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Seiner gnaden zeugniſſen ſeind ſo vilfaͤltig/ daß ſie weder mit worten auß/ Zeugniß der gnaden geſprochen/ noch mit gedancken ergruͤndet werden mogen. Es muß auch nit ql⸗ Soie. leyn die heylige Schrifft ſonder auch Himel vnd erden vñ alle andete Creaturen zum vberfluß hienon zeugen/ vnd bleibt dannoch darbei/ daß ſie keyn maß noch ende habe/ vnd in alle ewigkeyt waͤre. Auß gnaden hat Gott himiel vñ erden vnd alle Greaturen darinnen ſonderlich aber dẽ menſchen zu ſeinem Ebenbild vnd zů ewigen leben erſchaffen vñ erwehlet. Deßtgleichen auch dz menſchlich Geſchlaͤcht nach dem fall durch ſeinẽ eyngebomen Sohn widerum̃ võ den Suͤnden auß des Luuffels gewaltzu dẽ ewigẽ leben erkauffen vñ erloſen laſſen. Nachſeiner grund⸗ loſen Barmhertzigkeyt erhaltet er noch heutigestags Hiiel vñ erden ſañit allẽ anderen geſchoͤpffen/ in jhrem weſen vnd gang /ſamlet jhm durch dz Predigambt vnd die H. Satrament eyn Kirchen /beſchirmet ſie wider des Teuffels toben vnd wuͤten erleuchtet vñ regieret ſie durch den H. Geyſt zu eyner lebendigẽ hoffnung. Seinen ſtrengen vnd gerechten zorn aber hat er auff mancherley weiß ge⸗ Erenel des jon „ Goites wider du offenbaret vnd damit zuuerſtehen geben/ wie hefftig jhm alles ſuͤndlich leben vñ Sund⸗ weſen mißfalle. Als nemlich da er vnſere erſie Elternvm̃ hres vngehorſamns wil⸗ . in alle muhſeligkeyt verſioſſet vñin Adã vnd Eua— tze menſchlich Geſchlaͤcht verdamiet: Gent. Ro.. Cain vm̃ ſeines— willẽ verfluchet/ vñ jhm eyn ſolchen ſchrecken vñ grewel 0 chnem jeden rauſchendẽ blat fochten mußt· Gen z. Daer die gante„ gen jhꝛer Sundẽ biß auffacht Menſchẽ durchdie 6 cket· Gen.. Daer vber Sodoma vñ Gomorꝛa Feivꝛ vñ Schweſel võ himelreg nen laßt/ vnd ſie ſambt anderen Statten gantz vertilget Geny· Daſich die Er⸗ de vnter Koꝛah/ Dathan/ Abiram vnd der gantzen auffrhůriſchẽ Rott auffthut als eyn gnaͤdiger vñ 2 keyt. Vorꝛede. vnd das Ferwꝛ ſonſt auß der gemeyn ioo. vmb jhier widerſpanſigkeytwilen auffeynmal erſchꝛoͤcklicher weiß verzehꝛet/ Numer.6. Item da die Juden pii ih⸗ re Koͤnige offtermals durch die Aſſyriſche vnd Babiloniſche Koͤnige bekrieget gepluͤndert/ vnd auß jhꝛem eygenen Land/ ins elend langwirige gefäͤngniß vnd ſchwere dienſtbarkeyt weggefuhtet woꝛden ſeind·. Reg..6. 2. Paralip83 1 Reg.4.2. 2. Paral z6. Jere. z6. Vnd liſet man dergleichen Exempel des Götil⸗ chen zorns wider die boßhafftigẽ in heyliger Schufft noch vilandere mehꝛ welche Zerſtsrar Jernſete an diſem vꝛt nit alle zuerzehlen ſeind. Doch findet man kaum eyngrewlicher vnd Er nel Gottucher ſchꝛecklcher Exempel der Goͤttlichen rach wider die ſünde denn die Hiſtonbon endlicher zerſiꝛung der Statt Jeruſalem/ vnd des Jůdiſchen Lands da Gotr gleichſam auff eyn mal ſeinen zoen vber das gantze Juͤdiſche Volck außſchůttet. gar alleplagen hauffenweiß vber ſie ſchicket/ vñ den garauß mitjhnẽ ſpilet. Dann nach dem ſie eyn lange zeit groſſe anſtoß von den Roͤmiſchen Land⸗ pflegern erduldet vndzum offtermal ſchwere niderlagen zu Geſarea/ Scythopo⸗ li Alerandꝛia/ Damaſoo/ vnd anders woherlitten ſeind jhnen die Roͤmerendlich mit eynem maͤchtigen Kriegsuolck gar ins Land gefallen /haben anfůͤnglich Ga⸗ lileam/ darnach auch Judeam mit Krieg angriffen/ gepluͤndert/ verherget vñzu letzt auch die Statt Jeruſalẽ mit allem gewalt belaͤgert/ miteyner Wagenbung vmbgeben/ vnd nit nachgelaſſen/ biß ſie dieſelbigen erſtigen/ verbꝛennet vnd auf den boden geſchleyffet haben/ wie jhnen ſolches alles der Sohn Gottes Luc 9. zuuoꝛpꝛopheceiet vnd geweiſſaget hatte. Nuhhatte ſich maͤñiglich ʒuerinnernwe Zeſzweruc beſchwerlich der Oberherꝛen geitz zwang vnd Tyrannei ſeieſauch was gefahꝛ vñ Zege⸗ ſchaden Kriegẽ mitſich bunge/ woh gleich noch hoffnung des Sigs vothandẽ ſſ. Sintemal dadurch auffeynmal alle gute ʒucht Geſatz vñ Religion zu grundge⸗ hen. Da wird das Land durch raub/ bꝛand/ vñ andere zufaͤll verwůͤſtet an allem notturfftigem vorꝛath eroͤſet/ an der nahꝛung erſchopffet vnnd in hochſteamut gebꝛacht. Ich geſchweige jetzund des andern vnraths vnd jam̃ers/ ſchmach vnd ſchand/ ſo Weibern/ vñ Kindern/ jungen vñ alten Leuthen gemeyniglich darauß Gevaunge wier erwachſſet. Es iſt aber auch den Juden diſer Krieg ſovil deß beſchwerlicher ge⸗ F6 weſen dieweil ſie nit mit ſchlechten vnnd vngeuͤbten Kriegsleuthen ſondern mit den maͤchtigſten Roͤmern/ welche in den Hiſtonen Rerum Domini, Herender Welt) von wegen jhꝛer mannligkeyt vnd ritterlichen thaten genennet werden. xußupr vßnente, Im fall aber gleich noch hoffnung des Sigs beijhnen geweſen ſowar doch rt ven duver daß das aller boſeſte in diſer ſach/ daß ſie ſelher nit eynig mit eynander warenbnd hnen mit meutereien vnd empoᷣꝛungen den groſten abbuuchnd ſchaden zufůg⸗ ten. Vnd wiewolſichauch voꝛ der belaͤgerung groſſefeindſchafft vñ vyranin Tyranniſche Ober⸗ ter den gewaltigſtẽ in der Statterhaltẽ/ dieweil jeder der voꝛderſie begertzuſin ſo entſtunden dochfuͤrnemlichin waͤrender belaͤgerung dꝛeierleipartheienvñto ten/ Eleazarus ſambt den trotzigen Zeloten/ die den Burgern ſeht feind waren hatte den Tempel inn/ Johannes der anfaͤnger alles vnglůcks/ hielteſich ſmbt ſeinen angehoͤꝛigen in der vnter Statt · Simon aber hatte die Oberſtattiñ ſut 20000 Jdumeern/ welche die Statt voꝛ der Zeloten mutwillen zuſchutzen ſo dert waren aber derſelbigen der groſie vberlaſt waren. Diſe rotten griffen i . Nmun bahe Mitd ſtte rabent whegrab rgeſt gefalle ſigenmer dwrerdenb finmn nſund 2 tvo hrrti iherweßi nzufn Voriede. tandbndmoedauffeynander an bndecB 7 1 erz nanb op— 6 in der S 2 ſori raf. ſen ſie ehnander felber auff vñ machten dẽ Feind voꝛ nbenvnd fraſ⸗ welcher auch diſer gelegenheyt war ſem vngluͤck fil gerſe— heyl gebꝛaucht hat. hoͤꝛten vnd vnmen ſch ichent— 3 Hungers nu. Lepflantzte ieb; viſchen Eltern vnd Kindernn uffgehaben hat. Vmbeynkleynes bge bndden reund eynander biß t ehnes bißlein bꝛots doꝛff⸗ uß dẽ mund reiſſen. Etliche habẽ fůr groſfem hun ger Haw Min peiſt wider lir den gefundẽ auch ſonſt undere bnnaturlche ding Vemen võ den Saͤtlen /dʒ Lader von den Schilten abgenaget eſen lich uſagen vnd zuſchreiben i hat eyn edle Frawjhꝛ cgenungte Kn Fittdiſerpla iiucenregeknechtenabſcheuſcher waß ſürgeſhet 8 diſer p 49 iſt auch eyn greiwliches ſterben mit eingeriſſen/ vnd hat der⸗ Sina. aſelvberhand gewonnen daßman die todtt von der mengemegennichtalle hat begraben koͤnnen/ ſonder nur vber die Mavꝛeninden Stattgrabẽ geſtuͤrtzt pn grabenharligen laſſen wohjeder ſebernider gefallen iſt. Dauon denn ehn böſer geftanck vnd vergiffter Lufftentſtandẽ welcher die Leuth die voꝛhin gar außgehlngert warẽ/ vollends hingericht/ daß ſie vo: ohnmacht ploͤtzlich vbereyn ander gefallen ſeind vndehe den Geyſ auffgebenhaben/ deñ ſie ſhrem vohaben nach dir jehuigen ſo ſchon allbereyt verſtoꝛben waren/ begraben mochten. Aſo iſi auch der fluch vber ſi ergangen/ den Getinſonderheyt den boß⸗ e hafftigen menſchen dꝛawet/ daß ſie nit nach altem vnnd löblichem bꝛauch chelich zu der erden beſttiget ſonder wie eyn ander tod Aß auffden Schelmenwaſenge⸗ woꝛffen woꝛdẽ/ oder ſonſt vnterm freien Him̃el vnd in jhꝛen Haͤuſern vnbegrabe blben ſeind. Bei den Leichen wurde nit groſſe klag gehöret auch nit vilnaſſer Au gen geſehen. Dann jedermann were gern zum erſten geſtoꝛben/ vnd mißgoͤnnet de ſo tod voꝛ jhm lag dz glůck/ welches jhm durch denzeitige tod widerfahrẽ war. Ihrer vil verſtolen ſich heymlich auß der Statt vñ lieffen den Roͤmern fuͤr⸗ ſetzlicher weiß in die Haͤnde/ verhofften entweder mitleiden bei jhꝛen vffenlchen Feinden zufindẽ/ die ſie beijhꝛen Freunden nit hoffen doꝛfften oder je zum wenig⸗ ſien dem Lod entgegen zulauffen/ vnd jhꝛleben/ das jhnen vil beſchwerlicher war/ denn der Lod/ durch der Feind gewaltſame hand abzukuͤrtzen vnd zuenden. Vnd wiewol Titus ſonſt in andern faͤllen zu barmhertzigkeyt genengt/ ließ er doch der flaͤchtigen vil an die Creutz ſchlahen/ vnd auffs aller grewlichſt martern/ den an⸗ dern in der Statt hiemit deſto groͤſſern ſchꝛecken einzujagen/ vnnd ſiezuuermoͤ⸗ gen daſt ſie jhm die Statt ohn laͤngern verzug auffgeben. N1ach langwiriger belaͤgerung vnd vilſaltigem ſtuͤrmen/ welche manchen veazunedeere ßoltzen mañ gekoſtet haben iſtendlich der Tempel den 10 tag Augſtmonats/ vnd funnd vet ⸗ toltzen mañ gekoſtet haben/ iſtendlich der Lempel den o tag Augſ bald hernach den s Herbſtmonats die Statt Jeruſalẽ von den Roͤmern gewon —. nen geplundert/ verbꝛennet vnd auff den bodengeſchleyfftt yn gewonien ſpil Vorꝛede. ewen Gefarg, vñ Einwohner jung vñ alt Man vñ Weib entwedero ſchlagen oder je gefangen/ vnd zu groſſem ſpott vñ leiden beh Zitus hat ſie leibeygen gemacht/ wie die Hunde zuſam̃en getuppelt gehn Alerandꝛiam vnd in den Iſihmum/ zu ewiger dienſtbarkeytv beyt verſchicket/ zum theyl in groſſer anzahl/ wie eyn herd Vich/ ga kaufft/ vnd hin vñ wider im Roͤmiſchen Reichzu offenlichen Schawſpi gepꝛaͤngen außgetheylet da ſie mit den wilden Thieren haben kaͤmpffen/ ben ſchaͤndlich vnd jaͤmmerlich daruber laſſen můſſen. Alſo daß wenig derſelbigen zeit vberbliben ſeind/ vnd welche ſchon auß ſonderlichemrath Gottes jn nach ſo vilfaͤltigen plagen/ mit dem leben daruon kom̃en Lands vnd Regiments entſetzet/ vñ wider in alle Laͤnde den zerſtrewet woꝛden/ koͤnen noch heutiges tags vñ auffkeynen grunen Zweig kommen /ſonder muͤſſen allen Voͤlckern zum Specta⸗ ckel vnd warnung im elend ohn Tempel/ Gottes dienſt Polirej vñ Regimentjhe Leben trawaiglich ſchlieſſen. Ja es ſcheinet jhnen noch heutiges tages derfuch Gottes auß den augen. Dann gleich wie Gott dem Brudermoͤꝛder Caineyn zeychen angemacht hatte/ dabei jedermann den verfluchten menſchen ertennen konte/alſo ſeind auch die Juden/ ſo nochhin vnd wider in der Weltwohnen/ auß gerechtem Gottes vꝛtheyl an jhꝛem Leib vnnd Angeſicht dermaſſen gezeychnet! daß man ſie fuͤr andern Chꝛiſten menſchen wol kennen vnd vnterſcheyden kan. ge plagen hat ſie auch der fluch Gottes troffen/ dauon Mo⸗ ſagt: Der Her: wird dich ſchlagen mit wahnſinn/ blindheytund ertzens/ du wirſt tappen im mittag wie eyn blinder tappetim tunckeln v vnd wirſt auffdeinem weg keyn gluͤckhaben. Dann ſie ſeind auß gerechtem Got⸗ olche blindheyt vnd vnſinnigkeyt gerathen/ daß ſie nitmehꝛgewůßt noch verſtanden/ was zu jhꝛem friden dienete/ Luc.i. weißheyt verſtigen vnd vberbuͤrtzelt derben geſtuͤrtzet/ ja eben damit ſachen am beſten gedachten ʒu helffen. Es wer auch wolzu wuͤnſchen/ zeitlichen vnd leiblichen ſtraffen/ lich ſeind/ erwunden vñ bliben w helliſchen fewꝛbuͤſſen/ vnd ewi vnd der Herꝛ Chꝛiſtus ſelber ſ * der gleichniß vom Weinberg Eſa. * nem Weinberg thuẽ will ſein Wa „ werde vñ ſein Zaun ſoll zerꝛiſſen w „ ligen laſſen/ daß er nit „drauff wachſſen „ſtraff deutet Chriſtus Matt „ euch genom̃en/ vñ den „ auff diſen Steyn falle „zermalmẽ. Daß hn allegnad jaͤm̃erlicher⸗ orden. Dañ vñzumtheyl ndgrober ar⸗ Hohn vnnd ſeind doch jhꝛes eygenen rauff dem gantz Erdbo⸗ zu ewigen zeiten nĩermehꝛ Blndhept vnd ver⸗ Bber alle voꝛi ſes Deuter.8. „raſen des h „ kes zorn inj ſonder haben ſichinjhꝛer vnd wie eyn blindes Roß/ in gewiſſes ver⸗ ſich am aller meyſten vertuͤrtzt/ dadurch ſi jhꝛen Pwige verdamniß. vnd den Juden zugoͤnnen/ daß es beidiſen die doch an jhnẽ ſelber allzuſchwer vnd erſchtock⸗ ere/ vnd ſie nit auch darzu nochjhꝛ ſuͤndein dem gverdam̃t ſein muͤſſen/ wie jhnen die HProphete ſeinen Apoſiein lang zuuoꝛ gedꝛawethat In ʒ ſagt Gott· Ich wileuchzeygen/ was ich me⸗ dſoll weg genom̃en werden daßer verwuͤſet erdẽ daß er zertrennet werde/ ich wil hnwiſ ſonder Diſteln vñ Dant Wolcken gebieten/ daß ſie nit drauffregnen. Diſ hmit diſen worten: Das Reich Gottes wird bon Heyden gegeben werden die ſeine Frucht bringen/ vñwer t der wird zerſchellen /auff welchener aber fallet denwidet meynet auch Oſeas. cap. daer der Jůdiſchen Synagog g0 geſchnitten noch gehackt werde vnd wil den ena tſche wſon abgeſt nawſen hwertbis bujuntz Afehöt ihntauh vagemi utin⸗ Vorꝛede. cket· Ihꝛ ſeidt nit mein Volch alle Propheceien altes vndn annemung der Heyden. woꝛffen vñ verſtoſſen vnd 1o.cap. Soiſt es doch ſehr erſchr heutiges tags beiſolchem hellen Liecht ſo ſch — ben/ Tauff vñ gehoꝛſam zuuermögen vñ zubekehren h verſiockung an den Indẽ der. ſpuͤret vñ geſtrafft hat vñ ſpricht der. Geyſt ſprochen. Gehe hin zu nit verſtehen/ vñ mit au Volcks iſt verſtocket vnd ſie hoͤꝛen ſchwerlich mit ohꝛen/ vndſchlum̃ern mitjhren« nhjun augen/ auff das ſie nicht dermalen eyns ſehen mitden augen/ vnd hoꝛen mitden ⸗ ohten vnd verſtaͤndig werden im hertzen/ vnd ſich bete ren/ daß ich jhnen hůlffe ⸗ Derhalben iſt gewißlich keyn grewlicher vñ aſhrhennne „ Gottes jemals auff Erden vnter den menſchẽfuͤrgangẽ/ deñeben die zerſtoͤrung der Statt Jeruſalẽ/ vnd des gantzen Judiſchẽ lands wir auchder Her: Ghꝛiſius ſelber zeugniß gibt Matt. 4 daer võ diſer ſtraff Prophereiet: Es wird als dann e ehn groß truͤbſal werdẽ als nit geweſe iſt võ anfang der Welt bißher/ vñals auch ⸗ nit werden wird/ete. Dannes iſt hie nit vmb etliche eyntzige perſonen/ vnd wenig ⸗ Geſchlaͤchter oder Staͤtte zuthuẽ ſondern es trifft dʒ gantze Jůdiſche Land ſam̃t mumn allen Einwohnern/ Mañ vnd Weib/ jung vnd altreichvndarmedel vñvnedel ohn vnterſcheyd eynen wie den andern. Es hat auch Gott in diſem ſeinem ʒoꝛn de Juden/ ſo nuh mehr zu der ſraff allzuzeitig woꝛden nit ſovilzu lieb vnd dienſi ge⸗ chan daß er ſie nur durch cynerleyplag vñploͤtzlich hingerichtet hette wieetwañ vomals geſchehẽ daer die vbertretter entweder durch eyn ſchnelles Fewꝛ verbꝛẽ⸗ net in groſſem gewaͤſſer ertrencket/ durch Erdbidẽ verſencket/ vñ durch der Feind Schwert vñ Geſchoß in eynẽ augẽblick gefellet hat ſonder hat jhnẽ als die beſſers nit verdienet zu mehꝛer ſraff auff vil weg vnd aller ley plagen hart zugeſctzet vnd nit auffgehoͤꝛet /biß er ſie allgemach gantz vñgar auffgeriben vñ vertilget hat. Es v, beruͤhret auch diſe ſtraff nit alleyn die Juden ſo damals gelebt vñ dz Bad haben außtragẽ muſſen /ſonder ſie reychet auchauffalle jhꝛe Kinder vñ Kindskinder die noch nit geboꝛẽ geweſen/ vnd hat nochauff den heutigen tag keyn end. Dañ jh ge u fůngniß vnd dienſtbarkeyt iſt nit wie voꝛmals auff eyn gewiſſe ʒeit vñ anzahl der r geſtellet ſonder ſie ſamt allen jhre Nachkomnẽ ſo vil derſelbige vberblbra⸗ . dern Voͤlckern darüter ſiezerſtrewet ſeind ʒů zeyche ihꝛ lebenlãg/ vñ alldieweil die Weltſiehet vñdz am aller beſchwerl u ſowerdt ſie darumb nochin abgrund der hellẽ ſchwitzen breñen ve e. Was mag aber wol die vrſach ſolches groſſen ernſts vnd ʒoꝛns geweſen ſein/ wrn; der zrßonh „Jeruſalem. t haben ſi e zeitliche vñ ewi b Gott verdienet vnd be⸗ vñ woh mit haben ſie wol die zeitliche vñ ewige ſtraff vm ehnb jhnẽ der Sohn Gottes Luc.ig. mit weynendẽ augenan/ vñ ſch F ine Feinde werdt vm̃ dich vñdeine ⸗ ßyricht. Es wird die zeit vber dich kom̃en daß deine Feinde werdẽv Vorꝛede. »Kinder mit dir eyn Wagenburg ſchlagen! dich belaͤgern/ vñ an allenoꝛtenang⸗ „ſten/ vñ werden dich ſchleyffen/ vñ keynen Steyn auffdem andern laſſen darumb „daß du niterkennet haſi die ʒeit darinn du heymgeſucht biſt. Die ʒeit der heymſu⸗ chung iſt wañ ſich Gott eynem Lande oder Volck auß ſonderlicher Lieb vñtrew offenbaret alle Leibliche vnd Himmliſche gutthaten durchſein Woꝛt vnd Sar⸗ ment anbeutet vnd beydes an Leib vnd Seel begeret ſelig zumachen. Diſe ſon⸗ derliche gnad hatte Gott den Judẽ aucherzeyget/ da er ſie zuſeinem eygen Volc erwehlet/ mit eyner wolgeoꝛdnetẽ Policei gefaſſet mit dẽ Tempel/ Geſatzen Pꝛie⸗ ſtern vnd Propheten verſehen/ vnd die Statt Jeruſalem/ als eyn gemeyne hohe Schul mitten in die Welt geſetzt/ vnd fur allen Feinden herumb wunderbarlich beſchutzet vnd beſchirmet. Auch ʒu eynem ſonderlichen ruhm vñvortheyldenwah ren Meſſiam vñ Heyland der Welt auß jhnen laſſen geboꝛen werden welcher ſich auch fuͤrnemlich vnter jhnen mit Predigen vñ Wunderwercken geoffenbaret oñ das Opffer fur die Suͤnde des gantzẽ Menſchlichen Geſchlaͤchts vollbrachthat. Es habẽ aber die Judẽ mehꝛerntheyls diſe gnadẽreiche heymſuchũg Gottes we⸗ der erkennet noch zu jhꝛem Heyl gebꝛaucht/ ſonder Chꝛiſtũ den Sohn Gottes vñ Mittler zwiſchen Gott vnd vns Menſchen verwoꝛffen/ ſein Lehr vnd Wunder⸗ werck gelaͤſtert/ die Pꝛopheten vnd Apoſtel ja Chriſtũ den Hertzogen des Lebens ſelber getoͤdet/ vnd ſich alſo der gnaden Gottes vnwirdig gemacht. Welches ſh⸗ „ nen auch Chꝛiſtus Matth. 3. ernſtlich verweiſet: Jeruſalem Jeruſalẽ die dutö⸗ „ deſt die Pꝛopheten/ vnnd ſteynigeſt die zu dir geſandt ſeind/ wie offt hab ich deine „Kinder verſamlen woͤllen/ wie eyn Gluckhenne jhꝛe jungen Kuchlein vnter ſhre „Fluͤgel verſamlet/ vnd jhr habt nit gewoͤllet. Sihe ewer Hauß ſolleuchwüſt ge⸗ „laſſen werden. Vber ſolche jhre vnbußfaͤrtigkeyt vnd vndanckbarkeyt klaget auch der Apoſtel Paulus vñ Barnabas Act.iʒ. Euch mußte zu erſt das Reich Got⸗ „tes geſagt werdẽ nuh jhꝛ es aber võeuchſtoſſet/ vñ achtet euch ſelbs nit werd des „eiwigen Lebens ſihe ſo wenden wir vns zu den Heyden. Das iſt die rechte Haubt⸗ vrſach alles diſes jam̃ers vnd elends geweſen. Dann ob wol die Juden mit vilen andern Suͤnden behafftet geweſen/ damit ſie Gottes zom vnd ſtraff auffſichge⸗ laden haben ſo kan doch Gott keyne Suͤnde weniger leiden oder vngeſwafft hin⸗ gehen laſſen/ als eben den vnglauben vñ verachtung ſeines gnadenreichen Euan⸗ geiij welche auch eyn reiche vnd ſiarcke quell aller anderen Suͤndeniſt. Nuh kan niemand vnter allen Menſchen ſagen/ daß dem Jůdiſchen Volt zu kurtz oder vnrecht geſchehen ſeie/ ſondern jedermann muß bekennen daßſhnen eben recht vñ anders nicht/ denn ſie ſelbs gewoͤllt auß gerechtem Gottes vrcheyl nach jhrẽ verdienſt ſeie gelohnet woꝛden. Dann es iſt jhnen begegnet wie dero »Pſal ſagt er wolte den Fluch habẽ der wird ihm auch kom̃en/ er wolte den Sige „ nit/ ſowirder auch vern von jhmn bleiben/ vnd zog an den Fluch/ wie ſein Hembt⸗ »vnd iſt in ſein inwendiges gangen/ wie Waſſer/ vñ wie ðle in ſein Gebeyn ſowe⸗ „de er jhm wie eyn Kleyd/ daß er anhabe/ vnd wie eyn Guͤrtel/ daer ſich allwegen mit gůͤrte. Sie wolten die ʒeit der gnaͤdigen heymſuchung Gottes zujhem niterkennen ſo ſuchet ſie Gott in ſenem Zoꝛn ʒu jhꝛem verderben heym Sitwl ten Chꝛiſtum nit zu jhꝛem Koͤnig habẽ Matth. Joan 0. der ſie von* 1 zuft ſijn mmn ſrl u6i behn ilten wochö ſunjrt Blllch nnit icht (swin lanlin Meniför cherfo etnde unnen Mats idenmſt uenen us Ron iurſchon undden x 5 uau 6 1 eg ihde re gette kin ſ lde ucht X fels gew orzede. Teuffels mar rlöſen daru ede. Menſchen müſende Surenbtne ſembn Auſſen derhalbenin dn Srdenh rKoͤngteich Xnfukſten zwiſch ond blei denzwiſchen G(iben ner der vn ott vñ den ongnad Got bt⸗ den Heri Moͤrde„„ des Lebens woden geben/ creutzigen 30 vn ie verkauff im iſt jhne m S b eynen Silb ten Chniſtũ Senuenrpue onbzo Siterue höten no ne H. Propl chwere erln horen noch diewa opheten/ Chu vnd ewige di gderwegen hnen Gott rheytzuj iſtũ vnd ſei ienſtharke nhenw zujh ſein rt d enene Prhentn rortutwne⸗ den Billt hum̃en geſtaͤl vñ verfů emen /ſoltes her beſſer orden. Bllliek geſtaͤrcket vñ i uͤhꝛer gn denne rungm Diener! hwerdẽ die ſoſi et vñ inv ugzuſchick eyn wunder ten er/nit kehꝛen eſo ſich an di erderben Lei cket durch er ſein daß eerführet A hren wollẽ /d ndie warhafft daß verfuͤhꝛet. Alſor urchl afftigen W Pilatn Ri lſomußted lugenhaffti und Sgeſtur ichterſi zvnſchuldige S fftige vñ betri derwerck Chn tzet wor⸗ esw ul auffſich lude ige Blut Chꝛ etrieglic riſtivñ ſei ſie alleynl welches ẽgeblendet vñ eſen ſerE iſe erſchro Ihe Ri ſie all etvñ der dzauc vñ erfahꝛẽ wi chrockliche Geſcl ndern ſch llzu freuenlich derdzauchw hr/ wie es de kliche Geſchich ſchwerlich ilich voꝛ piegele an der vert den voꝛ vil hñ rum beſchꝛi* verdẽ. ſeie wohm ygenlich abnem̃ ſoſſenẽ Judẽ ſi hüdert Jateera ibẽ daß wi yi nG vabneme udẽ ſtatt kom̃ Je ergangẽ wir Was a wind ſchl an Gottes W nwzes für ey kom̃en ſeindg ngẽ ſeie/ ſon⸗ iu anß der zerſtz N aget/ di bpꝛt vera uͤr eyn ſchw ſeindaußdi ſon⸗ ier, ſe tzen am ie angebott chtet /all were er diſem lebe nen. z dun pnn im̃t/ſonder i ottene le trewe warnñ nverdamliche S eben ſen verh ¹ nder in v gnade Gottes ni arnũg der Ki ſche St 1 erharꝛet D nbußfaͤrti tes nit erkeñet ber Kirchendi unde zoen lerns fö arnach dz wi igẽ Leben/ Su rkenet noch lener ind ernſöe nachdz wir vns auch uͤnden vnd mitdanckbarẽ aiuſen eeh nun 6 liche vnd ewi rachten/ vñ hiſtü den 6 nvnñ ſtren iſ⸗ lich zumach ige St ñ alſo durch zeiti Gnadenſtule gen Gottes zumachen Di raffen abiwe zeitige B ſtul ergreiff habenhat Dieweil Gott venden. Dam Buſt vnd bet greiffen/ nach wille derma jergend eyn V diſche Volck/ wel aben je die re 9 beydes m e dnPoauſeep hoͤher aulus Ro gewißlich ni eer auch vnſe aoch vm̃j„ on er⸗ m.n. Sei nit ſi it verſc r/wani wir in heer Suͤnde genit verſch Sei nitſtol honen. Dah ir in gleich en onet daßer v tz ſonder foꝛc aher verma en Eund gute vnd den ern aßer villeichtdei foͤꝛchte dic ahnet auch en en ernſt Gotte icht deine chſhat Goti der Apoſi dirſod nſi Gottes er auch nit verſ ottder naturli boſiel 3 u auch an der gů den ernſta it verſchone. D atuͤrlichẽ Zwei „ Deri der gůte bleibeſt ndenen/ die gefaller arumb ſchai— unchderſihe ne e ſeerſee⸗ ſaitlich der ſach Herꝛen vndF rſi du auch abgeha ie gůte aber an hatja der g en wol warnem̃e reundſwer bgehaiwenw getr emen ees wahrlich ho erden. och b niger als di— dloſen gů zig wurden. F Gottes ſ hbegnadet vñ reicht ls die Iudẽ mit al te vnd Barmhert— e 6 e Antichꝛiſtiſchẽ— ch vberſchůttet. D leriey leiblichen vñ&— tauch S t„ 4 der erkañ 8 jrꝛthumẽ entledi Vañ er vns nit zeyſilicht Ga⸗ tzet. Erh ſitniß Chuſti erleuck iget ſonder auch: talleyn võ den Heydni „ hat vns. terleuchtet/ vñ. uch mit ein C eydni⸗ achcnhnuche— ge Oberteyrbeſheret gebfin vnter welcher ſchul ſchutz vñ ſchirm wie er bißher gutẽ Friden gehabt/ vñ vnſere nahrung mit vnſern Weibern vñ Kindern ruͤhilich genoſſen haben. So gehet vns auchdurch Got⸗ tes gnad an guten Oꝛdnungen Gericht vñ Recht geſundẽ Lufft Fruchtbarkeyt des Lands nichts ab/ ſonder ſeind mit allẽ denẽ ſtucken wol verſehen die zubeſel⸗ lung der Kirchẽ Rathauß vñ haußhaltũg notiwẽdig ſeind. Vñ magmit Wahr⸗ heyt võ vns geſagt werden/ wie Eſa.j võ den Judẽ ſagt: Mein lieber Sohn hat eynen Weinberg an eynẽ fetten vꝛt/ vñ er hat jhn verzaͤunet/ vñ mit eyner Maurẽ verwahret/ vñedle Reben darein geſencket/ er bawet auch eynẽ Thurn darein/ vñ grub eyne Kelter darein/ vñ wartet biß er Trauben braͤchte. Daher ſolte nuh bei vns aucheyn ſchuldiger gehoꝛſam/ Chriſtliches Leben/ wahte danckbarkeytvñ al⸗ lerley gute Fruͤchten vnſers Chrꝛiſtenthum̃s võ rechts wegen volgẽ· Aber da will es noch allenthalben fehlen/ vnd miergend recht von ſtatten gehẽ. Eben der Wein⸗ berg/ den Gott ſelber mit groſſer muͤhe vnd arbeyt gepflantzet/ vñ mit dẽ Blutſei⸗ nes eyngebomẽ Sohns JeſuChriſti beduͤnget vñ auff dz fleiſſigſt vmbgꝛabẽ hat⸗ der meynung er ſolte gute Trauben/ vñ eynen wolgeſchmacktẽ Wein bungẽ tra⸗ get aller erſt wilde vñ vnzeytige Hewꝛling oder Wintertrollen. Das iſt leyder all⸗ zu wahr/ vñ ſo augenſcheinlich/ daß es nit vil beweiſens darff wer es nitſehẽ wil der mag es greiffen. Dañ da befinden ſich noch wider die erſte Tafel der H Zehen Gebott /groſſe ſicherheyt/ innerliche vñ euſſerliche Abgoͤtterej Fluchen/ Schwe⸗ ren/ Gotteslaͤſterung/ Verachtung des Wons Gottes/ vñ ſeiner H. Satramen⸗ ten/ Setten vñ Rotten der alten vñ newẽ Papiſten/ Widertaͤuffer/ Sarrament⸗ ſchwermer /Teuffelsbeſchwererer. Die ſich nicht ſteiff an die Regel Gottliches Woꝛts— ſonder vil mehr jhrem eygenen Kopff vnd des Teuffels eingeben eßgleichẽ wider die ander Tafel/ vngehoꝛſam gegen dẽ vorgeſetzten O⸗ berherꝛen Haß Feindſchafft Moꝛd vñ Todſchlaͤg/ Ehebꝛuch/ Hurerej vndaller⸗ ley vnzucht vberfluß in eſſen vndtrincken/ vppigkeyt in kleydern/ Vntrew Geitz Wucher/ Betrug in kauffen vñ verkauffen/ Meyneyd Falſchzeugniß Verum̃⸗ dung vndallerhand vnoꝛdenliche luſt vñ begirde/ die wir wiſſen võ Gottberbot⸗ ten/ vñ vnſerm beruff gantz vngemaß ſein/ dadurch auch Gott zůhochſienerzör⸗ jr Suaffen Sottes· net/ vñzuſtraff beweget wird. Jawir ſehen fůr augen weychliget vñ Gutt todlich Geſchoß die beſſerung nit bald volget. Zu de fen vber vns ergangen ſeindq Kelte vnd Him̃elgefrůͤſte/ groſſe Sewaͤſſer ſchadlicheKrieg Gemeyne Saͤnden⸗ volgen. nd Weiſchen La Bluts vergeuſſet/ vnd den laſſet ſich allenthalbẽ anſe chen/ oder je eyn gemeyne kehrung zu Gott habe/ Gott in die Ruten falle/ Porꝛede. dadurch Glauben an Chriſtum mit jhm verſoͤhne/ vnd verner nach ſeinem Woꝛ len vnſtraͤfflich leb e. 1 toñw D daß die Rute ſchoninder 6 auffgelegt hat/ vnd dꝛaͤwetzuſchieſſen woh daß ſchon allbereytin wenig Jaren bilſra⸗ als Peſtilentz langwirige Thewmungen grauſume Reben vñ Baͤume zu grund gangen Hgel ſchwere veruolgung der Chriſten in etſchen nden groſſe niderlagẽ fur den Tuͤrcken/ welcher vil Chiſtiches Chniſten eyn Veſtung nach der andern abtringi n bet grojſe ſtraff vber ſie gehen laſſen. Daher kan vn vns jetz vnd hinſort nichts friſten/ denn eyn—— ern— Buß bndbe⸗ da jedermann hertzlich reiw vñ leyd vber die begangene Suͤnde die woluerdiente ſtraff abbitte/ ſich durch wahren il⸗ amit d niu t nfi j niſt nöeſt e ſun gllen ar n Ee eſchich dn des G chtgenſa —— 1 — — — — — — — — — ——— — — — —== 6—— —— ſuc nen lebendigen Sprghenhenn— bnerdi der die vnbußſertigen erkennen/ vñan der Judenſch en Judẽ ſan v fürtreffliche vnd Shriſtche Geſchichtſchreider Egeſi diegan hat der g verfaſſet/ vñ in fuͤnff Buͤchern kurtzlich begriffen oſephus in ſeinen ſiben Büchern vom Judiſchen Krieg— der derlänge nachbeſchribenhat. Dann er wider⸗ nder Machabeer zeit her/ da die Bibliſche Hiſivꝛi Wet, hinauß biß auff die letzte gerſtörung des ganzen Ju⸗ niungi nLands vnd ſonderlich der weitberuhmten Statt Jeruſalem. Darncden rrzchlet er auchdie rechte vrſachen/ vmb welcher willen dʒ ʒůdiſche Volck ſodoch für allen andern Völckern erwöhletſlieb vnd werthgeweſen damals ſogrewiich wolgeim von Gott geſtrafft/ die gewaltige Statt Jeruſalem/ der allerheyligſte Tempel dẽ W r hm ſelber zur wohnungbeſtimmet ſambtallen jhren ſchoͤnſienʒierden verher⸗ get/ vnd verbrennetwoꝛden /weiche vrſachen Joſephus gaͤntzlich verſchweiget vñ di halßſtarꝛigen Juden für blindheytweder verſtehen/ nochglauben woͤllen oder können. Es ſireichet vnſer Egeſippus als eyn Chriſ auch die Lehr Wunder⸗ werck Creutz/ Lod/ vnd aufferſichung Chriſii vnd ſeiner H. Apoſtel marter/ ja onſer gantzes Chriſtenthumb vil eiſſiger vnd gruͤndlicher herauß denn jergend eyn Geſchichtſchreiber derſelbigen zeit geſchweige dann Joſephus/ welcher noch en Jud vnd dem Chriſtlichen Glau en etwas vngewaͤgen geweſen. Dannob er wol des Chriſtenthumbs glimpflich gnug gedencket/ ſo iſt doch nit alleyn zu⸗ n nermuten /ſonder auch augenſcheinlich zubeweiſen/ daßer entweder auß vergeß⸗ S ligkeyt oder furſetzlicher weiß vil mehr vberhupffet/ als ſich wol in eyner ſolchen wun wichtigen ſach geburet hette. Diſen mangelklaget Egeſippus bald im eingang n ſeiner Hiſtorien an jhm vnd beſchuldiget hn als ſolteer ſich mehr ʒierlicher wol⸗ denn redenheyt dennder Religion vnd warhent befliſſen haben/ vndob erwolmitten imn Krieg den Juden abgeſtanden/ ſo ſeie er doch jhres vnglaubens/ Abgotterej nd Gotteslaͤſterung theylhafftig bliben.*— Es hat aber vnſer Egeſippus leichtlich den rechten grund võ allen diſen ſa⸗ Srnaek chen wiſſen vnd ſchreibenkoͤnnen/ dieweil er ebenzu der zeit gelebt da noch alles in? ſiſcher Gedachtniß vndgewiſer erfahrunggeweſniſ. Euſchuus Ecre. b rapa. vnd Spzomenus ib.tapn. wie auch Hirronimus bezeugeneha⸗ be nicht ſonderlich lang nach der Apoſiel zeitgelebt. Epiphamus ſchreibenerſae n nter dem Bapſt Anitetogehn Rom kommnen vñdaſelbſt biß auff Eieucherum Senn den Tritten nach Aniceto verh artet. Euſebins ſagt er ſeie vnter dem Reyſer⸗ hunm Antonini Verjvmbeticher Seſchaftwilenzu Romananmn Dieweil deñ Egeſippus ſelber nhrſſgeweſtnale Shuſen— ſchꝛeibung mitgroſſem nitzleſen vñgebꝛauchen koͤſen/ hat michs v— daß ſeine Bucher nit ſo wol an den veutſchẽ als anden—— chen ſolten hab demnach allen from̃en Teutſchen in meinẽgeliebten Vatterlan zu gute ſolche auß dẽ Latein in vnſer gemeyne vñ Bucher vñ apttel mit bor hiſffeynes gutẽ Freunds verdolmetſchet alle vñ jede Büche geſczten Vrſachen diſer dedi⸗ 9rſetzten Summarien erleutertlzuall geſchehen/ nach Johan. Funttij vñ anderer Rechnung nebẽ net vnd mit Concoꝛdantzen alſo verglichen vñ zugericht daß mane ſioꝛi in dẽ Buͤchern der Machab.oder bei Joſepho weiter nachſu Diſemeine arbeyt aber ð. E. V. Heren vnd lieben Freundehabich Egᷓ E. W. vñeuch /fur allen anderen dedicieren vñ zuſchꝛeiben woͤllen leyn meynen geneygten willen gegen eynen E· W. Rath vndge ſchafft zu Reichenweiler erzeygete/ ſonder auch etlichen guthe baurſchafft herum̃ ja auch vilen Außlaͤndiſchen/ denen die Gedachtniß der lbli⸗ chen Statt vnd Heriſchafft Reichenweiler vmb viler vrſachen willen üehvñ an⸗ genem iſizu jhꝛer auffbawung vnd beſſerung dienete. leichtlich hoffen doͤꝛffen/ daß mein fleiß vnd arbeyt an je beſſer mochte angelegt werden/ deñeben an EFᷓ. E. W. Statt vñ Burgerſchafft da ichewer Rathauß neben andern kleynotern/ die zur ehr/ ʒierdvñ kurtzweil die⸗ nen/ auch mit dem Hertlichen vndedlen S ret befinde/ vñ darauß ſchlieſſe/ E. F. E. W dem H. Gottes Wort haben/ vnd werden auch di lieber leſen dieweil ſie eben an dem ortanfahet vnd knuͤpffet nicht alleyn das alte vnd neiwe Zeſtament zuſam̃en ſonder erklaret poſtel Schrifften in vilen ſtucken/ vnd ſitzt ſer⸗ die ſich biß auff die letzte Zerſtoꝛũg der Statt Je⸗ ruſalem /etc. das iſt biß auff das ꝛ Jar nach der Geburt Chꝛiſti vñ daruͤber getragen vnd verlauffen haben. Nach dem ich auch vor eym Jar den deu Joſephum vnter des Durchleuchtigen Hochgebornen Fuͤrſten vñ Herxn ren Friderichen Grauen zu Wirtenber ſchafft Reichenweiler hohen Oberkeyt habe außgehen laſſen/ wußte ich ſippum billicher zuſchreiben ſolte/ dennebendenen Kirchendiener vmb Nachbaurſchafft willen nach dienen ſchuldig bin/ bei welchen ic nd beſie zeugniß haben ſol[. Bitte demnach E. F. E. W. vnd jh vnd trewe wolmeynung in gutem auffne hette ich gemeyner Statt vñ Burgerſchafftin ſerm vnd mehrern willfahren koͤnnen auch der H. Euangeliſten vnd A ner darzu alle fuͤrneme Haͤndel maͤchtigen ewigen Gott vnſern den durch ſein Woꝛt vnd Saer lich verſamlen/ mit ſeinem H. regieren/ vnd biß an eynſelige naiweiler am neiwen Jarstag/ Anno M. Dienſtwilliger ede. urnemen Hiſtorien niemann/ dem ich mmen chatz der H. Bibel verſchenvndgezi⸗ muͤſſen eyn ſonderliche luſtnd lieh zu ſe beſchreibung Egeſtypideßo da das alte Teſtamentauffhore r wollen diſen meinen zimlichen fleiß vndzum beſten verſiehen· Dañ diſer loblichen Heriſchafftingroſ wolte ich mich keynes wegs geſparetho⸗ vndeuch dienſtlich beuehlen/ vnd bitte den Al⸗ Himmliſchen Vatter/ er woͤllejhmindiſnLn⸗ ament zu diſen letzten zeiten eyn Kirchen gnůͤdis⸗ j Geyſtin wahꝛem Glauben/ vnd rechtemgehoſam send— WConradus Lautenbach⸗ ynſedicht Ht damitich nital⸗ meyner Burger⸗ rtzigen in der Nach⸗ Zu dem habichauchnicht rgend eynem andern oꝛt zu⸗ tſchen g vnd Mimpelgart)etc. Auch diſer Her⸗ vnſers gnedigen Herꝛen/ ſchutz vñſchirm diſen meinen Teutſchen Ege⸗ welchen ich diſer Heriſchufft meinem beſten vermoͤgen zu⸗ hauch billich diſer meiner arbeytdas gewiſſſte mng! wjehgen die Jü viitſige ira dien bdwiet afdaßn throde epl, denreflchenon Gochberu Hochberuͤhmten keirchenſcribenten/bon Zerſto⸗ rung der Statt Jeruſalem WVoried. C hab die bier Bücher bondenſt⸗ nigen ſo der Heyligen Schriffteinuerleibt ſeind ſelbs auchkuͤrtzlich durchlauffen/ vndbiß auff die Juͤdiſche Gefaͤngniß der Statt Jerufalem zerſtörung vnd der N Babylonier Sig/ Hiſtvriſcher weiß beſchriben. So hat auchderfürtreffliche Geſchichtſchreiber Joſephus S —— were zu wunſchen daß er ſich der Reljgion vnd Warheyt ſo hoch befliſſen hette/ als er ſich bemhet den Sachen eygenlich nachzufoꝛſchen vnd ʒierlich ʒu reden. Dann erſich inn ſeinen eygenen Schrifften dieer vonder Judennider ſtraff geſtellet/ des Juͤdiſchen Meyneyds verdaͤchtig undihenlhaſſu nt ober ſich wol hres Kriegs entſchlagen iſt er doch von jhꝛer Abgötterej vnd Got⸗ teslaͤſterung keynes wegs abgeſtanden. Er hatzwar jhr elend klaͤglich beweynet/ doch die vrſach ſolches jammers nicht erkannt. Daher wir vns dennbefüſſen ſnn nit auß eygener vermeſſenheyt ſonder auß ſonderlicher anmuttung zuder Reli⸗ gion/ die Juͤdiſche Geſchicht von dem an/ da die Heylige Schrifftauffhoret/ et⸗. was fleiſſiger zuerwegen/ vnd gleichſam die Roſen vnter den Dornenzuſuchen mi damit wir auß der Gottoſen Tyrannej vnd mißhandlung/ die ſo ernſtlichnach hrem verdienſt geſtrafft worden iſt/ lernen/ wie hoch das heylige Geſetz zuhal⸗ ten/ vnd wie wunderbarlich der Gottesdienſt vnd das Regiment beſtellet gewe⸗ ſen /auff daß wir als die Nachkommen vnd Erben/ vns beydes in gluckvnndvn⸗ gluck/ ehr oder ſchmach deſto beſſer darnach wiſſen zuhalten/ vnd darneben auß Die Judenſee ey⸗ hrer boßheyt vnd meuterej offenbar werde daß ſie an jhrem eygenen verderben Aenen ben ſchuldig geweſen ſeien/ dieweil ſiejhrer eygenen Sachen wenig wargenommen di Roͤmer wider ſicherbittert vnd jhnen allegelegenheytihres Koͤnigreichs/ die ſie billicher hetten heymlich halten ſollen/ entdecket haben. Deßgleichen haben ſie Freundſchafft beijhnen geſucht vnd jhnen doch nicht begert glaubenzuhalten den Friden gebrochen/ vnd ſeind jhnen doch zu ſchwach geweſen haben ſie letzlich auch mit Krieg angegriffen/ vnd ſich nicht auffjhre ſtaͤrcke ſonder auff die Rinck⸗ mawren verlaſſen/ ſo doch keyn beſchwerlicher ding iſt/ denn die Brlaͤgerung lei⸗ . den. Dann wann ſie gleich am beſten gerathet ſopfleget ſie dochvilmehr diege⸗ fahr zu mehren/ als zu mindern. nicht jemann meyne/ als hette ich wicheeeblchen vnnoͤtigen arbeyt vnterſtanden/ ſo wollen wir der Hebreer e der Machabeer vberige haͤndel/ dauon die Propheten Vreyt ggeſit enig melden! in eyn Hiſtorizuſammenverfaſſet/ vnd Sanſ⸗ Portede. laͤcht von jhren Fůrſien her erholen/ damt offenbar werde/ obdie nachtom⸗ nemals abgenommenſoderſchbeidm nachuolgenden Fůrſien geſtoſſen /ſonder ſits gewãret habe bißauff den/ wl⸗ hh cher der Heyden hoffnung war/ Auff welchen auch alle Sachen gerich⸗ tetgeiveſen. Daher wil 6 nub den anfang nemmen. renſhm nlßt. decren hret Arle nithab vo nwoſim mäechte mitderv rden Op lt Sohr dernmgl wlcher doc odtetſein zeſ hlagen. obekohhmetd Mctabetn gleichdat⸗ upwergbz h. 28, C inewerkt ezen Antico odsaberentt vettügetdie u, vorkom omttſch 9 A gerodes er nto 1 3 1 4 . Egeſippi/ des Fürcrefflic npnn Das Erſte Buch. Innhalt der Capitel diſes Erſten Buchs. s eiuert vmb das Geſe WS ymen Antcht ſ ſich dem Gottloſen Gebott des 55 3 6 ſchſelbersum Znigvergreiferſone een npegnent⸗ 65 egnuls wil ſeinen Sohn Ariſtobulum nicht zum Kenunenetner tMuttẽr vnd Brud nrſtobt zum Regiment b eundheßt ſeines krancken Artſtobuitpr ſ m dadurch/ das er Fi St— eweiſſaget hatte. Ariſtobulus fallet ne iei anſther 5ee e 6 ß, Si ſtirbet endlich fuͤr heetzenled. Zengenemid 6 en Bruͤdern/ vñ bri in groſſe gefahr. 10. Wird von Demetrio Sore ſchſebe vndanderemirſeinem vbelbalten den an die Creutz ſc ſ h en Iuden bekrieget/ behalt das Feld/ vnd laßt vil Ins Mhen.. Die Inden fitehen vinb Alexandri Cyrannejwillen auß 3 à 3 reg wird von Aretaerſchlagen. 12. lerander beuchit ſine ae S im Vodbett/ welche hernach den Phariſeern allzu groſſen mutwilenae Ale⸗ 8 2 re tod kriegen jhꝛe beyde Soͤhne vmbdas Roͤnigreich. 14. Zyrcanus ſc 32. An Shn 3 6 b K a W Vertrag/ vnterſtehet ſich mit Arete hůlff ewider abzehen. Darauff laßt er jhm fuͤr Recht ebieten /Art 5 dar f em Rechten nicht trawen/ vnd begeret ſich mit gewaltzuentſchůtten.* ruſalem mit der vyrcaniſchen huͤlff/ vnd belägeret Ariſtobultanhang im Tempel. 17. Bꝛinget vil prie⸗ ſter vber den Opffern vmb/ gehet in das Beyligthum̃ /ſtraffet die Auffruͤhrer/ vnd fuhꝛet Artſtobulumt 6. fangen mit ſich hinweg gehn Rom. 18. Scaurus bekrieget die Meerſtätt/ vnd A ge 8 r td rabiam. 19. Alerander Ariſtobuli Sohn wird geſchlagen/ vñ das Juͤdiſche Land in gewiſſe Embterzertrennet. 0,2 3br um andernmal Auffruhꝛs halben gefangen/ vnd gehn Rom geſchickt. zi. Sein Sohn Ariſtobulus g⸗ mal Ende geſchlagen. Craſſus plunderet den Tempelʒu Jeruſalem. Caſſins vertreibet di. Par⸗ er vnd Taricheer. 22. Jultus Coͤſar jaget Pompetum vber das Jontſche Meer/ entlediget Ariſtobn⸗ lum/welcher doch hernach mit Gifft hingerichtet/ ſein Sohn Alexander abet wird enthaubtet. 23. Prole⸗ meus toͤdtet ſeinen Sohn/ vnd nimmt er ſeine Braut zum Weib. Pompeio wird der Kopff in der Flucht abgeſchlagen. 24. Mithridates gewinnet peluſium/ ſchlãgt die Egyptier/ darzu hifft hm Antipater/ vnd bekommet dardurch groſſen gunſt beim Reyſer. ⁊5. Antigonus verklaget Antipatrum voꝛm Rey⸗ ſer/richtet aber nichts damit auß. 26. Vyrcanus cit iert veroðem fuͤr Gericht/ vnd erʒoͤꝛnet jhn darmit/ daß er gleich darauff Jeruſalem belaͤgert/ aber doch auffſeines vatters vnd Bruders vermahnung/ ohn ſchaden wider abzeucht. 27. Jultus rachet Sexti Cäſaris tod/ vnd ſetzet verodem ʒum Landuogi vber Syriam. 28. Caſſius laſſet Malichum zu tod ſchlahen/ darumb daß er Antipatro vergeben hatte/ dar⸗ auß eyn newer Rrieg entſtehet. Die Juden vertlagen verodem vergeblich vor Antonio. 29. Die Par⸗ ther ſetzen Antigonim mit gewalt in das Ronigreich ein/ nemmen vyrcanum vnd phaſelum gefangen/ verodes aber entkommet jhnen zo. Der Rath ʒn Rom machet verodem zum Roͤnig/ belͤgert Jeruſn⸗ lem /vertilget die Moͤrder zu Arbela/bekrieget Antigonum/ vnd erſchlager pappum. 31. Gewinnet Jes rnſalein/ vorkommet doch die Pluͤnderung des Tempels vnd der Statt. Soſius fuͤhret Antigonum ge⸗ fenglich mit ſich gehn Rom. 32. Antonius mißhandelt vil ſeinem matſterloſen Weib Cleopatre zuge⸗ fallen. verodes thut eynen gefahꝛlichen Zug wider die Araber. 23. Entſchuldiget ſich bei Reyſer In⸗ guſto/ daß er Antonto wider jhn huͤlffgeleyſtet habe. 34. Das laſſet jhm Auguſttis wolgefallen/ vñ thut Verodi groſſe verehꝛungen. 35. Verodes bawet den Tempel zu Jeruſalem ſambt andern Schloͤſſern⸗ Statten vnd Schifflenden. 36. Vbergibt ſein vorig Weib Doſidem/ ſambt jhrem Sohn Antipatro/ vñ nimmt Mariamnem/ eyn Adelich/ aber ſehr murziſch Weib zur Ehe/ welcher Großuatter vnnd Bruͤder er vorhin entleibet hatte. 37. Beradis Frawenzimmer richtet eynen groſſen Laͤrmen durch ſchwaͤtzerej an⸗ Serodes beuthlt Joſippo nach ſeinem tod auch Mariamnen vmbzubringẽ/ das verweiſſet jhm Mariam⸗ ne/vnd bringet beydes ſich ſelbs vnd Joſippum vmbs leben. 38. Ankipater verhetzer erodeim wider e vnd 2e ßer ſie nicht alleyn aller Roͤniglichen Ehren beraubet/ ſonder duch dem Reyſer verklagt. 39. Verodes vermahnet beydes ſeine Söhne, vnnd Burger zu geh hm. 40. Antipater verꝛathet vnd verkauffet Alexandrum vnd Ariſtobulum bel etſonen die Sach durch allerley Schwaͤtzerej vnnd verleumbdung dahin/ daß Verodes vil peinlich fragen vñ toͤdten/ zu letzt auch ſeinen Sohn Alexandrum gefanglich einziehen lle ſchuld auff ſein Schwaher Archelaus durch ſonderliche geſchwindigheytwiderumb daruon hilfft/ vnd alle ſch Pheroram vnd Antipatrum leget. 41. Euricles eyn tuͤckiſcher Schalck/ vnd ſchaͤndlicher Verꝛather/ ver⸗ derbet alles widerumb/ was Archelaus gut gemacht hatte/ Da werden erdichte Brieff auffge der vnd Ariſtobulus gefangen/ auffeynen beſtim mten i 3 c efallen ver⸗ abweſen verklagt/ vnd ohn alle voꝛgehende verhoꝛ vnſchuldiger wetß vnd alleyn* e druͤber ußten jhr dammt. Diſe vnbtilligkeyt ſtraffen Tyro/ Tryphon vnd anderegn Zerode/ vnndn bekennet ſei⸗ vnd Ari tod/ wird jederr ti ind/ vero laſſen. ꝓꝛ. Vach Alexandri vnd Artſtobuli tod/ wird jedermann Antipatro fe * „ Jar der Welt. Vor Chꝛiſti ge⸗ burt. 1 Vrſprung des Par⸗ thiſchen Rriegs. Antiochus Rpipha⸗ nes leget den Jůdi⸗ ſchen Gottesdienſt tzider..Macchab..„ 6 6 Egeſippi/ von gerſtoͤrung der Statt ne Thorheyt/ die er an ſeinen entleibten Sohnen begangen/ ſetzet jhren verlaſſenen Rindern Vormunder/ vnd beſtellet jhnen gute ve rath/ welche doch Antipater auß neid zum theyl wider vmbſtoſſet: Pheroras wird von verode verſchupffet/ vnd ſtirbet gleichſam im elend. 43. Antipatri boͤſe practicken wider ſei⸗ nen Vatter verodem vnd andere/ kommen durchetlicher Gefangener peinliche fragen an tag/ vñ forſchet Zerodes aller Sachen fleiſſig nach. 44. Antipater erdichtet falſche Brieff/ in Archelai vnd phulippi⸗ verodis Soͤhne Namen/ kommt von Rom wider heym/ wird vbel vom Vatter empfangen/ vnd für varo hart verklagt/ darauffer ſeine verantwortung mit. vilen worten aber mit kleynem grund thut. 4. An⸗ ttpater wird verner von Nicolao Damaſceno verklagt/ vberwiſen/ vnd in Gefengniß geworffen. verodes fallet in eyn Rranct heyt/ ndert ſein Teſtament/ beuthlt nach ſeinem tod die nn en Zuden vmbzu⸗ bringen/ vnd leidet ſolche groſſe ſchmertzen/ daß er hm auch ſelbs begeret das Leben abzukuͤrtzen. Anti⸗ pater wolt ſich ledig machen/ vnd wird deßhalben auß ſeines Vatters beuehl getoͤdtet/ Vber füͤnfftag her⸗ nach ſtrrbet verodes auch ſelbs. 46. Ptolemens eroffnet verodis Teſtament/ Das Rriegsnolckweh⸗ let Archelaum um Ronig/ vnd wird verodes mit groſſer pracht zur Erden beſtätiget. I. Cap. Anttochus ſchaffet den Jůdiſchen Gottesdienſt ab/dem widerſetzet ſich det voheprte⸗ ſter Matathias/ vnd vermahner auch ſeine Soͤhne vnd Freund fur das Geſetz Gottes ʒu eruern/ dieweil ſich eyn Ader in jhrem Leib reget/ nach jhm regieret Judas /Jongthas/ Simon/ Joannes/ zyrcanus/ vñ wird eynes jeden Leben vñ Thaten kuͤrtzlich beſchribẽ. ER langwirige vnd ſtaͤte Parthiſche Krieg ʒwiſchen der Macchabeer Fuͤrſten/ vnd Medern/ dariñ jetzund diſer/bald eyn anderer geſiget/ hat ſeinen erſten vrſprung von dem vnleid⸗ tichen Kirchenraub genommen. Dann nach dem Antiochus Epiphanes/ oder der Edel genañt/ des Koͤnigs Antiochj Sohn/ Egyptum bezwungen/ vnnd in ſeinen gewalt gebracht hatte⸗ ward er hoffaͤrtig vnnd vbermuͤtig vber ſolchem gluͤcklichen auß gang diſes gefaͤhꝛlichen Kriegs/ vnd verbott der Hebreer Gottes dienſt/ vnnd verwuͤſtet jhr Heyligthumm/ welches auch der —— ——— — it ſiit ½ 8 — wrnd ſzue s de udwiee miſjet bewoßgl hnvonj zeeſchn ndei andrS Pnder chdiſ henſti böſen tweſn odniſ vniglc ſhnhe jann Matathias aber der Prieſter konte ſolche verwegene That nicht leiden/ vnnd enthill ſ nicht alleyn von derentheyligung des Tempels vnd Gottesdienſt/ vñ ward dem Koͤniglicht Goboti in diſem fall vngehoꝛſam/ ſonder durchſtach auch eynen Judenmit qnm Stu 1. Matathias eiueret fuͤr das Geſetz Got⸗ tes. 1. Macchab. 2. Joſe am 2oz, blat. vnd ſtandhaff⸗ 1 rſchlagen hab/ Judas— ſo hat er offter⸗ chabeer Fuͤrſt. 1. „Macchab. z. ꝛc. t. daß er allent⸗ Joſeph.lib..cap.9. noch geſchaͤmt hat/ die qᷓl n/ vñ ſich dan⸗ viß zu ende deſſeber was jhm—— biß erz 2. 5 lles erſchlagen Suche.vndam 344 gelaſſen/ nach dem er ſich ʒuuoꝛ genu g ſein leben auch An ſeine ſtatt iſt Jonathas kom̃ ſondern auch mit chab.9. 5— zeitlang in Joſeph. am 10344 — mpel wider blat. gen vndeinweihen wolte/ iſt er vnterm ſchein der Freundſchafft liſtiglich 8 vomz 8 0 5 1—— nicht lang hernach getodet woꝛden. Mit jhm iſt auch ſein eer ruberohannes/ vnd Eleazarus der juͤnger/ ſambt andern vmb dest niuen mannlichheſorben juͤnger/ ſ mb des Gottesdienſts Nach diſem iſt das Regiment an Simonem gelanget/ welcher auch nicht eyn vnerfaßr⸗ 4 Sinon Mue⸗ ner Mann geweſen/ſondern ſchon allbereyt ſeine Mañligkeyt in vilen Schlachten vnd Stuͤr⸗ 3e men/ neben ſeinem Bruder erzeyget hatte/ vnd wolte Gott er hette ſich auch ſo wol fur hinter⸗ blat. liſt vnd böſen Pꝛacticken hůͤten koͤnnen/ ſo tapffer er ſonſt mit ſeiner Fauſt/ vndin Kriegsſachen 36 geuͤbt geweſen iſt. Dann nach dem er ſich auffrecht vnd redlich mit der Römer Haubtleuthen 1 4 1 vnd eydniſchen Koͤnigen/ in freundſchafft eingelaſſen/ iſt er von ſeinem Schwaͤher Ptole⸗ Simon von ſeinem Tochtermaun vmb⸗ meo/betruͤglicher weiſe zu Gaſt geladen/ vñ vnter der beſien Mahlʒeit ſambt ʒweyen Söhnen pracht.i. Macchei6. b die er bei jhm hatte/liſtiglich vberfallen/ ſeiner Waffen beraubet/ vnd ſchaͤndlich ermoꝛdet woꝛ⸗ Joſeph. amzi.344 dn. Johannes Simonis Sohn/ ſonſt. yrcanus genannt/ iſtzwar diſem auffſaß entgangen/ Jorachas oder Jo⸗ vnd in die naͤhſte Statt geflohen/ da jhn auch das Volck vmb ſeines Vatters willen/ der ſich bannes Hyrcanus wol vmb ſie verdienet hatte/vnd von wegen der einde groſſen vnbilligkeyt vnnd vntrew/ mit eufleucht⸗ gutem willen auffnam. Als er aber die Statt kaum erꝛeychet/ hat jhm Ptolemeus auff dem F̃uß nach geſetzet/ da er aber zu eynem andern hoꝛ einziehen wolte/ vnd jhn das Volck wider zuruͤcktribe/ gedachte er ſich auch eyner ſolchen maͤnnige Volcks nicht zu widerſetzen. Darauff ward Jonathas alſo bald an ſeines Vatters ſtatt Hoherpꝛieſter/ name ſich des—— ℳ Gottes dienſts an/ zohe hin/ vnterſtunde ſich ſeine Mutter vnd Bꝛuͤder/ wie eynem Sohn vnd veutter vñ Brü⸗ f war d ß Ptolemei ge Bruder wol anſtehet/ auß gegenwaͤrtiger not ʒuerꝛetten/ griff den Feind an/ vnnd behieltz den Sig/ doch ward er durch die rechtmaͤſſige vnd naturliche liebe gegen ſeiner Mutter verhin⸗ C dert/ daß er der Statt/ darinn ſie in verwarung lagen/ nicht erobern konte. Dann da Ptole⸗ diat. meus ſahe/ daß Jonathas eynen ernſt gegen jhnen brauchen wolte/ ſtellet er ſeine Mutter vnndz 2 8 Bruͤderau die Maweren/ als wolte er ſie von ſtundan herab ſtuͤrtzen/ im fall Jonathas nicht 1 31 von dem Krieg abſtehen wuͤrde. Alſo ward der junge Mann/ der ſonſt ge⸗ Ruufft vnnd ſtarcke hertzt genug war/ durch liebe ſeiner Mutter vnd Brůder abgeſchꝛoͤcket/ vnd wie grimmig der natrlich liebe⸗ begirig er auff die Feinde war/ ſo mußt er doch auß barmhertzigkeyt vnnd milleiden g ſeinen/ jnnhalten vnnd zu ruck ziehen. Die Mutter aber war willig alles zu leiden/ 3 Haͤnd auß/ vnd bat nicht vmb friſtung jhres Lebens/ ſondernalleyn vmb Rach der 2 t 3* Dann ſie beſoꝛget/ der Sohn mochte mehꝛ geneygt ſein der Mutter ʒuuerſchonen/ be Che⸗ Vatter zuraͤchen/ begerte derhalben lieber zuſterben/ dennlaͤnger zuleben/, nn Egeſippi/ bon erſtrung der Statt 3 8 3 1mann durch jhꝛen Tod gerochen/ vnd jhe Gottloſer Tochtermann vmb ſeiner vnmenſchlichen 3 3 Thatwillen /der gebůr nachgeſtrafft werden mochte Daher denn der junge Mann mehrmit jhm ſelbs/ denn wider den Jeind ʒukaͤmpffen hatte. Dann ſo offt er an ſeinen Vatter gedachte⸗ ergrimmet er in jhm ſelbs/ wann er aber hergegen ſahe/ daß man ſeine Mutter ſovbelſchlug⸗ vñ zum gewiſſen tod darſtellet/ ward er eynes andern ſinnes/ ließ von ſeinemgefaßten zornab⸗ vnd zog wider zu růck. Durch diſe ſeine wanckelmůtigkeyt verlaͤngert ſich die elaͤgerung/ vnd naͤhert ſich mitlerweile das ſibende jar/ darinn man nach dem Geſet ruhen/ vnnd friden geben mußte. Alſo wiche Jonathas auß liebe ſeiner Mutter vnd Bruͤder/ vnd auß Gottesfocht/ n u3 vnd zoge von der Belaͤgerungabl. h ibi eotemens bringe Mierauff ward Ptolemeus noch vnſinniger/ vnnd ließ die/ ſo er voꝛhin zurettungſeines jnbi Zontener vñ lebens auff die Maweren geſtellet hatte/ vmbbringen/ vnd damit er verner der ſtraf enigehen vethe mochte/ machet er ſich eilends auff/ vñ flohe zu Zenone/ dem Koͤnig in Philadelphia/ ſonſt Co⸗ uhſoh tila genennet/ vnd ergab ſich in ſeinen ſchutz vnd ſchirm. Rnat leng Antiochus belagert Antiochus aber feiret hiezwiſchen nicht/ ſonder ward zoꝛnig/ das Simon Jonathe Vat⸗ iigo ſee ter ſein Kriegsuolck verachtet hatte/ gedachte Jonatham ſambt ſeinem anhang/ gleich iman⸗ ghenſ mit gelt abtheydigẽ. fang zuuertilgen/ kam mit groſſer Heereskrafft fuͤr Jeruſalem/ vnnd belaͤgert Hyrcanum dar⸗ iGot inn. Dieweil jhn aber Hyrcanus mit gewalt nicht abtreiben konte/ ſo wiſe er jhn mit Gelt ab⸗ eroͤffnet Dauids Gꝛab/ wie Joſephus ſchꝛeibet/ nam trei Tauſent Talentageits herauß/ dar⸗ uon gabe er Antiocho treihundert Talent/ daß er von der Belaͤgerunge ſolte abʒiehen/ vnd ſich Znathas nimmtvil gleichſam hiemit abkauffen laſſen. Man ſagt auch er habe mit diſem Gelt die erſte Herbergen 3 Soephen für die Frembdlingen vnnd Irmen angerichtet/ damit er den vngiimpff denermitüſſe auff ſich geladen hette/ deſto leichtlicher widerumb ableynen moͤchte. Zu dem hat er auch der ge⸗ 3 8 3 3 legenheyt vndgefahr Antiocht eygenlich wargenommen/ vñ den erlittenen ſchadenebenzuda 12 6 zeit/ da er mit den Medern zu kriegen hatte/ an jhm gerochen/ vil Syriſche Staͤtt erobert/ vnd 6 — Samaria gewonnẽ nde a Samariam/ dahin darnach Sebaſtia iſt erbawen woꝛden/ mit Heereskrafft vberzogen/ vnnd Antigono. die Belaͤgerung ſeinen beyden Soͤhnen/ Ariſtobulo vnd Antigono/ zu vollſtrecken/ vnd hin⸗ ſepb · am a4. bl· auß zufuͤhꝛen beuohlen. Welche auch durch jhꝛe langwirige Belaͤgerung eyne groſſe Thew⸗ rung in der Statt gemacht/ vnnd die Einwohner dahin genoͤtiget/ daß ſie abſcheulicher weiß 4* t/ ode Menſchenfleyſch hab eſſen muͤſſen. In ſolcher jhꝛer hoͤchſtẽ not/ haben ſie Antiochum/ Apon⸗ ndenhe dium genennet/ vmb huͤlff angeruffen/ vnd jhn mit ſich in gleiche gefahr gezogen. Danndie nPuder zwen Bꝛuͤder haben jhn in die lucht geſchlagen/ daß er kaum mit dem Leben darnon kommen⸗ ngich nſ Die Statt Samariam aber haben ſie widerumb belaͤgere/ eingenommen vnd verherget/ die Samariter gefangen/ vnd zu Leibeygenen Knechten gemacht. Auff diſen Sig wurden Ariſiobulus vnd Antigonus noch mutiger/ vnnd feireten keynes wegs/ ſondern bekriegeten die naͤhſte Voͤlcker/ vnd brachten ſie vnter jhꝛen gewalt/ iß ſie end⸗ lich groſſen haß vnd neid auff ſich luden/ vnd die Einwohner derſelbigen Enden in groſſer an⸗ zahl ſich zuſammen ſchlugen/ alſo das die ſach ʒum gefaͤhꝛlichen groſſen Kriege geriethe. Doch ſeind ſie geſtillet vnd erlegt/ vnd Johanni hinfoꝛt ruhe vnd friden hiemit geſchaffen woꝛden. 5 6 6 Nach dem nuh Hyrcanus eyn vnd treiſſig jar gute ruhe vnd gemachgehabt/ ſter geſiot⸗ 1 9 ben/ vnnd hat fuͤnff Kinder hinder jhm gelaſſen/ das man gemeyniglich fur eyn beſonder gwoß 3 Hor⸗ gluͤck rechnet. Er iſt eyn fuͤrtrefflicher weiſer vnd beſcheydener Regent geweſen/ dem nie nichts luban vngeſchickts begegneriſt/ dadurch ſein Nam vnd Ehr möchte verkleynert werden. Seinem vyrcan Weib füß ⸗ Weib hat er das gantze Regiment auß ſonderlichem bedencken beuohlen/ vnnd es fůr rathſam tet das Regiment. angeſehen/ daß ſie ſich des gemeynen nutzes annaͤme. Dann es iſt jhmfůͤ geweſen/ ſeine Soͤhn wuͤrden nicht lang leben/ vnd iſt zwar auch nach ſeiner meynung ergangen. II. Cap. neieenlns ſeran Sohn ſetzet jhm ſelber de Rntgliche Rron aufflegtſene. Mutter vnd Brůder in harte Sleenb gevinger——§ Dam. — 1 ſ 0 . 1% 2 H S n Aniſtobulus derder lege verwandlet die Hoheprieſterliche Uhenſtevner ſunen e ſegee welches geſchehen in dem vierhunderten fuͤnff vnn uf ſen Haubeſeget, tritten Monat/nach dem das Volck Iſt 4 § ideri ezogeniſt daß ſie jhre illen vnd Oꝛdnung beraubt wuͤrde/ vñ— Spue — gu—* nicht alleyn die Mutter vñ Nrauch ſo Part gehalten hat/ daß ſie gar nahe hetten hungers zer luchem grewlichen Moꝛd ſein Leben geendet hette. Erhlea er vber ſeinen B. dei Antigonum/ verkehret ſeine lieb in eyne feindſchafft/ vnnd bringet jhn zu foꝛderſt vmb/ angefehen/ daß er jhn neben ſich zum Regimentgezogen hatte. Eyn ſolche ſchlechte kebe du ſich bei Gottloſen Leuthen/ die auch bald wider durch boſe gedancken vnd zufall verloſchet. W beiſleen Leben gewußt/ daß ſein Sohn Ariſtobulus zum Regiment ) Erhalben ich auch ſeine ſchaͤndliche grauſamkeyt nicht vmbgehen Hpreanus pat ſel en/ ſondern in alleweg meiden muß/ damit ſich Johannis Vrtheyl auch ven ohn Anſio⸗ nach ſeinem tod wahr befinde/ in dem/ daß er ſeinem aͤitern Sohn das Regi⸗—— ment keynes wegs vertrawen wolte/ dieweiler wol wuſte/ daß er auß vnſin⸗ len. Joſeph. am. a2 nigent /aller Gottſeligkeyt vnd billigkeyt vergeſſen/ vñ alle Geſetz verachten““ wuͤrde. Ich weiß nicht/ ob ers jhm an ſeinen Sitten vnd geberden ange⸗ ß ſonderlicher Offenbarung Gottes/ als eyn hocherleuchter Hoherprieſter verſtanden hat/ wie vbel er kuͤnfftig gerathen wuͤrde. Es iſt eyn erbaͤrmlicher Handel/ daß man Bꝛůdern die natuͤrliche eingepflantzte liebe mißgoͤnnen ſoll. Darauß iſt aller jammer an⸗ fänglich entſprungen/ vnd ſeind verner auß diſem neid allerley boͤſe Pꝛacticken geuolget. IIII. Cap. Die Ohrenblaͤſer verleumbden Antigonum vnbüllicher weiſe berſeinem Brudet Ariſtobulo. En 2n hat erſtlich etliche ding erdichtet/ welchen Ariſiobulus ſel⸗xrnne nrdte zef chen ber keynen glauben gegeben hat/ ſondern die verleumbdung auß liebe gemil⸗ ſe— nhe vnd fnden eerndabgeleynet vnd dahingedeutet/als rede manjhm alles auß neid vnd enbe ni ee nachn Derhalben haben die Ohrenbläſer nachmals die Lůgen vn⸗ W n ter die Warheyt vermiſchet/ damit ſie Ariſtobulum vnterm ſchein der war⸗ — Kunp peyt /alſo vnwiſſend/ vnd wider ſeinen willen liſtiglich bereden moͤchten. „Ariſiobnlus handlet ſtricket/ ſon⸗ vntrewlich an ſeiner er nicht vber Muutet vund Bra⸗ mbM 6 ntigonus kommt auff das Lauberfeſt/ auß dem Rrieg wider heym/ findet ſeinen . vh kranck/ gehet c⸗ in ſeiner Ruͤſtung in den Tempel/ fuͤr ſeines Bruders ge⸗ nne Don dnzmwih ſundheyt zubitteñ.— — Jezwiſchen ward das Feſt der Lauberhütten nach außweiſung zudeLau⸗ 6 öe Geſetzes gehalten/ welches bei den Juden eyn hohes vnd furnemes Heſ ſtdas ſie auch mit herlichen Opffern begehen. Ebenan demſelbigen e S 6— 2 groſſen ehꝛen auß dem Krieg wider heym kom̃en/ vñ—. 6 Bruder jhmganz vngleich befunden/geherderhalbẽ v fundanindengen⸗ pel in voller Ruſtung/ vñ mit allen ſeinen Musſfibnen wenh Kriegs⸗ Egeſippi/ bon gerſtoͤrung der Statt 3 8 6 2 mann gebuͤret/ dann was ſolte eynem hoͤher angelegen ſein/ den der Sottesdienſt. Daſelbs 1 o 2 betet er fleiſſig zu Gott fuͤr ſeines Bꝛuders wolfahrt/ vnd eilet darauff bald wider ʒu jhminſein auß · ¶ Von der zeit an erhub ſich eyn klag vnnd verleumbdung vber die ander/ vnndnam auch endlich eyn boͤſen außgang. 8 Antigono/ daß er ſo ſtattlich daher zeucht/ vñ bringet thleeeechebeleeeeheenſni Ann es funden ſich alſo bald verkehrte Leuth zum Koͤnige/ die E ſiiffteten haß vnnd vnwillen zwiſchen jhnen beyden vnnd gabfüͤr/ Antigo⸗ nus heite mehr Gewapnete beijhm/ vnnd fuͤhꝛete eynen groſſen Pracht⸗ denn ſich wol eyn pꝛiuat Perſon gebuͤrete/ vnnd begerete ſich damit bei jeder⸗ S mann einzutringen/ daß jhm niemann widerſtand thun möchte. Suchte — auch durch ſolche Ruͤſtung nichts anders/ denn daß er den Konig vmb ſein Arifiobulus faſſer Leben bringen/ vnd er das Koͤnigreich an ſich ziehen moͤchte. Alſo ward der Kongg/ der ohn das der ene ſchwaches Leibs war/ leichtlich bewegt/ daß er diſe ding/ die jhm vnterm ſchein glaubwirdig vnd beuthlt qyn vmð fuͤrkamen/ fuͤr wahr hielte/ ſonderlich dieweil eben eyn Feſtag war/ vñ das Gepꝛeng eynen ver⸗ zubringen. dacht vñ neid erwecket/ die Kranckheyt an jhr ſelber jhm eyn foꝛcht einjaget/ vnd die Gewapne⸗ ten auch das anſehen bei jhm hatten/ als ſtelleten ſie jhm nach dẽ leben. Derhalben verſtecket er ſeine Trabanten mit jhren Wehren vnter der Erdẽ an eynem heymlichen vꝛt/ mit dem beuehl/ daß ſie Antigonum/ ſo bald er kaͤme Wehrloß machen/ vnd ohn allen vernern beſcheydtodien ſolten/ vnangeſehen/ daß er noch keyn eygenſchafft wußte/ auch keyn gewiſſe anzehgung hatte/ daß Antigonus etwas boſes im Sinn hette wider jhn. Gleichwol ſchicket er zu jhm/ vñ ließ jhm Salomes Artſtobu⸗ ſagen/er ſolte vnbewert zu jhm kommen. Diſen beſcheyd kehꝛete Ariſtobuli Weibvmb/ vnd zey⸗ —— get Antigono durch jhꝛen Anhang an/ Sein Buder Ariſtobulus hette eyn ſonderliche freud 346 bla an der Ruͤſtung/ die er newlich angetragen hette/ habe ſie aber vor ſchwachheyt nichteygenlich beſichtigen koͤnnen/ begere demnach/ er woͤlle mit aller ſeiner Kriegsruſtung/ die er jhm hette — Neid vnnd abgunſt H deutet alles zum är⸗ 1 * — ——— —— machen laſſen/ zu jhm kommen/ vnd werde dem Koͤnig eyn beſonder gefallen daran geſchehen/ wann er in ſeiner beſten Kriegsruſtung voꝛ jhmerſcheine 1 7 3 iſin luhn g ſhe — — —— uun jm ſe inbe ihnof nheyſſe Nchv dernhe hnhnmi dwiderall ſkhatſn int, Des inene * Friumuiri, waren trei Perſonen, bei welchen all Antigont ſaͤmmerli⸗ cher Tod. von welchem die der aber auß ſon⸗ * daß er entweder von wegen ſeines Gottſeligenl derlicher offenbarung Gottes zukuͤnfftige ding gewußt vnd bete VII. Zudas eyn Eſſener hat Antigono alles geweiſſaget/ wie es— bulus fallet nach dem Brudermord in grojſe Zrnuen— neenge Ariſto⸗ Ann als derſelbige Antigonum hat ſehen fuͤr vber gehen daer Zude⸗ weiſſaget vö* eben auff dem Weg war/ ſeinen Bruderzubeſuchen/ ſoll er/ wie ich bericht Anngon Lod. Jo⸗ wird/ zu ſeinen Schulern vnnd Juͤngern/ die bei ſphamybla. hur Wallſtatt veroꝛdnet/ der ſechshundert Stadia von hin⸗ v d iſt ſchon die vierdte Stund des tags/ vñ derhalben die beſtimñte ʒeit ſeines tods all⸗ bereyt fuͤruͤber. Da er ſolchs geredt/ hat er der ſachen etwas jleiſſiger na chgetrachtet/ wie jhm doch ſeine Weiſſagung ſo gar fehlen konte. Nicht vberlang hernach erfahret er/ daß Antigo⸗ nus in eynem heymlichen Gang vnter der Erden/ an eynem oꝛt/ der eben ſo wol Stratonis Thurn heyſſet/ als der/ welcher am Meer zu Ceſarea ligt/ vmbkommen ſeie. Nach vollbrachter That gieng Ariſtobulus in ſich ſelber/ vnnd gedachte/ was er fuͤr eyne Ariſiobuſus falle v. groſſe Sůnde begangen hette/ vnnd fiel darüber in eyn Kranckheyt. Der Brudermoꝛd gieng ber dem Bruder⸗ ſhmn ſtats voꝛ den augẽ vmb/ betrůͤbet jhn ſehr in ſeinem Herten/ daß er weder Tag noch raſt oder ruhe darfur hatte/ der jnnerliche ſchmertz nam auch vberhand/ vnd der neid verkehret ſich in eyn mitleiden/ vnnd that jhm wehe/ daß er ſeinen leiblichen Bruder vnſchuldiger weiſe/ vnd wider alle billigkeyt vmb ſein Leben bracht hatte/ vñ krencket jhm diſe grauſame vnmenſch⸗ liche That ſein Gemut dermaſſen/ daß er weder darfur ſchlaffen/ noch eynige leiblicheruhe ha⸗ ben kont/ Das Hertzenleyd ward je laͤnger je groͤſſer/ vnnd verzehret jhm ſein Leben/ vnnd das Marck in den Beynen/ Darzu lieſſe er auch ohn vnterlaß groſſe vnd tieffe Seuffzen. VIII. Cap. r us ſperet Blnt/ Diener hinauß tregt/ vnnd auß ſonderlicher 2 n Intgonn⸗ E et wordẽ/ verſe chuͤttet hat. Das gehet Ariſtobulo ſo tieffzu hertzen/ daß er endlich daruber jůmmerlich ſtirbet. 3 Ariſtobulus ſpeſet Ls nuh die traivrigkeyt des Hertzens/ vnnd die Leibskranckheht S* sarvteihieeinenebiehe Aniſiobuſ Blet von ſich/ welches eyn Knab/ der auff den Koͤnig wartet hinauß In bbn tene . 4 N. er verſchuͤttets vngefaͤhrlich/ vnd ohn eynigen fuͤrſatz eben an—— Sgonus ſein Lebẽ gelaſſen hatte/ vñ die Blutstropffen noch friſch auff der. Blut hatte ver⸗ den lagen. Da erhub ſich eyn groſſe Klag vnd geſchreyvnter denen/ Sgieſſen iaſſen. ches ſahen/ dieweil es eyn anſehen hatte/ als were des Brudermoͤrders ſchickung Gottes/eben an dẽ vt vegoſſen— die vrſach ſolches geſchreyes ʒu fragen/ vnd da jede bergiengen jhm die d die Warheyt bekenneten/ vbergiengen) nach/ Da ſie jhm nuh auß forcht ſeiner vngna Diſe ſtraff iſt noch all⸗ Augen mit Waſſer/crſeuffiet in jhm ſelber mit allr mach/ vnd ſyrach Diſeſtraff zuge⸗ Egeſippi/ bon Zerſtorung der Statt Gottes vnuerborgen geweſen. den woluerdienten Lohn meines Brudermoꝛds. Stirb nur jmmer hin mein Ariſtobulus wän⸗ ſchet jhm ſelber der Tod. Iſt noch eynige Barmhertzigkeyt bei euch/ ſo richtet all ewer Geſchoß wider mich/ vnd raͤchen ſich alle Kinder vnd Bꝛůͤder/ auß mitleiden mit dem Schwert an mir/ vñ helffet mir der mar⸗ ter ab. Schlachtet das Moꝛdkind/ vnd opfferts der verletzten Blutfreundſchafft/ Das ver⸗ maledeite Fleyſch ſchuͤtte auff eynmal alles Blut von ſich/ damit doch der boſe Geyſt/ der mich ju eyner ſolchen ſchweren vnd grewlichen mißhandlung getriben hat/ durch ſolche langwirige ſchmertzen meines Eingeweyds vnd můͤßliches außzunden/ ſein luſt vnd freud nit an mir habe. Mu diſen woꝛten/ hat er beydes ſein Koͤnigreich vnd Leben geendet/ nach dem er kaum eyn jar Koͤnig geweſen/ vnd ſich dannoch in ſolchem Koͤniglichen gewalte/ des Mutter vnd moꝛds nichts enthalten hatte. IX. Cap. Alerander/ Ariſtobult Bruder/ wird der Gefängniß entlediget/ vnnd zum Roͤnig ge⸗ macht/ tyranntſiert aber wider ſeine Bruͤder/ vnd machet jhm ſelber allenthalben groſ⸗ ſe vnruhe vnd vngunſt/ vnd bringet auch andere Leuth mit jhm in gefahr. S Arauff hat ſich das Weib bald auffgemachet/ des verſtoꝛbenen N Ariſtobuli Bruder der Gefaͤngniß vñ Banden entlediget/ vñ Alexandrum/ Ariſtobuli Tod. 6 3 b 8 mn dem ſich nicht alleyn eyn geſtanden alter/ ſonder auch eyn ſonderlicheſi⸗ oe tigket nd beſcheydenheyt erzcygete/ zum Koͤnig gemacht. So balderaber Alerander tõdet ſei· zum Konigreich kommen/ hat er ſeinen Bruder ohne verzug vmbbracht/ die⸗ nen Beuder- K2 weil er an jhm geſpuͤret/ daß er auch nach dem Koͤnigreich geſtellet hatte. Den andern Bruder aber/ dem ſein eygen leben mehꝛ/ als das Koͤnigreich angelegen war/ haterim gemeynen Stand/ vnnd ohn alle Ambtsuerwaltung bleiben laſſen. Bald darauff(wie denn die Menſchen vnruͤhig ſeind) hat er bei gutem friden eynen Krieg wider Lathyrum Proleme⸗ um angefangen/ eyn treffen mit jhm gethan/ vnnd zwar vil Feind erlegt/ doch hat Lathyrus das Feld behalten. Cleopatra aber hat jhm diſen Sig nicht laſſen zu lieb werden /ſondernjhn genotiget/ zu rettung ſeines Lebens in Egypten zufliehen. 5 6 A's nuh Alexander willens war/ etliche oꝛt des Konigreichs Ptolemei einzunemmen/ 1o o nam er diſes ſeines abweſens war/ vnnd verbittert auch T heodorum wider ſich/ diewenl er den Throdorns erſchlegt mehꝛern vnd beſſern theyl ſeines Lands an ſich gezogen hatte. Alſo fiele Theodorus die König⸗ liche Guͤter vnuerſchener ſachen an/ vnd erlegt zehen tauſent Juden in cyner Schlacht/ doch ließ ſich Alerander diſe Niderlag nicht erſchꝛoͤcken/ ſonder fuhre jmmer foꝛt/ trange dem Geind etüche Gegend ab/ verwentert damit ſein K önigreich/ vnnd macht jhm die Einwohner in den Statten/ die er eingenommen hatte/ dienſtbar. Diſes glůͤck in Kriegoſachen hat eyn heymiſche empoꝛung verhindert/ da eyn zwylracht auß Gaſtereien entſtanden/ vnnd zu eynemoffenlichen Krieg gera then iſt/ vnnd hat ſichdiſe haͤußliche Auffruhꝛ vber Tiſch/ vnd gleichſam im ſchimpff/ den Juden zu groſſem nachtheyl erhaben/ es were eyn groſſer Aufflauff vnd Laͤrm darauß erwachfen/ wann dem König nicht von andern Otten her huͤiff zu kommen were. Nach dein nuh diſer Larme durch eyn frembdes Kriegsuoick/wiewol ſchwerlich vndalſo⸗ daß gleichwol bei acht Tauſent Juden auff dem plat bliben/ geſtillet woꝛden/ iſt Anunder von dannen in Arabiam gezogen/ at etliche Staͤtte darinn erobert/ vnnd den vberwundenen Moabitern vnd Galaaditern/ nach Kriegsrecht Schatzung auffgelegt/ von dannen iſter wi⸗ derumb zu ruͤck gehn Amathus gereyſet/ hat Theodoro mit ſeinen glucklichen Kriegen cynen groſſen ſchrecken eingejagt/ auch die Statt laͤr/ vnnd ohn alle Beſatzung gefunden /eynsmals geſturmet/ vnd ohn eynigen widerſtand eingenommen. Jüñerliche empoꝛung wider Alexandrum Joſeph. am 216.346. blat. Alerander bekrieget Atabiam. — Dochiſt DObedas der Konig in Arabien nicht allerdings ſtill darzu geſeſſen/ ſond rabiageſchlagen. Jo⸗ den verluſt ſeines Konigreichs bald gerochen/ eynen hinterhalt auff Alerandrum an eyneng leppamMs bl. legenen Oꝛt beſtellet/ vnnd ſein gantzes Heer in eyn tieffes Thal getriben/ daß ſie durch dit C mel zer⸗ ⁊ zu gering gegen meinerſchweren Sünde. Dann meine groſſe miſſethat iſt vo den Augen Alſo wird meine ſuͤnde ʒeitlich gerochen/ vnnd empfaheich Leib/ wie lang wiltu die Seel/ die vmb meines Bꝛnders vnnd meiner Mutter willen verdammet iſt/ auffhal⸗ ten? warumb muſi ich mein Blut alſo eyntzel vnd allgemach vergieſſen/ vnd jhnen auffopffern. Bruder⸗ Pniht ſnm⸗ nſt nii mil ul ufig wonne inne if tvet, umib n Do zſch nditan die der) hlahe vn d yndſt Laſnt⸗ heſhahez tnelhes hen, Buug ſnCohe n Mer Ig ann nie Phein uthylu, iuſhenp iu Ler ih ſo ſn Pun Huufn Maufi nltz ds ——— kommen/ vnd auß dem Streit gehn Jeruſe u Arander mit dem leben daruon ſtig geweſen/ dann der alte neid hat ſich du eetenPan rch diſen ſeir m gar vngůn⸗ Pygunſden 3 m W eyn newes gereget/ ſo gegen Aler S nem gewalt hatten beſoꝛain vn eb on⸗ begeAlerandre⸗ der vnwill gegen eynander nicht verſchwigen/ ſondern 8 npnl nweeblbäuch auch nit alleyn in eynem Streit/ ſonder in vilen G zntbten deraͤfert/ vnd 11 n vilen Scharmuͤtzeln eraͤu* die fuͤnffzig Juden bliben/ welche Alerander erlegt hatte/ der ſeinem Vo arlnn gar nahe auff war/denn ſeinen Feinden/ vnd nimmer— — lck vil beſchwerliche tſenemieend ohn groſſen ſchaden ſiget. Daher er ſein&gner mir ſeinem Sigen hafftig ſchwãchet. Sueneuanctenon reich mehr frewet/ vom Kriegen abließ/ vnd ſeine Vnterthanen nicht mit gewalt bezwan ſi nur mit beſcheydenheyt vnd woꝛten regieret/vnd alle Spann alleyn mit fteundihineen eN Brleget. Dannoch vermochter jhm auch auff diſe weiß feynen gunſi vnd guten willen beidem Volckzuſchöpffen/ Dann ſeine vorige mißhandlungen galten noch 1 Cay. denn diſe angenomene weiß. ge mißb gen galten noch jmmer mehr bei jhnen eeeeeee 1 *nbri Bmna ensictblinltilitenntepneeeſceſenee eenKie Etzlich/ daſiees nuh gantzlich darfür hielten er ſuchte mit ſolcher de Zuden kelnege 10 nn Andachum c erdichten freundligkeyt nichts anders/ denn wie er ſie liſtiglich hinder gehen Alerandrũ mit huiff ued mch dnngi E mochte/ haben ſie den Koͤnig Demetrium zu hulffgenommen/ vnnd eynen S Ron Krieg wider Alerandrum angefangen. Da galt es nuh ſtreitens/ vnd haff wugdadnm keyn hinterſich ʒiehen/ vnangeſehen/ daß eyner wider zwey Kriegsheer zu 3 8 8 4 en cynen Kn ſtreiten/ mit Leuthen nicht gnugſam gefaſſet war. Dann er hatte Tauſent 0 andzwarn Reuter/ vnd ſechs Tauſent Fußknecht in ſeiner Beſtallung vnd Beſoldung. Auchfuͤhret erze⸗ nSnh hen Tauſent Juden mit ſich/ die ſeiner Parthej waren. Mit diſem Hauffen zog er dem Feinde — bei Sichem entgegen/ welcher trei Tauſent zu Roß/ vnnd viertzig Tauſent zu Fuß ſtarck war. ufchen. Da geſchahe zu beyden theylen eyn verſuch. Dieweil denn Alexander ſpůͤrete/ daß ſein Kriegs⸗ la—— wolck/ welches erauffſeinen Sold angenommen hatte/trewlich an jhm hielte/ vnnd maͤrcket/ nauch 4heod daß die Juden/ zu welchen ſich Demetrius geſchlagen/ den alten groll nicht hingelegt hatten/ 4 gogen hutt. gerieth die ſach zur Schlacht/ vnd behielt Demetrius das Feld/ doch nicht ohn groſſe Niderlag Demetrij bluliger ben auſent Judnu n vnd Blutuergieſſen/ der ſeinen. Dann es ſtritten auch die jehnigen/ ſo vom gegentheyl vmb Sis. ſonder—. gewiſſen Sold waren/ ritterlich/ vnd wehreten ſich tapffer vnd trewlich/ dieweil rch/ vnnd ſie eyn Ader regen konten. .„ Danh Arenberſhe, daß ſein Volck hauffenweiß nidergeſchlagen/ vnd er von jeder⸗ mptung vn, mann verlaſſen ward/entflohe er auff das Gebirg. Der Sig aber gerieth vil anders/ den ſich . Inzsano beyde Partheien verſehen hatten/ alſo das eynem der nutz/ dem nlck den M Sigs zutheyl ward. Dann die Hebreer verlieſſen Demetrium/ den ſie e Denven valel nhtu hůͤff vnd beiſtand erſucht hatten/ jhꝛer beiſechs Tauſent ergaben ſich an Alerandrum/ wie deñ— Muuß wucu die Menſchen von Natur geartet ſeind/ daß jhnen anderer Leuth vnfall zu herzen gehet„—— wehe thut. Derßalben wiche Demetrius Jitandro/demerdoch mcereterigtndt— weil er ſahe/ daß Alerander durch die Hebreer ſo jhm hauffenweiß zuliffen/ zum— genug/ er aber ſambt etlichen wenigengar verlaſſen v— den Leuth reiheyt gewohnet/ eyn ſchrecken vnd foꝛcht der verdamni mit brachte.& f—— Leweegrn eb wider aufrkrt hi Da nuh Alexander fr Vrtheyl vö Aleran⸗ ich wider auffrbriſch vnd muů ben/ vnnd es ſeie nicht dro dem Tprannen. mter des Voicks gunſi bekme/ gefiel jhm die antwort/ er můßte ſir der mie unebeheſe welche fo groſſen— in Ibm verſohnen laſſen/ vnnd allen grollen gegen dem abgeſtoꝛben erzotnet Egeſippi/ von Zerſtorung der Statt 3 8 8 4 erʒoꝛnet Alexander/ vnnd todtet der auſfruͤhriſchen vil/ die anderen tribe er in eyne Stait xe⸗ 0 meſchel genannt. Nach dem er aber dieſelbige Statt erobert/ iſt er noch grimmiger wordin⸗ . . 5 S 3 — . 3 S 1 S S 6 S ſN S6 S 7 5 B 5* W 8—— E 2 S1— 6— S — S— S d—,= —= —% S= F S — S2 S G=„ 62 S. 3 3 S 0 — = „—= „ S N 6 ſ S S — 6 A X 4 38 — — S 3 2, 5 8 4 — S 2 8 F S S en 3 %, vndhat ſo grewlich gehandelt/ daß er auch acht hundert auß jhnen mitten in der Stalt hat an die Creus ſchlahen/ vnd jhre Weib vnd Kinder voꝛ jhꝛen Augen erwuͤrgen laſſen. I. Cap. Eyn groſſe anzahl Juden raumen das Juůdiſche Land vmb Alexandri Tyranrejwil⸗ len. Antiochus nimmt eynen Iug fuͤr wider die Araber/ Alexander wil jhm den paßin Land verbawen/ gewinnet aber wenig daran/ Aretas erſchlaͤget Antiochum in rabig. Die Jnden fliehen ſ⸗ auß Judea. S war guts muts/ vnnd mehr vom Blut/ denn vom Wein truncken. Durch welche eynige That das Volck vil mehr/ denn durch den Krieg iſt abgeſchro⸗ cket woꝛden/ alſo daß in der naͤhſten Nacht hernach acht tauſent Juden auß dem Jüdiſchen Land geflohen ſeind/ vnd nicht begert haben widerzukoſien⸗ biß nach Alexandri Tod. Nach diſer abſchewlichen That/ iſt das Foͤnigreich widerumb zu uhekommen. 5 Antlocht Zug wider Als nuh das Land von den Burgerlichen vnnd anheymiſchen Kriegen befridet woꝛden⸗ Irtabiam. hat ſich eyn newe vnruhe auß Antiochi Heerzug wider die Araber erhaben/ die Alerandꝛum— . des erſchꝛoͤcklich vnnd gefaͤhrlich dauchte ſein. Diſer Antiochus war Demetri Bruder—. der letze nach Seleuco/ der auch ſonſt Dionyſius genennet wird. Eben diſem Antiocho wo Anuocho den Paß Alerander den durchzug wehren/ vñfuͤhrettieffe Graͤben auffʒwiſchẽ der Statt Antipattida⸗ — Judeam zus vnd dem Vfer bei Joppen/ bawet eyn hohe Mawren/ vnd ſetzet Blochhaͤuſer darauff. al Antiochus leget diſen Baw mit groſſer můhe vnd arbeyt ſeines Kriegsuolckes ʒu růͤck/ ohn len widerſtand des Feindes. Dann er warffdie Graͤber ein/ vnd verbrennet die Blochhuuſe Alerander aber gab die flucht/ vnd kam deſto leichtlicher daruon/ dieweil jhn Antiochus„pß der Ehren achtet/ daß jhm eyn ſigreicher Fuͤrſt nacheilen ſolte/ vnnd ſparet jhm ſein— uf S Raber ſaß mittlerweil vnter ſeinen Kebs weibern/ aß vndranch ſin n we 60 unt vu nhun vnchnen ſwen Sola gigene elhieit c nerm uhteA ſweltet nd inSihn hi döeſhaben . Boic an jufule M Khelige Beruſalem/ Das I. Buch. auff eyn gluckliche widerkunfft/ vñ gedachte als dañ die enhatte/ zu gelegener zeit zurachen⸗ Sog ſchmach daß e hm den Paß verbaw⸗ racks auff die Araberzu /d gelegenvnd veſtes ortzum Streiteingenommen atte. zu, deren Koͤnig eyn jbrem Reyſigen eug/ vnd vberfilen dieheindſ rauffwendetenſich die Araber mit Schlucht zwiſchen nung zerſtrewet vnter eynander liffen mit ñ wid„ Antlocho vnd den rabern/ darinn An d tiochus blibẽ iſt. Jo⸗ ſeph.am 229. blat. Aretas erwehlter Regent in Celeſyrta/ begibt ſich mit Alexandro ertr Alexander erobert vil Stãtte/ fallet eyn Ahe pie ſeinemvſne errg das Regiment/ vnd ſtirbt. Alexandra regieret wol/ zlle n daß ſie den gewalts gibt/ vnd jhnen grojſe tprannej geſtattet· en daß ſie den phariſeernzuvii creta n/ vnd wiewol er wider die Juden ſigete/ vnd Alerandꝛum ſchlug/ iſt dochzwiſchen jhnen beydeneyn Vertrag zwiſcht A. = Vertrag auffgericht worden/ vnder darauff widerumb heym gezogen. reta vnd Alerandro. Alexander aber zerſtoꝛete Pellam /fam gehn Geroſam/ vnd vnterſtunde ſich abermals et⸗ was von Theodoꝛi Land an ſich zu ziehen/ vnd mit dem Schwert eygen zumachen. Darnach Alerander gewinnet zog er in Syriam/gewann Gaulonem/ Seleuciam vñ Gamalam/ raͤchet die ſchmach die jhm etliche Stätt. in voꝛigen Krieg begegnet war/ vndʒzerſtoret Antiochi Veſtungen. Von dannen reyſet er in Judeam/ vñ ward mit groſſen freuden wider alle hoffnung vmb ſeines wunderbarlichẽ gluͤcks willen in Kriegsſachen/ von allem Volck auffgenommen vnd empfangen. So bald er aber auffgehoꝛet zukriegen/ fiel er in eyn Kranckheyt/ vnd lag eyn ʒeitlang am viertaͤgigen Feber. Da es aber eyn wenig beſſer mit hm ward /leget er ſich wider auff Kriegs⸗ lerander vbernd⸗ haͤndel/ hielt keyn maß/ Er hatte wol das Hert vnd den willen/ war doch Leibskrafften halben der ſich nach der noch vnuermoglich/vbermühetſich allzuſchr/vñ margeltſich ſelber gar ab/ daß er daruon ſter, ſroncheht vund ben mußte. Alſo iſt er mit tod abgangen/ nach dem er das Konigreich ſechs vñ zwentzig jar lang 3 8 9 0 verwaltet/ vnd dieſelbige ʒeit vber mancherley gefahr in Kriegslaͤufften außgeſtanden/ vnd hat zwen Soͤhn hinder jhm verlaſſen/ welche er dem Konigreich zu ſchwach vndſ chlaͤcht geachtet/ urende ieuch vnd deßhalben die gantze Verwaltung ſeinem Weib beuohlen hat dieweil er geſpuͤret/ daß ſie berzn, dem Volck angenem war/ vnd groſſen gunſt beijhm hette/ als die darfuͤr gehalten ward/ daß ſie groß mißfallen an jhres Mannes grauſamkeyt zujederzeit getragen/ vnd nicht alleyn ſter nit gebilliget hatte/ ſondern auch haͤfftig darwider geweſen were/ vnd jhr damit eynen ſ§ chen guten willen bei allem Volck geſchopffet. Es hat auch zwar Alerandro diſer ſein fürſchte— 2 nit gefehlet/ dann das Weib hat das Regiment recht vnd wol verſehen/ vnnd ſich jhre Webli⸗ che art daran nit hindern laſſen. Siehat jhꝛ auch eyn gutes lob damit gemacht/ daß ſedehe⸗ lige Geſet ſo fleiſſig gehalten hat. Dann dieweilſie ſich mit eynem beſondetenei da tesdienſis annam/ vnd keynen betrug brauchet/ nam jhr Koͤnigreich zu. Es ließ S Hyr⸗ cano jhrem ãlteſten Sohn/ der doch von Natu as geſchwinder vñ ie hoffnuna /aber keynen ewalt zu Regieren /Ariſtobulo aber/ der etwas ge ſie vnd beredet jhn mit guten woꝛten/ daß er ſich an gemey⸗ . ß. ariſeer S. en ſich die Phariſeer/ welche in der Lehr des Geſetzes wol Sehee cin Zu diſem Weil get bigen hindergiengen diſe be⸗ze der Roͤnigin A⸗ ſeind/ vnd ſonſt von Natur liſig /geſchaͤfftig/geltbegirig. Dieſelbig d namen ſie der⸗ lerandin⸗ růhmte Frawen/ růhmeten ſie jhres hohen Verſtands halben im Seſet/ vnn Egeſippi/ von Zerſtrungder Statt 3 8 9 0 maſſen ein/ daß ſi jhnen gewalt gabe vil Sachen in dem Konigreich ʒuuerwalten/ darujige⸗ 7 4 brauchen/ was jhnen geliebet/ vnnd außzuſchlieſſen/ vnd alles Dienſts vnd Ambts zu Hoffzu⸗ entſitzen/ wer jhnen mißfiele. Was ſol ich vil ſagen/ ſie haben ſich aiſo bei jhr eingekaufft daß ſie alle nutzungen vnd genieß an ſich gezogen/ dem Weib aber den vnkoſten vnd die můhe al⸗ leyn gelaſſen haben.— Das Weib hette auch eynen ſolchen freudigen mut/ daß ſie ſich wichtiger Sachen vnter⸗ ſtehen/ vnd vber Weibliche art vnd gewonheyt Krieg anoꝛdnen doꝛffte. Dannſie nicht alleyn auß dem Landuolck die fuͤrnemſten Kriegsleuth beſtellet /ſondern bewarb ſich auch von andern Drten mit eynem maͤchtigen frembden Kriegsuolck/ daher ſie beydes daheym in ruhe vnd fri⸗ den regieren/ vnd auch frembden Potentaten erſchroͤcklich ſein moͤchte. Diogenes durch an Wiewol ſie aber alle andere vbertraff/ ſo ließ ſie ſich doch von den Phariſeern regieren. unſre Pbar Es war eyner in jhrem Konigreich Diogenes genannt/ yn gewaltiger Mañ /derdes Agran⸗ drj beſter Freund geweſen/ denſelbigen haben ſie angegriffen vñ getoͤdtet/ vnder dem ſchein/ als hette er rath vñ that darzu geben/ daß Alexander die achthundert Juden mittẽ in der Stait ge⸗ creutziget hette. Deßgleichen gaben ſie auch beuehl/ daß man alle andere/ die ſchuldan diſer ſach hetten /hinrichten ſolte. Daher denn getoͤdtet worden/ nit eben die/ welche ſchuldig an der ſacht waren/ ſondern wen die Phariſeer vmbbringen hieſſen. Das bracht dem mehrerntheyl/ der diſe gefahr beſtehen mußte/ vnd ſonderlich den fuͤrnemſten ehrlichſten vñ reicheſten Leuthen eyn ſol⸗ che forcht vnd ſchrecken/ daß ſie Ariſtobulum ʒum Fuͤrbitter anſprachen/ die Mutterzubered/ daß ſie ſolch ernſtlich vnd ſtreng Gebott einſtellen/ vnd ſich eynes beſſern bedencken wolte. An⸗ Alerandraſtellet der ſtobulus hat es gern gethan/ vnd jhm dardurch eynen gunſt zuſchoͤpffen verhofft. Wiewol nuh die Mutter ſchwerlich zubewegen geweſen/ ſo hat ſie doch jhren Sohn ſeiner bitt gewaͤret/ der ſiobun faͤrbit ein. geſtallt/ daß man gegen denen/ ſo mit vnbillichem haß vnnd neid beſchweret weren/ vonwegen der ehrlichen Embter/ die ſie getragen/ nit der rauhe vñ ſtrenge nachfahren/ vñ alleyn die ſchul⸗ digen Perſonen vnd Anſtiffter diſes Laſters auß der Statt verweiſen ſolte. Als nuh dieſelbige friſtung jhres Lebens erlanget/ ſeind ſie vber das freie Feld daruon gezogen. XIII. Cap. Alexandra entſetzet die Statt Damaſcum wider ptolemeum/ vnd entlediget Cleopa⸗ tram der Belogerung ʒu Ptolemais/ vnnd ſtirbet fur leyd/ Zyrcanus vnd Rriſtobulus Rriegen vmb das Roͤnigreich/ vertragen ſich dochʒuletz gůtlich mit eynander · ducnoe K b dieſelbige zeit iſ die junge Mannſchafft auß diſer vrſuchen hulf. Joſeph. am gehn Damaſcum geſchickt worden. Dann Ptolemeus vberfiel die einwoh⸗ ⁊30.blat. 8 ner gedachter Statt zum offternmal/ vnd machte des Alexanders Kriegs⸗ uolck ſehr vil zuſchaffen. S Es hatte auch Tigranes der Armenier Koͤnig Cleopatram inn der Se Statt Ptolemais belagert /Alexandra aber begůtiget jhn mit Geſchencken⸗ tmais. daß er von jhr abließ. Auch iſt Lucullus in der Armenier Land gefallen/ daher denn igranes verurſacht worden/ vngeſchaffter ſachen wider ʒuruck in ſein Land zuziehen/ vnd es fůrr athſa⸗ mer geachtet /ſein eygen Land zu retten vnd zu ſchuͤtzen/ denn frembde Laͤnder an ſich zuzichen. Diſe ſachen ließ jhr Alerandra ſo hart angelegen ſein/ daß ſie daruber in eyn Kranckheyt Arſſtobnlns nimnn fiel. Solcher gelegenheyt hat Ariſtobuius zu ſeinem vortheyl wargenommen/ vnd eyngroſt das Ronigreich ein maͤnnige Volcks an ſich gehencket/ welche von Natur hitzig vnd verwegen waren/ nimmi den 3 3 9 7 Schatz ein/ machet die Kriegsleuth willig mit groſſem Gelt vnd verpflichtet ſi jhm vmnb yn s 7 Sold/daß ſie jhm zu allem ſeinem furhaben trewlich beiſtand thuen ſollen/ vñ ſetzet die Kong liche Kron auff. Diſer ʒeitung erſchrack. Hyrcanus/ vnnd klagets ſeiner Mutter mit weynenden Augen⸗ darůber ſie denn ergrimmet/ vnnd ʒog Ariſtobuli Weib vnd Sohne/ in eyn Schloß/ welches erſtlich Baris/vnnd hernach Antonia genennet worden/ danon wir auch zunoꝛ meldungg⸗ Nerandra ſirbe: than /gefaͤnglich ein. Alexandra ward mit dem Tod vbereilet/ daß ſie nichts fuͤrnem̃enlonit Hyrcanus der nochbei der Mutter leben Hoherprieſter worden/ tratt in alle Erbſchafft Au⸗ ſtobulus aber thats jhm mit Tugend vnd Verſtand weit zuuoꝛ/ vnnd erhub ſich eyn zwylra vnd Krieg zwiſchen jhnen· Da es nuh ans treffen gieng/ verlieſſe der mehrertheyl Anunn An daß vay lem ngn ſaberft ſil dice n vrleſ aſſche ſſch durch cks nnb sKönzri ihlagen /v don vone in niht S uftenon vnd ergabeſich an Ariſto„ Dch. 8 ſineAnhang derinde fa get. Dann Ariſtobulus vñ Hpr r„Lanus Rriegen vmb Vertrag a das Rönigreich. . Joſeph. am 231 blat. ren ent Vertrag zwiſche A⸗ vg grerzuſiellete. Diſe vereyni⸗ ſbulo v prea⸗ o pflichtẽ beſtätiget. Darauff mach⸗ nde/vñ gieng jeder in ſeine gewarſam/ 1 aber gleicher geſtalt in Anſobuühauß. Antiapter ſtifftet vneynigkeyt ʒwiſchen vyrcano vnd Ariſtobui itmit Areta daß er ſich vyrcani annimmt/ vñ Priſtobehen bektiege eendet Anhe Baubtmann/ gebeut vyrcano vnd Arete/beider Rmer hoͤſchſter vn S vngnade/ von Jeruſz lem abʒnziehen. vyrcgnus eilet jhnen im Abʒug nach/ vnd erſchlägt if gendn 3 ß S waren aber Leuthj die forchten ſich bei ſolcher anderung/ die⸗ ntyate verhetel weil ſie ſich wol zu erinnern wußten/ daß ſie wider Ariſiobulũ gehandelt het⸗ Vorcani wider Ar ten. Sonderlich aber Antipater eyn Jdumeer/ der beiſtinen leuthen in ho⸗ ulun hem anſehen/ reich an Gelt /ſehꝛ gewaltig/ vñ vberauß geſchwind war/ auch ſich keyn Gelt dauren ließ/ wo er jhm gunſt damit zukauffen wußte. Diſer 22 erſchrocket Hyrcanum fein liſtiglich/ wendte fur/ daß er doch weder ſeines bens ſicher were/ nach dem er ſich aller anſprach des Konigreichs halben verzigen hette/ es were denn ſach/ daß er jhm ſelber durch die Flucht rath ſchaffete. Als er jhn nuh auff ſei⸗ ne meynung mit groſſer geſchwindigkeyt gebracht/ beredet er den König Aretam/ er ſolte ſich Antiyater beredet des Mannes annemmen/ der betruͤglicher weiſe were vber vortheylt woꝛden/ Dann es werde— jhm als eynem Koͤnig wolanſtehen/ wann er jhm wider zu ſeinem Koͤnigreich helffe/ vnd ſo vil wider einzuſczen. deſio loͤblicher/ wann er allen betrug abſchaffe/ vnd eynem vertribenen Koͤnig/ dem das Koͤnig⸗ Joſeph am azꝛ.ble rreich von Rechts wegẽ gebuͤrete/ aber liſtiger weiſe entzucket worden ſeie/ widerum̃ einſetze. Jeh⸗ ner ſeie eyn duckiſcher vnd argliſtiger/ vnd deßhalben den Nachbawren verdaͤchtiger Menſch⸗ Diſer aberſtill vnd from̃/ vnd werde es mit groſſem danck annemmen/ was jhm eyn frembder zuſtelle/ dieweil jhm ſein Bruder ſchon allen gewalt ʒu regieren genommen. 6 Da er nuh den Weg bei dem Koͤnige Areta alſo gemacht/ that ers Hyrcano kund/ riethe jhm /er ſolte ſich zu der Flucht ruſten/ zeyget jhm den Weg/ vnd hieſſe jhn gehn Petram/ſoan den Arabiſchen Grentzen gelegen/ mit ſich ziehen/ daſelbs haben ſie den Koͤnig antroffen/ wel⸗ bitt vnd Geſchenck Antipatri bewegen ließ/ daß er yrcano eyn groſſe—— Volcks/ nemlich auff die fuͤnffzig Tauſent zu Huß vnd zu Roß zugabe/ durch welcher üff das Koͤnigreich wider einnemmen mochte. Im erſten angriff ward Ariſtobulus in die Fluch geſchlagen/ vnd entwiche gehn Jeruſalem/ vnnd were zwar daſelbs auch r Annteliget ihn zu ſondern von eynem ſolchen groſſen Hauffen/ der jhn vmbringet hette/ vberwaͤltiget worden/ Jeruſalem. che Se ömiſchen Hee erſter/ vo Jeruſalem hette auffbrechen/ vnd wann nicht Scaurus des Romiſchen Heeres Oberſter/ voꝛ Jeruſa eyn See Pompeius abgefertiget/ dem auffgenommenen Mithꝛidate zurächen/ vnd eynen Krieg wider ſeinen Schwaß. ren be geret/ Derhalben auch Scauro beuohlen hatte/ Syriam mittlerweile zuuerherg weiil er mit Tygꝛano in Armenia zuthun hatte. und gerichtet war/ ſeind der ʒweyer Bruͤder Legaten zu jhmko 6 nit Gelt/ daß er anbote/ hinduch. Alſo kauffet Ariſtobulus der cken. Preanbuhhnuncetbetcgntegeechagleye mit S. auß Arabia/ Inſabulus tege b D— Ge lt erlegt ward gebot Scaurus Hyrcano/ vnd dem— den/ daßſi vnnd— vond Se erung abzuziehen/ mit vmeldung/ wohſieverner dablaben. igerb von den Rome phi am zugereyſet/ Scaurus aber wider gehn abſchrocken laſſen/ vnd iſt Arttas auff Philadelphiam zugereyſet/ Scau 7 Egeſippi/ bon gerſtoͤrung der Stacc Damaſcum gezogen. Ariſtobulus aber ſtaͤrcket vnnd ruſtet ſich ʒum Streit/ bracht eyngro 5Volck zuſam̃en/ eilet dem Feind nach/ erleget ſechstauſent Mann bei Parparione/ vndſchlu Hhrcano vnd Arete“— eſe abzu die ſich gantz vnd gar auff das Arabiſche Heer verlaſſen hatten. ichen⸗ Joſeph. am 233 blat.— Ariſtobulus ſchlgt 3* 8 X V. Cap. Seaurus gebeut auch Fallionem des Antipatri Bruder. Alſo ward Hyrcani vnd Antipatri hoffnung zunicht/ vyrcanus berechtiget ſeinen Bruder Ariſtobulum fůr Pompeio/ vnd nach dem er ſich enteuſſert/ erzoͤrnet Pompeius vber jhn/ vnnd treibt jhn mit gewalt dahin/ daßer ſeine Veſtung auffgeben muß/ vñ belegert jhn auch zu Jeruſalem/ da er ſich vmb eyn Rriegs⸗ vvolck gedachtezubewerben. 3. hreanus ond An⸗ 6 5— tipater/ beklagen Ari ſtobulum mit Recht fuͤr Pompeio. F F ankam/ ſuchten ſie bei den Roͤmern/ die vormals an jhꝛer Niderlag ſchuldig geweſen waren/ vmb huͤlff an/ trattẽ fuͤr Pompeium/ als eynen/ ſo der billig⸗ S keyt geneygt/ vnd gar nicht Geltgirig war/ vñ begerten jhre ſachen nit mehr durch Geſchenck/ wie vormals/ſondern mit Recht hinauß zufuhren. Dann ſein auffrichtiges gemuͤt/ mochte nit mit Gelt beſtochen/ vnd verfuhret wer⸗ den/ ſonder ließ ſich auch wol ohne Geſchenck wider eynen Menſchen/ der ſeinem Bruderſei⸗ ne gebuͤrende ehr entzogen hette/ verbittern. Brachten derhalben ſolche klagen auff die ban/ die Alagpuneten. beydes Ariſtobulo/ der ſich als eyn vnwirdiger des Konigreichs angemaſſet/ eynen vngunſt⸗ Hyrcano aber/ dem ſeines wolhaltens vnd alters halben die Herꝛſchafft gebuͤrete/ eynen glim̃ff bringen mochten /neben dem daß auch die Mutter ſelbs/ bei welcher beydes die Wahl vñbeſta⸗ tigung des Koͤnigs ſtunde/ jhre ſtimm Hyrcano geben hatte. S1 Ariſtobulus erſchei Ariſtobulus blib auch nit lang auß/ vnd wiewol er beigroſſer kuͤnheyt niches ſcheinbar⸗ fr Se⸗ ſichs zu ſeiner beſchoͤnung furzubringẽ wußte/ ſo ließ er ſich doch hoͤren/ wie erſich bei Scauro einkaufft hette/ vnd ruͤhmet ſich ſeiner hůͤlff/ Kam derhalben in Koͤniglichem Schmuckherein getretten/ vñ ſchier koſtlicher/ denn er ſonſt pflegte/ hatte ſeine Diener vmb ſich. Dann dieweil er ſeiner boͤſen ſachen nicht trawet/ erʒeyget er ſich auch als gedaͤchte ers bei jhrer erkanniniß nit bleiben zulaſſen. Doch konte er ſich des Roͤmiſchen Burgermeyſters gewalt nicht entſchuͤtten/ welcher/wiewoler keyn Koͤnig war/ dannoch den Koͤnigen zugebieten hatte. Da man nuh in die Statt Diopolis zuſamen kommen iſt/ vnnd der Romiſche Burger⸗ maiſter eynen groſſen verdruß ab dem Koͤniglichen pracht gehabt/ hat ſich Ariſtobulus geeuſ⸗ ſert/ vñ dardurch zu groͤſſerem vnwillen vrſach geben/ vñ den Burgermaiſter dermaſſen etʒoͤr⸗ net/ daß er ſich mit aller ſeiner Kriegsmacht inn Syriam gewendet/ vnd den mehrertheyl inn Homweins bekrieget Syria zu hůlffgenommen hat. Als aber Ariſtobulus in erfahrung kommen/ daß er ſich zu der Arotutun. Statt Scythopoli nͤhere/ vnd von dannen auff Choreas zuziehen woͤlle/ daſich das Judiſche Land anfahet/ iſt er in das veſie Schloß Alerandrium/ ſo auff eynem hohen Berg liget/ geflo⸗ hen. Solches hat Pompeius erfahren/ vnd jhn heyſſen herab kommen/ Ariſtobulus aber mey⸗ net es were jhm eyn ſchand/ wanner eynem Oberherꝛn ſolte gehorſam leyſten/ vnd wolte auß eygenſinnigkeyt lieber ſein gefahr daruͤber beſtehen/ denn ſich gehoͤrſamlich hierinn erzeygen. Daer aber von oben herab ſahe/ daß ſo vil Volcks in der Romerlaͤger ware/ vñjhnſein Volck auch vermahnete/ daß er die Roͤmer/ welche gar nahe die gantze Welt bezwungen hetten nicht trotzen ſolte/gieng er herab/ vnd wendet alles fur/ damit er das Konigreich/ ſo jhm von Rechts iechtliche verant⸗wegen zugefallen were/vermeynete zubehaubten/ Nemlich daß es jhm ſeines Geſchlaͤchts vnd wortung Rriſiobuli. herkommens halben zugeſtanden/ darnach durch freie Wahl des Kriegsuolcks/ welches jim als dem ſtaͤrckſten zugefallen /jehnem aber/ als dem fauleſten entgangen ſeie/ Zu dem auch nach Kriegsrecht/ dieweilers mit dem Schwert gewonnen/ Letzlich auch Vertrags weiß. Hirnuf zoge er wider hinauff in ſein Schloß. 33 Auff verner anhalten Hyrcani/ ward Ariſtobulus vom Burgermaiſter fur Gericht ⸗ kiert vndgeladen/vnd erſchine. Da er aber maͤrcket/ daß ſich die erkanntniß der ſachen verwe⸗ wolte/macht er ſich widerumb auff ſein Schloß/ Vnd dieweil er nicht wußte/ wa f eynen außbruch gewinnen mochte /gedachte er Pompeium mit ſeinem gehorſamʒubegůtigen⸗ vnd auff ſeine ſeiten zu vermoͤgen. Damit er aber nicht mit gewalt getrungen wuͤrde/ da Ko⸗ nigreich widerumb zu vbergeben/ verfuͤget er ſich abermals auff das Schloß— S ks aber Pompeius Kagnus in Spriamzgondu Danaſo n 5 nul v nAm winz uü inu ſuft ſnbez hrji miin ihn ſellre ly leßzt Inl gin ———*— ets zun St der Statt ne ſo ine rmit Bad dGutt zne volten irſunden wenſew eipe h fin. 2 ſehee h n vndwo nbyligen ei pj 5 nan eruſalem/ Das L. 4 Pompeius Magnus maͤrcket den boſſen wol/v N ſuh, Brenreera ſolches thun/ vnd deßhalben Schyfftlichen beucht konte/kam er diſem beuehl alſo ee Dieweil denn Ariſtobulus nicht nbe Anſeuhs en vnd fieng eynen Krieg an/ w der die Roͤmer. Pom r ſich hinter die Mawꝛen zu Jeruſalem/ fich Pompeio mi — ompe ti„ jhn in der Statt/ vnd ließ jhm nicht npelus ſeßet jhm auff dem guß nach/ vmbgab oſeyh. au kam auch Magno eyn Bott/ der junngMr ſich zum Kriegrůſt 5 8„der jhm Mithri ndi 4 5 endſchafftbekommenhette. Eolagaber danchenpenr uer Rug fane; —— Allernaͤhſt bei der Statt waͤchßt der beſie B. er nden der Bawꝛsleuth Kinder mi. imen Magnus Pöpeſ herauß trieffen kan. Daſelbs hin hat ſi 4 teenehnneuſtene der Balſam. ee jgert/ 4½ ann in guter o gelägert/iſedes Moꝛgens in aller frůe wider auffbrochen/ vnd vnuerſeener ſach— w 8 ſier voller Schlachtordnung fur die Statt gerucket. X VI. Cap. Artſtobulus verheyſſet pompeio die Statt Jeruſalem aufßu mpe ufßugeben/ erſten wird derhalben gefänglich verwaret. Doch 4 die etzt die Thore/ daranff ſtuͤrmet vnd erobert pompeius den Te mpel darinn Ariſtobult Anhang lag/ am Sabbath/ dieweil die prieſter mit den Opffern vñ Gottesdienſt vmb⸗ glengen/ vnd ernolgte alſo groß not vnd Blutuergieſſen. S Riſtobulus entſetzet ſich hafftig ab der gewaltigen Belaͤgerung/ Angetulns e e der Kriegsleuth ſtaͤrcke vnd freudigkeyt/ that ſich zu Pompeio herauß/ bege⸗ ſeevil dzer nichtle ret gnadvnd ergab ſich ſambt dem Gelt/ vnd der gantzen Statt. Vnd wie S woler ſich gantz demätig vnd klaglich ſtellet/ damit er des Burgermeyſters S S zorn ſtillen moͤchte⸗ halff doch ſein bittt nichts/ dieweil er ſeiner vrrheyſſung Rit ſtatt thun konte. Dann man verſagt jhm nicht aleyn das Gelt/ ſondern auchal tiinin— wolte auch Gabinium, der dz verſpꝛochen Gelt holen ſolte/nicht in die Statt laſſen/derhalben geriete es zum Krieg. Dann Magnus ließ Ariſtobulum verwachen vnd verwaren /beſichtiget en Burgumſm auch die Stattmawren/ vñ nam fleiſſig war/woh ſie am beſten zu gewinnen were. Als er aber pompeins eſthet nNömgen zugcdumnſut ſahedaß die Mawꝛ rings herumb veſt/ vñ nicht wol zu erſteigen/ Deßgleichẽ auch der L empel die Stau Jetuja. nen kommeſi mlh in der Statt allenthalben wol verwart were/ vñ er zwyfache gefahr beſtehen muͤßte/beydes von tenpracht denen /ſo in Beſatzung des Tempels lagen/ vnd von denen/ ſo Wacht auff der Mawꝛ hielten/ eben/ vi den Pugmn greng er mit jhm ſelbs zu rath/ vnd wußte eyne ʒeitlang nicht/ wie er die ſachen angreiffen ſolte. . Baid darauff erhub ſich eyn auffruhꝛ in der Statt/dañ Hyrcani anhang woltẽ Pompeiũ— zu Jeru⸗ in die Statt hinein laſſen/ Die es aber mit Ariſtobulo hielten/ gedachten ſolches nit zugeſtattẽ. Ichne wolten Magno die hor oͤffnen/ diſe aber verſchloſſen vñ verꝛigelten ſie auffs beſte/ vnd vnterſtunden ſich mit gewalt ʒuuerkom̃en/ damit man jhn den Konig nit entfuͤhren ſolte/doch wurden ſie von denen/ die ſich auff den Roͤmiſchen gewalt verlieſſen⸗ vbermannet/ mußte ninn den Tempel hinderſich weichen/ vñ die Brucken ſo zwiſchen der Statt vñ dem Tempel iſi/ ab⸗ 3 werffen. Alſo eroͤffneten die Juden die Thor mit jhrene ygenen haͤnden/ vnd lieſſen das Jo⸗ miſche Heer hinein/ welche nit vber lang hernach/ beydes die Statt vnd den Tempel verher gek die Star Pſal. 79 haben/ vnd ward erfuͤllet was Dauid ſagt: Herꝛ es ſe ind Heyden in dein Erb gefallen, die hab n deinenheyligen Tempel verwüſtet/ Darneben haben ſie auchjhre Priuilegien vnd Freihey vbergeben/ vñ den Hoffdienern gewalt daruͤber gelaſſen. Piſonj eynem beruͤhmten vnd qil en riecenetter die Koͤnigliche Hoffhaltung vnd andere ſachen in der Statt nen Kriegs mann ward beuohlen/ die Koͤnigliche Hoffhaltung erſehen mit bewehrten Leuthen zu beſtellen vnd zu verware n Welches er auch mit allem ſuß. 3.. hat /nicht anders als hette er das Roͤmiſche. Heer dahin gefuͤhret/ nit die S geſchahe/ Pövetns ruſte ſich ſonder vil mehr zu verwaren. An den Tempel aber/ darauß ohn vnterlaß 3 an der Juden 1 Sturn des Lim⸗ hter Magnuodie Juden /nemlich des Hyrcantparthej/ damttſich die nſenſche Yeyligthum̃/ ſo vil jmmer moͤglich/ nicht vergreiffen doͤrfften. D ie Ju 4 aucht/alsderei Gyräben zu/ vnd lieſſen ſich zu eynem Gottloſen vnd ſchaͤndlichen eice ſe Haͤnd nach der Speiß/ vnd jhr Sinn nach Kirchen raub ſunde. Doch b h 5 14 ales nichts/ dieweil ſich Ariſtobuli auff von der enpſſe. gar vergeblich ge dem ꝗeind groſſen abbruch thate. Es were auch Pompeij muͤhe vnd arbey Egeſipyi/ bon gerſcörungder Stutt * 6 1 nach altem gebrauch von aller arbeyt muͤſſigen. Pompeius aber euahl ſeinem Volck an denſet Jůdiſcher Sabbat. higen Feirtagen Grund zuſam̃en zutragen/ vnd die Schantzen zuer hoͤhen. Dañes pflegendie Juden ſich am Sabbat alleyn mit der Fauſt ʒuwehren/ wann man ſie mit Kriegangreiffet/ vñ ſie ſich jhres Leibs vnnd Lebens ʒu beſorgen haben/ alsdann iſt jhnen erlaubt ʒuder Wehrezu⸗ greiffen/ Auſſerhalb diſer hoͤchſten not/ enthalten ſie ſich alles Streits. Nuh war der Wall ſchon hoch außgefuͤllet/ vnd der Sturmzeugauffgefuͤhret/ Aber die Konigiſchen tröſteten ſich jhrer hohe Maween/ vñ lieſſen ſich damit nit erſchꝛoͤcken/ daß Magnus ſonahezujhnen rücket. Die pnſtet veruch· Pompeius entſetzet ſich ab der Juden Mañligkeyt/ ab den ſchoͤnẽ ſtarcken vñ groſſen Mawtẽ/ teathr Ambt indem deßgleichẽ an der Prieſter ernſi/ welche auch in dem hafftigſtẽ Streit ohn vnterlaß jhꝛe Opffer verꝛichteten/ als were allenthalbẽ guter frid/ Da ward nichts an den DOpffern/ auch mitten vn⸗ ter dem Geſchoß verſaͤumet/ Da geſchahe eyn groß Blutuergieſſen vnter den Opffern/ die da DOpffer auff den Altar legtẽ/ wurdẽ gleich vbr dem Altar getroffen. Es hatte diſer Streit ſchon trei Monat gewehret/ vñ wußte noch niemann/ was er für eyn end nem̃en wurde. Nachdem aber die Mawꝛ midgefellet/ that Sylla auß des Coꝛnelij Geſchlaͤcht den erſten einbruchinden Eroberũg des Tem⸗ Tempel/ darauff volgetẽ die zwen Haubtleuth⸗ eyner ꝗ̃urio/ der ander Fabius genannt/ deren vels zu Jeruſalem jeder ſein Kriegsuolck bei jhm hartte/ vmbringetẽ den jnnern Tempel auff allen oꝛten vñenden/ erſtachen vnd erwurgeten alles was ſie antraffen. Die fluͤchtigen wurden erſchlagen/ ſambt denen die ſich zur Wehr ſtelletẽ. Da ward keynes Menſchen geſchonet/ wiewol ſich die Prieſter des Tempels durch der Kriegsleuth grauſamkeyt an jhrẽ Gottesdienſt nit hindern lieſſen. Der Feind vberlieff ſie mit bloſſer Wehre/ ſie ab verꝛichteten jhr gewoͤhnlich Am̃t nichts deſto we⸗ niger. Die weiß der Reynigung vnd die Opffer hatten jhꝛen gebuͤrlichẽ foꝛtgang. Miteynẽ ſol⸗ chen ernſt namen ſie ſich jhꝛes beuohlenẽ Ambts an/ vñ wolte Gott/ es were von hertzen gangt/ vnd auß wart glauben geſchehen. Es haben auch die Hebreer ſelbs eynander den groͤſten ſchadẽ gethan. Innwendig war eyn haͤfftiger Streit/ vñ in der naͤhe mußten ſie groſſe vñ vnuermeid⸗ liche gefahr von den auffruͤhriſchen beſtehen. Außwendig vñ voꝛnenher hatten ſie ſich vor dem Feind zu beſorgen/ ſo war jhnen auch der heymiſche feind auff dem halß/ vñ auff beyden ſeiten. XVII. Cap. Die Prieſter kom̃en im Tempel vnter den Wpffern/ ſambt eyner groſſen anzal Volcks vmb. Pompeius beſichtiger das veyligthumb/ thut aber keynen ſchaden/ laßt den Tem⸗ pel wider reynigen/ beſtellet vyrcanum ʒum vohenprieſter/ halt ſich allenthalben mañ⸗ ich vnd beſcheydenlich/ ſtraffet die anfanger des Laͤrmens/ fuͤhret Artſtobulum ſambt den ſeinen gefaͤnglich gehn Rom/ doch entrann Alexander ſein lteſter Sohn auffdẽweg · Dupreezre E Aſie nuhallenthalben vmbgeben waren ſſturtztẽ ſicheticheſelbs z todetliche verbrañten in dem Jewꝛ/ welches jhre eygene Leuthangezün⸗ letzten Athem.. 8 det hatten. Die Priſter aber verharꝛeten in jhrem Ambt biß zu allerlet/ vñ vermahneten eynander/ ſie wolten jhnen den Gottesdienſt hoͤher angelegen ſein laſſen/ denn jhr eygen Leben. Eo ſtehe jhnen loͤblicheran/ das jehnige mbder Gottſeligkeyt willen zuleiden/ deſſen ſie doch nit vberhaben ſeinkoͤn⸗ nen/ vnd ſeie auch ſo vil deſto beſſer/ dieweil ſie die begraͤbniß inj hꝛem Vatterland haben moͤgẽ. Es nůtze ſie ja nit vil/ wann ſie gleich bei leben bleiben/ vnd doch den Gottesdienſt verliten/ ſeie vil herꝛlicher in eynem Gottſeligen Ambt ſterbẽ/ Welcher aber daſſelbige auß forchtder ge⸗ fahr vnterlaſſe/ der ſeie eyn Gottesdieb/ wer jhm aber trewlich nachſetze/ dem ſeie es an ſiatt y⸗ nes Opffers/ vnd ſeligen Sigs in dem leiden. Alſo wurden die Prieſter mit jhren Infeln mi⸗ ten vnter den Opffern geſ chlachtet/ vñ lagen die erſchlagenen in jhrem Prieſterlichen ſchmu auff der Erden vnd vnter den Fůſſen. Damals wurden ʒwolff Tauſent Juden erſchlagen. s erh. kamen aber nit vil Roͤmer vmb/ wiewol jhren vil verwundet worden/ Doch klagten di Juden nichts ſo hafftig/als daß das Heyligthumb/ ſo bißher gant heymlich vnd vorborgen glſn⸗ den Heyden zu ſehen werden ſolte.. Pompeius beſicht dʒ el/ darein alleyn der Hoheprieſter auffgewiſſe zeit vnd weiß gehen doꝛffte. Darinnf ander 3 weſen/ wann nicht eben der Sabbat vnd die Geſitag angefangen hetten/ daran ſich die uen om Pompeius aber nam ſich vnnotiger ſachen gar nichts an/ gieng alleyn nach dem Sigin Heyligehum zu Ze⸗ g gar nichts an/ gieng alleyn ne ruſalem. in Ie dem Tempel herumb/ ſambt vilen andern/ die auffjhn warteten/ vñ beſahe den jnnerſin ⁊m⸗ Luchter/ din Liſc/ das Ruuchwerd/ die Lade des Henen/ vnd oben darauff d Sm n ſoſi nu inh e chu mde ſm nbt ubrigb anchrd itsmit nauch6 Dem rgw ftei u vnd/ deral derhe awA . —.——— — —— —— —— usa ſnto ſittden6 hſtlet. G Atzin en ben nitda nſſ. ſchickt/v ſn Al nd de ancht/r e an 468 F ſalem/ Das. Buch. 8 10 ließ erſich doch de Geißi heylige Gelt. V ob wol vil ß erſ ehen Gelt darunter war/ ſo waͤrender Belaͤgerung ndere alte Pyem Se dẽ Roͤmern in verhergung ſeines Vatterland„.— — bfürtrew halten,deran den ſeinẽ vntrewlich handlet Er 1 och wird ins habe den Neobe⸗ ten beiſiand geleyſtet wider die ſeinẽ/ in dẽ er eyn groſſe anʒzahl V hatdem Ftindntſchlch⸗ ne daeiſt de Len⸗ war/Ariſtobuloabwendig gemachthat. Pompeius cberhil ſichelle⸗ Hauſſehal der Statt ken 6—— frn Haubtmañzuſtunde/ in dem er Ariſtobulo nichtalle eteenhalbe/wie eynemtapf, ge wee anc, den Krieg baldʒ df yn zuuor kam /ſeinẽ gew nitIoſepho vbereyn bald zu end fuͤhꝛet/ſonder auch nach erlangtẽ Sig eyn maß hielte/vñ die ebrach,vñ ſn nenmehr durch freundligkeyt/ denn mit ſchräcken an ſich oge/ vnnd aleyn 2 . 6— S 1. 1e m WVolck. riegs mit der Art hin ichten ließ. Zu dem macht er die Judẽ ʒinßbar/ſetzet e diſes Ponpen mannlig⸗ Zuͤdiſche Land. Alſo bekam Judeaſhr gewiſſe Gin tze— btende⸗ . amz5. Dañ De 4 e Demetrij Heymat/ ſo von den Juden zerſioꝛet woꝛden/ wid i blat.* ——. jhn als ſeinen lieben Herꝛn vñ Fuͤrderer darumb angeſprochenr 5. Dewent e er groſſen gunſt vñ mehr anſehens in diſem/ vñ vi hſaceeee — ilen andern ſachtẽ wen. — Knecht wolgoͤnnete/ hat ers leichtlich Sn ſumbt ulum vnd ſeine Sohne/ ſambt ſeinem Schweher/ gefaͤnglich mit ſich gel emnem Schweher/ gefaͤnglich mit ſich gehn Rom zufuhren/ Swaber arfang⸗ Alerander aber/ eyner auß des Koͤnigs Sohnen/ iſ den Waͤchtern rh hee uchhugefupri. vnd wider heym kommen. Er war der aͤlteſte vnter ſeinen Bruͤdern/ vñ hatte zwo Schweſtern. Cap. 6 * 6 6 Aleande ſun iusM eeinn Alſo ward Antigonus der juͤnger ſambt feinen leiblichen Scl n di er ſamb en Schweſtern in die Statt Pompeius aber iſt erſilich ufkinum/vnddarnaduß negen tigebrahe XVIII. Cap. Seaurus tringet den Judẽ die Meerſtůtt wider⸗ ec S = ab/ bekrieget Ar hungers halben mit Areta in eynen Vertrag geben. 2 Arabiam/muß ſich aber Caurus aber der Romiſche Haubtmaßin Syrignam die Meer Scnnennmnn 6. S2 ſtaͤttt wider ein/ welche die Juden an ſich gezogen hatten/ nemlich Scytopo⸗ Meerſtttein/vund lim,Hipponem /Pellam/ Samariam/Jamniam/ Miriſam/ Azotum/ Are⸗ ꝰlneztt Arabiam. 1 5 thuſam. Deßgleicht Gazam /Joppt vñ Doꝛam am Meer/ ſam̃t der Statt ⸗ S die voꝛzeiten Stratonis Thurn/ hernach aber ʒu Koͤnig Herodis zeiten/ wel⸗ cher ſie zierlich gebawen/ vnd mit eynem andern Namen Caͤſarcam geneet/ geheyſſen woꝛden iſi. Vnd hat eynen Krieg wider die Araber angefangen/ Das Juͤdiſche Land zwiſchẽ dem Euphrat vnd Egypten vñ Syriam/ in glwiſſe Embter außgetheylet/ vñ Gericht angeſtellet. Gedachte auch Petrã/ die Haubtſtatt in Arabia/ mehr auß begirde des Raubs/ deñ von wegen erweiterung des Reichs mit Krieg anzugreiffen/ konte aber allerley vngelegenheyt halben nit darzu kom̃en/ doch verherget er alles weit vñ breyt vmb die Statt herumb/ vnd kam eyn groſſer Hunger vnter ſein Kriegsuolck/ es were auch eyn groſſer jam̃er darauß entſtanden ⸗ wann nicht yrcanus den Roͤmern in ſolchem groſſen mangel/ durch Antipatrum Prouiand zugeſchicket/ vnd Aretam auß Scauri anſtifftung vermahnet hette/ den Krieg mit Gelt abzu⸗ kauffen. Letzlich hat der Araber den eind mit treihundert Talenten abgeſchaffet/ Scautum Arnewelſete erloͤſet/ vnd den Feind mit Gelt abgewiſen. Das hat Hyrcano eynen groſſen gunſt bei den Ro⸗ rum mit Seit ab⸗ mern bracht/ vnd eynen beſtaͤndigen friden gemacht/ dieweil er dem Roͤmiſchen Volck in det feind Land/ vñ in jhꝛem groſſen mangel/ Frucht genug zugefuhret hat/ vnd zu huͤlff lom̃en iſt. X. Cap. ret ſich im Jůdiſchen Land/ wird aber von M. Antonio in die Flucht er emps w Sne theylet Gabinius das Juͤdtſche Land in fuͤnff Rreiß oder Gericht⸗ tuͤl/damit man die Inden deſto beſſer demmen moͤge· . Lexander aber der auß der verhafftung entrunnen war hielt ſich en anfaͤnglich ſtill/ vnnd bewarb ſich eyn zeitlang vmb Kriegsleuth/ darnach ſch Land. h ſtreyffet er offenlich im Juͤdiſchen Land herumb. Da ward anſ S vnd wußte nicht/ wir er ſeinen ſachen rathen ſolte/ begeretan die woltẽ diſem Krieg voꝛkomen. Eo war auch Alerander awr Egeſippi/ bon Zerſtoͤrung der Scatt 3 9 0 4 zu Jeruſalem/ welche Magnus nidergewoꝛffen hatte/ wider auffzubawẽ/ vñ giengdas Werc s6 ſchonan/ Gabinius aber der an Stauriſtatt fommen war/wolte ſhm ſolches nitgeſiattenauß Alerander nifit et⸗ zufuͤhren/ vñ richtet alle ſachen dahin/ daß er Ariſtobulo eynen ſchrecken einjagẽ moͤchte. Doch lche Veſtungen in. ſteß ſich Alexander vnerſchꝛocken finden/ vnnd gedachts mit dem Schwert hinauß zufuhren/ nam mit Zehen Tauſent Fußknechten/ Tauſent vnd fuͤnffhundert Reyſigen die Schloſſer/ A lexandrium/ Hyrtanium vnd Macherunta ein/ damit er ſich im fall der not darinnauffenhal⸗ ten/ vnd dem Zeind eynen abbruch darauß thuen moͤchte. Dann auch Arabia in der naͤhe den Roͤmern nicht faſt guͤnſtig war. Gabinius meynete jhm bei guter ʒeit zuuorkommen ⸗ ſchicket derhalben Marcum Anto⸗ nium mit eynem Hauffen voꝛan/ dem eind den Paß zuuerlegen biß er ſelbs auch mit dem gan⸗ hen hellen Hauffen hernach kaͤme. Darzu kam auch Antipater mit eynem auſſerleſenẽ Voick⸗ Malichus vnd Pitholaus/ deren jeder eynen beſondern Hauffen Juden fuͤhrete/ vnnd ſtieſſen ijhr Kriegsuolckvnter Antonij Hauffen. Daſie nuh Alerander ſo dick vnter eynander ſtehen ſahe(dann Gabinius war auch da) warde er ʒu rath/ wider hinderſich ʒuweichen. Schlacht zwiſchen Als er aber nit weit mehr von Jeruſalem war/ mußt er ſich ʒur wehre ſtellt ward auch in Aurandro vnd In⸗ die Flucht geſchlagen/ Auff ſeiner ſeiten blibẽ gar nah trei Tauſent Mañ/ die andern wurẽge⸗ tonio⸗ fangen/ vnd ſonſt hin vñ her ʒerſtrewet. Alſo blib Alexandro eyn kleynes Haͤufflin vberig/ die ſich doch nit zur gegenwehr ſtellen dorfften/ ſondern jhm vil mehr geſelſchafft in der Fluchtzu⸗ leyſten begerten. Zuletzt begeret er friden an Gabinium/ vñ raumet den Romern vmb minders verdachts willen/ alle Schloͤſſer wider ein. In demſelbigen Krieg hat Antonius ſeine mann⸗ ligkeyt tapffer erzeygt/ wiewol er ſich ſonſt auch allenthalben ritterlich vnd wolgehalten. G⸗ Das Jidiſched and binius hat das Jůdiſche Land in fuͤnff Kreyß oder Gerichtſtuͤl abgetheylet/ damiter jhrenge⸗ fonf walt/ deſſen ſie ſich ohn vnterlaß vbermuͤtiger weiß mißbrauchtẽ/ deſto beſſer brechẽ vñ daͤmpf⸗ Nmerz abgetheyle fen möchte. Hyrcanus behielt durch ſeine ſanfftmuͤtigkeyt das Hohepꝛieſterthum̃. Gabinius aber vertrawet die verwaltung eynes Kreyß/ in derſelbigen gantzen Landſchafft/ nicht eynem alleyn/ ſondern den Jeroſolymitanern in gemeyn. Gleicher geſtalt theylet er auch diekreyß zu Gadara/ Amathus/ Jericho/ vnd Sephora/ vnter die fuͤrnembſte Staͤtt auß/ damit allen vnd jeden jhr gewalt genommen wuͤrde/ vñ doch gleichwol die verwaltung des Lands/ die beieyner gantzt Gemeyn ſtunde/ in jhrẽ werth vñ gang bliebe/ Welches die Roͤmer zu verhuͤtungkunff tiger Auffruhr weißlich bedacht/ võ den Judẽ aber zu ablegung alles auffſatzes vñ neids bewil⸗ liget woꝛden iſt/ Damit die Hebreer nit den Koͤnigen/ ſondern den fuͤrnembſten vñ beſten vnter dem Volck vnterthan ſein doͤꝛfften/ wie es denn auch vnter den Roͤmern gehalten wird/ daß nit eyner alleyn/ ſonder allwegen die beſten/ eyner nach dem andern/ wie es daß Loß gibt/ das Regi⸗ ment fuͤhret. Alſo haben ſie ʒwar keyne Koͤnige/ vñ ſeind doch gleichwol der Koͤmge Oberhenn vnd Richter/ welches denn weißlich angeſehen iſt/ alle vnruhe vnter dem Volck zu vermeiden. X. Cap. Ariſtobulus entfleucht mit ſeinem Sohn Antigono auß der Gefangniß von Rom richtet eynen newen Larmen im Juͤdiſchen Land an/ wird aber von Gabinio auffeyn newes gefan⸗ gen/ vnd gehn Rom verſchickt. S hat aber die Flucht vñ widerkunfft Ariſtobuli in das Jůdiſche Land groſſe vnruh gebracht/ dieweil ſich vit zu jhm geſchlagen/ die nchalle 3 freundſchafft vñ kundſchafft zu jhm hatten/ vñ in hochſier not war/ daunſi § durchgemeyne empoꝛung gedachtẽ abzuhelffen/ kehꝛetẽ das vnderſtzu bberſ⸗ S vñ fehlete jhnen doch jhre hoffnung allenthalben. Da nuh Ariſiobulus wider S kamfieng er an die Veſtungen zubawen/ vnd Alerandrium zubeſſern. 5 Gabinius ſolches erfahren/ ſchicket er Siſſennium/ Antonium vñ Seruiliũ mit eymhauftn Voick/ vnd hindert das angefangen Werck. Daher mußte Ariſtobulus die Veſtungen vrlaſ ſen/ vnd ſich zum Krieg ruͤſten/ vnd dieweil er ʒuuil vngeübtes vnd vnerfahrnes Volckbeijhn hatte /ließ er den gemeynen vnbewehrten Pofel lauffen/ vnd behielt alleyn acht T auſent wolg —— ſambt Pitholao/ welcher fůr ſich ſelbs ſambt T auſent Maͤnnern von Jerſalem jhm kommen war. S— Da nuh die Schlacht angieng(dann die Römer waren jhm bald auff dem Halß). Roͤmern. zwar Ariſiobuli Voick eyn zeytlang tapffer geſtritten vnd ſich ritterlich gewehret ⸗, Ariſtobulus erwe⸗ cket eynen Rrieg wi⸗ der die Roö ner. Jo⸗ ſeph. am ꝛ36, blat,„ n lsin doſterſt nhth cvonſt ſe2uſt nMande imhGeb . angericht uynd2i dnKri hnen die Roͤmer mit Manni ſchlagen. Ariſtobulus aber harſi ſtung zu Macherunt gefloh nAt /den ſeinem Sohn Antt⸗ angen„ fuͤr Gabinium gono gefangen, vnd ethaben/ vmb der ver⸗ XXI. Cap. 4 8 fuͤr wider die vell vnterſtehet ſich A⸗ ie Flucht geben. Gabi⸗ zeucht die Par e Waffen vñ Volckzu/vnd were G wannj hm nit die Juden/ ſo des oꝛts Dieweil aber das Kriegsuolct lang auß war/gedachte ſich Alexander /Ariſtobuli Sohn/ abermals in Syriam/a ls in eyn ledige Prouintz vnd enhſeen⸗ Ga 1 ſolches bald erfahren/ ſich eilends vmbgewendet/ Antipatrum voꝛher geſchickt/ vnd vil Juden vigreich. von Alexandro abwendig gemacht. Dann Alexander verließ ſichauf ſeinen groſſen Anhang/ vnd vnterſtund ſich alle Romer /⁰welche er in dem Land betratte/ vmb zubringen/ vnndwiewol der mehrertheyl Juden/ durch Antipatri anſiifftung von jhm abfielen vnd ſich verlieffen/ ſoiſt er doch von ſeinem freuelen fuͤrnem̃en nicht abgeſtanden/ ſondern eyn Schlacht geliffert/auff rander von Ge treiſſig Tauſent Mañ bei dem Berg Itabirio darinn verloren/ mit zehen Tauſentẽ die Flucht dinio geſchlagen. geben/ die andern ſeind zerſtrewet worden/ vnd hat der Krieg hiemit eyn end genom̃en. Nach dem nuh Gabinius alle ſachen in der Statt Jeruſalem nach Antipatri wolgefallen veroꝛdnet vnd angerichtet/ iſt er weiter gezogen/ hat die Nabatheer mit Heereskrafft bezwungẽ/ Mithri⸗ datem vnd Tigranem/ die auß Perſidegeflohen waren/ heymlich hinweg geſchickt/ vnd doch vnter den Kriegsleuthen eyn geſchrey gemacht/ als weren ſie entrunnen. Craſſus aber iſt an Gabinij ſtatt kommen/ welcher als er in den Parthiſchen Krieg ʒiehen M Craſſus nimnt enn groſſe Summa wolte/ alles Gelt auß dem Tempel zu Jeruſalem geraubet/ vñ darzu die zwey tauſent Talent entwendet/ welche doch Pompeius nicht hatte anrühren wollen. Erhat ſichs aber nicht lang pelj Jernfalen. 3 0 Juͤdiſche Land/ ſchlug die Taricheer/ vnnd verkaufft treiſſig Tauſent Juden zu Leibeygenen frewen doͤffen/ dañ ſo bald er vber den Euphrat geſetzt/ hat er all ſein Kriegsuolck verloren/ vñ Joſeph. am a37 bl. iſt er ſelbs auch vmb ſein Leben kom̃en. Diſes Sigs haben ſich die Parther vberhebt/ vnd da⸗3 9 11 uff in Syriam wagen doꝛffen. Caſſius aber hat ſie liſtiglich hindergangen/ vbel empfangen⸗ 2 vnd mit jhrer groſſen Niderlag auß ſeiner Landuogthej verjagt. Dann ſie kamen ohn alle oꝛd⸗ nung daher gezogen/ vnd meyneten nicht/ daß jhnen jemañ widerſtand thuen dorffte/ vñ ſeind Caß alſo in den engen Wegen vberfallen/ vñ vil erſ chlagen woꝛdẽ /die andern ſeind daruon geflohẽ. As nuh Caſſius den ᷓeind verjagt/ vnd gute ruhe in ſeiner verwaltung hatte/ vberfiele er das jyhaꝛzyhlac * Knechten. Er hat auch pitholaum/ der jhm verdaͤchtig war/ als hielte ers mit Ariſtobuli Par hej/verkaufft vnd vmbbringen laſſen. Darzu hat Antipater auch gerathen vnd geholffen/ da⸗ thej/ verkaufft vnd vmbbringen laſſen. Darzu hat Antip chgerath mithm der nur auß den Augentame/ er ſumbt jhm nachgleichem gewali vnd ehrun⸗ Cap. Egeſippi/ bon erſtoͤrungder Statt Anttpater nimmt eyn Weib auß Arabig/ vnd kommt hiedurch in groſſe freundſchafft mit den Arsbern. Inlius Cäſar vertreibet Pompeium vber das Joniſche Meer/entie⸗ diget Ariſtobulum der Gefaͤngniß/ vnnd braucht jhn zum ehuͤlffen wider Pompeium/ Ariſtobulus aber wird mit Gifft getoͤdtet/ vnd ſein Sohn Alexander enthaubtet. Antipater ſchicket durch diſen Heyrath in Arabia bekommen hatte. Letzlich gedacht er Ariſtobulum mit Krieg Seeigenhnn⸗ anzugreiffen/ vnnd ſchicket gemeldtem Koönig in Arabia zu ſonderlicher freundſchafft ſeine Sohne ʒu Geiſeln/ welche er auch als eyn liebes Pfand/ zu trewen handen auffgenommen/ aller geſtalt wie ſeine eygene kinder gehalten/ vnd endlich dem Vatter auff ſein begeren wider vberantwoꝛtet hat. 5 Dieweil aber Ariſtobulus/ der die Schlacht verloren/ gefangen lag/ vnnd ſein Sohn A⸗ cxander nach jnnhalt des Vertrags/ den Caſſius bei dem Euphrat auff der heymfahrt mit jhm auffgerichtet harte/ ſich des Kriegens entſchlug/ Perſis ſich auch von den Parthernfty⸗ nes vberfalls ʒubeforgen hatte/ vñ ſonſtallenthalben gegen der Sonnen Auffgang guterrid war/ zog Caͤſar auß Franckreich vber das Gebirg in Italien/ vnnd vertrib Pompeium vnnd den Rath vber das Joniſche Meer. Da nuh Magnus Pompeius auß Italia fliehen mußte/ verfuͤget er ſich gehn Aemathiam/ hieß den Roͤmiſchen hauffen hernach kommen/ vund ruͤſtet Caͤſar ſich daſelbs zum Krieg. In diſer handlung entlediget Caͤſar Ariſtobulum/ der nochu Jom te nornrdir in verhafftung war/ der Gefäͤngniß/ vnd ſchicket jhn mit eynem Hauffen in Syriam /damt Grfanguß. Joſeph. er Judeam auff ſeine ſeiten braͤchte/ vnd Pompeio auff dem Fuß nachſetzete. Caͤſar aberlagin der mitte/ zwiſchen Rom vnnd Pompeio/ dann er zoh von der Straß Flaminia auff Appim 3 9 17 den naͤhſten zu /vnnd eilete Magno nach/ der meynung jhn entweder ſelber anzutreffen/ oder 4 7 ſein Volckauffzufahen. Ariſtobulus aber wardgieich im anfang/ vnd ehe es zumtreffenkam⸗ mit Gifft hingericht/ daß die Sach erſitzen blib. Die gemeyne ſage gieng/ des Pompeijreun⸗ de hetten jhm vergeben. Alſo giengen des Caͤſaris anſchlaͤg zu ruck/ vnd ward auch Ariſtobu⸗ Ariſtobulus mit Gifft getoͤdtet. Iſer Antipater hatte Cyprim eynes fuͤrnemen Geſchlächts auß rabia zum Weib/ vndzeugete vier Sohne/ vnd eyn Tochter mitjhr. Die Sohne hieſſen/ der erſte Phaſaelus/ der ander Herodes/ dertritte Joſippus/ der vierde Pheroras/ die Tochter aber Salome. Durchdiſen anlaß wußte ſich Antipater maiſterlich bei den groſſen Herren/ vnnd ſonderlich bei dem Koͤnig in Arabia ein ʒukauffen/ vñ wendet die groſſe freundſchafft fuͤr/ die er n M lhenet zndja Juff ifrund ner ſen haberin nhen eige lus durch diſen vnuerſchenen zufall an ſeinem fuͤrhaben gehindert. Daher er vorhinin ſinem elend vnter dem Feind/ vnnd in der verhafftung vil ſicherer geweſen/ denn er nuhals der Her vnd Koͤnig vnter ſeinen Vnterthanen/ in ſeiner Schlaffkammer vnd vber Tiſch wat. Da nuh Pompeius erfuhre/ das Ariſtobulus in Judea wider abgefallen were⸗ vnnd ſich in eynen newen Krieg begeben hette/ hieß er ſeinen Sohn Alexandrum auch vmbbringen/ als der jhm in Caſaris Handlung allzu verdaͤchtig war. Scipio gehoꝛchet des Cneibeuchl/vnnd fuͤhret Alexandrum fur gericht/ damit es eynen ſchein des Rechtens hette/ ſtellet auch Kliger Pompelus laßt Ale⸗ randrum/ Ariſtobuli Sohn mit der Ayt hinrichten⸗ dar/ vñ gieng eyn Vrtheyl vber jhn/ als eynen/ welcher der Roͤmer Land bekrieget vñ vnruͤhig gema cht hette. Es waren aber alle ſachen dahin gerichtet/ daß man gedencken ſolte/ Alyander wuͤrde vil mehr nach außweiſung der Rechten/ den auß ſonderlichem beuchl vnnd brauch/ den die Haubtleuth gegen jhren Jeinden/ vnd beweißlichen Auffruͤhrern zuhalten pflegen/ nitder Ayt hingericht. Cap. Ptolemeus tõdtet ſetnen Sohn/ darumb daß er Alexandrum ohn ſein vorwiſſen ʒum Weibe nam/ vnd bulet er ſie doch hernach ſelbs. pompeio wird der Ropffin der Flucht abgehawen⸗. 3 randri Weibe anname/ beyder Tderfuhre/ſchicket er ſeinen Sohnphit⸗ ione bolen /Welchrae bin kommen iſt/ Antigonum vnnd ſeine Schweſſern mit— pionem in die Statt Aſtalon/ gemeldte Brůder zu L aher ptolemeus wecher ſich Ariſtobuli Brůder onddl uhunt unt Ragnus Ponynsnjjin ges vnd jammerhafftiges weſen iſt vmb aller Menſchen leben. genommen/ daß Fe ſalen. 4 J. Buch. lieb entzuͤndet Vutter brůchte Durch diſe beiwohnungi 2 zeihen koͤnfen/ vnd hat der geweſen/ wann Bingünz mit Ptolemeus nicht zu guthalten /ſondern iun Weib genommen. Das wolt ihm ſennver⸗ Weib. Da siej brbare nſondern tödtet den Sohn/ vnd jhm ſein Vatter Ptolemeus tödiet barer Handel/ daß eyner an ſei er die Sohnsfrawen um ſeinen Sohn Phi verdammen ſol/dieweil er nichtz neranſeinem Sohn/ die Cheliche beiwohröumn prnh uno eli eb pionem/ vnd ni Blutſchanden ſelbs ver tdarumb angeſuch hat/ vnd ſich dnbetbebohnuns erſein Weib. Nach Pompeij Tod haben ſich ich alle Sachen verkeßret/a — ch Dannals Pompeius fuͤr Caͤſare Pompeins in der ketwoꝛden. Er aber hat das Haubt Slucht enthaubtet⸗ mit groſſer geduit dargebotten/ wie eynem Kriegsmann der ſo vil Voͤlcker zum ff offtern berwunden hat/ wol angeſtanden. M olan Man hat auch wol an di em Exe nl⸗ der ſeinen Halß ſo willig dargeſtrecket/ e den ee s Königreich gegeben hatte/ augenſcheinlich zuſehen/ was es fuͤr eyn— i⸗ Auff ſeinen Tod iſt eyn groſſe aͤnd nTod iſt erung geuolget/ De alle freundſchafft beim Caͤſare/ vnd ſonderlich— e n Dann Gelts vnd Guts bedar ber in Kriegshaͤndeln/ dardurch man die Widerſaͤr er vnd aͤ denbeſten Freunden machet. Dieweil denn 6 Sor Snenni glauben gehandlet hatte/ iſ er auch von Caͤſare durch Krieg angriffen worden. XXIIII. Cap. miſchen haufinhnimn ulediaet Caſr Inben p Mithridates ʒeucht nach Egypten/ wi luſio auffce Lännunn Antipatrum vmb Se Bhen ſichdurch tiydn mit tynem huſuun Egrpriern/ vnd were ſchter aufß dem platz blieben/ waun jhn nicht ſen 6 o auff dem Fuinchſun li vnd dardurch bei Caſare groſſen gunſt erlanget hette. 1 4 een — chridates von Pergamo mußte mit allem ſeinem Heer/ daset mdals pen cnſnzn mit ſichfuͤhret/ in der Statt Aſralon ſiillligen/ dieweil man j0n bei peluſio ju Heluſo auſfge — u x. nicht foꝛtziehen laſſen wolte. Dieweil er dann nicht hinuͤber kommen konte⸗ Du gtmcyntſiuzuu nd ſein anſchlag ʒu ruͤckgieng/ doꝛfft er ſich auch mit Kriegen nit einlaſſen/ n anſchiigunmn e neh n viſicheer gwijn Scuſtnn us in Judeaw rachude Nl⸗ ſonder von wegen der oꝛts vngelegenheyt/ vnnd ſeiner eygenen vnuermoͤgligkeyt. 6 Diſem hat Antipater am aller erſten bei den Arabern huͤlff zuwegẽ gebracht/ Antiyater wirrt darnach auch trei tauſent wolgeruͤſter vnnd bewehrter Iud t ſich gefuͤh Mubridati vmb h auch trei tauſi geruͤſt bewehrter Juden mit ſich gefuhret/ Darneben auch die gewaltigſten in Syria/ nemlich Ptolemeum/ der in Libano wohnet/ Jamblichum/ unpn vnd den andern Ptolemeum dahin vermoͤcht/ daß ſie jhm zugezogen ſeind. Deßgleichen haben ſich auch andere Voͤlcker mit in diſen Krieg begeben/ vnnd ſich auff diſe Mittgehulffen ver⸗ Muhridates bels⸗ laſſen. Solcher groſſen hůͤlff hat ſich Mithridates getroͤſtet/ vnd iſt auff Peluſium zu gezogen/ gert vnd gewinne⸗ Peluſium⸗ vnnd als man jhm den Paß abſchluge/ belaͤgeret er die Statt. Damals hat ſich Antipater fuͤr anderen tapffer vnnd ehrlich gehalten/ Dann da ſich die in der Statt zur Wehr ſtelleten ⸗ vñ zu beyden theylen haͤfftig geſcharmuͤtzelt ward/ hat er zum erſten auff der ſeiten/ da er ſtritte⸗ eyn ſtuͤck Mawren nidergewoꝛffen/ die Statt vberfallen vnd eingenommen. Es hat auch An⸗ tipater nicht alleyn auff dißmal ſich haͤfftig bemuhet/ vnd hůͤlff geleyſtet/ ſondern/ als das Heer Onie Ferdeah weiter hinein kommen/ vnnd die Egyptiſchen Juden an dem vit/ daß man Onie Landſchafft n. nennet/ jhnen widerſtehen/ vnd den Paß vnd durchzug wehren wolten/ hat er nicht alleyn den⸗ ſelbigen Krieg abgeſchaffet/ ſonder auch die jehnigen/ ſo ſich zum Streit geruͤſtet hatten/ dahin vermocht/ daß ſie dem Heer mit Prouiand vnd allerley notturfft/ handreychung vnd hulff ge⸗ than haben. Daher denn die Memphiter auch vom Krieg abgeſtanden ſeind/ vnnd ſich freiwil⸗ lig an Mithridatem ergeben haben. ⸗„ E* S„ 3 wi k. Als nuh Mithridates fur den ſoꝛglichſten enden fuͤruͤber kommen iſt/ hat er an den wei⸗——.— pi haffi Et Juden Heer⸗ teſten vnd gelegenſten Oꝛten derſelbigen Landſchafft/ welche die Einwohner der Jude Eappitn. lger nennen/ tapffer geſtritten/ vnnd es ſo duͤr hineingeſetzt ßehefnapevnbſantbe tommen were. Antipater abet ward gewar/ daß die Spit auff der rechten Seiten/ darnnan Mithri⸗ 3 1 4 9 Egeſipi/ bon gerſtörungder State 3 5 4 ————————————— 5 ₰ 4 6 „Mh, 6 n , — — — K W — —= 3 *— L 0— 2*— S — 2 6 6 A N— t „ ℳ B S 8. 7*** 5„ l d.* 2 8 2 e* 8 S — W F S S„i1 S Ft 5 44 W S— 8 W 8 S5 M—— S 4 1 5 W,— 57— ℳ ℳ — 4 2 3* S 65 3 F 5 2 * . * * *5 — N * R 6* — n2*— — 8 —— 222 4 6 5 S——=—— 22— ——————— S— —— S——— jmmer zu ruck weichen mußten/ hart zuſetzete/ vnd that jhnen ſehr trang/ biß endlichder eind garerlegt Sch 5 k Maii In derſelbigen Schlacht hat Antipater von ſeinem hauffen nur achzig Mañ/ Milhridates aber vber die hundert verloꝛen/ vnd iſt er ſelber kaum dem Leben daruon kommen. Alſoiſt ehret. Joſeph⸗ am in kurtzer zeit eyn groſſer ſchad geſchehen. Antipater hatte vil Wunden vnd Stichanſeinem *.blat. Leib empfangen/ das war jhm bei Caͤſare eyn gut ʒeugniß ſeiner Mannligkeyt/ ſonderlich die weil Mithridates nicht alleyn von ſeiner entledigung zeugete/ ſondern auch ſeine ritterliche Thaten ruͤhmete/ Welches denn dem Keyſer vberauß wolgefallen hat/ vnnd Antipatrum vn⸗ ter die zahl ſeiner Raͤthe vnd Freund/ wie er denn wol verdienet hatte/ angenom̃en. Nach dem er aber alle ſachen in Egypten nach ſeinem begeren veroꝛdnet/ vnd in Syriam verucket iſt/hat erjhm zu Rom groſſe Ehr angethan/ jhm auch/ als eynem bewehrten Mann/ eyn gant Talen⸗ tum/ vñ ſonſt andere Kleynoter ʒum zeugniß ſeines geneygten willens gegen jhm/ geſchencket. Deßgleichen Antipatro zu gefallen Hyrcano auch das Hohepꝛieſterthum williglich beſtiget. XXV. Cap. Antigonus fůhret eyn ſchwere Rlag fuͤr Caſare wider 2 ntipatrum vnnd vyrcanum⸗ Darauff ſich Antipater tapffer entſchuldiget/ vnd Antigonum hergegen des Aufftuhis bezůchtiget· Erlangt auch hierauffdie Landuogthej im Jůdiſchen Lande. S begegnet auch Antigonus dem Keyſer in Syria! vnd flage jhm vilmehꝛ auß neid/ denn auß gebuͤrlichem mitleiden/ ſeines Vatlers. mit Gifft vergebẽ/ vñ ſeines Bꝛuders ſtra 235. blat. G den Seipio/ als eynẽ Vbelthaͤter mit der Art hette hinrichten laſſen· Er fih z„ 2 1 raucheyn ſchwere vnnd lange Klag ein/ wie Hyrcanus vndAnt n 4 frembdem Gut ſeſſen/ welches ſie jhm vnd ſeinen Brůdern/ wider Ehr Recht enzogen/ vnd jhn auß ſeinem Vaͤtterlichen Sit vertriben hetten/ vnnd das u Antipater ſeiner Antigonus verkla⸗ f get Hyrcanum vnd W Antipatrum voꝛm Caſare. Joſeph. am Mithridates war/ von dem Feinde not litte/ vnnd auff der andern Seiten eitel Waſſer/ vnnd 7 keyn außflucht war/ wendet er ſich auff die Lincken ſeiten/ gegen denen/ die Mithridati/ der ſt iiu⸗ iwh nß Mun ſiuhl hn hwet une yſ liun tra jne ne nlande anßft w uſe ide0 mihtthe vohißt mn etvn overn ann eenbe eb gew een/ſ ſzjn ſwenra ufußt Abn SHheny ichn chnene dgewe ideruf i zinſen wiepe in Rn ſeyde Gemüt ſiche auch dabin/ daher vil mehꝛ denſichen auff Gorrſcligemit eruſulem/ Das I Buch. oꝛen were/ vnd im fall er gleich das ver ¹ on Hyrcano vnd Anti U ſchmirtzen koͤnte/ o wer zu leiden ſeie. Nuh aber wollen— vil haͤrter beſchweret vnnd———— ſie doch nicht auß ſonderli en eyn glimpff ſchopffen au dem Krieg in G ſonder jhm vil Muhr u ſeſenehn Handlung/ darum S ge d n ſeien/ damit der Pompeianiſchen Aoelpatr veratt⸗ ortung auff An⸗ ſiheſtu augenſchein⸗ igonicaz. Wunden bezeugẽ Diſe Narben licber ich mei—„ ½, 3e das iſt das ieononnddasiſtdie Handſchriftmeines Herßene denemp Werae frage man die Feinde/ vmd welches willen ichdiſe Wün⸗ ezuſen dabenſie mir ſonſiſohartzugeſchti/ denndaßichtirbeg⸗ Man wirfft mir aber des pompeij fů r ja/li— ader des Pompeij gunſt fuͤr. Ich bekenne ja/lieber Caͤſar/ daß ichs ni den Menſchen /ſondern mit dem Roͤmiſchen Reich ſelber gehalten/ vnd— bemubethabe/ damttewermgemeynen Nus/ nach meinem beſten vermogen gebienet w Ich habe nicht fuͤr cynen alleyn/ ſondern fůr alle gehnpſetn mir ja— ich— doch iſt er zuuor mein qᷓreund woꝛden/cheer in Caſarts vngnad fommen iſt/ Er war dein ochtermann/ vnd du ſein Schweher. Daer nuh im Jůdiſchen Land geweſen/ hab ich jhm als eynem Römiſchen Haubtmann beiſtand gethan/ vñd doch ſeinet halben nie ſolche Wun⸗ den/als von deinet wegen emvfangen. Dirzugefallen hab ich mein Leib vnd Leben gewaget/ vndderieind Schwerrvnd feilaußgeſtanden. Eoiſtaber keyn wunder/ daß eyn Gefange⸗ ner nicht verſichet/ wie ehꝛlich eynem die Wunden ſeind Was kanmir mein abgeſagter eind anders verweiſſen/ denn ewer freundſchafft; Eyn wunder iſt es/ daß ſich Antigonus vnterſte⸗ Antipatrigegentlag het/ jemann voꝛ den Roͤmern zuuerklagen/ die er doch ſelber pflegtʒu bekriegen/ vnnd darff ſich auff Antigonum. s verluſts ſeines Koͤnigreichs/ welches er doch nicht zur beſtaͤtigung dſeines Geſchlächts/ ſo vider die Roͤmer begeret zu ge⸗ ſt zum Krieg zuuerurſachen/ vnd ſeinen Vatter vnnd Bruder zuraͤchen. Er ſolts ja fur eyn ſonderliche gnad erkennen/ das er noch lebet/ vñ den Roͤmiſchen Richterſtul ſchewen /er aber darff vnerfoꝛdert daher kommen/ vnangeſehen daß er wol weyß/ daß ſein Bru⸗ 1 der Auffruhꝛs halben/ darinn er auch begriffen iſt/ daſelbs ſein verdienete ſtraff empfangen hat. Als nuh Antipater außgeredt hatte/ gab der Keyſer beſcheyd/ daß yrcanus wůrdig ſei des Hohenpꝛieſterthumbs/ Antipatro abergab er die freie Wahl/ jhm eyn Ambtsuerwaltung außzuſuchen/ welche er wolte. Da ſetzet ers Caͤſari heym/ daß er jhn ſelber nach ſeinem gefallen n mit eynem ehelichen Ambt verehꝛen wolte/ vnd bekam durch diſen liſt vnd beſcheydenheyt groß chꝛ vnd gewalt. Dann er ward zum Landpfleger vber das gantze Jůdiſche kand geſetzt/ vnd be⸗ Antpaler Landyft⸗ geret darauff/ daß man jhm erlauben wolte/ die Mawren im Juͤdiſchen Lande/ ſo im warendẽ ger in Jubea⸗ Krieg zerꝛiſſen woꝛden/ widerumb auffzurichten. Welche groſſe bitt er auch erlangt vnd erhal⸗ ten hat/ dieweil man jhm wol vertrawet. Das alles ward nach Caͤſaris beuehl in dem Capito⸗ lio auffgeſchriben/ wie deñ die Roͤmiſche Keyſer eyn ſolche gewohnheyt hatten/ damit die nach⸗ koinen/ beydes von Caͤſaris gerechtigkeyt/ vnd Antipatris trewen Dienſten wůßtenzuſagen. Nach dem nuh Antipater Caͤſarem auß Syria beleytet/ iſt er in Judeamgezogen/ vnd voꝛallen dingen die Mawer/ die Pompeius nider gewoꝛffen hatte/ widerumb auffgerichtet/ vnd eydiatev Je⸗ Darnach auch die Empoꝛung geſtllet/ allen vnnd jeden freundlich/ wie eyn Vatter zugeſpro⸗ ſeypamnzʒ. biut. chen/ vnnd eyn mal glatte woꝛt geben/ das andermal mit draͤuwoꝛten hari angefahren/ daß ſie eer e genen ig nicht verbitterten. Dann mehe nach friden/ denn zu vnruhe geneygt wurden/ vnd den Koͤnig nicht ver wann ſie jhn nicht erzoͤrneten/ wurde er ſich wie eyn Burger gegen jhnenerzeygen/ im fall ſie jhn aber beleydigten/ mochte er ſich tyranniſch halten. Vnd wiewol. Hyrcanus eyn ſittiger vñ beſcheydener Menſch were/ ſolten ſie jhn doch mit ſchmaͤhwoꝛten. ni c ſaucs 3„...„.— —.*..*„„ 5 S„—* S *„——* ℳ. ——————————— .— ₰.—*— 2. 8—..—. — Egeſippi/ bon gerſtorung der Statt 3 9 2 1 gewalts zu bꝛauchen begere. Woh ſie ſich aber newerungen vnterſtehen werden/ ſo wolte is 4ʒ auch vngeſtrafft nicht hingehen laſſen. Sollen ſich dem nach vil lieber der Roͤmer freundſchafft gebꝛauchen/ denn jhren gewalt erfahren. Dañ wer wolte daran zweiueln/ daß ſich ſeine Freund ſeiner annemmen/ vnnd hand anlegen wuͤrden/ wann ſie erfahren ſolten/ daß er ſeines Koͤnig⸗ reichs/ darzu ſie jhn befurdert /entſetzt woꝛden were Dieweil er auch wol wußte/ daß yrcanus von natur langſam vnd ſumig war/ die ge⸗ meyne Geſchaͤfft nach notturfft ʒuuerꝛichten/ vnd alle ding zubeſtellen/ vnd jhm auch vnmoͤg⸗ Se r noch eyn Juͤngling/ aber von natur hurtig vnd auffrichtig war/ die verwaltung des Jůdiſche Joſeph am azs · blat. Lands. So bald er aber zu diſem gewalt kommen/ hat er gelegenheyt vnd vrſach geſucht /ſeine geſchwindigkeyt ʒuerzeygen. XXVI. Cap. erodes bringet eynen Straſſenrãuber in Syria vmb/ vnnd fůhret phaſelus eyn gut egiment/ werden doch durch boͤſe Mäuler bei zyrcano verleumbdet/ vnnd Zerodes darauff fuͤr Gericht gelademaber auff Sexti Caͤſaris Vorſchrifft ledig geſprochen. wero⸗ des belaͤgert im ʒoꝛn Jeruſalem/ vnnd begerer ſich an vyrcano ʒuroͤchen/ laßt ſich doch von ſeinem Vatter vnd Bruͤdern wider abtheydigen. Ann Ezechias der Straſſenrauber that dem Syriſchen Lene groſſen vbertrang/ war der ſtreyffenden Rott Oberſter/ plaget die gantze Prouint/ vnd war allen andern Oꝛten auffſetzig. Diſen ergriffe Herodes/ vnd ließ jhn/ ſambt vilen andern Raͤubern vmbringen/ vnndſchoͤpffet hm damit groß lob vnd gunſt bei den Syrern/ daß ſie in den Staͤtten vnd auff — den Gaſſen von jhm ſungen/ vnd ſagten/ er hette dem gantzen Land beſtan⸗ digen friden vnd ruhe verſchaffet. Diſe gemeyne ſag des Volcks/ erwecket die Bruͤder/ daß ſie auch nach eynem guten Nam̃en trachteten: Vnd dieweil es Phaſelus ſeinem juͤnſten Bruder freundlich mit Maůligkeyt nicht zu thuẽ konte/ begeret ers doch mit ſanfftmuͤtigkeyt ʒu erſtatten/ vñbꝛau⸗ ⸗ chet die fuͤrnemſte vnd gůtigſte Leuth/ die alles wußten zum beſten ʒu wenden/ ʒum Regiment. Daher deñ auch Antipatro/ als dem gemeynẽ Vatter des Vatterlands groſſe ehꝛwiderfuhꝛe⸗ darbei er ſich gleichwol freundlich vnd trewlich gegen Hyrcano erʒeygt/ vnnd hieltejhn nach als voꝛ/ in allen ehren/ Doch bleibet der mißgunſt ſchwerlich auß/ wann es eynem wolgehet. ʒu letzt fieng es Hyrcanum an heymlich ʒuuerdrieſſen/ daß die jungen Leuth eyn ſolch gut lob bei jedermann haben ſolten/ Sonderlich aber waren jhm Herodes loblich Thaten eyn Doꝛnin den Augen/ dieweil er ſahe/ daß er hoͤher geſtigen war/ denn der Juden Geſet ʒulaſſet/ vnd ey⸗ ner Priuat perſon zuſtehet/ ſich ſambt ſeinem Bruder vnd Vatter alles gewalts vnderſtundt/ den Koͤnig aller Ehꝛentſetzete/ vnnd jhm nicht dann den lären Namen/ vndbloſſenſchein vberig lieſſe. Zu dem/daß er ohn ſein voꝛwiſſen vil vmbbringen/ vnd ohn allen Koͤngichen beuchl/ vnd wider das Vatterlich Geſaͤtz/hette hinrichten laſſen. Daher denn jhrer vil/ vndder dem/ durch döſer mehrertheyl meynete/ man ſolte jhn deßhalben fur Gericht ſiellen/ vnd vꝛſach anzeygenlaſſen⸗ Leuth verhezung · ¶warumb er alſo wider das Geſaͤtz gehandlet/ vnd vil Leuth ohn voꝛgehende verhoꝛ getodiethet⸗ te yrcanus habe gute vꝛſach ſich auffzumachen/ vnnd zuerfahren /b ſich Herodes furcynen Koͤnig oder fuͤr eyn gemeyne Priuatperſon außgebe/ Dann ſo man jhn fůr Gerichtbelům⸗ mere/ vnder darnach nicht erſcheine/ habe man leichtlich darauß zuſchlieſſen/ was eymit ſob chem S geſuchet habe. Durch diſe vnnd dergleichen Rede der Koniglichen Hoffdiener/ ward. Hyrcanus allg⸗ mach zu neid vnd vngunſt bewegt/ als die jhm*. vnndmit kleynen ehten ſeinen Königlichen gewalt fallen lieſſe/ vnnd denſelbigen Antipatro vnd ſinen Sohnen vbergebe/ welche ſo vil deſto machtiger würden/ je weniger erſich der Jegirungbeli⸗ de. Alſolieſſe ſich Hyrcanus verheßen/ vnd foꝛderet Herodem für Gericht/ daſelbs ſichſint ſachen balben zuuerantwoꝛten/ die er wider das Geſatz ſolte gehandlet haben. Wienl Ezechias/ eyn Straſ ſenrauber/ von He⸗ rode vmbbracht. lich/ das gantze Koͤnigreich zuuerwalten/ vbergab er ſeinen Soͤhnen das Land zuregieren vnd Pyaſelus/ Oberſter zu ſchuͤzen. Machet derhalben ſeinen aͤlteſten Sohn/ Phaſelum zum Regenten ʒu Jeruſalem/ zu Jeruſalem vund vnnd Oberſten im Krieg. Deßgleichen vbergaber auch Herodi/ſeinem juͤngſten Sohn/ der —— — — — — ————— Hrden nndont inhlichenv tdn verle ſt eruſalem. Das I. Buch — Wiewol nuh Herodes vbel zufriden war/ daß r V 5 mit Vatters rath/ vnd auß ſeinem eygene zeſtungen im Galileiſchen Land zuuoꝛ ein fuͤhꝛet eynv beden e ſooi genchr ge⸗ ſchen hatte/ als draͤwete er zu kriegen/ vnd wolte ſich nit erhaßte Rott mit ſich/ daß es ehnan⸗ B S werer Hand. —„ ſür Ger halben Hyrcano ernſtlich zu, mit beuehl/ er ſolte nich netwas leyds ge⸗ 6 fi richs furt ericht wider jhn fuͤrnemmen. ts thaͤtlichs oder ge⸗ Sertus Caſar ver⸗ vom freien willen abſoluiert vn e von Serti ſeeiber Herod b ſelbs nicht vngern ledia geſpro lte/ vn 2 ve — (G W W K S. B — —— —— X S P & 3———— X W 31— 3 E—— S 3½ W„ E Wi — 6 P* F 6 F—— N . 3 N W * „—— W *.— 6*—— S S—— 3 3. x S 2 3**—* 1—„ 2* S Herodem aber/ als eynen jungen hitzigen Mann/ verdroß diſe ſchmach gar vbel/ nam esfur keynen danckan/ daß er ohn alle entgeltniß daruon kom̃en war/ſondern ʒoge hin zu Sexto /des gaͤntzlichen voꝛhabens/ wann er gleich wider erfoꝛdert wůrde/ dannoch nicht zu erſcheinen/ vnd. gab den verleumbdern weiters vꝛſach zuklagen/ Doch ließ ſich Hyrcanus nicht ʒur rachgirig⸗ keyt bewegen/ dieweil er ſahe/ daß jhm Herodes vberlegen war. Herodes aber gedacht noch jmꝰ j̃ch au Hpreano zu mer an die voꝛige vnbilligkeyt/ die taͤglich erfriſchet ward⸗ verſam̃let eyn Kriegsuolck/ vnnd zoh gehn Jeruſalem/ des willens/ Hyrcanum alles ſeines gewalts zu entſetzen/ welches erauch Puturatgemah gethan hette/ wann jhn ſein Bruder vnd Vatter nicht wendig gemacht/ vnd gebetten„ Joleph· am4o· bl⸗ er wölte daran vernůgt ſein/ daß er ſich in Kriegsrůͤſtung begeben/ vnnd jhnen cynen eingejagt hette/ vnnd ſolte weiter nicht hand anlegen⸗ wihe des Koͤnigs welches gunſt er ʒu ſolchem groſſen gewalt kommen were. Es habe wol eynen beleydiget/ in dem er fuͤr Gericht citiert vnnd vertagt woꝛden/ doch ſeie jhm auchh gnad widerfahꝛen/ dieweil er fuͤr Gericht ledig in i 5 gſche 2 li ick r ſeine entledigung vndanckbar vil/ wann er die vnbilligkeyt raͤchen/ vnd fuͤr ſeine en 5 ihꝛlich vnd mißli d bringe eynen groſſen verdach ar gefaͤhꝛlich vnd mißlich mit Kriegen/ vnnd bringe eynengohten ——— wolle wider ſeinen Koͤnig/ der jhn wie eyn n vnd offt befuͤrdert/ aber memals beleydiget habe/ denn daer durch böſer Leuthanſtifftung lich vethetzt/ jhm eyn argwohn gemach/ a ober jhm begerete leydon hu E„ Egeſppi/ bon gerſtbrungder Stut — 7 XXVII. Cap. 4 2 Cecitus Baſſus todtet Sextum Caͤſarem/ Julius roͤchet ſoches mit huůlff merodis/ vnd machet verodem zum Regenten in Syris. odes zeucht ohn S Seegee Irdiſen vnnd dergleichen worten haben ſie den jungenhitzgen iem ab. Mann von ſeinem fuͤrnemmenabgewendet/ vnnd den jnnerlichen vndhey⸗ 2 miſchen Krieg vom Juͤdiſchen Land abgeſchaffen/ welcher doch hernach den Romern zu nachtheyl gereychet/ vnd wider ſie gangen iſt. Dann Cecilius Baſſus hat Sextum Caſarem liſtiglich vmbbracht/ So iſt auch hernach S utus Caſar/ welcher trei jar vnd ſiben Monat an eynander das Regiment gefuͤhret/ im Rath durch Caſſij vnd Bruti anſtifftung ſchwerlich geſtraffet worden/ diweil er ſich vil praͤchtiger/ als eynem gemeynen Mann zuſtehet/ in ſeinem Stand gehalten hatte. Julius aber ſein Sohn/ den er an Kindoſtatt angenommen hatte/ gedachte mit Antonij hůͤlff f.ines Vatters tod zuraͤchen. Dieweil denn Herodes zu diſem Krieg hůlff ſchicket/ vnnd das beſte darbei that/ iſt jhm das gantze Syriſche Land ʒu regieren beuohlen woꝛden/ Welches denn Antipatro zu ſeinem endlichen verderben gereychet hat. XXVIII. Cap.„ Malichus laßt Antipatrum heymlich mit Gifft hinrichten/ vnd wird bald auß Caſſij nnſtifftung auch getoͤdtet. Elichus ſein Bruder betkrieget Phaſelum/ vnd nimmt etii⸗ che Veſtung ein/ welche ihm doch verodes hernach wider abtringet. Die Inden ver⸗ klagen verodem etliche mal vor Antonio/ richten aber nichts auß/ denn daß jhꝛer etliche daruber vmb jhr leben kommen Waucn verge Ann Malachus beſotget ſich fuͤr Antipatri gewalt welcheren guten hinderhallt an Herodis Mannligkeyt hatte/ beſtache derhalben cynen 8 auß des Koͤnigs Dienern/ vnd ruſtet Antipatro Gifft zu. So balder daſſel⸗ 3„ 2 3 SF big eingenommen/ iſt er von ſtundan nach der Mahlzeit geſtoꝛben/ der ſonſt in andern ſachen vnuerdroſſen/ vnd ſonderlich gantz gefliſſen war/ Hyrcant Koͤnigreich zu befuͤrdern vnd zu mehren. erodi that ſeines Vatters tod wehe/ nam Kriegsuolck an/ des gaͤntzlichen furhabens/ denſelbigen zu raͤchen/ Aber ſein Bruder machet jhn wendig/ damit nicht das Jüdiſche Land von Malacho vñ Herode durch jnnerliche Krieg betruͤbet wuͤrde/ ſonderlich dieweil Malachus zur gegenwehr geruͤſtet/ vnnd nicht geſtaͤndig ware/ das er eyn mitwiſſens vmb Antipatri Tod hette. Alſo ward Herodes beredt ſich auff eyn andere weiß zu raͤchen/ Geluͤbd von Malacho zunemmen/ daß er weder rath noch that zu Antipatri tod geben hette/ Auch Hyrcanum vnnd Malachum zu gaſt zuladen. Es hatte aber Caſſius alle ſachen beſtellet/ vñ den ſeinen beuohlen ⸗ die Rach zu uben vnd zuuollſtrecken/ vnd die Haubtleuth vnnd Beuehlhaber des Roͤmiſchen Kriegs uolcks warẽ auch alle willig darzu. Als nuh Hyrcanus vñ Malachus mit eynanderans VPfer daher kamen /lieffen die gemeldten Kriegoleuth mit bloſſen Wehꝛen auff ſie dar/ vñ vmb⸗ rringeten ſie alle beyde/ Malacho aber gaben ſie vil Stich vnd wunden/ vnd ſchlugen ſhn gar zu Malichns erwürgr. tod. Ab diſem getuͤmmel erſchrack Hyrcanus dermaſſen/ daß jhm hůꝛen vnd ſehen vergiens/ vleph. nꝛ bt vnd er vmb ſich ſelbs weder wenig noch vil wußte/ vnd gar ʒu boden fiele. Da er aber widerzu ſich ſelber kam/fraget er Herodem/ auß was beuehl Malachus were getoͤdtet woꝛdẽ/ Vnd dal auß den Beuchloleuthen verſtunde/ daß jhn Caſſius der Romiſche Haubtmañ vmbzubningen beuohlen hatte/ ſagt er bald darauff/ Caſſius hat mir vnd meinem Vatterland damit gedienel⸗ als der vnſer beyder eind hingericht hat. Ober aber ſolches auß forcht geredet/ oder obes hm von hertzen gangen ſeie/kan man nicht eygentlich wiſſen/ gebůͤret vns auch nicht zu vrthehln. Slichns růſtet ſich/ vnd wolte ſeines Bruders tod raͤchen/ dieweil er aber Herodem Sen Brnbeen ee angreiffen doꝛffte/ richtet er ſich an ſeinen Bruder Phaſelum. Da Herodes ſolches vernomm chrtod. Joſeph. am men/ wolte erſich auffmachen,/konte aber für Leibes ſchwachheyt nicht aufftommen. Mitile⸗ 244.blat weil eroberet Elichus etliche Veſtungen/ vnd nam ſonderlich Maſſada ein vnnd buuſ Sextus Caͤſar von 3 Vaſſo getodtet⸗ Elichus/ ſonſt Felix ſtwar Hperkl ogen/ ing Auf bhutz gebe . Muſi hhrra Nch hnen nwer, Vunn Duen im enſtlen nſich dwio uſ r 6 3 ſus al ſuchn ubtluh vun Rnulichuhüt ſtundan nachdeMiuzin vndalqzun als hart zuuerklagen/ vnnd traffen Antonium bei Da 6 k . Seruſulem /Das 1. Buch. 15 leicheneeneeeeeuteſtnneengelennen d bulS m auß eBeſtung Maſadaabzihen/diewelergnavbene ſtobuli ohn /widerſetzte ſich jhm int ſeines Schwehers ptolem ntigonus Ari⸗ ſie/ vertribe Antigonum/ vnn wi jbuͤlff⸗ Aber Herodes ſchi B dkehrete mit ehꝛen u krachtebmeynengrſtng n h e en wider gehn Jeruſalem hn Antipatrum mitjhꝛ gezeuget/ Darnach name iTochter/ die Hyrcano na⸗ ch des ſucht ward/famen auch die fuͤrnembſten Juden dahin/ volgeten hm nach biß in Bithyniam/ Die Zudẽ vertagen vnd verklagten Herodem vnnd ſeinen Bruder Phaſelum/ darumb daß ſie allen gewalt an ſich Heroden drt e⸗ ſelum/ vor Antonis/ richten aber nichts gezogen/ vnd Hyrcano den bloſſen Titel vnd Namen gelaſſen hatten. ſelbs zugegen/ beſtach er Antonium mit Gelt/ vnnd ſchoͤpffet jhm durch vil Geſchenck eynen groſſen gunſt bei jhm/ Daher jhm auch Antonius keyn vnfreundlich woꝛt ʒugeredt/ vnd darzu allen vnwillen des Legaten wider jhn abgeleynet. uff eyn andere ʒeit kamen gar nahe hundert Judengehn Antiochiam/ Herodem aber⸗ Dieweil aber Herodes liebe ergeben war/ vnnd jhꝛes willens gelebete. Da beg der Bruder zuklagen. Meſſala aber/ widerſprach alles in gegenwartigkeyt Hyrcani/leget alle ſchuld auff die hal hſtarꝛigen Judẽ/ die ſich durch etlicher weniger Meuterej aufſwegen lieſſen jhꝛe Oberſten verachteten/ frembde begerten/ vnnd. Hyrcani vnbill igkeyt zu woꝛt namen/ So doch yrcanus nichts hoͤhers begerte/ denn der Buͤrger nutzen zufuͤrdern. Mach dem nuh Antonius Klag vnnd Antwoꝛt gehoꝛet/ fragt er Hyrcanum/ welche er doch fur die beſten hielte. Dieweil denn Hyrcanus Herodi vnd ſeinem Bruder geneygt war/ vnd jhnen deßhalben auch ſeine Stiĩ gab/ lieſſe jhm Antonins diſe antwoꝛt wolgefallen/ die⸗ il er fuͤr ſich dern guͤnſtia heiſh e tipatro zu Herberg gele⸗ Antonius oꝛdnet he weil er fuͤr ſich ſelbs den Bruͤdern guͤnſtig/ vnd beijhrem Vatt rAntipatro zu gg lum/ zu Vierfürſten gen/ vnd herꝛlich von jhm empfangen woꝛden/ als er mit Gabinio in das Jůdiſche Land kom⸗ men war. Machte derhalben Herodem vnd Phaſelum zu Vierfurſten/ vnnd vbergab jhnen die Verwaltung des gantzen Juͤdiſchen Lands. 6 Da erhub ich allererſt noch groͤſſere Klag. Dann wiewol er der Legaten etlichegefaͤng⸗ lich eingezogen/ etliche auch ſonſt ſchmaͤhlich gehandelt hatte/ ſo iſt doch hernach eyn Auffruhr zu Jeruſalem entſtanden/ vnnd eben denſelbigen Legaten beuohlen woꝛden/ zu Antonio zu zle⸗ hen/ der ſich damals zu Jeruſalem enthielte/ welches ſie auch auff der Burger begeren gethan. Ind wiewol die Widerſpaͤnſtigen ernſtlich geſtrafft woꝛden/ haben ſie ſich doch a dozffen. Se Antonius der Tyrer Landpfleger vber ſie geſchickt/ die mutwil⸗ ger ſchen Als elbi erode vnnd Hyrcano ſie Außtubriſche Judẽ ligen vnnd Auffruͤhriſchen zu ſtraffen. Als nuh derſelbige neben Hero n jhnen ſelbs fur ſchaden ſein/ vnd nicht vrſach geben zu vnruhe vnnd Krieg in jhrem Vatterlande/ ſie aber ſich daran nicht kehreten/ ſondern jmmer des lat. vnluſts mehr macheten/ ſchicket jhnen Antonius Gewapnete Leuth.— chen jhꝛen etliche zu tod geſchlagen/ etliche haͤfftig verwundet woꝛden. Dochh die Todten begraben/ die verwundten aber/ bei welchen noch hoffnung des lebens war/ heylen laſſen/ vnnd alſo in zwen weg ſeinen 6 S F 22 andern aber/ ſo entflohen waren/ haben eyng e dermaſſen erzoꝛnet/ daß er auch die Ge⸗ fangenen am Leben geſtraffet hat. Die parthier ʒiehen in Syriam/ nemmen Phaſelum vnd vyrcantm gefangen/ ve rodes entkommt ſhnen durch die lucht · ¶ Intigonus wird in das Ronigreich eingeſ C ij Diſer newe S.— —* vnd ſonderlich der newe newe Sig thue der,was Ei⸗ ſidem zum Weib gehabt/ vnnd eynen So Heyrath · Dann er hatte erſtich Do⸗ hauc genommen phnis an/ der ſchon Cleopatre gar mit Antonius mit Cleo⸗ unten ſie vber den vertraͤglichen gewalt vatte lib verhaftut⸗ Newe empoͤrung ju võ Antonio erſchla⸗ gen· Joſeph. am45. Egeſippi/ von Zerſtoͤrung der Statt Set/ beiſſer Zyrcano die Ohren ab/ Phaſelus verkůͤrtzet jhm ſelber das Leben/ eros 8 ſuchet in ſeinem Elend ſeine alte Freunde/ vnnd kommt auch endlich gehn Rom zu⸗ Antonio. Die Parther vber⸗ F Llſo gelag den Juden jhr mutwill durch harte ſtraff. Ehe aber N zwey jar herumb kamen/ fielen die Parther in Syriam. Die Oberſten ſo das ſ außlaͤndiſche Barbariſche Kriegsuolck füͤhꝛeten/ waren Pacorus/ des Kü⸗ S ni Sohn/ vnd Barzapharmane Landuogt in Perſia. Datzu halff auch 2 Ro⸗ ſ0 ½. ſeines.