Vorrede. GwE der Vater unſers B Crin IEſu Chriſti der Vater der Barmhertzigkeit und GOtt glles Troſtes/ der uns ſeine Glaͤubigereichlichtroͤſten lãſſet/ auch ſonderlich mit der Gnaden Verheiſ⸗ ſung/ daß unſer Tauͤbſal/ die ʒeitlich und leicht iſt/ ſchaffen ſol eine ewige und über alle maß wich⸗ tigererꝛligkeit/der wolle ſolchen Troſt in unſere und aller betrůͤbten leyd tragendenertzen tieff hineinſchreiben und darinn befeſtigen/ daß wir inaller Trubſal getroſt ſeyn/ unſere Seelen in Gedult faſſen/ und alſo auff das unſichtbare und ewige unſer Abſehen richten/ damit wir bis ans Ende beharren/ und dermaleins der ewigen und uber alle maß ſen erꝛligkeit theihafftig werden und gemeſſeñ moͤgen/ umb ſeines heili⸗ gen und troſtreichen Wamens willen/ Amen. Ndächtige und zum Thei ſon⸗ 5 f derlich betruͤbte/ alleſampt S ergebene A0. Hertzen: Wir haben vor dißmal zum Hauſe unſers GOttes einen ſolchen Gang vornch⸗ 2 S 5 ga menundanſtellen muͤſſen/ daß ichnicht zwei⸗ fele/ es werde niemand unter uns ſeyn/ der nicht ſolte wuͤndſchen/ dab wir ben auff ſolche. . ni URe 4 DPerleichten Trübſal dieſer Zeit nicht hetten antreten durffen/ und wannes SPile ãuch ãlſo w yre gefallig geweſt/ das Trauer⸗Hauß/ woraus wiritzo an⸗ hero gekomnſen/ mit ſolchem frühzeitigem Todes⸗Fall und ſchwẽrem Betruͤbniß noch lange hette mogen uͤberſchen und verſchonet werden: Maſſen uns ja allen bekant/ was fuͤrein yar lieber Eheleute die einander hertzlich gemeinet/ in ihren be⸗ ſten Jahren durchden Todt getrennet/ und wie von einer nicht geriñgen Anzahl/ mehrentheils nochunerzogener lieben Kin⸗ der/ dee Chriſtliche Hauß⸗Mutter/ welcher Lichnam wir ietzo bis zur Grabſtet geſolget/ vor der Zeitunſern Gedancken nach/ hinweg geriſſen worden. Wann aber GOtt/ der ein HERR ſſt uͤber veben und Todt/ ein anders/ als unſer aller Wundſch wol geweſt/ alhie belie bet und geſchaffet ſo konnen und muͤſſen wir deſſen Willen auch hierinnen nicht anders als vor gutund heilig halten/ und wird der hochbetrubte Her: Wittwer mit ſei⸗ nem von der lieben Mutter verlaſſenen Haͤufflein/ dem göttli⸗ chen alſo vollzogenen Willen ſich auchin Chriſtlicher Gedult untergeben/ und die Verbindung und Heilung einer ſo ſchmeitz⸗ lichen Wunden/ als ein geuͤbter Chriſt/ bitten und erwarten von dem/ der ſie geſchlagen und gemachet hat. Zu welchem Ende wir dannauchallhier/ che und bevor der niedergeſetzte Corper der ſel. Fr Doctorinn/ unſer Chriſtlichen Mitſchwe⸗ ſter/ eingeſencket werde/ uns etwas aus GOttes Worte wollen vortragen laſſen. Das ſolches nun nůtzlich von uns moͤge ge⸗ ſchehen und verrichtet werden/ Gotte zuforderſt zu ſeinen Ehren/ denen Leydtragenden zu erquickendem Troſte/ und unsallen zu ſeliger Erbauungin unſerm Chriſtenthum/ wol⸗ len wrr den himliſchen Vater deßwegen demuͤtig anruffen umb die gnadige Huůͤlffe des Heiligen Geiſtes/ ineinemandaͤch⸗ tigen glaͤubigen Vater Unſer Leich⸗ ——— S— ewig⸗folgende weriligkeit. † Eeich⸗Pert/ Ans dem IV. ten Capitel derandernEpiſtel des Apoſtels St. Pauli an die Corinther Chriſien verſ. 17/ 13. Vſer Truͤbſal/ die zeitlich und leicht it ſchaffet eine ewige und uͤber alle maß wichtige Berꝛligkeit/ Uns/ die wir nicht ſehen auff das ſichtbare/ ſondern auff das unſſchtbare. Denn was ſichtbar iſt/ ke iſt zeitlich/ was aber unſichtbar iſt/ das iſt ewig. 6 Cingangzur Lrklaͤrung. ſtGeltebte n dem Heren/ inemertkwuͤrdigeRede/ welche S. Paulis ſeinen Corinther⸗Chriſ en unter andern vor⸗ irmidieſen Worten: Das Wortvom cwn 5 Creutz iſt eine Thor heitdenen, die da ſollen verloren werden/ uns aber/ die 8— Sc wir ſelig werden/ iſts eine Rrafft GOttes. Da iſt ſehr nachdencklich/ daß der Apoſteldas Evangelium oder die Lehre und Predigt von Chriſto/ nennet verbum crucis, ein Wort vom Creutze/ iſt traun gantz wol geredet/ und mag das Evangelium mit allem h Wort vom i 6 Der leichten Truͤbſal dieſer Zeit geñcññt ünd dadurch beſchrieben werden/ einmal darumb⸗ weil der Hauptpunct im Evangelio iſt die Predigt oder Lehre von dem gecreutzigtem Chriſto/ worauff unſer/ der Chriſten Glaube und aller Menſchen Seligkeit beruhet/ wie ſolches der ypoſtel ſelbſten alſo anderswo zu verſtehen gibt/ wannerſagt: cu mu. Es ſey ferne von mir ruͤhmen/ denn allein vondem Creutz unſers vErin Jſu Chriſti/ durch welchen mir die Welt gecreutziget iſt/ und ich der Welt. Dar⸗ nachmag das Evangelium wol heiſſen und genennet werden ein Wort des Creunzes oder vom Creuße/ auch deßwe⸗ gen/ weil denen/ die das Evangelumannehmen undan den gecreutzigten JEſum glaͤuben/ daßliebe Creutzzum Gefehr⸗ ten verordnet/ und dieſelbe nichts gewiſſers als Creutz/ Wi⸗ derwertigteit und Truͤbſal in dieſet Welt auffihrer Wander⸗ ſchafft und bey der Nachfolge Chriſtiihres Erloſers und Fuͤr⸗ gaͤngers zu erwarten haben/ nach Chriſti eigener Außſage: ue. Wer mir folgen wil/ der verleugne ſich ſelbſt/ und nehme ſein Creutz auff ſich taͤglich/ und folge mir nach. Daß folches ingeſampt vonallen Chriſtglaͤubigen zu verſiehen ſey/ erklaret der Apoſtel deurlich, indemer ſagt⸗ nrineh Alle/ die gottſeliglebenwollen in Chriſto ſu⸗ můſ r ſen Verfolgungleyden. Alſo/ diedas Wortoder die Leh⸗ re von dem gecreutzigten Chriſto annehmen und dazu ſichbe⸗ tennen/ die muͤſſen auch zugleich annehmen das Wort und die Predigt von ihrem eigenen Creutz. Wie aber der gecreu⸗ tzigte JEſus/ daß der ein Heyland der Welt ſeyn ſol/ den Un⸗ glaͤubigen als lauter Thorheit und gantz aͤrgerlichfuͤrt ommet/ 1cæ. us nach Pauli Auſſage; Das Wort vom Creutze iſt eine Thorheit denen/ die da ſollen verlohren werden. Wir predigen den gecreutzigten Chriſtum/ den Jůden ein Aergerniß/ und den Griechen eine Chotheit e ewig folgende werꝛligkeit.. findet ſich ſoſches auch bey dem Worie vom̃ Veü der Eiſt⸗ gläubigen/ daß die bey ihrem Glauben an den gecreutzigten Chriſtum nichts gewiſſers als Creutz/ Jammer und Truͤbſal in dieſer Welt ſollen zu erwarten haben/ daruͤber ſpotten die Unglaͤubigen der glaͤubigen Chriſten/ und halten ſie fuͤr Toh⸗ ren und Narren /daß ſie einer ſolchen Lehre beypflichten. Auch die Glaͤubigen ſelbſtſtoſſen ſichofft daran/ wann ſie die Creutz⸗ Laſtempfinben und fuhlen/ Fleiſch und Blut kanesnicht wohl zuſammen bringen/ daß einer ein Kind Gottes/ ein Juͤnger und Angehoriger Chriſt/ ein Erloͤſeter des HErmm ſeyn ſol/ der dochdem Creußz unierworffen/ undmit Jammer/ Noth und Elend beladen werden muͤſſe. Ob zwat die Chriſtenleute in gemein gerne geſtehen und bekennen muͤſſen/ Creutz und Truͤb⸗ ſal ſey bey ihrem Glauben und Chriſtenthum vermacht/ ſoiſt undbleibet ihnen doch ſolches einhartes Wort/ das Wort vom Creutz/ wann es dazukömmt/ daß einjeder ſein Theil davon auff ſichnehmen unddamit beladen ſeyn muß: Da enſtehen albdann auchbey den Frommen manche ſchwere Gedancken/ daß ſich auch die aller froͤmmeſten und groſſeu Heiligen GOt⸗ tes nicht allemal darein ſchicken und ſo bald zufrieden geben konnen. Iſt demngch hoch nothig/ daß nebenſt der Lehre von dem gecreutzigtem Chriſto/ auch das Geheinmiß vom Creutz der Kinder GOttes fleißig betrachtet und recht geſaſſet werde. Was kan einem Chriſtenmenſchen ehe und leichter begegnen/ als Creutz/ Ungluͤckund mancherley Noth? Da gehts man⸗ chem/ daß er mit David klagen muß: Ich bin geplaget vſrnn. taglich/ und meine Strafft iſt alle Morgen da. DPa⸗ egen muh man ſich dann ſchicken und bereiten/ auchim Wol⸗ ſn⸗ wenn man ſonderlich von Ungluck und Betruͤbniß nochnicht weiß/ daß man GOttes weiſe Ordnung wegen derCreutz⸗ Laſt feiner Glaͤnbigen weihlich er kenne/ und 6 6 Der leichten Truͤbſal dieſerʒeit ãſe Nochſale ẽiñ ſeder Thriſt mit heilſamnem̃ Jaht qñd Iſt bey Zeiten ſich verſorge/ daß er ſich daran in der Mothmoͤge sv. u, 4 halten/ alles was ihm widerfaͤhret/ als ein Chriſt zu leyden und gedultig ʒu ſeyn in gllerley Trubſal. Und darauff werden wir auch von St. Paulo gewieſen in unſerm abgeleſenen Leich⸗Tert/ da er gantz hernich und auff ſchoͤne Art und Weiſe zeiget/ was smitder Creutzlaſt und denen Trüb⸗ ſalen der Glaͤubigen Gotteskinder für eine Beſchaffenheit ha⸗ be/ undwie es GOtt damit ſo gut meyne/ und was fuͤr eine beerau einmalerfolgen ſol. Wann dann unſere elig⸗verſtorbene Frau Doctorinn die ſchwere Creutzlaſtauch zu ihrem Theil gnug empfunden und ſich damit ſchleppen muͤſ⸗ ſen bis anihr Ende/ undunter ſolcher Buͤrde in ihrem lang⸗ wirigen Leyden ſonderlch der verleſenen ſchoͤnen Troſtworie des Apoſtels ſich vielfaͤtig bedienet und daraus erquickenden Troſt geſchoͤpffet/ deßwegen auch dieſelben laͤngſt zu ihrem kuͤnfftigen Leichtext erwehlet und begehret/ daß ſolche bey ihrer Beerdigung erklaͤret werden moͤchten/ wollen wir darnach auchgerne uns richten/ und die Betrachtung des verleſenen fuͤrnehmen und anſtellen in folgenden dreyen uncten. Zuerſt wollen wir betrachten/ von was vor Trubſal der Apoſtel alhier redeuñ handle/ die erlinſere nñei neðeitliche oder kurtze uñ leichte Tꝛubſal nennet · N. Was auff dieſe kurgze und leichte Trubſal erfol⸗ gen, und wie dieſelbe eine ewige und uber alle maß wichtige verꝛligkett ſchaffen werde. . Welche Leute eigentlich ſolcher Herꝛligkeit ſich ſollen ʒu getroͤſten haben/ und wie die unter⸗ keſſen allhier ſich beʒeigen und verhalten mſ⸗ en. Vom * ———— 1 ewig⸗folgende ertligkeit · 9 Wom Erſten. D der Apoſtel vor unſerm Zext angefan⸗ gen zu reden und zuhandeln vondenen damaligen Ev⸗ angeliſchen Lehrern und Predigern/ und einer ſolchen Artzureden undzuſchreiben ſich gebrauchet, darinn erſich ſelbſt nicht weniger mit einſchleuſt und begreiffet als andere ſei⸗ nes gleichen/ ſeine Mit⸗Apoſtel und Ampts⸗Bruͤder/ wel⸗ che damals nebenſt ihm das Evangelium verkuͤndigten/ und dengecreutzigten JEſumpredigten/ was derſelben Amptwaͤ⸗ re und ſeyn ſolte/ und was ſiedabeymuſten leyden undaußſie⸗ hen/ ſo redet doch der Apoſtel von ſolchem Creutz und Leyden/ nndwas zu gedultiger Auffnahm und Ertragung deſſelben nothigſeynmochte/ alſo/ daß er ingeſampt auff das Creutz und Leyden aller Chriſigiaͤubigen mit ſichet/ und muſſen in⸗ ſonderheitdie vorhergehende Worteunter der Perſon/ und im Namen aller gläͤubigen nothleidenden Chriſten auffgenom⸗ men und verſtanden werden. Denn wann Paulus an die Corinther zu zweyen mahlen geſchrieben/ ſo lautet die Uber⸗ ſchrifftbeyder Briefe alſo: Der Gemeine Gottes zu Co⸗ n. ceru rinthen ſampt allen Heiligen in gantz Achaia. Der Gemeine GPttes ʒů Corinthen/ den Geheiligten in Chriſto JEſu/ den beruffenen Heiligen/ ſampt allen denen/ die anruffen den Wamen unſers rErin Eſu Chriſti/ an allen ihren und unſern Orten. eiſt demnach in vorhabenden Worten/ unſere Truͤbſal/ alle die Trůbſal/ alles dasſenige Creutz und Leyden/ ſo GOtt alihie ſeinen Glaͤubigen/ den Geheiligtenin Chri⸗ ſto Jæſu/ allen denen/ die anruffen den Namen nſers wertn Jæſu Chriſtian allen Orten/ nach ſei⸗ ner gottlichen Weibheit und. vaͤterlich verordnet hu wel· F. I. Cor. I. 1 Derleichten Truͤbſal dieſex Zeit/ welches ſie als Chriſten⸗Lente muͤſſen in Gedult uͤber ſich neh⸗ men und auch dadurch als Chriſti Angehoͤrige ſich erweiſen/ alſodaß ihr Leyden das Leyden Chriſti genennet/ und von ih⸗ n.cor w nen geſagt wird/ Sie tragen umb alleʒeit das Sterben 1ou. des Erin Jæuan ihrem Leibe/ auffdaß auch das Leben des HEran Jſu an ihrem Leibe und ſterbli⸗ chem Fleiſche offenbar werde. Wie Paulus/ Soſihe⸗ nes/ Timothens und andere damalige Apoſtel und Lehrer des Evangeli ihr mancherley Leyden und Trubſalen in groſſer Maß und Menge haben annehmen und tragen muͤſſen/ wie es ihnen von GOtt beſtimmet geweſt/ alſo werden und muͤſſen auch die Geheiligten in Chriſio JEſu/die Heiligen und Glaͤubi⸗ gen GoOttes uͤberall ihre Truͤbſal und Leyden nach der ihnen von GOtt verordneten Maß annehmen undertragen. Denn vorher ſchonder Apoſtel auf dieſe allgemeine göttliche Ord⸗ u a nung uns verwieſen/ alle/ die gottſelig leben wollen in Chriſio Jæſu/ moſſen Verfolgung leyden. Das lehrete Paulus mit Barnaba und anderen Apoſteln allent⸗ e. halben wo ſie hinkamen/ da unterweiſeten und ſtaͤrcke⸗ tenſie die Seelen der Junger und ermahneten ſie/ daß ſie im Glauben blieben/ abſonderlich mit Fuͤrhaltung der QOrdnung GoOttes/ daß wir durch viel Trůbſal můſſen in das Reich GOttes gehen. Solchunſerjder Geheiligten in Chriſto JEſu/ von GOtt verordnetes Ley⸗ den/ wird allhier und anderswo genennet/ Truͤbſal oder Trangſal/ welches Wort bedeptet eine ſolche Roth und Be⸗ Mti o draͤngnß/ wodurch das Hertz des Menſchen hart angetaſtet zte n undgeängſtigetwird/ daß es ſcheinen möchte/ als wann es fuͤr Ee Wehmuth/ Angſt und Bekuͤmmerniß wolte in viel Stucken zerſpringen/ nicht anders als ein Glaß zuſprin⸗ gen wurde/ wenn man mit einem eiſernen Hammer 1 zuſchlu⸗ ewig folgende Herzligkeit. n ʒuſchlůge Wie dann die Apoſtel nicht nur ſchlecht geſagt und geiehret/ daß wir Chriſten durch Truͤbſal/ ſonderndurch viel Trůb ſal muͤſſen ins Reich GOttes gehen. Es werden auch in dem Capitel/ aus welchem unſer Troſt⸗Spruch ge⸗ nommen/ ſolche Truͤbfalen nach etzlichen Stucken/ als man⸗ cherley/ harteund groſſe Trübſalen erzehlet: Wir haben* ei⸗ allenthalben Trübſal: Uns iſt bange: Wir leiden“ Verfolgung: wir werden untergedrickt: Wir tra⸗ gen umb aliezeit das Sterben des Erꝛn Jſu an unſerm Leibe: Wirwerden immerdar in den Codt gegeben umb Jſus willen. Von ſolcher groß⸗und ü⸗ ber maͤßigen harten Truͤbſal der Apoſtel/ und anderer gläubi⸗ ge Chriſten nach ihrer Maß auch groſſen und mancherley eyden/ heiſſet es dennoch allhier: Unſer Truͤbſal/ die ʒeitlich und leicht iſt. Momentanea levitas oppresſionis noſtræ. Es moͤgen die Truͤbſalen der Glaͤubigen ſo viel und mancherley ſeyn/ moͤgen ſo lange wehren und ſo hart und ſchwer ſeyn als ſie wollen! ſo ſind es doch nur ʒeitliche und deßwegen auchleichte Trübſalen. Sie hoͤren ja alle auf und lauffen zu Ende wenn die C ubigen ſterben: Wie nun der⸗ ſelben gantzes Leben nicht lange wehret/ ſo kan auch ihre Trůͤb⸗ ſal und Leyden nicht lange wehren ondern muß ein kurtzes Leyden billig genennet werden. Darumbheiſt es das Ley⸗ den dieſerSeit · Das Leyden einer kleinen Zeit: die ihr don nx itzt emekleine Zeittraurig ſeyd inmancherley Anfech⸗ tungen/ pricht St. Petrus. Wicht allem aber nird das. Leyden und die Truͤbſal/ ſo die Glaͤnbigen nach der weiſen Verordnung GOttes allhier außſtehen muͤſſen/ einkleines Leyden und kurtze Truͤbſal genennet wegen der bloſſen Endſchafft/ und daßdie Trůbſal undalles Ungluͤck endlichmit dem Leben und im Tode muͤſſen auffhoͤren/ welches auch em B ij unglaͤu⸗ Der leichten Trůͤbſal dieſer Zeit nñgiauĩger Heyde wol weiß und damit ſich in Unglůck eßli⸗ cher maſſen troͤſten kan/ wie dann Seneca hat ſagen können? Non diudurat, quod finem habet, was endlich auffhoͤren und ein Ende nehmen muͤſſe/ das koͤnne nicht lange waͤhren oder langwirig genennet werden: Sondern auch und vor nehmlich darumb nennen die Apoſtel ihr und aller Glaͤubigen Leyden und Trůͤbſal in dieſer Zeit ein kurtzes und xleines Leyden/ weil nach der zeitlichen Endſchafftdie nim⸗ mer auffhörende/ unendliche Freude und Herzligkeit darauff ſolgen wird. Unſer Truͤbſal,(ſpricht hier S. Paulus) dieʒeitlich und leicht iſt/ ſchaffet eine ewige und i⸗ ber alle maß wichtige Herꝛiigkeit/ bey denen nemlich/ welche ihre Hertzen und Gedancken nicht auff das ſichtbare und itliche/ ſondern auffdas unſichtbare undewige gerichtet ha⸗ en/ wie wir bald hernacher abſonderlich werden vernehmen. in ſolcher Betrachtungder ewigfolgenden Hernligkeit ſagt der Apoſtel zuvor: Ich haltees dafür/ daß dieſer Seit ey⸗ den nicht wehrt ſey der Herꝛligkeit/ die anuns ſol oß⸗ fenbaret werden. Eben wie auch S. Petrus daßtrau⸗ rig ſeyn in mancherley Anfechtungen nennet einekleine eit trauren/ mit Fuͤrhaltung der lebendigen Hoffnung v 13. 