„ Eine Chriſiliche Leichpredigt. * NTA TIS Vom Koͤnigiſchen / gehalten zu Dreßden im Schlos den 24. Octob. in groſſer Verſam⸗ lung vieler Hoher Potentaten / Fuͤrſten vnd Herren / Als jetzo die Churfurſtliche Leich des weiland Durchlauchtig⸗ ſten Hochgebornen Fuͤrſten vnd Herrn/ Herrn CHR K § TFIA NI/ Hertzogen zu Sachſen / des Heiligen Roͤmi⸗ ſchen Reichs Ertzmarſchalln vnd C hurfuͤrſten /Landgraf⸗ fen in Duͤringen Marggraffen zu Meiſſen / etk. Welcher den 25. Septemb. fruͤe vor 7. vhr in dieſem) 9). Jahre⸗ ſeines alters 3). zu Dreßden in Chriſto ſeliglich entſchlaf⸗ fen iſt / auſſm Schloß in die Creutzkirche daſelbſten hat ſollen geſetzt werden. „ 1 Irrthumb vom Exorciſmo vnd Kindertauffe / vom heili⸗ gen Abendmal / von der Verſehung Gottes vnd anderen Artickeln Augſpurgiſcher Confeſsion gehendelt / vnd mit Gottes Wort widerleget / allen frommen Chriſten in dieſen gefehrlichen ʒeiten zu wiſſen ſehr noͤtig. Durch Schrifft Licentiatum / Fuͤrſtlichen Magdebur⸗ giſchen Hoffprediger. Det Durchlauchtigſten / Hochgebornen Fuͤrſtin vnnd Frawen ⸗ Frawen Sophta/ Gebornen Marggreffin zu Brandenburg / Hertzogin vnd Churfuͤrſtin zu Sachſen / Landgreffin in Duͤringen / Marggreffin zu Meiſſen / ete. Meiner Gnedigſten Frawen. Vrchlauchtigſte / Hochge⸗ 6 borne Churfuͤrſtin/ Ew. Churf. Gnaden iſt mein demuͤtiges vnd „ andechtiges Gebet zu Gott / fuͤr E Churf. G.ſampt derſelben jun⸗ gen Herrſchafſt vnd Frewlein / ʒeitliche vnd ewi⸗ ge Wolfart/ in vnterthenigkeit mit trewem fleiß ſederzeit zunor: Gnedigſte Fraw/ Es ſaget gar ſchon vnd troͤſtlich der Heilige Koͤnigliche Pro⸗ phet Dauid Pſal ꝓꝛvñ zʒ Was betrůͤbſtu dich meine Seel / vnd biſt ſo Vnruhig inmir? Harre auff GOTT. Denn ich werde Ihm noch dancken / das er mei⸗ nes Angeſichtes Huͤlffe / vnnd mein GoOtt iſt. Aus welchen Worten die Heilige Aij Khriſi⸗ Chriſtliche Kirchevnd alle gleubige liebr Chti⸗ ſten/reichen Euangeliſchen Lroſt mitten in noth vnd vodt ſchoͤpffen vnd empfinden/ daß ſie Goit in jhren Angſt vnnd Truͤbſal Do ſie nur im Glauben vnnd gewiſſer Zuuerſicht zu Ihm Zu⸗ fiucht haben / warhafftig wi anſehen mit den Angen ſeiner Gnade⸗Gute vnd Barmhertzig⸗ keit / vnd nimmermehr laſſen zu Schanden wer⸗ den, Wie eben Dauid ſolches bekrefftiget⸗ Pſalm 34. Welche den HE RRMN anſehen vnnd anlauffen / derer Angeſicht wird nicht zu ſchanden. Da dieſer Elenderieff/hoͤret der HERR vnd halffſhm aus allen ſeinen noten. Es iſt aber der Fromme Getrewe Gott ynſers Angeſichts huͤlſſe vnd vnſer GOTT. fuͤrnemlich aufſ dreyerley weiſe: I. Das Er ſeine Gleubige trewlich kennet⸗ vnd auff alljr Jammer vnd Hertzleid ein Gnedi⸗ Aughat. Denn der feſte Grund GOLtes 9kS g1 ſeinen/ (2. Limot 2) Welche ſein tew⸗ fſte Schaͤfftein ſeine glentzenden Stern⸗ und ſein liebes Eigenthumb vnnd Heilig⸗ Der Helliſche Schadenfro iſt ſo chet dg⸗ vnnd hat dieſen Stegel⸗Der HERR erdas Maulwiſchet“ ond ſchlei⸗ chet dauon / wenn er ſein feindſeliges Muͤtlein an jemands gekuͤlethat. xlber der HERRon⸗ ſer GOTEiſtnirgends lieber denn im Lrawer⸗ hauſe / vnd bey denen/ſo eines zerſchlagenen vnd Demüůtiges Geiſtes ſind/laut ſeiner Warhaffti⸗ gen Wort/Eſa 5s. Ich ſehe an den Elenden⸗ vnd der zubrochenes Griſtes iſt/vnd der ſich für⸗ chtet fuͤr meinem Wort. Vnſer ſchwa hes fleiſch vnnd Blut helt ſich zu weilen eben ſeltzam vnter des Ereutzes Laſt / vnnd gremet ſich / als hette Gott vergeſſen gnedig zu ſein / vnd ſeine Barm⸗ hertzigkeit fur Zorn verſchloſſen / Wie denn Da⸗ nid auch ſolchevnruh / zittern vnnd zagen in ſei⸗ nem Hertzen gefühlet Aber da ſollen wir wiſſen⸗ das des E RR EN Augen ſehen auff die Ge rechten / vnnd ſeine Ohren auff jhr Schreyen⸗ Pſal:34 Vnd er wil vnſer mit nichten vergeſſen⸗ Eſa. 40 Kan auch ein Weib jhres Kindleins vergeſſen/Das ſie ſich nicht erbarme vber den Sohn jhres Leibes? Vnd ob ſie deſſelben ver⸗ geſſe“ So wil ich doch dein nichtvergeſſen/ Si⸗ he /In die Hende habe ich dich gezeichnet/Deine Mauren ſind jmmerdar fuͤr Mir An ſolch Goͤttlich Amens wort/ ſollen wir vns mit feſter Zuuerſicht halten / vnd getroſt ſagen: Non iuun dereictum / Ich habe noch nie geſehen den Gerechten verlaſſen Item & Deu⸗ro nohi, að contra non? Iſi SOtt fͤr vns / Wer mag wider vns ſein? Welcher ſeines eigenen Sohns nicht verſchonet⸗ſondern denſelben fuͤr Vns alle da⸗ hin gegeben/ wie ſolt er Vns nicht alles mit jm ſchencken? Wer wil mich ſcheiden von der Liebe Gottes / die in Chriſto Jeſu iſt? Ich bin gewiß / das weder Zodt noch Leben / weder Engel noch Fuͤrſtenthumb⸗noch Gewalt⸗weder Gegenwer⸗ tiges noch Zukuͤnfftiges / weder Hohes noch Zieffes / noch keine andere Creatut/ mag vns ſcheiden von der Liebe GO⁊tes / die in Chriſio Jeſu iſt vnſerm H E RRN. Bnd da heiſtes auch recht / wie Bernhardus ſchreibet· Ex præ⸗ dinatione e amote Dei non cadit, nÿ 7u C HA l⸗ STU relcto, poſt alium adit. Es ſehen ſich die Leute in jrem Elende vnd traivrigen Zuſtande offtmals vmb/ nach fremb⸗ der hůlffe Denn etliche gedencken auff Renſch⸗ liche Huͤlffe/ die doch vergeblich iſi. Etliche ver⸗ laſſen ſich auff die Seligen im Himmel / wie die Papiſten vom Spiegel der Htiligen Dreyfal tigkeit / darein die Auſſerwelten in jener Welt alles ſchawen ſollen/ ¶ Was hieniden auff Er⸗ den geſchicht/ſiracks wider GSTtes Wort fuͤr⸗ geben. Denn Abraham Ft ſrae Iſrael weis nichts von vns. Viel weniger ſol man zu frembden Goͤtzen vnnd Boſen Geiſtern lauffen⸗ Das man bey den Zauberern vnnd Schwartzkůnſtlern wolte Rhat vnnd That ſu⸗ chen⸗ Daruͤber Saul vnd Ahaſia ſchrecklich anlauffen vnd zur Helle fahren muſten/ GOE allein iſt vnſer Rechter NO Thelffer / der ſeine GOTtſeligen aus der Verſuchung weis zu er⸗ loſen. Er hifft vns teglich / Darumb ſollen wir Ihn auch teglich preiſen / vnnd froͤlich ſingen: Sey zu frieden meine Seele/Denn der HERR thui dir guts ⸗ Du HERR haſt meine Secle aus dem Tode geriſſen/ Meine Angen von den Threnen ⸗Meinen Fuß vom gleiten Ich wil wandlen fuͤr dem H E RREN/ im Lande der Lebendigen. Er hilfft vns ohne mittel/vnd durch Mittel ⸗ Darumb ſollen wir auch ſeine vnbe⸗ greiffliche Regimentsweiſe ruͤhmen / das er ſei⸗ ne Heiligen wuͤnderlich fuͤret. Er hilfft vns vn⸗ ter Freunden vnnd Feinden / das die mit vns zu frieden ſein / vnnd vnſer Beſtes wiſſen muͤſſen⸗ Darumb nur danckbarlich ausgeruffen Der HE RR wendet die Gedancken der Voͤlcker. Er hilfft vns im Leben vnnd auch im Sterben. Darumb ſind vnd bleiben wir auch deß ER⸗ R Enwir leben oder ſierben /Rom 4. II. Denn — II. Denn zum Andern / iſi der HERR al⸗ lein vnſers Angeſichts Huͤlffe vnd vnſer GOtt⸗ was die Endliche vnnd EwigeErrettung von al⸗ lem Vbel anlangt / Wie wir im Vater vnſer bit⸗ ten vnd begeren Erloͤſe vns von dem Vbel⸗Auff das dermal eineß vnſer frewde vollkommenwer⸗ de⸗Johannis 16. Denn jetzund heiſt es noch⸗ Ahſu ahſum inpoeat Des einen Vngluͤcks auß gang iſt des andern anfang. Als baldt aber vnſer HERR Gott ſpricht⸗ Kommet wieder jr Menſchen Kinder/ So wird der Leib in ſein Schlaffhaus getragen / der Geiſt aber ſchretzu Gott ſeinem Schoͤpffer / in vnauß ſprechliche vñ vnauffhoͤrliche Frewde⸗Eſa 64. Denn gleich wie Noha ſeine widerkehrende Taube in den Kaſten nam / als ſie nicht fand⸗ da jhr Fuß rugen kondte Eben alſo wil auch vnſer licber GOSLſeine Geiſtliche Tauben⸗mit ausgereckter Handt ergreiffen/vnd zu ſich neh⸗ men⸗vnnd in ſeine Himliſche Arche ſetzen/wenn ſich die Seel vom Leib abſcheidet/ vnd dieſer ge⸗ genwertigen Muͤhe vnnd Vnruge durchaus ſatt vnd mdeiſt. Jetzund gehets auch noch / wie König Salomonklaget⸗Pro 14 Extrema gauj luclu occupat, Nach der frew de koͤmpt Leid⸗Wie das Sprichwort lautet: Lruncken frerwdẽ/nuͤch⸗ tern tern Leid/ Kein Lieb ohn Leid / Es ſiehe an kurtz oder lang/ ſo iſi Frewde Leides anfang. Wenn man am aller iuſtigſten vermeinet zu ſein / vnd wil ſich ein wenig mit Gott vnd ehren ergetzen⸗ ſo kömpt vnfall wie ein Schneepall/ vnd ma⸗ chets / daß man Thraͤnen fuͤr Brodt vnd Wein eſſen vnd trincken mus. Wer aber dem H ER⸗ REMN vnd in dem H E RRM ſirbet / den ſol kein Angſt vnd Quall mehr anſtoſſen“ Vnnd es wird jhn weder noth noch Lodt betretten⸗ Sondern alle Zehren wil Chriſius von ſeinen Augen abwiſchen/ vnd jhnmit Wonne vnnd Herrligkeit ohn Moß vnd Ende erfuͤllen. III. Denn zum Dritten / iſt der liebe Gott vnſers Angeſichts Huͤlffe vnd vnſer Gott / we⸗ gen der Himüiſchen Freivdt/ Glori⸗ Herrligkeit vnd Seügkeit. Denn fuͤr Ihm allein iſt freivw⸗ de die Jůͤlle / vnd lieblich Weſen zu ſeiner Rech⸗ ten ewiglich / Pſaln i6. Paulus kans nicht aus⸗ ſprechen / was fuͤr Freivde vnnd Wonne in vnd an GOtt dem hoͤchſten Guth im ewigen Leben ſey · Petrus weis ſelbs nicht / wie jhm iſt vnd ge⸗ ſchicht / als er auffm Berge Lhabor nur einen Blick daruon hatte. Da werden wir vergeſſen alles Leid / vnnd vns nimmer widerumb indieſe M Welt Welt herein wuͤntſchen / Als wenig ſich ein Ge⸗ bornes Kindt von newen nach ſeiner Mutter Leib ſehnet. Da werden wir nicht allein GOTTerkennen wie er iſt / vnnd Ihn anſcha⸗ wen von Angeſicht zu Angeſicht“ Sondern auch die Heiligen ENGEL vnnd alle Selige Menſchen /Gleich wie die Apoſtel Moſen vnd Eliam kenneten / Ob ſie gleich derſelben keinen zuuor mit Augen beſchawet hatten. Denn auch Adam vor dem Fall ſo ſcharffſichtig war⸗ daß er ſagen kunte/ wie nahe jhm ſeine CVA verwandt war Als bald er Sie nur anbli⸗ ckete. Darumb haben wir vns ſolcher hohen Sinne / vnnd ſcharffem Verſtendtnis kuͤnfftig⸗ lich auch zu troſten Vnd ob wol Iſaacin dieſem Leben ſo tunckele Augen hat / das er ſei⸗ ne eigene Soͤhne nicht onterſchiedlich kennet⸗ Vnnd Jarob auch nicht ſiehet noch weis/ Daß Ephraim vnd Monaſſe Joſephs Kinder ſindt⸗ So ſollen doch dieſe Alte Fenſter widerumb ne ond klar werden / vnd GO ſelbs wird vns den Star ſtechen / daß wir heller ſehen koͤn⸗ nen denn kein Luchs · So iſt Ervn⸗ fers Angeſichts Huͤlffe vnnd onſer GOLT⸗ in dem ewigen Leben / daß wir von Ihm alle wer⸗ werden gelehret ſein / Vnnd die aller Freundlich⸗ ſten vnnd Heilſamſten Geſpreche mit einander haben werdẽ / vnd vber Gottes Geheimniſſen⸗ ons befragen / weil wir doch in dieſem Leben die Hochwichtige Weißheit der Artickeln vn⸗ ſerer CHRIſtlichen REligion / welche auch die Engel geluſtet an zuſchawen / nimmer gnung⸗ ſam verſtchen koͤnnen /Ja wir hoͤren kaum die Helffte von vnſers Himmliſchen Salomonis Kunſtond Rhat“ Aber es koͤmpt Zeit vnnd Stunde / da ſol aus dieſer Mraclatiua nolitia ein Jtuitiua werden / wenn GO TTvns nuſelbſt augenſcheinlich zugegen lehren/vnnd mit ſeines Geiſtes Liecht durchaus erfullen wird / das wir alles volltoͤmlich wiſſen vnd verßehen ſollen. D JS ſol vns nun nicht allein troſilich ſein in allein Creutz / Lruͤbſal⸗Jammer vund Elendt⸗Sondern auch ein hertzlich Begierde⸗ Sehnen vnd Verlangen in vns erwecken / das wir auch dermal eineß auffgeloͤſet werden vnnd zu CRIſto vnſers Hertzens Troſt vnd vnſer Thei komen mogen / Denn well den Ertzuater Jatob ſo ſehr verlanget/ das er ſeinen Joſiph nur bald wider ſehen vnd kuſſen moͤge⸗ Wie ſol⸗ te denn nicht viei mehr eines C MRiſigleubigen N3 Men⸗ Menſchen Hertz in jene Welt hinein ſtehen / da wir vnſere beſte Freunde / vnnd liebſte Vaͤter⸗ Mutter⸗Ehegemahl⸗ Kinder⸗ Bruͤder vnnd Schweſtern haben /Ja vnſern Hochverdienten Immanuel ſelbſt/ ſampt der gantzen GOTT⸗ heit/ welche die Brunguell des Lebens iſt. Darumb auch kein krefftiger Artzney ſein mag⸗ allerhand Vnruge/ Lrawrigkeit⸗ Melancho⸗ ley vnnd Sorge zu vertreiben / denn eben dieſe Lehr/ daß der E RR auff obangezogene weiſe vnſers Angeſichtes Huͤlffe/ vnnd vnſer GOttiſt⸗ Dardurch kan ein erleuchtetes See⸗ lichen / auch mitten in der groͤſten Angſt vnd Hertzleidt /Raſt vnd Ruge fuͤhlen / vnd ſich fein mit Geduldt zu frieden geben / vnd getroſt ſprechen: Wenn mich der H E R Rſchon toͤdten würde/ So wil ich doch auff Ihn hof⸗ fen⸗Wenn ich nur dich H ER Rhabe/ So fra⸗ ge ich nichts weder nach Himmel vnd Erden ⸗ Wenn mir gleich mein Leib vnnd Seel ver⸗ ſchmacht/ So biſtu dennoch GO TT allezeit meines Hertzens Troſt vnd mein Theil. Soͤlches⸗Gnedigſie Churfuͤrſtin vnnd Fraw “ werden Ew Churf. Gn in derſelben trawrigen Widtwenſtande⸗ Do nach einem ſeinem gnedigen Willen vnd Wolgefallen eine klegliche diuiſion gehalten / vnd trawrigen riſs gemacht / durch den Lodtlichen Abgang des weilandt Durchlauchtigſten“ Hochgebornen Fuͤrſten vnd Herrn/ Herrn CHAISTLANI, Hertzogen zu Sachſen / des Heiligen Roͤmi⸗ ſchen Reichs Ertzmarſchalln/vnd G hurfuͤrften⸗ Landtgraffen in Duͤringen“ vnd Marggraſf⸗ fen zu Meiſſen / ete. Ew. Churf. Gn. geliebten Herrn vnd Gemahls“ Chriſtſeliger Gedecht⸗ nis / ſich gnedigſt erinnern/ vnnd gewiſslich gleuben / daß GO TTauch Ew. Fuͤrſt Gn An⸗ geſichts Huͤlffe vnd Ewer Gnaden GOTT iſi⸗In maſſen Eiw Fuͤrſt Gn neben angezeig⸗ ten dreyfachen Lroſt/ Ihr auch dieſes troſili⸗ chen zu Gemuͤte fuͤhren / daß vnſer lieber SOtt ein Vater iſt aller Widtwen vnd Weiſen / der auch in vorzeiten die Heiligen Matronen / Ju⸗ duh⸗Hannam / vnd Tabeam/ als ſie auch in jhrer Einſamkeit / wie eine Turteltaube “ gir⸗ reten vnnd ſeufftzeten / krefftiglich geſtercket⸗ vnd mit Liecht vnd Leben erfullet. Derwegen Er bey Ew. Churſ. Gn· ſolche ſeine alte Gnadenweiſe / auch jetzt nachmaln pratticiern wird / vnd es durch den Geiſt ſeines N iij Mun⸗ Mundes ſchaffen vnd wircken / daß ECw. Ghurſ. G. dennoch vnter Ihrer von GOe auffge⸗ legeten Laſt / widerumb Kindtlich ſagen mü⸗ gen/ Das ißt mein ZROSẽ in meinem Elen⸗ de⸗Denn dein Wort HERR erquicket mich⸗ Pſalm 119. Iſt nun Ew Churf Gn jhr raiter Herr vnd Ehegemahl hie entworden / Vnnd ſie ſitzet in einſamer Widtwenſorge⸗ So hat vnnd hoͤret ſie dennoch des Sohnes G OTES vröſtliche Stimme / daß Er ſaget: DVſoſt nicht die Verlaſſene heiſſen / Eſai. 2. Vnnd dieſer Edler H E RRvnd MANNhat ſich mit Ew. Churf. Gu. vnnd ſeiner Gautzen Kirchen verlobet vnd vertrawet / in Gerrchtig⸗ keit vnd Gerichte/in Gnade vnd Barmhertzig⸗ keit / ja in Glauben / den Er ewiglich helt⸗Pſal⸗ 146. Oſe. am 2. Capittel Sind auch die jungen Churfürſtlichen Landes Pflaͤntzlein nun Vaterloſe Waiſelein worden/Wolan ſo iſt noch der Pater Sterni⸗ rati borhanden / der ſie behuͤten wil / wie einen Augapffel in ſeinem Ange / vnnd Sie ſegenen⸗ als einen Samen des Gerechten / Wo n au⸗ Glauben vnd gut Gewiſſen beivahren / vnd ſich von der argen Welt vnbefleckt behalten. Dar⸗ umb koͤnnen h. mit Dauid ſingen vnd ſagen: Vnſer Vater hatvns verlaſſen / Aber du HErr haſt vns auffgenommen / Pſalm.⁊7. Vnd weil Ew. Churf Gn die Predigt⸗ welche ich zu Dreßden im Schloß „kurtz vor der Begengnis fur Ew. Churf Gn · vnnd vielen Hohen Heuptern / in Groſſer Verſamlung ge⸗ than / gnedigſt angehoret / Auch begeret wor⸗ deu/ſolche in Druckzu verfertigen“ Als habe ich dieſelbige Ei. Churf Gn. vnterthenigſi de⸗ dicieren/ vnd in derſelben Churfurſtlichen Na⸗ men verfertigen laſſen / der Vnterthenigſien Zu⸗ uerſicht / Eiv. Churf. Gn. werden ſolches in Gnaden vermercken / Vnnd meine Gnedigſte Churfürſtin ſein vnd bleiben. Das vmb Eiw. Churf Gn derſelben Geliebten Jungen Herr⸗ ſchafft vnd Frewlein/ auch gantzem Hochloͤb⸗ üchen Chur vnnd Furſtlichen Hauſe Sach⸗ ſen vnd Brandenburgk / an Langwlriger vnnd Gluͤckſeliger Regierung / Leibes vnd der Ser⸗ len zeitlicher vnd/ewiger Wolfart zu erbitten⸗ bin ich ſo wolwillig als ſchuͤldig, Datum Hall jn Sachſen / den 29. Otctobris / An welchemE. Churf. X gburf Gn. geliebter Herr vnd Gemahl/ Chur⸗ ürſt Chriſtian/Chriſtmildeſter Gedechtnis/ do ers erlebet/das ein vnnd dreiſsigſte Jahr ſeines 1591 E. Churf. G. Vnterthenigſier Simon Gediccus der Heiligen Schrifft Li⸗ tentiat / vnnd Fuͤrſili⸗ cher Magdeburgiſcher 5 — —— — — — —— —— e— — — oſſprediger daſelb. 5 Das Beilige Ewangelium welchs manheute / Als am Ein vnnd zwantigſten Sontag nach dem Feſt der Heili⸗ gen Dreyfaltigkeit /in der Chriſtlichen Kirchen pflegt zuerkleren⸗Beſchreibet vns der Heilige Euangeliſt vnd Apoſtel Johannes am 4. Capitel / vnd lauten die Wort auffonſer Teutſch alſo: VDes war ein e ( Koͤnigiſcher / Des Sohn S lag Kranck zu Caperna⸗ — um. Dieſer hoͤret / das Feſus kam aus Judea in Galtleam / vnd gieng hin zu Ihm vnnd bat Ihn / das er hinab keme / Vnnd huͤlffe ſeinem Sohn / denn er war todt kranck. Vnd Jeſus ſprach zuſhm: Wenn ſhrnicht Zeichen vnnd Wunder ſehet / ſo gleu⸗ bet jr nicht. Der Konigiſche ſprach zu hm:He R Rkomm hinab / ehe denn B mein mein Kind ſtirbet. Zeſus ſpricht zu jhm: Gehe hin dein Sohnlebet. Der Menſch gleubet dem Worte das FE⸗ ſus zuyhm ſaget / vndgienghin. Vnd in dem er hinab gieng / begegnetenhm ſeine Knechte / verkuͤndigten hm vnnd ſprachen: Dein Kindlebet. Da for⸗ ſchet er von jhnen die Stunde / inwel⸗ cher es beſſer mit hm worden war. Vnd ſieſprachenzu jhm / Geſtern vmb die ſiebende Stunde verließ jhn das Fieber. Da mercket der Vater / daß vmb die ſiunde were / in welcher JEſus zu jhm geſagt hatte / Dein Sohnllebet. VNDeer gleubet mit ſeinem ganten Hauſe. Das iſt nu das ander Zeichen / das Jeſus thet / da er aus Judea in Ga lieam kam. Aus Auslegung. Eliebte vnd Außerwehlte in dem HeRRR Chriſto / Es ſaget gar ſchoͤn der Heilige Königliche Prophet Dauid Pf.Hoffet auffden HErrn all⸗ . ʒeit Lieben Leute / Schůttet ewer pſalma. Hertz fuͤr jhm aus⸗GOtt iſt vnſer Zuuerſicht / Sela Aber Menſchen ſind doch ja nichts/ Groſſe Leute feihlen auch⸗ ſie wegen we⸗ niger denn nichts / ſo viel jhr iſi. Mit welchen „ ⸗ Worten vns Dauid fuͤrnemlich zweyerley erinnert / Erſt⸗ lich des Glaubens an Gott den Allmechtigen / dz wir vns in Geiſtlichen vnd Leiblichen Noͤten / auch do ſichs wider alle Vernunfft leſt anſehen auff den HE Rrn verlaſſen ſollen. Denn der Glaube iſt eine gewiſſe zuuerſicht / des / das man hoffet / vnd nicht zweifelt an dem / das man nicht ſihet. Vnd ob gleich bißweilen ſchwachheit vnterleufft / ſo wil doch der leutſelige Heiland das glimmende Taͤchtlein nicht aus leſchen / noch das zuſtoſſen Rohr vollend gar zer knirſchn. Darnach fuͤhret er vns auch zu gemuͤte die nichtig⸗ keit aller Menſchen / Cazaf beneiiſch mendaciũ præſtan- tis viri, Groſſe Leute feihlen auch / wenn man ſie auff die Goldwage leget / ſo wegen ſie drey Loth weniger denn nichts. Wer ſich auff Menſchen verleſt der feihlet / wie roß ſie auch ſind / ſo iſts doch nichts mit jhnen / vnd muß feihlen. Pſalm. 39. Wie gar nichts ſind alle Menſchen / die doch ſicher leben / Sela. Sie gehen daher / wie ein ſchemen / vnd machen jhnen viel vergeblicher vnruhe/ Sie Bij ſamlen Applicatio ſamlen vnd wiſſen nicht / wer es kriegen wird. Pſal. )46. Verlaſſet euch nicht auff Fůrſten / ſie ſind Menſchen / die koͤnnen ja nicht helffen. Denn deß Menſchen Geiſt mus dauon / vnd er muß wider zu Erden werden / als denn ſind verlohren alle ſeine anſchlege. Wol dem des huͤlffd Gott Jacob iſt / des hoffnung auff dem HxRRM ſeinem Gott ſtehet/ der Himmel / Erden / Meer / vnd alles was darin⸗ nen iſt / gemacht hat / der Glauben helt ewiglich. ri Sun, Deſſen haben wir nun im heutigen jetzt vorgeleſenen ma dieſes Euange⸗ 14, uangelio ein mercklich Exempel am Koͤnigiſchen vnnd ſeinem Son. Denn vb wol dieſer Regulus anfenglich ei⸗ nen ſchwachen Glauben gehabt / wie aus ſeiner Bitte zu⸗ ſehen / ſo hat er doch ſein Hertz fur dem. HERRo Chriſto ausgeſchuttet / vnd nicht ehe von jhm ablaſſen wollen /biß das er gnedige erhoͤrung erlangt. Vnd wiewol jhm der HErr erſt eine harte antwort gegeben / ſo hat er jhin doch endlich mit Gnaden geholffen / vnd ſeinen Febrieitanten vnd krancken Son / welcher auch in ſeinen jungen Jaren ein Spiegel iſt des elends vnd jammers / der eitelkeit vnd nichtigkeit Menſchlichs Geſchlechts / wider zur geſund⸗ heit bracht. Lernen demnach Summaweis bey dieſem Euangelio. ). Das weltliche Hoheit nichts helffè wider Suͤnde vnd Todt. Denn dieſer Mann iſt vnd heiſſet Banhmes / weil er etwa von den Herodianern einer mag geweſen ſein /wel che wie Joſephus ſchreibet / Herodemfuͤr den MESSIA hielten oder iſt ſonſt in Herodis dienſt vnd beſtallung / vnd hat viel zuuerwaltẽè vnd zu genieſſen / aber alleſeinepracht vnd macht wird jhm hie zu waſſer / vnd ein einiges Feber⸗ lein/ daran ſein Son ſo danider ligt/bringts jm ſo nah / dz er fuͤr angſt nit weiß wo aus oder ein / vnd weil er weð am Koniglichen hoff / noch in ſeinen eigenen vier pfelen / vn vnd that finden kan / ſo laufft er zu Chriſto / vnnd verleſſet ſich allein auffjhn. ¶ Das heiſſet wie Dauid ſagt / Mein Vater vnd meine Mutter (alle menſchliche Mittel )ver⸗ laſſen mich / aber der HErr nimpt mich auff / Pſalm. 