8 ea Goͤttlich ng aubige nwiſſenhe Muchah, Dege der Naeen Jortis. Se de GNWE ten auß Gottes dat ding In achtzig Predig dlt⸗Liche. Welt Kunder Wort/. Liederkommen. I 1 Sileas Denderzun d Dh il: Darendennng. b 2 In er K Dinten. Angeſt immet Jerachtungaeſtbg. Duch etfandh 7 erſs Goͤtt⸗ denſc G 4 6. W orts im Nuͤnſter zu Her unc. lhes egeee anderer De⸗e e h n oſ und zur⸗ Ie m 3 t 12. Wuſts/ ſinachtz aſa nac Im Verlag Ba thaſ und Friedrich Kargern. Uberdie Sinde Gedruckt von Anton— Dendung dſche M. OE. 4☚. Zom Tas Getes Aicenda ze 1 Jonn Getto tnid 3 ſchwer. Irer Ampt. 25 uu Get⸗ ettracht. E —— — 228—““ eek.S eee e dee⸗ “ Der Durchleuchtigen/ Hochgebornen Fuͤrſtinnen und Frauen/ Prauen Gophien Catharinen/ Hertzogiñen zu Schleßwig/ Holſtein/ Stor⸗ marn und der Ditmarſchen/ Graͤfinnen zu Oldenburg und Delmenhorſt/ Frauen zu Jever und Kniphauſen/ Meiner gnaͤ⸗ digen Fuͤrſtinnen und Frauen/ MWMuͤnſche ich von gantzem Hertzen/ Von Gott dem Vatter/ im Namen unſers einigen und ewige Erloͤſers Jeſu Chriſti/ durch kraͤfftige Wirckung deß heiligen Geiſtes Gottes Gnad/ Fried/ Segen//eitliche und ewige Wolfart Leibes und der Seelen. Durchleuchtige Hochgeborne Fuͤrſtin gnaͤ⸗ dige Frau/ Ann wir den heutigen Zuſtand der lieben Kir⸗ chen Gottes/ mit geiſtlichen/ und vom H. Geiſt er⸗ D leuchteten Augen anſchauen/ moͤgen wir mit gu⸗ tem Gewiſſen/ mit dem Propheten Eſaia cap.. v. s. ſeq. Wol klagen und ſagen: Was noch uͤbrig 4 iſt von der Tochter Zion/ iſt wie ein Haͤußlein in Weinberge/ wie eine Nachthuͤtte in den Kuͤrbis⸗Garten/ wie ei⸗ neverheerte Stadt: Wann uns der HEr: Zebaoth nicht ein we⸗ nig lieſſe uberbleiben/ ſo weren wir wie Sodom/ und wie Go⸗ Jo( ij morra: —— 2 3 — 6388e 8 durch das elende(nunmehr durch Gottes ſonderbare und groſſe Gnade/ im Roͤmiſchen Reich geſtilletes) Kriegesweſen/ die Men⸗ ſchen ſich nicht gebeſſert/ ſondern vielmehr in Vergchtung Got⸗ tes Wortes/ und denen darauß erfolgenden vielfaͤltigen Sün⸗ den/ gewachſen und zugenommen/ daß warlich die heutig ſtrei⸗ tende Kirche Gottes/ mit dieſen Worten uns recht fuͤr Augen ge⸗ ſtellet wird/ bey welchen wir in acht zu nehmen haben: I. Miſerum Eccleſiæ ſtarum: Den elenden Zuſtand der Kirchen Gottes: Bey welchem inſonderheit zu beobachten: 1. Fjus appellatio: Ihr Name: Sie wird allhie genand die Tochter Zion: Sonſten wann jhr herꝛlicher(aber innerli⸗ cher) Zuſtand beſchrieben wird/ wird ſie deß Koͤnigs Tochter ge⸗ nand. Pſ. 45. v. 14. Eine Fuͤrſten Tochter. Cant. 7.v. 1. Die Toch⸗ ter deß Volcks Gottes. Jer. 6. v. 26. Sie wird aber allhie genand die Tochter Zion/ theils/ wegen der Alt Teſtamentiſchen Kirchen/ da Gott zu Zion Feuer/ und zu Jeruſalem einen Herd gehabt. Eſa 31. v. 9. Theils/ wegen der Neu Teſtamentiſchen Kirchen/ wei⸗ len von Zion das Geſetze(die Lehr deß heiligen Evangeliz) und deß HErren Wort von Jeruſalem außgangen. Eſa. 2. v. 4. Wie die Erfuͤllung. Act. 2. cap. zu erſehen. 2. PFjius conditio: Ihr Zuſtand: Was noch uͤbrig iſt; Gleich wie die Judiſche Kirche/ wann ſie Gottes Wort und Wil⸗ len ſolgett n Herliademn Flor und Anſehen war; Aber wann ſie durch Abgotterey und andere groſſe Suͤnde Gott erzoͤrneten/ er ſie mit ſeiner Zucht⸗Ruthen alſo heimſuchete/ daß fromme Her⸗ tzen offt vermeinten/ ſie weren allein überblieben/ wie an Elia zu ſehen. 1. Reg. 19. v. 14. Alſo gehets noch immer fort/ umb unſer Suͤnden willen ſchicket Gott ſeiner lieben Kirchen offt biche Ver 3 folgung ab lusco. Topuiſ faneßin 4 ethte 4 ztrſ Du its berrnt Menberge idaunda acnada ge — mn Dan einda zi mminſonderheit ubehn 4 derheitzubwi ame: Siewid a vann ſhr henliher wirdſie deß Konigsdt n Tochter Cant.⸗Jdr 225. Sie wirdaberah der AltTeſtamentii u Jrruſalem anaee deu Teſtamentſſchmän vehr deß hellgmes lam außgang Ei ca. uſiand: Wasnit wannſſie Gottes Vm d Anſchen wr Airn oſſe Sunde Coten heimſuchete dafftn emüberbliden di ts noch immeinn rliben Krheif 46 1 9 6 jhres betruͤbten und elenden Zuſtandes/ einem Weinberge/ welches offt/ wann die Weinleſe fuͤrbey/ pflegt abge⸗ brochen und an einen andern Ort gebracht werden: Mit dieſem ee 922 Se 969 Se folgung zu/ daß der Hauffe und Vbrigen derſelben gar geringe ſind: Nicht allein aber zur Zeit der Verfolgung/ ſondern aͤuch 94 Wolſtande derſelben/ ſo laſſen/ Teuffel/ Welt und ſundliches Fleiſch ſich alſo gebrauchen/ daß rechtſchaffener/ wahrer und glaͤubiger Chriſten wenig gefunden werden/ und die wahre Kir⸗ che Gottes ein armes geringes Volck iſt/ ſo auff den Namen deß HErrntrauen. Zeph. 3.v. 2. Eine kleine Herde. Luc. 12. v. 32. Wel⸗ ches von der heutigen Kirchen Chriſti ſehr fuͤglich/ leider/ kan ge⸗ redet werden/ da allerhand Sunde und Boßheit alſo zugenom⸗ men/ und taͤglich zunehmen/ daß ein gottſeliges Hertz mit David wol ruffen mag: Hilff HErr/ die Heiligen haben abgenommen/ und der Glaͤubigen iſt wenig unter den Menſchen Kindern. Pſ. 12.v.. Solche ſeyn die uͤbrige von der Tochter Zion. 3 Ejus comparatio: Ihre Vergleichung: Eſaias vergleichet ſie: a. Tugurio: Einem Haͤußlein im Weinberge: Es wird ſon⸗ ſten die Kirche in Gottes Worte ein Gottes Hauß genant. 1. Ti⸗ moth. 3. v. 1. Der Weinberg Gottes. Eſa 5. v. x. leqq. Matth. 20. verſ. 1. Matth. 21. v. 33. Aber allhie/ vergleichet er ſie wegen Haͤußlein im Gleichnis deutet der Prophetean; b I Eccleſiæ vilitarem: Die Geringſchaͤtzigkeit der Kirchen fuͤr der Welt: Gleich wie ein Haͤußlein im Weinberge/ gegen ein groſſes/ ſchoͤnes und wolgebauetes Hauß/ nicht geachtet wird: Alſo wird die ſtretfende Kirche Gottes mit jhren glaͤubigen Gliedern gantz wenig fuͤr der Welt geachtet: Die lieben Kinder Gottes ſind ſehr voll Verachtung/ ſehr voll iſt jhre Seele der Stoltzen Spott/ und der Hoffaͤrtigen Verachtung. Pſ. 123. feg. Sie ſind verachtete Seelen/ und ein Volck deß man ein Greuel hat. Eſa. 49. v7 Dadurch ſie dem Ebenbilde ihres Seelen⸗Braͤu⸗ tigams Jeſu Chriſti gleich werden/ welcher der Verachteſt und Unwertheſt geweſen/ ſo vergchtet/ daß man das Angeſicht für ihm verborgen. Eſa. 73. v. z. Da hingegen die Dabylonſtche„ure⸗ )o( iij erein herein pranget/ bekleidet mit Scharlach und Roſinfarbe und üͤberguͤldet/ mit Gold/ Edelſteinen und Perlen truncken/ toll und voll vom Blut der Heiligen/ und der Zeugen Jeſu. Apoc. 17..4. ſegqgqꝗ. 2z. Variam tempeſtatém; Das mancherley Ungewitter ſo uͤber ſie gehet: Wie die Haͤußlein im Weinberge auch dazu bereitet/ daß die ſo in Weindergen arbeiten/ zur Zeit deß Unge⸗ witters/ ſich fuͤr Regen und Hagel darin ſchuͤtzen koͤnnen Alſo iſt auch zur Zeit allerhand Ungewitters/ deß Creutzes/ Anfech⸗ tung und Perfolgung da die Kirche Gottes die Elende iſt/ und alle Wetter über ſie gehen. Eſa. 4. verſ. r1. Gleichwol ein ſicherer Schutz darinnen: Dann da iſt Gott der Geringen Staͤrcke/ der Armen Staͤrcke in Trübſal/ eine Zuflucht fuͤr dem Ungewitter/ ein Schatte fuͤr der Hitze/ wann die Tyrannen wuͤten/ wie ein Ungewitter wider eine Wand. Eſa. 25. v. 4. 3. Translationem: Die Verſetzung; Gleich wie etzliche Haͤußlein in Weinbergen auffgeſchlagen/ und an einen andern Ort gebracht werden: Alſo wird dieſtreitende Kirche alhie auff Erden/ das verachteſte Haͤußlein der beſtaͤndig Glaubigen/ am juͤngſten Tage auffgebrochen/ und in den Himmel und ewige Seeligkeit verſetzet werden Vnd gleichwie Iſaac ſeine Braut Rebeccam in ſeine Huͤtten fuͤhrete. Gen. 24. v. 67. Alſo wird die ſtreitende Kirche/ dem HErmn Chriſto zugeführet werden/ wie eine geſchmuckte Braut jhrem Manne. Apoc. 21. v. 2. 8. Tegillo; Einer Nachthuͤtten in Kuͤrbiß Garten, Gleichwie ſolche geringe Huͤttlein/ entweder mit einer Decke von Leinewand oder ſonſten geringem Wercklein/ oder auch vonden breiten Blaͤttern der Kuͤrbis/ wie beym Jona. Cap. 4. v. 6. ſind gemacht: Alſo hat es auch eine elende Beſchaffenheit nitt der ſtrei⸗ tenden Kirchen GOttes/ da iſt alles elend/ arm und verachtet: Vnd gleichtwis unter ſolchen Hüttlein ſichwenig Menſchenkoͤn⸗ e nen behelffen: Alſo werden wenig beſtaͤndig glaubige und gouf⸗ lige dge NNn: 9 dae 112 1 622 rs⸗he a b lenteeh Feſi b ponee Gehk wanden enictlbem dnSchin umſezden 4 1 4 eine Zuflucht an dunn die Tyrannenteit d. Eſa.... De Vaſihung g fffgeſchlagm /undan dwirddieſtreitendeſi ißlem der beſtändgtt en/ und in den hia Voad glachwie 5 f ührrte. Gena4 ven en Chriſto zugefthrtte m Manne.Apocale chthuttm if ärt ttlein entwedermien. ee Mathnh wie beym Jonehe eelende Beſchfften aſſt alles imd ena Huüttlenſchwangle nig beſtindig gue 35“ 48e 3⸗ ligeHertzen gefunden/ und ob zwar viele beruffen/ ſo ſind doch we⸗ nig außerwehlet. Matth. 22. 9,14. 16 y. Oppido vaſtato: Einer verheerten Stadt, Es wird die Kirche Gottes offt einer Stadt verglichen: Sie iſt die Stadt Gottes. Pſalm. 46. v. 5. In welcher herꝛliche Dinge geprediget werden. ſalm. 32.v. 3. Ein Stadt deß HErꝛn/ ein Zion deß Hei⸗ ligen in Iſrael. Eſa. 60. v. 1½. Die Stadt ſo genennet wird/ hie iſt der HErꝛ. Ezech. 48. v. 35. Das himmliſche Jeruſalem. Heb. 12. 5 v. 22. Aber wegen der Verfolgung deß Satans/ und ſeiner Helf⸗ fers⸗Helffer/ und ſeiner Verfuͤhrung ſo er bey Gottloſen und Heuchlern/ auch in der Kirchen Gottes treibet/ iſt ſie wie eine ver⸗ heerte Stadt: Dann es ſind in der Kirchen Gottes nicht allein eiſtliche Kinder/ deren/ als Glaubigen/ Abraham ihr Vater iſt. Kom. 4 verſ.. Die nicht nach dem Fleiſch/ ſondern nach dem Geiſt wandeln. Rom. s. v. 1. Sondern auch fleiſchliche Kinder/ ſo nicht Abrahams Wercke thun. Joh. 8. v. 39. Haben zwar offt den Schein eines gottſeligen Weſens/ aber ſeine Krafft verleug⸗ nen ſie. 2. Tim. 3. v.5. Vnd ſind der Stad Gottes nicht nuͤtzlich/ ſondern verderblich. Eine ſolche/ eine ſolche beſchaffenheit/ Durch⸗ leuchtige Hochgebohrne Furſtin/ gnaͤdige Frau/ hat es/ leider/ auch mit derheutige Kirchen Gottes/ darin der Same goͤttliches Worts/ nur bey dem vierdten Theil Frucht bringet/ wie Chriſtus bezeuget Luc. 8. verſ. 5. Vnd wenig Liechter mitten unter dem unſchlachtigen und verkehrten Geſchlechte ſcheinen. Philip. 2. verſ. 1. Die nicht mit der Welt in jhr wüuſtes unordiges Weſen lauffen.. Pet. 4. v. 4. Vnd offenbar und am hellen Tage iſt/ daß der Teuffel einen groſſen Zorn habe/ weilen er weiß/ daß er we⸗ nig Zeit hat. Apoc. 12. v. 12. Vnd gehet ſeine Braut/ die gottloſe Welt/ jhm eiheg u Dienſte mit Verfuͤhrung zur Augen Luſt/ und einem hoffaͤrtigen Leben 1. Joh.2 v.16Und gehets dem elenden/ dem ſündlichen/ dem verderbten Fleiſch und Blut/ bey ſolchem Zuſtande/ wie man im gemeinen Sprichwort ſagt; Wer herne tantzet/ dem iſt leicht zu ſpielen. Odeß Jammers O deß un⸗ greifflichen und unaußſprechlichen Elendes/ darindie Weſtdih ——— *— 1 e9e A39 c9 ee an die Ohren erſoffen iſt: Aber da muͤſſen wir nun ferner mit Freuden und Hertzens Troſt anſehen: 11. Miſericordem Deum: Den barmhertzigen GOtt/ welcher ſeine barmhertzigkeit bey ſeiner leidenden/ ſtreitenden und verachten Kirchenbeweiſet: 1. Conſervatione; Mit Erhaltung: Er laͤſſet uns ein wenig uͤber bleiben: Gleich wie GOtt dem Sennaherib einen Ring in die Naſen/ und Gebiß ins Maul legte/ daß er ſeine Ty⸗ ranney/ Wuͤten und Toben/ nicht ferner ſtrecken kunte/ als jhm Gott/ auß gerechtem Gerichte/ zu ließ. Eſa. 37. v. 29. Und gleich wie Gott dem Meer Riegel uñ Thuͤr geſetzet/ und geſproche Biß hieher ſoltu kommen/ und nicht weiter/ hie ſollen ſich legen deine ſtoltze Wellen. Hiob. 38. v. 10. eq. Alſo leget derſelbe dem Satan und ſeines Helffers Helffern/ einen Ring in die Naſen/ und Ge⸗ biß ins Maul/ ſetzet hm Thuͤr und Riegel/ daß die Pforten der Hollen/ ſeine Kirche nicht koͤnnen uͤberweltigen. Matth. 16. v. 13. Gott iſt bey ihr darinnen/ darum wird ſie wolbleiben Pſ. 46.v.5. Er haͤlt ſeinen Weinſtock im Ban/ den ſeine Rechte gepflantzet hat. Pſalm. s 0. verſ. 16. Seine Pflantzen gruͤnen immer fort. Pfalin. 92.v. 4. Dennes ſollen wol Berge weichen/ und Huͤgel hinfallen/ aber ſeine Gnade ſol nicht von jhr weichen. Eſa. 54. verſ. 1o. Und ob der Glaͤubigen zwar ein klein Haͤufflein/ gegen die groſſe Schaar und Menge/ der Gottloſen/ iſt/ ſo wil ſie doch Gott alſo bewahren daß ſie niemand auß ſeiner Hand wird reiſ⸗ ſen. Johan. 10. verſ. 2s. Weilen ſie durch Gottes Macht/ durch den Glauben/ zur Seligkeit bewahret werden. 1. Pet. x. verſ.⸗. Undob zwar Satan ſeine Inſtrument und Werckzeuge auffden Libanon der Kirchen Gottes ſendet/ daß ſie etzliche wurmſtichig Cedern(hohe Haͤupter/ durch Abfall von der wahren Religion) faͤllen/ ſo hat er doch damit wenig gewonne/ 4— Dievon/ Ehr und Geldes wegen/ Gott und Glauben uonr⸗ geben/ Slauben ſchwerlich was von Gott/ glauben ſchwer lich jenes Leben. nu er m: Den ha tdey ſeine mend eine Pfanzen grünme Uenwol Bergewacher ſol nicht von jhr wen gen zwar en klenhat der Gottoſen ſf temand auß ſeiner he. enſie durch Gottsn bewahret weden i ſtrumentund Wrt fender/ daß ſi cichen Abfall vonderann mggewomen, wega /Sottue wasden Coli gu Leben. Menſchen/ ſo er die gantze Kudolphus II. ſehr fein und gottſelig applicirt und geſagt: koͤnnen mit groſſem Helden⸗Muth vom Kirchen Schi ſtiſingen und ſagen: Aer /O ſclig und uüͦberſelig ſind kleinen Herde Chriſti be kündis alle diejenige/ ſo ſich bey der . verhalten: Was h he den Nenſe er die gantze Welt gewinne/ und nehme doch Schaden an ſeiner Seelen? Matth. ro. verſ. a46. Was iſt doch den Welt⸗Kindern nutze/ wann ſie ſchon zur hoͤchſten Ehreſtei⸗ gen? Oder den groͤſſeſten Reichthum erlangen? Oder alle Ta⸗ ge herꝛlich und in Freuden leben? Wann ſie dagegen der Eh⸗ re/ deß Reichthums/ der Freude/ der ewigen Seeligkeit be⸗ raubet werden? Es ſſs ein Tag in den Vorhoͤfen der wah⸗ ren Kirchen Gottes beſſer/ dann ſonſt ſolcher Tage tauſend; Da ſollen wir lieber der Thuͤr huten/ in dem Haͤuſe unſers Gottes/ dann in der gottloſen/ ehrſtichtigen/ reichen und Wol⸗ luͤſtigen/ Huͤtten lange wohnen. Pſis4. v. ri. 2. Deletionisprohibitione; Mit Verhuͤtung jhres Un⸗ terganges: Sonſten weren wir wie Sodom/ und gleich wie Gomorra: Gleich wie Gott mit deß Teuffels Neſten/ So⸗ dom und Gomorra verfahren/ und ſie in Grund verderbet. Geneſ. 19. verſ. 24. ſeg. Alſo vermeinet Satan/ wolle ers mit Gottes Stadt und Hauſe/ ſeiner lieben Kirchen/ auch machen⸗ Aber es gelinget jhm nicht/ es mangelt jhm zwar nicht am Willen/ ſondern an der Macht und Vollbringen. Wie der erſte Roͤmiſche Keyſer Julius Catar, uͤber Meer gefahren/ und der Schiff⸗Patron dem Sturmund Wellen deß Meers entweichen Plutarch. wollen/ hat der Keyſer zu ihm geſagt: Fahre du nur tapffer und in Cæſare. getroſt fort/ und fuͤrchte dich nicht/ du fuͤhreſt den Keyſer mit dir im Schiffe. Dieſe Hiſtorien hat der hochlöbliche Keyſer Viel weniger haben ſich derowegen zu fuͤrchten/ ſo Jeſum den ute 5 u„erbbe urchten/ ſo Jeſum den„ophreg. himliſchen Nochhelffer/ in ihrem Hertzen mit wahlem Glau⸗ un.. ben in ihren Noͤthen bey ſich haben: Dann Maadi Sehen 1 ein— ri⸗ o()o Tob Zinckgr. 1 6 8 3 3— 4—— “ Tob noch ſo ſehr/ du tolles Meer/ bedeck diß Schiſ⸗ a eleine Du alter Drach halt kein Gemach/ ſpey Jeurin Chriſti Gmeine Du Antichriſt/ brauch Macht und Liſt/ Troß Schwerd und Feur daneben/ Schaff⸗Gleißnerey/ Haß/ Krieg/ Untreu/ Gott kenntt die ſeinen eben/ b Diß Schiffelein muß dennoch ſeyn/ und bleiben un⸗ verſehr/ Und ſolts auch dir ein Marter ſeyn/ du wirſt es Gott nicht weyren/ Hie iſt der HErꝛ/ der Wind und Meer/ und alls aach ſeinem Willenrn/ Reegiert und haͤlt/ wies ihm gefaͤlt/ wer wil ſein Eiver ſtillen. In Betrachtung dieſes hoch gefaͤhrlichen Zuſtandes der Kirchen Gotkes, Durchleuche ge hochgeroeeen inn de dige Frau/ ſind treue Lehrer und Prediger zum hochſten ver⸗ pflichtet/ zum fleiſſigſten daruͤber zu ſeyn/ daß hre Zuhoͤrer und anbefohlene Schaͤflein/ in der wahren und allein ſeligmachenden Lehreauß dem reichen Schatz goͤttliches Wortes fleiſſig unter⸗ richtet/ und zuwahrer und Gott wolgefaͤlliger Bußfertigkeit/ und Gottſeligkeit/ unablaͤſſig durch ſie ermahner werde/ damit o vielmoͤglich/ viele Seelen/ inden Schifflein Chriſt erhalten⸗ Vnd zum Haven der ewigen Seeligket gefuhrt werden moͤgen/ welches êmpt uñ Schuldigkeit/ gege meine Zuhorer ich fuͤr neine b wenla Perſon nich auch erinnert/ uñ etzliche vergangene Jahr/ eine Bußpoſaune hey denſelben angeſtimmet und Erſchan Joſen jeſes hochgrführlchn uchge Hochgedohne rer und Prdigrr un rrüͤber zuſſeyn/ daßhe drwahrm undallenſ⸗ daß göttliches Worlt dGotr wolgefüllgrd ig durch ſiecrnahunne / undan Schifftwor mSnüße gcfünnne kat geg meinegunn rinnert/ uñ is den angeſtnnnaude Wann ich nun deroſelbeerſten Theil/ Euer Hoch⸗Fürſtl. Durchl. Hertz⸗Geliebt und geehrten Eh⸗Herrn unterthaͤnig offerirr und zugeſchrieben/ als habe ich mich ferner verkuͤhnen wollen/ den andern Theil derſelben/ unter Euer Hoch⸗Fuͤrſtl.. Durchl. ho⸗ hem und hoch beruͤhmten Namen herauß zugeben/ wozu mich nicht allein/ Euer Hoch⸗Furſtl. Durchl. beſtaͤndiger und ſehr geruͤhmter Eiver in der Lehr der unveraͤnderten Augſpurgi⸗ ſchen Confeſſion, deroſelben unverdroſſene Bbung der wahren Gottſeligkeit/ gnaͤdiges und geneigtes Gemuͤthe gegen alle treue Lehrer und Prediger/ in welchem allem/ ſie mit jhrem Hertz⸗Ge⸗ liebt und geehrten Eh⸗HErꝛn/ uͤberauß gleichfoͤrmlich/ mit ſon⸗ derlichem Ruhm/ geſinnet/ ſondern auch inſonderheit bewogen/ daß Euer Hoch⸗Fuͤrſtl. Durchl./ gegen meinen lieben Schwie⸗ ger Vaternſeligern/ Herrn Peter Holthauſen/ treufleiſſigen ge⸗ weſenen Seel⸗Sorger/ zu Maͤnnighuͤlffen/ nach dem Exempel jhrer Hoch⸗und Hertz⸗Geliebten Frau Mutter/ gottſeligen An⸗ denckens/ eine ſehr gnaͤdige und geneigte Affleclion getragen/ wie er mir offt und ſehꝛ geruͤhmet/ welches mit danckbarem Hertzen zuerkennen/ ich mich pflichtig und ſchuldig erachte: Bitte dero⸗ wegen Euer Hoch⸗Fürſtl. Durchl. unterthaͤnig/ dieſes geringes/ aber wolgemeintes Wercklein/ mit gnaͤdigen Augen anzuſehen/ mit gnaͤdigen Haͤnden auff zu nehmen/ meine Kuͤnheit mir zu gut zu halten/ und meine gnaͤdige Fuͤrſtin zu ſeyn/ und zu bleiben/ Der Almaͤchtige Gott/ ſo aller frommen Hertzen allergnaͤdig⸗ ſter Vater iſt/ wolle euer Hoch⸗Fuͤrſtl. Durchl. jhrem Hertz aller⸗ liebſten Ehherm zur Pflege und Troſt/ ihren Hertzallerliebſten Ehherrn jhr zu Schutz und Schirm/ nechſt der vaͤterlichen Obhut Gottes/ geſund und bey guten Leibes Kraͤfften/ und aller zeitlichẽ und geiſtlichen Wolfahrt/ allergnaͤdigſt lange Zeit erhalten unſ 2 — 1 8 3 4—. n 2—— 4— 2e⸗ ſie ſammpt und ſonders/ in gutem/ geruhigem/ und unbeſchwer⸗ heſannpäun in die ewige deß Leibes und Seelen Wolfarth verſetzen/ umb deß Blut trieffenden Verdienſtes Jeſu Chri⸗ ſti willen/ Amen/ Amen. Geben Herfurd am 24. Anno.1 6 60ʃ,5.—— b ecembr. Euer Hoch⸗KitſtDurchl. 8.. 4— 3 4 4 1 1 8 8 ———* 5 8 23 6* —..-—— — 8 E 7 8 4*½ 1 5.—— ——— 2 4 4 86 489.*„ ö 1 3—...* 3 1. . X 6. 1 8 2—————— 1 —— 2— — — — 2 —— 2— „.—ſſſͤſ——“ 8 uterthaͤniger Diener und Vorbitter bey Gott M. Johannes Bincke Prediger im Nuͤnſter zu Herfurd⸗ eeeeeeeeeeeeepeeresereerrereerereereren es) der. Saagesseetakehehe v““ à 1 8 4 7† b 5 Pfal rrav.. c c.. Gelobet eſſtdu Heru Lehremich deine Rechte Die erſte Predigt. 1 DE GCONTRITIONIS DISTINCTIONE. Vom nterſcheid der Reuund Leid uͤber die Suͤnde. Efa. 33. v, 14. b Die Suͤnder zu Hion/ ſind erſchrocken/ Zit⸗ tern iſt die Heuchler ankommen und ſpre⸗ chen: Wer iſt unter uns/ der bey einem ver⸗ zehrenden Peuer wohnen moͤge: Wer iſt Unter uns/ der bey der ewigen Glut wohne: S ſpricht GOTT zum Propheten Samuel M 1. Sam. 16. v. 7. alſo: Ein Menſch ſihet was fuͤr Augen iſt/ de HErꝛ aber ſihet das Hertze an: In dieſen Worten ha⸗ — ben wir;. 1. Deceptionis humanæ facilitatem: Wie leicht ein Menſch koͤnne betrogen werden; Weilen er allein ſihet was füͤr Augen iſt⸗ Dann ein Menſch urtheilet von ſeinem Nechſten/ auß deſſen euſerlichen Worten/ Geberden und Wercken/ weilen ſich ſeine Wiſſenſchaft nicht weiter ſtrecket: Da werden aber Viele gefunden/ die ſind gleich den uͤ⸗ bertuͤnchten Graͤbern/ ſo außwendig huͤbſch ſcheinen/ aber inwendig ſind ſie voller Todten⸗Bein/ und alles Vnflaths. Matth. 23. v. 27. 2. Deceptionis divinæ impoſſibilitatem: Wie es unmoͤglich ſey/ daß Gott koͤnne betrogen werden/ weilen er das Hertze anſe⸗ he; Er kennet allein das Hertze aller Menſchen Kinder. 1. eg. 8. v. 30. Er ſuchet alle Hertzen/ und verſtehet aller Gedancken tichten. 1. Chron. 29.:v. 9. Er pruͤfet das Hertze/ und Auffrichtigkeit iſt jhm angenehm. 1. Chron. 30. verſ. 17. Er pruͤfet Hertzen und Mieren Pſal. 7. veſere 3 8 3. 4 1—— 3 1 4—- “ 3 3— 2 VDom nterſcheid der Reu Er iſt ein Zeuge uͤber alle Gedancken/ und erkennet alle Hertzen gewiß/ und hoͤret alle Wort. Sap. J. verſ. 6. Dieſes ſollen wir billich bey unſer Buſſe/ und inſonderheit auch bey der Reu und Leid uͤber unſer Suͤnde beweiſen/ daß wir nicht gedencken wir wollen Gott teuſchen/ und ein fal⸗ ſches/ fuͤr ein auffrichtiges vorbringen: Dann man kan Gott nicht teu⸗ ſch n/ wie man einen Menſchen teuſchet. Hiob. 13. verſ.. Wellen wir nun/ durch die alleinige Gnade Gottes/ den erſten Theil unſer Buß⸗ Predigten/ von der Buß ins gemein/ in neuntzig Predigten zu Endege⸗ bracht; Als wollen wir nun ferner durch unſers grundguͤtigen himli⸗ ſchen Vatters gnaͤdige Huͤlffe und Beyſtand deß heiligen Geiſtes/ im Namen unſers allerliebſten Heilandes Jeſu Chriſti/ der wahren Buſſe etwas naͤher tretten/ und von gebuͤhrender Reu und Leid uͤber unſer Suͤnde/ dem wahren ſeligmachenden Glauben/ als weſendlichen Thei⸗ len der Buß/ und auff dieſelbe folgenden neuen Gehorſam/ als Fruͤchte der wahren Buſſe/ reden und handeln/ und fuͤr dißmal auß verleſenen Worten anſehenn Den linterſcheid der Reu und Leid⸗Weſens/ uͤber die Sande/ ſo bey der Buſſe gefunden wird. Der barmhertzige Gott wolle ſeine vaͤterliche Gnade uns verleihen/ daß wir wahre/ und jhm wolgefaͤllige Reu und Leid uͤber unſer Sunde tragen moͤgen/ um Jeſu Chriſti willen/ Amen. e rnunng. Es wird/ O Chriſtliche Hertzen/ bey der Buſſe gefunden: 1. Contritio ſalutifera; Ein heilbringendes Leid⸗Weſen: Da einer ſeine Sunde alſo erkennet/ und von Hertzen bereuet/ daß er dabey die Gnade Gottes und das Verdienſt Jeſu Chriſti mit wahrem Glau⸗ ben ergreifft: Ein ſolches geaͤngſtes und zuſchlagen Hertz wil Gott nicht verachten. Pſal. ⸗1. verſ. 19. Er wohnet bey denen ſo zuſchlagenes und demuͤtiges Geiſtes ſind/ auff daß er erquicke den Geiſt der Gede⸗ mutigten/ und das Hertze der Zuſchlagenen. Eſa. 57. v. v. Er ſihet an den Elenden/ und der zubrochenes Geiſtes iſt/ und der ſich fuͤrchtet fuͤr adedmt ie Mthes nüßwar Gzauß euche Aug pſela 1. Keria fuugſan uisformwange 1Oran he Na awaep g en grduͤhnmda Aumh e adanabe une ReuundLed Paſas⸗ der Buſſegefundenne c ſeine vaterüche Gnarm om wolgffäͤllige Iau udi umd Jeſu Chnſtwiln Ar Erkläͤrung. Herzen beyder Buſſeir Einheubringndeslels t/ und von. zendeun adimſt Jeſu Cnnnt naſtes und zuſchlunn 19. Erwohnetdchyan bn auff daß cr anrts zuſchlagenm Cuſin 9 nes Gaijii wonit und Leid uͤber die Suͤnde. 3 ſeinem Wort. Eſa. 66. verſ. 2. Wir haben deſſen ein Erempel an Eſra Mein Gott ich ſchaͤme mich ſpricht er/ und ſcheue meine Augen auffzu⸗ heben zu dir/ mein Gott/ dann unſer Miſſethat iſt uͤber unſer Haupt ge⸗ wachſen/ und unſer Schuld iſt groß biß in den Himmel. Eſa. 9. v. 6. An dem Zoͤllner/ welcher ſagte. Gott ſey mir Suͤnder gnaͤdig. Luc. 18. v. 3. Gleich wie ein Acker ehe er beſamet wird/ mit dem Pflug unterſchiedlich muß zugerichtet werden: Alſo muß auch unſer Hertz/ durch wahre Reu und Leid/ mit Moſis Geſetz⸗Pflug zuvor geackert werden/ ehe der Gna⸗ den⸗Same deß heiligen Evangeln darinn außgeſaͤet wird. Dieſes ſoll uns billich ermuntern/ daß wir unſer Leben und Weſen nach den heiligen zehen Gcboten fleiſſig erforſchen/ damit wir nicht allein unſere Suͤnde erkennen/ ſondern auch wahre Reu und Leid uͤber ſie tragen. II. Gontritio hypocritica: Ein heuchleriſches Leid⸗Weſen: Solche Leute ſtellen ſich mit Geberden/ Worten und Wercken/ als wann ſie rechte wahre Reu und Leid uͤber jhre Suͤnde truͤgen; Aber al⸗ les auß heuchleriſchem und falſchem Hertzen: Sie heuchlen mit jhren Zungen. Pſ.. v. o. Und ſolches beweiſenſſi: 1. Sermone; Mit jhrer Rede: Sie ſagen/ wir wiſſen was recht iſt/ und haben die Schrifftfuͤr uns. Jer. s. v. g. Lieber kommet/ und laſſet uns hoͤren was der HErꝛ redet. Ezech. 33. v. zo. 3 2. Oratione: Mit jhrem Gebete: Auß Heucheley breiten ſie jhre Haͤnde auß. Eſa.. v. 1. Sie beten daß ſie von den Leuten geſehen wer⸗ den/ wie die Phariſeer. Matth. ö. verſ.. Sie wenden lange Gebete fuͤr. Matth. 23. v. 14. b 3 3. Contritione; Mit jhrem Leid⸗Weſen uͤber jhre Sunde: Sie ſind erſchrocken/ zittern iſt hnen ankommen. So lange ſie frey b und ſicher in jhrerHeucheley dahin leben/ iſts gut mit jhnen: Aber wann Frau Conſcientia, das Gewiſſen/ auffwachet/ und die Gardins Meſſe lieſet/ ſofuͤrchten ſie ſich. Pſal. 14. verſ.. Zittern komptſie an/ Angſt wie eine Gebaͤrermn. Pſ. 48. v. 7. Und iſt und bleibt dennoch lau⸗ ter Heucheley und Falſchheit: Wie Pharao mit erſchrecklichem Hagel von Gott geſtraffet/ ſtellete er ſieh als waͤren Ihm ſeine Suͤnde leid/ und ſagte zu Moſe und Aaron: Ich habe mich verſuͤndiget/ der HErꝛ iſt ge⸗ recht/ ich aber/ und mein Volck ſind Gottloß. Exod. 9. verſ. 27. Da doch Pharao und ſeme Knechte ſich noch nicht ſhe a A 2 uͤr — 4— —*„—* 3 8.* 5 Vom Unterſcheid der Reu fuͤr Gott dem HErꝛn: ib. v.;0. Sondern ſie verſuͤndigten ſich weiter und verhaͤrteten jhre Hertzen. ib. v. 5. Da Saul deß Koͤnigreiches von Gott entſetze/ ſprach er zum Samuel; Ich habe geſuͤndiget/ Aber ehre mich doch jetzo fuͤr den Eltiſten meines Volckes und fuͤr Iſrael. 1. Sam. 15. v. 30. Damit er ſein in Heucheley vertiefftes Hertze gnugſam offen⸗ bahrte. Wie Koͤnig Achab die Straff⸗Predigt deß Propheten Elia ach7d hoͤrete/ zerriß er ſeine Kleider/ legte einen Sack an ſeinen Leib/ faſteteund gäſelwutf gieng ſaͤmmerlich herein. 1. Reg. 21. verſ. 27. Aber alles auß Heuchelteh. dios,dah. Wie Koͤnig Zedeklas bedraͤnget war/ ließ er ein Frey⸗Jahr außruffen! Heuchecg 45 daß ein jeder ſeine Knechte und Maͤgde/ ſo Ebreer und Ebreerinnen w⸗(hiſindu 4 ren/ ſolte loß geben: Aber er kehrte bald wieder zum Boͤſen. Jerem. 4. oä ecͤtend verſ 8. ſeq. Wie Amiochus von Gott hart geplaget ward/ ſtellete er aPickn ſich/ als wann jhm ſeine Suͤnde leid weren/ und ſagte; Es iſt ja recht Sczenzufn daß ein Menſch ſich fuͤr Gott demuͤtige/ und daß ein ſterblicher Menſch Göeche Geeie nicht ſo vermeſſen ſey/ daß er ſich duͤncken laſſe/ er ſey GO T T gleich.(icenilfen 2. Macc. 9. verſ. 12. Aber es war lauter Heucheley: Von ſolchen Leuten vihte duffech ſpricht Gott ſelber: Was ſchmuͤckeſt du viel dein Thun/ daß ich dir gnaa Aeined 3 dig ſeyn ſoll? Vnter ſolchem Schein/ treibeſt du je mehr und mehr Boß⸗ 1 Lib.16. heit. Jer. 2.v. 33. Gellius ſchreibet/ daß in Paphlagonia die Rebhuͤner noer. At⸗ ſollen zwey Hertze haben. Dieſes mag man von ſolchen Heuchlern wol ue. cep. 15 ſagen/ daß ſie ein Hertze im Leibe/ und das andere als ein falſches/ im Lib 5. Maulhaben. Hypocrira oſtendit in imagine, quod non haber in ve- moral. ritate, ſagt Gregorius: Das iſt/ ein Heuchler zeiget dasjenige gleichſam cap.z. im Bilde/ das er doch in der Warheit nicht hat. Es iſt viel Dinges in der Welt/ deſſen Anfang zwar guter Meinung gemacht/ aber die Heu⸗ cheley hat alles zu Grund gerichtet und verdorben: War im Anfang deß Teutſchen Ordens/ einer darinn getretten/ hat man geſungen: . Das Reich der Welt/ und jhre Pracht/ Meiger. Nucllib Hat dieſer wegen Chriſti Lieb veracht/ capz. Aber endlich hats alſo gelautet: Kleider auß/ Kleider an/ Eſſen/ Trincken und Schlaffen gahn Solch Arbeit teurſce phlaffong 45 — 3 2 8 5 8——*— *— öe““————“ öö——— 4** 4 7 1 9 3— 1* .. — 4 demuͤnge und tin faet ankauſesinf r lunn Heucdem and uckeſt du vicl chen rüſtdueming adet/ daßm Papdlagarun. cs mag man von ſoſchn.u de/ und das andan absait ndit inimagine, quodumt fann Heuchler zagetdaszen Jarheit nichthat. ESſu guter Manungmnutte * 4 chtet und verderden Ah arun geurum atnugt t/ und jbre Pracht Thriſt Lied verac an/ Schlaffm gaun Hermnhan ſonen gnaͤdig ſeyn/ und jhre Suͤnde vergeben wolle und Leid uͤber die Suͤnde. 4 Ach wie iſt dieſe Heuchler Zunfft ſo ſehr groß unter denen ſo ſich bußfertig erzeige⸗ Aber ſie grdencken gar nit andie Hertzen kuͤndige Augen deß Allerhoͤchſten/ fuͤr welchen kein Heuchler komt. Hiob. 13. v. 6. Verſte⸗ he/ daß er ſeiner Gnade theilhafftig werde; Sondern ſie werden endlich hoͤren. Ich habe euch noch nie erkant/ weichet alle von mir jhr Ulbelthaͤter. Maith. 7. v. 23. Es kan und wil Gott die Heucheley nicht ungeſtraffet laſſen/ auch offtmals in dieſem Leben: Hievon zeuget gar herrlich Euſe- bius, daß fuͤr der erſchrecklichen Verfolgung Diocletiani, eine groſſe Heucheley und Sicherheit unter den Chriſten fuͤrher gangen ſey/ und die lib. 8. hiſt. Eccl. c.. Chriſten durch ſich ſelber/ ſich ſelber mit Wort Pfeilen und Waffen an⸗ gefochten/ die Biſchoffe ſeyn wider die Biſchoffe/ und die Voͤlcker/ wider die Voͤlcker auffruͤhriſch worden/ daneben ſey Heucheley und euſſerlich er Schein zur hoͤchſten und euſſerſten Boßheit geſtiegen; Darauff ſey das Gerichte Gottes/ nach ſeiner Gewonheit erfolget/ und da die Menſchen ſolches nicht fuͤhlen und erkennen wollen/ und die Gnade Gottes durch wahre Bußfertigkeit nicht geſuchet/ ſondern alſo gelebet/ als wann Gott die Suͤnde der Gottloſen nicht achte auch nicht heimſuchen werde/ ſey die eine Boßheit mit der andern uͤberhaͤuffet: Vnd ſey allerhand Zancl/ Streit/ Haß/ Feindſchafft und Ehrgeitz auch unter den Dienern Got⸗ tes erfolget: Da ſeydie grauſame Verfolgung deß Diocletiani auß ge⸗ rechtem Gerichte Gottes angangen: Darauß klaͤrlich zu erſehen/ wie daß Heucheley in der Buſſe/ den erſehrecklichen Zorn Gottes außbruͤte/ wel⸗ ches uns zur Auffrichtigkeit/ und hertzlicher Reu und Leid uͤber die Suͤnde auffmuntern ſol. e IIlI. Contritio deſperativa: Ein verzweiffelndes Leid⸗Weſen: Solche ſehen Gott an als ein verzehrendes Feuer: Wegen ſeines ge⸗ rechten Zorns uͤber jhre Suͤnde: Dann da iſt er ein verzehrendes Feuer. Deut. 4 v. 24. Ein Feuer ſo biß ins Verderben verzehret. Hiob. 31. v.12. Dafaͤhret Gottes Grim auß wie ein Feuer/ und brennet das Niemand leſchen kan. Jer. 4. v. 4. Solche erſchrecket die ewige Glut/ ſo ſie mit jh⸗ ren Suͤnden verdienet; Ob nun zwar bey ſolchen/ Erkaͤntnuͤß/ Bekaͤnt⸗ nuͤß und Reu und Leid uͤber jhre Suͤnde iſt/ ſo verzweiffeln ſie doch in dem ſelben/ und glauben nicht/ daß GOT T umb C HRJe5T willen welches verur⸗ · ſaches Zeil. Col- lectan. pa- gin. 141. 6 Vom nterſcheid der Reu ſachet daß die Gnade Gottes die ſie lange Zeit vorſetzlich und muthwil⸗ lig verachtet/ auß gerechtem Gerichte jhnen entzogen: Alſo hatte Cain zwar groſſe Reu und Leid uͤber ſeine Suͤnde/ aber er vermeinte /ſie waͤren groͤſſer denn daß ſie jhm koͤnten vergeben werden. Gen 4. verſ. z. Saul aͤngſtigeten ſeine Suͤnde alſo/ daß er auß Verzweiffelung der Gnaden GOTTES in ſein eigen Schwert fiel. 1. Sam. 31. verſ. 4. Achito⸗ pel erhing ſich ſelber. z. Sam. 17 v. 23. Judas erkante zwar/ daß er uͤbel gethan/ daß er unſchuldig Blut verrathen/ aber er ging hin und erhenckte ſich ſelbſt. Matth. 27. verſ. 4.1eq. Ein erſchreckliches Exempel/ was die Verzweiffelung an GO TTES Gnadelaußrichten koͤnne/ hat ſich an einem Kauff⸗Mann zu groß Glogau in Schleſien im Jahr 16 15. erwieſen/ wie derſelbe zu Lublin in Pohlen auff die vier tauſend Guͤlden Schaden gelitten/ hat er ihm ſelbſt/ auß Verzweiffelung/ den Bauch uͤberzwerch auffgeſchnitten/ daß die Daͤrme herauß gefallen/ nachmahls in den eib gegriffen/ den Magen heraus geriſſen/ und einen Schritt breit vom Bette geworffen/ weilen aber das Hertz noch unverſehrt geweſen/ iſt er durch einen Prediger/ noch zu recht gebracht/ und nach ſeinem To⸗ de in einen Garten begraben worden. Aber ſolche Bekehrung geſchicht ſelten: Es iſt aber das Leid⸗Weſen der Verzweiffelten/ von dem heilſa⸗ men Leid⸗Weſen der recht Bußfertigen weit unterſchieden/ und zwar: 1. Ratione Dei; An Gottes Seiten Warhafftig bußfertige Hertzen/ ſehen nicht allein auff Gottes Gerechtigkeit/ dadurch das Leid⸗ Weſen uͤber die Suͤnde bey jhnen wird erwecket/ daß es bey jhnen heiſſet Ich fuͤrchte mich fuͤr dir/ daß mir die Haut ſchauert/ und entſetze mich fuͤr deinen Rechten. Pſalm. 119. v. 20. Sondern daneben auff ſeine Barm⸗ hertzigkeit/ und ſagen mit Moſe: HERR/ HERR GO TT barmhertzig und gnaͤdig/ gedultig und von groſſer Gnad und Treue/ der du beweiſeſt Gnade ins tauſend Glied/ und vergibſt Vbertretung/ Miſſethat und Suͤnde. Exod. 34. v 6. ſeq. Sietroͤſten ſich deſſen/ daß wo die Suͤnde maͤchtig worden/ da ſey die Gnade Gottes viel maͤchtiger. Rom. z. v.20. Vnd ſagen: Unſer Schuld 33 groß und ſchwer/ von uns nichtauß⸗ zurechnen/ b Doch dein Barmhertzigkeit iſt mehr/ die kein Menſch kan außſprechen/ 8 vnae Sunm Jhebeynchei zitticheTue 2Cor b 1 4 kan 6 gthän dn ſirdan R 1 zellahet 1 Da der fümana. mitun !den. Äbe ſeic Bit de Jemafennie „ngen vatunaſchioade Hottes Seiten Vaßefts Hoites Gerechtigkeit diht nwud emecktt daßtsſcſ rdie Hautſchauert udate ee HEXX7HENN eig und von goſſ Gun end Glhed unregifd 4.v 6. lec. Sieniſſc u ſcydi Gnade Gnbnti of undſchwer mun 1 keit iſt mehr/ deichl nen/ mit David. P und Leid uͤber die Suͤnde. 7 Dieſuchenund egchren wir hoſfen duwerdeſtHer. andir,/,“ Mit nicht laſſen gebrechen. 2. Rarione Chriſti: An Chriſti Seiten: Recht bußfertige Her⸗ ken/ ergrriffen mit wahrem Glauben/ bey jhrem Leid⸗Weſen uͤber jhre Suͤnde/ das Plut er eſſende theure Verdienſt Chriſti/ auff welchen ſein himliſcher Vater aller Menſchen Suͤnde geworffen. Eſa. 53. v. 6. So als das Lamb Gottes der Welt Suͤnde getragen. Johann.. verſ. 29. Aber das verſtoſſen die Verzweifflende in jhrer Reu und Leid von ſich. 3 3. Ratione Spiritus fancti: An Seiten deß heiligen Geiſtes: Dann bey den Verzweiffelnden iſt ein knechtlicher Geiſt. Rom. 8. v.. Welcher wircket eine Traurigkeit zum Tode. 2. Corinth. 7. verſ. 10. Und der boͤſe Geiſt laͤſſet ſich bey ſolchen finden/ welcher wie er jh⸗ nen die Suͤnde zuvor klein gemacht/ alſo machet er ſie jetzund groß: Aber bey recht bußfertigen Hertzen iſt der heilige Geiſt der erwecket eine goͤttliche Traurigkeit/ welche wircket eine Reue die Niemand gereutt. 2. Cor. 7. v. 10. ö 4. Ratione peccati: An der Sunden Seiten: Recht Bußfer⸗ tige ſehen nicht allein auff jhre wirckliche und grobe Suͤnde/ ſondern auch auff jhre Erb⸗Suͤnde/ und die jenige ſo ſie nicht erkennen koͤn⸗ ſalm. 19. verſ. 13: Aber die Verzweiffelnde ſehen nur auff jhre euſſerliche grobe Suͤnde/ wie an Cain/ Saul/ Achitopel und Juda zu ſehen. b“ 5. Ratione ſupplicii: An der Straffe Seiten: Warhafftig Bußfertige ſehen eigentlich auff die ewige Straffe/ und ſagen von der Zeitlichen; Ich wil deß HErꝛn Zorn tragen/ denn ich habe wider jhn ge⸗ fuͤndiget. Mich. 7. verſ. 9. Aber Verzweiffeinde ſehen offt mehr auff die zeitliche Straffe/ wie abermahl an obgemelten Verzweiffelnden zu ſehen iſt: Der barmhertzige Gott wolle uns behuͤte fuͤr Heucheley/ ſo da endlich fuͤhret in Verzweiffelung/ und dagegen jhm wolgefaͤllige Reu bey uns erwecken umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. Die 2 5 3 En—— —— nnn 2—— 5 3 Wie die Geſetz⸗Predigt Dite ander Predigt. DE CONTRITIONIS GCAVSA EEEICIENTE ET IN. STKUMENTAII PRIMA, QHlf LEGIS PKRADICA TIO. Wie Gott durch die Geſetz⸗Predigt wahre Reuuͤber Suͤnde/ bey uns wircke. b Jer. 23.v. 29. Iſt mein Wort nicht wie ein Feuer/ ſpricht der HERR/ und wie ein Hammer der Pelſen zuſchmeiſt⸗ s Sſpricht Paulus Rom. 4.v.·. Das Geſſetze rich⸗ te nur Zorn an: Solches aber verrichtetes: 1. Non exX divina inſcriptione& promulgatione; B) — Nicht wegen der goͤttlichen Einſchreibung in unſere Hertzen/ und der offentlichen Vorſtellung deß Geſetzes auff dem erge Sinai; Dann Gott hat anfaͤnglich das Geſetze in deß Men⸗ ſchen Hertze geſchrieben/ welche Einſchreibung auch nach dem Falle/ in deß nicht wiedebohrnen Menſchen Hertze gefunden wird. Rom. 2. v. 14. ſeq. Aber ſo elendiglich durch den Suͤnden⸗Fall verderbet/ daß nur ein geringer Beweiß ſolcher Einſchreibung vorhanden:Gott hat hernacher ſolches Geſetze auff dem Berge Sinai den Iſraeliten offentlich vorge⸗ ſtellet/ nicht fuͤrnemlich zu dem Ende/ daß dieſe Einſchreibung und Vorſtellung ſolte Zorn bey uns anrichten/ ſondern daß wir darnach le⸗ ben/ und Gottes Hulde und Gnade dadurch erhalten und behalten ſol⸗ ten. Dann gleich wie eine Obrigkeit/ jhre Geſetze nicht zu dem Endejh⸗ ren Vnterthanen vorſtellet/ daß ſie ſich daran vergreiffen/ und ſtraff⸗ wuͤrdig werden; Sondern jhr Leben und Weſen darnach richten ſollen/ damit ſie in keine Straffe moͤgen gerathen: Alſo hats auch Gott mitſei⸗ nem Geſetze gemeinet: Dann welcher Menſch Gottes Gebot thut/ der wird dadurch leben. Lev. 18. v.. Wilt du zum Leben eingehen(durch das Geſetze) ſo halt die Gebot. Matth. 19. v. 17. Da heiſſet es: Thue das/ ſo wirſt du leben. Luc. 10. v. 28. b 2. Sed ex noſtra transgreſſione; Sondern auß unſer Ubertret⸗ tung: Weilen wir das Geſetze mit Gedancken/ Worten und Weeen uͤbertret⸗ gverdn n h Sindeſwie ia dn in 2 m mlcnprioneg nan gotrüchen Ein reidann en Vorſtellungdeß 3 drabungvorhander Getſt le Sinu de Jrackimofir in Ende/ daß deſe Enſh sanrcchten/ ſondandaute nade dadurch chaltmudte gfet 1 1 Geſchenichtauh aß ſie ſich deanvagufin denund Waſendmact n arathar Aſohasue rrlcher Manſchetzber Wältduzum(cacngfe 6. 19.v. 7. Daßaſttte 3u0n 4 oncz O ondernalßunt, nu Gedancka Dmn, leidentlich verhaͤlt: Alſo kan ein made wi⸗dagebohnar Vienſch ſh wahre Reuuͤber die Suͤnde wircke. 9 uͤbertreten/ und unter uns Niemand das Geſetze thut. Joh. 7. v. ‧9. Deß⸗ halben verfluchet uns Moſes. Deut. 27. v. 26. Verklaget uns auch. Johan.. v. 45. Es bringet uns das Geſetz zur Erkaͤntnuͤß unſer Suͤn⸗ den. Rom 3. v. 20. Und machet auch die Suͤnde maͤchtig. Rom z. v. 20. Das iſt /es zeiget uns/ wie uns die Suͤnde in Gottes Zorn/ ſeinen Fluch/ und die Macht deß Teuffels/ Todtes und Verdamnuͤß ſtuͤrtze: Aber es hilffet uns nicht auß unſerm Elende/ ſondern laͤſſet uns darin ſtecken. Derowegen gleichwie das Geſetze fuͤr dem Suͤnden⸗Fall eintzig und al⸗ lein iſt geweſen ein Regul und Richtſchnur deß Gott ſchuldigen Gehor⸗ ſams /alſo iſis neben andern Nutzbarkeiten nach dem Suͤnden⸗Fall auch geworden eine Offenbahrung deß Zorns GOTTES uͤber unſer Sandeoirauh die verleſene Worte bezeugen/ auß welchen wirwollen ekrachten; b 3 Wie Gott der HEr: durchs Geſetze wahre Reu und Leid u ber unſer Suͤnde beyuns wircke. Der grundguͤtige Gott wolle bey dieſer Betrachtung auch unſere Her⸗ tzen durch ſeinen Finger/ den H. Geiſt ruͤhren/ daß ſie fruchtbarlich geſchehen moͤge/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. b Erklaͤrung Wir haben alhie zu beobachten. 1. Contrririonis ſalutiferæ ortum; Wo heilſame Reu und Leid herkomme: Der HErr ſpricht; Sagt Jeremias: Dann gleich⸗ wie unſere Bekehrung eintzig und allein ein Gnaden Werck Gottes iſi/ alſo auch derſelben Anfang/ wahre Reu und Leid uͤber unſere Suͤnde Er nimt das ſteinern Hertz auß unſerm Fleiſch hinweg/ und gibt uns ein flei⸗ ſchern Hertz. Ezech. 36. v. 26. Dann fuͤr der Erweckung wahrer Reu und Leid uͤber unſer Suͤnde/ ſeyn unſer Hertzen offt wie Steine: Gleich⸗ wie ein Stein jhm ſelber zur Erweichung nicht helſſen kan/ ſondern hart iſt und bleibet: Alſo kan auch ein nicht wiedergebohrner Menſch/ hm ſelber zu ſeiner Bekehrung nicht helffen: Gleichwie ein Stein/ wann auß demſelben etwas Gutes ſol bereitet werden/ ſich purè paſſivè, oder bloß ſel 6 3 A. ⸗ — 8* 8— 10 Wiedie Geſetz Predigt nicht helffen/ ehe und bevor die goͤttliche Mittel zur Bekehrung an ihn gewand werden. Dann/ in dieſem Fall iſt der Menſch wie ein Thon in der Hand eines Toͤpffers. Eſa. 64. v. g. Ja/ der Menſchiſt in ſeiner Be⸗ kehrung offt aͤrger als ein Stein: Dann ein Stein widerſetzet ſich dem Steinhauer nicht/ wenn er etwas darauß bereiten wil; Aber ſolches thun die nicht wiedergebohrne Menſchen offtmahls/ uñ wollen ſich den Geiſt Gottes nicht ſiraffen laſſen Gen.6 v.z. Sie wollen die Wege Gottes nicht lernen. Pſal. 95. v. 10. Sie wollen ſich unter Chriſti Gnadenfluͤ⸗ gelnicht verſamlen laſſen. Matth. 23. v. 37. Sondern wider ſtreben dem heiligen Geiſt. Act. 7. v. 1. Derowegen muß uns Gott bekehren/ ſollen wir bekehret werden. Jer. z1. verſ. 28. Der heilige Geiſt ſtraffet(durchs Predig⸗Ampt) die Welt/ umb der Suͤnden willen. Joh. 16. v. 8. Die⸗ ſes muͤſſen wir erkennen/ und wann der aller gnaͤdigſte Gott uns die Mit⸗ telunſer Bekehrung vorſtellet/ den ſelben nicht widerſireben/ ſondern mit Koͤnig Joſia/ unſer Hertzen uͤber Gottes Wort erweichen laſſen/ und uns fuͤrdem HErꝛen demuͤtigen. 2. Reg 22.v. 19. Neigen unſere Ohren her/ und kom̃en zu Gott und hoͤren/ ſo wird unſer Seele leben. Eſa.⸗.v.z. II. Contritionis veræ medium: Das Mittel dadurch wir zu wahrer Reu und Leid uͤber unſer Suͤnde kommen: Solches iſt Gottes Wort: Wann aber Gottes Wort unter andern wird un⸗ terſchieden/ in das Wort deß Geſetzes/ und das Wort deß Evangeltz/ ſo Aallet allhie die Frage fuͤr/ ob Gott durch das Wort deß Geſetzes/ oder Mluddir m deß Evangelij die Reuund Leiduͤber die Suͤnde wircke? Im Jahr z8⸗ Ekon hat Johannes Agricola Islebius dieſen Ir:thum wollen verthedigen: cord. pag Man habe deß Geſetzes nicht noͤtig man ſolle und koͤnne/ beydes Et⸗ (mihi) kaͤntnis und Reue uber die Suͤnde/ auß dem Evangelio ſuchen und fin⸗ 457. den als die Vergebung der Suͤnden; Darwider der Herꝛ Lutherus eif⸗ Tom.7. ferig geſchrieben; Daß aber dieſe Meinung lslebij und anderer falſch Jenenſ. ſey/ iſt zu erſehen: fol.(mih'i). Exdiverſo legis& Evangelii effecto: Auiß unterſchiedlicher 286. ſegc. Wirckung deß Geſetzes und Evangelii: Dann der Buchſtab Ge⸗ letze) toͤdtet/ der Geiſt/ Evangelium) macht lebendig.. Cor. 3.v. 6. Deß Geſetzes Ampt iſt die Verdamnuͤß predigen/ deß Evangelij aber die Ge⸗ rechtigkeit predigen. ĩib. v. 9. Gleich wie nun toͤdten und verdammen zum Geſetz/ und alſo zur Reu und Laid gehoͤret: Aber lebendig mach unn Herech⸗ dk 18 de al ere Ker. 6— e a 8 Seeduen ahre Reu uͤbe 5 di g— der R prediger erd —— n der deeau gen zum E die Saͤnt Siu diln ans. Legi u und! zum Evan Saͤnde t dalm an Aho. Hogisisen bun Svenheh ude wi e eh mm. Vhe d„Sandmn 14 uchſta agis au Jcirec er non bezum Ge ſoge b— 1a Danuß dei lebend bdeß Geſetes. nim epec Beſetz ul b horet di I n 9 Uns m digmachen eſetz uàm mi peccatur ccandu und ni ie Wi daS halig rut nachet nachende es/ w inui um poti um, ſi tzum E ir⸗ 7— emee 383n ae dereranen den heer 2 unehr daß drce eüer Juimencce.e mee ehn wt rn.— Verdaann dangenn offf dusdeSgn aakenn meer Pegne„ Da Paala⸗ 9.— 1 cken/ 32 tretten. G eibes Lunſe Inklag/ hancelrce e Sunden dauan gen/ N en.3. v amen ara tet: Da vangeſeoh Beſcnes un whn Gott Alanben adamni 25 Es hnn holiſ dr Daha hat Bn und bier Weeine beeereen üde 8” Di EV zun den. Es en/ ſonder Hott gen elio de Suͤnde atde W ie Bot angelii eß Ge offenb dern ottes(ni ſolle de uus daſen videe b ſ eſen(ſo unde Evangch eſetzes. R ahret di Nn anu Schre⸗ noͤtig Inthum 3 eyn)ſond ferne a Evang 110: A om 3. v ie Gere achena 1 re⸗ u man ſoll r verkuͤndi ern Fri Senmaeran p.zr. rechtigkeit/ edie auß dem undten iſt d iget F jede/ G' oten d uͤndig Lah t/ ſo fuͤ under: Evangad O as Ev reude utes u 5 E gen nich ſpruch F erer 4 as brerganmnemee mc evanani Heuchdeßerhen tinung yng n. R det von Volcke Eſ und ni en ge⸗ bicdiudc Zeneiehan ans ſin nicht 3 4 1 aieeerefit v. 7. Vche d 38 dd⸗ ngelieſc Geſetze ens e ſe 8. G derfaner eue as Evan eſetzes Evangel o: Nrfuri klar/ d nter de Todte as Geb eſetze/ ſo ES. 2 waf gelium bum) i: Dmn dem Saf wah m Fluch.Rom et ſo uns ndernda lct. 20.10. Es it nhan— denn Erananter un Galat,3,9 en 1o. Laſss nen 24. ich d Eusot nni unda Ln n eerdhan 20 10. D ſfge ksom — eeniſeeeerene eenihe aes Leeht e 1. Knaneer a dfeheuig ie Suͤnd iß Wede rfo as G Wi eß G egen 7nenmen rmidabi eſetze zie Go eſebes geſetzer icht auß abiliign wcere ware Beſ ee w u e 1 b n Feuer: Ladgehon Perdeh! In Vort nicht wie ei t wie ein Feuer: Dieß Oieſe B feurige 2 ge Ei genſchaff t deß —— 5 38 2 Wiedie Geſetz⸗Predigt deß Geſetzes anzudeuten/ hat Gott ſein Geſetz auff dem Berge Sinan/ mit Donner und Blitz gegeben. Exod. 20. v. 19. Daß der Berg gebrand biß mitten an den Himmel. Deut. 4. v. 1. Daher wird es genant ein feu⸗ riges Geſetze zu Gottes Rechten. Deut. 33. v. 2. Wie im Jahr 15 30. Keyſer Carolus V. zu Muͤnchen ſehr koͤſtlich eingeholet worden/ iſt recht Zeil Man. uͤber dem Wege da der Keyſer hergezogen ein feuriger fliegender Drach Part.ꝑ. gantzwercklich gemacht/ in Luͤfften geſchwebet: Alſo gehets allen Uin⸗ 336. bußfertigen/ uͤber dieſelbe ſchwehet auff jhren ſuͤndlichen Wegen/ der Fluch deß Geſetzes/ als e ice Drache. Dieſes Feuer dringet end⸗ lich zu der Menſchen Hertze/ machet in demſelben durch die. Hitze deß Zorns Gottes/ ein ſolches Feuer/ daß auch die Heuchler die Zittern an⸗ komt/ und ſprechen: Wer iſt unter uns der bey einem verzehrenden Feuer wohnen moͤge? Wer iſt unter uns der bey der ewigen Glut wohne Eſa. 33. v. 14. Da machet GOTT ſein Wort in ſeiner Diener Munde zu Feuer/ und das Volck zu Holtz/ daß es ſie verzehret. Jer.. v. 4. Als „die Portugeſen unter dem Albuquercio, in ein Schiff/ ſo jhnen begeg⸗ Zeill. Col- net ſteigen wollen/ iſt darin gehling eine Flamme auffgangen/ ſo die leckan. Portugeſen ſehr erſchrecket/ und das Feuer ſie ferne vom Schiff hinweg F* ²². getrieben/ und hat man hernach erfahren/ daß ein ſolches Feuer durch Kunſt gemachet werde/ nicht brenne/ und gar leicht wieder von denen die es anzuͤnden/ wann ſie es beliebet/ außgeleſchet werden koͤnne. Auß dem Wort deß Geſetzes/ wann es mit Andacht und Verſtande angehoret wird/ faͤhret ein erſchreckendes Feuer in unſer Hertzen und Gewiſſen/ welches von denẽ die es gemachet/ mit einem andern Feuer/ nemlich deß heiligen Evangelij kan geleſchet werden: Dann ſolches iſt das Feuer/ welches auff Erden anzuzuͤnden Chriſtus gekommen iſt. Luc. 12.v. 49. Durch dieſes Feuer wird das Feuer deß Zorns G O TTES/ und deß Fluches deß Geſetzes/ ja das hoͤlliſche Feuer außgeleſchet/ und der ſelig machende Glaube/ die Liebe GOTTES/ wahre Andacht/ und die Begierde geiſtlicher und himmliſcher Dinge in uns angezuͤndet: Sol⸗ ches bekanten die zween Juͤnger ſo mit CEHRJSTO nach Em⸗ mahus wanderten/ daß ſie ſagten: Brante nicht unſer Hertze in uns/ da er mit uns redet auff dem Wege/ als er uns die Schrifft oͤffnet. Luc. 24. v. 32. Und ſolches iſt fuͤrgebildet/ durch die feurige Zungen der Apoſiel am heiligen Pfingſtage. Act. 2. verſ. 3. Sol aber dieſes erleucht und frqui⸗ mbipionun Gteſe hüta Uieſentgnman DachrGettihe .1 Utmaa ner Wieein.n hſeta 1 Noltan Säegan Glhen tddaggenſige ſnelenan ſeſtnnvtas aäquerco, man Scoff 6 Ardlng eine Flmme aufn und das Feuc ſifmerond ach erfahrm daßenſolch⸗ brenne/ und gerlachtwian edet/ außgrleſchetwadaltin e mnt Indacht und Vafimn es Feuer in unſc Hata u chat/ mi anemanden ziann getwaden: Dan ſechen den Chriſtus arkommanſ. Feuer deß dons GO Ue olliſche Fruer außaaliſie OTTES/ wahr lat ien: Brantemchtun rals cruns 229 det/ durch diefeunkonn 1 un Sa7dSs und iſt: wahre Reuuͤber die Suͤnde wirtke. 