3demuwergnglichen Erbe und der unaußſprech⸗ o lichen und herꝛlichen Freude/ welche ʒubereitet iſt/ daß ſie offenbar werde ʒu der letzten Zeit. Das kan und mag nicht unbillig eine tleine und kurtze Truͤbſal unnd werden/ welche nicht nur mitdieſem kurtzen Lebens⸗Lauff auffhöret/ ſondern worauffauch ein ſo herꝛlicher beſtaͤndiger Wechſel/ und die endliche ewige Freude zu erwarten. Gegen ſothane Freuden volle Ewigkeit und unendliche Herꝛligteit muß ja freylichalles Leyden diſer Zeit/ nicht anders als kurtz und klein/ ja noch kleiner und kuͤrtzer/ ein Nom. IN⸗ 73. ewig⸗waͤhrende erꝛligkeit 6 ein Půnetſeĩn oder Augenblick angeſchen werden. Worauff GTTſelber vormals ſein glaͤubiges frommes Haͤufflein bey den ſonſt langwirigen Trangſnlen wolte gewieſen und damit auffgerichtet haben/ als Erdurchden Propheten die Verheiſ⸗ ſung that: Ich habe dich ein klein Angenblickver⸗ laſſen/ aber mit groſſer Barmhertzigkeit wil ichdi ſamlen. Ich habe mein Angeſicht im Augenblick des Zorns ein wenig von dir verborgen/ aber mit ewi⸗ ger Gnade wil ich mich dem erbarmen/ ſpricht der ERR dein Erloͤſer. Wie nun hieraus gnug zuerken⸗ nen/ warumb der giubigen GOttes Kinder ihre Trübſal in dieſer Zeit als kurtz zu ſogiebet ſolches auchalſobald mit an die Hand/ warumb dieſe ʒeitliche kurtze Truͤbſal auch leicht ſey/ warumbes allhier heiſſe; momentanea levi- tas afflidtionis noſtræ. Unſer Trůbſal/ die ʒeitlich und leicht iſt. Es kanund wird ja die ernſtliche Betrachtung und die gewiſſe ungezweiffelte Hoffnung der folgenden ewigen und Herligkeit die vorhergehende kurtze Trubſal/das ald auffyorende Leyden dieſer Zeit beyden Glaͤubigen GOt⸗ tes durchdeſſen Gnade/ leicht machen/ daß dieſelven mit gedul⸗ tigen Hertzen außhalten und beharren bis ans Ende. Kan menſchlche Zufage unddie Erwartungeines ungewiſſen Loh⸗ nes oder Gewinſtes/ einer geringen bald auffhoͤrenden Er⸗ getligteit und einer mehrentheils fundlichen Freudeund Wol⸗ juſt beymanchen Menſchen manche groſſe ſchwere Aubeit leicht machen/ daß ſie dieſelbe/ und dabey offtmals Leibes und Le⸗ bens⸗Gefahr nicht achten/ wie ſolte dann nicht vielmehr die unbetriegliche Hoffnung und allergewiſſeſte gottliche Zuſage der folgenden himliſchen Gnadenbelohnung in ewiger Freude und Heriligkeit/ die zeitliche kurtze Truͤbſal und muͤhſtlige Creutz⸗ Arbeit der Kinder koͤnnen/ daß ſ ij m Jeſ. LIV 758 r4 Der leichten Truͤbſal dieſer Zeit m̃n dẽm̃ poſteju gleiches Sies werden undauch dafürhal⸗ ten/ daß dieſer Zeit Leyden nicht werth ſeyder verꝛ⸗ ligkeit/ die anchnen ſol offenbar werden? Auff ſolche itzo uns noch verborgene/ ader zu ſeiner Zeit offenbahrende ewige und uͤber alle maß wichtige verꝛligkeit/ ſiehet und weiſtt zwar S. Paulus allhier ſönderlich/ wanner unſe⸗ re/ di von GOTTſeinen Glaͤubigen verordnete Truͤbſal/ nennet eine leichte Trubſal/ aber er giebet auch dabeygnug zuverſtehen/ daß GOttſelber es ſey⸗ der ihnen die ſonſtſchwe⸗ re Trůbſal und unertrgliche Creutz Laſt leicht mache und helf⸗ fe/ daß ſiedarunter nicht verſincken noch umbkommen/ ſon⸗ dern dieſelbe ertragen koͤnnen/ wann ER vorher mit andern Trübſal⸗ und Noth leidenden befennet undruhmet: Wir ha⸗ . penallenthalben Tꝛubſal/ aber wir aͤngſten uns micht. Uns iſt bange/ aber wir verzagen nicht/ wir ieiden Berfolgung/ aber wir werdennicht verlaſſen. Wir werden untergedrůckt/ aber wir kommennicht umb. Wann GOTT ſelber ſeinen Gläubigen nachſeiner Gute und Weißheit Trubſal verordnet/ unddie Creut⸗Laſt auffbuͤrdet/ ſo laͤſſet Er ſie nicht ohne Hůlffe und Beyſtand/ ſondern hilfft ihnen tragen/ machet die Laſt leicht/ verſiehet ſie mit erquik⸗ kendemlebendigmachenden Troſt/ ſogar/ daß der Apoſtel ſa⸗ mu gen kan: Ich binerfüllet mit Troſt/ ich bin tber⸗ ſchwenglich in Frenden/ in allem unſerm Trubſal. Wannes dennmit aller Trubſal der glaͤubigen GOttes⸗Fin⸗ der eine ſolche Beſchaffenheit hat/ ſo mag es ja billig heiſſen/ daß ihre Trubſal leicht ſey. ¶ Wie deſſen der Sohn GoOt⸗ es/ welcher ſeinen Jüngern und Nachfolgern die Creutz·Laſt ſelber beſtimmet und verordnet hat/ mit verſichern wil/ in dem Muth. x Er nicht nur gebeut: Nehmet auff euch mein dt ſon⸗ 93o dern auch baldhinzuthut: Dennmein Jochilt ſanfft/ und meine ewig folgende Herꝛligkeit. meine Laſt iſt leicht. Das Creutz iſt gar eine leichte Laſt denen/ die das Evangelium ſchmecken und fuͤh⸗ len/ nach des ſeligen Lutheri Randgloßlein. Und diß wilS. Paulus allhie auch zn verſtehen geben/ wenn er vor ſichund im Ramen ſeiner Mit⸗Apoſtel und aller Mitgenoſſenen an dnb⸗ Trůͤbſai /in vorhabenden Troſt⸗ Worten zuerſi ſpricht: Un⸗ ſer Trubſal/ die zeithch und leicht iſt. Sebrauch. Ndreſemerſten Außſpruch des Apo⸗ S ſtels wird n2 Worten alsbald get/ womit fromme Chriſtenleute inihren Truͤbſa⸗ len ſich wohl koͤnnen zufrieden ſiellen/ vielmehr undbeſſer/ als mit alledem/ womit ſonſt Heydniſche Leute/ auchdie allerkluͤgeſten und geſchickteſten unter denſelben/ ſich ſelbſten und andere/ wann ſie in Ungluck und Widerwaͤrtig⸗ keit gerathen/ haben auffrichten und zufrieden ſprechen wollen. Wir ſehen und finden hier mehrerley Troſt⸗ Gruͤnde beyſam⸗ men/ wovon die Weltweiſen/ die Weiſen nach dem Fleiſch/ die Vernunfft⸗und Kunſt⸗tlugen Heyden das we⸗ nigſte oder vielmehr nichts gewnſt/ woher nemlich Unſere/ der glaͤubigen Gottes⸗Kinder ihre Truͤbſal eigentlich komme/ wie ihnen dieſelbe von GOtt weißlich verordnet in dieſer Zeit⸗ ligkeit zuihrem heilſamen Nutzen und Beſien/ wie ſie mit der kurtzen Lebenszeit zu Ende lauffe/ und ein herzlicher Wechſel alsdaun darauff folgen werde/ undentzwiſchen ſo lange ſie all⸗ hie Truͤbſal leiden muſſen nach GOttes Willen/ derſelbe ſie ohn Troſt/ Huͤlffe und Erleichterungnicht laſſen wolle. 6 wol⸗ ——— 26 Derleichten Trůbſal dieſer Zeit wolleñ iẽ dann/ als auch Veheiligte in Chriſto Jſu/ vonden Apoſteln undihren Mitgenoſſenen an der Trbſal ler⸗ nen unduns fein bekant machen/ daß wir ihnen mogen recht nachſprechen und auchſagen: Unſere Truͤbſal die ʒeitlich und leichtiſt. Unſere Truͤbſaliſt/ die wir uns nicht ſelb⸗ Srts ſten auffburden noch verurſachen/ wie Leute/ welche die 3 Furcht des irin fahren laſſen/ nachUnglůck ringen! o ſichin Gefahr begeben/ und durch Vermeſſenheit ei⸗ nen Jammer nach dem andern anrichten/ die es ſoma⸗ cheny daßſie GOtt im Zorn allhier heimſuchetundals Gottlo⸗ ſt mit vielen Plagen beleget: Das iſt ſolcher Leute eigene Trůb⸗ yer. nv · ſal undtchrer Boßheit Schuld/ wann ſie alio Lel pet/ und ihres iingehorſams/ wann ſie ſo ge raffet werden. Dafuͤr buten ſich die Frommen und Gottfuͤrchti⸗ gen/ die wandeln und bleiben auff iyren Wegen in der Eurcht des HErmihres GOttes/ und was ihnenalsdann nach Got⸗ tes Wilen widerfẽhret/ undderſelbe uber ſie vor Ungluck ver⸗ hengetund kommen laͤſt/ nehmen ſie an als von ſeiner Vater⸗ Hand in kindlicher Gedult/halten es vor ihre beſondere Creut⸗ portion und Antheil ander Truͤbſal/ ſo GOtt ſeinen Glaͤubi⸗ gen verordnet hat/ und ſprechen/ das iſt unſere Truͤbſal/ die der himliſche Vater uns ſeinen Kindern guff Erden und ei⸗ nemjeden nach ſeiner Maß und Nothdurfft in dieſer Zeit be⸗ ſtimmet und bereitet hat. Gleich wie der fromme Gottfurch⸗ tende Hiobdie Beraubung undden Verluſt ſeines Viehes/ ſei⸗ ner Kuechteund Kinder/ auch die ſchmertzliche und grauſame Piage anſeinem eigeneu Leibe/ weiches alles vom Sathanund böſenſeindſeligen Leuten herruͤhrete, GOtt dem HErin zu⸗ ſchrieb/ der ſolches uber ihnhaͤtte verhenget und kommen laſ⸗ ſen/ und waser hierunter leiden muſte/ nicht anders anſahe und ertennete/ als ſeine beſondere portion und das m ewin⸗ folgende Herꝛligkeit. 17 ihm von GOtt zugemieſſenen und beſtinuntenzeitlichen Truͤb ſal/ lobte GOtt daruber und redete davon alſo/ daß er nichts;. 7. 10. thoͤrliches wider GOtt that und ſich nicht verſun⸗ digte mit ſeinen Lippen. Er fielauff die Erden/ betet GOtt an und ſprach: Ber HRR hats gegeben/ der HRR hats genommen/ der Name des HRRE ſeygelobet. Undzu ſeinem ungedultigen Weibe ſpracher: Haben wir guts empfangen von GOtt/ und ſolten das Boͤſe nicht guch annehmen Wer das wol gelernet hat/ daß er ſeine Noth/ Truͤbſal und Leyden GOtte und deſ⸗ ſen vaͤteꝛlichem Verhengniß und Verordnung kan zuſchꝛeiben/ der hat al viel in der Chriſtlichen Creut· Schul aus der Lehre vomCreutz und Truͤbſal der Kinder GOttes gefaſſet und geler⸗ netz Einſolcher wird ſich nicht ſperren noch reſern i Ge⸗ dult auff⸗ und anzunehmen/ was ihm von der lieben Vater⸗ Hand als ein Creutz⸗Buͤndlein zukommen und auffgebuͤrdet worden. Er wird alsdann des willigen Gehorſams ſeines Crloͤſers und Heylandes ſich erinnern/ und demſelben bey Ein⸗ ſchenckungeines widrigen Tranckes/ nachſprechen und ſagen: Sol ich den Relch nicht trincken/ den mir mein Va⸗ ter gegeben hat? Er weiß und bedencket/ was es mit der gotilichen Creutz⸗ Ordnung unnd beſtinimten Trubſal der glaͤubigen Gottes⸗Kinder fur Beſchaffenheit habe/ daß es nur ein Leyden dieſer Zeit/ und eine ʒeitliche Trubſal ſey/ eine ſolche Ordnung/ die zu dieſer kurtzen Lebens⸗Zeit gehoͤre/ und ſolche Trubſal/ die mit dem alle Stund und Augenblick zum Ziel und Ende naͤher kommenden Leben/ im Tode auch ein Ende nehmenund nicht nur gaͤntzlich auffhoͤren muſſe/ ſon⸗ dern worauff auch die hertliche Abwechſelung und der An⸗ Fang der ewigen nimmerauffhoͤrenden Freude und himliſchen Herzligkeit erfolgen werde. das einer mit Creuß 3 Fob. NM 111 Der leichten Trubſal dieſer Zeit Truͤbſal beladener Chriſtglaͤubiger weiß und bedencket/ ſo er⸗ kennet er auch wol und iſideſſen gewiß/ daß GOtt der himliſche Bater nach ſeiner Weißheit und Gute/ die zu dieſer kurtzen Le⸗ bens⸗Zeit verordnete Trubſulen ſeinen lieben Gläubigen und Kindern nicht umbſonſt/ vielweniger zum Schaden und Nachtheil /ſondern vielmehr zu deren ſonderbarem Nutzen und Beſten beſtimmet und verordnet habe/ wir wiſſen aber/ be⸗ S t kennen alle Glaͤubigemit dem Apoſtel/ daß denen/ die Gott lieben/ alle Ding/ alſo auch ſonderlich die Truͤbſalen/ ʒum beſten dienen. Well daß die Kinder GoOttes wiſſen/ und von Hertzen glaͤuben und ihrem GOtt und Vater zutrauen/ daß der es rechte wol und vaͤterlich mit ihnen meyne/ undauch durch Truͤbſal ſo viel gutes bey ihnen wircken und ſchaffen wol⸗ le Soruhmen ſie ſich in ihrem Glauben nicht allein der voffnung der zukůnfftigen Herꝛligkeit/ d Gott geben ſol/ ſondern ſie růhmenſich auch der Trůbſal/ dieweil ſie wiſſen/ daß Truͤbſal Gedult bringet/ Ge⸗ dult aber bringet Erfahrung/ 1erfahrung aber brin ⸗ get Hoffnung/ Hoffnung aber laſt nicht Iu Schan⸗ den werden. Wozudae Leyden dieſer Zeit/ die ʒeitli⸗ che Truͤbſal/ ſo GOtt eigeütlich fuͤr ſeine Lieben und From⸗ men verordnet hat/ denſelben dienen und nůtzen ſol und könne/ giebet GOtt gnugzu verſtehen in ſeinem Worte/ undlaͤſt die Ur⸗ ſachen mit furhalien/ warumbauch die Glaͤubigen und From⸗ men der Truͤbſal und vaͤterlichen Zuͤchtigungen allhier nicht entrahten konnen/ ſondern vie faältig bedurffen und hochvon nothenhaben Ob zwar die wieder gebornen glaͤubigen Got⸗ tes⸗Kinder nicht ſind von dieſer Welt/ nnd der Welt eigentlich nicht angehoren/ ſondern ſind Angehorige Chriſti/ ſofindund leben ſiedennoch inder Welt/ ſie haben und tragen nochmit ſich herumb ihr fuͤndliches Fleiſch/ darinn ſomanche orgen 4 ewig⸗folgende Herzligkeit. 19 rgen ſiecket/ daß auchein groſſer Apoſtel/ ein heiliger Pau⸗ lusvon nthen hat eines ſcharffen— in ſeinem Flein ſ2. auff daß er ſich nicht überhebe. GOtt ſchrek et und ʒůchtiget/ daß Er den Menſchen vonſeinem Frirnehmen wende/ und beſchirme ihn fur woffart, undanderen Sunden/ wozuer geneiget/ und darinn er ſonſt ſonderlichbeygutem Wolſtande leicht gerahten moͤchte. So ncxnn wir uns ſelber richteten/ ſo wuͤrdeu wir nicht gerich⸗ tet. Wenn wir aber gerichtet werden/ ſo werden wir von dem RRr gezůchtiget/ auff daß wir nicht ſampt der Welt verdammet werden/ wie der A⸗ poſtel zu ſolchem Bekentniß nebenſt den Corinthern alleChri⸗ ſten⸗Leute wil angewieſen haben. Eskoͤnnen auchdie From⸗ men und Gottfuͤrchtigen in dem Gebeht und andern gottſeli⸗ gen Ubungen bald mude und traͤge werden/ daß ſie das nm Trachtennach dem/ das droben iſt/ nach dem Reich“6 GOttes und ſeiner Gerechtigkeit/ nichtmit angefange⸗* nem ernſte und beſtaͤndigem Fleiſſe fortſetzen/ daß ſie dar⸗ an etwa durch zeitliche Dinge werden verhindert/ und zuviel deſſen/ was in die Welt gehoöret und auff Erden iſt/ ſichan⸗ nehmen/ und alſo anfangendie Welt und was in der Welt iſt/ liebzugewinnen/ da iſts hochnoͤthig und heilſam/ daß Gtt ſie nicht leſſet alſo hingehen und fortfahren, ſondern hinter ihnen her iſt mit ſeiner vaͤterlichen Zůͤchtigung unddurch Creutz und Truͤbſal ſie aufmuntert zu Beirachtung ihrer Wegeund Auffmerckung auffdas Wort des HERRN/ zum rnſtlichen Gebeth und hertzlichem Verlangen nachdem Ewigen und Himliſchen. Weiche ſonderbare liebreiche Art und Weiſe GOttes ſeine lieben Angehoͤrige durch Crentz und vaͤterliche Heim ſuchungen zulehren undaufrechtem Wege zu deßwegener ij eilſa⸗ Derleichten Trubſal dieſer Zeit heilſame Vehr Art dey Stt im Gebethanhãtt/ und zugleich dabey denſelben ruͤhmet undihm dafuͤr dancket/ wanner ſagt: en Duthuſtguts deinem Rnechte EnR/ nach deinem 26Wort. Lehre mich heilſame Sitten und Erkent⸗ niß/ denn ich glaͤube deinen Geboten · Ehe ich ge⸗ demůtiget war/ irret ich/nu aber haltichdein Wort. Du biſtgůtig und freundlich/ lehre mich deine Rech⸗ te. Es iſt mir keb/ daß du michgedemůtiget haſt/daß ich deine Rechte ierne. Wegen ſolcher Nothwendigkeit und Frucht und Rutzbarkeit der zeitli⸗ chen Truͤbſalen und vaͤterlichen Zuͤchtigungen haben wir Chriſten⸗Leute jagroſſe lirſach mit den Apoſteln undanderen läubigen Creutztraͤgern GOttes zu bekennen/ daß un⸗ ere ʒeitliche Trubſal auch eine leichte Truͤbſal ſey/ dann jemehr wir derſelben bedurffen und vonnothen haben/ je mehr Nutzen und Frucht dadurch bey uns geſchaffet werden kan/ je leichter muͤſſen wir dieſelbe auch halten/ und der von GOttuns verordneten Creutz⸗vaſtuns nichtwaͤgern/ ſondern in Chriſtlicher Gedult und kindlichem Gehorſamdieſelbe uͤber uns nehmenund das jenige/ was uns ſonſten hart und ſchwer antoͤmmt nach dem Fleiſche/ damit erleichteren/ wann wir be⸗ dencken/ und nicht zweiffeln/ was fur heilſame Frucht gewiß darauff folgen werde. Wie dann mitſolcher Betrachtungdie zeitliche Trübſal und Creutz⸗Laſt Koͤnig Salomo und nach eyn Ea demſelben S. Paulusreineinjeden Gaubigenc;ttes⸗Kin⸗ n de wollen leichte und angenehm machen. Meim Rind/ ſpricht Salomo/ verwirff die Zucht des Eren nicht/ und ſey nicht ungedultig uͤber ſeiner Straffe. Denn welchender ERRliebet/ den ſtraffet Er/und hat Wolgefallen an ihm/ wie ein Vater am Sohn · Wel⸗ ches der Apoſtel wiederholet und mit mehren gantz lieblichen Wor⸗ ewig⸗folgende Heriigkeit. Weeñ den Kñdern Boftes füͤrhalt und erklaͤret: Mein ⸗ un achte nicht geringe die Zůchtigung des“79⸗ ERRr/ und verzage nicht/ wenn du von ihm ge⸗ ſtraffet wirſt/ denn weſchen der ERR lieb hat/ den ʒüchtiget Er. Erſteupet aber einen jeglichen Sohn ⸗ den Er auffnimmet. So ihr die Zuchtigung erdul⸗ det/ ſo erbeut ſich euch Gottals Rindern. Denn