzen erwegen / wz fur groſſe wol⸗ thaten der Gekrewe Gott nun faſt in die gantze 32. Jahr / durch dieſes heilige Gnadengefeß / vnſere liebe Landes Mutter / dieſen Landen vnd Fuͤrſtenthum̃ / auch vns vñ ynſerer Stadt , zu dem bedeneken / was fuͤr einen Thewren Edlen Schatz / eben derſelbige Gott / durch den Todt vnſer gnedigen lieben Landes Mutter / vns vnd dem gantzen Lande entzogen. Zum Dritten / So wir mit vnſern Gnedigſten vnd Gnedi⸗ gen Landeß Fuͤrſten Herren vnnd Frewlein vnnd dem gantzen Land ein hertzlichs Mitleiden tragen / auch vnſern groſſen ſcha⸗ den vnd verluſt zu förderſt aber vnſere Suͤnde / damit wir ſol⸗ chen verurſachet / hertzlichen betrawren vnd beweinen. Vnd endlich zum vierden / das wir ein gutes nuͤtzliches vnd heilſames Gedechtnis vnſer gnedigen / ſeligen / lieben Lan⸗ des Mutter bey vnſern Pfarr vnd Haußkinderlein beylegen / damit jhrer als der Gerechten nimmermehr vergeſſen werde / Pſal.))2. Freylich meine allerliebſten gebuͤret vns als trewen vnd danckbarn Kindern / das wir zu rucke dencken / vnd erwegen / wz durch dieſes ſelige Ehren Gefeß / der Barmhertzige Gvtt / nun in die 32. Jahr (dann Anno15 60. hat jhreF. G. mit vnſerm gnedigen Landofuͤrſten Hertzog Johann Wilhelm Hochlobli⸗ cher vnd Chriſtmildeſter Gedechtnis Beylager vñHeimfarth gehalten) dieſem gantzen Lande vnd Fuͤrſtenthumb / auch vns vnd vnſerer Stadt fuͤr groſſe Gnade vnnd Wolthaten erzei⸗ get. Ob aber wol dieſe vnbegreiffliche / vnzehliche vnd vnauß⸗ ſprechliche ſind / wil ich doch ewer Liebe vnter vielen hunderten / Ja Tauſenten zu dieſem mal / nur dieſer fuͤnff / die da klar / au⸗ genſcheinlichen vnd menniglich bewuſt / erinnern. Es hat ia der trewe Gott durch dieſe vnſere ſelige liebeLan⸗ des mutterzu foͤrderſt vns vnd dieſem Lande zween rechteFuͤrſt⸗ liche Landes herrn vnd Erben / vnſere Gnedigſte vnd Gnedige Landesfuͤrſten Hertzog Friederich Wilhelm vnd Hertzog Jo⸗ hanſen zu Sachſſen / ſo wol ein Fuͤrſtliches Frewlein beſcheret. D eine vnaußſprechliche Wolthat / denn Wehe dem Lande / das keinen rechten Erbherren hat / vnd an frembde Herrſchafft gerahten muß / wer es nit weiß oder verſtehet / was fur ein Got⸗ tes Gabe vnd Gnade dieſes ſey / der erinnere ſich nur des be⸗ truͤhten zuſtandes / im Polen / wie in ermelten ermelten Landen / ſo rechter Erbherren von G Btt beraubet / frembdeHerrſchafften / vmb ſolche Konigreich vnd Lande durch der armen vnterthanen gut vnd Blut kriegen vnd ſich reuffen / Da iſt lieben Kinder Jammer vber Jammer / laſſet derwegen dieſe edle Gottes Gabe vns danckbarlichen erkennen / vnd bittet hertzlichen das vns der barmhertzige Gott ſolche ſtercken / gruͤn⸗ den vnd vermehren wolle. Aber viel eine gröſſere G abe iſt es / das wir durch dieſer vn⸗ ſerer ſeligen lieben Landes Mutter / gleubiger vnnd mit vielen heiſſen threnen beſprengetes Gebet / vnd rechte trew Fuͤrſtliche aufferʒichung in der Zucht vnd vermanung zum HERREN da es J. F. G. an Fuͤrſtlicher vnterweiſung trewer Erinne⸗ rung / Vermanung / Warnung / auch wo es von noten ſein wollen /hertzlicher / freundlicher / muͤtterlicher vnd ernſter ſtraf⸗ fe / von Kindheit auff nichts erwinden laſſen /ʒweene in herhen grundt Gottfuͤrchtige / Gottſelige / Chriſtliche / Gnedige Lan⸗ des Fůrſtẽ / Herrn vnd Frewlein haben / Das iſt die rechte Do⸗ rothea / die rechte EdleFůrſtliche Gabe Gottes / derſelbige gibt der Erden / einem Lande / ſpricht vnſer Syrach am dritten zu zei⸗ ten einen tuͤchtigen Regenten Fuͤr dieſe edleabe haben wir zu foͤrdeſt Gott / nach Gott aber vnſerer getrewen Landes Mutter zu dancken / Dann dieſes gleubiges threnen gebet vnd ſeufftzen hat nit koͤnnen verlohren ſein / Sondern iſt von dem gnedigen Gott trewlich erhoͤret worden. Zu dieſer Muͤtterlichen Furſili⸗ chen Zucht vnnd Ermanung hat der getrewe Gott / der allein das Haus bawet / gnad vnd ſegen gegeben / Vnd zwar / wie viel můͤtterliche Trewe Zucht vnd vermanung zum Herrn auch in Koͤniglichen vnd Fuͤrſtlichen Haͤuſern vermoͤge / Was auch muͤtterliche verhengung / verzertlung' oder nachleſsigkeit / eben in denſelben fuͤr Schadenthue/deutet vnter andern Salomon Prouerb. 14. Durch weiſe Weiber wird das Hauß erbawet / eine Nãrrin aber zubrichts mit jhrem thun / vnnd prouerbo. Ein Thoͤrichter Sohn iſt ſeiner Mutter gremen / So zeugen ſolches die Exempel bibliſcher vnd aller andern Hiſtorien / ja auch die taͤgliche erfahrůg / da man wol ſ pe pel / wo ſie nit odioſa vnd feindſelig / zeigen kunte: Geht aber jr in ewer hertz / vnd erinnert euch / wie es in ewren vñ ewrer nach⸗ barn gemeinen Haͤuſern zugehet / was da fleißige trewe Mut⸗ ter zucht guter nachleſsige muͤtterliche zulaſſung vnnd vorlei⸗ tung aber ſchadens aus vnd anrichte. Zu dem vnd zum dritten auch meine Liebſten / das ich mit gar wenig worten viel / nicht ſo wol ſage / als auch zu bedencken / erinnere / haben wir nicht an dieſer vnſerer lieben Landes Mut⸗ ter / den aller getrewſten vnd beſten Landes vñ. Hoffrath gehabt / Ja freylich haben wir jhn an J. F. G. gehabt / Denn was iſt trewer denn das Mutterhertze Dannen her die heilige ſprach die Mutter von der Trewe nennet / dann dieſe ſelige liebe Lan⸗ des Mutter / weil ſie ein Tempel vnd wohnung des allein wei⸗ ſen Gottes / vnd ſeines lieben Sohns / der der rechte Rath / vnd des heiligen Geiſtes / welcher iſt der Geiſt der Weißheit vnd des verſtandes / der Geiſt des Rahts vnd der Stercke geweſen / weil — von Gott in ſeinem heiligen vnd rechten Furſtlichen worte rou. S. gelehret / vnd die zeugnuſſe des HEren für jre Rahts⸗ leute gehalten / hat ſie verſtanden was recht Fuͤrſtlichen / vnd dz rechte in Goͤttlichem Rechte fundierte Recht vnd Billigkeit / vnd zu jeder zeit des gantzen Lands beſtes geſucht / vnd mit auff⸗ richtigẽ Hertzen vnd rechter mutterlicher Frewdigkeit bey jren geliebten Herrn Soͤnen vnd derſelben Fuͤrſtlicher Regierung geredet vnd einbracht / das wol andre zween oder drey Räthe / o ſie es gleich — doch auß zuſagen (& quidem male) be⸗ dencken trage. Erfahrne Leute wiſſen was ich ſage / vnd das es die rechte lauter warheit ſey. Wz dis fur eine thewre gabe Got⸗ tes ein trewer Rath bezeuget Syrach am 4). Gold vnd Silber erhalten einen Man / aber viel mehr ein guter Rath / Vnd Sy⸗ rach ) o. Es ſtehet in Gottes Henden / das einem Regenten ge⸗ rahte / derſelbe gibt jm einen loͤblichen Cantzler / vñ was fuͤr nutz zu Hoffe gottſeliger weiber Rath / deſſen als einer edlen Gottes gabe ſichgroſſe Herrn mit zu ſchemen / ſchaffe/ zeuget vnter vielẽ andern Dauidis vñ Salomonis ). Reg.) Hiſtor. auch Pulche⸗ rix vnnd des Keyſers Theodoſij exemprl bey dem Micephoro libi. Cap.1. & ſequentibus. A2 Hier⸗ Hierbeneben vnd zum vierden / So iſt es ja vnwiderſprech⸗ lich war / das wir durch Gottes Gnade / an dieſer vnſerer ſelt⸗ gen/lieben Landes Mutter wir eine rechte Furſtliche Landeß Mauten vmb dieſes gantze Furſtenthumb herumb gehabt / Wie dem⸗ Dann ſoofft der Eyfferige Gott vnd rechte Richter / wel⸗ ches in dieſen 32. Jharen zum offtern geſchehen / ſeine Straffe vnd Zorn / am Himmel oder der Erden gezeuget /getrawet / ſei⸗ ne Hand vnd Ruthen ausgeſtreckt / hat ſie ſich herfůr gemacht / in warem Glauben vnd mit hertzlichem Threnen Gebet durch Chriſtum Jeſum wider den Riß geſtanden gegen Gott / vnnd ſich zu einer Mauren gemacht / dem zornigen Gott in ſeine few⸗ rige Ruthe gefallen vnd die Straffe auffgehalten / wie nicht al⸗ leine denen bewuſt / ſo vmbjhrer F. G. zunor geweſen / Son⸗ dern auch jhr andechtiges ſchoͤnes Gebetbuͤchlein / welches wils Gott vielen bekandt werden wird/ reichlichen außweiſet / Dañ ſie freylich ja eine Gottfurchtige /in Chriſto gemachte vnd ern⸗ e Beterin / derer Gebet viel vermocht / vnd bey dem gnedigen Vater im Himmel alles was es geſuchet nach ſeinem Willen mechtig geweſen / Jacob. 