3 n erquickendes Feuerin unſerm Hertzen Statt finden/ ſo muß das erſchre⸗ ckende Feur deß Geſetzes vorhergehen: Daſſelbe machet unſer Gebein erſchrocken/ und unſer Seele ſehr erſchrocken. Pſalm. 6. v.3.1e g. Da iſt die Angſt unſens Hertzens groß. Pſal. 25. v. 17. Die Hand Gottes iſt Tag und Nacht ſchwer auff uns/ daß unſer Safft vertrocknet/ wiees im Sommer duͤrre wird. Pſalm. zꝛ verſ. 4. Wrr ſind ſehr zuſtoſſen/ und heulen fuͤr Unruhe unſers Hertzens. Pſalm. 38. verſ.). Unſer Gebeine ſind verbrand/ wie ein Brand Pſal. 102. v. 4. Dieſes/ dieſes/ OChriſt⸗ liche Hertzen kan das Feuer deß Geſetzes bey uns Menſchen außrichten: Solches Feuer deß Geſetzes ſollen und muͤſſen wir erkennen/ unſere Her⸗ tzen dadurch laſſen erweichen/ ſonſten folget ihm auff dem Fuß/ das Feuer der Straffe und Rache Gottes uͤber unſer Suͤnde/ welches bren⸗ net biß in die unterſte Hoͤlle. Deut. 32. v. 22. Da friſſet das Feuer der Gottloſen Huͤtten. Hiob. 15. v. 34. Gottwil Blitz/ Feuer und Schwefel uͤber ſie regnen laſſen/ und jhnen ein Wetter zu Lohn geben. Pſal. 11. v. 6. Dafuͤr Gott jederman gnaͤdig behuten wolle. 2. Urmalleo conterente; Als einem zuſchlagenden Ham⸗ mer: Wie ein Hammer der die Felſen zuſchlaͤgt: Alhie muͤſſen wir inſonderheit beobachten:— 1. Noſtram conditionem: Unſern Zuſtand: Wir ſind/ leiden/ Felſen Art. Gleichwie ein Fels ſehr hart/ und dem jenigen der jhn arbeiten wil/ widerſpenſtig iſt: Alſo ſind auch viele Hertzen der Menſchen/ daß ſie ſich nicht wollen erweichen laſſen zum Guien. Die machen jhr Ange⸗ ſicht haͤrter wie ein Fels. Jer. 5. v.3. Sie haben ſteinern Hertzen. Ezech. 36:v. 26. Und ſiellen jhre Hertzen wie ein Demant. Zach. 7 v.12. Alſo war das Hertz Pharao hart und wegerte ſich die Iſraeliten ziehen zu laſ⸗ ſen. Exod. 7. v. 14. Die Kinder Iſrael gehorcheten nicht/ ſondern haͤrteten Ihren Nacken /wie der Nacke ihrer Vaͤter/ geweſen/ die nicht glaubeten an den HErrn jhren Gott. 2. Reg. 17. v. 14. Koͤnig gedekia ward auch hals⸗ ſtarrig und verhaͤrtete ſein Hertz/ daß er ſich nicht bekehret zu dem HErꝛn dem Gott Iſrael. 2. Chron. 36. v. 14. 12. Legis operationem; Was das Geſetz bey ſolchen felſich⸗ ten Hertzen wircke: Da iſt das Wort deß Geſetzes/ wie ein Ham⸗ mer: Freylich/ freylich/ hat das Geſetze Hammers Natur an ſich/ b B 3 a. Mal. — . 3— 4—— 8— . 1 4.—— 3 ————„* .* 2*——— 8 ³.„ 3 14 Wie die Anklag deß Gewiſſens. a. Malleus infigens: Ein Hammer ſo etwas einſchlaͤgt: Mi⸗ dem Hammer ſchlaͤget man Naͤgel und andere Sachen ein: Wie der fluͤchtige Siſſera bey der Jael einkehrete und Schutz bey jhr ſuchete/ und ſich zur Ruhe legte/ nahm ſie einen Nagel und Hammer in jhre Hand/ und gieng leiſe zu ihm hienein/ und ſehlug den Nagel durch ſei⸗ nen Schlaf/ daß er ſtarb. Jud 4. v. 20. leq. Alſo thut das Geſetze auch/ es ſchlaͤget den Nagel deß boͤſen Gewiſſens in unſer Hertze/ daß wir dem Tode naͤher als dem Leben ſeyn: Dann es machet eine unertraͤgliche Pein/ verklaget/ uͤberzeuget/ und verdam̃et ſich ſelber und ſchonet keines Menſchen/ auch keiner Koͤniglichen Perſon/ und fodert dieſelbẽ fuͤr das Cammer⸗Gericht unter der lincken Bruſt/ und muͤſſen auch wider /hren Wuůllen daſelbſt erſcheinẽ: Da iſt dann Reu und Leid auf dem Fuß dabey. G. Malleus conterens: Ein zuſchlagender Hammer; Gleich wie man mit einem Hammer auch ſehr harte Dinge zu Stuͤcken ſchla⸗ gen kan: Alſo kan auch der Hammer deß Geſetzes die harten Angeſich⸗ ter/ Nacken und Hertzen zuſchlagen. Da gibtes zubrochene Hertzen/ und zuſchlagene Gemuͤther/ bey welchen Gott naheiſt. Pſal. 34. v. 9. Ein ſolches geaͤngſtes und zuſchlagen Hertz(welches Gottes Gnade Gäthanmte und Chriſti Verdienſt dabey ſuchet) wil Gott nicht verachten. Pſ. ä. ha v. 19. Da ſchlaͤget Gott offt/ wie man einen Feind ſchluge. Jer. 30. v.. it huharu Aber zu dem Ende/ daß er bey jihnen wohne/ und erquicke den Geiſt/ d e Hnde Gedemuͤtigten/ und das Hertze der Zuſchlagenen. Eſa. 7. v. x. Die er alſo zuſchlaͤget/ die wil er auch verbinden. Hoſe. 5. v. x. Der barmher⸗ tige Gott gebe uns ſeine Gnade/ daß/ wann wir den Hammer deß Ge⸗ ſetzes fuͤhlen/ unſere Hertzen moͤgen erweichen/ und hie zeitlich zu ſeiner Gnade/ und hernach zur ewigen Seligkeit bereiten laſſen/ umb Jeſu jirhde Chriſti willen/ Amen/ Amen. Raxaade Diedritte Predigt. ſtentzc DE CONTRITIONIS CAVSA INTRVMENTALI SE- CINDA, Ql CONSCIENTIE ACCUSATIO. Wie Gott der HERR durch Anklag unſers Gewiſſens/ wahre Reu und Leiduͤber unſer Sunde/ bey uns wircke. ‿ Sap. 17. V. 10. b Daß einer ſo verzagt iſt/ das machet ſeine ei⸗ b gene wie man anen Fend ſoͤuun dnc woßnt/und nut uuch vordinden. hoſe..1. ode/ daß/ wam wirdn hm mogen erwachen/ und ſiem nagen Seligfatbaaualſ — drrreted.. CAVNR MWRAnWT OSCENTIE 400 durch Anklagwitdt er unſa Ecundehe⸗ a0.17. V. 10- gtiſt/ desmah Worten wird angedeutet/ auß welchen wir wollen anſehen: wahee Neucberdte Sündewirck.„ gene Boßheit/ die ihn überzeuget und verdampt. e d* Baͤchlem ¶ᷣ S ſpricht Eliphas von Theman im Buͤchlein 3(₰ 3 S lerich Shn has von dhemani. ſein Leben⸗ 8= lang: Was er hoͤret/ das ſchrecker jhn/ und wanns gleich 28 Friede iſt/ fuͤrchtet er ſich doch der Verderber komme. In dieſe en Worten haben wir drey Bluͤmlein der leidigen Suͤnde/ und deß drauff folgenden boͤſen Gewiſſens: Unter welchen: 1. Tremor: Ein Beben: Gleich wie die Suͤnde mit Freuden und Wolluſt wird begangen/ alſo laͤufft ſie auff zittern und beben auß: Da befindet ſich ein bebendes Hertz. Deut. 28. v. 6. Zittern kompt ſie an/ Angſt wie eine Gebaͤrerin. Pſal. 48. v. 7. Ezechiel muſte ſein Brod eſſen mit beben/ und ſein Waſſer trincken mit zittern und ſorgen/ damit u anzuzeigen/ daß es den Juden wegen jhren Suͤnden/ auch alſo ergehen ſolte. Ezech. 12.v. 18. an“ 2. Tetror: Ein Schrecken: Umb der Suͤnden willen ſuchet uns Gott heim mit Schrecken. Lev. 26. v. 6. Mit inwendigem Schrecken. Deut. 32. v. 25. Daß die Suͤnder das Schrecken wie Waſſer uͤberfaͤl⸗ let. Hiob. 27. v. 20. Daß auch der liebe David ſehnlich klager/ daß ſeine Gebeine und Seel ſehr erſchrocken. Pſ. 6. v. 3. Die Gottloſen aber muͤſ⸗ ſen ein Endenehmen mit Schrecken. Pſ. 73. v. 9. 3. Timor: Eine Furcht; Da machet die Suͤnde/ und darauff folgendes boͤſes Gewiſſen/ daß ſolche Leute ſich fuͤrehten Tag und Nacht/ und ſeyn jhres Lebens nicht ſicher/ deß Morgens ſagen ſie; Ach daß ich den Abend ableben moͤchte/ und deß Abends; Ach daß ich den Morgen ableben moͤchte/ fuͤr Furcht jhres Hertzen. Deut. 28. v. 66. Es ſiſt eitel Jurcht bey jhnen/ und kein Friede. Jer. 30. verſ. 5. Das ſind die Bluͤmlein der Suͤnden/ und Fruͤchtlein deß boͤſen Gewiſſens/ ſo viele Menſchen alſo verborgen und in geheim halten/ als wann ſie einen koͤſt⸗ lichen Schatz gefunden haͤtten/ und iſt jhnen doch nichts anders als eine grauſame Marter und Plage: Wann dieſer Bluͤmlein(aber der giffti⸗ gen Eiſenhuͤtleins gleich) Fruͤchte/ als ein boͤſes Gewiſſen/ recht erwach⸗ ſen und zeitig worden/ ſo gebrauchet ſie der grundguͤtige Gott zur Befo⸗ derung wahrer Reu und Leiduͤber die Suͤnde/ wie auch in verleſenen Wie 8 B 8 8 3 5 4——— ͤ*„ 8 5 1 3—*— 4 3 1 Wie die Anklag deß Gewiſſens Wie Gott durch Erwveckung deß Gewiſſens wahre Ra und Leid uͤber die Sunde wircke. Der barmhertzige G O T T wolle uns mit ſeinem heiligen Geiſt er⸗ leuchten/ daß wirs alſo betrachten/ daß der Wurm deß boͤſen Gewiſſens bey uns keine Statt finden moge/ umb Jeſu Chnſſ willen Amen. — Erklaͤrung. Wir haben bey verleſenen Worten in acht zu nehmen: I. Malæ conſcientiæ proprium: Die Eigenſchaffteines boͤſen Gewiſſens: Es machet den Menſchen verzagt; Gleichwie die Gott⸗ loſen frech und keck/ mutig und ohne Scheu jhre Suͤnde begehen; Alſo ſind ſie in zittern uñ zagen/ furcht und ſehrecken/ wañ nach volbrachter Suͤnde das Gewiſſen auffwachet: Da haben ſie ein ſolches feiges Her⸗ tze/ daß ein rauſchendes Blat ſie jaget/ und fliehen dafuͤr als jaget ſie ein Schwerd/ und fallen da ſie Niemand jaget. Cev. 26. v. 36. Daiſt beyſh⸗ nen ein bebendes Hertz. Deut. 28. v. 65. Was ſie hoͤren das ſchrecket ſit. Hiob. 15. v. 20. Daher ſagt David/ daß jhre Eigenſchafft ſey/ daß ſie ſich fuͤrchten. Pſalm. 14. v. 5. Der Gottloſe fleucht und Niemand ſaget jhn. Prov. 28. v. 1. Sie werden mit Schrecken und Angſt gedrucket und geplaget. Thren. 3. v. 47. Weilen Laban dem Jacob groß Unrechtge⸗ than/ ſo fuͤrchtete er ſich/ auß boͤſem Gewiſſen/ Jaeob moͤgte ſich anjhm raͤchen/ und machete einen Bund mit jhm. Gen. 31. v. 44. ſeq. Joſephs Bruͤder machete jhr Gewiſſen verzaget/ da ſie in Egypten in Noth wa⸗ ren/ daß ſie ſagten: Das haben wir an unſerm Bruder verſchuldet/ daß wir ſahen die Angſt ſeiner Seelen/ da er uns flehet/ und wir wolten jhn nicht erhoͤren/ darum kommet nun dieſe Truͤbſaluͤber uns. Geneſ. 42. v. 21. Die Gottloſen ſind wie ein ungeſtuͤm Meer/ das nicht ſtille ſeyn kan/ und ſeine Wellen/ Koth und Unflath immer außwirfft/ und haben keinen Friede. Eſa. 77. verſ. 20. So etwan ein Wind ſtarck wehet/ ein Waſſer ſtarck rauſchet/ die Steine mit ſtarckem Poltern fallen/ die wil⸗ den Thiere heulen/ der Widerhall auß den hohen Bergen erſchallet/ ſo erſchrecken ſie/ und machet ſie verzagt. Sap. 17. verſ. 18. leq. Dieſes hat erfahren muhn Gaſt 0 Ah“64.A darthandäriee Lohgechoſſen a muüſſnahes Aleih aufwache undhifi nſe ht ſchet uhhhe Fätnain dtToalcht. Aumhesda teeſſchraah frohrum DieGgalche en Manſchenvaagt it mdohne ScheußeSie furchtund ſchrutin/ numt wachet Dahabaſſieen A t ſic jaget/ undſühen dana Nemud ſaat ch a6 5, ℳ. 25.v. 65. Wasſieorat t Dawd/ daß he Eunihi ⸗Der Gotlboſeſteuchtudſt en mit Schrrckenud Ai Dalen Labandem Jurdgu boſan Gewiſſen Jaubmg Sundmit fhan. Gmz1u 4 mn vorzagtt daſie nEgym en wir an unſern Vndantt eclcn/ da w uns flidat wom tnun dieſe Truͤbſclideus je cin ungeſtum Ma un und Ulnfiath immeafen n0. Soetvanen Düſ 3 7 rine mit ſtarcken drim Arar rhall auf dahehan dan verzagt. Sap.a wahre Reu uͤber die Suͤnde wirce. erfahren der Gothiſche Koͤnig Dleterich von Bern/ wie er den Roͤmi⸗ ſchen Burgermeiſter Symmachum, neben ſeinem Tochter⸗Mann den Boethium unſchuldig umbringen laſſen: Dañ da jhm ein groſſer Fiſch kopff neben andern Speiſen zur Mahlzeit auffgeſetzet/ hat er vermeinet Zeil. Ma- er ſehe deß entleibten Symmachi Haupt/ ſo jhm alles Ungluͤck drohete/ nual part. hat ſich darauff ins negſte Gemach begeben/ und iſt inerhalb dreyen Ta⸗ 5.z. gen von Traurigkeit und Gewiſſens⸗Angſt geſtorben: Dieſes ſollen wir fleiſſig bedencken zu dem Ende/ daß wir uns nicht allein fuͤr vorſetz⸗ lichen Suͤnden ſo das Gewiſſen ſehr verletzen/ huͤten ſondern auch wann es uns unſere Suͤnde vorhaͤlt/ ciro, citò, bald/ bald uns zu Gott bekeh⸗ ren: Hiob vergleichet das boͤſe Gewiſſen den Pfeilen/ ſo in den Menſchen ſtecken/ und groſſen unleidlichen Schmertzen verurſachen; und ſpricht: Dia Pfeile deß Allmaͤchtigen ſtecken in mir/ derſelben Grim̃ ſauffet auß meinen Geiſt/ und die Schrecknis Gottes ſind auff mich gerichtet. Hiob. 6. v.4. Alſo ſpricht auch David: Deine Pfeile ſtecken in mir/ und deine Handdruͤcket mich. Pſ.38. v.z. Wann ein Pfeil in deß Menſchen Leib geſchoſſen/ von einer Hand noch tieffer eingedrucket wird/ das gibt 8 unaußſprechlichen Schmertzen: Alſowann unſer boͤſes Gewiſſen nicht allein auffwachet/ ſondern von der zornigen Hand Gottes geſchaͤrffet und tieff in unſer Hertz gedrucket wird/ ſolches bringet unbegreifflichen Schmertzen: Meine Suͤnde iſt immer fuͤr mir/ klaget David. Pſal. Fi. v. 5. Mit welchen Worten er das boͤſe Gewiſſen einem hoͤſen Weibe ver⸗ gleichet/ von welchem es heiſſet wie Martialis ſagt/ 5 Nec poſſum tecum vivere, nec ſine te. O du meines Lebens Verdruß/ Mitt dir ich leben muß. Es kan aber ein frommer Mann/ eines boͤſen Weibs ja noch durch den Todt loß werden Aber dieſe boͤſe Beſtie/(wie jener Cardinaldas boͤſe Gewiſſen recht tauffete) folget auch in die Hoͤlle hinein/ da dieſer boͤſer Wurm bey den Verdampten nimmer ſtirbet. Eſa. 66. v. 24. Es war ei⸗ ne erſchreckliche Suͤndenſtraffe/ daß dem Antiocho Maden und Wuͤr⸗ mein ſeinem verfluchten Leibewuchſen. 2. Macc.9. v.). Und daß Hero⸗ des Agrippa von den Wuͤrmen gefreſſen ward. Act. 12. v. 23. Aber das iſt im geringſten nicht zu ſchaͤtzen/ gegen den Gewiſſens Wurm/ ſo mit jhnen zur Hoͤllen gefahren: In Ethiopia Paben vormahls Valke cIl- — 1— 3 1 —„ 18 Wie die Anklag deß Gewiſſens 2Zwing. Acridophagoi(Heuſchrecken Freſſer) genant/ gewohnel/ wann denſel⸗ Vol. z. ban das Ende jhres Lebens gekommen ſeyn jhnen gefluͦgelte Laͤuſſe gru⸗ Pag. 73. lich und ſchaͤndlich anzuſehen/ in jhrem Leibe gewachſen/ welches wann ſie gekratzet/ ein gewaltiger Eiter herauß gefloſſen/ welchen ein groſſer Hauffe ſolcher Wuͤrmegefolget/ und gleichwol kein Ende genommen biß ſte endlich in groſſem Jammer und Elend jhr Ende genommen. Das mag wol ein Vordilde der boͤſen Gewiſſens⸗Wuͤrmen ſeyn oh⸗ ne/ daß jene endlich den Menſchen zum Todte geholffn/ dieſe aber ewiglich bey den Verdamten bleiben. Paulus vergleicht das boͤ⸗ ſe Gewiſſen einem Brandmahl. 1. Timoth. 4 verſ. 1. Dann gleich wis ein Brandmahl einem Ubelthaͤter an ſeiner Stirn oder anderm On deß Leibes gebrant/ nicht vergehet oder außgeleſchet wird/ ſondemen muß es ſeine Lebe⸗Tage behalten; Alſo iſt ein boͤſes Gewiſſen ein unab⸗ treiblicher Nachfolger deß Menſchen ſo lange er lebet/ wann es nicht durch wahre Reu und Leid erkant/ und mit dem theuren Roſin⸗Farben Blute JESll CHRIJSTJ außgeleſchet wird. Da klaget Jalius SOCOalar der erſie Roͤmiſche Keyſer daß in ſeinem Alter das Gedaͤchtnuͤß Vid. Pie- peruͤbter Grauſamkeit/ jhm ein elender Gefaͤhrte ſey: Da klaget Keyſet 1er. 8 Tiberius daß er nicht wiſſe was er an den Rath zu Rom ſchreiben odet 6 Dr. 4 ec. nicht ſchreiben ſolle/ weile er taͤglich vermercke/ daß er ja mehr zu Schan⸗ 7. cap.. den werde/ alſo huben an ſeine Laſter jhm eine Straffe zu ſeyn: Alſo ging es Neroni, Caligulæ, Domitiano und andern mehr: Dieſes alles ſchrei⸗ bet G OT T eintzig und allein zu dieſem Ende/ daß wir unſer Suͤnde erkennen/ wahre Reu und Leid uͤber dieſelbe tragen und die Gnade Got⸗ tes in Chriſto Jeſu mit glaubigem Hertzen ſuchen ſollen: Danner ver⸗ letzet/ daß ers verbuͤnde; Er zuſchmeiſſet/ daß ſeine Hand heile. Hiob. 5. verſ. 18. Er zureiſſet/ daß er heile/ er ſchlaͤgt daß er verbinde. Hoſ. 6. verſ.ꝛ Darumb laͤſſet er dieſes gnaͤdiges Befehl außgehen: Sagei den verzag⸗ ten Hertzen/ ſeyd getroſt/ fuͤrchtet euch nicht/ ſehet euer Koͤnig(Jeſus Chriſtus komt und wird euch helffen. Eſa. 35. v4. Darumb ſollen wit thun wie der Hirſch/ wann derſelbe verwundet/ ſuchet er den Diptam /a⸗ durch er kan geheilet werden: Alſo ſollen wir die Wurtzel David Apot.. v.5. Jeſum Chriſtum ſuchen Der kan unſer Gewiſſen reinigen vonden todten Wencken zu dienen dem lebendigen Gon Heb.⸗.p.·4 b II. Male ———— 7 —— temnbmt: rie han zelwannſhn KFeud dhn 2 dgdan u an⸗ iglich vernarcke daßeunie Laſicr jhm ane Siffaſa aano undandem mij. fi. an zu deeſem Ende daßrra d uͤber diſclbe tagm uone gem Herga ſucda iil rc ſchlaͤgt daß oreiud ges Befehlußgein Eun dact aich ucht ſemmi ſuffm Eſe. r un ſibe vawundelſuten ſo blanu W wahre Reu uͤber die Suͤndewirck. 10 lI. Malæ conſcientiæ ortum: Der Uirſprung des boͤſen Gewiſſens: Es komt her von unſer eigen Boßheit: Gleichwie die Motten in Kleidern/ auß den Kleidern; Die Wurme im Holtz und Leibern/ auß dem Holtz und Leibern wachſen. Alſo das boͤſe Gewiſſen auß deh Menſchen eigener Boßheit: Dann wie der Schatten dem Men⸗ ſchen auff dem Fuſſe nachfolget: Alſo das boͤſe Gewiſſen der Suͤn⸗ de. Sie ſind verzagt/ mit dem Gewiſſen jhrer Suͤnde/ und jhre eigene DOuͤnde ſchelten ſie unter Augen. Sap. 4.v. 20. Die machen ihn ein boͤſe Gewiſſen/ daß jhr Zuverſicht jhn entfaͤllet Sap. 14. v.z. Dann ſo lang der Menſch bey Gott im Gnaden⸗Stand und mit vorſetzlichen Suͤn⸗ den ſich nicht darauß geſetzet/ ſo hat er eine kindliche Zuverſicht zu Gott⸗ als ſeinem gnaͤdigen Vater; Aber auſſer demſelben verſiehet ſich imerdar deß Aergſten. Sap. 17. verſ. it. Weilen jhm ſein eigen Gewiſſen/ wann ſchon die gantze Welt nicht davon weiß/ Uber zeuget/ daß Gott nicht mehr ſein gnaͤdiger Vater/ ſondern ſein zorniger Nichter ſey: Auß dieſem Grund ſagt Adam: Ich hoͤrete deine Stimme im Garten/ Und furchte Gedu mich. Gen 3. v. 10. Und Cain: Ich muß mich fuͤr deinem Angeſicht ver⸗ nn bergen Gen. 4 verſ. 4. Wie David das Volck zehlen laſſen/ da ſchlug Ihm das hertze.? Sam. 14 verf 10. Gleichwie die Soldaten bald erwa⸗ chen/ wann jhre Trummtl gereget wird: Alſo wann GOT Tdie zwar heimlich/ aber hart ſchlagende Trummel/ deß Gewiſſens ruͤhret/ ſo er⸗ wachen alle Suͤnde/ und ſtehen in voller Wehr und Waffen wider den elenden Menſchen: Da heiſſet es warlich: Ach HErꝛ wie iſt meiner Fein⸗ de ſo viel/ und ſetzen ſich ſo viel wider mich/ und ſagen von meiner Seelen/ ſie habe keine Huͤlffe bey Gott. Pſ. 3. v.2. ſeq. Solches aber ſchicket Gott zu dieſem Ende/ daß wir unſer Suͤnde erkennen/ und hertzliche Reu und Leid uͤber dieſelbe tragen ſoll1te. 84“ III. Malæ conſcientiæ effectum; Die Wirckung deß boͤſen Gewiſſens: Es uͤberzeuget und verdammet: Es vertichtet das boͤſe Gewiſſen dieſes ſein Ampi: 1. Teſtificando: Mit Uberzeugen So bald die Suͤnde volfuͤh⸗ ₰ ret/ obſchon alsdann die Menſchen ſchweigen/ oder nichts von deß Men⸗ ſchen Boßheit wiſſen ſo trit das Gewiſſen auß Anregung Gottes auff/ unduͤberzeuget uns unſer begangenen Suͤndeꝛ Daher ſagt Paulus daß auch die Heyden in jhren Suͤnden jhr Gewiſſen begenge. Rom. 2. 2, 4 A ſͤn—“ ‿ᷣ— 2*— 9 1 ——„ 25 Wie die Anklag deß Gewiſſens/ da heiſſet es/ wie Bernhardus ſagt: Quocunque me verto, vitia mea lib. de in- me ſequuntur; Vbicunque vado, conſgientia mea non me deſerit, terior. do ſed præſens aſſiſtit,& quicquid facio, ſcribit: Das iſt: Wohin ich mich mo. cap. z1 wende folgen mir meine Suͤnde; Wohin ich gehe/ verlaͤſſet mich mein Gewiſſen nicht/ ſondern ſtehet immer gegenwaͤrtig bey mir/ Undſchaei⸗ bet an alles was ich thue. Odeß boͤſen Zeugen 3 2. Accuſando: Mit Anklagen: Wann das Gewiſſen das Zeugnuͤß beygebracht/ ſo hebet es alsbald darauff an zuklagen: Da ſid die Suͤnde der Gottloſen/ mit eiſern Griffein/ und mit ſpitzigen Deman⸗ ten geſchrieben/ und auff die Taffel jhrer Hertzen gegraben. Jer. 17. ver. Daß ſie nicht allein Zeugnuͤß vermittels dem Gewiſſen von jhnen geben⸗ ſondern eine ſolche Anklagefuͤhren/ daß ſie keine Ruhe in jhrem Hertzen haben. Hab. 2·v. 4. Ihre Gedancken verklagen ſich unter einander. Rom. 2. v. 15s. Wer klagele den Judam an/ wis er Chriſtum auff die Juͤdiſche Schlacht⸗Banck geopffert⸗ Keiner als ſein eigenes Gewiſſen. Matth. 27. v. 3. Wie jener Straſſen⸗Rauber im Wirths⸗Hauſedeß Abends zu Tiſch ſaß und ein Faͤſelein am Liechte/ das Liecht verſchmeltzete/ ruff der ir en de Wirthſein Raͤuber/ ein Naͤuber/ greiffet zu vermeinend man ſoltedem S cient. Ljecht helffen/ der Straſſen⸗Rauber von ſeinem Gewiſſen uͤberzeuge 10*100. und angeklagt/ vermeinete er werde damit gemeinet ſtund auff und lieff ei Iom. lend zum Haus hinauß: Daheiſſet es: Quid prodeſt ſi omnes telau- ſuper den t, cùm conſcientia accuſet: Wie Gregorius ſagt: Das iſt: Was Fzech. p. hüffts/ daß dich jedermanlobet/ wan dein Gewiſſen dich verklaget? Oder (mihi) ſtarcken Anklage: 267 3. Convincendo; Mit lberweiſen: Fuͤr Predigern und der Obrigkeit kan einer ſeine Suͤnde wol leugnen/ aber das Gewiſſen zeuget und verklaget nicht allein/ ſondern es uͤberweiſet auch: Daher verglei⸗ chet Paulus das Gewiſſen einer Handſchrifft. Coloſſ. 2. v. 4. Dann gleichwie eine Handſchrifft die Schuld: Alſo uͤberweiſet das Gewiſſen Tom. 4. die Suͤnde. Adomne peccatum aut erubeſcimus, aut timemus;& Epiſt. ad culpam facti, nuncrubore vultus, nunc pallore monſtramus: Sagt Demetr. Hieronymus: Das iſt; Wann wir geſuͤndiget haben/ entweder wir ent⸗ (mihi) ferben oder fuͤrchten uns/ und zeigen unſer Schuld bald an mit Roͤthe Pas. 3. deß Angeſichts/ bald daß wir bleich werden. O deß maͤchtigen Uber⸗ weiſens 4 · Con- “ 3— tun daſe li CoMdientam Kcitadurita- annemoffen dannaß men ades gewiß d Dazu feffen Chſfiwilen Com eedah 4 7 8„ 8 41 4 3 1 1 de Dasae 4 4n N 8 4 3 4 das(uchtpaſchnt er graffetzu vamenha einem( 4 Tpen ſeinem Gaunc. 2 “ 4 s4 4 1 a Semenct ſcundaf. aheiſſctcs: Qudprodcttic M Irin 4 9 3 4 ‿ 18 epornsſazt. 4 4 d wan den Geeuſtendichtet Mitlüberweſſen: 3uce nde wol lugna ſadwet ndern cs uͤderwaſſetauch d. mir Handſchrifft Göbſfa 3e Schuld: Aſp ibmh 8. anf 41 udciclma 5) 428 * 4 rrn 4. ulrus, aunc dalloce mo A 4 d agm unſe Sccdt ſich ſelbſi: Tit.; v. 1. Ihr Hertze verdammet ſie. 1. Johann. z. verſ. 20. Rüsig 8 Exempel bey den Hiſtoricis viele zuleſen/ ſo auß Antrieb jhres Gewiſ⸗ ſens ſich ſelber angeben und zu Straffe ſich eingeſiellet: In Betrach⸗ anat tung dieſes/ laſſet uns/ O Chriſiliche Hertzen/ mit Bernhardo ſagen: de in- Conſcientia mea meretur damnationem, pœnitentia mea non luf- terior. duen aber gewiß/ daß Chriſti willen/ Amen/ Amen. PE CONTRITTIONI M do Sſpricht Gott der õErꝛ Pſ.a0 v.z. ea Erwox wahre Reucberdie Saͤndewirck. 21 4. Condemnando: Mit Berdammen: Sie verurtheilen Wie an Cain/ Saul/ Achitopel und Juda klaͤrlich zu ſehen/ und deren ficit ad ſatisfactionem: Sed certum eſt, quod miſericordia Dei delet dom. c.3z amnem offenſionem? Das iſt Mein Gewiſſen hat verdien die Ber. damnuͤß/ meine Buſſekan nicht genug thun fuͤr meine Suͤnde; Esiſfſfſfßf G. Ottes Barmhertzigkeit außtilget alle Ibertreliuug Dazu helffe uns Gott der Vater/ durch den helligen Geiſt/ umb Jeſun Die vierdte Predigt.— S CAVSA INSTRVMENTALI TEEKE. , AIA POENA DIVINEMROGATI0. Wi Gott durch Zuſendung der Straffe/ wahre Rgeux und Leid bey uns wircke. Neine ſch 2A K Lhren.z.v.d.. Neine ſchwere Suͤnde ſind durch ſeine ſrraf, ſl feerwachet/ und mit Hauffen mir uber ſl den Hals kommen/ daß mir allemeie Krafft vergehet der hat mich alſo zug⸗ richtet/ daß ich nicht auffkommen kan. M der Seinigen jhre Sunde mit Ruthen heimſuchen/ und ☛Ʒ leine Miſſethat mit Plagen; Aber ſeine Gnade wolle ernms von jhnen wenden: In diſen Worten haben wi/ 8 1. Paternam Dei caſtigationem: Die Baͤtterliche Zuͤchti⸗ 8(6 Janm 24 Wie Gottes Straff gung Gottes: G. OT Tſtraffet di Seinen mit Menſchen⸗Ruthen 2. Sam. 7 v. 14. Das iſt/ wie ein Vatter ſein Kind: und nicht mit der Ruthen ſeines Jorns. Eſa. 10. v.. Nicht mit der Ruthen ſeines Grim⸗ mes. Thren. 3. v.. Nicht mit der Ruthen der Gottloſen. Ezech. 7.ven. Nicht mit der Ruthen der boͤſen Kinder. Ezech. 21. v. 33. Sondern mit paͤtterlicher Ruchen: Dann gleich wie ein Vatter/ ſo ſeiner Ruthen ſchonet/ ſein Kind haſſet/ wer es aber lieb hat/ es balde zuͤchtiget. Prov.zz. v. 24. Alſo auch der HErꝛ/welche er lieb hat/ die ſtraffet er/ und hat Wol⸗ gefallen an jhnen/ als ein Vatte an ſeinem Sohn. Prov.. v. 12. Wie an Abraham/ Iſaas/ Jaeoh Joſeph und andern zu erſehen. 2. Parernam in catigatione affectionem; Er wil ſeine Gna⸗ benicht von jhnen wenden: Er wil ſte nicht verwerffen/ und eckelt jihm ſh⸗ rer nicht alſo/ daß es mit jhnen auß ſeyn ſolte/ und ſein Bund mit jhnen ein Ende haben. Lev. 26. v. 44. Wanner ſie ein klein Augenblick verlaſ⸗ ſen/ ſo wil er mit groſſer Barmhertzigkeit ſie wieder ſamlen. Eſa.54. v.7. Er wils mit jhnen nicht gar auß machen. Jer.. v. 18. Er wil ſie wieden geſund machen und jhre Wunden heilen. Jerem 30. v. 17. Dann Golt ſtraffet zu dem Ende/ daß wir unſer Suͤnde erkennen/ wahre Buſſe thun/ mit hertzlicher Reu und Leid uͤber unſer Suͤnde/ und Ergreiffung der Gnaden Gottes/ in Chriſto Jeſu unſerm Suͤnden⸗Traͤger: Dieſes be⸗ wir wollen anhoͤren: 8 Wie Gott durch ſeine Vatterliche Straffe wahre Ren und Leid aͤber unſer Suͤnde ſuche. zeuget auch die Iſraelitiſche Kirche/ in verleſenen Worten/ auß welchen Da ſelbe wolle durch ſeinen heiligen Geiſt/ das Erkaͤntnuͤß ſeines Vat⸗ terlichen wolmeinenden Hertzen/ durch ſeine Zuͤchtigung bey uns awecken/ um Jeſu Chriſti willen/ Amen. cLxuurungs Wir haben in verleſenen Worte: Die Beſchaffenheit der , Peccatorum conditionem: 3 Suͤnden: 2 1. Pramunt; Sſe druszenundlind ſchwer Mlaineſhiwer 8. un 68 1 12 X — Süddelt deGindeb ———yÿ—— ——— paacaum&p l0 auch agnin mnadhuia Kvientnatta ſaoeſſn daumteit De rrecchonle uns hant ſafften Eh rringjecect Dhuſſ Dha naur en g Wapuus. toniieengreun ſetneeSch. oine Ahake iiftthe he. e ghen ha löaben„ Eiha aer) Kuche mraltſna Vanr eVäͤtterliche Eimfitt ber unſc Sändeſuce gm Gaſſt des Sittt ene durh ſengitte driſt willmn Amen Erklrung dmonem: ucken undfid clrec wahre Reuuber die Suͤnde wirck. 23 Suͤnde/ ſage die Judiſche Kirche; Wann wir/ O Chriſiliche Hertzen! die Suͤnde begehen/ bilden wir uns ein/ ſie ſey nicht allein leicht/ ſondern auch angenehm und behaͤglich: Aber wann wir ſie nach Vollbringung as mit von Gott eroͤffneten Augen anſehen ſo befinden wir/ daß ſie ſchwer und ein unertraͤgliche Laſt ſeyn: Gravis, gravis, inquam res& oneroſa peccatum,& plumbo omni oneroſius, ſagt Chryſoſtomus: Das iſt/ ſchwer/ ſchwer ſage ich/ iſt die Suͤnde und ſehr beſchwerlich/ ſchwerer dann kein Bley ſeyn kan. Sie gehen uns uͤber unſer Haupt/ und wie eine ſchwere Laſt werden ſie uns zu ſchwer. Pſal.z 8. verſ. 5. Sie druͤcken uns hart. Pal. 65. v. 4. Daß wir darunter muͤſſen verſchmachten und ſeufftzen. Ezech. 24. v. 23. Sieligen auff uns/ daß wir darunter verge⸗ hen. Ezech 33. v. o. Levia multa, taciunt unum grande; Multæ gut- De. in Epiſt. Joh. tæ implent flumina; multa grana faciunt maſſam, ſagt Auguſtins: Das iſt: Viele leichte Dinge/ machen ein Schweres: Viele Tropffen machen ein groß Waſſer; Viele Koͤrner/ Wi Paulus Emilius ſein Eheweib Papyriam von ſich geſtoſſen/ und von jhren Freunden ermahnet/ ſie wieder bey ſich zu nehmẽ/ zeigete er auff Iſ nicht dieſer Schuh neu Iſt er nicht Plurarch. ſchoͤn? Aber keiner unter euch weiß/ wo er mich druͤcket: Ach meine in Paul, Chriſtliche Hertzen/ wie ſichet man manchen Menſchen in ſchoͤnen ſeine neue Schuh/ und ſagte: Kleidern gehen/ Aber wir wiſſen nicht wie hart/ wie ſchwer/ wie unleid⸗ lich ihn ſeine Suͤnde druͤcken. Dieſer elende Zuſtand iſt nichts an⸗ ders als ein Goͤttlicher Antrieb zur Erkaͤntnis und wahrer Reu unſer Suͤnden. b 2: Dormiunt; Sie ſchlaffen offtmahls: Dieſer iſt der Schlaß der fleiſchlichen Sicherheit/ unter welchem der hoͤlliſche Frind ſehr ge⸗ ſchaͤfftig iſt. Matth. 1 3. verſ. 2 5. Dieſes iſt der thoͤrichten Jung⸗ frauen Schlaff. Matth. 25. verſ. z. Daher wird das ſuͤndliche Le⸗ ben/ dem Schlaff verglichen. Roman. 13. verſ. rr. Von welchem Schlaff uns Paulus ernſilich au ffwecket. Epheſ.). v. 4. Wie dann V 1 O deß gefaͤhrlichen Schlaffes Der Tuͤr⸗ 2 ckiſche Keyſer Solyman/ haite dem Ibrahim Baſſa verſprochen/ Epiſt daß er jhn in ſeinem Leben nicht wolte toͤdten/ daher er jhn ſchlaf 77. kend hinrichten laſſen/ und auch 1. Theſſal. ⸗. verſ. 6. iſt die Wbelchat damit entſchuldiger 8 wordent — Homil. 8⸗ in Ioh. b machen ein groſſen Teig. Emil- —ö— 8 4 24 Wie Gottes Straff worden/ daß ein Schlaffender nicht lebete: Alſo thut der Teuffel auch wann die Menſchen im Schlaffe der Suͤnden und Sicherheit ligen /ſo hat er gewonnen Spiel und iſt gewiß daß ſie jhm niche entlauffen ſon⸗ dern auß dem Geiſtlichen/ in den Ewigen ſich verſencken werden. Jenan Schuͤler zu Luͤbeck hat ſieben Jahr geſchlaffen/ und wie er erwachet/ ver⸗ meinet er habe nur eine Nacht/ und ein wenig vom Tage geſchlaffen. Solche Schlaffer ſeyn die gottloſen ſichern Leute vermeinen nit daß jhr Suͤnden Leben ein ſo langer und gefaͤhrlicher Schlaff ſey. II. Peccatorum excitationem; Die Auffweckung der Suͤn⸗ der: Dawir haben: b r. Excitarionis medium: Das Mittel der Auffweckung: Gleichwie ſonſten dreyerley natuͤrlich Schlaffende werden gefunden/ ttzliche ſeyn leicht zu erwecken; Etzliche wollen geruͤttelt und geſchuͤttelt/ ja offtmahls mit Schlaͤgen erwecket ſeyn; Etzliche bleiben in ſhrem Schlaffe todt ligen: Alſo hat es auch eine Beſchaffenheit mit den geiſtlich Schlaffenden: Etzliche in Suͤnden Schlaffende laſſen ſichbald durch die Stimme treuer Lehrer erwecken/ wie David durch den Nathan. 2. Sam. 12 verſ. 33. Etzliche haben einen tieffen Schlaff/ wie Manaſſes die nit wollen auffwachen biß ſie Schlaͤge und Straffe fuͤhlen. 2. Chron. 33, v. 11. ſeq. Etzliche bleiben im Suͤnden⸗Schlaffe geiſtlich und ewig tod/ wie Judas. Matth. 27. v. 5. Von der andern Art der Schlaffenden wird allhie geredet: Dann wann die Stimme nreuer Lehrer und Pn⸗ diger nicht helffen wil/ ſo nimt Gott die Straff⸗Ruthen/ und heiſſetes: Meine ſchwere Sunde ſind durch ſeine Straffe erwachet; Da thut Gottſein Werck auff ein ander Weiſe. Eſa. 28.v. 21. Das iſt: Wei⸗ len Gottes eigentliches Werck iſt/ Daß er ſeinen Kindern Liebes und Gutes thue/ und ſie ſich dadurch in bußferngem Leben nicht wollen hal⸗ ten laſſen/ ſo thut er einfremdes Werck/ daß er ſie mit Straffen heim⸗ ſuche: Da ſchlaͤgt Gott wie er einen Feind ſchluͤge/ mit unbarmhertzi⸗ ger Staupe/ umb unſer groſſen Miſſethat/ und umb unſer ſtarcken Suͤnden willen. Jer.; o. v. 13. Wann es uns alsdann uͤbel gehet/ ſoſu⸗ chenwir Gott. Hoſe. 6 v.1. Daplaget Gottmit Brandkorn/ Raupen/ Peſtilentz und andern Plagen/ daß wir uns ſchicken ſollen/ und begegnen unſerm Golt. Amos 4. verſ. 9. Gleichwie ein Baͤr/ wenn er ergrimmet auff den Menſchen ungeſtuͤm zu lauffet/ und jhn grauſam anf l ümae atägſeht Prdegun⸗ ferget Bden Feaunmafu: Nenratta d hreyſſoha. unzinde nugriheerzune ſntiheaht 1. HMcla Dnägr ane ünagnahe ſn wab Dälsa. 8 Raadom v6 Pannm ih ldſac de/ enden Fuſdag Wemn le ud n ſchlagnſan in 3 gec Sckligrurr fiit .5. Vonderandan Paret dunn di Stmme tun it Geurde Spaff Jue d durch ſeine Struffem ander Waſſe Eſa daud k iſ Daß a ſenn Kan ch indußfaugen Löann „Wack daß aumen anen Feind ſchläe nim ſm Miſcthat un mia Wan cs und atanrit doß wiruns ſhekaft 6 Glachnun dene zu kauffnt moſee wahre Renuͤber die Suͤnde wircke. 2 Alſo begegnet Gottſolchen Gottloſen/ wie ein Baͤr/ dem ſeine Jungen Penonnenſind Hoſeinae O wie wunderbarlich ſtraffet offt der al⸗ lerhoͤchſte Gott. Caroli Ludovici Xl. Koͤnigs in Franckreich Bruder hat ſeim Groß⸗Allmoſen Meiſter/ ein Abt Gifft beygebracht/ davon er contrack worden/ und jhm Haar und Zaͤhne außgefallen ſeyn; Dieſer Abt iſt hernach von einem Donnerſchlag in ſeiner Kammer tod gefun⸗ den/ mit geſchwollenem Angeſicht/ inem kohl⸗ſchwartzen Leibe/ und hat jhm die Zunge mehr dann ein halben Schuh lang auß dem Maul ge⸗ henget. Bedencket/ bedencket/ Ojhr Gottloſen/ die hr ohne Scheu und Reu immerfort ſundiget/ dieſes und dergleichen Exempel: Dann Gott iſt ein rechter Richter/ und ein Gott der taͤglich draͤuet/ wil man ſich nicht bekehren/ ſo hat er ſein Schwerd gewetzet/ und ſeinen Bogen geſpannet/ und zielet/ toͤdliche Geſchoß hat er darauff gelegt/ und ſeine Pfeile hat er Zeil. Trauer⸗ Geſchicht hiſtor. 13. zugerichtet zu verderben. Pſal. 7. v. 3. leg. Selig iſt der ſo dieſes gehor⸗ ſamlich betrachtet. . Peccatorum deprehenſionem: Die Beſindung der Sun⸗ 2. Excitationis effectum;, Was dieſe Auffweckung wircke: den: Gleich wie ein Wachender daſſelbe/ was fuͤr jhm iſt befindet/ und mit ſeinen Augen ſihet: Alſo wann Gott durch die Straffe uns auffwe⸗ cket/ ſo erkennen wir unſer Miſſethat/ und unſer Suͤnde iſt immer und ſiets fuͤr uns. Pſal. ꝓ1. verſ.. Da erwecket Gott den heimlichen Trom⸗ melſchlaͤger/ unſers Hertzen/ nemlich unſer Gewiſſen/ welches uns alſo uͤberzeuget/ daß wir uns billich die Straffe unſer Miſſethat gefallen laſ⸗ ſen. Lev. 26. verſ. 41. Und wird dadurch kund was in unſerm Hertzen iſt. Deut. s. v. 2. Da heiſſet es: HErꝛwann Truͤbſal da iſt/ ſo ſuchet man dich/ und wann du ſie zuͤchtigeſt/ ſo ſchreyen ſie aͤngſtiglich. Eſa. 26. v. 16. Wann wir gewitziget ſeyn/ ſo ſchlagen wir auff die Huͤffte. Jer. 31. v. 19. Und ſolche Zuͤchtigung wenn ſie da iſt/ duͤncket ſie uns nicht Freu⸗ de/ ſondern Traurigkeit ſeyn: Aber darnach gibt ſie eine friedſame Frucht der Gerechtigkeit/ denen/ die dadurch geuͤbet ſind. Heb. 12. v. 1r. Wie Cyrus den Croœſum und ſeine Lydier uͤberwunden/ haben die Eo⸗ lier/ und Jonier zu jhm geſand(da ſie zuvonn ſeine Freundſchafft abge⸗ ſchlagen und begehret/ ſich/ wie die ydier/ ſeinem Gebiet zu unterwerf⸗ fen Da hat Cyrus jhnen disſe Anwon geg ben Emn Pfeiffer wie 5 b Fiſche Herodot. lib. 1. pag. (mihi) 9 67. 26 Wie Gottes Straff Fiſche am Ulfer deß Meers geſehen/ haten denſelben lieblich geſpielet ve⸗ meinend/ ſie ſolten durch Lieblichkelt deß Spielens bewogen/ zu jhm auff das Land kommen wie jhm aber ſeine Hoffnung gefehlet hat er ſein Net ins Meer geworffen/ und eine groſſe Menge Fiſche ans Land gezogen: Wieeſie nun auff dem Lande auß Angſt geſprungen/ hat er zu ſhnen ge⸗ ſagt: Liebe Fiſchlein laſſet doch jetzunder euer Tantzen weilen ihr/ wi ich euch geſpielet/ mit Tantzen und Springen nicht zu mir kommen wol⸗ len: Alſo gehets G Ott mit uns undanckbaren Menſchen: Chrißus ſpricht: Wir haben euch gepfiffen/ aber jhr wollet nicht tantzen. Matth⸗ 11. v. 17. Das iſt/ Ich habe euch durch meine liebliche und troſtreiche Pn⸗ dige zu mir gelocket/ aber jhr woltet nicht zu mir kommen/ derhalben fo get die Straffe Gottes auff ſolche Undanckbar keit/ daß es heiſſet wie Julius Cæſar von dem auff dem Todten⸗Platz ligenden Feinde ſagt; die voluiſtis: Alſo woltet jhr es haben.“ b 2. Eorundem incurſionem: Der Suͤnden Anlauff; Sie kommen mit Hauffen uns auff den Hals: Die Suͤnde /ſo zuvor un⸗ ſere gute Freunde geweſen/ und wir denſelben allen moͤglichen Vorſchud gethan/ ſie auff die Beine gebracht/ ſie ernehret/ ſie geehret/ jhrer auffs fleiſſigſte gepfleget/ ſa in unſerm Hertzen und Willen ſie gehauſetund beherderget: Dieſe/ dieſe/ unſere ungluͤckſelige und ungetreue Freunde! werden hernacher unſere Feinde/ und kommen mit Hauffen uns feindſe⸗ liguͤber den Hals. Gleich wie die von Juda herab kamen Simſon zu binden/ und in der Philiſter Haͤnde zu geben. Jud. z. v. 12. Alſo kom⸗ men die Suͤnde/ den Unbußfertigen endlich uͤber den Hals/ jhn den hoͤlli⸗ ſchen Philiſtern in die Haͤnde zu geben; Gleich wie Hiob ſagt/ GOtt habe ſhn beym Halſe genommen/ und zuſtoſſen. Hiob. 16. v. 12. Alſo er⸗ greiffen uns unſer Suͤnde/ daß wir nicht ſehen koͤnnen. Pſal 40. verſ. z Dieſe ſhre Feindſeligkeit hat der Sohn Gottes in ſeinem Bluttrieffen⸗ den Leiden ſehr wol erfahren/ da ſie auff jhn gleichſam Hauffen weiſege⸗ lauffen/ und jhre Schuld und Straffe er unſerthalben bezahlen und außſtehen muͤſſen. Eſa. /13.v. 6. Amnon Davids Sohn/ war gegen ſeine Schweſter in Blutſchaͤndlicher Liebe alſo entbrandt/ daß er mager druͤ⸗ ber worden/ Aber wie er ſeinen boͤſen Wuͤllen vollbracht/ griff ihnen ſeine Suͤnde alſo an/ daß der Gram und Haß groͤſſer war/ denn vor⸗ hin die Liehe geweſen. 2. Sam. 13. verſ. leqq. Das ſind die Sraednen 2 vir unsbelche 4 Pol ſindwirſoohn da Zom Gole ciigun Eh laNauund Sandantshe ve nr. Jen gitten wande Hupagiſ Aßumic oo Vſcen Van ddena fl Ar. rſonem: DerSinda wit di von Juda herah kam r Hände zugebm Junn ſaugm ndtch kr aſt e een man und zuſtoſſer Hic aß wir nicht ſehenomn N tder Sohn Gottunſin uſi zufhſa nechn r⸗ nd Scraffe u unnitr 6. Annen DarasSſtn her Licde aſomtkui i nen boſen Tna Bram und A rſ.l. lcos den wir uns bekehren ſollen. 1 4. Proſtrarionem: Daß wir nicht koͤnnen aufftommen Da ſind wir ſo ohnmaͤchtig/ daß wir nicht reden kaͤnnen. Pſ. 77. v. 5. Da iſt der Zorn Gottes uͤber uns ergrim̃et und recket ſeine Hand uͤber uns und Amen.. Die fuͤnffte Predigt. DE CONTRITIONIS CAVSA 1NSTRVMENTALI DaAKTA, QHlæ HRR DIVIN CONSDERATIO. Wie uns Gott durch Betrachtung ſeines Zorns zu wah⸗ rer Reu und Leiduͤber unſere Suͤnde fuͤhre. 3 Pſal.10z. v. Io. ſeq. Ich eſſe Aſchen/ wie Brod/ und miſche mei⸗ ..³˙‧ nen 22—— 3 2— ö 8 „——— Wie die Betrachtung deß Zorns Gottes nen Tranck mit Weinen fuͤr deinem Draͤuen und Zorn/ daß du mich auffge⸗ haben/ und zu Bodem geſtoſſen haſt. d S ſpricht Gott Hoſe. ⸗. v. 2. alſo Ich bin dem F Ephraim eine Motte: Bey welchen Worten wir muͤſſen D in acht nehmen: = 1. dubjectum; Von wemer rede; Derſelbe iſt E⸗ phraim/ dadurch allhie verſtanden wird der Stam Ephraim unter dem Juͤdiſchen Volcke/ und heiſſet dieſer Name ſo viel/ als fruchtbar oder wachſend/ unter andern darumb/ weilen ſie ein herꝛlich und fruchtbar Land bekommen/ welches lag in Segen deß HErꝛn/ da waren edle Fruͤchte vom Himmel/ vom Thau/ und von der Tieffe die hienunter lie⸗ get. Deut. 33. v. 3z35. IlI. Prædicatum, Was Gott von Ephraim rede Er wilſhm eine Motte ſeyn: In dieſen Worten vergleichet Gott ſeinen Zorn uͤber die Suͤnde einer Motten: Motte iſt eigendlich ein Kleider⸗Wurn/ ſo die Kleider friſſet und verderbet/ mit ſolch einem Wurm vergleichet Gott ſeinen Zorn: J. Katione ortus; Wegen der Motten Herkunfft: Dann gleich wie die Motten auß den Kleidern/ und deren Verderbung ſelber wach⸗ ſen: Alſo wird der Zorn Gottes von uns ſelber verurſachet: Das ma⸗ chet Gottes Zorn/ daß wir ſo vergehen/ und ſein Grim/ daß wir ſo ploͤt⸗ lich davon muͤſſen: Warumb doch? Dann er ſtellet unſer Miſſethat fuͤr ſich/ und unſer Suͤnde ins Liechtfuͤr ſein Angeſicht. Pſal. 90. v.. leg. Es heiſſet: Ifrael du bringeſt dich in Ungluͤck/ dein Heil aber ſtehet allen bey mir. Hoſe. 13. v. 9. .2. Katione progreſſus: Wegen jhrer Verrichtung: Gleich wie die Motten offtmals ehe man ſichs verſihet/ die Kleider verderben; Alſo gehets auch mit dem Zorn Gottes; Wann wir in Suͤnden ſicher dahin leben/ ſo wachet derſelbe: Das thuſt duſpricht Gott zum ſicheren Suͤnder) und ich ſchweige; Dameinſt du ich werde ſeyn/ wie du; Aber , UApſt 0 ein K 4 „. gen der Motten herkuufih ddern/ und derm Dadaia ettes von uns ſebar venriit drergeden und ſan Gnneo doch Dama ſelctuſee echefüͤrſein Aweſcht h dchm Unalück,An te „Wagen ihrer Vendi nan ſids verſthet R h 71 Gottes; Van uruti Das thuſt du ſrittbn⸗ amenſtduich vode 9 ro untox Ausn tlat wahre Reu uͤber die Suͤnde bey uns wircke. 20 wann die Gotlloſen ſagen/ es iſt Friede/ es hatkein Gefahr/ ſo ſollſie das Verderben ſchnell uͤberfallen. x. Theſſ.. v. 3. 3. Ratione egreſſus: Wegen deß endlichen Erfolgens: Gleich wie die Motten/ ſo man bey Zeiten nicht vorkompt/ die Kleider gantz verderben/ daß ſie nicht mehr zu gebrauchen ſeyn: Alſo machet der Zorn Gottes mit dem Menſchen das Garauß/ daß er vergehet wie ein faul Aas/ wie ein Kleid das die Motten freſſen. Hiob. 13. v. 28. Da wird ſei⸗ ne Schoͤne gleich wie von Motten verzehret. Pſal. 39. v. 13. Von dieſer Wirckung deß Zorns Gottes redet David in verleſenen Worten/ auß welchen wir wollen betrachten: b b Wie durch Empfindung deß Zorns Gottes 7 wahre Reu und Leid uͤber unſer Suͤnde bey uns erwecket werde. Der Allerhoͤchſte verleihe uns ſeine Gnade/ daß wirs alſo zu Hertzen nehmen/ daß wir in der Gnaden⸗Zeit dem Zorn Gottes zuvor kommen/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. b E xkklaͤrung. Wirr haben allhie in acht zu nhme: 1. Contritorum conditionem; Reuiger Hertzen Zuſtand: Daſtellet uns David fuͤr: b 1. Eorum cibum; Ihre Speiſe; Ich eſſe Aſchen wie Brod⸗ Allhie moͤchte jemand gedencken und ſagen; Behuͤte GOT Tſolte der Menſch Aſchen eſſen fuͤr Brod/ das hat Gott niemals geboten; Dar⸗ auff wird geantwortet: Es wird durch die Aſehen nicht allein in Gottes Worte angedeutet/ das Erkaͤndnuͤß unſer Nichtigkeit/ wie an Abra⸗ ham zu ſehen/ welcher ſagte; Ich habe mich unterwunden zu reden mit dem HErim/ wiewol ich Erde und Aſche bin. Gen. 18 v. 27. Sondern auch ein ſonderliches Elend/ und auß demſelben erfolgende Traurig⸗ keit: Bey derſelben ſatzte ſich Hiob in die Aſchen: Hiob. 2. v. 8. Und thaͤt hernach Buſſe im Staub und Aſchen. Hiob. 42. verſ. 6. Dieſer iſt der Sohn G Ottes zu dem Ende geſand/ daß denen ſo an ihn glaͤuben Schmuckfuͤr Aſchen/ und Freuden⸗Oel fuͤr Traurigkeit gegeben wer⸗ de. Eſa. 61. v. 3. Und die Iſraelitiſche Kirche klaget/ daß ſie Gottin der D 3 Aſchen — 5.—— 4* . 4—. — 1 1 z0 Wie die Betrachtung deß Zorns Gottes Aſchen weltze. Thren.; v. 16. Derowegen ſaget alhie David; Er eſſe Aſchen wie Brod das iſt/ er erkenne nicht allein ſeine Nichtigkeit und Unwuͤrdigkeit fuͤr Gott; Sondern er liege auß Traurigkeit und Be⸗ truͤbnuͤß ſeines zerſchlagenen Hertzen darnider in der Aſchen/ daß auch ſchier ſeine Speiſe damit vermiſchet werde. Dann/ O Chriſtliche Her⸗ tzen/ wann wir betrachten Gottes groſſe/ unzehlige und continuiriiche Wolthaten ſo er uns erzeiget/ und unſer undanck barliches ſuͤndliches Verhaltẽ muͤſſen wir billich zu hertzlicher Traurigkeit bewogen werden. Weilen ſolches nicht allein Gott befihlet und ſpricht: Ziehet Saͤcke an/ klaget und heulet/ dann der grimmige Zorn Gottes wil nicht auffhoͤren. Jer. 4.v. 8. O Tochter meines Volckes/ zeuch Saͤcke an/ und lege dich in die Aſchen/ erage leid/ wie umb einen einigen Sohn/ und klage/ wie die ſo betruͤbt ſeyn. Jer. 6. v. 26. Sondernes haben dieſes auch Viele gethan: Der Koͤnig zu Ninive/ wie er die Zorn⸗Predigte Gottes hoͤrete/ ſtund er auff von ſeinem Thron/ legte ſeinen Purpur ab/ und huͤllete einen Sack umb ſich und ſetzte ſich in die Aſche. Jon. 3.v. 6. Die Prieſter zu Beihu⸗ lia ihre Traurigkeit zu bezeugen/ gingen in Saͤcken und hatten Aſchen auff dem Haupt. Judith. 4. verſ. 16. Wie zu Zeiten der Maccabeer es zu Jeruſalem elendiglich zuging/ haben die Juden Saͤcke angezogen (geringe Traur⸗Kleider) und Aſchen auff jhre Haupter geſtreuet.. Maccab. 3. verſ. 47. Ob wir nun zwar an ſolche Ceremonien nicht ge⸗ bunden/ ſo muͤſſen wir doch von Hertzenuͤber unſere Suͤnde Leid tragen/ und ſolches vielmehr innerlich als euſſerlich practieiren und beweiſen. 2. Eorum potũ: Ihren Tranck Und miſche meinen Tranck mit Weinẽ/ ſagt David: Das iſt/ mit meinen flieſſenden Thraͤnẽ: Weilen traurige und von Hertzen betruͤbte Hertzen inſonderheit durſtig werden; So geſchichts offmahlen/ daß jhre herablauffende Thraͤnen mit jhrem Trincken vermiſchet werden: Alſo gehets auch denen die jhre Suͤnde fur Moſis Spiegel oder Geſetze rechterkennen/ den Zorn und wohl verdien⸗ te Straffe GO TTES betrachten/ daß jhre Thraͤnen mit jhrem Tranck vermiſchet werden: David netzete ja mit ſeinen Thraͤnen ſein Lager. Pſalm. 6. verſ. 7. Thraͤnen war unterweilen ſeine Speiſe Tag und Nacht. Pſalm. 42. verſ. 4. Da ſpeiſet uns GOTT wegen un⸗ ſer begangenen Suͤnde billich) mit Thraͤnen Brod/ und traͤncket uns mit groſſem Maß vol Thraͤnen. Pſalm. do. verſ. 6. Daß wir billich b weinen ͤooͤoͤo k Uhnſtg Thm v vannen mnüchagfin Tntiſſeme nüin Tmndh Prrugnnd uridig pesiete! und eaſ. Hi be hgchea 6R fint vJ. ſe Särgen deſcz. Err Neamm.„6„ huh Aetuign d ſäamadtn en Hatmübauſein. als cuſſatichpractenmme ranckllndmiſche nannnd ſt mitmeinmfliſenda Tii Ada Hata mſordafatint iß ſbre herablauffade Tyin Aſo gehets auch dwmdeffe ichtakann den gonwn kemachtm/ diß ſer Tün Damd mescie ſa ntſemnd inen war untarain ine 4. Daſßaßetuns Gol mut Thraͤn Dro⸗ mn m Pſam dns d und Leid uͤber die Suͤnde bey uns wircke. 31 weinen/ daß uns die Thraͤnen uͤber die Backen lauffen. Thren. 1. verſ. 2. Und haͤtten groſſe Vrſachen daß wir uns ſchier die Augen außweineten. Thren. 2. verſ. O der heilſamen: O der gluͤckſeligen Thraͤnen/ wann ein wahrer Glaube an JE SVBM CHRJSTVM bey denſelben gefunden und damit verzuckert wird Ein ſolcher Thraͤnen Tranck iſt eine kraͤfftige Artzney wider die Suͤnden Kranckheit: Durch dieſen Tranck iſt curirt Petrus von ſeiner ſchaͤndlichen verfluchten Verleugnung Ehriſti. Matth. 26. verſ. 75. Durch dieſen Tranck iſt curirt die groſſe Suͤnderin/ welche mit ihren Thraͤnen Chriſti Fuͤſſe netzete/ und mit den Haaren jhres Haupts dieſelbe trucknete. Luc. 7. verſ.38. Hievon ſpricht Gott ſelber vom Hißkia; Er habe ſein Ge⸗ beth gehoͤret/ und ſeine Thraͤnen geſehen/ er wolle jhn geſund machen/ daß er am dritten Tage werde hinauff in das Haus deß HErrn gehen. 2. Neg. 20. verſ. 5. Weilen Koͤnig Hißkia mit Leid und Reu ſich fuͤr GOTET gedemuͤtiget/ und fuͤr Gott geweinet/ ſo hats auch Gott er⸗ hoͤret. 2. Reg. 22. verſ. 19. Er wil unſer Gebeth hoͤren/ vernehmen un⸗ ſer Schreyen/ und ſchweigen nicht uͤber unſern Thraͤnen Pſalm. 30. verſ. 33. Er wil unſer Thraͤnen in ſeinen Sack faſſen und ſie zehlen. Pſalm. F6. verſ. 9. Aber heuchleriſche Thraͤnen gefallen jhm nicht/ ſolcher bethenden Stimme wil er nicht hoͤren/ und ſeine Ohren nicht zu ihnen neigen. Deut. l. verſ. 45. Laſſet uns dieſes/ O Chnſſiliche Hertzen/ fleiſſig in acht nehmen/ wir weinen offt auß geringen Vrſachen/ und daß wir deſſen nicht noͤthig haͤtten aber laſſet uns unſer Suͤnden Elend recht betrachten/ ſo bekommen wir wichtige Vrſach/ daß wir unſern Tranck mit Thraͤnen miſchen.. II. Conditionis hujus originem: Woher dieſer unſer elender Zuſtand komme. Die Vrfach delſelbeniſt: 1. Divina comminatio: Gottes Draͤuen: Für deinem Draͤuen; Wie Gott wegen unſer Suͤnde uns draͤue/ mit allerhand Straffen dieſelbe heim zu ſuchen davon iſt weitlaͤufftig zu leſen. Lev. 26. und Deut 28. Capp. Er iſt ein Gott der taͤglich draͤuet wil man ſich nicht bekehren ſo hat er ſein Schwert gewezet/ und ſemen Bogen geſpannet und zielet/ und hat darauff gꝛleget toͤdtliche Geſchoß/ ſeine Pfeile hat er zugerichtet/ zu verderben. Pſalm. 7 verſ. 12. leq. Da draͤuet er/ wann wir ſeine Gebott nicht halten/ wolle er unſer Suͤnde mit der Ruthen heim⸗ ſuchen/ und unſer Miſſethat mit Plagen. Pſalm. 89. verſ. 3 8 1 9 Wie die Betrachtung deß Zorns Gotttes Solche Draͤuung aber werden von den Gottloſen in den Wind ge⸗ ſchlagen/ und achten derſelben nicht: Daruͤber klaget Gott und ſpricht: Ich habe Waͤchter uͤber euch geſetzet/ mercket auff die Stimme der Drommeten/ aber ſie ſprechen/ wir wollens nicht thun. Jer.6. verſ. xr. Aber bußfertige Hertzen/ hoͤren die Draͤuungen Gottes mit Schre⸗ cken/ und nehmen ſie auff mit wahrer Reu und Leid uͤber jhre Suͤnde: Daſſpricht David: Ich fuͤrchte mich fuͤr dir/ daß mir die Haut ſchauert/ und entſetze mich fuͤr deinen Rechtẽ. Pſ. 19 v. 120. Und da ſihet Gottan den Elendẽ/ und der zubrochenes Geiſtes iſt/ und der ſich fuͤrchtet fur ſei⸗ nem Wort. Eſa. 66. v. 2. Wie der Engel deß Erꝛn den Iſraelitẽ draͤue⸗ te/ hub das Volckſeine Stimme auff und weinete. Jud. ⁊. v. 1. leq. Wie der Prophet Semaja dem Koͤnig Rehabeã und ſeinen Obriſten/ die goͤtt liche Draͤuungfuͤrhielt/ da demuͤtigten ſie ſich und ſprachen Der HEn iſt gerecht; Darauff folgete die allergnaͤdigſte Erklaͤrung Gottes; Wei⸗ len ſie ſich gedemuͤtiget/ ſo wolte er ſie nicht verderben. 2. Chron. 12.v.. ſeq. Jonas draͤuete den Nineviten auß Gottes Munde/ daß nach vie⸗ tig Tagen ſie mit jhrer Stad/ ſolten untergehen: Da glaͤubeten ſie an GOTI bekehrten ſich Koͤnig und Unterthanen/ Groß und Kleinzu Gott/ darauff erfolgete/ daß Gott reuete deß Ubels/ das er geredet hatte ſhnen zu thun/ und thaͤts nicht. Jon. 3.v. 4. leqq. Odeß grundguͤtigen Odeß barmhertzigen himliſchen Vatters! Der handelt mit uns Erd⸗ Wuͤrmlein nicht nach unſern Suͤnden/ und vergilt uns ja nicht nach unſern Miſſethaten. Pſal. 103. verſ. 10. Laſſet uns aber/ O Chriſtliche Hertzen/ fuͤr allen Dingen dahin ſehen/ daß unſer Demut fuͤr GOTT hertzlich ſey: Wie Kayſer Fridericus I. ſein Krieges⸗Heer wider die Mediolanenſer fuͤhrte/ lieſſen ſie durch jhre Geſandten eine Abbitte thun/ aber Anſelmus, der Biſchoff zu Ravenna und die Papienſer und Eremonenſer/ ſagten dem Kayſer/ die Mediolanenſer waͤren gleich dem Polypo einem Meer⸗Fiſch von vielen Fuͤſſen/ der ſeine Farbe nach Ge⸗ legenheit deß Orts veraͤnderte: Alſo ſeyn viel Menſchen/ die in Anhoͤ⸗ rung der goͤttlichen Draͤuungen ſich demuͤtigen/ aber wann die Draͤu⸗ Stimme ein Ende hat/ ſo endiget ſich auch jhre Demut; Dafuͤr ſollen wir uns huͤten Irret euch nicht/ Gott aͤſſet ſich nicht ſpotten. Gal.6. verſ. 7. 