27. Derwegen ſollen wir alle ala Kerodt / alle weltliche macht vnd pracht aus den Augen ſetzen/ vnd Ehriſto alleine an⸗ hangen. Pſalm. ⁊0. Jene verlaſſen ſich auff Wagen vnd Roß / wir aber dencken an den Namen deß H E RRE N vnſers Gottes. Sie ſind nieder geſturtzt vnd gefallenwir aber ſtehen auffgericht. Hilff Err / der Koͤnig erhoͤr vns wenn wir ruffen. 2. Daß vnſer lieber HERR vnnd Heiland JEſus Chriſtus mit ſeinem Wort einen Allmechtigẽ nachdruck habe. Denn ſo bald er hie ſpricht / Dein Son lebt / vñ Lu. 7. Juͤngling ich ſage dir ſtehe auff / vnd Johan. . Laxare venra, als bald muß es geſchehen / Eben das iſts / das Dauid ſagt Pſalm. 33. So er ſpricht / ſo geſchichts / ſo er gebeut / ſo ſtehets da. Was nur Chriſto durch den Mund gehet / das iſt flugs ja vnd Amen / 2. Corinth. ) Daher ſpricht Petrus Johan.s. HErr wo ſollen wir hingehen du haſt Wort des ewigenLebens / vnd wir haben gegleubt vnd erkand / daß du biſt Chriſtus der Sohn des Lebendi⸗ gen Gottes. Es gehoͤrt aber diß herrliche Euangelion in vnſerm wobin heiligen Catechiſmo / erſtlich / in den Chriſtlichen Glau⸗ ben dieweil diefer Menſch dem Wort gegleubet / welches Euangel Jeſus zu jhm geſagt hat. Darnach in die vierde Bitte des um gehoͤ⸗ heiligen Vater vnſers / weil dieſer Vater vmb geſunden ke Teib ſeines Sohns bittet vnd anhelt. Drumb ſollen auch wir heute vnſere Herten zu Gott erheben / vnd nach anleitung dieſes Euangelij alſo beten: B ij HErr Vebet HErr Jeſu Chriſte Gottes vnd Marien Sohn / der du den ſchwachen Glauben des Königiſchen / dazu auch ſei⸗ nem Sohn am Leib vnd Seelen geholffen haſt. Ich bitte dich durch deine groſſe Barmhertigkeit / Du wolleſt ein fuͤncklein wares Glaubens in meinem Hertzen anzůnden/ daſſelbige durch deinen heiligen Seiſt auffblaſen vndgroͤß ſer machen / auff daß ich dich warhafftig erkenne / vnd nit allein letbliche Huͤlffe / ſondern auch Geiſtliche Gabe von dir bitte vnd erlange / damit ich alſo im Glauben von tage zu tage wachſe vnd zuneme / nebẽ beweiſung allerley Glau bensfruchten / auff das durch mein Bekendtnis vnd gute Werck mein gantzes Hauß vnd andere piel Leute bekchret vnd gebeſſert werden / vnd wir das ende vnſers Glaubens davon bringen / nemlich der Seelen Heil vnd Seligkeit / vmb deines bittern Leidens / Sterbens. vnd froͤlicher Auff willen / Amen. Das ſol alſo vnſere Chriſtliche andacht / ſeufftzen vnd Gebet ſein im eingang beim heutigen Euangelio. Nu wollen wir zur Heuptlehr ſchreiten / vnd weil fuͤr⸗ nemlich dreyer Perſonen hie gedacht wird / des Koͤnigi⸗ ſchen Sons / Des HErrn Chriſti / vnd des Königiſchen ſelbſten / ſo wollen wir dieſe drey Půnctlein handeln, Abteilung. Von des Koͤnigiſchen Febricitanten kran⸗ cken Sohn. 5 Vom HErrn Fhriſto dem rechten Meiſter zu helffen. „Bon 111. Bon dem Koͤnigiſchen als des krancken Kin⸗ des Vater. Daruon ſol auff dis mal kurtzer vn⸗ terricht geſchehen / der Allmechtige guͤtige Gott vnd Vater vnſers HErrn Jeſu Chriſti / on wel⸗ ches Gnade wir nichts vermoͤgen / verleihe vns ſeinen heiligen Geiſt darzu / AMER VomErſten Stuͤck. Nd zum Erſien / was nu belanget des Koͤ⸗ nigiſchen Sohn / ſo am Fieber kranck gelegen / ſo ha ben wir an demſelben einen Spiegel des elenden zu⸗ ſtandes Menſchlichen Lebens / das wir allerley kranckheit vnd plagen / auch endlich dem Tode / vnſerer Suͤnden hal⸗ ben / můſſen vnterworffen ſein. Denn obs gleich die böſe Welt nicht gleubet / das der Eifferige Gott ſo hefftig wid vnd vber alles Gottlos weſen zuͤrnet / ſo wil ers doch von ſeinen lieben / getrewenReichsgenoſſen erkand vnd bekand haben / vnd nu auch in jhnen noch viel hindſtelliger fleiſch⸗ licher ſicherheit iſt / dauon die Suͤnde / wie auffeinem Pol⸗ ſter / anhebt im Hertzen zu ſchlummern / dz man dieſelbe ge⸗ ring ſchetzig gnůg achtet / oder ſetzets mit Saul vn d Achab alles mit einander auffs leugnẽ vnd kleiſtern / ja man darff ſich noch wol darzu mit ſeiner vielfaltigen Boßheit vnnd geilheit weidlich kitzeln / wie die zu Sodoma vnd Gomor⸗ ra / welchs freilich die lenge in den Him̃el hinein ſteigt vnd ſchreiet / vnd allerhand Rache Straff mit hauffen Reiffen vnd Regen machet / als muß demnach vnſer getrewer Ba ter ſolcher Schlaffſucht gnediglich vorbeugen / vnd vnſer vnerkendte lauſchende Suͤnde nicht alleine durch ſeines Geſetzes Geſetzes Donner vnd Blitz / ſondern darneben auch mit der peitzſchen des zeitlichen Creutzes nur dapffer auffmun dern / vnd alſo dem alten Adam ſeine jnwohnende vnd be gangene Seuchen vnd Miſſethat vorhalten vñ vnter Au gen ſtellen / damit ſich die jungen neben den Alten eins ſo wol als dz ander / fuͤr ſeinem Wort vnd Gericht fuͤrchte. Denn wir ligen alle am Fieber kranck / nicht allein die. Hei den vnd jre Kinder / ſondern auch die from̃en Chriſten mit ber todt jren Kindern /gleich wie des Koͤnigiſchen Son vnd Petri kranck. Schwieger febricitanten geweſen: Alſo ſein nicht allein die ſo auſſer der Kirchen ſein / oder aber die ſo in der Kir⸗ chen als Heuchler vnd falſche Chriſten befunden werden / Suͤnder / ſondern wir haben alle das Fieber vnd mangeln der ſchoͤnheit oder des ruhms / ſo wir fͤr Gott haben ſol⸗ ten. Es gibt wol Caluinus fur / die Kind dergleubigen ſein hereditario iure ⁊ matrů uteroin Krafft der Erbgerechtigkeit / *40 c die von Mutter Leibe an / Kinder GBttes /darumb das ſie Rinder ð von heiligen Eltern geboren. Aber Sanct Johannes wleubige ſagt nein darzu / Die Kinder GDttes werden nicht von dem Gebluͤt / oder Willen jrer Eltern / ſondern von Gott yſangẽ vñ geboren cap /). Denn der Gleubigen Eltern Kinoer ſind gevoren· auch in Suͤnden empfangen vnd geboren / vnnd demnach Kinder des Zorns / ſo wol als die andern / Pſalm. ;). Jo⸗ han. 3. Epheſ. 2. Wie ſie aber von Gott geboren werden lehret Chriſtus Johan. 3. Wie auch Paulus Tit. 3. do ngezeigt wird / dz die heilige Tauffe ſey dz Bad vnd mit⸗ tel des heiligen Geiſtes / dardurch wir geboren / vnd alſo gebort. Kinder Gottes werden. Hiervon iſt der ſpruch des Vhr⸗ alten Lehrers reriulliani zu mercken in apologetico capite 17. Hi⸗ unt non naſcuntur Chrictiani Die Chriſten werden nicht geboren / ſondern ſie werden erſt nach der Geburt Chri⸗ ſten / Nemlich / Wenn ſie inder Heiligen Tauffe dem HErrn lib. 4. Inſt cap 16 Sect HErrnChriſto einuorleibt / vñ in die Gemein der Chriſt lichen Kirchen auff vnd angenommen werden]. Cor. )2. Gal. 3. Solch Geheimnis nu vorzubilden / vnd der Kir⸗ chen Gottes gleich fur die Augen zu ſtellen / haben die heili gen alten Lehrer / bald nach der Apoſtel zeit nu in die vier⸗ tzehen hundert jahr nacheinander / bey dem hochwirdigen Lxoreiſus Sacrament der Tauffden Exorciſmum gebraucht tan- quam publicã confeſsionem de atrocitate peccatiOrigi- nalis ꝙ omnes non renati in poteſtate Sathanæ ſint;& de vi & efficacia Baptiſmi, per quem ex hac triſti ſervitute Diaboli liberamur, & reddimur Templa ac Domicilia Spirit? ſansti als ein ðffentlich Bekendtnis ). von den grewlicken Erbſchad der ſuͤnde / das alle vnwidergeborne vnker der gewalt des Sathans ſind / von welcher wir das boſe gifftige peſtilentziſche Fieber / an dem wir alle von na⸗ tur kranck liegẽ / bekom̃en / alſo das dz gantzHeupt kranck das gantze Hertz matt / vnd von der Fuſſolen biß auff die Scheitel nichts geſunds an vns iſt/ Eſa.). ca. 2. von der Krafft vnd Wirckung der herligen Tauffe / durch welche wir im Namen vnd auff das verdienſt C. Hriſti / aus der trawrigen dienſtbarkeit des Teuffels erloͤſet/ zu Tempel vnd wohnung des heiligen Geiſtes / vnd zu Erben des ewi gen Lebens vnd der ewigen Seligkeit werden. Solche vr alte Ceremoni iſt mit nichten Abgoͤttiſch / Papiſtiſch oder Zeuberiſch / viel weniger ein Mißbrauch oderLeſterũg des Namens Gottes / wie die Caluiniſten in dieſem Lande/ aus ſolchem vngrunde beneben dem nichtigen fuͤrgebenn der Kinder Heiligkeit / ſo von gleubigen Eltern geboren / den Eroreiſinum ohn alle noth vnd vrſach mit groſſemer⸗ gernis vnd betruͤbnis abgeſchaffet: Sondern helt in ſich nůtzliche erinnerũg der Erbſünd vnd nutzbarkeit der hei⸗ ligen Ta iffe / mit welcher erklerung C hriſtliche Herzen C nicht nit vnbillich zu frieden ſein / vnd die trawrige Kirche mir vnnoͤtigen Gezenck vnd ergerlichen Newerungen vnnd 11 Verfolgungen nicht mehr betruben. Rurtzhei Darnach ſollen wir auch bey dieſem Febricitanten be vnd weg⸗ hertzigen /die vñwegfluͤchtigkeit vnſers Lebens. nůchtigk. Deñ gleich wie deß Konigiſchen Son am Ficber in ſeiner bluͤenden Jugend todtkranck ligt / alſo / daß man ſich alle ſtund vnd augenblick ſeines abſchieds verſehen muß / wie der Vater fagt / HErr kom/ehe denn mein Kindt ſtirbet: dern wie wir der Natur nach / alle gleiche Bruͤder vnnd Schweſtern ſein / ſo můſſen wir auch alle gleiche Kappen 1 vmb aller Menſchen leben / von Mutter leibe an / biß ſie in 13 die Erde begraben werden / die vnſer aller Mutter iſt / da 1 iſt jmmer ſorge /furcht / hoffnung / vnd zu letzt der todt / ſo wol bey dem ſo in hohen Ehren ſitzt / als bey dem gering⸗ ſten auff Erden / ſo wol bey dem der ſeiden vñ Kron tregt / als bey dem / der einen groben Kitiel an hat / daß es recht heiſt / mors ſceptra ligonibus æquat, & æquo pede pulſat pauperum tabernas Regumq; turres, d Tod zeucht fuͤr niemand das huͤtlein ab / er ſchonet keines Menſchen / er ſey hohes oder nidriges ſtandes. Dem reichen hülfft doch mit 11 ſein Gut / dem Jungen nit ſein ſtoltzer muth / er muß aus dieſem Meyen / Wenn einer hette die gantze Welt / Silber vnd Goldt vnd alles Geldt / noch muß er an den Reygen. Der Exempel finden wir durchaus nit an Gottloſen al⸗ ieine / ſondern auch an den frommen / wie an David / Eze⸗ chia / Hißkia vnnd vnzehlicher mehr / ſonderlich in dieſem letzten alter der Welt / da wir mit ſchmertzen erfahren / daß die drewung Gottes vber vns ergehet / Eſa. 3. Cap. Sihe der HEr: / HR Zebaoth wird hinweg nemen ſtar N 1 Alſo iſt niemand vnter vns fur dem Tode befreyet / ſon⸗ tragen / wie Syr. ſagt am 40. Es iſt ein jemmerlich ding vnnd Kriegsleute / Richtet / Propheten / Warſager vund Eilteſten / Heuptleute vber funfftig / vnd Ehrliche Leute/ Rathe / vnd weiſe Werckleute / vnd kluge Redener. Vnd wil jnen Jůnglinge zu Fuͤrſten geben / vnd Kindiſche ſol⸗ len vber ſie herꝛſchen. Dz dieſe Gottliche drewung auch zu dieſen vnſern zei⸗ S ten war worden / bezeugen leider die Exempel/ vnd die je⸗ viel ferc tzige Erfahrung. Denn daß wir nur etliche fuͤrneme / ho hober hen he Heupter erzehlen / ſoiſt deß weiland Durchleuchtig⸗ pter· ſten / hochgebornen Fuͤrſten vñ Herꝛen/Herꝛn Chriſtiani Hertzogen zu Sachſen / deß heiligen Roͤmiſchen Reichs Ert Marſchall vnd Churfurſten / Landgraffen in Thů⸗ ringen / vnd Marggraffen zu Meiſſen / ?c. Chriſtſeliger . chri⸗ gedechtnis / Her: Grosvater / von der Mutter her / Chri- ſtien Koön. itianus Koͤnig in Dennemarck / von dieſer Welt abge⸗ in Denne⸗ fodert / Anno Chriſti /) ; 9. am Newen Jahrstag. An⸗ no 7). den 2. Januarij / ſt ſeliglich in Chriſto eingeſchlaf fen / oachimus II. Marggraff zu Brandenburg / deß heiꝛ Joach. ligen Roͤmiſchen Reichs Ertzkammerer vnd Churfuͤrſt/ Branden dem ſein Herr Bruder / Marggraff lohannes zu Cu⸗. Johan. rin / eilff Tage / nemlich den )3. Januar. deſſelben Jars Meragr. Hernach gefolget / als er jhm kurtz zuvor geſchrieben / daß er den dreyzehenden Tag deß Jenners eigner Perſon zu jm kommen / vnd von vielen wichtigen ſachen ſich mit jhm vnterreden wolte. Anno 72. iſt mit Tode abgangen Sigiſmumdus AuguſtusKonig in Polen. Anno 76. am 4. Sigtf⸗ Tage Maximiliani iſt in Gott verſchieden der Romiſche vgſ Keiſer Maximilianus 1I. Anno 85. den ). Detobris / nrhe. iſt im HxRRR verſchieden Anna, die Churfürſtin zu ? KRet. Sachſen / deß jetzt in Gott ruhenden Churfuͤrſten Fraw Mutter. Anno 86. den )). Feb. ſeiner Churfuͤrſtlichen Sachfen. Snaden Herr Vater / der lobliche Churfuͤrſt / XVG VW7 2ug C⸗ 3 68 5FVS Sichh Si STVS. Anno 8 8. am Gruͤnen Donnerſtag / ſſt mit to⸗ „Rönig de verblichen der mechtige Konig in Deunemarck FR I⸗ in Denne⸗ DERKlCVS SECVNDVS/welchem anno 89. den marckt. 3. MaiIVLEIVS Hertzog zu Braunſchweig gefolgt. Juluser Geſtern fruͤh vmb 2. Vhr ſinds vier wochen geweſen / da Sog zu hochſtgedachter CHRLIS TIANVS Hertzog vnnd ei⸗ Churfurſt zu Sachſen Chriſtmilder gedechtnis in ſeinen .“ jungen Jaren ſintemal er noch nit ein vnd dreiſsig Jahr Chriſttan völlig erreicht(denn den 29. des Weinmonats / do ers er⸗ Sohn lebet / hette er erſt das Par ſenes alters erfuͤllet( wie der zu Sach⸗ Grosmechtige Koͤnig Alexander Magnus faum vber ſen. 3o. Jarkommen / dieſe Welt geſegnet hat. So gar ver⸗ genglich iſt vnſer geſtalt / ſo kurtz vnnd wegfluͤchtig vnſer Teben / das recht Dauid ſagt ). Chron. 30. Vnſer Leben auff Erden iſt wie ein ſchatten/ vnnd iſt keinauffhaltem vo ee Moſes im 9o. Pſalm / vergleichets )·einem Tage. Tau⸗ heitonſers ſendt jar ſind fuͤr dem HERN wie ein Tag. Eebeus. Die Welt ſol 6ooo. Jar ſtehen / doch ſol etwas von dieſer zeit vmb der Außerwehlten willen verkuͤrtzt werden vnd darauff folgen der ewige Sabbath. Dieſe ſechs tau⸗ ſend Jar ſeind wie ſechs tage fur der Rechentafel Gottes Die erſten 20o0. ſind fůruͤber als ⁊. tag Montag vnnd Dinſtag: Die andern 2000. ſind auch fuͤruͤber als Mit⸗ woch vnd dritten 2. tauſent Jahr ſind nu faſt zum ende. Denn der Freytag iſt hinweg / der Soñ abendt vper die helffte / vnd wir ſingen jetz Veſper / ſinte⸗ mal numehr) ] jar fuͤruber ſind / vnd wir warten alle ſtund vnd augenblick / des froͤlichen Sontagsoder Bſter⸗ tags / do wir aller trawrigkeit vnd elendes werden benomẽ vnd mit ewiger frewd vnd herrligkeit ergetzt werdẽ. ⁊. Ei ner Nacht wache: Gleich wie man in Kriegs leufften etli⸗ che Wechter auffuͤhret / etliche abfuͤhret / vnd muß ein er einer in des andern Fuſtapffen treten / Alſo iſt eine ſtete ſuceeſsion der ſterbenden / vnd derer die geboren werden / biß dz ende der Welt.3. Einem Strom. Du leſſeſt ſie da⸗ hin fahren wie ein Strom̃ / der gehet bald dahin / ein Platz regen / vngewitter verſcheuſt bald / alſo hats eine gelegen⸗ heit mit vns Menſchen / naſcentes morimur finisqʒ ab o⸗ rigine pendet. 4.einẽ Schlaff. DerSchlaff vergeht/da⸗ von wache man wider auff/ Somnium umbræ ſumꝰ Wir ſeind ein traum eines ſchattens / ſagt Pindarus. ᷓ. einem Graß. Gleich wie ein Graß / das doch balde welck wird / das da fruͤh blůhet / vnd deß Abens abgehawen wird vnd verdorret. Pſal. )o3. Ein Menſch iſt in ſeinem Leben wie Graß / er bluͤhet wie eine Blum auff dem Felde / wenn der Wind daruͤber gehet / ſo iſt ſie nimmer da / vnd jhre ſtedte kennet ſie nicht mehr. 6 einem geſchwetz. Wir bringen vnſerejar zu wie ein geſchwetz / wie ein fabel / wie ein Spiel wie eine Comedi offt auch wie eine Trage di. 7. Einer Flucht. Es fehrt ſchnell dahin / als floͤgen wir davon. Bñ iſt wol zugleuben / das wo die weltlenger ſtehen ſol/ wenn ein Menſch forthin ʒo. oder 0. jar wird erreicht habẽ / ſo wird mans fur ein gros vñ hoch alter rechnẽ / vrſach/ Gott eilet mit den Chriſigleubigen / vnd bringet ſie zur Ruhe / wie geſchrieben ſtehet/ Sap. 4. Der Gerechte ob er gleich zu zeitlich ſtirbt / iſt er doch in der ruhe( Denn dz al⸗ ter iſt ehrlich / nicht das lang lebet / vder viel jar hat / klug heit vnter den Menſchen / das iſt ware Erkentnis Chri⸗ ſti/iſt das recht Grawe Haar / vnd ein vnbefleckt leben iſt das recht Alter) Denn er gefelt Gott wol / vnd iſt jm lieb vnd wird weggenom̃en aus demlebenvnterden Suͤndern vnd wird hingeruͤckt / das die boßheit ſeinen verſtand nicht vertere noch falſche Lehre nit ſeine Seel betriege. Denn die boͤſen exẽpel verfuͤhrn vnd verdben eim dz gůt / vnd die Ciij reiten⸗ reitzende luſt verkehret vnſchuldige hertzen. Die Gottlo⸗ ſen aber vnd vngleubigẽ reiſſet Gott durch den todt hin⸗ weg / damit ſie jr Leben nicht zur Helfft bringen / Pſa. Fy. vnd 6 4. Gott wird ſie ploͤtzlich ſchieſſen / dz jnẽ weh thun wird / vnd alle Menſchen die es ſehen / werden ſagen / dz hat Gott gethan / vñ mercken / dz es ſein werck ſey. Derwegen weil dem alſo / ſollen wir ja nit ſicher werden/ noch in vn⸗ buß fertigkeit dahin lebẽ / ſondern vns in d Gnadenzeit zu Gott bekehren an Chriſtum gleuben / vnd ein newes Got⸗ ſeligs leben fuͤhren / vnd vns jm̃er gefaſt machen zum ſeli⸗ gen ſterbſtuͤndlein / ſonderlich wenn wir fuͤr Augen ſehen / Churfuͤrſt vnd mit vnſern Bhren hoͤren / dz dieſer heut /geſtern jener uich brc geſtorben / wenn wir heute nach Mittag vmb )ꝛ. vhr zur . Leich gehn / vnd den ſeligen Churfurſten auſſm Schloß in 34.251 26. Octobris Ain9 1791. die Creutzkirch / vnd von dannen Morgen / geliebts Gott / gen Freyberg in ſein Schlaffkemmerlein dz letzt geleit ge⸗ ben / ſollen wir vns zu gemuͤth ziehen vnſer aller vergeng⸗ ligkeit vnd ſterbligkeit / das wir im Tode vnd durch den Todt alle gleich werden (denn das iſt Leiche vnd gleiche) vnd wie wir in einer Proceſsion hoͤchſtgemeltẽ Churfuͤr⸗ ſten SCHRKIS TIA N O Chriſtſeligergedechtnis in der ordnung nach einander werdẽfolgen: vnd nach dem Grab gehen: Alſo iſt in warheit vnſer leben nicht anders als ei ne Proceſsion zum Tode / do wir alle die reihe halten / das es heiſt /Heute mir / Morgen dir / Mitten wir im Leben ſind / mit dem todt vmbfangen / Nu laſſen wir jn hie ſchlaf fen / vnd gehen all heim vnſer Straſſen / ſchicken vns auch mit allem fleiß / denn der Todt koͤmpt vns gleicher weiß. Das ſey kuͤrtzlich geſagt vom erſten theil / nemlich von des Koͤnigiſchen Sohn / der am Fieber todt kranck gelegen. Vom — — — — „—.— —— — — — — c „ — Vom Andern Stucke. 8 Je andere/ vnd zwar die fuͤrnembſte Per⸗s he⸗ ſon iſt vnſer lieber HErꝛ vñ Heiland Jeſus Chri⸗ ſii vñ ſer⸗ ð ſto/Gottes vnd Marien Sohn / ſo hie vom Koni⸗ mil giſchen angeſchrien vnd gebeten wird / dz er von Caperna⸗ er um hinab gen Cana kom̃en / vñ ſeinem kranckẽ ſohn helffen wolle. Denn der Glaub ſihet Jeſum Chriſtum an / wie die Kirche ſinget / der hat gnug fuͤr vns alle gethan / er iſt der Mitler worden / ohn welchen wir keinen Gott haben / wie Johan. in ſeiner 2. Epiſtel ſagt / viel weniger koͤnnen oder ſollen wir bey den Engeln odd ſeligen Menſchen im Him⸗ mel/oder aber auch beim helliſchen Belial leibs vnd ſeelen huͤlffe finden. Es erzeigt ſich aber der HEr: Chriſtus an⸗ fangs allhier etwas hart / in dem er ſagt: Wenn jhr nicht Zeichen vnd Wunder ſehet / ſo gleubt jhr nicht. Drey Exempel finden wir in der Euangeliſchen Hi⸗ Dreperley ſtoria deß Newen Teſtaments /darinnen ſich der HErt Chriſtus / der doch ſonſt der aller holdſeligſte iſt / vnter allẽ ſiuun Ne⸗ Menſchen Kindern / eben hart vñ ernſtlich gegen den ſeinẽ Teſtam. ſo zu jhm zuflucht gehabt / erkleret / als erſtlich / Matth.)j. Da er dem Cananeiſchen Weiblein im anfang gar keine / nachmals jhr vnd den Jungern eine abſchlegige Antwort gibt /letzlich ſie fuͤr eine Huͤndin ſchelten thut. Das ander iſt Johan.2. Da er ſeiner lieben Murter / die jm den Mangel deß weins / auff d Cananeiſchen. Hoch⸗ zeit klaget/ diß zur Antwort gibt / Weib / was hab ich mit dir zu ſchaffen / meine ſtunde iſi noch nicht kommen. Das dritte iſt nun allhier dieſes / da der leutſelige Hei⸗ land den Koͤnigiſchen eben hart anfehret. Aber diß iſt deß rechten Glaubens Art / daß er deß HRRoN Beſtendig⸗ lich in gedult hartet / wenn die zeitliche hůlffe vnd rettung auffge⸗ 1 1 auffgeſchoben wird vnd Chriſt ſich gleich ſtellet/als wl te er ſeine Gnad vnd wolthat ſtracks von vns abwenden. wievns Dieweil aber der HxRRhie der Zeichen vnd Wun⸗ worumb der erwehnet fragt ſichs nit vnbillich / ob man die ſelbige Fchende von Gott bitten vnd begeren ſolle. Denn auch Zachari⸗ ve vnn as Luc. ). drumbgeſtrafft wird / das er viertzig gantzer wo geſchehen chen Stumm ſein muß / dieweil er