5. Pfal. ]4. Endlichen ſo iſt auch ſemptlichen bewuſt das dieſe vnſere ſelige / getrewe / liebe Landes Mutter eine gemeine Zuflucht / aſlumaller armen elenden betruͤbten / vnd derer ſo gewalt vnd vnrecht gelitten / vuderlichen armen Witwen vnnd Waiſen / armet vortriebener Pfarrherrn vnd Schuldiener vnd aller ſo vmb Chriſti Namens vnd der Warheit willen / in Truͤbſal vnd Berfolgunggeſtanden / geweſen. Dieſe alle nit alleine / was Tandkinder / Sondern auch die andern aus vielen frembden DBrten /haben bey dieſer gnedigen ſeligen Landes Mutter/ troſt und Huͤlffe / vnd durch jhre gnedige vnd Mütterliche intercei- ſonbey vnſern gnedigſten vnd gnedigen Lands Fůrſten Gnade / Rettyng/ Schutz vnd Foͤrderung ꝛc. geſucht / vnd wie jedermã bewuſt/ auch alle wege jhrer hoffnung nach gefunden / aus die⸗ ſer einfeltigen erzehlung verſtehen nun ewer Vebe fuͤrs andere leichtlichen / was fur einen edlen thewren Schatz / der Gerechte Gott durch J. F. G. toͤdtlichen Abgang vns entzogen vund widerumb gehommen. Dann Dann einmahl haben ja gewißlichen / alle arme Exules elende Leute / ſonderlich Pfarrherr vnd Schuldiener Witwen vnd Waiſen / hre gemeine zuflucht vnd das gantzeLand jre lie⸗ be getrewe Mutter vnd Großmutter verlohren / Was aber an jhrer lieben Mutter vnd Großmutter arme Waiſen vnd Kin⸗ der verlieren / wiſſen nit / dann nur die allein / welche arme waiß⸗ lein geweſen / oder noch ſind / zu ſagen / Ach G H T T diege⸗ meine Seule iſt abgeworffen / der gemeine vnter Menſchen vnd zwiſchen Menſchen gnadenaltar vnd zugang zu der hohen D⸗ hrigkeit dieſer Lande iſt vmbgemeſſen / das werden / wo dieſen Fall der Barmhertzige Gott nit in Gnaden erſetzen wird / viel mit Schmertzen erfahren vnd beklagen. So haben nicht al⸗ lein vnſere gnedigſte vnd gnedige Fůrſten vnd Frewlein / Son⸗ dern auch wir vnd vas gantze Land den aller getrewſten vnd be⸗ ſten Hoff vnnd Land Rath verlohren ja die rechte wahre Landes Mutter / das trewe Mutterhertz iſt hinweg / Gott erbar me ſich vnſer/gebe / erhalte vnd ſegne vns / den löblichen Cantzler vnd getrewe Raͤthe/ vnd ſtewre vñ wehre durch ſeinen allmech⸗ tigen Arm den Hoffteuffel / allen boͤſen Meulern vnnd falſchen Hertzen· Ach wir haben meine allerliebſten die ftarcke Mawr⸗ welche wider den Riß ſiund gegen dem jornigen vnd eyfferigen Gott / vnd ſeine ſcharffe Ruthe auffhielt / verlohren / die Mawr iſt vmbgeworffen /der Riß ſtehet offen / vnſer getreweſter Im⸗ manuelder HErr Zebaoth wolle dieſen Riß erſetvnd vnz den Geiſt der Gnad vnd des Gebets / vnd trewe ernſte Beter geben. So nun der Heide Metellus NMumiticus nach dem er die Poſt von dem Todt Scipionis Africani gehort / mit trawriger Stim geruffen: Concurritè ciues moœnia urbis noſtræ corru⸗ erunt/ D jhr lieben Buͤrger / kommet /tretet zu hauffe / vnſer Stadtmawt iſt vber einander gefallen / wie viel mehr ſollen wir mit betruͤbten hertzen ruffen / O jr lieben Landes vnnd Stadt⸗ kinder kommet zu hauffe / laſſet vns mit einander fur die Licke treten / die Mawr gegen damzornigen eyfferigen Gott / vnſere kebe Landes Mutier / die ernſtliche fromme Beterin / iſt durch den Todt vmbgeriſſen / vnd hiuweg genommtn. i in A 3 Solches Solches ſollen wir nun zum dritten meine Allerliebſten zu Hertzen nemen / bedencken vnd erwegen / vnd derhalben als etrewe fromme Landes Kinder / Vnterthanen vnd Gliedmaſ⸗ fn deß loͤblichen Hauſes zu Sachſen / nicht alleine mit vnſerm liebſten Heupt / vnſerm gnedigſten vnd gnedigen Fuͤrſten vnd Herrn / ſo woldem Fuͤrſtlichem Frewlein ein hertzliches Mit⸗ leiden tragen / Sondern zu foͤrderſt vnſern groſſen Schaden vnd Verluſt in warer Rewe vnd Buſſe erkennen vnd bewei⸗ nen / dañ ja ſo ein Glied / ſonderlich das Heupt / leidet / ſo leiden alle Glieder vnd der gantze Leib mit /). Cor.)ꝛ. Vnd es ſind ja ſchendliche vnd verfluchte Kinder / die vber jhrer Mutter todt nicht trawren / ſondern in denſelbigen ſich frewen. Vnd werdet oder ſollet jhr ja nicht gedencken / oder weh⸗ nen / es ſey ſolches alſo ohne geferde / oder nach dem Lauff der Natur geſchehen / Dann ja vnſere liebe Landes Mutter / als die noch nicht acht vnd viertzig Jar gentzlichen erfuͤllet / Alters halben noch eine gute Zeit leben / vnd mit jhrem ernſten Gebet / vnd trewem Muͤtterlichem Hertzen vnd Rath / dieſem gantzen Lande vnd Fuͤrſtenthumb viel nuͤtzen vnd frommen konnen / Das ſie aber hinweg genommen / iſt vmb vnſerer Suͤnde / Vn⸗ danck vnd Boßheit willen / die wir dieſe Dorotheam vnd theu⸗ re Gabe Gottes nicht erkennet / geſchehen / Ach HErr vnſere Miſſethat habens ja verdienet / dann vnſer Vngehorſam iſt groß / darmit wir wider dich / O gerechter Gott geſuͤndiget ha⸗ ben / das ſollen wir billich bedencken / Aber wir muͤſſen mit ſchmertzen aus dem go. Pſalm mit Moyſe klagen: Wer gleu⸗ bets aber / das du ſo ſehr zuͤrneſt? Vnd wer fuͤrchtet ſich fuͤr ſolchem deinem Grimñ e Dann es bleibet dabey / wie Eſaias am 57. ruffet: Der Gerechte kompt vmb / vnnd niemand iſt / der es zu Hertzen neme / Vnd heilige Leute werden auffgerafft/ vnd niemand achtet drauff. Ach wer nun weiſe were / vnd ließ jhm zu Hertzen gehen / ſpricht auch Jeremias am neundten Capitel / Werden wir es nicht erkennen / werden wir vns nicht beſſern / werden wir vber dieſes alles der ſtimme detz HRRN nicht gehorchen / So wird tr der HeRR es noch s mehr machen / vns zu ſtraffen / vmb vnſere Suͤnde/. Vnſer trewer Fuͤrſt vnd Heyland Chriſtus Jeſus erhoͤhet / vnd ſitzend zur rechten Handt Gottes / gebe vns Buſſe / vnd vergebe vns vnſere Suͤnde / Amen. Endlichen aber zum vierdten vnd forderſten / Wil vns ja gebůhren / das wir dieſes Stuͤndlein / ein gutes / feliges vnd natzliches Gedechtnis vnſer lieben Landes Mutter bey vnſern Pfarr vnd Haußkindern hinterlaſſen. Wir koͤnnen aber dieſes vnſer Gnedigen ſeligen Laudes Mutter gedechtnis nit mit beſ⸗ ſern worten beylegen / denn ſie es ſelbſt / ſo offt ſie jemands zum gedechtnis in ein Buͤchlein geſchrieben / oder ſonſt jhr zu geden⸗ cken verlaſſen wollen / durch jr Chriſtliches vnd ſchoͤnes Sym- bolum vnd Reimlein verlaſſen vnnd beygeleget / da ſie zu jeder zeit dieſen ſchoͤnen Spruch des lieben Hob s am )9. Capitel ein vßangeſchrieben: Ich Weis Das Mein Erloͤſer Lebet. Dieſes heilige Sprüchlein des lieben Jobs / dieſes außbuͤndige ſchoͤne Symbolum vnſerer lieben Landes Mutter / wollen wir ein weuig erwegẽ / vnd darinnen jhrer F̃. G. rechten Fuͤrſtlicht Glauben vns zur ſeligen Nachfolgung vnd Erempel anſchawẽ vñ furſtellẽ. Aber Ich weiß(ſpricht d gedůltige Job)dz mein Er⸗ loͤſer lebt / Wil ſo viel ſagen / ob wol der Heilige vnd Gerechte Gott / nach ſeinemwunderbaren / geheimen vnd mir vnbegreiff⸗ lichen vnd vnerforſchlichem Rath / als ein