2. Divina indignatio: Der goͤttliche Zorn: Für dgune orn Zatoiat Da menéd Wuhn dore d utsutdbrungi 6 us rerwand Rägrſzett läſtamad dn zom Gal ſchet omſſ die Cherſone Miſchmus Sindem aſſo ſtauſgemn NJaunCid 3 Dhi auſgehobenm derichauffche it San. dununoehuie din wiegnan tä hetan niſgatze eahenſt 1(grogzenn a Dmſeh iaaet encvuen auß Goers M 1d ſoltm uncagrhen: Dact Gocr reuetedeß ihels⸗ t. Jon 39 4 eog Odijm cden Vatters Da zadeim n Suͤnden/ und verguwin 33. verſ.1o. Laſſekunsabad ahen ſehen daßunſcrOamui ndericus l. ſen Karh ſen ſie durch jore Geſawne ſchoff zu Nawanaundxl yſer/ die Medielmaſerir on viclen Füſſen deſſer nt e: Alſo ſcyuviel Nanäa- ern ſich denunan/ ürd art ſich auch hi Dant de/ Gottläſſe ſicnilft Der gutthoann wahre Reu uͤber die Suͤnde wirck. 3, Zorn/ ſagt David: Der Zorn Gottes/ O Chriſiliche Hertzen /iſt uns ar⸗ men Erd⸗Wuͤrmlein unleidlich: Der machet uns(wegen unſer Suͤn⸗ de) vol Betruͤbnuͤß Hiob.) verſ. 18. So verbirget er ſein Antlitz fuͤr uns/ und haͤlt uns fuͤr ſeine Feinde: Er ſchreibet uns an Betruͤbnuͤß/ und wil uns umbbringen umb unſer Suͤndenwillen. Hiob. 13. v. 4.26. So wird er uns verwandelt in einen Grauſamen. Hiob 30. v. 21. Da haͤlt ſich ſii⸗ ne groſſe hertzliche Barmhertzigkeit hart gegen uns. Eſa 63. v. 5. Ach laſſet uns/ O Chriſtliche Hertzen/ dieſes betrachten/ und dem anbrennen⸗ den Zorn Gottes/ mit wahrer Reu und Leid/ zuvorkommen: Der Men⸗ ſchen Zorn iſt ein wuͤterig Ding: Wie Keyſer Juſtinianus II. gegen Zonaras die Cherſoner erzuͤrnet/ hat er greulich wider dieſelbe gewuͤtet/ und Iom.z. in Menſchen und Staͤdte vertilgen laſſen: Wann Gott mit uns elenden oi nito 136. laͤngſt außgerottet: Derowegen ſollen wir Gottes Zorn mit wahrer Reu und Leid/ mit Chriſti Blut beſprenget/ ſtillen. 3. Divina dejectio; Gottes Niderwerffen: Daß du mich aufgehoben undzu Bodem geſtoſſen haſt: Gott hat David wunder⸗ barlich auffgehoben/ wie ſeine Herkunfft/ Handelund Erhoͤhung auß⸗ weiſet. J. Sam. 16. und ſeqq. capp. Aber durch ſeine vaͤterliche Zuͤchti⸗ gung und Probirung/ hat er jhn auch niedergeworffen/ daß er klaget: Es iſt mit mir gar anders/ und bin ſehr zuſtoſſen/ und heule fuͤr Unruhe mei⸗ nes Hertzen. Pſalm 38. v.). Das verurſachet die leidige Suͤnde: Da muͤſſen auch die Gewaltigen zu Bodem fallen/ und nicht beſtehen/ wann ſie der HErr ſtuͤrtzet. Jer. 46. v. z. So zwar nicht gemeinet/ daß es jhm zu letzt ſo gehen wuͤrde/ und werden grewlich herunter geſtoſſen. Thren 1. v. 9. Demſelben aber koͤnnen wir zuvor kommen durch wahre Buſſe/ wie der Sohn Gottes bezeuget. Apoc. 2. v.). Wann wir derwegen Got⸗ tes Zorn und niderwerffen ſpuͤren/ ſollen wir bald bald wahre Rew uͤber unſer Suͤnde tragen/ und rechtſchaffene Buſſe thun/ wozu uns wolle verhelffen G Ott der Vatter durch den heiligen Geiſt/ umb Jeſu Chri⸗ ſti willen/ Amen/ Amen. 4. Ddie ſechſte Predigt. DE CONTRITIONIS CAVSA INSTRVMENTALI NTA, QIA PASSIONIS CfRISTI MEDITATIO. 1 Suͤndern alſo handlen wolte/ were das Menſchliche Geſchlechte vor 3 5 2 8——— M “ 13es 3-——u 4 4 7 3 d-— 34 Wie die Betrachtung deß Leidens Chriſti Wieuns die Betrachtung deß Leidens hriſt/ zuwahre RNeuund Leid uͤber die Sünde fuͤhre. Plal. 6. v.ä Ich muß bezahlen das ich ni geraubet habe. 8 Sohns Gottes auff zweyerley Weiſe betrachtet: V 5 16 Evangelicè: Auff Evangeliſche Art: Und alsdann 5. verſ. 2. II. Nomicè: Auff die Art deß Geſetzes: Und zwar 1. Ratione Dei patris: An deß Vatters Seiten: Dann wann wir bey Betrachtung deß Leidens Chriſti/ denſelben anſehen befinden wit ſeine geſtrenge Gerechtigkeit und feuerbrenenden Zorn uͤber unſer Suͤn⸗ de/ daß/ ehe er dieſelbe ſolte ungeſtraffet laſſen/ muß ſein eigener/ einiger und allerſiebſter Sohn fuͤr dieſelbe bezahlen: Denn wir werden mit Golt verſoͤhnet durch den Todt ſeines Sohns. Rom. d. v. 10. — “*“ ————— ͤͤͤͤ““ — 1 4 4 4 . 1 4 4 aict dsgit de cu adenauchn Pitaatung ſemaͤßlihhe mner Sande dafärwem in Wutn AMhiBe Deüendet Schud gmund dillnea d n Iöſcht. 2 nyen. dine ein Lnuhe Sü dina bollienan he Unchuh gerauſet n Finichan d.4.0. Hatſtins iane mdaheggta Jante ꝛNachntumdſchrieei dern Chnſſozu ud naa nung.Cer. v.. Oaagif 2 m. Diegroſſe bicbedßEh lieb daßer dee Maſſchenſet⸗ e Liehe/ als da ſen(dali zat uns aiſo getedet dajgſit vffa Gottzuannnſiſese te Art deß Geſcheslun „ Andeß Vatterine dns Chrftideſchnafſs Ind ſcuerdrcicda erit wahre Reu uͤber die Suͤnde wircke. 3„ 2. Ratione noſtri ſfalvatoris: Anunſers Seligmachers Sei⸗ ten: Das Geſetze verfluchte uns/ wegen unſer Suͤnde. Deut. 27. v. 26. Es verfluchte auch den Gehenckten am Holtz. Deut. 27 v. 2z. Und alſo iſt der wahrer/ eigener und einiger Sohn Gottes fuͤr uns ein Fluch gewor⸗ den/ auff daß er uns vom Fluch deß Geſetzes erloͤſete. Gal. 3. v3. Der⸗ halben muͤſſen wir das Leiden Chriſtt/ nicht allein nach dem Evangelio/ ſondern auch nach dem Geſetz betrachten/ auff daß wir auch durch ſolche Detrachtung/ der Gerechtigkeit und Zorns Gottes/ und dem aller⸗ ſchmaͤhlichſten Todt deß Creutzes Chriſti zu wahrer Reu und Leid uͤber unſer Suͤnde moͤgen gebrache werden, Dieſes haͤlt uns der Sohn Got⸗ tes fuͤr/ wann er ſagt/ Er habe bezahlt/ das er nicht geraubet; Auß wel⸗ chen Worten wir wollen anſehen: b Wie die Betrachtung deß Leidens Chriſti/ wahre Reu und Leid uͤber unſer Sunde erwecken ſolle. Der barmhertzige Gott gebe ſeine Gnade/ daß wir unſer unabloͤßliche Schuld undreiche Bezahlung deß Sohns Gottes mit glaͤubi⸗ gem und danckbarem Hertzen beirachten moͤgen/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. b Erklarung. Wir haben bey verleſenen Wortenſin acht zu nehmen: 1I. Chriſtum innocentem: Den unſchuldigen Chriſtum: Ich ſpricht er; Der ich der wahre Sohn Gottes bin Pſ. v. 7. Luc.ꝛ. v. 35. Der niemand unrecht gethan/ noch Betrug in meinem Munde ge⸗ funden. Eſa.53. v.9. Der Allerheiligſte. Dan. 9. v.2 4. Welcher niemand einer Suͤnde zeihen koͤnen. Joh. 8. v. 46. Der von keiner Suͤnde gewuſt. 2. Corinth.. v. 21. Sondern heilig/ unſchuldig/ unbefleckt/ und von den Suͤndern abgeſondert geweſen. Heb. 7, v. 26. Dieſer/ dieſer/ iſt der fenige ſo allhie redet/ deme in ſeinem Leiden und Sterben ſo viel Gezeugnis ſei⸗ ner Unſchuld gegeben worden/ derſelbe hat muͤſſen bezahlen das er nicht geraubet hatte: Wann dieſes ein Chriſtliches Hertze/ darin nur ein Fuͤncklein wahrer Goꝛtſeligkeit iſt/ hers ich erweget und betrachtet 2 muf 4 1 4— Chron. Bruns. Bunting. part. 1. f. 51. feq. Chron. Schultz. pag. 99. 36 Wie die Betrachtung deß Leldens Chriſti mußes billich mit wahrer Reu und Leid wegen ſeiner Suͤnde/ damitte dem unſchuldigẽ Sohn Gotles ſein allerſchmertzlichſtes allerſchwerſtes Leiden verur ſachet gantz und gar umbfangen werden: Wie Keyſer Ot⸗ ten deß Ill. Ehebrecheriſche Gemahlin/ einen Edelman bey jhrem Henn angeben/ als haͤtte er Unzucht mit jhr ge trieben/ iſt derſelbe auß deß Key⸗ ſers Geheiß unſchuldig hingerichtet Dieſes frommen Edelmans Frau als welcher jhres Mannes Unſchuld allein bekant geweſen/ hat hres Mannes Haupt genommen/ es gekuͤſſet/ und dem Keyſer fuͤr die Fuͤſſe geworffen/ darauff ein gluͤendes Eiſen/ welches ſie in einem Feuer⸗Topff bey ſich gehabt/ herfuͤrgezogen/ und es in bloſſer unverletzter Hand getra⸗ gen/ und geſagt: So viel Schaden als ich von dieſem gantz gluͤenden Ei⸗ ſen in meiner bloſſen Hand erleide/ ſo viel Schuld hat mein unſchuldigen Mañ gehabt: Woruͤber der Keyſer ſehr erſchrocken/ und ſeint Gemahlin tùöͤdten laſſen/ der edlenFrauen aber unterſchiedliche Schloͤſſer und Haͤu⸗ ſer gegeben/ dahingegen ſie dem Keyſer(auß verfluchter Rachgier) ein paar vergifftete Handſchen gegeben/ ſo jhm den Todt verurſachet. Die⸗ ſer Edelman und ſein Weib/ haben/ ohne Zweiffel/ mit andern Suͤnden den Zorn Gottes auff ſich geladen/ aber dem Sohn Gottes geben ſeine eigene Feinde/ ja Sonn/ Felſen und Erden Zeugnuͤß ſelner Unſchul: Das ſol billich wahre Reu und Leid uͤber unſere Suͤnde bey uns erwecken. II. Paſſionis originem: Woher Chriſti Leiden gekommen: Auß ferembder Schuld/ welche wir bey Gott mit unſern Suͤnden ge⸗ machet; Darumb klaget der Sohn Gottes: Mir/ O Menſch/ haſtu At⸗ beit gemacht mit deinen Suͤnden/ und mir haſtu Muͤh gemachet/ in deinen Miſſethaten; Ich/ ich/(der unſchuldiger allerheiligſter Sohn Gottes)tilge deine Suͤnde/ umb meinent willen/ uñ gedencke deiner Uber⸗ tretung nicht. Eſa. 43. v. 24. leq. Umb unſer Miſſethat willen iſt er ver⸗ wundet/ und umd unſer Suͤnde willen/ iſt er zuſchlagen. Eſa. 73. v.. Er hat ſein Leben zu unſer Erloͤſung gegeben. Matth. 20. v. 28. Er hat ſein Blut vergoſſen/ zur Vergebung unſer Suͤnden. Matth. 26. v 8. Vmd unſer Suͤnden willen iſt er dahin gegeben. Rom. 4. v. 25. Er iſt fuͤr uns ge⸗ ſtorben da wir noch ſeine Feinde waren. Rom. ⸗. v. 8. Wannn die neidi⸗ ſchen Schlangen dem Pellican ſeine Jungen getoͤdtet/ ſo verwundet er ſelbſt ſeine Bruſt/ und netzet ſeine Jungen damit/ dadurch ſie wieder das Leben bekommen: Die hoͤlliſche Schlange hat uns zeitlich/ geiſtlich 1n ewi —* ͤͤͤ —8˙‧8ſſ “ 8 — 4½ 4 rfädttn SaudSn oig amign geüm Buur clusbrui 5 laſtadame 1 allebge G figida lattläſewlſe wicffältg verge zen Dasmag te Wannwi mißun ſole unrzübegeb Ill. Jut Gortts Diſ bendieRchlſ ſcn pfudma Gerchtttien Ui gcſebert dchſam. wüikadechn Renmdun deeheyyee egedadeun nderigeSe konmadase Mij he taungla dnirgne kcgketunda kane Sin Dhn eche 8 . 85 4 — See auß dafüuck, Aeseden ſeſpom de Toyrpen daben oßne graßf 1 zuden, aha den Eeßn get⸗ ſn und Ena Jugmiß er d Lend uͤba unſet Sämehan : Woher Chriſt Lede lcde vu dey Gon mi uiat Sohn Gotus: MNwO a inden und mi faf Ahe ch Arunſchudan ahi nd mennent willm ui gdar wahre Reuuͤber die Sunde wircke. ewig getoͤdtet/ der himliſche Pellican Jeſus Chriſtus/ laͤſſet ſich in ſeinem Leiden und Sterben verwunden/ daß wir durch ſein Blut geiſtlich und ewig leben moͤgen. Wie in der letzten Schlacht auff den Philippiniſchen Felden/ Brutus von ſeinen Feinden verfolget ward/ hat ſich Lu eilius Bruti Freund/ fuͤr Brutum außgeden/ und gefaͤnglich hinfuͤhren laſſen/ damit Brurus ſeinen Feinden auß Haͤnden kommen moͤgte: Vnſer allerliebſter Erloͤſer Jeſus Chriſtus/ hat ſich nicht allein unſerthalben gefaͤnglich auß dem Oehlgarten hinfuͤhren laſſen/ ſondern auch ſein al⸗ lerheiligſtes/ ſein unſchuldiges/ ſein theures Blut/ fuͤr uns haͤuffig und vielfaͤltig vergoſſen/ ja den allerſchmaͤhlichſten Todt deß Creutzes angan⸗ gen: Das mag wolheiſſen; Ich habe bezahlt was ich nicht geraubet hai⸗ 37 Zwing. Vol.z. pag. 859. te: Wann wir dieſes/ wie wir hochſchuldig ſeyn/ fleiſſig betrachten/ ſo muß und ſol es billich wahre und hertzliche Reu uͤber unſere Suͤnde biy uns zu wege bringen. III. Juſtiriæ divinæ rigorem; Die geſtrenge Gerechtigkeit Gottes: Dieſelbe wolte bezahlet ſeyn; wir waren/ O Chriſtliche Her⸗ ten/ die Rechtſchuldigen/ und ein jeglicher unter uns/ war mit zehen tau⸗ ſend Pfund verhafflet/ und hatten nichts zu bezahlen. Matth. 1§. v. 24. ſeq. Vnd kunten wir mit Gott nicht verſoͤhnet werden/ es were dañ ſeiner Gerechtigkeit ein Gnuͤgen geſchehen: Dann der HEr iſt gerecht/ wie Pharao ſelber bekennet. Exod. 9. v. 27. Er iſt gerecht und hat Gerechtig⸗ keit lieb. Pſalm. 11. v. 7. Vnd wann wir gleich mit jhm rech ten wolten/ ſo behaͤlt er doch recht. Jerem. 12. v. 1. Dieſer Gerechtigkeit Gottes kunte Niemand unter den Engeln oder Menſchen genugthun; Dann ſie erfo⸗ derte beydes die Erfuͤllung deß Geſetzes/ und die Straffe der uͤbertretung/ welche beyde uns zu leiſten ohnmuͤglich war: Derowegen hat der ewige und einige Sohn Gortes unſer ſich angenommen/ und iſt nicht allein kommen das Geſetz(deſſen HErr er war. Marc. 2. verſ. 28.) zu erfuͤllen. Matth. 5. v. 7. Sondern auch das jenige was wir/ wegen unſer Vber⸗ tretung/ ſchuldig waren/ zu bezahlen: Dann durch deſſen ſein Blut wer⸗ den wir gerecht. Rom. ⸗ v. 9. Er iſt uns von Gott gemachet zur Gerech⸗ tigkeit und zur Erloͤſung. 1 Cor. i. v. o. Gott hat ſeinen Sohn/ der von keiner Suͤnde wuſte/ fuͤr uns zur Suͤnde gemacht/ auff daß wir wuͤrden in jhm/ die Gerechtigkeit/ ſo fuͤr Gott gilt. 2. Corinth. v. 21. Er hat ſich ſelbſt fuͤr uns alle zur Erloͤſung gegeben. Timoth 2. verſ. 6. Das ma 3 3 mnmo 1 8* R—— 5 Wie die Betrachtung deß Leidens Chriſti wol heiſſen das jenige bezahlen was einer nicht geraubt hat Zoleucur ein Geſet⸗Geber zu Locris, hatte unter andern Geſetzen auch dinſes ge⸗ macht/ daß einem Ehebrecher bey der That ergriffen oderuͤberzeuget/ die Meig lib. Augen ſolten außgeſtochen werden: Da nun ſein Sohn in ſolcher That Se ergriffen/ hat er ſein Geſetz in Oblervantz zu halten/ auß vaͤterlicher Lie⸗ e gegen ſeinen Sohn/ dem Sohn ein Auge/ und das ander jhm außſie⸗ chen laſſen: Alſo hat der allmaͤchtige GOTE ſeine Gerechtigkeit zu erhalten/ ſeinen Sohn fuͤr uns elinde Menſchen/ unſer Suͤnde zu bezahlen/ dahin gegeben. Wann wir dieſetheure Bezahlung fuͤt unſene Suͤnde betrachten werden/ wird gewißlich hertzliche Reu und Leid uͤber dieſelbe erfolgen. b IV. Iræ divinæ fervorem; Den Feur brennenden Zorn Gottes: Chriſtus muſte bezahlen und gnug thun dem Zorn Gottes Dann/ weilen Gott kein Gott/ dem gottloß Weſen gefaͤllet. Pſal. v⸗ So wird der Zorn Gottes vom Himmeloffenbaret/ uber alles gottloſes Weſen. Rom. v. 18. Und dieſen Zorn Gottes hat der Sohn Gottes in ſeinem Leiden auch tragen muͤſſen/ daß er billich klagen und ſagenkoͤn⸗ nen: Euch ſage ich allen/ die jhr fuͤruͤber gehet/ ſchauet doch und ſehel ob irgend ein Schmertze ſey/ wie mein Schmertzen/ der mich troffen hat/ dann der HErr hat mich vol Jammers gemacht/ am Tage ſeines gum⸗ migen Zorns. Thren. 1. v. 12. Hiebey betrachte ein Chriſtliches Heutz ein verzehrend Feuer. Deut. 4. v. 24. Da zuſpringen die Felſen fuͤr Got⸗ tes Zorn. Nah. 1.v. 6. Wie dann Elias geſehen/ daß fuͤr dem HErnn ein . 1. Reg. 19. v. 11. Wie Pyrrhus in einer Schlacht von einem groſſen und 4 Kbelirns ſtarcken Mamertier zum uel außgefodert/ iſt er alſo im Zorn entzuͤn⸗ ab. factis, det/ daß er hm entgegen gerant/ und dem Mamertiner einen ſolchen &didis Streich gebracht/ daß er jhn vom Kopff herunter geſpalten/ und der exempl. Coͤrper mit einem groſſen Schreck dem Anſchauenden/ in zwo Theilen 1,9. cap.3. da gelegen. Was ſolte dann der Zorn Gottes nicht außrtchten⸗ Die Et⸗ b de bebet und wird beweget/ die Grundfeſte der Berge regen ſich/ und beben wann er zornig wird/ Dampff gehet auß von ſeiner Naſen/ und verzeh⸗ rend Feuer von ſeinem Munde/ daß es davon plitzet. Pſ. 18. v. 8 ſeq. Dit⸗ ſes hat unſer hochverdienter Erloͤſer Jeſus Chriſtus wolerfahren/ daß tr in ſeinem Leidenklagel: Ich bin außgeſchutetwie Waſſeralle maineen eine was es fuͤr eine Beſchaffenheit mit dem Zorn Gottes habe: Daiſt Gott ſtarcker Wind gegangen/ ſo die Berge zuriſſen/ und die Felſen zubrochen. una 1 veeulanr Raſoaaade une Bandiſe debevogenwi V. Solu Sohn Gette Selen do rt.. Duſ alhheußſelich ſordandaßera anſimzofade faſaSi Seas (gt unoalec Wwena baläcvoder — en Eriſtin wrn 43,1,14. c np 79 6,9 namge t Senſi 3. rachtun. ee ßlcde —en wageina. — tn vnde Damnfdan 9 Jammgs an di 11. Hudc henachte tnh den mudem Jan Gontzſte 4*% 14 Dazuſprnande dann Eüas geſchen dofft d Baezunſſer woxrit u in enne Schuchtrmen lucl außgefodert ſtaaſen. grant und dem Manatert en vom Korff hauun zjt ſchreck dem Anſchunnte er Dom Gottes nih'ute Grundfeſte da Bagunit ff achet auß venſann An daß es davonzittt ſ lt rioͤſer iuschent⸗ außgeſchännnechfte das Feuer deß H. Geiſtes umb Jeſu Chriſti willen/ Amen Amen —— 8 ——— wahre Reu uͤber die Suͤndewircke. 35 bane haben ſich zertrennet/ mein Hertz iſt in meinem Leibe wie zerſchmol⸗ ten Wachs/ meine Kraͤffte ſind vertrocknet wie ein Scherbe/ und meine ZJunge klebet an meinem Gaumen/ und du legeſt mich in deß Todtes Staub. Pſ. 22. v. 15. feq. Daher ſpricht er auch in ſeinem Leiden/ ſo an ihm als einem gruͤnen Holtze ſolches geſchehe/ was dann wolle am duͤrren werden⸗ Luc. 23. v. ʒ1. So er als ein Unſchuldiger/ wegen frembder Suͤn⸗ de alſo tractiret werde was dann wolle vorſetzlichen Suͤndern wiederfah⸗ ren? Wer dieſes recht betrachtet/ uñ nicht zu wahrer Reu uͤber ſeine Suͤn⸗ de bewogen wird/ muß warlich ein rechter Stein ſenn. V. Solutionis tenorem: Wie die Bezahlung geſchehen: Der Sohn Gortes/ der Außerwehlte Gottes/ der jenige an welchem Gottes Seel ein Wolgefallen gehabt. Eſa. 42. v. I. Der ſeinem himliſchen Va⸗ ter am naͤheſten war. Zach. 13. v. 7. Der in deß Vaters Schos war. Joh. r. v. 18. Derſelbe hat unſer Suͤnden Schuld alſo bezahlet/ daß er nicht allein euſſerlich an ſeinem Leibe/ und innerlich an ſeiner Seelen gelitten/ ſondeꝛn daß er auch gelitten von allen/ Juden und Heyden; In allem/ was anjhm zu finden geweſen; Fuͤr alle/ ſo jemahls auff dieſe Welt gebohren/ und gebohren werden ſollen. Da bedencke doch/ O Chriſtliches Hertz/ 1. Peccatorum portationem: Wie der Sohn Gottes aller Menſchen Suͤnde getragen: Gott hat unſer aller Suͤnde auff jhn ge⸗ worffen. Eſa. 33 v. 6. Er iſt das Lam Gottes/ ſo der gantzen Welt Suͤnde traͤgt. Joh. 1. v. 29. Er iſt fuͤr uns zur Suͤnde worden. 2. Cor. 5.v. 21. Er hat unſer Suͤnde geopffert an ſeinem Leibe auff dem Holtz 1. Pet. 2. v. 24. Gleichwie Aaron ſeine beyde Haͤnde/ auff deß Verſuͤhn⸗Bockes Haupt legte/ und alle Suͤnde der Kinder Iſrael auff ihm bekennete. Lev. 16. v. ꝛ1. Alſo ſeyn alle Suͤnde deß gantzen menſchlichen Geſchlechts auff Chriſtũ belkeñet worden: Solte dieſes nicht wahre Reu und Leid bey uns erwecken. 2. Miſerrimam paſſionem: Wie er habe ſo elendiglich gelit⸗ ten: Er iſt in ſeinem Leiden ein Wurm und kein Menſch geweſen. Pſ. 22. p. 7. Wir haben jhm Muͤh und Arbeit in unſern Suͤnden gemacht. Eſa. 43.v. 24. Alſo/ daß er blutigen Schweiß geſchwitzer. Lue. 22. v. 44. Daß er geruffen: Mein Gott/ mein Gott warum haſtu mich verlaſſen. Matt. 27. v. 26. Ja ſeine Seele hat gearbeitet. Eſa. Z. v. 11. Welchen dieſe Be⸗ trachtung zu wahrer Reu und Leid nicht fuͤhret/ muß warlich/ haͤrter als ein Stein ſeyn Der barmhertzige Gott erweiche unſere Hertzen durch Die — 7 ——— 4 ——— 40 Wie die Betrachtung deß Juͤngſten Tages Die ſiebende Predigt. 1 DE CoOFTTRITIONIS CAVSA INSTRVMENTAI SEXTA, QAK DIEI EXTITREMI PENSICULA TIO. Wie uns die fleiſſige Erwegung deß Juͤngſten Tages zu wahrer Reu und Leid uͤber unſer Suͤnde bewegen ſolle. 2. Theſſ. f. y. 7. ſeꝗ. q Der HEr: Jeſus wird offenbahret werden vom Himmel/ ſampt den Engeln ſeiner Krafft/ und mit Feuerflammen/ Nach zu geben uͤber die/ ſo Gott nicht erkenen, und uͤber die/ ſo nicht gehorſam ſind dem Cvangelto unſers HErꝛn Jeſu Chriſti. 3— 1 o 1 dem Juͤngſten Tage/ die Gottloſen werden ein gottloß We⸗ ☛2d ſen fuͤhren und die Gottloſen werdens nicht achten: Allije haben wir; 1. Impiorum ſtatum: Was es fuͤr einen Zuſtand mit ihnen haben werde: Sie werden ein gottloſes Weſen fuͤhren: Gleich wie die Gottloſen in der erſten Welt/ den Geiſt Gottes ſich nicht regieren laſſen wolten. Gen. 6. v. 3. Alſo gehets auch jetzo am Ende der Welt zu; Da findet man ein ungehorſam Volck/ und verlogene Kinder/ die nicht hoͤren wollen deß HErren Geſetze. Eſa. 30. v. o. Manprediget jhnen wol viel/ aber ſie haltens nicht/ man ſagt jhnen gnug/ aber ſie wol⸗ lens nicht hoͤren. Eſa. 42. verſ. 20. Sie bleiben halßſtarrig/ wollen Gott nicht hoͤren/ noch ſich ziehen laſſen. Jer. 17. v. 23. Gleich wie es war in den Tagenfuͤr der Suͤndfluth/ ſie aſſen/ ſie truncken/ ſie freyeten/ und lieſſen ſich freyen/ biß an den Tag/ da Noha in die Archen eingieng. Matth. 24.v. z8. Und wiees fuͤr dem Untergang Sodom zur Zeit Loth hergangẽ. Luc. 17. v. 20. Alſo ſol es auch fuͤr dem uͤngſten Tage hergeht. 2. Eorundem animum: Der Gottloſen Gemüthe; Sie werdens nicht achten: Sie vermeinen es habe kein Bedencken: Sie R vermei⸗ Sverkuͤndiget Daniel cap. 12. verſ. 1o. Daß fuͤr — K wenetti auch üchlund tatsuch Pſ undblben 7. 9. b Siw be 0. In tinfigend Gnda Zit üͤberdaſſebet welchen wirw Mahs undlei 1 Awf Jm. Dm gcgee daG Aalce tadedend welchem Gho lintniGen und ſin an Lod benſa drauca unſdet düchmani ungedorſam Vocc undnt Sre Geßtze— nicht man ſagt den zug ſ.a0.— liſſmn. Ja n.n. uß ſicaſcn ſimutr iſ Tag da NohanRte ir dem lUntazug Sa dles auch ſcrdon inir b m.: Der G vameinen o ze wahre Reu uͤber die Suͤnde wircke. 41 vermeinen/ weilen ſie das gottloſe Weſen nicht achten/ ſo achte es Gott auch nicht/ und ſagen/ der HErn ſiehets nicht und der Gott Jacob ach⸗ tet es nicht. Pſal.? 4. v. 7. Gleich wie in der erſten Welt/ die achtens nit/ biß die Suͤndflut kam und nam ſie alle dahin. Matth. 24. v. 39. Sie ſind und bleiben halßſtarrig/ und unbeſchnitten an Hertzen und Ohren. Act. 2. v. 31. Sie wandeln nach dem Fleiſch/ in der unreinen Luſt. 2. Pet. 2z. verſ. 10. In Betrachtung ſolches Zuſtandes der Gottloſen/ und ſchier⸗ kuͤnfftigen Offenbahrung deß Juͤngſten Tages/ ſollen wir billich in der Gnaden⸗ Zeit unſer ſuͤndliches Leben erkennen/ und wahre Reu und Leid uber daſſelbe tragen/ dazu ſollen uns ermahnen die verleſene Wort/ auß welchen wir wollen anſehen: Wie die Betrachtung deß Juͤngſten Tages/ wahre Reu unnd Leid uͤber unſer Sunde/ bey uns erwecken ſolle. Der allerguͤtigſte himmliſche Vatter/ gebe uns ſeine Gnade/ daß wirs 99 gehorſamen kindlichen Hertzen thun/ umb Jeſu Chriſtiwillen/ Erklaͤrung. Wir haben bey verleſenen Worten in acht zu nehmen: Chriſti apparitionem; Chriſti Offenbahrung; Bey wel⸗ cher wir muͤſſen anſehen: . Subjectum: Wer der ſey: Paulus nennet jhn den HErm Jeſum: Dann/ dem ſelben hat Gott ſein himmliſcher Vater die Macht gegeben/ das Gerichte zu halten/ am Juͤngſten Tage/ darum daß er deß Menſchen Sohn iſt. Joh. 5.v. 27. Der iſt verordnet von Golt /ein Rich⸗ ter der Lebendigen/ und der Todten. Act. 10. v. 42. Er iſt der Mann/ in welchem Gott beſchloſſen hat/ den gantzen Kreiß deß Erdbodens zu rich⸗ ten mit Gerechtigkeit. Act. 17. v. 31. Wer an dieſen Tag offt gedencket und ſein ſuͤndliches Leben betrachtet/ wird gewißlich zu wahrer Reu und Leid uͤber ſeine Suͤnde bewogen werden. Bey den Roͤmern war der Ge⸗ brauch/ wañ einer einen andern fuͤr allem Volcke einer boͤſen That uͤber⸗ weiſen wolte/ ſo hat er fuͤr dem Volck einen gewiſſen Taggenant/ an Ro welchem er dieſen oder jenen fuͤr dem Volcke anklagen wolte/ und ward 9. c.29. dem/ 8ͤͤ—— — 5 6 42 Wie die Betrachtung deß juͤngſten Tages dem/ ſoverklaget werden ſolte/ auff denſelben Tag gegenwaͤrtig zu ſeyn angeſagt: Der Sohn Gottes/ la ſſet allen Gottloſen dieſen Tag verkuͤn⸗ digen/ da ſie Rechenſchafft von jihrer Haushaltung thun ſollen. 2. Comitatum: Seine Gefaͤhrten: Sampt den Engeln ſeiner Krafft; Es werden alle heilige Engel mit jhm kommen. Matth. 25. v. 31. Er wird kommenſin ſeiner Herrligkeit/ und ſeines Vaters und der heiligen Engel. Luc. 9. v. 26. Es werden aber die helligen Engel /die Engel ſeiner Krafft genant/ weilen er jhnen Macht und Krafft geben wird/ alle Menſchen zu verſamlen/ die Glaubige und Unglaubige von b einander zu ſcheiden/ die Unglaubige in den hoͤlliſchen Pfuel zu werffen und die Außerwehlten in die ewige Seeligkeit zu fuͤhren. Dieſes ſol uns billich zu wahrer Reu und Leiduͤber unſere Suͤnde erwecken/ damit wir ſie bey Gott durch ſeinen lieben Sohn außſoͤhnen/ und Chriſtum mitſei⸗ nen Engliſchen Gefehrten mit Freuden erwarten moͤgen. 3. Modum: Die Art und Weiſe der Offenbahrung; Waͤche 2. Generalis: Gemein:? Er wird offenbahret werden. Esiſſ der Sohn Gottes/ auch nach ſeiner menſchlichen Natur/ als in einer einigen unzertrenlichen Per ſon/ und zwar in de Pe ſoͤnlichkeit ſeines goͤttlichen Weſens/ alhie auff Erden jetzo in ſeiner Kirchen bey uns: Dann wo zwey oder drey verſamlet ſeyn in ſemem Namen/ da iſt er mitten unter jhnen. Matth. 18. v.ꝛ0. Er iſt bey uns alle Tage biß an der Welt Ende. Matth. 28. verſ. 0. Er wandelt mitten unter den ſieben Leuchtern. Apot.I.v.3⸗ Dieſe unſichtbare und unraͤumliche Gegenwart deß Menſchen Soh⸗ nes ſireitet nicht mit ſeiner letzten ſichtbaren Erſcheinung zum Gericht. Dannn als dann werdenwir den Sohn Gottes kommen ſehen mit groſ⸗ ſer Krafft und Herrlichkeit. Matt. 24. v.0. Wir werden jhn ſitzen ſehen!/ zur Rechtender Krafft Gottes. Matth. 26 verſ 64. Es werden ihn ſehen alle Augen die jhn geſtochen haben. Apoc. 1. v.7. Dieſe Offenbahrung ſol uns billich zur Erkaͤninis/ und wahrer Reu und Leid uber unſer Suͤn⸗ de bewegen; Damit wañ wir alle offenbar werden fuͤr dem Richter⸗Stul Chriſti. z. Cor. 5. v.. Vnd derſelbe auch den Rath unſer Hertzen wird offenbahren.. Cor. 4.v. 5. Die ewige Seeligkeit bey uns moͤge8offenbar 6. Specialis: Sonderlich: Vom Himmel: Dann da ge 3 Goitsbidiet Glechwiede kerfirſten ne-Ac61. Naudgü iäudend „ dvech ner Doſſ ſeJamnann ddetchehin zerg henmntg hen und des 2Ptz ho FeurundSc Jhuuv. neetdeazu ne Vagenwie ſennchaten Ali b dnüe crige Seett keu 1 Lodüͤda wieteddn nut Freuden avatcn— rt und WaſſederOffnd 1 rur Er wudoffndhrewa mc manſchliche Nauur in ad zwar inda Paſänlchkaſn cho m ſaner Kuchandepund ſemem Namen da ſſanten ms allc Tage bif anda Vu urta unterdanſicden(auhen⸗ diumiiche Gegenvan dile enten ſichtbarm Cſſchen⸗ rden Sohn Gotues komma Matt. 4. v.zoWrreaſ ucs. Matth 6 veſs eit wahre Reu uͤber die Suͤnde wircke. 43 Gottes wird kommen in den Wolcken deß Himmels. Matth. 24. v. z0. Gleich wie die Apoſtel den HErꝛn Chriſtum haben geſehen eine Wol⸗ kken fuͤr jhren Augen wegnehmen: Alſo ſollen wir jhn ſehen wiederkom⸗ men. Act. 1. v. o. ſeq. Laſſet uns derwegen die Suͤnden⸗Laſt/ mit wahrer Reu und glaͤubigem Hertzen ablegen/ daß wir ſeiner Ankunfft mit Her⸗ tzen Freud erwarten moͤgen. v. Specialis magis: Noch ſonderlicher: Mit Feuer⸗Flam⸗ men: Das iſt/ mit einem ſolchen Feuer/ welches eine erſchreckliche groſ⸗ ſe Flammen wird von ſich geben: Dieſes Feuer wird ſeyn das Mittel/ dadurch Himmel und Erde werden aufſgehen. Da werden die Himmel zergehen mit groſſem krachen/ und die Element werden fuͤr Hitze ſchmel⸗ tzen/ und die Erde und die Wercke ſo darinnen ſind/ werden verbrennen: 2. Pet. 3. v.. Da wird der Sohn Gottes uͤber die Gottloſen/ Blitz/ Feuer und Schweffel regnen laſſen/ und jhnen ein Wetter zu Lohn ge⸗ ben. Pſ. 11. v. 6. Freſſend Feuer wird fuͤr jhm hergehen/ und umbher ſei⸗ ne Feinde anzuͤnden. Pſal. ↄ7. v. z. Er wird kommen mit Feur/ und ſei⸗ ne Wagen wie ein Wetter/ daß er vergelte im Grim ſeines Zorns/ und ſein Schelten in Feurflammen. Eſa. 66. v.. Da moͤgen wir wol ſagen: Was ſoll ich armer Suͤnder dann/ fuͤr Gottes Richt⸗Stuel ſagen/ b Wen ſoll ich fe ein Fuͤrſprecher han/ der meine Sach ver⸗ rage/ Das ſolt du thun Hen Jeſu Chriſt/ weiln du dazu gekom⸗ men biſt/ Die Suͤnder zu erloͤſen. Da muß warlich wahre Reu und Leid fuͤrher gehen/ ehe der Glaube Chriſtum mit ſeinem Verdienſt ergreiffet. b Il. Apparitionis finem: Die End⸗lrſache der Offenbahrung Chriſti: Rache zu geben⸗oi⸗ der HErr uͤbet Rache: 1. Mediate: Oder mittelbar: Dauͤbet er Rache durch die En⸗ gel: Alſo uͤbete er Rache an dem Aſſyriſchen Krieges⸗Heer/ wie in dem⸗ ſelbẽ hundert und fuͤnff achtzig tauſend Mann/ durch einẽ Engel in einer Nacht erſchlagẽ wurden. 2. Reg. 19. v. 37. An Herode/ welchen der Engel deß HErꝛn ſchlug/ darum daß er die Eerenich Sottgab. Aek us err3 2 olt ———. “ 4 E— — — — 3 2 8—.— .—— —— 4 v 4—-— — Gerlach. Eutrap. p. i. p. 133. 44 Wiedie Betrachtung deß juͤngſten Tages Gott uͤbet Rache durch die Obrigkeit/ die iſt eine Raͤcherin zur Straf⸗ fe/ uber den der Boͤſes thut. Rom. 13. v. 4. Er uͤbet Rache durch Krieg; Da raͤchet er durch ſeine Feinde. Eſa. x. verſ. 24. Errraͤchet ſich an den Verſtoͤrern durch Verſtoͤrung. Eſa. 33. v.. Er uͤbet Rache durch wil⸗ de Thier/ wie an den gottloſen Knaben zu Bethel. 2. Reg. 2. v. 24. Und an Iſabel/ deren Blut die Hunde gelecket. 2. Reg. 0. verſ. 10. zu erſehen. Ibicus von Regien auß Welſchland ein beruͤhmter Poet/ wie er von Straſſen⸗Raͤubern ſolte ermordet werden/ ſagte zu jhnen: Dieſe fur⸗ uͤberfliegende Kranich werden meinen Tod raͤchen: Ob jhn zwar wegen ſolcher Rede die Raͤuber verlacheten/ iſt doch endlich erfolget/ daß ſie hernacher in einem Wirths⸗Haus geſeſſen/ und Kraͤnich fuͤruͤbergeſlo⸗ gen/ einer zum andern Schertz⸗weiſe geſagt/ ſihe/ deß lbicus Naͤcher ſeyn vorhanden/ welche jhre Rede der Wirth ohnvermutlich gehoͤret/ der Obrigkeit ſolches angegeben/ und ſie nach dem Bekaͤntnuͤß am Le⸗ ben geſtraffet worden. 2.Q 1mmediate: Ohnmittelbar: Und ſolches thut er/ theils ab⸗ ſonderlich daß er uͤber etzliche Perſonen ſeine gerechte goͤttliche Rache ſehen laͤſſet; Alſo hat Gott Rache geuͤbet uͤber Pharao/ wie er im rothen Meer/ mit Roß/ Reuter und Wagen umbkommen. Exod. 14. verſas. ber Korah/ Dathan und Abiram/ mit jhrer rebelliſchen Rotte. Num. 16. verſ. 31. e qꝗq. Uber den Koͤnig lſia/ wie er ſich deß geiſtlichen Raͤu⸗ chers annehmen wollen. 2. Chron. 26. v. 9. Uber den Koͤnig Nebucad⸗ nezar/ wie er ſich ſeiner groſſen Gewalt und Machterhoben. Dan. 4. v. Zo·. Theils allgemein/ da er eine allgemeine Rache am juͤngſten Ta⸗ geuͤber alle Gottloſe und Unglaͤubige wird ergehen laſſen: Da wird er ſich an ſolchen raͤchen/ und wird jhm kein Menſch abbitten. Eſa. 47. verſ. 3. Er wird ſich anziehen zur Rache/ und kleiden ſich mit Eiver/ wie mit einem Rock. Eſa. 59. v. 17. Da wird ein Tag der Rache ſeyn/ und er wird ſich raͤchen an ſeinem Feind. Jer. 46. verſ. 10. Dieſe erſchreckliche Nachen Gottes deß HErꝛn/ O Chriſtliche Hertzen/ ſollen wir uns im⸗ merfort zu Gemuͤthe fuͤhren/ und in Betrachtung derſelben wahre Reu und Leid uͤber unſre Suͤnde tragen. b b III. Objecti deſignationem; Ulber welche die Rache Gottes gehe: Dieſelbe ſeyn: r. Deumignorantes: Die ſo Gott nicht er tennen Durg diſ Erkaͤnt⸗ nactden ſſ und vongahte Matt nu bet Meinsh PileGotte ewigt lan. findgelekan teoäſch 1eC Ehfzu bac trcgalln ſll venemn Gpüikes Aher ſad au den Vagrichäe dha doſchunw etjendate nſgeung ſetetolln d Riulen GozisRM Dndach denuchr geor en Sindi uns denegn tacht hafen 2 anntteldar lhnd lchstzet dde Daſenmfenrantg ache geuͤber üde Phanw n d Wagmundkamnm Gn. rram miſprarnolſchal Komg Uſin wecſidcßa dron. 26..10. Ubadmä dſſen Gewaltund Macta ac ane allgemene Nacem naliudigr wnd agghaliſt vnd iöm ken Manſch a zur Nache/udfledaſähr 7. Dawad an Tanda l ccund. Jr. 46.vaſſ.lo. Ai O nſtücheMmn fin undm Benachenufte aarn. onem llberweGede- M 7 jeſo Sott nictcimtn wahre Reu uͤber die Suͤnde wircke. 4/ Erkaͤntnuͤß wird verſtanden nicht ein gemeines Erkaͤntnuͤß/ welche da iſt ein ſchlechtes Erkaͤntnuͤß Gottes/ den Teuffeln und Gottloſen gemein/ welches Erkaͤntnuͤß ohne den wahren Glauben nichts nuͤtze/ ſondern viel⸗ mehr ſchaͤdlich iſt. 1. Cor. rz. v.. Sondern ein ſonderliches Erkaͤntnuͤß/ Da man Gott erkeñet nach ſeinem Weſen/ daß er ein einiger/ allmaͤchti⸗ ger/ gerechter und warhafftiger Golt ſey/ und was ſolcher goͤttlichen Ei⸗ genſchafften mehr ſeyn: Vnd daneben/ nach ſeinem Willen/ daß wir jhn nach dem Geſetze ſollen lieben/ von gantzem Hertzen/ von gantzer Seelen/ und von gantzem Gemuͤthe. Matahe. v. 37. Vnd von allen Kraͤfften. Marc. 12. verſ. 30. Vnd dieſer Wille iſt auch den Heyden auff gewiſſe Maß ins Hertze geſchrieben. Rom. 2·v. 14. Nach dem Evangelio/ iſt der Wille Gottes/ daß wer den Sohn ſiehet/ und glaubet an jhn/ habe das ewige Leben. Joh. ö. v. 40. Daß der unaußforſchliche Reichthumb Chri⸗ ſti moͤge bekant und erkant werden/ und erleuchtet werden jederman/ wel⸗ che da ſey die Geheimnuͤß was von der Welt her verborgen geweſen iſt. Eph. 3.v. 8. leq. Daher laͤſſet Gott vermahnen alle Menſchen/ undlaͤſſet lehren allen Menſchen/ auff daß ein jeder Menſche volkommen darge⸗ ſtellet werde in Chriſto Jeſu. Col. 1.v. 28. O deß allergnaͤdigſten Willen Gotttes Aber denſelben wollen die Gottloſen nicht erkennen/ ſondern ſie ſind Leute/ deren Herts immer den Irre⸗Weg wil/ und wollen Gottes Wege nicht lernen. Pſalm. 9z. v. 10. Weiſe ſind ſie genug Vbels zu thun/ aber wol thun wollen ſie nicht lernen. Jerem. 4. v. 22. Darumb ſind ſie entfrembdet von dem Leben ſo auß Gott iſt durch die Vnwiſſenheit ſo in ihnen iſt/ durch die Blindheit ſhres Hertzen. Eph.4 v. 18. Dieſe Vnwiſ⸗ ſenheit ſollen wir zum hoͤchſten fliehen: Wir ſollen nicht ſeyn wie Roß und Maͤuler/ die nicht verſtaͤndig ſind/ welchen man muß Zaͤum und Gebiß ins Maullegen/ wann ſie nicht zu uns wollen. Vſalm 32· verſ.q. Dann dieſelbe iſt ein Brunnquell aller Suͤnden: Dann weilen die Hey⸗ den nicht geachtet haben/ daß ſie Gott erkenneten/ hat ſie Gott in verkehr⸗ ten Sinn dahin gegeben/ zu thun was nicht taug. Rom. 1. v. 28. Wann — uns derwegen treue Lehrer unſere Vnwiſſenheit vorhalten/ ſollen wir rechtſchaffene Reu und Leid uͤber dieſelbe tragm. 2. Evangelio Chriſti inobedientes: So nicht gehorſam ſeyn dem Evangelio unſers HErꝛn Jeſu Chriſti: Dann das Evan⸗ gelium iſt die allerfroͤlichſte Botſchafft von de Gnade G Ottes/ uh b 5 unſer —... 4 3 . 4 e——. — 8 8 3 —. 3 3 5.— Auff was Art und Weiß unſer Erloͤſung durch Jeſum Chriſtum/ und den hertzerfreulichen Ga⸗ ben deß heiligen Geiſtes/ durch ſein Wort und heilige Sacramente Und iſt demſelben gehorſam ſeyn/ nichts anders/ als die Gnade Gottes in Chriſto Jeſu/ durch die Mittel deß heiligen Geiſtes/ mit wahrem Glau⸗ ben auff und annehmen/ und beſtaͤndig ſich derſelben theilhafftig ma⸗ chen. Aber da werden viel gefunden/ die wollen an den Sohn Gottes nicht glaͤuben/ uͤber welchen der Zorn Goltes bleibet. Joh. 3. v. 6. Vnd ob jhnen zwar Gott ſeine Mund⸗ Boten ſchicket/ ſo Friede und alles Gu⸗ tes verkuͤndigen/ ſo ſind ſie doch dem Evangelio nicht gehorſam. Rom. 10. v. 15. feq. Sie wollen nicht glauben an die Barmhertzigkeit/ ſo Gott den Glaͤubigen wiederfahren laͤſſet. Rom. u. verſ. 31. Vnd wollen jhre Vernunfft nicht gefangen nehmen unter den Gehorſam Chriſti. 2. Cor. 10. verſ. 5. Vnd gleich wie Gott den unglaͤubigen und ungehorſamen Iſraeliten geſchworen/ daß ſie nicht zu ſeiner Ruhe kommen ſolten. Heb 3. v. 8. alſo ſol es auch dieſen gehen; Dann ſo das goͤttliche Gericht am Hauſe Gottes zu erſt angehet/ was wils fuͤr ein Ende werden mit denen/ die dem Evangelio Gottes nicht glauben. 1 Pet. 4. v. 17. Welches uns in der Gnaden⸗Zeit zu hertzlicher und glaͤubiger Reu und Leid uͤber unſen Suͤndt billich bewegen ſolle/ welche in uns allen wolle wircken Gottdes Vatter/ durch den H. Geiſt/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. Die achte Predigt. DE CONTRITIONIS VERæÆ FORMA. Auff was Art und Weiſe/ wir Reu und Leid uͤber unſer Suͤnde tragen ſollen. 2. Sam. 24. v. 10. Vnd das Hertz ſchlug David/ nachdem das Volck gezehlet war/ und David ſprach zum HErrn: Ich habe ſchwerlich geſuͤn⸗ diget/ daß ich das gethan habe. e. — — Maſchen, S nädenloda DanderGe lin wada p ReSchanſt heahnnnd Wegchane 2 kar denkmedb däglicundvie Irſen Boßhe wicftge g eShaffeg aghcglaſn Reco untiut aaſendug dn Reanſc hemſemal Nſche.E NaaGocie dinrhen Gar und weneS man.HE. Aeſaüßi irwoleng Jhfſas k icht glauben! Pe Lun A cder und gläubgr Nuuah c welche m ns lagelent lumd Jeſu Chrſfiwäclm de achte Praͤdigt. TIONIS VERE FCARl- geiſe/ wir Rauundcohtt nde tragen ſolen 4. Sam. 14.V o. blug David ui tt war und dw Ich habe ſchertt das gethanu die Reuund Leid uͤberdie Suͤnde geſchehen ſoll. 4) Sſpricht Gott zu den Juden Ezech. 16. v. 61. Sie ℳꝙo werden an jhre Wege gedencken und ſich ſchaͤmen: Bey wel⸗ =⸗ chen Worten wir muͤſſen in acht nehmen: — 1. Viarum deſignationem; Was durch dieſe We⸗ geverſtanden werde; Nemlich das ſuͤndliche Leben und Weſen der Menſchen; Daalles Fleiſch ſeinen Weg verderbet. Gen. 6. v. 12. Da werden/ leider/ Viele gefunden/ die auff boͤſem Wegegehen. Pſ. 139. v. 24. Da iſt der Gottloſen Weg wie das Ounckel/ und wiſſen nicht wo ſie fal len werden. Prov. 14. v. 19. Wir gehen/(von Natur)alle in der Irre/ wie „N die Schaaffe/ und ein jeglicher ſiehet auff ſeinen Weg. Eſa. /3. v. 6. Wir gehen hin und her/ in dem Wege unſers Hertzen. Eſa. 77 v. 17. Vnſer Weg iſt eitel Verderben und Schaden. Eſa.⸗9. v. 7. Iſt das nit Elend 2. Earum recordationem: Andieſe unſere Wege ſollen wir gedencken: Wir ſollen mit Fleiß erwegen/ daß wir dieſen Suͤnden Weg raͤglich und vielfaͤltig betreten; Wir ſollen an Gott gedencken/ und uns uUnſere Boßheit reuen laſſen. Ezech. 6. v. 9. Wir ſollen gedencken an unſer vielfaͤltige/ groſſe und ſchwere Suͤnde/ an die Gerechtigkeit Gottes/ an die Straffe Gottes/ ſo er gedraͤuet uͤber die Suͤnde/ und uͤber viele ſchon ergehen laſſen. 3. Recordationis operarionem: Was dieſes Gedaͤchtnuß wircke: Lauter Scham: Dann wann wir an Gottes vielfaͤltige Wol⸗ thaten/ und unſere ſuͤndliche Wegegedencken/ ſo muͤſſen wir uns billich von Hertzen ſchaͤmen: Wir muͤſſen uns ſchaͤmen und ſchamroth werden uͤber unſerm Weſen. Ezech. 36. v. 32. Wir muͤſſen uns ſchaͤmen unſer Miſſethat. Ezech. 43. verſ. 10. Vnd ſaget billich ein jeglicher mit Eſra: Mein Gott ich ſchaͤme mich/ und ſcheue meine Augen auff zuheben zu dir/ mein Gott/ dann meine Miſſethat iſt uͤber mein Haupt gewachſen/ und meine Schuld iſt groß/ biß in den Himmel. Eſr. 9. v. 6ë. Vndalle ins gemein: HErr du biſt gerecht/ wir aben muͤſſen uns ſchaͤmen. Dan. 9. v. 7. leſes befinden wir auch bey David in verleſen Worten/ außwelchen wir wollen anſehen: Auff was Art und Weiſe wir wahre Reu und Leid uͤber unſer Suͤnde beweiſen ſollen. Oe⸗ 3 1— 4 . 3 1.— 8— 2 — 48 Auff was Art und Weiß ua Der barmhertzige Gott verleyhe Gnadꝛ/ daß wirs mit demuͤtigem und d iſ nac etobigem Hertzen verrichten moͤgen/ umb Jeſu Chriſt willen/ hakr lmen. ehamtc b thermite Erklaͤrung. b ugan 31 Es hatte/ O Chriſtliche Hertzen/ der leidige Satan dem David lichaſoc eingegeben/ und dazu verfuͤhret/ daß er auß Hoffart alles Volck ſa⸗ de Gindan nes Koͤnigreiches zehlen laſſen/ obs jhm ſchon von ſeinem Feld⸗Haupt⸗ mußlädt 24 mann Joab war widerrathen/ wie auch davon zu leſen 1. Chron. 22. v.. ſeq. Wie nun ſolches geſchehen/ da hat David ſein Hertze geſchlagen us Gauſe und zum Erkaͤntnis ſeiner Suͤnden gebracht: Damit uns dann ga aſir Auge herꝛliche Anleitung gegeben wird/ wie wir zur Erkaͤntnis unſer Suͤndenn Ende ad kommen/ und wir wahre Reu und Leid uͤber dieſelbe bezeugen ſollen da un ſoddang befindet ſich; ilengeben I. Conlcientiæ evigilatio: Die Erwachung deß Gewiſſens. un itge David ſchlug ſein Hertze: Wie jhm Joab das zehlen widerrathen) da iſicazamäſſ war ſein Gewiſſen eingeſchlaffen/ und erkandte nicht/ daß er mit ſeinem undman S Stoltz Gott wuͤrde erzoͤrnen/ Aber nun die Suͤnde vollbracht/ ſo machet ner golliſe jhm der heimliche Trommenſchlaͤger ſeines Hertzen eines daher/ daß die drdchgeſän Angſti ſeines Hertzen groß iſt. Pſal. 25. v. 17. Da iſt der Menſch wieein ndiſtedich. zubrochen Gefaͤß⸗Pſal.z1. v. 13. Da iſt ein zubrochenes Hertz/ undn 8 zuſchlagen Gemuͤthe. Pſal.; 4. v. 19. Da iſt kein Friede in unſern Ge⸗ wn Dang beinen/ fuͤr unſer Suͤnde/ und unſer Suͤnde gehen uns uͤber unſer Haupt/ tnieneWun und wie eine ſchwere Laſt werden ſie uns zu ſchwer. Pſal 38 v. 4. ſeq. Un⸗ de Alotan 1——— ſer Gebein ſind zuſchlagen. Pſalm. /1. v. 10. Unſer Hertz iſt zuſchlagen/ ſeweendan und verdorren wie Graß/ daß wir auch vergeſſen unſer Brod zueſſen. Khn def Ppfſ. 102. v. J. Dieſe Reu und Leid wird bey uns gewircket/ wann wir uns gathöuſ fuͤr Moſis Spiegel ſtellen das iſt/ unſer ſuͤndliches Weſen nach dem Ge⸗ außyähenſe ſetze Gottes betrachten: Dann gleich wie man im finſtern/ bey einem und ichtda Liechte ſehen kan/ was im Hauſe zu thun iſt; Alſo koͤnnen wir bey dem Naußegehe Liechte deß Geſetzes ſehen/ wie es in dem Hauſe unſers Hertzen ſtehe und Aagz an zugehe/ und da iſt Frau conſcientia, ſo uns das Liecht darſtellet: Das iam zuln Gewiſſen iſt Vuͤrmen und Motten Art/ ſene freſſen das Holt/ dieſe die lis celha Kleider; und wachſen doch im Holtz und Kleidern: Alſo komtdſaplof⸗ ſm Jun —— e Aba nunde Sineraht unſchläerſcnss Hetmantn ſ Pſalaſ d.n. Daſſtdrc *. 3. Da ſſan zuhncchet 134.9 99. Da ſ k zra dunſerSaͤnde geſenusöücn adanſie uns zuſchvar Nſali Pſalm.*1. v. 10. Unſerasi aß wir auch vagiſchuſßh Ludd wudbc um gwitat ao iſt unſc ſündliches Viun Motten Int jcefrſonu⸗t . Dolg und Kom lhe die Reu und Leid uͤber die Suͤnde geſchehen ſolle. 49 deß boͤſen Gewiſſens von unſern eigenen Suͤnden. Bernhardinus Ca- rovagius, machete auff deß beruͤhmten Juriſten Andreæ Alciati ein Uhrwerck/ welches auff die Stunde darauff es gerichtet/ einen auffweck⸗ te/ ſelber mit einem Feuer⸗Stein Feuer ſchlug/ beygelegten Schwefel anzuͤndete/ welcher auch das beygeſetzte Liecht anzuͤndete/ daß es alſo zu⸗ gleich auffweckete und ein Liecht anzuͤndete: Alſo wecket das Gewiſſen die Suͤnde auff/ und zuͤndet in unſerm Hertzen ein Liecht an/ welches unaußleſchlich iſt. Moller al- leg. part.z. cap. 16. 2. beccati agnitio: Das Erkaͤntnuͤß der Suͤnden: Wann das Gewiſſen auffwachet/ und das Hertze ſchlaͤgt/ ſo ſiehet die Suͤnde da fuͤr Augen: O das iſt zu wahrer Reuund Leid hochnoͤthig Viele Suͤnder achten das Hertz⸗Schlagen und deß Gewiſſens Anklage we⸗ nig/ ſondern gehen immer dahin in jhren Suͤnden/ ſauffen/ freſſen/ huren/ buben/ geitzen und betruͤgen immerfort; Bey denſelben iſt warlich Hopffe und Maltz verlohren: Wann das Uhrwerck unſers Gewiſſens nur ein ſchlaͤgt/ muͤſſen wir erwachen und ſagen: Ich erkenne meine Miſſethat/ und meine Suͤnde iſt immer fuͤr mir. Pſaim. /ů1. v.. HErꝛ ich erkenne mein gottloſes Weſen/ und meiner Vaͤter Miſſethat/ dann ich habe wi⸗ der dich geſuͤndiget. Jer. 14. v. 20. Ich beuge die Knie meines Hertzen/ und bitte dich HErꝛ umb Gnade/ ach HERRich habe geſuͤndiget/ ja HErr ich habe geſuͤndiget/ ich erkenne meine Miſſethat. Orat. Manaſſ. v. 11. Dann gleichwie ein Artzt keine Kranckheit curiren/ und ein Balbi⸗ rer keine Wunden heilen kan/ ſie werden dann von den Patienten entde⸗ cket: Alſo koͤnnen auch unſere Suͤnden⸗Wunden nichi geheilet werden/ ſie werden dann erkant und bekant. Wie Socrates einen jungen Geſellen geſehen/ der ſich fuͤr jhm geſchaͤmet auß dem Huren⸗Hauſe zu gehen/ ging er zu jhm hinein und ſprach: Mein Sohn gehe nur unerſchrocken auß dieſem ſchaͤndlichen Ort/ und ſchaͤme dich daß du biſt hineingangen/ und nicht daß du herauß geheſt: Alſo ſollen wir uns billich ſchaͤmen Suͤn⸗ de zu begehen/ und nicht dieſelbe zu erkennen/ und wahre Reu daruͤber zu tragen. Sunt multi, quos peccare non pudet, agere pœniten- Moller. al- leg. part.j. Cap. I7. tiam pudet: O incredibilis inſania: De vulnere iplo non erube- In enarrat. ſcis, de ligatura vulneris erubeſcis, ſagt Auguſtinus: Das iſt; Es Pſalm. 50. ſeyn Viele/ die ſchaͤmen ſich nicht zu ſundigen: Aber Buſſe zu thun 8 ſchaͤmen Auffwas Artund Weiß 59 5 ſich: O der unglaͤublichen Vnſinnigkeit! Du ſchaͤ⸗ ſchaͤmen ſie meſt dich nicht der Wunden/ und ſchaͤmeſt dich daß die Wunde ver⸗ bunden werde. IIl. Iræ divinæ deprehenſio: Die Empfindung deß Zorns Gottes; Davids Hertzſchlagen kommet migend anders her als von der Empfindung deß Zorns Gottes/ daß wir muͤſſen ſchreyen: Ach HErr ſtraff mich nicht in deinem Zorn und zuͤchtige mich nicht in de⸗ nem Grimm. Pſal. 6. v.. Da ſtecken Gottes Pfeile in uns/ und ſeine 3 Zeil. p.418. Valer. Max.lib. nach ſeinem ſelbſt gegebenen Geſetze/ beyde Augen außgeſtochen werden 6.c.5. ſolten/ jhme ſelbſteins/ und dem Sohn eins außſtechen laſſen/ auff daß die Gerechtigkeit nicht moͤchte geſchwaͤchet werden: Ja/ Gott ſelbſt/ hat Hand drucket uns. Pſal. 38. v.Z. Gottes Grimm gehetuͤber uns/ und ſein Schrecken drucket uns. Pſ. s. v. 17. Wir eſſen Aſchen wie Brod/ und miſchen unſern Tranck mit Weinen/ fuͤr ſeinem Draͤuen und Zorn. Pſ. 102. v. 10. leq. Wir muͤſſen klagen und heulen/ daß der grin⸗ mige Zorn deß HErꝛn uͤber uns nicht wil auffhoͤren. Jer. 4. v. s. Vnd ſagen; Wir/ wir haben geſuͤndiget und ſind ungehorſam geweſen/ dar⸗ umb haſtu billich nicht verſchonet. Thren. 3. v. 42. Wir wollen gern deß HErren Zorn tragen/ denn wir haben geſuͤndiget/ Mich. 7. v. o. Denn Gottes Gerechtigkeit kan die Suͤnde an Vnbußfertigen nicht unge⸗ ſtraffet laſſen. Baſlanus der Sicambrier Koͤnig/ hat ſeinen Sohn/ als er ein Ehbruch begangen/ ſelber ums Leben gebracht/ und geſagt. Mein Sohn ich toͤdte dich nicht/ ſondeꝛn das Geſetz wider welches du dich ver⸗ grieffen haſt: Deßgleichen hat auch Zaleucus, der Locrenſer Geſet⸗ Geber gethan/ und der Gerechtigkeit mehr/ als der Vaͤterlichen Zunei⸗ gung gehorſam geleiſtet/ der ſeinem Ehbrecheriſchen Sohn/ da jhme ſeiner Gerechtigkeit gnug zu thun ſeinen allerliebſten Sohn fuͤr das gantze Menſchliche Geſchlecht dahin gegeben/ und keinen Menſchen ablolut und bloß dahin in ſeinem Zorn verwerffen wollen/ auff daß ſei⸗ ner Gerechtigkeit ein Gnuͤgen geleiſtet wuͤrde. Das ſol uns billich bewe⸗ gen/ daß wir bey zeiten den Zorn Gottes uͤber unſer Suͤnde erkennen/ und wahre Reu und Leiduͤber dieſelbe tragen. IV. Vera coram Dco humiliatio; Die wahre Demut fuͤr Gott: Dawddſagt: Er habe ſchwerlich gefündiget: Damitzeigeta .—— ““ —— —— deebt rnſheDendt digetragſſe licher Vunm ren iezntue Genikhabal. Irthäs. MaN. 4. gs Gaſtt hatzeder3e ſcheneiad deanichtde gdrnikabe vllem.Plaß dllemene S tn neiner d3 dc. A unt Gade Sohifäͤrſei v.3 Dam tnriltölihe Daäufürde chn. Da trnnſchwn ter dgene keyfeeundſ hagmigh hübenane nA AA. M ſun ger e dunie nwur haban— de Sünde Waufng Sicuntna Ken im lber ums(eda grdract udn ondean das Geſcz wiavalt n dat auch Zalcucus derlacr rechagfeumehr alsde Dim er ſemem Ehdrechenſchmẽn Geſene boyde Auurnauſigi r dieſelbetragmn. o humilauo; Dertd ſchweriihgüng let/ wer boͤſe iſt/ bleibet nicht fuͤr ihm. Pſalm. 5. verſ. 5. Er iſt gerecht die Reu und Leid uͤber die Suͤnde geſchehen ſolle. yi an ſeine Demut fuͤr Gott/ daß er ſeiner kindlichen Pflicht und Schul⸗ digkeit vergeſſen und Boͤſes gethan: O wie wolgefaͤllig iſt unſerm him⸗ liſchen Vatter/ eine ſolche kindliche Demut Der. HErꝛ iſt nahe bey de⸗ nen/ die zerbrochenes Hertzen ſind/ und hilfft denen/ die ein zuſchlagen Gemuͤthaben. Pſal. 34. v. 19. Die ſehr zuſtoſſen ſeyn/ und heulen fuͤr Vnruh ihres Hertzen. Pſ. 38. v. o. Derer Seel zur Erden gebeugetiſt. Pſ. 44.v. 26. Da wohnet Gott bey denen ſo zuſchlagenes und demuͤti⸗ ges Geiſtes ſind/ daß er erquicke den Geiſt der Gedemuͤtigten/ und das Hertze der Zuſchlagenen. Eſa. 77. v. 1. Bey dieſer Demut befinder ſich eine kindliche Abbitte/ daß wir mit David ſagen: Ach HErꝛ geden⸗ cke ja nicht der Suͤnde meiner Jugend/ und aller meiner Vbertrettung/ gedencke aber meiner/ nach deiner Barmhertzigkeit umb deiner Guͤte willen. Pſ. 25. v. 7. Gott ſey mir gnaͤdig nach deiner Guͤte und vertilge alle meine Suͤnde/ nach deiner groſſen Barmhertzigkeit/ waſche mich von meiner Miſſethat/ und reinige mich von meinen Suͤnden. Pſ.r. v. 3. ſeq. Alſo beugete Manaſſes die Knie ſeines Hertzens und bat Gott umb Gnade. Orat. Manaſl. v. 11. Alſo demuͤtigte ſich der verlohrne Sohn fuͤr ſeinem Vatter. Luc. 15. v. 1s. Der bußfertige Zoͤlner. Lue. 18. v. 33. Dann gleich wie die Lilien convallien/ zwar nidrig ſtehen/ aber einen lieblichen und anmuͤtigen Geruch von ſich geben: Alſo iſt wahre Demut fuͤr der Welt zwar verachtet/ aber fuͤr Gott lieblich und ange⸗ nehm. Die Roͤmer haben die Demut abgebildet/ als eine erbare Ma⸗ Litius in tron/ in ſchwartz gekleidet/ die jhr Haupt geneiget/ und einen Stab in jh⸗ rer Hand getragen/ und hin und wider fuͤr die Thuͤren gangen/ ange⸗ klopffet/ und jhren Dienſt angeboten: Freylich/ freylich/ O Chriſtliche 294. Hertzen/ gehet jetunder die liebe Demut traurig herumb/ klopffet allent⸗ halben an/ und findet wenige/ wenige/ die jhres Dienſtes begehren. V. Seria peccatorum deteſtatio: Der Haß wider die Suͤn⸗ de: David iſts hertzlich leid/ daß er geſuͤndiget/ und G O T⸗ TES gorn auffgeladen/ und wird alſo ſeinen Suͤnden hertzlich feind: Billich/ billich ſollen wir denſelben feind werden/ in Betrach⸗ tung daß G O T T denſelben feind/ und ſie uns G O T T zum Feinde machen: Er iſt nicht ein G O T T dem gottlos weſen gefaͤl⸗ und —— 62 Auffwas Art und Weiß und hat Gerechtigkeitlieb Pſalm. 