„— nigreichhelffe. Landuogt ſeines gewalts entſetzet hatte/ vnd verhieſſe Pacoro Tauſent Ta⸗ n Veheenee lent Silbers/ vndfuͤnffhundert Weiber/ wann er Antigono zum Königreichßelſe /vnd Hyr⸗ canum vom Hohenprieſterthumb verſtieſſe. Dieweil aber Pacorus mit den Auffrhůͤriſchen in Syria ʒuſchaffen hatte/ ſchicket er eynen Koͤniglichen Diener/ mit eynem hauffen Reuter ins Juůdiſche Land/ Antigoni Sachen zu befurdern/ vnd jhm zu ſeinem voꝛhaben zudienen/ Doch were auff diſe weiß nichts außgerichtet woꝛden/ wann nicht die Juden ſelbs/ nemlich Herodes vnd Phaſelus/ vnd jhr Gegentheyl/ Antigonus ſambt ſeinen Haubtleuthen/ die gegen eynan⸗ den zu Feld lagen/ den uͤrſchlag auff Antigoni anſtifftung gethan hetten/ Pacorum zum Pbaſelus laßt ſich Schiedman vnd Fridemacher anzunemmen. Darein Phaſelus bei guter zeit auß eynfallt/ doch wider ſeines Bruders Herodis rath/ verwilliget/ aber hernach mit ſeinem groſſen ſcha⸗ n. zu Barza⸗ den jnnen woꝛden iſt/ daß die Barbariſche Voͤlcker/ weder trew noch glauben halten. Dann pparne zencht. Jo⸗ als er zu Barzapharmane/ der eyn Vnterhaͤndler zum friden ſein ſolte/ abgefuͤrtiget ward/ vnd ſvhams·iat· mit Hyrcano auffdem Weg war/ ſtieß erauff obgedachten Landuogt/ welcher den betrug fein artlich verhaͤlen/ vnd groſſe freundſchafft fuͤrgeben konte/ jhnen auch zum Abſchied Geſchenck gab/ vnd alles liſtiglich veroꝛdnet/ wie man ſie hinderſchleichen moͤchte/ vnnd gab jhnen das Geleyt/ vil mehr ſie ʒuuerhuͤten/ denn gemeyne gefahr mit jhnen außzuſtchen. Das geſchrey gienge/ daß der Parther mit Tauſent Talentis beſtellet were/ ſie vmbzubringen. Ofellius gab auch den rath/ ſie ſolten die Flucht geben/ denn er hette von Saramalla/ eynem ſehr reichen Syrer erfahren/ daß man jhnen nachſtellete. Phaſelus aber konte auch auff diſe weiſe nichtbe⸗ redt werden/ daß er Hyrcanum verlaſſen/ vnd ſeiner Schantz warnemmen wolte/ ſondernne⸗ det dem Landuogt. Hart vnd ſchmaͤhlich zu/ daß er ſeinen glauben alſo feyl trůge/ vnd das Gelt boͤher achtet/ denn die Ehꝛbarkeyt/ er konte noch wol ſo vil Gelts fur ſein Leben erſtatten/ als ntigonus fuͤr das Koͤnigreich bezahlet hette. Aber der perſiche Landuogi/ wie erzuuvꝛ trew⸗ loß woꝛden/ alſo wolt er jhm durch Meyneyd widerumb eynen Glanben machen/ vnd ſich al⸗ les verdachts entledigen/ gabe doch bald hernach ſeinen Betrug an tag/ Dann als erzu Pacoro kommmen/ haben diejehnigen/ welchen die ſach beuohlen geweſen/ Phaſelum vnd yrcanum gefangen genommen/ die ſich nicht anders wußten ʒuraͤchen/ denn daß ſie den Barbaren jhꝛen Meyneyd vnd Verꝛaͤtherej verwiſen. 3 Deßgleichen gieng auch der Weinſchenck auff diſen Lißt vmb/ wie er Herodem hinterli⸗ ſien moͤchte/ Merodes aber marcket der Barbaren betrug/ hůtet ſich voꝛ jhnen ſo vil moglch⸗ blibe in der Veſtung/ vnd trawet des Pacoꝛi erdichtem Beuehlkeynes wegs/ wann man jhm von Phaſelo/vnd ſeinem vbermut vil faget/ wolte ſich auch auß der Veſiung nicht herauß laß ſen/ noch mit den Feinden in eyn Geſpꝛaͤch begeben. Da er aber erfuhre/ daß ſein Bꝛuder ſumbt Hyrcano gefangen weren/ ſchicket er die ſeinen bei Nacht voꝛ anin Idumeam/ Er aber ſambt Phaſelus/ wird vor den Parthern gewar Bet⸗ Phaſelus vnd Hyr⸗ canus/ von den Par⸗ thern gefangen⸗ Herodes fleucht mit ſnen Knechten/ ſchluge die Barbaren/ die jhm nacheileten. Nach dem er nuh vil erlegt han⸗ 246. blat. verfuͤget er ſich eilends gehn Maſſada/ da jhm die Juden vil harter zu geſetzt/ vnd mehr vber⸗ trangs gethan haben/ als die Parther. Er machet aber eyne Oꝛdnung vnter den ſeinen/ jnne⸗ balb der Statt/ vnd rächet ſich an denen/ ſo jhm nachſetzten/ ʒog auß der Veſtung/ gabſi ſu⸗ ner Mutter/ vnd den uͤngern Bruͤdern ein/ vnd reyſet er gehn Petram in Arabiam. Darauff fielen die Perſen in die Statt Jeruſalem /lieffen in deren Huſer/ ſo daronge flohen waren. Da war alles voll Raubens/ Kriegens vnd Laͤrmens/ vnd famt ſo weit daß An⸗ tigonus wider alle billigkeyt in das Konigreich eingeſetzet/ Phaſelus auch ſambt yrcano ſei⸗ nem gewait vbergeben ward/ vnd ſeines willens geleben mußtt. Antigonus aber konte ſich nicht langer enthalten/ ſondern lieffe mit groſſi ungefun Antigonus in das Roͤnigreich eingeſe⸗ tzet. Joſeph⸗am 247. blat, amit um izu unſe Menge Mdrzei weſolte hen /t nſehsgr d fund banf ſoduch nPnht enthalben . Zultzt npange Erabe ſ füdes 4 eop⸗ . ih nti Buch. 16 Zaͤnen ab /damiter nicht n nn ſich villeicht da Blatteynnnicht wider zum Hohen⸗ ungonts tn nſter darf keynenmangel obergehrein 5Blatt eynmal vmbwendete Boreagodie anſereeen dasſichkeyner des Hohenpriſtertichen Inſet an ſeinem Leibe hab. s vnter Phaſelus wolte der ſchmach an ſeinem Leibe haben/ es iſtauch im Geſeß*⸗ ſchen ſoll/ er eynigen mangel eynem andern vmbbringen laſſen. zum verwundten Phaſelo eynen Arst gebraucht/vnnd ane den habe thuen laſſen. Es tatzwerheyerl Tod 4 S gchabt. Man ſagt auch/ nach dem ererfahren daß Herodes: auffſatz entgangen/ daß er in den letzten hinzuͤgen/ keeg haben/ Er woͤlle nuh gern ſterben/ dieweil noch eyne Herodes aber hat ſich eilends in Arabiam gethan/ in hoffnung Gelt da zubri gen/ damit er vermeynet des Barbari ſchen Volcks Geitz Ge Feneren fängniß zu entledigen/ vnd gedachte/ wann gleich der Koͤnig in Arabia ſeines Batters guttha⸗ vni vnd Gei. ken vergeſſen hette/ vnnd jhm auß Kargheyt nichts hergegen ſchencken wůrde/ ſo wolteer doch Gelt auff Borg nemmen/ vñ ſeinen ſiben jaͤrigen Sohn/ den er vmb diſer vrſachen willen/ mit ſich dahin gefuͤhret hatte/zum Buͤrgen geben/ biß er jhn widerumb loͤſete. Duweil aber Pha⸗ Felus ſchon tod war/ mochte jhm ſeines Bruders groſſe Trew nicht zuhuͤlfftommen/ vnd war a ſunenglaubenablin alle muͤhe vnd arbeyt vergeblich/die Herodes ſeinet halben anwendet. Che aber Herodes ſeines Bruder tod erfuhre/ traff er Boechum/ den Konig in Arabien Boechus/ von Joſe⸗ an/ den er fuͤr eynen guten Freund hielte/ wiewol er ſich frembd gegen jhm ſtellet. Dann er hat⸗ ydo Mlchns ge⸗ nannt/ verbeut He⸗ ke mit der ʒeit aller trew vnd freundſchafft vergeſſen/ vnd als ſich Herodes naͤherte/ verbote er red ſein t⸗ in jbmer ſolte nicht in Arabiam kom̃en/ vnd gabe fuͤr/ der Parther Bottſchaffthette jhm anzey⸗ gen laſſen/ er ſolte den fluͤchtigen Herodem in das Koͤnigreich Arabien nit auffnemmen/ noch jhm ſelbs groſſe gefahr kuͤnfftiges Krieges auffden Halß laden. Das verdroſſe Herodem ſehr/ ſagte vnuerholen/ wie jhm vmbs Hertz war/ vnd wen⸗ det ſich von dannen in Egypten. Bald darauff begunte es Bocchum zů rewen/ daß er ſich ſo vnfreundlich gegen Herode erzeyget hatte/ ſchicket ſeine Geſandten an jhn/ vnnd lieſſe ehn wider beruffen. Als aber Herodes in die Laͤnder kommen/ darinn die Rhinocorij wohnen/ vnnd durch gewiſſe Kundſchafft erfahren/ daß ſein Bruder tod/ vnd Hyrtanus gefänglich gehn Parthienem gefuͤhret were/ hat er ſich ſo haͤfftig daruber beluͤmmert/ ſo ernſtlich er ſich jhrenthalben voꝛhin bemuͤhet hatte/ daher er auch des Kriegs vergaß/ vnnd ſich auff die Flucht 4 gu letzt verfüget er ſich eilends gehn Alexandriam/ daſelbs ward er ehrlich von Cleopa⸗ Herodes beſucher d Cleopatram zu Ale⸗ naempfangen/ als deren eyn ſolcher berhmter Kriegs Oberſter cben gewůnſcht in jhr Land ucte 3 kam. Er aber ſchiffet auff Italiam zu/ der Koͤnige bitt vngeachtet/ vnnd beſorget ſich nicht 47 blat. poſehr für des Meers vngeſummigieyt im Winter/ vnd der wiſſenlichen vnruhe in Jtalu⸗ als fuͤr Cleopatre vnbeſtaͤndigkeyt/ die mehr gefahr hinder jhr hat/ denn eyniger Schiffbruch· Wute derhalben nicht auff guten Wind warten/ ſonder machet ſich auff/ beſtunde bei Pam⸗ phila groſſe gefahr/ kam doch mit dem Leben daruon/ ſetzet ſich in eyn ander Schiff/ fuh phila groſſe gefahr/ kam doch mit dem Leben chiff/f auff Brundufium zu/ vnnd von dannen gehn Rom. Daſelbs ſprach er Antonium/ ſeines Herodes klaget An⸗ Vatters alten Freund/ an/ klaget jhm ſein Elend/ vnnd die groſſe not/ darinn er die ſeinen in wunderbarliche veranderung/ warde duff erſuchen /zu rettung derſeinen/ die ſ f Durch ſolche er Beldaeruna aelaſſen/ vnd ſick etzund derwegen gehn Rom verfuͤget beite. Antonius zu mitleiden gegen jhm als huͤlff vnd bei der vormals eyn maͤchtiger Koͤnig geweſen/ vnnd den Römern offtermalst ſolche Armut vnnd Elend gerathen were/ daß er ander Leuth* in groſſer not vnd gefahr ſtunden/ vnd Landraumig Antonius/ von alter freundſchafft wegen⸗ werden mußte. Diſes ſeines vnfalls erbarmeßich †½ Egeſippi/ bon Zerſtoͤrungder Statt ; die er mit ſeinem Vatter Antipatro gehabt/ſonderlich dieweiler jhn in Ndumeazum Vifür⸗ 3 ſien gemacht/ vnd jhm das beſcherte Koͤnigreich eingeraumet hatte. zerodes vom Rathʒu Rom ʒum Roͤnig gemacht zeucht wider guß Italia in Syriam nimmt Joppen ein/ belaͤgert Jeruſalem/ hette ſie auch gewonnen/ wann Silon der Ro⸗ miſche Saubtmann nicht eyne Menterej vnter dem Ariegenolck angerichterhette die doch verodes wider abſchaffet/ das Volck ins Winterlaͤger fuͤhret/ vnnd die Moͤrder bei Arbela/ vnd in den tieffen voͤlen bekrieget vnd vmbbringet⸗ Antigonus toͤdet ptole⸗ meum vnd verodis Bruder Joſippum/ das raͤchet verodes/ vnd richtet eyn groß Blut⸗ bad in Galiien an/ vnd erſchlägt Pappum/ der ſeinẽ Bruder Joſippum vm̃bracht hatte. Eſar aber/ der von natur zu mittleiden geneygt gedachte noch daran/ was Antipater von ſeines Vatter/ des Caͤſaris wegen/ in allen Sturmen vnd Schlachten außgeſtanden/ vnd an die bewiſene Gaſtfreund⸗ ſchafft darneben war jhm auch des Koͤnigs tuckiſche art verdaͤchtig/ der jhm — die billigkeyt vnd gerechtigkeyt nicht ſo hart ließ angelegen ſein/ als ſeinen vñ Se der ſeinen Nutz. Es ward aber Herodi erlaubt fuͤr Rath zukommen/ Daſelbs Herodes vom Rath erzehlet Meſſala vñ Atratinus /Antipatri ritterliche Thatẽ /deßgleichen auch Herodis Dienſt/ joneenzun die er dem Römiſchen Volck geleyſtet hett/ vnd ward mit der Vätter eynhelligem Vrtheyler⸗ a kannt/ daß Herodis Koͤnigreich dem Roͤmiſchen Reich furſtaͤndig vnd nutz/ vnd gemelter Koͤ⸗ nig den Roͤmern neben Antonio in dem Krieg wider die Parther/ beholffen vnnd berathen ſein mochte. Als nuh der Rath auffgeſtanden/ giengen Caͤſar/ Antonius vnnd Herodes mit eyn⸗ ander von dem Rathhauß herab/ vnd volgeten jhnen gleich die Rathsperſonen/ vnd Befehls⸗ leuth in der Proceß nach. Bald am erſten tag/ als Herodes durch erkanntniß des Raths zum Koͤnig gemacht/ ruͤſtet Antonius eyn Mahlzeit an/ vnd lude den Koͤnig auch zugaſt. Joſippus/ Herodis Eben viñ dieſelbige ʒeit gedachte Joſippus/ Herodis Bruder/ auß mangel deß Waſſers bei Nacht die Flucht ʒugeben/ es kam aber eynsmals eyn ſolcher groſſer Platzregen/ daß alle Gnibe Caͤſaris danckbar⸗ kept gegen Herode„ mangel an Waſſer. voller Waſſers wurden/ derhalben ſtellet er die Flucht/ welche er in Arabiam fuͤrgenomen hat⸗ te/ ʒum ſelbigen mal ein/ vnd ſchluge des Antigoni Kriegsuolck/ von welchem er belaͤgert war⸗ zum theyl mit liſten/ zum theyl in Scharmuͤtzeln vnd in offenlicher eldſchlacht/ vñ mußt auch Antigonus ſelbs gemeyniglich mit groſſem ſchaden hinderſich in das Schloß weichen. Es war aber Herodes ſchon allbereyt/ ehe man ſich ſeiner verſehen/ auß Italia zu Piole⸗ maide/ der Statt Syrie ankommen/ tratt bald auß dem Schiff/ vnd zog mit eyner groſſen an⸗ Weniue ond S zahl Burger vnd Frem̃der/ auff Antigonum zu. Da begegneten jhm auch Ventidius vnd Si⸗ *. girige Haubt ſon/die zwen Roͤmiſche Haubtleuth/ welchen Antonius befohlen hatte/ Herodemzubeleyten. Wiewol ſie nuh von Antonio darzu verordnet geweſen/ was es jhnen doch nit vmbs erß/ ſin⸗ temal ſie Antigonus beyde mit Gelt beſtochẽ hatte/ Jedoch riethe jhnen Gellius/ ſie ſolten ſich nur zum ſchein in der naͤhe zuſammen thuen/ dann Ventidius lag in den naͤhſten Staͤtten her⸗ umb/ vnd hatte ʒuſchaffen/ daß er die vnruhe des Parthiſchen Kriegs ſtillete. Silon aberlag in Judea/ vnd begab ſich vmb Gelts willen/ in offenliche Buͤndniß mit Antigono. Joppe von Herode Herodes bedorffte ʒwar keyner huͤlff/ als der faſt alle Galileer/ wenig außgenoſ̃en uff aßo ſeiner ſeiten hatte/ Dieweil er aber vorhabens war/ ſeine angehorigẽ zu Maſſada auffs fuͤrder⸗ 5 5 lichſt ʒuentſetzen/ belaͤgeret er die Statt Joppen/ die jhm vnterwegen lag/ dariñ ſich eyne groſß ſe anzahl ſeiner widerſcher auffenthielten/ vnd gewañ ſie mit dem Sturm/ damiter nicht den Herodes belãgert Feind auff dem Rucken lieſſe/ wañ er weiter ʒiehẽ wolte. Wiewol jhm aber Antigonus denwe Jeruſalem⸗ begeret ʒuuerlauffen/ ſo nam er doch Maſſadam ohn muͤhe vnd arbeyt ein/ vñ enilediget dieſei nen auß gefahr. Darnachzog er auff Jeruſalem/ vnd verſuchet alle mittel vnd weg/ damilet nur nit ſtreiten doͤrffte/ vnd ließ ſich vernemmen/ diſer Krieg were nicht wider die Burge⸗ ſon⸗ der wider die Auffruͤhriſchen vnd den Burgern zu gut fuͤrgenommen. Da aber Antigon An⸗ hang mit Pfeilen vnd leichtem Geſchoß von der Maweren nach jhm ſchoſſen vñ wurffen/in⸗ be er ſie wider ab. Es hette auch Herodes ohn allen laͤngern verzug den Sig erhalten niz Silon richtee eyne wannnicht Silon/ der Römiſche Haubtmann/ ſein Kriegsuolck/ vber den Mangel an hr ger vor Jeruſalem. kiand zu klagen/ angerichtet vñ fuͤrgewendet hette/ daß es nuh vaſtalles vmb die Statt bn eroſet/ vnnd an eſſender Speiß/ vnnd anderer goturfft keyn Vorꝛath mehr vorhanden⸗ un 1 lob juft w6h juf Na wah ntie juſhu rge ſemb M Wih ſchneet jrl lſ iiM wenden Mch eanw intt ſch albe Faiden— waheder inen; yſchat ta hatench huurſehe efihrzu ſnfinſt ufdas tsallent igwß ſomnn auch nuh mehr hohe zeit were/n lem. Das I. G3 obe zeit were/d ll zu trotziglich vernemmnenrdaß man das Volckins Wi* Hauffet ausftnemnmen⸗imfall manjhnenhi cins Winterlaͤ e S en auffbrechen wolten Gg! nihnen hierinn nicht w iger fuhrẽ ſolte/ließ todes mitten vnter di. Es hette auch die zußut⸗ wilfahrẽ wurde/ ſich dar⸗ hn doch nicht laſſen w efehlhaber vnd Krieaslencuhrvberhand gen 5ſie mit bellem wolten/ inanſen gsleuth etrettent ommen /wannn Rathbefehl hetten/jhm anſchung/ das ſie were/vnd gebetten— 5. gelzu ſen. ichbeizuſtehen/ So wolleer ſ Antomo/ vnndeynem a ſie Nach vollendter ꝙ en auch ver antzen Vorꝛath—. 2 zog er hinauß a ſpechen keynen man⸗ lem Kriegsuolck widere Fůnffhundert Reyſi 6. fuhret geweſen/ ward Joſippus zum uſche Heer geſtllet/vnb m phnd oung oſe mit dem beſcheyd/ daß er nichts newe Herodes aber fuh 6/ oder gefaͤhrlichs wide zur Wehꝛvn hret die ſeinen auß Maſſada in S r chꝛvnd anderer noturfft geho Naſſada in Sama war/kam vor den Botten /die ſeine ʒut— — her Sephorim/ hernach aber Dio eukunftanzeygen willen /ſondern das jhn diſe Statt fůr be ãſarea genant word Schnee/ Regen v hndiſe Statt fur bequem anſahe/ darinn ſich di gen vnd Wind/ matt vnd muͤd worde. Harinn ſich die/ ſo von der Winterkal ar andemſelbigen ort eſſen vndtrincken wolzi widerumb erquicken moͤc Nach dem nuh das kren. Dannes Mde Krieg an wider die Moͤrder/ die das e vnd ſich erholet hatte /fien an vnd. zufuͤgeten/ denn einngrl vnd den inhene Pewe berege er en eynen Hauffen R gbau tẽ/ durch eynen ei. icht order bei Ar⸗ s Brde fen Reuter vnd Jußkne* einfall geſchicht. Schi⸗ er auch vber vierzigtag mi den vbert ußknecht voran in den ᷓl 6 chi⸗ — ch rzig tag mit den vberigen H oran in den Flecken Arbelam/ vnd kam? 9 2 nes wegs ab dem maͤchtia vberigen Hauffen dahin. Die Mo vnd kam 7 — maͤchtigen Kriegsuolck 5 eörder entſetzten ſich zur Wehrvnd erz— kſonder ſtellete ch zwar key⸗ 2 „ Wehr/vnd erzeygeten ſich gantz frech/ nack i nach Kriegobrauch vnd ronun wiche Herodis Voſckauff der kincken ſpitz der Morder art. Da es nuß ans treffen gieng⸗ mit mehr Voicks zu hůlff/ entſetzet die ſeine odes ſprang jhnen eilends zu/ roſſen ſchad 16 U 36 ſ n e den alle dermaſſen an dem rjhnen nach/ vnd brach Di e dermaſſen an dem Waſſer ze nd bracht ſie vmb/ Die andern wur⸗ nd hatten/ daß man jhnen nichts 3 ſich in den Holen verborgen Es waren vnter cyn — vnter eynem hoßhen Berg groſſe Steynklufften/ vnd tieffe Locher ynen vnwegſamen Eingang/ darzu niemand d— cher vnd Hoͤlen/ Moͤrder in der Hs⸗ wohner ſelber/ welche krumme Gaͤnge vnd ae wandern konte/ denn alleyn die Ein⸗ len⸗/ ſchwerlicd zube⸗ ſer gefahr ʒugehen/ gewohnet warẽ/ dam enge Jußſteyg darzu hatten/ die all e eſe . rzugehen/gewohnet warẽ/ damit ſie deſto ſicherer fur gefahr ſei alleyn ſie mit gloß⸗ a4vlu. biß uf. ſiere Gan ge vornen her war eyn lauterer Felß/ welcher von le— e W tieff darunter floß/ vnd konte niemand ci es allenthalben glatt vnd ſchluͤpfferig war vom W Feo nd eyn groß geraͤuſch/ vnd mehr ſchrecken r⸗dae vom Bergbehhe d mehr ſchreckens machte/ wan hoch herab ſchoß. eweea die uſſen/pale er doch diſe nat eVe uel/ vñ wußle nicht wie er die ſach angreiffen ſole/ damit Selbam Rriegerd⸗ Beſtung erſteigen mochte. Zu lett erdacht er diſen Fund/licß ſlarcke Kde ſunz Herobie we en machen /vnd wolbeſchlagen/ vñ ſetzet die aller ſtaͤrcke en Maͤnne n di warenvnd ließ ſ zi änner darein/ die wol bewehrt den Lochern⸗ loſen Mort ließ ſi an eynem Schwangel herab fůr die· Hölen. Dirſelbigenbguntendie wehr⸗ — ohn ſonderliche můͤhe ʒu erwürgen/ vnd mit allen jhren Freunden vnd verwan⸗ e Die jehnigen aber/ ſo ſich zur gegenwehꝛ ſtelleten/ verbrenneten ſie mit Iehe r keyne gnad noch barmhertzigkeyt. Es begerete wol Herodes jhren etliche beim ger vnnd wolte/ ſie ſolten/ ſich an jhn ergeben/ Aber ſie thaͤtens ſo vil deſio weni⸗ r/alſo/ daß ſich auch nicht eyner mit willen an Herodem ergab/ welcher aber je darzugezwun⸗ gen ward/ der wolte lieber ſterhen/ denn gefangen werden. geſippi/ bon Zerſtorung der Statt 3 9 2 7 Zu letzt kam es an eynen alten Mann/ mit ſeinem Weib/ vnd ſiben Sohnen/ denen eral⸗ 7 les zuts goͤnnen ſolte/ die er doch alleſambt auff volgende weiß erwuͤrget. Er hieß eynen Sohn W S S* ——— S—. 12 S —. ——— ₰—— Eon alter Morder nach dẽ andern herfuͤr gehen/ vñ ſtund er voꝛnen im Eingang/ vñ toͤdtet allwegen den ſoheruß Anage ſenar kam. Da Herodes diſes kiäglichen vñ erbärmlicht Handels gewar wurd/ eniſehet erſichobdes ſelbs. Joſeph. am Vatters vnmenſchlichen That/ wincket jm mit der Hand/ vñ bat jhn/ er wolte doch ſeinerKin⸗ der verſchonen/ vnd verhieß jhm frei ſicher Geleyt/ vnd friſtung ſeines Lebens. Aber erkehrete ſich nit an ſeine wort/ ſchmaͤhet dẽ Konig noch darzu/ ermoꝛdet zu den Soͤhnt auch ſein Weib ⸗ warff ſeiner Soͤhne Coͤrper tieff hinab/ vnd ſturtzet ſich zuletzt auch ſelber hernach. Antigonus erſchrack hafftig darab/ das Herodes die groſſe maͤnnig der Morder ſo leicht⸗ lich vberwunden/ vnd den veſten ort erſtigen hette/ kam jhm derhalben nicht vnter augen/ rich⸗ tet ſich aber an Ptolemeum/ eynen ſehꝛ geſchwinden Kriegsmañ/ den Herodes vber eynen hauf⸗ fen Volcks geſetzet hatte/ vñ ließ jhn durch etliche/ welche ſonſt auch dem Galileiſchen Land vil Jo⸗ vnruhe gemacht hatten/ mit gewalt vmbbringen. Deßgleichen erſchlug er Joſippum/ Mrodis eph⸗am250blat. 3 9 2 5 ſind die hm zu huͤlffkommen waren/ vnd ſich nit tapffer wehreten. Er ließ ſich auchabdiſim 65 Sig nit vernůgen/ ſondern ſchmaͤhete noch darzu den todten Coͤrper/ vnd hieb jhm den Kopf ab/ darfůr jhm ſein Bruder Pherora funffzig Talenta zugeben anboite/ aber nichts tthalten mochte. Durch diſen Sig hat Antigonus abermals vil Galileer auff ſeine ſeiten bracht/ vnd den Krieg hiemit erfriſchet... Herodes lag zu Antiochia an eynem ſehr luſtigen ort/ den man Daphnen nennet/vn 6 ruhete daſelbs. Als er aber die Bottſchafft von ſeines Bruders tod erfahren⸗ erſeuffzet„ weil daruber /ſtellet die Klag auß ʒorn ein/ vnd trachtet darnach/ wie er ſich rͤchen mochte* tigonus dorffte Herodem/ der fur hertzenleyd tobete/ nicht beſtehen/ ſonder entwiche jhm Veſtungen/ Herodes aber machte ſich auff/ damit er ſich an den Thaͤtern raͤchete⸗ vnd ſch alles Kriegsuolck in die Flucht/ was er antraffe. Da geſchahe eyn groß Blutuergiſſenn gen alle Straſſen voll todter Corper/ daß man nit wol daruor gehen konte/ Vñ heit Het ſchon eyn gewonnen Spil gehabt/dieweil alles in die lucht geſchlagen geweſen/ wann bald darauff fůͤr Jeruſalem geruckt were. Antigonus hatte die Spicß mider swun 3 Fbeg ——— ———— Bruder/ ſambt den Romiſchen Kriegscuthen/ eynem ſiederlichen vnd zuſam̃en geraffien G ,—.— 64 8 dem Streit entflohe ſen runennee Seh— nwaren/ erodem auß d vnd durch das Bad zur Thuͤr hinauß elauffet reg ris worden/ ſeind ſie erſchrock d. Joſeph. n ten/ ſo ſie doch den Koͤni ghetten vmb———. em Leben daruon kom̃en 2. iemand vorh derſRnennevb aiſo den Krieg enden ko niemandvorhanden/ der hnen hette nacheilenmogen. Danuſch nnn Es war auch ewerẽ/ſetzet dem Krieg weiter nach er get Pappum des erodes/ wie gar ver⸗ Paypns von herode eß jhm den Kopff abhawen/ dieweil er atte. hſeinen Bruder Joſippum Verodes zeucht vnd wehret/ zum Weib/ gewinnet . gen/thurdeg nerdernſelen gerüſtet⸗ licſie aber doch an xcerengen Pompeius die Mawꝛen geſtuͤrmet hatte. Es hatte der Konig ſo gute hoff⸗ nung zü Sig/ dzer auch in waͤrender Belaͤgerung hinzog/ Alexandri Toch⸗ terzum Weib zunem̃en/ macht auß dem Laͤrmen eynen Heyrath/ vermenget Hochzeitlichen frenden/ vnnd nam auß dem Streit vrſach vnd gelegenheyt zur dichafft. Nach vollbrachtem Hochzeitlichem Jeſt/kehret er wider zum Krieg. Es begegnete auch Soſius dem Koͤnig/ jhm von Antonio zu hůlff geſchickt. Alſo ſtieſſen ſie die Hauffen zuſammen/ dieweil die Roͤmer erfahrne Kriegsleuth waren/ vnd gute ordnu ng im Krieg hielten/ auch dem Koͤnig zu ſeinem gefallen begerten zu dienen. Es geſchahe der ein⸗ —(( — N —— S —— S 6 A .—. * 1 ₰ S 7 W 5 fall taum im fuͤnfften Monat hernach/ da Herodis Knecht die Mawꝛẽ vnuerzagt auff fielen die Romiſchen Haubtleuth mit gewalt in die Statt/ da erhub ſich eyn S. — —— — — — „— Jeruſalein erobert⸗ Joſeph. am 51. Bgeſippi/ von Zerſtoͤrung der Statt 3 9 2 9 vergieſſen ohn vnterlaß/ vnd ward alles vmb den Tempel herumb verwuͤſtet. Etliche flohen in z 5 den Tempel/ etliche lieffen in die. Haͤuſer vnd wurden darinn erſchlagen/ da gieng jung vndalt⸗ Mann vnd Weib darauff. Autgonus ergibet Dafand ſichauch Antigonus herzu/ vnd that Soſio den Fußfall/ vngeachtet wer er von ſch Soſo hingeweſen were. Soſius aber/ den billich ſolche ſchnelle aͤnderung hett ſollen zu barmherßig⸗ keyt erweychen/ ſchmaͤhet jhn/ als er vor jhm lag/ vnd nennet jhn mit eynem Weibiſchen Na⸗ men Antigonam/ vnd verſchonete doch ſeiner nicht/ als eynes Weibs/ ſondern ließ jhn fahen vnd binden/ vnd ins Gefaͤngniß werffen. Herodes freiet den ¶ Herodes gieng bei jhm ſelber zu rath/ wie er doch ſein Vatterland vonder Romer Haͤnde moͤchte erꝛetten/ vnd voꝛkommen/ damit der Tempel nicht von den Heyden verunreyniget vnd jepp. amʒꝛ. blat; entheyliget wuͤrde. Dann die Romer hatten groß verlangen den Tempeljnnwendig zubeſich⸗ tigen/ vnd das allerheyligeſt zuuerwuͤſten. Aber der Koͤnig machet ſie eynmal durch bitt/ das andermal mit drauwoꝛten abwendig/ vnnd wolte lieber die lucht geben/ denn eynen ſolchen Sig haben/ dardurch das Heyligthumb moͤchte entunchꝛet werden. Die Roͤmer waren des Raubs begirig/ Herodes aber ſtawet jhnen ab/ damit ſie nicht jhm eyn laͤre Statt/ vnd eyn wů⸗ ſtes Koͤnigreich lieſſen. Hergegen beſtritte Soſius/ die Kriegsknecht hetten macht/ die erober⸗ te Statt zu pluͤndern. Der Konig aber verhieß daß Kriegsuolck von ſeinem eygenen Gut zu⸗ friden zuſtellen/ vñ loͤſet alſo ſein Vatterland/ ſo vil noch vnuerſert daran war/ mit Gelt. Da⸗ mit er nuh ſeinen worten krafft gebe/ erzeyget er den Landstknechten allen freundlichen willen/ vnd brauchet groſſe beſcheydenheyt gegen den Haubtleuthen/ zu dem verehꝛet er auch Soſium auß Koͤniglichem Schatz/ vnd ließ vberall niemann vnbegabt. Soſius opſferte Gotteyne Iheiaonns gefangk Kron/zog daruon/ vnd fühꝛet Antigonum mit ſich zu Antonio/ welcher jhn als eynen vnari⸗ gehn Nomgꝛfopet. gen Menſchen mit der Art richten ließ. XXXII. Cap. Antontus mit Cleopatre/ des vnzůchtigen geirigen vnd tůckiſchen Weibs lieb be⸗ hafftet/ laßt etliche Juden vnd Araber /jhrʒn gefallen/ toͤdten/ vberwindet auch den Ro⸗ nig in Parthia/ vnd ſchicket jhn ſeiner Cleopatte heym zum Beurpfenning. Verodes erbeut ſich Antonio/ wider Anguſtum Octauianum huͤlff ʒu leyſten/ muß aber auß Cleo patre anſtifft ung/ wider die Araber ʒiehen/ die er auch endlich/ wiewol mit groſſer muhe vnd gefahr erleget vnd eintreibet. S Erodes gab den ſeinen vil Geſchenck vnd ſchicket auch Antonio G vnd ſeinen Freunden groſſe verehꝛungen/ Wiewol er jhm dannochbei An⸗ gehebt⸗ tonio kcyn friden ſchaffen konte. Dann Antonius hatte ſich ſchon der hl. S Cteopatre lieb ganz vnd gar ergeben/ wilifahret jhr in allenſachen/ wasſi Joſeph · am 256. bl. nur geluſt vnd gelangt/ vnd konte jhren willen dannoch nichterfullen Son⸗ S*. derlich aber war das Weib gewohnet/ jhre naͤhſte Freund vnd Verwanthen zu tobten/ vnd darnach jhr Haab vnd Gut an ſich zuziehen/ Ließ ſich auch denſelbigen Geitz vnd grauſamkeyt dahin treiben/ daß ſie ſich gleicher Tyrannej gegen den Syrern/ bei denen ſie Gelt vnd Gut wußte/ anmaſſen dorffte. Dieweil ſie denn nuh Antonium mit jhrerlicbe g⸗ gefangen hatte/ daß er jhres willens geleben mußte/ gedachte ſie auch das Koͤnigreichin Juden vnd Arabia jhr ʒu ʒueygnen/ vnd beyder Voͤlcker Könige zutoͤden. Wiewol aber Antonius gantz vnd gar mil der Narꝛen lieb behafftet/ vnd ſeiner nicht ſelber maͤchtig war/ ſo hate er doch in diſem fall ſo vil verſtands/ daß er ſolche tapfſere Maͤnner vnd gewaltige Konige/ vmb chns ede mutwilligen vnd geylen Weibs willen/ nicht vmbbringen laſſen wolte. Damitſi dochnic ten euliche Juden garledigaußgiengen /toͤdet er jhre Freunde/ vnd nam jhr Land mehꝛertheyls ein/ vnd ſonder⸗ vnd Araber. uch die Gegend/ darinn der Balſam wachſet/ vnd vbergab der geizigen Cleopalre aleau⸗ dere Staͤtte/ zwiſchen dem Fluß Eleuthero gelegen/ außgenommen Tyro vnd Sidon. dem ſie nuh von jhrem Mann dermuſſen ergotzet vnd erfrewet worden/ hatſi jhnbelyib Herodes verehret an den Euphrat/ als er wwer die Parther zog/ vnnd iſt durch das Jůdiſche Land Euoyauam. heymgereyſet/daſelbs hat jhr Herodes groſſe verehrung gethan/ vnd ſie durch Ge ſchenct e leweg begeret zubegůtigen. Aber das Weib vberhub ſich jhres glucks/ vnnd ſiellet ſich vl vb muůtiger/ als dem Wablichen vnd vnuermoͤglichen Geſchlaͤcht wol uſundt Mrteu n we Hinſch lucht in/ De houw z vntt ch kunſres tmichs fonzuß uchn 1 dau Kſw * bernachw et ſchencket. ardjhrd g ruſa ſch rſenen ſolte geb us gefa ¹6 Artab. B tench berune heite,deheee uch ecl 6es gewalti dig, Dae rhmihcrabe ſeaee* enirteiua ndenze abng aub eiranisS 19 ich ſelt trieaan weſe eic ſich ſelber v iegan vrüſt auc n e*, rerlangt ohn ge⸗ war/vñer tbütig A* Beibs ecynen ih Brbh a Au war aber Hyrcam fart Au er war a eibeygenen pꝛ Znh egt 3 Nwarj ddnGe Eet halbenjt wagen reßg ſſem jhm nitl 3 blat ihnterd biene cht Herod She e ẽ bei Im fall ventepe undi mbkaͤm erkrie iſcheni en aßezumache. a Jüſaen. 3 andj der⸗ S eonei dick zuſam̃ durch Anthen Schlachto ſeines S ton Antheni igs dn eines emac atred nionis liſt geſtelle verſ Volcks v z 7.blat. Volck— j welchen iben an de n welch 5 berwaͤlti dem R groſſe eches g nder copa einde noch hat er vñ geſc en roſſen ſche gar ke hoͤch trane lieff freudi auch ſei geſchla Herodes vil vn aden/ yn huͤl ſten no zum ob Vabe ig vnd ſein Kri gen dieA es bekri b. He jagten ſie ffzu tſteck erſten b rgar verl deAraber ieget genenſe Nroder n ſie in di gewart en laſſ eftellet erlaſſe ig wa olck*Canat nen ſeh s hat ſi ndie ꝗ en ha en ſol et hat en wa rvon we⸗*“ nainnider S ſich laͤt Flucht/ ei tte/an te. Zu let te/ nit d rd/fur e. nen · Joſ erSe⸗ nach wi ger deñ„eileten; ſteyn etzt gri zerh urnemli phus. groſſe ig Her iach widerg deñ di en echte t griffen di ee S„ ni ee Aihenioni Diſer och iſt urch vi ellugt vndt taber ert/geſ brta ſer vnß dem Kri vil Vih gt vnd b er der ſaumet iger/ vñ b an/thatẽ dem wider— deſto let al hat de weyn maſſen Doch rachtenjhert vnall hat den ei olck⸗ ndgar et haben. vber den/ Sbe Jeind welches nahe* haben. E wunden den em er † zug ſo fre ches vnt treiſſi s brach en/ da en empfan derli aher ſie ewinn ch vñ trotzi er dem frei ig Ta tauch aß ſie diſen 1 erlich di ie Herod en /al rotzig 3 F der E diſen p⸗ tiget/ weil gewi es getroͤ s das vorl gemach Hiſiellag/ enſche rdbidemeyn iget⸗vmbt ewiſſe ku ſtet/ vñ orhind Adaß ſi lag/t ſchen vnte emneyn 6 ½ nim̃t mi Wider nſern die verz daß die 4 eibs v geyſtert— roͤdet La 3 1258.blat⸗ niſit michs ſet ſache eindẽſ zagten Kri egat nd e 5 auff ſehr r/ diej v offt obaeſj Krie en/ w ens; zagt wor⸗ 5 geben ch nieke ementen ſaneti gaten vm nvilmals nden wo abgefaͤ t/Jo⸗ nůͤſſ ynan achtet echtma mbgeb s groſſe rtenan: r. trug v enond ngriffgeſc 6„denn a aſſige v 85 racht hal ſſen abb n: dhi uffewerel rſach t habe bruc St nd hinderli wie es in hehen/dariñ ewere bekar h ſo ga n„ beke hgethan/ zuſchaff n awir ſoi aß ſehoſe ihemche uſchaffen ſo do rſolten h hoffnun zugehen /j en wei annligkey am ſchaͤ haben/ vi challey nhertzhaffti g hette jhren ſ chen/ vñ di gkeyt äoli nd hafftig ſei en zuſigen. nſachen b vñ die ᷓ damt idlichſte ndzu Fel ie vnb tig ſein/la zuſigen/ ſond en bege Jlucht it ſie bſten ſeie eld ligen nbeſchaͤdigetd aſſen wir ſonder d begeret du Da evon der ſo ſeind eben„Oderw iget daruon k it vns rdaß ſi rch be⸗ Dannich iden ſtarck eben die rwann ieenee ſit vno nir den hes/ ſi ſpuͤre ern Vo je Araber man je dat mmen ſei 6 en Erdbt rden . ſie zu geg wol/ daß ni ſckern v er/ dad je dauon ſag eind/ die mi dem vo auffeya gegenwa daß nicht j vmbkom̃ urch wide ſagen ie mitd m „ ygne redli ärtigem tjhre Kri tomen⸗ ider zum ſol/ we dem Kri ncht redligt igem Frieab riegoru vñ jhr keyn m Kri em der E eg tsſovnt gkeyt/ iegbeweget h ſtung vnn eyner mi ieg verur rdbodem ſtaͤndigi rn auff at. Nuh iſt ſtaͤrcke em leb word ebe 5 nbli s gluͤck. en* s aber er de ſien mo 0 * eben ſo weni ick/ vnd iſt w oge. gal S— Dann iſt/ Vi and/ ewig/ ſo och vngluͤck bl enſcl ntem ie nit onde uͤck blei chen we al au Fz ₰ neeſeſtet Bala mtufeeree fft/ vñ hat halben iſt a ich alle es gluͤcks vy ebt i tmancher arbeytſeli glůͤcks vnd vn⸗ D eſen Egeſippi/ bon Zerſibrung der Stutt z 9 3 5haben wir an vns ſelher eyn augenſcheinlich Exempel. In dem erſten angriff habẽ wir geſiger⸗ 202 tarnach aber hat ſich dʒ gluͤck von vns abgewendet/ vñ ſeind wir von denen vberwunden wor Hermeſſenpept ber den/ die vormals in vnſern gewalt geweſen/ vnd iſt zuhoffen/ es moͤge vns noch gelingen wi⸗ een be der die jehnigen/ die vns obgeſiget haben. Dann allzu groſfe vermeſſenheyt thut niſier gut/ vñ wegung der Elemẽt. machet vnachſame Leuth/ Die foꝛcht aber lehꝛet fur ſich ſehen/ vñ gute achtung auff die ſachen paben. Bei wolſtand handelt man all zu frech vnd vnbedaͤchtig/ vnd achtet des Haubtmanns rath nicht/ wie euch denn auch zuletzt Athenio mit ſeiner argliſtigkeyt groſſen ſchadẽ zugefůgtt hat/ nach dem jhr wider meinen willẽ außgezogẽ ſeidt/ Nuh iſt mir ewerʒaghafftigkeyt eynege⸗ gewiſſe anzeygung eynes herꝛlichen Sigs. Derhalben ſo ſeiet getoſt/ vnd ſuchet der Juden alte großmůtigkeyt wider herfur/ Erſchrecket nit ab der vnuernuͤnfftigẽ Elementen bewegung/ vnd haltet die Erdbidem nicht fuͤr Zeychen eynes andern vnfalls. Es bringen die bewegungen der Elementen den ſchaden gleich mit ſich/ vnd dorffet euch weiter keynes ſchadens beſoꝛgen/ denn der ſchon geſchehen iſt. Dann Erdbidem vñ Viheſterben/ ſeind nit Zeychen kuͤnfftiger gefahr/ ott iſt gnãdig nach ſonder fůͤr ſich ſelbs ſchaͤdliche plagen. Wir haben keyn vngluͤck weiter ʒu foͤchten/ als die ſchon der ſraf. den groͤſten ſchaden erlitten/ Der vns ſchon allbereyt geſtraffet hat/ der kan vns hinfort barm⸗ hertzig/ vnd vil gnaͤdiger ſein/ denn wann er vns nit geſtraffet hette. Was bleibet nach Erdbi⸗ dem vnnd Peſtilentz vberig denn gnad vnd barmhertzigkeyt: Dann wir haben fuͤr zweyerley Suͤnde geduͤſſet/ vnd iſt vns gleichwol noch vorbehalten ʒubedencken/ was zum Krieg dienſ⸗ Fretheyt der Legatẽ lich ſein mag. Die Peſtilentz hat die getoͤdet /ſo nicht im Krieg verhafft geweſen/ vnſer Sig ond herolden aber hat dem Jeind eben das entzogen/ daß er dem Krieg am fuͤrſtaͤndigſten zu ſein vermeynet pat. Darneben iſt vns vnſer Vihe geſtorben/ ſie aber haben allen guten rath verloren/ als die vnſere Geſandten/ wider Ehr vnd Recht haben ermoͤrden doͤꝛffen/ Sie haben wider diegemey⸗ ne Recht aller Menſchen/ vnd ʒwar der Barbaren ſelber gehandelt. Dann ſich auch die wilden Leuth an den Legaten nicht vergreiffen doͤꝛffen/ dieweil ſie die ſtraff vom Hiielfoͤrchten/ vnd ſich fur Gott ſchewen/ der ſolches Laſter nicht vngerochen laßt. So haben nuhvnſere Wider⸗ ſacher eyn ſolch boß ſtuͤck begangen/ daß weder Goͤttliche noch menſchliche Geſatz vngeſtrafft pengehen laſſen. Derhalben wir nicht fuͤr vnſere Landſchafft vnd nahrung/ ſonder füͤr die Ehr Gottes zu ſtreiten haben. Zu diſem Krieg ſoll vns reytzen nit die liebe zu Weib vnd Kindern⸗ ſondern die augenſcheinliche hulff Gottes/ nicht das wir vnſern willen vollbringẽ/ ſonder daß wir dem beuehl Gottes gehorſam ſeien/ vnd ſein Geſetz retten/ welches ſteiff vnd vngerbrůch uch ſoll vnd muß gehalten werden. Wann der Krieg am haͤfftigſten iſt/ ſo iſt keyn anber mittel zum Friden/ denn der Legaten vnterhandlung/ vñ darff ſich der Feind an keynem vergreffen⸗ der Legations weiß geſender wird. Nuh ſchreiet der Legaten Blut zu Gott vnnd begeret Rach: Derwegen laſſet vns den Krieg eilends anfahen/ dieweil wir Gott zum Schubherin haben⸗ der die erſchlagenen raͤchet/ welche auch ſelber vornen in der Schlachtordnung mit vilen En⸗ geln vmbgeben ſtehen/ vnd fuͤr vns ſtreiten. verʒdie Sig wider ¶ ¶Nach dem diſe vermahnung an die Kriegsleuth völlendet /griff er den Feind an/ vnd vel⸗ ſuchet alles/ was ʒum Krieg gehoret. Die anzahl der Araber war wol groß/ hatten aber gar vet⸗ zagte Hertzen/ vñ da es ʒum treffenkam/ bliben jhren bei fuͤnff Tauſent auff dem Plas/ Die an⸗ dern flohen in eyne Veſtung/ darinn ſie auß mangel des Waſſers genotiget wurden durch jhe Legaten vmb friden anzuhalten/ vnd Gelt anzubieten. Dieweil ſie aber maͤrckten/ daß begeret auffzuziehen/ vnd jhnen der Durſt je laͤnger je haͤfftiger zuſetzet/ gieng der mehꝛerthey herauß/ ergab ſich dem Jeind guttwillig/ vnd wolt lieber durch das Schwert vmbkom̃en/ denn durſt ſterben. Dieſelbigen leget Herodes gefangt/ damit er ſich deſtoweniger auffſatzs vojhn beſorgen doͤꝛffte. Alſo ſeind jnnerhalb vier tagen auff die fuͤnff Tauſent gefangen worden andern aber/ die ſich ʒur Gegenwehr geſtellet/ ſeind abermal bei ſiben Tauſent erſchlagen n den. Alſo ſeind die Araber/ welche ʒwar nit ſonderlich gehertzt/ aber ſo vil deſto anſchläghs weſen /gezaͤmet vnd gedemutiget worden/ vnd haben eben den/ der jhr Widerſůͤcher war/ Schirmhern vnd Helffer begeret. XXXIII. Cap. achder etier Schlacht/ vnd Antonij xriderlag/ verfůget ſich verodes zu Auguſto⸗ vnd bekennet gut rund herauß/ das er Antonto velſ vnd furderni wider jhn gethan⸗ wie eyn guter reund dem andern ſchuldig iſt. Nach ——— ſoat nſel ſihm erhin wgeen ſihenl ſhalhal nLan Mdet Koniun itdes R ſwahof Nhlgen jh dal uwoun ſeundenv — —— . —— — — — ſover — Fiucht welühe ln vn Aomum, hiha i aufſall une ſnnnd ualt ung . 3 1 ſ. — — — S= beſtit dleſh, ochn — uſalem⸗ Das J. Buch er wiewolerand Nrodes noch in groͤſſer angſt vnd not d ß6 2 hen mußte/ d atte/ dannoch die ſo otddß Perodes eut furg reich kame⸗ ſein Land 8 vnnd gefahr beſte⸗ eyſer Auguſtum, S h kaͤme/d Land/ ſonder auch vmb das Köngg— e Schlacht v— ow and geweſen. v Actio behalten alten hatte /meynete nit/ da! weil Herodes nach erlangtem Sig noch* i daß s gewaltige Red /an Auguſtum Octauianũ gethan⸗ *— jbm empfang vnnd wolts auch darzu m Kri neken habe/ ——. onder bin fur mich ſelbs mit Geſeſſeh oder ſonſt meiner. Haut geforchtet hette⸗ dargegenſhmttichgc/ vndjhminninunabneſtnbehe eehbebubmhgtecbwoltenc zufihreniaſſen. Solteichaberbelber Schlutetoelck⸗vndepnonſialicheFruch rzeygt haben /baßdumrſihe leynente⸗ ſelbs geweſen ſein/ ich wolte mich dermaſſen fen. Darauß du ja zu vern ndanttbarkeyt für ſeine gutthaten heiteſt zutrawen doꝛ mich gegen deinem Feind/ denn daß ſih ſ— Feind achteſt. Dein vrtheyliſt mir beſchwerlicher/ aß du mich ſelbs fur deinen eygenen ieber meiner trew denn vntrew halben/ fur dir verantwoꝛten. Daſi— Antonium bei ſeinem wolſtand nicht verlaſſen/ vnnd jh ben hab. Du haſijhn mitdeinem groſſen hugſchſ auch nach diſer Niderlag me vberge⸗ mit des Roͤmiſchen Reichs macht cigwichen vnheten rathebenmen iſt warhafftig durch deine mannligleyt vberwunden/ doch ulmh geſchlagen hat. Er geſchlagen worden. Sein Wetb Eicpatra/die Egyptſſche Sn. chſeine eygene Suten ben jhn dahin gebracht. Er hat die Schlacht er ſich ſe h hat wollen ſchlagen laſſen/ denn ohn ſie obſigen. Es hat jhn eyn Weib eingetriben/ die jhren Freunden vil auffſetziger iſt/ deñ jhꝛen Widerſaͤchern. Ich hab jhm gerathen/ das Weib zu tod⸗ ten/ ſo vern er jhm anders ſeine eygene wolfahrt laſſe angelegen ſein/ hab jhm verheyſſen bei⸗ ſtand zuthuen/ im fall er daruͤber ſolte angefochten werden/Ich hab im zugeſagt/ mich ſeiner in derclucht anzunemien/ vnd den Krieg neben jhm ſelbs zufuhren/ aber ſein Hert war mit Cle⸗ parre liebe gar vmbfangen. Nuh iſt er eyn geſchlagener Mann/ dieweil er mir nicht hat volgen wollen/vnnd ich bin auch mit jhm geſchlagen/doch mit minder ſchand. Dann Eleopatra hat Antonium /Antonius aber mich vberwunden. Er hat an eynem außlaͤndiſchen Barbarſchen Weib/ ich aber an eynem Freunde ſo ſteiff gehalten. Die Kron hab ich ſambt jhm abgelegt/ vñ mich auff alle Koͤnigliche Zierden vnd Kleynoter verzigen/ dieweil ich mit forchtſamen herßzen von meines getrewen Freunds wegen zu dir kommen/ doch hab ich gleichwol noch eyn gut ge⸗ wiſſen/ vnd eyn redlich Gemuůt behalten. Du magſt nuh von mir vrtheylen/ was du will⸗ Ich ſelle es alles ʒu deiner erkanntniß/ vnd du haſt leichtlich hierauß ʒuermeſſen/ was ich fur eyn Freund geweſen ſeie. XII. Cap. Reyſer Octauianus Auguſtus begnadet verodem /lobet jhn ſeiner redligkeyt halben⸗ Re jern wider zu den Staͤrten/ beſtãtiget jhn zum Roͤnig in Indea⸗ vnnd huffft jhm nicht alle) n Stät die jhm Cleopatra entogen harte/ ſondern ſchencket jhm von wegẽ ſeinet freigebigkeyt/ nochmehr Lands vnd anders dats D ℳ Antwort des Rey⸗ Auguſtus beſtatiget Herodi das Roͤnig⸗ reich. Herodis trew an Auguſtv bewiſen⸗ Herodes bawet den Temvel zu Jernſa⸗ lem. Joſeph.am 267. blat. 5 7 ſers Anguſti/ Hero⸗ 5 X diauff ſeine Redge⸗ 2 Pgeſippi/ bon gerſtorung der Statt F bleibe bei deinem Koͤnigreich wie bißher/ denn wir haſſen die Tugend nicht⸗ ſondern haben luſt vñ gefailen daran. Du wereſt eyner groͤſſern Herꝛſchafſt S werd/ dieweil du ſo gute freundſchafft halteſt/ deinen Freund in gefahr nicht hinfoꝛt gluͤckſeligere Freunde zuhaben/ deine trew bei gutem verlaſſeſt/ ſondern dich ohn alle ſchew zu jhm bekenneſt. Befleiſſige dich aber .— wolſtand zube⸗ weiſen/ wie du ſie bißher in widerwaͤrtigkeyt gnugſam erzeyget haſt. Antonius mag dich wol vertuͤrtzet haben/ ich halte aber den fur keynen vberwundenen Mañ/ welchen die freundſchafft den Vberwindern gleich gemacht hat. Du ſolt vns darumb deſto lieber vñ angenemer ſein/ die⸗ weil du dieh nit geaͤndert haſt/ nach des Kriegs außgang. Dann du haſt Antonium nicht ver⸗ laſſen/ ſonder Antonius hat dich verlaſſen/ vnnd Cleopatre mehr/ denn dir vertrawet. Seine Thoꝛheyt hats zu wegẽ bracht/ daß du vns jetzund ʒu theyl wuͤrſt/ nach dem er eynen vertrawetẽ Freund vbergeben/ vñ ſich an eyn ſchaͤdlich Weib gehencket hat. Vnd iſt keyn wunder/ daß der vberwunden Antonius Cleopatre nachhenget/ derẽ gefangener er bei groſſem Sig geweſen iſt. Befrem̃det dichs ſo ſehr/ daß Cleopatra Antonium von dir abgewendet hat/ ſo ſie jhn doch vns auch abgeʒogen/ vnd auß eynem Freund/ der neben vns regierete/ eynen Feind gemacht hat⸗ Dieweil er dich denn ſambt vns zugleich verwoꝛffen hat/ ſo ſoltu auch mit vns herꝛſchen. Es iſi zwar diſer. Handel nicht ohn groſſen nutz abgangen. Dann dieweil wir mit dem heymiſchen vñ jnnwendigen Krieg beladen vnd bemuͤhet geweſen ſeind/ haſtu die vnbaͤndigen Araber mittler weil bezwungen/ Sintemal wir der Juden einde fuͤr vnſere eygene Feinde halten/ Dañ wer euch leyds thut/ der thuts vns auch ſelber. Derhalben haſtu fur vns geſtritten/ in dem dufůr deine Perſon obgeſiget haſt/ daher wir dichs auch woͤllen genieſſen laſſen/ vnd dein Koͤnigreſch zu eyner ſonderlichen verehrung/ mit vnſerm gewalt beſtaͤtigen/ Wiewol es fuͤr ſich ſelber eyn groſſe freundſchafft vnd gnad iſt/ daß dir nichts entzogen vñ abgebꝛochen wird. Wir wollẽ vns hinfort alſo erzeygen/ daß du nicht groß verlangen nach Antonio haben wuͤrſt. Dañ es wuͤrde vns vbel anſtehen/ daß wir den nit ſolten mit gutthaten vnd allerley Freundſtucken vberwin⸗ den/ dem wir mit Kriegen obgelegen ſeind 3 Nach diſer Red/ ſetzet jhm der Keyſer die Kron auff ſein Haubt/ vnnd erzeyget ſich ganz willig vnd geneygt gegẽ jhm. Durch diſe freundlichtkeyt des Keyſers nam Herodes anlaß/ Ae⸗ vandrum/ eynen auß des Antonij Freunden/ dem der Keyſer ſehr vnguͤnſtig war/ wideraußzu⸗ ſoͤhnen/ vnd bat haͤfftig fur jhn. Er hatte aber eynen ſolchen groſſen vnwillen auff jhn gewoꝛf⸗ fen/ das er jhn nit begnaden wolte. Darnach reyſeten ſie in Egypten/ vnnd Herodes gabe dem Keyſer das Geleyt/ that der Statt/ jhm ſelber vnd ſeinem Heeralle notturfftige handreh⸗ chung/ vnd ſchoͤpffet jhm damit eynen guten willen vñ gunſt bei dem Keyſer/ ſonderlich dieweil er jhnen an den důrꝛen Oꝛten biß gehn Peluſium Waſſers genug verſchaffet/ daher jedermann eyn groſſe lieb zu jhm gewann/ vnd meynet/ er hette mehr verdienet/ denn empfangen. M hielts auch darfuͤr/ er were vil koſifreier/ denn das Koͤnigreich wol ertragen mochte. Derhalben Anguſt danckbar⸗ auch der Keyſer/ nach dem er alle ſachen nach ſeinem wolgefallẽ in Egypten verꝛichtet/ vñ nuh kehtgegen Herode. Antonius vnd Clevpatra tod waren/ Herodi nicht alleyn alles was jhm Cleopatragenommen hat/ widerumb eingeraumet/ ſonder auch Gadaram/ Hipponem vñ Samariam eingegeben⸗ vñ die Staͤtt am Meer/ als Gazam/ Arithedanam/ Joppen/ vnd Stratonis thurn geſchen⸗ cket/ deßgleichen jhn auch mit fuͤnffhundert Trabanten auß Franckreich/ die auff Cleopatramn gewartet hatten/ ſambt vilen andern gaben verehret hat. Doch frewet den Konig das am maiſten/ daß jhn der Keyſer nach Agrippa/ vñ jhm ſelber lieber hatte/ deñ alle andere Menſch⸗ Man aller XXXV. Cap. verodes bawet den Tempelʒu Jeruſalẽ/ die allen/ die Burg Antontam /Cäſurium vñ Agrip⸗ pum/ S ebaſten/ Paniũ/ S tratonis Thurn/ vñ Caͤſareᷓ eynen Tempel/ vñ richtet Schawſ pil au⸗ Sn M fuͤnffzehenden jar aber ſeines Königreichs/ legeter ſich auß S betrachtung ſeines groſſen glutks /auff den Gottesdienſt/ damit er ſchhe nem hohen Stand gemaͤß hielte/ vnnd fuͤr die vberſchwenckliche zu W en Gottes danckbar erzehgete/ ʒieret zur ewigen gedaͤchtmiß ſeinerher⸗. kee den Tempel/ fuͤhꝛet eyn Mawr rings herumb/ vnd machet epnen 7 S fachen vmbgang mit groſſen Koſten/ vñ auff dz aller hůbſcheſ. Wie ſolt. Arauff gabjhm der Keyſer antwort vnd ſagt/ Seigetroͤſt und hude Schlz — ſſer zu ſten nicht alleyn erbaw⸗ Seta baw Sebaſte gebawen. gen/ ſo hat er nicht leicht⸗ mit newen Gebaͤwen 3— 6—— — S M 1 e § i E* W———— L 5 fffffffff 8 ittüe ——. 2— 8 —— 6= *—— 6— — 6 S 3 3 6 2 E S 9 E 6 8 2 3 N 6 ₰ 2 G 3 6 S ſſ * 3 8.* fffff Rnn—— S5 ſt F „ 5 — G 5 6 5 6 ℳ 5„ 0 7 *— 3 3. e 2 . S— — 5 6 S ₰ 3 65— * 8. SE 8 ⸗S E 6 2— ES S** 8—* 3 S RS S.— 55 6— EERE S 7 8 6 5 * 2.*„ 2 K 1— 8*—.— 2* 2 S e. 6 S 3—— N½ 4 . 3 3 2— 6* 1 ½* S 8 22 S 5 2² 2 22* 2 L5— 3. 2 2—* G 3 2 8 5 4———* ℳ 2 S 4 5 6*.——— 5 3.—* 3— . 2* B 8— 23. 3 —— 4„— S 6 S dN i 8 Uſſ. 5 S Mtt 3 8 ₰ Sc 2 S 2 1 5. S X ——* S 6— N — 6 N S —* W —— W ß* ——— — S S— X§*= — W n* Fffſſ 3 S 8— 3 S* 8 r — — S 6 5——— 5 S —— 3 tei S2 S— N 8. 2 5 N P. vi . W F* 3i u S 8 Viſiiin 8 5 3 S N S S 6 S — 5 —. 5 5 6 ₰ 2 „ 5 ℳ 6 — 3„ b 2 — 1= n—* ⸗— 2 n 7 S 5.*—— 2 1„. 1 Zu dem hat er auch ſeine freigebigkeyt erzeygt in den Kampffſpilen/ welche je zu füͤnff ja⸗ Schawſpll. Joſeyd. ſert genu rren gehalten wurden/ vnd dieſelbigen Kaͤmpffer zum vberfluß reich gemacht. Er hat auch. va dem Keyſer bei den Quellen des Joꝛdans/ eynen Tempel von weiſſem Marmelſteyn gebawẽ/ hwe ſo gar hat er aller Gottesfoꝛcht vnd Religion vergeſſen/ das er auch eym Menſchen zu ehꝛeney⸗ x*. nen Tempel hat einweihen/ vñ eyn Heydniſchen brauch in dem Jüdiſchen Land anrichtẽ dörf⸗ ſeln chn Le fen. Daſſelbige Oet aber heyßt Panium/ da eynbberauß hoher vnd ſpitziger Berg kgt/ welcher auff der Seiten eyn tieſſes Loch vñ finſtere hoͤlen hat/ darauß eyn boſer ſtinckender Geſchmack gehet. Innwendig ſamlet ſich vil Waſſers/ das ſich nit beweget/ vnd ſo tieff iſt/ das mans nit ergruͤnden kan. Vnten aber an der Hölen ſeind Quellen/ vnd meynen vil Leuth/ der Jordan habe ſein vrſprung daſelbs/ Daruon wöllen wir hernach warhafftigen bericht ſetzen. Am Meer ligt eyn Statt Stratonis Thurn genannt ſo durch ſtaͤte Krieg abkommen⸗ Suatente Lbum, vnd alters halben gar bawfaͤllig worden/ doch ſonſt an eynem guten vnnd luſtigen oꝛt gelegen ſonſt Cäſarea ge nannt. Joſeph. am war. Dieſelbige hat er mit weiſſen Steynen gemawret/ vnd mit allerley herlichen Gemachen 6 bla. gezieret/ daran er nicht alleyn ſeine großmuͤtigke yt vnnd Tugend erzeygei /ſondernaucheynen; 9 4 2 luſtigen Baw fur Augen geſtellt hat. Dann ſie ligt mitten inn /zwiſchenden beyden 1 ſtatten/ Dara vnd Joppen/ vnd hat auff beyden ſeiten vnruͤhige Geſtad.— auß 3e pto in Phonicem rehſen will/ der muß ſichauff das Meerwagen. Dann das ce 6 vngeſtům an demſelbigen Oꝛt/ vnd ſonderlich/ wann der Wind Libyees 2 Si ergleich nicht ſtarck gehet/ dannoch die Willen aufftreibet/ vñ ſie wider di 30 geſippi/ bon Zerſtörung der Scat 5 wirfft/ daß ſie mit groſſem gewalt widerumb herab fallen/ vnd das Meer noch vnrůßiger ij z 2 chen. Derhalben der Koͤnig keynen Koſten geſparet“ die Natur durch geſchwindigkeyt vher Port vñ Infuhrtzn wunden/ eynen Poꝛt vnd Anfuhrt gemacht/ vil groͤſſer/ als Pyreum/ die groſſe Steyn zerbro chen/ vñ eyn ſichere Schifflände zugerichtet. Er hat auch die weite des Anfuhrts abgemeſſen/ groſſe maͤchtige Steyn ins Meer geſencket/ deren baſtjederfunffzig Schuh hoch/ vn noch höher geweſen iſt. Verner hater auch das Geſtad mit hohen Thuͤrnen vnterſcheyden/ vñcynen Druſion genennet/damit des Namens Druſi/ welcher eyner auß des Caͤſeris Voꝛaͤltern ge⸗ ſen/ in ſeinen koͤſtlichen Gebaͤwen gedacht wuͤrde. Auch hat er kurtze Stafflen an die fuͤrnem⸗ ſten Oꝛt gemacht/ durch welche man die Schiff ohn ſonderliche muͤhe vnd arbeyt zu Land fůh⸗ ren mochte/ vnd das Geſtad mit treigroſſen vnd langen Seulen auffs herꝛlichſt geʒieret. Caͤſareg. Deagleichen hat er dem Keyſer eynen andern Tempel in die hohe gebawen/ vnd milten darein eyn Seul/ die er nach dem Keyſer genennet hat/ als wann es ſeine Bildniß were/ welche auch nicht kleyner geweſen/ denn das Bildniß Jouis Olympij/ oder Junonis Argiue. Es iſt nicht wol ʒuwiſſen/ ob die zierd in eynem ſolchen gewaltigen Werck/ oder die ſtaͤrrke vnnd veſte Caſares vyn Tem⸗ pel an diſem ſchoͤnen Baw/furtreffe. Dañ es iſt eyn beſtaͤndig Werck/ dem weder das Meer noch die lange ʒeit ſchaden mag. Derhalben denn diſes Werck zu vilen dingen nutz geweſen iſt. Dañj hiemit iſt die groſſe Statt der Prouintz ʒugethan worden/ vnnd haben die Schiffleuth eyne gu⸗ te Anfuhrt bekommen/ Zʒ dem/ daß es auch dem Keyſer zu ehren gedienet hat/ dieweil es noch auff den heutigen tag nach jhm Caͤſarea genennet wird. X erodes verſtoſſet Martamne zugefallen/ ſein vorig Weib Doſidem/ vnd jhren Sohn en vnnd muß hernach den verwetß von jhr leiden/ daß er vyrcanum/ jhren Großuatter/ vnd Artſtobulum jhren Bruder vnſchuldiger weiß vmbbracht habe. S iſt aber Herodis Koͤniglicher gewalt vnd wolſtand hafftig ge⸗ ſchwaͤchet vñ verhindert woꝛden/ durch die beiwohnung eynes Weibes/ mit welcher er ſich vermaͤhelet/ vñ in ſolchem Heyrath/ nach Koͤniglicht brauch⸗ Naber wider alle recht vnd billigkeyt/ mehr auff das Adelich Geſchlaͤcht/ denn 2 auff die liebe ſelbs geſchen hat. Erhatte voꝛhin eyn Weib von Jeruſalem/ e mit Namen Doſis/ welche ergenom̃en/ da er noch als eyn Priuat Perſon⸗ Herodes verſtoſſet in gemeynem Stand gelebt/ die jhm auch hette ſo vil lieber ſein ſollen/ dieweil er ſo groß glůck bei jhr gehabt/ vnd Konig woꝛden war. Solche gutthaten aber hat er alle in Wind geſchlagẽ⸗ Se. Doſidem verſioſſen/ vnnd Mariamnen/ Alexandri Tochter/ vnd Ariſtobuli Enckelin/ zum Weib genom̃en. In dem er nuh dem hohen Adel nach heyrathet/ geriethe er in groſſen vnfall⸗ vnd entſtund eyn zwytracht vnnd vneynigkeyt in ſeinem eygenen Hauß/ ſo jhm doch ſonſt vil vnd mancherley Voͤlcker hin vnd wider in den Laͤndern gehorſain waren. Damit aber die i⸗ S we Braut vnd Stieffmutrer/ Antipatrum/ Doſidis Sohn/ mit verdruß vnd ſchaͤlen Augen⸗ Sohn/ 1oee daheym im Hauß nit anſehen dorffte/ ward Intipater nicht alleyn auß ſeines Vattts Huß/ riamne zugefallen ſonder auch gar auß der Statt hinweg verſtoffen. Alſo mußte der eyntzige Sohn/ das Hauß vñ vertreiben. die Statt raumen/ vnd ins Elend ʒiehen/ damit ſein Vatter Herodes die vnſpoͤttige Hochzeit mit Mariamne halten/ vnd vollziehen moͤchte. eawefängriß Da nuh dʒ Weib maͤrcket/ daß jhꝛ Herodes alſo willfahꝛet/ vergaß ſie aller Gottezfoꝛcht⸗ * v vnd ward ſtoltz vnd vbermůtig darbei/ Es truge ſich auch eben die gelegenheyt ʒu/ dardurch ſie . noch mehr verbittert ward. Dann ſie wußte/ daß Herodes Hyrcanũ/ jhren Großuatter hehn⸗ lich vmbbracht hatte/ auß dem falſchen verdacht/ als ſolte er nach dem Konigreich geſtellet ha⸗ ben. Diß iſt der Hyrcanus/ welchen Barzapharmanes/ der Konig in Perſen/ wie obgemild⸗ nnach dem er Syriam erobert/ gefaͤnglich mit hinweg gefuhret/ vnd erſilich in Parthia auffent halten/ darnach aber auffbegeren der Juden/ ſo jehnſeit des Euphrats wohnen/ auß milleden wider heym gelaſſen hat. Vnd wolte Gott/ daß/ wie er auff der Juden anhaltẽ bewilliget wol⸗ dener ſich auch an jhre warnunggeſioſſen hette/ daſie jhn vermaßneten/ er ſolteſich ninn gemeynem brauch ſeiner Freunde gewalt betriegen laſſen/ ſonder ſich fuͤr ſeinen Verwanthen ₰ wol fürſehen/ vnd zu Herode nicht kom̃en/ Dann ſeine hoheyt werde jhm zu groſſem nachtheyt creychen⸗ . hut enr inſin ſöt nnzda wner tuch Boches deng h d tauf achtet,i e von ngungr tindern ochen ——— — 2 — im. wrrſch inziyt olchem ernſt das Koͤnigreich begere. oſn ſehreh nebrgerejuerhalten /daß erauchbeß⸗ S Iber Hyrcanus war des außwan⸗ eg. Dasbrache Herebenſanendßerſchvberdenuh igreſch eree. als wol gut war/nit er Mander von Fr Segetrachtet hette/ ſonder dz ſich ereeh cher Mañ /der von Koͤniglicht Stam geboꝛen war/vnd— beſoꝛgete/ eyn ſol⸗ nigreich hatte/ wuͤrde ſchwerlich ſeine anſpꝛuch fallen iaſfen. Alſoi n Heyrath/ vmb welches willen er doch zu Merodi komen war/e— ſnrEnchein er nit vermeynet,/ daß eyn gefangener ſitheter in der iyn vrſach des tods woꝛden. Daſt Sreanns ben He eyngefangener ſrhererinder einde Land/deñcynhrunvkah Kö⸗ rodevnbillicherweiß nige ſein konte. Duhalbenitauchderfieyncſtargwohnmgeneſen,%3 rcanus ſolte narh Sedet. Joſeph. um dem Konigreich geſtellethaben fondern iſt vmb der eyn achwillen gelzhenusſolte nach ꝛcoi ſans dareeeaheonderniſtvm cnigenvrſuchwillengusbtetttodenkaß mans darfür gehalten/ das Koͤnigreich ſtunde jhm von Rechts wegen zu. Richts deſto weni⸗ get aber hatte Herodes Mariamnen ſchꝛ lieb/ vñ beleydiget ſie in dem wenigſten nit. Es bꝛacht Mara brauch ſo vil deſio mehꝛ gunſt/dieweilſie gar fruchtbar war/ Dañ ſie gebar jhm fuͤnff Kinder. Der unger vnter den treien Soͤhnen warzu Rom /da er noch ſtudieret/geſtoꝛben/ Die anderi ſwenaben fußbeten eynen Königlichen pꝛache/vñ hieltenſich vil ſtattlicher/ als gemeynen Leu⸗ then vnd Pꝛiuat Perſonengebuͤrete. Dañ ſie bocheten darauff/ daß jhr Mutter von hohem A⸗ del/ vnd ſie zu der zeit geboꝛen waren/ da jhꝛ Vatter ſchon Koͤnig geweſen/ ſonderlich aber auff die Liebe des Koͤnigs gegẽ Mariamne/ die von tag zu tag ſe laͤnger je gröſſer ward/ daß er ſichin allweg hůͤtet/ damit er ſein Weib nit betruͤbete/ vngeachtet/ da ß ſie ſi— chgarkeyner freundligkeyt gegen jhm befliſſe. Da war jm̃er eyn Streit zwiſcht des Weibes feindſeligkeyt/ vnd des Mañs halben dern mu ſnrerg w. 3 freundligkeyt. Doch hatte Mariamne groͤſſere vꝛſach jhꝛen Mann/ der ſie lieb hatte/ ʒuhaſſen/ uh——— denn Herodes fein Weib/ die jhm feind war/ zu lieben. Bas Weib haſſet jhn ſeines begangenen Muriit bufteund⸗ Todſchlags halben/ vnd vberhube ſich ſeiner Liebe/ Der ſchmertz verurſachet ſie als eyn Encke⸗ ikeyt vnd troß ge⸗ lin Hyrcanizu vnwillen/ das willfaßren jhꝛes Manns der ſie lieb hatte/ ſtaͤrcket ſie in jhꝛẽ troß. Daher ſie jhm auch auffrupffen vnd verweiſſen dobffte/ daß er jhꝛen Großuatter Hyrcanum/ vnd jhren Bꝛuder Jonathan viubbracht hette/ deren eyner ſein Groß Schwäher/ deſſen er“ Diſer Jenatdas billich als eynes alten vñ ſchwachen Mañs hette verſ chonen ſollen/Der anderaber ſein ſchwa⸗ ger/vnd noch eyn zarter Juͤngling/ von ſibenzehen jaren geweſen/ an welchem er eyn ſchandli⸗ Jofepho Ariſtobu⸗ che That begangen/ in dem er jhn zum Hohenpꝛieſter gemacht/ vnd gleich darauff getoͤdtet hat/ 5 vmb keyner anderen vrſache willen/ wie wir bericht woꝛden/ deñ daß das Volck geweynet hat⸗ fiobulus von Hero⸗ te/ ſo bald er in ſeinem Pꝛieſterlichen Schmuck/ auff das hohe Feſt vber den Altar gangen war. Snte Weiches Herodi eynen argwohn gemacht/ als weynete das Volck fuͤr freuden/ vnnd bezeugete u3 bla. mit diſen Thraͤnen/ wie geneygt vnd guͤnſtig ſie diſem Juͤngling weren: Es ſtehe jhm groſſege⸗ fahꝛ darauff/ daß jhun das Volc ſoholdſeic/vndſeine wolmeynung vndgunſimitweynenan zeyge. Der Adelich Juͤngling/ des Koͤnigs Enckel/ der trotzigen Koͤnigin Sohn/ die ſbr Mañ verachtet/ werde ſich noch in das Koͤnigreich eintringen/ wann man jhn nit bald hinrichte/die⸗ weil er von Angeſicht ſchoͤn vnd lieblicher Sitten ſei. Nam jhm derhalben gaͤnlichfüͤr den Juͤngling vm̃zubꝛingen. Eo lagejhm aber des Jůnglings Mutter im weg/welche gar ſcawf war in der nachfrag/ vnd ſtreng zur Rach/ Alſo das jhꝛ nichts verboꝛgen blib /vñ ſie auch vngerochen hingehen ließ/ Daher er denn bedacht war der ſachen ſiill— halten. Hergegen lag jhm auch im Kropff/ daß jedermann den Juͤngling lieb vn werd hiel⸗ n/ vnd er ſich des Koͤnigreichs halben beſoꝛgen mußte. Derhalben geriethe er eynmals inn die nnder ſich des Koͤnigreichs halben beſoꝛgenmußte Berhalt vnſinnigkeyt/ vnd gedacht/ wie er jhm ſelber füͤr ſchaden ſein moͤchte⸗ X X 1 I. Cap. 2 nd Schweſter verleumbden Mariamne h 6 6 ſonreh Bruder Ariſtobulo/ habe abmahlen laſſen. p Antonio vberſchicket. Alexandra halt bei Antonio an daſßerihzem So 4 ſiehen/ vero⸗ ſterthumm geben ſolte/ vnd ſich begangenen ſſet ſie ober auff fahen/ zeucht hin zu Antonio ſich d diewerl 6 ſ6 ſeige⸗ ſeget. Moꝛd: ingen/ we me erſa n Hart n nach feinem tod auch vmhzubr darmnen auß vnſin⸗ Zo er beydes Joſippum vnd arimnen n ß vnſi nigkeyt vmbbringen laht⸗ D iij ezuttpattn aba hat⸗ mndr Tochte/ — ———— Pgeſippi/ von Zerſtoͤrung der Statt Arauff wird der Juͤngling bei Nacht gehn Jericho verſchickt da 5 er ſeine luſt hatte mit Schwimmen/ vnd ſonſi vil andere waren/ die kurtzweil ten 5 hierinn mit jhm pflegten. Sie tauchten jhnaber ſoofft hinunter /biß erend⸗ Irſeyham elut. e iich im Fiſchweier ſeinen Geyſtauffgab. Diſertod ſbres Bruders gienge n S 4 der Schweſter tieff ʒu hertzen/ vñ konte nicht darzu ſchweigen/ ſondern fuͤ⸗ 2 ret eyn groſſe klag daruͤber/ vnd verwiß jhrem Mann/ daßerjhren Buudr hette laſſen vmbbringen. Sie hette nuh keynen Freund mehr/ jhꝛ Mann koͤnte daheym nichts nuſ denn Moͤdden/ der voꝛhin jhren Großuatter/ vnnd jetzund jhꝛen Bꝛuder darzu vmbbracht het⸗ ie te. Ihꝛe Freunde hetten nichts von jhr/ denn nur ſchaden ʒugewarten/ Wůnſchet derhalbenh⸗ um rem Mann/ jhꝛer Schwiger/ vñ des Konigs Schweſter⸗ daß ſie Gott vmb ſolcher Thatwil⸗ yai len/ darzu ſie eynander geholffen /ſtraffen/ vnd diſes groſſe Laſter nit vngerochenlaſſen wolte. ui Herodis Mutter vñ Das litte Herodes alles mit gedult/ als eyner/ der mit liebe gegen dem Weibgefangen fit ſoweſter vnwill ge⸗ war/ vnd ſich gantz vnd gar nach jhꝛem willen richtet. Aber die andern Weiber ergrimmeten 3 5 ſalle) grn Mariamne.o⸗ vper ſie/konten diſe ſchmact d Laͤſterwoꝛt/ vnd ſonderlich den trotz an dem ʒoꝛnigen Weibe ot⸗ ham blat vber ſie/konten diſe ſchmach vnd Läſterwoꝛt/ vnd wptn vbel leiden/ vnd verdroß ſie ſo vil deſto mehꝛ/daß ſich Herodes jhꝛe ſchone geſtalt ſogareinnem⸗ nm men ließ/ daß er wider ſein allerliebſte nichts fuͤrnem̃en doꝛffte. Damit ſie aber Herodem deſto n ſo leichtlicher wider ſie verbittern moͤchten/ erdichteten ſie eyne falſche anklag des Ehebruchs hal⸗ 6 ben /vnd gaben jhr ſchuld/ daß ſie ſich hette abcontrofeyen laſſen/ vnd jbre Bildniß Antonio in sſön Mariamne At con⸗ Egypten vberſchicket/ das ſeie eyn groſſer mutwill an eynem Weib/ die jhꝛ Ebenbild vber Land inet trofevung Antonio ſchicke vnd zeyg es eynem Mann/ der voꝛhin zur vnzucht geneygt/ darzu gewaltig ſeie/ vnd ge⸗ iigtlen vpt walt fuͤrrecht brauche/ vnd jhre ſchoͤne geſtalt gleichſam feyl biete. Das ſeie eyn newe Krůͤme⸗ un 3 50 rej/daß ſich eyn Weib fůr vnmaͤſſiger geylheyt/ oder auß haß gegen jprem Man beichnem nt 13 andern anbiete/ vnnd keynen andern Lohn fuͤr den vnehelichen Beiſchlaf begere„denn hres yodöb Mannes tod. Je haͤfftiger nuh Herodes Mariamnem liebet/ je haͤfftiger ſetzten jhr die Weber Whe mit diſer Practicken zu. Wiewol nuh die Weiber Mariamne vngůͤnſtig waren/ ſo war doch p * Alerandra/ Ma⸗ der verdacht nicht gar ohn vrſach. Dann* Alcxandra hatte eyn groß ſchmalens darab/ daß iri eyn anderer jhrem Sohn Ariſtobulo(dann alſo nenneten ſie jhren Sohn Jonathan/ ſich dar⸗ wſurde enheeeen heizu erinnern/ daß ſein Großuatter eyn Koͤnig geweſen) inndem Hohenpueſerthumnſle tdumm an⸗ voꝛgezogen werden/ vnd derhalben jhrem Sohn durch Muſurgam /eynen Schreiber⸗ be An⸗ pzane tonio/ vmb das Hoheprieſterthum̃ angehalten/ Auch war die ſach an jhr ſelber glaublich. As memde darnach Gellius Antonij Freund in Judeam kam/ vnd erfuhre/ daß ſich jedermann verwun⸗ idt n derte/ ob der ſchoͤnen geſtallt/ beydes des Juͤnglings Ariſtobuli vñ ſeiner Schweſter Marim zi nes/welche vmb jhꝛes bohen Stands willen/ ſo vil deſto beruͤhmter war. Wie nuh eiwañgute Imizi Freund eynander guten willen erzeygen/ vnd im fall der not herbergen: Alſo iſt auch Soſius gfiln mit Alexandra/als eyner geſpraͤchigen Witfrawen in die Rede kommen/ vnd hatgute gelegen⸗ met. S heyt gehabt/ diſes vnd anders von jhꝛ zuerfahꝛen/ ſonderlich dieweil er ſolchen ſachen vnd Per⸗ twan ſonen nachfraget. Da ſie ſich nuh aller ſachen halben mit eynander beſprachet/ hat Soſius den ynt rath geben/ ſie ſolte jhꝛer beyder Kinder/ Ariſtobuli vñ Mariamnes abcontrofeyung vnd Bild⸗ i niß Antonio vberſchicken. Vnd iſt Antonins nicht alleyn durch das ſchoͤne Gemãld/ ſonden nin auch durch Soſij ʒeugniß/ welcher ſich vernemmen ließ/ er hette nichts dergleichen auf dem ganzen Erdboden geſchen/es were nicht eynes Menſchen/ ſondern Gottes lichliche geſultzu Antonkus ſchreiber vngebüͤrliches liebe enzuͤndet woꝛden/ daß er Herodi daruͤber geſchriben/ er ſolte jhm ngeſt lum ohne verzug ſchicken/ Von Mariamne aber/ dieweil ſie Herodi vermaͤhlet war/ r ihs welches Herodes ab dung gethan. Welches er nicht darumb vnterlaſſen hat/ daß er ſich pflegte deren zu enthalien„ innte ſchlagt. die ſchon Manner haben/ vnd mit denen man ſich ohn groſſe gefahr vnd ſchand nichtwol 4 Sſu laſſen darff/ ſondern/ damit er Cleopatram nicht erʒoꝛnet/ Welche abjhꝛer beyden Buſſch b in eynen verdruß haben moͤchte/ vnnd ſonderlich/ wannſie erfuhre/ daß eynes andern S hn mit jhm zuſchaffen hette. Dann ſie hielte ſich ſelber darfur/ als were keyn ſchoͤner Weib albſi. e Als nuh Herodes die Brieff verleſen/ hat er zu ſeiner entſchuldigung fuͤrgewendet 6 win ha . koͤnne den edlen Jungling ohn groſſe emporung vnnd aufflauff des Volcks/ keynes weg wht nch dem Land ſchicken. Damit er aber Alexandram zu friden ſtellen moͤchte/ hat er gochg jbren Sohn zum Hohenpꝛieſterʒumachen. Da aber die ſach auff die langebanck uc Kniſi eyn br Alerandn eruſn nenneheie ſalem/ Sa yn zeitlang eeneee mſß. B enshmitſhrotſtr uch rh hatt duth Sſſch 3 iber mit omme e/deſto ohepꝛie 5 diſerv Sabion derhalb eyn vn dem erdi n/als nMoꝛ weni pꝛieſterth rſachh nem enmit weiß Menſch Ehebru bn der 2 ſunnnwenme ugiſclet⸗ odes den„ wore e eidrſ nachlaßlic te zuwe⸗ dwar chinn de onner ge eweiß ar te. dhitt nwil⸗ bt luche ahch „ z ſe zuein der St 5. wf ut manjh. ku eſotan maſchnbe daß ſi ivnb ng: V Sſ„Zude F nder ie zu f nd Ber afft nac n/ d Su dem ſeindj Eaypu S en/ ſiel verſoͤh ntoni s/ſond ern den Kuͤ anner n/daß( auff nus j ℳ des onen E num bernat tützel vmbhr FCleo nanck geulnh ud E entleibten tliche vnd Cl ich ſeinet lzu leg achth patra a er⸗ riſtob des ꝗ̃ he er ſi ten vuͤnc eſage eopatra: ꝛes Le en. ette, uß vn⸗ alo. an 6 86 e 6 8 e ſ uf„die— Segſe nichn chdes tods/ eſter zum weg gem nzuuere ſtonij aller mai tefů derhalbe 6 ne 2 Wehu ch. nrer chuſiuetſen eſ ſibein nen Hi 5 chwage em ſie jhr chöne wil ymlicher Schw on dahi gů⸗ Her mbbraͤch rbeuohl hre Abco illen/ die; vnndvert ager Joſi nkom⸗ roditz te/ da. en hab 2 ntrofe ie ſeber ertraw ſippo des Wet beuehl mit ſie ben/ im pung vb mañ b ter wei der S des Weibe geoff ſonſt ni nfall jh ber La egere iß gekl alomen tet zeibes Kl enbare niemañ nAntoni nd geſchi zu ſehen agt/ er en Herod oſippu ag abzuh t/ nich aßzutl onius töd chickt/ wi„darzuſi beſoꝛ erodes beuil welle ippus diſ zuhelffe t daß heyl werden ödten wů wolle d zu ſie ſelb ge ſippo, beuihlt Je rſich ar ſe woꝛt n/daß ſi erbegere denm wurde/ d Wonach e verſtun hauch Herodi ſie oh erete Herol öge. J de/ daß eral tenſßmals unde durck odis/ al hn vnt erodis. Joſi ß er auc hmals ubringe amnẽ vmb ſamt seynz tterlaß fü s fürner ppus ad bMan ſamkeyt/ di nders/ d dnicht wol eychen uͤrgab/% emmen erhat M nam⸗3 2 jhr gan ie er auch n⸗ tiite wölte neyner jhMañ n zuuer dat Maria. 5 ch nach ſei 6. von ſein rſond añ werei ꝛather mne 2 neids key igen ni egere ſei inem S vnnd de eyden laſſ iebe gegen den. nzil n nur mit 2 eſeines Schw deutets fů aſſen cgen ſh nſerie Joſi och maß nit Mod gefaßt ager anj ts fuͤr eyni Aber hr/ die⸗ oſſenerte Ma Joſippu aß ſein denaſ njhrzu ub ynbnnenſch dar Web ube eniſt allen ließ nen/ vndk he im. er er leb zunoll gewiſſ hette. E. ſium nlicß /daßj Erſei ete So daß jhr M mmet eb ßwenig wat n/ es werd dzuerfa eie zet⸗vnd. o bald de hr Man en dar ig war⸗ erde des ha ahten ⸗ qter er nnmit durchbei vnterſtehet ſi s ha ynjhrzuiuseſ urt geſch Me uder Herod eſprächhle eib in verd iamnen mitſß 8 im anfan nuh ti e/ſondern der jhꝛen ewtonn ſte/ vnd ſicht 6 welche Sale die aroſ erbittert ſered 1 öniat dann abg en/ hat ſi ang beij jhr ga alome berungi rolt liebe ſit Herodtall nig auch ge at ſie eyn* beijhr zu 3 aß er nach ahin/ daß ich auch erhand ge mäh habe/ ſſe Kla off ariam m vnd 442 ß er ſeine 5 S zoꝛn gedan cken. e dardurch gefih⸗ rode. nen bei.he⸗ Wi geſchlagen ern Weib: Beib h ns gegen ſeinen chten/ ließ erf nit al⸗ Wie leib d gen habe eib nien hoch vnd the einem Wei ieß er ſich hbor ümiehi e/damit niemal ndhewr eib ar ſich doch iüt gieic 1„ F 1161 8 ri vñvn obald. He ie kan eyn genugſamde auben hal tſie allemi ejhm ſo herzli jhn ivngeſtüm rodes ve nlicbe ind erbeuch ten moge teynander tlich lieb/ Murune 2 uc, ee 7 chw eſchlaffen bette⸗ dejhn ni en were /iſte ts mehe mi gemaͤrck habe nit vergebli zund kom̃e ertath gar vnrichtig Solchg it der E rcket habe. Sp rgeblich g m̃e es fein en haben/ wañ ichtig zuthu chgeſchꝛ hebrecheri. Spꝛ chgeklagt/al fein an tag/ n/wañ erſpym uthun/ vñ ſt ey höꝛet di erin ranged gtals di tag/ daran rjhm dy n/vñ ſtärckete dꝛet die ſchu ʒuſchaffen habe erhalbtfürt ſe au wan man lan ermey— rcktete d die ſchwe en habe* bt füͤr eit ch voꝛ all nlang ntẽ vnz den grim̃t ſter/ſuchte de n/ vñ fuͤl elzoꝛn vom en andern di ſi Herodemin ah. 3 ſchweſiet im Zof. eweg.Alſo ward nvñ ſcha 3 3t/ daß er beyd Herodes außv den Herodes ja yde beuahl vm̃ onmut— Jo⸗ m̃zubꝛingẽ. nen vmobrin lariam Ey iſ ſeph· am 8 Jo⸗ ulo be gangen/ iſtj iſtjhn Herodes ſ — Egeſippi/ bon Zerſtoͤrung der Statt 9 5 2 Es iſ jßm aber diſe That bald hernach leyd woꝛden/ vnnd nach dem jhm der zon vergangen 3 12 hat ſich di licbe wider erꝛegt/ vnd das mittleiden ʒugenommen. Er hat ſich auchſoj hrnach jhꝛgeſehnet /daß er ſie voꝛ groſſem verlangen nicht fur tod gehalten/ ſondern wieeyn Menſch⸗ der nicht bei jhm ſebs iſt/ allerdings angeredt/ als wann ſie noch bei leben were/ die Kinder zu jhr geſchickt/ vnd ſie gebetten/ ſie wolte allen vnwillen vnd grollen fallen laſſen/ wider zujhm fommen/ vnnd cheliche beiwohnungthun. Biß er vber lang hernach erfahren hat/ daß das Weib/ welches er jhꝛer ſchoͤnen geſtalt halben/ auß groſſer liebe fur vnſterblich geachtet/ den Geyſt auffgeben habe. Eyn ſolche groſſe liebe trug Herodes ʒu ſeinem toden Weib ʒu lezt ge⸗ riethe er in eyn ſolche vnweiß vnd vnſinnigkeyt/ daß er jhꝛen vil auß haß vnd neid ließ hinrich⸗ Herodes vnſinnig ten. Es gieng auch die gemeyne ſag/ er were nicht alleyn ſeiner Sinnen beraubt/ſonder auch vnd kranck. mit Leibes kranckheyt/ die jhm auß dem vergifften Lufft zugeſtanden/ beladen geweſen/ Dann der vergiffte Lufft hat vilen die Peſtilentz bracht. Derhalben hat er ſich mit rath der Artzet/ inn die Wildniß gethan/ mit jagen erquicket/ vnd iſt alſo widerumb beydes zu gutem verſtand vnd Leibs geſundheyt kommen. XXXVIII. Cay. erodes bekennet/ daß er mit ſeinem Moꝛd eyn vrſuch der Peſtilentz vnd Thewrung ſei. Seine Soͤhne Alexander vnd Artſtobulus kommen von Rom auß der Schul wider heym/ nemmen Weiber/ vnd kommen beijhrem Vatter/ durch Antipatri verleumbdung inn verdacht vnd vngunſt/ werden aller hoffnung des Roͤnigreichs/ durch eyn offenlich Feſtament berauber/vnd voꝛm Reyſerdurch etodem verklngt/ aber doch nach getha⸗ ner entſchuldigung wider mit jhm verſöhnet. Eben andern wundern aber! die Herodes auß hertzlichem berlan⸗ Ki gen nach ſeinem geſtoꝛbenen Weib trib/ war auch das eynes/ daß er befann⸗ te/er were ſeiner mißhandlung halben alſo geſtrafft woꝛden/ vnd hetten ſich die Element ab dem tod eynes ſolchen ſchoͤnen Weibs entſetzt/ vnd anſo vit⸗ len Leuthen vnd Voͤlckern gerochen/ doch auffvngleiche weiß. Dann das S Land habe keyne Frucht bracht/ Der Hunger aber habe die Peſtilens gemch⸗ ret. Eyn ſolch end hat Mariamnegenom̃en/ die zwar eynes keuſchen vnd zůchtigen wandes/ Mariamne ſchon/ doch vmb jhꝛer ſchoͤnen geſtalt willen ſehr trotzig gegen jhrem Mann war. Sie hatte wol Ver⸗ aberſehr naͤrtſch. ſtandsgenug) es fehlet jhr aber am fleiß/ dardurch ſie ſich anjhres Manes ſchmeychelwonmt ſolte gekehꝛet haben/ vnd verließ ſich darauff/ daß jhr der Mann/ der ſie allzu ſehr liebet/ nichts leyds thuenkoͤnte. Sie iſiauch nicht alleyn in friſcher That gerochen woꝛden/ ſonder hat auch Ariſtobulus vnd A⸗ groſſe feindſchafft hinder jhr verlaſſen/ vnd haben die Soͤhne jhꝛer Mutter tod hernachgenug⸗ famgerochen/ daran ſie zwar trewlich an der Mutter/ aber vnfreundlich an dem Vaiter ge⸗ rächen. handlet haben/ ſo doch beyde Eltern nach gemeynem lauff der Natur/ eyns ſo wol als das an⸗ der haben ſterben muͤſſen. Sie ſeind auch zu dieſem wol geubt geweſen/ Dann ſie haben lang zu Rominn tatiniſcher vnd Gꝛiechiſcher Sprach geſtudieret/ vnnd verſtands genugbekommen. Da ſie nuh in jhrem abweſen der Mutter tod erfuhꝛen/ funden ſich vil Leuth/ die ſie widerden Alerandri nd Ari, Vatter verbirterten vnd verhetzten. Nach dem ſie auch ſchon wider heymkommen/ habenſie ſe ſich doch ab des Vatters gegenwaͤrtigkeyt nicht geſchewet/ ſondern ſeind von tag zu tagje n⸗ Herodis Moꝛd eyn vrſach der Thewrüg Sſ vnd Peſtilentz. E* ger je boßhafftiger woꝛden. Zu dem hat ſie auch der Heyrath trotziger vñ vermeſſener genucht⸗ Dann cynem ward die Tochter Salomes/ vnnd Herodis Baß/ dem andern aber Archels des Konigs in Capadocia Tochter vermaͤhlet/ vnd hat ſie der Adel jbrer Weiber inn dem gefßun vnwillen gegen jhrem Vatter geſtaͤrcket. S Perodes wiffterntEs halte aber Herodes heymlich eynen verdruß ab ſeiner S neid anſt ſeine Söh⸗ groͤſſer war/ denn das neAlerandrum vnd 8 ſſer war/ denn das denn das Vätterlich Hertz /welches vfft vmb eynes ſchlechten dings willenʒsut⸗ Ariſtobulum. erleiden ² noch t.2 arauffſt if teten ihn auch etliche/ die Ihn auß vnzeitiger ſoꝛgfůltigkeyt fürſi ner Sohne aufflatz vnd hinderliſten warneten/ vnnd fuͤrgaben/ als trachteten ſie darnach i ſune Beüdet. Jo⸗ ſie der Mutter Todrächen moͤchten. Daließ ſich Herodes erſchrecken/ zog Antipatrum Do⸗ ten willenbei jhm. Dagieng der neid vndhaß zu Hoffan /vnd erhube ſich eyn groſſerzancu⸗ bnd ichepngrollerza ter den Brudern. Jehne hetten eyn ſchmalens darab/ daß eyner ſchlechten vñ gemcynenꝗᷓ — oͤhne geſchwindigleyt divil ndfi mey ſdiewe 3 uhml uchled Mrvitſo mn/iß ſnhz ſohnse 8—— eruſalen. Dab I. Buch. wen Sohn jhnen ſolte voꝛgezogen werden/ Diſer aber wu je geringers herkommens er von der M vnnie ley mittel/ nemlich durch ſchmeychel vnnd Laͤſterwoꝛt/ ſo * Wabinb wuauchk hbajn us pichen ſchonn Meha erochen doch uſſonzuhn 4 DahMee u wn wnfuſtumn azen hrn Mmtncin — urc ſi ſich anhein dat yrder Nmdſc⸗ fnche Thazaantn vnd die Brůder mit erdichten ankla — ſuräntustaen ricket er jhnen alle hoffnung des Königreichs ab/ verl. achte. Endlich Teſtament/ als eyn Erb des Reichs erfret zum ch0 daßerdurchepnoffenlich Koniglichen Zierden vnnd Kleynotern Mer gehn Rom geſchickt/ vnnd mitallet und Kleynotern/ alleyn die Konigliche Kron⸗ waͤrd. Von dannen kam er wider in das Juͤdiſche tiewalet— fuͤrtrefflicher Leuth gunſt harte/ brachte er in kurtzer zeit zuwegen/ daß vnd vieler wider zum Weib annam/ vnnd tribe die ſach wider die Bruͤder bei im Vngſan⸗ Muur den Sn dem leben zuſtellen. ulet gh auch in die vnſinnigkeyt/ daß er gehn Rom zwa/Alerant t ſi— ret/ vnd fuͤr dem Keyſer/ als eynen w nt Zennntſ Eeeee ſeinen jammer vnnd elend zu beklagen/ vnnd ſo vil billigkeyt an dem Richter ſpuͤret/ daß er ſut Berer Joleph. am weder durch Herodis gunſt einnem̃en/ noch durch Antipatri geſchwindigkeyt hinterliſten laſ⸗ ſen wolte/gedachte er nichts zuuerſchweigen/ meldet ſeines Vatters Laſter mit ſolcher beſchey⸗ denheyt /daß er weder als eyn Klaͤger haͤfftig darauff trang/ noch ſie auch gar heymlich bleiben lic ß /dieweil es ſeiner ſachen ſehr dienſtlich war zu beweiſen/ daß aller neid vnd haß des Vatters von der Mutter tod her růrete. Dañ in ſolchen Gerichtshaͤndeln beſchweret die Kinder nichts ſo ſehr/ als die natuͤrliche eingepflantzte Liebe/ vnd der Eltern anſehen. Wannaber dieſel bigen auch mit Laſtern verhafft ſeind/ ſo iſt es den Kindern an jhrem Rechten gegen den Eltern deſto minder abbruͤchig vnnd nachtheylig. Da er nuh auff des Vatters Klagpuncten kommen iſt/ Alefandtz enſchui⸗ hat er dieſelbigen mit gutem grund widerlegt/ vnd zu foꝛderſt bewiſen/ daß fein Bruder gar vn⸗ ſeney 3 ſchuldig in diſen ſach ſeie/ vñ in gleicher gefahr mit jhm ſiehe/ er ſeuffzet auch daruber/ daß er al ₰ S 8.. ſeph. am 272. blat ſo vnſchuldiger weiß muͤßte fuͤr Gericht verklagt werden. Neben dem zeugniß ſeines guten Gewiſſens/ war er auch mit eyner guten ſach/ vnd mit wolredenheyt gefaſſet/ vnd ſagt/ er ſam̃t ſeinem Bꝛuder doͤrffte keyner Ehr mehr gewaͤrtig ſein/ ſonder jhnen were durch des Bꝛuders argliſtigkeyt/ vnd des Vatters vnachiſamkeyt/ alles abgeſtricket. Er beweynet auch mit klaͤg⸗ lichen woꝛten/ daß jhnen der Vatter gar auffſetzig were/ vnd ſo haͤfſtig nach dem leben ſiellete daß er hn auch daruͤber keyn ſchand noch Laſter zu vil ſein lieſſe. it diſen woꝛten machet er/ daß jhnen allen die Augen mit Waſſer vbergiengen/ vnnd— mit ſeinen nen. brachte die ſach fuͤr Gericht ſo weit/ daß der Keyſer die Klag nicht annam/ vnd der Vatter ſich Joſcphean bla⸗ wider verſoͤhnen ließ. Der Roͤmiſche Keyſer hatte auch eynen ſonderlichen luſt vnnd gefallen daran/ daß er dem beruͤhmten Koͤnig nicht alleyn ſein Koͤnigreich/ ſondern auch ſeine Soͤhne widerumb zuſtellen ſolte/ richtet derhalben die ſachen auß allerley bedencklichẽ vꝛſachen dahin/ daß der Vaiter ſein Ehꝛ vnd anſehen bei jhnen behalten ſolte/ vnnd ſie ſich beijhrem wolhalten nicht forchten döꝛfften/ vñ wie er ſagt/ dem Vatter gehoꝛſam ſein ſolten. Er ſolte ſeinen Soͤh⸗ nen allen Vaͤtterlichen willen erzeygen/ vnd gleichwol macht haben/ das Koͤnigreich eynem ⸗ welchem er wolte/ zu vbergeben. nuß ʒog Alerander wider mit dem Vatter heym/ viel mehr des Gerichts/ denn des— vn⸗ argwohns entlediget. Dann Antipater hetzet Herodem ohn vnterlaß wider die Soͤhne/ vnnd 3 Talenta/ vnnd beleytet jhn biß zu dem ſtifftet allen vnwillen vñ neid/ doch wußte er den Schalck/ in betrachtung der angerichten ſoͤhnung fein maiſterlich zuuerbergẽ/ damit es die Bruder nicht jnnen wuͤrden/ oder den auff⸗ atz maͤrcketen. Als ſie aber in Ciliciam kommen/ vnnd zu Cleuſia außlaͤndeten/ richtet e—— eyn köſtliche Mahlzeit zu/ vnnd dancket Herodi von wegen ſeines Tochtermanns 4— daß er jhm fůrgefahr geweſen were/ vnd ſich mit hm hette verſoͤhnen laſſen ℳ eygener Bottſchafft ſeine Freund ſchꝛifftlich erſucht/ daß ſie ſeinem Tochter 1 vonſjhmnemn⸗ chen behuͤlfflich vnd beiſtͤndig ſein ſolten. Da nüh erodes den abſchied wi ſcaßt uſs men wolte/ ſchencket jhm Archelaus/ als eynem Gaſt zu ſonderlicher freundſe ta — Konig Zephyrio. So bald auch der Koͤnig heymkar berieffer das Voick zuſammen/ vnd redet ſi auff volgende weiß an XXXIX. Cap⸗ außgericht hab. Herodes erzehlt dem F volck/ wz er zu Rom Egeſippi/ bon gerſtorungder Scatt eRKRe Rerodes erzehlet den Juden/ was er auff der Reyß gehn Rom/ ſeiner Soͤhn halben außgerichtet habe/ vnd vermahnet beydes die Vnterthanen/ vnd ſeine Soͤhnezu vnters thanigteyt gegen jhm/ vnd verheyſſet ſolchen trewen gehorſam ʒu belohnen. e Jeben Hebreer vnd Burger jetzund habe ich eyn gutevnd nůtzli E che Reyß gehn Rom vollbracht/ die ich darumb zu dem Keyſer fuͤrgenom̃en B hab/ damit ich nicht in meiner Soͤhne ſachen/ eyn ʒoꝛniger Richter ſelbs ſein 1 doffte/ſondern der Keyſer/ von welchem ich das Konigreich empfangen/ „ ſein Vrtheyl auch vber ſie gebe/ vnnd mir eynen gewiſſen Erben des König⸗ reichs beſtimmete. Dann neben andern gutthaten hat er die Sohne/ vmb welche es gar nahe geſchehen war/ mit dem Vatter widerumb verſoͤhnet/ vnndfrid vnd eynig⸗ keyt/ welche beſſer iſt/ denn das Koͤngreich an jhm ſelbs/ vnter den Bruͤdern angerichtet. Der⸗ halben komme ich vil reicher widerumb zu Hauß/ denn ich außgezogen bin/ vnd weyß mich je⸗ tzund durch des Keyſers anleytung vil Vaͤtterlicher vnnd freundlicher gegen meinen Sohnen zuhalten/ als voꝛhin/ dieweil ſie auch gelernet haben ſich gehoꝛſamer gegen mir zu erzeygen. Dann er hat erkañt/ daß ich eynen nach meinem gefallen moͤge ʒum Koͤnigreich erwehlen/ da⸗ mit ſich keyner eyniges voꝛzugs fuͤr dem andern vberheben doꝛffe. Ich mag mirſelber eynen Erben des Reichs nach mir ernennen/ welchen ich wil/ als neinlich den/ der ſich ant beſten halt⸗ vnd mir als dem Vatter alle Ehꝛ vnd vnterthaͤnigkeyt erʒeygt. Hieriñ wil ich dem Keyſer vol⸗ gen/ welcher meine juͤngere Soͤhne begnadet/ vnd dem aͤltern Sohn gleich gemacht hat. Der⸗ halben veroꝛdne ich heut ʒu tag meinen treien Soͤhnen das Koͤnigreich/ jehner geneußt ſunes Herodes vermahnet alters/diſe aber hrg hohen Adels. Vnd iſt nicht zufoͤrchten/ daß jhꝛen zu vil ſein werden/ Dañ die Judẽ zu trew vñ das Königreich iſt groß/ vnd mag ſie alleſambt/ vnd noch mehꝛerzichen. Ich wiles zufoꝛder gehoꝛſam gegen jhm. greich iſt roß gſi mehꝛerzich ₰ch zuföꝛderſt mit Gott/ darnach auch mit euch beʒeuget haben/ daß das meine endliche meynung ſeie. Wel⸗ che nuh der Keyſer mit gleichem Stand begabet/ vnnd ich euch furgeſetzet hab/ denen ſollet jhr gebuͤrliche Ehr beweiſen/ vnd jhnen weder zu vil noch zu wenig zuſchreiben. Damit ſie wederzu hoffart/ noch ʒu vngedult verurſacht werden/ ſondern eynem jeden nach ſeinem verdienſt wi derfahꝛen laſſen. Dann man erfrewet eynen mit allzu groſſer Ehꝛerbietung nicht ſo ſchr/ as man den andern mit entzichung ſeiner gebuͤrenden Ehr beleydiget/ vnnd geſchicht gemeynigli⸗ chen zu beyden theylen der ſachen zu vil vnd zu wenig/ wann man den hohen Standen heuch⸗ let. Ich bin eynes Vatter ſo wol als des/ andern vnd was meinen Soͤhnenfuͤr Ehrbegigne/ die haben ſie alle von mir als jhrem Vatter/ Im fall aber jemann meinen Soͤhnenallzugroſſe — Ehꝛ beweiſen wolte/ der wuͤrde ſich an mir vergreiffen/ vnnd hnen vꝛſach zu Sundengeben. Dann wann man eynem ʒu vil feiret vnd empoꝛtraͤgt/ ſo gibt man jhm alleretſt den halßſtan. Bin ich denn meinen Sohnen vnguͤnſtig vnd abhold? Nein ich freilich/ ſonder ich wolte viel lieber/ daß ſie jhren gewalt mit gutem willen hetten/ denn ſich deſſelbigen auffrhunſcher weiſe mißbrauchen: Dann was man durch Hoffart vnd Raub vberkommet/ das waͤret nicht lang ⸗ was man aber mit gutem gunſt erlanget/ das hat lang beſtand. Derhalben wil ich meinẽ Söh⸗ nen jhꝛe Eltern vnd Freunde zu Buͤrgen der eynigkeyt geben/ die ſie ʒur liebe/ vnd aller fteund⸗ ligkeyt vermahnen vnd anhalten. Dann gleich wie ſonſt eyn jede vnnuͤtze Red der Zuhor Ge⸗ muͤter vergifftet/ alſo thuen ſonderlich tägliche Geſpꝛaͤch vnnd langwirige beiwohnung dem Hertzen groſſen ſchaden/ vnd verderben alle gute Sitten. Im fall die Leuth ſchon von art vnd natur geſchlacht ſeind/ ſo werden ſie doch durch boſe Anſtiffter verfůßret/ gleich wie eynſills Waſſer durch die vngeſtuͤmme Wind auffgetriben vnd vnrůhig gemacht wird. Demchſᷣ iſt mein endlicher will vnd meynung/ daß ſie jhr hoffnung vnd vertrawen auffmich ſtellen„ len/ Sintemal das an mir nicht verloꝛen iſt/ das an meine Kinder gewendet wird. Es ſol jabil⸗ lich eyn jeder Landsknecht oder Rottmaiſter der Haubtleuth Vatter am maiſten vercht. Jih⸗ ich bin der jehnige /der eynem jeden ſeinen verdienten Lohn geben muß/ vnd wil auch das nicht vnuergolten laſſen/ was jhr meinen Sohnen zu ehren vnnd gefallen thun werdet/ Wannſch ewern fleiß vñ guten willen ſpuͤren werde/ wil ichs mit der hat vergelten/ Befinde ich abe ſen genbehn vntrew an eynem /den wil ich auch dermaſſen ſtraffen/ da er ſeiner ſchmeychlercg⸗ gen mir nit vil genieſſen muß.. 8 liſe ſzreit lcyna den Sih n. An hgten ſichsnd uerbetge uchvng . nich ge üc iſl uundzu In/rerg jusben cürm. Dunſi ſchende. ndeer ſi — Seru Ihr aber meine lieben S 25 auchdiewilde Thier mit eynander vereyniget/ v elche Herde⸗ eybet. Es hat doch eyn vnbaͤndig Vihe das nndas vn trew ſiue Sthe nebe Darnach beweiſet auch dem nfuͤr das ander ddehugteyi. zu gebieten hette. zeugniß/ das ich hr fromb/ſo wer⸗ — 3 hizwiſche n ſollet jhr nit Regieren/ ſonder alleyn die Ef Vatter lieben/ ſo ſoll euch ewergerechtigkeyt v So beweiſet nuh enn eiwerden. Alle Beſchwerden vnd Geſchäfften des Königreichs licennu⸗ alleyn auff dem halß/ ich wolle oder wolle nicht/ aten des Konigreichs ligen mir Fdem haiß/ ich erw cht/ Derhalben ſollet jhꝛeuc rri ten/dann ichs auch gut mit euch gemeyne/ vnd thue all gemeynendt es vmb ewert willen. Hie ne Sohne alle nach eynander geküſſet/ ſie dardu i „—edt nacheynander geküſſe rch zu lieb vñ eyni ch⸗ ten. Vnd ließ hiemit die Verfamlung von— nigthtſomehrzuipch⸗ * XE Cap. Anttpater eyn argliſtiger vngluͤck macher/ ni— Antipater eynarg rng acher/ nimmt ſich groſſer freundſchafft an Artſtobulo vnd A letandro vertathet vnd verkauffet ſie S5 vnd richten auch die ʒnckiſchen vnnd hoffortigen Weiber/ durch Schwaͤtzerejeyn groſſe vnruhe an dardurch verodes auff eyn newes erzornet wird/ vnd ſernen Sohnen ernſt⸗ - 4 nic 4 3 E 6 zu auch Alexandrum in Gefangniß wirfft/ wel⸗ t vnndſch ch firee Ven doch ſein Schwsher Archelaus/ mit ſonderlicher geſchwindigkeyt wi gma⸗ cfiuis chet/ vnd mit dem Vatter verſoͤhnet. kswe dil noch; ſ Er mehrertheyl aber/ dem mitder Bruderfrid vnd eynigkeyt wol S obioHoffernewet, war/freweten ſich diſer Handlung. Aber die Bruͤder geriethen in eyne newe Zeeen wytracht vnd vneynigkeyt/ vnd ſo vil deſio hafftiger/ dieweil es jhnen vmb wm den voze zethun war daruͤber ſie eynander haſſeten vnd hart zuſetzten. Es nr verdß Mariamnes Sohne/ daß eynes ſchlechte Weibes Sohn/ der nicht von Koͤniglichem Geſchlaͤcht geboꝛen wer/ jhnen ſolte voꝛgezogen werden. n Hergegen verachtet Antipater ſeine Bruͤder/ als die keyne ſonderliche hoffnung des König⸗3 9 5 7 1nit ſoatnnjndit reichs/ vnd kaum den nachzug hatten. Antipater aber wußte den haß vnd neid fein maiſterlich 7 — zuuerbergen gab groſſe freundſchafft fuͤr/ Jehne aber offenbareten jedermann jhre rathſchläg nſi auch vngefragt/ Das Maul vbereilet ſie/ vnnd behielten nichts heymlichs beijhnen/ alles was umndinn— nur bei Alerandro geredt ward/ kam bald fuͤr Antipatrum/ es ward auch vil darzu gelegt/ daß ſie nicht geredt hatten/ Die Maͤrlentraͤger ſetzten gemeyniglich etwas darzu. Antipater war Antpatnbsſ vnnd lung belund. V der Raͤdlefuͤhꝛer/der alles vngluͤck wider die Bꝛuͤder ſtifftet/ er konte nichts anders/ dennaller⸗ heymliche iucke. ten liſt buͤberej vnd Laſter erdencken /anrichten/ vnd vollbringen/ beſtellet heymlich Auffmaͤr⸗ mic cker vnd Zeugen/ nam ſich an/ als meynete ers gut mit den Bꝛuͤdern/ vnd begeret ſie zuuerthey⸗ digen/ verantwoꝛtet ſie in ſchlechten vnd geringen ſachen/ wañ es aber etwas groſſes ant ließ ers beruhen/ damit er den Vatter deſto leichtlicher hindergrhen/ vñ hafftiger Bꝛů⸗ der erbittern moͤchte/ ſonderlich aber tribe er den feindſeligen Moꝛd/ den ſein Vatter begangen artemit arnſſer aeſchwindiakeyt/ als ob der Vatter das Koͤnigreich dardurch verwircket het⸗ hatte/ mit groſſer geſchwindigkeyt/ als ob dei ees Köigreichs. Da⸗ te. Dann Königepfiegen nichts hohers zufoechten/ denn denverluſi he⸗ ebe/ vnter⸗ mit aber der Konig ſeinen Fůrtrag in abweſen des gegentheyls deſtoeheglau alle u hell ſiunde er ſich erſtlich die Bꝛůder zuuertretten/ darnachſtellet er ſich/ als ſee am tag/ daß er nit helffen konte/ vnd Schloß alſo ʒu Recht/ wie in nſchene lichen Gericht/ damit es eynen ſchein hette bei dem Vatter/ als wehren di zeuget vnd vberbunden.—.*. Es war aber nichts/ daß die Sachen ſo glaͤublich machet/ denn daß ſich — —— „— geeſippi/ bon Zerſtörungder Statt z 9 5 7 maſſen ſtellet/ als were jhm ernſt/ die Bꝛůder zu verthaͤdingen/ durch diſen Betrugſchopffter 7 jhm ſelber bei jedermañ eynen guten willen/ vnd nam auch ſeines Vatters Hertz dardurch ein/ daß er jhm ſo vil deſto gunſtiger ward/ je groͤſſern vnwillen er von tag ju tag auff die Bruͤder legte. Er verhetzet auch des Koͤnigs Freunde/ vnd Eltern/ vnd ſonderlich Pheroram/ des Kö⸗ nigs Bruder vnnd ſeine Schweſter Salomen/ wider die Bꝛuͤder/ das ſie jhnen nit alleyn ab⸗ ſiunden/ ſonder auch feind vnd auffſaͤtzig wurden. 3 e Darzu fand ſich auch zu allem vnglůck Glaphyra/ Alexandri Weib/ di ſich jhres ſeyh. amꝛs. blat. Stands vñ Adels/ nach der weiber art/ allzu vil vberhub/ dieweil ſie eynes beſſern Geſchlaͤchts war/ denn alle andere/ wolte derhalben vber alle die/ ſo an des Koͤnigs Hoff waren/ geſehen ſein vnd herꝛſchen/ dann ſie pflegte ſich jhres Vatters vnnd Gꝛoßuatters/ die Koͤmge geweſen/ zu⸗ ruhmen/ vnd ſonderlich Darij Hydaſpis/ von welchem jhre Mutter geboren/ verachtet/ vnnd ſchmaͤhete hergegen Salomen/ des Konigs Schweſier/ vnnd Doſidem ſein Weib/ vmb jhres ſchlaͤchten Herkommens willen/ welches jhnen ſehr verdrießlich war/ vnd jhr ſelber auch groſſe feindſchafft brachte. Deßgleichen erzoꝛnet ſie die andere Weiber auch/ weiche jhm der König vil mehꝛ/ vmb jhrer ſchoͤnen geſtalt willen/ denn von wegen jhres hohen Adels/ vermaͤhlet hat⸗ te. Dann Herodes hatte nach gemeynem vnd boͤſem brauch/ vil mehr Weiber lieb/ denn ſich Deuteenin. De vnter“ den Koͤnigen/ vnd bei den Juden gebuͤret. Espflegen aber die Könige jhre Laſtermit der Altuaͤtter Erempel ʒu beſchoͤnen. Diſer vbermut ſeines Weibs bracht Alexandro eymn ſein bertz nicht abge⸗ groſſen nachtheyl. Seebt ziet Ariſtobulus verkleynert auch ſein Weib mit woꝛten/ aller geſtallt iwie Glaphyra that/ k ſenee vnedlen vnd rupffet jhꝛ auff/ das ſie eynes ſchlechten Herkommens/ dem Koniglichen Stammen vnge⸗ Weibs. maͤß/ der Glaphyre gantz vngleich were/ vnd braͤchte jhm eyn groſſe verachtung/ das ſein Bꝛu⸗ der eyn Weib von Koniglichem Geſchlaͤcht haben ſolte/ er aber mit groſſem ſpott/ bei eyner vn⸗ edlen wohnen muͤßte. Er handlet aber ſehr thoꝛlich darinn/ daß er jhm ſelbs durch ſchmaͤhwoꝛt eyn vnruͤhige Ehe macht..— Durch diſe Schelewoꝛt ward Ariſtobuli Weib haͤfftig erʒoꝛnet/ vnd klaget jhrer Mutter Zetode. e alles mit weynenden Augen/ Salome aber trug dem Konig Herodialles ʒu Ohꝛen/ was ſie võ jhrer Tochter erfahren hatte. Herodes hielts fur beſſer ſeine Sohne zuuermahnen/ dennſiegar verderben /berieff ſie derhalben fuͤr ſich/ redet jhnen hart vnnd ernſtlich ʒu/ vermahnet ſi auch gantz Vaͤtterlich/ ſie ſolten ſich doch freundlich gegen jhꝛem Bꝛuder erzeygen/ vñ eynander nit ſo feind vnd auffſaͤtzig ſein/ verhieß jhnen auch alles was bißher geſchehen war/ auff dißmalzu⸗ Salome verklaget Rlerandri vnd Art⸗ uerzeihen/ vnd hinfoꝛt ernſtlicher darein zuſehen. Sie aber beklagten ſich des viffaͤltigen heym⸗ ſtobuls entſchuldi⸗ göng⸗ lichen auffſatzes/ begereten vnnd verhieſſen/ hinfoꝛt jhre vnſchuld mit der That zubeweiſen/ ſo verner ſie nur zur verhoͤꝛ vnd antwoꝛt kommen ließ/ vñ nit alſo bald eyner jeden vnnuͤtzen Red glauben wuͤrde: Dannman finde allwegen boſe Maͤuler/ die eynem zu Ohꝛentragen/ ſolang man jhnen das Gehoꝛ vnd glauben gibt. Mit diſen vnnd dergleichen woꝛten haben ſie den Vatter erweychet/ vnnd wiewolſieda⸗ mals aller foꝛcht entlediget woꝛden/ haben ſie ſich doch haͤfftig beruͤmmert/ da ſie geſchen/ das Pheroꝛas vnnd Salome jhnen ſo vil leyds vnnd trangs anthaten/ von welchen ſie doch bil⸗ lich ſchut vnnd ſchirm hetten gewarten ſollen/ dieweil Pheroꝛas jhꝛ Vetter/ Salome aberdes Koͤnigs Schweſter war. Nuh mußten ſie ſich aber ſo vil deſto mehꝛ fur jhnen beſorgen/ ditweil Pheroꝛas ſeinem ſie in groſſem anſehen bei dem Vatter waren. Dann Herodes hat ſchier allen Koͤnigli⸗ Studer Herodi lieb· chen gewalt/ alleyn die Kron außgenommen/ mit ſeinem Bruder getheylet/ vnnd jhnenbey⸗ den groß gut geſchencket/ ſonderlich aber Pheroꝛe/ welcher jaͤrlich hundert Talenta auffhub/ vnnd neben der Landſchafft jehnſeit des Euphꝛats/ ſonſt vil Einkommens hatte. Zudem hatte jhn der Keyſer auch auff. Herodis anhalten/ zum VierFuͤrſien gemacht/ vnnd war dem Koͤnig verſchwaͤgert/ Dann er hatte des Koͤnigs Weibs Schweſter ʒur Ehe genommen/ Nach welcher Tod jhm der König ſein alteſte Tochter vermaͤhelet hat/ daher er des Koͤnigo pteroeas erzᷣrnet Tochtermann woꝛden were/ wann er nicht eyn andere Magd lieber gehabt ⸗ vnnd vmb hret Herodem willen des Koͤnigs Tochtet außgeſchlagen hette. Diſe ſchmach thate dem Koͤnig ſo wehe⸗ S Phaſaeli daß er ſeine Tochter eynemł andern gab/ der hernach inn dem Partiſchen Krieg vmbkommen iß/ vnnd Pheroꝛam in dem verdacht hielte/ als hette er jhn mit Giffi vergeben wollen/ In wel⸗ chem verdacht er jhn auch noch bei ſeines Weibs leben gehabt. Nach dem er aber m chent pſichz chen⸗ KKin zer Bul uhden ucheyn ſunkgen ſſowen vner ingen Wnicht Di ſiegsle hundw dyronn enhat. ſugten whnhat inz ver ſe auchbe udhm ſulte/vnd tten were wnnen h Bella deN Inſo ſine Kir den Unng. wunt vnnd Herodis aͤrgeſten ̃ei— ylleo/des Koͤni . eſten e e s Koͤnigs — Feind, die Ehe veſpꝛochen hatte. groſſe gefahr. Dann Antiwaterri tragen/ a ſetzet ſeinem Bꝛude riethen. Da 4— dermann her denn Herodes in eyne ſolche vnweiß uch ſeine naͤhſte Fre emann ſaget/ Alexander ſiuͤnde mit dem gerathen/ das er vnuer . t dem Schwert binder hm/ vnnd b Es erpub ſich aber der 4 den er ſich zu Bett leget. Nuh kame aber ſein Kaͤm̃erer/ vnnd ſtats vmb jhn wa„ ſiochen/ vnnd be ß ſie j tvilen Geſ— in peinli⸗ chencken be⸗ enras auff Ale⸗ die Kämmerlin n That hel en. Darauff wurden randrum. ngepflegter vnzucht /vndſchandi⸗ Damit man 5 daß er erhalben Hcrodi deſto weniger anſehen jbm das 6 ꝰwelchem er das Konigrei man jhm das Alter wann er wolle/mit angehenckten entwenden/ vnnd an ſich ziehen koͤnne/ jungen Mann billicher vertrawen/ denn e— Perhalben ſollen ſi ſhm /als eynem Diſes Handels iſ Herodes veler 5anbets iſt. el erſchꝛocken/ 6 Kriegsleuth ſambt den Oberſten vnnd daergehtedabihdie tenr Bund wider jhn waren/ Vnd iſt zu letzt ſo gri ach der Kaͤmmerling anzeygung im weßlich vñ Tpran⸗ Tyrannej fugnomeſp e woꝛden/ daßer alirichgrewicht yitc ſienider ſir enſchen vertrawer/ ſondern jedermañ verdaͤchtig gehal⸗ aff/ ehe er die Laſter außfuͤndi klagten /che er ſie berechei raußfuͤndig machte/ vnnd todtet die Be⸗ ten/ehe er ſie berechtiget. Da ward niemands verſchonet wohn hatte. Da war des verlen et/auff welchen er nur eynen arg⸗ leumbdens keyn maß noch end /J— Koͤnig verdienen/ vnd gabenj Ihren vil wolten danck bei dem 8 verdiehen/v en jhm etliche an/ In dem ſie aber and kerauth beſehuldiget/ vndimt de n dem ſiea ere verklagten/ wurden ſie ſel⸗ — hubl nit den Beklagten gleich hinauß zu der Wallſ ward· Herodes zu letzt alſo verbittert/ daß er alle Menſchen/ di 36 lett al alle Menſchen/ die noch vberig waren/ n 7 ch t leben were. Er ließ ſich mit niemand verſoͤhnen⸗— eil noch eyn Menſch bei ben were. Er ieß ſich mit niemand verſoͤhnen/ auff welchen er eynmal eynen argwohnge⸗ 2 Freund/ trotzete ſeine Bekannten/ gieng vnbarmhertzig mit den Beklagten vmb/ foꝛchtet ſich in allen ſachen/ reyſete offt von eynem oꝛt de 4 he ongehiaffen yſete offt von eynem oꝛt zum andern/ vnnd n ſolchem grimm/ zog er Alerandrum gefaͤnglich ein/ lieſſe hn mi jhn mit huͤtern verwachen/ Alexander ins G vnnd ſeine ꝙreund peinlich fragen. Welche laͤugneten/ muhten in Marier ſterben/ fůnguß awoe Die aber/ o ſtil ſchwigen/ wurden biß auff den Tod gepeyniget/ darumb das ſi nicht bekenne⸗ ten/ daß dem argwohn gemaͤß ware/ vnd wurden jhꝛ vil durch diſe ſtrenge Folterung/ vnd groſ⸗ Folierung vnd peiu⸗ ſe Marter gezwungen/ zu bekennen/ daß die Jungling des gaͤntzlichen fuͤrhabens geweſen/ jh⸗ liche Frag⸗ ren Vatter auff der Jagd vmb zubringen/ vnd darauff eilends gehn Rom zuflichen/ vnnd alſo der Straff ʒuentgehen. Wiewol aber das gar keynen grund hatte/ſo behafftſich doch der Vat⸗ ter ſolcher Bekanntniß/ ſeine grauſame Thrannej dardurch zubeſchonen/ vnd rechtmaͤſſige vn⸗ ſach ſeines Sohns Gefaͤngniß zuſuchen. Dieweil denn Alexander ſahe/ daß des verleumbdens keyn ende war/ vnd doch gleichwol zugedencken hatte/ daß der Vatter keyne entſchuldigung von jhm auffnemmen wuͤrde/ vñ die Sach dahin nicht zubringen were ⸗ daß er jhn fur vnſchuldig erkennste⸗ gerete jhn zuer⸗ ren eyner des Konigs Lrei Rammerhg 6 Egeſippi/ bon gerſtrungder Statt 3 5 57 für dieſchandlichen Ohrenbläſer/ vnd verzweinelte Laſtermauler/ auffgieiche weiß zuben⸗ 7 len/ vnd die ſehnigen/ ſo jhn verꝛathen vnd verkaufft/ widerumb anzuklagen/ vñ in verdachtzu F ſein bringen. Stellet derhalben vier Schꝛifften/ darinn er bekennet/ daß er dem Vatter nach dem ue eſeb n Leben geſtellet habe/ wie man jhm faͤlſchlich zugelegt/zog aber darnebẽ auch faſtalle ſein Miß⸗ mit ine Spil. Jo⸗ gönner in diß Spil/ als ſolten ſie vmb allen diſen auffſat eyn gut mitwiſſen gehabt haben /fur⸗ Archelaus ſtellet ſich ſeyhram 7blat nemlich aber Pheroꝛam vnd Salomen/ welcher er ſchuld gab/ das ſiebei Naͤchtlicher weileey⸗ nes Juͤnglings Schlafftammer auffgebrochen/ vnd jhn genoͤtiget vnd gezwungen hette/ Vn⸗ zucht vnnd Hurerej mit jhr zutreiben. Diſe Schrifften vberſchicket er dem Konige/ als eyn Vergicht vnd Regiſter aller boͤſen Stuck/ die er begangen/ vnd beſchuldiget darinn auch dieal⸗ ler fuͤrnemſten Freund vnd Bekannten des Koͤnigs. In denſelbigen Tagen kam Archelaus eilends in das Jůdiſche Land gercyſet/ vnnd be⸗ ſee gerete ſeinem Tochtermann vnnd der Tochter/ woh moöglich/ hůlff vnnd beiſtand zuthuen. randro. Dieweil er aber ſahe/ das bei dem vngeſtůmmen Vatter/ keyn rechtmaͤſſige entſchuldigung ſtatt haben wurde/ hat er ſeinen zoꝛn glimpfflich vnnd mit beſcheydenheye geſtillet. Dann ſo bald er in des Koͤnigs Hoffkommen/ vnd jhn Herodes ſchon hoꝛen vnnd ſehen mochte /fieng er mit lauter Stimm an zuruffen/ Lebet mein verzweiuelter Tochtermann noch? Iſternoch voꝛhanden Woh iſt der Boͤßwicht? Woh finde ich den Verꝛaͤther vnd Modet/ daß ich jhn mit meinen Haͤnden zerꝛeiſſe; Er ſoll von ſeines Schwaͤhers Haͤnden ſterben/ dieweil er ſeinem Vatter nach dem Leben getrachtet. Wann er ſeines Vatters nicht geſchonet hat/ was ſolte er wol ſeinem Schwaͤherthuen? Wer wil mir jhn ʒeygen? Ich wil den Schel⸗ men zu foꝛderſt zerʒerꝛen/ vnnd darnach meine Tochter eynem andern geben/ welche/ ob ſie wol vmb ſeine Bubenſtuck nicht gewuͤßt hat/ ſo iſt ſie doch nicht gar vnſchuldig in der ſach/ dieweil ſie eynem Ertzmoͤꝛder Eheliche beiwohnunggethan. Ich erkenne ſie nicht fur meine Tochter/ dieweil ſie jhres Mannes Buͤberej nit gemaͤrcket/ Oder ſo vil trew zu jhrem Schwaͤhergeſetzet hett/ das ſie den Sohn zum gehoꝛſam gegen dem Vatter angehalten hette. Ich hab ſie nicht zu Schand vñ Laſter /ſondern zu Ehelicher beiwohnung verheyrathet/ nit das ſie zu vnrechten Sachen helffen ſolte/ ſondern das ſie freundſchafft vnd liebe pflantzen moͤchte. Es mĩtmich lieber Herodes wunder/ daß du Alerandꝛum/ der ſeinem Vatter nach Leib vñ Lben geſtanden/ noch biß hieher haſt leben laſſen. Ich hette gemeynet/ er ſolte laͤngeſt feinen woluerdienten Lohn empfangen haben/ daran man jhm nichts nachlaſſen ſol. Dann was kan man an eynem ſol⸗ chen bekannten vnd wiſſenlichen Vattermoͤrder erhalten Doch iſt es villeicht eyn ſonderliche ſchickung Gottes /das beyde Vatter das Vrtheyl vber jhn fellen follen/ dieweiler ſichan vns beyden vergriffen hat/ in dem/ daß er dir nachgeſtellet hat. Ich/ als eyner der das Bbelzu ſtraf⸗ fen begeret/ wils an jhm nicht vngerochen laſſen. Es ſol auch meiner Tochter nit geſchencket werden /die ich auff deine Vnterhandlung zu groſſem vngluck vermaͤhelet habe. Dannich ha⸗ be ſie nicht vmb jhꝛes Manns wolhalten/ ſondern auff dein vertrawen verheyrathet. Zeygeſie vrſach an/ warumb ſie jhren Buͤrgen vbergeben/ vnd jhꝛen Ehemann geliebet habe. Eb iſt eyns ſo wol/ als das ander ſchuldig an der Sach. Biſtu eyn rechter Vatter/ vnnd iſt dir ſolch groß Hertzenleyd ernſtlich angelegen/ ſo greiff die Sach tapffer an/ vnnd habe nur keyn mitleiden/ Es iſt ʒ%war nit eyn Handel/ deß ſich eyn Vatter zu frewen hab/ doch kan mans vngeſtrafft nit laſſen. So dich die Kindliche liebe weych/ vnd die naturliche neygung verzagt macht/ ſo uß vns mit eynander abwechßlen/ vñ vollſtrecke du die Straffan meiner Tochter/ ſo wilichmich an deinen Sohn richten. Mit diſen hafftigen Reden hat er Herodem erweychet/ vnnd allgemach begůtiget/ deß erjhm/ als eynem der mitleiden mit jhm habe/ vnnd eynes Sinnes mit jhm ſeie /geglaubet⸗ vnnd die Schrifften/ welche Alexander geſtellet/ zu leſen gegeben hat. Archelaus aber/ drehelaus enchen, har fein eygentlich aller Puncten vnnd Artickel wargenommen/ vnnd nach demer befunden vnd leget alle ſchuld das mehr Betrugs/ denn Warheyt hinder der Sache ſiecket/ begont er allgemach nachſeinm auff ſeine Mißgoͤn⸗ hohen verſtande/ den verdacht des Vattermoꝛds abzuleynen/ vnnd allen verdacht auff di/ ner. Joſeph am 279. hlat. ſo inn den Klagpuncten gemeldet waren/ vnnd ſonderlich auff Pheroram zulegen. Dalt nub marcket/ daß der Koͤnig auch vaſt ſeiner meynung war/ ſagt ir: Es iſ dannochjube⸗ dencken/ ob nicht villeicht dem Juͤngling bei dir von ſo vil argen Leuthen mehr un ſin i ihh nſhn undet jjfzz ſten /v Ferſi ungv nließ/ phent ig. 2 undſch hndochl kil/un jngklaͤ und leu hohey ſtribenf hnnhe hnzubi zthen/ ügi. ſen/ Die hesman uß S Wedultq ſol deſto ſilter Mit tzudhet mu t/p in the ulhſcht in nwt n boſen girhie t h —ͤ——— gegnet ſeie/ denn dir von jhm. Was mocht doc wonigreichs gegöet/ ſeine ge⸗ erſchafft gemacht onhatte? Oder wie Warzu möcht jhm dein tod ür ſolte er ſich wol beidei⸗ — 5denen/ di jhm ſeind leichtlich ʒu urch argliſtige Ler ſe Zunge kuuch fur heymlichen betru den aucho indig nſichien — denn auch wol erlebte wuhder ſein/ daß etwa junge Leuch jhꝛer ſelber vergeſſen/ wann n Ren haͤfftig ʒuſetzet· Diſe* des eſ hein des Königs Hoffanricheẽ/junge Dardurch ward Herodes allgemach erweichet/ daß er den vnwillen gegen Alerandro fai⸗ len ließ/ vnnd alle vngnadauff Pheroꝛam leget/ welcher in den vbergebenen Schꝛifften an⸗ gezogen ward/ als eyn Anſtiffter alles vnglůͤcks/ vnnd der Redlefuͤhrer in diſer gantzen hand⸗ lung. Als aber Pheroras maͤrcket/ daß ſich der Konig nach Archelao lencket/ vnndj hm mehr Pheroras gibt ſich freundſchafft vertrawet/ denn allen andern, verfuget er ſich auch zu jhm/ vnnd bate/ er wolte ſchuldig/ vndbegere ijhm doch bei dem Koͤnig gnad erwerben. Dieweil er aber ſo vil boͤſer Stuck auffder Hauben Sna hbatte /vnndoffenlich vberwiſen war/ daß er dem Koͤnig nachgeſtellet/ vnnd den Juͤngling in gefahr gebracht hatte/ ſagte er/ Es wuͤrde da keyne verzeihung zuhoffen ſein/ er berennete denn frej gut rund/ vnnd ohn allen vernern hinderhalt herauß /ſeinem Bruder/ der jhn lieb hette/ al⸗ les was man jhm ſchuld gebe/ vnnd baͤte jhn vmb verzechung. Darzu wolle er gern helffen/ vnnd ſein beſtes darbei thuen. Derhalben leget er andere Kleyder an/ fieng an zu weynen/ giengklaͤglich daher ſeinem Bꝛuder nach/ bate vmb verzeihung/ bekannte ſeine Bubenſtuͤct⸗ vnnd leugnete deren ding keynes/ darumb er beklagt war/ erkennete auch/ das jhn ſeine eygene Thoꝛheyt ʒu ſolchem ſchweren Fall verurſachet/ vnnd die vnzeitige Liebe ſeines Weibes darzu getriben hette. Dieweil ſich denn Pheroꝛas in allen ſachen ſchuldig/ vnd ewuͤſcht gabe/ wie Archelaus bittet für jhn Archelaus zu ſeinem voꝛtheyl angewiſen hatte⸗ fienge Archelaus auch darauffan/ Hero⸗ Phereram⸗ dem zu bitten/ er woͤlte ſich auß natuͤtlicher Liebe vber jhn erbarmen/ vñ ſeinem Bruder dißmal verzeihen/ vnnd die Bꝛuͤderliche eingepflantzte Liebe mehr bei jhm gelten laſſen/ denn die Rach⸗ girigkeyt. Es ſei keyn wunder/ das ſich in groſſen Koͤnigreichen dergleichen Sachen ſ gen/ Dieweil auch offtermals an dem Menſchlichen Leibe eyn Glid gebrechlich wird/ wel⸗ ches man darumb nicht abſchneiden/ ſondern durch gute Artzenej widerumb zu recht bringen muß. Sein eygener Bruder habe jhm auch vil hafftiger ʒugeſetzet/ welches er doch 3 vngedult an jhm gerochen/ ſondern vmb freundſchafft willen zugut vnd ſce ſo vil deſto vnglimpfflicher gemacht/ je mehr ich die ſtraff gegen den vndanckbaren Menſch Mit diſen vnd dergleichen woꝛten/ hat er zwar Herodem gemiltert/ daß er ſeinem Bu „ nnd vnfreundlich gegen ſeinem Toch⸗ jeraroſein Loch⸗ neeeeeeeleeeheneneeieneeniiſe mnit a ber meynete/ ſein Sohn hette die begangent Mißhand⸗ d ſolten verꝛner nicht gerochen wer lung nuh ſchwerlich genug gebuͤſſet/ vnnd ſoltent Fhe wibera iticen, Archelaus aber — Ehe widerumb beſtätigen. hweher ſelber fuͤr Alexandrum/ er ſolte jhm die Ehe widerun. ſehnſeenRopffhineußnbſege, Berodeemchceſane 2 mahlen/ welchem er gern wolie/ alleyn Alerandrum außgenommen/ we chmehr/ daß ers Herodes butet fur ynen boſen Namen gemacht hette. Mit diſem liſt beweget er Herodem no igen Herath fphl bSenpeeſhnnngeſcenct reneneee gellſen wuͤrde. Dann das Weib war Alerandro ef ſun werth waren. gezeuget hatte/ die dem Großuatter angenemm⸗ vnnd den Sterng i Egeſippi/ von Zerſtoͤrung der Statt 3 9 7 Derhalben were jhm wol darmit gedienet/ wann ſein Sohn jhm wider ʒugeſtellet werden/ vnd 7 im voꝛigen Stand bleiben moͤchte. Dann das Weib wuͤrde anweiſer vnd Zuchtmaiſter hab/ ſo koͤnne er ſich vil ehe fur Laſtern hůten. Alexander mit He⸗ er ſeinen Tochtermann vom tod/ vnnd erhielt jhn beim leben/ Dieweil er ſich nit maͤrcken ließ ⸗ daß er fur ſeinen Sohn begerete ʒubittẽ/ ſondern allerdings ſtellet/ als wolte er jhn helffen zum tod verurtheylen. Dann wann er jhm beigeſtanden were/ ſo hette er gewißlich nichts erhalten. Darnach wendet er auch fuͤr/ Alexander můßte gehn Rom ʒiehen/ vnd ſich aller ſachen halben ⸗ die jhm der Vatter verwiſſen hette/ bei dem Keyſer/ dem er alles zugeſchriben habe/ nach not⸗ turfft verantwoꝛten. Welches ieh auch fur eyn angelegte ſach halte/ damit Alexander nach ge⸗ thaner entſchuldigung/ dem Keyſer deſto beſſer befohlen/ vnnd Antipatri auffſatz gegen ſeinen Brůdern an tag bracht wuͤrde. Nach Archelat abſchied/ ernewert Euricles/ eyn tůckiſcher Spartaner/ den gantzen Vandel zwiſchen verode vnd ſeinen Soͤhnen/ vnnd bringt die ſach ſo verꝛn/ das ero⸗ des Alexandrum vnd Ariſtobulum fuͤr dem Reyſer/ vnnd auff eynem beſtimbten Land⸗ tag peinlich verklagt/ doch in jhrem abweſen/ vnnd werden beyde Soͤhne daſelbs vnuer⸗ hoͤrter ſachen wider Recht vnd billigkeyt/ vnſchuldiger weiß verdammt. Tyro ſtraffet Verodes Tyrannej/ wird deßhalben gefangen/ von Triphone eynem Balbierer/ vñ von ſeinem eygenen Sohn angeben/ vnd ſambt jhnen beyden zu tod geſchlagen. Achdem nuh diſe Meuterej auff diſe weiß geſtillet/ vnndineyn * . Herodes vnd Arche⸗ Lerspreeenan, ſ freud verwandiet worden/ hat man zur anzeygung des auffgerichten Vr⸗ Geſchencken. S trags eyn Freudenmal angerichtet. Es verehret auch Archelaus dem Koͤmg Herodiſibenzig Talenta/ vnd eynen guͤldenen Seſſel/ mit koͤſtlichen Perlen 6 gezieret. Sie ſchencketen auch eynander nach Koniglichem brauch/ auſſerle⸗ SS ſene Kaͤmmerling/ vnd eyn Kebsweib Panychis genannt. Deßgleichen ver⸗ ehreten auch die naͤhſten Freund Archelaum auß des Koͤnigs anweiſung mit herꝛlichen Ge⸗ ſchencken/ vnd blib der bekannten keyner vnbegabet/ Dann Herodes theylet jedermañ nach ſei⸗ nem Stand vnd verdienſt vil Gaben auß. Vnd als Archelaus wider heym in ſein Konigreich reyſen wolte/ beleytet jhn Herodes ſambt ſeinen fuͤrnemſten Raͤthen vnd Dienern biß gehn An⸗ tiochiam in die gewaltigſte Statt in Syria. bt Eurirles eyn argli⸗ Eo war aber Alexander ſchon gewonnen/ wann nicht Eurieles eyn geboener Laconierin ſtiger Lacedemonier das Jůdiſche Land kommen were/ welcher vil geſchmitzter denn Archelaus/ vnd gar Geltgirig war/ vnd doch daſſelbige auch nach geſtalt der ſachen/ wann er nemlich mehr wußte dadurch zu rode vñ ſeinen Soh⸗ erlangen/ wol in die Schantz ſchlagen konte. Zu letzt ließ er jhm nicht genuͤgen an dem Gut/ o· daß er in Laconia hatte/ſondern trachtet auch nach Koͤniglichen Geſchencken/ vnnd dieweiler „ abgerichter liſtiger Gaſt war/ der dem Gelt wußte nachzuſtellen/ verehret er den Koͤnig. H⸗ 32 rodem ʒum allererſten/ der meynung/ mehr vnd groͤſſers von Herode widerumb zubekommen. Vnnd wiewol er reichlicher einnam/ denn er gegeben hatte/ ließ er ſich doch daran nit ſattigen ⸗ ſondern kauffet ſich durch blutdurſtige boͤſe Prackticken bei dem Koͤnig ein. Derhalben ſchmeh⸗ cheit er ſich nach der Griechen ſonderlichem brauch bei dem Koͤnig zu/ billiget vnd lobet alis⸗ was gleich nit lobens/ ſondern vil mehr ſchelcens werd war/ vnnd kam in kurtzer zeit in ſolche kundſchafft vnd freundſchafft bei Herode/ daß er jhn zum geheymeſten Rath vnnd Diener an⸗ nam. Darzu gab jhm auch ſein Vatterland eyn gute ſtewr vnd fuͤrderniß/ dieweil die Juden die Spartaner fur jhre Geſipte Blutsfreund vnd Bꝛůder halten. Als er nuh den mangel in des Konigs Hoff ſpůret/ nemlich daß der Vatter gar arzwoh⸗ niſch/ die Sohn aber eynand gar auffſetzig wert/ jlicket er ſich durch wunderbarliche geſchwin⸗ digkeyt bei jedermannein/ daß man jhn fuͤr eynen getrewen Freund gemeyniglich bebe z 8 ve ehrem Mann diſe vnweiß leicht⸗ lich abziehen/ vnd alles wider zu recht bringen koͤnnen/ was bißher verderbt woꝛden/ Wann ſie jhm aber ſolie entzogen werden/ ſo hette er darnach gar niemand/ der jhn recht anfuhrete/ ſon⸗ dern werde in alle ſchand vñ laſter gerathen. Dann wann eyner daheym im Hauß eynen guten Zu lett ließ ſich Archelaus mit aller not erbitten/ daß er ſeinen Tochtermañ zu gnaden an⸗ rode vnnd Archelao nam/ vnd verſoͤhnete jhn darauff auch mit ſeinem Vatter. Mit diſer geſchwindigkeyt erꝛettet u hi ſi gun 2 vilt u Wont nhia huu ench mürg ches ilenſ S uchn ma zunjhn vnjhn eihnebe ſnta vwende ihenEit lalsde obißh uften/ deelger handlic ngenlh bgewiie ſhrm iutoſen rhein richbe An ereme iug/de ſirge vnd freundſchafft an m als dem diteſtẽ Sohn/ von rechts utter Adelichen Geſchlaͤchts halben/ den ſureinfeyne gemcynſchaffeinaſſen rJuͤnger gern ſich dard urch betriegeg be⸗ Alerander pertra⸗ eb An⸗ wet Euriel ſeint An deymligkeyt. Broßuatter her/ vnd Die rechten vnd natuͤrl ich herfuͤr gezogen. Aber Gott w welches jhm durch ſeiner Mutter weil er ſein eygen Weib vnſchuldiger weiß ermoꝛdet hette. Solche Reden trug der Laconier Antipatro von ſtundan zu Ohꝛen/ vnd hindergieng Euries verꝛathet auch Ariſtobulum/ damit erin gleicher geſtalt jhn ſeinen Klagen ergreiffen vnd fahen moöchte. Alerandrum bei ſe⸗ Darnach bracht ers dem Konigalles fuͤr⸗ machets vmb ſeines genieß willen noch groſſer/denn vn anen ðan jhm ſelber war/ vnd ſagte: Er nicht verſchweigen konnen/ ſon⸗ dern jhm/ als eyn danckbarer Gaſt ung ſeines lebens/ welches jhm die Soͤhne begeren zu nemmen/ vnd wann er ſich nit angenommen hette/ als wolte er jhnen eynen beſſern rath geben/ jhꝛ fuͤrnemmen zu vollbringen/ vnd ſie damit bißhieher auffgehalten hette/ ſo were der Vatter laͤngeſt von Alexandꝛj Haͤnden vmbkom̃en/ vnd dz Konigreich den ſchaͤnd⸗ lichen Erben heymgefallen. Dann es ſeie Alexandro diſe moͤꝛdliche vñ grewliche That nicht zu vil/ als der es jhm fuͤr eyn groſſe ſchand rechne/ daß er ſeines Großuattern vnd ſeiner Mutter Tod biß hicher nicht gerochen hab/ Die entleibten tringen vnd zwingen jhn durch jhre Klag vñ ſeufftzen/ ſolche ſchaͤndliche That zu raͤchen/ Er erkenne ſich ſchuldig/ den ermoꝛdeten ſolche Seelgeraͤd vnd Begaͤngniſſen nachzuhalten/ Ihre hinderlaſſene Erbſchafft můſſe nicht ſo ſchandlich verwuͤſtet werden/ Er woͤlle diſen Rechtshandel auff eyn newes an de Keyſer ge langen laſſen/ damit er dem jehnigen/ ſo ſeine Voꝛdltern gerhdtethab das Koͤnigreich wihrr abgewiſien moͤge/ doch nit mit ſoſcher reuerent vñ demut/ wie vobmals geſchehen/ſondernder Keyſer můͤſſe alle heymligkeytẽ des Konigs erfahꝛt/ mit was Blutuergieſſen er ſein Reichthum̃ vberkom̃en/ vnd dʒ Land verderbt habe/ Er wolle ſeinen Gꝛoßuatter widerumb auß dem Gꝛab herfuͤr bringen/ vnd mit ſeiner Mutter jaͤmmerlichen Tod beweiſen/ daß eyn frembder jhr Köͤ⸗ nigreich beſitze/ dem es nicht ʒuſtehe. Mit ſol en woꝛten hat Euricles den Koͤnig verbittert. ber lie—— Antiyatrj Rlag wi⸗ Antipater aber ließ jhm an eynes Mann eng dTvram derſe Bete2e andere mehꝛan/ die auff die Bruͤder klagen/ vnd ſagen ſolten/ daß ſie mit Jocundo vnd Tyran⸗ no/ deß Reyſigen Zeugs Rittmaiſtern/ voꝛ langeſt eynen Patt vnd Bund gemacht/ vnd dem Koͤnig/ der jhnen eyn Doen in Augen ſeie/ auff Leib vnd Leben gedꝛaͤwet haben/ vnd ſiehe in höchſter gefahꝛ/ woh er ſich nicht wol furſehe. hochſt——— ſeine Soͤhne ohn laͤngern verzug beidem Halß/ vnnd—. ſe ernſtlich darumb ʒu red/ aber ſie waren deren anklag keyner geſtaͤndig. Dieweil denn— alle diſe vngegruͤndte verleumbdung vngeſtrafft hinge hen ließ/ vngeachtet/ daß erſi nge har außgab/ der die Laſter ſtraffete/ vnnd auff keyne Schwaterj vnd w daß man Leuth gefunden/ die eynen argen liſt vber den andernerdacht habẽ/ wi voꝛtommen/ nichte Breff wi⸗ es dem Könige am beſten gefallen moͤchte. Neben anderm/ ſeind jhm auch Brie inn derAlerandrum vnd Berwalt Schloſſes ſoltegeſchtiben vnd darinn xohulunt Je⸗ erander vnd Ariſtobulus an den Verwalter eynes ſi die Alexander vnd Ariſtobulus e den Koͤnig getödiet/ in das Schloß ſeyhlanꝛdo.öld⸗ begert haben/ daß er jhnen geſtatten wolte/ nach dem ſie den n/ mit Kriegsräſtung zufliehen/ biß ſie ſich nach notturfft wider die/ ſo jhnen nachſetzen—„ ſwardder Bewat vnd aller anderer notturfft ʒu jhꝛer entſetung/ verſehen mochten. hgar keyn anzeygung iodrechlöſſbetilie arſ hat aber nichts bekannt. Wiewol nuh gar keynan ter des Schloſſes peinlich gefrag handen/ ſo iſt doch Atander vnd Aſſobulus oder beweiſung des fuͤrgewendten auffſat voꝛbanden. E iij * a Cous Enarotus/ oder Mela Archelaj Geſandter wird Ari⸗ ſtobulj vnd Alexan⸗ drj halben befragt. Salome verleumb⸗ det Alexandꝛum vnd Ariſtobulum. 2 Herodes verklaget ſeine Soͤhne voꝛm Reyſer. Joſeph. am 282, blat, Herodes hallt eynen Landtag/ darauff er ſeine Soͤhne ver⸗ klagt. 3 Bgeſippi/ von Zerſtoͤrung der Statt nichts deſto weniger gefaͤnglich eingeʒogen/ Euricles aber mitfunffzig Talenten verehtet/ vnd fuͤr den gehalten worden/ der den Koͤnig bei leben erhalten hette. Es iſt auch hie nit zuuerſchweigen/ daß Alerandꝛi beſter Freund eyner zu Euriclis ze⸗ ten in das Judiſche Land kommen iſt/ welchen der Koͤnig/ als eynen der etwas vmb die ſachen wiſſen ſolte/ hat befragen laſſen/ zu erkuͤndigen/ ob er vbereyn ſtimmen wolte/ mit dem/ was der Spartaner von den Juͤnglingen geſagt hatte. Aber er betheurets mit dem Eyd/ daß er nichts vmbſolche Haͤndel wuͤßte. Alſo ward er nicht peinlich gefraget/ damit nicht der argwohn der ſchwatzerej gemindert/ oder Eurirlis betrug offenbar wuͤrde/ wann er in der peinlichen Marter laͤugnete/ ſonder gar von Herode ledig gelaſſen/ als eyner dem nicht zuglauben were. Dann der fromme Vatter hoꝛet gern/ wañ jhm von ſeinen Soͤhnen Klag kaͤme/ geſtattet aber nicht/ daß man ſie verantworten wolte. Zu letzt als der Spartaner ſeinen Sack mit des Koͤnigs Geſchen⸗ cken gefullet hat/ vnnd ſchon biß in Achaiam kommen war/ iſt jhm ſein verdieneter Lohn vvn wegen ſeiner verleumbdung auch worden. S Da ſich nuh Salome des getroffenen Heyraths halben mit Sylleo nicht wußte ʒueni⸗ ſchuldigen/ hat ſie jhres Tochtermanns Ariſtobulj heymligkeyt verꝛathen/ welcher ſie gewar⸗ net hatte/ ſich fuͤr jhꝛem Bꝛuder Herode voꝛzuſehẽ/ der ſie im verdacht hatte/ als ſolte ſie in hoff⸗ nung der kunfftigen Ehe/ ſeine anſchlaͤg den Arabern kund gethan haben. Iſt alſo durch diſe Klapperej wider zu gnaden kommen/ vnd hat allen griĩ des Koͤnigs auff die Jungling gewen⸗ det/ welche auch endlich daher in hoͤchſte not vnd gefahr kom̃en ſeind/ vnd jhꝛleben daruͤber ge⸗ laſſen haben. Dann die Bruͤder wurden gleich darauffgebunden/ vnd von eynander abgeſoͤn⸗ dert/ welches jhnen vil beſchwerlicher war/ dañ die Bande ſelber/ vnd auff Herodis beuchl von Volum nio dem Kriegsoberſien/ vnd Olympio des Koͤnigs Freund/ beim Keyſer verklagt. Der Keyſer aber ward ʒoꝛnig/ daß der Vatter ſo ernſtlich mit der ſtraff auff ſeine Kinder trang/ wolt jhm doch den Vaͤtterlichen gewalt vber ſeine Kinder nicht abſtricken/ vnnd ſiellets jhm frej heym/ mit jhnen nach ſeinem gefallen zu handeln/ doch gab er jhm darneben den rath ⸗ vnd ſagt: Es wuͤrde jhm beſſer anſtehen/ wann er die naͤhſten Koͤnige vñ Landsfuͤrſten herumb zu ſammen beruͤffen/ vnnd diſe Klag in offenem Gericht eroͤrtern lieſſe/ ob die Soͤhne jhrem Vatter heymlich nachgeſtellet hettẽ. So vern ſichs nuh befinde/ daß ſie den Vatter begert ha⸗ ben ʒu moͤrden/ moͤge er ſie darumb hinrichten laſſen/ Im fall aber die Klag nur ſeie der lucht vnd anders liederlichen anſpruchs halben /koͤnne er die ſtraff wol miltern. So bald Herodes diſen gewalt des beklagten Moꝛds halben empfangen/ doch daß eʒ fůͤt Gericht vnd mit beſcheydenheyt geſchehe/ iſt er eilends in die Statt Berithon gezogen/ welche der Keyſer zu diſem Gericht ernennet hatte/ Dahin kamen auch die Landofuͤrſten/ vermog des Roͤmiſchen Keyſers Außſchreibens. Saturninus vnd die Geſandten ſaſſen zu Gericht/ Da⸗ runter war auch Volummus der Antwalt/ darnach des Koͤnigs verwanthen vnd Freunde⸗ ſambt Salome/ Pheroꝛa/ vñ allen fuͤrnembſten in Syria. Alleyn Archelaus auß Cappadocia des Alerandꝛi Schwäher ward vmbgangen/ dieweil er partheyiſch/ vnd in dem verdacht wal⸗ als hielte ers mit ſeinem Tochtermann/ vnangeſehen/ daß der Juͤngling Anllaͤger vnd Miß⸗ goͤnner dem Gericht beiwohneten. Was iſt aber von eynem ſolchen Gericht zu halten/ dufuͤr die beklagten ſeibs perſoͤnlich nicht gelaſſen/ vnd doch nichts deſto weniger hinderꝛucks verklagt werden; Dann Herodes beſoꝛgete/ der Richter mochte durch jhre gegenwaͤrtigkeyt ʒu barmher⸗ tzigkeyt bewegt werden/ vnd ſie ledig erkennen. Deßgleichen wann man Alexandꝛo geſtatten/ ſolte /ſeine verantwoꝛtung zuthuen/ wurde er die Klag leichtlich widerlegen/ verſchicket ſiedel⸗ halben in der Sidonier Böꝛffer eyns/ vnd klaget doch nicht deſto weniger auff ſi/ als obſiu gegen ſtuͤnden. Der Vatter gab jhnen ſchuld/ daß ſie jhm nach Leib vnd Leben geſtellet hetten⸗ da war aber keyne beweiſung /oder vermutung/ daß ſie ſichs jemals vnterſtanden hetten· er Klaͤger gab ſich gar bloß/ da war aber niemann/ der jhm einreden doꝛfft. Erzogalles an/ was den verlaſſenen Juͤnglingen zum verdacht vnd vnglimpff gereychen mochte/ vnd klagel ſolch grobe ſtuͤck auff ſie/ die nach der Richter meynung vil ſchwerer vnd ſiraͤfflicher waren/ denn der Todſchlag an jhm ſelber. Es dachte aber niemann der ſachen nach/ niemann dorffte recht⸗ faͤrtigen was der Vatter klaget/ vnd der König gebot:Er blendet die Leuth vnterm ſchein/ groſ ſer Gottesforcht/ vnd ſchrecket ſie mit ſeinem gewalt/ er thet die vmbfrag/ als der wol wu te daßes jhm nicht fehlen konte/ vnd bedacht mitler weile nicht/ wann er ſeine ſach gchſi u iun ch unn ſiche nb uPn nmull meden ſoſ unerſc tiſtreſt ynrr dit richtli hnaußb dyf inmite vherd vinſeine tzd hwn du nun/ vn ahſpr fiden do Czw Sohn bohngar ibebeil nSohnl iß vnged alir uigehefiů Manſt omſi Wſetch halfde nungiſ ſden vn ſ pnwill inmith haß /daß ſie entweder danck bet dem Konig verdie 6 m. Das L Buch. 29 rhaubtet /daß er dannoc vil vnſelig ie jchnt n— vnſeliger were/ denn die jehnigen/ welce ſo Juͤngling zum Lod/dann erdoꝛfftekcyn ander Vitheyl ge⸗ Endliche Prtheyt nAnhang Man ſolte dannoch zuſehen/ der Richter/ wider rn die zwen hinrichte/ d als ſeie er an der: te daß man nic lerand 4 als ſeie er an der zweyer Tod ſchuldi g. Er hat wol forchtſa— n nicht dem tritten zu trawe/— gerdt diwaltteynn ſicherdes Tudo ſinen behder ens gleichwol die Warheyt amꝛbꝛ. blat. in der Vrtheyl geuolget. Volumnius ſprachjt andern alle zu/ vnnd verurtheyleten ſie ar. Der weniger theyl hatj at jhm ungarab/ dem fielen darnach die dern bedencken/ aber doch mitgleicher gefahꝛ. T ueefallen zum Lod/zwarauß cyneman⸗ — gunſt/ctliche auß Partheviſch vnd hi in eyner ſchrocklichen vnderbrniehens em grewlichen Kbrnelche— tichSeticht. yner ſchröcklichen vnd erbaͤrmlichen Sach dermaſſen Triumphiereie vnd frolockete/ eyn ſraffauff den alßlüdrn. Dochentſehet ſich keyner ab diſem Handel/ vnd ließ jhm 35 hrt die ach ernſtlich angelegen ſein. Es ſahe eynem Schawſpil aͤhnlicher/ denne—— Grichelichen Prvceß/abweſende euth ohne ʒeugen vnd Nichterjum Todverurtheylen a keyn auß betrachtung des Vätterlichen gewalts/ welcher ſich doch mehꝛʒum Leben/ denn un od pfleget zu neygen. Gantz Syria vnd Judea bekůmmerte ſich obdiſem jammer/ vnd wal⸗ teten mit erſchrockenem Hertzen/ was doch diſes ſpil fuͤr eyn end nemmen wolte. Dann wie⸗ . wol Herodis grauſamkeyt wol bekannt war/ ſo konte doch niemann glauben/ daß erzum Mor⸗ der an ſeinen Soͤhnen werden ſolte. Er fuͤhꝛet aber ſeine wilde weiß/ beydes zu Waſſer vndzu Land⸗Zog derhalben als eyner/ der die Sach wol außgerichtet hette/ auff die herꝛliche Statt Iyrum/ damit er nur ſeinen Soͤhnen leidens genug anthaͤte. Von dannen ſchiffet er gehn Caͤ⸗ ſaream/ vnd trib ſeinen Moͤꝛdriſchen Pracht vnd mutwillen ſo lang mit ſeinen Sohnen /biß ereyn ahſpruch vnd gelegenheyt fande/ ſie zuerwuͤrgen. All ſein Kriegsuolckwar vbel damit zufriden/ doꝛffte ſich aber fur forcht nicht maͤrcken laſſen. Es war eyn alter Kriegsmann vnter des Fon igs Kriegsknechten/ Tyro genannt/ deſ⸗ Lpro ſirafft Per⸗ ſen Sohn gute kundſchafft ʒu Aleyandro hatte/ eyn frommer Vatter/ vnd deßhalben ſeinem— Sohn gar lieb/ dann frommkeyt bringet nicht alleyn gunſt bei jedermann/ ſondern auch groſ⸗ ben/ vub wud n⸗ ſe Liebe bei den Kindern. Er war auch des Koͤnigs jungen Sohnen von des wegen/ daß ſie ſei⸗ bergefangen. nen Sohn lieb hatten/ wol geneygt. Derſelbig Tyro ward vberauß zoꝛnig daruͤber/ vnd fieng auß vngedult an zuruffen: Die Gerechtigkeyt můßte ſich leiden/ die Warheyt hette keynen . Platz/ aller Gottesfoꝛcht ſeie vergeſſen/ Man ſpuͤre keyne Lieb noch Freundſchafft mehr/ Ge⸗ walt gehe fur Recht. Zu letzt ſtunde er auch dem Koͤnige vnter Augen/ vnd ſagt/ Er ſeie eyn ar⸗ mer Menſch/ daß er den aͤrgeſten Leuthen zu ſeiner Soͤhne nachtheyl glaube/ Pheroꝛas vnd Salome ſeien des Koͤnigs Rathgeber/ denen Leuthen ſeie keyn Warheyt zuuertrawen/ Die nach jhꝛer eygenen Bekanntniß jhr Leben an dem Koͤnige verwircket haben/ Sie ſuchen nichts anders/ denn daß ſie ſich ſelber raͤchen/ dem Konige duchtiger Erben berauben/ vnd dʒ Kong⸗ reich auffden aller liederlichſten verwenden moͤgen/ mit dem es doch teynen beſtand haben wer⸗ de/vnangeſchen/ daß jhm des Koͤnigs Kriegsuolck gar auffſaͤtzig ſeie/ dieweil er ſeiner Bruͤder zwen vmbjhꝛ Leben bracht hette. Es ſeie keyner ſo vnbarmhertzig/ der nicht eyn groß n mit den vnſchuldigen Juͤnglingen habe. Der mehꝛer theyl vnter den H. jhren vnwillen nicht——— ſu vernemmen/ Er nennet auch di ſelbigen mit Nam̃en/ vnd beſchloß ſeine Red damit. 5 — Darauff ließ ſie Herodes ſambt Tyrone greiffen· Da tratle auch Tryphon⸗— des Koͤnigs Hoffdienern/ ſeines Handwercks eyn Balbierer/ auß vnbedachtem mut h Ko. nd zeyget an/ Tyro hette eyn Part mit jhm gemacht/ vnnd angelegt/ daß wanner dem vnd ʒeyget an /Tyro hette eyn Part mit jhm gemacht/ vn die Gurgel mit dem Scharmeſſer nig/ nach gewonheyt den Bart abſcheren————„„daßjhn Acxander des abſchneiden/ vnnd vmbbꝛingen ſolte/ vnnd jh Tyw wurd ſumbt ſunem wol genieſſen laſſen/ vnd groſſe verehꝛung darumb thuen wůͤrde. QAls ſie aber der aufflag nicht bekanntlich Sohn fuͤrgefoꝛdert/ vnd darauff peinlich gefrag urch die ſtrenge Marter vnd Trypho nie bringe keyn beweiſu waren/ vnd Trypho nichts bei bringen konte/ auch ſonſi tung mehꝛ vorhanden war/ beuahl Herodes/ man ſolte Tyronem d Egeſippi/ von Zerſtorung der Statt 3 9 6 1 Da erbarmet ſich der Sohn in ſolcher ſchweren pein vber ſeinen Vatter/ vnd verhießal⸗ ʒ le ſachen ʒueroͤffnen/ ſo vern man nur ſeinem Vatter das Lebenfriſten wolte. Dajhm nuhder Upro von ſeinem König ſicherung des Lebens zugeſagt/ bekannt er/ daß ſich ſein Vatter von Alerandro hettebe⸗ Se reden laſſen/ dem Koͤnig nach dem Leben zuſiellen. Der mehꝛertheyl hats dahin gedeutet/ als habe der Sohn ſolches damals erdicht/ ſeinen Vatter Tyronem dardurch beileben ʒuerhalten. Etliche habens fur eyn ware Geſchicht gehalten. Herodes aber beſorget/ es mochte jhm aller anſpruch ſeine Soͤhne ʒumoͤrden enigehen/ vnd faſſet alle Reden/ wie vngegruͤndet ſie auch waren /fur gewiſſe kundſchafften auff/ Berieff derhalben alles Volck zuſammen/ beſchicket auch die Haubtleuth/ vnnd fuͤhꝛet eyngroſſe Klag Herodes laßt Tyro vor jhnen allen ein/ wie er auff die ſpur kommen ſeie/ daß man jhm nach dem Leben ſtelle/ vnd begeret das Volck ſolte ſie vmbꝛingen. Alſo ward Tyro vnd ſein Sohn/ ſambt dem Balbie⸗ rer mit Steynen vnd Stecken zu tod gewoꝛffen vnd geſchlagen. ℳ bringen⸗ XLII. Cap. Verodes laßt ſeine beyde Soͤhne ʒu Sebaſte erwuͤrgen/ Das gerewet jhn ʒu letzt/ niit ſich Wrer verlaſſenen Rinder ernſtlich an/ oꝛdnet jhnen ehrliche Zetrath. Antipateraber practiciret ſo lang/ biß er diſen Anſchlag verodis/ guß ſonderlicher Feindſchafft gegen den Rindern/ andert. Pheroras wil ſeinen Bruder werodem in ſeiner Rranckheyt nicht beſuchen/ wird aber hernach von verode beſucht/ vñ nach ſeinem Tod ehrlich begraben. 2erander vnd Ar, g) Lerandrum aber vñ Ariſtobulum verſchicket er in die Statt Se⸗ Bovan e, ſ boſien die nicht weit von Cäſarealigt/ vnnd lic ſie daſelbs erwürgen. Eyn ( ſolch end haben die Soͤhne Mariamnes genommen. Wiewol nuh Anti⸗ pater vermeynet/ wann die zwen Bruͤder hinweg weren/ ſo wuͤrde er alleyn erben hat er ſich doch jhres Tods nicht lang frewen doͤzffen/ dieweil jhmſe⸗ dermann feind woꝛden iſt/ Dann es war maͤnniglich bewußt/ daß ſie durch fftung vmb jhr Leben kommen waren. Es kam jhn auch eyn groſſe forcht an/ ſoofft er gedacht/ daß der entleibten Geſchlaͤcht/ von tag zu tag ʒunaͤme/ Seintemal Alexander zwen Sohne /Tigranem vnnd Alexandrum von Glaphyra/ verlaſſen hette. So waren auch noch beileben Herodes/ Agrippa vñ Ariſtobulus/ die Ariſtobulus mit Beronice Salomes Tochter gezenget/ Deßgleichen Herodias vñ Mariamne jhꝛe Toͤchter/ welche vngeachtet/ jhres Weib⸗ lichẽ Geſchlaͤchts/ dannoch des Koͤnigreichs begeretẽ. Das bꝛachte Antipatro eyn groß betůͤm⸗ merniß/ griff die ſach mit liſten vñ geſchwindigkeyt an/ gedacht jedermann mit Gaben vñ Ge⸗ ſchencken zuuerſoͤhnen/ vnd jhm auch des Keyſers Freunde vnd. Hoffdiener guͤnſtigʒu machen. Herodes verſorge Aber ſein anſchlag fehlet jhm auch daheym. Dann der Koͤnig ward Alerandꝛi vnd Ari⸗ ⸗ ſtobuli Kindern von tagzutag geneygter/ vnd ſtellet ſich/ als were es jhm leyd/ daßer jhte El⸗ kuilnhe oſebbn tern getoͤdtet hette. Endlich berieffer auff eyne ʒeit ſeine Jreunde vnd naͤheſte Verwanihen/ am28blat⸗ kan mich des weynens nicht enthalten/ wannich diſe arme Waißlin anſchawe/ deren Vitter ich vmbbꝛacht hab/ vndgroſſe ſchluld trag an jhrem Elend/ gedencke ſie aber nicht in ſolcher arbeytſeligkeyt ʒulaſſen/ darein ich ſie durch beraubung jhrer Eltern geſtecket hab. Es hatmir ʒwar eyn beſonderer vnfall meine Sohne genommen/ aber die Natur vnd Barmherzigleht machet mir jhre Kinder wider lieb/ dann ſie je meine Enckel/ vnnd darzu Arme Waiſen ſeind. Die Sohnehaben ſich an jhrem Vatter verſundiget/ was haben aber die Enckel jhrem Groß⸗ natter gethan Esiſt gnug/ daß ich eyn vnſeliger Vatter geweſen bin/ ich muß nuh eyn ſolg⸗ faͤltiger Großuatter werden. Ich will verſchaffen/ daß ſie auch nach mir verſorget ſeien/ wolte Gott ich were auch meinen Sohnen beſſer furgeſtanden/ aber vnſer gemeyner Feind vnd W⸗ derſächer hat ſolches durch ſein argliſtigkeyt gewendet/ Ich wil daruoꝛ ſein/ daß diſe nicht auch in gleiche gefahꝛ gerathen/ damit ich nicht auffeynmaß beydes meine Soͤhne vnd Enckil vi⸗ liere. Laßt vns jhnen Fůrmůnder ſezen/ die wirjhnen genommen haben: Dem alteſten Sohn Alexandꝛi/ vermaͤhele ich Pherora/ deine Tochter/ vnd veroꝛdne dich jhm zum Vatter/ dein Tochter aber /Antipater /gib ich Ariſtobuli Sohn zum Weib/ damit du dardurch des amen Waißlins Vatter werdeſt. Seine Schweſter aber/ ſol mein Sohn brede welchhn, Helodes beklaget Ariſtobulum vnd Altrandrum. vnd redet ſie mit weynenden Augen alſo an: Ichſihe/ daß mich das Alter vbereilen wll/ vnd jjhmde nüch de eldes whaben waltf Erher ijhnzen ſſtanzahl Duñh e nt hnarin/ ſwiſtr ſiypum/ ſa/vñl hbei lebe Diev ſinen W leztmig nem So —— — ige ſit des Ke wiligthe men/kůſſet ſie alle nach eyna Wiewol nuh die andern jhꝛe freud darab daß er ſichs auch mit Geberden maͤrck bei dem Konig Archelao/v ſein ſolten. Er ſpůͤret/ daß man jhm je laͤnger je vng freundlicher ward. Er wolte Ariſtobulj Tochter nicht zu ſich ncht taͤglich mit groſſem vnwillen voꝛ jhm ſehen muͤſſe. S anſprechen/ damit er ſich nit bei jederm nthdem König Archelao/vnd dem Pierfürſten Pherota/ga vtracht ſen ——————— baben. Er ſolte jhn als ſeinen Sohn bei der Ehꝛ vanaben/die er jhm voꝛhin gegeben hette/ damit er ni tnur den laͤ en len gewalt fuͤhꝛen doͤrfften. nlären Namen jchne aberab Er hette auch nicht alleyn Alerandꝛj vnd Ariſtobulj So 1 r die jehnigen fuͤr ſeine widerwaͤrtigen/ die voni groſſe anzahl waren/ vnd auch heymlich vnd ſtillſchweigen igreichs begertẽ zu ſein. Dañ Herodes hatte neun Weiber/ deren nur zwo ohn Kinder warẽ/ die andern hatten alle Herodie neun Wel⸗ Rinder. Antipater war der Doſidis Sohn. Herodes kam von Mariamnt her. Matchatis die ber/ vnd Rinder. Samarritin/ hatte zwen Soͤhne/ Antipam vñ Archelaum/ vñ eyne Tochter Olympiã welche ðoſippo iſt vermaͤhelet woꝛdẽ. Cleopatra võ Jeruſalem hat mit. Herode gezeuget/ Herodem vñ Mas aber Phaſelũ. Sonſt hatte der König noch andere Toͤchter/ Roranem von Phedꝛa/vñ Salomen mit Helpi gezeuget. So waren auch Alerandꝛj vñ Ariſtobul) Schweſier noch bei leben/ welche Mariamne dem Herodj geboꝛen hatte/ wie droben iſt gemeldet woꝛden. Dieweil ſich denn Antipater fur dem groſſen Geſchlaͤcht Herodis foͤrchtet/ vnd den ver⸗ Antipater verhin⸗ laſſenen Waiſen die furgeſchlagene. Heirath mißgoͤnnet/ ſetzet er an Herodem/ vnd beredet jhn der ei⸗ zu letzt mit groſſer muͤhe/ vnd vilen ſchmeychelworten/ daßer jhm des Ariſtobulj Tochter/ vnd* Ebeſuſuog. ſeinem Sohn des Pheroꝛe Tochter zum Weib gab/ vñ die voꝛige Eheberedung zu nicht mach⸗ . Mergegen aber als Salome ſich mit Syleo verheyrathen wolte/ vermochtſie auch durch Lybie/ des Keyſers Gemahel vnterhandlung/ nicht bei jbrem Bruder erhalten/ daß er darein verwilliget hette/ſonder mußte wider hren willen Alerandrum/ des Koͤnigs Freund neiñen. ⸗ Joſepbus nenne Da nuh Antipater des Konigs fürſchlag gewendet/ als eyner der alleyn ſeiner ſchanßz wartet/ vnd alle andere mit liſt vnd geſchwindigkeyt vbertraff/ ward er maͤchtigfroh. Doch pus in 45 Cap· diſes vermocht er ſich des haſſes vnd neids nicht zu entſchütten /ſondern macht ſich je langer je feind⸗ Vuchoſdbo uuutt. nin Feliger/dann er wolte die Leuth ſchroͤcken/ vnd mit gewalt hindurchtringen. Er nam auch Pheroꝛam/ ſeines Vatters Bruder ʒum Gehuͤlffen/ in allen ſeinen heym⸗ lichen ſachen/ welchen Herodes hernach von ſeinem Weib mit vnwillen geſcheyden hat/ vmb etlicher Trotzwoꝛt willen /die ſie Doſidj ſeinem Weib entboten hatte/ darumb er auch von 2 rode verhaſſet/ vnd vom Hoff vertriben ward. Phervꝛas aber litte diſe ſchmach/ vnd ve ſüge— ſich in ſein Landſchafft Laruber ereyn Vierßürſt war /der gnvlichen meynung /nicht wider beer gvad mehr ſalem/ vnd beſtaͤtiget jhn mit groſſer klag/ vnd herꝛlichem Gepraͤng zu der Erden. v hn lte/ da er ſchon erfah⸗ haben. Joſeph. an zukommen/ alldieweil Herodes lebete. Daher er jhn auch nit beſuchen wo— xen/ daß er in ſchwerer Kranckheyt lage/ vnd offt begeret/ daß er zu jhm kommen 8 hette jhm etwas von ſeinem tod anzuzeygen vnnd zu beuehlen. Das verdꝛoß 6„ ſehr vbel/ doch da er wider geſund ward/ vnd erfuhꝛ/ daß Pheroꝛas kranck N Jen Phente⸗ Brůderlicher meynung/ hatte groß mitleiden mit jhm/ fůhꝛet jhn nach ſeinem Puzbeſe weniger blib er bei vilen in dem verdacht/ als heite er ſeinem Bruder mi Gifft— wie er dann eyn ſolcher Tyranngegen ſeinen freunden war. Es 2 3 ʒum n⸗ dieweil er ſeine eygene Sohne vmb das leben bꝛacht/ daß er auch an ſeinem XLIII. Cap. der werden doꝛffte. Pherore Rnechtkla⸗ 94 gen/ hrem Herꝛen ſei 52 dergeben wordè. Jo⸗ P ſeph am ⁊86.blat⸗ Byner Magd be⸗ kanntniß auff An⸗ tipatrum. Bgeſippi/ bon Zerſtoͤrung der Scatt XLIII. Cap. pherore Rnecht ʒeygen an/ jhrem Berꝛen ſei durch Gifft vergeben worden/ darauff laßt verodes Rnecht vnnd Magd/ Deßgleichen Antipgtrum Samaritanum/ ſeines Sohns Antipatri Verwalter/ vnd Antiphili MWutter vñ Bruder peinlich fragen/ wel⸗ che wie auch Pherore Weib/ bekennen/ daß Antipater ſeinem Vatter verodt/ nach dem Leben mit Gifft geſtellet/ vnd ſolches Pherore zuuerꝛichten beuohlen hab. Lſo hat die ſtraff des begangenen Moꝛds an Alexandꝛo vñ Ari⸗ der alles diſes vngluͤcks eyn anfaͤnger war/ gewendet. Dann des Pherore frejgelaſſene Knecht beklagtè ſich/ daß jhꝛem Herꝛen mit Gifft were vergebẽ woden/ vnd triben an Herode/ er ſolte der ſachen fleiſſig nachforſchen/ vnd befandt ſich in ernſtlicher nachfrag/ daß Pheroras eyn Glaß mit Arabiſchen Safft von eynem Weib empfangen hette/ vnter dem Namen/ als were es eyn Bul oder Lieb⸗ tranck/ ſo es doch Gifft geweſen/ welches von Syleo zugericht/ vñ alſo bald in Gifft verwand⸗ let worden. Als auch jhꝛen vilpeinlich daruͤber gefragt woꝛden/ hat vnter andern eyn Magd in der ſtrengen Marter geſchrien/ Daß Gott der Allmaͤchtige des Antipatri Mutter alle plag gebe/ welche diſes vngluck alles angeſtifftet/ vnd heymliche Geloch vnd Geſellſchafftẽ mit An⸗ tipatro vnd Pherora/ bei tag vnd bei nacht gehalten hat/ darinn ſie die gantze nacht vber geſeſ⸗ ſen vnd ſich voll vnd doll geſoffen haben/ wann ſie von des Koͤnigs Mahlzeit heymkommen ſeind/ Welches denn eyn groſſen verdacht vnd argwohn geben hat/ als ob ſie heymliche Buͤnd⸗ niß vnd meuterej mit eynander haben/ ſonderlich dieweil ſie die Knecht vnnd Maͤgd außge⸗ ſchloſſen haben/ vnd ſo lang bei eynander in heymlichen Winckeln/ vnd bei naͤchtlicher weil geſeſſen ſeind/ vnd jhren paet vnd anſchlag mit eynander gemacht/ daß Antipater gehn Rom/ Pheroras aber gehn Petram ʒiehen ſolte. Von diſen ſachen hatten ſie offt vnd vil mit eynander gerathſchlaget/ dieweil zu beſorgen/ Herodes moͤchte auch an ſie hand anlegen/ gleich wie er zu⸗ uoꝛ Alexandrum vñ Ariſtobulum hingerichtet/ ſie haben ſich weit geirꝛet/ in dem ſie gemeyntt/ Herodes habe die Erben des Koͤnigreichs vmb jhꝛer moͤderiſchen anſchlaͤg willen ſo gehaſſet vnd veruolget. Sie haben nicht nach dem Schwert gegriffen/ ſonder ſich eben ſo wol/ wieſie jetzund leiden muͤſſen/ vnd dannvch jhr leben daruͤber verlieren. Nuh lige jhnen alle feindſchafft vnd gefahr quff dem halß/ er werde auch der Weiber nicht verſchonen/ dieweil er ſeiner aller⸗ liebſten Maͤriamne vnd jhꝛer Kinder nicht verſchonet habe. Es ſeie keyn beſſer rath/ dennſich auß dem Staub machen/ vnd weit von dannen an eyn vꝛtfliehen/ da ſie von diſem vnſinnigen Thier ſicher bleiben moͤgen. Es kam auch an tag/ wie Antipater ſich offtermals haͤfftig bei ſeiner Mutter beklagt hette⸗ daß es jhm vberauß wehe thue/ daß er nicht Koͤnig werden moͤge/ vñ jhm faſt alle beſchwerden⸗ deß Konigreichs auff dem halß ligen/ daß ers nit mehr erleiden koͤnne/ můſſe alle Boſſelarbeyt thuen/ vnd die hochſie gefahꝛ darbei beſtehen. Es ſeie ſhm nicht alleyn alle hoffnung des Konig⸗ reichs abgeſtricket/ ſondern auch die beſte ʒeit ſeines Lebens dahin/ Er habe nuh eyn hohes Alter auff jhm/ der Kopff ſeie jhm ſchon graw/ der Vatter aber werde wider jung/ daher keyn Erb⸗ ſchafft von jhm zuhoffen/ dieweil er den kuͤnfftigen Erben ſo lang vor den Augen vmbgehlt. Was ſolte auch wol eynen betagten Erben eyn ſolche Erſchafft frewen/ dieweil ſich Alcxandi vnd Ariſtobuli Geſchiaͤcht taͤglich außbꝛeytet vñ erjunget/ aller geſtalle/ wie die Waſſerſchlan⸗ gen/ denen die abgehawene Kopff wider wachſſen Zu dem ſeie jhm die hoffnung der gemeynen Erbſchafftentzogen/ daß wann es gleich zum fall kommen/ vnd er eyn zeitlang das Koͤnigrel beſitzen ſolte/ ſo doꝛfften doch ſeine Sohne nach jhm nicht regieren/ ſondern muͤßten Herodj⸗ Mariamnes Sohn/ das Koͤnigreich widerumb zuſtellen. Derhalben habe er keynen nut von dem Koͤnigreich ʒu hoffen/ ſonder vil mehr die gefahꝛ ʒu beſtehen/ daß er ſeinem Voꝛfahꝛen ver⸗ daͤchtig/ ſeinem Nachkom̃nen aber beſchwerlich ſein muͤſſe. Endlich ſeie der Koͤnig auch nuh eyn alter neidiſcher Mann/ gar Blutgirig gegen den ſeinen/ der ſein Teſtament ſelber dahin richte/ daß keyner vberbleibe/ der jhn erben moge/ haſſe ſeine eygene Sohne⸗ gleich wie au ſeinen Bruder/ welcher jhm hundert Talenta geben hett/ daß er mit ſeinem Vettern nicht r denſolie. Da aber Pheroꝛas gefragt/ was haben wir jhm leyds gethan/ binich dennauch 3 b ſtobulo/ an eynem Moͤder angefangen/ vñ ſich darnachauff Antipatrum/ jh hott ſn ſunf jmun ſmb thn ſ. 6o Mſoch udſonf woebr ihtſchul Es ju de vir M ilet/ vn lgehal ite/ vn Nachde wander Da wWeöbe ihzucber tiſchen/ woden. uuden ſi inder nn mfallge uerzeche cygenwoh ſbe /ſen rtden tot innn/ grbenbie Dſi nin Mun twilen/ unbberha Wan in uſunt uitn⸗ we 4 —— ——— == ſichwa ſchonet habe Esſulmn nngnnu vint⸗ — Beruſalem/ Das I. Buch. 3 Senincneleeeeendennsine, laſſen Er iſt e e ſechenrechtverwagen/ wannwirgteichal⸗ nüſten dahr— ſen. Er iſt eyn wildes Thier/ das w icht mude wi, alles müſten dahinden cend vnnd bloß mit dem Lebrn daruon ſie denn bißweienhe ymlichegeſprüchhatcen ch er vnmoͤglich/ derwegen derTarhen emliche geſprach halten. rde doch eyn mal ſein můſſ die fachen wol bedencken /eynen keſtanp yn mal ſein müſſen, daß ſie fuhren. n/eynen beſtaͤndigen Anſchlag machen /vnnd cs nut der Fauſt hinauß S. S ches be kannten die Knecht vnd Magd in peinlicher Frag/ vnd Herodes gab jhnen ſo vil deſto ehe glauben/ dieweil er von den hundert Talenten alleyn mit Antipatro geredt tt vnnd ſonſt niem ann darbei geweſen war/der es hette nachſagen koͤnnen/ Deraen Herodes vnd ließ jhren vil/ auch die vnſchuldigen an die Folter ſchlagen/ damit jh nf d. rechtſchuldigen keyner entgehen moͤchte. 6 Es ward auch Antipater von Samaria/ der ſeines Sohns Antipatri verwalter gewe⸗ Antipater eyn Sa⸗ ſen/ zu der Marter gefuͤhret/ vnd hart gefraget/ welcher bekannte/ das Gifft were durch Anti, Fanuerbeteltr daß patri Mitgeſellen eynen/ auß Egypten herkommen/ T heudioni des Antipatri Freund zuge⸗ ſtellet/ vnnd zu letzt Pheroꝛe vbergeben woꝛden/welcher von Antipatro des Konigs Sohn be⸗ ſiellet habe. Joſeyh. uchlgehabt/ Herodem ſeinen Vatter mit Gifft hinzurichten/ diewell Antipater ſich zu Rom 27lat. hielte/ vnnd man jhn des begangenen Vattermords in ſeinem abweſen nicht verdencken koͤn⸗ re. Nachdem aber Pheroꝛas das empfangene Gifft ſeinem Weib bei guter zeit geben hatte/ fiel der ander Argwohn des Giffts halben/ auff Pherore Weib. Darauff gebot der Koͤnig Pheroꝛe Weib/ daß Gifft von ſtundan herfuͤr zubringen/ Pheroꝛe Weib ſiur⸗ das Weib gieng hinauß inn dem nammen/ als wolt ſie das begerte Gifft holen/ vnd ſtuͤrtzet e vom Hauß ſich zu oherſt auß dem Hauß herab/ der meynung/ ſie wolte dadurch die zweyfache ſchuld ab⸗ wuͤſchen/ vnnd vorkommen/ das ſie nicht fur Gericht doͤrffte beklagt/ vnd peinlich gefraget werden. Dieweil es aber an dem war/ daß der Brůder Moꝛd an Antipatro ſolte gerachet werden /fiele ſie nicht eben gerad auff den Kopff/ ſonder auff die ſeiten/ daß ſie nicht tod blib⸗ ſonder nur ohnmaͤchtig ward/ vnd nichts vmb ſich ſelbs wußte/ Dann ſie hatte eynen ſchwe⸗ ren fallgethan. Herodes aber ließ ſie erlaben/ biß ſie ſich wider erholet/ vnnd verhieß jhr alles zuuerzethen/ wann ſie die gruͤndliche warheyt/ vnnd wie es nach eynander ergangenwere/ an⸗ zygehwuͤrde. Es werde freilich nicht ohn groſſe vrſach ſein/daß ſi ſich ſelbs herab geſtrzet habe/ ſie muͤſſe jhr ſelber eyner groſſen mißhandlung bewußt ſein/ dieweil ſie jhrſelber hab be⸗ gert den tod anzuthun. Werde ſie nuh den rechten grund ſagen/ ſo ſolle ſie vngeſtrafft daruon kommen/ Im fall ſie aber etwas hinderhalten werde/ muſſe ſie groͤſſere Marter leiden/ vnd vn⸗ begraben bleiben. Da ſie nuh widerumb zu jhr ſelber kommen/ ſagt ſie/ was wolte ich vil verhalten/ ſo doch Sanniß Pher⸗ mein Mann Pheroꝛas tod iſt: Ihm zugefallen hette ich etwas verſchweigen ſollen/ vmb ſei⸗ net willen/ wolt ich mich gern Marterh laſſen/ wann es von noͤten were. Jetzt aber iſt er 6 pein vberhaben/ vnnd ſo die mißhandlung durch ſtraff auffgehebt wird/ aller fuͤnden loß. Warumb wolte ich dann nuß die warheyt verhehlen/ vnd Antipatro zu geſa Luͤgen ſagen? Soolt ich ſeiner mehꝛ ſchonen/ als meiner ſelber: Wir haben freilich baren man wol darumb zudancken/ der vns alle mit ſeinen Laſtern inn diſeſtraff geſün 46 Hoꝛe Konig/ ich rede vor Gottes Angeſicht/ dem alleyn alle meine ſachen—— du bin nicht willens/ eynigen falſch zubrauchen/ Hoꝛe zu ſag ich/ do„vndal⸗ mit wehnenden Augen bei deinem Bruder Pheroꝛa in ſeiner Kranckheyt ge ndligkeyt hat jhn les gethan haſt/ was eyn Bruder dem andern guts thun kan/ diſe deine freu E* d ʒu ſich beruffen/ vnnd geſagt hat: Ich verurſachet/ daß er mich bald nach deinem Abſchey tmir gemeynet — d ewlich vnd hertzlich gut mit mir gemch habs nicht verſtanden/ daß es mein Bruder ſotr ls ey⸗ 3 et/ daß ich jhn gedacht zutoͤdten/ als hat /ſonder den/ der mich geliebet/ dermaſſen gehaſſe Er. cb nmit mir getrageninn en der keyn erbaͤrmd in meinen nolen mit mir bette 5 henegeoegeenehetſhnſinſteichetweßbegertohn nabae Ich muß es ja bekennen/ daß mich Antipater i Grfiben. gdrrjugeſtelethat⸗ wegen die ſtraff leiden. Bring mir von ſtundan das 5 S ——— — — — — dichtet⸗ Egeſipi/ don gerſtörung der Statt 3 9 6 1vndſſchůtte es vor meinen Augen auß/ damit ich nicht eyn Moꝛderiſch gemůt mit mir ins 3 grab tragen muͤſſe. Die rew ſoll mein Buß ſein/ fur das boſe ſtuck/ daß ich wider jhn fuͤrge⸗ nommen hab. Saͤume dich nicht lang liebes Weib/ damit ich doch dem Todſchlag voꝛkom⸗ me/ dieweil ich je die fuͤnde nicht habe vermeiden koͤnnen. Darauff hab ich das Gifft herfuͤr bracht/ vnnd fuͤr ſeinen Augen außgeſchuͤttet/ doch dieweil ich mich fur dir gefoͤrchtet/ hab ich eyn wenig daruon behalten/ daß ich fuͤr mich brauchen moͤchte/ im fall es offenbar wuͤrde/ war⸗ zu diſes Gifft bereytet geweſen. Da ſie ſolches geſagt/ ʒog ſie die Buͤchſen herfuͤr/ darinn das vberige Gifft war. Mierauff ward des Antiphili Mutter/ vnd ſein Bruder peinlich gefragt/ die bekannten/ gicht. Joſeph. am daß Antiphilus eyn Buͤchſen voll Gifft mit jhm auß Egypten hergebracht habe/ welches er 287. blat, von ſeinem Bruder/ der eyn Artzt zu Alcxandria warꝭ empfangen hette. Es befand ſich auch in der Vergicht/ daß Mariamne des Hohenprieſters Tochter/ eyn mitwiſſen vmb diſenauff⸗ 6 ſas gehabt/ welches jhre Bruͤder in der Marter bekennet haben. Diſes freuel ſeiner Mut⸗ enterbet vmnt ſeiner ter mußte der junge Herodes entgelten. Dann gleich wie jhn der Koͤnig Herodes inn ſeinem Mutter willen Teſtament zum Erben des Koͤnigreichs eingeſetzt hatte/ alſo that er jhn auch diſer vrſach hal⸗ ben wider herauß. Darinn ſich denn der aite Herodes haͤfftig gejrꝛet hat/ dieweil er an eynem geſtraffet/ was eyn andere Perſon mißhandelt hattt. Doch geſchah auch dem jungen Hero⸗ di hierinn nicht zukurt oder vnrecht/ Dann es ſcheinet/ als ſeie es eyn ſonderliche ſchickung Gottes geweſen/ daß wiewol ers noch wircklich nicht verſchuldet/ er dannoch zur ſtraff ſeiner kůnfftigen Boßheyt/ des Koͤnigreichs entraubet woꝛden iſt/ Dann wer wolte den zum Koͤnig haben leiden koͤnnen/ der ſich in dem Vierfuͤrſtenthumm ſo vbermuͤtig gehalten/ daß manſhn mcht dulden koͤnte. Eo kam auch eyn ander gattung von Gifft auff die ban/ welches Bathillus des Antipa⸗ tri freigelaſſener knecht Pherore vnd ſeinem Weib vberliffert hatte/ welches von Schlangen vnd Otter Gifft zu bereytet war/ damit wann das erſte nicht ſtarck genug were zum tod/ mann das ander brauchen koͤnte. XXXIIII. gay. ² Antipater vnterſtehet ſich Archelaum vnnd phtlippum verodis Soͤhne ʒu Kom 6 bei dem Vatter durch falſche Brieff zunerleumbden/ aber ſeine Practicken kommen ehe an tag/ dann er wol gemeyner herte/ Nach dem er nuh vom Reyſer abgefärs tiget worden/ kompt er heym/ wird aber vbel von Herode ſeinem Vatter em⸗ pfangen/ vnnd peinlich vor Quintilig Varo beklaget. Er verantwortet aber ſer⸗ ne ſachen wie er kan vnd mag/ mit èrzehlung/ wie rrewlich er zu dem Vatter ge⸗ ſetzet/ beruffet ſich auff des Reyſers ʒeugniß/ vnd auff die vter Elementen/ widers leget die kundſchafften/ ſo wider jhn ergängen waren/ vnd erbeut ſich ſeine vnſchuld in jtrenger Marter zubezeugen. S tamen auch Brieff herfr die erdichtet waren wider Archela⸗ M um vnd Philippum beyde des Konigs Soͤhne/ die ʒu Rom ſtudiereten/ wil⸗ chen Antipater vmb keyner anderen vꝛſach willen ſo auffſetzig war/ dennda er jhren hohen verſtand ſahe/ darumb ſie der Vatter ſo vil deſto lieberhalte⸗ vnd jhnen zu letzt ʒuſchꝛib/ſie ſolten ſich bei guter ʒeit widerumb heym mach. S Daher beſorget ſich Antipater/ es möchte hm dadurch eyn abbruch geſcht⸗ hen/vnd wer diſe Prattick alleyn darauff angeſehen/ daß man die Juͤngling vnterm ſchunzu⸗ uertroſten/ vnd alle ſeine auffruͤhꝛiſche anſchlag zu nichten zumathen begerete. Ließ derbalben durch fuͤrnemme Leuth ʒu Rom/ die er jhmn zu freunden gemacht/ Brieff ſtellen/ vnd ver mocht auch etiche durch bitt dahin/ daß ſie ſchriben/ die Jůngiing weren dem Vatter gar abhold vnd vnguͤnſtig/ vndbeklageten Alerandꝛi vnd Ariſtobulitod allzuhaͤfftig. Wann nub diſilbgen Falſche Brieft wider Archelaum vñ Phi⸗k lippũ Herodis Soh⸗ ß ne von Antipattv er⸗ Byrieff durch etliche Hoffdiener/ die er darzu beſtochen vnnd angewiſen hatte/ fein liſtiglichit⸗ handiget wůrden/ namer ſich an/ wie auch voꝛmals/ als wolte er fůr ſeine Bruder bitien 3 daß er durch ſolchen angemaßten ſchein groſſer trew/ eynen ſchandlichen Moꝛd anrichten vr zuwegen beingen mochte. Fuh tndes ſt wu inberſh zſunem italle jnergeg hrnla gethette hußven ſhaußm ilgen, Aße wpnndb ihſirben pſn M Wnmere uchdes vb mitderh wſeſorg gewartt mandm ſeruſa m acticken a f. 2 agoffenbar wonend. er durch o aß er durch ſol Antipatn Praee hloſſen/d aß ma fier ſruff eib vnd Leben geſtellet hette/ ward im Rath⸗— anders geſucht hette/ denn wie er ſeine Brüd— diſe leste verleumbdũgn ichts . ehs binrichten mochte/ nit dzer den Vatter beg en uueſe kndaonutärliche auehn das Koͤnigreich erben moͤchte. Berte zubeſchirmen/ ſonder daß er Es verlieffen ſich aber ſiben gantze Monat/ biß man di ſe erbehee In welcher ʒeit Antipatro alle utufinehinſefuhe⸗— Ant ve groſſen neids den jedermannzujhmtruge. Dieweil er denn vmb qͥt ichen von 6 bwußteſchrub er auß der Statt Rom/er wolte bald heym kommen/ achen abgefaͤrtiget. Nachdem nuh Herodes dife Brieff em Sm S erſhm widerumber ſolte ſich nuh auff das fürde rlichſtheym machen⸗ vnndſi ſe—— als ſeinem atker alles guts verſehen/ dann in ſeinem abweſen ſeie jhman allen bzu ſhm nee nicht alleyn nichts entnommen: em an allen ſeinen ſachen far⸗ alehn nichts entnommenw onder er auch zu ſolcher gnad kommene nen Achen deruchſt von Non ſeiner gegenwaͤrtigkeyt ienall S ommen/ daß er vmb heym kommen. Jo⸗ Sleh enall ner Mutter woölle fallen v d fepham 57. blat. liget hette/ vnnd ſie derhalben aller Koniglichen— Hauß verſtoſſen. Dieweil er denn foͤrchtete⸗ Antipater mochte ſolche auß mißtrawen voꝛ jhm verſehen/ meldet erin jeinem ſchreiben- 5 2.