woiſt ein Sohn/ dender Vater nicht zůchtiget Soeyd ihr aber ohne Zůchtigung/ welcher ſie aile ſind theilhaß⸗ tig worden/ ſo ſeyd chr Baſtatte/ und nicht Kinder. Auch ſo wir haben unſere leibliche Vater zu Züchti⸗ gern gehabt/ und ſiegeſcheuet ſolten wir denn nicht vieimehr unterthan ſeyn dem geiſtlichen Vater/ daß wir leben? Und jene zwar haben uns gezüchtiget we⸗ nig Tage nach irem Düncken/ dieſer aber zu Nutz auf daß wir ſeine Heiigungerlangen · ¶ Alle Züchti⸗ gung aber/ wenn ſie da it/ düncket ſie uns nicht Freu⸗ de/ ſondern Traurigkeit ſeyn. Aber darnach wird ſie geben eine friedſame/ eine ſehr liebe/ angenehwe Fꝛucht der Gerechtigkeit/ denen/ die dadurch geübet ſind · Wie ſolte ſolches/ wenn es recht betrachtet und zu Hertzen ge⸗ nommen wird/ frommen Chriſten bey ihrer Truͤbſal nicht u. ſtatten tommen unddie Creutz⸗Laſt nicht erleichteren/ daß ſie auchmit David ertennen und ruhmen/ wie gutesihnen ſey/ undſeyn werde/ daß der HER als ein Vater ſie heimſuche/ zůchtige und demůtige? Aber auch GOT⁊ ſelber thut und ſchaffet hiebey dje allerbeſte Hulffe und machet die ſchwere CreutzLaſtſeinen Glaͤubigen und Frommen leicht nachſeiner Guͤte und Weißheit auf mancherlen Art und Weiſe. Er lãß ſet ſie alßdann nicht alieine/ ſondern bey Auffburdung einer Creutzʒ·Laſt leget Er ſeine Hand 3*ſw hilffet dnVöſe⸗ gen 1 Der leichten Trůbſal dieſer Zeit ſeligen uñd Beladenen treulich/ erfůͤllet ihre— mit reñ⸗ chem Troſtundſtarcket ſie/ daß ſie mit ihrer Laſt koͤnnen fort tomen und in Gedultaußhalten bis zu ihrer Erloͤſung. Wel⸗ ches der glaͤubige Hauffe wol erkennet undauch unter der tra⸗ n genden Laſtrühmenmuß: Gelobet ſey der HRR taͤg⸗ *r ſich/ GOttlegt uns eine Laſt auf /aber Er hulfft uns auch. Wir haben einen GOtt/ der da hüfft/ und den wxrin rn/ der vom Todeerrettet. Unterder Perſon eines andaͤchtigen Eremiten oder Einſiedlers wird für⸗ geſtellet/ daß derſelbein ſeiner ſonderbaren Noth und harten Iinfechtungſein Gebeth zu GOtt alſoeingerichtet und hertzin⸗ nigiich geruffen: Pomineaur ſolare, aut mitiga aut libera, aurſalva, x ieber vhnRR und GOtt/ entwedertroͤſte mich in meinem Elende/ oder lindere es mir: oder befreye mich davon/ oder nim mich nur bald wegvon dieſer Welt und mache mich ſelig. Von ſolcher vierer⸗ ſey Art Hülffe wird der trene SOtt und Vater im Himmel umwenigſten eine einem frommen Creutz/und Laſt⸗tragen⸗ denChriſten zukommen laſſen/ daßErihn entweder mirſeinem heiligen Worteund Geiſte troſte undſtaͤrcke/ oder die Trůbſal und Nothmaͤßige und miltere/ oder dieſelbe durch ſonderbare Hulffe vonihm wende und hinwegnehme/ oder auff einmal alles Ubels und Jammers ihn befreye durch ein ſeliges Ende und zu der immerwaͤhrenden Himmels⸗Freude und Herrlig⸗ teit befodere. Daran dayff kein glaͤubiger Laſt⸗ragender ncrxn. Chriſtimgeringſien zweiffeln/ denn GOtriſt getrei/der die Semen nicht laͤſt verſuchen uber ihr Permoͤgen/ ſondẽrnmachet/ daß die Verſuchung ſo em nde gewinne/ daß ſie es koͤnnenertragen, wiedeſſen nicht allein S. Paulus/ ſondern auch GOT ſelber alit undjede Noth⸗und Trůbſal⸗Leydende wil vergewiſſern/ wann— dur ewigfolgende Herꝛligkeit· 23 ditc veñ Popheten eienjeden anredet IFchte dich nicht/ ich bin mit dir/ weiche nicht, denn ich bin dein GMrt/ ich ſtaͤrcke dich/ ich helffe dir auch/ ich erhal⸗ te dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit· Diß alles ſol undmuß frommen Chriſten alfo zuſtatten tom⸗ men beyihren Trubſalen/ wann ſie mit den Apoſtel überle⸗ gen und zu Hertzen faſſen/ wie ihre Trübſal zeitlich und leicht ſey/ wein GDit dieſelbe iynen in dieſer Zeitligken verordnet hat und ſelber auffburdet zu ihrem heilſamen ſeligen Nutzen und beſten/ ihnen ſelber helffe ragen und ohne Troſt und Hul⸗ fe ſie nicht laſſe/ ſondern erquicke und ſtaͤrcke/ bis das die ewige Erquickung und Hernigmachung darauf zu ſeiner Zeiterfoi⸗ ge. Aufwelche Weiſe dann unſere Chriſtliche Mitſchweſter⸗ die nunmehr ſelige Frau Doetorinn/ an dieſen erſten Auß ſpruchdes Apoſtels/ Unſere Cruͤbſal/ die zeitlich unnd leicht iſt/ ſich woht halen ud drnit auffrichten koͤnnen. Sie hat ja ihre aiion unud Trůbſal quug gehabt in dieſer Zeitligkeit/ inſonderheit in denenꝛ2. Jahren ihres Ehelichen Standes/ in welchenſobald ſie getreten/ ihre eigene nichtge⸗ ringe Noth und Plage ſie empfinden und damit bis anihres Lebens Ende beladen ſeyn muͤſſen. Wie hart undlangwirig dieſelbe geweſt/ ſohat ſie dennoch fur ihr Anteil ſolch Leyden als von EOtt ihr bereitet und verordnet angeſchen/ und nicht leicht auf andere mißtrauige und argwoͤhniſche Menſchen Ge⸗ dancken ſich bringen laſſen. Sie erinnerte ſich offtmals bey Wiederkehrungihrer harten Plage/ auch nochauf ihrem letz⸗ ten krancken Lager/ wie ſie der liebe GOtt ſo viele Jahre unter ſeiner faſt ſchweren Hand hãtte laſſen zubringen undirhalten/ daß ihr die verfloſſene Zeit/ ſo lange ſiemit ihrer ſonderbaren Creutz Laſt belegt worden/ nun als gantz kurtz und ſchleunig verfloſſen vorkehme/ GOtt wuͤrde ferner hindurch helffei und 24 Der leichten Trubſaldieſer Zeit undiẽ vaſinicht laſſen laͤnger waͤhren/ als es ihr wuͤrde heil⸗ ſamundertraͤglich ſeyn/ das wolte ſie iym als einem Vater zu⸗ trauenundſich unterdeſſen ferner befleißigen/ die Frucht in Gedult zubringen/ welche GOtt dadurch bey ihr zuſchaffen pãtte ſuͤrgenommen. Wol uns allen/ wennwir alſoin die zeit⸗ liche uns von Gott verordnete Truͤbſal unsergeben und ſchit⸗ e⸗en/ der GHtraller Guade/ der uns beruffenhatzu einer ewigen Herꝛligkeit/ in Chriſto JEſu/ derſel⸗ n alsdann uns/ die wir eine kleine Zeit leyden/ voibereiten/ ſtaͤrcken/ kraͤfftigen/ grůͤnden · Demſel⸗ bigen ſey Ehre und Macht von Ewigkeitzu Ewig⸗ keit/ Anien · Und ſo vielſey gefagt von dem Erſten Außſpruch und Bekentniß des Apoſteld im Namen aller Glaͤubigen/ Un⸗ ſer Truͤbſal/ dieʒeitlich und leicht iſt. Vom Indern. W der Apoſtel der Glaͤubigen ihre Truͤbſalin dieſer Zeitligkeit/ dieſelbe gering umd erträglich zu⸗ machen/ zu erſt/ wie wir itzo vernommen/ nur als vergaͤnglich/ kurtz und leicht furgeſtellet/ und darauff jemand patte gedencken und fagen mogen/ es wehre und bliebe dennoch dieſe zwar zeitliche aber mannigfaͤltige Truͤbſal/ an ſich ſelbſten ſchmertzlich/ bitter und ſchwer/ ſo wil er ſolchen Gedancken zu⸗ vortommen und danebenalsbaldzu verſtehen geben/ wie eine zumahlen groſſeunemãßliche Belohnung/ und was für unbe⸗ greiffliche Ehr und Herrligkeit /auff diein Chriſtlicher Gedult außgeſtandene Trůbſalhernach folgen werde/ daß die Glaͤu⸗ bigen die mancherley ſchwere Creutz⸗Laſt nicht ſollenumbſonſt getragen noch aus dem bittern Angſi⸗Kelchihres Heylandes gühievergebens/ und ohne gnaͤdige Vergeltung und Beloh⸗ nung ewig⸗folgende werꝛligkeit 35 nun geiruñcken haben. Darumb ſtech. er ſerner: Unſer Trůͤbſal/ die ʒeitlich und leicht iſt/ ſchaffet eine ewige und ůͤber alle maß wichtige werꝛligkeit. Der Trub⸗ ai der Glaͤubigen ſetzet der Apoſtel entgegen eine Herrlig⸗ eit/ dem Zeitlichen ſetzet er entgegen das Ewige/ un dem Leichten das Wichtige und ʒwar ein ſolches/ welches über alle maß wichtig iſt/ und alles was in dieſer Zeit ſchwer⸗wichtig genennet werden kan/ weit uberwieget. Die Seligkeit/ wozu alle Rechtglaͤubige zu ſeiner Zeit erhaben werden ſollen/ wird mit ſich bringen PreißundEhre/ und% unvergangliches Weſen/ Freude die Fulle und lieb⸗“ n liches Weſenʒur Rechten GOttes ewiglich. Sotha⸗ ne Seligkeit heiſſet billig eine Herꝛligkeit/ und dieweil ſie kein Ende nehmen wird/ eine ewwige Herꝛligkeit; Eine⸗ ber alle maß wichtige verꝛligkeit aber/ wann ſie gehalten wird/ nicht nur gegen die unbeſtaͤndige und flüchtige Herlig⸗ keit dieſer Welt/ welche dagegen für gantz nichtes ʒuſchätzen/ ſondern auch fuͤrnemlich gegen unſere Truͤbſal/ und alles/ was die glaͤubigen Gottes⸗Kinder in dieſer Zeit leyden unduber ſich nehmen muſſen/ welches alles uber einen Hauffen dagegen ge⸗ rechnet/ nicht wehrt/ vielweniger gleich zuſchätzen iſt/ wie St. Paulus ſelber/ wann er anderswo ſeines und anderer Glaͤubigen Creutzes und Leydens/ und der Herrligkeit/ zu welcher ſieerhaben werden ſollen/ ſich erinnert/ es klärlich alſo außleget/ wanner ſagt: Dennich halte es dafür/ daß dieſer Zeit Leyden der Herꝛligkeit nicht wehrt ſey/ die an uns ſol offenbart werden. Und wie ſolte doch das ʒeit⸗ liche und vergengliche mitdem Ewigen und linverguͤnglichen/ das ſichtbare/ wie es der Apoſtel bald her nach nennet/ mit dem Unſichtbaren/ das kein Auge geſehen/ und kein Ohr nn gehoret hat/ vnd in keines wßei Hert Fr ²6 Derleichten Trubſal dieſer Jeit iſtem ſo derꝛches/ qioſſes/ wchtiges und nehrdenuͤberwich⸗ 1rut. l« tiges/ das unvergengliche und unbefleckte unnd un⸗ verwelckliche Erbe/ das behalten wird im Hummel/ wie ſolte das/ ſagiich/ mit der ſogeringſchaͤtzigen/ leichtenund durch GOttes Gnadeund Hůlffe uͤbertraͤglichen Creutz Laſt und Buͤrdeineinige proportion und Vergleichungkonnen ge⸗ bracht und einander gleichgůltig geſchetzet werden? Wcchtes deſtoweniger aber/ ob ſchon all unſer Truͤbſal noch ſo leicht undan ſich unwerthund geringſchetzig iſt/ ſo heiſt es dochhie⸗ von/ operatur, conficit, ſie wiꝛcket und ſchaffet eine ewige und ůber alle maß wichtige Herꝛligkeit. Nicht hats die Meynnng/ als wann unſtre Trubſal an und für ſich ſelbſt/ aus eigener Wuͤrdigkeit oder aus Verdienſt ſolche Herꝛligkeit ſchaffen und zuwegebringen könte/ daß dieſes St. Pauli Meynung gar nicht ſey/ haben wir ſchon zuvor aus ſeinem Munde gehoret/ da er geſagt/ Alles Leyden dieſer Zeit ſey nicht werth der zukuͤnfftigen Herꝛligkeit. Es wircket und ſchaf⸗ fet demnach unſere Truͤbſal ſolche zukuͤnfftige ewige undůber alle maß wichtige Herꝛligkeit/ aus undnach GOties gůtiger weiſen undgerechten Ordnung. Es wil der gnaͤdige grund⸗ gůtige Gtt/ wann ein glaͤubiger Chriſt das Joch Chriſti geduitig uͤber ſich nimmt/ und mit der Crentz⸗Laſtſeinem Hey⸗ jande inkindlichem Gehorſam und Vertrauen nachzufolgen ſich befleißiget/ ſolchen Gehorſam und die Chriſtliche Gedult alſo wuͤrdigen und vergelten/ daß dieewige undüber alle maß wichtige Herꝛligkeit/ als eine reiche Gnaden⸗Belohnungdar⸗ auſ erfolgen ſol. Wann GOitder HEr:das in Gedultauß⸗ geſtandete Leyden nicht aus Gnaden belohnen wolte/ ſo hatte Er die Verheiſſung nicht gethan/ es ſo reichlich im Himmelzu vergelten und zu belohnen; Und ohne Oſſenbahrung oder Anſehen dieſes gnaͤdigen Willens Sttes undſeiner Zrſe⸗ wur ewig /folgende Herzligkeit. 27 wůrde alles was wir gutes thun und auchnach GOttes Wil⸗ len leyden und außſtehen/ bey GOTT an und vor ſich als aus Verdienſt unnd eygener Wuͤrdigkeit/ nichts ſchaffen noch außrichten koͤnnen: Nun aber der gerechte GOtt/ der auch die Güte und Liebe/ und die Warheit ſelbſt iſt/ alſo gnadig zu ſeyn/ unduns als eiuen Lohn zugeben verheiſſet/ waswir och nicht verdienet haben noch verdienen koͤnnen; auch unſer lieber Heyland ſeinen Juͤngern und allen denen/ ſo mit ihm Schmachund Verfolqungumbſeinen Willenleiden/ die Ver⸗ heiſſungthut: Selig ſind/ die umb Gerechtigkeit TWil⸗ 1 len verfolget werden/ denn das Himmelreich iſt ihr · Selig euchdie Menſchen umb meinet willen ſchmaͤhen und verfolgen/ und reden allerle vbels wider euch/ ſo ſie daran liegen. Seyd froͤli und getroſt/ es wird euch im Himmel wol belohnet werden: Dahero/ aus und nach ſolcher Lieb⸗ und Gnaden⸗ reichen Zuſage/ ſo ſchaffet nun das Leyden dieſer Zeit/ die zeitli⸗ cheundleichte Truͤbſal/ uns gläubigen Menſchen ſo viel gu⸗ tes/ undbringet eineſo reiche Belohnung uns zuwege/ daß die/ ſo mit Chriſto ihrem Heylande/ leyden/ auch mit ihm zur Herrligkeit erhaben werdeñ ſollen: Die in undmit ihm̃/ durch ſeine Hulffe und Beyſtand und nach ſeinem Exempel ritterlich alhie gekaͤmpffet haben/ die ſollen die vonihm ſchon beygelegte Krone der Gerechtigkeit zu erwarten ha⸗ n. m ben: Weiche allhieuberwinden/ im Glauben und Gott⸗„. ſeligkeit bis ans Ende beharren und ſeſte halten wider alle Rei⸗ zungen/ Verſuchungen und Verfolgungen/ denen wil ErLffn⸗ beben mit ihmʒu ſitzen auf ſeinem Stuel/ wie Erü erwunden hat/ und iſt geſeſſen mit ſeinem Vater auf ſeinem Stuel. Weil der gůtige liebreiche GOtt und Vater ſolche Verheiſſung feiner gethan/ ſo 6 ij Fr Der leichten Trůbſal dieſer Zeit Er di virſprochene Belohnung nicht maͤßiglich mit einet ſpar⸗ ſamen kargen Hand und außtheiſen/ ſondern uͤber⸗ mäßig/ gantz reichlich und mit groſſem Uberfluß/ GOtt wird ſeinen Glaubigen und Anßerwehlten geben unndmit⸗ co w nteilen nach ſeinem Reichthum/ in der Hrrligkeit in vier 1. Chriſto JEſu/ Daß die/ welche hie eine kleine Seit z8. traurig geweſt in mancherley Anfechtungen/ ſich zn der ietzen Zeit/ in der Seligkeit/ freuen werden mit nt Gleich vßenbar wie der gerechte GOtt allen Unglaͤubigen und Gottloſen/ die Wns auf Erden wohnen/ derer Mamen nicht geſchrieben ſichenin ꝗann dem Buch des Lebens/ihre bis an den Himmelrei⸗ chende Sünde und den getriebenen Frevel mit einer ſchrecklichen überfliſſenden Maß wird bezahlen laſſen ʒwiefelrig nach ihren Wercken/ daß/ mit welchem Relche ſie allhie den Glaͤubigen und Frommen einge⸗ ſchencket haben/ ihnen zwiefeltig eingeſchencket werde/ daß/ wie viel ſie ſich aufErden herꝛlichgemacht/ und ihren Muthwillen gehabt haben/ ſo viel Ouaal und Leyd ihnen hinwieder eingeſchencket werde: Alſo wirð auch des liebreichen und barmhertzigen Gottes Gna⸗ den⸗Belohnung für ſeine glaͤubige und— Kinder und gedultige Creutztraͤger eine ſehr reiche uͤberflüßige Belohnun ſeyn/ GOtt wird ihnen nach außgeſtandener Trübſal einv z.n gedruckt/ gerüttelt und ůͤberflůßig Maß in ihren n. ne Schoßgeben. Welches denn auchanzeiget/ daß Gott u5075 techtrichtenwerdeund ſeine Gläubige wurdig machen werde zum Reich GOttes/ ber welchem ſie allhie leiden. Nachdemes /zu vergel⸗ ten Trůͤbſal/ denen die euch Crůbſal anlegen/ eucha⸗ ber/ die ihr Trůͤbſal leidet/ ruhe mituns/ wenn S— Er ewig⸗folgende werzligkeit. 