1. vꝰ. Er haſſet aber alles gottloſt Weſen Pſalm. 45.v. 8. Seine Augen ſeyn ſo rein/ daß er das Suͤnden Ubel nicht ſehen mag. Hab. i. v. 13. Er iſt der Gottſoſen feind/ undwilſie ſtraffen. Syr. ua v. 7. Dieſen Haß/ Abſcheu und Reu wider und uͤber die Suͤnde/ muͤſſen wir auch mit unſern Thraͤnen beweiſen: Mit Petro un⸗ ſere Suͤnde bitterlich beweinen. Matth. 26. v. ult. Und mit der bußfe⸗ tigen Suͤnderin unſere Thraͤnen haͤuffig vergieſſen. Lue. 7. verſ. Gleichwie ein Moſt zuvor gaͤhren muß/ daß der Hefen davon abgeſon⸗ dert und hernacher ein rein Wein davon werde: Alſo muß durch wahn Reu und lLeid das Hertze die Boßheit von ſich geben. Dannes iſt di Suͤnde ein ſolches Ubel/ daß dergleichen nicht zu finden: Der heulige Anshelmus, ſol ſich alſo fuͤr Sunden gehuͤtet habẽ/ daß er hoch beteuret Gerlach. wanner auff einer Seiten die Abſcheuligkeit der Suͤnden/ und auff der Eutrap. andern die Straffe der Hoͤllen ſehe und gezwungen wuͤrde/ ſich in deren p.J. p. 120. eins zu ſtuͤrtzen/ er lieber die Hoͤlle/ als die Suͤnde erwehlen wolte: Dieſe Betrachtung ſol billich hertzliche Reu und Leid uͤber unſere Suͤnde bey — uuns erwecken. VI. Peccati confeſſio: Das Bekaͤntnuͤß der Suͤnde; David bekennet daß er ſchwerlich geſuͤndiget: Wir muͤſſen unſer Suͤnde bekennen/ die wir gethan haben. Num. 5. v7. David hatte dermahleins fuͤr/ er wolte ſeine Suͤnde ver ſchweigen/ aber es bekam jhm/ wie dem Hur⸗ de das Graſen/ dann ſeine Sebeine verſch machteten jhm fuͤr taͤglichem Heulen. Pſalm.; 2. v.;. Wer ſeine Miſſethat leugnet/ dem wirds nicht gelingen/ wer ſie aber bekennet/ und laͤſſet/ der wird Barmhertzig⸗ keit erlangen. Prov. 28. verſ. 13. Muͤſſen derowegen ſagen: Wir haben geſuͤndiget/ unrecht gethan/ ſind gottloß geweſen und ab⸗ truͤnnig worden/ wir ſind von deinen Gebotten und Rechten abge⸗ wichen. Dan. 9. v. 5. Gedencken daß wir unſer Bekaͤntnuͤß im Beicht⸗ Wie der Herr Mattheſius die Gewonheit gehabt/ daß er geſagt/ ich wils Tit. in lo- hoͤren/ Gort wirds auch hoͤren; Iſt ein guter Mann alſo daruͤber erſchro⸗ cis hiſtor. cken daß er verſtummet/ und nach Ermunterung endlich geſagt: O lieber P.97 Herr/ wird Gott auch hoͤren/ wie ſol ich dann reden/ daß ichfuͤr jhm be⸗ ſtehe? Das ſollen wir bey unſer Beicht wol betrachten: Der barmhertzige Gott gebe daß wir durch Erwachung unſers Gewiſſens/ unſer Sahe er Stuel nicht allein den Menſchen/ ſondern auch GOT ſelberthun: 9 4 14 8 äau. g lkamſi Veſachun lie undde 14. Pac denvethot Latenggi dian kuch die aaßt finzuas lazen⸗ 1 lo Das Bekänmußdeen d geſündiga: Puniſe den. Num.„.⸗. de ſchwagm aberesbckanffnn Gedane daſſhmachte fi Wa ſeie Miſſehatlugum kennct/ undlaͤſſet/ Nr xihd naeſ z. Miſſen daodegn de gahhan/ ſind ptihß ſe von deinen Gbonn 0. ncken daßwirunſe Brüti ida ſmam ufen de Gewenzengeah die Reu und Leid uͤber die Suͤnde geſchehen ſolle. 5 erkennen/ Gottes Zorn empfindẽ/ uns fuͤr demſelben hertzlich demuͤtigen/ die Suͤnde eifferig haſſen und bekennen/ und in Chriſto Jeſu Vergebung deſabe erlangen moͤgen umb ſeines theuren Verdienſies willen/ Amen men. b Die neundte Predigt. DE CONTRITIONIS FINE. Zu was Ende wir wahre Reu und Leid uͤber unſere Suͤnde tragen ſollen. 2. Cor. 7. v. 10. Die goͤttliche Traurigkeit wircket zur Gelig⸗ keit eine Reu/ die niemand gereuet/ die Traurigkeit aber der Welt/ wircket den Todt. 1 8 8 S ſpricht Salomon in ſeinem Prediger cap. 7. v.4. Es iſt Trauren beſſer dann Lachen/ dann durch Trau⸗ o ren wird das Hertze gebeſſert: In dieſen Worten haben wir: — 1. Comparationem: Eine Vergleichung unter Lachen und Trauren. Dieſe Vergleichung kompt dem alten Adam gar ſeltzam fuͤr/ daß man unter dem Lieblichen und Widerlichen wileine Vergleichung machen/ nachdemmahl die Menſchliche Natur jenes er⸗ kieſet/ und dieſes verwirfft/ und hat doch Lachen auch ſeine Zeit. Eecl. 3. v. 4. Aber es redet allhie Salomon nicht von einem zugelaſſenen/ ſon⸗ dern verbottenen Lachen/ von welchem Salomon ſagt; Er habe zum Lachen geſagt/ es ſey oll. Eccl. 2. verſ. 2. Solcher Leute Lachen iſt eitel Suͤnde/ und kuͤtzeln ſich doch damit. Syr. 27. v. 14. Und heiſſet; Weh euch die jhr lachet/ dann jhr werdet heulen und weinen. Luc. 6. v. 2 5. Wie Caligula der gottloſe Keyſer auff einem Gaſtmahl ſehr unhoͤfflich an⸗ 2 fieng zu lachen/ fragten jhn die anweſende Burgermeiſter/ warum er ſo Sveton. in lachete? Darauff er geantwortet: Daxum daß ich nur mit einem Caligula. 3 Winde 1 1 “ 4 5 8 F4a Zu was Ende b Winde euch das Leben nehmen kan: In dieſem Fall iſt Trauren beſſer als Lachen. 2. Deciſionem: Die Entſcheidung dieſer Vergleichung: Dann durch Trauren werde das Hertze gebeſſert: Weilen Trau⸗ rigkeit auß Creutz und Widerwertigkeit/ dieſelbe aber/ auß der Suͤnde herruͤhren/ ſo wird man durch Traurigkeit zu wahrer Bußfernigken von Gott geleitet/ und dadurch das Hertze gebeſſert: Da bebet unſen Hertze. Pſal. 38. v. 1x. Welches zuvor im ſuͤndlichen Weſen gleichſam gehuͤpffet fuͤr Freuden; Da wil ſich unſer Hertze nicht troͤſten laſſen. Pſal. 77. verſ. 3. Welches zuvor ſich nicht wollen durch Gottes Wort unterrichten laſſen: Da kompt nach dem(leichtfertigen) Lachen das Trauren/ und nach der Freude/ Leid. Prov. 14. v. 13. Und folget darauff bey bußfertigen Hertzen: Selig ſind die da Leid tragen/ dann ſie ſollen getroͤſtet werden. Matth. 5. v. 4. Selig ſeyd jhr/ die jhr weinet/ dann ſht ſollet wider lachẽ. Luc. 6. v. 21. Daher vermahnet uns Jacobus/ wir ſol⸗ len elend ſeyn/ tragen Leide/ und weinen/ unſer Lachen ſoll ſich verkehren in weinen/ und unſer Freude in Traurigkeit. Jac. 4. verſ. o. Vondieſer Traurigkeit redet Paulus in verleſenen Worten/ auß welchen wir wol⸗ len anſehen: Zu was Ende wir wahre Reu und Leid uͤber ununnſer Suͤnde tragen ſollen. Der allerhoͤchſte Gott/ wolle uns wegen unſer Suͤnde eine ſolche Trau⸗ rigkeit verleihen/ daß wir zeitlich und ewig moͤgen erfreuetwer⸗ den/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Wir haben allhie zu beobachten: b 1. Triſtitiam: Die Traurigkeit: Dieſelbe wird bey etzlichen gar nicht gefunden alſo daß ſie ſich nirgends umb bekuͤmmern/ ſondern leben mit der wilden Ganß in die Wette/ wie man im Sprichwort ſagt: Bey ſolchen iſts eitel Freud und Wonne/ Ochſen wuͤrgen Schaaffe ſchlach⸗ ten/ Fleiſch eſſen/ und Wein trincken. Eſa. 1 2. v. 13. Sie ſagen; Wolher nu/ laſſet uns wolleben weilen es da iſt/ und unſers Leibes gebrauchen/ weilen er jung iſt/ wir wollen uns mit dem beſten Wein fuͤllen/ laſſetuns die 4 deaWh Erenylheüee dabahtzum unsdevegen ionn daſſeum Batmnde Nati.6da werweckdche Gott wluns *9 duſade von herkent dunckmande Schuhgfül dn anunſer Nuchdes G damnäß ſovi ll. Fju fähr invan 1. Diy lunt awor an nußhadh dijäfälän fſeſtgendes 1ranchmdd firuneeSc VlSinde benolgen „awnä ctanuun 4 K. lan wer — gegen onG Cronßhc al. T adervamhnam e und wemm unſar(ahmſal dem Traunafat. Ju.reſe emparleſcum Vanm ujnt vir wahre Ruundeat Suͤndetragmſola Uleuns wegm unſer Siddem s wu zatuich und ewgma ſi willen /Amen. Erklärung. beodachten: Traurigkett: Diſchernte ſich ni gends und dckumm Went wi manin Smter Ponm Ochſentzn et mnckm Eſarar E in es daſß/ und mſaiti uns mut dem ſe Vafl wahre Reu und Leid geſchehen ſolle 7 die Meyen⸗Bluͤmlein nicht verſaͤumen. Sap. 2. verſ. 7. Deſſen wir ein Exempel haben an dem reichen Mañ. Lue 16. v. 19. Aber da gehet es wun⸗ derbahr zum Ende/ wie wir im Eingang dieſer Predigt gehoͤret: Laſſes uns derowegen/ O Chriſtliche Hertzen/ uns der Freude im HErꝛn befleiſ⸗ ſigen: Laſſet uns unſere Luſt haben an dem HErrn. Pſajm.; 7. verſ. 4 Begehren wir Reichthum? Bey GOtt finden wir himliſche Schaͤtze. Matih. 6. verſ. 0. Begehren wir Ehre Bey G Ott finden wir die un⸗ verwelckliche Crone der Ehren. 1. Pet. 5. v. 4. Begehren wir Wolluſite Gott wil uns mit Wolluſt traͤncken/ als mit einem Strom. Pſalm.;6. v. 9. Auſſer dieſer Freude/ OChriſtliche Hertzen/ moͤgen wir ſonſt billich von Hertzen traurig ſeyn. Traurig muͤſſen wir billich ſeyn/ wann wir ge⸗ dencken/ an den Stand der Unſchuld/ darauß wir in die groſſe Suͤnden Schuld gefallen ſeyn; Traurig muͤſſen wir billich ſeyn/ wann wir geden⸗ cken an unſere vielfaltige Suͤnde ſo wir begehen/ an den Zorn Gottes/ Fluch deß Geſetzes/ die Gewalt deß Teuffels/ die Hoͤll und ewige Ver⸗ damnuͤß/ ſo wir damit verdienen. II. Ejus differentiam; Der Traurigkeit Unterſcheid: Paulus fuͤhret in verleſenen Worten zweyerley Art ein/ unter welchen; 1. Divina: Eine goͤttliche Traurigkeit: Welche herruͤhret auß kurtz zuvor angezogenen Urſachen/ ſo auß der Suͤnde herruͤhren: Es muß aber bey dieſer Traurigkeit in acht genommen werden/ daß ſie nicht bloß uñ allein iſt/ ſondern daß ein ſolcher Trauriger/ ſich dabey zu Gemuͤ⸗ the fuͤhret/ die Gnade Gottes/ welche maͤchtiger dann alle Suͤnde. Rom. 5. v. 295. Vnd das theure Verdienſt Jeſu Chriſti/ da er die Verſoͤhnung fuͤr unſere Suͤnde/ nicht allein fuͤr unſere/ ſondern auch fuͤr der gantzen Welt Suͤnde iſt. 1. Johann. 2. v. 2. Beydieſer Traurigkeit muͤſſen wir betrachtenn r. Appellarionem: Warumb ſie werde genandt eine goͤttli⸗ che Traurigkeit: Nemlich b a. Ratione principii: Wegen jhres Vrſprunges: Der Sa⸗ tan verurſachet auch groſſe Traurigkeit und melancholiſche Schwer⸗ muth/ aber zu deß Menſchen Verderben: Dieſe Traurigkeit komt da⸗ gegen von Gott/ der wircket ſie/ Theils mit Geſetz⸗Predigten; Wie der Engeldeß HEnn/ den Iſracliten jhre Suͤnde vorhielt/ hahen ſie jhre b umme 4* *““ 4 3 ———☚ͤ⁰³ͤᷣã—,———————.– Titius in locis hi- ſtor. p. 1506. 56 Zu was Ende Stimme auff und weineten. Judic. 2. v. 4. Wie zu Nehemi⸗ Zeiten/ das Volck das Geſetze horete/ weineten ſie. Neh. d. v.õ. Wann nun/ H Chriſtliche Hertzen/ durch Geſetz⸗Predigten unſer Hertzen geruͤhret und Traurigkeit bey uns gewircket wud/ ſollen wir alsbald· cheſſen/ Gott der heilige Geiſt wircke ſolches bey uns Theils mit ſchwerem Creutz Wie Manaſſes in aͤngſten war/ da flehete er fuͤr dem HErnn ſeinem Gott. ². Chron. 33. v. 2. Dann/ wann die Zuͤchtigung da iſt/ duͤncke ſie uns nicht Freude/ ſondern Traurigkeit ſeyn. Heb. 12 verſ. 1. Wann uns derowegen Gott Creutze zuſchicket/ und wir dadurch in Traungg⸗ keit geſetzet werden/ ſollen wir gedencken/ es komme ſolches von Goit her zu dieſem Ende/ daß wir unſere Suͤnde erkennen/ und wahre Reu und Leid uͤber dieſelbe tragen ſollen. Dann Gott demuͤtiget uns/ daß wir ſei⸗ ne Rechte lernen. Pſ. 119. v. 71. Ruͤhmen uns derwegen ſolcher Truͤbſa⸗ len. Rom. z. v. 8. Freuen uns/ daß wir auch mit Chriſto leiden/ auff daß wir zur Zeit der Offenbahrung ſeiner Henlichkeit/ ſren de und Wonne haben moͤgen. 1. Pet. 4.v. 13. Jener Hoffman groſſes Anſehens/ ward gar tieff ernidriget/ wie jhm ſolches wiederfahren/ ſagte er: Ach GOtt da es wol mit mir ſtund/ hoͤrete ich auch die Predigten/ und brauchtedas Abendmahl/ aber mit ſchlechtem Verſtande und Nachdencken/ men Gluͤck und guter Zuſtand machte mich ſicher/ Nun ich aber beyde geiſi⸗ lich und leiblich arm worden/ nun verſtehe ichs beſſer/ und nehme es zu Hertzen: Das mag wol ein goͤttliche Traurigkeit ſeyn. 6. Ratione placiti: Wegen deß Gefallens; an ſolcher Traurigkeit hat; Gleich wie es einem jrꝛdiſchen Vatter wol⸗ gefaͤllet/ wann er ſiehet daß ſein Kind wegen ſeiner Mißhandlung von Hertzen traurig iſt; Alſo gefaͤllet auch die hertzliche Traurigkeit uͤber unſer Suͤnde/ unſerm himmliſchen Batter. Dann da demuͤtiget ſich unſer unbeſchnittenes Herßz/ und laſſen uns die Straffe unſer Miſ⸗ ſethat gefallen. Lev. 26. v. 41. Wir werden ſchamroth. Jer. 31. v. 19. Wit haben ein Mißfallen an aller unſer Boßheit die wir gethan haben. Ezech. 20. v. 43. Wir ſchaͤmen uns/ daß wir uns an Gott verſuͤndiget haben. Deut. 9. v. J. Dieſer unſer Mißgefalle/ und darauß entſtandene Trau⸗ rigkeit/ erwecket bey Gott dem HErrn ein vaͤtterlichen Wolgefallen und Freude: Wann der verlohrne Sohn ſeine Miſſethat mit demuͤti⸗ gem/ wehmuͤtigem und Traurigem Hertzen erkennet/ wann er noch von Welches Gott ferne kätheſe d Vigt. d 8 9 d. Ge Säͤrden kor Diee euh tune dervie lenutomann nnn jaßenle gazuGottan unſerKleder ruiß 624 4G danggeue gnn 4 li Zuwas En deken. B 1. v. 4 da ie wemet ſe b Seheees Mechtem Vaftande ud machtemach ſiche Miht dan nun vafehe chslſſae goͤtthche Traungkaiſen 6Wearndeß Gilas t Geecchwiets emm ſoͤſche u ſen Amd vega ſma rfüler auch de hentg mmüſchen Vaue. Du⸗ Hars und luſſc unsdeSef Weradanſchann2, unſer Beßhetdemulet daß wer 1 22 NEgeſalle und RMaufah . Pemmn ferne iſt/ ſihet ihn ſein Vatter/ jhn jammert ſeyn/ laͤufft und fiel hm um den Hals und kuͤſſet jhn. Luc. 15. v. 1s. ſeqq. So bricht jhm ſein Hertz in Ibm/ daß er ſich unſer erbarmen muß. Jer. 31 v. 20. Sein Hertz wird an⸗ ders Sinnes/ und ſeine Barmhertzigk eit iſt zu bruͤnſtig/ daß er nicht thut nach ſeinem grimmigen Zorn/ und ſich nicht kehret uns gar zu verder⸗ ben. Hoſe. x1. verſ.s. leq. Das mag abermal wol eine goͤttliche Traurig⸗ keit heiſſen/ die ſo einen unverdientengoͤttlichen Wolgefallen zu wege bringet. ö 2. Operationem: Ihre Wirckung: Dieſelbe iſſt. a. Generalis: Gemein: Da wircket ſie eine Reu: Auß der Suͤnden kompt Traurigkeit/ auff die Traurigkeit erfolget die Reu: Dieſe Reu beſtehet darinn/ daß ſolche bußfertige Hertzen in Betrach⸗ tung der vielen und maͤnnigfaͤltigen Wolthaten Gottes/ und unſer vie⸗ len und mannigfaltigen Suͤnden und Miſſethaten/ ſolche Suͤnde uns von Hertzen leid ſeyn laſſen/ ſchaͤmen uns und ſcheuen uns/ unſere Au⸗ gen zu Gott auffzuheben. Eſa. 9. v. 6. Zureiſſen unſer Hertzen und nicht unſer Kleider/ und bekehren uns zu dem HErꝛn unſerm Gott. Joel. 2. v. 12. Zu dieſem Ende fuͤhret uns Gott zu wahrer Buſſe. 8. Specialis⸗Sonderlich: Da wircket ſie: 1. Contritionem ſtabilem: Eine beſtaͤndige Reu: Die nie⸗ mand gereuet: Es wird manche Traurigkeit und Reu gefunden die ei⸗ nen bald gereuet/ als wann auch ein glaͤubiges Hertz traurig iſt umb Verluſt zeitlicher Dinge: Dann wann er derſelben Nichtigkeit und Unbeſtaͤndigkeit recht betrachtet/ ſo reuet denſelben bald ſeiner darauß gefaſſeten Traurigkeit. Aber dieſe Traurigkeit uͤber die Suͤnde/ und derſelben erfolgende Straffe/ gereuet niemand/ weilen ſie von Gott herkompt/ Gott gefaͤllig iſt wegen deß wahren Glaubens an Chriſtum/ und deßwegen auch Vergebung der Suͤnden erlanget/ dann was nicht auß dem Glauben herruͤhret Das iſt Suͤnde. Rom. 14. v. 23. Und iſ ohnmuͤglich ohne denſelben Gott gefallen. 2. Contritionem falurarem; Eine Relle zur Seligkeit: Sie wird aber alſo genant/ nicht wegen deß Verdienſtes/ wie die Baͤpſtler wollen/ welche vermeinen/ einer koͤnne ſo groſſe Reuuͤber ſeine Suͤnde tragen/ daß er ſich dadurch bey Gott verdienſtlled mache: Daher ſehre 3 el wahre Reuund Leddgeſchehen ſolle 77 lib. 2. de pœnit. cC. 22.§. Theolo- Sl⸗ Homil 7. in Ezech. 58 4 8 3— ——y Zu was Ende bet Bellarminus: Contritionem cauſam eſſe remiſſionis peccato- rum: Das iſt/ die Reu und Leid uͤber die Suͤnde/ ſey ein Vrſach der Vergebung der Suͤnden: nd nach dieſer Leute Meinung/ wird Indas nicht verdamt/ ſondern ſelig worden ſeyn/ weilen er groſſe Reu uͤber ſeine Verraͤtherey getragen. Matth. 27. v. 4. Auch nicht wegen deß Mittels/ daß ſie ein Mittel ſey/ dadurch wir zur Seligkeit gelangen/ weilen an unſer Seiten kein ander Mittel zufinden/ als der wahre ſeligmachende Glaub; Dan durch denſelben werden wir Selig/ und daſſelbe nicht auß uns/ Gottes Gabe iſts/ nicht auß den Wercken/ auff daß ſich nicht ſe⸗ mand ruͤhme. Eph. 2. v. 8. ſeq. Sondern ſie iſt eine Traurigkeit zun Seligkeit wegen der Ordnung/ die in wahrer Buſſe gefunden wirdꝛ Dann wann wir auß dem Geſetz unſer Suͤnde erkand/ wahre Reu und Leid uͤber dieſelbe tragen/ ſo erfolget nicht alß bald Vergebung der Suͤn⸗ den/ ſondern in der Buß⸗Ordnung/ folget der ſeligmachende Glaube durch welchen die Traurigkeit/ durchs Geſetze gewircket/ eine ſeelige Traurigkeit wird: Non in fletibus, non in actibus, ſed in advocati no- ſtri allegatione confidamus, ſagt Gregorius: Das iſt/ laſſet uns niche unſer Vertrauen ſetzen/ auff unſer Weinen/ auch nicht auff unſet Shun ſondern daß wi G.OT T vorſtellen unſern Fuͤrſprecher Ieſum 2. Mundana: Eine weltliche Traurigkeit: Bey welcherwir muͤſſen in acht nehmen 3 „1. Appellationem: Warumb ſie alſo genand werde: Nemlich weilen ſie bey Welt⸗Kindern gefunden wird/ welche trauren/ wann ſie Abren Abgott den Mammon und die zeitliche Guͤter verliehrenꝛ Die heu⸗ b Zwin Vol pag. 2518. len und weinen uͤber jhr Elend/ das jhr Reichthumb verfaulet/ jhre Klei⸗ der Motten freſſig worden/ euer Gold und Silber iſt verroſtet. Jac. v. 1. ſeq. Der Cardinal Armellinus wie er geſehen daß Bapſts Clemen- tis VII. Guͤter von dem Kriegs⸗Volcke deß Keyſers gleichſam indie Nappuſe geworffen/ iſt er fuͤr Traurigkeit geſtorben. Die Welt⸗Kinder 5 9 trauren wann ſie jhrer groſſen Ehr beraubet werden: Achitopel matd traurig wie er ſahe daß er in Gefahr ſeiner Ehren gerathen/ und erhing ſich ſelber. 2. Sam 17. v.23. Wie Haman vernahm/ daß ſeine groſſecẽ hte ein Ende haben ſolte/ entſetzete er ſich/ und legte ſich auß Traurigkeit 5 G ſs — —— 2 Ode tzdiebyielcut enkomtdet Syt. 8 vl waltſamdas⸗ vom 1 ulo( wievmlg Huuiunthm Fantarzge WtT eiſigenean igwrdenum en— D Ve mutane fetibus moninachdos ledn ans ſagt Gtegotiu Dasſß auff unſe Wam a ne weltliche Traurigktt. d Warundſſealſo genndee an gefunden vod vachenm en und de zenliche Gätaun nd/ das /he Nacheundtafu cuer Gold und Sibe ſm mclunus wiecr geſehendaßdh r Traurigkat geſore de eendhian „Gefahr ſena Eimngut Wu. Haman vcna 95 cr ſich/ und g ſcal 3 ihre Freude zum Jammer worden. Jo a ren wann es jhrem Naͤchſten wolgehet/ wie Haman ſahe/ daß der Mar⸗ wie vom Auguſto und Antonio ſein Krieges⸗ Heer geſchlagen/ hat ſelber iig werden umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. wahre Reu und Leid geſchehen ſolle 59 die Banck darauff die Koͤnigin Eſther ſaß. Eſth. 7. v. 6. ſegq. Die Welt⸗ Kinder trauren/ wann ſie der weltlichen Wolluſt beraubet werden: Und— N. v. 1z. Die Welt⸗Kinder trau-— ℳ 4 ““ dochai beym Koͤnige Ahasvero in groſſen Ehren war/ trug er Leide mit verhuͤlletem Kopffe Eſih. ö. v. 12. Das iſt die Traurigkeit der Welt. 2. Operationem: Sie wircket den Todt; Solche Traurigkeit toͤdtet die Leute/ und dienet doch nirgend zu. Syr. z0. v. 25. Von Trau⸗ ren komt der Todt/ und deß Hertzen Traurigkeit ſchwaͤchet die Kraͤffte. Syr. 38. v. 19. Ja ſolche Traurigkeit nehmen jhnen ſelber offtmals ge⸗ waltſam das Leben: M. Cato Utiocenſis, wie er hoͤrete/ daß Dompejus vom] ulio Cæſareè uͤberwunden/ hat ſich ſelber umbgebracht. M. Brutus, 2wwing. Handan jhm geleget:nd auff ſolchen Tod folget der ewige Tod: Der Vol.. barmhertzige Gott gebe allen Chriſilichen Hertzen ſeine Gnade/ daß ſie 540 der Welt Traurigkeit fahren laſſen/ und der goͤttlichen Traurigkeit ſich befleiſſigen/ auch hernacher der ewigen und beſtaͤndigen Freude theilhaff⸗ ꝙ b Die zehende Predigt. DE CONTRITIONIS FRuCTIBUS: Wie wir die Fruͤchte wahrer Reu und Leid beideiſen muͤſſen. ac. 4. V. 9. b b Seyd elend/ und traget Leide/ und weinet/ euer Lachen verkehre ſich in Weinen/ und euer Preude in Traurigkeit. S ſpricht Gott der Herr Eſa. o6. verſ.⁊ꝛ alſo: Ich ³ ſehe an den Elenden/ und der zubrochenes Geiſtes iſt/ und der ſich fuͤrchtet fur meinem Wort. In dieſen Worten wer⸗ dden vns leidtragende Hertzen wegen ihrer Suͤnde fein ab⸗ gemahlet/ dann ſieſeyn H 2 I. Pauper- 6o Wie man die Fruͤchte e» 1. Pauperculi; Elend und arm; So ijhre geiſtliche Armutfaͤr Gott erkennen: Sie wiſſen wol paß ſie fuͤr Gott nicht rechtfertig beſte⸗ hen moͤgen/ haben ſie Luſt mit jhm zu haddern/ koͤnnen ſie jhme auff tau⸗ ſend nicht eins antworten. Hiob. 9. v. 2. Sie bitten umb Vergebung der Suͤnden zu rechter Zeit. Pſal. 32. v. 6. Es iſt kein Friede in jhren Gebei⸗ nen fuͤr jhrer Suͤnde. Pſal. 38. v. 4. Sie erkennen/ daß ſie ſeyn wie die Unreinen/ und alle jhre Gerechtigkeit/ wie ein unflaͤtig Kleid. Eſa. 64. v. 6. Und ſchaͤmen ſich jhrer Miſſethat. Ezech. 43. v. 10. 2. Spiritu Contriti: Zubrochenes Geiſtes: Das iſt/ ſie befin⸗ den groſſen Schmertzen jhrer Seelen und Hertzen/ wegen jhrer Suͤnde und Furcht der verdienten Straffen: Odas iſt ein ſeliger Schmertzen Dann Gott iſt nahe bey denen/ die zubrochenes Hertzen ſind/ und hilf⸗ fet denen/ die ein zuſchlagen Gemuͤtte haben. Pſal. 34. v. 19. Er wohnet bey denen/ die zuſchlagenes und demuͤtiges Geiſtes ſind/ daß er erquicke den Geiſt der Gedemuͤtigten/ und das Hertz der Zuſchlagenen. Eſa. 77. v. 15. Solche zerbrochene Hertzen wil Chriſtus verbinden. Eſa. 61. v.. 3. Timidi: Furchtſam; Sie fuͤrchten ſich fuͤr Gottes Wort: Dieſes Wort/ iſt das Wort deß Geſetzes/ ſo groſſe Furcht den Men⸗ ſchen einjaget/ wann ſie Moſis Fluch horen.Denn. 27. verſ. 26. Da fuͤrchten ſie ſich fuͤr Gottes Wort/ daß jhnen die Haut ſchauert. Pſ.nio. v. 20. Sie fuͤrchten ſich fuͤrdem HErꝛn jhrem Gott/ und entſetzten ſich fuͤr jhm. Mich. 7. v. 7. Dieſes iſt die Eigenſchafft wahrer Reu undeid uͤber unſer Suͤnde/ und dieſe Dinge ſind derſelben herꝛliche und GOtt wolgefaͤllige Fruͤchte/ welche uns in verleſenen Worten gar herꝛlich fuͤr⸗ geſtellet werden/ auß welchen wir wollen beſehen: Die ſchoͤnen und Gott wolgefaͤllige Fruͤchte/ rechtſchaf⸗ fener Reu und Leid uͤber unſer Suͤnde. Der barmhertzige G Ott/ gebe ſeine Gnade und Segen deß heiligen Geiſtes/ daß ſie auch im Garten unſers Hertzen wachſen moͤgen/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Was die Fruͤchte und Wirckung 6 OTT wolaxfalhae — —— 3 Kedi duſ 4 ucudGa fuba Vachs di Er4b4 ddrdencn nieheadet arn Pfs6. Pſa wyr — undtichtst iufzanah es Toh Jagangen aä net hatſole hebenunſer falgeydieg und on den Clenwmͤſen volſſeterEt manade⸗ Seheanwe Pſamaxo. zen Gemäueß e s en V ſebe Nſazenn — demütars Gatſi Iten und das Harde Ah Moſis Fluch ſemm daure Wert daßffande hauſte ir dem HEnn ſren Gut whr Orſes iſideEirnſchft gin deeſe Darſuddaſchaſath cheus mrerieſena Wenaa chm or volladeſehen: densgethuzütn und Lad uͤber unſaEin wahrer Reu und Leid beweiſen muß. 61 Reu und Leid uͤber unſer Suͤnde betrifft/ ſo befindet ſich bey derſelben: I. Afflictio: Elend: Das iſt/ ein Erkaͤntnuͤß unſer geiſtlichen Ar⸗ muth und Elendes: Wann wir/ O Chriſtliche Hertzen/ unſer Erſchaf⸗ fung anſehen/ da wir nach Gottes Ebenbilde formiret. Gen. 1. verſ. 27. Wllches beſtanden in rechtſchaffener Heiligkeit und Gerechtigkeit. Eph. 4. v. 24. Vnd derſelben entgegen halten unſern ſuͤndlichen Zuſtand/ ſo befinden wir ein groſſes Elend und geiſtliche Armuth/ daß wir billich mit hochbetruͤbten Hertzen mit David ſagen: HErr/ ich bin elend und arm. Pſ. 86. v. 1. Ich bin arm und elend/ mein Hertz iſt erſchlagen in mir. Pſalm. 109. v. 2z. Wir ſind elende Schaaffe Zach. 11. v. 7. Wir ſind der elende Knecht/ ſo ſeinem Herrn mit zehen tauſend Pfunden verhafftet/ unnd nichts zu bezahlen hat. Matth. 18. v. 24. Daß wir billich mit Paulo ſeufftzen: Ich elender Menſch/ wer wird mich erloͤſen/ von dem Leibe die⸗ ſes Todtes. Rom. 7. verſ. 26. Wie Julius Cæſar an dem Tage da er zu Rath gangen und jaͤmmerlich ermordet/ von dem Artemidoro, wegen Plutarch. deß Vngluͤcks/ das jhm vorſtund/ getreulich durch einen Brieff gewar⸗ in Cæſare i net/ hat er ſolches auß der acht gelaſſen/ und iſt jaͤmmerlich ermordet. Alſo pagin. haben unſere Paradiß⸗Eltern(denen wir leider/ noch heutes Tages nach⸗(mibhi) folgen) die treue Warnung Gottes fuͤr ſhrem Suͤnden⸗Fall verachtet /78· und ſeyn daruͤber mit uns ins euſſerſte Elend gerathen. Dieſes unſer Elend muͤſſen wir mit leidweſendem Hertzen erkennen/ und bitten/ Gott wolle ſeiner Elenden nicht vergeſſen. Pſalm. 74. v. 19. Sagen: Siehe an mein Elende O Gott/ und errette mich und hilff mir auß. Pſ. 119. v. 153. Sihe an meinen Jammer und Elend/ und vergib mir alle meine Suͤnde. Pſalm. 25. v. 18. Wann wir ſolches thun/ ſo wird an uns erfuͤllet was die Chriſtliche Kirche ſinget von Gott dem Vater: Es jammert Gott in Ewigkeit/ mein Elend uͤber Maſſen/ Er dacht an ſeine Barmhertzigkeit/ er wolt mir helffen laſſen/ Er wand zu mir ſein Vater Hertz/ es war bey jhm fuͤrwar b kein Schertz/ Er ließ ſein Beſtes koſten. Und von dem Sohn Gottes/ unſerm hochverdienten Heiland; Der Sohn dem Bater gehorſam ward/ er kam zu mir auf Erdẽ/ Von einer Jungfrau rein und zart/ er wolt mein Druder werde⸗ b 3 ar 62 Wie man die Fruchte Gar heimlich fuͤhrt er ſein Gewalt/ er gieng in einer armen 8 Geſtalt/ Den Teuffel wolt er fangen. O ſeyd elend/ ſeyd elend/ ihr Chriſiliche Hertzen daß jhr durch die Gnade deß Vaters/ daß jhr durch das Verdienſt deß Sohns/ moͤget e⸗ freuet und erquicket werden II. Luctus demonſtratio: Leid tragen: Es werden unterſchied⸗ liche Urſachen deß Leidtragens gefunden: Abraham trug Leid wegen ſeiner verſtorbenen Sara Gen. 23. v 2. Eſau ſa gte/ ſein Vater ſolte hald Leid tragen/ dann er wolte ſeinen Bruder Jacob erwuͤrgen. Geneſ. 27 verſ. 4. Wie die Egyptier uͤber Jacobs Todt ſiebentzig Tage getragen. Gen. /0. v. z. Samuel trug Leid uͤber die Verwerffung Sauls. 1. Sam. 13. v.3 5. Jonathan bekuͤmmerte ſich/ daß ſein Vater Saul den unſchul⸗ digen David ſo ſehr verfolgete. 1. Sam. 20. verſ. 34. Unddergleichen Exempel finden ſich viel in Gottes Wort: Wir aber/ ſollen fuͤr allem an⸗ dern Leid tragen wegen unſer Suͤnd; Leid ſollen wir uͤber dieſelbe tragen wann wir Gottes Wolthaten anſehen: Er hat uns/ O Chriſtliche Her⸗ ken/ als ein gnaͤdiger Gott erſchaffen/ da wir nichts waren; Er hat uns Haut und Fleiſch angezogen/ mit Beinen und Adern hat er uns zuſam⸗ men gefuͤget/ Leben und Wolthat hat er an uns gethan. Hiob. 10. vanl. ſeq. Erhat uns gemacht zu ſeinem Volcke/ und zu Schaaffen ſeiner Weide. Pſal. 100. v.z. Er hat uns erloͤſet/ da wir wegen unſer Suͤnde verdamt waren nicht mit vergaͤnglichem Silber oder Gold/ ſondern mit dem theuren Blut ſeines Sohnes. 1. Pet. 1. v. 19. Er hat uns geheiliget da wir gantz unheilig waren: Er hat uns geheiliget und gereiniget/ durch das Waſſer Bad im Wort. Eph. 5. v. 26. Wir ſind abgewaſchen /ge⸗ heiliget und gerecht worden/ durch den Namen deß HErꝛn Jeſu/ und durch den Geiſt unſers Gottes. 1. Cor. 6.v. 11 Dieſer unverdienten/ dieſet allergnaͤdigſten/ dieſer allerherrlichſten Wolthaten Gottes gedencken wir nicht/ ſondern erzuͤrnen den allerwolthaͤtigſten himliſchen Vater/ mit Zinckgr. unſern vielen/ mit greulichen/ mit abſcheulichen Suͤnden: Keyſer Frie⸗ p. i. pag. 62. derich der dritte hat offt geſagt: Auß allen denſenigen die er zu Ehren er⸗ hoben/ waͤre der wenigſte Theil danckbar geweſen/ und habe er mit ſeinen b b Gaben ſſ——b———“ddͤbͤöͤ— — ——8ſſſſſſſſͤſſͤſͤſſ————— Ahjſ m anb 3 euen zutra 3 mas. umzu Ohnm rhahttmoſe Arflſtgub in Lahttag ſirJamult laut riennd Daßets Ha Threncnal Siineberei Süniſſe r Lznte Pa,dg Si nͤſmn Jenhorn. Säͤnuſtuf Wiecſadee 5 h Ralhe Bäſeäunyh Pnſrehe Undua ſaefwe n Iane enſücher Elad de benndege Peganwe Egehnchen tager e zu ſemmem Voickt udue er hat uns qiäſet dawrdemn varg ingnchan Sibcrar o Sehna 1 Pet n Ga n: Er hatuns gehalanum rt Eph. 5.v. 16. Wrſcag n durch den Namade r Ntes.1 Ccr.5 d.. Drfeun n mit abſcheuichnüur⸗ t: Auß allm deſengnal⸗ idanckdar gmia ae wahre Reu und Leid beweiſen muß. 63 Gaben und Gutthaten anders nichts außgerichter/ als daß er damit auß treuen untreue Leute gemacht. Dieſes/ dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ mag G O T T wol klagen und ſagen: Hoͤret jhr Himmel/ und Erde mim zu Ohren/ dann der HErꝛ redet: Ich habe Kinder aufferzogen und erhoͤhet/ und ſie ſind von mir abgefallen. Eſa. 1. v. 2. Dieſes muͤſſen auch wir fleiſſig zu Hertzen nehmen/ und wegen unſer Suͤnden hertzliches Leid tragen.. Il. Illacrymatio: Weinen: Gleichwie ein groſſer Unterſcheid im Leid tragen/ alſo auch im Weinen: Hagar weinete/ wie ſie ver meinete Ihr Ismaeichen muͤſte Durſtes ſterben. Gen 21. v. 15. ſeq. Jacob/ weinete laut/ wie er die Rahel kuͤſſete. Gen. 29. v. 11. Joſeph/ weinete an ſeines 8. Paters Halſe. Gen. 46.v. 29. Viele Menſchen vergieſſen Crocodils Thraͤnen auß falſchem Hertzen: Bußfertige Hertzen aber muͤſſen jhre b Suͤnde beweinen: Ihre Augen muͤſſen zu Gott thraͤnen. Hiob. 16. v. 20. Sie muͤſſen/ in Betrachtung jhrer Suͤnden/ auch mit jhren Thraͤnen jhr Lager netzen. Pſalm. 6 v. 7. Ihre Thraͤnen muͤſſen ihre Speiſe ſeyn. Pſ. 42. v. 4. Miſchen auch ihren Tranck mit Thraͤnen. Pſal. 102. v. 10. Sie muͤſſen weinend daher gehen/ und den HErrn jhren GOtt ſuchen Jerem. 50. verſ. 4. Wie der Engel deß Errn die Ifraeliten wegen jhrer Suͤnde ſiraffete/ huben ſie jhre Stimme auf und weineten. Judic.2 v. 4. Wie Eſra die Suͤnde der Iſraelitẽ fuͤr Gott bekennete/ weinete das Volck ſehr. Eſr. 10. v. 1. Petrus weinete wegen ſeiner begangen Suͤnden bitter⸗ lich. Matth. 26. v. ult. Die buß fertige Suͤnderin traten hinten zu Chriſii Fuͤſſen/ und weinete/ und netzte ſeine Fuͤſſe mit Thraͤnen/ und mit den Ha⸗ ren jhres Haupts truͤcknete ſie dieſelbe und kuͤſſete ſie. Luc. 7. verſ. z8. leꝗ. Vom Auguſtino leſen wir/ daß wie die Stadt Hippo/ in welcher er Bi⸗ ſchoff geweſen von den Wenden belagert/ er auff ſeinem Todtbette ſich zur Wand gewendet/ und lange Zeit geweinet/ theils/ darumb daß er nit ernſtlichere Buß wegen ſeiner Suͤnde gethan; Theils daß er das groſſe Elend der Barbariſchen Voͤlcker/ und der Außbreitung der Irrthum⸗ ben in der gantzen Welt mit groſſer Betruͤbnuͤß geſehen. Von den alten Vagarn wird geſchrieben/ daß ſie die Kinder/ wann ſie geweinet/ als Ehebrecheriſche/ und auß der Art Schlagende umbgebracht haben: Unſer himliſcher Vater thut nicht alſo/ ſondern demſelben ſind Vub⸗ b b Thraͤnen ciſiv. cent. 3·cap.98. Zeil. Epi- ſtol. 65. 5—— —— 64 Wie man die Fruͤchte Thraͤnen lieb und angenehm/ und faſſet ſie in einen Sack/ ſaer zehlet ſie Pſalm. 76. verſ.). Odas ſeyn nuͤtzliche Thraͤnen Wie Anripaterdem Alexandro Magno einen langen Brieff ſandte/ darin er wider Alexan. Plutarch. dri Mutter viel geſchrieben/ und Alexander denſelben laſe/ ſagte er:Ach in Alex. Antipater weiß nicht/ wie daß eine Thraͤne meiner Mutter/ unzaͤhlige fol.(mihi) ſeine Brieffe koͤnnen außleſchen: Das moͤgen wir/ O Chriſtliche Her⸗ 261. ßen/ von rechtſchaffenen Buß⸗Thraͤnen wol ſagen: Wie Koͤnig Hiski dieſelbe in ſeinem Gebethe vergoſſen/ ließ jhm Gott ſagen: Ich habe denn Gebet er hoͤret/ und deine Thraͤnen geſehen; Siehe ich wil deinen Tagen . noch funffzehen Jahr zulegen. Eſa.38. v. ⸗. Tales lacrymæ, quales erant Lonen Davidis, ipſum etiam gehennæ incendium norunt extinguere, ſagt Anee Chryſoſtomus Das iſt; Solche Thraͤnen/ wie David ver goſſen(va⸗ hed. ſiehe mit Leid⸗Weſen und Glauben vermiſchet konnen auch der Holla Gluth außleſchen. b IV. Riius in luctum mutatio: Das Lachen ſol ſich in Weinen verkehren: Es iſt das Lachen unterſchiedlich: Dann es wird gefunden: 1. RKiſus naturæ: Ein ſolches Lachen welches die Natur ver⸗ urſachet: Wie Gott dem Abraham einen Sohn verheiſſete/ ſo von der Sara ſolte gebohren werden/ fiel er auff ſein Angeſicht und lachet. Gen. 17. v. 17. Wie dann auch die Sara. Gen. 18. v. 12. Und ſagte dieſelbe wie der Sohn gebohren/ Gott haͤtte jhr ein Lachen zugerichtet/ daß wer es hoͤren werde/ jhrer Lachen werde. Gen. 21. v. 6. Alſo ſolte der Mund der Juden/ ſo auß dem Babyloniſchen Gefaͤngnuͤß erloͤſet/ voll Lachens ſeyn. Pſal. 26. v. 1. Ein ſolches Lachen hat ſeine Zeit. Eccl. 3. v. 4. Und dieſes muß ein ehrbar lachen ſeyn/ deſſen ſich alle verſtaͤndige Leute je⸗ Camerar. derzeit befleiſſiget, Wie wir von den beyden hochloͤblichen Kayſern Ca⸗ hor. fub- rolo Magno und Carolo V. leſen/ daß beyde ſelten/ beſcheidentlich und ciſ cent.3. mit ſonderlicher Gravitaͤtgelachethaben. Kii at P.6 7 2. Rilus ſtultitiæ: Eiff naͤrriſches Lachen: Zu dieſem Lachen ſpricht Salomon/ du biſt toll. Eccl. ꝛ2. v. 2. Solches Lachen der Narren/ iſt wie das Krachen der Dornen unter den Toͤpffen. Eccl. 7. v. 7. Sol⸗ che Narren lachen uͤber laut. Sir. 21. v. 29. Wie Kayſer Heliogabalus alſo gelachet/ daß er fuͤr allen Anweſenden gehoͤret worden. 3. Rilus malitiæ; Ein bofihafftiges Lachen: Da viele auß b b Boßheit Zwing. Vol. i. P.235. 8 8 4 8 6 3 erjdeits rubifrand Sundzudtt aatghrſtu ulu ferägen haffuge G6 ſchidelhe nevon phe daß ie T renm,in Truuxigie Buſehieze HenChi ſehdvergc 1Jthann hoherhadan umn. 2 ⸗Naunſe ndeE ben edaſ nacläe Sie ſtene ungefund. ſände hahveff tichtgen Rotmde ſen We nen Tagſ atmfiſ dadplomſchen Gefänißatſt olches Lachan fatſem gadt denſeyn/ deſſen ſich almmit wir von den beddenhochläluti V. leſen/ daßbeydeſcha iit uuhahtn. Eifk närriſches Late a tol. Eccl. 2. 9.2. Solchslu ornen murrdan Tiyfadi t. Scr.a1va9. W n Inwe ſendan ghnnn En dotbafftias bi wahre Reu und Leid beweiſen muß. 5 Boßheit jhres Hertzenuͤber ihren Naͤchſten lachen: Da iſt warlich Trau⸗ ren beſſer denn Lachen. Eccl.7. verſ. 4. Solcher Leute Lachen iſt lauter Suͤnde und kuͤtzeln ſich doch damit. Syrach. 27. verſ. 4. Von ſolchen ſagt Chriſtus; Wehe euch die jhr lachet/ denn jhr werdet weinen und heulen. Luc. 6. verſ. 5. Dieſe letzte beyderley Lachen/ ſollen ſich bey buß⸗ ferligen Hertzen in Weinen verkehren; Haben ſie naͤrriſches oder boß⸗ hafftiges Gelaͤchter getrieben/ ſollen ſie daſſelbe bitterlich beweinen/ und jhnen von Hertzen leid ſeyn laſſen: Ihr Harpffe muß eine Klagen/ und weinen. Jer. 9. v. I. V. Gaudii in mœrorem converſio: Ihre Freude ſol ſich in Buſſe/ die zeitliche und weltliche Freude ſehr hoch gehalten: Da doch der HErn Chriſtus das Wehuͤber dieſelbe ſchreyet. Luc. 6. v. 25. Da ſie doch iſt eine vergaͤngliche Freude/ dann die Welt vergehet mit jhrer Luſt. 1. Johann. 2. v. 17. Sie iſt eine ſchlipfferige Freude/ und werden jhre Lieb⸗ haber bald zu Bodem geſtuͤrtzet. Pſalm. 73. v. 18. Nach ſolchem Lachen/ komt bald Trauren/ und nach ſolcher Freude komt bald Leid. Prov. 14· v. 13. Dann ſolche gottloſe Welt⸗Kinder haben doch keinen Friede/ bey jh⸗ rer Freude. Eſa. 48. v. 22. Weilen jhr Gewiſſen ſie nicht zu Frieden laͤſ⸗ ſet. Sie iſt eine ſchaͤdliche Freude: Dann weilen ſie nach dem Fleiſche le⸗ ben/ werden ſie ſterben muͤſſen. Rom. 8. v. 13. Nicht allein offt eines unver⸗ muthlichen zeitlichen/ ſondern auch deß geiſtlichen und ewigen Todtes: Sie iſt eine kurtze Freude: Dann der Ruhm der Gottloſen 1 Hiob. 20. v.). Wann zu lange/ und ihre Freude waͤret ein Augenblick. ſtehet nicht ſolcher Freude bußfertige Hertzen/ ſich durch Teuffel/ Welt oder Fleiſch/ haben verfuͤhren laſſen/ muß ihn ſolches hertzlich leid ſeyn/ ſolcher eiteln/ nichtigen und ſuͤndlichen Freude von Hertzen feind werden/ und ſo groß die Freude fuͤr dieſem geweſen ſo groß und hertzlich muß die Traurigkeit ſeyn: Wie Mardachai erfahren/ daß Haman in alle Lande Brieffe ge⸗ ſchicket/ daß alle Juden/ beyde jung und alt/ Weiber und Kinder auff ei⸗ nen Tag ſolten umbgebracht werden/ zuriß er ſeine Kleider/ und legte ei⸗ nen Sack an und Aſchen/ und ging mitten in de Saade und ſchrey klaͤglich Ihr Pfeiffe ein Weinen werden. Hiob. 30 verſ.3 1. Sie muͤſſen wuͤnſchen/ daß ſie Waſſer genug haͤtten in jhrem Haupt/ ſolche jhre Suͤnde zu be⸗ 1 Traurigkeit verkehren: Es wird/ leider/ bey uns Menſchen/ fuͤr unſer AE I 3 „ 3 —— Ja 5„ ———— * 66 Von unterſchiedlichen Zufaͤll1en klaͤglich. Eſth. 4.v. x. Moſes/ O Chriſtliche Hertzen/ hat uͤber alle Un⸗ bußfertige ſchon den Stab zerbrochen/ derhalben muͤſſen wir mit glaͤu⸗ biger Traurigkeit uns bey Zeiten bekehren/ wozu uns wolle verhelffen/ Gott der Vatter/ durch den heiligen Geiſt/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. Dit eilffte Preditctct. DE VARIO VERE CONTKRLTIGNIS ACGIDENT. Von unterſchiedlichen Zufaͤllen ſo bey wahrer Buſſe ſich finden ſollen. Jon. 3. v. 5. ſeq. Da glaͤubeten die Leute zu Nmive an Gott und lieſſen predigen/ man ſolte faſten und zogen Saͤcke an/ beyde Groß und Klein Vnd da dasfuͤr den Koͤnig zu N nive kam /ſtund er auf von ſeinem Thron und legte ſeinen Purpur ab/ und huͤllete⸗ nen Sack umb ſich/ und ſetzet ſich in die Aſſchen. S ſpricht der allerhoͤchſte Gott. Hoſe. v. zalo EVo ſolle jhnen weh werden/ wie einer Gebaͤrerin: Indieſen S Worten wird unter andern angedeucet/ der Zuſtand buß⸗ fertiger Hertzen/ ſo hertzliche Reu und Leid uͤber ſhre Suͤn⸗ de tragen/ und zwar; 4 1. Abloluté; Bloß dahin: Es ſoll jhnen weh werden: Das iſt ſie ſollen wegen ihrer Suͤnden groſſen Schmertzen deß Hertzen und Gewiſſens empfinden: Da muͤſſen wir billich ſagen: Weh unſer See⸗ len/ dann wir bringen uns ſelbs in alles Vngluͤck. Eſa. 3.v. 9. Oweh/ daß wir ſo geſuͤndiget haben. Thren.. verſ. 16. Zur Anzeig ſolches 19 den Zu inwend Wch. tes wo⸗ unſenn Meſes Gew. rint Gleu Joh. keit: allhe id, Swi henen hoche deßt deßfen ven/t Pa Da ——— —— ——— gewe Koſſ 1719 — —— ——— dund er b zu Ninive/ und ſeinen ntertha⸗ inen— nen/ in verleſenen Worten habenrn/ uwur 4 du Was fuͤr Zufaͤlle bey der Reu und Leid im alten Teſtament umb ſich undſeni gefunden/ und wie wir denſelben noch heut 3 au dage folgen ſolen. Der Allmaͤchtige gebe ſeine Gnade/ daß wir gehorſame Nachfolger dr allehoͤchſtrothie mogen erfunden werden/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. 1eena.. Erklarung, r d marr andemanadant ne Wi haben allhie zu betrachten:n: xen ſo harthche Nuunlii- J. Contritionis ſubjectum: Wer allhie Buſſe gethan: Der iſt — ggeweſen: daben Esſolllbnantthe 1. Rex Niniviticus: Der König zu Ninive: Ninive iſt eine Inden goſſen Schmae groſſe und maͤchtige Stadt geweſen/ ſo am Fluß Ligris gelegen/ und amaüſfen warbüchn 71. Meil von der Stad Jeruſalem/ iſt von Aſſur dem Sohn Sem zu ſcls mnalles Vrult dn 6 1 32 bauen . e —— 4 4 3 5 4 1 3 2 W—— 8 3 ————— 3————-— ——,———— 1 8 —— Cͤͤͤͤͤͤͤöͤöͤͤ.— *——— 7———*——— 4 3 —— —— ———* 2——— 68 Vonunterſchiedlichen Zufaͤllen bauen angefangen/ aber von Nino/ von welchem ſie den Namen bekom⸗ men/ vollfuͤhret: Sie hat Mauren gehabt 100. Schuh hoch/ und ſo brei daß drey oder wie andere ſchreiben zwey Wagen neben einander drauf fahren koͤnnen/ ſol 15. oder wie etliche wollen 12. teutſcher Meileninſſh⸗ rer Ringmauer begriffen ſeyn/ſte iſt aber 200. Jahr hernach/ nachdem D. Matth. ſie Jonas zur Buſſe gebracht/ von Cyaxare der Meder Koͤnig belager b Theatr. geſchleiffet und der Erden gleich gemachet. An dieſe Stadt hat GOlt hiſt. Mon. den Propheten Jonam geſand/ und ſie zur Buſſe vermahnen/ und in 1. P. 29. Verbleibung derſelben ſhren Untergang ankuͤndigen laſſen/ wie beym Propheten Jona nach der Laͤnge zu leſen; Und dieſer Koͤnig iſt gewe⸗ ſen der Aſcrazapes deß Sardanapali Vatter/ wie D. Chriſtianus Mat. 47 thiæ beweiſet: Dieſem Koͤnig(welcher ohne zweiffel gottloß gelebet) iſ die ſcharffe Bußpredigt Jon⸗/ daß ſie ſolten Buſſe thun/ oder die Stad wuͤrde in viertzig Tagen untergehen/ zu Ohren kommen/ undhat ſich dadurch zur Buſſe/ wahrer Reu und Leiduͤber ſeine Suͤnde bewegen la ſen: O das ſiehet wol/ und iſt dem lieben Gott ſehr angenehm/ wann ſich hohe Haupter ſelber erkennen/ jhr ſuͤndliches Leben betrachten/ und i glaͤubiger Demuth ſich fuͤr Goit buͤcken und demuͤtigen Wie Kaͤnig Joſaphat ſeine maͤchtige Feinde fuͤr ſich hatte/ und ſich fuͤr ſhnen faͤrh⸗ tete/ ſtellete er ſein Angeſicht den) Errn zu ſuchen/ und ließ eine Faſten unter gantz Juda außruffen. 2. Chron. 20. v.z. Wie Koͤnig Hißkia das erſchreckliche Draͤuen deß Sennaherib zu Ohren kam/ gienger hinauff in das Hauh deß HErrn/ und breitete ſeine Haͤnde auß fuͤr dem Er⸗ ren/ und betete ſehr fleiſſig. Eſa. 37. v. 14. ſeqq. Wie im Jahr Chriſti26. Chron. du Antiochia ein erſchreckliches Erdbeben geweſen/ daß man nicht an⸗ Mdhunc ders vermeinet/ die gantze Stadt/ wuͤrde ein Grab der gantzen Puͤtget⸗ ann.(mi- ſchafft ſeyn/ und Keyſer] uſtinus ſolches gehoͤret/ hat er ſeine Keyſerliche ni) p.263. Kleider abgelegt/ hat im Sack und mit Aſchen beſtreuet hertzliches Lei Uber ſeine Suͤnde getragen/ und zur Wiedererbauung der Stadt Geld und Werckmeiſter geſand: Da heiſſet es/ laſſet euch weiſen jhr Koͤnigt und laſſet euch zuͤchtigen jhr Richter auff Erden. Pſal.2. v. 10. Es heiſ⸗ ſet von den hohen Haͤuptern fuͤr Gott nicht: Quod libet, licet; Was mir gefaͤllet/ das mag ich thun: Sondern uͤber die Maͤchtigen wid J. d. pag. Bucholtz. auch ein maͤchtig Gerichte gehalten werden. Sap. 6. v. 9. Und und 4 —————— auch vot LBe-l6.t 1. uͤberauf ſen: 81 thanan: hörah ſer Zu Gotte 9.v.d men. daß 1 bewe 1 bende verach beut Gottt betſun felen) L, benet Geſſ nich keoo fme dieſeh Verg und fi vnndien 4.n c en e geſand und ſ den Lene ben emapai Data dn) 3 Stad wurde en Graͤhyia aſtinus ſolches gehanat ſaltiu Sack und mt Accha iinnſ nr und zur Wredeniaust, : Da haſſet es laſſe ean r Aichee uff Ena lan on fr Gomnccht. Coln⸗ chun: Sendan ien * ehaucn wana Esn ſobeywahrer Buſſeſich finden ſolen. 0⸗ õLuc. 16. v. 2. b. 2. Populus: Das Volck zu Ninive: Daſſelbe hatte auch ein wn Chaxarh uberauß gottloſes Leben gefuͤhret/ und hat ohne zweiffel bey jhnen geheiſ⸗ * ſen: Qualis rex, talis grex: Wie der Koͤnig iſt/ ſo ſeyn auch die Unter⸗ ſuzu ee thanen: Aber wie ſie die bevorſtehende erſchreck liche Straffe Gottes ge⸗ duſß hoͤret/ haben ſie wahre Reu und Leiduͤber jhre Suͤnde getragen: In die⸗ ſer Fußſtapffen/ O Chriſtliche Hertzen/ ſollen wir treten: Heute/ ſo wir Gottes Stimme hoͤren/ ſollen wir unſer Hertzen nicht verſtocken. Pſal. 95. v. 8. Wir ſollen hoͤren/ und das Geſetze unſers Gottes zu Ohren neh⸗ men. Eſa. 1. v. 10. Neigen unſer Ohren her/ und kommen zu Gott/ hoͤren/ daß unſer Seele moͤge leben. Eſa. 55. v.z. II. Contritionis modum: Wie ſie haben jhre Reu und Leid beweiſet; und zwar: b 1. Grex: Das Volck zu Ninive: Vondenen ſetzet Jona ſolches: a. Qualitativè: Auff was Weiſe ſie es kund gethan: Nemlich/ 1. Deo credendo; Sie glaͤubeten an Gott: Das iſt/ Sie ha⸗ ben das jenige was Jonas geprediget/ nicht in den Wind geſchlagen oder verachtet/ haben nicht geſagt mit den Juden/ gebeut hin/ gebeut her/ ge⸗ beut hin/ gebeut her. Eſa. 28. verſ. o. Sondern ſie haben dem Worte Gottes/ beydes nach Draͤuung/ und gnadenreichen Verheiſſung/ glau⸗ bet/ und die Mittel wahrer Buß an die Hand genommen; Nicht zweif⸗ felend Gott werde ſich jhrer erbarmen/ und ſie in Gnaden erhoͤren. Al⸗ ſo/ O Chriſtliche Hertzen/ muͤſſen wir auch thun/ wir muͤſſen Moſi glau⸗ ben/ und Chriſto. Joh. 5. v. 46. Glauben allem was geſchrieben ſtehet im Geſetz und in den Propheten. Act 24. v. 14. Wir muͤſſen es auffnehmen/ nicht ais Menſchen Wort/ ſondern wie es dann warhafftig iſt/ als Got⸗ tes Wort. I. Theſſ. 2. v. 13. 3 2. Jejunium indicendo: Sie haben eine Faſten anſagen laſ⸗ ſen: Sie lieſſen predigen/ man ſolte faſten: Nicht zu dem Ende/ daß dieſelbe an und fuͤr ſich ſelbſt ſolte verdienſilich ſeyn/ und ſtedurch dieſelbe Vergebung ihrer Suͤnde erlangen wolten: Dann wann das Jaſten/ an und fuͤr ſich ſelber/ verdienſilich ſeyn ſolte/ ſo muſte es auch bey den Heyden verdienſtlich geweſt ſeyn: Dann die Egyptiſche Priena haben ſich au 3 1 Polydor. Vergil. de invent. rer. lib. 3. cap.⸗. Polydor. Vergil.de invẽét. rer. lib. 3. c5. 4 „ 8 4 2—3 70 Von unterſchiedlichen Zufaͤllen deß Fleiſches und Weins enthalten/ auch die Eyer als Fleiſch gemeidet Wie dann auch in Creta deß lovis Pꝛopheten ſich deß Fie ſches enthal ten: Daher bekennet der Jeſuit Buciola auß dem Baronio adann. Chrit 44. daß die Roͤmiſche Kirche viele aberglaubiſche Dinge ſo bey den Hey⸗ den gebraͤuchlich geweſen/ habe gereiniget/ und heiliger Weiſe zur Got⸗ ſeligkeit gezogen. Und ob die Gottloſen gleich faſten/ ſowil doch Gotiſßt Gebeth nicht erhoͤren. Jerem. 14. v. ⁊1. Sondern theils zur Vorben⸗ tung zum Gebeth/ und wahrer Buſſe/ wie Danielgethan. Dan. 9.p Und die Hanna. Luc.z·v.37. Theils/ weilen ſie mit Freſſen und Sauſ⸗ fen ſich verſuͤndiget; Theils/ weilen ſie mit jhren Suͤnden wol verdienet daß ſie Got⸗ Hungers ſterben lieſſe. Jer. 11. v. 22 · Und die boͤſen Pfelede Hungers unter ſie ſchieſte thaͤte Ezech. 5.v. 16. Alſo/ OChriſtliche Herzi ſollẽ wir uns auch mit Nuͤchtern und Maͤſſigkeit zu wahrer Reu bereiten und bedencken daß mit uͤberfluͤſſigem Eſſen und Trincken Gott erzuͤne 2. Saccos induendo; Daß ſie haben Saͤcke angezogen. Da Sack iſt ein haͤnffenes/ haͤrines oder ſonſten grobes leines Kleid geweſen ſo die Juden zur Zeit deß Traurens und Leides angezogen/ und iſt ſoheß⸗ lich jhnen angeſtanden/ daß Syrach ein zorniges boͤſes Weib demſelben vergleichet. Syr. 25. v. 24. Vnter andern haben ſie auch ſolches angezo⸗ gen/ wann ſie in Betrachtung jhrer vielen und groſſen Suͤnden ſich fuͤr Gott gedemuͤtiget/ und wahre Reu und Leid uͤber jhre Suͤnde getragen: Alſo kamen die Kinder Iſrael(nach dem ſie jhrer vielfaltigen Suͤn⸗ den ſich erinnert) zuſammen/ mit Faſten und Saͤcken und Erden auff jhren. Hauptern. Neh. 9. v. 1. Und Gott ſpricht zu den Juden: O Toch⸗ ter meines Volckes/ zeuch Saͤcke an/ und lege dich in die Aſchen/ erken⸗ ne und bereue hertzlich deine Suͤnde. Jerem. 6. v. 26. Chriſtus ſagt von Tyro und Sydon/ wann daſelbſt ſolche groſſe Wunderthaten geſchehen waͤren/ wie zu Corazin und Bethſaida, ſie haͤtten im Sack und in de Aſchen Buſſe gethan. Matth. 1.. v. 21. Dieſes/ O Chriſtliche Hertzen muͤſſen wir auch wol in acht nehmen und uns Hertz gruͤndlich wegen un⸗ ſer Suͤndefuͤr Gott demuͤtigen: Unſer unbeſchnittenes Hertz muß ſich fuͤr Gott demuͤtigen/ und uns die Straffe unſer Miſſethat gefallen laſ⸗ ſen. Lev 26. v. 41. Mit Beten muͤſſen wir uns fuͤr dem HErrn demuͤti⸗ gen/ und ein jeglicher ſich von ſeinem boͤſen Weſen bekehren. Jer. 36. v.. Und ſonderlich allen Hoffart abſtellen. 12 . Quantitative: Wie viel jhrer geweſen: Groß und klir ee den all⸗ ibeun Pocn uͤbe Thto ſeinett moner zogen, Thro Walt auder wof Nam Vhnau Prach Aber zuei undd en ſabegaa no Senda 1,9. da deſe aeDan — 4. Vunrandan dung ſpra Reee rahre Nauund ed itafde b Iracl(nach dam ſe ſten mmen mi Faſien undGitna 2. Und Gottprrcheadn Saͤckean und kegedchud. ne Sände. Jaamn Sn 6. Ui daſchſt ſolche groſſe Wunnt ad Derhfada, ſie häun met uth u. 2n. Duſes O di dehma und uns hargin tigen: Unſa undeſchutme ms du Snaffe uner Ift cun muſſin vir ur unh e ſcinem boͤſen Waſatths nabſtelen4* puljorer gneakie 3 uen P phemn c 1 8* 1 viele an ußmia durch werden erſtlich verſtanden Alte und Junge: Gleichwie zu Sodom lauſcs Aℳ Alte und Junge boßhafftig waren. Gen, 19. v. 20. Alſo iſts Zweiffels ohn ſo bey wahrer Buſſe ſich finden ſollen. 