tremendus vnd ad- mirabilis Deus/ der ein wunderbarer vnd heiliger Gott / durch die Araber mir meine Rinder vnd Eſelinnen genommen / durchs Fewr von H̃el meine Schaffe vnd Knaben verbrand / durch die Chaldeer die Kameel weg gefuͤhret / Durcheinen ſchreck⸗ lichen vnnd vnverſehenen Fall mir alle meine Soöhne vnnd Tochter ee mit boͤſen blattern vnd ſchweren von der fußſolen an biß auff meine ſcheitel durch den ſchadenfro vnd ſchreckgeiſt d teuffel geſchlagen vñ mich gleich in des todes des teuffels vnd der hellen Rachen geſteckt vnd verſenckt / auch dar⸗ neben nit allein mein weib / mein Gottesdienſt vñ gottesfurcht verlacht / verſpottet / vnd alle meine Freunde wider mich ſtehen / Sondern auch mein eigen Hertz vnnd Gewiſſen mich als den aller ——F⅛Ü% Y— —— — ——— ——— — — aller gröſten Suͤnder anklaget verurtheilen vnnd verdammen wollen / vnd alſo bey mir außwendig ſtreit / jnwendigaber furcht ſich ſehn vnd fulen leſt / vnd ich in anſchawũg ſolchs meines jem merlichen Zuſtandes / nach aller vernunfft nichts zu hoffen / ja anderß nichts ſchlieſſen kan / dann ich ſey ein Kindt des Todes / des Zorns Gottes vnd muß hinnunter zu der Hellen Pforten fahren / So gleube ich doch / vnd weiß es auff das aller gewiſſe⸗ ſte / durch den heiligen Geiſt verſichert / ans dem gewiſſen wort vnd verheiſſung des warhafftigen vnd allmechtigen G Ottes / der verſprochen vnd zugeſagt des weibs ſamen ſolle der ſchlan⸗ gen den kopff zutretẽ / in Abrahams ſamen / welcher iſt der Meſ⸗ ſias Chriſtus der HR ſollen alle Geſchlechte auff Erden geſegnet werden. — Aus dieſer verheiſſung daran ich nit zweiffele / gleub ich / Ja weiß ich / bins gewiß vnd verſichert / das mein Erloͤſer / mein Joel/der nicht der Engel / ſondern Abrahams Samen / mein Fleiſch vnd mein Blut / an ſich nehmen / mein Bruder vnd Ne⸗ heſter werden / meine ſuͤnde an ſeinem Leibe tragen / vnd mich mit dem Leibe ſeines fleiſches durch den Todt verſuͤnen wird / das derſelbe mein Nechſier / trewer Bruder vnd Hoherprieſter / der mich von aller ſuͤnde / vom tode / von der Gewalt des Teuffels erloͤſen wird /e eMap k Mem wie es die 7o. Interpretes ge⸗ ben / mich recht loß vnd frey zu einem Kind vnd Erben Gottes machen wird / lebt / als der warhafftige Gott vnd dz ewige Lebẽ / als des lebendigen Gottes Sohn in welchem da iſt das Leben / Jader da iſt der Weg / die Warheit vnnd das Leben / vnnd wie es die 70. Dolmetſcher auß dem Propheten Jere. 2. Cap. ſchon vertirt vnd erkleret àinaGl iſt die lebendige vnnd ewige Quelle / an welchemich vnd alle ſo an jhn gleuben / haben das ewige Leben / der vns gibt das Lebenvnd volle gnuͤge. Weil ich denn dieſes weiß / das der ewige Vater auß hertz⸗ licher Liebe gegen vns / dieſen ſeinen ewigen Son in dieſe Welt ſenden wird / das wir / die wir in fuͤnden durch vbertretung todt ſind / durch jn leben ſollen / vnd ich ja auch ein Suͤnder vnnd der fuͤrnembſten einer hin / wolan / ſo weiß ich gewiß / dz er auch 8 Erloſer / vnd das auch ich in vnd durch jhn das Leben habe / dar⸗ auff ſchlieſſe ich derowegen vnwiderſprechlichen / vnd weis ge⸗ wiß / ob gleich durch groſſen ſchmertzen / mein Leib vnd Seel von einander geriſſen / dieſe meine jrrdiſche Huͤtte zerbrochen / mein Leib verweſen vnd verfaulen wird / das er mich doch wi⸗ derumb von der Erden aufferwecken / vnd mich / dem er alle Suͤnde im Ampte der Verſoͤnung geſchencket / vnd tchtig zum Erbtheil der Heiligen gemacht / zu ſeiner Rechten heilig / vn⸗ ſtreflich vnd ohn taddel / für jhm ſelbſt darſtellen wird / das ich in ewiger Frewde vnd Herrligkeit bey G Dtt ſein / jhn ſehen / vnd liebliches Weſen zu ſeiner Rechten haben werde / da werde ich meinen Gott von Angeſicht zu Angeſicht ſehen / Welches keinem Frembden / der an dieſen Erloͤſer nicht gleubet / wider⸗ fahren wird / dann die Frembden / ſo auſſer dieſem meinem Er⸗ loſer ſind / an jhn nicht gleuben / ſind verdampt / werden von dem Angeſicht G. DTtes / in das helliſche ewige Fewer / durch die ſchreckliche Stimme / gehet hin von mir jhr verfluchten / vor⸗ wieſen werden. Das weis ich / vnd bin es gewiß / vnd das iſt mein hoͤch⸗ ſter/ ja einiger Troſt: Ich weis das mein Erloͤſer lebet. Diß iſt deß lieben Hiobs ſein Bekendnis vnd Glaube. Dem vnterſchreibet nun auch vnſere gnedige / liebe / ſelige Landes Mutter / ſchreibet vnd ſaget eben dieſes vnd kein anders / iſt auch mein Glaube / mein Symbolum / mein Bekendnis / auch ich DD RO TH E A S V S ANN A/ Vach dem ich durch G D T T E S Gnade gehoͤret habe / das Wort der Warheit / nemlich / das Euangelium von meiner Seligkeit / durch Jeſum Chriſtum / vnd durch jhn / da ich gleu⸗ bet verſiegelt worden bin / mit dem heiligen Geiſt / der Verheiſ⸗ ſung / welcher iſt das Pfandt vnſers Erbes / zu vnſer Er⸗ loͤſung / die ich in der heigen ſeligen Tauffe / durch das Blut deß Sohnes Gottes von allen meinen Suͤnden gereiniget vnd abgewaſchen / aus der Dbrigkeit der Finſternis / durch den ge⸗ trewen Vater im Himmel errettet / vnd das Reich ſeines lie⸗ ben Sohns / an welchem ich habe Erloͤſung / durch E Blut/ — Blut / vorſetzet / vnd den Bundt eines guten Gewiſſens / mit Gott / durch die Aufferſtehung Jeſu Chriſti bekommen habe / die ich im ampte der Verſoͤnung durch die heilige Abſolution vergebung aller meiner Suͤnde empfangen / Ja ich / die ich mit dem waren Leibe vnd thewren verſuͤne Blute / des Sones Got⸗ tes im Hochwirdigen Abendmal geſpeiſet vnnd getrencket bin / gleube vnd weis es gewiß / aus den dreyen allgémeinen vnnd gnadenreichen Vorheiſſungen des warhafftigen GDTtes / durch den Mund Chriſti aller Propheten vnd Apoſtel bezeu⸗ get / Weil in dieſem alle / die an jn gleuben / vergebung der Suͤn⸗ den empfahen / Act.)o. gerecht ſind / Act. 3. Rom. 10. Dieweil die liebe freundtligkeit vnd leutſeligkeit Gottes gegen vns er⸗ ſchienen / vnd Gott ſeinen eingebornen Sohn geſand hat / in die Welt / das wir durch jhn leben ſollen / vnd darinnen die Lebe ſtehet / nicht das wir Gott geliebet haben / Sondern das er vns geliebet hat / vnd geſand ſeinen Sohn / zur Berſoͤnung fuͤr vn⸗ ſere Suͤnde /c. ). Joh. 3. Gott der HErr wil nicht den Todt deß Suͤnders /. Ezech. 33. Dder das jemandes verloren wer⸗ de /2. Pet. 3. Der HErr Chriſtus iſt das Lemblein G Bttes / das d gantzẽ Welt Suͤnde tregt / Joh.). Iſt die Verſoͤnung fuͤr vnſere vnd der gantzen Welt Suͤnde /). Joh. 2- Der ſich ſelbſt gegeben hat / fur alle zur Erloͤſung. Der Geiſt der War heit / der die Warheit ſelbſt iſt /ſpricht / Wer dagleubet vñ getaufft wird/ der wird ſelig werden / Marc.)s. Item / Ihr ſeid alle Gottes Kinder durch den Glauben an JeſuChriſto / denn wieviel ewer getaufft ſind / die haben Chriſtum angezogen / Gal.3. 2. Cor.. Der Sohn Gottes / der die Warheit iſt / vnd der warhafftige Gott / der die Welt mit jhm ſelber verſönet / vnd das Ampt der Verſoͤnung der heiligen Abſolution / auffgerichtet / von dem H. Predigampt / Beichtſtuel vnd Ab ſolution mit einem Eyde be⸗ zeuget: Warlich ich ſage euch / was jhr auff Erden loͤſen wer⸗ det/ ſol auch im Himmel loß ſein / Matth. )s. Welchen jhr die Suͤnde erlaſſet / denen ſind ſie erlaſſen /. Joh. 20. Er ſaget mit ſeinem warhafftigem Munde / in ſeinem heiligen Abendt⸗ mal / in außtheilung deß Sacraments deß newen u ei⸗ zu einem jeden Communicanten / das iſt mein Lei / der fuͤr euch gegeben wird / Das iſt der Kelch / des newen Teſtaments in mei⸗ nem Blut / das fuͤr euch vergoſſen wird / Luc. 22. zur verge⸗ bung der Suͤnden / Matth. 