inn zr Kenntniß engliſchen Landwirthſ chaft ihrer neueren practiſchen und theoretiſchen Fortſchritte in Ruͤckſicht deutſcher Landwirthſchaft fir denkende Landwirthe und Cameraliſten. Zweyten Bandes erſte Abtheilung, von Albrecht Thaer d. M. D., des Koͤnigs von Großbritt. Churfuͤrſtlichem Leibarzte, u⸗ ſ. w. Mit Kupfern und Holzſchnitten. Hannover, 1801. Bey den Gebruͤdern Hahn. e zur Kenntniß engliſchen Landwirthſchaft und ihrer neueren practiſchen und theoretiſchen ie in Ruͤckſicht auf Vervollkommnung deutſcher Landwirthſchaft fur⸗ *„ denkende Landwirthe und Cameraliſten. Erſte Abtheilung, als Fortſetz. der Einleit. zur Kenntn. der engl. Landwirthſchaft von Albrecht Thaer d. A. D., des Koͤnigs v. Großbritt. Churfürſtl. Leiburzte u. ſ. w. Mit Kupfern und Holzſchnitten. Hannover, 1801. Bey den Gebrädern Hahn⸗ Vorrede. C In der Vorrede der Einleitung zur Kennt⸗ niß der Engliſchen Landwirthſchaft habe ich verſprochen, einen zweyten Band dieſes Buches auszuarbeiten. Zugleich deutete ich aber den Wunſch an, daß in Deutſchland ein Werk nach Art der oungſchen Annalen des Ackerbaues zu Stande fommen moͤchte, worin nur wirklich ausgeubte Methoden beſchrieben, und nur reine Thatſachen aufgenommen wuͤrden; wenn ſich ſolches vorerſt auch nur auf einen Kreis Deutſch⸗ lands erſtrecken ſollte. Dieſer Vorſchlag ward vom engern Aus⸗ ſchuſſe der K. Churfürſtl. Landwirthſchaftsgeſell⸗ ſchaft zu Zelle ſo beyfällig aufgenommen, daß ich mich, der Unterſtuͤtzung dieſer Societät verſichert, entſchloß, dieſes Werk unter dem Titel: Anna⸗ len der Niederſaͤchſiſchen Landwirth⸗ ſchaft — VI— ſchaft, unter der Beyhuͤlfe des Herrn Ober⸗ appellations⸗Protonotarius Beneken— der, ohne ſelbſt Landwirth zu ſeyn, die Correſpondenz, die literariſchen Angelegenheiten und die Caſſe dieſer Societaͤt beſorgt— herauszugeben. Dieſes Geſchaͤft hat mir theils durch die Redaction und Ausarbeitung vieler eigenen Auffätze fuͤr dieſe Quartalsſchrift, theils durch die weitlaͤuftige Correſpondenz, worin ich mit Gelehrten und mit practiſchen Landwirthen ver⸗ wickelt wurde, einen großen Theil der Zeit weg⸗ genommen, welche ich dieſem Fache uͤberhaupt widmen darf. Dazu kam, daß durch den Abgang des edeln Baronet Sinclair vom Praͤſidentenſtuhle des BoardofAgriculture meine Correſpondenz mit England— wo man jetzt, wie es ſcheint, uͤberhaupt das Eiſen zu ſehr zu Waffen verſchmie⸗ den muß, um fuͤr Pflug und Senſe viel uͤbrig zu behalten— eine Zeitlang unterbrochen wurde. Beydes zuſammengenommen, ruͤckte mir die engliſche Landwirthſchaft dermaßen aus den Au⸗ gen, daß ich ein Jahr lang kaum an die Erfuͤllung jenes Verſprechens dachte. Allein die Guͤte und Nachſicht, womit das gebildete landwirthſchaft⸗ liche Publicum jenen Band aufgenommen hatte, und die vielen ſo dringenden als ſchmeichelhaften Erinnerungen, welche ich ſelbſt von den emtfern⸗ te⸗ — V1I— teſten Orten her erhielt, uͤberzeugten mich, daß es Pflicht ſey, jenes Verſprechen zu erfullen. Indeſſen haben ſich die Materialien zur Fort⸗ ſetzung dieſes Werks erſtaunlich angehaͤuft. Die landwirthſchaftlichen Ueberſichten aller Diſtricte Großbrittanniens ſind nun, berichtigt und erwei⸗ tert, wieder aufgelegt. Und auſſer dieſen hat der Board of Agriculture noch eine ſo große Menge von wichtigen Schriften herausgegeben und ver⸗ anlaßt, daß dadurch in ſehr kurzer Zeit— noch unter dem Vorſitze und durch den Betrieb Sin⸗ clair's— ſo viele wichtige Erfindungen, ſo genaue und berichtigte Erfahrungen ans Licht ge⸗ kommen ſind, und uberhaupt eine ſo große Maſſe von agronomiſchen Kenntniſſen, wie noch nie, verbreitet worden iſt. An Materialien fehlt es mir daher ſo wenig, als am Willen. Allein meine auswaͤrtigen Goͤnner und Freunde, die mich nur als Land⸗ wirth und landwirthſchaftlichen Schriftſteller be⸗ trachten, erwarten, wie es ſcheint, zu viel von mir. Koͤnnte ich dieſes Fach zu meinem Haupt⸗ geſchaͤfte machen, ſo waͤre ich freylich im Stande, mehr zu leiſten. Dies aber verbietet mir hoͤhere und fruͤhere Verpflichtung, Dankbarkeit und das große Zutrauen, welches man in meinem Vaterlande auf mich, als Arzt, ſetzt. Daher kann ich dieſem Studium nicht mehr, als die Neben⸗ ſtun⸗ — VIII— ſtunden, die ich dem Kartenſpiele und geſellſchaft⸗ lichen Vergnuͤgungen entziehe, widmen. Und von dieſen Nebenſtunden nehmen wieder die vor⸗ gedachten Annalen, die bis jetzt im Auslande minder bekannt zu ſeyn ſcheinen, den groͤßeſten Theil weg. Wollte ich nun alles, was in Bezug auf engliſche Ackerbaukunſt vor mir liegt, und in Deutſchland bekannter zu werden verdient, nach ſyſtematiſcher Ordnung zuſammenfuͤgen und aus⸗ arbeiten, ſo wuͤrde ſich die Fortſetzung dieſes Werks ſehr lange verzoͤgern. Ich habe mich daher entſchloſſen, diejenigen Materien, deren Bekanntmachung und Eroͤrte⸗ rung theils fuͤr Deutſchland am nutzlichſten ſcheint, theils jetzt am vollſtaͤndigſten geſchehen kann— denn die Vollendung vieler angefange⸗ nen wichtigen Unterſuchungen duͤrfen wir nun⸗ mehr aus England wol erſt in friedlichen Zeiten erwarten—, zuerſt auszuarbeiten, und dieſe Ab⸗ handlungen unter dem Titel: Beytraͤge zur Kenntniß der Engliſchen Landwirth⸗ ſchaft, nach und nach, ſo wie Zeit und Um⸗ ſtaͤnde es erlauben, herauszugeben. Da dieſe Beytraͤge, als eine Fortſetzung jenes Bandes, nur in einer minder ſyſtematiſchen Ordnung anzuſehen ſind, ſo wollen meine Herren Verleger auch einen Titel fuͤr diejenigen beylegen, die es in ihrer Buͤcher⸗ Buͤcherſammlung als ſolche aufſtellen wollen. Zwey Stuͤcke werden einen Band von der Staͤrke des erſten ausmachen. Die neuerlichſt ſo vervollkommnete Abwaͤſſe⸗ rungsmethode der Englaͤnder ſchien mir einer der wichtigſten und nuͤtzlichſten Gegenſtaͤnde zu ſeyn, den ich meinen Leſern vortragen konnte. Ich hoffe, in moͤglichſter Kuͤrze einen vollſtaͤndigen und deutlichen Begriff davon gegeben zu haben. Wenigſtens weiß ich, daß ich mir bey keiner Materie ſo viel Muͤhe, ſie deutlich vorzutragen, gegeben habe, wie bey dieſer. An der zweyten Abhandlung, uber die Grundſaͤtze der Engländer bey Bebauung und Einrichtung ihrer Wirthſchaftshoͤfe, habe ich nur einen ſubordinirten Antheil. Allein ich bin uber⸗ zeugt, daß auch meine guͤnſtigſten Leſer es mir verdanken werden, nicht mehr, als dieſen, daran genommen zu haben. Der dritte Aufſatz enthaͤlt das Tagebuch und verſchiedene in England 1793 niedergeſchriebene, im Jahre 1794 nach der Ruͤckkehr ausgearbeitete Bemerkungen eines practiſchen Landwirths, der in Pommern im Bauernſtande geboren, durch Zufall und Talente bey groͤßern Wirthſchaften angeſtellt wurde, und als Begleiter. uls⸗ Gutsbeſitzer nach England ging, ohne mehr als die gewoͤhnliche dreyfeldrige Wurthſchaft der Mark und die zehnſchlägige der Mecklenburger zu kennen, und wenig mehr als nichts uͤber Land⸗ wirthſchaft geleſen zu haben.— Wenn ich mich gleich bemuͤhete, die engliſche Landwirthſchaft in dem Geſichtspunkte darzuſtellen, worin ſie deut⸗ ſchen Landwirthen am meiſten einleuchtend werden kann: ſo hatte ich ſelbſt ſie doch nur durch die Augen engliſcher Schriftſteller geſehen. In die⸗ ſen Aufſaͤtzen findet man aber, wie ein deutſches unbefangenes, zwar klares, aber unbewaffnetes Auge ſie betrachtet hat. Ohnerachtet ich ſo viele engliſche Schriftſteller uber Ackerbau geleſen hatte, ſo war mir dieſer Aufſatz doch in manchem Be⸗ trachte ſehr lehrreich. Denn das Tagebuch ins⸗ beſondere giebt eine ſo anſchauliche Vorſtellung vom Gange einer engliſchen Ackerwirthſchaft,/ auf Mittelboden ſowohl als auf Klayboden, wie man ſie kaum aus Marſhalls vortrefflichen und detaillirten Beſchreibungen erhält. Durch die Guͤte vorerwaͤhnter Gutsbeſitzer in der Mark Brandenburg, die im Jahre 1793 blos in landwirthſchaftlicher Hinſicht in England reiſeten, werde ich meinen Leſern dem⸗ naͤchſt mehrere Aufſaͤtze uber einzelne Zweige der engliſchen Landwirthſchaft mittheilen konnen, die an Ort und Stelle in den letzten Monaten vor Errichtung des Board of Agriculture nie⸗ dergeſchrieben ſind. Es iſt mir leider nicht er⸗ erlaubt, ihre Namen zu nennen, noch mehreres von ihnen zu ſagen. Zur Unterſcheidung werde ich aber die von ihnen herruͤhrenden Auffaͤtze mit IF. unterzeichnen. Meinen Leſern werden ſie ſo lehrreich als intereſſant ſeyn; mich werden ſie ge⸗ gen den Vorwurf, als ſey ich ein uͤbertriebener Lobredner der engliſchen Wirthſchaft, retten. Verſchiedene Deutſche, die eine Reiſe nach England gemacht, und auch einen Blick auf die Landwirthſchaft geworfen hatten, haben naͤmlich geſagt, die engliſche Landwirthſchaft ſey nicht ſo vollkommen, wie ich ſie beſchrieben habe. Ich kenne ſie blos aus engliſchen Schriftſtellern, und habe alſo mehr ein Ideal aufgeſtellet, was dieſe ſich von einer vollkommnen Wirthſchaft gemacht haͤtten, als den wahren Zuſtand beſchrieben, worin ſie ſich jetzt wirklich befinde. Andere haben geſagt, in einem ſo gut cultivir⸗ ten Lande koͤnne nicht eine ſo große Getreide⸗ einfuhr Statt finden, und dennoch ſo haͤufiger Mangel entſtehen, wie dies, beſonders ſeit einiger Zeit, in England der Fall geweſen ſey. Man hat gewiſſermaßen Recht!— Nur muͤſſen wir uns verſtehen. Ich redete bisher nicht von der Ackercultur und Production im Allgemei⸗ nen; nicht als Staatswirth, der das S uͤber⸗ —— uberſieht; ſondern als Landwirth, der ſich auf einzeine Wirthſchaften einſchraͤnkt. Sonſt weiß ich nur zu gut, daß der Grund und Boden in England im Allgemeinen ſehr ſchlecht benutzt wird; auch habe ich dies im erſten Bande mehrmals an⸗ gedeutet. Sinelair giebt in ſeiner Reds, zur Empfehlung des Board of Agriculture, den Flaͤchen⸗Inhalt von Großbrittannien auf 67 Millionen Acres an. 7 Millionen rechnet er fuͤr Hausplaͤtze, Wege, Seen, Fluͤſſe und ſonſt als unbenutzbar ab. Von den ubrig bleibenden 60 Millionen ſind 26 zur Weide beſtimmt, und nur 5Millionen tragen Getreide. 30 Millionen aber liegen entweder in einem vollig wuͤſten Zuſtande, oder werden doch auf eine ſo ſchlechte Weiſe be⸗ nutzt, daß ihr Ertrag nicht auf den Foſten Theil deſſen, was er ſeyn koͤnnte, anzuſchlagen iſt. Von den„ Millionen, die Getreide tragen, iſt bey weitem nicht alles auf die in England bekannte vollkommenſte Art beſtellt. In vielen Diſtrikten herrſcht noch die Drreyfelder⸗Wirthſchaft mit ge⸗ meinſchaftlicher Behuͤtung der Braache und der Stoppel. Nur in den dſtlichen Grafſchaften Englands, in einigen Diſtrikten der mittellaͤndi⸗ ſchen, und in den ſudlichen von Schottland, findet man denjenigen energievollen Ackerbau, den man im Sinne hat, wenn von engliſchem Ackerbaue die Rede iſt. Dieſe Grafſchaften verſorgen Eng⸗ tand, und beſonders die weſtlichen Provinzen und ihre großen Manufakturſtaͤdte mit Getreide. Wenn — KII— Wenn man erwaͤgt, daß dieſer kleine Flaͤchen⸗ Inhalt die zahlreiche Nation auf dem Lande und auf den Meeren nicht nur erhalten hat, ſondern auch in einem Durchſchnitt von 50 Jahren, naͤmlich von 12 10 bis 1760, einen ſolchen Ueber⸗ ſchuß lieferte, daß jaͤhrlich die Ausfuhr fuͤr das Ausland die Einfuhr um 644,409 Duarter( Buſhel) uͤberwog, ſo erhellet von ſelbſt, wie hoch die Production in dieſen Grafſchatten getrieben ſeyn muͤſſe. Es iſt allerdings ein ſehr wichtiges Problem, zu unterſuchen, wie es zugehe, daß ſeit den ſieben⸗ ziger Jahren das Verhaltniß der Ausfuhr zur Einfuhr ſich dermaßen veraͤndert habe, daß von 1773 bis 1793 im Durchſchnitt jaͤhrlich 430,157 Quarter mehr eingefuͤhrt als ausgefuͤhrt worden. Wenn man dieſes Deficit zu dem vormaligen Plus hinzurechnet, ſo ergiebt ſich ein Unterſchied von 1,074,7 16 Quarter, die jetzt entweder weniger gebauet, oder mehr verzehrt werden muͤſſen, als vormals. Der Ackerbau iſt daher entweder wirk⸗ lich geſunken, oder hat ſich doch nicht im Ver⸗ haͤltnß der zunehmenden Bevoͤlkerung und Con⸗ ſumtion gehoben. Daß er letzteres nicht habe, liegt wahrlich nicht an der Kunſtz denn dieſe hat ſich ſeitdem offenbar mehr vervollkommnet und verbreitet. Es hat aber andere unverkennbare Urſachen. Die Entwickelung und Unterſuchung derſelben werde ich zum Gegenſtande einer beſon⸗ dern Abhandlung machen, die, wenn ſie mehr mehr in das Fach der Staatswirthſchaft und Politik einzuſchlagen ſcheint, doch das Intereſſe des Landwirths auf manchfaltige Weiſe erregen wird. Da meine Unterſuchung ganz auf Erfah⸗ rung, auf ausgemachte Thatſachen und Berech⸗ nungen ſich ſtuͤzen wird, ſo darf ich hoffen, daß ſie uͤber denjenigen Zweig der Polizey, welcher den Ackerbau und Kornhandel betrifft, mehr Licht verbreiten werde, als bisher durch theoretiſche Raiſonnements geſchehen iſt. Wenn man von der gegenwaͤrtigen ſtarken Getreide⸗Einfuhr in England hoͤrt, ſp muß man nur nicht glauben, daß Enoland hierdurch ohne eigenen Ackerbau zur Noth verſorgt werden koͤnne. Nach dem Berichte der Parlaments⸗Committee zur Abhelfung des Kornmangels im Jahre 1797 erhellet, daß die hoͤchſte Einfuhr, die ſich England mit dem groͤßten Koſtenaufwande und ſeiner maͤch⸗ tigen Schifffahrt verſchaffen kann, nur zureiche, um die Nation auf 3 Wochen mit Weitzen zu verſorgen, ſelbſt wenn ganz Europa, Afrika und Amerika ihm die Haͤfen oͤffnet. Ein Beweis, wie nothwendig es fur jeden Staat ſey, den Acker⸗ bau mit der Zunahme der Bevolkerung und des Gewerbes gleichen Schritt halten zu laſſen. Noch mußte ich jenen Reiſenden, die aus ihrer Poſtchaiſe den bluͤhenden Zuſtand nicht bemerkt, oder etwa auf einem Farm, in der Nachbarſchaft von — xV— von London, das alles nicht angetroffen haben, was ich in meiem Buche beſchrieb, Ein Wort ſagen. Ich verſpare dies aber, bis ich eine kurze landwirthſchaftliche Geo⸗ und Topographie von England, mit einer Charte begleitet, entwor⸗ fen habe. Wenn ſie ſich bey einer anderweitigen Reiſe dieſe wollen zum Wegweiſer dienen laſſen, ſo verſpreche ich ihnen, daß ſie alles in Natura und im Großen ſehen ſollen, was ich und der brave Pommeraner beſchrieben haben. Ich habe noch die Fortſetzung der beſondern Betrachtungen uͤber die Anwendbarkeit engliſcher Methoden, Einrichtungen, Werkzeuge u. ſ. f. fuͤr Deutſche verſprochen. Dieſe aber werde ich— zwar beylaͤufig bey jeder Materie— aber in der Fortſetzung dieſes Werks nicht ausfuͤhrlich liefern. Ich habe beſſere Gelegenheit, ſie in den Annalen der niederſaͤchſiſchen Land⸗ wirthſchaft, ſo wie ſie mir am zweckmaͤßiaſten ſcheinen, anzubringen, und muß daher meine Leſer hierauf verweiſen. Die Gewogenheit und Freundſchaft ſo vieler vortrefflichen, verehrungswuͤrdigen und erhabenen Perſonen, welche ich mir durch meine land⸗ wirthſchaftlichen Bemuͤhungen erworben habe, iſt fuͤr mich die hoͤchſte Belohnung geweſen. Ich bitte daher inſtaͤndigſt, ſie mir zu en Nur — xv1— Nur muß man es mir verzeihen, wenn ſich die Beantwortung vieler Briefe ſehr verſpaͤtet. Es giebt Zeiten, wo ich als Arzt ſo ſehr be⸗ ſchaͤftigt bin, daß ich fuͤr das Fach der Land⸗ wirthſchaft nur hoͤchſtens ſo viel Zeit uͤbrig behalte, als zur Vollendung der dringendſten Geſchaͤfte noͤthig iſt. Der Verfaſſer. Inhalt. ——— Seite Ueber Abwäſſerung der Aecker und Austrocknung der Suͤmpfe und Moo⸗ re durch Abfangung der Quellen. 1 Geſchichte dieſer Kunſt in England 4 Urſachen einer zu großen Naͤſſe des Bodens 12 Erſte Urſache: Aufenthalt des S auf der Oberflaͤche.— a) Wenn die obere Ackerkrume ſubſt W ⸗ dendem Thon beſieht:. 3 Ob breite, hochaufgepfluͤgte,. oder ſchmale, flache Ackerbeete mit Waſſer⸗ furchen in dieſem Falle nůtzlicher ſind„ 17 Einziges Huͤlfsmittel: Tiefere Aufloc ckerung des Bodens. 13 Wie hochaufgepfluͤgte Ackerbeete ozn me theil geebnet werden. 23 b) Wenn unter der Ackerkrume ſich e eine un⸗ durchdringliche Thonlage befindet. 29 Unvollkommene Huͤlfsmittel in dieſem Falle:— Hochaufgepfluͤgte Beete„.— Flache, ſchmale Beete mit Querfurchen 30 Voll Seite 6 Vollkommenes Huͤlfsmittel: Verdeckte Abzuͤge 37 1 Richtung dieſer Zuͤge. 3 1 Auf ebenen Feldern... 35 Auf huͤgeligten Feldern 36 Bequemſte Jahrszeit, ſie anzulegen„ 37 1 Ihre Ankegung vermittelſt des Pfluges und des 4 Spatens..„ 40 Ausfuͤllung der Zuͤge... 23 1) mit Bruch⸗ und Felbſteinen„— 2) mit Holzreiſern.— 5 3) mit Stroh und Strohſeilen 3 56 4) mit Heidekaut, Brahm u. dgl. 258 §) mit eigens dazu gebrannten Ziegeln„— Unausgefuͤllte Zuͤge im Thonboden. 0 Koſten dieſer Anlage 2 3* 53 Dauerhaftigkeit ſolcher Zuͤge„. 7 Zweyte Urſache der Naͤſſe: 2. 69 Quellen..... Theorie ihrer Entſtehung. 70 Waſſerdurchlaſſende u. anhaltende Erdſchichten 71 ſind die Urſache der Wa aſſeranſammlungen i im Innern des Erdbodens 8 73 Die Kenntniß ihrer Lage iſt das Weſent ichſ bey der Kunſt, die Quellen abzuleiten 76 Wie man ſich dieſe Kenntniß verſchafft„277 Verſchiedene Etſcheinungen, wenn das Quell⸗ waſſer an die Oberflä he kommt. Erlaͤuterung des Verfahrens in vierzehn ver⸗ ſchiedenen Heonptquellen. Kautelen, welche bey Ableicung der Queilen all⸗ gemein zu beobachten ſind„.„122 Er⸗ Erfolg, wenn die Speration richtig ausge⸗ fuͤhrt worden... 126 Andere Urſachen der Naͤſſe gehoͤren nicht zu den Gegenſtaͤnden dieſer Abhandlung 28 Ueber die landwirthſchaftliche Bau⸗ art der Englaͤnder.. 129 1 Warum der Herausgeber dieſe Abhandlung des Herrn Ober⸗Commiſſuͤr Weſifeld ſeiner eigenen uͤber dieſe Materie vorgezogen hat?.— Von den Wohnungen der Landwirthe 3„733 Von den Viehſtaͤllen... 144 fuͤr Pferde. ⸗. ⸗ fuͤr Hornvieh 2... 198 fuͤr Schafe. 5 149 fuͤr Schweine 3... 155 fuͤr Federvieh. 4 52 Von den Gebaͤuden zur Aufbewahrung der Geraͤthe 133 4 der Producte. 154* der Kornfiemen....— der Heuſiemen.... 5 der Kornhaͤuſer„.. 767 des Strohes 1.* ² 1569 anderer Beduͤrfniſſe Von den Gebaͤuden zur Wirthſchaftsführung b Einrichtung des Hofes... 73 des Viehbofes... 175 Anmerkungen zu vorſtehender Ab⸗ handlung vom Herausgeber. 79 Ueber einige neuere Einrichtungen in den Pferde⸗ ſtaͤllen 4 6 Ueber die Aufbewahrung des Getreides in Fiemen (Schobern) 3 3. Bewegliche Scheure zum Abdreſchen der Fiemen Genauere Beſchreibung, wie die Englaͤnder Ge⸗ treidefiemen anlegen. Seite 193 198 215 Ueber die Stellung der Gebaͤude i dem Wirth⸗ ſchaftshofe, und uͤber landwirthſchaftliche Bau⸗ kunſt ⸗». Bemerkungen uͤber engliſchen Akker⸗ bau, von einem deutſchen Lan d⸗ wirthe in England im Jahre 1793 niedergeſchrieben. Beſchreibung eines Farms in notuoben— ſhire. 2 Tagebuch dieſes Landwirths. uf dieſem ß Far m, ge⸗ fuͤhrt vom zten April bis 26ſten September 1793. Ueher eine ſechöfeldrige Wirhſchaft im Mutelbo⸗ den, nach engliſchen Grundſaͤtzen. 2 Ueber eine fuͤnffeldrige Wirthſchaft im Klayboden Ueber eine veraͤnderte dreyfeldrige Wirthſchaft in ganz leichtem Boden. 2. Dieſe in Eagland nitdergeſchriebenen Abhandlun⸗ gen enthalten beynahe das Ganze des engliſchen Ackerbaues in gedraͤngter Kuͤrze.) 219 229 272 289 296 Ueber Abwäſſerung der Aekker und Austrocknung der Suͤmpfe und Moore durch Abfangung der Quellen. Fruchngkeit iſt die erſte und weſentlichſte Bedin⸗ gung, wenn Vegetation vor ſich gehen ſoll; ihr Uebermaaß iſt aber dem großten Theile der Pflan⸗ zen, beſonders der angebaueten, eben ſo verderb⸗ lich, als ihr Mangel, indem ſolches, ſtan Wachsthum zu befoͤrdern, nur Gährung, Tod und Verweſung verurſacht. Ein Ackerbau, der ſich der Herrſchaft uͤber das Waſſer dergeſtalt bemeiſtert hat, daß er dem Boden nach Willkuͤhr Feuchtigkeit geben und nehmen kann, und ſolches nicht dem Zufalle zu überlaſſen braucht, hat den moͤglichſten Grad der Vollkommenheit erreicht. C n Bds. uſte Abtheil. A Bey⸗ Beiſpiele dieſer Vollkommenheit haben wir allerdings; ſie ſind noch in verſchiedenen Gegen⸗ den Italiens vorhanden. Jene große Nation⸗ die Roͤmer, bei der die Landwirthſchaft in der boͤchſten Wurde ſtand, indem die erſte Sorge der Staatsverwaltung die war, der uͤberhaͤuften Menſchenmaſſe Nahrungsmittel zu verſchaffen, war im Stande, Anlagen dieſer Art zu voll⸗ füͤhren. Nach einem großen Plane wurden, vermuthlich auf Koſten des Staats, Schleuſen in den Fluͤſſen angelegt; aus dieſen Waſſerleitun⸗ gen, die ſich immer in mehrere, gleichfalls mit Schleuſen verſehene Arme vertheilten, nach jeder Flur und faſt nach jedem Acker hingefuhrt. Der Ackerbauer fordert Waſſer, ſobald der Frucht die ihr angemeſſene Feuchtigkeit zu mangeln an⸗ fängt; er vertheilet ſolche in den Furchen, wo⸗ mit er ſeinen Acker zu dem Ende reichlich durch⸗ zogen hat, und läßt das Waſſer wieder eben ſo ſchnell abziehen, wenn der Boden zureichend da⸗ von durchdrungen iſt. Dieſe hochſt vollkomme⸗ nen Bewaͤſſerungsanſtalten haben ſich beſonders in der Lombardey durch die Fuͤrſorge der reichen Geiſtlichkeit, in deren Haͤnde der Veſih der Län⸗ derenen uͤberging, am beſten erhalten. Man kauft da eine beſtimmte Quantitat Waſſer auf beſtimmte Tage und Stunden, und findet ſich in den Stand geſetzt, eine enorm hohe Landpacht⸗ . durch durch den Ertrag zweyer Erndten in einem Jahre, zu bezahlen. Man genießt das Wohlthaͤtige der Warme in dieſem Clima, ohne den Nachtheil der anhaltenden Dürre zu empfinden. lam claudite rivos, pueri, sat Prata bibe- runt, ſagt der Landwirth ruhig, wenn ohne dieſe wohlthaͤtige Wäſſerung bey der brennenden Hitze alles vezderben müßte. Anlagen dieſer Art koͤnnen nur Jahrhunderte der hoͤchſten Induſtrie, in einem ſehr bevoͤlkerten, Ackerbau treibenden Staate hervorbringen. Wir reden hier zwar eigentlich nicht von Vewäſſerung, ſondern von Abwäſſerung. Aber beyde ſtehen oft mit einander in genater Verbindung. Das Waſſer muß bey jener ſchnell wieder abgefuͤhrt werden koͤnnen, ſobald der Punkt, wo es die verlangte Wirkung gethan hat, erreicht iſt. Und bey der Abwaͤſſerung er⸗ baält man haͤufig eine concentrirte Maſſe von nunmehr fließendem Waſſer, welches man zur temporairen Bewaͤſſerung des ausgetrockneten, oder angraͤnzenden Diſtrikts benußzen kann. In⸗ dem man auf dieſer(trocknen) Seite eines Berges die Quelle abfaͤngt, trocknet man den Moraſt auf je ner Seite aus, und legt hier Be⸗ wäſſerungen an. A 2 Zu — 4— Zu den Gegenſtaäͤnden dieſer Abhandlung ge⸗ boͤret vornaͤmlich: die Befreyung des Ackerlan⸗ des, der Wieſen und Weiden von uͤberfluͤſſiger Naͤſſe, oder die Verbeſſerung des ſogenannten kaltgruͤndigen und hungerquelligen Bodens; dann — die Trockenlegung der Suͤmpfe und der Moore, die Ableitung des ſtehenden Waſſers und kleiner Seen. Beylaͤufig wird etwas uͤber die Befrey⸗ ung der Bergwerks⸗ und Steinbruchs⸗Gruben und Schachte geſagt werden. In England, wo der Boden im Ganzen mehr an Naͤſſe als Trockenheit leidet, hat man zwar ſchon laͤngſt auf die Abhelfung dieſes Ue⸗ bels große Sorgfalt verwandt, und die beſten Mittel dagegen anzuwenden geſucht. Indeſſen her unerreichten Vollkommenheit gebracht, indem der Board of Agriculture durch ſeine Nachforſchungen und Aufmunterung eine Samm⸗ lung der mancherley Faͤlle von gluͤcklichen Ab⸗ wäſſerungen bewirkte, und überdas einen der Kunſt ſehr erſprießlichen Streit zwiſchen El⸗ kington und J. Anderſon uͤber die Ehre der Erfindung gewiſſer Methoden veranlaßte. Elkington, ein Farmer in Warwikſhire, ward durch einen Zufall veranlaßt, ſich beſonders dieſer hat das letzte Jahrzehend dieſe Kunſt zu einer vor⸗ 7 — ——— 3 c— dieſer Kunſt zu widmen. Da ſeine Laͤnderey großtentheils an Raͤſſe litt und zum Theil vollig ſumpfigt war, ſo daß ſich beſonders die Schaafe faul darauf fraßen, ſo gab er ſich, ſobald er nach ſeines Vaters Tode in deren Beſitz kam, an das Abgraben. Allein ſeine Graͤben thaten nicht die gewuͤnſchte Wirkung, weil die Quellen tiefer lagen, als daß ſie dadurch erreicht wer⸗ den konnten. Ueberlegend, was nun anzufangen ſey, ſteht er in einem Graben, laͤßt ſich eine eiſerne Stange, womit die koͤcher zu Hurden⸗ pfahlen gemacht werden, reichen; treibt ſolche vier Fuß tief in den Boden des Grabens hinein, — vielleicht aus Mißmuth, vielleicht um auszu⸗ forſchen, was fuͤr Erde darunter liege,— er zieht ſie wieder heraus, und ſiehe! das Waſſer ſprudelt mit Macht aus dem Loche hervor und laͤuft ſeinem Graben entlang. Er macht nun mehrere Loͤcher oberwärts in dem Graben, laͤßt ſich dazu einen Erdbohrer mit breitem Loffel machen, und hat nun die Freude, ſein Ackerland in kurzer Zeit trocken, und ſeinen Moraſt ent⸗ waͤſſert zu ſehen. Dieſer Vorfall machte Aufſehen in der Nach⸗ barſchaft. Seine Rachbaren, deren Voden an gleichem Uebel litt, erſuchten ihn, auch ſie vom Waſſer zu befreyn. Er that es mit dem gluͤck⸗ lich⸗ lichſten Erfolge. Nun verbreitete ſich ſein Ruf immer mehr und allmaͤlich durch das ganze Reich, ſo daß er bey weitem nicht alle ihm angetrage⸗ ne Commiſſionen dieſer Art uͤbernehmen konnte. Bey der Mannigfaltigkeit von Faͤllen, die ihm vorkamen, vermehrten und berichtigten ſich ſeine Kenntniſſe uͤber den Gang der Quellen und die Lage der Erdſchichten von Tage zu Tagen, und er erhielt eine bewundernswuͤrdige Geſchicklichkeit in der Beurtheilung der Fälle. Seine Vorrich⸗ tungen wurden daher immer ſichrer, ſeine Anla⸗ gen zweckmaͤßiger, einfacher und minder koſtſpie⸗ lig. Seine Kunſt ward nicht blos zum Behuf der Landwirthſchaft, ſondern auch des Vergbaues angewandt, indem er Steinbruͤche, Kohlen⸗ und Erzwerke oft auf eine ſehr leichte Art vom Waſſer befreyete. Es ſey nun, daß Elkington abſichtlich aus ſeiner Kunſt ein Geheimniß zu machen ſuchte, oder, was wahrſcheinlicher iſt, daß er ſelbſt nur nach dunkeln Vorſtellungen, die er nicht zu ent⸗ wickeln verſtand, verfuhr; genug, er ließ ſich nicht darauf ein, warum er in jedem gegebenen Falle ſo oder anders verfuͤhre, ob er gleich den Erfolg, faſt immer zutreffend, vorher beſtimmte. Dies verbreitete einen myſteriöſen Schleier uͤber ſeine Kunſt, und es fehlte nicht an Leuten, die ihm —— ihm eine beſondre angeborne Gabe, oder magiſche Mittel, das Waſſer im Erdboden zu wittern, beymaßen. Direkte Veranlaſſung gab er, meines Wiſſens, doch nie zu dieſer Meynung. Kaum war der Boardof Agriculture zu Stande gekommen, als ſolcher ſeine Auf⸗ merkſamkeit auf Elkington wandte, und ihn befragte, ob er geneigt ſey, ſeine Kunſt be⸗ kaunt zu machen und Andern zu lehren. Wie man ihn zu letzterm ſehr bereitwillig fand, ſchlug Sir John Sinclair im Parlamente vor, ihm eine Gratification von 1000 Pfund Ster⸗ ling dafuͤr zu bewilligen, welcher Antrag ſogleich durchgieng. Sinclair hatte Elkingtons Methode als ganz neu und auf vorher unbekannten Grund⸗ ſätzen beruhend angegeben. Dr. James An⸗ derſon, ein vorzuͤglicher landwirthſchaftlicher Schriftſteller, reclamirte in einem Briefe an er⸗ ſteren die Ehre der Erfindung und die Darſtel⸗ lung der Grundſätze, worauf die Elkington⸗ ſche Methode beruhe, für ſich, indem er in ei⸗ ner ſchon im Jahre 1755 publicirten und ſeit⸗ dem dreymal aufgelegten Abhandlung uͤber die Austrocknung der Moräſte und quelligten Gründe, ſolche beſtimmter, wie es von Elkington ge⸗ ſchehen ſchehen könne und werde, auseinander geſeßt habe. Sinclair und der Boardof Agriculture nahmen hierauf aber wenig Ruͤckſicht, ſondern gaben eine vorlaͤufige Ueberſicht der Grundſaͤtze⸗ worauf Elkingtons Methode beruhe, heraus, worin ſie dieſe als eine ganz neue, eigenthuͤmliche Erfindung beſchrieben, Anderſon's aber gar nicht erwaͤhnten. Dieſer gab nun die vierte Auflage ſeiner Kssays relating to agricul- ture and rural affairs 1797 in drey Baͤn⸗ den heraus. In der Vorrede und den Zuſaͤßen ſtellt er ſeinen Zwiſt, den er mit dem Board of Agriculture und namentlich mit Sir John Sinclair dieſer und einiger andern An⸗ gelegenheiten wegen habe, ausfuͤhrlicher dar. Er macht Elkington die Ehre der eigenen Erfin⸗ dung ſo wenig, als den verdienten Preis ſtreitig; vaͤlt es ſelbſt nicht fuͤr wahrſcheinlich, daß dieſer ſein Werk geleſen habe. Er haͤtte es aber le⸗ ſen und das, was ihn der Zufall gelehret, ſchon daraus lernen koͤnnen. Auch geſtehet er zu, daß Elkington ſich viele Routine und einen prakti⸗ ſchen Blick erworben habe, wodurch er zur Lei⸗ tung ſolcher Arbeiten vorzuͤglich geſchickt ſey. Es ſey allerdings hoͤchſt nutzlich, Lehrlinge bey ihm anzuſtellen, denen er in der Ratur nur ſinnlich zeigen koͤnne, wie in jedem Falle verfahren wer⸗ den muͤſſe. Er ſey aber der Mann nicht, der eine eine deutliche und zuſammenhaͤngende Erklaͤrung der Grundſaͤtze, worauf die Kunſt beruhet, lie⸗ fern koͤnne. Daher ſey die vom Board pu⸗ blicirte Ueberſicht der Elkingtonſchen Me⸗ thode ein hoͤchſt verworrenes Ding, dem man es deutlich anſehe, daß es aus einzelnen, unbeſtimm⸗ ten und obenein mißverſtandenen Angaben die⸗ ſes Mannes von ſolchen Leuten zuſammengeſett ſey, welche die Kunſt nie ausgeuͤbt und verſtan⸗ den haben, und die ihre eigenen unrichtigen Ideen eingemiſcht, um dem Ganzen einen Schein von Zuſammenhang zu geben. In dieſer neuen Auflage iſt der Verſuch uber die Abwaͤſſerung mit betraͤchtlichen und wich⸗ tigen Zuſaͤtzen vermehrt, und er ſcheint mir die Sache in einem hellern Lichte, wie irgend eine andere Schrift, darzuſtellen, welche der Board of Agriculture daruͤber publicirt hat. Unter die⸗ ſen iſt ſonſt das Werk John Johnſtone's— den der Board mit Elkington eine Reiſe durch das ganze Land hatte machen und die vor⸗ zuglichſten Anlagen deſſelben zeigen laſſen— das vorzuͤglichſte: Account of the most aproved mode of draining land, accord- ing to the system practised by Mr. Ios. Elkington 1797(Rachricht von der bewährteſten Methode, Laͤndereyen abzuwaͤſſern, nach nach dem von Hrn. Joſ. Elkington befolgten Syſteme*). Es iſt nicht wohl zu verkennen, daß *) Von dieſem Buche hat uns der Hr. Graf v. Podewills mit einer vortrefflichen Ueberſez⸗ zung beſchenkt, welche zu Oſtern 1799 unter dem Titel: John Johnſtone's Abhand⸗ lung uͤber das Austrocknen der Suͤm⸗ pfe und Entwaͤſſerung kaltgruͤndiger Aekker, nach der neueſten, von dem Herrn Elkington entdeckten, Verfah⸗ rungsart— herausgekommen iſt. Ich er⸗ fuhr die Exiſtenz dieſer Ueberſetzung erſt von dieſem meinem verehrungswuͤrdigen Goͤnner ſelbſt, wie er mich im Sommer 1799 mit ſeinem Beſuche hier in Zelle beehrte, und ich dieſe Ab⸗ handlung ſchon vollendet hatte. Hätte ich ſie fruͤher gekaunt, ſo haͤtte ich dieſe Materie ver⸗ muthlich nicht bearbeitet, oder nur den John⸗ ſtone commentirt. Auch war ich nun eine Zeit⸗ lang zweifelhaft, ob ich kieſe Abhandlung her⸗ ausgeben ſolle, da der Teutſche, den dieſe Sache intereſſirt, das Wichtigſte ſchon aus je⸗ nem Werke lernen kann. Nach reiflicher Ueber⸗ legung ſcheint es mir aber doch, daß manches meinen Leſern in dieſer hoͤchſt wichtigen Sache deutlicher werden wird, da ich in meinem Vor⸗ trage alles, was von Anderſon ſowohl, als Johnſtone, und in den ſaͤmmtlichen, unter der 5 daß Johnſtone ſelbſt aus Anderſon geſchoͤpft habe, wo es auf die Theorie ankommt, ob er gleich ſolches zu verbergen ſucht. Auch iſt An⸗ derſon keinesweges blos Theoretiker, ſondern er erwaͤhnt betraͤchtlicher Anlagen, die er ſelbſt ge⸗ macht hat. Daher ſcheint es mir allerdings, als ob er in den meiſten Stuͤcken gegen den Boardof Agriculture, der ihm Anfangs ſelbſt Arbeiten auftrug, Recht habe. Doch dies geht uns nichts an; ich wollte nur kurz die Geſchichte dieſer Kunſt in England— denn wie weit ſie an einigen Orten in Teutſchland ge⸗ der Autoritaͤt des Board of Agriculture heraus⸗ gekommenen Schriften daruͤber geſagt worden, zu concentriren und auf die faßlichſte Art fuͤr teutſche Leſer zu ordnen, geſucht habe. Jene, mit einer ſeltenen Klarheit und Reinigkeit geſchrie⸗ bene Ueberſetzung, wird dadurch nicht uͤber⸗ ſluͤſſig, da ſie manches volſtaͤndiger und deutli⸗ cher macht, was ich nur kurz beruͤhre. Bey der typographiſchen Schoͤnheit, womit ſie ge⸗ druckt iſt, wird ihr geringer Preis nur bann begreiflich, wenn man erwaͤgt, daß der Verfaſ⸗ ſer ein ſehr vermoͤgender Mann und großer Guͤterbeſitzer iſt, der Ackerbau ſowohl als Schrift⸗ ſtellerey, mehr wie die Sache der Menſchheit, als wie eigene Angelegenheit betreibt. gediehen ſey, verdient eine andere Unterſuchung — erzählen, und die Quellen angeben, wor⸗ aus ich geſchoͤpft habe. Eigentlich beſchaͤftigt ſich die Elkingtonſche Kunſt nur mit Abfangung der Quellen, und mit der Entwaͤſſerung ſolcher Laͤndereyen, deren Raͤſſe von dieſer Urſache herruͤhrt. Die ganze Lehre von der Abwaͤſſerung ſteht aber damit in genaueſter Verbindung, und man kann theils die Fälle nicht mit Sicherheit unterſcheiden, theils die Ab⸗ leitungsmethode der Quellen nicht genug verſte⸗ hen, wenn man die engliſche Abwäſſerungsme⸗ thode, beſonders vermittelſt der verdeckten Abzuͤge, nicht vollſtändig inne hat. Das, was ich im neunten Kapitel meiner Einleitung zur Kenntniß der engliſchen Landwirth⸗ ſchaft uͤber dieſe Underdrains geſagt habe, reicht nicht zu; doch ſetze ich voraus, daß ſolches meinen Leſern bekannt ſey. Die Urſachen einer zu großen Naͤſſe des Bodeus ſind: 1) Aufenthalt des Regenwaſſers und jeder aus der Atmoſphaͤre nieder⸗ geſchlagenen Feuchtigkeit auf der Oberflaͤche des Bodens. 2) — — 13— 2) Quellen, die aus dem Innern des Erdbodens hervorkommen. 3) Ueberſchwemmungen und Zu⸗ ruͤckſtauung der Fluͤſſe, oder das bey einem gleich hohen Waſſerſpiegel durch lockern Boden durchſeyhende Waſſer. 1) Näſſe des Bodens von atmo⸗ ſphaͤriſcher Feuchtigkeit entſteht, wenn derſelbe von einer ſo undurchdringlichen Beſchaf⸗ fenheit iſt, daß das uͤberfluſſige Waſſer nicht einziehen kann. Hier giebt es wieder drey ver⸗ ſchiedene Faͤlle. a) Dieoberſte Fläche ſelbſt beſteht aus einer feſt gebundenen thonigten Erdart, oder iſt vielmehr nur bis auf wenige Zoll aufgelockert und mit Ackererde vermiſcht, weil ſie ſonſt gar nicht beſtellt werden koͤnnte. Sobald auf einen ſolchen Boden ein etwas ſtar⸗ ker Regen faͤllt, iſt er gleich in einen halbfluͤſſi⸗ gen Zuſtand, ſo weit er aufgelockert worden, verſett. Jede Erdart kann naͤmlich nur eine beſtimmte Quantität Waſſer in ſich aufnehmen Einl. z. Kenntn. d. Engl. Landwirthſch. S. 113 der der erſten, S. 109 der zweyten Auflage). Was daruͤber iſt, laͤßt ſie tropfenweiſe fallen. Dieſes wird nun aber durch den feſtgebundenen Thon, der kein Waſſer einlaͤßt, zuruͤckgehalten, und die flache Ackerkrume befindet ſich in einem Zuſtande, als ob ſie in einem Becken mit Waſſer laͤge. Der Zuſammenhang ihrer Partikeln iſt getrennt, und ſie macht einen fluͤſſigen Brey aus. Bis das Waſ⸗ ſer verdunſtet, oder etwa auf der Oberflaͤche abge⸗ laufen iſt, kann ein ſolcher Boden nicht beſtellt wer⸗ den, und iſt unzugäͤnglich fuͤr Menſchen und Vieh. Hat man gluͤcklicher Weiſe einen gunſtigenZeitpunkt zu ſeiner Beſtellung getroffen, und es faͤllt nach⸗ her anhaltendes Regenwetter ein, ſo hoͤrt die Ve⸗ getation ſolcher Pflanzen, die ihrer Ratur nach nicht in Suͤmpfen wachſen, auf; die Wurzeln faulen, ſtatt einzuſaugen; die Pflanze wird krank und ſtirbt ab, wenn dieſer Zuſtand lange dauert. Erfolgt trockenes Wetter, wobey das Waſſer ver⸗ dunſtet, ſo zieht ſich der bindende Voden zuſam⸗ men, bekommt Riſſe, bildet ſich in lauter Schol— len, und wird bey anhaltender Trockniß ſtein⸗ hart; in welchem Zuſtande er zur Beſtellung und fuͤr die Vegetation eben ſo untauglich iſt, wie in ſeinem erſteren. Ein ſolcher Boden muͤßte eine ungemein gluckliche und hoͤchſt ſeltene Abwechſe⸗ lung von ſchwachem aber oͤfterm Regen und trok⸗ kener Witterung haben, um Pflug und Egge zu⸗ zu⸗ zulaſſen und eine gute Erndte zu liefern, wenn man ihm nicht auf verſchiedene Weiſe zu Huͤlfe zu kommen und den Abzug des Waſſers zu be, foͤrdern ſuchte. Das erſte Mittel, worauf man gefallen iſt, ſind die hochaufgepfluͤgten Ackerbeete. Es iſt wahr, daß ſie da, wo man kein beſſeres Mittel kennt, einen ſolchen Boden allein ackerbar machen können. Sie ſind aber eine hoͤchſt unvollkom⸗ mene und manche Rachtheile mit ſich fuͤhrende Nothhuͤlfe, beſonders in dieſem Falle, wo der hindende Thon mit wenigen Zollen gelockerter Krume bedeckt iſt. Nachſtehende Figur ſtelle den Durchſchnitt zweyer hochaufgepfluͤgter Ackerbeete vor. Fig. 1. ———-———--——— A —--——————— i Die linie A A macht die Oberflaͤche des Bodens aus, die aus einer etwa vier Zoll tie⸗ fen Krume[Verhältniſſe muß man weder in dieſer dieſer, noch in den folgenden Figuren ſuchen; ſie haͤtten ſonſt viel groͤßer ſeyn müſſen. Die Ackerbeete muß man ſich hier etwa 30 bis 40 Fuß breit denken,] beſteht, und auf einer feſten Thonlage B B ruhet. Wenn die Ackerbeete ſo hoch aufgepflugt ſind, wie bey F F, ſo muͤſſen die Furchen G tief in die Thonlage hineingehen. Die Krume iſt ganz in die Mitte des Ackerbee⸗ tes hineingepfluͤgt; die Seiten C. C. C. C. be⸗ ſtehen alſo aus dem heraufgebrachten Thon, zwi⸗ ſchen welchen die lockere Krume ganz eingeſchla⸗ gen iſt. Durch das Treten der Pferde und be⸗ ſonders durch Schlagregen, der nicht einzieht, ſondern auf der Schraͤge abfließt, erhaͤlt dieſer heraufgepfluͤgte Thon bald ſeine naturliche Dich⸗ tigkeit wieder, und läßt kein Waſſer durch. Das Regenwaſſer alſo, welches auf den Mittel⸗ ruͤcken dieſer Beete niederfaͤllt und perpendiculair herunter ziehet, hat nun gar keinen Ausweg, und kann weder tiefer in den Voden als bis B dringen, noch von den Seiten in den Furchen abziehen. Alſo ſtocket und gähret es in der Mitte der Beete. Daher ſieht man auf ſol⸗ chem Boden bey naſſen Jahren die Fruͤchte, ſelbſt nahe am Mittelruͤcken, mißrathen, wenn dieſe gleich viel hoher, als das Waſſer in den Furchen, ſtehen. Wenn Wenn ein Feld dieſer Art nicht einen ſehr ebenen Abfall, ſondern Erhoͤhungen und Vertie⸗ fungen hat, ſo iſt die Lage gar ubel, indem die in den Thon hineingearbeiteten Furchen, bey erman⸗ gelndem freyen Abzuge, beſtaͤndige, undurchdring⸗ liche Waſſerbehaͤlter ausmachen. Die Furchen muͤſſen hier nothwendig ausgegraben werden, his zu der Tiefe, daß das Waſſer allenthalben einen freyen Abzug hat. Die Methode der ganz ſchmalen aber flachen Ackerbeete, von vier bis ſechs Fuß Breite, ſcheint mir einen entſchiedenen Vorzug vor den breiten, hoch aufgepfluͤgten Beeten in dieſem Falle zu haben. Sind die Ackerfurchen gut ausgepfluͤgt. die Beete mit hinreichenden Querfurchen verſehen, kurz, die Arbeit gut gemacht, und hat das Feld gleichen Abhang, ſo wird der Wachsthum der an⸗ gemeſſenen Fruͤchte recht gut erfolgen. Allein die Arbeit erfordert nicht nur geſchickte Pflugleute, und iſt ſehr muͤhſam, ſondern ſie wird auch durch unguͤnſtige naſſe Witterung ſo leicht erſchweret. Wenn die Beete auseinander gepfluͤgt, und da⸗ durch die Waſſerfurchen verſtopft worden, und nun naſſe Witterung eintritt, ſo wird aus der Krume ein Schlamm, und kann bey der Näſſe gar nicht abgetrocknet, nur mit großer Schwie⸗ rigkeit bearbeitet werden. Die Aecker und an Bds. rſte Abtheil. B OQner⸗ 1 Querfurchen nach jeder Pflugfahre ſorgfaͤltig zu oͤffnen, iſt eine weitlaͤuftige und dennoch unum⸗ gaͤnglich noͤthige Arbeit. Die bedeckten Abzuͤge, wovon nachher ausfuͤhrlicher wird geredet werden, thun bey ſol⸗ chem ganz flachen Boden die erwuͤnſchte Wir⸗ kung nicht. Wenigſtens muͤſſen ſie ſehr dicht neben einander liegen, wenn ſie den Acker eini⸗ germaßen trocken halten ſollen. Sie kommen in den Thon ſelbſt zu liegen, der undurchdringlich iſt, und koͤunen folglich von der Seite zu kein Waſſer aufnehmen. Daher leiten ſie blos das Waſſer ab, was von obenzu in ſie hineinfällt, und wirken nur auf ihren naͤchſten Umkreis. Selbſt dies koͤnnen ſie nur thun, wenn ſie mit aͤuſſerſter Vorſicht 1 angelegt worden, der ausgegrabene Thon von ihnen entfernt, und ſie blos mit lockerer Erde bedeckt worden ſind. Denn wenn zwiſchen Kru⸗ me und ihrem Kanal ſich eine Thonborke bildet, ſo thun ſie gar nichts, und das Waſſer zieht uber ſie weg, ſtatt hineinzuſinken. Die groͤßte Wohlthat, welche man einem ſol⸗ chen Boden erzeigen kann, und die allen uͤbrigen Verbeſſerungen, beſonders den verdeckten Abzuͤgen 1 vorhergehen muß, beſteht darin, daß man ihm eine e tiefere Krume verſchaffe. Je tiefer die Krume iſt, deſto mehr Feuchtigkeit kann der Thonboden ertragen. Kuͤchen⸗ und Baumgaͤrtèn, die auf ſol⸗ chen Boden angelegt und vorher ohne Zweifel re⸗ jolet ſind, leiden nicht leicht dermaßen von der Naͤſſe, daß ihre Oberflaͤche ſchlammig wird, wenn ſie gleich keine Waſſerfurchen haben. Es bedarf bey ihnen hoͤchſtens eines Grabens an der niedrig⸗ ſten Stelle, um das zuſammengelaufene Waſſer aufzunehmen. Dies geht ſo zu: das Regenwaſſer ſenkt ſich durch die gelockerte Krume perpendiculair herunter, bis es den feſten Untergrund erreicht hat. Daher haͤuft es ſich unmittelbar auf die⸗ ſen zuerſt an, und ſtauet nur bis zur Oberflaͤche herauf, wenn es hier keinen Raum mehr findet. Daraus folgt, daß die Oberflaäche um deſto mehr vom Waſſer leidet, je näher ſie der undurch⸗ dringlichen Thonlage lieget. Je tiefer hingegen das Waſſer ſich ſenken, und je mehr der Boden davon aufnehmen kann, ehe es bis zur Ober⸗ fläͤche herauf ſtauet, deſto weniger Nachtheil hat man von der Näͤſſe zu beſorgen. Angenommen, daß das Regenwaſſer ſich in einem ſolchen Voden in 24 Stunden vier Zoll tief herab ſenket, ſo hat es, falls der Voden nur vier Zoll tief iſt, ſchon in einem Tage die undurchdringliche Lage erreicht, und ſtauet alſo herauf, verſetzt folglich die unterſte Erde in einen ſchlammigen Zuſtand. Dauert der B 2 Regen Regen nun fort, ſo geht dies immer hoͤher, bis ſich in wenigen Tagen die Oberflaͤche ſelbſt in dieſem Zuſtande befindet. Waͤre der Voden aber bis zu einer Tiefe von zwoͤlf Zoll aufgelok⸗ kert, ſo ſaͤnke das Waſſer am erſten Tage bis zu vier Zoll, am zweyten bis zu acht Zoll nieder, und erreichte erſt am dritten Tage den anhalten⸗ den Grund; machte daher dem nachfolgenden Waſſer Platz. Da auch mehr Erde vorhanden iſt, die das Waſſer in ſich aufnehmen kann, ohne es in Tropfen fallen zu laſſen und ohne davon in einen halbfluſſigen Zuſtand verſeßt zu werden, ſo erträgt ein ſolches tiefer aufgelockertes Land die Naͤſſe deſto länger, wird zwar feucht, aber nicht zu Schlamm. Erfolgt nun trockene Witterung, ſo zieht es ſich oben nicht in Schollen zuſammen, verhärtet