25 SEſs wird offenbaret werden vom Sim⸗ m̃el/ ſfainpt den Engein ſeiner Rrafft/ und mit Feuer⸗ iammen/ Rach zugeben uͤberdie/ ſo GMtt nicht er⸗ kennen/ und uber die ſonichtgehorſam ſind dem v⸗ angelio unſers Hierrn Eſu—— Pein leiden/ das ewige Verderben vondem Ange⸗ ſicht des vierin/ und von ſeiner hertchen Wacht⸗ wenn Erkommen wird/ daß 14R herꝛlich erſcheine mit ſnanhe und wundeibarmtt allen Glen⸗ bigen/ wie S Paulus alſo zu ſeiner Zeit ſonderlich die Theſ⸗ Flonicher⸗Chriſtenmit Fuͤrhaltungder reichen und himliſchen Velohnungihres Glaubens und Gedult in allerley Leyden/ und mit der ſchrecklichen Straffe ihrer Verſolger in ewiger Pein/ zumbeweglichſten hat auffrichten und troſten wollen/ eden wieauchderſtibe Apoſiel dieſes Ortsin dem vorhabenden bitter⸗ſuͤſſen Creutz und Troſi⸗Spruche alle glaͤubige Creutz⸗ tragende ChriſtenLeute ingeſampt verweiſet aufdie Betrach⸗ tungdes unſchetzbaren und unbegreifflichen reichen Gnaden⸗ Lohns/ welchen GOtt nach ſeiner Gůte und Bormhertzig⸗ eitallen denen/ ſoim Glauben/ in Gedult und Gottſeligkeit bis ans Ende beharren/ gewiſſe beygelegt/ undnachaußge⸗ ſtandener Truͤbſalals ein gnadenreicher Vergeltermitzuthel⸗ ienverſprochen hat. Diß wilder Apoſtel mit allen in Chri⸗ ſio Jeſugeheiligten und beruffenen veiligen ſagen: daß die ewige und ber alle maß wichtige l eit auf dieim Giauben und Gedult außgeſtandene Trůbſal/ zu ſeiner Zeit gewißlich nach GOttes gnädigſter Verordnun und Zuſage erſolgen werde/ ſen ſo gewiß und viel gewiſſer/ al wasjemals in der Welt mit Můhe und Arbeit/ und auf andere rechtmaßige Art und Weiſe verdienet und erworben/ undauf das allerbůͤndigſte und smſane Menſchen zugeſuge ij un Derleichten Teübſal bieſer Zeie und bekraͤfftiget/ oder verſigelt Und verbriefet werdentönnet Was der warhafftige GOtt nachdem Reichthumb ſeiner Gů⸗ te und Gnade einmalbeſchloſſen und verordnet/ un vielfaltig verſprochen und zugeſaget habe/ das koͤnne und werde nimmer fehlen/ ſondernmüſſe gewiß erfolgen/ in ſolcher feſten Zuver⸗ ſicht und Hoffnung wolten und konten ſie ferner froͤlich nn X und gedultig ſeyn und bleiben in aller ihrer Truͤbſal. in ſolcher Meynung ſpricht St. Paulusallhie mitder Trubſal⸗ leidenden Schaar als ein Mitgenoß an der Trůbſal/ nicht klagweiſe/ ſondern mit Glanbens⸗und Freuden⸗vollem Unſer Trubſal/ die ʒeitlich und leicht iſt ſchaſ⸗ et eine ewige und uber alle maß wichtige ereligkeii. Schrauch. S Anndann/ Gettergebene⸗Hertzen/ S. Paulus in dieſem ietzt erklaͤrten anderen Auß⸗ ſpruch der vorhabenden ſchönen Troſt Rede/ die 4 ewige und uͤber alle maß wichtige werꝛlig⸗ keit/ ſo unſer ʒeitliche und leichte Truͤbſal ſchaffen werde/ dem erſten Anſehen nach auf ſolche Weiſe und faſt nicht anders vorſtellet und beſchreibet/ als wann wir arme elende Menſchen ſothane Herꝛligkeit und das ewige Leben mit unſerm Gehorſam und gedultigen Leyden in Trůbſal beydem gerechten GOtt als eine billige/ recht⸗und gleichmaͤßige Ver⸗ geltung konten verdienen underwerben/ wie treue Arbeiter ih⸗ res verdingten und verdienten Lohns wehrt ſind/ dadoch der Apoſtel ſonſt/ wiewir vorhin aus ſeinem Munde gehöret/ es m. x datur haͤlt/ daß dieſer Zeit Leyden der Herzligkeit nicht ewig⸗folgende Hertligkeit. 3n ncht werth ſey/ die an uns ſol offenbaret werden: So muſſen wir uns durch die ſonderbare Redens⸗Art des Apoſtels nothwendig laſſen hinweiſen und fuͤhren zu dem Gnaden⸗Bunde/ welchen GO TT mit uns aufgerichtet in Chriſto JEſu unſerm Heylande/ nach welchem ER ſei⸗ ner Glaͤnbigen kindlichen Sehorſam/ und derer treuen/ wie⸗ wol ſchwachen und unvollkommenen und dahero unverdienſt⸗ lichen Dienſt/ dennochaus Gnaden/ nicht nur zeitlich undin dieſem Leben mit leib⸗und geiſtlichem/ ſondern auch und am meiſten nach dieſer Zeit in dem folgenden ewigen Leben gantzů⸗ berſchwenglich zuvergelten verordnet und verſprochen hat. Wir Menſchen/ alle/ unnd inſonderheit wir Chriſten⸗ Leute ſind freylich ohne das unſerm GOtt und HErrn/ als unſerm Schoͤpffer/ Erloͤſer und Heiligmacher/ nach allem ſei⸗ nem Willenim Glauben und Gehorſum/ in guten und boͤſen Tagen/ in Liebund Leyd/ in Freud und Traurigkeit zu dienen undzugehorſamen auf vielfaltige Weiſe ſchuldig und— hoͤch⸗ ſten verpflichtet. Wann wir auch nach dem Vermoͤgen/ ſo GOtt darreichet/ ſeinen Willen zuthun uns laſſen mit allem Ernſt angelegen ſeyn/ ſo koͤnnen wir doch mit allem unſerm Gchorſam nichts bey GOtt verdienen/ denn wenn wir auch giles gethan haben was uns befohlen iſt/ ſo můͤſſen 1 n, wir doch betennen und ſprechen: Wir ſind unnutze„ Rnechte/ wir haben gethan/ was wirzu thunſchu dis waren. Obes nun zwar mit uns Menſchenuͤberall alſo b————— auch vor ſich wol wehrt/ a zum hochſten wehrt und wůndig iſt/ daß wir Menſchẽ ihm auch ohn einigen Entgelt/ und ohn alles Abſehen aufirgend einen Lohn dienen/ Er auch auten Fᷓug/ Macht und Recht haͤtte/ einen ſolchen Dienſt uns Menſchen auffzulegen und von uns zufodern/ ſohat Er doch ein ſolches nicht begehret viel⸗ zu Der leichten Trubſal dieſer Zeit vielñ̃chẽ beliebetẽ Snaden· Bundmit uns aufzurichten undzu⸗ ſtifften/ in welchem Er zwar unſirn Deenſt und Gehorſam ha⸗ ben wil und er fordert/ unduns ſeine Guaden⸗Krafft uñ Stär⸗ cke dazu anbeut/ aber nach dem Reichthumb uñ Uberfluß ſeiner Guůteund Gnade verſpricht und vermacht er uns einemilde uñ uberſchwenckliche Vergeltung/ alſo und dergeſtalt/ daß/ was vormals GOtt der HErꝛ zu Abraham geſagt und demſelben „ Ne verheiſſent Fůrchte dich nicht Ich bin deinSchildund *2r dein ſehr groſſer Lohn. Ich bin der imaͤchtige mx ꝛ. GOtt/ wandele für mir und emn üUndichwil dich faſt mehren: Solches alle und jede getauffte rechtglãu⸗ dige Chriſten/ als GOttes Bundgenoſſen/ noch viel herꝛ⸗ licher aufſich appliciren und ihnen zueignen koͤnnen/ nach der allgemeinen/ ſo offt von Chriſto wiederholten Zuſage und —— daß alle/die an ihn/ als den Sohn Got· tes/ glaͤuben/ micht ſollen verlohren werden/ ſondern das ewige Leben haben. Nachwelchem Gnaden⸗Bun⸗ de auch zu verſtehen der Außſpruch des Apoſiels/ mit welchem nr. 6 er den Grund des gantzen Chriſtenthumbs gelegt und alsein auptſtůck deſſelben wil geſetzet haben: Wer zu GOCC ommen wil/ der muß glãnben/ daß Erey/ und de⸗ nen/ die ihn ſuchen/ ein Vergelter ſeyn werde. Die o niſo GGet ſuchen im Glaubenzuchrenundihmzudienen, und dermaleins ʒu ihm in ſeine Hertligkeit ʒu kommen/ daß ſie mit Gedult in guten Wercken trachten nachm ewigen eben/ denen wi GOtt am Tage der Ofn⸗ barung ſeines gerechten Ger ichte einem jegli⸗ chen nach ſeinen Wercken/ aber nicht aus Verdienſt der⸗ fᷣlbenund als einen verdienten gleichmaͤßigen Lohnder Werk⸗ te/ſondernaus Gnadenundfreywilliger Verheiſſumgundzu⸗ ſgndim Saden · uneinthaliti wi Gott rchide 0 ewig⸗folgende Herꝛligkeit. 83 Rpoſtel ferner/ geben Preiß und Ehre und Unverg⸗ng⸗ liches Weſen. Undeben dißiſt auch die Meynung des A⸗ poſtels in unſermerklaͤrten Troſt⸗Spruch/ der muß auch alſo und nicht anders als nach der Verordnung und Verheiſſung GOttes in ſeinem auffgerichteten Gnaden⸗Bunde verſtanden werden/ wanner hie ſagt/ daßunſere ʒeitliche und leich⸗ te Trůbſal operire/ſchaffe/wircke/ oder richte aus/ und brin⸗ geuwege etne ewige und uber alle maß wichtige erꝛ⸗ kgkeit. Je wichtiger/ jegröſſer und unverdienlicher dieſte⸗ wige Vergeltung GOttes iſt und ſeyn wird/ je unglaͤublicher auch dahero es bloß nach der Vernunfft menſchlichen Gedan⸗ cken würde vorkonnnen/ daß GOtt unſern geringen Dienſt und unvollkommenen Gehorſam ſo uͤber alle maß reichlich be⸗ lohnen ſolte/ deſto mehr hat uns deſſen GoOtt verſichern und vergewiſſern wollen/ und zu dem Ende die Gnaden⸗Verheiſ⸗ ſung der zukuͤnfftigen himliſchen Belohnung ſo deutlich und zumofftern inſeinem Worte/ wie durch ſeinen Sohn ſelbſten/ alſoauch durch deſſen Junger uñ Apoſtelunslaſſen furhalten/ daß wir Chriſten Leute den geringſtenʒweiffel daran nicht ha⸗ ben durffen. Unſer. Heyland hat ſeine Junger und andere glaͤu⸗ bige Nachfolger nicht nur einmal auf die reiche himliſche Be⸗ lohnung gewieſen undvertroͤſiet/ mit der vorhin ſchonange⸗ führten Troſt⸗ Rede: Seyd frolich und getroſt/ es wird — mimmelwol belohnet werden: Sondernhat elfältig und immer mit an dern und mehren Worten wie⸗ olet/ ſo offt(. Beweiſung des Glaubens in den Wer⸗ cken der Liebe und Barmhertzigkeit/ zu beſtaͤndiger Treu und Gedult in harten Leyden und ſchweren Verfolgungen ange⸗ mahnet. Wer dieſer geringſten einen nur miteinem Becher kaltes Waſſers traͤncket/ in eines Jungers Mamen/ warlich ich ſage 56 wird ihm 6 Matth. V. 12. Martb. 42. 4 Derleichten ruͤbſal dieſer Zeit belohnetviewen. Wenn du ein Nahlmacheſt ſo lade die Irmen, die Rrüpel/ die Lamen/ die Blin⸗ den/ ſobiſt du ſelig/ denn ſie habens dir nicht zuver⸗ gelten/ es wird dir aber vergolten werden in der Auß⸗ erſtehung der Gerechten. Als Petrus ſich einsmals faſt beſchwerete/ und zu dem HR ſprach: Wir haben al⸗ ſes verlaſſen/ und ſind dir nachgefolget/ was wird uns dafur Antwortet der Hea: Warlich ich ſage euch/ daß ihr/ die ihr mir ſeyd nachgefolget in der Wiedergebuhrt/ da des Menſchen Sohnwird ſitzen auf dem Stuel ſeiner rerꝛligkeit/ werdet ihr auch ſitzen aufzwoͤlf Stulen/ und richten die ʒwoͤlf Ge⸗ ſchlechte Iſrael. Und wer verläſſet Huſer/ oder Bruder oder Schweſter/ oder Vater oder Mutter/ oder Weib/ oder Kinder/ oder Aecker umb meines MNamens willen/ der wirds hundertfůitig nehmen/ und das ewige Leben ererben. Sehet und hoͤret lieben Chriſten/ wie ſo klar unddeutlichder Sohn GOites ſelbſt die reiche Vergeltung bey GOtt im Himmelreich und in der E⸗ wigkeit ſeinen Juͤngern undallen Gläubigen verſprochenhat: Wie Er dieſe hmliſche und ewige Vergeltung und Beloh⸗ nung auchalſobeſchrieben/ daß gnug züerkennen/ daß zwi⸗ ſchenall unſerm Dienſt und Gehorſam/ den wir GOtt ohne das aus Schuldigteit abſtatten und beweiſen muͤſſen/ zwiſchen allen unſern Glaubens/ und Liebe⸗Wercken/ zwiſchen unſtren Leyden und Trubſalen und der verſprochenen Vetil⸗ tung oder Belohnung im Himmelreich gantz keine proportion noch einige Gleichgüitigkeit oder Gleichbeit ſichfindet/ daß al⸗ ſoleicht ʒů verſtehen/ es könneund werde die himliſche Vergel⸗ tungund Belohnung keine verdienende noch gleichgůltige/ he⸗ derüeinelautere Gnaden · Vergeltung und Bopnungſn enn ewigfolgende Herꝛligkeit. 3 Denn ein ſo groſſer uñd maſeſtãtiſcher GOtt und HErt iſt un⸗ ſer Gott/ uber alle maſſe reich von Gnade/ ſo voller Gute/ Mildigkeit und Herꝛligkeit/ ein ſoherꝛlich⸗groſſer und mildrei⸗ cher Bergelter/ daß Er unſern Glauben und daraus herfur⸗ gehenden kindlichen/ wiewol geringen und ſchwachen Gehor⸗ ſam/ alles was wir mit auffrichtigem Hertzen Ihme unſerm GoOitt und Heylande zugefallen und Ehren thun und verrich⸗ ten/ ſolts quch nur ein liebreicher Trunck kaltes Waſſers ſeyn/ alles was wir umb ſeines Namens und der Gerechtigkeit wil⸗ len leyden und außſtehen/ ob es wol unſere ſchuldige Pflicht iſt/ und wir damit nichts verdienen/ dennoch nicht wil unbe⸗ lohnet laſſen/ ſondern wegen ſeiner groſſen Hertligkeit nach dem uͤberſchwenglichen Reichthumb ſeiner Gnade es zum Theil noch wol in dieſer Welt/ vornemlich aber und ͤberflůßig hernacher in der Ewigkeit zu veꝛgelten und zu belohnen mit kla⸗ ren und deutlichen Verheiſſungen ſich uns armen Menſchen verbindet und verpflichtet. Was wil uns anders hiebey ge⸗ buͤhren/ lieben Chriſten/ als daß wir GOttes und unſers Hey⸗ landes treue undreiche Verheij ngen von der groſſen und ewi⸗ gn Gnaden⸗ Vergeltung in ti er Demuth annehmen/ er⸗ ennen und ihme unſerem GOtt und Vater im Himmel von Hertzen und in der That dafür dancken. Wir wollenaber und muͤſſen auch zuſehen/ daß wir ſolcher teur verheiſſenen und deutlich geoffenbahrten himmliſchen Vergeltung/ der ewigen uꝝʒber alle maß wichtigen Herꝛligkeit/ theur gebrauchen/ und üznanwenden/ wozu GOtt ſelber und unſer Heylandes verheiſſen und geoffenbaret hat. Zuforderſt koͤnnen undduͤrf⸗ fen wir ja getroſt hierauf hoffen und warten/ und in ſolcher Hoffnung umb die Eufuͤllungder goͤttlichen Zuſage und Mit⸗ teilung des verſprochenen Gnaden⸗Lohns bey GOttanhalten und bitten/ daß was Er uns ſchon vhnßint Zeit 5 geben Der leichten Trubſal dieſer Seit geben undder ewigen über allemaß wichtigen Herrligkeit uns theilhafftigmachen wolle. Umb eine ſo groſſt unbegreiffliche Gabe oder Vergeltung/ weil ſie Gtt freywillig verheiſſen hat bey ihm anzuhalten und zubitten/ duͤrffen wir uns nicht entſehen noch deſſen Schen tragen/ etwa darumb/ weil wir ſndiche ſchuode Menſchen/als elende nichtige Creaturen fur Gott/ der reichen himliſchen Vergeltung/ der ewigenund⸗ ber alle maß wichtigen Herrligteit/ gantz unwerth und unwurdig ſeyn: Soiches ſil glaͤubige Chriſten allhie nicht ab⸗ ſchrecken nochirre machen/ denn wir můſſen alsdann nicht ge⸗ dencken/ wie geringſchaͤtzig/ wie gantz nichtig und unwert wir arme Menſchen ſind/ ſondern vielmehr wie majeſtätiſt undherrlich/ wie theuer und werthund gantz heilig Gott iſt/ welcher/ wann Er etwas aus Liebe und Gnade zugeben/ zu⸗ vergelten und zubelohnen verheiſſet/ nicht anſiehet die Gering⸗ ſchaͤtzung/ die Unwürdigkeit und Nichtigkeit der Menſchen/ ſondern ſeine ſelbſt eigene nnſchatzbare Hoheit und Wuͤrdigkeit/ was ihm nachſeiner Majeſtaͤt und Herrligkeit zugeben wol an⸗ ſichet und geziemet. Als beydemgewaltigen Monarchen A jexandro Magno⸗ dem groſſen Weltzwinger/ wie er gehalten worden/ ein geringer nothleidender Mann/ Ramens Bian- tus umb eine Beyſieuer geflehet/ und alexander demſelben eine gantze Stadt/ mit allen jaͤhrlichen Intraden und Aufkuͤnß⸗ ten ſchenckte/ der Supplirant aber faſt erſchrack und meyne⸗ te/ es wurde ſeiner nur geſpottet/ redete lexander dem hjjden Menſchen zu mit dieſen Worten: Nim bin was ich dir cke undgebe/ denn gleich wiedu mit deiner Vitte zuverſtehen gie⸗ beſt/ vaß du Bianrus/ein armer duͤrfftiger Mann biſt/der nichts hat/ alſo zeige ichmit meiner Gabe an/ daß ich Alexander/ein gewaltiger/ mächtiger Konig und reicher Herr bin. Alſo und vielmehr muß man gedencken bey der reichen groſſen— ewig⸗folgende Herzligkeit. 37 ſãgẽ uñd Verdeiſſungder uͤberſchn engſichen Velohnung/ der ewigen ůͤber alle maß wichtigen werrligleit/ welche GoOit ſeinen armen Knechten und Dienern zugeben/ und da⸗ mit ihren Glauben und Gehorſam aus Gnaden zubelohnen verheiſſen hat. Da darff man nicht gedencken oder fragen/ wie nichtig und unwuͤrdig wir Menſchen gegen ſolche unauß⸗ ſprechliche reiche Gabe und Belohnungſeyn/ und wie allesde⸗ ſer Zeit Leyden und alle dabey erwieſene Gedult und ang⸗ wendete ſchwere Arbeit/ nicht werth ſey der Herrligkeit/ di zu ſeiner Zeit anallentreuen Dienern und Kindern GMttes ſol of⸗ fenbar werden/ man hat vielmehr zubedencken die majeſtäti⸗ ſche Herrligkeit des Belohners und Gebers/ welcher iſt der Al⸗ ierhoͤchſte/ der groſſe Koͤnig Himmels und der Erden/ und was demſelben nach dem Jeichthumb und Uberfluß ſeiner Gnaden geziemet und gemãß iſt. Wann dieſer GOTTund NEsã/ der HER uller. Herren ſeine Knechte und Dienere/ ſine Kinder/ Soͤhne und Tochter zu beſchencken undzubeloh⸗ nen Verheiſſung thut/ ſo kan Er nicht anders als groſſe/ ſeiner Hoheit gemäſſe/ uͤber alle mab wichtige Gnaden Gaben und Geſchencke verſprechen/ und was derſelbe ſeiner göttlichen Majeſtat und ſeiner uͤberfüeſſendenreichen Gnadeund Barm⸗ hertzigkeit gemaͤß verheiſſen hat/ das kan und wil Er auchtreu⸗ lich halten und wahr machen/ und keinen unter ſeinen treuen Knechten und Dienern in der GnadenVergeltung vorbey ge⸗ heꝝ noch verſeumen/ wiedeſſen der Sohn G Ottes/ der Schaf⸗ nir des groſſen Hauß⸗Vaters und kuͤnfftige Anßzahler des verheiſſenen GnadenLohns einen jeden abſonderlich wil ver⸗ ſichern wann Er ſpricht: Siehe/ ichkomme bald/ und 9faber. mein Lohn mit mir/ ʒu gebeneinem jeglichen/ wie W n. ſeine Wercke ſeyn werden. Je gewiſſer aber/ j reicher w dieuns ver⸗ 38 Der leichten Truͤbſal dieſer Zeit derſprchene Snaden⸗Belohnungund Herrligkeit ſeyn wird/ mit deſto groͤſſerem Fleiß/ Ernſt und Eyfer muͤſſen wir dann auch nachder verſprochenen Belohnung trachten/ damit wir derſelben nicht mügen verluſtig/ ſondern zu der veroꝛdnetẽ Zeit unn fähigundtheilhafftigwerden. Das immelreich leidet Gewalt/ und die Gewalt thun/ reiſſen es zu ſich. Ringet darnach/ daß ihr durch die enge Pforte ein⸗ u. un gehet/ So lauten unſers Heylandes eigene Worte an alle/ welche einmal zum Himelreich begehreneinzugehen undallda der verſprochenen reichen Gnaden⸗Belohnung/ der ewigen ü⸗ ber alle maß wichtigen Herꝛligkeit faͤhig zuwerden. Laufſen und reñen ir wiſch⸗geſinnete Lente mit Gewalt/ ringen undtrachten dieſelbemit ſo groſſer Muͤhe und Arbeit nach dem/ wasin der Weltherꝛlich genennet/ und ſo hoch lieb und werth geachtet wird/ nach Ehr und Anſehen/ nachhohem Staat/ Pracht Macht und Gewalt/ Reichthumb und zeitlichen Guͤtern/ nach Freudenund Wollůſten/ nachſolchen Dingen/ die alle⸗ ſampi verganglichundnichtig/ und theils an ſichſelbſtengantz ſuͤndlich und verdammlich ſind/ daß viele dadurch als mit Ge⸗ waltzuihrem ewigen Verderben eilen/ und ſich ins holl ſche Feuer zu ſtuͤrtzen ſich laſſen ſoſauer werden/ wie ſolten die Heili⸗ gen Gottes uñ deſſen wiedergeborne Kinder/ alle rechtſchaffene coußun Chriſten Leute nicht vielmehr mit allem Ernſt das ſuchen/ uñtrachten nach dem/ was drobeniſt/ daChriſtus iſt ſitzend ʒur Rechten Gttes/ daderſelbe als der gerech⸗ nnn m te Richter die beygelegte Rrone der Gerechtigkeit 7, 9. und Herzligkeitgeben und auffſetzen wird/ allen/ die ſei⸗ ne Erſcheinung liebhaben/ und dazu ſich ſchicken undbe⸗ reiten: Wie ſolten ſie nichtin Anſchung und Betrachtungſol⸗ cher ewigen unvergaͤnglichen wichtigen Herꝛligkeit allhie geme das vergaͤngliche und nichtige/ ja inſonderheit das ſo 1 hrli⸗ e/gantz ewig folgende weriligkeit. 