* we erfuhr e zu Tencö⸗ das Phe roras mit tod abgangen we⸗ Amtpater erfahre Anehe etliche dahin verſtanden/ als ober ſeines Pberore vod auff der abgeſtoꝛbenen Vetters halben ſo groß leyd trůge. Es war jhm aber vilmehr darumb zuthun/ bebmfh⸗ das ſein Mördlicheranſchlag/ den Pheroras hette verꝛichten ſoll en/zu nicht worden war/ vnd bekůͤmmeret jhn nicht alleyn/ daß ſein fürnemmen zuruck gangen war/ ſondern beſorgetſich auch des vberꝛeychten Giffto halben/ daß es nicht etwann dem Konig fuͤrkommen were/ vnd emit der haut bezahlen muͤſte. Laͤndet doch in dem anfuhrt zu Cafarea an /wiewol nicht ohn groſſe ſorg vnd angſt/ dieweil bei der Mutter handlung leichtlich abʒunemmen war/ was er zugewarten hette. Als aber ſeine Freund anhielten/ vnd jhm riethen/ er ſolte jhm ſein Vat⸗ tertand mebrangelegen ſein laſſen/ denn alles anders/ das jym ſonſi nuß ſein möchte/ Vnd die⸗ weil ſie ſeine art wußten/ daß er auch vormals durch ſeine geſchwindigkeyt den zornigen Vat⸗ Antipatet freund ter begůtiget hatte/ vnd jhn vermahneten/ ſich bald zum Vatter/ vnd ʒu dem voꝛſtehenden Ko⸗ Nath⸗ nigreich zu verfuͤgen/ dann es werde ſich niemann wider jhn ſeuen dorffen/ wanner gegenwaͤr⸗ tig ſeic/ſein abweſen habe gemacht/daßſich eliche vmerſtanden/ des Königs gemüt von jym abzuwenden /dem alleyn muͤßte er bei guter zeit vortommen/ damit er den Vatter der groß ver⸗ langen nach jhm habe/ mit ſeinem langen außbleiben nicht entweder erzoͤrne/ oder mit dem miß trawen argwoͤhniſch mache. Derhalben er jhnen mehrzugefallen/ denn von freiem muige⸗ glaubet vnd vertrawet hat. Da er aber in die Schifflaͤnde kommen/ hat er niemann geſehen/ der ſich ſeiner beladen Autyater bon ſeber wolte/ſonder genugſam geſpüret/daß ſich jedermannvon ſhmabzoge. Vnter eyner ſolchen mntetaſle groſſen anzahl Volcks warkeyner, der ſich ſeiner annam oder hmentgegtgieng eiliche fhhch⸗ teten ſich/ etliche hatten ſonſt eynabſchewen voꝛ jhm/ dann es war nicht mehꝛ vmb die zeit/ daß ſie jhren haß vnd neid gegen jhm heyimlich hielten. Da begundie erallererſt an dencken/vnnd jhmeyngewiſſen darüber zumachen/ vnddieweil jhm alle ee e⸗ war/ daß er weder hinderſich noch fuͤrſich konte/ſondern auff allen ſeiten vmbge fangen/ gedacht er die ſach freuenlich vnd auff geratbwol zuwagen/ nam ſich tünlche tei⸗ teer vmb nichts/fam fur den Vatter/ vnnd wolt jhnvmbfangen/ vnd von jhm ab/ Miyaer wird vet rent erzeygen. Aber der Koͤnig ſtieß jhn mit den haͤnden von ſich /wen.„ inngn Vat⸗ don ſvem Wauer wolt ſich von dem Moͤꝛder nicht kuſſen laſſen/ vnd rieff/ Biſt du nicht In termoꝛder/ daß du mich vmbfahen wilt/ ſo du doch weyſt/ daß ich dir gao anruͤhren das Leben erleydeſt. Ruhre mich nur nicht an/ vnndgehe mein d entſchuldige ʒuuor die — rt dich voꝛhin/ iſt es dir anders moͤglich/ vnnd eniſchu „ e O Egeſippi/ bon gerſtoͤrung der Statt 6 2 ſochen /darinn du ergriffen woꝛden biſt. Ich mag wol eynen Richter ʒwiſchen vns leiden/ ic dich gern ʒur verhoꝛ kom̃en laſſen/ Ich will nit ſelbs Richter ſein in meiner eygenen Verodes ſetzet ſenẽ du magſt dich entſchuldigen/ ſo wol als du jmmer kanſt. Es iſt zu allem gluͤct Varus vorhan⸗ Gohn Anetpatro en⸗ den/ voꝛ demſelbigen ſolt du deine ſachen verantworten/ da richte dich nach ohn laͤngern ver⸗ nen Gerichis tag an⸗ zug/ moꝛgen des tags ſoll dir erlaubet ſein/ deine entſchuldigung zuthun/ wiewol dirs an betrug vnd liſt nit fehlet. Antipater entſetzet ſich ab diſem haͤfftigen zorn des Vatters/ vnnd doꝛffte nichts ſagen/ konte es auch nicht/ ſonder gieng herauß/ vnnd bekuͤmmerte ſich/ daß er von allen denen din⸗ gen/ die ſich mit dem Vatter verlauffen vnnd zugetragen hatten/ ſo gar nichts erfahren hette. Es kamen aber ſein Mutter vnd ſein Weib zu jhm/ vnnd erzehleten jhm alle ding⸗ darauff faſ⸗ ſet er wider eyn hertz/ vnd bedacht ſich/ wie er die klag ableynen/ vnd die Vergicht widerlegen chte. * andern tag hernach kamen alle Freund vnd verwanthen beyde des Königs vnd An⸗ tipatri zuſammen/ jedermann hoꝛet ʒu/ man ließ auch alle die hinein kommen /die auff Antipa⸗ trum etwas bekannt hatten. Es wurden auch die Brieff verleſen/ die Antipatri Mutteran ſ⸗ ren Sohn geſchriben/ vnd jhm darinn angezeyget hatte/ daß Herodes alle ſeine Bubenſtuck er⸗ . fahꝛen hette/ vñ jhn darneben vermahnet /er ſolte nit herkom̃en/ es were denn ſach/ daß der Key⸗ ſer eynen Hauffen Volcks mitſchicket/ deſſen er ſich getroͤſten moͤchte/ Auch ſich nicht fůͤr Ge⸗ richt wagen/ dieweil ſo vil auff jhn bekannt wurden/ ſonder ſich mit eynem gewalt verſchen. Darauff gieng Antipater hinein/ fiel ſeinem Vatter ʒuuß/ vnd bat/ er wolt jhn nicht fuͤr eynen verdamten Menſchen erkennen/ er verhoffe/ wann man jhn ʒur verho kommen laſſe/ er wölle ohn alle entgeltniß vnnd ledig außgehen/ ſo veren es ſonſi dem Vatter lieb ſeie Herodis klag wider Der Vatter hieß ſtill ſein/ vnd fieng alſo an zureden: Es ſſt gewiß/ daß keyn Menſch Antipa⸗ Anripaerü. Joſeph⸗ tri Boßheyt billigen vnnd entſchuldigen kan/ aber das bringt mir bei dir Vare/ ſo vil deſio W5rhlat⸗ mehr vnglimpff. Dann ich foͤrchte/ du moͤchteſt mich darumb haſſen/ daß ich ſolche Mor⸗ der zu Soͤhnen habe/ mit welchen auch der Vatter nicht vbereyn kommen kan/ wiewol ich deßhalben ſo vil deſio mehr zu erbarmen bin/ daß ich ſolche Soͤhne geliebet habe. Ichwil aber jehner Soͤhne geſchweigen/ die ich ſelber erbittert hab/ deren rechtmaͤſſige vnd billiche klag wider diſen ich weder hab hoꝛen noch annemmen woͤllen. Dann es hat ſie ſonſi nichts ſohaͤfftig an mir verdꝛoſſen/ denn daß ich Antipatro eynen voꝛzug im Koͤnigreich voꝛjhnen gelaſſen hab/ den ich doch gezeuget/ ehe ich Koͤnig woꝛden/ mein meynung war zwar den elteſten zum Schirmer vber die juͤngere Sohne zuſetzen/ Aber ich hab eynen Feind beſtclet⸗ der die Edlen knaben gehaſſet/ die Kinder verbitteret/ die ſchwachen hinderliſtet/ vnnd die eynfältigen verꝛathen hat. Ich geſtehe gern/ daß ſie ſich verſuͤndiget haben /doch hette mann ſie billiger entſchuldigen/ denn vntertrucken ſollen. Antipater hat ſie mir abgezogen/ vnnd dahin genoͤtiget/ daß ſie mir nach dem Leben geſtanden ſeind. Es hat mir ja wehe gethan /daß eben die/ welchen ich das Koͤnigreich verheyſſen/ vnd zu Erben eingeſetzt hatte/ ſo boſe Practi⸗ cken wider mich anrichteten/ wiewol ſie nicht mir/ ſonder Antipatro feind waren. Dechal⸗ ben iſt jhr tod dem Vatter eyn groß Creutz/ Antipatro aber eyn gewuͤnſchter handel. Wiltdu wiſſen Vare/ wer ſie getoͤdtet habe/ ſo bedencke/ wer jhres tods genoſſen habe? Das Hauß iſt eroͤdet/ vnd die erbſchafft des Koͤnigreichs/ welches vil Erben hatte/ eynem Stieff ſohn hu gefallen. Damit iſt aber das Blutduͤrſtige hertz des verzuchten Menſchen noch nicht giſät⸗ tiget geweſen/ ſondern nach dem er keyne Bruͤder mehr gehabt/ an welchen er ſein mutlein kulen moͤchte/hatt er ſich an den Vatter gerichtet. Ich gedencke bei mir ſelber/ ichhab jm ſein Erbtheyl verſichert/ dieweil er aber des falls nicht erwarten kan/ ſo lebe ich ſhm S— Jetzund ſo ſihe ich/ wohin ſein ſinn geſtanden ſeie/ nach dem ich ſeine miterben hinger. hab/ es hat jhm die zeit lang werden woͤllen/ biß jhm das Konigreich zutheyl wände ſo der ſtellet mit Moꝛd darnach/ den danck gibt er mir darfuͤr/ daß ich jhn auß dem auffgeleſen/ vnd den Elen knaben fuͤrgezogen hab. Dann welchem hab ich vntele. ſo vil guts gethan/ als eben diſem? Ich hab jhm bei meinem Leben vil gewalts ⸗ ben/ vnd jhn inn meinem Teſtament zum Erben eingeſetzt/ welches Koͤnigen ſchr gefaͤl lich iſt/ wann eyner weyßt/ daß er das Koͤnigreich nach jhm beſitzen werde. Ich hab jhm zig Talenta an jaͤrlichem einkommen vnnd treihundert auff die Reyß gehn Nom 39 atſei dgerel ſichgar t. ſchen/ v undſchi ſzenme ſiuenben ihdoch nident mtifen ſaltvbe ſyaternic numbg ſich am n/ondt isſowe ſwondſo n ſrych w Gtmm: nitnichtz Kinneſd huch dein — dur ichſe mdwel mein e ohn zufoͤrchten hette. Das hm mit allzu vil gutthaten elt/daß er ſie in den tod vndſ chwachen Cörper vertrawet/ Es nimmt mich wunder/ daß ich— ſiigen menſchenentgangen bin /der mich mit groſſer geſchwindigkeyt hindergangen/ vñ durch ſeinen betrug gefangen hatte/ daß ich mich eben dem am aller meyſien vertrawer⸗ fuͤr dem ich mich doch zu foꝛderſt hette fürſchen ſollen. Es duncket micheyn vnnsgich ding ſein/ daß ich mit dem Leben daruon kommen bin/ es iſt mir nit/ als ob ich noch lebe/ ſonder als lege ich in ey⸗ nemtieffen traum. Dann wer wolte glauben/ daß der ſo vndanckbar ſein ſolte/ dem ich allen gewalt vber mich gegeben hatte/ oder daß ich mit dem Leben daruon kom̃en ſolte/ wann es An⸗ tpater nicht gern ſehe Doch hette ich beſſers vmb jhn verdienet/ denn da ßer vngebůͤrlich mit ——— mir vmbgehen ſolte. Was reitet mich doch fur eyn vngluck/ daß ich mich wider die legen muß⸗ die ich am aller liebſten gehabt hab; Lieber Vare/ ich muß mein elend vnd eynſamkeyt bewey⸗ * c o S nen/ vnd meingroß hertzenleyd flagen. Doch thut mir die vnbilligkeyt des Moͤrderiſchen fre⸗ ues ſo wehe/ daß ich keynen mit dem leben daruon kom̃en laſſe/ der mir nach meinem leben ſtel⸗ let/ vnd ſolten gleich alle meine Soͤhne in diſem Moͤderiſchen fuͤrhaben ergriffen werden. In ſolcher red/ vbereilet jhn der zorn vnd ſchmertz ſo ſehꝛ/ daß er muſte auffhoͤꝛen zureden. Von ſtundan richtet Antipater/ der fur des Vatters fuſſen gar klaͤglich lag/ als were jhm eyn ſtreych worden/ vnnd doͤrffte nicht vberſich ſehen/ ſeinen Kopff auff/ vnnd ſaget mit lauter Stimm: Vatter du klageſt mich ʒwar hafftig vnnd zorniger weiß an/ doch weyß ich mich Antpaer antwort mit nichts beſſer ʒuuerantwoꝛten/ als mit dem ʒeugniß deiner fuͤrgewendten Klag/ da du ſelber bekenneſt/ daß ich allweg dein Leib vnd Leben verwachet vnd verwaret hab/ Derhalben bin ich bla. durch deine eingefuhrte Klag genugſam entſchuldiget. Dann wiekan ich eyn Ertmoꝛder ſein/ ſo du mich doch ſelber fuͤr deinen Beſchirmer bekenneſt/ Oder wie kan der vorſichtig vnd anſchlaͤgig heiſſen/ den du doch ſelber als eynen argliſtigen Moͤder außruffeſt Es iſt ja die hoͤchſte thorheyt/ das in ſinn nemmen/ dafur beydes die Menſchen eynen abſchewen haben⸗ vnnd welches auch Gott ſelber nicht vngerochen laſſet hingehen. Ich hab ja an meinen Bri⸗ dern wol erfahren/ daß eyn ſolches grobes laſter nicht verborgen oder vngeſtrafft bleiben— dieweil auch ſie vmb jhres boͤſen fuͤrnemmens willen gebůͤrliche ſtraff empfangen haben. Du ſageſt/ der neid habe ſie zu ſolchem Vattermod getriben/ dieweil ſie vngern geſehen/ daßich jh⸗ en ſe/ die ſich delichen Geſchlaͤchts vberhuben/ daß nen voꝛgezogen worden/ als die/ die ſich jhrer Mutter Adelichen Geſch ſie vermeynten/ das Koͤnigreich ſtuͤnde jhnen von der Mutter deſhaben anſpruch an dich/ als hetteſt du jhnen das jhr entwendet. Dulachen a— nichts gethan/ ſonder alleyn das Koͤnigreich von dir erwartet/ deinem gutduncke dſeew vnnd mich nach dir gerichtet. Was wolt 8*— wol—— habnnieg der dich fuͤrzunemmen? Die begirde zu herſchen; War ich doch ſchon der e vnbiligkcyt: Warich dochdenandernfürgezogen/Spoſteautyndfonhe⸗ ner Herꝛſchafft zum Moꝛd getriben hat/ ſo bin ich ſchon allerklag entlediget. genten begeren nicht zu Moꝛden/ ſonder haſſen den————*—„* fur dir gefoͤrchtet heiteꝛ Ich aber/ wie du mir ſelber des zeugnißg 5b Egeſippi/ von Zerſtoͤrung der Statt 3 9 6 2 denn alle gefahr vmb deinet willen zubeſtehen/ warumb wolt ich mich doch gefoͤrchtet hab/ ſ 2 ich doch dein Wechter vnd Huͤter war/ wann du zu beth giengeſt/ vnd in deiner ruh legeſt. O⸗ der hat mich villeicht armut vnnd mangel an gelt darzu getrungen/ Welches offtermals groſ⸗ ſe vrſach zu Moꝛd vnnd Rauberej gibt? Hatteſt du mich doch verſehen nicht alleyn nach not⸗ „ turfft auff die gegenwärtige zeit/ ſonder auch zum vberfluß auff kuͤnfftige jar/ vnnd mich mit Antipater erzehlet/ wie trewlich er an ſeinem WMatter ge⸗ handelt habe. Antipater beruffet ſich auff des Rey⸗ ſets zengniß. vollem Seckel gehn Rom geſchickt/ daß die Koͤnige ſo vber andere Koͤnige herꝛſchen/ ſagten/ ſie weren reich an Land vnd Leuthen/ aber nicht ſo reich an Gelt. Letztlich hab ich auch abatum eynen Roͤmiſchen Landuvgt/ vnd des Keyſers beſten Freund/ den Syleus mit Gelt beſtochen hatte/ daß er ſich wider dich ſolte gebrauchen laſſen/ dahin beredet vnd vermocht/ daß er dir bei⸗ geſtanden iſt/ vnd deinen widerfaͤcher vbergeben hat. Wer hat ſonſt deine Jeinde/ die dir nach Leib vñ Leben geſtanden ſeind/ dermaſſen an tag geben/ als ich? Wie kan ich dein Moꝛder ſein⸗ ſo ich doch eynen Coꝛinther/ der auff deinen Leib warten ſolte/ heymlich außgeſpaͤhet/ vnd daer dir nachſtellet/ abgeſchaffen/ vnd peinlich gefragt hab/ da er der ſachen nit wolt geſtaͤndig ſein. Ich hette wol nit des Moꝛds gedencken koͤnnen/ vnnd dannoch den nutz von dem Vattermoꝛd haben/ ſo vern ich nur ſtill darzu geſchwigen hette. Wann ich ſo wild vnd grauſam were/ wie die vnuernuͤnfftigen vñ grimmigen Thier/ ſo hetten mich doch delne viffaͤltige gutthaten zam machen koͤnnen/ daß ich ſonſt die wolfahrt meines Lebens bei niemann anders ſuchte/ dennal⸗ leyn bei dir/ vnd dich alleyn fuͤr alles diſes gute lieb hette/ dich beſchůͤtzet vnd beſchirmet/ ſo lang mein Leib vnd Leben waͤret/ ja dich/ wo moͤglich in mein hertz hinein ſchloſſe. Du hatteſt mich/ der ich der Mutter halb nit ſo hohes ſtammes war/ den Edlen knaben furgezogen/ darzu auch meine Mutter/ die auß dem Koͤnigreich verſtoſſen war/ widerumb eingenommen/ vnd hielteſt mich nit fuͤr deinen nachkommen/ ſonder als eynen mitregenten. Ach ich armer tropff/ daß du mich mit ſo vil gutthaten vberſchůttet haſt/ daß ich auch darumb gehaſſet wurde. Binich nit eyn groſſer Narꝛ geweſen/ daß ich von dir gezogen bin/ daher hat der neid vnd haß angefangen/ vnnd die auffſetzigen Leuth gewalt bekommen. Dann dieweil ich vmb deiner wolfahrt willen lang auſſen bleib /kom ich ſelber daruber in gefahr/ vnd bin darzu gar nit ſchuldig an diſer ſach. Du mein Vatter/ haſt mich heyſſen hinweg ʒiehen/ vmb deinet willen bin ich vber Land gerey⸗ ſet/ damit dich nit Syleus allererſt in deinem hohen alter verkurtzet/ bei deinem Leben des K⸗ nigreichs beraubet/ vnd bei dem Keyſer verunglimpffet. Die gantze Statt Rom kan mirzeug⸗ niß gebẽ /daß ichs gut mit dir gemeynet hab/ deßgleichen auch der Keyſer der eyn Herꝛ dergan⸗ tzen Welt iſt/ der alle ding ʒu rechtfaͤrtigen hat/ vnd mein hert vnd gemůt erkennet/ mich auch eynen liebhaber meines Vatters offt pflegt zu nennen. Gib kundſchafft lieber Keyſer/ vndʒey⸗ ge an/ was ich vonmeinem Vatter bei dir geredt habe/ bei welchem ich jhm alleyn hette ſchaͤd⸗ lich ſein koͤnnen. Zeug von mir/ wie du von andern dein vrtheyl gegeben/ vnd nit gewolt haſt ⸗ daß man den Vattermoꝛd verſchweigen/ ſonder vil mehr erkundigen ſolte. Okonte ich dich je⸗ tzund bei mir haben/ du biſt aber nit vorhanden/ ſonder abweſend vnd zuweit geſeſſen/ vnd muß ich mich ohn dich von meinem Vatter vrtheylen laſſen. Doch biſt du gegenwaͤrtig/ vnd deine Brieffſeind vorhanden/ dein Schrifften/ dafur ſich eyn Vattermoͤꝛder pflegtʒu forchten/ kan ich aufflegen. Deinen Sendbrieff trag ich bei mir/ den alleyn die zu zeygen pflegen/ welche den Moꝛd nit begeren zuuerhehlen. Lieber Vatter empfahe des Keyſers Brieff von mir/ vndlaß dich von dem berichten/ der vor laͤngeſt das boͤſe gerochen hat. Nim des Keyſers Schrifften/ die gewiſſer ſeind/ deñ alle vermutungen/ vnd gebrauche dich derſelbigen zum Leben/ deren du dich fur läͤngeſt ʒur ſtraff gebrauchet haſt. Diſe Buchſiaben ſeind gewiſſe zeugen meiner vnſchuld/ des Keyſers hand hat dir nie gefehlet/ deß Keyſers hand hat dir die Koͤnigliche Kron nitgenom⸗ men/ ſonder gegeben. Dieſelbige hand des Keyſers hat dir das Koͤnigreich/ welches du vbergl⸗ ben hatteſt/widerumb ʒugeſtellet. Der Keyſer hette mir ʒu foͤꝛdeſt abgůnſtig werden moͤgen⸗ wañ er mich meinen Bruͤdern gleich befundẽ hette/ Er hat aber verſtanden vñ erkennet/ daß ich mit rechten ſachen vmbgehe/vñ wer ich nit gehn Rom kom̃en/ ſo hette Syleus die ſach erhaub⸗ tet vñ gewonnen. Vmb deſſelbigẽ willen muß ich mich heutiges tags richten laſſen/ von ſeint wegẽ leide ich diſe ſtraff. Du weyſſeſi Vatter/ daß ich nit gern geſchiffet bin/ ich ſpuͤrete ſchondẽ heymlichẽ auffſat meiner widſacher. Doch hab ich mich lieber in gefahꝛ begebẽ wollen/ deñ daß ich dir etwʒ ſolt widfahꝛẽ laſſen. Mein lebẽ tauret mich ʒwar nit/ dz ſchmittt mich aber daßu in dem namen leiden muß/ als ob ich dein feind were. Wolan ich will die gefahꝛ eh 3 — — — — — — ₰———— — — 3— — — — — mi uchesn urchne heleibl Ayron ttn. vlchem chderg ſbelebe ſihen da un wil ic ſcherbeln uchmich uchef vaches vt ſenyfit ig /wat iynen Cohnsſt ſinddast Nu anmp wallyn uhſchte dir hinweg gezogen/ duhaſt mich aber Se bin ich Vattem vñ nin ſa een inwñ von loſen Leuthen die warheyt erfeenah in ſac erMarter fochtẽ/noch dreI 2ee warheyt erfoꝛſchen ſolle Es mö S 1. ——— rn— diſer ſach eyn voꝛ vhelbnereu⸗— — hſt. beruff mich auff die vnge älſchte zeucnß2 enſchè Pfam 6. bin beydes zu Waſſer vnd zu Land zu dir kom̃en vnd habe Suheeenn Beee ehlet:*—— de nit ſo ſchlecht daruõ kom̃en ſein Be ehaben Vbelthaͤter/ die Dathan vñ Numer. 16. rnit vmbbꝛacht welchem er ſeines lebens ſicher geweſen were/kommen konte. zu dir bnnn noch der gefahr noch nit enigangen. Dauid rchet ſich an ſeinem Vattermoꝛder/ dieweiler jh nit bei leben erha lten konte/ ich begere mich aber an meinen einden vñ Verleumbdern S rächen/daß ich ſie an die Folter ſchlagen lieſſe /diſer traff/die ſie mit jhꝛem verleumbden verdie⸗ net/ will ich ſie vberhabẽ. Das eynige ſtuck bitte ich dich Vatter/ du wolleſt anderer Leuth pein⸗ Antiyater erbeut en glauben geben/ martere vñ foltere mich ſelbs in meiner eygenen ſach/ ſich zu peinlicher ewarheyt auß— een Leib/ laß die* einlichefrag— Singeweyd außgehẽ/ damit das Blut/ welches vber den Moꝛdp laß meine ſchaͤdliche Glider des hewers hitz empfindẽ. Vatter/ was beſiñeſt du dich lang/ verſ choneſt du mein/ ſo zehleſt du mich hiemit ledig/ wann du mich nit peinigeſt vnd marterſt/ ſo erkenneſt du mich fur vnſchuldig/ der iſt fuͤr keynen Vattermoͤꝛder zuhalten/ dem man nur eynen ſchlechten tod anthut: Oder/ ſo du deines Sohns ſchoneſt/ vnd darumb mittleiden mit mir haſt/ daß ich von deinem Leib geboren bin/ ſo ſeind das nit deine Glider/ ie ſich zu vnmenſchlichen thaten gebrauchen laſſen. Nach dem er ſolches geredt/ weynet vnd feuffzet er haͤfftig /beſchloß ſeine Red/ vñ beweget Herodes ebn harter Varum vñ alle andere mit ſeinen heulen vñ jaͤm̃erlichen geſchrey ʒu mitleiden vñ barmherßig⸗ ieaſch. keyt /alleyn Herodes kehret ſich nichts an ſein weynen /ließ jhm auch ſelber keyn Aug vbergehẽ⸗ noch ſich beguͤtigen/ ſondern trang auff die folterung vnd peinliche frag/ vñ begeret jm̃er rach. V. Cap. Ncolaus Damaſcenus ſchuͤrpffet die klag wider Antipatrum auß erodis beuehl/ nach dem denn Antipater vberzenget woꝛden/ daß er ſeinem Vatter mit Gifft habe vergeben woͤllen/ wird er darauffgefaͤnglich eingeʒogen/ vnd ſeine handlung dem Reyſerzugeſchꝛ iben/ welcher hernach Verodterlaubet/ mit Antipatro ſeines gefallens vmbʒugehen. verodes laßt etliche Bildſtuͤrmer verbreſien/ fallet in grewliche ſchwere Kranckheytẽ/ macht vñ aͤndert ſein Teſtament ʒum offtern mal/brauchet warme Baͤder in ſeiner Rranckheyt/ aber vergeblich/ beuthlt Salome vnnd Alers nach ſeinem tod die fuͤrnemſten Juden vmbzubringen/ damit jhre Freunde bet ſeiner Leich auch weynen muͤſſen/ begeret ſich in ſeiner Rranckheyt ſelber ʒuerſtechen /laſſet Antipatrum toͤdten/ vñ ſtirbet er auch bald hernach. Nach ſeinem tod werden die gefangene ledig gelaſſen. Ach Antipatro fieng Nicolaus auß des Koͤnigs beuchl anzur N den/ vñ gab geſchwinde antwoꝛt auff alle liſtige einʒůge/ verbittert den vmb⸗ p gwider dnii⸗ ſtand widerumb/ leget alle ſchuld der entleibten Bꝛuͤder auff Anſpatrum/ patrum. Joſeph um CW mit vermeldung im fall je jemann zu bar gieh b ſrle⸗ S mitleiden haben mit denen/ die durch ſeinen heymlichen auffſat keh hr le⸗ S S pen kom̃en weren/ vñ vmb rach anruffetẽ. Wañ man diſen eynigẽ edia lieſ ßte die gantze Koͤnigliche Hoffhaltung/ nemlich alle Bꝛuͤder/ Schwäher/ El⸗ ledig lieſſe/ ſo můͤßte die gantze Konigliche Hoffhaltung hm beſtcht Braucherder⸗ tern vñ der Koͤnig ſelbs/ den er nach dẽ lebẽ geſtellet /groſſe gefahr vð ſ ob ſi wid võ den todten halbẽ alle kuͤnſte der Redner/ vñ zum beſchluß zog er die entleibtẽ an/ als /vñ eyn jaͤmierli ͤrden Ri hretẽ/ das ſie vnſchuldiger wei aufferſtanden wert/ vñ eynjaͤſũerliche klag fur den Richtern fůhretẽ/ das ſi 5 Bgeſippi/ bon Zerſtoͤrung der Statt 6 2 ſhelebe verlot hetten/ nach dem der Vatter durch falſche eugẽ vberꝛedt durch erdichte ſchꝛiff⸗ ⁊ ten betrogen/ vñ mit vngegruͤndten Reden hinderliſtet geweſen/ dem Sohn geglaubet/ vñ jhm gar nit zugetrawet habe/ daß er ſeine Bꝛuͤder verliegen ſolte. Nuh erbiete ſich woi Antipater zu der Marter an/ ſo er doch ſeiner Bruͤder peinlicher bekanntniß nit geglaubet vñ ſie in harte ver⸗ ſtrickung vñ Gefaͤngniß gewoꝛffen/ daß ſie zu keyner verhoꝛ kom̃en/ injhrem abweſen ſeien die Vrtheyl wider ſie ergangen/ vñ ſie gleich darauff getoͤdtet wondẽ/ damit ſich der Vatter nit vil⸗ leicht vber ſie erbarmete. Wañ nuh Antipater ledig außgehen ſolte/ ſo moͤchte keyner ſicher vnd vnangefochten voꝛ jhm bleiben/ dann er wiſſe Maiſterlich das Gifft in den Leib einʒugeben/ vñ die Leuth gar ʒuaͤndern: Sintemal er auch Pheroram/ der ſonſt Herodem ſeint Bruder lieb vñ werd gehabt/ zu dem Moͤrderiſchen fuͤrnem̃en wider jhn beweget vñ verhetzet hab. Als nuh Ni⸗ tolaus diſes vnd vil anders mehr wider jhn geredt/ den Richter dardurch ʒuuerbittern/ vndalſo ſeine Red beſchloſſen/ hat Varus Antipatrum gefragt/ ob er hierauff etwas antwoꝛten wolte ⸗ aber er hat weiter nichts geſagt/ denn Gott iſt mein Zeug/ das ich niemands beleydiget hab. Darauff hieß Varus das Gifft herfuͤr bringen/ vnd es eynem Vbelthaͤter eingeben/ der ſchon zu dem tod verurtheylet war/ welcher auch geſtoꝛben iſt/ ſo bald er das Gifft eingenom̃en Antiyater gefangen hatte. Solches hat man an den Keyſer gelangen laſſen/ vnnd war Antipater darauff auß des gelegt. Vatters beuehl in Gefaͤngniß gelegt/ darinn er doch auch ohn auffſatz nicht bliben. Danner verſucht ſich eben damals am aller haͤfftigſten/ wie er Salomen in gefahr bringen moͤchte/ Falſche Briene An⸗ durch vberſchickte Brieue/ darinn der Koͤnig auffs hoͤchſt geſchmaͤhet war/ welche Antipater bitt.ebh am in Salomes Namen erdichtet/ vñ Agme/ der Keyſerin Julie Magd/ durch Antiphili Kneche vberſchicket hatte: Vnnd were ſchier das ſpil vber Salome außgangen/ wann nicht Agmes Sendbriene an Antipatrum gefunden/ vnnd der betrug darauß geſpuͤret woꝛden were. Das war aber der Agmes Brieue jnnhalt: Ich hab deinem Vatter geſchriben/ wie du begeret haſt⸗ vnd die Brieue vberlieffern laſſen/ vnnd ʒweiuelt mir nit/ der Koͤnig werde ſeine Schweſter in leiden vnd not daruber bringen. Das ſoltu mich aber wider in eynem andern fall geniſſen laſ⸗ ſen/ wann du nuh deine ſachen zum erwuͤnſchten end bracht haſt. Da Herodes hinder diſe Brieue kam/ gerieth er in den Argwohn/ Alexander were auch auff ſolche weiß durch des Bruders erdichte Brieue hindergangen/ vnnd vntertruckt woꝛden/ vnd erzoꝛnet ſich ſo haͤfftig/ das er auch daruͤber in eyn ſchwere kranckheyt fiel. Da es nuhſehr 3 5 mißlich vnnd gefaͤhrlich vmb jhn ſtund/ ſetzet er Antipam ſeiner Soͤhne eynen zum Erben des Koͤnigreichs ein/ vnd zog jhn Archelao vnnd Philippo ſeinen aͤlteſten Sohnen voꝛ/ dieweiſie durch Antipatri liſt vnd betrug bei dem Vatter in verdacht kommen waren. Dem Keyſer ver⸗ macht er in ſeinem Teſtament/ neben andern vilen geſchencken vnd verehrungen/ tauſent Ta⸗ lenta. Seinem Weib vnd Kindern/ freigelaſſenen Knechten vnd Freunden veroꝛdnet er fuͤnff⸗ bundert Talenta /lieſſe auch ſeine Schweſter Salomen nit vnbegabt. Seine Kranckheyt name von tag ʒu tag ʒu/ vnd ward je laͤnger je aͤrger mitjhm/ ʒu dem daß ſeine ſchwachheyt auch durch ſein vnuermoglichs alter taͤglich gemehret ward/ dañer hette nicht weniger/ deñ ſibenzig jar auff dem halß/ nebẽ dem daß er auch durch vil ſoꝛg vnd bekuͤm̃er⸗ niß abgemaͤrgelt/ vnd in ſeinem gewiſſen/ durch mancherley Moꝛd/ den er entweder an ſeinen Kindern begangen/ oder er von jhnen mit groſſem jammer hatte erwarten muͤſſen/ vbelver⸗ wundet war Doch machet jhm nichts ſein Kranckheyt ſo ſchwer/ als das er ſich fuͤr Antipat⸗ Jndas vñ Matthi der noch bei leben war/ beſoꝛgen mußte. Es that jhm auch die verachtung je laͤngerje we⸗ aepevſlendee end⸗ her/ daß nemlich des Keyſers vnnd anderer Thierer Bildniſſen/ welche er wider das Geſehin Herodis kranckheyk vad Teſtament. Jo⸗ ſeph9oblät. iſche Bilder auß The den Tempel geſetzt hatte/ herab gewoꝛffen wurden/ durchanſtifftung Jude vnd Matthie/er Joſephꝛgo·blat. Jugend Lehrer/ welche zu jhren bekannten vnnd Anhaͤngern ſagten/ jetzund were jhr zeit kom⸗ men/ die ſchmach vnnd vbertrettung des Geſetzes ʒuraͤchen/ jetzund empfahe der Gottes Dich ſſein ſtraff/ dem nichts ʒuuil geweſen/ was er nur mitgewalt hab hinauß fuhren koͤnnen/ der key⸗ ne Gottes foꝛcht in jhm gehabt/ ſondern alles in dem Heyligen Tempel nach ſeinem vbermut vnd trotz/ vnd nit wie ſichs gebůͤret/ nach außweiſung der Rechten/ gehandelt hab. Vnd wic⸗ wol jhn die Rach Gottes ſchon ereilet hab/ ſo ſtehe es doch jhnen/ die zum Tempel geheyliget woꝛden/ wol an/daß ſie jhre freiheyt/ zu rettung der Vatterlichen ſitten/ handhaben vnnd vel⸗ fechten. Es ſolle ſich auch keyner durch foꝛcht der gefahr abſchrecken laſſen/ dannes ſeie chri fur die Vaͤtterliche Geſetz ſireiten/ vnd ſein leben laſſen. Daſt ylagen cheleib urwin wſck werſcht Mutzagt pfenz buph unginſei ſum lei ſchent ſſſen. 2 ſichſam ntody Du Mefürne inharte⸗ Whij oftoho nachſt choſenw odvon jed Uden di jentodhe wiuſt . ie er de uhiche Vie uin Soun h n Wuhaſt — —— Weruſalem. S Daſie nuhden gůtdenen Adeler/ wolten/ wurden ſie daruber ergriffen/ ſich eyner ſolchen freuelen that vnter . Buch. 35 ſo oben auff der ßirnaehc ecepnerſolchen freu nterſtanden hetten/ darauffſiegec geftagt/ auß weß beuchiſie jhrem Vätteflichem Geſetz achoꝛchet. Als man ſieauchwer ſiegeantwortet/ſi hetien hierinn chete/ dieweil ſie vmb Leib vnd n uch weiter fragt/was ſie doch ſo froͤlich ma⸗ Gottſeligkeyt vnnd frombkeyt„wel che— 6. gaben ſie ʒur antwoꝛt/ die belohnung der terlichen wiiiguchaußſunden. uchMwünde/ſo dentodvonnezenſpr ae Diſe beſtaͤndige antwoꝛt konte Herodes inaernen ₰ da— der ſchwachheh—— n t i S. an als Gottes Dieb vnd Kirchenräuberatuneeen eamnlung des Volcks /vñ fiene o verurtheplet die ſers hinderj— weldung/daßnochetwas eo Feneehe haut/ vnd baten erwoltſichniberehlhnt ſofoͤchte doch eyn ſeder ſeiner du. ⸗ e wolte ſich: 115 hnigen ſtraff/ o in friſcher the crariens 3 C2 — ſ„ t—— da mit nit vi ß ff ſolchejb ebitt fellet er das Vriheyl vber ſie/ daß man ſie e geſchwachet. Er hatte eyn haͤfftig Feber⸗ vnleidliche hitz/ ſtaͤte grimmen/ vnnachlaͤß⸗ heyten Herodis. 1 iche Leibwehe vnd Daͤrmgicht/ die Waſſerſucht an den ſchweren Schenckeln/ ſeine heymliche öꝛter wimmelten mit Wuͤrmen/ vnd waran ſeinem gantzen Leib erlamet/ hatte eynen kurßen vnd ſtinckenden Athem/ welches eyn anzeygung war/ daß jhn Gott ſeines vnbillichen Moꝛds vnd erſchrecklic en Gottesleſterung halben geſtraffet hette. Er war aber gleichwol noch eynes vnterzagten gemüts /vnnd hette jhm gern auß begirde laͤngers lebens/ diſer beſchwerden abge⸗ hoiffen. Zohe derhalben vber den Joꝛdan in die warme Bader/ aber ſie nutzten jhm nichts. Der Herodes brauchet Ser Aſphaltides/ der ſonſt vilen Leuthen wider zu recht geholffen hatte/ brachte jhm keyn liffe⸗ warme Bader. Jo⸗ rung in ſeiner Kranckheyt/ daſelbs hat er ſich in Del gebadet/ daruon er ſo krafftloß wordenan ſhpr blu. ſeinem Leib/ daß er die augen verkehret/ wie eyn ſterbender Menſch/ vnd nicht mehr reden vnd verſtehen konte/ doch ermundert er ſich durch das getoͤß vnd geſchrey/ vnnd wolte wider heym rcyſen. Da er aber gehn Jericho kam /vberſchoß jhm die Gall/ ergrim̃iet in jhm ſelber/trawete gleichſam dem Tod/ vnnd nam eyn vnmenſchliche that in feinen ſinn/ damit er auch nach ſei⸗ nem tod von dem Volck moͤchte beklagt werden. Dann er hatte vorlangeſt in das gantze Jůdiſche Land außgeſchickt/ vnnd beuohlen/ daß Herodes beuhledie alle fuͤrneme Juden von allen vꝛien ʒuſam̃en komien ſolten. Da ſolches geſchehen/ wie er beuoh⸗ len hatte/ ließ er ſie in den Rennplatz verſchlieſſen/ berieffe Salomen vñ hren Mañ Alcxam zu bringen. ſich/hielt jhnen ſeinen blurdurſtigen anſchlag fur vnd fagt: Das Jůdiſche Volck werde ſeines tods froh werden/ derhalbẽ habe er ſich darauff bedacht/ wie er jhm ſelber eyn herꝛliche Begrab⸗ niß nach ſeinem tod moͤchte bekom̃en/ vñ begeret nuh an ſie/daß ſie alle die jehnigẽ/ ſo da einge⸗ — ſchloſſen waren/ wöllen vmbbꝛingen laſſen/ ſo bald er ſeinẽ Geyſtauffgebẽ habe alſo moge ſein tod von jedermann in dem gantzen Juͤdiſchen Land/ vnd in allen vnd jeden Haͤuſern beweynet werden/ dieweil er allen. Haußgenoſſen eyn groß leyd zur letze gelaſſen habe. Dann wann ſie der jhren tod beklagen/ ſolonne er auchzu gieich vntet dem Namenſeinebegaͤngniß erlangen die gemeyne freud /die ſie ab ſeinem tod empfangt/ durch ſhr haͤußlich leyd beithen 3 b aber ſein ſchanblicher anſchlag vñ beuchl ſeinen foꝛtgang haben vnd vollſtrecket wer vir pn odie te lieſe er den Landsknechten fůͤnffhundert Dꝛachimas geben/daß ſi deſiot neelricheen Dite groſſe Marter hat jhn ſchier gar hingerichtet/ doch er S. 2 vñ Antipater jhmſeine Legatebꝛachtẽ/bʒnemlich Agmeauff Herodioluaſchonhinge ſerbeuohle/ſover DerRenſerzrlanbe⸗ als eyn Ertzmoͤrd vberwiſen/ zu dẽ tod verurtheylet were/ darnebẽ hatte d. Keyſer dz Vu Peredimu Autta es de Vatter gefaͤllig/ jhn des Lands vñ Koͤnigreichs zuuerweiſen. Alſo faͤllet der Rehlet e3 he tto ſeines gefallen⸗ es dẽ Vatter gefällig nes ß utẽ willẽ/ wz er mit jhm fuͤrnemẽ vmbzugehen. Jo⸗ heyl vber ſeine mißhädlung/ vñ ſtellets doch zu des Vatterß gute wille⸗ bet ſepha9.blat. theyl vber ſeine mißhaͤdlung/ vñſt dt Mord geſtraffet hat/ dañ nach dem jhm erlaube wolte. Es hat jhn aber d tod vbereilet/ cheer eyn wenig erholet/ vñ berath⸗ woꝛden/ Antipatrum ſeines gefallens ʒuſiraff Aenehheeennlevberhandgenon⸗ chlagt hat/ wz er jhm fur eynẽ tod anthut wolte/ habe die ſchmerb ſcht vñ cyn Meſſer ſchlagt hat/ wz er jhm für eynẽ kod an uturtẽ /hat derhalbe eyni Apffel geheyſche vñ epn mẽ/ daß er jhm ſelber bigeret dʒ leb abzuluͤrẽ /hatde den Ptolemeus vertän⸗ 8 diget dem Rriegs⸗ nolck Herodis tod vnd Teſtament. Pgeſippi/ bon Zerſtoͤrung der Statt den Ayffel damit ſeinem brauch nachzuſchelen/ vñ ſich zuerlabẽ/ ſich eyn wenig auffgerichte 1mit den Ellenbogen vnterſtutzet/ die rechte hand außgerecket/ vnd ſich ſelbs erſtichen woll erodes begeret ſich Achiabus aber iſt darzwiſchẽ gelauffen/ vñ hat den Stich auffgehaltẽ dahe ſebszuerechen· vollſchꝛeckens vnd trawtens woꝛden/ diewei jedermann gemeynet/ Herodes ſeie ſchon tod. Antipater ward diſes geſchꝛeies froh/ vñ ſetzet an die Huͤter ſie ſolten jhn ledig laſſen/ aber der Kaͤrckermaiſter ſchluge jhm ſeine bitt nit alleyn ab/ ſondern zeygets auch dem Konig an/ welcher laut geſchrien/ Antipater trotze jhn noch bei ſeinem leben/ vnd Leuth hingeſchickt/ die ntipater getdtet. Antipatrum auß ſeinem beuehl gerodet/ vnd in Hyrcanio begraben haben. Darauffhat Herv⸗ des ſein Teſtament abermal geaͤndert/ vnnd Archelao dem alteſten Sohn das Konigreich be⸗ Herodis tod. Jo⸗ ſcheyden/ Antipe aber das Vierfurſtenthum vbergeben. Am fuͤnfften tag nach Antipatritod lt iſter geſtoꝛben in dem ſiben vnnd treiſſigſten jar/ nach dem jhm das Koͤnigreich von den o⸗ Jar der Welt. mern beſttiget woꝛden/ in dem vier vñ treiſſigſten jar aber/ nach dem er Antigonum/ der nach 3 o 6 5 dem Reich getrachtet/ getoͤdet hat/ wolte Gott/ er hette in ſeinem Hauß ſo gut glůc/ al⸗ ſonſt in Nach Chuiſti ge⸗ gemeynen geſchaͤfften gehabt. Dañ auſſerhalb ſeiner Haußhaltung iſt er ſo gluckhafftig gewe⸗ burt. 1 ſen/ daß er auch auß eynem gemeynen ſtand/ zu Koͤniglichen ehren iſt erhaben woꝛden/ vnd vil ſar darinn zubracht hat/ daher er auch vngern bei ſolchem wolſtand daruon abgeſcheyden/ vnd „ ſeinen Kindern das Koͤnigreich hinderlaſſen hat/ welches er von den ſeinen nicht empfangen. . In ſeinem Hauß aber iſt er der vnſeligſte Menſch geweſen/ welches er mit Moꝛd vnnd hertzen⸗ eyd erfullet hat/ vnnd iſt dannoch ſein grauſamer anſchlag/ nicht in das werck kommen/ dann Salome hat alle feine voꝛige mißhandlungen damit ʒugedeckt/ alo ſie die/ ſo der Konigzutůd⸗ ten beuohlen hatte/ ledig gelaſſen/ vnd fuͤrgewendet/ der Koͤnig hab ſich hernach eynes beſſern bedacht/ ſein voꝛig Tyranniſch Gebott widerꝛuffen/ vnnd beuohlen/ daß jedermann wider zu den ſeinen heym ziehen ſolte. XLVI. Cap. Ptolemens zeyget vᷣerodes tod auff dem Schawplatz an/ verliſet ſein Teſtament/ das rauffwird Archelaus zum Ronig auffgewoꝛffen/ vnd verodes mit groſſem koſten vnnd pracht zu verodiobegraben. Arauffhat man den Kriegsleuthen/ vnd dem andern gemeynen Volck in offenlicher verſamilung auff dem Schawplatz des Koͤnigs tod an⸗ gezeygt/ vnd iſt Ptolemeus/ der des Koͤnigs beſter freund geweſen/ vnnd biß an ſein end bliben war /herfuͤr getretten/ den Ring/ ſo er dem Konig nach ſei⸗ nem tod abgezogen hatte/ offenlich gezeyget/ den Koͤnig gelobet/ das Volck — zyum friden vermahnet/ vñ jhnen eyn Schrifft verleſen /dariũ er ſeine trewe⸗ ſte Landsknecht bittet/ daß ſie ſeinem Nachtommen eynen guten willen erzeygen wolten. Da ward auch das Teſtament eroͤffnet/ vnd verleſen/ dariũ Philippus zum Erben der Landſchafft Trachonitis vnd der vmbligenden dꝛter/ Antipas zum Vierfurſten/ Archelaus zum Koniger⸗ nennet war/ doch mit dem Geding/ daß man ʒuuoꝛ ſeinen Ring dem Keyſer vberlieffern/ ſtin Vermaͤchtniß fuͤrbringen/ alles feiner Wahl vnnd beſtaͤtigung heymſetzen/ vnnd ſein Teſt⸗ ment als dann kraͤfftig ſein ſolte/ wann der Keyſer darein verwilliget hette. Alle andere ſachen hat er nach jnnhalt der voꝛigen Teſtament zuneroꝛdnen beuohlen. Archelaus zum Rð⸗ Bald ſchꝛie das Kriegs uolck Archelao ʒu/ vnd wuͤnſchten jhm gluck/ da ſtunden ſie hauf⸗ nig begert. fen weiß vmb jhn herumb/ erbotten ſich a lles gutes/ vñ ſagten jhm alle trew zu. Darnach ward die Leich ehrlich vñ mit groſſem gepraͤng vnd koſten nach Königlichem brauch zu der Erdenbe⸗ vegraͤb⸗ ſtaͤtiget. Das Tragbett war gant mit Gold vberzogen/ mit perlengeſchmuckt/ vnnd mitſchi⸗ 7* nem Scharlach behenckt. Der Coꝛper mit Purpur bedeckt/ daran eyn Hafft/ welches vonloſ⸗ lichem Edelem Geſteyn glentzet. Auff dem Haubt hater eyn Konigliche Hauben/ darauffehn gůldine Kron/ vnd in der rechten Hand eyn Stepter/ daß eyner gemeynet hette/ e lebete noch Voꝛ derLeich gieng eyn hauff Thracier/ darnachdie Teutſchẽ vñ Frantzoſen/ des Konigs Tu⸗ banten in eyner wolgeruſien Hꝛdnung/ vñ mit jhren Wehren/ aller geſialt/ als ʒogen ſi inᷓ ner Schlachtoꝛdnung im Krieg daher. Waren aber trawrig vnd trugen leyd vnb jhren König Darauff volgete der vberige hauff in jhꝛẽ gewoͤhnlicht ſchmuck/ ſam̃t den Haubtleuthẽ vñ„ uchlhabern. Es waren auch funffhundert Knecht vñ freigelaſſene an dem Koͤniglichen riſt dasgantze Hauß 6ir/ vnn hrnnvnt mtwillenz ihtetdie juenden J niden Roͤ zus vberd ſerim Ab den vnn dnungd Gallyst Igrippave en ſpottv nſcenerbt nntrew yn unen vatte etn lebengeendet,/begraben w— t grol emn gepräng/ aber auß vngleicher ygung beleytet woꝛ 4 die foꝛcht/ denn jhr guterwill; 6trib ſie vi wi zu ſolchem dienſt. E nmm ſie vil mebr andern aber lieb ſein. Eyn ſolch end hat eippi„ de Fürtrefflichen vnnd ochberuhmten Geſchicheſchreibers/ bo S rung der Statt Jeruſalem.— Zeſ, Das Ander Buch. Innhalt der Capitel diſts Andern Buchs.. 6 Seeeneenee verweiſet Archelaum ins elend. 3. Pilatus ſetzet des Reyſers Bildniß in den Tempelzu e⸗ ) ruſalem /der Reyſer leget Agrippam etlicherwort halbẽ gefangen. 4. Decius uhdn⸗ fellet Paulinam in dem Temptl Iſidis. 5. prlatus tödlet u ter nuff dem or Gadir/ vnnd Creutziget Chriſtum/ vᷣerodto enthaubtet I den vanſer eniſte e Pyrann vnd Blutſchander/ Eleazarus der Ertzmoͤrder wird getoͤdet/ die Meuchelmoͤrder groſſen mutwrllenzu Jeruſalem, der Roͤmiſche Landpſieger erſchlegt vil Jnden. 7. Eyn falcher prophet ver⸗ fuͤhret die Juden. 5. Die veyden woͤllen die Inden zů CRſareñ nit leiden/ dre oͤmiſchen Landpfleger thuen den Inden vil vbertrangs an. 9. Agrippa rahtet den auffruͤhriſchen Juden ſie ſollen ſich nicht mit den Roͤmern in Rrieg einlaſſen/ vnd wird dgruͤber geſchmähet. 10. Die Juden werden der ſach vn⸗ eyns vber den veydniſchen Opffern bekriegen ſelbs eynander am aller hůͤfftigſten/ vnnd ſchlagen die Ro⸗ erim Abzugzutod. u. Die Inden werden in allen Stätten von den Veyden veruolget.. Die Juden vnnd Berodes verſündigen ſich an Chriſto vnſern Zerzen vnnd Johgune ſeinem vorlaͤuffer. 13. Grdnung der Sohenprieſter von Aaron biß auff Chriſtum. 14. Ceſtius verherget vil Juͤdiſche Stät⸗ te/Gallus trerbet die Woͤrder ein/ die Roͤmer vnnd Juden thuen eyn groſſe Schlacht mit eynander. 15. Agrippa vermahnet die Juden vergeblich zum friden/ Ceſtius rucket fuͤr Jeruſalem/ muß aber mit gtoſ⸗ ſem ſpott vnnd ſchaden wider abweſchen. 16. Etliche Juden fliehen anß Jeruſalem zu Eeſtio/ die Da⸗ nnaſcener bringen die Juden vmb/ ſo in jhrer Statt wohneten.. Die Scytopolitaner ſagen den Ju⸗ den trew vnd glauben zu/ vnnd erwuͤrgen ſie doch verzätheriſcher weiß. 18. Simon erſticht ſeinen eys genen Vatter Mutter /Weib /Rinder vnd ſich ſelbs. Nach verodis tod erhuben ſich allerley klagen vnder dem Volck vber merodis Tyant rej/ vñ wird auch ſein Sohn Archelaus hafftig von Antipatro fuͤr dem Reyſer verklagt/ als der ſich ſelber in das Roͤnigreicheingetrungen hab/ Nicolaus Damaſcenus aber ver⸗ antwoꝛtet Archelaum wider die Ju den⸗ Ach Herodis Begraͤbniß fienget die Leuthan von g⸗ Serbehe jhm/ wie man vötodten pflegt vnuerholen zureden/ als von ey⸗ vbel nach. Joſeph⸗ 5 nem ſtrengen vnd vnleidlichen Mann/ der ſeine Burger vnud ama9o blat Vnterthanel vnbillicher weiß beſchweret/ vnd ſich mit erzeygt; 9 6 6 wie eyn Koͤnig/ ſondern wie eyn Tyrann/ vñ möꝛder gegen ſei⸗ 2 b) nen eygenen Haußgenoſſen/ eyn offenlicher Rauber/ der nichts 5 vbergelaſſen /ſondn alles mit Schatzungẽ erſchopffet /die auß⸗ 4 ndiſchen Volcker reich gemacht/ aber die Jugen au ßigeſogen nvel eynẽ fei gebꝛacht/ vñ das 2 ab/ der dem Tempel eynẽ feind auff den halß gebꝛacht/ vñ da S. gchuingeündet,di todten weren ſelige Leuthe/ dañ die lebendigen hetten doch keyne ruhe der gefaͤngniß vñ vnter Herode in voꝛ jhm gehabt/ dʒ Juͤdiſche Volck hette in wenig ſaren 5 ehr erlitten/ deñ ſie in waͤrender gefaͤngniß von dema. 1 1 3 1 F — — „ X 6 6 2 Blag 9ber Arche⸗ Antipater verklage Archelaum vor dem Reyſer. Egeſipi/ bon gerſtoͤrung der Scatt diſchen vnnd grauſamen feind außgeſtanden/ Ihr elend vnter den Babyloniſchen Konigen„ ſeie jhnen leidlicher geweſen/ denn jhr Haußhablicher Sit in jhrem eygenen Land vnter Hero⸗ de /jehne haben ſie wider heym gelaſſen/ diſer aber habe ſie von dem jhren vertriben: Er ſeie vn⸗ barmhertziger als Darius/ hochfärtiger als Artaxerxes/ vnnd raͤubiſcher als die Meder gewe⸗ ſen. Sie vermeyneten alles jhres vngluͤcks abʒukommen/ wann jhr elend auffhoꝛete/ vnd He⸗ rodes ſtuͤrbe/ Nuh habe ſich Archelaus an ſeine ſiatt in das Regiment getrungen/ der jhnen auch groſſen vbertrang anthue/ vnnd nit alleyn Herodi gleich/ ſonder auch noch aͤrger ſeie /es ſeie beſchwerlich genug in Koͤnigreichen/ daß man eynen Herꝛen wehle/ aber vil beſchwerlicher/ wann man jhn mit vnwillen vnnd gewalt aufftringe/ es komme dennoch die Leuthin gegen⸗ waͤrtiger dienſtbarkeyt leichter an/ wann ſie jhnen ſelb eynen Herꝛen erkieſen/ vnnd werde der Herꝛ deſto geſchlachter/ wann man jhm die Hereſchafft gutwillig anbiete/ hochfaͤrtiger aber/ wann er ſich ſelber eintringe. Derhalben werde auch Archelaus vil vntraͤglichet ſein/ denn He⸗ rodes/ dieweil diſer mit guten willen/ jehner aber mit gewalt darzu kommen iſt. Solche ſachen ſeind nicht alleyn im Juͤdiſchen Land hin vnd wider geredt/ ſondern auch Archelao offenlich voꝛ dem Keyſer vnnd dem Rath durch die veroꝛdnete Anklaͤger verwiſen/ vnnd vnter die Naſen geſtoſſen woꝛden/ da man lang daruͤber geſtritten hat/ ob man Archelao das Konigreich beſtaͤtigen/ oder wider entziehen ſolte. Zu letzt ward eyn Rechtstag in Apollinis Teinpel angeſetzet/ welchen der Keyſer erbawen/ vnd herꝛlich gezieret hatte. Daſelbs hat Anti⸗ pater Salome Sohn/ alle voꝛerzehlte ſtuck vnnd vil andere ding mehr mit groſſem ernß fuͤr⸗ bracht/ vnd geſagt: Es naͤme jhn ſehr wunder/ daß er fuͤr dem Keyſer erſcheinen/ vnndallererſt vmb das Konigreich bitten doͤꝛffte/ ſo er ſich doch voꝛlangeſt ſelber ohn des Keyſers voꝛwiſſen vnd bewilligung ʒum Koͤnig im Juͤdiſchen Land auffgewoꝛffen habe: Dann was ſolte ſonſt der guldine Seſſel/ vnd die Koͤnigliche Kron die er mit ſich gebracht/ anders ſein/ deñ wahrzey⸗ chen des Koͤnigreichs? Wie hette er ſich ſonſt ſo freuenlich auff den Koͤniglichen Thron ſetzen/ vnd dem vmbſtehenden Volck zuſprechen doͤꝛffen/ da ſo vil geharniſchter Leuthin jhrerrůͤſtun⸗ ge vmb jhn herumb ſiunden! Es ſeie jetzund der brauch woꝛden/ daß die Haubtleuth die Kong⸗ liche Kron eynem auffſetzen/ welches doch zu des Keyſers wolgefallen ſtehe/ nit alleyn vonwe⸗ gen des Roͤmiſchen Reichs gerechtigkeyt ſonder auch nach eynes Teſtaments art vnnd eygen⸗ ſchafft. Dann Herodes hab dem Keyſer oder Rath das nicht entziehen vnnd vbergeben koͤn⸗ nen/ was jhm der Rath ſelb verlihen/ vnnd der Keyſer beſtaͤtiget hatte/ ʒu dem hab er ſeine mey⸗ nung in dem vongen Teſtament genugſam erllaͤret/ da er nemlich Antipam noch bei gutem verſtand vnd mit wolbedachtem mut ʒum Erben des Koͤnigreichs eingeſetzet/ vnd zu letz alles zu des Keyſers wolgefallẽ geſtellt hab/ wiewol er hernach/ als die Kranckheyt vberhand genom⸗ men/ daß keyn hoffnung des lebens mehꝛ voꝛhanden war/ vnd er vmb ſich ſelbs nichts mehꝛ ge⸗ wußt/ eyn ander vermaͤchtniß/ nicht auß eygenem gutduncken/ ſonder nach eynes andern an⸗ weijung auffgericht hab. Archelaus hab ſich ſelbs ʒum Koͤnig gemacht/ dieweil jhm ſein eygen gewiſſen wol geſagt/ das er ſeines wolhaltens halben kleyne furderniß bei dir( Herꝛ Keyſer) zum Romigreich finden wuͤrde/ dann hette er jhm getrawet/ mit rechten Zeugen darzu zukommen/ ſo hette er vi lieber darumbgebetten/ denn ſich ſelbs eingetrungen. Er aber habe nicht darumban⸗ geſucht /ſonder ſich ſelbs deſſen vnterſtanden/ daß man mit bitten zuwegen bringen muß/ wel⸗ ches dann auch in fachin die Gelt antraͤffen/ in den Rechten vergreifflich vnd abbꝛůchlichſei. Nuh traͤff es aber nicht Gelt vnnd gutan/ ſonder es ſeie vil mehr darumb zu thuen/ daß er des Romiſchen Reichs Freiheyt/ anſehen vnd gewalt geſchwaͤchet/ verkleynert vnnd vernichtigei⸗ auch den Rath zu Rom nicht der ehren werd geachtet habe/ daß er ſambt dem Keyſer/ auß he⸗ bendem gewalt /hm das Koͤnigreich verleihen/ nemmen oder geben moge/ was ſolte dann wol geſchehen/ wann er nuh in dem Koͤnigreich erwarmet/ dieweil er ſchon im erſten anfang⸗ aß vbermut ſo vil Menſchen/ diejhn vmb huͤlff in jhrem elend/ vnnd milterung der Schatzungen erſucht hatten/ vmbgebracht/ die ſo troſt bei jhm geſucht/ bekrieget/ neun tauſent Judena das heyſige Oſterfeſt getoͤdet/ die Menſchen an ſtait der vnuernunfftigen Thier auffgeopffu⸗ das Blut der geweiheten/ ſo auff das hohe Feſt zuſammen kommen waren/ vergoſſen/ vnn eyn jaͤmmerlich Spectackel angericht habe/ daß wer die erſchlagenen zehlen wolte/ gedencken moͤchte/die Babylonier weren wider im Lande. Dann je der ãrgeſie eind nicht wolgrli⸗ cher vnnd vnmenſchlicher mit jhnen hetee vmbgehen loͤnnen/ als eben diſes tyr ozum enwl beiſe haſ ge ſichtal udem K iſten jnſin /a gunt Ko Jimuft mhallr woldnen uchſin nondw Da onwege ß ſie de kern abt dannjeal enm ntdes verde/Se ſchtvnde plünenbe mdeszun vhlet vn hen/dacr vKoyſr Pnißde ln/ond wnichet nnn ihſne Beruſalem/ Das II. Buch. d. Die Burger ſeien ſeiner nit wol erfrewet woꝛden/ vñ habe nuh Archelaus ſ vnd der Rath ſen/ ſich jetzund gern in die Dienſtbarkeyt bea 8 egeben w d lichen Herꝛen/ oder rechtgeſchaffenen Koͤnig habenmechten Siennnſ% 1 pferangefangen vnd eingewei et berigen Juden erbarmen/ welche 2 Gꝛoßuatter /eyn reicher vnd ge⸗ n Keyſer in Kriegs⸗ 3 zu dem Sömgaich gehabt/ ſo S balten vnd verfechten/den ſelbs zumeſſen vñ zueygnen woͤllen. Derhalben er auch fuͤr eynen Vatter des Beſn halten woꝛdẽ/ der das Juͤdiſche Land nit in die dienſtbarkeyt gebracht/ſondn durch ſeine Wun den bei ſeiner Freiheyt erhalten habe. Herodes ſeie durch Antonij fuͤrderniß/ der Vatters n/zu dem Koͤnigreich kommen/ habe den Juden groſſen abb en ſein/ als die ſeit der Machabeer eygene Koͤnig bekommen /ſtehe jhr Romer freundſchafft vnd huͤlff gebraucht haben. Letzlich iſt jhr bitt vnd begeren/ hr wollet vns auch aller geſtallt/ wie in Syria geſchehen/ Richter vnd Landpfleger in dem Jüdiſchen Land veroꝛdnen/ damit jhr doch ſehet vnd erfahret/ daß wir nit ſo auffruͤheiſche vnd widerſpaͤnſtige Leuth ſeien/ wie man vns ſchuld gibt/ ſondern rechtſchaffenen Richtern vnterthaͤnig ſein koͤn⸗ nen vnd woͤllen. Darauffgab Nicolaus antwoꝛt vnd ſagt: Das vnruhige Volck hette die verdiente ſtraff Nicolans entſchul⸗ von wegen jhꝛes vbermuts empfangen/ vnd könne Archelao gar nit zum vnglimpffgereychen/ daß ſie den Friden als Auffruͤhꝛer gebrochen hetten/ vnd beydes mit rath vnd that von den Rö amzze bia mern abtriñig woꝛden werẽ. Der T eſtament halbẽ ſeie ſonder zweiuel eyn groſſer vnterſcheyd⸗ dann je allwegen das letzte kraͤfftiger ſeie/ als die voꝛderſten/ vñ das billich den andern voꝛzuzie⸗ hen/ darinn dem Keyſer voꝛbehalten iſt/ das Konigreich auß habendem gewalt zu beſtätige⸗ da⸗ mit des Roͤmiſchen Reichs ehꝛ vñ anſehen keynes wegs geſchwächt ſondern vil mehr gemehꝛet werde/ So verꝛn jhr anders/ Herꝛ Keyſer/ den Koͤnigen nit abſtricket/ was gemeynen Leuthen rrecht vnd erlaubet iſt/ daß eyner mag eyn Teſtament machen/ vnd den/ welchen er zum tonĩnen begert/ zu letz zum Erben einſchꝛeibẽ/ Daſie euch hergegen die eh S huen⸗ vnd es zu ewer erkanntniß ſtellen/ vñ der allererſt in die Erbſchafft tritt/ welchen der— 6 wehlet/ vnd jhꝛ fur gut darzu erkennet. Wann hat aber Herodes mehꝛ— vnd P e chen/da er dir/ Her Keyſer/ alles frei heymgeſtellet/ oder da er dich vmbgangen hat? 62 darinn Antipas zum Erben eingeſetzet wird/ Her⸗ der Keyſer in dem Teſtament vmbgangen/ da p aßeyt vorbe⸗ gegen iſt dem Keyſer in dem— 63 atß uͤrſchlag vnd will deſſener nicht befugt ge⸗ ſonderlicher ſchickung Sottes geſchehen/ daß der furſchlag vn de⸗ maͤſſig iſt verſchꝛiben woꝛden. So bedencke nuh/ ob der vnrecht geh aller hat/ oder ob man das hinderſichlegen vnnd—.— Herꝛn/ der es allen Koͤnigen mit gewalt fuͤrthut/ heymgeſtelle—— ericht hat. n ſo er gewuͤßt at/ welchen er zu beſtaͤttigung Zeſ — S er zum Koͤnig wehlen ſolte/*. wer macht hab das Konigreich zu beſtatigen/ alſo hat erſich auch Schiebmanninſeiner ſuch anſan ſu an ſeine ſiatt zum Ko⸗ begeret/ ſo iſt er ohne zweiuel auch ſo verſtͤndig gen ngordnen ſolte/ der dir zu wider vnd vnanmůig ſein Egeſippi/ bon Zerſtoͤrung der State 6 6 Nach dem nuh der Keyſer beyde Partheien verhoꝛet/ hat er die Vrtheyl auffgeſchoben 3 2 ſich darnach mit dem Rath daruͤber bedacht/ vnd Archelaum dem Volck ſuhee— Der Reyſer theylet eynen Koͤnig/ ſondern als eynen Regenten/ mit der angehenckten vertroͤſtung/ im fall erſich dasLand vnter He; recht halten wuͤrde/ daß er jhm auch das Koͤnigreich vbergeben wolte/ Dann es gieng ſchon dit rodis Soͤhne/ vñ voll ſirecket ſuEie ſag/ daß eyn vneynigkeyt vnter dem Volck Iſrael entſtanden were. Herodis beyde Sohne/ nemlich Philippum vnnd Antipam/ welcher ſich mit Archelao vmb das Koͤnigreich ʒanckete⸗ machet er ʒu Vierfuͤrſten/ Salome Herodis Schweſter ließ er jhꝛ Erbtheyl volgen/ vnd ſchen⸗ cket jhꝛ noch mehr darzu. Deßgleichen ließ er auch Herodis beyden Tochtern/ die veroꝛenten Tauſent Talenta/ vnd that noch andere ſechshundert Talenta darzu/ welche er vmter die Kin⸗ der Pherore außgetheylt. II. Cap. Eyn Juͤngling gibt ſich fuͤr Alexandrum verodis Sohn auß/ vnd bekennet ʒuletzt ſel⸗ ber den betrug. Archelaus ſtirbetʒu Wien im elend/ dahin gr ſeiner vnzucht halben vom Reyſer verwiſen war/ welches vngluͤck beydes ſeinem Weib Glaphyre/ vnd jhm ſelber uuor geträumet hatt. Lon Jungüng gue Sſſe Jezwiſchen gab ſich eyn junger Geſell fuͤr Alexandꝛumauß/ vnd U ſagtedie jehnigen/ welchen von Herode beuohlen woꝛden/ jhn vmbzubꝛingt⸗ blat. habe ſich vber jhn erbarmet/ vñ andere an ſeine vñ ſeines Bꝛuders Ariſtobuli W S ſtatt getodtet/ zog derhalben in die Inſel Milet/ vnd von dannen gehn Rom ⸗ damit man jhn vnder den frembden deſto weniger kennen moͤchte vnd hette S leichtlich eyn newe vnruhe vnter den Juden/ die ohn das der newerung ſehr nennet hegirig waren/ angerichtet/ wann es der Keyſer nicht bald erfahꝛen/ vnd jhn durch Geladum/ der Alerandꝛum eygenlich gekennet /fur ſich gefoꝛdert hette. Als nuh Geladius den Juͤngling angeſchen/ iſt er lang im zweiuel geſtandẽ/ ob es der rechte Alexander were/ dieweil er jhm ſo ga aͤhnlich vnd gleich ſahe/ vnd erkennet doch zu letzt den betrug auß andern gemaͤrcken vnd wahr⸗ zeychen /fraget jhn/ woh Ariſtobulus were/ darauff er geantwoꝛtet/ daß er ſich noch in der In⸗ ſel Cypro halte/ auß foꝛcht des auffſatzes/ Dañ wañ ſie alle beyde bei eynander werẽ /koͤnte man ſie deſto leichtlicher ſam̃enhafft vmbbꝛingen. Als jhn nuh der Keyſer fur ſich kommen ließ/ vnd jhm das leben zu friſten ʒufagt /bekañt er von ſtundan/ daß er nit der rechte Alexander were/ ſon⸗ dern ſich alleyn darfür außgeben hette/ dieweil er jhm gleich ſehe/ damit er vnter des Königs Soͤhne Namen vil Geſchenck von den Juden bekom̃en moͤchte. Der Keyſer mußte der ſchalck⸗ heyt lachen/ vnd ſchencket jhm das leben/ Die andern/ ſo jhm mehr ehꝛ bewiſen hatten/ denn ey⸗ ner gemeynen pꝛiuat Perſon gebuͤret/ ſagt er/ werẽ hart gnug damit geſtraffet/ daß ſiejhm/ als des Konigs Sohn/ allʒu vil angehencket/ vnd groſſen abgangan jhꝛer nahrung erlittenhetten. Archelaus verrlagt/ Nach dem nuh Archelaus in dz Juͤdiſche Land kom̃en/ ward er ſeines uͤppigen vñ vbermuti⸗ 3 gen wandels halbẽ beim Keyſer verklagt/ die ſach ʒwiſchẽ den Partheien eroꝛtert /er gehn Wien 297 blat. ins elend verwiſen/ vñ ſein Hab vñ Gut dem Keyſer heym erkeñet. Das iſt auch ſein verdienttr 3 9 7 1 lohn geweſen/ dieweil er mit ſeines eygenẽ Bꝛuders Weib vnzucht getribẽ hatte. Dañ nach dem 1 Alcrander auß feines Vatters beuehlgetoͤdtet woꝛdẽ/ ſt ſein Weib Glaphyra/ Archelaj des⸗ b Erliche Erempla nigs in Cappadocia Tochterb Jube/ dẽ Koͤnigin Libya vermaͤhlet woꝛdẽ. Nach deſſelbigẽ tod⸗ e Cbeetli⸗ iſt ſie wider heym zu jhꝛem Vatter kom̃en/ daſelbs hat ſie Archelaus erſehẽ/ vñ als er befunden daß ſie ab jhres Manns Bruder/ vñ der kinder Vetter gar keyn abſcheuhen truge/ hat er ſide⸗ maſſen lieb gewoñen/ daß er ſein Weib Mariamnẽ verſtoſſen/ vñ Glaphyram an jhꝛe ſtatt ge⸗ nom̃en hat. Nicht vber lang hernach/ als das Weib wider in Judeam kom̃en iſt /hat fi Alqun⸗ dꝛum im Traum geſehen/ vñ vmbfahen wollen/ Er hat ſich ader ʒoꝛnig geſtellet/ ſie von ſichge ſtoſſen vñ geſagt: Glaphyra /heyßt das trew vñ glauben gehalti Iſt dz deine lieb/ die du zumt getragẽ baſt/deren du billich ſolteſt eingedenck ſein? Ich gibs zu/ daß du in deinẽ jungen tagẽ zu der andern Ehe gegriffen haſt/ſolteſtu dich aber auch zum trittenmal verheyrathen/ vnd deines Mannes Bꝛuder neiien doꝛffen· Haſtu mir das mogẽ zu leyd thuen/ daß du dich nit geſchewe haſt mit dem tritten Mañ wider in mein Hauß zufommen Ich wil aber verſchaffen/ daß diſe ſchmach vnd vnehꝛ nit lang auff mir bleibe/ du ſolt dich der Blutſchanden mit meinem Buder nicht lang frewẽ. Das Weib ſtunde auff /erʒehlet jhꝛẽ Freundẽ diſen Traum/ vñ ſtarb in zweyt tagen hernach/ ʒum ʒeugniß/ daß ſolche Heyrathẽ beydes durch der lebendigẽ Geſet geſtraffti⸗ vñ von den abgeſtoꝛbenen keynes wegs gehilliget werden. 111 Cw. * Glaphyre Traum⸗ Nefi uchift nm hwuin gwalt hübene ſvoh Zhenut gzeuget Y pondem. esſich rallesd idniſſ lden/ w D udbege traberv d fuͤne troder6 angenen, n tunmen⸗ nchtt — —— Beruſalem/ Das 1 I. Bu c 2 uch Archelaus ſelbs 5 ondroler Abrenfroſndasnabſynn neun Archelaß Traum⸗ cee ⸗—y e t: Nge legt: Neun Ahern bedeuten neun jar/dariũ er maͤchti außge⸗ S. In dem neunden jar aber ſeiner ner Regier— t jhm zutragen. Dañ die Ochſſcs— zeyge ehn ſchwere aͤnderung an/ cht 2 t verdait/ vnd in das Elend vertribe S ericht lude/ darinn er Traumwargemache ieherſchaftaber/ welche Aheobaendichmuſunenoddi gewalt bꝛacht haben/ zu ner die ſie bezwungen/ vñ in jne cht haben/ zu nennen. Philippu„öwüngen/vñ in jhꝛen buben Vierfurſten scheeh Bhug— vnd Herodes /der zuuoꝛ Antipas geheyſſen/ ſivorhin alome hatte an jhꝛem Todbeit die Land vorhin inngehabt/ ſambt allem gewalt vber jhr Bolck/nb andſchafft/ die Gonſo— erſhr Volck/Lybie des Keyſers Weib vber Eyn ſo che geſtallt hatte es vmb das Juͤdiſch La b vbergeben. Tibetiusen ſch Land/eben äſar ſt it ius ſein Stieffſohn/ ſeines Weibs gybie rechter Sof u gezeuget hatte/Roͤmiſcher Keyſer ward/ welchem lippus aber ſie nach ſeiner Mutter Namen/Lybiam Vnd dieweil ich mir fuͤrgenommen luch — genmmen vrſachen anzueenwarm d e —— Reich abtrůͤnnig woꝛden/ vnd ſit 5. ei⸗ Pilatus ſe⸗ t es ſich augen cheinlich/ daß Pilatus der Roͤmiſch n tet des Reyſers — eLandpfleger eyn Prſaͤch zne Bildniß in den Te ger alles diſes jammers geweſen ſeie. Dann erſi erſten v s er ſich zum erſten vnterſtand keyſers beu epb amzoo. Bildniſſen in den Tempel ʒu Jeruſalem ʒuſtellen. Als bo Voſn en 3 — ſnutgewaltzwingen /die Pilderanzunemmenvndtöptet ſchr vil darůber. aſie ſo ches in Judea verlieff/ zog Agrippa/ Ariſtobuli Sohn mittler weil ehn Rom/ Aripa vertlanet' vnd begerte den Vierᷓ geh grippa verklaget gerte den Jierqᷓ uͤrſten Herodem fuͤr dem Keyſer Tiberio mit Recht anzunemien/ dieweil Verodem vergeblich er aber von S iberio verachtet ward/ machet er jhm die ʒeit vber/ die er zu Rom war/ vil Freun⸗ de fuͤrnemlich aber hielt er ſich zu Caio des Germaniei Sohn vil freundlicher/ denn ſeinem Al⸗ ter oder Ehꝛen gemeß war/ entweder darumb/ daß er von ſeines Vatters wegẽ dem Volck ſehr angenem /oder daß er von Koͤniglichem Stammengeboꝛen/ vnd derhalben der naͤhſte Erb des Römiſchen Reichs war/ oder daß er ſonſt andere vermutungen ſeinet halben hatte. Daher er„ auch auff eyn zeit die Haͤnd auffgehaben vnd gewuͤnſchet hat/ daß er Caium nach Tiberijtod/ baldzum Keyſer haben moͤchte. Da ſolches durch Eutychum ſeinen freigelaſſenen Knecht auß Agrypa gefůnglieh kommen/ iſt Agrippa auß Tiberij beuchl gefaͤnglich eingezogen/ hart gehalten/ vñ der Gefaͤng von Eiben einge⸗ niß nicht erlaſſen woꝛden/biß nach Tiberij tod/ welcher ſein ʒeit mit ſchand/ ſpott vnd vnieidli⸗ chem muͤſſiggang/ vñ wie die Geyſſen in der eynoͤde zubꝛacht hat/ doch hat ſich keyn rechtſchaf⸗ fener Mann bewegen laſſen/ daß er jhn vmbbꝛacht hette/ daran ſie meines erachtens das Romi⸗ ſche newe Reich/ oder villeicht ſein grauſame Tyrannej geſchewet haben. Dann es gemeynig⸗ lich alſo ʒugehet/ daß je grauſamer eyner handelt/ je ſicherer er bleibet. Decius Mundnus/ ſchaͤndet Paulinam/ Saturninj Weib/ im Tempel der Goͤtkin Iſi⸗ dis/ darzu die Abgöttiſchen pfaffen helffen/ Aber ernſtlich daruͤber von Reyſer Tiberio geſtraffet werden.— — Paulina/ ehn edek Eiſeiner Regierung iſt das adelich Weib Paulina welche als ſie Paulne bei jedermann jhꝛes zůchtigen vnd keuſchen wandels halben/ eyn gut lobvnd rienhelewrehde ſonderlichen gunſt gehabt/ auch ſonſt vberauß ſchoͤn võ Angeſicht gewe ſen/ zu Rom ſchaͤndlich betrogen vnd verfaͤllet woꝛden. Dieſelbige ſprach Mun⸗ oubla. S dus en Haubtmann vnder der Ritterſchafft/ vmb die Bul ſchafft an⸗ abe —. ſie wolte ſich nit bereden laſſen/ biß ſie zu leßt auß allzu groſſem Abergla 3 6 Iſivis Prieſtern an/ daß ſie 6 von Anubis 8 5 zu fall kommen iſt. Dann Mundus legete mit der⸗ ——. 3*„ 6 5 2** *— ²——— ——.. g— 3. 2 ⸗„.———————* —- 2—————— 5— un 8 4* ——. cer* 5 2**—*-—.— 2*. — 3 6 Egeſippi/ von Zerſtorung der Statt wegen beuehlen ſolten/ zu nacht in den Tempel ʒu kom̃en/ dann es gefalle jhm jhr fleiß vñzuche inſonderheyt wol/ vnd habe jhr etwas heymlichs zu ſagen. Welches ſie gern gehoꝛet/ vñ jhꝛem Mann mit freuden angezeyget hat/ daß ſie Gott erhoꝛet hab/ vnnd muͤndlich mit jhr begere zu reden/ welches ſie jhm denn nicht doͤꝛffe abſchlagen. Gehet derhalben von freiem willen/ vnd mit jhres Mannes erlaubniß in den Tempel Iſidis /bleibet vber nacht drinn /heyßtſedermann beiſeits gehen/ der hoffnung groſſe geheymniß zuerfahren⸗ legt ſich in das Bett/ der meynung/ Gott würde im Schlaff ʒu jhr kommen/ vñ ſich jhr in eynem Geſicht oder Traumoffenbaren. Da es nuh weit in die nacht hinein kommen/ vnd das Weib voll ſchlaffs woꝛden/ vnd deßhal⸗ ben deſto leichtlicher zu betriegen geweſen/ hat Mundus Anubis geſtallt vnd geberd an ſichg⸗ nommen/ ſich zu jhr gethan/ die Kleyder auffgehaben/ vnd ſie angefangen zukuͤſſen. Als nuh das Weib dauon erwachet/ hat er ſich fuͤr Anubim außgeben/ daher ſich das Weib fürſelig ge achtet/ daß ſie ſo gnaͤdiglich von jhꝛem Gott beſucht wurde/ vnd jhm den beiſchlaff auff ſein be⸗ Deeius Mundus ſpottet Pauline. geren nit abgeſchlagen/ aber doch gefragt hat/ ob ſich Gott auch mit eynem Menſchen fleyſch⸗ lich vermiſche/ Darauff er jhꝛ Erempel erzehlet/ wie Alemena vnd Leda/ ſambt vilen andern Weibern ſich mit dem hoͤhſten Gott Joue in bulſchafft eingelaſſen? vñ Götter gezeuget habẽ/ beredet ſie gleichfalls/ daß ſie eynen Gott geberen werdt/ vnd beſchlaffet ſie. Das Weibgehet mit freuden widerumb heym/ vnd růͤhmet jhrem Mann/ wie ſie Gott beſchlaffen/ vn jhrve ßeyſſen habe/ daß ſie eynen Gott geberen ſolte. Diſer vermiſchung frewet ſich beydes das Weib vnd der Mann. Darnach begegnet jhr Mundus vnd ſagt:Paulina/ du biſt eyn ſelig Weib/ dieweil duvon Gott biſt beſchlaffen woꝛden/ Gꝛoß iſt der Gott Anubis/ deſſen geheymniß du vernom̃en haſt/ Lerne aber/ daß du den Menſchen deine lieb eben ſo wenig abſchlagen ſolleſi/ als den Gottern/ welche den Menſchen zu dem behuͤlfflich ſeind/ daß du abgeſchlagen haſt/ ſeintemal ſie ſich mit Tiberius ſtraffet die begangene vnzucht. * Joſephus vnd an⸗ dere/ nennen diſen Berg Garizim⸗ beſchaͤmen/ vnd beydes jhꝛe geſtalt vnd Namen mitzutheylen. Der Gott Anubis hat Mun⸗ dum zu ſeinem Gottesdienſi geladen/ damit du mir zu theyl werdẽ moͤchteſt. Was hat dir dein vnfreundlichkeyt genůtzet/ denn daß du dich ſelber der zwentzig Tauſent Drachmis/ die ich di angebotten hab/ beraubet haſt; ¶ Voige den Goͤttern nach/ die vil milter als du/ vnd vns ohn Gelt behuͤlfflich ſeind zu dem/ das man mit vil Gelt von dir nit zuwegen bꝛingen mag/ dieweil du je eynen vnwillen vnd verdruß ab den Menſchẽ namen haſt/ ſo hab ich mich Anubim genem net/ vnd mit diſem holdſeligen Namen mein begeren erlanget. Auß diſen ſtichwoꝛtenmancket das Weib/ daß ſie war betrogen woꝛdẽ/ bekuͤmmert ſich haͤfftig daruͤber/ daß ſie jhre Weibliche ehꝛ verloꝛen hette/ vnd bekennet jhrem Mann diſen vnbillichen betrug. Der Mann aber hatt nit vrſach vber ſein Weib zu zoꝛnẽ/ dieweil er jhr in dem Tempel zuſchlaffen erlaubniß gegebẽ /. vnd ſonſt an jhrer keuſchheyt nit ʒweiuelt/ klaget aber dem Keyſer die verloffene handlung/ wel⸗ cher ſich diſes gewaltigen Manns ſchmach/ vnnd den ſchandlichen betrug hat bewegen laſſen/ daß er die Pꝛieſier auß dem Tempel genommen/ peinlich gefragt/ vnd nach bekannter that hin⸗ gerichtet/ der Iſidis Bildniß in die Tyber gewoꝛffen/ Mundo hinweg ʒu flichen vergoͤnnet/ vnd gemeynet hat/ er ſeie vmb begangener mißhandlung willen hart genug geſtrafft woꝛden/ dieweil jhn die haͤfftige lieb/ vnd die ſchoͤne geſtallt des Weibs dahin getriben habe. V. Cap. Piatus vberfallet die Samariter hinderliſtiger weiß auff dem Berg Garizim/ vnd erſchlaͤgt ſie/ Verurtheylt Chriſtum vnſchuldiger weiß ʒum tod des Creutzes/ verodes Antipã/ enthaubtet Johannem den Taͤuffer/ ſtellet auff ſeines huͤriſchen Weibs anrey⸗ tzung nach dem Roͤnigreich/ vnd wird daruͤber ins Elend verwiſen. Nach Tiberi⸗ tod wird Catus Caligula/vnd nach diſem Tibertus Claudius/ Reyſer. S Iſen ſchaͤndlichen handel/ der ſich bei Liberij zeiten zugetragen bab ich hie melden woͤllen/ daß man hierauß des Keyſers grobheyt ſpuͤren moge. Dann gleich wie eynes frommen Fuͤrſten leben/ eyn Regel chus chr⸗ baren wandels/ vnd eyn vorbild iſt/ darnach ſich jedermann in ſeinem leben richten kan/ alſo iſt des Keyſers ſchandlich weſen eyn Grundſupp allet Land geſchickt/ wil Von jhm ward Pilatus/ eyn böſer Menſch in das Juůdiſche„Ge— cher ſich keyner Lůgen ſchaͤmet/ vnnd die Samariter liſtiger weiß auff den Berg 6 mh volden. ſunge enhab /vnn udwid ſihtſil Pbha ſichtvbe Geſtz i6 Bmi ſlligen/ ſonderlic gnengt H ſmanſe ken will arbeytv Luchro lihrA ſſge ſodurc Cavent cejn mit ſtine Na ußgabp inds den Ummn nlej i ſine ze un /dar uhnſ ſoſem anſ ſechten z wz nert Feruſalem/ Dos II Bu dir/den ſie fuͤr gar heylig halten/ verkaget/ vnterd 39 zubeſichtigen. Er ſchicket aberzuuo: eynen en begerete er jhren Gottesdienſt fußuolck⸗ vnd gab ſpnenſchuld/ ſie wolten vonden omen f ſchluaſiedarnachmir dem beymliche meuterej vnter eynandtr. ern abfallen/ vnnd machten alſo eyn Dann was ſolte wol eynem ſolchen ſei der auch den Herꝛen Chriſtum/ welcher demc ſchen Nenſchen zu vil ſein/ Jeſus Cpꝛiſtus elcher dem Menſchlichen Geſchlaͤcht: 8 von men iſi/ ſein viffaͤltige Göttliche gnad vnnd barmnherigkeyt b . 1b en chen ewi amzo. blat. npan eeehebei ſieʒu foͤrderſt Gott/ vnd darnach den Se 9 53 an bas Creutz gehaͤfftet hat/ vnd in ſolche Thoꝛheyt vnd vnſinnigkeyt geraiheniſ 17 hchenznen b i 3 Von der ʒeit an haben der Juden 86 as Juͤdiſche Volcki att woꝛden iſt.. nmmer vnndnotgerathen/ vndder Vann Herodes/ der Johannem enthaubtet/ hat die woluerdien annementhaubket/hat te ſtraff ſeines Meyneyds iſt S Koͤnigreichs entſetzet/ vnnd in das Elend SeaA . eichtlich zuuerſtehen/ wie vnſinnig der Menſe e/der Chri⸗ pa entbandtet. Jo⸗ ſiumgeiodtet bat. 5 ſinnig der Menſch geweſen ſeie/der Chri⸗ ſephanzoꝛ. I Ich wil aber kuͤrtzlich anzeygen/ was die vrſach des Tods Johannis geweſen ſeie.*Dro⸗ 0 ben hab ich gemeldet/ daß Philippus vnd Herodes/ ſonſt anch Antipas genannt /leibliche Brů⸗⸗ Im 41. Ee* der/ vnnd Mrodias Philippi Weib/geweſen/ welche jhm Herodes vnbillicher weiß entfuhꝛet/. Vuche. vnd wider alle natuͤrliche Erbarkeyt zum Weib genommen hatte. Johannes aber hat darzu nicht ſtillgeſchwigen/ ſondern zu jhm geſagt. Es gebuͤret ſich nicht/ das du deines Bruders . Weib habeſt. Dardurch iſt er erzöꝛnet woꝛden/ vnd hat Johannem in Gefaͤngniß gelegt/ vnd nicht vber lang hernach den frommen Mann/ vnnd ſtandhafftigen Liebhaber des Göttlichen Geſetzes getoͤdtet. Dann er als eyn Prediger des Euangelij/ nit alleyn die Blutſchanden mit ntzuthe de Bruders Weib geſtraffet/ ſondern auch als eyn Eiferer des Geſetzes/ den VBbertretter deſ⸗ du mu z¶ ihol vadi ſelbigen /der ſeinem Bruder/ welcher noch bei leben war/ ſein Weib entfuͤhret/ verdammet hat/ er de zwenstz ⁊ujn ſonderlich dieweil ſie Kinder von jhꝛem Mann hatte. Das brachte. Herodi faſt bei allen Juden Snnc den nen groſſen vngunſt/ vnd blibe die ſtraff nicht lang auß. n Gelt von di miunntu Herodias aber/ die alles diſes jammers eyn Vrſaͤcherin war/ wußte das Agrippa in groſ⸗ Herodias vötlgee „ 4 e ſem anſehen bei dem Keyſer war/ vnd noͤtiget jhn gehn Rom zu ʒiehen/ damiterjhm eynen gu⸗ nſcht namen haſ ſohei ten willen bei dem Keyſer ſchoͤpffet/ vnd verwiſe jhm ſeine T raͤgheyt daß er ſich diem uͤhe vnd nigreich anzuhaſten. zmntnzu Mih⸗ arbeyt verdꝛieſſen lieſſe/ daheym auff der Baͤrenhaut laͤge/ vnd litte/ daß jhm andere vntuͤchtige Joſeph· amzoy. bl. Ceuth voꝛgezogen wuͤrden. Dann dieweil Herodes auß eynem gemeynen Stand zu Kong⸗ licher Wuͤrden erhaben woꝛden/ ſo werde der Keyſer jhm/ als eynem/ der voꝛlaͤngeſt eyn Vier⸗ 4 0 Fuͤrſt geweſen/ vil mehr vnd ohn allen zweiuel zu eynem Koͤnigreich verholffen ſein. Ließ ſich alſo durch des Weibes ſchmaͤhwort bewegen/ daß er gehn Rom zog/ vnnd als er ſich daſelbs bei ns Eiend Caio einkauffen wolte/ ward er von Agrippa verklagt/kam vmb ſein Vierd ͤrſtenthumb/ wel⸗ ches jhm Auguſtus ha⸗ Flucht in Hiſpanien/ vnnd ſtarbe daſelbs tſeinem Weib fuͤr traurigkeyt vnd hertzenleyd. Nach 2u tod 3 Sun an ſeine ſtatt Keyſer/ der ſich fuͤr eynen Herten vnd Se außgab vnd nennen ließ /gab den Juden vrſach zu eyner groſſen Auffruhꝛ/vnd hette hnen vol⸗ cſers vemuch⸗ lends den garauß gemacht/ wanner nicht bald geſtoꝛben were. Dann er nicht alleynden Ioſephamziz.bl. allen mutwillen geſtattet/ ſondern ſchicket ſie auch in das Jůdiſche Land/ vnd u ſeiner ʒeit maͤchtig/ vnnd wolte eyn groſſe ſiarc fr 2 damit ſie die Romer nicht gewinnenmochtenc dann ſahe ne ne. eee⸗ zue ieer von den Kriegs⸗ bamzs7lat groſſem anſehen/ vnd damals auch darbei/als Cainsennꝗdet⸗vnpechafft vberdrůſſiz 4 en: es Raths willen/ der diſer Keyſerlichen Me iheſe Legations we ß/ durch welches r Tibertus S..— neücen vnd gnaͤdigern Herſchafft verheiſſung beſchehen/ vnd Reyſer. Joſeph. am woꝛden iſt. A n diſes Agrippe ſtatt iſt ſein Sohn Agrippa vom Keyſer— Claudio zum Koͤnig veroꝛdnet woꝛden. G iij Egeſippi/ von Zerſtoͤrung der Scatt W 0 1 9 Der Reyſer Nero treibet groſſe Tyrannej vnd Blutſchanden: Rleazarus/ nach dem er ſambt ſeiner Rott vil Moꝛd vnd Rauberej getriben/ wird ʒu letzt geroͤdtet. Die Meus chelmoͤrder/ bringen in der Statt Jeruſalem/ vnnd in dem Tempel vil Juden heymlich b Die Inden ſchlahen ſich zuſammen/ vnnd werden daruͤber von dem Landpjleger erſchlagen. Vero, der cecſe Ls auch Claudius nachtreizehen jaren mittod abgangen/ hater Romiſche Reyſer. Neront an ſeine ſtatt zum Roͤmiſchen Keyſer gemacht/ dahin jhn ſein Weih Joſeph. am zꝛg· lat. Agrippina/ mit jhren vifältigen anhalten beredet. Dann ſie hat mit jhren geſchwinden Practicken ſo vil bei jhm zu wegen bracht/ daß er ſeinen Sohn Britannicum/ welcher ſonſt der rechte vnd natuͤrliche Erb war/ des Keyſer⸗ thumbs beraubet hat. Es iſt jhr aber bald hernach ſelber leyd woꝛden/ Dann eben dardurch/ daß ſie jhren leiblichen Sohn befuͤrdert/ hat ſie Britannico ſeine gerechtigkeye entzogen/ vnd nit gemeynet/ daß wann jhr Sohn Nero nuh zum Keyſerthumb kaͤme/ er ſichan ſeiner Mutter vergreiffen/ vnnd jhrt fuͤr die bewiſene trew/ das Leben nemmen wuͤrde. Diſer Neronis Tyrannef Mero hatte Octamiam des Caij Tochter zum Weib/ darinn der Tochtermann dem Sohn vet⸗ bnd Slutſchand. kehrter weiß fuͤrgezogen woꝛden/ dann der gemeyne nutz neyget ſich ſchon zum verderben/ det⸗ halben gehöꝛete auch eyn ſolcher Ertzmoͤder/ Gottesdieb vnd Blutſchaͤnder darzu/ in demſich keyn gute art/ ſondern eitel ſchand vnd Laſter erzeygeten. Vnter diſem Keyſer hat ſich allerley ſchreckliche Auffruhꝛ/ Moꝛd/ Rauberej/ vntrew vnd Tyrannej vnter dem Volck erhebt/ entweder darumb/ daß er bei jedermann von wegen ſeiner Laſter verhaſſet/ vnd ſeiner Traͤgheyt halben/ veracht geweſen/ oder dieweil der hoͤchſte Gote **— den Judẽ ſeine hůlff/ vmb jhꝛer Abgoͤtterej willen entzogen/ vñ ſie gar vertilgen woͤllen. Daher Bteazar/eyn Mor⸗ jhnen Elcazarus der Moͤdder Oberſter zwentzig jar an eynander groſſen ſchaden gethan/ wel⸗ dergefangen. cher doch ʒu letzt von Felice gefangen/ vnd gehn Rom verſchickt/ da er auch ſeine verdiente ſtraff empfangẽ. Wiewol nuh das Volck im Juͤdiſchẽ Land groſſen ſchadẽ erlitten/ vñ jhꝛer eyn groß⸗ ſe anzahl vmbfommen ſeind/ haben ſie ſich doch daran nicht geſtoſſen/ Dann es ſſt eyn andere Sian Ztuſulecr, galtung von Mordern in der Statt Jeruſalem entſtanden/ die man Sicarios/ das iſt/ Mau⸗ licher weil denen/ ſo vngeruͤſt daher giengen/ nachgeſtellet haben/ ſondern bei hellem Tag/ vnd mitten in der Statt/ vnd vnter allem Volck/ darnider ſchlugen/ alles was die antreffen konten. Sie hatten kurtze Schwerter in der Hand/ verſchlugen ſich mitten vnter das Voick da ſiem dickſten ſtunden/ vnd erſtachen den naͤhſten an jhnen/ daß er gleich zu boden fiel/ vñ nicht wuß⸗ te/ wer jhm gethan hette/ mußte auch ſterbẽ /ehe er ach vnd wehe ſchꝛeien konte. Da lag die Leich fuͤr Augen der Thäter aber war noch vnbewußt/ Wer ſich der entleibten annemen wolte/ der mußte gleich auch mit herhaltẽ. Alſo blib der Moͤrder entweder auß foꝛcht der gefahr/ oder auß hinläßigkeyt verboꝛgen vnd vngefangen/ dañ ſich auch die Meuchelmöꝛder geſchwind vñhur⸗ Jonathas der Hohe⸗ kig wußten zuuerſchlagen. Der Hoheprieſter Jonathas kam auch vmb ſein Leben/ ſambt vilen 2 andern/ die taͤglich auff dem Platz bliben/ vnd war die foꝛcht der Lebendigen vll groͤſſer/ als der jam̃er der entleibten. Wer auß dem Hauß gieng/ mußte jhm eben ſein laſſen/ als wann erin eyn Schlacht gieng/ doch mußte er mehr gefahꝛ beſtehen/ dañ in der Schlacht ſihet man den heind offenlich/ der Meuchelmörder aber haltet ſich heymlich/ Der Tod ſchwebet fuͤr Augen/ vndiſt das Hertz voll foꝛcht. Da weyß keyner/ ob er wider lebendig heymkom̃en werde/ es trawet auch keyn Freund dem andern/ dieweil man ſich jm̃er fuͤr dem Meuchelmoͤꝛder beſorgen muß. Das hat jhꝛen vilen/ die ſonſt vnſchuldig an dem Moꝛd waren/ vñ mit den Moͤꝛdern keyne gemeyn⸗ ſchafft hattẽ/ eynen ſolchen ſchꝛeckẽ eingejagt/ daß ſie jhnen ſelbs nicht wußten zu rathen/ zogen derhalben in die Wüſten/ vnd wiewol ſie nicht hand anlegten/ bracht es doch eyn groſſeforch vñ meuterej. Darauß erſtlich der argwohn des Juͤdiſchẽ Kriegs wid die Roömer/ darnach auch Vit Iuden erſchla ⸗ eyn vnwill vñ feindſchafft erwachſen iſt. Derhalben deñ der Landpfleger auß furſoꝛg den Rey⸗ gen ſigen Zeug/ vnd eynen groſſen hauffen Fußuolcks vber ſie geſchickt/ vñ jhren vil erſchlagen hat. VII. Cap. Eyn falſcher prophet auß legypten henget vt ich/ vnd gehet die vnruhe mdlſcen anſich vndgeh Es chelmoͤdder geneñtt/ welche ſich ʒwar nit heymlich vñ verboꝛgen gehalten/ vñ alleyn bei Nicht⸗ ichzu inn/ſ ſtn. D hizulge .Asa lenthal gworffe pie vnge fanniſch vilaͤgert ndledli vitzuw munzen uſchinde che Lyrn Menſ igleyt Be inpelh tiyns iien/vn uing. eint n euſulan, Dao 1I. Buch. am aucheynfalſcher et vñ V. 2 rühmerſichdes Puſulcher ephen Zauberer auß Egypten der„e Tauſent Judenan 1imliſcher Offenbarung /hen et Sortente att Jerufalem ſich⸗ führerſieanden Delber uſ 3 cht an/ welche tuſaufermal⸗vndrennet auch 3 mſch⸗ Volckteynen ne nanhin der Belazunglagen zuerhüe*3 ward/ erhub ſich eyn groſſerj anfienge Da nuh diſe vnruhe— ge⸗ geſchehen. Dunnjhren vil lieſfen ſich offenlich brnma⸗ ſeie vnendenlc pfieget ʒu⸗ die Freiheyt der Dienſtbarkent von ren/m„ ſi bedoꝛfften. ſbarkeyt votzichen/ ogen hinauß ins eld/ vnd namen 3 VIII. Cap. Die Inden vnd&rt echen ʒu Czſarea werd binus/ vnnd ſonderlich Fwerden vneyns mit eynander ch Flor Felix/ Fe gedencken ʒu ieiden. us thuen den Juden vilʒleyd/ baß die Inden S Vletzt wurden auch die Juden vnd e SS eenlſ Dann die. pningaaſtſi 5 e S dleweil ſie von Herode eynem Juden gebawen war. Die Heyden a pac Sie ſie gleich eyn Jud erbawen/ ſo hette er ſie F baneri anenennet,Lempeldarinn gebawen /vndbiberhineingeſchei⸗ ſ en mehꝛgerechtigkeyt darzu hetten. Diſer wortzanck gertethe ffvnd Laͤrmen. Dann die Oberſten vnter den Juden konten jhꝛ Voſck nit . zamen /ſo hieltens jhnen die Heyden auch fuͤr eyn ſchand/ das ſie den Juden etwas zuuoꝛ geben ſolten · Derhalben hat ſich elix darein gelegt/ vnd vnter anden die ſach/ woh moͤglich/ gutlich Jeln hinzulegen/ oder da es je nit anders ſein koͤnte/ eynen anſhn zu e uchſhm iſt eſtus kommen/welcher vi Moꝛder gefangen/ vnd andem Leben g ſtrafft Porins Feſtus. ½ hat· Als auch die Roͤmer Abino eben diſes Ambt befohlen/ haterſich aller boſen ſc befliſſen/ oſephamzzo.blat. allenthalben geſchunden vnd geſchaben/ vñ jedermann der jhm nit Gelt ge ngefängniß inJoſepham geworffen/Gott gebe/ wie vnſchuldig er auch ſonſt were. e— wie vngebuͤrlich er auch gehandelt hette. Der Geitz bracht Hoffart mit ſich/ daß er ſich gar Ty⸗ ranniſch gegen den Armen Veſn Reichen aber in allen dingẽ willfahꝛet. Wiewol er nuh vil aͤrger war/ deñ alle ſeine Voꝛfahꝛen/ vnd ſie mit boßheyt vbertraff/ ſo war er doch noch from̃ vnd leidlich gegen ſeinem Nachkomen Floro zurechnen/ Welchers jhm mit allen boͤſen ſtuͤcken weit ʒuuvꝛ that. Daher denn die/ ſo anfaͤnglich haͤfftig ab eſto gellagt/ bald hernach groſſen verlangen nach jhm/ als eynen from̃en Richter gehabt haben. Dann ꝗᷓlorus pfleget jedermañ Sloms⸗ zu ſchinden vnd zuſchaben/ die Statt außzuſaugen/ alle ſchandliche vnzucht zutreiben/ grewli⸗ 4 0 2 3 che Tyrannej ʒuuͤben/ vnfriden zuſtifften/ vnd Haar auff Haar zurichten. Er verſchonet key⸗ 6 6 nes Menſchen/ wie haͤfftig man jhn bat/ vñ hielt keyn ʒil noch maß mit ſtraffen. In gegenwaͤr⸗ tigkeyt Beronices/ des Konigs Agrippe Schweſter/ welche des Gottesdienſts halben in den Beronſee ſiehetbar⸗ Tempel kommen war/ bꝛacht er tyranniſcher weiß vil Volcks vmb/ vnd wolte ſich durch jhe Gotes bitt keynes wegs beguͤtigen laſſen/ vngeachtet/ daß er ſie ſahe Barfuß bei dem Gottesdienſt ſtehen/ vnnd verachtet ſie vnter dem Gebett. Derhalben ſie auch diſe ſachen Schꝛifftlich an den Koͤnig Agrippam hat gelangen laſſen/ vnd die Juden abgefaͤrtiget/ hn vmb rettung jbꝛer Frecheyt zuerſuchen.. Als er auch auß Egypto widerkommen iſt/ ſeind jhm der mehꝛertheyl Burger auß der 4 0 3 0 Statt Jeruſalem /bei ſechʒig Stadien enigegen gezogen/ haben jhm die Staitgezeyget/ jhre 3 not gellaget/ vnnd begeret/ er wolte doch Legaten an Neronem ſchicken. cyn groß mitleiden mit den Burgern gehabt/ vnnd nach ſeinem hohen Verſtand wol geſpů⸗ ret/ daß es ʒum Krieg wider die Rõmergereychen wuͤrde. Damit er aber keynen ng auf ſich laden/ oder das Volck in die euſſerſie gefahr bringen doͤrffte/ hat er allernaͤheſt bei dem Tempel/ vnd nur mit eyner Brucken von jhm abgeſoͤnder iſt⸗ vnd iſtus genennet wird/ ʒuſammen beruffen/ vnd eyn polche Redan ſie gethan: 6 3 Agrippe vber Flo⸗ rum. Er hat aber ſelber Die Inden klagen * . 3 * 1 1 * 1 2 1 Rede des Rönigs Agrippe an die In⸗ den. Joſeph· am 391⸗ blat. Egeſippi/ bon gerſtoͤrung der Statt Agripp vermahnet das Jůdiſche Volck/ ſie ſollen ſich nicht wider die Romer emps⸗ ren/ die hnen vil zu machtig ſeien/ ſondern die beſchwerde der Romer mit gedulttragen/ damit ſie nicht vbel aͤrger machen. Er verdienet aber mit diſer trewen warnung nicht mehr/ denn daß ſie jhn darfur ſchmaͤhen/ vnd mit Steynen werffen. Jewol der ſchmertz vnd vnmut gemeyniglich alleguteräth vnd * ſach fleiſſig nachdencket/ ſo laſſet die bekummerniß nach. Dannwannich be⸗ S funden hette⸗ daß jedermann vnter dem Volck geneygt were/ die zugefugie ſchmach zuraͤchen/ vñ das Romiſche Reich mit Krieg anzugreiffen/ vñ nicht vil mehꝛ der mehꝛer vnd beſſer theyl/ luſt vnd liebe zu eynigkeyt hette/vnd zum Friden rieihe/ dozffte ich mich nit vnterſtehen zu euch zufommen/vnd euch eynenrgthzugeben. Sintemal es vmb ſonſt iſt/ lang rathen/ was man ſich ʒuhalten habe/ wann derguhorr Ge⸗ můter gant vnd gar verbittert ſeind. Dieweil aber etliche nicht wiſſen/ wie eyn gefaͤhrlich ding es vmb kriegen ſeie/ ſtreben ſie ernſtlich nach der gewuͤnſchten Freiheyt/ die doch ſchwerlich zu erlangen iſt. Dann jhren vil die Freiheyt alſo ſuchen/ das jhre Dienſibarkeyt nur deſto groſſer wird/ vnd kommen vmb alle jhre Freiheyt/ die ſie voꝛhin alleyn mit dem Namen gehabt. An⸗ dere laſſen ſich nit an jhꝛem gegenwaͤrtigen Stand vernugen/ fahen newerungen an/ vnd bal⸗ ten das fur eynen gewinn/ wann ſie nur vnruhe anrichten. * Derhalben hab ich mir fuͤrgenommen/ die ſach mit euch ʒu berathſchlagen/ damii die ver⸗ ſtändigen durch der frechen Leuth trotz nicht vberſtimmet werden/ vnd die eynfaͤltigen auß vn⸗ ſer Red zum wenigſten verſtehen lernen/ daß man eynem guten Rathgeber folgen ſolle. Der⸗ halben woͤllet ſtill ſein/ vnſer gutbeduncken anhoͤren/ vñ euch nichts jrꝛen laſſen/ wañ ich gieich etwas wider euch reden wuͤrde. Dann es kan keyner vrtheylen/ woh von ich ſagen wil/ er habe es denn ʒuuoꝛ gehöret/ er mag nach gethanem ꝗuͤrtrage gleichwol daruon halten/ was er wil⸗ vnd wanner von mir kommt/ ſeine beſondere meynung behalten/ vnd auff ſeinem Kopff vnbe⸗ daͤchtig hinauß fahren. Es mochte aber jemand ſagen/ was ich vil daruon reden doͤrffe/ wann mir der vmbſtand⸗ ſo ʒuhoꝛet/ nit volgen ſolle oder woͤlle. Wann ſie es zuuoꝛ gehoret haben/ vnd mir darnach nit gehoꝛchen wollen/ ſo iſt alleyn mein Red verloꝛen vnd vmb ſonſt/ vnd darff nit alles Volck drü⸗ ber in gefahr kommen. Wann ſie es aber nit hoͤren woͤllen/ vnd alleyn etliche darwider ſeind/ ſo mußten die andern alle des Nutzes entberen/ den ſie auß meiner Red ſchoͤpffen moͤchten. Der⸗ halben betrifft meine Rede die/ ſo es gern hoͤꝛen woͤllen/ ſo vern ſie von den andern nit verhin⸗ dert werden. Dann all mein reden vergebens vnd vmb ſonſt iſt/ wann man mich nicht ʒu woꝛt kommen laßt/ ſondern mir in die Rede fallet/ vnd eintragthut. Ich hab aber auffzwey ſtuͤck zu antworten/ daruͤber man ſonderlich groſſe lag fuͤhret⸗ Erſtlich/ daß ſich etliche ab der Landpfleger vnbilligkeyt beſchweren: Darnach das ſi auch füͤr wenden/ man nemme jhnen jhre Freiheyt: Darauff muß ich vnterſchiedlich antwort geben Von der Römſchen Dann ſo die Landyfleger boß ſeind/ was ſaget jhr denn von ewerer Freiheyt/ gerad als obſhr oß⸗ Landpfleger B heyt⸗ man nicht durch beyde ſtuͤck vrſach zu Kriegen ſuche. vber die Landpfleger/ die euch voꝛgeſetzt ſeind/ nicht vmb jhꝛes vbelhaltens willen/ ſondernqu verdruß der Bienſtbarkeyt /klagten/ Iſt euch aber die Dienſtbarkeyt ſo beſchwerlich/ ſeiſdie Klag vber die Landpfleger vergeblich. Dann ob ſie ſich gleich der gebůr nach hielten/ oblei⸗ bet doch die Dienſtarkeyt fur ſich ſelbs eyn vnleidlich ding. Laſſet vns derhalben erwegen⸗u 6 Dann was iſt ſpottlicher/ denn ſich der vnbilligkeyt halben beſchweren/ heymlich ʒum Krieg ruſten/ neben der ſchmach auch grolle. fahr beſichen/ den Richter verwerffen/ vnd jhm damit ſelber eynen Feind auff den Halß laden⸗ So doch eyn vnbillicher Richter gemeyniglich dem Rechten nach handlet/ der Feind aber/ wi gut er auch iſt/allwegen nach Leib vnd Gut ſtellet/ Daher man den Richter vimehrbegtigin deñ verbittern/ den Feind aber meiden ſoll/ damit nicht der eyne erzoͤrnet/ vnd der ander herzu gelocket werde/ da man doch den Richter mit freundligkeyt miltern/ vnd ſich vorm Feind huͤten konte/ daß er vns keynen ſchaden zufuͤget. Derhalben ſollet jhr daruoꝛ ſein/ daß nichtbl 3 vnbillicher/ vnd die beſchuldigung feindſeliger ſeie/ denn die Mißhandlung/ vnnd„i * S anſchlaͤg verhindert/ vnd jmmer vrſach zuklagen findet/ jedechwañ man der Mchtsi ſchtſein Pnerſ genJ therſthe vs ind ſiſchen/ mundeß buchdi nuchen/ havben dualb i wañ lich an wrihne Ir zſpat/ bſetun ſchding manje 6 gerthabe Vyſich drwirn Wam wiecyn mt gewa inerg ufftwol vewemg ſundze ann es begibt ſich offt/ wañ* Uch. berſehen haben /das ſie darnac offt/ wañ die jehni 41 s ſie darnach vil aͤ ſchnigen verkl foꝛt offenliche Raͤubereſvn vil arger werden/ vñi wie lagt werdẽ /die ſich i den ſo ſehr/ als— Modereitreiben Eem ſie vorhin kynen ſie gebunden ſeind/nur ha an ſihet an den vnuernq chret auchnichtod olehalſohin iden ſeind/ nur haͤrter zuzi vnuernuͤnfft ichts den ſchmerßen der wu darionſona haͤrter zuziehen/ wenn ſieſi igen Thieren/ daß ſie di er wun⸗ ruon kommen/ wannſie ſic wenn ſie ſich lang ſt daß ſie die Strick damt des Febers durch ſie ſich gedultig darei gſtreuben/ Her ebers durch gedult gelindert/ al nergeben. Es werd gegen aber vil rin wiſſen darein ʒuſchichen /vni ert/ aber durch vn. den quchdie 30 ien darein zuſchicken/ vnd jhne ngedultgeme oſpiegroſſenſchmer die erfahꝛung v jhnen ſelber ab ubr hret. So ſich nu widz zen fahꝛung vnter den Menf eiber abzubrechen/ damitj hdie wildẽ Thier t ſchamrot gei ie beleydigten die wi geſchehe/ ſo ——.— ohne klag da Es ſtieaber gleich lſo daß der Jomiſe n/das ſie nit vnteri⸗ welches iſt aber beſſer/ eyn l omiſcht Landpfleger vñ Richter vb — ſein/ daß man alle bekriegen—— Roͤmer auff dem halß haben ſeie⸗ Roömer ſchuldigan der och nur eyner ſich verſuͤndi en? Wie kan das ligen Richter. ſen Pu vberſehen/ oder jhꝛe Augẽ gegen Auffs erdenhalß ſchicken mochie Sietoheneennbie⸗ eriehenoderhre Augẽ gegen Auff Fi moͤchter Sie koͤnen d was in diſen Dꝛtẽ geſchehe/ Sie köñ gang vñ diidergung der Sonnen habt/dj aß Meernt foꝛſchen /ſo möget eſchehe Sie koͤnens auch nit leichtlich onnen habẽ/dz ſie warneſen/ ſchen/ ſo mögen ſie doch die ſache ich erfahꝛẽ. Dañ ob ſie wol fleiſſi n n von wegẽ verne des wegs nit grundli wol fleiſſig nach n deñ vmb eynes eynigen Menſchen wi go nit grundlich erkuͤndi ſo doch diſe ſach auff. enwillen eyn ſolche vnruhe indẽ Römiſche eichan Wil doch diſe fach auff andere weg mag verb vnruhe in dẽ Roͤmiſchẽ Rei machen/ oder vil můhe mi mag verbeſſert werden/ das jhr eich anfahẽ/ machen/oder vil můhe mit reyſen habendo en/ das jhr euch mit vil klagen nit eyn vbermůtiger Landpfleger ben doffet. Dañ die Roͤmer ſetzen allej vnwerd Derhalben brin npegen kan nit in die harꝛ bleiben/ vnd ear newe Añitleuth⸗ Oerhalben bringet euch das ſtillſitzen f en vnd mag eyn beſſerer hernach kom̃ tag/ wañ jhꝛ gleich růͤhig ſeidt. Eyn Krieg ab er ſach beſſert ſich von ta gichan wener wollfürnemichaberiſn erlaßt ſich ohn groſſe gefahr ni le/fuͤrnemlich aber iſt mit d enopnBroſieg fahr nit anfahen/ er treffe vor hnen nach deſoſten Schlarhſi tit den Roͤmern nit gut zu kri. vorjhnen nach verlohꝛner Schla— zu kriegen. Dann wa . Ihr wendet aberewer ver efe mü man die gantze Welt zu ſpat /hr ſoltet euch voꝛhin gewehꝛet haben/ chej pt fur Diſer Rathſchlagaberiſnu Judẽ 8 gewehꝛet haben/ ehe jhr vmb ſt nuh mehꝛ Von der Judẽ Frei ſesund keynes Streits/ nach— ſörſiem— Freibeyt kom̃en ſeidt/ ſo doͤrffte bet. rei⸗ ich ding/ derßalben ſolt manſichentweder anfungi habet. Dienſibarkeyt iſi eyn beſchwer⸗ man ſe eynmal darein verwilliget/ dieſelbige mi 3ieh nit darntrergebeßtat gerthaben/ dama neuch die Dunſibarke— gedult tragen. Damals ſoltet jhr euch gewey⸗ Wer ſich aber eynmalvnter das Jochbe egẽ wolte/da hettet jhe vꝛſach zukricgen gehabt. der wird nit fuͤr eynenli. egibt/ vñ ſich darnach widerumb begeret zu entſchůttẽ Warumb habe Freiheyt/ ſonder fur eynen widerſpenſtigen Knecht u Varumb habt jhꝛ ewer Freiheyt damals ni t* ni wie eyn Hen in die Stutthi malenitnfochet aeie n Land einnam/ vnd mit gewalt beſtritten: hinein zog⸗ Warumb habt jhr ewere Fretheyt nitzumſelbigen mal ſurs eſtritten⸗ Warumb haben ſich ewere Vaͤtter nicht zur Wehr geſicllet di 4 urf.— denn Es fehlet jhnen an Mannligkeyt nit/ ſo waren ſie mit 6 urfft wol verſehen/ vñ begerten ſich zu wehꝛen/ ſie vermochten aber dʒ Roͤmiſche Kri wie wenig es auch war/ nit ʒubeſtehen/ ſondern arnimt mußten ſich ergeben/ vnd w jnen dz Leben ſchencket/ vñ die Dienſtbarke yt aufflegt/ damit ſie nit mu eaefänaniß lei⸗ W woͤllet jhr euch denn deſſen weygern /das ſhꝛ von Aunhen eugle ee — js ch uldig ewerer Vaͤtter Vertraͤg ſteiff vnnd ſtat ʒuhalten/ was wollet jhr euch denn des ſa m5 enrſchuͤtten/dendie geleyſtet haben/ welchen ihꝛ nit zu vergleichen ſeidt? Oder was e— vnd alle Kriegsmacht der Roͤmer wider euch erwe⸗ ket⸗ Wie könnet or denen widerſtand thuen/ die allen Voͤlckern obgeſiget/ vnd von d gen hůͤiffzu gewarten haben. geſite 6 Die Arheminſer haben jyr Vntierland /von wegen des gunzen Grichiſchen anann⸗ Achenienſer⸗ laſſen/ Hauß vnd Hoff verlaſſen/ damit ſi nur erren nicht zum Herꝛen haben můß⸗ S auff dem Land geſchiffet vnd auff dem Waſſer ʒu Juß gangen/ vñ beydes zu Waß ſer vnd zu Land ſo maͤchtig geweſen iſt⸗ daß er gantz Europam durch reyſet/ vnd ſein Kriegs⸗ uolck nicht platz vnd raum genug in dem Land gehabt hat. Demſelbigen haben ſie in 2 ſo ernſi⸗ — —— * ——— 8— 3„*— Lacedemonier. Macedonier⸗ Engelland⸗ Franckreich vnnd Teutſchland. Egeſippi/ bon gerſtoͤrung der Statt 0 ſo ernſtlich nachgeſetzet/ daß er jhm ſelbs nit ʒuhelffen oder zu rathen wußte/ vnd fiohe in eynem s eyntzigen Schiff daruon/ damit er nicht gefangen wuͤrde. Eben dieſelbige Athenienſ ſer/ die gantz Aſiam vmb der kleynen Inſel Salamina mit Krieg beʒzwungen/ vnnd etxem/ der vber das Meer herꝛſchet/ vñ meynet/ die Element muͤßten jhm gehorſam ſein/ in die flucht geſchla⸗ gen/ vnnd groſſen Sig an jhm erlangt haben/ muͤßten jetzund den Roͤmern vnterwoꝛffen ſein/ vnnd laſſen ſich die Fuͤrſten in Griechenland/ von den Welſchen regieren. Ja die herliche Statt Athen/ die andern Leuthen pflegt Geſetz fuͤrzuſchreibẽ/ muß jezund nach frembden Ge⸗ ſetzen Leben. Deßgleichen erkennen auch die Lacedemonier die Roͤmer fuͤr jhre Herꝛen/ vnangeſchen⸗ daß ſie der Statt Termopylas/ vnnd dem abgeſtoꝛbenen Leonide/ auch Ageſilao/dergant Aſi⸗ am erhalten/obgeſiget hatten. Macedonia vnd Africa/ welche durch jhre tapffere Haubtleuth den gantzen Erdboden vnter jhren gewalt bracht hatten/ leidẽ den verluſt jhrer Herſchafft mit gedult/ laſſen ſich diſe ànderung nicht bekuͤmmern/ vnnd begeren nicht mehr/ denn das jhnen die/ welche ſie ſelber zu jhrer Dienſtbarkeyt begeret/ gnaͤdige Herꝛen ſeien. Die Macedonier laſſen ſich weder Philippi reichthumb/ noch Alexandri Triumph vnnd Sig jrꝛen/ welchebeyde Haubtmaͤnner ſie als vnuerſtandige Leuth billich fur vnůͤberwindlich achten. Dann eyner hat in Griechenland gekrieget/ der ander iſt vor der Römer macht gewichen biß in der Caſpier Koͤ⸗ nigreich/ vnd hat zu aller euſſerſi in Perſide/ vnd mitten in India groſſen Sig erlanget/ wird auch Magnus/ das iſt Groß genennet/ dieweil er die aller groͤſten vñ maͤchtigſten Völcker an⸗ gegriffen hat. Wiewol er nuh durch den vnzeitigen tod ehe hinweg genommen woꝛden/ das jbn die Roͤmer zu jhrem Triumph vnnd Schawſpil nicht haben brauchen koͤnnen/ ſo ſeind dochje⸗ tzund ſeine Nachkomenen vnter der Dienſtbarkeyt/ welche die Beuth in Moꝛgenland nit zu be⸗ ſtätigung jhꝛer Herꝛſchafft/ſonder zur belohnung der Dienſi barkeyt erjagt habẽ. Daß alſo des Sigers Macht vnd Reichthum̃/ durch der Diener Adel vñ ruhm gemehꝛet wurde. Das iſteyn groſſes an Alexandꝛo: Was ſoll es aber ſonderlichs ſein Alexandii Sig reychet biß an den O⸗ teanum/der Römer macht erſtrecket ſich aber vber den Oceanum noch weiter hinauß. Das be⸗ zeuget Engelland/ ſo an den euſſerſten orten gelegen iſt/ vnnd dannoch durch die Romer an das Romiſche Reich koĩen iſt. Dauon man vor jaren nichts gewußt hat/ das iſt jetzund durch der Roͤmer Sig bekannt woꝛden. Die Voicker/ welche von keyner Dienſtbarkeyt zuſagen wuſten/ vnd zu jeder ʒeit frei/ vñ gar fur ſich ſelber geweſen waren/ ſeind auch in Dienſtbarkeyt gerathẽ ⸗ vnangeſehen/ das ſie mit dem Oceano verſchloſſen waren/ vnd keynen hoͤhern gewalt wußten fur dem ſie ſich hetten foͤrchten doͤrffen. Es iſt eyn groͤſſer Werck geweſen/ in Engelland kom⸗ men/ denn den Engellaͤndern obſigen. Dann was ſolten die Engellaͤnder gethan haben/ die⸗ weil auch die Element den Roͤmern gehorſam vnd vnierthanig waren? Der Oceanus hat ſie gelehꝛet die Dienſtbarkeyt mit geduld anzunem̃en/ nach dem die Roͤmer mit jhren Schiffen an⸗ kommen ſeind/vnd jhnen die vngewoͤhnliche Dienſtbarkeyt aufferlegt haben. Was ſoll ich vil von Annibale ſagen/ der ſo vil Laͤnder bezwungen/ vñ den Roͤmern zu jhꝛem Sig vñ Triumph groſſen fürſchubgethan/ den Weg durch die Alpen eroͤffnet/ die Straſſen gemacht/ di Sttt erobert/ vnd den Sigern eingenommen hat. Vnd wiewol er gemeyniglich den Sig daruonge⸗ tragen/ſo hat er doch den vberwundenen die hoffnung des Sigs nie abgeſtrecket/ eynmalhater die Schlacht verloꝛen/ vnd ſich darnach nicht wider erholen koͤnnen/ Derhalben er ſich ſenem Feind/ den er nit beſtehen konte/ gutwill ig ergeben/ die Waffen/ damit er groſſe Schlachtenge⸗ than /mdergelegt/ſich zu dem Konig Pruſia verfůget/ vñ iſt alſo auß eynem Hanubtmann ʒum Tagloͤhner/ vnd nach vilfaͤltigem Sig /fluͤchtig worden. Wir wöllen nuh auff die Frantzoſen kommen/ welche grauſame Voͤlcker ſeind/ vndſich auff jhre ſeibs gewachſene Mawren verlaſſen. Dann ſie haben nicht Mawꝛen von Zeug vnd Steynen auffgefuhret/ ſondern werden durch die hohen Alpen gegen Auffgang der Sonuen/ vnd von dem Oeeano gegen Nidergang verſchloſſen. Gegen Mittag haben ſie die gahen Be⸗ ge Pyreneos/gegen Mitternacht den Rhein/ vnd die grewlichen vnd vnuͤberwindlichen eut⸗ ſchen/ vermeyneten derhalben/ ſie weren dermaſſen auff allen ſeiten verwaret/ daß mannicht zu jhenen wuͤrde kommen koͤnnen. Die Roͤmer aber funden eynen weg/ zogen ſoweit der Hi⸗ meiblaw war/vnd erweiterten jhr Reich biß vber die Seulen Herculis. Alſo haben di Rö den eind/ der wol verwaret geweſen /glůͤcklich antroffen/ vnd da er ſich ur Geenweh ² mm lnde ſn ni jwl uf ubiſ Grt nun dur olush chtetd ufſhn henen. heſelw hebpe Din hndevn Hi ſs Mge Pirol ndern4 um Sa hfiucht ſer Mo al/ vnd Mergriſ ynlizt uſtenh — hannig ſchſebs, odzeit daribe d den n wec udd el we it ——= —.— ——————— —=—=— — S S % N jesund ſelber dienſibar ſein np 3. denn and eſi ſöee fͤr ſen hinderhalte gebraucht/ alſo brauchen ſie*— das Meer faf un e Römiſche Schiffauff dem Nan biß 2 oꝛmals frei Si daß wie ſie ſich voꝛhin der Herſchafft vber den S e e en ſie Was hat die Sclauenv herauß gegraben/ vnnd tzet/ welches ſie auß dem E rdrich Sclauen/ Wenden mer Eiſ beyr erhalten moͤgen? Ji nicht ber Rö. vnd ugen. vnd Scha old dienen mußr Eyn Bngerer gibt Tribut Bug vom E mit gutem willen in der Römer Schaßzkam⸗ t bleiben moͤge. Der Goldreiche Fluß Pa⸗ . achtet der Perlen nit hoch/ vnd die a Seres frage llen/ ſie wenden aber · Stre ſeind Pöt⸗ auffjhꝛe Herꝛſchafften/ vnnd treiben nicht Kauffmanſchatz darmit/ ſonder verſchenckens den cker in Aſia Sey⸗ Herzen. thica/ die mu Woll vnnd Seidenwerck Wir haben ʒwar vil von den Perſen praͤchtigen Regiment gehoret/ aber hergegẽ auch jhꝛe vnbgehen/ Daher eiſel wol geſehen/ vnd wiewol ſie vber vil Voͤlcker herꝛſchen/ ſo geben ſie doch jhꝛe Kinder vnd nt Sercum⸗ Adels Perſonen ʒu Buͤrgen/ vnd dienen den Römern gern/ damit ſie nur friden haben/ vnd bei der Dienſtbarkeyt lernen moͤgẽ/ wie man regieren ſolle/ gebẽ auch den Roͤmern/ Kleyder/ Halß⸗ ba nde vnd Elephanten/ dargegen jhnen die Roͤmer nur eyne Schatzung aufflegen. Hierher woͤllen wir auch Egypten zehle /welches fur ſich ſelbs eyn reich Land iſt/ vnd key⸗ ne Regens vom Himmel herab bedarff /ſondern ſich ſelbs ergeuſſet vnd gnugſam befeuchtiget. Wiewol es auch hitziger iſt/ denn andere Laͤnder/ ſo klaget es doch nit vber die Důrꝛe/ vnnd was andern Laͤndern mangelt/ daß wird alles durch jhre reiche Ernde erſtattet/ Man ſchiffet auff dem Sand vnd auff der Saat/ wann gleich keyn Regen vorhanden iſt. Diſe vngewoͤhnliche befeuchtigung/ vnd natuͤrliche fruchtbarkeyt kommet den Romern zu gut/ daruon jhre Herꝛen vier Monat lang vnterhalten werden. Was ſol ich von der Statt ſagen/ welche jbren Namen von eynem gewaltigen Koͤnige Nerandria⸗ hat/ vnd rings herumb mit Waſſer vmbgeben iſt/ daß man ſie nicht belaͤgern kan Dieweil das aller groͤſſeſt Waſſer ſich mit ſeinen Stroͤmen in dem Feld außtheylet/ vnnd machet/ daß man keyn Laͤger darfuͤr anſchlagen kan/ vnd dannoch zufuͤhren kan/ alles was man zur notturfft be⸗ darff. Diſe Statt hat groͤſſere gelegenheyt ſich ʒu entpoͤren/ denn Egyptus/ welche ʒehen Tau⸗ ſent ſibenhundert vnnd fuͤnffzig Burger vermag/ ohn die Einwohner vnd hinderſaſſen ʒu Ale⸗ randria/ welche alle vnter die Roͤmiſche Oberkeyt gehoꝛen. Wiewol ſie nuh eyn ſolche groſſe maͤnnig Volck hat /geben ſie doch S vil lieber Schatzung/ denn das ſie fuͤr ich ſelbs/ vnd auff jhren eygenen Sold kriegen wolten. Ich wil der cyenenſer nit vergeſſen/ welche von den Lacedemoniern herkommen/ Cyrenenſer vñ voꝛ zeiten mit den Carthaginenſern der Landſchafft vñ Herꝛſchafft halben geſtritten/ jhꝛ 3 ben daruͤber gewagt/ vnd alſo eyn Niderlag erlitten/ doch endlich die ſchmach wider zſ ehen/ welche erſchroͤcklich ſeind/ wann mun ſie nu weil gerbei Avn .—— bleibt was nah darzu kommt. Gelehꝛte vnd verſtaͤndige E* tritte Theyl der Welt erſtrecke ſich von den Atlantiſchen Meer vnnd He ene vnnd an das Rote Meer/ vnd an Moꝛenland. Wer kan die mancherley Voͤlckera 4. boß ſchiffen iſt. Carthagine gewohnet/ welche ſich doch Scipionis gewalts nit hat entſchuͤtten uſ NRoͤmer/ als jhre Feinde lieber eyn halb wider vnterhalten/ dennſich a vertroͤſtung wider die Romer auffleynen wollen. ſue hundert beruͤhmter Staͤtte/gewaltige Koͤnigreich herumb/ darauff ſie ſich in den Waſſerwallen/ gleich wie hinter eyner S. ſter regieren/ vñ entſeßzen ſich vil Fages war Wat wehret/ laſſet ſich doch jetzund von eynem eyntzigẽ Burgermaiſter reg ſeEnocher/ die oma ſcnede Piſun Volcker ab den ſechs ʒuſammen gebundenen Ruten. Aſia /Pontus/ d 4 0 0 6 8 kuten/ die man den Roͤmiſchen Burger⸗ maiſtern an eyner Stangen/ ſambt ey⸗ ner Ayt fuͤrtrug⸗ Vgeſippi/ von Zerſtoͤrung der Stact der vnd Tauriei in Seythia/ die Meotiſchen Koͤnigreich/ vñ Boſphoꝛaner/ ſeind alle dem Ro⸗ miſchen Reich vnterthaͤnig/ vnd das Meer/ ſo voꝛ diſer ʒeit nicht ʒuſchiffen geweſen/ traͤget je⸗ tzund vmb Jridens willen viertzig Schiff. Was ſol ich aber von Armenia ſagen/ die nicht al⸗ leyn fur ſich ſelbs ruͤhig vnnd frilich iſt/ ſonder auch gute Wacht an den Thorenhallt/ damt nicht etwan eyner hinein ſchleiche/ vnd eynen Laͤrmen anrichte? Jedermann begeret den Ro⸗ mern ʒu dienen/ alleyn jhr woͤllet denen nicht gehoꝛſam ſein/ welchen ſonſt jedermann vnter⸗ thaͤnig iſt. Auff was Kriegsruͤſtung verlaſſet jhr euch? auff welches Kriegsuolck bochet jhr dermaſſen Wohhabt jhr ewere zubereytete Schiff/ damit jhr euch auff das Waſſer laſſen/ vnd der Roͤmer Meer durchſtreyffen wollet. Dann auch die Element jhren Namen von denen ha⸗ ben/ welchen die gantze Welt zuſtaͤndig iſt/ durch welche ſich des Roͤmiſchen Reichs gewalt er⸗ ſtrecket vnd außbreytet/ Daher ſie auch von vilen der Roͤmiſche Erdkreyß vnnd Boden genen⸗ net wird. Dann wañ man die warheyt bekennen ſoll/ ſo iſt auch/ wie oben gemeldt/ der Erdbo⸗ den dem Roͤmiſchen Reich vnterwoꝛffen/ welchen die Romer durch jhre Mannligkeyt biß vber den Oeeanum bezwungen/ eyn ander Welt geſucht/ vnd zu aller euſſerſt in Engelland eynen newen Sitz vñ wohnung funden haben. Welchen nuh nit alleyn das Burgrecht in der Statt Rom/ ſonder auch ſchier alle Menſchliche beiwohnug vnnd Geſellſchafft abgeſchlagen wird/ die ʒiehen an daſſelbige Ort/ vnnd wohnen daſelbs/ als weren ſie gantz vnd gar auß der Welt verwiſen. Der Oceanus hat ſeinen voꝛigen Lauff verloren/ vnd haben die Romeralle ſeine ge⸗ legenheyt vnd heymligkeyt erkuͤndiget. So habt jhr nuh mit ſolchen Leuthen zuſtreiten/ wider welche auch die Natur nichts vermag. Der Euphrath/ den voꝛhin niemands denn alleyn die Einwohner haben ſchiffen koͤnnen/ ſtjetzund gut Roͤmiſch woꝛden/ vnd gibt zuuerſtehen/ daß alles gegen Auffgang der Sonnen den Roͤmern zuſtaͤndig ſeie. Die Donaw/ ſo gegen Mit⸗ ternacht durch vil Laͤnder vnd grauſame Voͤlcker flenßt/ nimmi Geiſel vnd Buͤrgen/ vñ vber⸗ waͤltiget die Feinde. Die Landſchafft gegen Mittag/ ſo weit ſie ʒubewohnen iſt/ pflůget den Romern/ vnd ſam̃let jhnen die Ernd ein. An den aller euſſerſten enden der Gaditaner/ gegen Nidergang wohnen auch Leuth/ die dem Romiſchen Reich vnterwoꝛffen/ vnnd ʒinßbar ſeind. Daſſelbige Land weyß auch ſeine Waar zuuertreiben/ vñ wird jetzund Kauffmanſchatz an dem Ortgetriben/ ſo voꝛhin ohn ſchaden nicht ʒuſchiffen geweſen iſt. Dieweil nuh die Roͤmer alles in jhrem gewalt haben/ woh woͤllet jhr euch denn vmb huͤff wider die Romer bewerben; Auß welchem vnbewohneten Land moöget jhr Gehuͤlffen belom⸗ leVolcker gewaltig werde: Pntheyligung des Tempels geweiſſa⸗ get⸗ men Dann was auff dem Erdboden wohnet/ ſtehet alles den Roͤmern zu/ Woͤllet jhrewere Bottſchafften vber den Euphrath an die Adiabener ſchicken ſie werdẽ aber das jhre vmbewert willen nicht dahinden laſſen. Der Parther wird auch den begerten friden nit brechen woͤllen ⸗ damit er nicht von den benachtbaren fuͤr eynen Auffruͤhrer geachtet werde. Ihr doͤrffet euch keynes ſolchen Kriegs verſehen/ als wann jhr mit den Arabern oder Egyptiern eyn Schlacht zuthuen hettet. Der Römer Kriegsruͤſtung iſt gar vil anders/ es iſt da mehꝛ Gelts vnd Guts vorhanden/ welches auß der gantzen Welt hin vnnd her iſt geſamlet worden/ vnd verlaſſet euch nur nicht auff die Maweren zu Jeruſalem/ Die Roͤmer haben wol ſtaͤrckere Mawren ʒerbro⸗ chen/ als die iſt. Ihꝛhoffet aber ewerer Religion vnnd Gottesdienſts zu genieſſen! ſo dochdie Juͤnger Jeſu den gantzen Roͤmiſchen Vmbkreyß erfullet haben/ Oder meynen wir/ daß dieſel bige Religion ohn ſonderliche ſchickung Gottes zunemme vnd wachſſe oder das Rom vberal⸗ Diſe vnſere Religion hat vns laͤngeſt verlaſſen/ dieweil wir den Glauben verloꝛen/ vnd wider Gottes Gebott vnnd Verbott offt geſuͤndiget haben. Wie hat vns der Konig inn Egypten vberfallen Wie ſeind wir von den Aſſyrern gefangen woꝛden⸗ Hat nicht die Schrifft ſolches alles ʒuuoꝛ verkuͤndiget? ſtehet nicht geſchriben/ daß alles · H⸗ kgthumb in dem Tempel ſolle verwůſtet werden/ welches auch/ nach dem es ſo offt verunrcyni⸗ get worden/alle krafft vnd liebligkeyt der Goͤttlichen geheymniß verloren hat. Der Zempel ſt anit Menſchenblut entheyliget/ die heyligen Geſtůl mit todten Coꝛpern erfuͤllet/ di Ataͤr mi Romiſchen Blut beſudelt worden. Am Sabbath hat man Krieg gefuͤhret vndſich verſuͤndi⸗ get/dieweil man den Tempel nit mit gebuͤrlichen Gottes dienſten vñ Feſttagen/ ſonder durch Krieg vnd Blutuergieſſen erhalten wil. Vnd das wird zwar abermal geſchehen/ wie koͤnnen wir vns denn Gottes huͤlff wider die Feinde vnnd Widerſaͤcher vnſer Religion getroͤſten⸗ ſo wi doch die erſten ſeind/ die ſich an vnſerem Gottesdienſt vergreiffen Warauff haben— niin n weß uche it. nahu Rden inz /d enle nochſi vannt Wuſt ſhel/vn ergar mec ſgrenſ unſche ſichenn nO ſiſ/d Pabv pel deuo undhab Lenye weilohn ſconet lsdeß huenbed fnenmi vſollti De e aucht nbewe iynßi ſya n zuft ußun lun, y unnid uzn kiß ur V eruſo em/ S 1 3 lem/ Dae II. Buch 1* nzu verlaſſen/ dieweil wir weder 43 npſeget die Leuthii iche get die Leuthlů gut gefaſſet ſeind/ noch G ott zum Ge (5 beyden ſtuck was ſolte denn wol derauß ſtig zum Kriegz auß voigen/ dennd ennchen⸗ Eofchlereuchab Inzundtinndüſehet⸗ſower tunden vnd verbrenne ehet/ ſo werdet jhr ewer2 asgewi verderben fuͤhre erennen/ Ewere berbnnnu gewiſſe verderben: milterungzuh Vnſers jaiers vnd vnd Kinderi— md deneene wuep⸗— S iu nnß ehtnt chſeend u ons zuhandengeh anate r a 3 allen oꝛten vnd Juden in ewerem wen ſie in allen Staͤtti Juden keyn leyd thue vergoſſen werd rieg begriffen ſei ättẽ vnſer Geſchla ding/ de yn leyd thuen/ wann man rden. Seind denndi en ſein/ vnd wird eſchlächts aß ihr eynen Krieg man ſie nicht zuuoꝛ enn die Romer td vnſers Blu ben Leu Krieg anf. 6— bt zuuoꝛ mit Kri rſolche 1 uts — when ſo iſtes je eyn vnt p öträfft s hoffet. Es iſt gut/li auff das hohe Me diem gut/ lie⸗ — ertrincken ht mehr hi ili nildi Schif yn ander ding eentitchen/ wann r abẽ/ e angereytzt wird/ ing/ den eind man jhn ni Labe/ ehe man ſiche ird/der pfleget Jeind anreytzen cht gleich ſelb ſichs ver⸗ ſige entſchuldigun pfleget auch deſt vnd ſich des Fei beranfahet. Es iſt ſige entſchuldigung/ W eſto chegnad einds erweh et. So iſt zum ſchaden habe 6 Wann ſich abere ʒuerzeygen/ vnd dier en. Weicher nich „ Sr— he eynen e gefahꝛ eym. Dannbie Römer habenail gefahr auff demhalß em jhꝛenttrenmöget woß pott erh mhalß ñen moͤget/ wohin jt niß iſ/der iſj mer haben allenthalben j vnd findet den 3 wohin jhꝛ niß iſt/ der iſi jedermanns Fei thalben jhre 3 en Feind allenthalben da Weib vnd k anns Jeind. Ged jhre Freunde/ vnd wer nicht ind enthalben da⸗ Vrib vnd Kinder daran nicht Gedencket doch an ewer li er nicht in der Römer Biů pel beuohlen ſein/ wa an nicht verſchon er liebes Vatterland/ ſoj uer Buͤnd⸗ ohlen ſein/ wann jhr jhn anfel en wollet. Laſſi and/ ſojhrjeew vnd habet mitlei njhr jhn anſehet/ ſch aſſet euch doch de jeewer licbẽ vnd habet mitleiden mit der heyli het/ ſchonet doch; den aller heyligſen e Tempels ni mit der heyligen Pri zum allerwen hligen Tem⸗ mpels nicht verſcho gen Prieſterſchafft. D igſien des Gottesd weil ohn das all chonen/ ſo werden die Ro. ann werdet jhrd tenſis⸗ cil ohn das alle Heyden vnſ die Romer vil weni er Prieſter vnnd d ſchonet hat/ da er ſi yden vnſerer Religion fein ger Barmhertzigkeyt bewei 8 ſchonet hat/ da er ſie wol he gion feind vnd auffſetzig ſei igkeyt beweiſen/ Di alles deſſen eri hette außreuten koͤ o. fſetzig ſeind/ deren d Er les deſſen erinnert/ daß fonnen. Ich hab euchnie och Pompeius ver huen bedach in/ dencket jh ienen mag/ ich hab ten/ ſonder cuch friden mit den Roͤ jhr der ſachen n /ich hab euch gerathen/ was ich ſel iden mit nRömernzußults/thutſt ach/ was mir vnd eu rathen/ was ich ſelber zu⸗ vñ ſollet jhr enti zuhaltẽ/ thut jhꝛ dz nit— ch nutzlich ſein moͤge. Ich be Da erfnict nt mir guten gun ich nit mit in ewergeſellſch. che„ er e br alleyn ſ S hin bewegt/ daß ſie ſagt yſto war. Es hat auch A tine Schweſter Ser wegt/ daß ſie ſagten/ wi uch Agrippa die ſe itjbm wel⸗ alleyn Florum bekri ir begeren Juden mit ſeinen Thraͤneni — um bekriegen⸗. vns— NeRe 3 mern. ekriegen aber ebenhiemitauch de S Schazung ab/ Es liget nit Flori⸗* onder den Römern vñ dem Antonia/v s liget nit Flori/ ſonder der Ro mern vñ dem Keyſerd ntonia /von welcher er Römer Kriegsuolck in de hier de —„damit die S— empel abgeſoͤndert/ vñ die der Burg Schatzung/ die jhrd— zugang darzu hette. Erſtattet di abgebrennetha⸗ em Keyſer noc ſ et die aufferlegte vnd hinderſte t d jhr nit— Kryſer⸗— h Durch diſe red ward das Volck wi gewalt verachtet den Tempel/ v olck wider zufriden 8— zu bawen/ wie ſie vorhin geweſen waren/ vnd inzuſam̃len/ vnnd ſei Talenta eingebracht ſeind alſo durch darzu verord indi Noch— an bezahlung 3i ſie ᷓᷓloro mittlerweil ſolten geſullet war/ wolte Agrippadie Juden weiter— daß gchoꝛſam leyſien⸗ biß der Keyſer eynen andern an ſein ſiatt oꝛdnen 5 enſis gereychen⸗ —„ E Vgeſippi/ von Zerſtoͤrung der Statt o vnd ſchicken wuͤrde/ hat aber eben damit dʒ Volck dermaſſen entruͤſtet daß ſie jhn mit ſchmqh⸗ 6 8 worten angetaſtet/ zu der Statt hinauß geſtoſſen/ vnd jhm etliche Steyn nach gewoꝛffen vnnd weyß man nicht/ob ſie jhn getroffen haben oder nicht. Diſe ſchmach that dem König ſo wehe/ daß er auch die Anfaͤnger griff/ vnd gefaͤncklich Floro zuſchicket vñ verfuget er ſich darauffin ſein Konigreich. 5 X. Cap. Die auffrůhriſchen Inden nemmen Maſſada mit gewalt ein/ vnd woͤllen der eyden Opffer nicht mehr/ wie bißher geſchehen/ im Tempel annem̃en/ vnd machen eynen Auffz lauſfwider die/ ſo ſie darfůr freundlich ſtraffeten. Bas lachet Florus in die Fauſt/ Agrip⸗ pa aber ſchicket den fridltebenden etlich Rriegsnolck zu huͤlff/ da gehet es an eyn Schar⸗ muͤtzeln/ Brennen vnd moͤrden. Manaim nimmt Agrippe Zeughauß zu Maſſada ein/ machet die ſeinen darauß bewehrt/ vnd belägert Jeruſalem. Die Roͤmer ergeben ſich darinn/ werden aber gleichwol im abzug/ wider Ehr vnd Recht jammerlich erſchlagen ⸗ biß auff Mettlium. O bald er nuhden Rucken gewendet/ haben die Meutmacher die N PVeſtung Maſſada mit liſten eingenommen/ die Roͤmiſche Wachtauffgeha⸗ ven vnd erwuͤrget/ vnnd jhꝛe eygene Beſatzung hinein gelegt. Es hatauch 5 Eleazarus des Hohenpꝛieſters Sohn/ eyn verwegener vnd frecher Menſch den Rath gegeben/ daß man keynes Frembdlingen Gab vnd Opffer hinfort 4 0 Maſſada von den † auffruͤhꝛiſchen Indẽ eingenomen⸗ X Der Heyden Opffer. S. von den Inden ver⸗ ß worffen/ auß Blea⸗ S. zari rath. S die Romer geweſen iſt/ vnd jedermann vnruͤhig vnd auffruͤhriſch gemacht hat. rnt Da nn die Oberſten vnnd fuͤrnemſten vnter dem Voick ſahen/ das ſolches eyn newen Laͤrmen bringen wolte/ hielten ſie der Gemeyne fuͤr/ daß nicht alleyn der Keyſer mit Krieg an⸗ gegriffen/ ſonder auch der geordnete Gottes dienſt/ vnd die Ehꝛ des Tempels geſchwaͤchet/ vnd der heyligen Vatter Satzungen dadurch vernichtiget vnd verwoꝛffen wuͤrden/ welche von der außlaͤndiſchen Opffern vnnd verehrungen den Tempel gezieret hetten/ daß er von der Heyden Gaben/ vnnd vnzaͤhlicher anderer Voͤlcker Opffer reich worden were: Das heyſſe der liben Voꝛaͤltern Satzungen abthuen/ vnd den Gottesdienſt verhindern/ Was man doch wol auß den voꝛigen Geſchencken machen woͤlle/ wañ die Heyden nit aller geſtalt/ wie voꝛhin/ oyffern doꝛffenꝛ Es werde vrſach ʒum Krieg geben/ ſo man alleyn den Roͤmern verbiete/ was ſonſt al len andern Voͤlckern erlaubet iſt. Es ſeie auch vngottlich/ wann man die Frem̃dlingenalleyn bei den Juden nicht woͤlle opffern/ vnd jhre verehrungen thuen laſſen. Sie haben zubedencken/ daß der Keyſer/ der durch diſen trotz erzoꝛnet vnnd beleydiget wird/ den Juden alle Opffer n⸗ derlegen vnd abſtricken moͤge/ daß ſie darnach auch fuͤr ſich ſelbs nicht opffern doͤꝛffen ⸗ dieweil ſie des Keyſers Opffer verwerffen/ darumb ſie wol fur ſich ʒuſehen haben. Dann wann diſer anſchlag an Florum/ vnnd von jhm ſonder zweiuelan den Keyſer gelangen ſolt/ wurde es dem Juͤdiſchen Volck eyn groſſen nachtheyl bringen. Solches wolten ſie auch mit den Prieſtern bezeugen/ vñ fragten ſie/ ob auch ſhꝛe Voril⸗ tern jemals der Heyden Opffer außgeſchlagen vñ verwoꝛffen hetten/ Dieweil ſie es aber nicht beibringen konten/ machten ſie eynen aufflauff/ vnnd dorfften ſich auch die Diener des Atars ſelber nicht in diſen ʒanck legen. Da ward aber fur gut angeſehen/ daß man ꝗlorum vnndden Koͤnig mit Heeres krafft ſolte kommen heyſſen/ vnd denen mit gewalt abſiawen laſſen/ di ſich Florus frewet ſich an eynem trewen rath nicht kehren wolten. Florus aber hette gern geſehen/ daß ſie noch mehr vneynis⸗ vnfugs angefangen hetten/ damit ſie darnach deſto weniger gnad hoffen moͤchten/ Dann wan ſie nicht mit dem Krieg zuſchaffen bekaͤmen/ moͤchten ſie jhm ſeine Schinderej/ vnd andire bu⸗ benſtuck niderlegen/ vñn tag bringen/ Sahe derhalben den Auffruͤhnſchen durch die Finger⸗ vnd gab den Geſandten keyne antwort. Agrippa aber gab den Legaten Scylo/ Antype vnnd Cuſtobaro ſeinen Verwanthen freundlichen beſcheyd/ vnd trachtet darnach/ wie er die Juden in der Roͤmer gehorſam/ den Gottesdienſt vnter den Juden/ den Tempel ſeinem Vatterland vnd die Statt den Burgern/ jhm ſelbs auch das Konigreich/ vnd Friden dem gemeynen. zu gutem erhalten moͤchte/ ſchicket derhalben trei tauſent Reuter/ vnnd oꝛdnet Darium vnn⸗ Philippum daruͤber zu Oberſten/ damit dannoch die Frommen auch eyn hinderhalt haben vñ ſicher bleiben moͤchten. Das macht den frommen eyn Hertz/ den boͤſen. * mn den Tempel annem̃en ſolte/ welches eyn groſſe vrſach des Kriegs wider eluſt ʒum friden hatten/ waren in 2 Pr hatten/ nd⸗ Die Inden bekriege ujhrem vorthent gener Vnterſtatt/ vñ kelbs eynander zu em vortheyl. Erſtlich warffen ſiemſt veſam. ffecynanderabgehen/ Darnach pffer auff S —.— S iiiji 3 S 6 8 S.— S S2— S 8 3— P 8 S— S e rufinſic xMſdu— vnan den imjhn 2m achten tag war eyn Feſt/ daran jedermann Holtz auff den Altar pfleget zutragen/ da⸗ mit das Jewer welches ohn vnterlaß breůen mußt/ nit verloͤſchete/ daran wurden ſie ſo vnſin⸗ nnig/ das jhnen alle Diener auß dem Tempel entlauffen mußten. Die Meuchelmoͤder fielẽ fre⸗ uenlich vnd vnuerſehener ſach herauß/ daß jhnen die Konigiſchen weichen mußten/ vnndſich auff den oberntheyl nicht erhalten konten. Da ward Agrippe vnd Beronices Hauß angezůn⸗ det/ vnd aller Königlicher Vorꝛath gepluͤndert/ da ſahe man nichts denn eitel Jewer/ welches Fewr zu Jekuſalen auch die Schuldbrieff/ welche in der Cantzelej lagen/ verbrennete/ damit ſie die Armen deſto gelcbt. freuenlicher wider jhre Schuldglaͤubiger aufflenen/ vnnd keyner Schuld mehrgeſtaͤndig ſein doꝛfſten. Sie legten das Fewer mit jhren eygenen Haͤnden hin vnd wider ein/ vnnd gienge der Statt Schatz in diſer Brunſt darauff. Es auch die Veſtung Antoniageſtuͤrmet/ alle aͤchter darinnen erwuͤrget/ vnd zu letzt verbrennet. 3 n deß verfůget e auch Manaim Jude des Galileers Sohn/ eyn ſcharpffſinniget Mnnn⸗ erfahꝛner Sophiſt/ vnnd vnruͤhiger Kopff gehn Maſſada/ vnnd namedes Koͤnigs Zeughauß zuuß ein. vnd Růſtkammer ein/ vnd machet ſein Volck darauß bewehꝛt. Zog darnach wider gehn Jen ſalem/ hatte ſeine Trabanten vmb ſich wie eyn Koͤnig/ vnnd trib eynen eynem gemeynen Mann nicht ʒuſtund/ jhm war auch keyn ſchand nochlaſier zuuil. xlloſi aber jhren vil wider jhn aufflehneten/ die jhn vmb ſeines Koͤniglichen prachts 3, Egeſippi/ bon Zerſtoͤrung der Statt 2 s gete/ ward ernſtlich darumbgeſtraffet/ vnd endlich nach viffaltiger pein vnnd marter gar get⸗ Die Römer im Ab⸗ det. Es hat aber gleichwol die vneynigkeyt hiemit noch nicht auffgehoret/ ſonder iſtallererſ raweere d recht angangen. 5 Zu letzt bate Metilius ſambt dem Roͤmiſchen Kriegsuolck/ man wolte ſie abziehen laſſen, Da ſie nuh auffgethane Geluͤbden vnnd Eydopflichte/ nach geſchehener abred die Wehr von ſich gaben/ vnd ohne forcht jhres wegs giengen/ hat Eleaʒarus ſambt ſeiner geſellſchafft jhren vil erwuͤrget. Dañ ſie begerten ſich diſem gewalt nit zu widerſetzen/ noch ſonſt gnad ʒubegeren/ Meilius wird eyn ſonder klagten alleyn vber den Meyneyd der trewloſen Leuth/ vnd kamen alle vmb jhr lebẽ /biß Ind. glauben anzunem̃en/ vnd ſich zu beſchneiden zulaſſen/ dardurch iſt er alleyn lebendigbliben. Die eyden zu Cůſarea/ Aexandria vnd in andern S tãtten/ verfolgen die Inden jhre Nachbawren vnd Mitburger. Die Jyden woͤllen diſe vntrew roͤchen/ lauffen aber noch vbeler daruͤberan. Lſo empoͤret ſich das gantze Juͤdiſche Land/ vnd růſtet ſich jeder⸗ 6 mann in Syria zum Krieg. Es brachten auch die Caſarienſer alle Juden 6. 8 vmb/ die bei jhnen wohneten/ das verdroß die Juden ſehr vbel/ vnd bekriege⸗ ten vil Staͤtte in Syria. Da galte keyn Recht/ keyn trew noch glaub/ wel⸗ cher nur weydlich raubete/ der ward fuͤr den beſten vnnd redlichſten Kriegs⸗ — mann geruͤhmet. Es war eyn erbaͤrmlicher anblick/ da die todte Coͤrper hin vnd wider in der Statt vñ auff den Gaſſen vnbegraben lagen/ jung vnd alte Mañ vnd Web durch eynander/ vnd hatten nit ſo vil an/ daß ſie jhre ſcham bedeckẽ mochten. Es war ſcheutzlich Syria. 5 7* — vnd jaͤmmerlich anzuſchen/ vnd wiewol diſe vnmenſchliche grauſamkeyt erſchroͤcklich vndab⸗ ſchewlich war/ ſo iſt es doch hernach vil aͤrger zugangen. Es war des Raubens vnd Moꝛdens keyn maß noch end/ all jhꝛ hoffnung des lebens ſtund alleyn darauff/ daß eyn theyl dem andern vorkaͤme/ dann es war keyn Statt/ die nicht Syrer vnd Juden bei eynander hatte. Dertag ward mit Blutuergieſſen/ die Nacht mit forcht vnd ſchrecken zubracht. Neid vnd Geit hatten vberhand genommen. Dann zu dem daß mancherley widerwaͤrtige Secten vnnd Rotten/ zu groſſem nachtheyl des gemeynen Nutzes im ſchwang giengen/ da je eyne die andern begetete zu vertilgen/ hatte der Geitz vnnd Raub jhre Hertzen auch ſo gar beſeſſen/ daß ſie keynes Men⸗ ſchen verſchoneten/ bei dem ſie Gelt oder Gelts werd verhofften zufinden. Ich wil jeund nicht ſagen von der ringen anzahl der erſchlagenen. Dann es haben faſt alle Staͤtt die Juden ſhre Einwohner veruolget/ außgenommen die Antiochener/ Sidonier vnd Apamener. Die Geraſener haben auch die Juden/ die freiwillig außzogen/ biß an die Grentzen jhres Lands/ b⸗ leytet/ vnd jhnen keyn keyd widerfahꝛen laſſen. Auffruhezu Aleran, Als ſich aber zu Alcxandria eyn zwytracht zwiſchen den Heyden vñ Juden erhaben/ wol⸗ dria/ zwiſchen Judẽ. vnd Heyden. ten ſich die Hebreer wider raͤchen/ namen brennende Fackeln/ draweten die Heyden auff dem Schawplatz zuuerbrennen/ vnd erweckten Alexandtum Tiberium den Stattuogt/ der mitan⸗ dern Geſchaͤfften beladen war/ wider ſich. Er vnterſtund ſich aber erſtlich durch freundliche woꝛt eynen gemeynen Friden wider anzurichten/ Daer aber ſpuret/ daß ſeine trewe warnung bei den Spoͤttern nichts verfahen wolte/ vnd er diſe Auffruhr auff keyn andere weiß wußte zu⸗ ſtillen /ſchicket er ſein Kriegsuolck vber ſie/welche ſie auffallen ſeiten vmbringet/ vnd hin vnn wider in der Statt zu tod geſchlagen haben/ deren ſich etliche zur Wehr geſtellet/ etlicheinde Haͤuſer verkrochen. Da war weder barmhertzigkeyt gegen den jungen Kindern/ noch chꝛerbit⸗ tung gegen den Alten/ oder auch ſcham gegen Weibern. Alſo feind ſchier auff fuͤnffzg tauſiut Judẽ vmbkom̃en/ dauon alle Gaſſen mit Blut vberſchweiiet/ vñ alle Winckel mit todii Con pern erfuͤllet geweſen/ Es krachten auch die Haͤuſer hin vnnd her in der Statt von dem ewr⸗ welches in der Juden Häuſer eingelegt worden/ vnd aber die naͤhſten zugleich hinnam vnd di⸗ zchꝛete. Doch erbarmet ſich ʒu letzt Alerander vber ſie/ vnd ließ das Kriegsuolck wider abmab⸗ nen/ Aber ſie warẽ dermaſſen verbittert/ daß ſie von dem wuͤrgen nicht mehr lknn 0 als der ſich ʒu nachtheyl der Burgerlichen freiheyten all ʒu vil tyranniſch vnd Hertiſch erzey⸗ auff Metilium den Haubtmann/ welcher bat vnd flehet/ vnd darneben verhieß den Juͤdiſchen derjhr inniz Nnert niden futhot zinſ junenn uowid ijſesvñ herdem gebreyt demC jtene Vůiß nenwo ſichhr kyt/vn ch daß ynvngl weiterde nſoj vndfor fůndizt ſerſi bee A I de zuſfer en ſ C widerin der ſe ſich an c U S deſe* XpP Sott růch vñ en yn glöck S Juͤn er gehe nach der den ml X. an er iſſen d jhrer ſeinem iod/w 5— hn gegl uolget/ do 53 Herin er Suͤn ger wor d/wedet ne vberna laubet⸗ ochhaben s gecreut Jeſum de wille er von de intc i ſieden der. d dermaſſi — ſo hab Blauben/ zunder: nbeydes rtheyl en ſi enprieſter! en periin fuͤr Pil die Jt noch v ck ſeind rch ſene en/ vnt nach vnnd p* tus ſaſl rihnen: Pilatum den jhre V von de ind verur eine gute ndſch auch ſei iraunree ſwutc— 5 S Peee ne Ae mo vnſchu vil deſto: lte. Darin todten ſolt eanJ ſonder alleri ndauch. — Vel er lienau iſi. hielten hä vnd den S e Sncen S diſes rlebendi eWun gen zei rzeugniß onnd erlof n Jude chtver Juden vn⸗ 2 ue. er denn de evnzaͤh S en/ wi kgethan Man Dar en ſich llererſi abr⸗ n.18.1 gebrey ber Cl hliche d 3. ie die Scl vnnd ngeweſe ann der G willi zu Ertz 5 jhren ey enthum̃ aß ke lungenjhr underwe ophete ern amtri nders eyt er Jo⸗ 3 Bñ eygener hufzuſa nt ren anfang erck ſei n von h niten ta cyn Mai Zſepbi Vã iſt doc n Scriber gen wiſſ. ſeind/ von jhm auß g nach ſet dnſe beſn ſich b en ſelbs dm /dari en D nvns di uiſche ſich v aget he elche ichbringet bo keynen arinn erdie as hat s die Jude nvmbt nteralle haben. D yn nglaͤul nt eglau neyds nnicht ynrede Aind vn uͤr den beſie ſie do weiter lubiger nic ubet hat/ ſ wegen ni cht liege det/ wie es ddoll/ de beſten! ch weiterd er nicht la hat/ ſo gen nicht g gen doͤ wic es die /da halten, len/ ſ des Her: icht laͤug ndern ht gegl rffen ie iſtori. ß er ſei en⸗ en/ſo jhn zut en Chꝛiſti gnen kan/ ſc das zeugm aubet. Vaber von ſiori anj inen eyg⸗ enbegeft erwider ſut es der w 5 Hertzen ha it ündiget. E s todtes/ die en/Gott gewalt erſ ſeinen wille eſto me arhe zen haͤrtig⸗ ſen/ d ie jhꝛer S aber des pt geredt/ v net haben ieweilj nenm den/ d de vnd abgoͤ pels vnfe die kunff Er hat ol uch die ₰ arauß k de Gebette nder vor ndabgötteref nfall ni infftige ze hat ohr ie Dberſtde denn alles w— e 5 5 6 ſchu⸗ den/ de eaber Jeſi. haben /al ohnet hatt aruͤber ñ verd s zuuoꝛ Lehr/ die nie auff iſt Joann eenen ann wi derma ſir ter/ vt ines Bude ſhm ſein W tvnnd ni er Seelen m rec zu letzt auc wor⸗ den wolt ſprechen/d hweſter zun et/ we Herodes ſeines B wolte. A en daß ſie ſei zum elch gehn es Dru erfahrt von Rom nndſh er wider alle ſtobuli Toc /ha ren M le naturli. hater den ann verlaſſ ärliche chr Pact mit b aſſen/ vn Herodes A brgemacht d ſein führee ſei⸗ utipa ent „vnd au kerſein Wu Bn⸗ ii 3 6 Egeſippi/ von Zerſtoͤrung der Statt ſßꝛe bewilligung Blutſchanden mit jhr getriben. Solches hat des Koͤnigs Arete Tochter en fahren/ da ſie Herode noch Ehelich beigewohnet/ ſt ʒoꝛnig vber jhre Mitbulerin woꝛden/ vnnd hat bei jhrem Mann angehalten daß er ſie in die Statt Macherunta/ ſo an den Grentzen des Konigreichs Petree vnd Herodis lag/ ſchicken wolte. Herodes beſorget ſich gar nichts vo: ſpr/ vñ dieweil er ohne das eyn kleyne liebe ʒu jhr hatte /bewilliget er auff jhr begeren/ vñ ſchicket ſein Weib von ſich hinweg/ damit er ſeiner zuſag/ die er Herodiadj gethan/ deſto beſſer nachkomen Aretas ſchlaget Herodem. moͤchte. So bald aber das Weib das Vaͤtterlich Koͤnigreich erꝛeychet/ hat ſie jhrem Vatter Arete den gantzen Handel erzehlet/ welcher· Herodis Kriegsnolck liſtiglich/ vñ durch heymliche kundſchafft/ die er von Philippi des Vieruͤrſten Volck/ ſo ſich ʒu Herode geſchlagen hatten/ vberfallen vñ erlegt hat. Solches hat Herodes dem Keyſer klagweiß fuͤrgebracht/ welcher jhm beuohlen/ diſe that wider ʒuraͤchen/ aber der zorn Gottes hat es gewendet. Dann da Herodes noch in aller Kriegsruͤſtung ſtunde/ kam das geſchrey/ der Keyſer were geſtorben. Wir kom⸗ men auch in erfahrung/ vnd bezeugets Joſephus wider ſich ſelbs/ daß es die Juden dafur ge⸗ halten/ vnnd gaͤntzlich geglaubt haben/ als habe Herodes nicht durch Menſchlichen auffſatz/ Raron der erſte Ho⸗ heprieſter. Joſeph. am 331 blat⸗ Dzias mit dem Auſ⸗ ſatz geſtraffet. Zahl vnnd ordnung g der Hohenprieſter. Joſeph. am 331 blat. auß der Chronick Enuſebiſ Caͤſarienſis ſihet. ſondern auß Gottes gerechtem zorn ſein Kriegsuolck verloꝛen/ ʒur woluerdienten ſtraff/ von wegen des Moꝛds /den er an dem heyligen Mann begangen/ dieweil er zu jhm geſagt hatte/ Es gebůret dir nicht deines Bruders Weib zuhaben. Solches ſchreiben wir nicht anders/ deñ wie wir es auß der Juden glaubwirdigen Schrifften empfangen haben/ bei welchen dz Hoheprie⸗ ſterthumm gar in eyn abgang kommen iſt/ daß ſie entweder durch Geit an ſich ʒiehen/ oder mit gewalt beſitzen/ vnd meynen/ es ſeie alles recht/ was ſie nur fuͤrnemmen. Dann Aaoron iſt der erſte Hoheprieſter geweſen/ darnach ſeind ſeine Soͤhne auß Gottes beuchl zu Hohenprie⸗ ſtern geſalbet woꝛden/ welche alſo fortan durch die ordenliche Succeſſion jmmer andern das Hoheprieſterthumm hinderlaſſen vnnd vbergeben haben. Daher iſt nuh von vilen jaren her braͤuchlich geweſen/ daß keyner Hoherprieſter ſein darff/er ſeie denn von dem Geſchlaͤcht vnnd Gebluͤt Aaronis/ welcher der erſte Hoheprieſter geweſen iſt. Sonſt iſt keynem Mañ/ auch dem Koͤnig ſelber nicht erlaubet/ ſich des Hohenprieſterthumms zu vnterwinden. Derhalben auch Ozias/ der ſich des Prieſterlichen Ambts vnterſtandẽ/ mit dem Auſſatz iſt geſchlagen/ vnd auß dem Tempel verſtoſſen woꝛden/ daß er ſich die vberige ʒeit ſeines Lebens des Koͤnigreichs nicht mehr beladen hat. Sonſt iſt er zwar eyn frommer Koͤnig geweſen/ doch hat jhm nicht gebůͤret den Gottesdienſt ʒuuereichten vnd ʒuuerwalten. XIII. Cap. Egeſippus erzehlet was fůr voheprieſter vnter dem Volck Gottes geweſen ſeien/ von Aaronis ʒeiten an/ biß guff die zerſtoͤrung Jeruſtlem. Sſeind aber von der zeit an da vnſere Vaͤtter auß Egypto gezo⸗ gen ſeindbiß auff erbawung des Tempel Salomonis/ welches“ ſechshun⸗ dert vnd ʒwölffjar trifft/ treizehen Hoheprieſter geweſen/ Dann anfaͤnglich blib eyner Hoherprieſter/ biß er ſtarb/ vnnd ward bei ſeinem leben keyn ande⸗ z rer verordnet/ Darnach aber hat man an der lebendigen ſtatt andere geſeht. Alſo haben diſe treizehen das Hoheprieſterthumm nach eynander verwaltii⸗ da noch die Ariſtocratia vnd Monaꝛchia/ das iſt/ der Richter vnd Koͤnige gewaltgewaͤret. Aber von Salomone an biß auff die Gefaͤngniß/ da die Statt erobert/ der Tempel ange⸗ zundet/ vnnd das Volck in Syriam weg gefuhꝛet woꝛden/ ſeind jnnerhalb vierhundert vnnd ſechzig jaren/ ſechs Monaten vnd ʒehen tagen/ achzehen Prieſter nach eynander geweſen/ vnd iſt das Volck ſibenʒig jar in der Gefaͤngniß bliben. Als aber hernach Cyrus vnſere Vätter auß der Aſſyrer Land ledig gelaſſen/ vnd jhnen den Tempel ʒu bawen/ erlaubet/ ſt der Hohepriſir Joſedech/ der auch gefaͤnglich hinweg gefuͤhret geweſen/ wider heym gelaſſen worden/ daßet als eyn alter vnd verſtaͤndiger Prieſter/ den gewoͤhnlichen Gottesdienſt widerumb anrichtet. Alſo hat er ſambt ſeinen Nachkommen(das waren fuͤnffzehen Maͤnner an der ʒahl) von der Widerkunfft des Volcks an/ biß auff Antiochum Eupatorem/ das Prieſterlich Ambt verſeh⸗ vnd vierhundert vnd vierzehen jar nach eynander verwaltet. Antiochus aber von dem wir droben geſagt/ vnd ſein Haubtmañ Lyſias⸗ * ²— 4 — 5 A 5 S 5 1 p ni ſu uft hnt pein Gu ſihn Anwe ſcher hen Inh Hoher hervb durch hulus eyde hePr ſihſin ſinet/b eweſen fündſch lyndes hemwa abgeſa Sohn num/a wasſi krinn welcher ſhnach wolbew hrauch neunſar nung d inſeinet woif — ne Ve lthat nigrei ſſobu igicen ichnd oh it lcndſ noahej inOh — Beo2nei Alchimum an ſei Bu ch zneton rnephien /aber nit auß nſeine ſtatt;* Frhen Lenpebz ſeſin uretn iwſeramac brieſterthummni npels zu Jeri ohenpri emeo philom erhalbeni t/welcl jar ohn on Recht weiß beſt rvber dẽ A etore/ vnd nanias Succeſſivn vt eynen Erb s wegen/ vn ellet hattẽ/ lerandꝛini Cleopatra Ananias Hohen on vnd volg d en mit tod nd oꝛdenli oꝛdnen woltẽ iſchen G a Phi⸗ ſierin Hoherprlez ohenprieſter ger er Pri abga icher weiß; woltẽ/ diewei ottesd dem L ſugr⸗eeen. Prlneie n— Awoe einne. den weren vml s gemeyne V dieſelbige wi e. inde willen/ d er doch hern di Hernſ widertun ſdie Stehedie ach ie Herꝛſchafft vber d önige Sů ſich ſelbs regi er E tatt ſiben denliche Hohen 46 fi vber das V ünde will bregieret di Ltern a en jar oh Zohenprieſtet F. en aefdnat ieweil ſi uß d hn eynen Triph prieſter gemach olckhernac gefaͤnglich hin eil ſi es d erAſriſ hone iſt ge t/ welcher das h an die A hhinwe arfuͤr geh chen ge⸗ Hohenpri getoͤdtet w er das Ambt ſi ſmoneer g geführetw alten/ die J be ben— ine ien bunne— urch die Flu ahlzeit iſt entlei elcher/ wie wiri n athan ʒum 3 bulus. Flucht erꝛet t eibet woꝛde ir in erfahr imon/ als eyt icher weiß v Jonathas, us geuolget/ wel et/ zu Prieſterli n. Nach jhm iſ ung kommen eyn rechter E v beyde Embter mit rneben dem pri hren erl ein Sohn on ſeinem S cher Prieſt mit eynande m Prieſtert baben word nHyrcanus her Prieſter v ander verwalte humma den. A/ der ſei ſich altet hat uch das Koͤni uff Hyrc ſein leben ſich ſein ſach offte ggeweſen/ ſo lange Auff Ari oͤnigrei anum iſt Ari Pprtanus: ſeiner /be termals zwei ſo ſan riſtobul cht an ſi riſto⸗ Ar ſeiner/bald auff D s zweiuelhafftigt ger gelebt/ nemli um iſt Al chgezogen esr geweſen. D Demetrij ſeit hafftig vnd gefaͤhrli emlich ſib crander k vnd 5 en faͤhrlic en vnd: ommen enoſchaſft em/daß ndannd gjar/ Doc lexander⸗ ne oonſn. crander im Tobb aß jhm die B er Sig iſt hhat bet egime nwuͤrden/ ett lag/ v urger gar abl ſtjetzund au nem war nts gewol vbergab nd wol wuß gar abhold fr nemwe„vndſt hnet/ vnd i er feinem Wei ußte/ daß ſei vnnd fei abgeſtaw jhm offt wider jl in Sachen anſchlaͤ Beib das Koͤni ßſein Soͤhn Sohn et hatte. Es ſtell jbres Manne ſchlaͤgig/ ſond önigreich/ als di egroſſe 4 en/ das Hohep s ſtellets auch A nnes toben in de ern auch d ie nicht al⸗ den aͤltern Soh humm zuz er zu ſeines Wei gethan/ vnd gar ange⸗ was ſtiller v n Sohn/ an ſei zuſtellen/ we eibes freien wi vnd jhꝛem M nd ſanfftmuůti van ſeines Battere elchem ſi ien willen ⸗ Nañi ter inn geſchaͤfft fftmutiger war atters ſta egern wolte: /eynem auß eſchaͤfften des Ko er war/ denn ſein tt zum Hohenpri e: Derhalben ſi den welcher ſich do en des Konigrei enn ſein Bruder/ vñ henprieſt en ſie. 6 doch des K greichs nit vil ei ruder/ vñ ſich anli er gemacht/ di rca⸗ ſchwachhey des Koͤnigreicht it vil eintrage ich anließ ht/ dieweile wachheyt des Lei igreichs vnterſ ags thun. Ariſt ee t geweſen iſt /1 a ſeine Mr er gabe ſieke 8 jhr auch Hyrcar gehalten hat iſt/ vnnd wi utter noch bei eyn Ambt brauch rans alten hat Daruͤber hatſi ie eyn Koͤni ch bei leben. nenn jar geſtoꝛbe mit klag ange er hat ſich di ig /doch an wei doch mit — oeben /vr angelegen geweſ die Mutter hãfft weit gele nung/ daß es j vnnd hat geweſen/ iſt ſi hafftig beků genen vnnd — s jhm bl yrcanum zun ſie von ta ummert/ vnd— in ſeinem trotzi eiben wuͤrde/ ſ zum Erben des Koͤ g zu tag kraͤ dieweil inſeinemtrotzigen fü e/ſondern daß ſiek es Koͤnigre ncker woꝛde gewoꝛffen hatte. fuͤrnemen mit jhre aß ſie keyne igreichs verlaß orden/ vber attnN it jhrer bewilli en vnwuͤrdig ſſen/ nicht d he mentg andre tod aber iſt rckẽ wolt/ der ſi efuͤrdern/ od eyne Veſtun gangen. Dann riſt Hyrcano— er ſich ſelbs er den Er hat ſich ggethan/ darinn er Ari em er mit Krie sKoͤnigreichvt gauff⸗ er Ariſiobuli Weib vnd eg vberwunden w Koͤnigreich vnd Prieſtert ulo in Vertr nd Kinder oꝛden/ hat er ſichin Ariſtobuli Prieſtertht rag geben/ vr ergefunden/ er ſich inn riſtobuli Hauß zi hummbehalten ſ vnd bewilliget d vnd bei ſich behal Doch iſ olte/vnderingeme aß Ariſtobulus be S m des/ das Ariſti lich in Arabie aſt in eyn ſchlecht. H iſt es jhm baldh ynem Stand blei ydes/ das Ariſtobulus Poht lich in Arabiam/ vnd be echt Hauß gewi hernach leyd eiben/ vnnd inn krſ obet⸗ Koͤnig in Arat vnd beklagt ſi gewichen war/ ließ ſi woꝛden/ daß nn vrießter vnd Koni Königin Arabia/ denera ich des vnbillichen V eß ſich von Anti erauß dem Ko⸗ die Romer en er auff ſeiner ſeite chen Vertra ntipatro bereden/ „ iner ſeite S Dart eden zoger ie i e peium gelat rivnterhandlu wachſein wolte/ wi nen Volck geſchla erzogen/ mit gewalt er nuh in das tritte jar regie⸗ An 4 ngehn Rom eſchie 6 gen/ die Statt ein gefangen/ vꝛ erlan tem C 4 lriſtobulasgefan⸗ geſ hickt/ Hyrcanod genomme gtem Sig gen. as Hoheprieſterthum̃ n/ jhn ſambt ſeinen Soh⸗ erthum̃ wider zu Söͤh⸗ 4 5 geſtellet/ vnd jhn zum Oberherꝛen vbe — herꝛen vber die Bu ger/ doch ohne Koͤnigliche Kron vnd herligt ligkeyt eingeſetzet hat· H iij 4 3 0 6 8 Hyrcani widerwaͤr⸗ Pgeſippi/ von Zerſtoͤrung der State Er hat jhm ʒwar die Ehr gern gegoͤnnet/ aber doch zur ruhe vnd eynigkeyt gerathen/ damit nie durch der Bruͤder hoffart vnd vbermut der Frid ʒerſtoꝛet wuͤrde. Wiewol nuh Ariſtobulus ge⸗ fangen/ hat er doch Hyrcanum vmb das Koͤnigreich gebracht/ welcher hernach vier vndzwen⸗ tig jar mehr auß gewonheyt/ denn mit etwas anſehen/ das Ambt gefuͤhret hat. Dochhat ſein leben feyn ſolch end genom̃en wie ſeine Herꝛſchafft. Sintemal er die vberige ʒeit ſeines lebens mit kleynen ehren zu gebꝛacht/ wie droben iſt gemeldet woꝛden. Dann nachdem die Parther die Schlacht verlohꝛen/ vnd vber den Euphrat gezogen ſeind/ iſt er gefangen/ Antigono/Iriſo⸗ buli Sohn vberliffert/ vnnd ſeiner Ohren beraubt woꝛden. Damit iſt ſeines jammers vnd elends noch keyn ende geweſen/ dann er iſt bald hernach inn Parthiam in das elend hinwegge⸗ fuͤhret/ vnd inn ſeinem hohen vnd vnuermoͤglichen alter den Heyden allererſt zum geſpoͤtt dar⸗ geſtellet woꝛden. Nachdem er aber erfahren/ daß Herodes/ welchem Mariamne ſeine Encke⸗ lin/ vermaͤhlet war/ regierete/ zog er wider in das Juͤdiſche Land/ darinn er wol anfaͤnglich ehꝛ⸗ lich empfangen woꝛden/ damit man den heymlichen auffſatz deſio beſſer verbergen mochte/ aber bald hernach hat man jhm falſchlich ſchuld geben/ als ſolte er nach Koͤniglichem gewalt traeh⸗ ten/ daruͤber er auch iſt getoͤdtet woꝛden. Als nuh Herodes das Konigreich von den Roͤmern erlangt/ damit daß er ſein eygen Vat⸗ terland bekrieget vnnd verꝛahten hatte/ oꝛdnet er an Antigoni ſtatt/ welcher das Regment trei Ariſtobulus getod⸗ tet. jar vnd trei Monat gefuͤhret hatte/ Prieſter/ nicht von der Aſmoneer Geſchlaͤcht/ welche biß⸗ her fur die beſten vñ fuͤrnemſten gehalten woꝛden/ ſondern die aller vnachtſamſien Leuth/ nach dem jhn ſein mutwill trib/ oder je eynen das gluͤck traff. Doch ließ er ſich das viffaͤltige anhal⸗ ten ſeiner Schwiger Alexandre bewegen/ vnd durch jhre klag ſchrecken/ daß er Jonathan/ ſe⸗ nes Weibs Bruder/ eynen Juͤngling von ſibenzehen jaren/ zum Hohenprieſter macht/ den er doch bald hernach getoͤdtet hat/ vmb des verdachts willen/ als ſolte er nach dem Konigreich ſtel⸗ len/ welchen argwohn er darumb auff jhn gelegt/ dieweil er geſehen/ daß jhm alles Volck ſo guͤnſtig war. B— Darnach hat er auch Ananelum/ welchen er voꝛ Jonatha/ auß eynem vnadelichen Ge⸗ ſchlaͤcht/ zum Hohenprieſterthumm herfur gezogen hatte/ abgeſetzet/ vnd etliche nacheynander erwehlet/ die yhm nicht verdchtig geweſen. Dann was er ſeinem Schwager nicht vertragen konte/ das hat er auch an andern geſchewet vnd verhuͤtet. In ſolchen ſachen hat Archelaus Wrſach des Juͤdi⸗ ſchen Rriegs vnd verderbens. auch ſeines Vatters weiß nachgeuolget/ vnd hat ſich nicht zu weit bloß gelaſſen/ wie denn den Menſchen angeboꝛen iſt/ daß ſie traͤge vnnd albere Leuth weniger verargwohnen/ als fromme vnd holdſelige Leuth. So doch blode vnd vnuerſtndige Leuth gemeynlich hoffaͤrtig werden/ wann es jhnen wolgehet: Eyn verſtaͤndiger aber weyß ſich fuͤr empfangene gutthaten danckbar zu erzeygen. Aiſo ſeind von Herodis Konigreich an/ biß auffdie Romiſche. Herſchafft/ wel⸗ che Herodem abgeſetzet/ vnd das Jůdiſche Land/ andern Prouintzen gleich gemacht/ vnnd von derſelbigen ʒeit an biß auff die verwuͤſtung des Tempels/ vnd Titi Sig vnnd Triumph/ jnner⸗ halb hundert vñ ſibentzig jaren/ acht vnd ʒwentzig. Hoheprieſter geweſen/ deren doch der mehrer theyl nur den Namen gefuhret/ jhren wenig aber den gewalt gehabt haben. Derhalben ſihet man/ daß die Wahl der Hohenprieſter nicht in der rechten Dꝛdnung bliben ſeie/ denn es ſuind nicht alle oheprieſter von Aaron/ vnd ſeiner Sohn Geſchlaͤcht herkommen/ die nachjhnen das Ambt verwaltet/ vnd nach jhrem tod andern verlaſſen haben. Dieweil dennalle gute Oꝛdnungen der Voꝛaltern/ durch der Nachkommnen Geiß vnd vntrew zu grund gangen/ der rechte Gottesdienſt verfallen/ vnnd aller billigkeyt vergeſſen ge⸗ weſen/ ſo hat jhnen Gott ſeine gnad nicht vnbillich entzogen/ vnd ſie als eyn vndanckbar Volck mit allerley plagen geſtraffet/ daß ſie jhnen ſelber durch empoͤrung den groſten ſchaden gethan⸗ von den Moͤꝛdern vil erlitten/ vnd die aͤrgeſten Richter bekommen haben/ da jmmer eyner dem andern mit boßheyt vberlegen geweſen iſt. Albinus ward ʒwar fur den aller boſeſten vnter ab len voꝛigen Landpflegern gehalten/ lorus aber/ ſein Nachkommner/ machete jhn wider gut ⸗ der eyn Vrſaͤcher des Kriegs geweſen/ vnd die Juden wider die Roͤmer verbittert hat/ welches denn des Tempels vnd der Statt endliches verderben/ verurſachet hat.— XIIII. Cap. „Ceſtius rächet die erſchlagene Rsmer/ plůndert vnd verbrennet die Statt Zabulon/ erwurget achthundert vnnd vlertzig Juden zu Joppe/ die Statt Sephoris ergibt ſich · 6 herget Die E virſche n/ve zvolln Jinen⸗ gernich 6sſend ſchauf eſen/ die Jn komme die Si weit vo Krigv ynhi infane Gußuoſt denpi vn chgehe ube ſchind — Feruſalem/ Das I I. Buch. Suevertngetdiezmsrder. Die Jnden vnnd Römerth S* P Roͤmer/ vnd ꝛ2 Iuden auffdem plat. huen eyntreffen mit eynander⸗ cketen/hat erſich in deremere war/geſehen/ daß die Jude N zwölfftenjar bnReenueererolnn w— cgebetfürhabens,des Roͤmiſchen Kriegsuolcks niderlag— welches der Fubenmutwillenzuwehren/vndfridenzuerßalten, ne kung gelegen war. Nam derhalben ſeine chulffen ʒu ſich/ zog in dz abe die Statt Zabul—— ohen/ nit mit 1. . nit bliben/ ſondern ſchicket ſein Heer voꝛan gehn Joppen/lie Einwohner keyner dem verderbenentrinne⸗— geſchahe eyn groß— ſer vnd zu Land/ von denen ſo darzu beſtellet waren. Da wurden vber acht Ta uſent ond— hundert Mann erſchlagen/ die Statt geplůndert vnd darnach verbrennet. Deßgleichen ver⸗ herget er auch alles vmb C ſarea herumb⸗fuͤhret das Vihe hinweg/ vnd zundet die Doͤrffer an Die Burger zu Sephoris aber giengen Ceſtio ſamenthafft entgegen/ vnd baten/ er woͤlte ſbrer verſchonen/ vnd beredeten jhn mit bitten vnd flehen/ daß er der Statt keynen vberlaſt thete. An denſelbigen oꝛten waren vil Moꝛder bei eynander/ da aber das Kriegsuolct dahin kam /verlieffen ſie ſich auff die Berge/ vnd da Gallus der Oberſte vber den zwoͤlfften Hauffen in voller Schlachtoꝛdnung ſtund/ griffen ſie tapffer auff jhn an/ vnd erlegten bei zweyhundert Roͤmer/ nach dem aber die Roͤmer die Hoͤhe erꝛeychet/ habẽ ſich die Moͤꝛder des Fußuolcks laͤn⸗ ger nicht erwehꝛen moͤgen/ vnd ſeind von den Reutern leichtlich vmbringet vñ getoͤdet woꝛden. Es ſeind jhren aber vber die zweytauſent vmbkommen /etliche wenig haben die flucht geben/ vñ ſich auff den hohen Bergen verkrochen. Da nuh die Moͤꝛder alſo auß dem Lande vertilget ge⸗ weſen/ iſt Gallus wider zu ruck gehn Caͤſaream gezogen. Ceſtius aber iſt mit dem gantzen hellen Hauffen auff Antipatridem ʒugerucket/ dahin ſich die Juden in groſſer anʒahl verſam̃let hatten/ welche doch die Flucht gebẽ/ che es zur Schlacht kommen iſt/ vnnd jhr Stätte vnd Doͤrffer haben pluͤndern vnd verbrennen laſſen. Es iſt auch die Statt Lidda von den Einwohnern gar verlaſſen/ vnnd Gabaon/ welche funffzig Stadia weit von Jeruſalem gelegen/ verbrennet woꝛden. Als aber nuh die Juden geſehen/ daß der Krieg vber ſie außgehen wolte/ haben ſie zur Wehre griffen/ vngeachtet/ daß es Sabbat/ vnnd eyn Jeſtag war/ den ſie nach altem brauch her heylig halten ſolten/ vnd die Roͤmer mit ſolchem ernſt angefallen/ daß ſie den hellen Hauffen zu růͤck getriben hetten/ wann nicht di Reuter dem Fußuolck zu hufffkommen weren. Von den Roͤmern ſeind fuͤnffhundert vnd fuͤnffzehen auff dem Platze bliben/ die andern haben alle groſſe not erſtritign/ Von den Juden aber ſeind nur zwey vnd zwentzig vmbkommen. Da hat ſich aber ſonderlich Monabazus vnd Cedeus ritter⸗ lich gehalten/ welche als ſie geſehen/ daß die Juden den Römern ſo hart ʒuſetzten/ haben ſie die⸗ ſelbigen voꝛnen her angegriffen/ vnnd den mehrerntheyl zu ruck getriben/ daß ſie wider hinder⸗ ſich in die Statt weichen mußten. Smon greiffet auff Ceſtium an/ Agrihp die n vermahnen/ aber vergeblich. Ceſtius rucket mit ſeinem gantz enſfene et an zu Brennen vnd ʒu Stuͤrmen/ ʒeucht doch wider zu ru dleiderg Inden im Abzug ruſter ſich heymlich zu der Flucht/ laſſet Wacht/ vnd fuhret er den vauffen bei nacht heymlich hinweg/ des Moꝛgens eile die Juden nach/ vnd erjagen eyne gute Beuth zuff dem Weg. — Shat auch Simon den Roͤmern! ſo——.