21 auch zu Ninive zugangen: Darnach werden auch dadurch verſtande ho⸗ hes und midriges Standes Perſonen: Alſo ſagt Paulus er bezeugebeyden Groſſen und Kleinen. Act. 26. v. 22. Wird alſo hiemit angedeutet daß alle Menſcht in der Stadt Ninive welche ſo weit zu jhrem Verſtande gekom⸗ men Reu und eid uͤber jhre Sͤnde getrage: Nn dieſem muͤſſen wir auch/ OChriſtliche Hertze/ den Ninivitẽ folgen/ wir ſind alle Suͤnder und man⸗ geln deß Ruhms/ den wir fuͤr Gott haben ſolten. Rom.; v. 23. Undwer⸗ den alle umbkommen/ ſo wir uns nicht bekehren. Luc. 13. v. 5. Vnd darum gebeut Gott allen Menſche/ an allen Enden/ Buſſe zu thun. Act. 17. v. z0. 2. RexDer Konig zu Ninive: Der hat Reu und Leid⸗Weſen uber ſeine Suͤnde bezeugttte. 1. De Throno ſurgendo; Er iſt auffgeſtanden von ſeinem Thron: Das iſt von ſeinem koͤniglichen Stuel/ auff welchem er ſonſten ſeine koͤnigliche Majeſtaͤt und Herrlichkeit ſehen laſſen: Alſo hat Salo⸗ wmeon einen Helffenbeinen Stuel gehabt/ ſo mit dem edelſten Goldeuͤber⸗ zogen geweſen 1. Reg. 10. verſ 18. Alexander M. hat zu Babyloneinen 2wing. Thron von lauterm Golde machen laſſen/ deſſen gleichen in der gantzen Welt nicht gefundẽ worden/ er iſt zwoͤlf Ellen hoch/ und ſind 2. Stuffen zu demſelben geweſen/ auff welchẽ man auff denſelben geſtiegen: Es ſind zwoͤlff guͤldene Bilder auff demſelben geweſen/ auff welche zwoͤlff Fuͤrſten Namen geſchrieben: Summa es iſt ſeine Herrlichkeit und Koſibarkeit unaußſprechlich geweſen: Weilennũ die Aſſyriſche Koͤnige auch groſſen Pracht getrieben/ wird dieſer auch keinen geringen Thron gehabt haben: Aber er hat ſich von demſelben herunter geſetzet: Allen hohen Potentaten zu einem Exempel/ daß ſie in Betrachtung jhres fuͤndlichen Zuſtandes/ und der allerhoͤchſten Majeſtaͤt Gottes/ ſich fuͤr Gott in der Gnadenzeit demuͤtigen/ und weilen ſie ſich von Gottes Gnaden ſchreiben/ in ſolcher Gnade ſich mit Demuth erhalten: Sonſten kan er bald die Gewaltigen von jhrem Thron und Stuel ſtuͤrtzen. Luc. 1. v. 2. Muͤſſen derowegen/ eben ſowol/ als die Geringſten zu dem Throno gratiæ, dem Gnadenſtul Chriſto/ mit Freudigkeit hinzu treten/ auff daß ſie Barmhertzigkeit em⸗ yfahen/ und Gnade finden/ auff die Zeit/ wann jhn Huͤlffe noth ſeyn wird. Heb. 4. v. 16. Gedenckẽ daran was Syrach ſagt: Ie hoͤher du biſt/ ie mehr dich demuͤtige/ ſo wird dir der HErr hold ſeyn. Syr. 3 vrꝛo. 2. Purpu- 0„II. P⸗ 2623. „ TDonder Nothwendigkeit 2. Purpuram deponendo: Er hat ſein Purpur abgelegt. der Purpur iſt vor zeitẽ eine Koͤnigliche Tracht geweſen/ da her auch Belſg zer den jenigẽ ſo ihm die Schrifft ſo an der Wand außgangen war/ auj legen wuͤrde/ mit Purpur zu kleiden verſprochen/ und auch gehaltm. Dan.. v. 7. 29. Deßwegen Pilati Kriegs⸗Knechte/ zum Spott deß Koͤniglichen Ampts Ehriſti/ ihm ein alten Purpur⸗Mantel angelegt Joh. 19. v. x. Marc. 1§. v. 16. Deiſes ſein Purpur⸗Kleid hat er abgelegt. Uns/ O Chriſtliche Hertzen/ zur Nachfolge/ daß wir bey der Buſſeal le Hoffart/ wie den Teuffel ſelber fliehen ſollen. 3. Saccum induendo: Er hat einen Sack umb ſich gehuͤllet Weilen jhn ſein Gewiſſen uͤberzeuget/ daß er die gedraͤuete Staßf fäͤngn eben ſo wol/ als ſeine Interthanen verurſachet und verdienet/ ſo wil e ſich auch denſelben nicht vorziehen/ ſondern ſeine Reu und Leid zu hezeu⸗ Men gen/ huͤllet er auch einen Sack umb ſich: Wie dann auch ein gleiches ge —— b v. 23. than David. Pſal. 35. v. 3. Und Koͤnig Hiſtia. 2. Reg. 19. verſ. l. Alm 2u Potentaten zur Anreitzung/ jhr ſuͤndliches Weſen mit ſchuldiger de rußtr mut gegen Gott zu erkennen. Gon 4. In cineribus ſedendo: Er iſt in der Aſchen geſeſſen: Nucht ung allein damit anzuzeigen/ daß er Erde und Aſche ſey. Gen. 18. v. 27. Indd(Gêffa billich dem Staub und Aſchen ſich gleich achte. Hiob. 30. v. 19. Emne Ea ſolche Demut/ O Chriſtliche Hertzen/ gefaͤllet Gott/ welcher den hof⸗ gefm faͤrtigen widerſiehet/ und den Demuͤtigen Gnadegibt. 1. Pet.. veſſ. qa Welche Gnade uns armen Suͤndern/ der allergnaͤdigſte Gott auch ußt wolle wiederfahren laſſen/ umb ſeines lieben Sohns/(welcher der einige fhn Meenſch in Gnaden. Rom.. v. 1v.)willen/ Amen/ Amen. m —— a Die zwolffte Predigt. 9 DE VERæÆ CONTRITIONIS NECESSITATI. ſum Von der Nothwendigkeit wahrer Reu und nn Leid uͤber die Suͤnde. pni Jer. 3. v. 12. feq. komñe Ich bin barmhertzig/ ſpricht der HeNNum b acch Schuffſ ne wahrer Reu und Leiduͤber die Suͤnde. 73 —— wil nicht ewiglich zuͤrnen/ allein erkenne ees pen nats. deine Riſſethat daß du wider den OEr⸗ hen deeszea ren /deinen Gott geſundiget haſt. S ſpricht der Prophet Jeremias cap. /0. verſ. 4. Daß die Juden/ fuͤr der Erloͤſung auß der Babyloniſchen 8 iſtlche. Herga /afüllt Get d Erkaͤndnuͤß unſer Sunde. Rom 3. v. 20. Durch die Suͤnde/ ſind wir nd den Damina Gud a gefangen/ unter der Gewalt deß Teuffels/ Todes/ Hoͤllen und ewiger Imen Säänden/ dmall d Verdamnuͤß/ daß wir wol ſeufftzen moͤgen/ O HErr fuͤhre meine Seel munſaae 1n auß dem Kercker. Pſ. 142. v. s. Auß dieſem Gefaͤngnuͤß werden wir ge⸗ 2— umfuhret durch wahre Buß und Bekehrung: Gleich wie nun die Juden em. ſen.s. wilcn Analma weinend daher gangen/ daß ſie auß dem Babyloniſchen Gefaͤngnuͤß noͤchten errettet werden: Alſo muͤſſen wir auch/ mit Petro/ unſer Suͤn⸗ d tewolfft Pract de bitterlich beweinen. Matth. 26. v. ult. Und ſuchen unſern HErꝛn Je⸗ ONTRITION N ſum Chriſtum mit wahrem und beſtaͤndigem Glauben: Denn derſelbe zehwendigket wahr a fuͤhret ſolche Gefangene auß dem Gefaͤngnuͤß. Eſa. 42. verſ. 7. Der id uͤba die Süͤnde ſpricht zu den Gefangenen/ gehet herauß/ und zu denen im Finſternuͤß/ kom̃et herfuͤr. Eſa. 49. v. o. Der prediget den Gefangenen eine Erledi⸗ Jer.3.v.nn ſec gung/ und den Seenenen eine Oeffnung. Sden, I. Weilennum 7..—hohauch wir unter dieſen Gefangenen gefunden werden/ ſo wil uns gebuͤh⸗ rbig ſ pricht dafi ren/ daß wir auch weinend daher gehen/ und doſen HErꝛn unſern Geit uchen/ „ Donder Nothwendigkeit ſuchen/ in Betrachtung/ daß er gekom̃en/ uns als Verlohrne/ nicht altn zu ſuchen/ ſondern auch ſelig zu machen. Luc. 19. v. o. Wozu wahre Ren und Leid uͤber unſer Suͤnde wird er fodert/ wie ſolches Gott ſelber in vg⸗ leſenen Worten bezeuget/ auß welchen wir wollen anſehen: Wie nothwendig uns hertzliche Reu und Leid uͤber unfer Suͤnde ſey. Der barmhertzige Gott verleih uns ſeine Gnad/ daß wir ditſe Nothwen⸗ digkeit erkennen/ und uns derſelben gemaͤß verhalten moͤgen/ und Jeſu Chriſti willen Amen. b Erklaͤrung. Es wird uns die angezogene Nothwendigkeit in verleſenen Wonnn vorgeſtellet: b 4 I. Ratione Dei: An Gottes Seiten: Da iſt ſie nothwendig 1. Propter miſericordiæ divinæ conſecutionem: Daß wirdie Barmhertzigkeit Gottes erlangen: Ich bin barmhertzig; Ouß ſuͤſſen Tituls O deß troſtreichen Namens Gott iſt barmhertzig gnaͤ⸗ dig und gedultig/ von groſſer Gnad und Treu/ der da beweiſet G'nadins zauſend Glied/ und vergibt Ubertretung Miſſethat und Suͤnde. Etod⸗ 34.v. 6. ſfeq. Aber nicht ablolur oder bloß dahin/ ſondern nach ſeinet vor⸗ geſchriebenen Ordnung: Dann gleichwie Gott der Err uns wil ſelig machen/ doch aber alſo/ daß wir ſeine dazu verordnete Mittel gebrauchen Er wil auch unſer Leib und Leben erhalten/ doch alſo/ daß wir ſeinever⸗ ordnete Mittel nicht verachten: Alſo wil uns auch Gott unſere Suͤnde vergeben/ doch aber alſo/ daß wir ſie erkennen und bekennen/ und darauff wahre Reu und Leid uͤber dieſelbe tragen/ und alsdann ſeine Barmher⸗ tigkeit/ in CoRJISTI JESll theurem Verdienſt gegruͤn⸗ det/ mit wahrem Glauben ergreiffen: Wie ſich dann ein Water uͤber ſeine Kinder erbarmet/ alſo wil er ſich uͤber dieſelbe erbarmen ſo jhre Goltes⸗ Furcht beweiſen. Pſ. 103. v. 3. Dañ uͤber die(muthwillig) Vnverſiaͤndi⸗ gen/ wil ſich Goit nicht erbarmen. Eſa. 27. p.I. Ex erbarmet ſichalla ͤͤͤ —— ͤͤ —— Stine fuͤrchte! Ohach ſenwir⸗ ſrSi der H Parkl Ver haben hertzi Va ner Man ertig bray get dasL Tals techn N niem ſetſe grzoge Nothrmaigein da An Gottes Scter Daßſe 41 Vm nſa„ ATCo Lecudonen, ſer Gauams Tmmate Udcrrurg Niſcthem Dann glachwu Gottar. xu ſenedazu raraun a dchen aßalten dochaſe w dan: Jſowiluns auceen aß eu ſiecrkanmundieimn ieſetde tragen und abdmu J JESlü thaum W Seſe M 3 a r ſich uͤbe dieſebecana Dan ibada nufri mn Eſa.7 1u Hen wahrer Reu und Leid uͤber die Sunde. 75 die ſich ziehen laſſen/ und fleiſſig Gottes Wort hoͤren. Syrach. 18. v. 14. Seine Barmhertzigkeit wehret immer fuͤr und fuͤr/ bey denen/ ſo jhn fuͤrchten. Luc. 1 v. ſ0. Laſſet uns dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ in gute Obacht nehmen; Wollen wir Gottes Barmhertzigkeit erlangen/ ſo muͤſ⸗ ſen wir jhn kindlich fuͤrchten/ welche Furcht erfodert/ daß wir wegen un⸗ ſer Suͤnde/ Reu und Leid tragen: Wollet jhr mich nicht fuͤrchten/ ſpricht der HEr/ und fuͤr mir erſchrecken. Jer. 5. v.2. Gleichwie ein Kind ſein Verbrechen mit Reu und Leid fuͤr ſeinem Vater muß bekennen/ und umb Verzeihung bitten: Alſo muß uns gereuen die Bohheit ſo wir begangen Hhaben. Ezech. 6. v. 9. Alſo erfodert die Erlangung der goͤttlichen Barm⸗ hertzigkeit wahre Reu und Leid uͤber unſer Suͤnde. 2. Propter divinam promiſſionem: Wegen der goͤttlichen Verheiſſung: Spricht der HErn Alhie verſichert uns Gott ſelber ſei⸗ ner Barmhertzigkeit/ wann wir ſeine verordnete Mittel gebrauchen: Menſchen verheiſſen offt Gnade und Barmhertzigkeit mit Worten/ und erzeigen Unbarmhertzigkeit mit Wercken: Dem Tuͤrckiſche Baſſa Ha- braymo, ſo die hoͤchſte Ehr bey dem Tuͤrckiſchen Keyſer Solyman erlan⸗ get/ hatte der Keyſer verheiſſen/ daß ſo lange er Habraymus lebete/ er jhm D. Matth. das Leben nicht wolte nehmen laſſen: Wie aber Solyman vom Prieſter Theatr. Talismane gehoͤret/ daß ein Schlaffender unter die Lebendigen nicht zu Mon 1. rechnen/ hat er jhn im Schlaff erwuͤrgen laſſen. Der Bapſt Alexander Pag. 64. VI. hat Vieles vermittels einem Eydſchwur verheiſſen/ welches er aber Ofand. niemals erfuͤllet. Aber alſothut der warhafftige Gott nicht; Der verlaͤſ⸗ E I hiſt ſet ſeine Barmhertzigkeit und Warheit nicht an den Seinen. Gen. 24. Elel cenr v. 27. Sein Wort iſt warhafftig/ und was er zuſaget/ das haͤlt er gewiß. 16 l..c.z. Pſ.33.v. 4. Er haͤlt ſeiner Warheit treulich im Himmel. Pſalm 89. v.;. Nun verheiſſet Gott allen Bußfertigen ſeine Barmhertzigkeit: O wie iſt die Barmhertzigkeit deß HErrn ſo groß/ und laͤſſet ſich gnaͤdig finden de⸗ nen/ ſo ſich zu jhm bekehren/ ruffet Syrach. Cap. 17. v. 28. Das Reich Gottes iſt herbey kommen/thut Buſſe und glaubet an das Evangelium ruffet Chriſtus/ Marc. 1. v. 15. Thut Buſſe und bekehret euch/ daß euer Suͤnde vertilget werden/ ruffet Petrus. Act. 3. v.*. Wollen wir nun die⸗ ſe groſſe Barmhertzigkeit erlangen/ ſo muͤſſen wir wahre Reu und Leid uͤber unſer Suͤnde tragen. b K 2 3. Propter Zwing. Vol. 1. p. 117. 78 Von der Nothwendigkeit 3 propter iræ divinæ ſfublationem: Wegen Auffhebungdeß b Zorns Gottes Und wil nicht ewiglich zurnen: Unſer Suͤnde ſin die eigentliche Urſach deß Zorns Gortes/ und fuͤhren ſeine genccht Straffen uber uns: Dann Gott iſt kein Gott dem goltloß Weſen ge faͤllet/ wer boͤſe iſt/ bleibt nicht fuͤr jhm. Pſalm. ⸗.v 5. Er haſſet gonloſt⸗ Weſen. Pſal. 45. v. ð. Es machet ſein Zorn/ daß wir(offt) alſo verge⸗ hen/ und ſein Grimm/ daß wir ſo ploͤtzlich davon muͤſſen/ dann er ſiell unſer Miſſethat fuͤr ſich und unſer unerkandte Suͤnde ins Liccht ut ſein Angeſicht. Pſalm. 90. v. 8. Es iſt unſer Boß heit ſchuld daß wirſt geſteupet werden/ und unſers Vngehorſams/ daß wir ſo geſtraffetwad Jer. 2. v. 19. Da iſt hoch noͤtig/ daß wir in Betrachtung ſolches Zome V Gottes/ durch hertzliche Reu und Leid uͤber unſer Suͤnde denſelben ſili Dann Gott wil nicht ewiglich zuͤrnen: Er wil nicht immer hadden noch ewiglich Zorn halten. Pſal. 103. v.). Wann er uns ein klein Au⸗ genblick verlaſſen/ ſo wil er mit groſſer Barmhertzigkeit uns ſamb/ wann er ſein Angeſicht im Augenblick deß Zorns ein wenig von uns ber borgen/ ſo wil er mit ewiger Gnad ſich unſer wieder erbarmen. Eſa⸗. verſ. 7. ſeq. Ploͤtzlich redet Gott von einem Volck und Koͤnigreich/ daf ers außrotten/ zubrechen und verderben wolle/ wo ſichs aber bekehratvon ſeiner Boßheit/ dawider er redet/ ſo ſolihm auch reuen das Vngluͤck/ das er jhm gedacht zu thun. Jer. 18. v. 7. Wie Konig Ageſilaus mit ſeinen Laͤger dermaleins ſchleunig auffgebrochen/ und einer ſeiner guten Fteur⸗ de/ ſo ſchwach und kranck/ jhn umb Huͤlffe mit Bitte und Thraͤnen an geruffen/ hat er geſagt: Ach wie ſchwer iſis zugleich ſich erbarmen/ und klug zu ſeyn. Aber bey Gott wird beydes gar herꝛlich gefunden: Dilſes O Chriſtliche Hertzen/ beweiſet/ wie nothwendig uns ſey/ daß wir auch mit Reu/ Bitte und Thraͤnen/ die Barmhertzigkeit Gottes ſuchen. II. Katione noſtri: An unſer Seiten: Dabefindet ſich die Nolh⸗ wendigkeit hertzlich Reu und Leid uͤber unſer Suͤnde: 1. Ex contritionis requiſitione: Auß der Erfoderung der Reu und Leid: Allein erkenne deine Miſſethat· Das Woͤrllen Allein/ zeiget nicht an/ daß das Erkaͤndnuͤß der Suͤnden/ und hert⸗ liche Reu und Leid uͤber dieſelbe allein den Zorn G O TTES abwenden/ und deſſen Barmhertzigkeit erlangen koͤnnen/ ſonſt haͤ⸗ se Judas dieſelbe auch erlanget. Matth. 27. verſ. 1. 1eꝗq. Sondern es deu⸗ dende Nothee drine fab ndwi uchtennen dn ds Zorns decna tüiſ eanh Parnag lum JugedckdhJan n endicheenen der Gotr von anm Pocuh nund vadatamveli vyſthc redet ſo ſolſim auchmnhu Jn. 8. u7. Pr Keng Pen nug auffgebrochen unennſin f. IPn und Hälffem dnm⸗ Ach wriſchwa iſts uguaſit Roct wud ocdes gar zaahgie beraſct vie nothwadigun inm du Barn erzigfa Anunſer Seiten Dabtiete und Lad uba unſa Siwe s requiſitione: Außwcn erkenne dene Mſſcht 7 wahrer Reuund Leiduͤber die Suͤnde. 77 es deutet an daßratione legis, das iſt/ an Seiten deß Geſetzes gnug ſeyꝛ Dann das Geſetz kan an undfuͤr ſich ſelber/ uns nicht weiter helffen/ als das wir zu hertzlicher Erkaͤntnuͤß/ Reu und Leid uͤber unſere Suͤn⸗ de gelangen: Alſo lehret allein die Anfechtung auff das Wort mer⸗ cken. Eſa. 28. verſ. 19. Nemlich im Creutz/ Widerwertigkeit und Verfolgung: Allein durch den Glauben wird der Menſch gerecht. Roman. z verſ. 28. Nemlich an unſer Seiten/ alſo daß GOTTES a Gnade und das theure Verdienſt Chriſti nicht werden außgeſchloſſen. Rom. z. verſ. 24. Allein durch den Glauben werden unſer Hertzen gereiniget. Act. 15. v. 9. Da abermal CoRISTJ Verdienſtund die gnadreiche Wirckung deß heiligen Geiſtes durch ſein Wort und Sacramente/ nicht koͤnnen außgeſchloſſen werden: Wird derwegen das Woͤrtlein/ Allein/ nicht exclulivè, oder außſchlieſſend/ fondern eluſiv oder einſchlieſſend die Gnade Gottes und Verdienſt Chriſti/ mit wahrem Glauben: Es wird nicht ablolutè bloß dahin/ ſondern ſecundum quid, nach deß Geſetzes Erfoderung/ genommen. Wir ſollen aber/ O Chriſtli⸗ che Hertzen/ die Nothwendigkeit der Erkaͤntnuͤß/ und wahrer Reu und Loduͤber unſere Suͤnde in acht nehmen; Dann gleichwie zu unſer Recht⸗ fertigung und Heiligung/ an unſer Seiten der wahre Glaube wird erfo⸗ d dilſe auch zu wahrer Buß Erkaͤntnuͤß/ Reu und Leiduͤber unſer uͤnde. 2. Expeccatorum noſtrorũ conditione; Auß der Beſchaffenheit unſer Sünden: Da befinden ſich Miſſethaten und Suͤnde Da ſind Erb⸗und wirckliche Suͤnde/ laͤßliche un Tod⸗Suͤnde/ bekandte und un⸗ bekandte Suͤnde/ herꝛſchende und nit herſchende Suͤnde/ vergebliche und unvergebliche Suͤnde/ groſſe Miſſethat/ und ſtarcke Suͤnde. Jer. z0. v. 14. Ihrer ſind mehr dann Haar auff unſerm Haupt. Pſ. 40. v. 13. Ja/ als Sandes am Meer. Orat. Manaſſ v. 9. Im Jahr 14 85. hat man zu Rom bey der Pforten Appia/ in einem Marmolſteinem Grabe/ einen unverweſeten Coͤrper eines ſchoͤnen Weibes⸗Bildes gefunden/ ſo gleich als mit lachendem Mundegelegen/ und ſehr ſchoͤn außſtaffiret und gezie⸗ Lit. in. ret geweſen/ und wegen ſtarcker Balſamirung kein Glied aujhr riechend locklhiſtor. befundenworden: Es iſt dabey ein Grabſchriffts Taffel gefunden/ daß PS. 24 es ſey geweſen lulia Priſca Secunda, Q. Clodii Tochter/ und ſol dabey K z geſtan⸗ 2 8* 65 8 f———— 78 Von der Nothivendigkeit geſtanden haben: Nihil unquam peccavit, niſi quod mortua eſt- Da iſt; Sie hat niemahls geſuͤndiget/ nur daß ſie geſtorben iſt: O der gro ſen Thorheit Ihr Todt hat gnugſam erwieſen/ daß ſie geſuͤndiget/ wi cher darum zu allen Menſchen hindurch gedrungen/ dieweil ſie alle ge ſuͤndiget haben. Rom. 3. v.12. Wollen wir aber/ O Chriſtliche Herten unſer vielen/ unſer groſſen/ unſer ſchweren Suͤnden/ loß werden/ muͤſſe wir nothwendig dieſelbe erkennen/ und rechtſchaffene Reu und Leid uͤbe dieſelbe tragen. Cain wolte ſeine Suͤnde mit Staͤdte bauen vertreiben Gen. 4. v. 8. Saul vermeinte das Seitenſpiel ſolte jhm die Empfindung der Suͤnden wegnehme. 1. Sam. 16.v. 2z. Gleich wie jene zween Juͤng linge in der Stadt Aſculo in Italien/ wie ſie zum Tode wegen jhrer uha⸗· that verdammet/ jhnen eine Cyther bringen/ und eine herꝛliche Mahlzei zurichten laſſen/ darauff die gantze Nacht luſtig und guter Dinge gewe⸗ ſen/ und dieſelbe mi Tantzen/ Singen und Spielen zugebracht Aſo vermeinen viele ſie wollen die melancholiſche Anfechtung wegen jhte⸗ Suͤnde/ mit Sauffen/ Spielen und Weltfreude vertreiben/ da ſie doch dieſelbe vermehren/ und nicht beſſer/ als das erbarm dich mein O HEne Hott mit hertzlicher Reu und Leid/ neben wahrem Glauben/ ſinda nnen. 3. Ex Deiconſideratione; Auß der Betrachtung Gottes Derſelbe iſt: a. Noſter Dominus: Vnſer HEr!/ wie Gott allhie ſabe ſagt; Der iſt der HErr der uns erſchaffen erloͤſet/ geheiliget/ der uns ar⸗ me Erdwuͤrmlein/ mit allem was wir beduͤrffen/ verſorget: Dieſem Hrrn ſolten wir dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit/ die jhm gefaͤ⸗ lig iſt Lue. 1 v.75. Aber da dienen vieledem Mammon. Matth 6.ha⸗ Viele dienen der Suͤnde. Rom. 6. verſ. 6. Dienen mit dem Fleiſch/ dem Geſetz der Suͤnden. Rom./ v. 25. Dienen jhren Luͤſten/ und manchetley Wolluͤſten. Titzz. v.. Da iſt ja nothwendig/ daß wir ſolchen elenden ſolchen unflaͤtigen/ ſolchen zeitlich und ewig verderblichen Suͤnden⸗ Dienſt erkennen/ und von Hertzen bereuen und bewenen. 2.. Noſter Deus; Vnſer Gott; Wegen ſeiner groſſen Guͤtig⸗ keit; Dann niemand iſt gut/ dann der einige Gott. Matth. 19. verſ. 17. Aber da iſt bey uns eine groſſe Boßheit. Gen, 6.. Eben ſo wenig 9 .— ..—— —-—— — ——⏑ʒ—ÿʒ——...— —— —— Todthat Nacedaus een men ſcnan in eannm anche eeaenee n. Sam u lbteſed ulom Juaeisaſe meme C ueh af eamma „Seen Lngc S s. Vnfer Her rnen der uns aſſchaffa auͤſc genn tallem vas wir hcdif u am Habgfarund Gatzte ⸗N rda dume vicledem Mumd k. Nom 6. verſ 6. Daman m.*. 1. Dimaſhem ier Daiſtja nothwandig dinu den zeutüch und wig rodit n Nersm bexumundſcha Vnſer Gott. Weamfunſt aut dann der einig Get e oſſe Boßden Gm e d Mah 8 seſundin* ſam wad ein Mohr ſeine Haut wandeln kan/ oder ein Parder ſeine Flecke/ ſo koͤlen wir auch von uns ſelber) nicht Gutes thun/ weilen wir Boͤſes gewohnet ſeyn. Jer. 13. v. 2 3. Ach wie iſt unſer Boßheit/ gegen Gottes Guͤtigkeit ſo 8 groß. Darauß ſehen wir wie nothwendig uns wahre Reu und Leid uͤber wahrer Reuund Leid uͤber die Sünde. 79 unſer Suͤnde ſey; Wozuuns verhelffen wolle Gott unſer guͤtiger Va⸗ ter/ durch die Guͤte deß heiligen Geiſtes/ umb unſers guͤtigen Erloͤſers Jeſu Chriſti willen Amen/ Amen. W Die dreyzehende Predigt. b DE OBSTACVLORVM CONTRITIONIS — KHREMOTIONE; Von der Wegraͤumung der Verhindernuͤß der Reu und Leid uͤber unſer Suͤnde. Eſa. 59. v. 12. Vnſer Vbertrettung fuͤr dir iſt zu vtel/ und unnſere Suͤnde antworten wider uns/ dann unſer Vbertretung ſind bey uns/ und wir fuͤhlen unſer Suͤnde. Hs Sſpricht Gott Eſa. 77. v. 4. Daß man zur Zeit N der Erloͤſung auß dem Babyloniſchen Gefaͤngnis/ werde ſagen: Machet Bahn/ machet Bahn/ raͤumet den Weg/ 2 hebet die Anſtoͤſſe auß den Wegen meines Volckes: Da⸗ mit zeiget er an/ daß alle das jenige was jhnen in jhrer Erloͤſung verhin⸗ derlich ſeyn kunte/ auß dem Wege ſolle geſchaffet werden. Was iſt/ O Chriſtliche Hertzen/ das ſuͤndliche Weſen anders als eine Babyloniſche und verwirrete Gefaͤngnis⸗ Vnd zwar/ b J. Katione conditionis: wegen ſeiner beſchaffenheit: Gleich wie die Juden in der Babyloniſchen Sefaͤngnis muſten weinen Pſ. 37/1. Alſo muͤſſen wi auch billich/ in betrachtung unſeꝛs fuͤndlichen Ghodessiteana unſer — — — 8o Von der Wegraͤumung der Verhindernuͤß unſer Speiſe Tag und Nacht ſeyn laſſen. Pſal. 42. v. 4. Gleich wiede Juden mit Ketten gebunden/ gefaͤnglich gen Babel gefuͤhret. Jer. 44. v. 1. Alſo ſeyn viele elende Suͤnders in den Stricken deß Teuffels/ und von jhm gefangen zu ſeinem Willen. 2. Tim. z2. verſ. 26. Gleich wiedie Juden zu Babel/ den Todten werden verglichen/ ſo in den Graͤbem liegen. Ezech. 37. v. 12. eq. Alſo ſind vorſetzliche Suͤnder lebendigtod. I Tim.. v. 6 4 2. Ratione liberationis: Wegen der Erloſung: Gleich we Gott der eintzige war/ ſo die Juden auß dieſer Gefaͤngnuͤß erloͤſet Dvan derſelbe hat jhnen Ruhe gegeben/ von jhrem Jammer lund Leid/ und von dem harten Dienſt darinn ſie geweſen. Eſa. 14. verſ. 1. Er hat beym Cyro gewircket/ daß er ſeine Gefangene loß gelaſſen/ nicht umb Geh/ noch Geſchencke. Eſa. 45. v. 13. Alſo hat er uns auch allergnaͤdigſt auß unſerm Suͤnden⸗Gefaͤngnuͤß gelaſſen: Er erloͤſet uns auß allen unſen Suͤnden. Pſal. 130. v. 8. Gleich wie auch derſelbe befihlet/ daß mn ſolle den Weg raͤumen/ und alle Anſtoͤſſe auß dem Wege heben Alo muͤſſen wir auch alle Hindernuͤß ſo wahre Buſſe/ und rechtſchaffene Reu und Leid uͤber unſere Suͤnde verhindern/ hinweg thun: Wie o ches geſchehen ſolle/ dazu geben uns Anleitung unſer verleſene Wont auß welchen wir beſehen wollen: Wie wir die Hindernuͤß wahrer Reu und Leiduͤberunſe Sunde/ auß dem Wege raͤumen ſollen. Der hertzguͤtige Gott verleihe uns ſeine Gnade/ daß wir alle Beſchwer⸗ lichkeit uns davon abhaltend/ fleiſſig und beſtaͤndig auß dem We⸗ ge raͤumen moͤgen/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Es werden in verleſenen Worten uns ſolche Sachen vorgehal⸗ ten/ in welcher fleiſſiger Betrachtung/ wir angewieſen werden/ wie wir die Hindernuͤß/ wahrer Reu und Leiduͤber unſer Sunde abſchaffen ſol⸗ len. Es verhindert uns aber in dieſen;— I. Peccati extenuatio: Wann mandie Suͤnde gering haͤlt und vermeinen/ es ſeyn unſer Suͤnde nicht hoch zu achten. Gleichn b unſere 45.v. 3. Plohatgme e ngnuß uim San . Elach e acmmchin und alle Nſſeußderd Andemüß ſo wahtr Biſe min or Suͤnde vahandan puwath eu geden uns Jalanng uſamt awollen: cleide uns ſane Gnadedafrrt adhaltrnd fleiſſig und cfüu unnd Jſu Chriſt wilm Am Erklärung. leſcnen Werten uns ſicei Bemachtung wir anzmiitr b Ncuund Ledbo unſceini r mM dieſc dr co: Wann mandieh— iſar Saͤnde nichſocuch der Reu und Leid uͤber unſer Suͤnde. 81 unſere Paradis Eltern nach jhrem Suͤndenfall Feigenblaͤtter ſucheten/ dieſelbe zuſammen flochten/ und jhnen davon Schuͤrtzen macheten jhre Suͤnden⸗Scham zu bedecken. Gen. z. v. 7. Alſo thun wir auch/ und ſu⸗ chen immer fort uns weiß zu brennen/ und die Suͤnden⸗Scham und Schande zu bedecken: Dahin gehoͤret auch die Einbildung von der We⸗ nigkeit der Suͤnden: Gleich wie der ungerechte Haußhalter auß hun⸗ dert funfftzig machete. Luc. 16. v 6. Alſo machenwir bey unſerm Suͤn⸗ den⸗Weſen auß Centner Pfunde/ guß Pfunden Quintlein: Dafuͤr aber muͤſſen wir uns fleiſſig huͤten/ als einer Verhinderung ſchuldiger NReu und Leid uͤber unſer Suͤnden/ und dagegen die Vielheit unſer Suͤn⸗ den erkennen und bereuen; und mit den Juden ſagen: Unſer Bbertre⸗ tung fuͤr dir iſt zu viel: Bey welchen Worten wir muͤſſen beobachten: 1. Objectum: Fuͤr wem unſer Suͤnde ſeyn: Fur dir/ ſagt Eſaias/ das iſt/ fuͤr dem allwiſſenden Gott: Wir koͤnnen/ leider/ alle un⸗ ſere Vbertrettunz deß Geſetzes Gottes nicht erkennen/ ſondern muͤſſen mit David bete: Wer weiß wie offt er fehlet/ vergib mir auch/ O HErr/ meine verborgene Fehle. Pſal. 19. v. 15. Die meiſten und groͤſſeſten Suͤn⸗ de/ O Chriſtnche Hertzen/ haben und behalten jhren Sitz in unſerm Her⸗ tzen/ und werden nicht werckſtellig gemacht/ als inſonderheit gegen das erſte Gebott/ da in unſerm Hertzen viele ſuͤndliche Gedancken/ wider die Liebe/ Furcht und Vertrauen Gottes herfuͤr quellen/ welche Suͤnde fuͤr Gott uns eben ſo wol anklagen und verdammen/ als die Suͤnde ſo wir mit Worten und Wercken gegen GO T T begehen: Dann GOTT ſtellet nicht allein unſer Miſſethat fuͤr ſich/ ſondern auch unſer uner⸗ kandte Suͤnde ans Liecht fuͤr ſein Angeſicht. Pſalm. 90. v. 9. Er ſieher unſer Weſen wol/ das wir allenthalben truͤben. Hoſe. 7. verſ. 2. Dieſes muͤſſen wir erkennen/ daß wir auch mit unſern unerkandten Suͤnden/ oetes Zorn und Ungnade auff uns geladen/ und derowegen ſie hertzlich ereuen. b 2. Subjeckum: Von wem und wie viel ſie begangen wer⸗ den: Unſer Bbertretung iſt zu viel: Ihrer iſt ſo viel/ daß ſo wir Luſt haben mit Goit zu haddern/ koͤnnen wir jhm auff tauſend nicht eins antworten. Hiob. 9. v. 2. Unſer Miſſethat iſt kein Ende. Hiob. 22. v. 5. Ihrer iſt mehr denn Haar auff unſerm Haupt. Pſal 40. verſ. 3. Meße als Zinckpr. P.3-P⸗55. 17 Von der Nothivendigkeit als Sandes am Meer. Orar. Manaſſ. v. 8. Wir ſeyn mit zehen tauſend Pfunden Gott verhafftet. Matth. 18. v. 4. Wann wir beydes G onn der unſre Suͤnde erkennet/ und die Vielheit der ſelben/ ſo jhm allein bekant iſt erwegen/ ſo werden wir unſer Suͤnde nicht gering achten: Maͤſfn uns derwegen fuͤr Moſis Spiegelſtellen/ unſere Gedancken/ Wort und b Wercke erforſchen/ daß wir zur Erkaͤntnuͤß wahrer Reu und Leiduͤhn unſer Suͤnde gelangen moͤgen: Wañ ein Schuldener ſeine viele Schul⸗ den bedencket/ ſo er einredlicher Menſch iſt/ wird jhm Angſi und Bang reuet jhn daß er ſich in ſolche Schulden vertieffet/ gedencket auff Mi⸗ lel wie er ſie moͤge bezahlen. Wann jener ſtoltzer Phariſeer ſeine debin und Schulden gegen ſeine vermeinete merita und Verdienſi/ auff ine richeige Wagſchale geleget/ wuͤrde deß Verdienſtes Schalen nicht das allergeringſte gehabt haben. b Il. Peccati excuſatio: Wann man die Sündeentſchulde get: Dieſe Entſchuldigung iſt uns/ leider/ angebohren; Adam gab ſeine Verfuͤhrungs Schuld auff ſeine Evam; Eva gab ſie der Schlanga. Gen. 3. v. 12, eq. Alſo gehets immerfort/ die Suͤnder wollen ſich imma weiß brenen/ und die Schuld auff einen andetn lege: Bald ſagen ſie Wit verſtehens nit Prov. 24. v. 12. Baldſie haben geſchertzet. Prov. 26. vn. Bald/ ſie ſeyn unſchuldig. Eccl.5. v.. Wañ ſie ſchon in jhrem Gewiſſn uͤberzeuget/ daß ſie ſich mit Nath oder That der Suͤnden verbindlich gemachet: Von ſolch en Entſchuldigungen ſagte einer gar recht/ daß ſie eben ſo viel zur Unſchuld dienlich/ als Adams Feigen⸗Blaͤtter zu ein Paar Hoſen: Es gehet ſolchen/ wie dem Pappier, auff we⸗ chem etwas mit Alaun und andern Sachen geſchrieben iſt/ und nichtkan geleſen werden/ es ſey dann/ daß man das Pappier durchs Waſſer ziehe/ alsdann werden die Buchſtaben ſchwartz/ und die Schrifft bekant: Alſo ſind die Suͤnde offtmals verborgen/ aber wann ſie endlich durch das Waſſer der Warheit gezogen werden/ ſtehn ſie kohlſchwartz fuͤr jedermans Augen Daher ſagt Eſaias: Unſer Sunde antworten wider uns. Das iſt/ uͤberzeugen uns/ und ſagen uns in die Augen/ daß wir ſiebegangen: Dann/ wann ſchon alle Wilt ſchweiget/ und Niemand uns verklaget und uber zeuget/ ſo tritt Frau Conſcientia in unſermeige⸗ nen Hertzen herfuͤr/ und verkuͤndiget uns/ was wir gethan loba unn ——õℳH1 ————— ———— ——— 2—— anter! uns de rechten mit ei Hitzi unſer unter getu kagt oder oder ſich war unve ſebbe ſcin deen ſch 465 Esr ſtrei ſche muj dien fer. mut Nahoda Tamem cud daaüch os m t. geher ſeichen /vir dmpyn danden Sachen aechntain unn/ daß man das Payud du Buchſtaban ſchvat uh ndc offimals vaboram dten rhen gezozmwada firil der ſst— cusen uns und ſagnmn unnſchonal⸗ Vasſcnu 1 ſo nitt Jrau Coutraus tndiget uns punffu unſer Untugend/ daß wir mit Gewalt gefahren haben/ und oͤffnet uns das Ohr zur Zucht/ und ſaget uns/ daß wir uns vom Un⸗ rechten bekehren ſollen. Hiob. 36. verſ. 9. ſeq. Da iſt unſer Suͤnde mit eiſern Griffeln/ und ſpitzigen Demanten auff die Taffel unſers wahrer Reuund Led aͤber die Snde. 8, Hertzen geſchrieben. Jerem. 17. verſ. 1. Da haben wir keine Ruhe in unſerm Hertzen. Hab. 2. verſ. 4. Unſer eigene Suͤnde ſchelten uns unter Augen. Sapient. 4. verſ. 20. Unſer eigene Boßheit uͤberzeu⸗ get und verdammet uns. Sapient. 17. v. 10. Unſer Gedancken ver⸗ klagen uns unter einander. Rom. 2. v.j. Was kein Menſch ſagenkan oder darff/ das offenbahret dieſer Zeuge/ weiß von keinem Schweigen oder Luͤgen/ von keinem Fuchsſchwaͤntzen oder Lubbkoſen/ fuͤrchtet ſich auch nicht fuͤr keines Macht und Gewalt. Keyſer Caligula, war ſo ſioltz/ daß er ſich als einen G O T T wolte anbeten laſſen/ ſo unverſchamt/ das er ſelber pflegen zu ſagen/ daß er nichts mehr anſhm D.. ſelber fuͤr gut hielte/ als Inverſchamheit/ aber Frau Conſcientia war ſein Meiſterin/ alſo/ daß ſie jhn uͤber drey Stund nicht ſchlaffen ließ/ ſon⸗ dern immer anklagte und verdampte. Derhalben ſollen wir dieſe Ent⸗ ſchuldigung der Suͤnden als ein maͤchtiges Hindernis wahrer Reu und Leid uͤber unſer Suͤnde/ zum allerhoͤchſten meiden und fliehen. III. Peccati palliatio: Wann man die Suͤnde bemaͤntelt: Es werden viele gefunden/ die wiſſen der Suͤnden ein Faͤrbichen anzu⸗ ſtreichen/ daß ſie fuͤr Menſchen Augen ſo heßlich und greßlich nicht er⸗ ſcheinen ſol/ wie ſie doch an und fuͤr ſich ſelber in der Warheit iſt: Da muß Verfolgung der Bekenner der goͤttlichen Warheit ein Gottes⸗ dienſt ſeyn. Johan. 10. verſ. 2. Zorn und Grimm/ ein ſchuldiger Eiſ⸗ fer; Falſchheit eine Hoͤfflichkeit; Betrug/ eine Klugheit; Aufflehnung wider Gottes Wort/ eine ſonderliche Weißheit; Hoffart/ eine Reinig⸗ keit; Freſſen und Sauffen/ eine Froͤlichkeit; Geitz eine Sparſam⸗ keit; Verſchwendung eine Freygebigkeit: Vnd alſo kan man an⸗ dern Suͤnden auch ein hoͤffliches Kleid anziehen/ und eine feine Maͤntel umbhaͤngen: Das heiſſet aber/ auß Boͤſem Gutes/ auß Finſternis Liecht/ und auß Saurem Suͤſſes machen Eſa. verſ. 20. Alſo haben die Kinder Iſrael jhre Sachen geſchmuͤcket wider den HERRE N hren G O TT/ di doch nicht gut van G 2 1. Reg.I7. „ Mor. 4. Theatr. in Vit. Calig. 94 Von Wegraͤumung der Verhindernuͤß 1. Reg 17. v. 9. Dagegen ſagt Eſaias; Vnſer Vbertretung ſoll bey uns ſeyn; Vnſer Suͤnde muͤſſen immer fuͤr uns ſeyn. Pſal. z1.v„ Gleich wie ſie Gott ſtellet ins Liecht fuͤr ſein Angeſicht. Pſal. 90. ver. Alſo muͤſſen wir ſie auch uns ſelber füͤr Augen und Hertzen ſtellen. Di⸗ halben muͤſſen wir die Decke deß Frevels/ wie dieſe Bemaͤntelung billich genandt wird auß Mal. 2. v. 16. ablegen/ als eine Verhinderung wahte Reu und Leiduͤber unſer Suͤnde. V. Peccati negatio: Wann wir unſer Sunde verleugnen Von welchen Salomon ſagt: Wer ſeine Miſſethat leugnet/ dem wud nicht gelingen/ wer ſie aber bekennet und laͤſſet/ der wird Barmhertzigken erlangen. Prov. 2 8. verſ. 3. Aber der Mund ſo da lieget/ toͤdtet die Sal. Sap.. v. II. Alſo wolte Cain von ſeinem Bruder Abel nicht wiſſen ſie⸗ lete ſich fuͤr Gott ſelber/ als wann er jhn nicht umbs Leben gebracht Gen. 4. v.). Sara leugnete/ daß ſie gelachet haͤtte/ vermeinete G OTa wuͤſte nichts darum. Gen. 18. verſ. 15. Gehaſi wolte ſeinem Herm dem Propheten Eliſa nicht bekennen/ daß er zwey Centner Silbers/ und zuweh Feyer⸗Kleider von dem Naaman bekommen/ ſtellese ſich als wañ er um dieſes gantz keine Wiſſenſchafft haͤtte. 2. Reg.5 v. 25. Aber jhm und ale ſeinem Samen hieng deßwegen der Auß ſatz Naaman an. ib. v. 27 We ne/ durch ſein taͤgliches Heulen. Pſal.z32. v.z. Dagegen ſagt Eſaias/ wil muͤſſen unſer Sunde fuͤhlen underkennen: Wann einer eme Laſtauff ſeiner Schuldern oder Halſe hat/ die fuͤhlet und empfindet er alſo/ dah Mittel und Wege ſuchet derſelben loß zu werden: Vnſer Sunde wer V,. Pec ———PpPq —.————— ſſſſ—- 3 22 4 Gchaſirattſmn .— daßa wc Cameh lauman hekomma fluſſt aſchafft haͤtn ag auf P regenda Außſitz Numna ² Geldes waches adn Poie nde acleu anat iſterjedunaneh den Ja..d.. Deßnegadani Ran Sohn goöͤdem hEm 0 Lod und ſagemr a vuſ 96,2,bI I Davd ſateſeni rſcheuaen da vaſchmacen ruien Pſalz: n.z. Daßgn füdlen undekem Wmans daiſe hat defühet undane Iderſelban voß zu vadn M nt. Pſ3525 Domel hubige Neuund lon en ſo benrttgepfs 4 der Reu und Leid uͤber unſer Suͤnde. 85 V. Peccati in alium translatio: Wann wir die Sunden⸗ b Schuld auff einen andern legen: Wie wir an unſern Paradis Eltern ſehen. Gen. z.v. 12. ſeq. Dieſem zu gegen lehret uns Eſaias daß wir ſol⸗ len bekennen/ es ſeyn unſer Vbertretung und Suͤnde: Alſo ſpricht Hiob zu Gott; Sihe ich bin zu leichtfertig geweſi/ was ſol ich antwor⸗ ten« Ich wil meine Hand auff meinen Mund legen, hernach wil ichs an nicht mehr thun. Hiob. 39. v. 7. Ich ſchuldige mich/ und thue Buſſe im Staub und Aſchen. Hiob. 42· verſ. 6. Alſo ſagte David: Ich habe geſuͤndiget wider den HErrn. 2. Sam. 12. verſ. z. Wie ſeiner Vnter⸗ thanen ſiebentzig tauſend Mann/ durch eine grauſame Peſtilentz waren auff gerieben/ ſprach er: Siehe/ ich habe geſuͤndiget/ Ich habe die Miſ⸗ ſethat gethan/ was haben dieſe Schafe gethan: 2. Sam. 24. v. 17. Alſo bekennet Agur/ er ſey der allernaͤrriſcht/ und Menſchen Verſtand ſey nicht bey jhm. Prov. 30. verſ.2. Alſo bekennet Auguſtinus gegen Gott: Si quando ſteti, per te ſteti; Si quando cecidi, per me cecidi: Das iſt; Wann ich in Gottſeligkeit geſtanden/ iſts durch dich: Wann ich aber in Suͤnde gefallen/ iſts durch mich geſchehen: Der barmhertzige Gott gebe/ daß wir alle dieſe Hindernis auß dem Wege raͤumen/ und in ernſter Bußfertigkeit ſteis gefunden werden/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. Die vierzehende Predigt. DE CONEESSIONIS DISTINCTIONE. Vom Unterſcheid der Bekaͤntnuͤß der Suͤnden. b Pſal. 38. v. 19. §7..... Ich zeige meine Niſſethatan. e Sſpricht David Pſ. z2 v.z. Da ich meine Suͤn⸗ de wolte verſchweigen/ verſchmachteten meine Gebeine/ ) durch mein taͤglich Heulen. In dieſen Worten haben wir: ☚=2 1. Davidis attenrarum: Davids Vornehmen: Er wol⸗ L z te ſeine 9 Dom unterſcheid te ſeine Suͤnde verſchweigen: Es iſt mit der leidigen Suͤndealſoſe ch wand/ wann wir ſie begehen er freuet ſie uns/ und wann ſievollbra ſchaͤmen wir uns derſelben/ und wuͤnſchen nichts mehr/ als daß ſiefuͦ Gott und Menſchen moͤge verborgen ſeyn und bleiben: Dahen bemuͤhe ten ſich unſer Paradis Eltern/ nach jhrem Suͤndenfall/ ſich fuͤr GOn zu verbergen. Gen. z. v. 7. Dieſen folgen viele/ und wollen jhre Schalc⸗ heit bedecken/ und jhre Mißhandlung verbergen. Chriſtliches Hertz/ alles umbſonſt; Dann Goit verſtehet auch unſa Gedancken von ferne. Pſ. 39. v.2. Die Augen deß HErren ſchauen an allen Oertern/ beyde die Boͤſen und Frommen. Prov. 15.v 3. Wir kun nen uns fuͤr Gott nicht verhaͤlen/ und unſen Miſſethat iſt fuͤr ſeinen Au⸗ gen unverborgen. Jer. 16, v. 17. Gott weiß alle unſere Anſchlaͤge. Jan 18. verſ. 23. Summa; Die Augen deß HErren/ ſind viel heller als de Sonne/ und ſchauen auch in die heimliche Winckel. Syr. 23. verſ. 27. Wolte GOTT/ wolte GO TE/ daß Wiele ſolches hertzlich moͤch⸗ ken betrachten. b 2. Ejius effectum: Was ſein Vorhaben gewircket: Esſind ihmalle ſeine Gebeine verſchmachtet/ durch ſein taͤglich heulen Wann gleich Gott und Menſchen ſchweigen/ und uns zur Bekaͤntnis unſer Suͤnden nicht fuͤhren/ ſo uͤberzeuget uns doch unſer Gewiſſen martert plaget und quelet uns alſo/ daß wir verſchmachtet außſehen: Unſer Geſtalt verfaͤllet fuͤr Trauren. Pſal. 6. v. 8. Sie wird jaͤmmerlich fuͤr Elend. Pſal. 88. v. 10. Wir verſchmachten in unſern Miſſethaten. Ezech. 4. v. ult. Wir muͤſſen verſchmachten uͤber un ſer Suͤnde und ſeufftzen. Ezech. 24. verſ. 23. Vnſer Suͤnde und Mi ſſethat/ liegen alſo auff uns/ daß wir darunter vergehen. Ezech. 33. v. 0. O wie viel Men⸗ ſchen gehen jaͤmmerlich daher/ wegen jhres boͤſen Gewiſſens/ und wollen es doch nit entdecken Derowegen koͤnnen wir nichts beſſers/ als daß wit neben wahrer Reu und Leid/ unſer Suͤnde bekennen/ als welches auch zu wahrer Buſſe gehoͤret: Wir haben deſſen ein Exempel an David/ auß welches Worten wir wollen anſehen: b b Wie daß unterſchiedliches Bekantnuͤß der Suͤnden gefunden werde. 1 Gon ———y —— 8 E———8— ——————— 5— ————— ggſgß Hiob. 31. v.33. AberO —— —— im. Was ſei D ne verſchmachtet d dMearſcha ſchnazn uam 4ren ſo hazagn usr tlet uns aſſo /daß vi wicnt tfür Traum Pſalorlen 10 Wurnaſchmachm und müſſſen verſchmachtm ben rſaz. Prſa Säͤndeun Dt nte vagehe Ezech a daßa weganſſreshoſae aoregakoͤnnnwu ucle Lad unſe Sände bekmman Wr haba deſſa an Emi Aa anſeden: 1 hiedliches Brkanrut gefunden wade der Bekaͤntnuͤß der Suͤnden. 87 Gott gebe uns die Gnade ſeines heuligen Geiſtes/ daß es zu unſer zeit⸗ lichen Wolfahrt/ und ewigen Seligkeit geſchehen moͤge/ umb Je⸗ ſu Chriſtiwillen/ Amen. Erklaͤrung. Was der Suͤnden Bekaͤntnis belangen thut /ſo iſt dieſelbeꝛ b I. Publica: Ein allgemeine: Da ein gantzes Land/ ein gantze Stadt ein gantze Gemeine/ in ſchweren Siraffen Gottes/ ſich fuͤr Gott demuͤtiget/ jhr ſuͤndliches Weſen erkennen und bekennen: Dann/ weilen allgemeine Straffe Gottes nichts anders ſeyn/ als gewiſſe Anzeigung der allgemeinen Suͤnden/ ſo muß billich ein gantzes Land/ Stadt oder Gemein/ mit wehmuͤtigem und demuͤtigem Hertzen jhre Suͤnde und Miſſethat fuͤr G O T T bekennen: Alſo muſte der Hohe Prieſter Altes Teſtamentes/ alle Jahr einmahl die Suͤnde deß Volckes fuͤr 6O T bekennen/ und ſie auff die von GOTT jhm vorgeſchrie⸗ bene Weiſe außſuͤhnen. Lev. 16. cap. Alſo bekandten die Iſraeliten jh⸗ re Suͤnde fuͤr dem HERREN/ wie ſie von den Ammonitern geaͤng⸗ ſtet wurden/ und ſchreyeten zu demſelben und ſprachen: Wir haben an dir gefuͤndiget/ dann wir haben unſern Gott verlaſſen. Jud. 10. v. 10. Alſo thaͤten ſie auch zu Mizpa/ da ſie Waſſer ſchoͤpffeten/ und goſſens auß fuͤr dem HErrn/ faſteten und ſprachen; Wir haben dem HErrn geſuͤndiget. 1. Sam. 7. verſ. 6 Zu Nehemiæ Zeiten traten die Juden fuͤr den HErrn/ und bekandten jhre Suͤnde/ und jhrer Vaͤter Miſſethat/ und ſolches thaͤten ſie deß Tages viermahl. Nehem. 9. verſ. 2. leq. Vnd durch den Mund Davids: Wir haben geſundiget/ ſampt unſern Vaͤ⸗ kern/ wir haben mißhandelt/ und ſind gottloß geweſen. Pſalm. 106. verſ. 6. und durch Eſaiam: Unſer Pbertrettung fuͤr dir iſt zu viel/ und unſer Suͤnde antworten wider uns/ dann unſer Vbertretung ſind bey uns/ und wir fuͤhlen unſer Suͤnde. Eſa. 59. verſ. 12. Die⸗ ſen Exempeln/ O Chriſtliche Hertzen/ ſollen wir billich folgen/ und in allgemeinen Straffen/ auch alle ins gemein unſer Suͤnde beken⸗ nen/ und mit wehmuͤtigem und demuͤtigem Hertzen/ mit feſter Er⸗ greiffung der Gnade Gottes/ in C RISTO JESlluns zujhm bakehren: Wann Hochzeiten/ und ander Sauffen und Freſſen hähaa⸗ werden Serm. 7. de verb. Domini. 3 Vom UUnterſcheid Volbringen nachlaͤſſig: II. Privata: Ein Welches geſchicht: Dingen bey uns gefunden werden/ und zwar: b æ. Propter Dei mandatum: acculator tuus,&ille erit indultor tuus, ſagt Auguſti nus; Das iſt Scy du dein Anklaͤger/ ſo wird Gott dein Vergeber ſeyn. Dann weilen Gol auch durch die geringſte Suͤnde wird erzuͤrnet/ ſo muͤ ſſen wir auch unt unſerer verborgenen Fehle Vergebung von jhm bitten. 8. Propter Dei promifſum; Wegen der Verheiſſung Got⸗ tes: Wer ſeine Suͤnde bekennet undlaͤſſet/ der wird Barm hertzigkeita⸗ langen. Prov. 28. v. 3. So wirunſer Suͤnde bekennen/ ſo iſt Gottge⸗ treuſund gerecht/ daß er uns die Suͤnde vergibt/ und reiniget uns vona⸗ ler Untugend. 1. Johann. 1. v 9. Dieſe Treue und Gerechtigkeit Gottes beſtehet darin/ daß er die Verheiſſung/ allen bußfertigen Suͤnden ſhte Suͤnde zu vergeben verheiſſet/ und dieſelbe Verheiſſung getreulich afu⸗ let. Wann einer in groſſen unzalbaren Schulden ſteckete/ und wuͤnde von jhm nichts mehr begehrer/ als daß er ſeine Schulden bekennag/ die Handſchrifft damit er ſeiner Schulden aͤberzeuget/ erkennen/ und deß jenigen dem er ſchuldig/ ohne ſein Zuthun/ einen andern Be⸗ zahlsman/ welcher ſich auch willig dazu erboͤte/ daſtellen ſolte/ wann ein ſolcher dieſe Gnade nicht wuͤrde annehmen oder verachten wuͤrdeder⸗ ſelbe billich von allen auffrichtigen Hertzen fuͤr einen boͤſen Menſchen gehalten: Gott begehret nichts mehr von uns/ dann daß wir unſer Suͤn⸗ de erkeunen und bekennen/ und vermittels wahrem Glauben unſern hertz⸗ willigen Bezalsman Jeſum Chriſtum jhm daſtelen. 2. Propter ſanctorum veſtigium: Wegen heiliger Menſchen Nachfolg: Hiob bekennete fuͤr Gott/ daß er unweißlich geredet. Hiob. 42.v. 3. David ſagte: Ich bekenne dir meine Suͤnde/ und verhelanel werden/ ſtellen wir uns haͤuffig und fleiſſig ein:Aber wann wir ſoln rechtſchaffene Buſſe thun/ ſo iſt der Wille traͤg/ der Eiffen kalt/ und da; ſonderliches Bekaͤntnuͤß der Sunden 1. Coram Deo: Fuͤr Gott; Dieſes Bekaͤntnuͤß muß fuͤr alln Wegen deß Befehls Gottes Wir ſollen unſer Suͤnde bekennen die wir gethan haben. Num. z. verſ.⸗ Bekennet dem HErꝛn euer Vaͤter Gott/ ſagt Eſra. Cap. 10. v. 1. Ello 3promuffum Wegande ebckannct undliſſa do dn de Sowmunſe Stherheima runs duc Sündenegi uaa mp. Drſe Turun Get ⸗Vaheſſung ala ffetgee raſſet undduſche Daßeſunr rwſſen unz ibarm Schubaſt degehri 4 daß eeen Ech at er ſan Schuldm Gaag ſchudag/ ohneſeun zufu a t auch rillg dazu chit di niche wuͤrde annedma— uffrichngm Hertan ſirca nichts mehr von um Amlt n und vermiutls em Neſ b cte fur Gott/ daf runs ckenne dir maue Et 6 Miſſſethat nicht. Pſal. 32. v. 7. Meine Suͤnde gehen uͤber mein Haupt/ wie eine ſchwere Laſt ſind ſie mir zu ſchwer worden/ meine Wunden ſtin⸗ der Bekaͤndnuͤß der Suͤnden. 89 cken und eitern fuͤr meiner Thorheit. Pſal. 38. v.. leq. An dir allein ha⸗ be ich geſuͤndiget/ und uͤbel fuͤr dir gethan. Pſal.¶ᷣ1. verſ.;. Der Zoͤllner: Gott ſey mir Suͤnder gnaͤdig. Luc. 18. verſ. 13. Paulus bekennet/ er habe die Gemeine Gottes verfolget. x. Cor. 15. verſ.. Er ſey ein Laͤſterer/ ein BVerfolger/ ein Schmaͤher geweſen. 1. Tim. J.v. 33. Gleich wie ein Me⸗ ndicus keine Kranckheit curiren/ ein Artz keine Wunden verbinden kan/ ſie werden jhnen dann offenbahret: Alſo wil auch Gott ſich unſer geiſt⸗ lichen Kranckheit/ und Suͤnden⸗Wunden nicht annehmen/ wann wirr ſie nicht erkennen und bekennen: Derowegen ſollen wir in dieſer heiligen Leute Fußſtapffen tretten/ und Gott fuͤr allen Oingen unſer Suͤnde bekennven.“ b 2. Coram populo: Fuͤr dem Volck. Welche iſt. a. Voluntaria: Ein freywilliges Bekaͤndnuß: Wie Chriſtus bey einem Phariſeer zu Tiſche geſeſſen/ iſ eine groſſe Suͤnderininter zu ſeinen Juͤſſen getretten/ und alſo bitterlich geweinet/ daß ſie Chriſti Fuͤſſe mit jhren Thraͤnen genetzet/ und ſie mit jhren Haaren getrucknet. Luc. 7. v. 3s. Wie Kayſer Mauritius zu Erkaͤndnuͤß ſeiner Suͤnde kom⸗D. Marth. men/ daß er ein Vrſach daß ſo viel tauſend Menſchen jaͤmmerlich er⸗ Theatr. in wuͤrget/ hat er an alle Kirchen geſchrieben/ ſeine Suͤnde bekennet/ und vita ejus. umb Vergebung derſelben/ auch Vorbitt zu G OTTgebeten. In der Griechiſchen Kirchen iſt der Gebrauch/ daß diejenige ſo zum Abend⸗ mahl gehen wollen/ zu den Anweſenden in der Kirchen ſagen: Condo- nate nobis, oramus, fratres,& factis& verbis peccavimus: Das iſt/ Lieben Bruͤder/ wir bitten euch/ vergebet uns/ dann wir haben mit Wer⸗ condonabit nobis, ô fratres: Das iſt; Lieben Bruͤder/ Gott wird uns unſer Suͤnde vergeben.—— 68. Coacta: Ein gezwungenes Bekaͤndnuß: Welche nicht freywillig/ ſondern auß Noth jhre Suͤnde muͤſſen bekennen: Alſo ſagte Joſua zum Achan: Sage mir an/ was haſt du gethan/ und leuane mir nichts. Joſ. 7. v. 19. Alſo iſt der Blutſchaͤnder zu Corintho/ nach dem er ſeine Suͤnde bekennet/ von vielen in der Gemeine geſtraffet. 2. Cor.. 9. 5. Hieher gehorerdie offentliche Buß und Bctandnuß ofirdieſm b b M in der Felav. de ſtatu& ri- tib. Eccl. Græcæ cken und Worten geſuͤndiget: Darauff antwortet die Gemein: Deus ca P. 23. 90 Vom Unterſcheid in der Kirchen Gottes ſehr gebraͤuchlich geweſen/ und noch heut zu To b ge/ mit groſſem Ruhm und Nutze/ an vielen Oertern in unſern Kin h in heilſamen Gebrauch iſt; Wann in der erſten Chriſtlichen Kirchen Oſiand. mand ſich zur Abgotterey oder Ketzerey verfuͤhren laſſen/ und ſolche Epirhilt. ſeine Suͤnde mir Leid⸗Weſen erkennet/ haben ſie offentlich fuͤr den Ge. Eecl. cent· mein ſolche Suͤnde bekant/ und umb Vergebung gebeten/ da dannde 4*. Gemein fuͤr denſelben zu Gott gebeten/ der Suͤnder ablolvirt/ undn 2. 1. den Schoß der Kirchen wieder auffgenommen worden. Marcus Ph lippus Arabs der dreyſſigſte Romiſche Kayſer/ wie er mit ſeinem Soßn zu Rom auff das Oſter⸗Feſt in die Kirchen gehen wollen/ ſeynd ſie von dem Biſchoff babianò nicht zu gelaſſen/ ſie haͤtten dann zuvon ſhte Suͤnde bekennet und ſich unter die Bußfertigen geſtellet. Alſo hat Kay⸗ ſer Theodoſius Magnusoffentliehe Buſſe/ wegen deß vielen unſchul⸗ P.Matthe digen Bluts/ auß ſemem Geheiß zu Theſſalonie vergoſſen/ thunmiſ lieaejus, ſen/ ehe ervom Ambroſio in den Schoß der Kirchen wieder auffar⸗ VIta ejus.—“ nommn 3. Coram proximo: Fuͤr ſeinem Nechſten: Wann ſich einn an ſeinem Nechſten mit Worten oder Wercken verſuͤndiget: Davon ſagt der Sohn Gottes: Wenn du deine Gabe auff dem Altar opffaſ/ Ibid. cent. 3.1 2. c. I2. und wirſt allda eindencken/ daß dein Bruder etwas wider dich habe/ ſ laß allda fuͤrm Altar deine Gabe/ und gehe zuvor hin und verſuͤhnedich mit deinem Bruder. Matth.. v. 23. Er befihlet/ daß wir unſerm Bru⸗ der/ der ſieh an uns verſuͤndiger/ nicht allein ſieben mahl/ ſondern auch ſiebentzig mahl/ ſieben mahl vergeben ſollen. Matth. 18. verſ. 22. Dahet befihlet Jacobus: Einer ſolle dem andern ſeine Suͤnde bekennen. Jae. v. 16. Das iſt/ wann einer den andern beleidiget/ ſolle er durch Beländ⸗ nuͤß und Abbitte die Verſoͤhnung bey jhm ſuchen. Alſo thaͤten Joſephs Bruͤder/ und ſagten: Lieber vergib deinen Bruͤdern die Miſſethat/ und jhre Sunde/ daß ſie ſo uͤbel an dir gethan haben. Gen. 50. v. 17. Miche der Ephraimiter bekante ſeiner Mutter/ daß er jhr tauſend und hunder Silberling geſtohlen. Judic. 17. verſ.2. Saulbekante gegen David ſil ber/ daß erjhn unſchuldig verfolge. 1. Sam. 24. verſ. 18. Simeibckante dem David/ daß er ſchwerlich wider jhn geſuͤndiget. 2. Sam. 19. v.19. leq. Dieſes ſollen die ſelbe billich betrachten/ welche/ ob ſte ſchon wiſſen/ und in ihrem Gewiſſenuͤberzeuget ſeyn/ daß ſie jhren Nechſten ain, ſſ— ö“ e dielen G 4 iner den andern heladaan pele Beſſodnung bey fpm ſucha At Luche veranb denen rdm. ildct an dir arthan haba br ie ſener Muer/ daßaffut Judtc. T vrrſa. Saubtu gverfolge.I. San uai rerüch wiͤer hn gfree e billich derrachen rac crzcuge ſchn/ diſin⸗ m und N äuchii 4 ute an 1 d ded e ndagi get/ ſolches aber nicht achten/ ſondern ohne vorgehende Verſoͤhnung oda K zum Beicht⸗Stuel und Abendmahl deß HErrn gehen. Es gehet aber manchem wie ſenem Star⸗Blinden/ mit dem fuͤrtrefflichen Artzt Am⸗ b ſeß broſio Pareo, welchemer fuͤnff Gold Floren zu geſagt/ wann er ſhm den Stear/ gluͤcklich wuͤrde wegnehmen/ wie ſolches ſehr gluͤcklich geſche⸗ hen/ hat er nicht bekennen wollen/ daß er ſehen kunte/ der Urſach/ daß er das Verſprochene behalten moͤchte/ worauff der Pareus ſo kuͤnſtlich/ Zwing. wie er geſtochen/ den Star wieder fuͤrs Auge geſchoben/ da der Patient Vol.;3. geruffen/ er haͤtte zuvor wol ſehen koͤnnen/ und ſeine groſſe Boßheit mit Pag. 2817. Cohriſti willen/ Amen/ Amen. der Bekaͤudnuͤß der Suͤnden. 9r Leid⸗Weſen bekennet: Alſo wil mancher das Unrecht ſemem Nechſten zugefuͤget/ nicht bekennen/ es treibe jhn dann die hohe Noth dazu. 4. Coram Eccleſiæ miniſtro: Fur einem Oiener der Kirchen 3 Gottes: Alſo bekante David dem Propheten Nathan ſeine Suͤnde. 2. Sam. 12. v. 13. Sachania ſagte zum Prieſter Eſra: Wir haben uns an Gott vergrieffen/ daß wir frembde Weiber auß den Voͤlckern deß Landes genommen haben. Eſr. 10. v. 2. Die Juden/ ſo ſich von Johan⸗ ne taͤuffen laſſen/ haben demſelben jhre Suͤnde bekand. Matth. 