ein Zeichen vom Engel begchret. Darauff iſt zu antworten / daß man ſehen muß auff die vrſachen/ ſo fleiſoig zu vnterſcheiden / vmb wel⸗ cher willen manʒeichen vnd Wunder bittet. Denn etliche begehren dieſelbige zur beſtetigung jres beruffs vndLehre vnd Gott gibt ſie auch bißweilen / wie das exempel Moſis Gideonis / Dauids vnd Chriſti ſelbs ausweiſet. Daher bittet die liebe Kirch zu allen zeiten wunderliche errettůg / damit ſie ein gewiß geichen vñ Zeugnis ſey / der mechtigen gegenwart vnd hülff Gottes in ſeiner Gemein vñ ſpricht aus dem 86. Pſalm. HErr thue ein Zeichen an mir/ das mirs wolgehe / das es ſehen / die mich haſſen / vnd ſich ſche⸗ men muͤſſen / dz du mir beyſteheſt HErtvnd troͤſteſt mich. gwal, Gott bat zu dieſen vnfern zeiten eineichen vnd Wun růgœhriſt der gethan / das er die C hriſtliche Lutheriſ che Religion wi ucher Lu⸗ der aller Papiſten / Jeſulten Sacramentſchwermer vnd Aeuleen anderer Rotten vnd Secke /wůͤten vnd toben/ ſo gnedig⸗ ein groß lich erhalten hat. Vnd ob ſichs wol leider hat laſſen anſe⸗ zeichen vñ hen / als wuͤrde dergwinglianiſin vñ Caluiniſmus dieſer en Lande Kirchen vnnd Schulen /wie eine Sündflut vher⸗ tenzeten. ſchwemmen/ vnd alles in hauffen reiſſen / ſo hat doch ſol⸗ len vnd muſſen das herrliche Bekentnis THERI von d Tauffe / vom Ibendmal / vnd von andern Artickeln Chriſtliches Glaubens / die er durchGottes Gnad auſſm nſicrnis ans Liecht bracht/in vieler tauſendt Herhenfeſt pnd vnbeweglich bleiben darumb das es in ũ gegruͤndet / dawider auch der Hellen Pforten nichts ver⸗ moͤgen / vnd wir wol ſagen koͤnnen / Gottes wort vnd Da ctot Luthers Lehr / vergehet nu vnd nim̃ermehr. GBtt warnet manchmal die ſeinen durch ſonderliche zeichen vñ Wunder / die wir nicht ſollen in wind ſchlagen. Demloͤblichen Konig in Dennemarck Chriſtiano/ iſt ʒſori⸗ kurß vor ſeinem ende / ein Mann in einem weiſſen Kleid er vonchri⸗ ſchienen / der hat jhm angezeigt/ Er ſoltvnbekuͤmmert ſein ſtiano R denn auffs newe Jahr wuͤrde ſeine Kranckheit gar auff⸗ horen / vnd eine rechte geſundheit folgen. Solches hat er nematc. ſeinem Hoff prediger vnd Beichtuater M. Paulo Noui⸗ omago / vnd ſeinem Leibmedico D. Cornelio vermeldet / die es dem from̃en Koͤnig haben wollen ausreden/ vnd ei⸗ nen Traum draus machen. Aber das Gottſelige koͤnigli⸗ che. Hertz hat geantwortet / es ſey kein traum geweſt / erha⸗ be nicht geſchlaffen / ſondern dazumahl gewacht / iſt alſo drauff blieben / vnd hat ſich ſtets geſehnet nach dem Lieben Newen jarstage / an welchem er ſein Chriſtlich Gemahl / Herren vnd Frewlein / vnd gantzes Hoffgeſinde / nachein⸗ ander / mit Handgeben vnd Chriſtlichem Vnterricht ge⸗ ſegnet / auch ein Letzt oder Valetpredigt beſtellt / nach wel⸗ cher er ſelbs angefangen zu ſingen / Mit Fried vndFrewd ich fahr dahin / in Gottes wille/getroſt iſt mir mein Hertz vnd ſinn / ſanfft vnd ſtille / wie Gott mir verheiſſen hat / der Todt iſt mein ſchlaff worden /;ẽ.¶ Vuterm Geſange/ ehe er zum ende kommen / hat er alſomit fried vnnd frewd ſein Geiſt in die hende Jeſu Chriſti befohlen vñ auffgebe· Darnach zum andern begeren etliche Zeichen aus Votwiß / Vermeſſenheit vnd Boß heit / wie wir Exempel haben / Matth. )a. )6. Joh. 6. vnd anderswo mehr / dar⸗ ur wir vns huͤten ſollen. Letzlich vnd zum dritten bitten etliche Zeichen vnd D Wun⸗ wunder aus ſchwachheit / vnd nach jremgutdůnckeẽ /ſchrei ben Gott in jrem Creutz mittel / zeit / vrt vnd weiſe fur / wie er helffen ſol / in maſſen hie der Koͤnigiſche haben wil / der HErrt ſol mit jm hinab ziehen gen Capernaum / vnd zwar als bald / ehe denn ſein Kind ſterbe / ſonſt ſeyes hernach alles verlohren. Darumb wird er nu vom HErangeſtrafft / wie dort die Buͤrger von Bethulia von der Judit ca. 8. Wer ſeid jhr / das jhr Gott verſuchet? das dienet nicht Gnade zu erwerben / ſondern viel mehr Zorn vnd Vngnad. Wol let jhr dem HErr ewers gefallens Zeit vnd Tage beſtim⸗ men / wenn er helffen ſole Darauff folgt die wilfertige hulffe des HErrn Chri⸗ ſti/ Denn ob er wol anfenglich den Koͤnigiſchen ſeiner ſchwachheit halben ſtraffet / ſo verſtoͤſſet er jhn doch nicht gantz vnd gar von ſeinem Angeſicht / Sondern nimpt ſich ſeiner vnd des Kindes mit gnaden an. deßre Der Leutſelige Heiland thut nicht / wie heutiges tags vtio vil dieerudeles hypoerite vnd zanckſuͤchtigeCalmniſche Newling teherze an zu thun pflegen / die den Vater mit dem Kinde vnnd Pa⸗ vo chriſi ten von ſich aus der Kirchen ſtoſſen / vnd niemand teuffen 51 „ noch teuffen laſſen wollen / der ſich nicht zu jbrer Ergerli⸗ Oeobrz. chen newerung bekennet /noch dieſelbige billichet. Wenn Chriſtus ſpricht Marc.]o.Laſſet die indlein zu mir kom men / vnd wehrets jhnen nicht / Do ſagen dieſe Leute Nein darzu / vnd wollen den armen Kindern die Tauffe nit wi⸗ derfahren laſſen / es ſey denn das die Eltern vnnd Gefat⸗ tern zuuor wid ſich ſelbs zeugen / dz jre vorige rechtſchaf⸗ fene Predicanten in verrichtung e Gottes Drdnung abgewichen / den Namen GDttes ge⸗ mußbraucht / den Eheſtandt geſchendet / die Ehleut betrůͤ⸗ bet / die Kindertauff in zweiffel gezogen / die BRdnung/ krafft vnd wirckung des heiligẽ Predigampt⸗ wh rei⸗ ret / Abgötterey / falſche Tehr vnd Aberglauben / vielfelti⸗ ger weiſe beſtettiget / den vnterſcheid zwiſchen dem Geſetz vnd Euangelio / zwiſchen Mirackeln vnd Sacramenten⸗ zwiſchen Gottes vnd Menſchen ſatzungen / zwiſchen der Chriſten vnd Heiden Kinder /zwiſchen Gottes vnd nicht Gottes Volck / zwiſchen der Erbſuͤnde vnd geiſtlicher be⸗ ſitzung des Teuffels / zwiſchen vngewiſſer Dpinion vnd wart Glaubẽ / zwiſchen verurſachten vnd nit verurſachtẽ ergernis /zwiſchen der Gottlichen huͤlffe in leiblichen vnd geiſtlichen noten / zum theil verdunckelt /zů theil garauff⸗ gehoben / die allerhoͤchſten troſtreichſten Glaubens Arti⸗ ckei von der Bekehrung vnd Gerechtfertigung des armẽ Suͤnders in Enthuſiaſtiſche vnd Phariſeiſche trewm ver kehret vnd die.Heuptgruͤnde der vnfeilbarn Hoffnung vn ſer ewigen Seligkeit vmbgeſtoſſen / vnd zu nicht gemacht haben ſollen / vnd zwar eben an dem ort vnd in dem Lande da vorzeiten Lutherus / Philippus / Pomeranus / Eberus vnnd andere treffliche Leute gelebet / die alle einhelliglich vber den vralten Chriſtlichen Tauffceremonien gehalten / denen die Newlinge mit jhrer Vnzeitigen Reformation nicht im Geringſten zuuergleichen / Ja nicht werd ſind / das ſie jhen ſolten die Schuchriemen auffloͤſen. An⸗ ſpeien wuͤrde ſie der Mann GOT TES / wenn er jetzt ſolte widerkommen / vnd ſehen / welch ein ſchon Kecht / ja welch ein grewlich Fewer die Kluͤglinge vnnd Rotten⸗ geiſter angezuͤndet / Daruber viel vnſchuͤldiger Leute mit jhren armen Weib vnd Kinder die Hende vberm Kopfft zuſammen geſchlagen. Ey G D T Tim Himmelwas wolt noch weiter aus dieſem heiloſen Weſen erfolgt ſeine Stockung vnnd pflockung / ausjagũg vnd vertreibung / vndandere grew⸗ hiche verfolgung / bekuͤm̃ernis vnd hertzeleid vicler zarten D ij Ge⸗ Chriſtus allein iſt ð Gewiſſen / die nicht allein bey jrem Lebẽ in trawrigkeit ge⸗ ſetzt /ſondern auch in jhrem Sterbſtuͤndlein zweiffelhaff⸗ tig vnd jrre weren gemacht worden / ob ſierecht oder vn⸗ recht getaufft / vnd were jhnen hiedurch an jhrem letzten ende jhr hoͤchſter Troſt / den ſie aus jhrer heiligen Tauffe habe / vnd drauff ſeliglich von hinnen ſcheiden ſolten / rechtemet gentzlich genommen vnd entzogen werden. So thut allhie ſterzu helß⸗ Chriſtus nicht / ſondern nimpt die Schwachen auff / hilfft fen. Vater vnd Kinde / vnd thut mehr denn er gebeten worden. Denn dem Vater hilffet er aus der Schwachheit ſeines Glaubens / dem Sohne aus der Schwachheit ſeinet Leibs / vnd das als bald auff ſtehendem Fuſſe / da ſonſt / wenn es nach des Baters guiduͤncken vnd rath hette ſollen gehen / ſolchs alkererſt den andern taggeſchehẽ moͤgen / weil Cana etlich deutſch meil weges von Capernaum gelegen. Drumb ſollen wir vns troͤſten / das wir arme elende Erdwuͤrme / wider die Suͤnde / vnd Suͤnden Sold / wider Todt vnd ewig verdamnis / bey Jeſu Chriſto alleine raht vnd huͤlffe finden. Denn Moſes iſt nicht fuͤr vns / wenn derſelbige ſein eigentlich Ampt fuͤhrt vnd treibet / vndda⸗ durch den Todt vnd alles Vngluͤck nur wider vns ruͤſtet vnd wapnet. So leſt ſich auch die Suͤnde vnd des Todes Galle vnd bitterkeit nicht mit ſawer ſehen vertreiben / wie Agag meinete. In den Garten der Philoſophiſchẽ Welt⸗ kunſte / ſtehet diß gewechſe auch nicht / ſonſt wuͤrden Zenoſ Cleombrotus Cleanthes / vnd andere verruͤmbte Heidni⸗ ſche Meiſter / nit ſo grewliche vnd gefehrliche Mordſpruͤn ge fuͤr groſſem Hertzeleid gethan haben / vnnd wer auch noch ſolche wilde Colochinten wil kochen vnd ſchmecken/ vnd vergiſſet dabey des Euaugeliſchen Krafftmels / der muß dran erſticken vnd ewiglich verlohren ſein. Zu dem koͤnnen auch alle Quackſalber vnnd Apotecker mit jhren Pflaſtern 2 Pflaſtern vnnd Recepten miemands aus vnuermeidlicher Sterbens not erretten / vnd weil ſie auch aller dinge nicht einen einigen ſchwermůtigen gedanckẽ im menſchen durch jre Profeſsion vnd Cura mugen ſtillen / wie ſolten ſie denn das ewige Hellen wehe brechen vnd abſtellen Vngeach⸗ tet / was man von dem Empedoele vnnd Aſclepiade thar ſchreiben / als ſolten ſie tode widumb lebendig gemachet / oder von Pythagora vñ Aeſculapio / wie dieſelben durch eine beſondereCantorey vndſeitenſpiel viel inwẽdiger vnd auswendiger ſeuchen ſollen geheilt haben. Derwegen iſts auch nur eitel abſchewliche Goͤtzerey / vnd die aller groͤſte Thorheit / das man dem Tode vnd Teuffel Kirchen vnd Klauſen auffbawet / wie die zu Sparta / vnd opffert vnnd reuchert jhnen andechtiglich / wie die Roͤmer dem Fieber vnd Kalten / oder dienet dem Beelzebub zu Hofe / wie Aha ſia / vnd was des grewels mehr iſt / dadurch die wanwitzi⸗ gen Adams Kinder dem peinlichen Zorngerichte Gottes gern entlauffen wolten / vnd doch je lenger je tieffer drun⸗ ter verſincken / welchs auch im Reich des Antichriſts ge⸗ ſchicht / da man ſo mancherley Artzney wider Noth vnnd Todt / ohne vnd auſſer Chriſto erdacht