ſich nicht und haͤlt die Dürre lange aus; weil ſich in der Tiefe ein Magazin von Feuchtigkeit befin⸗ det, die von der obern trocknern Erde und den Pflanzenwurzeln allmaͤlig in die Hoͤhe gezogen wird. Der Duͤnger bleibt mehr in ſolchem tie⸗ fern Boden und zieht ſich herunter, da er auf flachem Boden ſeitwaͤrts mit dem Waſſer ſchnell abfließt, weswegen ein ſolcher Boden auch meh⸗ rentheils ein hungriger Boden iſt. Alſo — Alſo waͤre eine Rejolarbeit mit Spaten oder tiefeindringenden Doppelpfluͤgen vorzunehmen? — Nur auf kleinen Strecken oder bey einem ge⸗ waltigen Ueberfluß von Duͤnger iſt das moͤglich. Und immer wuͤrden mehrere Jahre darauf hin⸗ gehen, ehe man, ſtatt der vergrabenen Acker⸗ erde, den wilden Thon in einen tragbaren Stand verſetßte. In einer geſchloſſenen Wirthſchaft, das heißt: einer ſolchen, die keine aͤuſſere Zu⸗ fluſſe hat, iſt es einem Landwirthe kaum zu ver⸗ zeihen, wenn er einem bieblingsflecke zu Gefal⸗ len ſo etwas unternimmt. Rur Marſchbewoh⸗ ner koͤnnen ihre Aecker rejolen; jedes andere Feld macht immer einen Banquerott, und kann nur auf Koſten anderer wieder aufgeholfen wer⸗ den; wonach es denn freilich, wie bey Bangue⸗ rotten haͤufig der Fall iſt, reich werden kann. Allein man hat es in ſeiner Gewalt, den Unter⸗ grund zu lockern, ohne ihn heraufzubringen und die obere gute Erde zu vergraben. So einfach dieſe Methode iſt, und ſo augenſcheinlich nuͤtlich ſie, ſchon der Theorie nach, ſeyn muß, ſo iſt ſie doch erſt neuerlich in England verſucht, und mit dem beſien Erfolge angewandt worden. Dies ge⸗ ſchieht vermittelſt eines Pfluges, der ein ſtarkes, tiefgehendes Schaar A, aber kein Streichbrett hat. Die Spitze des ſtarken, laͤngern Schaars wird durch durch das darauf eingefugte Voreiſen B, welches vom Pflugbaume ab, ſchraͤg vorwärts darauf zugeht, mehr befeſtigt. Wenn auch die Grieß⸗ ſaͤule G, ſo wie die Sohle oder das Heft D von maſſivem Eiſen, und erſtere dreieckig, beſonders nach der vordern Seite unten ſcharf zulaufend iſt, ſo iſt es zur Ueberwindung des Widerſtandes deſto beſſer. Vorn ruhet der Baum auf einem gewoͤhnlichen Pfluggeſtelle. Dieſes Inſtrument, welches von den Englaͤn⸗ dern the miner, der Minirer, genannt wird, folgt dem gewoͤhnlichen Pfluge in der Furche nach, dringt zwoͤlf oder mehrere Zoll tiefer, als der Pflug gieng, ein, und lockert ſo den Untergrund auf. Es ruhet auf einem Vordergeſtelle eines gewoͤhnlichen Pfluges, und kann von vier Pfer⸗ den fuͤglich gezogen werden. Doch verſteht es ſich, daß der Untergrund kein Felſen ſey, auch keine —. S 5 —— — 23— keine große Steine in ſich enthalte, ſondern blos aus feſtem Thon beſtehe. Wenn der Untergrund auf dieſe Weiſe aufge⸗ lockert worden, ſo kann das Waſſer von der Ober⸗ flaͤche tiefer herabſinken, und dann ſeitwaͤrts durch die Waſſerfurchen, falls ſie tief genug ſind, ab⸗ ziehen, ohne wieder heraufzuſtauen. Die Opera⸗ tion hilft auf einige Jahre, und muß von Zeit zu Zeit wiederholt werden. Allmaͤlig aber wird der Untergrund durch eindringende Duͤngertheile und Pflanzenwurzeln ſo aufgelockert, daß er ſich nicht wieder zu einer feſten Diele verbinden kann. Man hat die Rützlichkeit dieſer Methode in Eng⸗ land allenthalben anerkannt, wo man ſie ver⸗ ſuchte, und die Koſten in Verhältniß des Ruz⸗ zens ſehr unbetraͤchtlich gefunden. Erſt nachdem man auf dieſe Weiſe eine tiefere Krume erhalten hat, können die verdeckten Abzuge ihre Wirkung thun, und nuͤtzlich werden. Wir ſprachen vorher von den aufgepfluͤg⸗ ten breiten Ackerbeeten. So wie man andere Methoden gegen die uͤberfluͤſſige Näſſe kennen lernte, wuͤnſchten denkende Wirthe in England, ihr Feld wieder ebnen und die hohen Mittelruͤcken in die tiefen Furchen bringen zu koͤnnen. Allein dies iſt iſt nicht ohne betraͤchtliche Schwierigkeit, beſon⸗ ders fuͤr einen Paͤchter. Die Erfahrung lehrt naͤmlich, daß ſelbſt die beſte Erdkrume, wenn ſie eine Zeitlang vergraben und des Einfluſſes der Atmoſphaͤre beraubt worden, ihre Lebens⸗ kraft, ſo zu ſagen, verliere und zur Ernaͤhrung der Pflanzen untüchtig werde. Wenn man nun durch oft wiederholtes Auseinanderpfluͤgen und Quereggen die hohen Ruͤcken in die tieſen Furchen bringt, ſo kommt in der Mitte der alten Ackerbeete eine ſolche todte Erde zu Tage, die gute Erde hinge⸗ gen wird in die tiefen Furchen gebracht. Dortwird die Fruchtbarkeit weggepflůgt, hier uͤberhaͤuft. Es gehen daher mehrere Jahre darauf hin, ehe die Mitte der alten Beete recht artbar gemacht und die Fruchtbarkeit wieder gleichmaͤßig uͤber das Feld vertheilt werden kann; ſelbſt wenn man alle Auf⸗ merkſamkeit anwendet, den Duͤnger nur auf die Stelle der vormaligen hohen Ruͤcken zu bringen. Denn ohne dies zu beobachten, wurde man an die⸗ ſen Stellen lauter verkuͤmmertes, und in den al⸗ ten Furchen Lagerkorn erhalten. Wenn man daher die hohen Ackerbeete ebnen will, ohne jene uͤbelen Folgen mehrere Jahre zu verſpuͤren, ſo ſind folgende von Anderſon ange⸗ gebene Methoden, meines Wiſſens, die einzigen zweckmaͤßigen. Erſt — Erſt pfluge man die Beete einmal flach von einander. Dann ſtelle man eine der Groͤße des Feldes angemeſſene Anzahl Arbeiter mit Spaten an. Hierauf ziehe man mit einem Pfluge eine breite Fahre quer durch die ſämmtlichen hochruk⸗ kigen Stücke herdurch. Dieſe Linie vertheile man nun unter ſo viele Arbeiter, als man hat;— auf jedem alten Ackerbeete etwa zwey. Sobald der Pflug vor jedem Arbeiter vorbeygekommen iſt, fangt dieſer, mit dem Geſichte gegen die alte Furche gerichtet, ungefähr an der Stelle des Beetes, welche die mittlere Hoͤhe, die das Ganze nachher bekommnen wird, ausmacht, an, die Erde auszu⸗ ſtechen und in die alte Furche zu werfen, und ar⸗ beitet ſo ruͤckwaͤrts fort, bis er auf die Hoͤhe des Ackerbeetes kommt. An den Seiten ſticht er die Erde nur flach aus; ſo wie er auf die Mitte kommt, immer tiefer. Iſt er mit der einen Seite fertig, ſo geht er auf die andre Seite des Ab⸗ hanges, und macht es da eben ſo. Indeſſen geht der Pflug auf der andern Seite in einer moͤglichſt weiten Wendung wieder herunter, und da ſind dann eben ſo viele Graͤber angeſtellt. Nun kommt der Pflug zum zweytenmale, wo es wohl nöthig ſeyn wird, ihn oft etwas halten zu laſſen, wenn die linie nicht ſehr lang iſt, und die Arbeiter noch nicht fertig ſind. Auch iſt es rathſamer, daß der Pflug auf die Arbeiter, als dieſe aufjenen warten⸗ Um — 26— Um durch dieſe Arbeit ſo wenig Unebenheit, wie moͤglich, zu veranlaſſen, iſt es rathſam, wech⸗ ſelsweiſe eine Strecke auseinander und eine andere zuſammen zu pfluͤgen. Und um allen Aufenthalt zu vermeiden, thut man wohl, ſchon vorher die Fahren, welche der Pflug nehmen ſoll, abzuſtechen⸗ oder die erſte auszupfluͤgen; vielleicht auch da, wo der Pflug gleich in der Naͤhe zuruͤckkehrt, vor⸗ laͤufig eine Fahre ausgraben zu laſſen, weil ſonſt die beyden Reihen der Arbeiter ſich einan⸗ der im Wege ſtehen wuͤrden. Die Koſten dieſer Arbeit moͤchten, wie ſelbſt Anderſon beſorgt, manchen abſchrecken. Er verſichert aber nach Erfahrung, daß ſie ſich minder hoch beliefen, als wenn man denſelben Zweck durch funf⸗ bis ſechsmaliges Auseinanderpflügen, wel⸗ ches auf ſolchem Boden nicht anders, als mit vier Pferden und zwey Menſchen moͤglich ſey, erreichen wolle. Er giebt hieruͤber eine Berechnung, nach welcher noch eine betraͤchtliche Erſparung dabey ſey. Da ich ſolche aber ſelbſt nicht recht zu ver⸗ ſtehen bekenne, und ich von dieſer Arbeit keine Erfahrung habe, ſo laſſe ich ſie weg. Dem Einwurfe, daß ein fuͤnf⸗ bis ſechsmaliges Pflugen nicht blos der Ebnung des Feldes zur Laſt falle, 27— falle, ſondern als eine Braache angeſehen werden muſſe, begegnet er ſehr richtig. Eine Braache ſoll die Erdkrume verbeſſern. Bei einem Pfluͤgen dieſer Art wird aber uͤber die gute Erde jedesmal ſchlechtere heruͤber geworfen, die Oberflaͤche alſo nur verſchlimmert. Die Arbeit mit dem Grab⸗ ſcheit aber verbeſſere den Boden wirklich, und konne alſo mit mehrerem Rechte wie eine Braa⸗ che angeſehen werden. Anderſon räth nun noch an, die ehemali⸗ gen Mittelruͤcken dieſes Feldes in der Tiefe zu lockern, welches mit dem vorgedachten Minir⸗ pfluge geſchieht. Auch muͤſſe man, wo moͤglich, dahin trachten, daß die alten Furchen hoͤher wie der uͤbrige Theil aufgefuͤllet wuͤrden, weil dieſer loſere Boden ſonſt niederſinken, und dann doch die Spuren der vormaligen tiefen Furche hinter⸗ laſſen wuͤrde. Wo entweder die Lage des Feldes ein Pflugen in die Quer gar nicht erlaubt, oder wo man nicht im Stande iſt, die Anzahl der zu jener Operation noͤthigen Arbeiter herbeyzuſchaffen, da muß man eine andere Art waͤhlen. Man pfluͤge namlich das Beet erſt auseinander, laſſe aber an jeder Seite der Furche etwa drey Fuß unberuͤhrt ſtehen. Dann Dann ſtelle man Graͤber auf dem Mittelrucken des Beers an, laſſe die Erde aus der mittelſten Fahre herausſtechen und ſolche in die alte Furche bringen. Wenn dies geſchehen iſt, ſo wende man die beyden mittelſten auseinander gepfluͤgten Balken mit dem Pfluge wieder herum, und werfe ſie in die ausge⸗ grabene Hoͤhlung. Nun gehen die Graͤber wieder zu dieſer zweyten Fahre, und machen es damit eben ſo. Dann kommt der Pflug wieder, und wirft den naͤchſten Balken wieder in dieſe ausge⸗ grabene Furche, und die Gräber ſtechen nun dieſe dritte Furche aus. So geht es fort, bis das Feld die bezweckte Ebenung erhalten hat, alle tiefe Furchen ausgefuͤllt, und die hohen Ruͤcken herunter gebracht ſind. Letztere Methode giebt indeſſen mehr Aufenthalt, geht langſamer, und iſt boſtſpieliger, wie die erſte. In beyden Faͤllen muß nun das Feld wie eine Braache behandelt, d. h. mehreremale in die Laͤnge und in die Quer gepfluͤgt und fleißig geegget werden. Dann lege man es in möglichſt ſchmale, hochſtens zehn Fuß breite Beete, mit gut aus⸗ gepfluͤgten Furchen, wenn man nicht verdeckte Abzuge ſofort machen kann. b) b) Wir gehen nun zum zwenten Grunde einer übermaͤßigen Naͤſſe von atmoſphaͤriſcher Feuchtig⸗ keit uͤber, wenn naͤmlich unter der Akker⸗ krumein verſchiedener Tiefe ſicheine n undurchbringliche Thonlagebefindet. t In dieſem Falle koͤnnen mäßig aufgepflugte t BVeete allerbings von Nutzen ſeyn, wenn namlich die Furchen nur ſo tief gemacht werden, daß ſie — eben die Thonlage beruͤhren/ ohne in ſelbige hinein⸗ e zudringen und den Thon an die Seiten der Beete 6 hinanzuſchlagen. Die Huͤlfe iſt indeſſen immer e ſehr unvollſtändig, und es kommt dabey doch . hauptſaͤchlich darauf an, ob die Furchen offen er⸗ t halten werden, und ein zureichendes, ununterbro⸗ d chenes Gefaͤlle haben, um das in ihnen angeſam⸗ melte Waſſer abzufuͤhren. Unter dieſer Bedin⸗ gung, die aber ſo leicht fehlt, koͤnnen ſie, wenn das Feld einmal beſtellt iſt, und die Naͤſſe nicht zu e anhaltend wird, viel helfen. Wenn die Fur⸗ 1 e chen nicht ſelbſt waſſerfrey ſind, ſo wird dem Mit⸗ t telruͤcken der Beete nur geholfen; die Seiten ſind , allen Nachtheilen der Raͤſſe unterworfen. Man beſtellt daher die Seiten der Beete an manchen e Orten gar nicht, ſondern benutt ſie als Grasland; ein in gewiſſen Lagen vielleicht rathſamer, aber immer kleinlicher und beſchwerlicher Behelf. Flache Flache Beete, welche durch tiefere Ausſtechung der Furchen mittelſt des Grabſcheits etwas erhoͤhet ſind, geben einen gleichmaͤßigen Ertrag; voraus⸗ geſetzt, daß dieſe ſogenannten Braachgraben hin⸗ reichendes Gefaͤlle haben, und rein erhalten wer⸗ den. Allein diejenigen Fuxchen und Graben, wel⸗ che nach dem Abhange der Felder, in der Richtung der Veete gezogen ſind, leiſten doch die verlangte Wirkung nur unvollkommen. Das Waſſer zieht ſich naͤmlich, wenn es einen waſſerdichten Unter⸗ grund erreicht hat, nicht nach der Seite zu, ſon⸗ dern nach dem Abhange herunter. Solche Furchen fuhren daher nicht mehr Regenwaſſer ab, als ge⸗ rade auf ihre Flaͤche, oder den zunaͤchſt liegenden Theil des Ackerbeetes faͤllt. Alles uͤbrige muß ſich den ganzen Abhang des Feldes herabziehen, bis es einen Querabzug erreicht hat, oder, wie haͤu⸗ fig der Fall iſt, in einer Sinke ſtauet. Daher ſind Quergraben, die das herabziehende Waſſer auffangen koͤnnen, nothwendig. Dieſe duͤrfen aber nicht flach ſeyn, ſondern muͤſſen bis auf den feſten Untergrund, und, wo moͤglich, noch etwas in denſelben hineingehen, ſonſt zieht ſich ein großer Theil des Waſſer unter ihnen weg. Sind alle dieſe Vedingungen erfuͤllt, ſo kann ein ſolches Feld durch offene Furchen und Graben aller⸗ — 31— 9 allerdings trocken erhalten und allem Nachtheile et der uͤberfluſſigen Naͤſſe abgeholfen werden. Allein 6⸗ dieſe Graben hemmen den Gang des Pfluges und derEgge vder werden doch bey jedesmaligem Pflů⸗ ⸗ gen verſtopft, und muͤſſen daher nach jeder Pflug⸗ fahre wieder ausgeworfen werden. Dieſe Arbeit 6 9 wenden aber wohl nur wenige daran, und man e glaubt gemeiniglich alles mogliche gethan zu haben, t wenn man dieſe Furchen und Graben nach vollen⸗ 1 deter Beſtellung des Ackers in Ordnung bringt. ⸗ Allein hiedurch iſt bey weitem nicht alles erreicht, was man erreichen kann. Denn es kommt eben ſo ⸗ ſehr darauf an, dem Acker zu jeder Jahrszeit und n bey jeder Witterung die erforderliche Bearbeitung geben zu koͤnnen, als ihn trocken zu halten, 8 wenn er einmal beſtellt iſt. Daher hat ohne allen Zweifel die Methode der verdeckten Abzuͤge einen entſchiedenen Vor⸗ e ug. Wenn dieſe einmal angelegt ſind, ſo hat e man zu jeder Jahrszeit einen trockenen, der Be⸗ 5 arbeitung faͤhigen Boden, und alle jene muͤhſa⸗ men Einrichtungen der Ackerbeete und Waſſer⸗ furchen fallen weg. Nur der Hauptableitungs⸗ graben, der mehrentheils zur Einhaͤgung des Feldes dient, braucht offen gehalten, die Aus⸗ n flüſſe der Waſſerleitungen nachgeſehen zu werden, n und man iſt ſicher, daß keine Näſſe die Bear⸗ 3 beitung beitung aufhalten, oder den Wachsthum der Fruchte ſtoren werde. Pflug und Egge konnen nun krelz und quer gehen; der Duͤnger⸗ und Erndte⸗ 11 wagen bey jeder Witterung uͤber das ganze Feld fahren. Unter die Vortheile, welche dieſe Art 1 von Abwaͤſſerung gewaͤhrt, gehoͤrt auch die Ver⸗ 1 tilgung verſchiedener Unkrautsarten, welche ihre Wurzel tief, und wohl ſelbſt in den feſten Unter⸗ grund hineinſchlagen, und ſonſt ganz unvertilgbar ſcheinen. Das allenthalben ſo uͤberhandnehmende, 44 den Kühen ſo nachtheilige Kannenkraut(cquise- 1 tum arvense) verliert ſich, der Verſicherung vieler Englaͤnder nach, unmittelbar darauf. In keinem Stucke ſind die Engländer ſo ein⸗ ſtimmig, wie uͤber den großen und allgemeinen Nutzen der verdeckten Abzuͤge. Nur uͤber die beſte Art, ſie anzulegen, ſind die Meinungen verſchie⸗ den, und muͤſſen es ſeyn, indem dieſe nach Orts⸗ verhaͤltniſſen verſchieden iſt. Ihre Anlage und Wirkung war vor ʒwanzig bis dreyßig Jahren nur erſt in wenigen Provinzen bekannt. Jeht hat ſich die Kenntniß und Anwendung derſelben durch das ganze Reich verbreitet. Unter allen den Berichten uber die landwirthſchaftlichen Einrichtungen jeder Grafſchaft iſt kaum ein einziger, worin der Vor⸗ theil dieſer Methode nicht anerkannt, und nicht Beyſpiele von betraͤchtlichen Verbeſſerungen, die da⸗ dadurch bewirkt worden, angefuͤhrt wurden. Ein⸗ muthig ſtimmen alle dahin überein, daß kein Geld in der Landwirthſchaft vortheilhafter ange⸗ legt werden koͤnne, als was hierauf verwandt wird, und daß es im ganzen Syſteme der Ackerbaukunſt keine minder koſtſpielige, keine ſchneller zu bewirkende und keine dauerhaftere Verbeſſerung gebe, wie dieſe. Da die Anlegung der verdeckten Abzuge nun von ſo unbezweifelt großem Nutzen, in Deutſch⸗ land aber nur wenigen Landwirthen bekannt iſt, ſo werde ich ſie ausführlicher, wie im neun⸗ ten Kapitel der Einleitung zur Kenntniß der engliſchen Landwirthſchaft, wo ich nur eine allgemeine Idee davon zu erwecken ſuchte, hier beſchreiben. Wir reden jetzt von der Trockentegung eines Feldes, welches unter ſeiner ackerbaren Krume eine bindende Thon⸗ oder Lehmlage hat, die das Einziehen des Regenwaſſers verhindert. In die⸗ ſen Faͤllen iſt es eigentlich, wo die Methode der verdeckten Abzüge ihre Anwendung findet. In⸗ deſſen werden auch, wie wir nachher hoͤren wer⸗ an Bds. 1ſte Abeheil. C den, 34 den, abgefangene Quellen durch ſolche verdeckte Abzüge abgeleitet, in welchem Falle aber meh⸗ rentheils ein einziger ſorgfältig ausgeſeßter Gra⸗ ben hinreichend iſt, da in jenem viele erfordert werden. Weil aber die Arbeit im Weſentlichen dieſelbe iſt, ſo werden wir bey der Ableitung des aufgefangenen Quellwaſſers uns kuͤrzer faſſen können, wenn man alles, was die Anlegung der verdeckten Abzuͤge betrifft, wohl verſtanden hat. Eine allgemeine Kenntniß der Trockenlegung eines Feldes durch verdeckte Abzüge darf ich bey meinen Leſern aus dem neunten Kapitel mei⸗ ner Einleitung vorausſetßen. Daher wende ich mich gleich zu dem Beſondern, welches dort nur oberflaͤchlich angezeigt worden. Vey der Anlage kommt die Richtung, welche man den Zügen geben will, zuerſt in Betracht. Pormals beging man haͤufig den Fehler, ſie bey einem abhaͤngigen Felde nach der Richtung des Abhanges zu ziehen. So thun ſie aber beyweiten die bezweckte Wirkung nicht. Denn das Waſſer, welches ſich allemal, auf dem feſten Untergrunde, dem Abhange nach herumterzieht, geht nun zwiſchen zwey Zuͤgen weg, ohne einen zu beruͤhren, und davon aufgefangen zu werden. Der Der mittlere Raum, zwiſchen zwey Zuͤgen, wenn deren auch noch ſo viele ſind, bſeibt alſo naß. Daher iſt es jeßt eine allgemein angenommene i Regel, die Waſſerzuͤge auf einem abhaͤngigen Felde quer durch den Abhang und nur etwas ſchrag, ſo daß ſie einen geringen Fall haben, anzulegen. Nun fangen ſie alles Waſſer, was den Abhang herunterzieht, auf. Ueberdas aber hat man gefunden, daß ſich die Zuͤge leichter verſtopfen und, wie die Engländer es nennen, aufblähen(blow up), wenn ſie einen zu ſtarken Fall haben, und der Waſſerlauf in ihnen zu ſchnell iſt. Man gebe ihnen alſo nicht mehr Gefälle, als daß das Waſſer langſam ab⸗ ziehen koͤnne. Auß voͤllig oder doch beynahe wagerecht lie⸗ genden Feldern legt man die Züge in einer Ent⸗ fernung von 34 bis ₰0 rheinländiſchen Fuͤßen parallel neben einander an. Da ein ſolches Feld gewoͤhnlich auf beyden Seiten mit einem Graben eingeſchloſſen zu ſeyn pflegt, ſo laͤßt man die Zuͤge queer durch, von einem Graben zum andern, ziehen, damit ſie ſich von beiden Seiten ihres Waſſers entledigen können. Wenn man aber findet, daß ſich auf einer Seite kein Waſſer in ſie hineinzieht, ſo hört man auf, C 2 und — 36— und ſetzt ſie, nach dieſer Seite hin, nicht weiter fort. Wenn das Feld uneben iſt, und der Ab⸗ hang deſſelben bald hier bald dort hin geht, ſo richtet man es ſo ein, daß queer an jedem Ab⸗ hange ein Zug hergehe, der das Waſſer dann nach der bequemſten Seite abfuͤhre. Nach⸗ ſtehende Figur, worauf A die Befriedigungs⸗ graben, B die Anhoͤhen, C die Zuͤge vorſtel⸗ len, wird dies deutlich genug machen. ——— Vormals ließ man, wie ich dies in meiner Einleitung angegeben hatte, viele Züge in einen Hauptzug ſich vereinigen. Man hat es jetzt aber ſicherer und zweckmaͤßiger gefunden, jedem Zuge ſeine eigene Muͤndung in den offenen Gra⸗ ben zu geben, oder doch nur wenige, und nur da, wo es zur Erſparung der Arbeit rathſam iſt, zuſammenzufuͤhren. Sicherer geht man da⸗ bey, weil es doch moͤglich iſt, daß der Hauptzug ſich verſtopfe oder einſinke, in welchem Falle ein großer Theil des Feldes durch die Näſſe leiden wuͤrde; und zweckmaͤßiger iſt es, weil der Hanptzug, der ſo viele Seitenzweige in ſich aufnaͤhme, weiter und tiefer ſeyn muͤßte, und in der gehörigen Proportion leicht gefehlt werden koͤnnte. Bey ſehr unebenen Feldern iſt dennoch die Zuſammenziehung mehrerer Abzüge oft rathſam. Nur bey ebenen Feldern vermeidet man ſie; zumal da man den einfachen Zuͤgen mehrentheils einen doppelten Ausfluß geben kann⸗ und daher deſto weniger noͤthig hat. In Anſehung der Jahrszeit, worin man dieſe Arbeit unternimmt, ſind die Meynun⸗ gen getheilt. Einige ziehen den Winter, andere den Sommer vor. Wenn .*„ — — — ———— 33 Wenn man eine ſehr weitlaͤuftige Arbeit dieſer Art vorzunehmen hat, ſo verſteht es ſich von ſelbſt, daß man jede Jahrszeit, wo es nicht zu ſcharf friert, benutzen müſſe. Auf Stoppelfel⸗ dern arbeitet man dann im Winter, auf Brach⸗ feldern im Sommer. Manche behaupten, man muͤſſe dieſe wich⸗ tige Arbeit nicht anders, als im Sommer vor⸗ nehmen. Sie wuͤrde dann reinlicher vollfuͤhrt, die Zge ſauberer ausgeſtochen, die Seitenwaͤnde nicht zuſammengeknetet, und mithin die Poren⸗ durch welche das Waſſer ſich hineinzieht, nicht verſtopft. Im Winter werde der Boden durch das Auftreten pappig; im Sommer blejbe er lockerer, und trockne daher ſchneller aus. End⸗ lich ſey das Befahren des Bodens mit den Wagen, welche die Materialien herbey ſchaffen muͤſſen, im Winter oſt unmoͤglich, immer nach⸗ theilig. Ein Mann dagegen, welcher in der Graf⸗ ſchaft Suffolk viele Laͤndereyen abgewaͤſſert, und ſich große Erfahrung in dieſem Geſchäfte erworben hat, Herr Young zu Clare, iſt ent⸗ gegengeſeßter Meynung.„Ich,“ ſagt er,„mache dieſe Arbeit nie im Sommer, zweyer Urſachen wegen: 1) die Arbeit iſt in einem thonigten Bo⸗ Boden viel ſchwerer, wenn er trocken und hart iſt, und 2) kann man die Arbeiter hierzu weit beſſer im Winter haben, und ſie anderswo ent⸗ behren.“ Was den zweyten Grund anbetrifft, ſo wird ſolcher an den meiſten Orten wol vollgultig ge⸗ nug ſeyn. Der erſtere ſcheint es nicht. Die erſte Arbeit wird mit dem Pfluge gemacht; und folgt man dann mit dem Grabſcheit bald nach, ſo wird der Voden muͤrbe genug bleiben. Ich würde dem, der dieſe Arbeit zum er⸗ ſtenmale mit Leuten, die noch keine Uebung darin haben, unternimmt, rathen, eine güte Jahrszeit zu waͤhlen, weil ſie Lann rechtlicher und ſauberer gemacht wird. Sind die Leute einmal im Griff, ſo kann man den Winter dazu benutzen. Viele ziehen das Land, was viele Jahre zu Gras gelegen(Dreeſch), mit gutem Grunde vor, und unternehmen die Arbeit nur auf ſol⸗ chem. Die erſte Furche laͤßt ſich auf die gleich zu beſchreibende Art beſſer mit dem Pfluge zie⸗ hen, und reiner herumlegen. Auch wird man dieſe abgeſchälte Grasnarbe ſehr gut benutzen koͤnnen, um ſie uͤber den Zug herzulegen. Hat t 40— Hat man aber die Abſicht, das Feld zugleich zu ebnen, ſo wird eine Sommerbrache die beſte Gelegenheit hierzu geben. Der Anfang der Arbeit wird jetzt meh⸗ rentheils mit dem Pfluge gemacht, weil hierbey eine große Erſparung iſt. Gedachter Young— nicht der berühmte Arthur Young— be⸗ ſchreibt die Methode, welche er nach ſeiner großen Erfahrung fuͤr die beſte haͤlt, folgendermaßen: „Wenn ich die Richtung der Zuͤge abgeſtochen habe, ſo ziehe ich mit einem gewoͤhnlichen Pfluge zwey Furchen parallel gegen einander, laſſe aber dazwiſchen einen Balken von etwa 15 Zoll Breite ſtehen. Dann nehme ich einen ſtarken Pflug mit doppeltem Streichbrette, der beſonders dazu gemacht iſt, und ſpalte damit dieſen Bal⸗ ken auf 18 Zoll tief. Wenn die Tiefe des Bodeus es verlangt— denn ich ſuche bis auf die Thonlage zu kommen—, ſo ziehe ich zum zweytenmal darin herunter, und komme nun 18 bis 20 Zoll tief hinein. So iſt die Furche fuͤr den ſchmalen Spaten fertig, womit ich den Zug 15 Zoll tief, ſo enge als moͤglich, aus⸗ ſieche.“ Diejenigen, welche einen ſolchen ſtarken, tiefgehenden Pflug nicht haben, welcher ſechs bis bis acht Pferde erfordert, verfahren zwar auf die naͤmliche Weiſe. Denn einen Pflug mit doppeltem Streichbrette hat jeder ſchon, um of⸗ fene Waſſerfurchen zu ziehen. Da ſie aber nicht ſo tief, ſondern etwa nur acht bis neun Zoll eindringen koͤnnen, ſo muͤſſen ſie den breiteren Spaten vor dem ſchmalen, nach der unten fol⸗ genden Beſchreibung, vorhergehen laſſen, und alſo zwey Striche herausſchaffen. Die Tiefe, in welcher dieſe Zuͤge gelegt werden, iſt verſchieden nach dem Verhältniß der Tiefe des Bodens, und der Lage des Feldes; aber auch nach den Koſten, die man anwenden will, und nach der eingefuͤhrten Gewohnheit eines Diſtricts. Wenn der lockere Boden eine betraͤchtliche Tiefe hat, ſo iſt es rathſam, die Züge eben ſo tief anzulegen. Sie können dann alle uͤberfluͤſ⸗ ſige Feuchtigkeit wegnehmen, und erhalten die Oberflaͤche vollkommen trocken. Sobald aber der Spaten die feſte Unterlage, durch welche kein Waſſer herdurchdringen kann, erreicht, ſo muß man in ſelbige nur noch etwas wenig hin⸗ einarbeiten, um dem Waſſer einen feſten Ab⸗ zugskanal zu verſchaffen. Ein Mehreres wuͤrde nicht nur unnütz, ſondern wirklich nachtheilig ſeyn, ſeyn, weil ſich in den Waſſerlauf das Waſſer nur von oben, nicht von den Seiten hinein⸗ ziehen koͤnnte. Wo die Lage des Feldes es erfordert, daß mehrere Züge in einen Hauptzug zuſammengeleitet und durch ſelbigen zu einem gemeinſchaftlichen Ausfluß geleitet werden, da iſt es noͤthig, dieſen tiefer, erforderlichen Falls ſelbſt in die Thonlage, hineinzuſenken, indem er ſo viel mehr Waſſer aufnehmen und fortfuͤhren muß. Im Allgemeinen hat man ſie vormals in England wenigſtens drey engliſche Fuß tief ange⸗ legtz ſeit den leßten zwanzig Jahren aber ſelten über dreyßig Zoll. Rruerlichſt werden die mei⸗ ſten gar nur 24 bis 26 Zoll tief gemacht. Letzteres ſcheint indeſſen in lockerem Boden zu we⸗ nig zu ſeyn. Man bedenke, daß der Tritt der Pferde in den Pflugfurchen ſchon um vier, fuͤnf und mehrere Zolle tiefer, wie die Oberflaͤche des Bodens, geht. Wenn nun die Ausfullung etwa zehn Zoll betraͤgt, ſo bleiben nur neun bis zehn Zoll Erde, um das Pflugpferd zu tragen. Iſt dieſe Erde nun nicht etwa bindender Thon, der uͤber dem Kanal gleichſam einen feſten Bo⸗ gen gebildet hat, ſo kann das Pferd leicht durch⸗ weten und die zur Ausfuͤllung gebrauchten Ma⸗ Materialien in Unordnung bringen. Sicherer geht man gewiß, ſie da, wo man noch nicht zu tief in den undurchdringlichen Boden hinein⸗ kommt, 30 Zoll tief anzulegen, und wenigſtens ſollte man einen Fuß hohen Boden uͤber der Ausfuͤllung zu behalten ſuchen. . In Anſehung der Weite hat man es ſich bey allen neueren Anlagen zur Regel gemacht, die Zuͤge ſo ſchmal, wie moͤglich, zu machen; theils weil man dadurch viel Ausfuͤllungsmate⸗ rial erſpart, theils weil Wagen und Pferde ſicherer daruͤber weggehen, ohne ſie zu verletzen. Jedoch muß man, wie wir unten hoͤren werden, einen Unterſchied machen, nach der Art und nach dem Material, womit man ſie ausfuͤllen will. Zu ordentlich ausgeſetzten Zuͤgen muͤſſen die Graben weiter gemacht werden; doch f brauchen ſie nie über 16 Zoll zu ſeyn. e 9 Die Handwerkzeuge, deren man ſich . zu dieſer Arbeit bedient, ſind einfach, und da man ſie in England ſeit langer Zeit unverän⸗ dert beybehalten hat, ohne allen Zweifel ſehr. zweckmaͤßig. Wie man ſich noch des Pfluges zum An⸗ fange der Arbeit weniger bediente, brauchte man gewoͤhnlich drey Spaten, die in ihrer Breite immer abnahmen und auf einander folgten; ſo daß der Graben ſich regelmaͤßig nach dem Grunde verengerte. Nun aber bedient man ſich, nachdem der Pflug vorangegangen, haͤufig nur des letzten und ſchmalſten, oder, wenn eine groͤßere Tiefe erfordert wird, doch nur zweyer Spaten, die folgendermaßen geſtaltet ſind. Der erſte Spaten A iſt oben etwa 14 Zoll, unten 8 Zoll breit, und das Blatt 18 bis 20 Zoll lang. Der zweyte Spaten B iſt oben 8 Zoll breit, und laͤuft nach unten ganz⸗ oder Ur tet 4 z er oder doch mehrentheils, ſpitz zu; in der Laͤnge iſt er dem erſten gleich. Die Stiele macht man etwa 2 Fuß 6 Zoll lang. An dem Stiele des zweyten Spatens iſt oberhalb des Blatts ein Zapfen befeſtigt, um mit dem Fuße beym Einſtechen zu Huͤlfe kommen zu koͤnnen. Wenn der Graben ausgeſtochen iſt, ſo wird er auf dem Grunde von der hineingefallenen Erde mit folgendem Inſtrumente gereinigt. Fig. 5. Die Groöße und känge deſſelben iſt verſchie⸗ den; und die Breite des Loͤffels richtet ſich nach der Weite, die der Graben im Grunde haben ſoll. Die Arbeit des Ausſtechens geſchieht in England faſt immer in Verding. Man accor⸗ dirt Lewöhnlich zwanzig⸗Ruthen⸗weiſe (Per (per score·rods). Es kommt viel darauf an⸗ ob die Arbeiter ſchon Uebung darin und ein ge⸗ wiſſes Augenmaaß haben. Danach wird die Ar⸗ beit nicht nur ſchneller oder langſamer, ſondern auch mehr oder weniger ſauber vollführt. Auf jeden Fall iſt eine ſehr genaue Aufſicht noͤthig, damit die Graben in der bedungenen Tiefe al⸗ lenthalben gleich ausgeſtochen und gehoͤrig gerei⸗ nigt werden. Auch muß die ausgeſtochene Erde ſo weit vom Graben abgeworſen werden, daß ſie bey der Ausfullungsarbeit nicht wieder hin⸗ einfalle; und dies um ſo mehr, wenn bindiger Thon herausgebracht wird, welcher nicht nahe an die Zuͤge zuruͤckgeworfen werden darf, in⸗ dem er ſonſt das Einziehen des Waſſers in ſel⸗ bige verhindern wuͤrde, vielmehr uͤber das ganze Feld vertheilt werden muß. Man hat viel darauf geſonnen, Pfluͤge zu erfinden, womit die ganze Arbeit ohne Spaten vollfuhrt werden könnte. Auch hat man ver⸗ ſchiedene zu Stande gebracht, die anfangs ge⸗ ruhmt, aber bald wieder an die Seite geſetzt worden. Neuerlichſt iſt wieder ein Inſtrument dieſer Art erfunden, womit die Londner So⸗ cietäͤt zur Aufmunterung dex Kunſt und des Gewerbes Verſuche hat anſtellen laſ⸗ —— laſſen. Es iſt ohngefähr folgendermaßen ge⸗ ſtaltet: Fig. 6. ℳ und wirkt durch einen eiſernen, vorn zugeſpitzten Volten A B. Der Pflugbaum ruht auf ei⸗ nem Pfluggeſtelle. Die Säule, woran der Bol⸗ ten hinten befeſtigt iſt, muß nach vorn ſcharf zulaufen, um die Erde zu durchſchneiden, und auch von Eiſen ſeyn. Das Voreiſen G muß einen breiten Ruͤcken haben, um den Weg zu bahnen. Allemal werden ſolche Inſtrumente einen großen Kraftaufwand, und daher die Anſpan⸗ nung vieler Pferde und ſtarkes Geſchirr erfor⸗ dern, weswegen ihre Anwendung nicht leicht allgemein werden kann. Die Vor⸗arbeit mit dem dem Pfluge gewaͤhrt aber ſchon eine betraͤchtliche Erſparung, wenn dann nur ein einzelner Stich mit dem ſpitzen Spaten zu thun uͤbrig bleibt, und hiermit wird man ſich wol begnugen muͤſſen. Wir kommen nun auf die Ausfuͤllung der Zuͤge. Die Materialien, deren man ſich nach Lage und Umſtaͤnden bedient, ſind haupt⸗ ſaͤchlich folgende. 1 1) Bruch⸗ und Feldſteine, 2) Waſen und Reisbuͤndel, 3) Stroh, oder vielmehr lange Stoppel, die die Englaͤnder beym Abſchneiden des Korns ſtehen zu laſſen pflegen, 4) Heide und Brahm, §) Ziegelſteine, welche beſonders hierzu gebrannt werden. ſteine ohne Ordnung in die Zuge geworfen, große und kleine durch einander, jedoch mit der Vor⸗ ſicht, daß die Seiten der Graben nicht einfallen. Rach⸗ 1) Sewöhnlich werden Bruch⸗ und Feld⸗ — Rachſtehende Figur ſielle den Sbin eines ſo angefullten Zuges vor. Ein ſolcher Zng iſt unten etwa ro Zoll, oben 2 Fuß 5 Zoll breit. Denn die mit Steinen ange⸗ fullten Züge erfordern eine größere Breite, wie die mit Holz. In den Raum C ſind die Steine durch⸗ einander hineingeworfen, nachdem ſie ſorgfaͤltig von aller anklebenden Erde gereinigt ſind. Ganz kleine Steine ſind nicht wohlanwendbar; es muß⸗ ten denn ganz kurze Zůge, die wenig Waſſer ab⸗ zuführen haben, ſeyn. Ueber die Steine wird eine 4 Zoll dicke nge von abgeſtochenen Raſen⸗ Stroh oder Heide gelegt, und dann mit lockerer Erde der Raum A ausgefüllt. Der Groben muß hiermit etwas hoher aufgefullt werden, weil ſich das Ganze ſackt, und dann j V deptlane 89 an Bds. rſte Abtheik⸗ D ent⸗ entſtehen wuͤrde. Man tritt es dann feſt, oder uberzieht es mit einer ſchweren Walze. Wenn man groͤßere Bruchſteine hat, und einen ſtarken Zug machen will, ſo ſetzt man, wie folgender Durchſchnitt— Fig. 8. O-— 5 8 D—— im f F—r. zeigt, unten bey E zwey Steine an die Seiten des Grabens, und legt beh D einen Stein daruͤber, ſo daß ein oſſener Kanal von funf bis ſechs Zoll. quadrat bleibt. Darüber wirft man denn in den Raum C andere Steine, legt bey B Raſen oder Stroh daruͤber, und füllet den oberen Raum A .* mit lockerer Erde wieder voll. Oder man ſetzt auch die Seitenſteine ſo⸗ daß der oſſene Zug eine dreyeckige Form erhaͤlt; wie wie folgende Figuren⸗ die keiner Erklaͤrung be⸗ duͤrfen⸗ zeigen. Fig. 9 und 10. 2) Die meiſten aber ziehen die mit Hokz⸗ reiſern ausgefuͤllten Waſſerzuͤge den mit Steinen ausgefuͤllten vor. Man legt jene faſt nur da an⸗ wo Steine leicht, Holz aber ſchwer zu haben iſt. Die mit Holz auszufuͤllenden Graben koͤnnen viel ſchmaler ſeyn, und koſten daher weniger auszu⸗ ſtechen. Was aber vielleicht meinen Leſern auf⸗ fallen wird, iſt dies, daß man ſie für dauerhafter, ſicherer und wirkſamer halt. Lord Petre, der vielleicht die mehreſten Erfahrungen daruͤber ge⸗ ſammlet hat, ſagt:„die Waſſerzuge, welche mit Holz ausgefullet, und mit Stroh oder Schilf, wie gewoͤhnlich, bedeckt ſind, haben große Vorzůge vor D 3 den S— ———— den mit Steinen oder andern Materialien ausge⸗ ſetzten. Die Urſache iſt, daß die Zuͤge, wenn das Holz verrottet iſt⸗ dennoch offen bleiben und das Waſſer frey durchlaſſen. An die Steine hin⸗ gegen ſett ſich mit der Laͤnge der Zeit der Thon an, und verſtopft die Zwiſchenraͤume. Die Steine können nicht vergehen⸗ und ſo iſt der Zug verſchloſſen. Reisbandel bilden eine Menge von Oeffnungen und Rohren. Der um ſie angeſeßte Thon behaͤlt alſo eine Menge von Adern und Roͤhren, wo ſich das Waſſer herdurch ziehen kann, wenn das Holz verweſet iſi.“ Man muß aber bemerken, daß Lord Petre, ſo wie die Englaͤnder uͤberhaupt, nur von ſolchem Boden redet, der eine thonige Unterlage hat, in welcher der Zug zu liegen kommt. In ſolchem finden die Waſſerzůge hauptſächlich auch nur ihre Anwendung. Wenn man die Zuge durch lockeren, ſandigen Voden, um Quellen abzuleiten⸗ hin⸗ durchfuͤhren will, ſo haben Steine doch wohl einen Vorzug; obgleich auch hier Faſchinen lauge aushalten⸗ Man legt in den Graben gewöhnlich zu un⸗ terſt die dickſten Stuͤcke des Waſenholzes, und das — 65— das duͤnnere Reiswerk obenauf. Der Waſſer⸗ zug bekommt dann etwa folgende Form im Durchſchnitte: Dieſe Figur bedarfübrigens keiner Erklärung.. Neuerlichſt ward indeſſen eine andere Art, die Züge mit Holz auszufuͤllen, empfohlen. Nachfolgende Figur mache ſolche deutlich. 1 e Fig. 2. 1 . 7 4½ 3 * . 4 4 Man Man ſchneidet die ſtarkſten Stuͤcke des Waſen⸗ holzes, vorzuglich von Weiden, in einer Länge von etwa 20 Zoll heraus, und ſetzt ſie kreuzweiſe in den Graben, ſo daß die eine Seite auf dem Boden ſteht, die andere ſich an die entgegengeſetzte Seite lehnt. Die Raͤume a a a bleiben hohl; der Raum b wird mit den feinern Reiſern ausgefuͤllt. Daruͤber wird denn, wie gewoͤhnlich, bey cRaſen oder Stroh gelegt. Dieſe Methode erſpart, wie von ſelbſt erhellet, viel Holz. In Berwik⸗ ſhire iſt dieſe Methode ſchon lange gebräuchlich geweſen, und die auf ſolche Weiſe angelegten Ent⸗ waͤſſerungen ſind ſchon ſeit dreyßig Jahren im beſten Zuge. Auch in dem landwirthſchaftlichen Berichte von der Grafſchaft Caermarthen in Wallis wird ſie als bewaͤhrt empfohlen. Dagegen hat ſie Sir W. Couningham, der ſie in Rich⸗ mond Park geſehen, und ſie zu Livingſton verſuchte, nicht gut befunden. Der Tritt des Viehes vor dem Pfluge drang durch, und brachte dieſes Stackwerk in Unordnung, worauf ſich die Zuͤge bald verſtopften. Allein es lag hier auch nur ſechs Zoll Erde uͤber den Reiſern, und die Zuͤge waren alſo zu flach angelegt. Eine hoͤhere Bedeckung, und folglich einen tiefern Graben, erfordert dieſe Methode natuͤrlich. — 556— Man haͤlt lockere, an feuchten Orten wach— ſende Holzarten fuͤr die beſten und dauerhafteſten zu dieſem Zwecke. Ellern, Weiden, Pappeln empfehlen die meiſten vorzüglich. Doch muſſen ſie friſch gehauen und in vollem Safte eingelegt werden. Man hat Weiden geſehen, die in einem Moorgrunde dreyßig Jahre gelegen, und deren Rinde noch ſo friſch und ſaftig war, als waͤren ſie kuͤrzlich gehauen worden. Buͤchen bält man indeſſen auch fuͤr ſehr zweckmaͤßig, da ſie ſich, friſch ins Waſſer gelegt, bekanntlich ſehr lange halten. Herr Richard Preſton zu Blakmore, ein Correſpondent des Ackerbauamts⸗ zieht nach zwanzigjähriger Erfahrung den Schwarzdorn allen übrigen Holzarten vor. Und Herr Majendie glaubt achtzehnjähriges Holz beſſer, als zehn⸗ oder zwoͤlfjaͤhriges, befunden zu haben. LordPetre ſagt, daß ein Fuder Waſenholz⸗ welches 120 Buͤndel enthaͤlt, auf 350 engliſche Ruthen bey der gewoͤhnlichen Methode zureiche. Zum Ueberlegen wird ebenfalls ein Fuder Stop⸗ pelſtroh erfordert. Wenn die Zuͤge eine Ruthe aus einander liegen, ſo kommt ihm das Aus⸗ fullungsmaterial fuͤr einen engl. Acre etwa auf 3 4 Thlr. zu ſtehen. 3) Die Ausfuͤllung mit bloßem Stroh wird vorzuglich in ſehr bindendem Thonboden empfoh⸗ len. Die Züuge muͤſſen in ſolchem Boden nahe an einander, auf neun bis zwoͤlf Fuß, liegen, um ihn gehoͤrig trocken zu machen. Sie duͤrfen aber nicht tief ſeyn, weil man gleich in die harte Thon⸗ lage hineinkommt. Zwanzig Zoll oder etwa ſo tief, wie man kommt, wenn man erſt auf die oben beſchriebene Art mit dem Pfluge vorgearbei⸗ tet hat, und dann mit dem ſpitzen Spaten einen Stich herausnimmt— iſt genug; mehreres waͤre ſogar nachtheilig, weil das Waſſer von der Ober⸗ flaͤche durch den Thon nicht durchſeyhen könnte. Man hält es jeßt fuͤr vollig uͤberfluͤſſig, in einem Boden dieſer Art ein dauerhafteres Ausfuͤllungs⸗ material, wie Stroh, zu nehmen, da die Seiten der Zuge nicht einfallen koͤnnen, und die thonigte Erde uͤber denſelben eine ſo feſte, faſt gewoͤlbte Decke bildet, daß ſolche das Betreten und Befah⸗ ren vollkommen aushalten kann. Vancouver in ſeinem Berichte uͤber die Landwirthſchaft in Eſſer ſagt, man wuͤrde das Stroh in zwolf, hoͤchſtens achtzehn Monathen voͤllig vergangen finden, aber dagegen eine reine Roͤhre in jedem Zuge. Zwanzig Ruthen ſolcher Zuge anzulegen, koſten, nach Vancouver, mit Einſchluß der Ausfullung, 2 ½ Schill. Einige Einige füllen den ſpitzzulaufenden Ausſtich des Grabens mit loſem Stroh aus; andere ziehen neuerlichſt vor, es in Seile zu winden, deren ge⸗ woͤhnlich drey in einen Zug gelegt werden. Dieſe Strohſeile werden auf einem gewoͤhnlichen Seiler⸗ rade gewunden und man nimmt am liebſten Stroh dazu, welches vom Viehe ſchon durchfreſſen und durchtreten iſt. Dieſe Seile ſollen das Waſſer beſſer durchlaſſen, von laͤngerer Dauer ſeyn, und die Ausfuͤllungsarbeit mehr verkuͤrzen, als wenn loſes Stroh genommen wird. Nachſtehende Figur zeigt den Durchſchnitt eines ſolchen ſpiß ausgeſtochenen und mit Strobſeilen ausgelegten Waſſerzuges. — 56— 4) Wo man Heidekraut, Bram⸗ Schilf und dergleichen haben kann, laͤßt ſich das Stroh) 9 dadurch erſparen, und die Koſten werden alſe 4 noch verringert. ſ 5) Veſonders zu Ausſetung der Zuͤge ge⸗ z brannte Ziegel hat man von mancherley Form. 3 Die jetzt gebraͤuchlichſten ſind in folgenden Figuren P abgebildet. de q Fig. 14. 9 Rr. 1. Rr. 2. Nr. 1 werden zu kleinern, Nr. 2 und 3 zu groͤßeren Waſſerzuͤgen gebraucht. Auf thonigten Boden werden ſie ohne Unterlage geſetzt; auf ſandigem aber legt man auf jeder Seite noch einen gewoͤhnlichen Ziegelſtein unter, um das Einſinken zu verhindern. Jedoch ſetzt man die Sohle des Zuges nicht gern ganz aus, weil man beſorgt, das Waſſer moͤge daſelbſt einen Schlamm abſeten, der mit der Zeit zu einer ſo ſtarken Borke anwachſen kann, daß der Waſſerlauf dadurch gehemmet wird. Eigentlich wird jedoch dieſe Ausſetzungsart bey Acker⸗Entwaͤſſerungen(landdrains), wovon hier die Rede iſt, nicht gebraucht, ſondern nur bey Ableitung der Quellen, oder zu Ableitungsgraben⸗ in welche die andern Zuͤge ſich ergießen, wenn ein offener Graben nicht ſchicklich angebracht werden kann. In thonigtem Boden hat man nunmehr aber auch angefangen, die Zuge ganz hohl zu laſſen, und die Ausfüllung völlig zu erſparen. Wenn die Furche mit dem Pfluge geoͤffnet iſt, ſo ſticht man mit dem ſpitzen Spaten einen Stich in — 5 3.. —.