3. v. 13. unmn Und dieſes Bekaͤndnuͤß hat einen groſſen Nutzen/ dann die Unwiſſende werden bey derſelben unterrichtet; Die/ ſo ſchwerlich geſuͤndiget/ werden geſtraffet und ermahnet. Die Kleinmuͤtigen werden getroͤſtet/ ein recht⸗ chaffen bußfertiges Hertz/ wird der Vergebung ſeiner Suͤnden verge⸗ wiſſert; Die Seelſorger koͤnnen dabey in etwas die Wuͤrdigen und Unwuͤrdigen deß Abendmahls unterſcheiden; Der barmhertzige Gott verleihe uns die Gnade deß heiligen Geiſtes/ daß wir jedes mahl heil⸗ ſam und zu unſer Seligkeit unſer Suͤnde bekennen moͤgen/ umb Jeſu — 4 1— 5 Die funffzehende Predigt. PD GONTESSIONIS CAUSA IMPELLENTE. Was uns zur Bekaͤndnuͤß unſer Suͤnden treiben ſolle. M 2 Dan. ⸗. —— 9 VTon der anreitzenden Urſach b Dan. 9.v. 4 feq. Ich betete aber zu dem HErrn meinem Goti 6 ⁵ und ſprach: Ach lieber HErr du groſte a ſchrecklicher Gott/ der du Bund und Gnade haͤlteſt denen die dichlieben/ und um deine Gebote halten; Wir haben geſün 101 diget unrecht gethan/ ſind gottloß gere i ſen/ und abtruͤnnig worden/ wir ſindvon un deinen Geboten und Rechten gewichen. M Sſpricht Hiob cap z2v z Er habe nicht/ wedt a Menſchen zu thun pflegen/ ſeine Schalckheit gedecket ) noch heimlich ſeine Miſſethat verborgen. In dieſen Wo⸗ — 3 L 1 ren haben wi. Da . Multorum conditionem: Vieler Menſchen. denſelben befindet ſich: Menſchen Zuſltannan „ a. Nequitia: Schalekheit: Dieſelbe beſtehet darinn/ daß eine mit Luͤgen und Truͤgen/ mit Falſchheit und boͤſen Tuͤcken unter dem Schein deß Rechten und billichen/ ſeinem Nechſten Schaden zufuͤget; Solches wird genant ein Schalcks⸗Rath/ das iſt/ ein boͤſer Anſchlag und Vornehmen. Nah.J. v. rI. Solche ſeyn ſcharffſinnige Schaͤlke /) mi und koͤnnen die Sachen draͤhen/ wie ſie es haben wollen. Sir. 19. voaa. Sie ſind voll Falſchheit. Sir. 37. v. 3. Es ſind Teuffels⸗Kinder /voll nmit aller Liſt und Schalckheit/ und Feinde der Gerechtigkeit. Act. 33.v.1o. be Sie leben im Saur⸗Teige der Boßheit und Schalckheit. x. Corinth.·. 6 v. 8. Sie ſind Teuffels⸗Schuͤler/ der mit ſeiner Schalckheit die Evam 8 — 3 89 6. Actio iniqua-Miſſethat; tzli in⸗ eh d Se acn qua Miſſethat, groſſe/ grobe und vorſetzliche Suͦn 45 2. Eorum conſuetudinem: Ihre Gewonheit: Die beſtehet 3 a.In “ Uunde ane n ber; zu den mgen b zur Beka3ͤndnuß unſer Sanden. 5; 2 m. In tectione: In der Bedeckung; Sie bedecken jhre de At dht Schalchett Gleich wie der Teuffel ſeine Schalckheit/ unſern Para⸗ N; dies⸗Eltern/ unter dem Schein eines groſſen Nutzen verdeckte. Gen. z. s F. Alſo auch dieſe: Sie halten den Haß heimuch/ Schaden zuthun. Prov. 26. v. 46. Mit Spinne⸗Web kleiden ſie ſich/ und jhr Gewircke Kat 4 5 ten Irf deanfnckan Thren. 4. v. ult. In occultarione: In Verbergung: Sie verbergen heim⸗ nrecht gethan u lich iore Miſſethaten Sie wollen verborgen ſeyn fuͤr dem OErn/jhr 1 Fuͤrnehmen zu verhelen/ und jhr Thun im Finſtern zu halten. Eſa. 29. a btrunm wor ordent v. 5. Sie ſind Spieß⸗ Geſellen der jenigen ſo ſagen: Es iſt finſter umb Ge 5 oten mich/ und die Waͤnde verbergen mich/ daß mich niemand ſihet/ wen ſolt und Aahn, ich ſcheuen? Sir. 23. v. 26. Alſo haben nicht gethan Hiob und Daniel/ icht Hiob wie wir in erklaͤrten und verleſenen Worten horen/ auß welchen wir be⸗ Niodcap ndErſ ſehen wollen 5 thun pffegn/ ſane mur. Nſcheman Hertzen Gott bekennen ſollen. condiionem WiicJ Drbanhernige G Ott gebe uns die Gnade ſeines heiligen Geiſtes/ 4 ne. daß wir in Daniels Fußſtapffen tretten moͤgen/ umb ſeines lieben Schalckheit* Sohns Jeſu EPn willen/ Amen. In/ mt en Erklaͤrung. und hullichen ſenem Nahine Wir haben allhie zu berachten: ken Schalcks⸗Nath/ dche I. Confeſſionis noſtræ modum: Wie wir unſer Sunde be⸗ 3h.. v.n. Solcheſemſten kennenſollen: Nemuchh endraͤden/ vie ſices haannte 1. Precatione: Mit beten: Ich betet zum HErm/ ſagt Da⸗ cr. Sr. 37. v. 3. Es ſi d niel: Wir muͤſſen mit demuͤtigem/ wehmuͤtigem und flehentlichem Ge⸗ den und Fendeda Gane. betuns fuͤr GOX Teinſtellen: Unſer Suͤnde ſcheiden uns und unſern Tan da Bofheuudte Gott von einander. Eſa. 29. verſ.2. Derwegen muͤſſen wir billich umb Ab Beßs Vergebung derſelben G Ott biktenund anruffen: Das muͤſſen ja alle Schuln damuſeinet Heilige Thun. Pſal 32 v. 6. Wir muͤſſen mit David ſagen: Ach Gott — ſey mir gnaͤdig nach deiner groſſen Guͤte/ und tilge meine Suͤnde nach Muſerhat grſſegrent deiner Barmhertzigkeit. Pſal. 1. verſ. 3. Gedencke nicht unſer vorigen Miſſſethaten/ ſondern erbarme dich unſer bald. Pſal. 79.v.8. HEn/ ſo cwdinem⸗IhreGanit M 3 du wilt enanden 9 machen ſie zur Decken. Eſa. 59. v. 6. Aber Gott wil endlich jhre Suͤn⸗ 85 Warumb wir unſer Suͤnde/ mit reuigem und glaͤubigem Mit wahrtm Gan dn Das ſind reche Glubm Un Reeres Zorn/ da gtuchdii verdunet ſo wiſaräu gewoͤſten/ daß vougem Heties noch velmaͤchnan Ia⸗ — mit wahrm Glubag eden Vatta haltm Emn D lede Mutter wucht eninntehe Hanndn P niſe dn nenna uuic 4 Jaccht wachenmun —„Seberſonmda peulen— dochnodas⸗ daßwne deute 8 OTea v. 14. Das Schrecken eines weltlichen Koͤniges iſt ſawie das⸗ eines jungen Loͤwen. Prov. 20. v. 2. Was wirds dann fuͤr eine Beſchaf⸗ zur Bekaͤndnuͤß unſe Sünden. 95 II. Conteſlionis incitamentuii; Was uns dül ſolchem Be⸗ kaͤndnuͤßbetbegen ſolle Und zwar. I. Katione Dei: An Gollts Seiten Da ſoll uns hiez zubewegene Ejus Majeſtas; GOttes Maͤfeſtaͤt: Er iſt eingroſſer und ſchrecllcher Gott: Er iſt ein groſſer Gott/ und ein groſſer Koͤniguͤber alle Goͤtter. Pſal. 95. v. 3. Seine C oͤſſe iſt unaußſprechlich Pſ. 45. v.3. Dieſen groſſen Gott/ haben wir mit unſern groſſen Suͤnden erzuͤr⸗ net: Dann der ſchlaͤgt uns um ůnſer groſſen Miſſethatwillen. Jer 30. v. 14. Beydes muͤſſen wir erkennen Gottes Gröſſe/ daß wir arme Erd⸗ Wuͤrmlein uns fur ſhm demuͤtigen⸗ mit hertzlicher Reu und Leid uͤber unſer Suͤnde; Dir Groͤſſe unſer Sunden/ daß wir ſie mit glaͤubigem Hertzen bekennen: Er iſt auch ein ſchrecklicher Gott; Dann wer iſt jhm gleich/ der ſo maͤchtig und ſehrecklich ſey? Exod. 15. v. xt. Sollen dero⸗ wegen gedencken/ an dieſen groſſen und de lieieEnn eham e b ruͤllen fenheit haben/ mit dem Schrerken/ deß Koͤnigs aller Konige? Dieſes follen billich betrachten alle ruchloſe Menſchen/ ſo Gottes Schrecken nicht achten: Es ſind ineinem Wirths⸗ Hauſe gottloſe verſoffene Ge⸗ ſellen geſeſſen/ haben ſich an Donner/ Blitz und Regen nichts gekehret: Sondern da jhre W wir nach dem Wetter/ wir ſitzen allhie im Trocknen/ und ſchmecket uns das Bier im Donner ſo wol/ als fuͤr dem Ungewitter. Aber was ge⸗ ſchicht: Ehe eine halbe Viertel Stunde vergehet/ kompt das Waſſer/ reiſſet das Haus umb/ fuͤhret die Saͤuffer hinweg/ und ſchicket ſie auß⸗ wendig und inwendig naß dem Teuffel zur Hollen. Jeret euch nicht/ Godtt laͤſſet ſich nicht ſpotten. Gal. 6 v. 7. 2. Ejus veritas; Gottes Warheit: Er haͤlt Bund und Gna⸗ de denen ſo jhn lieben und ſeine Gebot halten Menſchen Bund und Gnade iſt wandelbar: Der Sennaherib hielt weder Treu noch Glauben in ſeinem Bund. Eſa. 33. verſ. 8. Die Tyrer haben nicht gedacht an den Bund der Bruͤder. Amos. x. v.. Die Bundgenoſſe ſtoſſen offt einer den andern zum Lande hinauß. Ohad. v. 7. Eine gleiche Beſchaffenheit de es auc eiber gekommen/ und ſie ermahnet/ ſie ſolten Feyr⸗ hi- Abend mit Sauffen machen/ weilen Gott ſehr erzuͤrnet/ und ein ſchreck⸗ ſtor pag. lich Wetter vorhanden waͤre; Haben ſie geantwortet: Ey was fragen 1427. — —.—— 2 4 —— —— ergreiffen. 94 Vondder anreitzenden Ulrſach du wilt Suͤnde zurechnen/ En/ wer kan fuͤr dir heſtehen. Pſ. rz0.x gen die Knie unſers Hertzen/ undbitten Gott umb Gnade. Orat. Ma, naſſ. verſ. 3. Dieſes muͤſſen fuͤr erſt bußfertige Hertzen fleiſſig in ah nehmen. men der gantzen Juͤdiſchen Kirchen/ jhre Suͤnde: Wir muͤſſen unſe Suͤnde nicht verleugnen/ nicht bedecken/ nicht verbergen/ nicht entſchult digen/ ſondern rund auß und von Hertzen Gott bekennen: Wir ſey durch die Suͤnde verwundet. Sir. 21. v. 4. Wollen wir geheilet werden/ muͤſſen wir unſer Wunden offenbahren: Wir ſind durch die Suͤnde arm worden. Pſ. 86. v.z. Wollen wir den Reichthum der Gnaden Got⸗ tes(Eph. 1. v. J.) erlangen/ muͤſſen wir unſer Armut bekennen; Wirha⸗ ben durch die Suͤnde ein boͤſes/ und unruhiges Gewiſſen. Sap. 17 v. 11. Wollen wir ein freudiges und ruhiges Gewiſſen haben/ muͤſſen ei ſie beken„en.. 3. Vera fide: Mit wahrem Glauben: Daniel ſagt Mein Gott/ lieber HErꝛ: Das ſind rechte Glaubens Worte; Ob wir wa mit unſern Suͤnden Gottes Zorn/ den Fluch deß Geſetzes/ die hole und ewige Verdamnuͤß verdienet/ ſo muͤſſen wir doch darinn nichtver⸗ zweiffeln/ ſondern uns getroͤſten/ daß wo unſer Suͤnde maͤchtig wor⸗ den/ da ſey die Gnade Gottes noch viel maͤchtiger. Rom.. v. 20. Dero⸗ wegen dieſelbe in Chriſto Jeſu mit wahrem Glauben ergreiffen/ und Gott fuͤr unſern Gott und lieben Vatter halten: Gleich wie die Kinder mit den Worten/ lieber Vatter/ liebe Mutter/ viel erhalten koͤnnen Al⸗ ſo auch wir/ wann wir das vaͤterliche Hertze in Chriſꝛo Jeſu mit feſtem Glauben ergreiffen: Wir muͤſſen jhn nennen lieber Vatter/ und nicht von jhm weichen. Jer. 3.v. 19. Nicht weichen mit Glauben/ mit Beten/ mit Vertrauen/ mit kindlichem Gehorſam und Danckbarkeit. Dann wir lieben jhn billich/ weilen er uns in Chriſto zuvor geliebet. 1. Joh.4 v. 19. Derowegen iſt uns hoͤchnoͤhtig/ daß wir bey dem Bekaͤndnuͤß un⸗ ſer Sunden/ die vaͤterliche Liebe GOTTES mit glaͤubigem Herten . II. Con- Derowegen ſo gehe nicht ins Gericht/ mit deinem Knecht(Nans dann fuͤr dir iſt kein Lebendiger gerecht. Pſal. 143. v. 2. Wir muͤſſen ba⸗ 2. Confeſſione: Mit Bekaͤndmuß: Daniel bekennet im No —— ͤͤ ——— ⁵ 96 Von der anreitzenden llrſach es auch mit menſchlicher Gnade: Aber mit Gottes Bund und Gnage hat es ein andere Beſchaffenheit: Das vergiſſet er mmmermehr. A chaͤte Gott den Iſraeliten Gnade/ und erbarmet ſich jhr/ und wandl ſich zujhnen/ umb ſeines Bunds willen/ mit Abraham/ Iſaac und zi, cob gemacht. 2. Reg. 3. v. 23. Er wolte das Haus David nicht vedg⸗ ben/ umb deß Bunds willen den er mit David gemacht. 2. Chron. 21 v. 7. Es ſollen wol Berge weichen/ und Huͤgel hinfallen/ aber Gona Gnade ſoll nicht von uns weichen/ und der Bund ſeines Friedes ſol nicht hinfallen. Eſa. Q4. v. 1o. Er machet mit uns einenewigen Bund daß er nicht wil ablaſſen uns Gutes zu thun. Jer. z2. v. 40. Gleichwi aber unter den Bundsgenoſſen beyde Parten ſich muͤſſen nach dem Ein⸗ halt deß Bundes verhalten/ alſo auch in dieſem Bund/ wir miiſſen ihn lieben und ſeine Gebot halten/ dann die Gnade deß HEnnwaͦ ret von Ewigkeit zu Ewigkeit/ uber die ſo jhn fuͤrchten/ und ſeine Gi⸗ rechtigkeit auff Kindes Kind/ bey denen/ die ſeinen Bund halten/ ge⸗ dencken an ſeine Gebot/ daß ſie darnach thun. Pſal. 103. v. 17. leq Die⸗ ſer Bund erfodert auch Erkaͤndnuͤß und Bekaͤndnuͤß unſer Suͤnden fuͤr Gott; Er ſpricht: Ich bin barmhertzig und wil nicht ewiglich zuͤrnen allein erkenne deine Miſſethat/ daß du wider den Erꝛn deinen Gott geſuͤndiget haſt. Jer. 3. v. 12.1e ccectc l.“ 2. KRatione noſtri; An unſer Seiten: Da ſol uns billichzum Bekaͤntnis unſer Suͤnden bewegen/ unſer Elend darin wir gerathen: 1. Peccando⸗:Mit ſündigen: Wir haben geſundiget Was iſt ſuͤndigen⸗ Nichts anders/ als mit Unterlaſſung deß Guten/ und Pol⸗ bringung deß Boͤſen/ einegroſſe Schuld auff ſich laden. Daher muͤſen wir taͤglich beten/ vergib uns unſer Schuld. Matth. 6. v.12. Welche ſich auff zehen tauſend Pfund belaͤufft. Matth. 18. v. 23. Da iſt der eine oo. Groſchen/ der ander ſo. ſchuldig. Luc. 7. v. 41. Gleichwie nun ein auf⸗ richtiger Schuldener/ ſeine Schuld nicht verleugnet/ ſondern freywil⸗ lig bekennet; Alſo ſollen wir auch unſer Suͤnden⸗Schuld dem lieben Gott gerne und freywillig bekennen/ und ſagen: Unſer Schuld iſt ſebr groß und ſchwer/ von uns nicht auß⸗ b urechnen/ b Dooch dein Barmhertzigkeit iſt mehr/ ſo kein Menſch kan außrechnen/ de daffen acliten Gnad. Dasdafe S de b 7 4 ne Derfuche Bekaͤndnuͤß unſer Suͤnden Sdedn ee ſuchen und begehren wir/ hoffen /O HEr 97 vuledaa a Mttnichtlaſfnanbrechen. 2. Pe* e. 2. Leryetosa endo. Mit Varechtthun Wir haben V b danenarde asge rechtge uns weichan Dure echt gethan: Das Geſetze Gottes/i 174, b.10. des Willen Gottes eſetze Gottes/ iſteine Richtſe 10. Ermachaene Verb nach dem wir unſer Leben ſchnur deß Gerechte ua v undenſeyn: Da iſt die Suͤnd e en zu regulixen verpflicht n eeeſſenhe n un gne Abwacdun vonder Rehſähnur ürecht.Johesven Daaſt e aant brhle erm Valn Bhuracanbe irrzane Schothal nen ken/ mit 64 er mit Vollbringung deß ſ Guten/ ſo uns von Gott Erugfent wa danean wir da edancken/ Worten oder W en/ ſo uns von Gott verbot⸗ üde Nr g bas wir das Vnrecht wie W ercken abweichen: D l⸗ de Knd, bgh eſtaite Recht/ ſihe/ ſoi ie Waſſer. Hiob. 15. v chen: Da ſauffen 29/ bch dan/zei Eſa. ihe/ ſoiſt Schinderey/ an 5. v. 16. Da wartet Gott auf aas n Clars nes Winſ ep uff Gaſchgtei ſehe ſohts Rlagf. 1as ie darnach h hfang achten kei Vir ſind ferne von der Gerechtigkei ehe/ ſo iſts Klage unch Erkandmäs de n ten keines Rechten. Amos. 3.v. ro crechtigkeit. Eſa. 46. v. 12. Viel Ich e ud Atcha knuͤpffet mit Vngerechti 3 6.3. v. 1o. Sind voll bitter Galle/ unt iek mesunlae Diienſt der Unreinigker gkeit. Act. 8. v. 23. Begeben iht/ und ver⸗ Muſfachat/ daß du R reinigkeit/ von der ei Begeben ihre Glieder zu * 1aas Rom. 5.v. 19. Weilen nundi inen Vngerechtigkeit 4 — 2 jBeinenreſs enn derreznn rrnrhreedrneren eaade eaas Mit ſündigen Wrhadngf kennen/ Gott bitte 9. So můͤſſen wir dieſelbe billige Lesnitherer⸗ eeeecs Crhſeneben enſrenne Branes Neanei ane greſſe Schudauffiäͤle 3. Improbèfaciend yn und unſer Gerechtigkeitu Feſu Meſteen auffſihun Gottloſen werden alſo 0: Daß wir ſeyn gottios ns vergeben. ach unsunſg Schuld Mai Gott! werden alſo genant/ weilen ſie ſi gottlos geweſen: Die d beicufft. oß machen/ und der HErꝛ fer n ſie ſich mit jhren Su fund baldufft Mauh t N er HErꝛ fer 5 jhren Suͤnden von erirSeireelrarrgſerderreana g nte ſ. den. Eſa. 59.verſ. 2. Bey den eund jhr o12 r ſan Schudd nichtvaag! ſtand eezunden ⸗Waum gee ſ.2. Bey denſelben und ßeeauttdon d1 en w auch uner Sianat den verlaſſen; Alſo na ch wie der Leib tod iſt/ wann die S⸗ nder Zu⸗ bekcmenundſon gnadreichen Gegen Munfe Seeletod/ wann Gott dieſelbe dledenſ el⸗ iſt ſehr groß und ſchrr n verſ. 7. Die Gottloſen weraſf en Gott hat ein Greuel fuͤr ponen ſeiner dSe eee Mhenn beeehrwe erdennn din 1. owe ds ee. jet uͤber ſie.. rnderz gten dm9 bigem ahegen 5 Chriſtliche erzen edae Ph aſdeerra außrcchnan Aelen. Danm an Gocieſr ſddetehrevenſeme b b vlich bekehret von ſeinen Sunden/ 6 „ )-”1ſ“ “ 6 — W“ —— 98 DTon der Beſchaffenheit Suͤnden/ die er gethan hat/ und haͤlt alle Rechte Go und wol/ ſo ſoll er leben/ und nicht ſterben. Ezech. 18. v. 21. 4. Recedendo; Daß wir abtruͤnnig werden; Got nung uns in ſeiner Tauffe in ſeinen Gnaden⸗Bund: Aber mit ſuͤndigenva laſſen wir den HErꝛn/ und weichen zu ruͤck. Eſa. 1. v. 4. Wirfallenva Gott ab. Jer. 2.v. 29. Wir haben ein abtruͤnniges ungehorſames Het. Jer.. verſ.23. Laſſet uns derwegen mit Daniel bekennen: Dein/ E unſer Gott/ iſt die Barmhertzigkeit truͤnnig worden. c. 9. v. 9. 2 tles/ und thut rech und Vergebung/ denn wir ſind ⸗ 5. A præceptis Dei deficiendo: Daß wir von Gottes Ge boten und Rechten gewichen: Gott hat uns ſeine Gebote und Recht gegeben/ daß ſie uns ſollen ein richtiger Weg unſers Glaubens und bens ſeyn: Aber durch Unglauben und andere Suͤnde weichen wirroy ſolchem Wege/ und ſind ferne von Gottes Geſetze. Pſ. 119. v. 1z0. D heiſſet es: Weh jhnen/ daß ſie von mir weichen. Hoſe. 7. verſ. 13. Und ſ verflucht der Mann/ der mit ſeinem. Hertzen vom HErnn weichet. ha. 17. verſ. F. Laſſet uns derwegen auch dieſes bekennen/ und den lbe Gott bitten/ daß er ſeine Furcht in unſer Hertzen geben wolle/ daß wi nicht von jhm weichen. Jer. 32. verſ. 40. Wozu er uns die Gnade ſeints heiligen Geiſtes geben wolle/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Anen. Die ſechszehende Predigt. DE CONFEESSIONIS CONDITIONE. Von der Beſchaffenheit unſer Suͤnden Bekaͤndnuͤß. Pſal. 6½. v. 9. Schuͦttet euer Hertzfuͤr jhm auß Gott ſer Zuverſicht. 8 S ſpricht GOT T zum Propheten Samul M 1. Sam. 16.v. 7. alſo: Ein Menſch ſihet was fuͤr Augenii/ e de Hen aber ſihet das Hertze an: In dieſen Worten ha⸗ n. 1M.. u v e Weuam vedde und Xſeſnſtniat e ſechs zehede Prig 2ESSIONIS CONbm Boaſchaffanhatunſeen PSr, Hat für onaſt ſicht. b 8r GOT T un .7. aſoEn Na unſer Suͤnden Bekaͤndnuͤß. 99 1. Alpectum humanum; Das menſchliche Anſchauen: Ein Menſch ſihet was fuͤr Augen iſt; Es iſt ein elender Zuſtand mit unſer 1 Wiſſenſchafft und Erkaͤndnuͤß: Wir koͤnnen offtmals nicht ſehen/ das⸗ jenige was wir fuͤr Augen haben/ es ſey dann daß uns Gott dieſelbe er⸗ offene: Wie G Ott der Hagar die Augen auffthaͤte/ da ſahe ſie einen Waſſer⸗Brunnen fuͤr ſich. Gen. 21. v. 1. Wie Gott deß Eliſæi Die⸗ ner die Augen eroͤffnete/ da ſahe er/ daß der Berg voll feuriger Roß und Wagen war. 2. Reg. 6. v. 11. Dann der HErꝛ machet die Blinden ſe⸗ hend. Pſal. 146. v. g. Er gibt ſehende Augen. Prov. 20. verſ. 12. Sonſten dim tappen wir offt/ als die keine Augen haben. Eſa. 59. v. 1o. Ind wann wir dannes ſchon ſehen/ ſo ſehen wir doch nicht weiter als unſer Geſichte ſich erſtreckte. 4 2. Alpectum divinum: Das goͤttliche Anſchauen Der HErꝛ ſihet das Hertze an; Gott allein ſchauet vom Himmel auff aller Man⸗ ſchen Kinder. Pſal. 14. verſ. 2. Seine Augen ſchauen auff alle Voͤlcker. Pſal. 66. v. 7. Und zwar alſo/ daß er auch jhres Hertzen Zuſtand ſihet⸗ Er allein kennet das Hertze aller Kinder der Menſchen. 1. Reg. 8. v. 39. Er ſuchet alle Hertzen/ und verſtehet aller Gedancken tichten. 1. Chron. 29. v. 9. Er pruͤfet das Hertze/ und Auffrichtigkeit iſt ihm angenehm. 1. Chron. 30. v. 17. Er pruͤfet Hertz und Nieren. Pſal. 7. v. 10. Er kennet alle Hertzen gewiß. Sap. 1. verſ. 6. Er weiß wol was im Menſchen iſt. Joh. 2. v. 25. Dieſes muͤſſen wir bey unſer Buſſe ſonderlich in acht neh⸗ men/ dann da ſihet Gott nicht allein auff unſern Wegden wir gehen/ oder auff unſer Worte ſo wir reden/ auch nicht allein auff unſer Werck das wir verrichten/ ſondern auff unſer. Hertze/ wie es mit Leid und Reue/ und mit Bekaͤndnuͤß unſer Suͤnden in demſelben beſchaffen ſey/ dar⸗ umb muͤſſen wir ſolches nach Davids Vermahnung fuͤr Gott auß⸗ ſchuͤtten/ auß welcher wir wollen anſehen: Wie wir unſer Sunde von Hertzen fuͤr Gott bekennen ſollen.. Der barmherhige Gott/ wolle unſere Hertzen mit ſeinem heiligen Geiſt ruͤhren/ daß wir hertzlich es betrachten/ und hertzlich erfuͤllen moͤ⸗ gen/ umb Jeſu Chriſt willen/ Amen. N 2 Erklaͤ⸗ LVon der Beſchaffenheit Erklarung. b b Gleichwie die jenigen/ ſo entweder eine Laſt Korn/ oder Waſſ auff ſich genommen/ dieſelbe außſchuͤtten andem Ortdaes befolen wot den: Alſo haben wir/ O Chriſtliche Herhen/ eine ſchwere Suͤnden⸗Lag auff uns genommen/ daß ſie uns offt uͤber unſer Haupt gehen/ und wie eine ſchwere Laſt zu ſchwer werden Pſ. 38. v. 5. Daß unſer Miſſethaten uns hart drucken Pſal. 65. v. 4. Dieſe unſer Laſt koͤnnen wir fuͤr kanen beſſer/ als fuͤr Gott dem HErrn mit reuigem und bekaͤntlichen. Herzen außſchuͤtten und zwat: b 1. Peccata noſtra accuſando: Daß wir uns ſelber wegen unſer Suͤnde anklagen: Wollen wir ſie fuͤr Gott auß ſchuͤtten/ ſo muͤſ⸗ fen wir ſie erkennen/ bekennen/ und uns jhrer ſchuldig geden und fuͤr Gon ſelber verklagen. Es verklagen uns wegen unſer Sundedie heiligen En⸗ gel: Dann gleichwie dieſelbe unſer Gebeth fuͤr Gott bringen. Tohanꝛ⸗ v. 12. Alſo hingegen auch unſer Suͤnde/ als mit welchen wir ſie von un treiben: Es verklagen uns unſer Naͤchſten: die wir beleidiget haben Die befehlen ſolches Gott. Pſalm. 10. v. 14. Sie ſeufftzen zu Gott. Pſamm n. v. 6. Ihre Thraͤnen ſchreyen uͤber ſich wider denen/ ſo ſie herauß getritben Syr. 35. v. 19. Es verklaget uns der leidige Satan/ und zwar Tagund Nacht fuͤr Gott. Apoc. 12.v. 5. Es verklaget uns unſer eigen Gewiſſn ſo uns uͤberzeuget und verdammet. Sap 17. v. 10. Es verklagen uns unſe eigen Suͤnde; Der Sodomiter Suͤnde/ ſchreyeten uͤber ſie. Gen. 19/2ꝛ0 Allen dieſen Anklaͤgern/ muͤſſenwir zuvor kommen/ und uns ſelber wegen unſer Suͤnde/ mit Bekennung der ſelben anklagen/ und mit David a⸗ gen: Ich erkenne meine Miſſethat/ und meine Suͤnde ſind immerund ſtets fuͤr mir Pſal.·1. v.. Das iſt/ ich erkenne nicht allein daß ich geſun⸗ diget habe ſondern ich bin in ſo groſſer Angſt und Noth/ daß meine Suͤn⸗ de mir ſtets fuͤr Augen ſchweben mir ſeindſelig zuſetzen/ daß ich kem b Ruhefuͤr jhnen habe. Derowegen muͤſſen wir unſer Hertz fuͤr Gott auß⸗ ſchuͤtten/ unſer Sunde bekennen/ und nicht verhoͤlen verleuanen oder ent⸗ ſchuldigen: Thun wir aber ſolches nicht ſo wil Gott umſer Boßheituͤbe uns außſchuͤtten. Jer 14 v.. Er wil ſeinen Zorn uͤber uns außſchuͤtten e 3 dem Feuer ſeines Grimmes unſer ein Ende machen. Ezich ꝛ ver 3.⸗ 1 II. Nosmet- een wir uns ſelber richteten/ ſo wuͤrdin wir nicht gerichtet/ ſagt Paulus un 1. Cor. 1. v. 31 Das iſt/ wann wir unſer ſuͤndlich ches Weſen alſo betrachte⸗ 3. dhn een/ daß wit uns deß goͤttl ichm Zorn Gerichtes ſelber ſchuldig erkenne⸗ 11 e nBaneen uns unſc Ae. lchn flaget unsda d Gun⸗ 9 — Eant Bauwme 1 A☛„ Alo 1 M.lo. VSzc —— Säne ſchrewuri — rumn de— eſe Angfure 1 mir fmhſehna ſien ten/ ſo wuͤrden wir Gottes geſtrenges Gerichte entfliehen/ wann wir da⸗ ian bey die Gnade Gottes in C hriſto Jeſu mit wahrem Glauben ergreiffen; Solches geſchicht wann wir unſers boͤſen Hertzen * Daßtra und Wercke/ fuͤ Moſis Spiege das iſt fuͦr den heiligen zehen Gebotten enaan fleiſſig beſchauen/ alsdann wir befinden/ daß unſer eigen Hertz uns ver⸗ daſchahan dammet.. Johann 3 v. 20: e zu leichtfertig geweſt/ Solches thaͤte Hiob⸗ Siſhe ſpricht erlich bin was ſol ich antworten? Ic Sam. 24. v. 10 Wie dañ auch ottes verfolget habe. 1. Cor. 15. v. 9. 1. Cum rubore; M iu ter ſo ſehr und viel erzuͤrnet: Es werden/ leider/ Viele gefunden/ die haben eine Huren Sturn und wollen ſich nicht ſchaͤmen. Jer 3. v.z. Diewollen ungeſchaͤndet ſeyn/ und wollen ſich nicht ſchaͤmen. Jerem. 6. v. 15. Aber rechtbußfertige Hertzen ſagen mit Eſra: Mein Gott ich ſchaͤme mich/ — und ſcheue meine Augen auff zuheben zu dir/ dañ unſer Miſſethat iſtuͤber unſer aupt gewachſen Und unſer Schuld iſt groß biß in den Himmel. Eſfſr. 9. v. 6. Wir muͤſſen an unſere Wege gedencken/ und uns ſchaͤmen. Ezech. 16. v. 61. Wir muͤſſen uns ſchaͤmen unſer N Liſſethat. Ezech. 43. v. 10. Wir muͤſſen uns ſchaͤmen daß wir uns an Gott verfuͤndiget haben. Dan-h. v. 8. Dueſ iſt aine 2Sthanede davon man Snadeund Eh za. ““ 1I, Noseipin luclcangos Wirmüſſen auchunsſelber b 1ſchu s richten und urtheilen: Wur muͤſſen nbekennen und unſer Hertz fuͤr Gott außſchuͤtten/ daß wir zeitliche und ewige Straffe wol verdienet. Boann Hedancken/ Worte Ich wilmeine Hand auff meinen Mund legen. Hiob. z 9. v. 7. Und Oavid: Ich habe ſchwerlitch lund gende hoheſahr noricde nthaneec Agur: Ich bin der allernaͤrriſchtes Menſch/ und Menſchen Verſtand iſiſi nicht bey mir Prov.; o. v.z. Paulus bekennet/ er ſey nicht allein der Ge⸗ ringſte unter den Apoſteln/ ſondern auch nicht werth/ daß er ein Apoſtel heiſſe/ darumb/ daß er die Gemeine G Er ſeyein Laͤſterer/ Verfuͤhrer und Schmaͤher geweſen. 1. Timoth. 1. vz. Der Fuͤrnehmſje unter den Suͦndern. b. va. Das heiſſet ſein Hert fuͤr Gott außſchuͤtten und ſich ſalber anklagen undvadammen; Vnd ſollen wir ſolches thun:. ſit Schaͤme; Wir muͤſſenuns von Hertzen ſchaͤmen/ daß wir unſern grundguͤtigen und wolthaͤtigen himliſchen Va⸗ „ 102 Von der Beſchaffenheit Epiſt 25. Sir. 4 v. 2p. Pudor quamdiu in animo duraverit, aliquis erit bone ſpei locus, ſagt Seneca: Das iſt/ ſo lange die Schamhafftigkeit heyt, nem gefunden wud/ iſt noch gute Hoffnung da. Wanns aber mit eine Sunder ſo ferne kompt/ wie mit dem gottloſen Kayſer Caligula, welcha pflegen zu ſagen: Es gefalle jhm an ſeiner Natur nichts beſſer, Alsde Unverſchamenheit; So iſt an einem ſolchen Hopffen und Mall vi⸗ D. Matth. Theatr. in ejus ita. vn. ſophren. 2. Decenti corde; Mit gebuͤhrlichem Hertzen: Als: a. Corde libero; Mit freywilligem Hertzen: Gleich wie vile Vbelthaͤter gefunden werden/ ſo jhre Miſſethaten nicht wollen beken⸗ nen/ ehe ſie zur Folter gebracht werden: Alſo werden auch viele Suͤnda gefunden/ die wollen nicht freiwillig ihre Suͤnde bekennen/ biß ſie Golt auff die Cꝛeutz⸗und Straff⸗ Folter leget/ und das Bekaͤndnuͤß faſtmit Gewalt herauß dringet: Koͤnig Manaſſes war lange Zeit ein Gott⸗ vergeſſener und ruehloſer Menſch/ aber wie der gerechte Gott mit ſeine Straff⸗Hand jhn angriff/ daß er gefangen mit Feſſein/ und gebunden mit Ketten gen Babel gebracht ward/ und daneben in groſſer Hertzene⸗ Angſt war/ da kunte er ſein demuͤtiges Bekaͤntnuͤß thun. 2. Chron. 33. v. II. ſeqq. Ehe der Prophet Gad zum David kam/ ihme die Staff Gottes wegen begangener Suͤnden anzudeuten/ ſchlug dem David ſchon ſein Hertze/ daß er ſeine Suͤnde bekante. 2. Sam. 24. v. 1o. Denn/ gleich wie der jenige ſo eintoͤdlieh empfangene Wunden/ nicht offen⸗ bahret/ ein Todſchlaͤger/ und ſeines eigenen Todes ſchuldig iſt: Alſoiſ derjenige ſo ſeine Suͤnde nicht wil bekennen ein Morder ſeiner Seelen. lib.2. de eu cur erubeicis confiteri, quod facere ne quaquam erubuiſti? viſitat.in ſagt Auguſtinus; Das iſt: Ach! Was ſchaͤmeſt du dich zu bekennen/ ſerm. c. 5 deſſen du dich nicht geſchaͤmet es zu vollbringen? 2. Corde contrito: Mit zuſchlagenem Hertzen Weilen nicht allein das Tichten und Trachten unſers Hertzen von Jugend auff boſe iſt. Gen. 6. v. 5. Sondern wir auch mit Pharao unſer Hhertz offtverſo⸗ cken. Exod. s. v. v. Lind wann wir wegen unſer Suͤnde werdengeſtraf⸗ fet/ und uns dem goͤttlichen Willen zu unterwerffen werden vermah⸗ net/ ſolches nicht achten/ ſondern in den Wind ſchlagen/ ſo muͤſſen wit mit hertzlichem Leid⸗Weſen wegen ſolches unſers Tina borſmm⸗ unſr b b 6 —— 4—— ͦ——— ——y——jjyy “——— unſer Suͤnden Bekandnoß. 103 Hertzen fuͤr Gott außſchuͤtten/ zerreiſſen unſer Hertzen/ und nichtunſer Kleider. Joel. 2. v. 13. Beweinen hertzlich und bitterlich unſer Suͤnde. Matth. 26. v. 75. Unſer Lachen muß ſich in Weinen/ und unſer Freude in Traurigkeit verkehren. Jac. 4. v. 9. Da iſt Gott nahe denen die zu⸗ brochenes Hertzen ſind/ und hilfft denen die ei zuſchlagen Gemuͤtha⸗ ben·. Pſal. 34. v. 19. Ein geaͤngſtes und zuſchlagen Hertz wil Gott nicht verachten. Pſal. ꝓ1. verſ. 19. Zu Nuͤrnberg iſt ein ruchloſer Menſch ge⸗ weſen/ ſo in einem ſuͤndlichen wuͤſten Leben ſeine Tage zugebracht; Der⸗ ſelbe kompt in die Kirchen/ hoͤret vom Herꝛn Viro Dieterichen/ wie enn Gott allen Bußfertigen wolle gnaͤdig ſeyn/ wann ſie hre Suͤnde hert⸗ 1: Neus Muuſſonrlan ie Ranch arnenana aariff/ daß a gfaamiſt l zedracht ward /ud dmaag ſan demun es Bckindißtm repßet Gad un Dada àc ſcine Suͤnde hckanta Sm ſo entodlich anxſwger Du grr und ſancs agnen Todsſhe inde ncht wilbckammcn Uenn confiteni, quod tacete Nqu das iſt: Ach. Wor ſchimeza i lich bereuen/ und an Chriſtum glaͤuben/ ſolches nimpt er zu Hertzen/ kompt zu Herꝛn Dietrichen/ bekennet ſeine Suͤnde mit hertzlichem Leid⸗ Weſen/ und beſorget/ daß er nicht werde zu Gnaden kommen; Fraget derowegen obs auch muͤglich ſey? Wie er nun unterrichtet/ daß/ wann er wahre Buſſe thun wuͤrde/ gewißlich wuͤrde ſelig werden/ hat er ſich hertzlich bekehret/ und ſeinen Glauben nut einem gottſeligen Leben be⸗ weiſet/ und iſt ſelig geſtorben. u“.“ Sebeib 3. Corde peccatis infenſo: Mit einem Suͤnden feindlichen Hertzen: Wir muͤſſen uͤber unſer Suͤnde ungeduldig ſeyn/ und jhnen von Hertzen feind werden: Gleich wie wir ein groſſes Belieben und Ge⸗ Titit. in locis hi- ſtoric. pag.(mi- hi 955. fallen an jhnen getragen/ da wir ſie begangen; Alſo muͤſſen wir ſie haſ⸗ ne Schweſter groͤſſer war/ dann zuvor die Liebe gegen ſie geweſen; 2. Sam. 13. verſ. 15. Alſo muß der Haß der Suͤnde bey uns groͤſſer ſeyn/ als jemals die Beliebung geweſen iſt. Dann weilen die Suͤnde em Greuel ſeyn. Ezech.. verſ. o. Ein heßlicher Unflat. Exod. 22. v. 1. Eine Vnreinigkeit. Mich. 2. verſ.. Muͤſſen wir nach jhrer Erkaͤnd⸗ ſen/ daß wir ſiebegangen haben: Gleich wie Ammons Haß wider ſei⸗ nuͤß ein Abſcheu fuͤr ſie tragen: Schlagen auff unſer Huͤffte. Jer. 31. v. 19. Zum Zeichen unſers Schmertzens/ wie ein Weib in Kindesnoͤthen thut. Wir muͤſſen ein hertzliches Mißfallen haben/ uͤber alle unſer Boß heit die wir gethan haben. Ezech. 20. v. 43. Wir muͤſſen uns ſelber verleugnen. Luc, 9. verſ. 23. Das iſt/ unſern eigenen Willen und Be⸗ gierde: Haben nicht mehr die Welt lieh/ noch was in der Welt iſt. 1. Joh. 2, v. 15. b 1II. Gra. 104 Von der Privat⸗Beicht III. Gratiam Dei in Chriſto vera fide applicando: Daß wyt die Gnade Gottes in Chriſto mit wahrem Glauben uns zut genen: Gott muß unſer Zuverſicht ſeyn: Das iſt/ wir3muͤſſen natz dem Bekaͤndnuͤß und Leid⸗Weſen uͤber unſer Suͤnde/ unſer Vertraua ſetzen auff die Gnade Gottes/ ſo gegruͤndet iſt in dem theuren Verdiaß Jeſu Chriſti: Sagen mit Daniel: Wir muͤſſen uns ſchaͤmen/ daß wi uns an dir verſuͤndiget haben: Dein aber/ HERRunſer G Ott/ iſide Barmhertzigkeit und Vergebung. Dan. 9. verſ. 8.leq. Der muß unſa ſtarcke Zuverſicht ſeyn. Pſal. 71. v. 7. Wir muͤſſen eine freudige Zuv ſicht zu jhm haben. 2. Macc. 10. v. 2s. Dann der wahre Glaube/ iſt en gewiſſe Zuverſicht deſſen/ das man hoffet/ und nicht zweiffelt an den⸗ das man nicht ſihet. Heb. x1. v. x. Laſſet uns dieſes/ O Chriſtliche.a⸗ tzen/ hoͤchſt fleiſſig in acht nehmen/ wann wir auff angehoͤrte Weiſen ſer Hertz fuͤr Gott außſchuͤtten/ nimpt der Sohn Gottes hinweg unſe Suͤnde/ und ſchencket uns ſeine Gerechtigkeit/ den Zorn Gottes/ und ſchencket uns ſeine Gnad. Unſer boͤſes Gewiſſen/ und ſchencket uns en Freudigkeit unſers Hertzen; Den Fluch/ und gibt uns den Segen Dah Tod/ und gibt uns das ewige Leben; Das uns allen goͤnnen und glen wolle/ Gott der Vatter/ durch den heiligen Geiſt umb Jeſu Chriſtiwil⸗ len/ Amen/ Amen. Die ſiebenzehende Predigt. DE PRIVATA MINISTRO ECCI.ESIR FACTA CONFESSIONE. Von der Privat⸗Beicht/ ſo fuͤr dem Diener der Kirchen Gottes verrichtet wird. 2. Sam. 12. V. 13. Dasoid ſprach zu Rachan Ich habe geſundi gget wider den HErrn Nathan ſprach zu David So hat auch der HERR deine Guͤnde weggenommen. 6 2 = ———,—— n Des Cha 8 in Chriſt en Chrſto utzts. ſofuͤrdem Diener der Kirche Gottes verrichtet witd. 103 ußunſer 3. wahrn 3 —— S ſpricht der Sohn Gottes zu ſeinen Juͤngern e Gettesſſ ünugen Joh. 20. v. z. alſo: Welchen jhr die Suͤnde erlaſſet/ denen am D— ſind ſie erlaſſen/ und Ween ſhe ſebehalter denanſindſi — de niſan— hehalten: In dieſen Worten gibt Chriſtus ſeinen Juͤngern/ 80 De Danahg/ f e und derſelben treuen Nachfolgern; Clavem ſolventem& ligantem; Iedung. D 3a Beydes den Loͤſe⸗ und Binde Schluͤſſel; Es hatte zwar Chriſtus ſol⸗ cn Pſal.7u2. W ches auch fuͤr ſeinem Leiden unnd Aufferſtehung gethan/ daer unter der Macc. 10..33. dme erſon Petri/ allen Juͤngern dieſe Schluͤſſel anbefoßlen und geſagt: edeſſa dasma ſoff Ich wil dir deß Himmelreichs Schluͤſſel geben/ alles was du auff Erden 1.hcd.n.(aſſ nie binden wirſt/ ſol auch im Himmel gebunden ſeyn /und alles was du auff en ache— Erden loͤſen wirſt/ ſol auch im Himmel loß ſeyn. Matth. 16. v. 19. Da⸗ außſchätnm rafaß mit aber Petrus jhm nicht einbilden moͤchte/ er were allein zum Herrn — ſmeeee uͤber dieſe Schluͤſſel geſetzet/ ſo hat der Sohn Gottes hernacher ſie eben — 1 wetgia ſo wolden andern Apoſteln und jhren getreuen Nachfolgern anbefohlen/ Unſa deſes Genſſant wie Matth. 18. v. 8. und an obgeſetztem Ort ſolches außtruͤcklich zu ſe⸗ Dane Dan Fluch uehn heniſt. Es iſt O Chriſiliche Hertzen/ die Chriſtliche Kirche das Hauß das anige Lchmn, Duunsas, Gottes. 1. Tim. 3. v. 15. UInd Chriſtus iſt der Sohn uͤber dieſes Hauß⸗ rrr durch den haugnGrjm Heb. 3. v.z. Die wahren Chriſten ſeyn Haußgenoſſen. Eph. 2. v. 19. In dieſem Hauſe/ oder wahren Kirchen Gottes/ wird unter andern Schaͤ⸗ — tzen/ auch der Schatz der gnaͤdigen Vergebung der Suͤnden gefunden/ Die ſiebenzthende Prat zu welchem Gott die Schluͤſſel ſeiner Kirchen/ inſonderheit aber treuen wATA WDGSTRO Rn Lehrern und Predigern in derſelben anvertrauet/ laut der Worte Chri⸗ V, V 6 ſti: Weſchen jhr die Suͤnde vergebet/ denen ſind ſie vergeben/ und Cin Dr welchen ihr ſie behaltet/ denen ſind ſie behalten. Johann. 20. verſ. 19. riwat⸗Beicht/ſo fürdmde Ven deßhe ſeyn Sheſa Diehes und Haußhalter uͤber Gottes Gartes werrichtt eheimnis. 1. Cor. 4. verſ 1. Und deßwegen nach dem Exempel Chriſti/ rchen Gernes uandin allen bußfertigen Suͤndern und Suͤnderinnen/ kennenfagen Seo 34 Jam.h. rroſt mein Sohn/ meine Tochter /dir ſind deine Suͤnde vergebe. Matth. A han öß 2. v.2. Die Unbuß fertigen aber/ nach dem Exempel Pault/ dem Satan h zu? dat 3 übergeben/ zum Verderben deß Fleiſches/ auff daß der Geiſt ſelig werde/ den GEnn du am Tagedeß HErrn Jeſu. ⁊. Corinth.5.9.). Iſt derowegen noͤtig und rdan. nuützlich/ daß alle buß fertige Suͤnder ſich bey jhren Seelſorgern einſiel⸗ G o hat auchda lem undnach Daudds Exempeldenſelben jhre Sunde bekennen/ und dde 14 abſolution empfangen/ welches wir jetzunder wollen fuͤr uns nehmen/ veaacnommal unddaraußbeſehen/ vegg O0V Wan⸗ ———— 10z Von der Pribat⸗Beicht Warum bußfertige Hertzen jihre Suͤnde/ neben Gott/ aaauch ihren Seelſorgern bekennven ſollen. Der Allmaͤchtige gebe ſeine Gnade/ daß es uns allr ſeits erſyreßlich I ſchehen moge/ umb Ieſu Chriſt willen/ Amen Erklarung. Eoso ſeyn die Caloiniſten fuͤr dieſem/ und zwar nicht alle ſonden viele unter jhnen/ der Privat⸗Beicht und Abſolurion, als wann dieſebe ein Baͤpſtiſcher Sauerteig ſeyn ſolte/ ſehr gehaͤſſig geweſen Aber mi groſſem Unfuge/ und Laͤſterung/ nachdemmahl unſere Theologen ſeder zeit bekennet und bezeuget/ daß dieſelbe nicht ablolur und bloß daßn nothwendig ſey/ nachdemmahl wir derſelben keinen außtruͤcklichen Be⸗ felch haben/ ſondern daß ſie in der Kirchen Gottes ſehr nuͤtzlich und ⸗ ſprießlich/ ja/ wann es recht erwogen werde/ auch ſehr noͤtig ſey/ wie dann ſolches erweiſe:“ I. Divina requiſitio: Die goͤttliche Erfoderung Dann es iſt elwas in der Kirchen Gottes noͤtig; Theils wegen deß gaͤunli⸗ chen Befelchs/ wie alſo noͤtig ſeyn die Tauffe im Nahmen Goltes deß Vatters/ deß Sohns und deß heiligen Geiſtes. Matth. 28. v.. Und bey dem hochwuͤrdigen Abendmahl/ Brod und Wein; Theils wegen deß Nutzen/ ſo vermoͤge deß außtruͤcklichen Wortes Goltes in der Kirchen darauß entſpringet: Ob wir nun zwar/ wegen der Privat⸗Beicht/ keinen ſonderlichen Befelch in Gottes Wortehaben/ o befindet ſich doch auß rechtmaͤſſiger Betrachtung der Prival⸗ eicht/ daß ſie Gottes Willen und Wort nicht zu wider/ ſonden dieſelbe G O TST gefaͤllig ſey. Num. 5. v. 7. Beſihlet G Ott/ doß wer geſuͤndiget/ derſelbe ſeine Suͤnde bekennen/ und dieſelbe auff ge⸗ wiſſe Mas und Weiſe verſahnen ſolte/ welches gewiß fuͤr den Pri⸗ ſtern geſchehen/ und denſelben die Suͤnde offenbahret werden muſte: Verhaͤnge deinem Munde nicht/ daß er dein Fleiſch verfuͤhre e „,———. dendreade Shhetaßnee vfn dem Diener der Kirche Gottes verri bee vird 9„ hren Secſſ eng ſofuͤr dem Diener der Kirche Gottes berrichtet wird. 105 ente ſprich fuͤr dem Enget(Prieſter) nicht: Ich bin unſchuldig. G Ote ſollm mmoͤchte erzoͤrnen uͤber deiner Stimme und verdammen alle Wercke 4 eſetes Ganss... deiner Haͤnde; Sagt Salomon. Ee, verſ.z. Und zu was Ende 1u Jenasona hat doch CH RJISTllS ſeinen Apoſteln und allen deren ge⸗ b dla ae treuen Nachfolgern die Loͤſe⸗Schluͤſſel gegeben/ wann jhnen die Suͤn⸗ 6 de nicht ſollen offenbarer werden? Worauß zu erſehen/ daß ob zwar dun GOT T das Privat⸗Bekaͤntnuͤß der Suͤnden/ nicht außtruͤcklich C4en* erſodere/ derſelbe aber vermoͤge obgeſatztes Grundes/ dieſelbe nicht ver⸗ oinſte ſit de werffe/ ſondern fuͤr gut und genehme halte. a Drirat⸗Bachtmd 1en 2. Singularis conſolatio: Ein ſonderlicher Troſt; Es verdie⸗ auctag ſon ſoir ſh un nen unſer Suͤnde/ den Jorn GOTTES/ den Fluch deß Geſetzes/ sgeſten die Macht deß Teuffels/ der Hoͤll und ewigen Verdamnuͤß/ da heiſſet ezrugtt/ daß deſehe 5— es offtmahlen; Umb Troſt war mir ſehr bange/ wie Koͤnig Hiß⸗ Tidaftöe lan Hertzen bey der Ablolution, den herrlichen Troſt auß GOTTES deß ſieim der Kuchn Ganß Wort/ daß ſo wahr G O T T lebe/ wolle er nicht den Todt deß drichegwogen va ahin Suͤnders/ ſondern daß er ſich bekehre und lebe. Ezech.; 3. verſ. 11. S 84 ſeuan vorgchale die Saaanhe Stimmme CHRJ⸗ elt Dir abttlche Ein STJ’kommet her zu mir alle die jhr muͤhſelig und beladen ſeyd/ ich Krcha Sene wil euch erquicken. Matth. 11. verſ. 28. Sie werden damit getroͤ⸗ den 688 n M Te ſiet/ daß GOTT wolle/ daß alle Menſchen zur Erkaͤntnuͤß der b unm, Warheit kommen. 1. Timoth. 2. verſ. 4. Und deßhalben ſich Chri⸗ Soßas und N helge Ochs. ſtus fuͤr alle Menſchen zur Erloſung geben. ib. verl.). Daß GOte wuͤrdigen— nicht wolle daß jemand verlohren werde/ ſondern daß ſich jederman ſe vamoͤge dß ußrrictgn. zur Buſſe bekehre. 2. Pet 3. verſ. 9. Das gibt kraͤfftigen und maͤch⸗ auß miſpenget: Drm tigen Troſt; Da nimpe ſich G O T T unſer Seelen hertzlich an/ nen ſendalüchm Bfehube daß ſie nicht verderbet/ und wirfft alle unſere Suͤnde hinter ſich zu ch auf rechtmaſign bach ruͤck. Eſa. 38. verſ. 17. Wo aber dieſer Treſt mangelt/ da iſt nichts nes Wlm und Watutzet denn Zittern/ Zagen/ und die endliche Verzweiffelung/ wie an ema ſch. Nm.in Sain Saul und Juda zu erſehen: Dieſer Troſt aber von G OT⸗ grfls Snde bcmn TES algemeiner Gnad/ von Chriſti algemeinem Verditnſt/ von deß ſclöe ſeme Sände rico heiligen Geiſtes algemeiner Beruffung zu derſelben/ wird uns bey der a Snd efe Privat Abſolution vorgeſtellet/ und weilen der Calviniſten Hirn⸗Goͤtze/ danſelben die Suns an ablolutum decretum, oder der bloſſe Rathſchluß Gottes/ vo Pſete kia in dieſem Falle bekennet. Eſa. 3 8. verſ. ⁷7. Da hoͤren bußfertige — A 306 als wird von jhnen die privat· Abſolution und Loßſprechung von in Gunden⸗Schuld mit ſonderlichem Bedacht verworffen. homil. 83. in Matth. oper. imp. 3. Neceſſaria exploratio: Ein nothwenige Erforſchung E⸗ iſt das heilige Abendmahl nicht eine gemeine Mahlzeit/ darin uns uu Von der Privat⸗Beicht Verwerffung etlicher Menſchen /vonder Gnade Gottes/ als der phit b ſter Dagon/ bey der goͤttlichen Bunds⸗Lade ſich nicht auff halten kau „ 2 Brod und Wein/ zum Gedaͤchtniß Chriſti werde fuͤrgetragen So⸗ dern wir werden darin/ vermittels dem geſegneten Brod/ geſpeiſet mitd wahren Leibe Chriſti/ welcher fuͤr uns in den Todt gegeben; Und vernt tels dem geſegneten Wein/ mit dem wahren Blut Chriſi/ welchts va goſſen iſt/ zur Bergebung unſer Suͤnden; Da werden/ leider Vicle ta Paulus bezeuget/ gefunden/ ſo unwuͤrdig eſſen und trincken/ und werd deßwegen ſchuldig/ an dem Leibe und Blute Chriſti. 1. Cor. u. verſa, Eſſen und trincken jhnen ſelber das Gericht. ib. v. 29. Dawilwalch treuen Lehrern und Predigern/ als Haushaltern uͤber dieſe goͤttliche Ge⸗ heimniß.(1. Cor. 4 v. 1.) gebuͤren/ daß ſie/ ſo viel jhnen muͤglich iſt flaiſ⸗ ge Obacht haben/ daß ein ſolches unwuͤrdiges Eſſen und Trincken mi⸗ ge verhuͤtet werden/ und mit hoͤchſtem Fleiſſe zuſehen/ daß das Halg⸗ thum nicht den Hunden gegeben/ und die Perlen nicht fuͤr die Sange⸗ worffen werden. Matth. 7 v. 6. Welches nicht beſſer/ als durch diſepne⸗ vat Erforſchung geſchehen kan: Chryſoſtomus ſchreibet/ er wollelteben ſeine Seele dahin geben/ und ſein Blut vergieſſen/ als(wiſſentlich inem Unwuͤrdigen das heilige Abendmahl reichen. b 4. Communicantium præparario; Die Vorbereitung deren ſo zum Abendmahlgehen wollen: Es werden/ leider Viel gefunden ſo mehr auß Gewonheit/ als auß reuigem und bußfertigen Heitzen zum Abendmahl gehen: Dieſelbe werden bey der Privat Beicht erinnert und ermahnet/ wie ſie ſich zum heiligen Abendmahl bereiten ſollen/ beyds nach dem Geſetz und nach dem Evangelio: Nach dem Geſetze/ daß ſi jhre Suͤnde mit David erkennen/ Pſalm. 51. v.. Uber dieſelbe hertzlichts Leid tragen/ mit einer ſolchen Reu ſo da dienet zur Seeligkeit? Cor.. v. 10. Gott umb Vergebung derſelben demuͤtig und wehmuͤtig anruffen mit David. Pſalm. 31. v.;. Dieſes bedencken offt gemeine Leute nicht daß es zu wahrer Buſſe hochnoͤthig ſey/ und werden deſſen billich bey der Privat⸗Beicht ernnnert: Nach dem Evangalio/ daß ſie die aſas de hatce a d — 888 K n e, d FNat. AbFoh, mu ſon du 4 A. nen ſelber das Gancht n Pro gan al hauſmin 21 Seüren daßſieſnahſaan daß an ſolches unrindags eſer und mur hoͤchſſun Faſſezuitn nocn gegeben und dPainrit Laah. 7.9. G. Wacches nichiſſec tſchehen kan Chrh ſoſtomu ſhi den und ſem Blutvagiſaar ige Abadmaßlnacha. anuam prxparato- Dade digehenwollen: Esvadat Kcu als auß reuigim untuhir Duſabe wadendg dar Pnade ſich zun hetigm Ahadmſ nach dem Evangcho: ſam ciamm Pſim au'he g ſolchen Nau ſode Naues —, dmin en rgebung daſelbcndenlu fig er. p.z Duſes domaarftt ſ hochnoͤtchig ſch un aat: Nach dem Eou ſo fuͤr dem Diener der Kirchẽ Gottes verrichtet wird. 10 tzigkeit Gottes in Chriſto Jeſu/ und ſeinem unſchuldigen/ Leben/ Leiden und Sterben gegruͤndet/ mit wahrem Glauben jhnen theilhafftig ma⸗ chen/ wie Paulus gethan/ da er die algemeine Erloͤſung Chriſti/ auff ſei⸗ ne Perſon ziehet und ſpricht: Das iſt gewißlich wahr/ und ein theuer wer⸗ thes Wort/ daß Chriſtus Jeſus kommen iſt in die Welt die Suͤnder: ſelig zu machen/ unter welchen ich der Fuͤrnemſte bin; Aber darum iſt mir Barmhertzigkeit wiederfahren/ auff daß an mir fuͤrnemlich Jeſus Chri⸗ ſtus erzeigete alle Gedult/ zum Exempel denen die an jhn glauben ſolten/ zum ewigen Leben. 1. Tim. 1. v. 1 ſeq. Dieſes muß auch den Einfaͤltigen billich vorgetragen werden/ welches nicht fuͤglicher als bey der Privat⸗ Beicht geſchehen kan. Daß aber dieſes ſehr nothwendig ſey/ bezeuget Pauli Ermahnung da er ſpricht: Der Menſchepruͤffe ſich ſelbſt/ und al⸗ ſo eſſe er von dieſem Brod/ und trincke von dieſem Kelch. 1. Cor. 11. v. 28. Walches von obiger Bereitung ohnfehlbar zu verſtehen. Daher Paulus am andern Ort ſpricht: Verſuchet euch ſelbſt/ ob jhr im Glauben ſeyd/ pruͤffet euch ſelbſt. 2. Corinth. 13. v. 5. Derſelbe hat auch nicht abgelaſſen drey Jahr/ Tag und Nacht einen jeglichen mit Thraͤnen zu ermah⸗ nen. Act. 20. v. 31. Welches gewißlich/ unter andern auch zu wahrer Buſ⸗ ſegeſchehen.. 5. Simplicium informatio; Die Unterrichtung der Einfaͤlti⸗ gen: Gott hat ſeine Gaben unterſchiedlich außgetheilet und werden viele einfaͤltige Hertzen gefunden/ die ſich nicht darein zu ſchicken wiſſen/ wie ſie rechtſchaffene Buſſe thun ſollen/ wie die jenige Prediger empfinden/ ſo mit denſelben umbgehen: Wann dieſelbe ſich nicht befuͤrchteten/ daß ſie bey der Privat⸗Beicht examiniret/ und umb die nothwendige Wiſſen⸗ ſchafft deren Dinge/ ſo zum wuͤrdigen Gebrauch deß hochheiligen Abendmahls gehoͤren/ gefragt werden ſolten/ wuͤrden ſieals das thumme Vich zum Futter/ alſo auch zum Abendmalgehen Da heiſſet es wie David ſagt: HErr wann dein Wort offenbar wird/ ſo erfreuet es/ und machet klug die Einfaͤltigen. Pſal. 119. v. 0. Vnd ſolche gehoͤren unter dir Schwachen/ welcher man warten muß. Czech.34. v. 4. Vnd ſie auff⸗ nehmen. Act. 20. v.; 5. Vnd ſolches nennet Daniel/ einen zur Gerechtig⸗ keit weiſen/ Dan. 12. v z. Das iſt/ unterweiſen wie er die wahre Gerechtig⸗ keit ſo fuͤr Gottes Gerichte gilt/ erlangen moͤge. 6. Remiſſionis peccatorum certitudo: Die Gewißheit der b O 3 Verge⸗ rs Bon der Privat⸗Beicht. Vergebung der Sunden; Der Diener Gottes ſitzet oder ſiehen 1 der Privat⸗Beicht an Gottes Stete/ vermoͤge der Wort Chriſti: WMe⸗ chen jhe die Suͤnde erlaſſet/ denen ſind ſie erlaſſen/ und welchen jhr ſie hi haltet/ denen ſind ſie behalten. Joh. 20. v. 23. Alſo ſagt Nathanzum Da vid: Der HErꝛl nicht ich) hat deine Suͤnde weggenommen. 2. Sam.n. v. 13. Chriſtus zum Gichtbruͤchtige: Sey getroſt mein Sohn deine Sun de ſind dir vergeben. Macth.. verſ. 2. Zur Suͤnderin; Dir ſind dai Suͤnde vergeben. Luc. 7. verſ. 48. Solche Gewiß heit/ O Chrifllichs Hertze/ iſt hochnoͤtig: Der Calviniſche Hirngoͤtze/ der bloſſe Rathſchluß Gottes/ fuͤhret uns auff die Zweiffelbahn/ daß auch fromme. atzn muͤſſen gedencken/ biſtu erwehlet/ ſo haſtu Vergebung deiner Suͤnden biſtu verſtoſſen oder vorbey gangen/ ſo iſt die angekuͤndigte Vergebung nichts: Aber da laͤſſet Gott einem jeglichen inſonderheit/ wann(ren wahres bußfertiges Hertze hat/ die Vergebung ſeiner Suͤnden/ dunch ſeinen Mundboten ankuͤndigen. 7. Exemplorumimitatio: Die Nachfolg anderer Exen⸗ pel: Alſo hat David dem Nathan ſeine Suͤnde bekand. 2. Sam. verſ. 13. Und die Juden jhre Suͤnde dem Johanni. Matt. v. 6. Wor⸗ auff ſie auch Vergebung jhrer Suͤnden erlanget. Luc. 3.v. 3. Datum ſa⸗ bens die alten Biſchoͤff fuͤr gut angeſehen/ daß die Suͤnde eroͤffnet und enddecket wuͤrden/ mit Zeugnis deß Volcks in der Kirchen/ als auffinem Schauplatz: Und dazu haben ſie geordnet einen Prieſter/ eines guten Hiſtor. Wandels/ der da kuͤnte ſtill ſchweigen/ einweiſen Mann: Zu dem gian⸗ Eccleliaſt. gen die/ ſo geſuͤndiget hatten/ und bekandten jhre eigene Miſſethat, ſchri⸗ part.. bet Hedion auß dem Sozomeno. Der Herꝛ Lutherus ſchreibet von lib. 9. c. 5. unſer Privat⸗Beicht alſo: Wann tauſend/ und aber tauſend Wat Tom.6. mein were/ ſo wolt ich alles lieber verlieren/ dann ich wolte dieſer Suͤck⸗ Jenenſ. lein eins das geringſte auß der Kirchen kommen laſſen. Der allergi⸗ — oähi) tigfie himmliſche Vatter/ verleyhe uns den heiligen Geiſt/ daß wirunſt 109*. Suͤnde alſo bek ennen/ daß wir in alle Ewigkeit dapon abſolvirt biibenl umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Imen. Dit Numimitatio: Die Natthher d dem Nachan r dan ſhet Sände dm hiem nidra Stnaaalantle ff fur zut angeſchen daßhrch Zcugnis deß Voickeidacte dazu daben ſie gordnaena hi nte ſtul ſchwazen endaſaler thatern und kkandeenfied m Sozoweno. Dar Hcr i t alſo: Wann tauſen ae ch alcs heber verbera damaͤtt t auß der Kuchen keunulit nn vokn de uns derſenni dof xu m alle Evigtatna⸗ In Ima Iwa. Don dem Nutzen der Bekaͤndtuͤß der Saͤnden, 10% Dite achtzehende Predigt. b DE CONFESSIONIS VTILITATE. Von dem Nutzen der Bekaͤntnuͤß der Sunden. Prov. 28. v. 13. Ber ſeine Sunde bekennet und laͤſſet der wird Barmhertzigkeit erlangen. ☛ Jr leſen Luc. 33 v. 40. Daß wie der Bbelthaͤter N 8 einer/ ſo neben Chriſtum gecreutziget/ denſelben gelaͤſtert/ der ander ihn geſtraffet/ und geſagt: Und du fuͤrchteſt dich auch 23330 nicht fuͤr Gott/ der du doch in gleicher Verdamnis biſt/ und zwar/ wir ſind billich darin/ dann wir empfahen was unſer Thaten werch ſind/ dieſer aber hat nichts ungeſchicktes gehandelt/ und zu Chriſto ge⸗ 3 ſprochen: HEnn gedencke an mich/ wañ du in dein Reich komeſi. In die⸗ ſen Worten haben wir ein ſchon Exempel wahrer Buſſe/ welche beſtehet: 1. In ingenua peccati confeffione: In freyer Bekaͤntnis der Sunden: Wir empfahen was unſer Thaten werth ſeyn/ ſpricht er: Er gibt die Schuld nicht der goͤttlichen Vorſehung/ wie viele ſehr boßlich ſagen: Es iſt mir alſo von Gott aufferlegt: Er gibt ſie nicht dem Teuffel/ daß derſelbe jhn mit ſeiner Schalckheit ſolte verfuͤhret ha⸗ ben. 2. Cor. 11. v. 3. Er gibt ſie auch nicht der Welt/ in welcher die boͤſen Buben zum Boͤſen locken. Prov. J. v. 1o. Sondern er bekennet rund und Grund auß/ mit jhren T haten haben ſie den ſchmaͤhlich? Todt verdienet. 