26. Der heilige Geift durch den Mund deß Apoſtels Pauli Rom. 8. bezeuget / Welche er / Gott verordnet hat / die hat er auch beruffen/ Welche aber beruffen hat / die hat er auch gerecht gemacht / Welche er hat gerecht ge⸗ macht / die hat er auch herrlich gemacht / ;̃. Weil ich dann vom heiligen Geiſt / durchs Euangelium beruffen / getaufft / abſol⸗ virt / vnd mit dem Leib vnd Blut deß Sohns Gottes geſpeiſet vnd getrencket / Vnd alſo in vnd durch das Wort vnd Sacra⸗ ment den Kindtlichen Geiſt empfangen habe / gibt derſelbige zeugnis meinem Geiſte / das ich auch eine Chriſtin / dz ich auch in Chriſto Jeſu ein Kind Gottes bin / Rom. S. Derowegẽ gleube / ja weis ich auch / das Jeſus Chriſtus mein Erlöſer / eingebor⸗ ner Sohn Gottes vmb meiner / vnd meiner Seligkeit willen vom Himmel kommen / wahrer Menſch worden / mich geliebet / ſich ſelbſt fuͤr mich dahin gegeben / Gal.⁊. Zu einer Exlöſung / Matth. 20. Fuͤr mich ein Fluch worden / Gal. 3. Zu einer Suͤnde gemacht / ⁊. Cor. F. Durch Gottes Gnade den Todt für mich geſchmecket/ Heb. 2. Vnd alſo durch den Todt die Macht genommen / dem / der deß Todes Gewalt hatte / Vnd mich verfluchten / verlornen vnd verdampten Menſchen von aller Suͤnde/ vom Todt / von der Gewalt deß Teufels / aus der Helle erloͤſet / errettet / Bſeæ 3. Durch ſein eigen Blut mit Gott verſönet / Hiob9. Rom. F. Der iſt meine Gerechtig⸗ keit / vnd in jhm habe vnd bin ich die Gerechtigkeit / die fuͤr Gott gilt /2. Corinth. . 2t. Das gleube ich / daran zweiffele ich nicht durch Vnglauben / Sondern weis es auffs aller gewiſſeſte / das dieſer Jeſus Chriſtus G Ottes vnd Marien S DHM/ Mein Erloͤſer / mein Nechſter / Fleiſch von meinem Fleiſch / vnd Bein von meinẽ Bein / der mich verſoͤnet mit dem Leibe ſei⸗ nes Fleiſches / durch den Tod /?. Col.). Vnd weis / das die⸗ ſer mein Erloͤſer / als der da in einer vnzertrennlichen Perſon / der lebendige Gott / vnd deß lebendigen Gottes Sohn/ in der B ij auffer⸗ S aufferſtehung von den Todten / erwieſen / lebet als der Hertzog deß Lebens / von den Todten erwecket / zur rechten Gottes er⸗ höhet / alles vnter ſeinen Fuͤſſen / vnd in ſeinen Henden hat / Joh. ). Iſt die Aufferſtehung vnd das Leben / In welchem das Leben / der das Leben vnnd vnvergengliche Weſen herfuͤr gebracht / durchs Euangelium auch mir verkuͤndiget / im Wort vnd Sacrament / als im Ampt der Verſoͤnung vnd deß Geiſtes / mir applicirt / vnd alſo mich lebendig gemacht/ das ich nunin jhm lebendig gemacht. Epheſ. 2. Ja der in mir lebet. Galat.2. Wnd weiß / das ich / die ich durch das Blut / deß Sohns Got⸗ tes gerecht gemacht / vnd durch ſeinen Todt mit Gott verſoͤnet / gewißlich durch ſein Leben ſelig werde / .Ro.. Vnd bin gewiß / das er kan mir meine Beylage bewaren / biß an jenen Tag /2. Tim.). Vnd weis / das er mich wird erloͤſen von allem Vbll / vnd mir außhelffen / zu ſeinem himliſchen Reich / 2. Tim ₰. Db derwegen mein Hertz vnd Gewiſſen / meine Suͤn⸗ de / der Todt / der Teuffel / die Welt vnd alle Pforten der Hel⸗ len wider mich ſtehen / mich anklagen / zum Todt verurtheilen vnd verdam̃en / Weis ich doch / wei mein Erlöſer lebet⸗ So werde ich auch leben / vnd niemand wird mich aus ſeiner Handt reiſſen /?. Ja / ob ich auch wol in vnnd vnter allerley Truͤbſal bin / vnd mein Fleiſch verſchleiſt wie ein Kleidt / Vnd ich arme Erde vnd Aſche / zu Staub vnd Aſchen mit meinem Leibe werden mus: So weis ich doch vnd bin es gewiß / dieweil dieſer meiner Erloͤſer / mein HxR vnd mein Heupt, durch weichen die aufferſtehung der Todten koͤmpt / lebet / So wird er auch hernach / wann er / als der von Gott verordnete Richter der Lebendigen vnd der Todten / wider kommen wird, Mich widerumb von der Erden aufferwecken / mich zu ſeiner Rechten ſtellen / vnd mir geben das ewige Leben / da werde ich meinen Goit ſehen von Angeſicht zu Angeſicht ſchawen / vnd in ewiger Frewd vnd Herrligkeit jhn loben vnd preiſen / Das weis ich / vnd bin es gewiß / das ich ein Kindt Gottes vnd Erbe deß ewi⸗ gen Lebens bin / Vnd mit allen Helligen vnd Außerwehlten werde theil haben / in dem ewigen Heil / Dann ich weis vnd bin — gewih⸗ — ——— gewiß / das weder Todt noch Leben / weder Engel noch Fuͤrſten⸗ thumb / noch Gewalt / weder Gegenwertiges noch Zukuͤnffti⸗ ges weder hohes noch tieffes / noch keine andere Creatur / mag mich ſcheiden von der Vebe Gottes / die in C. Riſto Jeſu iſt / meinem HxRRMN vnd meinemErloͤſer. Das heiſſet meine liebe außerwehlte Gottes Kinder: Ich weis das mein Erloͤſer lebet. Das iſt / der Spiritus principalis, der frewdige Geiſt / das ſchoͤne Fuͤrſtliche Sym⸗ bolum vnd Bekendnis vnſer gnedigen / lieben Landes Mutter / das heiſſet / Der Glaube iſt eine gewiſſe Zuverſicht / Heb. ). vmoswe auff den vnbeweglichen Grundt vnd Fels JEſum Chriſtum den Erloͤſer / in dem gewiſſen Worte G Ottes / mit dem hochwirdigen Sacramenten verſiegelt/ Vnd durch das thewre Pfand den heiligen Geiſt vorgewiſſert / beruhend wi⸗ der alle Fluten Goͤttliches Zorns / alles toben vnd wuͤten / vnd liſtige Anlauffe deß Teuffels / vnd der Welt / alle Pforten der Hellen / Solchen Glauben vnd gewißheit jhrer Seligkeit ha⸗ ben / mit vnſerm mit vnſerer ſeligen lieben Lan⸗ des Mutter gehabt. Die lieben heiligen Ertzvaͤter / Abraham der auch gegleubet auff Hoffnung / da nichts zu hoffen war / nit ſchwach im Glauben worden / dan er zweiffelte nicht an der Verheiſſung Gottes durch Vnglauben / ſondern war ſtarck im Glaubẽ / vnd gab Gott die ehre / vñ wuſte auffs aller gewiſſeſte / das / was Gott verheiſſet / das kan er auch thun / ſpricht der A⸗ poſtel zun Roͤmern am 4. Iſaae der bey dem Brunn deß leben⸗ digen gewohnet / Gen. 27. Jacob der mit vngezweiffeltem Hertzen / ſtarcken Glauben / vnd ohn einigen zweiffel / dieſen ſeinen Gvali vnd Erloͤſer predigt / da er ſpricht: Der Engel der mich erloͤſet hat / von allem Vbel/ Geneſ. 48. Solchen Glauben hat auch gehabt der heilige Koͤnig vnd Prophet DBa⸗ vid / da er ſpricht Pſal. )s. Hertzlich lieb habe ich dich HErr meine Stercke / HErt mein Felß / mein Burg / mein Erretter / mein Gokt / mein Hort / auff den ich trawe / mein Schildt vnd Horn meines Heils / vnd mein Schutz / Da er gleich in einem them dieſes heilige / ſelige Glaubens vnd liehe Wort / Mein / ₰B i 5 zu nenn — — zu neunmaln repetiert vnd widerholet / Vnd Pſal. 27. Der HERR iſt mein Liecht vnd mein Heil / Fuͤr wem ſolt ich mich fuͤrchten. Solchen Glauben hat der heilige Prophet Eſaias vnd das außerwehlte Volck Gottes gehabt / da er ſagt Eſa. 45 Iſrael wird erloͤſet durch den HœRR / durch eine ewige Er⸗ loͤſung/c. Im HERRM habe ich Gerechtigkeit vnd Stercke⸗ Item Eſaiæ 53. Fuͤrwar er trug vnſer Kranckheit / ?c. Item Eſai. 6 ). Ich frewe mich des HRdiR / vnnd meine Seele iſt frolich in meinem Gott / denn er hat mich angezogen mit Klei⸗ dern des Heils / vnd mit dem Rock der Gerechtigkeit bekleidet. Solchen Glauben hat der liebe Thomas / da er ſagt: Mein HEdRN vnd mein G Btt / Joh. 20. Der Heilige Apoſtel Paulus da er ſpricht Gal. 2. Weil wir wiſſen / das der Menſch durch des Geſetzes werck nicht gerecht wird / ſondern durch den Glauben an Jeſum Chriſtum / ſo gleuben wir an Chriſtum Je⸗ ſum auff daß wir gerecht werden durch den Glauben an Chri⸗ ſtum / vnd bald hernach: Ich bin mit Chriſto getreutziget / Ich lebe aber / doch nun nicht ich / Sondern Chriſtus lebet in mir / dann was ich jetzt lebe im Fleiſch / das lebe ich in dem Glau⸗ ben des Sohns Gottes der mich geliebet hat / vnd ſich ſelbſt fuͤr Mich dar gegeben/Item Phi. 3. V. 9.)0.)). )2. 