———————— — —— — ————— in der Mitte heraus, ſo daß der Zug die Form wie in erhaͤlt. Auf die ſtehenbleibenden, vorher abge⸗ ſchaufelten und geebneten Abſaͤtze wird ein feſter Raſen gelegt. Wenn dieſe Züge nicht zu flach⸗ ſondern mit genugſamer Erde bedeckt, in thonig⸗ tem Voden angelegt ſind, ſo ſollen ſie ſich eben ſo lange, wie die ausgefüllten, erhalten. Da das verweslichſte Ausfuͤllungsmaterial ſchon hin⸗ länglich befunden worden, ſo ſcheint es allerdings auch ganz entbehrt werden zu koͤnnen. In Lancaſhire hat man wirklich verſchie⸗ dene Moore auf dieſe Weiſe entwaͤſſert, und dieſe Arbeit hat ſich bisher gut gehalten. Man legte auf S 61 e auf die Abſaͤtze Stuͤcke Torf, die 16 Zoll lang, 8 Zoll dick und breit ausgeſtochen waren, nachdem man ſie vorher wohl ausgetrocknet hatte. Eine andere ſehr einfache Methode, Roͤhren in thonigtem Boden ohne Ausfuͤllung anzulegen⸗ hat man mit dem beſten Erfolge verſucht⸗ Mau zieht nãmlich einen oben breiten/ nach unten ſich verengenden Graben. Dann nimmt man einen glatten Vaum, oder ein walzenfoͤrmiges Stuͤck Holze zehn bis zwoͤlf Fuß lang, welches au einem Ende 6 Zoll, am andern 5 Zoll im Durchmeſſer hat. Am dickſten Ende iſt ein ſtarker Ring be⸗ feſtigt. Dies legt man in den Graben, beſtreuet es mit etwas Sand; dann wirft man den heraus⸗ gegrabenen zaͤheſten Thon zuerſt daruͤber her dann r die lockere Erde, und tritt es nun feſt. Dannzieht man vermittelſt eines in dem Ringe befeſtigten Stricks den Baum heraus, bis etwa auf einen oder zwey Fuß am hintern und duͤnnern Ende, und ſetzt nun die Arbeit auf eben die Weiſe fort. Eine ſolche Thonroͤhre hat ſchon ſeit zwanzig 6 Jahren einen immer freyen Waſſerlauf gewaͤhrt. Es verſteht ſich, daß dieſe Methode nur in ſehr bindendem Thone anwendbar ſey, und daß eine ſolche Roͤhre nur zur Ableitung des Waſſers⸗ nicht zu deſſen Auffangung, dienen koͤnne. ℳℳ Wieſen Wieſen und Schafweiden hat man zuweilen auf folgende leichte Art entwäſſert. Man zieht mit einem gewoͤhnlichen Pfluge eine doppelte Furche durch diejenigen Theile des Feldes, wo das Waſſer ſtauet. Dann ſticht man die Furche mit dem Spaten aus, ohne die herumgepfluͤgte Grasnarbe zu beruͤhren. Wenn das geſchehen iſt, ſo wird die abgepflügte Narbe wieder herumgekehrt, die grune Seite oberwärts. So bleibt ein kleiner offener Kanal, der ziemlich viel Waſſer abfuͤhren, oder in lockerern Boden einziehen laſſen kann. Da dieſe Arbeit wenig Muͤhe erfordert, ſo kann ſie leicht ſo oft wiederholt werden, als ſich die Furchen verſtopfen. Auf Ackerlande und Rind⸗ viehweiden iſt dieſe Methode natuͤrlich nicht an⸗ wendbar, indem die Furchen bald wuͤrden ein⸗ getreten werden. Füuͤr Schafweiden, die durch ſtauendes Regenwaſſer leiden, und alſo ungeſund ſind, iſt ſie beſonders angemeſſen. Man hat aber neuerlichſt in Eſſer ein Inſtru⸗ ment erfunden, womit man Wieſen und Gras⸗ land, welches nicht gepflüget wird, mit noch ge⸗ ringerer Muͤhe entwaſſert. Dies iſt naͤmlich ein Rad von gegoſſenem Eiſen, vier Fuß im Durch⸗ meſſer, und etwa vier Centner ſchwer. Am aͤußern einſchneidenden Rande iſt es einen halben Zoll dick, — dick, und wird gegen die Achſe zu immer dicker, it ſo daß es, wenn es 15 Zoll tief einſchneidet, eine— e Furche ſpaltet, die unten einen halben Zoll, oben— r vier Zoll weit iſt. Dies Rad iſt in einem Ge⸗ n ſtelle befeſtigt, welches noch mit Steinen beladen e werden kann, um es tiefer in den Boden einzu⸗ d druͤcken. Man macht dieſe Einſchnitte gern im e Winter, oder bey naſſem Wetter. Bey der Som⸗ r mertrockniß geben ſich die Spalten weiter von d Sande oder Kies ausfullen. Man hat zwolf Acres in einem Tage auf dieſe Weiſe bearbeitet. einander, und nun kann man ſie mit Reiſern oder . gewundenen Strohſeilen ausfüͤllen, und lockere n Erde daruͤber werfen. Auf Ackerlande würden e dieſe Zuͤge nicht tief genug zu liegen kommen. Auf Graslande aber iſt dieſe Methode ſehr zweck⸗ 3 maͤßig, da ſie ſo wenig koſtet, und ſo leicht wie⸗ 9 derholt werden kann. Allenfalls kann man dieſe 1 h Einſchnitte auch offen laſſen, und ſie mit grobem 2 Alle gute Landwirthe in England haben ös ſich zur Regel gemacht, das Ausſtechen zwär in Verding zu geben, aber nie das Ausfůllen. Denn es kommt ſo ſehr viel darauf an, daß dieſes mit aller Vorſicht und unter der beſtändigen Aufſicht 1 eines verſtändigen und treuen Menſchen ehr⸗ „ S*.— —2———— „ — 6 ½— Mehrerwaͤhnter Young von Elare drückt ſich hieruͤber folgendermaßen aus:„Sch geſtatte nie, daß der Arbeiter, welcher den Graben gusſticht⸗ ihn auch fulle und bedecke. Er muß vffen bleiben⸗ bis ich oder mein Verwalter ihn unterſucht haben Dann wird er gleich ausgefuͤlt, und zwar, wo möglich, noch an demſelben Tage⸗ damit er vom Naͤſſe und Froſt micht beſchädigt werde. Die Muͤndung wird gleich mit etlichen eingeſchlagenen Pfählen verſehen, um ſie gegen aͤußere Beſchä⸗ digungen zu ſichern.“ rnne Die Koſten, welche eine Eutwäſſerung duch verdeckte Abzuge macht, ſind nach Verhaͤltniß der Lage und der Umſtaͤnde, und nach der Art der Ausfullung dieſer Zůge, ſehr verſchieden. Einige der zuverläͤſſigſten Angaben der Englaͤnder ſind folgende. aun ni b Der ofterwaͤhnte Young zu Clare beaut⸗ wortet die vom Ackerbauamte ihm vorgelegte Fragen folgendermaßen;„Die Koſten, welche das Anfahren der Weizenſtoppeln(er fuͤllt nàm⸗ lich ſeine Züge blos hiermit aus) macht, laſſen ſich nicht wohl angeben, da es hierbey auf die Entfernung des Feldes ankommt. Auch laͤßt ſich die Arbeit, welche mit dem Pflage geſchieht⸗ 0 nicht — — nicht genau berechnen. Es koͤnnten zwar in einem Tage viele Acres mit einem Pfluge ausge⸗ furchet werden; ich laſſe aber zur Zeit nur zwey oder drey Stunden damit arbeiten; daher muß ich es einem jeden uͤberlaſſen, dieſen Theil des Geſchaͤfts ſelbſt anzuſchlagen. Man bedenke aber, daß ſolches, bey mir wenigſtens, zu einer Zeit geſchieht, wo ſonſt fuͤr die Pferde nicht viel zu thun iſt, und daß ſie ohne dies vielleicht gar nichts verdienen wuͤrden.“ „Zwanzig Ruthen auszuſtechen, bezahle ich mit 1 Schill. 8 Pence. Ein geuͤbter und thä⸗ tiger Arbeiter ſticht taglich 23 bis 24 Ruthen aus. Die Ausfuͤllungsarbeit von 20 Ruthen mit Stoppel koſtet 4 Pence. Die baare Ausgabe fuͤr die Anlegung dieſer Zuͤge auf einem Acre Lan⸗ des muß daher folgendermaßen berechnet werden: Pfund Schill. Fende Einen Acre Weitzenſtoppel, wel⸗ cher hinreicht, die Zuge auf ei⸗ nem Acre auszufuͤllen, zu ſchnei⸗ den und zuſammenzubringen o0 2 0 8 mal 20 Ruthen 6 1 Auszufuͤllen ⸗ 0 5 Neben⸗Arbeit: 1 xagelohn S — — — an Bds. iſte Abtheil. E „ ———————— — (Dies wuͤrde auf einem Calenbergiſchen Morgen etwa 3 Thlr. 20 gGr. betragen.) Lord Petre berechnet die Koſten, die Gra⸗ ben zu machen und auszufuͤllen: Auf der Brache, wenn vorgepflügt und nur ein Stich gegraben wird, zu 35 Schill. wenn zwey Spaten gebraucht werden, auf 4 3 Schill. 6 Pence. Auf Graslande, wenn vorgepfluͤgt und ein Stich gegraben wird, auf 35 Schill. wenn zwey Stiche gemacht werden, auf 47 Schill. Ein Fuder Reisbuͤndel koſtet ihm 14 Schill., und ein Fuder Stroh, welches er zur Entwäſſe⸗ rung eines Acres braucht, 18 Schill. Das ubrige iſt fuͤr die Arbeit. Nach Hrn. Majendie betragen die Koſten, zwanzig Klafter mit dem ſpißen Spaten allein auszuſtechen, 20 bis 24 Pence. Mit zwey Stichen in den Hauptzuͤgen, 3 Schill. bis 3 Schill. 6 Pence. Die ſaͤmmtlichen Koſten mit der Ausfuͤllung und allem uͤbrigen ſchlaͤgt er auf — —.————— 67— auf einen Acre, wenn die Zuͤge eine Ruthe aus einander liegen, auf 40 bis 45 Schill. an. (Der Morgen 8 bis 9 Thlr.) Die unausgefuͤllten Zuͤge kommen betraͤcht⸗ lich geringer zu ſtehen. Die mit Steinen aus⸗ gelegten ließen ſich nur oͤrtlich berechnen. Was die Dauerhaftigkeit dieſer verdeckten Abzuͤge anbetrifft, ſo kommt es dabey weit we⸗ niger auf die Natur des Ausfuͤllungsmaterials, als auf die Beſchaffenheit des Bodens an. Steine halten ſich freylich ewig; aber zufäͤllige Urſachen konnen ſie leicht in Unordnung bringen und die Zwiſchenraͤume verſtopfen. Im thonig⸗ ten Voden erhalten ſich Holz und andere der Verweſung ausgeſetzte Körper viel laͤnger, wie im Sande. Aber wenn auch die Ausfuͤllung vergangen iſt, ſo bleibt dennoch der Zug. Dies hat vielfache Erfahrung gelehrt, und man hat ſchon ſeit vierzig Jahren ſolche mit bloßem Stroh gemachte Anlagen ununterbrochen wirken geſehen. Young von Clare beantwortet die Frage des Ackerbauamtes in Ruͤckſicht der Aus⸗ dauer folgendermaßen:„Ich bin nie im Stande geweſen, genau zu unterſuchen, wie lange ſich E 2 die * ₰ —* —2———— *„ 3 —.—,——————— „ die Stoppel eigentlich halte; auch habe ich nie Urſache gehabt, die Arbeit zum zweytenmale auf einem Felde vorzunehmen. Nur zuweilen, wenn ſich ein einzelner Zug, durch das Befahren bey naſſer Witterung, oder durch andere zufaͤllige Urſache, einmal verſtopfte, welches ſich durch eine naſſe Stelle gleich anzeigt: ſo ließ ich an dieſer Stelle einen oder zwey neue Zuͤge, in einer andern Richtung als die vorigen, ziehen. Wo dieſe die alten durchſchnitten, da fand ich zwar keine Spur von vegetabiliſcher Subſtanz darin, aber ſie zogen ganz frey, oder, wie meine Arbeiter ſich ausdruͤcken, ſie bluteten friſch. In der Mitte Aprils 1796 unterſuchte ich ein Feld bey ſehr naſſem Wetter, welches ich im Rovember 1773 abgewaͤſſert hatte, und fand alle Zuͤge, bis auf einen, im beſten Gange.“ O utllen ſind die zweyte Urſache der Feuchtigkeit des Vodens. Es kommt alles darauf an, daß der Land⸗ wirth, welcher ſich mit der Entwäſſerung ſeines Grund und Bodens beſchaͤftigen will, dieſe tie⸗ fer liegende Urſache der Feuchtigkeit von den im vorigen Abſchnitte behandelten, in der Oberflaͤche ſelbſt anzutreffenden Urſachen genau unterſcheide. Wenn er ſich darin irret, wird er viele Koſten und Arbeit verwenden, und den Zweck doch hoͤch⸗ ſtens nur unvollkommen erreichen, der, bey einer gehoͤrigen Kenntniß der Sache, auf eine ſehr ein⸗ fache Weiſe vollſtaͤndig haͤtte erlangt werden können. So hatte man in England ſehr haͤu⸗ ſig Felder mit verdeckten und offenen Abzuͤgen verſehen, ohne ihre Entwaͤſſerung vollſtandig bewirken zu koͤnnen, die nachmals durch eine einzige zweckmaͤßig angelegte Ableitung der Quellen mit ſehr geringen Koſten zu Stande gebracht wurde, und alle jene Abzüge unnoͤthig machte. Ich hoffe, meinen Leſern die verwickelte Lehre von den Quellen beſtimmt und deutlich vortra⸗ gen zu koͤnnen, ohne in die Weitlaͤuftigkeit zu ver⸗ ——— 3 „ F ** 3 —— — — ER — 70— verfallen, welche die Manchfaltigkeit der vorkom⸗ menden Faͤlle ſonſt erfordern wuͤrde; wenn ich ſie mit einer allgemeinen richtigen Theorie der Quellen vorher bekannt mache. Hierin werden ſich alle ihnen vorkommende Faͤlle aufloͤſen, und durch ſelbige die Maaßregeln beſtimmen laſſen, welche in jedem einzelnen zu ergreifen ſind. Ich muß mir aber hier eine angeſtrengtere Auf⸗ merkſamkeit erbitten; indem ich ſonſt, bey Ver⸗ meidung der Wiederholungen, nicht verſtaͤndlich ſeyn wuͤrde, wenn ich, zum Praktiſchen uͤberge⸗ hend, die Hauptfaͤlle und die dabey zu treffenden Vorkehrungen angebe. Ohne uns hier auf die Unterſuchung einzu⸗ laſſen, ob grade alle, auch die in ſtarken Strö⸗ men hervorbrechenden Quellen von atmoſphaͤri⸗ ſchem Waſſer herruͤhren und unterhalten werden? iſt es keinem Zweifel unterworfen, daß ſaͤmmt⸗ liche kleinere Quellen, mit denen es der Land⸗ wirth zu thun hat, vom Regen⸗ und Schnee⸗ waſſer, welches ſich aber oft im Innern der Erde zu einer gewaltigen Maſſe angehaͤuft hat, entſtehen. Das Regenwaſſer ſenkt ſich nämlich durch die lockere Oberflaͤche, beſonders der An⸗ hoöhen, Hugel und Berge ſenkrecht hindurch, bis es auf eine undurchdringliche Lage, ier Hier bleibt es ſtehen, und haͤuft ſich nach Be⸗ ſchaffenheit und Richtung dieſer undurchdring⸗ lichen Lage in groͤßerer oder kleinerer Maſſe an, vis es ſich ſeitwaͤrts, da, wo es Gefaͤlle hat, und wo es den mindeſten Widerſtand findet, einen Weg bahnt, an die Oberflaͤché gelangt, und hier entweder als eine reine Waſſerquelle, in einem ſtaͤrkeren Strome, oder aus mehreren kleineren Adern hervorbricht, und in einem ſelbſt gebahnten Bette abfließt; oder aber ſich mit der lockeren Dammerde vermiſcht, und mit derſelben einen Moraſt, Moor oder waſſergalligen Grund bildet. Zur Entſtehung von Quellen gehoͤret alſo eine Abwechſelung von verſchiedenen Bodenlagen; wovon wir nur, zu unſerm Zwecke, zwey Haupt⸗ abtheilungen, naͤmlich durchlaſſende und anhaltende, zu unterſcheiden haben. Die dunchlaſſenden Lagen koͤnnen aus poroͤſen Steinarten, ſpaltigen Felſen, angehaͤuf⸗ ten einzelnen Steinen, oder Kies und Sande beſtehen, durch welche das Waſſer einen immer freyen Durchzug hat, bis es auf eine anhaltende Lage ſtößt, welche verurſacht, daß es ſich, bey immer immer mehr hinzukommendem Waſſer, in dieſen durchlaſſenden Lagen anhaͤuft und ſelbige zu ſ Behaͤltern macht. Die anhaltenden Lagen beſtehen entweder aus dichtem Felſen, oder aus Thon und bin⸗ dendem Lehm. Letzteres iſt am haͤnſigſten der Fall. Wenn gleich Thon und Lehm Waſſer in ſich aufnehmen und durchlaſſen, ſo thun ſie dies doch nur, wenn ihre Partikeln von einander ge⸗ trennt ſind, und ſie ſich in einem lockern Zu⸗ ſtande befinden. Sobald ein, auch vielen Sand und Steine enthaltender, Lehm feſt zuſammen⸗ gepreßt iſt, ſo daß ſeine Theilchen ſich genau beruͤhren, und keine Zwiſchenräume bleiben: ſo wird er vom Waſſer undurchdringlich, oder waſſerdicht. Waͤre unſer Erdboden nicht aus ſolchen ab⸗ wechſelnden Lagen gebauet, ſo waͤrde es keine Quellen und Brunnen geben. Entweder koͤnnte das atmoſphaͤriſche Waſſer durch die anhaltenden Erdlagen gar nicht einziehen, ſondern mußte auf der Oberflaͤche bleiben; oder es wuͤrde durch die durchlaſſenden, vermoͤge ſeiner Schwerkraft, im⸗ mertiefer hinabſinken, und ſich nirgends anſamm⸗ . len — —— — ——— len koͤnnen. Daher haben ſolche Gegenden, die bis zu einer unerreichbaren Tiefe aus lauter Sand beſtehen, keine Fluͤſſe und Quellen; ja man kann auch keine Brunnen in ihnen anlegen. Und es iſt eine bekannte Sache, daß man beym Brunnengraben, wenn man im Sande anfaͤngt, nicht eher Waſſer erhalte, als bis man auf Thon oder Felſen kommt; und hinwiederum, wenn man im Thone anfaͤngt, nicht eher, als bis man eine Sand⸗ oder loſe Steinlage er⸗ reicht. Je nachdem dieſe durchdringlichen und un⸗ durchdringlichen Lagen verſchiedentlich abwechſeln, eine verſchiedene Form und Richtung haben, horizontal uͤber einander liegen, oder ſich in ein⸗ ander hinein verſenken, entſtehen mancherley Phaͤ⸗ nomene, die derjenige, welcher keinen Begriff vom innern Baue unſeres Erdbodens hat, ſtumm anſtaunet, und, ſie fuͤr Wirkungen uͤbernatuͤrlicher Kraͤfte zu halten, verleitet wird. Hier verſinken Fluͤſſe in Schluͤnden, und verſchwinden vor un⸗ ſern Augen: dort bricht vielleicht nahe am Ufer eines andern Fluſſes ein Strom aus einer Hoͤh⸗ lung hervor, deſſen Waſſer, der Richtung nach, unter dem andern Fluſſe weggefloſſen ſeyn muß. Zuweilen hoͤren wir, daß das Waſſer eines be⸗ betraͤchtlichen Fluſſes ploͤtzlich verſunken und ſein Bette trocken geworden ſey; zuweilen, daß ein neuer Quell mit Gewalt hervorgebrochen ſey, und ſich mit verwüſtender Macht ein Bette gebahnt habe. Dieſe und viele andere Erſcheinungen der Art laſſen ſich aber leicht begreifen, wenn man jene einfache Einrichtung der Natur vor Augen hat, und ſich einen klaren Begriff von den mancherley Formen macht, welche durch die Abwechſelung der durchlaſſenden und an⸗ haltenden Bodenarten im Innern unſeres Erdbodens entſtehen. Sie laſſen ſich nicht nur begreifen, ſondern geben auch einen Fingerzeig⸗ wie man ſich in manchen Fällen helfen koͤnne; z. V. wie man Seen, die auf der Oberfläche, wegen der ſie umgebenden Anhohen, nicht abge⸗ leitet werden koͤnnen, noch zuweilen einen Abzug nach anten verſchaffen kann, indem man ihren anhaltenden Grund ſo weit durchſticht, bis man auf eine durchlaſſende Erdſchicht gelangt, in welche das Waſſer verſenkt werden kann. Dieſe durchlaſſenden und anhalten⸗ den Schichten liegen, wie am haͤufigſten der Fall iſt, horizontal über einander; oder ſie ſen⸗ ken ſich, mit der Oberflaͤche der Berge und Anhöhen parallel, abhangend herunter; gehen gehen unordentlich und in manchfaltigen Geſial⸗ ten in und durch einander. Im erſten Falle, der horizontalen Lage, ſucht ſich das Waſſer, welches ſich in der lok⸗ kern Erdſchicht auf der waſſerdichten angehaͤuft hat, zwar von allen Seiten einen Weg zu bah⸗ nen, und wuͤrde, wenn es keinen, oder einen vollig gleichmaͤßigen Widerſtand zu uͤberwinden haͤtte, von allen Seiten abfließen. Da ſich letzteres aber nicht denken laͤßt, ſo bahnt es ſich ſeinen Weg da, wo es, an der niedrigſten Stelle, den geringſten Widerſtand findet. Die niedrigſte Stelle wuͤrde es ſeiner Natur nach vor allen waͤhlen; wenn hier aber der Widerſtand zu groß iſt, ſo bricht es auch hoͤher aus, bis der Widerſtand durch Zufall oder Kunſt an einer niedrigern Stelle gehoben wird; da es dann, wenn es hier hinreichenden Abfluß findet, jene Bahn verlaͤßt. In dem zweyten Falle, eines ſchraͤgen Ab⸗ hanges der Schichten, wird das Waſſer in dem durchlaſſenden Boden auf dem waſſerdichten hin⸗ abgleiten, bis es an den niedrigſten Punkt kommt, und hier hervorbrechen. Allein die meiſten Berge haben ——————— —— ———— haben an ihrem Fuße eine mehr thonartige Ober⸗ flaͤche, welche vermuthlich von dem herabge⸗ ſchlämmten Thone entſtanden iſt. Dieſe läͤßt das Waſſer, wenn ſie ſtark iſt, nicht leicht durch, und daher brechen die Quellen in die⸗ ſem und im vorhergehenden Falle ſelten an der niedrigſten Stelle, ſondern mehr oberwaͤrts, wo ſie weniger Widerſtand finden, herdor. Im dritten Falle, wo die Erdſchichten un⸗ ordentlich und in einander verſenkt liegen, ſo daß oft ein Strich durchlaſſender Erd⸗ oder Stein⸗ arten tief in einen waſſerdichten Boden hinein⸗ geht, bilden ſich die ſtaͤrkſten Waſſerbehaͤlter. Das von allen Seiten eingezwangte Waſſer haͤuft ſich darin an, und ſtauet wieder bis oben hin⸗ auf. Wenn es an einer niedrigen Stelle Luft bekommt, ſo dringt es, durch den Druck von oben gepreßt, mit erſtaunlicher Gewalt hervor. Es kommt bey Abfangung der Quellen alles darauf an, daß man ſich von der Lage und dem Gange der abwechſelnden Erdſchichten einen richtigen Begriff mache. Man muß daher in jedem vorkommenden Falle ſich davon moͤglichſt zu ——„—„——— +—————— zu unterrichten ſuchen. Erſt wenn man ausge⸗ kundſchaftet hat, wo und warum ſich das Waſſer im Erdboden anſammle, wird man im Stande ſeyn, die beſte Stelle und die ſicherſten Maaßre⸗ geln zu treffen, wo und durch welche man dem Waſſer Luft ſchaffen, und ſolches auf die bequemſte Weiſe ableiten kann. Sonſt verfehlt man ſeines Zwecks, leitet vielleicht einen Theil des Waſſers ab, entwäſſert aber den ſumpfigten Grund dadurch nur zu einem unbetraͤchtlichen Theile. Die Unterſuchung der umliegenden Gegend, des ſteilern Abhanges der Berge, an Stellen, wo die Erde vielleicht herabgeſchoſſen iſt; des Bettes der Fluͤſſe; beſonders aber der Brunnen, Steinbruͤche und anderer Gruben, wenn welche vorhanden ſind, wird hieruͤber Aufklaͤrung geben. Der geuͤbte Entwaͤſſerer, wie z. B. der be⸗ ruͤhmte Elkington, wird nach Betrachtung der umliegenden Gegend, und des Verhaltens der Quellen bey regnigtem und trockenem Wet⸗ ter, nach Analogie anderer Faͤlle, den gegen⸗ wärtigen mehrentheils richtig beurtheilen. Allein das ſicherſte Mittel iſt der Gebrauch des Erd⸗ bohrers. Wer jene Uebung nicht hat, muß ſich durchaus deſſelben bedienen. Die Arbeir⸗ welche welche der Gebrauch deſſelben veranlaßt, kommt durchaus in keine Vergleichung mit der Erſpa⸗ rung, wenn man die Abfangung und Ableitung gleich zweckmäßig einrichtet. Die Conſtruction und den Gebrauch des Erd⸗ bohrers zu beſchreiben, iſt hier nicht der Ort, da ich ſolche als bekannt annehmen darf, und ſelbige in vielen Werken, z. E. in Kruͤnih Encyclopaͤdie, ausfuͤhrlich beſchrieben ſind. Ich muß hier nur bemerken, daß ein Bohrer von gewöhnlicher Breite zu dieſer Unterſuchung hinreichend iſt, welchen ich den Sondirungs⸗ bohrer nennen werde; da nachmals von einem andern, dem Abzapfungsbohrer, welcher breiter ſeyn muß, noch die Rede ſeyn wird. Ferner muͤſſen wir auf das Verhalten der Quellen bey regnigter und trockener Witterung merken. Zuweilen fließen ſie bey trockenem und feuchtem Wetter gleich ſtark; zuweilen nur bey regnigtem; oft verſiegen bey trockenem Wetter die oberen Ausbruͤche, die niedriger liegenden fahren aber fort zu fließen, weil in den inneren Waſſerbehaältern das Waſſer dann minder hoch ſteht⸗ Der Der Umfang der umliegenden hoͤheren Ge⸗ gend laͤßt auf die Quantitat des im Boden an⸗ gehaͤuften Waſſers ſchließen. Je weiter dieſe naͤmlich ausgedehnt iſt, deſto mehr Regen⸗ und Schneewaſſer zieht der Voden ein, und deſto haͤufiger und ſtaͤrker muſſen die Quellen ſeyn. Wer ſich durch eigene Erfahrung in dieſer⸗ Materie unterrichten will, muß ſich durchaus in bergigte Gegenden begeben. Man trifft zwar auch in flachen Gegenden Quellen an, aber nicht ſo haͤufig, und nicht unter einer ſo großen Mannichfaltigkeit von Umſtänden, wie in ber⸗ gigten. Nachdem wir die Entſtehung der Quellen im Innern des Erdbodens betrachtet haben, muͤſſen wir die Erſcheinungen und Wirkungen erwaͤgen, welche das Waſſer hervorbringt, wenn es an die Oberflaͤche kommt. Wenn ſich das Waſſer einen freyen, offe⸗ nen Ausweg an einem Orte bahnt, wo es, der Lage wegen, freyen Abfluß hat, ſo nennen wir dies im engern Verſtande eine Quelle. Es bricht bricht dann friſch hervor, und fließt in einem Bache davon, ohne die umliegende Gegend feucht zu machen. Alles, was der Landwirth dabey zu thun hat, beſteht darin, daß er dem Bache viel⸗ leicht eine zweckmaͤßigere Richtung gebe, um das Ueberſtroͤmen deſſelben zur Unzeit zu verhuͤten. Wenn aber das Waſſer nicht in einer oder mehreren ſtarken Quellen hervorbricht, ſondern aus vielen kleinen Poren und Adern auf einer mehr oder minder beträchtlichen Breite, am Fuße eines Verges oder Anhoͤhe her, langſam heraus⸗ ſchwitzt: ſo wird nicht nur die Breite, worin ſich dieſe kleinen Quellen befinden, feucht; ſon⸗ dern auch die ganze unterhalb liegende Gegend, wohin ſich das Waſſer hinabzieht⸗ wird nun, nach Beſchaffenheit des Bodens und der Quanti⸗ tät des Waſſers, zu einem See, einem Moraſi, einem Moor, oder nur zu einem an Feuchtigkeit leidenden Acker oder Wieſe. Die Oberflaͤche des Vodens iſt an der Stelle wo das Waſſer hervorkommt, mehr lokker und ſandig, oder mehr thonartig. In letzte⸗ rem Falle wird ſich die Feuchtigkeit gleich da zei⸗ gen, wo das Waſſer an der hochſten Stelle her⸗ —— c — 81— hervorquillet. Iſt aber die Oberflaͤche ſandig und locker, und zugleich merklich abhaͤngig, ſo bleibt ſie vielleicht da ganz trocken, wo der ei⸗— gentliche Quellgrund liegt, und die Feuchtigkeit wird erſt tiefer unterhalb ſichtbar. Das Waſſer naͤmlich, wenn es den feſteren Untergrund durch⸗ brochen hat, zieht ſich, ſo lange er Abhang ge⸗ nug hat, auf demſelben hinunter, laͤßt die Ober⸗ flaͤche des lockern Bodens, wenn er einige Tiefe hat, trocken, und kommt erſt da hervor, wo es, weil der Boden flach wird, oder weil es einen Widerſtand antrifft, nicht weiter hinabziehen kann. Wenn auf ſolchem Grunde, wie haͤufig der Fall iſt, lockere Oberflaͤche mit thonigter abwech⸗ ſelt, oder ſelbige Erhöhungen und Vertiefungen hat, ſo gibt es darauf abwechſelnd naſſe und trockene Stellen. Man ſieht leicht ein, daß es eine unnöthige Weitlaͤuftigkeit ſeyn wurde, dieſe feuchten Stellen durch Abzuge zu entwaͤſſern, wenn dieſes auch des Waſſerpaſſes wegen moͤg⸗ lich waͤre; da es ſo ſehr viel leichter durch Ab⸗ dfangung der oberwaͤrts liegenden Quelle be⸗ werkſtelligt werden kann. an Bds. 1ſte Abthell. 82 Kommt das Waſſer in einer oder mehreren Quellen aus dem Innern des Erdbodens erſt da hervor, wo der Boden keinen Abhang mehr hat, in einem vielleicht mit Anhoͤhen rund umgebenen Thale, ſo bildet es gleich um die Quelle herum, nach Verhaͤltniß ihrer Staͤrke, einen See, Mo⸗ raſt oder Moor. Zuweilen hat man es auch hier in ſeiner Gewalt, die Quelle hoͤher an der Anhoͤhe abzufangen und abzuleiten; zuweilen kann es nur an der Stelle ihres Ausbruchs ſelbſt geſchehen. Doch ich werde nunmehr deutlicher werden, wenn ich zu einzelnen Faͤllen uͤbergehe, nachdem ich des Wichtigſten im Allgemeinen erwaͤhnt habe. Ich werde von jeder Hauptverſchiedenheit nur einen Fall angeben, da es unmoͤglich ſeyn wuͤrde, ſie ſaͤmmtlich zu beſchreiben. Die Sache wuͤrde bey weitem nicht erſchoͤpft werden, wenn ich auch alle die einzelnen Fälle anfuͤhrte, die ich bey den Englaͤndern beſchrieben finde. Bey jedem in der Natur vorkommenden Falle iſt vielleicht etwas Verſchiedenes, und daher wuͤrde die Zahl ins Unendliche gehen. Um S—————— Um die Koſtbarkeit der Kupfertafeln zu er⸗ ſparen, werde ich mich nur mit Figuren behel⸗ fen, die einen ſenkrechten Durchſchnitt des Erd⸗ bodens vorſtellen. Sie erlaͤutern die Sache meines Erachtens deutlich genug, ohne einen Grundriß der Gegend hinzuzufuͤgen. Ehe des Hrn. Grafen von Podewils vortreffliche Ueber⸗ ſetzung des Johnſtone herauskam, war ich dennoch zweifelhaft, ob dieſe Abhandlung nicht durch Kupferſtiche vertheuert werden muͤſſe. Nun aber werde ich diejenigen Leſer, welche ſich eine lebhaftere Vorſtellung, als ſie aus dieſen Durchſchnitten und meinen Beſchreibungen erhal⸗ ten koͤnnen, machen wollen, auf jenes Werk verweiſen, und in Anmerkungen die Kupfertafeln deſſelben nahmhaft machen, welche zu den von mir angefuͤhrten Faͤllen paſſen. Die dunkeler gehaltenen Lagen in den folgenden Figuren deuten anhaltenden, waſſerdichten Boden, er beſtehe aus Thon und bindendem Lehm, oder aus dichtem Felſen, an; die getuͤpfelten, einen lockeren Voden; die weißgehaltenen, Behaͤlter, worin ſich das Waſſer angehaͤuft hat, ſie moͤgen aus Kies und Sand, oder aus poroͤſen Stein⸗ arten und geſpaltenen Felſen beſtehen, oder unter⸗ irdiſche Hoͤhlungen ausmachen. F 2 Er⸗ Erſter Fall. Die erſte Figur Fig. 1. S ſtellt alſo den Durchſchnitt des Bodens am Ab⸗ hange eines Huͤgels vor. Das auf der Ober⸗ flaͤche B A gefallene Regenwaſſer zieht ſich durch die lockere Erdlage, bis auf die Thonſchicht E D herab, ſtauet in die Hoͤhe, und macht zwi⸗ ſchen A h und E D einen Waſſerbehälter. Wo dieſer zwiſchen E A zu Tage kommt, da wer⸗ den, am ganzen Abhange des Huͤgels herum, Quellen ausbrechen, bey trockenem Wetter diel⸗ leicht nur am Fuße des Huͤgels bey F, in regnigtem bis zur Hoͤhe von A hinauf. Die Gegend zwiſchen A bis E iſt alſo quelligt. Wenn Wenn ſich das Waſſer bey K anſammlet, ſich ein kleines Vette bahnt und abfließt, ſo wuͤrde dieſer ſchmale, wenn gleich an dem gan⸗— zen Abhange des Huͤgels vielleicht herlaufende Strich doch die Koſten, welche eine Abwäſſe⸗ rung erforderte, nicht werth ſeyn. Denn ein bey FE gezogener Graben wuͤrde das Uebel nicht heben, indem die Quellen bey naſſem Wetter bis nach A hinauf ausbrechen. Um dieſen Strich ſelbſt trocken zu legen, muͤßte ein Gra⸗ ben beh A gezogen werden, der aber bis Fin die Thonlage hineingehen muͤßte,— eine für den Nutzen, den er leiſten wrde, zu beträcht⸗ liche Tiefe.. Zweyter Fall).— Wenn aber das Waſſer bey E nicht ab⸗ fließt, ſondern die unterhalb liegende Flaͤche bis G naß macht, oder, was noch ſchlimmer iſt, die i⸗ Oberflaͤche in der Richtung der getüpfelten Linie C A heraufgeht, das Waſſer unterhalb der⸗ t⸗ ſelben ſtauet, und dies ganze Feld waſſergalligt n, und in *) Johnſtone Ueberſ. Tab. II. und V. ſind dieſem Falle analog; doch Anterſcheidet ſich unſer Fall darin, daß wir die Oberflaͤche hier locker an⸗ nehmen. und kaltgruͤndig macht, ſo iſt die Entwaͤſſe⸗ rung von Wichtigkeit. Es wird aber hinrei⸗ chend ſeyn, wenn der Graben bey g gezogen wird, und bis zur Tiefe von E hinunter geht, woſelbſt er minder koſtſpielig, als bey AM iſt, den unterhalb liegenden Grund ſicher, und den oberhalb liegenden auch wahrſcheinlich entwaͤſſert. Zu mehrerer Deutlichkeit will ich doch bey dieſem haͤufig vorkommenden Falle folgenden Entwurf eines Grundriſſes herſetzen. F Die Buchſtaben ſtimmen mit denen auf dem Durchſchnitte uͤberein. Zwiſchen den getuͤpfelten Linien A und E entſpringt das Waſſer in vie⸗ len kleinen Quellen, zieht ſich aber bis C hin⸗ unter, und macht dieſes Feld naß oder moorigt. Hier muß der Graben g g quer am Abhange des Huͤgels an der untern Stelle des quelligten Grundes gezogen werden. Graͤben, laͤngs der An⸗ hoͤhe hinauf gezogen, wuͤrden wenig oder gar keinen Nußen ſchaffen, indem ſie nur das auf ſie zu⸗ ſtoßende Waſſer abfuͤhren, den Quellgrund aber nicht durchſchneiden wuͤrden. Der Quergraben aber hebt das Uebel gruͤndlich, und faͤngt alles Waſſer auf; vorausgeſetzt, daß er tief genug, bis in die Thonlage hinein, ausgeſtochen wird. Um dieſes leichter bewerkſtelligen zu koͤnnen, waͤhlt man die niedrigſte Stelle des Quell⸗ grundes. Wenn das Waſſer hier an der niedrigſten Stelle Abzug genug hat, ſo werden auch die oberhalb liegenden Quellen in den meiſten Faͤl⸗ len verſiegen. Sollte dieſes aber nicht ſeyn, und eine oder die andere zu fließen fortfahren, woran nur ein zwiſchen dem Graben und dieſer Quelle uber der Thonlage befindlicher Widerſtand Schuld ſeyn kann: ſo wird es mehrentheils hin⸗ hinreichend ſeyn, von dieſen Quellen einen ſchma⸗ len, oberflaͤchlichen Graben nach dem Haupt⸗ graben hinzuziehen, wie bey q q q angedeu⸗ tet iſt. Dieſer Hauptgraben, welchen wir in der Folge den Abfangegraben nennen wollen, erhaͤlt ſeine Ableitung da, wo ſolche am be⸗ quemſten angelegt werden kann; entweder, in⸗ dem man ihn ſchraͤg, etwa wie bey M, herunter fuͤhrt, oder, indem man einen Abzugsgraben, wie bey L L, mit ihm verbindet. Der Ab⸗ fangegraben ſowohl, wie der Abzugsgra⸗ ben, muß zwar einigen Fall, und zwar erſterer auf letzteren zu, haben; es braucht aber dieſes Gefaͤlle nur ſehr ſchwach zu ſeyn, und ein ſtarkes muß ſogar vermieden werden, weil bey einem ſtarken Waſſerlaufe um ſo leichter eine Verſtopfung entſtehen kann. Der Ableitungsgraben kann, wenn er im Wege waͤre, oder nicht etwa als Befriedigung dienen koͤnnte, ein verdeckter ſeyn. Den Abfangegraben laͤßt man, in dieſem Falle, lieber offen. Der vorbeſchriebene Fall iſt auf ſolchen Fel⸗ dern, die eine lokkere Oberflaͤche auf thonigtem Un⸗ Untergrunde haben, einer der haͤufigſten. Wenn am Abhange einer lokkern Anhoͤhe das Feld an Naͤſſe leidet, ohne ſelbſt thon⸗artig zu ſeyn, ſo wird man die Lage der Sachen gewoͤhnlich ſo antreffen, und das Uebel auf die angegebene Art heben koͤnnen. Dritter Fall*) Bey einer thonigten Oberflaͤche des Bodens verhaͤlt ſich die Sache etwas anders; gewoͤhnlich wie in folgender Figur vorgeſtellt iſt. Fig. 3. *) Johnſtone, T. III. und IV. A B F iſt nämlich der Gipfel einer An⸗ hoͤhe oder Berges, wie gewoͤhnlich, von durch⸗ laſſender Erdart. E F 6 iſt eine Lage von Sand oder poroͤſem Stein, worin ſich das Waſ⸗ ſer anſammlet; der untere Grund ſowohl, wie die Oberflaͤche, ſo weit ſie bis A hinaufgeht, iſt Thon oder bindender Lehm. Das in E F G angeſammlete Waſſer wird von oben herab gegen E gepreßt, und ſtauet von da ab wieder hinauf. Es wird ſich alſo, wo es eine ſchwoͤchere Stelle findet, einen Weg bahnen und mit Gewalt aus einer Quelle hervorſtuͤrzen, oder durch meh⸗ rere kleine Borſten langſamer hervordraͤngen. Von den Stellen 0 QO an wird alſo der Grund quelligt ſeyn, und auch der unterhalb liegende immer naß erhalten werden, und daher einen Moraſt oder Moor ausmachen. Man verfaͤhrt hier eben ſo, wie im vorher⸗ gehenden Falle, und zieht an der niedrigſten Stelle des quelligten Grundes einen Quergraben, der aber den Thon voͤllig durchdringen und den Waſſerbehaͤlter erreichen muß. Ohne vorher mit dem Erdbohrer ſondirt, oder andere ſichere Merk⸗ male, wie weit der Waſſerbehalter reiche, gefunden zu haben, geht man ſehr unſicher. Vielleicht kann ſich das Waſſer einen eg Weg gebahnt haben, und noch unterhalb F her⸗ vorkommen, wo der Waſſerbehaͤlter aufhoͤrt, und alſo ein Graben fruchtlos ſeyn wuͤrde. Nicht ſelten, wie im folgenden vierten Falle gezeigt werden wird, verengert ſich der Waſſerbehaͤlter ˙ am Fuße der Anhoͤhe auch ſo ſehr, daß das im oberen Theile angeſammlete Waſſer ſich hier nicht hinlaͤnglich ausleeren kann; oder der Waſ⸗ ſerbehaͤlter iſt unterbrochen. Dann hoͤren die oberen Quellen, beſonders bey naſſem Wetter, nicht auf zu fließen, und die Kur iſt älſo un⸗ vollkommen. Hier iſt man dann gezwungen, oberwaͤrts noch einen Graben zu ziehen. 5. 5 Der Waſſerbehaͤlter liegt unter dem Thon aber oft ſo tief, daß die Koſten des Grabens nicht allein ſehr hoch kommen wuͤrden, ſondern man wuͤrde auch oft dieſem tiefen Graben, we⸗ gen mangelnden Waſſerpaſſes, keinen Abzug verſchaffen können. Daher wuͤrde die Entwäͤſſe⸗ rung eines ſolchen Feldes unmoͤglich werden. Glücklicher Weiſe hat man gelernt, daß in die⸗ ſem und aͤhnlichen Fallen ein tiefer Graben gar nicht erforderlich ſey, ſondern daß er nur eben ſo tief zu ſehn brauche, als zur Abführung des. hineindringenden Waſſers nöthig iſt. Man Man ſticht naͤmlich in der Sohle des Gra⸗ bens kleine Gruben hin und wieder bis zur Tiefe des Waſſerbehaͤlters aus; oder, was nach Elkingtons Erfahrung immer hinreichend iſt, man bohrt mit einem breiteren Erdbohrer ſo tief hinein, bis das Waſſer mit Gewalt aus dem Loche hervordringt und ſich in den Graben ergießt. Alle zwey oder drey Ruthen wird in der Sohle des Grabens ein ſolches Loch mit leichter Muͤhe eingebohrt, bis kein Waſſer wei⸗ ter hervordringt. Dieſe Löcher verſtopfen ſich⸗ wie die Erfahrung gelehrt hat, nicht, ſondern werden durch das hervordringende Quellwaſſer immer offen erhalten, geſetzt, daß auch von oben Unreinigkeiten hineinfallen ſollten. Elkington haͤlt ſich wegen des Verſtopfens ſo ſicher, daß er ſolche Graben ſelten offen läßt, ſondern ſie mit den oben beſchriebenen Ziegeln mehrentheils ausſetzt, und ſie dann zuwirft. Dies iſt die Methode, welche man in Eng⸗ land das Abzapfen(Tapping) nennt, und durch deren Erfindung, oder vielmehr geſchickte Anwendung, ſich Elkington einen ſo großen Ruf erworben hat. Vermittelſt dieſes Abzapfers kann man nun tief im Boden liegende Waſſer⸗ behaͤlter ohne große Mühe und Koſten ausleeren⸗ und —„—— ——— ———— und das Waſſer an der Stelle hervorbringen, wo man ihm den beſten Abzug verſchaffen kann⸗ oder wo man es zu andern Zwecken benutzen will; vorausgeſetzt, daß der Druck, welchen das Waſſer von oben erhält, ſtark genug iſt, es in den gebohrten Roͤhren zu heben, welches in ber⸗ gigten Gegenden mehrentheils der Fall iſt. Wir werden aber nachmals hoͤren, daß mittelſt des Bohrers auch Waſſer in den Boden verſenkt werden konne. Auf der vorſtehenden Figur iſt bey H ein Graben mit einem ſolchen Bohrloche angedeutet. Falls es noͤthig wäre, koͤnnte er ebenfalls bey O O angelegt werden, indem der Druck von F her noch ſtark genug waͤre, das Waſſer ſo hoch zu heben. Wenn ein ſolcher Grund da, wo man den Graben ziehen will, mit Torf zu einer betraͤcht⸗ lichen Hoͤhe bewachſen iſt, ſo muß ſolcher da, wo man den Graben ziehen will, breit genug abgeſtochen werden; auch muß man das daruͤber ſtehende Waſſer zuvor wegſchaffen. Denn ſowohl der Abfange⸗ als Ableitungsgraben muß in dem Thone ſelbſt liegen, weil der Moor⸗ ——— Moorboden das Waſſer ſeitwaͤrts durchlaſſen wuͤrde, auch die Bohrloͤcher im Moore ſich nicht halten koͤnnten. Wenn die Graben dann mit Ziegeln oder Steinen ausgeſetzt ſind, ſo koͤnnen ſie wieder zugeworfen werden. Beym Einbohren kann man es mit einiger Uebung gleich unterſcheiden, ob man auf die Hauptquelle und den Waſſerbehaͤlter ſelbſt gelan⸗ get ſey. Das Waſſer ſtuͤrzt dann— falls man ihm nicht etwa ſchon anderwaͤrts Luft gemacht hat— mit Gewalt, oft wie ein Springbrunnen hervor, und faͤhrt in dieſer Maaße eine Zeitlang fort, bis ſich das eingezwaͤngte Waſſer vermindert hat. Hernach fließt es, wie eine gewoͤhnliche Quelle, fort. Bey einer kleinen Nebenquelle, die etwa in dem Thone ſelbſt durchgedrungen iſt, er⸗ folgt dies bey weitem ſchwaͤcher, und man wird ſich alſo dadurch nicht verleiten laſſen, zu glau⸗ ben, daß man den Waſſerbehälter ſelbſt ſchon erreicht habe.* Wenn man die Quellen, welche an einem Huͤgel hinauf in verſchiedener Hoͤhe ausbrechen, bey trockener und naſſer Witterung beobachtet, ſo wird man ſchon hieraus zu beſtimmen im Stande Stande ſeyn, wo die Hauptquelle liege, und wo man den Graben anlegen mäſſe. BVey naſſem Wetter laufen die Quellen oft bis zu einer an⸗ ſehnlichen Hoͤhe hinauf; bey trockeuem verſiegen aber die oberen, und nur die unteren fahren fort, Waſſer zu geben. Dies iſt ein Beweis, daß die oberen nur Ueberſtroͤmungen(Over- Howings), die unteren aber die Hauptquellen ſind. Wenn man dieſen durch einen Graben und Bohrloͤcher hinlänglich Luft gibt und ſie ableitet, ſo hoͤren die oberen von ſelbſt zu fließen auf, weil nun das Waſſer in dem Behaͤlter nicht ſo weit heraufſtauen kann, ſondern an der niedrigſten Stelle hinreichend abfließt. Man wuͤrde ſich aber irren, wenn man, ohne jene Beobachtung gemacht zu haben, die niedrigſte Quelle allemal für die Hauptquelle hielte, und hier den Abfangegraben ohne wei⸗ tere Unterſuchung anlegte. Dieſes Falles iſt oben ſchon Erwaͤhnung geſchehen; es ſcheint mir aber nöthig, ihn genauer aus einander zu ſetzen, und ihn durch folgende Figur zu erklaͤren. Vierter Fall. Fig. 4. — Der Waſſerbehaͤlter D F G hat ſich bey D unterhalb der Oberflaͤche bis C in der Thon⸗ lage allmaͤlig einen engen Weg gebahnt, wo das Waſſer, wenn es ſtark angehaͤuft iſt, hineindringt, und bey 0 0 O in kleinen Quellen ausbricht. Die Hauptquelle aber iſt bey A. Wollte man, durch die niedrigere Lage verleitet, bey O 0 Q die Abwaͤſſerung anlegen, ſo wuͤrde man ſeinen Zweck nicht erreichen, indem hierdurch der Waſ⸗ ſerbehaͤlter keine zureichende Ausleerung erhalten kann. Wird ſie hingegen auf der Anhoͤhe bey M angelegt, ſo wird der ſtarke Andrang nach C gehoben, und die niedrigen Quellen ver⸗ ſiegen⸗ Indeſſen ſind Fäͤlle der letzten Art, die Elkington Leckagen(Leakages) nennt, ſeltener, und wenn man ungewiß iſt, ſo iſt es allemal am ſicherſten, an der niedrigſten Stelle, wo ſich Quellen aͤuſſern, anzufangen. Man ziehe hier einen Graben, und mache eine hinrei⸗ chende Menge Zapfloͤcher, um allem zufließen⸗ den Waſſer freyen Ausweg zu verſchaffen. Ob ſolche hinreichend ſind, oder nicht, laͤßt ſich leicht aus der Gewalt erkennen, womit das Waſſer aus ſolchen hervorſprudelt. Hoͤrt ſolches bald auf, und kommt das Waſſer, ſelbſt bey regnigter Witterung, nur langſam heraus, ſo hat man genug; dauert aber das Sprudeln fort, ſo muß man mehrere machen. Will man ſich gewiß uͤberzeugen, ob man die Quellen unten hinreichend abgefangen habe, ſo bohre man nur unterhalb, ohne Graben zu ziehen, an verſchiedenen Stellen Locher ein. Steigt durch dieſe noch Waſſer in beträcht⸗ licher Menge herauf, ſo muß man hier noch einen Abfangegraben mit hinlänglichen Zapf— löchern ziehen. Zeigt ſich aber ſelbſt bey regnigter Witterung keins, ſo wuͤrde es ver⸗ gebliche Arbeit ſeyn. 2n Bds. ſte Abtheil. 96 Fuͤnfter und ſechster Fall. Oftmals liegt der Quellgrund zwiſchen zwey Anhoͤhen; da denn das ganze Thal zu einem Sumpfe oder ſchweppigen Moore wird. Hier iſt es manchmal ſchwer zu erkennen, ob ſich der Fall ſo verhalte, wie folgende Figur p zeigt*), wo naͤmlich der Waſſerbehaͤlter G F unter dem ganzen Grunde fortgeht; oder ob unter jeder Anhoͤhe ein Waſſerbehaͤlter liege, und die Quellen ſich von beyden Seiten in die nle⸗ *) Johnſtone, Tab. VII. — — 9 9—— niedrigſte Gegend des Thals herabziehen, wie in nachſtehender Figur angedeutet iſt. 0 Im erſteren Falle wuͤrde es am rathſam⸗ ſten und voͤllig zureichend ſeyn, wenn man durch 5 die niedrigſte Stelle des Moores*) einen Gra⸗. G 2 ben* *) Ich kann mich hier zwar nicht ausführlich auf die b Theorie und Praris der Mooreultur einlaſſen. Da 3 , indeſſen in dieſer Abhandlung dſe Rede oft von. e Mooren iſt, ſo muß ich ſolchen Leſern, die gar keinen Begriff davon haben, nur einen oberflaͤch⸗ lichen Begriff davon geben. Moore entſtehen, wenn ſich Waſſer auf einem nicht durchlaſſenden Grunde, wo es keinen zurei⸗ chen⸗ * ————— zöge. ben C, mit hinreichenden Zapfloͤchern verſehen, Hier wuͤrde man mit den geringſten Koſten chenden Abfluß hat, allmaͤhlig und in geringe⸗ rer Quantitat anſammlet. In großer Maſſe wuͤrde es einen See ausmachen. Auf dieſem feuchten Grunde erzeugen ſich viele Arten von Sumpf⸗ oder Moorpflanzen, die, aus noch nicht ganz ausgemachter Urſach, nicht verweſen, ſon⸗ dern ſich halb verkohlen. Auf ihnen wachſen wie⸗ der andre, und ſo entſtehet allmählig eine mehr oder minder hohe Lage von Torf, oder ein dich⸗ tes Gewebe von abgeſtorbenen, aber nicht völlig verweſeten, feſt in einander gepreßten, oft mit Erdharz durchdrungenenpflanzen. Es giebt Grůn⸗ lands⸗Moore, auf denen Gras waͤchſt, und de⸗ ren Oberflaͤche mehr aus vegetabiliſchem Moder als aus Torf beſtehet; und Torf⸗Moore, welche nur mit Heide und Moorpflanzen bewachſen ſind. Das Waſſer, welches die Entſtehung dieſer Moore verurſacht, fließt entweder zuweilen von der umlie⸗ genden hoͤheren Gegend hier zuſammen, oder quil⸗ let mehrentheils aus der Borke, welche den Grund des Moors ausmacht, hervor. Im erſtepen Falle werden ſie Hochmoore, im zweiten Quell⸗ moore genannt. Mancher glaubt, wenn er ei⸗ nen Graben in ſeinem Moore ziehet, und nun auf einen feſten thonigen, oder ſteinigt⸗lehmigen Bo⸗ den Koſten das angeſammlete Waſſer nicht nur ab⸗ leiten, ſondern auch die ſämmtlichen, am Fuße der den kommt, aus deſſen Borſten Waſſer hervor⸗ quillet, er ſey auf die Quelle ſelbſt gekommen, und brauche nicht tiefer einzudringen. Hiermit iſt aber noch wenig zur Entwaſſerung des Moors ausgerichtet; denn unterhalb dieſes Grundes liegt erſt die eigentliche Quelle, das Grundwaſſer, oder der Behaͤlter, woraus das Waſſer hervorquillet. In dieſem Grunde wird erſt der Entwäͤſſerungs⸗ graben angelegt, der entweder ſelbſt bis auf die waſſerhaltende Lage hineingefuͤhrt werden, oder mit derſelben durch Gruben und Bohrlocher in Verbindung geſetzt werden muß. Sobald man bis dahin eingedrungen iſt, wird das Waſſer meh⸗ rentheils mit erſtaunlicher Gewalt hervorbrechen, und es iſt daher ſicherer, den Ableitungsgraben ſchon vorher auszuſtechen. Die Maſſe und die Gewalt des unter einem Moore angehaͤuften Waſſers iſt zuwei⸗ len ſo groß geweſen, daß ſolches, wenn es die Vorke oder Thonlage, die es einzwängte, ploͤtz⸗ lich durchbrochen hatte, das ganze Moor in die Hoͤhe hob, in einem gewaltigen Strome fortfuͤhrte und meilenweite Strecken damit bedeckte. Sol⸗ cher Beyſpiele hat man in England und Schott⸗ land verſchiedene. Wenn 5. 