— 6 eyne gute Beuth abgejaget/ Ceſtius aberi 8¹ en der Feind dermaſſen vmbgeben war/ vnd die Hohen— barthatteergut achung auff alle Straſſen/ damit jhr keyner mit gantz E Haut daruon kommen moͤch diſer Laͤrm zu beyden Als nuh Agrippa gut zu gedencken hatte/ daß diſ vien C eſt'us verherget Habulon/ Joppẽ ꝛc. Sephoris erlanget gnad. Galli Schlacht mit den Moͤrdern. Antipaeris/ Lidda vnnd Gabaan ver⸗ brennet. Schlacht zwiſchen den Inden vnd Nö⸗ mern am Feſt der Laubechutten. Simonis mannlig⸗ keyt⸗ 13 6 Agrippa vermahnet die Jnden võ Rrieg * Joſephus nennet ſie Barceum vnnd Phebium, Ceſtius rucket mit dem hellen Hauffen fuͤr Jeruſalem. Ananus begert den Roͤmern die Thoꝛ zu öff nen⸗ Ceſtius ſtuͤrmet die Statt Jeruſalem. Egeſippi/ bon gerſtoͤrung der Scate theylen ohn groſſen ſchaden nit abgehen konte/ ſchicket er a Loꝛicum vnd Phebam ſeine Lega⸗ ten zu den Juden/ vnd ließ jhnen ſagen/ was ſie bißher wider die Roͤmer mißhandelt haben /ſol⸗ le jhnen alles verzihen vnnd vergeben ſein/ wann ſie nur noch vom Kriegabſtehen/ vnnd jhnen ſelbs fuͤr ſchaden ſein wolten/ verhoffet dardurch ſie entweder alle mit eynander ʒuuermogen/ daß ſie des Kriegens muſſig ſtunden/ vder jhnen doch ʒum wenigſten etliche abzuziehen. Diſen beyden zuuvꝛ zukommen/ haben die Auffruhrer die Legaten vberfallen/ vnnd Phebam getödet/ Loricum aber haͤfftig verwundet/ daß er kaum mit dem leben daruon kommeniſt. Da aber Ceſtius maͤrcket/ daß eyn ſolche zwytracht in der Statt war/ daß ſich etliche wi⸗ der die Legaten empoꝛetẽ/ etliche auch riethen/ man ſolte die Roͤmer in die Statt hinein laſſen/ wolte er ſie eynsmals vberfallen/ trib den ꝗeind biß gehn Jeruſalem xñ lagert er ſich ſañt ſei⸗ nem Heer bei trei Stadien weit von gedachter Statt/ vnd lag trei tag daſelbs ſtill. Am tritten tag fieng er an zu ſtuͤrmen /erobert Bethesdam vnd Cenopolim/ ʒundets von ſiundan/ kam in die Oberſtatt/ vnd trib die Auffrůhrer in die jnner Statt/ vnnd hette er die Stattʒum ſelbigen malzum Sturm anlauffen laſſen/ ſo wuͤrde der Krieg ſonder zweiuel eyn ende bekom̃enhaben. E hatte auch Ananus Jonathe Sohn etliche angerichtet/ welche die Roͤmer mit worten herzu locken ſolten/ vnter dem ſchein/ als wolten ſie den Romern die Thor eroͤffnen. Dieweil aber Priſcus vnd vil Haubtleuth/ die von loro beſtochen waren/ vnd begerten/ daß der Krieg lang waͤren ſolte/ ſolches Ceſtio widerꝛiethen/ vnd er ſelber auch nit wol trawen doꝛffte/ warde Ananus ſambt den ſeinen von der Mawren abgetriben/ vnd andere auffrhuͤriſche Leuthanjh⸗ re ſtatt geſtellet. Die Romer aber verſuchten fuͤnff tag lang an eynander allerley mittel/ wie ſie die Statt gewinnen moͤchten /da ſie aber ſahen/ daß ſie nit zu erſteigen war/ erwehlet Ceſtius die ſtaͤrckſten Kriegsleuth/ vnd beſten Schuͤtzen/ vnnd richtet ſich auff der ſeiten gegen Mitternacht an den Tempel. Es feireten aber die Juden auch nicht/ ſondern wehreten ſich tapffer/ vnnd triben die Feind zum offtermal mit gewalt wider ʒu ruck/ wurdẽ doch zu letzt durch die maͤnnig der Schi⸗ ken/zum theyl verwundet/ zum theyl ſonſt geſchlagen/ erſchꝛecket vñ abgetriben. Darauff fien⸗ gen die Roͤmer an die Mawꝛen zu vntergraben/ vnd die Pfoꝛt des Tempels anzuzunden/ Das bracht den auffruͤhriſchen groß foꝛcht vnd ſchrecken/ dorfften ſich nicht wol ſehen laſſen/ vnnd gaben etliche die lucht/ als were es ſchon allerdings an dem/ da ß die Statt zu grund gehen muͤßte. Das gemeyn Volck aber ward froh/ vnd verhofften/ wann die auffruͤhriſchen/ von welcher maͤnnige ſie bißher vberwaͤltiget geweſen/ hinweg kaͤmen/ wolten ſie darnach frej vnd der Belaͤgerung ledig werden/ die Thor eroͤffnen/ vnd Ceſtium hinein laſſen/ als der nittom⸗ men were/die Statt ʒuuerhergen/ ſondern vil mehr ʒu beſchirmen. Es kam auch Ceſtium ſelber eynsmals eyn ſolcher ſchrecken an/ daß er weder der verzwei⸗ uelung an den böſen/ noch des guten willens an dem Volck warnam. Vnd wañ er auffſeinem fuͤrnemmen hinauß gefahren were/ ſo hette er dem Krieg abgeholffen/ vnnd die Statt erobert. Die belaͤgerung der Es lieſſe ſich aber anſehen/ als habe Gott den Judẽ nit ſo vil ʒu lieb thun wollen/ daß der Krieg S bald zu end kame/ſondern hat den Krieg mit fleiß verlaͤngert/ biß jhren vil/ vñ ſchier das gantze wäret auß ſonderli⸗ Juͤdiſche Volck zu grund gienge cher ſchickung Got⸗ tes lang. — Es ward darauffgeſparet/ das vorhin alle boßheytvnd l⸗ ſter vberhand nemmen/ vnd ſie in die hoͤchſte ſchand vnd Laſter geriethen. Dannwarumb ſole ſonſt Ceſtius das Heer wider abgemahnet haben/ vnd von der Belaͤgerung abgezogen ſein/ da er ſie doch wol hette hinauß fuͤhren moͤgen. Dann durch diſen ſchnellen vnd vnuerſehenen Ab⸗ zug ſeind vil frommer Hertzen erſchroͤckt/ die Moͤrder aber in ſhrem trotz geſtaͤrcket worden⸗ daß ſie von der lucht gelaſſen/ den Roͤmern nachgeſetzet/ die hinderſten vberfallen/ vnndvil Reuter vnd Knecht/ ſo ohn ordnung durch eynander lieffen/ vmbgebracht haben. Da ſich nuh der Tag neyget/ foͤrchtet ſich Ceſtius fuͤr der hertringenden finſterniß vnnd dunckelen Nacht/ welche denen/ ſo alle gelegenheyt des Lands vnd der Straſſen wußten/ vnnd ſhnen/als diſes oꝛts vnbekannten Leuthen haͤfftig nachſetzeten/ fuͤrtraͤglich ſein moͤchte/ warff Ceſiue zeucht mit derhalben eyn Schantz vor der Statt auff/ des andern tags ʒog er vom Heind hinweg/ welcher groſſem ſchaden wi⸗ der vor Jernſalẽ ab, jhm auff dem uß nachgecilet/ vnd gemeynet hat/ die Römer forchten jhrer Haut/ vnd zihen darumb auß dem eld hinweg. Alſo angſtigten die Moͤrder das Römiſche Kriegsuolck zu bey⸗ den ſeiten/ vnd von hinden her/ erſchlugen die hinderſten/ thaten jhnen in der Zugoꝛdnung den Pfeilen groſſen ſchaden/ vñ gieng das Geſchutz nimmer laͤr auß/ dieweil ſie gar eng S Wuziſ nerten/ ſuwen pßtral gereych damite Vighi cheinde ſtitze vndnach D fiten/he vunenh en aſ Rieln achlaſ gröſſert vnd vo Geſſen⸗ konte mernn endas vnddes ynemL ſiehenn ſnluſn welcheſi Wehr/n anwi ißvond ffte uden izrdje heucht ſuhnni n. Pe Qmn ſnn fun tlch be u lägeren komm —— hereilen mochte/ zu dem mußten ſie achtung darauff geber geſchwind/ daß konten dem Jeind keynen abbruch thun/ vnd mußten doch groſſe— viten geſchlagen/ ſie Als nuh Ceſtius voꝛ augen ſehen mußte/ daß ſein—— nidergeſchlagen wurde/ vnddi ubtleuthnn.— allenthalben auff der Straſſen merten/ wußte er nicht/ wie den ſachen zu———— außruhen/ vnd ſich erholen laſſen. Dieweil ſich aber dir anʒahl der ei— daß er allenthalbenvon jhnen vmbgeben ward/ vnd maͤrcket/ daß jhm diſer verzu—— 4 erſe — eychen wolte/dieweil ſich ſo vil Juden verſam̃leten/ erdachte er amttitentigiynen Zuc⸗. damiter deſto leichter foꝛtkom̃en mochte/beuahl man ſolte alles dahinden laſſen/ was auff dem Wegbindern muchte/ließ das Vihe ſchlachten die Wägen zerbrechen/ vnd andered ng/ wel⸗ Wit der not mehr hinderlich denn furderlich ſeind/ als nemlich den Sturmzeug vnd das Ge⸗ ſchůͤßz/zerſchlagen vnnd verwerffen/ damit ſich der Feind deſſelbigen nicht zu hrem ſchrecken vnd nachtheyl gebrauchen koͤnte. 3 Da die Zuden gemaͤrckt/ daß ſich die Romer mehr auff die lucht/ denn ʒum Streit růͤ⸗ d ſteten/ haben ſie jbnen zwar auff der weite nit ſo haͤfftig ʒugeſetzt/ aber die enge Weg verlegt/ ſie den Nememn groſſen voꝛnen her verhindert/ auff den ſeiten geaͤngſtiget/ hinden her betraͤnget/ vnd in gaͤhe Oꝛt getri⸗ — ben/da ſie entweder allenthalbẽ gefangen geweſen/ oder ſich innab haben ſtuͤrzen muſſen. Der n/dann Miiel ward verfinſtert durch dz Geſchoß/ vñ dz gantze Heer mit pfeilen bedeckt. Da war keyn na chlaſ ſennoch feiren. Das Fußuolck konte keynes wegs beſtehen/ die Reuter aber/ waren in vil groſſeren noͤten/ welche mit den Pferden vonden gahen Felſen/ vñ hohen Bergen herab fielen/ v nd von wegen des engen Wegs keyn oꝛdnung halten moͤchten. Auff eyner ſeiten waren hohe Felſen auffder andern gaͤhe Berg/ fuͤr welchen man weder flichen/ noch ſich zur Wehr ſtellen konte. Hergegen aber troͤſteten ſich die Juden ſo vil deſto mehr des Sigs/ eiletẽ den můden Ro⸗ mern nach/trangen auff die/ ſo ſich ſaͤumeten /kuͤleten jhr Muͤtiin an den zaghafftigen/ vñ het⸗ ten das gantze Roͤmiſche Heer erlegt vnd erſchlagen/ wann die Nacht nit mit eingefallen were/ vnd des Streits eyn ende gemacht hette. Dieſelbige Nacht vber lagen die Roͤmer aller naͤhſt an eynem Qet/ Bethoꝛongenañt/ die Juden aber verwachten alle Straſſen vnd Außgaͤnge vmb ſie herumb/ damit ſie jhnen nit entrinnen moͤchten. Ceſtius doꝛfft ſich nit auff die offene Straſ⸗ Ceſtinsentgedet den ſen laſſen/ vnd erdacht eynen liſt /˙wie er daruon kommen moͤchte/ vñ erwehlet vierzig Maͤnner/ ⸗ l welche ſich des lebens verwaͤgen hatten/ vnd den Tod verachteten. Dieſelbigen ſtellet erauffdie Wehr/ mit dem beuehl/ daß ſie die gantze Nacht vber eyn groß geſchrey fuͤhren ſolten/ als ob ſie die anwiſen/ die in der Schantz arbeyteten/ damit wann die Roͤmer anzoͤgen/ die Juden das ge⸗ toß von der Kriegsruͤſtung deſto weniger hoͤꝛen moͤchten/ dardurch ſich ſonſt die/ ſo ſich foͤrch⸗ ten /offtermals pflegen zu verꝛathen. Die andern alle hieß er in der ſtille daruon ziehen che es die Juden jnnen„vnd ſie alſo auffdem.— Roͤmer noch in jhrem aͤger/dieweil die Waͤchter nach jhrer gewonheyt noch urieffen. 3 52 Durch diſen liſt haſt Ceſtius das Heer daruon bꝛacht/ vnd war ſchon nte n ſer gerucht. In ſolcher not haben jhm etliche trewe Kriegsleuth aile Romer. ſterben můſſen/ hr leben vil lieber fr jhre Geſellen gelaſſen/ denn ſonſtverge finbar cht. ben. Bei Nachtiſtwol diſer berugheymlichbliben/ der Tagaberhatſhnſleerlrge Die een b Dann des Moꝛgens fruͤhe haben ſie den betrug gemaͤrcket /vnnd der Romer— ne ſe Zörders vergeblch funden/ derhalbenſierſfichdie virniz Mal/ di ſichzudiſembeunhouneſehae, vberfallen/ vnd ohn ſonderliche muͤhe hingerichtet vnd darnach dem Heer nachg chespet Pacht eynen weiten weg gezogen/ vñ nuh bei Tag haͤfftiger foꝛt geeilet war/ dan welches bei Nacht eynen weiten weg gezog lallerley Rů⸗ ſie nicht allererſt der vorigen Nacht gefahr beſtehen můßten. Der Wes lag vo ſung⸗ Vgeſippi/ von Zerſtoͤrung der Scatt o 3 o ſtung/ welche die Roͤmer hatten fallen laſſen/ damit ſie jhnen keyn hinderniß auff dem — Da fand man hin vnd wider auff der Straſſen allerley Geraͤth vnd Se als Armbruſi/ Wider vnd Sturmzeug/ damit ſie die Statt hatten bekriegen wollen/ welches die Juden alles haben ligen laſſen/ auff daß ſie nicht lang dardurch auffgehalten vnd gehindert wuͤrden · Im widerkehren aber laſſen ſie alles auff/ damit ſie ſich derſelbigen wider die Roͤmer zu gebrauchen hetten. Sie eileten jhnen nach bißgehn Antipatridem/ da ſie aber ſahen/ daß jhnen das Roͤmiſche Heer gantz vnd gar entgangen ware/ vnd ſie daſſelbige nimmer erꝛeychen moch⸗ ten/ haben ſie wider vmbgekehret/ der Beuth nachgangen/ vnd mit freuden vnd jubilieren gehn Jeruſalem kom̃en. Dann ſie frolocketen dariñ/ daß ſie den Roͤmern fuͤnff Tauſent Fußtnecht/ vnd treihundert Reuter erſchlagen/ da auff jhrer ſeiten nur etliche wenige vmbkommen waren. Solches iſt geſchehen in dem ʒwolfften jar des Keyſerthumms Neronis/ wie auch droben iſge⸗ meldet morden. XVI. Cap. Etliche from̃e Juden fliehen auß Jeruſalem/ ſonderlich aber etliche vanbtleuth/ we che Ceſtius zum Reyſer ſchicket/ jhn aller ſachen zu berichten. Die Damaſcener erſchla⸗ gen die Juden jhrè Witburger vngewarnter ſach. S freweten ſich aber nicht alle Juden diſes verlauffenen Han⸗ SM dels/ dann es waren etliche/ die nach Ceſtij Streit/ oder vil mehr niderlag/ S auß der Statt/ als auß eynem Schiff das verſincken will/ zu weichen/ vnnd nach erlittenem Schiffbruch auß dem Waſſer zu ſchwimmen begerten. Fuͤr⸗ nemlich aber Cuſtobarus/ vnd ſein Bruder Scaulus/ ſambt Philippo/ des e Königs Agrippe Kriegsuolcks Oberſten/ welche zu Ceſtiogeflohenſeind vnd begeret haben/ daß er ſie in Achaiam zum Keyſer Nerone ſchicken wolte welches jhnen Ceſtius keynes wegs abgeſchlagen/ ſondern gern bewilliget hat/ damit der Keyſer durch ſie berichtet wuͤrde/ daß Florus diſes Kriegs eyn anfaͤnger geweſen/ darinn er groſſe not vnd gefahrhene Ceſius berichtet den beſtehen muͤſſen/ als die auffruͤhriſchen Juden das gantze Roömiſche Heer vmbringtt/ welches des Rriegs doch er als jhr Oberſter/ vi mehꝛauß gefahr erꝛetten/ denn hinein geſtecket hette. Ceſtius abe ſich wol vnterſtanden allen vnwillen/ den das Volck auff loꝛum gelegt/ widerumb abzuſchaf⸗ fen/ es ſeie aber vergeblich/ vnnd vmb ſonſt geweſen/ Derhalben er keyn ſchuld an demgegen⸗ waͤrtigen Krieg trage. Solches beuahl er jhnen/ damit allen vnglimpffauff Florumzulegen/ vnd ſich bei dem Keyſer zu entſchuldigen/ deſſen zoꝛn er foͤrchtet/ dieweil jhm bewußt war/ daß er der ſachen zuuil gethan hette. Diſer Niderlag der Romer iſt jedermann haͤfftig erſchrocken/ daher auch di Damaſte⸗ ner den Juden/ ſo beijhnen gewohnet/ nit mehr haben trawẽ woͤllen/ ſondern ſie vmbgebracht⸗ als ſie in jhrer Synagog vnd Schul bei eynander verſammlet geweſen/ welches ſie lang zuuvꝛ auß argwohn/ vnd mit liſten angeſchlagen hatten/ daß ſie von den Heyden abgeſoͤndert wůͤr⸗ den/ vnd die Nacht vber nichts newes anfahen koͤnten/ oder daß man ſie alleyn haben vnd tod⸗ ten moͤchte. Sie haben aber diſen anſchlag gar heymlich gehalten/ daß es auch jhꝛe eygene Wei⸗ ber nicht erfahren ſolten/ dann auch dieſelbigen dem Juͤdiſchen Gottesdienſt mehrerntheyls anhaͤngig waren. XVII. Cap. Die Seythopolitaner erwůrgen verꝛãtheriſcher weiß/ vnd vngewarnter ſach 13000. Juden inn eynem Wald. Der Zudennderlag Se Lſo ſeind alle Juden an eynem engen on von den Damaſtenern vberfallen/— Welches denn leichtlich batgeſchehen mogen/ dieweil ſie gantz wehrloß geweſen. Eyn ſolche vn⸗ menſchliche That war auch kurt daruor ʒu Scythopolj fuͤrgangen/ von wel 6. chen es die Damaſcener gelernet haben. Dann nach dem die Judenalles in v der naͤhe herumb verherget/ ſeind ſie gehn Scpthopolim kommen/ Rtliche Juden flie⸗ F hen auß Jeruſalem zu Ceſtio. Der Juden niderlag zu Damaſco. . den gan indem vngero Waldl h acht h dachte dihann vnndſe Lohn/di ken ſollen picheu völlen/ Gternm ſ was i vmnn rgech ſitoe inift 3 N gend ſibs ha igſut Da ſc an/ ba ſennzuehthopoligunſitchain mochten. Jamitſieſbrer Mi⸗ erfeindſchafft gegen jbren Bruͤdern vernemmen lieſſer S5 nin der Statt groſ⸗ nit/ſondern meyneten/ es. di derliſten/ die Statt bei? 6 ie Heyden lenalle Heyden mit eynander zu erſchlagen/ vnde — en⸗ 3— aber jhre trew an den. eyd Mundernauß der Statt gehen/ vnd in den naͤhſien V fü ſe bo die Inden—— nebeſoegetenn In der tritten Nacht aber/ da die⸗— aber/da die Juden ohne ſo en Sechthopolitaner das Juͤdiſche Volck vberfallen/ treizer ſent atiß seen⸗ get/ vnd jhnen alles genommen/ ⁵was ſie gehabt. fiuen/ mhtben Luiſit aiß nen nin⸗ Simon eyn beruhmter vnd verꝛuchter bekennet ſet F. nd verꝛuchter Moͤrder/ bekennet ſeine eygene vn 3 ſeinem Volck /erſticht Vatter/ Mutter/ Weib/ Rinder/ vnnd Pe ſelon eygenen Schwert. ———. S ſ emuſß ich auch ſagen von Simonis hartem Tod welcher bey⸗ Scoes e 2 des zuſchen vnd zuhöꝛen/ erbaͤrmlich/ vnd zuuor dergleichen nicht vil gehörct vnd ſannerichet woꝛdeniſt. Diſer war Sauls/ eynes fuͤrnemen Mannes Sohn vnter den“ Juden/eynes känen Muts/ vnnd ſtarcken Leibs/ welches beydes er ʒu nach⸗ S F theyl ſeiner Bruͤder der Juden gebraucht. Dann er zum offternmal die Ju⸗ — S den vberfallen/ vnnd jhren vil vmbbracht hat. Er doꝛffte jhren eyn gantzen Hauffen beſtehen/ die ſich wider jhn aufflehneten/ ſie alle mit eynander in die Flucht ſchlagen/ den gantzen Krieg außharꝛen/ vnd den verloꝛnen Sig wider erobern. Diſer brauchet ſich auch in dem Streit der Scythopolitaner wider die Juden/ aber ſeiner Bruͤder Blut blibe nicht lang vngerochen an jhm. Dann nach dem die trewloſen Scythopolitaner die andern Juden im Wald liſtiglich hindergangen/ vnd mit gewalt vberfallen/ auch den mehrerntheyl ſchon vmb⸗ bracht hatten/ vnnd nuh das Geſchoß vnd die Pfeil auffſeine Soͤhne vnd Eltern richteten/ ge⸗ dachte Simon wol/ er wuͤrde eyner ſolchen groſſen maͤnnige zu ſchwach ſein/ vnd den Feind in die harꝛ nicht beſtehen moͤgen/ ʒog derhalben ſein Schwert auß/ kehret ſich gegen dem Feind/ rd mir eben mein verdieneter Sinon bekeunet ſel⸗ ne vntrew. vnnd ſagt mit lauter Stim̃: Ihr Burger von Scythopolj/ es wi Lohn/ dieweil ich euch zu gefallẽ meine Freundegetoͤdtet hab/ ſo ich euch doch billicher hette toͤd⸗ ten ſollen/ vnd euch meiner Brůder Blut verpfaͤndet/ damit ich ewer gunſt behalten moͤchte⸗ ſo ich euch doch keynen glauben hette halten ſollen. In dem ich frembden Leuthen habtrew ſein woͤllen/ wird ich an meinen eygenen Haußgenoſſen trewloß. Ich bin an meinen Kindern vnd Eltern meyneydig woꝛden/ welche jhr doch ſelber bei leben laſſen ſoltet wann jhr anſchen wol⸗ tet/ was ich mit meiner Schelmerej vmb euch verdienet hab. Nuh will ich auch ſterben/ als je⸗ dermanns Feind/ vnd niemans F̃reund/ der ich die meinen betrogen hab. Es ſoll zum ai an mir gerochen werden/ ich will mich mit eygener Hand ſelb vmbbringen. Ich habe— gericht/ die meiner Religion vnd Glaubens ſeind⸗ vnnd etkenne/ daß ich mit n* miß. e lung die ſtraff wol verdienet hab. Ich wil mir ſelber den todt anthun ⸗— eygene Religion verleugnet hab. Das ſol die ſtraff meiner Suͤnden/ n Ich will Tugenden ſein. Es ſol ſichkeyner rühmen/daßermireynr Wundengaderhauß dnſiſig⸗ ſibohand anmichlegen/ damtt manſche, daß ichnichtfůr ſchwachtceeſ ſoll der ichtr keyt geſtoꝛben ſeie/ niemann ſi— ntey Simon* ſum ein von wegen des Moꝛds/ der Moldabet Ft ne ſiegrh⸗ Morder un ſe . Da er ſolches geredt/ wendet er ſich gegen ſeinen Kindern—.— Van Siunahi en 5 lich an/ barmhertzigkeyt vñ zoꝛn waren mit eynander vermiſchet —„ C„ E Egeſippi/ bon Zerſtoͤrung der Statt 0 ter vnd durchſtach jhn mit dem Schwert/ darnach ergriff er auch die Mutter/ damit niemann s vberblib/ der fuͤr die Kinder bitten koͤnte. Da es nuh an ſein Weib kam/ ergabe ſie ſich willi darein/ damit ſie nicht jhren Mann vberleben muͤßte. Die Kinder wolten auch in dem 2 ſelber nicht darfur gehalten ſein/ als wolten ſie auß des Vatters art ſchlagen. Alſo wuͤrget erſie alle nach eynander dahin/ damit er dem Feind voꝛtommen moͤchte. Nach dem er nuh ſein gantzes Geſchlaͤcht hingerichtet/tratt er mitten vnter die todten Coꝛper/ vnd frolockete gleich⸗ ſam ſeiner Haußgenoſſen Niderlag halben/ daß jhren keyner durch des Feindes Schwert vmð⸗ kommen war/recket ſeine rechte Hand auß/ daß es jedermann ſahe/ vnnd ſich haͤfftig darab ent⸗ ſetzet/ durchſtach ſich mit ſeinem eygenen Schwert/ vnd blibetod. Diſer Juͤngling war ſeiner ſtaͤrcke vnd großmutigkeyt halben wol zu ruͤhmen/ dieweiler aber frembden Leuthen vil trewer geweſen/ denn ſeinem epgenen Volck/ ſo hat er eynen ſolchen tod wwwol verdienet. geſippi/ des lichen vnnd Pochberuͤhmten Geſchichtſchreibers/ von gerſtͤ⸗ X rung der Statt Jeruſalem. 2 Trite Buch Innhalt der Capitel diſes Tritten Buchs. Ach dem der Keyſer Nero Ceſtij niderlag erfahren/ vꝛdnet er Veſpaſianum ʒum O⸗ * berſten in dem Rrtegszug wider die Juden. 2. Der Fauberer Stmon verbittert Neronem * S wider den Apoſtel Petrumm/thut ſich groſſer wunder auß/ beſtehet aber mirſchanden.. Die Iuden ſetzen Oberſten vnd Zaubtleuth hin vnd wlder im Land. Joſephus der Oberſte inn Galilegruſtet ſich tapffer wider die Roͤmer/ vnd ſtraffet die widerſpaͤnſtigen Juden. 4. An⸗ tonius ſchlaͤgt die Juden fur Aſcaion. 5. Peſpaſianus zeucht mit ſeinem veer an/ vnd verbindet ſichzu Ptolemgida mit den Sephoritern. 6. Beſchreibung des Galileiſchen Lands/ ſambt ſeinen Anſtoffen⸗ 2 Joſephus bekrieget die Sephoriter vergeblich/ vnd erhebt ſich groſſer jammer in Gulilea. 6. Die Roͤmer erobern Gadara/ Joſephus pfleget raths zu Jeruſalem/ weſſen man ſich in voꝛſtehendem Arieg Inhalten hab. 9. Veſpaſianus belagert Joſephum zu Jotapata. 10. Diezu Jotapata haben man⸗ gel an Waſſer/ verhehlens sber fuͤr dem Femnd. 11. Veſpaſianus ſtuͤrmet Jotapatam auffs ernſtlicheſt mit dem Widder/ welchen Joſephus vergeblich mit Sprewſãcken ab ʒuwenden begeret. Eleazarus eyn Ind haltet ſich ritterlich. n2 Veſpaſianus beſchleußt Jotapatam/ Die Juden beſchuͤtten das Roͤmiſche Rriegs uolck mit heyſſem ol. 13. Traianus ſchlaget die Burger zu Japha/ zwiſchẽ jhren eygenen Ring⸗ mawren/ vnd erobert die Statt mit Titi hulff. 14. Cereglis vberfallet vnnd erwuͤrget die Samariter auff dem Berg Gartzim. 15. Veſpaſianus erobert die Statt otapatam/ vnnd laßBoſeppom ſuchen⸗ 16. Piertzig Juden vermahnen Joſephum/ er ſolle ſich ehe ſeſber entlerben/ ehe er ſich den Koͤmern er⸗ gebe. 2. Aber Joſephus widerfichtet jhre meynung/ vnnd beweiſet mit vtlen vrſachen/ daß ſich keyn Menſch ſelber vmbbringen ſolle. 18. Joſephi Geſellen bringen ſelber eynander in dem Brunn vmb⸗ Zoſephus aber wird Peſpaſtano vberantwortet. 19. Veſpaſtanus fuͤhrt ſein Rriegsuolck ins Win⸗ terlaͤger gehn Cãſaream vnnd Scythopolim. 20. Tretbet auch die Růͤuber ʒu Joppen auff das Meer/ darauff ſie jàmmerlich vmb jhr leben kommen/ vnd ſchleyffet die Start. 21. Joſephns wird zu Jeruſa⸗ lem tod geſagt/ da mau aber die ſach recht erfahret/ verfluchen ſie Joſephum/ daß er ſich den Roͤmerner⸗ geben babe. 1. Veſpaſianus ſchicket Valerianum gehn Tiberiadem/ die Burger zum Friden ʒu ver⸗ mahnen/ die Auffrhuͤrer treiben jhn aber mit gewalt hinweg/ dgrab gemeyne Burgerſchafft eyn groß mißfallen hat. 23. Veſpaſianus belaͤgert Taricheam. 24. Titus vermahnet ſein Rriegsuolck das verſamlete Jůdiſche Geſind tapffer anzugrerffen. 25. Vnd erlediget ſie darauffvnd eroberẽt die Statt Taricheam. 26. Egeſippus beſchreibet den See vnd das Land Beneſar/ Veſpaſianus bekrieget die fůchtigen Juden auffdem Waſſer/ bringet vil vmb/ ſchicket vi gefůͤnglich hinweg in den Iſthmum · 3 Cap. Nero erſchrichet der newen ʒetrung von Ceſttj nid 5 niderlag in dem Juͤdiſchen Rrieg/ vn ee ſpſianum ſeines trewen Dienſis halben/ 2 Oberſten des Rriegs wider Diſer heindest forchtſan derlag no vndvolſ nſchen/ nime/ vnd gutdarzu towendo Gintma vdftecht ihrachtt Hertskte Caudiue auchbeit ſagich/u ales e waltige finßiy Tnuny paſiunn voandert zufſtn bengchal eynen/v künffigd ſinerann en Koyſ Rn. Go ſhcketwi rgffin Rwal das in den Sch awſpil das rn zeit mit Tragödienʒ ſich Nero erfahꝛet die lel ubꝛachte„vi*ns vð Ceſu mider⸗ ben ers Oreſij mit vppigt ſingen; it Me freund gleich thet. Jetzund aber ward dann es traffe nicht Kinderwe ſenn tapfferkeyt* foꝛchtſamkeyt verꝛiethe jhn/ vnd ſtellet ſich vnuerzagt/ als trawete er derlagnoch wolzuheiffen/ vnd gedachthinvndher enerdort erden ſachennachdiſr Ni⸗ vnd vollfuͤhrung iuſe anſehen/ als wolte alles ʒu grund gehen/ vnd were ʒeit/ daß ſich Reroſeine Int land neme/ vnd den ſachen mitʒeitigem rath zuhuͤffkame/ Vnnd dauchte hn Veſ sernſtlichan⸗ gut darzu ſein/ dem er den Kricg inn den Landern gegen der Sonnen Auff.— S trawen doͤꝛffte/ dieweil er von jugend auff Krieg gebrauchet/ vnnd—— So(wiſtn. her Sintemal er die vnruhigen Voͤlcker in Franckreich/ ſo durch der Teutſchen vngeſtům migkeyt vnd frechheyt auffwegig gemacht woꝛden/ vnnd Krieg angefangen haben/ widerumb zuruhe gebracht vnd vereynbaret. Deßgleichen Engelland mitten zwiſchen den Waſſern gelegen/ mit Heereskrafft bezwungen/ vnnd dem Romiſchen Reich zugethan hatte/ Daher Rom reicher/ Claudius verſtaͤndiger/ vnd Nero mannlicher geachtet woꝛden. Von ſeinem Sig wußte man auch bei den Voͤlckern zuſagen/ die ſonſi keyne Krieg erfahren hatten. Vnter diſem Oberſten ſag ich/ war Nero jedermann erſchroͤcklich/ außwendig maͤchtig/ daheym ſicher/ Das bracht alles Veſpaſianiredligkeyt vnd großmutigkeyt zu wegen. Durch diſes herlichen Mannes ge⸗ waltige Kriege/ wurden Neronis Laſter bei andern Voͤlckern zu gedecket/ ja auch ſeine leicht⸗ faͤrtigkeyt in Menſchlichen haͤndeln/ vnnd ſein Weibiſche ſchaͤndliche vnzucht/ mit herꝛlichem Triumph verehret. Wann das Roͤmiſche Reich in verꝛen Landen zu kriegen hatte/ ward Ve⸗ ſpaſianus fur allen andern darzu erwehlet. Nach vollendung des Kriegs ward Veſpaſiand voꝛ andern beuohlen/ gute acht zu habẽ/ daß ſich weder offenliche feindſchafft/ noch heymlicher auffſatz regen konte. Eyn ſolcher Held ſtund dem Koͤnigreich wol an/ Er wolt trew vnd glau⸗ ben gehalten haben/ vnd gab der Tugend allenthalben den voꝛzug. Derhalben Nero jhn/ als eynen/ von welchem er ſchutz vnnd ſchirm hatte/ nicht gern von ſich ließ/ vnd beſorget/ wann kůͤnfftig die ſtraff von wegen ſeiner Laſter vber jhn gienge/ ſo wuͤrde er keynen haben/ der ſich ſeiner anneme/ wann er diſen Oberſten von ſich lieſſe. Es hette gewißlich Galba nicht nach dem Keyſerthumm getrachtet/ wann jhm Veſpaſiani abweſen nicht were verkundſchafft woꝛ⸗ den. Gott hats aber ſonderlich haben wollen/ daß eben diſer Mann in das Juͤdiſche Landge⸗ ſchicket wurde/ damit beyde den Juden jhr ſtoltz zu jhrem endlichen verderben cher gefangniß gelegt/ vnd Neroniſein hinderhut enzogen wůrde. Wiewolkeynes Menſchen gewalt das verhindern mag/ was Gott eynmal beſchloſſen hat. Nach dem aber Ner erfahren⸗— ol daß der Römer groſſe Kriegsmacht durch den Jůdiſchen Krieghafftig weregeſchwächetwor der die Chriſten angerichtet/ vnd dadurchſein eygen ver derben at er eyn Veruolgung wi II. Cap. befuͤrdert. nerr den Apoſtel Chꝛi⸗ emon der Janberer verhetzet den Reyſer Neronem wider Petrum den ₰* zu deneck vnnd in den Aůfftenzufligen 4 Ronſtſehler ſm prtrnsaber machet den Lodrenim amen Chriſttw wird von xĩerone gefangen/ vnd ſumbt Paulo getodtet. 5 4 5 8 *——— — — —— 6.* F 2 S Bgeſippi/ don Zerſtoͤrung der Statt 4 o 3 Vderſelbigen zeit waren Petrus vñ Paulus der Chꝛiſten Lehrer 6 9 zu Rom/ jhrer Lehr vnd Thaten halben beruͤhmt/ vnd inn groſſemanſchen/ Simon der Zaube⸗ durch welcher wunderwerck Nero/ auß des Zauberers Simonis anſtifftung iſtentrůſtet woden. Dann Simon hatte Neronem durch ſeine glattewoꝛt eingenommen/ vnd jhm verſprochen/ durch ſeine ſchaͤdliche Kunſie /Sigzu⸗ SS erlangen/ die Voͤlcker vnterthanig zu machen/ langes Leben zuuerſchaffen/ vnd bei geſundheyt vnd wolſtand zu erhalten. Welches alles Nero geglaubet/ dieweil er der ſa⸗ chen eygenſchafft vnd wirckung nicht betrachtet/ vñ hielt jhn fuͤr ſeinen beſten Freund/ der ihm ſein Leib vnd Leben erhielte vnd bewaret. Nach dem aber Petrus Simonis beirug vnd Buůͤ⸗ berej enidecket/ vnd bewiſen/ daß er nur eyn Geſpaͤnſt vnd Geplãr fuͤr die Augen machet/ vnd nichts warhafftiges vnd weſentlichs darſtellete/ iſt er zu ſpott geſtanden/ vnnd hat ſich haͤfftig darumb bekuͤmmert/ vnd wiewol er auch an andern vꝛten erfahren hatte/ was hinder Petro ſte⸗ ckete/ iſt er doch voꝛ jhm gehn Rom gezogen/ vnnd hat ſich außgethan/ als koͤnte er die Todien aufferwecken. Es war aber eben damals eyn edeler Juͤngling/ vnd des Keyſers naher Freund/ geſtoꝛbẽ/ vnd trug man groß leyd vmb jhn. Bil riethen man ſolte doch verſuchen/ ob er wider lebendig zumachen were. In diſer ſach war Petrus ſehr beruͤhmt/ aber die Heyden hatten keynen glaubẽ daran/ Doch tribe ſie der ſchmert/ daß ſie rath ſuchten/ vnd zu Petro gelauffen kamen. Etliche wolten/ man ſolte auch Simonem darzu beruffen: Alſo kamen alle beyde zuſammen/ Peirus ſogt zu Simone/ dieweil er ſich ſo groſſer ding außthete/ ſo woͤlle er jhm den voꝛzug laſſen/ er moge den Toden wol aufferweckẽ/ ſo verꝛn ers anders koͤnne. Im fall er jhn aber nicht erwecke/ woͤlle er daran ſein/ daß Chriſtus dem abgeſtoꝛbenen helffe/ vnd jhn wider lebendig mache. Simon verhoffet ſeine Kuͤnſte wurden vil in der Heydniſchen Statt gelten/ vnd ſchluge Petro das beding voꝛ/ wann er jhn von den Toden aufferwecken wuͤrde/ daß als dann Petrus/ der die groſſe krafft(alſo nennet ers) verachtet vnd geſchmaͤhet hette/ ſolte getoͤdet werden/ Im fall aber Petrus jhm vberlegen were/ ſolte man jhm gleiche ſtraffanthun. Petrus verwilliget in diſen furſchlag/ Simon fieng den handel an/ tratt zu des abgeſtoꝛbenen Bett /trib ſein Zau⸗ Der Ropff eynes berej vnd Gauckelwerck/ Da ließ ſich anſehen/ als beweget ſich des Toden Kopff/ vnd fiengen rodeniewalnc die Heyden an zuſchreien/ der tode Menſch lebete ſchon/ vnd redete mit Simone/ vndzöneten monis Saubereꝝ. vber Petrum/ daß er ſich mit eynem ſolchen gewaltigen Mann hette vergleichen doͤffen. Der heylig Apoſtel hieß ſirll ſein/ vnd ſagt/ wann der Tod lebendig woꝛden were/ ſo ſolte er reden/ ſeie er von den Toden aufferſtanden/ ſo moͤge er auffſtehen/ gehen/ vnnd reden. Der Kopff habe ſich nicht warhafftig gereget/ ſondern es ſeie nur eyn Geſpenſt vnd betrug. Zu letzt ſagt er: Man ſolte Simonem von dem Bett hinweg thuen/ ſo woͤlle er bald offenbaren/ woh petrus erwecket dẽ mit er vmbgehe. Da nuh Simon von dem Bett hinweg kam/ da beweget ſich der Tode iodren Jungling. nicht mehr. Petrus ſtund etwas weiter daruon/ betet eyn weil/ vnnd ſagt darnach mit heller Stimm: Juͤngling ſtand auff/ der Herꝛ Jeſus mache dich geſund. Darauff richtet ſich der Juͤngling von ſiundan auff/ redet/ wandelt/ aß/ Vnd Petrus gab jhn ſeiner Mutter. Danh Petrus gebetten ward/ daß er nicht von jhm weichen wolte/ ſagter: Der jhn von den Todten aufferwecket hat/ vnd deſſen Diener wir ſeind/ wird jhn nicht verlaſſen. Du Mutter/ ſeie nur getroͤſt mit jhm/ vnd foͤrchte dich nicht/ er hat ſeinen Wechter bei ſich. Da aber das Volc Si monem ſteynigen wolt/ ſagt Petrus: Er iſt hart genug damit geſtraffet/ dieweil er befennet⸗ daß ſeine Kuͤnſte falſch ſeind/ laſſet jhn leben/ vnnd wider ſeinen willen ſehen/ wie dat Reich Chriſti wachſe vnd zu nemme. Simon fleugt in Es verdroß aber den Zauberer ſehr vbel/ daß der Apoſtel in ſolchen ehren ſein ſolte/ erh⸗ let ſich widerumb/ ſuchet alle ſeine ʒaͤuberiſche Kuͤnſt herfuͤr/ verſam̃let das Voick/ ſagt eri⸗ re von den Galileern geſchmaͤhet woꝛden/ wolle derhalben nuh auß der Statt ʒiehen/ di. abiſ⸗ her beſchuͤtzet vnd beſchirmet hette/ ſetzet eynen tag an/ vnd verhieſſe in den Himmel zuflicgen 4 derjhmolwegenoffen ſtche. Auff beſtiſiten Tagſtigeerauff den Berg Cayitvünum leßſih von den elſen herab/ vnd fienganzu fliegen/ darab verwunderte ſich der mehrertheyl /hickn jhn für etwas beſonders/ vnd nenneten jhn Gottes krafft/ vnd nicht eynen Menſchen/ diwe er leibhafftig daher floge/ dergleichen Chriſtus nie gethan hette. et Da tratt Petrus mitten vnter ſie/ vnd ſagt: Herꝛ Jeſu ʒeyge jhnen/ daß ſeine hil fi vif ſu N gy biu mm pei (e doß Leid Vo nolt außt than 6n/ pen win herhl voni diß Cre long tůdi —„ — S— —* * 8 — Beruſalem. Das I1I. Buch. laß jhn herab ſtuͤrtzen/ doch alſo/daß er nocht wird/ nicht dardurch! L ſodaß er noch bei ſeinem ne— fallet eyn fiele zu boden/ biihepoet eeegnjtnbugtbnaſic n wowa. verfuget ſich gen Aritiam/ da er auch ge iehen ſondern zerfiel vnd brach nur eyn Beyn/ Als aber Nero erfahren/ daß er betrogen vnnd ver Freunds fall wehe/ vnd ward zornig/ daß fübretworden /tharjhm ſeines reunds fall wehe/ vnd ward zor aß er eyn niemes guten Nero erzs Nutz wolbedorffte/ſolte beraubet Manns/ deſfen der gemeyne Perum⸗ tnet vber war ſchon die ʒeit voꝛhanden/ daß man die telnne toͤdten moͤchte. Vnd beuehl greiffen ſolte. Derhalben ward petrus gebetten /ſich iren nndauß des Keyſers s gebetten /ſich an eyn ander QO trus aber wolt es nicht thun/ ſonder ſagt/ Er ſchteden vwnch ſo ſe weichen wolte/ es ſcie gut vmb Chriſii bel welcher ſich vmb— todgegebenhabe/ Das heyſſe keyn tod/ſonder ſei die vnſierbligkeyt/ Es wzllſichnt daß der die Marter ſeines Leibes fliehen ſolle/ welcher mit ſeiner Lehr vil bewegt! geburen/ Chriſti willen⸗ fiiehen ſolle/ welcher mit ſeiner Lehr vil bewegt habe/ ſich vmb Chriſti willen auffzuopffern/ er ſeie nach des Herꝛen Chriſti Lehr ſchuldig Chꝛiſtum mitſeine Leiden zu chren vnd zupreiſen. Solche vnd dergleichen ůckmehr wendetpelusfunaerd⸗ Volck bat mit weynenden Augen /er wolte doch ſhrer daran ſchonen/ vndſiein eeot not vnter den Heyden nicht verlaſſen Petrus jirſfeſich jhre Thranen bewegen/ vnnd verhich ⸗ auß der Statt zugehen. Die naͤhſie acht hernach geſegnet er die Brůder/ vnd gieng nachge⸗ thanem Gebeit alleyn daruon. Am Tbor ſahe er Chriſum jhm enigegen kommen/ betet ſyn g z vndſagt, Hertwohgeheſinbiſ Chrſiusaniworet/ hm entgegen kommen/ betet jhn Chriſius erſcheinet Sn gt/Herꝛ woh geheſtu hin? Chriſtus antwortet /Ich wil mich wider creutzigen laſſen. Pen⸗ Petrus mercket/ daß ſoiches von ſeiner Marter geſagt war/ darinn auch C riſtus gemartet ctet“/ s von ſeiner Marter geſagt war/ darinn auch Chriſtus gemartert würde/ welcher in allen leidet/ zwar nicht nach den ſchmertzen des Leibes ſondern durch das hertzlich mitleiden/ vnd an der Ehr ſeiner Herꝛligkeyt. Alſo kehret Petrus wider vmb/ warde von den Veruolgern gefangen/ vnd zum Creus verurtheylet. Er begeret aber/ man ſolte jhm die vberſich kehren an dem Creut/ denn er nicht wirdig were⸗ daß man jhn alſo an das Creutz chlagen ſolte/ wie der Sohn Gottes daran gelitten hette. Welches er auch leſchtlich er⸗ langet/ dieweil es entweder alſo ſein mußte/ nach des Herꝛen Chriſti prophecei/ oder der Ver⸗ Petrus vnd panlus uplger ſonſt willig war die ſchmertzen des Creutzes zu mehren. Alſo ward er an dem Creutz ge⸗ Meldiet. todiet/ Paulus aber mit dem Schwert hingerichtet. 11I. Cap. Veſpaſianus vnd Titus verſamilen eyn groſſe Rriegsmacht wider die Juden/ verge⸗ en beſteilen die Juden auch— hin vnd wider im Lande/ vnnd vnter den⸗ felbigen Joſephum vber das Galieiſche Land/ welcher ſich guch tapffer zum Irieg ſtet/ vnd alles auffs beſt anordnet⸗ dadurcher groſſen vngunſt vnd verdacht auff ſich la⸗ det/ aber ſich deſſelbigen alles wider entſchůͤttet. Er nimint auch die Statt Tiberiadem mit liſten ein/ fuͤhrer den mehrertheyl der Auffruͤhrer vbers Neer hinweg/ vnd zwiuget Ciytum den nentmacher/ daß er jhm ſelber die Lincke hand sbhawen muß. S Amit wir aber wider quff vnſer fuͤrnemen kommen/ ſo erſchracke xebeuere e „ Vero der ʒzeitung gar vbel/ da er hoꝛete/ daß der Krieg im Jůͤdiſchenlande nit Sohnwiderdi I gruͤcklich abgangen war/ vnd machet Veſpaſianum/ eyn geuͤbten vñ erfahr de, Welb. am nen Kriegomañ zum Feldoberſten vber das ganze Hecr in Syria. Darauff* 4 ruſtet ſich Veſpaſianus in aller eil(dann es auch hohe ʒeit war) vnd ſchicket ſeinen Sohn t 3. eyn theyl auffzumahnen/ er aber ſchi et vber den Helleſpontum/ vnd kam zu hin 5 Buuben aber ſich jhres glůcks/erwehleten Oberſtezu dem Krieg/ heh r— die oͤrter auß/ die eyn jeder verwahren ſolte/ gaben jedem ſein Ambt vnd S„„ Sin Gurionis Sohn/ vnnd den Hohenprieſter Ananum verordneten ſiegen Je P5* pd⸗ an 5 chen daſelbs zuverwalten/ fürnemlich aber die Mawren wider ʒuernewern⸗ monis Sohn/ begerete man ſolte jhm auch eyn Ambt vnd Beuchlgeben/ vnnt 5 enei pindie ganze Beuth/weſche ſie dem Rmſchen regtebee uſo ſi jhm Geitzes vnd Raͤuberei halben groß vnd reich war/ vnter ſeinem gewalt hatt— 4 6 Ivſephus raſiet ſich o 3 Egeſppi/ bon gerſtörungder Stat 1 doch ſein begeten ab/ dieweilſie ſpreten/ daß er nach groſſerm gewalt trachtet/ denn dem ges g meynen Nutz gut ſein moͤchte. Doch kauffet er ſich allgemach mit Gaben vnd Geſchencken bej jederman ein/ vnd bracht zu wegen/ daß man jhm allen gewalt vbergab. Jeſus aber eyner auß den Prieſtern/ vnd Eleazarus eynes Pꝛieſters Sohn/ wurden beyde zu Haubtleuthen vber I⸗ dumeam geſetzet/ daſſelbige Land zu beſchuͤtzen/ Doch blib Nigro dem Furſten vber gantz Jdu⸗ meam ſein vorzug vnd Herꝛſchafft vorbehalten. Joſepho Simonis Sohn ward Jericho ʒu⸗ getheylt/ vnd das Land Petrea jhenſeit des Euphrats Manaſſi beuohlen/ welcher auch ſeinen Namen daher bekom̃en/ dieweil der Euphrat auff derſelbigen ſeiten herfleuſſet. Johannes Eſſe⸗ us/ vñ eyn anderer Johañes Ananie Sohn/ vñ die andern/ ſeind auch hin vnd wid verſchickt/ in Galllea zů Rrieg aller Joſep am 4oꝛbl⸗ vnd eym ſeden ſeine gewiſſe Landſchafft ʒuuerwahren vbergeben woꝛden. Sie haben auch ſam̃t vnd ſonders jhꝛer Embter außgewartet/ die Maweren gebawen/ vnd Kriegsuolckangenom̃en. Joſephus aber iſt in Galileam gezogen/ hat die Statt beueſtiget/ Wehren gebawen/ die aller ſſůrckſten vnnd geuͤbteſten Kriegsleuth zu ſich genommen/ die Moͤrdereiabgeſtellet /ſein Kriegsuolck tͤglich im Laͤger abgerichtet/ eyn ordnung gemacht/ vil Haubtleuth beſtelle/ vnd vnter ſie eingetheylet/ damit deſio beſſer Regiment gehalten werden/ vnnd keyner verſchwigen bleiben moͤchte/ der ſeinem Ambt nicht trewlich außwartet. Er vnterwiſe ſie auch/ achtungzu haben auff der Trommeten ſchall/ wann man anzichen oder zu ruͤck weichen ſolte/ in der Oꝛd⸗ nung ʒubleiben/ in der Schlachtordnung zuſtehen/ die Schilt füͤr zuwerffen/ vnd ſich darhin⸗ der/ gleich als hinder eyner Mawren/ wider den anlauff des hertringenden Feinds ʒuwehren/ eynander zuentſetzen/ wie es von noͤten were/ mit den muͤden mitleiden zuhaben /Leib vnd Le⸗ ben fur eynander zuſetzen. Er lehret ſie auch nit alleyn nach dem Romiſchen brauch Kriegen/ ſondern veroꝛdnet auch andere/ die denen im Streit ſolten zuhůlff kommen/ hieß die Kriegs⸗ leuch ſich mit Prouiand vñ Waffen verſehen/ Schantzen vñ Graͤben auffwerffen/ demeind mit dem Laͤgern ʒuuorkommen/ den Gebotten vnd Verbotten gehorſam ſein/ Stelens vnnd Raubens enthalten/ vnd das fur jhren eygenen nutz halten/ wann den Bawroleuthen auff dem Feld keyn ſchaden geſchehe. Dann wer eynem andern das ſein mit gewalt neme/ der ſeie nicht beſſer/ als der Feind ſelber/ doch ſeie es vilaͤrger/ ſich an dem ſeinen/ denn an frembdem Gut Joſephus wird don ſeinẽ eygenen Volck ſaden/ denn er gepla⸗ Ber Joſepb. am 403 65 nigs/ ſo Ptolemens mit ſich gefuͤhret/ vnterhanden hetten/ ſolten Pſehu⸗ mt ₰ beriadem mit liſten F vnd vereynbaren wolte/ that ſich Joſephus auß gemeldter Statt 04 blat. vergreiffen/ vnd böſer/ ſeine eygene Geſellen/ denn den Feind zuberauben. Es ſeie eyn groß ding im Krieg eyn gut Gewiſfen haben/ vnd doͤrffte ſich der/ ſo nicht mit wiſſenlichen Laſiern behafftet/ der huͤlff Gottes ſo vil deſto mehr getroͤſten. Es hat aber Joſephus eben damit mehr eindſchafft bei verkehrten Leuthen auff ſich ge⸗ bei den frommen danck verdienet. Dann nach dem er ſechzig Tauſent Mannzu fuß/ vnd wenig Reuter auffgebracht/ vnd ſonſt bei vier Tauſent Kriegsknecht/ vnd ſechshun⸗ dert Trabanten/ die auff ſeinen Leib warten/ in beſtallung gehabt/ hat er doch mehrgefahr von ſeinem eygenen Volck den Juden/ vor dem Krieg/ denn von den Romern mitten im Krieg be⸗ ſiehen muͤſſen. Ich wil des Auffruhrs geſchweigen/ den ſie wider jhn erwecket/ dieweil erim verdacht war/ als hette er den beraubten das jhenige/ was jhnen genommen woꝛden/ widerumb zugeſtellet/ vnd ſonderlich Agrippe vnd Beronice das jhre widerumb/ wiewol billich geweſen/ erſtattet/ damit der Koͤnig nicht noch haͤfftiger erzoͤrnet wurde. Damit aber Joſephus des Voilcks vngeſtuͤ̃igkeyt ſtillen mochte/ wendet er fur/ daß er mehr geneygt were/ mit demſelbi⸗ gen Gelt die Mawren zubawen/ denn es ſhren Herꝛen wider ohn entgeltniß zu vberliffern. Sagt auch die Taricheer/ welche alles geraubt/ Gold/ Kleyder/ vnd andere Kleynoter des Kö⸗ ſich daruͤber bedencken/ vſi daſſelbige zuerbawung jhrer Mawren anwenden/ oder vil lieber den Moͤrdern preiß geben woiten/ Es geſchehe jhm vngůtlich/ daß man jhn vber dem ſtraffen wolle/ daß er jbnen zum be ſe dechan Dadurch haben ſie ſich begutigen/ allen vnwillen fallen laſſen/ vnnd jhm eyn leyd gethan. Darnach aber als ſich die Statt Tiberias widerumb mit dem Koͤnig Agrippa einlaſſen herauß/ vnd ließ die Thor Tarichea zuſchlagen/ damit die ʒů Tiberiade nicht villeicht durch eynen Bottenerfüͤhren⸗ daß Joſephus keyn Kriegsuolck mehr hette. Er aber Joſephus fuͤhꝛet alle iſchen Schifflein zuſam⸗ nnen/ die er damals wußte anzutreffen/ vnnd ſchfffet damit nach Tiberiade/ Vndals et an vrtkam/ da man die Schiffauß der Statt etlichet maſſen ſehen/ vnnd doch nicht woen kennen konte/ob Kriegouoſckprinnwere oder ni. 5 außbreyten/ damit ſie von verꝛem ſchinen/ als nit wußte/ob ſie voll Kriegoleuth werenoder laͤr. würden eyner ſolchen groſſen maͤn ſich /oͤffneten die nd theten Joſepho/ de Thor/giengen hinauß/ vn ſich nahe herzu gethan hette den Fußfall. Dafraget 6 B S 2 * ————— 2 — „ 6 66 2 2 . ℳ — —— S * — D. 8—— S— .——— N —— — — — %* e— 6—— — 1—— ₰ „ 3—— — S— — — S — — ₰ — S— 411 — * MHand laſſen/ vergoͤnnets jhm Joſephus/mit dem beſcheyd/ daß erjhm ſelbs eyne Hand/ welche Cweus hawer ſu er wolte/ abhawen ſolte. Derhalben nam Clyto das Schwert in die Rechte Hand/ vnnd hieb. jhm ſelber die Lincke Hand damit ab. Alſo ward Tiberias wider eingenommen/ Sephoris begerete zwar auch abzufallen/ ward aber doch durch Joſephi ernſt wider mit den andern Jů⸗ diſchen Staͤtten vereyniget/ Dann er wolte ſeine Landſchafft vil lieber in Frid vnd eynigkeyt beſchirmen/ denn frembde Laͤnder anfallen. IIII. Cap. xriger/ Sylas vñ Johannes/ der Juden vaubtleuth/ belgern Antonium ʒu Aſealon⸗ S ʒum andernmal von jhm geſchlagen/ Niger entfleucht in eynen Thurn/ welchen Antonius anzundet/ doch kommt Niger vnbeſchaͤdiget darnon Iger aber der Peraiter/ Sylas von Babylonia vnd— der Eſſeer/ mahneten alle junge Mannſchafft in Judea auff/ fuͤhreten ſie ames blat gen Aſcalon/ welche 720 Stadia von Jeruſalem gelegen⸗ vnnd zwar gh⸗ S war/ vnd ſonſt groſſe feindſchafft hette. Berhalben begeretendie Eu. v ſelbige Statt/ deren ſie gar auffſehig waren/ uſchleyffen⸗ e „ 5 *„ Antonins ſchlaͤget die Juden fuͤr Aſca⸗ 5„* — F S Meſpaſtanus zexcht l nn it ſeinem heer Egeſippi/ von gerſtoͤrung der Statt 1mit Htereskrafft. In der Statt lag Antonius/ der Roͤwiſche Haubtmann/ vnd hatte ſowenig 9 Volck bei jhm/ daher denn nicht zuuermuten geweſen/ daß er die Inden damit heite beſichen ſollen. Doch war er eyn tapfferer vnd verſtaͤndiger Kriegs mann/ gab ſeinen Reutern beſcheyd/ vnd ließ die Juden fortʒiehen/ die ſich mehr auff jhre groſſe maͤnnig/ denn auff jhre mannlig⸗ keyt verlieſſen. Da ſie nuh wol herzu geruckt warẽ/ rennet er ſie an/ machet die hinderſten můd/ trennet ſie von eynander/ da ſie am dickſten waren/ ſchlug ſie in die Flucht/ vnnd eilet jhnen al⸗ lenthalben auff dem ſeld nach/ Etliche mußten wider der Mawren zulauffen/ diewei fie ſonſt niergend hin zufliehen wußten/ die andern ſuchten eyn andere außflucht/ wurden aber von den Reutern vmbrennet vnd zu tod geſchlagen. Eyner fiel vber den andern⸗ ſtürtzten ſelbs eynan⸗ der ʒu boden/ vnd waret die Schlacht biß auff den Abend/ vnnd bliben zehen Tauſent Juden auff dem Platz/ darunter auch Johannes vnd Sylas jhre Oberſten waren. Der Roͤmer aber ſeind etliche wenige verwundet worden. Doch lieſſen die Juden vom freuel vñ trot noch nit ab/ ſonder ergrimeten allererſtecht. Dann der ſchmertz machet ſie kun/ vnd die ſchand verurſachet ſie zur rachgirigkeyt/ Derhalben wurdẽ ſie vil vngeſtuͤmer als vorhin/ wiewol die verwundeten noch nit heyl waren/ vnd ſaͤrcke⸗ ten ſich haͤfftiger/ als vor jemals geſchehen. Aber Antonins beſtellet eynen hinderhalt auffſie/ vnd vmbrennet ſie mit dem Reyſigen Zeug/ ehe es ʒum treffen kam/ vnnd hieß alles niderſchla⸗ gdiger bertrencht gen. Alſo kamen abermals neun Tauſent vmb/ die andern mußten alle entlauffen. Niger ent⸗ in eynem Thurn Fan oſeph⸗am 4o6.bl⸗ am auch durch die Flucht/ vnd that ſich in eyn Veſtung/ die eynen Thurn hatte/ vnd allent⸗ mit gewaltigen groſſen Steynen verſehen war/ Die Roͤmer aber machten eyn Fewr rumb her/ dieweil ſie ihn ſonſtnicht gewinnen mochten. Danuh der Thurn vomewr an⸗ gieng/ verkroch ſich Niger in eyn Hölin vnter den Thurn/ das jhm daß Fewr keynen ſchaden thet/ vnd blib alſo fuͤr dem Feind verborgen/ die Roͤmer vermeyneten auch nit anders/ denner wer in dem ꝗᷓewr vmbkommen. Am tritten tag hernach/ als die Juden ſeinen Coͤrper ſuchten/ daß ſie jhn begruͤben/ funden ſie jhn noch friſch vnd geſund/ vnd freweten ſich ſehr/ daß er dem Feind entgangen war eſpaſianus kommt mit ſeinem veer gen Antiochlam/ vnnd von dannen gen ptoles maida daſelbs zohen die Sephoriter Veſpaſiano enigegen/ vnd ergaben ſichnjhn. Es wird auch in diſem Capitei die Statt Intiochi nachller jhrer gelegenheyt vnd frucht⸗ . 23 barkeyt von kgeſippo beſchriben. V Ittlerweile ſchiffet Veſpaſianus ober den Helleſpontum zoge durch Bythiniam vnd Ciliciam/ vnd da erin Syria ankam/ nam erdie bi⸗ i gion/ vnd das ander Kriegsuolck/ das er daſelbs fand/ vnd fuͤhret ſie gen An⸗ rochia. Dieſelbige Statt ſſt ohn alle einred die fuͤrnemſie in Syria/ vñ wird derhalben fur die Haubtſtatt gehalten/ welche die/ ſo Alexandro Masno im Krieg anhengig geweſen/ gebawet/ vnnd nach jhrem Bawherꝛen gensn⸗ net haben. Die Statt iſt in jhr ſelber vberauß lang vnd nicht breyt/ dann auff der Lincen ſeiten ligt eyn hoher vnd gaͤher Berg/ fuͤr welchem man die Statt nit hat weiter hinauß bawen koͤnnen. Die not hat diſen ort außgeſtecket/ Dann die Parther mochten durch heymliche vnnd rauhe Wege einbrechen/ ſich hinder diſem hohen Berg verſchlahen/ vnd alſo vnuerſehener vn vngewarnter ſachen das Syriſche Land vberfallen/ wann nicht diſe Statt mit diſem Berg/ als init eynem Schloß verwahret were/ vnd den zugang verhinderte/ daß/ wann der Barbaren eyner ſich darzu machen wolte/ man jhn gleich mitten auß der Statt ſchenkonle. Manſagt auch/ als voꝛzeiten Spil in derſelbigen Statt gehalten worden/ habe den Spilmann ſeine Au⸗ gen gegen dem Berg/ auffgehaben/ vnd geſehen/ daß die Perſer daher gezogen ſeind. Danuff rr alſo bald geſagt/ Entweder es traͤumet mir/ oder iſt groſſe gefahr vorhanden⸗ Sihe/ dort kom̃en die Perſen. Alſoiſi der Berg vil hoͤher als die Statt. daß auch die höhe des Spilhauſt dos außſehen gegen dem Berg nicht verhindern mag. Mitten durch die Siatt fieußt eyn Waſſer/ welches ſeinen vrſprung gegen der Sonnen Auffgang hat/ vnd ſich nit watvon⸗ Statt in das Meer ergeuſſet. Sie alten haben es von des vrſprungs wegen Onndun i ſ f ſl U E pu ſdi ſird vill he fu ich ſan vend hun huff znE zng in /. otten ſnen ſnen dußt zleich miſch iſche nGa ſchz dchat kn/ t eruſalem. Das III. Buch. 33 iſt/ den Auffgang genennet/ vnd haltet mans gemeyniglich darfur/ als habe es denſelbigẽ Or⸗ ten den Namen geben/ ſo es doch ſelber ſeinen Namen dauon empfangen hat. Von diſes Fluſ⸗ ſes ſtarckem Lauff/ vnd den kalten Weſtwinden/ wird die Statt ohn vnterlaß erfriſchet vnd er⸗ kalet/ vnnd verleuret ſich der Fluß Orient/ in den Moꝛgenlaͤndern. Innwendig hat ſie ſuͤſſe Waſſer/ außwendig aber vñ in der naͤhe/ eynen Wald mit vilen Cupreſſen beſetzt/ waſſerꝛeiche Quellen/ ſie nennens Daphnem(Loꝛberbaum) dieweil es jmmer grun bleibet. Sie iſt Volck reich/ vnd die Leuth darinn vil froͤlicher vnd kurtzwiliger als anderswoh/ aber geneygt zur vn⸗ keuſchheyt. Sie iſi fuͤr die tritte vnter allen fuͤrnemen Staͤtten in dem Roͤmiſchen Reich ge⸗ achtet geweſen/ Nuh aber iſt ſie die vierde/ nach dem Conſtantinopel in Thracia auffkommen iſt/ voꝛ zeiten war ſie das Haubt in Perſia/ jetzund bewohnen ſie die vertribenen. Dann Rom Vier faͤrnemſte iſi die fuͤrnemſte Statt/ Alexandria die ander/ Antiochia die tritte/ vnnd Conſtantinopel die Rom⸗ vierde. Das ſei gnug geſagt von der Statt Antiochia gelegenheyt/ dann von jhren Gebaͤwen woͤllen wir hie nicht weitlaͤuffiger handeln/ vñ dieweil ich geſagt/ daß ſie zu ruͤck den Auffgang habe/ iſt leichtlich darauß zuuerſtehen/ daß ſie auff der Lincken ſeiten den Mittag/ vornen her Europam/ vnd auff der Rechten ſeiten/ die Mittnaͤchtige Voͤlcker/ vnnd das Caſpier Koͤnig⸗ reich habe/ welches voꝛhin gar wol gelegen geweſen/ Syriam zu vberfallen. Nach dem aber A⸗ lexander Magnus die Caſpier Pfort auff dengaͤhen Berg Taurum geſetzet hat/ vnd den jnn⸗ wendigen Voͤlckern allen Paß vnnd Zugang verbawen hat/ iſt gedachte Statt zu guter ruhe kommen/ außgenommen/ daß ſie ſich etwan noch vor der Perſen einfall beſorgen muß. In diſer Statt wartet der Koͤnig Agrippa mit ſeinem gantzen Heer auff Veſpaſiani Zu⸗ Der Sephoriter kunfft/ ſo bald derſelbig ankommen/ iſt er mit jhm fortgezogen gehn Ptolemaida. Bei derſelbi⸗ mt Veſpe⸗ gen Statt ſeind jhnen die Burger von Sephorim entgegen kommen/ vnd haben vmb beſtaͤti⸗ gung des Fridens/ den ſie voꝛ langeſt mit Ceſentio Gallo auffgericht/ bei Veſpaſiano angehal ten/ Welcher jhꝛe Weißheyt vnd vorſichtigkeyt gelobet/ daß ſie den Roͤmern keynen trot ge⸗ botten hetten/ ſonder jhnen ſelbs fur ſchaden geweſen weren/ nam Geluͤbd von jhnen/ verhieß jhnen alle freundſchafft vnd trew/ gab jhnen etliche Reutter vnd Knecht zu/ vñ hielt hand vber jhnen/ damit ſie nicht etwan angetaſtet wuͤrden von den Auffruͤhrern/ welche eynẽ groſſen ver⸗ druß darab hatten/ daß die Sephoriter von jhnen abgefallen waren. Dann Sephorim war gleichſam der Schluͤſſel zum Juͤdiſchen Land. Dieweil ſich denn die Sephoriter an das Roͤ⸗ miſche Reich ergaben/ ſo hatte der Feind nuh eynen freien vnd offenen Paß/ vnd war dem Juů⸗ diſchen Volck die beſte vnd gelegneſte Veſtung entgangen. Sintemal ſie auch die groͤſie Statt in Galilea/ vnd vil veſter war/ als man dem Oꝛt an vertrawet. Dieweil wir denn hie eben diſer ſach ʒu red woꝛden/ ſo iſt ʒu wiſſen/ das zweyerley Galilea iſt/ das Ober vnd das Vnter/ die doch an eynander ſtoſſen vnnd zuſammen gehoꝛen. Ehe wir aber eyne von der andern abſoͤn⸗ dern/ woͤllen wir zuuoꝛ von allen beyden ſagen. 6 Egeſippus beſchreibet Ober vnd Vnter Galileam/ mitjhren anſtoͤſſen/ vnnd andern gelegenheyten. 5. C Eyde Galileiſche Laͤnder ſtoſſen an Syriam vnd Phenicen vnd Zewende werden gegen der Sonnen Nidergang abgeſoͤndert durch der Statt Prole⸗ mais Grentzen,/ vnd den Berg Carmelum/ welcher vor zeiten den Galileern zuſtändig geweſen/ nuh aber dẽ Tyrern zugehoret/ darbei ligt auch die Statt Gabaa/ welche“ das Juͤdiſche Volck voꝛ langen jaren in groß leiden vnd nok„Dauonlife Indie⸗ d vnd zo capit, vnd Joſeph⸗ am 69. blat. * „r 7 —,— L gebracht hat. Gegen Auffgang der Sonnen grentzet das Galileiſche Lan an Joppen vnd Gadaram/ vnd ſtoſſet auchauffdie Landſchafft Gaulanitidem vnd auff das Konigreich Agrippe. Dann ſo weit hat es ſich vor ʒeiten erſtrecket/ Auff der Seiten gegen Mit⸗ tag /ligt Scythopolis vnd Samaria/ vnd reychet nicht weiter denn an den Jordan. Gegen Mitternacht hat ſie auff der Rechten ſeiten Tyrum/ vnnd der Tyrer Land/ das iſi der gantze be⸗ griff des Galileiſchen Lands. b Es ſeind aber beyde Galileiſche Laͤnder volgender maſſen vnterſcheyden. Vnter Gali⸗ nene leaerſtrecket ſich in die laͤnge von der Statt Tiberiade an/ hiß an die Statt Zabulon h 6 zeuchts ſichs von dem Doꝛff Thalla hinauß biß gehn Rothala/ a verſtehen /wie weit Ober Galilea ſei/ welches am Jordan/ oder nahe darbei anfahet/ vnd das iſt der gantze begriff beyder Galileiſchen Laͤnder. Das Land aber iſt an jhm ſelber geſchlacht/ fruchtbar/ vnd mit allerley Gewaͤchſſen vnd Baͤumen gepflantzet vnd gezieret/ daß eyner ſein iuſt vñ freud darinn ſehen mag/ vñ wer gleich ſonſt nicht gern arbeytet/ der iſt dannoch luſtig das Land zubawen. Esiſt auch das Land an allen orten vnd enden wol erbawen/ vnd mit Einwohnern wol beſetzet/ Da ligt eyn Statt vnd Doꝛff an dem andern/ die maͤnnige des Volcks iſi nicht ʒuzehlen/ eyn ſchlechtes Dofflin darff bei zwentzig Tauſent Einwohnern haben. freiñden Völckern vmbgeben/ darumb ſeind die Galileer ſtreitbare Volcker/ die von jugend auffzu Kriegen geͤbet/ in groſſer anzahl/ vnuerzagte Kriegsleuth/ vnnd auffalle geſchwinde Kriegspoſſen abgericht. Doch iſt Perea groͤſſer/ von welcher droben i ſie nemlich jhren Namen hab. Wiewol aber Perea groͤſſer/ ſo iſt doch als die allenthalben gebawen wird vnnd Frucht traͤgt. Perea iſt wol weiter im begriff/ aber mehꝛerntheyl wuůſt vñ vnfruchtbar/ die weder vom Pflůgen geſchlachter wird/ noch vom baw⸗ en geſchmacktere Fruͤchten bringet/ Da hergegen Galilea eynen guten Baw hat/ fruchtbat vnd luſtig anzuſehen/ vnd zur vbung gelegen iſt/ darinn die zamen Depffel wol gerathen/ vnd alles wol bekommet/ das Held iſt voꝛnen her/ vnd in der mitten wol vnd ʒierlich beſetzet/ welche die Saat fur ʒu groſſer Hitz vnd Kaͤlte beſchirmen/ ſonderlich wachſen vil Weinreben/ Oel vñ Palmenbaͤum daſelbs. Es iſt nicht zuſagen/ was es fur eyn ʒierd ſeie/ wann die Palmenbaͤum/ die in der ordnung nach eynander ſtehẽ/ von dem Wind getriben/ daher prauſen/ vnd die Lat⸗ telkernen eynen vngewohnlichen ſuͤſſen geruch von ſich geben. Es iſt auch keyn wunder/ das alles ſo fein luſtig gruͤnet/ dieweil das eld ohn vnterlaß mit lieblichen Waſſerquellen/ ſoauß den hohen Bergen herab flieſſen/ befeuchtiget/ vnd mit ſchonen Brunnen wunderbarlich vnd lieblich vberfuͤhret wird. Die laͤnge reychet von Macherunta an biß gehn Pellam/ das iſi von der Seiten gegen Mittag/ biß gehn Mitternacht/ die breyte aber von Philadelphia biß an den Jordan/ das iſt von Auffgang der Sonnen biß an Arabiam. ſichs augenſcheinlich biß an den Joꝛdan. Zwiſchen Judea vnd G Ga⸗ Beſchreibung Sa⸗ allen oꝛten hohe Berg vnd ᷓel vnnd ſeind jhrer Grentzen des Lands Bgeſippi/ bon Zerſtoͤrung der Scatt Meer bei Ptolemaide. In die breyte aber reychet ſie võ dem DoꝛffZalot s 9 groſſen Feld liget /biß gehn Berſaben. An demſelbigen Oꝛtf ahet auch, langet an das Doꝛff Bathate/ daſelbs hoͤren auch der Tyrer han/ welches auffdem ber Galilea an/vnd rentzen auff. In die laͤnge n dem Joꝛdan. Darauß iſ zu Es ſeind auch beyde Galileiſche Laͤnder mit ſt geſagt worden/ woher Galilela vil fruchtbarer/ 4 Gegen Nidergang aber erſtrecket gt Samaria/ vnnd fahet an von dem Doꝛff Eleas/ vnnd wendet an der Acrabathener Land/ hat ſeiner Natur halben eynen kleynen vnterſcheyd von Judea/ vnnd iſt jhr faſt gleich. Sintemal beyde Laͤnder haben hohe Berg vnnd ebene Felder an vnterſchiedlichen oͤrten/ Dann es hat nicht an allen orten weite Felder/ wie auch nicht an ſen/ſonder iſt beydes fein artlich außgetheylet. Die Felder ſeind gut zubawen/ vnd geſchlacht ʒu Fruͤchten. Mit fruchtbarkeyt thuts jhm nit leichtlich eyn Land zu/ vnd ʒeitigen die Frůchten vil ehe darinn/ als jergend an eynem andern oꝛt/ Dann wann man an andern orten noch ſaͤet/ ſo iſt man daſelbs ſchon in aller Ernde. beſſere gattung von Fruͤ ſehen/ vnd lieblich zu tri den gemeynet/ es ſeie das Land darin ſen woꝛden/ ſo doch diſe verhe beydes geben/ ½wann ſie trewl iſi jhnen beydes entgangen/ woꝛden. Die Landſchafft hat vil Waͤlde/ vn darzu hat das Vihe niergend ſo volle Euter niergend mehr wilde vnd zame Apffel/ denn in diſ Es ſeind beyde Laͤnder Judea vnd S die Juden haben darumb den Spruch dahe traͤchtiges noch vnfruchtbars ſein in deine vollkommenheyt der Tugenden vñ guten Grentzen an/ bey eynem Doꝛff Joꝛdang Man findet kaum eyn chten/ als dieſelbigen ſeind. Es hat eyn ſuͤß Waſſer/ das ſchoͤnanzu⸗ ſi. Vmb ſolcher lieblichkeyt willen der Elementen/ haben die Ju⸗ Milch vnd. Honig flieſſe/ welches den Vattern vetheyſ yſſung auff die Aufferſtehung gehet/ vnd zwar Gott hette jhnen ich an jhm gehalten hetten/ nach dem ſie aber abtruͤnnig woꝛden⸗ Suͤnden halben in Gefaͤngniß hinweg gefůͤhret d derhalben eynen guten Vihezug vnd vil Milch⸗ kilch/ ais ebẽ an diſem ori. Man findet auch amaria ſehr Volckreich/ vnd will mich beduncken⸗ rgezogen/ da geſchriben ſtehet“: Es ſol nichts vn⸗ m Lande/ ſo doch ſolches von der fruchtbarkeyt vnnd Werckgeſagt iſt. Samaria fahet an den Arabiſchen enennet/ vnnd endet ſichgegen Mitternacht bo ſ di i iö b N n in itt ſnden wohn urvo hatte/ den. mißri verbr zum nens/ ſcherg Men/w Jeruſalem/ Das III. Buch. 54 Doꝛff Borcco. In der breyte reychet es vom Joꝛdan an biß gehn Joppen/ Dann es gehet an bei den Quellen des Joꝛdans/ vnnd an dem Berg Libano/ vnnd erſtrecket ſich biß an Sce Ti⸗ beriadis. Die laͤnge fahet an dem Doꝛff Artha an/ vnd reychet biß an das Doꝛff Julias⸗ darinn beydes die Juden vnd T yrer jhꝛe wohnung haben. Mitten im Juͤdiſchen Land liget die Statt Jeruſalem/ daher ſie auch von verſtaͤndigen Leuthen der Nabel/ das iſt/ das mittel des gantzen Lands genennet wird. Es hat auch diß Land groß Einkommen/ nicht alleyn vom Land/ ſonder auch vom Waſſer/ dann es reychet biß gehn Ptolemaidem/ vnd an das Vfer des Meeres. Eo ligen vil Staͤtte darinn/ Jeruſalem aber hat den Preiß vnter allen/ als das Jerufalem iſt die Haubt/welches doch die andere neben Staͤtt/ als ſeine Glider nicht verdunckelt /ſondern ſie re⸗ Haubtſiate. gieret /ſchuͤtzet vnd zieret. Das ſeie alſo von Jeruſalem/ vnd den anſtoſſenden Laͤndern auffs kurtzeſt/ vnd zur noturfft geſag. VII. Cap. Die Roͤmiſche Beſutzung zu Sephorim/ ſtreyffet auff die Inden/ derhalben wird Jo ſephus verurſachet/ die Stãtt Sephorim zu vberzlehen/ richtet aber nichts auß. Daher entſtehet eyn groſſe vnruhe im Galileiſchen Lande. ———— As Kriegsuolck aber ſoden Sephoriternzu jhrer entſatzung ge⸗ geben geweſen /ſtreyffete auff die naͤhſten vmbligenden Laͤnder/ raubeten vñ A 3 moͤdeten vnterm ſchein des Kriegs/ den das Roͤmiſche Reich vñ die Juden wider eynander fuͤhꝛeten. Da nuh auch Joſephus von jhnen beleydiget Joſephus vber⸗ Z ward /vnterſtund er ſich den ſchaden zu raͤchen/ nam vil Volcks zu ſich/ vber⸗ heucht die Sephori⸗ — ſiele die Statt Sephorim mit gewalt/ vñ vermeynet ſie entwederwiderumb“ in den Juͤdiſchen Bund zuuermoͤgen/ oder woh ſie ſich zʒur Wehr ſtellen wolten/ gant vñ gar⸗ woh moglich/ zu verhergen. Aber ſein Anſchlag fehletj hi an beyden oꝛten/ dañ er konte ſie we⸗ der von den Römern abwendig machen/ noch die Statt zerſtören/ die er ſelbs ſo veſt gemacht hatte/ daß ſie auch von den Roͤmern/ die vil maͤchtiger waren/ nicht hette mogẽ gewonnen wer⸗— den. Ließ derhalben Laͤrmen blaſen/ vnnd die Statt anlauffen/ da jhm aber ſein fuͤrnemmen gʒroſſer jammer in mißriethe/ gienge der Krieg vber die gantze Landſchafft auß/ dañ die Romer verhergeten alles/ Galiea. verbrenneten die Gebaͤw bei tag vnd bei nacht/ namen Haab vnd Gut/ erwuͤrgeten alles was zum Krieg tuchtig war/ die andern verſtricketen ſie mit Dienſtbarkeyt/ Vnnd war des Bren⸗ nens/ Raubens vnd Moͤrdens keyn end /da war allenthalben jammer vnd not/ vnd eyn jaͤm̃er⸗ licher anblick/ was nicht durchs ꝗewr vnd Schwert vmbkam/ das ward gefänglich angenom⸗ men/ welches vil ſchwerer war denn alle vorige plagen. VIII. Cap. Veſpaſianus vnnd Titus ſein e;ohn/ ſtoſſen jhre beyde auffen zů ptolemaideʒufun? menverhergen vnd erwuͤrgen alles zu Gadara/ Joſephus zeucht in die Statt Eibertas vnd ſuchet rãth ʒu Jeruſalem/ wie er ſich in ſchwebenden Rriegslaͤufften halten ſolle. As war der anfang vnnd das vorſpil zu diſem Krieg ehe Titus Linn kot n ſei⸗ 2 S ankam/ welcher eilends auß Achaia gehn Alerandriam ſchiffete/ vnnd das zu ſeinem 6 3 Kriegsuolck nach des Vatters beuehl mit ſich in die Statt Ptolemaida fuͤh⸗ ₰ N rete/ daſelbs ſtieſſen ſie die Hauffen zuſam̃en/ nemlich die fuͤnffte vñ zehende⸗ — mbt der fuͤnffzebenden 4 ion/ welche die aller fu ſte war. Da nuh bey⸗ ( 50) ſambt der fünffzchenden Legion/ ie aller fuͤrnemſte war. bey⸗ des das Roͤmiſche vnd jhꝛer Mithelffer Kriegsuolck alles bei eynander war⸗ ſiengen ſie den namhafftigen vnd erſ chrecklichen Krieg an. Nach dem aber dem Haubtman der anfaͤnglich gut gluͤck gehabt/ ſein anſchlag im andern angriff mißrathen/ ward eſpaſianus zonig/ brach mit ſeinem Sohn/ zu Ptolemaide auff/ vnd that ſich in das Gali⸗ leiſche Land. Da er nuh maͤrcket/ daß ſie nicht ʒum Friden geneygt waren/ vnangeſehen/ daß S er ſich erbot jhnen alle mißhandlung in voꝛſtehendem Krieg zu verzeihen/ ſo vern ſie nur jh⸗ Gadara pon Beſpu⸗ rer ſelber ſchonen wolten/ verhergete er Gadaram auff den Boden. Dann es war alles/ was ſiano verheren zur Wehr duͤchtig/ darauß geflohen/ vnd hat ſich in wehrhafftigere vrt gethan/ wie ſi 2 denn Rriegs⸗ ——— —— =——— —— —— Egeſippi/ bon Zerſtoͤrung der Statt 4 0 3 1Kriegsleuth nit gern hinderſchwachen Mawten finden laſſen. Derhalbenhatte er auch feyn 5 9 milleiden mit jhnen/ ſondern hieß alles vmbbringen/ vnnd keynes Alters noch Stands ver⸗ ſchonen/ welches er nicht alleyn nach gemeynen Kriegsbrauch thete/ ſondern es ſchmirtzet ſhn auch noch Ceſtij Niderlag/ vnd ward dardurch wider die Juden verbittert. Er ließ nitalleyn die Staͤtte/ ſondern auch die Flecken vnd Doͤrffer abbrennen/ vnd zwar hatte er gute vnd billi⸗ che vrſach zu zoͤrnen/ dieweil er jhnen nach ſo vilem geuͤbten mutwillen gnad anbote/ wann ſie ſich hinfort beſſern wolten/ vnd ſie ſich dannoch jmmer widerſpaͤnſtig erzeygeten. Joſephus zeucht Joſephus war auß derſelbigen Statt gehn Tiberiadem gezogen/ che dʒ Romiſche Kriegs⸗ gehn Liberiadem. uolck ankommen war/ vnd hatte mit ſeine Flucht mehr ſchreckens/ denn zuuoꝛ gutes vertraw⸗ ens durch ſeine gegenwaͤrtigkeyt angerichtet. Dann eben das dem Volck eynen groſſen ſchre⸗ cken bracht/ das Joſephus die Roͤmer mit Kriegen nicht trawete ʒubeſtehen/ dann er wußte der ſachen nicht ʒuhelffen/ die Juden lieſſen denn jhren Streit fallen. Doch war das ſein endliche meynung/ im fall ſie je vom Krieg nicht abſtehen wuͤrden/ daß er ehe den Burgern mit ſeiner eygenen gefahr glauben halten/ denn hinderſich ziehen/ vnd zum Verꝛaͤther anjhnen werden wolte/ Seintemal jhm nichts ſo hart angelegen war/ denn daß er den empfangenen ehrlichen Joſephus ſuchet Beuehl im Krieg nicht ſchaͤndet vnd vnehret. Schribe derhalben an die von Jeruſalem/ der rath zu Jeruſalem. Krieg were jhnen ſchon auff dem Halß ſie ſolten ſich eilends bedencken/ wie der ſacht zuthuen/ ob ſie lieber Kriegen oder Frid halten wolten/ vnnd begeret eyn fuͤrderliche antwoꝛt darauff. Solches gab er jhnen kuͤrtzlich ʒuuerſtehen/ vnnd verhehlet ſeine meynung/ damit er nicht ent⸗ weder fur eynen verzagten Kriegsmann/ oder fur eynen hartnaͤckigen Auffruhꝛer moͤchte an⸗ geſehen werden. Foſephus ʒeucht gehn Jotapatam/ vnd wird daſelbs von veſpaſiano hart belgert/ vnd die Statt haͤfftig geſtuͤrmet. S On viberiade zog er wider gehn Jotapata dieweil ſie entweder 8 wehrhafftiger war denn andere Staͤtte/ vnd ſich vil auß freiem willen dahin Joſephus zeucht gehn Joiapatam. zum Krieg verſammlet hatten/ oder daß Veſpaſianus vil der ſeinen außge⸗ ſchickt hatte/ die Straſſen vber das Gebirg zuraumen vnnd auffzuhalten⸗ S welcher gar rauh vnnd ſteynecht/ vnnd dem Jußuolck ſchwerlich vnd hartzu Se gehen/ den Reutern gar nicht zu reiten war. Alſo haben ſie die Straſſen in vier tagen geoͤffnet vnd erweitert/ damit man das gantze Heer deſio leichtlicher hinuͤber bringen moͤchte. Am funfften tag aber iſt Joſephus dahin kommen/ vnd hat den erſchrockenen Juden wider Hertz gemacht. Nach dem auch Veſpaſianus erfahren/ daß Joſephus zu Jotapata ankommen were/ zeg er ſchneller foꝛt/ vnnd verhoffet dem Krieg deſto che zum ende zuhelffen/ wann er den Ober⸗ ſten vnnd das Volck/ ſo am aller begirigſten auff den Krieg waren/ auff fahen vnnd ergreiffen moͤchte. Kam derhalben mit dem Heer dahin/ vnnd erlabet das Kriegsuolck/ welchs von der Reyß matt vnd muͤd woꝛden/ am erſten tag mit Speiß/ vnd ließ jhnen zeit vnd weil/ damit ſie ſich deſto beſſer zum Krieg ruſten koͤnten. Am andern tag/ vmblaͤgert er die Statt mit eynem zweyfachen Hauffen/ vnd ordnet auch den Reyſigen geug herumb. Da nuh die Juden ſahen daß ſie verſchloſſen vnnd allenthalben vmbgeben waren/ vnnd niergend keyn außflucht wußten/ faſſeten ſie auß eitel verzweiuelung eyn Hertz/ Dann eynen Kriegsmann machet nichts ſo gehertzt zum Krieg/ denn wann er ſihet/ daß es die not erfoꝛdert ge⸗ vnnd die euſſerſte gefahr vorhanden iſt. Veſpaſianus ſetzet jhnen haͤfftig zu ⸗ mit Schieſſen vnnd werffen/ vnnd wurden vil Juden/ die ſich zu weit für die Mawr herauß begeben hatten⸗ durch das Geſchůtz getroffen vnd verwundet/ doch waren ſie vnuerzagt. Die Roͤmer verſuch⸗ ten alle mittel vnnd weg/ ſonderlich aber griff er die Mawren an dem ortan/ woh ſie am aller⸗ ſchwaͤchſten/ vnd vbelſten beſetzet war. Die Roͤmer begerten ehr einzulegen in diſem Streit ⸗ Die Juden hatten noch hoffnung/ jhr Leben mit der Fauſt ʒu erꝛetten. Die Juden waren haff⸗ tig geaͤngſtiget/ wehreten ſich aber gleichwol tapffer vnnd vnerſchrocken/ Die Römer hatten die erfahrung ſambt der Mannligkeyt/ Die Juden aber trib jhre frechheyt vnd vnſi „. Veſpaſtanus belaͤ⸗ gert Jotapatam. Seruſalem/ Das III. Buch. 55 Da ſie ſich nuh den gantzen tag ʒu beyden theylen abgearbeytet vnd geſtritten hatten/ die Juden zu friſtung jhres Lebens/ die Roͤmer aber zu eroberung des Sigs/ mußten ſie endlich der 6 — 2 3 1 8 — 3. 6 m „. n 5— — L%„ —— — — * 3 „ * 6* 6. r* S 2— 5„ 8. d 2 S— 6 W 6 S X— S 3 S 18 6 3 * .— S — S Nacht natben vom Streit ablaſſen. Hernach aber am andern/ tritten/ vierden vnd fůhfſten Tag/ iſi der Streit widerumb ernſtlich angangen/ doch ſeind jhren vil mehꝛ verwundet/ais ge⸗ todtet woꝛden/ wie denn in ſolchen ſcharmutzeln pflegt zu geſchehen/ wiewol die Jubenoffter⸗ mals auß der Statt fielen/ die Roͤmer auch hergegen die Statt zum Sturm anlieffen. Dann Selegenheyt der die Romer erzoͤrneten vnd ſchaͤmeten ſich ſelber/ das ſie Annibali vnd Antiocho/ auch ſonßal⸗ Statt Jolapata⸗ len andern Voͤlckern obgeſiget hatten/ vnnd mit den Juden ſo lang ſolten zuſchaffen haben. Die Roͤmer hielten ſich ſehr Mannlich vnnd ſtandhafftig/ vnnd meyneten wann ſie den Sig nicht bald erlangeten/ ſo weren ſie ſo vil als geſchlagene Leuth. Sie hatten aber mehr mit der Natur ſelber/ denn mit dem Feind zuſtreiten/ Dann die Statt war ſchier auff allen ſei„ ten mit hohen Felſen vmbgeben/ vnnd hatte nicht Graͤben vnd Wäll/ wie andere Stätte⸗ ſondern gaͤhe Berg vnd tieffe Thaͤler/ die eyn Menſch weder mit den Augen vberſchen/ noch mit den Fuſſen beſchreiten konte/ Wer ſie fleiſſig beſchawet/ den kam eyn Schwindel vnd grawel an. Gegen Mitternacht/ da der Berg auffhoꝛet/ halte ſie alleyn eynen Weg vnd zu⸗ gang/ den man doch mit groſſer muͤhe vnd arbeyt erſteigen mußte/ welchen aber Joſephus mit eyner Mawꝛen eingefaſſet/ vnd eyne Beſatzung darein gelegt hatte/ daß man ſie zwiſchen den vnter Mawꝛen/ vnnd der Obern Statt ohn groſſe gefahr nicht Belaͤgern oder erſteigen⸗ oder inn der hohe recht beſchawen moͤchte. Dann die Statt lag auff eynem hohen Berg⸗ vnd war gerings herumb mit Bergen/ wie mit eynem natuͤrlichen Wall vmbgeben/ vñ mit ey⸗ nem ſelbs gewachſſenen Hag verſchloſſen/ daß man daruor die Statt nicht ſehen konte/ biß man hinein gieng. X. Cap. Die 1n Jotapara leiden in der Relsgerung mangel an Waſſer/ vnd hencken naſſe Tůcher vber die Mawren heratß/ daß man jhnen den Abgang des Waſſers deſto weniger anmoͤrckete. — Egeſipi/ bon Zerſtorungder Statt A nuh Veſpaſianus die Natur nicht vberwinden konte/ name ſie jhm ſelbs zu huͤlff/ vnd gedachte die Statt durchlangwirige Belägerung 2 außzuhungern/ das ſie ſich ſelbs auffgeben muͤßte. Sie hatten ſich aber lan S ieoin der Statt mit Getreyd verſehen/ das jhnen der Hunger nit leicht⸗ Mangelan Waſſe S lich etwas abgewinnen mocht. Es war aber groſſer mangei an Waſſer/ deñ zu Jotapata.— keyn Brunn in der Siutt/ vñ ſonſt eyn groſſe duͤrte/ das ſie nit gnug zu trincken hatten/ dieweil es ſelten an denſelbigen Orten zu Regnen pflegt. So hatteer auch alle Waſſergaͤnge abgegraben/ daß keyn Waſſer in die Statt floß. Der mangel bracht aller⸗ S üit erſt begird zu trincken/ das jhnen doch die Natur verſaget. Joſephus erdachte eynen liſt /lieſſe Zoſephi. die Kleyder im Waſſer netzen/ vber die Mawr hinuß hencken/ vnd allgemach ertrieffen/ daß * man gedencken ſolte/ſie hetten keynen abgangan Waſſer ⸗ dieweil ſie die Kleyder noch darinn waͤſchen konten. XI. Cap. Veſpaſianus laſſet die Nawren zu Jotapata mit eynem widder anlauffen. Joſephus behencket die Mawr mit Sprewerſe eckẽ. Eleazarus wirfft dem Widder mit eynem groſ⸗ ſen Steyn den Ropff ab/ vnd haltet ſich ritterlich biß er erſchoſſen wird. Eſpaſianus erſchrack diſes Handels růͤſtet ſich die Stattmit d S Sturm anzulauffen/ vñ ſtellet dʒ gantze Heer in eyn ordnung herumb/ rich Lſ ter den Sturmzeug wider die Mawren/ vnd ſtieß mit dem Widder daran/ welcher ſeinen Namen daher hat/ dieweil eyn ſtarcker vñ knorꝛechter Baum vornther/am ort mit Eiſen beſchlagen/ vñ gleich wie die Stirn eynes Bocks e oder Widders grſtaltet iſt/hat auch in der mitten eyn dickes vnd ſiarckes Gi ſen/ daß eynem Hoꝛn gleich ſihet. Die groͤſſe des Baums iſt/ wie eyn Maſtbaum im Schißf⸗ der ſich weder von des Windes vngeſiuͤmigkeyt/ noch von der Segel bewegung vmbreiſſen laßt. Derſelbig Widder iſt oben mit Seylern/ an andere vberzwerche. Holtzer/ ſtarck angebun⸗ den/ das ſhren vil die Haͤnde daran legen/ vnd mit gewalt wider die Mawren treiben koͤnnen. Darnach ʒeucht manj hn wider zu ruck/ mit den Handhaben/ als wann er im Gewicht hienge ⸗ vnd ſioſſet jhn mit gantzer macht an die Mawꝛ/ welche endlich von vilen Stoſſen einfallet/ vnd eyn Fenſter oder Loch machet/ dadurch der Feind in die Statt hinein lauffen kan. Alſo hat ſich die Mawꝛgleich in dem erſten ſtoß ergeben/ vnd eyn trach gelaſſen. Daher ſich von ſundan eyn groß geſchrey vnd ſchrecken erhebt/ vnnd jedermann in der Statt beſoꝛget hat/ die Mawr werde vmbfallen. Foſephns behencket Joſephus aber hat Seck mit Sprewern außgefůllet/ vñ an das vrt hencken laſſen/ da die Sr nut Romer den Widder antriben/ damit der Widder an den lucken Secken mit hafftẽ mochte. Dañ wann man traͤffe vñ ſatte ding auff eynander ſtoſſet/ ſo gehet es ohn ſchaden nit ab/ wann es a⸗ ber auff etwas luckes abgehet/ ſo widerhalts vnd ſchlaͤgets auß/ Zu dem ſchlitzet hart auff weych ehe auß/ deñ weych auff hart/ſintemal auch die harten Felſen von dem Waſſer außgefreſſen vñ außgehoͤlet werden/ Hergegen aber ſchadets dem Waſſer nit/ wañ gleich eyn Steyn darein fal⸗ let. Vnd wann man etwas weyches ins Meer wirfft/ſo bleibet das Waſſer gleichwol in ſeinem gang/ eyn Steyn aber im Waſſer verleurt ſeine krafft. Deßgleichen ſchadets dem Sand nicht⸗ wann gleicheyn Marmelſteyn darauff fallet/ der Marmelſteyn aber ʒerbꝛicht/ wañ Sand dar⸗ Welpaſianue loſſet uuff fallet. Es haben aber die Romer hergegen nicht gefeiret/ ſondern eynen gegenliſt erdacht⸗ er frumme Meſſer an lange Stangen gebunden/ vnd die Seck damit auffgeſchnitten/ daß die Sprewer herauß gefallen ſeind/ vnd die ſtoß des Widderoſiit mehꝛ auffgehalten haben. Dan auff ſie denn den Sturmzeug wider auffgefuͤhret/ vnd den Widder angetriben haben. Eleatari ſtärck vnd Da nuh die Juden dermaſſen geaͤngſtiget warẽ/ hub eyner auß jhnen/ Eleazarus genañt/ großmutigteht. eynen vberauß groſſen Steyn auff/ vnd warff jhn mit ſolcher vngeſtuͤigkeyt von der Maw⸗ ren herab auff den Widder/ das jhm der Kopff herab fiele. Darnach ſprang er mitten vnter die Feinde/ erwuͤſchet denſelbigen Kopff/ vnd trug hn fur der eind Angeſicht/ vnnd mit groſſer gefahꝛ/ auff die Mawꝛẽ. ʒu letzt ward er mit fuͤnff Pfeilen getroffen/ doch klaget er die Nih Beſpaſtanus richtet S ſich mit dem Wid⸗ der an die Ringmaw K ren⸗ 4 6 1 X . ——— i Feruſalem. Das III. Buch. 66 nicht/ſonder trachtet darnach/ wie er dem ꝗeind mit dem Steynwurff ſchaden zufugen moch⸗ te/ſtig derhalben auff die Mawren/ vberwand den ſchmertzen/ warff den Steyn freuenlicher weiß fůͤrjedermannauff den Widder/ vñ fiel er auch zugleich mit herab/ das hat jhm ʒwarſein leben gekoſiet/ der Widder iſtaber gleichwol dardurchzu nicht worden. Alſoiſter vmbſeines Vatterlands willen geſtorben/ vnd hat die gantze Statt vom verderben erꝛettet/ in dem er den Sturmzeug verworffen hat. Netyras vnd Philippus lieffen auch mitten vnter den Hauffen/ vnd ſchlugen zuruck wen Netyre vnd ꝓhiliy⸗ ſie antraffen. Joſephus warff Fewr herab/ den Sturmzelg damit zuuerbrennen/ vnd thet himannligkeyt. den Roͤmern groſſen ſchaden daran/ aber ſie ernewerten alle ding widerumb. XII. Cap. Veſpaſianus wird in eyn Beyn geſchoſſen/ ſtuͤrmet die Statt Jotapatam auff eyn newes /thut jhnen groſſen de mit dem Geſchuͤtz/ ſcheußt eynem Inden den Ropff von den Achßlen/ vnd ſchwangern Weib das Rind auß dem Leib weit hinweg. Die Inden begieſſen die Roͤmer mit heyſſem Oel. geſchoſſen. ( Eſpaſianus hielt an/ vnd trib die ſachen ſo ernſilich daß er daru⸗ Veſpaſtanus wird ber mit eynem Pfeil in eyn Beyn geſchoſſen ward. Da nuh die Roͤmer ſahẽ⸗ daß jhr Oberſter blutet /bekuͤmmerten ſie ſich haͤfftig. Sein Sohn Titus er⸗ ſchrack auch/ vnd lieffe ſeinem Vatter zu. Aber er ließ ſich die Wunden nicht ſren erzeyget ſi Se angſi ſein/ vnd vermahnet das Kriegsuolck ritterlich zu kaͤmpffen/vnd jhren Oberſten an dem Feind ʒuraͤchen. Er war der erſie/ der das Volck anwiſe/ an die Mawren fuͤh⸗ rete/ vnd jedermann zum Streit anreytzete. Etliche lieſſen jhre Pfeil/ etliche jhr Geſchoß auff den eind abgehen/ Andere brauchten Boͤler/ darauß man Steyn vnter die Feind wirffet/ vñ hat diſes Geſchůt eynen ſiarcken trib. Dañ es ward eyner auß Joſephi Geſellen/ der aller naͤhſt beijhin ſtunde/ an den Kopffgetroffen/ daß der Hirnſchedel bei trei Stadien weit dauon ſpran⸗ ge. Deßgleichen ward auch eyn ſchwangere Fraw damit in den Leib geſchoſſen/ daß das Kind auß Mutterleib auff eyn halb Stadium dauon fuhꝛe. Zu letz/ als jetzund die Roͤmer die Mawren gar nahe erſtigen hatten/ vnd zu beyden they⸗ len ernſtlich geſtritten ward/ heyſſet Joſephus die Romer/ da ſie am aller duckſten ſtunden mit heyſſem Delbegieſſen/ welches jhnen von der Scheitel an biß hinab auff die Fůſſe floß/ vnd ſie an jhrem gantzen Leib dermaſſen beſchaͤdiget/ als wañ man ſie mit gluͤenden Kolen verbꝛennet hette. Doch erſatzte jmmer eyner den andern/ vnd erkuͤleten ſich etliche mit dem Schweyß ⸗ der von jhrem Leib herab floß/ vnd wiewol des Dels art vnd eygenſchafft iſt/ daß es bald heyß/ aber langſam wider kalt wird/ ſo hatten ſie doch eyn ſolch groß verlangen nach dem Sig/ das ſie auch des ſchmertzens daruͤber vergaſſen. Sie brannten dermaſſen in jhrem Hersen/ das ſie der Brunſt an jhrem Leib nit empfunden. Es ſchmirtzet ſie der Brand des heyſſen Deis nicht ſo ſehr/ als die ſchand/ wann ſie voꝛ erlangtem Sig vom Streit abſtehen ſolten/ nach dem ſie ſchon alle gefahr daruͤber außgeſtanden hatten/ Begereten auch mit jhrem eygenen Blut die Brunſt des heyſſen Dels zu lſchen. XIII. Cap. Dre Burger zu Japha empoͤren ſich wider die Roͤmer/ werden von Troiano dem Roͤ⸗ miſchen vaubtmann vberzogen/ vnd zwiſchen beyden Ringmawren geſchlagen/ vnnd endlich die Statt von Tito mit groſſer muͤhe vnd arbeyt gewonnen/ vnnd alles darinn jmmerlich ermoͤrdet vnd gefangen. ₰ Jeweil ſich denn die Belaͤgerung ſo lang verzog/ ond der Streit ſo lang waret/ emporeten ſich auch die Burger in der Statt Japha/ nahbei Jotapata gelegen. Dadurch ward Veſpaſianus bewegt/ Traianum den aubtmann vber die fuͤnffzehende Legion mit Tauſent Reutern/ vnnd zwey Tauſent Fußknechten wider ſie außzuſchicken/ welcher auch als eyn tapfferer S2 vnd erfahener Kriegsmann ohn allen vlhzug fortgezogen iſt⸗ eyn furſte⸗ ) ch hertzhafftig/ ſagt zu ſeinem Sohn/ er ſolte jhm nicht laſſen Der Romer Boͤler vnd Geſchutz. Die Juden gieſſen heyß Del auff die Roͤmer, Japha von den Roͤ⸗ mern belaͤgert 6 9 Der Burger zu Ja⸗ pha jaͤmmerliche ni⸗ derlag Titus erobert die Statt Japha⸗ Merſamkung der Samariter auff dem Berg Garizim. * Jvan. 4. Egeſippi/ don Zerſtoͤrung der Statt ſtehenden Krieg zu eynem guten end gefuhret hat. Dann ob wol die Statt von natur veſt/vnd mit eyner zwyfachen Mawꝛ vmbgeben war/ wolte ſich doch das Volck nicht in jhꝛer Veſtunge behelffen/ ſondern zogen den Roͤmern entgegen/ vnd ſtelleten ſich gegen jhnen zur Wehr/ vnnd als ſie darnach wider hinder die euſſerſte Mawr begerten zufliehen/ trang ſich der Feind auch mit heinein · Da ſie auch verner der jnnern Mawꝛ zulieffen/ ſchloß man die Thor vor jhnen zu/ damit die Roͤmer nit auch mit jhnen hinein kaͤmen. Aiſo kriegeten die Juden ohn Gottes huͤfff vnd beiſtand/ dadurch ſie vorhin groſſen Sig erlanget hatten. Sie hatten aber Gott mit jhren Suͤnden erzoͤrnet/ darumb empfiengen ſie auch jhren verdienten Lohn darumb/ vnnd wurden von frem̃den Volckern geſtrafft. Es ſeind jhꝛen mehꝛ durch jhꝛe eygene Krieg/ die ſie wider eyn⸗ ander gefuͤhꝛet haben/ vmbkom̃en/ denn vor dem Feind. Deßhalben wir eyn Eyempel an der Statt Japha/welche jhre Pforten den Roͤmern geoffnet/ vnnd den jhren zugeſchloſſen/ Dann ſie haben den Roͤmern ſelber eynen ʒugang zu der erſten Mawꝛen gemacht/ vñ die ander Maw⸗ er ſelber verſchloſſen/ daß die Juden nicht hinein kom̃en mochten. Alſo haben ſie den Feind ein⸗ genom̃en/ vnd jhre Bundsgenoſſen drauſſen gelaſſen. Den Heind haben ſie darumb eingelaß ſen/ damit ſie jemand hetten/ der ſie abklopffete/ die Jnden aber außgeſchloſſen/ damit jbrerkey⸗ ner mit dem leben daruon kom̃en moͤchte. Derwegen ſeind die Juden zwiſchen zweyen Maw⸗ ren erſchlagen/ in der naͤhe mit der Jauſt verwundet/ vñ weitloß von der Mawr herab geſchoß⸗ ſen worden. Dañ da das Romiſche Kriegsuolct alſo eingeſperꝛet war/ſtigẽ der mehꝛertheyl auff die Mawren/ vnd ſchoß auff die/ ſo darhinder lagen. Die Galileer haſſeten die jhren vil vbeler⸗ als die Feinde/ vnd begerten/ man ſolte ſie hinter die jnnwendige Mawr einnemmen/ wurden aber von jhren eygenen Geſellen verkuͤrtzet vnd verhindert. Da erhub ſich eyn Streit vnterm Thor/ vnd waren die Judẽ ſelber an eynander gerichtet. Eyn theyl trib den hertringendẽ Hauß fen mit gewehꝛter Hand zu ruck/ Der ander wehret ſich biß er den Geyſt auffgab/ wuͤnſcheten eynander alles vngluͤck/ vnd bezeugeten in jhren letzten hinzuͤgen/ dz ſie vil gröſſere ſraffen ver⸗ dienet hetten als diſe. Alſo ſeind ʒwolff Tauſent ſtreitbare Mann auff dem Platz bliben. Traianus gedachte/es wuͤrde ſich keyner mehr wider jhn aufflehnen/ vnd die Statt leicht⸗ lich zugewinnen ſein/ ſparet derhalben nach altem Kriegsbrauch den Sig auff Veſpaſianum/ vnd ließ jhm ſagen /er ſolte ſeinen Sohn ſchicken/ daß er den Krieg vollends zu end fuͤhrete. Als nuh derſelbige ankommen iſt/ hat man den Sturm angelauffen/ vnnd vil Volcks erſchlagen/ vnd iſt der Sig endlich den Roͤmern nicht ohn groſſe muͤhe vnd gefahr zu theyl worden. Nach dem ſie aber durch die jnnere Mawꝛ hinein kommen ſeind/ haben ſie alle die/ ſo wehrhafftigge⸗ weſen/ wider ſie geſetzt/ vnd dermaſſen geaͤngſtiget/ daß es vmb den Sig gar mißlich geftan⸗ den/ dann ſich beyde Mann vñ Weib auffder Mawr wehꝛete/ vñ offtermals jhr eygen Volck mit Steynen/ vnd was ſie ſonſt antreffen mochten/ ohn vnterlaß wurffen. Diſer Streit hat ſechs ſtund an eynander gewaͤret. Zu letzt iſt alles/ was ſich zur Wehr geſtellet hatte/ ohn vnter⸗ ſcheyd/ vnd ohn alle gnad vnd barmhertzigkeyt erſchlagen/ vnd die Alten ſambt den jungen gl⸗ toͤdtet worden. Die Weiber vnd Kinder feind zwar bei leben bliben/ nicht auß mitleiden/ ſon⸗ dern/ das ſie Leibeygen wuͤrden/ Alles was mannlich/ ward vmbgebracht/ außgenommen die junge vnd vnmůndige Kinder/Zweytauſent ſeind zur Beuth hinweggefuhret/ vnnd hundert vnd treiſſig leibeygene Knecht. Da galt der Herꝛ vnd der Knecht eyner ſo vil als der ander/ Die Gefaͤngniß machet eynen dem andern gleich. XIIII. Cap. Die Samariter verſammlen ſich auff dem Berg Gartzim/ werden von Cereal ieynem Roͤmiſchen vᷣaubtmann/ vmbringet/ vnd endlich jàmmerlich erſchlagen/ dieweil ſie ſich auff angebottene gnad nicht ergeben wolten. S hat aber das Vngluck die Samariter auch troffen dannals S ſie nach jhrer gewohnheyt auff den Berg Garizim gangen/ den ſie für hey⸗ 4 lig halten/ vnd darauff zu betten pflegen/ daher auch das Samaritiſch Web im Euangelio ſagt: Vnſere Vätter haben auff difem Berg angebetet/vnd es wardjhr zur antwort/ Es kommet die zeit/ das jhr weder auff diſem Berg⸗ noch zu Jeruſale werden den Vatter anbetten. Dann es ſolte di— terej auffßoͤren/ vñ der rechte Gottesdienſt an derſelbigen Statt angerichtet werdẽ. Es mußte der Schatten vergehen/ vnd die Warheyt an tag kommen/ daß man hinfort weder auff diſem Berg/ wie die Samariter gethan/ noch ʒu Jeruſalem/ nach der Judẽ Exempel/ trei mal im jar Gott anbettet /ſondern jedermaß an allen Dꝛten/ vñ in dem Namen Jeſu heylige Haände auff⸗ häbe. Da nuh die Samariter/ wie droben geſagt/ auff dem Berg bei eynander waren/ jhres Bottesdienſts zupflegen /vnd jhre Verſamlung das anſehen eynes Kriegs hatte/ zu dem man auch ſpuͤrete/ das ſie ſich an jhrer Nachbawren vngluck nicht kehretẽ /ſonder den Romern vmb jhres glůcks willen Feind waren/ vnd gern eynen Aufflauff gemacht hetten/ ward es fur rath⸗ ſam angeſchen/ daß man ſie miggewalt vberfallen ſolte/ damit nit eyn groͤſſere vnruhe darauß entſtuͤnde. Derhalbẽ erfoꝛdert Veſpaſianus den Haubtmann vber die funffte Legion/ gab jhm Cerealts Relßnert trei Tauſent Reuter vnd Knecht ʒu/ vnd ſchicket jhn dahin. Dieweil es jhn aber gefaͤhrlich zu ₰ fdem ſein beduncket/alſo eyns mals auff den Berg zu zichen/ vnd er ſich fuͤr der groſſen maͤnnige des 5 2 Volcks entſetzet/ vmblaͤgert er den Berg in der naͤhe herumb mit ſeinem Heer/ vñ ließ den gan⸗ tzen tag auff ſie wachen/ daß niemand keyn Waſſer holen dorffte. Da nuh der Durſt anfieng eyn ſolche groſſe maͤnnige Volcks ʒu plagen/ vñ ſie je laͤnger je durſtiger wurdẽ/ daher ſie lieber die dienſtbarkeyt/ vnd den tod leiden/ denn alſo Hungers vnd Durſts halben ſterbẽ wolten/ ge⸗ dachte Cerealis(alſo hieß der Haubtmann)dieweil etliche herab kamen/ die andern wuͤrden ſich alleſam̃ ergeben/ vmbringet den Berg/ vnd verhieß jhnen nach Kriegsbrauch das Leben zu⸗ ſchencken/ wann ſie die Wehꝛablegten/ Da ſie ſich aber nicht ergeben wolten/ ließ er ſie alle er⸗ ſchlagen. Aiſo ſeind damals Eyjff tauſent vnd ſechshundert Mann vmbkommen. za XV. Cap. Die Statt Jotapata wird nach langwiriger Belagerungendlich von den Roͤmern er⸗ ſtigen/ vnd vaſtalles darinnen vmbbracht. Joſephus verbirget ſich in eynem Brun⸗ nen/ ſambt 40 Inden/ wird aber von eynem Weib verꝛathen/ vnd von den ver⸗ mahnet ſich zu ergeben. 3 8 4 N dem acht vnd vierzigſten tag ward auch Jotapata/ in aller Zotayata von Lit⸗ fruͤh geſtuͤrmet/ da die in der Statt von wegen der muͤhe vnd arbeyt des vo⸗ eiſiigen· rigen tags/ noch ſchlieffen/ vnd kamen Titus vnd Sabinus ʒum erſten hin⸗ ein /macheten den anderen den Weg/ namen die oͤberſten oͤrter ein/ vñ ſchlu⸗ gen ſie in den engen Gaſſen hin vnnd wider/ ehe ſie wußten daß eyn einfall — geſchehen war/ etliche kamen in jhꝛen Betten vmb/ etliche nach dem ſie er⸗ wachet vnd auffgeſtanden/ aber gar hungerig vñ voll Schlaffs waren. Sie wußten aber noch jmmer nicht/ in was gefahr die Statt ſtuͤnde. Nach dem aber dz Kriegsuolck hinein kommen/ vnd eyn groß geſchrey gemacht/ wie in Kriegẽ der brauch iſt/ ſeind ſie auffgewuͤſchet/ damit ſie vollends getoͤdtet wuͤrden. Die ſo ſich auff die Hohe hinauff thuen wolten/ wurden zuruck ge⸗ triben vnd erſchlagen/ Die noch ſo kraͤfftig waren/ das ſie nach der Rach trachteten/ die konten der enge halben nicht zur Wehꝛ kommen/ welche ſich zur Gegenwehr ſtelleten/ die wurden von den andern vberfallen/ vnd mit gewalt ʒu boden getrucket. Etliche die ſich muͤde geſtritten hat⸗ ten/ lieſſen die Haͤnde ſineken/ vnd giengen den Wunden vnd dem Tod entgegen/ damit ſie den groſſen jammer nicht fuͤr Augen ſehen doͤrfften. Diſe vnachtſamkeyt vnnd verachtung des Tods an den Einwohnern/ hat Antonium den Haubtmann vmb ſein Leben bracht/ dann als Ki wird be⸗ jhn eyner/ der in eyne Hoͤlin geflohen war/ bate/ daß er jhm mit handgebender trew ſicherung ſeines Lebens zuſagen wolte/ hat er jhm gleich darauff die Hand gebotten/ vnnd ſich keynes be⸗ chen. trugs vnd auffſatzes beſorget/ ſondern gemeynet der Sig ſeie ſchon gewonnen/ Jehner aber hat jhn vngewarnter ſachen mit eym Spieß getroffen/ vnnd durchſtochen/ damit je die Roͤmer ohn Blutuergieſſen des Sigs nicht theylhafftig wuͤrden. An demſelbigen tag iſt alles erſchla⸗ gen worden/ was man antroffen hat/ Den volgenden tag ſeind alle die jehnigen/ ſo ſich in den Loͤchern vnd Holen verborgen hatten/ herauß gefuhret/ oder gleich daſelbs getoͤdet wordẽ/ auß⸗ genommen Weib vnd Kinder. Die gantze zeit vber ſeind vierzig Tauſent vmbkommen/ die man hat ʒehlen koͤnnen/ Tauſent vnd zweyhundert gefangen/ die Statt auch verherget/ ſambi ſſent allen jhren zugehorigen Schloſſern vnnd lecken verbrennet worden/ im treizehenden jar des Keyſerihums Tiberj.* Statt 4₰ 8 3 Mittlerweil lag Joſephus vnter dem Genuͤſt in eynem Brunnen verborgen/ vndw ußt 5 0 wol das nach jhm /als der Juden Haubtmann groſſe nachfrag ſein wůrde. Am anderntagwa⸗ Joſephus ligt ſambt get er ſich herauß/ da er aber ſahe/ daß er allenthalben vmbgebẽ war/ ſtig er wider in den Brun⸗ 10nden verborgt. nen. Am tritten tagkam eyn Weib/ die wußte woh Joſephus ſeinen vnterſchluyffhate/vnnd zeygets denen an/ ſo nach jhm fragten· In demſelbigen Brunnen hielten ſich auch ſonſſwierzig Egeſippi/ bon Zerſtorung der S Maͤnner/ welche dahin geflohen waren. Als aber dirſelbigen märckten/ das Joſcphus erſiich leyd zuergeben/ vnd darnach auch Nicanor fein alter Freund/ vmb diſer vꝛſach willen kam /Jo⸗ ſepho mit handgebender trew friſtung des Lebens zuʒuſagen ⸗— er auch trewlich venich⸗ tet /ſtunden ſie vmb Joſephum herumb/ vnd redeten jhn mit volgenden worten an. Die Inden ſo neben Joſepho im Brunnen verborgen lagen/ vermahnen Joſephum/ er ſolle ſich den Roͤmern nit ergeben/ ſondern ſich ehe ſelbs erſtechen/ oder von ſeinen Ge⸗ ſellen vmbbringen laſſen. er ſich den Stmern 7lt erurken, nuhgeher alle Shr vnnd Hereligkeyt des fürtrefflirhen Jüͤdiſchen 0 ebe Geſchlaͤchts zu grund/ dieweil man Joſephum gefaͤnglich begeret auff den ſich ſelbs entleiben ſolle⸗ Trinmph zu behalten. Was bedeutet wol das vilfättige vnd fleiſſige anhal⸗ (ten der Feinde?Andern/ ſo darumb gebetten/ haben ſie das leben nicht ſchen⸗ Sr cken wollen/ Joſepho bieten ſie es ſelber an/ vnd flehen jhm darzu/ daß er das Leben behalten ſolle. Sie beſorgen freilich jhr Pracht werde nicht gantz ſein/ wann ſie keynen Gefangenen zu Rom zeygen koͤnnen/ vnd memand vorhanden ſeie/ den Veſpaſianus an Ket⸗ ten ſchmide/ vnd fuͤr ſeinem Wagen herfuͤhꝛe. Wiltu dein Leben zu ſolchem Geſpott ſparen: Wie woͤllen ſie ſonſt jhren Triumph halten/ wann ſie des Volcks Oberſten/ dem ſie obgeſiget nicht in dem Triumph vnd Schawſpil haben· Oder was iſi das fuͤr eyn Triumph/ wann man den vberwundenen freundſchafft ʒuſaget Lieber Joſephe/ glaube es nur nicht/ Sie verheyſſen dir wol das Leben ʒuſchencken/ ſie gedencken dir aber vil aͤrgers anzuthuen/ als den tod. Du biſt derſchleichen/ Ihre Geſchenck ſeind vil vnleidlicher/ als die Wunden. Dann ſhr Geſchenck draͤwet dir die Gefaͤngniß/ die Wunden aber verheyſſen dir die Freiheyt. Joſephe/Laſſeſtu dich ſo bald bereden/ vnd ſo weych vnd verzagt finden/ daß du deines Lebens deinem Vatterland zu Eyod. 3 nachtheyl verſchonen wolteſt? Haſtu das von Moyſe gelchꝛet/ welcher begeret auß dem Buch 0 der Lebendigen vertilget ʒuwerden/ damit er nicht das Volck Gottes vberleben doffte? Ge⸗ dencke an Aaron/ welcher mitten vnter den Toden vnnd Lebendigen ſtund/ vnd bat/ das Golt die Lebendigen an der grewlichen Seuch nicht wolte ſterben laſſen. Woh bleibt jetund des Ki⸗ nigs Sauls vnd Jonathe lieb vnd trew gegen dem Vatterland/ welche fur jhre Burger den tod begeret/auch ritterlich vnd ehrlich gelitten haben? Der Sohn hat dem Vatter eyn Erem⸗ pel geben/ Der Vatter hat ſich auch fuͤr dem Tod gar nicht entſetzet/ ſondern lieber ſterben/ deß dem eind eyn Geſpoͤtt werden woͤllen/ vnd derhalben zu ſeinem Waffentrager geſagt: geuch dein Schwertauß vnd erſtich mich damit/ daß nicht diſe Vnbeſchnittene kommen/ vnd mich 2 Samuel. 1. erſte chen/ vnd tre iben eynen ſp ott au ß mir, D jeweil ſi ch aber der Waß entraͤger för htet/ durt Geyſtan dem vnartigen Imalekiter geraͤchet/ der ſich mit vnwarheyt růhmete/ daß er Sul vmbbracht hette/ vnd dem Mañ/ der ſich ſelbs dem Feind entzogen/ ſein Ehr abſchneiden wol⸗ te. Saul iſt auch wol werd/ das jhn eyn ſolcher trefflicher Prophet lobet/ da er ſpꝛicht: Sau vñ Jonathan holdſelig vnd lieblich an jhrem Leben/ ſeind auch am Tod nicht geſcheyden/ Leichter Dauid ſahe/ daß der Engel das Volck „— —. denn die Adler/ vnnd ſtaͤrcker denn die Loͤwen. Als auch ſchluge/ wolte er den zorn C derben bei leben bliebe. Woh iſt auch letzli geweſen biſt/ welches den From Hottes vberſich außgehen laſſen/ damit er nicht mit des Volcks ver⸗ h das Geſetz Gottes/ deſſen du allwegeneyn Ichrer rommen fur diſes kurtze leben die vnſterbligkeyt verheyſſei 3 e fiün ſe R6 netl gint anſe tzdi hole wech fithe ndſe vohn hifis Hnn Mhſe inſch len je ſhthi unn m inſde A aa Singe trſh viln iſt der Hebreer Gott/ welcher die frommen lehꝛet den Tod ver ejrꝛdiſche Htten ab zu⸗ legen/ Himmliſche dinge ſuchen/ vnd nach dem Paradeiß trachten/ Da Gott ſelbs der From⸗ men Seelen erhaltet. Haſtu nuh eben ſo guten luſt ʒu leben/ da es gar nicht von nöten iſt/ vnd es dir nicht gebüren kan/ Ja da es ſich weder wenig noch vil gezimmen wil/ vnnd begereſt in Dienſtbarkeyt ʒu leben/ da dein Leben in eynes andern Hand ſtehet/ vnd dirs der Roͤmer/ wann es jhn geluſt vñ gelangt/ nemmen/ vñ dich in den tieffen Thurn werffen mag/ darauß du nicht mehꝛ entfliehen/ ja weder ſterben noch geneſen kanſt; Solteſtu dich nicht ſchaͤmen zu denen zu⸗ tommen/ welche du beredet haſt/ du woͤlleſi fuͤr dein Vatterland ſterben. Was wiltu ʒu deiner entſchuldigung fuͤrwenden/ daß du dich ſo lang verboꝛgen haſt? Sie haben wahrlich achtung darauff/ wie du dich halteſt/ Sie werden ſagen/ woh ſaumet ſich Joſephus ſo lang/ der billich der erſte ſein ſolte; Warumb bleibet er alſo lang auſſen? Warumb volget er ſeinen Juͤngern nit nach/ welche er vmb der Freihyt willen ʒu ſterben vnterwiſen hat? Wir moͤgens ʒwar nicht leiden/ daß du dich in die Dienſtbarkeyt begebeſt/ der Roͤmer Leibeygener Knecht werdeſt/ vnd die Gefaͤngniß hoͤher halteſt/ als die Freiheyt/ vnangeſehen/ daß du die Freiheyt ſo hoch geruh⸗ met haſt. Wir laſſens auch ſein/ daß du begereſt u lebẽ/ wie wuͤrdeſt du es aber bei denẽ außbꝛin⸗ gen vnd erhalten moͤgen/ wider welche du ſo offt Krieg gefuͤhꝛet haſt: Wie werden ſie dich wol anſehen: Was werden ſie gedencken: Was geluͤſtet dich vnter zoꝛnigen Herꝛen zu leben/ wann es dir anders ſo gut werden kan? Wer wolte dich nicht fuͤr eynen Verꝛaͤther des Vatteriands halten/ wann man ſihet/ daß du die belohnung der verꝛaͤtherej empfangen habeſi Nuh erwehle welches du wilt/ deren beyder muß eynes ſein/ dein Leben wird entweder eyn belohnung der ver⸗ raͤtherej ſein/ oder eyn ſtraff der Dienſtbarkeyt. Nach ſolchen Reden zuckten ſie jhꝛe Schwerter⸗ vnd ſagten: So du nuh luſt haſt ʒu ſterben/ ſo woͤllen wir dir als Freunde gern darzu dienen ⸗ woh nicht/ ſo woͤllen wir vns an dir/ als an eynem Verꝛaͤther raͤchen. Joſephus thut eyn gewaltige Red an ſeine Geſellen/ vnnd beweiſet darinn/ daß ſich Wenſch ohne groſſe Suͤnde ſelber entleiben koͤnne/ ſondern ehe Dienſtbarkeyt/ vnd alles vngemach von dem Feind gewaͤrtig ſein ſolle/ vnnd widerleget alle fuͤrgewendte Einreden. S Arauffantwoꝛtet Joſephus/ Wer wolte jhm ſelber eynen ſolchen Zoſphus beweiſet E tod anthuen vnnd an ſeinem eygenen ſchmertzen eyn Vrſaͤcher ſein? Wer F wolte ſeine Seel nicht vil lieber auß dem Leib des Tods ſelber erloͤſen/ wann ſelbs entleiben ſolle⸗ es moͤglich were? Es gebuͤret aber keynem Leib vnd Seel von eynander ab zu ſcheyden /denn dem/ der ſie auch zuſammen verbunden hat. Die Seel iſt v 7 natuͤrlicher weiß mit dem Leib vereynbaret. Wer hat die Natur erſchaffen/ a Gott ſelbs: Wer darff denn nuh ſo freuel ſein/ daß er die Gott wolgefaͤllige vereyni⸗ gung Leibs vnd der Seelen zertrennen vnd auffheben wolte? Wuͤrde der nicht ſeinen Herꝛen haͤfftig erzoͤnen/ vnd jhm ſelber eyn groſſe ſtraff auff den Halß lagen/ der ſich ſelber ohn ſeines Herꝛen voꝛwiſſen vnnd erlaubniß der Banden/ die jhm ſein Herꝛ angelegt/ entledigen wolte? Nuh ſeind wir Gottes eygenthumb/ ſollen derhalben als trewe Knecht/ jhm als vnſerem Her⸗ ren ſchuldigen gehoꝛſam leyſten/ die Bande tragen/ vnnd das vertrawte Gut verwaren. Wir ſollen je das Leben/ welches er vns geſchencket hat /nicht verachten/ vnnd die Himmliſche Gab nicht hinweg werffen. Wer eynes Menſchen Geſchenck außſchlaͤgt/ der entunehret jhn/ Wie vil mehr ſollen wir das behalten/ was wir von vnſerm Gott empfangen haben? Nuh haben wir von jhm das Leben empfangen/ darumb ſollen wir daſſeibig auch behalten/ ſo lang ers vns goͤnnet. Dann es iſt beydes eynes vndanckbaren Hertzen eyn anzeygung/ entweder ehe zu ſter⸗ ben/ oder laͤnger zu leben begeren/ denn dem gefaͤllig iſt/ der das Leben gegeben hat. Iſt dem Abraham ſo not zu ſterben geweſen Iſt Moyſes voꝛhin auff den Berg Abarim geſtigen/ ehe zu jhm geſagt ward /⁊ Steige hinauff auff den Berg Abarim/ Es heyſſet aber: Gott ſagt zu jhm/ Delt 22. vndz4⸗ Steige hinauff/ vnd er ſtige hinauff vnd ſtarb. Er hat als eyn trewer Knecht auff des Herꝛen beuehl gewartet. Wiewol Job ſagt: Der tag muͤſſe verloren ſein/ darinn ich geboren bin/ ſo Job. hat er jhm dannoch in den groͤſten ſchmertzen vnd wehetagen das Leben ſelber nicht abkuͤrtzen wollen/ ſondern vmb erledigung gebetten vnd geſagt/ Warumb iſt das leben muͤ⸗ Bgeſippi/ von Zerſtoͤrung der Statt 4 o0 3 1heſeligen/ vnd das Leben den betruͤbten Hertzen. Erhat wol den Tod gelobt/ vndjhneynruße Antwort auff das Exempel Sauls⸗ Aarons Exempel verantwortet. o genennt/ aber ſich doch ſelber nicht getoͤdtet/ ſondern begeret/ wie geſchriben ſtehet: Ich bin er⸗ ſchlagen in allen meinen Glidern/ vnnd dieweil ich Gottloß bin/ warumb bin ich nicht geſtoꝛ⸗ ben? Warumb bin ich nicht von Mutterleib gleich in das Grab gelegt worden Iſi nicht die zeit meines Lebens kurt/ laß mich doch eyn wenig ruhen? Deßgleichen ſagt auch eyn anderer Heylige: Fůhre meine Seele auß dem Kercker. Er begeret/ Gott woͤlle jhn auffuhren/ vnnd von diſem Leib/gleichſam wie auß eynem Kercker erloͤſen: Es hataber der Heyligen keyner nie ſelber hand an ſich gelegt/ vnd jhm den Tod voꝛ der ʒeit angethan. So ſterben eyn gewinn iſt/ ſo iſis eyn Diebſtal/ der ʒeit nicht erwarten. Iſt es eyn gut ding vmb das Leben/ ſo muß es eyn ſchwere Sůnd ſein/ ſich deſſelbigen berauben/ che es vns wider genommen wird. Ihr meynet aber es ſeie ehrlicher in dem Krieg ſterben/ Ich bins zwar nicht abredig/ das es loͤblich ſeie/ das Leben fuͤr das Vatterland/ vnd gemeyne Burgerſchafft in dem Krieg laſſen. Bin ich doch vr⸗ bůͤtig mein Leben nach Kriegsrecht auffzuopffern/ wann es der Feind begeret/ vnd wannmich die Romer/ welchen Gott den Sig wider vns verliehen/ vnd jhnen vmb vnſerer Suͤnde willen gewalt vber vns gegeben hat/ mit dem Schwert erſtechen. Es iſt mir auch nicht ſo wol darmit gedienet/ daß ſie mir verheyſſen das Leben zufriſten/ vnnd wolte Gott ſie hieltens nicht. Das halte ich auch fuͤr meinen gewinn/ daß ſie mich dermaſſen foͤꝛchten/ daß ſie mich betrieglich be⸗ geren zu hinderliſten. Das ſol meine rach ſein/ wann ſie mir keynen glauben halten: Ich wil heber von jhren Handen ſterben/ denn zum Moͤꝛder an mir ſelber werden. Ich wird zum Mo⸗ der/ wann ich ſelber hand an mich lege/ halts aber fuͤr eyn gutthat/ wann mich der Feind vmb⸗ bringet. Daher ſie mich denn auch bei leben laſſen wollen/ ſo ſie mir doch eynen groſſen dienſt beweiſen moͤchten/ wann ſie mich hinrichteten/ deſſen ſie deñ wol befůgt ſeind /bringen ſie aber mich Gefangenen vmb/ ſo werden ſie zu Moꝛdern. Ihr erbietet euch ʒwar/ daß jhr mich mit ewern Haͤnden woͤllet vmbbringen. Gerad als ob ſonſt keyn Nachrichter wer/ daß wir eben eynander ſelber hinrichten muͤßten. Ich wil nicht ſelber zum Moͤꝛder an mir werden/ will auch nicht daß jhr euch an mir verſuͤndigen ſollet/ vnd das wol mehr iſt/ ſo wil ich auch nicht/ daß ſich je eyner an dem andern vergreiffe. Daũ das we⸗ re eyn rechte vnd lauter Moͤꝛderej/ wann je eyner an den andern hand legen ſolte/ vnnd muͤßte nicht alleyn jeder ſein eygene Suͤnd tragen/ ſondern auch frembd Blut auff ſich laden. Ihr werffet mir des Konigs Sauls Exempel fuͤr/ welcher/ eygenlich daruon zu ſagen“ wider Gottes willen zum Koͤnig begert woꝛden/ vnnd Gottes vngnad auff ſich geladen hat⸗ Daher iſt auch noch bei ſeinem Leben eyn anderer zum Koͤnig geſalbet woꝛdẽ. Was iſt aber das fuͤr eyn fein Exempel an eynem Mann/ der bei Gott in vngnaden geſtanden iſt/ vnnd doch be⸗ ert hat ʒu ſterben/ dieweil er nicht laͤnger leben konte. Er hat ʒwar ſeinem Waffentraͤger ʒu ge⸗ mutet/er ſolte jhn erſtechen/ welcher jhm aber Suͤnde darumb gefoͤrchtet/ vnd ſolchen Gottlo⸗ ſen Dienſt nicht hat leyſten wollen. Derhalben hat Saul nicht bedaͤchtlich gehandelt/ ſondern iſt ſelber in ſein Schwert gefallen/ dieweil ſonſt keyner geweſen/ der jhm zu ſeinem fuͤrnemmen hette willfahren woͤllen. Hat ers auß foꝛcht gethan/ daß er nicht ʒu ſpott werden dorffte/ was iſt denn loͤblichs an der foꝛcht Hat er ſich aber nicht gefoͤꝛchtet/ warumb iſt er denn anfanglichey⸗ nes andern Sinnes geweſen? Ich foͤrchte mich weder fur der Romer ſpott/ noch fůr jhren Lů⸗ gen. Saul hat ſich alleyn entleibet/ Jonathas aber nicht/ auch ſonſt keyner vberall in vnſern Schꝛifften. Solt es aber eyn wunder ſein/ daß ſich Saul ſelber erſtochen hat/ ſo er dochauch ſeinen Sohn hat doͤffen vmb Leib vnd Leben bringen: Auaron iſt zwarʒwiſchen die Lebendigen vnd Todten geſtanden/ welches eyn Tugend vnd keyn freuel an jhm geweſen iſt. Den Tod hat er jhm nicht ſelber angethan/ ſondern ſich fuͤr dem ſelbigen nicht entſetzet/ vnd jhn doch gleichwol von ſeinem Leib abgewendet vnd gehindert/ als er zu allen andern geſchlichen kam. Ich bin nicht Aaron/ ſchlage aber doch nicht auß ſeiner art⸗ ich ergib mich/ ſie moͤgen mich toͤdten/ wann ſie wollen. Foͤrchte ich mich voꝛ jhren Haͤnden/ ſp bin ich wirdig/ von meinen eygenen Haͤnden zuſterben. Verſchonen die Roͤmerjhres Feinds⸗ warumb wolt ich meiner nicht ſelber ſchonen: Fraget jhꝛ aber warumb ſie mir das leben friſten Sie verwundern ſich auch an jhres Feindes redligkeyt/ Dann eyn ſolch fein ding iſt es vmb de Tugend/ das auch der Feind gemeyniglich luſt darzu hat. Ihr wiſſet je ſelber wol/ was ich den Romern fur ſchaden zugefuget/ vnd die Vberwinder aller Voͤlcker mit der langt.— Beruſalem. Das III. Buch. 59 gerung der vnachtſamen Statt Jotapata auffgehalten hab/ daß ſie Jeruſalem nicht haben be⸗ laͤgern vnd verhergen koͤnnen. Mit eyner geringen Niderlag hab ich jhnen all jhre anſchlaͤg zu nichten gemacht/ Andere haben auch an meinem ſchaden gelernet/ daß ſie nach Friden trach⸗ ten ſollen. Villeicht ſeind wir darumb bei leben bliben/ daß die andern nicht abgeſchrecket/ ſon⸗ dern vil mehr angereytzet werden. Ihr wendet aber fur/ es ſei eyn herꝛlich ding/ vmb der Freiheyt willen ſterben. Wer wolte Wie man vmb der das laͤugnen/ es iſt aber auch eyn lieblich ding/ vmb der Freiheyt willen leben/ Dañ wer freund⸗ 5 willen ſter⸗ ſchafft anbeutet/ der verheyſſet hiemit die freiheyt /Leget er aber die dienſtbarkeyt daruͤber auff ⸗ ſo iſt man darnach ſo vil deſio williger ʒu ſterben/ wann es je muß geſtoꝛben ſein/ Jetzund aber friſten ſie vns das leben/ vnd begeren vns nicht zu toͤdten. Der iſt eyn foꝛchtſamer vnd verzagter Menſch/ der entweder nicht ſterben wil/ wañ es die notturfft erfoꝛdert/ oder zu ſterben begeret⸗ wann es nicht von noten iſt. Dann wer kennet die Weibiſche foꝛcht vnd kleynmuͤtigkeyt nicht des Tods begeren/ auff daß man nicht ſterben doꝛffe. Foꝛchtſame Weiber pflegen jhnen ſelber den Halß abzuſtuͤrtzen/ wann ſie eyn groſſe gefahr fuͤr augen ſehen/ Dañ verzagte Hertzen koͤn⸗ nen groſſe foꝛcht/ vnnd die gefahr des Tods nicht außſtehen/ Aber eyn hertzhafftiger Menſch⸗ der ſich fuͤr gegenwaͤrtigem vnfall nicht entſetzet/ vnd auff das ſihet/ was hernach kom̃en mag/ der foꝛchtet ſich nicht/ da er ſich nicht ʒufoꝛchten hat. So ſiehet auch geſchriben: Die verzagten Prouerb.18. Hertzen werden hunger leiden/ dieweil ſie nemlich die Speiß der Tugend nicht haben/ můſſen ſie unger leiden/ vnd ſterben/ ehe es zeit wird. Dann wer nicht geſaͤttiget iſt mit der Speiß der Goͤttlichen gnad/ der entleibet ſich ſelber/ ⁄wie geſchꝛibẽ ſtehet:Eynes vnuerſtaͤndigen Men⸗ ſchen Mund wuͤnſchet jhm ſelber den tod: Vnd abermal ſagt die Schrifft: Wer laß iſt in ſei⸗ Pronerb. 1. ner arbeyt/ der iſt eyn Bruder deſſen/ der ſein Gut verſchwendet. Derhalben iſi nichts auff den zuhalten/ der ſich ſelber vmbbringet. Dann was ſtreitet mehꝛ wider das Geſetz der Natur/ was iſt haͤfftiger wider die Natur vnd eygenſchafft aller lebendigen Thier: Es iſt allem wildem vnd vnuernuͤnfftigem Vihe erlaubt vnd eingebildet/ ſich zu wehren. Dann das Geſetz der Natur bringet luſt zu leben/ vnd jhm nicht ſelber den tod anzuthuen/ Ja es iſt auch keyn Thier vberall⸗ daß ſich mit ſeiner eygenen Wehr vmbbringen koͤnne/ wann es ſchon gern thuen wolte. Die Menſchen haben jhnen ſelber eynen ſchandlichen ſtrick erfunden/ dauon das Vihe nicht weyß. Der wilden Thier Waffen ſeind vmb ſich beiſſen/ vnd jhr Schwert die Zaͤne. Wer hat aber je⸗ mals gehoͤꝛet/ daß jhm eyn Thier ſelbs eyn Glid abgebiſſen hab? Gegen andern brauchen ſie jhꝛe Wehꝛ vnd Waffen/ die ſie im Maul haben/ ſich ſelber aber lecken ſie. Was iſi vns doch lie⸗ ber/ als das Leben⸗ Was iſt vns ſo gar ʒu wider/ als der Tod: Derhailben wer ſein leben beſchir⸗ met/ der iſt eyn Patron vnd Schirmherꝛ/ wer jhm aber ſelber den tod anthut/ der iſt eyn Moꝛ⸗ der. Warumb haſſen wir das an andern Leuthen/ daß wir ſelbs begeren: Warumb nemmen wir das von vns ſelber fur eynen groſſen dienſt auff/ was wir ſonſt andern fuͤr eyn ſonderliche ſtraff authuen; Wir ſeind nicht wol mit dem Schiffmann zu friden/ der das Schiff/ ſo jhm Schone gleichniß⸗ vertrawet iſt/ an eynen Helſen fuͤhret/ wir aber ſchlagen vnſer Leben/ daruͤber wir doch keynen gewalt haben/ in den Wind/ vnd kuͤrtzen daſſelbige mutwilliger weiß mit dem Schwert ab Ihtꝛ ſaget aber/ ich werde doch ſterben muͤſſen/ wann mich die Feind in jhꝛẽ gewalt bekom⸗ men. Was hab ich aber ʒu gewinn/ wann ich mir ſelber das anthue/ was ich vom Feind gewar⸗ tig ſein mußEs mag ſich noch zutragen/ das der Feind ſelber nicht gegen mir fuͤrnem̃en darff⸗ was jhꝛ mir rathet. Es iſt gerad eyn ſolcher Handel/ als wañ eyn Schiffmann/ der das zukuͤnff⸗ tig Vngewitter ſehe/ das Schiff ſelber mit fleiß in das Meer verſencket/ damit er dem Vnge⸗ witter dadurch enigehen moͤchte. Oder meynet jhr/ ich ſolle dem Feind ʒuuoꝛ kommen/ damit der Jeind nicht aͤrgers gegen mir fuͤrnemme? oder haltet jhꝛs fuͤr eyn ritterliche that/ daß ſich eyner ſelber vmb ſein leben bringet:Es iſt nicht eyn Zeychen eynes tapfferen Gemuͤts/ ſondern eyn außflucht der hoͤchſten verzweiuelung/ wann man nach groſſer ſtraff vnnd pein ringet. —— bleibet es darbei/ daß es weder loblich noch nuͤtzlich ſeie/ ſich ſelber des Lebens erauben. Ich wil jetzund geſchweigen/ daß auch Gott dadurch erzoͤrnet wird/ wann wir vnſer Le⸗ ben ſo geringachten. Gott hat vns eynen thewꝛen Schatz vertrawt/ daß wir denſelbigen in vnſerm Irdiſchen Leib verwaren ſollen/ biß er jhn wider von vns erfoꝛdert. Iſt es nuh nicht al⸗ les beydeð vnrecht/ entweder das hindergelegt Pfand hinweg werffen/ ehe es der es gege⸗ 4 0 es gegeben hat/ wider foꝛdert/ oder es jhm voꝛhalten/ wann ers wider begeret. Vgeſippi/ bon Zerſtoͤrung der Statt Iſt es an den 5 9 Ehren nachtheylig/ mit eynes Menſchens hinderlag nicht recht vmbgehen/ wie vil vnehrlicher Pſalm. 34 X Straff deren die ſich ſelbs entleiben. Joſephi Gebett. iſt es/ ſich an dem hinterlegten Schatz Gottes vergreiffen vnd verſuͤndigen Nuh iſ die Seelin diſem vnſerm Leib die beilag Gottes/ welche dem Tod nicht vnterwuͤrfflich iſt/ dañ ſie hat keyn theyl noch gemeynſchafft mit dem tod/ ſondern bringet dem Leib den Tod/ wañ ſie ſich von jbm abſcheydet vnd abſoͤndert. Warumb thuen wir vns deñ ſelber den tod an/ ehe Gott das hinder⸗ legte Pfand wider von vns erfoꝛdert/ vbergeben die Seel/ als were ſie vns zu nichts nutz/ ver⸗ treiben ſie auß vnſerm Hauß/ als gehoꝛete ſie nicht darein/ berauben den Leib aller ſeiner Ehr vnd Zierden/ vnd richten jhn hiemit zu grund? Warumb warten wir nicht/ biß ſie Gott wide⸗ rumb von vns nimmt? Eyn Landsłnecht wartet auff die Loſung/ eyn Knecht auff ſeines Her⸗ ren beuchl/handeln ſie aber wider jhꝛen beuehl/ ſo werdẽ ſie beyde fuͤr meyneydige vñ Feldflůch⸗ tige Leuth gehalten. Welcher von ſeinem Herꝛen/ wie boͤß er auch iſt/ fleucht/ der muß der ſtraff gewaͤrtig ſein/ Wie wollen wir denn der ſtraff entgehen/ ſo wir von Gott abtrinnig werdi Iſt es vns ſchon vergeſſen/ daß Gott die Engel vmb die Gottsfoͤrchtigen gelegt hat? Derhalben bleibet es bei dem Verbott/ es komme denn eyn ander beuehl. Iſt keyn beuchl da/ ſo iſt auch leyn Zehrung oder vnterhaltung da. Woh koͤnnen wir aber hinkommen ohn gehrung? Wer wil vns deñ in die heylige vnd Him̃liſche wohnungen auffnem̃en: Wer wil vns zu dergeſellſchafft der frommen Seelen helffen: Adam mußt ſich verbergen/ dieweil er Gottes Gebott vbertrei⸗ ten hatte/ vnd ward vmb ſeines vngehoꝛſams willen auß dem Paradeiß verſioſſen. Gottriff jhm vnd ſagt/ Adam woh biſt du/ gerad als were er fluͤchtig von Gott worden/ vnnd hetie key⸗ nen platz bei Gott. Moͤchte man mir nicht auch alſo zuruͤffen vnd ſagen/ Woh biſtu/ ich hab dich nit heyſſen kommen/ vil weniger dich auß den natuͤrlichen Banden erlediget/ nemmet jhn hin/ vñ werffet jhn in die euſſerſte Finſterniß/ da heulen/ Zaͤnklappen vñ alle Marter ſein wird, Es iſt wiſſentlich/ daß ſolches nicht alleyn in dem Burgerlichen leben vngewoͤhnlich/ ſon⸗ dern auch in dem Rechten verbotten iſt/ Dann etliche laſſen die vnbegraben ligen/ die ſich ſelbs entleiben. Es gebuͤret ſich auch alſo/ daß man die/ ſo jhres Vatters beuehl nicht gehoꝛſam ge⸗ weſen/ jhꝛer Mutter Schoß auch beraubet/ vnd ſie in keyn Grab kommen laſſe. Etliche ſchnei⸗ den dem entleibten die rechte Hand ab/ damit ſie von andern Glibern des Leibs abgeſoͤndert werde/ als die den Leib ſelber vnſinniger weiß beſchaͤdiget vnd geſchaͤndet habe. Diſe ſtraff thut man ſonſi den Gottesdieben/ Verꝛaͤthern vnd Battermoͤꝛdern an/ die weder jhꝛerechte Vat⸗ ter/ noch ſich ſelber erkennet haben. Man pfleget ſie auch entweder gar nicht/ oder je nicht gant zu begraben/ Ihre Seelen kommen auch nicht in das Paradeiß/ſondern werden in die Finßer⸗ niß der Hellen verſtoſſen/ vnd leiden ſchwere Pein darinn. Wiewol mir nuhalles auff eynmal entgangen/ vñ nichts denn forcht vnd ſchrecken vber⸗ bliten iſt/ ſo wil ich mir doch/ vmb oberzehlter vꝛſachẽ willen ſelber nicht anthuen/ daß mir auch der Feind nicht vermag anzuthuen/ vñ mich des Paradeiß keynes wegs berauben/ welches mir die Romer bißher nicht haben nemmen koͤnnen. Er mag mir wol auffs furderlichſt helffen/ zu dem /darnach ich eyn groß verlangen hab/ kan mirs aber dannoch nicht entzichen. Mich frewet diſes gegenwaͤrtig leben gar nicht/ darinn ich weder von meinen Mitburgern/ noch von den Feinden hab zu wegen bringẽ moͤgen/ was ich ſonderlich gewuͤnſchet vñ begeret hab. Jehneha⸗ ben mir den Friden abgeſ chlagen/ diſe haben mich meines Vatterlands beraubet. Was mag ich denn bei ſo vil vnd mancherley vngluck vnd plagen/ fuͤr luſt vnd freud in diſem leben haben· Du Allmaͤchtiger Gott verleihe mir nur eynen ehrlichen tod/ loͤſe das Band der Natur auff/ vnd fuhre meine Seele in jhre ruhe. Wiewol das Volck vmbkommen/ alle gerechtigkeyt verloren/ vnd die freiheyt geſchwachet iſt/ ſo wil ich doch dein Geſetz nicht vbertretten„oder ſterben ehe mirs beuohlen wird/ Ich wil der ʒeit erwarten/ biß du mich heyſſeſt/ wañ du mich e löſeſi /ſo bin ich willig ʒu ſterben. Du haſt deren vil/ die deinem beuehl verꝛichten koͤnnen/ Von dir warte ich alleyn des beſcheyds/ von eynem andern die vollʒiehung deines beuehls. Es iſtgut ſierben/ ich begeraber zu ſterben/ wie eyn Hebreer/ vnd nicht wie mein eygener Moͤrder/ Hen⸗ cker vnd Feind. Ich bin ʒwar mit Krieg vberwunden/ doch will ich der bleiben/ der ich geboꝛen bin/ vnd vnſers Vatters Abrahams Erbtheyl nicht verlaſſen. Ich wil mich nicht zu den Fein⸗ den ſchlahen/ noch mich ſelber vmbbringen. Ich kan mich wol mit gutem Gewiſſen/ vnnd ohn nachtheyl der Religion an den Feind ergeben/ damit er mein Todſchlaͤger werde/ Ichkan— heden dervn zogen ſun 4 ſnder ſigt: Lßtn welche erN jdern damit ge. 6 angi den /vr kerden whan ſolie/o vemwill „ peiß/ v arm eßn ln un uße ſn woſ eruſqlem/ Das III. B uch. 60 ——— eynen Feind legen. Oder iſt es darumb zu thuen/daß wir ſit nach dem Geſet leben dorffen Es iſt wahrlich eyn groſſe freiheyt/ woh wir nicht nach dem Geſetz leben koͤnnen. febepewoh Joſephi Geſellen wollen ſich keynes wegs bereden laſſen/ ſondern jhn kurtumbto eie dern hn kurtzbtod Paben Derhalben thate jhnen Joſephus den furſchlag/ daß je eyner den a e n ſolle/ wiees das Loß bringe/ darauff ſie eynander doer hinrichten? Joſephus aber 3 S vnnd wird von Nicanore fuͤr Veſpaſianum gefuͤhret/ vnnd gefönglich erwaret. eßenglie Olches fůhret Joſephus der laͤnge nach ein/ damit erjhnen jhr Zoſeyy Geſlen US mordlichfuͤrhaben außredete. Dieweil ſie ſich aber eynmal in den tod erge⸗ dꝛawenſhmden iod. 2 ben hatten/ vnd jhm mit woꝛten nichts abgewinnen konten/ ſtunden ſie mit 3 jhren Schwertern vmb jhn herumb/ vnnd ſtelleten ſich nit anders/ als ob ſie b jbn auff der ſtaͤtt vmbbringen wolten/ ſo vern er jhnen nicht willfahrete Da G E er nuh alſo vmbringet war/erſchrecket er eynen mit ſeinem anſehen vnd tapf⸗ fern mut/ den er als eyn Kriegsoͤberſter hatte/ den andern ſahe er ſonſt ernſtlich an/ eynen zog er mit der Hand hinderſich/ den andern begutiget er mit woꝛtẽ/ ſagt/ Sie ſolten ſich eynes beſſern bedencken/ vnd ſtillet alſo jhre vngeſtuͤmmigkeyt/ wie er konte vnd mochte. Dann wiewolj hn der vnfall eynsmals vberfallen hatte/ ſo behielt er doch ſein anſehen noch bei jhnen. Derhalben zogen ſeine Geſellen allgemach wider zu ruck/ vnd ſtecketen jhre Schwerter in die Scheyden ⸗ kunden aber gleichwol von jhꝛem fuͤrnemmen nicht abd. Da er nuh ſahe/ daß er ſo vilen zu ſchwach war/ nam er entweder ohn alle gefaͤhr/ vder auß Joſephns thut ſeins ſonderlichem rath/ eynen liſt an die Hand/ ſeiner Widerſaͤcher weniger damit zumachen/ vnnd n cynen für⸗ ſagt: Laſſet vns darumb Loſſen/ wie eyner nach dem andern ſterben muͤſſe/ vnd wie jeden das ⸗ Loß trifft/ alſo ſol es ſeinen foꝛtgang haben. Wir woͤllen aber alſo loſſen/ daß allwegen der/ auff weſchen das Loß fallet/ von dem naͤhſten ſolle hingerichtet werden/ alſo darff leyner ſein eyge⸗ ner Richter ſein/ ſondern daß Loß wird eynem jeden das Leben ab erkennen. Derhalben ſol ſich jedermann dem Loß vnterwerffen/ eyn gut Gewiſſen behalten/ vñ die gefaͤngniß voꝛkommen ⸗ damit jhn weder eyn anderer vbereilen/ noch er ſich ſelbs des kuͤnfftigen Tods entſchuͤtten moͤ⸗ ge. Es falle nuh das Loß/ wie es woͤlle/ ſo hat ſichs keyner ʒu beſchweren/ dieweil es entweder am gluck/ oder an der ſonderlichen ſchickung Gottes liget. Diſes furſchlags waren ſie alleʒufri⸗ den/ vnd ſtelleten es zu dem Loß. Alſo traffe das Loß eynen nach dem andern/ vnd richtet je ey⸗ Joſcphi Geſellen ner den andern hin/ biß es zu letzt auff Joſephum vnnd ſeiner Geſellen eynen kam. Dawar es nuh an dem/ daß entweder Joſephus auch dem Loß nach von ſeinem Geſellen gerodtet werden leber vmb. ſolte/ oder ſich je an ſeines Geſellen Blut vergreiffen muͤßte/ wann er begerete zu bleiben/ Sie verwilligten aber das Loß fallen zu laſſen. Alſo kam Joſephus in diſem Trippel mit dem Leben daruon/ vnd ward von Nicanoꝛe zu Zoſephus wird We⸗ Veſpaſiano geführet/ Da war eyn groß zulauffen/ vnnd verſam̃leten ſich die Roͤmer hauffen vberant⸗ weiß/ vnd hetten Joſephum gern geſehen. Etliche begerten den vnſeligen Mañ anzuſchawen/ der voꝛhin in groſſen Ehren/ vnd eyn gewaltiger Oberſier geweſen war/ Etliche verſpotteten den armen gefangenen Menſchen/ Andere verwunderten ſich ab dem vꝛploͤtzlichen zufall/ vnd vnbeſtaͤndigen gluͤck/ Der mehrertheyl erſeufftzet bei jhm ſelber/ vnd gedacht bei frembden vn⸗ fall/ daß jhnen auch dergleichen heut oder moꝛgen begegnen möchte. Titus aber hatte fuͤr an⸗ Lit vnnd andetet dern auß angeboꝛner ſanfftmutigkeyt/ mitleiden mit jhm/ in betrachtung/ daß eyn ſolcher tapf⸗ milelden eni Joſ fer vnnd ſtreitbarer Kriegsmann/ dem Feind ſo bald zu theyl worden/ in gefahr Leibs vnd Le⸗ vᷣo⸗ bens kommenwere/ vnnd jhm ſetzund ſelbs weder rathen noch helffen könte. So bald habe ſich das gluͤck im Krieg vmbgewendet/ daß jhnen die Leuth in kurtzer ʒeit ſelber vngleich werden/ wann entweder die Gewaltigen geſturtzet/ oder die Armen herfur gezogen werden. Daher deñ der beſſer theyl/ deren nemlich/ die in etwas ehꝛen vñ anſehen waren/ gemacher mit jhm fuhren ⸗ vnd alles zum beſten deuteten/ Sonderlich aber hatte Joſephus eynen guten freund an Tito bei ſeinem Vatter. Veſpaſianus hieß jhn verwaren/ damit er nicht villeicht X1 K. Cap. * 8 * außreiſſen vnd entfliehen moͤchte. — — Caſarea ninmt e⸗ I ſpaſianum mit fren⸗ eſpaſtanus fuͤhret ſein Polck ins Win⸗ — — — — — —— e ie — ——.— —— Emporung der Raͤu ber zu Joppe wider E— — 2 . .— F ² Egeſippi/ bon Zerſiöͤrungde; State Peſpaſianys fůͤhret ſein Rriegs nolck gehn Coͤſaream vnd Scythopolim ins Winter Laͤger. Ber wenig tag hernach/ zog Veſpaſianus widerumb gehn Pt⸗ lemaida/ vnd von dannen auff Caſaream/ welches die gröſte Statt im Juͤ⸗ * diſchen Land war/ darinn doch mehꝛerntheyls Heyden wohneten. Derhal⸗ ben ſie auch das Römiſche Kriegsuolck mit gutem willen vñ groſſen freuden auffnamen/ nicht alleyn vmb der freundſchafft willen/ die ſie zu den Romern ſuchten ſondern auch auß angebornem haß/ den ſie gegen den Juden trugt/ vnd begerten mit groſſer vngeſtum̃igkeyt/ man ſolte Joſephum/ der Juden Oberſten hinrich⸗ ten/ Aber Veſpaſianus ließ des vnbeſinneten Poͤfels geſchrey fur Oheen gehen. Dieweilſich aber beydes der ʒeit vnnd des vits halben gute gelegenheyt zum Winterlaͤger ʒutrug/ ſo legeter ʒwo Legion in die Statt Caͤſaream/ die zehende aber vnnd fuͤnffte Legion oꝛdnet er gehn Scy⸗ thopolim/ damit nit Caͤſareaalleyn mit dem Kriegsuolck beſchweret wuͤrde. Gemeldte Stait aber iſt der Diane auß Scythia eingeweihet/ dieweil ſie von den Scythen erbawen woꝛden/ vñ daher der Scythen/ gleich wie Maſſilia der Griechen Statt genennet iſi. Die gelegenheyt des oꝛts zeyget an/ daß jhr erſter Bawherꝛ auß angeborner grobheyt vnd vnmiltigkeyt/ mehrauff das weite vnd offene eld/ denn auff eyn nůͤtzliche Wohnung geſehen hab. Da daſelbs haben die Leuth in dem harten vnd rauhen Winter/ vnd zu Sommers ʒeiten mehr arbeyt denn luſits. Dann an denſelbigen Oꝛten iſt der Winter ſehr kalt/ vnnd der Sommer vberauß heyß/ daß man fur dem heyſſen Sonnenſchein keynen luſt mit ſchoͤnen gruͤnen Feldern gewarten darff. Es wird auch dieſelbige Gegend beydes ʒu Land/ vnnd an dem Meer von dem dampff des Meers erhitziget. XX. Cap. Peſj aſianus vberzeucht die Raͤuber zu Joppen/ treibet ſie auffdas Meer/ darauffſie Schiffbruch leiden/ vñ 4 5 00 vmbkom̃en/ erobert vnd ſchleyffet auch die Statt Joppen⸗ Och hat ſich Veſpaſianus des Kriegs nicht gar entſchlagen! Dann nach dem er in erfahrung kommen/ daß ſich vil Jnden auß allen Or⸗ ten in die Statt Joppen/ welche Ceſtius ʒerſtoret hatte/ verſammleten/ vnd dieſelbige widerumbauffbawett/ dieweil ſie jhnen zu jhꝛer Rauberej auffdem Meer„darauffſie ſich nach verhergung des Lands gantz vnd gar gelegt/ vnd jhre Nahrung dadurch geſucht/ aller dings gelegen war/ nam er alle kund⸗ ſchafften ein. Sie ruſteten ſich aber mit ſolchen Schiffen/ die jhnen zu jhꝛem Raub dienſtlich waren/ hielten heymlich auff die jehnigẽ/ ſo daſelbs fur vber reyſeten/ legten ſchier alle Gewerb auß Phoͤnicia vnd Egypto nider/ vnnd erſchꝛockten die Leuth mit jhrem ſtaͤten rauben/ daß ſi auß foꝛcht der gewiſſen gefahr ſich nicht mehr auff das Meer wagen doꝛfften. Daſhmmih Weſpaſtanus vber⸗ ſolches kund aethani uß— eeetſen e ſolches kund gethan ward/ faͤrtiget er eynen hauffen Fußuolcks/ vnd eynen they yſia Zeugs ab/ daß ſie bei Nacht Joppen vberfallen ſolten/ Welches deñ leichtlich geſchehen moch⸗ te/ dieweil keyne Wacht in der Statt gehalten ward. Dann ſie hieltens darfür/ der Römiſche Oberſte wuͤrde jhrer Statt nicht vil nachfragen/ dieweil die Sag gieng/ daß ſie verſtoꝛet were· Die Einwohner waren wol vorhanden/ ſie dorfften ſich aber weder zur Wehr ſtellen/ noch die Romer wider ʒu růͤck treiben/ ſtigen derhalben in die Schiff/ lieſſen ſich auff das Waſſer weiter hinauß/ denn eyn Pfeil erꝛeychen mochte/ vnnd bliben vber nacht auff dem Meer. Es wils die notturfft erfoꝛdern/ daß ich des Geſtadens gelegenheyt bei Joppen an;eyge/ damit man augenſcheinlich ſehe/ welcher geſtalt gemeldte Statt Joppe die andere ꝰi⸗ derlag erlitten hab. Die Statt hat von Natur keynen Poꝛt oder Anfahrt/ dann das Vfer: hoch vnd rauch/ vnd hat zu beyden ſeiten krumme Raͤncke/ darinn groſſe Steyn vnd vngehene Felſen ligen/ die auß dem Meer herauß gucken/ vnd ob ſie wol vber das Meer herauß ſ jihe 6ch tuf ngt P ſiu Vin ME wan ſtn indie knN ſchhn enye woma atten ſchidi weych toſtg Hirnſ utt nſi ſoonſ ſein/ſ darum endar Gottſt ſcherd jutreibe pin9 ſiſonſt uneyn Merde geruſalem. Das III. Buch. 61 reychen ſie doch biß auff den Boden hinab. Die gelegenheyt des oꝛts vnd alle geſtalt der ſachen zeygen an/ daß Andromeda an diſen Enden geweſen/ vnnd dem Wallfiſch ſeie fuͤrgewoꝛffen woꝛden/ wie die alten Fabeln glaubwirdig daruon ſagen. Wann nuh die Noꝛdwind gegen dem Vfer gehen/ ſo treiben ſie das Waſſer vberſich/ vnnd ſchlagens an die Feiſen/ daß es eyn groß getoß gibt/ vnd das Meer an demſelbigen vꝛt gar vngeſtuͤmm daruon wird/ wann die Waſſer⸗ wallen wider zu ruͤck fallen. Daher iſt es vil gefährlicher an demſolbigen oꝛt/ als in der wuͤſten. Da nuh die Schiff/ welche auß der Statt Joppe/ wiegeſagt/ dahin gefuͤhret woꝛden Die auber aufß in demſeldigen Strudel hielten/ kam des Moꝛgens fruh eyn vngeſtuͤmmer Wind/ welchen die dem Meer bei Jop⸗ Schiffleuth an denſelbigen enden Melambvꝛium nennen/ tribe er die Schiff hin vnd her/ vnd S S warff ſie durch eynander/ zerbrach die Ancker/ vnd ſchlug etliche an die elſen/ etliche tribe das vngeſtuͤmme Meer/ daß ſie entweder an den ſteynechten Vfer in Waſſersnot kamen/ vnd das Waſſer hauffenweiß zu den Schiffen einſchlug/ vnd ſie verſencket/ vder ſie von dem Feind er⸗ ſchlagen wurden. Da war keyne hoffnung zu entflichen/ oder ſieher zu bleiben/ dieweil ſie der Wind vom Meer trib/ vnd jhnen die Romer keynen zugang in die Statt lieſſen. Da begonten die Schiff zu krachen/ wann ſie wider eynander ſtiſſen/ da war groß ſeufftzen vnd weheklagen/ wann die Schiff zerbrachen/ Dann wann die Joppenſer in den Schiffen die Waͤllen daher ſchlahen ſahen/ ſprangen etliche die wol ſchwimmen konten auß den Schiffen/ Andere wolten in die naͤhſte Schiff ſpringen/ fielen aber ins Meer vnd erſoffen darinn. Etliche wurden mit den Raubſchiffen auff den Boden verſencket/ dieweil ſie entweder nicht ſchwim̃en konten/ oder ſichs nicht vnterſtehen dvꝛfften/ dieweil keyn hoffnung des Lebens voꝛhanden. Die das Vfer erꝛeycht hatten/ wurden von den Schiffleuthen verlaſſen/ vnnd mußten entweder der gefahr vom Vfer/ oder des tods von den Romern gewaͤrtig ſein. Die ſich ſchwimmens vnterſtanden hatten/ wurden vbel von den zerbrochnen Schiffen in die Seiten geſtoſſen/ an jhrem Leib be⸗ ſchaͤdiget/ vnd an die Jelſen gewoꝛffen/ daher ſie denn allererſt ſterben mußten/che ſie das Vfer erꝛeycheten/ vnd begerten noch jmmer an dem Vfer zu ſterben/ wiewol es jhnen eynen ſchlechtẽ troſt geben moͤchte. Es war eyn jaͤmmerlicher anblick/ das Hirn ſprang auß jhren ʒerbrochenen Mrnſchedeln an die elſen/ vñ war das Meer mit Blut beſpꝛenget. Das Meer hatte ſich vom Blut entfaͤrbet/ vnd lag voll todter Coꝛper. Die biß an das Vfer kommen waren/ mußten aller erſt jhren Geyſt daſelbs auffgeben. Die Roͤmer meyneten nicht/ daß diſes Oꝛt ſonſt von natur ſo vnſicher were/ oder die Wind vnnd Waͤllen nach alter gewohnheyt ſo vngeſtuͤm̃ pflegten zu ſein/ ſondern hieltens darfuͤr/ Gott were inſonderheyt vber die Juden erzoͤꝛnet/ vnd hette eben darumb das Meer durch die Winde ſo vnruͤhig gemacht/ damit der Juden keyner mit dem Le⸗ ben daruon kom̃en mochte/ Ja ſie forchteten jhnen Suͤnd darbei/ wann ſie mit denen/ welcher Gott ſelber nicht verſchonete/ ſolten mitleiden haben. Etliche erſtachen ſich ſelber/ vnd wolten lieber durchs Schwert vmbkommen/ denn im Waſſer erſauffen. Etliche ſo die Schiffe foꝛt⸗ m zutreiben begerten/ ſtachen Loͤcher mit den Stoͤꝛſtangen darein. Die Schiffleuth ſtieſſen die/ ſo ins Meer gefallen waren/ vnd vmb huͤlff anrieffen/ mit den Rudern von ſich/ oder erſchoſſen ſie ſonſt. Welches ich darumb hab melden woͤllen/ damit man augenſcheinlich ſehe/ daß die Ju⸗ den eynander ſelber groͤſſern ſchaden gethan/ deñ ſie von den Roͤmern erlitten haben/ dieweil je eyner den andern ſelber vmbbracht hat/ gerad als were der Himmel/ der eind/ das Meer/ die Felſen/ vnd alle andere Creaturen nicht ſtarckgnůg ſie zuuerderben. Es ſeind vier Tauſent vnd fuͤnffhundert todter Corper geʒehlet woꝛden/ welche das Meer Joppe gewonnen außgewoꝛffen hat/ die Statt aber iſt ohn Schwertſtreych gewonnen/ vnnd auff den Boden vnd geſchleyfſet. geſchleyffet woꝛden. Alſo haben die Roͤmer Joppen in kurtzer zeit ʒweymal verherget/ welches Veſpaſianus von Rechts wegen beuohlen hatte/ damit die Meerꝛaͤuber nicht jhren vnter⸗ ſchlupff daſelbs haben moͤchten. Als er aber von dannen ʒog/ lieſſe er den Reyſigen zeug/ ſambt etlichen wenigen Jußknechten daſelbs/ Das Fußnolck ſolte wehren/ daß ſich die Raͤuber/ wel⸗ che des Stelens gewohnet waren/ nicht widerumb etwas newes vnterſtünden/ Die Reuter ober ſolten die vmbligende oꝛter/ Staͤtte vnd Doͤꝛffer durchſtreyffen/ vnd alles verhergen/ da⸗ mit ſie ſich nit widerumb empoͤrenmoͤchten. Die ʒu Jeruſalem erſchrecken der newen ʒeitung/ von der Statt Jo⸗ tapats/ vnnd Joſephi vermeynetem tod/ Da ſiesber erfahren/ daß Joſephus noch Egeſippi/ don Zerſtoͤrung 4 beiden Rmern ſer/ erzoͤrnen ſie ſich hfftig drber/ vnnd gedencken/ ſolches an den Rð⸗ 6 9 mern zurachen. Die zeitung kommet gebn Jernſalem daß W Jotapata gewonnen eie⸗ Jewol ſich nuh ſolches zu Joppe weit von Jeruſalem zutrug/ ſo betraff doch diſer vnfall auch die Burger zu Jeruſalem. Dañ da ſie erfahren/ was die Roͤmer im Juͤdiſchen Land gethan hatten/ vnnd ſonderlich gehoꝛet/ daß Joſephs ſolte vmbkommen ſein/ gaben ſie diſem geſchꝛey erſtlich keynen S glauben/ diewellſie keyne gewiſſe Bottſchafft von denſelbigen enden hatten/ meyneten auch nicht/ daß ſich eyn ſolcher furtrefflicher Oberſter ſo weit vn⸗ ter die Feind hinauß wagen wurde. Es war auch in der warheyt keyner mit dem leben daruon kommen/ der jhnen die Bottſchafft von diſer ſchweren Niderlag hette bringen koͤnnen/ vñ war das eben eyn gewiſſe anzeygung⸗ daß alles můßte ʒu grund gangen ſein/ dieweil ſo gar niemañ kam/ der jhnen die ʒeitung verkuͤndiget hatte. Doch bliben ſie auff dem wahn vilſteiffer/ als wann ſie gewiſſe Bottſchafft darnon gehabt/ vnd glaubten bei ſolchem zweiuel vnd ſtillſchwei⸗ gen alles das jhenige/ was ſie foͤchteten/ Ja ſie glaubten nicht alleyn das/ was geſchehen war/ Zoſephns wird zu fondern ſetzten noch mehr darzu/ welches nicht alſo ergangen war. Dann das geſchrey gieng/ 5 Joſephus ſolte auch vmbkommen ſein/ vnd bekuͤmmerten ſich ſeinet halben hfftig. Nach dem ſie aber in erfahrung komien⸗ daß er noch bei den Roͤmern lebete/ wurden ſie jhm ſehr abguͤnſtig vnd feind/ vnd wie ſie anfaͤnglich ſeines tods halben leyd getragen hatten/ alſo mißgoͤnneten ſie jhm jetzund ſein Leben/ vnd hieltens fuͤr eyne anzeygung ſeiner hinlaͤſſigkeyt vnd verꝛaͤtherej⸗ Ergrimmeten auch ſo vil deſto haͤfftiger vber die Romer/ auff daß ſi ſich an Joſepho raͤchen moͤchten/ vnd je vbeler jhꝛe ſachen ſtunden /je begiriger wurden ſie zum Krieg. Dajhr vngluͤck hette auffhoren ſollen/ da zettelt ſichs allererſt recht an. Dann wann weiſe Leuth eynem vnfall eynmal entgehen/ ſo wiſſen ſie ſich eyn andermal zu hůten/ damit ſie nicht widerumb in das vn⸗ gluͤck gerathen/ darauß ſie kaumentlediget woꝛdẽ/ Aber vnuerſtaͤndige Leuth ſtecken ſich je lan⸗ ger je tieffer in das verderben. Derhalben ſolten die ʒu Jeruſalem an jhꝛer mitgenoſſen ſchaden witzig woꝛden ſein/ Dieweilſie ſich aber nicht daran geſtoſſen oder gebeſſert haben/ ſoiſ das vngůck auch vber ſie außgangen. Agrippa ladet Veſpaſiantum ʒn ſich in ſein Roͤnigreich/ Etliche Auffruhrerzu Fibe⸗ riade empoͤren ſich/ vnnd treiben Traianum/ der ſie zum Friden vermahnet/ von der Statt/ das mißfallet der gemeynen Burgerſchsfft/ halten bei Veſpaſiano an vmb ver⸗ ʒethung/ vnd erlangen gnnd. Dnnne ſe. Amit aber die Juden deſto mehr zeit vnd weil hetten⸗ ſich cynes nem Ronngreich. beſſern zu bedencken/ vñ ſein Kriegsuolck auch eyn wenig außruhen moͤchte/ ie verwilliget er Agrippe/ auff ſein begeren mit jhm in ſein Koͤnigreich zuzi⸗ hen v verhartet ſchier zwentzig tag zu Caſarea Philippi. Dadurch verme⸗ net Agrippa auch die Auffruͤhriſchen in ſeinem Landzuſtillen⸗ vnd jhnen die = hoffnung zumacht/ daß ſie wol durch ſeine vnterhandiung zu gnaden moͤch⸗ ten gebꝛacht werden/ ſo verꝛn ſie von jhꝛem boen fuͤrnemmen abſtunden/ Seintemal ſie augen⸗ ſcheinlich ſahen daß ſich groſſe freundſchafft ʒwiſchen dem Koͤnig vñ den Roͤmern hielte. Vnd ʒwar die Statt Tiberias/ ſo allernaͤhſt bei Caͤſarea gelegen war/ließ ſich weiſen/ vnnd erlanget gnad/ dann es waren auch vil auffruͤhriſcher Kopff darinn/ Darumb fůrtiget Veſpaſianis ſenen Sohn Titum ab /ließ jhn trei Legionauffmahnen/ vnd gehn Scythopolum füͤhen⸗ wih ches die groſte vnter den zehen Stätten/ vnd nahe bei Caͤſarea gelegen iſt. Darnachſchietit VBalertanum ſambt fuͤnffzig Reyſigen/ hin zu der Stattmawꝛen Tiberiadis/ die Einwohner zum Fridem zuuermahnen/ vnd jhnen alle freundſchafft anzubieten/ die abtrinnigen mi dem gewaltigen Kriegsuolck/ ſo beieynander verſammlet war/ zu erſchrecken/ vnnd den fridlieben⸗ Se zu Tibe⸗ den alle gnad zu uerheyſſen. Als ſich nuh Valerianus zu der Mawren nahete/ ſprang e ℳ tade. ſeinem Pferd/ deßgleichen thaten auch die andern/ ſo mit jhm kommen waren. Jeſus aber⸗ raͤuberiſchen Rott Oberſter/ vnd die ſo beijhm waren/ verachteten ſie/ von wegen jhrergen⸗ gen a nzahlfielen auß der Statt herauß/jagten ſie hinweg/ vnd namen jhnen die Pferde 2. mit ſich gebracht hatten. Ach derthoꝛechten Leuth /die billich hetten betrachten* 0 ſi Mo in mj vann Py tin.( ſichen Lari oder; wede ligke 2 auft Sum Sohn minn Jeind juſm Beruſalem/ Das III. Buch. 6 Valerianus mit beſonderm fleiß alſo gedemůtiget/ vnnd nicht vmb Kriegens vnd Raubens/ ſondern vmb fridens willen kommen were. Eo haben aber die Elteſten in der Statt eynen groſſen verdruß ab diſer fteuelen ⁊ hat ge⸗ Die Burger zu xi⸗ 6* ſich auß der Statt zu Veſpaſiano gemacht/ vnd gebetten/ er wolte doch nicht der gantzen S bei k ond emeyn daſelbs/ etlicher weniger mutwillen zuraͤchen/ oder ſie deſſelbigen entgelten laſſen. Veſpaſin.“ Darauff ſchicket Veſpaſianus alſo bald Traianum gehn Tiberiadem zuerkundigen/ ob das Volck eyn mißfallen ab der Raͤuber frechheyt hette/ vnnd erfuhr/ daß das Boict allerdings ge⸗ ſinnet ware/wie die Eiteſten angeʒeygt hatten/glaubete derhalben den Geſandten/ vnd begna⸗ det das Volck auffjhr fleiſſiges anhalten/ ſonderlich dieweiler maͤrckete/ daß auch dem König Agrippe/ der Statt wolfahrt hafftig angelegen war. Als ſich nuh Agrippa für ſie verbuͤrget⸗ baß ſie dergleichen hinfoꝛt nicht vnterſtehen ſolten/ verhießer jhnen gnad vnd allen guten wil⸗ len zu erzeygen. XXIII. Cap. Iu Tarichea verſammlen ſich vil auffrhůrtſche Jnden/ werden daſelbs von Veſpaſis⸗ no vnd Tito zu Waſſer vnd zu Land bekrieget. 6 zog er mit eynem groſſen vnd wolgeruͤſten Hauffen veſyaſunus bei⸗ gehn Tarichem/ dann es war eyn groſſe maͤnnig Volcks dahin/ als in eyn gert Laricheqm⸗ woluerwahrte Statt geflohen/ Seintemal ſie Joſephus mil eyner Mawr allenthalben vmbgeben hatte/ biß auffdie ſeiten/ da der See Geneſar ſeinen Fluß hat/fuͤr welchem man zu fuß zu der Statt nicht kommen kan. Daſelbs fuͤhꝛeten ſie die Schiff zuſammen/ vnd ruſteten ſich ernſilich zum Krieg/ daß wann man ſie zu Land bekriegete/ ſie in die Schiff fliehen mochten/ oder wañ man ſie auff dem nunſinginitit Waſſer angriffe /ſie jhre zuflucht zu der Statt haben/ vnd hinder den Mawren ſicher ſein koͤn⸗ ren. Sie waren zu Tarichea eben ſo wol gefaſſet vnd gerůſtet/ als zu Tiberiade /alleyn daß Ta⸗ n nrehea geſchwindere Koͤpff/ Tiberia aber eyn ſtaͤrckere Mawer hatte. Zu dem waren auch die Lariciheer vil freueler vnd vngeſtůͤmmer/ daß es jhnen gleich galte/ wann es von noͤten/ zu Land oder zu Waſſer zu kriegen. Da ſie ſich nuh zu weit hinauß vnier die Feinde gewaget/ vnd dariũ weder der Roͤmer wolgeruͤſte Kriegsoꝛdnung/ noch der alten vnd erfahrnen Kriegsleuth mañ⸗ ligkeyt geſchewet/ haben ſie ſich in die Flucht/ vnd wider in die Schiff begeben/ ehe jhnen eyni⸗ ger ſchad begegnete/ vnnd auß denſelbigen ohn nachlaſſen geſtritten/ aller geſtalt/ als wann ſie auff dem Land in eyner vollen Schlachtoꝛdnung ſtuͤnden. Es wartet auch eyn vnſagliche Summa Volcks im Freien Feld auff den Feind. Da Veſpaſianus ſolches erfahrẽ/ hat er ſeint Tirus wider die Sohn Titum mit etlichen außerleſenen Reutern dahin geſchickt/ welcher/ als er der groſſen maͤnnige des Volcks anſichtig woꝛden/ ſeinem Vatter bald wider kund gethan hat/ daß der ſchickt, Feind vil ftaͤrcker ſei/ denn man meyne. Doch hat er auch das Kriegsuolck ſo er bei ſich hatte/ zuſammen beruffen/ vnd ſie auff volgende meynung zum Krieg vermahnet: XXIIII. Cap. Eitus vermahnet ſein Rriegsuolck in eyner langen Red/ daß ſie ſich ab der Inden maͤnnige nicht entſetzen/ ſondern ſie tapffer angreiffen ſollen. Hr lieben Roͤmer Ihr habet euch in ſchwebendem Krieg ewers vuns vemhyet Nam̃ens vnd Geſchlaͤchts ʒuerinnern/ Es iſt noch nie keyner von den Ro⸗ han hregu% mern vngeſchlagen kom̃en/ ſo weit ſich der Roͤmiſche Vmbkreiß erſtrecket/ frech Jädiſch geſind dann woh kommt ſonſt allen andern Laͤndern diſer Nam̃ anders her/ denn iapſler anzugreiſten⸗ A von ewerm Sig? Ihr habet auch zugedencken/ an welchem vꝛt jhr jetund SEh ſeit/ vnd mit wem jhr Krieget/ Dann wir ſeind amaller euſſerſien Ende der Welt. ol wir nuh eynen ſolchen verꝛen vnd weiten Weg gereyſet ſeind ſo ſtechet es doch alles den Roͤmernʒu/ was jhr geſehen habt: Dann was ſol nicht ewer ſein/ ſo jhr doch den gan⸗ tzen Erdbodem innhabet? Ihr habet gerechtigkeyt zu allem dem/ was jhꝛ ſchet/ Was man nur bewohnen kan/ das iſt alles ewer Eygenthumm. Der muͤßte weydlich ewers .. ——— S— —„ S 1 Egeſippi/ bon Zerſtoͤrung der Statt Sigs vnd Triumphs in der Welt eyn end finden wolte. Es hats weder Haſdrubal von Car⸗ thago/ noch Pyrꝛhus des Konigs auß Epiro Sohn/ noch Bꝛennus/ der biß an dʒ Capitolium kommen iſt/ Auch der Perſen vnd Egyptier groſſe Kriegsruͤſtung vermocht. Die widerſpaͤn⸗ ſtigen Juden/ begeren ſolches zuthuen/ welches eyn vngeuͤbt vnd vnerfahren Volek in Kriegs⸗ haͤndlen iſt/ vnd geſchickter mit woꝛten zu ʒancken/ denn Krieg zu fuͤhren. Ich beſoꝛge es ʒwar nicht/ ich hielte es aber fur eyn groſſe ſchand/ daß jhr des Sigs mud werden ſoltet. So offt ſie geſchlagen woꝛden/ haben ſie wider eyn Hertz gefaſſet/ Seit jhr ewers glucks ſo bald vberdruͤſ⸗ ſis/ erʒeygen ſie ſich doch in vngluͤck ſtandhafftig? Lieben Roͤmer ſeit vnuerzagt/ gedencket an ewere angeboꝛne Mannligkeyt/ vñ greiffet den Jeind tapffer an. Erſchrecket nicht an der maͤn⸗ nige des Jůͤdiſchen pofels/ dieweil ſie ſich ab ewern viffaͤltigen ritterlichen Thaten/ ſo gar nit entſetzen. Dann die Hebreer verſtehen ſich nichts auff Kriegen/ haben auch nichts darinner⸗ fahren/ wiſſen auch keyn maß noch oꝛdnung darinn zuhalten/ oder etwas außzuſichen. Sie ha⸗ ben im Streit keyn beſſere Tugend an jhnen/ denn daß ſie den Tod verachten. Es hat aber me keyner den Jeind mit ſterben erlegt/ ſondern mit todſchlagen. Sie brauchen keyne Wehr vnn Waffen/ dann wann ſie in Kriegʒiehen/ Wir haben auch ʒu Fridens ʒeiten vnſere Kriege⸗ uͤbung/ damit vns die mancherley ſoꝛglichen zufaͤll des Kriegs deſto wenigerzuſchaffen geben/ wann es zum Streit kommt/ Dann was vnerfahrne Leuth fur gefaͤhrlich achten/ das halten geuͤbte Kriegsleuth fur jhren Sig. Warumb uͤben wir vns ſonſt taglich/ denn daß wir deſto beß ſer im Streu beſtehen moͤgen? Es hat jeder ſeine uͤbung daheym im Hauß/ damiter im Krieg deſto furſichtiger vnd bedaͤchtlicher wiſſe ʒu ſtreiten/ vnd jrꝛete ſich eyner gar nicht/ der ſagte⸗ vnſere taͤgliche uͤbungen weren Kriege ohn Blutuergieſſen/ vnſere Krieg aber uͤbungen. Wir tretten als wolgeruſte Kriegsleuth in die Schlacht/ vnd ſeind allenthalben wol verwaret/ Auff dem Haubt fuͤhꝛen wir eynen Helm/ auff der Bruſt eynen Harniſch/ vnd beſchirmen den gan⸗ tzen Leib mit eynem Schilt/ daß der Feind nicht weyß woher eynen Roͤmiſchen Kriegsmann treffen ſol/ dieweil er jhn allenthalben mit Eiſen wol verwaret ſihet. Andern Leuthen iſ diſe Kriegsruſtung beſchwerlich vnd hinderlich/ wir brauchen ſie aber vnſern Leib damitʒubeſchů⸗ tzen/ dann wir ſeind derſelbigen gewohnet/ Derhalben haben wir nur mit wehrloſen vndvnge⸗ ruͤſten Leuthen zu Kaͤmpffen. Dder iſt zubeſoꝛgen/ daß ſie vns mit jhrer groſſen anzahl vberwaͤltigen moͤgen? Erſllich haben wir eynen freien Reyſigen ʒeug/ welcher hinden vnd voꝛnen dran iſt/ den gantzen hellen Nauffen/ wie groß er auch iſt vmbrennet/ vnnd zu den Oꝛten außweichet/ wie es jhn geluͤſtet. Darnach ſo ligt im Streit nicht ſo vil an der groſſen anzahl des Fußuolcks/ als an der mann⸗ ligkeyt eynes kleynen Hauffens/ dann die maͤnnige iſt nicht wol in eyne Ordnung ʒubringen⸗ vñ hindert eyner den andern ſelbs/ entweder an dem Sig/ wann das gluͤck wol will/ oder in der Flucht/ wann es vbel zugehet/ Die mannligkeyt aber kan au ßharꝛen/ vnndtringet durch in gluͤck vnd vngluͤck. Zu dem ſol vns auch das luſtig zu Kriegen machen/ dieweil wir des Sigs ſo wol gewoh⸗ netſeind. Dannob ſie wolfuͤr jhr Vatterland/ fr Weib vñ Kinder ßreiten/ ſo ſollen ſie doch nicht herthafftiger ſein denn wir. Seintemal wir nicht alleyn fuͤr die vnſern/ ſondern das noch mehr vnd hoher iſfuͤr vns ſelber ſtreiten. Es gilt vns vnſer Haut/Leib vnd Lehen/es iſ vns darumb zuthuen/ daß wir vnſern ehrlichen Namen/ den wir haben/ nicht laſſen verloren wer⸗ den. Eos iſi ſonderzweiuel mehr/ vmb eynen ehrlichen Nam̃ien ſtreiten/ denn vmb das Leben. Diſer Kricg abertrifft vnſern Naſen vnnd Ehr an/ daß vns vnſere alte gerechtigkeyt bleiben moͤge. Wir als die Vberwinder der Völcker/ vnd Furſten der gantzen Welt /ſichen in gefahr⸗ Konnen wir die Juden/ welche wir fur vnſere Widerſaͤcher halten/ nicht ehe beʒwingen/ wir haben denn eben eyn ſolche groſſe anzahl Volcks/ als ſie/ ſo ſeind wir jhnen allererſtgleich. Vn⸗ ſere Voꝛaͤltern haben offternmals mit eynem kleynen Hauffen/ eyn groſſe maͤnnige dereind geſchlagen/ Was nutzen vns deñ vnſere taͤgliche ͤbungen Was hufft vns vnſere groſſe můbe vndarbeyt/ wann nur Mann gegen Mann ſtehen mußIch hab ʒwar meinen Vatter vonder groſſen anzahl der Feinde von Ambts wegen berichten můſſen/ er ſol aber jnnen werden/ daß wirs nicht auß foꝛcht der gefahr gethan/ fondern all eyn Ehren halben ſein gutduncken von ge⸗ genwaͤrtigem Krieg zuhoꝛen vnd zuwiſſen begert haben. Wir koͤnnen den Streit anfahen⸗ den Jeinderlegen/ vnd den Sig erobern/ che vns ſemann zuhůlfffommet/ damit die. Jeruſalem/ Das III. Buch. 6 ſo vns zugeſchickt werden/ nicht außgeben doͤrffen/ als haben ſie vnſer Widerſacher helffen ſchlagen/ wir aber hetten vns vnſers Leibs fuͤr vns ſelber nicht erwehren koͤnnen. Wie werden wir aber dem Vatter vnter Augen kommen doͤrffen/ wannwir vns foͤrchten den Feind anzu⸗ greiffen; Wie koͤnte ich eyn ſolcher vnartiger C Sohn ſein/ vnd eynem ſolchen Mann vnter au⸗ gen tretten /der gewohnet iſt/ daß ſein Kriegsuolck jmmer obſiget⸗ Wie doͤzffte ich mich fur ſei⸗ nen Kriegsknecht vnd Sohn außgeben /ſo er doch allwegen das Feld behalten hat/ vnd ich mich ſelber mußte ſchuldig geben/ daß ich den eind gefoꝛchtet/ vnd die Juden geflohen were: Wie moͤchte es euch denn wol gehen/ wann ich vom Vatter als eyn beſtellter Oberſter vber euch ſol⸗ te verdammet werden? Es iſt mir aber lieber/ daß jhꝛ ewerm Oberſten ſeiner Mannligkeyt hal⸗ ben zeugniß geben/ denn das jhꝛjhn ſeiner T raͤgheyt halben entſchuldiget. Laſſet vns derhal⸗ ben den eind vberfallen/ laſſet vns eilen/ damit wir jhm voꝛkommen. Ich wil den erſten an⸗ gyiff thuen /ſetzt jhr mir dapffer nach/ damit jhr dem/ was euch von meinem Vatter vertrawet vnd beuohlen iſt/ fleiſſig nachkom̃et. Ich beger aber nicht/ da ß jhr in gefahr mit mit kommen ſollet /ſondern das jhꝛ des Sigs ſambt mir theylhafftig werdẽ möget. Doch huͤtet euch/ daß jhr euch nicht ſelbs des Sigs beraubet/ vnd andern denſelbigen voꝛbehaltet. Gerathet es anders denn wol/ ſo ſol es mir doch eyn freud ſein/ daß mich der Vatter bei meinen Wunden fuͤr ſeinen Sohn erkenne/ wann er gleich dieſelbigen an ſeinem Kriegsuolck nicht erkennet. Ich wil es gleich ſetzen/ es mißfalle dem Vatter/ daß wir auff den Feind angreiffen/ welches iſt aber beſſer⸗ den Sig vorhin haben/ oder denſelbigen gar verwarloſen. Voꝛkom̃en iſt eyn anzeygung groſ⸗ ſer mannligkeyt/ verſaumen iſt eyn ſchaͤndliche Traͤgheyt. Der Vatter mag vns des Sigs halben wolſtraffen/ ich wil die ſchuld gern tragen/ Mit des gemeynen Nutzes wolfahrt wil ich dißfalls lieber ſtraͤfflich als vnſtraͤfflich ſein. Wolte Gott ich moͤchte nur in diſem eynigẽ ſtuck⸗ mit meinem eygenẽ ſchaden des Mannlij Toꝛquati Sohn nachuolgẽ/ welchenn fein Vatter dz Haubt darumb hieß abſchlagen/ dieweil er das Kriegsuolck wider ſeinen beuchi an den Zeind gefuͤhret hatte. Nach dem der Feind erleget war/ſtund der Juͤngling da mit eynem Krantz von Kornfruͤchten gemacht/ welches eyn zeychen war des Sigs/ gezteret/ vnnd ob jhm gleich der Henckerauff dem Rucken ſtund /ſo entſetzet er ſich doch nicht fuͤr dem tod/ dann er hieits fuͤr eyn ſelig ding/ vber dem Sig zu ſterben. Dann was iſt herꝛlichers/ denn ſein leben na ch dem Sig vnd in dem Triumph ritterlich laſſen/ vñ nicht allererſt nach dem gewiſſen Sig/ zu vngewiſſen ſachen voꝛbehalten werden? Ach der gewuͤnſchten Klag/ die man vmb erlangtes Sigs willen wider eynen fuͤhret/ Ach daß man vns auch verweiſſen ſolte/ daß wir den Sig erobert hetten. In diſem ſtuck wil ichalle ſchuld auff mich nemmen/ jhr ſollet die Ehr daruon haben. Es hat vns aber der Vatter keynes wegs verbokten/ ſondern vil mehr beuohlen zuſtreiten/ dieweil er vns darumb außgeſchicket hat/ das wir ſtreiten ſollen. Derwegen halt ichs darfuͤr/ er werde des Streits halben keynen vngefallen tragen/ ſondern vil mehr darumbzoͤꝛnen/ daß wir den Ju⸗ den gewichen/ die wir doch wol hetten vberwinden koͤnnen. XXV. Cap. Eitus ſchloͤgt die Taricheer auß dem Feld /berenn et die Statt/ bringet vil Taricheer vmb/ vnd verkuͤndiget ſeinem Vatter den erlangten Sig.— 2chvollendung diſer Rede ſprenget Litus zum erſtẽ mitſeinem vuus ſan d Pferd vnter die Feind/ vnnd renneten jhm die andern mit groſſem geſchrey Taricheer. E auff dem Fuß nach/ vnd breyteten ſich im weiten Feld auß/ daher man auch S gemeynet hat/ es weren jhren ſo vil deſto mehr. In dem nuh Titus die Feind alſo angreiffet /kommt eben Traianus mit treihundert Pferden darzu/ von 2 Peſpafianv her. Die Juden aber konten fur jhnen nicht langer beſtehen/ ſon⸗ wurden durch der Pferd vngeſtuͤmmigkeyt erſchrecket/ vñ durch der Reuter Spieß zu ruck getriben/Lieff derhalben eyner hie/ der andert doꝛt hinauß/ deꝝ mehꝛertheyl flohe der Stattzu. Daließ ſich Titus ſehen/ vnd eilet den Juden in der Flucht auff der Verſen nach/ vnd bracht etliche vmb. Den andern ſo hin vnd her zertrennet lieffen/ rennet er voꝛ/ trib ſie von der Maw⸗ ren hinweg/ vnd aͤngſtiget ſie in der Flucht/ daß ſie nicht wußten/ woh auß oder an. Dieweil er aber etliche toͤdtet/ entgehen jhm die andern/ welche jhre zuflucht zu der Statt doch .— — s t — „ Bgeſippi/ bon Zerſtoͤrung der Statt 4 0 1 1allererſt eynen newen Streit beſtehen mußten. Dann die/ ſo von den naͤhſten oꝛten dahin kom⸗ o 9 men waren/ begerten ſich anfaͤnglich ſtill vnd fridlich zuhalten/ wurden aber von den andern frembden zum Krieg wider jhren willen/ gezwungen vnd getrungen. Daher erhube ſich eyn groſſe vneynigkeyt vnd ʒwytracht in der Statt. Titus nummt die Als nuh Titus diſen Laͤrmen hoꝛete/ kehret er ſich zum Kriegsuolck/ vnd ſagt: Ihr from⸗ Laricheum men Kriegsleuth/ das iſt eben die rechte ʒeit/ wie ich ſie gewuͤnſchet hab/ die Feinde ſeind ſelbs zwytraͤchtig vnter eynander in der Statt/ außwendig ſchlaͤgt man ſie tod/ innwendig ſeind ſie ſelber der ſachen nicht eyns/ Laſſet vns derhalben auff ſie tringen/ dieweil ſie noch ſpaͤnnig mit eynander ſeind/ damit ſie ſich nicht villeicht auß foꝛcht der gefahr/ wider mit eynander vereyn⸗ baren. Saß derhalben wider auff ſein Pferd/ dauon er abgeſtigen war/ allernaͤhſt bei der Maw⸗ ren/ wendet ſich gegen dem See/ ſetzet durch das Waſſer/ vnnd rennet zum erſten in die Statt hinein/ vnd die andern jhm nach. Alſo wurdenalle/ ſo in der Statt waren/ durch die Flucht jerſtrewet /etliche zu boden geſchlagen/ etliche machten ſich in die Schiff/ vnndertrunckenauff dem See/ vil kamen in der Statt vmb jhr leben. Die vom Land hinein kommen waren/ erga⸗ ben ſich den Roͤmern/ vnd thaten jhre vnſchuld dar/ mit welchen auch Titus mitleiden gehabt ⸗ vnd mit gebuͤrlicher beſcheydenheyt gehandlet. Die Haubtſaͤcher aber vnd Anfaͤnger diſes Auffruhrs /hat er ernſtlich geſtraffet/ vnnd darauff eynen Reuter zu ſeinem Vatterabgefaͤrti⸗ Titus verkundiget get/ welcher jhm den Sts verkuͤndigen ſolte. Veſpaſianus frewet ſich diſes Handels/ vnd ſon⸗ ſenem Patter den derlich des Sigs ſeines Sohns/ welcher den groͤſſern theyl des fuͤrgenommenen Kriegs/ wider S das Juͤdiſche Land verꝛichtet hatte/kam auch ſelber dahin/ vnnd hieß die Statt wol verwaren/ damit memann darauß entweichen/ vnd jedermann der gebuͤr nach geſtrafft werden möchte. Des andern tags hieß er etliche Schiff machen/ vmb deren willen ſo auffden Seegeflohen wa⸗ ren/ ⁵welches auch ohn verzug geſchehen iſt/ dieweil beydes die Walde in der naͤhe/ vnd di An beyter an der hand waren. XXVI. Cap. Egeſippns beſchreibet den See vnd das Land Geneſar/ nachjhrer gelegenheyt vnnd fruchtbarkeyt. Veſpaſianus ſiget den fluͤchtigen Taricheern auff dem Waſſer ob ſchicket die Gefangenen zu Tärichea gehn Tibertads/ daſelbs erwuͤrget er eyn groſſe anzahl al⸗ ter vnd ſchwacher Aeuth/ verſchicket vnd verkaufft die jungenʒur dienſtbarkeyt. 