1 Thi.). V.)5 6. 2. Thim. 7. V.9. )0.)).)2. Rom. SV. 3). 32.20. Der hei⸗ lige Apoſtel vnd Euangeliſt Johannes da er ſaget / 1. Joh. 3. Meine lieben / wir ſind nu Gottes Kinder / vnd iſt noch nicht er⸗ ſchienen / was wir ſein werden / wir wiſſen aber wenn es erſchei⸗ nen wird / das wir jhm gleich ſein werden / denn wir werden jhn ſehen wie er iſt / da er gleich mit Fingern auff des heiligen Jobs ſpruͤchlein deutet / vnd daſſelbige außleget. Item Cap. I. Dz iſt das zeugnis / das vns Gott das ewige Leben hat gegeben / vñ ſolches Leben iſt in ſeinem Sohn / wer den Sohn Gottes hat / der hat das Leben /ꝛ Solches hab ich euch geſchrieben / die jhr gleubet an den Namen des Sohns Gottes / auff das jr wiſſet / das jr das ewige Leben habt ꝛc. Vnd zwar das ich abbreche vnd ſchlieſſe / alſo gleuben alle außerwehlte Gottes heiligẽ / alſo ſagt ein jedes Chriſtgleubiges getaufftes Kind / Ich gleube en den Bater / Ich gleub an Jeſum Chriſtum / . Vnd wie wir es fein mit vnſern Kinderlein außlegen / Ich gleube das Jeſus Chriſtus / warhafftiger Gott / vom Vater in Ewigkeit gebo⸗ ren / vnd auch warhafftiger Menſch / von der Jungfrawen Marien geborn / ſey mein HœRR / der mich verlornen vnd ver⸗ dampten Menſchen erloͤſet hat / ?c̃. Item: Ich bin ein Glied an deinem Leibe / deß troͤſt ich mich von. Hertzen / Von dir ich vngeſcheiden bleib / in Todes Nothen vnd Schmertzen. Wann ich gleich ſterbe / ſo ſterbe ich dir / ein ewiges Leben haſtumir / durch deinen Todt erworben. Weil du vom Todt erſtanden biſt / werde ich im Grabe nicht bleiben / Mein hoͤchſter Troſt dein Auffart iſt / Todes furcht kan ſie vertreiben / Dann wo du biſt / da kom ich hin / das ich ſtets bey dir lebe vnd bin / drumb fahre ich hin mit frewden. Sehet derowegen aus dieſem / deß lieben Jobs / vnd vn⸗ ſerer gnedigen / ſeligen / lieben Landes Mutter / ja / aus dem all⸗ gemeinen Glaubent Bekendnis / der allgemeinen Chriſtlichen Kirchen / das es ein jrrige Teufels Lehre / vnd grewliche Got⸗ tes leſterung ſey / wan man in dem Babſtumb gelehret vnd noch lehret / der Menſch koͤnne nicht gewiß ſein / ob er bey G OTT in Gnaden / vnd ewig ſelig werde/ Dann wer GD T T nicht gleubet / der macht jhn zum Luͤgner / dann er gleubet nicht dem Zeugnis / das G D T Tzeuget von ſeinem Sohn / Vnd das iſt das Zeugnis / das vns Gott hat das ewige Leben gege⸗ ben / vnd ſolches Leben iſt in ſeinem Sohn /). Johan. F. Ihr verſtehet auch leichtlichen aus jetzo erzeleten Spruͤchen vnnd Eyempeln / was fuͤr ein Grewel es ſey / vnd wohin es außlauf⸗ fe / wann die Schwermer die allgemeinen vnd gnadenreichen Verheiſſungen Gottes / das er in ſeinem Sohne allen Men⸗ ſchen den Glauben vorhelt / alleine auff die Außerwehlten re- ſtringiren, vnd die Menſchen vom Wort vnd Sacramenten / von der Tauffe / Abſolution / hochwirdigem Abendtmal / vnd dem Ampt der Verſönung / alleine auff die bloſſe vnerforſchli⸗ che Verſehung Gottes weiſen / Vnd alſo dem betruͤbten Her⸗ tzen /gewiſſen / feſten vnd ſichern Ancker der Seelen ſeligkert Chriſtum Chriſtum / das Wort vnd die Sacrament / die dreyfache ſchnur vnd dreyfachen Grund vnſers Glaubens vnd Seligkeit hin⸗ weg reiſſen /⁊. Es heiffet ja / Wer da gleubet vnd getaufft wird / der wird ſelig / ; Dahero die Alten fein ſagen / Wer da gleu⸗ bet / der iſt verſehen / Wer aber nicht gleubet / der hats verſehen. Dieweil dan der liebe Hiob gegleubet / vñ vnſere ſelige liebe Lan⸗ des Mutter gegleubet vnd bekennet: Ich weis das mein Erloͤſer lebet/ Vnd durch ſolchen Glauben aus Gnanden / vmb Chriſti willen ſelig worden: Solches aber wird nit vmb jhrentwillen / ſondern vmb vnſernt willen auffgeſchrieben vnd gepredigt / das auch wir jrem Exempel nach gleuben / Jeſus ſey Chriſt der Son Gottes / vnſer Erloͤſer / vñ durch den Glauben das Leben haben / in ſeinem Namen / Joh. 20. Rom. 4.). Joh.. So gehe nun ein jeglicher in ſich ſelbſt /2. Cor.)3. Vor⸗ ſuche ſich vnd pruͤft / ob er im Glauben ſey / ob er auch in Todt vnd Leben / vnter allerley Truͤbſal vnd Elend / mit beſtendi⸗ gem Hertzen ſage / ſich deß troͤſte / vnd darauff ſeine gantze Zu⸗ verſicht ſetze. 4 Ich weis das mein Erloͤſer lebet. Diß iſt der recht Chriſtliche Glaube / ars artium ſcientia ſcientiarum vnd die aller thewreſte Gabe Gottes / vnd der Chriſten einige vnd ei⸗ gene Kunſt / vder viel mehr Werck vnd Gabe Gottes / vnd deß eiligen Geiſtes / dieſes wiſſen / gleuben vnd nicht zweiffeln / ch weis das mein Erloͤſer lebet. Wie kan ich aber wiſſen / das Chriſtus mein Erloͤſer ſey / das er lebe / mich von der Erden aufferwecken / vnd mir gewiß⸗ lich das ewige Leben geben werde? Antwort: Wie droben vormeldet / aus den allgemeinen vnd gnadenreichen Verheiſ⸗ ſungen Gottes / Johan.3. Alſo hat Gott die Welt geliebet. Ezech. 33. So war als ich lebe ſpricht der HRR / HERRM/ Ich habe keinen gefallen am Tode deß Gottloſen / ſondern das ſich der Gottloſe bekehre von ſeinem Weſen / vnd lebe / GDtt wil das allen Menſchen geholffen werde /). Timoth. 2. Ca⸗ pit. Der H Ed RR wil nicht das jemandt (Nnes merck * wo wol wider die Schwermer Gott wil nit das jemand yverloren werde. 2. Pet. 3. Es iſt je gewißlich war / vnd ein thewr werdes Wort / das Jeſus Chriſtus kommen iſt in die Welt / die Suͤn⸗ der ſelig ʒu machen / biſtu ein Suͤnder / ſo iſter ja auch vmb dei⸗ net willen in die Welt kommen / dich ſelig zu machen / Thue nur buſſe / bekehre dich von deinem Weſen ſo wirſtu leben /. Ezech. 3 3. Act. 2. Gleube an Jeſum Chriſtum / So haſtu vergebung aller deiner Suͤnde / deñ von dieſem zeugen alle Pro⸗ pheten das in ſeinem Namen vergebung der Suͤnde empfahen ſollen alle die an jhn gleuben / Act. jo. vnd Jeſus Chriſtus iſt dꝛe verſoͤnung fuͤr vnſere vnd der gantzen Welt Suͤnde. Sed quis ſcit (inquit Bernhardus) ſi data eſt mihi? Mihi data eſt, quia alteri dari non potuit: Nunquid angeloꝰ ſed ille non eguit. Nunquid diabolo? ſed ille non non in ſimilitudinem angelorum(abſit autem, ut in ſimilitudinem dæmonum)ſed in ſimilitudinem homirum factus. Feria quar- ta hebdomadæ pœnoſæ, Wer weiß / ob auch mir die vergebůg der ſuͤnde gegeben werden / Ja(ſpricht er)mir iſt ſie gegeben / dañ ſie hat keinem andern koͤnnen gegeben werden/ ſolte ſie den En⸗ geln gegeben ſein? die bedůrffen jr nicht. Solte ſie den Teufeln gegeben werden? die thun nicht Buſſe. Endlichen ſo hat er nicht die Engel an ſich genommen / ſondern Abrahams Samen iſt Menſch worden / vnd wie Hiob ſaget / er iſt mein Joel / mein Nechſter / mein Erloͤſer. ln æternum Chriſtus regrabit in ſanctis ſuis ſagt Kugu- ſtinus Pſ. ð 3. Hoc promiſit eus, hocdixit Deus? ſi parum eſt, hoc iurauit Deus, quia ergo non ſecundurn merita noſtra, ſed ſecundum illius miſericordiam firmna eſt promiſsio, nemo debet cum trepidatiore