6— der Anhoͤhen hervorkommenden Quellen austrock⸗ nen. Im zweyten Falle aber ſieht man leicht, daß dieſer bey C gezogene Graben nicht hinrei⸗ chend ſeyn wuͤrde, indem er die Quellen nicht abfangen kann. Es müſſen daher bey O 0 Graben mit Zapfloͤchern angelegt werden. Hatte man ſich geirret, und den Graben bey C ſchon gezogen, ſeine Unwirkſamkeit aber erſt nachher erkannt, ſo wuͤrde er doch zum Ableitungsgraben dienen koͤnnen. Sie⸗ Wenn aber dem Waſſer unterhalb der feſten Borke, worauf das Moor ruhet, Luft gegeben worden, und es durch einen in dem Thone ſelbſt fortlaufenden Graben, der ein gehoͤriges Gefaͤlle hat, abgefuͤhrt wird, ſo wuͤrde das Moor bald wieder ſinken, und allmaͤlig feſter und dichter werden, ſo daß es nach etlichen Monaten ſchon Pferde und Wagen da tragen kann, wo ſonſt kaum ein Menſch gehen konnte. Richt immer iſt indeſſen ein Abfangegraben hinreichend, weil die poroͤſe Lage, welche das Waſſer enthaͤlt, von einer undurchdringlichen un⸗ terbrochen ſeyn kann. Es wird denn aber wieder koſtſpielig ſeyn, nach den feuchtbleibenden Stel⸗ len Nebengraben hinzuziehen. Siebenter Fall. Elkington hat mehreremale das größte Erſtaunen dadurch erregt, daß er die Quellen, welche den Grund an der einen Seite eines VBerges oder Hugels naß machten⸗ auf der ent⸗ gegengeſetzten trockenen Seite abfing jene Seite dadurch vollig entwäſſerte, und an dieſer ei⸗ nen Bach, der zu allerley Zwecken zu benutzen war, hervorbrachte. Es iſt aber nichts natür⸗ licher, und es gehoͤrt nur einige Uebung und Kenntniß bergigter Gegenden dazu, um haͤufig Fälle, wo ſich dieſes bewerkſtelligen ließe, aus⸗ findig zu machen. Es gehen nämlich die Erdſchichten unter ei⸗ ner Anhöhe, vft unter einer ganzen Reihe von Huͤgeln, mehrentheils horizontal weg; ſo daß ie waſſer⸗anhaltenden und durchlaſſenden Lagen in beyden Seiten gleich hoch ſtehen. Haͤufig findet man daher, daß die Naͤſſe ſich rund um einen Hügel herum in gleicher Hoͤhe zu zei⸗ gen anfange. Geſchieht dieſes nicht, ſo iſt mehreutheils die Oberflaͤche, welche an einer Stelle das Waſſer leicht durchlaͤßt, an einer andern zuruͤckhält, die Urſache. Dieſe Dieſe Figur . ſtelle alſo den Durchſchnitt eines Huͤgels vor*). Auf der Seite B C iſt die Oberflaͤche bey D quelligt, und der unterwaͤrts D liegende Grund 1 leidet an Näſſe. Die Seite B A hingegen iſt trocken, weil ihre Oberflaͤche feſtere Conſiſtenz hat, und das Waſſer, welches ſich auf der un⸗ durchdringlichen Thonlage F G anſammlet, ſei⸗ nen Ausweg auf der andern Seite findet. Wenn man dieſe Lage der Sachen deutlich er⸗ kannt hat, und entweder auf der Seite B C meh⸗ *) Johnſtone, Tab. IX. Fig. 1und 2. —— — 105— mehrere Schwierigkeiten, das Waſſer abzuleiten, eintreten, oder eine Quelle auf der trockenen Seite A zum haͤuslichen Gebrauch, zur Anle⸗ gung einer Muͤhle, oder zur Bewaͤſſerung eines Wieſengrundes nuͤtzlich zu brauchen wäre; ſo hat man es, wie klar erhellet, in ſeiner Ge⸗ walt, das Waſſer hierher zu ziehen, wenn man ihm in einem niedrigern Waſſerpaſſe(Niveau), als der iſt, wo die Quellen auf der entgegen⸗ geſeßten Seite ausbrechen, Uft ſchafft. Die getüpfelte Linie X y deutet den Waſſerpaß an. Die Quellen an der naſſen Seite zeigen ſich oberhalb deſſelben bey D, weil das Waſſer ſo hoch in ſeinem Behaͤlter heraufſtauet. Wenn nun aber unterhalb des Waſſerpaſſes bey F ein Graben gezogen, und die thonigte Oberflache durchbohret wird, bis man zum Waſſerbehalter gelanget, und das Waſſer ſich folglich in den Graben ergießt, ſo werden die Quellen auf der entgegengeſetzten Seite trocken werden. So loͤſet ſich dieſer Fall, der oft große Be⸗ wunderung erregt hat, ſehr deutlich auf. Wer aber nicht Elkingtons geubtes Auge hat, wird in ſolchen Fällen Rivellir⸗Inſtrumente und Sondirungsbohrer fleißig zur Hand nehmen muͤſſen. Ach⸗ 106— Achter Fall. Haͤufig tritt der Fall ein, daß im Innern einer Anhoͤhe oder eines Verges horizontale Lagen von anhaltendem und durchlaſſendem BVoden abwech⸗ ſeln; wie folgende Figur ohngefaͤhr andeutet*). Fig. S. A B Die Oberflaͤche wird hier um die ganze Anhoͤhe herum von A bis B trocken, von B bis A cber naß ſeyn. Bey B brechen naͤmlich Quellen hervor, deren Waſſer ſich bis A auf der Oberfläͤche herabziehet, hier aber von der ſandigen Oberflaͤche wieder eingeſogen wird, und bey dem zweyten A wieder hervorquillet. Man findet die Oberflaͤche gewoͤhnlich hoͤher hinauf mit Thon belegt, als die eigentliche Thonlage im *) Johnſtone, Tab. VIII. — — 107— im Innern ſich erſtreckt, welches vermuthlich von dem von oben heranter geſpuͤhlten Thone herruͤhrt. Wenigſtens findet man dies in der Ratur faſt immer ſo. In dieſem Falle wird ein am Fuße der Anhoͤhe angelegter Entwaͤſſerungsgraben nichts helfen. Mehr wird er leiſten, wenn er oben an der erſten quelligten Stelle angelegt wird, weil er hier das auf den Gipfel der Anhoͤhe niedergefallene Regenwaſſer auffaͤngt und abführt, ſo daß es ſich nicht von einer poroͤſen Lage in die andere hinabziehen kann. Allein die unteren durchlaſſenden Lagen nehmen durch ihreOberflaͤche doch auch Regenwaſſer auf, deſſen ſie ſich durch Quellen entleeren müſſen. Es ſind hier alſo mehrere mit Zapfloͤchern verſehene Graben bey B B B noͤthig. In dieſem Falle tritt dann ſehr haͤufig das ein, was beym ſiebenten Falle erklärt iſt, daß man nämlich die eine Seite eines Berges ent⸗ waͤſſern kann, wenn man dem Waſſer an der andern Seite Luft macht. Mehrentheils wird man Gelegenheit finden, hier einen doppelten Nutzen zu erreichen, naͤmlich einen Waſſerquell und einen kleinen Vach an der Stelle zu er⸗ hal⸗ — 108— halten, wo man Waſſer ſehr nuͤhlich brauchen kann. Daß dies auf einer ſolchen Hoͤhe faſt immer der Fall ſey, hat wol keinen Zweifel, da man wegen des ſtarken Gefaͤlles auch mit wenigem Waſſer hier ſehr viel ausrichten kann. Wenn man dieſes Waſſer auf der oberen Thonlage benuhen will, ſo iſt die Vorſicht no⸗ thig, daß man mit dem Abzapfungsbohrer nicht tiefer, als noͤthig, eindringe, und die Thon⸗ lage nicht etwa ganz durchbohre; ſonſt kann ſich das Waſſer durch dieſe Vohrlöcher, ganz aus der oberen poroͤſen Lage weg, in die zweyte hineinziehen. Manchmal kann man dies frey⸗ lich auch abſichtlich bewerkſtelligen, wenn man das Waſſer nicht oben, ſondern tiefer unten zur Treibung einer Muͤhle, oder zum haͤuslichen Gebrauch benuten will, wie es Elkington wirklich gethan hat. Neunter Fall. Wir haben bisher die Anſammlung des Waſſers in ſolchen Behältern von durchlaſſender Beſchaffenheit, die zwiſchen undurchdringlichen Erd⸗ n ſ — 109— Erdlagen horizontal liegen, betrachtet. Es tritt aber auch der Fall ein, daß dieſe Erdlagen und Waſſerbehaͤlter mit der Oberflaͤche eines Berges faſt parallel laufend liegen; wie auf folgender Figur*). Das in dem Waſſerbehaͤlter oder in der Kieslage D E C ſich anſammlende Waſſer fin⸗ det ſeinen Ruhepunkt bey O. Weil es hier, zwiſchen zwei Thonlagen eingezwaͤngt, keinen Ausweg finden kann, ſo ſtauet es wieder hin⸗ auf bis nach D. Wäre die obere Thonlage dick *) Johnſtone, Tab. IX. dick und ſtark genug, um allenthalben dem Drucke des Waſſers von oben herab zu wider⸗ ſtehen, ſo wuͤrde die Oberflaͤche A B gar nicht davon leiden, ſondern das Waſſer bis oben zum Gipfel des Verges wieder hinaufſtauen; wie denn wirklich Fälle dieſer Art exiſtiren. Da ſich in derſelben aber mehrentheils dunnere und lockrere Stellen finden, ſo wird das gepreßte Waſſer durch ſolche hervordringen, und vielleicht die ganze Oberflaͤche, die unter dem Waſſer⸗ ſtande D liegt, naß und quelligt machen. Bey trockenem Wetter werden die Quellen vermuth⸗ lich nur an einem niedrigern Orte, bey regnig⸗ tem höher hinauf ſich zeigen, je nachdem der Waſſerbehälter mehr oder minder angefuͤllet iſt. Wenn ſich die Quellen oberwaͤrts bey O QO am ſtaͤrkſten aͤuſſerten, ſo koͤnnte man ſich leicht verleiten laſſen, den Abfangegraben hier anzu⸗ legen. Dadurch wuͤrde man aber nur das Feld⸗ was ſich oberhalb dieſes Waſſerſtandes befindet, befreyen; tiefer hinunter wuͤrde es dennoch naß und quelligt bleiben. Legt man aber den Gra⸗ ben mit ſeinen Vohrloͤchern bey G an, ſo fin⸗ det das Waſſer am niedrigſten Punkte ſeinen Ausweg, und die ganze Flaͤche muß trocken werden, wenn der Behälter ſich hier ganz ent⸗ leeret. Geſetzt aber, man haͤtte den Abfange⸗ gra⸗ graben noch tiefer, gegen B zu, angelegt, weil ſich hier vielleicht einige durchgeſchlichene Quellen äuſſerten, ſo wuͤrde ſolches ganz unnuͤß ſeyn, weil die waſſerdurchlaſſende Lage ſich nicht bis dahin erſtreckt. In Faͤllen dieſer Art bricht das Waſſer, wenn man ihm an der niedrigſten Stelle ſeines Behaͤlters Luft ſchafft, die es vorher wenig oder gar nicht hatte, mit einer Erſtaunen erregenden Gewalt in hohen Springbrunnen hervor. So wunderbar dieſes ſcheint, ſo natuͤrlich erklaͤrt es ſich dem, der von den Geſetzen der Hydroſtatik nur einige Kenntniß hat, und von der Lage des Waſſerbehaͤlters ſich einen Begriff macht. Faͤlle dieſer Art haben ſich nicht ſelten bey Grabung von Brunnen eraugnet. So ließ Herr Darvin zu Derby einen Brunnen bis zu einer be⸗ trͤchtlichen Tiefe in thonigtem Boden graben. Endlich kam man auf Waſſer, und dieſes brach mit ſolcher Gewalt hervor, daß es nicht nur den Brunnen in kurzer Zeit anfuͤllete, ſondern in ſtarkem Strome uͤberfloß. Herr Darvin, welcher bald einſahe, daß der Waſſerbehälter einen maͤchtigen Druck aus einer hoͤheren Gegend haben und ſehr reichhaltig ſeyn muͤſſe, ließ eine Einfaſſung des Brunnens machen, die bis zu ſeinem oberen Stockwerke reichte, und hat ſich 112 ſich dadurch die Annehmlichkeit, oben in ſeinem Hauſe friſches Quellwaſſer haben zu koͤnnen, verſchafſt. Mittelſt der Zapfhahnen kann das Waſſer unten oder oben im Hauſe oder nach dem Hofe geleitet werden. Einen ähnlichen Fall hatte der Graf Spencer zu Wimbleton. Elkington iſt dieſer Fall öfters vorgekom⸗ men, und er hat ihn mehreremale ſehr ſinnreich benutzt. Er hat nämlich das Waſſer, welches er bey einer Entwaͤſſerung erhielt, bergan gefuͤhrt, und eine Mühle damit angelegt, die viel hoher als die Quelle liegt. So unglaublich dies man⸗ chem klingen mag, ſo gewiß iſt es, und jeder⸗ mann kann es bey Warwick ſehen. Doch wird nachſtehende Figur Fig. ro. einen S— ————————— —— V—— ¹ einen jeden ſchon uͤberzeugen. Es iſt naͤmlich vollig der vorſtehende Fall. Am Abhange des Berges, wo der Quelle Luft geſchafft worden, hebt ſich wieder ein Huͤgel nach M hinauf. Elkington ließ die bey G gemachte Grube, woraus das Waſſer hervordrang, in der Ge⸗ ſtalt eines Schornſteins ausmauren, und einen ausgemauerten und mit Thon ſtark verwahrten Kanal nach G hinauffuͤhren, darauf den Schorn⸗ ſtein verſchließen. Wer den durch die Linien D H und E G angedeuteten Waſſerſtand erwãgt, wird leicht einſehen, das die Kraſt des Waſſers bey M zur Treibung der Mühle völlig hinrei⸗ chen mußte. Elkinaton entwäſſerte alſo durch dieſe Verrichtung nicht nur den Grund bey B, ſondern legte eine Mähle ben M an, und be— nuhte das Waſſer wieder zu einer Bewäſſerung auf jener Seite des Hugels. Zehnter Fall. Anderſon giebt einen andern Fall dieſer Art an, den folgende Figur an Bdt. vſte Abtheil. H Fig. — „ v„ deutlich machen wird. Eine durchdringliche, mit Woſſer angefuͤllte Lage D E liegt auf vorſte⸗ bende Weiſe zwiſchen zwey Thonlagen B und C eingeſchloſſen. Nachdem man ſich durch den Erd⸗ bohrer von der Lage dieſes Waſſerbehaͤlters ver⸗ ſichert hatte, ſenkte man einen Schacht bey A, welcher gehörig ausgeſetzt wurde, ein, bis man auf den Waſſerbehaͤlter kam. Sogleich ſtieg das Waſſer in dem Schacht, vermoͤge des don E herkommenden Drucks, herauf, und war wegen ſeines ſtarken Gefaͤlles wirkſam genug⸗ eine Muͤhle am Abhange des Berges zu treiben. Es erhellet von ſelbſt, daß Grundwaͤſſer dieſer Art ſich oft meilenweit im Innern der Erde erſtrecken koͤnnen, und daſelbſt Kanale bil⸗ den⸗ den, wodurch ſie ſich zum Theil entleeren. Fanden dieſe Kanaͤle vorher ihren Ausweg an einem hoͤheren Waſſerpaſſe, als der iſt, den man ihnen durch die Kuͤnſt giebt, ſo erhellet von ſelbſt, daß an jener Stelle Brunnen, Quellen und Baͤche verſiegen muͤſſen, und daß nun viel⸗ leicht das im Innern der Erde angehaͤufte Waſſer in einer ganz verſchiedenen Richtung, als vor⸗ her, dem Meere zugefuͤhrt werde. Es hat auch keinen Zweifel, daß nutbare mineraliſche Quel⸗ len, wenn man die ganze Gegend und ihre Erd⸗ lagen ſorgfältig ausſtudirte, abgefangen, in einem andern Territorium hervorgelockt, und ihrem vor⸗ maligen Beſitzer entzogen werden könnten. Ein Problem für die Lehrer des Naturrechts: in wiefern dieſes rechtmaͤßig ſey? Elfter Fall⸗ Man hat aber nicht nur das Waſſer aus Gruͤnden über Anhöhen hinüber geleitet, ſondern es auch in die Erde verſenket, wenn man ſich deſſelbigen nicht anders entledigen konnte. Und dieſer Fall iſt weder ſelten, noch die Ausfuͤhrung ſchwierig. Er tritt bey ſolchen Suümpfen, Moo⸗ ren und Seen ein, welche aus zuſammengelaufe⸗ nem Regenwaſſer entſtehen, das wegen einer tho⸗ H2 nig⸗ — 116— nigten Unterlage nicht einziehen kann, und dem wegen der umsebenden hohen Gegend nicht wohl Abzug verſchafft werden kann. Unter der thonig⸗ ten, mehr oder minder dicken Oberflaͤche liegt haͤufig eine durchlaſſende Lage von Geſtein, Sand oder Kies. Es kommt nur darauf an, dem Woſſer, in dieſe hinein, Abzug zu verſchaffen. Dies geſchieht, indem man, wenn der zu entwäͤſſernde Grund ein Moor oder Moraſt iſt⸗ an der niedrigſten Stelle einen Graben zieht, ſolchen mit Steinen und Pfählen ausſett, und nun im Grunde durch die Thonlage hindurch, bis man auf eine durchlaſſende Erdart kommt, Schachte anlegt; oder, was in vielen Faͤllen ſchon genug geweſen iſt, nar eine hinreichende Menge von Bohrloͤchern macht. Dieſe Methode iſt eigenrlich nicht nen, auch in Deutſchland an vielen Orten bekannt und gebraucht worden. Sie verdiente aber allerdings noch bekannter und haͤuſiger in Anwendung gebracht zu werden, in⸗ dem in vielen Faͤllen dadurch ſehr großer Rußen mit geringen Koſten erreicht werden kann. Tho⸗ mas Nugent giebt in ſeinen Reiſen durch Deutſchland, welche 1781 uͤberſetzt worden, im zweyten Theile, S. 7 der Ueberſetzung, eine ſehr gute Beſchreibung von dieſem Verfahren, wel⸗ welches er in Deutſchland geſehen hatte. Dieſe Beſchreibung machte in England ſo viel Ein⸗ druck, daß manche dieſes Verfahren mit gluͤck⸗. lichem Erfolge nachahmten. Elkington hat nur gezeigt, daß Vohrlocher ſtatt der Schachte durch den Thon hinreichend waͤren, und Ander⸗ ſon iſt uͤberzeugt, daß auch Seen mittelſt des Bohrers verſenkt werden koͤnnen, indem dieſe Locher ſich durch die Gewalt des niederſinkenden — Waſſers immer mehr erweiterten. Ehe man zu dieſer Verrichtung ſchreitet, iſt indeſſen eine genaue Unterſuchung noͤthig, ob auch die unter dem Thone befindliche durchlaſ⸗ ſende Lage das Waſſer wirklich verſchlucke, oder nicht vielmehr ſchon uͤberfluͤſſiges Waſſer enthalte, welches durch die Bohrlöcher und Schachte dann nur noch ſtaͤrker heraufkommen wuͤrde. Denn beyde Faͤlle ſind in der Natur vielleicht gleich haͤufig vorhanden. Die Sache ſcheint mir uͤbrigens ſo deutlich, daß es keiner Figur zu ihrer Erklaͤrung be⸗ darf*N El⸗ ²) Johnſtone, Tab. X. — 1156— Elkington hat durch ſeine Kenntniß lder Quellen, und der Kunſt, ſie abzufangen, auch dem Bergbau, beſonders den Steinkohlenwerken und Steinbruͤchen mehrere Dienſte geleiſtet⸗ Wenn gleich der Bergbau auſſer unſerer Graͤnze liegt, ſo wollen wir doch einiger Faͤlle erwäh⸗ nen, wo jene Lehre bey Bearbeitung der Stein⸗ und Kohlenbruͤche von großem Rutzen gewe⸗ ſen iſt Zwolfter Fall. Fig. 12. *) Johnſtone, Tab. XII⸗ Vorſtehende Figur ſtellet den Durchſchnitt eines Berges vor, in deſſen Mitte ein Felſen A von Kalk⸗ oder anderem Geſtein unter einer lockeren Oberflaͤche B C liegt. Man hat ſolchen bey D zu bearbeiten angefangen; nun aber ziehet ſich das auf B gefallene Regenwaſſer auf dem Geſteine von oben herab in die Grube hinein, und verhindert die Fort⸗ ſezung der Arbeit. Man weiß ſich gewohnlich nicht anders zu helfen, als daß man einen Stollen in der Richtung der getuͤpfelten Linie x ziehet, und dadurch dem Waſſer einen Ausweg verſchafft. Dies iſt mehrentheils ſehr ſchwierig, und zuweilen wegen des mangelnden Gefaͤlles un⸗ moͤglich; daher man, ſolche Bruͤche manchmal wieder zu verlaſſen, gezwungen wurde. Dies war der Fall bey einem Steinbruche bey Demskirk in Lancaſhire. Elkington fand die Lage der Sache ſo, daß er durch einen bey E gezogenen, bis auf einen feſten Grund eindringenden Graben das von B herunterziehende Waſſer auffangen, und auf die Weiſe den Steinbruch bey D faſt trocken erhalten konnte. — ————— — 120— Dreyzehnter Fall*). Fig. 13. wo die Steinbant zu E Ein anderes Mahl ward eine bruchige, ſchie⸗ frigte zwiſchen Jhonlagen B und C eingezwängte Steinbnk A bearbeitet. kam, ſammlete ſich das in den Spalten angehaͤufte Waſſer in der Grube D in großer Menge an. Man hatte die Grobe verlaſſen muſſen. Da ſich aber am Fuße des Berges F, oder vielmehr da, nde geht, Quellen aͤuſſer⸗ ten, die aber, weil ſie ſich in vielen Windungen durch das Thonlager durcharbeiten mußten, nur wenig Waſſer gaben, ſo zog man hier einen raben, bohrte Löcher, die bis an den Fuß der So wie man tiefer Stein⸗ *) Johnſtone, Tab. XIV. Fig. 1 und 2. — — Steinbank reichten, hinein, und verſchaffte ſo den Quellen einen freyen und geraden Weg. So wie ſie ſtärker zu fließen anfingen, verzog ſich das Waſſer in dem Steinbruche, und allmaͤlig ward er vollig trocken. Vierzehnter Fall*). Endlich hat man auch ſolche Gruben auf die unter dem elften Falle beſchriebene Methode, da man namlich das Waſſer mittelſt Durchboh⸗ rung der anhaltenden Lage in eine durchlaſſende verſenket, trocken gemacht. Ein merkwuͤrdiger Fall dieſer Art wird in Agricultural report of Hertfortſhire p. 67 erzählt:„In einem Kohlenwerke mußte das Waſſer mittelſt einer Dampfmaſchine auf dreyßig Klafter herausge⸗ ſchoͤpft werden. Der Eigenthümer ließ einmal, um ſich von der Stärke des Kohlenfloͤtzes zu uͤber⸗ zeugen, im Grunde deſſelben fuͤnf Klafter tief einbohren. Kaum hatte man dieſe Tiefe erreicht und den Bohrer herausgezogen, ſo lief das Waſſer nicht mehr, wie bisher, nach der Maſchine zu, ſon⸗ *) Johnſtone, Tab. RlV. Fig. 3. — ſondern zog ſich dergeſtalt durch die gemachten Vohrloͤcher hinunter, daß die Maſchine anfangs nur unbetraͤchtlich Waſſer herauszubringen hatte, und am Ende ganz unnutz wurde.“ Dieſer Zu⸗ fall beweiſet, daß man noch in einer betraͤchtlichen Tiefe durchdringliche Lagen finde, welche das Waſ⸗ ſer aus hoheren aufnehmen koͤnnen, wenn ſie in Verbindung gebracht werden, und daß ſich bey einer genauern Unterſuchung des Erdbodens noch Mittel und Wege finden laſſen, ſich des Waſſers auf eine leichte Weiſe zu entledigen⸗ deſſen man ſonſt nicht anders, als durch koſtſpielige Maſchinen, maͤchtig werden konnte. Im erſten Theile dieſer Abhandlung iſt zwar die Anlegung der perdeckten Abzuge aus fuhrlich beſchrieben. Da ſie indeſſen, wenn ſie zur Ablei⸗ tung der Quellen gebraucht werden, eine ſorgfaͤl⸗ tigere Anlegung erfordern⸗ und einige beſondere Vorſichtsregeln dabey zu bemerken ſind, ſo will ich dieſe hier noch vortragen⸗ 1) Man kann naͤmlich den Abfangegraben ſowohl, wie den Ableitungsgraben, wenn ſie of⸗ fen im Wege ſeyn ſollten, und man ſie nicht zur Be⸗ ————— — 123— Bewaͤſſerung eines ausgetrockneten Moores wieder gebrauchen will, bedeckt anlegen. Doch muͤſſen ſie hier mit Ziegeln oder Steinen in Form eines leeren Kanals oder einer Waſſerleitung ausgeſetzt werden. Die Graben muͤſſen nach ihrer Tiefe oben 3 bis 4 Fuß, unten 1 ¼ bis 2 Fuß breit ſeyn. Wenn jeder Seitenſtein 6 bis 9 Zoll dick iſt, ſo bleiben unten im lichten 6 Zoll. Eben ſo viel, oder vielleicht 9 Zoll, kann man dem Zuge auch in der Hoͤhe geben. 2) Wenn der unterirdiſche Waſſerbehaͤlter, den man ausleeren will, ein Sandbette iſt, und man nun den daruͤber liegenden Thon durchſtochen hat, ſo findet ſich gewöhnlich zwiſchen dieſem und dem Sande eine Lage von Steinen oder gro⸗ ben Kies. Hier legt man den Zug(das Siel) oder den eigentlichen Kanal beſſer auf dieſem groben, ſteinigten Kies, als im Sande ſelbſt an, und bohret von der Sohle ab in den Sand ſelbſt hinein, oder ſticht mit dem Spaten kleine Gruben aus; weil die Einfaſſungsſteine hier feſteren Grund haben. Man erſparet hierdurch obenein noch an Arbeit, und behalt einen hoͤheren Waſſerſtand zur Ableitung des Weſſers. 3) Wenn man in den Sand ſelbſt hin⸗ einkommt, ſo muß die Sohle mit feſtem Raſen ausgelent werden, damit die Steine oder Ziegel nicht einſinken. Dicht mit Steinen oder Ziegeln darf die Sohle aber nicht ausgeſetzt werden. 4) Im Sande ſind ſolche Kanäle am muͤh⸗ ſamſten zu ziehen. Hier muͤſſen die Seiten waͤh⸗ rend der Arbeit mit Brettern ausgeſett werden⸗ damit ſie nicht einſturzen, und der Sand zwiſchen die Steine falle. So wie man eine Stelle fertig hat, werden die Bretter weggezogen. 3) In ſolchen Faͤllen, wo Triebſand durch die Bohrlöcher mit dem Waſſer herauftreibt, muß man den Kanal eine Weile offen laſſen, und ihn von dem Sande reinigen, bis ſich der Sand geſetzet hat, und nur reines Waſſer hervorkommt. 6) Wenn der Zug ſelbſt nicht in der Erde, ſondern in weichem, moorigem BVoden angelegt werden müßtez ſo iſt es allemal rathſamer, den Graben offen zu laſſen. Wenigſtens darf er nicht mit Steinen ausgeſetzt werden, weil dieſe bald einſinken wuͤrden. Kommt aber der Zugunterhalb des Moores in thonigtem Grunde zu liegen/ſo muß man den Graben durch die Moorlage hindurch mit Stei⸗ —— ——— —— — Steinen ausfuͤllen, damit das Moor ſich des ein⸗ geſogenen Waſſers dadurch entledigen koͤnne. 7) Wenn der Waſſerbehaͤlter ſteinigt oder felſigt iſt, ſo muß man zwar in Ruͤckſicht des beſſeren Abzuges und Gefälles oft eben ſo verfah⸗ ren, wie unter Rr. 2 angegeben worden; den Kanal naͤmlich ſo hoch als moͤglich legen, und das Woſſer nur durch Bohrloͤcher oder kleine Gru⸗ ben hineinziehen. Hat man aber nicht noͤthig, wegen des Abzuges bekuͤmmert zu ſeyn, ſo iſt es oft rathſamer, den Graben tief zu machen, und in die Steinbank ſelbſt hineinzuarbeiten, weil man aus ſelbiger gleich auf der Stelle die zum Ausſeten noͤthigen Steine ausbrechen kann, und man alſo das Anfahren derſelben erſparet. 8) Sollte der Zufluß des Waſſers ſo ſtark ſeyn, daß es durch die Bohrloͤcher nicht genugſam hervordringen koͤnnte; oder ſollte eine Lage von Steinen oder feſtem Kies dazwiſchen liegen, welche der Vohrer nicht durchbrechen koͤnnte: ſo muß man kleine Gruben in der Sohle des Grabens ausſte⸗ chen, und dieſe mit loſen Steinen ausfüllen. Man ſchlägt auch wol einen Pfahl in die Mitte der Grube, fullet den Raum umher mit Steinen aus, und ziehet dann den Pfahl heraus, wodurch das Waſſer deſto freyere Oeffnung erhalt. 9) ——— ͤ. 5 — ———— — — 126— 9) Es iſt nie rathſam, ſich eines alten Gra⸗ bens, den man etwa vorfindet, zu bedienen. Die⸗ ſer fͤhrt gewoͤhnlich unreines Waſſer von der Ober⸗ fläͤche herbey, welches die Zapfloͤcher verſtopfen könnte. Selbſt, wenn man mit dem neuen, zur Ableitung des Grundwaſſers beſtimmten Graben einen ſolchen alten Graben durchſchneiden muß, iſt es rathſam, dieſen entweder auszufuͤllen, oder ihn da, wo er ſich mit dem neuen vereinigt, mit Thon zu verwahren, damit kein Oberflaͤchen⸗ waſſer in den Kanal eindringen könne. 10) Wenn man den Abfange⸗ oder Ablei⸗ tungsgraben offen laſſen will, ſo legt man die her⸗ ausgegrabene Erde an die niedrigere oder abhaͤn⸗ gige Seite des Grabens, damit er, wenn er etwa ſehr voll wird, nicht uberfließe. Zum Beweiſe, daß die Operation richtig ange⸗ legt und vollführet worden ſey, mäſſen nun nach und nach alle umliegenden Felder trocken werden, die Quellen verſiegen, und die vormaligen ober⸗ flchlichen Abzugsgraben waſſerleer werden. Nur bey tiefen ſchwammigen Mooren bleiben dennoch Graben in der Oberflaͤche nöthig, weil dieſer lockere Torf das Waſſer wie ein Schwamm einſaugt, und ohne Druck nicht wieder von ſich giebt⸗ Die ei⸗ t⸗ Ur te id ie — 127— eigentliche Moorkultur gehört aber nicht zu den Gegenſtäͤnden dieſer Abhandlung. Oft iſt die Wirkung ſtärker geweſen, als man wuͤnſchte. Quellen, die man gern beybehalten hätte, verſiegten; Brunnen verloren ihr Waſſer; Fiſchteiche trockneten aus. Wenn man aber die ganze Gegend ausgekundſchaftet und die Erdlagen ſondirt hat, den Grund des Verfahrens kennt, und es mit Beurtheilung anzuwenden weiß, ſo wird man ſich auch in ſolchen Fällen leicht zu helfen und die erforderliche Menge Waſſers dahin zu leiten wiſſen, wo man ſie braucht⸗ Ich glaube, alles Weſentliche, ſammt den wichtigſten Kautelen, in möglichſter Kurze und in derjenigen Ordnung, worin das Ganze dem aufmerkſamen Leſer deutlich werden kann, vor⸗ getragen zu haben. Es ſind aber nur allge⸗ meine Regeln; ſpecielle Vorſchriften laſſen ſich nur bey einem beſtimmten Locale geben. Es gehört immer eine reife Beurtheilungskraft dazu, jene allgemeinen Regeln richtig anzuwen⸗ den, und die verſchiedenen Fälle zu unterſcheiden. Beobachtung, Erfahrung und Uebung, die man ſich aber nur in bergigten Gegenden erwerben kann, werden ein gewiſſes Gefühl geben, welches die Anſtrengung der Beurtheilungskraft erleich⸗ tert, tert, und ſie faſt unwerklich macht. Kurz, es gehet hiermit, wie mit jeder Kunſt und Wiſſen⸗ ſchafſt. Wer ſich durch Theorie und Uebung einen gewiſſen Sinn erworben hat, merkt kaum, daß er Theorie brauche, und glaubt ſie vergeſſen zu haben. Wir haͤtten nun noch die dritte Urſache der Naͤſſe des Bodens zu betrachten; diejenige naͤm⸗ lich, welche von Ueberſtroͤmungen der Fluͤſſe und Durchſeihung des Waſſers bey einem mit dem Boden gleich hoch ſtehenden Waſſerſpiegel, welcher auch den Abfluß des Regenwaſſers nicht zuläßt, herruͤhret. Ich muͤfite mich aber hier in die ganze Lehre der Waſſer⸗ und Deichkunſt einlaſſen, welche von mir immer nur weit unvollkommener vorge⸗ tragen werden koͤnnte als von Andern geſchehen iſt. Auch haben die Englaͤnder, meines Wiſſens, hierin keine vorzuͤgliche Methoden, die in den deutſchen Marſchgegenden unbekannt wäͤren, und vielleicht keine Abwäſſerungen von der Wichtigkeit und Zweckmaͤßigkeit aufzuweiſen, wie die ſind, wodurch der große Koͤnig von Preußen mitten in ſeinen Staaten die wohlthaͤtigſten Eroberungen machte. Und daher uͤbergehe ich dieſe Materie ganz. Ueber Ueber die landwirthſchaftliche Bauart der Englaͤnder. J der Vorrede zu meiner Einleitung zur Kenntniß der engliſchen Landwirthſchaft hatte ich meinen Leſern auch etwas über die landwirth⸗ ſchaftliche Bauart der Engländer zu ſagen ver⸗ ſprochen. Die Grundſaͤtze, welche die Englän⸗ der hierin beſolgen, umterſcheiden ſich ſehr von den unſrigen. Wenn ſie beh allen ubrigen Ein⸗ richtungen das Princip der Sparſamkeit nicht zu beobachten ſcheinen, oder vielmehr die erſte Aus⸗ lage nicht ſcheuen: ſo thun ſie es doch in dieſem Stäcke im Allgemeinen mehr, als wir. Ich will ihre Grundſaͤtze im Ganzen und unbedingt nicht empfehlen. Für unſere großen und com⸗ plicirten Wirthſchaften paſſen ſie nicht. Aber dennoch glaube ich, daß die Kenntniß derſelben unter manchen Verhältniſſen uns ſehr nuͤtzlich werden koͤnne. Da man immer mehr einſieht. an Bds. 1ſte Abtheil. 5 daß daß Guͤter von großem Umfange ſich aus einem Punkte nicht aufs vortheilhafteſte bewirthſchaften laſſen, und man ſie daher unter mehrere Vor⸗ werke vertheilt; da man ferner große Guͤter häu⸗ fig in Parceln zerlegt, ſolche auf Zeit- oder Erbpacht ausgiebt, und ſich hierin gewiſſermaßen der engliſchen Einrichtung naͤhert: ſo fallen die Koſten unſerer Bauart oft zu ſchwer. Und mich duͤnkt, daß man in manchen Faͤllen dieſer Art von den betraͤchtlich erſparenden Einrichtun⸗ gen der Englaͤnder, wenigſtens in einem oder dem andern Suͤcke, nutzlichen Gebrauch machen koͤnnte. Ich hatte daher ſchon einen Entwurf zur Behandlung dieſer Materie gemacht, als mein verehrungswerther Freund, Herr Obercommiſſaͤr und Oberamtmann Weſtfeld, mir die nach⸗ folgende Abhandlung hieruͤber zuſchickte, und ſolche ganz meiner Dispoſition uͤberließ. Ich fand mich auſſer Stande, etwas uͤber dieſe Sache zu ſagen, was gruͤndlicher, de tlicher und treffender ſeyn koͤnnte. Daher entſchloß ich mich ſofort, der erhaltenen Erlaubniß gemaͤß, dieſe Arbeit, ſtatt der meinigen, meinen Leſern mitzutheilen,— ſelbſt wenn die Fortſetzung meiner Schriften uͤber engli⸗ ſche Landwirthſchaft dieſelbe Einrichtung, wie in jenem Buche, behalten hätte. Der ——— Der verdienſwolle Herr Verfaſſer beſchreibt die Bebauung und Einrichtung der Wirthſchafts⸗ hofe, ſo wie er ſie in den Provinzen Englands, 5 die er hauptſächlich in dkonomiſcher Hinſicht be⸗ reiſete, beobachtet hatte. Dieſe Einrichtung iſt n allerdings die nationale. Es giebt aber Aus⸗ e nahmen, und beſonders hat man ſich bey den ſi dneueren Vauten mehr nach den geſtiegenen Be⸗ t duͤrfniſſen und dem verfeinerten Geſchmacke vieler Farmers bequemt. Man hat manche Einrich⸗ tungen, nicht blos in Ruckſicht guf Ordnung und n Zweckmaͤßigkeit, ſondern auch auf Gemaͤchlichkeit, Reinlichkeit und ſogar auf Eleganz, verbeſſert. Es ſind manche Ideen angegeben, manche aus⸗ gefuͤhrt worden, die der Board of Aariculrire, 6 u ſowohl im erſten Vande der Communications r als in den Surveys, bekannt gemacht hat. Vielen meiner Leſer wird es angenehm und nůtz⸗ 1 d¶lich ſeyn, auch dieſe kennen zu lernen, und ich 5 d werde daher diejenigen, welche mir am brauch⸗ u barſten ſcheinen, in Anmerkungen zu dieſer Ab⸗ handlung mittheilen. Um aber den Contert die⸗ ſer vortrefflichen Abhandlung im Leſen nicht zu unterbrechen, werde ich ſie nicht daramer ſetzen, ſ ſondern hinten nachfolgen laſſen, und der Abhand⸗ lung ſelbſt nichts weiter hinzufügen, als die Hin⸗ in weiſung auf etliche Kupfer. 8 Ueber —=———— — 432— Ueber die Grundſatze der Englaͤnder bey der Bebauung ihrer Landguͤter, mit Ruͤckſicht auf die Anwendung derſelben im Furſten⸗ thume Kalenberg im Allgemeinen. Vom Herrn Obercommiſſär C. F. G. Vefffeld. Landgüter werden in England ſo wenig, als in einem andern großen Lande, alle nach einer⸗ ley Grundſaͤtzen bebauet; ſondern es machen Klima, Boden, Wirthſchaftsart, Herkommen und tauſend andere Nebenumſtaͤnde daben eine beynahe unuberſehbare Verſchiedenheit. Auf funfzig⸗ ja wohl auf hundert engliſche Meilen um London her banet man aber doch meiſtens uͤberein. Da nun dieſer Theil des Landes derjenige iſt, den man insgemein im Sinne hat, wenn man von England ſpricht: ſo will ich mich hier auch hauptſaͤchlich darauf einſchraͤnken. Die e Die Gebaͤude eines Landguts dienen entweder zum Aufenthalte fuͤr Menſchen und Vieh, oder zur Aufbewahrung der Geraͤthe, Produkte und Beduͤrfniſſe, oder zur Wirthſchaftsfuͤhrung; und dabeh muͤſſen die Hoͤfe mit in Betrachtung gezo⸗ gen werden, weil man ſie mit zu mancher⸗ ley ähnlichen Beſtimmungen gebraucht. Um mich nun deſto beſtimmter und deutlicher uber alles erklaͤren zu koͤnnen, will ich hier zuerſt von den Wohnungen der Landwirthe, darauf von den Stallungen, ſodann von den Aufbewah⸗ rungsoͤrtern der landwirthſchaftlichen Geraͤthe und Sachen, den Scheuren, den Kornhaͤuſern und Vorrathskammern; hiernächſt von den Vor⸗ richtungen zu Fuͤhrung der Wirthſchaft, und endlich von den Hoͤfen handeln. F. A. Von den Wohnungen der Landwirthe. 1) Es iſt in England ein beynahe allgemei⸗ ner Grundſat, das Herrnhaus von dem Hauſe des eigentlichen Landwirths, der Verwalter oder auch — 134— auch Paͤchter ſeyn kann,— den ich aber hier um der Kuͤrze willen immer Pächter nennen will,— gaͤnzlich zu trennen, und dieſes mit den uͤbrigen dazu gehorigen Wirthſchaftsgebaͤuden fuͤr ſich allein aufzufuͤhren. Allem Anſcheine nach liegt die erſte Veranlaſſung dazu darin, daß die Her⸗ ren ihre Guter auch ſonſt ſchon nur ſelten ſelbſt bewirthſchaftet haben, ſondern daß ſie ſie durch beſondere Perwalter oder Paͤchter haben bewirth⸗ ſchaften laſſen. Dabey verſchaffte nun freylich die Trennung der beyderley Gebaͤude nicht allein große Portheile, ſondern ſie war auch, zumal wenn die Guter verpachtet waren, oft unumgaͤng⸗ lich nothwendig. Das Haus des Paͤchters konnte nun viel kleiner und eingeſchraͤnkter eingerichtet werden, als wenn man fuͤr den Herrn ſelbſt die erforderlichen Gelegenheiten darin haͤtte mit an⸗ bringen muͤſſen; der Herr konnte dagegen aber ſeinem Hauſe ganz die Einrichtung geben, die die Lage ſeiner Umſtände erforderte. 2) Die landguͤter in England*), und beſon⸗ ders in dem Theile des Landes, worauf ich mich hier eingeſchraͤnkt habe, ſind in der Regel alle klein. ———e gen koͤnnen. Die Herren ſahen ſich alſo gleich 3 vom Anfange her genoͤthigt, ſo wie ſich ihre Be⸗ ſitzungen vergroͤßerten, von dem Zuwachſe kleine w klein. Eins von 3oo engliſchen Aeckern, mit Einſchluſſe der Wieſen und privativen Viehweiden, en gehoͤrt ſchon unter die groͤßern. Der Etat der . Pächter von dergleichen kleinen Guͤtern kann nun ¹ t auch nicht groß ſeyn; und nach dieſem Verhaͤlt⸗ t⸗ niſſe muß natuͤrlicher Weiſe die Wohnung einge⸗ ſt richtet werden. Die Urſache dieſer Kleinheit der c) Güter iſt tief in der engliſchen Verfaſſung gegruͤn⸗ h⸗ det. Das in Deutſchland aus der vorigen Leib⸗ ch echſ herrührende Syſtem der Naturaldienſt⸗ in leiſung fand in England nie Statt; ſondern die al Wirthſchaft konnte nur miLeuten und Geſpannen⸗ die ſich der Herr ſelbſt hielt, gefuͤhrt werden. Bey dieſer Einrichtung waͤre es aber in ältern te Zeiten, worin man viele unſerer jetzigen Vortheile ie nicht kannte, nicht nur ungemein beſchwerlich ge⸗ n weſen, große Guͤter zu bewirthſchaften; ſondern“ et es haͤtte auch wegen des Mangels an Handel mit ie wirthſchaftlichen Produkten keinen Vortheil brin⸗ 3 Hanshaltungen anzulegen, und dieſe zu ver⸗ A „ ich pachten. ₰ ſ. in. . 3) Die Pächter mack en in England eigentlich nur den Bauern⸗(Farmer⸗, Meyer⸗) Stand aus. Die ER „—— 136— Die meiſten haben keine größere Gäter unter ſich, als unſere Meyer; und auch die, welche groͤßere Guͤter haben, rechnen ſich deswegen doch zu keiner hoͤheren Klaſſe, ſo wie es der Fall in unſerm fuͤr die tauſendfältige Unterſcheidung der Stände ſo ſehr empfindlichen Deutſchlande iſt. Auch dieſe groͤfieren Paͤchter ſchraͤnken daher ihre Veduͤrfniſſe⸗ in Abſicht auf die Wohnung, nach der allgemeinen Weiſe ihres Standes ein. Die Wohnungen der engliſchen Paͤchter ſind folglich nichts anders, als unſere Bauernhaͤuſer, und beduͤrfen alſo auch keiner größeren, beſſeren und koſtbareren Ein⸗ richtung*). 4) In den Haͤuſern der engliſchen Paͤchter macht die Kuͤche(Kitchen) noch immer den ein⸗ zigen allgemeinen P der ganzen Hausgenoſſenſchaft, nämlich des Wirths, ſeiner Frau, der Kinder und des Geſindes. In jedem Hauſe iſt dazn zwar noch ein beſonderes Zimmer mit einem Kamine(parlour); aber dieſes wird nie bewohnt, ſond ern nur bey beſonderen Gele⸗ genheiten, als etwa für Fremde u. ſ. w. gebraucht. Hierin kommt nun unr die Einrichtung der engli⸗ engliſchen ländlichen Häuſer mit der in unſern niederſächſiſchen und weſtphäliſchen Bauernhäu⸗ ſern uberein, worin der Plaß um den Feuerheerd zu eben dieſen Zwecken dient; in England hat ſie ſich aber bey dieſer ganzen Klaſſe von Einwohnern erhalten, anſtatt daß ſie in Deutſchland bey allen denen, die ſich aus irgend einem Grunde mehr als Bauern zu ſehn duͤnken, gänzlich abgekom⸗ men iſt*). Die Gründe, wodurch ſich dieſe der Natur der Sachen ſo gemaße Einrichtung in England erhalten hat, und vermuthlich noch lange erhalten wird, ſcheinen mir folgende zu ſeyn: a) weil die Landleute, wie gedacht, kein ſo zartes Gefuͤhl des Unterſchieds der Stände haben, daß der Hauswirth ſeinen Knecht nicht fur ganz ſei⸗ nes Gleichen halten ſollte. Herrn Duketts Soͤhne waren bey meiner Anweſeuheit in Eng⸗ land ſeine Knechte, und arbeiteten mit dem ubrigen Geſinde ohne Unterſchied, obgleich Hr. Dukett eine Pachtung zu§00 Pf. Sterl., oder zu 3000 Thlr. nach hiefigem Gelde hat. — 138— b) weil auch unter den geringſten Menſchen mehr Reinlichkeit und Rettigkeit im Anzuge herrſcht, und deswegen der Abſtand des einen von dem andern im Aeuſſern weniger bemerklich iſt. c) weil die Art der Feuerung einen ſo freyen Ort⸗ wie die Kuͤche iſt, zur Erwärmung viel annehm⸗ licher macht, als die meiſtens engen und einge⸗ ſchloſſenen Stuben ſind. d) weil es einmal Landesart iſt, die Küͤchen ſehr reinlich und gut zu halten, und die Weiſe, wie die Speiſen zubereitet werden, die Verſamm⸗ lung um das Kochkamin eben nicht hindert; und e) weil die allgemeine Verſammlung in der Küche die Geſellſchaftlichkeit befoͤrdert, und viel Unter⸗ haltung verſchafft. §) In den Haͤuſern der engliſchen Paͤchter iſt weniger Gelaß noͤthig, weil auf die Gäter weniger Menſchen gehalten werden, als in Deutſch⸗ land. Denn a) ſind dieſe Guͤter alle in der Regel kleiner; b) die meiſten Arbeiten, worauf wir beſtaͤndig Ge⸗ ſinde halten, werden in England durch Tage⸗ t er er — lohner beſtritten. So beſtreitet man zum Veyſpiele ſelbſt einen großen Theil der Spann⸗ arbeit mit Tageloͤhnern, weil man die Pferde, wenn ſie nicht arbeiten, ihren Unterhalt ohne alle beſondere Wartung auf der Weide und in dem Viehhofe ſuchen laͤßt. c) Zu vielen Behufen braucht man auch uberdies nach der enaliſchen Wirthſchaftsart ſo viele Menſchen nicht, als nach der deutſchen; als zum Beyſpie e: Da nicht nur die Kaͤmpe, ſondern auch ſelbſt die meiſten Gemeinheiten, ſo befriedigt ſind, daß das Vieh keinen Schaden thun kann: ſo laͤßt man dieſes meiſtens hute los gehen; und bedarf folglich ur weniger Hirten. Alle diejenigen Leute, die mit den gewoͤhnlich⸗ ſten Bedürfniſſen, als Brodt, Fleiſch, Vier und dergleichen handeln, pflegen ſolche ihren gewiſſen Kunden täglich zu beſtimmtengeiren zuzuſchicken; es ſind folglich zur Einholung dieſer Beduͤrfniſſe in der Regel keine Boten erforderlich. 6) In den läͤndlichen Wohnhaͤuſern in England hat man weniger Gelaß zu den Modukten und Beduͤrfniſſen noͤthig, als in unſeren. Korn⸗ Kornboͤden hat man theils gar nicht, theils hat man ſie nicht in den Wohnhaͤuſern. Gar nicht braucht man ſie, weil man faſt uͤberall ge⸗ wohnt iſt, das Korn in kleinen Fiemen ſo lange im Stroh liegen zu laſſen, bis man es verkaufen oder verbrauchen will, und es dann dreſchen muß. In den Wohnhaͤuſern hat man ſie aber nie, weil man das Korn lieber in eigenen kleinen luftigen hoͤlzernen Vorrathshaͤuſern(granaries) aufbe⸗ wahrt. Viele andere Produkte, deren Aufbewah⸗ rung nöthig wäre, werden bey einem Landgute nie gewonnen. Denn es iſt in England allgemei⸗ ner Grundſaß, eine jede Wirthſchaft ſo ſehr, als moͤglich, zu vereinfachen. Ein deutſcher Landwirth will alles ſelbſt gewinnen, und gewinnt daher faſt alles ſchlecht. Der engliſche Landwirth giebt ſich nur mit wenigem ab, ſtrebt dabey aber nach einer deſto groͤßeren Vollkommenheit. Eben ſo verfolgt man auch in Abſicht auf die haͤuolichen Beduͤrfniſſe ganz andere Grundſaͤße, als wir. Wir ſuchen dieſe Veduͤrſniſſe alle ſelber zu bereiten, oder doch in großen Vorräthen zu baben. Die Englaͤnder kaufen ſie aber lieber ſo, wie ſie ſie fuͤr den gegenwaͤrtigen A lugenblick brau⸗ chen. Auſſer dem großen gemeinn mtigen Zwecke, den Handel und den Umlauf des Geldes dadurch zu —————— — zu befördern, haben ſie davon nun auch den Vor⸗ cheil, daß ſie alle die vielen Gelegenheiten, die wir in unſeren Haͤuſern dazu anbringen müſſen, erſparen koͤnnen. Ueberdies verdirbt ihnen nun auch nichts; ſie können der vielen Geräthe, die wir haben muͤſſen, entbehren, und ſich mit ihrer Konſumtion ſicherer nach ihren Umſtaͤnden richten*). 7) Aus dem, was ich bisher geſagt habe, läßt ſich nun ſchon zum voraus begreifen, daß die Wohnhäuſer der engliſchen Landwirthe nicht groß zu ſeyn brauchen. Und wenn man im Lande umher reiſet, ſindet man ſie auch wirklich nicht anders. Aber anſtatt meine eigenen Beobachtungen darüber anzufuͤhren, will ich mich desfalls zu deſto mehrerer Verſicherung auf Plane der engliſchen Landbaumeiſter berufen. Ich habe gegenwaͤrtig die Werke von zweyen, die ſehr geſchaͤtzt werden, vor mir liegen. Das erſte iſt Dan. Garret's designs and estimates of farmhouses, London, 1780; und das zweyte iſt Will. Pain's practical builder, London, 17890 In In jenem iſt das groͤßte Pächterhaus zu 48 Fiß kange und 31 Fuß Tiefe angegeben, und darin unten auf weiter nichts, als auf eine Kuͤche, ein Zimmer(parlour), eine Milchkammer, eine Hinterkuͤche, und oben auß einige niedrige Kam⸗ mern gerechnet. In dieſem, naͤmlich dem Painſchen Werke, geht der Plan zum kleinſten Hauſe auf 38 Fuß Laͤnge, 28 Fuß Tiefe; und darin ſind an Gelegenheiten beſtimmt: unten eine Kuͤche, ein Zimmer, eine Milchkammer, eine Speiſe⸗ kammer, ein Brau⸗ und Waſchhaus; oben einige niedrige Kammern. In dem Plane zum groͤßten Pächterhauſe ſind 43 Fuß zur Laͤnge, 36 Fuß zur Tiefe angenommen; und unten iſt darin ge⸗ rechnet auf eine Kuͤche und dren Gelegenheiten mit Kaminen, oben aber nur auf Kammern; in zwey Angebaͤuden, jedes von 31 Fuß Laͤnge und 15 Fuß Tiefe, ſind aber angebracht: eine Milchkam⸗ mer, eine Kammer zum Scheuren und Reinigen der Gefaͤße, ein Brauhaus und ein Waſchhaus. 