2. In occaſionis peccati remotione; Daß man allen Anlaß zur Suͤnde wegraͤume: Und du fuͤrchteſt dich auch nit fuͤr Gott⸗ Was verfuͤhret uns doch/ O Chriſtliche Hertzen/ zur Suͤnde? Die Ver⸗ achtung der Furcht Gottes: Die Furcht deß H Errn fodert zum Leben. Prov 19. v. 3. Siewehret der Suͤnde. Syr. verſ. 25. Die den HErrn fuͤrchten die gehen auch auff ſeinem Wege. Pſal. 128. v. i. 3. In fiduciali Chriſti applicatione; Daß man Chriſtum mit ſeinem Verdienſt mit wahrem Glauben ergreiffet: HErr/ gedencke an mich/ ſpricht er: Alſo muͤſſen wir nicht allein unſer Suͤnde erkennen und bekennen/ und die Barmhertzigken Gottes in CEHRJSTO JEſu gegruͤndet/ mit wahrem Glauben sraßen —“ 1 e —)”“ſ—, b— 4 9 ——— 2 1.10 heneees he⸗er 8 110 Vonddem Nutzen mit Paulo ſagen/ Ich bin gewiß/ daß weder Todt noch Leben/ weder En gel noch Fuͤrſtenthum/ noch Gewalt/ weder Gegenwaͤrtiges noch Zu kuͤnfftiges/ weder Hohes noch Tieffes/ noch kein ander Creatur/ mag mich ſcheiden von der Liebe G Ottes/ die in Chriſto Jeſu iſt/ meinen HErrn. Rom. 8. verſ.3 8. ſeq. Dieſes alles faſſet Salomon in unſn verleſenen Spruͤchlein zuſammen/ auß welchem wir wollenbetrachte Was wir von rechtſchaffener Bekaͤntnuͦß unſer Suͤnden b fuͤr Nutzen und Vortheil haben. 5 Der grundguͤtige Gott gebe ſeine Gnade daß wir ſaͤmptlich deſſen hh hafftig werden/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. b Erklaͤrung. Wir haben alhie: I. Noſtrum debitum: Unſer Schuldigkeit: Dieſelbe beſſehen 1. In peccati confeſſione: In Bekaͤntnuß unſer Sunden. Wer ſeine Suͤnde bekennet: Dieſes Bekaͤntnuͤß muß nicht allen fuͤr den Dienern Gottes geſchehen/ welches auch ſeinen groſſen Nuhmn hat: Dann obwohl ein Prediger/ auch auff der Cantzel/ das Giſezund Evangelium lehret/ ſolaͤſſet ers doch dabey bleiben) uͤbet/ fragen forſchet niemand/ wie ers faſſe/ kan auch nicht ſehen wo es feilet/ wann er weiter troͤſten oder ſtraffen ſolle/ weilen er keine ſonderliche Perſon fuͤr ſich hau die er uͤben mag: Noch faſſet ers viel ſtaͤrcker und gewiſſer/ wanns jhmi⸗ ſonder heit/ als einer eintzelen Perſon geſagt wird/ ſchreibet der) Err lu⸗ therus. Sondern inſonderheit und fuͤrnemlich fuͤr Gott: Alſo bekante Moſes fuͤr Gott die Suͤnde der Iſraeliten/ und ſagte: Ach diß Volck hat eine groſſe Suͤnde gethan. Exod. z2. v. 31. Vnd muſte der Hohe⸗Pne⸗ ſter/ alle Miſſethat und Vbertretung deß Volckes/ in allen jhren Siin⸗ den/ auff den Verſuͤhnbock bekennen. Lev. 16. v. 1. Vnd erfodert Goll daß wir ſollen dekennen unſer Miſſethat/ damit wir uns an jhm verſuͤn⸗ diget/ und jhm entgegen gewandelt haben. Lev. 26, v. 4w0. Wie die Iſta⸗ liten mit feurigen Schlangen von Gott geſtraffet/ bekanten ſie/ daßſſi wider Gott geſuͤndiget/ und ſie wider Gott und Moſen geredet hatten. Num. 21. v. 7. David thut deß gleichen und ſpricht: An dir allein dnn ſo lſſer as doch deöabaha in lan auch nicht ſchmdoſit Rom. 12. v. z. Er hat ſich ſelbſt fuͤr uns gegeben/ auff daß er uns erloͤſete de wain e keneſendalchge ſaſſat as vuiſrirtkua nacln Poſon geſagtnud ſt ſenderhet un furmmichſte Sünde dar Ißactum whſ. artdar Erod 1.7 1Dn Vbemrungdeß Vaiksſu dock hekamm(o. S3u M unfa 7 2 n arandctt ut, eenwan Gangtte und ſie nc denwuf urdefglachauepc b der B er aͤntnuͤß der Suͤnden. 11I geſuͤndiget und uͤbel fuͤr dir gethan. Pſ. 71. v. 6. Und dieſes Bekaͤntnuß e⸗ e zan kodere Salomon inſonderheit. 2. In peccati omiſſione. In Unterlaſſung der Sunden Wer ſeine Suͤndelaͤſſet; Es iſt nicht genug ſeine Suͤnde erkennen und beken⸗ nen/ ſondern es muß auch dabey ſeyn ein ernſtlicher Vorſatz/ und aller⸗ moͤglichſter Fleiß die Suͤnde zu laſſen/ zu meiden und zu neiden: Laſſen muͤſſen wir die Suͤnde/ umb Gottes deß Vaters willen Dann derſelbi⸗ eiſt heilig/ und wir muͤſſen auch heilig ſeyn. Lev. 19. v. 2. Der iſt kein ott dem gortloß Weſen gefaͤllet. Pſalm.5. v.5. Wollen wir ſeine Kin⸗ der ſeyn/ muͤſſen wir an der Suͤnde ein hertzlichts Mißfallen tragen/ und daßhin uns bearbeiten/ daß er/ nicht wegen unſer boͤſen Wercke gelaͤſtert/ ſondern wegen guter Wercke gepreiſet werde. Matih. ⸗.v. 6. Der wird damit geehret/ wann wir viel Fruͤchtebringen. Joh.15. v. 6. Der hat uns in Jeſu Chriſto erſchaffen zu guten Wercken/ und uns zuvor bereitet/ daß w r darin wandeln ſollen Eph. 2. v. 10. Er hat uns nicht beruffen zur Unreinigkeit/ ſondern zur Heiligung. 1. Theſſ. 4. v. 7. Laſſen muͤſſen wit die Suͤnde umb unſers HErꝛn Jeſu Chriſti willen; Dann der hat uns erloͤſet auß der Hand unſer Feinde/ daß wir jhm dieneten ohne Furcht unſer Lebenlang/ in Heiligkeit und Gerechtigkeit/ die ihm gefaͤllig iſt. Lut. 1. v.74. leq. Der hat uns von der Welt/ und jhrem ſuͤndlichen Weſen er⸗ loͤſet. Joh. 1519. Und wil daß wir uns der Welt nicht gleich ſtellen ſolle. von aller Ungerechtigkeit und reiniget jhm ſelbſi ein Volck zum Eigen⸗ thum/ das fleiſſig waͤre zu guten Wercken. Tit.2. v. 4. In deſſen heilige Fußſtapffen ſollen wir treten. 1. Pet. 2.v. 21. Er iſt ja unſer ewiger Vater Eſa. 9. v. 6. Gleichwie nun fromme Kinder jhren frommen Eltern fol⸗ gen; Alſo muͤſſen wir auch dieſem unſerm allerwolthaͤtigſten Vater ge⸗ horſam ſeyn. Laſſen muͤſſen wir die Suͤnde/ umb deß heiligen Geiſtes willen/ dann der wohnet nicht in einem Leibe der Suͤnden unterworffen. Sap. 1. v. 4. Unſere Leiber ſollen ja deſſen Tempel ſeyn/ und wir ſind nicht unſer ſelbſt. 1. Corinth. 16. v. 19. Der wird aber durch die Suͤnde betruͤbet. Eph. 4. v.; 0. Wir huͤten uns/ O Chriſtliche Hertzen/ fuͤr einer alzuſchweren Laſtꝛ Was kan aber fuͤr eine ſchwerer Laſt als die Suͤnde ge⸗ funden werden? Daher Davidklaget: Meine Sunde gehen debi b Haupt/ —— ——— 4 4 Von der Nothwindigkeit 112 Haupt/ wie eine ſchwere Laſt find ſie mir zu ſchwer worden Pſalm z. v.. Wir meiden ja gerne gefaͤhrliche Kranckheiten: Was kan doch fa rine gefaͤhrlichere Kranckheit ſeyn als die Suͤnde: Artzt in die Haͤnde. Syr. 38. v. 15. Wir fuͤrchten uns/ fuͤr Schlan Schwert/ und verwundel das Niemand heilen kan. Spyr. 21. v. 2. ſogc Wer hat nicht ein hertzliches Abſcheuen fuͤr der Hoͤlle? Nun nime jadie Hoͤlle hinweg die da ſuͤndigen/ wie die Hitze und Duͤrre das Schnee Waſſer verzehret. Hiob. 24. v. ¼. Wer wolte dann nicht die Suͤndelaſ ken/ und ſich auffs fleiſſigſte fuͤr vorſetzlichen Suͤnden huͤten⸗ II. Noſtrum commodum: Vnſern Nutzen und Vortheil Wir ſollen Barmhertzigkeit erlangen; Gott wil ſich unſer erdar⸗ men/ und uns zu Gnaden auff und annehmen: Dann er iſt barmherti und gnaͤdig und gedultig/ und von groſſer Gnad und Treue/ derdalhe weiſet Gnade in tauſend Glied/ und vergibt/ Miſſethat/ Vbernrun und Suͤnde. Exod.34 v. 6. Er iſt von ſo groſſer Barmhertzigkn/ daßa uns nicht verlaſſen wil. Naß. 9. verſ. 7. So hoch der Himmeluͤber de Erden iſt/ laͤſſet er ſeine Gnade uͤber uns walten. Pſalm. 10;, verſen. Es zubricht jhm ſein Hertz in jhm/ daß er ſich unſer erbarmenmuß⸗ Jerem. 31, verſ. 0. Er beweiſet in der That/ daß ſeine Banmherzagkein ſo groß/ als er ſelber iſt. Syrach. 2. verſ. ult. Summa/ er iſt ein Vater der Barmhertzigkeit. 2. Corinth. 1. verſ. 3. Der reich bon Barmhertzigkeit iſi. Epheſ. 2. v. 4. Wir muͤſſen aber/ O Chriſili⸗ che Hertzen/ wol zuſehen/ daß wir ſeine Barmhertzigkeit nicht miß⸗ brauchen: Er erbarmet ſich zwar uͤber uns/ wie ſich ein Vater uͤber ſeine Kinder erbarmet/ uͤber die jenige/ ſo jhn fuͤrchten. Pſalm. 10. verſ. 13. Sonſten kan er ſo bald zornig werden/ als gnaͤdig er iſt/ und ſolcher ſein Zorn uͤber die Gottloſen hat kein Auffhoͤten. Sprach. verſ. 7. Es fuͤhret aber dieſe Barmhertzigkei GO TTES mitſich b b 1. Pecca- — ſeyn als de Wann uns GOh zuͤchtiget umb der Suͤnden willen/ ſo wird unſer Schoͤne wie von Mon ten verzehret. Pſalm. 39.v. 3. Wegen unſer Suͤnde geraißen witden h loͤwen /und ſcharffe Schweriat Die Suͦnde iſt emeboſe Schlang ii b men wir jhr zunahe/ ſoſticht ſie uns/ ihre Zaͤhne ſind wie Loͤwen Zaͤhn b und toͤdten die Menſchen/ ein ſegliche Suͤnde iſt wie ein ſcharſſe 2— ——-— — de unen — Been .. Saen Füina — an ſegc g. ea.haennh 9ℳ00.24. b 9 Wa rett esgeſtniecha a derzigtat md Gerd/ und Nrgbt 23. Eriſtrenſogyſf 1 N. daſ. ee ne iier uns rattn Ne Dan u ſm/ uß e ſchun —r bereſſer m der That daßſun 1 Soach:. urſ ut Em Sigfcnn. 2 Comth 1 no Ere n 4. Wr nſſa hen daß wir ſeine Arumg err ſich zwar ider uns niit Go dee ſjengt/ 592s or ſobald zornig vada ae G eꝛrloic ſa im Vfſs „ d duſ d. Damzanbs 2 Miſſethat ſeinem Volcke/ verſ. z. Er handelt nicht mit uns nach unſern Suͤnden/ und vergilt der Bekaͤntnuͤß der Suͤnden. 133 I. Peccarorum remiſſionem Vergebung der Suͤnden: Wann wir dem HERREN unſer Pbertretung bekennen/ ſo vergibt er uns die Miſſethat unſer Suͤnden. Pſalm. 32. verſ. 5. So iſt er uns gnaͤdig nach ſeiner Guͤte/ und vertilget unſer Suͤnde/ nach ſeiner groſſen Barmhertzigkeit/ er waͤſchet uns von unſer Miſſethat/ und reiniget uns von unſer Suͤnde. Pſalm. 1. v. 3. feq. Er vergibt die und bedecket alle jhre Suͤnde. Pſalm. 85. uns nicht nach unſern Miſſethaten/ ſondern/ ſo hoch der Himmel uͤber der Erden iſt/ laͤſſet er ſeine Gnade walten/ uͤber die ſo jhn fuͤrchten/ und ſo ferne der Morgen iſt vom Abend/ laͤſſet er unſer Vbertretung von uns ſeyn. Pſalm. 103. verſ. 10. leqqq. Wann un⸗ ſer Suͤnde ſchon Blut roth iſt/ ſol ſie doch Schnee weiß werden/ und wann ſie gleich iſt wie Roſin⸗Farbe/ ſoll ſie doch wie ſchoͤne weiſſe Wolle werden. Eſa. 1. verſ. 18. Er wil ſich unſer erbar⸗ men/ unſer Miſſethat daͤmpffen/ unnd alle unſere Suͤnde in die Tieffe deß Meers werffen: Mich. 7. verſ. 19. O der groſſen Barmhertzigkeit! O der allergnaͤdigſten Vergebung Sihe an/ O Chriſtliches Hertze/ die Exempel Davids/ Manaſſis/ Petri/ der Suͤnderin/ deß Zoͤllners und anderer mehr/ ſowirſtu die Barm⸗ hertzigkeit GOTTES/ in Vergebung der Suͤnden/ gleichſam mit Haͤnden greiffen koͤnnen: Aber huͤte dich/ huͤte dich/ fuͤr dem Mißbrauch dieſes groſſen Schatzes. Wie zum Bapſt Urbano ein Kriegs⸗Mann gekommen und gefraget/ ob er kuͤnte ſelig werden? Sol er geſagt haben/ nein/ deine Suͤnden ſeyn zu groß: So un⸗ Strign. muͤglich es iſt/ daß mein Biſchoffs⸗Stab/ den ich in meiner Hand conc.25. habe/ gruͤnen kan/ ſo unmuͤglich iſts/ daß dir deine Suͤnde ver⸗ ſup. 3. cap. geben werden: Wie nun der Kriegs⸗Mann hinweg gangen/ ſol der Jonæ. Stab gruͤnet haben. Behuͤte G O T T Wo die Suͤnde maͤchtig worden/ da iſt die Gnade GO TTES viel maͤchtiger worden. Roman. 5. verſ. 0o. Es iſt ja gewißlich war/ und ein theuer werthes Wort/ daß JESUS CHRIJS TllS auch in d Wl kommen iſt/ die Suͤnder ſelig zu machen. 1. Timoth.. verj. 15. P 2 2„Humi- Tit. in loc. Hi- ſtor. p. 295 ——II— 114 Von dem Nutzen 2. Humiliationem: Demuͤtigung: Wann einwahter Chn ſeine Suͤnde erkandt/ bekandt/ Reu und Leid uͤber dieſelbe getragen un der gnaͤdigen Vergebung Gottes ſeiner Suͤnde/ durch glaͤubige Er V greiffung deß Verdienſtes Chriſti/ theilhafftig worden/ gleich wie erſſh fuͤr allen Suͤnden billich fleiſſig huͤtet/ alſo auch inſonderheit fuͤr d Hoffart/ dann die ſelbe treibet zu allen Suͤnden. Syr. 10. v. 1z. Hing gen/ wann ein bußfer tiges Hertz ſeinen elenden gebrechlichen und ſaͤnd lichen Zuſtand er kennet/ ſo wircket die Barmhertzigkeit Gottes/ waht und jhm wolgefaͤllige Demuth/ bey demſelben: Da demuͤtiget ſich an ſer ſonſt unbeſchnittenes Hertze fuͤr dem HErrn. Ley. 26. v. 41. Daſehen wir unſer Hoffnung auff den HErrn/ und wenden uns nicht zu den Hoffaͤrtigen. Pſal. 40. v. z. Wir demuͤtigen uns/ mit Beten fuͤr d HErnn/ und bekehren uns von unſerm boͤſen Weſen. Jer. 36. v.). Wt trachten nicht nach hohen Dingen/ ſondern halten uns herunter zu di Nidrigen. Rom 12. v. 16. Dieſe Demuth waͤchſet nicht in Adams Gar⸗ ten/ ſondern die Barmhertzigkeit Gottes pflantzet ſie in unſerm Hetten. Dieſes betrachtet jene Churfuͤrſtin in Sachſen/ wie man bey jhtet Kranckheit im offentlichen Gebete ſie nicht nennen wolte/ hat ſie ge⸗ ſagt: Nein/ ich bin ſo wol ein arme Suͤnderin als andere/ laſſe GOt⸗ fuͤr mich bitten/ nicht daß ich laͤnger moͤge leben/ ſondern daßn mir ein ſeliges Ende beſchere. Das war eine Gott wolgefaͤllige Demulh walche alle ſtoltze Sonderlingewol betrachten ſollen. 3. Conſcientiæ exhilarationem; Erfreuung deß Gewiſſens. Wann wir unſer ſuͤndliches Weſen gebuͤhrlich empfinden/ ſo gehen wit krumm und ſehr gebuͤcket. Pſ.8. v.7. Wir duͤrffen unſer Augen niht froͤlich auff heben gen. Hiſliel. Luc. 18. v. 13. Weilen wir den der im Him⸗ mel ſitzet mit unſern Suͤnden erzoͤrnet haben: Aber wann wir Verge⸗ bung der Suͤnde durch die Barmhertzigkeit Gottes erlanget ſo hoff wir darauff/ daß Gott ſo gnaͤdig iſt; Vnſer Hertze freuet ſich/ daß tt ſo gerne hilfft Pſ. 33. v. 7. Da lobet unſer Seele den HErrn/ und wasin uns iſt ſeinen heiligen Namen. Pſal. 103. v. 2. Wir heben unſer Augen auff zu den Bergen von welchen uns Huͤlffe kompt/ unſer Huͤlffe aber kommet von dieſem barmhertzigen HErrn/ der Himmel und Erdenct⸗ ſchaffen hat. Pſalm. 121. v.z. Da gehet den Frommen das Anaeae⸗ 8. 3 roͤliche eenen enden Nen s dekandi Ra 4 a 8 neaaſtn ae 109n de neua en nacknn 2 aaneftin Gn 9,, Whenr — eden Dagm feämnſande 2e. Daß Danßncchen 3 tvichasvntaſe Das war eine Gettvaggjidg. at vol berachen ſolln cxhilarationem, Erfreuuna dckn Pf,An?. Wr defor Dduild 4u 8.n z.Waan Som azuͤmet habc ate rch de Bamßatigla ben 5 Nma Pſd a: 85 mfenntaen HOmh hes 1. Da grdedade — . 6 Whasa Te Ean der Bekaͤntnuͤß der Suͤnden. u; froͤllchen Gewiſſens auff von dem guaͤdigen und⸗ armhertzigen GOce. Pſal. 11 2. v. 4. b b 4 Certiſſimam vitææternæ expectationem: Die gewiſſe Er⸗ wartung deß ewigen Lebens: Dann wo Vergebung der Suͤnden iſt/ da iſt auch Leben und die ewige Seligkeit/ wie unſer Catechiſmus ſagt, Da wiſſen wir daß alle beſtaͤndig Glaͤubige/ nicht ſollen verlohren werden ſondern das ewige Leben haben. Joh. 3. v. 16. Laſſet uns dero⸗ wegen/ O Chriſiliche Hertzen/ mit dem hochloͤblichen Keyſer Rudolpho Il. ſagen: HErr Jeſu/ der du auch umb unſert willen Schmertzen ge⸗ b fuͤhlet/ und verachtet worden: Laßuns nur bald den lieblichen und froͤ⸗ Tit. in lichen Tag/ der da ewig waͤhren/ und kein Ende haben wird/ ſehen und loc. hi⸗ empfinden/ und iſt darauff ſelig entſchlaffen: Ach/ das gebe uns auch ſtor. pag Gott der Vatter/ durch die Gnade deß heiligen Geiſtes umb Jeſu Chri⸗ 762. ſti willen Amen/ Amen.— Ddiiee neunzehende Predigt. DE CONFESSIONIS IMPEDIMENTIS. Diie Verhinderung der Bekaͤntnuͤß der Suͤnden. Syr. 4 v. 31. Schaͤme dich nicht zu bekennen/ wo du gefeh⸗ et haſt/ und ſtrebe nit wider den Strom. S ſpricht der gerechte Gott Hoſe ⸗.v. i alſo: Ich b wil wiederum an mieinen Ort gehen/ biß ſie jhre Schulder⸗ kennen/ und mein Angeſicht ſuchen. In dieſen Worten J. habenwir: b b b I. Dei averſionem; Gottes Abwendung von uns Men⸗ ſchen: Da gehet er wiederum an ſeinen Ort/ wann er uns ſeine gnad⸗ reiche Gegenwart entziehet: Dann gleich wie ein ſothanes Kommen Gottes iſt eine Anzeigung ſeiner Gnade/ aſo iſt ſein Hingehen ein Vor⸗ botte ſeiner Vngnade: Deß wegen ſagt Gideon zum Engel; Iſt der HErr mit uns/ warum iſt uns dann ſolches les wiederfahren? Jud. 6. 3 P. 13. — 9. 13. Das iſt/ warumb hater uns die Wirckung ſeiner Gnaden⸗G genwart entzogen? Da heli Gott ſtille/ und ſchauet in ſeinem Sit/ eine Hitze die den Regen außtrucknet/ und wie ein Meel⸗Thau/ inda Hitze der Erden. Eſa. 18. v. 4. Er verdecket ſich mit einer Wolcken/ di b kein Gebet hindurch kann. Thren. 3. v. 44. 2. Dei reverſionem: Gottes genaͤdige Wiederkunfft. wil mit ſeiner gnadreichen Gegenwart uns wieder erfreuen: 1. In debiti agnitione: Bey Erkentnuͤs unſer Schuld: E& iſt fuͤr Gott niemand unſchuldig. Exod. 34. v. 7. Vnd ob wir ſchondi ſelbe eine Zeit⸗lang verbergen und nicht erkennen wollen/ ſo heiſſa doch: Gott du weiſt meine Thorheit/ und meine Schulde ſind dir nicht verborgen. Pſ. 69. v. 7. Muͤſſen derwegen taͤglich ſeufftzen: Vergib/ vergib/ und hab Geduld/ mit uns Armen und Schwachen/ Laß deinen Sohn all unſer Schuld/ durch ſein Nr dienſt ſchlecht machen. 2. In facie Dei quæſitione; Wir muͤſſen Gottes Angrſiht ſuchen: Durch Gottes Angeſicht wird alhie verſtanden Gottes Huld und Gnade/ wann er ſolches uͤber uns leuchten laͤſſet/ ſo iſt er uns gnaͤ⸗ dig. Num. 6. v. 25. Und vergibt uns alſo unſer Suͤnde: Wann cruͤber uns erhebet das Liecht ſeines Angeſichtes/ ſo erfreuet er unſer Hertze. Pſal. 4. verſ. 7. leq. Dieſes ſein Angeſicht wird geſucht und gefunden durch wahren Glauben: Dann glaͤubige Hertzen fragen nach dem Hrren/ und nach ſeiner Macht/ und ſuchen ſein Antlitz allewege. Pſal. 105. v. 4. In Betrachtung dieſes/ ſollen wir uns nicht ſchaͤmn unſer Suͤnde zu bekennen/ und nicht wider den Strom der gottlichen Gnade ſtreben; Dazu vermahnet uns Sirach/ auß welches Woßm wir anſehen wollen: b Die Verhinderung/ ſo viele von Bekaͤndnuͤß ihrer Suͤnden abhalten. Der barmhertzige Gott verleihe uns ſeine Gnade/ daß wir dieſe Va⸗ hinderung erkennen/ und auß dem Wege raͤumen mogen/ und Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erkla —õ ͤr — 1 Da„ 2* — der Bekaͤntnuͤß der Suͤnden. 117 d. reex Ldenang., muiſe Sone chka. T.= Tetan. Es verhindern uns/ driſtliche Hertzen/ an unſer Suͤnden en Tnsn n Bekaͤndnuͤß: b drachen Sonts gna 1. Mala verecundia; Böſe Schamhafftigkeit; Schaͤme dich — nicht zu bekennen: Man kan ſich alſo ſchaͤmen/ daß man Suͤndeda⸗ 2 Sanane. Bg iin ran thut/ man kan ſich auch alſo ſchaͤmen/ daß man Gnade und Ehre end unſchudg S ahnasd davon hat/ ſagt Sirach cap. 4. v. 25. Freylich/ freylich/ kan man ſich al⸗ 3 verdergen und 3tar Re ſo ſchaͤmen/ daß man Suͤnde daran thut/ wie alle Unbußfertige/ nicht N menne Therhat uade e allein mit Ubertrettung deß Geſetzes Gottes ſich verſuͤndigen/ ſondern .7. Müſſen— auch daß ſie wegen ſolcher Ubertrettung ſich nicht ſchaͤmen wollen/ und er mäat alſo Suͤnde mit Suͤnden uberhaͤuffen: Man kan ſich auch alſo ſehaͤ⸗ men/ daß man Ehre davon hat/ nicht allein in weltlichem Leben/ darinn Schwacha/ an die Schamhafftigkeit offt groſſe Ehre bringet: Wie Di ogenes einen„s emnen Sohn all merSduh Juͤngling geſehen/ der etwas unhoffliches gehoͤret/ und daruͤber roth pag. 87. dienſt ſcclechtmachm. und ſchamhafftig worden/ hat er zu jhm geſagt: Sey getroſt/ mein De eeeeee e. Sohn/ dieſe Farbe iſt ein Anzeigung der Tugend. Sondern auch in e none Urmiſas geiſtlichen Sachen/ daman ſich billich fuͤrchten und ſchaͤmen muß/ fuͤr Wühes Wsrſichenid ahemind denjenigen/ ſo Leib und Seel in die Hoͤllen verdammet. Matt. 10. v. 28. cr ſeiches üͤbqrun aachlit Bey den kleinen Kindern/ wann ſie uͤbels gethan/ aͤſſet ſich eine natuͤr⸗ Und verabt unsalpuſreih liche Schamhafftigkeit ſehen/ wann ſie vermercken/ daß es die Eltern de fanes Anggſichets/pafe gewahr werden: Warumb ſolten wir uns dann fuͤr unſerm himliſchen Duſes ſem Irſicherni Vatter wegen unſer lbelthaten nicht ſchaͤmen; Sintemal wir wiſſen/ 8.4 tunr aee daß ſeine Augen viel heller ſeyn als die Sonne/ und auch in die heimli⸗ dſone Macke/ ud ſain al che Winckel ſchauen. Sir. 23. verſ. 27. Ach! Was ſind wir frech/ kuͤhn — ſlnnn und unverſchamt/ wann wir ſuͤndigen; Aber was wird ein groſſer Wi⸗ Daachansduſe⸗ 1 derwille/ Verdruß und Schamhafftigkeit bey uns gefunden/ wenn wir amen/ und mcht namen unſer Suͤnde ſollen bekennen? Da wir doch von dem Bekaͤndnuͤß Eh⸗ azu vamahnet uns Srahaft re und Gnade/ aber vom verſchweigen lauter Hertzleid haben/ wie Da⸗ vid bezeuget. Pſal. 32. v. 3. Derhalben/ wann wir wahre Chriſten ſeyn .7 vickebend ⸗wollen/ muͤſſen wir uns ſchaͤmen/ und auch nicht ſchaͤmen: Wir muͤſſen inderung /ſo uns ſchaͤmẽ unſer Suͤnde: Schaͤmen muſſen wir uns/ wañ wir an unſer Hrer Suͤnden abhatn. fuͤndliche Wege gedencke. Ezech. 16. v. 61. Wir muͤſſen uns ſ chaͤmen uñ . A eeErn lt ſchamroth werdẽ/ uͤber unſerm boͤſen Weſen. Ezech. 36. v. 2. Wir muͤſ⸗ da v unsſan riur ſen uns ſchaͤmẽ unſer Miſſethat. Ezech. 43. v. 1. Wir muͤſſen uns aber nen/ und auß dem auch nicht ſchaͤmẽ wañ wir geſuͤndiget haben/ unſer Suͤnde zubekennen: ic Amg.. Owie 118 b Diie Verhinderung O wie viel ſchaͤmen ſich nicht jhre Suͤnde zu vollbringen/ aber ſchaͤmn ſich dieſelbe zu bekennen Die haben ein Hutenſtirn/ und wollen ſi nicht ſchaͤmen. Jerem. z. v.z. Die wollen ungeſchaͤndet ſeyn/ und woln ſich nicht ſchaͤmen. Jer. 6. verſ. 15. Ach deß elenden Zuſtandes ſolch In ſentẽt. Menſchen Cur te pudet peccatum tuum dicere, quem non puqut fol.(mihi) facere? ſagt Bernhardus: Das iſt: Warum ſchaͤmeſtu dich dan . Suͤnde zu bekennen/ da du dich doch nicht geſchaͤmet/ ſie zu verrichta Wann wir uns ſchaͤmen unſere Suͤnde zu bekennen, ſo koͤnnen wit nen gnaͤdigen Gott haben/ weilen wir ſeinen Zorn wider die Suͤnde va⸗ achten: Wann wir uns ſchaͤmen unſere Suͤnde zu bekennen/ ſo hahn wir keinen Fuͤrſprecher an Chriſto: Dann gleich wie ein Fuͤrſpnchn ſich keines Beklagten annimt/ es werde jhm dann die Sache/ darum verklaget/ entdecket: Alſo kan ſich auch der Sohn Gottes unſer nic annehmen/ wir offenbahren dann unſer Suͤnden⸗Schuld. Wannwit uns ſchaͤmen unſer Suͤnde zu bekennen/ ſo haben wir den heiligen Gaſ nicht zum Einwohner unſers Hertzen; Denn der wohnet nicht manen Leibe der Suͤnden unterworffen. Sap.. v. 4. Ach huͤte dich/ O Chnſ liches Hertz/ und bedencke deß Teuffels Liſt und Boßheit: Wanndu ſuͤndigeſt/ ſo nimt er alle Scham von dir weg/ daß du ohne Scheuund Scham ſuͤndigeſt/ wann du von deinem Suͤndenfall wieder auſſſehen ſolt/ ſo machet er dich ſchamhafftig und alſo unverſchaͤmt zum Boͤſen und ſchamhafftig Gutes zu thun: Oder groſſen Liſi Gedencke doch O Menſch/ daß uns Gott mit Laternen wil durchſuchen/ und die keut heimſuchen/ die auff jhrem Hefen(in fleiſchlicher Sicherheit wegen ſj⸗ rer Suͤnde) ligen/ und ſprechen in jhrem Hertzen: Der HER tſd weder gutes noch boͤſes thun. Zeph. 1. v. 12. Gedencke doch/ daß alles fut ſeinen Augen bloß und entdecket ſey. Heb. 4. v. 13. Du muſi aber/ 0 1b. z. de Chriſtliches Hertze/ nicht in die Bellarminiſche/ Baͤpſtiſche Thorhel pœnitent. Wwelcher ſchreibet/ daß die jenige Schamroͤthe/ ſo bey der Bekaͤntnit cap. 12.§. unſer Suͤnden bey uns herfuͤr breche ſey ein Theil deß Gnuglhuns Sed præ fuͤr das jenige was wir durch die Suͤnde verlohren: Behuͤte GOlt cipua. ſolcher Thorheit; Der Sohn Gottes hat Schmach/ Schande und b Scham/ zur Außtilgung unſer Suͤnden außgeſtanden. Pſ 69. v 10. II. Delictorum reticentia Das Verſchweigen der Siinde — De hama zad Die Verhinderung b 119 nn. 3 33 Nerane Wir haben gefehlet; Vnd wollen gleichwol unſer Fehle weder erken⸗ 1. daſ 15. ne nen noch bekennen: Wir ſolten billich ſagen; Wer weiß wieofft er fehlet/ — eeeatumtune verzeihe mir HErꝛ die verborgene Fehle. Pſ. 19. v. 13. Aber da wollen viele „: Dasi: Dan ihre Fehle lieber verſchweigen/ als bekennen/ und ſolches komt her; en dadudechdechnch 1 Ex malitia Diabolis Auß deß Teuffels Boßheit: Der haͤlt dammunfan Stnettn ſie gefangen in ſeinen Stricken/ zu ſeinem Willen. 2. Tim. 2. v. 26. Der dauſehm dalaef Teuffel machet ſolche Leute blind; Gleichwiedie Raben an einem Aaß der uns ſchaͤmm mim— erſtlich die Augen außgraben: Alſo verblendet der Satan ſolche Leute: 3 1 — Shnſer Dmgze gelu.2 Cor 4..4. Darin der allergutigſie Gottallen bußferigen Sun⸗ 4 n daneſpahme dern ſeine Gnade/ Vergebung der Suͤndẽ/ wahre Gerechtigkeit/ die Kind⸗ ct: Aſo kan ſich auch ia Eit ſchaft Gottes und die ewige Seeligkeit verheiſſet. Gleichwie die Philiſter 89 m dannunſa Stane dem Simſon erſtlich die Augen außſtachen/ daß ſie jhn hernach toͤdteten; ſcr Sunde zu Kkemaſſoſchand Alſo thut auch der leidige Satan: Quanto minũs ſe quis videt, tantò odna unſos Harta. Danrn muntavorffm Sap n uſ ſihet/ ſe weniger er jhm ſelber gefaͤllet: Welches wir ſehr wol haben in acht ral. zu nehmen. Der Teuffel machet ſolche Leute taub. Gleichwie einer ſo ei⸗ . Tauffts(impde ne Stadt belaͤgert/ alle Wege derſelben verſperret: Alſo thut auch der cham demhn i Satan; Wann ſolche Leute ſchon zur Buß und Bekaͤntnuͤß ermahner N undu von danen Sätajlr werden/ ſo machet ſie der Teuffel wie taube Ottern/ die jhre Ohren zu⸗ dich ſchamdaffng undaſumaiht ſtopffen. Pſ. 58. v.. Der Teuffel machet ſolche Leute ſtum: Gleichwie 3 Buneszu chun Odagrſalh der Wolff das Schaaff alsbald an die Kehlen greiffet/ daß es keinen Ge⸗ uns Hoimit Laanmoldatit laut von ſich gebe Alſo machet der leidige Satan viele ſprachloß/ daß ſie uff hran Hdfwnſlaſchcheen mit dem Bekaͤntniß jhrer Suͤnden nicht herauß wollen. Der Teuffel a und ſerache i prem hemd machet ſolche verzweiffelend/ daß ſie in jhren Suͤnden endlich verzagen/ — wie an Cain/ Saul/ Achitopel und Juda zu erſehen. Laſſet uns derwe⸗ — gen/ O Chriſtliches Hertze/ deß Teuffels Liſt und Boßheit erkennen/ K uchtmdie Belammnſſd und bekennen. b duß du jcnige Scda 2. Ex hypocriſi: Auß Heucheley: Ob zwar ſolche Heuch ler jhre g uns hafir briche ſch ad Gunde bekennen/ ſo gehets jhnen doch nicht von Hertzen/ und haben auch enr dunch de Sänenin keinen Vorſatz ſich hinfuͤrouͤr Sunden zu huͤten: Solche thun wiedie Da Soßn Gotus d Stat Iſraeliten/ die bekanten daß ſie ſich an dem HErrn verſuͤndiget/ aber wie uizung unpe S ainden auͦgit jIhnen Gott alsbald darauff verbolh/ ſie ſolten nicht hinauff ziehen/ und um truccnt Dasde. A. wider Er verblendet jhre Sinne/ daß ſie nicht ſehen das helle Liecht deß Evan⸗ minus ſibi displicet, ſagt Gregorius; Das iſt/ Ie weniger einer ſich ſelber lib 35.m0- Cap. 2⸗ in und unſere Fehle mit demuͤtigem und wehmuͤtigem Hertzen erkennen Crell. prompt. Bibl. in voce Eu- phrates. Zwing. Vol. 2z. pag. 3944 ͤſͤ Die Derhinderung den/ die in verachtung Gottes/ in fluchen/ in ungehorſam gegen ihre E⸗ ten/ Obrigkeit und Prediger/ in Haß/ Neid/ Feindſchafft/ in Hura und Vnzucht/ in Geitz und Betrugihres Nechſten/ in Luͤgen und vi, leumdden leben/ kommen zwar zum Beich⸗ſtuel/ und bekennen euſſerlic ſich fuͤr arme Suͤnder/ aber nicht zu dem Ende/ daß ſie ein ernſilichen Vorſatz haben ſolten/ von ihren Suͤnden abzuſtehen/ ſondern daß ſiede wider ihre Feinde ſtreitten/ da wurden ſie alſbald wider Vngehorſag dem Munde deß HErꝛn. Deut. 1. v. 41. ſoq. O wie viel werdengefin ſto freudiger auff Rechnung ſuͤndigen moͤgen. Die ſind gleich d Hunden/ ſo da wider freſſen/ was ſie geſpeyet/ und den Saͤuen ſo ſich nach der Schwemme wider im Koth weltzen. 2. Pet. 2. v. 22. Laſſeuns/ O Chriſiliche Hertzen/ dieſe Heucheley wie den Teuffel ſelbſt maden/ und wie die Juden/ nit allein bekennet/ daß ſie ſich an Gott verſuͤndign/ als ſiefrembde Weiber genommen/ ſondern auch dieſelbe wuͤrcklich a⸗ geſchaffet. Eſr. 10. v. 2. ſeq. Alſo muͤſſen wir auch die Suͤnde/ als an Fremddes/ dadurch Gott zu Zorn gereitzet wird/ wuͤrcklich neiden und abſchaffen/ waſchen uns/ reinigen uns/ thun unſer boͤſes Weſen on Saftee Nunenelaſſen ab vom Boͤſen/ und lernen Gutes thun. Eſal. ver 16.. 3. Gratiæ divinæ obſtacula: Das widerſtreben der Gnade Gottes; Vnd ſtrebe nicht wider den Strom: Die Gunade Gottes iſt wie ein herrlicher/ lieblicher und fruchtbahrer Strom: Der Fluß Euphrates oder Phrath/ hat ſeinen Namen von der Fruchtbarkeit weilen er das umbligende Land ſehr Fruchtbar machet. Pactolus ein Fluß in Lidia, ſo auß dem Berge I molo flieſſet/ iſt ſehr reich von Golde/ welches er als Sand mit ſich fuͤhret. Aber dieſer Strom der Gnaden Gottes iſt viel herꝛlicher/ liebreicher und fruchtbarer/ als all Stroͤme auff Erden: Gleich wie ein Strom ſeinen Urſprung auß der Erden hat: Alſo hat die Gnade Gottes jhren UIrſprung auß demgna⸗ digen und vaͤterlichen Hertzen G Ottes/ alſo/ daß ſein Hertze in ihm bricht/ daß er ſich unſer erbarmen muß. Jer. 31. v. 20. Darumb wud ſie die hertzliche Barmhertzigkeit unſers G Ottes genant. Luc. 1J. verſ. 78. Gleich wie ein Strom ein ſuͤſſes und liebliches Waſſer gibt: Alſo hatcs eine Beſchaffenheit mit der Gnade Gottes: wann wir derſelben genieſ⸗ ſen/ ſo ſchmecken und ſehen wir wie freundlich der Er iſ:pfat 3 —= eͤe ——y Jh———— e Denßekan 8 unaſ nn. Deut. . 4. kumz Gottez iea sund Danag jn munen zwar un A&☛3 A ff Nechaung h W 9. v. 2. e. Alſo ich Gecrzu Jorn drede nicht wider den Etremd dcr lcducher und fruchthare Ddraud/ dat ſanm Nummy udhamnde Land ſehe Fruchöru dauß dam Barge Imobſſtfi e als Saomtſichfuͤhrn. de⸗ t vicl henüchc/ libreichawi In: Gierch wie em tn fenl at du Gande Gottes ſpeml den Mrem G Duts 1 6 mſer ardarman muß. Jc ta araant unſcrs GOmm⸗ vin en ſuͤſſes und— mt der Gnade— id ſehen wu wiffamhehhne n 1 1 ditacul Das voͤri 3 der Bekaͤntnuͦß der Suͤnden. Q 2 Die 121 8 Wir werden getraͤncket mit Wolluſt/ als mit einem Strom. Pſal. 36. 1 Aad Meilen von der Stad Cæſarea Philippi, ein Brunn ſein ſoll/ Phiala ge⸗ Didac. u dmSa werd auch nimmer Kleiner noch Groͤſſer/ und ſoll derſelbe ein Vrſprung Triade Archont. Coſm. p. 2·Pag. 1 97. Von der Baͤpſtiſchen Die zwantzigſte Predigt. DE PONTIFICIORVM CONFESSIONE. Von der Baͤpſtiſchen Bekaͤndnuͤß der Sunden. Pſal. 19. v. 13. Wer kan mercken/ wie offt er fehlet? Verzeß mir Herr die verborgene Nehle. einer fuͤrkommen/ ſo jhm zehen tauſend Pfund ſchuldigge⸗ I0 weſen: Damit wird uns fuͤrgeſtellet: 1. Peccati gravitas; Die Schwere der Sunden; Vieleſchè⸗ tzen die Suͤnde gar leicht/ und vermeinen es habe nicht viel mit jhn u bedeuten/ welcher falſcher Wahn auß dieſem Grunde herruͤhret/ daß wie es leicht ſey Suͤnde zu begehen/ alſo ſey es auch derſelben wieder loß zu werden: Ach nein Unſer Suͤnde ſind nicht Aſchen ſchwer/ neht Quintlein ſchwer/ nicht Loth ſchwer/ nicht Untzen ſchwer/ ſondenſie ſeyn Pfund ſchwer; Sie ſind eine ſchwere Laſt. Pſal. 38. v.. Sidru⸗ cken hart. Pſ. 65. v. 4. Dann durch die Suͤnde laden wir auff uns den ſchweren Zorn Gottes/ den ſchweren Fluch deß Geſetzes/ die ſchwere Gewalt deß Teuffels/ Hoͤllen und der ewigen Verdamnuͤß; OSiͤn⸗ de/ Suͤnde/ wie biſt du ſo ſchwer Wie biſt du doch ſo ein ſchweres llbele 2. Peccati inſolubilitas: Wie unzehlbar der Sunden Schuld ſey: Zehen tauſend Pfund halten etzliche Gelahrte/ fuͤr 100./ etzlichefut 90./etzliche fuͤr 60. Tonnen Goldes: Laß es nur 60. ſeyn/ ſo wirds doch einem jeglichen fuͤr ſeine Perſon/ ohne frembde Zulage/ zu bezahlenohn⸗ muͤglich ſeyn: Da mages wol heiſſen; Was kan doch ſeyn fuͤr groͤſſer Pein/ Alss nichts habn und viel ſchuldig ſyn. In China iſt der Gebrauch/ wann ein Schuldener auff angeſetzten Ta⸗ min nicht bezahlet/ wird er zum erſten mahl ein wenig gegeiſſelt/ haͤlter den andern Termin nicht/ wird er ſaͤrcker gegeiſſelt/ und dieſe Euuſf b wi ₰ Ir leſen Matth. 18. v. 24. ſeqg. Daß wie der Ko⸗ O nigaller Koͤnige mit ſeinen Knechten rechnen wollen/ jn —— rirCiOTA Bekaͤndnuͤß der Suͤnden. 123 Bäne wird immerfort gedoppelt/ biß er bezahlet. Solchen aber kan noch durch L dyſiiſchen Dtäeu d guthertzige Leute geholffen werden: Aber allhie iſt keiner zu finden/ nur de allein Jeſus Chriſtus/ der harfuͤr uns bezahlet/ was er nicht geraubet nh. hatte. Pſal. 69.v.6.— b er ckan wie 3. Peccati pluralitas; Die Vielheit der Sunden: Es ſeyn nicht „ offt 1 fa allein Pfund Schulde/ ſondern auch zehen tauſend Pfund Schulde; Errdie vard Auff tauſend koͤnnen wir nicht eins antworten. Hiob. 9. verſ. 3. Unſer orgene Miſſethat iſt kein Ende. Hiob. 22. verſ./. Mehr als Haar auff unſemm * im Nanhenn E h Haupt. Pſal. 40. v. 13. Mehr als Sandes am Meer. Orat. Manaſſ. ier Nonige a ea hv.9. Daß wir wol ſagen mogen:“ — adchn b Ach HErꝛ fuͤr deinen Augen rein/ Dan 7 hamjaſ Wir nichts dann Schuld und Sünde ſeyn/ mnut wad unsftagſtt Dieſes bezeuget auch David in verleſenen Worten/ auß welchen wir hu eSchwardasin wollen beſehen. Aaa nm n Wie daß kein Nenſch alle ſeine Sunde erkennen daie nes und bekennen koͤnne. an Ainfer Sände ſeg ateae Der Allerhoͤchſte verleihe uns ſeine Gnade/ daß wir unſer Unvermo⸗ mrhtloch ſchwa nchellnaſt genheit erkennen/ und zur Fuͤlle der Gnade Chriſti uns mit wah⸗ Seſind emeſchwarlatdae em Glauben halten moͤgen/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. N 4. Dann dunchdeStertern Erklaͤrung. es/ den ſchwam Fluchdeia Es ſeyn die Baͤpſtler in dieſer falſchen Meinung; Es muͤſſen alle Heucunddam in Suͤnde/ und inſonderheit die Tod⸗Suͤnde von bußfertigen bekant wer⸗ duſo ſchwar Webiſtdudache den/ und verfluchen diejenigen/ ſo dawider diſputiren/ wie beym Bellar- lib..de he Weunzehbaie mino zu leſen. Aber wann wir den verleſenen Spruch anſehen/ haben pœnitent. fund hatemeüche Gatni wir auch auß demſelben gewiſſe Fundament/ daß jhre Meinungfalſch ⸗P.2.§.r⸗ deselak are Undirrig ſey/ und ſolches beweiſet: Tema Ge—. 2 I. Comm ſahee he Vee Unſer gemeiner Zuſtand; mne Darſon ohnrfnmbae Wer; Das iſt/ wer iſt doch unter uns Menſchen? Es iſt ſonſten unter ags pel deiſſn ea uns Menſchen ein groſſer Vnterſcheid; Der eine iſt im hohen/ der an⸗ doch ſenn fürguſſe Pen der im mitlern/ der dritte im niedrigen Stande; Der eine iſt Reich/ der dabnund viclſchudigit ander Arm; Der eine iſt Gelahrt/ der ander Vngelahrt/ und alſo fort⸗ auch waman Schume an: Aber/ was den Suͤnden⸗Stand betreffen thut/ ſind wir alle(den ada zumgfte— HErꝛn Chriſtum außgenommen) unter demſelben begriffen/ das/ icht/ ud cr ſiärcazeft C wann 124 Von der Baͤpſtiſchen Bekaͤntnuͤß wann wir ſchon ſagen/ daß wir gerecht ſeyn/ ſo verdammet uns G0u doch/ und/ wir ſeyn fromm/ ſo machet er uns doch zu Unrecht. Hioh. verſ. 20. Es kan kein Menſch fuͤr GO TT gerecht ſeyn/ undes ki nicht rein ſeyn eines Weibes Kind. Hiob. 25. verſ. 4. GO TT find unter allen Menſchen Kindern keinen der guts thaͤte. Pſalm. 14. verſ⸗ Alle Heiligen muͤſſen jhn umb Vergebung der Suͤnden bitten. Pſaim 32. verſ. 6. Es kan niemand ſagen; Ich bin rein in meinem Herza und lauter von meinen Suͤnden. Prov. 20. verſ.. Es iſt kein Wianſh auff Erden/ der Gutes thue/ und nicht ſuͤndige. Eccleſ. 7. verſ 21. h dieſem iſt kein Unterſcheid/ wir ſind allzumahl Suͤnder/ und mangin deß Ruhms/ den wir fuͤr Gott haben ſollen. Rom. 3. verſ. 2z. Welc nun alſo alle Menſchen arme Suͤnder ſind/ ſo kan ſich niemand auß ſe⸗ cher Zahl außwicklen/ und weilen der Suͤnden ſo viel ſeyn/ kan niemand wiſſen/ wie offt er/ auch in Todi⸗Suͤnde/ gerathen und kom men ſey. II. Intellectus noſtri corruptio; Die Verderbungunſers Verſtandes: Wer kan mercken? Gleich wie unſer Verſtandin Erkaͤntnis Gottes/ alſo iſt er auch in Erkaͤntnis der Suͤnden/ undde⸗ ſelben Eigenſchafften greulich verfinſtert/ wann wir ſie nicht nach dem Liecht deß goͤttlichen Wortes beſehen und betrachten: Deſſen haen wir ein augenſcheinlich Exempel an den Baͤpſtlern ſelber; Die halten dafuͤr daß etzliche Suͤnde/ an und fuͤr ſich ſelber venial und vergeblich ſeyn/ und extendiren dieſe Gattung der Suͤnden auch ſo weit daßſi Todt⸗Suͤnde auch unter denſelben mit begreiffen/ da doch eine ſegliche Suͤnde/ wie gering ſie auch iſt/ jhrer Natur und Beſchaffenheit nach den ewigen Fluch und Verdamnis verdienet/ wie zu ſehen. Deut.*. verſ. 26. Gal.3. verſ. 10. Wie wiſſen ſie dann/ was ſie bekennen ſollm Es gehet bey ihnen viel Abgoͤtterey und andere Suͤnde umb/ o ſiefuͤ keine Suͤnde/ ſondern lauter Gutes halten/ ja der fuͤrnehme Thellſſ⸗ res Gottesdienſtes iſt Wie wiſſen ſie dañ was ſie bekennen ſollenSehen wir auch fromme und rechtſchaffene Chriſten an/ ſo befinden wit 3 b ondet⸗ —= kan ben un ſo d der Suͤnden. 125 — as ade hordalh die Suͤnde gegen das erſte Gebott deß Geſetzes Gottes/ als da Dees Knd A ſeyn fleiſchliche Sicherheit/ Mißtrauen gegen Gott/ Unglaube und Andan fena dergleichen/ jedoch die vornehmſte Todt⸗Suͤnde ſeyn/ weilen ſie recht lda un Das nlegegen GO TT begangen werden/ von denſelben nicht gebuͤhrlich er⸗ 1— e eeend werden koͤnnen: Dann der natuͤrliche Menſch/ ſo ſeinem na⸗ 10 —— Senda dir euͤrlichen Eingeben folget/ weiß nicht was deß Geiſtes Gottes iſt. — thus un ncht dn dr. Corinth. 2. verſ. 14. Unſer Verſtand iſt verfinſtert/ und ſind ent⸗ dr ſt G vn fremdet von dem Leben das auß GOTT iſt. Eph. 4 verſ. 18. Ja/ Beug ſela la wann wir der Suͤnden den Zaum gantz ſchieſſen laſſen/ ſo ſind wir vickien danne Stzaaſesſies nur Finſternis. Epheſ. 5. verſ. 8. Wie koͤnnen wir dann wiſſen wie offe offt g, an d nan wir uns gegen Gott verſuͤndiget? Und dazu kompt die Entſchuldi⸗ dn Teem gung der Suͤnden/ dazu wir von Natur ſehr geneiget. . III. Delictorum multitudo: Die Vielheit der Vbertre⸗ e an gee ntung: Wieofft: Stelledich doch/ OChriſtiches Hettz fuͤr Moſio nans aiſo ha 20 m Sac nn Spiegel/ die heiligen zehen Gebote/ wie offt vergreiffeſtu dich mit Haffimn mau ha lren Gedancken, Worten und Wercken/ gegen das erſte Gebott/ mit dae Werde dehe has Zweiffe Mißtrauen/ Sicherheit und Unglauben? Wie offt miß⸗ Kenich Ernpalan n Shint braucheſtu den Nahmen Gottes und ſeines Sohns mit leichtfertigen de Ethde an wo ſc ſc 8 Reden/ mit Fluchen unnd Schweren? Wie offt unterlaͤſſeſtu urm diſß Gatangda Stene Gebet und Danckſagung da du es noͤtig haͤtteſt und hoch ſchuldig uchuomſchämete— wereſi? Wie offe entheiligſtu den Sabbath mit Gedancken/ Worteo 2 und Wercken? Gedencke an den Ungehorſam gegen das vierdte Ge⸗ us ſirauch ſen NMamu bott/ wie mannigfaltig er iſt? Gedencke an Haß/ Neid/ Feindſchafft/ ch und Dadannis dade a ſo in deinem Hertzen gmiſtet? Gedencke an unzuͤchtige Gedancken/ naſ 0. Weniſſeſiedenet Worte unnd Wercke/ und gehe alſo mit Fleiß durch alle Gebote nan rict Pogäturg und ane deß Geſetzes/ da wirſtu befinden die Vielheit deiner Suͤnden/ im dern Lurg Gutus fata un Eingang dieſer Predigt bewieſen/ und zugleich erkennen die Ohn⸗ 31 Wemſſenſiedeüratten moͤglichkeit/ auch alle Todt⸗Suͤnde allein zu bekennen: und ncheſchaffan Crie Dabe —— ———— 5— ——— 126 Ton der Baͤpſtiſchen in proæ. Daher bezeuget Beatus Rhenanus, daß Thomas von Aquino mio lib. de Scotus, als gar zu ſpitzfuͤndige Menſchen/ eine ſolche Beicht habenze pœnitent. fuͤrgebracht unter dem Bapſthum/ daß Johannes Geiler ein anſeht Tertul. cher und heiliger Theologus, der viele Jahr Prediger zu Straßbungg weſen/ bey ſeinen Freunden offt bezeuget/ daßnach jhrer Satzung zu bac ten ohnmuͤglich ſey. IV. Peccatorum multorum conſtitutio: Die Beſchaffenhe vieler Suͤnde: Es gehoͤren fuͤr G Ottes Gericht auch unſer Fehl Das iſt/ nicht allein ſolche Suͤnde/ ſo wir in unſerm Hertzen und Ga — 1 ſen fuͤhlen/ und empfinden/ daß ſieden Zorn Gottes/ deß Geſetzes F und die ewige Verdamnuͤß verdienet/ ſondern auch die Suͤnde oder 3 le/ die wir wider unſern Willen/ mit Gedancken/ Worten oder Wadg begangen; Da wir nicht ihun was wir wollen/ ſondern das wit jaſe Rom. 7. v. z. Das Gute/ das wir wollen/ thun wir nicht/ ſondernda Boͤſe/ das wir nicht wollen/ das thun wir. ib. v. 19. Vnd wann wir wolim Gutes thun/ ſo haͤnget uns das Boͤſe an. ib. v. 21. Owie offt uͤberſalln uns ſolche Fehle? Summa/ wir fehlen alle mannigfaltig. Jae zuu Daß auch Paulus deßhalben eine ſehnliche Klage fuͤhret/ und uiſt Ich elender Menſch/ wer wird mich erloͤſen vom Leibe dieſes Tohls. Rom. 7.v. 24. Vnd ob zwar die Baͤpſtler ſolche fuͤr keine Suͤndſaltcn ſo iſts doch fuͤr Gottes Gericht/ laut ſeines Worts/ viel andetsbeſchof⸗ fen. Ach die leidige Einbildung/ daß die Suͤnde ein gering Dig eh bringet viele zu groſſer Sicherheit und auch thoͤrichter Meinung We esliche Welt⸗Richter vermeinet /ſie haͤtten in einer peir lichen Sacheni nehaͤrtere Straffe erkant/ als ſich gebuͤhret haͤtte/ hat bhilippushle. Tit. in loc. lanchton geſagt: Sicut Dei miſericordia major eſt omnium homi- hiſtor. num peccatis; Ita unicum hominis peccatum majus& atrociiselt Pag. 243. omni corporali pœna: Das iſt; Wie Gottes Barmhertzigkeit gruͤſ iſt/ als der Menſchen Suͤnde/ aiſo iſt ein eintz ige Suͤnde deß Menſchen/ fuͤr Gott groͤſſer/ als zeitliche Straffe ſeyn kan. V. KRemiſſionis divinæ petitio; Die Bitte umb Vergebung derſelben: Verzeihe mir; Das jenige was uns Gott verzeihen oder va⸗ geben ſol/ das mus ſa warhafftig eine Suͤnde ſeyn/ ſonſten waͤte unſet Bitte vergebens: Nun muͤſſen wir aber auch bitten/ umb Vesſua⸗ „——— e.. Onsoft hn namgfält zr duxrihn unt om Lade dſdi füͤr kam Ein rts/ vielagbſchi de ein ganzdumg richter Mannyl rperlihn n e/ hat bhilppul or eſtommumbm majus&atpoi armherzigkelgit zͤndedeß Maſ uunb Vegin etverzalhenonn ſſonſten uinat und Vrnta 1 hi 5 unterſchiedlicher Bedeutung. 127 ſolcher Fehle/ die wir nicht erkennen/ davon wir nicht wiſſen/ wie/ wann/ und auff was Art und Weiſe wir ſie begangen/ und damit den Zorn Got⸗ tes/ den Fluch deß Geſetzes/ und die ewige Verdamnuͤß auff uns geladen/ wie ſolcher Suͤnde bey uns viele ſeyn/ ſo wider die erſte Taffel deß Geſe⸗ tzes Gottes/ mit Gedancken/ Worten und Wercken/ und wider die ande⸗ re Taffel/ mit Gedancken und Worten begangenwerden. Im Bap⸗ ſthum vermeinet man/ wann nur dem Beichtvater die Suͤnde mit al⸗ len Vmbſtaͤnden bekennet werden/ ſo ſey alles gut/ und ſolches ſey ver⸗ dienſtlich zur Vergebung der Suͤnden: Aber weilen der alwiſſende Gott unſer Miſſethat fuͤr ſich ſtellet/ und auch unſer unerkante Suͤnde ins Liecht fuͤr ſeinem Angeſicht. Pſal. 90. v. d. Wie wirds dann mit ſolchen Suͤnden ablauffen/ weilen wir ſie nicht einmal erkennen/(daher ſie un⸗ erkante Suͤnde genant werden) ich geſchweige dann/ daß wir ſie umb⸗ ſtaͤndlich beichten und bekennen ſolten? Werden dann nur etzliche/ oder werden alle Suͤnde vergeben? Was es aber eigentlich fuͤr eine Beſchaf⸗ fenheit mit der Baͤpſtlichen Ohren⸗Beicht(wie ſie genant wird) habe/ davon hat Franciſcus Albanus in ſeiner Baͤpſtiſchen Anatomia guten Bericht gegeben/ nemlich daß der Bapſt und ſeine Conſorten, nicht al⸗ lein was an allen Oertern geſchehen/ ſondern was auch hernach geſche⸗ hen ſolte/ koͤnne erfahren ib.· p. 10. Wie ſchwer ſiedieſes den Beichtenden machen. pag. 21z. Wie man ſie nicht allein nach den zehen Gebotten/ ſon⸗ dern auch nach den Gebotten der Kirchen/ und den fuͤnff Sinnen ihr Lei⸗ bes examinire. p. 217. Vnd darauß der Weibs Perſonen Zuneigung auch wiſſe zu exploriren. p. 218. Vnd was dergleichen gefaͤrlichen Dinge mehr ſo bey gemeltem Autore, der ſie ſelber erfahren/ weitlaͤuff⸗ tig zu leſen ſeyn. In Betrachtung ſolcher Ohnmuͤglichkeit der umb⸗ ſtaͤndlichen Bekaͤntniß aller unſer Suͤnde/ muͤſſen wir/ nach dem Exem⸗ pel der heiligen Menſchen/ G O T T anruffen/ erwolle tilgen alle un⸗ ſere Miſſethat. Pſalm. /i. verſ 11. Er wolle alle unſere Suͤnde bedecken. Pſalm. 8 5. verſ. 3. Dann er iſts/ der unſer Miſſethaten vertilget wie ein Nebel/ und unſer Suͤnde wie eine Wolcken Eſa. 44·v. 22. Dann die⸗ ſe iſt die allergroͤſſeſte Straffe Gottes/ ſo uns in dieſem Leben wiederfah⸗ ren kan/ wann uns unſere Miſſethat nicht vergeben/ und unſer Suͤnde fͤr jhm nicht außgetilget werden. Jer. 18. v. 3. Weilen kein Creutz ſo ſchwer/ keine Pein ſo ſcharff/ keine Marter ſo groß/ bein Todt ſo ſchnen und — 128 Von der Baͤpſtiſchen Bekaͤntnuͤß der Suͤnden. undohnvermuthlich/ ſo uns ſchaden koͤnne/ wann wir Vergebungun ſer Suͤnden haben: Hingegen auch iſt nichts auff dieſer Welt das un. ſer Seele warhafftig erquicke/ als die gnaͤdige Vergebung der Suͤt Roſin. an- den. Es gehet den Unbußfernigen/ wie denen Knechten bey den Roͤman diquit. erlanget. uns viel verborgene Fehle gefunden: Gott ſeyn ſie zwar unverbotgen wie zuvor gehoͤret auß Pſal. o0. v. g. ud derſelbe wirdfuͤr das Gerich⸗ te bringen/ das verborgen iſt/ es ſey Gut oder Boͤſe. Eccl. 12. verſ ul⸗ Weilen unſer Miſſethat ſeinen Augen unverborgen. Jerem. 16. 9. 7. Aber wegen unſer Vnwiſſeit ſeyn ſie uns offt verborgen/ welche allhe nicht iſt gnoranria affectata, eine muthwillige Vnwiſſenheit/ wiebey denen iſt/ die ſich nicht wollen ſagen laſſen und achtens nicht/ gehen im⸗ mer hin im finſtern. Pſal. s2. v. ã. Vnd wollen Gottes Wegenichtler⸗ nen. Pſal. 95. v.. Wollen Muthwillens nicht wiſſen. 2. Pet.3.v.. Sondern ignorantia ſimplex& pura, eine ſchlechte und von Boßheit gereinigte Vnwiſſenheit/ eine ſolche Vnwiſſenheit die Gott uͤberſihet Act. 17. v. 30. Das iſt/ wegen deſſen daß ſie nicht auß Boßheit/ ſondem ſchlechter Verderbung der Natur herruͤhret/ vaͤterlich uͤberſihet: Alo ſind auch frommen/ ja heiligen Leuten/ viele Suͤnde/ die an undfuͤr ſich ſelbſt auch Tod⸗Suͤnde ſeyn/ verborgen/ weilen ſie auß angebohtner blinder Schwachheit dieſelbe nicht erkennen koͤnnen: Ach du barmher⸗ tziger Gott/ vergib uns alle/ auch unſer verborgene Suͤnde/ umb unſels Suͤnden⸗Buͤſſers Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. Die . ſofrey gelaſſen worden/ da hat der Richter ſeinem Stad⸗Knechte en Roman. Steecken geben/ welchen ſie Vindictam genennet/ damit hater deß gewe⸗ lib.1.c.z0. ſenen Knechts Haupt geſchlagen: Wann/ O Chriſtliche Hertzen/ de Gottloſen den Suͤnden lang gnug gedienet/ ſo reichet Gott dem Toh einen Stecken/ Vindicta oder Rache genant/ damit ſchlaͤgt er den uu⸗ bußfertigen Suͤnden⸗Diener/ daß er deß ewigen Todes ſeyn muß /da er zwar die Freyheit von ſuͤndigen/ aber die Straffe deß ewigen Todes VI. Noſtra ignoratio: Unſer Unwiſſenheit: Es werden beh DE x⏑ ——B — — — Z ☛ — Sand/denin ala ſie uumae ömm: Aorn geneSun uiu Ann. Von deß Woͤrtlein/ Glaube/ Bedeutung. 129 D e enn und zwantzigſte Predigt. b DE DlVvERSA VOCABVLI FlDEI SIGNIFICATIONE. Vondeß Woͤrtlein/ Glaube/ unterſchiedlicher Bedeutung. 2. Cor.. v. J. Wir wandeln im Glauben/ und nicht im ſchauen. S ſpricht der Sohn Gottes Matth. 33. v./2. al⸗ *† ſo: Ein jeglicher Schrifftgelaͤhrter zum Himmelreich ge⸗ lehret/ ſey gleich einem Hausvatter/ der auß ſeinem Scha⸗ —, ze Neues und Altes herfuͤr trage. In dieſen Worten haben wir/ was von treuen Lehrern erfodert werde: 1. Sacræ Scripturæ intellectio: Sie muͤſſen Schrifftgelaͤhr⸗ ten ſeyn: Sie muͤſſen auß dem Geſetz⸗Buch deß HERRN lehren. 2. Chron. 17. v. 9. hart anhalten am Geſetz deß HErꝛn. 2. Chron. 31. v. 4. Dasiſt/ Gottes Wort fleiſſig treiben/ auß ihrem Munde ſoll mann das Geſetz deß HErꝛen ſuchen. Mal. 2. v. 7. Muͤſſen derwegen fleiſſig in Gottes Worte ſtudieren. Sir. 39. v. 1. Damit ſie in der Ge⸗ meine Gottes Wort reden. 1. Pet. 4. v. 11. z. Regni cœlorum promotio; Sie muͤſſen zum Him̃elreich ge⸗ lehret ſeyn; Das iſt/ ſie muͤſſen wiſſen wie ſie ihre anbefohlene Zuhoͤrer wollen fuͤhren;erſtlich zum Reich der Gnaden Gottes/ daß ſie lebendige Gliedmaſſen der Kirchen Chriſti ſeyn/ Buͤrger mit den Heiligen und Gottes Hauſgenoſſen/ erbauet auff den Grund der Apoſtelund Pro⸗ pheten/ da Jeſus Chriſtus der Eckſtein iſt. Eph. 2. v. 1. Sie muͤſſen ſie folgendes fuͤhren/ zum Reich der ewigen Seligkeit/ ſie unterweiſen/ daß in keinem andern Heil/ auch kein ander Name gegeben/ darin wir koͤnnen ſelig werden/ als im Namen Jeſu Chriſti. Act. 4. v. 12. und df ſie durch viele Truͤbſal/ zu dieſem Reich muͤſſen eingehen. Act. 14. ver. 22. 