prædicare, unde non poteſt duhitare. Kom. 4. v. )6. Meine ſuͤnde ſind aber zu groß vnd ſchweer / weiſſeſtu dann dagegen nit / wo die Suͤnde mechtig worden iſt / Da iſt doch die Gnade viel mechtiger worden / Kom. 5. Ge⸗ denckſtu nit an das wort des Hxrꝛn / die Geſunden duͤrffen des Artztes nicht / Sondern die Krancken / ich bin kommen die Suͤn⸗ der zur Buſſe zu beruffen vnd die Gerechten. Watch, — Sed forte cogitat aliquis(inquit Auguſtinus de tempore ſer⸗ mon.y8) tam̃ grauia ſe admiſiſſe peccata, ut iam Dei miſeri- cordiam promereri non poſsit. Abſit hoc à ſenſibus omnium peccatorum: O homo, quicunq; illam peccatorum multitu- dinem attendis, cur & omnipotentiam ccœleſti Medici non at- tendis? Cum enim Deus uelit miſereri, quia honus eſt& pof- ſit quia omnipotens eſt, ipſe contra ſe diuinæ pietatis januam claudit, qui Deum ſibi miſereri, aut non uelle, aut non poſſe credit, eumqʒ aut bonunm, aut omnipotentem eſſe diffidit. Nemo ergo nec poſt centum peccata, nec poſt mille crimira de miſericordia diuiria deſperet. Sic tamen non deſperet, ut ſine ulla mora Deum ſibi repropitiari feſtinet: Ne forte, ſi con ſuetudinem peccandi fecerit, etiamſi ue lit, de diaboli laqueis liberari non poſsit.ꝛc̃. Gedencke an Paulum den Schmeher / Leſterer vnd Verfolger / Petrum / Adam / Evam / Aaronem / den verlohrnen Sohn/ Mahaſſem / Dauidem / den Schecher am Creutz / Mariam Magdalenam / die Zoͤllner vnd Suͤnder / wel⸗ che alle / da ſie Buſſe gethan von Gott vnd Chriſto zu Gnaden auffgenommen worden. . Der nun alle Suͤnder/ſo zu jhm kommen in Gnaden auffgenommen / der wird gewißlich auch dich nicht verſtoſſen. Wie weiß ich aber das ich vergebung meiner Suͤnden habe vnd gewißlich ſelig werden moͤgee Antwort auß dem Ampte der vorſuͤnung aus dem wort des Euangelij / vnnd den hochwirdigen Sacramenten / aus der gnedigen adoption / da dich Gott in ſeinem lieben Son jm angenem gemacht / vnnd dir Macht gegeben Gottes Kind zu werden / aus den warhafftigen vorheiſſungen Gottes / da er dir alle deine ſuͤnde vergeben / aus dem thewren Pfande da er dich mit dem Leibe vnd Blute ſeines lieben Sons geſpeiſet / vnd aus der Allmechtigen Krafft Got⸗ tes / das er / was er verheiſſet / thun kan vber alles / das wir bitten oder verſtehen ꝛ?. Weil du dañ in dem Namen Chriſti getaufft abſoluirt / vnd mit ſeinem lebendigen Fleiſch vnd Blut geſpeiſet gleube nur / ſo biſtu gewiß / da haſtu vergebung aller deiner ſuͤn⸗ den / vnd biſt ein Kind Gottes vnd Erbe des ewigen Wen o Alſo troͤſtet ſich auch Bernhardus de fraginentis ſeptem milericordiarum ſerm.ʒ. p.183. Tria ſunt, inquit, quæ ſic ro- porant & confirmant cor meum, ut nulla me penuria merito- rum nulla conſideratio propriæ uilitatis, nulla æſtimatio cœ- leſtis beatitudinis, ab altitudine ſpei deiicere poſsit in ea firmi- ter radicatumc. Tria conſidero, in quibs tota ſpes mea con- ſiſtit, charitatem adoptionis, ueritatem promiſsionis poteſta- tem redditionis. Murmuret iam quantum uoluerit inſipiens cogitatio mea dicens: quis enim es tu, aut quanta eſt illa glori quibuſue meritis hanc ohtinere ſperas? Et ego fiducialiter reſpondeboꝛ Scio cui credidi, & certus ſum quia in charitate nimia adoptauit me, quia uerax in promiſsione, quia potens in exhibitione. &c. Et iterum in dedicatione Eccleſiæ ſerm. ;. Quis poterit ſaluus eſſe ? dicunt diſcipuli Saluatoris. Etille: Apud homines hoc impoſsibile eſt, ſed non apud Deum. Matth. 19. Hæc tota fidacia noſtra, hæc unica conſolatio no- ſtra, hæc tota ratio ſpeĩ noſtræ, ſed de poſsibilitateiam certi, de uoluntate quid agimusꝰquis ſcit, ſi eſtdignus amore uel odioę quis nouit lenſum Pominiaut quis conſiliarius e jusfuit⸗ Hic iam plane fidem nobis ſuhuenire neceſſe eſt, hic oportet ſuccurrere ueritatem, ut quod de nobis latet in corde patris/ nobis per ipſius ſpiritum reueletur & ſpiritus eius te- ſtificans perſuadeat ſpiritui noſtro, quod filij Dei ſumus, per- ſuadeat autem uocando & iuſti ficando gratis per fidem, in quibus nimirui uelut medius quidam tranſitus eſt ab æterna prædeſtinatione ad futuram magnificationem. Ja ſprichſtu / Es iſt wol war / wer da gleubet vnd biß an dzʒ Ende beharret/der wird ſelig / Mein Glaube aber iſt ſchwach ich fuͤhle groſſen Zweiffel / Vnglauben / Anfechtung / Ach wer weiß / ob ich auch bis an das Ende verharren kan / werden oder mag ? Antwort / der ſchwache Glaube iſt auch ein Glaube / Vnund dein liebſter Heiland C.Hriſtus JEſus der H E R R dein Artzt nimpt den Schwachen im Glauben auff / das zuſtoſ⸗ ſene Rohr wird er nicht zubrechen / Vnnd das glimmende Tacht wird er nicht außleſchen / Eſaiæ 42. Matthei )2. C2 Bleibe F. G. Hoff vnd Stadtprediger hin weg gejaget / vnnd ſie des Bleibe nur an ſeiner Rede / Johan. 8. bey ſeinem Wort / ruffe mit des Kindes Vater mit Threnen / ich glaube lieber HErꝛ hilff meinem Vnglauben / Marci 9. Bitte vnd bete / ſo wird er dir ſeinen heiligen Geiſt geben / Luce jj. wird dich wol bereiten / ſtercken / krefftigen / gruͤnden /). Pet. ÿ. Ergreiff nur den Schild des Glaubens / vnd das Schwert des Geiſtes / das Wort Got⸗ tes / ſo wird er auß ſeiner goͤttlichen Macht durch den Glauben dich zur Seligkeit bewahren / vnd was der Teuffel / die Welt / auch dein eigen Hertz vnd Gewiſſen / mit allen Pforten der hel⸗ len tobet vnd wůtet / halte du nur feſte an dieſem Grunde / koͤſt⸗ lichen vnd bewehrten eckſtein / Sage mit dem lieben Hiob / mit deiner lieben ſeligen Landes Mutter: Ach Ich Weiß Das Mein Erloſer Lebet. das behaltet meine allerliebſten / vnnd wann jhr in Truͤbſal / Angſt vnd Noth / Todes vñ. Hellenangſt gerathet / ſodencket daran / ich hab an dem Begrebnis meiner ſe⸗ ligen Landes Mutter gehoͤret wie Hiob / wie J. F. G. ſich in aller anfechtung getroͤſtet / Ich Weis Das MeinErloſer Lebet/ Nun ich weis es auch das mein Erloſer lebet. Dieweil aber vnſere liebe ſelige Landes Mutter den Geiſt des Glaubens / den principalem ſpiritum vnd frewdigen Geiſt gehabt / alſo gegleubet / vnd durch ſolchen Glauben / ein außer⸗ wehltes liebes Kind Gottes geweſen / hat ſie wie mit dem heili⸗ gen Thobia / Thob. )2. ohne Anfechtung vnd groſſe Trubſal nicht ſein muͤſſen auff das ſie bewahret wuͤrde / Sie hat jhres Volcks vnd jres Vaters Hauſes der Churfuͤrſtlichen Pfaltz / da ſich dieſelbige zur Caluiniſchen Schwermerey gewendet / vergeſſen muſſen / Ach was fur groſſe truͤbſal hat ſie erfahren / daran auch fromme Vnterthanen nicht gerne gedencken / im Gothiſchen Kriege / wie iſt ſie in den Notſtandt vnd als ein hei⸗ ſiger Traube an dem Weinſtock Chriſti in die Preſſe Gottli⸗ cher zuchtigung vnd Schuel des lieben Creutzes geſtecket vnnd gefuͤret worden / Nach jhres ſeligen Herren Tode anno 73. da durch falſcher Meuler angeben / anklagen vnd Practicken /J. thewrſten thewrſten Schatzes / des offentlichen reinen Predigſtuels hat můſſen beraubet ſein / Als aber durch Gottes Barmhertzigkeit derſelbigen heimlichẽ ſchwermerey Betrug offenbaret / die war⸗ heit Gottliches Worts frey vnd õffentlichen / widerumb durch die Formulam concordiæ an tag kommen vnd J. F̃. G. wide⸗ rumb zum hoͤchſten dardurch erfrewet worden / wie bald iſt jm⸗ mer eine Truͤbſal der andern gefolget / da Gott bald diejungen Fuͤrſtlichen Herrlin vnd Frewlein / die ſchoͤnen