8) Dieſe, mit dem Bedarf uͤbereinſtimmende Kleinheit der ländlichen Wohnhaͤuſer in England wird nun uͤberdies noch durch die Art, wie man die ——— die Baue in Abſicht auf das Techniſche ausführt, befoͤrdert und ungemein beguͤnſtigt. Erſtlich naͤmlich ſcheint man dem gothiſchen Geſchmacke in ſo fern noch immer zu folgen, daß man ſich an eine ſolche Groͤße und Regularitat, an die man ſich in Deutſchland ſeit der Einführung der italieniſchen Vaukunſt gewoͤhnt hat, faſt nie aͤngſtlich bindet, ſondern die Gelegenheiten nicht groͤßer macht, als es der Zweck, wozu ſie beſtimmt ſind, eben erfordert; daß man ſich zur Erſparung des Raums mit Windeltreppen behilft; daß man zwiſchendurch auch dunkele und enge Vorplaͤße verträgt; und kurz, daß man kleiner und enger bauet, als in Deutſchland. Zweytens ſieht man auch nicht ſo ſehr auf Stärke und Jahrhunderten trotzende Dauerhaftig⸗ keit. Um ſich den gegenwaͤrtigen Aufwand zu er⸗ leichtern, und den Nachkommen auch die Freude zu laſſen, ihre Gebaͤude nach ihrem eigenen Be⸗ darfe oder nach ihrer Phantaſie einzurichten, bauet man alſo in den Gruͤnden und im Holze ſchwach*). Und Und man kann das auch deſio ſicherer thun, da man die Dächer, wegen der groͤßeren Milde des Klima's und der vorzuͤglicheren Gute der Ma⸗ terialien, ungemein flach, und tolgüch leicht machen darf. — (7) — &d B. Von den Viehſtaͤllen, und zwar Aa. von den Stöällen furs vierfuͤßige Vieh. Unter dem vierfuͤßigen Vieh verſtehe ich hier nur Pferde, Hornvieh, Schafe und Schweine. a) Von den Staͤllen fuͤr Pferde. Die Pferde, die zum Ackerban gebraucht wer⸗ den, laͤßt man in England in der Regel den ganzen Sommer hindurch ſich allein von der Weide naͤhren; im Winter laͤßt man ſie zwar auch frey herumgehen, und ſich ſowohl auf als auſſer dem Viehhofe ihren Bedarf zuſammen⸗ ſuchen; wenn ſie aber auf dieſe Weiſe nicht genug finden: ſo fuͤttert man ihnen doch das toͤthige zu. Die Zufuͤtterung beſteht in der Regel aber mehr in Heu, als reinem Hafer; zwiſchendurch wird jedoch auch Hafer mit Haͤckerling oder mit Kaff gegeben. —— ——— „— Die a die Die Pferde kommen daher im Sommer bey den meiſten Haushaltungen gar nicht in den Stall; auf den Winter iſt aber folgende Ein⸗ richtung für ſie gewoͤhnlich: Die Wirthſchaftshoͤfe werden durch die Scheuer in zwey Theile getheilt, wovon der eine, jenſeits der Scheuer, einzig und allein zum Stand⸗ platze fͤr die Korn⸗ und Heuſiemen dient(Stack- vard, rickyard); der zweyte, dieſſeits der Scheu⸗ er, aber fuͤr das Vieh und zu Sammlung des Duͤn⸗ gers beſtimmt iſt. Die Scheuer oͤffnet ſich in beyde. Beym Dreſchen werden die Fruchte ins⸗ gemein durch das eine Thor hineingebracht; und wenn ſie ausgedroſchen ſind, ſo wird das Stroh durch das zweyte insgemein gleich auf dem Vieh⸗ hofe ausgeſtreuet, damit es das Vieh ausfreſſen moͤge. Hiernaächſt findet ſich auf jedem Hofe in der Mitte oder an den Seiten eine oder meh⸗ rere bedeckte oder auch unbedeckte ſtarke Hilten (ribbs), worein Heu und dergleichen Futter gelegt wird. An dieſe Hilten geht das Vieh nach Belieben, um davon zu freſſen. Die Viehhoͤfe bleiben oſſen, damit es auch hinaus⸗ gehen, und die offen gelaſſenen Kaͤmpe, die Wege und die Gemeinheiten abſuchen kann. Soll es nun noch mit kurzem Futter zugefuͤttert werden, ſo bringt man dazu Krippen(mangers), an Bds. rſte Abtheil. K ent⸗ entweder in Stallen, welche insgemein mit in das Scheurengebaͤude gelegt werden, oder auch nur in bedeckten, irgendwo an die Befriedigung des Hofs gelegten Schauren, an. Selbſt die Ställe(byres or stables) werden aber nicht mit Abſcheerungen oder Pferdeſtänden verſehen, ſondern es kommt nur eine Krippe und allen⸗ falls eine Hilte hinein, damit die Pferde los darin herumgehen, und nach Belieben freſſen koͤn en. Auch werden die Wände nie feſt zuge⸗ macht, ſondern nur mit Dielen leicht verſchla⸗ gen; und die Thüren bleiben insgemein beſtaͤn⸗ dig offen*). Bey dieſer Einrichtung liegen zwei Grund⸗ ſätze unter; erſtlich naͤmlich der: daß das Vieh beſtaͤndig den Genuß der freyen Luft behalte; und zweytens der: daß es immer frey muͤſſe herumgehen koͤnnen. Für dieſe beyden Grund⸗ ſätze ſind die engliſchen Landwirthe ſo ſehr ein⸗ genommen, daß ſie glauben, ein Pferd koͤnne auch bey dem beſten Futter nicht geſund und wohlbehalten bleiben, wenn man ſie vernachlaͤſ⸗ ſige; und umgekehrt ſey dabey auch ſchon das ſchlech⸗ en, e in nd⸗ ieh lte üſe nd⸗ eim un und l das ech ſchlechteſte Futter hinlänglich, es geſund und in gutem Stande zu erhalten. Die engliſchen Ackerpferde ſind in der Regel alle groß, ſtark, und, ungeachtet ſie im Winter wirklich ſchlechter als in Deutſchland gehalten werden, doch wohlgenaͤhrt; der Erfolg zeigt alſo, daß ihnen dieſe Einrichtung zutraͤglich iſt. Die groͤßere Milde des Klima's thut freylich etwas dabey; aber alles kann man doch darauf nicht rechnen, indem ſie hauptſachlich nur darin be⸗ ſteht, daß Froſt und Schnee, von der waͤrmeren Seeluft immer bald wieder erweicht, nie lange anhalten, die Witterung aber irigeds nicht minder rauh iſt, als bey uns. In ältern Zeiten ſcheint es auch in Deutſch⸗ land eine herrſchende Gewohnheit geweſen zu ſeyn, die Pferde im Winter gleichfalls weiden und frey umhergehen zu laſſen; wenigſtens fin⸗ det man in Riederſachſen und Weſtphalen, be⸗ ſonders in bruchigten Gegenden, worin die Vege⸗ tation weniger unterbrochen wird, noch Oerter genug, wo es wirklich geſchieht. Im Allgemei⸗ nen iſt man jedoch davon abgegangen, nachdem die Waͤlder eingeſchraͤnkt und groͤßtentheils urbar K 2 ge⸗ gemacht, die Felder aber unbefriedigt gelaſſen worden ſind; vielleicht auch, um bey der Stall⸗ futterung ſelbſt den Winter hindurch mehr Ar⸗ beit mit den Pferden beſtreiten, und einen groͤße⸗ ren Vorrath von Duͤnger ſammeln zu koͤnnen. b) Von den Ställen flrs Hornvieh. Das Hornvieh bleibt in England den gan⸗ zen Sommer hindurch Tag und Nacht auf der Weide, und kommt folglich gar nicht in den Stall. Im Winter läßt man das milchende und junge Vieh ſo, wie die Pferde, auf dem Viehhofe und in den offen gelaſſenen Weiden umhergehen und ſich nahren. Auf dem Vieh⸗ hofe wird ihm das ausgedroſchene Stroh vorge⸗ ſtreuet, und Heu und dergleichen langes Futter auf den Hilten vorgegeben. Um ihm bey der rauhen Wirterung im Winter Zufluchtsörter zu verſchaffen, legt man auf den Hoͤfen offene Schauer(Sheds) an, damit es erforderlichen Falls hineiutreten kann; verſieht dieſe aber nicht einmal mit Hilten. Das Maſtvieh wird groͤßtentheils den gan⸗ en Winter uͤber entweder auf den befriedigten Ruͤbe K fü ſie ſn Rüuͤbefeldern ſelbſt, oder in andern befriedigten Kämpen gehalten, und darin mit Ruͤben ge⸗ A fättert*). ße⸗ Die Kälber laͤßt man jedoch ſo lange, bis ſie auf die Weide kommen, in Staͤllen, die man beſonders für ſie erbauet(Calfpens). ah⸗ der c) Von den Staͤllen fuͤr das Schafvieh. en de Die Schafe werden in England am aller⸗ en meiſten, Sommers und Winters, im Freyen ge⸗ 1 en halten, und im Winter nicht einmal auf den e Viehhof gelaſſen. Erfordert es die Noth, ihnen g Futter zu geben: ſo legt man daſſelbe auf einem ner zweckmäßigen freyen Plaße auf die Erde in lange der Reihen, und deckt daruber eine beſondere Art von Hilten, die aus geſpaltenen Ruthen beſtehen, me die auf drey in verhaͤltnißmaͤßiger Entfernung von h einander angebrachte ſchwache Krummhoͤlzer gena⸗ ih gelt ſind. Einige laufen, mit Jochen behaͤngt, oder auch an ein⸗ Einige wenige Landwirthe halten zwar offene Schauer fuͤr die Schaafe im Winter; im Allge⸗ meinen iſt dies aber ſo wenig gebraͤuchlich, daß. ich in keinem Buche von der Landbaukunſt eins angegeben gefunden habe*). — — —— Wenn man Laͤmmer mäſtet, ſo behält man 4 ſie wohl in Ställen, und bringt die milchenden ſn Schafe täglich fünfmal zu ihnen, um ſie zu* ſaͤugen. d) Von den Ställen fuͤr die Schweine. ſ Man haͤlt in England gemeiniglich zweyerley Schweine; nämlich ſogenannte chineſiſche(chine swines), und einländiſche. Die chineſiſchen ander gekoppelt, beſtändig frey auf den Hoͤfen herum, und verkriechen ſich nur des Nachts, und wenn ſie ferken, irgendwo unter Schauer⸗ wo ſie eine ſchickliche Stelle finden, ohne daß jedoch ein eigenes Schauer für ſie gehalten wird. Für die einländiſchen hat man aber allenthalben kleine niedrige, aber luftige trockene Schweine⸗ koven, daf ins ine. rley ine chen ein öfen ht uen daß itd. lben ine we koven, mit eigenen kleinen befriedigten Höfen. Dieſe Koven unterſcheiden ſich von den auch bey uns gewöhnlichen nur dadurch, daß darin der Futtertrog nicht mit angebracht, ſondern in den davor angelegten Hof geſekt wird. Wenn das Schwein freſſen will, muß es nun in dieſen Hof gehen; und da es beym Freſſen insgemein auch miſtet, ſo bleibt der Koven nun rein und trocken. Bey der hitzigen Ratur des Schweine⸗ viehes muß dieſe Einrichtung nothwendig geſun⸗ der ſeyn, als unſere Schweinehäuſer ſind; aber dieſe ſcheinen dagegen bey uns, wo insgemein ſtarke Schweinezuchten gehalten werden wohlfeiler⸗ ſind vielleicht auch fuͤr uns wegen der groͤßeren Rauhigkeit des Klima's zutraͤglicher. In England wird viel Schweinefleiſch ge⸗ geſſen, und es wird gern gegeſſen; gleichwohl erinnere ich mich aber doch nicht, irgendwo eine große Schweinezucht geſehen zu haben. Wahr⸗ ſcheinlich ruhrt dies indeſſen davon her, daß die meiſten Landguter nur klein ſind, folglich darauf nicht viele Schweine gehalten werden koͤnnen⸗ dennoch aber, da alle Landguͤter eine Schweine⸗ zucht mit zum Verkaufe haben, auch von dieſen kleinen Schweinezuchten ſchon ſo viel Schweine zum Verkaufe erübrigt werden, daß es nicht vor⸗ — 152— vortheilhaft ſeyn moͤchte, irgendwo eine große Schweine zucht zu halten. Und vielleicht iſt dies die Urſache, warum man keine Schweinehaͤuſer ſieht. BB. Von den Staͤllen fuͤrs Federvieh. In Abſicht auf die Staͤlle fürs Federvieh habe ich nicht wahrgenommen, daß die Einrich⸗ tung in England von der unſrigen weſentlich verſchieden waͤre. Fuͤr die Tauben hat man be⸗ ſondere Taubenpfeiler; für die üͤbrigen Federvieh⸗ arten legt man aber nicht leicht eigene Gebaͤude an, ſondern man verſchafft ihnen in andern Ge⸗ baͤuden, ſo gut als es ſich thun laſſen will, ihr Unterkommen. Federviehhoͤfe macht man jedoch gern, und bringt darin allerley Geſtraͤuche an, um Schnecken und Inſekten fuͤr die Enten her⸗ bey zu ziehen; man laͤßt Grasplaͤtze fuͤr die Gaͤnſe; man macht Grandwege fuͤr die Huͤhner, und ebene Stellen fuͤr die Huͤhnerkoͤrbe. — 133— II. Von den Gebäuden zur Aufbewahrung der Geraͤthe, Produkte und Beduͤrfuſſe. A. Von den Gebaͤuden zu Aufbewahrung der Geraͤthe. Die Geraͤthe bey den Landgütern beſtehen hauptſochlich nur in Ackergerathen und Geſchirre; und fur beyde findet man in England auf den Hoͤfen auch uͤberall die noͤthigen Gelegenheiten. Die Geſchirrkammer(harness room) wird gleich beym Pferdeſtalle angebracht; das Wagen⸗ ſchauer hingegen(carthoule) wird in irgend. eine Ecke des Hofes gelegt. Dieſes iſt— wenn die Kornkammer nicht etwa daruͤber auf⸗ gefüͤhrt iſt— ein ganz einfaches Schauer mit einem flachen Dache, worunter nicht einmal ein Boden ſeyn kann. Das Wagenſchauer dient vorzuͤglich nur zur Aufbewahrung der Wagen und Karren. Die Pfluͤge, Eggen und dergleichen kleinere Ge⸗ räthe bleiben insgemein frey auf dem Hofe ſtehen; ſind aber auch dem Verderben des Holzwerks nicht — 164— nicht ſo ſehr ausgeſetzt, als bey uns, indem ſie alle angemalt ſind. B. Von den Gebaͤuden zur Aufbewahrung der Produkte. Die Produkte, worauf es hier ankommt, ſind hauptſaͤchlich a) Korn im Stroh, und Heu; b) reines Korn; und c) Stroh. a) Von den Vorrichtungen zu Aufbewahrung des Korns im Stroh und des Heues. aa) Von den Vorrichtungen zu Aufbewah⸗ rung des Korns im Stroh. Die engliſchen Landwirthe ſind, ſo viel ich weiß, ohne alle Ansnahme der Meinung, daß ſich das Korn i im Stroh im Freyen beſſer halte, als in Gebaͤuden; und wuͤrden daher, wenn es auch gar nicht auf Erſparung der Baukoſten ankame, die Aufbewahrung deſſelben im Freyen doch vorziehen. Nach meiner geringen Erfah⸗ rung kann ich nun zwar nicht ſagen, daß es in unſern Scheurengebaͤuden ſchlechter werde, wenn es nur trorken genug eingebracht iſt, und wenn nur die Gebaͤude zweckmaͤßig eingerichtet ſind⸗ ſind, und ſich in gutem Stande befinden. Aber da es doch oft wirklich nicht ganz trocken einge⸗ bracht wird; da die Gebaͤude ſelten ſo einge⸗ richtet ſind, wie ſie es ſeyn ſollten; und da die Daͤcher insgemein ſchadhaft ſind, und, bey dem geringſten Winde Regen und Schnee einlaſſen: ſo duͤnkt auch mich die Aufbewahrung im Freyen weit ſicherer und beſſer, als die in den Ge⸗ baͤuden. Unſere Landwirthe wenden zwar dagegen ein, daß dadurch vieles Stroh verloren gehe, und die Koſten größer ſeyn, als beym Gebrauche der Scheuren. Dieſer Einwendung muß ich aber ge⸗ radezu widerſprechen. Was erſtlich den Verluſt an Stroh betrifft, ſo könnte man ſolchen nur in zweyerley Betrachte behaupten wollen; naͤmlich erſtlich, wenn man das Stroh, das zum Decken gebraucht wird, und zweytens, wenn man den geringen Theil, der von den nach auſſen gekehrten Stürz⸗Enden des Korns verwittern mag, dafuͤr anrechnete. Wie ſehr man aber in dieſem Falle der Natur der Sache zu nahe thun würde, wird ſich aus dem Folgenden leicht ergeben. Um mich jedoch daruͤber deſio deſto deutlicher und beſtimmter erklären zu können, muß ich erſt ein paar Worte von der Einrichtung der Kornfiemen in England ſelbſt ſagen. 1) Man bewahrt alle Arten von Halmfruch⸗ ten in Fiemen auf. Viele legen auch das Ran⸗ kenkorn, als Erbſen, Wicken ꝛc. hinein; allgemein geivoͤhnlich iſt es doch aber nicht, ob es ſich gleich eben ſo gut, als mit dem Klee, thun läßt. 2) Die Fiemen macht man nicht ſehr groß. 150 bis 200 Stiege unſers Bandes ſind das Aeuſſerſte, was man hineinbringt. Die Grunde zu dieſem Verfahren ſind folgende. Erſilich kann man auf dieſe Weiſe eine Fieme in der Ernte ge⸗ ſchwinder vollenden, und wird folglich durch die zu⸗ weilen eintretende ſchlechte Witterung nicht in Ver⸗ legenheit geſetzt. Dieſer Umſtand giebt den Fiemen einen großen Vorzug vor unſern Scheuren; indem mehrere Wagen zugleich abgeladen werden können, die Fruchte auch nie ſo hoch in die Höhe kommen, daß zum Abladen und Banſen viele Menſchen noͤthig waͤren. Zweytens, wenn die Fieme aus⸗ gedroſchen werden ſoll, und die Witterung nicht ganz ſicher iſt, ſo bringt man ſie erſt in den Banſenraum der Scheure. Damit man dieſe nun — —— —.—— — nun nicht groß zu machen brauche, ſo darf auch die Fieme nicht groß ſeyn. Drittens, da man inEng⸗ land auf dem Lande gar keine Dachkornboͤden, ſon⸗ dern hoͤchſtens nur beſondere kleine hölzerne Korn⸗ haͤuſer hat, worin man das Korn hoch aufſchuͤtten muß, und folglich nicht lange liegen laſſen kann: ſo driſcht man auf einmal nicht gern mehr, als man eben verbrauchen oder verkaufen will. Um nuu dieſen Zweck zu erreichen, macht man die Fiemen nur klein, vermehrt aber dagegen lieber ihre Anzahl. Die Fiemen einen alſo auch zugleich mit als Kornvorraths⸗Gelegenheiten; und viele Landwirthe laſſen ſie daher oft zwey, ja drey Jahre unangeruͤhrt ſtehen, wenn ſie es ihrer Konvenienz gemäß finden, ihr Korn zu behalten. 3) Die Fiemen werden, wie ich ſchon oben bemerkt habe, alle in einen beſonderen Hof auf der einen Seite der Scheuer(rickyard,[tack- yard) geſetzt, welcher gegen das Vieh hinlänglich befriedigt iſt. Dieſe allgemeine Befriedigung des Hofs uberhebt den Hauswirth alſo der Nothwen⸗ digkeit, jede Fieme beſonders zu befriedigen, wie es in Deutſchland geſchieht. Uebrigens bringt man ſie ſo nahe bey der Scheure an, daß von ihnen bis an das Scheurenthor oder an eine Luke— allenfalls üͤber einen darunter geſtellter ſie ſtreichende kuft trocken erhaliez und zweytens, ten Mauerſteinen zwey bis drey Fuß hoch aufge⸗ Wagen— Bretter gelegt, und die Fruͤchte leicht in die Scheure getragen werden koͤnnen. 1 4) In den Fiemen duͤrfen die Früchte aus zwey Urſachen nie unmittelbar auf die Erde zu liegen kommenz erſtlich, damit die darunter durch damit kein Ungeziefer daran kommen könne. Dies bewirkt man nun ſehr leicht, wennman einen hol⸗ zernen Roſt dazu machen läßt, und ſolchen auf Sokeln von glatt behaneyen Steinen ſetzt. Dieſe Soßeln bekommen insgemein eine Zuckerhutsſorm, und eine Hoͤhe von drittehalb Fuß uͤber der Erdez ihre abgeſtumpften Spitzen werden mit Kugel⸗ ſchnitten, deren platte Seite nach unten gekehrt*) iſt, bedeckt; und auf die runde Seite wird denn endlich der hoͤlzerne Roſt gelegt. In den mittel⸗ ländiſchen Grafſchaften macht man auch wohl für mehr Fiemen zugleich einen gemeinſchaftlichen Grund, unter dem Namen von Stackguard. So ein Grund iſt ganz einfaches Wert, und beſtehr nur aus einem kreisfoͤrmigen/ von gebrann⸗ fuͤhr⸗ *) Taf. 2. Fig. 3. — 159— fuͤhrten Parapet mit einer nach anſſen hervorſte⸗ henden Hervorragung, damit keinUngeziefer daran hinauf laufen kann.(Taf. 2. Fig. 1 und 2.) 5) Die Fiemen ſelbſt beſtehen denn aus zwey Stücken: ihrem Körper und dem Dache. Der Koͤrper wird kubiſch, oder cylindriſch, oder, wie es wohl am zweckmaͤßigſten undſchoͤnſten/keſſel⸗artig*) aufgefuͤhrt, das Dach daruͤber aber ſo flach ge⸗ macht, als es das Klima und die Umſtaͤnde nur verſtatten wollen. Nur das Dach wird bedeckt, der Koͤrper aber nicht. Die Bedeckung des Koͤr⸗ pers iſt unnoͤthig: erſtlich, weil das Dach rund umher etwas hervorraat, und dadurch den Regen abhält; zweytens, weil der Koͤrper vom Dache bis zum Roſte immer etwas eingezogen wird, Re⸗ gen und Schnee alſo von ſelbſt leicht herabfallen; drittens, weil das Banſen der Frucht ſo geſchieht, daß die Bunde mit den Aehrenenden nach dem Mittelpunkte der Fieme zu aufwaͤrts, mit den Stoppelenden aber nach der Auſſenſeite zu abwarts zu liegenkommen; und die ganze Fieme denn noch dazu rund umher geſchoren wird, folglich keine Feuch⸗ *) Taf. 2. Jig. 1. — 160— Feuchtigkeit ſich hinein ziehen kann; viertens, weil nur die Stoppelenden der Witterung, und folglich dem allenfallſigen Verderben ausgeſett ſind, dieſe aber an ſich ſchon nicht zu einem gedeihlichen Futter, ſondern allein zu Miſte dienen. Die Bedeckung des Dachs muß fretzlich nothwendig geſchehen; aber da das Dach ſo klein als moͤglich gemacht wird, ſo ſind auch nicht viel Moterialien dazu erforderlich. Die Materialien ſind eniweder Stroh, Rohr oder Schilf, oder auch allenfalls Bretter. Rimmt man Stroh, ſo iſt es ſehr rathſam, die Aehrenenden abzuſchneiden, theils um ſie zu Viehfutter noch zu nuhen⸗ theils auch, um den Vogeln die Veranlaſſung zu benehmen⸗ zur Aushackung der in den Aehrenenden gebliebe⸗ nen Koͤrner herbeyzufliegen, und ſich einzuniſten. Will man das Dach von Brettern machen, ſo zann man es mehrere Jahre nutzen, und dadurch vielleicht den Aufwand auf die Bedachung ver⸗ mindern. Da das Korn in einer Fieme ſich nicht in eine ſolche Spihe banſen läßt, daß man das Dach gerade darauf legen konnte: ſo macht man die Spitze von Farrenkraut, Bohnenſtengeln, oder an⸗ dern dergleichen Materialien ohne Werth. 6) c+ c„ —=— — c— — 6) Um nicht etwa von einem waͤhrend der Verfertigung der Fiemen einfallenden Regenwet⸗ ter zu leiden, hilft man ſich auf zweyerley Weiſe. Entweder man bewirft die Fieme geſchwind mit etwas Stroh, das man zu dem Ende bey der Hand hat; oder man ſpannt ein getheertes Se⸗ geltuch daruber aus. In dem letten Falle hat man zwey tannene Bäume von gehoͤriger Hoͤhe vorraͤthig, wovon jeder auf einem beſondern Fußgeſtelle ſteht, das man von einem Orte zum andern bringen kann. Dieſe Baume ſchiebt man auf zwey einander entgegengeſetzte Seiten der Fieme, zieht das Segeitich dazwiſchen auf, ſpannt es alsdann, vermittelſt an den Enden au⸗ gebrachter Stricke, nach Belieben aus, und pflök⸗ ket dieſe auf der Erde an. VBey dieſer Einrichtung der Fiemen ergiebt ſich nun von ſelbſt, daß der Aufwand an Stroh zum Dache entweder ganz vermieden, oder doch aͤuſſerſt unbeträchtlich gemacht werden kann. Ganz vermieden werden kann er, wo man Rohr, Schilf oder Dielen dazu nehmen will. Unbe⸗ traͤchtlich werden muß er, wenn man mit dem Stroh zweckmaͤßig zu Werke geht; alſo entweder Weitzenſtroh nimmt, das man doch zur Fütterung nicht gern braucht, oder das Roggenſtroh aus⸗ an Bds. 1ſte Abtheil. 4 ſchiert, ſchiert, und die Aehrenenden davon abſchneidet; folglich davon alles, was zu Futter dient, ſpart, und das verdeckt, was zu nichts Beſſerem als zu Miſte taugt, wozu es auf dem Dache noch eben ſo gut bleibt. Daß die Sturz⸗Enden, welche die Oberflaͤche des Koͤrpers der Fieme ausmachen, vom Wetter ſehr leiden, hat zwar vielen Anſchein, iſt aber in der Erfahrung ſelbſt deſſenungeachtet faſt ganzun⸗ gegruͤndet. Ich habe in England und Holland viele Fiemen geſehen, die ſchon zwey Jahre geſtan⸗ den hatten, ohne daß man an den Stürz⸗Enden einige Verwitterung merken konnte. In England und Holland iſt aber Regen und Sonnenſchein viel abwechſelnder, als hier; die Gefahr vor der Ver⸗ witterung alſo auch bey weitem groͤßer. Wenn man an unſern Strohdaͤchern die freyſtehenden Stürz⸗Enden unterſucht, ſo findet man auch ſehr bald, daß ſie ſich mehrere Jahre recht gut halten. Geſetzt aber auch, daß ſie 1, 2, ja 3 Zolle tief in einem Jahre verwitterten, ſo kann ich dieſen Erfolg doch nicht fur ſehr nachtheilig halten, in⸗ dem dieſe Enden von dem Viehe nur alsdann, wann ſie zu Haͤckerling geſchnitten ſind, aus Noth gefreſſen werden, ſonſt aber in den Miſt kommen⸗ Daß ——— ——— Daß hiernaͤchſt zweytens die Aufbewahrung der Früchte in Fiemen koſtbarer ſey, als in den Scheuren, iſt ſo auffallend unrichtig, daß es hier nicht einmal einer weitern Ausfuͤhrung bedarf: zumal ich bey einer andern Gelegenheit eine um⸗ ſtaͤndliche Verechnung nach desfalls gemachten Erfahrungen vorlegen werde*). Indem nun alſo die Aufbewahrung des Korns im Stroh in England im Freyen vermittelſt der Fiemen geſchieht: ſo dienen die Scheuren(barns), die man auf den Hoͤfen findet, zu weiter nichts, als zum Dreſchen und Reinemachen, und um die Früchte aus den Fiemen, wenn ſie gleich gedroſchen werden ſollen, einzunehmen. Zu dem Ende be⸗ ſtehen ſie aus einer Dreſchdiele und einem Van⸗ ſenraume. Die Dreſchdiele iſt insgemein 12 bis 14 Fuß breit, 30 Fuß lang, und etwa 14 Fuß hoch, und wird groͤßtentheils ausgebohlt. Der Banſen⸗ 1 2 raum raum hat mit der Dreſchdiele einerley Laͤnge und Höhe, aber eine groͤßere, willkuͤrliche Breite; der Boden iſt von geſchlagener Erde. Das ganze Gebäude wird uͤberall von Zimmerholz ſehr leicht und luftig gemacht, und die Waͤnde werden mit Dielen ausgeſchlagen. Obgleich in England nicht leicht mehr als ein oder hoͤchſtens zwey Dreſcher angeſtellt werden, ſo laßt ſich auf einer ſolchen Dreſchdiele doch nur eine Art Frucht auf einmal ausdreſchen. Um nun mehrerley Korn zugleich dreſchen, und auch die Fiemen alle bequem in die Banſen ausladen laſſen zu koͤnnen, hat man auf den meiſten Ho⸗ fen mehrere Scheuren. J. Adams ſchlaͤgt deren in ſeinen practical ellays on agriculture, Vol. II. p. 333 drey vor: eine fuͤr Weiten, die andere fuͤr Schotenkorn, und die dritte fuͤr Futterkraͤuter. bh) Von der Aufbewahrung des Heues. Aus eben dem Grunde, aus welchem man das Korn in Fiemen aufbewahrt, naͤmlich um es beſſer zu erhalten, als es in Scheuren geſchehen koͤnnte, bewahrt man auch das Heu und den trockenen Klee darin — 1 darin auf. Dieſe Heu⸗ und Kleefiemen macht man jedoch etwas anders, als die Kornfiemen. Erſtlich legt man ſie auf keinen ſolchen Grund, ſondern nur uͤber etwas Waſenholz und Stroh, indem man nicht fuͤr noͤthig hält, daß die Luft darunter durchſtreiche, oder auch das Ungeziefer mit ſolcher Vorſicht davon abgehalten werde, als von den Kornfiemen. Zweytens macht man ſie viel groͤßer als die Kornfiemen, indem dabey die Urſachen, warum die Kornfiemen klein gemacht werden, gaͤnzlich wegfallen; denn man bringt ſie beym Gebrauche nie erſt in ein anderes Gebaͤude, ſondern ſchneidet das, was man von Zeit zu Zeit davon braucht, mit einem Heumeſſer(haycutter, hayknife) ſenkrecht nieder in kubiſchen Stuͤcken (trullſes) aus. Drittens giebt man ihnen nie eine runde, ſondern allezeit eine laͤnglicht⸗vierek⸗ kigte Figur. Das Dach macht man ſo flach, als es das Klima und die Umſtaͤnde verſtatten, laßt es jedoch uͤber den Koͤrper hervorgehen, und deckt es mit Stroh; der Koͤrper wird aber nicht bedeckt. Die einzige Vorſicht, die man bey Anlegung der Heufiemen braucht, iſt: daß man ſie recht feſt zuſammentritt. Dies thut man vermuthlich darum, daß ſich gleich anfangs die Hitze darin ver⸗ — 166— vermehre, und die uͤberfluͤſſigen Feuchtigkeiten vollends austreibe. Schornſteine werden in den Heufiemen gar nicht angebracht; man unterſucht aber doch bis⸗ weilen, wie ſie ſich in ihrem Innern halten, und bedient ſich dazu eines an einer Stange befeſtig⸗ ten Krätzers, der einem Flintenkraͤtzer vollig aͤhnlich iſt. Es leidet gar keinen Zweifel, daß ſich das Heu in dergleichen Fiemen in England recht ſehr gut haͤlt; und es ſind auch ſchon Erfahrungen vorhanden, daß man dieſen guten Erfolg in Deutſchland gleichfalls erwarten kann. Sollte auch die unbedeckte Oberflaͤche des Koͤrpers der Fieme auf einen oder zwey Zoll tief verwittern, welches ich aber nie wahrgenommen habe: ſo wuͤrde doch dieſer Verluſt gar nicht in Betracht kommen koͤnnen, indem man auf den Heuboͤden an den Stellen, wo das Heu an den Mauern oder unterm Dache liegt, insgemein mehr ver⸗ liert. b) Von den Vorrichtungen zu Aufbewahrung des reinen Korns. So wie ich in dem Obigen bey vorkommenden Gelegenheiten ſchon verſchiedene Male im voraus habe bemerken můſſen, ſo hat man auf dergleichen Landguͤtern die Aufbewahrung des reinen Korns ſo noͤthig nicht; und wenn man auch Korn auf⸗ bewahrt, ſo bedient man ſich dazu doch der deut⸗ ſchen Kornböden nicht, ſondern einer Art von be⸗ ſondern Kornhaͤuſern(granaries), die entwe⸗ der allein aufgefuͤhrt, oder uͤber den Wagen⸗ ſchauern angelegt werden. Dieſe Gebaͤude heißen Kornhaͤuſer, werden aber nicht zur Aufbewahrung des Korns allein, ſondern mit zur Aufbewahrung aller ubrigen land⸗ wirthſchaftlichen Produkte, als der Wolle, der Kartoffeln ꝛc. gebraucht. Um ſie vor dem Ungeziefer zu ſichern, und durchſtreichende Luft darunter zu erhalten, legt man ſie auf Sokeln, ſo wie es oben bey den Korn⸗ fiemen angefuͤhrt worden iſt. Man bauet ſie alle⸗ zeit ganz von Holz, ſchlaͤgt das Zimmerwerk nur mit Dielen aus, macht ſie nie ſehr groß und hoch⸗ und und giebt ihnen ein flaches Dach; vom auſſen ſe⸗ hen ſie einem großen, mit einem Dache verſehe⸗ nen Kaſten ähnlich. Von der Thuͤr ab, worein man uber eine Treppe kommt, die ſich wegneh⸗ men läͤßt, geht ein ſchmaler Gang gerade durch; auf beyden Seiten des Ganges ſind Abſchee⸗ rungen von Dielen, und dieſe werden oft noch ein⸗ oder mehrmals zwiſchendurch geſcheert. In die dadurch entſtehenden Abtheilungen bringt man das Korn und die uͤbrigen Produkte. Gegen die Nachahmung dieſer Einrichtung in Deutſchland walten meines Erachtens zwo Hauptſchwierigkeiten ob; erſtlich naͤmlich, daß wir nach der Ratur unſeres Kornhandels unſere Fruͤchte nie ſo hoch aufſchuͤtten duͤrfen, weil wir ihres ſchnellen Verkaufs nicht ſo ſicher ſind; und zweytens, daß wir vor Entwendungen ſo ſicher nicht ſind, als die Englaͤnder, und deswegen Gebaͤude haben muͤſſen, die uns mehr ſichern. Die in England eingeführte, ſo ſehr harte Be⸗ ſtrafung des Diebſtahls giebt dem Eigenthume daſelbſt eine viel groͤßere Sicherheit, als wir von unſern— unſern Umſtänden angemeſſenen Geſetzen erwarten dürfen. c) Von den Vorrichtungen zu Aufbewahrung des Strohes. Da man in England des Strohes zum Futter fürs Vieh weit weniger bedarf, als in Deutſch⸗ land, indem ſich das Vieh im Winter mehr von der Weide naͤhrt, und alsdann das gewonnen wer⸗ dende Heu zur Zufütterung ſchon hinreicht: ſo wird das Stroh in der Regel nicht aufbewahrt, ſondern nach dem Ausdreſchen gleich auf dem Viehhofe verſtreuet, damit es von dem Viehe aus⸗ gefreſſen werden, und dann zur Streue dienen moͤge. Nur einige wenige Haushälter bewahren es daher auf, und zwar entweder in den Banſen⸗ raͤumen der Scheuren, oder unter den auf den Hoͤfen befindlichen Schauern. Ich habe nirgends ein eigenes Strohhaus geſehen, wie es von J. Adams in den erwaähnten practical ellays, Vol. II. p. 22. vorgeſchlagen wird. G. Von den Vorrichtungen zu Aufbewahrung der Beduͤrfniſſe. Es iſt oben ſchon vorgekommen, daß die Landleute in England nicht gewohnt ſind, viele ihrer Beduͤrfniſſe ſelbſt zuzubereiten, und in großen Quantitäten vorräthig zu haben. Man trifft da⸗ — 170— daher in der Regel auch nirgends eigene Gebaͤude dazu an; jedoch werden allenfalls wol in dem Kornhauſe, ſo wie in dem Wohnhauſe, einige be⸗ queme Gelegenheiten dazu vorgerichtet. So fin⸗ det man in den meiſten Wohnhaͤuſern eine Spei⸗ ſekammer(pantry)— die aber groͤßtentheils nur aus einem ganz kleinen, mitten im Wohn⸗ hauſe mit Dielen abgeſcheerten Raume beſteht—. und einen kleinen Keller. Bey uns ſind in dieſem Stucke die Umſtaͤnde, wenigſtens auf den Pachthoͤfen, ganz anders; unſere Gebaͤude koͤnnen daher hierin auch nicht ſo eingerichtet werden, wie in England. III. Von den Gebaͤuden zur Wirthſchaftsfuͤhrung. Die Wirthſchaft auf dem Lande hat gemeinig⸗ lich nur den Ackerbau, die Viehwirthſchaft, und die Bereitung der Beduͤrfniſſe zur eigenen Kon⸗ ſumtion, zum Gegenſtande. Auſſerdem können freylich noch unzaͤhlbare andere, als zum Bey⸗ ſpiele die Bereitung der Weine und Eſſige von Obſte ꝛc., Statt finden; da dieſe aber doch nicht unter unter die gewöhnlichen gehoͤren, ſo wuͤrde es mich hier zu weit fuͤhren, wenn ich darauf gleich⸗ falls Ruͤckſicht nehmen wollte. a) Der Ackerbau erfordert auſſer den Ge⸗ baͤuden, wovon bisher gehandelt iſt, faſt weiter nichts als eine Werkſtaͤtte(work[hop), das Seraͤthe und Geſchirr zu machen, oder wenig⸗ ſtens auszubeſſern. Eine ſolche Werkſtätte habe ich indeſſen doch nur auf wenigen Hoͤfen wirk⸗ lich gefunden; man hat auch keinen gewiſſen Plaß, wohin man ſie in der Regel legt; ſondern man legt ſie dahin, wo es ſich nach der Lokalität eines jeden Hofes am beſten ſchickt, und richtet ſie nach der Konvenienz ein. Herr Adams fordert S. 224 ſeines er⸗ wähnten Werks, daß auf jedem Hofe auch noch eine Kammer zum Trocknen des Korns an der Scheure angebracht werden ſolle. Dieſe Forde⸗ rung geht aber auf eine Verbeſſerung, und liegt alſo auſſer meinem gegenwaͤrtigen Geſichtskreiſe, der ſich nur auf das Gewoͤhnliche einſchränkt. 3 b) Die Viehwirthſchaft beſteht entweder in Aufziehung jungen Viehes, oder in Viehmaͤ⸗ ſtung, oder in Molkenwirthſchaft. Die Aufziehung jungen Viehes erfordert 3 nur diejenigen Ställe, wovon oben Nachricht gegeben iſt. ¹ Die Viehmaͤſtung von Hornvieh und Scha⸗ fen wird in der Regel im Freyen beſtritten. Hie und da geſchieht ſie freylich auch in Staͤl⸗ len, und vermittelſt mancher ſinnreicher Vorrich⸗ tungen in den Gebaͤnden; hier kann aber darauf keine Ruͤckſicht genommen werden, weil es da⸗ mit zu ſehr ins Beſondere geht. Nur das eine muß ich erwaͤhnen, daß man auf den meiſten Hoͤfen eine Gelegenheit findet, in welcher Kohl, Ruben, Moͤhren geſtoßen, oder Kartoffeln ge⸗ quetſcht werden(a root-houle); indem ſo eine Gelegenheit zur Verbeſſerung des Win⸗ terfutters fuͤr das Vieh ungemein dienſam iſt. Die Maͤſtung der Schweine im Kleinen ge⸗ ſchieht in den oben beſchriebenen Schweine⸗ koven. in Die Molkenwirthſchaft, die ſich in England ⸗ in der Regel nicht auf die Gewinnung von Butter und Kaͤſe zugleich erſtreckt, ſondern nur das eine oder andere befaßt, erfordert ein Mol⸗ kenhaus(dairy), welches jedoch insgemein nur tt eine Kammer im Wohnhauſe, und ſelten ein ht eigenes Gebaͤude iſt. In Abſicht auf die Ein⸗ richtung dieſer Kammern iſt die allgemeine Pra⸗ ris, ſie recht luftig zu bauen, und ihnen durch⸗ ſtreichende Luft zu geben, oder auch wohl Waſ⸗ 7 ſer darin niederfallen, und dann wieder ablau⸗ n. fen zu laſſen. 1 ⸗ f c) Zur Bereitung der Beduͤrfniſſe zur ei⸗ ⸗ genen Konſumtion findet man zwar hier und da, 1 e aber bey weitem nicht auf allen Hoͤfen, eine ¹ 1 eigene Gelegenheit zum Brauen Backen, Schlach⸗ 4 ten c. Mehr Landleute ſcheinen dieſe Be⸗ ⸗ durfniſſe zu kaufen, als ſelbſt zu bereiten. . 5 W. Von den Hoͤfen. Von der Einrichtung der Hoͤfe auf den engliſchen Landgütern iſt zwar das Weſentliche ſchon — 17— ſchon oben bey Gelegenheit mit vorgekommen. Damit es aber doch im Ganzen deſto beſſer überſehen werden koͤnne, ſcheint mirs nöthig, ſie hier nochmals unter einem Geſichtspunkte vorzuſtellen. Jeder Hof beſteht aus zwey Theilen, dem Korn⸗ und Heuhoͤfe(ſtacke-yard, rickyard), und dem Viehhofe(foldyard). Die Scheu⸗ ren machen in der Regel die Abſcheerung des oder vom Wohnhauſe entfernteſte Theil wird zum Korn⸗ und Heuhofe beſtimmt; erſtlich, weil derſelbe bey der großen Sicherheit, der das Ei⸗ genthum in England genießt, weniger Aufſicht bedarf; und zweytens, weil man vom Wohn⸗ ab in dieſem Hofe nur wenig zu thun Bey der Wahl der Lage dieſes Hofes kommt es uͤbrigens nur darauf an, daß man von dem Ackerlande und den Wieſen ab bequem dahin und wieder davon kommen, und daß ſowohl das vierfuͤßige als das Federvieh leicht davon abge⸗ halten werden kann. Die einen Theils von dem andern. Der hinterſte ——— — — 6 h. g, te Die Groͤße beſtimmt ſich nach der Menge der Fiemen, die man darauf zu ſetzen hat, und nach der Erforderniß an Raume zum Umwen⸗ den mit dem Fuhrwerke. Auf dieſem Hofe ſelbſt werden keine andere Vorrichtungen angebracht, als erſtlich, die zu den Fiemen([tands for ricks), welche entwe⸗ der fuͤr jede Fieme beſonders, oder fuͤr mehrere zugleich(ſtackguard) eingerichtet werden; und zweytens das Wagenſchauer(carthouſe) nebſt den uͤbrigen Schauern zu Ackergerathen([heds). Die Befriedigung, welche zu Abhaltung des Viehes hinreichend ſeyn muß, wird insge⸗ mein von einem Plankenwerke gemacht, und mit Helfarbe angemalt. Der Viehhof. Auf dem Viehhofe wird die Wirthſchaft groͤßtentheils gefuͤhrt; das Wohnhaus muß alſo mit ſeiner hintern Seite ſo daran gelegt wer⸗ den, daß man ihn leicht überſehen kann, und zu allen darauf befindlichen Vorrichtungen den kuͤrze⸗ kürzeſten Weg hat; und alle uͤbrige Gebaͤude muͤſſen ſich darauf oͤffnen. Da die Scheuren in England in der Regel keine Durchfohrten enthalten, ſo muß aus dem Korn⸗ und Heuhofe noch eine beſondere Fahrt nach dem Viehhofe gehen. —+———— — Die Scheure muß auf der Seite, womit der Kornhof an den Viehhof ſtoͤßt, ſo viel moͤg⸗ lich in der Mitte liegen, damit das Stroh und Futter daraus deſto leichter auf den Viehhof ver⸗ ſtreuet werden kann. —— Alle uͤbrige Gebaͤnde und Schauer legt man gern ſo an, daß ſie den Hof mit befriedigen, indem ſie bey dieſer Lage nicht nur am wenigſten im Wege ſind, ſondern auch mit zur Erſparung der Befriedigung dienen. Nur das Kornhaus (granary) kommt frey zu ſiehen, wird jedoch oft auch mit auf dem Kornhofe angebracht. —„— Auf jedem Viehhoſe hat man nicht allein einen Brunnen, ſondern auch eine Waſſerpumpe fuͤr das Vieh ſehr gern⸗ In pe — 177— In der Mitte wird allezeit eine ſehr ſtarke freyſtehende Futterhilte mit oder ohne Bedachung angebracht; und erfordern es die Umſtaͤnde, ſo werden deren auch an den Seiten noch ß viel, als wnſt ſind, vorgerichtet. Der r Piehhof muß allezeit ſehr geraͤumig ſeyn, damit das Vieh Platz genug habe, dar⸗ auf herum zu gehen, und das verſtreuete Futter auszufreſſen. Da man auf den Hoͤfen keine beſondere Miſten hat, ſondern wegen des freyen Herum⸗ gehens des Viehes der ganze Hof beſtreuet wird, und zur Miſte dient: ſo muß er nicht nur trocken ſeyn, ſondern auch eine ſolche Lage haben, daß er weder uͤberſchwemmt werden, noch abfließen kann. Da das Vieh aus dem Hofe, wenigſtens im Winter, nach allen offengelaſſenen Weide⸗ plätzen frey muß ein⸗ und ausgehen können: ſo muß die Lage dieſes Hofes dazu zweckmäßig ſeyn. an Bds. iſte Abth. M Und —. ½*— . — 7 — ————— — Und eben ſo muß es ſich auch in Abſicht auf die Abfahrt des Miſtes verhalten. Dieſe Einrichtung der engliſchen Hoͤfe kann dem Anſcheine nach in vielen Stücken auch bey uns mit vielem PVortheile nachgeahmt werden*). *) k. ——— Anmerkungen zu vorſtehender Abhandlung. — Vielleicht wird mancher nach Durchleſung vor⸗ ſtehender Abhandlung die Einrichtung der engli⸗ ſchen Wirthſchaftsgebäͤude und Hoͤfe wenig muſterhaft und nachahmungswerth finden. Sie ſind, ſagt man vielleicht, fuͤr große Wirth⸗ ſchaften zu kleinlich, fuͤr kleine zu weitläuf⸗ tig.— Der muͤßte wahrlich in einem hohen Grade an Anglomanie laboriren, wer ſeine Haushaltsgebaͤude abreiſſen, und ſie nach engli⸗ ſcher Art wieder auffuͤhren wollte! Indeſſen fraͤgt ſich's, ob bey neuen Bauten unter ge⸗ wiſſen Verhaltniſſen nicht manche Einrichtungen der Englaͤnder mit Ueberlegung und gehoͤriger M 2 Mo⸗ Modification Nachahmung verdienten. Jetzt, wo man, uͤberzeugt, daß eine ſehr große Wirth⸗ ſchaft aus einem Mittelpunkte nicht aufs vor⸗ theilhafteſte betrieben werden konne, haͤuſig neue Vorwerke errichtet, oder große Guͤter in Parce⸗ len legt; wo man, bey der immer mehr in Gang kommenden Gemeinheitstheilung, die Wirth⸗ ſchaftsgebäude vergroͤßern muß, laͤßt ſich, mei⸗ nes Erachtens, manches von der erſparenden Bauart der Englaͤnder lernen. Ich werde in folgenden Anmerkungen hieruber einige Winke geben, rathe indeſſen Keinem, die Engländer ſclaviſch und ohne richtige Veurtheilung der Lo⸗ calverhalmiſſe, weder in dieſem, noch in irgend einem andern Stuͤcke, nachzuahmen. a) Der Herr Verfaſſer verſteht hier unter Landguͤter einzelne Pachtſtellen, welche bey uns Vorwerke, Meyereyen, in Holſtein und Mecklenburg Parcelen, Hufen genannt wer⸗ den. In ſolche ſind naͤmlich die großen Be⸗ ſitzungen(Eſtates) der vornehmſten Landeigen⸗ thuͤmer getheilt. In neuern Zeiten hat man haͤufig mehrere klein Pachtſtellen wieder vereinigt, oder der zL hi eh, nh⸗ or⸗ teue rr⸗ ang tth⸗ nei⸗ den in inke nder gend ntet ns und wer⸗ gen⸗ ma — 1861— oder doch mehrere einem Päͤchter uberlaſſen. Dies iſt indeß mehr in den entlegenen Gegen⸗ den, als in dem Umkreiſe von London, der Fall, weil hier die Concurrenz zu groß ift. b) Man kann die Denkungsart und die Le⸗ bensweiſe eines gewoͤhnlichen engliſchen Farmers, der etwa eine Pachtung von drey⸗ bis fuͤnfhun⸗ dert Pfund jährlich hat, zu deren Bewirthſchaf⸗ tung er, wenn ſie mit Energie getrieben werden ſoll, eine Anlage von 2400 bis 4000 Pfund gebraucht, fuͤglich mit der eines Bremiſchen oder Holſteiniſchen Marſchbauern vergleichen. So wie bey dieſem, vermehren ſich auch bey jenem die Bedürfniſſe von Zeit zu Zeit, beſonders von einer Generation zur andern, immer mehr. Die Rei⸗ gung zu einem gewiſſen Wohlleben und zur Be⸗ quemlichkeit, ſelbſt der Geſchmack fuͤr Eleganz, kurz das Verlangen nach dem, was der Eng⸗ länder mit dem vielſagenden Worte comfortable ausdruͤckt, ſteigt auch in dieſer Klaſſe immer hoher. Daher bequemen ſich die Laͤndereh⸗Eigen⸗ thuͤmer immer mehr, die Paͤchterwohnungen die⸗ ſer Reigung angemeſſener einzurichten, weil das dar⸗ . darauf verwandte Kapital durch die erhoͤhete Pacht, welche ſie von einem gut bebaueten Hofe erhalten koͤnnen, reichlich verzinſet wird. In den meiſten neu⸗erbaueten Paͤchterhaͤuſern befin⸗ den ſich zwey beſondere Zimmer, eins für den ge⸗ wöhnlichen Aufenthalt des Paͤchters und ſeiner Familie, und ein groͤßeres fuͤr Fremde und Be⸗ ſuche,— ein Beweis, daß ſich der Paͤchter ſchon 3 mehr von ſeinen Leuten, die ſich in der Kuͤche aufhalten, trennet. c) Nur muß man ſich eine engliſche Kuͤche in einem Farmerhauſe nicht ſo ſchmutzig und raͤucherig, wie die eines gewoͤhnlichen niederſaͤch⸗ ſiſchen oder weſtphaͤliſchen Bauern denken. Auch iſt ſie dichter geſchloſſen, und der Kamin ſo eingerichtet, daß er durch das ganze Zimmer Waͤrme verbreitet. Unſer Bauer hat dagegen eine beſondere Stube, die im Winter durch einen Ofen geheitzt wird. ſe ————— — Hier, duͤnkt mich, konnten wir von den Englaͤndern eine betraͤchtliche Feuerungserſparung lernen, wenn wir, wie ſie, das Kochfeuer zu⸗ gleich zur Erwaͤrmung des gemeinen Zimmers gebrauchten. Kamine paſſen ſich zwar fuͤr unſer Klima und unſere Gewohnheiten nicht. Der groͤßeſte Theil meiner Leſer wird aber die eiſer⸗ nen Kochoͤfen kennen, welche man auf dem Harze jeßt gießet, worin zwey, drey oder meh⸗ rere Vertiefungen zum Einſetzen der Toͤpfe ange⸗ bracht ſind. Sie werden wie ein Windofen geheitzet, und das Holz oder der Torf liegt auf einem Roſte. Der Ofenkaſten endigt ſich hinten in einen aufgemauerten Behaͤlter eines Keſſels; und nachdem die Hitze auch das darin befindliche Waſſer beynahe bis zum Sieden gebracht hat, geht der Rauch durch eine Roͤhre in den Schorn⸗ ſtein. Ich laſſe es dahin geſtellt ſeyn, ob die Feuererſparung beym Kochen auf dieſem Ofen ſchon an ſich gegen das offene Kuͤchenfener ſo groß ſey, wie ſie verſchiedene Beſiter dieſer Oefen doch angeben. Wenn aber dieſe Oefen nicht in den gewoͤhnlichen Kuͤchen unter dem großen Rauchfange ſtaͤnden, welcher die Waͤrme ſogleich wieder wegnimmt, ſondern nur durch eine Roͤhre mit dem Schornſteine verbunden waͤren, ſo wuͤr⸗ den ſie das ganze Zimmer zureichend erwärmen; und ſo könnten unſere Kuͤchen, wie in England, zu⸗ — 184— zugleich das Wohnzimmer der Familie oder der Domeſtiken ausmachen. Der Zug des Ofens wuͤrde die Luft don Duͤnſten zugleich immer rein erhalten. d) Dies betriſſt jedoch nur den weiteren, ſtark bevoͤlkerten Umkreis von London. In an⸗ dern Diſtrikten muͤſſen ſich die Landwirthe viel⸗ leicht mehr, wie in manchen Gegenden Deutſch⸗ lands, auf einen Vorrath von Beduͤrfniſſen ſchicken, da ſie nicht in Dorfern beyſammen, ſondern einzeln in der Mitte ihrer Laͤndereyen wohnen. So brauet z. B. faſt jeder große Farmer ſein Bier, und auf den meiſten Grund⸗ riſſen engliſcher Höfe iſt ein Brauhaus und ein Bierkeller aufgefuͤhrt, indem die Tageloͤhner, falls ſie auch ſonſt nicht bekoͤſtigt werden, doch Bier erhalten, ohne welches kein Englaͤnder glaubt arbeiten zu können. Das Malz macht man aber nicht ſelbſt, ſondern kauft es von den Malfters. e) Von dieſer Maxime weicht man jedoch jetzt ſehr ab, und bauet mehrentheils maſſiv oder von Brandmauer. Man hat naͤmlich gefunden, daß die beſtändigen Reparationen der leicht ge⸗ baueten Haͤuſer ungleich mehr betragen, wie die Zinſen des erſparten Kapitals. In dem Report von Suffolk wird unter andern angefuͤhrt, daß eine Beſitzung von 15,000 Pfund juͤhrlicher Einkuͤnfte innerhalb elf Jahren 40,000 Pfund fuͤr Reparationen, wegen der leichten Bauart der Farmerhaͤuſer, gekoſtet habe. Die neueren Anſchläge finde ich daher faſt ſämmtlich auf Brandmauern gerichtet. Auch deckt man neuer⸗ lich faſt allgemein mit Schiefer⸗ oder Ziegelſtei⸗ nen, und ſchafft die Strohdaͤcher, wegen Koſt⸗ barkeit des Strohes und der Feuersgefahr, ab. In allen neueren Aufriſſen finde ich auch, we⸗ nigſtens an der Vorderſeite, die Symmetrie ſehr genau beobachtet; an der hinteren, nach dein Hofe gerichteten Seite finde ich aber gewoͤhnlich Anhaͤngſel, die nicht aufgeſett ſind, angebracht; vermuthlich weil man die oberen Zimmer blos zu Schlafkammern braucht, und deren ſchon an der vorderen Seite genug hat. Dieſerwegen legt man auch nur ſehr enge Windeltreppen an. Einen Verſtoß gegen die Regeln der Baukunſt machen faſt allgemein die breiten Fenſter. Weil man aber die Zahl derſelben der Fenſter⸗ taxe .