39 chẽ ganñ ſůndiiche und derdammliche deßwegen verachten/ und ais ein Seelen⸗Gifft meiden und haſſen? Wie ſolten ſie nicht umb des Himmelreichs undder ewigen Herrligkeit willen die geiſtliche Gewalt zuuben begehren und alles zuuberwinden/ ſich ſelbſi ʒuwerleugnen/ ihr Creutz aufſichʒunehmen und damit Chriſto nachzufolgen mit allem Ernſtin Ge⸗ dult ſich bemuhen und befleißigen? wier iſt Gedult und oſenber. Glaube der weiligen inſonderheit von nothen und zube⸗ ihu. weiſen. Wir wollens dann ſomachen/ liebe Chriſten/ und das bey uns laſſen gelten und ſtatt finden/ wozu Chriſtglaͤubige Hertzen in offentlicher Verſamlung oder daheim ſich ſelbſten untereinander antreiben und auffmuntern/ wenn ſie einander erinnerlich zuſingen: 1 Iſt euch das Creutz bittet und ſchwer/ Gedenckt wie heiß die vlle war/ Darein die Weltthutrennen: Mit Leib und Seel muß Leyden ſeyn/ OhnUnterlaß die ewige Pein/ Und mag doch nicht verbrennen. Ihr aber werdet nach dieſer Zeit Mit Chriſto haben die ewige Frend/ Dahin ſolt ihr gedencken: Eslebt kein Mann der außſprechen kan Die Glori und den ewigen Lohn/ Den euch der HeRR wird ſchencken · Wie mit dieſem Geſange unſere ſelige Fr. Mitſchweſter eins⸗ mals bey ſchwachem und harten Zuſtande die Erklaͤrungůber ihren Leichtert ſelbſt gar beweglich furſtellete und zur Gedult alſo ſich antrieb/ daß 2 gerne dem lieben GOtt noch ferner ſtil⸗ le halten und als eine arme Sunderin die vaterliche Zuͤchti⸗ gung von ſeiner Hand annehmen wolte: Ja/ ſagte ſi dabey 3 m 40 Der leichten Vrůbſal dieſer Zeit umbdet Blotiund des ewigen Lodns willen/ den der kR auch mir ſchencken wird/ wil ichgerndes Va⸗ ters Zucht nun fůhlen/ Sols dann jg ſo ſeyn/ daß Straff uñ Pein/ auf Sünde folgen müſſen/ So fahr lieber Pateꝛ/ hie fort/ vñ ſchone doꝛt/ und laß mich hie s xn wolbüßẽ. Das heiſt wolrecht/ dieůchtigung deswerin „v ſicht geringe achten/ und demgeiſtlichen ater und Zůchtiger Unterthan ſeyn/ daß wir ſeine weiligung ja auch E Herrügkeit einmahl erlangen. Davon muß es dann auch ferner heiſen: Selig iſt der Mann oder vu u. Menſch/ der die Anfechtunß alſoerkennet underduldet⸗ denn nachdem er bewehret iſt/ wird er die Rrone des Lebens empfahen/ welche GOTE verheiſſen pat denen/ die ihn lieb haben. Und ſo viel ſey auch ge⸗ ſagt underinnert von dem andern Punct/ was auff die zeit⸗ ſichleichte Truͤbſal der Glaͤubigen erfolgen/ undwie ſie ſchaf⸗ fen werde eineewige und ůber alle maß wichtige Heriligteit. Vom Sritten. Olget hierauf inunſerm herꝛlichen Apoſtoliſchen Troſt⸗Spruche/ wases denn eigentlich fur Leute ſeyn/ die derewigen ubermaͤßigen und uͤberwichtigen Her:⸗ ligkeit gewiſſe ſollen und können zuerwarten haben. Uns/ ſpricht und antwortet auff dieſe Frage der Apoſtel mit der gan⸗ zenglaubigen und Trübſal⸗leidenden Schaar/ Uns wird ſol⸗ che die ʒeirlich leichte Trubſal ſchaffen unnd zuwege bringen/ die wir nicht ſehen auf das Sichtbare/ ſondern auf das Unſichtdare. Durch das Sichtbare wird allhie verſtanden alles das jenige/ was uns in dieſer Welt allenthal⸗ ben vor Augen ſchwebet undmit zeitlichen Augen. ge ewig folgende Heraligkeit. get und beſchauet werden/ als da iſi ʒeitlich Gutund Glůck⸗ Gewinn/ Ehre/ Anſehen/ Wolluſt dieſes Lebens/ ja das Leben ſelbſt: Deßgleichen auch/ was jetztbenanten angenehmen Dingen enegegen geſetzet wird und— iſt/ allerhand Un⸗ gluͤck/ Armuth/ Duͤrfftigkeit/ Verluſtund Schaden/ Un⸗ ehre/ Schmach/ Schande/ Marter und Pein/ Angſt/ Voth und Gefahr/ endlich auch der Todt!/ als der letzte Feind des Menſchen in dieſer Welt/ Summa/ alles waszu* dieſem Leben undin dieſe Welt gehoͤret/ und mitder Welt und dieſern Leben auffhoͤret/ auffgehaben wird und endlich verge⸗ hen muß/ es ſey gutoder boͤſe/lieb und angenehm/ oder unan⸗ enehm/ widrig und beſchwerlich/ wie der Apoſtelſelber das nſichtbare alſo außleget/ wann erbald hinzuſetzet: Denn was ſichtbar iſt/ das iſtʒeitlich/ was aber unſichtbar iſt/ das iſtewig. Wie Si. Paulus das ſichtbare allhie nennetʒeitlich/ alſo nennet erdas Unſichtbare ewig/ und bedeutei das unſichtbare daſſelbe/ weiches nicht denn nur mit erleuchteten Augen des Veꝛſtandes geſehen und beſchauet/ das iſt/ erkennet und geglaͤubet wird/ was mit dem Glauben angenommen und ergriffen wird/ was wir nicht ſehen uñ doch glaͤuben/ als daiſt/ was uns von dem ewigen unſichtbaren undunbegreiflichen Gott/ von uͤbernatürlichen Geheimniſſen geoffenbahret/ uñ inſonderheit was Er verheiſſen hat denen/ die ihn lieben/ dasherꝛliche unſchaͤtzbare noch zur Zeit uns verbor⸗ gene Rleinod/ welches uns vorhalt die himliſche Be⸗ voilp. u ruffung GOttes in Chriſto JEſi Dieſes heriliche/ für ⸗ unſern ſterblichen Augenunſichtbare/ aber von GOTT klar und deutlich genug verſprochene Kleynod/ die allerreicheſte Gnaden⸗Belohneing/ beſchauen die Glaubigen mit rechten Glaubens⸗Augen/ und betrachten es mit glaͤubigen Hertzen ſkeh /was die Welt nigli ₰ Der leichten Trubſal dieſer Zeit nigſich in den Augen und hohen Wehrt dat/ als Reſchthumb/ Ehre und Wolluſt/ als auch daſſelbe/ was man ins gemein nicht gerne ſichet und doch tãglich fuͤr Angenſehen muß/ zeitli⸗ chen Schaden/ Jammer und Noth und den Todt ſelbſt achten ſie nichteinmal werthanzuſchauen/ ſintemalſi wiſſen und be⸗ dencken/ wie dieſes alles zeirlich ſey und mitder Welt můͤſſever⸗ gehen/ dahingegendas andere unſichtbare das warhafftige utſey undbleiben werde in Ewigkeit. Hierzu /wilder Apo⸗ ſtel ſagen/ habe er mit andernglaͤubigen und Truͤbſal⸗leiden⸗ den Chriſten ſich alſo gewehnet/ daß ſiein ſolcher Anſchauung und Betrachtung des unſichtbaren undewigen/ wederdurch das zeitliche und vergaͤngiche falſche Gut nochauchdunchhar⸗ ne Trubſalen ſich von dem/ ihrem Gott ſchuldigen Gehorſum und Dienſtlaſſen abhalten/ ſietragen vielmehr ein hertzliches Verlangen nachdemunſichtbaren und ewigen/ und wuͤnd ⸗ ſchen/ daß ſie deſſen nur bald mogen genoß und theilhafftig werden/ ſie machens alſo/ daß ſi mit Warheit bekennen und vviy. n ſagenkoͤnnen: Unſer wandel iſt im vdimmel/ von dan⸗ nen wir auch warten des Heylandes Jeſu Chriſti des Errn Die alſogeſinnetſeyn und ſolcher Geſtait das unſichtbare wiſſen anzuſchauen und ihres eylandes mit ſei⸗ nem reichem Gnaden⸗Lohnin beſtndiger Gedulterwarten/ die ſind es/ welchen der Apoſtel allhie die ewige und uͤber allemaß wichtige Hernigteit wilzugeſagtund verſprochen haben. Schrauch. It dieſem letzten Zuſatz und Anhang/ omitder Apoſiil ſeinen ſonderbaren Troſt⸗ſpruch alhie beſchleuſt/ werden wir deutlch— ewig folgende erzligkeit. 43 und angewieſen zu der heilſamen praxi unſers Glaubens in unſerm gantzen Leben undallem Zuſtande/ daß wir erkennen und wiſſen moͤgen/ was die rechte Eigenſchafft des Glaubens ſey/ und wie die Glaubigen in Glůck und Ungluͤck/ in guten unnd boͤſen Tagen ſich recht bezeigen /ihrem Glauben ſich gemaß verhalten und darinne ſich uͤben ſollen. Nach denen itzt erklaͤrten Worten iſt der Glaube nichts anders/ als eine Anſehung und Beſchauung des Un⸗ ſichtbaren und Ewigen/ eine glaͤubige Annehmung undhertzliche Betrachtung deſſen/ was GOttinſeinem Wort᷑ von ſeinem ſonſt unſichtbaren Weſen und verborgenen Willen uns geoffenbaret undzuglaͤuben/ zuthun und zulaſſen/ zu⸗ — leyden/ vorgeſchrieben und befohlenhat; Wie dann nach ſolcher Eigenſchafft des Glaubens und ſteten U⸗ bung im Glauben der Apoſtel ſich ſelbſten/ und den gantzen glaͤubigen Hauffen alſo beſchreibet/ daß ſie micht ſehen auf das Sichtbare/ welches zeitlich iſt/ ſondern auf das Unſichtbare/ welches ewig iſt. Daß diß die rechte Eigenſchafft und Beſchreibung des Glaubens ſey/ hat der Apoſtel anderswo ſelbſt klar gnug außgeſprochen: 4Es% iſt der Glaube eine gewiſſe Zuverſicht deſſen/ das“ man hoffet/ und nicht ʒweiffelt an dem/ das man nicht ſiehet. Was Gott ſeinen Gläubigen zuglaͤuben und uhoffen geoffenbaret und verheiſſen hat/ daran zweiffein ſie geringſten nicht/ ſie trauen und verlaſſen ſich darauf in fe⸗ ſter Zuverſicht/ es iſt und bleibet ihnen GOttes Wort und Zu⸗ ſage ſo gewiß/ ja noch viel gewiſſer/ als was ſie ſonſten vor Angenundin Haͤnden haben/ oder was ſie mit ihren Angenſe⸗ hen und mit Handen greiffen können. Was der liebreiche gůtigeGOTT und Vater im Himmel aus lauter Gnade und Barmhertzigkeithnenin Sri JEſuſeinem Sohn 4 i en ₰.— 44 Der leichten Crůbſal dieſer Zeit chen haĩ darauff doffen ſiein Kindlichem Vertrauenund in ge⸗ wiſſer Zuverſicht erwarten ſie es von ihm/ als einem warhaff⸗ tigen und allmaͤchtigen GOtt/ der alles thun koͤnne was ER wil/ und halten wa Er verheiſſen hat. Und zwar daß die Glaͤubigen auf die gottliche Verheiſſungen ihre Hertzen und Gedancken richten/ von dem ſichtbaren undzeitlichen jelan⸗ er je mehr ſich abwenden und auf das unſichtbare und ewige uen und darnach ernſtlich trachten und ein ſehnliches Verlangen tragen ſollen/ eben darumb hat GOtt ihnen die Verheiſſunggeoffenbahret/ undlaͤſſet ſo vielfaͤltig vonder ver⸗ ſrochenen rechen Gnaden⸗Belohnung in ſeinem Worteun⸗ predigen. Iſtalſo nicht allein nicht ungeziemt oder unrecht/ daß die Glanbigen ihr Abſehen haben und richten auf Gttes verheiſſene treue Vergeltung/ ſondernesiſtauchihre/ der Recht läubigen Gebůͤhrniß und ſonderbarecigenſchafft/ daß ſi diß iaſſen die ſicle prain undlibung ihres Glaubens ſeyn/ daß ſie in und mitder ſeligen Hoffnung und Erwartung der verſprochenen ewigen undůber alle maß wichtigen Heriligkeit/ ihrem GOtt und HErrn beſtaͤndig anzuhangen und zu die⸗ nen ſich immer fort auffmumtern und antreiben. wil Gott ſönderlich von ihnen haben/ und hiezu/ zu der ſteten An⸗ ſchauung uñ Betrachtung des unſichtbaren uũ ewi öthi⸗ get undtreibet ñe der Glaube unddie gewiſſe Zuverſicht/ daß ſie lafſenſtetsihr wertz ſeyn/ wo ihr Schatz iſt/ nemlich 40, 2 im wimmel. Darumd als der Apoſtel den Glauben nach ſolcher Eigenſchafft und libungbeſchrieben/ ertlreter daſſel⸗ ——— langen Regiſters faſt unzehlicher. Hei⸗ ligen Gottes⸗Leute/ wie dieſelbe ihren Glauben ſolcher Ge⸗ ſtalt zur Ubung gebracht und erwieſen/ daß ſie von allem ſicht⸗ baren undzeitlichen/ ihre Augen und Hertzen abgewendet und ingewiſſer Zuverſicht zu Gtt ſichgekehret/ und an i fol ende Herzligkeit. 47 ſich N alten/ de eryeiſſung und verſprochenẽ jůtũñfftige Belohnung immerdar mit Glaubens⸗Augen angeſchauet/ und alſo durch den Glauben GOtt geehret und demſelben treu und gehorſam geblieben bis an ihr Ende. Wollen aus der groſſen Anzahl ſo vieler herꝛlichen Exempel/ weſche der Apoſtel — nur zweyer/ als der ſaſt vornehmſten und bey GOttin dieſer Welt ſehr lieb geweſenen Männer/ des Abra⸗ hams und Moſis/ allhie erwehnen. Von jenem redet und tuget der Apoſtel dieſes: Durch den Glaubenward ge⸗ Eir 1 1. rſam Abraham/ da er beruffen ward/ außzugehen 5 in das Land/ daß er ererben ſolte/ und gieng gus/ und wuſte nicht wo er hin kaͤme. Durch den Glau⸗ ben iſt er ein Frembdling geweſen in dem verheiſſe⸗ nen Lande/ als in einem frembden/ und wohnet in ůttenmit Jſaacund Jacob/ den Miterben derſel⸗ bigen Verheiſſunge. Denn Er wartet auff eine Stadt/ die einen Grund hat/ welches Baumeiſter und Lhſe GOttiſt. Von Moſe wird dieſes geruͤh⸗ met: Purch den Giauben wolt Moſes/ da Ergroß 4., ward/nichtmehr ein Sohn heiſſen der Tochter bha· rao/ und erwehlet viellieber mit dem Volck Ghttes ungemach zu leiden/ denn die zeitliche Ergetzung der Sunden zu haben/ und achtet die Schmach Cyrit fůr groͤſſer Reichthumb/ denn die Schatze Egypti/ und fürchtete nicht des Roniges Grimm/ denn er hielt ſich an den/ den er nicht ſahe/ als ſehe er chn ¶Pas heiſſet recht den Glauben beweiſen/ und die — uverſicht deß/ das man hoſet et/ zuertennen geben/ das heiſt recht/ nicht auf das ſicht⸗ dare und ʒeitliche/ ſondern auf das unſicht bare uud ewige ſehen. Wannuns denn/ ieben Chriſten/ der Apo⸗ iij ſtel 46 Der leichten Trůͤbſal dieſer Zeie ſielnſ nůt mnit Worten/ ſondernauchmit ſoſchönen und gleich⸗ ſam lebendigen Exempeln der allergroͤſten und liebeſten Got⸗ tes⸗Männer auf Erden/ von dem ſichtbaren und zeitlichen wil abhalten und führen auf die glaͤubige Beſichtigung und An⸗ ſchauungdes unſichtbaren undewigen/ daß wir ſiers in unſe⸗ ren Hertzen behalten und mit uns herumb tragen ſollen die verſprochene unbegreiffliche himliſche Belohnung/ ſo müſſen wir auch hierinn denen Heiligen GOttes es lernen nachthun undauf gleiche Art dielibung und den Beweißthumb unſers Glaubens anzuſtellen uns hochſt angelegen ſeyn laſſen · Als der Apoſiel die ſonderbare Glaubens Beſchreibung und Ei⸗ genſchafft mit vorangezogenen Erempeln erkläret und ſo viele von denenerſten undãlteſten heiligen Gottes⸗Maͤnnernundin folgendeneiten anderen recht⸗glaͤubigẽ Kindern Gottestheils mii Namen genennet und hauffen⸗weiſe/ auchaus dem ſchwa⸗ chen weiblichen Geſchlechte vorgeſtellet und geruͤhmet/ wie ſie unter den vielen und harten Trůbſalen und Beſchwer ungen im Glauben ſich geubet und in gläubiger Anſchauung des un⸗ ſichtbaren undewigen Gutes der herrlichen reichen Hnaden ⸗ Belohnung/ nach allem ſichtbarenund zeitlichen nichts gefra⸗ get/ alles liebliche undherrliche in der Welt verachlet/ undda⸗ egen alles herbe undbittere/ alles harte und ſchwere/alle grau⸗ mne Marter und Pein bis aufs Blut/ ja auch bis an den Todt in groſſer Gedultuͤber ſich genommen/ und damit ihren GOtt und Heyland Chriſtum JEſumgeehretund deſſen ruhmwůr⸗ dige wordeẽn/ ſo macht der Apoſtel hierauf einen beweglichen Schluß/ und wil ſichſelbſien undalleandererecht⸗ glaͤubige Chriſten zur Chriſtlichen Nachfolge und zu gleicher Glaubens⸗Beſtaͤndigkeit und Gedult ernſtlich anmahnen mit xhr. 1. dieſen Worten: Darumb auch wir/ dieweil wir ſolchen Hauffen veugen umb uns haben/ laſſet uns ie ewig⸗folgende Serꝛligkeit. 