pflaͤntzlein vnd hoffnung des Fuͤrſtlichẽ. Hauſes Sachſſen / bald die liebe Fuͤrſt⸗ liche Landes Mutter mit dem gehofften Landes Erben / durch den Todt hinweg geriſſen / ehe ſolches Hertzens Wunden vnd Schmertzen geheilet / hat der Getrewe Gott J. F. G. mit ge⸗ fehrlichen Leibes Schwachheit angegriffen . Vnd iſt bey J. F. G. eine Truͤbſal der audern jmmerdar gefolget ꝛc̃. In ſol⸗ cher Truͤbſal iſt nun J. F. G. Glauben rechtſchaffen vnd viel koͤſtlicher erfunden worden / denn das vergengliche Gold / das durchs F̃ewr bewehret wird / da hat ſie feſt gehalten / nit gewan⸗ cket / ſich gelitten / vnd an jhren Erloͤſer ſich gehalten / vnd jr be⸗ wehretes Symbolum recht beſtendig gefuͤhret vnd gebrauchet: Ich Weiß Das Mein Erloͤſer Lebet. Vnd mit beſtendi⸗ ger Gedult vñ froͤlicher Hoffnung in guten wercken getrachtet nach dem Ewigen Leben jhr vertrawen nit auffden vngewiſſen Reichthů / Ehr / Gut/ Hohe Perſonen / ſondern zu jedzeit auff dẽ lebendigen Gott geſetzt / nit auffdʒ ſichtbare vñ gegenwertige / ſondn auff dz vnſichtbare vñ kuͤnfftige ewige Gut vñ Erbe geſe⸗ hẽ in jrem hohen Creutz neben beſtendiger gedult vnd frewdiger die rechte mittel das gleubige threnen gebet / vnd die rewdige bekentnis ergriffen / vnd in demſelbigen bey Gott an⸗ gehalten / wie nicht allein denen bewuſt die vmb J. F. G. gewe⸗ ſen/ Sondern auch jhr recht Fuͤrſtliches Geberbuchlein / vnnd ſchoͤne Glaubens bekentmis ſo ſie dem Churfurſten zu Sachſ⸗ ſen vberſchicket/ / darinnen ſie von allen ſtreitigen Artickeln jren Glauben bekennet / vnd ausfuͤhrlich erkleret / welchs auch Gott lob in dieſer Stadt zu finden / vnd vielen bekandt / außweiſen / dann weil ſie auch den principalem ſpiritum den Geiſt des C 3 Elaubens SGltaubens vnd Gebets gehabt / So hat ſie auch recht fleiſsig vnd ernſtlich gebetet / vnd in dem Gebet angehalten 2. Cor. . So hat ſie auch geredet / vnd jhren Glauben frey bekennet / ob ſie wol daruber auch wol geplaget worden / ¶ Vnd wie ſie Chriſtum / das ewige weſentliche Wort jhren Erloͤſer hertzlich geliebet / alſo hat ſie deſſelbigen der ewigẽ Weißheit /recht Fuͤrſt liches heiliges wort thewr werth / Fuͤr jres hertzen Frewde vnd Troſt vnd aller edelſten Schatz gehalten / daſſelbige mit ſolchẽ ſeiß geleſen / vnd durch erleuchtung des heiligen Geiſtes ver⸗ ſtan den / das ſie mit den fuͤrnembſten Poctoribus wol conferi⸗ ren/ vnd dauon auch fuͤr Fuͤrſten außfuͤrlichen reden koͤnnen / hat ſich zum fleiſoigſten / wie menniglichen bewuſt / zu der Pre⸗ digt vnnd Hochwirdigen Saerament mit hoͤchſter vnd rechter Chriſtlicher / Fuͤrſtlicher Demut / beides in der Schloß vnnd Pfarrkirchen zu Weymar / jeder zeit gefunden / ohne zu der zeit da falſche verdechtige vnd jrrigeLehrer deſſelbigen ortes einge⸗ ſchoben / vnd die reinen eyfferigen Prediger vortrieben geweſen / Dann ſie ja mit dem heiligen David von hertzen geſagt/ HErr ich habe lieb die ſtedte deines Hauſes vnd den ort da deine Ehre wohnet / vnd ich wandele in deiner Warheit, Ich ſitze nicht bey den eitelen Leuten / vnd habe nit gemeinſchafft mit den falſchen / Ich haſſe die verſamlung der Boßhafftigen / vnd ſitze nicht bey den Gottloſen / Pſal. 26. Fromme auffrichtige reine Lehrer vnd Prediger hat ſie jederseit geliebet / geehret / genehret / vnd in jren exiliis mildiglichẽ vnd Fuͤrſtlichen befoͤrdert / verſorget vñ pnterhalten / verſchlagene / vnreine / tuͤckiſche Wetterhanen / Fuͤchſe / vnd ſchwermer hat ſie von Hertzen gehaſſet / vnnd mit Dauid dieſes Spruchlein gefuhret vnd erfahren / Ich haſſe ja HRd die dich haſſen / vnd verdreuſt mich auff ſie / das ſie ſich wider dich ſeten / Ich haſſe ſie in rechtem Ernſt / darumb ſind ſie mir feind /ꝛe. Hat derwegen offtermals auch eine Flacianiſche Fuͤrſtin muſſen geſcholten werdẽ ꝛt. Irem licben Herren Her⸗ tog 1O HANN VVILEHEL.Mt. Seliger vnd Chriſt⸗ milder Gedechtnis / hat ſie im Leben vnd Todt mit hertlſcher ynterthenigkeit vnnd rechten Fuͤrſtlichen Tugenden guich v vnd geehret / Ihres lieben Herren / Soͤne vnſere gnedigſte vnd gnedige Landes Fuͤrſten vnd Fuͤrſtliche Frewlein / mut hertzli⸗ chem threnen Gebeth in rechter Furßtlicher zucht vnd verma⸗ nung zum HRRM aufferzogen / dz gantze Land vnd Fuͤrſten⸗ thumb mit warer muͤtterlicher liebe vñ trew proſequiet/ vmb⸗ fangen vnd gemeinet / den Friede geſucht vnd demſelben nach⸗ gejagt / jren Feinden vnd die ſie beleidiget / nit allein vergeben fuͤr ſie gebeten / ſondern auch offtermals eben denſelben viel guts ge than / vnd fewrige Kolen auff jhr Heupt geſamlet. 7. Wiewol deſſen Erempel zuerzehlen / wan ſie nit odiola vnd vielmehr mit dem Mantel der Liebe zů decken. Die gantze zeit jrer Jungfrawſchafft / Ehe vnd Witwen⸗ ſtandes / iſt ſie beſtendiglich in der Keuſchheit / Heiligung vnnd Zucht geblieben / der Vnzucht aber vnd aller Vnreinigkeit von hertzen feind vnd gram geweſen / wie denen bewuſt / ſo vmb J. F. G. gelegenheit wiſſen / in jrem Beruff vnnd Stande iſt ſie ſorgfeltig / trew vnd fleiſoig erfunden worden / Muͤſsiggang) als der ein vrſach vieler Sunden vnd boſes / vnd des Teuffels pulſter / hat ſie nit dulden mogen / Gegen armen Leuten ſonder⸗ lich witwen / waiſen / verjagter vnnd vertriebener / elender Leute freygebig vnd milde / vnd eine rechte Euergetis / eine pflegerin / amme vnd Mutter der armen erfunden worden / Sie ſſt der Warheit freund jederzeit / der Luͤgen / leſterung vnd verleumb⸗ dung gram eines freyen auffrichtigen Hertzen geweſen /die den Nechſten nicht heimlichen in jhrem Hertzen gehaſſet / Sondern auffrichtig vnter augen geſtraffet / Syrach 20. Itein Sy⸗ rach )g. So jemand bey jhr angeben worden, hat ſie denſel⸗ bigen fur ſich erfordert / darumb angeſprochen / der vnſchůldi⸗ gen Ehr vnd guten Namen gerettet/ Still vnd verſchwiegen / jbren böſen Lůͤſten / wie dann dieſelbige auch den Heiligen im⸗ merdar ankleben /hat ſie nit gefolget / fondern durch den heiligẽ Geiſt / d fleiſch fanpt ſeinen lůͤſten vnd begierden geercuhiget / auch der wolzugelaſſenen Fuͤrſtlichen freiden vnd herriigkeit mit jagen vnd koſtlichem Schmucke / wenig geachtet / iſt eiſam einſam geweſen / jhr Hoffnung auff Gott geſtellet / am Geket vnd flehen Tag vnd Nacht angehalten / vnd den verborgenen Menſchen deß Hertzens / vnvertuckt mit ſanfften vnd ſtllem Geiſte / fuͤr den hoͤchſten / vnd recht Fuͤrſtlichen Sckmuck ge⸗ halten/ Vnd hat alſo beſtendiglich eine gute Ritterſchafft ge⸗ vbet / Glauben vnd gut Gewiſſen / biß an jhr ſeliges Ende be⸗ waret. Iſt alſo dieſe vn ſere ſelige liebe Lãdes Mutter / die DD⸗ RDT EA eine ſchoͤne / edle / Fuͤrſtliche GDttes Gabe / die rechte S VBSANNA / die ſchoͤne liebliche Roſe / eine rechte Hertzogin / die im wahren Glauben jhr Creutz auff ſich genom⸗ men / dem HERRM Chriſto nachgefolget / vnd dem gantzen Lande / mit jhrem Fuͤrſtlichen vnd Mutterlichem Exempel mit gedult in wahrer Gottesfurcht / aller Gottſeligkeit / Chriſtli⸗ chen vnnd Fuͤrſtlichen Tugenten vorgeleuchtet / wie ſolches menniglichen bewuſt / vnd derowegen weiterer Beweiſung nit bedarff / geweſen. So ich derhalben dieſe vnſere liebe ſelige Landes Mut⸗ ter mit den Außerwehlten -Heiligen / vnd geliebten Gottes con- feriren vnd vergleichen ſol / Iſt ſie ja / ſo viel jhren Glauben vnd Hoffnung zu vnd auff Gott vnd Chriſtum anlanget / eine rechte Tochter Abrahæ vnd Iſraelitin / m der Furcht Gottes / eine rechte Sunamitin / im beſtendigem vnd hertzlichem Gebet eine rechte Anna vnd Hanna /Luc.