———————— — 136— taxe wegen einſchraͤnkt, ſo muß die Breite den Abgang der mehreren erſetzen. †) Im Allgemeinen iſt freylich die Methode, die Ackerpferde zu behandeln, in England ſo, wie ſie der Hr. Verfaſſer beſchreibt. Indeſſen giebt es auch viele Ausnahmen, und der groͤßere Theil der aufgeklaͤrteren Landwirthe iſt der Mey⸗ nung, daß die Futterung der Pferde in dem Stalle mit angebauetem Futter nicht nur weit weniger Grund und Boden wegnehme und, ge⸗ nau berechnet, minder koſtbar ſey, als wenn man die Pferde auf den Weiden herumlaufen läßt; ſondern, was vorzuͤglich in Betracht kommt, daß man auch von Stallpferden ungleich mehrere Dienſte als von Weidepferden haben könne. Deſſenungeachtet gehen aber dieſe noch ſparſamer mit den Koͤrnern bey Pferden um, und geben ihnen im Sommer nur Klee, Lucerne, Espar⸗ cette, und vornehmlich Wicken, die noch gruͤn ſind, aber doch ſchon Schoten angeſetzt haben; im Winter aber haͤufig Moͤhren, und ſeit kur⸗ zem ſehr viel im Dampf gekochte Kartoffeln. Doch hievon an einem andern Orte! Wer Wer aber in England ſeine Pferde auf dem Stalle haͤlt, ſorgt fuͤr einen reinlichen, hohen und luftigen Stall. Dieſen haͤlt man, wenn ſie aufgeſtallet ſeyn ſollen, fuͤr unumgaͤnglich nothwendig fuͤr die Geſundheit der Pferde. Kein Thier, ſagt der Englaͤnder, liebt Reinlich⸗ keit und verabſcheuet Geſtank ſo ſehr, wie das Pferd. Ein jedes Pferd wird ſich beym Ein⸗ tritt in einen dumpfigen Stall gleich ſtraͤuben, und ſich darin ganz anders, wie in einem lufti⸗ gen, benehmen. Je mehr ein Pferd arbeitet, deſto noͤthiger iſt es, fur ſeine Geſundheit und Behaglichkeit zu ſorgen; ſonſt wird es bald krank und ſchwach werden. WMan giebt daher den Pferdeſtällen in der Hoͤhe gehoͤrige Durchzüge, ohne daß jedoch der Zug den Koͤrper des Pferdes ſelbſt treffe. Wo moͤglich, muß ein jedes Pferd ſeinen eigenen Stand haben, damit es von ſeinem un⸗ ruhigen Rachbar nicht geſtört werde. Die abhaͤngig gepflaſterten Stande verwirft man, als ſehr nachtheilig für den Fuß des Pfer⸗ ... ————————.——————— „ Pferdes, der dadurch ſammt den Sehnen in be⸗ ſtaͤndiger Spannung erhalten werde. Man ver⸗ langt ſie durchaus vollig wagerecht. Hier tritt aber die Schwierigkeit ein, den Urin abzuleiten und den Stand völlig trocken zu erhalten. Dies hat man auf folgende Art be⸗ werkſtelligt: das Pflaſter des Pferdeſtandes (Taf. 1. Fig. 1.) iſt völlig wagerecht. AB iſt die Seite, wohin das Pferd mit dem Kopfe ſteht. In der Mitte des Standes iſt ein Ab⸗ zug F F 6 H angelegt, der bis auf drey Fuß von der innern Seite hineingeht. Dieſer Abzug iſt oben 7 bis 8 Zoll weit, und geht unten in einen Winkel zu, wie Fig. 2 bey G H zeigt. Nach innen bey EF iſt er nur 3 Zoll tief, erhaͤlt dann aber nach der Auſſenſeite des Standes einen Fall, der ſtark genug iſt, die Feuchtigkeit in den Haupt⸗Abzug D(welchen die dritte Figur im Durchſchnitt, ſammt dem Falle des Abzuges von G bis K, zeigt, und welcher vor den ſammtlichen Staͤnden hergeht) zu führen. Dieſer Abzug wird mit einer zweyzolligen Bohle bedeckt, worein ſo viele Loͤcher, wie moͤglich, ge⸗ bohret ſind. An dieſer Vohle iſt oben ein eiſer⸗ ner Ring befeſtigt, um ſie aufzuhehen und den Abzug zu reinigen. Der „ F ==— S— d e — 189— Der Haupt⸗Abzug, welcher, der Länge des Stalles nach, vor den Ständen oder in der Mitte des Stalles hergeht, braucht oben auch nur 7 bis 8 Zoll weit zu ſeyn, und wird ebenfalls mit einer Bohle bedeckt. Er muß doch wenigſtens 2 Fuß von dem Stande abſtehen, damit der Harn der Stuten nicht daruͤber weggehe. Da die Pferde immer in der Mitte des Standes zu ſtallen pflegen, ſo wird dieſer Abzug den Urin auffangen und ſchnell abfuͤhren⸗ Man haͤlt es fur boſſer, daß nicht nur jedes Pferd ſeine eigene Krippe habe, um ihm ſein Futter genau zumeſſen zu koͤnnen; ſondern daß dieſe Krippe, welche nur zwey Fuß lang und einen Fuß breit zu ſeyn braucht, auch heraus⸗ genommen werden koͤnne. Sie kann entweder die Form eines Troges oder einer Schieblade haben. Die Krippen, welche nicht herausgenommen wer⸗ den koͤnnen, ſagt man, laſſen ſich nicht gehoͤrig reinigen und nicht ausſcheuren. Was den Pfer⸗ den aus dem Maule und den Naſenloͤchern aus⸗ fließt, ſetzt ſich an das Holz, faulet und erhaͤlt einen widrigen Geruch, der lange in den Krippen bleibt. Auch ohne eigentliche Anſteckung des Rohes — 90— Rotzes und der boͤsartigen Druſe muß dies der Geſundheit der Pferde nachtheilig werden. Krip⸗ pen, die man herausnehmen kann, laſſen ſich dagegen vollkommen rein halten, und das Futter wird den Pferden beſſer daraus ſchmecken. Auch haͤlt man die ſchraͤgſtehenden Hilten oder Rauffen fuͤr unzweckmaͤßig, und will ſtatt derſelben perpendiculär ſtehende haben. Man zieht letztere vor: 1) weil ſie einen geringeren Raum in ſich faſſen, die Knechte alſo den Pfer⸗ den das Heu nur in kleinen Portionen auf ein⸗ mal aufſtecken koͤnnen. 2) Weil die Pferde aus den ſchrag ſtehenden Rauffen das Heu mit Unge⸗ ſtum herausreiſſen koͤnnen, wobey vieles vor die Fuͤße faͤllt und vertreten wird. 3) Weil bey den gewoͤhnlichen Rauffen der Saamen und die Grannen der Gräſer den Pferden leicht in die Augen fallen und ſolche entzuͤnden koͤnnen. End⸗ lich 4) weil der Grasſaamen dabey verloren geht⸗ den man in England zum Ausſaͤen ſehr ſchätzt. Die Rauffen ſollen alſo perpendiculär ſtehen, und zwar wie die 4te Figur auf der erſten Tafel im Durchſchuitt zeigt. Die Rauffe ſteht etwa — 191— 14 Zoll von der Wand EF ab. AB ſtellt die vorderen Sproſſen der Rauffe, AC aber diejenige vor, worauf das Heu ruhet. Der aus⸗ kruͤmelnde Saamen faͤllt nach D herunter, und wird durch die Klappe, welche man in der Ften Figur, die eine Anſicht eines ſo eingerichteten Stalles von vorn zu giebt, bey E ſieht, heraus⸗ genommen. Noch andere ſagen, es ſey unnatuͤrlich, daß das Pferd das Heu von oben herab holen muͤſſe. Im Stalle ſolle man dem Pferde alle moͤgliche Ruhe und Bequemlichkeit verſchaffen, und ihm daher das Heu auf einen bretternen Verſchlag, etwa einen Fuß hoch von der Erde, legen. Ich muß dieſe Einrichtungen und Vorſchlaͤge lediglich der Pruͤfung ſolcher Leſer, welche eine beſondere Aufmerkſamkeit auf Pferde und ihre Wartung gewandt haben, ůberlaſſen. g) Dies iſt allerdings die gemeine Art, das Milch⸗ und Maſtvieh zu behandeln. Aber alle nachdenkende und aufgeklaͤrte Landwirthe in Eng⸗ land erkennen das Fehlerhafte dieſer Behandlung; und wenn ein ſolcher es einigermaßen zwingen kann, ſo hält er ſein Vieh im Winter auf dem Stolle, oder wenigſtens unter offenen Schauern; nicht der Geſundheit des Viehes, ſondern der Futter⸗Erſparung wegen, indem bey jener Arter⸗ ſtaunlich viel Futter vergeudet und weniger Miſt gemacht wird. Es ſcheint mir uͤbrigens nicht, als ob wir in Anſehung der Einrichtung der Viehſtaͤlle von den Engländern viel lernen koͤnnten. Einige be⸗ ſondere Einrichtungen habe ich in der Einleitung zur Kenntniß der engliſchen Landwirthſchaft ange⸗ geben. Seitdem habe ich nichts gefunden, was mir beſonders gefallen haͤtte, und was nicht in Deutſchland ſchon beſſer ausgefuͤhrt waͤre. Nur dies muß ich anfuͤhren, daß der Eng⸗ länder, wenn er ſein Vieh im Stalle hat, eben ſo aͤngſtlich dafur beſorgt iſt, daß es immer friſche und reine luft habe, wie wir es ſind, daß es recht warm ſtehe. Der Engländer behauptet, daß das Vieh⸗ Vieh, wenn es beſtaͤndig in ſtarker Ausdünſtung erhalten werde, eben ſo wenig viel Fett aufſetzen, als ſtark Milch geben koͤnne. h) Man hat in England, und ſelbſt in Schottland, nur eine Art von Schafen, naͤmlich die Ryeland⸗Art in Herefordſhire, welche im Winter im Stalle gehalten wird. i) Der Vortheil und Nachtheil, welcher aus der Aufbewahrung des Getreides in Scheuren oder Fiemen(Schobern) erfolgt, iſt der genaue⸗ ſten Unterſachung werth. Jeder, der in der Sache Richter ſeyn kann, verſchweige ſein Urtheil nicht. Wenn, auſſer der Erſparung der großen Kornſcheuren, und der dadurch ſo ſehr erleichter⸗ ten Anlegung neuer Wirthſchaftshoͤfe und Vor⸗ werke, noch anderweitige Vorzüge bey der Auf⸗ bewahrung des Getreides in Fiemen, und keine Nachtheile ſind, ſo iſt es die Pflicht eines jeden Patrioten, der dazu beptragen kann, die Einfuh⸗ an Bds. 1ſte Abtheil. N rung — 6„ — —— rung derſelben in ſeinem Vaterlande zu befordern. So gruͤndlich unſer Herr Verfaſſer dieſe Materie aus einander geſetzt, und die Haupt⸗Einwuͤrfe gegen die Fiemen, nach engliſcher Art angelegt, gehoben hat, und ſo wichtig ſeine Stimme in dieſer Sache iſt, da niemand, der ihn kennt, ihm Neuerungs⸗ ſucht vorwerfen wird: ſo ſind doch die Vorur⸗ theile gegen die Kornfiemen in Deutſchland ſo groß, daß es mir nuͤtzlich ſcheint, das, was der Koͤnigl. Baumeiſter Robert Beatſon den Vertheidigern der Aufbewahrung des Korns in Scheuren antwortet, hier im Auszuge ungefaͤhr mitzutheilen. Man ſagt, es ſey ſicherer, das Korn im Hauſe aufzubewahren, 1) weil es mit wenigern Koſten in der Scheure eingebanſet werden kann, als auf dem Fiemenhofe; 2) weil es dort beſſer geſichert iſt; 3) weil man es naͤher bey der Hand hat, wenn es gedroſchen werden ſoll.— Was den erſten Grund anbetrifft, ſo ſcheint er blos auf Einbildung zu beruhen; denn die Sorgfalt und Arbeit, welche das Banſen in der Scheure erfordert, wenn es anders ſo geſchehen ſoll, daß man das Ungeziefer abhalten, und die moͤg⸗ —— „———-——— c———.—„——. 8 ——— c——— —, le en en — 195— moͤglichgroͤßte Menge darin laſſen will, erfordert eben ſo viel, wo nicht mehr, Muͤhe und Koſten, als wenn man das Getreide auf dem Hofe auf⸗ ſetzt. Wie viel Zeit und wie viel Haͤnde gehoͤren dazu, um in großen Scheuren durch Zuwerfen und Zureichen der Garben von Hand in Hand ſie an den Ort ihrer Beſtimmung zu bringen!— Gewiß weit mehr, als zur Aufſetzung eines Scho⸗ bers erfordert wird. Die Bedachung kommt freylich bey dieſem hinzu; aber wenn ſie ſo leicht gemacht wird, wie ſie, um den Regen, ſo lange der Schober ſteht, abzuhalten, nur zu ſeyn braucht, ſo kommt die Arbeit ſehr geringe zu ſtehen. Das Stroh, was dazu verwandt wird, iſt keinesweges verloren, ſondern bleibt zur Ein⸗ ſtreuung voͤllig gut, ſchickt ſich vielleicht in den Miſt beſſer, wie friſches Stroh. Der zweyte Grund iſt völlig kraftlos, und der Vorzug offenbar auf Seiten der Schober. Wir haben das Getreide gegen Ungeziefer und gegen das Mulſtrigwerden zu ſichern. Erſteres kann ſich in gut angelegten Schobern weit weni⸗ ger einniſteln, als in Scheuren. Wenn auch eine feſt angelegte Banſe es aufangs in dieſen abhaͤlt, ſo gewinnt es doch Raum, ſobald die Vanſe N2 an⸗ — 196— angebrochen worden. Einen Weg in die Scheure weiß es ſich immer zu bahnen. Mulſtrig aber wird, nach allgemeiner Erfahrung, das Getreide in Schobern weit ſeltener als in Banſen. Man kann es daher immer etliche Tage fruͤher in einen Schober, als in eine große Scheure bringen, worauf bey einem mißlichen Erndtewetter ſo ſehr viel ankoͤmmt. Wenn das Getreide auch noch ſo trocken eingebracht worden, ſo fängt es doch nach einiger Zeit wieder an, naß zu werden und zu ſchwitzen. Man denkt daher bey Anlegung der Scheuren auf alle Weiſe darauf, ihnen einen uftzug zu verſchaffen, um dieſe Feuchtigkeit aus⸗ zutrocknen, und der Mulſtrigkeit zuvorzukommen. In den Schobern, die immer der freyen Lft ausgeſetzt ſind, hat dies keine Gefahr. Hat man urſache, wegen des Stehlens beſorgt zu ſeyn, ſo hat dies bey dem Schober hoͤchſtens nur in der kurzen Zeit des Abbringens Gefahr, wo man ihn leicht bewachen kann; aus den Scheuren kann auf mancherley Art etwas entwendet werden. Was den dritten Grund anbetrifft, ſo beant⸗ wortet ihn der Englaͤnder nur dadurch, daß die Vorzüuge, welche ſich aus allem ubrigen ergaͤben, dieſe Unbequemlichkeit bey den Schobern weit uber⸗ 2X—„—.———„— — ————— e— d m⸗ die en, eit uͤberwoͤgen, und daß er daher keiner Beantwortung beduͤrfe. Mich duͤnkt aber, er ſey ſo ganz un⸗ wichtig nicht; denn die Arbeit ungerechnet, welche das Einbringen der Schober in die Dreſchſcheure, wenn ſie derſelben auch ganz nahe ſtehen, verur⸗ ſacht, ſo wird dabey doch wohl viel Korn ver⸗ ſchuͤttet, welches zwar nicht gaͤnzlich fuͤr die Wirthſchaft verloren iſt, aber doch nicht aufs raͤthlichſte verwendet wird. Wenn nun zu der Zeir, wo man gern dreſchen will, und die Arbei⸗ ter nicht wohl anders beſchaͤftigen kann, eben Regen, Schnee oder Sturm einfaͤllt, ſo iſt das Einbringen eines Schobers oft unmoͤglich, oder doch mit vielem Verluſte und Unbequemlichkeit verbunden; und man ſieht ſich vielleicht genöthigt, dieſe Arbeit ganz aufzuſchieben. Kurz, dieſer Einwurf ſcheint mir derjenige zu ſeyn, welcher die genaueſte Erwaͤgung verdient. Man ſcheint auch in England ſeine Stärke gefuhlt zu haben, da die in einem Koͤnigl. Farm im Windſorpark aufgeſtellte Erfindung ſo großen Beyfall erhalten hat. Dieſe Erfindung einer leichten beweglichen Dreſchſcheure, welche an den danach geformten Getreideſchober angeſchoben wird, ſcheint auch mir alles zu leiſten, was man ver⸗ ** ⸗„ 3 ————-—z———— ——— —— bedeckt. Sie iſt 18 Fuß rheinlaͤndiſch lang. 17 — 198— verlangen kann, und den letzten Einwurf vollig zu heben. Dieſe Scheure iſt zuerſt in Pearce's View of the agriculture of Berklhire beſchrieben und abgebildet. Sie erregte die Aufmerkſamkeit der in der Vorrede erwähnten Reiſenden aus der Kurmark Brandenburg ganz vorzuglich, und von ihnen ruͤhrt nachfolgende Beſchreibung und die dazu gehoͤrige Zeichnung der Scheure her. Dieſe Zeichnung, Taf. 3, giebt eine deutliche Darſtellung, ſowohl der Scheure ſelbſt, als auch eines laͤnglicht⸗viereckigten Getreideſchobers. Der abgebildete iſt nicht auf einer Unterlage, wie ſonſt gewoͤhnlich, ſondern platt auf der Erde auf Reiſern errichtet; iſt mit einem Walm abge⸗ dacht, und unten an ſeiner breiten und an ſeiner Giebelſeite eingezogen. Die Scheure ſelbſt ruhet auf einer ſchmalen Schwelle, iſt von Brettern⸗ die über einander faſſen, leicht zuſammenge⸗ ſchlagen, und mit einem Dache von Schilf Fuß breit und 16 Fuß 8 Zoll hoch, bis unter das Dach. Unter den Schwellen ſind die klei⸗ nen ⸗ =,, 3— — E, S llig iche auch Der wie rde bge⸗ iner uhe tern, nge⸗ chil ntet klei nen . i— i E 3 2 6 hc n ⸗ ,—, — — nhe e,⸗——— 2, neh jeder die! wer in Stü in d die woz ohn kon⸗ bey von nen Achſen befeſtigt, worauf drey Räder auf jeder Seite gehen, welche auf hoͤlzernen Seleiſen, die laͤngs dem Schober gelegt ſind, fortgezogen werden.(Dieſe hoͤlzernen Geleiſe werden häufig in England angewandt. Es ſind entweder Stuͤcke Bauholz von 10 und 12 Zoll quadrat, in deren Mitte man eine Rinne ausgehöhlt hat, die gerade ſo breit und tief iſt, daß das Rad, wozu ſolche beſtimmt und eingerichtet ſind, darin, ohne anzuſtoßen oder auszuweichen, fortlaufen koͤnne; oder man ſetzt ſolche aus gehoͤrig ſtarken Bohlen zuſammen. In den Bergwerken, oder bey groͤßerem Maſchinenweſen, hat man ſolche von gegoſſenem Eiſen). Die bewegliche Scheure beſteht aus einer 12 Fuß 9 Zoll breiten Dreſchflur, und einem 7 Fuß breiten Beyſchlag oder Abtheilung zum bequemeren Herunterbringen des Getreides. Am Ende deſſelben iſt die Scheure wiederum mit einer leichten Wand zuſammengebunden, in deren Mitte ſich eine Oeffnung zum Herausbringen des Getreides befindet. Von dieſer Querwand an laufen die Seitenwände und das Dach noch 8 Fuß 3 Zoll weiter auf den Schober fort, und erleichtern das Anreiſſen und Herabbringen deſſel⸗ ben, — ————— — —— „ —.—— — 2c0— ben, indem ſolches unter Dach und Fach, alſo auch beym Regenwetter im Trockenen, geſchehen kann. Die Bedachung des Schobers darf nie eher und nicht weiter abgenommen werden, als ſolcher unter dem Dache der Scheure ſteht. Natuͤrlich muß die Hoͤhe, Breite und Form des Schobers mit der Scheure uͤbereinſtimmend, und in allen Dimenſionen etwas kleiner ſeyn; wes⸗ wegen es rathſam iſt, eine Schablone bey Er⸗ richtung deſſelben zu gebrauchen. Auch iſt es ſehr zweckmaͤßig, ein Fundament von 1 Fuß hoch und einen Stein ſtark aufmauern zu laſſen, ſo lang als die Schober ſeyn ſollen, um darauf die Geleiſe, in welchen die Räder der Scheure gehen, zu legen. Die Geleiſe muͤſſen ein be⸗ traͤchtliches laͤnger als die Scheure ſeyn. Hier ſind erſtere 44, und letztere 28 Fuß abgebildet und 64 Fuß veranſchlagt. Sie müſſen aus mehreren Stuͤcken beſtehen, damit beym Zuruͤck⸗ ſchieben das vorn leer gewordene Stuck hinten wieder angelegt werden kann. Ein Thorweg iſt nicht noͤthig, ſondern nur Thuren und Laden. Werden mehrere laͤngliche Schober dicht neben einander angelegt, damit die Scheure von einem zum andern gebracht werden könne, ſo iſt auch auch ein e Thür auf der Giebelſeite hinreichend, und die hier auf den breiten Seiten bezeichneten koͤnnen wegfallen. Alles übrige wird die Zeichnung deutlich machen. Die Scheuerflur iſt von Bohlen, womit die Dreſchtennen in England mehren⸗ theils ausgelegt ſind, dicht verbunden. Sobald ein Stůck des Schobers abgedroſchen worden, wird die Scheure weiter auf denſelben zuruͤckgeſchoben, und ſo nach und nach damit fort⸗ gefahren, bis der ganze Schober ohne Verluſt und Mähe abgedroſchen worden. Eine leichte Con⸗ ſtruction iſt alſo eine weſentliche Eigenſchaft der⸗ ſelben. Dennoch belaufen ſich die Koſien in England auf 30o bis 60 Guineen, oder goo bis 350 Thlr. Nach denen in der Mark Branden⸗ burg üblichen Preiſen verhalten ſich die Materia⸗ lien und Koſten polgendergeſtalt. ————— Die Scheune nach obiger Beſchrei⸗ An ſchlag von den Koſten zu einer beweglichen Scheune, 28 Fuß lang, 12 Fuß tief, 16 Fuß 8 Zoll hoch, von 6 Gebind mit Windſtreben, einem ganz leichten, 6 Zoll ſtarken Schilfdache, und mit Brettern bekleidet. Dazu wird erfordert: 0b 1) An Arbeitslohn: 1b Dem Zimmermann. Zwey Gleiſe von 4 Zoll ſtarken Boh⸗ len, 6 4 Fuß lang, zu machen, und dieſelben auf jeder Seite mit 2Zoll breiten und dicken Leiſten zu bele⸗ gen, und dieſelben mit tuͤchtigen eiſernen Naͤgeln zu befeſtigen und auf der ganzen Laͤnge mit 3 bis 4 Zoll Gefälle zu legen, à 1gGr.] 5 5— bung und beyliegender Zeichnung zu verbinden und zu richten, ſind 6 Gebind, à 1 Thlr. 16gGr. 3Pf.] 101 16 Seite ſ15 9 6 — c— — — Uebertrag Die ganze Scheune auswendig mit ſchwachen, rauhen, geſaͤumten und geſchmiegten Tiſchlerbrettern zu bekleiden, desgleichen den einer Giebel und die Tennewand, ſind 1324 Qu. Fuß, à 11 Pf. ⸗ Die Scheunflur zum Dreſchen, 19 Fuß lang, 16 Fuß breit, mit 1 ½ Zoll ſtarken geſpundeten Brettern zu dielen, ſind 304 Fuß, à 2 Pf. Drey Unterlagen zu fertigen und die Scheunflur zu legen, ſind 60 Fuß, à 3Pf. n Drey Axen, jede 19 Fuß lang, zu machen, unterzubringen und die Schwellen darauf zu befeſtigen, ſind 57 Fuß, à 6 Pfe. Zwey Thuͤren, 6 Fuß breit, 8 Fuß boch⸗ zu machen und inaſſ en, à 129Gr. ⸗ ⸗ Sechs Rollen, 1 Fuß 3 Zoll poch, 4 Zoll ſtark, von feſtem eichenem Holze zu ſchneiden, zu lochen und auf die Axen zu paſſen, à 89Gr. An zufaͤlligen Ausgaben u. Botenlohn Dem Zimmermann in Summe b[21 6 3 —15— 14 6 1—— —— 1L—— 30 5] 2 Dem Schmied: Zwey Thuͤren mit ſtarken Bändern, Stützhaken und Ueberwurf mit Stichkrammen zu beſchlagen, à 1 Thlr. 18 Ggr.„ Sechs Rollen mi Reifen und Buchſen zu beſchlagen desgleichen die Axen mit Blechen und Tragebaͤndern, 3 3 Thlr. ⸗ ⸗ 06 4 10b Dem Schmied in Summe Dem Decker: Das Dach 13 Zoll weit zu latten, Bandſtoͤcke zu machen, Vandwei⸗ den zu ſuchen, und daſſelbe mit Schilf oder Stroh 6 Zoll ſtark 1 recht tuchtig zu decken, und die Firſte mit Strohpuppen zu befeſti 5 gen, ſind 4½ Qu. R., à 12 96Gr. Summa per ſe Dem Maurer: Unter die beyden Gleiſe, jedes 6 4Fuß lang, 1Fuß hoch und 1Stein ſtark⸗ von Mauerſteinen in Kalk unter⸗ zumauern, ſind 128 Cubikfuß incluſ. Graben, à4 Pf. ⸗ Summa per ſe c 1 — 206— 222 Wiederholung der Ausgaben*5 an Arbeitslohn: Dem Zimmermann ⸗ ⸗ 5 Dem Schmied ⸗ ⸗ ⸗ 2112— Dem Decker ⸗— Dem Maurer ⸗ ⸗„ 1118 8 Arbeitslohn in Summa 53 20 10 2) An Materialien. Zehn Stuͤck Mittel⸗Kienen⸗Bauholz, à 2 Thlr. 12 gGr. ⸗ 25—— Davon 8 Stuͤck zu Halbholz zu ſchneiden, à 8 gGr. ⸗ 216— Davon 2 Stuͤck zu trennen, à 16 gGr.— ⸗ 1 8— Elf Stück zofußige Sägebloͤcke zu kaufen, à 2½ Thlr. ⸗ 2712— Davon 8 Stuͤck auf der Hand zu Tiſchlerbrettern zu ſchneiden, à 1 Thlr. 6 gGr. ⸗ 10,—— Davon 3 Stuck zu ſtarken Spund⸗ brettern zu ſchneiden, à 1Thlr.] 3—— Zwoͤlf Stuck Lattſtamme, à 12 Ggr.] 6—— dieſe zu ſpalten, à 2 9Gr. 1—— 1250 Stüͤck Mauerſteine, à1 Thlr. 1212— Seite] 89—— „ * Uebertrag Eine Tonne Kalk ⸗ ⸗ Vier Schock Stroh, à 2 Thlr. Ein Stuck rindſchaͤliges Holz ⸗ FunfzehnSchocktattnägel, à 5 gGr. An Materialien in Summa ſ103 An Arbeitslohn in Summa 535 15 20 — — —— — L0 Summa Summarum ſ159tro — 207— ch Um auch die Koſten in Riederſachſen nach den jetzigen hohen Material⸗ und Arbeitspreiſen zu beſtimmen, iſt folgender Anſchlag von einem 7 Werksverſtaͤndigen gemacht worden. E Koſten⸗Anſchlag . von einer beweglichen Scheure, 28 Fuß lang, 10 17 Fuß breit, 16 Fuß 8 Zoll hoch, von 6 Gebinden mit Sturmruthen, einem 6 Zoll dicken Schilfdache, und leichter Bretterbeklei⸗ dung an den Waͤnden. 3 1) Eichen⸗ und Tannenholz im Ankaufe. 3 1z 2 5 84 Fuß zu eichenen Gleisbohlen von* 14 Fuß, 4 Zoll dick, 14 Zoll 2 breit, à F.§ Gr. 112—— 168 Fuß zu 12 dergl. Leiſten von 14 Fuß, 2 Zoll Qu., à F. 1 Gr.] 42 4— 63 Fuß zu 3 dergl. Achſenhoͤlzer, ein⸗ ſtůmmig von 21 Fuß, 9 Zoll Qu. à F. 8 Gr..* 14— 56 Fuß zu 2 tannenen Seiten⸗ ſchwellen von 18 Fuß, 7 ZollQu., à 3 Gr. ⸗ ⸗ 424— Seite 35/—— Uebertrag 33 Fuß zu 2 Querſchwellen von 17 ½ Fuß, 7 Zoll Qu., à 3 Gr. 105 Fuß zu 6 Mittellagen von 17 ½ Fuß, 6 Zoll Qu., à F. 2 Gr. 165 Fuß zu 10 Staͤndern von 16 ½ Fuß Halbhoͤlzer, à F. 2 Gr. ⸗ 34 Fuß zu 2 dergl. von 17 Fuß, gleicher Staͤrke, à F. 2 Gr. 76 Fuß zu 4 Baͤndern von 19 Fuß, 4 Zoll Qu., à F. 1 Gr. 6 Pf. 35 Fuß zu 2 Bändern von 18 Fuß gleicher Starke, à F. 1Gr. 6 Pf. 34 Fuß zu Baͤndern von 17 Fuß gleicher Stärke, à F. 1 Gr. 6 Pf. 56 Fuß zu 2 Platten von 28 Fuß Zoll Qu., à F. 1 Gr. 4 Pf. 1o8 Fuß zu 6 Balken von 18 Fußf 6 Zoll Qu., à F. 2 Gr. ⸗ 13 0Fuß zu 10 Sparren von 13 Fuß am Gipfel 4 Zoll Qu., à 1 Gr. 32 Fuß zu 2 von 16 Fuß gl. Staͤrke, à F. 1Gr. ⸗ 64 Fuß zu 4 Sturmruthen von 16 Fuß 4 ZollQu., à F. 1 Gr. 6 Pf. 6 Qu. 0 4 cn 3 27 23 L2 — Seite 78/14] 4 c 1 Uebertrag 1Paar Schwapen von 26 Fuß, am Gipfel 3 Zoll geritzt, ⸗— 21— 35 Stück Latten von 17 Fuß, à St. 3 Gr.**. 233— 3o Stück Latten von 12 Fuß, à 2 Gr.] 124— 19 Stuck Vohlen von 19 Fuß 12 Zoll ſtark, à St. 24 Gr. 12 1224— 14 Schock Bekleidungsbretter von 17 Fuß„5 zöllig, à St. 9 Gr. 20—— 3 Schock dergl. rafüßige, à Schock ⸗ ⸗ 6—— Summe 122 8 4 2) Zimmerlohn. 34 Fuß eichene Bohlen zum Gleiſe auszuarbeiten, an jeder Seite mit 2 Zoll dicken und breiten Leiſten zu belegen, letztere mit eiſernen Nä⸗ geln zu befeſtigen, und die Gleiſe mit 3 biß 4 Zoll Fall auf der gan⸗ zen Laͤnge zu belegen, à Fuß 2 Gr.] 424— 63 Fuß eichene Achſenhoͤlzer zu berei⸗. ten und auf beyden Enden fuͤr die Rollen abzurunden, à Fuß 1Gr.] 127— Seite 615— O 2n Bds. rſte Abtheil.— ——— —— Uebertrag 951 Fuß Tannenholz auszuarbeiten und nach obiger Beſchreibung und beyliegender Zeichnung zu verbin⸗ den und zu richten, à Fuß 6 Pf. Die ganze Scheune auswendig mit rauhen, geſaͤumten und abge⸗ ſchmiegten Brettern zu bekleiden, desgleichen den einen Giebel und die Tennenwand, ſind 1324 OF. à 2 Pf.—*. Die Scheunflur zum Dreſchen, 10 Fuß lang, 16 Fuß breit, mit 1½ Zoll ſtarken Bohlen gefedert, zu belegen, ſind 304 OFuß, à 3 Pf. 2 Thuͤren, 6 Fuß breit und 8 Fuß hoch, mit tannenen Leiſten zu machen und einzupaſſen, fuͤr 96 OFuß Arbeitslohn, à OFuß 6Pf. 6 Rollen, 15 Zoll hoch, 4 Zoll ſtark, von feſtem eichenem Holze zu ſchneiden, zu lochen und auf die Aren zu paſſen, Holz und Arbeitslohn, à 18 Gr. ⸗ 2 Schwapen in ſchraͤger Richtung unter die Sparren her zu nageln, à 3 Gr. 6 ⸗ 05 65 29 6 Seite] 43]27 2 Uebertrag 1x Schock latten 5 Zoll weit auf⸗ zunageln, à 18 Gr. 2 Brodbretter anzubringen, à 4 Gr. ²— Pf..„. — 3 1 Summe 3) Mauer⸗ und Dachmaterialien, auch Arheitslohn. 1150 Stuͤck Mauerſteine, koſten mit der Anfuhr, à Hundert Thlr. 17 Gr.„ ⸗ — 6 Himten Kalk, à 12 Gr. 7 Pf. 2 Fuder Mauerſand, à 6 Gr. 6 Himten Kalk zu loͤſchen, à 4 Pf. Unter die beyden Gleiſe 84 laufende Fuß Fundament von Mauerſtei⸗ nen 1 Fuß hoch und breit in Kalk zu mauren, ſind 84 Cubikfuß incluſ. Aufgraben, à 6 Pf. 4 Schock Stroh, à 2 Thlr. 24 Gr. — rz Schock Schaͤchte, à 30 Gr. 2 Schock Weiden, à 1 Gr. 4 Pf. — — O D 9— — Seite[ 33ſasſ 5 O 2 Uebertrag 945 OFuß Strohdach, 6 Zoll dick, recht tuͤchtig zu machen, à S LPf. ⸗ ⸗ 310 1 23 laufende Fuß Firſten mit St puppen zu befeſtigen, à 4 Pf.]—111 4 Summe 3719 4) Schmiedearbeit und Rägel. 2 Thuͤren mit ſtarken Federheſpen, Stuͤtzhaken/Ueberwurf und Kram⸗ ye zu beſchlagen, à 1 Thlr. 6 Gr.] 212— 6 Rollen mit Reifen und Buͤchſen zu beſchlagen, desgleichen die Axen Blechen und 3 3 Thlr.—. 18—— 84 ge in die Leiſten der oun ap Pf. ⸗— 21— 12 dergl. in die Mittellager, à 6 Pf.]— 9— 20 dergl. in die Schwapen, à 4 Pf.]— 10— 12 Nagel in die Sturmruthen, à 1 Gr. ₰ ⸗ ⸗— 12— 3 Schock große Vodennägel zu den Flurbohlen, à 15 Gr. ⸗ 19— Seite 2 1— Uebertrag 10 Schock Brettnaͤgel. à 8 Gr. 5 Schock lattnägel, à 9 Gr. ⸗ Summe Wiederholung⸗ 1) Eichen⸗ und Tannenholz im Ankaufe ⸗ ⸗ ⸗ 2) Zimmerlohn ⸗ ⸗ 3) Mauer⸗ und Dachmaterialien, auch Lohn ⸗ ⸗ 4) Schmiedearbeit und Naͤgel p 1 8 9 8 S+ 6) Summe ſazohty] 3 **— Iz——— —— — Nachdem eine ſolche bewegliche Scheure auf einem Landgute in der Mark Brandenburg, wo⸗ ſelbſt jede als zweckmaͤßig anerkannte Erfindung ſo gern ausgefuͤhrt wird, errichtet worden, hat man beh ihrer Anwendung folgenden Mangel gefunden. Da das Stroh hier betraͤchtlich laͤn⸗ ger iſt, wie in England, wo man alles Winter⸗ getreide mit der Sichel in der Mitte des Halms abſchneidet, ſo iſt die Dreſchtenne viel zu klein, obgleich ſie 14 Fuß breit und 19 Fuß lang erbauet worden. Zwey darin angeſtellte Dreſcher ſind genoͤthigt, alle zwey Tage das Korn rein zu machen, was viel wirthſchaftliche Unbequem⸗ lichkeit hat. Dann iſt das Gebaͤude mit der angegebenen Hoͤhe von 16 4 Fuß auſſer Ver⸗ haltniß hoch geworden, erfordert daher, daß das Holz aus Halbholz, 6 Zoll ſtark, errichtet werde, wodurch das Ganze offenbar zu ſtark und zu ſchwer wird. Allen dieſen Maͤngeln koͤnnte aber abgeholfen werden, wenn man das Gebaͤude 20 bis 22 Fuß breit, aber nur in der gewoͤhnli⸗ chen Scheuerhoͤhe von 12 ½ Fuß erbauete, und dazu vierzolliges Kreuzholz anwendete. Eine da⸗ bey angebrachte Verbeſſerung iſt, daß man die Achſen unter den Schwellen ganz weggelaſſen hat, und ſtatt der Raͤder Kugeln gebraucht, die mit dem Gleiſe fortgeruͤckt werden. Auch iſt, ſtatt eines Sparrndaches, ein Bohlendach an⸗ ge⸗ he 4 i ———— enheh emee Mm ſi o ce eehene An W An—— X 6 S ⸗ h uume Muhhenen. „ 4 S W K S S S MM ——— —— ————— — 215— gebracht worden, wodurch das ganze Dach eine runde Form erhalten hat. Wenn es moͤglich wäre, in einem ſolchen beweglichen Schoppen eine gute Dreſchmaſchine noch anzubringen,— das auſſerhalb deſſelben befindliche Getriebe müßte freylich bey jedesmali⸗ gem Fortruͤcken abgenommen, und fuͤr ſich wei⸗ ter geruͤckt werden koͤnnen— ſo wuͤrde die Sache ganz vollkommen ſeyn. Wie ich hoͤre, hat der verdienſtvolle Hr. Prediger Peßler eine bewegliche Dreſchmaſchine ſchon zu Stande ge⸗ bracht. Die runde oder langlicht⸗viereckige Form ſol⸗ cher Getreideſchober oder Fiemen iſt von dem Herrn Verfaſſer beſtimmt angegeben. Auf der 2ten Tafel findet man eine runde, oder vielmehr keſſelfoͤrmige abgebildet, die entweder auf einem aufgemauerten Grunde, wie Fig. 1 zeiget, oder auf champignons ⸗ähnlichen Füßen(Fig. 3) ruhet. Man macht auch den Grund wohl acht⸗ eckig, bedeckt ihn entweder ganz mit Bohlen, oder 5— 2 ——————— 4 K 3 —2—— — 216— oder legt nur von einander entfernte Balken daruͤber, und quer uͤber ſelbige Stieffeln und Reiswerk. Eine laͤnglicht⸗viereckige mit einem Walm, oder eingezogener Giebelſeite, findet man auf der dritten Tafel neben der beweglichen Scheure abgebildet. Man kann ſelbige ſo lang machen, wie man will. Unten pflegt man die Schober einzuziehen, nach der Mitte zu ſich aus⸗ dehnen, und dann wieder ſpitz zulaufen zu laſ⸗ ſen, wodurch der Regen am beſten abgehalten wird. Ich fuͤge nur noch aus der Beſchreibung, die mehrerwaͤhnte Reiſende von der Errichtung der Schober an Ort und Stelle aufgezeichnet haben, folgendes hinzu: Die mit der Sichel in der Mitte des Halms abgeſchnittenen Weitzengarben werden dicht an einander feſtgepackt, und zwar die Aehren am aͤuſſern Rande inwendig, die uͤbrigen aber ſo gelegt und ſchichtweiſe uͤber einander gepackt, wie der Grundriß auf Tafel 4, Fig. a und c, zeigt. Von auſſen kommen alle Aehren nach innen zu, ſo daß bloß die Stamm⸗Enden heraus ſtehen. Von innen zu zu Y d 3 — ——— e— c— , t — 217— zu werden aber die Stamm⸗Enden nach der Mitte, und die Aehren nach auſſen zu gekehrt. Um dem Ganzen aber Feſtigkeit zu geben, wer⸗ den mitunter auch Schichten eingepackt, wo, wie auf Taf. 4 Fig. b, alle Aehren nach inwendig zu liegen. Dieſe Haufen werden dann ſehr nett abge⸗ harkt und abgezupft, ſo daß nicht eine Aehre herausſtehe, und kein Loch oder irgend eine Un⸗ gleichheit zu ſehen ſey. Dies geſchieht ſowohl gleich bey Einrichtung der Schober, als acht bis vierzehn Tage nachher, wenn, wie man im Deutſchen zu ſagen pflegt, das Gerreide ſich ge⸗ ſetzt hat, und zwar mit aͤuſſerſtem Fleiße und Sorgfalt. Um den Grund herum ſucht man den Boden ſehr rein zu erhalten, damit Ratten und Maͤuſe keinen Weg in den Schober hinein finden moͤgen. Die Groͤße der Schober iſt ſehr verſchieden. Man macht ſie von zehn bis funfzig und mehre⸗ ren Ladungen. Bey Gerſten⸗, Hafer⸗ und Bohnenſchobern muß das Packen und Feſitreten mit doppelter Sorgfalt geſchehen, da dieſe Getreidearten in England ſo, wie das Heu, behandelt, und nicht in 2 — „— in Garben gebunden werden. Bey dem nach⸗ maligen Zurechtziehen der Schober werden ſolche, 3 wenn es erforderlich iſt, mit dem Heumeſſer — beſchnitten, ſo daß ſie die gehoͤrige Form er⸗ halten. Zur Bedachung nimmt man die von den Sicheln ſehr hoch ſtehen bleibenden und nachher abgemaͤheten Weitzenſtoppeln, welche man in 1 England überhaupt zur Deckung leichter Gebaͤude gebraucht. Dieſe werden angefeuchtet, gerade gezogen, getrocknet, und damit vermittelſt Heu⸗ ſtricke ein ordentliches Dach auf den obern und zugeſpitzten Theil des Schobers gemacht. Das Stroh ſchließt feſt an, und werden die Heuſtricke vermittelſt eines Hakens recht feſt gewunden. Die Sorgfalt, womit man dieſe Schober anlegt, und die Gewandtheit und Uebung, womit man ihnen die regelmaͤßige Form und gleichmaͤßige Dichtigkeit giebt, und ſie alſo vor dem Eindrin⸗ gen des Regenwaſſers ſchutzt, unterſcheidet dieſe engliſchen Schober ſehr von denen, die man in Deutſchland errichtet. k) Um die in England jetzt für muſter⸗ haft gehaltene Einrichtung der Pachthoͤfe deutlich darzuſtellen, habe ich die 4te und 5te Tafel⸗ die aus den Communications to the Board of Agriculture genommen worden, hier beygefugt. Man hyaͤlt es, wenn der Platz es einiger⸗ maßen erlaubt, fur ſehr zweckmäßig, das Wohn⸗ haus ſammt den Nebenzimmern, worin Feuer gemacht wird, von den Wirthſchaftsgebaͤuden §o bis 60 Schritte zu entfernen, theils um der Feuersgefahr, theils um der Reinlichkeit und Kettigkeit willen. Dem Wohnhauſe giebt man⸗ wo moglich, die Lage nach Suͤden, und deckt die Giebelſeiten nach Oſten und Weſten gern durch Baäume und Gebuͤſch, wie auf der zten Tafel angezeigt worden. Nach der Hoſſeite zieht der auf Reinlichkeit haltende Farmer gern ein Stacket vor dem Hauſe hin, theils um das Vieh vom Hauſe abzuhalten, theils um einen gruͤnen oder mit Blumen beſetzten Platz vor ſeinen Fenſtern und Thüren zu haben. * ₰. — 220— Man ſieht auf dieſen Abbildungen die Schornſteine am aͤuſſerſten Ende der Giebelſeite herausgefuͤhrt. Dies iſt in England die herr⸗ ſchende Methode. Bauverſtaͤndige billigen ſie aber nicht, weil ſie das Gewicht an den äuſſern Wänden vermehren, leichter rauchen, und, mehr nach innen angelegt, etwas zur Waͤrme des Hau⸗ ſes beytragen. Die neueren landwirthſchaftlichen Baumeiſter in England nehmen bey legung der Wirthſchafts⸗ gebaͤude hauptſaͤchlich darauf Rückſicht, daß der Wirth oder vielmehr die Wirthinn, wenn ſie in ihrem gewoͤhnlichen Zimmer ſich aufhaͤlt, den ganzen Hof und den Eingang zu allen Gebaͤu⸗ den uͤberſehen koͤnne. Daher ſind die Gebäude ſo gelegt, daß die aus dem Fenſter des gewoͤhn⸗ lichen Zimmers gezogenen kinien in rechten, oder dieſem moͤglichſt nahe kommenden Winkeln auf dieſe Gebaͤude zuſtoßen. Wenn der Mann oder die Frau ſich hier aufhaͤlt, ſo kann ihnen nicht leicht etwas entgehen, was auf dem Hofe oder in dieſen Gebaͤuden geſchieht. Sie koͤnnen we⸗ nigſtens jeden aus⸗ und eingehen ſehen, alle vor⸗ fallende Unordnungen bemerken, und ſolchen zu⸗ vorkommen, ehe ſie zu weit einreiſſen. Die auf der Ften Platte zunaͤchſt am Hauſe befindlichen Ge⸗ S Gebäude ſind ſolche, welche die Wirthinn ſelbſt unter dem Schluſſel haͤlt. Nachſtehende Erklaͤ⸗ rung dieſer Tafeln wird dies alles deutlich genug machen. b ) d) ²) †) 8 Föüfte Tafel. Das Wohnhaus A enthaͤlt eine groͤßere Kuͤche, die füͤr den Sommer beſtimmt zu ſeyn ſcheint. So habe ich es wenigſtens in den ahnlichen Häuſern der Frieslaͤnder angetroffen. eine kleinere Kuͤche, fuͤr den Winter; das gewoͤhnliche Zimmer für den Hausvater und die Hausmutter; das Beſuchzimmer, die Speiſekammer, den Keller, die Vorvathskammer. Die Nebengebaͤude beſtehen in B u. C zwey Scheuren, wovon auch die eine ein Viehſtall ſeyn kannz D u. E zwey Staͤllen, F einem Heuſchoppen, F * 5„ ——,——˙————— — — — — 222— 6G einem Strohſchoppen, Hu. I zwey Wagenſchauern, K einem Kornhauſe, L Schweinekoven. In der Mitte des Hofes liegt ein kleiner Teich oder Viehtraͤnke. Sechste Tafel. Auf dieſer enthaͤlt das Wohnhaus A fol⸗ gende Zimmer: a) die Kuͤche, b) das gewoͤhnliche Zimmer, c) das Beſuchzimmer, d) ein Cabinet oder Comtoir, e) das Brauhaus. Die Anhaͤngſel oder Flügel: †) die Speiſekammer, g) den Keller, h) den Cyderkeller, i) den Bierkeller⸗ k) die Molkenkammer 1) die Vorrathskammer. * —————— —— Die Nebengebaͤude beſtehen in A einem kleinen Stalle, B einem großen Stalle⸗ C einer Geſchirrkammer, D einer Heukammer, E u. F zwey Wagenſchauern, G u. H zwey Scheuren, Iu. K zwey Strohſchoppen, L einem Kuhſtalle, M einem Ochſenſtalle, N einem Kornhauſe, O Schweinekoven. Gewoͤhnlich iſt der befriedigte Hof, auf wel⸗ chem die Kornſchober errichtet ſind, hinter den Scheuren auswaͤrts. Auf der 4ten Tafel ſind ſolche Schober jedoch auf der linken Seite des Wohnhauſes abgebildet. Von den oberen Stockwerken des Wohn⸗ hauſes iſt kein Grundriß beygefuͤgt, weil ſolche nur Schlafkammern zu enthalten pflegen. Wenn Wenn ich, wie ſchon oben geſagt iſt, weit entfernt bin, die engliſche Einrichtung der Ge⸗ baͤude und Hoͤfe allgemein und unbedingt zu empfehlen: ſo glanbe ich dennoch, daß von dem Einzelnen in dieſer Einrichtung nach Ortsver⸗ 1 haͤlmiſſen ein nuͤtzlicher Gebrauch gemacht wer⸗ den könne. Wenigſtens kann die Kenntniß der⸗ ſelben auf manche neue und fruchtbare Ideen leiten, um unſere ländliche Bauart zweckmaßi⸗ ger und ſparſamer einzurichten, ohne gerade den 11 Englaͤndern blindlings nachzuahmen. 1 Der Platz, welchen der Englaͤnder dem Wohnhauſe, ſelbſt auf kleineren Pachthöfen, an⸗ weiſet, iſt gewiß beſſer gewaͤhlt, als auf den meiſten neu bebaueten Guͤtern in Deutſchland. Hier muß man faſt immer über den Wirth⸗ ſchafts⸗ und Miſthof fahren, um zum Wohn⸗ hauſe zu gelangen. Die oft prächtige Fagade neuerer Landhauſer macht mehrentheils einen ſon⸗ derbaren Contraſt mit dem doch nie vollig rein zu erhaltenden Miſthofe;— einen Contraſt, der auch auf den eifrigſten Landwirth keinen angeneh⸗ men Eindruck machen kann. Ein Miſthaufen kann nie ein erwuͤnſchter Standpunkt ſeyn, um ein ſchoͤnes Gebaͤude zu betrachten, und immer werfen die Säulen eines ſtolzen Gebaudes einen herab⸗ würdigenden Schatten auf niedrige Viehſtaͤlle. Man eit — 225— Man hat daher haͤufig das herrſchaſtliche Wohn⸗ haus durch hergortretende Pavillons, Balluſtraden und decorirte Einfahrten abgeſondert. Hierdurch wird aber nur der Zweck, warum man das Wohn⸗ haus mit dem Wirthſchaftshofe in Verbindung ge⸗ ſetzt hat, vereitelt; der Uebelſtand bleibt, und man kann dennoch mehrentheils nur uͤber den Wirth⸗ ſchaftshof zum Wohnhauſe gelangen. Der Eng⸗ laͤnder vermeidet dies alles, indem er das Wohn⸗ haus mit ſeiner Hauptfqade nach der Straße zu richtet; es ſey nun, daß er es unmittelbar an ſelbige ſetze, oder einen Luſtplatßz(Pleafure- ground), einen Vorhof(court yard), vor dem Hauſe anlege. Hinter dem Wohnhauſe liegen aber die Wirthſchaftsgebaͤude, in einer größern oder weitern Entfernung, in einem ge⸗ ſchloſſenen runden oder viereckigen Hofe herum. Wollen die Bewohner des Hauſes die Wirthſchaft mit eigenen Augen uͤberſehen, ſo nehmen ſie ihre Wohnzimmer nach der hintern Seite heraus. An dieſer hintern Auſſenſeite wurde ich alle Ver⸗ zierungen vermeiden, und ſie mit den Wirth⸗ ſchaftsgebäͤuden in Uebereinſtimmung zu ſetzen ſuchen. Eo iſt nicht gut, daß ein Knecht oder eine Viehmagd die von ihnen vielleicht zu hoch angeſchlagene Pracht eines Gebäudes anſtaune, einen Schwarm von Livreebedienten und ſchoͤn aufgeſchirrten Pferden oft vor Augen habe, und an Bds. ſte Abthell. P die — 226— die in praͤchtigen Equipagen verachtungsvoll vor ihnen vorbey, dem Wohnhauſe zueilenden Beſuche ſehe. Prunk und Wirthſchaftlichkeit muͤſſen, — andere Gruͤnde zu verſchweigen— wenig⸗ ſtens dem Anſcheine nach⸗ getrennt ſeyn. Durch jene Einrichtung wird dies erreicht. Wir ſind ſeit einiger Zeit mit einer ſolchen Menge von Ideen und Vorſchlagen zu Gartenge⸗ bäuden und Gartenanlagen uͤberſchwemmt wor⸗ den, daß man glauben muß, die Abſicht ſey, ganz Deutſchland in einen Luſtgarten zu verwandeln. Wenn es mit dem Bauen und Anpflanzen ſo leicht gienge, wie mit dem Erfinden und Kupferſtechen, ſo waͤre das nicht unmoͤglich. Nun aber wird es wohl bey dem guten Willen der Gartenſcenen⸗ Maler und ihrer Verleger bleiben, und wir werden— zumal unter den gegenwaͤrtigen Con⸗ juncturen— die meiſten romantiſchen Garten⸗ gebaͤude wohl nicht anders, als auf dem Papiere, oder, mit einer guten Einbildungskraft, im Monde ſehen. Mehr Gluck koͤnnen ſich gute Ideen zu laͤndlichen Wohnhaͤuſern, in Verbin⸗ dung mit Wirthſchaftsgebaͤuden, verſprechen, wenn Zweckmaͤßigkeit mit Geſchmack, Bequem⸗ lichkeit mit Erſparung, Manchfaltigkeit in Anſe⸗ hung der Beſtimmung mit Harmonie im Anblick, vereinigt waͤre. Das Problem das Schoͤne mit dem dem Nuͤtzlichen zu vereinigen, ohne um des erſtern willen den Koſtenaufwand zu ſehr zu vermehren, ließe ſich, ſo ſcheint es mir auch hier wohl aufloſen. Nur muß ich geſtehen, daß mir der alte Schoͤn⸗ heitsbegriff— die Uebereinſtimmung aller Theile zum Zwecke des Gan⸗ zen— noch feſt im Kopfe ſitzt. Ich weiß wohl, daß die Nutzbarkeit gar nicht in Anſchlag kom⸗ men ſoll, wenn man einen reinen Begriff von Schoͤnheit aufſtellen will. Aber wir andern Landwirthe ſind einmal ſchlechte Aeſthetiker, und koͤnnen nichts ſchoͤn finden, was ganz zwecklos iſt, oder doch nur einen kleinlichen augenblicklichen Zweck hat. Artig, niedlich, poſſirlich, oder auch auffallend, yrichi bewundernswerth, nennen wir das wohl, aber nicht ſchoͤn. Auch habe ich gefunden, daß es den meiſten natuͤrlichen Men⸗ ſchen, die keine Landwirthe, aber ſonſt wohlerzo⸗ gene Menſchen ſind, eben ſo gehe. Einen gut angelegten Wirthſchaftshof, eine nette Kathen⸗ wohnung ſahen ſie jedesmal mit neuem Vergnu⸗ gen an; vor einem prachtvollen Gartentempel, einer auffallenden Grotte, giengen ſie, nachdem ſie ſie ʒzum erſtenmale aus allen Kraͤften bewundert und geruͤhmt hatten, zum zweytenmale kalt vor⸗ uͤber. Da ſteht, ſagen ſich die Luſtwandelnden, der Tempel der Freundſchaft, der Liebe, des ,„des Vaterlandes, des Sieges, der P 2 Sonne! 228— Sonne!—„Was macht er da?