vnd auff bracht hat das mans nicht ſchier alles erzehlen kan / vnd wenn die ver⸗ ruchten Blindenleiter eins mit dem andern verſucht ha⸗ ben / vnd Gregorius Magn? wil Keyſer Ttaianum aus der Hellen heraus beten / vnd Rudolph? Agricola vnd an⸗ dere laſſen ſich auff jhrer troſtloſen Beichtuaͤter angeben in einer loſterkappen beleidigen vnd begraben / Vndman helt jhnen Vigilien vnd Seelmeſſen nach / vnnd beſpren⸗ get jhꝛe Lagerſtette mit Bezaubertem Weihwaſſer/ So gehets doch zuletzt im Lami aus / das Muͤnche vnd Pfaf⸗ fen Kleglich ſingen: Qut ſeit an detur ein kequies? Wer dem⸗ nach nicht wie ein Meers woge / von allerhand Irrwinden D j wil Applicatis vndzuet ong. wil gewebt / vnd vmñ̃getrieben werdẽ / der bleibe nurſtracks mit ſolchen vñ dergleichen menſchen vnd teufels pflautzt vnuerworren / vnd ſuche im Paradeis garten derProphe⸗ tiſchen vnd Apoſtoliſchen Schrifft / den Baum deß Lebens Jeſum Chriſtum / welcher nicht allein das Fieber vnnd ſonſt allerley Kranckheit vertreiben kan / Sondern auch den Todt ewiglich in Sieg verſchlungen / vnd jhm ſeine macht vnd gewalt genommen / vnd ein vnuergenglich we ſen durchs Euangelium ans Liecht gebracht hat / vnd wer an jhn gleubet / der wird leben ob er gleich ſtirbet. Jo⸗ han.). Es ſol jn nichts ſcheiden von der liebe Gottes / die da iſt in Chriſto Jeſu. Rom.8. wie auchdie Gemeine Got tes troͤſtlich ſingt: Mitten in der Hellen angſt / vnſer ſuͤn⸗ de vns treiben / wo ſollen wir denn fliehen hin / da wir moͤ⸗ gen bleiben / zu dir HErr Chrriſt alleine / vergoſſen iſt dein tewres Blut / das gnuß fuͤr vnfer Suͤnde thut / Heiliger HERRE Gott / heiliger ſtarcker Gott / heiliger Barm⸗ hertziger Heiland / du ewiger Gott / Las vns nicht entfal⸗ len von des rechten Glaubens troſt. Vnd do vnſer Glau be bißweilen ſchwach / ſollen wir drumbnitverzagen / denn der HErr Chriſtus wil dz zuſtoſſen Rohr nicht zubrechẽ noch das glimmende tocht nit ausleſchen / Eſa. 42. Mat. ). die heilige Schrifft helt vns nit allein ſtarckgleubigen exempel / ſondern auch ſchwachgleubige fuͤr / welche den⸗ noch der. HErr Chriſiꝰ von ſeinem Angeſicht nit verſtoſſt hat / wir ſollen aber jmmer vmb ſterckung vnnd mehrung des Glauben anhalten / vnd von Hertzen beten / Mare. 9. Ich glaube lieber. HErr hilff meinem vnglauben. Luc.)7. HEr:ſtercke vns den Glauben. Invoco te fide Fili DE⸗ fide quidem imbecilli attamen fide. Ich ruff dich an du Son Gottes / wiewol mit ſchwachem Glauben / dennoch aber mit Glauben. B HEr: durch dein krafft vns vnd vnd ſtercke desfleiſches bloͤdigkeit / dz wir hie ritterlich rin gen / durch todt vnd leben zu dir dringen. Alſo hat des in z.n⸗ Gott ruhenden Churfuͤrſten Fraw Großmutter Anno von des in 6). zu Torgaw an jrem letzten ende dieſe Chriſtliche ſehnliche wort gebraucht / Ich wil an meinem HRRM fuͤrſt Chri Chriſto klebend bleiben / wie eine Klette am rock. Vnd wie ſianiſtaw ſich ſeine Churfuͤrſtlich Gnaden ſelber getroͤſtet / werdet mvt jr folgends in der Begengnis vnd Leichpredigt anhoͤren. **⸗ Wi ſollen auch allhie den troſt behalten / wider den ver⸗ zug Göttlicher Huͤlff vnd Errettung aus leiblichen noͤtẽ Denn wen wir im creutz vnd trubſal ſein / do deuchts vns alles lang / vnd wolten gern / dz der HErr nur flugs mit⸗ ginge / vnd ſich bey vns einſtellete / da ſagen wir offt/ Pſal o. ousq́; Domine Ach HEr: wie ſo lange⸗ Pſal.R. HErꝛ wie lang wiltu mein ſo gar vergeſſenewie lang ver birgſtu dein Antzlit fuͤr mirꝰwie lang ſol ich ſorgen in mei ner Seelen / vnd michengſten in meinem Hertzen? Pſ.22. Ich heule/ aber meine hulff iſt fern. Pfal. 7. Hat denn Gott vergeſſen gnedig ʒu ſein / vñ hat ſein verheiſſung ein eude⸗ Da ſollen wir vns errinnern / was die Krche ſingt / Vb ſichs anließ als wolt er nicht / ſo laß dichs nit erſchre⸗ cken / denn wo er iſt am beſten mit / da wil ers nit endecken / ſein wort laß dir gewiſſer ſein / ob gleich dein Hertz ſprech lauter nein / ſo laß doch dir nicht grawen. Denn che wir ruffen / wil er antworten / wenn wir noch reden / wil er ho⸗ ren. Eſa. S. Wird vnſer Gebett nicht erhoͤret noch vns geholffen nach vnſerm Willen / ſo hilfft vns doch G. Btt zu ſeinen Ehren / vnd vns zur Seligkeit. Sein zorn weh⸗ ret ein augenblick / des Abends iſt dꝛs weinen / des Mor⸗ gens die frewde / Pſalm. 30. So ſpricht der HxRR dein Erloͤſer, Ich habe dich ein klein Augenblick verlaſſen / Aber mit Groſſer Barmhertzigkeit wil Ich dich ch Ich habe mein Angeſicht im Augenblick des Zorns ein wenig vor dir verborgen / Aber mit ewiger gnade wil ich mich dein erbarmen. Eſa.4. Drumb ſagt Sara Tob · 3. Das weis ich furwar / wer Gott dienet / der wird nach der anfechtung getroͤſtet / vnd aus der Truͤbſal erloͤſet/ vñ nach der zuchtigung findet er Gnade. Denn du HERR haſt nicht luſt an vnſern verderben / denn nach dem vnge⸗ witter leſſeſtu die Sonne wiederſcheinen / vnd nach dem heulen vnd weinen / vberſchuͤtteſtu vns mit frewden / dei⸗ nem Namen ſey ewiglich ehr vnd lob / du Gott Iſrael. Vnd dogleich vnſer kranckes kind / vnſer krancker Vater / Mutter / Bruder / Schweſter / Ehegenoß / gute freunde / nicht allzeit wider zur geſundheit gebracht werden / wie hie des Koͤnigſchen Sohn / ſondern muͤſſen ſterben/ wie Tazarus Chriſti gutter freund / ſo erhoͤret doch Gott gleichwol das Gebet / vnd leſſet vns nicht zu ſchandẽ wer⸗ den / laut der troſtreichen Verheiſſung /Pfal. 9). Er bege⸗ ret mein / ſo wil ich jhm aushelffen / er erkennet meinẽ Na⸗ men / darumb wil ich jhm ſchuͤtzen / er rufft mich an / ſo wil ich jhn erhoͤren. Ich bin bey jhm in der noth/ Ich wil jhn heraus reiſſen / vnd zu chren machen / ich wil jhn ſettigen mit langem Leben / vnd wil jhm zeigen mein Heil. Johan. 6. Ewer Hertz ſol ſich frewen / vndewer frewde ſol me⸗ mand von euch nehmen. Rom. S. Ich halte es dafuͤr / das dieſer zeit leiden der Herrligkeit nicht werd ſey / die an vns ſol offenbart werden. 2. Corinth 4. Vnſer Truͤbſal die zeitlich vnd leicht iſt /ſchaffet eine ewige vnd vberallmaß wichtige herrligkeit / vns die wir nicht ſehen auff dʒ ſicht⸗ bare / ſondern auff das vnſichtbare. Deñ was ſichtbar iſt / das iſt zeitlich / was aber vnſichtbar iſt / das iſt ewig. Vnd ſo viel auch vom andernPuͤncklein / nemlich von der Per⸗ fon Chriſti / vnd ſeinen hůlffreichen Troſt / fuͤr alle die ji⸗ nigr / ſo zu jhm zuflucht haben. Vom Vom dritten Stuͤck. Vm dritten vnd zum beſchluß / wollen wir nu kurtzlich fuͤr vns nemen den Koͤnſgiſchen ſelbſt / wie er ſich gegen Gott /gegen ſeinem Sohnevnd ge⸗ gen ſein gantzes Haußgeſinde verhalten habe. Denn da horen wir erſtlich / dz er zwar an Chriſtum gegleubt / vnd zu jhm in ſeinen noten geflohen / Aber bald hernach einen ſterckern Glauben an jn geſchoͤpfft / ſintemal der Euange⸗ liſt vnd Apoſtel Johannes von jm ʒeuget / dz er dem wort das Jeſus zu jm geſaget gegleubet/ Vnnd darauff heim gegangen / vnd da jm vnterwegens ſeine Knechte begegne ten / vnd die bona nova vñ gute Bottſchafft brachten / dz ſein Kind Lebe / vnd friſch vnd geſund ſey / hat er aufffleiſoige nachforſchung vnd vergleichung der Rede Chriſti / vnnd der Stunde der verwandlung / ſo viel befunden / das eben zu der zeit vnd Stunde / do jhm der HxR geſagt / (dein Sohn lebet) ſein Sohn geſund worden / derwegen er mit ſeinem gantzen hauſe gegleubet / das J ESus CRiſtus GDTTES vnnd Marien Sohn warhafftig ſey der sz1as vnd Heiland der Welt / der nu erſchienen / das er die Werck deß Teufels zerſtoͤre / vnd vns widerbringe Gerechtigkeit / Vnſchuld vnd ewiges Leben vnd die ewi⸗ ge Seligkeit. Derhalben gleich wie dieſer Koͤnigiſchr den Glauben ſo er an Chriſtum gehabt / auſſm Gehoͤr be⸗ kommen / dieweil er auch / wie die Alten ſchreiben / mit auff der Hochzeit zu Cana in Galilea geweſen / vnd da⸗ ſelbs des HxRRM Wunderwerck geſehen / vnd ſich ſei⸗ ner Allmacht getroͤſtet: Alſo ſollen wir vns auch halten zur predigt Goͤttliches worts / vnd zum gebrauch der Hei⸗ ligen Hochwirdigen S dardurch noch g ic —————— — teglich groſſe Wunder geſchehen / das wir durch den Helli⸗ gen Geiſt vernewert / in vnſern Hertzen wahre Erkentnis Gottes / Glauben an Chriſtum /gewiſſe Zuuerſicht /Troſt Fried vnd Frewd / Leben vnd Seligkeit angezundet / vnnd wir jmmer von einer Klarheit zur andern gebracht werden wie Chriſtus ſagt Johan. )o. MeineSchaffe hören meine Stimme / vnd ſie mir / vnd ich gebe jhnen das ewige Leben. Rom.)o. Der Glaube koͤmpt aus dem gehoͤr / oder aus der Predigt / das predigen aber durch das wort Got⸗ tes. 2. Pet ). Wir haben ein feſtes Prophetiſch wort / vnd jhr thut wol / daß jhr drauff achtet / als auff ein Liecht / daß da ſcheinet in einem dunckeln Prt / bis der Tag anbreche ⸗ vnd der Morgenſtern auffgehe in ewren Hertzen. Vnd ob wol das wort wider die Vernunfft ſcheint / ſo ſollen wir doch vnſer fuͤnff Sinne gefangen nemen / vnter den Ge⸗ horſam des Glaubens vnd dem HxRRM C.HRiſto die Ehre geben / daß er warhafftig vnd Allmeehtig ſey / vnd al⸗ les thun kan was er wil / im Himmel vnd auff Erden / In maſſen dieſer Koͤnigiſcher gleubt / daß ſein Sohn nach dem Wort des HxRRM geſund ſey / vnangeſehen / daß er jhn todt kranck gelaſſen / vnd er viel Meilen von jhm war. Daher ſaget David Pſalm. ))9. HgR / Dein Wort bleibet ewiglich / ſo weit der Himmel iſt / Deinewar⸗ heit wehret fur vnd fuͤr. Pfalm. 