3 Ann derſelbige See Geneſar iſt gleichſam wie eyngroſſer Arm des Meers/ vnd erſtrecket ſich in die laͤnge hundert vnd vierzig Stadia/ vnd in die breyte vierzig/ vnnd machet jhm mit ſeinem rauſchen ſelbs eynen Lufft vnd Wind. Daher er auch mit eynem Griechiſchen woꝛt Geneſar genennet S wird dieweil ſein Waſſer lufftig/ ſuͤß vnd gut zutrincken iſt. Er leidet keyn — dcck/ truͤb oder ſtinckend Waſſer/ dann er hat eyn Sandecht Vfer/ vñ lauffit vil gemaͤcher/ als ſonſt eyn ander Waſſer oder Brunn/ ſein Waſſer iſt jmmer kul/ ſtehet auch nicht ſo ſtill/ wie eyn ander ſtiller See/ ſondern wird offt von den Winden angewaͤhet vnd getriben· Daher auch ſein Waſſer ſo vil deſto lauterer vnd anmuͤtiger ʒu trincken iſt. Neben di ſer natuͤrlichen liebligkeyt/ hat es diſe art an jhm/ wann mans vber nacht auffhebet/ vnnd in Lufft ſiehen laſſet/ wie denn die Einwohner pflegen zuthuen/ ſo wird es eben wie Schnee. Es hat auch diſer See mancherley gattungen von ꝗiſchen/ die vil ſchoͤner/ vnd beſſer geſchmackt feind/ dann ſonſt in eynem andern See. Beſchreib ung des Sees Geneſar. Vrſprung des Jor⸗ Es wil auch die notturfft erfoꝛdern/ daß wir von dem vrſprung des Joꝛdans etwas mel⸗ dans. den/ wie ich an eynem andern oꝛt zuthuen verſprochen hab. Dann man hat voꝛ jaren daran ge⸗ zweiuelt/ vb der Joꝛdan auß dem See Geneſareth entſpringe. Philippus der Vierguͤrſtin Trachonide hat es fur eynen jrꝛthumm gehalten vnnd geſtrafft/ darneben auch das widerſyil dargethan/ Sprewer in den luß Phialam gewoꝛffen/ weiche in dem Waſſer Pannio wider herfuͤr geſchwommen ſeind. Barauß denn erſcheinet/ daß der Joꝛdan nicht ſeinen vr ſpꝛung⸗ ſondern ſeinen Fluß in Pannio habe/ Dann er entſpringet nicht an demſelbigen vꝛt/ alſo dal andere Waſſer von jhm herkommen/ ſondern hat ſeinen Lauff von Phiala vnter der Erden⸗ daſelbs kommet er widerumb herfuͤr/ vnd quillet wie eyn Brunn. Dr —— S— S —— c— — — — — —— ni Gi fu fen bet wird von ders, ſt hoſ vnn Ho habet Nuͤſ Geig dena Diſ moͤch Nat unch tungt andert Feige ander oderf dersq vitdd thavn Ruſſet, un chde teutſte dervor ache Schf Diſth behne Beruſalem. Das III. Buch. 64 Das Waſſer Phiala aber fleuſſet im Land Trachonitide/ hundert vnd zwentzig Stadia ꝓhlala/eyn Sluß. weit von Caͤſarea. Der Nam kommt jhm von ſeiner geſtalt her/ dann der luß vergleichet ſich eynem Rad/ dieweil er allwegen voll Waſſers iſt/ vñ doch weder vberlauffet/noch eintrocknet⸗ Vnter verſchleuffet er ſich ʒum theyl vnter die Erden/ vnd quillet in Pannio wider herfur/ wie man ſolches mit den Sprewern/ die daſelbs wider herauff geſchwommen ſeind/ erfahren hat. Alſo befindet ſichs/ daß der Jordan an demſelbigen ort nicht entſpringet/ wie man vorzeiten * gemeynet hat⸗ ſonder alleyn daſelbs wider auffquillet. Wiewol nuh Pannium fuͤr ſich ſelbs Panniumehn Fluß⸗ eyn lieblich Waſſer iſt/ ſo iſt es doch nitalſo von anfanggezieret geweſen/ ſondern iſt hernach allererſt von Agrippa mit Koͤniglichen Gebaͤwen/ mit eynem ſchonen Eingang/ vnnd wun⸗ derbarlichem heymlichen Gang/ darinn der Jordan vberſich quillet/ erſetzet vnnd geſchmuͤ⸗ cket worden. Daher denn der Jordan jetzund nicht mehr vnter der Erden eynen verborgenen Gang hat /ſondern offenlich vber den Erdboden daher gehet/ vnd durch den See Semecho⸗ nitidem fleuſſet/ Von demſelbigen See an hat er ſeinen ſtaͤten Gang/ hundert vnd ʒwenzig Stadia weit/ daß keyn ander Waſſer darein kommet/ biß an die Statt Juliada. Darnach fleußt er mitten durch den See Geneſar/ vnnd kommet nach vilen vmbraͤncken durch die Wuͤ⸗ ſten in das Tode Meer/ darinn er ſich auch verleurt. Alſo durchtringet er zwen See/ vnd blei⸗ bet in dem tritten. An gemeldten See ſtoſſet auch die Landſchafft Geneſar/ welche von jhm alſo genennet Reſchreitung der wird/ vnd von natur eyn herꝛlich vnnd ſchoͤn Land iſt/ Dann es iſt fur ſich ſelbs fruchtbar/ hat Tauds Genejars⸗ von natur luſtige Waͤlde/trgt allerley gattung von Apffeln/ wie man ſie haben ſoll/ nicht an⸗ ders/als wann ſie gepflantzet weren/ vnnd iſt ſo geſchlacht/ daß alle ding daſelbs/ entweder fuͤr ſich ſelbs wachſſen/ oder ſich dahin pflantzen laſſen. Eo iſt keyn gattung von Fruͤchten/ wie die heyſſen moͤgen/ die man nicht in demſelbigen Land finde. Der Lufft iſt dermaſſen temperiert vnnd gemiltert/ daß er allerley Fruͤchten/ wie vngleicher Natur ſie auch ſeind/ wol bekommet. Da bekleyben beydes die Gewaͤchß/ die gern an kalten orten ſiehen/ vnnd die/ ſo gern waͤrme haben/ Da findet man nicht alleyn Sommer/ ſonder auch Winterfruͤchten/ als nemlich die Nuͤſſen/ welche gern kalt ſtehen/ vnnd die Datteln/ ſo ſich der waͤrme frewen/ Deßgleichen Feigen vnnd Delbaͤum/ die ſonſt niergend/ denn an warmen Enden wachſſen. Doch ſeind ſie den andern nicht gleich/ Dann die Fruͤchten in Paleſtina ſeind die beſten vnd geſchlachteſten. Diſe aber ſeind etwas geringer/ vnnd doch gůte halben jehnen vaſt gleich/ daß eyner ſagen moͤchte/ die Natur vnnd die Zeit hetten eynen freundlichen Kampff mit eynander. Dann die Natur gebieret/ als eyn fruchtbare Mutter alle ding: Die ʒeit aber/ als eyn trewe Saͤugam ernehret dieſelbige ʒarte Geburt mit groſſem fleiß. Es wachſſen auch nicht alleyn allerley gat⸗ tung von Apffeln in groſſer anzahl/ ſondern halten ſich auch ſchier durch das gantze jar/ Die andern Fruͤchte bleiben alle das gantze jar vber beſtaͤndig. Dann man findet Trauben vnnd Feigen/ die man nach Koͤniglichem brauch einmachet/ voll auff/ zehen gantzer Monat an eyn⸗ ander. Das ander Obs aber/ das entweder von Menſchen haͤnden dahin gepflantzet wird⸗ oder fur ſich ſelbs auß dem geſchlachten Endreich herfuͤr kommet/ iſt waͤrhafftig biß wider an⸗ ders an die Statt wachſſet. Neben dem aber/ daß das Land an jhm ſelber fruchtbar iſt/ vnnd eynen guten Lufft hat⸗ wird dieſelbige Gegend auch befeuchtiget mit dem Waſſer Capernaum/ welches etliche nicht ohn vrſach fͤreynen Arm des Nilij gehalten haben/ dieweil es ſich nicht alleyn in die Jelder er⸗ geuſſet/ ſondèrn auch eyne gattung von iſchen hat/ weiche dem Coracino gleich ſchen/ derin dem Alerandriner See gefunden wird/ vnd auß dem Nilo darein ſteiget. Die Statt wirdauch nach dem See genennet/ welcher ſich auff treiſſig Stadia in die laͤnge/ vnd zwentzig in die brey⸗ Nach dem wir die gelegenheyt des Orts beſchriben haben/ woͤllen wir weiter ſagen/ wie e der vorgemeldte Streit eyn end genommen habe. Da nuh die Schiff/ welche Veſpaſianus prr! machen ließ /faͤrtig waren/ ſetzet er ſein Kriegsuolck darein/ vnd eilet denen nach/ welche in den Waßer. Schiffen auffs Waſſer geflohen waren/ vnnd dadurch dem vngluck verhofften zu entgehen. Dieſelbigen wußten jetzund nit/ wie ſie jhre ſachen angreiffen ſolten/ Auff dem Land was jhres bleibens nicht/ dieweil alle Winckel voller Jeind waren/ Auffdem Waoſſer hatten ſie niergends keyn außflucht/ dieweil d See rings herumb mit Roͤmern vmblegt war. So konten ſie ſich auch L iiij e(6 Bgeſippi/ von Zerſtoͤrung der Statt 4 0 13 1des einds in den kleynen Raubſchifflein nicht erwehren/ dann was ſolten etliche wenige wider S 9 vil außrichten. Es giengẽ wol der Roͤmer Schiff etwas gemaͤcher/ hatten aber ſo vil deſto mehꝛ nachtrucks im angriff/ Wann ſie dann gleich mit den Schiffen zuſammen traffen/ gieng doch der Juden Geſchuͤt auff der Roömer Schilten laͤr auß/ vnd machten nur eyngroß getoͤß. Der⸗ halben doꝛfften ſie ſich nicht nahe zu dem Feind machen/ welche es aber thaten/ die kamen vnbe⸗ ſchaͤdiget nicht wider daruon/ ſondern wurden entweder erſchoſſen/ oder auß den Schiffen ge⸗ woꝛffen/ Die aber/ ſo außzuſchwimmen begerten/ mit Pfeilen getroffen/ das ſie jhr Leben im Waſſer jaͤmmerlich enden mußten. Sie vermochten ſich auch laͤnger nicht ʒu erwehren/ die⸗ Schwere niderlag weiljhnen ſo groſſer abbruch allenthalben geſchahe. Nach dem nuh allgemach vil Schiffzu⸗ der Caricheer⸗ ſammen kõen waren/ triben die Roͤmer eyn groſſe anzahl Juͤdiſcher Schifflein an das Vfer/ die Juden ſo zu Land ſtigen/ wurden von den Roͤmern erſchlagen/ oder ſonſt von denen/ ſoauß den Schiffen wider ſie ſtritten/ getoͤdet. Andere wurden durch die anſtoß der Schiff ertrucket⸗ oder ſturtzten ſich ſelber in den See/ vnd ſpꝛang der Feind in jhre Schifflein. Da ſahe man das Waſſer vol Bluts flieſſen/ vnd den See voll todter Coͤrper ligen/ dañ da ward niemands ver⸗ ſchonet /ſonder alles erwuͤrget/ was man antraff. Daß gab eynen ſtarcken geſchmack/ vnndey⸗ nen groſſen geſtanck an denſelbigen Orten. Alſo kamen Sechstauſent vnd ſibenhundert Ju⸗ den(doch die vorigen auch darein gerechnet) in diſem Streit vmb jhr leben. Nach erlangtem Sig ʒog Veſpaſianus wider gehn Taricheam/ vnd ſoͤnderte das Land⸗ uolck von den Burgern in der Statt ab/ vnd gedacht deren/ ſo nit vrſaͤcher diſes Auffruhꝛs wa⸗ ren/ zu verſchonen. Es ward jhm aber von vilen widerꝛathẽ/ welche meynetẽ/ man ſolte eyn ſol⸗ che groſſe maͤnnige Volcks/ die keynen Friden hielten/ vñ keynen nutz an diſen oꝛten ſchaffeten/ vnd villeicht den Krieg widerumb ernewern moͤchten/ nicht leben laſſen. Dañ woh wolt man mit jhnen hin/ wann man ſie auß jhꝛem Vatterland vertribe/ wie wolten ſie ſich ernehrenohn Rauberej/ wañ ſie niergend keyne bleibende ſtatt hetten? Derhalben ward er anders raths /leß ſie auff dem wahn/ als wolte er jhnen das Leben friſten/ hieß ſie zum Thoꝛ hinauß gehen/ vndin Veſpaſtanns erſchl die Statt Tiberiadem ʒiehen. Sie glaubeten/ es wuͤrde jhnen nach jhrem wunſchgehen /vnd vertauffet die Lari⸗ fiengen an hinauß zuziehen/ Die Roͤmer aber verlegten die gantze Straß/ vnnd fuͤhreten ſie in Set. die Statt hinein. Veſpaſianus zog auch dahin/ ließ ſie fur ſich kommen/ nam eynes jeden Ab⸗ ters vnd ſtaͤrcke war/erwehlet ſechstauſent junger vnd ſtarcker Maͤnner auß jhnen/ vnnd vber⸗ ſchicket ſie dem Keyſer Neroni in den Iſthmum. Der Alten aber vnnd ſchwachen ließ er Tau⸗ ſent vnd ʒweyhundert vmbbringen/ vnd verkauffet Treiſſigtauſent vnd vierhundert daruon. Dem Koͤnig Agrippe aber ſchencket er alle die jehnigen/ ſo vnter ſein Koͤnigreich gehöreten/ welche der Koͤnig hernach auch verkauffet/ vnd in die Dienſtbarkeyt verſchicket hat. Darneben hat auch der Poͤfel in der Landſchafft Trachonitide/ Gaulonitide/ zu Joppen vñ Gadara/ als vnruͤhige vnnd auffruhriſche Leuth/ die von jhren Haab vnd Guͤtern gelauffen waren/ vnd andern das jhre genommen/ zur Wehꝛ gelauffen/ vnnd den Friden zerſtoͤret hatten/ jhre verdiente Straff . empfangen. CEgeſippi her /nn ſuſt n chepl iuszen Auffl eyſge ener ſunmle teich en! eriche Srtn ondem wrode ſuden. uſnein elſhitd Metvn ſenn i 6 rden cuſtn iehetge 65 — 3. z* F 5 3. 3 3. 3 vt. ₰ * 3 46 62 3 5* S. Innhalt der Capitel diſes Vierden Buchs. Eſchreibung der Statt Gamala /wie die Romer dieſelbige belaͤgert/ groſſen ſchaden darinnerlitten. Koͤnig Agrippa von der Mawer mit eynem Steyn geworffen/ vnd Veſpaſig⸗ nus in der Statt vmbringet/ vnnd kuͤm merlich dauon kommen. Ebutius der Znaubtmann vmbtommen/ vnd eyn anderer Zaubtmann eyne fuͤrtrefflrche That begangen. ꝛ. Peſpaſiant ſchone Troſtred an ſein Rriegsuolck/ vber dem empfangenen ſchaden/ dartnn er guch deſſelben vrſach vermeldet/ vnd auff eyn newes die Statt ʒuſtůrmen vermahnet. Gamala wird zum andern⸗ mal geſtuͤrmet vnd erobert/ etliche Kriegsknecht fellen eynen Thurn/ itus ʒeucht hinein/ Die Judẽ weh⸗ ren ſich tgpffer von dem Schloß/ werden aber wunderba rlich/ durch huͤlff eynes ploͤtzlichen Sturmwinds von den Romern bezwungen vnd erwuͤrget/ doch ſtuͤrtzen ſich änfftauſent ſelbs zu tod. 4. Johannes eyn vertchter Menſch /macht die fridlibende Burger zu Giſcala vnrůh ig. Titus wird von ſeinem Vat⸗ ter dahin geſandt/ fordert die Statt auff/ Johannes begeret betrieglicher weiß auffſchub/ fleucht des Nachts heymlich daruon/ die Statt ergibt ſich den audern tag Tito/ wird begnadet. Placidus erobert den Berg Thabtrium. 5. Vorꝛede oder eingang Egeſippt auff die Geſchicht/ ſo ſich zu Jeruſalem be geben. 5 Johannes der von Giſcala geflohen/ ſtifftetʒu Jeruſalem alles vngluͤck/ vil vn ſchuldiger werden vn⸗ tergetruckt/die moͤderiſche Rott treiben jhre Faßnachtſi pil/ mit der Wahl eynes Zohenprieſters/ ma chen robennnerſtändicen Bawrsmannzum Zobenprieſter/das Voick will durch anſtifftung Anani vnd der Prieſter ſolches raͤchen /treiben ſie in den Snpet Johannes wird als eyn Legat in den Tempel geſchickt/ vmb fride zu handlen/ richtet aber in allen dingen das widerſpil auß. Die Idumeer kommen Swentzig tauſent ſtarck fuͤr Jeruſam/ auff bitt vnnd anſuchung der moͤrderiſchen Rott. 7. Der Zohe⸗ rieſterthut eyne lange Red vor eynem Thurn zu den Idumeern/ dann er ſie vermahnet nichts freuen⸗ ichs fuͤrzunemmen/ ſondern die ſach wol ʒu erkuͤndigen/ vnnd die Rriegswaffen hinzulegen. 8. Dre J⸗ dumeerwerden zornig/ daß man ſie nicht einlaſſen wil. Ihr vaubtmann Simon anttorterden Pries ſterntrotziglich/ vnd drwet haͤfftig. 9. Die Idumeer bletben auß ſcham vnd vnwillen vor der etatr/ denrsrdern um Tempeliſt bang, 1n der Nacht erhebt ſich plotzlich eyn grewlich Vngewuter/ Etliche Moͤrder lauffen auß dem Tempeoͤffenen in dem Vngewitter den Idumeern dʒ thor/ erſchlagẽ die Wch⸗ ter/ vnd uͤben grewliche Tyrgnnej/ erwuͤrgen 8500. Mann. 10. ʒacharias/ eyn frommer vᷣnnd reicher Tlann⸗wirdfälſchlich angeklagt/ von den ſibenzig Kichtern abſoluirt/ aber von den moͤrderiſchen nicht deſto minder getodet/ die ichtẽr verjagt/ vnd ſonſt zwen fuͤrneme Manner/ Gordon vnnd Niger erwuͤr⸗ get. 1. Die Haubtleuth vermahnen Veſpaſianum/ die Auffruͤhriſchen in Jeruſalem ʒubekriegen/ eraber zeyget wichttge vrſachen an/ das es auff dißmal nit rathſam ſel. u. Vil flichen auß Jeruſalem zu den Ro mernuͤſſen ſich aber vnterwegen fuͤr Moͤrderej beſorgen/ Summa es iſt inn vnd außwendig der Statt ßroſſe not vnd gefahr. 13. Johannes bekommt durch liſt vnd betrugdas Regiment/ vñ gehen trei greu⸗ iche plagen in der Statt im ſchwanck/ darzu noch die vierde/ nemlich Meuchelmord kom̃t. 14. Veſpaſia⸗ nus zeucht auff bitt der Burger fuͤr Gadaram/ dieſelbige fuͤr den Meuchelmoͤrdern zubeſchirmen. Die Auffruͤhrer erwuͤrgen Doloſium/ vnd fühen daruon/ Die Statt wird ergeben/ vnnd Placidus mit eynem Reyſigen zeug den fluͤchtigẽ nach zu jagẽ/abgefoͤrtiget. 15. Placidus ereiet die Fluͤchtigen bereynem Fie⸗ cken/ erwurgeẽr derfelbigen vil/ Darnach ruckt er fort biß an den Jordan/ da ſich eyne groſſe mannige ver⸗ ſammlet/deren eyne groſſe anʒahl erwuͤrget/ etliche in Waſſer jammerlich vmbkommen. 16. In Franck⸗ reichentſtehet vnruh. Veſpaſianus ʒeucht von Caſaren uß/ verherget Doͤrffer vnnd Flecken/ erwuͤrget vberdie Zehentauſent Mann/ eyn Tauſent nimmt er gefangen/ reyſet fort gehn Amathus/ darna chgehn Zlericho/ da jhm ſein Zaubtmann Traianus entgegen kommt mit vilen Gefangenen. Gelegenheyt der Statt Siericho. 17. Beſchreibung des Brunnens fůr vtericho/ den Eliſeus füß vnd fruchtbar gemacht/ Vondem groſſen Feld/ darinn ſchone Luſtgärten ſeind/ vnnd der Balſam wächßt. 18. Beſchreibung des Toden Meers/ vnd deſſelben eygenſchafft/ was fuͤr ſeltzame Fruͤchte wachſſen/ da zuuor Sodoma ge⸗ ſtanden. 19. Veſpaſianns beſetzt die Caſtellen xmb Jeruſalem/ ſchickt Lucium Annium/die Statt Ge⸗ reſam einzunemmen. 20. Veſpaſiauus erfahret zu Coſares Neronis tod/ da denn auch gemeldt wird⸗ wie ſchaͤndlich Nero gehauſet/ vnd ſich ſelbs erwuͤrget. 21. Galba kommet an Nerorts ſtatt/ Eitus er⸗ fahret vnterwegen daß Galba auch vmbkommen/ vñ Ottho Reyſer worden/kehret derhalben widerumb z ſeinem Vatter/bringt hm die Bortſchafft. Veſpaſianus iſt vinb des Reichs wolfihrt ſorgfültig. 22. Simon eyn verꝛuchter Menſch/ wird der Moͤrder Saubtmann/ die ʒu Jeruſalem ʒiehen auß wider jhn⸗ werden aber geſchlagen/ vnd wider in die Statt gejager. 23. Simon erobert durch Vertatherej eynes oberſten Idumeers/ mit Namen Jacobi/ der Idumeer Land. Darnach auch vebron eyne vralte Statt/ verhergetalles/Johannes ſtelltjhm heym lich nach/ vnd fahet ſein Weib auff. 24. Gttho vnd Vitellius kriegen vmb das Reyſerthumm/ Ottho erwuͤrget ſich ſelbs. 23. Veſpaſianus vnd Cerealis verhergen das Juͤdiſche Land Johannes erlaubt zu Jeruſalem allerley ſchand. Die Idumeer trennen ſich von Jo⸗ hanne. Die Burger foͤrchten ſich fuͤr jhnen/ vnnd nemmen Simonem den andern Tyrannen guch in die Statt. 26. Die Rriegsknecht haben eynen groſſen verdruß/ daß Vitellius ʒu Rom ʒum Reyſer erweh⸗ let/ berathſchlagen ſich mit eynander/ vnd machen Veſpaſianum mit gewalt zum Reyſer. 27 Vrſprung vnd gelegenheyt der Statt Alexandris/ deßgleichen auch von des Lands Egyptigelegenheyt 3 Egeſippi/ bon Zerſtoͤrung der State 0 1 barkeyt/ von eynem wunderbarlichen Port vnd Thurn. 23. Nach dem Veſpaſianus ſeine ſuchen in g⸗ 4 3 9 gken verꝛichtet zencht er wider in Syriam/ entlediget Joſephum zu Serit von den Se ſpaſianus nmmtjhm fuͤr gehn Rom zu reyſen/ ſchickt Mutianum vor jhm hin · Cecinna Vttellij Oberſter/ rath ſeinem veer fůr Antònio ʒu fliehen/ vnd ſich jhm zu ergeben. 30. Da ſie aber eyn rewankam/ vnd Cecinnam Vttellio gefanglich woͤllen ʒuſchicken/ konit jhnen Antonius zuuor /erſchlagt hrer vil /vñ ſchickt Cecinnamʒu Veſpaſiano· z1. Sabinus wil auch Ehr einlegen/ wird sber durch die Teutſche Rnecht des Vitellij vbermannet/ ſeine Rott erſchlagen. Domicianus kommt wunderbarlich daruon. Sabinug wird grewlich gemgrtert vnd getodet. 32. Antonius kommt gehn Kom. Vitellius wird in Voller weiſe erwuͤrget. 33 Mutianus wehret der Rriegsknecht wuͤten/ordnet Domicianum ʒum Statthalter. vez ſpaſianus zeucht von Alexandrig auff Rom/ Laßt Titum hinder jhm/ den Rrieg in Jndes ʒuuerꝛichten. I. Cap. Veſpaſianus belãgert vnnd ſtůrmt die wolgelegene Statt Samals/ welches den Roͤ⸗ mern ʒu groſſem ſchaden vnd gefahr/ wider jhre voffnung gerteth · Setegenheyt der P Ls nuh die Taricheer mehꝛertheyls außgereutet wur⸗ Statt Gamala. den die Roͤmer der Galileiſchen Staͤtt vnd Grentzen machtig/ außgenommen die Statt Gamala/ ſo im Gaulanitiſchen Lan⸗ degelegen/ deren Einwohner eyn halßſtarꝛig Volck die ſich auff jhe rauhe Landſchafft verlieſſen. Dañ die Statt lag auffeynem Berge/ vñ war zur Rechten vñ Lincken ſeiten mit ſcharffen Fel⸗ ſen vmbgebẽ/ voꝛn mit eyner tieffen Klufft gleichſam abgeſchnit⸗ ten/ hinden aber etwas breyter/ Doch alſo daß man andemort auch kuͤmmerlich vnd ſchwerlich konte hinzu kommen/ vnd det X Weg/ wie eyn krummer ſchwantz anzuſehen war/ ſo man zu der Statt wanderte. Oben auff war ſie vber die maſſen hoch/ wie eyn außgeſtreckter Halß/ daß ſie das Schloß wie eyn Haubt/ in aller hoͤhe embor hub/ anfaͤnglich ſchmal/ vnd gleichſam einge⸗ bogen als eyn Boſem/ vonwegen der Bergichten krum̃en vmbgaͤng/ vnd dieweil ſie tieff hin⸗ ab gieng. Demnach hatte ſie mitten auff der Scheytel eynen erhabenen Berg/ ſonſt iſts alles gaͤh vnndvnwegſam. Daher denn vil in der meynung ſeind/ da ſie vor zeiten Camala geheyſ⸗ ſen/ weil ſie wie eyn Camelthier anzuſehen/ aber nach verderbtem brauch der Einwohner den Namen Gamala behalten. Wann man aber auch die ʒuſammen gefuͤgte Gebaͤwanſahe/ ſo meynet man die Statt hienge/ ſonderlich das theyl gegen Mitternacht/ das vrt aber ſogegen Mittag ſahe/ war etwas eingebogen. Es hatte auch Joſephus vber das etliche Bollwerck zu diſer Statt gethan/ darauff ſie denn trotzeten/ deßgleichen auch auff die maͤnnige deren/ ſoal⸗ lenthalben dahin flohen/ das ſie auch Agrippam/ der ſie ſiben Monat belaͤgert/ verachteten/ * Jrſeyhus nennets Dañ diſe wie auch Sotanis vnd Seleucia/ʒu ſeinem Reich gehoͤreten. Seleucia/ die nebẽ dem S ſchoͤnen Wald Daphnis gelegen/ der durch gantz Syriam beruͤhmt/ mit Cypreſſenbaͤumẽ ge⸗ ʒieret/ vnd voller Brunnquelliſt/ von welchen der Fluß/ ſoʒu naͤhſt am ſelben Oꝛt hinlaufft⸗ der kleyn Jordan genennt/ reichlich gemehret wird. Doch iſt diſe Statt/ die eyn ſtuck des Gaulanitiſchen Lands iſi/ vber Sotanis/ aber geringet denn Gamala. Daher deñ auch jehne auß widerwaͤrtigem Sinn die Romer ʒu Freundẽ erwehlet/ Diſer aber widerſetzet ſich ſo halh⸗ Ronig bte ſtarꝛiglich/ das ſie auch den Koͤnig/ da er nahe zur Mawer trat/ ſie anzuſprechen/ mit eynem wueonmen Schlauderſteyn verwundeten/ Welche vnbilligkeyt die Roͤmer bewegt/ hafftig mit der Beli⸗ Geſchůß verletzt. gerung anzuhalten/ daß es zu beyden theylen eynen erſten Scharmuͤtzel gab/ dann auch die Juden/ die jhren cygenen Koͤnig/ ſo jhnen eynen trewen rath gab/ verletzet/ vnd deßhalben ſich keyner gnad zunerſehen hetten/ wann ſie vnten legen/ von gantzen kraͤfften ſtrittẽ. Nuh Agriy⸗ pa/ nach dem er mit eynem Steyn an den rechten Elnbogen getroffen/ macht ſich auß dem Krieg/ Die Römer aber brachen mit gewalt in die Statt/ dann ſie triben mit dem Geſchuͤt dit Feind hinderſich/ mit den Boͤcken aber faͤlleten ſie die Mawer. Dann auch die jehnigen ſo den Sturmzeug verhinderten/ mit nichten lͤnger widerſtand thuen konten. Vnd nach demſi. die Mawer mit eynem treifachen Bock nidergewoꝛffen/ bekamen ſie eyne richtige Straß zu den Belaͤgerten/ Dieweil ſie aber allzu hafftig eileten/ fuget diſer Handel den Vberwindern nicht eynen geringen ſchaden zu. Dannn da ſie hauffenweiß in die Haͤuſer fielen„vnndalles durch⸗ ſuchten/ vnnd gleich als ob jhnen der Raub entgehen moͤcht/ vntereynander bleun/ nm — au dert ſhl alb fuͤn zen YV chn uf fiht ſche daß daſt ſcht zud Feruſalem/ Das IIII. Buch. 66 enge hohe Gemach der Haͤuſer vberladen worden/ vnd die Fundament vberweget fiele ſie ein/ aiſo das je eyns das ander/ſo jhm zu nahſi war/ zu bodenſchlug. Bilen Romern die in ſolchen Die Hnſer werden Tnppel gerathen/ hat diſer Sig ʒu jhrem verderben gereychet. Vil die ſich geſchwind niderleg von den Nömern be⸗ ten/ wurden von den eingefallenẽ Hauſern vberfallen/ daß etliche mit beſchadigtem Leib/ halb todt daruon kamen. Vill erſtecket der Staub/ vil wurden in derenge zertrucket. Deßgleichen vil vmbtommen. warffen auch die Weiber/ vnd vnuermoͤgliche Alten/ vnd was von jungen zuruͤck gewichen/ von oben herab Steyn/ oder was jhnen ſonſt zur hand war/ auff die ſo vnten lagen. Es war al⸗ les verdunckelt/ das Geſicht war geblendt/ der Verſtand verwirꝛet/ das ſie auch nicht wußten/ woh ſie hinauß ſolten/ das ſie alſo kaͤmmerlich der gefahr entgiengen/ vnd auß der Statt entka⸗ men. Beſpaſianus aber trang in des auff den Feind /kam zu aller jnnerſt in die Statt/ vnd als Heſpafianus mitten er mitten zwiſchen den Hauffen/ ſo vmb jhn her lagen/ war/ ruͤſtet ſich der Feind zum Krieg. vnler den Feinden in Dann es wolte ſich nit geʒimmen/ daß eyn ſolcher Mann dem Feind den Rucken gebe/er konts auch nit fur ſicher erkennen. Seinen Sohn Titum hatte er in Syriam abgefaͤrtiget/ nam jhm tommt daruon⸗ derwegen gaͤntzlich fuͤr /ſeiner beruͤhmten Tugend beſtaͤndig nachzuſetzen/ ſtellet ſich zur wehꝛ⸗ ſchloß die Tartſchen mit den wenigen/ die er bei ſich hatte zuſammen/ vñ ſtund vnerſchrocken/ als ob er warnaͤme/ auff welche er wolte ʒufallen/ vnd ſich durchſchlagen. Da die Juden ſich fuͤr ſeinem vngeſtuͤmen anfall entſetzeten ⸗ fiengen ſie an mit geringem gewalt auff jhn zu trin⸗ gen/ vnd dieweil eyn jeder ſeiner Haut forcht/ ʒertrenneten ſie die Schlachtordnung. Alſo wich Veſpaſianus/ der den Jeind voꝛ jhm hatte/ allgemach hinderſich/ doch alſo⸗daß er ſich mehꝛ als eyn ſtreitender/ denn eyn fluͤchtiger erzeyget. Daſelbs blib auch Butius mit zehen fuͤrnemen Buens eyn erahm⸗ auff dem platz/ der ʒuuor in vilen Kriegen geubt/ vnd bei den Juden fur eynen beruͤhmten/ er⸗ e Kriegemann fahrnen ſtarcken Helden gehalten ward. Deßgleichen begieng eyn Haubtmann mit andern' mtmb⸗ 3 zehen Syrern eyne furtreffliche vnd maͤrckiiche That⸗ Dann eben in dem Tumult/ da er ſahe Eynes Hanßtmaſs — daß die Roͤmer betraͤngt waren/ verſteckt er ſich heymlich in eynem Hauſe/ vnd als die Jaden marckiche ihat⸗ daſelbs vnter dem Nachteſſen ſich mit eynander beſprachten/ was ſie wider die Römer ange⸗ ſchlagen/ bracht er ſie bei eiteler Nacht alle vmb/ vnd ſiellet ſich mit den Kriegsknechten wider zu dem Roͤmiſchen Heer. II. Cap. Beſpaſtanus thut eyne ſchöne Rede zu ſeinem Rriegsuolck/ darinn er ſie vber dem ploͤtzlichen vnfalltroͤſtet/ deſſeiben vrlach anzeygt/ vnd guff eyn newes die Statt tapffer anzugreiffen vermahnet. 60 Eſpaſianus aber als er das Heer trawrig vermaͤrcket darumb S das jhrer vil vmbkom̃en/ fuͤrnemlich aber auß ſcham/ von wegẽ des verlaſſe⸗ nen Haubtsmans/ daß ſie jhn alleyn in der Feinde Statt gelaſſen/ ſprach /h⸗ nen ſehr freundlich zu mit diſen worten: Wann jhr euch ſchewet vmb meiner gefahr willen(ſolt jht wiſſen)daß ich nit der mehnung zum Krieg griffen/ die gefahr zuuerhuͤten/ ſondern zu vberwinden. So es aber nicht geſchehen/ ſin⸗ temal auch von den vnſeren vil vmbkom̃en/ ſol man ſich doch deſſen gar nit verwundern /dann es iſt doch ſelten eyn Sig/ der nit Blut koſtet/ So haben auch die Kriege hre ſondere glůck vnd außgaͤng. Vnd ob wol die loͤbliche Tugend im Krieg gemeyniglich pflegt oben zuſchweben⸗ ſo muß ſie doch den zufaͤllen etwas nachgeben. Aber eynem verſtaͤndigen gebuͤret in widerwaͤr⸗ tigkeyt den vnfall zu verbeſſern/ vnd in gluck vnd wolfahrt ſich demuͤtigʒuhalten. Wie im ge⸗ gentheyl diſer eyn grober vnd vnuerſtaͤndiger Menſch iſt/ der jhm eitel gluͤck traͤumen laßt/ als ob man nit auch wider tapffere Maͤnner koͤnte ſtreiten. Eyn bloͤder Menſch aber iſt der/ der an eyner wichtigen ſachẽ vmb eynes vnfalls willen verzaget⸗ ſo doch in Kriegshändeln im augen⸗ blick ſich ploͤtzlich alles wenden kan. Derhalben iſt der eyn fuͤrtrefflicher Held/ der mitten in der widerwaͤrtigkeyt ſich vernunfftiglich halten kan/ den ſtarcken liſtiglich zu boden wirfft/ vnd ſich wid erholet/ vñ ſo er ſelbs geſtrauchelt /ſolchs zu verbeſſern begeret. Aber eyn vnachtſamer faͤllt etwa durch ſeine vngeſchickte bewegung/ vnd dieweil er vnfurſichtig zuplatzt/ fallt er durch ſein vngeſtuͤmmigkeyt ʒu boden/ dann ſo das offt geſchicht an enden/ da die E ugend alleyn vnnd bloß iſ/ wie vil mehr im Krieg/ damancherley Volcker vnter eynander Scharmuͤtzeln/ ſen Egeſippi/ bon Zerſtoͤrung der Statt 4 o 2 1 nicht eynerley rath/ noch eynhellige meynung iſt⸗ Es iſt etwa der Ort vnbequem/ die ruhe des 6 Lands beſchwerlich/ vnd eyn ſehr mißlich ding/ wann jhr vil inehner enge wider wenig ſtreiten ſollen/ dieweii die menge jhr ſelb hinderlich iſt/ vnd wenig an vilen nit wol fehlen koͤnnen/ Aber was nit auß Tugent herkommt/ ſondern ohn alles gefaͤhr geſchicht/ das kan ſich im augenblick wol wider aͤndern. Derwegen jhr mit nichten ſo angſthafftig ſein ſolt/ lieben Kriegsleuth/ ſin⸗ temal diſe Sach nit durch ewerer Haͤnde nachlaͤſſigkeyt/ noch durch der Judenſtaͤrcke alſo ge⸗ rathen /ſondern die vngelegenheyt des Orts hat vns ain Sig verhindert/ vnd jhnen verzug ge⸗ ben/ ſich laͤnger auffzuhalten. So weyß ich auch gar nichts/ daß an euchzu tadeln were/ deñ das jhꝛ ſo vnbedachtſam vnd vnbeſunnen darein gefallen. Dann da jhr jhnen biß zu oberſt in die Statt nachgefolget/ vnd in jhꝛe Haͤuſer gefallen/ habt jhꝛ euch ſelbs in die gefahꝛ verwickelt/In welcher Herberg jhreuch begeben/ deren gefahr habt jhr auff euchgeladen. Hattet jhr dochdie Statt jnnen/ wer noͤtiget euch gar hinein zurucken? Der ᷓeind ſolte zu euch hinab gangẽ ſein/ =— —— — — vnd nit jhr mit gefahr Leibs vnd Lebens zum Sig geeilet haben. Demnach faſſet widerumb ey⸗ Jo nen mut/ vnd erinnert euch ewerer Tugend/ nit alleyn zum troſt/ ſi ondern auch das vil mehꝛiſt⸗ ig zur rach · Was mein Perſon belangt/ wil ich fuͤrwar ewer Voꝛgaͤnger im Streit ſein/ Seit mit pol ewerer Wehr geruͤſtet /ſeit behertzt/ die gefahr ſol euch nicht forchtſam/ ſonder deſto ſtaͤrcker ma⸗ gn chen/ man kan ſich leichtlich wider raͤchen/ wann ſich die Tugend wider erholet. fin III. Cap. 3 Die Statt Gamala wird ʒum andern mal geſtuͤrmet vnd erobert/etlich eRriegsknecht v fellen eynen Thurn/ daß die gantze Statt erſchuͤttert/ vnnd Chares fuͤr ſchrecken ſtirbt. zuh Eitus ʒeucht in die Statt/thut groſſen ſchaden/ Die Juden wehren ſich tapffer von dem uf Schloß werden aber wunderbarlich/ durch Gottes ſe chickung, durch eynen Sturmwind vberwoltiget/ vnd alles erwuͤrget/ Fuͤnfftauſent ſturtzen ſich ſelbs ʒu tod. gett F It diſen worten mundert er die Kriegsleuth widerauff/ vndda i ſie die Schuͤtten wider zurichteten/ ſtalen ſich vil durch vnwegſame Felſen ſeſſe aeß der Belaͤgerung hinweg. Dañes begunte jhnen ſchon die Prouiandzu ofn zereinnen vñ ließ ſich anſehen/ als ob die Mawer an dem ort/da ſie nochvn⸗ nung f 4 2 zerbrochen,/ durch den Sturmzeug wuͤrde gefellt werden. So war auch nut en S noch eyn Brunn in der Statt/ nahe bei der Maweren/ welches denn auch ln machte/ das ſie ſich ſo gar ſchr foͤrchteten/ vnd hauffenweiß ſich zerſireweten. Welche es aber 1W fuͤrs beſie anſahen ʒu bleiben/ die ſtritten haͤfftiglich. Vnter deß vntergruben die Roͤmer eynen irde ſehr hohen Turn/ vnd felleten jhn mit groſſem gewalt zuboden/ Von welches fall die Statt er⸗ bil bebet/ daß maͤnniglich erſtarꝛet/ vnnd ſich dermaſſen entſetzet/ als ob die ganhze Statt einfiele. An/de Chares ſtirbt fuͤr Daher auch eyn krancker/ mit Namen Chares/ von ſolchem grauſamen praſſeln/ ſeinen Gi Johan e auffgeben vnd geſtorben. Die Roͤmer aber ob ſie ſchon die Statt eroffnet/ wolten ſie doch nicht Eirus zeucht in die ehe hinein gehen/ biß Titus hinein gezogen/ welcher durch den ſchmertzen/ ſoer auß ſeines Vat⸗ neyne S ters gefahr empfangen/bewegt word/ daß er mit wenigen in die Statt ffel/ vnd den Judeney⸗ waz nen groſſen ſchaden zufuͤget/ Ohn daß die/ ſo auff der Hohe waren/ Steyn hinab waͤltzeten⸗ herer vnnd damit den Roͤmern wehreten/ daß ſie nit hinʒu konten. Da ſpanten ſie die Bogen/ vnd gonn worffen Geſchoß. Die Steyn ſo von den Juden getriben wurden/lieffen leichtlich hinab/ vnd wane Sturmwind pilfft flogen die Pfeil herab nit ohne deren gefahr die ſie antraffen. Der Roͤmer Wuͤrffaber/ dieweil 85* ſie Berg auff gi engen/waren krafftloß/jhr muͤhe vnd arbeyt vergebens/ vñ jhnen ſelb gefaͤht⸗ wn ſchickung zum Sig, lich. Doch es erhub ſich plotlich eyn groſſer Sturmwind/ der zwang der Zudenpftimig ni buſpen Inden zum walt ʒuruͤck/ vnd iribe die Geſchoß hinderſich. Welche aber die Roͤmer auff ben heind zuſch vonRs ſen/ die trib er hinauff. Das ſie alſo durch gewalt der Element vnd Sturmwind vberwůltigt in mern erwuͤrget. worden/ vnd alle in der eroberten Statt/ jaͤmmerlich vmbkommen. Doch wurden nur Vi inhehe Funfftauſent ſürtz tauſent von den Roͤmern erwuͤrget/ fuͤnffhundert aber ſagt man/ haben ſich ſelbs zu tod gi⸗ hung hch zu tod⸗ ſtuͤrtzt/ vnd iſt da keynes Alters verſchonet worden. hite/ 3 he Johannes eyn verꝛuchter Gottloſer Menſch/ hette die RBurger zu Gitſcala/ ſo fridfame bbl louth waren/ ſchier ins verderben gebracht/ Titus vermahnet ſie ſich zuff gnad zuerge⸗ pen⸗ han Beruſalem/ Das IIII. Buch. 6 ben. Johannes antwortet betruͤglich/ Fleuchtin der Nacht mit etlich —— uchtt nit etlichen gehn Jeruſu⸗ lem/ des Morgens empfahen die Buͤrger Titum freundlich/ Die Reuter ſo von Tito Jo⸗ hanni nachgeſandt/erteychen jhn i aber eyne groſſe anzahl der Fluͤchtt⸗ gen/ nemmen dieandern gefangen/ Titus ſtra fft die Auffrohtee nur mit worten/ Placi⸗ dus erobert durch liſt vnd beſcheydenheyt den Berg Thabirium. Iſtala war noch alleyn vberig von den Galileiſchen Statten/ die ½ 6 8 ſhnen den Feind nit auff den hals geladen/ dañ derſelbigen Einwohner warẽ Reſchreibung Jo⸗ S etwas geſchlachter/ als Baͤwriſche Leuth/ die jhrer Fruͤchte warnamen/ vnd hannis/ der der fuͤr⸗ nichts zum Kricgehulffen. Aber daſich vil zu jhnenſchlugen,/ dieſich des Stegreyffs nehreten/ wurden auch diſe ruͤhige Leuth durch boſe verkehꝛte nach ins verderben e Sitten verderbet. Es war ſonſt eyn leichtfaͤrtiger Menſch da/ mit Namen seſet. einheymiſcher/ des Volcks verderber/ gar eyn Ertzſchalck vñ Gottloſer T ropff ⸗ der allezeit vngluck zuſtifften geneygt/ ohn daß es jhm eyne zeitlang am vermoͤgen gemangelt. Doch weyß ich nit eygenlich/ wie ichs nennen ſol/ ob Ihn die vnuermogligkeyt verdorgen/ oder abgehalten habe. Er war eyn mal eyn verſchmitzter vñ beſchiſſener Menſch/ der mit lůgen jhm wol konte eyn anſehen vñ glauben machen/ vñ den Luͤgen eyn geſtalt geben/ der betrug fuͤr Tu⸗ gend vndhoffligkeyt hielt/ vñ die beſte Freund hinder das Liecht fuͤhret/ʒur meuterej hurtig/ zu kuͤnen Thaten duͤrſtig/ außzufuͤhren vnuerdroſſen/ in Fride vnruͤhig/ in gefahr fluͤchtig/ in der Moͤdderej geuͤbt/ im Krieg frech/ vñ wann ers ſchon nit hinauß fuͤhren kont/ doch allzeit ſich be⸗ fliß/ daß er zur Regierung jhm eyn anfang machet. Diſen machet ſein glůcklicher fortgang gar vnruͤhig vñ frech/ ſo hatte er auch Gut/ daß er leichtlich eyne verlorne Rott an ſich hencket. Da nuh Veſpaſianus gewar woꝛden/ daß er mit ſeiner Meuterej der gemeldten Statt Einwohner auffgewickelt vnd auffruͤhꝛiſch gemacht/ damit er nit den gantzen hellen Hauffen bemuͤhet/ faͤr⸗ tiget er feinen Sohn Titum mit Tauſent Reyſigen ab /mit denen er begleytet/ vnnd ſich zu der Statt nahet. Als er aber ſahe/ das die Mawer voll Volcks war/ſpꝛach er/es neme jhn wunder/ Titus ſpricht die daß ſie nach deren Erempel ſich empoͤren duͤrfften/ durch welcher vntergang ſie ſich ſolten ge⸗ Einwohner zu Gi⸗ . ſcala an/ vnnd ver⸗ beſſert haben. Vnd ob chon der erſt angriff eyne vermeſſenheyt gemacht/was ſolte aber das fuͤr mahnet ſie ſich zu er⸗ hoffnung gebẽ/ da maͤnniglich zu grund gangen Vñ zwar ob man gleich im anfang eyne hoff⸗ geben. nung der freiheyt gehabt/ ſo iſt es doch wol ʒuuerzeihen/ aber wañ man halßſtarrig beharꝛet biß zů end/da alle ſachẽ verzweiuelt/ ſo laßt ſichs nit abbitten. Dañ welche nit durch gůtige Exem⸗ pel/noch trewe vermahnung ſich laſſen bewegen/ wider die ſeind nit mehꝛ wort/ ſondern Wehꝛ vñ Waffen von noͤten. Ihꝛ verlaßt euch auffewere Mawern/ gerad als ob ſie jemals jemañ wi⸗ der der Roͤmer gewalt habẽ beſchirmen koͤñen. Was kan man anders von den verſchloſſenen vñ Belägerten vermuten/ denn daß ſie in der Gefaͤngniß kuͤnvñ frech ſein: Niemañ doꝛffte da re⸗ den/ dañ die Rauberiſche Rott hatte die Mawer vmb vnd vmb eingenom̃en: Es verhuͤtet auch Johannes mit fleiß/ daß ſich ja niemañ mit den Roͤmern in geheym beſprachen kont/ derhalben Joßannes antwor⸗ * u deñer ſelbs mit antwort zuuor kam/ vnd ſprach: Er moͤchte ʒwar gern die handlung ſo den ge⸗ tet Tico auß falſchẽ meynen nus betref/auff ſich nemmen/vndbeſchwere er ſichs gar nitzuerfahren /ober villeicht prh tbeean⸗ etwas nůtzlichs rathen moͤcht/ oder ob man mit dem/ was erzehlet worden/ zu friden ſein moͤge/ andern tag. aber er doͤrffe es nit thuen/ von wegen des Vaͤtterlichen Geſetzes/ daß er an dem heyligen eir⸗ tag vom furſchlag des Frides handle. Seintemal gleich wie am Feirtag das Kriegen verbottẽ ⸗ ſp alſo auch vom Friden zuhandlen vnerlaubt ſei. Dañ wañ ſie nur mit worten vber dem geſchaͤfft ſtritten/ were eyne grewliche Suͤnde /ob ſie ſchon darzu genötiget wurden/ ſo wuͤrden die auch Da derſtraff nit entgehen /die ſie darzu gezwungen. Sei derhalben das ſeine bitt vnd beger/ man woͤlle jhnen eynen tag erlaubẽ /es koͤnne doch ſo eyn kurtzer verzug/ keyne ſondere verhinderung bringen. So koͤnne auch niemann auß der Statt entrinnen/ weil ſie vom geind rings vmbher belaͤgert/ ſo werde jhnen auch der Fride frei angebottẽ/ daß man ſich beyder ſeits nichts zu foꝛch⸗ ten habe /man woͤlle jhn doch in deß nicht zwingen zu vnterhandlung des Fridens/ dieweil es 2 ſnen alleyn darumb zuthuen/ damit die Vatterliche Geſetz nicht vbertretten werden. Esge⸗ hoͤre auch zu ſolcher milten anmutung des Fridens/ daß der/ ſo wider alle hoffnung friden an⸗ biete/ niemann gefaͤhre/ vñ etliche gewiſſe beding/ welcher geſtalt er ſie des Kriegs erlaſſen wol⸗ le/fuͤrſchlage/ Titus meynet/ diſe ding wuͤrden ohn allen betrug angezogen/ ließ derhalben wi⸗ hannſ. 8 der abblaſen/ vnd mahnet alle von der Maweren ab/ die er mit ſich gebracht hatte. Danuh Johannes fleucht in Johannes alſo raum bekommen zufliehen/ macht er ſich bei eiteler Nacht mit vilen m Es der Nacht daruon. .— ——— ————— S—, —————— ————————— —— — Egeſippi/ von Zerſtoͤrungder Statt 4 o 1 1volgeten jhm auch Weiber nach/ Aber je weiter die Manner reyſeten/ ſo vil deſio mehꝛ Weiber s 9 vnd Kinder bliben dahinden/ vnnd die arme verlaſſene Weiber ſahen ſich mit ʒittern nach dem Weg vmb/ vnnd als ſie jhre Maͤnner auß dem Geſicht verloren/ meyneten ſie der Feind were jhnen ſchon auff dem haiſe/ daß ſie auch fůr eynem jeglichen rauſchenden blat ſich entſetzten. Wañ jemann zu ſhnen lieff/ foꝛchtetẽ ſie ſich jam̃erlich/ als obs vmb ſie ʒuthuen were/ ʒitterten nicht andeks/ als wann man jhnen ſchon Keiten anleget/ vnnd die ſchon zugegen weren/ fuͤr Titus wird ven den denen ſie ſich foͤrchteten. Als nuh die Sonne auffgangen/ machet ſich Titus nachgeſchehener Einwohnern zu Gi⸗ Abred /mit ſeinem Heer zu der Statt/ die Thoꝛ woꝛden geoffnet/ das Volck gieng mit frolocke 4. herauß/ nam die Roͤmer mit freude vnnd wonne an/ vnnd waren hertzlich froh daß der ſchaͤd⸗ liche Menſch in der Nacht daruon geflohen war/ vnnd ſie nuh freie macht bekommen/ ba⸗ ten vmb verzeihung/ daß er ſie deſſelben Flucht nicht wolte entgelten laſſen/ den ſie ohn jhren miriichen ſhave behalten. Eraber war froh/ daß die Rach auffgeſcho⸗ ben/ vnnd der handel ſo ſchleunig abgangen/ ſchicket von ſtundan ſehr vil auß/ Johannem zu Tins ſtrafft die auff fahen/ ſo ſie jhn villeicht erꝛeychen moͤchten. Vnnd nach demer in die Statt kam/ bꝛauchet roheiſchen uut mit er mehr dräuwoꝛt/ denn thaͤtliche ſtraffgegen die Auffruͤhꝛer/verziehejhnen allen/ damitncht jemann auß haß/ oder eygener geſchaͤfft halben bewegt wuͤrd/ die vnſchuldigen verhaßt zu machen/ vnd eyner grewlichen That zu beſchuldigen/ Sintemal es vil leidlicher/ eyn vngewiſſe That eynem auff ſein Gewiſſen heym zuſtellen/ vnnd alſo ſchrecken/ denn eynen vnſchuldigen verdammen/ dann die forcht beſſert offt den ſchuldigen/ wann man aber eynen vnſchuldigen ttrafft /ſo gehet es ohn alle beſſerung ab. So war nuh Johannes nicht gefunden von denen Zwettauſene in der die Titus abgefaͤrtiget/ ſondern die Kinder vnnd Weiber ſo jhm nachuolgeten wurden ange⸗ Slcht S troffen/ vnnd bei zwey Tauſent erwuͤrget⸗ Treitauſent aber der jungen vnnd r beſetzt die Zoſephus ſett oooo wurden gefaͤnglich angenommen/ weil ſie des wuͤrgens vberdruͤſſig worden. Sarh Haleau Stattmit Kriegsuolck/ Daß alſo nuh gantz Galilea in der Romer gewalt kommen,/ dannder tommen. Perg Thabir/ der treiſſig Stadia hoch/ in der Hoͤhe gar eben /trei vnd zwentzig Stadia breyt⸗ Placidus eroberet ward von ellichen auß mangel des Waſſers verlaffen/ von etlichen aber/ nach dem ſie gnad ge⸗ betten/ den Roͤmern vbergeben. Wiewol auch Placidus/ dem Veſpaſianus diſe ſach beuohlen/ durch ſeine Tugend vnd mañligkeyt/ die Hauffen/ ſo ſich zuſam̃en geſchlagen/ in dem ſie jhm ⸗ da er wich/ nachuoigeten/ vnd daer kunſtlich zu ruck wendet/ auff jhn trungen/ mitten auff dem Platz ſtrewet/ daß ſie jhre ʒuflucht verloren vnd vmbkamen. geſippus machet den Erngang auff die Geſc chicht/ ſo ſich zu Jernſalem verlauffen her haben wir etwas vmbgeſchweyfft dieweilwir vns fürdes S W thuen gehabt. Aber es wil jetzt zeit ſein/ das wir auch kommen auff die Ge⸗ S ſchicht/ die ſich zu Jeruſalem verlauffen/ nicht auß vermeſſenheyt meiner G Kunſt/ ſondern daß man nicht meyne/ als ob ich keyn mitleiden hette vber Der alte Jldiſche dem Vaͤtterlichen Geletz/ vñ altem Gottesdienſt. Dann ob ſchon nur der Schatten/ vñ nicht Sottesdienſt/ nur das weſen ſelbs darinn geweſen/ ſo zeyget doch der Schatten etlicher maſſen die warheyt an. P Schatten des Dann der Schatte iſt eyn entwoꝛffen Gemaͤld/ doch noch nicht illuminirt vnnd gar außge⸗ ewen macht/ ſondern ʒeyget denen/ ſo fleiſſig drauff maͤrcken/ an/ was es werden ſoll/ vñ das iſt auch die vrſach/ daß die Figur weniger beluſtiget/ die gnad aber vil anmuͤtiger vnd lieblicher iſt. Da⸗ her hat es auch dem Almechtigen alſo gefallen/ daß er das Alte auffhuͤbe/ vnnd eyn newes an⸗ richtete/ auff daß ſie der warheyt volgeten/ die vmb jhres vnglaubens willen den Bildern oder Schatten nicht geuolget. Johannes ſtiffter ʒu Jeruſalem alles vngluͤck/ macht den rechtẽ anfang zum endlichen verderben/ vil vnſchuldige werden vntergẽtruckt/ Die Auffruͤhrer treiben jhr Faßnacht ſpil mit dem Prieſterthumm/ machen eynen Bawren ʒum vohenprieſter/ das verdreußt Vnanum/ vnd das Volck /lehnen ſich mit gewalt wider ſie auff/ tretbẽ ſie in den Tempel⸗ vnd be⸗ 5 heyligen Tempels/ ſo von den Vorfahꝛen gebawen/ vnd des heyligen Geſc⸗ tzes verunreynigung geſchewet/ vnnd mit Beſchreibung anderer Staͤtt zu⸗ vilenꝰ pi zube gucherß frede luſen auff ol undm ſchlcht tin/ Den Pnheyl nachfüͤr die maſſe vntenru hin daß gar vnti zuallerle ſten muf der ilteſ gabetwi gunſtu dralteg derwarh Geſczal nenzunſ daßman Phani/ ſterlichen derſanes woren.e geſtaltvn Gabenj kn Sch a ſten dier buchder vehntn 1e ſihenge minni hihir, Vinden 2 Beruſalem. Das IIII. Buch. 68 vnd beſtellen eyne Wacht auff ſie. Johannes wird als eyn Legst/ vmb Friden zuhand⸗ lenzu jhnen geſandr/ richtet aber in allen dingen das widerſpilnuß. Die 2 uffruͤhriſchen im Tempel/ laſſen die Idumeeer vmb huͤlff erſuchen/ die erſcheinen als bald Zwentzigs tauſent ſturck/ vnd kom̃en vor die Statt/Annnus laßt die Thor vor jhnen beſchlieſſen. Ach dem nuh Johannes(wie oben gemeldt) auß der Galilei⸗ ti ſchen Grentz geflohen/ vnd in die Statt Jeruſalem ſich begeben/ vergifftet er als eyne Seuch viler Hertzen vnd Gemuͤter/ die auß mancherley Landen dahin /als Ertzſchaͤlcke in eynen Bubenoꝛt verſamlet/ dann er ſetzt die Statt erſt ins recht verderben/ daß dahin allerley/ ſo ſich Laſter halben ſonſt nicht wußten zuerhalten/ zuſammen kamen/ weil ſie da ſicherer ʒu ſein vermeyn⸗ arumb daß alle jhre Bubenſtuck den ſchein vberkamen/ als thetẽ ſie es vmb des Glaubens willen. Man nam ſie hauffenweiß ohn vnterſcheyd auff/ als ob ſie auß ſonderer Liebe den Tem⸗ pel zu beſchirmen kaͤmen. Daß iſt der erſte anfang alles jammers. Daher wurden die wenig guthertzigen durch viler vbermut vntertruckt: Da gieng es an eyn moͤrden/ ſeintemal auch die fremiden nicht verſchoneten/ da erhub ſich eyn meuterej/ daß auch die gewoͤhnliche Geſetz vn⸗ terlaſſen/ die Prieſterlichen Embter von den Frommen auff die Gottloſen gebracht wurden/ auff ſolche Menſchen/ die ſich weder auff den Gottesdienſi/ noch auff das Geſet verſtunden/ vnd vmb die heyligkeyt nichts wußten. Erſtlich wurden alle die/ ſo vom Koniglichem Ge⸗ Vil furnemer Leuth ſchlaͤcht waren/ gebunden/ die jhnen widerſtand thetẽ/ daß die andern auß forcht weichen muß⸗ n ten/ Demnach wurden ſie getoͤdet/ vnd damit jhr bubenſtuck beſchoͤnet wuͤrden/ daß ſie diſe ohn gezogen vnd gerödet⸗ Vrtheyl vnd Recht erwuͤrget/ ſchickten ſie Meuchelmoͤrder ins Gefaͤngniß/ vnnd gaben dem⸗ nach fuͤr/ man hette ſie vmb der verꝛaͤtherej willen erwuͤrget. Da erſchrack maͤnniglich vber die maſſen/ das die fuͤrneme vnd vnſchuldige Leuth/ Antipas/ Lebias vnnd Phoras ſo leichtlich vntertruckt waren/ alſo das ſie auch jetzt nicht dorfften jhnen widerſtand thuen. Kam alſo da⸗ hin/ daß ſie vnachtſame vnd vnwirdige zu Hohenprieſtern machten/ auff daß die jehnigen/ die gar vntuͤchtig zu diſen Ehren waren/ wañ ſie ohn jhren verdienſt dʒ Prieſterthumb erlangten ⸗ zu allerley ſchand vnd buͤberej/ denen ſo ſie darzu befuͤrdert/ nach jhren gefallen gehorſam ley⸗ ſten mußten. Aber da die Maͤnner vom Prieſterlichen Geſchlaͤcht/ ſonderlich Ananus/ als der aͤlteſt/ jhnen im Wege ſtunden/ damit er nicht etwa auß gunſt mit diſer hoͤchſten ehr be⸗ gabet wuͤrde/ namen ſie jhnen fur/ den Hohenprieſter durchs Loß zuwehlen/ darinn es ohne gunſt ʒugienge/ vnd der außgang des Loſſes/ Gottes willen heym geſtellt wurde/ Wendẽ zwar die alte gewohnheyt fuͤr/ da man die Hoheprieſter durchs Loß gepflegt hett zu wehlen/ aber in der warheyt giengen ſie eygentlich damit vmb/ daß ſie das Geſet auffhuͤben. Dann da das Geſet alleyn die/ ſo vom Prieſterlichen Stam̃ waren/ vnter das Loß nam/ ſtelleten ſie nur ey⸗ nen zum ſchein von dem Prieſterlichen Geſchlaͤcht/ mit namen Emachum dar/ vnd geboten· daß man jhn auch ſolt mit vnter daß Loß nemmen. Es ward aber durch das Loß getroffen e Phanis/ eyn Sohn Samuelis/eyn vnerfahrner Mann/ der nicht alleyn nit vom Hohenprie⸗ rſer e ſterlichen Geſchlaͤcht war/ ſonder ſich auch gar nichts vmb dz Prieſterlich Ambt verſtund/ als Hohenprieſter ge⸗ der ſeines Ackerbaws wartet/ vnd daher auch gar nichts darumb wußte/ daß er Hoherprieſter wehlet⸗ worden. Demnach holeten ſie jhn vom elde/ vnd machten jhm/ als in eynem Spil/ eynander geſtalt vnd anſehen/ legten jhm nach altem brauch/ den heyligen Schmuck vnd Kleydung an. Gaben jhm auch alsbald anweiſung/ weß er ſich halten ſolte. Alſo kam der auffruͤhriſchen Bu⸗ ben Schalckheyt/ durchs das Loß an den tag/ da ſie eynen vnerfahꝛnen vnd Baͤwuiſchen Men⸗ ſchen/ die verwaltung eynes ſo Hohenprieſterthumbs beuohlen. Aber ſie hielten ſolchen miß⸗ brauch der alten ʒierlichheyten nur fur eyn geſpoͤtt/ Den Prieſtern aber thaͤts ſehr wehe/ die weyneten vnnd ſeufftzeten daruͤber/ daß das Geſetz von den verzuchten Menſchen alſo ver⸗ tung etlicher fuͤrne⸗ lacht vñ verſpottet ward. Jedoch dieweil ſie dz anſchen der Gottſeligkeyt hattẽ/ vnd ſahen/ das 8 es die guthertzigen zum hochſten verdroß/ ſammleten ſie ſich zuhauff/ vnd vberfielen die Auff⸗ zuſraffen/ ziehe mie ruͤhrer. Als aber jehne wußten/ daß jhre ſach boͤß war/ vnd ſich zu ſchwach befunden/flohen gewehrter Hand wi⸗ ſie dem Tempel zu/ als in eyn Schloß/ vnnd machten jhnen eyne Veſtung darauß/ die aroſſe ſuchen in maͤnnige des Volcks/ ſo auff ſie ʒueilet/ abʒutreiben. Vnd erſtlich hielten ſie ſich vor des Tem⸗ den Lempl⸗ pels Thuͤr/ vñ ſtritten in dem Vorſchopff wider das Volck/ wañ eyner verwundt ward/ gieng er in den Tempel hinein/ vnd verblutet auff der jnnern Schwellen/ vnnd mn 6 heßliche Egeſippi/ don Zerſtorungder Stat 4 o 3 1blutige Geſchwer auff den ſchoͤnen Boden/ verbunden auch die offene Wunden mitden Kley⸗ 6 9 dern /die jhnen doch nit gezimmten anzuruͤren. Es war Krieg in der Statt/ vnter den Bur⸗ Znanus zeucht wi⸗ gern/Krieg vor dem Tempel. Ja es hatten die Moͤder aurh keyn abſchew/ daſie von dem dobeh uze Volck hart beträngt worden/ ſich gar in den Tempel hinein zubegeben/ vndſchloſſendie Thů⸗ Wacht. ren geſchwind zu. Durch ſolche gegenwehr ward Ananus verurſacht/ wider abzuziehen ⸗ Ananus rath zum daß man nicht meynete/ als Kriegete er wider den Tempel/ vnd wolte des Tempels T huͤren/ ſo Friden. die Vorfahren mit jhrem Gottesdienſt geheyliget/ durchbrechen/ mahnet den vngeſtumen Pofel ab/ vnd beſtellet ſechshundert Mann in die Hallen/die mit gewehrter Hand gute Wacht halten ſolten. Doch erholt er ſich allgemach in ſeinem Gemuͤt vmb fridens willen/ fuͤrnem⸗ lich aber darumb/ damit nicht der Tempel von der Burger Blut verunreyniget wuͤrde/ gab auch den rath/ daß man eyn Legation ſolte abfaͤrtigen vmb Fridẽ ʒuhandeln/ auff das der ein⸗ Jobannes laßt ſich heymiſche Krieg hingelegt wuͤrde. Es warde abe Johannes zu vollzichung der Legationer⸗ gebrau⸗ fordert/ eyn verdaͤchtiger Mann/ vnd dem das Maut nach der. Herꝛſchafft ſtanck/ der ſich auch gar nicht waͤgert eynen Eyd ʒuthuen/ als man jhn von jhmerfordert/ damit er nicht als eyn Meyneydiger in gefahr kaͤm/ wann ers abgeſchlagen hette. Er ſtellet ſich als ob er dem Volck Bohannes richtet in gar guͤnſtig vnd geneygt were/ damit er ſie deſto baß betriegen koͤnte. Was mehr? Erzoge foꝛt⸗ handelt vornẽ her eyn wenig vom Frid/ menget aber vil darunter/ daß zur anregung des Kriegs 5 dienet/ gab fur/ es were vnter dem Namen des Frides eyn Krieg verwickelt/ vnnd eynegefaht verborgen/ vnd Ananus were willens die Statt den Roͤmern zu vbergeben/ daß der Alten her⸗ liche braͤuch/ vnd die gebott des Geſetzes abgeſchafft wuͤrden. Summa er richtet allerdings das widerſpil auß/ vnd legt den vnglimpff des gantzen handels/ damit er vmbgieng Vauff den Hohenprieſter. Deßgleichen reytzet er auch mit liſt die Raͤdlefuͤhꝛer vnnd öberſten der Meu⸗ terej/ vnter denen ſo verſchloſſen waren/ an/ mit vermeldung/ man muͤßte auß forcht des Tods gehorchen/ dann es hatte Ananus jhnen ſonderlich eyn vngluͤck zugerichtet/ vnd ſei er darumb kommen/ ſolchen betrug zu offenbaren/ Sie moͤgen ſich wol bei zeit vmb huͤlff bewerben/ che Johannes eyn Ver⸗ denn ſie zur ſtraff gezogen werdẽ. Was ſol ich vil wort machen: Eben der/ der ʒum vnterhoͤnd⸗ er ler des Fridens erwehlet war/ ʒundet ſelbs den Krieg an/ dann es wurden etliche erwehlet/ die Die Morder in Lẽ. Idumeer zum Streit ʒuladen/ eyn vnbeſtaͤndig/ vnruͤhig vñ frech Volck daß zur vneynigkeyt geneygt/ zur newerung luſtig vnd freudig/ in gefahr vnfurſichtig/ vnd geſchwind in Harniſch⸗ hulffzu erſuchen. Derhalben ſie leichtlich bewegt/daß ſie ohne verzug kamen/ vnd ſich zwentzig auſent ſtarck verſammleten/ ſeintemal ſie nicht mit dem Feldbaw vmbgiengen ⸗ ſondern zu Rauben vnnd ſtarck die Moͤrden bereyt waren. Dieweil aber Anano der Idumeer ʒukunfft nicht konte verborgen Statt. bleiben /lieſſe er die Thor zuſehlieſſen/ damit ſie nicht mit vngeſtum̃ einzoͤgen/ ſondern ſoes ſein moͤchte/ ſich der warheyt berichten lieſſen/ vnd vom Krieg abſtuͤnden. VII. Cap. Dre Vvohenprieſter thuen eyne lange Red vor eynem Thurn zu den Idumeern/ dartnn ſie vermelden/ Es nem̃e ſie wunder/ daß ſie vnerkante ſachen mit dem Schwert woͤllen verfechten/ entſchuldigen ſich vnd die Burger der Verꝛätherej halben/ Erzehlen der Ze⸗ loten im Tempel bubenſtuͤck/ mit vermahnung/ daß die Idumeer entweder ſolcher leuth můſſig gehen/oder wel ſie ſich jefur Freunde außgeben/ die Waffen ablegen/ vnd die Sache rechtlich/ als Schiedleuth verhoͤren. Fededes Prieſere Emnach ſtigen die Hohenprieſter auff die Mawer/ vnnd redten er vorm Thor. A vor eyn Thurn die Jdumeer an/ Es neĩe ſie groß wunder/ daß ſie ſo leicht⸗ lich durch Lůgen vberꝛedt/ eyn ſolche ſach/ die ſie noch nit recht erkundiget mit gewehrter Hand begeren auß zufůhrẽ /da ſie doch zu erſt den Handel wol ſolten bewegt haben/ ehe ſie ſich zum Krieg ruͤſten/ auch voꝛ allen dingen die ſchuld erkennen /ehyſie zur Wehr greiffen/ vnd daß wider ſolche Leuth/ die ſpres Geſchlaͤchts/jhrer Religion ſeind/vnd eynerley Sitten vñ gebraͤuch haben/ ſo koͤnne der vnglimpff vber niemañ anders ſo faſt außgehẽ/ deñ eben vber die Idumeer/ die ſich zur gemehn⸗ ſchafft ſogroſſer Laſter hetten bewegen laſſen. Dann was konte man anders von jhnen gewaͤr⸗ tig ſein/deñ Blutuergieſſen/ vnd Moꝛd wider die Mitburger/ vnnd beraubung des Tempels? Es kan doch vngleich fuͤrnemmen/ vnd widerwaͤrtige Sitten nit mit eynander vbereyn kom⸗ men/ Dann gleichfoͤrmige Sitten machen eynhellige Gemuͤter/ vnd verbinden Haͤnde „ t gufül iuhet uſtu ſen mu kfin⸗ nun ſi zusnoch ſoch auſ plen K perden /v duenha nens mi fuͤrder Polck/ Suutde ondbeiſt ſoſſet/ v hndenan titen/ v dr Lum darfuͤre zetichtett geweſen/ ten dieſo vilbeſchi Freiheyt ſchuldige beklagt/ fen/ ded wañ erde das wirn vndauff ſen Wid ſiauchde wortenko ſtdem B fruenlich wollet vn drnaußt ſr Vutte vundetw. finenme wit volgen chfir wihne gtidet uſufß vrſeſiet fimnah anſchudi uſni Seruſalem/ Das IIII. Buch. 69 aͤndel vnd fuͤrnemen. Die ſchandliche Buben die ſich nur der Raͤuberej nehren/ haben ſich freueler weiſe vnterwunden/ die Jdumeer in jhregeſchellſchafft ʒuberuffen/ die noch ſo gar von deren fuͤrnemen/ von denen ſie erbetten/ eyn abſcheuh haben/ daß jehne jhr Vatterland bekri⸗ get/ aber die/ ſo von jhnen erbetten /gleichſam eyne freĩde Statt ʒu beſchirmen kommen. Ihr vnſchuldigen ſeit vnuerworꝛen mit der Rauberej: Ihr nuͤchtern habt keyne gemeynſchafft mit Erzehlung der Zelo⸗ den trunckenen/ Vnnd wolte Gott daß diſe trunckenheyt von Wein vnd nit von vnſinnigkeyt en oder auffrhri⸗ herkaͤme/ Welche nachdem ſie ſich allen Laſtern ergeben/ vñ jhꝛ erblich eygenthumb verbraſſet⸗ rauben ſie andern das jhre/ verſchleudern boͤßlich das vbel gewonnen Gut/ vnnd verſchwen⸗ dens noch vil ſchandlicher. Des Raubens iſt keyn ende/ ſintemal des ſchlemmens keyn maß noch auffhoͤren iſt. Wann ſie ſich mit Wein gefullt/ voll vñ doll worden/ ſo reden ſie auß jhren vollen Koͤpffen von gemeynen ſachen alſo/ daß ſie von vnſerm Blut gleichſam wider truncken werden/ vnd die heylige Religion verſpotten/ die jhr allzeit groß gehalten/ vñ hoch geehret habt. Derenhalben fliehet ſolche Blutmoͤrderiſche geſellſchafft/ gehet ſolches Gottslaͤſterigen furne⸗ mens muͤſſig/ vnd verlaſſet der Moͤder verſam̃lung. Ihr ſeit hieher beruffen Bubenſtuck zu befuͤrderen/ aber jhr kommt dem Vatterland zu troſt. Wie ſtehet da vor vns das herꝛliche Volck/ daß durch gemeynen rath hieher zukommen/ ſolte erbetten ſein/ der aller furtrefflichſten Statt der Juden(die fur des gantzen Volcks Haubtſtatt gehalten wirdwider jhre einde hulff vnd beiſtand ʒuleyſten. Aber ob wir ſchon nit ʒu der bitt geholffen/ ſeintemal wir Friden ge⸗ hoffet/ vnnd euch nit ſo geſchwind haben woͤllen bemuͤhen/ die wir den Anfaͤngern des Krieges Friden angebotten: Doch ſo woͤllet/ als die jhr durch Gottes ſchickung herkom̃en/ mitten ein⸗ tretten/ vnd euch zwiſchen beyden Partheien/ als Scheydsleuth erzeygen. Fraget nach/ woher der Tumult ſeinen anfang genommen/ welche in der ruͤhigen Statt Laͤrmen geblaſen/ welche der fuͤrnembſtẽ Burger Blut vergoſſen/ durch welcher anſtifftung vnſchuldige leuth ſeien hin gerichtet worden. Wir ſtellen vns wider die zum Streit/ die vns ehe denn die Roͤmer ſchaͤdlich geweſen/ diſe habẽ wir jetz zu einden/ welche im verdacht ſind/ daß ſie es mit den Roͤmern hal⸗ ten/ die ſo die Roͤmer verthaͤdigẽ/ oder die/ ſo die Roͤmer außſchlagen? Es iſt vns wahrlich diſes vil beſchwerlicher/ denn der Roͤmer Krieg/ Dann von jhnen leiden wir den Tod vmb vnſerer Freiheyt willen/ von diſen aber werden wir gleichſam vmb Bubenſtuck willen erwuͤrget. Vn⸗ ſchuldige werden als Verꝛaͤther beſchuldiget/ vnnd nach dem tod werden ſie allererſt faͤlſchlich beklagt/ ſo man doch zuuor pflegt ʒu vrtheylen/ ehe man die ſtraff laͤßt gehen/ vñ nit ehe ʒu ſtraf⸗ fen/ deñ das erkañtniß geſchehen. Dañ was hilffts dem Toden/ das er vnſchuldig erkañt wird⸗ wañ er dem Gericht ſchon nit mehr vnterwoꝛfflich? Doch iſt es mit vns nun dahin kommen/ das wir nach dem tod allererſt nach der vnſchuld fragen/ Woͤllen auch gern die ſach/ wie redlich vnd auffrichtig wir/ vñ die verſtorbene geweſen/ fur euch/ die jhr doch mit gewehrter Hand vn⸗ ſern Widerſaͤchern zu gut daſtehet/ eroͤrtern laſſen. Alſo gar keyne vrſach habẽ die Laſterer/ daß ſie auch deßhalben bei euch/ die jhr ſo bald geglaubet habt/ jhre ſachen mit kleynen fugen verant⸗ worten koͤnnen. Dañ es thut eynem from̃en Richter wehe/ wañ er mit luͤgen betrogen wird vnd iſt dem Betrieger ſo vil deſto gehaͤſſiger denn geneygt/ begert auch ſolches zu raͤchen/ wann er freuenlich bewegt worden der vnwarheyt zuglauben. Iſt derhalben vnſer bitt vnnd beger jhr woͤllet vns das Vrtheyl gantz vorbehalten/ vnd die warheyt nicht auß der ʒierlichen Red/ ſon⸗ dern auß dem Handel ſelbs abnemmen. Voꝛ allen dingen/ warumb wir doch den Roͤmern vn⸗ ſer Vatterland ſolten begert haben zu verꝛathen/ die vns doch nicht wolt gebuͤren anzureytzen⸗ vnnd etwa auch nit gedoͤrfft aller Voͤlcker vberwinder auffzumahnen/ Aber es nicht vnſers fuͤrnemmens auff dißmal ſolches außzutragen. Voꝛ diſer ʒeit hetten wir koͤnnen erwehlen/ was wir volgen ſolten/ nuh aber muͤſſen wir fur die Freiheyt vmbkommen/ dann es iſt loͤblich vnnd ehrlich für das Vatterland ſterben. Vor dem Krieg iſts vil beſſer geweſen den Friden dem Tod vorziehen/ dieweil vns aber der Krieg auff dem Halſe ligt/ vnſerer Bruͤder vil gefangen/ etliche getoͤdet/ etliche vber den Todten groſſen ſchmertzen empfangẽ/ etliche vmb der gebundenẽ wil⸗ len ſeufftzen/ ſo iſt eyn freier tod vil mehꝛ/ denn eyn gefangen Leben zuerwehlen. Doch wann wir je ſterben muſſen/ ſo vernuget vns/ wann wir die falſche anklag der Verꝛaͤtherej von vns koͤnnen ableynen. Fuͤr euch lieben Jdumeer/ handlen wir vnſer ſach/ man ſage an/ welche dar⸗ an ſchuldig ſeien/ man ſtelle die jhenigen dar/ die die Bottſchafft außgerichtet. Wañ ſie es wiſß⸗ ſen/ ſo moͤgen ſie die Thaͤter angeben/ wiſſen ſie es aber nicht/ was doͤrffen ſie denn vil klagen⸗ iij Bgeſippi/ von gerſtörung der Scatt 4 e 12 1vnd vns vergebliche argwohn aufftringen/ die ſie jhnen ſelbs erdicht haben: Sie ſolten vnz s nicht ʒeihen/ was ſie auff vns nit beweiſen koͤnnen. Aber dieweil ſie nicht doꝛffen anklagen/ be⸗ geren ſie es vnter den gemeynen Mann auß zubreyten/ vnnd greiffen nur darumb zum Krieg/ daß ſie nicht fuͤr Gericht geſtellt werden/ dann im Krieg bleibt es bei dem wuͤten/ Zu Fridens ʒeit aber/ fraget man nach der Warheyt. Sehend hie ſtehen wir/ vnnd vnterwerffen vns gut⸗ willig der erſten ſtraff/ ſo doch/ wann eyn Anklager herfur tretten darff. Oder iſi der verdacht auff dem Volck/ So moget jhr fleiſſig nachfragen/ was man in offener Gemeyn berathſchla⸗ get habe. Freilich anders nicht/ denn wie man ſich mit eynem Heer wider den Krieg růſtet/ oder eyn jeder fur die Freiheyt/ dem Vatterland huͤlff vnd beiſtand wolte leyſten. Wider diſe Moͤrder/ iſ furwahr anders nichts berathſchlaget worden/ denn wie man moͤchte Friden an⸗ richten. Der gemeyne vnwill ward daher deſto haͤfftiger/ daß eyn jeder ſeinen ſchmertzen em— J pfand/ vnſchuldige Blut vergoſſen ward/ die Weiber ſeufftzeten/ die Vaͤtterliche Auffſůtz vber⸗ eGemeyne tretten wurden/ vnd das eynhellige ſeufftzen gemeyn ward/ dieweil eyn jeder haͤfftig forcht/ es Was 5 zu Jeruſale bebegr möchte jhm dergleichen auch widerfahren. Die aller vnwirdigſten machten ſie zu Prieſte⸗ Rnp 2nſehr ren/ Man ſtrafft ſie mit worten/ ſie aber warffen das Volck mit Steynen/ toͤdeten etliche mit ſchen auffzulehnen. Geſchoß/ deſſen dann jedemann vbel zufriden war. Sie richteten im Tempel eyne Moͤrder⸗ wohnung an/ daß alſo der Ort des Fridens/ den auch die Heyden in allen ehren gehalten/ vnd die heylige Wohnung zur Moͤrdergruben worden. Vnd dahin man auß allen Orten der Welt auff die hohe eſt kam/ da ſeind jetz der Wildenthier Staͤlle/ die von Menſchenblut trief⸗ fen. Solches doͤꝛffen wir auch denen klagen/ die wider Kriegsbrauch gewapnet ſeind. Mann hat doch auch gemeyniglich im Krieg Gericht gehalten/ vnd das Recht hat die Kriegsruſtung hinterſich gelegt/ auch durch billiche Vrtheyl groſſe vneynigkeyt geſtillet. Ihr koͤnt diſe Waf⸗ fen zu ſchutz vnd ſchirm der Statt wenden/ die jhr zu verhergung angelegt. Ihr moͤgen ohne Waffen hinein gehen/ ʒuhoͤren/ vnnd alles ʒuerkundigen/ vnd ſo jhr befindet/ daß etwas wider die Feind vnterlaſſen worden/ ſolt jhrs kuͤnlich fuͤr eyne verꝛaͤtherej halten. Da jhr aber weder Richter noch Schiedleuth ſein wolt/ ſol es euch nit wunder nem̃en/ daß die T hor den Gewap⸗ neten nicht geoͤffnet werden? Dann ſie ſeind nicht wider die Verwanthe/ ſondern wider die Kriegsruſtung verſchloſſen. Leget die Waffen ab/ ſo ſollen euch die Thor offen ſichen. VIII. Cap. Die Idumeer verdreußt es vbel/ das man ſie nicht einlaſſen wil. Simon jhr vaubt⸗ mann/ antwort den Prieſterntrotziglich/ gibt den Moͤrdern im Tempel recht/ drowet mit gewalt ſolche ſchmach zu raͤchen vnd die Gefangene zuerloͤſen. A die Pꝛieſter ſolches geredt ſonderlich Jeſus als der aͤlteſt vnter ihnen nach Anano/ vnnd der ander im Ambt/ wurden die Idumeer entruͤ⸗ ſier/ daß ſie nicht gleich eingelaſſen wurden/ Vnnd ſprach Simon/ eyner auß den Idumeiſchen Haubtleuthen/ Mit nichten: So die Burger wuͤten/ vnnd die verſchloſſene verwaren /voꝛ den freunden die Thoꝛ verſchlieſſen/ Der Idumeer zorni⸗ ge antwort. von der Mawer herab ʒureden/ vnd gleichſam als Widerſaͤcher von der Mawren treiben/ die ſie doch zu Freunden hatten/ Wer wolte daran zweiffeln/ daß ſie ſich bereyten die Romer anzu⸗ nemmen/ vnnd villeicht die Thor mit Kraͤntzen ʒieren/ wann ſie werden hinein ʒiehen; Was könte vnbillichers geſchehen? Diſe Statt die allen Menſchen pflegt offen ʒuſtehen/ von we⸗ gen des Gottesdienſis vnnd ehrerbietung/ die wird vns alleyn/ als fuͤr Jeinden verſperꝛet/ wir alleyn werden außgeſchloſſen/ vnd alleyn daruon abgetriben. Sie ſtellen ſich als ob ſie vnſer Vrtheyl begereten/ vñ achten vns doch nicht wert/ daß wir der Statt Schwellen vberſchreit⸗ ten. Sie mogen vns verhälen was ſie wider jehne fürgenommen/ aber was ſie vns fůr ſchmach bewiſen/ deſſen ſeind wir ſelbs eugen vnd Jichter. Wir maͤrcken wol wie es den ver⸗ ſchloſſenen gehe/ dieweil ſie vns heyſſen die Růͤſtung ablegen/ vnd es iſt gar glaublich/ daß ſi auffberen Sententz vnd meynung warten/ deren traw vnd glaub verdachtig iſt. So laßt vns nuh eilends die verſchloſſene erꝛetten/ denen der Tempel eyn Kercker worden/ damit ſie vnd nicht geſtatten/ daß jhre Mitgenoſſen vnd Oberſten hinein ʒiehen/ vns ſuf n u gwuͤ d i . „ hen/ J Inndde wind /cy lich ward bwumlen meynen Stattle waren lich bede Ambt/ Hauſezl vndwid auß grſ migewe wurdend derben/b ſiefürß felungſ turmn widerum fin. 3 ſchauf, jugut/ d gu/ Dar lizrwar dſdes weſtn,ſic ſic vunde un Poi ſun zud chs n Seruſalem/ Das IIII. Buch. 0 biß auff des Roͤmiſchen Heers zukunſſe behalten/ vnnd dem Veſpaſiano gefaͤnglich vbergeben werden. Laßt vns die Belaͤgerung vom Tempel abſchaffen/ vnd die ſchandliche Waͤchter weg thun/ fuͤr welchen niemann auch ſeines Leibs notturfft zuthun/ herauß gehen darff. Wil jemañ den verſperꝛten Speiſe bringen/ ſo wirds jhm gewehret/ wil jemann herauß gehen/ ſo wird er erwuͤrget/ Schand vnd Laſter iſt Gottes dienſt woꝛden. Cap. Jeſus ʒeucht trawrig ab/ dieweil er mit ſeiner Rede beiden Idumeern nichts erhalten ⸗ die Idumeer bleiben mnit ſcham vnnd vnwillen voꝛ der Statt/ den Moͤrdern im Tempel iſt bang. In der Nacht erhebt ſich ploͤtzlich eyn grewlich Vngewitter/ welches je eyn theyl wider das ander deutet/ etliche moͤꝛder lauffen auß dem Tempel/ oͤffnen in dem Vnge⸗ witter den Idumeern das Thoꝛ/ erſchlugen die Waͤchter/ vnd uͤben grewliche Tyrannej gegen den Burgern/ erwuͤrgen s500 Mann/ woͤllen mit gewalt die junge vnd ſtarcke inn jhte Rottziehen. 5 Ls* Johannes ſolches vernam/ ʒog er ab/ dann er konte wol er⸗ Auß dem verge⸗ — achten„daß er ſich vergebens bemuͤhet/ weil es Goites will nit war/ vnd bey⸗ des drinnen vnd drauſſen eitel Krieg/ vñ die Statt auff zweyen ſeiten bekrie⸗ das get ward. Die Idumeer ergrimmeten daß ſie außgeſchloſſen wuͤrden/ Die Jeſus zu leſenſei. im Tempel aber bemuͤheten ſich/ wie ſie moͤchten zu den Jdumeern kom̃en. ——— Diſe foꝛchten ſich ſehr/ die Jdumeer moͤchten vngeſchaffter ſach hinweg ʒie⸗ hen/ Jehne wurden durch ſcham genoͤtiget/ daß ſie jhnen fuͤrnamen/ wider zu ruͤck zuziehen. Vnnd da ſie ſchier gar verzweiuelt/ erhub ſich inn der Nacht ploͤtzlich eyn vnleidlicher Sturm⸗ Greulich Wngewit⸗ wind/ eyn heßlich ſchwartz Wetter/ da die Winde brauſeten/ der Himmel grewlich vnd ſcheutz⸗ ter. lich ward/ eyn groſſer Platzregen fiel/ erſchroͤcklichs Plitzen/ vngehewere Donnerſchlaͤg/ das brumlen vnd widerthon der Erden/ daß man meynet/ es wuͤrde die Welt zergehen. Wer ſolte meynen/ daß ſolches denen inn der Statt groͤſſere aͤnderung gebracht/ denn denen ſo voꝛ der Statt lagen/ Dieweil doch diſe vnter den Haͤuſern verwaret/ jhene aber vnter bloſſem Him̃el waren: Aber die foꝛcht des Vngewitters ſchreckete ſie mehr/ denn das Vngewitter ſelbs. End⸗ lich bedeckten ſich jehne mit Tartſchen/ die nit konten vnter die Haͤuſer fliehen/ bliben in jhrem Ambt/ vnd lieffen nicht von eynander/ Diſe aber gaben die flucht/ vnd lieffen eyn jeder ſeinem Hauſe zu/ daß auch die/ ſo im Tempel waren/ die Thoꝛoffneten. Es war aber eyn vngewiſſe vnd widerwaͤrtige meynung vnter dem Volck. Etliche hieltens darfur/ der hoͤchſte Gott hette Deutung des Vngt⸗ auß groſſem zorn/ wider die Jdumeer ſolch Vngewitter erꝛeget/ daß ſie wider jhre Oberſten witters mancherley: mit gewehrter hand kommen. Ananus vnd die verſtaͤndigere vnter den Alten/ ſchloſſen/ es wurden die Idumeer/ durch ſolch Vngewitter/ ſo jhnen begegnet/ jhre eygene Freund zu ver⸗ derben/ bewegt werden. Endlich aber ward Ananus/ der die vorige Naͤchte fuͤr andern/ fleiſ⸗ Ananus vnterlaßt ſige furſoꝛg getragen/ nachlaͤſſig/ nicht auß Leibes můdigkeyt/ ſondern vil mehr auß verzweif⸗ S beſuchung der felung ſeines Gemuͤts/ vnnd ergab ſich/ nach dem alles wider jhn war/ vnnd die grewliche des heweren Sturmwind der Weit/ zu ſeinem vntergang ſiritten/ meynet auch nicht/ daß er die Wacht widerumb beſuchen ſolt/ gleich als ob er eynem jeden erlaubt/ ſich/ wohin er wolte/ zu verlauf⸗ fen. Als aber die ſo inn den Tempel geflohen/ ſolche gelegenheyt vberkamen/ macheten ſie Die Auffthar ſche ſich auff/ vnnd zerſchnitten die Rigel an den Thoꝛen/ vnnd kam jhnen des Himmels praſſeln e zugut/ daß man das getoͤß der Schloß nicht hoꝛet/ noch das getuͤmmel/ da ſie herauß gien⸗ e gen/ Darnach kamen ſie zur Mawer/ vnnd oͤffneten die Pforte/ die zu naͤchſt an der Jdumeer Laäger war. Wann ſie nicht ʒu erſt inn den Tempel/ ſondern in die Statt gelauffen/ ſo were diſes des gantzen Volcks letzter tag geweſen/ Aber dieweil die/ ſoim Tempel verſperꝛet ge⸗ weſen/ ſich foͤrchteten/ es moͤchte der gemeyne Pofel/ wann er der Idumeer ankunfft gewar wuͤrde/ ſie mit vngeſtuͤmme vberfallen/ vnnd ſich voꝛ jhrem tod an jhnen zu raͤchen/ baten ſie⸗ daß man jhnen voꝛ allen dingen auß der gefahr huͤlffe/ darnach wann ſie erloͤſet/ wolten ſie mit gemeyner hulff vnd beiſtand das Volck anfallen. Nuh ſie lenckten ſich ʒu denen/ die jh⸗ nen Bottſchafft geſandt/ vmb huͤlff vnnd erꝛettung zu bitten/ auff daß ſie zu gleich die/ ſo jhnen ʒu dem vnuerſehenlichen einfall geholffen/ mit diſem Dienſt belohneten. Als jhnen ſolches nach jhrem willen foꝛtgieng/ fielen ſie all zu gleich auß dem wie M i Egeſippi/ bon Zerſtoͤrung der Statt 4 o0 3 1Burg/ ſtelleten ſich inn eyn Schlachtoꝛdnung/ erſchlugen alle/ welche ſie antraffen/ etliche s ſchlaffend/ etliche ergeyſtert/ auffallen Straſſen. Da halffteyn bitten /nochflehlich weynen/ —— §§— 3 ſ 8— S — 7— — ſiieee Se enennernn M iiiiiiiti — ——4 —— 1 iitiuiitiiiiiitti 8.—— — S— 222 S EE— ———— — k 8 — 6 e —— tin — — 5 S S——————-.* 8 6 5—— —— ——————*. ——— Die Auffthäriſche keyn Adel noch Wirde/ es ward alles ohn vnterſcheyd erwuͤrget. Etliche da ſie ſolch Vie⸗ ſuendbann hiſch vnd grauſam wůten ſahen/ erhencketen ſie ſich felbs/ weiches meines erachtens vil eyner⸗ ter, fallen demnach baͤrmlicher todt iſt/ denn wann ſie von den Feinden ermoͤdet weren. Dann es wird fuͤr eyn grauſam ding gehalten/ wann jhm eyner ſelbs den tod anthut/ deßgleichen iſt auch der ſchlupff ranneſ⸗ am Strang daran ſich eyner erhencket/ an jhm ſelbs abſcheulich vnd ſchaͤndlich. Aber was ſolte man da fuͤr guten rath finden/ da ſo groſſe foꝛcht der Reuter ware/ da eyn jedlicher nit den Tod foꝛcht/ ſondern die Feind voꝛ dem tod/ welchen der tod endlich abhilfft Es warallent⸗ halben voll Biuts/ vnnd ſonderlich vmb den Tempel/ ſintemal die jehnigen/ ſo die verſchloſſe⸗ ne verwareten/ daſelbs verſammlet waren. Daß alſo an demſelbigen tag acht Tauſent vnnd fuͤnffhundert Manntod funden wurden. Von dannen namen ſie jhren Lauff inn die Statt/ vnd erwuͤrgeten/ wie eyne Herd Vihe/ alle Menſchen/ die ſie antraffen. Es war eyn erbaͤrm⸗ licher anblick/ daß inn der Statt/ die zuuoꝛ von maͤnniglich geehret/ eyn ſolcher Krieg ware/ Zänglinge werden vnnd beyde Arme vnnd Schwache ſo vnbillich hingerichtet wurden. Die Juͤnglinge zwar geio/ vnnd ſtarcken/ wurden in die Kercker geſtoſſen/ welche ſie tuͤchtig ʒu ſolcher Meuterej erkann⸗ ten/ Aber jhrer vil wolten lieber allerley Marter leiden/ denn ſich zu ſolchen verzweiffelten Bu⸗ ben geſellen. Es war auch weder maſſe noch ſcham fur grauſamem vnnd vnmenſchlichem wůͤ⸗ ten. Darnach als ſie gnug außgewuͤtet/ fiengen ſie an mittler ʒeit vrſachen ʒu erden⸗ cken/ die Leuth hinzurichten/ damit ſie die verklagten fur Gericht braͤch⸗ ten/ nit darumb/ daß man nach Gerechtigkeyt fra⸗ get /ſondern Tyrannej uͤben moͤcht. vachartas/ eyn Frommer vnd retcher Mann/ wird von den Auffrhůriſchen fůlſchlich vor Gericht angeklagt/ von den ſibentzig Mͤnnern abſoluiert/ aber gleichwol fuͤr Ge⸗ richt getodet/ die ſibentzig Richter verſcheycht/ Deßgleichen myſſen auch ſonſt zwen herꝛ⸗ liche Moͤnner/ Goꝛgon vnd Niger herhalten. S Londes; ſeinertu fiſen/ da fing a dſeubar gi ver G inſche nemhohe tiethi zu auchgem dem Vat ſwoderſe vnglimyf telzurit diweil ſie wdtoben ſrchretw denn mit 8 geihn deſ mehrin Ht uz wide chaten,d virnſun wunnſet Beruſalem. Das 1III. Buch. 71 § Swar eyner in der Statt/ mit Namen Zacharias/ der war den Gottloſen feind⸗ vnd menget ſich nit vnter die Vbelthaͤter/ vnd hatte groſſe Haab vnd Guͤter/ dieweil ſie aber meynetẽ/es möchte jhnen ſolcher vberfluß ) zu zertrennung jhrer geſellſchafft/ oder aber zur guten außbeuth gereichen/ 4wurden ſie der ſachen eyns/ jhn der verꝛaͤtherej haben anzuklagen. Er aber Zacharias/ eyn bn⸗ 5 der ſich inn ſeinem gewiſſen vnſchuldig wußt/ ſieng an mit groſſer freudig⸗ ſhulviger Mañ ge⸗ keyt ſich zu verantwoꝛten/ vnd widerlegt nit alleyn die aufflag/ ſondern vberzeuget die Thaͤter ſelbs der aller groͤſten bubenſtůck. Das Gericht ward voꝛ den ſibentzig Männern gehalten/ Je⸗ dermann erkennet jhn vnſchuldig/ dañ es ward nichts/ das der miſſethat aͤhnlich geweſen /für⸗ bracht. Aber jehne fuhren zu/ vnd ſtuͤrtzeten jhn in die tieffe hingb/ vnd verjagten die Richter/ nit alleyn mit ſchmach/ ſondern auch mit gefahr/ damit hernach andere außj hrem Exempel ge⸗ witziget wurden/ wider jhren willen inn Gerichten nicht auffrichtig vnd beſtaͤndig zuhandlen. Doch damit niemañ loß geſprochen wuͤrde/ vollſtreckten ſie jhren zoꝛn ſelbs/ vnd tödteten nach jhrem gefallen ohn alle Vrtheyl vnd Recht/ welche ſie wolten. Da wardgetödet Soꝛgon/eyn Gorgon vnd Miger⸗ lieber werder Mann/ vnnd Niger der Pereiter/ welcher vnter den Schulherꝛen des Judiſchen zwen fürereffuche Landes zum Oberſten erwehlet geweſen/ eyntapffer Kriegsmann/ daß er auch zum Zeugniß Manner eywütget ſeiner tugend die Narben von den Wunden/ noch an ſeinem Leib truge/ der ward auch hinge⸗ riſſen/ daß er getoͤdet wurde. In dem er aber ſahe/ daß man jhn zur Statt hinauß wolte fuͤhren/ fieng er an nit zwar fuͤr das leben/ ſondern vm̃ eyn Begraͤbmiß zu bitten/ Aber er kont auch auff diſe erbarmlicht bitt keyn gebuͤrend noch barmhertzige antwort erlangẽ: Man erdichtet laͤſterun gẽ/ wer Gelt gab/ war vnſchuldig/ wer keyn Gelt bracht/ der mußt als eyn ſchuldiger herhaltẽ. Veſpaſianus erfahret/ wie man zu Jeruſalem hauſet/ wird von vilen ermahnet/ dahin zuztehen/ er aber ʒeyget deſſen gewiſſe vnd wichtige vrſachen an/ warumb ers auff diß⸗ mal nicht thun woͤlle. E Vter deß da ſolches zu Jeruſalem voꝛgieng bekrieget Veſpaſia⸗ nus etliche andere oꝛt des Judiſchen Landes. Vnd es kam fur jhn/ was zu N Jeruſalem fuͤr eyn auffrhur were/ wie ſie eynander ſelbs durch einheymiſche S Streit erwuͤrgeten/ wie grewlich eyn Burger den andern hingerichtet. Bil S ½ hielten an/ er ſolte dahin ziehen/ damit nit den Roͤmiſchen Triumph vnd ſei⸗ ner Ehr etwas entgienge. Er aber/ als eyn ſittiger vnd beſcheydener Mann ceſpaſianus wildie der ſolches nicht nach des gemeynen Hauffen brauch fur nůtzlich hielt/ ſondern was er nach ſei⸗ ſelbs nem hohen bedencken demgemeynen nut dienſilich erkannt/ das gab er denen/ die jhm ſolches cen en⸗ riethẽ/ ʒur antwort/ nemlich/ daß nit allzeit durch Streit der gemeyne Nut befurdert/ ſondern ben⸗ auch gemeyniglich nach hingelegten Wehrn vnd Waffen lob erlangt/ vnd die ſchuldige pflicht 2 dem Vatterland geleyſtet wuͤrde. Was ligt daran/ wie der feind vberwunden werd/ durch vn⸗ ſer oder ſein eygen Schwert:doch wann er durch ſein eygen Schwert vmbkommet/ ſoligt der vnglimpff nit auffden Roͤmern. Dañ ſie koͤnnen nit vber vns klagen/ dieweil ſie eynander ſelbs vbelzurichten/ geben auch zugleich mit an tag/ was fur billiche Krieg ſie wider vns angefangẽ ⸗ dieweil ſie jhrer ſelbs nit verſchonẽ. Es laßt ſich anſehen/ diſe rach ſei vom Him̃el/ daß ſie wuͤten vnd toben muͤſſen/ dieweil ſie die Romer beleydiget haben. So aber jemandt meynet/ daß vnſe⸗ rer ehr etwas dardurch abgehen moͤcht/ der ſol wiſſen/ daß offtermals dz zuſchen heylſamer ſet denn mit gefahr ſtreiten. Zu dem hat vnſer Maximus mit woꝛten dẽ Annibalj groͤſſeren abbꝛuch e gethan/ deñ mit ſtreiten. Vnd ob ſchon die Seipiones Affricam bezwungen/ ſo haben doch wol ni e mehr in Kriegen geſiget. Aber diſen ruhm hat Maximus alleyn daß er mit verz ig den gemeynẽ᷑ Seipio Affricam Nutz wider ʒu recht gebracht habe. Iſt derhalben vil eyn groͤſſers/ dz Roömiſche Reich bei Wirdẽ bezwungen⸗ erhalten/ denn daſſelb erweitern. Doch wollen wir die verdienſt der Tugend gegẽ eynander hal⸗ ten. Es iſt freilich die Weißheyt auch in dem Kriig nit weniger beruͤhmt/ als die Ehrenzeychen der Staͤrcke/ Sie moͤgen eynander ſelbs hinrichten/ es wird vnſerm lob darumb nichts abgehẽ ⸗ vñ vnſerm Sig vil nutzen. Sie koͤnnen die jhren nit erhalten/ deren doch wir verſchonen. Wie wann ſie etwa der ſachen wider eyns wuͤrden/ vnnd ſich mit eynander vertruͤgen/ wann zu jhnen Vgeſippi/ bon Zerſtoͤrung der Statt 4 d 3 1ſhnen nahett⸗ welches ich doch nicht beſoꝛg/ ſondern ich ʒiehe es widerewer meynung an. Oder v wann die auffruhr bleibt/ daß man ſehe/ wie ſie eynander ſelbs bekrieget/ das Romiſche Heer nichts gethan/ ſondern muͤſſig geweſen/ vñ der Sig nicht durch vnſere T ugend /ſondern durch feindlich wuͤrgen vnter jhnen ſelbs erlanget woꝛden. Derhalben iſt diſer rath beſſer/ daß man ſie in vnſerm abweſen ʒu jhrem eygenen vntergang laſſe wůten/ damit man nit meyne/ ſie ſeien mehr durch vnſere/ denn durch jhre eygene Meutereien geplagt woꝛden/ Als dannkonnen wir fuglicher hinzu rucken/ wann eyn Vberwinder vberig ſein wird/ der zu vnſerm T riumph kom⸗ me. Sie moͤgen fuͤrwahr ſicher ʒu vns kom̃en/ die fur den jhren fliehen/ ſie ſollen bei vns gnad finden/ die von den jhren vbel geplagt woꝛden. XII. Cap. vil fliehen von Jeruſalem ʒu den Roͤmern/ muͤſſen aber vnterwegen ſich fuͤr heymlt⸗ chem auffſatz vnnd Mord beſorgen/ Summa ſie muͤſſen daheym vnd außwendig inn ge⸗ fahr ſtehen. Nd diſe meynung betroge Veſpaſianum nicht dann dieſichkon⸗ ten mit Gelt abkauffen/ damit man ſie lauffen ließ/ die floht ʒu den Romern/ Alle Straſſen vnnd pfaͤde waren voll deren die dauon luffen/ die Reichen 8 L wurden loß/ die Armen/ denen es an Gelt gebraſt ſich zu löſen/ muſien har Viet Inden flehen R auß Jeruſalem zu dẽ laſſen. Es kamẽ auch vil auſſerhalb der Statt/heymlicher auffſaͤtz vñ möꝛde⸗ U rej halbt in groſſe foꝛcht/ allermaiſt aber die Armen/ denẽ es an Gefuͤrtẽ man⸗ gelt. Daß ſie alſo drauſſen vñ daheym in gleicher ſoꝛglicher gefahr ſtundẽ. Doch wolten jhꝛẽ vil lieber bei den jhꝛen ſterben/ der hoffnung/ daß ſie in jhꝛem Vatterland begrabt werden mochten. XI1I. Cap. Johannes greifft mit liſt/ betrug vnnd gewalt/ nach dem Regiment. Trergrewliche gehen in der Statt im ſchwang/ vnd kommt noch eyne newe gattung hinzu/ nem⸗ ich Meuchelmoͤrder/ die vil erwuͤrgen/ vnd alles pluͤndern. * 4 Jobaſis groſſe Tn⸗* raũcj zu Jeruſalem. E Ach dem nuh maͤnniglich von wegen der groſſen mderlag ſo vie⸗ ler Menſchen foꝛchtſam woꝛdẽ/ bꝛacht Johannes alles vnter ſeinen gewalt⸗ dann er war nit vergnuͤget/ daß er in gleichem anſehen mit den Oberſien der auffruhr war/ ſondern fieng an nach Tyrannej zuſtreben/ neidet die/ ſojhm gleich waren/ verachtet der anderen Statut vnd Oꝛdnung/ vñ mußt nichts S SW getten/ denn was jhm gefiel/ der liſtige Tropff/ Oꝛdnet jhm allgemach zu Trabanten/ welche er wolte/ hintergieng ſie betrieglich/ beſtach mit Gelt/ ſchrecket mit gewalt/ mit welchen Practicken er ſehr vil an ſich bracht. Widerumb funden ſich auch etliche/ die ſich ſolcher Dienſtbarkeyt/ mit jhꝛer groſſen gefahr weygerten/ fuͤrnemlich dieweil ſie der herꝛſchafft Trei groſſe plaaẽ ge · gewohnet/ vnd die Dienſtbarkeyt nit leiden konten. Giengen derhalben in der Statt diſe grew⸗ . n der Statt in ſiche ſchaͤdliche Plagen im ſchwanck/Tyrannej/ Krieg/ Auffruhr/ deren jede nit nur eyne/ ſon⸗ chwang⸗ 3 50 dern vil Staͤtte ʒuuerhergen gnug were. Doch war vnter diſen treien der Krieg die aller leich⸗ teſt/ vnd eyn gerechter Feind ſcheinet vil leidlicher ſein/ denn Tyrannej vnd Meuterej. Hierzu kam noch die vierdte gattung die Meuchelmoͤꝛder/ die/ als ſie ſahen/ daß die Statt mit Tyran⸗ nej vnd Meuterej geplagr/ alles was in der naͤhe war/pluͤnderten vnd weg trugen/ Weib vnnd Kinder die zur Reyſe ʒu ſchwach vñ ʒart waren/ ſchlugen ſie tod/ daß alſo ſibenhundert erwuͤrgt woꝛden/ vnd die Frucht in die Flecken gefuͤhret. Sie fielen in die Ecker/ Staͤtt/ Kirchen/ rau⸗ beten alles/ vnd ward keyne gelegenheyt ʒu wuͤrgen/ vnterlaſſen. Vnd waren jhrer vil/ die hauß fenweiſe/ wider den gemeynen brauch der Straſſenraͤuber anfiengen zu moꝛden. Daß alſo durch das grauſame Moꝛden der Krieg haͤfftig zunam/ dawar keyne gnad/ wann man ſich ſchon ergab/ vnd keyn barmhertigkeyt/ wann man gleich gnad begerete. Veſpaſianus ʒeucht anff bitt vnd anſuchung der Burger ʒu Gadara fůr die Statt/ die ſe elbige voꝛ den Meuchelmoͤꝛdern zu ſchuͤtzen/ die Auffruͤhrer erwuͤrgen Doloſum eynen fuͤrnemen Wann/vnd fliehen daruon/ Die Statt wird Veſpaſisno vbergeben/ vnd Pls⸗ cidus den Fluͤchtigen nsch ʒujngen/ abgefartiget Ward ach dem ſomlich gwſem gennad Jeruſalem/ Das IIII. Buch. 72 Ard derhalben Veſpaſianus voꝛdem ſie ſich doch des verderbens weſpaſianns wird beſorgt hatten/ gebetten/ jhnen zu huͤlff vnnd troſt zukommen. Er zog gehn Gadaram/ da es vil reicher Leuth hatte/ die ſich jhres Vaͤtterlichen Erbs hal⸗ dern zuentledigen. ben je laͤnger je mehr fuͤr der Moͤrder heymlichen auffſaͤtz vnd anlauff haͤfftig P forchteten/ vnd darumb heymlichzu Veſpaſiano geſandt/ daß er ſich nahe zu jhnen thaͤte/ auff das doch die Statt voꝛ den Moꝛdern erhalten wuͤrde. Das Romiſche Heer kam/ vnd da die Gadareer ſolches gewar wurden/ wuͤnſcheten ſie von Hertzen zu jhnen zu flichen/ aber ſie wußten nit/ wie ſie es ohne gefahr thun koͤnten/ damit nit die auff⸗ rhůriſche Rott/ wann ſie dauon wolten/ ſich empoͤꝛete/ vnd alles erwuͤrgete. Doch blieb es nit Doloſins enn fürne⸗ „mer der Statt Ga⸗ heymlich/ daß Veſpaſianus durch der Gadareer Legation geladen war/ fiengen derhalben Do⸗ loſium/ als der Statt fuͤrnemſten eynen/ der vmb die Legation wußt/ vnd erwuͤrgeten jhn/ vnd Mordern erwurget⸗ nach dem ſie die vnbilligkeyt gerochen/ machten ſie ſich auß der Statt/ vnnd begaben ſich inn heymliche vnnd ſichere oꝛter. Gadara ward den Roͤmern vbergeben/ vnd Veſpaſianus mit groſſem frolocken empfangen/ welcher denn von ſtundan Placidum abgefaͤrtiget/ den fluͤchti⸗ gen nach zu eilen/ er aber kommt wider gehn Caͤſaream. XV. Cop. Die moͤrderiſche Rott/ ſo auß Gadara geflohen/ wird durch den placidum/ vnnd ſeine 5oo Reuter/ in eynem Flecken erwuͤrget/ſammt eyner groſſen menge Volcks an dem Jor⸗ dan/ deren etlich durchs Schwert/ etlich im Waſſer vmbtommen. Lacidus ereilet die Feldfluchtigen mit fuͤnffhundert Reutern/bnd 4 0 3 2 notiget ſie/ daß ſie inn den naͤhſten Flecken mußten fliehen. As ſie aber in 62 demſelbigen auſſerleſene junge Mañſchafft funden/ faßten ſie widerumb eyn ie Hertz/ ſich wider die Roͤmer zu wehren/ welches denn jhnen zum verderben vndin ernem Fleckè p gerieth. Dann die auſſer dem Flecken waren/ wurden von den Reutern vmb⸗ ringet/ vnd ohn alle hinderniß erwuͤrget/ vnd da etliche hauffenweiß zu ruͤck hujvñ rrwwrget⸗ flohen/ wurden ſie an dem Thoꝛereilet vnd zu tod geſchlagen. Vnd hette man auß der Todten hu .— 85 t K W ei 5. K 57 k M W S— N E. 8 „ S E S S5 2——— 2 WM— S2 4—— W——— 5 5 ——— W S 6 3 N— W d 8—. F W— S. ² N d— 2 5 — ſ. S 4 32 W 3 N WMW K W 6 W e 2 N W N — W) 6 S. W S — S* a Si ic S S F 6 ö 6 5— G — z 1*— S . 5 ² 8 Sn i 3 ii ℳ „ 6 3 ſt — iijij 2 8 S 6 G 8 i. 1 6 S 3 4 W W—— * — 5 N N 3*— D. 5* „ 5 2 W 0 3 2 — ℳ 2 6 1 7 — * ſolchen hauffen können machen/ der ſo hoch liche mit Pfeilen/ etliche verwundten ſie. mi 2 d ſ Sſſ 4 Leichnam/ ſo man ſie ʒuſammen getragen/ cynen als die Mawer geweſen. Die Roͤmer erſchoſſen et — Vgeſippi/ bon Zerſtoͤrung der Statt 4 0 2 2 mit mancherley Geſchůt /endlich eroberten ſie den Flecken/ vnd erwuͤrgeten alles daſelbs was 7 o nicht entflichen kont. Etliche aber deren die daruon kamen/ machten das groſſe geſchrey von der Romer ſtaͤrcke noch vil groͤſſer/ in dem ſie ſagten/ ſie weren vil groͤſſer deñ andere leuth/ vnd nie⸗ mann konte jhnen als vnuͤberwindlichen Leuthen/ widerſtand thun. Daher denn jedermann haͤfftig erſchrack/ vnd bald daruon flohe/ daß nit nur die naͤhſte Statt/ vnnd die an der Grentz lag/ ſondern auch Hiericho/ die von wegen der groſſen menge jhrer Einwohner/ die andern in hoffnung erhielt/ verlaſſen ward. Placidus als dem alles nach ſeinem wunſch vñ willen gieng/ jagt diſen auch mit feinen Reutern nach/ vñ ſchlug ſie hauffenweiß zu boden/ vñ ʒerſtrewet ſie/ wie er ſie antraff /biß an den Joꝛdan/ fand auch eynen groſſen Hauffen am Vfer des Fluß/ die nit konten durchkommen/ ſintemal der Fluß eben dazumal vngefehr von groſſen Platzregen/ oderzerſchmoltzenem Schneehaͤfftig gewachſen. Diſe aber/ da ſie ſahen/ daß die Romer voꝛ⸗ Scharmuͤtzel derred handen /ruͤſteten ſich/ vnd ſtelleten ſich an dem Fluß zuſam̃en. Dieweil ſie nicht fliehen konten/ nergroſ gab jhnen die not diß mittel in die hand/ daß jhren vil mit vngeſtum̃ die wenig Reuter vberfle⸗ ge fluͤchtiger Juden am Jordan. len/ Aber die Reuter thatẽ nach jhꝛer art vñ altem Kriegsbrauch/ ʒerꝛiſſen der Feinde Schlacht⸗ vꝛdnung/ zertreñeten die Hauffen /trangen auff die Muͤden/ vnd jagten denen/ die da wichen/ nach. Daher etliche durch der Feinde/ etliche durch)hꝛe eygene Schwerter/ da ſie dick vber eyn Hauffen/ vnd wider eynander lieffen/ vmbkamen. Etliche renneten mit vngeſtuͤmm in den Fluß/ vnd weil jhe eyner an dem andern hieng/ ſanck eyner mit dem andern zu boden/ jhrer vil die da traweten durchzukommen/ wagten ſich in den Strom/ Aber als ſie eyn wenig hinein ka⸗ men/ wurden ſie entweder von den ſtarcken Wirbeln verſchluckt/ oder durch die groſſe Waͤllen hingeriſſen. Vnd ob ſchon etliche foꝛt kamen die da ſchwimmen/ oder das Waffer tretten kon⸗ ten/ wurden ſie doch verhindert/ zum theyl von den Aeſten der Baͤum/ die am ꝗᷓluß lang ſtun⸗ den/ zum theyl von den Stocken vntergetruckt/ daß ſie jhren Geyſt im Fluß auffgeben mußtẽ. Es geſchah auch offt/daß eyner der nit ſchwimmen kont/ eynen ſchwimmenden erwiſcht vnnd veſt hielt/ damit er auch zu gleich daruon kaͤme/ vnd aber denſelben an ſeinen Armen hindert vñ muͤde machet/ biß ſie beyde vntergiengen/ vnd eyner den andern verderbet. Aber ſo eyner ohn⸗ gefahr glůͤcklich mit dem Fluß dahin ſchwam̃/ ward er mit Pfeilen geſchoſſen/ daß er baldden Bauch vberſich kehret/ mit Armen auffhoꝛet ʒu rudern/ vnd drauff gieng. Es waren auch et⸗ liche ſo nit ſchwimmen konten/ die eynen leichten tod begereten/ vnd ſich willig von dem hohen Vfer in den ꝗluß hinab ſtuͤrtzeten/ Etliche die hinein giengen/ verſuncken im Tribſand/ vnnd ſehr vil ſtrauchelten vber dierunde vnnd glatten Wackenſteyn/ daß ſie auch auffſattem Boden Treizehen tauſent ſchwancketen/ vnd von den herabflieſſenden Strömen bederkt wurden. Treizehen tauſent fie⸗ in len durchs Schwert/ die aber im Fluß vmbkommen/ waren nicht zuzehlen/ vnd brachten ſie ey⸗ Jordan erſoffe ſeind. nen groſſen Raub von Schaffen /Camelen/ Eſeln vnd Rindern daruon. Diſe Schlacht/ ob ſie ſchon an jhr ſelbs groß war/ ſo ward ſie doch daher deſto groͤſſer geſchaͤtzt/ weil nit alleyn das gantze Land voller todter Leichnam ware(ſintemal die ʒerſtreweten vnd jrꝛenden/ woh ſie an⸗ troffen/ erwuͤrget woꝛden) ſondern auch der Joꝛdan von den todten Coꝛpern verſchwellet/ ſei⸗ nen freien Lauff nit haben kont/ vnd das todte Meer vom Blut/ vnd Leichnam der Todten/ ſei⸗ ne natuͤrliche geſtalt verwandlet/ dieweil alles was der Joꝛdan geſammlet/ hinein kam. End⸗ kenennden vmb lichſo hielte man darfür,/ daß des tags zwey vnnd neuñzig tauſent vnnd ʒweyhundert/ alleyn durch die fuͤnffhundert Reuter/ vnd Treitauſent Fußnolck vmbkommen. Darnach als Pla⸗ cidus wider heruͤber ʒog/ bracht er Abilam /Juliadem vnd Beteſmon/ vnd alle Flecken derſel⸗ ben Gegendbiß ans tode Meer/ widerumb ʒu dem Römiſchen Reich/ ſetzet auch Kriegoknecht in Schifflein/ welche alle die/ ſo in gemeldten See flohen/ erwurgeten. Veſpaſianus erfahret daß ſich in Italia eyne empoͤrung erhaben/ wider den Reyſer Neronem /iſt derhalben bedacht/ ſolchem vnrath auffs fuͤrderlichſt zu begegnen/ ʒeucht von Cãſarea/ verherget Doͤrffer vnd Flecken/ erwuͤrget vber die zehen tauſent Mann/ eyn Vauſent nimmt er gefangen /beſetzt die F̃lecken/ daruach reyſet er gehn Amathunta ⸗ von dannen auff viericho da hm Traianus begegnet/ Vil fitehen auß Itericho auff das Gebirge. Iu end wird die gelegenheyt der Statt Biericho/ vnnd des Lands be⸗ Derhal⸗ nenhei ſinderl Polcn fir/lig Dannt meynA dem Ge wechev wieman Lhame Darnac giznet/ dans im Henſcha nicho/ w roſolym eswarn denjhre de /ufft reychet · Land/vt unbwoh fuchthat anfthet/ baris/ d Eiſen nervonn nen /*welc ſchetant ten durch ſtnvnd ſteunde ugen teiſchen a Roſſn D vderht annes chdjeet die Beruſalem/ Das IIII. Buch. Erhalbenob ſchon diß alles biß an Macheruntem wider erobert wartet doch Veſpaſianus auff gelegene zeit zuſtreiten/ daß er die Haubtſtatt 18 des gantzen Juͤdiſchen Lands/ mit dem Römiſchen Heer angriffe. In des da ermit den ſacht ſo jhm vertrawet/ vmbgieng/ kam jhm heymlich die zeitung/ wie in Franckreich vnruh entſtandẽ/vñ etliche fuͤrtrefftiche Roͤmiſche Kriegs leuth von Nerone abgefallen weren. Als er ſolches vernam/warder bedacht In ItaliaAufftuhr⸗ wie er ſolche jnnerliche Kriege/ vnd des gemeynen Nutzes/ vñ des gantzen Romiſchẽ Reichs ge⸗ ut fahr/moͤchteauffheben/ wann er den Tumult vñ Krieg in Orient vollendet/ auff daß er durch gluckſelige Bottſchafft alle emporung in Italia ſtillet/ vder derſelbẽ zuuor kamt. Vnd als bald der ſtrenge Winter/ im anfang des Fruͤhlings nachgelaſſen/ machet er ſich mit den groſten Hauffen des Heers von Caͤſarea weg/ vnd kam in eyne Statt/ die von Antipater jhren Nam⸗ men hette. Von dannen zog er foꝛt/ verbrañte die Dobffer/ erwuͤrget alles was frembdwar/ vñ eſpaſtanüs per⸗ ſonderlich verherget er alles/ was an der Jdumeer Gꝛentze gelegen/ dieweil daſſelbige vnruͤhige brennt eiliche Dorf⸗ Volck mehr zu Kriegen/ denn zu ruhe vñ frid luſt hatte/ Zu dem auch zwey der Idumeer Doꝛf⸗ et. fer/Ligarum vnd Capartorem/ vñ vberfiel derſelbẽ Einwohner/ vñ that eyne groſſe Schlacht. Dann er erwůrget vber die zehen Tauſent Mann /T auſent nam er gefangen/ das vberige ge⸗ Zehentauſent et⸗ meyn Volck verjagt er/ damit er ſein Volck dahin legen konte/ ſintemat groſſe Moͤꝛderej ahff wuͤrget. dem Gebirge derſelbigen Gegend fuͤrgieng. Er zog mit ſeinem Heer wider gehn Amathunta/ Amathns von war⸗ welche von warmen Waſſern ſeinen Namen bekom̃en/ darumb daß der dampff vom Waſſer/ men Waſſern alſo wie man ſagt/ inn Syriſcher Sprach/ Amathus genannt wird/ Auff Gꝛiechiſ ch aber wird ſie Lenennt. Thermegenañt/ auß der vꝛſach/ daß ſie zwiſchen der Ringmawer eynen warmen Bꝛunn hatte. Darnach reyſet er durch Samariam neben Neapolis hin auff Hiericho/ da jhm Traianus be⸗ il ftiehen auß Hie⸗ gegnet/ der eynen groſſen Hauffen mit ſich bracht/ von denen Voͤlckern die jehnſeit des Jor⸗ richo/ auff das Ge⸗ dans im Land Perea gewohnet/ vñ nach dem ſie vberwunden/ ſich widerumb vnter der Rõmer Herꝛſchafft begeben. Vil daſie hoͤꝛeten/ daß das Roͤmiſche Heer kam/floht auß der Statt Hie⸗ richo/ weil ſie ſahen/ das ſie nit ʒum beſten verwaͤret/ vnd begaben ſich auff das Gebirge des Je⸗ roſolymitiſchen Landes/ was aber fuͤr Volcks noch drinnen blib /das giengalles darauff. Dañ es war nicht ſchwer/ die Statt eilend einzunemmen /ſintemal ſie von natur nicht veſt/ vnd von den jhren/ ſo dauon gelauffen/ verlaſſen war. Die Statt iſt gebawen auff eynem flachen el⸗ Beſchrelung der de/ auff welchem eyn breyter vnd vnfruchtbarer Berg ligt. Dann gegen Mitternachtswaͤrts/ Start Hiericho. reychet er biß ins Land der Statt Scythopolis/ gegen Mittag aber/ biß an der Sodomiter Land/ vnd an die Grentz des toden Meers. Eyn duͤrꝛer vnd vngeſchlachter Boden/ vnd dar⸗ umb wohnen auch keyne Leuthe darauff /ſintemal alles bawen vergebens/ weil er von natur vn⸗ fruchtbar iſt. Gegen diſem/ ligt vber den Joꝛdan eyn ander Berg/ welcher ſich bei Juliade anfahet/ vnd gegen Mitternacht hoch iſt/ Oiſer aber ſtreckt ſich gegen Mittag/ biß zu den So⸗ baris/ die an der Grentze Arabie Petree wohnen/ da auch eyn Berg iſt/ der von alters her der Eiſern Berg genennt wird. Zwiſchen diſen zweyen Bergen ligt eyn Feld/ welches die Einwoh⸗ Liſen Berg⸗ ner von wegen der groͤſſe/ dieweil es ſich ſehr weit erſtreckt/ Magnum/ das iſt/ das groſſe/ nen⸗ nen/ welches beizweyhundert vnd treiſſig Stadia lang/ vnnd eynhundert vnd zwenzig breyt⸗ fahet an bei dem Doꝛff Gennabar/ vnd endet ſich an dem todten See. Der Joꝛdan laufft mit⸗ ten durch das Gefilde/ vnd verſtellt es gantz vnd gar nicht/ ſondern machet die gruͤne Vfer ſehr ſchoͤn vnd lieblich mit ſeinem anlauffenden Fluß/ vnd daß auch nahe daran ſtoſſet der Aſphalti⸗ ſche vnd Tyberiſche See/ die auß eynem Bunn entſpringen/ vnnd doch gar widerwaͤtige art vnd eygenſchafft haben. Dann des eynen Waſſer iſt gar geſaltzen vnnd vnfruchtbar/ des Ty⸗ Eygenſchafft vund beriſchen aber ſuß vnd fruchtbar. Im Sommer ʒwar gibt es auff dem gantzen Felde eynen pnterſcheyd des A⸗ groſſen Dunſt/ wann ſich der vnrath/ von wegen groſſer duͤrꝛe ſammlet/ vnd der důͤrꝛe Boden verderbt wird/ Daher auch denen ſo darneben wohnen/ erbaͤrmliche Kranckheyten enſtehen. Dann es iſt alles duͤrꝛ/ außgenommen die ͤrter/ ſo nahe beim Fluß ligen. An denen Orten aber die etwas weit dauon gelegen/ verdirbt auch die Frucht auff den Baͤumen. Daher auch die Frucht vnd Palmen vil vollkommener vnd herꝛlicher ſein/ die an den Vfern des Joꝛdans wachſen/ die andern aber Za gerin. 3 N Joſua⸗ Bliſens machet das KS2 boſe Waſſer gut⸗ a. Regum 3. Wie der Balſam Beſchreibung des Aſpaltiſchen Stes. Egeſippi/ von gerſtoͤrung der St Beſchretbung des Brunnens fuͤr ziericho/ den erſtlich Joſua erobert/ Bernach der Propher Eliſeus ſuß/ geſund vnd fruchtbar machet/ vmb welchen eyn ſchoͤnes groſſes Feld ligt/ darinn allerley ſchoͤne Auſtgorten/ darinn der koͤſtliche Balſam /Cypreus vnd Myrobalanus wachſſen. 5 S zu gebaͤren/ vnd war ſonſt gar vngeſund. Daher als die Einwohner den Pro⸗ iſt das Waſſer gemiltert/ das Brunnenloch groͤffnet/ vnnd die Quelladern geheyliget/ das vil oyn lieblicher Tranck herfur quillet/ alle bitterkeyt des Waſſers in ſuſſigkeyt verwandelt/ vñ dz Land vil fruchtbarer worden. Daß auch die Leuth fruchtbarer worden/ vnd vil Nachkomme⸗ nen hinderſich gelaſſen/ vñ das fruchtbare Waſſer nit auffgehoret/ dieweil Gott ſeine gnadzu eynes ſolchen Propheten Segen fuͤr den trewen Dienſt der gerechten geben. Daß alſo die frö⸗ lich antwort vom Him̃el/ auff das Gebett Eliſei/ die natur des Waſſers verwandelt/ vnd von ſtundan die vnfruchtbarkeyt vertriben/ vnd fruchtbarkeyt eingegoſſen. Da denn alsbald die Menſchen angefangen ſich haͤfftig ʒu mehꝛen/ deßgleichen auch die Fruͤchte des Landes/ vnnd der vnfruchtbare vnd bittere Waſſer/ das zuuor die Saet getoͤdet/ vnd das Maul voꝛ bi den trinckenden zuſam̃en gezogen/ das Lande fruchtbar/ vnd die trinckenden froͤlich ʒumacht/ das ſo man das Land nur eyn wenig bawet/ vil geſchlachter wird/ dañ wann mans lang Waͤß⸗ ſert. Welches denn auch eyne newegnade iſt/ daß je weniger mans bꝛaucht/ je mehꝛ es erſchießt/ vnd da es eyner ʒuuil braucht/ deſto weniger Fruͤchte bringe/ vñ daher auch vil mehr denn an⸗ derere Brunnen/ waͤſſere/ dieweil eyn wenig auß diſem/ zu groſſer fruchtbarkeyt dienet. End⸗ lich/ ſo ligt eyn Feld rings herumb ſibenʒig Stadia lang/ vnd ʒwentzig breyt/ in welchem mat die aller ſchoneſie Gärten findt/ mancherley gattung der Dattelbaum/ vnd ſolche ſuſſe Datel⸗ kern/ wie Honigſeym/ nichts geringer denn die andern. Da zeuget man den Opobalſam/ wel⸗ ches wir darumb mit dem zuſatz alſo nennen/ Dann die Bawersleuth ritzen die Zweiglein/ da⸗ rinn der Balſam waͤchßt/an der Rinde auff/ daß durch dieſelben Riß/ der Safft ſich allgemach ſammle vnd herauß tropffe. Eyn Riß aber heyßt auff Griechiſch/onmope. Da ſollen auch wachſſen Cypreus vnd Myrobalanus/ die an andern Oꝛten gar nicht gefunden werden. Das Waſſer iſt wie ander Bruñwaſſer/ doch vil koſtlicher/ im Sommer kalt/ im Winter law/ vnd der Lufft gelinde/ alſo das auch die Einwohner im groͤſten Winter Leinen Kleyder tragen. Beſchreibung der gelegenheyt/art vnnd natur des Sees Aſphaltites/ oder des toden Meers/ was daſſelbe Waſſer fur ſeltzame art habe/ Wʒ fur ſeltzame Frůchte da wachſſen/ da dañzunoꝛ Sodoma vnd Gomorea geſtanden, die Gott von Ztt̃el herab mit Schwe⸗ fel vnd Fewer/ vmb der Einwohner boßheyt willen/ vmbgekehret vnd verherget hat. Vhwoͤllen wir auch des Aſphaltiſchen d ehg ſchafft beſehen. Dann es iſt vil an er /der alten oͤrter gelegenheyt/oder SE anderer Element wunder/ denn der Juden Auffruhr beſchreiben. Sinte⸗ mal ſolche groſſe Laſter das Gemůt detruben/ Diſe ding aber dʒ Gemůte⸗ frewen/ wann man ſie erzehlet/ vnd die alte Geſchicht herfur bringet.* S iſt auch bei der Statt Hiericho eyn groſ er Brunn vnnd der⸗ ſelb iſt gut zu trincken/ vnd feyßt zu Wäſſeren/ welcher Jeſus Naue/ derſtar⸗ y cke Held/zu allererſt dem Cananeiſchen Volck genommen. Diſer wardan⸗ faͤnglich fuͤr boß gehalten/ vnd machet die ſo daruon truncken/ vnfruchtbar/ pheten Eliſeum/ der des Elie Juͤnger war/ vnnd nit geringer denn ſein Mai⸗ ſter/ batẽ/ daß er zur danckbarkeyt fur die Herberg/ an dem Oꝛt/ den er durchwandelt/ daß boͤſe vom Waſſer vertribe/ erfand er diſe Artznej/ wie es die alten Hiſtorien der Konng bezeugen/ be⸗ fahl das man jhm ſolt eyn jrden Gefaͤß mit Salt bringen/ welches er nam/ vnnd ſchuttet des Salt in die Waſſerquelle/ vñ ſprach: Ich habe dʒ Waſſer geſund gemacht/es ſoll forthin keyn Tod/ noch vnfruchtbarkeyt daher kommen/ Vnd das Waſſer ward geſund/ nach dem wort (ſpricht die Schrifft) des Propheten Eliſei. Von diſem geſegneten Sals/ ſo darein geſchutt/ kaul voꝛ bitterkeyt Sees natur vnnd eygen ili munb mjt 6 ſ6 ingt 1. echal ſman ſnſt ußeyn ſbewel dochga das ſie walt en fützur poncht mncht cyn wa heniſ/ derſche ſerthue ſchwim Bichſ Dochl gehet. ſoeserf zu verb lüngee 50St londeg habt/N durch ſe anderer nitv daßvo lesonf woluerd verherge vM ſochetw chngeſt Nunhn tiſchch Veruſalem/ Das IIII. Buch. 74 wollen aber/ als die wir nicht ſo gar gelehꝛt vnd erfahꝛen/ den Vaͤttern/ die auß Egypten wide⸗ rumb in das gelobte Land gezogen/ nachfolgẽ/ auff daß/ ſo villeicht jemann diſe vnſere Schꝛiff⸗ ten zu haͤnden kommen/ nicht als vnſer gedicht leſe/ſondern der Vättergeſchicht vberleſe. Dañ es iſ gar liebiich vnter der Voꝛfahꝛen wohnung vmbgehen/ vnd der Alten Spruche vnd Tha⸗ ten gedencken/ vnd ſich damit ergetzen. Nuh wolan/ daß wir diſes Waſſers natur vnd eygen⸗ ſchafft an den tag bringen/ vnd vnſer Schreiben nit auch in diſem See verderbe/ auß welchem doch alles lebendig/ welches ſonſt erſauffen ſolt/ wie mans dafuͤr halt/ vberſich getriben/ vnnd vb mans ſchon mit gewalt darauff ſtoßt/ von ſiundan außgewoꝛffen wird. Das waſſer iſt an jhm ſelbs bitter vnd vnfruchtbar/darinn nichts lebendiges wohnen kan/ leidet auch keyne iſch noch Voͤgei/ dir doch ſonſt des Waſſers gewohnet/ vnd ſich gern vntertauchen. Man ſaget daß eyne brennende Kertz auff diſem Waſſer ſchwimme/ vnd wann das Liecht verliſcht/ ohn al⸗ le bewegung vnterſincke/ vnnd wann man ſchon mit fleiß etwas lebendiges vntertruck/ daß es doch gar ſchwerlich am Boden bleibe. So ſagt man auch/ daß Veſpaſianus befohlen/ etlichen ſo nicht ſchwimmen koͤnten/ die Haͤnd auff den Ruͤcken zubinden/ vnd hinunter zuſtoſſen/ vnd das ſie alsbald alle entbor geſchwummen/ als ob ſie voller Winds geweſen/ vnd mit groſſer ge⸗ walt eneboꝛ getriben/ vnd vberſich geſprungen. Es haben jhr vil/ vil erdichtes dinges von diſem See fur war gehalten/ welches vns doch nie in Sinn kommen/ denen die der ſachen vnerfahꝛẽ⸗ fuͤrzutragen. Daß er aber auch ſol treimal des tags die Farb des Waſſers veraͤndern/ vnnd mancheriey Jarben bekommen/ wann die Sonne darein ſcheinet/ das hab ich nicht koͤnnen fuͤr eyne warheyt ſetzen/ dieweil diſes Sees Waſſer vil dunckeler denn andere Waſſer/ vnd anzuſe⸗ hen iſt/ als ob es verſenget were. Vnnd zwar/ wunn es ſchon von dem Sonnenglantz eyn wi⸗ derſchein gibt/ iſi nichts newes/ noch fuͤr eyn Wunderwerck zuhalten/ dieweil ſolches alle Waſ⸗ ſer thuen. Daß aber iſt gewiß/ das auff dem Waſſer ſchwartze ʒaͤhe Baͤchſchollen hin vnd wider Reczſcholle ſchwim⸗ ſchwimmen/ welche die jehnigen/ ſo damit vmbgehen/ mit Schifflein aufffahen/ vnd ſol das Baͤch ſo ʒaͤhe anhangen/ daß mans weder mit Eiſen/ noch mit anderm Metall kan abloͤſen.“n⸗ Doch leſt es ſich erweichẽ/ durch das Blut/ ſo den fluͤſſigen Weibern/ zu gewoͤhnlicher ʒeit/ ent⸗ gehet. Dann wann mans damit anruͤhret/ oder mit Harnwaſſer beſtreichet(wie es die ſagen/ ſo es erfahren haben) ſo muß es von eynander ſpringen. Es ſol aber gut ſein die Schiff damit zu verbichen/ vnd dem Menſchlichen Leibe geſund/ ſo es zur Artznej gebraucht wird. In die länge erſtreckt ſich der See biß an Zoaras in Arabia /ʒs o Stadia/ In die breyte aber auff die Gelegẽheyt des So⸗ 10 Stadia/ biß an der Sodomiter Grentze/ die voꝛ zeiten in eynem vber die maß fruchtbarem eneſ.19 Lande gewohnet/ daß an allerley Fruͤchten ſehr reich geweſen/ vnd herꝛliche ſchoͤne Staͤtte ge⸗ Joſeyb. von Jüdi⸗ habt/ Nuh aber iſt dieſelbige Gegend wuſt/ vnd mit Fewer verzeret. Dann da jhnen Gott alles im ₰ durch ſeine gůte mitgetheylet /fruchtbare Ecker/ vnd eyn ſolch Jeld/ daß voller Weinberg/ vnd am? Lap. anderer fruchtbarer Baͤum war/ aber die vndanckbare Leuth/ des allerhoͤchſten Gottes gewalt 8 der nit voꝛ Augen hetten/ gerad als ob er nicht alles ſche/ noch alle ſchande achtet/ vnd nichts were/ vethernn nd daß voꝛ jhm heymlich oder verboꝛgen ſein koͤnte/ vnd alſo mit jhrer ſchandlichen vnreynigkeyt alles anfiengen zu vermiſchen vnd zu beflecken/ luden ſie damit Gottes zoꝛn auff ſich/ daß zum woluerdienten lohn ſhꝛer grewlichen miſſethat/ das ewer vom Him̃el fiel/ vnd daſſelbige Land verhergete. Daß alſo fuͤnff Staͤtte angezuͤndet/ von welchem man noch gleichſam die ſchatten vnd Mahlzeychen in der Aſche ſihet. Es brannte das Erdreich/ Es brennet das Waſſer/ darinn noch etwas von dem Him̃liſchen Jewer vberbliben/ vnd noch bleibet. Man ſihet da der euſſerli⸗ chen geſtalt nach luſtige Apffel/ vñ ſchoͤne Treubel/ das ſie eynem eyn luſt geben dauon zueſſen⸗ ſo man ſie anſihet/ wann man ſie aber abbricht/ ſo knellen ſie auff/ werden zu Aſche/ vnnd geben eynen Rauch von ſich/ als ob ſie noch brenneten. Solche ding/ die man von der Sodomiter erſchrecklichem Exempel gewiß weyß/ habe ich von wegen der ſtraff aller Gottloſen/ mit nich⸗ ten verſchweigen koͤnnen. Dann ſo ſich ſolches mit jhnen verlauffen/ iſt keyn zweiuel/ daß die Gottsfoꝛchtigen jhꝛe belohnung haben werden. Veſpaſtanns beſetzet die Veſtungen vnd& tãtte vmb Jeruſalem/ ſchicket Zncium Ant nium/ die Statt Gereſam einzunemmen/ vnd wird alles vmb Jeruſalem verherget/ vnd denen zu Jeruſalem der paß verlegt. N i Egeſippi/ von Zerſtoͤrung der Statt Eſpaſianus aber beſetzet alle Flecken ſo zu nähſt der Statt Jeru⸗ 2 P ſalem gelegen/ deßgleichen auch die Veſtungen der Staͤtte/ mit den Jomi⸗ N ſchen Kriegsuolckoder Bundsgenoſſen/ daß nuh alles dz wider ſie war/wel⸗ ches ſie doch zuuorjhnen zum Krieg wider die Roͤmer gar dienſtlich zu ſem/ vermeyneten. Schicket auch nichts deſto minder Lucium Annium gehn Ge⸗ G reſam/ der die Statt mit liſt erobert/ vñ Tauſent junger Maͤnner/ die in der Flucht verkuͤrtzt woꝛdẽ/ vmbbracht/ Sehr vil wurden gefangen/ vñ jhꝛe Guͤter võ den ꝗ riegs⸗ leuthen gepluͤndert. Die ligende Guͤter aber/ ſo antroffen woꝛden/ auß befehl des Haubtmañs *Tigilino Joſeyh· Mero ſeiner Mutter nicht verſchonet. auß gebraͤnnt/ vnd alles preiß gegeben. Es verhergeten die Romer Berg vnd Thal/ daß alles was vmb Jeruſalem her lag/ des Kriegs voll war. Es hatte auch die foꝛcht der gefahr beiden Jeroſolymitern keyn auffhoren/ dieweil jhnen der Paß allenthalben verlegt/ daß niemañ durch die flucht der gefahr entkommen mochte. Drinnen war auffruhr/ außwendig alles verſchloß ſen/ vnd ob ſie ſchon nicht bleiben wolten/ konten ſie doch auch nit daruon kommen /Dann da gleich etliche verhofften gnade bei den Roͤmern zu erlangen/ wann ſie zu jhnen floͤhen/ konten ſie es doch voꝛ den jhren nit zuwegen bringen. XX. Cap. Veſpaſianus erfahret zu Caͤſarea das Nero vmbkom̃en/ dabet deñ auch gemeld wird/ wie vbel Nero gehanſet/ wie ſchandlich er ſich ſelbs erwuͤrget. O Eſpaſianus war widkt gehn Caͤſaream gezogen/ daß er ſich da ſtaͤrckete/ vnd nachmals von dannen die Statt Jeruſalem mit Heerestrafft Wn belägerte. Da kam jhm die Bottſchafft/ daß Nero vmbkommen/ nach der er treizehen gantzer jar/ vnd acht tage das Keyſerthum̃ verwaltet/ welcher di⸗ B ſer ſtraff wol wert/ als der nicht nur eyn Meyneydiger/ Mutter vñ Schwe⸗ WS ſter Moͤꝛder/ vnnd eyn Blutſchaͤnder geweſen/ ſondern auch den gewalt des Roͤmiſchen Reichs/ vnd deſſelben Empter vnd geſchaͤffte/ den aller groͤſten Schaͤlcken vnter ſei⸗ nen freigelaſſenen Knechten befohlen. Dann dieweil er ſelbs niemand glauben hiet/ ſo hatte er alle in verdacht/ vnd daher meynet er/ daß er ſich fuͤrnemlich Nimphidio vnd? Gemellino ver⸗ trawen koͤnt/ welche jhres geringen Stands halben ſeines willens geleben muſten. Aber ſie ent⸗ ſetzten ſich auch dermalen eyns haͤfftig fuͤr ſeiner Tyrannej/ Vnnd dieweil er ſeine aller liebſte Freunde erwuͤrgete/ meyneten ſie ſolches an jhme ʒuuerhuͤten/ vnd dem voꝛzukom̃en/ darfur ſie ſich beſoꝛgeten/ Machten derwegen mit den andern eyne verbundniß/ vnd verlieſſen den Blut⸗ moͤdder/ dañ welches ſolte der wol verſchonen/ der ſeiner leiblichen Mutter nit verſchonet hetter Als er nuh von allen ſeinen verlaſſen war/ flohe er auß der Statt/ mit vier ſeiner freigelaſſenen Knechten/ Vnd da er ſahe/ daß er von denen/ die zuſam̃en geſchwoꝛen hatten/ vnd dem wider⸗ waͤrtigen Hauffen betraͤngt ward/ wiche er heymlich in eyn Voꝛwerck/ auſſer der Statt/ von Doꝛnen ʒerꝛiſſen vnd ʒerzerꝛet/ dieweil er ſich foꝛcht er mochte von jemand geſchen/ vñ alſo ver⸗ rathen werden. Darnach als er maͤrcket/ daß er vmbringet/ damit er nit grewlich gepeyniget wuͤrde/ machet er jhm eyne ſeltzame Ruͤſtung von Holtz/ vñ bereytet ſie mit ſeinen eygenẽ. Han⸗ den/ ſich damit zu erwuͤrgen. Vnd wendet ſich zu ſeinen freigelaſſenen Knechten vñ ſagt/ Was fuͤr cyn Maiſter ſtirbet; Alſo hat der grewliche Blutmoͤdder/ wie er verdienet/ eyn ende genom⸗ men/ vnnd wie er ſeine Mutter vnd die ſeinen erwuͤrget/ ſein ſelbs auch nicht verſchonet. Ey eyn ſchoͤner Maiſter ſeines todes/ der erfunden hat/ daß er ſo vmbkaͤme daß auch ſein Tod nicht ohn ſchandliche That were. XXI. Cap. Das Gerůcht von Neronis tod iſt ehe außkommen/ denn es geſchehen. Galba kommet an ſeine Statt/ Titus vnd Agrippa ʒiehen hin/ ſich bei jhm des beſcheyds des Rriegs halben zu erholen/ vnterwegen abererfahret er/ daß Galba auch vmbkom̃en/ vnd Ottho das Reyſerthumm angefallen/ kehret derhalben wider zum Varter Veſpaſinno/ der den Jůdiſchen Rrieg auffgeſchoben/ vnd ſich des Roͤmiſchen Reichs trewlich angenommen. 3 Burg vonde erkeyn ter chli Vahe doffte beten/ Doske cynen iſn n/ vn ſderma Rnennt fonc nchthe bezit nem ſi Feruſalem/ Das IIII. Buch. 76 As Geruch aber von Neronis tod/ kame ehe auß/ denner geſtor⸗ ben/ nach dem der Leuth brauch/ welchen es gnug iſ/ wann ſie das vernem̃en darnach ſie begirig ſein/ fragen nach dem andern allen nicht/ breyten es bald M auß/ vñ bꝛingẽ das vngewiſſe/ das man gern höꝛt/ vnrer den gemeyn? Mañ. 9 Doch ſtund es nit lang an/ ſo ward es ruchbar/ das Galba were Keyſer woꝛ⸗ Gaſa den. Daher Veſpaſianus bedacht war/ des newen Juͤrſten beſcheyds/ von Nömiſche Reyſer dẽ Juͤdiſchen Krieg ſich zu erholẽ/ ſchicket derhalbẽ ſeinen Sohn Titum/ vñ den Koͤnig Agrip⸗ pam dahin. Titus kam wider ʒu ruck auß Achaia/ da er ſahe/ daß auch Galba im ſibenden Mo⸗ nat vnd tage/ ſeines angemaßten gewalts/ der ehren beraubt/ vnd ſeine ſtraff empfangen/ mit⸗ ten in der Statt/ auff dẽ Marck ʒu Rom/ Vnd Oettho groß gluͤck vnd das Keyſerthum̃ bekom⸗ men. Agrippa zog vollends gehn Rom/ daß er des newen Fuͤrſten gunſt vberkaͤme/ Aber Titus miſche Reyſer hielt des Vatters lieb vnd ehr vil groͤſſer/ denn den Fuͤrſtlichen gewalt/ vnnd gedacht es wuͤrde ſeinem Vatter ſelbs nit gefallen/ wann er ohn ſeinen befehl fortzoge. Ja freilich/ das Heer gab jhm zuuerſiehen/ daß er zu rechter ʒeit mit den newen ʒeitung zum Vatter gekehret/ vnd das ſie 3 nit wůſten/ woh ſie ſich ſolten hinwenden. Endlich ſchub auch Veſpaſianus/ der vmb des gan⸗ 4 0 3 1 tzen Reichs vnd Vatterlands woſſtand ſorgfaͤltig war/ den Krieg auff/ vnnd nam ſeines Regi⸗ menis war/ vngeacht deren ſachen/ die im Juͤdiſchen Lande fuͤrgiengen/ dann es war jhm der — gemeyne Nutz/ vnd ſein Vatterland trewlich angelegen. XXII. Cap. Die ʒu Jeruſalem feiren nicht/ Simon eyn verꝛuchter Menſch/ ſchlägt ſich zu den Mös dern /halt ſich alſo/ daß er jhr vanubtmann wird/ fahet an zu Ranbeñ/ vnnd henckt vil Volcks vnd boͤſer Buben an ſich. Die auffruͤhriſche zu Jeruſalem/ woͤllen ſeinen gewalt beiʒeit daͤmpffen ʒiehen jhm entgegen/ werden aber võn jhm geſchlagen. Ber die Juden/ welche vil eyn haͤfftigern Krieg vnter den jhren) Einon eyn andere denn wider die außlaͤndiſchen fuͤhreten/ lieſſen nit nach. Dann da Johannis Auffrhrer. auffrühriſche Rott vnertraͤglich war/ entſtund vber das eyn anderer/ mit Na men Simon/ wiewol nicht ſo gar tuckiſch/ jedoch von Leib ſchoͤn vnd ſtarck/ daher er auch zu allerley bubenſtuͤck deſto frecher/ der Moͤrderej gewohnet/ — ſchand vnd Laſter zu begehen vnd anzufahen vnuerdroſſen war. Er war eyn Sinon geſellet ſich Burger von Geraſa/ eyn ſtarcker junger Mann/ den der Hoͤheprieſter Ananus geſchlagen/ vñ zu den Motdern. bůͤndniß/ vnd vnin von dem Oitt/ da er wohnet verjagt/ daß er ſich in andere Landſchafft begeben mußt. Aber da nblichen Muumnwſtn er keyn raum noch platz vnter den fridlibenden vnnd ehrbaren fand/ ſchlug er ſich ʒu den Moꝛ⸗ Sun/ mtn aun dern/ vñ ob er jhnen gleich anfaͤnglich verdaͤchtig war/ daß er ſie nicht mit eyner Meuterej hin⸗ terſchliche/ ſo macht er ſich doch jhnen leichtlich angenem/ in dẽ er ſich jhnen gleichfoꝛmig hielt. Verhergete mit diſen alles/ was nahe bei den Veſtungen gelegen/ dieweil ſie nicht wol weiter doꝛfften greiffen/ ſondern als die in den Hoͤlen verboꝛgẽ lagen/ nur die ſo fuͤruber zogen/ berau⸗ beten/ ohn allen vernern außbruch/ als die an dem einheymiſchen Moꝛd eyn vernuͤgen hatten. Das konte Simon/ als der eyn freueler Menſch/ nicht lange dulden/ vnd bracht in kurtzer zeit eynen groſſen Hauffen zuſammen/ verhieß den Knechten freiheyt/ den Freien Beſoldung/ den böſen Buben vergeltung. Da alſo auff diſe weiſe ſehr vil ſich des Raubens halben zu jhm ſchlu⸗ gen/ vnterſtunde er ſich die Schlöſſer zu ſtuͤrmen/ die Leuth in den Staͤtten zu vberfallen/ jagt jedermann eyne foꝛcht ein/ vnd hatte ſein auffenthalt in eynem Doꝛff/ welches Aiacis Mawer genennt war. Zog nuh alſo einher mit Zwentzig tauſent Gewapneten/ vnd dieweil ertaͤglich Simon Scharnd⸗ foꝛtruckete/ beſoꝛgeten ſich die Jeruſolymiter fur jhm/ vñ konten wolerachten/ daß es jhnen zu tzelt mit denen von nachtheyl gereychen moͤchte/ wann ſie ſich laͤnger ſtaͤrcken ſolten/ wurden derhalben zu rath ſie vnd be⸗ bei ʒeit ʒu daͤmpffen/ fielen auch geſchwind herauß mit gewehrter Hand/ vnnd griffen Simo⸗. nem an. Aber er war mit nichten vnfuͤrſichtig/ noch vngeruͤſt auff ſolche heymliche auff⸗ ſaͤtze/ ſondern empfieng ſie/ da ſie an jhn kamen/ vnd erleget den mehrern theyl/ Die andern aber jaget er/ vnd notiget ſie alſo/ das ſie wider in die Statt fliehen mußten. N Egeſippi/ bon geſtörungder Scate XXIII. Cap. „ Simon bekrieget Jdumeam/ muß erſtlich ohne Sig abʒtehen/ bald hernach aber wird er jhrer machtig/ durch huͤlff vñ beiſtand Jacobi/ eynes fuͤrnemen Idumeers/ der an ſei⸗ nem eygenen Vatterland vnd Landsleuthen trewloß worden/ vnnd Simoni durch verz rãtherej vbergeben/ Demnach erobert Simon auch eyne vralte Statt/ ebron genannt/ daſelbs eyn Terebinthbaum von anfang der Welt geſtanden/ Zeucht fort/ verherget al⸗ les /Johannes ſtellt jhm hinderliſtig nach/ verlegt jhm die Straſſen/ fahet jhm ſein Weib auff/ S imon laßt etlichen die vͤnde abhawen/ ſchicket ſie wider in die Statt/ vnnd tro⸗ tzet Johannem alſo lang/ daß er jhm ſein Weib widerumb zuſtellet. Nd da er auch mit den Idumeern Scharmuͤtzelt zog er doch wi⸗ der ab als der jhnen gleich war/ weil er aber nicht geſiget/ ſo thets jhm eben ſo wehe als ob er vberwunden woꝛden. Als er aber widerumb mit jhnen ſolt ne Schlacht thuen/ ſahe ers fuͤr gut an/ mit liſt die ſache anzugreiffen/ vnd S bekam eynen freiwilligen Diener zu ſolchem betrug. Dann man maͤrckt es wol/ wamit er vmbgieng/ darumb kam Jacobus/ der Idumeer Oberſter ey⸗ ner/ehn liſtiger vnd verſchmitzter Kopff zu ſolchen ſachen/ heymlich zu Simon/ vnd erbot ſich jhm ſein Vatterland zuuerꝛathen/ die verꝛaͤtherej ſeines Vatters/ vnd alle Jdumeer zubetrigẽ/ vnd nach dem er den lohn derkůͤnfftigen freundſchafft/ daß er jhn nemlich fur den fuͤrnemeſien vñ treweſten halten ſolt/ ſelbs beſtum̃et /ſagt er jhm zu/ daß er ſie jhm ſambtlich wolte verꝛathen/ vñ ward die freundſchafft mit eyner Mahlzeit beſtãtiget/ vnd durch groſſe verheyſſung Simo⸗ Jaeobus/ eyn Idu· nis der Pact zwiſchen beyden befrafftiget. Da nuh Jacobus wider zu den ſeinẽ kam/ fieng er an meervnd Verräther zu ruͤhmen/erſtlich bei etlichẽ wenigẽ/ wie er der Feinde ſtaͤrcke erkuͤndiget/ vñ eynen gewaltigen Fwes Parcrlande⸗ hauffen/ erfahꝛneKriegsleuth/ eyne ſolche groſſe menge/ die nit leichtlich mit Krieg ʒu vberwin⸗ den were/geſehen hette. Darnach bracht er ſolche red allgemach auch vnter die Oberſten/ End⸗ lich wie Simon mit eyner vnzahlbaren menge/ gar tapffer daher ʒiehe/ nach der Koͤnige brauch ſein Heer angeſiellt/ gute vꝛnung hatte/ die Glid fein außgetheylet/ vnd geſchickte Heerfuͤhrer hette/ Derhalben die Idumeer jhꝛer ſelbs wol ſolten warnemen/ vñ eynen ſolchen Mann lieber 1— — [— zum freund denn zum feind haben/ Vnnd wahrlich wann ſie am anzug ſehen/ daß er jhnen zu ſtarck/ſolten ſieohne gefahr weichen/ vnd ſich in keyne Schlacht mit jhm einlaſſen. Als er nuh ſahe daß der mehrertheyl jhm beifiel/ vñ Simon vernom̃en/ daß er ſolte zur Schlacht greiffen/ der gewiſſen hoffnung/ die Jdumeer wuͤrden ſich zerſtrewen/ da ſaumet er ſich nit lang. Diſer aber/ als der Heerfuhꝛer mit den ſeinen/ vñ eyner der voꝛ andern der Schlacht begirig/ da er ſa⸗ he/ daß die Schlacht mit geringem Kriegsuolck verſuchet ward/ehe der angriff geſchach/ wand Simon gewinnt J⸗ er ſein Pferd/ vnd flohe dauon/ deßgleichen thatẽ auch ſeine Geſellen. Alſo wendte vñ zerſtrewet S er die gantze Schlachtoꝛdnung/ vñ vberantwoꝛtet dem Simon den Sig ohne Schwertſchlaͤg Shwereſchläg. in die Haͤnde. Da nuh Simon diſe Vöicker erlegt hatte/ ward er frecher die andern anzu⸗ L greiffen/ vnnd erobert wider ſein eygen hoffnung Chebron/ die vhralte beruͤhmte/ Volckreiche/ gervyne. an vnnd gewaltige Statt/ fand groſſen Raub darinnen/ vnnd nam die köſtliche Frůchte hinweg. Dann man ſagt/ daß es die aller alteſte Statt ſei /nicht alleyn in Paleſtina/ ſondern auch vnter allen Staͤtten in Egypten/ von den vhralten gebawet/ Daher auch vil der meynung ſeind/ das Memphis⸗ Memphis/ die doch ſonſt fuͤr eyne gar alte Statt gehalten wird/ nach diſer gebawet ſei. Es ha⸗ ben auchetliche geſagt/ das Abraham darinn gewohnet/ nach dem er auß Meſopotamia des Syriſchen Lands,in Egypten gezogen/ vñ das ſeine Kinder daſelb jhre Begräbniß von ſchont Marmelſteyn/ auffs koͤſtlichſt gebawet/ auff ſiben Stadia von der Statt haben. So ſagt man auch fuͤr gewiß/ daß eyn groſſer Terebinthbaum/ von Anbegin der Welt da geſtanden ſc. Ob ſianden. er aber noch vorhanden/ das iſt mir vnbewußt. Von dannen reyſet Simon auß/ verwůſtet 30 die Veſtungen/ zerſtoꝛet die Staͤtte/ ſammlet allenthalben Volck auff/ daß er mit Viertzig tau⸗ ſent Gewapneten einher zog/ vnnd alles zu nicht macht/ wohin er entweder als eyn Freund oder guter Gonner kam. Dann woh wolte man gnug Pꝛouiand fuͤr eyn ſolch groß Volck fin⸗ den Es ward alles von eynem ſolchen groſſen Hauffen Kriegsuolck/ wie eyn Eſtericht zertret⸗ ten/ Vnd gieng nicht alleyn die gegenwaͤrtige Frucht darauff/ als wann ſie von Hewſchrecken verzehret were/ ſondern es konte auch hernach keyne Frucht daſelbs herfur wachſen/ weil das Land alſo vertreppelt war. Johannes erſchrack ſchr/ das Simon ſo gewaltig— vnd di uod pft in nn de u ſ0 ſiget — mitzerf mitzur wolt/w erin det denwo erinſe hfig. Beruſalem/ Das IIII. Buch. 76 vnd die gantze auffruͤhriſche Rott ward angſithafftig. Sie hetten jhn gern hingerichtet/ aber ſie dorffte njhn nicht mt Krieg angreiffen. Sie ſtelleten jhm abermal hinderliſtig nach/ verlegten jhm die Straſſen/ fiengen auch ſein Eheweib/ ſambt jhrem Frawenzimmer/ vnd wenig Maͤn⸗ Simonis Weiß von nern/ ſo jhnen nachuolgeten/ ruͤhmeten ſich ſehꝛ/ als ob ſie den vollkommenen Sig erhalten/ den veloten gefangẽ⸗ der meynung /es ſolt jhnen Simon zu Fuſſe fallen/ gleich als wann ſie jhn ſelbs gefangen hiel⸗ ten. Aber er/ als eyn harter vnd vngeſchlachter Menſch/ der ſich niemanns erbarmet keyner Heyligkeyt noch Liebe ſonders achtet/ ward haͤfftig erzoͤrnet /vil mehr darumb/ daß jhm ſolch vnbilligkeyt widerfahren/ denn daß jhm das ſo er lieb hett/ geraubet worden/ martert vnd pei⸗ niget/ die er antraff vil hefftiger vnd grewlicher. Vilen hieb er die Haͤnde ab/ vnd ſchicket ſie mit ʒerſtuͤmmeltem Leib wider hinein/ daß ſie ſeine grauſamkeyt verkuͤndigten/ vnd zugleich Simon laßt eiſiche mit ʒu verſtehen geben ſein draͤwen/ daß er die Maweren ʒerꝛeiſſen/ vnnd die Statt verhergen die Hande abhawẽ⸗ wolt/ woh ſie jhm nicht alsbald ſein Weib wider ʒuſtelleten. Daß er auch gleicherweiß allen/ ſo er in der Statt fuͤnde/ die Haͤnde vnd Glider ʒerſtuͤmmeln wolt/ wann ſie nicht bei ʒeit rath fin⸗ den wuͤrden. Da ſie alſo haͤfftig erſchreckt /ſchicken ſie jhm ſein Weib wider zu/ dardurch war er in ſeinem wuͤten etwas beguͤtiger/ vnnd ließ den verſchloſſenen eyn wenig ruh/ daß er nicht baͤfftig auff der Burger Belaͤgerung trang. XXIIII. Cap. Otho vnd Vitellius /kriegen vmb das Reyſtrthumm/ vnd erſtlich ſiget Otho/ da aber des andern tags den Streit wider angangen/ Valens vnd Cecinna/ des Pitellij aubt⸗ leuth/ die oberhand behalten/ erwůrget ſich Otho ſelbs zu Brixel.— S Skam aber nicht alleyn Galba vmb ſondern es blib Otho auch auff dem platz/ da die Oberſten deß Vitellij/ den das Frantzoͤſiſche Heer zum Keyſer gemacht/ mit eynander ſcharmuͤtzleten. Vndzwar im erſten Streit behielt Otho die oberhand/ Als man aber des andern tags den ſtreit wide⸗ rumb anfieng/ vnnd Otho jnnen worden/ das Valens vnd Cecinna/ Vi⸗ tellij Oberſien/ den ſig erlangt/ vnnd vil auff ſeiner ſeiten vmbkommen⸗ N iiij ., Egeſippi/ bon Zerſtoͤrung der Statt 4 0 3 3 hat er ſich zu Brixel/ da er ſich hielt /ſelbs erwuͤrget/ vnd der ſchmach abgeholffen/ als er nicht 7 1laͤnger den zwen tag vnd trei Monat regiert hatte. Derenhalben Vitellius/ als eyn Sighen mit dem Heer/ das auff beyden ſeiten vberbliben/ gehn Rom gezogen. *„ 2—. Cap. Veſpaſianus/ vnd ſein Vaubtmann Cerealis/ verhergen das Jůdiſche Land/ Simon ʒeucht wider fuͤr Jeruſalem/ nach dem er Idumeam durch ſtreyfft /Johañies der Tyrann erlaubt in der Statt allerley ſchand vnnd mutwill/ Die Idumeer trennen ſich von Jo⸗ hanne/ Die Burger foͤrchten ſich fuͤr jhnen/ vnd nemmen Simonem in die Statt zum Ge⸗ hůlffen/ der ſich aber als eyn Feind/ gegen beyden theylen erzeyget. Veſpaſianus ver⸗ 5 Vr ſelbigen zeit reyſet Veſpaſianus auß der Statt Caͤſarea ver⸗ herget das Juͤdiſche Land/ vñ bekrieget alle nahe Gebirg vñ Schloͤſſer/ Was Cerealis des Römi⸗ ſchen Heers Hanbt⸗ mann. 5 ſtreyffet auch Cerealis/ eyn Haubtmann des Romiſchen Kriegsuolcks/ alles mit ſeinem Reyſigen Zeug/ etliche vertilget er/ etliche macht er vnterthan/ Trib groſſe Hauffen gefangene vor jhm her/ vnd ward alles vmb Jeruſalem außgebrannt/ da⸗ mit die Juden keyn zuflucht hetten. Daß alſo den Juden voꝛ der Belaͤgerung alle Paͤß verlegt wordẽ. Aber jehne namẽ jhꝛer ſelbs ſogar nit war/ daß ſie auch daſelbs in der Statt mit eynan⸗ der ſtritten. Darinnen war Johannes der Tyrañ/ außwendig der Maweren war Simon der feind/ welcher da er ſein Weib widerumb bekommen/ eyn wenig außſtreyffet/ vnd als er Idu⸗ meam verherget/ kam er vil ſtaͤrcker wider/ zog vmb die Maweren der Statt Jeruſalem/ daß ſie von den Waffen erdoͤneten. Johannes der dꝛinnen lag/ reytzet die ſeinen mit Laſtern zum Krie⸗ Greuliche vnd vner⸗ ge/ in dem er alle Schande frei erlaubet. Es gieng im vollen ſchwanck Rauberej/ ſchandlich be⸗ horte ſchand/ vnnd gierd/ außgeſchuͤtte Geylheyt/ Geruch allerley koͤſtlicher Salben/ ſie machten jhnen ſchoͤn der frauß Haar /mit groſſen Nadein/ die Augen hubſch mit Stibien ſteyn/ vnnd legten Weiber Kleyder an. Ja ſie ʒiereten ſich nicht alleyn weibiſch/ ſondern namen auch der Weiber ʒartlig⸗ keyt an ſich/ vnd vnzimliche bulſchafft/ die Maͤnner hielten ſich gar weibiſch/ namẽ Weibiſche Stimmen an ſich/ vnnd verſtoͤreten jhꝛe Natur durch ʒaͤrtlicheyt des Leibs/ ʒzogen lang Haar ⸗ machten jhnen weiſſe Angeſicht/ ſchmucketen die Wanhen/ Zopfften die Bartlocken/ uͤbeten doch neben ſolcher uͤppigen zartligkeyt/ grewliche vnd vnertraͤgliche Tyrannej. Giengen auch mit leiſen Tritten einher/ vnd hatten doch als geſchwinde faͤrtige Kriegsleuth/ vnter den bun⸗ ten Rocken/ Schwerter verborgen/ zogen ſie geſchwinde herfuͤr/ vnd durchſtachen was ſie an⸗ traffen. Wer Simonj entgieng/ der ward von Johanne erwuͤrget. Wann ſemann fuͤr Johan⸗ ne flohe jnnerhalb der Statt/ vnd jhn Simon erwuͤſchet/ ſo opfferet er jhn voꝛ der Maweren Idumeer trachten auff. Es war eyn ſchwere vneynigkeyt/ Die Jdumeer trachteten wie ſie Johannis Tyrannej ſ abſchaffen moͤchten/ dann ſie neideten ſeinen gewalt/ vnnd haſſeten ſeine grauſamkeyt/ Strit⸗ mogen/ ſtreiten wi⸗ ten wider des Tyrannen Trabanten/ triben ſie zuruck/ vnd jagten jhnen nach/ biß in den K⸗ der hn⸗ niglichen Hoff/ welchen die naͤhſte Blutsfreunde des Koͤniges der Adiabener gebawet hatte ⸗ Johannie Raub triben ab die jehnigen/ ſo zur gegenwehꝛ beſtellet warẽ /ielen hinein/ namen den Tempel ein/ wird geylaͤndert. vnd pluͤnderten den Raub des Tyrannen/ Dann es hatte Johannes daſelbs ſeine Guͤter hin⸗ dergeleget. Es kam ſie aber eyne groſſe forcht an/ es moͤchten die Jdumeer bei der nacht/ von dem Tempel in die Statt kommen/ das Volck mit dem Schwert erwuͤrgen/ vñ die Siatt mit Die Burger zu Je⸗ Fewer verhergen. Durch ſolche forcht wurden ſie beſtuͤrtzt/ daß ſie nicht rathſchlagen konten/ Snn Eie was jhnen zu thuen/ vnd da ſie eynen Tyrannen nicht erdulden konten/ fureten ſie den andern berommen alſo fur auch hinein. Johannes hatte mit betrug die Tyrannej angefangẽ/ Diſer Simon aber/ der der Cyrannen gemeynen Statt zu huͤlff erbetten war/ fuͤhꝛete erſt eyn rechte herꝛſchafft den Burgern/ vnd der i Statt eynen Tyrannen auff den hals. Dann es ward der. Hohepꝛieſter Matthias ʒu jhm ge⸗ ſandt/ jhn demutig zu biiten/ daß er hinein zoͤge. Er aber waͤgert ſich ſtolt genug/ jhr Herꝛzu ſein/ als ober ſichs ſehr beſchwerete/ aber die eitel Ehꝛ erlaubet jhm/ daß er mit ſeiner ganßen Macht in die Statt hinein fiel. Sie thaten die Thoꝛ mit jhren eygenen Haͤnden auff/ daß ſie vil eynen ſchaͤdlichern hinein fuͤhreten/ da ſie doch den geringern verflucheten. Derßalben als nuh Simon nach ſeinem wunſch hinein kommen/ erzeyget er ſich gegen maͤnniglich/ z„ ſich zur wehre ſtellet/ erwuͤrget er/ welche aber gnad begerten/ denen ſchencket er das leben. Er verjagt die Feinde/ leget ſein Volck dahin. Deßgleicht durch⸗ intw wolſo vnter demn den dietht chteni mehr fen/ d ſchan ſolche derw her /v zume dem2 negw gihige dulden mer E ren/ ſ welche Keyſer Jegen ſchonn anſche wlligg fre ſihe, ver ſ chn wid. juheſo tnſih nentrin fihenj eruſalem/ Das IIII. Buch. Feind/ alſo/ da ß er denen ſojhn hinein beruffen/ vñ jehnen/ wider welche ſie ſeine huͤlff begeret/ Simon erzeygt ſich gleich feind war. Johannes hielt an mit ſeiner hinderliſtigkeyt/ die Statt ſtund in groſſen ireie noten. Man konte nicht eygenlich wiſſen/ welcher vnter diſen/ Johanncs oder Simon/ den n ent. ſeinen groͤſſern ſchaden thet. XXVI. Cap. Als Veſpaſfiant alte vnnd tapffere Rriegsleuth erfahren/ wie die ſachen zu Rom ey? gerele geſchaffen/ daß Vitellius Reyſer worden/ verdreußt es ſie haͤfftig/ werden der⸗ halben mit eynander ʒu rath/ Veſpaſianum vmb ſetner Tugend willen/ auß ſchuldiger danckbarkeyt/ zum Reyſer ʒumachen/ er aber weygert ſich haͤfftig doch da er vberman⸗ net/ vnnd gleichſam darzu gezwungen ward/ gaber ſeinnn willen darein/ name ſich von ſtundan des Reichs Geſchaͤfft ernſtlich an/ vnd zog in Egypten⸗ Vr ſelbigen zeit kam das geſchrey/ von den jnnerlichen Burger⸗ (2 lichen Kriegen/ vnter das Roͤmiſche Heer/ daß Galba vnd Ocho gewiß vmb⸗ kommen/ vnd Vitellius Keyſer worden/ der doch als der aller aͤrgſte Schalck vnter jhnen /gleich wie die Heuen were ſitzen bliben. Da ſiengen die alte er⸗ S fahrne Kriegsleuth an/ ſich mit eynander zu beſpꝛachen/ vnd verdroß ſie vber dik maſſen ſehr/ auff die Oberſten Legionen zu Rom/ die nuh mehr des Kriegs waren/ vnd der Kriegeriſchen Voͤlcker Nammen vergeſſen hatten/ vnd ſich gleich⸗ wol ſolches gewalts anmaßten/ den Kriegen jhres gefallens eynen Reyſer ʒuoꝛdnen/ vnd ſich vnterfiengen/ dem Roͤmiſchen Reich eynen Voꝛſteher zu erwehlen. Durch welches Exempel demnach das Kriegs uolck in Franckꝛeich bewegt/ dem Vitellio das Reich ʒu beuehlen/ ehe ſie den Rath/ vnd das Volck zu Rom darumb befraget/ da ſie mitlerweil fuͤr Spetknecht gehaltẽ ⸗ die thuen muͤſſen/ was andern Leuthen gefalle/ vnd ſie zu foͤrderſt an der gefahr ſein/ zu den ehꝛen die letzten ſein muͤſſen/ vngeachtet/ daß ſie nuh ſo lang gekrieget/ die Triumph taͤglich mehꝛen. Zu dem das jehne/ vnd auß den aller geringſten/ Herꝛen machen/ vnd ſolche auffwerf⸗ fen/ die gar keyn nutz/ ſondern die faͤuleſte Tropffen ſeien/ die nichts denn Pancketieren/ vnnd ſchande treiben koͤnnen. Derhalben muͤſſe man ſich auffmachen/ jhnen entgegen ziehen/ vnd. ſolche vnbilliche Sachen abſchaffen. Sie haben doch Veſpaſianum eynen tapfferen Mann/ Veſpaſtanus eyn der wert were/ daß er von maͤnniglich zum Keyſer erwehlet würde/ als der eyn guter Rathge⸗ flerer Heid. ber/ vnd zum Streit vil vermoͤglicher were/ deñ die jungen/ man ſolte bei zeit eilen/ daß er nicht zum erſten von andern erwehlet wuͤrde/ welches jhnen mit denen er im Krieg alt worden /in dem Triumph/ eyne ſchand were. Wann koͤnte wol eyn beſſere gelegenheyt fuͤrfallen/ jhm ſei⸗ ne groſſe muͤhe vnd arbeyt ʒu vergelten Es werde der Rath vnd Gemeyn ʒu Rom/ des Vitellij Vielius ehn groß gritzigen Schlund/ des gemeynen Mannes(wil nicht ſagen der Keyſer) vnehr/ nicht koͤnnen ſer Schlenmer. dulden/ daß die ſchaͤndliche Trunckenboltz laͤnger in dem hohen Ambt bleiben/ welchen der Roͤ⸗ mer Gut zu ſeinem Vnkoſten klecke. Vnd lieber wer wolte eynen Tyrannen zum Herꝛen bege⸗ ren/ ſo er in dem Heer eynen hat/ der da wirdig iſt/ das Roͤmiſche Reich zu verwalten? Vnd welche Voͤlcker ſolten ſich ſolchem vberfluß gern vnterwerffen/ vnd den Laſtern ergeben/ ſo des Keyſers traͤgheyt eyn rechte vrſach iſt des Krieges/ Vnd im gegentheyl Nuchterkeyt in eynem Regenten/ friden erhallt/ vnd die Jeinde vberwindet? Wer ſihet nicht an Veſpaſiano/ ob er ſchon noch eyn Priuat Perſon iſt/ daß er des Regiments wert/ vnd dem Roͤmiſchen Reich wol anſtche/ dem eyn ſolche anzahl Kriegsuolck/ vnnd der ſtaͤrckeſte Hauff des Roömiſchen Heers/ willig gehoꝛcher Was verziehen wir Solte er die Keyſerliche Wirde/ die er durch vnſere tapf⸗ fere Tugend erlanget/ eynem andern laſſen/ vnnd wir das jehnige/ daß vns von Rechtswegen zuſtehet/ eynem andern vbergeben; Vnd zwar wann wir jhn auch nicht ehꝛen wollen/ ſollen wir jhn auch nicht verkleyneren. Laßt vns bei leib nicht ſo vnbillich handeln/ daß er von vns verſchmahet werde/ als ob er ſolches Reichs vnwirdig ſei/ deſſen doch Vitellius wert geachtet wird. Endlich dieweil ſein Bruder/ vnd ſein Sohn Domicianus in Italia ſeind/ iſt wahrlich Domieianus in zu beſorgen/ daß nicht wir/ die jhm zugehoͤꝛen/ vnd voꝛlangeſt ſeiner ſolten eyn Ehꝛ gehabt ha⸗ Italia⸗ ben/ ſeinet halben in gefahr kommen/ oder ſo jehne/ wie wir koͤnnen erachten/ auff den Tyran⸗ nen tringen/ jhm nachtheylig ſei/ daß ſein Bruder vnd Sohn ſich entboret/ vnnd muͤſſen an⸗ fahen jhn als eynen Vbelthaͤter anzuſchawen/ den wir nicht haben wollen als eynen eyſer an chen. Pgeſippi/ von Zerſtörung der Statt 4 0 1 1 anſehen. Da ſolche Reden vnter den Kriegsleuthen ſtarck giengen/ fielen ſie Veſpaſianum 7 1 an/ mit bitt/ er wolte die Verwaltung des Roͤmiſchen Reichs annemmen. Er aberſchlug es Veſpaſiano wird ſtracks ab/ wendte fur ſeine vnwirdigkeyt/ vnd daß ſchon eyn Keyſer beſtim̃t/ vnd man jnnerli⸗ chen Krieg fliehen ſolte. Je veſter ſie anhielten/ je beſtaͤndiger er widerparth hielt/ Biß ſieend⸗ WVeſpaſianus niet lich/ da er ſich ſo haͤfftig ſpaͤrꝛet/ mit gewehꝛter Hand jhn vmbringeten/ vnd mit bloſſen Weh⸗ desfeeſerehun ren jhm den tod draweten/ dann ſie maͤrckten daß es jhnen zu groſſem nachtheyl gerathen/ vnd nach welchem doch gefahr bringen wuͤrde/ wenn er zu ruck gewichen were/ Da ergab er ſich vil mehr denen die auff andere ringen jhn trungen/ denn das ers freiwillig angenommen/ darnach doch andere pflegen zutrachten. Die Kriegsknecht trungen darauff/ die Haubtleuthe riethen darzu/ Er fieng aber vil ehe an zu⸗ Veſpaſianus reyſet ſoꝛgen/ denn der Ehꝛen ſich anzumaſſen/ vnd eilet in Egypten/ dann er wußte daß dem Roͤmi⸗ in Eghpten⸗ ſchen Reich vil an demſelbigen oꝛt gelegen/ als darauß man Fruͤchte haben/ vnnd da er eyne zu⸗ flucht moͤchte finden/ wann er den Sig behielte/oder eynen auffenthalt wider den Vitellium/ ſo der Krieg laͤnger ſolte waͤren. Daß auch daſelbs zwen Kriegshauffen weren/ welche er eilends wolt ʒu ſich bringen/ daß die groſſe Statt/ die von Natur mit vilen Veſtungen vmbgeben/ vil mehꝛ in jhrer/ denn in frembder gewalt blibe/ welches denn auff beyde außgaͤng des Krieges ſchꝛ dienſtlich were. Derhalben ich auch von des orts gelegenheyt/ ſonderlich aber von der Haubi⸗ ſtatt ſelber eyn wenig ſagen muß. XXVII. Cap. Vrſprung vnd gelegenheyt der Statt Alexandrig in Egypten/ deßgleichen auch des Landes gelegenhepyt/ Fruchtbarkeyt vnnd vandthierung. Item des wunderbarlichen 5 Ports vnd Thurns. Wrprung gel E Je Statt Alexandriam hat Alexander gebawet/ der von wegen Alerandria, F ſeiner groſſen Tugend mit dem Zunamen Magnus/ das iſt/ der Groſſe/ ge⸗ Q nennt worden. Vnd ligt die Statt zwiſchen Egypten vnd dem Meer/ wie eyne verſchloſſene Burg/ vñ hat nicht Meerhafen oder Schifflaͤnde/ gleich Europa waͤrts/ ſtoßt ſie an die durꝛe oͤrter Lybie/ die zu Egypten gehoͤren/ der obertheyl aber ge⸗ gen Mittag vnterſcheydet Syrien von den Moren/ vnnd die Cataracten/ oder hoͤhe gaͤhe faͤll des Fluß Nilj/ dadurch man nicht Schiffen kan. Gegen Auffgang lencket ſich dahin das rote Meer/ biß an Cliteo/ welcher Ort der aller euſſerſt vnd letzt iſt/ von dannẽ man biß in Indiam Schiffen kan. Derhalben ſie auff eyner ſeiten mit groſſer Sonnenhitz/ auff der ander ſeiten/ mit dem Juͤdiſchen vnd Egyptiſchen Meer vmbgeben iſt/ gegen Mitternacht hat ſie nur eyne eyntzige Mawer/ da man in Syriam zeucht. Das ander alles iſt allenthalben verſchloſſen/ vnd von Natur gantz wol verwahret/ alleyn daß die Veſtung gegen Mitternacht waͤrts zertheylet iſt/ vnd gleich als zwey Thor hat/ dardurch die frembde Wahr von dannen in Egypten gefuͤh⸗ Eayptenland wird ret /oder die vberigen Frucht in ander Laͤnder gebracht werdẽ. Das Land iſt vber auß groß/ dañ berice. Ior zwiſchen Sirne vnd Peluſio/ iſt es ʒwey Tauſent Stadia lang(iſt anders dem zuglauben/ daß pdilo befeuchter; man dauon ſagt) vnd von Plinthine biß gehn Peluſium auch Treitauſent vnnd ſechshundert. Eyn Land darinn es nicht regnet/ vnd das doch auch keynes Regens bedarff/ weil der Nilus mit ſeinem anlauffen ſelbs feuchte gnug gibt. Auff beyden ſeiten fleuſſet der Nilus/ hat gut Wet⸗ ter/ daruon das Land fruchtbar/ die Ecker geſchlacht/ der Grund feyßt wird/ vnd kommt beyde Schiffleuthen vñ Ackerleuthen ſehꝛ wol/ Etliche fahꝛen mit Schiffen/ etliche fuhꝛen den Acker⸗ baw. Jehne fahren mit Schifflein vmb jhꝛe Felder/ diſe bawen vnd ſaͤen ohne alles Pflůͤgen. Da ſihet man keyne Schlitten/ das Land iſt mit Floßgraͤben vnterſcheyden/ vnd gleichſam er⸗ hoͤhet wie Maweren/ von den Schiffen/ vñ die Haͤuſer auff dem gantzen Land/ ohne ordnung/ die vmb den Nilum her ligen/ als wann ſie auff dem Land ſchwiĩen/ wann der Nilus drumb laufft. Dañ man kan drauff Schiffen biß in die Statt/ die man heyßt der Elephanten Statt⸗ baß hinuͤber aber/ wie geſagt/ kan man von wegẽ der gaͤhen Faͤll nicht Schiffen/ nicht daß das Waſſer im Wirbel verſchwind/ ſondern daß der gantze Strom ſich ſturtzet/ vnd das Waſſer Reſchreſbung des gleichfam hinab fallt. Die Port oder ſchifflaͤnde diſer Statt/ wie gemeyniglich aller oͤrter⸗ ſo Espptiſchen Poꝛts, am Meer gelegen/ anfahrt/ iſt gar ſchwer zutreffen/ vnnd vil muͤheſeliger denn andere/ als der faſt wie eynes Menſchen leib am Haubt oder ſtelle etwas weit/ im Schlund oder Sensn wie ſchier alle Staͤtte in Egypten/ daß man von auſſen gar ſchwerlich darzu kommen kan/ dieweil ſie in den aller euſſerſten otern Aſie gelegen. Gegen ui jmn nul Iiſi zderge ſiſn junn ſuſſ piſtD Wobol ſchren ichtde in W lucken dochho von we thendi ſliſt mentde weildi lum zeltvnt Schif yngeſtů darzwi Pout/v dieſlbi waret/ bens de gefuͤhe Welt/ neher Jeruſulem. Das IIII. Buch. 178 da das Meer vnd die Schiff hinein flieſſen/ von welchen der Port gleichſam ſchnaubet/ wann jemann der engevñ gleichſam dem maul des Poꝛts entgangen iſt. Wie eyn ander Leib geſchaf⸗ „ fen/ alſo ſtreckt ſich dz Meer auch weit vnd breyt auß. Zur rechten aber des Ports/ iſt eyne kurtze Inſel/ vnd darinn eyn groſſer Thurn/ welchen beyde Griechen vnd Latiner von ſeinem nutz Pparus/ eyn hohes oder gebrauch Pharum genennt/ darumb daß er weit von den Schiffleuthen geſehen wird/ daß Thurn. ſie ſonderlich bei naͤchtlicher ʒeit/ ehe ſie zum Poꝛt kommen/ an dem angezuͤndten Fewer er⸗ kennen/ daß das Land nahe ſei/ damit ſie nicht im finſtern betrogen werden/ auff ſcharpffe Fel⸗ ſen ſtoſſen/ oder des rechten eingangs am Port verfehlen. Seind derhalben daſelbs etliche ge⸗ wiſſe Diener/ welche mit Fackeln vnd Holtzwerck das Fewer ſtaͤts erhalten/ welghes wie eyn Boꝛbott des Lands/ vnd eyn Zeyger des ſchmalen Ports weiſet/ das enge Loch/ dadurch man fahren muß/ deßgleichen die krumme Waſſergaͤnge/ die gaͤhe vmbwendung des eingangs/ daß nicht der ʒarte Schiffboden ſich anſtreyffe/ vnnd im anfahren in die ſcharpffe Felſen/ die mit den Waͤllen bedeckt/ anſtoſſe. Muß man derwegen/ wann man hinein kom̃t/ ſich eyn wenig lencken/ damit nicht das Schiff/ ſo es an die verborgene Steynfelſe ſtoͤßt/ verderbe/ da man doch hoffnung hat aller gefahr zu entgehen. Dann der Eingang des Poꝛts iſt zimilich ſchmal⸗ von wegen/ daß er zur rechten mit Zigelſteynen eingezogen iſt/ ʒur Lincken mit Felſen/ von wel⸗ chen die Lincke ſeite des Poꝛts verſtopfft iſt. Vmb die Inſel wirfft man auch vber die maſſe groſ⸗ ſe Laͤſte hinein/ damit nicht von dem groſſen vngeſtuͤm̃ des Meers/ an der Inſel/ die Funda⸗ ment der Inſel weichen/ vnd von groſſem gewalt von eynander gehen. Daher geſchicht es/ (weil die vngeſtuͤmme Waͤllen an die Inſel anſchlqgen/ vnnd wider zu ruͤck pꝛaͤllen vnter die ſcharpffe Felſen/ vnd groſſe Laſt/ ſo man da zuſam̃en gebawet) daß der Gang darzwiſchen all⸗ zeit vnruhig iſt/ vnnd von wegen des vngeſtuͤmmen durchfluß gar gefähꝛlich/ denen ſo hinein Schiffen. Der Poꝛt iſt treiſſig Stadia weit/ die Stelle ſichs; vnd gantz ſtill/ es ſei auch ſonſtſo vngeſtuͤmm als es woͤlle. Dann dieweil er/ wie geſagt/ von auſſen eng iſt/ vnnd die Inſel darzwiſchen/ ſo treibt er die groͤſſe vnden des Meers weg/ vnnd wird darinnengar eyn ſicherer Poꝛt/ vnd macht alſo die gefahr/ die man im eingang hat muͤſſen außſtehen/ wett. Dann durch dieſelbige enge des eingangs/ wird der gantze weite Poꝛt beſchirmt/ voꝛ dem Vngewitter be⸗ waret/ voꝛ der aͤlte behuͤtet/ welche ſonſt den Eingang gar ſawer macht. Vnd iſt micht verge⸗ bens der Poꝛt ſo ſicher/ oder ſo groß/ dieweil alles was der gantzen Welt von noͤten/ dahin muß gefuͤhꝛet werden/ dann deſſelben Lands/ groß vnd maͤchtig Volck/ handthieret mit der gantzen Welt/ vnd dieweil es eyn fruchtbar Land iſt/ vnd alles was die Erd bringet/ vollauff hat/ ſo er⸗ nehꝛet vnd erhellt es mit Frucht/ vnd anderer notturfft/ ſchier die gantze Welt. Nach dem Veſpaſianus alle ſachen in Egypten verꝛichtet zeucht er wider in Syriam⸗ kom̃t gehn Caͤſarea/ darnach gehn Berith/ dahin ſich viler Statt Legaten verſam̃leten/ Da auch Joſephus ſeiner Banden entlediget/ vnd zu Ehꝛen kommen. A nuh Veſpaſianus alles was jhm dienſilich dermaſſen vertich⸗ F tet/vñalle Kriegsleuih in ſeine Regierung verwilligten/ vñ gantz ſicher war⸗ daß es in ſeinem abweſen auch gluͤcklich wuͤrde gehen/ macht er ſich eilends G auff /widerumb in Syriam/ ließ doch Tiberium Alexandrum/ der dazumal S 2303 Egypten voꝛſtund/ anſprechen/ damit er auch ſeines Kriegsuolcks/ ſo dazu⸗ mal in den Obern grentzen lag/ gunſt vñ freundſchafft hette/ vnd er des Roͤ⸗ miſchen Reichs notturfft/ nach ſeinem beſten vermoͤgen befuͤrderen moͤcht. Solches was jhm auffgelegt war/ that Tiberius ſchꝛifftlich ſeiner Landſchafft vnd Kriegsuolckʒu wiſſen/ welches ſie auch alle mit freuden annamen/ vnd jhꝛe trew vñ gunſt verhieſſen. Veſpaſianus kam gehn Caͤſaream/ vnd von dannen gehn Berith/ dahin die Legaten auß vilen Staͤtten/ hauffenweiß⸗ mit groſſen freuden kamen. Es ward auch da Joſephus/ auß beuehl des Keyſers /ſeiner Bandẽ entlediget/ darzu deñ Titus halff/ das man die Ketten nit auffloͤſet/ ſonder ʒerbrach/ daß es eben ſo vil were/ wann man ſie ʒerbreche/ als ob er nicht gebunden geweſen. Der Vatter ließ jhm ge⸗ fallen/ hieß eyne Art bringen/ vnd die Ketten zerhawen/ damit die Juden maͤrcken ſolten/ daß auch jhnen die gnad nicht ſolte abgeſchlagen werden/ ſo ſie ſich bekehreten/ vñ vmb fride baͤten⸗ Sum theyl auch da er nit eynes andern erkanntniß oder gewalt voꝛ behielt/ dieweil nuh aller ge⸗ Joſephus wird ſet⸗ ner Gefaͤngmß ent⸗ lediget. walt jhm zugeſtanden. XXIX. Cap. ——— —— 5 Egeſippi/ bon Zerſtoͤrung der Scatt 1 3 Veſpaſianns wird rathig gehn Rom ʒuziehen/ färtiget Mutianum mit eynem Reyſi Len zeug vorhin ab/ enbot Antonio in Italiam zufallen. Vttellius bleibt daheym/ panckerieret/ beuihlt die wlchtige vnndgefährliche ſachen Cecinne/ welcher als er ſihet/ daß er vbermanet/ vermahnet er ſeine aubtleuth/ von Vitellio abzufallen/ vnd Anto⸗ nio/ des Veſpaſiani Rriegs Oberſten ſich ʒuergeben. R kam volgends gehn Antiochiam/ daſelbs hielte er rath/ wie man moͤchte gehn Rom kommen/ dieweil er ʒu Alexandna/ wie auch in Egy⸗ . pten alles ſicher befunden. Bedacht ſich derhalben bald/faͤrtiget Mutianum Mutianus⸗ mit eynem guten theyl Reyſiges Zeugs vnd Fußuolcks ab/ daß er vor dem Keyſer in Jtaliam ankaͤme. Dieweil er ſich aber eyner langwirigen Schif⸗ S fahrt beſorget/ nam er ſeine Reyſe durch Capadociam vnd Phrygiam. Er Antonius⸗ gebot auch Antonio/ der vber die tritte Legion in Myſia Oberſter war/ er ſolte in Italiamfal⸗ Vitellius/ eyn ver⸗ len/ weil ſie noch vnbereytet/ vnd ehe ſich die Vitellianiſchen regeten. Dann Vitellius alseyn ſoffener vnd fahrlaſ verſoffener vndſchlafferiger Menſch/ dem das pancketieren mehr angelegen/ denn die Reichs⸗ ſiger Menſch. Mitellius vertrawet geſchaͤfft/ war in ſolcher groſſen gefahr gantz ſicher/ als ob er ſchlieffe. Doch als er endlich durch ſichvñallſeine Sa⸗ die Bottſchafft/ von des Antomjzukunfft/ ſchwerlich auffwacht/ faͤrtiget er Cecinnam mit chen dem Cecinne. eym hauffen Kriegsuolck ab/ vnd vertrawet ſolche gefaͤhrliche ſache eynem andern/ als der ſich auff Cecinne Mannligkeyt verließ/ dieweil er des Othonis Heer geſchlagen hatte. Nuher traff Antomum bei der Cremonenſer Statt an/ erkundiget alle ding/ vernam daß er eynen maͤchtigen Hauffen vnd tapffere Kriegsleuth/ die manchen Triumph erlanget/ zu feinden ha⸗ ben wuͤrde/ ſie aber weder an maͤnge jhnen gleich/ daß ſie wider ſolche/ die jhnẽ mit Cecinna berathſchla ſtarcke vberlegen /ſtreiten koͤnten/ Fordert derhalben die Haubtleuth ʒuſam̃en/ vndrieth/ man ger ſich mur ſeinen ſolt den Krieg einſtellen/ dieweil ſie zu ſchwach weren/ vnd des Keyſers Ehꝛ den vorzug hette/ Haubtleuthen/ vnnd— vermahnet ſie vom quch im Krieg des oͤberſten Hertzogs Nam vil gelte/ Veſpaſianus habe ſich bei dem Herm Vitellio abzufallen. Franckreich loblich gehalten/ vnd die Britanier vberwunden/ ſeie auch in Orient/ in groſſem anſehen vnd chꝛen/ vnnd gebe mit ſeinem groſſen Nam̃en gnug ʒuuerſtehen/ wie es hinauß ge⸗ hen werde. Da im gegentheyl Vitellius anders nichts thu denn ſchlemmen/ vnnd vnter den Mahlzeiten von des voꝛigen tags Gefraͤß/ raͤupſe/ vnd nichts anders warte/ denn ſo der Feind einfalle/daß er in ſeiner Voͤllerej ohne ſchmertzen vmbkom̃e. Von jehnem wurden die Kriegs⸗ leuth/ ſeiner Keyſerlichen hochheyt halbẽ mutiger/ von diſem aber/ durch ſeine vnehꝛ vnd ſchan⸗ de /kleynmuͤtiger/ derwegen wol zuzuſehen/ daß ſie nicht die Ehr/ ſo ſie im vorigen Krieg er⸗ langet/wider verlieren. Ob ſie ſchon Othonem vberwunden/ der Vitellio gleich geweſen/ ſo haben ſie doch jetzt init demʒuthuen/ der die gantze Welt mit ſeinen Triumphengezleret/ man muůſſe der gefahr mit gůte voꝛkom̃en/ damit ſie Veſpaſianum lieber/ als eynen Burger erweh⸗ len/ denn zum einde haben. Es ſei eyn erbaͤrmblich ding in Burgerlichen Kriegen vberwin⸗ den/ wie vil erbaͤrmlicher aber iſts vberwunden werd/ als ob eyner der ſeinen Feind were? Dem Vberwinder bleibt daß Vatterland/ den vberwundenen entgehet es/ oder ſo es jhm bleibt/ ſo wird er doch vmb ſeiner mißhandlung willen daruͤber verhaſſet/ vnd wird man vns dafuͤr hal⸗ ten/ als ob wir wider die Burger/ vñ nicht wider eynen Tyrannen gekrieget. Dañ der dq vber⸗ wunden wird⸗/der iſt keyn Burger mehr/ ſondern eyn Tyrann. Warumb woͤllen wir ſo gefaͤhꝛ⸗ lich kriegen? Eo iſt gnug/ daß wir eynmal dem Boͤßwicht ʒu gut geſiget/ deſſen wir vns ſchůͤ men muͤſſen/ daß wir ſeinet halben obgelegen. Wir meyneten er ſolt eyn feiner nuͤchter Regent werden/ durch ſolche groſſe wichtige ſachen auffwachen/ vnd dem Schlaff ewig vꝛlaub geben. Was verʒiehen wir laͤngerAlle vnſere Kriegsgenoſſen tragẽ eyn mißfallen an vnſerer gefahr⸗ alle Voͤl cker ſtraffen vns vmb vnſers Vrtheyls willen/ vnd verdammen vns/ daß wir eynen ſolchen ſchaͤndlichen Menſchen erwehlet haben. Was er fuͤr eyn Geſell ſei/ koͤnt jhꝛ daher ab⸗ nemien/ dieweil er nach dem Sig verwoꝛffen iſt. Man muß wahꝛlich voꝛ allen dingen von dem außgang des Krieges rathſchlagen/ vnd darnach zum Streit greiffen. Wann die gefahr vns vbereilet/ ſo iſt der ratſchlag vergebens. Wann der rathſchlag gefaͤllt/ ſo kan man recht darauff anfahẽ/ welches eynem ſoꝛgfältigen Haubtmanne ʒuſtuͤnde. So hab es alles erkůndiget/ daß es auch vffenbar ſei/ daß Veſpaſiani Kriegsheer ſiarcker ſei/ vñ vor laͤngeſ ſeine trewe Sn Vitell ſichge finſhr darna Reyſi laſſen demp pluͤnde vberde menab lor vier Dann vmbrit wardy ſines! Feruſalem/ Das IIII. Buch. 79 tellio bewiſen/ da er ſich freuenlich in Krieg gewaget/ vnd habe er geſiget/ daer am Sig verzwei uelt/ es ſei ſchon voꝛhanden/ was zuthuen ſei. Soforcht er ſich auch gar nit fuͤr ſeinem tod/ ſon⸗ der des Roͤmiſchen Hrers gefahr/ vnd welches weher thu/ daß die ſtreitbare Maͤnner jhr lob ſol⸗ len verlieren/ daß die ſollen vnten ligen/ die doch ſonſi pflegen die oberhand zu behaltẽ. Er muͤſ⸗ ſe auch wol zuſehen/ daß man nit meyne/ als ob es nicht durch ſaͤrcke/ ſondern ohn gefaͤhr im naͤhſten Krieg das eld behalten/ vnd jetzund hernach auß traͤgheyt/ vberwunden worden. Des Cecinne eer e ſich Antoniozu ergeben/ in der nacht kom̃t die Rriegs⸗ knecht eyne groſſe rew an/ woͤllen Cecinnam erwuͤrgen/ durch vnterhandlung aber der Vaubtleuth nmmen ſie jhn gefangen/ woͤllen jhn Vltellio ʒuſchicken. Antonins kommt jhn zuuoꝛ/ thut eyne groſſe Schlacht mit jhnen vor Cremona/ plůͤndert die Statt/ macht Cecinnam loß/ ſchickt jhn Veſpaſiano zu/ von dem er ehꝛlich begabt ward. It diſen vnd dergleichen worten bracht er die Kriegsknecht auff Du Rnegotnecht ſeine meynung/ daß ſie mit jhm willig zum Antonio zogen/ vnd ſich jbm er⸗ ehor abfall vo 2 gaben/ Aber wie der gemeyne Pofel/ ſonderlich das Kriegsuvlck/ ſchr vnbe⸗ Vel. ſtandig iſt/kam den mehrentheyl dieſelbe nacht eyns groſſe rewan/ inj hrem Lager/daß ſie Vitellium verlaſſen hetten/ in betrachtung/ daß/ ſo er die vber⸗ hand behielt/ ſie keyne gnad mehrzuhoffen/ als die von jhrem eygenen Her⸗ ren ſchaͤndlich abgefallen weren/ Stunden auff/ fiengen an/ e eyner mit dem naͤchſten/ den er antraff/ darnach ſambtlich ſich zu berathſchlagen/ wie man ſolchen jhꝛthumm mochte verbeſ⸗ ſern/Zogen von Leder/ vnd ſprungen auff Cecinnam zu/ vnd woiten die vnbilligkeyt der verꝛaͤ⸗ therej raͤchen. Aber da die Haubtleuth vber hundert vnd Tauſent darzwiſchen kamen/ enthiel⸗ ten ſie ſich zwar/ daß ſie jhn nit erwuͤrgeten/ doch namen ſie jhn gefaͤnglich an/ daß ſie jhn dem Vitellio ʒuſchickten. Da es aber Antonius jnnen ward/ mahnet er die ſeinen auff/ welche er mit Antonius ſchlag ſich gebracht/ vnd vberfiel die abtrinnigen mit gewehrter hand. Als ſie aber den hellen Hauf⸗ fen jhres gegenparts ſahen/ ruͤſteten ſie ſich zum Streit/ aber ſie wehreten ſich eyne kleyne zeit/ darnach wendeten ſie ſich vmb/ vnd flohen gehn Cremona. Antonius ſetzet jhnen mit dem HReiche Burger vnd Reyſigen Zeug nach/ kam zuuor/ vnd verleget jhnen den Weg/ daß die fluͤchtigen nicht einge⸗ Vſſiene werden laſſen wurden/ vnd die er vor der Statt erwiſcht/brachte er vmb/ daß eyn groſſet Hauff da auff ernona geplun⸗ dem Plat blib/ den andern volget er nach inn die Statt/ vnd erwuͤrget ſie. Da ward alles ge⸗ 3, pluͤndert/ vil Kauffleuth die anderswoher dahin kommen/ deßgleichen vil einheymiſche/ wurdẽ vber dem Raub erwuͤrget/ da ſie das jhre wolten behalten. Treiſſig tauſent vñ zweyhundert ka⸗ men auff Vitellij ſeiten vmb. Vnd Primus(dann ſo hieß Antonius mit dem Zunamen) ver⸗ lor vier Tauſent/ funffhundert von denen Kriegsknechten/ die er auß Myſia gebracht hatte. Dann da die Vitellianiſchen ſich jhres Lebens verwegen/ vnd ſich ʒuraͤchen begerten /Jals ſie vmbringet/ lieſſen ſie den Antoniſchen den Sig nicht ohne Blutuergieſſen zuſtehen. Cecinna ward von Antonio ledig gelaſſen/ vnd Veſpaſiano zugeſchickt/ da er denn nit alleyn friſtung Ceeinna wird Me⸗ ſeines Lebens erlanget/ ſondern auch ehrlich /fuͤr die ſchand der Verraͤtherj begabt worden. ſaßno zugeſchict⸗ XXXI. Cap. Sabinus wil auch ehr einlegen/ vnterſtehet ſich Vitellium/ entweder 3u erwůrgen/ o der ʒu verjagen zu dem ſich vil Edle ſchlagen/ auch Domicianus/ nemmen das Capito⸗ lium ein · Vitellius ſchicket die Tentſchen hin/ die erobern es widerumb/ erwuͤrgen vaſt die gantze Rott/ Domicianus kommt mit etlichen vom Adel wunderbarlich darnon/ Vit⸗ tellius laßt Sabinum grewlich peinigen vnd toͤdten · Ls aber Sabinus ſolchen Sig erfuhr ward er ſtoltz/ vnnd ver⸗ meynet auch eyn lob bei dem Keyſer zuerjagen/ ſo er Antonio ʒuuoꝛ kame S vnnd den Vitellium entweder erwuͤrgete/ oder verjagte/ oder ſo Vitellius S% ſich zur gegenwehr ſtellet/ vnd Antonius eben dazu kaͤme/ wie man deñ ſagt daß er jetzt vaſt ſchon voꝛhanden were/ ſam̃let er jhm eyn Kriegshauffen auß den Rotten/ denen zu Rom die Wachte beuohlen/ vnd nam das Capitolium tein. Es ſchlugen ſich auch des tags vber vil vom Adel zu jhm/ vnter Do⸗ — Vgeſippi/ bon Zerſtorung der Scatt 4 0 12 13 micianus/ des Veſpaſianj Bruder Sohn/ war/ daßi er beſorget Vitellius mocht ſichanjhm/ 7 1 als des Veſpaſiani Enckel raͤchen. Da aber Vitellius zwiſchẽ zwen gerathen/ gri er den nh⸗ Domieianus, We⸗ ſten an/ vnnd war weniger ſorgfaͤltig fur den andern/ der etwas weiter war(dann die gefahr ſo Bruder am naͤhſten iſt /ſchrecket am hafftigſten) vnd ſchicket auß zoꝛn die Teutſchen in das Capitoliũ/ Teutſche Rriegs⸗ die eyn ſehr grauſam Volck waren/ auch zugleich mit der maͤnge jhnen vberlegen/ vnd vmbga⸗ n gronſ ben des Sabini widerſpaͤnſtige Rott/ vnd brachten ſie vaſt alle vmb. Jedoch kam Domicia⸗ Epitolium. nus mit vilen vom Adel dauon/ da die Teutſchen die hoͤhe des Capitolij einnamen/ vnd von Sabinus grewlich Sabino vnd ſeinen Geſellen von dem oꝛt getriben wurden. Da ſag ich/ bekam Domicianus ben rier vnd geto gelegenheytzu fliehen /oder villeicht darumb/ dieweil er auch zu gemeynem verderben ʒůkůnff⸗ tigen Tyrannen geſpart ward. Sabinum ließ Vitellius grewlich peinigen vnd toden/ Alle Kleynoter des Capitolij wurden gepluͤndert/ vnd der Tempel angezuͤndet. Antontus kom̃t gehn Rom /thut trei Schlachten mit Vitellij Volck/ Vttellins iſſet das Venckermal/ ſaufft ſich doll vnd voll/wird durch das Volck geſchleyfft/ verſpott /geſchla⸗ gen/ vnd erwuͤrget/ ſchůtt Wein vnd Blut von ſich⸗ Es andern tages kam auch Antonius an/ man zog jhm entgegen vnd geſchahen trei Schlachten neben der Ringmawer/ darinn des Vitellij Volck alles darauffgieng. In des ſchlemmet Vitellius/ damit jhm nicht die Mahlzeit/ ſo er ſterben můßt entgienge/ vnd ließ jhm zu guter letz(wie mann zu end pflegt) tapffer aufftragen. Er ſoff eynen Becher vber den andern auß ⸗ vnnd fuͤllet ſich voll/ damit er weder ſchmach noch gefahr/ ſo jhm zu gewar⸗ Wiellus wird er⸗ ten/empfuͤnde. Da ward er von der gechgeriſſen/ mitten durch das A 6 ſpottet /geſchlagen/ welches er doch als eyn voller Zapff nicht empfand/ Vnnd ward erwurget mitten in der Statt/ daß Wein vnd Blut von jhm floß/ vnnd die vberfullte Speiſe von jhm ono, gieng. Welcher/ ſo er laͤnger ſolte gelebt haben/ wuͤrde er mit ſeinem vnmaͤſſigen Koſten/ vnd Zr⸗ koͤſtlichen Mahlzeiten/ des Roͤmiſchen Reichs Guͤter/ durch die Gurgel gejagt haben. Daßer ſgeweſen. alſo eben acht Monat vnd fuͤnff tage die Herꝛſchafft gehabt/ vñ Rom durch ſeinen Fraß 6ooo eiſclagen ſchier abgenommen/ Der andern erſchlagenen ſind vber die 5 fuͤnfftauſent gezehlt woꝛden. XXXIII. Cap. Mutianus vnnd Antonius kommen in die Statt/ können jhrem Volck das wuͤrgen Faum erwehren/ Mutianus oꝛdnet Domicianum ʒum Statthalter/ Veſpaſignus ʒeucht mit ſeinem Sohn wider gehn Alexandriam/ wird ʒu rath gehn Rom zuziehen/ färtiger nber ſeinen Sohn Tirum̃ mit eynem veer ab/ inn dem J uͤdiſchen Land den Rrieg vol⸗ lends hinauß zufuhren. Vitellius ißt ju gu⸗ Ce ter letz das Hencker⸗ vE W Vtianus vnd Antonius ʒogen gleich des volgenden tags in die Statt/ vnd konte kaum den Landsknechten wehꝛen/ daß ſie auffhoreten zu würgen darumb daß ſie die Vitellianer/ die ſich freuenlich das Regiment zu beſtellen/ vnterſtandẽ /veruolgeten/ vnd der gemeynen Burgerhaͤuſer durch F ſucheten /mit ſolchem zorn/ daß wann ſie eiliche vom Volck auß foꝛcht ver⸗ borgen funden/ als weren ſie Vitellianer/ ehe ſie die warheyt erkundigeten ⸗ Domicianus wird gleich todſchlugen /daß ſie auch offt ehe ſie frageten/ mit jhrem wuͤten voꝛkamen. Vnd dieweil ie 2e Beſpaſianus abweſend war/ſetzet Mutianus Domitianum/ als vb das Reich ledig were/vber Staithalter veroꝛd⸗ die gemeyne Embter/ daß ja ſeinem glůck michts abgienge. Es waren dannoch dazumal Domi⸗ e⸗ Rn zen cianus noch nicht ſo verꝛucht /ſonder noch vngeuͤbt inn Laſtern/ vnd eyn Lehrjung bubenſtuͤck wider mit Tito gehn vnnd gewalt zu uͤben. Veſpaſianus/ der durch den Winter vnd Winde auff dem Meer war Rlerandriam. auffgehalten vnnd verhindert worden/ zog wider mit ſeinem Sohn gehn Alexandriam.