“ ſchwebt gewiß manchem auf den Lippen. Staͤnde ein wohleingerichtetes Haͤuschen fuͤr eine fleißige, zu⸗ friedene Familie an der Stelle— wahrlich, die Freundſchaft, die Liebe, der Ruhm, das Vater⸗ land, der Sieg, und wohl gar die Sonne, ge⸗ woͤnnen mehr dabey! Kurz, wer die Sache ver⸗ ſteht, gebe uns Landwirthen Ideen zu Wirth⸗ ſchaftsgebäuden, die ſchoͤn ſind nach unſerm altmodiſchen Schoͤnheitsbegriffe! Wer Zeichnungen und Aufriſſe von einfachen und geſchmackvollen Wirthſchaftsgebäuden und Landhaͤuſern, nach engliſcher Art, zu ſehen wänſcht, dem empfehle ich: The country gentle- man's architect, London 1791, welches Buch 32 Kupfertafeln enthaͤlt, und in Taylors architectoniſchen Buchhandlung fuͤr 10 Schill. bPence, ungefaͤhr 3 Thlr. 4 gGr., zu haben iſt. Bemerkungen uͤber engliſchen Ackerbau, und Tagebuch eines deutſchen Landwirths, vom zten April bis zum 26ſten September 1793, auf einem Farm in Nottinghamſhire gefuͤhrt. ——————— Dieſer Farm machte, nebſt noch einem andern, das kleine Dorf Kingſton aus, nahe bey Kegworth in Nottinghamſhire, und er⸗ ſtreckte ſeine Laͤndereyen läͤngs dem Bache Bruck bis gegen Sutton und Eaſt⸗Leak, indeſſen die Wieſen derſelben nach dem Fluſſe Soar zu lagen. Die Wohnung des Herrn Stockes, Beſitzers dieſes Farms, iſt an dieſen Wieſen ge⸗ bauet, indeſſen die ganze Feldmark eine hohe, flache, kaum durch wellenfoͤrmige Erhoͤhungen unter⸗ — 230— untermiſchte Ebene bildet, die nur gegen Sutton zu fortlaͤuft, und auf allen andern Seiten von ſ Wieſen und Riederungen umgeben iſt. Der Boden iſt, im Allgemeinen betrachtet, nur leicht 3 und mittelmaͤßig, ſelten lehm-artig, und oͤfters mit ſchlechtem Flug⸗ und grobem Mauerſande ge⸗ — miſcht; Kalkerde iſt nirgends vorhanden, und ſelbſt unter der guten Oberflaͤche ſteht auch aller⸗ warts Mauerſand(Gravel). Die leichte Damm⸗ erde iſt durchgehends gelblich von Farbe, und nur 4 einer kleinen Stelle in den Wieſen ſchwaͤrzlich. Dieſe waren, nach der Soar zu, ſtrenger Thon, und auf der andern Seite leichter Sandboden, den blos niedrige Lage und kuͤnſtliche Bewäſſerung zu mittelmaͤßigen Wieſen machten. Die Feld⸗ mark betrug etwas uͤber 400 Acre Land, wovon ungefaͤhr 48 bis 50 Acre einſchuͤrige Wieſen, die bis den 15ten April behuͤtet wurden, und 20 Acre beſtaͤndige Huͤtung in ſauern und halb unfruchtbaren Bruͤchen waren. Die uͤbrigen 330 bis 350 Acre ſind durch wilde buſchigte ¹ Hecken in 12 Felder(Cloſes) getheilt, deren 31 Groͤße verſchieden iſt. Im Ganzen lag bey Be⸗ wirthſchaftung dieſer 13 Felder eine ſechsfeldrige Wirthſchaft, oder vielmehr ein nach 6 Jahren ſich wieder erneuernder Umlauf der Wirthſchaft (Courſe of husbande y) zum Grunde. Da aber der engliſche Farmer ſich nie an eine feſtgeſetzte Re⸗ — 237— Regel durchaus bindet, ſondern nach Beſchaf⸗ fenheit des Bodens und der Umſtaͤnde bald ſo⸗ bald anders, ſeine kleinen Felder bearbeitet, ſo läßt ſich keine genaue Tabelle nach Art der Koppelwirthſchaften angeben. Die Regel wan, daß man auf jedem Felde im xſten Jahre Weitzen, im aten Jahre Hafer und Erbſen erndtete, und unmittelbar in deren Stoppel Rapſaamen oder Winterwicken ſaͤete; im Zten Jahre dieſe gruͤn zum Viehfutter ab⸗ maͤhete oder abhütete, dann aber dieſes Feld mit Erdtoffeln, Turnips oder Kohl beſtellte, welche im Winter als Viehfutter benutzt wurden; im gten Jahre Gerſte mit Klee und Raygras ſaete, und dieſe im Sten und bten Jahre nur abhutete, da man den Boden zum Maͤhen des Klees nicht fett genug hielt. In 2— — 0 — C5 In dieſe Kleeſtoppel ward nun wieder Weitzen geſaͤet, und damit der Umlauf von vorn ange⸗ fangen. Nach Beſchafſenheit des Miſtvorraths wurde entweder im 3ten Jahre zu Erdtoffeln und Kohl, oder im 4ten auf der Gerſtenſtoppel der junge Klee gemiſtet. Von dieſer Regel wurde im Jahre 1793 nur in einigen, im Verfolge des Journals angemerkten, Kleinigkeiten und darin abgewichen, daß man auf eine Stelle noch Gerſte ſäete, wo eigentlich Hafen ſtehen ſollte. Von den 12 Feldern trugen: 3 Weißen, 2 Gerſte, ¹ 1 Hafer und Erbſen, 7 Feldfruͤchte, und 4 waren Weide. —— 12 — 15 Eine Verſchiedenheit in der Zahl der Felder, die dadurch entſtand, daß ſolche unter einander alle von verſchiedener Groͤße waren, und ein jedes weder genau vz, noch 4 der Feldmark in ſich faßte. An An PViehſtand befand ſich auf dem Farm 8 Pferde. Zo milchende Kuͤhe, 10 Fettkuhe, 30 Stuͤck junges Vieh, 3 oo Schaafe und Läͤmmer, Etwas Schweine⸗ und Federviehzucht. Zum Betrieb der Haus⸗ und landwirthſchaft oMägde, 3 Ochſenjungen, 6 Tageloͤhner, und 5 bis 6 Weiber, die bey den Pferden Knechtsdienſte verrichteten, und zu aller andern Arbeit, bald alle, bald zum Theil ge⸗ braucht wurden, da keine eigentliche Knechte und, wie uͤberhaupt in England, keine Hof⸗ dienſte vorhanden waren. Nur das Sicheln des Wintergetreides in der Erndte geſchah durch andere Arbeiter, und der Farmer ſelbſt, ſowohl als zwey bey ihm lebende, der Landwirthſchaft Befliſſene, verrichteten nebſt der Aufſicht uͤber die andern Arbeiter, auch eigenhaͤndig mehrere Arbeiten, als z. B. Pflügen, Saͤen, Schober⸗ ſetzen, u. ſ. w. 5„*. 2 1* ——————————————*—. ₰ ⸗ 4* *„*„ — Den Zten April 1793. z daher die bisher auf dem Turnips geſtandenen Der Schnee war auf dem warmen Boden geſchmolzen; doch konnte nicht gepfluͤgt werden, weil das Erdreich zu naß war. Es wurden Schafhorden nach dem mit Rapſaamen a) be⸗ ſaͤeten Felde gefahren, und ein Haferſchober nach der Scheune zum Dreſchen gebracht, weil man fuͤr die Pferde Hafergarben zum Sneide brauchte. Den ten April. Das Land, wo bisher die Turnips durch das Schaf⸗ und Rindvieh ausgehuͤtet worden, 5 wurde zur einfaͤhrigen Gerſtenſaat gepflüget; die von dem Viehe nicht aufgefreſſenen großen Stuͤcke und alle Turnips, die noch den gruͤnen Keim hatten, und wieder ausſchlagen konnten, zu⸗ a) Rapſaamen wird naͤmlich haͤufig in die Stoppel gleich nach abgeerndtetem Getreide geſäet, und im Fruͤhjahre abgehoͤtet, worauf dann Turnips, Kohl oder Kartoffeln in dieſes Feld kommen. Vergl. folgenden Aufſatz uͤber eine ſechsfeldrige Wirthſchaft. — 235— zuſammen getragen, auf Wagen nach der Weide des guſten Viehes gebracht, und daſelbſt ausge⸗ ſtreuet. Die bisher auf einer naſſen Wieſe ge⸗ huͤteten Mutterſchaafe wurden nach einem trocke⸗ nen Felde gebracht, und dort auch Turnips für ſie hingeworfen. Den Ften April. Das geſtern gepfluͤgte Land ward mit Gerſte beſäͤet, dieſe eingeegget, und indeſſen mit dem Pflugen fortgefahren.— Das Eggen geſchieht in der Art, die wir langziehen nennen. Zwey Eggen ſind neben einander zuſammen ge⸗ kettet, und zwey Pferde, die gleichfalls neben einander ſgehen, an der Ecke der einen Egge an⸗ geſpannt. Den öten April habe ich eigenhaͤndig Gerſte geſaͤet, die gleich eingeegget ward, und Gerſtenland ge⸗ pfluget. Der Hafer war ſchon groͤßtentheils zugeſaͤet; auf einigen thonigten Stellen aber war dies nicht geſchehen, und da ſolche fein gereinigt werden ſollten, wurden Quecken daxauf zuſammenge⸗ harkt und ſogleich verbrannt. Den —— 3 . 7 ——————— Den gten April Die in den voxigen Tagen auf einen, aus grobem Sande beſtehenden Verg(gravel) ge⸗ ſuͤete Gerſte ward gewalzet. Den oten April. Noch Turnipsland zur Gerſteſaat gepfluͤget, 1 eigenhaͤndig Gerſte geſaͤet, die ſogleich eingeegget wurde. 1 Das Waſſer aus der Bruck auf eine Wieſe gelaſſen⸗ Ein Stuͤck Acker, wo man einige Buſhel Weitzen mit der Drillmaſchine zur Probe geſäet hatte, wurde mit dem Scarificator d) ge⸗ reiniget. Den b) So nennt man naͤmlich die Pferdehacke, wenn ſolche Eiſen eingeſchoben werden, die die Erde zwiſchen den Kornreihen nur aufkratzen, nicht anwerfen. Den roten April. Das uͤbriggelaſſene Haferland(ſ. d. 6ten) geegget, die Quecken abgeharkt und ſogleich ver⸗ brannt. Den rten April. Das eigentlich zu Hafer beſtimmte Feld wurde zum drittenmale zu Gerſte gepfluget. Den 12ten April. Eigenhaͤndig auf drey Fahren Gerſte geſäet, gleich untergeegget, und mit dem Pfluͤgen fort⸗ gefahren. — Den 13ten April. Daſſelbe gethan, und die Ouecken von der Saat geegget. * Den 15ten April. Ganz daſſelbe gethan. Den 16ten April⸗ Nichts angemerkt. — 238— Den 17teu April. Gerſtland gepfluͤgt, beſaͤet und geegget. Turnips ausgehackt fuͤr die auf dem Stalle ſtehenden Fettkühe. Vierzig Stuͤck Laͤmmer gehammelt. Der zu den Schfergeſchůſten gebrauchte Tageloͤhner verrichtet die Operation mit den Zähnen. Die⸗ ſer Menſch verrichtet jede andere Arbeit, und ſieht nur, wann es die Zeit erlaubt, zweymal des Tages nach den allein auf der Weide herum⸗ gehenden Schafen. Den 18ten April. Nichts angemerkt. Den I9ten April. Gleichfalls. Den 2oſten April. wurden die Fetthammel gewaſchen. Ich be⸗ ſuchte einen großen Getreidemarkt zu Notting⸗ ham, wo ich aber gar keine beladene Wagen fand; die Kaͤufer und Verkaͤufer verſammeln ſich auf einem dazu beſtimmten Platze; letztere bringen Proben mit, nach denen der Handel geſchloſſen, und 23— und der Tag feſtgeſett wird, wo das Getreide abgeliefert werden ſoll. Bey dieſer Gelegenheit ſahe ich zugleich ſchoͤne Hengſte, welche auf dem Markte ausge⸗ ſtellt werden, damit die Laͤndleute denjenigen ſich ausſuchen können, zu dem ſie ihre Stuten ſchicken, oder den ſie zu ſich wollen kommen laſſen⸗ Den 22ſten April. Den Hafer dreyfaͤhrig geſaͤet(ſ. den öten), und Quecken ausgeharkt. Der Bulle wurde zu den Fettenkuͤhen gelaſ⸗ ſen; dies geſchieht zwey bis drey Monate, ehe die Kuͤhe geſchlachtet werden, weil ſie alsdann beſſer zunehmen ſollen. Den 23ſten April. Zu Gerſte gepfluͤget.— Alle Gerſte wird obenaufgeſaͤet und ſo⸗ gleich untergeegget. Auch wurden Turnips ausgehackt, und der⸗ gleichen aus einem Fleck Weitzenſaat ausgeriſſen, wo ſolche im vorigen Herbſt ſo fruͤh waren aus⸗ gehuͤtet worden, daß man, ſtatt, der Regel ge⸗ maͤß, im Fruͤhjahre Gerſte darauf zu ſäen, Weitzen geſaͤet hatte. Auf ———————— —* — — — 7 F —.— 8 33 Auf der Weide ward der vom Pieh ver⸗ 3 lorne Miſt auseinander geworfen. Den 2Iſten April. Gerſte auf dreymal gepfluͤgtes Land geſäet, und dergleichen Land gepfluͤgt. Den 25ſten April. Ein Stuck Land, was im vorigen Jahre Kohl getragen hatte, zum zweytenmale zu Gerſte gepflugt. Der Vulle wurde unter die Kuhe gelaſſen⸗ Den z6ſten April. Turnipsland zu Gerſte einmal gepfluͤgt. Den 27ſten April. 1 Richts angemerkt. Den zoſten Bpril. Eigenhaͤndig Gerſte geſäet, auf Kohlland zweyfaͤhrig, auf Turnipsland einfahrig. Auf einer naſſen Stelle von der Regel abgewichen⸗ und mit der Gerſte ſogleich den Klee⸗ und Gras⸗ — 241— Grasſaamen geſaͤet, weil die Pferde beym zwey⸗ ten Eggen den feuchten Boden ſo in den Grund wuͤrden getreten haben, daß die Gerſte nicht wie⸗ der gekommen waͤre. Den Zoſten April. Turnipsland zu Gerſte gepfluget. Den rſten May. Daſſelbe gethan. Die Fetthammel durch eigene Leute geſchoren, und 30 Stuck zu 44 Schillinge verkauft. Den zten May. Eigenhaͤndig Gerſte geſaͤet. Den Zten May. Ein Stück Land, wo bisher Rapſaamen ab⸗ gehuͤtet worden, zum erſtenmal zu Erdtoffeln ge⸗ pflůget. Erdtoffeln zum Pflanzen in Stucke ge⸗ ſchnitten. an Bds. rſte Abtheil. Den 4ten May. Gerſte gewalzet, und auf die am 2ten geſäete Gerſte Klee⸗ und Grasſaamen geſaͤet, weil der Boden naß war. Den oten May. Das Erdtoſſelnland geegget, zum zweytenmal gepfluͤgt und gleich wieder geegget. Die vor vier Wochen geſaͤete Gerſte gewalzt. Sie war voͤllig 22 Zoll lang. Den 7ten May. Rapsland zum erſtenmal zur Turnipsſaat gepfluͤget. Den gten May. Auf die vor vier bis fuͤnf Wochen geſaͤete Gerſte eigenhaͤndia Klee⸗ und Grasſaamen geſaͤet. Auf den Weißen(ſ. d. 23ſten April) Klee ohne Grasſaamen geſaͤet, weil dieſes Land im fol⸗ genden Jahre Klee⸗Heu liefern, und dann mit Rapſaamen oder Winterwicken zum Abhuͤten be⸗ ſaͤet werden ſollte; worauf im zweyten Jahre Feldfruchte, und im dritten Gerſte gebauet werden wird, wird, und man alſo mit dieſem Stuͤcke von der oben angegebenen Regel gleichfalls abwich.. Den oten May. Nichts angemerkt. Den roten Mah. Rapoland gepfluͤget. Klee⸗ und Grasſaamen auf der Gerſte unter⸗ geegget; die noch etwas junge Gerſte, in Erman⸗ gelung von holzernen Eggen, mit der Buſch⸗ egge geegget. Dies iſt eine Horde, die mit Dornen beflochten wird. Die Kohlſtruͤnke von der Gerſte geſam⸗ melt und in den Miſt abgefahren. Auf den Weidewieſen und im Weißen Diſteln geſtochen. 1 Den 11ten May. Den Kleeſaamen auf dem Weißen eingeegget. Zu Turnips ein Stuͤck Land gepfluͤget, was im vorigen Jahre Hafer getragen hatte, und wo im Winter hatte Rapſaamen ſtehen ſollen. Da es aber ſehr voller Quecken geweſen, ſo hatte Q 4 man — —.—————— „ man es im Herbſt nur geſtuͤrzt⸗ und wollte es nun drey⸗ bis viermal pfluͤgen(braachen), damit alle Quecken herauskommen ſollten. Das Erdtoffelnland gewalzt, die Eggen hin⸗ ten an die Walze gebunden, und drey Pferde vor⸗ geſpannt. Die Quecken vom Erdtoffelnlande geharkt. Den 13ten May. Das geſtern erwaͤhnte Land zu Turnips ge⸗ pfluget. Quecken vom Erdtoffelnlande geharkt. Den 14ten May wurde Gerſte gewalzet. Ich ſahe auf der andren Farm, welche Hr. Stockes zu Woodhouſe inLeiceſterſhire beſißt, und ſein aͤlteſter Sohn bewirthſchaftet, einen verborgenen Graben(Naßgallen, Ackerfontanelle, Drain) anlegen. Die Tiefe deſſelben wird nach dem Rivellement beſtimmt; die Breite iſt oben und unten ungefaͤhr zwey Fuß. Die Sei⸗ ten werden mit Dornen ausgeſetzt, die man auf den Enden auf und etwas ſchief ſtellt, oben aber ſo weit fehlen laͤßt, daß man ſie mit dem Pfluge nicht nicht beruͤhrt. Iſt eine feſte und zaͤhe Gruſe vor⸗ handen, ſo wird der erſte Stich ber den Graben gelegt; in Ermangelung derſelben nimmt man hiezu Stroh, damit die daräber geworfene Erde nicht in die Dornen falle. Auch ſahe ich eine Feldziegeley, wo auf bei⸗ den Seiten gefeuert wurde. Den 15ten May. Erdtoffelnland zum drittenmal gepfluget. Den röten May. Erdtoffelnland geegget. Aus Weitzen, der ſchon uͤber einen Fuß lang war, Unkraut heraus⸗ geegget. Den 17ten May. Zu Turnips gepfluͤget; Gerſie gewalzet, die beynahe zwey Zoll lang war. Man walzet jeder⸗ zeit queeruͤber. Den 18ten May. Erdtoffeln geſetzt, wie ſie in Deutſchland ge⸗ ſetzt werden: eine Fahre um die andere; der Miſt Miſt wird unten in die Fahre gelegt; die Erd⸗ toffeln darauf. Die Erdtoffeln ſind ſo geſchnitten, daß ſie ein Auge haben, und werden immer 6 bis 8 Zoll aus einander gelegt; die Pferde gehen in der Fahre, wo noch nichts geſetzt iſt, nicht da, wo der Miſt und die Erdtoffeln liegen. Den 2oſten May. Rapsland auf den niedrigſten Stellen, und zwar zu Kohl, gepflüget. Erdtoffelnland vor dem Pflanzen gewalzet und geegget. Den 2rſten May. Erdtoffeln geſetzt nach folgender Methode: man pfluͤget eine Fahre hinunter, und dieſelbe wieder herauf, damit ſie tief genug wird; dann wird Miſt in die Fahre gelegt, und nun pfluͤget man eine andere Fahre drey Fuß von dieſer ab, und kommt in derſelben wieder zuruͤck, und ſo immer weiter. Auf den Miſt werden die ge⸗ ſchnittenen Erdtoffeln einzeln und ſechs Zoll aus einander gelegt; alsdannpfluͤgr man zwiſchen den belegten Fahren wieder hinauf und herunter, und wirft dadurch die Erde ſo auf beiden Seiten in die Fahre, wo der Miſt und die Erdtoffeln liegen, als man — 247— man gewöhnlich thut, wenn man einen hohen Ruͤcken zuſammenpfluͤget. Den 22ſten May. Nach dieſer Methode Erdtoffeln geſetzt. Ich muß hierbey bemerken, daß ich es fur beſſer halten* wuͤrde, die Fahren zuerſt aufzupfluͤgen, dann den Miſt überzufahren und ſogleich in die Fahren zu legen. Denn wenn, wie hier geſchieht, der Miſt ſchon vorher aufgefahren iſt, und auf einerSeite der Fahre liegt, ſo macht es mehr Arbeit, und er⸗ fordert ein Pflug vier engliſche Arbeiter zum Miſt⸗ einlegen, und vier andere zum Erdtoffelnſetzen. Den 23ſten May. Diſteln im Weitzen ausgeſtochen. Einen Weitzenſchober in die Scheure gefahren. Den 24ſten May. Das Land zu Turnips geegget. Den 25ſten May. Zu Kohl das Land gewalzet und geegget. Rapsland zum zweytenmale zu Turnips gepfluͤ⸗ get. Diſteln geſtochen im Weitzen. Den Pfählen feſtgemacht, darauf Stroh gelegt, und Den 27ſten May. Das den xten erwaͤhnte Land zum zwey⸗ tenmal zu Turnips gepfluget. Den sſten und 29ſten May. Nichts angemerkt. Den Zoſten Mah. Zu Woodhouſe eine Chauſſee auf fol⸗ gende Art machen ſehen: auf den Seiten lau⸗ fen halbe Graben, aus denen die Erde ſo auf den Weg geworfen wird, daß in der Mitte deſſel⸗ ben eine Vertiefung entſteht; in dieſer werden Dornen oder hartes Strauchholz mit kleinen auf dieſes der Moͤrtel oder Steine, die zerſchla⸗ gen werden(uͤber alles, was den engliſchen Chauſſeebau betrifft, ſiehe Marſhall of the Midland-Counties im erſten Theile). Den 31ſten May. Das als Braache behandelte Land(ſ. den IIten) gewalzet. Den — 249— Den 1ſten Juny. Weitzen von Diſteln gereiniget. Als ein Mittel wider den Brand des Weitzens wird in dieſer Gegend ein Salzwaſſer, ſo ſtark, daß es ein Ey traͤgt, gemacht, der Weitzen, den man am andern Tage ſaͤen will, die Racht über darin eingeweicht, am Morgen beym Herausneh⸗ men mit ſo viel Kalk vermiſcht, daß er trocken wird, und gleich geſäet werden kann. Den Zten Juny. Das zu Kohl beſtimmte Land zum dritten⸗ mal gepfluͤget. Den 4ten Juny. Kohlland zum drittenmal gepfluͤget und ge⸗ egget. Weitzen gejaͤtet. Den Ften Juny. Kohlland gewalzet und die Egge hinten an die Walze gebunden. Den — 250— Den ö6ten Juny. Das als Braache behandelte Land zu Turnips zum drittenmale gepfluͤget. Wenn die Sonne und recht trockenes Wetter die Quecken ausgedoͤrret haben, ſo, meynen einige hieſige Wirthe, brauche man ſolche nicht abzuharken, ſondern koͤnne ſie unterpfluͤgen: als verfault duͤngten ſie den Acker, und wenn ſie vollkommen durchgetrocknet waͤren, ſchluͤgen ſie nicht wieder aus. Die Schafe bey Froſtwetter auf die Saat zu jagen, halten hieſi⸗ ge Wirthe aus dem Grunde fur ſchädlich, weil die Spitzen der Stengel und Blaͤtter, die ſie ab⸗ beiſſen, ſo zu ſagen, bluteten, und alſo der wie⸗ der darauf kommende Froſt deſto eher eindrin⸗ gen und die Pflanze toͤdten koͤnnte. Den 7ten Juny. Nichts angemerkt. Den gten Junh. Das Braachland(ſ. d. Ixten May) gewal⸗ zet und geegget. Den roten, IIten und 12ten Junh. tichts angemerkt. ——„—.— —— Den I3ten Juny. Miſt gefahren zum Kohl, vom Wagen ge⸗ ſpreitet und ſogleich untergepflüget. Drey Frauen zogen 62 00 Kohlpflanzen auf, die im Auguſt des vorigen Jahres in die Hafer⸗ ſtoppel waren geſäet worden. Um einen Acre Land mit Kohl zu bepflanzen. rechnet man 5000 Stuͤck Pflanzen. Den 14 ten Juny. Das geſtern gepflägte Kohlland gewalzt, Miſt gefahren und gleich untergepflugt. Kohlpflanzen aufgezogen. Die Schaafe gewaſchen. Den 15ten Juny. F. Kohl gepflanzt. Zu der erſten Reihe wird eine Schnur gezogen. Der vorderſte Setzer hat einen zwey Fuß langen Stock, und mißt die Laͤn⸗ ge, in welcher die Pflanzen hinter einander ſte⸗ hen ſollen; die andern haben drey Fuß lange Stocke, und meſſen die Breite, in welcher die Pflanzenreihen von einander ab kommen. Den — 252— Den 17ten Juny⸗ Kohl gepflanzt. ge(Skim-plough) zu Turnips, vorher gepfluͤget war. Den 18ten Juny. Das Braachland geſchaufelt, vorher gepfluͤget worden. Den 19ten Junh. Die Schafe geſchoren. Den 2oſten Junh. Haufen. Miſt in den Haufen gefahren. geſchaufelt. brannt. Rapsland geſchaufelt mit dem Schaufelpftu⸗ was zweymal was dreymal Miſt gefahren auf den Klee, der im Herbſte nicht hatte können geduͤngt werden. Miſt vom Hofe gefahren aufs Feld in einen Den zrſten und aaſien Juny. Mit Ochſen Quecken auf dem gebraachten Lande ver⸗ Den Den 24ſten Juny. Miſt gefahren zu Turnips. Die Erdtoffeln zum erſtenmal gereinigt mit dem Pfluge, und die Fahre an die Erdtoffeln ge⸗ 11 pflůget. Den 25ſten Juny. Kohl gepflanzt, zu Turnips gepfluͤget, und gleich nachher gewalzt, damit das Land nicht austrockne. Den 26ſten Juny⸗ Nichts angemerkt. Den 27ſten Juny. Erdtoffeln mit dem Pfluge gereiniget; was der Pflug nicht faſſen kann, wird mit der Hand ausgezogen. Den 28ſten Juny. Daſſelbe geſchehen. Die Diſteln und Reſſeln auf der Viehweide gemaͤhet. Den — 254— Den 29ſten Junh. Nichts angemerkt. Den Iſten July. c Miſt gefahren zu Tarnips, gleich unterge⸗ pfluͤget und darauf gewalzet. Den 2ten Jüulh. Auf das gewalzte Land Turnips geſäet, und mit der Buſchegge eingeegget, da jede andere Egge den Miſt obenauf bringen wurde. Den Zten July. Nichts angemerkt. Den ten Julh. Turnips geſaͤet. Den Ften July. Nichts angemerkt; nach Derby gereiſet. Den — 255— Den öéten July. Gras gemaͤhet; die Schafe ſtatt Eggen auf die Turnips getrieben. Den gten July. 6 Gras gewendet mit einer eiſernen Henga⸗ bel. Nach Diſhley und Lougborough geweſen. Den oten July. Heu in einen Schober(Stack) gefahren. Die Unterlage davon war 12 Fuß breit und 2r Fuß lang. Sechszehn Fuder Heu kamen hin⸗ ein. Wenn das Heu trocken wird, legt man es mit der Gabel in ganz kleine Haufen. 3* ⸗ 7 —.—.——mmj— Den roten July. 1 Geheuet. Heu in einen Schober gefahren, und bis Mittag Gras gemaͤhet. Den xTten Inly. Kohl mit dem Pfluge rein gemacht, und geheuet. Den Den raten Julh. Heu in einen Schober gefahren. Den ⁊3ten July. Heu gemacht; Gras gemaͤhet. Kohl mit dem Pfluge gereiniget. Den 15ten July. Heu in den Schober gefahren. Turnips⸗ ſaamen geſchnitten. Den röéten Julh. Den Turnipsſaamen in die Scheune gefah⸗ ren. Kohl gehackt. Gras gemaͤhet und gehenet. Den 17ten Julh. Geheuet und Gras gemaͤhet. Zum letztenmal zu Turnips gepflůget. Den 18ten July. Heu in einen Schober gefahren, die Erd⸗ toffeln zum zweytenmal gepfluͤget, und die Erde von den Stauden abgepfluͤget. Den Den 19ten Julh Erdtofſeln gejaͤtet. Geheuet und Gras ge⸗ muͤhet. Turnips geſaͤet. Den zoſten July. Heu in einen Schober gefahren, zu Turnips gepfluget, die Erdtoffeln zum drittenmal gepſläget, und die Erde nach den Stauden zu geworſen. — Den 22ſten Julh⸗ Turnips geſaet und eingeegget. 1 Die zuerſt geſetzten Schober zurechte gemacht (dressed), auf allen Seiten bepfluͤckt, gerade gerichtet, dem Dache die gehoͤrige Form gegeben, nachgeſtopft, wo es nothwendig iſt. Den 23ſten July. Turnips geſäet, Rapſaamen geſchnitten. Den 24ſten Julh. Heu in einen Schober gefahren⸗ Den 25ſten July⸗ Richts angemerkt. an Bds. 1ſte Abth. R Den Den 26ſten July. Turnips geſaet; den Kohl da, wo der Pflug die Erde nicht wegnehmen koͤnnen, gehackt. Die Turnips gehackt, damit die zu dick ſtehenden Pflanzen herauskommen. Den 27ſten July. Kohl mit dem Pfluge gereiniget. Einen Schober zurechte gemacht. Kohl gejaͤtet. Die laͤmmer abgeſetzt, und auf die abge⸗ heueten Wieſen getrieben. Den 29ſten July. Den Rapſaamen zum Dreſchen in die Scheune gefahren. Den auf dem Platze, wo die Schober hin⸗ geſetzt worden, zuſammen gemachten Miſt auf die Wieſen gefahren. Turnips ausgehackt, Kohl gejätet. Die Kaͤſe gereiniget. Den Zoſten July. Wo die Turnips nicht aufgegangen, und von den Erdfloͤhen größtentheils abgefreſſen wor⸗ worden, umgepflüget, von neuem beſaͤet und untergewalzt. Den z7ſten July. Richts angemerkt. Den rſten Auguſt. Turnips in das gebraachte Feld geſäet. Hafer gemaͤhet mit der Grasſenſe. Den 2ten Auguſt. Winterwicken gemaͤhet und gleich in kleine Haufen gelegt. Den Zten Anguſt. Turnips geſäetz in gebraachtem Lande Hafer gewendet. Den Ften Auguſt. Hafer gewendet und in einen Schober gefah⸗ ren. Der Hafer wird nicht gebunden, ſondern, wie das Heu, in kleine Haufen geſetzt, gleich geladen, aufgeſetzt, und mit der großen Hunger⸗ harke nachgezogen. Zwey Geſpann mit drey Wagen beſchäftigten zwey Lader; zwey, die zu⸗ R2 ſam⸗ . — 260— ſammenlegten; zwey, welche die Hungerharkezo⸗ gen; drey Banſer und einen Ablader. Die Winterwicken gewendet. Weiten mit der Sichel geſchnitten und gleich zuſammenge⸗ bunden. Es werden immer 10 Garben zuſam⸗ mengeſetzt, 4 Paar hinter einander, und 2 Gar⸗ ben obenauf. Dies Schneiden und Zuſammenbringen des Winterkorns thun eigne Leute, die, um dies Geſchaͤft zu verrichten, von einem Orte zum an⸗ dern gehen, und hieher aus Derby kamen. Sie erhalten, je nachdem das Getreide ſteht, 8 bis 10 ¼ Schilling fuͤr den Acre. Ein guter Arbeiter, der auf gerades Korn trifft, kann einen halben Acre ſchneiden. Den 6ten Auguſt. Weitzen geſchnitten. Gerſte mit der Grasſenſe gemaͤhet. Hafer gewendet. Winterwicken gewendet. Turnips nachgeſäet. Haferſtoppeln gepfluͤget, um Kohlſaamen zum Auspflanzen im kuͤnftigen Jahre zu ſaͤen, und zu Turnips, die zum Abhuͤten ſtatt Rapſaamen geſaͤrtt wurden, da die andern, bey der großen von — 261— von Anfang bis Ende des Monats July fort⸗ waͤhrenden Dürre, ſparſam aufgegangen waren. Den 7ten Auguſt. Hafer in einen Schober gefahren. Die am aten gemaͤheten Winterwicken ein⸗ gefahren. Gerſte gemaͤhet, Weiten geſchnitten. Den gten Auguſt. Kohlſaamen in die geſturzte Haferſtoppel ein⸗ fährig geſaͤet, und gleich eingeegget. Wicken gedroſchen. Den erſten Haferſchober mit Stroh gedeckt und glatt geſchnitten. Den oten Auguſt. Die Turnips in die Haferſtoppel geſaet(. den ö6ten). S Haferland gepfluͤgt zu Turnips. Gerſte gewendet. Weitzen geſchnitten. — Den roten Auguſt⸗ Den Kohl zum zweytenmale mit dem Pfluge gereiniget, und die Erde an die Pflanzen ge⸗ worfen. Turnips geſäet in die Haferſtoppel; Gerſte in kleine Haufen gelegt; Weitzen geſchnitten. Den T2ten Auguſt. Turnips geſaͤet in die Haferſtoppel; Weitzen geſchnitten, und Gerſte gemähet. Den 13ten Auguſt. Gerſte in einen Haufen gefahren. Es wurde nur große Gerſte gebauet, und dieſe wie der Hafer eingeerndtet. Den xten Auguſt. Gerſte in einen Haufen gefahren: Nach⸗ mittags Weiten in die Scheune gefahren. Gerſte gewendet. Den 1Ften Auguſt. Erbſen gemaͤhet, und gleich in kleine Hau⸗ fen gelegt. Das Dach zu dem Gerſtenſchober zurecht gemacht. Den — Den roten Auguſt. Das Winterwickenland gepflüget. Die Winterwicken hatte man reif werden laſſen, und da es zu Turnips und andern Gartenfruchten zu ſpät war, ſo ſäͤete man Raps zum Abweiden auf dies Stuͤck Land, bis im Fruͤhiahre, der Regel gemaͤß, Gerſte darauf kam. Gerſte gewendet. Den 17ten Auguſt. Den Rapſaamen auf das Winterwickenland geſäet, einfaͤhrig, und gleich eingeegget. Winterwicken gedroſchen. Den 19ten Auguſt. Erbſen gewendet. Gerſte gemaͤhet und gewendet. Den Nachmittag Gerſte in einen Haufen ge⸗ fahren. Den 20ſten Auguſt. Gerſte und Hafer gemaͤhet. Nachmittags Gerſte in einen Haufen ge⸗ fahren. Den 3*. ₰—. „— ——————— 3 ⸗, — — Den arſten Aug. Siebenzehn Fuder Weiten in einen Haufen gefahren. Auf ſteinerne Fuße werden, unge⸗ faͤhr 3 Fuß von der Erde, Bohlen gelegt, die zur Unterlage dieſes Weitzenſchobers(Sticks) dienen. Den 22ſten Aug. Weißen in einen zweyten Schober gefahren; Gerſte gewendet. Den 23ſten Aug. Den erſten Weißenſchober mit Stroh und Stoppeln gedeckt. Gerſte in kleine Haufen gebracht, und Nach⸗ mittags in einen Haufen gefahren. Den 24ſten Aug. Gerſte gemaͤhet, die Erbſen gewendet, den Kohl mit dem Pflage gereiniget. Den z6ſten Aug. Gerſte in einen Haufen gefahren, Erhſen in einen Haufen I und dieſen ſrh auf allen Seiten glatt geſchnitten. Den Den 27ſten Aug. Gerſteſtoppelland gepfluͤgt, und ſogleich mit Rapſaamen beſaͤet: drey Pfund auf einen Acre, weil er zum Abhuͤten ſo dick geſaͤet wird. Dieſe Gerſte war in eigentliches Haferfeld geſäet, weil das Land ſehr roh und wild war, und man glaubte, der Hafer wuͤrde es noch wilder machen. Hafer, der auf einer naſſen Stelle im Gerſten⸗ felde mit Klee war geſäet worden, wurde des Morgens zuſammengeharkt, aber erſt des Rach⸗ mittages, wo er trocken geworden, zuſammenge⸗ bunden und eingefahren. Ueberhaupt geſtehen die hieſigen Wirthe ein, daß ſie nur wegen Men⸗ ſchenmangel das Sommergetreide nicht binden. Turnips gehackt. Den asſten Aug. Noch von dem geſtern erwaͤhnten Gerſten⸗ lande gepfluͤgt, ſogleich mit Rapſaamen beſäet und eingeegget. Gerſte in die Scheune gefahren. Den a9ſten Aug. Turnips gehackt, Weißenſtoppel gemähet, Gerſtenſtoppel umgepflügt, mit Rapſamen beſaͤet und eingeegget. Einen Weitzenſchober gedeckt. Einen * — 266— Einen Gerſtenſchober beſchnitten. Gerſte in einen Haufen gefahren. Den Abend allen Leuten, die in der Erndte geholfen, eine Mahlzeit und Getraͤnke, nach Be⸗ lieben, gegeben(Harvest Supper). Den Zoſten Aug⸗ Gerſtenſtoppel gepfluͤgt, mit Raps beſaͤet und eingeegget. Den Erbſenſchober gedeckt. Den Zrſten Aug. Wieder die Gerſtenſtoppel beſtellt. Weitzenſtoppel gemaͤhet. Den aten und Zten September iſt nichts angemerkt. Den 4ten Sept. Weitzenſtoppel zum Decken der Schober ge⸗ maͤhet und eingefahren. Einen Gerſtſchober gedeckt. Weitzen gedroſchen zur Saat. — 267— Den SFten September. Gepfluͤgt, wo die Turnips nicht aufgegan⸗ gen, und die Floͤhe ſolche abgefreſſen hatten. Erbſen gedroſchen zur Maſtung der Schweine. Den 6ten Sept. Gleichfalls gepfluͤgt. Zwanzig Schweine aufgelegt zum Fettmachen. Gegen den Winter wird die Schweinezucht bis au⸗ die Zuchtthiere eingeſchraͤnkt, und alle ubrigen verf kauft. Ich drillte Winterwicken in der benachbar⸗ ten Farm des Hrn. Hopkins, und ſchaufelte daſelbſt im Braachfelde. Den 7ten Sept. Gleichfalls gepflügt. Einen Gerſtſchober gedeckt. Von Bten bis 14ten Sept. Mit Geſpann nach Woodhous geweſen, um dem jungen Hrn. Stockes zu helfen, deſſen eben uͤbernommene Wirthſchaft noch in keinem ordentlichen Umlaufe war. Es wurde in dieſen Tagen Gerſte gemaͤhet. — 268— Die Schafe auf den Raps um den ausgewachſenen Hafer herauszufreſſen Gerſteſtoppelland gepflugt zu Weigen⸗ um nur erſt in Ordnung zu kommen. Miſt unte rgepfluͤgt, und ſo den Winter uͤber liegen laſſen, in einem Felde, wo der Voden fuͤr Turnips zu ſtrenge war, und gebraachet werden mußte, bis man im naͤch⸗ ſten Frühjahre Gerſte darauf ſaͤen kannte. Weißen⸗ ſtoppel umgepflugt, und, um in Ordnung zu kom⸗ men, mit Winterwicken beſaͤet. Den r6ten Sept. Richts angemerkt. Den 17ten Sept. Zu Kingſton Winterwicken in das Feld, wo Weitzen ſtatt Gerſie war geſaet worden, auf Weißenſtoppel ge⸗ ſäet, und auch da, wo der Saamen vom Raps und Turnips, und die Kohlpflanzen gezogen worden. Den 1gten Sept. Steine vom Acker gefahren. Vom roten bis a4ſten Sept. In Woodhouſe Gerſte eingefahren, und auf dem ſtrengen Acker ſchon Weitzen in aufgebrochenen Kleeacker geſaͤet. Den 2pſten und z6ſten Sept. In Kingſton Miſt auf den jungen Klee gefahren, und die dies⸗ jährigen Kaͤlber darauf gelaſſen. Den 27ſten Sept. Rach Lougborongh auf dem Poſtamte geweſen. Den asſten Sept⸗ Abſchied genommen. Den 29ſten Sept. Abgereiſet aus dieſer Gegend, und den Zoſten Sept. Abends zu Kew in Surry angekommen, und bis zum 6ten Nov. daſelbſt geblieben, woich nach London, und den Ixten zu Schiffe nach Hamburg abging. Während meines Aufenthalts ʒů ———,— „ 48 4 L zu Kew hatte ich täglich Gelegenheit, die königl. Farm und Triften zu ſehen, habe aber darüber nichts angemerkt. Den 21ſten October beſahe ich die Trimmerſche Ziegeley zu Brentford. Den 26ſten Oct. war ich auf dem Landgute von Sir Joſeph Bancks zu Springrove oder Small⸗ burrygreen. Die dabey liegenden Laͤndereyen werden nur beackert, weil man ſolche von neuem zu gutem Wieſen⸗Ertrage zubereiten will. Dies geſchieht auf folgende Art: Der Wieſengrund, der vielleicht 15 bis 20 Jahre gelegen hat, wird aufgebrochen, einfährig mit Hafer beſaͤet; nach geſchehener Erndte deſſelben wird die Stoppel geſtuͤrzt, und ſo bleibt das Lande den Winter uber liegen. Im Fruͤhjahre wird es zwey⸗ bis dreymal gepfluͤat und mit Gerſte beſaͤet. Nach der Gerſtenerndte wird es noch, ſo oft wie es noͤthig iſt, gepfluͤgt, gemiſtet und der Miſt unter⸗ gepfluͤgt. Im dritten Fruͤhjahre pfluͤgt man es noch einmal, ſäet weißen Klee und rechten guten Grasſaamen darauf, und laͤßt es zur Wieſe werden, die — 271— die man alljährlich einmal maͤhet, bis lichtmeſſen behuͤtet, und alle 4 bis 6 Jahre gleich nach geſche⸗ hener Heuerndte uͤberduͤngt. Da der Baronet Praͤſident keine Landwirthſchaft hat, ſo wird dies zufaͤllig gebauete Getreide auf dem Halme verkauft, und der Miſt in dem benachbarten Hounslon gekauft. Den 29ſten Oct. Habe ich bey Wimbleton Parß eine Dreſchmaſchiene geſehen, die von vier Pferden ge⸗ trieben wird, und wenn fuͤnf Leute dabey angeſtellt ſind, 30 Quarter(ungefaͤhr 6 Wiſp. a1 Scheffel Berliner Maaß) täglich driſcht und rein macht. ——— . ß † . . ueber eine ſechsfeldrige Wirthſchaft in Mittelboden⸗ In dem Eingange zu dem Tagebuche meines Auf⸗ enthalts auf der Farm des Hrn. J. Stockes zu Kingſton bey Kegworth, an den Gränzen von Rottingham und Leiceſterſhire, iſt bereits bemerkt worden, daß, ſo viel es die engliſche Willkuhr zulaͤßt, dort im Ganzen nach einer ſechs⸗ feldrigen Eintheilung gewirthſchaftet wird. Ich hatte nicht allein die beſte Gelegenheit, den Plan und die Ausfuͤhrung dieſer Wirthſchaft kennen zu lernen, ſondern ich mußte, bey täglicher Arbeit in derſelben, und Bekanntſchaft mit der großen Menge anderer Wirthſchaften, die bald dieſen, bald jenen Theil die⸗ ſes Plans befolgten/ eine Menge Bemerkungen und Erfahrungen machen, die damit in Verbindung ſtanden. Alles dieſes, und äberhaupt alles, was dort eigentlich für Mittelboden zutraglich und mog⸗ lich gehalten wird, habe ich in nachfolgendem Auf⸗ ſatze zuſammen zu ſtellen geſucht. , , Zu Seite 273 Jahr rſtes Feld ſates Feld ztes Feld ates Feld Ites Feld ötes Feld Hafer oder Rapſaamen od. Roggen oder Erbſen Winterwicken, Gerſte und 6 e Weißzen— Turnips, Kohl, Kleeſaamen Rapſaamen od. ſ und Erdtoffeln Hafer oder Winterwicken. Erbſen Gerſte und Wei Roagen oder 2 de — Turnips, Kohl, Kleeſaamen 5 Weißen Rapſaamen od. und Erdtoffeln Winterwicken. Hafer oder — Gerſte und Roggen oder Erbſen 3tes Turnips, Kohl,] Kleeſaamen Wee eis Weitzen— und Erdtoffeln Rapſaamen od. Hafer oder Winterwicken. Gerſte und 5 Roggen oder Erbſen— 4½5 Kleeſaamen Weibe be Weitzen— Turnips, Kohl, Rapſaamen od. und Erdtoffeln Hafer oder Winterwicken. Roggen oder Erbſen— Gerſte und ðtes Weiten Turnips, Kohl, Kleeſaamen Rapſaamen od. und Erdtofſelnf Hafer oder Winterwicken. Roggen oder Erbſen,— Gerſte und Weid S e Weitzen Raps oder[Turnips, Kohl, Kleeſaamen— Winterwicken lund Erdtoffeln —— ——— n ——— 4„„ c— — Die erſte Frucht oder das Winterge⸗ treide, es ſey Roggen oder Weitzen, wird im Herbſt einfährig in die geſtuͤrzte Klee- und Grasſtoppel geſaͤet, die zwey Jahr zur Weide gelegen hat, und im erſten Jahre eingeerndtet. Bey dieſer Beſtellung wird vorzüglich darauf geſehen, daß ſo gut wie moͤglich, und nicht zu flach gepfluͤgt wird, ſo daß jede Fahre auf die andere ungefaͤhr 1 bis 1 ½ Zoll überſchlägt, da⸗ mit der Saame beym Eineggen die gehoͤrige Krume bekommt. Wenn der Weitzen gegen das Fruͤhjahr ſehr zu wachſen anfaͤngt, ſo werden die Schafe darauf gelaſſen, aber nur auf eine kurze Zeit, ungefähr bis Anfangs April, je nachdem die Umſtaͤnde ſind; denn wenn die Schafe zu lange darauf gehen, ſo waͤchſt der Weißen her⸗ nach zu ſchnell; der Halm wird zu weich, um nicht von ſtarkem Gewitterregen ganz niederge⸗ druͤckt zu werden. Wenn ſich nach dieſer Zeit viel Unkraut in dem Weitzen findet, ſo wird derſelbe in vielen Provinzen Englands mit der Handhacke gereinigt, und dieſe koſtbare Arbeit morgenweiſe verdungen; in andern Provinzen, wo viel Getreide mit Drillmaſchinen geſaet wird, gebraucht man hiezu eigene Maſchinen, dieunter dem Namen von Pferdehacken(Horsehoes) und Reinigern(Scarificators) bekannt ſind. an Bds. rſte Abtheil. S In In denjenigen aber, wo ich gedient habe, be⸗ diente man ſich dazu des bey uns in Deutſch⸗ land viel leichtern Eggens, was man ſelbſt dann anwendet, wann der Boden zwar rein, aber hart iſt. Es geſchieht einzinkig und lang gezogen, wenn der Weitzen auch bereits einen Fuß hoch iſt, und nimmt nicht allein das Unkraut heraus, ſondern giebt zugleich den Getreidepflanzen lockere Erde; daher man behauptet, daß der Weitzen nach dem Eggen ſchneller waͤchſt, als ohne ſol⸗ ches geſchehen wuͤrde. Finden ſich viele Diſteln im Wintergetreide, ſo werden ſolche ſehr fruͤh⸗ zeitig herausgeſtochen; gewoͤhulich laͤßt man aber ein Land, wo dieſe ſich finden, uͤberliegen, und braachet es ordentlich, da kein Mittel ſicherer die Diſteln todten ſoll, als gehöriges Pfluͤgen im Monat July und Anguſt. Im zweyten Jahre folgt nach dem Winter⸗ getreide Hafer. Man wird dies unrecht fin⸗ den; allein es wird behauptet, daß, nach der ganzen Anordnung dieſer Wirthſchaft, es zweck⸗ maͤßig ſey, und daß, wenn man bereits eine vollige Ueberſicht derſelben erhalten hat, man weniger geneigt ſeyn werde, dies Urtheil zu faͤl⸗ — 276— fällen c). Die Weißenſtoppel bleibt den Herbſt und Winter über liegen, wird im Frühjahre, ſobald man des Froſtes wegen in die Erde kom⸗ men kann, gepfluͤgt, und ſo fruͤh wie möglich mit Hafer, Erbſen und Wikken einfaͤhrig beſäet. Zu den Wicken nimmt man die zaͤhe⸗ ſten und ſtrengſten Stellen des Ackers, weil man es als eine alte Regel anſisht, daß derglei⸗ chen Voden, ſo viel wie möglich, im Schat⸗ ten gehalten werden muß, da man hingegen leich⸗ teren davon frey halt, und daher mit Hafer be⸗ ſäet. Sobald dies geſchehen iſt, wird derſelbe mit einer hinreichend ſchweren Walze bey feuch⸗ tem Wetter gewalzt, damit die kleinen Fahren der Egge zu⸗, und die Erde feſtgedruͤckt werde. Denn man hält es für entſchieden, daß leichter und loſer Boden dies durchaus beduͤrfe, um fruchtbar zu werden. Man ſieht dies Wal⸗ zen nicht als Nebenwerk an, um etwa zum beſ⸗ ſern Anſehen des Ackers die von der Egge nicht bezwungenen Stüͤcke zu brechen. Man hält es vielmehr um deſto nothwendiger, je loſer und S 2 ſan⸗ c) Es wird nämlich ſonſt in England als Regel angenommen, daß zwey halmtragende Getreide⸗ fruͤchte nicht auf einander folgen duͤrfen. — 276— ſandiger der Voden iſt, damit der ſcharfe Wind die Erde von den Wurzeln nicht wegnehmen, und die Sonnenhitze die Pflanzen nicht uͤber⸗ waͤltigen koͤnne. Wenn der Hafer gruͤn iſt, wird dies Walzen wiederholt, und geſchieht dann, auf etwas ſtärkerem Boden, zum erſtenmal; bey den Erbſen aber mit vieler Sorgfalt. Wenn die Erbſen und Wicken beym Aufgehen Wuͤrmer und Erdfloͤhe bekommen, ſo walzt man des Nachts, weil die mehreſten Inſekten des Nachts nur freſſen, und dann durch das Wal⸗ zen zum Theil getödtet werden. Wenn die Walze nicht die gehoͤrige Wirkung thut, ſo bringt man die Schafe auf den Schlag, und zwar auf zweyerley Art: entweder man hordet ſie in warmen Frühjahrsnaͤchten auf den Erbſen, oder bey kalter Witterung theilt man mit den Horden ſo viel Land ab, als man glaubt, daß die Schafe bey anhaltendem Hin- und Hertrei⸗ ben, gleich einer Trift, feſttreten werden, und weibt ſie nur, nachdem ſie ſich ſatt gefreſſen, darauf, damit ſie nicht zu viel abbeiſſen, und vielen Duͤnger und Urin zuruͤcklaſſen, was als das beſte Mittel gegen die Inſekten angeſehet wird. Man ſollte glauben, daß dies Betreiben mit den Schafen die Erbſen toͤdten muͤßte; da aber eine Erbſe nicht ſo leicht zurckbleiben ſoll⸗ und zwey⸗ bis dreymal abgebiſſen werden kann, ſo li ge di gl ſo behauptet man, daß ſie nach dieſem Verfah⸗ ren einen ſtaͤrkern und kraftvollern Stamm er⸗ halte. Wenn ſich in dieſem Haferſchlage Stellen finden, die voller Quecken ſind, ſo iſt der Fruͤh⸗ ling die Zeit, welche man am liebſten zum Rei⸗ nigen anwendet, weil in dieſer Jahrszeit die Hitze noch nicht ſo groß iſt. Man pfluͤgt und egget dann ſo oft, als es zum voͤlligen Reinigen des Ackers nothwendig iſt; aber jederzeit ſchnell hinter einander, damit der Acker nicht ſo ſehr austrocknet. Es iſt aber ſehr ſelten, daß bey dieſer ſechsfeldrigen Wirthſchaft Stellen von irgend einer betraͤchtlichen Größe verquecken. Sobald der Hafer und die Erbſen eingeerndtet ſind, pfluͤ⸗ get man dieſen Schlag wieder auf, und ſäet ſo⸗ gleich einfaͤhrig Rapſaamen und Winter⸗ wikken darein. Wenn ſich Stellen finden, welche man fuͤr zu mager oder zu unrein hält, um noch einmal zu tragen, ſo läßt man dieſe liegen, und begnugt ſich, ſolche im Herbſt oder ganz im Anfange des Fruͤhjahrs zu ſtuͤrzen. So gut, wie der Winterraps in Deutſchland, ertraͤgt die Winterwicke ſelbſt im nordlichen England, gleich Weitzen und Roggen, den Winter. Beide Fruͤchte werden im Fruͤhjahre des des dritten Jahres abgehüutet, oder die Wicken zu Heu gemacht, wodurch man im Gan⸗ zen die Menge des gemachten Futters vermehrt, und beſonders dem Futtermangel fur die Schafe dann abhilft, wann im Fruhjahre das trockene Futter knapp wird, und kalte Nächte und trockene Winde das Wachſen des Graſes zuruͤck halten, indem der junge im Herbſt und erſten milden Tagen des Fruͤhlings gewachſene Raps ihnen ein reichliches, und beſonders in dieſer Jahrszeit, wo ſie ſchwaͤchlich ſind, ſehr geſundes Futter darbietet. Iſt daher der Raps nicht fuͤr die ganze Schaͤfe⸗ rey hinreichend, ſo jagt der Englaͤnder nur die ſchlechteſten und die Mutterſchafe darauf. Läßt es die Witterung zu, ſo werden die Schafe in dieſem Schlage gehordet; jederzeit aber gegen die Zeit, da er beynahe ausgefreſſen iſt, allein darauf gebracht, weil die Hauptabſicht des Englaͤnders bey dieſer ganzen Behandlung die iſt, den leichten Boden feſt zu machen, da eine feſte Krume oben, auf die Wind und Sonne nicht ſo leicht wirkt, und eine lockere Krume unten, worin ſich die Pflanzen ausbreiten koͤnnen; das iſt, was er er⸗ langen will. Die Winterwicken werden in die ſtrengſten Stellen geſaͤet; ſie wachſen im Fruͤh⸗ jahre ſehr ſchnell, werden entweder fuͤr Kühe und Pferde gruͤn verfuttert, oder mit den Schafen abgehordet, karz, jedem Viehe gegeben, dem Futter — 279— ie Futter fehlt, oder zu Heu gemacht, oder reif n eingeerndtet. In letzterem Falle liegen ſie ſehr 3 lange auf dem Schwade, bevor ſie trocknen, fe werden wie andere Wicken verbraucht, ihre e Stoppel gedungt, und entweder mit Roggen be⸗ ne ſäet, in welchen künftiges Fruͤhjahr der Klee⸗ n, ſaame nachgeſaͤet wird, oder man ſäet darauf ein⸗ fährig Winter⸗Turnips, die vor dem Frühjahre in ſchon der Gerſte Platz machen. 