47 die Sndẽ/ ſo uns immer anklebẽt und trage macht und laſſet uns lauffen durch Gedultin dem Rampff/ er nns verordnet iſt. Zu einem ſolchen Sinnund Chriſt⸗ ichen Vorſat ſollen und müſſen ja alle Chriſtglaͤubige auch durchdie herriichen Wunder Exempel der groſſen Heiligẽ Got⸗ tes/ und theuren Maͤrtyrer uñj Blut⸗Zeugen unſers Heylandes ſich laſſen auffmuntern/ in vielen—— Truͤbſalen und Leyden/ daß ſie auch bey hartem. tande/ wann ſie in Creutz/ Unglůck und manche Betruhniß gerahten/ ihren GOtt und — ſonderlich zu ehren begehren/ und alsdanndie ſuͤnd⸗ e Unart und Ungednlt/ ſo ihnen im̃er antlebet undſie traͤge machet/ lernen abiegen/ daß ſie mogen fortlauffen durch Cyriſtliche Gedult in dem Kampff und Lauffe/ der auchihnen verordnetiſt Sie ſollen alsdann vonder gegenwertigen zeit⸗ lichen undleichten Drůbſaldie Augen und Gedancken abwen⸗ den und ſchauen auff das unſichtbare und ewige/ auff die Herrligkeit/ die an ihnen bald werde offenbar werden/ welcher alles Leyden/ auch der allergroſſeſten Creutzträger und Bluttrieffenden Maͤrtyrer allergrauſamſtes Leyden/ nicht kan werth oder gleich geachtet werden. Wir Chriſten⸗ Leute můſſen bey allein unſerm Leyden geſinnet ſeyn wie det groſſe aber recht gedultige Leydens⸗ Mann Hiob/ daß wir voll Glaubens und Hoffnung ihm nachſprechen: Haben wir niob In Gutes empfangen von Ghtt/ und ſolten das Boͤſe nicht auch annehmen: Laſt uns GOtt nach ſeiner Gůte in dieſem elenden Leben dennoch ſo manche Gut und Wolthat/ ſo viel angenehmes wiederfahren/ ja lãſi Er uns fürhalten das unſichtbare unbegreiffliche ewige Gut/ die unverwelckliche Ehren⸗Krone/ die wir dermaleins aus ſeiner Hand annehmen undempfahen ſollen/ ſolten wir dann nicht auch annehmen ein wenig von ſeiner Creutz⸗Laſt/ von der uns vnn rub⸗ 45 Derleichten Trubſal dieſer Zeit Trübſal die doch zeitlich und leicht iſt? Wir muͤſſen/ wenn un⸗ rz ch/ oder die aͤrgerliche Welt zu der gedultigen Auf⸗ nahmedes Creutzes uns wil traͤge machen und—— Vertrauen fallen zu laſſen/ im Glauben alſo uns üben/ daß wir mit dem alten Tobia gedencken und ſagen: Wrr ſi n.n n Rinder der Heiligen/ und warten auf ein Leben/wel⸗ 16, 7 ches GOttgeben wird denen/ ſo im Glanben ſtarck und feſt bleibẽ für ihm · Wie aber alſo die Glaubens⸗lbun angeſtellet under wieſen werden muß durch Gedult/ in Trůbſe und Leyden/ alſo hat der Glaube auch ſeine Ubung/ und bewel⸗ ſet ſichin gntem Wolſtande/ bey ſonderbarer Gluͤckſeligkeit/ wañ die Welt ihr falſches betriegliches Gut/ ihre nichtige bald vergehende—— vorhaͤlt und dadurch die Augen und Hertzen der Glaͤubigen gerne wolte einnehmen und fůllen/ da⸗ mit ſie von dem unſichtbaren/ warhafftigen und ewigen Gute/ daſſelbe mit Ernſt zuſuchen und zuerlangen/ mochten zuruͤck gezogen und des ewigen Heyls beraubet werden/ da beweiſin die Glaͤubigen des Glaubens Krafft und Eigenſchafft durck Geringſchaͤtzung und Verachtung alles Zeitlichen/ uͤben ſic alſo in ihrem Glauben/ daß ſie beydes das ſichtbare und un⸗ ſichtbare wol unterſcheiden/ undrechterkennenmoͤgẽ/ wie das ſichtbare nur zeitlich/ kurtz und verganglich/ das unſichtbare aber gantz beſtaͤndig/ unveraͤnderlich undewig ſey. Was ſie demnach in der Welt mit GOtt und gutem Gewiſſen nicht er⸗ langen /haben oder behalten koͤnnen/ deſſen können und wollen ſie auchin Anſehung des unſſchtbaren und ewigen gernentra⸗ then/ begehren ſolches nicht/ weil ohne das alles ſichtbare und zeitliche einjeder Menſch in der Welt laſſen/ und zuletzt alles mit der Welt ein Ende nehmen/ gantz zunichte werden und verge⸗ henmuß. Wannmit ſolchem Unterſcheide und Hertzen aie/ die ſich Slaͤubige und Chriſten —— wig folgende Herꝛligkeit. 4½ zeitliche und das Unſichtbareoder ewige köntenund woitenan⸗ ſchenunderkennen/ ſo wurden unter dem ſo genanten Chri⸗ fien⸗Hauffen nicht ſo viele Irrdiſchgeſinnete gefunden wer⸗ den/ welche das Sichtbare und Zeitiiche/ das falſche betrieg⸗ liche Welt Gutals Reichtumb/ Ehre/ Anſehen und Hoheit/ diſche Wolluſt und Freude ſo ſehr lieben undmit ſo groſſem Ernſt darnachtrachten/ und wenn ſiees erlanget haben/ als⸗ dann ſich glůckſelig ſchetzen/ alſo daß ſie das linſichtbare und ewige daruber hindan ſetzen und gar vergeſſen. Solche Leute geboren nicht unter die Rechtglaͤubigen/ mit welchen der A⸗ oſiel bekennet und ſagt: wir ſehen nicht auf das Sicht⸗ are und Zeitliche /ſondern auff das Unſichtbate und ewige: wenn ſie die Warheit ſagen und bekennen wolten můſtenſie des Apoſtels Worte unbkehren und ſprechen: wir ſehen nicht auff das Unſichtbare und ewige/ ſondern auff das Sichtbare und Zeitliche. Je groſſer leyder die Anſahl ſolcher auff das Sichtbare und Zeitliche ſehenden und das vergengliche falſche Welt⸗Gut liebhabenden Leute iſt/ je mehr— das Sichtbare und Irwiſche uns Menſchen in die Augen ſticht/ und unſer Fleiſch dazu geneigetiſt/ mit deſto groͤſſerem Ernſtwil GOttſeine Glaͤubhige von demſichtbaren und zeitlichen/ vonder verfuͤhriſchen und verdamlichen Welt⸗ Liebezuruckziehen und abgehalten haben. Er leſt unsdafür warnen nicht nur durch ſtine Apoſtel und Mundboten auff Erden: abt nicht lieb die Welt/ noch was in der J. 16, Welt iſt. So jemand die Weltlieb hat/ indemiſt. micht die Liebe des Vaters. Denn alles was inder Welt iſt/(nemlich des Fleiſches Luſt/ und der Au⸗ enluſt/ und—— iſt nicht vom Vater/ — der Welt. Und die Welt vergehet mit ihrer Luſi. Wer aber den— Gottes thut/ S ei⸗ Der leichten Truͤbſal dieſer Zeit bieibetiñ Ewigkeit: Nicht nur/ ſage ich /laſi GTT der pimliſche Vater üns ſeine glaͤubige Kinder alſo warnen fur der pochſiſchaͤdlichen Welt⸗Liebe/ ſondern auch durch eine Stim⸗ me vom Himmelherab laͤſt Er eben ſolches predigen und uns ſe xLo vorhalten: Alles Fleiſch iſt ey/ und alle ſeine Gůte *s. iſtwie eine Blume auff dei Felde. Das Hen ver⸗ dorret/ die Blume verwelcket/ aber das Wort un⸗ ſers GOttes bleibet ewiglich. Wie der Apoſtel in vor⸗ habendem Terte das ſichtbare und unſichtbare alsbalb ßiiber erklaͤretdurch das ʒeitliche und ewige/ alſolaͤſt auch Gott inangezogenen Warnungs⸗Wortendurchden Apoſtel ſohannem ünd durch die Stimme vom Himmel zugleichmit frſtellen und beſchreiben beydes wie das ſichtbare und unſicht⸗ barebeſchaffen ſey/ daß das ſichtbare Welt⸗Gut mit der Welt vergehe/ daß alle Herrligkeit der Weltunbeſtaͤndig/ veraͤnder⸗ lich und gar bald wie das Graß und die Blumen aufdem Felde verwelcken/ dahinfalle/ und gar zunichte werde/ alſo auch diejenigen/ welche das vergaͤngliche Welt⸗Gut geliebet und ge⸗ ſuchethaben/ mit der Welt vergehen/ und noch vorher wol ſchleunig abfallen und zunichte werden muͤſſen: Im Gegen⸗ therl ſey das unſichtbare/ welches GOtt inſeinem warhafften Worte ſeinen Glaͤubigen verſprochen/ ein beſtaͤndiges und e⸗ wiges Gut/ es werde ſeyn eine ewige nimmerauffhoͤrende Hernligkeit/ und die daſſelbe in dieſer Zeitligkeit von Hertzenge⸗ ſuchet und darauff ihre Hoffnung geſtellet/ ſollen auch in E⸗ wigkeit bleiben und beyGOtt des inſeinem Wort verheiſſenen herilichen Gnaden⸗Lohns ohn Ende und Aufſhoͤren ewiglich zugenieſſen haben. Hier nach lieben Chriſten/ wollen wir uns dannals Rechtglaͤubige in unſerm Chriſtlichen Glauben rich⸗ ten/ und ſol das die ſtete Ubung undder Beweißthumbunſers Glaubensſiyn/ daß wir von dem ſichtbaren und 5 en/ ewig folgende Herzligkeit. 71 cheñvon demirdiſchen und vergänglichen unſere Algen ler⸗ nen abwenden/ damit wir ungehindert das Unſicht ba⸗ re und Ewige uns recht fürſtellen/ und durch den Glauben gleichſam ſichtbar machen/ undmit Glaubens·Augen als ge⸗ genwärtig anſchauen und betrachten mogen die verſprochene ewige und uber alle maß wichtige Herrligkeit/ welche andemlieben Jungſten Tage/ in der Aufferſtehungder Gerechten angchen/ und nimmermehr zu Endegehen noch auffhoͤren wird. Mit welcher geiſtlichen glaͤubigen Anſe⸗ hung und Beſchauungdes unſichtbaren und ewigen/ der uber alle maß wichtigen erꝛligkeit wir alſomůſſen und wollen uͤmbgehen/ daß wir dadurch zuforderſt uns das ſicht⸗ bare und zeitliche/ das irrdiſche und vergaͤngliche Weltweſen erleiden und zuwider machen laſſen: Denn ſolches iſt unſerm Glauben und der geiſtlichen Beſchauungdes unſichtbaren ewi⸗ Len undherrlichen Weſens im Himmel gar zuwider/ die Lie⸗ edes ſichtbaren und unſichtbaren/ des zeitlichen und ewigen/ die Liebe dieſer Welt und GOttes Liebe koͤnnen nicht zuſam⸗ men ſtehen noch in einem Hertzen Raum finden. Das hat St. Johannes die glaͤubigen Kinder GOttes ſo ernſilich ge⸗ waret und vermahnet/ ſie ſolten und muͤſten die Welt und was in der Welt iſt/ nicht lieben/ mit der angehengten dur⸗ ren Außſage und ſcharffen Vedreuung: Wer die Welt lieb habe/ indem ſey nicht dieLiebe des Vaters/ uñ daß die Weltmitallerihrer Luſtwerde vergehen/ undalſo auch alle Liebhaber der Welt/ alle ſo die Welt⸗Lůſte geſuchet/ getrieben und genoſſen/ zugleich mit der Welt vergehen und das Verdammiß zuerwarten haben ollen. So ſehen und ſchauen deßwegen die Glaͤubigen alſoauf das unſichtbare und ewige/ daß ſie das ſichtbare und ʒeitlicht/ das irrdiſche janicht lieb gewinnen/ und hůtenſich vor Dingen/ daß die Au⸗ . gen⸗ Der leichten Trůbſal dieſerei geñlůſt vnd Fleiſchesluſt und das hoffaͤrtige Weſen inihren Hertzei ja nicht einniſtele/ noch darin Wohnung finde und die Sperhand bekomme. Sie laſſen auch die glãubige An⸗ ſchauungunb Beſichtigungdes unſichtbaen und ewigen ſolche rafft bey ſich haben/ daß/ wann Gott vondem ſichtbaren und zeitlichen/ von den irrdiſchen Welt⸗Gütern ihnen etwas mit · cheilet und reichlich allerley gutes ſiein der Welt genieſſen lſſet/ ſie doch daran das Hertze nichthangen⸗ noch an denen Creatu⸗ ren und ʒeitlichen Gaben kleben bleiben/ daß ſie dadurch von GoOtt und dem unſichtbaren unnd ewigen himmliſchen Guͤ⸗ tern ſich ſolten laſſen abziehen/ oder hindern das Ewige zuſu⸗ chen/ ſondeꝛn ſie laſſen ſich vielmehr auchdunch die zeitlichen Ga⸗ ben und Wolthaten zu GOtt dem Geber weiſen und durchdas Sichtbare zu dem Unſſchtbaren unnd Ewigen/ daſtelbe mit deſto gröſerem leiß zu ſuchen/ anfuͤhrenund bewegen. Sie trinnern ſich bey einer irrdiſchen Leitlichen Gluͤckſeligkeit/ wenn es GOitt ihnen oder andern eine Zeitlang laſſet wolgehen/ und wie GOtt auchin gemein den Menſchenkindern au Erden ſo viel herrliche Guter und Wolthaten mittheilet/ da y/ ſage ich/ crinnern ſich die gläubigen Gotteskinder der zutunfftigen viel — undherrlicheren Guͤter und Wolthaten GOttes/ die rbeygelegt und geben werdeim Himmel/ ſie gedencken und ſprechen deßwegen in ihren Hertzen mit Auguſtinoglſo: a Gtt der HERR ſo viel herrliche und koͤſtliche Ga ben in dieſem Lebengegeben/ welches nuriſt locus exi „ a liein Ortder Perweiſung/ ein Ort der Suͤnden/ Inn ein Thaldes Elendes/ eine Zeit der Reue/ des Wei⸗ Zhe nens und Rlagens: Was wird ER denn in dem n kunfftigen Leben/ ſeinen Freunden/ zu der Zeitder Freuden/ und am 3* Hochzeit ſeines Sohns ſeben/ wenn nu der Braͤmtigam bey ſeinen 2e aͤſte ———— ewig⸗folgende wer:ligkeit. 5 Gůſteñ iñ ſeiner aſeſtct und Herrligkeit ſeynwird. Ach Ert/gedenckenſie ferner mit dieſeinal⸗ ten Kirchenlehrer/ und ſpreichen zu GOtt ſelbſt/ Gibſt du dieſem unſerm elenden Leibe/ ſogroſſe Wolthaten gus dem Firmament/ aus der Lufft/ aus der Erden/ aus demieer/ und durch den Dienſt aller Creatuꝛen: Achleber Gtt/ wiegroß/ wie gut und wie unend⸗ ſch ſind denn die Guůter/ die du bereitet haſt im im̃el/ da wir— von Angeſicht zu 25 t ſehen wer⸗ den Thuſi du uns ſolche groſſe Dinge in unſerm Gefangniß/ was wirſt du uns gebenin unſerm Pal⸗ laſt? Gibſt du ſoviel auff dieſer Welt/ da Gottloſe und Frommezuſammen ſind: Was haſt dudennim Vorraht für die Frommen allein in der zukunfftigen Welt? Werden deine Freunde und Feinde ins ge⸗ mein ſo wol aujf dieſer Welt verſorget: Was wer⸗ den denn deine Freunde alleine im ʒukůnfftigen Le⸗ denempfangen? Sind noch ſo viel Ergetzungen in dieſen Tagen des Weinens: was Freude wird denn ſe am Tage der Hochzeit? at unſer Gefängni diche herrliche Sachen: Was wird dennunſer Roͤ⸗ nigreich in ſich haben und begroffen Achmein Erꝛ und GOtt/ du biſt eingroſſer GOTCundgroß iſt deine Gůte/ und wie deiner Groſſekein Ende/deiner Weißheit kein Ziel/ und deiner Barmhertzigkeit kein Maß iſt: Alſo iſt auch kein Ende/ Ziel noch Maß deiner Belohnungbey denen die dich heb haben/ und für dich ſtreiten. Ferner ſoſthenund ſchauen die Glaubigen alſo auff das Unſichtbare undEwige aufdiezutůnfftigrůber allemaßwich⸗ tige Herrligkeit/ daß ſie dadurch ſich ſelbſten anmah· ij nen 4 Der leichten Trůbſal dieſer Zeit nen d auffmntern nach ſoſcher Herrligkeit mit unverdroſ⸗ ſtnemꝗᷓleiſſe zutrachten/ und das Unſichtbare und Ewigein die⸗ ſem Loben recht zuſuchen/ daß ſiees her nachmogẽ finden/ daßſie alhie nicht mogentraͤge noch můde werden ihrem Gotttreulich unnd beſtaͤndig zu dienen/ undin Gedult zuertragen und zu⸗ leiden/ was GOtt ihnen nach ſeiner Weißheit und Gütebe⸗ ſtimmet und verordnet hat. Dazu ſolund muß inſonderheit die glaͤubige Anſehung und Beſchaumgdes Unſichtbaren und Ewigen dienen und angeſtellet werden ZudemEndehat uns GOitt nicht nur in geniein verſprochen undgeoffenbaret/ daß ein unſichtbares und ewiges herꝛliches Weſenim Himmel SER ſtinen Glaͤubigen und Auherwehltenbereitethabe/ ſondernhat auch auff ſo mancherley Art und Weiſe uns abbilden und gleichſam für Augen ſtellen und beſchreiben laſſen/ worinnen die zuküͤnfftige ewige Herrligteit beſtehen werde/ auff daß wir deſto beſſererkennen undverſtehenlernen/ es ſey gegen die⸗ ſe Herrligkeit alle Arbeit/ Mühe/ Sorge/ Gedult, Nothund Todt/ ailes was in dieſer Welt GOtt von ſeinen Dienerner⸗ ſodert und ihnen auffburden lãſt/ gantz gering und nichts zu⸗ achten. Darumb und zudem Endemuß ſonderlichdie Glau⸗ bens⸗Ubunghiebey recht angeſtellet und von dem Sichtbaren/ geitlichenuñ Gegenwärtigen unſer Hert abgehalten und viel⸗ inehr auff das Unſichtbare und Ewige gerichtet werden. Wo⸗ zuitzo allein uns nützlich ſeyn und dienenkan /was St Johan⸗ nes von der verſprochenen ewigen Herrligkeit uns fürhält: njhn Meine Lieben/ ſprichter/ wir ſind ny GOttes Rin⸗ der/ und iſt noch nicht erſchienen/ was wir ſeyn wer⸗ den. Wir wiſſen aber/ wem es erſcheinen wird/ daß wir ihm gleich ſeyn werden/ denn wir werden ihn ſehen/ wie Eriſt. Da wird auff zweyerley Weiſe ange⸗ dautet/ worinnen die zukuͤnfftige Herrligkeit der Kinder Gol⸗ ewig fo gende Herzligkeit. 56 ſeð dẽſichen/ und was ſie inſonderheit herrlich machtn werde/ einmal ſollen ſie GOtte gleich ſeyn/ darnach ſollen ſie Gott ſehen/ und erkennen/ wie Eriſt. Wann uns GOtt nichts mehr von der ewigen him̃liſchen Herrligkeit hatte ſagen undof⸗ fenbaren laſſen als nur dieſe zwey Wortẽ, daß wir ſollen ihme unſerm Gtte gleich ſeyn/ und ihn ſehen wie Eriſt/ ſo waͤrees all genug/ und muůſte ſolches allein uns kraͤfftiglichan⸗ treiben mit hochſten F̃leiß und Eyffer/ im Glauben/ in Gottſe⸗ ligkeit und Gedult Gtte zu dienen und nach der ewigen Herr⸗ ligkei zutrachten. Diß wirdder Kinder GOttes Herrligkeit ſeyn im ewigen Leben/ daß ſie ſollen GPite gleich ſeyn. Wie Gott ſoſches eigentlich werde zu Wercke richten und wahr machen/ werden mit Gottes Huͤlffe alle Rechtglaͤubige zu ſei⸗ ner innen werden/ wir wiſſen aber/ wie SOtt ſchon Anfangs den Menſchen ihm gleich gemachet und erſchaffen hatte zu ſeinem Ebenbilde/ in Heiligkeit und Gerechtigkeit/ ſo⸗ thanes Bild GOttes unddeſſen dem Menſchen angeſchaffene Heiligkeit und Gerechtigkeit/ ſo durch Ubertretung und Sůn⸗ de leyder läͤngſt abgethan/ verderbt und verlohren/ werde Gott am Tage der Wiedergeburt/ in der Aufferſiechungder Gerech⸗ ten allen ſeinen wiedergebornen rechiglaͤubigen Kindern wie⸗ den ſchencken und zumherꝛlichſten in undan ihnen erneuemund auffrichten/ daß ſie dem heiligen und gerechten GOtt noch viel chniicher und viel mehr und beſſer gleichen werden/ als dieerſten Menſchen im Stande der Unſchuid GOtte haben ehnlich ſeyn und gleichen können. Hoffen wir nunein ſolches/ wündſchen und begehren wir von Hertzen zu ſolcher Herrligkeit bald zuge⸗ langen und GOtte gleich zu werden und in Ewigkeit zubleiben/ ſomůſſen wir auch allhie in dieſer Zeitligkeit uns bemuͤhen/ ihme unſerm GOttgleich und ehnlich zu werdenundzu bleiben/ wie Kindern Gottes zuſiehet/ und ſo viel unſer ſchwacher Shah „ alhie 56 Der leichten Vrabſal dieſer Zeit al qñſãſet· Sennñ ẽð ſiehet Reſchrieben/ und ſprcht GOtt ſelbſt: Ihr ſoltheilig ſeyn/ dennich bin heilig. Und S. Johannes/ alser die Verheiſſung gethan/ daß die Rin⸗ der Wottes im Himmelreich GPtte ſollen gleich ſeyn/ nbm ſprichter alſo fort darauff: Und einjeglicher/ der ſolche Hoffnung hat ʒu ihm/ der reiniget ſich/ gleich wie Er quchreiniſt. Und unſer Heyland weiſet das Exempel ſeines und unſers Himliſchen Vaters/ emſelben ſon⸗ derlich in Liebe und Barmhertzigkeit nachzuarten und gleich Mu. v zuwerden: Darumb ſolt ihr vollkommen ſeyn/ gleich 116 wieeuer Pater im Hummel volkommen iſt. Seyd barmhertzig/ wie auch euer Vater barmhertzig iſt · So muͤſſen wir freylichunſerm GOtt und Vater auch vorher indieſem Leben nicht ungleich erfunden werden/ ſondern dem⸗ ſelbenin Heiligkeit und Gerechtigkeit/ in Liebe und Gutthãtig keitund andern gottlichen Eigenſchafften und Tugenden ehn⸗ lich und gleich zuwerden unsbefleißigen/ wann wir wollenim Himmel auff volkommene Weiſe ihmn gleich werden. Wann uch die göttliche Gleichheit in der kuͤnfftigen ewigen Herrlig⸗ vyüip u keit wird mit ſich bringen/ daß unſer nichtiger Leib ſol r ehnlichundgleichwerdendem verklaͤrten Leibe unſers eyiandes Jſu Chriſti/ſomüſſen und werden wir auch iñ Anſehung ſolcher Herrligkeit uns nicht wegern/ demſelben auch gleich und ehnlich zuwerden/ wieinſeinem Wandel/ alſo auch im Creutz und Leyden/ wann wir nach GOttes Willen n cn. auch das Sterben des Herrn JEſu anunſerm Leibe v. mitherumbtragen müſſen/ deñſicht anders als mit ſolcher Bedingung die Kinder und Erben GOtes auff die zuk uͤnfftige vn· vn. Herrligkeit vertroſtet werden. Sind wir Rinder/ ſo ſind wir auch Erben/ nemlich GOttes Erben und Wit⸗ Erben Chriſti/ ſo wir anders mit leyden/ auff daß wit —— wig folgende Hernligkeit. 