7. Lobet den HERRN alle Heiden / vnd preiſet jhn alle Voͤlcker / Denn ſeine Gna de vnd Warheit waltet vber vns in ewigkeit. Diß ſollen wir nu heutiges Tages prarticirn in den ſtreitigen Artickeln / nicht allein wider die Papiſten / ſon⸗ dern auch wider die Caluiniſten / die in dieſen Landen ſehr rumoret / vnd ein grewlſich Weſen angerichtet / daß / wo wir Chriſti aus drucklich / helles /klares Wort haben / 8 ea ſebia im rechten Verſtande behalten / vnnd nicht ein haat reit davon weichen / ſo werden wir vns mit dieſem Konigi⸗ ſchen vnbetrogen befinden. Gott gibt ſich in ſeinem Worte vnd Werck zu erkennen / das er allmechtig ſey / vnd bey jm kein ding vnmuglich. Hier.3⁊. Sihe / Ich bin ein GOtt alles Fleiſches / Solte mir etwas vnmuͤglichſein⸗ Wie deñ ſolchs Titels in vnſerm Chriſtlichen Apoſtoliſchen Glau⸗ ben zweymal gedacht wird / vnſern Glauben in allen Arti⸗ ckeln als welche Menſchlicher Vernunfft vnbegreifflich vnd vnmuͤglich ſcheinen / damit zu ſiercken / alſo / das die / ſo die Allmacht Gottes verleugnẽ / oder inzweiffel ſetzen / oder jhm ſeine gewalt abmeſſen / billich fuͤr Vnchriſten vnd Got⸗ artyr. loſe Leute zu halten. Die Caluiniſten aber ſchewen ſich nit Dial. p. ð. zu vmzirckeln vnd zuuerleugnen die Allmacht G DTtes / alat Ked nula vi feri poſſe, e. das wedir durch andere / noch durch G.O TTES Allmechtige Krafft geſchehen koͤnne / das der Leib Chriſti warhafftig vnd weſentlich vnumſchrieben emp b vnendlich / vnſichtbarvnd vnbegreifflich im Abendmal ſey / 8. Ja ſey jetzo nirgend anderswo / als nur im Himmel. Sind aber das nicht grewliche Leſterungen / dergleichen in der Chriſtenheit ja wol vnter den blinden Heiden / zuuor nie erhoͤret wordene Denn auch Cicero ſagt: Mibil eß quod D R⸗ Liß 3. de vvefficere non poßit e quidem ſin labore ullo. Es ſeh nichts / das nat Heor· F F T mcht verſchaffen koͤnne / vnnd zwar ohne alle Darbey ſolte jamenniglich den Zwingliſchen Geiſt erkennen lernen / welcher hiemit nichts anders als einen verdampten Vnglauben / vnd verleugnung aller Artickel / vnſer waren CHRJ S TCichen Religion begert ein zu⸗ fähren Daher Lutherus recht bezeuget / Er ſey gewis / das die Zwiiglianer im Grundt des Hertzens / weder von Fom G D TT noch von GD T TES Gewalt etwas n S gleuben. “ feſt ſtehen. Im Buch das dieſe Wort / das iſt meineb /noch Gottes ausdrucklichs Wort lehret vns / dem wir auch billich hertzlich glauben geben / das vnſer lieber H xNR vnd Heiland Jeſus Chriſtus / auff den wir vns verlaſſen im Leben vnd Sterben nicht allein warer Menſch / ſondn auch warer ewiger Gott ſey / laut der herrlichen Spruͤ⸗ che /Pſal. 2. Du biſt mein Sohn / heute habe ich dich ge⸗ zeuget. Johan. )0. Ich vnd der Vater ſind eins. Co⸗ loſſ.). Heb.). Er iſt das Ebenbild des vnſichtbarn Got⸗ tes /der erſtgeborne vor allen Creaturen / der glantz ſei⸗ ner Herrligkeit / vñ das Ebenbild ſeines weſens. Aber die⸗ ſe klare Spruche võ der ewigen Gottheit Ehriſti / verkeh⸗ ret vnd verleugnet Caluin?ꝰ in ſeinen Commenten. Da⸗ rumb iſts kein Wunder / das viel Calviniſten in Sieben⸗ 1o. Caln in buͤrgen / Polen / Vngern / Arrianiſch worden. Vnd hat expl. vjal. Adam Neuſerus / welcher zuletzt gar Tuͤrckiſch worden . 1oh. 10. ſeinem anzeigen nach / nicht ohne vrſach zu einem hohen col erte⸗ Potentaten geſagt / wenn ich nicht were Caluiniſch wor⸗ bre. 1. den /ſo were ich dahin nicht kommen. Wie er denn auch zu Conſtantinopel geſchrieben: Qui vult viture Arriuniſmum, cuveat Calviniſmum. Wer nicht begert Arrianiſch zu werden / der huͤte ſich / das er nicht Calviniſch werde. Wnd alſo mit ſeinem Exempel zu erkennen gegeben / das der Calui⸗ miſmus der nechſte Grad ſey zu dem Arrianiſmo. Gottes klares heilſames wort bezeuget allenthalben das Chriſtus Gottes vnd Marien Sohn fuͤr alle Men⸗ ſchen geſtorben ſey / vnd das ſich ſein hohes tewres Ver⸗ dienſt auff alle Menſchen erſtreckt. Denn Gott hat ſei⸗ nen nen eingebornen Sohn / dem gantzen Menſchlichen Ge⸗ ſchlecht zu gutem Verheiſſen / das in jm alle Voͤlcker auff Erden geſegnet werden. Gen. 22. Er hat nicht nur etli⸗ che Menſchen in der Welt / ſondern die Welt alſo gelie⸗ bet / das er ſeinen Eingebornen Sohn gegeben / Auff das alle / die an jhn gleuben nicht ſollen verlohren werden/ſon dern das ewige Leben haben / Joh. 3. Es iſt die heilſame Gnade Gottesallen Menſchen erſchienen Tit.2. Vnſer HER C. HMRiſtus hat nicht nur etlicher /ſondern der gantzen Welt Suͤnde auff ſich genommen vnd getragen. Johan.). Wie durch eines Menſchen Vngehorſam / die verdamnis vber alle Menſchen kommen iſt / Alſo iſt auch durch eines Gerechtigkeit / die Rechtfertigung deß Lebens vber alle Menſchen kommen Rom. . Gott hat alles be⸗ ſchloſſen / vnter die Suͤnde / Auff das er ſich aller erbar⸗ me / Rom. . Chriſtus hat ſich fuͤr alle Menſchen gege⸗ ben. ). Timoth. 2. Er iſt die Verſuͤhnung nicht allein fuͤr vnſere / Sondern auch fuͤr der gantzen Welt Suͤnde. ). Johan. 2. Es meldet auch inſonderheit der Heilige Geit / das C.RJS T VS auch fur die Leute geſtor⸗ Rom. 14. ben ſey / welche verdampt vnd verlohren werden. Roma nor.)4. J. Cor. S. 2. Pet. 2. Heb. )o. verſ 1 Die Caluiniſten aber lehren vnd ſchreiben oͤffentlich /2. Pet. 2. Chriſtus ſey nicht fur alle vnd jede Menſchen geſtorben / F ſondern allein fur die jenigen / welche im geheimen vnd vn verſ. 29. erforſchlichem Rath Gottes zur ſeligkeit erwelet ſein / vñ lier Zan. wenn die Schrifft ſagt / Er iſt die verſůͤhnung fur dieſuͤn⸗ li⁊pꝛðo⸗ de der gantzen Welt / ſey durch den Namen Welt zuuer⸗ Col· Mom. ſtehen / der fuͤrnemſte theil der Welt / dz iſt / die Auserwel⸗j kex. ten / welche je geweſen ſein oder ſein werden in der Welt. alt rehad Damit fůhren ſie die Menſchen in einen jmmerwehren⸗ ikace den zwerffel / ob Chriſtus auch fuͤr jhre Sunde geſiorben · E ij ſey ſeye. Do vus doch G Ottes Wort nicht zum zweifel / viet weniger zur verzweiffelung / ſondern zur Lehr beſchrieben / auff das wir durch Gedult vnd Troſt der Schrifft hoff⸗ nung haben / Roman.). Vnd derwegen ein jeder Menſch mit S. Paulo wol ſagen kan vnnd ſol / Rom. 8. Ich bin gewiß / das weder Todt noch Leben / weder Engel noch Fuͤrſtenthumb / noch Gewalt / weder Gegenwertiges noch Zukuͤnfftiges / weder Hohes noch Tieffes / noch keine an⸗ dere Ereatur mag vns ſcheiden von der Liebe GDTtes die in CH RJ S T D JEſu iſt vnſerm HE RRN. Vnd Galat. 2. Der Son Gottes hat mich geliebet / vnd ſich ſelbſt fur mich dargegeben. Wer ſolches nicht gleubet / der begehet die aller groͤſſeſte Suͤnde / welche die Heupturſache iſtder Verdamnis / vmb dero willen der Heilige Geiſt die Welt ſtraffet / Johan. )6. Zuwelcher grewlichen Suͤnde die Caluiniſten mit jhrer Lehre die Jeute anreitzen vnd treiben. Gottes warhafftiges Wort / dem wir zu gleubeſchuͤl⸗ dig / weiſet vns / das Gott der Allmechtige in ſeinem ewi⸗ gen Rath / durch ein Deeret beſchloſſen / das er ſeinen Son dem Gefallenem Menſchlichen Geſchlecht zu gute / in die⸗ ſe Welt ſenden / vnd alle die / ſo an jhn gleuben / zu Gnaden⸗ kindern / vnnd Erben deß ewigen Lebens / annehmen wolle. Epheſ.). Er hat vns in C Riſto erwehlet /ehe denn der Welt Grundt geleget war. 2. Timoth. ). Er hat vns Sclig gemacht vnd beruffen / mit einem. Heiligen Ruff nicht nach vnſern Wercken / ſondern nach ſeinem Vorſatz vnd Gnade / die vns gegeben iſtin C H RJ S T D JE⸗ S V / vor der zeit der Welt / jetzt aber offenbaret durch die Erſcheinung vnſers Heilandes J E S V CHR J⸗ Daraus iſt offenbar / das Gott von der S vnd vnd durch wen dieſelbige geſchehn / aber nicht von dem fall cal inſt des Menſchlichen Geſchlechts / das ſolcher notwendig ge⸗ eap 2 ſchehen ſolte oder muͤſte / wie dieCaluiniſten leſtern / (Gott Sd 2.be habe in ſeinem Rath beſchloſſen / das Adam vnnd Eua ha⸗ ⁊aColog. ben ſuͤndigen ſollen vnnd můſſen) ein Decret oder Rhat⸗ Momp P⸗ ſchluß gemacht habe. Bedencke doch ein jeder frommer * 7⸗ Chriſt bey ſich ſelbſt: Wenn Gott gewolt / vnd in ſeinem Raht beſchloſſen hat / das Adam mit allen ſeinen Nachko⸗ men in Suͤnde vnd Berdamnis gerathen ſolte / Warumb hat er jhm denn den Fall vnd Vngehorſam ſo hochverbo⸗ ten Warumb hat er jhn ſo trewlich gewarnet? So mus ja der geoffenbarte Will / oder das Verbot / dem geheimen vnd verborgnen Willen vnd Rath Gottes entgegen vnd zu wider ſein. Finden ſich demnach contraditoriæ volan⸗ tutes widerwertige Willen bey Gott / als der ein anders ge⸗ redt / vnd ein anders in feinem geheimen Rhat beſchloſſen habe. Es ſey aber ferne von vns / vnd einem jeden Chriſten / folches zu gedencken / viel mehr zu reden. Denn es auch ei⸗ nem Menſchen vbel anſteht / wenn ey ein anders redet / vnd anders im Hertzen hat. Daß G Vtt aber zuuor geſehen / daß der Menſch ſuͤn⸗ digen werde /beweiſet nicht / das er ſolches gewolt / vnd alſo im Rath beſchloſſen habe. Denn ein groſſer Vnterſcheidt iſt vnter der Fuͤrſehung vnd Vorſat / oder Verordnung Gottes: welches alles die Caluniſten in einander men⸗ gen / vnd damit ſich vnd andere verfuͤhren. G Ottes vnfeilbares Wort ʒeiget vns an / dz Chriſtus ſey des Weibes ſamen / welcher der Schlangen den Kopff zutreten / vnd das er auch ſey der gebenedeyte Samen / in welchem alle Volcker geſegnet werden. Geneſis 3. 22. ſal. Pſalm. 72. Actor. 3. Galat. 3. ). Johan: 3. Vnd das die verheiſſungen des Euangeli allgemein ſein / vnd mennig lichangehoͤren. Ezech. )s. Matth.)). Luc. ⁊4. Joha. 3. calr in &e Rom. )).). Tim. 2.) Johan.2. 