„ olck geſchleyfft/ ver⸗ l dn ſ beyd wiſ (ynl ndi ge war diL ne/d et/ ſm wan au N reitett deren gudere des ric elenʒa kucht wsiſt; ugen. inderg pels vy wohſie SBün ſen. volgen Seruſalem/ Das V. Buch. 80 eraber daſelbs den Sig/ vnd des Roömiſchen Volcks gunſtgegen jhm erfuhr/ nam er jhm füͤr/ Veßaſſanus ninm eilends hinzuhlehen/ daß ſich nicht in ſeinem abweſen eyn newer Lärmerhuͤbe/ wolt doch auch lbm für gehn Nom den Jůͤdiſchen Krieg nit erſitzen laſſen/ ſondern ſahe es fuͤr gut an/ ſeinem Sohn/ als der auch Elwin w ſei⸗ theyl heit an ſeinen geſchafften/ vnd damals jhn vertretten ſolt/ diſe ſach zubeuehlen/ damit er nen Vater iun Ju⸗ beydes zu Rom nichts verſaumet/ vnd die Juden auch des Veſpaſiani/ welchen der Sohn ver⸗ deamn abgefaruger⸗ weſete/ nicht mangleten. Wardalſo erwehlet des Vatters Trumph zuuollʒiehen/ vnd mit eynem auſſerwelten Kriegsuolck abgefaͤrtiget. Vnd nach dem Titus zu Land außreyſete/ kam Tuue tommt gehn er gehn Nicopolim/ welche Statt vier vnd zwentzig Stadia von Alexandria ligt/ daſelbs ſetzt Nieopolm· er die Kriegsknecht in groſſe Schiff/ vnd fuhre den Nilum ab/ biß gehn Thoni/ von dannen S zog er widerumb auß/ vnd herberget in der Statt Thamna. Das ander Laͤger ſeiner Reyſe/ Beraclea. war die Statt Heraclea/ das tritt Peluſiũ /da er denn zwen tag ſtill lag/ darnach reyſet er durch Pelnbn enpel die Wuͤſten/ vñ kam biß zu des Caſy Jouis Tempel/ demnach hett er ſeine niderlag zu Oſtraci⸗ Dſ empel⸗ ne/da es keyn Waſſer hat/ doch durch muͤhe vnd fleiß der Einwohner das Waſſer dahin geley⸗ Ahinocolm⸗ tet/ vnd der mangel erſtattet wird. Es namen auch die Rhinocoluri das Heer auff/ vnd thaten jhm guͤtlich. Von dannen kamen ſie in die Statt Raphea/ welche die erſte Statt in Syria iſt/ Aſcalon⸗ wann man auß Egypten ʒeucht vnd von dannen gehn Gazam/ welches die fuͤnffte Statt war Tafirr auff jhrer Reyſe/ weiter gehn Aſcalon/ darnach gehn Jamnia/ auß diſer gehn Joppen/ endt⸗ lich gehn Caͤſaream/ da mußten ſie eyne weile verzichen/ vnd den Kriegshauf⸗ fen verſammlen/ der noch im Winterlaͤger war/ vnd lieſſe⸗ ben dazumal die Kaͤlte des Winters— nach. 6 3.— R. 6 4 Egeſippi/ des † gBochberuͤhmten Geſchichtſchreibers/ bon Zerſto⸗ rung der Statt Jeruſalem. Das Pünffie Buch. Innhalt der Capitel diſes Fuͤnfften Buchs. e P er. ⸗ 5 — Je Auffruͤhriſchen zu Jeruſalem trennen ſich in trei Partheien/ richtẽ grewliche ty⸗ S ranneſ vnd Blutuergieſſen /in vnd duſſer dem Tempel an. 4. Eyne lange vnd erbärmliche S klag vber die Statt Jeruſalem/ darinn neben erzehlung viler Wunderwerck der heyligẽ Voꝛ⸗ fahren/ die rechte vrſ ach ſolches granſamen jam̃ers gemeldet wird/ nemlich die creutzigung vñ —— verachtung Chriſti. 3. Titus ruckt auff Jeruſalem zů/ kom̃t in groſſe gefahr/ in dem er hin reitet die Stattzu beſichtigen. 4. Titus ſchlagrt ſich ritterlich durch die Feindẽ ſojhn vmbringet/ Bie an⸗ dere Nacht kom̃t er mirſeinem gantzen veer/ die Juden werden eyne zeitlang mit eynander eyns fallen 3ů gnderen malmit Lroſſer vngeſtuͤm̃ herauß/ werden aber endlich mit gewalt ʒuruͤck getriben. 5. Johan⸗ nes richtet am Oſtertag vnter dem ſchein des Gottes dienſts betrug an/ erobert den Tempel/ vnd zwinget jeleaʒarum vñ Simonem ſeines gefallens. 5. Die Indẽ locken mit erdichter demut die Roͤmiſche Rriegs knecht zur Mawer/ vmbringen ſie darnach/ daß ſie hart beſchädiget/ kuͤm̃erlich daruon kom̃en. 7. Ti⸗ tus iſt ʒoꝛnig/ daß ſie wider ſeinen beuehl h nlauffen/ draͤwet jhnen harte ſtraff/ laßt ſich doch wider begu⸗ tigen. 8. Titus laßt die Thal vnd Klingen erſchuͤtten/ vnd alles ſchleyffen/ Die Juden Scharmuͤtzeln inder Statt/ vñ muß ſich das Volck wol leiden. 9. Beſchreibung der Stat Jerhſalem/ Item des Tem⸗ pels/ vnd deſſelben ʒugehoͤꝛ. n0. Die Burg Antonia von Verode gebawen. Titns beſichtiget die Statt/ woh ſie anʒugreiffen. Ncanor ſein guter Freund wird erſchoſſen/ Ttus erzoͤrnet/ vnd beuthlt ernſtlichzu Stuͤrmen. Bie Judẽ werffen Fewer in den Sturmzeng/ Johannes der IJdumeer vaubtmañ wird erſchoſ⸗ ſen. u. Trei Thuͤrn fallen in der Nacht von jhnen ſelbs ein/ daruͤber die Roͤmerhafftig erſchrecken/ des volgenden Tags Stůrmen ſie/ vnd erobern dieerſte Mawer. 12. Simon vnd Johannes wehren tapf⸗ fer /Longin s ſpringt vnter die Juden/ hellt ſich ritterlich· Titus vermahnet die ſeinen fuͤrſichtig ʒu ſein⸗ 3. Caſtor /eyn argliſtiger Ind/ betrenget Titum/ vnd andere mehe. 14. Die Roͤmer gewinnen die an⸗ der Mawer/ werden aber wider dauon getriben/ gewinnen ſie widerumb/ vnd brechen ſie ab/ Die Roͤmer verſehen ſich mit Proutand. Titus heyßt zwo Schuͤtten aufffůhren/ laßt doch darneben Frid vnd gnad den Juden anbieten. 1z. Joſephus thut eyn lange vnd ſchoͤns vermahnung an die ſie aber weren erſtechen die Waͤchter/ blaſen die Trommet. Titus vnd etliche erhebt ſich eyn ernſte Schlacht. 30. Julianus der Zaubtmann waget ſich vnter die Judemerlegtjhrer Pgeſippi/ bon Zerſtoͤrungder Staee 3 ſinchen hm⸗ 16. Diß Capitel gehoͤret auch zu der vermahnung Joſephjan die Inden. 7. VPn werdt 1 durch Joſephj ʒuſprechen bewegt/ zu den Roͤmern zufliehen. 18. Grewlicher vunger in der Statt/ S Fuͤnffhundert werden voꝛ der Statt gecreutziget. Titus beuth jhnen abermals gnade qn. 19. Antios chj Comagenj Sohn/waget ſich mit ſeinen Macedoniern an die Mawer/ werden vbel beſchaͤdiget/ vnnd mit gewaltzuruͤc gerriben/ darneben wird Alexandꝛi Magnjfreudigkeyr/ vñ glůͤchs gedacht. 20. Die Inden vntergraben der Romer Bollwerckʒuͤnden es an. Vier Juden lauffen mit Fackeln in den Sturms zeug/ darnach erhebt ſich eyne ſehr ernſte Schlacht. 21. Titus berathſchlaget ſich mit ſeinen aubt⸗ leuthen/ beſchleußt die Statt vmb vnd vmb mit eyner Mawer/ vñ verleget den uden alle paͤß/ darneben abermal von grewlichem vunger vnd jammer ſo inn der Statt voꝛgangen/ Deßgleichen auch von Be⸗ graͤbniß gemeldet wird. 22. Smon laßt Mathiam mit ſeinen Sohnen/ vnd andern vom Adel roͤdten ⸗ 3. Joſephl Vatter wird gefänglich eingezogen/ Joſephus mit eynem S reyn ʒu boden geworffen/ vnnd von ſeiner Mutter bitterlich beklaget. 24. Joſephus erzeyget ſich wider lebendig/ ſpricht den Inden abermalʒu/ Vil fliehen ʒu den Roͤmern/ etliche vbereſſen ſich daß ſie ſterben. 3 weytauſent werden in der Nacht von Syrern vnd Arabern auff geſchnirten. as. Manneus ʒeyget an das 15880 Todten zu eynem Thor gußgetragen worden/ ohn was ſonſt in die groſſe vaͤuſer verſpẽrꝛet. 26. Der Rrieg ge⸗ het zu beyden theylen hůfftig an. Johannes bawet jnnwendig eyne newe Mawer/ Titus heyßt dieſelbige such Stuͤrmen. 27. Titus vermahnet ſeine Rrtegsleuth mit allerhand Argumenten/ritterlich zuſtreis ten. 28. Sabinus wagt ſich mit groſſer freudigkeyt vnter die Feind/ treib die Iuden zuruck/ bringer hrer vil vmb/bleibet aber endlich auchauff dem Platz. a9. ei urneme tommen auch hinzu/ vnnd vil/ da er aber vnuerſehens auff dem Pnaſter ſchlupfft/ wird er auch erſchlagen. z1. Joſephus thut abers mals auß Tiri Beuehl eyn vermahnung an Johannem/ daß er ſich entweder ergebe/ oder eynen Gꝛt zu ſtreiten erwehle/ damit des Tempels verſchonet werde. z2. Joſephus richter nichts mit ſeiner vermahs nung auß. Chriſttcreutzigung/ der Juden verderben rechte vrſach. 33. Etliche Prieſter vnd Fuͤrnes men/ fliehen mit Weib vnd Rindern zu Tito/ vnd da ſie gehn Goffna geſchickt werden/ geben die Auffrhů⸗ rer in der Statt fur/ ſie ſeien erwuͤrger/ Darumb ſie Titus widerholen/ vnd fuͤr die Statt ſtellen laßt/ die denn auch dem Volck trewlichzuſprechen. 34. Der Rrieg gehet wider hafftig an/ die Jnden lauffen in den Tempel/Titus verweiſet Johanni/daß ſie jhre eygene Geſetz vbertretten/ vnd beuth jhnen noch gnad nn. 35. Titus ſendet die auſſerleſene Rriegsleurh/ ber Nacht die Woͤchter zu vberfallen/ Erbleibt in dex Burg Antonia/ſchawet dem Streit zu/ vnd vermahnet die ſeinen tapffer. 36. Titus laßr die Burg An⸗ tonis ſchleyffen/ die Juden ſtehlen den Roͤmern jhre Roß vnnd Eſelfuͤr vunger/ woͤllen die Wawer ein⸗ reiſſen/ vnd vnterſtehen ſich die Roͤmer am Oelberg ʒu vberfallen. edanius faher eynen Joͤngling in der Flucht/ vnd verehret damit den Reyſer. 37. Die Voꝛſchoͤpff des Tempels brennen. Jonathas/ eyn verãchtlicher Jud/ fordert den ſtarckeſten Roͤmer auß/ erlegt jhn/ wird aber daruͤber erſchoſſen. 38. Ju den richten Sglomonts vall mit Bech/ vnd dergleichen Materj/ berrieglich zu/ ſtoſſen ſie darnac; an/ vnd muͤſſen vil Römer im Fewer verderben. 39. Longinus erſticht ſich ſelbs in der Brunſt. Artorius ſpringt auff Aucium/ vnnd ſchlaͤgt jhn tod. Die Inden freſſen Leder vnnd Sprewer fuͤr Zunger. ₰0. Grewliche That Marie/ die jhr eygen Rind ſchlacht/ bratets/ vnd ißts/ darzu auch die Rauber kommen. ꝓi. Die vnmenſchliche That komt allenthalben auß. Titus verflucht das Land/ vnd beʒeuget ſeine vn⸗ ſchuld. 4ꝛ. Des Tempels Thoꝛ werden angezuͤndet. Titus berathſchlaget ſich den Tempel ʒu erhal⸗ ten/wird aber durch eynen Rriegs knecht angezuͤndet/ vnd brennet am zehenden tag Augnſti ab. 43. Ti⸗ tus laufft inn den Tempel/ verwundert ſich vber dem herꝛlichen Gebäw/ Die Juden ſtoſſen die vberige Gebaw ſelbs an/ vnnd entſtehet vnter jhnen eyn falſcher Prophet. 44. Siben Wundetzeychen die voꝛ der ðerſtorung hergangen/ vnnd wie eyner /mit Ngmen Jeſus/ ſiben jar wehe geſchrien. 45. Die Roͤ⸗ mer ſtechen jhre Fahnen in den Tempel vnd machen Titum zum Reyſer/ Eyn kleyner Rngb betreuget eys nen Romtſchen Rnecht/ vnnd bringet Prieſtern in jhrem Durſt Waſſer. 46. Die Tyrannen bitten/ manwoͤlle mit dem Schieſſen eyn wenig jnnhalten. Eitus thut eyne ernſte Rede an ſie/ ſtricket jhnen alle gnad ab⸗nimmt doch endlichetliche an/ die zu jhm flohen. 47. Die Auffruhrer fallen inn den Roͤniglt⸗ chen voff/ergreiffen zwen Roͤmer lebendig/ eyner entrinnt wider/ wird aber von Tito ʒum Schelmen ge⸗ macht. 43. Der Prieſter Jeſus/ vnd Pinees/ vberantworten Ttto vil Rleynot/ vnd groß Gut/ wer⸗ den derhalben von jhm begnadet. 49. Die Roͤmer ſtuͤrmen die Oberſtatt/ die Juden fuehen auß forcht/ vnd verkriechen ſich vnter die Erden. Summa der erſchlagenen vnd Gefangenen. 5o. Die Alaner vz berfallen vnd Plunderen zu derſelbigen zeit Medram vnd Armeniam. Pacorus vnd Eiridates fitchen⸗ 51. Die Alaner fliehen mit groſſem Kaub wider inn jhr Land. Titus Triumphteret in allen Staͤtten/ halt Schawſpil/ vnd muſſen allenthalben vil Juden herhalten. 1 Sylla Stuͤrmet auß beuehl des Reys ſers Waſſada. 53. Eleazarus der Auffruhrer Oberſter zu Maſſad⸗/ thut eyne lange predige/ inn der Nachtzu ſeinem Volck/die dahin gerichter iſt/ daß ſie Werb vnd Rinder/ vnd ſo fortan eynander ſelbs ert wůrgen ſollen/ damit ſie nicht den Roͤmern in die vande kommen/ welches denn auch geſchehen iſt. I. Cap. Prewliche Tyrannej vnd 2lutuergieſſen zu Jerufalem. Dann Eleazarns eyn newer Frann/ nimmt den Tempel ein. Johannes den vntern/ Simon den obern Gꝛt der Statt/ Diſe brauchen ſich tapffer wider eynander ohne alle ruhe vnd nachlaſſen. Die Prieſter werden vber jhren pffern erwürget/ deßgleichen vil andere/ daß der Tempet init Blut vberſchwemmet wird/ vil Gebůw vnd Rornhanſet werden verbrannt. Im Por hallt firet lich/ Tyr ſeine hl wuͤn dile dn“ ſn ſeno ande verſeh enegt wurd bene jhren ſiev endt Tem Prie daßa indes Blut vndir fahra ganſ Sizt vndé ber ſi finge zurus nſiet 2 ward, waw kyn z lsvol finhe venzw Beruſalem. Das V. Buch. sr — Meerſtẽ jar nach dem Veſpaſiano des Reichs berwal⸗ Eleazarns der tricte tung zugeſtandè/ ward das Juͤdiſche Land mit grewlichen Krie⸗ den Tẽ⸗ gen/ vnnd jnnerliche auffruhr zerꝛiſſen/ daß es auch im Winter S von ſeinem vnglůck nicht gefeiret/ da doch ſonſt ʒur ſelbigen zeit J die grauſame Kriege pfiegen auffzuhoören. Ja es kam auch noch dertritt Tyrann Eleaʒarus darzu/ welcher nach dem Judas vñ 2 8 Simon /Zenonis Sohn/ vnd Ezechias/ eyn junger vom Adel zu ſhm geſchwoꝛen/ zu denen ſich auch vil andere geſelleten/ mit S ſhnen das jnnertheyl des Tempels/ vnd den Vmbgang einna⸗ ——— men/ vnd ſeine Kriegsruͤſtung vber das Thoꝛ im Eingang des Vochoffs ſtellet. Doch hatte Johannes eynen groſſen Hauffen deren/ die zu jhm geſchworen Johannes hat des hatten/ vñ ſeiner Rotte waren/ aber ſein oꝛt war etwas nidriger/ wiewol er darumb mit nichten vntern Tempel jn⸗ feiret /ſondern ſich wider die ſo droben waren/ legt/ doch war es jhm etlicher maſſen beſchwer⸗ n⸗ lich/ daß er den Feind vber dem Kopff haben muſt. Simon aber welchen das Volck jhnen zuh Simon hat denobe⸗ Tyrannen hinein gefuͤhret/ hatte das obertheyl der Statt jnnen/ das vntertheyl war auch mit᷑ renvt der Statt jn⸗ ſeinem Voick erfůllet. Es hatte die Statt treifachen Krieg/ da war keyn nachlaſſen/ keyne ru⸗ Vrijfacher Rneg in he /keyn ſtillſtand/ alle augenblick Scharmuͤtzelt man. Vil fielen zu boden/ ſehr vil wurden er⸗ der Statt⸗ wuͤrget/ daß das Blut daher floß/ alles verunreyniget/ den Eingang des Tempels erfullet/ vñ die Leichnam hin vnd wider fielen/ deren etliche mit Pfeilen/ etliche mit Geſchutz getroffen woꝛ⸗ den. Mitten zwiſchen jnnen war Johannes/ vnter Eleazaro/ aber vber Simone/ Eben damit jhm Eleazarus vberlegen war/ damit war er dem Simonſ vberlegen/ dann er hatte den mittel⸗ ſten ort zwiſchen beyden jnnen/ daß/ ſe mehꝛ er von dem eynen beſchweret war/ je mehr er dem andern ſchaden zufuͤget. Dann weil er voꝛ andern mit Kriegsruſtung/ vnd allerhand geſchůtz verſehen /konte er den Krieg zu beyden theylen beſtehẽ /doch alſo/ daß neben denen/ ſo den Krieg erꝛegt/ auch vil Prieſter vmbkamen/ vnnd zwiſchen den Opffern/ die ſie geſchlachtet/ geopffert wurden. Dann ob wol die Geſchuͤtz vber maͤnniglich hauffenweiß abgieng/ vnd allenthal⸗ ben Streit war/ ſo verꝛichteten doch die Prieſter jhre Opffer ſtattlich/ vnd feireten gar nicht in jhrem beuohlenen Ambt/ vnnd je weiter ſie in dem Tempel waren/ ſo vil deß grauſamer kamen ſie vmb/ dann die groſſe Geſchutz traffen ſehr haͤfftig. Deßgleichen auch vil andere/ ſo vom ende der Welt kommen waren anzubetten/ vnd jhr leben hoffeten zu erꝛetten/ je mehr ſie ſich im Tempel hielten/ ſe gefaͤhrlicher es mit jhnen ſtund. Da ſahe man anßlaͤndiſche vnd Burger/ Der Tempel voller Prieſter vnd Leyen vnter eynander ligen/ ehrliche vnd vnehrliche/ vnzuͤchtige vnnd zuͤchtige/ bluts/ wie eyn Ser⸗ daß aller Blut vnter eynander vermiſcht/ auß dem jnnerſten vꝛt des Tempels daher floß/ vnd in des Tempels Gemachen wie eyn See ſtund. In dem Vmbhang war alles voll gerunnen Bluts/ daß auch vil/ da ſie auff jhre widerpart eileten/ ſchluͤpfferten/ fuͤr wuͤten zu boden fielen⸗ vnd im Blut verdorben. Noch wurden der Tyrannen Trabanten dardurch nicht von der ge⸗ fahr abgeſchreckt/ daß ſie vom Streit nachgelaſſen hetten/ ſonder ſe groͤſſer die gefahr war/ je grauſamer ſie wuͤteten. Wann diſe in groſſer gefahr waren/ wurden andere dadurch/ als zum Sig deſto haͤfftiger angereytzet/ daß ſie die erſchrockenen angaben. Vnd zwar ſo konte Eleazar vnd Simon weichen/ daß ſie etliche ſtunden innhalten vnd ſich erholen mochten/ Johannes a⸗ ber ſtund jmmer in der Ruͤſtung/ vnnd ſtritt alle augenblick. Wann die droben innhielten/ ſo fiengen die vnterſten auff Simonj ſeiten an. Wann ſie diſe eingetriben hatten/ ſo griff Elea⸗ zarus an/ doch ließ er jehne auch nit ruhen/ wann er etliche abgetriben/ ſo fiel er auff andere/ war ſehꝛ hurtig im Streit/ vnd vnuerdroſſen ʒur grauſamkeyt. Woh ſie nit hinſchoſſen/ da warf⸗ fen ſie Fewer hin auff die Gibel/ daß die Haͤuſer/ darinnen Frucht vnnd ander Vorꝛath/ zum langwirigen Krieg gehoͤrig/ alles mit eynander angiengen/ vnnd die Brunſt dadurch groͤſſer ward/ die verbrannte Materj fiel ein/ die Spitzen der hohen Gebaͤw ſtuͤrtzeten hinunter. Alſo ward die gantze Statt durch Brunſt/ fall vnd Hunger geſchwaͤcht/ keyn ort war ohne gefahr⸗ keyn zeit zu rathſchlagen/ keyne hoffnung der beſſerung/ keyn gelegenheyt zu fliehen. Es war al⸗ les voller trawrigkeyt/ voller ſchrecken/ voller grauſamkeyt/ allenthalben leyd/ allenthalben foꝛcht/ allenthalben Weiber geſchrey/ der Alten heulen/ der ſterbenden ſeufftzen/ der Lebendigen verzweiuelung/ daß die vberblibene elend/ die geſtoꝛbene ſelig ʒuſchaͤtzen Egeſippi/ bon gerſtörungder Statt 4 II. Cap. Eynelange erbaͤrmliche klag vber die Statt Jeruſalem/ darinn der fuͤrnemen Seyls gen Gottesmaͤnnern gedacht wird/ was ſie durch Gottes huͤlff vnnd beiſtand bei dem Volck/ vnd der Statt gethan darnach die rechte vrſach Ie /ſe olches rauſ⸗ men jammers/ nemlich/ daß ſie Chriſtum gecreutziget/ vnnd jhn nicht fůr den veyland haben woͤllen annemmen. 6 wie ſchaͤndtlich biſtu betrogen du liebe Statt von deinem Volc/vmb welches willen du doch voꝛ zeitẽ ſelig geachtet wareſt Wie biſtu doch durch deine eygene Waffen zerſtoꝛet/ vnd deine Haͤnde wid dich gewen⸗ det /die du doch pflegteſt ohne Waffen zu vberwinden/ vñ ohne allen Streit ( F deneind zuſchlagen/ da die Engel fuͤr dich ſtritten /vnd dir die Wallen des S Meers/ der Erden klufft/ vnd des Him̃els krachen/ dienete. Ach Moyſe kom̃ jet herfur/ vnd ſihe an dein Geſchlaͤcht/ vñ das Erbe deines vertraweten Volcks/ wie es eynan⸗ er ſelbs erwuͤrget. Lieber ſchaw an das Volck Gottes/ dem das Meer eynen freien durchgang Fab/dem der Him̃el in ſeinem Hunger ſpeiſe mittheylete/ wie es ohne Meer verſchloſſen/ ohne Varon. Pharaone belaͤgert iſt/ ohne vnfruchtbarkeyt des Landes hunger leidet. Stehe auff Aaron/ der du damals/ als der Tod durch Gottes zoꝛn vil im Volck aufffraß/ ʒwiſchen den Todten vnnd Lebendigen ſiundeſt/ vnd der Tod nachließ/ vnd die Seuche fur deinem Leib innhielte/ daß ſie Jeſus Naue. die Lebendigen nit weiter vergifften kont. Ach Jeſu Naue kom̃ du auch herfur/ der du die vnů⸗ berwindliche Mawꝛen Hiericho/ durch der Priefter Trom̃eten Hall zu boden gewoꝛffen/ beſihe das Volck/ dem du die außlaͤndiſchen vnterchaͤnig gemacht haſt/ wie daſſelbe nuh vntertruckt Dauid. liget. Stehe auff Dauid/ der du mit deiner lieblichen Harpffen den boͤſen Geyſt vertreibeſt/ vñ ſihe wie doch das wuten vberhand genommen/ vnd deine liebliche Pſalmen bei den veruchten Leuthen ſo gar vergeſſen/ vnnd eyn jeder Oberſter das gantze Volck in den Todefuͤhre/ hm die Eliſeus.⁊. Reg · 7 Freiheyt abtringe/fuͤr welches du doch dich ſelbs in den tod wagteſt. S tehe auff Eliſee/ der du den ꝗeind mitten inn Samariam grfuͤhret/ vnnd zum freund gemacht haſt/ durch dich hoͤret man inn der SyrerLaͤger das praſſeln viler Waͤgen/ das wihern der Roß/ vnndgeſchrey eyner groſſen krafft/ dauon der Feind flohe/ vnnd die Juden der Belaͤgerung ablamen. Woh bleibt Juden habẽ der Pro nuh ſolch frombkeyt/ woh ſeind nuh ſolche Werck der Heyligen? Aber es iſt nit Wunder/ daß pheten Maiſter ver⸗ ſie der Pꝛopheten werck verloren/ dieweil ſie der Propheten Majſter verleugnet haben/ vnd da⸗ keugnet, umbliebes Judea/werden deine Waffen wider dich gewendet/ vnnd deine Gebett helffen dir nichts/ dann dein Glaub iſt krafftloß/ darumb iſt dein Volck wider dich/ dann dein Meyneyd Bnden den Heland iſt wider dich gerichtet. Was wil man vilhůͤlff ſuchen/ da der Anfänger des Heyls nicht ver⸗ Egeſippi erbaͤrmli⸗ S che Rlag vber die Statt Jeruſalem⸗ Moyles⸗ mirſpren Hände ge⸗ ſöhnet wird Was meyneſiu wol das anders geſchehen wuͤrde/ da du mit deinen Handen dei⸗ nen Hoyland creutzigteſt? Da du mit deinen Haͤnden das Leben toͤdteſt? da du mit deinem Mund deinen uͤrſprechen verwarffeſt: mit deinem haß deinen Helffer erwuͤrgteſt/ denn daß Inden haben Vat⸗ du deine Haͤnde auch an dich ſelbs legen wurdeſt; So haſtu nuh was du begereſt/ den Fuͤrſten nei des Fridens haſtu dir ſelbs entzogen/ vnd haſt gebetten/ daß der Herꝛ des Lebens getoͤdet wůͤrde/ ihnen auch worden. daß man dir den Barꝛabam loß gebe/ der vmb des Auffruhꝛs vnd Moꝛds willen/ ſo inn der Statt geſchehen/ ins Gefängniß gewoꝛffen war. Darumb ſo iſt das Heyl von dir gewichen/ der Fride weg gangen/ die ruhe auffgehoͤret/ vnd dir Auffrhur vnd verhergung zu theyl woꝛden. So nimm du heutiges tages war/ daß Barꝛabas dir lebe/ vnnd Jeſus geſtorben ſej. Darumb regieret in dir Auffrhur/ vnd iſi der Fride begraben/ daß du vil grauſamer von den deinen/ deñ Inden haben ſelbs von frembden erwuͤrget werdeſt. Ach du elende Statt/ was haben dir die Roͤmer mit jhꝛen eſachgebe vſen Waffen ſo vil zuleyd gethan/ als dein eygen Volck⸗ Daß du mit den Römern ſtreiten muß⸗ Römer habẽ muͤſſen— ſtreiten. teſt /hatten dir die deine ʒuwegen bracht/ die Roͤmer begerten Frid/ du boteſt den Krieg an⸗ 2 u mehꝛ eyn Was verurſacht dich doch⸗/ daß du die ſtaͤrckere anreytzteſt? Es iſt ʒwar beſchwerlich/ daß eyn empel nit mehꝛ eyn Tempel Bores. Mehdniſcher dem heyligen Geſet zuwider inn den Tempel kommen/ Aber du wareſ jet nicht 2 mehr eyn Tempel Gottes/ du wareſt keyne Gottes Statt/ vnnd konteſis auch nit ſein/ dann du wa⸗ JruſatemeynMor reſi der Todten Grab/ vnd ſonderlich der deinen/ die du ſelbs getödet/ nicht deren/ die du vom derarube. eind verloꝛen hatteſt. Dann wie konteſtu des Lebens Behauſung ſein/ die du des Tods Woh⸗ denhenne nung/eyn Herberg aller Laſter/ vnd eyn Moöꝛdergrube wareſt. Eo lagen in dir Ananus vnd ie Hoheprieſter/ vn⸗£ begraben gelegen, Jſus/ die Hohenprieſter vnbegraben/ die vor langeſt mit Prieſterlichem Schmuck vn . 40 di b N ſo chal e Li ynn rit y Sta hoͤt Vn noel der Den We Geb wille inde ner foch das ſichſ het billic gen derd ehde deine ſchon nerſe mervi ſilbse legthe ſieall ſn.( pugen bertsſtmUn n Muſin vrlugnuſtun endi/ vnnd dent Giuſſ dwdadich/ unlh nda Jfingn dohn vilde/ dadumitdennſin forcht begraben/ vnnd aller eiuer nach Tugend vergangen. Beruſalem /Das V. Buch. 82 vnd die von den außlaͤndiſchen ehrlich gehalten woꝛden/ die lagen ſehr abſchewlicß miti Leichnam/ woꝛden von den Voͤgeln/ vnnd von den Hunden— die gantze Statt zerſtrewet/ daß die geſtalt der alten heyligkeyt beklaget/ ſolche groſſe ſchmach des heyligen Namens/ vnnd die verwuͤſtung des Ambts/ ſo vor ʒeiten in groſſem anſchen war. Aber du haſt ſeibs ſolcher verderblichẽ That den anfang gemacht/ da du mittẽ in deiner Schoß Jeruſals fhres toͤdteſt die Propheten/ vnnd ſteynigeteſt die Heyligen des Herꝛen. Voꝛdem T empel lag Za⸗ mers ſelbe charias tod vnd vnbegraben/ darumb ſein Blut durch diſes abgewaͤſchen wird. W ſt ngerin, daßſie die „pN arumb iſt Propheten getodet⸗ aber Ananus getodet woꝛden denn daß er dein Volckſtraffet/ daß ſie ſich nit auffmachten den Bacharias ¶t Tempel zu beſchirmen/ vnd jhnen verwiß/ daß die Freiheyt verꝛathen/ die T ugend verlaſſen/ Virdgeroche vnnd die vberblibene alte Gottesdienſt mit uͤſſen getretten/ die Altar verunreyniget/ der da rieth/ daß man das Voick/ ſo ohn das von wegen der vnempfindlichen Gotzen vnnd Marmel⸗ ſteynenen Bilder keynen verſtand mehr hett/ ſolte fahren laſſen. Dann die vnuernůͤnfftige Thier haben die art/ daß ſie ſich begeren zuraͤchen/ die vnbilligkeyt empfinden/ durch eynen Stachel bewegt werden/ die Streych verhuͤten. Derhalben der/ ſo nitbewegt wird noch ver⸗ bůͤten kan das jehnige/ daß jhm ſchaͤdlich/ der iſt gleich denen dingen/ die nichts empfinden. Vnd fuͤrwahr/woh iſi deine Freiheyt/ vmb deren willen du voꝛ ʒeiten/ weder den Egyptern/ noch den Philiſtern/ noch den Aſſhrern/ noch auch den Medern weichen wolteſt Woh bleibt der Machabeer Glaub/ der voꝛ zeiten mit wenigen die Babylonier erlegt/ die Perſer ſagt/ den Machabeer trewꝛ Demetrium ſchlug/ endlich auch des Antiochi Waffen/ Schwert vnd ꝗewer in Kindern vnd Weibern vberwand/ die vil lieber ſterben wolten fuͤr jhr Vaͤtterlich Geſetz/ denn des Koönigs Gebott gehoꝛchen; Wohbleibt die ſchoͤne andacht der Vaͤtter in allem leiden/ vmb welcher willen ſie ſich nicht fur die Kinder/ nicht fur jhre Weiber ſo ſehr/ als fur den Tempel Gottes in den Tod willig ergaben? Es blůͤhet auch ʒuuor die Prieſterliche Ruthe Aaron/ die von ey⸗ Die Ruthe Aaron ner Wilden Wurtzel geſchnitten war. Nuh aber iſt auch der Glaub verdorꝛet/ die Gottes⸗ har gebluhet/ Der grabe Vndʒwar es iſt keyn wunder/ ſo nbiſt verdorꝛet⸗ das Voick daß von Gott abgewichen/ vnd den boßhafftigen verkehrten Geyſt geuolget/ vnter ſich ſelbs ʒercheylet iſt. Dañ wie ſolte der ſeinen Friden behalten/ der Gottes Jriden verſchmaͤ⸗ het? Der Fride Gottes iſt Chriſtus/ der auß beyden eynð gemacht. Iſt derhalben recht vnnd Der Fride Gottes/ billich/ daß auß eynem Volck/ vil wider ſich ſelbs woꝛden ſein/ dieweil ſie nit haben woͤllen vol⸗ iſ Chriſius/ der auß gen dem Herꝛn Jeſu/ der die zertheylete vereyniget/ ſondern habẽ geuviget dẽ wuͤtenden Geyſt⸗ der die eynigen ʒertrennet. So haſtu derhalben liebes Jeruſalem den Lohn fur deinen Meyn⸗ eyd empfangen/ da du mit deinen Haͤnden deine Veſtunge zerſtoꝛeſt/ vnd mit deinem Schwert deine Glider durchſtacheſt/ alſo daß der Feind eyn mitleiden hatte/ als du todeſt/ vnnd er ver⸗ ſchonet/ da du grauſam tobeſt. Dann du faheſt das Gott wider dich ſtritt/ vnnd auff der Ro⸗ Gott wider Jeruſa⸗ mer ſeiten ſtund/ daß du dich ſelbs freiwillig verꝛathen mußteſt. Vnd darumb wolten die Ro⸗ lem geſtritten. mer vil lieber Zuſchawer ſein/ denn Wuͤrger/ auff daß ſie nicht/ da deine Glider vnter jhnen ſelbs entzuͤndet/ dafuͤr gehalten wuͤrden/ als ob ſie mehr ſuͤchtige/ denn ſtarcke Haͤnde legt hetten. Zu diſem ſchaͤndlichen moꝛd /kam noch die groſſe vnmenſchliche grauſamkeyt/ daß Die Inden haben ſh⸗ ſie alle die/ ſo entweder im Tempel /oder auff der Statt Gaſſen erwuͤrget/ vnbegrabẽ ligen lieſ⸗ re Todren niche be⸗ ſen. Es harte auch niemann weil ſie ʒubeſtatigen/ dieweil ſie mit dem Krieg vntereynander ʒu⸗ hrn Cvſfen/ ſür ſchaffen hatten/ vñ maͤnniglich mehr ſoꝛget wie er wuͤrgen moͤcht/ deñ wie er die Todten begruͤ⸗ be. Alſo waren durch das wuten die werck der Liebe vergangen/ vñ namen die geſchaͤfft der vn⸗ barmhertzigkeyt vberhand/ vnd war nichts ſo gar in ſolchem groſſem vngluck verloꝛen/ als die barmhertzigkeyt/ welche alleyn das elend pfleget ʒu lindern/ vñ in bekuͤm̃erniß zu troͤſten. Dann auch die/ ſo die jhren verloꝛen hatten/ auß foꝛcht ſie nicht begraben doꝛfften/ dieweil eyn groß ſchrecken einfiel/ von den Oberſten der widerwaͤrtigen Partheien/ vñ eben die ſo andere erwuͤr⸗ get hatten/ verhuͤteten auch daß ſie niemann erwiſchet zubegraben. Mußte derhalben jeder⸗ mann in foꝛcht ſtehen/ damit er nicht das/ was er eynem andern mittheylen wolte/ jhm ſelbs entzoge /oder das noch aͤrger iſt/ da er andern Begraͤbniß bereytet/ er ſelbs keyne erlangen kon⸗ te. War derhalben in dem Tempel an ſtatt der wolriechenden Salb/ koſiliches Rauch⸗ Im Tempel ey⸗ wercks/ vnnd allerley liebliche Blumen/ eyn grewlicher geſtanck von den vnbegrabenen Còt⸗ grewlicher geſtanck pern/ welche der Regen weych gemacht/ etliche das Jewer verbrannt/ etliche die Sonne er⸗ von en vnbegrabe⸗ hitzet/ alle Glider der erſchlagenen Burger ſtuncken ſehr abſchewlich/ Hie war der geſtanck Egeſippi/ bðon gerſtoͤrungder Statt 4 0 2 1 von dem verfauleten Eingeweyd vñ der verbrañten geruch/ welcher der lebendigen Mund vnd „ 1Naſen erfuͤllet/ daher ſie nicht lang darnach in groſſe Kranckheyten fielen/ vnd daruͤber ſeufftze⸗ ten/ daß ſie vberbliben/ als die hernach mit groͤſſerm ſchmertzen ſterben muͤßten/ vnnd eben dar⸗ umb behalten wurden/ daß ſie ſehen muͤßten/ wie zu gleich mit den Vaͤtterlichen Satzungen/ auch dʒ Geſetz der natur auffgehaben wůrde/ da den Lebendigẽ jhꝛe gerechtigkeyt/ den Burgern der Frid/ den Todten die Begraͤbniß verſagt/ alle Menſchliche vñ Goͤttliche dingʒugleich ver⸗ unreyniget vnd beſudelt/ vnnd alles vnter eynander vermiſcht/ daß die barmhertzigkeyt fuͤreyn ſchand/ die grauſamkeyt fur eyn ſondern Gottes dienſt gehalten wuͤrde. Daß im Tempel eyn heerlaͤger/ im Eingang Krieg/ auff den Altaren Leichen weren/ vñ ſolche ding mit Augen ſehen muͤßten/ welche ſie den Propheten/ die ſolches zukůͤnfftig verkuͤndiget/ nicht geglaubt hetten. Dauid/ pſalm 7. Hatte nit Dauid dauon geſagt? Sie hahen deinen heyligen Tempel verunreyniget/ ſie haben die Leichnam deiner Knecht den Voͤgeln zufreſſen geben/ Sie haben jhr Blut vergoſſen/ wie Waſſer vmb Jeruſalem her/ vñ war niemañ der ſie begrub. Dann es waren dazumal auch die Heyden in Gottes Erbtheyl kommen/ die alles wegnamen/ vnnd der Tempel ward verunrey⸗ niget/ durch jhre eygene Leichen/ vnd die Coͤꝛper der getoͤdeten/ lagen vnbegraben/ wurden von Vogeln vnnd wilden Thieren gefreſſen/ das Blut vergoſſen/ daß es wie eyn See im Tempel ſtund/ vnd war keyner der begraben hett. Dann das wůten gieng von den Lebendigen zu den Todten/ vnd von den Todten zu denen die noch lebeten. Wer eynen verſtoꝛbenen zu der Erden beſtaͤtigen wolt/ der ward ſelbs getoͤdet/ Vnd der den verſtoꝛbenen getoͤdet hat/ der warff ſeinen zoꝛn auff den Begraͤber/ vnd damit jehner ja nit begraben wuͤrde/ ſo erwuͤrget er diſen. Herge⸗ gen wer den Begraͤber toͤdtet/ der uͤbete groͤſſere grauſamkeyt an den Todten/ daß er den/ dem man nit mehr kan feind ſein/ der keyne ſtraff mehr empfindet/ der letzten pflicht der natur berau⸗ bet. Was konte denen anders begegnen/ die Gottes Woꝛt nit annamen! Alle Predigten der Propheten verachteten/ alle billigkeyt mit Juͤſſen tratten/ vnnd nit glaubten an die zukuͤnfftige Byne alte Prophe⸗ ding /zu welchen ſie doch ſelbs halffen/ daß ſie deſto ehe geſchahen. Dann es war vnter jhnen eyne alte gemeyne ſage/ daß als denn die Statt Jeruſalem zu grund gehen/ vnnd jhr Heylig⸗ der Tempel ſolten thum̃ verbrannt werden ſolt/ wann der auffruͤhriſche Krieg das Geſetz angreiffen/ vnd der ein⸗ verherget werden. heymiſchen Haͤnde den Tempel Gottes verunreynigen wuͤrde/ aber ſie verſtundẽ das auch nit. Dañ wie offt iſt wol das Hauß Gottes zerſtoͤꝛet woꝛden/ wie offt hat die Statt auffruhr/ Be⸗ laͤgerung/ vnd Krieg erlitten/ Vnd iſt doch niemals gar vertiget worden/ deñ da ſie den wahr⸗ hafftigen Tempel Gottes mit jhren eygenen Haͤnden getreutziget? Was iſt aber das fur eyn Chriſtt Leib/ wird Tempel? Das haben ſie gehöꝛet: Bechet diſen Tempel ab/ ſo wil ich jhn in treien tagen wider Zuenpel geneüt. aufferwecken. Bañ was ſſts anders/ denn eyne grewliche Gotteslaͤſterung geweſen/ da ſiejhꝛe — Gottloſe Haͤnde an den Fuͤrſten des lebens gelegt/ da ſie jhn ſteynigten/ ſchlugen/ ʒuchtigten vnd toͤdeten? Dazumal hat das Göttliche Jewer jhre Heyligthumm gar verzehret/ Dann ob es ſchon zuuoꝛ von den Babyloniern verbrannt/ ward es doch wider zu gericht/ darnach da es von Pompeio zerſtoͤꝛet/ ward es doch abermal auffgerichtet/ Aber da ward es gaͤntzlich außge⸗ brannt/ als Jeſus kam/ da mußt es fur hitze des Geyſtes Gottes zerſchmeltzen vnd verſchwin⸗ den. Ich hette wol ſollen mit groͤſſeren Weheklagen/ als voꝛ eyner Leich der Vaͤtterlichen Zierd hergehen/ vnnd gleichſam eyne Begaͤngniß halten/ vnd nach altem brauch verꝛichten/ Aber wir wollen zum anfang der Belaͤgerung der Statt Jeruſalem greiffen. III. Cap. Titus rucket allgemach auff Jeruſalem ʒu/ vnnd ſonderlich waget er ſich mit etlichen auſſerleſenen Reutern die Statt vnnd jhre gelegenheyt zu beſichtigen/ kommt ploͤtzlich mit wenigen in groſſe gefahr/ von wegen der Morder/ die ſich heymlich verſteckt hatten⸗ tus war wider in Judeam kom̃en/ vnd jnnerhalb wenigtagen ner Hauffe in Italiam geſchickt/ nam der Krieg zu/ vnd eilet er den Vatterzu beleyten/ damit erihn nicht alleyn in gefahr ließ/ weil er wider des Vitellij 2 Kriegsuolck ſtreiten ſolt. Brach derhalben auff mit eynem herꝛlichen Zeug/ — verſahe alle ding vleiſſig/ vñ da er eyn geruſtes Heer heit/ achtet er keyner hin⸗ terliſt/ dañ er ſahe dz er mit ſtaͤrcke andern vberlegen war. Er kam durch di Landſchafft eam⸗ rie/ vn S Pſe da die oꝛdnung der Kriegsʒahl wider erfullt ward/ von welchen eyn auſſerleſe⸗ tont lsey tsmi chner zwent Vnn benbl zeran daßch vahrl kshin nitſei Sut, ſuin undhi ſun, Da ſi Jal Stad ſein Siz —— mtandenLohn in Mudainftnu Jotntannnm: Mh nvmdngnhnnti en zugrundgehn/ mfj negdas Geſcß augtfunn vůno abuſetaſulu ernigit vorden /iljm a pwichhunmn vegurſhn mihuz eruſulem/ Das V. Buch. s3 rie/ vnnd ward auffgenommen zu Goſna welches voꝛlangeſt in der Roͤmer gewalt kommen ⸗ man ſagt/ daß es durch der Moͤꝛder Waffen vntertruckt/ vnd mit auffruͤhriſchen Rotten vmb geben/ mit der Belaͤgerung vbelzu friden were/ vñ ſich kaum enthielten/ das ſie jhren geneygtẽ willen gegen den Roͤmern eroͤffneten nit jnne wurd/ wañ man jhnẽ freiheyt zu ſagete. Derhalbẽ ritt er ſtattlich mit wenigen auff der gemeynen Werbe daher/ die ſich zur Stattmawer lenckt⸗ vnd ſahe keynen Menſchen voꝛgehen. Aber als er ſeinen Gaul beſeits/ die Mawer zu bereiten lencket/ vnnd der ander Hauff jhꝛem oberſten nachuolget/brachen ploͤtzlich ſehr vil von dem vꝛt auff/ der da heyßt gegen der Helene Grab/ ſprungen herfuͤr/ vnd namen den Weg eyn/ daß ſie den groſſen Reyſigen Hauffen/ der Tito nachuolget/ auffhielten/ Er aber war mit wenigen fuͤruͤber/ doch mit gutem willen deren die auffjhn lawerten/ daß wañ er von den andern verlaſ⸗ ſen deſto leichtlicher moͤchte erlegt werden/ dann er konte von wegen der groſſen maͤnge Feind lo voꝛhanden nit wol zu ruck zu den ſeinen kehren/ ſo kont er auch des Grabens oder Walles halben/ deßgleichen von wegen allerhand anderer verhinderniß des vꝛis nit weiter kommen/ vnd gerieth dardurch in groſſe gefahr. IIII. Cap. Eitus vermahnet die vberigen ſo beijhm waren/ mit groſſem geſchrey jhm nachzunols gen/ ſetzt tapffer in die Feind/ ſchlaͤgt ſich ritterlich mit wenig Reutern durch/ vnnd blei⸗ en nur zwen auff Titi ſeiten todt. Titus kom̃t die ander Nacht mit ſeinem veer wider/ zeyget den ſeinen von eyner Warte die Statt/ oꝛdnet die Legionen. Die in der Statt wer⸗ den eyne zeitlang ene fallen zum andern mal mit groſſer vngeſtuͤmme herauß/ werden aber durch Titi hůlff vnd beiſtand/ von den Roͤmetn endlich/ wiewol mit groſſer muhe vnd arbeyt zu ruͤck getriben. Ls nuh Litus ſahe/ daß ſein leben an ſeiner mannligkeyt gelegẽ vnd er anders nit denn mit dem Schwert/ den Weg oͤffnen kont/ dañ er hat⸗ een ſchon etliche hre Gaͤulegewandt/ vnd waren daruon geflohen/ der hoff⸗ nung /es wuͤrde des Keyſers Sohn jhnen auch nachuolgen/ da wandt er ſeint Gaul vermahnet die vberigen mit groſſem geſchrey/ jhm nachzuuolgen/ vñ — V fiel in die Feinde. Welches doch vnmöglich ſcheinet/ daß er hab koͤnnen dar⸗ Ranhept vermag uon kommen wann es nit bewußt were/ daß im Krieg kuͤnheyt vil vermoͤge/ auch alleyn vil indrieg · als eyne Mawer iſt. Darnach weil andere ſtracks nachuolgetẽ/ daß das geringe Volck meynet/ es můßte ſeiner ſelbs mehr warnemmen in der gefahr/ denn dem heind nachjagen. Vnd wann eyner ſeine Hand außſtreckt das Roß zu halten/ der ward geſchlagen. Endlich kamen nur jhr zwen von des Titj Geſellen vmb/ mit den andern kam des Keyſers Sohn wider ʒu den ſeinen. Vnnd ʒwar es iſt nicht daran zu ʒweiueln(wiewol er vnbedeckt am Haubt/ vnd ſonſt allenthal⸗ ben bloß war/ als der nur auß ſpacieret/ vñ ſich nit ʒum Kriege geruͤſtet/ weder Helm noch Pan⸗ zer angelegt/ doch gar keyne Wunden empfangen/ da man doch fuͤrnemlich auff jhn zuſchoß daß eyn ſolcher herꝛlicher Mann zur verhergung derſelben Statt erhalten woꝛden. Vnnd wahrlich des Koͤnigs Hertz iſt in Gottes Hand. Auff daß aber die Juden durch ſolch gluͤck/ jh⸗ Prouerb. a res hinderliſts vnnd betrugs nicht gar zu frech wuͤrden/ ſo kam er die ander Nacht wider/ rucket mit ſeinem Heer fuͤr die Statt/ vnnd zeyget den ſeinen von eyner Wart/ von dannen man die Statt/ vnd den groſſen herꝛlichen Tempel ſehen kont/ was es fuͤr eyn Statt were/ mit deren er zu kriegen hett/ vnd daß ſie vnuerdroſſen vnd furſichtig ſein mußten/ dieweil er eyn vnzaͤhlich vnd hinderliſtig Voick zu beſtreiten hette. Er oꝛdnet die Legionen/ die an die Statt ruͤcken Tieus ordnet die ſolten/ vñ die er von der naturlichẽ Reyſe noch můde befand/ ſtellt er etwas weiter/ vñ hindẽ an. Keaionen⸗ Da ſie eyn wenig foꝛt zogen/ kamẽ ſie zu dẽ Delberg/ da mitten zwiſchẽ dem Berg vñ Statt dz Delberg. Thal Cedron gelegen. Als nuh die von der Mawer das Heerlaͤger ſahen(dann es war nur ſechs Eedren⸗ Stadia dauonyſtelleten ſie jhr auffruͤhriſch fuͤrnem̃en eyn zeitlang ein/ vnd da die außwendige Heind hinzu ruckten/ machten ſie eyn einheymiſch verbuͤndniß/ vnnd ſetzten den Burgerlichen Foꝛcht vertruckt bin⸗ Krieg auffeyn oꝛt. Dann die foꝛcht vertruckt gemeyniglich auch gar bitteren haß.—— tern haß⸗ vermahne⸗ ₰ Egeſippi/ von Zerſtorung der Statt 4 0 13 4 vermahneten die auffruͤhriſchen Leuth ſich vnter eynander/ mit eynhelligem Gemůt das Vat⸗ 2 terland zu beſchirmen/ daß nicht durch jhꝛe vneynigkeyt die Romer ohne Blutuergieſſen den Die Auffrͤhriſcde Sig erlangten. Vnd als ſie ſich auff jhre maͤnge verlieſſen/ wurdẽ ſie zu rath den Feind ploͤtz⸗ Partheien vereynt⸗ lich anzugreiffen/ fielen vnuerſchens herauß/ vnd zerſtreweten die erſten. Als aber die Roͤmer/ S⸗ vnd die in mancherley Kriegen geuͤbt/ nach altem brauch ſich wider ermahneten/ vnnd in jhrer W oꝛdnung waren/ fiengen ſie an die anlauffenden zuſchlagen/ mit jhren Schilten hinder ſich zu⸗ treiben/ vnd mit Geſchuͤtz ſie abʒuweiſen/ doch nicht ohn gemeyne gefahr. Die Juden behielten ſchier die vberhand/ vnnd ſchwancket der Roͤmer Kriegshauff/ wann nicht T nus nach dem er den Handel erfahren/ darzu kommen were/ den Feind angeſprengt/ die ſeinen geſtaͤrckt/ den N i — L H. 8 3„ 5 3 * — a 3 .„ 4.—§ S 3—— 8 M— 5 J 5— n N 5 W P S 5,* N S— . W 8 6 N 6„ ₰ 6„— .. 2 3 § Se S 8 S S—. — S 7 — — * W — n** — 5. — —— tig geſcholten/ daß es eyner vnoꝛdenlicher menge/ auß groſſer vñ ſchandlicher faulheyt den Sig vbergebe. Vnd als die Juden/ die auch im Thal den zerſtrewett nacheileten abgetriben waren ⸗ that er ſich/ als eyn Sigherꝛ wider zu den ſeinen/ verließ ſich auff den voꝛtheyl/ daß er eynen guten behuͤlff hett von obenherab wider die/ ſo vnter jhm waren/ wañ ſie ſich vnterſtuͤnden mit jhm eyn treffen zuthuen/ das Romiſch Heer wandte ſich auff eyn andere ſeit. Als aber der Die Inden falten zñ Keyſer abzog/ lieffen die Juden mit vngeſtuͤmm von den Maweren herauß/ vnd vberfielen die andernmal vber die Feinde mit eynem groſſen Hauffen/ alſo/ daß die Kriegsleuth voꝛ jhrem ſtarcken anlauffflohẽ/ me vnd ſich auff den Berg begaben mit entbloͤßter ſeiten/ vnd gaben auch die/ ſo ſonſt lieber beget⸗ ten zuſtreiten/ die Flucht. In des hielte Titus mitten vnter dem Voick/ vnd ob ſchon maͤn⸗ niglich bat/ er ſolte ſich nicht in gefahr wagen/ vnnd weil das Heer ʒerſtrewet/ nicht alleyn die groſſe gefahꝛ auff ſich nemen/ dieweil er der Welt. Herꝛ were(dann er ſtritte jetzund nicht mehr wie ʒuuoꝛ/ als eyn Kriegsknecht/ ſondern als eyn Keyſer/ in deſſen gefahr aller verderben ſtuͤn⸗ de gehoꝛcht er jhnen doch nit/ ſondern hielt die Ritterliche ehr vil hoͤher denn ſein heyl/ vnd galt bei jhm eyn ehrlicher tod vil mehr/ deñ eyn ſchandlich leben/ that auch den Jeinden gewaltigen widerſtand/ vnd wann er die erſchreckt/ die er anraͤnnt/ wandt er ſich geſchwind auff andere zu · Titus waget ſich al⸗· Dann er verließ ſich alleyn auff ſeine ſtaͤrck/ vnd machet die feinde mit ſeinen mannlichen vnd leyn vnter vie Judẽ/ rühmlichen thaten/ zaghafft. Derhalben wichen alle die zu denen er kam/ Die Juden aber lief⸗ he fen von den andern Hauffen/ jelanger je mehr zu/ daß ſie Titum ſchier vmbringet hetten wann nicht die Kriegsleuth/ als ſie den Keyſer mitten in Kriegsgefahr geſehen/ den Scharmůtzel der Iu Streit ernewert/ vnd den Kriegsleuthen eyn mut gemacht hette/ vnd das Romiſche Hrer haͤff⸗ 10 ſol ii we ſi Kri ſt dun uc Seruſulem/ Das V. Buch. 64 zugeſchrien/ vñ zuuerſtehen geben hetten/ daß man des Keyſers Sohn nicht in gefahr verlaſſen ſolt. Alſo kehreten ſie ſchande halben alle wider vmb/ vnd růſteten ſich auß foꝛcht/ daß ſie nicht/ ſo ſie den Keyſer verlaſſen/ vnehrlich gemacht wuͤrden. Vnnd da ſie ſich auff die Juden ge⸗ wendet/trangen ſie mit gantzer krafft vnd macht auff die groſſe maͤnge in dem Thal/ die denn leichtlich zu ruck fielen/ dieweil ſie im auffſteigen waren. Alſo hat Titus den fluͤchtigen Kriegshauffen zum andernmal von der ꝗlucht abgemahnet/ vnd auß gefahr vnnd ſchand erloͤ⸗ ſet/ in dem er ſich allʒeit mannlich hielt/ vnnd ſich auch letzlich der Niderlag ſchamet/ dadurch dann faulheyt verhůtet/ tugend angerichtet/ erſtlich in dem/ daß der Keyſer nit verlaſſen/ dem⸗ nach auch/ daß der Jeind zu ruck getriben woꝛden. Johannes richtet am Oſtertag/ vnter dem ſchein des Gottesdienſts/ etliche ab/ in den empel ʒu gehen/ vnnd nach dein ſie vnter jhren Rleydern Wehre verborgen/ vberfal⸗ len ſie die wehrloſen vnuerſehens/ jagen ſie ʒum Tempel hinauß/ vnd erwuͤrgen vil. Alſo erobert Johannes den Tempel/ vnd zwinget Eleazatum vñ Simonem ſeines gefallens. S Emnach als der außwendige Krieg eyn wenig nachließ/ reget S z ſich der jnnerliche wider. Dann da das Oſterliche Feſt darzwiſchẽ kam/ rich⸗ tet Johannes etliche ab/ die vnterm ſchein des Gottesdienſts in Tempel be⸗ gerten/ vnnd deſſen erlaubnuß von jhren bundsgenoſſen erlangten/ er gieng 6— 6) aber mit betrug vmb. Dann als ſie in Burgerlicher Kleydung hinein kamen/ 8 darunter ſie doch gewaffnet waren/ woꝛffen ſie die Kleyder von ſich/ zogen die Schwerter herfuͤr/ vnd hatten Pantzer an/ vnnd andere Kriegsruͤſtung. Welches die jehnigen ſo im Tempel wehrloß/ des Gottes dienſts warteten/ dermaſſen erſchrecket/ dz ſie hinauß ſprun⸗ gen/ vñ den Tempel odſtehen lieſſen. In dem aber jehne diſen nachuolgetẽ/ vñ weiche ſie ergreif⸗ Johannes nitt des fen konten/ erwuͤrgeten/ vñ etlichen auſſer des Tempels vmbgang nacheileten/ bekam Johan⸗ Tempelein⸗ nes/ ſambt ſeinen Geſellen gute gelegenheyt/ hinein zufallen. Da wurden vil Menſchen er⸗ ſchlagen/ alſo daß auch etliche/ die jhnen nicht widerſtanden/ auß erdichten vrſachen erwuͤrgt woꝛden/ vnnd halff die ruͤhigen gar nichts daß ſie ſtill waren/ noch den verſchwigenen/ jhr ſtill⸗ ſchweigen/ noch den fliehenden jhregedult. Vnd nach dem Johannes auch den nnern theyl Enderung der trei des Tempels erꝛeycht/ aͤngſtiget er Simonem/ biß in den andern geringern Ort/ vnnd zwang aufrüpriſchen Ror⸗ Eileazurum/ deßgleichen auch die andere· Oberſten dertritten Roti/ vnter ſeinen gewalt. nienbeſen⸗ Die Inden ſtellen ſichals ſeten ſie vnter eynander vneyns/ vnnd als ob ſich eyn theyl wolte ergeben, das ander aber jhnen wehrete. Titus maͤrcket den betrug/ warnet ſeine Rriegs leuth/ Da ſie aber wider ſeinen beuehl/ohne oꝛdnung hinlauffen/ werden ſie von den Juden vmbringet/ vnd hart beſchadiget/ daß ſie kůmmetlich darnon kommen. S Itus zog zumtrittenmal wider den Feind/ vnnd fuhret ſein Heer W HS an. Vnd als er hinzu kam/ fand er eynen groſſen geſteckten haufſen Juden voꝛ . der Statt die ſich anſehen lieſſen/ als ob ſie ſich den Roͤmern ergeben wolten ⸗ P vnd doch fuͤr foꝛcht jnnen hielten. Er maͤrcket den betrug/ vnd ſonderlich/ die⸗ weil er ſie das mehrertheyl eynhellig vnter eynander/ vnnd halßſtarꝛig befun⸗ den /kont er nicht fuͤr glaubwirdig erkennen/ daß ſie ſo ploͤtzlich anders Sin⸗ nes woꝛden/ warnet derhalbẽ die Kriegsleuth/ ſich auff diſen betrug ʒuuerſehen vñ nit leichtfůre Turns warnet ſeine tig/ſondern nach ſeinem beuchl /mit hellen Hauffen zur Mawerſich zunahen/damit ſie nit von Zgerebr dee denen/ ſo auß der Statt gangen weren/ von hinden her vmbringet wuͤrdẽ. Ploͤtzlich hoꝛet man eyn groß geſchrey auß der Statt/ vnd eyn auffruhriſch vñ vnſinnig toben/ etlicher die ſich ſtel⸗ leten/ als ob ſie willens hinauß zufliehen/ vnd begerten/ man ſolte jhnen das Thoꝛ oͤffnen/ E licher die ſolches wehreten/ vnnd hieſſen die Thoꝛ zuhalten/ etliche wuͤnſcheten Krieg/ etliche Frid. Dergemeyne Kriegspoͤfel macht ſich auff/ denen die von der Mawer jhrer hůlff Tiri beuchl zu des begert/ huͤlff zuleyſten/ vnnd lieff der mehrertheyl ſchnell ohne oꝛdnung vnnd maſſe— Mawer. als o Egeſippi/ bon Zerſtoͤrungder Statt 4 0 1 4 als ob ſie entgegen lieffen/ denen ſo daher kamen/ vnd beiſtand leyſten wolten/ daß durch naͤhe⸗. 2 2 rehůlff deſto mehr behertzt herauß zufallen/ oder die jhnen widerſtundẽ foꝛchtſam wuͤrden /oder 9 Römiſche Rriegs⸗ daß ſie vnter die jehnigen/ ſo den andern wehreten/ kommen moͤchten. Aber die drauſſen ſtun⸗ in den/ machten ſich von hinden zu/ hinder diſen her/ trungen auff die hindergangene/ jehne floht v der Maweren zu/ vnnd ſich gar nichts von denen/ die Friden fuͤrgaben beſorgeten/ Von dan⸗ D nen wurden auch Steyne vnnd Geſchoß gewoꝛffen/ vnnd ploͤtzlich der erdichte Frid in eynen z6 Krieg verwandlet. Daher wurden ſie bewegt wider zu rurk in die Feind zulauffen/ welche ob ſie ſchon ſich vnterſtunden/ der Roͤmiſchen Kriegsleuth in jhrem foꝛtzug zu vmbgebẽ /mußten ſie ſich doch auch beſoꝛgen/ daß ſie nicht von dem gantzen Heer etwa ſelbs vmbringet wuͤrden. Derhalben dieweil ſie ſich fur dem gantzen Hauffen foꝛchten/ verloꝛt ſie diſe(ob ſie jhnen ſchon vil Wunden geſchlagen/ vnd ſie auch mehꝛerntheyls vbel verwundet) ſchier auß jhren haͤnden/ da ſie doch meyneten/ ſie weren ſchon gefangen. Volgeten jhnen doch nach biß zum Grab He⸗ lene/klaͤpperten hochmuͤtiglich/ nach jhrem brauch/ mit jhren Tartſchen/ vnnd ſpotteten alſo der Romer die ſie ſchon zum andernmal mit liſt hindergangen hatten. VII. Cap.. Titus iſt zornig vber die vngehorſamen/ ſtraffet das gantze veer rernſtlich/ draw⸗ etjhnen die ſtraff/ laßt ſich doch endlich beguͤtigen/ daß er die Miſſethat vmb der man⸗ ge willen/ jhnen verzethet. vitusſrafft onder K Er Kryſer war vbel zu friden/ vnd verbot denen die zu ruckwich⸗ ſen Ariegs⸗ en daß ſie ſich nicht vnter die andern mengen ſolten/ foꝛdert die maͤnnige zu ſammen vnd ſprach: Wiewol der Romer Tugent groß iſt/ vnnd aller Welt Voöcker weit vbertrifft/ ſo thuen ſie es doch fuͤrnemlich in dem allen voꝛ/ daß 6) ſie gut Regiment vnnd Oꝛdnung halten/ vnnd den Gebotten gehoꝛſam ley⸗ kten denn dardurch wird die Kriegszucht erhalten. So iſt es auch nicht wunder/ das die Juden liſt vnnd betrug brauchen/ dieweil ſie ſich an ſtaͤrcke vngleich befinden. Aber gleich wie die ſchwaͤchern ſich pflegẽ des hinderliſts ʒu behelffen/ alſo geburet den ſtaͤrckerẽ ſich fuͤrʒuſehen/ daß nicht jhre Tugend durch detrug zuſchanden werde. Nemme jhn derhalben wunder/ dieweil jehne in der verzweiuelung fein zuſammen halten/ die Roͤmer bei beſſern voꝛ⸗ ſtand nicht vbereyn ſtimmen/ daher es dann kommt/ daß jehnen jhr betrug glucklich foꝛtgehet/ vnſer fuͤrnemmen aber/daß doch auß Tugend gehet/ im ʒweiuel ſiehet. Wann die einde ſo ſtarck weren/ als liſtig ſie ſeind /ſtuͤnde es vns nicht ſo ſchaͤndlich an/ wannwir ſchon vberwun⸗ den wuͤrden. Dann von gleichen/ oder ſtaͤrckeren vberwunden werden/ iſt keyne ſchande. Die⸗ weil aber nichts an vns zu tadeln/ den alleyn daß wir ʒum Streit vnoꝛdentlich vñ mit dẽ Haͤn⸗ den angehalten ſein/ Was kan doch ſchaͤndlicher ſein/ denn in gegenwaͤrtigkeyt des Keyſers/ die Kriegszucht verachten Ich halt es gewißlich darfur/ daß die Kriegsoꝛdnungẽ haͤfftig vber ſolche ſchaͤndliche nachlaͤſſigkeyt feuffzen⸗ Deßgleichen auch der Keyſer/ wann er ſolches wird jnnen werden/ der allzeit lieber gehabt/ daß jhm ſeine Kriegsleuth gehoꝛcheten/ denn daß jhn der eind foͤꝛchtet. Dann der Kriegsleuth gehoꝛſam bringt eyne ſache bald zum ende/ der hein⸗ de foꝛcht ſcheubt den Sig auff. Was meynet jhr wol/ werde der Vatter võ dem Sohn halten/ der ſo wenig bei ſeinem Heer erhalten kan? Dann es wird dem DOberſten zugemeſſen/ wann ſein Gebott vbertretten wird/ vnnd iſt feyn ʒweiurl/ daß manvffter die geſtrafft habe/ die vber das Gebott wider den Feind geſtritten/ denn die/ ſo nach dem beuehl außgezogen/ vnd der Tu⸗ gend gewichen ſind. Dann in den geſetzen iſt/ denen/ ſo auß der oꝛdnung tretten/ der tod auff⸗ geſetzt. Was ſolte wol geſchehen /da nicht nur ehner/ ſondern der Hauff hin vnd wider ſeine vdnung verlaſſet/vnd des Oberſten Gebott verachtet? Lieber bedenckt doch/ daß jhr des Rö⸗ miſchen Reichs Kriegsleuth ſeien/ des Volcks/ des Raths/ welche es fur eyne miſſethat anzie⸗ hen/ wann jemann ohn anſehenlichen beuehl vberwunden hat. Mit ſolcher Rederſchreckter nicht alleyn die Haubtleuth/ ſondern auch das gantze Heer/ Dann da er auch die oͤberſte Maubtleuth ſo ſcharff anfuhr/ ließ es ſich anſehen/ als wolter ſie alle ſtraffen. Da baten jhn aberalle die vmb jhn her ſiunden/ daß er die ſchuld der wenigen/ ſo zu erſt gewichen/ jhnen allen in gemeyn ſchencken wolt. Vnd wiewol der Keyſer ſich nicht bald in diſer mißhandlung— Beruſalem. Das V. Buch... tigen ließ/ ſo ließ er ſich doch erbitten/ daß er jhnen die ſtraff nachließ/ vnnd vergabs jhnen mit vitus verzeihet den groͤſſerm anſe hen/ vnd ſprach: Er wölle es allen geſchenckt haben/ vnd daß er ſich genug an al⸗ ſeinen jhre mißhand⸗ len gerochen mit ernſien woꝛten/ Darumb daß die ſtraff gegen ſonderen Menſchen wircklich zu und vollziehen ſeie gegen eyner maͤnnige mit woꝛten/ jhene biß zum tode/ diſe biß zur beſſerung. Dann die niderlag im Streit/ auch offt guten Kriegoleuthen zu kůnfftiger Tugend vrſach ge⸗ geben habe. Eitus wendet ſeinen zorn wider die Juden/ laßt die gãhe vnd tieffe Thal ſchleyffen. . Zuden Scharmuͤtzeln in des in der Statt/ vnnd muß ſich das Volck wol von jhnen Arnach ließ Titus ſeinen zom vber die Feinde auß/ vnd betrach⸗ tet/ daß die Belaͤgerung an ſo vilen gaͤhen vnnd tieffen oꝛten gar gefaͤhrlich were /ſeintemal die Kriegsknecht/ wann ſie ploͤtzlich vberfallen wuͤrden/ nier⸗ gends hin ſich verfuͤgen koͤnten/ von dannen ſie dem Feind widerſtand zu⸗ thuen/ vnnd das Geſchuͤtz zuſtellen vermoͤchten/ that derhalben beuehl /daß man voꝛ der Statt alle gaͤhe vꝛt erſchuͤtten ſolte. Da das geſchahe/ geriethe Simon hat ꝛ0006. es den Juden zur gegenwaͤrtigen gefahr. Weil die Roͤmer mit ebenung der gaͤhen Oꝛten vmb⸗ betſum vnnb fünſſ⸗ giengen/ Scharmuͤtzelten ſie darinnen/ vnnd war auff beiden Partheien nicht eyn geringer*6 Hanbtleuthe Hauff. Dann Zehen tauſent waren bei Simone/ vnnd fuͤnffzig Haubt euth vnter jhnen/ ſo ſtunden auch bei fuͤnff Tauſent Jdumeer auff Simonis ſeiten/ vber welche Jacobus vnd Si⸗ mon der juͤnger geſetzt waren. Johannes aber/ der den jnnerſten theyl des Tempels/ durch be⸗ Johannes hatz 40o. trug/ wie oben gemeldt/ eingenommen/ fieng mit Tauſent Gewapneten den Krieg an. Es ka⸗ auffſeinet ſenen. men auch Zweytauſent/ vnd noch andere vierhundert Mann zu jhm/ nach dem ſie der ſachen eyns woꝛden/ eynhelliglich die Statt zu beſchuͤtzen/ vnd waren Eleazarus vnd Simon Arim/ welche ſie auch zuuoꝛ gebraucht/ jhre Oberſten. Da ſie vnter eynander ſtritten/ mußte das Das Volck muß ſich Volck mitten zwiſchen jhnen/ deren die vberwunden/ Raub ſein/ Vnd ward als eyn verehꝛung wolleiden. des Streits jetzt diſem dann jhenem/ nach dem der außgang mancherley war/ zugetheylet. Sie wurden eyn wenig vnter eynander eyns/ nach brauch eynes Anſtands/ vnnd ob ſie ſchon durch den erſten anlauff der Roͤmer auffwachten/ ſo fielen ſie doch widerumb in die alte Kranckheyt des Nebers mit jhren ſiechen Gliedern/ da die außwendige Kranckheyt etwas nachließ. Auß⸗ wendig war gemeyniglich Krieg/ innwendig Auffruhr/ vnd ſo vil deſto beſchwerlicher/ dann der Auffruhr ſelbs/ beyde durch Krieg erhalten ward/ vnd den Krieg erhielt. Ihr zwen ſtritten vmb die Herꝛſchafft/ das Volck zwiſchen beyden/ bekuͤmmert ſich nicht vmb die Dienſtbar⸗ keyt/ ſondern daß es nicht eynen aͤrgern Herꝛen vberkaͤme. IX. Cap. Beſchretbung der Statt Jeruſ⸗ alem/ wer ſie anfaͤnglich gebawen/ hernach gewonnen⸗ Item/ vom Tempel vnd ſeiner zugehoͤꝛd/ Zierd/ vnd Prieſterlichem Kleyd/ vnd derſel⸗ ben bedeutung. Je Statt Jeruſalem hatte anfaͤnglich erbawen eyn maͤchtiger Wer erſtich die K vnter den Cananitern/ der nach des Vatterlands Sprach/* der gerechte Konig genannt/ vnd hat ſie erſtlich Solymam geheyſſen/ darnach/ als er ey⸗? Melchtzedet. nen Tempel darzu gebawen/ iſt ſie daher Jeroſolyma genannt woꝛden. Zu erſt haben darinnen gewohnet die Cananiter. Dauid iſt der erſte Hebreiſche Dauid.. Sam.1⸗ Mann/ der die Cananiter darauß vertriben/ ſein Voilck dahin geſetzt„vnnd jhm eyn Koͤniglich Hauß darinn gebawen hat. Er war auch wol willens/ Gott eynen Tempel Samuel.7. zu bawen/ aber es ward jhm durch eyn Goͤttlich Antwoꝛt verbotten. Doch verließ er eynen Sohn mit Namt Salomon/ der den Templl/ wie er willens geweſen/ außbawete. Derhalben Salomon den Tem⸗ hot Salomon den Tempel von grund auffgefuͤhret/ vñ die andern Koͤnige haben auch vil dar⸗ velgebawen⸗ zu gethan/ daß die Statt geʒieret ward. Die groſſe Herꝛligkeyt hat jhnẽ w gebracht. . 8— G Egeſippi/ von Zerſtoͤrung der Statt 4 0 3 4 Doch vbertraff der Tempel alle Werck mit koſtlicher arbeyt/ vnd ſchoͤnen glitzenden Marmel⸗ 7 2 ſteyn/ an welchem war eyn Gang/ vnd eyn koͤſtlicher groſſer Voꝛhang von gaͤler Seiden/ vnd Bedeutung der Far⸗ koͤſilichem Leinwab vnd Purpur gewuͤrcket. Vnd iſt die Materi ſolcher ſeltzamen Gattung nicht vergebens darzu gebraucht woꝛden/ ſondern eyn jedes hat ſein geheymmiß vnd verboꝛge⸗ ne bedeutung gehabt/ angezeygt/ darumb daß der Tempel dem zugehoꝛet/ der vber Himmel vnd Lufft/ Erd vnd Meer/ als eyn Schoͤpffer aller Element herzſchet/ alles alleyn regieret vnd verwaltet. Dann das Roſinrot bedeutet den Fewerꝛoten Hmnel/ die gaͤle Seide/ die Lufft/ die koͤſtliche Leinwad die Erd/ daß ſie darauff waͤchſet/ Purpur das Meer/ die mit Meerſchne⸗ ckenblut gefaͤrbet wird/ daß man alſo zwey auß der Farbe/ ʒwey auß jhrem Gewaͤchß verſtehen Hoderprieſter in ſei kan. Deßgleichen pflegt auch des Hohenpꝛieſters Kleyd/ diſe vier ſiuck auff die hohe Feſte an⸗ Zndee enn zuzeygen/ als ob er die gantze Welt anzoge/ wanner fuͤr das Volck bitten wolt/ zur Figur oder Jeſu. Fuͤrbild des Herꝛn Jeſu/ der als der rechte Hohepꝛieſter kommen ſolt/ vnd der gantzen Welt Suͤnde tragen. Es bedecket auch der Hoheprieſter ſeine Huͤfft mit eynem Leinen Niderkleyd/ darumb daß der Prieſter voꝛ andern in ſeinem Hertzen glaͤubig/ vnd an feinem Leib keuſch ſein/ Zwen Tabernackel/ vnd damit des Fleyſches geylheyt beguͤrten ſoll. Es waren auch zwen heylige Taberna ckel/eyn jnnwendiger vnd eyn außwendiger. In diſes giengen die Prieſter allzeit/ in jehnes jnnwendige ſter des urs nur eyn aber/ daß das ander genannt ward/ gieng der Hohepꝛieſter nur eynmal/ vnnd doch nicht ohne mal· Hebt. ʒ⸗ Blut/ welches er opfferet fur ſich/ vnd des Volcks miſſethat. Dardurch der heylige Geyſt das anzeygte/ wie der Her: Jeſus kommen wuͤrde/ der wahrhafftig alleyn eingienge in das aller jn⸗ nerſte der Gottlichen geheymniß/ vnnd in das verboꝛgene des Him̃liſchen weſens/ der daalle ding wuͤßte. Der auch alleyn die gantze Welt durch ſein Blut dem Vatter verſoͤhnet/ daß er ſich beyde/ deren im Hmmel/ vnd deren auff Erden erbarmet. Endlich da er kommen iſt/ hat er alles zu friden geſtellt durch das Blut ſeines Creutzes/ beyde was im Himmel vnd auff Erden Raͤuchaltar⸗ iſt. Darinnen war des Raͤuchwercks Altar/ deßgleichen Tiſch vnd Liechter. Der Raͤuch ¹Alter⸗ daß diſes groſſen Prieſters Gebett/ wie eyn Raͤuchwerck fuͤr Gott den Vatter komme. Der Der Tiſch. Tiſch/ daß darauff Chriſti Leiden ſei/ vñ die geheymniß der Sacrament. Daher Dauid ſpꝛicht: — Du bereyteſt fuͤr mir eynen Tiſch. Deſſen die zwoͤlff Apoſtel/ als die zwoͤlff Schawbrot Zeugen ſein/ ſeines Leidens vnd ſeiner Aufferſtehung. Das Liecht/ welches jetzt auff den Leuchter ge⸗ ſteckt wird/ war zuuoꝛ vnter dem Scheffel/ das iſt/ vnter dem meß des Geſetzes/ Nuh aber vnter der gnaden fulle/ vñ gibt eyn jmmer waͤrendes Liecht von dem Leuchter mit ſiben Lampen/ dar⸗ umb daß der heylige Geyſt/ mit ſiben groſſen gnaden vñ tugendẽ/ den Tempel Gottes erleuch⸗ Treifaleigteyt. tet. Das erkeñtniß der Treifaltigkeyt war im aller jnnerſten vꝛt des Tempels/ der das aller hey⸗ ligſte genannt ward/ da voꝛ ʒeiten die Rute Aaron/ als ſie dahin gelegt ward/ bluͤete/ anzuzey⸗ gen/ daß die Prieſterliche gnad in Chriſto mehr nutz ſchaffen wuͤrde/ nach dem tod/ damit er die en S Welt erloͤſet. Voꝛ dem Tempel waren vierzehen Stuffen/ an welchen der Schatte/ zur ʒeit des Stufen. Konigs Ezechie auffſtug/anzuzeygen/ daß das ende ſeines Lebens voꝛhanden were/ Aber alser 2 Reg. 20⸗ durch eynen Goͤttlichen Trib vermahnet ward/ betet er/ vnnd erlanget des Todes auffſchub ⸗ durch diſes Warzeychen/ daß die Sonne eben dieſelbigen Stuffen zuruͤck gieng/ vnd damit zu verſtehen gab/daß er noch ſo vil Jar leben wuͤrde. verodes hatte die Statt Jernſalem gezieret/ beueſtiget/ vnnd die Burg Antoniam gebawen. Titus beſichtiget die Statt/ woh ſie anzu greiffen ſei. Nicanor ſein guter Freund/ wird neben Ihm erſchoſſen/ dgruͤber der Reyſer erzoͤrnet/ greifft mit ernſt zum Rrieg/ die auffrhůrer vereynigen ſich widerumb/ thuen dem Feind widerſtand/ werffen Fewer in die Rriegsruſtung. Johannes der IJdumeer vaubtmann wird erſchoſſen. S Ls nuh derhalben die Statt durch viler Koͤnige huͤfff allenthal⸗ Fe ben wol bewaret /ſonderlich aber durch Herodem/ der die Burg(ſo Anto⸗ ſ nia genannt) gar ſtattlich vnd herꝛlich auffgefuhret/ beueſtiget/ vnnd vber die maſſen ſchon gezieret/ ʒoch der Keyſer herumb zu beſichtigen/ an wel⸗ chem ort er am fuͤgligſten koͤnt in die Statt fallen/ vnnd als er die Mawer —— rings herumb wol beſchawet/ ſahe jhn fuͤr gut an/ zu aller naͤhſt bei Johan⸗ niv dev ohenprieſters Grab/ die Belaͤgerung anzugreiffen. In dem er fleiſ⸗ — de die . Nn Beruſalem/ Das V. Buch. 86 ſig erkundiget/ vnd ſeiner guten Freund eyner Nicandꝛ genannt/ neben ſhm war/ vnd mit ſon⸗ Mieanor/ der den Jn derm fleiß ſeines Geſchaͤffts wartet/ ward er mit eynem Pfeil getroffen/ daß er zu boden ſanck. den zum friden rath/ Dann er war etwas naher hinʒu getretten/ in betrachtung/ daß es etwa zum kaͤnfftigen frden dienen moͤchte/ wann er mit jhnen zu rede/ welcher auch darfur gehalten ward/ daß er kraͤfftig vnd machtig gnug were/ der Zuhoꝛer Gemuͤt zu bewegen. Da ward der Keyſer haͤfftig bewegt/ daß ſie den/ der ſhnen guten rath geben/ vnuerſehens verwundet vnd getodtet hatten„oꝛdn“t alsbald ſein Heer ʒum Streit/ vnd gieng der Krieg haͤfftig an/ mit allerley Geſchoß/ vnd groſ⸗ ſen Pfeilen/ die Boͤck wurden hinzu geruckt/ vnd die ſtarcken Maweren damit zerſchollet. Das erſchꝛoͤcket alle die ʒuuoꝛ vber der Herꝛſchafft eynander im Haar lagen/ wurden der ſachen mit Die Auffruhrer wer⸗ cynander eyns/ vnd nach dem ſie alles voꝛgehende verzigen/ woꝛden ſie eyn Leib/ vnnd beſchir⸗ dẽ mit eynadertvn, meten auß notzwang eynhelliglich die Statt. Lieffen auff die Bühel/ vnd woꝛffen Fewer auff de⸗ den Sturmzeug/ daß ſie die Schuͤtten zeruſſen/ die Sturmdaͤcher verbrannten/ vnd die Bock Se Fe⸗ anzuͤndeten/ vnd hatten ſchier allen Sturmzeug verbrannt/ wañ nicht die außerwehlte Kriegs⸗ wer auff der Romer . 3 F ₰ S. 5 ſ 2 2— l — S —— —————* B S ——— — S W S 5 5 N S 2 S 1 . F. W. 5 — 3 5 5 . — „ — — 5 S4 . 8 5 2 — 7 G 2 P S. 3 2* W E S P 0 1 9 * — S 3— ſ 3, S = 2 2 — 4* .* — 8 3 S 5 . 4. N— S W S In— 2 &. — 8 8 leuth vnd Bundsgenoſſen/ ſonderlich die von der Statt Alexandria wegen da waren/ ſo tapffe⸗ ren widerſtand gethan hetten. Doch als ſie ſich jhnen ſo tapffer entgegen ſetzten/ that jhnen der Keyſer mit ſeinem beſten Reyſigen geug beiſtand. Er ſtritt auch ſelbs haͤfftig/ vnd erlegt deren zwolff/ die auff der Feind ſeiten/ mit widerſtand das beſte thaten. Daher begunte das ander groſſe Volck ſeiner Haut zu furchten/ vnnd wider hinderſich in die Statt zu weichen/ dadurch dann der Roͤmer geug von der Brunſt erꝛettet ward. In diſem Streit blib auff dem Platz Jo⸗ Johannes/ der Ii⸗ hannes der Jdumeer Haubtmann/ als er voꝛ der Stattmawer mit eynem Römiſchen Kriegs⸗ meer Haubimañ er⸗ knecht/ der jhm wol bekannt/ ſprach hielt/ ward er mit eynem Pfeil in den Rucken geſchoſſen/ ſchoſſen⸗ daß er bald zu boden fiel. Man ſagt/ daß eyn Araber/ eyn erfahrner Schuͤtz ſolches gethan dar⸗ uͤber die Idumeer haͤfftig bekuͤmmert/ daß ſie eynen ſolchen hurtigen vnd weiſen Mann verlo⸗ ren hetten. XI. Cap. Trei Thůrn fallen bei racht ein/ von welchem ploͤtzlichem praſſeln vñ getoͤß/ das Ro⸗ miſch veer hůfftig erſchrocken/ biß Titus die ſach erfahret/ ſeine Rriegsleuth be⸗ p Egeſippi/ bon Zerſtoͤrungder Statt rrichtet/ Darnach ſtuͤrmen ſie die Wawer mit Boͤcken/ vnd erobern die Erſte/ die Inden fuehen auffdie ander. S begabe ſich die volgende Nacht daß die trei Thuͤrn(die Titus auff der Schuͤtt hat laſſen aufffuͤhren/ die Juden von dannen/ als von ey⸗ nem gleichen oder höhern Ott/ mit Pfeilen zu erſchieſſen)ploͤtzlich/ ohn ey⸗ S nige gewalt der Feinde einfielen. Durch ſolches praſſeln das gantze Romiſche Heer hefftig erſchꝛocken iſt/ dann ſie meyneten/ vnd hieltens darfuͤr/ daß die e Feind die Schuͤtten zerꝛiſſen/ vnd die Thuͤrn vmbgewoꝛffen/ welche mitſh⸗ rem fall grewlichen ſchaden gethan hetten/ vñ fehlet wenig/ es were eyn erbaͤrmliche That fuͤr⸗ gangen/ daß die Vberwinder bei der Nacht/ fuͤr vngewiſſen Feinden weren dauon geflohen/ wann nicht die Jinſterniß/ vnd der groſſe Staub/ der durch den fall entſtanden/ jhnen das Ge⸗ ſicht verblendt/ daß ſie nicht eygentlich wußten/ woh ſie hinfliehen ſolten. Es fraget je eyner den naͤhſten was geſchehen were/ vñ konten doch die warheyt nicht erfahren/ dieweil diſer plotz⸗ lich zufall maͤnniglich vnbewußt/ biß der Keyſer die ſach erkundiget/ vnd ſie berichten ließ/ daß es von eynem plotzlichen fall/ vñ nicht von eynes Feindes anlauff were. Alſo ward der ſchꝛecken geſtillt/ vnd ſtund der gantze behelff die Statt ʒu erobern/ alleyn in jhrer ſtaͤrcke. Dann dieweil die Maweren ſehr hoch waren/ vnd mehꝛertheyls mit Eiſen oder Ertz vberzogen/ vnd die Fein⸗ de der hoͤhe halben /fur den Pfeilen wol ſicher waren/ ruckten die Roͤmer jhre Boͤck vñ Sturm⸗ zeug hinzu/ vnnd zerſcholleten mit deren vilen vnd harten anſtoͤſſen die ſtarck Mawren/ fien⸗ gen auch an mit leichtem Geſchoß vnnd Pfeilen nachzutrucken/ daß ſie die/ ſo zur gegenwehr ſtunden/ abwendeten/ vnnd die jehnigen ſo ſie verhinderten/ mit jhrem hinderniß gewaltig ab⸗ triben. Alſo mußt die Mawer allgemach den ſtuͤrmenden weichen/ daher die Juden den groſſen Die Romer erobern Bock/ eyn Statt verherger nenneten. Als nuh die Mawer an eynem theyl ʒerſchellet/ wichen die erſie Mawer. die Juden von derſelben Streichwehꝛe/ verlieſſen ſich darauff/ daß ſie noch zwoandere Mawe⸗ ren hetten /flohen demnach auff die andere Mawer. Da diſe flohen/ fielen die Roͤmer durch die Luͤcken der Mawer hinein/ vnndoffneten die Thoꝛ/ vnd da alſo das gantze Heer hinein kam⸗ 4 0 3 4 Trei Thärn fallen f⸗ in der Nacht vmb. ſchier fuͤr forcht dar⸗ non gelauffen⸗ riſſen ſie die euſſerſte Mawer ſchier gar darnider/ damit ſie jhnẽ nicht im Streit hinderlich we⸗ re/ oder ſo es vbel zugieng/ den Feinden wann ſie wider dahin floͤhen/ eyne auffenthaltunggebe. Simon vnd Iphannes/ beſchirmen die Statt wider die Romer/ vnnd Scharmůtzeln tapffer mit den Kömern/ Longinus/ eyn Reyſiger ſpꝛengt mitten vnter die Feinde er⸗ wuͤrger yhrer zwen/ vnd kommt vnuerletzt daron. Titus vermahnet die ſeinen fuͤrſich⸗ — Dhannes vnd Simon die zuſammen geſchworen hatten theyle⸗ S ten die oꝛt/vmb die ander Mawer vnter ſich. Johannes ſtreit mit den ſeinen 6 1 von der Burg die Antonia hieß/ nahe bei des Tempels Halle) die gegen die Vurg Anronia Mitternachtwaͤrts lag. Dann auch der oꝛt ſelbs/ darauff hernach die Burg geſtanden/ Brios F 2 nach Antonij Namen gebawen/ mitten zwiſchen zweyen Hallen ſtund/ Se ward der Mitternaͤchtige/ das iſt/ Brios genannt. Simon aber beſchirmet Ernſter Scha⸗mů⸗ die Statt bei Johannis Grab. Dife ſtritten fur jhr leben/ die Roͤmer Sigs halben. Diſs ob ſie benbeeen uden wol mächtiger waren zu ſtreiten/ ſo war jhnen doch der vꝛt etwas nidrig zur Belagerung/ di⸗ weil jhnen die Gegenwehr võ der Mawer ſehr beſchwerlich war. Die Juden waren verwaͤgen vnd vbermůtig/ die Roͤmer aber ſtarck vnd hurtig/ Es waren auch ſtaͤts die Oberſten bei jhren Partheien/ daher ſie denn deſto haͤfftiger ſtritten/ dieweil eyn jeder mit ſeiner gefahr begeret ſei⸗ nem Oberſten zu gefallen. Simon zwang die ſeinen mit ſchrecken vnd foꝛcht/ Titus aber die Roͤmer damit/ daß ſie ſich voꝛ jhm ſchaͤmeten/ wie ſichs gebůͤret/ dieweil es jhnen vil groſſer war denn der tod ſelbs/ wann ſie nicht dem Keyſer ʒugefallen eyn gefahr beſtuͤnden/ da er ſich doch ʒum offtermal dem Heer ʒu gut in gefaͤhrligkeyt gewagt hette. Es machet ſie auch dʒ deſio mutiger/ daß ſie gewohnet waren zu ſteigen/ vnd die Flucht jhnen vnbewußt/ vnd fuͤrnemlich⸗ Der Platz darauff weil Titus ſelbs ʒugegen/ auff eynes jeden Tugend achtung gab/ von dem ſie nicht alleyn eyner vergeltung jhrer mannt igkeyt gewaͤrtig /ſondern vber alles war das der aller groͤſten belohnung frucht/ wann eyner in ſeiner gegenwaͤrtigkent eyn mannliche T hat begangen/ di jhm nit„ * ſiele 5 ſ te de de 10 n zl Li lon der e/ in der rat me doc hers ſiet ſun dem vnn Cy Rö ſich eral Jud nahe den( ader and der X. — kont /lieber bei leben erhalten/ denn vertilgen wolt/ Vermahnet ſeine Kriegsleuth nichts an⸗ xiet —— — Feruſalem/ Das V. Buch. 87 fiele. Auß diſer bewegung ward Longinus/ eyn Reyſiger Knecht vermahnt/ als er an der Ma⸗ Conginus ſpringet wer die Hauffen der widerpart ſahe/ daß er gleich auſ vnmuth(weil ſie die Romerʒum Kriege reytzen/ vnd auß dem Roß doꝛfften herfurfommen) von feinem Gaui ſprang/ vnd mitten vn⸗ ter die Feinde ſiel/ vnd eben da jhm eyner woit entgegen lauffen/ traff er hn mit eynem Pfeil/ daß jhm die Sprach entfiel/ vnnd jhm die Seelaußgieng/ den andern aber erſchoß er eben mit dem Pfeil/ den er auß des gefallenen Coꝛper erwiſcht/ vnnd kam als eyn Vberwinder wider zu den ſeinen. Ich rede von den fuͤrtrefflichen/ dann es waren vil die jhnen auff beyden ſeiten nach⸗ uolgeten/ aber auff vngleiche gattung. Die Juden woꝛden auß verzweiuelung kuͤner/ Die Rö⸗ mer aber auß begird der Ehꝛen deſto mannlicher. Doch verachten ſie zugleich den Tod auß vn⸗ gleichem gemuͤt/ Die Juden hieltens fuͤr eyn troſt/ wann ſie mit eynem Feinde ßterben ſolten. Titus eilet den Krieg zu vollenden/ doch ohne der ſeinen verl uſt/ der auch die Feind ſelber woher Tiei gaͤtigkeyt vnd ders/ denn daß ſie furſichtiglich ſolten Kriegen/ vnd daß diſes alleyn die rechte mannligkeyt we⸗ fuͤrſichtigkeyt. re/ die die furſichtigkeyt zum Gefaͤrten hett/ dann ohne rath/ wuͤrde die ſtaͤrcke fur eyn vermeſ⸗ ſenheyt gehalten/ die niergends mehr zu verhůten denn im Sig. Dann es komme der Ober mit dem vntern vmb/ der Triumph ſtehe dem Vberwinder zu. Solle man derhalben ſich wol be⸗ rathſchlagen/ daß der Sig nicht dem gluͤck zu geſchriben werd/ noch der faulkeyt/ ſo er der ge⸗ meynen gefahr nicht entgangen. Beuahl demnach daß man den Bock ſolte an die helffte der Mawergegen Mitternacht waͤrts richten. XIII. Cap. Eaſtor/ eyn argliſtiger Ind/ ſtellet ſich als ob er ſich mit ſeinen Geſellen wolt ergeben/ damit er nur den Sturm moͤcht verhindern/ wird an die Naſen getroffen/ deſſen er ſich beklaget/ Joſephus maͤrckt den betrug/ Eneas laufft hinzu/ Cäſtor verheyßt eyn ſtuͤck Goldes herabzu werffen/ es wird aberẽyn Sreyn darauß. Darnach als man den Thurn ſtuͤrmet/ ſteckt er jhn an/ vnd ſtůrtzet ſich gleichſam ins Fewer. Aſelbs war eyner genannt Caſtor/ eyn argliſtiger vnd boßhaff⸗ S tiger Menſch„der ſich als die andern durch der Schuͤtzen Pfeil verſagt„mit andern neun betrieglichen Geſellen herfuͤr macht. Dann als er vermaͤrckt/« Joſrph. Zehen daß der Thurn durch gewaltige ſtoſſe des Bocks fallen/ di Mawerweichen“ vnd leichtlich einfallen wuͤrde/ wann manofft vnd ernſilich anhielte/ recket er ſeine Haͤnde auß/ vnd bat den Keyſer mit erbaͤrmlicher Stimme/ er wolte vdoch der Statt/ die ſchon im verderben ſtehe/ jetzt verſchonen/ vnd ſie nicht gant vnd gar ver⸗ hergen. Der Keyſer meynet/ dieweil er ſo embſig vmb gnade baͤte/ vnd die Haͤnde geben wolt/ ſie wuͤrden ſich ergeben/ hieß derhalben das Stuͤrmen einſtellen/ die Schuͤtzen mit dem Streit jnnen halten/ vnd erlaubt Caſtori ſeine ſach zu reden. Erſtellet ſich als wolt er hinab ſteigen/ demnach als ob er den ſeinen rieth/ vnd etliche wolten/ etliche ſich ſperꝛeten/ vñ ploͤtzlich als auß vnwillen/ weil ſie geʒwungen wurden/ hieben eynander auff die Pantzer/ vnd fielen darnwer. Eyn groß wunder/ da der betrug verboꝛgen war/ brachten ſie die zeit hin/ vnter des traff eyn Roͤmiſcher Kriegsknecht den Caſtoꝛem mit eynem Pfeil an die Naſen. Er weynet vnd beklaget Caſtoꝛ wird an die ſich deſſen fuͤr dem Keyſer/ vnd begeret/ daß er jhm eynen hieß die Rechte hand bieten/ ſo wolle Naſen getroffen. er alſo zu jhnen flichen. Der Keyſer beuahl die ſache dem Joſepho/ aber er als der ſich voꝛ der Juden hinderliſi beſoꝛget/ antwoꝛtet/ er koͤnne nichts guts darauß ſchlieſſen. Aber Eneas trat Eaſtor verheyßt E⸗ nahe zur Mawer/ vnd lieff hin/ den/ wenn er kaͤm/ zuempfahen. Caſtoꝛ ſchrie jhm zu/er ſolte vee, erwölleihm Gold in die Schoß den Geren auffhalten/ Gold auffzufahen/ warff aber eynen groſſen Steyn hinab. Da diſer werffen/ er wed aber wacker auffſahe/ vnd des Steyns bald gewar ward/ entſprang er geſchwind dem fall/ eyn e anderer aber/ der nahe dabei ſtund/ ward von dem ſchweren Steyn zu boden geſchlagen. Als Seyn darauß⸗ der Keyſer das ſahe/ ſetzt er haͤfftiger an die Mawer/ vnd gebot/ mit deſto groͤſſerm gewalt den Sturmzeug anzutreiben. Im gegentheyl wurffen ſie Fewer herab/ den Sturmzeug zu ver⸗ brennen. Aber da die Mawer erſchellt ward/ſtuͤrtzet ſich Caſtor mit den ſeinen gleich⸗ ſam ins Fewer/ vnd gab auß betrug großmutigkeyt fur/ in verachtung des todes/ da er mit eynem ſchaͤndlichen liſt/ friſtung ſeines lebens ſuchet. P iüj Egeſippi/bon Zerſiörungder Statt 1b 34 XIIII. Cap. Die Roͤmer gewinnen auch die ander Mawer/ werden aber wider ʒu růck getriben/ am vierden rag fliehen die Inden auß forcht wider hinder die tritt Mawer. Titus heyßt die ander Mawer niderꝛeiſſen. Darnach ruhet er etliche tage/ daß ſich ſein Volck mit Pro⸗ utand verſehe/ vnd die Juden vrſach hetten gnad zubegeren. Am fuͤnfften tag läſt Titus zwo Schůtten aufffuͤhren/ doch darneben důrch Joſephum jhnen Frid vnd gnad anbie⸗ ten/ wann ſie ſich ergeben woͤllen. Ls die erſte zwo Maweren erobert/ war nurn och eyne/ das iſt/ die tritte vberig/ noch war der Keyſer willens zuuerſchonen/ dieweil er mar⸗ cket /daß jetzt erſt das rechte verderben wuͤrde angehen. In dem er jnnen hielt⸗ vnd ſie vermahnet/ daß ſie ſich gutwillig ergeben ſolten/ vnnd des gantzen Heers nicht erwartet/ ſondern mit wenigen vber die ander Mawer einfiel/ verſaſileten ſich die Juden zu hauff/ vnd verwundeten jhꝛer vil in den engen Gaſſen /bliben auch vil auff beyden ſeiten tod. Da ſchoß der Keyſer von fern mit Pfeilen auff die Widerſpaͤnſtigen/ vnnd giengen die Geſchoß vnter dem dicken Hauffen nicht laͤr ab /keyn ſtreych war ohne Wunden. Alſo fiengen die Juden an wider hi nderſich zuziehen/ vnnd bekam Tnuus die ſeinen wider. Es hatte auch ſchon der Hunger in der Statt haͤfftig vberhand genom men/ Doch růͤhmeten ſich die Juden als Vberwinder/ da ſie wider hinder die ander Mawer/ als ob ſie die Roͤmer mit gewalt herauß getriben hetten/ Aber ſie konten weder das eingefallene wider bawen/ noch das bawfaͤllige erhalten. Wehꝛeten ſich doch eyn wenig/ dann der Streit bei der ander Mawer waͤret treitage. Am vierden tage/ da ſie der Roͤmer gewalt nicht laͤnger konten außſtehẽ/flohen ſie wider zu ruck hinder die tritte Mawer. Der Keyſer verbot/ daß man deß nicht ſolte hinein fallen/ gebot doch/ daß man die ander Mawer niderwerffen ſolt. Vnd dieweil noch das groͤſte theyl des Kriegs vberig/ ſahe jhn fuͤr gut an/ daß die Kriegsleuth ſich Proniand. mit Prouiand verſchen/ damit die Vberwinder keyn Hunger noch mangel heiten. Vnd führe⸗ ten die Kriegsknecht vier tage Prouiand zuſammen/ welches auch fur eyne gelegene ʒeit geach⸗ tet ward/ daß die Juden/ po ſie jhre wolfahrt betrachten wolten/ ſich bekehren mochten. Vnd zwar das Volck hett es gern gethan/ aber die Oberſten der Auffthurer/ in betrachtung des groſ⸗ ſen vbertrangs/ ſo ſie dem gemeynen Mann ſchaͤndlich angethan/ dieweil ſie keyne gnade zu⸗ hoffen/ hieltens für leidlicher mit allen verderben/ denn ſo ſie als die Anfaͤnger alleyn můͤßten vmbkommen. Derenhalben am fuͤnfften tag/ dieweil nichts ſo ʒum Friden dienet/ von den Ju⸗ Tiens laßt wo den angebotten ward/ griff der Keyſer die Stattmawer mit zweyen Hauffen an/ vnd hieß zwo ren“ vuh. Sthütten aufffüͤhren/ cynegegender Burg Antonia/ die ander gegen der Mawer/ die gegen Römer erobern die ander Mawer. Johannis Grab vber war/ Dañ durch diſe vnterſtunder ſich die Dpberſtatt zu verhergen. Von jehner andern aber/ wann er die Burg crobert/ moͤcht er den Tempel auch leichtlich gewinnen. Dhne welchen/ ſo er jhn nicht vnter ſeine gewalt braͤcht/ er die Statt nicht ohn gefahꝛ erhalten kont. Go hatte nuß Tirns ſein Heer inzwen Hauffen getheylet. Im gegentheyl hatten Johan⸗ nes vnd Simon ſich auch außgetheylet ʒur gegenwehr. Johannes beſchirmi Antoniam/ Si⸗ mon mit ſeinen Gewapneten vnd IJdumtern/ wartet bei dem Grab Johannis/ vnd dieweiler auffeynem hoͤhern oꝛt war/verhindert er/ wie er nur kont/ alles fuͤrnemen deren die ſie beläger⸗ Die Inden werden ten. Vnd ſie waren jetzt etwas mehr geubt/ vnd hatten gelernet /wie ſebei ſchadhchen Ge⸗ geübt/ vnnd lernen ſchütz ſolten begegnen/ hatten auch allerley Geſchutz zuwegen brach dütnſe ſie der Remet i des Geſ eefrneienerhnderſei ebe eyſer jhee vngeſtüͤmme halßſtat⸗ rigkeyt maͤrcket/ wolt er neben dem Werckſie auch můndlich anſprechen/ d aß ſie nicht villiche Zuden zun Fiden, auß verzweiuclung dergnaden ſo halßſtartiger weiſe ſich entgegenſeten/ vnddurch hoffnung beuchlynen gnad an· der zuſag/dauon mochten abſtehen. Fieng an jhnen zu rathen/ ſie ſolten ſich ſambt der Statt⸗ die ſchon faſt eingenommen/ nicht in das endliche verderben ſiürtzen/ ſondern jhm die vberge⸗ ben/ die doth allbereyt mit Krieg betraͤnget/ vnnd mit der Belagerung vmbher /biß auffdas hochſie verderben geaͤngſtiget/wurden ſie weichen/ ſo wolte er jhnen gnad erʒeygen/ wannſie nurjhnen ſelbs vnnd dem Vatterland guts gönneten/ damit doch nicht die gantze Statt vber eyn hauffen geriſſen wuͤrde. Beuahlauch Joſepho/ daß er auffjhre Mutterſpꝛach die Burger anredete/ ob er villeicht ſeine Zunffigeſellen ſelbs bewegen koͤnt⸗ daß ſie von jhrem wuͤten al⸗ ſuͤnden. Welcher ob er wol wußt/ daß jhm die Juden ſpinnen feind waren/ trat et ctwas weiter — nujrrnhufnun daſichde Duſnun a den Tyluhltii . ade Eunncuhil 1 gelungen? oder wann haben die Hebreer eyne nuͤtzliche Dienſibarkeyt/ der ſchaͤdlichen Freiheyt Beruſalem/ Das V. Buch. 88 weiter denn eyn Armbruſi ſchutz von der Maweren/ ſo doch/ da ß man jhn hören kont/ vnd ven⸗ kuͤndiget den Burgern in bekannter Sprach /was jhnen nůtzlich vnd gut ſein wuͤrde. XX L Joſephus thut eyne ſchoͤne vñ lange Redzu den Juden/ in deren er ſie vermahnet/ ſich den Römernzuergeben/ mit vermeldung/ daß Gott ſelbs den Rsmern beiſtehe /Item daß ſich jhre Vorfahren der Dienſtbarkeyt nicht geſchaͤmet/ daß ſie doch allzeit auch vns ter jhren eygenen Roͤnigen dienſtbar geweſen/ vñnd andere groſſt maͤchtige Volcker den Romern vnterthanig ſeien. Die Judenñ fluchen Joſepho/ vnd ſchieſſen nach jhm. E Swere lieben Hebreer wol hingangen/ daß jhr ſo halßſtartig ge⸗ Zoſephiſiont ede ſtritten/ ehe denn die ſach auff den hoͤchſten notknopff kommen/ dieweil jhr““ dM Judts⸗ 0 vermeynet eweres hoͤhern Orts/ vnnd bekannten Landes hůiff halben die v⸗ berhand zu behalten/wiewol ſich gezimmet/ die Roͤmer/ ſoim Rrieg vnuber⸗ windlich/ nicht mit Wehꝛ außzufordern/ von welchen doch die/ ſo euch be⸗ S zwungen zum offtermal vberwunden ſeind/ aber doch ſo kan das menſchli⸗ che Gemůt/ ur zeit der wolfahrt fehlen/ vñ fuͤrnemlich weil des Krieges zufaͤll vngewiß ſeind⸗ daher denn eyn geringer ſich an eynen ſtaͤrckeren darff machen. Endlich ſett jhr ewer hoffnung auff die Maweren/ vnd bedenckt gar nicht/ daß auch der Tempel werd verherget werdẽ. Scho⸗ net doch der gemeynen vñ herꝛlichen Altaren/ ſchonet des Tempels /welcher voꝛzeitẽ eyn Him̃⸗ liſche wohnung geweſen. Jetzt aber hat euch auch Gott verlaſſen/ dieweil jhr den Gotteodienſi verlaſſen habt. Mitten im Tempel haben wir Krieg erlitten/ dz Fewer iſt hin vñ wider vmb den Templl/ aber nit ſolches wie ſonſt braͤuchlich/ es ſtehen die Gewapneten herumb. Die Römer ſo jhr Haͤnde von entheyligung des Gotteodienſts reyn behalten/ſeind noch willens ſich ʒuent⸗ haiten /vnd den heyligen Tempel nicht ʒu verunreynigen/ noch die alte gebraͤuch abzuſchaffen⸗ wann jhrs nur woltet zulaſſen. Was habt jhr doch noch weiters für hoffnu ng7 3wo Mawe⸗ ren ſeind ſchon nider gewoꝛffen/ die tritt ſo noch voꝛhanden/ iſt ſchwaͤcher denn die zwo/ die ſchon gefallen. Meynet jhr/ daß euch Gott werde zu ſchutz vnd zu hůͤlffkommen: Aber der vns beſchützete /hat ſich zu den Feinden gewandt/ dann dem wir dieneten/ den halten die Roͤmer in groſſen ehren/ wir aber erzoͤrnen jhn. Vnnd wer weyß nicht/ daß Gott mit denen ſei/ die alle ding vnter jhren gewalt gebracht? außgenommen da ſie fur allzu groſſer Hitz oder Kaͤlte nicht koͤnnen hinkommen. Vnd das iſt die vrſach das ſolche Oꝛt auſſer dem Roͤmiſchen Reich ſein/ dieweil keyne Leuth da wohnen. Daß Gott manchertey Voͤlcker/ eynem nach dem andern die Gott hat eynem gewalt verlihen/ Erſilich den Egyptern/ darnach den Juden/ daß er auch den Aſſyrern vnnd Perſern beigeſtanden/ darnach ſich ʒu den Roͤmern gewendt/ vnnd bei jhnen verharꝛe/ das kan Uhen. walt ve niemand laͤugnen. Endlich das jhnen alle Reich zugeſtanden/ vnd die gantze Welt zu beſißzen gegeben. Was habt jhr doch mit den Vberwindern der gantzen Welt zuſchaffen/ denen das groſſe Meer/ vnd das aller euſſerſt in India dienet Was ſol ich ſagen von Britañia/ die durch Britanma⸗ das Meer von der gantzen Welt abgeſondert/ vnd doch durch die Romer zu dem Weltkreyß ge⸗ bracht iſt? Eo foͤrcht ſich fuͤr jhnen Schottenland/ daß doch ſonſt nichts auff andere Laͤnder gibt. Es erzittert Sachſſenland/ dahin man doch fuͤr Suͤmpffe nicht kan kommen/ vnd mit vnwegigen Orten vmbgeben iſt. Welche ob ſie ſchon die ſorg des Kriegs gemehret/ ſeind ſi doch offt gefangen/ vnnd zu der Roͤmer Triumph gerathen/ Von welchen man ſagt/ daß Satßſſen ſtarckt ſie ſtarcke Leuth ſeien/ vnd andere vbertreffen/ doch ſich mehr auff Raubſchieff/ denn auff jhre Keuth⸗ ſtaͤrcke verlaſſen/ vnnd mehr zur flucht denn zum Krieg geruͤſtet ſeind. Aber jhr gebt fuͤr/ es ſei beſſer ſterben/ denn die Freiheyt verlieren. Wann iſt euch lieben Hebreer diſe ewere meynung nicht vorgezogen? Der Jacob/ fuͤhret die Hebreer ſelbs in Egypten/ auff daß ſie Zrevt nicht hungers ſtuͤrben. Vnd zogen zugleich mit hinab des Patriarchen zwolff Söhne/ von geſubret⸗ welchen vnſer Geſchlaͤcht ſeinen herelichen vrſprung hat. Da war Judas der Edle Stamm Juda. der Juden/ von dem das Volck den Namen bekomien. Daſelbs wolte Joſeph/ der mit Wagen Joſeph⸗ vnd Reutern einher zog/ ſich lieber dem gewalt vnterwerffen/ damit er die ſeinen ernehret/denn nach ſeines eygenen Geſchlaͤchts freiheyt wider trachtẽ. Daſelbs bewill iget Beniamin in den Beniamin betrug/ als er durch ſeiner leiblichen Bruͤder guter meynung/ liſtiglich behalten ward/ dann P inj Egeſippi/ bon Zerſtorungder Statt 4 0 3 4 es war jnen keyne ſchande den maͤchtigern dienen. Da war jhꝛ Erbtheyl/ vñ als ſie von Moyſe 7 2 beruffen woꝛden/ wolten ſie doch bleiben. Alſo hat ewern Vaͤttern auch die ſchwere dienſtbar⸗ Indè den Egyptern keyt nit mißfallen/ damit ſie nur der gefahr moͤchten vberhaben ſein. So habt jhꝛ nuh den Egy⸗ ptern gedienet/ vnnd wolte Gott daß es nur eynmal geſchehen/ Aber jhr ſeit nicht nur dazumal Zedienet dienſtbar geweſen/ da jhr die Speiſe der groͤſtẽ dienſibarkeyt/ dem Him̃elbrot fuͤrzoget/ ſondern Judẽ den Maredo⸗ ſeind auch nachmals vberwunden vñ gefangen in Egypten gezogẽ/ da jhꝛ fur den Aſſyrern flo⸗ niern/ Perſern/ Se⸗ ieuciern/ Philiſtern/ het. Ihꝛ habt den Aſſyrern vil jar gedienet/ vnnd iſt ſolche Dienſtbarkeyt gar leidlichgeweſen. gedienet. So habt jhꝛ auch gedienet dẽ Macedoniern /Perſern/ Seleuciern/ Philiſtern/ alleyn die Romer woͤllen euch vnleidlich duͤnckẽ/ welchen doch auch die vnterthan ſein/ denen jhr gedienet habet. Lieber/ welches vnter diſen beyden ſeit jhꝛ diſen ſchuldig/ haß oder gunſt/ die euch ewern Herzen gleich gemacht haben: Ich halt es fur ewere rach /nit fur ſchmach/ dieweil ſie euch an denenge⸗ rochen haben/ denen)hꝛ vnterwoꝛffen waret. Die Aſſyrier ſeind mit dienſtbarkeyt beſchweret/ die doch vber gantz Aſia herꝛſcheten. Die Egypter pfluͤgen den Roͤmern/ vnd ſaͤen von dem jh⸗ ren/ daß jhene Ernden. Macedonia/ deren gewalt ſich nach eroberung Perſidis /biß in Indiam erſtrecket/erkennen nuh fuͤr jhre Herꝛen/ die ſie zuuoꝛ nit kanten/ vnd hilfft ſie nichts/ daß ſie ʒu⸗ noꝛ jhre Koͤnige Aiacidas genennet/ vñ ʒwar nit anders denn zu der Romer Triumph gerathẽ⸗ Pyrꝛhus⸗ welchen auch Pyrꝛhus/ von Achillis Geſchlaͤcht geboren/ wie er auch deſſelbẽ Sohns Namen getragen /Fride zuerlangen/ ſich vnterwerffen/ vnd verzeihung bitten muͤſſen/ da er ſich jhnen widerſetzt hatte. Dann was ſol ich von den Philiſtern ſagen/ die eyn Landpfleger beʒwinget? O jhr vndanckbaren/ ſt es euch nit eyn Ehꝛ mit den Perſern dienen Dann das iſt eben ſo vil/ als wann Koͤnige mit euch dieneten/ vñ jhr eyn groſſes Koͤnigreich zum Geſellen der dienſtbar⸗ Inden haben Gort feyt hettet. Aber ich frage guch/ wann ſeit jhꝛ wol frei geweſen/ die jhr euch jetzt der dienſtbarkcyt zum Aönigegehabr, wägert? Entweder da jh vber andere herꝛſchet/ vnnd jhr vnter eynem Koͤnige waret. Ihꝛ hat⸗ vnd ſeine Herꝛſchafſt verwoꝛffen. tet Gott zum Koͤnige/ hr verwarfft aber ſeine Herꝛſchafft/ vnter dem jhr alleyn frei waret/ vnd Sam. 8. woltet Menſchen dienen. Warumb verwerfft jhꝛ der Vaͤtter T eſtament? Die Erben hand⸗ len auch wider jhre Vaͤtter freuenlich. Ihꝛ erwehleten eynen Koͤnig/ mit Namen Saul/ da der Danid der Juden vmbkommen/ herꝛſchete der Philiſter Volck vber euch. Darnach ward Dauid vber das gantze volck Konig/ der war ʒwar eyn gnediger Herꝛ/ Aber gleich dañoch eyn Herꝛ/ vñ ehe deñ Dauid Salomo. zu ſeiner ruhe kam/ ſetzt er ſelbs eynen Koͤnig vber das Volck. Nach Salomon ward das Reich wider in ʒwey theyl ʒerꝛiſſen/ vñ bleibt das Erbe ʒertheylet/ eyne lange ʒeit/ da je eyner nach dem andern herꝛſchet. Daß ich geſchweig der Gefaͤngniß/ ſo hat Cyrus mehꝛertheyls den Judẽ wi⸗ der zu jhꝛem Land/ vnd zu jhꝛem Gottesdienſt geholffen. Aber ewere Vätter/ ob ſie ſchon durch der Machabeer herꝛliche Sig ſehꝛ beruͤhmt geweſen/ doch da ſie durch der Perſer ſchwere Krieg betraͤnget waren/ erwehletẽ ſie die Roͤmer zu Bundsfreunden. Vnd ſeind viler Legstion Haͤn⸗ del in der Heyligen Schrifft. Ihr ſeiet der Roͤmer Freund worden/ da jhr der Perſer Knecht waret/ Aber jhr woltet widerumb lieber eynen Koͤnig/ denn den Hohenprieſter haben/ dem das Volck ſolte gehorchen/ ſo doch die Tyrannej ewerer Konige vntraͤglich war. Da Herodes geſtorben/ vnnd Archelaus verjagt/ begeret jhr dem Romiſchen Keyſer vnterthan zuſein. Ihr ergabet euch dem Keyſer/ welchem jhr auch ſambtlich gedienet/ biß die dienſtbarkeyt in eyn deſ⸗ ſers vet wandelt wuͤrde. Dann in gleicher Wirde mit maͤnniglich dienen/ iſt etlicher maſſe cy⸗ ne Freiheyt/ Sintemal der Knechte gehorſam/ durch jhrer Herꝛen Wirde ehꝛlich wird. Wie⸗ wol die Romer keyne dienſtbarkeyt begeren/ als die der reiheyt Anfaͤnger ſein/ dieweilſie nicht alleyn eynen vnfreundlichen Konig getodtet/ ſondern auch eynen ſtoltzen nicht haben leiden woͤllen/ vnd daher wird jhr Regiment auch Auguſtum genennt/ daß es die ſeinen mehre/ nicht i un das es andere vntertrurk. Aber laßts alſo ſein/ daß e euch nůtzlich ſei/ dem Romiſchen Reich nicht gehoꝛſam leyſten /Laßt vns beſehen ob es euch frei ſtehe/ vnnd ob es nicht ſchaͤdlich ſei. Es betraͤngen euch der Roͤmer Kriegsheer/ es betraͤngt euch des Vatterlands verderben/ es ʒwin⸗ get cuch des Tempels ʒerſtoꝛung /Lieber bedenckt doch nicht was nůtzlich/ ſondern was moglich ſei. Dann man muß nicht bewegen was man wuͤnſchen kan/ ſondern was moglich iſt. Alle Menſchen/ Voͤgel/ wilde vñ grauſame T hier/ haben all in gemeyn diſe art vnd natur/ daß eyn jedes dem ſtaͤrckeren weiche/ der Stier dem Lowen/ der Hirſch dem Beeren/ der Loͤw dem Par⸗ deithier/das Rehe dem Wolffe/ dem Adler der Habich/ dem Habich die Taube/ vñ dem Stier ſelbs/ die junge vnnd geringere Ochſſen/ dem Widder die Herd Schaffe/ dem Bock/ der ver⸗ ſchnitten aſ zbl er an, deſ Feruſalem/ Das V. Buch. 89 ſchnitten Zigenbock/ daß in mancherley gattung keyn vnterſcheyd gefunden werde/ jhr den maͤchtigern. Doch verſtoſſen die Romer niemand/ jhr habt außgeſtoſſen. Ja ſie wehren daß keyner wann er ſchon vberwunden iſt/ auß ſeinem Lande weichen darffe. Dann Antiocho ha⸗ ben ſie eyn theyl des Reichs voꝛbehalten. Vnd was begeret der Keyſer jetzt anders/ denn daß ewer Land nicht verlaſſen werd/ daß ewere Landſchafft nicht oͤde ſtehe/ die Statt nicht verher⸗ get /noch der Tempel verbrannt werde⸗ Der Sig iſt nicht jedermanns ding. Die natur hats alſo geordnet/ daß wenig Regieren/ vil aber gehorſam ſein ſollen. Die Stier vbertreffen das ander Vihe/ die Widder die Herden. Die Herꝛligkeyt gebuͤret wenigen/ die ſanfftmutigkeyt aber vilen. So ziehet nuh auch jhr die ſanfftmuͤtigkeyt an/ nemmet auff euch die vnterthaͤnig⸗ keyt/ welche auch die wilde Thier erʒeygẽ. Als Joſephus diſes geredt /laͤſterten ſie von d Mawer Die Inden fluchen herab/ vnd fluchten dem der jhnen guten rath gab. Vil ſchoſſen auch mit Pfeilen/ daß ſie hn dem Joſepho, vnnd moͤchten toͤdten. Er aber der mit ſeiner Red die vngezaͤ e/ſahe es für gut lebreſſenmit Pfelen ten gezaͤmten nicht bewegen konte/ ſahe es fur gut nachzhm⸗ an/ ſie mit zeugniß der heyligen Schrifft anzuſprechen/ fuͤrnemlich daß ſie ſagten: Gott wuͤr⸗ de ſeinen Tempel nicht vnbeſchirmt laſſen. XVI. Cap. Das ander Theyl der vermahnung Joſephi an die Inden/ darinnen er jhre fuͤrwürff ableynet/ da ſie ſagten/ Gott wuͤrde ſeinen Tem pel nicht verlaſſen/ vnd mit vilen Exem⸗ peln beweiſet/ daſ der vebreer ſtarcke/nicht in Wehr vnd Waffen geſtanden/ ſondern in Gottes forcht/ Glauben vnd Gebett. S— Ihr verwegene Leuth/ meynet jhr daß euch Gott jetzt werde mit W 6 C4 5 6 ſeiner huͤfff beiſtehen/ da jhr alles mit Krieg vermiſcht/ die Altar verunrey⸗ F niget/ vnd der gantzen Statt Beſtunge zerſtoͤret habt? Ihr verwegene ſage P ich/ die jhr ewerer eygenen huͤlff vergeſſen/ mit Schilt vnd Schwert euch d verſehen/ vnd das wider die Roͤmer. Es iſt doch nit ewer bꝛauch mit ſolchen chdaiochn hnniit 2 S Waffen zu vberwinden. Dann wann iſt der Hebreer Sig in Spieß vnnd Void. Jhc Giunnun Schwerter geſtanden? Lieben/ dencket zu růck an ewern vrſprung/ vnnd von welchen jhr ſeit uin 3 herkommen/ wie ewere Voꝛfahren jhre Feind vberwunden. Ihr verwegene/ was habt jhreuch a nelngeh u fuͤr eynen gehuͤlffen entzuͤckt/ dieweil jhꝛ fremide beiſt ànd ſo haͤfftig begeret? Ewer Vatter Abra⸗ Abraham. Gen.ꝛ0⸗ Gns uht ham iſt nicht mit groſſem Volck/ ſondern in der foꝛcht Gottes/ durch Egypten Land gezogen⸗ A 3 vnd da er ſahe daß jhm ſein Ehegemahel entfuͤhret/ vnd jhr Keuſchheyt in gefahr ſtund /enthielt er ſich doch vom Krieg/ vnd nam die Waffen eynes Gottſeligen Gebetis an ſich/ vnd braucht eynes ſolchen beſchirmers/ der in deß/ da er ſchlieff/ vberwand/ den Feind bezwang/ vñ ſein Ehe⸗ gemahl jhm vnbefleckt wider darſtellet. Vnnd kam die Liebe Sara wider ohne Waffen/ vnd erzehlet jhrem Ehemann den herꝛlichen Sig. Abraham ſchlieff/ Pharao ward geaͤngſtiget. Sara forcht ſich/ vnd Pharao leugnet diß Laſter. Er that die frembde von ſich/ verdammet das Laſter/ vnd ehꝛet die Keuſchheyt/ die er doch begeret hat ʒu rauben. Er gab Gold vnnd Silber der Sara von jhrer Zucht wegen/ daß er damit ſtraffet den willen/ der ſolche That nie fuͤrge⸗ nommen. Er bat den Vatter Abraham/ daß er ʒu dem Herꝛen fuͤr ſein Hauß bettete/ dañ ſein Geneſ.u. vnd ꝛo⸗ Hauß war vnfruchtbar. Sara kam vil reicher wider mit vnuerletzter Zucht/Abꝛaham kam hey⸗ liger daruon/ der die verehꝛung der Ehelichen Keuſchheyt/ mit vertreibung der vnfruchtbarkeyt vergalt. Was ſol ich von ſeinem Sohn Iſaac ſagen? Er verließ ſich auch auff ſeines Vatters Iſaac. ſchutz/ wider ſeinen maͤchtigen vnnd ſtoltzen Nachbar/ fuͤhret nicht bald eyn geruͤſtes Heer da⸗ her/ wiewol er eyn ſtarcken Hauffen von treihundert vnd achtzehen einheymiſcher Knecht hett/ Geneſ.4⸗ die fuͤnff Koͤnige im Kriege vberwunden/ den Raub genom̃en/ vnd den gefangenen Lott ſeines Vatters Bruder/ dem Abraham wider zugeſtellt/ er zucket keyn Schwert/ ſonder erzeyget ſich Geneſas⸗ gedultig vnd eynfaͤltig gegen ſeinen Mißgonnern. Sie kamen vnd baten jhn/ die jhm doch auß dem Land gebotten hatten/ vnd begerten ſeiner freundſchafft/ die ihn zum Nachbarn nicht lei⸗ den konten. Ich erzitter wann ich ſolche wunderbare ſachen der Vaͤtter erʒehle. Der heylige Jacob/ da jhm ſein Bruder Eſau den tod draͤwet/ raͤumet das Vatterland/ verließ die Eitern/ Jacob⸗ vnd nam nichts mit ſich auff die Reyſe/ denn das Gebett/ vnd fand billich in frembden Drten Cals er ſaines Bruders heymliche gewalt foͤꝛchtet/ vnd menſchlicher Geleyt vnd hůͤlff er 4 0 Geneſ. 32. Moyſes. Eyod. 10. vnd 4. Joſua/ Moyſi Diener. Joſue. 6. Judic.. gepi don gefärurgde Stan 4 der Engel rach/ als er kam zu Gottes Heer(wie er ſelber ſagt) vnd mit dem Herꝛen rang/ vnnd 7 2 wie die Schrifft ſagt/ Gott vberwand/ der ſich doch gegen Menſchen vil zu chwach befand. Was hat Moyſes anders wider der Egyptier Koͤnig/ vnd ſein. Heer/ vnd ſeine Trachen auffge⸗ haben/ deñ alleyn ſeinen Stab: Eyn maͤchtiger Stab/ der den Him̃el mit Finſterniß vberzog/ das Land mit Platzregen vberſchwemmet/ das Meer mit den Waͤllen vertrocknet. Vnd als die Egyptier die Hebreer vmbringet/ da betet Moyſes/ vnd ſtritt gar nicht. Das Meer zertheylet ſich/ vnd das Volck gieng hinein/Pharao folget jhnen nach. Da Moyſes mitten ʒwiſchen den Waällen war/ betet er/ Pharao erſoff mit den ſeinen/ Moyſes aber ſang. Wer ſolt ſich nit ver⸗ wundern/ der diſe vnd dergleichen ding betrachtet/ vnd nit verſtehẽ/ daß wir in dem Gebett vil beſſere Waffen haben/ denn in dem gewalt: Dañ jehnes braucht Goͤttliche huͤiff/ diſe aber des Leibes. Es hat auch diſe Waffen/ die da nit fleyſchlich/ ſondern ſtaͤrcker denn Gott ſeind geler⸗ net/ Moyſi Diener vnd Na chkoͤmling/ Jeſus Naue/ der ſeinem Maiſter nachfolget/ vnnd faſt gleich war/ vnd des Joꝛdans Waſſer zuruͤck wandte/ vñ eben derſelbe als er ſahe/ daß der Statt Hiericho Maweren vnuͤberwindlich/ hieß er die Prieſter Trom̃eten/ vnd dz Volck eyn Feldge⸗ ſchrey machen/ da das geſchahe/ fielen die Maweren ploͤtzlich ein/ vnnd ward die Statt außge⸗ brannt/ vnd jedermann erwuͤrget/ außgenom̃en die/ welche die Gottſelig Hure Rahab/ durch jhren Glauben/ voꝛ gemeldter Statt verderben erꝛettet. Deßgleichen erwehlet auch Gedeon ſiehet/ Le⸗treihundert Mann zum Krieg/ vnd befahl/ das ſie nit ſolten auff die Waffen/ ſondern auff die dige Kruge vnd Fa geheymniſſe im ſelben Krieg ſehen. In die Lincke Hände Kruͤge voller Waſſers nem̃en/ in die ckeln darinnen. 2. Reg. 18, 19, *Trei Roͤnig⸗ Rechte Jackeln/ durch welche geſtalt die Feind erſchrocken/ vnd ſtracks geflohen/ vnnd der Sig den Hebreern zugeſtanden. Da durch des Hohenprieſters Helj fahrlaͤſſigkeyt der heylige Got⸗ tesdienſt vnterlaſſen/ vñ die Goͤttliche Empter vnterwegen blibẽ/ erhub ſich von dem Allephy⸗ lis Krieg/ die Hebreer wurden vberwunden/ deßgleichen auch die Lade Gottes gefangen/ vnnd doch ohne Waffen jhnen widerumb zugeſtellt/ darauß klar vnd offenbar/ daß die Waffen ohne Gottſeligkeyt nit vberwindẽ/ die Gottſeligkeyt aber ohne Wehr obſige. Da der Aſſyrer Volck ins Juͤdiſche Land gefallen/ verſtund der Koͤnig Ezechias ſehꝛ wol auß des Rabſacis liſtigẽ wer⸗ bung/ ſo er auß befehl des Koͤnigs Sennacheribs that/ was fuͤr laͤſterung wider Gott außgeſtoſ⸗ ſen wurden/ was dem Volck fur groſſes vnd endliches verderben gedraͤwet ward/ er wolt aber nicht/ daß man woꝛt wider woꝛt/ Wehꝛ wider Wehꝛ bꝛauchẽ ſolt/ ſondern ſtund auff/ verhuͤllet ſich mit eynem Sack/ wie mit eynem Schilt/ ſein Haubt bedeckt er an ſtatt eynes Helms mit Aſchen/ fur Pfeile braucht er das Gebett. Das Gebett ſtig hinauff/ der Engel ſtig hernider/ daß man hundert vnd fuͤnff vnd achzig tauſent Leichnam/ die in eyner nacht vmbkom̃en/ zehlet/ da man doch den nit ſahe/ der ſie erſchlagen hatte. Ich hett ſchier vergeſſen von den fuͤnff Konigẽ ⸗ die ohne des Herten rath eynẽ Krieg angefangen/ vñ in der Wuſten reyſetẽ/ wie ſie auß mangel des Waſſers groſſe not gelitten/ vnd der Durſt beyde ſie vnd jhre pferde geplaget hat. Die not zwang ſie das vnterlaſſen Ambt wider anzurichten. Dann der Konig Iſrael fraget nit vil nach dem Gottesdienſt/ doch als er von andern ermahnt ward/ die Propheten des Herꝛen zu erfor⸗ dern/ vnd erfuhr/ das Eliſeus nit weit von dem oꝛt were da ſie lagen/ ſandte er hin/ ließ jhn bit⸗ ten/ daß er jhnen mit ſeinem Gebett in der not zu huͤlfftaͤme. Dberſchondem König Iſrael nit faſt guͤnſtig war/ dieweil er als eyn meyneydiger Menſch nit glaubte/ verhieß er doch Waſ⸗ ſers die volle/ vnd eyn ſchnellen Sig. Da ſteng das Waſſer an in der Wuͤſten zuflieſſen/ vnd di Graͤben wurden auff dem Lande von ſich ſelbs/ ohn eynigen Regen voll. Als die Feinde auff ſtunden/ die des Sigs gewiß vermeynten zuſein/ vnnd ohn alle ſoꝛge feſt ſchlieffen/ wurden ſie ploͤtzlich gewar/ daß das Waſſer/ da die Soñe darauff ſchien/ rot war. Da meyneten etliche/ es were eyne Schlacht vnter den Voͤlckern geſchehen/ vnd von deren Blut das Land alſo befeuch⸗ tiget ·Lieffen derhalbẽ eilends/ʒerſtrewet/ hne vꝛdnung vñ ohn alle maſſe dem Raub ʒu/ es woi je eyner dem andern voꝛkom̃en/ vndgeriethen alſo vberhaubt mitten vnter die Jeinde/ worden vmbringt/ vnd erwuͤrget/ vnd geſchahe eyn groſſe Schiacht vnterj hnen. Alſo hat der Prophet „ auß bitt vnſerer Vaͤtter/ den Durſt ʒugleich/ vnd die forcht vertriben/ vnd eben derſelbe auch in Eliſeus a. eg· V Hungers not geholffen. Dann da Samaria belaͤgert war/ vnd der Konig Iſrael darinn ver⸗ ſchloſſen blib/betraͤnget ſie eyn groſſer Hunger/ daß ſie ſich auch der abſcheulichen Speiſe nicht enthielten. Als der Prophet ſ olches erbaͤrmlichen vnnd abſcheulichen Handels halben ange⸗ ſprochen ward/ antwortet erzugleich auch des Königs Botten/ der da meynet/ derpror het ußdis Rin Feruſalem/ Das V. Buch. 90 wolte mit fleiß nichts vmb den Hunger wiſſen: Moꝛgẽ werdet hr Fruͤcht genug/ vnd wolfeyle ſehen. Da es aber der Bott nit glaubẽ wolt/ ſpꝛach er: Er wůrde eð ʒwar vmb ſeines vnglaubens willen nit ſehen/ aber es werde dannoch ſolche verheyſſung gewißlich erfuͤllt werdẽ. Vnd ploͤtz⸗ lich horeten die Syrer in der Nacht das weihern der Roß/ der Wagen praſſeln/ der lauffenden Gutſchen kirꝛen/ der Waffen klang/ welches den vberwindern eyne foꝛcht einjagt/ als ob vil maͤchtige Voͤlcker den Hebreern zu huͤlff kaͤmen/ vnnd eilends auß der gefahr/ ſo jhnen zu naͤhſt auff dem Halſe war/wie ſie meyneten/ dauon flohen. Die Nacht macht dz ſie bald ʒu rath wur⸗ den/ vnd haͤfftig erſchracken. Als nuh die Aſſyrer flohen/ ward alles Gut ſo ſie geraubt/ des fol⸗ genden tags in jhrem Laͤger gefunden. Der groſſe vberfluß macht wolfeile/ die wolfeile erfuͤllet den Glaubẽ/ Der tod des vnglaͤubigẽ macht/ da ß ers nit genieſſen kont/ aber er verhindert doch die gemyne huͤlff nit. Derhalbenoffenbar iſt/ daß vil vnſerer Vaͤtter Oberſten ohn allen ſtreit den Sig erlangt haben/ Daß auch etliche im Krieg obgelegen/ welchen durch Gottes rath/ da ſie denſelben erſucht/ zu Kriegen erlaubet ward. So iſt auch Amelech vberwunden woꝛden/ da Moyſes die Hände auffhub. Es ſiget Jeſus Naue/ da er die Sonne hieß ſtulle ſtehen. Gedeon Moyſes. Prod., ſiget/ als er ſeine Kriegoleuth an dem Waſſer probieret. Deßgleichen Samſon/ als er noch n vnbefleckt Haar hatte. Samuel ſiget auch/ aber da er jhm fuͤrgenommen hett/ den Helffen⸗ Judies. ſteyn zuſetzen. Dauid erlangt eynen herꝛlichen Sig/ da er die Bethſabeam ſdas iſt die Tochter Se Sabbari) durch des Propheten Dienſt ʒum Weibe genom̃en/ er vberwand auch im einheymi⸗ ⁊. Sam 2 ſchen Krieg/ da er denſelben floh/ als er erꝛegt war/ vnd nit ſelbs anfieng(dann es iſt nichts ab⸗ · Sam.7. ſchewlichers deñ der Burgerlich Krieg) der es dochalleyn hette thuen koͤnnen. Es ſiget auch A⸗ Aſaph. ſaph in der Schlacht/ aber da die ſeinen verzagten/ das jhꝛer weniger waren/ vñ ſprach: Es we⸗ re nichts daran gelegen/ ob jhꝛer wenig oder vil weren/ dieweil Gott die wenigẽ/ ſo jyn foꝛchtẽ ⸗ ſtaͤrcker machen koͤnne/ denn vil. Er war zwar gut im Glauben/ wann er biß zů ende hette ver⸗ harꝛet: Es hat auch das Weib im Krieg vberwungen/ da ſie un Glauben an Gott beſtaͤndig b Debora. Indie. 4. bliben. Aber Saul ward vberwunden/ dann er hatte Gottes Gebott nit gehalten. Joſias ward oder Indich. verwund/ dann er zog wider den beuehl dem Feind entgegen/ der doch ſonſt eyn heyliger Mann Zoſias. war/ vnd darumb auch auffgerafft ward/ daß er das Gefaͤngniß/ ſo wir mit vnſern Sünden 7· eg. ⁊0. verſchuld/ nit ſehen doꝛfft. Es ſchrie Nechao/ ich bin nit zu dirgeſandt/ damit gab er ſeint Glau⸗ ben zeugniß/ aber es bracht jhn die gemeynſchafft der Gottliſen verbuͤndniß in das ſpii/ wie zu⸗ uoꝛ auch dem Amaſia geſchehen. Dañ er ward endlich von eynem Mann Gottes vermahnet/ Anaſia. daß er die/ ſo er vmb hundert Centner Silbers zum Streit gedinget/ ziehẽ lieſſe/ wolt er anders ſigen. Als er aber im zweiuel ſtund/ ob er ſo vil Gelts verlieren ſolt/ antwoꝛtet jhm der Prophet: Gott hette noch vil mehr/ dauon er jhm dz Silber wol koͤnt erſtattẽ/ darauffer ſich deñ verließ/ vnd kuͤndiget dem gedingten Heer ab/ vnd ſiget mit wenigen/ aber er vergalt Gott nit ſolchen Sig/ ſondern opffert alsbald den Goͤtzẽ/ die er im Sig erobert/ als ob er durch derſelbẽ beiſtand hett vberwunden/ die er zum Raub gefaͤnglich mit ſich weg gefuͤhꝛet. Der Prophet Jeremias Zerema. vermahnet Sedechiam /kurtz voꝛ dem endlichẽ verderben des Vatterlands/ als er von den Fein den hart belaͤgert war/ daß er ſich nit ſchewet fur die Statt hinauß zuziehen/ er wuͤrde den Sig behalten/ wann er Gottes Gebotten gehorchet/ oder woh er ſich wehret/ wuͤrde er gefangẽ wer⸗ den/ Aber durch ſeinen Vnglauben betrog er beyde ſich vnd die ſeinin. Das Juͤdiſche Volck ward von den Aſſyrern gehn Babylon weg gefuͤhret/ die andern zogen in Egypten/ die daſi⸗ tzen bliben/ die berathſchlagten ſich miteynander. Der Her: befahl hnen durch den Propheten Jeremiam/ vnd andere/ daß ſie mit eynes Voicks Herꝛſchafft ſolten vergnuͤget ſein/ auff daß ꝛ · Regaz⸗ nicht die zwyfache Gefaͤngniß jhꝛ truͤbſal mehret. Aber da ſie Gottes befehl verachteten/ muß⸗ ten ſie zweyer Voͤlcker gefangene ſein/ die mit groſſer vngeduld auß eyns Volcks Joch ſich be⸗ gereten zu entledigen/ Bliben derhalben Frembdlingen in Egypten. Aber die ſo in Aſſyriam ge⸗ fuͤhret woꝛden/ kamen mit groſſen gnaden wider/ nach dem die zeit der Gefaͤngniß/ die Gott von wegen des Volcks Suͤnde beſtiſ̃t hatte /verloffen/ vnnd jhnen hernach der Koͤnig Cyrus heym zuziehen erlaubt hat. Der Tempel Gottes ward wider gebawen/ auß Cyri vnd Darij Schatz/ vnnd anderer Perſer Geſchenck/ daß alſo eben dieſelbigen/ die jhn zerſtoꝛet/ den Ko⸗ ſten zum Baw erlegten/ das Prieſterthumb anrichteten/ vnd den Gottesdienſt befuͤrderten. A⸗ ber die vnſere/ dieweil ſie vntereynander nach dem Prieſterthumb ſtechen/ vnd bei den Parthei⸗ en/ nach gemeldter Ehr ſtreben/ haben auß der Religion eyne Kremerejgemacht. Was klagen wir Egeſippi/ von Zerſtoͤrung der Statt 4 0 3 4 wir vil vber die Babylonierr da wir doch im werck befundẽ/ daß die vnſere vil arger ſein. I ehne 7 2 haben vns alle Freiheyt des Gottesdienſts wider ʒugeſtellt/ vñ die vnſere haben ſie den Perſern Zuden ſeind wnen wider zugewendt. Jehne lieſſen die Prieſterliche Inſulen in vnſerer gewalt /die vnſeren habẽ ſie oalher heweſ/ den Babyloniern ZSinßbar gemacht. Was ſolich ſagen von dem/ daß dʒ heylige Oꝛt mit Blut denn di Seinde. beſudelt/ vnd die heylige Thuͤren dauon naß ſeind/ vnd des Tempels Gibel halb ʒerꝛiſſen da ſie⸗ hen⸗ Gottes ʒorn vber vns iſt vil ʒu gering gegen vnſer vneynigkeyt/ Jehner hat vns zu gefan⸗ genen gemacht/ diſe aber zu Kirchenraͤuben. Jehner hat die Juden zerſtrewet/ diſe verherget. Haltet es gegen eynander/ſo es euch gefallt/was fur eyn vnterſcheyd ʒwiſchẽ vnſerer Gefaͤng⸗ niß vnd Auffruhr ſei. Vnſere Gefãngniß hat die Heyden ʒurgemeynſchafft vnſerer Religion Wer hat aber die Roͤmer gebracht/ Vnſere Auffruhr hat den Juden die Religion garerleydet. W Hircani vnd Ariſto ins Jůdiſche Land gefuͤhret/ denn Hircani vnnd Ariſtobuli zanck⸗ Wer Soſium/ denn Hero⸗ buli zanck/ hat die„„ Soſius:Wer hat den Keyſer zum Konig begeret/ denn ihe⸗ WMe Romerins Cand ge⸗ deb Wer Antonium/ denn Soſius Wer hat den eyſer zum Konig begeret/ denn jhꝛ Wer fuͤhret. hat Antipatrum vnd zugleich auch die Freiheyt mit Antipatro auß dem Reich vertriben/ denn ub Pole hr Vnd ʒwar ich ſchelt es nit/kans auch nit leugnen/ das Florus boßlich an euch gehandelt⸗ handelt. Aber jhr hettens den Roͤmern ſollen klagen/ nit Krieg anfahen. Ihꝛ habt Neronem verachtet Aber es iſt Veſpaſianus an ſeine ſtatt kommen/ der/ als er von natur zur gůte geneygt/ mit ſon⸗ derm fleiß ſich noch guͤtiger koͤnt erzeygt haben/ dieweil er im Juͤdiſchen Land dz Regiment an⸗ genommen/ oder fo euch ſeine gůtigkeyt nit konte bewegen/ ſolt euch doch fuͤrwahr ſeine ſtaͤrcke Beſpaſtanue Joſe⸗ dahin vermocht haben /daß jhr ewer beſtes hettet bedacht. Wie ſolte er aber ewer nicht verſcho⸗ phverſchonet. nen/ der doch Joſephi verſchonet hat; Dañ wem ſolte er ſo feind geweſen ſein/ als mir: Wer hat groſſere Veſtungen wider die Roͤmer gebawen? Wer hat fleiſſiger fur das Vatterland geſtrit⸗ ten; Als euch fur gut anſahe ʒukriegen/ billiget ich ʒwar den anfang des Kriegs nit/ aber datr Joſephus zu Jota⸗ angefangen war/ wolt ich jhn nit verlaſſen. Deſſen gibt mir der Statt Jotapata Brandſtaͤtt tapffer ge⸗ ʒeugniß/ darinn ich mich hielt vnd ſtritte/ daß ich vom Krieg nicht ehe nachgelaſſen/ biß dieſelbe Statt in Hauffen geriſſen/ darinn ich mich auffgehalten hab/ ſo lang ich gekont/ vnnd in dem⸗ ſelben Grab der verhergeten Statt hunger gelitten/ damit ich mich nur nicht den Roͤmern er⸗ gebe/ vnd außflucht geſucht/wie ich moͤchte zu euch kommen/ vnd da ich erwiſcht worden/ nicht von mir ſelbs rauß gangen/ daß ich lieber habe mit den meinen ſterben woͤllen/ aber der Keyſer meiner verſchonet habe/ daß ich auch gewuͤnſcht hab vil lieber mit euch in gleicher gefahꝛ ʒuſie⸗ hen/ nicht daß ich ewern rath billiget/ ſonder daß ich auch mit euch ewerer gefahr begeret theyl⸗ hafftig zu ſein. Goet aber ſei danck/ daß ich nicht in ſolche ſchandliche geſellſchafft bin gerah⸗ ten/ damit ich nicht fuͤr eynen Anfanger der Auffruhr gehalten wuͤrd/ Oder da ich nicht konte zu diſen kommen/ den Modd/ welchen ich mit meiner Hand verhuͤten font/ an meinem Leib be⸗ Diendenſet nicht gienge. Wahrlich ich konte nicht ſchen daß meine aller liebſte Mutter fur mich ſo ʒeriſſen/ vnd als die Vor⸗ der meinen Glider ſo zerſtrewet wurden/ welches zwar an jhm ſelbs erbaͤrmlich/ aber es iſt doch Die Römer nicht ſo vil beſſer ſolches ſelber leiden denn thuen. Warauff wartet jhr doch noch/ auff der Voꝛfahꝛen vntrew wie die Al⸗Zeychen? Wir ſeind nicht ſo from̃/ wir ſeind nicht ſo Gottsfoͤrchtig. Die Romer ſeind auch ſprer. nit ſo vntrew als die Aſſyrier/ die Gelt empfingen in dem namen/ als wolten ſie abʒichen/ vnd doch nit glauben hielten/ auch nit begerten hinderſich zuweichen/ ſondern vil vngeſtuͤm̃er ein⸗ Merczenchen⸗ daß fielen. Ja daß wir auch auß zufaͤlligen dingen Gottes Vrtheyl abnemen/ ſo iſt gewiß/ daß Zu. Gott den Juden ʒuwider ſei. Dann der Teich Siloha/ der voꝛ dem Krieg trucken war/ deß⸗ mern beiſtehe. gleichen auch alle Brunnquelle voꝛ der Statt/ die lang auffgehoret hatten zuflieſſen/ daß wir auch das Waſſer/ wann wirs bedoꝛfften/ kauffen mußten/ gehen nuh wider in jhꝛem gang/ vñ flieſſen wider daher/ nach dem Titus kommen iſt. Die Adern quellen reichlich daher/ vnd wird alſo alles mit Waſſer erfuͤllet/ daß nicht nur das Heer gnug zu trincken hat/ ſondern auch die Streitpferde/Laſithier/ vñ ſonſt alles Vihe/ daß auch den Gärten/ die man waſſern muß /keyn Waſſer mangelt/ daß gewißlich/als ob die Element zu der Römer Sighulffen/ die gaͤnge ſich deſto reichlicher ergieſſen. Da ſehen wir die vorige Wunder/ die auch dazumal voꝛ vnſtrer Statt gefängniß vorher giengen/ den Judẽ verſige das Waſſer/ den Jeinden ergoß ſichs ſehꝛ⸗ damit die Belaͤgerung nicht durch den Durſt verhindert wuͤrde. Vnnd es iſt keyn Wunder⸗ daß Gottes Segen von den Judengewichen/ welche mit ſolchen grewlichen Laſtern/ gleich⸗ auß ſeinem Hanſe fam als mit eynem Wall vmbringet ſeind. Eyn from̃er Mann fleuhet auß eyner vngehewꝛen fleucht. Herberg/ vnd verlaßt ſein Hauß/ wann er erfahrt daß etwa eyne grewliche That darinnen— hen twe ewe ode zeit ewe vnd daß ger mmen vnd daichanſimn mann ſiaten wila/ ighi Feruſalem/ Das V. Buch. 6 gangen woꝛden/ meidet er die gemeynſchafft der vnwirdig in der ſtraff mit ergriffen wurden. Aber was bringe ich vil die zeit zu mit meiner Red⸗ gen koͤnnen das anſchawen/ welches Hertz kan es verſchmirtzen ⸗ welches gemut kans er ren/ noch vntereynander/ als zum eiuer der Tugend/ vber den Laſtern kaͤm das groſt iſt/ das jhꝛ ſelbs das Vatterland zerſtoͤꝛet/ vnd ʒu ſeinem verderben helffet. Bekehret euch doch dermal eyns /thut Buſſe/ ertennet vñ ſchawet doch an das ſchoͤne Vatterland daß jhꝛ verꝛathen/ was fuͤr eyne Statt/ was fur eyn 2 empel/ was fur heylige Wohnung/ vnd heymli⸗ che·Heyligthum̃/ was fur werck der heyligen Prophetẽ mit ewren Haͤnden hingerichtet werdẽn Eyn jeder treibet die Flam̃ hinein ſtrewet Fewer/ vnnd hifft zur Brunſt/ vnd gehet jhm gar nicht zu hertzen daß doch die Felſen/ wann ſie eyn verſtand hetten/ erweychen ſolt. Vnd wahꝛ⸗ lich es erʒeygẽ ſich gemeyniglich auch die vnempfindliche ding in groſſen grewlichen ſachen als ob ſie es empfinden/ alſo daß die elſen zittern/ vñ die Blutstroffen flieſſen. Ihr aber bleibt vn⸗ beweglich dz etwas beſſers nach diſen vberbleib/ vñ etwas wirdigers daß jhr behalten moͤcht. Letzlich wann euch diſe ding nicht bewegen/ welche doch die Gottsfoͤꝛchtigen fur die fur⸗ nemſte halten/ ſo laßt euch doch nur ewer Freundſchafft erbarmen/ ſtellt euch doch fuͤr augen ewer Kinder tod/ entwed durch ſchwert oder Hunger/ welches die ſchmaͤhlichſte ſtraffen ſeind/ ewerer Weib vñ Toͤchter dienſtbarteyt/ welche icher vñ frei ſein werden/ ſo jhr euch auffgebet/ oder gefangen vñ dienßbar/ wañ die Statt ſol verherget werden. Bedencket euch wol weiljht ʒeit habt /daß jhr nit grewlichere ding nach dem tode verlaſſet/ denn jhꝛ voꝛ dem tod begangen. Vnd ich ſelbs bin ſoicher gefahꝛ nit vberhaben/ dann ich weiß es wol/ dieweil ʒugleich mit den ewern/ auch meine fromme Mutter/ vñ ſiebes Eheweib(welches nit eyn vnadelicher Stam̃en/ vnd etwa eyn herꝛlich Geſchlaͤcht geweſen) in gefahr ſtehen. Vnd jhꝛ moͤcht villeicht dencken/ daß ich ſolches vmb der meinen willen rathe /todet ſie/ vnd nem̃et mein Blut zu lohn. Ich will gern diſen Lohn fuͤr ewer Heyl bezahlen/ wann jhr nach meinem tod koͤndet witziger werden. Vrl werden durch Joſephi vermghnung bewegt/ daß ſie zů den Roͤmern fiehen/ Dre Auffruͤhꝛiſchen aber foͤrchten ſich fuͤr der ſtraff/ ſtellen den fuehenden heymlich nach/ er⸗ wuͤrgen etlich nur auß argwohn den/ ſich ohne forcht den Roͤmern zu ergeben. Lieffen derhalben hauffenweiſe zu da ſie gelegenheyt zufliehen funden/ vnd waren jhres Lebens gar ſicher⸗ barkeyt bekuͤmmern/ dieweil jhnen freiheyt voꝛbehalten war. Die aber Johanni vnd Simv⸗ ni/den fuͤrnemſten vnd Anfaͤnger der Auffruhr volgeten/ entſatzten ſich vil mehr fur der ſtraff der begangenen grewlichen Thaten/ denn fuͤr dem vnfall des Krieges /daher ſie denn auch mey⸗ neten/ es wuͤrde jhnen die zuflucht vnſicher ſein. Ja ſie dorfften nicht alleyn ſelbs nicht herauß gehen/ ſondern lawerten auch heymlich/ daß niemann von dem Volck doꝛfft auß der Statt gehen. Daß ſie vil mehꝛ ſorge bedofften/ wann ſie von den jhꝛen wolten gehen/ denn ſo ſie zu den Romern kaͤmen. Sie wurden wider jhren willen auffgehalten/ vnd wann man eynen er⸗ wiſcht/ſo ward er grewlich geſtrafft. Eyn kleyner arwohn/ verurſachet etwa eynẽ grauſamen tod. Man brauchte nicht rechtmaͤſſige vꝛſach die warheyt ʒuerfahren/ ſonder peinigung. Die Reichen wurden faͤlſchlich der Auffruhr beſchuldiget/ vñ zum tod geriſſen/ die Armen/ dieweil ſie nichts hatten ſich damit zu erloͤſen/ waren des tods eygen.— erdie gen en Wohnung vñ verflucht die boſ⸗ hafftige geſellſchafft/vñ wir ʒweiueln von dem hochſten vñ vnbefleckten Gott/ daß er an ſolchẽ “— dieweil Wermahnung zur alles mit ſchrecken vnd ſeufftzen vmbgeben/ vnd des Tempels ʒerſtörung herzu eilet/ welche Au⸗ vuf. dulden: D jhꝛ haͤrter vnd ſtarꝛiger denn Steyn vñ Eiſen/ die jhr vnter ſolchen menſchlichen vngehew⸗ pffet/ vnnd welches Ls Joſephus ſolches mit Threnen geſchrihen/ bewegt er vil von wu entfliehen auß N dem Volck/ daß ſie all jhre Haabe verkaufften/ vnndzu den Roͤmern flohen. Ser zu den Dieließ Titus freigehen wohin ſie wolten/ damit auch andre gereyßt wur⸗ ner. wann ſie zu den Römern kamen/ vnnd dorfften ſich gar nicht vmb die dienſt⸗ Der grewliche vunger in der Statt macht daß ſie e nander beraubẽ/ vberd erwůrgen/ der natůrlichen liebe ver geſſen llerley ab chewliche ding eſſen /Fuͤn fhundert in eynem tage gecreutziget/ Titus beut jhnen noch gnade an/ aber die Auffruͤhrer S hatte auch eyngro) er Hunger/ vn vber do 8 die Auf ruhr haff⸗ S 6 tig vnd grauſam vberhand genom̃en/ durch wuͤten vnd vnſinnigkeyt/ es war ) keyn Getreyd voꝛhanden/ vnd keyn Brot mehrzubekommen. Wann ſie er⸗ e Mörder vund fuhren das noch jergend etwas voꝛhanden were/ ftuͤrmeten ſie als bald daſſel⸗ me Lyrannef. bige Hauß/ erwuͤrgeten den Haußherꝛn /oder den ſo die Fru ht behalten/ vnd L vojhnen verborgen hette. Bei wem ſie aber keyne Frucht funden/ den mar⸗ terten ſie/ als hette ers mit allem vleiß voꝛ jhnen verboꝛgẽ. Vil wuͤnſcheten daß ſie durch den tod bald moͤchten der marter abkom̃en/ wann ſie entweder ſo groſſen Hunger litten/ oder grauſam gepeiniget worden. Ja die Alten achten ſie nit wert ʒutoͤden/ mißgoͤnnetẽ jhnen die gutthat des todes/ die der grauſame Hencker der Hunger an allẽ Glidern erbaͤrmlich duͤrꝛ außgezehꝛet/ daß ſie die Haut kaum bedecken konten. Daß ſie halb tod nur noch des Luffts lebten/ vnd die arbeyl⸗ ſelige Leiber ſchlepten. Wann ſie jergends an eynem vꝛt abſchnitz vom Kraut/ ohn alles gefaͤhr empfallen/ oder verdorꝛet ſahen/ weil ſie ſonſt am gantzen Leib ſchwach waren/ leckten ſie dz vbe⸗ rige mit dem Munde von der Erden auff. Oder wañ ſie etwa gewar woꝛden/ daß ʒwiſchen den Waͤnden eyn Kraͤutlin gewachſſen/ riſſen ſie es auß/ vñ buſſeten mit dem vngeſch— Reich geben all r den erbaͤrmlichen Hunger. Die Reichen gaben all jhr Einkommen vmb eyn Maß eyn Maß Weytzen. Dann was ſolten ſie lang das behalten/ das jhnen doch nicht wuͤrde zu nutz kom̃en?⸗ Armer waren/ gabens vmb Gerſten/ alſo daß mann/ weder verkaͤuffer noch kaͤuffer ſahe/ dann ſolches ward fur allen Laſtern grewlich geſtrafft. Man wartet auch nicht biß das Brot geba⸗ cken wurde/ damit ſie der tod nicht vbereilet/ oder in ſolchem verzug eyn Verꝛäther darzu kaͤ⸗ Rohe Frucht geſſen. me. Sie verkrochen ſich in heymliche Winckel/ vnd aſſen den rohen Weytzen/ die etwa noch eyn wenig Frucht hatten. Da war keyn Tiſch bereyt/ keyn Stul /keyn Liecht/ damit nicht mann darzu kaͤme/ vnd ſie vngewarnter ſache erwiſchte. Wann ſie eyn kleyn geraͤuſch hoͤreten/ verſteckten ſie die Speiſe/ die eynſame oͤrter waren verdaͤchtig/ woh jhrer vil waren/ da geſchahe vertreibt al⸗ moͤꝛderej/ vnd eyn trawriger Streit vnter den jhrigen. Dann der Hunger vertreibt alle Affect/ vnd macht vnuerſchampt/ ſonderlich die ſcham iſi den Hungerigen nachtheylig am Leben/ vnd Maer verhelen die ſchaͤdlich an jhrer geſundheyt. Wann eyn Mann/ der eyn Weib/ oder Kinder/ oder Kindskin⸗ Speſewrenher der hatte/ eyn wenig Speife vermocht/ bekannters ſchwerlich/ deßgleichena Groſſer Hunger in„ Aber wann etwa eyner gůtiger war/ vnd Speiſe aufftrug/ ward ſie jhm auß den Händen ge⸗ endinder, riſſen. Eyn erbaͤrmliche Speiſe/ vndklaͤglich eſſen/ die Kinder raubtens den Eitern/ die Eltern ſpeiſe auß dem Ra· den Kindern/ vnd riſſens auß dem Rachen herauß. Eitliche fraſſen was andere geſpien hatten. ſ S Da war keyn abſchew/ faule vnd durꝛe ding ʒueſſen/ oder ſcham/ den ſeinen die aller letzte krafft aupertzeßien. ke6 Lebens zuentziehen/ Vnd mußten ſich bej ſolchẽ vnſeligem Leben noch foͤrchten/ daß ſie mi ergriffen wurden. Hinter verſchloſſenen Thuͤren ward ſolches geubt/ damit nicht jemann darzu kaͤme/ der auß eynem frem̃den Mund Speiſe ſuchet/ vnnd wie eyn Hund mit ſeiner Werſcioſſen 40. Zung,/was cynanderer geſpeiet/auffleckte. Aber ſie konten das auch nicht ſicherthuen/ dann woh die Thuͤren verſchloſſen waren/ kamen ſie in verdacht/ als ob ſie betruͤglich Speiſe verboꝛ⸗ — gen/ da ſprungen die Auffruͤhriſchen hinzu/ bꝛachen die verſchloſſene Gemach mit gewalt auff⸗ thaten jhnen eyn vnleidliche vnd newe grauſame Marter an/ vnd verſchoneten auch des Lei⸗ an ren heymlichen bes Scham nicht/ Dieſtraff mußte auch durch dieſelbige gehen/ ſeintemal mann daran di Slidern gepeinget. Pein am aller maiſien empfindet. Ihr vil/ da ſie die Moͤꝛder ſahen herein lauffen/ verſchluck⸗ ten geitziglich die bereyte Speiſe/ damit jhnen die letzte ʒehrung nicht enigienge/ oder zum we⸗ nigſten den zukuͤnfftigen tod raͤcheten/ vnd das man ſehe die groſſe grauſamkeyt/ ſo hungerte die nit/ die den Hungerigen die Speiſe raubeten. Dann durch Raub hatten ſie jhnen freiñdẽ Gůͤ⸗ ter geſammlet/ vnd nehreten ſich von dem/ daß andere jhnen behalten hatten/ da die jehnigen/ die es geſammlet/ Hunger litten/ vnd fuͤr Hunger verſchmachteten. Wann etwa eyne auß ſambt jhnen erſtochẽ. Mutterlicher neygung jhres weynenden Kindleins ſich erbarmet/ vnd jhm mit jhrem eygenen Munde gekaͤwete Speiſe wolt eingeben/ mußt ſie vber ſolchem trewen Werck bbani— ſie mit mirht iſhne S eruſalem/ Das V. Buch. 92 ſiemit jhrem Schaͤtzlein/ ſo jhr am Halſe/ oder an den Bruͤſten hieng/ erſtochen ward. Bil hielten den tod fuͤr eyne ſondere wolthat/ giengen fuͤr die Statt hinauß/ daß ſie Kraut ropffe⸗ Juden ſuchẽ voꝛ der ten/ oder Wurtzeln nagten,/ oder die Rinden von den Bͤumen ſcheleten/ ſo etwas grůnes dar⸗ vratauur an war/ daß jhnen eyne hoffnung der Speiſe gebe/ welche die Roͤmer/ wann ſie ſie antraffen/ er⸗* wuͤrgeten. Wer aber dem ꝗᷓeind entgieng/ der fiel in dem Thoꝛ darnider/ weil er voꝛ Hunger verſchmachtet/ vñ mit dem Mund ſo vnuermoͤglich war/ daß er nicht mehr kawen kont. Wañ ſie wider kamen/ ſo empfieng ſie die grauſame Rott/ die den Armen auß der Schoß auffs aller Die Mõrder neñ̃en ſchnoͤdeſt ʒwungen/ was ſie mit hoͤchſter gefahr geſucht hatten/ vnd lieſſen hnen nit eyn theyl/ den matten mir ge⸗ nur zum lohn jhrer gefahr/ daruon vber. Sturben derhalben mehr durch der jhrigen/ denn der ſeh eſen he⸗ Feinde vngeſtuͤmmigkeyt. Dann was jhnen die Feinde gelaſſen hatten/ das namen jhnen die bens/ vor det Staet Burger/ vnd halff ſie doch nicht/ daß ſie ſolche Speiſe geraubt hatten/ dañ nicht lang darnach L geſchwall jhnen bei geſundem Leibe das Eingeweyd/ daß ſie groſſe ſchmertzen vnd grimmen er⸗ litten/ oder bekamen den Durchbruch/ vnd verſchmachteten/ weil jhnen alle jhre Kraͤfften ent⸗ gangen waren/ daher ſie jhres begerens gerewete/ das ſie eyne kleyne ʒeit ergetzet/ darnach vbel quelete. Darnach kochten ſie gruͤne Eydey/ vñ allerley gattung võ Schlangen/ dauon eyn Pe⸗ Inden eſſen allerley ſtilent entſtund. Wann ſie ohn gefaͤhr eyn tod Roß funden/ riſſen ſie es vnter ſich/ vnd ſtritten Pa reiſſen grauſam daruͤber/ ſo feireten die Feinde auch nit/ die jmmer das verderben fuͤrderten. Dañ als ſich 6 Sioßaß. vil mit Weib vnd Kindern ſich auß der Statt gethan/ an den ort da es vieffe gaͤhe Thal hatte kawreten die Roͤmer auff ſie/ vnd namen ſie zu Leibeygene gefangen/ ſonderſich die juͤngſten/ Römer nemmen die die ſtarcken ſchlugen ſie tod/ daß nicht jemañ ſich vnterſtehen doͤꝛfft heymlich vnter die Krieger kuorolnſt 3 zu ſchleichen/ dann ſo jemann vmb Speiſe willen die wilde Wurtzeln ſucht/ vnd zu weit herfuͤr 2 kam/ der ward auffgefangen. Noch konten ſie ſich nicht enthalten/ ob ſchon der Feind vmb ſie her lag/ Hunger macht ſie ſo kun/ dieweil der Eltern Hertz nicht konte ertragen/ daß die kley⸗ ne Kinder fuͤr magerheyt außdorꝛeten/ vnd jhre Muͤndlein vor Hunger vergebens auffſperꝛe⸗ ten/ welche ſie auch in gleiche gefahr mit ſich namen/ damit ſie nit als Geiſſel jhrer flucht/ von den oberſten auffruhriſchen fuͤr ſie hingerichtet wuͤrden. Der Hunger zwang ſie hinauß zu ge⸗ hen/ welche es auch fur eyne gutthat hielten durchs Schwert ſterben/ gegen dem Hunger zu rechnen. Hergegen meyneten die Roͤmer/ ſie verachteten den tod/ ſchaͤrpffeten derhalben * K 6 * 8 * 8 N —„ 8. S E — X v * S — 3 S S X — * S— *— — F S A † —— M die ſtraff/ ſchlugen ſie voꝛ vbel/ vnnd marte. ffen/ daß 4 o 3 4 doch die andern durch den anblick ſolcher W egeſchröckt wurden/ Das dauchte Titume mlich vn grewllcher jammer ſein. nes 3re Feld ſolches jämmerlichen Anblicks voll war/ vnnd von der Mawer konte geſchen werden. Züeric gewuce Die Römer hatten eyn erbarmbd/ aber die Juden bewegten ſich nicht/ die Feinde hatten eyn Senebehen, mtleten, denfreundengieng esnichtzu hirten/ cowarchebei Feinden/ dennbeiſreund'n nes wuren grewich/ barmhertzigkeyt zufinden. Doch wurden jhr vil durch vngedult entundet/ daß ſi in ſolchem ebet9e vnglůck vil boßhafftiger wurden/ da ſahe man ſie auff alleriey gattung gemartert/man herley o pe llerley leibes ſtraff vnzahlich vil/ da der Platz den Creutzen zu eng war/ vñ der Creutz zu wenig/ daran man die Coͤrper hienge. Drinnen wuͤtet Simon/ vñ ergrimmet Johannes⸗ vnd ſtelleten maͤnniglich durch jhre Biener heymlich nach/ wann jema nn ſich vnterſtund zu flichen /ſo ſchleifftenſie jhnauff der Erd/ vndʒeruſſen jhn. Creußigten auch deren Nachbawe ſo datuongelauffen/ oder zeygeten jhnen die Leichnam an den Creutzen/ deren die entflohẽ wa⸗ ren. Im gegentheyl bedecken ſie die Mawer mit vilen Creutzen/ als ob ſie vber jhre Widerſu⸗ cher triumphiereten/ wann ſie etliche von den jhren/ die zu den Römern begereten zufliehen/ er⸗ Reyn ort ohne grew griffen/ daß die andern ſich förchten mußten hinůber zuflichen. Keyn ort war ohnegrew⸗ liche Marter. liche Marter/außwendig Gefangniß/ innwendig Hunger/ auff beyden ſeiten ſchrecken/ doch forcht man ſich nit ſo ſehr fuͤr den Waffen/ als fuͤr der Marter/ vnd war jhnen vil leichter im Tltns laßenoch ver Larmen von den Feinden/ denn von den jhren erwurgt werden. Noch ließ der Keyſer nicht ab nnen vund beut die Oberſte der Auffruhr zu vermahnen/ daß ſie ſich noch ergeben. Dann erließ Schůtten gnade an machen/ vnnd verkuͤndiget jhnen/ daß das Werck bald wuͤrde zum ende lauffen/ vnd der Statt verhergung nahe were/ ſie möchten ſich wol berathen/ damit ſie beyde jhr Leben dauon bringẽ⸗ vnd den Tempelauß der Brunſt erꝛetten mochten. Vnd damit ſie ſolches deſto leichter glau⸗ beten /ließ er vilen Juden die Haͤnde abhawen/ vnnd ſchickt ſie wider in die Statt/ zumzeug⸗ 2722 fl .— . — U 3 F S— — 4 2 — ———— W— —e* S 2 8 n 5 S5 E S 5 * 2 32* 23.. S2 8—— 8—— 323 58 3 2 —*.—— nuß/ das ſie nicht willg zu den Romerngeflohen weren/ vnnd ſie den meyneydigen Juden Gudenläſierngrew⸗ nicht glaubeten /ſondern ſie ſelbs erwurgeten. Aber ſie ſtieſſen fur ſolche fleiſſige vermahnung naeeeſten. grewliche Laſtrworrauß daß nen des Keyſro fteundiigleye vil nbſtcuhlncher werc den ichs erbieten· die grauſamkeyt/ daß jehne ſie der freiheyt beraubet/ diſe das leben nemme ⸗ ſie wollen lieber als fri leuth ſierben/ dennals Knechte leen/ vnnd ſie habenjhre Scele dem Lempel verloben. 3 ſe wurde Beruſalem. Das V. Buch. 93 wůrde eyn vnſterbligkeyt volgen/ ſo ſie mit dem Tempel ſtůrben/ wann die Altar vnnd jhrer Vaͤtter Haͤuſer außgebrannt wurden. Es hette Titus nichts außgericht/ daer jhnen kleyne ding genommen/ vnnd vil gegeben/ daß ſie fur den Tempel des Paradyſes ʒugewarten/ dahin ſi wurden verzuckt werden/ ie für den Tempel Gottes tapffer geſtritten damit ſie nur nit mit jhren Augen der Roͤmer Triumph ſehen/ vñ jhꝛe Haͤlſe vnter das ſoch der Gefaͤngniß ergeben doꝛffen. Daß die Kinder geheyliget/ nicht erwuͤrget werden/ deren Eltern fuͤr die Him̃liſche Geheymnuß geſtritten. Dadurch ward Titus mehr bewegt/ damit er die nur erꝛetten moͤcht/ Tieus beuible tapf⸗ die wider jhren willen mit gewalt auffgehalten wurden/ benahle derhalben/ man ſolte mit dem ſerzu ſthrmen. Sturmzeug hinan rucken.— XIX. Cap. Antiochj Comagenj Sohn vermahnet Titum die xawer vmbzureiſſen/ waget ſich mit ſeinen Macedoniern hinzu/ die Juden wehren ſich tapffer von oben herab/ vnd tri⸗ ben ſie mitgewalt widerzu ruͤck/ vñ mangelt den Macedoniern nicht an mut/ vnd an der ſtrcke/ ſondern das glůck Alexandri Magnt jhres Vorfahren/ welches in eyner wiſtorj sngezeygt wird. Swar in dem Heer eyn Sohn Antiochj Comagenj der mitzum Krrieg kom̃en war/ eyn vnuerdroſſener junger Mañ/ vnd mit der Fauſt ſehr faͤrtig/ aber nicht faſt weiß vnd furſichtig/ der hielt der Romer ſittigkeyt für S eyn traͤgheyt/ vnnd betrachtet im wenigſten das ſchwere geſchaͤfft/ gabe dem S Keyſer zuuerſtehen/ Es neme jhn wunder daß die Romer verzoͤgen/ vnnd die Mawer nicht nidertiſſen. Titus lachet daruͤber/ vnd ſprach: Es iſt eyn ge⸗ Die Macedonier meyn Werck. Auff diſe Rede that ſich der Juͤngling mit den aller faͤrtigſten/ nach der Mace⸗ ſtreiten vnuorſichtig donier weiſe ʒum Streit Gewapnet herfuͤr. Dann er war auch mit andern wolgeruſtet kom⸗ 5* men/ Doch ward die Schar/ die man die Macedoniſche hieß/ von wegen jhrer Leibes ſtaͤrcke vnd laͤnge/ fur die fuͤrnemſte gehalten. Da ſich die herzʒu naheten/ gienge der Krieg haͤfftig an. Im gegentheyl ſtritten die von der Mawren haͤfftiger/ dieweil ſie in der euſſerſten gefahr be⸗ traͤngt waren/ vnd durch den glucklichen fortgang diſes Streits eynen mut bekamen/ als die vnteren von den oberen ſtaͤts durchſchoſſen wurden/ vnnd die Pfeil nicht alle zu den oberen ka⸗ en. Aber des Koͤniges Sohn/ der junge Held/ als der mit Waffen wol verſchen/ vnnd mit efaͤrten geruͤſtet war/ hielt etliche Streych auff/ etliche trib er ab/ wie jhn denn ſeine Geſellen auch erinnerten vnd abrichteten/ fur welchen er ſich huͤten ſolte/ vñ alſo vnuerwundt blib/ aber vil von der Macedoniſchen Schar(ſeintemal ſie es fur ſchande hieltẽ/ der natur oder Veſtun⸗ gen weichen) wurden in dem haͤfftigen Streit verwundet. Mußten derhalben vergebens den obern weichen/ nach dem ſie gelernet/ daß auch den Macedoniſchen Kriegsleuthen/ wann ſie Sigen wolten/ beyde des Alexanders freudigkeyt im Streit/ vnnd glucklicher außgang im Sig von noͤten were. Dann als er eyne Statt belaͤgert/ vnnd die andern ſich ſaͤumeten/ Erne Hpſtori von vnd das Heer bei dem herꝛlichen Geſchuͤtz verzog/ warff er die Leyter an/ vnd ſtig vnuerdroſſen auff die Mawer/ vnnd als er die naͤhſten in die Flucht jagt/ die ſich von der Mawer wehreten/ ſprang er alleyn in die Statt. Vnd hatte nicht ʒeit daß er alleyn jhm die Thoꝛ ohne Gefaͤrten offnet/ dieweil jhn die gefahr betraͤnget/ aber auß vnmaͤſſigem gemuͤt vñ groſſer begir des Si⸗ ges/ ſprang er vnter die Feinde. Die Scharen wichen jhm/ aber wie vil kont er alleyn erlegen⸗ Darnach theyleten ſich die Jeinde rings herumb in alle Gaſſen/ wañ Alexander auff eyne ſeite trang/ ſo bekamẽ andere hinder jhm gelegenheyt jhn zu vmbringẽ. Wich derhalbẽ der Sigher? wider hinderſich/ damit er nit von dẽ Volck vmbgebẽ wurde. Aber dieweil ſie gar eng vntereyn⸗ ander geſteckt/ fiengen ſie an auff jhn zutringen/ daß die Pfeile Hauffenweiß auff jhn erſchroͤck⸗ lich abgiengen/ vñ der Helm/ vnd der Schilt von dem praſſeln der Steyne klinglet vnd wider grellet. Vnd wañ nit die Macedonier jhres Fuͤrſten wargenom̃en hetten vnd hinein gefallen weren/ ſo were der Vberwinder vnzahlbarer Voͤlcker/ in eyner geringen Statt erlegt woꝛden. Iſt derhalben eyne groſſe freudigkeyt geweſen/ daß er die Mawer angereñt/ den Feind herunter geſtoſſen/ vnd ſich alleyn mit eynem herꝛlichen Sprung in die Statt geſchwungen/ vnnd mit ſeinem vngeſtum̃en anlauff die Voͤlcker in die Flucht gejaget/ Doch iſt auch gluck darbei gewe⸗ Furſien bedoꝛffen ſen/ welches eynẽ Fuͤrſten voꝛ allen dingẽ von notẽ iſt/ daß er vnter ſo vil vngeſtum̃en Volcks/ Slůͤck⸗ ſo vil Geſchoß/ ſo vilen fliegenden Pfeilen/ keyne toͤdliche Wunden hat. Sei⸗ üij 41 34 Dauid. ⁊. Samꝛ1. Romer bawen dier Inden vntergraben Vier vermeſſene Iu⸗ den lauffen mit bren⸗ nenden Fackeln in thett jhn in gefahr gebracht/ ſeine fre ne Mannligker das gluͤck jhn im S Dauid als er wider die Riſen ſtritt/ vnnd den Zeind vberfi hi der/ aber des K njhm zuuor/ da er den Streych außholet Macedonie he Thoꝛ auff/ vnnd lieffen Sig erlangt/ vnd das gluͤck die gefahr in ehr verwandelt. Vnſer DieRoͤmerbawen vler groſſe Schütten oder Bollwerck/ Johannes vmergrsbt der Roͤmer arbeyrleget Fewerdarunter/ als die Stüten verbrannt/ fallt die Schütte ein/ daruͤber die Romer hofftig erſchrocken/ Des andern tags wagen ſich vier Inden mit F̃a⸗ Kenbehnnßndründenden turmzehnfullen nneeigenrgenndſtretts ten ʒu beyden theylen hofftig/ Titus kommt darzn/ vnd treibt die Feinde hinderſich. 3 Ls nuh des Koͤniges Antiochj Comag en Soh 2 vnnd erkannte daß des Roͤmiſchen Hecres bedachtliche forcht/ ſondern auß fuͤrſic yt ſi 5 Sturmdaͤchern/ deßgleichen mit Bock Mawer angriffen/ bawete ndthe 2 die Legionen/ vnd wurden fuͤrnemlich vier auffgefůhret/ vnter welchen eyns gegen der Burg Antonia vber/ mitten durch den Teich/ den man den Straußteich nennet/ gieng. Diß Bollwerck hatte die funffte Legion/ treiſſig Elen hoch gemacht/ neben Johannis Grab. Gegen vber ließ Johannes der Auf ruͤhrer Oberſter/ eynen heymlichen Gan ggra— ben/ vnd vnterſtuͤtzet der Romer Werck/ daß ſie nichts darumb wußten/ was die Inden in dem heymlichen Gange furhetten/ dann ſie hatten den Gang mit Stutzen vnd Brctern fein ſatt vnten vndoben vnterſtuͤtzet/ das man den betrug gar nicht marcket. Derhalben da es ſie zeie daucht/ legten ſie Fewer darein/ welches bald angieng von Schwefel vnd Bech/ damit die Materj beſtrichen war/ die den heymlichen Gang vnterſtutzet/ vnd verbrennt das Holt leicht⸗ lich/ diſe Brunſt verzehret den Einbaw gar bald/ Fiel derhalbẽ der Römer Werck ploͤtzlich ein ⸗ mitgroſſempraſſeln. Das olles mit Staub vnd Rauch vnd finſtermß eifůllet ward/ vndde⸗ ſto mehr ſchrecken anrichtet/ dieweil die vrſach verborgen war. Darnach als das Fewer/ nach dem die Materj/ damit es erſtlich bederkt war verbrunnen/ eyn außbruch gewann/ kam der be⸗ trugantag/ vndwurdendie Romerauff dißmahl/zwardes ſchreckens entlediget/ aber gleich⸗ wol ſehr betrubt/daß jhr arbeyt ſo gar zu nicht worden/ ſchaͤmeten ſich auch nicht eyn wenig/ daß die Juden hrer noch darzu potteten/ vnnd vergieng jhn ſchier die hoffnung der erobe⸗ — rung. Aber auff der andern ſeiten/ zwen tag darnach/ da die Ma vet ſchellet ward/ ergriffen Teuphteus von Galilca/ Magaſſalus vnnd Jabenus vnd Fackeln/vnnd ſprungen dem Sturmzeugzu. Keyn kner noch erſchroͤcklicher ding/ kam n demſeibigen Krirgauß ber Statt vnter die Feind/ denn diſe Männer. Dann vb ſie ſchon mitten vnter die Feinde renneten/ zuterten ſie doch nicht zogen auch nic dr ſi ht hinderſich/ ſondern verzogen/ als wann ſie vnter jhrer guten Freunden geſellſchafft weren/ wolten nichtchezurück e von hinden zu ſeinen Moör⸗ ſtol zuflogen/ biß ſie das Jewer vn⸗ Sturmzeng brennt tergeſtoſſen/ vnd der Sturmzeug anfieng ʒubrennen. Da erhub ſich eyn groß gelduß an. Romer Heer/ die Brunſt zulöſchen. Die Juden ſchrien vnnd bemuͤheten ſich zu verßinderen/ Zome reiſſen die daß manden Roͤmern nicht zuhuͤlffkaͤme. Jehne eileten die Bock auß der Brun ſzuzichen⸗ S anß dem Fe⸗ diſe warffen noch Gewer zu. Daher ward alles ergriffen was brennen kont/ vñ hette die Brunſt die Romer ſchier vmbringet/ wann ſie nicht bei zeit jhrer ſelbs wargenommen. Dann die Ji den hielten haͤfftig an/ vnnd eben dardurch/ daß es jhnen an dem iheylnicht nußl den ſie vmb jhres glůcklich fortgangs willen frecher. Ja ſie waren noch nicht vernůget: Inden louffen in der dem Sturmtzeug/ ſie fuhren noch weiter foꝛt/ vnnd lieffen der Römer Wacht an/ dnet xgeut biß an die Veſtung⸗ darinn ſich die Romer hielten/ willens dieſelbige einʒureiſſen. Vnd wann nicht die Roͤmer durch jhren ehrlichen Nammen vnnd alte ð riegsʒucht/ die dem Menſchen bei harter ſtraff verbeut/ ſein Ambt zuuerlaſſen/ den wuͤtenden widerſtand gethan/ ſo hetten VBberwinder der Statte/ auß jhrer eygenen Wagenburg muͤſſen weichen. Aber der Kr er Das V. Biuch. 24 ond die Belaͤgerung bekam eyn andere geſtalt/ vnnd beſchirmeten ſich die Römer mit Banck⸗ Tiuns komt den ſel⸗ armbruſten/ vnd mit andern geſchwinden Geſchoß/ die Juden hinderſich zu treiben/ mit wel⸗ ben zu halff. cher gattung ſie jhnen zuuoꝛ widerſtand gethan hatten. Darzu auch T itus kam/ der durch das geſchrey beweget/ vnd zur hůͤlff erfoꝛdert war. So baid der Reyſer zugegen/ wurden die Rö⸗ mer wider behertzt/ vnd waren ſchande halben kaͤn. Da ſchrie Tuus/es würde dem Roͤmiſchen Nammen eyn groſſe ſchande ſein/ wann ſie die jbren widerumb verloͤren/ denen doch der Fein⸗ de Mawꝛen im Sturm zu wenig geweſen/ Die Juden hetten an jhꝛen Veſtungen verzweiuelt/ vnd verlieſſen ſich alleyn auff jhren freuel/ Eo ſoiten die Roͤmer nur ſtandhafftig ſein/ es wuͤrde am Sig nicht mangeln. Alſo erhielt Titus die ſeinen ſtandhafftig mit vermahnen vnd ſtrei⸗ ten /trib die Juden ab/ die nicht alleyn mit dem Gemůt zum tode bereyt waren/ ſondern mit vn⸗ geſtuͤmmem einfall des Leibes/ die Römer zu ruck triben. Es war auch der Reyſer nicht inn ge⸗ ringer gefahr vnter ſolchem trippel/ da weder Freund noch ꝗeind zu erkennen/ vnd Titus mit⸗ ten jnnen war/ Der junge kuͤne Held/ der durch begird der Ehr zum Streit luſtiger war/ damit der Sig bald erlanget wurde/ vnd ſeines Lebens ſorge auff gluͤckſelige Triumph ſiellet. XXI. Cap. Eins berathſchlagt ſich mit ſeinen vaubtleuthen/ was nach verſornem Sturmzeng fürzunemmen/ vñ wird diſer Rath erfunden/ daß man die Statt mit eyner Mawer vin bz geben/ vnnd den Einwohnern allen Paß verlegen ſol/ welches auch geſchicht/ vnnd die Wacht auffs fleiſſigeſt vmb die Statt herumb deſtellt/ darneben abermal von grewli⸗ chem vunger vnd ſammer in der Stait gemeidet wird/ vnd wus es mit der Toden Be⸗ grabniß fuͤt eyn gelegen heyt gehabt.