37 wir auch mit ʒur merrligkerterhaben werden. Es er⸗ kiäret aber S. Johannes in Furſtellung und Veſchreibung der kuͤnfftigen eiigen Herrligkeit/ dieſelbe auch damit/ daßer ſagt: Wir werden alsdann GOtt ſehen/ wie Er iſt. Was das werde fůr eine Herꝛligkeit und Ehre ſeyn/ was es wer⸗ de für Frendemit ſich bringen und erwecken in aller außerwehl⸗ ten Hertzen/ wann ſie GOtt ſelbſt und ſeine heilige Majeſtaͤt werden zuſehen bekommen/ das kan und mag mit menſchlichen Gedancken nicht erreicht noch begriffen werden. David frewe⸗ te ſich von Hertzen darauff/ wenn er. Ichaber wil an⸗ xyc chauendein Antlitz in Gerechtigkeit. Der Ertz⸗Vater 1. Jacob/ als er nur ein ſichtbares euſſerliches Gnaden⸗Zeichen der Gegenwart GOttes gehabt/ ſpracher: Ich habe Gott B M von Angeſicht geſehen/ und meine Seele iſt geneſen. zo Was wirds denn vor Freude in unſern Hertzen erwecken) wenn wir einmal in der Warheit GOttes Angeſicht ſchauen/ und nicht im Tunckein/ ſondern in himliſcher Klarheit GOtt lbſt/ wie Er iſtin ſeinem Weſenmit erleuchteten Augen anſe⸗ en und erkennen werden? Dieſe gläubige Anſchaunngund Betrachtung einer ſolchen Herrligkeit/ iſt abermal ein ſolches dadurch eimeder Chriſtglaͤubiger/ der darauff hoffet undwar⸗ tet/ ſich muß auffmuntern und antrtiben laſſen/ nach ſolcher Herrligkeit mit allem Ernſt zutrachten/ daß wann er GOtt begehret in ſeiner Maſeſtaͤt zuſchen und ewig zuerkennen von Angeſicht zu Angeſicht/ er alsdann auch hie denſelben aus ſei⸗ nem Worte/ wie Er da ſich geoffenbarethat/ erkennenlerne und nachſeinem geoffenbareten Willen den ſchuldigen Dienſt und Gehorſamihmeabſtatte Andem mercken wir/ daß hnz wrr ihn/ unſern GOit und Heyland/ kennen/ ſo wir ſeine— Gebor halten/ werda ſagt: Ich kenneihn/ und haͤlt ſeine Gebot nicht/ der iſt und in i Derleichten Trübſaldieſer Seit iſtkeine Warheit. Dieſe Sühn wir GMtt ſol⸗ len ſehen wie Er iſt/ muß denn abermal uns auch ſtarcien und zu aller Chriſtlichen Gedult auffrichten/ wann wr in die⸗ ſer Welt ſo viel wiedrigs ſchen und erfahren/ und eineſchwere Creutzlaſt nach der andern auff uns nehmen und damit durchs Jammerthal fortwandern můſſen/ daß wir dann gedencken/ jann wir hie mit Chriſto auch unſer Creutz und Leydenhaben und tragen můſſen und in Gedultdie kurtze Zeit außgehalten/ ſo werd edie Zeit auch kommen/ daß wir fuͤr SOttes Ange⸗ Ofenb. ſicht ſollen geſtellet werdenmit Freuden/ da GOtt ſelbſtwer⸗ vun. de abwiſchen alle Thränen von unſern Angen. Von der gidubigen Kinder Sttes Darſtellung fur das Angeſicht unſers Heylandes/ welchen ſie auch mit leiblichen Augenin ſei⸗ ner Hertligkeit werden ſehen und anſchauen/ bekennet und zeu⸗ „nen. Let der vorangezogenedlie Kirchen⸗Lehrer Ausuſtinns dieſes: d dan. Daß die—— des allerſchoͤneſten Angeſichts a Chriſtiſey eineder allergroͤſſeſten Herrligkeiten/ wel che die eiligen im Himmel haben. Und wenn wir ſoltenalie Tage gepeimget werden/ ja auch auf eine Zeit die Qual der wellen leyden/ das Anſchauen Chri⸗ ſtidadurch ʒuerlangen/ und in die Zahl und erꝛlig⸗ keit ſeiner Heiligen auffgenommen ʒuwerden: So ware es doch mitnichten eheſehenhe und wetꝛ⸗ ligkeit zuvergleichen. Welche ſonderbare Auſchahnun des Angeſichts Chriſti und auch S. Petru den Trůbſal⸗leidenden Chriſten ſonderlich vorhalt/ und ſie da⸗ durchnicht nur zur Gedult/ ſondern auchzur Freudeanmah⸗ 1ker. W net; Ihr Lieben/ ſpricht er/ Laſſet ench die witzeſo v euch begegnet/ nicht befrembden(die euch widerfaͤh⸗ ret/ daß ihr verſuchet werdet) ale widerführe euch stwas ſeiamss/ ſondern frenet ech/ daß iMhn ewig⸗folgendeSerligkeit.„9 Chriſtõleidet/ auſf daß ihr auch ʒur Zeitder Offen⸗ — Berrligkeit Freude und Wonne ha⸗ en moget. n wir aber zu ſolcher Anſchauung GOttes und unſers Heylandes Chriſti JEſu/ worinnen die zukünfftige⸗ wige und uͤber alle maß wichtige Herrligteit/ vornehmlich beſte⸗ het/nicht anders gelangen uñ gebracht werden kofien/ ais durch den Todt undeinen ſeligen Abſchied von dieſer Welt/ ſo gehoͤret es zuletzt nochmit zu der recht⸗Chriſtlichen Glaubens ⸗Ubung/ daß/ wanns mit uns— Sterben koͤmpt/ und GO TT uñs abfodern wil/ wir fur dem Tode uns nicht entſetzen/ ſondern — uns willig ſchicken und in GOttes Hand uns willigund gehorſamlichergeben/ als die wir wiſſen/ daß der Todt eines glaubigen Cyriſien nichts anders ſey/ als der Weg und Ein⸗ gang zum Leben/ zu der ewigen himmliſchen Herrligkeit/ worauff wir Chriſten ja alle in dieſer Welt hoſſen und warten ⸗ und weiches das Ende iſt unſers Glaubens. Kan alſo ein Chriſtglaͤubiger bey Herannahung ſeines Todes dem Apoſiel etroſt nachſprechen: Chriſtus iſt mein Leben/ und völihh.. terbeniſimtin Gewinn. Ich habe Luſi abzuſchei⸗ 2n2. denund bey Chriſto ʒuſeyn· Und diß iſt die recht ſelige heilſame praxis und libuñgdes Chriſtlichen Glaubens beyal⸗ len denen/ die da hoffen auff die ewige und uͤber alle maß wich ⸗ tige und deßwegen nicht ſehen auff das Sichtbar⸗ und Zeiniche/ ſondern auff das Unſichtbare und Ewige/ unb darnachin ihrem gantzen Chriſtenthum/ in guten und boͤſen Tagen/ in Lieb und Leyd/ im Leben und Sterben ſich eich⸗ ten und ſchicken. Deſſen ſich dann auch unſere in GOtt ru⸗ hende ſelige Mirſchweſter dey ihrem laͤngſt erwehltem Leich⸗ Tert wol zuerinnern gewuſt/ wie vorhin alſo auch noch in legt auff ihrem Krancken· und 15ſbn ſi vondem. j re 6 Der leichten Ertbſaldieſer Zeit. baren unð Zeſtichenir Her und Brdancken bey Zeiten abzu⸗ wenden ſich befliſſen/ und nur auff das Unſichtbare und E⸗ wige gerichtet/ damit ſie ihrem GOtt und Heylandein kindli⸗ chem Behorſum zum Leben und Tode mochte Folge leiſten und gedultigiichin allem ihrem Leyden außhaiten bis ans Ende. Zu welche nihrem Ende je näyer ſie gekommen/ jemehr ſie auch Verlangen darnachbey ſich berſpuͤren laſſen/ undnichts mehr begehret/ als nur bald zu der und uͤber alle maß wich⸗ tigen Herrligkeit zukommen und GOttes Angeſicht zuſchau⸗ en: Wu ſie dann noch wenig Tage vor ihrem Abſchiede ſolches mit Davids Worten zuverſtehen gab/ und zu S0tt hertzlich f um ſeuffßete: Wie der Hirſchſchreyetnach friſchem Waſ⸗ „ ſer/ ſo ſchreyet meine Seele GOtt ʒu dir. Meine Seele durſtet nach G GCT/ nach dem lebendigen STE/ wenn werde ichdahmkommen/ daß ich GSGttes Ingeſicht ſchaue. Es ſchaffet das liebe Creutz unter andern auch die Irucht undden heilſamen Nutzen/ daß wannein frommer Chriſt dadurch muͤrbe und ihm das Leben ſauer gemacht/ er auchdeſtoehe aus der Welt ſichhinaus wünd⸗ ſchet und nachder voll gen Erloͤſung und Befreyung vonallem Ubel deſto mehrſich ſehnet. Iſt aucheine ohnſehlbate wahre Eigenſchafft einer Gotrliebenden Seele/ daß ſie je ehe je lieber zu Gött ʒutoren und deſſen Gegenwart uñ Gemeinſchafft voͤllig zugenieſſenbegehre uñ darnachein ſehnliches Verlangen trage. Was wir dannwol wiſſen/ daß wir zu Gott und unſirm Erlo⸗ ſer Chriſto Jeſu nicht ehe in das Him̃elreich aufgenommen und zuder ewigẽn und übeꝛalle maß wichtigen Herꝛligkeit vollig be⸗ fodert und gebracht werden koͤñien/ als an dem groſſen Tage des Gerichts und der letzten Wiederkunfft unſers Heylandes/ ſo ſollen wir Chriſten ja billig alle ein hertliches Verlangen nach ſolcher ſeiner letzten Erſcheinung und Wiederkunfft, a ewig folgende mertligkeit. 6* aſtůñ dem̃nach in der ſelgen Hoffnungunſerm himmliſchen Braͤutigam Chriſio JEſu mit begierigen Hernen entgegen ge⸗ hen/ und ſeine herrüche Zukunfft durch unſer Gebeht und Stufftzer befordern helffen/ daß unſere Seele nach dieſem unſerm Hinmliſchen Vrãutigam ſich inniglich ſehne/ und mit heiliger Liebes⸗Brunſtentzůndetzu ihmohn Unterlaß ſeufftze undſchrepe Romme wert eſu. Und wann danndie Ofnb⸗ ſer fuſſer Jeſus ihr antwõrtet: Ja /Ich komme bald/ ⸗ men/ uñſere Seele ihre heilige Beglerden und geiſtliche Lie⸗ bes⸗Flammen laſſe wachſen und zunehmen/ daß ſi ihr Gebeht und Seufftzer wiederhole und verdoppele/ bis daß dieſes Ge⸗ ſchrey bis in den Himmll erſchalle und endlich erhoͤret werde: Romm Eri Eſu: Ja/Er Eſu komm /undlaß/.Wn uns deine Hertligteit ſehen/ die dir der Vater gegeben/ unddu 8 auch uns deinen Glaubigen mitzutheilen verſprochen haſt/ umb deines allerheiligſtenund herrlichſten Namens Ehre willen/ Amen/ Amen. E N D E⸗ ERRATA. pag. 3. lin. 14. vielfatig/ liß vielfütig. Pag..). zugenieſſenen/ uß/ jugewieſenen. pag z2. lin. beliebeten: iß/ beliebeteine Ona⸗ den· Bund. pag. 37 iin. ⁊4 theur/ liß recht. pag ꝓo.lin. ult· jeitichen kß: leiblichen. pag. 49. lin. N. Anſahl/ liß: Anlahl. pag. N. lin ·29 (o)50 cuk- 62 Chriſtlicher Lebens⸗Lauff U V E DOMlNO DEFNCTE. Fraw Maria Achtermans, nunmehr in furnehmen Eltern auf dieſe Welt gebobren in Braun⸗ ſchweig im Jahr Chriſti rõꝛ· denʒ· Maij. Ihr Vater iſt geweſen der WeilandEdler/ Groß⸗ achtbhr und Hochweiſer Her: Beorg Achtermann/ vornehmer Parricius und wolverdienter Burgermei⸗ ſter der Stadt Braunſchweig. Ihre Mutter iſt geweſen die Edle viel Ehr und 2ugendreiche Fraw Nucia vom Strombeck. Ihr Groß Vater von Vaters Seiten iſt geweſen der Weiland Edler/ Großachtbahr und Hochweiſer Her Beorg Achtermann/ vornehmer Patricius und wolverdiemer Bůrgermeiſter der Stadt Braun⸗ ſchweig. 5 Ihre Groß Mutter von Vaters Seiten iſt gewe⸗ ſen/ die Weil and Edle viel Ehr und Lugendſahme Fraw Slſe Schraders. Ihr N e edle viel⸗Ehr⸗und Tugendreſche GOttſelig ruhende iſt von Chriſtlichen und — Chriſtlicher Lebens⸗Lauſf· 6 Soß Vater on Mtter Seiteniſt geweſen/ der Weiland Edler/ Großachtbahr und Hochweiſer Herꝛ Conrad vom Strombeck/ voruehmer Patricius und wolverdienter Buͤrgermeiſter der Stadt Braun⸗ ſchweig. Ihre Groß Mutter von Mutter Seiten die Wei⸗ land Sdie viel⸗ Ehr⸗und Zugendreiche FrawEmeren⸗ tia Pauwals/ des Weiland WolEdlen Veſten und Hochgelahrten Herm CONRaD Pauwals/ Chur⸗ Furſii. Brandeb. und Biſchoffl. Halber Staͤdtiſchen wolverdienten Rahts Eheleibliche Lochter. Ihr Elter Vater von Vaters Seiten iſt geweſen der Weiland Edler/ Großachtbahr und Wolfuͤrnehmer HerBARTOI. D Achtermann/ eines alten beruh⸗ meten Geſchlechts in der benachbahrten Stadt Goßlar. Die Eiter Mutter von Vaters Seiten/ die Ed⸗ le/ viel⸗Ehr⸗ und Lugendreiche Fraw Rargareta . gieichfals auß einem furnehmen Geſchlech⸗ in Goßlar. Der Eiter Vater von der Mutter Seiten iſige⸗ weſen der Weiland Edler/ Großachtbahr und Wol⸗ gelahrter Her Berhard vom Strombeck vornebmet Patricius der Stadt Braunſchweig. Die 4 hrRucherLepes La Die ElterNutter von Nutrer Seiten die Wei⸗ — viel⸗Ehr⸗und Tugendreiche Fraw Ilſa von Bon dieſen Ihren Chriſtlichen Eltern iſt die Sehl. verſtorbene Fraw Doctorinne bald nach Ihrer Geburt zur Sehl. Widergeburt in Ihrer Heiugen Zauffe befordert,/ nachgehend in aller Gottesſurcht und Chriſtlichen Lugenden unterrichtet worden/ da Sie ſich auch in Ihrem Jungfraͤwlichen Stande fromm/ ſtille/ und zuchtig gehalten/ undzuallem/ b en Zugendſahmen Weibes⸗Perſohn anſtehet/ efliſſen. Anio 1646. ift ſie auff Gutachten und Verwil⸗ ligung Ihres Sebl. Vaters undneheſten A verwan⸗ ten Ehelich verſprochen an Hern Boren Herman Konerding jetziger Zeit Furſtl. Braunſch. Luneburg⸗ LeibMedicum/ welchem Sie den 22. Octobr. Ehlich copulieret/ und mit Ihme bey nahe ⁊2. Jahr eine fried⸗ liche und gewuͤnſchete Ehegehabt. Juchrendem ihren vheſtande hat ſie mitobge⸗ meldetem Ihrem Eheerꝛn g·Kinder gezeuget /welche GOtt Lob nach alle im Leben/ nemblich z. Sohne/ Georgius Theodorus, Hermannus Conradus nd Brandanus Auguſtus; und 6. Löchter/ X lenz E- Chriſtlicher Lebens⸗Lauff· 6 Lucia, Dorocthea ERſabeth, fuhana Anna, Sophia Eliſabeth, Maria Emerentia und Auguſta Anthonia, GOZT wolle ſich derſelben in Gnaden annehmen/ ſie bey Geſundheit erhalten/ zu ſeinen Ehren und dem Hochbetrubten Vater zum Lroſi ferner erwach⸗ ſen laſſen. Gegenihren Ehegatten den Herm Doctorem hat Sie ſich allemahl ſo trewlich und wol verhalten/ das derſelbe in ſonſt furfallender vieler Widerwertigkeit ſei⸗ nen vornemſten jrrdiſchen Troſt an Ihrgehabt/ Sein Hertz hat Sich auff Sie verlaſſen koͤnnen/ dahero Er ſein Haußweſen/ welches Sie allemahl wit guter Ver⸗ nunfft zufuͤhren gewuſt/ Ihr allerdings anvertrauet: Abſonderlich hat Sie die Erziehung ihrer Kinder fur allenanvern dingen ihr angelegen ſeyn laſſen/ alſo daß Sieieſelbe/ furnemlich ihre Loͤchter/ taͤglich ſelbſt im Gebeht/ Catechilino und zur Seligkeit noͤhtigen auch durch fleiſſige ubung in der ottſeligkeit dahin gebracht/ das ihre liebe Kinder nicht alleine eine gute Anzahl troſtlicher Gebet unnd Sprüche/ ſondern auch de Woͤneſten Beſange auß denen Berliniſchen und Han noverſchen Geſang⸗Buͤ⸗ n fertig gefaſſet: zumahldie Sehl Fraw in ihrem v enſchwerẽ Creutzund Leyden daran ihrehoͤch⸗ ſie verxngunghatte/ dannja gewiß ihr Eheſtandein rech Chriſtlicher Leben Lauff rechter Creutz Stand geweſen/ in dem Sie wenig Wo⸗ chen nach ihrer Hochzeit ein ſehr ſchwer langwierig La⸗ ger außgeſtanden/ darin ſolche undamenta zu vielen zufällen geleget/ daß Sie nachgehends biß anihrEnde keinen vag gehabt/ in welchem Sie nicht ungemach des Leibes empfunden/ zu Zeiten und zwar ſehr offte eine ſolche unaußſprechliche ngſt erlitten/ daß es die⸗ jenige/ welchees vor niegeſehen/ zu Schreckenund zu Lhraͤnenbewogen. Beydieſem ſtetigen und ſchwerem ungluck hat Sie noch andere befftige und zwar inner⸗ balb7. Jahren funff barte Kranckheiten außgeſtanden die ſie dergeſtalt angegriffen/ daß mehrentheils kein vernunfftiger Medicus haͤtteglauben konnen wie es muͤglich ihr Leben davon zubringen/ geſtalt ſolches faſt maͤnniglich nahe und ferne kund iſt. Mit was wunderſahmer Gedult Sie aber dieſes alles uberſtan⸗ den/ iſtihrem lieben EheHenn unddenen die viel mit ihrumbgangen/ am beſten bewuſt/ welches gewiß in Menſchlichen Kraͤfftennicht geſtanden wehre, wann BOtt nichtihr Gebet/ das ſie eglichmit vielen Shraͤ⸗ nen zu Ihm binauff ſchickte/ erhoret haͤtte/ wie man deñ allemahl nach verrichtetem Gebet rine ſonderbahre reudigkeit an ihr ſpuͤrete/ wann gleich vorhin daß emühte ſehr beſchweretwar. Nebſt dieſer edlen ge⸗ dult Glauben und vertrauen zu GOtt erwieſe ſie in renörienthun andere&huiluhenbungena⸗ auff· ——— Chriſtlicher Lebens⸗ Lauſf. 