2. Pet. 3. Aber die Cal⸗ neſinp ꝛ3. uiniſten verleugnen ſolches alles. Denñ ſie verwerffenden & inðpiſ. einhelligen verſtandt der Patriarchen / Propheten / Apo⸗ „dßalat. p. ſtel / vnd reiner Lehrer / in dem ſie nicht zugeben wollen / dõ pꝛz 4 e die erſte vnd elteſte Euangeliſche verheiſſunge von Chri⸗ mltu· lib. ſto zu verſtehen ſeien: ¶ Vnd ſtoſſen alſo vmb das gantze ʒ eap. 24 fundament vnd den grund vnſer ſeligkeit. Die allgemei⸗ vec.ij col. ne Euangeliſche vnd Troſtreiche verheiſſungen / mit wel⸗ da p ſio chen alle Menſchen in gemein die Gnad GDTtes / das Verdienſt Chriſti / vergebung der Suͤnden vnd ewig ſe⸗ ligkeit angeboten / vnd angezeigt wird / das GDtt nicht wolle / das jemand verloren / ſondern das allen Menſchen gehoiffen werde / vnd das ſie zur Erkentnis der Warheit kommen / Tim. 2. reſtringiren oder ziehen dieCaluiniſten nicht auff alle Menſchen / Sondern auff alle Stende der Menſchen / Gott wolle / das aus allen Stenden etliche ſelig werden / nemlich die / welche er in ſeinem ewigen vnd vnwandelbaren Rath zur Seligkeit erwehlet habe: Wj⸗ der den aus drucklichen Spruch S. Petri 2. Pet. 3. Gott wil nicht / das jemand verlohren werde / ſondern das ſich jederman zur Buſſe kehre. Mit welchen worten die Er⸗ ſchreckliche Lehre der Caluiniſten dermaſſen hell vnd klar ausgeſetzt vnd verworffen iſt / dz ſolche mit keinem ſchein der Warheit daneben beſtehen kan. Dann in demſelben nicht nur von den ordiniu oder Stenden / auchnicht al⸗ lein von den Glaubigen / ſondernae ſbeciee inividui, von al⸗ len vnd jeden Menſchen / was Standes vnd Weſens die ſein / welcht fur das Juͤngſte Gericht ſollen geſtellet wer⸗ den / geredt wird. Got⸗ Gottes Wott / welchs die ewige Warheit iſt/lehret pns / das wir allein durch den Glauben an vnſern lieben HxRRR vnd Heiland Jeſum Chriſtum gerecht vnd ſelig werden / welchem allePropheten vnd Apoſtel zeug⸗ nis geben / das in ſeinem Namen Vergebung der Suͤn⸗ den empfahen / alle die an jn gleuben. Act. am zehenden/ Vnd das in keinem andern Heil / auch kein ander Name vnter dem Himmel gegeben ſey / darinnen wir koͤndten ſelig werden / denn allein der Name Jeſus. Act. am vier⸗ den / Welcher Jeſus von ſich ſelbſt jeuget / Er ſey d weg) die Warheit vnd das Leben / Niemand komme zum Va⸗ ter denn durch jhn. Johan. am vierzehenden / Daher er allen Vngleubigen den ſententz geſprochen: Wer nicht gleubt / der wird verdampt werden / Marc. amſechsze⸗ henden / Wie auch Johannes der Teuffer ſagt: Wer an den Sohn gleubet / der hat das ewige Leben / Wer dem Sohn nicht gleubt / der wird das Leben nicht ſehen / ſon⸗ dern der Zorn G OTtes bleibet vber jhm. Johanz. Aber die Calviniſten geben fur / das auch die Heiden / Zuingl. li. welche jr lebenlang kein recht erkentnis Gottes viel we⸗ Cbriſti ſd. niger den Glauben anChriſtum gehabt habẽ/als Hercu expoſ· ad les / Ariſtides / Socrates / Numa (der aus des Teuffels chRegem offenbarung / alle Abgoötterey zu Rom geſtifftet hat/ wie Bullin co½ hiervon S. Auguſtinus ſchreibet lb. 2. de Civitate DEl 36 Capz4.37 vnd andere / fuͤr G D T T gerecht vnd ſe⸗ Sualthe à lig ſein. Hiemit wird die gantze Chriſtliche Religion vm̃ geſtoſſen Denn was beduͤrffen wir des heiligen Predig ampts / der heiligen Tauffe / des heiligen Abendmals/ d heiligen Schrifft / vnd des heiligen Geiſtes / Wenn ſol⸗ che gwingliſche heiligen / die das alles nicht gehabt oder braucht /gleichwol ſelig worden? F Got⸗ Gottes wort (welches nicht liegen kan von der prae⸗ deſtination / oder ewigen Wahl der Kinder Gottes zum ewigen Leben /˙weiſet vnd fuͤhret vns allein dem geoffen⸗ barten willen Gottes / welcher dem geheimen willen nicht zu wider /ſondern eine offenbarungdeſſelben iſt / Rom.) Rom a. Epheſ.). Coloſſ.]. Daran wir vns ſollen genuͤgen laſſẽ. vrepp Sprich nicht in deinem Hertzen / Wer wil hinauff gen coloß . Himmel farene Jas iſt nichts anders denn Criſtumher⸗ verſu. ⁊6. ab holen / oder wer wil hienab in die Tieffe fahren Das iſt nichts anders / denn Thriſtum von den Todten holen. Das wort iſt dir nahe / nemlich in deinem Munde / vnnd in deinem Hertzen. Hiß iſt das wort vom Glauben / wel⸗ ches wir predigen / Denn ſo du mit deinem Munde be⸗ kenneſt Jeſum / daser der HRR ſey / vnnd gleubeſt in deinem Hertzen / das jhn G Ott von den Tod tenauffer⸗ wecket hat / ſo wirſtu ſelig / Rom.jo. ri Aber die Caluiniſten lehren / Gott habe in ſeinem ewi⸗ Sip. gen heimlichen / vnwandelbarn Rach / den groͤſſern Theil „ zenet des Menſchlichen Geſchlechts zur ewigen Verdamnis F t erſchaffen vnd verordnet/ vnd ſolches keiner andern vrſa a27 Beæn chen halben/denn das jme alſo gefallen / ſeinen gewaltige gloſſRo. Zorn vnd Gerechtigkeit an jhnen zu erzeigen: Item/ col⸗ ¶ Gott habe in ſeinem ewigen Rath beſchloſſen / das er ſich loz Monp des meiſten Theils der Menſchen nimmermehr wolle an k. 4 nemen noch erbarmen / wenn ſie ſchon tauſent mahl ge⸗ taufft wuͤrden / zur Kirch vnd Sacrament ſich halten / ſeye es Ihnen nichts nůtze. Dieſe Lehre iſt vnd lautet der⸗ maſſen ſo Schrecklich / Das ſich alle Chriſtliche Hertzen vnd Vhren zum hochſten daruͤber entſetzen. Gottes Wort beweiſet mit vielen Spruchen vnd Ext⸗ peln / das die gleubige Chriſten / die Hulde vnnd ot Gottes / den Glauben vnd Heiligen Geiſt / verſchertzen vnd verlieren koͤnnen / Ezech. )s. Matthei.)s. Rom. ). J. Corin. 9. Hebr. 6.)0. 2. Petriz. Vom Koͤnig Saul ſtehet geſchrieben / das der Geiſt des HER RN von jhm gewichen / vnd ein boͤſer Geiſt jn ſehr vnruhig macht ). Samuel. )6. Daher David Pſal J). gebeten: Verwirff mich nicht von deinem Angeſicht / vnd nim deinen heiligen Geiſt nicht von mir. S. Paul⸗ meldet von etlichen / die den Glauben vnd gut Gewiſſen won ſich verſtoſſen / vnd am Glauben Schiffbruch erlit⸗ ten haben / Vnter welchen ſein Hymenæus vnd Alexander Tün. ]. Aber die Calviniſten lehren /daß den Auſſerwel ze, ten nur einmal der Glaube vnd heilige Geiſt gegeben nſche Bi⸗ werden / Welchen ſie nimmermehr aller dings verſcher bel. Zanch tzen oder verlieren / wenn ſie ſchon in Suͤnde wider das pag 107. Gewiſſen gerathen / Alſo/ das auch David / da er die Ehe mife. Beza gebrochen / Vnd Petrus / daer CHRiſtum verleugnet / c. . p. den Glauben vnd heiligen Geiſt nicht verlohren / Wel⸗ 46 in ult. cher gleichſam wie ein Fewer vnter den Kohlen / oder wie barte reſt. die vernunfft bey den Vnſinnigen / vnd denen / ſo ſich voll b 73. Weingeſoffen (denn ſolch ſchoͤn Gleichnis brauchen ſie) verborgen gelegen: Durch ſolche Gottesleſterliche Leh⸗ re machen ſie Thor vnd Thuͤr / Fenſter vnd Laden / zu al⸗ lerley Suͤnden / Schanden vnd Laſtern / auff. Chriſtus Jeſus der Grund vnd Mund der Warheit / hat ſein Teſtament vnd letzten Willen gnugſam erkleret / dʒ er vns nicht nur Brot vnd Wein / ſondern ſeinen war hafften Leib / den Er fuͤr Vns in Todt gegeben / vnd ſein warhafftes Blut / das er zur vergebung vnſer Suͤnden F ij vergoſſen vergoſſen hat / u eſſen vnd zu trincken gebe. Vnd die drey Euangeliſten / Mattheus / Marcus vnd Lucas ha⸗ ben die Einſetzung des hochwirdigen Abendmals einhel lig beſchrieben / welche der HR auch dem Paulo nach der Himmelfart widerholet. cæl ßrm ¶ Aber die Calviniſten geben fuͤr / man ſol die Wort der con/pꝛ4. Einſetzung nicht nach dem Buchſtaben verſtehen / ſondn crnæ ui/ man muͤſſe darinnẽ einen andern verſtand vnd erklerung xeidelberg ſuchen / vnd ſind doch ſelbs noch nicht einig in jhrer deu⸗ theſ 26 a teley. Item / Chriſtus ſey mit ſeinem heiligen Leibe vnd mon. Neo Blut ſo fern vom geſegneten Brod vnd Kelch im Abend⸗ ſt peji. mal / ſo fern der oberſte Himmel von der Erden iſt. Solche vnd dergleichen erſchreckliche Irrthumb vnd Gottes leſterung ſeind eine vrſach / warumb nit allein des jetzt verſtorbenen Churfuͤrſten Her: Vater vnnd Fraw Mutter / a v6vSTVSpnd an x demCaluiniſchen bo⸗ ſen ſchwarm hefftig zu wider geweſen / ſondern auch ſei⸗ ne Churfuͤrſtliche G. ſelbſt zum offtern mahl betehwret / das ſie in jhrem Leibe vnd Hertzen nicht ein einige Calui⸗ niſche Ader hette / als auch bey angehender S. Churf. G. Regierung ein Caluiniſcher Catechiſm? dem Churfuͤrſt⸗ lichen Frawenzimmer beygebracht / haben S. Churf. G. denſelben zu ſich genommen / in die Kuͤchen getragen / ins fewr geworffen vnd verbrand. Denn wer wolte ſich ſol⸗ ches grewels der verwuͤſtung in den aller hoͤchſten Arti⸗ rkeln vnſers Chriſtlichen Glaubens theilhafftig machene Es heiſt / ad legem & ad teſtimonium / Nach dem Geſetz vnd Zeugnis / werden ſie das nicht ſagen / So werden ſie die WMorgenrote nicht haben. Wir ſollen viẽ auch diß zů eiglenzum Troſt/ das vns has jenige / was vns Chriſtus zuſagt / warhafftig ſol ge⸗ ſchehen vnd widerfahren/ Joh. 8. Warlich / warlich ich ſage euch ſo jemand mein Wort wird haltẽ / der wird den Todt nicht ſchmecken ewiglich. Deß ſollen wir vns frew en vnd troͤſten / wenn wir im Glauben an den HRRM Chriſtum von dieſer welt abſcheiden / ſo ſollen wir durch den Todt hindurch dringen in das ewigeLeben. Apoc.)⸗ Selig ſind die Todten die im. HRRſterben / Denn ſie ruhen von aller můhe vnd arbeit. Drumb ſollen wir nit ſo ſehr vmb ſietrawren / wie die. Heiden / ſo keine hoffnung haben. Es thut weh vnd iſt ſchmertzlich / wenn Gott eine nxouſa macht / vnd Eheleute durch den zeitlicht Tod von einander reiſſet / es iſt gleich als wann eim das Hertz im Leibe in zwey Stuͤck von einander zerſchnitten wuͤr⸗ de / wie Baſilius redet / Aber wir ſollen wiſſen / das alle gleubige liebeChriſten wider zuſammen kommen im ewi⸗ gen Leben / do wir bey dem.H Rdi ſein werden allezeit⸗ . Theſſ. 4⸗ Darnach ſo hat ſich dieſer oͤnigiſcher auch ſeiner Kin⸗ der vnd Geſinde hertzlich angenom̃en / das jnen nit allein am Leib ſondern fůrnemlich / auch an der Seelen gehol⸗ fen worden / wie auch Abraham gethan / welcher diß herr⸗ lich zeugnis hat / das er ſeinen Kindern vnd Geſindeẽ / ſei⸗ nem gantzen. Jauß nichts verhalten habe. Alſo follenwir auch thun / vnd nach vnſer Bekehrung vnd Erleuchtũg / andere ſtercken / wie Chriſtus zumPetro ſagt: Tuconver⸗ ſus confirra fratres Cuc. 22. Wenn wir nu diß alles durch huͤlff vnd beyſtand des heiligen Geiſtes im waren glauben an den HErrnChri⸗ ſtum thun / vnd darinn beſtendig bleiben biß an das ende⸗ F iij wolan Wolan / So ſol vns auch in der ſiebende Stunde gehol⸗ ſen werden / (wie geſtern vmb die ſiebende Stůde fuͤr vier wochen der Churfurſt Chriſtian/Chriſtſeliger gedecht⸗ nis / von aller Kranckheit / Jammer vnd Elendt / erloͤſet worden) Das iſt / wenn wir nu vnſern Lauff vollendet / werden wir zur rechten geſundheit vnd vollkommenheie (wie denn die ſiebende Ziffer ein zahl der vollkommenheit iſt) kommen / vnd in der ſiebenden letzten ſtunde / wenn nun die ſechs groſſe lange Stunden ders ooo. Jar werden aus ſein / da wird vns das Fieber der Erbſuͤnde vnd taͤg⸗ licher wircklicher Suͤnden / ſampt allemCreutz vnd Vn⸗ gluͤck / gantz vud gar verlaſſen / vnd werden das herrliche imiuovnd frewdenreich Vietorienlied ſingen: Todt / wo iſt nu deine Stachel? Hlll / Wo iſt deine Sieg / Gott ſey lob vnd danck/ der vns Sieg vnd vberwindung gegeben hat/ durch Jeſum Chriſtum vnſern HxRRR. Das helffe vns allen der fromme / getrewe Gott / Va⸗ ter/ Sohn vnd Heiliger Geiſt / die aller heiligſte Drey⸗ faltigkeit / hochgeruͤhmet /gelobet vnd gepreiſet / in alle ewigkeit / Amen / Amen / e Erſtiich gedruckt zu Nagdeburg / bey Wihelm Roß. 6