⁊. In freudiger vnd beſten⸗ diger Bekendtnis / die rechte Mutter der ſieben Soͤne /2. Mac⸗ cab. . In hertzlicher Liebe / vnd fleiſsiger Betrachtung vnd vbung Goͤttliches Worts / eine rechte Maria/ Luc. 2. vnd )o. In pflegung vnd vnterhaltung getrewer Lehrer vnd Predi⸗ ger / eine rechte Sarcptanerin /). Reg. 6. In chelicher Lich⸗ trew vnd vnterthenigkeit gegen jhrem lieben ſeligen. Herrn vnd Gemahl / eine rechte Sara / j. Petr.z. In fleiſoiger Gottſeli⸗ ger aufferziehung jhrer jungen Herrn / Soͤhne vnd Frewlein / eine rechte Hanna / j. Sam.). Rebecca vnd Momica/t. In gnediger Muͤtterliche Trewe, gegen dem gantzen lande vnnd Fuͤrſtenthumb / eine rechte Joſeba/2. Reg. N. oder Joſabeath / 2Parali.⁊2. vnd Eſther. In beſtendiger Zucht vnd eit / heit / eine rechte Suſanna / in vernuͤnfftiger vnd guter Hauß⸗ haltung / eine rechte Abigail / in ſtillem vorſchwiegenen vnnd ſanfftem Geiſte vnd Leben / eine rechte Lea vnd Rachel / Vnd in ſumma im Glauben / vnd in der Kebe eine rechte Chriſtin ge⸗ weſen / Welches nicht allein darumb erzehlet wird / das J. F. G. ein gutes Gedechtnis dadurch geſtifftet / Ihrer / als der gerechten / nimmermehr vergeſſen werde / vnd jhre Wercke J. F. G. folgen / Sondern zu foͤrders das wir / als dieſes Landes Vnterthanen / J. F. G. Glauben / der durch die licbe thetig ge⸗ weſen / folgen / Vann es ja billich / das die Kinder den Fußſtapf⸗ fen jhrer Mutter / vnd die Vnterthanen jhrer Bbrigkeit im Glauben vnd allen Tugenden folgen/?7. Mercket derowe⸗ gen / jhr meine liebe außerwehleten Gottes Kinder / Sonderli⸗ chen jhr lieben Landes Toͤchter / dieſes ſchoͤne Exempel deß Glaubens / vnd aller Chriſtlichen Tugenden ewer lieben Lan⸗ des Mutter / vnd folget demſelbigen nach. Dbaber jemandes in ſeinem Hertzen gedencken / oder ſagen wolte / Was hats aber J. F̃. G. geholffen / das ſie ſo ei⸗ nen ſchoͤnen Glauben gehabt / vnd ſo ein recht Chriſtliches Le⸗ ben gefuͤhret? Sie hat gleichwol viel Truͤbſal / wie daſelbſt angemeldet / außſtehen / vnd endlichen ſterben muͤſſen? Deme antworte ich / Es hat J. F. G. ja viel genutzet das / nach der Zuſage Gottes / da die Gottfeligkeit verheiſſung hat / dieſes vnd deß ewigen Lebens / Dan ja der zu aller zeit getrewe Gott / J. F̃. G. durch ſeinen heiligen Geiſt / in ſeinem heiligen Wort binwiderumb gegeben die wahre Erkendtmis Gottes / vnd ſei⸗ nes lieben Sohns / in welcher ſie von Tag zu Tag gewachſen / vnd zugenommen / Das iſt nun die aller thewreſte Gabe vnnd hoͤchſtes Gut / gegen welchen die gantze Welt / ja zehen hundert tauſent Welt nichts zu rechnen / Das iſt je das ewige Leben / wie der Sohn Gottes Johan. )7. bezeuget. Es hat jhr der trewe Gott den rechten Principalem / Fuͤrſtlichen / Kindlichen vnd frewdigen Geiſt / das thewre werde Pfand gegeben / durch welchen ſie verſichert / getroſt ruffen koͤnnen: Abba lieber Va⸗ ter / vnd ſagen moͤgen: Ich weis das mein Erloͤſer lebet. D Es hat — —— —— —— — — —— — Es hat in J. F̃. G. der heilige Geiſt ſeine Fruͤchte / als daiſt / ſiebe / frewde / friede / gedult / freundligkeit/ gůtigkeit/ glaube/ ſanfftmuth / keuſchheit / vnd andere C hriſtliche / Fuͤrſtliche Tu⸗ genten herrlich gewircket / vnd herfuͤr leuchten laſſen. Es hat jhr der fromme GOTT zweenejunge Herrn Sohne vnd ein Frewlein gegeben / vnnd an denſelbigen ſie frewde vnnd ehre erleben laſſen / da ſie dieſelbige mit Mutterlicher⸗ hertzlicher freude im Glauben / vnd in der Liebe bluͤent vnd wachſent geſe⸗ hen / Vnd ſonderlichen erlebet/ das vnſer gnedigſter Hertimach dem wunderbarlichen vnd vnerforſchlichen Rath Gottes/ zu. der Vormundtſchafft / vnd Adminiſtration der Chur Sachſen vrdentlichen beruffen / vnd zum Schutzherrn der betruͤbten vnd gedruckten Kirchen geſetzet worden. Das iſt die rechte Hertzen freude / vnd die groſſe Gabe Gottes / wer ehre vnd frewde an ſeinen Kindern erlebet. Es hat jr der liebe Gott neben dem freudigen Geiſte / auch eine gelehrte heilſame Zunge gegebẽ / das ſie mit groſſe nut vnd wolgefallen lehren / troſten / ſtraffen / warnen vnd ermahnen koͤnnen / wie ſie dann auch ſolches trewlichen / biß an jhr letztes Ende gethan / da ſie ſonderlichen jhre Herrn Sohne zur Furcht Gottes / vnd beſtendigem Glauben muͤndlichen vnd ſchrifftlichen / Muͤtter⸗ lichen trewlich vnd ernſtlich ermahnet / Vnd ſonderlichen auch an jhrem Todt vnd Kreißbette / vnter andern an hohe Fuͤrſtli⸗ che Perſonen vnterſchiedliche / ſchoͤne⸗ außfuͤrliche Vermah⸗ nung zum rechten Glauben / vnd Fuͤrſtlichem Ampt abgehen laſſen / Wie ſolches koͤndte namhafftig gemacht werden / wann man nicht ſolte Koͤnige vnd Fuͤrſten Rath vnd heimligkeit ver⸗ ſchweigen / vnd gleichwol billich herrlich gepreiſet vnd offenba⸗ ret wird / weil es gewißlich Gottes Werck/ Tobi. ) Es hat ſie Gott jhre frewde vnd luſt an ihren Feinden / die ſie hoch betruͤbet / vnd bey Chut vnd Fuͤrſtlichen Perſonen verdacht gemacht / ſehen laſſen / Wie derſelbigen eines theils zur erkentnis jhrer Miſſethat kom̃en / die andern aber von dem gerechten Gott geſtraffet / vnd ein ende zum theil nit ſchrecken genommen / Pſal.37. 73. Welches auch eine groſſe Pe Gabe G DTtes / wie ſie im Pſalterbuͤchlein geruͤhmet wird / Pſal. 4. 92.)2.)8. 2c. Endlichem ſo hat jhr G Btt beſtendigkeit im Glauben biß in jhrem letzten Seufftzen euthanaſiam ein ſeliges Ende be⸗ ſcheret. Das J. F.G. in beſtendiger vnd freudiger Erkent⸗ nis vnd Bekeninis deß Sohns Gottes mit friede vnd freude jhre Seele in die Hand vnſers getrewen Hirten vnd Biſchoffs befohlen vnd beygelegt / vnd in vnableſsiger Lebe/ die jhren zum Glauben / Liebe vnd guten Wercken gereitzet vnd vermah⸗ net / Es hat ſie der getrewe Gott aus aller Truͤbſal erloſet / J⸗ F. G. von dieſem Jammerthal fur kunfftigem Vngluͤck hin⸗ weg gerafft / zu Ruhe gebracht / vnd jre Seele zu ſich in das Pa⸗ radis / in ſeine Handt genommen / vnd wird gewißlichen an je⸗ nem Tag jhr die Krone der Gerechtigkeit vnd die ewige Frew⸗ de vnd Herrligkeit geben. Derowegen ja miemand gedencken oder ſagen ſol / es iſt vmb ſonſt / das man Gott im Glauben vnd guten Gewiſſen dienet/. Sondern wiſſen / die Gottſe⸗ ligkeit iſt zu allen dingen nuͤtze / vnd hat verheiſſunge dieſes vnd deß ewigen Lebens. Der getrewe Gott / der nach ſeiner Gerechtigkeit / dieſe ſelige liebe Landes Mutter vns genommen / der erſetze nach ſei⸗ ner Barmhertzigkeit ſolchen Schaden / ſegne /troͤſte / ſtercte vnd erhalte vnſere gnedigſte vnd gnedige Fuͤrſten vnd Herrn / bene⸗ 4 ben dem Fuͤrſtlichen Frewlein in rechtem Glauben/ Fuͤrſtli⸗ chem Ampt vnd Adminiſtration bey guter Geſundheit vnd langem leben / Mache vnſere liebe Landes Fuͤrſtin / die et vns gegeben / zu einer frölichen Kinder Mutter / das ſie dem Exem⸗ pel aller heiligen Chriſtlichen Matronen / Sonderlichen aber / dieſer vnſerer ſeligen Landes Mutter im Glauben vnd gutem Gewiſſen beſtendiglichen folge / vnd eine rechte Landes Mutter ſey vnd bleibe. Das thue der allmechtige vnd barmhertzige Gott / vmb ſeines lieben Sohns willen / durch den heiligen Geiſt / Hochgelobet in Ewigkeit / A⸗ men. — —— — . — — —