— Ach dem die Feinde abgetriben/ wuſtte man nit/ wie die ſach wei⸗ ter anzugrerffen/ etliche hieltens darfur/ man ſolte die Schůtten vnd Boll⸗ werck wider bawen/ vnd den Sturmzeug wider zu ruͤſten/ etliche riethen daß man von der gefaͤhrlichen Belaͤgerung abſtehen ſolte/ wei es an Materj 1 manglet/ ſolches wider anzurichten/ vnd die gefahr ſehr vil betreffe/ ſie ſahen 2 es fur rathſamer an/ daß man die Statt mit eyner Mawer beſchlieſſe/ damit Die State wirdmit ſie der Hunger hinrichte/ wañ jhnen keyn Pꝛoutand zukãme. Diſe meynung behielt den Platz⸗ man ſolt ſie verſchlieſſen/ daß ſie feynen freien außlauff hetten/ damit ſie hinfoꝛt/ beyde auß verzweiuelung der lucht/ vnd mangel der Speiſe/ſterben můͤßten. Als ſie nuh die arbeyt vn⸗ ter die Legionen ſtuͤckweiß außgetheylet/ ward die Mawer geſchwind auff gefuͤhret/ mit wel⸗ cher die Statt im gantzen Gezirck eingeſchloſſen ward. Der Keyſer theylet die Embter Der Reyſertheplet ſelbs auß vnter die ſeinen/ daß des Nachts die Wacht nicht vnterlaſſen wuͤrde. Die erſte Wcht verꝛicht er ſelber/ daß er alle Wachtoꝛdnung ſelbs beſucht/ Die ander Wacht beuaht* er Alexandro/ vnnd alſo foꝛt an/ wurden den Oberſten beuchihabern(nach dem mankhnes jeden fleiß erkannt) die Embter eyns vmbs ander beuohlen. Es hatte auch die Mawer jhre Beſten/ je eyne eyn gewiſſen Platz/ von der andern/ darinnen eyn Rott Kriegsleuth lagen⸗ die fein gleich mit dem Schlaff vnd Wachtzeit durchs Loß vmbwechſſelten. Sie giengen al⸗ len Augenblick vmb die Mawer/ eyn jeder ſo weit als jhm in ſeinem Ambt fuͤrgeſchriben/ vvn eyner Veſte in die ander oꝛdenlich/ vnd nach eynes jeden Ambt/ alle Nacht. So war nuh den Juden allenthalben jhre hoffnung genommen/ vnnd hatte der Hunger bei den verſchloſſenen baͤfftig vberhand genommen/ daß er den Leuthen das Marck auß den Beynen ſog. Es wider⸗ ſchallet alles von ſeufftzen vnnd heulen vber ſolche erbaͤrmliche todes ſtraff. Allenthalben lag Srewlicher hunge es voll halb toder Leichnam/ vnd wann man eyn wenig zuſahe/ ſo verſchmachteten ſie in eynem Augenblick/ die man lebendig antraff/ Vnnd die noch lebeten/ waren ſo auß gehuͤngert/ daß ſie wie der Tod ſahen. Es hatte ſie der Hunger ſo auß gezehret vnd auſgeſogen/ daß ſie todgaͤl waren/ vnnd die Augen nicht wol auffthun konten/ weil ſie ſo auß gehuͤngert/ daß ſie keyne natuͤrliche Kraͤffte mehr hatten. Es war nur die bloſſe Menſchen geſtallt da/ daß ge⸗ ſchaͤfft hat alles auffgehoꝛet/ die Bildniſſe ſahe man wol/ aber keyn leiblich werck. Es hieng die důͤrꝛe Huut an den duͤrꝛen Beynen. Wann ſich eyn lebendiger nur eyn wenig reget/ ſo gieng eyn grewlicher Geſtanck von jhm/ vnd war an Glidern ſo gar abkommen/ vnd ſo ſch wartz/ wie graben⸗ 5 . elende Leuth eynander nicht begraben/ da ſie alſo alle an 4 eyn Schatten. Vnd konten die j5 kraͤfften erſchoͤpfft waren/ vnd bald ſelbs darauffgiengen. we⸗ nig vermoͤglich war/ weil er newlich geſſen h atte/ ſo entfielt nen doch die Hof nuna/ vñ dau ht ußten vnerfultlaſſen. Sie e ſie wolten verſoꝛgen/ daß eyner auff dem andern ligen blib/ ſie vnmoͤglich ſein/ von weg Biſturben auch dahi die jhren begruben/ daß ſie jhren letzten Dienſt/ jhres tods halben m fielen vber die Todten hin/ wañ ſie eynen vnd deſſen dienſt bedoͤꝛfft hette/ dem er helffen wolt. Vnd ward doch in ſolchem gemeynen jam⸗ mer keyn weheklagen/ denn daß die vꝛſaͤcher ſolches groſſen jammers noch lebendig waren/ vnd Juden ſehen den Tẽ⸗ nit zeit hetten frei offenlich zuklagen/ wann ſie noch reden konten. D ann was ſolten ſich die jetz pelverſtarzetan. ſterbende föꝛchten Aber ſie ſahen mit verſtarꝛeten Siñen den Tempel an/ als ob ſie daher Rach vber ſolchgrauſam ende begereten. Sie konten eynander nit mehr beweynen/ dann das groſſe weynen. vngluͤck, hatte jhnen alle natuͤrliche meynung gleichſam verſchloſſen. Das Gemuͤt war ver⸗ Inder Stateiſttepn ſtarꝛet/alle Sinne verſturtzt /⁰welches groſſer iſt/ denn daß es konte von denen ſo es angehet/ be⸗ vit mehr zu begrabs. weynet werden. Es war keyne Erde mehꝛ voꝛhanden ʒu Gꝛabern/ dieweil ſie alle Oꝛt inn der Statt auffgegraben/ da man nur konte Graͤber machen/ Es verſuchten etlic e zwiſchen zwo Mawꝛen eyne newe Thuͤr/ vnd in der ſtillen Nacht/ in die alte tatt foꝛt zufahren /ob es ſchon Grewlicher vnd ab⸗ gefährlich war/ ſo hielten ſie es doch fuͤr eynen Gottſeligen Diebſtal. Lagen derhalben fuͤr ey⸗ ſcewlicher jammer. nem vil vnbegrabene/ vnd was ſie eynem zuthun begereten/ wurden ſie doch vber jhrem trewen Dienſt heymlich ergriffen/ Ja wohkeyn Feind war/ da richtet der Hunger das geſchafft auß. Es kam offt der Begraͤber dem ʒuuoꝛ den er begraben wolt/ vñ blib in dem Grab/ daß er eynem anderngemacht/ploͤtzlich tod/ als ob er mit fleiß mit dem fall/ nach dem er auffgegraben/ die ge⸗ rechtigkeyt ſeines Wercks jhm zueygnet. Vnd woh es an Erden mangeit/ heffteten ſie Bꝛet⸗ ter ʒuſammen/ daß der verſtoꝛbenen Leichnam inn den Sarg eingeſchloſſen wurden. Etliche machten ſie jhnen ſelbs mit jhren Haͤnden/ damit es jhnen an ſolchem dienſt nit mangeln ſolt⸗ vnd legten ſich offt ſelbs darein/ auß furſoꝛg es mochte ſie der Tod vbereilen/ vñ jhnen eyn Be⸗ graͤber mangeln. Es war alles gar ſtill/ der Hunger hett jhnen die Stim̃e genom̃en/ Die Statt war voll des todes/ vnd war keyn heulen in den Begaͤngniſ ſen der gantzen Statt/ vnd zwar ob ſie ſchon den ſchmertzen nit mehr empfunden/ hatte doch die vnbilligkeyt noch feyn ende. Dant Die vöſe Butzen vere es waren auch in ſolchem vngluck etliche/ die die anderen mit boßheyt vbertraffen/ vnd die Be⸗ F hre Plue m grabene beleydigten. Was ſol ich ſagen/ die keyn abſchew gehabt die Todten zu verſpotten/ vnd men ianuchinn den re Schwerter inn den Todten Coꝛpern zu verſuchen/ ob ſie ſcharff genug weren/ Jactliche lebendigen. auch in die Leiber/ deren ſo noch lebten/ jhꝛe Pfeil ſtieſſen/ ob ſie ſcharpff gnug weren/ vñ ſolcher dienſt ward doch auch vilen abgeſchlagen die darumb baten/ da ß die erbaͤrmliche Leuth nur de⸗ — raͤch ſto groͤſſere pein des Hungers leidẽ mußten. Aber es mangelt dannoch den ſterbenden mit nich⸗ iyren Feinden an ten die rach/ daß was ſie bei leben nit thun konten/ raͤcheten ſie ſich mit hrem tod/ mach ten ey⸗ nen gwiichen ſtanck zum raͤcher/ durch welchen ſie ſich an den Moͤdern raͤcheten. Die ſo auß grewlich wüteten/ vnnd eyn mittel ſuchten/ ſtelleten ſich als weren ſie ſo Gottsfoͤꝛchtig/ wie ke rne ſchas auch die ſo Moͤꝛderej uͤbeten/ vnd lieſſen ſie auß dem gemeynen Schatz begraben. Aber da Todren werden vber nit mehr wehrẽ kont/ warffen ſie die vberigen Toden vber die Mawer herauß in die tie ge⸗ hen. Als aber Titus ſahe/ daß die tieffe Gruben mit Coꝛpern erfuͤllt/ vnd der Eyter vo Tuuo erſeuffzet v riſſenen Glidern daher floß/ erſeufftzet er ſehr tieff/ hub ſeine Haͤnde gehn Him̃el/ vnd bezeuget/ groſſen jam⸗ daß jhm ſolches nit ſolte zugemeſſen werden/ als der gern gnad bewiſen/ wann ſie ſich ergeben/ Tiens benthit die erhabe gewartet/daß ſie vmb Fride baten/ er were bereyt geweſen ſie bei Leben zuerhalten/ wa Schürten widervff⸗ ſie den Krieg nidergelegt hetten. Gab derhalben beuchl/ man ſolte die Schuͤtten wider aufffuͤh⸗ iep omb e. ren /ob ſchon keyne Walde in der naͤhe waren/ dann die Waͤlde vmb die Statt herumb waren ruſalem abgehawen. ſchon alle abgehawen. Die Kriegsleuth fuhreten tapffer Zeug zu/ der hoffnung/ es ſolt jhn die arbeyt mit dem Sig belohnet werden. Noch wurden die Oberſten der Auffruͤhrer nit bewegt. Simon wůtet/ vnd war noch nit durch ſo viler Todte erſattiget/ daß er wiche/ vnd dieweil jhm jetzund die Feinde mangleten/ wand er ſich wider die Freunde. Simon laßt Matthlam/ ſambt ſeinen Rindern tõdten. Matthte klägliche Red vor Gericht/ vnterwegen/an der Wallſtart/zn Simone zu ſeinen S ohnen zu dem Nachrich⸗ ter/vnd wie er ſein end genommen/ wie auch Ananias /Artſteus/ vnnd andere mehr ʒu⸗. gleich mit hingerichtet worden. Endlich den zer⸗ Mei wa dig ich ich De nfi Da wir hů ſei dud ek mo Feruſalem/ Das V. Buch. 95 Nolich ließ Simon Matthiam/ durch welches rath er inn die Statt genommen war/ nicht ohne ſchwere peynigung tdten/ der jhm doch keyner boͤſen That bewußt/ ſondn alleyn der Verꝛaͤtherej beſchuldiget ward ⸗ vnd des Raths halben/ den er dem gemeynen Volck zu gut/ zu jeder zeit ohne allen betrug/ als ſeinem guten Goͤnner vertrawter weiß/ mit getheylet hatte/ verdaͤchtig war. Das hatte er eyne ʒeitlang heymlich gehalten/ vñ doꝛfft ſich jhm jetz nicht als eynem Hreund vertrawen/ ſondern verbarg den vnwillen/ daß mans nicht maͤrcken konnt/ derhalben kam er bei jhm in verdacht/ als hielte ers mit den Roͤmern vnd kaͤme mit jhnen vbereyn/ vnnd ließ jhn ſambt den Kindern greiffen. Er wardgeholet/ vnnd ohne Matthias vemagt/ verantwoꝛtung vnnd Rechtliche nachfrag zum tode erkannt/ dauon ſeine Kinder auch nit au ß⸗ vñ zum tod vnſchul⸗ geſchloſſen woꝛden/ ſondern zu gleicher ſtraff mit genommen. Er bat nicht vmb friſtung des d S 6 Lebens/ ſondern daß man ſym bald mit dem tod abhůiff/ vnd jhn nach oꝛdnung der Natur⸗ erſt toͤdtet/ damit er nicht ſeiner Soͤhne todt ſehen/ vnnd bei der Kinder Leichnam vberig ſein Soͤhnen töde, muͤßt/ der doch ohne das bald ſelbs eyne Leich ſein wuͤrde/ aber er konnt es nicht erlangen/ wel⸗ ches doch die natuͤrliche Lieb erfoꝛdert/ wanner ſchon nicht darumb gebetten hette. Das bath er fuͤr den dienſt/ daß er jhm die Statt hette geoͤffnet/ der zwar am Vatterland ſchuldig woꝛ⸗ den/ aber gleichwol Simoni damit willfahret hette. Er hatte ʒwar diſe ſtraff vmb die Burger verdienet/ aber Simon war jhm dannoch gnad ſchuldig. Darumb er denn deſio grauſamer geweſen/ dieweil er weder des freundes verſchonet/ noch feinem Mittler/ der jhm angeholffen ⸗ die ſtraff gemiltert hat. Man fuͤhret jhn zum Todt/ mit treien Kindern/ dann der vierdte Mattyias mit Sohn war dauon geflohen. Sie ſtelleten jhn dem Romiſchen · Heer ins Angſicht/ mit trotz/ Sohnen zum tode damit ſie diſen martern ſehen/ der zu jhnen hette fliehen woͤllen. Es erlöſen dich nuh deine gfůͤhret. Freunde/ſo ſie können. Die Sohne wurden auch hingeführt/ vnd wardjhm nicht ſo vil ver⸗ goͤnnet/ daß er ſie zu guter let kuͤſſen oder hertzen konnt/ Doch ward jhm als dem Vatter freizu ꝙMarias ſicht ſer⸗ reden/ gegoͤnnet/ daher er denn ſeinen Sohnen gar erbaͤrmlich ʒuſprach: Lieben Sohne/ ich ven Sohnen gar er⸗ hab euch den Jeind eingefuͤhret/ ich habe die Hencker beſtellt/ da ich Simon bat/ daß er inn die barmlich zu. Statt zoͤge. Derſelbige Tag iſt diſes vnſers Todes/ vnd des Morderiſchen Spectackels vr⸗ ſach. Ich hab es verſchuld/ ich muß es bekennen/ vnd ich entſchuldige die mißhandlung nicht ⸗ da ich verhofft eynen ʒu daͤmpffen/ habe ich eynen aͤrgeren geholet. Simon iſt zur hulff erbet⸗ ten/ er hat ſich aber ʒum grewlichen verderben des Vatterlands gewendt/ Ich habe den Rath⸗ ſchlag offt geunbilliget. Wir ſeind ſchuldig am Vatterland/ die wir eynen Beſchirmer ge⸗ ſucht haben/ Vnd wir leidẽ billich die ſtraff/ vnſer vnfuͤrſichtigkeyt/ aber doch nicht des Meyn⸗ eyds halben. Es entſchuldiget vns Simon ſelbs/ inn dem er vns hinrichtet/ der da ſagt/ Daß es jbm nicht ʒu ehren von mir geſchehe/ ſondern er mit verwilligung des Vatterlands begert woꝛden /daß er auffs furderlichſt dem Vatterland/ wider Johannis Tyrannej/ zu huͤlff kaͤme⸗ vnd die Jdumeereinfuͤhrete. Wir meyneten gaͤntzlich/ wann die zwen mit eynander zuſchaf⸗ Lange vnd ſcharpffe fenhetten ſo wuͤrde das Volck frei ſein. Wer wolt mirs glauben/ da ß ich dir ſolches nit durch Mat⸗ mein Geſchůfft angebotten/ ſondern daß diſes fuͤr das aller leidlichſt vnglůck gehalten woꝛden/ ie mi Simone. wann du mich nicht erwuͤrgeteſt: Aber was rede ich vil alſo/ als ob ich die miſſethat entſchut⸗ digen wolt“ Ich zwar habe meines erachtens/ nichts beſchwerlichers thun konnen/ denn daß ich dich auff vnſere Haͤlſe geſetzt habe/ Aber darinn habe ich mich wider das Vatterland ⸗ nicht wider dich verſuͤndiget. Den Burgern were ich den tod ſchuldig/ aber du mir gnade. Dem Vatterland bin ich die Straff der Verꝛaͤtherej ſchuldig/ daß ſeh dich eingefuͤhret habe/ Wann hab ich aber angefangen dein Ver:aͤther ʒu ſein⸗ Wann ichs fuͤr gut angeſehen heite zufliehen/ hett ich mir ſelber guts goͤnnt/ vnnd des Vatterlands Pflicht nicht gebrochen. Dann wer wolt fůr eynem Heinde nicht fliehen/ ſonderlich fuͤr eynem einheymiſchen? Aber wir hielten dich fuͤr eynen Burger/ haben dich aber als eynen Heind erfunden. Da du zur hůlff erbetten woꝛdeſt/ lieber was haſtu vergolten Was haſtu zuuoꝛ zu geſagt/ vnnd woh haſtu dich hernach hingewendt? Du zogeſt herein den ꝗeind zu vertreiben/ nicht als eyn eind dich zu erzeygen/ daß du der Burger Todt verhuͤteſt/ nicht ſelbs darzu hůͤlffeſt/ daß du die Moͤrderej vertribeſt/ nicht ſelbs moͤrdeſt/ ſondern dem vnſchuldigen Voick zu huͤlf⸗ fe kaͤmeſt. Warumb haſtu deine Waffen wider daſſelb gewendt?; Zuuoꝛ wuͤrden ſie er⸗ mordet/ du aber haſt den Krieg angefangen. Zunor wurden jhrer wenig zum tod uha . 3 Vnd villeicht mag die angeboꝛne Liebe/ vnd der Natur mittleiden darzu helffen/ daß ich im mal zu ſeinen Rin⸗ A dern. du be i n B* e ee wene oſſe 282 en k. Wurte Fnv. an/ di e Belaͤgerung abſtehẽ ⸗ dueiſe ef——— A—— nnen.——— miſ e chatzu en:. 3 iete e n Batterland gewalt angethan/ ich habe dein vn innigker t geſtär ckt/ Icht abo alles diß—— erbẽ/ durct meines Alters thoꝛheyt eingefuͤhꝛet/ ch erkenne meines thoͤrichten Alte s vnfů ſich hri ⸗ 3 Wir woͤllen mit offen— befannuß vnſere ſchande lindern— w irn—. i ut n ee, ch ch rthumn meines Jaths⸗ du mit fi rſät tzlichem Moꝛd. Soleid B Ftand die ſtraf ſo 6 dir. uldig bin. vnd. tbene on⸗ neð Knvenn nit— ſ olt. Aber Simon⸗ ich ſihe hie /v ndſ ſche awem— Söhne tod dzum zeugniß deiner grewlichen Bubenſtuͤck. Ich habs verſchuld⸗ic befenn es/ dieweilich Johan⸗ nem gemalt nit habe ſehen koͤnnen/ vnd dich gewaffnet erwehlet habe. D dee kers/wir haben vns Laruen geforc tet/ vñ eynen Tyrannen begeret/J für dich M ingefuͤhret. Laßt n dncn ſe— was wir irge Zid vns rſc onis M ns beluſtiget. So laß nuh der Leichen gepraͤng baldherkom̃en/ Es kom̃ der Hend tend nichted die Sohne voꝛ udr Vatters Angeſicht/ vnd den Vatter auff der Sohne Leichnam. Ich erbaͤrmli che 2 des Henckers verſchmirtzẽ/ der die grauſame 2yt vber n iner Kinder Hä ſ ſezut iſt keyn abſcheulicher Spectackel/ denn der ſo ſolches beuihlt. Du grauſamer Boſewich thue was du beuihlſt/ ich thue es/ aber mit vnwillen. Doch ſem jammer. Ich leide auch das aller erbaͤrmlichſte/ weil du es beuohlen haſt. Ich auch das aller vnmenſchlichſt an/ weil dirs alſo gefaͤllt. Du haſt die maß der aler Swauſnſer Laſter erfullt. Laßt mich nur meine liebe Finder anſprechen/ vnd ʒu guter let geſegn vns zu guter let kůſſen/ welches auch die wilde Th erthun. Man wehꝛe vns dochnit die abln n⸗ liche vnd natůrliche vmbfahung/ welche auch den verſtoꝛbenen ohn ge äh begegnen kan. Wae du nuh beuohlen haſt ʒur ſtraff/ das wird mir zur Gottſeligkeyt dienen. Ich wil auff meine Leichen fallen/ vnd die vnbegrabene mit meinem Leib gleich wie mit eynem Waſen bedecken/ daß ſie nit die Vogel ʒerꝛeiſſen/ oder die wilde Thier freſſen. Ich wil mit der Vaͤtterlichen Zun⸗ ge meiner lieben Kinder Blut lecken/ vnd meines verꝛuͤren/ daß es nicht die wilde T hier lecken. meine Kinder ſo veft vmbfahe vndʒuſam̃en truck/ daß du vns mit von eynander ſcheyden kanſt/ wann du gleich wolteſt. Vnd fuͤrwahr die Leiber wuͤrſtu ſcheyden/ die Seelen aber wuͤrſtu wol muͤſſen ohngeſcheyden laſſen. Aber wir haben Threnen gnug mit vns zur Reyſe genommen/ gehet voꝛ lieben Sohne/ vnd bereytet dem Vatter den weg/ der bald nachuolgen wird. Wann edt abe volgen/ ſo wil ich euch zugleich das Geleyt geben/ vnnd es wird mich daſelbs mein Alter verhindern/ daß ich die lebendige Jůnglinge nit ereiche. Gehet voꝛ zur Wohnung/ daß r den muͤden Vatter inn die langwirige Herberg auffnemmet. Ich habe ʒwar ſelber woͤllen voꝛgehen/ vnd darumbgebetten/ habs aber nit erlangt/ doch dieweil jhr vnſchuldig fiii/ſo wer⸗ den euch ſo vil deſto beſſere Herberge angebotten werden/ denn ſo ich/ der den Simon erfoꝛdert/ zuuoꝛ kaͤme. Es ligt mir die Legation hart an/ ob mir ſie ſchon von den Burgern auf gelegt won den/ vnd ich ſie durch bitt des Volcks auffmichgenommen hab. So gehet nuh voꝛ jhr vnſchul⸗ dige Kinder/ vnd wandert die Him̃liſche Straſſe. Die Machabeer ſeind doch auch hrer Mut⸗ ter voꝛkommen/ aber ſie ʒur belohnung/ hr zur ſtraff. Doch ſchawet die Gottſelige Mutter zu/ wie jhꝛe Soͤhne ſturbẽ/waͤltet ſich vber der jhꝛen Blut/ ſahe wie die Bꝛůder eynand auß natůͤr⸗ licher hertzten/ vñ frewet ſich vberjhꝛem herlichen Sig/ den ſie von dẽ Tyran⸗ nen er⸗ habe ich noche nen o inſo Seruſalem/ Das V. Buch. 96 nen erlangete. Die ſchuld der leidenden iſt ʒwar vngleich/ aber die Tyrannej beyder gebieten⸗ der iſt gleich. Antiochus hat ſolches auß Perſiſeher grauſamkeyt erfunden/ dann beijhnen er⸗ denckt man neweſtraffen. Du haſts vollſtreckt/ er behielt ʒwar die Mutter zu letzt/ daß ſie von dem Konig zu ſeinem willen vberꝛedt wuͤrde/ du haſt den Vatter heyſſen ſparen zur Mar⸗ ter des Vatterlichen ſchmertzens. Troſtet euch lieben Soͤhne/ wir leiden was die Martyrer gelitten haben. Simon hat jhm das fuͤrgenommen/ das eyn wilder Veruolger erfunden/ vnd eyn Tyrann beuohlen hat. Laßt vns derhalben willig dauon ziehen/ vnnd der Moꝛder geſell⸗ ſchafft flichen. Fuͤrwahr wann wir in jehne ewige Behauſung von hinnen werden geſcheyden ſein/ vnd etliche zu vns kom̃ien/ vnd fragen/ Wie gehets denen/ ſo voꝛ zeiten Gottes volck warẽ/ was woͤllen wir jhnen antwoꝛten? Sonderlich wann euch Juͤnglingen der from̃e Jonathas⸗ mir aber/ als eynem Suͤnder/ Saul entgegen kom̃en wird. Was/ ſag ich/ wollẽ wir antwrrtẽ⸗ denn daß das holdſelige vñ werde Volck Juda/ fuͤr dem das Meer geflohen/ dem die Soñe ſiill geſtanden/ der Joꝛdan gewichẽ/ Daſſelbig Volckeſag ich) das eyn freien Paß durch die Waſſer waͤllẽ/ fruchtbare Luͤfft/ eyn gelobtes Land gehabt/ welches nit/ wie diß ewer Land eyne verweß⸗ liche geſtalt angezogen/ ſondern die liebliche Aufferſtehung angenom̃en/ jetzund den Idumeern diene/ vñ Simoni dem oͤberſten Moͤdder vnterthaͤnig ſei/ vñ doch auch nit eyne ſichere Dienſt⸗ barkeyt habe/ noch die gefahr mit der Freiheyt. Was meynen wir/ daß die darauff werden ant⸗ woꝛten/ die lieber im Krieg haben vmbkommen woͤllen/ denn des Vatterlands Freiheyt vberle⸗ ben Was wird auch Matathias antwoꝛten/ der Machabeer Anfaͤnger/ der da lieber gewolt dz Geſet halten/ vñ am Sabbath feiertaͤglich ſterben/ deñ Kriegeriſch leben: Wañ er hoͤꝛen wird⸗ wie Simon nit nur am Sabbath vnzaͤhlich vil Burger erſchlagen/ ſondern auch die Prieſter des Herꝛen/ an den Newmonden/ vñ allen heyligen Tagen des Hohenfeſts zu wurgen gezwun⸗ gen hat: Ach wie wird Jechonias erſeufftzen/ wann er vernemmen wird/ daß Simon/ der mit nimiin Auffruhr erſtlich die Statt vmbgekehrt/ mit der Burgermoꝛd die alte Religion des Tempels — gebrochen/ daß man ſo offt zuſammen kommen/ daß er ſich auffgebe/ vnd alſo die Statt auß d eeee— cha Brunſt erꝛettet/ doch lieber gewolt habe/ daß alles verduͤrbe/ die Statt verherget/ der Tempel verbraũt/ das gantze Volck erwuͤrget wuͤrde/ damit er nur nit die hohe Ehꝛ/ der ſelbs angemaß⸗ Doch eh chwchqmnitn ten Herꝛſchafft muͤßte verlaſſen; Wie wehe wird es/ ſag ich dem Jechonie thun/ ob er ſchon ʒur a dutbaohinhi km boͤſen beſchwerlichen zeit/ nit ſo glückſelig in ſeinem Reich/ doch beſſer deñ ſein Sohn geweſen t. Duheſdumſdalput Dañ es iſt offenbar/ daß er jhm ſelbs nit ſo gluͤckſelig geweſen/ als dem Vatterland/ ob es ſchon mhn erbarmlich geweſen/ ſo hat ers doch auß Liebe gethan. Derhalben gieng er zur Statt herauß/ — vnd ergab ſich mit ſeinem Geſchlaͤcht den Babyloniern/ ſo ſie belaͤgerten/ in die dienſtbarkeyt⸗ dwdnn. Jünft de. Der Sohn zwar war jhm gleich mit arbeytſeligkeyt/ aber gar vngleich geartet/ da er ihXm — vi nimun hin foꝛcht/ ſetzt er beyde ſich ins Elend/ vnd die Statt ins verderben. So war nuh diſer dem Vat⸗ auff daß er nit ſehen muͤßt/ daß das Vatterland zerſtoꝛet/ vñ das Volck Gottt gefangen wur⸗ * viminn liuiy terland gluckſelig/ vnd jhm ſelbs nit gluͤckſelig/ der ſeine Kinder vnd Augen verloꝛ/ jehner aber inne unchtnl war weiſer/ der mit ſeiner Gefaͤngniß der Burger gefaͤngniß abwendet. Endlich ſo hat es auch edeen in der außgang bewiſen/ der Alte ſtarb in ſeinẽ Reich/ der junge in der dienſtbarkeyt/ Wiewol jhm der Babyloniſche Koͤnig hernach eynen Koͤniglichen Stul neben jhm beſtellet/ vñ den voꝛzug in Rathſchlaͤgen gegeben/ zum troſt ſeines erbaͤrmlichen elends. So iſt es nuh auch vil leidli⸗ cher/ nach meiner Kinder tod ſierben/ deñ lebendig bleiben/ daß man wiſſe/ wie grauſam der ſei/ der die Kinder voꝛ des Vatters Angeſicht toͤdet/ Welches Koͤnigliche Geſchenck auch vil aͤrger ſeind/ denn der Vaͤtterliche ſchmertz. Denn er hett entweder ſolche ſchande anfaͤnglich nit ſol⸗ len beweiſen/ oder ſolche Ehr hernach an dieſelbe ſtatt verſchaffen/ als ob eyne jede Wirde durch verluſt der Kinder koͤnt erloͤßt/ oder der Kindermoꝛd durch eyne verehrung vergolten werden. Wahrlich keyne Wirde kan ſolchen groſſen ſchmertzen lindern/ Keyne Ehr heylet diſe Wun⸗ den/ denn der eynige Tod/ der die Sinne wegnimmet/ vnd die gedaͤchtniß auffhebet. So gehe nuh von ſtatten du Nachrichter/ verzeuch doch biß ich die Kinder ſehe/ biß ich ſie/ ehe denn ſie ſterben/ anſchawe/ daß nicht eyner von wegen ſeiner jugend/ ſich ab dem Tod entſetzt/ dieweil er eynem grewlichern Tyrannen entgehet. Es iſt eyne groſſe gutthat lieben Soͤhne/ ſterben/ daß wir nicht des Vatterlands Gefaͤngniß ſehen doͤꝛffen/ des Leibes Wunden ſeind vil leidli⸗ cher/ denn des Hertzens. Jetzt ſchawe ich auch ſo vil deſto gedultiger ewern Tod/ fuͤr welchem Matchlas ſchreiet ich mich doch entſetze/ damit ich nur nicht ſehen doͤzffe in gemeyn aller Moꝛd/ daß ich— d Rach vber Simon Brand⸗ 4 6 Hencker kommen. enthaubtet. Ananias auch er⸗ „Im Latein kaſces het man nach Adel/ in diſem aber fehlets auch daran nit. Es hattẽ die alte Geſchlaͤt buͤndelin/ die Paieſterliche Embter haben auch jl dern im wandel ſtehen/ vnd werden auffge her můhe vnd arbeyt/ groſſer trew vnd hohe eyn Buͤndelein Ru⸗ ten/ daran eyn Fall⸗ beiel gewickelt/ ſo ſon man dẽ Burgermai⸗ jjc ſtern/ als eyn Zeychẽ ſeiner Ehr vnnd ge⸗ Ariſteus ſam̃t fuͤnff⸗ zehen erwuͤrget. Judas erbeut ſich grauſamen Wa att tobet/ durch eyne leichte geringe anreytzun den Rmern eynen eyner auß jhnen den Thurnzu beſchirmen/ angenommen hatte. erlands ſehe/ v „ ter dẽ vnſchuldigen Hauffen/ mit ſeinen Kin ſehen muſſe/ was er angerichtet. Ja mit nich auch leiden/ doch wuͤnſche ich jhm ſolches mit. Er gedencke nur was fuͤr eyne grewliche Z hat das ſei/ welche der ſo da leidet/ nit abbitten kan/ was fuͤr eyn herbe Rach/ was fuͤr eyne grauſamkeyt der begangenen That/ daß er wuͤnſch du Hencker/ weil dein keyner erkalte. D as iſt alleyn m eynen vnſchuldigen Tod ma mit eynander hatten verbunden(darzu ſie denn bewegt/ diſe ſeliger/ der geſtoꝛben wird ſein/ deñ der vberblibene. Du hoͤchſter 1. chwert von meine hias den Zeind von meinen K Kinder blut ſchweyſſet/ er Richter/dañ G hen Ambts zu achten. 2 3 haben nit mit langen ruthen/ ſondern — Nänner vberfallen/ die ſich zugl vnd die Romer ſchier einfallen wuͤrden) als Simon vnruͤhig war bei dem widerſtand/ bei Thurn zu vbergebẽ., zuſchrie/ vnd jhnen den Thurn verhieß zu vbergeben/ vnd jhn ab ſeinen Geſellen von ſpat mit der Verꝛaͤtherej kame/ etliche daran zweiuelten/ ſintemal ſie offt mit verheyſſung Simone hingerich auffgebens betrug angerichtet/ kam Simon zuuoꝛ/ vnd richtet 4 rej theyl hatten/ warff auch jhꝛe Cöꝛper vber die Mawer herab. den gewoꝛffen, Joſephi Mutter er⸗ baͤrmliche Rlage, Joſephi Patter wird gefänglich eingezogen, Joſephns wird mit eynem Steyn zu bo⸗ den gewoꝛffen/ da er den Juden ʒuſpricht/ doch ſtirbt er diſes Wurffs nicht/ wie ſie ver⸗ * „ ſm kommen kont. Joſephus vermahnet die I S ſich ergeben ſolten/ vnd tratt auß vnbedacht zur land ſambt dem Vatter mocht erꝛetten. Dawa aubt getroffen/ daß er zu boden ſanck/ vndw 0 daß von oben herab gewoꝛffen ward/ vmbfom des Keyſers etliche Geſandt woꝛden/ die jhn mit jhren Schilte hofft/ vnd jhn ſeine Mutter bitterlich beweynet vnd beklaget. JS Oſeph Vatter ward gefaͤnglich gehalten/ daß man gar nicht Joſephus wird mit eynem Steyn zu bo⸗ atterlands gewe⸗ hen. V irs moglich were geweſen/ ſo heit ich iindern abgewendet/ vnd keynen geholet/ vñ wolte Gott ich hette auc Simonem drauſſen gelaſſen/ noch hatte die grauſamkeyt keyn ende/ Da die ki Vatter noch vnbegraben lagẽ/ ward auff diſes Möꝛder ſcheſ n nen noch eyn ſchandliche that an eynem heyligen Mañ b ge 2 der Pꝛieſter Ananias/ von herꝛlichem Stam̃en geboꝛen/ wiewol niemañ ſeines he ſchlaͤchts wegẽ/ ſo ehꝛlich/ als von wegen des Goͤttlic dañ was er gedencken kan/ das fan er — t gefangen dem Vatterland zu vberbleiben/ dieweil eyn Machias heyßt den ſchmählich leben aͤrger iſt/ deñ des Todes ſtraff. Aber ich hab genug geredt. Kom̃ geſchwind her ner F ſet/erwuͤrge den Vatter/ daß ir ſterbendẽ eyn artznei/ daß ich wed dẽ E noch den ſchmertzen der Wunden empfinde. Hawe her/ vnd laßt dz wie dir beuohlen iſi /daß ſie es ſehen/ die es raͤchen werdẽ. Der leyden bei dem Freund iſt/ die Romer ſeien? er eind erbarme ſich/ weil keyn mit⸗ Sie ſeind Zeugen daß ich nit eyn Verꝛaͤther/ ſondern eyn Beſchirmer des V añ in jehnem ſtre⸗ jbre Buͤndelein/ die nit auff der Schulter ligen/ Cantzler Ariſteus/ eynes adelichen Geſchlaͤchts/ deßgleichen auch mit jhm andere ſinſuchen auß vẽ Volct/die voꝛandn die fürnemeſten waren/ wiewolnit der A bt. Es wurden auch etlich M ondern die vnſchuld/ eich für ſolc 55 grewliche Thaten/ vnd daß eynje⸗ h fuͤr ſolchem foꝛcht/ was er andern ſahe uͤben/ daß er auch den Freunden ſo vntrew w vnd alle hoffnung ſchon entgangen/ weil der. Hunger vnter maͤnniglich ſo grewlich rumo: ete⸗ g der Verꝛätherej/ daß Judas Diſer nuh/ als er den Romern er etliche verachteten/ daß er ſo des ſie alle hin/ die an diſer verꝛaͤthe⸗ zu uden deſto fleiſſiger/ daß ſie Mawer/ daß er das Vaiter⸗ vd er an demſelben vꝛt an das ere ſchier von dem Geſchoß⸗ men/ wann nicht auß beuchl n bedeckt/ vnnd auß dem todt enettethetten. Asdie Mutter fuhr daß jhr Suhn wunb wert vend d nep ſohörerjauchhen,/ erſchrackſie hůfftig/fürchtet vnd glaubete/ er were geſiorben/ vnndſien jammerlich an jhn ʒu beweynen/ daß ſie zu weder des dienſts jhres lebendigen Sohns ge diſem nut jhrer fruchtbarteyt voꝛbehalten/ daß ſie konte genieſſen/ noch den verſtoꝛbenen begrabe n. Sie Jeruſalem/ Das V. Buch. B Sie hette ʒwar gewuͤnſcht/ daß er die Mutter voꝛhin beſtaͤtigen/ vnd ſie ʒwiſchen ſeinen Armen jbren Geyſt auffgeben mocht/ Daß er jhre kalte Guder in /hrem hinzug erwaͤrmete/ mit ſeinem Munde den leßten Athem aufffienge/jhr die Augen /wann ſie ſtůrbe zutrucket/ vñ jhꝛen Mun⸗ de/ weil noch der dampff außgienge/ zuſchloͤſſe/ Aber dieweil jhr der wunſch gefehlet ſolt es jhr doch eyn troſi geweſen ſein/ wann ſie bei jhres ſterbenden Sohns letzten hinzugen hette ſein kon⸗ nen. Welches zwar eyn erbaͤrmlich ding were/ doch ertraͤglich/ daß ſie bei deſſen Leich were/ den ſie lebendig gewuͤnſchet hette. Gleichwol ſpꝛach ſie/ wañ ich nur võ der Mawer meines Sohns Leich mochte anſchawen/ im fall ſie jhn je nicht anruͤhren konte/ Ach das doch niemand wehret. Aber wen ſol ich nuh foͤrchten/ ie ich eynes ſolchen Sohns beraubt bin/ Woh fur ſol ich erſchꝛe⸗ cken/ dieweil der Tod mir eyne gutthat iſt; Ach das ſie alle jhre Pfeile auff mich zuſchoͤſſen/ daß mich alle mit jhrem Schwert erſtechen. Was ich bei Leben nicht font haben/ wolte ich nuh tod/meines Sohns Coꝛper/ mit meinem Kleyd bedecken. Eyn Kleyd iſt groß gnug ʒwey zu be⸗ graben/ vnnd villeicht moͤcht ſich jemand auß den Feinden erbarmen/ daß er mit des Sohns Kleyd/ der Mutter Augen zudecket/ vnd die Augen zu den Augen/ die Haͤnde ʒu den Haͤnden/ den Mundzu dem Munde/ fein zuſammen fuͤget. Lieff demnach mit gewalt auff di Mawe⸗ Joſeypbi uer ren/ vnd erfuͤllet den Himmel mit jhrem klaͤglichen geſchrey. Die jhren verſpotteten ſie/ die Ro⸗ laufft mit gewalt mer weyneten/ Bei den Freunden war grauſamkeyt /bei den Feinden barmhertzigkeyt. Erſtecht uf de Mawer· mich(ſprach ſie) wolt jhr mir eyne barmhertzigkeyt beweiſen/ Ich habe den geboꝛen/ den jhr ver⸗ folget. Ich habe jhm die vnſelige Bruͤſte gereycht/ erwuͤrget mich/ wann jhr euch an jhm zu ra⸗ chen begeret. XXIIII. Cap. Joſephus erzeyget ſich lebendig/ beklaget den groſſen jammer der Gtatt/ dardurch vü bewegt werden zů den Roͤmern ʒu fliehen/ vbereſſen ſich/ daß ſie ſterben. Die Araber vnd Syrer/ſchneiden vil Juden auff/ vnd ſuchen Gold bei jhnen/ welche grauſamteyt Titus bei Leibes ſtraff verbeut. 3 —— — ₰— ————————— —— S Aſi alſo geweynet/ Sihe da tratt Joſephus auff der Mutter Stimm herfur/ fieng an zu beweynen/ daß er daruon kommen were/ dem es doch angenem geweſen/ auſſerhalb des Vatterlands zuſterben/ vnd fuͤr das Vatterland/ weil er jhr beſtes rathe/ vmbzukommen. Aber es war jhm jetzt 7— 29 nicht vmb der Eltern Leben zuthuen/ die nuh betaget/ vnd im Gefaͤngniß jhꝛ vberiges Leben verſchlieſſen mußten. Sie wuͤrden erloͤſet/ wann ſie ſturben/ ſondern fur den Gottes dienſt/ fur den Tempel/ fur die halbzerꝛiſſene Mawꝛen war jhm angſt. Erwere der Wunden entgegen gangen/ daß er nicht zuſehen doͤꝛffte/ wann das Vatterland 7 vmbgekehret wuͤrde. Durch diſe Klag wurden vil bewegt/ das ſie zu den Roͤmern flohen/ Inden fliehẽ zu den wie ſie konten/ verſtahlen ſich voꝛ der Moͤꝛder heymlichen auffſaͤtzen/ vnnd der Wacht/ die hin Aomern. vnd wider beſtellt ware. Welchen zwar Titus die Barmhertzigkeyt/ ſo er jhnen verheyſſen/ ley⸗ ſtet/ Aber es trug ſich eyn ander vnnd groͤſſer jammer zu. Dann da ſie nahrung genug bela⸗ Juden ebereſſen men/ ſchadet jhnen die Speiſe/ die jhnen zuuoꝛ nůtzlich war/ vnnd weil ſie des Eſſens entwoh⸗ ſich⸗ net waren/ hoͤret auch das gedeien auff. Da war keyne krafft in den Zaͤnen die Speiſe zu kaͤwen/ keyne beſtaͤndigkeyt der Puißader/ das Brot konten ſie gar nicht nagen. Wann ſie etwas von weycher Speiſe ſupfften/ erwuͤrgeten ſie daruber/ weil der Schlund verſtopfft war. Das Eingeweyd war alles eingeſtrupfft/ vnd der Speiſe Gaͤnge derſtopfft. Die Leberadern ſo die Speiſe zu ſich ʒiehen/ waren verdorꝛet. Daß Daͤwung hatte auffgehoͤꝛet/ die Begirlig⸗ keyt nam vberhand/ die Krafft war jhnen entgangt/ der Geluſt blib. Sie fielen/ die arme Leuth⸗ vber die Speiſe/ vnnd biſſen geibig darein/ aber ohne Krafft/ wie die junge Kinder. Vil ver⸗ ſchmachteten gleich fur freuden/ wann ſie die Speiſe ſahen/ vnd ſturben vnter der Speiſe/ dar⸗ nach ſie groſſen verlangen gehabt/ vñ ergetzten ſich jhres jammers/ in dem ſie jhres Wunſches gewaͤret worden. RAber es war eyn klaͤglicher Anblick/ da mehr von der Speiſe zu der ge⸗ fahr/ denn zur geſundheyt auffſtunden/ das jhnen auch die Speiſe ſchadete. Dann ſie wurden mehr von der vngewohnlichen Speiſe auffgeblaſen/ denn erquickt/ vnd litten noſſ ſchmertzen Egeſippi/ bon Zerſtorung der Scatt 4 0 3 4 daſich jhre Haut/wie von eyner Waſſerſucht/ außſpannet. Vnd wañ etliche ſchon noch etwa 7 2 krafft hatten /ſo ſchoben ſie doch auß Geitz/ der keyne maß halten kan/ ſehꝛ vnmaſſig eyn /das ſie nit erdulden konten/ alſo/ daß nach dem ſie ſchnell mit Speiſe gefull t/auffboꝛſten. Dann was ſolte nit beſchwerlich ſein geweſen/ denen auch dir bloſſe begierd ſchaͤdlich war/ daß es jhnẽ ſcha⸗ det/ wann ſie das ſahen/ darnach ſie eyn verlangen gehabt hatten? Dannauch die natuͤrliche empfindligkeyt /die jhenigen vberwaltiget/ die nach iangwirigẽ Hunger keyn Anmutung mehr hatten/ ſo war jhnen auch die p oͤtzliche freude beſchwerlich/ Dann es iſt keyn wunder/ das den Wie ſich die halten außgehungerten die Speiſe gefaͤhrlich iſt/ Seintemal auch eyner ſo nur zwen tage gefaſtet/ vnd darnach etwas zugeitzig ʒu ſich nit/ von ſtundan vndewig wird. Daher haben vil den bꝛauch/ das ſie Mich in die ſchwache Glider nemen/ mit Hoͤnig vermiſcht vnd temperiert/ damit ſie die vnoꝛdenliche feuchtigkeyt/ ſo durch faſten ſcharpff vnd zaͤhe woꝛden/ vñ des Leibes mangel ⸗ als eyn junges Kind mit zarter Speiſe ernchren. Alſo kamen etliche Juden /ſo zu den Romern geflohen/ dauon/ da ſie mit fleiß maͤſſig der Speiſe brauchten/ biß das der Leib/ der des Eſſens S entwohnet/ wider in ſeinen gang kam. Vnd ʒwar es halff doch das die elende Leuth nit vil/ ſon⸗ dern war eyn vrſach eyner groͤſſern Plage. Dann als jhr vil vnter denen/ nach dem ſie Speiſe notiurfft. zu ſich genommen/ hres Leibes notturfft thaten/ ſchutten etliche Gůldene Bimones auß/ wel⸗ che ſie verſchluckt hatten/ da ſie ſich ʒur Flucht ſchickten/ auff das/ ſo ſie ergriffen wurden/ die⸗ weil die Raͤuber alles durchſuchten/ es jhnen nicht ſchaͤdlich were/ noch in gefahr braͤchte. Dañ es ward fur eyn grewliche That gehalten/ wann jemand anders Gold hette/ denn die Moͤder. Derhalben die Juden hernach diſes Gold/ jàmmerlicher weiſe/ au ß des Leibes vnrathaufftlau⸗ beten. Solches ward eyn Aſſyrer gewar/ vnnd kam diſer Wahn von eynem vnter alle auß. Wie denn ſolch Geſindlingar zum Geit geneygt iſt/ vñ zur Spitzfindigkeyt bereyt/ daß nichts ſo grauſam ſein kan/ das es ſchewe/ nichts ſo ſchandlich/ deſſen es ſich ſchaͤmet/ vmb gelts wil⸗ len. Von den Syrern kam das Gerucht vnter die Araber/ die nicht minder Geitzig waren ⸗ vnd wilder denn die grauſame Barbaren/ darumb das die Juden voll Gold ſein ſolten/ ergrif⸗ fen ſie alle/ die ſie antroffen/ wider alles Recht vnnd billigkeyt/ vnd wider die Geſetz der auffge⸗ bung/ wider des Keyſers verheyſſung/ da ſichs doch nicht geʒimmetzʒu todten/ Schnitten die Lebendigen auff/ vnd entweydeten mit jhren Blutigen Haͤnden die heymligkeyt des Bauchs/ Durchſuchten den Affterdarm/ vnnd fuchten Goid vnter deſſelbigen zerfloſſenen Vnrath⸗ nicht mit weniger ſchand/ als jehne/ die der Hunger noͤtiget/ deßgleichen auch mit grauſamer Blutduͤrſtigkeyt. Vil klaͤgliches dinges war inn demſelbigen Kriege fuͤrgangen/ aber nichts — ſchmertzlichers/ denn diß eynige. Daß alſo in eyner Nacht/ bei Zweytauſent Mann/ ſo ſchaͤnd⸗ auffgeſchuben he jicher weiſe zerſchnitten woꝛden/ vnnd jhre Eingeweyd zertheylet. Die Syrer zehleten jhren winn/ die Araber den Nutz des Gewerbs/ welches ſie ohn gefaͤhrliche Meerfarth/ durch new erfundene grauſamkeyt/ inn eynen nůtzlichen Gewinn verwandelt/ vnnd fuͤr Kauff⸗ la vber den mannswar hielten. Welches man noch heutiges tages inn ſolchen Leuthen findet/ vnnd 5 auch etiichen Egyptern/ daß ſie mit beſtaͤtigung der Leichen handthieren/ vnnd die Dienſt ⸗ ſo eyner dem andern auß Menſchlicher Liebe ſchuldig iſt/ vmb geringes Gewinns willen verkauffen. Der wunderbare Hunger des Goldes/ meynet/ er dorffe nichts fuͤrnemmen/ es trage denn bar Gelt/ es ſei nichts ehrlichs/ das keyn Gelt vermag. Es hat vor laͤngeſt eyne groſſe Begird zu ſuchen die Menſchliche Hertzen beſeſſen? vnnd iſt der Menſchen Leben eyne Kraͤmerej woꝛden/ Man lebet nur von verkauffen vnd Kauffen. Hat derhalben das Laſter vnzaͤhlich vil eingenommen/ daß jetzund vil leidlicher iſt/ die Waͤchſſelung der Waar ⸗ denn der Sitten/ vnnd der Gemuͤter. Der Syrer Geitz vergifftet auch das Roͤmiſche Hter. Dann es ſchleichet nichts leiehtlichers von eynem zu dem andern/ denn Geltliebe/ vnnd die be⸗ girde zu haben /ſonderlich die naͤhſigelegene Guͤter/ deren der Nachbar die volle hat. Vnnd iſt auch keyne andere Anmutung/ welche ſo ſehr die tugentliche Gemuͤter Weibiſch machet⸗ Tre perheut bet als die Begird groſſer Güter. So wird auch Spitzfindigkeyt für löblich/ Armut für vnmenſchliche That. ſchãndlich gehalten. Dieweil jhrer ſehr vil an difem wuten ſchuldig erfunden worden/ ward keyne ſcharpffe ſtraff darwider geuͤbet/ Darumb denn auch Titus/ der jhm furgeſetzt hatte/ die Syrer vnnd Araber mit dem Heer zuvm bringen/ als er ſahe die groſſe maͤnge/ ward er anders bedacht/ daß er die voꝛige Miſſethat vergab/ bei ernſtlicher ſtraff ſolches hinfoꝛt nicht mehr zu⸗ thuen verbot/ vnnd mit gar ernſten vnnd wichtigen woꝛten/ die ſeinen ſiraffet/ da ſie— — Senſalan. Das V. Buch.„5 Sold vnd Silber vmbgeben/ vnnd von koſtlichem Gewand gantzierlich erſchinen/ doch jpre Waffen nicht geſchewet/ das ſie mit eyner ſolchen ſchandlichen That ſich ſelbs verunehret het⸗ ten. Die Syrer aber vnnd Araber ſchalt er/ daß ſie vngeacht des Romiſchen Namens /ſolche ding erdacht/ die ſcheutzlich zuſagen weren/ Sie weren herkommen in dem Kriege/ huͤiff zu ley⸗ ſten/ nicht ſchandliche Laſter zuuben. Es werde in dem Roͤmſchen Heer nicht nur Leibes ſtar⸗ Wie eyn rechter cke⸗ſondern auch tugentliche Gemut erfoꝛdert/ man ſehe nicht nur auf die Mannligkeyt wider Rriegomann ſol den Feind/ ſondern auch auff die ſchoͤne Diſeiplin vnd Zucht/ daß eyn Kriegsmann nit grau⸗ beſchaſfen ſen · ſam/ nit Gottloß/ nit frech ſei/ daß er auch nin furnemlich des Raubens/ ſondern des Sigs be⸗ girig ſei. Das ſeien groſſe Laſter wider Kriegszucht begangen/ die auch grewlich ſolten geſtrafft werden/ Daß auch die Geſetz im Kriege gelten/ vnd durch trew vñ glauben/ wann man ſie dem ꝗeinde halt/ der Krieg vil beſſer von ſtatten gehe. So mans nuh den Gewapneten ſchuldig iſt/ wie vil mehr den floͤhenden Derwegen ſolten ſie ſich foꝛthin fur ſolchen Laſtern hůͤten/ damit ſie nit vmb den Sig/ vnd jhr Heyl oder Leben kamen. So wolt ers auch nit länger geſiatten/ daß deren vnehrbare Thaten den Romern ſolten zugelegt werden/ die jhnen doch vil mehr be⸗ ſchwerlich/ denn nůtzlich weren. Wehret derhalben dardurch etlicher maſſen der Syrer Geitz/ Sprer laſſen ſpre vertrib jhn aber nit gar/ daß ſie ſich fuͤr dem willtuͤrlichen Richter ſcheweten/ aber nicht das Ge⸗ deitzige růck niche. bott hielten. Demnach wann ſie ſich wol vmbgeſehen vnd gewar woꝛden/ daß keyn Roͤmiſcher Knecht voꝛhanden/ zohen ſie auß der erbaͤrmlichen Leuth Eingeweyd den verfluchten gewinn ⸗ funden doch auch nit bei allen den Raub/ ſondern beidem wenigern theyl/ daher deñ jhꝛe grim⸗ migkeyt deſto grauſamer geweſen/ dieweil ſie nit alleyn vmb des Guis willẽ/ ſondern auß hoff⸗ nung des Gewiñs ſehr vilerwuͤrgeten/ da doch auch die Möꝛder ſeibs/ vñ die grauſame Meer⸗ raͤuber/ ſich des mords enthalten/ wann keyne verm utung des Raubs voꝛhanden iſt. Iſtde⸗ halben nur eyne Barbariſche grauſamkeyt/ vergebens beſthaͤdigen. Dann auch die wilde Thier nur vmb des Raubs willen toͤdten. So war nuh drauſſen ſchmertzliche pein/ darinnen aber Johannes noch vil grauſamer. mannens fibucht zn den Rðmern/ vnd zeyget an das hundert vnd fhnfßehen tanſent achthundert vnd achtzig tode Corper zu eynẽm Thor auſigetragen/ ohn was ſonſt in die groſſe vuſer gewoꝛffen vnd verſperꝛet: ndere fliehen vnd ſagen daß der Toden ſechs mai hundert Tauſent geweſen · Emnachals ſolches von den Syrerngeuͤbet ward ſob ſchonetlich abgeſchreckt woden/ nach dem ſie diſe ſach erfuhren ⸗ ſo vnterlieſſens doch jh⸗ 8 ren vil nit/heruͤber zufliehen. Vnter welchen war Manneus Lazari Sohn⸗ 3 der ſaget fuͤr gewiß/ daß durch eyn Thot ⸗ ſo jhm vertrawet/ hundert vñ füͤnff Hundert vnd fanff⸗ . 2 6) zehen Tauſent Toden getragen/ darzu noch vber das/ achthundert vñ achtig ee Leichen kommen/ ſeind der zeit er die Wacht verſehen/ welche Zahl nur auß Leicden/ zu eynen denen zuſammen gerechnet/ die auß gemeynem Sold begraben waren/ ohnt die/ welche von Tbor hinauß getra⸗ den jhrigen begraben woꝛden. Was iſts aber fur eyn Begraͤbniß geweſen/ denn das die Leich⸗ 6 nam vber die Mawer rauß gewoꝛffen woꝛden; Nach jhm flohen vil adeliche Maͤnner zu T i⸗ to/ vnnd erzehleten/ daß der Todten ſechsmal hundert Ta uſent geweſen/ die man fur die Thoꝛ Sech⸗mal hunders hinauß getragen/ vnd gezehlet hette Der anderen Leichnum aber/ die man von wegen der groſ⸗ Taufen Loden⸗ ſen maͤnge der Armen/ nicht hette können herauß tragen/ vnd in groſſen Huuſern/ vndallerley Gemachen zu hauff getragen/ laͤgen/ weren eyn vnmaͤßlichen zahl. Vnnd behielt dannoch das vngluͤck ſeinen foꝛtgang/ vnd vbertraff nuh alles voꝛige. Di Belaͤgerung war nochgrau⸗ ſam/ vnnd der Krieg haͤfftig/ doch mehr durch der Juden grimmig Gemut/ denn jhre kraͤffte. Aber der Hunger vbertraff alles mit ſeiner grauſamkeyt/ daß ſe auch den Thierẽ/ ſo ſie jhre not⸗ Juden eſſen vor turfft theten/ nachſchlichen/ vnd alte verlegene Kůhdreckrr herfur ſuchten/ vnd das jehnige/ ſo ſan her ſonſt abſchewlich anzuſehen/ fuͤr Hungeraſſen. Eo lagen die vnbegrahene Coper erbärmlich ſig ding⸗ vber hauffen/ vnd war die Erde weit vnd breit mit toden Coꝛpern bedecke/ vnd voꝛder Mawer alles volleyn erſchroͤcklicheranblick/ eyn grewlicher abſchew/ eyn Peſtilentziſcher Geſtanck⸗ der weder der Vberwinder noch der vberwundenen verſchonet. Er wa beyden 1 ſchaͤd⸗ ———————————— ——— 2 S————— 2———————— ——„ ℳ.— ⸗. „ 3 ℳ„ — —— Egeſippi/ bon Zerſtoͤrung der Statt 4 0 3 4 lich/ vnd den Römern eyn groſſe vethinderniß/ die mu das Land verherget. ren · Daß bei treiʒehen Meil wegs vmb die Statt herumb weit vnd breyt das Land ver vnd der Boden alles Gewaͤchs entbloͤſſet war. Wann eyn ſiund/ſuchet er doch ſeine Geburtſtatt. eeeneF Der Rrieg geher erſt recht an zu beyden theylen/ Iuden vnterſtehen ſich abermal den Sturmzengzů verbrennen/ ſchaffen aber nichts. Johannes bawet eyne newe Mawer/ Titus vermahnet die Rriegs leuth dieſelbe nuch zu ſturmen. ks nuh die Bollwerck vnd Sturmdaͤcher/ vnnd ander Sturm⸗ zeug wider zugerůſtet waren/ gieng der Krieg wider haͤfftig an/ als ob ſie zu beyden theylen/ biß auff den letzten Mann zuſammen geſchworen hetten. Dann ſie ſtritten beyderſeits mit groſſer gefahr/ Die Romer hetten muͤſſen von der Belaͤgerung abziehen/ wann jhnen die Bollwerck vnnd Bock ver brannt woꝛden/ weil ſie auß mangel der Waͤlde dieſelbigen nicht hetten wi⸗ Inden wollen den der fönnen zu wegen bringen. Vnd den Juden ſtund die verhergung des Vatterlands darauff⸗ eeren po ſie Hand abzogen/ wann die erſchollie Mawren von ſtaͤtigem anſtoß der Bocke einßelen. nen, ſchaffen ader Darumb lieffen die Juden mit Jackeln daher ſo grauſam/ als ob jhnen das Roͤmiſche. eer wei⸗ nichts. chen wurde/ das ſie den Sturmzeug anzuͤndeten/ vnd die Belaͤgerung abſchafften. Aber die⸗ Haͤfftiger Streit, weil ſie durch den. Hunger aller jhrer kraͤffte erſchoͤpfft waren/ vnd jhre gewalt gebrochen/ kont es jhnen nit mehr/wie voꝛ gelingen/ es mangelt jhnen an dem vermůgen/ aber die kuͤnheyt war noch voꝛhanden. Im gegentheyl hieltens die Roͤmerfuͤr eyne groͤſſere ſchande/ wann jhnen die/ ſo voꝛ Hunger nach dem letzten Athem ſchnapten/ den Sig ſolten auß denHaͤndẽ reiſſen. Der⸗ halben da es an eyn treffen gieng/ wurden die Oberſte der auffrůhrer hinderſich getriben/ vnnd dieweil fie dem Krieg zu ſchwach waren/ flohen ſie wider ʒu růck/ vnnd ſielleten jhre zuuerſicht Jobannes hawet ey⸗ auff die Mawren. Aber da die veſte Mawren durch ſtaͤtige Stoß weichen wolte/ nam Johan⸗ denewe Mawer nes der letzten zuflucht war/ ſahe ſich wol vmb/ vnnd fuͤhret inn wendig eyne Mawer auff/ vaſt in der geſtallt des Buchſtabens C. Derhalben da nuh des andern tags die Mawer an eynem vꝛt erſchellet war/ erhub ſich von dem fall vnd geſchreydes Roͤmiſchen Heers eyn groß gethon ⸗ als ob ſie ſchon alles zerſtoꝛet hetten/ weil die Mawer nidergefallen. Aber als ſie vber die Statt⸗ ſchren daß es widerſchellet/als obes ſchon vmb ſie geſchehen/ wendet ſich das Blat/ vnd wur⸗ den ſie eyner newen Mawer gewar/ dauon den Romern jhre freude wider vergieng/ vnnd die Tuns heuthle die Juden wider kůn woꝛden/ weil ſich die gefahr verzog. Da fieng der Keyſer an ſein Heer u beeeeb vermahnen/ das ſie ohn allen verzug die newe Mawer ſolten angreiffen/ welche/ nach dem ſie erſt newlich gebawen/ weych vnndleicht zu erſchellen/ anzuſchen were/ Sie ſolten nur behertt darangehen/ es wuͤrden die ſtuck von den zerbrochenen Maweren hnen helffen/ daß ſie deſto leichtlicher koͤnten hinauff ſteigen/ daß die Romer mit jhrem Scharmuͤtzein den Juden ſo von obenherab ſtritten /koͤnten gleich werden. Dieweil er aber ſahe/ das ſie verdroſſen waren des geſchaͤffts halben/ foꝛdert er die ſtaͤrckeſten fur ſich vnd ermundert ſie mit ſolcher Red hnenermahnerdieförnemnſte grtegsteuth ſich vnerſchrochen an den Stnemmm —— mit— Leibs vnnd— wann es ſein muß/ ʒu ſtreiten⸗ eches erglles mit wichtigen Argumenten ſtattlich auß̃fuhret/ verheyßt auch denen/ die ſich mannlich halten/ eiliche vnd ewige bslohnung. ſ 12. Es iß ßten die vberblibene ſtůͤcke/ ſo hin vndwi⸗ 7 2 derlagen/ mit jhren Blutigen Fuſſen vertretten. Das gantze Land war öd/dieweialles S S hawen war/ was man zu nutz den Kriegsleuthen/ vnd Kriegsruſtung not wigen mußte ʒufuͤh⸗ lare Platze ſahe/ da ʒuuoꝛgruͤne Walde/ Gaͤrten mit wolriechenden Blumen⸗ nn gaͤrten vnnd Voꝛwercke geſtanden/ die eynen anlachten/ ſo mußt er daruͤber ſeuffßemeyn Ein⸗ wohner kant es nicht mehr/ vnnd wann er an den Oꝛt kam/ da er geboꝛen/ oberf chon darauff Buch. 99 „ ußit lieben Kriegsleuth daß das end aller wemynung Liq fang/ dieweil zu vollzichung des ange⸗ an ſeine triegoleuih⸗ noienen Ambts die groͤſte arbeyt gehoꝛet/ Seintemal eyn Schiff auff dem gantzen Meer frei daher laufft/ vnd wann es ſchon nit allezeit von hinden her guten Wind hat/ ſo lencket doch der Schiffmann die Segel darnach/ vñ faß⸗ ren ohne widerſtand dahin. Aber wañ man zum Meerhafen komit/ ſo bedarff man guten Wind/ vnnd iſt der Eingang der Schiffe ſchmal/ derhalben man ſich da der gefahr am maiſten zubeſoꝛgen hat/ da die hoffnung am naͤheſten iſt. Die Bawleuth haben auch eynen Vawſeuch. breyten anfang/ wann ſie die Jundament legen/ aber wann ſie zu den hohen Spitzen kom̃en/ ſo gehet die ſchwereſte arbeyt an. Vnd darffetwa wol der Bawmann/ weiches zu erbarmen iſt/ im Beſchluß des Wercks ſeines Lohns beraubt werden/ da er etwa von eynem eingefallenen Bal⸗ cken/ erſchlagen wird/ oder er wañ jhm der Tritt fehlet/herab fällt. Was ſol ich vom Bawerd⸗ Ackerleuth⸗ mann ſagen/ der vil mehr bemuͤhet iſt in der Erndte/ denn im Saͤen/ in dem Herbſt mit Wein⸗ leſen/ denn im Schnitt/ vnd muͤſſen die ʒeitige Fruͤcht allʒeit die groſte gefahr außſichen? Iſt derhalben nichts newes/ wañ wir ſchon in vnſerm Anfuhꝛt/ da wir den Lauff vollendẽ wollen/ auch gefahr muſſen außſtehen/ So muß man nuh durch enge Wege zu der Burg Antonia ſtei⸗ gen/ auff daß/ wann wir die Widerſacher von dannen getriben/ vnd den obern Dꝛt jnnen ha⸗ ben/ vñ den Feinden gleichſam auff der Scheytel ſitzen/ hnen etlicher maſſen den Athem nemẽ. Aber das /lieben Kriegsleuth/ dunckt euch ſchwer ſein/ gerad/ als ob wir zum Spil/ vñ nit zum Krieg zuſammen kommen weren/ dariñ die Helden entweder vberwinden/ oder ſterben můſſen. Woltet jhr euch da entſchuldigen/ da jhr zum Streit kom̃en/ daß jhr den ſchaden des Roͤmiſchẽ Heers ſoltet raͤchen/ vnd die ſchande des befleckten Kriegsfahꝛt abwiſchen. So jhꝛ ʒu Neronis zeiten die ſchmach vñ vnbilligkeyt des Roͤmiſchen Namens begeret habt zu raͤchẽ/ was ſolt euch wol gebuͤren ʒuthuen/ da Veſpaſianus Keyſer iſt? Laßt vns den Schandflecken des voꝛigen Reichs abwaͤſchen/ damit er nit an vnſerm kleben bleibe/ welchen Nero zwar durch Veſpafia⸗ num vermeynet abzuſchaffen. Veſpaſianus wirds durch Titum auff ſich nemen/ wañ wir nit gewinnen werden. Es hat vns der Vatter nur die erſtattung des Sigs zu verꝛichten/ verlaſſen. Woh woͤllen wir aber/ ſo ſolche groſſe muͤhe vnnd arbeyt vnnuͤtzlich angewendet/ mit ſchanden vnd vngerochen vns hinwenden/ nach dem wir den Sig verlaſſen/ als ob es nit eyn geringers Laſter were/ von dem Krieg abtretten/ als auff den Sig verzeihen/ dann jehnes geſchicht auß foꝛcht/ das auß verꝛaͤtherej. Aber jhr haltets fur gefaͤhrlich ʒu dem Feind ſteigen/ vñ die Mawer mit gewehrter Hand anlauffen/ Ja eben/ als ob die natur Weibiſche/ vnd nit Mannliche Tha⸗ ten von vns erfoꝛderte/ welche vns doch darumb den lebendigen Geyſt eingoſſen/ daß wir jhn vmb Ehꝛe willen gern wider außgieſſen. Wohzn ſol eyn Kriegsherꝛ eynẽ Helden ſonſt vermah⸗ nen/ denn zu den aller wichtigſten ſachen? Dann die vermahnung zu eynem gemeynen vnd ge⸗ wohnlichen Werck/ iſt nit alleyn denen ſo angeſprochẽ werden/ ſondern auch den Anſpraͤchern eyne ſchande/ da eyner das foꝛdert/ das man doch von jhm ſelbs zuthuen ſchuldig iſt/ dann das muß eyn Kriegsmann fuͤr ſelbs thuen. Vnd zwar/ was beger ich von euch das vnbillich were? Iſt es nicht vil beſſer durch Tugend ſterben/ denn zur ſchmach lebendig bleiben: Die Ju⸗ den lauffen offt mitten vnter der Roͤmer Mer herauß/ vnnd wagen ſich vnerſchrocken an der Feinde Spitzen/ nicht auff hoffnung des Sigs/ ſondern jhre ſtaͤrcke dardurch zu beweiſen/ vnd jhre Ehr ſehen zulaſſen. Ihr/ denen noch nicht/ weder zu Land noch Waſſer jemand vngeſtrafft Gott von Hlmmel widerſtanden/ denen es nicht eyn newes iſt/ vberwinden/ vnd eyne ſchande nicht vberwinden ⸗ dieweil jhr ſolche anzeygung des Sigs von Himmel habt/ ſchaͤmet jhr euch nicht/ das jhr nicht eynmal vnter die Feinde gelauffen ſeit?ſondern daß jhr mit gewehꝛter Hand můſſig bleibt/ vnd in dem Heerlaͤger ligt/ vnd mit můſſigem Gemuͤt wartet/ daß der Hunger fur vns ſtreite/ vnd nach dem ſie mehr durch jhren Hunger/ denn vnſere Schwerter erlegt/ vns die Triumph zu ſpott vnnd ſchanden machen? Schaͤmet jhr euch nicht(ſag ichy jhr weydliche Kriegsleuth/ daß die Vberwinder aller Voͤlcker/ keyne hoffnung haben ʒu den Waffen vnd zu jhrer ſtaͤrcke⸗ ſondern zu der eynigen Belaͤgerung/ vnnd warten biß der Feind durch Kranckheyt veraltet/ vnnd in ſeinem Bett ſterbe: Vnnd was kan fuͤr eyn Sig ohne Krieg ſein⸗ Es iſt alles voller Renn Sig ohns Leichnam/ vnd die heßliche Coꝛper ligen hin vñ wider/ die verblutete ſtuͤck/ von den verſtoꝛbenẽ⸗ Rriegi ohn die ſie ſelbs vnter eynander mit jhꝛen Haͤnden erwuͤrget haben. Was wir vns fuͤr 4 0 3 4 denen foͤrchten/ die ſchon der Hunger/ewer /M dAuffruhr hingerichtet hat⸗ Was wol⸗ 7 len wir lang die Gottliche hůͤiff außſchlagen Daſi wer hats anders alſo geſchicki/das ſiein u eygene Waffen gefallen/ denn Gott? Vnd da ſie auch ſchon feyne Prouiand mehꝛ haben/ hat dannoch jhr einheymiſch wuͤten keyn ende. Ich beſoꝛg/ daß wir jetzt nit auch fr widerſpaͤnſiige der Religionen gehalten werden/ die wir die vntrewen/ vnſer vnd jhꝛer Religion ſo lang ſparen. Wolan es ſeiſpmalſo/daß der Krieg grauſam vnd erſchrcklich ſer Dann was ſolteichenchvij mit kurzweil des Krieges ſchmeychlen/ Laßts gleich alſo ſein/ daß der Sig vngewiß /die gefahr aber gewiß ſei. Rede ich nit mit denen/ die auß menſchlicher klugheyt verſtehen/ daß alle hier in Sleichrij von Tie⸗ gefahꝛligkeyt jhꝛe ſtaͤrcke vil mehr beweiſen/ deñ in geringem Kampff/ Wañ die wilde hier ge⸗ b henommi⸗ war werden/ das ſie mit Gewapneten vmbgeben ſein/ rennen ſie mit groſſer vngeſtům̃e auff ſie zu /das ſic mit gewalt jhnen den Weg oͤffnen. Vnd eyne Schlange laßt vil grewlicher Giffe von jhr/ wann ſie auß jhꝛem Loch getriben wird. Es ſeind auch etliche von natur vnſchaͤdlich ⸗ Hirſch⸗ doch wann ſie in gefahr ſeind/ ſo erzeygen ſie ſich ſtarcker ʒu beleydigen. Die Hirſche haben jhre Wehr/ wañ ſich jemand jhnen enigegen ſetzt/ vñ beſchirmen ſich mit den Hoꝛnern fur dem tod. Die Bienlein ſtechen/ ſo ſie verletzt werden. Was ſol ich aber von den Kriegshelden bei den Ro⸗ mern ſagen: Dieweil Leonides/ ſo zu Lacedemon geboꝛen/ als er wider das vnzaͤhliche Heer der Perſer ſtreiten wolt/ geſagt hat: Dieweil wir in der Hell můſſen ʒu Nachte ſſen/ ſo laft vns auff Erden zuuoꝛ das Mittagmahl nemen. Diſe rede hatte bei den Gꝛiechẽ eyn ſolch anſehẽ/ daß nit alleyn võ den treihundert Maͤnnern/ deren Oberſter er war/keyner ſich abſchleyfft/ deñ nur xy⸗ ner/ welchen abernicmand/ als er vberblibẽ/ auffnam/ ſondn auch võ den anderen die zugleich mit im Streit außgezogẽ/ deñ welche Leonides als vntuͤchtig zu ſolchem Krieg/ außgemuſtert. Fa. Was ſol ich von den gantzen Legionen der Romer ſagen? von welchen Cato/ der wolberedte vnd warhafftige Roͤmer meldet/ daß ſie mit frolocken in den Krieg gezogen/ darauß ſie doch key⸗ ne hoffnung hatten wider zukom̃en/ vnd ſich alle willig in den tod ergeben/ damit ſie nur nit jhr fuͤrnemen aͤnderten. O ſelig ſeind die/ deren keyner geflohen/ vñ den ſeinen der Feinde Sig ver⸗ kuͤndiget hat. Von den trei hundert Lacedemoniſchen Maͤnnern/ iſt dannoch eyner eniflohen/ da ſie doch an eynem engen vꝛt ſtritten/ daß ſie nit konten vmbringet werden. Von den Romi⸗ ſchen Legionen aber hat niemand das Leben/ ſondern alle dentod erwehlet/ deren Nachkoͤm̃ling jhr ſeit/ Wann jhꝛ nur die gefahr verachtet/ vnd als eyne ehꝛliche tugentliche art/ den Stam̃en nit verleugnet. Dann welcher tapfferer Held/ weiß nit/ daß er ſterblich ſei/ vnd daß eynem jeden eyn Zil geſteckt/ wie lang er leben ſol? Wieuil iſts aber nuh beſſer dem Vatterland geben/ daß mnan der Natur ſchuldig iſt/ vnd die vnuermeidlich not mit Ehꝛe verwandeln? vnd nit mutwil⸗ lig alt werden /keichen vnd ſeufftzen/ noch der hitzigen kranckheyt ʒufuͤll forchten/ dieweil die er⸗ — S lebten taͤglich vberdruß haben. Deren Seelen/ die auß vberdruß außſerffen/ nach dem jhnen von Tod vndewi⸗ ¶Kraͤffte vñ S inne zu gleich vergehen/ werden nach viler meynung/ ʒu gleich mit dem Leib zum ßem Leben. Graberkannt. Aber Kriegsleuth vnd tapffere Helden/ die ſich für das Vatterland/ fur Kin⸗ der vnnd Religion willig in tod wagen/ deren Seelen durchs Schwert von dem Leib getren⸗ net werden/ von denen zweiuelt niemand/ denn daß ſie das reyne vůnd flare Element/ daß von Sternen ſchimmert/ in die Himmliſche wohnung auffnemme/ als in eyne Wohnung der ho⸗ hen ruhe/ Deßgleichen/ ſo ſie auff Erden bleiben/ iſt eyn fuͤrnem geychen/ entweder der gnade ⸗ oder der vnbilligkeyt/ daß beyde deren die am Siechbett außſerffen/ vergeſſen werd/ vnd denen die jhre Vꝛůſi dem Jeind tapffer enigegen geſetzt/ ſo ſie daruͤber den tod leiden/ ehre nachuvige. Bu diſer Belohnung lade ich euch/ lieben Kriegsleuth⸗ daß wir vns an den Feind machen/ den wir verſchloſſen halten/ vnd die Ma wer erſtigen/ vber die ſtarcke eingefallene Mawer/ die vns gleichfam eyne Schuͤtte gibt/ vnnd der vnteren Mawer gleich iſt. Welcher nuh der Tugend Panier furs beſte hallt/ vnnd der erſt auff der Mawer ſein wird/ vder der ander/ oder tritt /oder mit andern mehr/ der ſol von mir mit eynem herꝛlichen Geſchenck begabt werden. Wiewol keyne groͤſſere Belohnung iſt/ denn die Ehre der ſtaͤrcke/ die auch gemeyniglich ſicher vnnd ge⸗ wiß iſt. Dann wann erſtlich eyn behertzter vnnd ſtarcker Held hinauff ſteigen wird/ werden die flichen/ ſo ſich widerſetzeten/ oder ſich herunter begeben /oder vertriechen/ alſo/ welches jetzt zwar gefaͤhrlich iſi ⸗ wann wir ſie aber vnten ſuchen werden wird es ohn ſondere arbeyt geſchehen/ daß wir die Feind vberwinden/ vnd dem Krieg eyn ende machen. 3 Leonides⸗ xxvnI. Ca. „„— Seruſalem. Das V. Buch. XXVIII. Cap. Sabinus wagt ſich auff des Reyſers ʒuſprechen mit groſſem mut/ vnd volgen jhm ant dere eylff nach/ beſteiget die Mawer⸗ ſchlãgt die Juden in die Flucht/ fallet doch endlich nider/ wird erwůrget/ wehret ſich doch ritterlich/ biß jhm die Seel außfahret. S S konte Titus kaum ſeine Rede beſchlieſſen/ ſo bot ſich eyner auß S) dden Syrern/ eyn weydlicher Kriegsmann ſelbs an/ trat fuͤr den Keyſer/ vnd 58 ſprach: Er woͤlle dem Gebott gehoꝛſam leyſten/ vnd ſeie bereyt hinauff ʒuſtei⸗ S gen/ ſo jhm das glůͤck wolte beiſtehen/ damit er dem Keyſer gefalle/ Wann hm aber ſchon das gluͤck abſage/ ſo werde jhm doch nichts wider ſeine hoff⸗ nung begegnen koͤnnen/ dieweil er freiwillig ſelbs erwehlet hett/fur den Key⸗ ſer zuſterben. Als er das geſagt/ ſtreckt er ſeine Lincke Hand auß/ ſchwang die Tariſche vber den Kopff/ vnd mit der Rechten erſchůͤttert er das Schwert. Es iſt nicht ʒuſagen/ wie er ſich Satinns waget ſic zum Krieg geſtellt hat/ daß jhn eyner ſchier nicht mehr kante/ der jhn kurt zuuoꝛ/ von wegen mit groſſem mut auff ſeiner geringen Leibesgeſtallt/ nicht ſonders geachtet/ Da er jhn jetzt ploͤtzlich ſahe dem vnglůck entgegen gehen/ vnnd ſich dermaſſen außſtrecket/ als der zu gleich den Feinden vnd der Maw⸗ er draͤwet/ vnd ſchon von der hoͤhe auff die nidrigen zuſtuͤrmet/ ja die Mawer mit ſeiner Fauſt bewegte. Es volgeten jhm andere eylff Maͤnner nach/ die ſich wol befliſſen ſolches nach zu⸗ Eyif Manner vol⸗ thuen/ aber ſie konten jhn nicht erꝛeychen. Die Juden wehꝛeten ſich von der Mawer mit Geſchoß/ Steyn vnd Pfeilen/ vnd was eym jeden zur Hand war/ das warff er auff Sabi⸗ Snew ebren ſich num zu. Aber er war vnerſchrocken/ nam ſeinen Lauff/ vnd ſprang auff den Hauffen Maw⸗ erſtuck/ vnd als er die Hoͤhe erꝛeycht/ trib er den Jeind ab/ dieweil die naͤhſten ſich für der gefahꝛ entſetzten. Als er ſich aber wolt auff die Mawer ſchwingen/ vnd deß Sigs halber gantz ſi⸗ cher/ dem eind begirig nachſetzt /ſtrauchelt er auff ſein Angeſicht/ daß er mit groſſem pꝛaſſeln Sabinns fallt. niderfiel. Daher die Juden wider vmbwendten/ vnd fiengen an mit dem Geſchoß/ in dem er lag/ jhm haͤfftig zu zuſetzen. Erkam auff die Knie/ bedeckt ſich mit der Tartſchen/ vnd beſchir⸗ met ſich ſo lang er kont/ daß er nicht wund ward/ beſchaͤdiget auch/ welche er zum naͤhſten an⸗ traffe. Doch als er endlich vbel verwundet ward/ gab er ehe den Geyſt auff/ denn den Streit/ Sablnus ſiirbt⸗ ward auch nicht ehe von ſeinem vꝛt getriben/ noch von der Mawer gewoꝛffen/ denn als er gt⸗ ſtorben war/ es wurden auch der andern trei erwuͤrget/ achte wurden halb tod von den andern auß dem verderben erꝛettet. XXIX. Cap. Iwentzig Romtſche Rriegsleuth begehen eyne maͤrckliche That beſteigen des naches die Mawer /er ſtechen die Waͤchter/ vñ blaſen die Trommet/ dauon die Inden haͤfftig erz ſchrecken/ meynen das gantze veer ſei voꝛhanden/ Titus ſteiget mit etlichen auſſerleſes nen auff die Mawer/ kom̃t den ſeinen zu huͤlff/ vnd erhebt ſich eyne ernſtliche Schlacht. Ber der tod Sabini erſchꝛecket die andern gar nicht ſondern rey⸗ net ſie deſio mehr an/ Dann die Romiſche Maͤnner/ die an die Wacht be⸗ ſtellt waren/ vnd mit vollbringen des Wercks begerten wett zumachen/ daßt Fe ihnen Sabinus mit dem willen voꝛgethan hatte/ deren zwentzig machten Zwentzig Mannèr „ mit eynander eynen groſſen vñ loͤblichen anſchlag daß ſie ʒu ſich namen der —* fuͤnfften Legion Jaͤnderich/ vnd zwen Ritter/ die ſie fur die hurtigſten hiel⸗ ten/ vnd eynen Trommeter/ vnd vmb fuͤnff Vhr der Nacht/ in der ſtille/ vber die verfallene Mawerſtuck hinauff kletterten/ die Waͤchter erwuͤrgeten/ vnd die Mawer der Burg Antvnie eroberten. Da das geſchehen/ erſchalle der Trommeten Hall vil erſchroͤcklicher denn ſonſt/ daß die Juden ſo von arbeyt můͤd vnd eingeſchlaffen/ vnuerſehenlich haͤfftig erſchracken/ diewei ſie meyneten/ es were alles voller Feinde. Fiengen derhalben ehe an zu fliehen/ denn ſie die wahr⸗ beyterfuhren. Dann ſie konten weder fur gefahr/ noch fur der dicke finſtere Nacht erkennen ⸗ wie ſtarck die Feinde weren. Vnnd als der Keyſer der Trommeten Hall horete/ beuah⸗ le er/ daß ſich das gantze Heer von ſtundan ſolte ruͤſten/ vnnd ſige er ſelbs zu erſt mit iij . ——————— bei dem Tempel. Gleichnis vom —. Bgeſippi/ bon Zerſtoͤrung der Statt 4 0 3 4 etlichen auſſerleſenen auff die Mawer/ die ſeinen ʒu entſetzen/ vnd dem Feinde widerſtand zu⸗ 7 2 thuen. Der Tag brach an/ vnd ließ ſich der Keyſer jetzt auff der Mawer ſehen/ vnd ſprach den Tieus ſteiget auch ſeinen zu. Etliche wurden von den jhꝛen mit den Haͤnden auff die Mawer gehahen/ etliche ka⸗ men durch den heymlichen Gang/ weichen Johannes/ der Römer Bollwerck vmbzuwerffen ⸗ konumen durch den gegraben hette/ in die Statt. Daß alſo den Meyneydigen jhre voꝛtheyl zu jhrem eygenen ver⸗ derben geriethen/ vnd alſo allenthalben betraͤngt/in den Tempel flichen mußten. Ba die Ro⸗ Juden fliehen in den mer auch da hinein wolten fallen/ konten ſie der enge halben nicht/ vnd wurden mit Waffen Tempel. hinderſich getriben. Es erhub ſich im Voꝛhoff eyne grewliche Schlacht/ vñ konten in der naͤhe Grewliehe Schlache weder Spieß noch Pfeil brau den war/ Schwert vber Schwert/ Streych vber Streych/ vnd der Schlaͤger/ mit der erſchla⸗ genen Blut begoſſen ward/ daß man meynet/ er were vil mehr verwundet. Im Tempel drin⸗ nen erhub ſich eyne grauſame Schlacht/ Das Blut ſchwam auff dem Pflaſter/ es war alles vber alle Ordnung vnd maſſe voll von ſeufftzen der Sterbenden/ vnd geſchrey der Vberwin⸗ der/ daß es widerhallet. Die Roͤmer waren entzuͤndet/ daß ſie hofften dem Streit eyn ende zu machen. Den Juden hatte die euſſerſte verhergung des Vatterlands/ des todes forcht vertri⸗ ben. Diſe hielten ſich mannlich vmb ehꝛe wi llen/Jehne aber ſchuͤtten auß verzweiuelung jbꝛes Leben/ alle jhre ſtaͤrcke eynsmals herauß/ daß ſie nichts behielten. Inlianus eyn tapfferer vanbtmann waget ſich alleyn von der Burg vnter die Indẽ ⸗ treibt ſie init groſſer verwunderung in den Tempel. Letzlich entgehẽ jhm auff dem glat⸗ ten Pflaſter die JFuͤſſe/ fallt zu boden/ vnnd wird alſo von den Juden erwuͤrget/ welches dem Reyſer ſehr wehe that/ den Juden aber eynen muth machet. „„„ * begieng auch der Haubtmann Julianus eyn herꝛliche That! S dder eyn groſſer Kriegsmann war/ auß der Landſchafft Bithinia bůrtig/ aber 8 der Roͤmer Diſciplin vnd Kriegslaͤuff wol erfahren/ vnnd von wegen herꝛ⸗ licher Kriegs beſoldung beruͤhmt. Der als er neben dem Keyſer ſtun d/vnnd die Roömer weichen ſahe(dann die Juden waren jhnen mit der zahl vberlegẽ⸗ Jullanus ſyringt vn= vnd der Roͤmer noch wenig voꝛhanden) that er ſich geſchwind von der Burg ter di Seinde. Antonia herfůr/ vnnd tribe ab/ die jhnen nachtrungen/ das ſie ſich nicht widerſetzen doꝛfften/ dieweil ſie jhn fuͤr eynen fuͤrtrefflichen Mann anſahen/ vnd er ſich mit vbermenſchlicher freu⸗ diger/ vnd anſehenlicher Tugend erʒeyget/ alſo daß ſich auch der Keyſer ſelbs daruͤber verwun⸗ — Wuͤrffelſyi. mehꝛ auß zufall denn Tugend/ gemeyniglich mit vnuerhofftem außgang ſpilet/ vnd newe auß⸗ gaͤng bringet. Dann hie ſeind auch Wuͤrffe/ nicht ʒwar der Wuͤrffel/ ſondern der Bogen/ vi⸗ ler Geſchuͤtz/ vnd auch Steyne/ dardurch offt der Vberwinder durch eyne frembde Wunde er⸗ legt wird. Vnd wann er eynes andern Raub niſñt/ wird er beraubet/ Wie diſer Julianus/ der den einden auff dem Ruͤcken nachuolget/ in dem er etliche erwuͤrget/ etliche in die Veſte trib/ vñ auß groſſer freudigkeyt vnfurſichtig war/ dieweil er nach der Landsknechte brauch/ Schuh mit Naͤgll beſchlagen anhatte/ vnd nicht achtet/ daß das Pflaſter mit glatten Steynen beſetzt war/ ſondern als ober im Feld Scharmutzelt/ ſicher war/ ſchlůͤpffet er auß/ daß er mit ſeinem Fall eyn groß gedoß machet. Vnd dieweil er auff eym ſchlupfferigen Pflaſter lag/kont er nicht auffſtehen /doch kam er auff die Knie/ vnd tribe die Feinde ſo wider vmbgekehꝛet/ von ſich/ daß er die naͤhſten ʒu boden ſchlug/ ſich voꝛ den Schuůtzen/ als vil er kont/ auff hielt. Aber als er vber⸗ muͤdet vnd vbermannet ward/ ob er gleich alleyne war/ dann es doꝛfft ſich keyner in ſolche ge⸗ fahr wagen/ ſtarb er doch wie eyn Held/ vnd gantz ehꝛlich/ nach dem er ſich wol genug gerochen hatte. Fuͤrwahꝛ meinem erachten nach/ ſolte es nicht eyn ſolchen außgang genom̃en haben ⸗ daß eyn ſolcher tugendlicher Mann ſo betrogen wuͤrde. Aber die furſichtigleyt vermag im Krieg vil/ die da allzeit mit beſcheydenheyt vnd ſcharpffſinnigkeyt/ die vngewiſſe zufaͤlle verhů⸗ tet. Er hat ſich alleyn von der Burg Antonia herfuͤrgethan/ iſt alleyn der Feinde Waffen ent⸗ gegen gelauffen/ hat alleyn mit jhnen Scharmuͤtzelt/ er alleyn hat die Judẽ wider in den Tem⸗ pelgejagt. Ich beſorg/ es habe jhm das vil mehr geſchadet/ dann es mußten die da L * glau Julianus fallt. hẽ /ſondern alleyn die Wehꝛe/ daß die Hande nahe bei der Wun⸗ dert. O des ſeltzamen vnd vngewiſſen Krieges gluͤcks/ welches/ wie mit eynem Wuͤrffel⸗ ſchwoꝛne⸗ vnd us von der nrin di B Jhannieine cnenandern oden Tem tlch dalaſſet afgenomme ſchnichtſche ſStattzuv leiden wol itten den Gann ſie gla hrhofnung ichen ſond ſtet/vnd der Nſphusver nynung nic Berſalen/ Dus V. Buch.„e glaubten/ von dem Tempel getriben werden/ derhalben er auch keyne huͤlff gefunden/ als er ni⸗ Warumt Jullanus dergefallen. Titus ſchawet mit freuden zu/ als er vbſiget/ vnd mit groſſem ſchmertzen/ als er in dab můſſenfalen. gefahꝛ war/ Er wolt jhm zu huͤlff kommen/ aber er war zu weit daruon. So ward er auch von Was der Reyſer den ſeinen auffgehalten/ ſeintemal in eynem Kriegsmann nur eynes gluͤck/Im Keyſer aber al⸗ nuß diſem Jallge⸗ ler gefabꝛ ſtunde/ Vnd lehꝛet diß Exempel/ was dem Keyſer vil mehr zu verhuten/ denn nach⸗ n⸗ zuuolgenwere· Endlich wurden die reund ſo verſtůrzt/ die Feind ſo vbermůtig/ daß auch des Julianj Coͤrper in der einde gewalt kam/ als ob ſie noch den verſtorbenen foͤrchteten/ wann S. er den Roͤmern wider zutheyl werden ſolte. Da Julianus erlegt war/ gaben die andern leicht⸗ Dir vberige Römer lich die flucht. Dann es waren jhꝛ noch nicht ſo vil herauff geſtigen/ vnd die Juden durch ſei⸗ Julianj nen vngefaͤhrlichen Tod wider mutiger worden. Die ſich aber am Ritterlichſien in demſelben Streit erzeygt/ da ſie die Roͤmer ʒu ruͤck triben /ſeind geweſen/ Alexas vnd Gitteus/ Johannis geſchwoꝛne /die auff ſeiner Parthej das beſte thaten. Auff Simonis ſeiten waren auch Mali⸗ Namen derẽ die auff chus vnd Jacobus/der Jdumeer· Haubtmann /tapffere Kriegsleuth/ Auch Arſimon vnd Ju⸗ Ze euen das das von dertritten Rotte/ die ʒugleich das beſte thaten/ vnd mit verſaſjleten Hauffen die R⸗ n mer in die Burg Antoniamtriben vnd verſchloſſen. 3 XXXI. Cap. Joſephus thut aber eyne vermahnung auß Titi benehl an Johannem/ mit vermel⸗ dung/ wann er luſt zu Streiten hab/ ſol er i oꝛt darzu erwehlen/ vnd doch des Tem⸗ pels verſchonen/ oder ſol ſich ergeben/ ſo woͤll er jhm gnad erzeygen. 2 Ls aber Titus im gegentheyl vermutet/ daß jhm die enge Burg Antonia nicht zu bewahrung dienen/ ſondern hinderlich ſein wurde/ hieß er jhꝛe Veſtung auff dem Boden einreiſſen/ daß ſie eine freie Straſſe hetten ⸗ wann ſie mit dem Feinde eyn treffen thuen wolten. Vnd als er erfuhꝛ/ daß der Juden hohes Jeſt eynes vorhanden/ gab er Joſepho beuehl auff Hebꝛai⸗ Cuus epoſtueres ſche Spꝛach zuuertolmetſchè/was er zu jhnẽ ſaget: Was(alles vngluck)dem mit Johanne. Johanni eingebe/daß er die Romer anreybete/ Wann er ſich auff ſeine ſtaͤrcke verlieſſe/ſolt er eynen andern Dꝛt zur Schlacht erwehlen/ vnd dahin ziehen/ damit er nur der Statt verſcho⸗ Titus begeret des ne/ den Tempel nicht verunreyniget/ vnd die Opffer der Hohenfeſt nicht verhindert. Er ſolte Tempels zu ſchenen· etlich da laſſen die er fur tuͤchtig erkennte/ die Opffer zu verꝛichten/ vñ demnach/ woh er wolte/ Tuus fordert Zu⸗ außgenommen Statt vnd Tempel /ſeine ſtaͤrcke beweiſen. Des Keyſers Kriegsleuih wurden haunemauff ſich nicht ſchewen mit jhm eyn treffen ʒuthuen/ er werde wider ſeinen willen genötiget/ die gan⸗ ße Statt ʒu verhergen/ deren vberblibene iheyl er doch begerte zu erhalten/ wann es nur Johan⸗ nes leiden wolte/es ſei an dem daß der Tempel wuͤrde angezuͤndet werden/ nicht daß die Roͤmer eileten den Tempel außzubꝛennen/ ſondern des Krieges Anfaͤnger auß dem T empel zufuͤhren. Wann ſie glaubten/ daß ſie vberwunden weren/ ſolten ſie nur die Haͤnde darꝛeychen/ wann ſie aber hoffnung hetten die oberhand zu behalten/ ſolten ſie ſich nit in die heymliche Winckel ver⸗ kriechen/ ſonder auff freiem Feld ſich wehꝛen/ damit der Tempel auß herfallendem Brand e⸗ rettet/ vnd der reynigung außwarten koͤnt. Als das gemeyne Volck ſolches/ mch dem es jhnen Dem gemeſns Mañ Joſephus verdolmetſcht/mit groſſer ſtille höreten/ geflel es jhnen heymlich/ doꝛfften aber jhꝛ befallt Citterbieten⸗ meynung nicht offenlich darthuen. Johannes antwortet jhnen/ es were Goit keyn köſtlicher Johaunis untwoꝛt⸗ Dpffer/ denn ſo die geheyligte Leuth fur den Gottesdienſt/ fůrs Vatterland/ fuͤr den Tempel jbꝛ Leben lieſſen/ vnd daher ſeien ſie willig/ wann es von nöten ſeifur die Freiheht zu ſterbẽ/ ha⸗ ben doch gleichwol hoffnung/ die Statt Gottes konne nicht verherget werden. Titus antwor⸗ Tuns widerlegt Zo⸗ tethierauff: Ja freilich/jht haltet billich Goet die State reyn/ vñ das Heyligthumb vnbefleckt/ hanns antworn in dẽ jhr die Burger toͤdtet/ die vnſchuldigẽ erwuͤrget/ die Prieſter hinrichtet. Durch ſolche la⸗ ſter wird Gott nit verſohnet/ ſond beleydiget. Ihꝛ habt ewern Gott ſam̃t dem Opffer verſtoſ⸗ ſen. Johañes/ wañ dir eyner deine ſpeiſe verſagte/ würdeſtu jhn ſuchẽ ewerm Gott werdẽ ſeine Dyffer nit geopffert/ ſeine Gaben nicht gereychet/ die Menſchen erwürget/ vñ meyneſt noch/ Gott werde dir beiſtehen: Fuͤrwar die Geſchicht weiſens auß/ die Hauffen der erſchlagenen be⸗ zeugens alſo/ vnd ewer groſſer jam̃er. Wer ſolt nit daruͤber ſeufftzen/ wañ er ſolches ſihet⸗ Vnd ich konte es nicht ſtraffen/ daß du fur dʒ Vatterland ſtritteſt/ wañ ich nit verſchonen wolt/ vnd ewer Vatterland od Tempel nit begerete zu erhaltẽ. Es doꝛffen ſich doch die Egeſippi/ von Zerſtorung der Statt 4 8 3 4 beruͤhmten Carthaginenſern/ oder Annibale fchten/ die den halhen Theyl des Roͤmiſchen 7 2 Reichs vnter ſichgebracht hatten/ vnnd iſt dannoch Carthago wider zugericht/ die biß zu jhrer Tieas verdeyßt Jo⸗ verſtörung widerſpenſiige Burger gchabt hat. Ich ſage dir bei meiner trew zu/daß dir diß alles i ftiſtung ſeines widerfahren ſol/ ich verheyſſe dir das Leben zuſchencken/ nicht zu lohn für deine Bubenſtuck⸗ ſondern zu erhaltung der Statt/ daß ich von dir erloͤſe das herꝛliche hohe Gebaͤw/ welches ſonſt bald wird zu grund gehen. Hoe auff das rath ich) mit deinem Moꝛd der Romer Gottſcligen Antiochia fürſas zu verwirren. Eo darff ſich Jeruſalem nichtforchten/ daß ſie verherget werde/ dieweil Zechonas. 2Antiochia/ die doch vil ſtaͤrcker iſt/ erhalten woꝛden. Hat doch ewer Jechonias den Perſernge⸗ 2Reg. 24. glaubt/ daß er ʒur Statt herauß gangen/ vnd ſich mit ſeinen Mitburgern den wůͤtenden Bar⸗ baren ergeben/ damit nicht vmb ſeinet willen die Statt vmbgekehꝛet wurde. Es wird ſein ge⸗ daͤchtniß von euch ehꝛlich gehalten /wie die eweren ſagen/ Hic ſtehet Joſephus/ der es ſaget/ vnd ſeiner ehtʒeugniß gibt /damit jhꝛ den Mañ verehꝛet/ der ſich für die Vatterland gefangen ge⸗ ben hat. Es hat jhn auch der Barbriſche Perſer erhalten/ deßgleichen ſag ich dir auch ſicher⸗ Zofephus ranffer wi · heyt zu. Es hat wahrlich Joſephus quch tapffer wider die Romer geſtritten/ glaub der zuſag/ . duRömerge⸗ deſſen Erempel wir auch haben laſſen vorher gehen. Wir geben dir Joſephum zum Bürgen vnſerer ʒuſag /Ja wir haben jhn ſchon gegeben/ nach dem wir jhn erhalten haben. Er magauff ewer Mutter Sprach mit euch reden/ vnd ſich mit euch nach der weiſe/ wie jhꝛ pflegt/verpflich⸗ Tituswil den Indè ten. Ich beſchäme mich gar nicht/ eynen Buͤrgen zuſuchen/ noch eynen Verpflichter zuge⸗ en Barsen geve. ben/ damit ich nur nicht verhergen darff/ der ich doch zu verſchonen begere. Joſephus weynet Joſephus weynet. hierauff /bat Johannem /bellaget den Stand des Vatterlands/chꝛet jhn mit weynender Rede ⸗ redet jhn anals eynen Mitburger/ der aber der aller halßſtarigeſt war/ Er bezeugeis bei Got⸗ tes des Alimaͤchtigen huld vnd gnad/er wůrde ſambt den ſeinenerhalten werden/ wanner nur auffboꝛet das Roömiſche Kriegeheer/ zu der Statt verhergung anzureytzen. As er jhnaber eten nichtbewegen kont⸗racher Eo iſt feyn wunder Johannes, ſodu biß ʒum verderben des Vac⸗ rnlne hee terlands verharreſl/ dieweil ſie Sotees ſchuß ſchoñ veriaſſenhae/ Aber da wundertmich/ daß jalein hentundiger du nichtglaubeſt/ daß ſie werde verherget werden/ ſo du doch der Prophetẽ Bůcher geleſen/ da⸗ rinnen die Zerſiꝛung des Vatterlands verkuͤndiget iſt/ vnd wann ſie wider zugerichtet/ wider Dnieſ. von dem Romiſchen Heer ſol eingeriſſen werden. Dann was ſchꝛeiet Daniel anders? dann§ weiſſaget nicht was ſchon geſchehen war/ ſondern daß ſich hernach begeben ſolte. Welches iſt der grewel der verwůſtung dauvn er ſchreiet/daßerſein wůrde/ wann die Romer kamen/ denn diſer der jezund nahe iſt⸗ Welches iſ die Weiſſagung/ ſo die vnſernofft erzchlet haben/ di von dem hoͤchſten Gott verkuͤndiget woꝛdẽr ¶daß nemlich als dann die Statt auff den Boden ſolle verherget werden /wann die Burger eyner den andern ſelbs erwurgen wurden) deñ die wirjetzt im Werck ſehen Vnd villeicht/ weil er jetzt keyn luſt bat den Tempelzubeſchüzen/ wird jhm gefallen/ denſelbigen/ der mit verbottenem Blut beſudelt/ durch eyne Brunſt zu reynigen. X XXII. Cap. Joſephus richtet aber nichts mit ſeiner Rede auß Chriſti Creutzigung/ rechte vrſach der Inden verderben/ darbei guch gemeldt wird/ wie die Inden offt cynander ſelbs ers würget. Oſephus vollendet ſeine Rede/ aber Johannes ließ ſich weder 6. durch weynen noch verheyſſung bewegen. Es heite der licbe Gott die meyn⸗ eydige Hertzen voꝛlaͤngeſt betrenget/ ſeit der ʒeit ſie ſich mit dem vngoͤttlichen Mod beſudelt/ da ſie Chriſtum Jeſum gecreutziget. Eben diſer iſts/ deſſen S tod der Juden verderbẽiſt/ der auß Maria geboren iſt/ der zu den ſeinen kom⸗ men/ vnd die ſeinen jhn nicht haben angenoen. Dann wann haben wol die Jeboſetha· S.4. Juben die jhꝛen nicht getoͤdet· Haben nicht die jhꝛige den Sohn Saul getödtet? Der pꝛophet Naboch. · Megan ¶ Nabot iſt von den ſeinen geſteyniget. Das Judiſche Land iſi geweſen die Jezabel/ die es den Ju⸗ den beuohlen /vnd die Elteſien haben den beuehl außgerichtet. Die Inden ſeind der Achab/ die ſeinen tod haben verurſacht. Was ſeind füͤr andere Burger mehr von jhꝛen Mutburgern er⸗ wůrget/ vñ iſt dannoch die Statt lang gant bliben/ ob ſie ſchon nach vilen jayen von den Ba⸗ byloniern zerſtoͤꝛet/ iſt ſie doch hernach wider gebawen woꝛden. Diſes aber iſ die leßtezerſto⸗ rung/ nach welcher der Tempel nit wider auffgerichtet/ dieweil ſie mit jhren Laſtern des Tem⸗ pelv Voꝛſteher abgewendet/ vnd den/ hei dem es ſiund/ daß er wider nie Eiy. — — — —— ₰—— mm— —— ——— todes g widerhe kanntw vñ Lem benwol wider d vñder) den def neman/ gnoͤtige Inpe ſct uchtjed wiſen ſo ußt ke yn ſoletchn Tanyil, Ichbez daran ſc merf peleuch buuch de denvher Seruſalem/ Das V. Buch. XXXIII. Cap. Etliche Prieſter vnnd fuͤrneme Leuth/ werden durch Joſepht vermahnung bewegt/ daß ſie mit Weib vnd Kindern zu Tito füehen/ werden gehn Goffna verſchickt. In der Statt gehet das geſchrey/ man habe ſie getoͤdtet/ Eitus ſaßt ſie widerholen/ vnnd fuͤr die Wawer kretten/ die jhnen denn auch mit weynenden Angen zuſprechen. Vrch ſolches eingeben des Keyſers/ vnd widerholte Rede/ wur⸗ den etliche bewegt/ die ſich heymlich konten dauon machen/ daß ſie ſich zu den Römern begaben. Die andern hielten jnnen auß foꝛcht der gefahr/ die jhnen von wegen der Moͤdder darauff ſtund/ Vnd villeicht iſt jhꝛ Gemůt alſo ge⸗ neygt woꝛden/ daß nicht jhꝛ vil der kuͤnfftigen verbergung entgehen mußten. — Der Keyſer nam alle die/ ſo zu jhm flohen(dann es waren vnter jhnen auch Eriche furneme ſtie⸗ etliche von Prieſterlicher Wirde/ ſambt den Kindern/ vnd andern Maͤnnern eynes herelichen benzn Tuo⸗ Geſchlaͤchts) mit guten gnaden an/ verhieß jhnen friſtung des Lebens/ die gerechtigkeyt jhrer Erbguͤter/ vnd ſchicket ſie in eyne Statt/ mit namen Goffna/ auff daß ſich nicht durch vnglei⸗ Titus ſchicket die che Ceremonien/ vñ mancherley Gottesdienſt/ eyn vnwillen erhube. Welches aber von denen Prieſier gehn Goff die ſich in der Statt wehꝛeten(entweder auß geſchoͤpfftem argwohn/ oder daß es eyner auß be⸗ trug ſo angerichtet/ damit nicht andere mehꝛ dauon lieffen) als eyn gewiß Merckzeychen jhꝛes todes gedeutet ward/ daß ſie jhnẽ die getoͤdteten voꝛwuͤrffen. Als Titus ſolches erfuhꝛ /ließ er ſie widerholen/ vnd hieß ſie mit Joſepho nahe vmb die Mawer gehen/ damit ſie von den jhren er⸗ kannt wurden. Da fiengen ſie an mit Thꝛenen vñ ſeufftzen/ nicht jhr/ ſonder des Vatterlands vñ Tempels vntergang zu beweynen/ baten jhꝛe Mittburger/ daß ſie des Keyſers trew vñ glau⸗ ben wolten erkennen/ vnnd den Tempel auß dem breyten Jewer erꝛetten/ es were jhnen nichts wider dʒ Seſet gebotten/ nichts von der freiheyt entnom̃en. Sie ſolten ſich nur ʒu friden gebẽ⸗ vñ der Roͤmer gůtigkeyt erfahren/ deren vnuͤberwindliche tugend/ ſie im werck hetten befundẽ. XXXIIII. Cap. Der Rrieg gehet wider hfftig an/ die Juden lauffen mir vngeſtům̃ zu aller jnnerſt in den Tempel/ Titus erbsut ſich noch ʒuſchonen/ verweißt Johannt daß ſie jhre eygene Geſetz vbertretten. s ſie ſolches erbaͤrmlicher weiſe beweyneten/ worden ſie von den Zuben aufen a⸗ ihren verſcheycht/Da gieng der Krieg wider an/ vñ lieffen mit groſſen freuel leepnliche vñ hey⸗ in die jnnerſte orter /Namen alle Winckel vnd alle heymliche orter ein/dahin doch ſonſt die Leuth/ ſo nicht Prieſter waren/ nicht kom̃en doꝛfften. Die Ro⸗ mer ruͤſteten ſich auch zum Streit/ Der Vaͤtter verbott wurden auß not des — Krieges freuenlich vbertretten/ die doch von den Roömern in groſſerer chꝛer⸗ bietung/ denn von jhnen ſeibs/gehalten wurden. Dann die Heyden ſahen mit forcht den Tem Römer ehren den pel an/ die Juden lieffen mit groſſem wuͤten vñ freuel hinein/ vñ griffen die Altar an mit Haͤn⸗ n den/ die jhnen von Menſchenblut troffen, Titus blib noch in ſegem fürnemmen/ redet Johan⸗ Lins begeret noch nem an/ vnd bezeuget ſich hoch/ daß er wider ſeinen willen die Statt vnd Tempel zu verhergẽ/ znſchonen. genoͤtiget werde/ vnd ſprach zu jhm: Johannes was bedeuten doch die Buchſtaben/ die voꝛ des Buchſtabes vor dei Tempels Thuͤr eingehawen ſtehen; Zeygen ſie nicht an/ daß niemann/ er ſei dann geheyliget/ Sepe ſich ʒů Tempel ſolle nahen: Was bedeutẽ die Gaͤtter voꝛ dem Tempelr Iſt jhm nicht alſo/ daß nicht jedermañ alle ding frei ſehen konne/ vñ alleyn die geweihete/ die verboꝛgene heymligkeyten wiſſen ſollen/ vnd diſe es frei anſehen ſollen/ die eynen rechtmaͤſſigen zugang dahin habtn Ihr Fi laßt keynen frembden zuſchen/ vñzwinget ſie doch daß ſie můſſen hinzugehen. Ihr ſchreibet/ es ſin. lhre Vuben ſolle keyn außlaͤndiſcher noch freider hinein gehen/ vnd vergieſſet doch der frembden Biut im Tempel/ vnd vberſchwem̃et ewere Altar zu gleich mit der außlaͤndiſchen vñ Mitburger Blut. Ich bezeug mich/ daß nit wir mit vnſerm einfall/ ſondern jhꝛ mit ewer mutwilligẽ vbertretung daran ſchuldig ſeit/ daß jhꝛ verunreyniget was ewer iſt. Ich als eyn frembder beger es nicht/ jà ich bezeuge mich hoch/ wañ jhꝛ wolt abweichen/ daß der Tempel ſol auffrecht bleiben/ vnd keyn Roͤmer feindliche hand anlegen/ od etwas freuels an ewerm Opffer begehen· Ich wil den Tem⸗ pel euch vnd den Judensgenoſſen erhalten. Der Gottesdienſt iſt zwar mancherley/ aber der bꝛauch des Wercks iſi gemeyn. Der Gottes dienſt iſt von euch gewichen/ aber das Werck iſt den vberwindern hliben. XXXV. Cap. . — ——— — 3 3 1 3 33 i 1 3 z ½ ſi 1 66 1 ii 33 1 8 5 * Titus ſchickt anſſr⸗ leſene Rriegsknecht wider die Auffruͤhri⸗ ſche im Tempel. Cerealis wird zum Dberſtẽ diſer Rriegs leuth gevꝛdnet. Bgeſipi/ bon gerſtoͤrung der Statt XXXV. Cap. Eitns ſöndert auß jeder Rott treiſſig ꝛmann/ vnd beuthlt jhn bej Nacht/ die wichter zu vberfallen er ſelbs bleibt mit ſeiner Freunde rath/ in der Burg Antonla/dem Streir nzuſchawen/ vnd die ſeinen zu vermahnen/ vnnd erhebt ſich eyne ernſte Schlacht/ Die Inden erwuͤrgen eynander ſelbs im finſtern. Ls aber der Keyſer vermaͤrcket daß er auch mit dem /daß er durch Joſephum fuͤrgehalten/ die Auffruͤhriſche Oberſten mit nichten von jhrem W furnemmen abmahnen kont(dann ſie hieltens mehr fuͤr eyn verzweiuelung⸗ denn Gottesforcht/ daß man ſie ſo offt abzuſtehen anſpꝛach)griffer auß not ⸗ S wider ſeinen willen widerumb zum Krieg/ vnnd hieß die Romer herzu kom⸗ —— men. Aber dieweil der enge Ort eyner folchen maͤnge hinderlich war/ erweh⸗ let er je auß tauſenten treiſſig Mann/ Dann der gantze helle Hauff hett nicht raum daſelbs ⸗ von wegen der Haͤuſer/ dieweil ſie eng aneynander gebawen waren. Er war auch ſelbs willens mit hinab zuſteigen/ aber es ward jhm von den ſeinen widerꝛathen/ damit er nicht/ fuͤrnemlich bei naͤchtlicher ʒeit/ in der enge/ da heymliche auffſaͤt zubeſorgen/ ſich in gefahr begebe/ da er doch mehr koͤnnt außrichten/ wann er dem Krieg zuſchawet/ damit eyn jeder voꝛ deß Keyſers Geſicht deſto mannlicher ſtritte. Dann man konte alles was voꝛ dem Tempel gehandelt ward⸗ auß der Burg Antonia/ als von eynen Schawplatz von oben herab ſehen. Als ſich der Keyſer auff diſe meynung ließ bewegen/ beuahl er Cerealj die ſach/ daß er vmb neun Vhꝛ der Nacht ⸗ die Juden ſo vmb den Tempel Wacht hieltẽ/ ſolte vberfallen/ vermahnet auch die andern/ den Streit gewarſam anzugreiffen/ er wolte die ſtreitenden auch nicht ohnbelohnet laſſen/ dieweil er von oben herab/ entweder als eyn Zeug eynes jeden Traͤgheyt/ oder als eyn vollmaͤchtiger Cerealis trifft die Waͤchter wachend GR⸗ Jnden erwaͤrgen eynander ſelbs im ſinſter. Juden in zwifacher gefahr⸗- erkenner der Tugend/ der Schlacht koͤnte warnemmen. Cerealis macht ſich vmb beſtimbte ʒeit vnuerdroſſen dahin/ aber er traffe die Waͤchter wachend an/ da gieng es an eyn Scharmuͤtzlen. Seintemal die im Tempel/ nicht ſchlieffen/ vnd weil die Waͤchter ſich ʒur Wehꝛ ſielleten/ kon⸗ ten ſich die andern leichtlich zum Krieg ruͤſten. Die Roͤmer trangen mit dickem Hauffen foꝛt⸗ die Juden dieweil ſie ſich auff jhꝛe verſchloſſene vnd enge Ort verlieſſen/ damit ſie nicht vmb⸗ geben wurden /lieffen hin vnd wider/ durch vnd durch/ daß ſie mehꝛ vnter den jhren in gefahr kamen/ dieweil ſie in der Finſterniß eynander nicht kanten/ vñ offt von den Freunden erſtochen wurden/ well ſie eynander fur Feinde hielten. Dann wer konte in der Nacht erkennen/ ober Freund oder Feinde begegnet Da es wolt ʒu ſpat ſein zu fragen/ vnd nuͤtzlich war ſich huͤten ⸗ rathfam voꝛzukommen/ vnd vil eyn leidlicher außgang der ſchuld iſt/ in eyner frembden Wun⸗ den jrꝛen/ denn eygene gefahr erwehlen/ woh man ſich des Jeinds beſorgen muß. Stunden derhalben die Juden in zwyfacher gefahr in der Nacht/ beyde in dem daß jhnen der Feind zu⸗ ſett/ vnd daß eyn ꝗ̃reund an dem andern jrꝛet. Auch woꝛden ſie des Tags nicht weniger beſchaͤ⸗ diget/ des Nachts hetten ſie die groͤſte gefahr von den jhꝛen/ des Tages trangen die Romer haͤff⸗ tiger auff ſie/ welche Titus/ des gantzen Streits Zuſchawe/ auch ſtillſchweigend antrib/ vnnd man ſtritte haͤfftig biß in die fuͤbffte Stunde/ Die Inden wehꝛeten ſich auch tapffer/ daß keyne Parthej von jhꝛet ſtatt wiche. XXXVI. Cap. Die Burg Antonia wird in ſiben tagen geſchleyfft/ vnd platz gemacht ʒuſtreiten/ vnd Schutten zubawen/ Die Juden ſtehlen fuͤr wunger den Roͤmern jhre Roß vnd Eſel von der Weyd/ welches Titus den ſeinen bei Leibes ſtraff verbeut. Die Inden vnterſtehen ſichdie Wawer einzureiſſen/ das ſie koͤnten/ nach Rreutern lauffen/ vnnd die Roͤmer bei dem Gelberg vberfallen/ werden aber zu ruͤck getriben. pedanius fahet eynen Juͤng⸗ ing/ vnd ſchencket jhn dem Reyſer. N deß da diſe vntereynander ſtritten/ ward in ſiben tagen alles/ t biß auff das Jundament der Erden nidergeriſſen/ Was Herodes auff die [S Burg Antoniam gebawet hatte/ vñ ward die Straſſe die zů Tempel gieng ⸗ weiter/ daß nuh die Kriegsieuth nicht alleyn leichtlich konten durchlauffen/ ( ſondern auch raum vñ platz gnug hetten/ ſo vil ſie bedoꝛfften/ Bollwerck ʒu⸗ machen/ vnd Schuͤtten auff zufuͤhren/ daß ſie auch des Tempels hoͤhe mit znE dn vn Kniz⸗ ſutsh uſchn nelie Danne denmol rerffen Baum mit eyn Hunget ſoan der vndblie men. E ſamehu Judenh aber/ da wenig bu als der ey wieeyn. muaſſe wo vpauf 5 aubtme duldnto Beruſalem/ Das V. Buch. 03 dem Sturmʒeug erꝛeychen moͤchten. Als ſich nuh die Roͤmer ſo embſig bemuͤheten/ vñ die Ju⸗ den vnleidlichen Hunger litten/ fiengen ſie an der Roͤmer Vihe nachzuſtellen/ Wann eyn Kriegsmann ſein Roß an der Fůterung loß gelaſſen/ oder eynen Laſteſel/ ſo raubeten/ vñ triben ſie es hinweg/ vnd ſuchten jhre ſpeiß nit nur mit der Roͤmer nachtheyl/ ſondern auch dem Krieg zuſchande. Diſer ſchande der vnachtſamkeyt begegnet der Keyſer bald im anfang/ in demtr ey⸗ ne Leibesſtraff darauff leget/ er konte aber doch den betrug der hartnaͤckigen nicht bezwingen. Dann als jhnen ſolcher Raub ſo den hungerigen zur Speiſe notwendig war/ nicht mehꝛ wer⸗ den mocht/ ſetzten ſie jhꝛe zuuerſicht auff die Kraͤuter/ vnd wurden bedacht die Mawer vmb zu⸗ werffen/ weiche Titus vmb den freien Platz gebawet hatte/ daß ſie konten vmbher lauffen/ vnd Baumwurtzeln ſuchen/ vnd vnuerhindert nach Fuͤterung außlauffen/ welche ſonſt gleich als mit eynem Kercker mit der Mawer vmbſchloſſen waren/ vnd hatten gar nichts damit ſie den Hunger bůſſeten. Machten ſich derwegẽ heymlich auff/ vñ vberfielen mit ſchnellen zulauff die/ Juden vberfallen ſo an dem Delberg Wacht hielten/ welche dann auch an jhrem Ambt nichts lieſſen erwinden/ 5 vnd blieſſen Lrmen/ daß die andern von dem Lager vnd Thuͤrnen jhnen im Streit ʒuhůlff ka⸗ chtam Delerge men. Es war gar eyn ernſie Schlacht anfaͤnglich/ dieweil diſe durch ſcham/ jehne durch grau⸗ Ernſter Streit. ſame hungers not gezwungen wurden. Als aber die Roͤmer hauffenweiſſe zulieffen/ wurden die Juden hinderſich getriben/ das ſie wider zu jhrer Stattmawer fliehen muſten. Da begab ſichs aber/ daß eyner mit namen Pedanius ſeinen Gaul anſtach/ die rechte Hand außſtreckt/ ſich eyn Pedanius fahet ey⸗ wenig buckt/ vñ eynen von den fliehenden Juden erwiſcht vnd auffhub/ vñ dem Keyſer bracht/ te S vnnd als der eynen ehꝛlichen Raub erlangt hatte/ vnd warff jhn lebendig fůr des Keyſers Fůſſe /gleich deeyſe lhn dem wie eyn Adler eyn Haͤßlin/ oder eyn Habich eyn Dauchentlein. Welches dem Tito vber die— maſſe wol gefiel/ daß er jhn ruͤhmt/ vnd wol geehret von ſich ließ. XXXVII. Cap. Die Vorſchopff vmb den Tempel brennen ab/ welches den Inden gar nicht zuhertzen gehetſondern werden deſto halßſtarꝛiger/ Jonathas eyn verächtliche perſon/ fordert den kuͤneſten Roͤmer auß/ erlegt Pnudeum/ beweiſet den Roͤmern groſſe ſchmach/ wird endlich von Priſco erſchoſſen. S Sbranten ſchondie Vorſchopff ſovmb den Lempelherumb wa⸗ weohfdes Len ren/ es war allenthalben eyn elend weſen/ allenhalben tod/ drauſſen Krieg/ drinnen vber den Krieg noch groſſe Brunſt. Noch gieng es den halßſtarti⸗ gen Juden nicht zuhertzen/ ſie meyneten es wuͤrde jhnen an der Rach abge⸗ hen/ was ſie ohne betrug vñ vbermut fuͤrnemen. Dieweil ſie jetzt nicht anders konten/ reytzten ſie die Römer/ daß ſie nur bald zum verderbenhůlffen. Jo⸗ nathas eyne kleyne vñ veraͤchtliche Perſon /trat neben Johannis Grab/ vñ foꝛdert die Romer S auß/ daß welcher vnter jhnen wolt/ von freier hand mit jhm ſtreitẽ ſolt. Etliche verachteten den h Menſchen/ daß er ſo kleyn ware/ etliche hieltens fuͤr vnrathſam mit eym ſolchen zukampffen/ der ohn das bald von andern wuͤrde gefangen werden/ Etliche hatten jhr bedencken/ daß es ge⸗ faͤhrlich were mit ſolchen Leuthen ſtreiten/ die an jhrem heyl verzweiuelt/ nicht auß ſtaͤrcke ſtrit⸗ ten/ ſondern auß lauter freuel ſich zuraͤchen begereten/ es wuͤrde doch keyn lob bringẽ/ wann ey⸗ ner ſchon den/ der ohn das des todes iſt/ vberwinde/ aber eyne groſſe ſchande/ wañ eyner ohn ge⸗ faͤhr fiele/ vnd dem gemeynen Sig eynen ſchandflecken anhienge. Er ſtieß gar ſioltze vnd ͤppi⸗ ge woꝛt auß/ vnd ropfft den vberwindern die foꝛcht auff/ mit ſchmachwoꝛten/ daß die Roͤmer ſich nicht auff jhre ſtaͤrcke/ ſondern auff frembde huͤlff verlieſſen/ vnd die Juden nicht durch der Feinde Krieg/ ſondern durch einheymiſche auffruhr/ ſo arbeytſelig zugerichtet weren. Es war eyner vnter der ʒahl der Roͤmiſchẽ Kriegsleuth/ mit namẽ Pudeus/ der ließ ſich durch die grew⸗ liche ſchmachwort auffbꝛingen/ aber dieweil er vnbedacht der ſchmach wolt abhelffen/ verſcher⸗ der von Jonatha er⸗ ³et er ſein leben/ vnd als er auß zoꝛn vnfurſichtig war/ empfieng er eyne Wunde/ vnnd ward zu legt. boden geſchlagen/ daß ſich ſeine Geſellen ſchaͤmen mußten/ vnd Jonathe daher frend/ vnd der tod entſtund. Dann als er vber ſolchem glucklichem Streit frolocket vnd triumphieret/ in dem er ſo auffhupffet vnd ſprang/ ſeinen Schilt vnd Schwert erſchůttert vñ ſpielet/ beweget er den —— Pꝛiſcum jhn zu verwunden/ der den ſtoltzen vñ auffgeblaſenen Trotzer nicht laͤnger F S3 dulden kont/ vñ durchſchoß jhn mit eynem Pfeil/ als er/ von wegẽ des Sigs war ⸗ — —— — 3 1 zi f3 6 3 3 1 3 13 — . Egeſippi/ don Zerſtoͤrungder Statt S vnd lehꝛetalſo Jonathas mit ſeinem fall/ daß niemann ſo vnuernuͤnfftig im Streit trotzð ſoll⸗ 7 2 da des vberwinders vñ vberwundenen ſtand ſehꝛ vngewiß iſt/ es ſei deñ der Krieg gar verꝛichtet. XXXVIII. Cap. Die Inden brennen den Vorſchopff gegen Mitternacht ab/ brechen die nahe Gebaw/ S Ke S deer nie Bech/ Se vnd dergleichen Materjʒu/ 5 bteomer hinauff ſteigen/ ſtoſſen ſie dieſelb an/ vnd bringen vil Roͤmer durch diſen liſt jàmmerlich vmb.. O Adie aber in der jnnern Statt ſahen daß die Feind auff den ho⸗ 0 ben Schutten ſtunden/ vñ zu der gantzen Ringmawer ſich naheten/ vnd ſich forchten/ daß die gefahr/ wie eyne Wunde am Leibe/ ſich jnnwendig hinein 1 5 freſſen wolt/ ſchnitten ſie den Vorſchopff gegen Mitternacht/ an der ſeite da Juden brechen etli⸗ B. che gebaw omb den( er an Antoniam ſtieß/ gleichſam ab/ auff daß nit der Feind dardurch auff den Tempel ab. 5 Tempel käme/oder von oben herab auff die/ ſo ſich vnden hielten/ betraͤngte/ brachen auch alles in der naͤhe hinweg/ damit nit die nahe Gebaͤw des Tempels durch Brunſt verherget/ der Tempel ſelbs nicht vom Fewer ergriffen vnnd verzehꝛet wuͤrden/ vnd als ſie es ſo hatten abgeſoͤndert/verbꝛannten ſie es mit ewer/ alſo/ daß ſie von erſten da anfiengen/ woh ſie onts Halleveerſg⸗ ſich von dem eind beſorgen mußten. Sie richteten auch Salomonis Halle zum betrug zu⸗ lichzu. dann ſie fulleten jnnwendig die Spitzen mit Bech vnd Hartz/ welches ſie vnter das hohe Ge⸗ wolb verſteckten/ vnd ſtelleten ſich/ als ob ſie daſſelbige beſchirmen wolten/ vnd die maͤnnge der Feinde angreiffen/ bewegten alſo die Romer/ vñ brachten ſie wid ſich auff. Jehne warffen Ley⸗ tern an/ vñ ſtigen zu aller oberſt auff die Halle/ die Juden weicht eyn wenig hindſich/ daß mehr Roͤmerhinauff ſtigen vnd hauffenweiß hinein krochen/ doch huͤteten ſich/ die etwas verſtaͤndi⸗ ger waren/ vor betrug. Aber der gemeyne Hauff ſo des Sigs begirig war/eilet haͤfftig/ dieweil keumen auf der mehꝛertheyl keyn betrug da ſpůͤren kont. Als ſie nuh gleichſam in das Netz kommen/ ward ewer in die jnnwendige Schwibbogen gelegt/ darinn Bech/ Hart vnd andere Materj war ⸗ groſſe not⸗ die gern brennet/ dauon der gantze Voꝛſchopffangieng. Die Flam̃en vmbringten die Roͤmi⸗ ſche vberwinder/ daß ſie weder loͤſchen noch fliehen konten/ vnd nicht wußten was ſie thuen ſol⸗ ten. Titus ſahe die ſeinen in der gefahꝛ/ vnd wiewol er vnwillig vber ſie war/ daß ſie vngeheyſ⸗ ſen hinauff geſtigen/ erbarmet er ſich doch vber ſie/ daß die vberwinder ſo ſchaͤndlich vmbkaͤmt. Vil ſtuͤrtzten ſich herab/ aber da ſie der Bunſt entgiengen/ zerſchmetterten ſie doch Beyn vnd — Leib/ daß ſie ſturben vñ wann ſchon die ſchadhafftigen lebendig blibẽ/ ſo war es noch vil erbaͤrm licher. Der Keyſer wolt jhnen ʒuhuͤlff kom̃en/ er konte aber nicht/ vermahnet doch die naͤhſten ⸗ ſchreiet ſhnen tröſ⸗ vnd ſchrie jhnen zu /das ſie den jhꝛen huͤlffen. Diſe Stim̃/ vnd diſen ſchmertzen des Keyſers/ hatten ſie fur jhren hoͤchſten troſi. Das war den ſierbenden eyne erquickung/ damit troͤſteten ſie ſich/ als mit eyner herꝛlichen Begraͤbniß/ vnd eileten zum tod/ daß ſie in des Keyſers Hertzen weren/ noch jhr leben vmbkaͤme/ deren Ehꝛe lebet /die fuͤr den Keyſer ſtuͤrben/ vñ den Triumph zu hꝛem Erbtheyl verlieſſen. Alſo wurden etlich mit Fewer vmbringet/ etlich damit vbereilet/ So waren die Jeinde auch nit weit/ welche die jehnihin ſo dem Fewer entflohen/ tod ſchlugen. XXXIX. Cap. Roͤmer erſticht ſich ſelbs in der Brunſt: Artorius verheyßt Aucio/ ſo er jhn aufffahe /um Erben zu machen/ ſpꝛingt auff jhn daß er ſtirbet. Die Inden brennen vnnd brechen die vberige Geboͤw ab/ vnnd leiden grewlichen vunger/ daß ſie Leder/ Spꝛewer /ec. freſſen. Onginus aber/ eyn tapfferer ſtreitbarer Held/als er von den Ju⸗ c den herfuͤr geruffen ward/ daß er ſich jhnen ergebe/ vñ jhm das Leben zu friſtẽ S verhieſſen/ wolte er doch ſich lieber ſelbs mit ſeinem Schwert erwuͤrgen/ deñ die ſtaͤrcke der ſchoͤnen Roͤmiſchen art mit eynem ſchandflecken beſudlen. Ar⸗ Artorius ſyringet torius aber ſchrie mit lauter Stimme/ liſtig gnug dem Lucio ʒu/ vnd ſprach: Lucium zu tode. Du ſoit mein Erbe ſein/ wann du mich im herabſpringen wuͤrſt auff fahen Darauff lieff der arbeytſelige Menſch zu/ vnnd blibe an jehnes ſtatt tod. Eyn recht Kriege⸗ nnrriſch Teſtament/ nicht mit Tinten/ ſonder mit Blut geſchriben/ nicht auff Papyr/ ſondern auff eynem ſcharpffen Schwert. Daß er jhn zum Erben anzunemmen verſprochen/ iſt fuͤrwahr w. dent Gin zoim Des“ dma ſiedan ſeder⸗ ſils n nuten anderſ ktriie zodwer Iher es tod wer geſpen wideri ln V den La zunſch uͤſeno ten ſie a ten/ vnd gewohne hatjyr macht. S weynet, ſo groſſe ſifi terfie u ger,/ By Oder di teſt/ da ſct, ich Gr dund 5 Jeruſalem/ Das V. Buch. 0 „ fuͤrwahr eyn groſſe geſchwindigkeyt geweſen/ damit er eynen funde/ der an ſeine ſtatt willig in den tod gienge. Iſt alſo die · alle abgebrannt biß zu dem Thurn/ den Johannes/ als er wider Simonem krieget/ vber die Thoꝛ des Koͤniglichen Hauſes gebawet/ welches der Koͤnig Ezechi⸗ Hanß Bzechie⸗ as im zur wohnung dahin geſetzt hatte/ den vberigen theyl hatten die Juden ſelbs eingeriſſen. Des anderen tags brannten auch die Roͤmer alle Voꝛſchoͤpffe gegen Mitternacht ab/ biß zu dem/ der gegen Moꝛgenwaͤrts ſtund. Dann da ſie ſelbs hand an jhr Gebaͤw legten/ lehreten ſie damit die Roͤmer/ daß ſie nit verſchonen ſolten. Es ſtund der Tempel jetzt gar bloß/ vnd hat⸗ Tempel ſiehet gar teder. unger vnter den Leuthen grauſam vberhand genommen/ daß ſie vntereynander jhnen ſelbs nachſtelleten/ welcher dem andern ſeine Speiſe rauben konte/ vnd woh nur Speiſe zu ver⸗ muten war/ da war Krieg/ alſo daß auch die Haußgenoſſen ſelbs vber der ſpeiſe haͤfftig miteyn⸗ Grewliche Hungers ander ſtritten. Die allerliebſten wurden erwůrget/ die verſtorbene erſucht/ ob nicht etwa vn⸗ not· ter jhꝛer Kleydung ſpeiſe verborgen were. Meyneten auch/ etliche ſtelleten ſich nur/ als ob ſie fod weren/ damit man nicht maͤrcken ſolt/ daß ſie Speiſe hetten/ wann man ſie lebendig fuͤnde. Aber es konten auch die lebendige nicht des Lebens gutthat genieſſen/ noch ſich ſtellen als ob ſie tod weren/ Sondern lieffen fur groſſem mangel hin vñ wider/ wie die wuͤtende Hund mit auff geſperꝛetem Rachen/ vnnd ſchnapten nach dem Lufft. Sie kamen auch offt als die Trunckene wider in eynerley Haͤuſer/ daß ſie ſie widerumb durchſtoͤꝛeten/ welche ſie doch laͤr gelaſſen hat⸗ len. Vnd da ſie nichts funden/ damit ſie den Hunger buͤſſen koͤnten/ nageten ſie das Leder von den Tartſchen/ auff das jhnen alſo das jehnige eyne Speiſe geben mußt/ das jhnen nicht mehr Tarttczen/ Schuh/ zum ſchirm dienen wolt. Sie keweten jhꝛe Schuh/ vnd ſcheweten ſich gar nicht dieſelbe von den der Fuͤſſen außzuziehen/ in den Mund zufaſſen/ vnd mit der Zungen zulecken. Deßgleichen ſuch⸗ ten ſie auch nit mit geringerem fleiß verlegene Sprewe/ die ſie etwa voꝛlaͤngſi hingeſchutt hat⸗ ten/ vnd wann jemann ſolche funden hatte /kont ers vmb hoch gelt verkauffen. Maria eyn Weib vom Adel/ ſchlachtet jhr e Rindlein/ ſſet dauon/ Die Raͤuber riechen den Braten/ wollen kurtzumb jhr theyl dauon haben/ als ſie aber ſehen/ daß es vom Rind iſt/ erſchrecken/ vnd erſtarꝛen ſie/ woͤllen auch nicht dauon eſſen. Je ſolich anfahen zureden von den That Marie/ vber welcher ſich ana eyne Rdel⸗ S auch eynes jeden Barbaren vnd Gottloſen hertz entſetzen muß? Diſe war bubchbenie e eyne von den Reichen Frawen des Lands Peree/ jehnſeit des Joꝛdans gele⸗ ſalem geflöhet. gen die ſich im erſten ſchrecken des Krieges mit andern in die Statt Jeruſa⸗ 2 lem begeben /daß ſie daſelbs ſicherer were/ dahin ſie denn auch jhꝛe Haab vnd * 6 Guͤter gefloͤhet/welche die auffrhuͤriſche Haubtleuth mit groſſer begird/ ey⸗ ner dem andern zu trotz anfielen/ Wañ ſie auch etwas von Speiſe eingekaufft/ ward es jhr auß den Haͤnden geriſſen. Sie mußt ſich von den meyneydigen wol leiden/ ſie wuͤnſcht jhnen alles Rauber plagen die vngluck/ vnd begerte gern zuſterben/ aber es wolte ſie niemann erwuͤrgen. Sie wolten ſie lieber Wariam wol. laͤnger trotzen/ vnd noch vbeler plagen/ deñ geſchwind hinrichten/ vermeyneten jm̃er eyn beuth bei jhr ʒu finden/ ſo lang ſie lebte. Es war ſchon alles zerꝛunnen/ vnd dieweil ſie zaͤrtlicher ſpeiſe gewohnet/ wolten jhꝛ die rauhe Spꝛewer vnd hart Leder nit ſchmecken. Der grauſame Hunger hat jhr Marck vnd Beyn durchtrungen/ die ʒaͤhe Fluß erꝛeget/ vnd dz Gemuͤt gar vnwillig ge⸗ macht. Diß Weib hatte eyn kleynes Kindlein/ welches ſie ſelbs geboren hatte/ da es ſoklaͤglich 6. eyn kley⸗ weynet/ vnd ſie ſahe/ daß ſie ſambt dem Kindlein außhungern můßt/ ward ſie bewegt/ vnd von nditin⸗ ſo groſſer grauſamkeyt vberwunden/ daß ſie auch jhre Affect verloꝛ/ da jhr der grauſame jam̃er zuhafftig ʒuſetzt/ vnd nach dem die můterliche liebeperloſchen/ vertruckt ſie den ſchmertzen/ vñ vnterfieng ſich eyner grauſamen that/ Wendet ſich derhalbẽ zum Kindelein/ als ſie des můter⸗ Marieklagliche vnd lichen Hertzens vergeſſen/ vñ fuͤr vnmut wuͤtend woꝛden/ vnd ſpꝛach aiſo: Was ſol ich dir thun er 62 36 liebes kindlein/ wz ſol ich dir thun Du biſt mit grauſamen plagen vmbgeben/ mit Krieg/ Hun⸗ 5 ger/ Bꝛunſt/ Moꝛd vnd vntergang/ Welchem ſol ich dich/ weil ich ſterben muß/ vertrawen? Oder dich daß du nur eyn wenig lebeſt/ verlaſſen; Ich habe gehoffet/ wann du erwachſen we⸗ reſt/ daß du mich deine Mutter entweder ernehren/ oder nach meinem todt begraben wuͤr⸗ deſt/ Oder wann du jhe voꝛ mir ſtuͤrbeſt/ daß ich dich mit meinen Haͤnden inn eyn koͤſt⸗ lich Grab verſchlieſſen wolte. Ach mir Elenden/ was ſol ich thun: Ich ſehe doch nichts/ dauon du vnd ich leben koͤnnten. Es iſt vns alles geraubet/ wem ſol ich dich 8 Dder ij Egeſippi/ bon Zerſtrungder Statt 4 0 3 4 in welch Grab ſol ich dich legen/ daß du nicht den Hunden vnd Voͤglen/ oder den wilden Thie⸗ 2ub 7 2 ren eyn Raub werdeſtn Ja ſag ich /es iſt vns alles geraubet. Doch kanſiu mein werder Schatz Den auch alſo deine Mutter nehren/ deine Haͤndlein ſeind gut ʒur Speiſe. O du mein holdſeliges se Hertzlein/ deine ſuͤſſe Glider/ ehe denn ſie der Hunger gar außzehꝛet/ gib widerumb der Mut⸗ dißd ter/ die du von jhr empfangen haſt/ kom wider mein liebes Soͤhnlein in das natuͤrlich heymlich h oꝛt/ in die behauſung/ da du deinen Geyſt empfangen/ in derſelben wird dir eyn Grab nach dei⸗. nem tod bereytet. Ich wil ſelbs vmbfahen daß ich geboren hab/ Ich wil es bekuſſen/ vnd welches„b ſonſt die groſſe vngehaltene Liebe pflegt/ das thu jetzund die groſſe not daß ich ſelbs meine Gli⸗ nhn der freſſe/ nicht durch eyn angenommene weiß/ ſondern mit tieffen Biſſen. So ſei nuh mir ey⸗⸗ me ne Speiſe/ den Moͤrdern eyn vrſach ʒu wůͤten vñ zu toben/ vnd dem Menſchlichen Geſchlaͤcht ſön, eyn Schawſpil/ welches alleyn nach vnſerm viffltigen jaier mangelt. Was wolteſt duthun⸗. eñ liebes Soͤhnlein/ wann du auch eyn Soͤhnlin hetteſt Ich habe gethan/ was die naturlich lie⸗— be erfordert/ Ich muß nuh auch thun/ darzu mich der Hunger treibet. Doch iſt deine ſache vil„ bi beſſer/ vnd gleichſam eyn Gottſelig Werck/ dieweil es vil traͤglicher iſt/ daß du mit deinen Gli⸗ dern deine Mutter geſpeiſeſt haſt/ denn daß dich deine Mutter entweder toden oder freſſen kan. ſini ihr Als ſie dz geſagt/wendt ſie jhr Angſicht weg/ nam eyn Meſſer vñ ſtach ẽs darein/ ʒerſtucket jhr wwa Soͤhnlin/ vñ legets auffs Jewer/ eyn theyl aß ſie/ dz ander theyl verſteckt ſie/ daß nicht jemann e e darzu kaͤme. Aber der Geruch des Bratens kam fuͤr die auffrhůriſche Haubtleuth/ die volgeten rari etderg ſtracks dem geruch nach /lieffen in des Weibes Herberg/ draͤweten jhꝛ den tod/ daß ſie hett doͤrf⸗ fen eſſen/ da ſie hunger litten/ vnd jhnen nichts von der Speiſe/ die ſie bekom̃en/ mit getheylet 2 von jhrem Rin hekte. Aber ſie ſprach: Ich hab euch eyn theyl behalten/ ich bin nit geitzig/ noch vnbarmhertzig de für. geweſen:Zoꝛnet nit/ jhꝛ habt auch zu eſſen/ ich hab euchvon meinem ꝗleyſch vñ Blut Speiſe zu —— i 2* wilde T Citpen mer/ da ichentſe daßicht mezuſ grewlich enwöll ——— vnglaͤul bereytet. Setzt euch geſchwind nider/ ich wil den Tiſch zuruͤſten/ jhꝛ habt euch zu verwundern⸗ ſben/ v vñ mein that ʒumelden/ daß jhꝛ nie keyn Weibsbild ſo geneygt gefunden/ die euch auch jhr lie⸗ hhenhe bes holdſeligs Soͤhnlein nicht voꝛgehalten hab. Da ſie ſolches geredt/ entdecket ſie ʒugleich die inckene angebrannte Glider/ bot ſie jhnen dar ʒu eſſen/ mit ſolcher vermahnung/ vñ ʒuſprechen: Das dansfiu iſt meine Mahlzeit/ das iſt ewer theyl/ beſchawet fleiſſig ob ich euch betrogen hab. Schet da iſt den daß eyn Kindes hand/ ſehet da iſt ſeiner Fuͤßlin eyns/ ſehet dz iſt der halb Leib/ vñ das jhꝛ nit meynei⸗ Wigen es ſei eyn frembdes/ es iſt mein Soͤhnlein/ daß jhꝛ nit meynet es ſei eyns andern geſchaͤfft/ ich ganz H habs gethan/ ich hab es fleiſſig zertheylet/ mir mein theyl ʒu eſſen/ vnd das vbrige euch geſparet. aber ich 2 Du kin Beruſalem. Das V. Buch. 105 Du biſt mir niemals ſůſſer geweſen mein Soͤhnlein/ dir hab ichs zu dancken/ daß ich noch lebe. Deine liebligteyt hat mein Leben erhalten/ vnnd hat der arbeytſeligen Mutter den tag des To⸗ des erlaͤngert. Du biſt mir im Hunger ʒu huͤlff kommen/ du biſt mein letzte gutthat im Alter/ daß du die Moͤder abwendeſt. Sie ſeind kom̃en ʒu wuͤrgen/ vnd ſeind Gaſte woꝛden/ ſie ſeind auch ſchuldig/ dieweil ſie meine Speiſe genommen haben. Aber was ziehet jhr zuruck/ warumb entſett jhr euch ſo in ewerm Gemůt/ warumbeſſet jhr nit/ wie ich die Mutter ſelbs gethan ha⸗ be? Es kan euch auch beluſtigen/ was die Mutter geſattiget hat. Ich habe jetzt keynen Hunger mehr/ nach dem mich mein Sohn geſpeiſet/ ich bin ſatt genug/ ich weyß von keynem Hunger/ ſchmecket vnd ſehet/ dann mein Sohn iſt lieblich. Seit nicht weycher deñ die Mutter/ ſchwaͤ⸗ cher denn eyn Weib. Oder ſo jhr vber meiner Wunden barmhertzig ſeit/ mein Opffer nicht annemien wolt/ vnd mein Brandopffer verſchmaͤhet/ ſo wil ich mein Opffer ſelbs vollenden/ vnd eſſen was noch vberig iſt. Sehet zu/ daß es euch nicht eyne ſchande ſej/ daß eyn behertzter Weib denn jhr ſeit/ erfunden iſi/ die der Maͤnner Speiſe verzehret. Ich habe zwar ſolchen Ko⸗ ſten zu bereytet/ aber jhr habts gemacht/ daß die Mutter ſolcher Speiß gelebẽ muß/ es that mir zwar wehe/ aber die not hat vberwunden. Die vnmenſchliche That kommt allenthalben auß/ der Reyſer verflucht ſolch abſchens lich Land/ vnd bezeuget mit auffgehabenen vnden/ daß er nicht ſchuldigdaran ſei. Olche grauſame vnd vnmenſchliche That/ kam von ſtundan in der gantzen Statt auß/ daß eyn jeder ſich erſchuͤttet/ als ob jhm die moͤrderi⸗ ſche That voꝛ augen ſchwebete. Vnd fiengen die auffruͤhriſche Oberſien an⸗ 2 forthin die Speiſe wol zu beſehen/ weiche ſie raubten/ daß ſie nit auch gleiche Speiſe funden/ vnnd gleichſam auß vnuerſtand eſſen. Es fieng jedermann an zu forchten /er moͤchte zu lang leben/ vnd begerete zu ſterben. Es kam diſe Die vnmenſchliche uſame That auch fuͤr die Romer. Dann jhꝛer vil wurden durch ſolchen grewel bewegt/ daß ſie ʒum Heinde flohen. Der Keyſer/ nach dem er ſolches erfuhr/ verfluchte das vnſelige vnd ab⸗ maniglich. ſcheuliche Land/ recket ſeine Haͤnde gehn Himmel/ vnd bezeugete ſich alſoʒ Wir ſeind zwar ʒum nhe dz Krieg kommen/ aber wir ſtreiten nicht mit Menſchen/ ſonder wider alle ůͤtende Beluen vnd Zit ieſ wilde Thier/ was ſag ich von empfindlichen dingen⸗ Wir ſtreiten wider grauſame elſen: Die wilde Thier lieben jhre jungen/ die ſie auch zu Hungers zeiten nehꝛen/ vnd die ſich von frembdẽ Coͤrpern nehren/ enthalten ſich von dem Aaß gleicher Thiere. Das iſt eyn jam̃er vber alle jam⸗ mer/ daß die Mutter/ die Glider ſo ſie geboren/ gefreſſen hat. Ich bin reyn von ſolcher Seuch ⸗ ich entſchuldige mich voꝛ dir/ du hoͤchſter gewalt im Him̃el/ du weyſts/ ja du weyſts fuͤrwahr⸗ daß ich von grund meines Hertzens ſtaͤts friden angebotten habe/ vñ welches ich mich nit ſchaͤ⸗ me zu ſagen/ ſo hab ich auch/ der Vberwinder gebetten/ dann ich hab auch der Anfaͤnger ſoicher grewlichen vñ vnerhoͤrten laſter verſchonen/ des Volcks mich erbarmen/ vnd die Statt erhal⸗ ten woͤllen/ Aber was ſoll ich thuen wider die Widerſpaͤnſtigen/ wie ſoll ich mich haltẽ gegen de⸗ nen/ die wider die jhren ſo wuͤten:Ich habe offt(nach hingelegter Kriegsruſtung/ dieweil ſie nit von der jhꝛen Moꝛd nachlieſſen)wider zum Krieg griffen/ damit ich die Belaͤgerten erloͤſet/ vñ nit verderbet/ Sie haben vns offt ſelbs von der Mawer vermahnet zuſtreiten/, nit grew⸗ licher von den jhren hingerichtet wurden. Was ſeind dz fuͤr Burger/ denen der Jeind muß zu troſi kom̃en; Ich habe fuͤrwahꝛ gehoͤrt/ dz diſes Volcks grauſamkeyt vnertraͤglich ſej/ vñ durch vnglaͤublichen wahn vber die maſſe hochmuͤtig wird/ Da jhr Geſchlaͤcht von Himmel herab haben/ vñ daſelbs anfaͤnglich die geſtalt des Leibes an ſich genom̃en/ vnd den Him̃el bewohnet haben/ herab geſtigen die Erde zu bawen/ von der Erd wider gehn Himmel kom̃en/ Daß ſie mit truckenem Fuß durch das Meer gangen/ Daß des Meeres Flut voꝛ jhnen geflohen/ des Jor⸗ dans fluß vmbgewendt/ vnd zu ſeinem vrſpꝛung hinderſich gelauffen ſej/ die Sonne ſtillgeſtan⸗ den/ daß ſie jhꝛe Feinde vberwunden/ vñ die Nacht ſie nit verhindert/ daß die jhren in fewerigen Waͤgen gehn Him̃el entzuckt/ die kraͤffte des Him̃els fur ſie geſtritten/ vñ in jhrem abweſen eyn gantz Heer erſchlagen/ vnd den ſchlaffenden der Sig bereytet woꝛden. Das hatte ich erfahren/ aber ich meynete/ ſie ruͤhmeten die Goͤttliche gutthaten/ ſo jhnen erzeyget/ vñ geben ſolche groſ⸗ ſe kuͤnheyt fur/ mit der meynung/ als ob ſie auch von den Romern nicht koͤnnten vberwunden jij „ ————————————— F—— —— 2 5——— W*— —— — Egeſippi/ bon Zerſtoͤrung der Statt 4 0 3 4 werdt. So ſpůͤre ich nuh daß wir mit denen ſtreiten/ die ſich fuͤr vnuberwindlich halten/ dieweil 7 2 ſie rͤhmen/ daß ſie in der Sundflut vberbliben/ die Fluſſe geerbet/ die Laͤnder bewohnet/ durch i dʒ Meer gewandert/ in der Him̃el ſteigen/ denen dz Waſſer eyne Mawer iſt/ die Lufft eyn weg ⸗ Brꝛfahren Wunder der Hiĩel eyne Wohnung/ denen die Flam̃en weichen/ vñ die keyn gefaͤngniß halten kan/ De⸗ werck. nen der Felß zergehet/ wann ſie durſt leiden/ vnd ſich zum Tranck ergeußt. Denen der Him̃el⸗ wañ ſie hungerig ſein/ ſich auffthut/ Speiſe geſandt wird/ mit Vogelfleyſch die Gezellt erfuͤllt werden/ vnd eyn Menſch Engelbrot jſſet. Die flieſſenden Waſſer verſigen/ die bittere ſuß wer⸗ Se den/ die Sonne ſtillſtehet/ die Finſterniß helle wirt. Endlich/ dʒ nit vermeſſenheyt iſt/ ſo wuͤſte Loben/ vnnd Si ich nit was vermeſſenheyt hieſſe Die/ wie ſie ſagen/ auch nach dem ſie geſtoꝛben/ leben/ vñ nach ſehung der Todten · dem ſie begraben/ wider aufferweckt werden Es iſt eyne gemeyne ſag/ dz ſich die Menſchen wi⸗ der Gott auffgelehnet/ vnd die ſtraffzeygets an. Das Land brennt noch heutiges tags von we⸗ gen der Einwohner Gottloß weſen/ der Erdbodẽ hat auch vil vnter jhnen verſchluckt. Wie lan⸗ gen woͤllen wir nuh an diſem oꝛt verharꝛen! da auch die Erde einfaͤllt/Haben wir auch das tode Meer geſehen/ wir haben auch geſehen tode Erden gewaͤchß/ dʒ důͤrꝛe Land/ vnd bloſſe Schat⸗ ten gruͤner Frůchte/ außwendig ſchoͤn vñ lieblich/ innwendig Aſche. Wer kan daran zweiueln/ daß wir mit denen in der Helle ʒuthun haben/ bei welchen auch die Element ſterbẽ Ja bei denen auch die naturliche Liebe vnd trew/ die ſonſt nach dem todpflegt ʒu leben/ vñ der Gottesdienſt⸗ der den verſtoꝛbenen geleyſtet wird /geſtoꝛben iſt/ dann wer ſolte ſeine Eltern/ wañ ſie gleich ge⸗ ſtoꝛben weren/ nit lieben? wer wolt ſeinen Soͤhnen/ die er verloꝛen/ nit hertzlich guͤnſtig ſein/ vñ Tieus verſpottes A⸗ fur eyn lieben Schatz halten Die Liebe bleibet/ wann ſchon der Schatz geſtoꝛben iſt/ der name brabe Erempel. der Natur bleibet/ die huld vnd gunſt vergehet nit. Bei diſen aber erkennet auch die Mutter den lebendigen Sohn nit/ horet nit wann er jhr růfft/ erbarmet ſich nicht des weynenden/ vnd vmb eyner ſtunde verfluchte Speiſe/ hat ſie Morderiſche haͤnde an jhr Schaͤtzlein gelegt. Aber was erzchle ichs/als etwas newes/ dieweil ſie jhꝛ Ankunfft rechnen von eynem Bꝛuder moͤꝛder? Die weil ſie des Abrahe den ſie jhren Vatter nennen/ vnd jhꝛer Sitten anfaͤnger/ vnd eynen uͤr⸗ ſten jhꝛes Gottesdienſt)groͤſten glauben darinn preiſen/ daß er auch ſeines Sohns nit hab ver⸗ ſchonen wollen/jhn wie eyn Opffer zum Altar gebracht/ vnd ſich gar nicht geſchewet hab/ jhn zum Brandopffer auffzuopffern. Ich verdam̃e nit die andacht/ fondern ich frage nach der Lie⸗ Jepbthe. Indit. n he. Sie ſagen auch duß eyn ander Sigherꝛ vnter jhnen gelobt habe/ was jhm zu erſt begegnet/ wann er heym kaͤme/ daß ers Gott opffern wolt/ vnd als er heymkom̃en/ vnd jhm ſeine Toch⸗ ter zu erſt entgegen gelauffen/ daß er ſeine Tochter getodet/ vnd vil dergleichen Erempel. Was iſt das fuͤr eyn Volck/ welches der Menſchen todt fur eynen Gottesdienſt acht/ vnd Moꝛd fur eyn Opffer hellt? Welcher Gott koͤnte das foꝛderen/ oder was fuͤr eyn Prieſter koͤnte ſolches verꝛichten Doch ſagen ſie/ daß es jehner alte/ als eyn verſtaͤndiger/ nit gethan hab/ ſondern ſei es willens geweſen/ Diſer aber ſei als eyn Weiſer drauff verharꝛet. Sie mogen jhre weiſe haben die harte Leuth /bei denen es eyne ehrbarkeyt iſt/ die Kinder toͤden. O die vnſelige Statt/ darin⸗ nen eyne ſolche Werckſtatt/ vñ eyn ſolch werck im ſchwanggehet. Sie muͤſſe von jhrem einfall bedeckt werden/ vñ die neidiſche ſelbs die Seuche bedeckè/ daß ſie die Sonne nit beſcheine/ noch die Sternen anſchawen/ daß die Lufft nit verunreyniget werd/ vñ das Fegfewer ſie außbꝛenne. Thoeſtes⸗ Wir halten des Thyeſtis Malzeit fuͤr eyn Fabelwerck/ wir ſehen die vnthat/ ſie ſehen die War⸗ hhbheyt/ die grauſamer denn keyne Tragedj iſt. Dann doꝛt iſt das ſchwache Geſchlaͤcht/ vnd eyne frembde Geburt/hie eyn Weib/ daß jhꝛ eygen Geburt geſſen hat/ Doꝛt eyn frembder betrug/ hie der eygene wille. Jehner bekuͤr̃ert ſich/ diſe ruͤhmt ſich noch mit der Speiſe/ die da ſolcher Maͤnner wert ſei/ die da mit halßſtarꝛigem Krieg jhre Weiber zu ſolcher Mahlzeit gebracht ha⸗ ber. Ich glaub fuͤrwahr/ daß ſie nach ſo groſſem vngluck das ſie erlitten/ wuͤtend vnd vn ſinnig worden ſeien/ die ſolches nit fuͤhlen. Derhalben laßt vns bei ʒeit mit dem Krieg eyn ende ma⸗ chen/ diewei ſie nit koͤnnen bekehꝛet werden. Laſſet vns deſio tapfferer hinein fallen/ damit wir den abſterbenden waſſer/ vnd dem einfallenden Erdreich in diſem land entfliehen moͤgen. XLII. Cap. Die Roͤmer ſturmen des Tempels Waͤnde/ aber vergeblich/ doch fliehen vil Inden ʒu jhnen/ Fitus heyßt Fewer etnlegen/ vñ die Silbern Blech an dem Thoꝛzerſchmeltzen/ berathſchlagt ſich doch mit ſeinen vaubtleuthen/ wie man den Tempel moͤge erhaltẽ/ Aberdie Inde noͤtigen gleichſam die Roͤmer den Vempel zu verbernnenſerlhe⸗ am zehenden tag Auguſtigeſchehe. 6 Sibe offene gilege vnem ten/ ſ zen /vi zuhoh mide ſilg aberſc erſten kande deei Des ve den Te dentz Kcſer Ab die nachſt wiſcht di Pfo di Go demalſ pels/A ſichini Tenp auchat fuͤrchn in ale groſſen lang ar 6 baldhe fonten Fnzs ſichdeſ der har diewei Prſſe rinnt aruſulem/ Das V. Buch. 06 Ls er das geſagt/ beuahl er die Boͤck an den Tempel zurichten/ Lenpewir zeßt⸗ aber die harte ſtöß vermoͤchten nichts außzurichtẽ. Doch erſchracken vil von** den Auffruͤhriſchen oͤberſten /vnndflohen zum Keyſer/ welche Titus/ als die auß not gezwungen/ vnd nicht der verheyſſung geuolget /nicht wolte annem⸗ (men doch dieweil er trew vnd glauben hatte zugeſagt/ miltert er ſeinen zoꝛn ⸗ Hielt ſie aber gleichwol nicht ſo wol vnnd ehrlich/ wie die voꝛige fluͤchtigen/ e ſeinen haͤfftiger zutreiben/ daß alle Feinde auß foꝛcht der gefahr abwichen. Als ſie nuh ſagen/ daß die Waͤnde von wegen des groſſen Laſts von den Boͤckſtoͤſſen vnuerletzt bliben/ griffen ſie die ſach kaͤcklich an/ doch kam jhnen der Keyſer mit beſcheydenheyt zuuoꝛ/ hieß die Thuͤren/ ſo mit Silbern Blechen vberzogen/ anzuͤnden/ da das Fewer daran kam/ fieng das Die Silbern Blech Sꝛilber an zuſchmeltzen/ demnach brannt auch allgemach das Holtz an. Alſo bekamen ſie eynen werden zerſchmoltzẽ. offenen zugang in die jnnerſte Halle. Aber es beiammert den Keyſer/ vnd beſoꝛget/ ſo die naͤhſt Titus berathſchlagt gelegene Schoͤpffe der jnnern Halle ergriffen wuͤrden/ es moͤchte der Tempel mit abbrennen/ ſichmit ſein? Hanbt⸗ nam derhalben die Haubtleuth des Heers zu rath/ vnd ſprach: Er habe keynen Streit mit den je⸗ne Vempels vnempfindlichen/ noch eynen Krieg mit den Gebaͤwen/ die den vberwindern nutzlich ſein koͤn⸗ ten/ ſo ſie vnabgebrannt bliben. Die Haubtleuth aber gaben fuͤr/ es wuͤrden die ſtarcke Maw⸗ ren/ vñ veſte des Tempels/ den Juden hinfoꝛt auch ſich zu rottieren/ vrſach geben/ die ohne das zu hohmut geneyget/ man ſolle die Wurtzel der widerſpaͤnſtigkeyt von grund außreuten/ da⸗ mit der freuel nicht wider vberhand neme. Doch verſchob der Keyſer die Handlung diſes rath⸗ ſchlages/ biß auff den andern tag/ Die Juden vnterſtunden ſich hinein zu fallen/ Die Roͤmer aber ſchloſſen jhre Tartſchen zuſammen/ vnnd wiewol jhꝛer wenig waren/ ſtunden ſie doch den erſten angriff auß/ Weil aber ſo eyne vnzaͤhliche maͤnnge zulieff/ wancket jhr Hauffe. Daher kam der Keyſer eilend mit ſeinen Reyſigen darzu/ ʒertratt leichtlich/ welche er antraff/ vnd tribe die Feinde hauffenweiß zu ruck/ der zuuerſicht/ daß die Voꝛſchopff eyn gut theyl offen ſtunden. Des volgenden tags nam er jhm fur/ mit eynem groͤſſern Hauffen den Feind zu vberfallen/ vñ den Tempel anzuzuͤnden. Wann das foꝛtgangen were/ vnd das vnbeſonnene Volck die Jein⸗ de nit zur Bꝛunſt angereytzt hette/ ſo were die Statt voꝛ dem ꝗᷓewer erꝛettet woꝛden. Dann den Keyſer beuahl die Jewer kuglen zuloͤſchen/ damit ſie jhnen nicht im einfallen hinderlich weren. Als die Juden ſolches ſahen/ vnnd denen die des Tempels Brunſt loͤſchen wolten/ heymlich nach ſtelleten/ auch etliche toͤdeten/ bewegten ſie den Jeind. Dann eyner auß den Romern er⸗ Eyn Römſſcher wiſcht eynen Bꝛand/ ſo von der Spitze herab gefallen war/ zundet jhn an/ vnnd ſtieß jhn vnter 6 fürchne„ init die Pfoꝛte/ die man die Guͤldene nennet/ dieweil jhꝛe Thůren mit Golt vberzogen waren. Da ne Potte⸗ un/ oda„ 1 die Goldblech geſchwind zerſchmoltzen/ ſtund das Holtz bloß/ daß es leichtlich anbrañt. Nach ꝙ vind dem alſo die Thuͤrblat durch gebrañt/ trang das Fewer in die aller jnnerſte Gemach des Tem⸗ pels/ Vnd leuchtet jetzund der Voꝛſchopff der Pfoꝛten. Daruͤber erſchracken alle häfftig/ die ſich in dem Tempel auffhieltẽ/ ʒitterten von ſiundan/ vñ ahnet ſie gleichſam/ wie diſer Tag des Tempels verderbẽ were/ ſeintemal er voꝛ ʒeitẽ eben an diſem tag/ da die Babylonier eingefallẽ/ Tempel abgebrannt auch angeſteckt woꝛden. Dañ es war der ʒehende tag des Augſtmonats/ welchen ſie voꝛlangeſt den 10 Anguſti. fur eynen vngluckhafftigen tag hatten gehaltẽ. Vnd als das Jewer Lufft bekam/ brañte es auch in alle hoͤhe hinauff/ daruͤber die Vberwinder freude/ die vberwundene aber durch ſolchẽ vnfall groſſen ſchmertzen empfiengen. Es erhub ſich von maͤnniglich eyn groß geſchrey/ vnd ſtund nit lang an/ ſo ward dem Keyſer diſer jammer durch eynen von den einden/ kund gethan/ der als⸗ Litus beuchlt die baid herfůr ſprang/ vnd mit lauter Stimme/ als er kont/ das Fewer beuahl zu loͤſchen. Aber ſie kontens fur dem groſſen getuͤmmel nit hoꝛen/ begerten auch nit zuſchonẽ/ dieweil die Roͤmiſche t Kriegsknecht fur rachgir brañten/ vnd des Keyſers guͤtigkeyt jhnen wolbekannt war/ daher ſie ſich deſio weniger jhꝛes vngehoꝛſams halben foͤꝛchten vñ gedachten es moͤchte jhnẽ keyne gefahr bringen/ dieweil auch den Jeindẽ verzigen wuͤrde. Doch wendet er etlich mit wincken/ vnd mit der hande abe/ die er kante/ gab etlichẽ beuehl/ der Kriegsleuth vngeſtuͤm̃igkeyt zuwehren. Aber dieweil der zoꝛn maiſter war/ behielt die Bꝛunſt jhꝛen foꝛtgang/ trungt auß verzweiuelung jhꝛes Hryls auff die Feind ʒu/ die jhrer ſelbs jetzt nit warnamen/ ſonder ſich in die gefahr gaben. Eyn groſſe maͤñge/ ſonderlich auß den geringſten ward erſchlagen/ woh man ſie antraff/ dañ ſie wa⸗ ren nit mit Waffen verſehen/ vnd konten weder ſtreych auffhalten/ noch auff andere ſchlagen · S iij Egeſippi/ bon Zerſtoͤrungder Statt Der Tempel brennt/ etliche ndẽ ſtůrtzen ſich ins Fewer/ Titus lanfft in den Tempel verwundert ſich vber das herꝛliche Gebaͤw/ die Juden ſtoſſen die vberige Gebaw ſelbs an/ vnd entſtehet vnter jhnen eyn falſcher Prophet/ der vil verfuͤhret. die Gemach des Tempels noch brennten. Da dieſelben auß gebrañt waren ⸗ lieff er mit vngeſtůͤmm in den Tempel. Vil ſturben dahin vber ſolchem an⸗ blick/ erliche ſturtzeten ſich in das fewer/ deren Augen nicht dulden konten/ daß ſie nach dem Tempel ſolten vberbleiben. Titus lieff wider hun vnnd ſa⸗ 3— 3 6 3 4 P gefiele/ daß er frei offenlich ſagt/ es were deraller fuͤrtrefflichſt vnnd koͤſtlichſt Tempel geweſen. Titus verwunderte Er verwundert ſich vber die groſſe Steyne/ vber den hellen Glantz der Metall/ vber das ʒierli⸗ 3 herl che Werck/ vber die liebliche vnd holdſelige ſchone/ vnd ſaget: Es were der oꝛt nicht vnbillich 8 po beruͤhmt geweſen/ daß man von allen enden dahin kommen/ dann er glaubt gewiß/ daß es freilich anders nicht/ denn des hoͤchſten Gottes Behauſung geweſen. Bie groſſe Ehr macht daß man auch der Religion deſto mehr glaubet/ daß auch die Barbariſ che Volcker den Tempel in ehren hielten/ vnd die Raͤuber der Religion Geſchenck hinein braͤchten/ welche doch dazumal naubenrder die ſhren Raubeten/ vnnd die Moder verſchwendeten/ vnnd alles anfielen/ der Witwen vnd ſen Gůter. i Waiſen Guͤter/ ſo man dahin auffzuhebengeben/ als vb ſie ſich an den vberwundenen raͤche⸗ ten/ſo den Roͤmern etwas an jhrem Raub abgienge. Da ſie auch ſahẽ daß der Tempel brannte⸗ ſteckten ſie ſelbs das vberige an/ das ja keyn Gebaͤw nach verhergung des T empels vberblibe⸗ hieltens fur eynen Gottebdienſt/ wann alles mit dem Tempel vmbkaͤme. Noch lieſſen die Ju⸗ den jhre tuͤck vnnd Meyneyd nicht/ dardurch ſie denn eyne groͤſſere verhergung verurſachten. Dann als viler Gemuͤter nach jbres Kriegsuolcks niderlag bewegt wurden/ ſich den Roͤmern Eon falſcher Pro⸗ zu ergeben/ fieng eyn falſcher Prophet/ auß verꝛucktem Gemůt an zu ruͤhmen/ es wuͤrde Gote Lhet verfuͤhret das den Tempel mit ſeiner huiff nicht verlaſſen/ berieff das Volckzu ſich/ als durch eyne Gott⸗ Wolc* * liche Stimm/ er bleibe noch in ſeinen Tempel/ er Feinde Hauffen 2 5 E — 85 S. 3238 I — — ——— 8— — 9.— S r „ ———— vnd die Bꝛunſt loͤſchẽ. Als nuhn die elende Leuth den falſchẽ betrug zu jhꝛem nachtheyl glaubtẽ⸗ wurden ſi ſchaͤndlich wie das Vihe erwůͤrget/ vnd kamen vngerochen vmb. Wann ſieaber hetten Ls nuh der Keyſer ſich muͤde geſchrien kehret er wider vmb da he vmb vnd vmb/ wat es füreyn Hauß were. Welches Zierde jhm ſowol ſeun duch SS i i * — r— hetten woͤllen S— hatten ſie wichtige— gnug der zerſtörung gehabe,de⸗ 4 0 3 4 ſi aWenfthen erinnert worden⸗daß jhr verderben aller nechſ voꝛ der thuͤr were. 3 ITIII. Cap. Siben Wunderzeychen die vor der zerſtorung Jeruſalem hergangen/ vnd fuͤrnemlich wie eynes Bawren Sohn/ Jeſus /ſiben jar wehe geſchrien/ vñ von ſolchem jͤmmerlichen ſchelten noch geiſſeln ſich hat laſſen abwenden. Ann faſt eyn gantzes jar zuuoꝛſtund vber dem Tempel eyn Co⸗ 1 Comet vnd ſeine met/ in der geſtalt eynes fewrigi Schwerts/ der verkundiget/ daß das Volck/ bedentung. Regiment vnd Statt durchs Schwert vnnd ewer ſolte verwuͤſtet werden. Dann was ſolt die geſtalt des Schwerts anders bedeuten denn Krieg Was ſolte das Fewer verkuͤndigen/ denn Brunſt? Eriſtaber geſehen woꝛden/ ehe — v ſich das Volck von den Römern abtrennet. In den Deſterlichen tagen Liecht im Tem⸗ abeoin z tage des Aprillens/ vnnd ſo foꝛtan alle Nacht vmb die neun Vhr leuchten der vel derdach Tempel vnd Altar alſo/ als ob es tag were/ daß denn taͤglich bei eyner halben ſtund waͤret/ wel⸗ ches der hn deutet/ es eyn were⸗ ſichd⸗ das — S S 25 5 8 2 5 e— 2 W 3 6 3. S 2 S S 32 S S 5 S* d S8 5 W 8„ S S 6—— S— K 5. 6 — * 3 33 W S 4§. 8 F E E S— 8——— iſ S— 6 6 W(N W F W W C 8 G 6 ſ S2 ( 3* S G 8 8 8 . 5 N S S . 8 F S— ₰ 3 — 5*— W W 6 S — W men derhalben dahin/ als ob die ʒeit/ jhre Freyheyt wider zu erobern ſ we⸗ Doch die etwas verſtaͤndiger waren/ vermuteten/ daß ſolcher Sternen art pflegt Krieg zu Weſcher meynung Damit nicht jemann meyne/ als ob wir anders geredt hetten/ dennes vnſerem ʒ Egeſippus der Ju⸗ en Hiſtorj vñ Got⸗ Gottes dienſt vñ der ehrbarkeyt wol anſtehet/ ſo geben wir erſtlich nit vnſer gutdunckẽ fuͤr/ ſon⸗ ꝛesdienſt beſchriben. dern was ſich verlauffen hat/ was fuͤr meynung zu derſelben zeit geweſen/ was die Weiſen vnd Vnweiſen gehalten. Vnd wann von der Juden Sect etwas geſagt iſt/ ſol man nit meynen/ daß wirs darumb geſchriben haben/ als ob wir jhren Gottesdienſi fur warhafftig halten/ vnnd nicht vil mehr als Schatten vnnd Figuren voꝛher geſetzt/ daß das vollkommene darauff vol ge. Dann von den Zeychen der Sternen werden wir auch im Euangelio berichtet/ daß Zeychen Lue. ⁊⸗ an Sonne/ Mond vnnd Sternen geſchehen ſollen. Sie haben auch fuͤr eyn wahrheyt uh ehn Lamb geſagt/ daß eyne junge Kuh vor dem Altar/ als ſie ſolte gopſſert werden/ mitten im Tem⸗ pel eyn Lamb geboren habe/ eben an obgemeltem hohen Feſt. Item daß das jnnere Thor 806n Auffgans/ welchtoganzerin vnnd ſchwer geweſen⸗ daß zwentzig Mann nugroſer auff. muͤhe — —— ———— ———— — —— Egeſipi/ bon gerſtorung der Statt * 7 2 weſenetliche Nächt von jhm ſelbs auffgangen/ vñ von den. Hůͤtern kuͤm̃erlich hab können wi⸗ der zugethan werden. Das hieltẽ auch vil fuͤr eyn Zeychen zukuͤnfftiges gluͤcks /welchen ſich das Thoꝛ ſeibs auffthaͤte/ damit es hinein kom̃en moͤchte. Die aber etwas beſcheydener waren/ ſag⸗ ten/ des Tempels Wacht wuͤrde zertrennet/ vñ alles was darinnen were/ von einden geraubt werden/ Der Gottesdienſt wuͤrde wandern/ vnd die Eynoͤde an die ſtatt tommen/ daß die hey⸗ lige verſam̃lungen wurdẽ verlaſſen/ vnd das Opffer zerſtꝛet werden. Welches man auch nſet⸗ daß es zuuvꝛ/che ſie Chriſtum Jeſum geereutiget/ außtrcklich angezeyget worden. Ferner 8 S 1 vber vil tage/ erſchin auch eyn vberauß groß Geſicht/ welchs ſehr vil hin vñ wider geſehen/ wie mmelgelehtn. es der Juden Bucher bezeugen: Voꝛ der Soñen vntergang ſahe man ploͤtzlich in den Wolcken Arerwägen/vnd gewapnete Kriegshrer /⁰welche das ganßze Jübiſche Land/ vñdeſſelben Lands S Sevolter vund Stätte anlieffen. Es haben auch die Prieſier /die bei nãchtlicher weil in den jnnern Tempel ge⸗ im̃ im Tempel. gangen/ jhre gewoͤhnliche Opffer zu verꝛichten/ angezeyget/ daß ſie am Pf ngſifeſt erſtlich eyn bewegung empfunden/ vnd eyn gepolter gehoꝛt/ welches mit vrplotzlicher Stimme geſchrien: 7 Jeſas eyn Ba⸗ Laſſet vns von dannen ziehen. Desgleichen auch vier jar voꝛ anfang des Juͤdiſchen Kriegs/ ſchreiet da noch in der Statt guter rid/ vnd alles vollauff war/ vnnd man das Feſt der Lauberhůͤtten herꝛlich begieng/tratt eyner/ mit namen Jeſus/ Ananie Sohn/ eyn Bawersmaũ in den T em⸗ pel/fieng an zuſchreien: Eyne Stimme von Auffgang/ eyne ſtimme von Nidergang/ eyne Sti von den vier Winden/ eyne Stimme vber Jeruſalem vnd den Tempel/ eyne Stimme vber Bꝛaut vnd Bꝛeutigam/ eyne Stim̃ vber das gantze Volck. Solches geſchrey trib er T ag vnnd Nacht. Diſes verdroß die fuͤrnemſien des oꝛts/ ſchalten hn/ als die ſich vber ſeinem er⸗ Zeſus wird vbelge⸗ ſchroͤcklichen anzeygen entſetzten/ vñ ſteupten jhn vbel/ damit er doch durch ſchmertzliche ſtraffe ſenpt auffhoꝛet/ ſolche erſchꝛoͤckliche vnnd vngehewre ding zu verkůͤndigen. Aber er ließ ſich weder foꝛcht noch ſtreych/ oder andere ernſte Verbott ſchroͤcken/ daß er ſeine weiſe oder Stim̃ veraͤn⸗ Zeſus wird tiden dert/ſondern blib beſtaͤndig in ſeiner Weiſſagung/ vndauff ſeinen woꝛten/ Ließ ſich auch keyn S bitten daran hindern/ verachtet alle vnbilligkeyt/ vnd ließ ſich gar nicht bewegen. Da ſie aber bracht. meyneten es geſchehe mit nichten auß furſatz/ ſondern er wuͤrde(wie es au h die warheyt war) in entzuckung des gemuts getriben/ brachten ſie jhn fuͤr den Statthalter des vꝛts/ dem dazumal von den Roͤmern in derſelben Gegend/ der gemeynen Embtern verwaltung beuohlen war/ Derſelbe ließ jhn grewlich ʒerſteupen in hoffnung die warheyt von jhm zuerfa hren/ je mehr der verharꝛet/jehaͤfftiger er den Menſchen geyßlen ließ/ ob er villeicht etwas heymlicher anſchlaͤge Jrlus weynet gar von eynem kuͤnfftigen Tumult erfoꝛſchen moͤchte. Aber er weynet gar nicht/ bat auch nit vmb gnade/ſondern beklaget jñiglich auff eynẽ jedẽ Streych/ nit ſein/ ſondern des V atterlands ver⸗ derben/ vñ ſprach: Weh Jeruſalem/ Gab auch keyne a ntwoꝛt/ſo man jhn fraget/ wer er were⸗ von wañen er faͤme/oder warumb er eyneriey ſagte/ ſondern tribe nur das Klaglied des Vatter⸗ Atinus laßt Jeſum lando fur vñ fuͤr mit erbaͤrml ichem geſchrey/ daß auch Albinus(dañ ſo hieß der Mann) muͤde ward/vnd jhn von ſich ließ/ als eynen dollen vnd vnſinnigen/ der da nicht wu ßte was er ſagte. Zeſus ſchreiet oyn Er hatte auch mit niemand keyne gemeynſchafft/ man hoͤret jhn die vberige ʒeit nichts an⸗ vartrtaßwehe. ders reden/ Dann das klaͤgliche T odengeſang ſingen/ vnnd Tag vnd Nacht ſolches wider holen/ Weh Jeruſalem. Flucht niemann der jhn ſchug/ dancket auch niemand der jhm Speiſe gab. Es war eyn eynigs vnnd ſtaͤtigs Kaͤgliche geheul gegen allen/ ſonderlich wann Das weheklagkwaͤ⸗ man die herꝛliche Opffer verꝛichtet. Solche eynerley weiſe vnd geſchrey weret ſiben jar vnd fuͤnff Monat. Ward auch in ſo langer ʒeit nicht muůde/ biß die Belgerung angieng/ da vn⸗ terließ er ſolch geſchrey/ als muͤßt er nuhauffhoͤꝛen zuweiſſagen/ weil das voꝛhanden were/ das erverkͤndiget hatte. Endlich da die Stalt vnnd Ten pel anfiengen zu auff die Mawer/ vnd fieng wider an zuſchreien: Weh der Statt/ dem ⁊ Jeſus wird mitey⸗ Letzlich henckt er auch daran/ wehe auch mir/ Da ward er mit eynem Geſchůtz get uem geſchoß getodet. mit derſelben Stim̃ den Geyſt auffgab. Es war auch mit alt uchſtaben geſchriben/ da die Statt mit dem Tempel als dann verderben wurde/ wann der Tempel viereckig woꝛden. s Alte Pꝛopherejvs Derenhalben(ob ſie es entweder vergeſſen/ oder vber ſolchem groſſen vngluͤck erſtarꝛet gewe⸗ —— ſen) da die Burg Antonia eingenommen war/ haben ſie des Ten pels vmbgang viereckig ge⸗ macht/ zwiſchen welchen diß aller furtrefflichſt/ welches eben mit ſo alten Buchſtaben/ die ſie heylige nennten/ eingehawen blib/ daß vmb dieſelbige zeit eyn Mann wuͤrde ſein/ der— e 3 dunch fonii nichter guter be knechtſ ineyner Prieſte lang da ſiungd vnurtig * Feruſalem/ Das V. Buch.„08 Landen die. Herꝛſchafft vber die gantze Welt annemmen wuͤrde. Welches ſie denn ſo wůtend macht/ daß ſie nicht alleyn jhnen die Freiheyt/ ſondern auch eyn ſolch Konigreich traͤumen lieſ⸗ ſen. Etliche haben ſolches auff Veſpaſianum gedeutet/ Die verſtaͤndigere aber auff den Herꝛen Jeſum/ der in jhrem Lande nach dem Fleyſch von der Jungfraw Maria geboren/ ſein Reich durch die gantze Welt auß gebreytet hat. Wiewol nuh ſolche groſſe ding bei jhnen fur giengen konten ſie doch nicht verhůten/ was von Gott beſchloſſen war. Die Roͤmer ſtecken jhre Fahnen in den vmbgang des Tempels/ Opffern/ vnd machen Titum ʒum Reyſer/ eyn junger Rnab betreugt eynen Roͤmtſchen Rrtegsłknecht/ bringet den Prieſtern Waſſer/ die Prieſter bitten vmb friſtung des Lebens/ aber vergeblich. 2ch dem nuh die auffruͤhriſche flohen/ vnd der Tempel außge⸗ vue zum Rerſe [S brannt ward/ ſteckten die Römer jhre Fahnen in den Vmbgang des Tein⸗ genacht. 6 S pels/ vnd opfferten gegen dem Thor nach auffgang/ vñ machten Titum mit S groſſem frolocken zum Keyſer. In des trug ſichs ʒu/ daß eyn Knab(an dem xiſt vnd betrug/ des ort/ da ſich auch die Pꝛieſter hielten/ die auß mangel des Waſſers/ vñ fůr Hitz auch lieb vñ der nahen Bꝛunſt ſchier Durſt ſturben)eynen võ der Romer Wacht freund⸗ Atrung eynes lich bat/ er wolte jhm die Hand bieten/ vñ eynen Trunck langen. Er reychets jhm bald dar/ dañ er ſich beyde ſeiner jugend vñ anligender not erbarmet/ dz Knaͤblein tranck/ vñ dieweil man der vnſchuldigen jugend gern pflegt zu glauben/ nam er dʒ Waſſer geſchirꝛ/liefß ſchnell daruon/ vñ bracht den Pꝛieſtern auch zutrincken. Der Kriegsknecht wolt jhm nachuolgen/ aber er kont jhn nicht erwiſchen. Daß er alſo mit ſeiner gefahꝛ den Pꝛieſtern/ jhren Durſt loſchet. Es war eyn guter betrug/ der niemann ſchadet/ vnd der not zu huͤlfftam/ Vnd mußte ſich auch der Kriegs⸗ knecht ſelbs mehr vber des Knabens lieb vñ trew verwundern/ denn den betrug ſchaͤlten/ daßer in eyner ſolchen jugend/ vñ der gantzen Statt verhergung/ vnd gemeyner gefahr/ was man der Pꝛieſterlichen Wirde ſchuldig were/in dem/ ſo vil er kont het/ nicht vnbezeuget gelaſſen. Nicht ꝓrieſter bitten vm lang darnach/ da die Pꝛieſter gar auß gehuͤngert/ vnnd ſchier durſt geſtoꝛben/ baten ſie vmb fri⸗ gund/ werden aber ſtung des Lebens/ Welche Titus beuahl ʒu todten/ vnd ſprach: Es were eyn anzeygung eynes seiodet⸗ vnartigen Gemuͤts/ daß ſie nach verhergung des Tempels vñ jhres Ambts/ begerten zu leben. XLVI. Cap. Die Auffruhriſche bitten Titum/ er woͤlle mit dem Schieſſen eyn wenig jnnhalten/ vñ jhnen zu reden erlanben. Titus antwoꝛtet jhnen gar ſcharpff/ verweißt jhnen jhꝛen vberz mut vnd trotz/ daß ſie ſich wider die Vberwinder der gantzen Welt haben doͤrffen auff⸗ lehnen/ Vernichten vnnd verſpottet gleichſam als eyn veyde/ die herꝛliche Wunder/ die Gott an diſem Volck vor alters bewiſen: Die Aufftuͤhrer ſchlagen eyne Condition fur/ daruͤber Titus hafftig erʒoͤrnet/ daß er jhnen alle gnad abſtrickt/ nimmt doch gleichwol des Roͤnigs Zare Kinder/ vnd etliche auß dem Volck an/ die ʒu jhm flohen. Aaber Johannes vñ Simon deßgleichẽ auch die andere Haubt⸗ Die Aufftuhrſſchen L leuch der Auffruͤhriſchen baten/ daß man eyn wenig mit dem Schieſſen vnd Titum vmb Tumult wolte jnnhalten/ jhnen zu reden vergoͤnnen/ vnd keyn abſchew tra⸗ gen/ etwas nach zulaſſen/ antwoꝛtet er jhnen/ nach dem es ſtill woꝛden/ al⸗ ſo Ihr Boͤſewicht/ Es iſt zu ſpat zur barmhertzigkeyt/ dieweil jetzt nichts Titi ſcharyfft an⸗ mehr vberig iſt/ ⁵was man behalten ſol. Ich bots euch an/ aber jhr habts ver⸗ wort⸗ S fuͤr eyn verzibeiuelung/ nicht fuͤr gnad gehalten. Ich aber erſeufftzet daruͤber/ daß die vnſchuldige Gebaͤw durch ewere bubenſtuck verderben mußten/ es that mir hertzlich weh ⸗ daß dz gemeyne Volck zum tode genotiget ward: Ich wolt verſchonen/ jhr lieſſets nicht ʒu/ ich Der Roͤmer gůtig⸗ ſchob die Streit auff/ jhr fielet herein/ ich bot friden an/ jhr namet jhn nicht an. Ich redt euch— der Juden offt an/ ich ſprach euch ſtaͤts zu. Ich ſchaͤme michs nicht ʒu ſagẽ/ ich habe euch halßſtarꝛiger mit bitten gemacht. Was meynet jhr/ dz euch die Roͤmiſche Kriegsleuth ſolten weichen/ vñ jhr mit eyner maͤnge den Bberwinder/ ja/ den Vberwinder aller Welt bezwingẽ woltet: Was fuͤr eyn theyl der Welt hat geſtritten: Dann ewer Land hette das gantze Heer nicht koͤnnen. o wolt Egeſippi/ bon gerſtörungder St 4 0 12 4 ſowolt es die not auch nicht leiden. Dann wirtragengroͤſſer ſoꝛg/ die Weltʒu beſchutzen/ denn 7 2 zu beſtreiten: Woh wir hinkommen/ daiſt nichts newes/ nichts iſi frem̃d/ dieweil wir die gantze der Welt beſitzen. Diſe Moꝛderej haben wir lange zeit/ als eyn Brreſten geduldet/ doch ſeind wir dermal eyns bewegt woꝛden/ vnd habens abſchaffen woͤllen/ damit nicht ewer vngehoꝛſam/ als eyne Dunckelheyt/ den Glantz des Roͤmiſchẽ Reichs verfinſtere. Ihr habt der Romer Tugend nicht mit Streiten/ ſondern mit ſterben empfunden. Wir haben dochewere Hauffen nit auff dem Hᷓelde geſehen/ ſondern in der Mawer/ da euch auch die Veſtungen/ ewer Heyl zu beſchir⸗ 5 S men nichts nuͤtzeten. Dann was fuͤr eyne Mawer ſolte denen widerſtehen/ denen das hohe Sohebeeede Meer nicht widerſtanden Oder welche Statt ſolte durch vnſer Belagerung vnerobertbl⸗ ſtanden. ben/ wann ſie ſchon mit Mawꝛen wol vmbgeben/ dieweil das Römiſche Kriegsheer auch in Britanniam kommen/ die doch mit der Mawer des brauſenden Elements vmbgeben? Wir ieus /als eyn Heyd haben dengahen Berg des Waſſers vnter vns gebracht. Die lut des roten Meers(wie die Beweheun wal Juͤdiſche Fabeln fuͤrgeben) hat ewer Vatter/ ſo durchgangen/ wie eyne Mawer vmbringet: beln. Die Romiſch ſtaͤrcke hat die Mawer des Oceani durch brochen. Ich mißgoͤnne euch nicht frembde gutthat/ Wann euch ſchon das Meer geſehen/ vnd geflohen hat/ daß jhr/ als die vom Feinde beſchloſſen geweſen/ entrunnen/ dieweil jhr nicht kontet durch den Jeind brechen/ noch beſtehen. Vns were die Flucht des hohen Meeres/ wann es gewichen were/ ſchaͤdlich geweſen. Wir haben ʒuuoꝛ Krieg mit den Waͤllen gefuͤhret/ haben das vngeſtuͤmme Meer zuuoꝛ vber⸗ wunden/ ehe wir zum Feinde kommen. Britannia nam vns auff/ da wir die Element vber⸗ Drs zu wunden hatten. Darauff ſie ſich verlieſſen/ das haben wir vnter vns gebracht/ daß auch das tommen umph pohe Meer zu vnſern viſfuͤltigen Triumphen fommen. Aber jhr habt villeicht auff ewers Teuiſchen/ tarcke Leibes ſtaͤrcke gebocht: Seit jhr ſtaͤrcker denn die Teutſchen/ die mii den Alpen/ als eyner Ma⸗ Tiuthe wer vmbgeben/ vnd doch durch der Roͤmer ſtaͤrcke in Dienſtbarkeyt kommen ſeind! Die nicht ſeind wie die haͤlldige Bůͤhel des Berges Taurj/ oder die Canopiſthe Kriegshauffen der Egy⸗ Römer vber die pler/ mit welchen jhr zu Kriegen gewohnet. Wir ſeind vber die Wolcken geſtigen/ vnd nach Wolten geſtigen · dem wir auß den wolcken herab geſtiegen/ haben wir die Völcker vberwunden/ vnd maͤnniglich den Weg in die Wolcken geoͤffnet/ vnnd mißgoͤnnen euch nicht den Weg durchs Meer/ die⸗ weil jehner eyn Weg der triumphierenden/ diſer der fliehenden geweſen. Die Bꝛunnen ſeind fur der Roͤmer Tugend verſigen/ die Fluͤſſe vertrucknet/ daß ſie jhꝛen Lauff verlohꝛen/ den jh⸗ nen die Natur gegeben/ vnd ſich gewendt dahin ſie die Vberwinder geheyſſen. Wann gleich Sodaß ewer Joꝛdan/ wie jhr fuͤrgebt vmbgewandt/ vnd wider zu ſeinem Bꝛunn gelauffen/ daß er euch Soeltaſehne Romi⸗ eynen Weg gebe. Die Roͤmiſche Jungfraw Cloelia hat deſſen nicht bedoͤꝛfſi/ welche die Ban⸗⸗ ensltaw. dezerbrochen/ dem Feind engangtn/ vnd auffdem Fluß hinab gefahren/ vnnd ſich in der Ro⸗ mer Laͤger verfuͤget. Wir verwundern vns auch gar nicht vber ewer Brunſt/ darauß die He⸗ nleine band hraiſche Knaben ſollen entrunnen ſein/ dauon jhr vil pfleget zuſingen. Vnſer Mutius ſtieſſe Herbraunt. ſeine Hand ohn eynigen ʒwang ins ꝗewer/ zoge ſie auch nicht ehe wider herauß/ biß er als eyn vberwinder der Brunſt/ die Feinde dahin bracht/ daß ſie feine ſtaͤrcke/ ſo keyne Flamm empfun⸗ den/ fuͤr eyn Wunderzeychen hielten/ Baten demnach vmb frid/ die zuuoꝛeynes herꝛlichen Sigs ſich vertroͤſteten. Oder hat euch die Himmliſche Nahrung/ vnd die Regenſpeiſe/ wider Affttea den Romern der Romer Tugend ſo auffgeblaſen Aber jhr ſoltet bedencken das Affrica/ die die gantze Welt vuterwoꝛffen · ernehret/ der Roͤmer ſtaͤrcke vnterwoꝛffen ſei. Vns dienet das Land/ ſo alle ernehret/ in vnſer gewalt ſtehet aller Hunger vnd alle Speiſe. Das die Natur allen gegeben/ das hat der Romer ömerden Tunibal Tugend jhr eygenthum̃lich gemacht. Sie hat den Annibalem geſchlagen/ vnd ins Elend ver⸗ jagt/ welchen doch die gantze Welt nicht beʒwingen konnt. Affrica iſi ſeinen Burgern ʒueng geweſen. Hiſpania hat jhn vnbequem gedaucht darinn zu verziehen/ Gallia iſt ſeiner Reyſe zu ſchmal geweſen. Italiam hat er ſeiner freundſchafft vnd verbuͤndniß vnwirdiggeacht. Wann jbr nuh ſchon ruͤhmet/ daß die Waſſerfluͤß fuͤr euch gekrieget/ die Himmliſche Kraffte fuͤr euch geſtritten ¶ Wir haben Annibalem vberwunden/ der inn den Stroͤmen daher reit/ vnndin itett Waſſer daher rauſcht. Durch ſein vngeſtůmme ward die Welt bewegt/ vnd hat er auch dẽ ſo maiſterlich Sot mit ſeiner Kriegsruͤſtung vnſere Mawren beſtritten. Es iſt aber doch nit von noten geweſen/ tes groſſe Wunder/ daß vnſere Feinde/ wie ewert Aſſyrer /ſchlaffend erwuͤrget wuͤrden/ ſondern ſtreitend. Dann weißheye man ſucht den Sig nicht im Schlaff /ſondern im Streit/ iſt auch da keyn lob der tugend/ woh es vngefaͤhr gerathet. Vnſere ꝗeinde ſeind nicht durch rote Stral der Waſſer/ ſo. uff⸗ iſin⸗ zufß di ſie lich/v beht Gihů n ab e vnſen huU iens füu Intoc nehlet: zit? zwill t Go ſonder pel eing cuchwi Tugen lamw duchſt trally trangg ſpaſian koͤnnen mut ſol verſchl weilſh gerwoꝛ auchin wiedie alen2 gegenn nn/ w ynige der r Romz mitjht der vot gefoꝛde ſchdiet renwo vecherg Fhalte Feruſalem. Dus V. Buch. 09 Auffgang der Sonnen geben/ betrogen/ vñ auß vnbedachtſamkeyt in vnſere Haͤnde gerathen ⸗ da ſie auß des vergoſſenen Bluts geſtalt gemeynet/ wir weren alle vmbkom̃en/ ſondern wiſſen⸗ lich/ vnnd auffs aller beſt zum Krieg geruͤſtet/ haben ſie die Felder der Erden mit jhꝛen Coꝛpern bedeckt/ vnd mit eygenem Blut erfuͤllet. Welche ſtaͤrcke hat euch doch ſo hochmuͤtig gemacht: Schet jhr nicht/ daß vns die dienen/ die etwa vber euch geherꝛſchet: Egyptẽ/ das euch vbel pfleg⸗ Egypten in der Ro⸗ te zu plagen/ gibt vns jaͤrlichen Tribut/ vnd gibt vns eyne Straſſe biß in Indiam/ daß wir auſ⸗ mer gewalt. ſerhalb der Welt kommen/ vnd eyne andere Welt ſuchen/ biß wir die heymligkeyt des Meers/ vnd das euſſerſte der Sonnen/ vnd des Hohen Meers/ vnnd der andern Welt Einwohner zu vnſerm Reich bringen. Was iſt des Antiochi Koͤnigreich geweſen/ der euch grewlich gemartert Antiochus. hat: Wir habẽ euch die gerechtigkeyt der Religion/ ſo er euch genom̃en/ wider ʒugeſtellt/ vñ hiel⸗ tens fur eyne groͤſſere Ehꝛ/ vber Koͤnige herꝛſchen/ denn die Koͤnigreich auffheben. Hat nicht Antiochia/ die ewerer · Herꝛen Sitz geweſen/ mit fleiß die jhꝛen verſtoſſen/ vnd vns zu Herꝛen er⸗ wehlet? Habt jhr nicht ſelbs ʒuflucht bei vns geſucht/ damit jhr euch jehner Herꝛſchaſſt entzo⸗ Romer haben den get? Haben wir euch nicht auffgenommen/ vnd wider ſie vertheydiget In dem ſeind wir euch dioſe n Seſet zu willen geweſen/ daß jhr nach ewern Geſetzen leben moͤchtet/ wir haben euch macht gebẽ ewe⸗ res Gottesdienſts zu warten. Wir habẽ ewere heymliche Gottes dienſt nicht begeret zu wiſſen ⸗ ſondern ſie verehꝛet. Darnach habet jhꝛ euch wider vns auffgelehnet. Pompeius hat den Tem⸗ pel eingenommen/ aber nicht eingeriſſen/ er hat die Statt beſetzt/ euch aber alle Kirchenzierd ge⸗ laſſen. Jůr welche jhr/ O jhr danckbare Geſellen/ ſolches vns vergeltet/ daß jhr zum trittenmal euch wider vns empoͤret. Ob ſchon gleich Nero ʒuuerachten geweſen/ ſo iſt doch der Roͤmer Nero⸗ Tugend nicht in eynem geſtanden/ ſondern hatte Veſpaſianum zum Kriegsmann/ der Gal⸗ eeit ſiarck liam widerumb befridet/ ſo ſtarck in der Schlacht/ daß auch Nero durch jhn Siget/ vnd Nero n getrer⸗ durch jhn den Feinden erſchrecklich war/ der ſeinem Herꝛen vnd Oberſten ſo getrew war/ daß er alleyn das Regiment nicht begeret/ das er doch alleyn verdienete. Da euch aber Ceſtius vber⸗ Ceſtius. trang gethan/ ſoltet jhr jhn verklagt/ vñ nicht mit Krieg angefallen habẽ. Als mein Vatter Ve⸗ ſpaſianus geſand war/ hett er wol vnuerſchens/ da jhr noch vngeruͤſtet waren/ euch vberfallen können/ aber er zog vmb Galileam/ verbrañte die weitgelegene Flecken/ damit jhr eweren hoch⸗ mut ſolten ablegen/ vnd gnad begeren. Er erzeygete ſeine Macht/ vnd da er maͤnniglich ſchon verſchloſſen hatie/ zog er in Egypten/ auff daß er euch Buſſe ʒu thuen/ zeit vnd weil lieſſe. Die⸗ weil jhr aber meyneten/ wir hetten ſonſt zu ſchaffen/ ſeidt jhr durch vnſer abweſen vil vbermůti⸗ ger woꝛden. Aber wir ſeind nie ſo bemuhet/ daß wir nicht in der Welt weren. Dann wir ſeind auch in vnſerm abweſen zugegen/ vnd ſeind denen nahe/ die weit ligen. Dannzu gleicher weiſe wie die Seele im Leibe allen jhren Glidern das Leben gibt/ alſo iſt der Roͤmer furſichtigkeyt bei allen Theylen jhres Reichs/ vnnd regieret die gantze Romſche Welt/ als ob ſieailenthalbenzi.une Aoe ie gegen were. Dann ſo der Gottliche gewalt eyner jeden Seelen krafft geben/ den Leibzuregj ren/ wie vil mehr hat ſie/ durch der Roömer Krafft/ dardurch gleichſam vnſers gantzen Rei eyniger Leib das Leben empfahet/ eyn lebhafftes weſen/ daſſelbige ʒuerhalten/ verlihen Duh der Krieg auffgeſchoben ward/ habt jhr jhn wider angerichtet. Als aber der Vatter wröehn Rom ziehen/ die Statt von den Tyrannen zu entledigen/ hat er mich hinter jhm gelßr mit jhr eynen hettet/ der ſeine liche vnd gůte vollzöge. Ich bin zum Krieg fommen⸗ sehner Wie Titus zut 6„ awer ab⸗ Rrieg kom̃en/ vnd der von auſſen ſchrecket/ aber im Hertzen bat. Wie offt hab ich das Heer von eweren thab Seſinnetgeweſen⸗ geſoꝛdert Wie offt habe ich ſie von dem heyligen Oꝛt des Tempels abgewendtj hat ich die Brunſt geloͤſcht; Wie manche vermahnung hab ich gethan? aber jhꝛß⸗ ren woͤllen. Jetzt bittet jhr mich erſt/ als ob noch etwas dergleichen vorhandePiia— verherget iſi/ vnnd hab doch die Kriegsknecht auß der Schlacht/ Brunſt„. hnsa ,n Maß fuͤr⸗ Titus verweiſet den gehalten? Was mangelt euch noch? Was ſtehet jhꝛ noch gewapnet val jbr vns Maß für Aeeeeeeee ſchreiben/ vnd nicht von vns annemmen woltet: Wann jhꝛ euch Maffen abe/darfür ſich doch jeßt die Vberwinder nichefoꝛchten/glfun jeſet r anbnſer Lurs ecte ſeh, wundenen ſtolt vnd groſſen hohmut an/ daß jhr mit gewehrter hay⸗ che nbemſpe keueri e trew vnd glauben zu zweiueln hetten. Oder wolt jhꝛ noch vnſe, ie Stati a ben wir innen, wann ſie die Waf⸗ Frieg draͤwet? Das Volck iſt vmblommen/ der Tempel brent werde n⸗ Derhalbe. deat kn niderlegen⸗ Was hoffet jhr ſonſt/ deñ daß euch auch das leben moͤchte geſcſ en⸗Derh T ſoleg — Egeſippi/ bon Zerſtorung der Stact 4 0 13 4 nuh die wehꝛen nider/als vberwundene/ wir wollen euch das leben ſchencken/ wiewol jhrs nicht 7 2 wert ſeit/ diewei jhr das ewere zu erhalten nicht begert habet. Da fiengen ſie an zu bitten/ daß er jhnen(als die ſich mit eynem Eyd verpflichtet hetten ⸗ ¹ nimmer den Romern ſich ʒuergeben)vergoͤnnen wolt durch die Mawer/ ſambt jhrem Geſinde Die auffthhrerſchla in die Wuͤſten zu zichen/ ſo wolten ſie die Statt den Roͤmern verlaſſen. Daruͤber ward Titus e ſer oprutoe ſchrzornig-Wolt hr/ſpꝛach er/ vns noch Geding fuͤrſchlagen vnd gebieten Wolan ſo verthei⸗ bafftig erzörnet⸗ diget das Vatterland /ſtehet dem Tempel bei/ macht euch mit allen kraͤfften an vns/ haltet den Eyd des todes/dieweil jhr das leben verſchmahet habt. Beuahl zu gleich den Nömern/ daß ſie andere vom Polct/ ſich ſolten auffmachen die Feinde zuerwuͤrgen. Da wurden jhrer vil durch den groſſen zoꝛn ien o⸗ der Vberwinder hingerichtet. Doch ergaben ſich die Kinder des Koͤnigs Zare/ vnd ſeine Bru⸗ znad ndelangen der/deßgleichen vilauf dem gemeynen Volck mit jynen. Wiewol aber Titus zu zorn bewegt war/ hat er ſich doch beguͤtigen laſſen/ als er die Koͤnigliche Wirde geſehen/ vnnd die ſo zu jhm geflohen/ angenommen/ dauon er doch nichts anders/ dann die Gottſeligkeyt/ welche das groſte iſt/zu gewinn gehabt. Dann der Auffruhrer Haubtleuth hatten das Königliche Hauß gar gepluͤndert/ daß den Roͤmern nichts dauon zu theyl ward.