6 auffrichtige Liebe gegen Wem̃ Nechſien/ ohne faſſch und gleißnerey/ der ſie ſonderlich Feind war/ Hertz⸗ liches Mitleyden und Erbarmen mit den Armen und Nohtduͤrfftigen/ und warihrehoͤchſte Freude/ dem durfftigen nach ihrem vermuͤgen gutes zuthun/ wie davon das liebe Armuht beſſer zeugenwird. Ihre liebe und Begierde zu Gottes Wort hat Sie darinn erwie⸗ ſen/ daß ſie bey ſo baufalliger Geſundheit dennoch zumgehor Gottliches Worts /ſo viel Sie immer gekont/ und ſehr offt mit hoͤchſtem unvermuͤgen Sich eingeſtel⸗ let/ das H. Abendmahl in der oͤffentlichen Verſamlung mit Hertzlicher Devotion und Andacht fleiſſig gebrau⸗ chet/ und GOttihre Suͤnde im Beichtſiuel mit vielen heiſſen Thraͤnen gebeichtet/ wie davon ihre Herm Beichtvater allemahl haben zeugen koͤnnen. Ihre Kranckheit und ſeligen Abſchied betreffend/ iſt Sie zwar/ wie ſchon gemeldet/ ſo viel Jahrheromit ſtetem und groſſem ungemach beleget/ abſonderlich a⸗ ber innechſi verwiechenen 15. Wochen gar uͤbel diſpo- niretgeweſen/ daß Sie auch faſtmehrentheils daß ge⸗ ringſte an Speiſen nicht gemeſſen koͤnnen. Iſt auch darauffams. Maij in der Nacht mit einem uͤberſtarcken funffſtundigen Froſt befallen/ darauff ſtetige Hitze/ Angſt/ unertraͤgliche Schmertzen des Haupts/ inder Bruſt/ Juͤcken und Seitenerfolget/ welcheſo beft J 65 Chriſtlicher Lebens Lauff zugenonimen/ daß die batientinne weder Nacht noch Tag Ruhe gehabt: dahero ſie leicht empfunden/ daß ihr geplagter und abgematteter Corper eine ſo hefftige Kranckheit nicht lange außſtehen toͤnte /ſondern zuviel⸗ mahlen wiederholet/ welches Sie diß gantze Jahr ſonſi öffters geſaget/ es wuͤrde nun Gott ihres Jammers ein langgewůnſchetes ſeliges Ende machen/ deßwegen ſich geſehnet/ ob Siegleichz. Wochen vorhero das hoͤch⸗ wurdige Abendmahlam andern Pfingſi Lagem oͤffent⸗ licher Verſamlung gebrauchet/ dennoch ihre geaͤngſte te Seele nochmahl mit dem letzten zehr⸗Pfennig zuer⸗ quicken/ welches ſie auch am DienſiLag/ wardera⸗ Junij mit Hertzlicher Andacht verrichtet/ mit auffgehobenen Haͤnden Gott gedancket/ daß der nun alle ihre Seelen Noht/ welche ſie zu Zeiten in dem ſchwerẽ Drangſal empfunden/ gewendet /undgebeten/ der wolleſolchen Troſtbiß an ihr Ende erhalten/ und ihr uͤbrige Jammer/ Trubſahl und Elend nun laſſen kommen zu einem ſeligen Ende. Mit ſolchem Gebet und Flehen/ wie ſie vorhin ſchon unnachlaͤſſig gethan alſo hat ſie damit ferner angehalten/ bey gantz vollkom⸗ menem Verſtande die troͤſtlichſtẽ Spruͤche/ Geſaͤnge uñ Gebeter fur ſich ſelbſt oder mit anderen gebetet/ abſon⸗ derlich dieſe Wort ſehr offt wiederholet: Wann mir am allerhaͤngſten iſt umb daß Hertze mein/ ſo 3 mich ERR Chriſtlicher Lebens⸗Lauff 65 SEN Eſu aus den Aengſten /Krafft deiner Angſt und Pein/ und wie die ſchoͤne Wort ferner lauten. Wie ihr allgemaͤhlich Gehoͤr und Sprache ver⸗ gangen/ hat ſie doch mit Augen und Haͤnden Zeichen gegeben/ daß ſie ihren Erloͤſer feſtin hrem Hertzenund Gedancken behielte/ und iſt kein ʒweiffel derſelbe werde das Gebeht/ welches ſie ſonſt taglich und inder Kranck⸗ heit ſo offt Andaͤchtig vorbrachte: Laß mich den werten meiligen Geiſt 2n meinem End regieren/ Gib daß ich alsdann allermeiſt Roͤnn ſeinen Beyſtand ſpůren/ Dasmir dakraͤfftig komm zu gut Des—— thenres Blut/ Das Er für mich vergoſſen; Ihr wolhaben zuſtatten kommen/ und durch den Heili⸗ gen Geiſtin ihrem Hertzen wircken laſſen. Endlich iſt ſie am; junij zu Nachtkurtz fuͤrn. Uhr ſelig ohne einige Ungebehrde auß dieſer Welt geſchieden/ ihres Alters 40. Jahr und r. Tage: DemAllerhoͤchſten ſeynochmals lob uñ danckgeſagt vor die gnaͤdige ſanfft⸗ ſelige Auffloͤſung und Friedenfahrt unſerer in Gott ru⸗ henden Mitſchweſter/ uñ fuͤralle Gnaden⸗Huffe /Troſt und Staͤrcke/ ſo Erderſelben noch ſonderlich zuletzt bey ibrem Abſchiede reichlich verliehen/ der laſſe nun ch⸗ ren allhie wolgeplagten Coͤrper in der Erden ſanffte ſchlaffen und erquicke die in ſeine 5 iij e⸗ 70 Chriſtlicher Lebens Lauff che Hand ſchon auffgenommene Seele nach außge⸗ ſtandener zeitlichen Lrubſal/ bis daß am lieben Jung⸗ ſten Lage der Leichnam mit der vorangeſchickten See⸗ ien wieder vereiniget/ und zu der ewigen und uͤber alle maß wichtigen Herꝛligkeit voͤllig befodert und einge⸗ ſuͤhret werde. GOtt wolle auch dem bochdetrubten Herm Wittwer mit ſtarckem Lroſte ferner in Gnaden beywohnen/ und zurechter ihmgefülliger Zeit erfullen und wahr machen/ den hertzlichen Wundſch/ welchen die ſelig verſtorbene Frawe fuſt auffs allerletzte mit ſon⸗ derlicher Devotion zu GOttthate/ daß ſie ihren lieben Ehemann und Kinder bald bey ihr in ewiger Freude ſe⸗ ben/ undjakeiner derer/ die ihr SOtt in dieſem Leben gegeben/ verlohren gehenmoͤge. Uns alle aber wolle der grundgutige GOtt und Vater zu einem ſeligen Abſchiedewurdig machen und bereiten/ daß ein ieder unter uns zuder ihm von GOtt gnaͤdiglich berabmten Zeitund Stundein Frieden koͤn⸗ ne abfahren/ und wir alſo alleſampt das Ende unſers Glaubens die ewige Seligkeit moͤgen erlangen/ und ſolches alles umbſeines lieben Sohnes unſers Heylan⸗ des Jeſu Chriſti willen: indeſſen Namenwir nun be⸗ ſchlieſſen und abermal beten wollen das heilige Vater Unfer/ xc. (o) 5b 0 8 S6 S S Scqvuntur 1* Carmina Conſolatoria MATRO NE Pii ixerat in omino deſunca iſoq̃ no mine hacenun laudatæ memoriæ con ſecrara. Ndomita,& nulli concedere neſcia virtus Mojor in adverſis nitet,& ſub vulnere ro- bur(antro Accipit, acquiritque novum. Vt, cum clauſus in Folus,& toto ridet pelacia pontò Non habet, in quo ſe probet inconcuſſus,& hæret Magnanimus Typhis mediis inglorius undi. Aſt, ubi ſe inſolito verſant ſpumantia motu Fquora,& hinc metſis infamis claſſibus Auſter, Hinc Boreas puppigravis eſt, tunc emicat ille Contemptor fortunæ animus laceramqʒ; reducẽs Littoribus navem decumanis fluctibus. ipfique Oceanoinſultat, major ſurgentibus Euris. Te quoque diverſo fortuna exercuit aſtu. Mi- ——————— 5 NMille modis agitans. Jam fato uxorisacetbo Quaſſa tatis laxa laterum co mpage: nec unquam Majorem lenſiſtiictum. Pars altera cordis plusque oculis tibi cara tuis/ melioribus annis Bripitut vitæ: quæ reddidit una maritum t toties patrem, cujus pars altera tantum Nominis ahn ſupereit Quotnõtibinota recurſant Gaudia dum toties illis defeſſus in ulnis Langvores poſuiſti?ægram mentemque levaſti. Neotibi, cui vitam ſi gens debere fatetur plurima, de propria licuit depellere morbum Conjuge: nonMedici quicquam potuere labores. Non quicquid Cous, quicquid facra pergama monſtrant. Fic igitur conſtans:& ſorte potentior ipſa Rxere virtutes animi, teque indue totum?: Huncqʒetiam currat mens imperterita circum. Obverſent oculis illa ultima temporã vitæ, Qucis vix ſemianimes artus,& laſſa trahebat Membra, dolorque atrox totode corde vigorem Abſtulerat, lumenque oculis, facieque ruborem Mutatasque vices,& rebus triſtia lætis, kerumnãsqᷓue graves ſperata crede quiete. Quidꝰ Quidꝰ quod& afflictæ ſuperant ſolatia mentis: Pignora dilectæ ſobolis, referentia Matris ffigiem,& mores: ſuperat non degener olim Natus,& haud patri faveat fortuna, pigendus. Nos tamen interea, dum cœlo læta quieſcis, Sancta anima, in terris meritas tibi dicere laudes, Virtutesque tuas grato tentabimus ore. Vita quidem diuturna minus ſed ſufficit illa Acta benc. Innocuã virtute extenditur ætas⸗ Si quid abeſt annis. Sat magna eſt gloria parta, Gloria parta tuis meritis,& parta Mariti. Ad famam ſatis eſt tibi GoxERprN6Ius:jlle⸗ Quem ſacræ ſecreta artis, ſuccosque falubres Edocuit Phœbus, cui vitam Numina Gvelfa Credere non dubitant, qui nos tantum obligat Omnes⸗ Quantum lllis certo medicamine prorogatævi. HENRCM MEBOAMAMn, Med D. Ch Prof. Ordin. „Ee D Mmfertimmitis Libitinæ triſte feretrum Eurydicen Nr Magne Tuam(eheuh morte peremtam⸗ X Diſ⸗ Diſolvorlacrymis: uehalcu. 0 Ermeaferales humectant carminagutts. Hactenm artißci wocum diſtrimina lingwu Mile ſud fectens ploradit Daulias ale ¶udelifato extinctum ſun Laudia natum⸗ In tenui pendens ramo tremulaqus ſub umbrà Jam non(ſitalem rapit inclementia fati Matronam) mæſtocomplebimutætberacantu. Tumihi Meipomene lugubrempræßca leſum Dialin ſpur vululans miſeranda capili. Solvite Pegaſdes mœrenti heckor⸗ luctu Erquerulon ſeiate chorosjamgaudia cedant⸗ Anxia Pimplaus reſ nent ſuſpmriatedtis: n Jam tepidalacrymalabantur fumine largo Fontibus eAoniis; rumpant de pectorequeſtuſ⸗ Netremuloferiant nodulantia pieckra Camæn⸗ Police; Cahlope mea ſollat ad aßra querela Epradolore grawi Cirharam Pohhymnia frangat ſa geni madidum ſillet Titonia rorem Erploretdulci viduum conſorte Maritum⸗ Etploretdulei viduamconſorte Maritam V ele ſecundidiſrupra jugali⸗ lc Elu Fete pibs manes, Eclarinomini umbram Aℳ Lelidumcorpun. Charites, mandate ſipultro Funereas inter lacryma acreſyue dolorss. Vccine crudeli Tili CoRxoIRTAconjux Faiceſetandafuit, Mors invida ꝰ ſiccine duram MNcpietatmowit, necraræ Lbria forme, Gratior E pulcro Mrens in corporevirtun? Heul ulunune vultundecor, Eg ſine fyauds venuſpas⸗ Mixtaque non ſolo comit reverentiageſtu⸗ Heu/ qudm nuncdiwerſa ſili qudm diſtat a il, Quæ nupercuras alacriſe vertit in omnes⸗ Qua pultras inter matres ſpecioſa micabat Purpureiſyuegenus Ecultu blandior omni Virtutum quantum nocturnas aurea Plbe hſafacesſuperat; Quaduliia ſepe movehat Gaudia/ doliciauque ſio facundæa Marito⸗ Etquamſimplicitas prudens Candorque decebat Ingenuut Jacrataſde gratißima cœl Erpietas· Hanc corripuit violentia morbi⸗ Mandawitque atrufriguletbale tenebri. Incurd molles veluti cum faice reſecti Langveſcunt fores: Ienuive papaveracolo 3 K De- Memittuntapicem pluwii cumorisgravunturn vc animam exbalat, ſi(oRxaoRs T4 conju Paluit Eꝓ nigro tumuliſẽ tradidit antro · Fdtandem Nir Magne⸗Tuidiſpendia lecti Conſlii ſolare piit depone dolorem, Ercœlo concede ſuam: Jam gaudia conjux Etheres ſedi carpit gemmantiaſimmi Monia miratur Regulimenque propo Certans⸗ ſub pedilu calcat rutilantia cœl Filera, Eꝙ humanos Atridet leta lalores. Mc mxrentem proſt ribun⸗ gaudi luum Dultinque amligua pellunt lafia curas. ilicet ipja pin mors vita eſ morte leatiu Panditur Ehſiu campu morte itur adaſtra. coRRAbus g8ERRENs cCellenſis, SS. Theol. St. 26e 8 Actenus incluſit vocem mihi mœror,& 0. mnem W Pripuit luctus mentem, nec promereverba conceſſit fetus, nunclongaſilentia rumpam⸗ poſtquam oculos lacrymis explevi,& pectora pplan t, Voct — — Voce querar calamumqʒ meis ploratibus addam. Numinis ò fatum lachrymabile ſævaqus Mortæ Imperia! hoc patvo Genitricem vivere noſtram complacuit ſpatio ſunine hæcpietatis& altæ præmia virtutis, nec opinæ occumbere mortiꝰ Qud fugis heu mea Lux ꝰ cur me moritura re- linquis?(cedis? Qudve domus noſtræ fulctum columenque re- Ah, qualis jam turba ſumusl casſique Parente Syntheſin atratam geſtamus,& atriã triſti Miſcemusluctũs ſonitu. Petit optima nobis Gaza, perit nullo nobis reparabilis auro. Cunctis dura quidem fata hæc atacerbius iili Quem pia præ reliquis ſpectato fovit amorẽ. Nam veluti radiis totum qui illuminat orbem Igne fovens blando cunctas/ ſed parcior illis, Largior hisconfert terris ſua munera Titan: Sic proba nos Genitris cunctos adamabat at ille, Quem primũ ante alios ſuſceperat, usqʒ medullis Uus implicitus jacuitſpes primãa Parentum: Huc amor, huc ſtudiũ huc ſe converterat omnis Cura. Niſitenerum virtute ornaſſet honeſta, Atque informaſſetnil ſe peperiſſe putabat. K 3 —— Hãc elementa hauſi pietatis primaMagiſtrà. 6 Atque Deo didici balbas perſolvere grates; Hæc mihi formavit primis rude pectus abannis Ilius& monitu mihi cultior exiit ætas. Colica perpetuis oncrabat ſidera votis, Caro cuncta timens capiti bona cuncta precata: Ut mihi ad ingenuas nitentideſuper artes Auxilio adſtaret fayor omnipotentis Olympi: Præcipuẽ maculas animo contagia turpes Afferrent ne forte mgo,&commercia prava, Sed mihi mens puto foret usque in pectore pura, Ductaqjad extrtemum inculpataadoleſceretætas lamq́; animo lætus per proſpera cuncta fetebar, Ilius auxilio felix monitisbeatus 0 Juliadum hoſpitio Muſarum ſede fruiſcens. At mox quod reputans præſagã mente verebar, Unde adverſamihi fortuna iſſudere poſſet Accidit. Improviſus adeſt,& vulnerat aures Nuntius, optatam graviter decumbere Matrem. Heu mihilcogit amor ſtudiorum rumpere filum, Magnus amor patrias accurrtre cogit ad ædes: Heu faciẽ inſolitam non me numeroſa ſororum Ftmultum mihi grata cohors de more reverſum Exci- Fxcipit; hanc triſtem ſecreta cubilia condunt, Et Mater/ Mater clamantem, atq; ora rigantem. Quis mihi tum ſenſus miſeroꝰ ceu fulmine tactus Obſtupui fugiunt caſſo de corpore ſenſus. OMater non jam Mater! Tua lumina quondam Aemula Phæbco jubari nil cernere poſſunt. O quantum mutata! decor quòtranſut orisꝰ? Non Tibinota tui vox tam benẽ cognita natiꝰ Tango manus: ſoliti non das mihi ſigna favoris. Te video/me nulla vides: non molliter aures, Ceu quondamprebes, cum quæ te cunqʒ rogabã. Solus ego de Te poteram vel nullus apiſci. — magis vitã jucundior lpſa. Vitainvita quidem ſuperat, ſed flebile fatum Ante oculos, mihi præ cunctis lactimabile fatum. Eloquar an ſileam? Onimium immitis, quæ non ſupereſſe vtl unam Parca diem paterisꝰ melimina prima tenents Præcludis tremulam ſubitò illi perfida vocem. Quantũ erat, ut mi apto licuiſſet tempore adeſſe, Intuituque frui, farique novisſima verba⸗ OMater, plus quàm Mater⸗ ſpes unita vitæ: Ergò Tuo nunquam paſcam mea lumina vultu? Ergò Ergd Tuo nunquàm nutu, auxilioqjue fruiſcarꝰ Ante ſuos repetet fontes rapidusque recurret Hereyniæin montes converſis fuctihus Ocrus, Quam Tua grata meo labatur pectore imago. O ego ſigratam potuiſſem promere mentem, Si vitæ jactura meæ Tibi cedere lucto, Ultro ego jam Tecum partitus fatafuiſſem.(ctos Nil mihitam ſanctum quàm juſſa capeſlere, cun Obſervate Tuos nutus, famulique fidelis Ferte vices, quoties opis eſſes indiga noſtræ. Nulla Tui caperent unquàm me tædia morbi, Nec quæcunque ſolent incommoda ferre ſeniles Anni, non teneros poſſent avertert fenſus. Aſt alirer viſum Superis. Te Numen amicum Emeritam aſtriferã voluit nunc arcelocare⸗ Vt fanctas inter Matronas civis Olympi Intemcrata bonæ captares gaudia mentis. Salyeigitur mihcara Parens, pars addita cœlo. Nec pietayi eygadilecꝰiſmnm Matrem ej· dulo- ris teſtandi causdfundebat miſinſ- mugnutus Gxoncms TRoponus Sonending“ Brunovicenſi SPhil.& jur. Stud, — Farbkarte 413 r unſers G Erin SEſu Chriſti Sarmhertzigkeit und GOtt glles s ſeine Glaͤubige reichlichtroͤſten derlich mit der Bnaden Verheiſ⸗ Tꝛůbſal/ die ʒeitlich und leicht iſt/ ewige und uͤber glle maß wich⸗ der wolle ſolchen Troſt in unſere ten leydtragendenwertzen tieff und dgrinn befeſtigen/ daß wir getroſt ſeyn/ unſere Seelen in nd alſo auff das unſichtbare und ehen richten/ damit wir bis ans und dermaleins der ewigen und ichtigen Herꝛligkeit theilhafftig teſſeñ moͤgen/ umb ſeines heili⸗ chen Wamens willen/ Amen. :Wir haben vor dißmal zum Hauſe GOttes einen ſolchen Gang vorneh⸗ danſtellen muͤſſen/ daß ichnicht zwei⸗ werde niemand unter uns ſeyn/ der dab wir denſelben auff ſolche Weiſe A ij nicht