0 2 7 Dieſe kleine Ausnahme abgerechnet, wird ie dieſer Schlag, ſobald er ausgehuͤtet iſt, zu Erd⸗ t toffeln, Kohl und Turnips bereitet. Dieſes ge⸗ 1 in ſchieht, indem man ihn ſo oft pflugt, egget und ſi e die Quecken abharkt, als nothwendig iſt, ihn f recht zu reinigen. Dann wird er geduͤngt, und 3 6 zwar da, wo man am aufmerkſamſten wirthſchaf⸗ 8 tet, mit dem von den Schafen den Winter über n gemachten Miſt, welchen man vorher im Stalle mit dem Heukneif ganz durchſchneidet, und nach⸗ ſt her gleich unterpflugt. Dieſe neue Beſtellung des Ackers muß allerſpäteſtens zu Ende Juny fertig ie ſeyn; je fruͤher, je beſſer, damit die Pflanzen ſchon den Erdboden beſchatten, wenn die große Hitze 5 d kommt. du — e30— Zu Erdtoffeln wird der Miſt nicht unter⸗ gepfluͤgt, ſondern wenn das Land vollig zubereitet iſt, zieht man mit dem Pfluge die Fahren, wo die Erdtoffeln ſtehen ſollen, dren Fuß auseinander, fährt ſehr verrotteten Miſt, in dem ſich alſo kein Unkrautſaame mehr befindet, der aufgehen konnte, darauf, ſpreitet dieſen dick vom Wagen in die Fahren, legt die in garz kleine Stuͤcke zu dreh bis vier Augen geſchnittenen Erdtoffeln einzeln, und ſechs Zoll aus einander, auf den Miſt, und pflügt von beiden Seiten die Fahren zu, damit die Erd⸗ toffeln gehorig mir lockerer Erde bedeckt werden. So oft, wie es das dazwiſchen wachſende Unkraut nothwendig macht,(gewoͤhulich dreymal) werden die Erdtoffeln mit dem Pfluge gereinigt, indem man zwiſchen den Reihen hinauf pfluͤgt, wo man denn das erſtemal zu den Pflanzen, das zweyte⸗ mal vondenſelben, und das drittemal wiederzu ihnen die Erde wirft. Im Herbſt ſchlaͤgt man das Kolter aus dem Pfluge, und pfluͤgt ſo mit der bloßen Schaar die Erdtoffeln aus, die man dann leicht kann aufleſen laſſen, indeſſen man bey der Erdtoffelkultur, die in einigen Provinzen von England ſehr im Großen betrieben wird, durch dieſes Reinigen und Herausbringen, vermittelſt eines Pfluges, ein anſehnliches Tagelohn er⸗ ſpart. — 281— Zu Kohl wird ebenfalls gut geduͤngt, der Miſt untergepflugt, und in der alſo lockern Erde werden mit einem Stocke die Loͤcher gemacht, worein man die vor Winter geſäeten Pflanzen ſo⸗ gleich pflanzt. Man ſucht dazu die niedrigſten Stellen aus, bringt die Reihen der Pflanzen drey Fuß von einander ab, ſetzt die Pflanzen zwey Fuß weit aus einander, und zieht zwiſchen den Reihen ſo oft mit dem Pfluge ohne Raäder hinauf, als es nothig iſt, um die Pflanzen zu reini⸗ gen und von Unkraut frey zu halten. Die Turnips werden auf völlig reinem Boden, der nur maͤßig geduͤngt, und nach dem letzten Pfluͤgen ſogleich gewalzt wird, geſaͤet, mit der Buſchegge eingeegget, weil jede andere Egge zu viel Miſt obenauf bringen würde, oder auch wol nur blos überwalzt, oder mit den Schafen betrieben. Man hat Sommer⸗, Herbſt⸗ und Winterturnips, welche daher auch vom Anfange des Juny bis Ende Auguſt's zu verſchiedenen Zeiten geſäet werden. Wo man, wie in King⸗ ſton geſchah, keinen Drill bey der Saat ge⸗ braucht, da werden diejenigen, welche natürlich zu dick aufgehen, herausgehackt, damit die Pflanzen ſo weit von einander ab kommen, daß ſie nicht in die Blaͤtter, ſondern in die Wurzel treiben. Iſt der — 262— der Anfang des Sommers ſehr trocken, ſo ſind Erdflöhe, Schnecken und andere Inſekten wüthen⸗ de Feinde der Turnipsſaat, welche die Englaͤnder durch Ueberſtreuen derſelben mit Kalk und durch nächtliches Walzen zu todten ſuchen, aber nicht allezeit glucklich darin ſind. Vom Herbſt an bis zu Ende des Winters werden dieſe Warzeln ge⸗ nuht, indem man ſolche entweder mit einer zwey⸗ zackigen Miſtgabel, die die Richtung einer Hacke hat, heraushackt, und fuͤr das Rindvieh, wenn es im Stalle ſteht, ſtampft, oder wenn es auf die Weide geht, auf ſolcher ausſtreuet, damit es nach Gefallen davon freſſen kann; oder man laͤßt die Turnips in der Erde, und weidet die Schafe darauf, wobey nichts weiter nothwendig iſt, als daß, wenn dieſe Thiere den Keim tief heraus⸗ gebiſſen haben, man mit einem ſcharfen Meſſer oder Schaufel die Turnips in der Mitte durch⸗ ſchneidet und umkehrt, damit die Thiere zwey neue Seiten zu befreſſen haben. Durch dieſe Wurzel⸗Gartengewaͤchſe hilft der Englaͤnder im Herbſt und Winter jedem druͤcken⸗ den Futtermangel ab, und erlangt in dieſer Segend⸗ wo ich gelebt habe, die vortreffliche Hammelzucht und Fetttrift, welche umer dem Namen von Lei⸗ ceſter in ganz England bekannt iſt.⸗ Soll⸗ Sollten dergleichen Mittel in Dentſchkand weniger wirkſam ſeyn, da Erdtoffeln bey uns ſo vortrefflich gerathen, die Kultur des Kohls aͤuſ⸗ ſerſt leicht iſt, und einige Turnipsarten auch unter ſchwediſchem Schnee und Eiſe gut bleiben; die andern Arten aber, wenn man ſie fruͤh ſäet, im September auf. erwaͤhnte Art aushackt, und wenn man das Kraut und die untere Wurzelſpitze ab⸗ ſchneidet, in Gruben, gleich den Erdtoffeln, ver⸗ graben werden koͤnnen? Dies Reinigen der Tur⸗ nips erfordert zwar Arbeiter, geht aber ſchnell von Statten, und geſchieht in einer Jahrszeit, wo Handarbeiten nicht häufig ſind. Wenn der Boden, wo man Erdtoffeln ge⸗ bauet hat, zu leicht zu ſeyn ſcheint, um Gerſte zu tragen, ſo ſaͤet man, nachdem ſolche ausge⸗ pfluͤgt worden, Roggen darein. Sonſt aber folgt in dieſem Schlage, nach den Feldfruͤchten, im naͤchſten Fruͤhjahre Gerſte, und ſtuͤrzt man ſol⸗ chen in ſo weit, wie ſelbiger bereits leer iſt, im Herbſt. Im vierten Jahre alſo, ſobald man vor dem Froſt ſicher zu ſeyn glaubt, wird die Gerſte einfaͤhrig beſtellt. Denn einige Englaͤnder halten es es fuͤr ſchlechte Kultur und Zeitverſchwendung⸗ im Frühjahre zu der Gerſte drey⸗ bis viermal zu 13 pfluͤgen, und behaupten, daß die vorjährige Kul⸗ tur ihr Land genug gereinigt hatte/ und daß, wenn die Winterfeuchtigkeit im Acker bliebe, und er nicht, wie beym oftmaligen Pflugen geſchieht, zu ſehr austrocknete, viel mehr Fruchtbarkeit darin waͤre, und man ſicherer auf eine gute Gerſten⸗ erndte rechnen koͤnnte d). Wenn die Gerſte zwey bis drey Zoll lang iſt, oder wenn alles Un⸗ Fraut aufgegangen iſt⸗ walzt man ſolche, und ſaͤet Klee⸗ und Grasſaamen darein. Dieſer Saame fallt beym Saͤen ſehr gerade: nur muß man einen windſtillen Tag zum Säen waͤhlen, weil ſonſt der feine Saame auf Haufen faͤllt. Man rech⸗ net 10 Pfund Klee, 3½ Mehe Grasſaamen auf einen dortigen Acre, oder 7 ½ Pfund und 8 Mt. Berliner Maaß auf einen Magdeburger Morgen, wenn der Boden ſehr leicht iſt, und behütet wer⸗ den d) Allgemein iſt dies aber die Meinung der Eng⸗ länder nicht. Vielmehr halten die Norfolker⸗ als die anerkannten beſten Gerſtebauer in England, ein mehrmaliges Pflugen zur Gerſte fur unumgänglich erforderlich. — 2365— den ſoll. Der Kleeſaamen wird gleich nach dem Saen eingeegget. Dies Eggen thut der Englaͤn⸗ der, um das Unkraut zu vertilgen; denn wenn auch nicht alles damit herausgeriſſene vertrocknet, ſo wird es doch im Fortwachſen aufgehalten, und der Englaͤnder behauptet, daß die Gerſte, nach⸗ dem ſie geegget worden, viel ſchneller waͤchſt, und mit Gewißheit Herr des Unkrauts wird, was bey uns ſo oft unterbleibt. Gleich nach dem Eggen wird gewalzt, damit das aufgeritzte Erd⸗ reich nicht austrocknet.— Iſt im Herbſt Weitzen oder Roggen in dieſen Schlag geſaͤet, ſo wird nun der Klee⸗ und Grasſaamen nachgeſtreuet, geegget und ge⸗ walzt, wie bey der Gerſte. Nach geſchehe⸗ ner Gerſtenerndte kommen die Schafe gar nicht auf den friſchen Klee, und das Rindvieh nur bey recht trockener Witterung. Das Gras wird darum unter den Klee geſaͤet, damit die Kuͤhe nicht unmaͤßig davon freſſen, noch anderer Schaden vom Abhuͤten des rothen Klee's beym Viehe ent⸗ ſtehe. Weißer Klee wird naͤmlich in England nur auf Wieſen und da geſaͤet, wo man, wie z. B. in Hamptonſhire, auf drey, vier bis fuͤnf Jahre das Land will dreeſch liegen laſſen. In allen an⸗ dern Faͤllen, wo man nur ein oder zwey Jahr den Klee Klee behuͤtet, oder ihn wohl gar maͤhen will, ſäet man blos rothen, weil dieſer in den erſten Jahren viel ſtaͤrker waͤchſt.— Im erſten Herbſt wird dieſer neue Klee mit ſehr verrottetem Miſt geduͤngt. Hierzu nimmt man den im vorigen Winter mit dem Rindvieh, Pferden und Schweinen gemachten Miſt. Dieſer wird durch einander, und an eini⸗ gen Orten, wo es moͤglich iſt, auch oft mit Erd⸗ flaken und Kalkſchichten vermiſcht, in länglichten kubiſche Haufen zuſammengebracht, und mit einer Decke von Lehm belegt, damit ihn die Sonne nicht ausbrennen koͤnne. Iſt das Fruͤhjahr nicht auſſer⸗ ordentlich kalt, ſo waͤchſt der Klee ſehr bald, und wird nun im fuͤnften und imſechsten Jahrezu Weide fur allerleyVieh genutzt, und, wo der Boden fur ſchwerer gehalten wird, als er auf Stocke's Farm in Kingſton war, im fuͤnften Jahre einmal gemaͤhet. Im Herbſt des ſechsten Jahres aber, wenn er noch einige Zoll lang iſt, geſtuͤrzt, und darin einfaͤhrig die Weitzenſaat beſtellt.— Dieſe Methode, den Miſt zu be⸗ handeln, und den Acker zu duͤngen, wird jetzt in England fuͤr die zweckmaͤßiaſte und beſte ge⸗ halten. Man verliert zwar bey erſterer an der Zahl Zahl der Fuder; ein ſolches vermiſchtes und ver⸗ rottetes Fuder ſoll aber auch ſo gut ſeyn, als zwey Fuder Strohmiſt. Und letztere ſoll ſehr viele Vorzuͤge vor der gewoͤhnlichen Art zu duͤn⸗ gen, und ſowohl zu Wintergetreide, als zur Gerſte und Braachfruͤchten haben, weil man behauptet, daß dergleichen Miſt, auf dieſe Art behandelt, im Winter dem Froſte, und im Sommer dem ſchaͤdlichen Brennen der Sonne widerſtehe; man auch von dem Klee, deſſen junge Pflanze davon Nußen zieht, viel mehr erhalte, und der Weißen oben eine durch den Duͤnger locker gewordene Krume, und unten eine gleichfalls naͤhrende Kraft aus der ver⸗ ſtockenden Kleegruſe erhalte; da hingegen bey jener gewoͤhnlichen Methode die Wurzel deſſelben ihre Nahrung aus der Erde ziehen ſoll, die den ganzen Sommer uͤber von der Sonne ausgebrannt worden; die äuſſerſt beſchwer⸗ liche Beſtellung in den ſchwuͤlſten Monaten, den Verluſt an Zugvieh und die Ausgabe für Eiſen nicht einmal zu rechnen, welchem allem groͤßtentheils abgeholfen wird, wenn man, wie in dieſer ſechsfeldrigen Wirthſchaft geſchieht, nur in den kuͤhlern Fruͤhlingsmonaten, wo der Erdboden nicht ſo hart iſt, zu Hafer und Feldfruͤchten braachet, und den Acker ſtets ſtets in Wuͤrden und Kultur zu erhalten ſucht e). e) Es verſteht ſich jedoch, daß hier nur die Rede von loſem, ſandigem Mittelboden ſey. Auf bindendem thonigem Boden hält man dagegen 3 in England das Unterbringen des ſtrohigern Miſtes und die Bearbeitung in heiſſen Som⸗ mermonaten zuzeiten fuͤr ſehr zuträglich. Ueber eine fünffeldrige Wirthſchaft im Klayboden. „ Nachſtehende Tabelle und Entwurf einer fünf⸗ feldrigen Wirthſchaft im Klayboden iſt das Re⸗ ſultat, was ich aus den Grundſätzen gezogen, die man an den Gränzen von Nottingham⸗, Leiceſter⸗ und Derbyſhire auf dergleichen Boden ausuͤbte, die ich ſelbſt auf der zweyten und groͤßten in Kingſton belegenen Farm des Hrn. J. Hopkins 1793 beobachten konnte, und welche, nach der Meinung dieſes erfahrnen Wirths, auf dergleichen Voden nach engliſcher Wirtbſchaftsart, und mit den dort gewoͤhnlichen Gewächsarten, am zweckmäßigſten ſeyn ſollen. in Bdů ꝛſe Abthen S Jahr rſtes Feld stes Feld ztes Feld 4tes Feld Ftes Feld Weihen 6 Bohnen Winterwicken Winterwicken Braache Gerſte und Kleeſaamen Kleeheu Bohnen Winterwicken Braache Braache Gerſte und Kleeſaamen Kleeheu Weißzen Gerſte und Kleeſaamen Kleeheu Weiten Bohnen Winterwicken Gerſte und Kleeſaamen Kleeheu Weißen Bohnen Winterwicken Braache Fleeheu Weihen Bohnen Winterwicken Braache Gerſte und Kleeſaamen ₰ — S — 291— Die erſte Frucht oder der Weitzen wird einfaͤhrig in die umgeſtuͤrzte Kleeſtoppel, welche den Sommer uͤber Heu geliefert, im Herbſt ſo fruͤh, als der Klay trocken iſt, geſaet, und im erſten Jahre geerndtet. Im zweyten Jahre ſäet man im Fruͤh⸗ jahre Bohnen. Gewoöhnlich pfluͤgt man zwey⸗ mal dazu: einmal im Herbſte, und zum andern im Fruͤhjahre, wenn die Saat geſchehen ſoll. Aber nach einiger Wirthe Meinung und auch nach dem, was ich ſelbſt auf der Hopkins ſchen Farm beob⸗ achtete, wo man zur Probe die Hälfte der Vohnen zweyfaͤhrig, und die andere einfaͤhrig beſtellt hatte, iſt es beſſer, nur einmal im Herbſt zu pflügen, und im Fruhjahre die Bohnen in die Fahre zu ſaͤen und einzueggen. Denn der Flay, der den Winter uͤber oben liegt, iſt vom Froſt mürbe ge⸗ worden, und wird beym zweyten Pfluͤgen im Fruͤh⸗ jahre wieder unten gebracht, indeſſen eine härtere und rohere Erde oben kömmt, in der die Bohnen nicht gleich ſo gut fortkommen können. Kommt nachher eine trockene Witterung, ſo fangt der zweymal gepflügte Voden heftig an zu berſten, und die in den Ritzen ſtehenden Pflanzen müſſen ohne Barmherzigkeit ſterben, indeſſen das ein⸗ fährige Land bey weitem nicht ſo geſchwind und T 2 ſo .* 2 ———-———— — 292— ſo ſtark aufreißt, weil es mehr Feuchtigkeit in ſich hat. Man haͤlt es fuͤr gewiß, daß aller im Herbſt aufgebrochener Acker ſchwerer, feuchter und fruchtbarer iſt, als der, den man im Fruͤh⸗ jahre aufbricht. Denn ſobald das Erdreich Waͤrme bekommt, ſo dringen Duͤnſte heraus; pfluͤgt man es nun auf, ſo gehen die feuchten Theile zu geſchwind heraus; doch ungleich mehr ſoll dies noch bey leichtem Boden geſchehen. Im dritten Jahre ſollte nach den Boh⸗ nen das Land blos Braache liegen k); allein man 4) Hier werden alſo die Bohnen nicht als Braach⸗ frucht betrachtet, ſondern die Braache folgt erſt nach ſelbigen. Es verbreitet ſich aber die in der Grafſchaft Kent ſchon uralte Methode, die Bohnen in Reihen drey Fuß aus einanderzu ſaͤen, und ſie auf eben die Weiſe, wie die Kartoffeln, mit einem leichten Pfluge ohne Raäder zu bear⸗ beiten, immer mehr; da die Bohnen denn voͤllig die Stelle der Braache vertreten, und ohne die Bearbeitung des Landes zu verhindern, dem Klay⸗ acker doch den ſo wohlthaͤtig gehaltenen Schatten gewaͤhren:; uͤberdies aber auch in Koͤrnern einen weit groͤßern Ertrag, als die dicht⸗ und breit⸗ tuͤrfig geſäeten Bohnen geben. man haͤlt es fuͤr beſſer, im Herbſt des zweyten Jahres die Bohnenſtoppel zu ſtürzen, und mit Winterwicken einfaͤhrig zu beſtellen, die man im Fruͤhjahre des dritten Jahres abnußt. Denn als feſtſtehenden Grundſatz ſieht man es an, daß ſtrenger Boden jederzeit unter Schatten ge⸗ halten werden muß, derſelbe aber nicht wohl mit Gartenfruͤchten im Fruͤhjahre beſtellt werden kann, weil man ſo fruͤhzeitig bey Beſtellung der Gerſte⸗ und Bohnenſaat nicht Zeit dazu zu finden vermoͤgend iſt, und ſpäterhin der Voden zu trocken wird, als daß man ſolchen noch be⸗ ſtellen könnte, auch verſchiedene Fruͤchte, als z. B. Erdtoffeln, nicht darin gedeihen. Alle dieſe Unbequemlichkeiten finden bey den Winter⸗ wicken nicht Statt, die in dergleichen Boden⸗ vorzuglich bey einem in England nicht ſeltenem Grade von Fruͤhlingswaͤrme, gut gedeihen, im Fruhjahre gruͤn gefuttert, den Ochſen und Pfer⸗ den eine geſunde und angenehme Nahrung geben⸗ und, zu Heu gemacht, das Winterfutter ver⸗ mehren; denn reif laͤßt man nur das wenige werden, was man zur Saat braucht, damit man noch Zeit habe, das Land vor der Erndze zu ſtuͤrzen. Nach derſelben wird es geduͤngt, der Miſt gleich gehoͤrig untergepfluͤgt, und ſo bliebe der Schlag bis zum Frühjahre liegen, weil weil, auf dieſe Weiſe behandelt, der Miſt den Klah aufloͤſen ſoll. Im vierten Jahrepfluͤgt man das land ſo fruͤh wie möglich einmal, und ſaet große Gerſte darein. Sobald die Gerſte grün iſt, wird Klee⸗ und Grasſaamen darein nachgeſaet. Man rechnet in England 12 Pfund Klee⸗ und 54½ Meße Grasſaamen auf einen dortigen Acre, oder ungefaͤhr 9 Pfund und 8 Metzen auf ei⸗ nen Magdeburgiſchen Morgen Klayboden, wenn man den Klee huͤten will; aber nur blos 12 Pfund Kleeſaamen, wenn er gemähet wird. Iſt der Boden ſehr naß, ſo muß die Saat mit der der Gerſte zugleich geſchehen, was alljährlich nach Umſtänden zu beurtheilen und abzuandern iſt. Rach der Gerſten⸗Erndte wird der Klee in dieſem Boden nicht behuͤtet, weil dann ſich erſt der beſte ofters einfindet. Im frühen Fruhjahre des fuͤnften Jahres aber wird er in England kurze Zeit mit dem Rindoiehe behutet. Dann laͤßt man ihn wachſen, mähet ihn ein⸗ mal zu Heu, und läßt ihn nur in ſo weit aus⸗ ————+ aushuͤten, daß er einige Zoll hoch untergepflügt wird, weil man es fuͤr den Boden ſehr zuträglich haͤlt, wenn eine Menge von grunem Klee unter⸗ gepfluͤgt werden kann; dies geſchieht einmal, worauf man Weitzen ſaͤet, und ſo den Umlauf der Wirthſchaft wieder beginnet. Ueber eine veraͤnderte dreyfeldrige Wirth⸗ ſchaft in ganz leichtem Voden. Nachdem ich ſechs Monate auf einer engli⸗ ſchen Farm in den mittlern Grafſchaften gelebt hatte, kam ich nach der Provinz Surry zuruͤck, und fand dort viel haͤufiger, als in Rotting⸗ bamſhire, ſehr leichten Boden. Beym taͤg⸗ lichen Herumſtreichen in dieſer Gegend erinnerte ich mich alles desjenigen, was ich von zweckmaͤ⸗ ßiger Verfahrungsart auf dergleichen Voden ge⸗ hört und geſehen hatte, und nahe an dem Zeit⸗ punkte, wo ich nach meinem Vaterlande zuruͤck⸗ kehren ſollte, wo es auch ſo viel leichten Boden giebt, wandte ich jene Ideen auf die gewohnliche Wirthſchaftsart an. So entſtand folgende Ta⸗ belle und Entwurf einer veränderten dreyfeldri⸗ gen Wirthſchaft in leichtem Voden. Jahr Ztes Feld ztes Feld vſtes Feld Roggen Gerſte mit Klee Hafer, Erbſen⸗ Wicken und Raps Erdtoffeln⸗ Turnips, Kohl und Flachs Weide Hafer, Erbſen, Wicken und Raps Gerſte mit Klee Weide Turnips, Kohl Erdtoffeln, und Flachs Roggen Erdtoffeln, Weide und Flachs Turnips, Kohl; Roggen Hafer, Erbſen, Wicken und Raps Gerſte mit Klee Roggen Hafer, Frofen⸗ Wicken und Raps Berſte mit Klee Erdtoffeln⸗ Turnips, Feht Weide und Flachs Hafer, Erbſen, Wicken und Raps Gerſte mit Klee Erdtoffeln, Turnips, Kohl und Flachs Weide Roggen Erdtoffeln, Turnips, Kohl und Flachs Weide Rogges Hafer, Eybſen, Gerſte mit Wicken und⸗ Klee Raps Der im erſten Jahre im erſten Fel⸗ de gebauete Roggen wird im Herbſt vorher, ſo fruͤh wie möglich, wenigſtens in der erſten Hälfte des Septembers, geſäet, und zwar einfährig, ſo⸗ wohl in das Klee⸗, als in das Erdtoffeln⸗ und Rů⸗ benland. Wenn das Erdtoffelnland ſehr leicht iſt, ſo wird der Roggen untergepfluͤgt, weil man be⸗ hauptet, daß dies in wirklich leichtem Boden ein großer Vortheil ſey, indem die Wurzeln alsdann tiefer in die Erde kommen und weniger Schaden leiden ſollen; jederzeit aber wird die Roggenſaat entweder gleich nach dem Eggen, oder doch bald nach dem Aufgehen, gehoͤrig gewalzt. Bey der fruͤhen Saatzeit befuͤrchtet man mit Recht, daß der ſchnell aufgehende Roggen zu faulen anfan⸗ gen wuͤrde, wenn man ſich nicht davor ſicher ſtellte, indem man die Horden auf die Saat bringt. Die engliſchen Landwirthe geſtehen zwar ein, daß die Schafe die Saat anfreſſen, und halten im Win⸗ ter alles Abhüten fuͤr hoͤchſt nachtheilig, weil der Froſt tief in die Wunde eindringt; aber man behauptet, daß das Horden im Herbſte gar yicht nachtheilig ſey, da man dadurch auch noch et⸗ was duͤngte, jeder Biß vor dem Winter wieder ausheilen koͤnnte, und auf leichtem Boden die Saat nicht eingetreten wuͤrde, uͤberdies auch den großen Vortheil hätte, das Land feſt zu machen, was nach ihrer Meynung der beſte Zweck bey der Be⸗ —— —— 8„— —. Nb c—„ ——— — 299— Beſtellung von leichtem Voden iſt. Als ganz widerſprechend ſehen ſie es daher an, bis ſpatim Herbſt die Wendfahre zu horden und ſpat zu ſaen, da dies auf den leichteſten Stellen erfodert wird, die ſie gern recht fruͤh beſäen. Haben ſie auf der⸗ gleichen Boden vor dem Säen gehuͤtet, ſo laſſen ſie jederzeit ganz flach pfluͤgen, weil bey tiefem Pflügen dies Horden nur auf ſehr kurze Zeit wir⸗ ken ſoll. Sobald es im Fruhjahre angeht, wird der Roggen bey feuchter Witterung recht tuͤchtig ge⸗ walzt, damit der Wind nicht den Sand von der Wurzel wegnimmt. Ueberhaupt ſieht der engliſche Wirth die Walze als ein ganz nothwendiges In⸗ ſtrument auf leichtem Boden an, und behauptet, daß jeder daruͤber nachdenkende Wirth eben ſo urtheilen werde. Im zweyten Jahre theilt man dieſes Feld in zwey Schlaͤge, und beſäet denjeni⸗ gen, der vor zwey Jahren Erdtoffeln, Kohl und Turnips getragen hat, mit Gerſte und Klee⸗ ſaamen. Hierzu wird im Herbſt die Stoppel geſturzt, im Fruͤhjahre ein⸗ oder zweymal ge⸗ pflugt, bis der Boden zu Gerſte genugſam ge⸗ reinigr und vorbereitet iſt; ſobald man vor dem Froſte Froſte ſicher zu ſeyn glaubt, wird es befäet, und wenn die Gerſte aufgegangen iſt, werden die leichteſten Stellen gehordet. Die Schafe freſſen zwar die Blätter der Gerſte etwas ab; man glaubt aber, daß dieß am Einſchnitte viht ſcha⸗ dete, und es das leichteſte Mitiel ſey, den Bo⸗ den feſt zu machen, indeſſen man ihm zugleich Duͤngungstheike mittheilte. Die Gerſte wird nicht gleich geegget, wenn ſie geſaͤet worden, ſondern nachdem ſie gehörig aufgegangen iſt, wird ſie ge⸗ walzt, mit Klee beſaͤet, geegget, und nun raſch gehordet, oder recht gut gewalzt. Der andere Schlag, der Lor zwey Jahren Weide geweſen, wird im Frähjahre einmal ge⸗ pflügt, und auf den zäheſten Stellen mit Erb⸗ fen und Wikken, und anf den leichteſten mit Hafer beſaͤet. Bei fruchtbarer Witterung ver⸗ ſchiebt man das Walzen, bis der Hafer aufge⸗ gangen iſt; verrichtet es aber jederzeit bey feuch⸗ ter Luft. Gleich nach der Erndte pflugt man dieſe Stoppeln um, und beſaͤet eſe Schlag mit Rapyſaamen. Im dritten Jahre iſt der erſte und vor⸗ jährige Gerſtenſchlag Weide, und in dem zwey⸗ ten wird der Rapſaamen im fruͤhen Frühjahre mit den — ——— — — 304— den Schafen abgehuͤtet, und dann die fenchteſten Stellen mit Kohl, die darauf folgenden mit Flachs, die noch leichtern mit fruͤhen Erd⸗ toffeln, und die leichteſten mit Turnips be⸗ ſtellt. Zu dieſen Fruchten wird das Land jo fein, wie nur irgend moͤglich, zubereitet, ſo oft, wie es dazu nothig iſt, gepflügt, und vor der Saatfahre recht ordentlich geduͤngt. Dieſe Beſtellang be⸗ treibt man ſo fruh als moͤglich. Die Turnips wer⸗ den mit den Schafen abgehuͤtet, und ſolche darauf gehordet. Da der Flachs, wenn er fruh geſaͤet wird, und die Witterung nur einigermaßen guͤnſtig iſt, kurz vor oder in der Roggen⸗Erndte reif wird, ſo wurde ein engliſcher Wirth, der die ihm eigen⸗ thümlichen Grundſaͤtze in Deutſchland ausübte, dieſe Leinſtellen ſogleich umackern und mit Tur⸗ niyps beſaͤen, die zwar keine dicke Wurzeln trei⸗ ben koͤnnten, aber doch, wenn ſie gleich, nach⸗ dem ſie ins Kraut gewachſen, von den Schafen abgehutet und abgehordet würden, dem Boden eine zweckmaͤßige Duͤngung geben, welche eine beſſere Roggenerndte zu bewirken fähig waͤre, als wenn man den Roggen in die ausgetrocknete Leinſtoppel ſaete. Im vierten Jahre traͤgt das garze Feld wieder Roggen⸗ Im Im fuͤnften Jahre traͤgt der vorherige Hafer⸗ Erbſen⸗ und Roggenſchlag Gerſte, der vorherige Gerſtenſchlag aber jene Fruͤchte. Im ſechsten Jahre iſt der vorherige Turnips⸗ Erdtoffeln⸗ und Flachsſchlag Weide, und der vorige Weideſchlag wird hiermit beſtellt, worauf der vorige Umlauf wieder anfaͤngt. Buͤcher⸗Anzeige. Taxa der Apothekerwaaren fuͤr die Chur⸗Braun⸗ ſchweigiſchen Lande. 4. Hannover, in der Rit⸗ ſcherſchen Buchhandlung. 20 9Gr. Der Herausgeber dieſer Taxe, Hr. Leibmedikus Len⸗ tin, giebt dadurch einen ſchätzbaren Beitrag zur Materia medica. Auch auswaͤrtigen Pharmaceutikern wird es angenehm ſeyn, zu erfahren, wie die Medieinalpreiſe in einem ſo ausgebreiteten Territorio, als die Chur⸗Braun⸗ ſchweigiſchen Lande ſind, ſtehen. Die angehängte Verglei⸗ chung älrerer Arznei⸗Namen mit neuern, und das beige⸗ fuͤgte engliſch⸗deutſche Woͤrterbuch uͤber einfache und zu⸗ ſammengeſetzte Heilmittel, ſind gewiß fuͤr jeden Arzt und Apotheker ſehr nuͤtzlich und brauchbar. Nachricht für den Buchbinder. Taf. 1 wird neben Seite 138, — 2——— 215, 198, — 3— — 1—— — 7— 222 gebunden. — —— ——— Vergleichung des Engliſchen Geldes, Maaßes und Gewichts. —— Geld. Be dem veränderlichen Courſe und dem ſeit einiger Zeit unbeſtändigen Verhaͤltniſſe des Silbers gegen Gold läßt ſich nichts ganz genau und allgemein Zutreffendes angeben. Der Herr Graf von Podewills hat bey der Ueberſetzung der Marſchallſchen Wirthſchafts Beſchreibungen das Pfund Sterling zu 6 Thlr. 16 gr. Preuß. Currant angenommen. Ich behalte dieſes im Durchſchnit zutreffende Verhaͤltniß um ſo ehr bey, weil ſodann die der Beſchreibung von Yorckſpire angefuͤgte ſehr nutzliche Tabelle auch fuͤr meine Leſer brauchbarer bleibt. Und ſo entſteht nach dem gewoͤhnlichen Werthe des Silbers gegen Gold folgende Vergleichung des Engliſchen Geldes i mit mit mit piſtolen Conventions⸗ Preuſiſchen Hannoveriſcher Gelde Courant Caſſen⸗Muͤnze a5 Rchlr. ſdicPiſtoles4 Rchlr. diePiſtole52 Rchlr. die Piſt. 42 Rchlr. Rthlr. ggr.] K ſRchlr. ggr.] pf. Rthlr.] ggr. pf. Rthlr. ſggr.] pf. 1Pfund Sterling a 20 Schilling- 5 21 2 6— 6 7 6 5 11 9 7 1 Schilling a 12 Pences- 4121— 7 6 8 4 6 1Pence a 2 Halfpennys S—— 7 7——— 8 1 Halfpenny a 2 Farthings———[3—— 3—— 4 1 Farthing-—— 1131—— 14—— 2 1 Guince à 21 Shillings 2 6 4 3 5 5 18 1Crone a 5 Shillings— 1 16— 11 8 17 Stilin ſind gleich eine Piſtole. Die engliſchen Langen Maaße ver Lrä ngen Moa 1 6 halten ſich unter einander folgendergeſtale 2 Four- Poles, Rods Mile longs ſod. Pearches Fathoms Geometr. Paces Vards Foots Inches — 1 8 320 880 1056 1760 5280 63360 1 40 110 132 220 6b60 7920 1 2, 75 3 3 5 5 16, 5 198 1 1, 2 2 6 72 1 1 66 5 60 1 3 36 1 12 Zuweilen komt auch der Ausdruck Chain(Kette) vor, welche 4 Ruthen oder 66 Fuß haͤlt. Es iſt hier die geſeh⸗ mäßige Meile angenommen, den die gewohnliche Londoner, wonach wohl häufiger gerechnet wird, enthält nur 5 o00 Fuß. Von erſterm gehen 4 ½, von lezterm 4 44 auf eine geographiſche Meile. Ein Fuß hal Vergleichung 100 Engliſche Foots gleichen von des alten des pariſer Fußes Laͤngen⸗Flaͤchen⸗ und Körper⸗Maaßes. 1440 Laͤngen⸗ Flaͤchen⸗ Koͤrper⸗ Theilchen. an nachfolgenden Orten mit dem Engliſchen. Maaß Maaß Maaß 1340 Anſpach———— 100, 87 107, 12 30 1320 oder nach Melin——— 103, 39 104, 84 107, 95 1210, 6 Baden⸗Durlach——— 111, 65 125, 58 140, 2 1282 Bayern———— 105, 43 111, 15 117, 18 139 8 Berlin und ganz Preußen, Reinländiſches Maaß— 97, 11 94, 31 90, 98 Bern, nach Ludeke und Beckmann—— 103, 97 108, 09 112, 28 1279, 2 f Braunſchweig nach Meyer—— ſ03, 65 111 7 115, 7 1275 Breslau———— o6, o1 ſ 112, 37 119, 12 1290 Bruͤſſel——— 7 109, 78„ b3 1296 Hannvver oder Ealenberg—— 6 3, 31 108, 77 113, 43 ſEef —— Ein Fuß halt Vergleichung 100 Engliſche Foots gleichen von des alten des Fuße⸗ Lngen⸗ Flächen⸗ und Koͤrper⸗Maaßes Längen⸗ Flchen⸗ Körper⸗ Sorlichen. an nachfolgenden Orten mit dem Engliſchen. Maaß Maaß Manß 1391, Dännemarck, Rheinländiſches Maaß— 7, 11 94 31 90, 08 1254, 5 Dresden——— 107,7 4 116, 08 125, 06 1251 Erfurth———— 108, 04 116, 73 126, 11 1270 Frankfurch am Mayn—— 06, 42 2 113, 26 119, 95 1440 Stich pied du Koy—— 93, 86 88, 1 82, 69 4434, 4 ⸗ neues Metre—— 30, 48 5 20 5 1275 Vochn——— 106, 1 3 9 1270 Hamburg und Holſtein—— 106, 42 113, 26 119, 95 1253 Leipzig——— 107, 86 116, 35 125, 51 1351, 58 London—— 100 100 1290 lubeck———— 104 7 109, 78 15, o2 1286 Manheim——— 105 46 1 09 1282 Muͤnchen——— 105, 43 I, 15 15 1346, 75 Nuͤrnberg——— 100, 36 100, 72 101, 8 1238 Hsnabruck— 1o9, 17 119, 19 130, 13 1391, 8 Hſtfriesland—*——— 92, 11 94, 31 90, 98 1225 Pommern ſchwediſch—— 104, 37 108, 93 113, 68 1391, 8 Rheinländiſcher Fuß nach Bode— 94, 31 90, 98 1213 iga— 124, 15 138, 34 15756, 8 Rusland——— 85 272 273, 47 62, 08 1315, 87 Schweden——— 102 3 105%5 108, 36 1330 Schweitz—— 101, 62 103, 27 104, 93 140% 3 Wien——— 96, 44. 23 3 82, 23 1241, 4 Wuͤrtenberg——— 118, 54 129, 06 108, 88 wird gewoͤhnlich nach Aeres, (Ruthen) die auch Poles oder Pe Quadr. Mile Acres Roods 1 640 2560 1 4 * I Rachſtehende Tabelle enthält eine Vergleichung des Engliſchen Acres mit dem Das Flächen Maaß in agronomiſcher Hinſicht Farthing desls Viertheile oder Roods und den nicht damit zu verwechſelnden Rods Quadr. Quadr. Chains Rods 6400 102400 10 160 2,5 4⁰ 1 16 x 3097600 Quadr. Vards —— 4840 12IL0 484 30,25 1 arches genannt werden, folgendermaaßen eingetheilt 6 Quadr. Quadr. Foots Inches 27878400 4015489600 435 06 6272640 10890 1568160 4356 627264 272, 25 39204 9 1296 1 144 Ackermaaße anderer Länder. Flaͤchen Inhalt folgender Stuͤcke Lange des Namen an des Orts an Rheinländiſchenf 100 Fuſſes nach des pariſer der Namen S Morgen Ruthen ſ Acres Fuſſes à a 1440 fHerter und Lander derſelben Ruchen] Fuͤſſen 180 144 gleichen Theilchen Ruthen Fuͤßen 1320 Anſpach 1 Morgen ſ 360 2 160 54, 79 1210, 6 ſBaden⸗Durlach 1 Morgen 160 40960 1 34, 8 1132, 64 1282 Bayern 1Fuchart 40000 1 55, 6 ſ120, 93 kleiner 1391, 8 Berlin und alle Preuſſi⸗ſ Morgen ſ 180 25920 1 ſche Provinzen großer Morgen ſ 400 57600 2 40 71, 22 1330 Bern 1Feld Morgen 1 400 40000 1 61, 0 117 13 — Flächen Inhalt folgender Stuͤcke Länge des Namen an des Orts ſan Rheinländiſchenf 100 des pariſer der Namenſ[ 3 Morgen Ruthen f Kcres Fußes à a 1440 fHerter und Laͤnder derſelben Ruthen Fuſſen 180 144 f gleichen Theilchen 6 Ruthen Fuͤſſen 1290 ſ Braunſchweig 1Morgen 120 30720 1 3, 2[155, 51 1279, 2 oder—— 120 30720 1— f158, 28 1244 Caſſel Morgen 150 29400— 163 1174, 79 1391, 8 Dännemarck 1Tonne hart Korn 2252 4 225280 8 123 8, 23 Saatland 563 1 56320. 3 72, 86 1351, 58 England 1Acre 4840 43560 1 104, 9 100 . Vards 1251 Erfurth 1Morgen 168 32928 1 54 17 1391, 8 f Franken 1Morgen 256 36864 1 3 1440 Frankreich Königl. 900 48400 1 179, 4 1 279, 27 altes Maaß Arpent Teisen neues Maaß Hectare 10000 94831 3 164, 2 ſ40, 46 . Mctres 6.. 1 Decare 1000 9483— 70, 4[404, 69 . — Metres 5 1Myriare 100 391 33 o, 4 Hectare 1275 Gotha Morgen 130 25480— 148 1192, 5 Pamburg 1Morgen 600 117600 3 139 1 41, 95 1296 Hannover oder gr. Morg] 600 117600 3 166, 9 40, 3 S— Calenberg nkl. Morg. 120 30720 1 4 8 154, 17 —— 5——,.———— S e—————— 1232 Hildesheim 1Morgen 120 30720 169, 7 t07, 83 Flächen Inhalt folgender Stuͤcke 100 Länge des Namen an des Orts, jan Rheinländiſchen Fuſſes nachf des ſe der Namen E[ Morgen Ruthen kcres Fußes 6 2 1440 fHerter und Laͤnder derſelben Ruthen Fuͤſſen 180 144 f gleichen Theilchen Ruthen Fuͤſſen 1270 Holſtein 1 Tonne 340 87040 2 143, 2 56, 62 auf den Guͤtern— 280 71680 1 152 85, 81 desgleichen—— 240 61440 1 104, 6[100, 11 1391, 8 1 Oſtfriesland 400 57600 2 40 71, 22 1238 Oonabruck 1Morgen 480 69120 2 119 6 59, 4 5 Pommern 1Morgen 300 76800 2 101 61, 8 1Morgen 3 Land⸗ 1331 Prag 1Strich Iſeite à 104 32448 1 26, 2 ſ138, 17 Ausſaat fFuß 3153 Rusland 60 und 40 117600 4 48, 5 f 37, 07 Faden[ 1253 Sachſen e 300 6900 1 2 18, 1 75 35 Ausſaat 1275, 4 1 Schleſien Morgen 180 40500 1 55, 8 f120, 82 5 Fuß 1270 Schleswig 1 Tonne 320 81920 2 113, 6 † 60, 16 1315, 87 Schweden Tonne 2182 56000 1 168 81, S7 Famme 1401, 3 Wien 1Tagewerk 1600 57600 3 45, 1† 48, 69 Jochart Flafter 1391, 8 Wuͤrtenberg gr. Morg. 400 57600 2 40 71 33 1241, 4 † daſeibſt nkl. Morg. 150 38400 1 134 139 1330 Zürich 1Acker 360 36000 1 48 124, 56 Juchart 1 Das Getreide⸗Maatß wird in England folgendergeſtalt eingetheilt: Weys Laſt ſod. Jons Quarters S Strikes Buſhels Peks Gallons † Quarts ſ Pints 1 20 40 5 320 640 2560 5 120 1 5 10 20 40 160 320 1280 2560 * 2 4 8 32 64 256 512 1 2 4 16 32 128 2356 1 2 58 16 64 128 4 8 32 64 1 2 8* 16 3 3 8 1 2 Mran hat zwar in England mehrere Verſchiedenheiten vom Buſhel. Wenn aber ohne andere Beſtimmung in Schriften die Rede von dieſem Getreide⸗Maaße iſt, ſo wird allemahl der Wincheſter Buſhel, ſo wie er nach der Acte von 1697 beſtimmt iſt, verſtanden. Dieſer Buſhel ſoll 18 ½ engl. Zoll im Diameter und 8 Zoll in der Tiefe, genau alſo 2150 4%6% Cubic Zoll halten. Nach einer Acte von 1712 ſoll zwar ein Buſhel Landmaaß z178 engl. Cubic Zoll halten; aber dieſer Buſhel ſcheinet mir gar nicht in Gebrauch gekommen zu ſeyn. Sonſt hat man in einigen Gegenden Englands auch Buſhel von 9 Gallons, die an die Stelle des vormaligen gehaͤuften Maaßes treten; auch welche von 10 Gallons welche Waſſermaaß genannt werden. Wo aber pon Buſheln allge⸗ mein die Rede iſt, da wird, wie geſagt, obiges Wincheſter Maaß verſtanden, weil dies beym Kornhandel das allgemein angenommene iſt. Die folgende Tabelle enthält eine Vergleichung der bekannteſten Europäiſchen Getreidemaaßen, mit vorgedachtem Engliſchen. Laͤnge des 58 Fußes nach Namen Koͤrperlicher Inhalt folgender 100 des pariſer Getreide⸗Maaßen Unterabtheilung und Benennung Fußes der Bufhels der verſchiedenen 1440 Namen pariſer des Orts Getreide⸗ Maaßen Theilchen] Derter und Länder Cubice Cubic gleichen derſelben Zollen Zollen 1258 Amſterdam Tonne 6811 10215 26, 13 f1Laſt hat 21 3 Tonnen, 27 Mudden, 36 Sack, 108 Schepels, 432 Vier? devats. Koͤrperlicher Inhalt folgender Unterabtheilung und Benennung Laͤnge des Namen 100 Fuſſes nach Getreide⸗Maaßen des pariſer der in Bufhels der verſchiedenen Fuſſes Namen pariſer des Orts. 1440 Herter und Laͤnder Cubic Cubic ſ gleichen Getreide⸗Maaßen Theilchen derſelben Zollen Zollen 1320 Anſpach 1 Simra 16672 20262 10, 68 1 Simra hat 16 Metzen, oder 256 Maaß, zu 65, 12 fraͤnz. Eubiczolle 1210, 6 Baden⸗Durlach 1Scheffel 6368[10717 27, 95 1 Malter in Rocken hat 8 Simra rauhe Frucht—— 7960 ſ13397 22, 36 ſoder Seſter, 32 Vierling, 123 Maͤß⸗ lein. 1282 Bayern 1Schaf[11234 115920 15, 84 ſSchaf hat 6 Metzen, 208 2 Ge⸗ traͤnkmaaße. 1340 Bayreuth 1 Simra 1Simra hat 16 Maaß, die in glatter rauhe Frucht— 29697 382 50 5, 99 ſFrucht 3753 4 und in rauher Frucht glatte—— 24322 133184 7, 33 ſ456 Anſpacher herrſchaftl. Maaße aus⸗ machen. 2 1391, 8 Berlin Scheffel 2744, 3 3039, 5 64, 86 ſ1 Winſpel hat2 Malter, 24 Scheffel, 96 Viertel, 384 Metzen. 1330 Bern 1 Muͤt 8476 ſ10758 21 1Muͤt hat 12 Mäaß, 48 Immi, 96 Achterlie, 192 Sechzenerlie. 1290 Braunſchweig Himten 1560, 2 2170] 1 Wiſpel hat 4 Scheffel, 40 Himten, — 5 114, 09 ſ160 Viertel, 640 Spint. 1279, 2 oder— 1560, 2 12226) 1282 Bremen Scheffel 3585 5080 49, 65 ſ1 Laſt hat 4 Quart, 40 Scheffel, 160 Viertel, 640 Spiut. 1275 Breslau 1Scheffel 3780 5445 47, 09 1 Malter hat 12 Scheffel, 48 Viertel, 192 Metzen, 768 Maͤßel. Caſſel Viertel 7196 ſ[11161 24, 73 Viertel hat 4 Himten, 16 Metzen, 1391, 8 Dännemark 1Tonne 7013, 5 7768 25, 38 f Laſt hat 12 Tonnen, 96 Scheffel⸗ 4 38 ½ Viertel. Danzig Scheffel 2437 4006 73, 04 ſLaſt hat 3 4 Malter, 60 Scheffel, 240 Viertel, 960 Mäßchen⸗ — Länge des Namen Koͤrperlicher Inhalt folgender 100 Unterabtheilung und Benennung Fuſſes nach Getreide⸗Maaßen des pariſer der in Buſfhels der verſchiedenen Fuſſes een pariſer des Orts 1440 Oerter und Länder) Cubic Cubic I gleichen Getreide⸗ Maaßen Theilchen derſelben Zollen Zollen Darmſtadt Malter 5411 30 1 Malter hat 4 Simmer, 16 Kumpf, 64 Geſcheide. 1254, 5 Dresden Scheffel 5398 8164 32, 98 1 Scheffel hat 4 Viertel, 16 Metzen, 64 Maͤßchen, 113 Kannen. 1251 Erfurth 1 Scheffel 2836 4325 62, 76 1 Malter hat 4 Viertel, 12 Scheffel, 48 Metzen. Frankfurth am 1Malter hat 4 Simmer, 8 Metzen, 1270 Mayn 1Malter 5749 8380 30, 96 ſ16 Sechsler, 64 Geſcheid. 1275 Gotha 1Scheffel 4454 6417 39, 96 †1 Waltr hatz Scheffel, 8 Meßen. 1270 Hamburg 1 Himten 1328 1936 134, c4 f1 Laſt hat 60 Faß, 120 Himten, 240 Spint. 1296 Hannover 1Himten 1560, 22140 114, 09 ſ1 Malter hat 6 Himten, a 4 Spint, an etlichen Orten zu 3 Spint oder Metzen. 1242 Hildesheim 1 Himten 1307 2039 136, 19 ſ1Fuder hat 13 ½ Malter, 40 Scheffel, 1 80 Himten. 1391, 8 † Holſtein. Koͤnigs⸗Maaß 1Tonne 6240, 86911 28, 52 1 Tonne hat 4 Scheffel oder Himten. die Seelaͤndiſche Tonne 7020, 97776 25, 35 1391, 8 Koͤnigsberg 1Scheffel altes Maaß— 2673 12961 66, 59 f1 Laſt hat 60 Scheffel, 960 Metzen. neues wie Berlin 1296 Lauenburg Scheffel 2040 2798 87, 25 ſ Laſt hat 8 Droͤmt. 24 Sack, 96 Scheffel, 576 Spint, oder 384 Faß. 1251 Leipzig, altes 1 Scheffel 7006 10634 25, 41 †1 Wiſpel hat Malter, 24 Scheffel, neues Maaß wie 96 Viertel, 384 Metzen, 1536 Mäß⸗ Dresden chen. . Unterabtheilung und Benennung taͤnge des Namen Koͤrperlicher Inhalt folgender 100 Fußes nach Getreide⸗Maaßen des pariſer der in Bufhels, der verſchiedenen— Fußes Namenſ pariſer des Orts Oerter und Laͤnder Cubic⸗ Cubic⸗ j gleichen Getreide„ Maaßen Theilchen derſelben Zollen Zollen 1351, 58j London Vuſhel 1780 ſ2150, 4 100 1Laſt hat2 Weyes, 10 40 Strikes, 30 Bufhels, 320 Pecks, 6 SS 5120 Pints, 1290 Luͤbeck Scheffel 1684 2342 † 105, 7 1 Laſt hat 8 Drömt, ½ Tonnen, — 3 26 Scheffel, 384 Fäſſer. 1286 Manheim 1Malter 5570 7821 31, 94 f1 Malter hat 4 Simmer, 8 Metzen, Heidelberg 16 Sechsler, 64 Geſcheide. 1282 Muͤnchen 1Schaf 11234 14789 15, 84 Schaf hat 6 Meben, 208 ½ Getränk⸗ maaße.. 1842, 77 Kordhauſen tScheffel 2475 1181 71, 92 1 Malter Frr Scheffel 16 Meten, 52 Maͤßchen. 1346, 75 Nuͤrnberg 1 Metze 1083 1345 164, 36 Simmer hat 2 Malter, 16 Prten, 46 Diethaufen, 256 Maaß. 1313 Oldenburg 1Scheffel 1294 1701 137, 56 ſ Laſt hat 12 Malter, 1 Tonnen, 1282 oder 847 1200 2r0, 15 144 Scheffel a 16 Kannen Biermaaß. 1238 Dsnabrůck 1Himten 1447 2277 123, 01 1Laſt 4* 100 Scheffel, 400 Viertel⸗ Paris 1Boiſſeau 644, 68 644, 68 276, 11 f1 hat2 24 Mines, 35 1440 altes Maaß Minots, 144 Boiſſeaux, 2304 Litrons. 4434, 4 neue Maaßen 1 Hectoli- 5046, 1 1728 35, 27 †1 kilostere hat 100 Decastere, tre ſ10o Kilolitre, Stere⸗ oder Cubie⸗ Metre, 16000 Hectolitre, 100000 Decalitre, 10ooo00 Litre. Prag 1 Metze 3101 3927 57, 4 1Strich hat 4 Viertel, 16 Maßek, . 192 Seidel⸗ Reval 1Tonne 6164, 6 28, 57 1 Laſt hat a4 Tonnen, 72 Lof, 216 3 Fulmet, 2592 Stof. Eine Laſt Kalk oder Leinſasmen hat nur 12 Tonnen⸗ Länge des 1. Ramen Körperlicher Inhalt folgender 100 Unterabtheilung und Benennung Fuſſes nach Getreide⸗Maaßen 8 des pariſer der. in Bufhels der verſchiedenen Fuſſes Namen pariſer des Orts. 1440 Oerter und Laͤnder Cubic⸗ Cubie⸗ gleichen Getreide⸗Maaßen. Theilchen derſelben Zollen Zollen 1213 Riga 1 Tonne 6725 111252 26, 47 f Laſt hat 22 ½ Tonnen, a Lof a 6 Kulmet a 4 ½ Kanne. In Leinſaamen hat die Laſt nur 12 Tonnen. . 1292 Roſtock 1Schefſel 1799 2535 99, 5 wie Lauenburg. 5 Rusland Tetvert 1Tzetwert hat Osmin, 4 Pajoc⸗ 33. 6 nach Gerhard— 1226 934 145, 19 ſ. Tzetwerick, 64 Granitzen oder Snach Hube—— 1261— 141, 16 f Toͤpfe. nach Storch—— 1229— 144, 83 Schleßwig Heid⸗ 1 Heidſcheffel hat 6 Schippen. ſcheffel 5260 5825 33 85. 316.87 Schweden 1 Tonne 2389 5600 24, 09 1 Tonne hat Spann, 4 Halbſpann, 8 Viertel, 32 Kappar, 23 Tonnen, 1 11 Laſt. 1290 Stralſund 1Scheffel 1964 2732 9o, 63 j1 Laſt hat 8 Droͤmt, 48 Tonnen, *. 6 96 Scheffel. — 1290 Schwerin Scheffelſ 2013 2800 88, 43 jwie Lauenburg. Weimar Scheffel 4490 39, 64 1 Schoffel hat 4 Viertel, 16 Mäß⸗ chen. 1401, 3 Vien 1 Mete ro1 3365 5 4 1 Mut hat z0 Metzen, 120 Viertel, 240 Achtel. 1290 Wismar Scheffelſ 1930 2684 2, wie Lauenburg. 1241, 4 Wuͤrtenberg 1Scheffel 8396 13311 21, 2 fScheffel hat s Simri, 32 Vierling, 8 128 Achtel. g Nk—— P Zweybruͤcken 1Malter 10175 17, 49 1 Malter hat 8 Faß, 32 Seſter, 123 Mäßchen. —.——— 1Chaldron Kalck hat 32 Buſhel. Folgende Tabelle enthält die Vergleichung der verſchiedenen Gewichte mit dem Engliſchen. Ein Pfund 110 Unterabtheitung 1Pfund Vergleichung hält Avoir häit an Hol⸗ des nach colniſchem du pois des ländiſchen Gewichts an folgenden Gewicht gleichen Aſſen Orten Gewichts ſu. H. 3 Gr. 6 6 Amſterdam 1 Schiff⸗Pfund hat 3 Centner, 20 10280 1 gemeines 6 3 1 7 91, 82 Lies⸗Pfund, 37 ½ Stein, 300 Pfund. 10240 16 Trois Gewicht 1 2 14 92, 18 1 Trois⸗Pf. hältz Mck. r6 Unzen, 32 Loth, 320 Engels, 2560 Troisquins, 5120 Deuxquins. Augsburg 1 Centner hat 100 Pfund. 10220 ſchweres Gewicht 1 1 2 2 5 92, 36 j1 Pfund hat 32 Loth, 128 Quentin, 9835 leichtes— 95, 96 512 Pfennige. 9728 Baden⸗Durlach 1———— 97, o3ſwie Coln. 9750 Berlin 1—— 1 2 ſ 96, 81 ½1 Centn. hat 5 Stein, 110 Pfund. 9716 Braunſchweig— 31 3 3 6[97, 15 1 Centner hat 112 Pfund. 10380 Bremen 1 2— 2 5 9o, 93 1 Schiff⸗Pfund hat 2 2 Centn. 290 8428 Breslau— 27 2 3 9 112 f1Schiff⸗Pfund hat 3 Centn. 16 4 St. 396 Pfund. Centner hat 10s Pfund. 10114 Caſſel 1 1 56 4 ſ 93, 33 Cleuder Wolle 21 Pfund⸗ 10338 apenhagen 1 2— 2 11f 90, 86 1 Schiff-Pfund hat 3 ½ Centner, 26 8 ſLies⸗Pfund, 320 Pfund. o6 Danzig— b— 14 104, 1611 Schiff: Pfund hat 2 2 Centner, 20 1 Lies⸗Pfund, 320 Pfußd⸗ Ein Pfund 1o 6 Unterabtheilung 1 Pfund Vergleichung haͤlt Avoir baͤlt an Hol⸗ des+ nach coͤlniſchem du pois des laͤndiſchen Gewichts an folgenden Gewicht gleichen Aſſen Orten mf Gewichts t. Q. 3 Gr. 6 c 9716 Dresden— 31 3 3 6[97, 151 Centner Kramer⸗Gewicht haͤlt 5 Stein, 110 Pfund. 1 Centner Fleiſcher⸗Gewicht hat 3 8 Stein, 100 Pfund. 9822 Erfurt——, Frankfurt 1Centner hat 100 Pfund, 1Stein 10595 am Mayn 1 5 3 1 9 89, o922 Pfund. 9707 Gotha— Br 3 2 14 97, 24 1 Quintal hat 100 Pfund. 10o80 Hamburg 1 2 14 ſ 93, 54 1 Schiff⸗Pfund hat 2 4 Centn., 14. Stein, 20 Lies⸗Pfnnd, 280 Pfund. In Wolle und Federn 1 Stein 113 Pfund. Hannover 1Schiff⸗Pfund hat 250 Pfund, 1 10154 Handels⸗Gewicht 1 1 2— 6 fſ92, 68Centner 112 Pfund, 1 Pfund 32 Loth, 128 Quentin, I12 Hertchen. 9716 Hildesheim— 31 3 3 6 97, 15 1 Schiff⸗Pfund hat 280 Pfund. 1 0 Stein 10 Pfund. 1 Centner 110 Pf⸗ 10059 Holſtein 1 1— 1 6 ſ93, 84 1Schiff⸗Pfund hat 20 Lies-Pfund, 280 Pfund. 1 Centner 8 Lies⸗Pfund⸗ 112 Pfund. S Koͤnigsberg 1Schiff⸗Pfund hat 3 Centner, 20 9747 altes——— 96, 84 Lies⸗Pfund, 330 Pfund. 9750 neues wie Berlin—— 2 956, 81 Leipzig. 10478 Fleiſcher-Gewicht 1 2 1 3 9 ſ 90, o8 j1 Centner hat 5 Stein, 116 Pfund. 9716 Handels⸗Gewicht— 31 3„3 6 97, 15 9375 Berg⸗Gewicht— 30 3 1 6 ſ100, 58 5FP 1 — — grlhhtn Ein Pfund 100 6 Unterabtheilung Pfund Vergleichung halt Avoir 8 hält an Hol⸗] des nach cölniſchem du poi des länbſchen † Gewichts an folgenden Gewicht gleichen 03 Aſſen Drten— Gewichts t. O Gr. 6 London 11 Tun hat 20 Hundreds, g0 Quar- 9439% Avoir du pois— 31—— 12 100 jters, 2240 Pfund, 35840 Ounces. 1Laſt Volle 12 Sack, 24 Weyes, 766 Trois- Gewicht— 25 2— 11f12, 54rz Stones, 4368 Pfund⸗ 1Pfund Trois-Gewicht hat 12 Unzen, 240 Pennyweights, 5760 Grains, — 115200 Mites. 62 e„ 1.* 10059 Luͤbeck 1 1— 1 6 93, 3411 Schiff⸗ Pfund hat« 2 Centner, 280 Pfund. 18299 Matheim 1 3 1 3 10 ſ 91, 65 1 Centner hat 100 Pfund⸗ 11656 Muͤnchen 1 6 1 1 7 80, 98 1 Centner hat 5 Stein, 100 Pfund⸗ 10608 Nuͤrnberg 1 2 3 2 88, 9811 Schiff⸗Pfund hat 3 Centner, 300 Pfund. 10280 Oldenburg 1— 1 3 1 7 j 91, 821 Pfund ſchwar bedeutet 1 2 Schiff⸗ Pfund, 3 Centner. Im Flachs 15 * in Federn 30 Stein a 10 Pfund. 10280 Dsnabruͤck 1 1 6 1 7 91, 821Pfund ſchwar 2 4 Wogeiſen, 2 ₰ Cent⸗ ner, 30 Stein, 300 Pfund. Paris Myriagramine hat 10Kilogramme, 10188 altes Gewicht 1 1 2— 9 92, 64 100 Hectogramme⸗ 1oo Decagran- nn me, 10000 Decigramme, 100000 20816 Kilogramme 2 4 2— 2 1 45, 34 Centigramme. 8512 Petersburg— 28——— ſ110, 89 1Ferkòwetz hat 10 Pud, 400 Pf. Pfund hat 32 Loth, 96 Solotnik. 9757 1 Stuttgard 9736 oder 3 Ein Pfund 100 G Unterabtheilung Pfund Vergleichung ba Avoir hält on Hol⸗ des an coͤlniſchem du pois des 80 ländiſchen Gewichts an folgenden Gewicht gleichen ern Aſſen Orten Gewichts 2* tt. O. 3 Gr. 6 c6 9 Schweden! 3 8848 Vicrual Gewicht— 29—— 10 ſ106, 58 1 Centner hat 120 Pfund. 7078 Eiſen—— 123 1— 8 133, 36 1 Stein Wolle 32 Pfund. 3 9254 um 1—— 1 5 ſ96, 77 11 Centner hat 100 Pfund. 1 Pfund . Mark, 32 Loth a 4 Quentin a 4 Pfennige. 11666 Pien 16 18e, o Saum hat 27 Pfund. Zůrch Pfund großes Gewicht hat 18 Unzen, 10972 großes Gewicht 1 4— 7 86, o336 Loth. 1Pfund leichtes Gewicht 9753 64 kleines——— 4 96, 78 hat 2 Mark, 16 Unzen, 32 Loth. Das Hanbels⸗ Gewicht, beißt Avoirduͤpois⸗Gewicht. Es hat folgende Eintheilung: Das Gemwicht. womit alle Victualien und Landwirthſchaftliche Producte in England gewogen werden, Ton Hundret oder Cntrweiglt Quarters Pounds 1 20 80 2240 1 4 112 1 28 1 Pound Drams Quarters 64 1024 16 64 1 4 Das Wellen Gewicht hat folgende beſondere Eintheilungen und Benennungen: Laſt Sacks Weys Tods Stones Cloves oder Pounds Nails 1 12½ 24 156 312 624 4368 1 2 13 26 52 364 1 6 26. 1 2 4 28 1 2 14 1 7