* S XLVII. Cap. Die Anffrhůrer fallen in den Roͤntglichen voff nemmen zwen Romer e der eyne entrinnet wider/ wird von Titoʒum en gemacht/ die Juden f iehen in ₰ die ober Statt/ vnd werden jhrer vil erwuͤrget/ vi ergeben ſich/ vnd werden gar wolfeyl. Ls aber der anlauff geſchahe/ fielen ſie zu gleich in den Koͤnigli⸗ chen Hoff/ vnd erwiſchten zwen von den Roͤmiſchen Kriegsknechten/ eynen Fußknecht den toͤdteten ſie/ vnd eynen Reyſigen/ der begerte man wolt jhn zu Simone fuͤhꝛen/ gab fuͤr/er hette etwas daß er dem gemeldten auffrhuͤriſchen Oberſten wolte verkuͤndigen. Da er aber fuͤr jhn gebꝛacht ward/ vnd nichtig Der gangene Rs⸗ ding fuͤrbracht/ ward er zu toͤdten beuohlen. In dem aber der Nachrichter Nachethinget dem verzog/ vnd jhm ſchon die augen mit eyner Binden verbunden waren/ ſprang er dauon zu den Roͤmern/ die in der naͤhe Scharmuͤtzelten/ jhn auß der flucht auffnamen/ vnnd zu Tito brach⸗ niſhe Reuter ten. Welcher jhn des tods vnwirdig geachtet/ dieweil er ſich lebendig vom Heind hette laſſen fa⸗ gemacht. men hen /ließ jhm aber die Wehr abguͤrten/ vnd ſchicket hn foꝛt/ vnd behielt jhm voꝛ/ was er durch des Feindes traͤgheyt nicht verloꝛen hatte/ vnnd nam die Kriegespflicht wider von jhm/ welche er/ da er gefangen woꝛden/ verꝛathen/ vnnd als er geflohen/ verunehret hatte welches jhm eyne uenſteden Pſer ſtraff ware· Danntapffer Manner halten die Kriegsſchande fuͤr beſchwerlicher/ denn e—* den Itod ſelbs. Nach dem aber die Juden von ſtundan abgetriben wurden /flohen ſie in den obe⸗ Statt. reheyl der Statt/ vnd lieſſen Tempel vnd Statt vnbeſchirmet. Deren aber die ſitzen bliben ⸗ Groſſe Schlacht. ren 2ehn groſſe mañge erſchlagen/ daß die Gaſſen von halb todten vnd Leichen erfůͤllet wa⸗ Su⸗ dKeyſer beuahl auch den Sturmzeug an den obern Theyl ʒurichten Alsaber die Idu⸗ iegeene, bin hen⸗erwehtetenſiefünff Männr/ diſſtezu Lit ſenvetenvmb hudvnn gnůdzu cSnon bet konnt neauf ddemesaberoffenbar ward/famſhnen Simon ʒuuvꝛ/vñ fieng die erwehlte Man⸗ zhm voꝛ. ner auff bſlade zubegeren erwehlet waren. Aber nicht lang darna ch/ergaben ſich die Idu⸗ ifiuehen uheeſechen Heer/ obſi ſchon jhrer Vaubtleuth beiſtand beraubt waren/ nach dem ufiehenzuden ſiedie goſſe liniche länger erdulden konten. Alſo hat erſilich der· Hunger/ vnd letzlich dꝛe ver⸗ zweiuelung angeviderſtand ʒu thuen/ die auffgebung zu wegen gebꝛacht. Es verſagten jhnen auch 6— 30 die friſtung des Lebens/ weil ſie von vilen Würgen můde woꝛden/ vnd Vii Inden feyl/ abet 6 ſchr e Leibeygenezu verkauffen/ das Leben zu erhaltẽgen eygter waren. Es vuſeu. inderbtunettehrſuſlerwnig Kauffeuthdaidic ömerhartentynoiſchewdie Jiden were. Ergaben ſdet berzlich froh war/ daß erſelbs auch arm daruon kommen S ich derhalben hin vnd wider/ weil ſie ſich nicht mehrzu förchten ban ſeintemal die Moͤdder weg waren/ denen in auch die Roͤmer verzigen. XLVIII, Cap. Jeruſalem/ Das V. Buch. XLvnL e Der prteſter Jeſus/ vnnd phineas ergeben ſich/ vberantworten Tito vn Rleynoter vnd den Schatz des Tempels. 8 ſich 3 vn Reynoren 5 Volich ergab ſich auch Jeſus eyner auß den Prieſtern! Thebuti U Sohn/ ſambt allerley Geſchirz/ ſo zum Pꝛieſterlichen Ambt gehöꝛten/ zwen Leuchter/ Tiſche/ Becher/ Schalen/ vnd alle gäldene Gefaͤß/ Deßgleichen Fuͤrhaͤnge vñ Hohepꝛieſterliche Kleyder mit Edlen geſteynen/ diß alles vber S6 gab er willig/ nach dem jhm das leben gewiß verſprochen war. Es ward auch S Phineas/ dem der Schatz zuuerwaren vertrawet/ gefangen/ der zeyget vil Purpur vnd Scharlach der Prieſter/ vnnd anders ſehr vil/ welche zu ſbrem gebrauch behalten woꝛden. Dabei auch Zimmetrinden vnd Caſia/ vnd ſehr vil Gewuͤrt vnd Raͤuchwerck zu dem auch vil heylige Geſchir/ er vberantwoꝛtet auch das heylige Kleyd/ aber gezwungẽ auß foꝛcht/ Das peylige Rlend daher es auch bei den ſeinen eyne verzeiliche miſſethat war. Doch ob jhm ſchon der wille geman⸗ den Romern vber⸗ geit /ſolte jhm dannoch die tugend nicht gemangelt haben. Vnd ob wir ſchon gemeyniglich et⸗ nwrten⸗ was ſchaͤtpffer vrtheylen/ denn wir ſelbs verhuͤten koͤnten/ wann wir in ſolcher not ſteckten/ ſol⸗ Diebſtal vnd verꝛaͤ⸗ len wir doch Diebſial vnd Verꝛaͤtherej fliehen. tereſzuflehen⸗ Dre Roͤmer ſtůrmen hůfftig die Oberſtatt/ dauon die Inden erſchrecken/ daß ſie flie hen/ vnd auch die ſtaͤrckeſte Thuͤrn verlaſſen/ verkriechen ſich vnter die Erd/J ohannes wird gefangen/ die Statt wird verbrannt. Simon bleibt in eynem heymlichen Gang muß aber endlich auß vunger herfuͤr/ wird dem Reyſerʒugeſchickt/ vnnd nach dem Tri⸗ umph getoͤdtet. ʒu ende wird die Summ der erſchlagenen vnd gefangenen gemeldet. S S waren nuh die Schuͤtten ſchon auffgefuͤhꝛet /vñ fieng man an oowienßs menße/iſ mit den Boͤcken die obere Mawer zu ſtůrmen/ am ſidenden tag des Monats/ geween der Herbſi⸗ den man Gorpienſem nennet/ vnd kam man biß zu der oberſten. Da erſchꝛa⸗ cken vñ entſetzten ſich die auffrhuͤriſche Oberſten vber die maſſe ſehr/ die doch mn der euſſerſten gefahꝛ trotzig waren/ daß ſie nuh maͤnniglich zu fuͤſſen fielen⸗ vnd mb huͤlff baten. Da ſahe man was fuͤr eyn erbaͤrmliche änderung ge⸗ uß der erſchrecklichen vñ ſtoltzẽ hochheyt/ in ſolche nidertraͤchtige vñ geneyne gelaſſen⸗ ſchah⸗ — Thꝛenen/ weinen vnd ſchrecken. Vnd ob ſchon die Mawer der obern Statt noch gar nicht gewichen/ lieffen ſie doch zuſammen/ vnd llagten eynander mit ſeufftzen/ daß keyne erꝛxt⸗ tung mehr voꝛhanden were/ vnd meyneten/ der Feind were ſchon hinein kommen. Vil daucht es/ als ob ſie die Roͤmer von oben herab ſehen ſtreiten/ Was ſie im Sinn foꝛchten/ das bildeten ie jhnen voꝛ augen/ vnd das ſchrecken des Gemuͤts ward jhnen eyn bild im Geſicht. Zu dem glaubten ſie fur gewiß/ der feind were jhnen ſchon auff dem halſe/ die doch noch dir aller ſtaͤrck⸗. ſie Thůrn/ Mariamnem/ Phaſaelum vnd Equeſtrem vberig hatten. Verlieſſen derhalben die Indenfliehen fe hoͤhe/ vñ flohen vnter das Erdtreich in verboꝛgene Hoͤlen. Doch als Johannes nicht lang dar⸗ ſizee nach fuͤr Hunger verſchmachtet/ vnnd nach langwirigem faſten gar abkommen war/ ergab er Der Hun 4* ſich dem Keyſer/ vnd ward zum Triumph behalten. Er entgieng zwar dem Fallbeihel/ doch al⸗ Johannem herfur. ſo daß er ſein lebenlang biß zum tod gebunden ſein mußte/ vnd mehr den lebendigen Athem ho⸗— let/ denn eyniger ergetzligkeyt des Lebens gewar ward. Simon aber der ſich auch vnter den ver⸗ pranten vnd eingefallenen Gebaͤwen hielt/ verſiecket ſich mit wenigen die jhm die getreweſten waren/ in den heymlichen Gaͤngen der Erden. Der Keyſet war ſchon weg gezogen/ nach dem die Statt verbrunnen/ meynet Simon were entweder im Fewer verbrant oder verfallen/ vder jergend von eynem Menſchen erwuͤrget woꝛden. Aber ſo lang er Speiſe hatte/ grub er in den Simon muß auch außgegrabenen Hoͤlen einwerts/ Als jhm aber an Speiſe gbgieng/ vnd niergends keynen auß⸗ herfur. gang zu entriñen finden kont/ kroch er ploͤtzlich wider herauff/ mit eynem ſchneeweiſſen Kleyd/ obenher wie Purpur angethan vnd bekleydet/ daß er etlicher maſſen denen eynen ſchrecken ein⸗ jagt /die jhn anſahen/ vnnd ſagt zu den Romiſchen Kriegsknechten/ dit ſich anfaͤnglichab jhm entſetzet/ ſie ſolten jhn zu ſpꝛem⸗Oberſten fuͤhren. Es war eben daſelbs Ruſfus Terentius/ den i S Egeſippi/ bon gerſtorungder Statt 4 0 3 4 Titus an dem vꝛt zum Voaꝛſteher des Kriegs gelaſſen hatte. Als der kam/ vnd jhn fraget wer eꝛ 2 were/bekannte er erſtlich anders, darnach daß er Simon were. Von dannen warder dem Key⸗ ſer vberſchickt/ vnnd auch zum Triumphgeſparet. Dieweil er aber grewliche Thaten an den Landzum Voꝛſie⸗ Burgern begangen/ vnnd ſich dem Keyſer nicht ergeben hatte/ ward er nach dem herꝛlichen bergelaſſenn Triumphzum tode verurtheylt. Am achten tag des Herbſtmonats/ warde die Statt verbraũt. S Die ganßze zeit vber ſo lang die Belaͤgerung gewaret/ſeind vnzahlich vil Tauſent vmb⸗ 45 Eylfmal hundert kommen: Zehenmal hundert tauſent/ oder eylffmal hundert tauſent/ wie der mehꝛertheyl ſa⸗ Tauſent Judẽ vmb⸗ gen. Welche zwar alle Juden geweſen/ aber nicht alle auß demſelben Land vnd Gegend/ dann gnen ſie waren allenthalben her dahin auff das Oſterfeſt kommen. Bei ſiben vnd neunzig Tauſent ſichet grfangen weg gefuͤhret/ die Moͤder faſt alle von ſtundan erwuͤrget. Die ſtaͤrckeſten wur⸗ hum den im Triumph vmbgrefuͤhret/ darnach den wilden T hieren fuͤrgewoꝛffen/ vñ auffandere wei⸗ ſuhr. ſehingerichtet/ ſchier in allen Staͤtten da Titus durchzog/ daß er mit diſer ſtraff/ den wider⸗ Fön ſpaͤnſligen allenthalben eyn foꝛcht einjaget. ndi L. Cap. n Die Aaner vberfallen vnnd pluͤndern Mediam vnd Armeniam/ Pacorus deſſelten Mn oꝛts Roͤnig/ fleucht/ Tyridates wer ſchier gefangen worden.. gefißz Aunnerenswild vnd f Ben vmb dieſelbige zeitregten ſich auch die Alanj eynn wild vnd— Srauſam Volck. den vnſern eyn lange zeit vnbekant Volck/ dieweil ſie ʒu aller euſſerſtan vn⸗ unfü E beuemen oetern/ vnnd hinder der Clauſe der Eiſern Poꝛten/ die Alexander ongeſ Magnus vnten an eynen hohen gahen Berggeſett/ mit andern wilde Voöl⸗ nod⸗ 2 rkern hineinwerts/bei dem Scytiſchen Fluß Tanaim/ n deſſeiben Gegend⸗ S vnd an den Meotiſchen Suͤmpffen wohneten/ vnd durch des gemeldten Kö⸗ znhe niges geſchickligkeyt gleichſam in eynem Kercker verſchloſſen waren/ daß ſie jhr Land bawen umf mußten/ vñ nicht in frembde fallen durfften. Darzu ſie villeicht die vnfruchtbarkeyt jhres Lan⸗ fin he des /daß der Ackerbaw nit ſo wol getragen/ wie die geitzigen Bawersleuth gewuͤnſcht/ oder die ſucht begierd ʒu rauben gezwungẽ hat. Damals aber hatten ſie bei der Hyrcaner Koͤnig/ der deſſelben gehcv oꝛts verwalter war/ angeſucht(ob es durch Geſchenck oder Gewalt zugangen/ ſſt vngewiß) Alaner falles die daß er jhnen die Poꝛt auffthet/ vnd jhnen außzuſtreyffen erlaubte. Als ſie ſolches erlanget/ ha⸗ Medersn⸗ ben ſie die Meder angefallen/ vnd nach dem ſie in kaͤrtzer ʒeit geſchwinde Pferde bekom̃en/ vnd andere auch an jhꝛer rechten Hand fuͤhrten/ auff das ſie vmbwechſſeln/ vnnd von eynem auffs ander/ wann es ſie geluͤſtet/ ſpringen konten/ haben ſie faſt das gantze Land durchſtreyffet/ alſo daß ſie erſtlich alles erſchreckt/ vñ ſich der geſtallt erzeygen/ als ob jhꝛen eyne ſolche groſſe maͤnn⸗ ge weren/ denen nimann entfliehen mochte. Demnach wann ſie alle vmbꝛinget/ vnd eyn Schlacht gethan /fuhreten ſie den Raub weg/ als vil ſie wolten. Dann das Land war reich an Volck vnnd Vihe/ welches ſie leichtlich Pluͤndern konten/ weil jhnen niemann widerſtund. Pneorus fleucht· ¶ Seintemal auch der Meder Koͤnig ſelbs/Pacorus/ ſich in eyn Wildnuß begab/ vnnd mehr ſei⸗ nes Lebens/ denn des Reichs warnam/ alſo daß ſein Weib vnnd Kinder vnd Kebsweiber von Tridates zencbt dẽ den Alanern gefangen/ vnd mit hundert Talent wider abgeloßt wurden. Auch war Tyrida⸗ groſe ge, kes/ der Armenier Konig diſer gefahr nicht vberhaben/ ſondern dieweil er durch frembden ſcha⸗ fahr darauß er doch den witzig woꝛden/ ſahe er das vngluͤck zuuoꝛ/ vnd wolt jhnen maͤnnlich entgegen ʒichen/ damit ckrinntt⸗ er den Feind von ſeiner Grentz tribe. In dem er aber ſtritt/ vnd ſich keynes wurffs verſahe/ we⸗ re er ſchier lebendig in der einde gewalt kommen/ wann er nicht mit ſeinem gar ſcharpffen Schwert/ den vnfoͤꝛmlichen Knopffgeſchwind hett zerhawen. Dann auß vermeſſenheyt jhꝛer eygenen ſtaͤrcke/ vñ auß hochmuͤtiger verachtung anderer Leuth/ waren ſie gewohnet von feren zu ſtreiten/ vnd jhre Kuͤnſt hinterſich zu fliehen liſtiglich zu verbergen/ warffen Stricke/ vnnd verknůͤpfften alſo den Feind. Das iſi der Alaner Kunſt/ vnd Kriegesbꝛauch. LI. Cap. Die Alaner verwůſten Arnlentam, vnd nach dem ſte eynen groſſen Raub erobert /ʒie⸗ hen ſie geſchwind wider in jhr Land. Titus triumphieret/ Die Jnden ʒů Intiochia koms men in gefahr. So Fauſilan. Das V. Buch. O flohe nuh Tyridates/ vnnd ward damit vernůgt/ daß er mit xmnnia wid auch 3 2 dem leben dauon kommen/ ob gleich ſein Koͤnigreich verherget ward. Dann Lepluͤndert⸗ ſie verwuͤſteten Armeniam vil grewlicher denn der Meder Reich/ vnter dem Sc ſchein/ als weren ſie beleydiget woꝛden/ in dem er ſich vnterſtanden hette/ mit jönen zu ſtreiten. Derhalben als ſie eynen gewaltigen Raub auß beyden Ko⸗ nigreichen erobert/zogen ſie geſchwind wider zu dem ſhren. Als aber Titus ſolchen anlauff erfahren/ zog er allgemach gehn Antiochiam/ doch wie es Titus zeucht gehn eynem Triumphierenden wol anſiund/ verhaͤlet den Handel/ vñ hielt in allen Staͤtten praͤcht⸗ Anochianhalltun allẽ Stãttẽ Schaw⸗ liche einzug vnd Schawſpil/ zum Zeychen des Sigs. Woh ſie hin kamen/ wurden Juden im ſpu. Kampff erwuͤrget/ vnd von wilden Thieren ʒerꝛiſſen/ vnd empfiengen den Lohn fur jhre Auff⸗ ruhr. Zu Antiochia ſetzt jhnen das Landuolck auß altem haß haͤfftig zu/ darumb daß der Perſer Die Inden zu Au⸗ Koͤnige die Geſchenck/ welche ſie auß der Statt Jeruſalem durch Sigs Recht erlangt hetten/ eee tommen in an die Synagogen gewendet/ Auch denen zu Antiochia von dem jhren/ ander ding mehr ge⸗ ſchencket/ Derenhalben die geſam̃lete Guͤter jhnen leichtlich eyn vngunſt machten. Dann daß wir das verſchweigen/ was die/ ſo vmb das Prieſterthumb mit eynander gewoꝛben/ wider die Machabeer fuͤrgenommen/ vnd was fuͤr eynen ſchaden ſie den Burgern durch den Ehrgeitz ʒu⸗ gefůͤget/ wie wir droben erzehlet haben: So hat hernach Antiochus/ der von eynem vnadelichen Geſchlaͤcht war/ aber eyn verꝛuchter Menſch/ mit erdichter miſſethat/ daß die Juden ſich mii⸗ eynander/ die Statt Antiochiam außzubrennen/ verbunden/ ſeinen leiblichen Vatter/ der von Atioehns hat ſein?. den fuͤrnembſten Juden ſeinen vrſprung hatte/ vnd vil andere faͤlſchlich angegeben/ vnd durch angeklagt⸗ vngeſtuͤmmigkeyt des gemeynen Poͤfels zum tode gezwungen. Noch war er mit dem Vatter⸗ moꝛd/ vnd viler anderer tod nicht erſaͤttiget/ noch zu friden/ ſondern als er hernach auch gele⸗ genheyt bekam/ daß durch eyn vngefaͤhꝛliche Bꝛunſt ſich begeben/ daß derſelben Statt Lau⸗ ben/ vnd eyne viereckige Gaſſen/ deßgleichen vil Hauſer verbrannten/ fieng er abermal an vn⸗ term fuͤrgewendten ſchein voꝛgemeldter Meuterey/ auff die Juden zutringen/ vnd anzugreif⸗ fen/ hette ſie auch vaſt alle erwuͤrget/ wann nicht Tito/ der dajetzt kam/ die erkaͤnntniß auß foꝛcht were voꝛbehalten woꝛden/ damit der Keyſer nicht durch geuͤbte ſtraff eyner ſolchen maͤñ⸗ ge bewegt wuͤrde. Diſes kam den Juden zu gut. LII. Cap. nauffrhůrtſche Inden hatten ſich zu Maſſada zuſammen geſchlagen. Pitus beuchlt Sylle die Stattzu ſtuͤrmen/ welches er guch thut/ die Juden bawen eyn Bollwerck die Romer verbrennens/ vnd bewaren die Statt daß niemann entrinnen kan. S hatten ſich auch ſchr vil Juden zu Maſſada! von wegen des Lure vce ſchn oꝛts Veſtung verſãlet. Titus achtet das geſchafft fůr vnwirdig/ daß eyn dorendehnr⸗ Keyſer mit ſtuͤrmung diſes Oꝛts ſich bemuͤhen ſolte/ beuahls derhalben Syl⸗ ſümerauß iedem er ſonſt in derſelben Gegend/ den gantzen Roͤmiſchen Kriegshandel S — S e vertrawet/ vnd beuohlen zu verhuͤten /damit ſich nit etwann eyn newer Laͤrm§ erhuͤbe. Er reyſet auff Alerandriam zu/ vnd von dannen Schifft er vollends gehn Rom. Sylla ſetzt ſeinem beuehl tapffer nach/ zerſchellet die Mawer zu Maſſada mit ey⸗ nem Bock. Jehne bawetẽ jnnwendig eyne Mawer/ vñ verſahen ſie wol mit Holtzwerck/ darum̃ daß ſolch Mawerwerck den Bockſtoͤſſen nicht leichtlich wuͤrde weichen. Aber die Roͤmer ver⸗ aͤnderten jhre Kriegsruͤſtung/ woꝛffen Fewer ein/ welches auch leichtlich an dem Holtz behafft/ vnd ohn allen verzug anbrannte. Als es aber auffgieng/ vnd die Flam̃ mit groſſem gepraſſel in Romer werffen Fe⸗ die hoͤhe ſchlug/ trib es der Noꝛdwind von der Veſte weg/ daß es der Roͤmer Sturmdaͤcher ver⸗ S das voll⸗ bꝛannte. Darnach als der Sudwind ſich erhub/ lencket er ſich in die Burg hinein/ alſo daß das gantze Holtzwerck vnd Materſ derſelben Schuͤtte verbrannte. Dieweil aber die Nacht darzwi⸗ ſchen kam/ vnd die Roͤmer des Sigs ſicher waren/ begaben ſie ſich in jhre Wagenburg/ daß ſie 3 e des volgenden tags die jehnigen/ die nuh gar entbloͤßt/ vnd alles Schirm vnd hinderhalts be⸗ Wacht⸗ 6⁸ raubt waren/ bekriegten. Aber damit nicht jemann entruͤnne/ verwareten ſie den ꝗlecken vinb vnd vmb mit Waͤchtern. — T iij — S—*—.. 6 —— 3 8 Eleazarus ede zu Sr Egeſppi/ bon gerſtörungder Statt Elegzarus/ der Juden Oberſter ʒu Maſſada/ thut in der Nacht eyne te vnd ſtatt? liche Red an ſein Volck/ welche dahin gerichtet/ daß ſie eynander ſelbs vmb ringen ſol⸗ len/ weil ſonſt keyn ander mittel voꝛhanden/ welches denn nuch geſchehen/ daß ſie jhre Weiber vnd Rinder/ vnd ſo foꝛtan/ eyner den andern erwuͤrget/ 9õo. biß auffeyn Weib/ welches ſich mit fuͤnff Soͤhnen in eynen Waſſergang verkrochen hatte. + keinem Volck. 6 S den Laͤrmen angefangen/ ſahe/ das keyn auffenthalt mehr voꝛhanden/ fieng Wercks /nach der Redner brauch nicht haben wollen außlaſſen. Was thuen wir Abrahamitiſche Maͤnner/ das Koͤnigliche Geſ chlaͤcht/ vnnd Prieſterli⸗ —* cher wirde/ die wir an Tugend vnuͤberwindlich ſeind. Dann man pfleget die Tugend nicht auß dem außgang des Sigs/ der gemeyniglich vngewiß iſt/ ſondern auß ſtand⸗ hafftigem fuͤrnemmen zuerwegen. Daher es leichtlich abzunemmen/ dieweil es zum glůck ſte⸗ het/ den Feind erlegen/ daß es der Tugend zu zuſchꝛeiben/ ſo man das Gemut nicht verändert. Bleazarus zeucht Sag demnach billich/ daß jhr vnuͤberwindlich ſeiet/ ſo euch noch keyne todesfoꝛcht vberwun⸗ rem“ den. Hat euch denn nicht der Vatter Abraham alſo vnterwiſen/ der an ſeinem eynigen Sohn zu verſichen geben daß er nicht ſterbe/ſondern vnſterblich werde/ wanner fur den Gottesdienſt Joſi auffgeopffert wuͤrde? Was ſol ich vil von Joſiarhuͤmen/ welchen niemann mit erklaͤrung des Gottes dienſt/ verachtung des todes/ vnd beſtaͤtigung der Freiheyt vbertroffen? Dann ob er woi auff dem Koniglichen Stuel ſaß/ vnd beijhm ſtund den tod auffzuſchieben/ jedoch dieweil er ſahe/ daß von wegen der ſchweren Suͤnden/ das Volck Iſrael ſolte gefangen werden/ men⸗ get er ſich in eynen frembden Krieg/ vnd ſchlug ſein leben in die ſchantz. Nechao ſchꝛie/ Ich bin nicht wider dich geſandt/ ſondern wider den Koͤnig Iſrael/ eraber zog nicht ehe wider ab/ biß er toͤdlich verwundet ward. In dem er nuh alſo verwundet woꝛden/ gibt er vns gnug zu verſte⸗ hen/ ob im Krieg der verdienſt oder ʒufall den voꝛʒug habe. Joſias der die voꝛige Gottesdienſt wider angerichtet/ iſt vberwunden/ Nechao der aller verꝛuchteſt Menſch hat den Sig behalten. Aber der vberwundene/ iſt jetzunder bei den lieben Engeln/ der Vberwinder in der ſtraff. Dañ welcher iſt/ der nicht wiſſe/ daß den Menſchen jhꝛe belohnung nicht in diſem leben/ ſondern nach vollbꝛachtem Kampff /beigelegt ſeie: Dann hie lauffen wir/ daß wir doꝛt das Kleynot er⸗ reychen/ Hie iſt der Kampff/ doꝛt die belohnung. Iſt derhalben nicht hie das rechte holdſelige Avel bald erwůͤrget. lange Leben. Zu dem ſo ward auch Abel bald erwürget/ Cain vberlebet jhn/ vnd war alſo der Beſchretbungdes Tod eyng eychen der vnſchuld/ vñ das Leben der arbeytſeligkeyt. Daher iſt es auch mit vns da⸗ e le⸗ hin gerathen/ daß es erbaͤrmlich wil ſein zu leben/ ſterben aber ſelig. Dann was iſt das Leben ſen wird/ vnnd der fleyſchlichen gemeynſchafft anhanget? durch welches gebrechligkeyt es ge⸗ quetſchet/ mit muͤhe vnd arbeyt geplaget/ durch zoꝛn zertretten/ durch begierde entzuͤndet/ durch vngeſtuͤmmigkeyt bekuͤmmert wird/ vnnd kan ſich auch nicht leichtlich auffrichten/ weil es an 5 der Erden angehefft/von Staub ʒuſammen gebacken/ mit Banden verſtrickt/ vñ mit Spann⸗ Von der Seelen art adern verwirꝛet iſi. Doch iſt es nicht eyne geringe krafft/ daß die Seel den Leib lebendig macht/ vndgeſchaͤfft vnd der vnempfindlichen Materi eyne kraͤfftige empfindniß eingeußt/ darinn auch vnſichtba⸗ rer weiſe eynem jeden das ſeine gibt/ vnnd den gantzen Menſchen regieret/ deßgleichen auch vber die Menſchliche gebꝛechligkeyt erhebet/ daß er die Hĩiliſche heymligkeyt verſtehen fan ⸗ vnd das Gemůt auff ʒukuͤnfftige ding richte. Derenhalben wird ſie nicht nach dem Bild vnd gleichniß jhres Oberſten geſehen/ dieweil ſie im Leibe wohnet/ ja ſie wird auch nicht mit leibl⸗ chen Augen geſehen/ noch jhr eingang oder außgang durch eynig anſchawen geſpuͤret/ dieweil ſie ſich gleichſam/ als in eynem Goͤttlichen geſchafft beweiſet. Wann ſie eingehet/ gibt ſie das leben: Wann ſie auß dem Leibe fahꝛet/ wirckt ſie den tod. Woh die Seel iſi/ da iſt das le⸗ ben: woh die nicht iſt/ da iſt dertod. Was ſie beſucht/ das erwecket ſie/ was ſie verlaßt/ das zergehet von ſtundan/ vnd wird bald Krafftloß: Wann die Seel eingoſſen wird/ ſo ſtehet der todte auff/ wann ſie weg weicht/ ſo muß der lebendigr ſterben. Wer wolte nuh daran zweiueln ⸗ daß in dem eyne vnſterbliche wirckung ſei/ welches den tod vertreiben kan„Doch iſt ſie jhr ſelbs beſchwerlich/ wiewol ſie andern ſehr nůͤtzlich iſt Vnd was ſie dem Leibe ſchenckt/ das ʒeucht er diſe Rede an/ welche wir als eyne klaͤgliche Schlußred/ zu ende diſes anders/ denn eyn Kercker der Seelen/ dieweil ſie in diſem muͤheſeligen Gefaͤngniß verſchioſ⸗ ynnd freude Weib daß di nern/ nhz benpj ſende jergen allerd vollbr euchde könnet nemm diſie haben geben, datzu ynshe heind getribe woderi Dunn dernat halten bewo Seruſalem. Das V. Buch. 12 ſie jhr ſelbs abe. Dann ſie wird beſchwert/ vnd gleichſam auff die Erde geneygt mit diſem ſterb⸗ lichen Leibe. Iſt derhalben des Leibes leben der Selentod: Vnnd im gegentheyl wird des Des Leibes leben Leibes tod fur eyne freiheyt der Seelen geachtet/ dañ dieweil wir in diſem Leibe ſeind⸗ iſt vnſere der Seelen tod⸗ Seele dienſtbar. Ach eyn elende dienſtbarkeyt iſt das/ daß ſie auſſerhalb des paradeiſes im elend iſt/ vnd von jhrem Oberſten wallet. Wann ſie aber von den Banden diſes leyſches entledi⸗ get wird /fleuhet ſie widerumb in jehnen klaren vnd herlichen ort/ vnd iſt bei dem. Herꝛen jhꝛem Gott/ vnd geneußt der heyligen Wohnungen/ frewet ſich auch der ſeligen gemeynſchafft/ daß ſie nuh hinfoꝛth keyn theyl mit dem verſtoꝛbenen hat/ vnd die Herberg des todten Corpers ver⸗ laſſen/ die Himmliſche gnad ſie anwehet/ vnd keyne Menſchliche ſorge ſie anfechten vnnd pla⸗ gen kan. Deſſen haben wir an der ruhe eyn Maͤrckzeychen/ wie groſſe gutthat die Seel durch Bleichniß vom des Leibes tod empfahe. Dann wann der Leib entſchlaffen/ vnd ſeine begirden vnnd alle bewe⸗ Schlaff. gung gleichſam geſtorben/ gehen wir offt mit den Heyligen vmb/ da bekommen wir wider/ die wir verloꝛen haben/ daß auch die abweſenden bei vns ſeind/ vñ die Toden leben/ vñ alle ſchmer⸗ tzen auffhoren. Laßt vns zu Gott nahen/ vnd mit jhm reden/ laßt vns zukuͤnfftige ding erfah⸗ ren/ daß den bekuͤm̃erten ruhe/ vñ den Knechten Freiheyt widerfahꝛe. Das vns nuh im ſchlaff traͤwmet/ das erlangen wir/nach dem wir geſtorben ſein. Vnnd was im Schlaff eyn Bild⸗ das iſt im tode eyne wahrhafftige empfindung/ vnd eyne liebliche freiheyt. Daher etliche Vol⸗ Herodotus in Ter⸗ cker den brauch haben/ daß ſie des Menſchen Geburt mit weynen/ den Todt mit freuden bege⸗ hen /daß ſie eyn mittleiden haben/ daß jehne zum elend geboren/ vnd ſich hertzlich frewen/ daß haben. e diſe wider ʒur Seligkeyt kommen/ das ſie daruber ſeuffzen/ daß jehner Seelen zur Dienſtbar⸗ keyt kommen/ vnd fro ſein/ daß diſer Seelen wider ʒur Freiheyt geſandt. Man ſaget auch daß Die Weiſen in In⸗ di Weiſen in India/ wann ſie ſterben/ ſolches ʒuuoꝛ anzeygen/ das ſie abſcheyden wollen/ pito brennen ſich vnnd jhnen niemand ſolches wehꝛet. Darnach wann ſie alles ʒum tode bereytet/ daß ſie mit freuden in das brennende Fewer ſpringen/ vnnd den Vmbſtaͤnden gute Nacht geben/ daß die Weiber klagen/ als ob ſie des ſchutzes beraubt/ oder die kleyne Kinder/ daß ſie verlaſſen werden⸗ daß die anderen ſegenen/ vnnd jhnen mit nichten mißgoͤnnen/ daß ſie zu beſſeren Einwoh⸗ nern/ vnd an herꝛlichere oͤrter/ auch zu reyneren geſellſchafften eilen. Was kan ich mich nuh zu euch anders verſehen/ dieweil auch die Barberiſche Voͤlcker nach der Fretheyt zuſtre⸗ benpflegen Hab euch derhalben vor laͤngeſt wol erkannt/ daß jhr willig vnd bereyt gewe⸗ ſen/ den Vatterlichen Satzungen gehorſam zuleyſten/ vnnd weder den Romern/ noch ſonſt jergend eynem Volck/ ſondern Gott alleyn dienen wolt/ der alleyn gerecht/ vñ der rechte. Herꝛ aller ding iſt. Der Tag iſt herbei kommen/ welcher erfordert/ daß man den willen mit der That vollbringe/ vnd nicht die alte herꝛliche art verunehre/ wann jhꝛ/ die jhꝛ in der Freiheyt geboren“ euch der Menſchen Herꝛſchafft vnterwerffet/ ſonderlich/ diewel jhꝛ zuuoꝛ ohne gefahr hettet koͤnnen dienen/ nuh aber an dem iſt/ daß wir muͤſſen harte ſtraff/ ſambt der Bienſtbarkeyt an⸗ nemmen/ ſo wir vns erbieten dem Roͤmiſchen Reich ʒu dienen/ welche wir die aller erſten ſeind⸗ die ſie mit Krieg angereytzet/ vnd noch die letzten/ die ſie mit gewehrter Handauffhalten. Wir haben dem Keyſer/ der vns Friden anbot/ nicht die Haͤnde gegeben/ woͤllen wir ſie dann Sylle geben/ der vns hart draͤwet; O wir Elenden/ was iſt das fur eyn hoffnung diſes Lebens ⸗ darzu wir vns behalten haben: Wolan/ laßt alſo ſein/ daß der Feinde verzelhe/ was wirds Juden můſſen ſelser vns helffen/ dieweil der zorn Gottes klar vnnd offenbar iſt; Das Fewer hat ſich von dem Feind in vns gewandt/ der Wind hat ſich veraͤndert/ vnnd die Flammen mit gewalt ʒuruck getriben/ daß vnſere Bollwerck verbrannten. Wer wird koͤnnen leben/ wann jhm Gott zu wider iſi Da iſt keyne Gnade zuhoffen/ ſondern daß wir vns freiwillig inn den Tod geben. Lnnbt zum Dann warumb iſt die Nacht darzwiſchen kommen/ dann daß vns der Feind nicht voꝛkaͤme/ o⸗ der nach dem die veſten Schuͤtten verbrannt/ alsbald herein fiele/ ſondern daß vns ʒeit vorbe⸗ halten wuͤrde/ eynander ſelbs zuerwuͤrgen/ vnnd vns ſambt vnſern Kindern vnnd Verwan⸗ then zuſterben erlaubt were/ daß wir nicht ſehen doͤfften die kriechende alte Maͤnner vnd Wei⸗ ber/von den Roͤmern zerſchleppen/ vnnd die allerliebſten Eheweiber/ zu des Vberwinders vn⸗ ʒcht hingeriſſen werden. Laßt vns mit dem Vatterland ſterben/ damit wir nicht ʒu ſolcher vnehr vnd ſchande vberbleiben. Woh wollen wir aber hinfliehen/ von dem Angeſicht Gottes ⸗ woh wollen wir hingehen/ weil vns der Herꝛ des Himmels feind iſt; Wann ſchon die Berge v⸗ ber vns fielen/ vnnd wir vns in holen Holen verboꝛgen/ wie wollen wir doch den zorn ſolches iiij Egeſippi/ don gerſtorung der Statt 4 0 3 4 gewaltigen Gottes abwenden Dann woh wollen wir hingehen/ da Gott nit ſei dieweil eral⸗ 7 2 lenthalben iſt⸗ Seind die Erempel zugering/ darauß wir verſtehen koͤnnen/ daß eben der/ ſo zu⸗ ſ ſeind/ vnd mehr durch einheymiſche auffruhr/ deñ durch Krieg vmbkom̃en ſeind: Ich kans den gethan⸗ well ſie wiſſen/ daß wir faſt alle/ mehꝛ durch vnſere Waffen/ denn durch frem̃de darauffgangẽ. Dann was haben die Juden/ ſo ʒu Caͤſarea gewohnet /fur Roͤmiſche Woaffen geſehen: Deren am heyligẽ Sabbat/ zwiſchen vnſerm gewoͤhnlichen Gottes dienſi/ eyne groſſe maͤnnge/ durch eynen ploͤtzlichen anlauff vnd zorn/ ſo von oben herab kommen/ zwentzig tauſent erwuͤrget/ alle Syria⸗ in die Flucht gejagt/ vnnd alſo die gantze Statt verwuͤſtet woꝛden. Iſt nicht gantz Syria mit vnſinnigkeyt erfullt woꝛden/ daß die Juden vñ Landsleuth/ ſo in eynerley Stätten ſich hieltẽ⸗ gericht/ daß den Roͤmern eyn guter eingang zum kuͤnfftigen Sig bereytet worden: Was ſol ich auch von Scythopolis ſagen/ dahin die Juden erſilich gezogen/ das ſie den Landsleuthen zuuoꝛ kaͤmen/ damit ſie nit auch nach anderer Staͤtt Erempel etwas wider die vnſere fuͤrnemen? Daß alſo die Juden/ welche von rechts wegen mit eynhelligem gewalt wider die Frembdlinge Krieg fuͤhren ſolten/ wider ſich ſelbs ſolchen anſchlag gemacht/ das jhren eyn theyl wider die verwan⸗ then vnd jhre Naͤhſte geſtritten haben: Darnach ſeind ſie fur der lohn jhꝛer arbeyt/ vnd des ver⸗ goſſenen Bluts/ von den Einwohnern erwurget woꝛden/ welches ſie den Einwohnern nit ha⸗ Zu Damaſco s000 ben wollen geſchehen laſſen. Die Damaſecener haben ohnalle vrſach acht Tauſent Juden er⸗ Z ſchlagen. Die Aſcaloniter ʒweytauſent vnd fuͤnffhundert. In der Statt Ptolcmais ſein zwey Sn Ptolematsꝛooo. kauſent erſchlagen. Zu Alexandria aber/ war eyn alter groll zwiſchen den Juden vnd Heyden ⸗ Alexandria von Ales ſeit der zeit Alexander Magnus durch der Juden fleiß die Egyptier vnter ſich gebracht: Daher bnernen denn auch nach erbawung der Statt/ den Juden vnd Egyptern zugleich jhrer Freiheyten/ vnd gegeben. vnterſchidene Wohnungen gegeben woꝛden/ damit nit deren Gottesdienſt vermenget wuͤrde⸗ die jhrer reynigung ohn alle befleckung halten wolten. Darauß haben ſich vil Laͤrmen vnter jh⸗ nen erhaben/ vñ ſeind groſſe gezaͤnck entſtanden/ das ſie eynander fuͤr Gericht gefordert. Doch iſt nichts wider die gutthaten eynes ſolchen Koͤniges freuenlich begangen woꝛden/ ſondern dar⸗ nach/ als ſich eyne empoͤrung durch die Einwohner erhub/ vñ etliche Iuden erwuͤrgt wurden ⸗ etliche zur ſtraff behalten/ da ward dzʒ Juͤdiſche Volck durch die vnbilligkeyt bewegt/ daß es ſich wider die Anfänger der vnbilligkeyt aufflehnet/ vnd da ſie ſich halßſtarriger an den Burgern Se wolten rächen/ ward das Roͤmiſche Heer eingefuhꝛet/ welches ſechzig Tanſent Juden in der erſchlagen. Statt erſchlagen hat. Aber was bring ich vil dieʒeit zu in geringeren/ dieweil die zerſtoͤrung der Zeruſalem vnd das gantzen Welt in eyner Statt vntergang zu beweynen iſt? Woh iſt diſe groſſe Statt Jeruſa⸗ lem/ woh iſt die ſchoͤne Sion/ woh iſt der wunderbare Tempel/ woh ift der ander Tabernackel⸗ vnnd das allerheyligſte ort/ in welches alleyn der Hoheprieſter des jars eynmal pflegt ʒugehen ⸗ nicht ohn Blut/ welches er fur ſich vnd des Volcks miſſethat opfferte? Es iſt von den Heyden zerſtoͤret/ ſie wohnen in den vberbliben ſtuͤcken der Statt/ die ſie zerſtoͤret haben. Woh ſag ich biſtu Volckreiche Statt/ die du von Königen geehꝛet/ Gott angenem/ eyn Sit der gnadẽ wa⸗ reſt; Deine Pflaſter waren von Marmeiſteyn/ deine Wende leuchteten von Marmel/ deine Spitzen glitzeten von Koͤſtlichem Marmel/ deine T hoꝛ ſchim̃erten von Gold/ etliche glitzeten von Silber. Sie ſeind alle erwuͤrget/ beyde die ſtaͤts in dir wohneten/ vñ die zu dir auß der gan⸗ tzen Welt zuſamen kamen/ daß keyn zweiuel iſt/die gantze Welt ſeie in dir vntergangen. Es iſt alles entbloßt/ von den Spitzen verbrannt/ auß dem Fundament eingeriſſen/ deine Wohnung iſt wůſt woꝛden/ vnd iſt niemand/ der in deinen Huͤtten wohne/ vnd ſolt nuh eynen geluͤſten zu leben/ vnnd nit gerewen daß er gelebt habe: Es muͤſſen harte Augen ſein/ die das ſehen koͤnnen⸗ vnmilte Hertzen /die in ſolchem leyd begeren vberzubleiben/ nicht daß das vnglůck auffgehöret ⸗ ſondern daß jetzt keyne ruhe meht vorhanden. Dann woh ſollen wir vnſere Augen hinwenden ⸗ oder was ſol vns gelieben ʒuerwehlen Die gantze Statt iſt der Toden Grab/ man ſihet nichts denn Aſche woh man hinſchawet. Die Straſſen ſeind laͤr von den lebendigen/ aber voller tod⸗ ten Cörper. Die arbeytſelige Alten/ haben jhre grawe. Haar mit Aſche beſtrwet/ ſitzn inn zer⸗ riſſenem Kleyd/ vnnd bedecken di bloſſe Gebeyne/ das ſie dieſelbige voꝛ den Vögeln vnnd wil⸗ Scythoyolis⸗ ——— uor nſer Voeſleher geweſen /voꝛlaͤngeſt vber vnſer Volck vnſerer Suͤnde halben erzoͤrnet ſei Judenmůſſen beken⸗ Wer wolte daran zweiueln/ dieweil er ſihet daß vnſere eygene Haͤnde wider vns ſelbs gewendet das gröſte leyd an Roͤmern nit zuſchreiben/ daß ſie die oberhand behalten/ vnd ſie ſelbs maſſen es jhnen nit zu/ die⸗ vnd von wegen der Einwohnung eynander verbunden waren/ darnach ſich ſelbs mit Krieg zu⸗ Thier allerle chen ſo den 2 dochde bumh durch liebe/ undge ſievo diLiel wann Wanr ren /je wirau JhE vberv den/ Vitt muͤde borſyt mitgen nenden Diewe Vren das W tuvi ſtnend ienſin abtrent 2 Beruſalem/ Das V. Buch. uz den Thieren vertheydigen. Wenig Weiber ſeind noch vnuerlett/ welche die Gottloſe Kriegs⸗ knecht zur ſchande/ vnd nit zum Leben behalten haben. Wer darff die Augen/ wann er ſolches ſihet/ vnd an laͤnger Leben gedenckt/gehn Himmel auffheben; Wer hat ſeines Vatterlands ſo gar vergeſſen/ wer iſt den ſeinen ſo feind/ vñ vhn alle naturliche liebe vnd holdſeligkeyt: Wer hat eyn ſolch halb maͤnniſch vnd weych gemuͤt? Wer iſt ſo forchtſam/ der ſich nicht ſchaͤmet daß er diſen dingen voꝛbehalten woꝛden? Ach daß wir voꝛlaͤngeſt geſtorben weren/ oder ſo wir leben můſſen/ daß vns doch das Geſicht vergangen were/ che denn wir die heylige Statt durch der Feind Haͤnde ʒerſtoꝛet/ angeſchawet/ vnd den Tempel der von vnſern Voꝛfahren Gott ge⸗ ſo ſchandlich verbrannt/ oder die Prieſter im Tempel erwuͤrgt ligen/ geſehen haben. Dieweil wir dann je das vngluck erlebt haben/ ſo laßt vns der ſachen noch rath thun/ damit Eieazarus bildet œi⸗ man ſehe/ daß wir nicht auß begir des Lebens/ ſondern auß luſt ʒur tugend/ den tod auffgeſcho⸗ nem Polck der Rö⸗ ben haben. Der Feind hat alle vnſere Veſtungen vmbſchantzt/ es iſt nichts mehr vberigs/ denn e ſi wir vnd vnſere Weiber. Sie verkauffen ſchon vnſere Kinder/ vnd zancken vntereynander/ wel⸗ cher diſes oder jehnes Weib wegfuhre/ ob man ſie nach eynes jeden Wirde vnd verdienſt/ vnd Perſonen ordenlich außtheylen/ oder ob man vmb die elende das Loß werffen ſolle. Deßglei⸗ chen ruͤſten ſie vns grewliche ding zu/ die aller groͤſte pein/ ſo man erdencken kan/ nit nur die brennende Flammen/ oder mancherley tod mit dem Fallbeiel(welches zwar eyn herber tod iſt nach den Banden/ nach gefaͤngniß/ nach dem joch/ aber doch etwas leidlicher den Maͤnnern⸗ wann es ohne ſpott geſchicht) ſonder das ſie auch den lebendigen die Glider abhawen/ vnd ſon⸗ derlich die Haͤnde verſtuͤm̃eln moͤgen. Vnd zwar nit vnbillich/ dieweil ſie jhr Ambt nit trew⸗ lich außgerichtet/ da ſie jhnen ſelbs konten zu hůff kom̃en. Wir werden auch muͤſſen von den Thieren/ ʒum Schawſpil den Vberwindern zerꝛiſſen werden/ wie es jetzt ſchon in Staͤtten in allerley Kaͤmpffen geuͤbet wird/ welches vns zum wenigſten durch das Eyempel ſchamrot ma⸗ chen ſoll/ oder erbaͤrmlich zuſehen ſein/ daß wir darzu geſparet werden/ entweder mit den wil⸗ den Thieren/ oder mit vnſern Bruͤdern zuſtreiten. Was verziehen wir n uh? Wirtonnen doch dem daß wir foͤrchten nicht mehꝛ entgehen. Wann wir vnfere Kinder nit wollen durch barmhertzigkeyt vmbbringen/ oder vns ſelbs durch tugend/ ſo wird es von noͤten ſein/ daß wit durch vnſere Bruͤder oder verwanthen ſchaͤndlich erwuͤrget werden/ zu jehnem rathet vns die liebe/ diſes begeren die Vberwinder. Wann wir nicht wollen das werck der liebe vertichten/ ſo Hermaßnung Weit werden wir vber dem Moꝛd/ auch ſpott vnd ſchande tragen muͤſſen. So laßt vns nuh friſch nder zuer⸗ vndgetroͤſt anfahen/ was vnſern Kindern vnd Weibern nuͤtzlich iſt. Seind ſie ſchwach/ ſo laßt ſie voꝛ der kuͤnfftigen pein weg nem̃en/ ſeind ſie behertzt/ ſo laßt vns dz mitleiden der Eltern/ vñ die Liebe gegen den naͤhſtuerwanthen vberwinden/ darinn wir auch dem Feind obſigen werdẽ ⸗ wann wir jhm den Raub entziehen. Das erfoꝛdert die Tugend/ das rathet die Scham.. Wann man den od nicht foͤrcht/ das iſt Tugend. Wir werden doch alle zum Tode gebo⸗ Alle zinn tode gebo⸗ ren /zeugen auch Kinder zum tode/ welcher der Natur zugeſchriben wird/ gefaͤngniß aber wird reu⸗ fur ſchandlich gehalten. Derhalben ſo laßt vns nuh die auß ſpott vnd ſchmach erꝛetten/ Die wir auß der gefahr nicht haben erloͤſen koͤnnen. Erbarmet euch jhr Vaͤtter vber ewere Kinder/ Ihꝛ Ehemaͤnner vber ewere Weiber/ maͤnniglich vber die Kleynen/ vnd fuͤrnemlich laſſet vns vber vns ſelber erbarmen/ dieweil wirs noch thuen koͤnnen/ damit wir nit darfur geachtet wer⸗ den/ als ſeien wir zur ſchande geboren vnd behalten. Dann wer koͤnte das erdulden/ daß die Vatter fur der Kinder Fuͤſſen/ die Kinder fur der Eltern Angeſicht erwuͤrgi wuͤrden Daß die muͤde alte Leuth bei jhrem grawẽ Haar/ entweder zum Tod/ oder welches aͤrger iſt/ zur Dienſt⸗ barkeyt geſchleyfft/ Die Weiber mit auß gebreytem Haar/ fur jhrer Chemaͤnner Augen/ vnd mit gewalt zur Schande geriſſen wurden? Daß eyner horen ſolt die Stimm des kleynen wey⸗ nenden Kinds/ daß dem Vatter rufft/ vnd vmb huͤlff bittet/ dieweil er nuh vergebens hoͤret⸗ Dieweil jhm die Haͤnde gebunden/ vnd er mit dem gefangenen Halſe vnter das Joch kom̃en? Derenhalben weil vnſere Haͤnde noch frei ſein/ dieweil wir noch das Schwert zucken/ laßt vns das Werck angreiffen/ daß ſich der Vberwinder daruber verwundern muſſe. Laßt vnſere Wei⸗ ber die letzte gutthat der Ehelichen Liebe/ als eyne Moꝛgengabe empfahen. Wir woͤllen jhnen diſe Schluͤſſel ʒuſtellen/ zum Zeugniß des newen Bluts/ daß ſie vnſerer Freibeyt Er⸗ ben ſeien. Darzu vermahnen ſie vns ſelbs/ vnd wahrlich ſie ſeinds wert/ die es begeren/ di ſich aber entſetzen/ die muß man ʒwingen. Es werden ſich auch die kleyne Kinder gar— „ Ochwer 7 2 Egeſip. bõ erſtoͤrũg der Statt Jeruſ. Das V. Buch. Schwert entſetzen/ dieweil ſie jhres Alters halben noch nichts darumb wiſſen/ welehes ſie von jhren frommen Eltern ſollen annemmen/ das ſie warhafftig frei werden. Was kan vns auch fürtrefflichers widerfahren? Wann wir zuuoꝛ den Zlecken außbrennen/ woͤllen wir doch die Frucht vberlaſſen/ damit ſie nicht meynen/ wir ſeien mehr durch. Hunger genotiget/ deñ durch Liebe der Tugend angereytzet/ das wir eynander ſelbs erwuͤrget haben. Laſſet vns jhnen diſe Speiſe mit Blut erfullet/ ſchencken/ vnd wann ſie ſchon auch durch die Flam̃e verzehꝛet wird/ ſo wird doch der Geruch der angezuͤndten Frucht anzeygen/ daß den Belaͤgerern das jehnige verderbet/ welches die Belaͤgerten vberfluͤſſig gehabt haben. Demnach ſo biete eyn jeder den Halß tapffer her/beſchirme vnnd vmbfahe das Vatterland/ zu guter letzt/ wann er ſterben will. Es werde das Vatterland vns eyn Grab der Freiheyt/ welches eyne Behauſung vnſerer Wir⸗ de geweſen/ Diſe Begraͤbniß ʒieret vnſere Leich/ ſo wir mit der Tugend vmbgeben vnd bedeckt Grewliche That. Neunhundert onnd ſechzig Inden/ eyn⸗ ander ſelbs erwuͤr⸗ get⸗ werden. Durch ſolche Rede wurden ſi entzuͤndet/ daß etliche bloſſe Schwerter in die Haͤnde na⸗ men/ jhꝛe Ehegemahel kuͤſſeten/ jhre Kinder hertzeten doch ohne weynen/ vnd eilend/ damit ſie dem einde zuuoꝛ faͤmen. Solches liebe pfandlſprachen ſie)geben wir euch zu lohn/ fur die letz⸗ te Freundſchafft/ vnd nach dem ſie die natuͤrliche Lieb mannlich vertruckten/ vñ das mitleiden verhielten/ vollbrachten ſie die moͤrdliche That. Die Weiber boten ſich vnerſchrocken dem Streych dar/ jhre Zucht ʒu behalten/ vnd ʒogen jhrer Maͤnner Gemuͤt an. Da nuh die Ehr⸗ weiber vnd Kinder erwuͤrget waren/ erwehleten ſie etliche ſtrenge Maͤnner/ die den Moꝛd vol⸗ lends verꝛichteten. Alſo giengen alle darauff/ neunhundert vnd ſechzig mit Weib vnd Kin⸗ dern. Alleyn eyn Weib blib vber/ welche fuͤnff Soͤhne in eynem Waſſergang verboꝛgen hat⸗ te/ dieweil die ander die letzte Freunde hinrichteten. Diſe hat den handel/ als die Romer in der fruhe hinzukamen/ vnd ſie von dem Getoͤß herauß gelocket ward⸗ angezeyget. Ihre Guͤter aber hatten ſie zuuoꝛ zuſam⸗ men getragen/ vnd mit Fewer verbrannt. Egeſippi ſchog voller len /e tme tet wa wendt ſchlag des H das E Polc te/pe bariey tes V Lehen kam /j̊ auchh gewoꝛ ſibvn verrei venuch dehn fürEl dichpo nergw tſol 8 i 14 Plirtrefflichen vnnd chicheſchreibers/ von Zerſtoͤ⸗ rungder& tatt Jeruſalem. A N A K EP H A L AE O 8 1 5 Daß iſt Buͤchern geſagt worden. M zwey vnd vierzigſten jar nach des Herꝛen Leiden aber im erſten jar des Keyſerthumbs Veſpaſiani/ ward das Jů⸗ diſche Land mit beſchwerlichen Kriegen/ vnd jnnerlicher Auff⸗ S ruhr zerziſſen. Deßigleichen hatte auch jhre Statt Jeruſalem treifachen Krieg. Da war keyn auffhoren/ keyne ruh/ keyn an⸗ ſtand /aber allen augenblick Scharmuͤtzel. Vil fielen zu boden/ 3 vnzaͤhlich vil wurden erwuͤrget. Das Blut verunreyniget al⸗ 2 les/ vnd erfuͤllet des Tempels eingang. Die Leichen fielen hin S vnd wider/ deren etliche mit Pfeiien/ etliche ſonſt mit Geſchuͤtz SS getroffen wurden. Keyn ort war ohnegefahr/ keynezeit zu rath⸗ w Widerholung fuſt alle deſſen/ was inden borigen Eegeſip. lib.ʒ, Cap. i ſchlagen /keyne hoffnung der beſſerung/ keyne gelegenheyt ʒufliehen/ Es war alles trawrig/ vñn voller grauſamkeyt/allenthalben leyd /ſchrecken/ allenthalben Weiber geſchrey/ der Alten heu⸗ len/der ſterbendenſeufftzen/ der Lebendigen verzweiuelung/ daß die vherblibene elend/ die ſter⸗ benden ſelig zuſchaͤtzen waren. 2 Wie biſtu ſo ſchaͤndlich betrogen von deinem Volck/ vmb welches willen du ſelig geach⸗ tet wareſt⸗ Wie biſtu durch deine eygene Waffen zerſtoͤret/ vnd haſt deine Haͤnde wider dich ge⸗ wende/ſo du doch pflegteſtohne Waffen zu vberwinden/ vnd ohn allen Streit den Feind zu⸗ ſchlagen/ da die Engel fur dich ſtritten/ vnd dir die Waͤllen des Meers/ der Erden Kluͤffte/ vñ des Himmels praſſeln dienete? Ach Moyſe mache dich jettauff/ vnd ſihe an dein Geſchlacht/ das Erbe deines vertraweten Volcks/ wie es eynander ſelbs erwuͤrget. Lieber ſchawe an das Volck Gottes/ dem das Meer eynen freien durchgang gab/ dem der. Him̃el/ als e Hunger lit⸗ te/ſpeiſe gab/ wie es nuh ohne Meer verſchloſſen/ ohne Pharaone belaͤgert iſt ⸗ ohne vnfrutht⸗ barkeyt des Landes Hunger leidet. Stehe auff Aaron/ der du damals/ als der Tod in Got⸗ tes Volck/ von wegen der Suͤnde/ damit ſie Gott erzuͤrnet hatten/ vil aufffraß/ zwiſchen den Lebendigen vnd Toden ſtundeſt/ vnd der Tod nachließ/ vñ die Seuch/ da dein Leib darzwiſchen kam /jnnen hielt/das ſie nicht weiter die Lebendigen vergifften kont. Ach Jeſu Naue/ kom du auch her fuͤr/ der du die vnůberwindliche Mawꝛen Hiericho/ durch der Trõĩeten Hall ʒu bodt Lið. Capa gewoꝛffen/ vnd beſihe das Volck/ dem du die Außlaͤndiſche vnterthaͤnig gemacht/ wie nuh daſ⸗ ſelb vntertruckt liget. Stehe auff Dauid/ der du mit deiner lieblichen Harffen den boſen Geyſt vertreibeſt/ vñ ſihe wie doch das wuͤten vberhand genom̃en/ vnd deine ſiehliche pſalmen bei den verꝛuchten Leuthen ſo gar vergeſſen/ vnd eyn jeder Oberſter das gantze Volck ʒum tode bꝛinge/ die Freiheyt jhm abzudringen/ fur welches du doch dich ſelbs in den tod wagteſt. Komm her⸗ fuͤr Eliſee/ der du den Feind in Samariamgefuͤhret/ vnnd zum Freunde gemacht haſt/ Durch dich hoͤret man in der Syrer Laͤger das praſſeln viler Waͤgen/ die Stimm der Reuter/ vnd ey⸗ ner groſſen macht/ Der eind flohe/ vnd die Juden kamen der Belaͤgerung ab. Woh bleibt jett ſolch froͤmbkeyt/ woh ſeind nuh ſolche Werck der Heyligẽ? Aber es iſt keyn wunder/ daß ſie der Propheten Werck verloren/ die der Propheten Maiſter verlaͤugnet haben. Darumb ſeind nuh liebes Judea/ deine Waffen wider dich gewendet/ vnnd dein Gebett iſt w ———— —————— & 3 S— —— Summmariſche widerholung dein Glaub iſt krafftloß/ darumb iſt dein Volck wider dich woꝛden/ dañ dein Meyneyd iſt wider dich gerichtet. Was wil man fur huͤlff ſuchen/ da der Anfͤnger des Heyls nit verſoͤhnet wirdr Was meynteſtu wol dz anders geſchehen wuͤrde/ da du mit deinen Haͤnden dein Leben toͤdteſt: da du mit deinem geſchrey deinẽ Fuͤrſprecher verwarffeſt/ deñ das du deine Haͤnde auch an dich ſelbs wuͤrdeſt legen. So haſtu nuh was du begerteſt/ den Fuͤrſien des Lebens haſtu dir ſelbs entzo⸗ gen/ du haſt gebetten daß der vollmaͤchtige Herꝛ deines Lebens getoͤdtet wuͤrde/ vnnd daß man dir Barꝛabam gebe/ der vmb Auffruhꝛ vñ Moꝛd willen/ ſo in der Statt fuͤrgangen/ in das Ge⸗ faͤngniß gewoꝛffen woꝛden. Darumb iſt das Heyl von dirgewichen/ der Jride weggangen/ die ruhe hat auffgehoꝛet/ vnd dir Auffrhur vnd verhergung zu theyl woꝛden. So nim̃ nuh heutiges tages war/ daß dir Barnabas lebe/ vnd Jeſus geſtoꝛben ſei. Darumb regieret in dir Auffruhr⸗ der Frid iſt begrabẽ/ daß du vil grauſamer von den deinen/ vñ ehe denn dich die freiñden erwuͤr⸗ gen/ vmbkommeſt. Ach du elende Statt/ woh haben dir die Romer mit jhren waffen ſo vil vn⸗ gluͤcks angethan/ als dein eygen Volck? Daß die Roͤmer ſtritten/ das haben dir deine zu wegen dracht: Die Roͤmer begerten Jrid/ du boteſt Kriegan. Was verurſacht dich doch/ daß du die ſtaͤrckere anreytzeſt; Eo iſt ʒwar beſchwerlich/ daß eyn Heydniſcher dem heyligẽ Geſetz zuwider in den Tempel gangt/ aber es war jetzt nit Gottes Tempei. Du wareſt nit eyne Statt Gottes ⸗ konteſt auch nit ſein/ die du der Toden Gꝛab wareſt/ ſonderlich der deinen/ die du ſelber getoͤdet⸗ nit die du vorm ꝗeind verlorẽ hatteſt. Dañ wie konteſtu des Lebens Behauſung ſein/ die du ey⸗ ne Wohnung des todes wareſt/ eyne Herberg der Laſter/ vnd eyne Moͤꝛdergrube: Es lagen in dir Ananus vnnd Johannes/ die Hoheprieſter vnbegraben/ die voꝛ langeſt mit Prieſterlichem Schmuck bekleydet/ vñ von den Außlaͤndiſchen geehꝛet woꝛden/ die lagen gar abſcheuhlich. Ih⸗ re Leichnam ſeind der Voͤgel Speiſe/ vnd von Hunden gefreſſen woꝛden/ jhꝛe Gliderzerzerꝛet⸗ vnd in der gantzen Statt zerſtrewet/ daß die geſtallt der alten Heyligkeyt gleichſam beklaget/ ſol che groſſe ſchmach des heyligen Namens/ vñ die verwuͤſtung des Ambts/ daß voꝛ ʒeitẽ in groſ⸗ ſem anſehen war. Aber du haſt ſelbs ʒu ſolcher vnbillichen That den anfang gemacht/ da du die Heyligen des Herꝛen getoͤdtet haſt. Vor dem Tempel lag Zacharias tod vnd vnbegraben. Dar⸗ umb waͤſcht dein Blut jehnes abe. Warumb iſt aber Ananus getoͤdtet woꝛden/ Dann daß er dein Volck ſtraffet/ das ſie ſich nicht auffmachten den Tempel ʒu beſchirmen/ vnnd jhnen ver⸗ weiß daß die Freiheyt verloꝛen/ die Tugend verlaſſen/ vñ die vberige alte Gottesdienſt mit Fůͤſ⸗ ſen getretten/ die Altar verunreynigetJa der da rieth daß man das Volck/ ſo durch den brauch der vnempfindlichen Goͤtzen verunreyniget war/ vnd wie die Bilder keyn verſtand hette/ ſolte fahren laſſen. Daũ die vnuernuͤnfftige Thier habẽ die art/ das ſie empfindẽ/ was man jhn leyds thut/ vñ begeren entweder die vnbilligkeyt ʒu raͤchen/ oder werdẽ durch eynen Stachel bewegt ⸗ die ſtreych ʒu verhůͤten. Derhalbẽ wer ſich nit bewegen leſt/ vñ das ſchaͤdliche nit verhuůten kan ⸗ der iſt gleich denen dingen/ die nichts empfindẽ. Vnd fuͤrwar woh iſt deine freiheyt/ vmb deren willen du voꝛzeitẽ weder den Egyptern/ noch den Philiſtern/ noch den Aſſyrern/ noch auch den Medern weichen wolteſt⸗ Woh iſt der Machabeer Glaub/ der voꝛ ʒeiten mit wenigen die Ba⸗ bylonier erlegt? die Perſer gejagt/ den Demetrium geſchlagen? Endlich auch des Antiochi Waffen/ Schwert vnd Jewer in den Kindern vñ Weibern vberwunden hat/ die fuͤr die Vaͤt⸗ terliche Geſetze lieber ſterben wolten/ denn dem Koͤniglichen Gebott gehorchen. Woh bleibt die aller ſchoͤneſte andacht der Vaͤtter in allem Leiden/ vmb welcher willen ſie ſich nit fur die Kin⸗ der/ nit fuͤr die Weiber ſo ſehꝛ/als fuͤr den Tempel Gottes/ ⁵willig in den tod ergaben Eo bluhe⸗ te auch zuuoꝛ die Pꝛieſterliche Ruthe Aaron/ die von eyner wilden wurtzel geſchnitten war/ Nuh aber iſt auch der Glaub verdorꝛet/ die Gottesfoꝛcht begraben/ vnd aller eiuer nach der Tugend vergangen. Es iſt zwar keyn wunder/ ſo dʒ Volck/ daß von Gott abgewichen iſt/ vnd den boß⸗ hafftigen verkehꝛten Geiſt volget/ vnter ſich ſelbs ʒertheylet iſt. Dañ wie ſolte der ſeinen Friden behalten/ dee Gottes ꝗridẽ verſchmaͤhet Der Fride Gottes iſt Chriſius/ der auß beydeneyns gemacht/ Seind derhalben billich auß eynem Volck vil wider ſich ſelbs woꝛden/ dieweil ſie dem Herꝛen Jeſu nit haben volgen wöllen/ der die ʒertheylte vereynbaret/ ſondern haben gefolgetdẽ wuͤtenden Geyſi /der die eynigen ʒertrennet. So haſtu nuh liebes Jeruſalem den Lohn fur dei⸗ nen Meyneyd empfangen/ da du mit deinen Haͤnden deine Veſtunge ʒerſtöret/ vñ mit deinem Schwert deine Glider durchſtochen haſt/ alſo das der Feind eyn mittleiden hette/ als du todeſi⸗ vñ er verſchonet/ vñ du grauſam tobeſi. Daũ du ſiheſt dʒ Gott wider dich ſtriet/ vñ—— 5 8 mer ſiatt ande me vill u 3 2 wei lchi wůͤte hand alley ſhen vont dami ches heni vñw genn Bur der G hena nacht ken/ d derßt lihed bamf pelcy augen Don Lecht vnb. in Go derjh vndw gruͤbe nochl get. jchne grauſ mehr 2 verach chenſ daß alt wanni Goite otte doch n teney wpe Thag gezeſ Hyig Vorgemeldter Biſtorj. n mer ſeiten ſtund/ daß du dich ſelbs freiwillig verꝛathen mußteſt/ vnd darumb woͤllen die Roͤmer vil lieber zuſchawer ſein/ denn wuͤrger/ auff das ſie nit/ da deine Glider vnter jhnẽ ſelbs entzuͤn⸗ det ſeind/ dafür gehalten wurden/ als vb ſie mehꝛ ſuchtige/ denn ſtarcke Haͤnde angelegt hetten. Zu diſem ſchandlichen Moꝛd kam noch die vnmenſchliche grauſamkeyt/ daß ſie alle die ſo ent⸗ weder im Tempel/ oder auff der Gaſſen erwuͤrget/ vnbegrabẽ ligen lieſſen/ ja es hatte niemand weile zu beſtaͤtigen/ dieweil ſie mit dem Krieg vnter eynander zuſchaffen hatten/ vnnd maͤnnig⸗ lich mehr ſorget/ wie er wuͤrgen moͤcht/ dann wie er die todten begrube. Alſo waren durch das wuͤten die werck der Liebe vergangen/ vnnd namen die Geſchaͤfft der vnbarmhertzigkeyt vber⸗ hand/ vnnd war in ſolchem groſſem vngluck nichts ſo gar verloren/ als die barmhertzigkeyt/ die alleyn das elend pfleget zu lindern/ vnd in bekůͤm̃erniß zutroͤſten. Dañ auch die jehnigen/ ſo die jhꝛen verloꝛen hatten/ ſie auß foꝛcht nicht begraben doꝛfften/ dieweil eyn groß ſchrecken einfiel von den Oberſten der auffruͤhriſchen Partheien/ vnd eben die/ ſo gewuͤrget hattẽ/ wehꝛeten den andern/ das ſie niemand erwiſchet zu begraben. Mußte derhalben jedermann in foꝛcht ſtehen ⸗ damit er nit das jehnige/ was er eynem andern mittheylen wolte /j hm ſelbs entzoͤge: Oder wel⸗ ches noch aͤrger iſt/ ſo er andern Begraͤbniß bereytet/ er ſelbs keyne erlangen konte. War derhal⸗ ben im Tempel an ſtatt der wolriechenden Salb /koͤſtliches Raͤuchwercks/ vñ alleriey lieblicher vñ wolriechender Blumẽ/ eyn grewlicher geſtanck von den vnbegrabenen Coͤrpern/ die der Re⸗ gen erweychet/ etliche das Jewer verbrañt/ etliche die Soñe erhitzet/ alle Glider der erſchlagenẽ Burger ſtuncken ſehr grewlich. Hie war der faule geſtanck von dem verfaulten Eingeweyd/ da der Geruch der verbꝛañten/ vnd erfullet der lebendigen Mund vnd Naſen/ das ſie nit vber lang hernach/ in groſſe kranckheyt fielen/ vnd daruber ſeufftzeten/ das ſie vberbliben/ als die bald dar⸗ nach mit groͤſſeren ſchmertzen ſterbẽ mußten/ vñ eben darzu behalten wurdẽ/ das ſie ſeben můß⸗ ten/ das jhnen ſambt dem Vatterland auch das Erdreich/ das natuͤrliche Recht den Lebendigẽ der Frid den Burgern/ die Begraͤbniß den verſtorbenẽ verſagt/ vnd alle menſchliche vñ Gott⸗ liche ding befleckt vnd verunreyniget wuͤrde/ vnd alles vnordenlich vnter eynander gienge/ die barmhertzigkeyt fur ſchand/ die grauſamkeyt fur eyn Gottes dienſt gehalten wuͤrde/ dz im Tem⸗ pel eyn Heerlaͤger/ im Eingang Krieg/ auff den Altaren Leichen weren/ vnnd ſolche ding vor augen ſehen/ welche ſie den Propheten/ die es zukuͤnfftig verkuͤndigt /nit geglaubt hetten. Dañ Dauid hat dauongeſagt: Sie haben deinen heyligen Tempel verunreyniget/ ſie haben die Leichnam deiner Knecht den Voͤgeln zueſſen geben/ ſie haben jhr Blut vergoſſen wie Waſſer/ vmb Jeruſalem her/ vnd war niemand der ſie begrub. Dañ es waren dazumal auch die Heyden in Gottes Erbtheyl kommen/ die alles wegnamen/ vnd der Tempel ward verunreyniget durch der jhren Leichen/ vnd die Coͤrper der getoͤdteten lagen vnbegraben/ wurden von den Voͤglen vnd wilden Thieren gefreſſen/ das Blut vergoſſen/ anzuzeygen/ das keyner da were/ der da be⸗ grube/ dann das wuten gieng von den Lebendigen zu den Toden/ von den Toden/ zu denen die noch lebten. Wann eyner wolt eynen verſtorbenen zur Erden beſtaͤtigẽ/ ſo ward er ſelbs erwuͤr⸗ get. Vnd der den verſtoꝛbenen getoͤdtet hatte/ der warff ſeinen zoꝛn auff den Begraͤber/ damit jehner gar nit begrabẽ wuͤrde/ ſo erwurget er diſen: Der den Begraͤber toͤdtet/ der uͤbete groͤſſere grauſamkeyt an dem Toden/ in dem er den/ dem man nit kan mehꝛ feind ſein/ vñ der keyne ſtraff mehr empfindet/ der letzten Pflicht der Natur beraubet. Was koͤnte denen anders begegnen die Gottes wort nit annemen/ der Prophetenpredigtt verachteten/ alle billigkeyt mit Fuͤſſen tratten/ vnd an die zukuͤnfftige ding nit glaubten/ zu wel⸗ chen ſie doch ſelbs holffen/ das ſie deſto ehe geſchahen. Dann es war eyne alte vñ gemeyne ſage⸗ daß alsdann die Statt Jeruſalem zu grund gehen/ vñ jhr Heyligthum̃ verbrannt werdẽ ſolte wann der auffruͤhriſche Krieg das Geſetz angreiffen/ vñ der einheymiſchen Haͤnde den Tempel Gottes verunreynigen wuͤrden/ Aber ſie verſtundẽ das auch nit. Dañ wie offt iſt wol das Hauß Gottes ʒerſtoꝛet woꝛden/ wie offt hat die/ Auffruhr/ Belaͤgerung/ vnd Krieg erlitten? vnnd iſi doch niemals gar vertilget woꝛden/ dann da ſie den Herꝛen/ den waren Tempel Gottes/ mit jh⸗ ren eygenen Haͤnden gecreutziget; Darumb muͤſſen ſie auch das horen: Brechet diſen Tempel abvſo wil ich jhn in treien tagen wider aufferwecken. Dañ was iſts anders/ deñ eyn vngottliche That geweſen/ da ſie jhre Gottloſe Haͤnde an den Fuͤrſten des lebens gelegt/ da ſie jhn geſteym⸗ get /geſchlagen/ gezuͤchtiget vnnd getoͤdtet: Dazumal hat warhafftig das Goͤttliche Fewerihr Heyligthum̃ gar verzehret. Dann ob es ſchon zuuoꝛ von den Babyloniern doch 4 Summariſche widerholung wider gebawet/ Darnach da er von Pompeio ʒerſtoͤret/ iſt es abermal auffgerichtet. Aber da iſt es gaͤntzlich außgebrañt/ als Jeſus kommen/ da iſt es fur Hitze des Geyſtes Gottes zerſchmol⸗ tzen vnd verſchwunden. Ich hette wol ſollen mit groͤſſerem wehklagen/ als voꝛ eyner Leich der Vaͤtterlichen zierd hergehen/ vnd gleichſam die Begaͤngniß halten/ vnd nach altem brauch verꝛichten. Aber wir woͤllen zu der Summ der ʒerſtoͤrung Jeruſalem/ vnd verſtoſſung der Juden greiffen. Dann ſie ſeind billich ʒu verwerffen/ vnd gering ʒuſchaͤtzen geweſen/ dieweil ſie den Herꝛen Jeſum/ der alle Schatz vbertrifft/ vmb treiſſig Pfennig von dem Juͤnger erkaufft/ nicht das ſie jhn zum Herꝛen haben moͤchten/ ſondern das ſie jhn/ als eynen Vbelthaͤter auß dem Lande der Lebendi⸗ gen wegreiſſen. Darumb ſeind ſie billich von jhrem Erbtheyl/ geringer denn die Sprewer/ in alle Land von den Heyden/ fuͤr welchen ſie ſich beſorgten/ das ſie jhnen nit Land vnd Leuth ne⸗ men/ verwehet vnd zerſtrewet woꝛden. Vnd die den Herꝛen Jeſum vmb treiſſig Pfenning er⸗ kaufft/ ʒu vertilgen/ die haben darnach billich geſehẽ/ daß treiſſig Haͤubter der jhren vmb eynen Pfenning/ zum ſpott verkaufft wurden. 2 Dieweil denn faſt alle Judẽ eynmuͤtiglich in den Tod vnſers Herꝛen Jeſu Chꝛiſti verwilli⸗ get haben/ ſeind ſie auch/ da die Rach angangen/ faſt alle auß allen Landen ʒum Feſt der Suͤſſen Joſeph · lib. ra. 4ʒ· brot zuſamen kommen/ vnd ploͤtzlich mit Krieg vberfallen woꝛden. Alſo das erſtlich eyn ſchaͤdii⸗ che Seuch auß der enge des Oꝛts/ darnach bald der Hunger vnter jhnen entſtanden iſt. Daß aber eyne ſolche groſſe maͤnge Volcks in der Statt hab ſein koͤñen/ iſt von denẽ abzunem̃en/ die vnter Ceſtio geweſen/ Dañ ꝗᷓlorus dazumal alle Maͤnner in der Statt gezehlet hat. Dann die⸗ weil er Neronem/ der das Volck verachtet/ gern berichtet hette/ vnd an die Hohenprieſter bege⸗ ret/ das ſie die maͤnge/ wie ſie koͤnten/ abzehleten/ habẽ dieſelbigen/ am Oſterlichen ꝗeſt/ da man von der neunden Stund/ biß vmb eylff die Opffer ſchlachtet/ vnd in jeder Geſellſchafft nit vn⸗ ter zehen Menſchen waren(dann ſie doꝛfftens nicht alleyn eſſen/ ſondern vil Nachbarn kamen zuſammen) zweymal hundert/ ſechs vnd fuͤnffzig Tauſent/ vnd fuͤnffhundert Opffer gezehlet. Wañ man nuh zu jedem zehen Geſie rechnet/ ſo laufft die Summa auff zwentzigmal hundert/ vnd ſibenhundert mal Tauſent/ die da alle heylig vñ reyn ſein. Dañ weder die Auſſetzigẽ/ noch befleckten/ noch Samfluͤſſige/ die man Weibiſche neñt/ weder die Weiber die mit jhꝛer Kranck⸗ heyt beladẽ/ noch die ſonſt verunreyniget/ an den Opffern theyl oder gemeynſchafft habẽ doꝛff⸗ ten. Ja auch die Frembdlinge nit/ außgenom̃en die des Gottesdienſts halben kommen waren. Es verſamlet ſich aber diſe groſſe maͤnge von den Außlaͤndiſchẽ. Dazumal aber ward dz gantze Volck durch Gottes Fuͤrſehung/ gleich als in eynem Kercker verſchloſſen/ die Statt mit men⸗ ſchen erfuͤllt/ vnd mit Krieg belaͤgert. Vbertrifft alſo die anzahl der erwuͤrgten/ alle ſtraff die jh⸗ nen von Menſchen begegnet/ vñ von Gott ʒugeſandt/ welche ſie zum theyl offenlich erwuͤrget/ zum theyl die Roͤmer gefangen haben. Dann ſie durchſtoreten die heymliche Gemach/ vnduff⸗ neten die Graͤber/ vnd toͤdteten alle ſo ſie drinnen funden. Es wurden jhr aber mehr denn ʒwey⸗ tauſent daſelbs gefundẽ/deren etliche ſich mit jhꝛer eygnen Hand entleibet/ der mehꝛertheyl aber ſich vntereynander erwuͤrget/etliche Hungers geſtoꝛbẽ. Dañ ſie litten die ſtraff vmb jhꝛe buben⸗ ſtuͤck/die da/ nach dem ſie Jeſum den vollmaͤchtigen Herꝛen des Gottes dienſis/ demnach auch ſeine Jůnger verfolget. Doch haben vil Juden/ der Heyden aber ſehꝛ vil an jhn geglaubt/ da ſie durch ſeine Lehꝛ vñ Wunderwerck/ die aller Menſchen vermoͤgen vbertraffen/ gereytzt woꝛdẽ welchen auch ſein Tod weder den Glauben noch die Gnadauffgehabẽ /ſonder jhre andacht ge⸗ mehꝛet hat. Sie haben auch moͤrderiſche Haͤnde angelegt/ den Anfaͤnger des Lebens zu Pilato gefuͤhret/ vñ den Richter der ſich waͤgert/ getrungẽ/ dariñen doch Pilatus nit entſchuldigt/ ſon⸗ dern der Judẽ vnſiñigkeyt gehaͤuffet wird. Dann er ſolte den nit verdampt haben/ den er im ge⸗ ringſten nit ſchuldig befunden/ noch diſe vngottliche That mit dem Moꝛd doppeln/ daß er von denen verdamit wuͤrde/ der ſich freiwillig ſie ʒu erloͤſen/ vñ ʒu heylen hatte dargebotten. Dann wiewol gemeldter Pilatus die Haͤnde gewaͤſchen/ vnd geſprochen: Ich bin reyn von dem Blut diſes Gerechten/ ſehet jhꝛ zu/ So iſt er doch nichts deſto minder ſchuldig/ der die Herꝛligkeyt des Meren aufferſtehung erkannt/ vnd vngern außzubreyten begeret/ Aber er hat als eyn Meyney⸗ diger /nicht woͤllen glauben/ wie es ſein Brieff/ den er dem Keyſer ʒugeſchickt/beʒeuget. Pontius Pilatus wuͤnſcht Claudio Glůͤck vnd Heyl: Es hat ſich newlich begeben/ wel⸗ von hrſio. ches ich auch ſelbs bewilligt/ daß die Inden auß neid ſich vnd jhre Nachkomne mit grauſamer verdaminiß het du du di hin s nen ant hert len. Kri teni ſein ben ſch n dit/ jyne 2 dere lung keyn di) gſu tigen aber mite deſto Dar gog nean pels vonſ daß ben; henh bran vmh Jwe ben h grfüͤ loger ſchey werd. Vott darne 8 Vorgemeldter Biſtorj. 16 verdamniß geſtraffet. Dann jhre Vaͤtter hatten die verheyſſung/ daß jhnen ſhr Gott ſeinen Heyligen von Him̃el ſenden wolt/ der billich jhr Koͤnig genennt wuͤrde/ vnd verſprochen/ jhn durch eyne Jungfraw auff Erden zuſenden. Als nuh der Hebrecer Gott diſen eben zu der zelt ⸗ da ich Landpfleger war/ in Judeam geſendet/ vñ ſie geſehen daß er die blinden ſchend gemacht⸗ die Auſſetzigen gereyniget/ die Gichtbruͤchigen geſund/ die Teuffel auß den Menſchen vertri⸗ ben/ ja auch die toden aufferwecket/ den Winden gebotten/ mit trockenen Fuͤſſen auff des Mee⸗ res Wallen gewandelt/ vñ vil andere ding gethan/ da alles Juͤdiſche Volck jhn Gottes Sohn nenneten/ haben die Oberſten der Juden eynen neid wider jhn gefaſſet/ jhn gefaͤnglich mir vber antwoꝛtet/ vnd eyns vbers ander auff jhn erlogen/ vñ zu mir geſagt/ gaben für er were eyn Zau⸗ berer/ vnd thaͤte wider jhr Geſetz. Ich glaubt es were alſo/ geyſſelt/ vnd vbergab jhn jhrem wil⸗ len. Sie aber haben jhn gecreutziget/ vnd ſein Grab mit Waͤchtern verhuͤtet. Da nuh meine Kriegsknecht die Wacht hielten/ i er am tritten Tag wider aufferſtanden. Aber die Judẽ wa⸗ ren dermaſſen fuͤr Boß heyt verbittert/ daß ſie den Hůtern Gelt gaben/ vnd ſpꝛachen: Saget ſeine Jůnger haben ſeinen Leichnam genommen. Aber da ſie das Gelt empfangen hatten/ ha⸗ hen ſie nit koͤnnen verſchweigen was geſchehen war. Dann ſie haben bezeuget/ daß ſie jhn ge⸗ ſehen hettenaufferſtanden/ vnd daß ſie von den Juden Gelt empfangen. Das hab ich darumb angezogen/ daß nit jemann etwas anders liege/ oder der Juden Luͤgen glauben gebe. Die Meyneydigen ʒeugen ſelbs von jhm/ wie es Joſephus der Geſchichtſchreiber ml⸗ Joſephus von Chri⸗ det/ Daß zu derſelbigen zeit geweſen ſei/ eyn weiſer Mann(ſo ſichs anders gebuͤret/ ſpricht ex/ ſlil 8 cab.4. der 5 351 ten Beſchicht. jhn eynen Mann zu nennen) der groſſe Wunderwerck gethan/ vnd ſeinen Juͤngern vber trei Tag nach ſeinem tod lebendig/ laut der Propheten Schrifft/ erſchinen/ die beyde diſes vnd an⸗ dere vnzaͤhliche ding voller Wunderwerck von jhm geweiſſaget. Von welchem die Verſamm⸗ lung der Chriſten angefangen/ vnd in allerley Geſchlaͤcht der Menſchen kommen. Iſt auch keyn Volct des Romiſchen Reichs vberig/ daß nicht an ſeinem Gottes dienſt theyl hette. Wañ die Juden vns nicht glauben wollen/ ſo moͤgen ſie nur den jhren glauben: Das hat Joſephus Von Joſepho. geſagt/ den ſie gar hoch halten. Vnd zwar er hat die warheyt geredt/ von wegen der warhaff⸗ tigen Geſchicht/ dieweil ers fuͤr eyn vnbilliche That hielt/ mit der vnwarheyt vmbgehen/ hats aber ſelbs nit geglaubt von wegen ſeines Hertzens hartigkeyt/ vñ halßſtarꝛigen Meyneyds: Da⸗ mit er doch der warheyt nichts entnommen/ ob er gleich nicht geglaubt/ ſondern das zeugniß deſto kraͤffriger gemacht/ dieweil auch der vnglaͤubige/ die warheyt mit vnwillen bekennet hat. Darinn des erꝛen Chꝛiſti Jeſu ewig gewalt erſcheinet/ daß jhn auch die Oberſten der Syna⸗ gog/ den ſie doch ʒum tod begriffen/ eynen Gott bekannten. Vnd fuͤrwahr er hat wie Gott oh⸗ ne annemung der Perſon/ oder eynige foꝛcht des todes geredt/ auch die verhergung des Tem⸗ pels verkuͤndiget/ Aber es hat ſie nicht die vnbilligkeyt des Tempels beweget/ ſondern dieweil ſie von jhm in jhren Laſtern vñ Gotteslaͤſterung geſtrafft wurden. Daher iſt der ʒorn entbrannt⸗ daß ſie den getoͤdtet/ der von ewigkeyt her geweſen. Dann da andere durch Gebett erlanget ha⸗ ben ʒuthun/ was ſie gethan hatten/ Diſer auß eygener macht/ alles/ was er nur wolte geſche⸗ hen haben/ zu wegen bracht. So ward nuh am achten tage des Herbſtmonats die Statt ver⸗ prannt/ die gantze ʒeit vber/ ſo lang die Belaͤgerung gewaͤret/ ſeind ʒehenmal hundert Tauſent Cap. 49. vmkommen/ oder eylffmal hundert Tauſent/ wie der meherertheyl ſagen. Welche zwar alle Juden geweſen/ aber nicht alle auß demſelben Lande oder Gegend/ dann ſie waren allenthal⸗ ben her auff das Oſterfeſt dahin kommen/ Siben vnd neunzig Tauſent ſeind gefangen weg⸗ gefuͤhꝛet. Zu dem/ waren die Gefangene/ von wegen der groſſen maͤnnge ſo wolfeyl/ daß jhꝛer Treiſſig von den Roͤmern vmb eynen Pfenning /offenlich verkaufft wurden. Als aber die Be⸗ laͤgerung ſhꝛer endſchafft erꝛeycht /hieß der Keyſer Titus/ Statt vnd Tempel auff den Boden ſchleyffen/ auff daß das woꝛt des Herꝛen Jeſu erfullt wuͤrde/ daß er zuuoꝛ verkuͤndiget: Wahr⸗ lich ch ſage/ es wird nicht eyn Steyn auß dem andern gelaſſen werden/ der nicht zerbrochen Matth·4⸗ werd. Vnd zwar eyn ſolch end hat die Belaͤgerung Jeruſalem genommen. Diſe Statt hat anfaͤnglich gebawen eyn maͤchtiger vnter den Cananitern/ der nach des Cay.g. Vatterlands Sprach der gerechte Koͤnig genannt war/ vnd ſie erſilich Solymam geheyſſen ⸗ darnach eynen Tempel darzu gebawet/ daher die Statt Hieruſolyma genannt woꝛden. An⸗ fãnglich haben Cananiter darinnen gewonet. Dauid iſt der erſte Hebraiſche Mann/ der die Cananiter darauß vertriben/ ſein Volck dahin geſetzt/ vnd jhm eyn Koͤniglich darein ge⸗ Pſalm, 15 Lib.. Cap. 4. Summariſche widerholung bawen hat. Er war auch wol willens Gott eynen Tempel zubawen/ aber es ward jhm durch eyne Göttliche Antwoꝛt gewehꝛet: Doch verließ er Salomonem zum Erben/ der den Tempel⸗ welchen er gelobet/ bawen ſolte. Bawet derhalben Salomon den Tempel/ vnd die ander Koͤ⸗ nig haben vil darzu gethan/ daß die Statt gezieret wurde/ Es bracht jhnen aber die groſſe Her⸗ ligkeyt vngunſi. Doch vbertraff der Tempel alle Werck mit koͤſtlicher arbeyt/ vnd ſchoͤnen gli⸗ tzenden Marmelſteynen: Der Voꝛhang war ſehꝛ koͤſtlich vnd groß/ von Roſinrot/ gäler Sei⸗ den/ vnd aller koͤſtlicher Leinwad vñ Purpur gewircket/ vñ lſi die Materj ſolcher ſeltzamen gat⸗ tung nit vergebens darzu gebraucht/ ſondern eyn jedes hat ſeine verborgene deutung gehabt: Nemlich daß der Tempel deſſen were/ der vber Him̃el vñ Lufft/ Erd vñ Meer/ als eyn Schoͤpf⸗ fer aller Element herꝛſchet/ alles alleyn regiert vnd verwaltet. Dañ das Roſinroth/bedeut den Fewerꝛoten Himmel/ die gaͤle Seide/ den Lufft/ die koͤſtliche Leinwad/ die Erde/ Purpur das Meer/ die mit Meerſchnecken Blut gefaͤrbet wird/ daß man alſo zwey auß der Farbe/ zwey auß dẽ Gewaͤchs verſtehen kan. Es pfleget auch der Hohepꝛieſter diſe vier geheymniß an ſeinẽ Kleyd anzuzeygẽ auff die Hohefeſt/ als ob er die gantze Welt anzoͤge/ wañ er fur dʒ Volck betten wolt ⸗ zum Fuͤrbild des Herꝛen Jeſu/ der als der rechte Hohepꝛieſter kom̃en ſolt/ vñ der gantzen Welt Sunde tragẽ. Es bedeckt auch der Hoheprieſter ſeine Huͤfft mit eynẽ Leinen Niderkleyd/ anzu⸗ zeygen/ daß der Pꝛieſter voꝛ andern in ſeinẽ Hertzen glaͤubig/ vnd an ſeinem Leibe keuſch ſein/ vñ damit des Fleyſches geylheyt begurtẽ ſoll. Es waren ʒwey heylige Tabernackel/ eyn jnnwendi⸗ ges vñ eyn außwendiges/ In diſes giengen die Prieſter allezeit/ in jehnes jnnwendige aber/ das dʒandere geneñt ward/ gieng der Hoheprieſter nur eyn mal/ vñ doch nit ohne Blut/ welches er opffert fuͤr ſich vñ des Voicks miſſethat. Dardurch der heylige Geyſt dz angezeygt/ dʒ der Herꝛ Jeſus wuͤrde kom̃en/ der warhafftig alleyn eingienge in dʒ aller jnnerſte der Goͤttlicht geheym⸗ niß/ vñ in dz verboꝛgene des Him̃liſchen weſens/ der da alle ding alleyn wußte/ vñ den Vatter mit ſeinem Blut die gantze Welt verſoͤhnet/ daß er ſich beyde deren im Himmel/ vnd deren auff Erdẽ erbarmet. Endlich da er kom̃en iſt/ hat er alles zu fridẽ geſtellt durch dʒ Blut ſeines Creu⸗ tzes/ beydes was im Hiiel vnd auff Erdẽ iſt. Innwendig war der Raͤuch Altar/ der Tiſch/ der Leuchter. Der Rauch Altar bedeutet/ daß diſes groſſen Prieſters Gebett/ wie eyn Raͤuchwerck⸗ fuͤr Gott den Vatter kom̃e. Der Tiſch/ daß darauff Chuiſti leiden ſei/ vnd die geheymniß der Sacrament. Daher auch Dauid ſpricht: Du bereyteſt fur mir eynen Tiſch/ die Apoſtel/ als die zwolff Schaubrot ſeind Zeugen ſeines Leidens vnd ſeiner Aufferſtehung. Das Liecht wel⸗ Seug ches auff den Leuchter geſteckt wird/ war ʒuuoꝛ vnter dem Schoͤffel/ das iſt/ vnter dem Meß des Geſetzes/ nuh aber iſt es vnter der gnaden fulle/ vnd gibt eyn jm̃erwerendes Liecht von dem Leuchter mit ſiben Lampen/ darumb daß der heylige Geyſt mit ſiben groſſen gnaden tugenden den Tempel Gottes erleuchtet. Derhalben war das erkaͤnntniß der heyligen Treifaͤltigkeyt im aller jnnwendigſten oꝛt des Tempels/ welches das allerheyligſte genannt ward/ da voꝛ ʒeitt die Ruthe Aaron/ als ſie dahin gelegt woꝛden/ gebluet/ anzuzeygen daß die Pꝛieſterliche gnad in C hriſto mehr nutz ſchaffen wuͤrde nach dem tod/ dardurch er die Welt erloͤſet. Wann nuh die Juden hetten woͤllen glauben/ hatten ſie wichtige Zeychen gnug der na⸗ henden zerſtoͤrung/ dardurch ſie als mit deutlicher Stim̃ erinnert wurden/ daß jhr endt ſich her zu nahet. Dann faſt eyn gantzes jar ʒuuoꝛ/ ſtund vber dem Tempel eyn Comtt/ inn der geſtalt eynes Fewrigen Schwerts/ welcher verkuͤndet/ daß das Volck/ Regiment vnd Statt/ durch Schwert vnnd Fewer ſolte verwuͤſtet werden. Dann was ſolte die geſtallt des Schwerts anders bedeuten denn Krieg? Was ſolte das Fewer verkuͤndigen denn Brunſt? Er iſt aber geſchen worden ehe denn ſich das Volck von den Roͤmern abtrennet. Inn den Deſterlichen tagen aber/ am achten tag des Aprillen/ vnd ſo fortan alle Nacht/ vmb die neun Vhr/ leuchtet der Tempel vnd Altar alſo/ als ob es Tag were/ daß denn taͤglich bei eynen halben Stunde waͤ⸗ ret: Welches der gemeyne Mañ dahin deutet/ daß es eyn Warzeychen were/ daß ſich dʒ Volck verſammlen ſolte/ kamen derhalben dahin/ als ob die ʒeit/ jhre Freiheyt wider ʒu erobern/ vo⸗ handen were. Die verſtaͤndige vermuteten/ daß ſolcher Sternen art pflegt Krieg zu verkuͤn⸗ digen. Auff daß aber niemann meyne/ als ob wir anders von der ſachen geredt hetten/ denn es vnſerm Gottesdienſt vnd der ehrbarkeyt geziiet. So geben win fur nicht was vns gut důnckt⸗ ſonder was ſich ʒugetragen/ was füͤr meynung zu derſelben ʒeit geweſen/ was die Weiſen vnd Vnweiſen hicuon gehalten: Vnd wann von der Juden Sect etwas geſa gt iſt/ ſol man nicht meynen WVorgemeldter Hiſtorf. u7 meynt/ daß wirs darumb geſchriben/ daß wir derſelben Gottesdienſt fuͤr wahrhafftig haltẽ/ vñ nit vil mehr als Schatten vñ iguren voꝛher geſetzt/ daß das volkom̃ene darauff volge. Dann von den Zeychen der Sternen werden wir auch im Euangelio berichtet/ daß Zeychen an Son⸗ ne/ Mond vnd Sternen geſchehen ſollen/ Sie haben auch geſagt/ daß eyne junge Kuh/ vor dem Altar/ als ſie ſolt geopffert werden/ mitten im Tempel/ eben an obgemeldtem hohen ꝗeſt eyn Lamb geboren hab. Item daß das jnner Thoꝛ gegen Auffgang/ welches gantz Erin vnnd ſchwer/ vnnd zwenzig Mann mit groſſer muͤhe vnnd arbeyt auff den Abend pflegten zu zuthuen/ vnnd mit Eiſern Rigeln wol verwaret geweſen/ etliche Naͤchte von jhm ſeibs auff⸗ gangen/ vnd von den Hiueß kuͤmmerlich hab wider koͤnnen zugethan werden. Das hielten auch vil fuͤr eyn Zeychen zukuͤnfftigen Gluͤcks welchen ſich das Thoꝛ ſelbs auffthete/ damit es hinein kommen moͤchte. Dieaber etwas beſcheydener wart/ ſagten/ daß des Tempels hut wuͤr⸗ de auff gehaben/ vñ alles was driũen were/ von Jeindẽ geraubt werden/ der Gottesdienſt wan⸗ dern/ die Eynoͤd an die ſtatt kommen/ die heylige Verſam̃lung verlaſſen/ vnd das Opffer zer⸗ ſtoͤꝛet werden. Welches man denn auch liſet/ daß es ehe denn ſie Chriſtum Jeſum gecreutzi⸗ get/ außtrucklich angezeyget woꝛden. Es erſchin auch ferꝛner nach vilen kagen eyne vberauß groſſe Geſicht/ welches ſehr vil hin vñ wider geſehen/ wie es der Juden Buͤcher bezeugen. Vor der Soñen Vntergang ſahe man plotzlich in den Wolcken Heerwaͤgen vñ gewaffnete Kriegs⸗ heer/ welche das gantze Juͤdiſche Land/ vnnd deſſelben Landes Staͤtte anlieffen. Es haben auch die Prieſter/ die bei naͤchtlicher weil in den jnnern Tempel gegangen/ jhre gewoͤhnliche Opffer zu verꝛichten/ angezeygt/ daß ſie am Pfingſifeſt/ erſtlich eyne bewegung empfunden/ vn eyn gepolter gehoͤꝛt/ welcheb mit vrploͤtzlicher Stimme geruffen: Laſſet vns von dannen zie⸗ hen. Deßgleichen auch vier jar/ voꝛ anfang des Juͤdiſchen Kriegs/ da noch in der Statt guter frid/ vnnd alles vollauff war/ vnnd man das Heſt der Lauberhutten herꝛlich begieng/ tratt eyner mit Namen Jeſus/ Ananie Sohn/ eyn Bawersmann in den Tempel/ fieng an zuſchreien: Eyne Stimm von Auffgang/ eyne Siim̃ von Nidergang/ eyne Stimm von den vier Winden/ eyne Stimm vber Jeruſalem/ vnd den Tempel/ eyne Stimm vber Braut vnd Breutigam/ eyne Stim̃ vber das gantze Volck. Das geſchrey tribe er Tag vnd Nacht. Diſes verdroſſe die fuͤrnemſten des vꝛts/ ſchalten jhn/ als die ſich vber ſeinem erſchroͤcklichen anzey⸗ gen entſetzten/ vndſteupten jhn vbel/ auff daß er doch durch ſchmertzliche ſtraff auffhoꝛet ſolche erſchrecktiche vnd vngehewre ding zu verkuͤndigen. Aber er ließ ſich weder foꝛcht noch ſtreych/ oder andere ernſte Verbott ſchꝛoͤcken/ daß er ſeine weiſe oder Stimm veraͤndert/ ſondern blib in ſeiner weiſſagung/ vnd auff ſeinen woꝛten beſtaͤndig/ ließ ſich auch keyn bitten daran hindern/ veracht alle vnbilligkeyt/ vnd ließ ſich gar nit bewegen. Als ſie aber meyneten/ es geſchehe mit nichten auß fuͤrſatz/ ſondern er wuͤrde(wie es auch die warheyt war) in entzuckung des gemuts getriben/ brachten ſie jhn fuͤr den Statthalter des vꝛts/ dem dazumal von den Roͤmern in der⸗ ſelbigen gegend die verwaltung der gemeynen Embter beuohlen war. Derſelbe/ damit er die wahrheyt erfuhꝛe/ ließ jhn grewlich geißlẽ/ der meynung/ er wolte die warheyt võ jhm erfahren ⸗ je mehr er verharꝛet/ je haͤfftiger er den Menſchen geyſſeln ließ/ ob er villeicht etwas heymlicher anſchlaͤge von eynẽ kuͤnfftigen Tumult erfoꝛſchen moͤchte. Aber er weynet gar nit /bat auch nit vmb die gnade/ ſondern beklaget jnniglich/ auff eynen jeden ſtreych/ nit ſein/ ſondern des Vat⸗ terlands verderbẽ/ vñ ſprach: Wehe Jeruſalẽ. Gab auchkeyne antwoꝛt/ ſo man jhn fraget/ wer er were/ võ wañen er kaͤme/ oder warumb er ſo eynerley ſagte/ ſondern tribe nur dz Klaglieg des Vatterlands fur vñ fur mit erbaͤrmlichẽ geſchrey. Daß auch Albinus(dañ ſo hieß der Mann) muͤde ward/ vñ jhn von ſich ließ/ als eynen dollen vñ vnſinnigen/ der da nit wuͤßte/ was er ſag⸗ te. Er hette mit niemann keyne gemeynſchafft/ man hoͤret jhn auch die vberige ʒeit nicht an⸗ ders reden/ ſondern das klaͤgliche Todengeſang ſingen/ vnd Tag vnd Nacht ſolches widerho⸗ len/ wehe Jeruſalem. Flucht auch niemann der jhn ſchlug/ dancket niemann der jhm Speiſe gab. Es war eyn eynig vnd ſtaͤtig klaͤglich Leichgeheul gegen allen/ ſonderlich wann man die herꝛliche Opffer verꝛichtet. Solche eynerley weiſe vnd geſchrey waͤret ſiben jar/ vnnd fuͤnff Monat. Ward auch in ſo langer ʒeit nicht můde/ biß die Belaͤgerung angieng/ da vnterließ er ſolch geſchrey gerad/ als ob er nuh auffhoꝛen muͤßt zu weiſſagen/ weil das voꝛhanden/ daß er verkuͤndiget hatte. Endlich als die Statt vnnd Tempel anfiengen zu brennen/ gieng er auff der Mawer vmb/ hub wider an zu ſchꝛeien/ weh der Statt/ dem Volck/ vnen Tempel⸗ i Summariſche widerholung Letzlich hencket er auch daran: Weh auch mir/ da ward er mit eynem Geſchůtz getroffen/ daß er mit derſelben Stiĩ den Geyſt auff gab. Es war auch mit alten Buchſtaben geſchꝛieben/ dz die Statt fambt dem Tempel als dañ verderben wuͤrde/ wañ der Tempel viereckig woꝛden. Deren⸗ halben(ob ſie es entweder vergeſſen/ oder vber ſolchen groſſen vngluck erſtarꝛet geweſen) da die Burg Antonia eingenom̃en war/ haben ſie des Tempels vmbgang vierectig gemacht. Zwiſcht welchen diß das aller furtrefflichſt(welches eben mit ſo alten Buchſtaben/ die ſie heylige nenne⸗ ten/ eingehawen blib)daß vmb dieſelbige zeit eyn Mañ wuͤrde ſein/ der von jhꝛẽ Lande die Hert⸗ ſchafft vber die gãtze welt annem̃en wuͤrde/ Welches ſie deñ ſo wůtend macht/ daß ſie nit alleyn ſhnen die Freiheyt /ſondern auch eyn ſolch Koͤnigreich traͤumen lieſſen. Etliche haben diſes auff Veſpaſianum gedeutet/ die verſtaͤndigere aber auff den Herꝛen Jeſum/ der in jhꝛẽ Lande/ nach dem Fleyſch/ von der Juͤngfraw Maria geboꝛn/ ſein Reich durch die gantze Welt hat außge⸗ breytet. Wiewol ſie nun durch ſolche gewaltige zeychen gewarnet geweſen/ kontẽ ſie doch nicht verhuͤten/ was von Gott beſchloſſen war. Dañ ob ſie ſchon Gottes zoꝛn oſſenbar wider ſich ſa⸗ hen /haben ſie jhnen doch weder rathen noch helffen laſſen wollen/ alſo gar hatten die Buben⸗ ſtuck die Augen jhres Gemuts verblendet. Da nuhalle jhre hoffnung auß war/ fieng Eleaʒa⸗ rus/ des Laͤrmens eyn Anfaͤnger/ vnter andern verzweiuelten woꝛten/ alſo an ſeine verſtoſſung von Gott ʒu beklagen: O wir Elenden/ was iſt das fur eyne hoffnung diſes Lebens/ darzu wir vns ſparen? Wolan laßts alſo ſein/ daß der Feind verzeihe/ was wirds vns helffen/ dieweil der zoꝛn Gottes klar vñ offenbar iſt? Das Fewer hat ſich von dem Feind gegen vns gewendt/ der Wind hat ſich veraͤndert/ vñ die Flam̃e mit gewalt ʒu ruck getriben/ daß vnſere Bollwerck ver⸗ prañten. Wer wird koͤnnen lebẽ/ wañ jhm Goet zu wider iſt; Da iſt kehne gnade zu hoffen/ ſon⸗ dern daß wir vns freiwillig in den tod geben. Dañ warumb iſt die Nacht darzwiſchẽ kommen/ deñ daß vns der Feind nit voꝛtaͤme/ oder nach dem die Veſte Schuͤttẽ verbraũt/ als bald herein fiele/ Sondern daß vns ʒeit voꝛbehalten wuͤrde/ eynander ſelbs zu erwuͤrgen/ vñ vns ſambt vn⸗ ſern Kindern vnd Verwanthen zu ſterben erlaubet were/ daß wir nit ſehen doͤrffen die keichende alte Maͤnner vñ Weiber von den Romern zerſchleppen/ vñ die aller liebſte weiber zu des Vber⸗ winders vnzucht hinreiſſen? Laßt vns mit dem Vatterland ſterben/ damit wir nicht zu ſolcher vnehr vnd ſchande vberbleiben. Woh woͤllen wir aber hinfliehen von dem Angeſicht Gottes/ woh woͤllen wir hingehen/ dieweil vns der Herꝛ des Himmels feind iſt? Wann ſchon die Ber⸗ ge vber vns fielen/ vnd mit Holen vns verdecktẽ/ wie wollen wir doch den zoꝛn ſolches gewalti⸗ gen Gottes abwenden? Dañ woh woͤllen wir hingehen da Gott nit ſei/ dieweil er allenthalben iſt; Seind die Eyempel zu gering/ darauß wir verſtehen köñen/ daß eben der/ ſo zuuoꝛ vnſer voꝛ⸗ ſteher geweſen/ voꝛ laͤngſi vber vnſer Volck vnſer Suͤnde halben erzoꝛnet ſei⸗ Wer wolte daran zweiueln/ dieweil er ſihet daß vnſere eygene Haͤnde wider vns ſelbs gewendet/ vñ mehꝛ durch ein heymiſchen auffruhr/ deñ durch Krieg vmbkom̃en ſein? Ich kans den Roͤmern nit zuſchreiben ⸗ daß ſie die oberhand behalten/ ja ſie ſelbs maſſens jhnen nit zu/ ſeintemal ſie wiſſen/ daß wir faſt alle mehr durch vnſere/ deñ durch frembde Waffen vmbkom̃en. Dañ was haben die Inden die zu Caͤſarea gewohnet/fuͤr Roͤmiſche Waffen geſehen: Am heyligen Sabbath vnter vnſerm ge⸗ woͤhnlichen Gottesdienſt iſi eyne groſſe maͤñge der Einwohner zu Caͤſarea/ durch eynen ploͤtz⸗ lichen Auffiauff vnnd zoꝛn/ ſo von oben herab kommen/ zwentzig tauſent erwuͤrget/ alle in die Flucht geiagt/ vnd alſo die gantze Statt verwuͤſtet woꝛden. Iſi nit gantz Syria mit vnſinnig⸗ keyt erfullet woꝛden/ daß die Juden vnd Landosleuth/ ſo ſich in eynerley Staͤtten hielten/ vnnd von wegen der Einwohnung eynander zuuoꝛ verbunden waren/ darnach ſich ſelbs mit Krieg alſo zugericht/ daß den Roͤmern eyn gůͤter eingang zum kuͤnfftigen Sig bereytet woꝛden Dañ was ſol ich von Scythopoli ſagen! dahin die Juden erſtlich geʒogen/ damit ſie den Landoleu⸗ then zunoꝛ kaͤmen/ daß ſie nicht auch nach anderer Staͤtt Exempel etwas wider die vnſere fuͤr⸗ nemen? Daß alſo die Juden/ die von Rechts wegen mit eynhelligem gewalt wider die Frem̃dlinge kriegen ſolten/ wider ſich ſelbs ſolchen anſchlag gemacht/ daß jhrer eyn theyl wi⸗ der die Verwanthen vnd jhre naͤchſten geſtritten haben/ Darnach ſie fuͤr den Lohn ſprer arbeyt vnd des vergoſſenen Bluts von den Einwohnern erwuͤrget worden/ welches ſie den Einwoh⸗ nern nicht haben woͤllen geſchehen laſſen. Die Damaſcener haben ohn alle vrſach acht tau⸗ ſent Juden erſchlagen. Die Aſcaloniter zwey tauſent vnd fuͤnffhundert. In der Statt Pꝛo⸗ lemais ſeind zwey Tauſent erſchlagen. Zu Alerandria aber war eyn aiter groll zwiſchen Juden Nd hr verm vl Gen ni 4 di vn haljſ ſcch gen⸗ iſdie wohi juse ferte: ſieze anger deleu merte wohn Wit damu wohn hont vberz den. Dieg diS haben entbl tig V halten Hinn vndol Gem wir ve genw den2 Preſ haben des lel ſere Q fenſch ob ma manv ler gri n ſoch/ aucht zwar; hft ſyi; Voegemeldter Piſtorj. Juden vnd Heyden/ ſeit der ʒeit da Alexander Magnus /durch der Juden fleiß die Egypter vn⸗ ter ſich gebracht: Daher er denn/ nach dem die Statt gebawen/ den Juden vnd Egptern jhre Freiheyt vnd vnterſchidene Wohnung/ zu gleich gegeben hat/ damit nicht deren Gottesdienſt vermenget wuͤrde/ die jhre reynigung ohn alle befleckung halten wolten. Darauß haben ſich vil Laͤrmen vnter jhnen erhaben/ vnd ſind groſſe geʒaͤnck eniſtanden/ daruͤber ſie eynander fur Gericht gefoꝛdert. Doch iſt nichts wider die gutthaten eynes ſolchen Koͤnigs freuenlich began⸗ gen woꝛden/ ſondern darnach/ als ſich eyne Empoͤrung vnter den Einwohnern erhaben/ vnd etliche Juden erwuͤrget wurden/ etliche ʒur ſtraff behalten/ Da warde dz Juͤdiſche Volck durch die vnbilligkeyt bewegt/ ſich wider die Anfaͤnger der vnbilligkeyt auff zu lehnen/ vnd da ſie ſich halßſtarꝛiger an den Burgern wolten raͤchen/ ward das Roͤmiſche Heer eingefuͤhret/ welches ſechʒig Tauſent Juden in der Statt erſchlagen hat. Aber was bring ich vil die zeit zu in gerin⸗ gem/ dieweil die Zerſtoͤrung der gantzen Welt in eyner Statt vntergang ʒu beweynen iſt Woh ſſt die gewaltigſte Statt Jeruſalem/ woh iſt die ſchoͤne Sion/ woh iſt der wunderbare Tempel/ woh iſt der ander Tabernackel/ vnnd das aller heyligſte Ort/ in welches alleyn der Prieſter des jars eynmal pflegt zu gehen/ nicht ohne Blut/ welches er fur ſich vnd des Volcks miſſethat opf⸗ ferte? Es iſt von den Heyden zerſtoꝛet/ ſie wohnen in den vberblibenen ſtuͤcken der Statt/die ſie zerſtoꝛet haben. Woh ſag ich/ biſtu Volckreiche Statt/ die du von Konigen geehret/ Gott angenem/ eyn Sitz der gnaden wareſt? Deint Pflaſter waren von Marmelſteyn/ deine Waͤn⸗ de leuchteten von Marmel/ deine Spitzen glitzeten von koſtlichem Marmel/ deine Thoꝛ ſchim⸗ merten von Gold/ etliche glitzten von Silber. Sie ſeind alle erwuͤrget /beyde die ſtaͤts in dir wohneten/ vnd die ſich ʒu dir auß der gantzen Welt verſam̃leten/ daß keyn ʒweiuel iſt/ die gantze Welt ſei in dir vntergangen. Es iſt alles entbloͤßt/ von den Spitzen verbrannt/ auß dem Fun⸗ dament eingeriſſen/ deine Wohnung iſt Wuͤſt woꝛden/ vndiſt niemann der in deinen Huůtten wohne/ vnd ſolte nuh eynen gelůſten ʒu leben/ vnd nicht gerewen daß er gelebt haben Es muͤſſen harte augen ſein/ die das ſehen koͤnnen/ vnmilte Hertzen/ die nach ſolchem jammer begeren vber zu bleiben/ nicht daß das vngluͤck auffgehoͤret/ ſondern daß jetzt keyne ruhe mehr voꝛhan⸗ den. Dann woh ſollen wir vnſere Augen hinwenden/ oder was ſol vns gelieben ʒu erwehien? Die gantze Statt iſt der Todten Grab/ man ſihet nichts denn Aſche/ woh man hinſchawet⸗ die Straſſen ſeind laͤr von den Lebendigen/ aber voller Todten Cöꝛper. Die arbeytſelige Alten haben jhre grawe Haar mit Aſche beſtraͤwet/ ſitzen in ʒerꝛiſſenen Kleydern/ vnnd bedecken die entbloͤßte Gebeyn/ daß ſie dieſelben voꝛ den Vogeln vnd wilden Thieren vertheydigen · We⸗ nig Weiber ſeind noch vnuerletzt/ die die Gottloſe Kriegsknecht zur ſchand nicht zum leben be⸗ palten haben. Wer darff die Augen/ wann er ſolches ſihet/ vnd an laͤnger leben gedenckt/ gehn Himmel auffheben? Wer hat ſeines Vatterlands ſo gar vergeſſen/ wer iſt den ſeinen ſo feind⸗ vnd ohn alle naturliche lieb vnd hoidſeligkeyt/ Wer hat eyn ſolch halb Maͤnniſch vnd weych Gemuͤt? Wer iſt ſo foꝛchtſam/ der ſich nicht ſchaͤmet/ daß er diſen dingen vberbliben? Ach daß wir voꝛ laͤngeſt geſtoꝛben weren/ oder ſo wir leben muͤſſen/ daß vns doch das Geſicht vergan⸗ gen were/ ehe denn wir die heylige Statt durch der Feinde Haͤnde zerſtoͤret/ angeſchawet/ vnd den Tempel/ der von vnſern Voꝛfahren Gott geheyliget/ ſo ſchaͤndlich verbrannt/ oder die Prieſter im Tempel erwuͤrget ligen/ geſehen haben. Dieweil wir dannje diß vngluͤck erlebt haben/ ſo laßt vns doch der ſachen noch rath thun/ auff daß man ſehe daß wir nicht auß begierd des lebens/ ſondern auß luſt der Tugend den tod auffgeſchoben haben. Der eind hat alle vn⸗ ſere Veſtungen vmbſchantzt/ es iſt nichts vberig/ denn wir vnd vnſere Weiber. Sit verkauf⸗ fen ſchon vnſere Kinder/ vnnd ʒancken vntereynander/ wer diſes oder jehnes Weib wegfuͤhre⸗ ob man ſie nach eynes jeden Wirde vnd verdienſt/ vnd Perſonen oꝛdenlich außtheylen/ vder ob man vmb die elende das Loß werffen ſolle. Deßgleichen ruͤſten ſie vns grewliche ding zu/ die al⸗ ler groſte pein/ ſo man kan erdencken/ nicht nur brennende Flammen/ oder mancherley tod mil dem Fallbeiel(welches zwar eyn herber tod iſt nach den Banden⸗ nach Gefaͤngniß/ nach dem ſoch/ aber doch etwas leidlicher den Maͤnnern/ wann es ohne ſpott geſchicht) ſondern daß ſie auch den Lebendigen die Glider abhawen/ vnd ſonderlich die Hände verſtuͤm̃eln moͤgen⸗ Vnd ʒwar nicht vnbillich/ dieweil ſiehꝛ Ambt nicht trewlich außgerichtet/da ſie jhnẽ ſelbs konten zu huͤſff kom̃en. Wir werden auch muͤſſen von den wildẽ Thieren den VBberwindern zum Schau⸗ ſpiel ʒerꝛeiſſen werden/ welches jett ſchon in den Staͤtten in allerley Kaͤmpffen geůbt MRom Matth. 5 Johan. 156 1. Corinth. 23 Eſai. 1 Erod. 19 Num. 210 Johan. z Johan· 6. Deut. 18, Cuc.*. Eſai. 59 Rom. 11. Suariſchewiderholung boꝛgemeldter Biſio. vns zum wenigſten durch diß Exempel ſolt ſchamroth machen/ oder erbaͤrmlich zu ſehen ſein/ daß wir darzu geſparet woꝛden/ entweder mit den wilden Thieren/ oder mit vnſern Bruͤdern zu ſtreiten. Vnd dergleichen vil andere ding mehr redet Eieaʒarus/ die voller mißuertrawen vnd verzweiuelung waren. Auß welchen allen die Juden/ nach dem ſie auß dem außgang abzu⸗ nemmen gehabt/ daß Gott vber ſie erzoꝛnet/ haben ſie jhn doch nicht als eynen Goit gepꝛeiſet noch gedancket/ ſondern ſeindin jhꝛen gedancken eitel woꝛden/ vnd jhr vnuerſtaͤndiges Hertz iſt verfinſtert/ vnd haben den/ der alleyn zu den verloꝛnen Schaffen des Hauſes Iſracl kommen ⸗ gehaſſet/ vnd in jhrem haß gecreutziget/ haben ſich auch vnterſtanden die Herꝛligkeyt der Auff⸗ erſtehung ʒuuernichtigen. Dann wann ſie es nicht erkannt hetten/ ſo were jhre Suͤnde nicht ſo groß. Daher der Herꝛ ſelber zu jhnen geſagt: Wann ich nicht kommen were/ vnd hett es jhnen geſagt/ ſo hetten ſie keyne Suͤnde/ Nuh aber haben ſie es geſehen/ vnnd haſſen doch mich vnd meinen Vatter/ Seintemal ſie es vom Vatter erkannt haben/ gleich wie auch die Teuffel/ die da ſagten: Wir wiſſen daß du Gottes Sohn biſt/ ſahen die Wunder/ vnd hoͤꝛeten die wunder⸗ barlichſte ding/ aber die wahrheyt ſelbs haben ſie nicht erkannt/ dann ſie haben von wegen jhꝛes Hertzens haͤrtigkeyt nicht glauben woͤllen. Dann wann ſie geglaubt/ vnd warhafftig erkannt hetten/ wurden ſie nimmermehr den Herꝛen der Herꝛligkeyt(wie Paulus redet) gecreutziget ha⸗ ben. Daher ſpꝛicht der Prophet: Eyn Ochß kennet ſeinen Herꝛen/ vnd eyn Eſel ſeines Herꝛen Krippe/ aber Iſrael erkennt mich nicht. Was wird durch den Ochſſen anders verſtanden⸗ denn eyn jeder heyliger Prediger/ der in dem Woꝛt Gottes arbeytet; Was wird durch den Eſel anders/ denn das tumme Heydniſche Volck bedeutet? daß als bald es— jeden Hirten Predig gehoet/ zu der Krippe des Herꝛen gelauffen/ daß es bei dem Futter Gottes woꝛts ſein moͤcht. Es iſt aber das Volck Iſrael nach zwey vnd viertzig jaren ſeiner heymſuchung billich auß dem gelobten Lande verſtoſſen/ dieweil es nach vierzig jaren ſeines Außzugs auß Egypten in daſſelbig/ wie man ſagt/ gefuͤhret woꝛden/ Vnd zum andernmal zwo Steynern Taffel dar⸗ inn empfangt/ durch welche die ʒweyjarige ʒeit bedeutet/ die ʒu der ʒahl der verſtoꝛung beſtim̃t/ in welchẽ auch die erhoͤhung der Ehꝛenin Schlangen wol zu maͤrckẽ/ durchs welches anſchaw⸗ ————— 5 ung eyn jeder Sterbender geneſen iſt. Dann gleich wie ſie in derſelben zeit auch mit Manna geſpeiſet/ vnnd durch den Mittier Moyſen das Geſet auff Steynere Tafeln geſchꝛiben/ em⸗ pfangen/ vnd die in der ſtund des todes die erhoͤhete Schlange nicht angeſehen/ geſtoꝛben: Alſo zwiſchen diſer ʒeit der verhergung/ die das wahrhafftige Manna(dauon geſagt war: Ich bin das lebendige Brot/ das von Himmel kommen) nicht haben woͤllen heylſamlich empfahen/ vnd den wahren Mittler Chꝛiſtum Jeſum/ von dem geweiſſaget war: Der Herꝛ ewer Gott/ wird euch eynen Propheten auß eweren Bruͤdern erwecken/ den ſolt jhr hoͤꝛen/ wie mich ſclbs: Weraber denſelben nicht hoͤꝛen wird/ der ſol von ſeinem Volck außgerottet werden. Die nuß/ ſag ich/ ſeiner Satzung/ die in jhm ſelbs/ als auff den rechten Felſen geſchriben geweſen/ nicht baben wollen volgen/ vnd zu der zeit der erbaͤrmlichen verhergung/ den der am Creut erhohet vnd von den Todten erſtanden/ veracht/ die ſeind auß dem Lande geraͤumet vnd vmbkommen: Auff daß das Voick ſo im finſtern ſaß/ vnnd im Lande des todes Schatten wohnet/ das ewige Liecht der Aufferſtehung ſehe/ vnd mit ſeiner fulle hinein gehe/ vnd alſo das vberige in Iſrael ſe⸗ lig werden/ ſo doch/ daß auß zwo Waͤnden eyne VBerſam̃lung in der Aufferſtehung werdezu⸗ ſammen gefugt/ auff dem Eckſteyn/ der auß beyden eyns machen wird/ vnſern Herꝛen Jeſum Chriſtum/ der da lebt vnd regieret in alle Ewigkeyt/ Amen. Ende Egeſippj Regiſer inn Iffric Agrih rio/ A9rh Igrpt ſtche Ignpt Ihrp verle It zner mem Abin Meran dgv hene gen Aeren die Aletan Iletan von⸗ Aeran wird Aeran Mexan amn todzʒi verle Meran ſer v 5 Vat Aun lome Alexan Aexan . aber Aeran Aean wird Aleran betn det Aleran Aletan keyt Berzeychniß⸗ der für⸗ nembſten Biſtorien vnd Geſchichten/ ſo von Ege⸗ ſippo in diſem Buchbeſchriben. Der Buchſtaben a nach der Zahl /bedeut die erſte b aber die ander ſeite des Blats. Aron/ der erſte Hohepꝛieſter 46.b. Aarons Ruthe hat gebluͤet 82. 3. 8 Abgunſt vnd neid/ deutẽ alles ʒum aͤrg⸗ Actier Rriegs anfang Affrica den Roͤmern vnterthan 108. b⸗ Agrippa verklaget verodem vergeblich bei Tybe⸗ rio/ wird gefůnglich eingeʒogen 38 4. Agrippe ſchõ ne Red an die Juden Jo.b. Agrippa vermahnet die Juden vom Rrieg abzu⸗ Agrippa ladet Veſpaſianij in ſein Roͤnigreich/o. b⸗ Ahrippa von den Gamalitern mit eynem Steyn verletzt.— 65. b. pinn Schloß vp verode gebawẽ/ 214. Alaner vberfallen vnd pluͤndern Mediam vnd Ar⸗ meniam 22— 100. b. Albinus Landpfleger in Indea 40a. Alerander Jonathe Sohn/ wird der Gefangniß le⸗ dig/ vnd zum Roͤnig gemacht/ krieget wider Pto⸗ lemeum/ Arabiam/ vnd wird von GObeda Si en 5.P⸗ Abxandro ſeind die Juden vngaͤnſtig/ bringet auff die Soooo Juden vmb/ wird von Demetrio ge⸗ ſchlagen 6. a. Alexander laßt s00 Inden creutzigen/ vnterſtehet ſich dem Antiocho den paß durch Indeam zu ver⸗ Alexander mit Areta vertragen/ gewinner etliche Stãtt/ beuihlt ſeinẽ Weib dʒ Regimẽt/ ſtirbt /y. a⸗ Alexander durch ſtreyffet das Juͤdiſche Land/ 10.4. Alexander nimbt etliche Veſtungen ein/ vnnd wird von Antonio in die flucht geſchlagen 0.b. Alexander trachtet wider nach dem Roͤnigreich/ wird von Gabinto geſchlagen 11.4. Alexander Artſtobuli Sohn enthaubtet n. b. Alexander vnd Artſtobulus/ verodis vnnd Mari⸗ amnes Sohn /trachtẽ jhꝛer Mutter Mariamnes tod zuroͤchen/ jhr veyrath/ werden von Antipatro verleumbdet 23.b. Alerander vnd Artſtobulus werden voꝛ dem Rey⸗ ſer verklagt/ ſie entſchuldigen ſich/ werdẽ mit dem WVatter wider verſoͤhnet. 14 24. Alexandri vnd Ariſtobuli entſchuldigung auff Sa⸗ lomes klag/ vor erode Alexander iñ Gefaͤngniß geworffen 26.4. Rlexander bekennet in vier Schrifften alls/ ʒeucht sber ſeine Feinde mit ins ſpil 26. b. Alexander mit verode vñ Archelao verſoͤhnet /. b. Alexander vertrawet Euriclj ſeine heymligkeyt/ wird von jhm verꝛathen 28.6. Alexander vnd Ariſtobulns/ mit falſchen Brieffen bei verode verlogen/ vñ von Salome verleumb⸗ der 28.6. b. Alexander vnnd Ariſtobulus verurtheylt vnnd er⸗ wuͤrget 29.d. b. Alexander vnnd Ariſtobnlus werden von Herode beklager/ vnd jhre Rinder verſoꝛget 29.b. kee 46.4. Alexanders/ Antiocht Comageni Sohns/ tapffer⸗ keyt 53*G⸗ Antigoni tod von Inda geweiſſagt Alexandra von phariſeern hinderdangen vnd ein⸗ genommen 7.4 Alexandra ſtellet der Phariſeer tyrannej durch Ari⸗ ſtobult fuͤrbitt ab/ ſchicket der Statt Damaſco hulſf/geſtorben Alexandra/ Maritamnes vnnd Ariſtobuli Mutter/ pfier jhrem Sohn vmb das voheprieſterthum Alexandra růſtet ſich ʒur flucht in Egypten 234⸗ Alexandra den Roͤmern vnterthan 41.04 Alexãdria der Statt gelegẽheyt vñ veſprung/ 77.b⸗ Amathus von warmen Waſſern alſo genennt/73. a Ananias voherprieſter in dem Tempel zu Alexant 46.45 Ananias der Prieſter erwurget 96. b. Ananus begeret dẽ Roͤmern die Thoꝛ ʒuoͤffnẽ /4yb⸗ Ananus vñ das gemeyn Volck ſcharmuͤtzeln mit dẽ Moͤrdern im Vorſchopff des Tempels 66. g⸗ Ananus ʒeucht wider vom Tempel ab/ beſtellet die Wacht/ vnd rathet ʒum friden 65b Ananus vnd Jeſus zwen prtieſter/ vermahnen die Idumeer von jhrem fuͤrnem̃en abzuſtehen 68. b⸗ Ananus vñ Jeſus/ die voheprieſter/ vnbegrabẽ ge⸗ Ananus warumb er getoͤdet 82.4. Clegen /81b⸗ 21. b. Annibal von Roͤmern geſchlagen 108. b Antigonus vnd Ariſtobulus/ belaͤgern vnd gewin⸗ nen Samariam. Antigonus wird bei ſeinẽ Bruder Artſtobulo ver⸗ leumbdet/ kom̃tvon dem Rrieg wider heym/ 4· a⸗ 5 Antigont jᷣmmerlicher tod Antigonus verklagt vyrcanum vnd Antipatrum vorm Reyſer Antigonus in das Ronigreich eingeſetzt 16. b⸗ Antigonus beyſſet vyrcano die Ghren ab 16.4⸗ Antigonus erſchlaͤgt Ptolemeum vnnd Joſippum Verodis Bruder 17 b. Antigonus ʒu Jeruſalem belaͤgert i8. a. Antigonus ergibt ſich Soſio/ wird gefangen gehn Rom gefuͤhret/ vnd enthaubter Antiochla der Statt beſchreibung 51. b. Antiochus Epiphanes ſchaffet den Juͤdiſchen Got⸗ tesdienſt ab Antiochus beloͤgert Jonatham zu Jeruſalem/ wird aber mit Gelt abgewiſen— 3.b⸗ Antiochus Dionyſiũs/ Demetrij Bruder/ wil Ara⸗ biam betkriegen Antiochus wird im Arteg võ Arabern erſchlagẽ.y. d. Antiochus hat ſeinen Vãtter angeklagt/ vnd toͤdten helſſen Anttpater verhetzt vᷣyreanũ wider Artſtobulũ /s. a⸗ Antipater beredet Aretam/ daß er vyrcanum wi⸗ der einſetze Antipater vnd vyrcanus verklagen Ariſtobulum fuͤr Pompeo 5 Antipatri veyrath vud Rinder mit eynem Arabi⸗ ſchen Weib/ ſchicket ſeine Soͤhne dem Roͤnig in Arabien 1. be Antipater kom̃t dem Mithridatt mit Rriegsuolck zu huͤlff 12.d⸗ Antipater ſeiner Wannligkeyt baber. von Caͤſare 20.6. Antonius ſchreibt erodi/ er ſol jhm Ariſtobulum 3 hoch verehret Antipater verantweꝛt ſich auff Antigontklag/ ver⸗ klagt ihn wider wird Landpfleger in Indea/ vnd vermahnet die Jnden ʒum friden 3g. Antipater von Malacho mit Gifft getoͤdtet 14.b. Antipater vertringet vnd verleumbdet ſeine der 23b. Antipater eyn vngluͤck macher 24.4. Antipatri boͤſe vnd heymliche tuͤck 25.. Anttpatri Rlag wider ſeine Bruͤder 285 4. Antipater wird von jedermañ gehaſſer/ verhindert die angeſchlagene Eheſtifftung 0 Antipatèr wird von eyner Magð in der peinlichen frag verꝛathen 30. b. Anripater hat ſeinem Vatter Zerodti mit Gifft nach geſtellet Anttpater eyn Samariter/ bekennet in peinlicher frag auff Antipatrum/ werodis Sohn 31.. Antipater erdicht falſche Brieff wider Archelaum vnd Phüippum 8 Antipater Practicken kommen an tag/ erwird von Rom gefordert/ von jedermann verlaſſen/ vbel von ſeinem Vatter empfangen 336. Antipater wird von ſeinem Vatter verodi huͤfftig verklaget/ darauff er ſeine entſchuldigung thut/ Antipater gefangengelegt/ vnd getödtetſe.bzs.b. Antipater vertlagt Archalaũ vor dem Reyſer/ z6. b. Antipatris verbrennet 47.6. Antiphilj Mutter vnd Brůder/ werden Antipatri halben peinlich gefragt Antonia eyn Schloß von verode/ Antonioʒu ehꝛen/ gebawen Antonia die Burg wird võ Roͤmern erobert/ 100 g⸗ Antonia die Burg in ſiben tagen geſchleyfft ꝛ0ꝛ. b. Antonius ſchlaͤgt Alexandrum in die flucht/ 0. b. Antonius mit Cleopatre lieb verhafftet/ macht ve⸗ rodem zum Vierfuͤrſten/ ſchlaͤgt die auffruͤhriſchẽ Indenzutod 1.3. Antonius toͤdtet vil Juden vnd Araber/ Cleopatre zugefallen 18. b. Antonius ſiget wider Artabaʒem Roͤnig in parthi⸗ en ruͤſtet ſich wider Auguſtum zum Rrieg Antonius von Auguſto Octauino bei Actio ge⸗ ſchlagen vnd vberwunden ſchicken 22.b. Antonius ſchlägt die Inden fur Aſcalon 52. b. Antonius wird betrieglicher weiß võ eynem Inden erſtochen 57.3. A fallet in Italiam auß beuehl Veſpaſiani/ 78.b. Antonius ſiget wider Vitellij Rriegsnolck 9. a. Araber vberwinden vnd ſchlagen Antiochum mit allem ſeinem Volck in eyner Schlert 7.4. Archelaus ſtellet ſich ʒornig gegen Alexandro/ vnnd entſchuldiget jhn doch bei Zerode s. b. Archelaus bittet fur Pheroram/ ſteller ſich als woͤll er Alexandro ſeine Tochter nemmen 27.3. Archelaus vnnd Verodes verehren eynander zum Abſchied mit Geſchencken 27. b. Archelaus wird von Antipatro mit falſchen Brief⸗ fen bei verode angeben 31. b. Archelaus zum Roͤnig begerr 35 b. Archelaus vor dem Reyſer verklagt 36. b. Archelaus wird von Nicolao vor dem Reyſer ent⸗ Archelaus wird ins Elend verwiſen 37.b. Archelaj Traum 38. 3. Aretas ʒum Regentẽ in nider Syrien erwehlt/ a. Aretas Roͤnig in Celeſyrien mit Alexandro vertra⸗ Aretas wil vᷣyrcanum wider einſetzen/ vnd ſchl t Ariſtobulum in die flucht vnd beloͤgert jhn zůu P⸗ ruſalem 8.3. 68. b. Aretas vñ vᷣyrennus můſſen von Jeruſalẽ abʒlehẽ/ Ariſtobulus wuͤnſchet jhm ſelber den tod 31. b. Armenia von Lncullo vberfallen Aretas weiſet Scanrum mut Gelt ab Areas ſchlaͤgt verodem Artſtobulus vnd Antigonus nemmen Snmatia 3 Ariſtobulus ſetzt die Roͤnigliche Rron auff handlet vntrewlich an ſeiner Mutter vñ Bruͤdern 4.a. Ariſtobulus faſſer eyn argwohn wider ſeinen Bru⸗ der Antigonum laßtyhn vmbbringen ₰.b. Ariſtobuli Weibs/ Salome genannt/ argliſtigkeyt/ ₰ b. Ariſtobulus fallt in eyn Rranckheyt/ ſpetet Blut/ daſſelb wird guffdie Erd verſchuͤrtet 5.ſ. Artſtobulus ge ſtorben Ariſtobulus Alexandrj Sohn Ariſtobulus erꝛettet vil Juden von dem tod/ durch fuͤrbitt bet ſeiner utter /nimmt das Roͤnigreich ein Ariſtobulns vñ vᷣyrcanus kriegẽ widereynand.s g. Artſtobulus wird von Areta in die fucht geſchlagẽ⸗ vnd zu Jernſalem belsgert /begeret vnd erlanget huͤlffvon den Roͤmern Ariſtobulus wird vor Pompeio verklagt/ erſchei⸗ Artſtobulus ergibt ſich Pompeio mit vnwillẽ/ wird zu Jeruſalem von Pompeio belaͤgeret/ verheyſſet vil daß er nicht leyſten kan. 9n. Artſtobulus ſambt ſeinen Soͤhnen gefonglich hin⸗ weg gefite 106 Cob. Ariſtobulus erwecket eynẽ Rrieg wider die Roͤmer/ Ariſtobulus ſambt ſeinem Sohn Antigono gefan⸗ gen vnd gehn Rom gefuͤhret 14. Artſtobulus wird von Caͤſare ledig gelaſſen/ aber von den Pompeianiſchen mit Gifft getoͤdet/ 11 b. Ariſtobulus oð Jonathas wird oherprieſter/2. g. Ariſtobulus/ MWartamnes Bruder in eynem Weier Ariſtobulus verodis Sohn/ ſuch Alerander. Ariſtopulus ſchaͤmet ſich ſeines vnedlẽ Weibs/ wird von Salome verkla Letenthhntotſet ſich 25. b⸗ Ariſtobulus vyrcani Sohn/ voherprieſter 46.3. Ariſtobulus /Alexandrj Sohn/ Voherprieſter vnnd Roͤnig/ wird gefangen/ 46. a. getodet/ 46. b⸗ Ariſtobulj vnnd vyrcanj ʒanck/ hat die Roͤmer ins Judiſch Land gefuhret Armenia von den Alanern gepluͤndert 110. b. Artabazes Roͤnig in Parthien/ von Antonio vber⸗ wunden vnd gefangen 19.n. Artorius/ eyn Roͤmer/ ſpringet Lueium/ ſeiner Ge⸗ ſellen eynen/ zu tod 103.b. Aſcalon von den Inden belogert— Aſphaltiſchẽ vñ Tyberiſchẽ Sees eygẽſchafft/ 3.3. Aſphaltiſchen Sees beſchreibung 746. Athentonis hoſe Practicken wider verodem 19.⸗ Auffruhr zu Jeruſalem 1.3. Auffruhr zu Alexandris 44.b. Auffruhr zu Tybertade 61.3 Auffruͤhriſchen zu Jeruſalem/ tödten vñ fůrnemer Leuth zu Jeruſalem 68.. Auffrůhriſchen verey nigen ſich mit eynander wider die Roͤmer* 83. b. Auffruhriſchen ſtellen den fliehenden Inden heym⸗ lich nach/ vnnd bringen vil auß argwohn vinb/ Auffruͤhriſchen grauſame tyrannej 91.b⸗ Auffruͤhriſchen ſuchen bei Tito an vmb gnados.a⸗ S ruͤſtet ſich wider Antonium zum Rrieg/ Auguſtus Octauianns ſiget wider Antonium /0 luguſtus beſtätiget erodt das Roͤnigreich/ vnnd ſchencket jhm vil Stott— 20.b⸗ Augu ſto ʒu ehren bawet verodes eynẽ Tempel von weiſſem Marmelſteyn 2.4.b. Balſam .2 45.b⸗ 6. Cgin Capit Caſſin Czſto ſcho Chzre 661 vol Chriſ Ceclli Cicin fal Ceren den Ceren in Ceſtin den! Ceopa ſhr 5 todt Clytus den Craſſu Lreten Dreius Alſam wie er wachßt ‧ Bechſchollen ſchwimmen auff dem Toden⸗ e S 74.6. der Statt Jeruſalẽ/ woͤret auß ſonderlicher ſchickung Gottes lang 47.b. eiſern Berg Beronice ſüehr barfuß vor dem Gottesdienſt/ 40.g. Bildſtuͤrmer werden von verode zum Fewer ver⸗ urtheylet— 35.6. Bochus verbeut verodj ſein Land 16.4. Brunn bei vtericho 3. b. Brunſt zu Jeruſale(m. 44.4. Buchſtabẽ voꝛ dẽ Tempel in Steyn gehawẽ /0ꝛ.4. Butius eyn beruͤhmterð gubtmañ kotñt vmb/õ6.g. ſar vertrerbt pompeium n. b. 5 Cãſaris danckbarkeyt gegen verode 16.b. Caſaree Port vnd Anfahrt 21. b. Cſarea nim̃t Veſpaſianũ mitfrendẽ an/o. b. Cãſarium eyn Schloß von verode gebawen 216. Cgius Caligula der vierd Roͤmiſche Reyſer iſt ſehr vbermuͤtig/ wird ermoͤrdet Cantzlej zu Jeruſalem verhbrennt 44.4. Capitolium ʒn Rom eingenom̃en vnd erobert/ 39. b. Caſſius ſchlãgt die Parther/ vñ vberfallt Judeq/. g. Caſtor eyn argliſtiger Jud/ wird an die Naß ge⸗ ſchoſſen/ vnd ſtuͤrtzt ſich ſelber ins Fewer 8. eyn krancker zu Gamala ſtirbt fur ſchrecken 65. b. Chriſtus ſambt ſeinen Juͤngern võ den Juden ver⸗ nolget— 454. Chriſtus erſchetnet Petro 16 Cectlius Baſſus bringt Sextũ Cãſarem vmb/ 4 b. Cecinna beredt ſein Kriegsuolck von Vitellio abʒu⸗ fallen 78.b. Cecin na wird Veſpaſiano zugeſchickt 79. 6. Cerealis belaͤgert/ vnd erſchlagt ſehr vil Inden auff dem Berg Gartzim 5. 6. Cerealis des Roͤmiſchen veers vaubtmann 76. b. Cerealis vberfallt mit etlichen bet nacht die Juden im Tempel b. Ceſtrus verherget Jabulon/ vñ andere Stoͤtt mehr/ 474. Ceſtins rucket mit ſeinem gantzen veer fuͤr Jeruſa⸗ lem/ Stuͤrmet die Statt/ zeucht mit ſchaden dar⸗ nonab 47.b. Ceſtius ruͤſtet ſich recht zur Flucht/ entgehet den Ju⸗ den liſtiglich. 48.4. Claudius der fuͤnfft Roͤmiſche Reyſer 39 4. Cleopatra von Tygrane ʒuptolemais beloͤgert/7.b. Clcopatra Ingellegeitia vnnd tyranniſch Weib/ Ihrzugefallen werden vil Juden vnd Araber ge⸗ roͤdtet/ wird von werode verehret 18. b. Eehen Anſchlag wider verodem 19,6. Cloelie/ eyner Roͤmtſchen Jungfrawen/ maͤrckliche That 108 b. Clytus hawet jhm ſelber die Lincke hand ab 5ꝛ.g. Comet vor der ʒerſtoͤrung Jeruſalem geſehen wor⸗ den 107,6. Craſſus nim̃t eyn groſſe ſumm Gelts auß dem Tem⸗ pel zu Jeruſalem/ wird erſchlagen Cretenſer den Roͤmern vnterthan Cyrenenſer den Roͤmern dienſtbar Amaſcener erſchlagen die Inden/ hꝛe Mitt⸗ burger vngewarnter ſach Damaſcum von ptolemeo vberfallen 7.b. — Dauids Gꝛab võ Jonatha auffgebꝛochẽ.b. Dauid hat zum erſten die Cananiter zuß Jeruſa⸗ leim verrriben S6. a. Decius Mundus ſchoͤndet Paulinñ/ eyn Edelwerb/ 4 3 Demetrins liget Alexãdro in eyner Schlacht ob/6.g. Demetrius von den IJuden wider verlaſſen 64. Demetrius wird fluͤchtig 6. 4. Diogenes durch anſtifftung derphariſeer getoͤdtet. Doloſius eyn fuͤrnemer der Statt Gadara/ erwůr⸗ get Domicianus wird zu Rom in abweſen des Reyſers zum Statthalter veroꝛdnet 79 b. Doſis/ verodis erſte Fraw/ Antipaters Mutter/ wird verſtoſſen. 21. b. Gefippi vrtheyl von Joſephj Schrifften /.g. L Egeſippt erbarmliche klag vber die Statt Pgeſippus welcher meynung er der Juden Viſtorj vnd Gottesdienſt beſchriben 104⸗ Rgyptiſcher falſcher prophet verfůhret die Juden/ Jeruſalem Egyptẽ von Roͤmern bezwungẽ 42. a. 109. a.(36. b, Egyptenland wird nit beregnet/ ſondern vom Fluß Nilo befeuchriger 77 b⸗ Eleazarns/ Matathie Sohn geſtorben 3.4. Elemarus eyn Moͤrder gefangen 39.4. Eleazart ſtärck vnd großmůtigkeyt 55 b. Eleazarus der tritt Tyrannzu Jeruſalem 84. Eleazarus der Juden Oberſter zu Waſſada/ vber⸗ redt die Juden/ daß ſie ſich ſambtjhren Weibern vñ Rindern alle ſelbs vm̃bringen /n. a b. 112.4. b. Eliſchus/ ſonſt Felix/ raͤchet ſeines Bruders Mala⸗ chjtod. 14. b. Eliſeus macht boͤß Waſſer gur 73. b. Eltern vnd Rinder reiſſen eynander die Speiß auß dem Rachen 91. b. Engelland den Roͤmern dienſtbar gemacht 4b⸗ Erdbidem im Juͤdiſchen Land 19.4. Euricles ſtifftet groſſe vneynigkeyt zwiſchen vero⸗ de vnd ſeinen Soͤhnen an. 2 b. Eurtcles verꝛathet Alexandrum bei ſeinem Vatter Verode 28. 3. Ezechias/ eyn Straſſenrauber von verode vnb⸗ * Elix Landpfleger Feſtus Landpfleger 40. a. Florus Landpfleger in Indea 40 6. Florus frewet ſich der vneynigkeyt der In? ₰+64 90.b. 83 6. 42. b. 91 b. 93˙G⸗ 40.4⸗ den Florus vnbillich mit den Juden gehandelt Forcht vertruckt biteern haß Franckreich von Roͤmern bezwungen Frucht roh geſſen worden Fuͤrſten bedoͤrffen gluck Abinus zeucht auß wider die Parther n.g⸗ Gabaon wird verbrennt 47.64 Gadara widerumb erbawen 10.4. — Gadara verherget 54. b. Gadareer kommen beim Jordan durchs Schwert/ vnd im Waſſer/ in groſſer maͤnnge vmb 72.4. Galba der ſibende Roͤmiſche Reyſer 5 6. Galba vmbkommen 76.3. in Galilea groſſer jammer 3 54 6. Galilea gar in der Roͤmer gewalt kommen 6. b. Balileiſchen Lands beſchteibung/ theylung vnnd Grentzen 53.d. b. Galli Schiacht mit den Moͤrdern Gamala von den Roͤmern belaͤgert/ vnd jhre gele⸗ genheyt 2 65b Gamalaʒũ andernmal geſtuͤrmet vñ erobert/ 6ð. b. Gamaliter verletzen Rõnig Agrippam mit eynem Steyn 65. b. Geneſar des Sees beſchreibung 63 b⸗ Geneſar des Lands beſchreibung⸗ 646 Begiſter. Bericht von partheiſchen vnd vnbulichen Richtern beſetzt— 29.4. Giſcala wird auffruhꝛiſch gemacht/ aber wider mit Tito verſoͤhnet 673. b. Glaphyra vberhebet ſich jhꝛes Adels 25.b. Glaphyre Traum 37. b⸗ Gleichniß vom Schlaaff 112.6. Gluͤcks vnbeſtndigkeyt 194. Goꝛgon vñ Niger fůrtreffliche Mnner erwůrget/ Wott iſt gnãdig nach der ſtraff 19.b.(a. Gott wider Jeruſalem geſtritren 82. 3. Gott verlethet eynem Volck nach dem andern den gewalt vnd die verꝛſchafft S8. a. Griechen vnd Juden vneynigkeyt zu Cůſarea/ 40.g. Erodes Antipaters Sohn n.b. verodes Oberſter vber dzʒ Galileiſche Land/ bringt Eʒechiam den Straſſenraubet vmb/ 13.b. verodes erſcheint fuͤr Gertcht mit gewehꝛter hand/ zeucht fuͤr Jeruſalem/ ſich an vyrcano ʒuraͤchen/ wird abgemahnert 10.4. Verodes ʒeucht ohn ſchaden fur Jeruſalem ab.i4. b. Verodes eroberr alles wider/ was Elichus einge⸗ nommen hatte/ ſeine Weiber/ wird voꝛ Antonto verklagt/ vnd zum Viterfuͤrſten gemacht 15.6. verodes fieucht mit den ſeinen in Idumeam 1.6. verodes bewirbet ſich vmb Gelt/ beſuchet Cleopa⸗ tramzu Alexandꝛia /klaget Antonto ſein not /6. a. Verodetz vom Rath zu Rom zum Roͤnig gemacht/ nim̃t Joppe ein/belãgeret Jeruſalem 16.b. Verodes verſchaffet dem Läger proniand genug/ betrieget die Moͤꝛder bei Arbela 17.8. verodis Schlacht mit den Galtleern 17. b. verodes in gefahꝛ /erſchlaͤcht pappum 18.4* verodes belsgert vnd erobert die Statt Jeruſalem 18.. Verodes freiet den Tempel ʒů Jeruſalem voꝛ den Roͤmern/ verehꝛet Cleopatram 18. b. Zerodes beut Antonio huͤlffan wider Augnſtũ /9.g. verodis ſchoͤne Red an ſein verzagtes Rriegsuolck/ 19.6. Serodis Sig wider die Araber 3 19. b. verodis gewaltige red an Auguſtum Octauianum gethan/ des Antonij halben 20.3. verodj wird das Ronigreich von Auguſto beſtaͤti⸗ get/ vnd etliche Stattgeſchenckt 20. b. Verodes beweiſet ſein trew an Reyſer Anguſto/ ba⸗ wet den Tempel ʒu Jeruſalem 20. b. Verodes bawer vnd beueſtiget etliche Stãtt vnnd Schloͤſſer/ dem Reyſer eynen Tempel zu ehꝛen/ richtet Schauſpil an verodes verſtoͤſjet Doſidem/ vnd nimmt Mariam⸗ nem zum Weib 21. b. Verodes beuihlt Joſippo nach ſeinẽ tod Martum⸗ nem vmbzubꝛingen/ laßt ſie hernach beyde ſelbs roden 2 8. 23.6. verodes vnſinnig vnd kranck/ ſein Moꝛd eyn vrſach der Thewꝛung vnnd peſtilentz/ wirfft eynen neid auffſeine Soͤhne võ der Mariamnes geboꝛẽ/a3. b. Verodes vertlaget ſeine Soͤhne voꝛ dẽ Reyſer/ ver⸗ ſohnet ſich wider mit jhnen/ beſuchet Archelnum/ Alexandꝛj Schwaher 14.4. verodes vermahnet die Juden ʒur trew vnd gehoꝛ⸗ ſam gegen jhm 24b. Verodes vermahnet ſeine Soͤhneʒu lieb vnd eynig⸗ keyt/ an ſeinem Voff wird die vneynigteyt wider ernewert 25.6.b. Verodis trej Rammerling bekennen auff Alexan⸗ dꝛum/ handelt vnwetßlich vnd Tyranniſch/ ⁊6.3. verodes bittet fuͤr Ilexandrum/ da jhm Archelaus ſein Tochter wider nemmen wrl 27. 3. Zerodes vnd Archelaus verehꝛen eynander zum Abſchied mit Geſchencken 27. b. verodes vertlaget ſein Soͤhne voꝛm Reyſer/ haltet eynen Landtag vber ſie laßt ſie erwůrgen 22. a⸗ verodes verſoꝛget ſeiner Soͤhne Rinder/ vñ bełla⸗ Pr ſie/ laßt Tyronem ſambt ſeinem Sohn/ vnnd ryphonem toͤdten 29.b. Verodis neun Weiber/ vnd ſeine Rinder/ vertreibet ſeinen Bruder Pheroꝛam/ zwingt Salomen Ale⸗ xamzur Ehezunemmen 30. a. verodes der jung wird von ſeinem Vatter enterbet vmb ſeiner Mutter willen 31.b. Gz. erodes foꝛdert Antipatrum võð Rom ʒu ſich heym ⸗ verodes ſetzet ſeinem Sohn Antipatro eyn Rechts⸗ tag an/ vnd verklagt jhn 34. b. Verodes eyn harter Wenſch 34.g. Verodis tranckheyt vnd Teſtament 34. b. erodes verurtheylet die Bildſtuͤrmer ʒum Fewer/ beuihlt die fuͤrnembſten Juden nach ſernem tod vmbʒubꝛingen/ begert ſich ſelbs ʒuerſtechen /36. a. verodes geſtoꝛben/ ſein tod vnnd Teſtament dem Rriegsuolck verkuͤndiget/ Seꝛn Begrſbniß/5. b. verodj wird nach dem tod vbel geredt 36.. erodis Land wird vom Reyſer vnter ſeine Soͤhn getheyler verodes Antipas laßt Johannem den Tauffer ent⸗ haubten 39.3. verodes Antipas ins Elend verwiſen 39 ℳ. Berodes Antipas entfůhꝛet ſeinem Bruder ſern Verodes Antipas von Areta geſchlagen 45. b. Verodias noͤriget jhꝛen Mañ ber dem Reyſer vmbs Roͤnigreich anzuſuchen 39.3. Verolden vnd Legaten Fretheyt 19. b. Veyden vnd Inden ſeind in vilen Stẽtten auffrðh⸗ riſch wider eynander 44b· veyden verachten Gottes wunderwerck durch ſhꝛe Weißheyt 108. b.(9. b. Veyligthuinm zu Jeruſalem von pompeio beſehen/ Viericho der Statt beſchꝛeibung/ vil fliehen von dannen 73.6. Vohenpꝛieſter zahl vnd oꝛdnung 48. b⸗ Voherpꝛieſter in ſeinem Schmuck/ eyn Figur des eren Jeſi 85. b. vyrcanus /ſonſt Jonathas/ Simonis Sohn/ entrin ner Ptolemeo, Vyrcanus Alexandꝛi Sohn 7.6 Vyrcanus wird voherpꝛieſter„. b vhrcanus vnd Artſtobulus kriegen wider eynan⸗ der/ werden vertragen 8.6. vyrcanus wider Ariſtobulum verhetzet/ ſucht hulff bei Arerg dem Roͤnig in Arabis/ wider ſein Bru⸗ der Ariſtobulum 8.4. Vyrcanus vnd Aretas muͤſſen von Jeruſalem abz ziehen 8. b. Vyrcanus vnd Anttpater verklagen Ariſtobulum mit Recht fuͤr pompeio 8. b. Vyrcanj vntrew an ſeinem volck vyrcanus wirfft eynen neid auff gerodem/ vnd foꝛ⸗ dert jhn fur Gericht b. vyrcanus von den parthern gefangen 15. b. werden die Ohꝛen von Antigono abgebiſ⸗ ſen 16.6. reanſgefngn is vnd entledigung 21b⸗ Vyrcanus võ verode vnbillicher weiß getoͤdtetꝛꝛ. vyrcanus/ Stmonis Sohn/ voherpꝛteſter 46.6 Vyrcanus/ Alexandꝛj Sohn/ Soherpꝛieſter/ 46.9 b vyrcanj vnnd Ariſtobuljʒanck/ hat die Roͤmer ins Land gefuͤhꝛet Vyrcaniſche vbergeben pompero die Statt 93. Bunger in der Stratt Jeruſzlẽ ſehꝛ groß/ vi.b. ↄ. a. Vunger vertreibt alle Affect ibid. Acobus/ eyn Idumeer vnd Verꝛther ſeines Vntterlands Japha von den Roͤmern belůgert vnnd ero⸗ Idu⸗ krt ut irdohm e 1n ſun ant „* 6 36 6 5 Mae v* * 6. R 3 — nmmtaſn dumeer kommen zwentzig Tauſent ſtarck fůr Je⸗ ruſalem 68. b. Idumeer werden von den Zeloten zu Jeruſalem eingelaſſen Idumeer vnd ʒeloten uͤben grewliche Tyrannejzu Jeruſalem Vo. b. Idumeer beiʒehen tauſent von Veſpaſiano erſchla⸗ Whrieer reiten wider Johannem 76. b. Jeruſalem Pompeio vbergeben 9.4. belaͤgert vnd erobert 18.3. Jeruſalẽ hin vñ wider mit Fewer angeſteckt/ 4 4. a. Jeruſalem von Ceſtio belaͤgert/geſturmet/ b. Jeruſalem muß auß ſonderlicher ſchickung Goktes hang belgert werden 4.b. Jeruſalem die Vaubtſtatt im Juͤdiſchẽ Land/ 54. a. zu Jeru ſalem trei grewliche plagen 7 b. Jeruſalem mit treifachem Rrieg beſchweret 81.g. Jeruſalem eyn Moͤrdergrub worden S1.b. Jeruſalem von wem ſie erſtlich gebawen 85.6 Jernſalem die Statt wird mit eyner Wawer be⸗ ſchloſſen 4.4. 3 zerſtoͤꝛung von den Propheten geweiſ⸗ üget 101. b. 3ir ſalems ʒerſtoͤrung ſeind ſiben Wunderzeychen vorgangen 107.4. Jeroſolymiter laſſen Simonem in die Statt 76 b. Jeſus Cheiſtus von Pilato gecreutziget 38. b. Jeſus vnd Ananus/ die vohenprieſter/ lagen vn⸗ begraben 88b. Jeſus eyn Bawersmann/ ſchreiet ſiben jarlang we⸗ he vber Jeruſalem b Johannes/ Watathie Sohn geſtorben 3.. Johannes Vyrcanus/ ſonſt Jonathas/ Simonis Sohn/ entfiencht auß Ptolemet vanden Johannes der Taͤuffer von Herode enthaubtet/ 39.6‧4500 Johañes der Idumeer vaubtmañ erſchoſſen/ s6. a. Johannes eyn verꝛuchter Gottloſer Wenſch/ macht die Burger zu Giſcala auffruͤhriſch/ begeret von Tito eyn Anſtand/ vnd fleucht bei Nacht daruon ⸗ Johannes laßt ſich zur Legation brauchen/ richtet aber das widerſpil auß 68. b. Johannes hat den vntern Tempel jnnen 81.g. Johannes nimmt den gantzen Tempel em 84.a. Johannes vnd Stmon vereynigen ſich mit eynan⸗ der wider die Roͤmer— 86.3. Johannes bawet eyne newe Mawer 98. b. Johannis antwoꝛt auff Titj vermahnung vnd an⸗ forderung 101.4. Johañes muß ſich vungers halben ergeben/ 1104. Jonathas dertritt Machabeer Fuͤrſt 3.4. Jonathas Simonis Sohn/ ſonſt Johannes oder vyrcanus entrinnet dem Ptolemeo/ wird voher⸗ prieſter an ſeines Vatters Simonis ſtatt/ will ſein Mutter vnnd Bruͤder auß Ptolemei gewalt retten 3. a. Jonathas ʒeucht von der Belagerungab 5b. Jonathas weiſet Antiochum mit Gelt von der Be⸗ lägerung ab/ bricht Dauids Grab auff/ vnd nim⸗ met Gelt darauß/ nimbt vil Staͤtt in Syrten ein/ geſtorben 3.b. Jonathas hat ſeinem Sohn Ariſtobulo das Regi⸗ ment nicht vertrawen woͤllen 4.4. Jonathas oder Artſtobulus wird voherprieſter/ 22.G. Jonathas der voheprieſter ſambt vilen andern er⸗ moͤrdet 39. b. Jonathas eyn Aſmoneer/ Soherprieſter 46a. Jonathas eyn Ind beut dem freudigſten Roͤmer eynen Rampff an 103.4. Joppe von verode eingenommen 16.b⸗ zu Joppe empoͤreten ſich die Rauber wider die Roͤ⸗ mer/ eyn gefͤhrliche Anfahrt daſelbs So. b. Joppe gewonnen vnd geſchleyfft 618 3.6 Joꝛdans vrſprung Joſephijʒeugniß von Chriſto 4.4. Joſephus ruͤſtet ſich in Galilea zum Rrieg/ nmmt Tibertadem mit liſten ein 51. b. Joſephus vberzeucht die Sephoriter 545. Joſephus zeucht gehn Tiberiadem/ ſucht rath zu Jernſalem eucht gehn Jotapatam 54.b Joſephj geſchwinder liſt/ behencket die Wawerzu Jotapatq mit Sprewer Sacken 55. b⸗ Joſephus ligt ſambt vierzig Jnden zu Jotapats verboꝛgen/ die jhn vberteden woͤllen ſich ſelbs vmbzubringen 57.b⸗ Joſephus beweiſet in eyner langen Red/ daß ſich nemann ſelbs entleiben ſo! 58.4. Joſephus thut ſeinen Geſellen eyn fuͤrſchlag/ er kommt durchs Loß daruon/ vñ vbergibt ſich Ve⸗ ſpaſiano 60.4. Joſephus wirdʒu Jeruſalem tod geſagt 61. b. Joſephus wird ſeiner Gefangniß entlediget/ 78.ℳ Joſephj lenge vnnd ſchoͤne Ked vnd vermahnung Joſephus zu Jotapatsa ſich tapffer gewehret/ do. b. wird mit eynem Steyn zu boden geweſf⸗ Joſippus Antipaters Sohn.b⸗ Joſippus erodis Bruder/ zu Mgſſada belsgert⸗ leidet mangel an Waſſer 16,b. Joſippus von Antigono vmbbracht 17. b. Jofippus offenbaret Wartamne werodis beuehl⸗ darauß groſſe vnruh entſtehet/ wird von Herode vnbbracht Jotapata belaͤgert vnd geſturmet 54.b.5 b⸗ Jotapata der Statt gelegenheyt Jotapatener leiden mangel an Waſſer in der Belã⸗ gerung 35 bz Jotapata von Tito erobert vnd gewonnen Iſidis Bildniß in die Tiber gewoꝛffen 38. b. Indas der ander Wachabeer Fuͤrſt/ was er fuͤr eyn Rriegsmann geweſen 3.67 Indas weiſſaget Antigonj Tod 5. Judas vñ Matthias heyſſen die veydniſchen Bil⸗ der auß dem Tempel werffen 3b Indas wil den Roͤmern eyn Thurn vbergebẽ/ wird von Simone deßhalben getoͤdet 96. b⸗ Judea bekommt eyn Roͤmiſchen Landpfleger/io.g. Judea in fuͤnff Kreyß võ den Roͤmern abgetheylt/ Inden jhres eygenẽ verderben vrfůcher/ ꝛ.a. 101. b⸗ Juden fahen an auch am Sabbat zu Rriegen/ 3. 4. Juden bet fuͤnffig Tauſent von Alerandro vmb⸗ bracht/ bekriegen Alexandrũ mit hůlff Demetriij⸗ ergeben ſich Alexandro wider/ vnd verlaſſen De⸗ metrium 646 Juden vrtheyl von Alexandro dem Tyrannen/ flie⸗ Juden ſtuͤrmen jhren Tempel ſelbs 9. a Inden werdẽ im Tempel vber jhrem Gottesdienſt bet nooo erſchlagen Inden werden den Roͤmern ʒinßbar gemacht/ 10. 4. Juden verklagen Serodem vor Antonio/ werden von Antonio erſchlagen Inden ſo die fuͤrnemſten/ ſolten nach verodis Tod Betdetwerhen 45.4. Inden reden verodj nach ſeinem tod vbel 36. a⸗ Inden ſehr vil von Roͤmern erſchlagen 39. b⸗ Juden vnd Griechen vneynigkeyt zů Caͤſarea /40. 6⸗ Iuden Rlagen Agrippe vbet Florum 40.66 Inden/ wänn ſie jhre flechept verloren 41.g. Inden nemmen Maſſada ein 443.b⸗ Juden bekriegen eynander ſelbs zu Jetuſalẽ/ 4. 4⸗ Inden erſchlagẽ die Roͤmer im abʒug widertraweñ viglauben/ jhren vil werden ʒu Caͤſares vnd A lexandris/ vnd andern Stotten 57.61 Inden bei zehen Tauſent von Theodoro erſchlagẽ⸗ 8 Vegiſter. Inden vernolgen Chꝛiſtum vnd ſeine Juͤnger/ ʒa. Inden vnd Roͤmer Schlacht am Feſt der Aauber⸗ huͤtten 47.0 Woen werden vermahnt vom Rrieg abzuſtehen/ 47‧b Juden thuen den Roͤmern groſſen ſchaden in der flucht 48. 3. Juden fliehen auß Jeruſalem zu Ceſtio/ werden jh⸗ vil zu Damaſco erſchlagen/ vnd zu lis. 48. b. Juden ordnen Oberſte vñ vaubtleuth ʒum Rrieg ⸗ Juden belagern Aſcalon/ vꝛ. a. werden von Anto⸗ nio daruor geſchlagen 52.b Inden begieſſen die Roͤmer mit heyſſem Gel/ 56.a. Juden auff dem Berg Gariim bei usoo erſchlagẽ/ 57.3. Juden auff 4ooo zu Gamgla erwůrget/ vnnd ſich ooo ſelbs zu tod geſtuͤrtzt 66 b. Juden Weiber vnd Rinder bet zweytauſent erwůr⸗ get/ vnd treitauſent gefangen 67.b. Inden fliehen von Jerufalei ʒu den Roͤmern /. b. Iuden beiʒwey vnd neunzig tauſent/ vnd zweyhun⸗ dert vmbkommen 72.b. Juden ſeind jhres vbels in vil weg ſelbs eyn vrſach geweſen S1. b. Inden doͤrffen jhre Toden nit begraben 82 4. Inden alte Prophecej von des Tempels verher⸗ gung 8ꝛ. b. Inden Scharmuͤtzeln vñ vberfallen die Roͤmer mit groſſer vngeſtuͤmme 83. b. Indẽ Scharimnutzeln ernſtlich mit dẽ Roͤmern/ s65. b. Inden lernenwie ſie ſich des Geſchuͤtzes brauchen ſollen 8 b. Juden haben Gott ʒum Ronig gehabt/ vnnd ſeine Verꝛſcha fft verworffen Ss. b. Juden fluchen dem Joſepho/ vñ Schieſſen mit pꝓfei⸗ len nach jhm 8o. a. Juden ſeind jhnen ſelbs vil ſchodlicher geweſen deñ die Roͤmer oo a. Inden werden an jhren heymlichen Glidern gepei⸗ niget— 91. b. Juden ſuchen vor der Statt Wurtzel vñ Rmmveneß ſen allerley wuſt vñ vnziffer/ ↄi.b. ꝛ. a.8. g.104 3. Juden werden auff eynen tag bet fuͤnffhundert ge⸗ creutziget 92,b. Juden vntergraben der Roͤmer Bollwerck/ vñ zůn⸗ den jhren Sturmzeugan Inden koͤnnen eynander ſelbs nit begraben/ 4. a. b. Inden vber eſſen ſich 97 a. Inden werden in eyner nacht bei ʒweytauſent von Syrern auff geſchnitten/ vnnd Gelt in jhnen ge⸗ ſcht 97.b.(oza. Juden lauffen in alle heymliche vnnd heylige oͤrter/ Juden erwůͤrgen eynander ſelbs/ ſeind in ʒweyfa⸗ cher gefahr 102. b. Gcz. b. Inden brechen etliche Gebw vmb den Tempel ab/ vil Inden feyl/ aber wenig Rauffleuth 109. b. 36 fliehen vnter die Erd 1o. g. ſo erſchlagen vnd gefangen worden ⸗ 110. b. Juden zu Antiochia kommen in gefahr n1.. Inden werden in den Schawſpilen den wildẽ Thie⸗ ren fuͤrgeworffen 1mn. 3. Inden zu Maſſada bringen ſich ſambt jhren Wet⸗ bern vnd Rindern/ in eyner nacht alle ſelbs vmb/ 13b. Juden muͤſſen ſelber bekennen/ daß Gott vber ſie zoͤrnet— 113.. Juͤdiſch Gottes dienſt wird von Antiocho Epipha⸗ ne abgeſchaffet 2. b. Jůdiſche Gottes dienſt wird von den prieſtern auch im haͤfftigſten Streit verꝛichter 9 6. Juͤdiſchen Rrtegs vrſach 46. b. Juͤdiſche Gottesdien ſt nur eyn Schattẽ des newen Peſtaments 67. b. Jůdiſche Land bet tretzehen Meil wegs vmb Je⸗ ruſalem verherget 98. b⸗ Julianus treibt die Inden lleyn wider in Tempel/ kommt vmb 109. b eyn Juͤngling gibt ſich fuͤr Alexandrum/ erodis Sohn auß 37. b⸗ K. Aemmerling verodis bekeñen in peinlicher frag auff Alexandrum 26.6. Reyſer theylet Zerodis Land vnter ſeine Föhne 37.6. Rinder werden an den Wuůttern ſambt jhnen erſtos chen 91. b. Rinder vnd Eltern reiſſen eynander die Speiß auß dem Mund 91.b. eyns Rnabens liſt vnnd betrug gegen den Roͤmern geuͤbt 108.6. Roͤnigliche Ruͤſthauß zu Jeruſalem eingenommen/ 44.4. Ropff eynes toden Jůnglings bewegt ſich durch Simonis Zauberej 5o. b⸗ Rriegsruͤſtung verodis wider die Moͤrder in den Loͤchern 17.6. Rriegs heer in der Lufft geſehen worden vor Jeru⸗ ſalems ʒerſtoͤrung 107. h⸗ Růnheyt vermag vil im Rrieg 83.3. Ruh gebaͤret eyn Lamb 107.3. L. Acedemonier von Roͤmern bezwungen 1.b⸗ Lamb von eyner Ruh geboren 107.4 Landpfleger in Judea handlen vnbillich mit den Juden 0b⸗ Legaten vnd verolden freicheyt 19. b. Leibs leben der Seelen tod 1b. LAidda verbrennet 47.ℳ natuͤrlichen Lieb krafft vnd ſtaͤrcke 3 Liecht im Tempel bet nacht/ der ſiben Wunderzey⸗ chen eyns/ vor Jeruſalemzerſtorung 107.4. Longinus legt ehr ein wider die Juden 87. 3. Longinus erſticht ſich ſelbs in der Brunſt 1cʒ. b⸗ Lucullus vberfallt Armenien 7.b⸗ M D Aacedonier den Roͤmern vnterthan 41.b⸗ Wachabeertrew 82 3. Walachus vergibt Antipstro mit Gifft⸗ — wird vmbbracht 14.b⸗ Manaim nimmt das Roͤnigliche Růſthauß zů Je⸗ ruſalem ein* 44 a* Maria eyn Werb vom Adel/ jſſet jhr eygen Rind⸗ 104.6. Mariamnes vyrcani Enckelin/ wird erodis Ehe⸗ gemahel 21.b. Marimne Rinder/ vnnd jhre vnfreundligkeyt ge⸗ gen verode Mariamne wird von Salome ſehr geneidet/ vnnd fͤlſchlich verklaget b Martamnes abcontrofeyung wird Antonio vber⸗ ſchicket 22. b. Mariamne wird von Salome verunglimpffet/ vnd guß verodis beuehl getoͤdet 23. 4. Martamne ſchon/ aber ſehr murꝛiſch geweſen/ 23. b⸗ Mnſſada von den auffruͤhriſchen Inden eingenom⸗ men 43. b. Matathias etuert fůr das Geſetz Gottes 2 b. Matathias rathet den Inden uch am Sabbatʒu Rriegen Matathias vermahnet ſeine Soͤhne am Todbett/ Matthtas vñ Judas werffen die v eydniſchen Bil⸗ MWaſſada von Roͤmern geſtuͤrmet⸗ vñ belaͤgert/1n. g⸗ der auß dem Tempel 34.b⸗ Matthias vertiggt/ vnſchuldig verdammt/ vnnd ſambt ſeinen Soͤhnen getoͤde 9.a.b. Watthias — — Gtl Ot Oz Regiſter. Matthtas ſchreiet rach vber Simon Media von den Alanern gepluͤndert no. b. Meer den Roͤmern nicht widerſtanden 08. b. Menſchen bet treiſſig tauſent durch eyn Erdbidem vmbkommen 19.6. Mrckeychen daß Gott nit den Judẽ/ ſondern den Roͤmern bei geſtanden 9o.b. Metilins wird eyn Ind 44.b. Mithridates geſtorben 9. a. Muhridates belägert vnd gewinnt Peluſium/ vnd ſchlecht die Egyptier 12.6. Woͤrder in den Voͤlen/ bei Arbela/ von Verode be⸗ krieget 176. Moͤrder/ eyn alter Mañ/ erwuͤrget ſein Weib Kin⸗ der vnd ſich ſelbs 17. b. Moͤrderej in der Statt Jeruſalem 39b⸗ Moͤrder ʒu Jeruſalem ſuchen huͤlff bei den ern 68. b. Mundus ſchaͤndet paulinam/ mit huͤlffder Pfaffen/ im Tempel Iſidis 38. n. Mutianus Veſpaſianj Oberſter 78. 4. Mutius eyn Roͤmer/ verbrennt ſelbs ſein Rechte — Nero der ſechſt Roͤmiſche Reyſer 39. b. Nero veruolget die Chriſten Fo.3. Nero laßt petrum vnd Paulum toͤden/ 6 74 b. N. 5 Eid vñ abgunſt deutẽ alles zů àrgſten/ 4. b. Neronis tyrannej vnd ſchandlicher tod Netire vnd philippjmannligkeyt Nicanor wird erſchoſſen. Nicolaus Damaſcenus vollfuͤhret Herodis klag wider Antipatrum 34.4. FNicolaus entſchuldiget Archelaum vor dem Rey⸗ jer Niger verkreucht ſich in eynen Thurn 5b. Niger vnd Gorgon furtreffliche Manner/ werden erwuͤrget O 7*6. RBeda/ Roͤnig in Arabia/ ſchlecht Alexandrũ in die Flucht 5.b. Onie Landſchafft mit Mithridate vertragẽ⸗ 12.0 htho der Acht Roͤmiſche Reyſer Otho bringt ſich ſelbs vmb Oʒias mit dem Auffſatz geſtraffet 75. 6 4b⸗ voꝛ den Alanern 11 o.b. „. Acorus fleucht auß fore auß ſeinem Reich panium eyn Tempel/ dem Reyſer zu ehren 21.6. 18.6. o von verode gebawen Pannium/ eyn Fluß pappus von verode vmbbracht Partiſchen Rriegs vrſprung 2.b. Parther fallen in Syriam 2 b. paulina eyn Edel Weib/ wird võ Mundo im Tem⸗ pel/ durch der pfaffen anſtifftung verfůllet/ 38. a. panlus von Nerone getõdet 51. 4. pedanius fahet eynen Juͤngling/ vnd ſchencket hn dem Reyſer 103.4. perſer von R oͤmern vberwunden 41.4. petrus erwecket eynen toden Juͤngling 5o.b· petrus von Nerone getoͤdet 51. 4. feu vnd Schwerter᷑ werdẽ in den Voden verſucht ob ſie ſcharpffgenung 94. b. ꝓhanis eyn Bawer wird voherprieſter 66. 4. Phariſeer ſchmeychlen ſich ein bei der Roͤnigin Ale⸗ rxandra 7.6. ꝓhariſeer Tyrannej gegen vnſchuldigen Leuthen ⸗ pharus eyn hoher Thurn in dem Egyptiſchẽ Poꝛt/ 78. a. phaſelns Antipaters Sohn n. b⸗ pbalelus Oberſterzu Jeruſalem.b. Phaſelus voꝛ Antonio verklagt/ vnd von jhm zun Vierfuͤrſten gemacht** Phaſelus wird von den Partern gefangen 15.b. Phaſelus zerſtoſſet ſeinen Ropff an eynem Steyn ⸗ Pheroras Antipaters Sohn 11. b. G6.g. Pheroras ſeinem Bruder verodi lieb/ erzoͤrnet ves rodem 25. b Pheroras gibt ſich ſchuldig/ vñ begeret gnad/ 27.4. Pheroras von werode vertribẽ/ wil ſein keyn gnad mehr haben/ ſtirbet 30.a. Pherore Rnecht klagen/ jhrem Berzen ſet mit Gifft vergeben worden 30. b. Pherore Weib ſtůrtzet ſich ſelber vom vauß herab/ jhre bekanntniß 4 Phiala eyn Fluß 64. 4. Philippi vnd Netyre Mannligkeyt z6. a. Phuippio võ ſeinẽ Vatter Ptolemeo/ eynes Weibs halben getoͤdtet 12.6. Philippus verodis Sohn/ wird mit falſchen Brief⸗ fen beiſernem Vatter verdaͤchtig gemacht 3. b⸗ Placidus erobert den Berg Tabittim 67. b. Placidus bringet die fluͤchtigẽ Gadareer vmb /V a. Plagen zu Jeruſalem . 71. b ponipeius bekrieget Artſtobulum 8. b⸗ Pompeius belaͤgert Ariſtobulum zu Jeruſalem/ bes ſiher die Statt/ laßt den Tempel ſtuͤrmen/ Ihm wird die Ststt vbergeben 9. a. Pompeius beſihet das veyligthumm 9. b. Pompeij Maunligkeyt vnd beſcheydenheyt 10. 4. Pompeius vom Caſare vertriben 1. b. Pompeius in der ſiucht enthaubtet 12.6. Pontius Pilatus ſetzet des Reyſers Bildniß in den Tempel 58. 3. Pilatus laßt Jeſum Chriſtum creutzigen/ b Gib Pontq Pilati Bꝛſeff an Reyſer Clandiũ/ võ Chꝛiſto⸗ Anfahrt zu Caſaren von verode erbawẽ/ 21.D. Portius Feſtus /Landpfleger o. a. Pꝛieſter verꝛichtẽ jhꝛ ambt auch im huͤfftigſtẽ ſtreir⸗ vnd biß auffden letzten Athem 9eb. Prieſterʒu Jeruſalem thuen eyn lange Red an die Idumeer 69. b. Prieſter flehen zu Tito auß der Statt Jeruſalem/ Prieſter bittẽ vmb gnad/ werdẽ aber getoͤdet/ 108.a. Prieſter ergeben ſich ſambt allen Prieſterlichen Ju⸗ gehoͤrden den Roͤmern no. a. Priſcus erſchieſſet Jonatham 103 4. Prophecej von des Tempels ʒerſtoͤrung 82. b. lte Prophecej vom verderben des Tempels vnnd der Statt 107. b. falſcher Prophet auß Egypten verfuͤhret die Judẽ ⸗ 39.D. eyn falſcher Prophet verfuͤhret das Volck 106.b. Ptolemens bringt ſeinẽ Schwaͤher Simonem vber eyner Wahbelt vmb 3.4. Ptolemeus wil Jonathe Mutter vnd Bruͤder von der Mawer abſtuͤrtzen 3 4. Ptolemeus bringet Jonathe Mutter vnd Bruͤder vmb§ 3b ptolemeus vberfällt Damaſcum 7. be Ptolemeus toͤder ſeinen Sohn Philippionem/ vnd nimmt ſein Weib 12.64 ptolemeus von Antigono erſchlagen 17.b. ptolemeus verkuͤndiget dem Rriegsuolck verodis Tod vnd Teſtament 35.b. pudeus wird võ Jonatha im kampff erlegt/ 1033. Aeuber ʒu Joppe empoͤren ſich wider die Roͤs mer /6o. b. erleiden Schiffbruͤch 61.4. Regierung vnnd Hertſchafft wird von eym Volck auffdas ander gewendt 88.a Retchen geben all jhr zaab vnd Gut vmb eyn maß Weytzen 5ub⸗ iiij Romer gewalt vnd macht 44.4. Roͤmer im abzug wider trawen vnnd glauben er⸗ ſchlagen ₰4b. Roͤmer vnd Inden Schlacht am Feſt der Laubers hůtten 47.6. Roͤmer werden mit heyſſem Oel begoſſen 56. a. Roͤmer leiden groſſe not vnnd ſchaden in der Statt Gamala 66. 3. Sturmwinð dienſtlich iſt 66. b. Roͤmer werden zweymal von den Juden auß der Statt Jeruſalem vberfallen 83 b. Roͤmer erobern die erſte Mawer ander Statt Je⸗ ruſalem S6.b. die ander 657.b. Roͤmer fuͤhren groſſe Schuͤtten vnd Wall vmb die Statt Jeruſälem 87. b. Roͤmer ſeind durch Ariſtobulj vnd Zircant zanck/ ins Juͤdiſche Land bracht woꝛden/ ſeind nicht ſo vntrew wie die Aſſyrer 90.b. nemmen die jungen gefangen/ die Alten toͤ⸗ en ſie. 92.4. Roͤmer Sturmzeng wird von den Juden mit F̃ewer angeſteckt 93b. Roͤmer ehrẽ den Tempel mehꝛ deñ die Judẽ/ ꝛ0ꝛ.g. Roͤmer kommen in groſſe Fewers not 103. b. Roͤmer vber die Wolcken geſtigen 108. b. Roͤmer haben den Judẽn jhꝛe Geſetz gelaſſen /109.a. Roͤmiſchen Reichs vier fuͤrnemſte Stãtt 534 Roͤmiſche Rriegsknecht lauffen wider Titt beuehl zu der Wawer /kommen in gefahr 8.6. b. Roͤmiſche Reich woher es Anguſtum geneñt wird/ Roͤmiſcher Reuter wird ʒůñ Schelmẽ gemacht /o9.b. Rufus Terentius wird von Tito zum Voꝛſteher in Indea gelaſſen 110.3. Růſthauß des Roͤnigs zu Jeruſalem eingenom̃en/ 443. Abinus vnterſtehet ſich ſambt vilen vom A⸗ del/ Vitellium zuerwuͤrgen— Sabin. grewlich gemartert vñ getoͤdet/ 79.b. die Mawer/ fallet/ vñ wird erſchlagen 100.4. Sachſſen ſtarcke Leuth 88.. C,b. Salome/ Antipaters Tochter/ verodis Schweſter/ Salome/ erodis ſchweſter/ verklagt Mariamnem faͤlſchlich bei Zerode 22. b. 23.9. Salome verſpricht Sylleo die Ehe 26.4. Salome verleumbdet Alexandrum vnd Wbn lum 28. b. Salome darff ſich Sylleo nicht verheyrathen/ muß wider jhren willen Alexam zur Ehe nem̃en/ 3o. g. Salome gibt die gefangenen Juden ledig 35. b. Salomon hat dẽ Tempel zu Jeruſalẽ gebawẽ/ 8ʒ. a: Samaria võð Artſtobulo vñ Antigonogewonnẽz. b Samarie beſchreibung vnd Grentzen 53. b. Samariter verſam̃lung auff dem Berg Gartzim/ 56. b. Scaurus gebeut vyrcano vnd Arete von Jeruſa⸗ lem wider abzuziehen S. b. Scaurus nimmt vil Meerſtaͤtt ein/ vnd bekrieget Arabiam 10 3. Schawſpil von Verode angericht 213. Sclauen den Roͤmern dienſtbar 42.. Schlacht bei dem Tempel 100. b. vom Schlaffeyn gleichniß 12. g. Schwerter vnd Pfeil werden in den Todẽ verſucht/ ob ſie ſcharpffgenug 94.b⸗ Socythopolitaner vberfallen/ vnd erſchlagen 10000 Juden 48. b. Sebaſte von verode gebawen 21.6. Seelen art vnd geſch⸗fft 1.b. Sephoriter werden von Ceſtio begnadetr 47.g. Sephoriter machen eynen Bund mit Peſpaſiano/ 535 Roͤmer erwuͤrgen vtertauſent Inden/ darzu jhn eyn Sabinus waget ſich mit groſſem mut duff Sephoriter werden von Joſepho vberfallen/ vnnd angegriffen 5484 Sext. Caſar verſchreibt verodẽ bei Vyrcano/ 14.3. Sextus Caͤſar von Baſſo getoͤder 14. b. Sig nimmer ohn Rrieg 99.3. Silon eyn geltgiriger vaubtmañ richtet eyne meu⸗ terej m Laͤger an 16. b. Simon der vierd Machabeer Fuͤrſt/ wird von pto⸗ lemeo vmbbracht 3.6. Simon eyn Zauberer/ Neronis Freund/ vnd petri widerſächer/ fleugt in den Lufften/ vnterſtehet ſich eynen Toden aufßuwecken 20. b⸗ Simon fallet eyn Beyn entʒwey/ vnd ſtirbt 21.4. Simgn Jonathe Brůder/v oherprieſter 45.35 Simðnis Mannl igkeyt 47.3 Simon wird zum Worder an ſeinen Eltern/ Weib vnd Rindern 49.3 Simonis derIdumeer vaubtmanns Antwort auff Anan Red 69.b. Simon eyn anderer Auffrůhrer vnd Moͤrder/ ſiget in eynem Scharmuͤtzel wið die zu Jeruſalẽ/ In⸗ Simon gewinnt Idumeam durch verꝛatherej/ ohn Schwertſchlaͤg 5.b. Simonis Weib von den ʒeloten gefangen 76.4 Simon laßt vilen die vůnd abhawen 76. 3 imon wird in die Statt Jeruſalẽ eingelaſſen/I6. b Sumon hat den obern ort der Start in 8.3. Simon vnd Johannes/ die zwen Tyrannen verey⸗ nigen ſich mit eynander wider die Kömer s86.3. Sinſon muß ſich Zungers halben ergeben n0.g⸗ Sodomitiſchen Lands gelegenheyt/ wgrumb es vð Gott verherget 744. Sohn verkiagt ſeinẽ Vatter/ vñ hůlfft jhn tͤdẽ /.a⸗ Statt in Syrien von Jonatha eingenommen ʒ.b. Stim̃ im Tempel/ voꝛ Jeruſalems zerſtorũg/07. b. Straff deren die ſich ſelbs entleiben s9.b. Strathonis Thurn von verode wider beueſtiget⸗ vnd gebawer 21.4. Sylla ſturmet auß Ttttbeuehl Waſſadam g⸗ Syria von parthern vberfallen 15. b⸗ Syrer ſchneidẽ in eyner nacht beiꝛooo Juden guff/ T. Abiriũ/ eyn Berg von placidoerobert/ y6. b Tarichea von Veſpaſiano belägert 64. Varicheer von Tito geſchlagen/ vnnd jhre Statt eingenommen 63. a. b⸗ Taricheer von Veſpaſiano auff dem Waſſer jòms merlich erſchlaggn vnd vmbkommen 64.b. Tempel ʒu ʒeruſi von Judẽ ſelbs geſturmet/ v.a⸗ Tempel zu Jeruſalem erobert 9. b⸗ Tempels Reynigung 10 g. Tempel zu Jeruſalem von verode gebawen/ 20. b. Tempel von weiſſem Marmelſteyn/ dem Reyſer zu ehren von Verode gebawen 21.6. Tempels entheyligung geweiſſaget 42.b. Tempelʒu Jeruſalem wird von den auffrůhriſchen eingenom̃en vñizu eyner Veſtung gemacht/ 6s. a. Tempel voller Bluts/ wie eyn See S1.. Tempel grewlich geſtuncken von den vnbegrabe⸗ nen 82.64 Tempelʒu Jeruſalem von Salomo gebawen/ s;.⸗ Tempels mit ſeiner ʒugehoͤrde bedentung 85. b. Tempel wird von Roͤmern mehꝛ geehꝛet/ denn von den Inden Tempels Vorſchoͤpffwerden verbrennt 103 6⸗ Tempel wird geſtuͤrmet vnd abgebrennt 106.4. im Tempelward vor der zerſtoͤrung eyn gepolter/ vnd ploͤtzliche Srim̃ gehoret Theodorns erſchlaͤcht 1oooo Juden 5b⸗ Sherbinthbim von anfang der Welt geſtanden/ 75‧b Teutſchland den Roͤmern vnterwurfflich gemacht/ 41.b. 79.b⸗ Teutſche Kriegsknecht eroberen das Capitolium/ Teutſchen ————————— 107.b⸗ 1 ki Teutſche ſtarcke Lenth 108.b. Ehor am Tempel geht von jhm ſelbs auff 107.4. Thuͤrn von den Roͤmern gebawen /fallen bei Nacht ein 86.b. Tiberias die Statt wird von Veſpaſiano begna⸗ Tiberiſchen Sees eygenſchafft 7376. Tiberius laßt der Iſidis Prieſter alle richten/ vnd den Gottes dienſt zerſtoͤren 38. b. Tiberius Claudius der fuͤnfft R oͤmiſch Reyſer/z9. a. Tigranes belaͤgeret Cleopatram zu ptolemais/. b. Titus tommt mit ſeim veerzu ſeinem Vatter54. a. Titus erobert die Statt Japha ʒ5. b. vnd Jotapa⸗ Trtj vnd anderer mitlerden mit Joſepho so.3. Titus vermahnet ſein Rriegsuolck in eyner langen Red/ die Juden tapffer anzugreiffen 61 4. b. Titus nimmt die Statt Taricheam ein 63. a. b. Citus ſtuͤrmet vñ erobert die Statt Gamala/ 66 b. Titus vermahner die Einwohner zu Giſcaln ſich/ hmzuergeben 67. 4. Titj gutigkeyt vnd fuͤrſichtigkeyt 87. 6. Titus vermahnet die Juden ʒum friden 87. b. Titus laßt vilen Juden die vaͤnd abhawen/ vnnd ſchickt ſie wider in die Statt 92. b. Titus laßt eyne Mawer vmb die Statt Jeruſalem aufffuͤhren 4 4 Titns wird in Indeam abgefaͤrtiget/ den Rrieg da⸗ ſelbs ʒuuerzichten So. a. Titus beſichriget die Statt Jeruſalem/ kommt dar⸗ uͤber in gefahr S2. b. 83. a. Eitus waget ſich alleyn vnter die Feind 83.b. Titus warnet ſein Rriegsuolck vor der Iuden be⸗ trug 84.4. Titus ſtraffet ſein vngehorſam Kriegsuolck gar ernſtlich 8 b. Titi meynung vom Tod vnd ewigen leben/ 99. b. Titus expoſtulieret mit Johanne/ vnd fordert ihn zu eyner Schlacht 101.4. Titus bent den Judẽ eynen Buͤrgen an/ ſeiner gnad halben gegen jhnen 101. b. Titus laßt die Bollwerch wider aufffuͤhren/ erſeuff⸗ zet vber den groſſen jammer 4₰.b. Titus verflucht das Juͤdiſch Land vmb Marie vn⸗ menſchlichen that willen 105 a. Tirus verweiſet den Juden hoͤhnlich jhrer Vorfah⸗ ren Wunderwerck 105. b. Titj ſcharpffe vnd lange red/ auff der Auffruͤhriſchẽ anſuchen 108 g. Eitus verweiſet den Auffruͤhꝛiſchẽ jhꝛẽ ſtoltz no9. a. Titus halt der Juden alte Geſchicht fuͤr eyn Fabel/ 108. b. Titus ʒeucht gehn Antiochiam/ halltin allen Stat⸗ ten Schawſpil 1mn. 4. jhm ſelbs den Tod anthuen/ iſt wider Gott 59. a. derſelben ſtraff 59.b. Toden ʒu Jeruſalem doͤrffen vor den Tyrannen nit begraben werden 8a. Toden werdẽ vber die Mawer außgewoffen/ o4. b. VToden coͤrper eyn groſſe anzahl ʒn eynem Thor auß getragen 98.6. Trecherꝛen was ſie ſeien 5. a. Trypho bełennet auff Tyronem 19. a. Trypho wird auß beuehl verodis getöder 29. b. Tyrannen ʒu Jernſalem vereynigen ſich mit eynan⸗ der wider die Roͤmer 83 b. Tyritades ʒeucht den Alanern entgegen/ kom̃t dar⸗ uber in gefahr no. b. Cyro ſtrafft verodem ſeines vn billichen furnem⸗ mens halben/ wird daruͤber gefangen 92 a. Tyro von ſeinem Sohn beſchuldiget/ von merode beyde mit Tryphone getoͤdet 29.b. S N , Atter von ſeinem Sohn verklagt/ vnd gets⸗ Ventidius eyn Leegtriger vaubtmañ/ 16. b. Vermeſſenheyt bei gluͤck 19. b. Veſpa ſian trewe dienſt dem Reyſer bewiſen o. g. Beſ ruͤſtet ſich ſambt ſeinem Sohn zum Rrieg 51. 4. Veſpaſianns zeucht an mit ſeinem Veer 5ub. Veſpaſianus verherget Gadaram/ beloͤgeret vnd ſtuͤrmet Jotapatam. Veſpaſianus ſtuͤrmet die Statt Jotapata/ wird dar voꝛ geſchoſſen 55. b.56. 4. Veſpaſian us vberfallet die Rauber ʒu Joppe/ So.b. kom̃tzu Agrippa in ſein Roͤnigreich/ 1D. Veſpa ſianus belagert Taricheam 62.g. Veſpaſianus betrieget die fluchtigen Taricheer Waſſer/ erſchlecht vñ verkaufft ſie alle⸗ Veſpaſianus in groſſer gefahr zu Gamala in der Statt/kommt darnon 66.4. Veſpaſianus troͤſtet mit eyner ſchoͤnen Red ſein Rriegsuolck/ des empfangenen ſchadens halben/ Veſpaſianus wil die Juden eynander ſelbs durch innerliche auffrhur laſſen auffreiben 71. 4. Veſpaſiunus verbrennet etliche Doͤrffer 73.. Veſpaſianus nimmt vmb Jeruſalem alles ein/ vnd verlegt jhnen den paß 74.b. Veſpaſianus verherget das Jůdiſche Land 6. b. Veſpaſianus eyn tapfferer veld Veſpuſiano wird das Reyſerthum̃ angebotten/ vnd anzunemmen getrungen 77. b⸗ Veſpa ſianus ʒeucht mit Tito wider gehn Alexan⸗ drram 79.b⸗ Vitellius krieget mit Othone vmb dzʒ Reyſerthumñ ⸗ vnd ſigt ob 76. b. Vitellus der neund Roͤmiſch Reyſer eyn groſſer ſchlemmer 77.6 Vitellius verrrawet alle ſeine ſachen Cecinne/ s. b. Vitellius erwůrget/ wie lang er Reyſer geweſen/ 79. b.. Vngern den Romern vnterthan 42. 4 Vngewitter ʒu Jeruſalem/ vnd ſeine deutung/ 7o. a. Vnglůͤcks vnd glůͤcks beſtaͤndigkeyt 19.6. Neld vmb Jeruſalem all abgehawen/ 4. b. Weiſen in Ind is verbreñen ſich ſelbs /12.g. Wenden den Roͤmern vnterthan 41.g. Wunderzeychen die vor der zerſtoͤrung Jes ruſalem hergangen 107.46 Z. Abulon von Ceſtio verherget 47.4. Facharias /eyn fuͤrnemer Wann getoͤdet /71. a. Facharie Blut wird gerochen 82. a. Zauberer auß Egypten verfuͤhret die Juden/ 31. b. Zenghauß des Roͤnigs zu Jeruſalem/ eingenom̃en ⸗ Zeloten grewliche vnd vnerhoͤrte ſchand 76. b. Zeloten ju Jeruſalem fliehen in den Tempel/ ſchis cken ʒu den Idumeern vmb huͤlff 58. 6. b. Zeloten Bubenſtuͤck erzehlung 69 4. Feloten oͤffnen den Roͤmern die Thoe„o. a. ʒeloten vnd IJdumeer tyrannej in der Statt Jerus ſalem. 70,b. — „—— . ½ 6 „ 7 1 — * V