3. Oeconomiaæ ſpiritualis adminiſtrario: Sie müſſen geiſtli⸗ che Haußvaͤter ſeyn: Getreue. Haushalter uͤber Gottes Geheimnuͤß. 1. Cor. 4. v. 1. Gleich wie ein. Haußvatter in ſeiner hauohateug wiſſe muß/ 2 wo —— —ü— õ 4 2—— 130 Vpon deß Woͤrtlein/ Glaube/ wo ers ſoll geben und nehmen; Alſo auch die Lehrer/ ſie muͤſſen vermj nen die Vngezogenen/ troͤſten die Kleinmuͤtigen/ tragen die Schy chen/ ſeyn geduldig gegen jederman. x. Theſſ. 5. v. 4. 4. Veteris& novi prolatio: Daß er altes und neues herfü bringe: Gleich wie ein Haus⸗Vatter/ in ſeiner Haushaltung Altz und Neues bey einander hat: Alſo muͤſſen die Lehrer Geſetz und Evan gelium gebrauchen: Sie muͤſſen das Wort der Warheit recht thelln 2. Tim. 2. v. 1. Das iſt/ zu eburender Se das Geſetze und auchdas Chriſtliche Hertzen/ bißn hero das alte/ das iſt/ was auß dem Geſetz zu wahrer Buſſe gehoͤret k Evangelium treiben: Wann wir nun/ ſehen/ ſo wollen wir uns anſetzo zum neuen wenden/ und betrachten/ va nach dem Evangelio wahre Buß und Bekehrungerfodere/ und wale ſolches der wahre ſeligmachende Glaube/ ſo durch Gottes Gnaden Chriſti Verdienſt gegruͤndet iſt/ als wollen wir fuͤr dißmal anhoͤnn Die unterſchiedliche Bedeutung/ deß Woͤrtleins Glaubel ſo in Gottes Worte gefunden wird. Der Allerhoͤchſte wolle uns ſeinen heiligen Geiſt geben/ daß wir den wahren/ ſeligmachenden Glauben/ haben/ und biß an unſer Ende behalten moͤgen/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Es ſpricht der Apoſtel in verleſenen Worten/ daß wir in dieſen Leben im Glauben wandeln/ das iſt/ wir muͤſſen uns mit dem Glau⸗ ben/ ſo die zeitliche und ewige Verheiſſung Gottes ergreiffet/ behelffin/ biß wir endlich im ewigen Leben zum ſchauen und genieſſen der ewigen himliſchen Guͤter gelangen: Nun iſt aber der Glaube mancherley/ da⸗ rinn die Menſchen wandeln: Welt⸗Leute wandeln in dem Glaubenund Credit/ den einer dem andern zuſtellet; Juden/ Tuͤrcken und Heyden/ wandeln in jhrem Glauben/ oder vielmehr Aberglauben: Da wil uns O Chriſtliche Hertzen/ zum hoͤchſten noͤhtig ſein/ daß wir in demſebben lauben erfunden werden/ und darin wandeln/ der uns hie zeitlich un Gnade Gottes/ und hernacher zum ſchauen und genieſſen der himi⸗ ſchen ewigen Seligkeit fuͤhret: Es wird aber gefunden: . Fides Politica: Ein weltlicher Glaube; Da einer/ beydesin Perheiß —yü— 22—— rfärdimauſh Pörtlenss denwird Geiſt geden ünd en/ und iß reri 1/ Amen. orten/ daj nat iſſen unsmahn ttes ergrafä und grniſſann Glaubemmgr /derunshigtt und gmiſſcnn unden. 4 „Daciue 30 be Dachn 1 7 unterſchiedlicher Bedeutung. 331 Verheiſſung ſeinem Nechſten gethan warhafftig/ und in Verrichtung ſeines Beruffes/ getreu und beſtendig iſt: Dann wer viel geredet/ und nicht helt/ der iſt wie Wolcken und Wind ohne Regen. Prov. 25. v. 14. Ein getreuer Mann aber wird viel geſegnet. Prov. 28. v. 20. Deſſen ja iſt ja. Matth. 5. v. 37. Solche Leute werden Treu erfunden. I. Cor. 4. v. 2. Sie thun nichts fuͤr Augen/ ſondern mitEinfaͤltigkeit des Hertzens/ und mit Gottesfurcht. Coloſſ. 3. v. 22. Sie halten Glauben. 2. Tim. 4. v. 7. Alſo hielten die Kundſchaffer deß Joſua/ der Rahab Glauben. Joſ. 6. v. 23. Joſua den Gibeonitern. Joſ. 9. v. 18. Dieſer Glaube iſt nicht der ſeligmachende Glaube/ weilen er auch bey den Heyden gefun⸗ den worden/ bey wahren Chriſten aber iſt er eine Wirckung deß ſelig⸗ machenden Glaubens/ als auß welchem ſolche Treu und Glauben im Leben und Wandel herruͤhret. Der Heyde Seneca ſagt von dieſem Eoiſt. 88. Glauben; Fides ſanctiſſimum humani pectoris bonum; Das iſt/ Pin Treu und Glauben/ iſt das allerheiligſte Gut deß menſchlichen Her⸗ tzen. Wie im Jahr. 1546. In einer Feuersbrunſt den Boͤhmiſchen Landſtaͤnden/ alle ihre Privilegien verbrand/ und dieſelbe ſehr beſorget/ Keyſer Ferdinandus I. wuͤrde dieſelbe nicht erneuren hat der hochloͤb⸗ Zinckgr. liche Keyſer geſagt: Ob ſchon ihre Privilegien verbrand/ ſo were doch Paft 3. Treu und Glaube/ und koͤnigliche Zuſage in ſeinem Hertzen nicht ver⸗? 8. brand. Hertzog Adolff von Cleve/ hat ein ſolche Autorttaͤt gehabt/ daß b. pag. 20. mann ſeinen Worten mehr geglaubet/ als anderer Fuͤrſten und Herꝛn 4 verſiegelten Brieffen: In dieſem Glauben/ als bey wahren Chriſten/ eine Frucht deß ſeligmachenden Glaubens/ ſollen wir fleiſſig wandeln/ wie auch der hochloͤbliche Kayſer Carolus V. gethan/ wie derſelbe von D. Matth. etllichen Baͤpſtlern gereitzet/ er ſolte dem(uthero zu Wormbs zugeſagte Theatr. in Treu und Glauben nicht halten/ weilen nach dem Sehluß deß Conci- Vi* Ksn⸗ li zu Coſtnitz/ den Ketzern man Glauben zu halten/ nicht ſchuldig ſey/ Monasch. hat er Hertzhafft geantwortet; Daß/ wann zugeſagte Treu und Glau⸗ S t. be/ ſchon in der gantzen Welt nicht gehalten wuͤrde/ ſolte doch derſelbe vom Kayſer gehalten werden. b Il. Pides hiſtorica: Ein hiſtoriſcher Glaube. Da wir goͤttliche und geiſtliche Dinge/ auß Gottes Wort/ hoͤren/ leſen/ wiſſen und dem⸗ ſelben/ daß es alſo in der Warheit ſey/ Glauben beymeſſen: Aber keinen Nuutzen oder Troſt/ als nur die gewiſſe Wiſſenſchafft davon haban⸗ R Von 3 —— ————ööhhnnſ— 332 Von deß Woͤrtlein Glaube⸗/ von dieſem Glauben ſpricht der Sohn G Octes: Wann ſir A glaubteet/ ſo glaubtet jhr auch mir. Johann. S. verſ. 46. Als wolleerſ gen: Wann jhr die Schrifften Moſis fuͤr wahr hieltet und glaubete zeinen Worten G Moſeoßat außtruͤcklich von mir verkuͤndiget: Einen ſolchen Glauben haben auch b verſ. 19. Dam ſie es in der Thal empfinden/ daß JESllS CHRJSTUS GOTTEGmx Marien Sohn ſey/ daß derſelbe dem gantzen menſchlichen Geſchlecht zu gute/ von GO TE geſand/ von Maria gebohren/ gelitten unn ſo wuͤrdet hr auch meinen Worten Glauben zuſtellen/ denn die leidigen Teuffel/ aber ſie erzittern dabꝛy. Jacob. 2. dieſelbe wiſſen wol/ und můſſen es fuͤr war halten/ weilen Pontio Pilato/ gecreutziget/ geſtorben ꝛc. Das alles und anders meh wiſſen ſie eben ſo wol/ daß es wahr ſey/ als es glaubige Hertzen wiſſen, aber ſie erzittern bey ſolcher Wiſſenſchafft/ weilen ſie jhnen nichtzugu te/ ſondern zur Straffe gereichet. In einen ſolchen elenden Zuſtand ſetzen die Calviniſten/ jhre ewig Verworffene oder in der Erwehlun Fuͤrbeygangene/ welche zwar zur Wiſſenſchafft der Mittel htet Coe ligkeit/ aber nicht zum Genieß auß bloſſem Ratſchluß und wolgefall welches erſchrecklich zu hoͤnn gem Willen GOTTES gewidmet/ und noch viel erſchrecklicher zu glauben iſt: Dann was iſts einem Man⸗ ſchen wer th/ daß er Speiſe fuͤr ſich ſihet/ und keine Macht hat/ derſelben zu genieſſen. Einen ſolchen hiſtoriſchen Glauben haben auch di Baͤyſi⸗ ler/ weilen ſie das Vertrauen auff die Gnade G.O TTES/ unddas Verdienſt ſeines Sohnes dem Glauben nicht geſtehen wollen: Oh nun zwar ſolcher hiſtoriſcher Glaube uns weder gerecht/ noch ſeligma⸗ chet/ muͤſſen wir doch in demſelben wandeln/ und der Artieul unſers Chriſtlichen Glaubens gewiß ſeyn/ ſonſten waͤre unſer Vertraum vergeblich: Von dieſem Glauben wird aber alhie inſonderheit nicht gehandelt. b „IIlI. Fides miraculoſa: Ein Wunder⸗Glaube; Vonwelchem Chriſtus ſagt: Warlich/ ſo ihr Glauben habet/ als ein Senff⸗Korn/ ſo moͤget jhr ſagen zu dieſem Berge/ hebe dich von hinnen dort hin ſownd er ſich heben. Matth. 17. v. 20. Undwird deßwegen genant der Glaube und Gabe Wunder zuthun. 1. Corinth. 12. verſ. 10. Der Glaube’de⸗ durch man Berge verſetzet. 1. Corinth. i3 verſ. 2. Von dieſem Glauben wud auch alhte nicht gereder/ ſintemahl derſelbe auch bey Oaaach ge b en habenaaci OTAe uh geſtehe uan geracht whſhn und der Ante vaͤre unſe Umt ne been werden: HErꝛ HErꝛ/ haben wir nicht in deinem Namen geweiſſaget? Haben wir nicht in deinem Namen Teuffel außgetrieben/ welcheer aber wird von ſich weiſen. Matth. 7. v. 22. ſeq. Und ſollen dieſe ſo groſfe Zei⸗ chen und Wunder thun/ daß in Irrthumb verfuͤhret werden/ wo es muͤg⸗ lich waͤre/ auch die Außerwehlten. Matth. 24. v. 24. Vnd iſt dieſer Wun⸗ der⸗Glaube ſonderlich noͤtig geweſen/ bey der Pflantzung der Kirchen deß Neuen Teſtaments: Aber jetzund heiſſet es: Quisquis adhuc prodi- gia, ut credamus, inquirit, magnum ipſe eſt prodigium, qui, mundo! unterſchiedjicher Bedeutung. 133 gefunden wird/ weilen viele an jenem Tage zum Sohn Gottes ſagen 2 ib. 22. de credente, non credit: Wie Auguſtinus ſagt: Das iſt; Wer noch heut civ. Dei groſſes Wunder/ als der nicht glaubet/ da doch die gantze Welt glaubet. Wunder begehrer/ daß er dadurch glauben moͤge/ derſelbe iſt ſelber ein cap. 8. in nlt. IV. Fides hypocritica: Ein heuchleriſcher Glaube⸗ Solche geben zwar mit dem Mundefuͤr/ ſie glauben/ aber im Hertzen wird kein Vertrauen auff Gottes Gnade und dem Verdienſie Chriſti gefunden: Die heuchlen mit jhrem Munde/ und luͤgen mit jhrer Zungen/ aber jhr Hertze iſt nicht feſt an G OT T. Pſalm. 78. verſ. 8. Ein ſolcher war der Koͤnig Ahas/ der auß heuchleriſchem Hertzen/ und zwar auff Gottes Befehl/ kein Zeichen fodern wolte/ fuͤrgebend/ er wolte Gott nicht ver⸗ ſuchen. Eſa. 7. v. 12. Da er doch zuvor außtruͤcklich gehoͤret; Glaubet jhr nicht/ ſo bleibet ihr nicht. ib. verſ.). Solcher Hertzen ſind nicht rechtſchaffen fuͤr GOTT. Actor 8. verſ.z 1. Vnter dieſe Gattung ge⸗ hoͤret fides mortua, der todte Glaube/ von welchem Jacobus ſagt: Gleichwie der Leib ohne Geiſt tod iſt; Alſo iſt auch der Glaube ohne gu⸗ te Wercke tod. Jac. 2. v. 26. Dadurch angedeutet wird/ daß ein ſolcher Glaube/ ohnkraͤfftig/ faul und gleichſam todt ſey/ wie Cornelius à La- pid. ſuper h. l. wil/ ſondern daß er todt an jhm ſelber ſey/ wie Jacobus re⸗ det. Jac. 2/ 17. Dañ er iſt nur ein Aaß eines Glaubens/ und deß Namens eines Glaubens nicht wuͤrdig: In ſolchem Glauben ſollen wir nicht wandeln/ wie leider ſo viele/ ſo viele/ thun/ ſondern in dem lebendig? Glau⸗ ben/ welcher durch die Licbe thaͤtig iſi. Gal. 5.v. 6. Welchen Paulus nen⸗ E net einen ungefaͤrbten Glauben. 1. Tim.. v. 5. V. Fides temporaria: Der Zeit⸗Glaube. Dieſe glaubige beſchrei⸗ bet Chri⸗ — cſüůůÿ————y———————* ————— 2.———ÿ—ꝛ—ꝛx:—————— ——ä⅓ “ ———— ꝗ— 8 ada 34 Von deß Woͤrtlein/ Glaube/ bet Chriſtus alſo; Daß ſie das gehoͤrte Wort mit Freuden annehma ſie haben aber keine Wuttzel’ ein zeitlang glaͤuben ſie/ aber zur Zeitdn Anfechtung fallen ſie abe. Luc. 8. v. 3. So lange ſie gute Tage/ gun Friede und Wolſtand haben/ ſo lange haben ſie einen guten Glauhn Wann aber boͤſe Tage/ Verfolgung und Widerwertigkeit ſich ereug ſo verſchwindet gemaͤhlich der Glaube: Sie kehren ſich ab von a Gerechtigkeit/ ſo ſie in Chriſto Jeſu erlanget. Ezech. 18. v. 24. Sielt den Schiffbruch am Glauben. 1. Timoth. 1. v. 19. Sie treten ah von Glauben/ und hangen an den verfuͤhriſchen Geiſtern. 1. Tim. 4·v. Eh augenſcheinliches Exempel haben wir an Juda/ von welchem Chnſun ſagt: Die du mir gegeben haſt/ die habe ich bewahret/ und iſt keiner vn jhn verlohren/ ohn das verlohrne Kind. Joh. 17. v. 12. Iſ nun Juda Chriſto von ſeinem Vatter gegeben geweſen/ ſo iſt er jhm warlichzuu: Erbſchafft der ewigen Seligkeit gegeben/ wie das Wort geben indeſen Capitul außweiſet/ unterdeſſen aber iſt er wegen ſeines muthwilligen’ falles von Chriſto verlohren. Viele die fliegen mit Noah Raben aſ. aber ſie kommen nicht wieder. Gen. 8. v. 7. Viele verlieren die Krafftde Geiſtes/ wie Simſon/ wann ſie der Delila jhres Fleiſches dienen/ und ſich von derſelben plagen laſſen. Jud. 16. v. 16. Viele verlieren die Gna⸗ de Gottes/ deren ſie doch thaͤtlich theilhafftig werden/ in dem ſie hten Nechſten nicht vergeben. Matth. 18. v. 2. Viele werden weggeworffen verdorren und werden mit Feur verbrand/ weilen ſie in Chriſto dem him⸗ liſchen Weinſtock nicht bleiben. Joh. 15. v. 6. Welches geſchicht umbſß⸗ res Inglaubens willen. Rom. 11. v. 0. Worauß Sonnen klarzu eſſ⸗ hen/ daß der wahre ſeligmachende Glaube verlohren werden koͤnnt welches die Calviniſten laͤugnen: Vnd dieſer Glaube wird auch allſ nicht verſtanden. b VI. Fides ſalvifica; Der ſeligmachende Glaube: Dawudie Gnade Gottes/ und das Verdienſt Jeſu Chriſti/ durch welches uns die ſelbe erworben/ mit feſtem Vertrauen ergreiffen/ und derſelben uns gegen den Zorn Gottes/ Fluch deß Geſetzes/ Tod/ Teuffel und ewige Va⸗ damnuͤß getroͤſten/ und der Vergebung der Suͤnden/ Gerechtigkeu Kindſchafft Gottes/ und der Erbſchafft der ewigen Seligkeit thenlhafn tig werden. Dieſer Glaube hulfft uns in unſern Noͤthen/ wie andem Ca⸗ naneiſchen Walblein zu ſehen Mantd. z vaſ 28. Vnd an andemmahn ſeines mutſwän. nmit Noaſ ta⸗ levaliemdeſtfh res Fleiſchednau Viele verienu vaden/ inwitm lewarden tzarft Glaube Da ethenwiemin Vwmamma unddaxſbauag ufit und m nen/ ſonderlich hel und klar herfuͤr leuchter: Der H. unterſchiedlicher Bedeutuung.) deren Glauben Chriſtus bey ſeiner Huͤlffe geruͤhmet; Auß demſelben komt die Gerechtigkeit ſo fuͤr Gott gilt. Rom. 1· v. 17. Durch denſelben haben wir Friede mit Gott. Rom.) v. 11. Durch denſelben haben wir eine Freudigkeit und Zugang zu Gott. Eph. 3.v. 12. Durch denſelben werden wir bewahret zur Seeligkeit. 1. Pet. 1. v. 5. O deß herrlichen Kleinode O deß maͤchtigen Glaubens Der Glaubeergreiffet/ das Kleid deß Heils/ und den Rock der Gerechtigkeit un ſers Herꝛn Chriſti. Eſa. 6 1. v. 10. Zie⸗ het dieſelbe an/ uñ bedecket damit alle Suͤnde: In dieſem/ in dieſem Glau⸗ den ſollen wir alhie auff Erden wandeln. Catharina Hertzog heinrichs Ti I. C. von Sachſen Ehgemahl/ und Chur⸗Fuͤrſt Moritzen/ und Auguſti hiſt. pag. Frau Mutter/ ſagte kurtz fuͤr jhrem Ende/ auff Chriſti Aufferſtehung 949. und Verdienſi/ wilich leben und ſterben: Ja ich wil mich an Chriſtum haͤngen/ und an jhm im Tode feſie kleben/ wie eine Klette am Rocke/ bin gewiß/ er wird mich nicht verwerffen/ ſondern ewig erhalten: Welches bey uns auch wolle verſchaffen/ G Ott der Vater/ durch den H. Geiſt/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. Die weyundzwangiaſte Predi t. DE GENERALI FiDEl DESCRIBTIONE. Von der gemeinen Beſchreibung deß ſeligmachenden b Glaubens. PHleb. II.v.J Es iſt der Glaube eine gewiſſe Zuverſicht deſſen/ das man hoffet/ und nicht zweif⸗ feen an dem/ das man nicht ſihet. S ſpricht Syrach Cap. 42. verſ. s. Die Sonne ſey das allerhelleſte Liecht: Dieſes/ OChriſiliches. Hertze/ moͤ⸗ gen wir wol ſagen/ von dem wahren ſeligmachenden Glau⸗ v8 ben/ welcher unter allen Chriſilichen Tugenden/ als Ster⸗ en/ ſonderlich! eiſt/ iſt zwar/ laut deß dritten Articuls unſers Chriſilichen Glaubens/ der jenige ſo uns mit ſeiner Gnade und Gaben eleuchtelaber nichtobammcibar londern 1. Verbi 1z6 Von der gemeinen Beſchreibung 1. Verbi divini lucem proponendo: Daß er uns vorſtelet das Liecht ſeines Wortes/ als eine Leuchte unſer Fuͤſſe/ und ein Liecht auff unſerm Wege. Pſal.119. v. 105. Das iſt ein feſtes Prophetiſchs Wort/ darauff wir achten muͤſſen/ als auff ein Liecht/ welches ſcheinn Zu dem Ende/ daß das Lich in einem tunckeln Ort. 2. Pet. 1. verſ. 19. deß Glaubens in unſerm Hertzen moͤge angezuͤndet werden. 2. Veram lucem in eooſtendendo: Daß er das wahre Lcht in ſeinem Worte uns zeiget: Nemlich/ unſern eintzigen Heylande ſum Chriſtum/ welcher iſt das groſſe Liecht. Eſa. 9. verſ. 1. Das Licht zu erleuchten die Heyden. Luc. 2z. v. z2. Ein Liecht/ welches in die Wat kommen alle Menſchen zu erleuchten. Joh. 1. v.). Daß wir demſein ſollen nachfolgen/ und das Liecht deß Lebens haben. Joh. 8. v. 12. 3. Intellectum illuminando: Daß er unſern Verſtandda⸗ durch erleuchtet: Es iſt/ leider/ unſer unverſtaͤndiges Hertze vefn⸗ ſtert. Rom. 1. v. 21. Wir ſitzen/ von Natur/ im Finſternis und Scha ꝛen deß Todes. Luc. 1. v. 79. Wir ſind gar Finſternis an uns ſelbſt. Eyh 5 v. 6. Aber/ wann wir Chriſtum auß ſeinem Wort erkennen/ undan Ihn glaͤuben/ ſo gibt ſolcher Glaube ein hellen Schein in unſer Henten. 2. Cor. 4. v. 6. Bekommen erleuchtete Augen unſers Verſtanda Eyh. 1. 3 18. Daß wir koͤnnen wandeln als Kinder deß Liechts. Eyh⸗ verſ. 8. b 4. Fiduciam excitando; Daß er dadurch ein Vertrauenbey uns erwecket: Gleich wie die Sonne eine Freudigkeit uns bringet/ daß wir getroſt gehen und uns herum ſehen: Alſo machet auch der ſeligma⸗ chende Glaube an Chriſtum/ durch das Liecht goͤttliches Wortes/ da⸗ mittels der Gnade deß heiligen Geiſtes/ in unſerm Hertzen/ einegtoſſe Freudigkeit: Durch den Glauben hat Noah die Archen getroſt beteutt zum Heyl ſeines Hauſes. Heb. 11. v.7. Durch den Glauben iſt Abna⸗ ham getroſt auß ſeinem Vatterlande gangen/ und hat auch gettoſ durch denſelben ſeinen Sohn geopffert/ und gedachte/ Gott koͤnte auch wol von den Todten erwecken. ib. v. 8.& 19. welcher Exempel daſebſ mehr zu finden. Dieſes Glaubens Eigenſchafft wird uns in verleſcnen Worten beſchrinben und wollen derwegen darauß betrachten; Wie —— — 2 5 — ½= — Fnſmmwie nes Bee drdcßlcähi rchein Prunt digkeitunsirann achet auchdeſ ſoitlichs Ve in Hatan ant deß ſelgmachenden Glaubenes. u⸗ Wie der ſeligmachende Glaube ins gemein/ in verleſenen Worten uns beſchrieben werde. Der allmaͤchtige Gott/ wolle dieſe Betrachtung zur Entzuͤndung und ErVNhaltung eines ſolchen Glaubens dirigiren/ umb Jeſu Ch iſti willen/ Amen. Er k laͤrung. Wir haben allhie in acht zunehmen: 1. Veram fidem: Den wahren Glauben: Bey demſelben muͤſſen wir beobachten/ ſein dreyfaches objectum, damit er umbgehet: Solches iſt: 3. 1. Objectum genericum: Womit der glaube ins gemein umbgehe: Nemlich mit dem Canoniſchen Worte Gottes: Da man glaͤubet alles/ was uns in demſelben zu glauben wird vorgeſiellet/ und ſonderlich die gnadreiche Verheiſſung ſeiner Wolthaten: Da wir glaͤu⸗ ben allem/ was geſchrieben ſtehet im Geſetz und in den Propheten. Act. 24. v. 4. Nehmen ſolches an/ nicht als Menſchen Wort/ ſondern/ wie wie es denn warhafftig iſt/ als Gottes Wort. 1. Theſſ. 2. v. 13. Und dieſer iſt nicht allem ein Hiſtoriſcher Glaube/ ſondern er hat auch ſeinen ohnge⸗ zweiffelten Beyfall/ und gebuͤhrliches Vertrauen. 2. Objectum ſpecificum: Womit der Glaube inſonderheit umbgehe: Nemlich/ mit dem fenigen/ was uns in Gottes Canoniſchem Wort von unſerm Heylande Jeſu Chriſto geoffenbaret: Dann da iſt das Evangelium zu dem Ende beſchrieben/ daß wir glaͤuben/ Jeſus ſey Chriſt/ der Sohn Gottes/ und daß wir durch den Glauben das Leben Haben/ in ſeinem Namen. Joh. 20. v 31. Und daher ſagt Paulus: Er habe ſich nicht dafuͤr gehalten/ daß er etwas unter den Corinthern ge⸗ wuſt/ ohn allein Jeſum Chriſtum den Gecreutzigten. 1. Cor. 2. v.2. 3. Objectum proprium: Womit eigentlich der ſeligmachen⸗ de Glaube umbgehe: Solches iſt der Schatz der Gnaden und Barm⸗ hertzigkeit Gottes/ in Chriſio Jeſu/ und ſeinem theuren Verdienſt und Wolthatẽ welchen uns Gott in ſeinem heiligen Worte vorſtellet uñ wir mit glaͤubigem uñ vertraulichem Hertzen ergreiffen/ uñ ſolches nit allein ins gemein/ ſondern ein jeglicher Olaubige fuͤr ſeine Perſon/ daß er ſaget 2 mit Pauloo 138 Von der Beſchreibung Paulo; Ich bin gewiß/ daß weder Todt noch Leben/ weder Engelnac Fuͤrſtenthumb /noch Gewalt/ weder Gegenwaͤrtiges noch zukäͤnfftign weder Hohes noch Tieffes/ noch kein ander Creatur/ mag mich ſchadan von der Liebe Gottes/ die in Chriſto Jeſu iſt unſerm HEnren. Rom. v. 38. ſecq. Chriſtus hat mich gelieber/ und ſich ſelbſt fuͤr mich dahin geg⸗ ben. Galat. 2. verſ. 20. Ich achte es fuͤr Schaden/ und achtees üt Dreck/ auff daß ich Chriſtum gewinne/ und in jhm erfunden werde daſ ich nicht habe meine Gerechtigkett/ die auß dem Geſetz/ ſondern die durch den Glauben an Chriſtum kompt/ nemlich die Gerechtigkeit/ die von Gott dem Glauben zugerechnet wird. Phil.3.v. ð. leq. Ich weiß anwe⸗ chen ich glaube/ und bin gewiß/ daß er mir meine Beylage kan bewahr biß an ſenem Tag. 2. Timoth. 1.v. 12. Mit dieſer Dinge Wiſſenſchaf⸗ Beyfal und Vertrauen gehet der ſeligmachende Glaubeumb. beneh II. Ejus proprietatem: Dieſes Glaubens Eigenſchafft⸗e eſtehet: 1. Inſperandorum fiducia: Daßer iſt eine Zuverſicht deſſin das man hoffet: Dabey wir inſonderheit muͤſſen in acht nehmen: a. Subjectum: Wovon alhie geredet werde: Daſſaheſeyn die Dinge/ ſo man(nach Vorſchreibung Gottes Wortes) ſoffer Dieſelbe ſeyn: r. Temporalia: Zeitliche Dinge: Da man die Warheſſſung Gottes von zeitlicher Wolfahrt und Segen/ mit feſtem Glauben an⸗ nimt: Wir hoffen darauff daß Gott gnaͤdig ſey. Pſalm. 1z. v. 6. Unduns nicht zu ſchanden werden laſſe. Pſ. 25. v. 2. Befehlen dem HEnn unſet Wege/ und hoffen auff jhn/ er werde es wol machen. Pſal 37. v.. Wuiſ⸗ fen deßwegen alle unſer Sorge auff jhn. 1. Pet.. verſ. 7. Dieſe hoſ⸗ nunge/ ſo ohne wahren Glauben nicht ſeyn kan/ ſondern der Glaubeder Hoffnung Mutter iſt/ ſihet allein auff das Kuͤnfftige/ der Glaube abe ſihet hinter ſich/ neben undfuͤr ſich und ſtrecket ſich alſo auff alle Zeum: b Alſo: Gott habe ſeine Gnade in Chriſto erzeiget fuͤr uns/ er thue es gegen⸗ waͤrtig uns/ und werde es auch ins Kuͤnfftige ferner thun. 12. KHterna; Ewige Dinge: Da hoffen wir auff Chriſtum nicht allein in dieſem Leben. 1. Corinth. 1½. verſ. 19. Sondern er iſt auchdi Hoffnung unſer kuͤnfftigen ewigen Herrlichkeit. Col. 1. v. 27. Vrd ſe⸗ ten wir auff den Helm der Hoffnung zur Seligkeit⸗ 1 Theſſal eae ttwad d, amantia wit feſenGhate Pſahm z n thamferet aruns etuct’ nerthun⸗ Lol J. b. 27 Saa daf aehſe deß ſeligmachenden Glaubens. Solcht Hoffnunglaͤſſet nicht zu ſchanden werden. Rom. 5. v.z. Son⸗ dern ſie iſt durch den Glauben alſo feſte/ daß wir in ſolcher Hoffnung je⸗ under ſchon ſelig ſeyn ⸗ Rom. 8 v.24. 6. Prædicatum; Was Paulus von dieſer Hoffnung rede: Der Glaube ſey eine gewiſſe Zuverſicht deſſen das man hoffet: Das iſt/ein gewiſſes/ ohnfehlbares/ und unzweiffeliges Vertrauen/ daß diefenige zeitliche und ewige Dinge/ diewir nach Gottes Worte hoffen! gewiſſe erfolgen werden: Der Glaube iſt alhie ese ams, das iſt/ das fun⸗ „dament und der Grund dieſer ohngezweiffelten Hoffnung: Dieſes Wort wird genant/ eine gewiſſe Zuſage/ darauff man ſich verlaͤſſet. Eſa · 26. v. z. Der Grund unſers Ruhms. 2. Cor. 9 v. 4. Ein Weſen. Heb.z. v. 14. Derowegen ſo begreifft dieſer Glaube in ſich/ nicht eine unbeſtaͤndi⸗ ge/ zweiffelhaffuge Hoffnung/ von welcher man im Sprichwort ſagt; Hoffen und harren/ macht manchen zum Narren: Sondenn eine ſolche Hoffnung welche iſt eine gewiſſe Zuverſicht/ da man ſich verlaͤſſet auff alle goͤttliche Verheiſſung/ daß wir ſagen mit David; HErr du biſt mei⸗ ne Zuverſicht/ und ein ſtarcker Thurn fuͤr meine Feinde. Pſalm. 61.v. 4. Du biſt meine Zuverſicht/ HEn HErꝛ/ meine Hoffnung von meiner Jugend an. Pſalm. 71. v. 5. Gleichwie ein Bau auff feſtem Grund auch ſeſie ſtehet: Alſo ein Glaubiger auff den unwandelbaren Verheiſſungen Gottes: Vnd gleichwie eine Pflantze/ vermittels der Wurtzel/ ſich feſte in das Erdreich gruͤndet; Alſo auch die Hoffnung/ vermittels dem Glau⸗ ben auff die theure Verheiſſung G Ottes/ welche in Chriſto Jeſu/(mit wahrem Glauben ergriffen) Ja und Amen ſeyn. 2. Corinth. 1 verſ. 20. Gleichwie der Ancker das Schiff bewahret/ daß es nicht durch Vnge⸗ ſtuͤm wird verſencket: Alſo auch der Glaube unſer Hertz mallen Anfech⸗ tungen. Wir haben deſſen ein augenſcheinlich Exempel an Abraham; Der hat geglaubet auff Hoffnung da nichts zu hoffen war/ und iſt nicht ſchwach worden im Glauben/ hat auch nicht zweiffelt an der Verheiſ⸗ ſung G Ottes/ durch Vnglauben/ ſondern er iſt ſtarck worden im Glau⸗ ben/und hat Gott die Ehre geben/ und auffs aller gewiſſeſte gewuſt/ was Gott verheiſſe/ das koͤnne er auch thun. Rom. 4 v 18. leqq. Nicolaus zinckgr. Jureſchitz ein Keyſerlicher Obriſter lag mu 10 Soldatenim Staͤdtlein apophteg. Guͤntz vom Tuͤrcken mit 60000 Mannbelaͤgert und ſtarek beſchoſſen/ part. 1.P. wie derſelbe vermittels Geiſſeln/ vom Tuͤnckiſchen Baſche ins Laͤger 167. 3 gefo⸗ — 8 1 5 4— 4 — 4 — 1 2—— — — ö 4— 4“ *— ——— Zinckgr. gefodert/ und zur Auffgebung anermahnet/ hat er nicht allein ted 4 apophteg. Offieirer Gebuͤhr vorgeſchuͤtzet/ ſondern auch unerſchrocken geſag. Weilen er ſich von aller menſchlichen Huͤlffe verlaſſen befinde/ hatta b ſeine Zuflucht zu Gottes Huͤlffe genommen/ durch welche er bißanhen erhalten worden/ welcher Glaube uñ auß demſelben entſpxungene hyf nung jhm nicht gefehlet. Eliſabeth auß Koͤniglichem Stam Donn. marck Churfuͤrſtin zu Brandenburg/ wie ſie ſehr kranck war/ undag erfahrner Mann ſagte: Ein Ecclipſis oder Verfinſterung deß Mantz were vorhanden/ und zu beſorgen die wuͤrde Ihrer Durchl. hart zuſeze Tit. Loc. hat ſie geſagt: Was ſagt jhr viel von Ecchpuis, Eœclipſis: Dafur fänthe ich mich nicht/ ich glaube und traue dem/ der Sonn/ Mondund Ein art. I. P. 167. hiſtor. Pag. 95²* 140 Von der gemeinen Beſchreibung b nen/ ſa alle Creaturen erſchaffen hat/ der wird mich wol erhalten/ jafe lich/ und wann er nur balde kaͤme/ und holete mich zujhm/ weilenich dieſes Lebens muͤde und ſatt bin. Ein ſolche vertrauliche und herzglan bige Hoffnung gefaͤllet Gott wol: Die Hoffnung wart der rechten Zeit/ ſo Gottes Wort zuſagn Wann ſolchs geſchehn ſoll zur Zeit/ ſetzt Gott kein gewiſſe Tant Sein Wort laß dir gewiſſe ſeyn/ und wann dein Hertz prech lauter nein/ So laß dir doch nicht grauen. 2 ͤͤͤͤͤö 2. In non viſorum evidentia Daß man nicht zweiffelt anden das man nicht ſihet: Allhie muͤſſen wir abermal beſehen: a. Subjectum; Wovon allhie geredet werde; Nemüich/ denon viſis, von denjenigen Dingen/ ſo man nicht ſihet: Allhie befindetſich der Zuſtand: 1. Rationis humanæ: Der Menſchlichen Vernunfft Duſſ⸗ be laͤufft in zweiffelhafftigen Dingen immer zu jhren fuͤnff Sinnen/ c⸗ forſchet was hoͤren/ ſehen/ fuͤhlen/ riechen und ſchmecken dazu ſagt: Wir haben deſſen ein augenſcheinlich Exempel an Apoſtel Thoma; Wie Chriſtus von den Todten erſtanden/ und am Abend ſeinen Juu⸗ — in Abweſend Thomꝛ erſchienen/ brachten jhm die Juͤngerfroͤlihe eitung: Wir haben den HErꝛn geſehen: Wolten jhn mit dem ſehen uͤberwinden; Aber Thomas gedacht es haͤtte der Menſch mehr Sune dann das Geſichte/ und ſprach: Es ſey daß ich in ſeinen Haͤnden ſehedie Naͤgelmahl/ und lege meine Finger in die Naͤgelmahl/ und lanna 1 Hottts Vena vottkangwige wann den hyg. 1 uüeie malbeſche nd ſchmakau pel an Jyeſid dam Padſen. jöm diuaf olin jrmm deß ſeligmachenden Glaubens. 141 Hand in ſeine Seiten/ wil ichs nicht glaͤuben. Joh. 20. v. 25. Wolte al⸗ ſo ſehen und fuͤhlen bey einander haben/ welchem noch heut zu Tage in Calvini Schul viele folgen. Aber unſer Vernunfft mit jhren fuͤnff Sinnen/ kan bey dem Glauben keine Herberge finden: Dann der natuͤr⸗ liche Menſch/ vernimpt nichts vom Geiſt Gottes/ es iſt jhm eine Thor⸗ heit/ und kan es nicht begreiffen. I. Cor. 2. v. 14. 2. Fidei veræ, Deß wahren Glaubens: Derſelbe wil das ſehen nicht in ſeinem Gebiete dulten/ ſo ferne ſeine Regierung ſich ſtrecket: Dann in ſeinem Gebiete/ ſeyn dieſelbe ſelig/ die nicht ſehen/ und doch glaͤuben/ wie Chriſtus ſagt. Joh. 20. v. 29. Die Glaͤubige welche Chri⸗ ſium nicht geſehen/ und doch lieb haben/ und an jhn glaͤuben/ wiewol ſie jhn nicht ſehen/ die ſollen ſich freuen/ mit unaußſprechlicher und herꝛli⸗ cher Freude. 1. Pet. i. verſ.8. Fides eſt credere, quod non vides, Cujus Serm. 27. merces eſt, videre quod credis, ſagt Auguſtinus, Das iſt; Der Glaube iſt/ daſſelbe glaͤuben/ das du nicht ſiheſt/ deſſen Belohnung iſt/ das jeni⸗ ge endlich ſehen/ das du glaͤubeſt. b 8. Prædicatum: Was davon geredet werde; Daß man nicht zweiffele an dem/ das man nit ſihet: Damit wird abermal angezeiget: 1. Conditio noſtri animi; Der Zuſtand unſers Gemuͤthes: Was unſer Vernunfft nicht kanbegreiffen/ daß wil in unſerm credo nicht: Gleich wie Naeman vermeinte die Waſſer in Syrien/ waͤren beſ⸗ de verb. Apoſt, ſer/ als die Waſſer in Iſrael/ wann durchs Waſſer ſein Auſſatz ſolte geheilet werden. 2. Reg.. verſ. 12. Alſo vermeinen viele/ Waſſer in der Tauff/ werden nicht ſeyn ein Mittelder Gnaden Gottes/ Brod und Wein im Abendmahl kein Mittel der Außtheilung deß wahren Leibes und Blutes Chriſti/ und zweiffeln an der Verheiſſung Gottes/ wie auch Petrus gethan. Matth. 14. v. 31. 2. Conditio veræ fidei: Der Zuſtand deß wahren Glaubens: Der Glaube ſtraffet und uͤberwindet die Vernunfft( wie das Woͤrtlein dρ mit ſich fuͤhret) in Erwegung der Verheiſſung Gottes: Der Glaube zweiffelt nicht an der Verheiſſung Gottes. Rom. 4. verſ. 20. Dann die Zweiffeler empfangen nichts(von den verheiſſenen Guͤtern) vom HErrn. Jac. 1. verſ. 7. Der barmhertzige Gott wolle dieſen unge⸗ zweiffelten Glauben in uns erwecken/ ſtaͤrcken und beſtaͤndig erhalten/ durch den heiligen Geiſt/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. 8r b ie 142 Von der ſonderbahren Beſchreibung b Die drey und zwantzigſte Predigt. DE SPECIALI FIDEI DELINEATIONE, Von der ſonderbahren Beſchreibung deß ſeligmachende Glaubens. Johan. 17. verſ.. Das iſt das ewige Leben/ daß ſie dich Batn daß du allein wahrer Gott biſt/ undde du geſand haſt/ Jeſum Chriſtum/ kennen. e S ſpricht Gott Jerem. 9. v. 2.alſo: Ein Waſt 8 25 mcht ſeiner Staͤrcke/ ein Reicher ruͤhme ſich nicht ſanes wir; I. Gloriam mundanam; Der Welt Ruhm: Estzalltalhte Gott alles was die Welt hat/ in drey Theil/ in Weißheit/ Gewalt und Reichthum/ ſchreibet uͤber dieſe Wort der Herꝛ Lutherus. Obnunzwa Tom.I. dieſe drey Dinge groſſe Gaben G Ottes ſeyn/ ſo iſt doch menſchliche Jenenſ. Ruhm von denſelben eitel und nichts: Dann/ zu geſchweigen/ daß ſicluu fol.(mihi) ter Gaben Gottes/ und wir uns derwegen der elben nicht zu ruͤhmenha⸗ 490*. ben ſo ſihe doch an/ O Chriſtliches Hertze/ der Welt Weißheit Diiſſ nur eine Thorheit bey Gott. 1. Cor. 3. v. 9. Sie hat nur einen Schen der Weißheit. Col. 2. v. 23. Sihe andle weltliche Staͤrcke; Einem Kn ge hilfft nicht ſeine groſſe Macht und ein Rieſſe wird nicht errettet durch ſeine groſſe Krafft. Pſalm. 33 v. 1s6. Was ſchwach iſt in der Walt das erwehlet Gott/ daß er zu ſchanden mache was ſtarck iſt.1. Corinth. v/. Sihe an der Welt Reichthum Das Wenige das ein Gerechter ha iſt a beſſer/ denn das groſſe Gut vieler Gottloſen. Pſ.37. v. 16. Ihr Gu huifft ſie nichts am Tage deß Zonns. Prov. u. verſ. 4. Dued leſe . Jeich, ruͤhme ſich nicht ſeiner Weißheit/ ein Starcker ruͤhmeſiih b 2 Reichthums; Sondern wer ſich ruͤhmen wil der ruͤhmeſih deſſen/ daß er mich wiſſe und kenne/ daß ich der HErꝛ bin. Alhie hahen — 2 ſeddhege otthijſe un Chrſſaun ooöoöoͤooͤoöoöooo — —— deß ſeligmachenden Glaubens. 143 Reichthumbs laſſen ſie offt ſchlaffen. Eccl. ⸗. verſ. n. Iſi derowegen ein ſchlechter Ruhm ſolcher Dinge. 2. Gloriam Deo acceptam: Euer Gott angenehmer Rum; Wer ſich ruͤhmet/ ſol ſich deſſen ruͤhmen/ daß er Gott wiſſe und kenne daß er der HErr ſey: Wann wir denſelben recht erkennen/ ſo koͤnnen wir un⸗ ter dem Schatten ſeiner Fluͤgel tuhen. Pſalm. 63. v. 8. So koͤnnen wir froͤlich ſeyn im HErꝛn/ und uns ruͤhmen deß Heiligen in Iſrael. Eſa. 4r. v. 16. Gott muß unſer Ruhm ſeyn. Jerem. 177. v. 14. Es ſol ſich/ beyde Reiche und Arme/ Groſſe und Kleine/ keines andern ruͤhmen/ dann daß ſie Gott fuͤrchten. Syr. 10. v. 25. Und dieſer Ruhm beſtehet in waßtein und beſtaͤndigen Glauben an Gott und ſeinen Sohn Jeſum Chriſtum/ wie dieſer in verleſenen Worten bezeuget/ auß welchen wir wollen anſehen: Wie der ſeligmachende Glaube/ inſonderheit mit dem Er⸗ kaͤntnuͤß Gottes/ und ſeines Sohns Jeſu Chriſti umbgehe. Der allerguͤtigſte G. Ott wolle ein ſolches Erkaͤntnuͤß bey uns wircken/ mehren und beſtaͤndig erhalten/ umb Jeſu Chriſti willen Amen. Erklaͤrung. Wir haben/ O Chriſtliche Hertzen/ in vorigem vernommen/ wie der ſeligmachende Glaube/ ins gemein mit dem Erkaͤntnuͤß umbgehe/ deſſen was uns in Gottes Worte zu glauben vorgeſtellet: Inſonderheit aber gehet eben dieſer Glaube/ mit dem Erkaͤntnuͤß G Ottes und ſeines Sohnes. Jeſu Chriſti umb/ wie auß verleſenen Worten zu erſehen/ in welchen wir habeu zu betrachten: I Fidei deſcriptionem; Die Beſchreibung deß Glaubens: Welcher alhie beſchrieben wird: 1. Aſubjecto: Worin er gefunden werde: Nemlich im Er⸗ kaͤntnuͤß: Der Jeſuit Bellarminus iſt ſo gar unverſchamt/ daß er ſchrei⸗ lib.1 geju⸗ ben darff; Fidem meliùs per ignorantiam, quam per notitiam detini- ſtif. cap.7⁷. ri, das iſt/ der Glaube wird beſſer durch eine Unwiſſenheit/ als eine Wiſ⸗ in fine ſenſchafft beſchrieben. Aber das iſt gar zu grob geſponnen: Dann Chri⸗ ſtus verheiſſet alhie das ewige Leben/ durch das gaubige E ananß b 3 eines lib. Ir. in cap. 16. Johann. 144 Vondder ſonderbahren Beſchreibung ſeines Vaters/ und ſeiner: Dieſes Erkaͤntnuͤß aber/ kommet nicht erm ſtra natura, auß unſerm natuͤrlichen Verſtande/ wie neuen falſchenyn pheten ſchwermen; Dann ſo lange wir in unſerm natuͤrlichen Siane ſeyn/ ſind wir ohne Gott in dieſer Welt. Eph. 2. v. 12. Das iſt/ ohne ſelg machendes Erkaͤntnuͤß Gottes; Vnſer Verſtand iſt verfinſiert /undſi entfremdet von dem Leben/ das auß Gott iſt. Eph. 4. v. 8. Sondemw kommet ex divina ſcriptura, auß der goͤttlichen H. Schrifft; Dam Gott offenbahret den Geruch ſeines Erkaͤntnuͤß/ durch die Predigtdi 1 9 6 7 5 Evangelij an allen Oertern. 2. Cor. 2. v. 14. Chriſtus gibt zu dem End/ Apoſtel/ Prophetẽ/ Evangeliſteẽ/ Hirten uñ Lehrer/ dz wir dadurch koſſn moͤgen zu einerley Glauben/ und Erkaͤntnuͤß ſeiner/ als deß Sohns Go⸗ tes. Eph. 4. v. 11. feq—. Vnd dieſes Bekaͤntnuͤß begreifft in ſich den ſiig machenden Glauben/ laut angezogener Worte Pauli/ und Chriſti ſeb da er ſpricht: Die Wort die du mir gegeben haſt/ habe ich jhnen gegehem und ſie habens angenommen/ und erkant war hafftig daß ich von dirauſ gegangen bin/ und glauben daß du mich geſand haſt. Joh. 17 v. 8. Bo ſtehet alſo dieſes Erkaͤntnuͤß darin/ daß wir auß Gottes Won/ Goumm ſeinen Sohn Jeſum Chriſtum/ nach ſeinem Weſen/ Willen und Wo thaten erkennen/ und feſte an jhn glauben. Fides quid aliud eſt, quamre. ra Dei cognitio: Per fidem n. cognitio fit, ſagt Cyrillus: Das ſt Was iſt der Glaube anders als das wahre Erkaͤntnuͤß Gottes? Dann durch den Glauben geſchicht das Erkaͤntnuͤß. Laſſet uns dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ fleiſſig in acht nehmen; Weilen der wahre ſeligmachende Glau⸗ be beſtehet im Erkaͤntnuͤß Gottes und ſeines Sohns Jeſu Chriſtiſomuͤſ ſen wir Gottes Wort/ und inſonderheit die Lehre deß heiligen Evangel fleiſſig hoͤren uñ zu Hertzen nehmen/ Gott hat Luſt zu ſeinem Erkaͤntniß und nicht zum Brandopffer. Hoſ. 6. v.s6. Wir muͤſſen mit Paulo alls fuͤr Schaden achten gegen dem uͤberſchwenglichen Erkaͤntnuͤß JEſu Chriſti unſers HErrn. Phil. z. v. 8. Dann dadurch gehet ein heller Mor⸗ gen⸗Stern in unſerm Hertzen auff. 2. Pet.1 verſ. g. Muͤſſen derowegen nit allein/ Gottes Wort anhoͤren/ bewahren in einem feinen guten. hetti und Frucht in Gedult bringen. Lue. 8. v. 15. Sondern auch fleiſſig bitte Laß uns in deiner Liebe/ und Erkaͤntnuͤß nehmenzu/ Daß wir im Glauben bleiben/ und dienen im Geiſte ſo/ Daß wir hie moͤgen ſchmecken/ dein Suſſigkeit im Hertzen/ Vnd dürſten ſtets nach dir. 9p 244 E— Fnfehe nd haſt.oß.n (Gettsngt ln e Squid ludesgenn gtCptilluoesfche iß Gott Amdun uns dicss ddrfit hre ſelgadnch ns Jſi— redeßſeignen uſtzuſenmci 4 1 muͤſnmlul V mmneund, 490 deß ſeligmachenden Glaubens. 145 2. Abobjecto; Womit dieſes glaubiges Erkaͤntnuͤß umb⸗ gehe: Mit Gott dem Vater/ und dem Sohn: Daß ſie dich Vatter/ daß du allein wahrer Gott biſt/ und den du geſand haſt/ Jeſum Chriſtum erkennen: Dieſes iſt nicht alſo zu verſtehen/ als wann der H. Geiſt alhie ſolte außgeſchloſſen werden; Dañ derſelbe iſt nicht auſſer dem Vatter und Sohn/ ſondern in demſelben/ und ohne denſelben kan Nie⸗ mand Jeſum inen Ierren heiſſen. 1. Cor. 12. v. 3z. Wir muͤſſen aber un⸗ terſchiedlich alhie betrachten; 4 l 1. Hahe Chriſti: Den Vatter unſers HErꝛn Chriſti; Von dem ſelben ſagt Chriſtus/ daß wir jhnmuͤſſen erkennen; b 1. Vt Deum: Daß er Gott ſey: Und zwar ein ſolcher Gott/ der da ſey ein Vatter Jeſu Chriſti: Alhie ſcheidet ſich das Erkaͤntnuͤß der Tuͤr⸗ ckẽ/ Juden uñ Heydẽ/ von dem ſeligmachenden Erkaͤntnuͤß Gottes: Die Heyden wiſſen wol/ daß ein Gott iſt/ dann Gott hat es jhnen offenbahret damit/ daß Gottes unſichibares Weſen/ das iſt/ ſeine ewige Krafft und Gottheit/ wird erſehen/ ſo man das warnimt an den Wercken/ nemlich an der Schoͤpff ung der Welt /alſo/ daß die Hwden kein Entſchuldigung ha⸗ ben. Rom. 1. v. 19. ſeq. Die Juden erkennen auch Gott auß demalten Teſtament: Aber nicht als einen Vatter Jeſu Chriſti/ dann denſelben ver⸗ leugnen ſie alleſampt. Derowegen muͤſſen wir Gott alſo erkennen/ daß er ſey ein Vater Jeſu Chriſti/ und umb deſſen willen auch unſer gnaͤdiger Golt und Vatter. 2. Vt Deum verum: Daß er wahrer Gott ſey: Es werden viel Goͤtter genant/ die nicht warhafftige/ ſondern erdichtete Goͤtter ſeyn. 1. Tor. 8. v. 3. Dieſelbe ſeyn fremde Goͤtter. Mal. 2. v. 11. Nichtige Goͤtter. Sap. 15. v. 8. Aber/ dieſer iſt der wahre Gott: Der lebendige und wahre Gott. 1. Theſſ.. v.). Wir haben nur einen Gott den Vatter/ von wel⸗ chem alle Dinge ſind/ und wir in jhm. 1 Cor. 8. v. 6. 3. Vr Deum ſolum; Daßer allein wahrer Gott ſey; Da der Sohn Gottes nit auß geſchloſſen wird/ wie die Arianer und Photinianer laͤſtern/ ſondern der ſelbe wird mit eingeſchloſſen: Denn niemand keñet den Sohn/ dañ nur der Vatter/ und niemand kennet den Vatter/ dañ nur der Sohn/ und wem es der Sohn wil offenbahren. Matth. 11. v. 27. Vnd die⸗ ſer Sohn Gottes iſt Gott uͤber alles/ hochgelobet in Ewigkeit. Rom. 9. verſ.. Er iſt der warhafftige Gott. ·. Johann.⸗ verſ.20. Vnd dieſes be⸗ weiſet auch in unſrem verleſenen Teyxt/ das Mar leia A⅜oder und/ und 1 2 en . 3 Q—— — 146 Vondder ſonderbahren Beſchreibung den du geſand haſt welches alles vorige und nachfolgende miteinande verknuͤpffet. 2. Eilium Dei Den Sohn Gottes: Vndden du geſand 1 V Jeſum Chriſtum Alhie haben wir von dem Sohn Gottes: 1. Quèd ſit apatre miſſus: Daß er vom Vater geſande Da muͤſſen wir glauben daß Gott Chriſtum geſand. Joh.17.v. 8. Wh muͤſſen glauben/ daß er ſey Chriſtus der Sohn Goꝛtes/ der in die Wa kommen iſt. Joh. 11. v. 27. Der Sohn deß lebendigen Gottes. Mattßas v. 16. Vnd dieſe Sendungfuͤhret nicht mit ſich/ daß der Sohn deßhabben geringer oder dem Vater ungleich ſey/ ſonſten wuͤrde der heiligech der vom Vater und Sohn geſand wird/ geringer und dem Pater un ter/ nach dem mahler von demſelben geſand iſt: Auß dieſem folger das&r kaͤntnuͤß deß Ampts und der Wolthaten Chriſti/ daß er geſand den Ci den zu predigen/ die zubrochene Hertzen zu verbinden/ zu predigen den Ge fangenen eine Erledigung/ den Gebundenẽ eine Offenung/ zupredigen ti gnaͤdiges Jahr deß HErꝛn. Eſa. 61. v.. Wer ſein Wort hoͤret/ und glau⸗ bet dem/ der jihn geſand hat/ habe das ewige Leben. Joh. 3.v. 24. Diaſeser⸗ fordert der ſeligmachende Glaube. 2. Quòd ſit Jeſus: Daß er Jeſus ſey; Welchen Namaade⸗ rumb fuͤhret/ daß er ſein Volck ſelig machet von jhren Suͤnden. Matth.l. v. 21. Freylich /freylich iſt er unſer Hryland und Erloͤſer Dann wir haben die Erloͤſung durch ſein Blut/ nemlich die Vergebung der Suͤnden. Eph.. v. 6. Er hatuns erloͤſet vom Zorn Gottes/ dann wir ſind mit Gott verſoͤhnet durch den Todt ſeines Sohns. Rom. 3. v. 0. Er hatuns et⸗ ſet vom Fluch deß Geſetzes/ da er an Fluch fuͤr uns geworden. Galat; v. Z. Er hat uns erloͤſet vom Todt/ Teuffel und ewiger BVerdamnuͤß da er deß Todtes Gifft/ und der Hoͤllen Peſtilentz worden. Hoſ z vetſ⸗. Freylich/ freylich/ iſ er unſer Heyland; Weilen er uns Heil und Seelig⸗ keit erworben: Dann er hat uns erworben die Gnade Gottes; Dann dit⸗ ſelbe iſt uns reichlich wiederfahren durch Jeſum Chriſtum/ der der eini⸗ ge Menſch in Gnaden war. Rom. 5. v. 15. Er hat uns erworben die Va⸗ gebung der Suͤnden/ weilen von jhm zeugen alle Propheten/ daß n ii hem Namen Vergehung der Suͤnden erſangen/ alle die an jhn glauben Act o⸗ Sohn ungleich ſeyn: Es erfolget aber auß dieſem das Erkaͤntnuͤß und der Glaube/ daß Chriſtus eine unterſchiedene Perſon ſey von dem W ,= -⸗'o- 8——==—— ſen Vonſtta in Joß ſp 1 Vächalend idren Süa. Erlöſer Danz Vergchuner dannwriſarg .ſ.v. o. Gſtztt funs— V deß ſeligmachenden Glaubens. Act. 10. v. 43. Erhat uns erworben die wahre Gerechtigkeit/ ſo fuͤr Gott ilt/ dann er if uns von Gott zur Gerechtigkeit gemachet. I. Cor. 1. v.30. Erhotuns aworben die Kindſchafft GOttes: Dann er gibt Macht Gortes Kinder zu werden allen die an ſeinen Namen glauben. Johan. 1. v. 1.. Erhat uns erworbendas ewige Leben; Dann das iſt der Wille Got⸗ tes/ der jhn geſand hat/ daß wer jhn ſihet und glaubet an jhn/ habe das ewi⸗ ge Leben. Joh. 6. v. 40. Vnd dieſe ſeine Wolthaten ſeyn univerſal und gemein allen Menſchen: Dann er iſt ein Heyland allen was die Erwer⸗ bung betrifft) ſonderlich aber der Glaubigen( was die Zuneigung belan⸗ get). Tim. 4.v. 10. Dieſes muß ein Glaubiger auß Gottes Wott hoͤren/ annehmen/ und ſeines Hertzen Vertrauen darauff ſetzen. Qudd ſit Chriſtus; Daß er Chriſtus oder der Geſalbter Gottes ſey: Dannes iſt nicht allein dieſer Name von jhm im alten Te⸗ ſtament verkuͤndiget/ daß er geſalbet mit Freuden⸗Oehl/ mehr dann ſeine Geſellen. Pſalm. 45. v. 8ð. Daß jhn der HErr geſalbet Eſa. 61. v.r. Daß er als der Allerheiligſte ſolte geſalbet werden. Dan. 9. v. 24. Sondern er iſſt auch in der Fuͤlle der Zeit geſalbet nach ſeiner menſchlichen Natur/ nach welcher jhm Gott den heiligen Geiſt nicht nach dem Maß gegeben. Joh⸗ 3. ver ſ.34 Da iſt er geſaldet zu unſerm Propheten H ohen Prieſter und Koͤnig: Laſſet uns dieſes/ O Chriſtliche Hertzen fleiſſig bedencken: Vn⸗ ſerm hochverdienten Erloͤſer/ als unſerm Propheten/ in ſeinem Wort fleiſſig zuhoͤren nach Gottes Befehl. Matth. 17. v.. Seiner hohen prie⸗ ſterlichen Wolthaten/ als der Verſoͤhnung mit Gott und getreuen Vor⸗ bitte uns theilhafftig machen/ und auff jhn als unſern Koͤnig unſer Ver⸗ trauen feſte ſeten. II. Fidei hujus operationem: Dieſes Glaubens Wirckung; Das iſt das ewige Leben/ ſagt Chriſtus; als wolt er ſagen/ dieſes iſt das Mittel/ oder der Weg zum ewigen Leben: Cyrillus nennet ſidem, ra- dicem vitæ æternæ, das iſt/ den Glauben die Wurtzel deß ewigen Lebens: Er ſagt quod hæc cognitio ſit pronuba bonorum cœleſtium; Das iſt dieſes Erkaͤntnuͤß(davon in erklaͤrten Worten geredet/ ſey eine Frey⸗ Werberin der himliſchen Guͤter: Dann es iſt in keinem andern Heil/ und iſt kein ander Name gegeben/ darin wir koͤnnen ſelig werden/ als in dem Namen(Verdienſt) Jeſu Chriſit. Act. 4. verſ. 12. Laſſel uns dieſest O Chriſtliche Hertzen/ nimmer vergeſſen; Wollen wir das ewige Leben 1 z haben/ 147 Super h.l- 148 Tonder Beſchaffenheit haben/ ſo muͤſſen wir Gottes Wort lieben/ dann das iſt ein Won i ewigen Lebens. Joh. 6 v. 68. Wollen wir das ewige Lebenhaben ſomi ſen wir Gott in Chriſto ſeinem Sohn recht erkennen/ dann der iſiderg rechte Knecht/ der durch ſein Erkaͤntnuͤß Viel gerecht machel. Eſa⸗ 3. v. 1i. In demſelben haben wir das Erkaͤntnuͤß unſers Heils. Lut.1.ve, Wohleen wir das ewige Leben haben/ ſo muͤſſen wir wachſen in der Gna Gottes/ und Erkaͤntnuͤß unſers Heilandes Jeſu Chriſti. 2. Per.da Zu welchem allem uns wolle verhelffen/ unſer himliſcher Vatter/ dunh Erleuchtung deß H. Geiſtes/ umb Jeſu Chriſtiwillen Amen Aman. b Die vier und zwantzigſte Predigt. DE FIDEl SALVIEFIC CONDITIONE. Von der Beſchaffenheit deß ſellgmachenden Glaubans alm. 18. v. 1. Hertzlich lieb hab ich dich HErꝛ/ meine Sti⸗ cke/ Herꝛ mein Kelß/ mein Burgemn Erretter/ mein Gott/ mein Hort/ auffden . 1. Acceſſum ad Deum Patrem: Einen Zugang zu Gott dem Vatter; Gott iſt ja aller Menſchen Vatter/ weilener iſt der nche Vatter uͤber alles was Kinder heiſſet. Eph. 3. v 4. Aber dieleidige Sun⸗ de/ wendet ſein vaͤterliches Hertz und Angeſicht von uns. Eſa. 59 v Da⸗ durch wir jhn/ die lebendige Quelle/ verlaſſen. Jer.2. v. 13. Dieweilen wit ſein Geſetz nicht halten. Jer 16. v. Alhie machet uns Chriſtus aina Zugang zu Gott und deſſen Gnade/ daß wir darin ſiehen/ und ruͤhmen uns der Hoffnung der zukuͤnfftigen Herrligkeit die GOTT 189 4. icht Paulus Eph z. verſ. 2. Daß witdurch ſo. 2—8 S= — ☛ ☛— —= 1 Erman 6 nan Vaßn erſar dindnd und Zurznake urchdenGuüaaſt rröſſſte Wedo den. 1 inen Zupnat ter/ walenteh 4 Padulohf onuns Cſhir fr...Ah achet uns oh ruſifaln duG — — — — —— 1 — — 1 —— — — 7 5 7 1 2 — zu Gott.. A deß ſeligmachenden Glaubens. 149 Rom 5.v. 2. Juden und Heyden haben durch Chriſtum einen Zugang in einem Geiſte zum Vocer. Eph. 2.vrx. 3 ee Acceſſumhilarem: Einen freudigen Zugang: Unſer Suͤn⸗ de richten uns alſo zu/ daß wir uns ſchaͤmen/ und ſcheuen unſer Augen zu Gott auffzuzeben Eſr.9. v. 6. Aber Chriſtus/ mit wahrem Glauben ergriffen/ ſchencket uns den freudigen Geiſi. Pſ. 5⁄. v. 4. Wañ uns ſchon unſer Hertz verdamt/ ſo haben wir doch eine Freudigkeit durch Chriſtum Joh. z.v. 21. Und auch am Tage deß Gerichts. 1. Joh. 4. v. 17, Acceſſum fiducialem; Einen zuverſichtigen Zugang; Die Saͤnde machet uns kleinmuͤtig: Aber Chriſtus/ mit feſtem Glauben er⸗ griffen/ machet uns großmuͤtig: Daß win unſer Zuverſicht ſetzen auff den HErrn HEnn. Pſalm. 73. v. 28. Derſelbe iſt unſer Zuverſicht/ und der Hoͤchſte iſt unſer Zuflucht. Pſ. 91. v.9. Koͤnnendurch den.h. Geiſt ſchrey⸗ en/ Abba lieber Vatter. Rom. 8. v. 15. II. Applicationis medium: Das Mittel der Zuneigung: Durch den Glauben an Chriſtum: Dann/ wannwir gerecht worden durch den Glauben/ ſo haben wir Friede mit Gott/ durch unſern HErrn Jeſum Chriſtum. Rom verſ. 1. Da koͤnnen wir uns Gottes ruͤhmen/ durch denſelben. ib. v. i. Durch den Glauben gefallen wir Gott. Heb. 1r. v. 6. Derowegen ſo iſt dieſes ſeligmachenden Glaubens Eigenſchafft/ ☛ Seel/ Hertz und Kern/ daß er ſeiner Perſon die Gnade Gottes und das Berdienſt Chriſti zueignet/ wie wir ein Exempel in verleſenen Worten an David haben/ auß deſſen Worten wir wollen anſehen: Wie ein glaubiges Hertz feiner Perſon die Gnade Gottes und das Verdienſt Chriſti zueigne. Der Allerhoͤchſte gebe ſeine Gnade/ daß wir beydes Hoͤrer und Thaͤter dieſes Worts ſeyn moͤgen/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Gleichwie der ſeligmachende Glaube ins gemein mit dem Cano⸗ niſchen Worte Gottes umbgehet/ und was in demſelben von Gott zu glauben uns vorgeſtellet/ und auch inſonderheit mit dem Erkaͤntniß Got⸗ tes und ſeines Sohns Jeſu Chriſti/ alſo gehet er hernach eigentlich und gar ſonderlich umb/ mit dem Vertrauen auff die Gnade Qoſtee voddne Verdienſt ——— — * K———— 2 ——— 1 —— 8 4*— Ke Donder Deſchaffeuheit Verdienſt Chriſti zu unfer Huͤlffe Gerechtigkeit und Seeligkei A findet ſich bey demſelben. I. Deidilectio: Die Liebe Gottes: Wannwir auſſer Chriſtun 3 c cken bey uns; Wie unſer Paradiß⸗Eltern geſuͤndiget/ um Gottes Sin me hoͤreten/ verſteckten ſie ſich fuͤr ſeinem Angeſicht. Gen..v. d. Danſ da iſt Gott ein verzehrendes Feuer/ und ein eiveriger Gott. Deuttron/ Gott anſchauen/ ſo iſt/ wegen unſers ſuͤndlichen Zußandes ein S v. 24. Da verwirfft er(freventliche Suͤnder) von ſeinem Ang ſicht. 11.v.13. Aber wann wir ſeine Gnade und Guͤte in Chriſto mitwaßten Glauben ergreiffen/ ſo nimt er uns zu ſeinen Gnaden⸗Kindern an/ doß wir ſeyn Kinder deß lebendigen Gottes. Hoſ.1. v. 10. Daßer ſich unſag b barmet wieein Vateruͤber ſeine Kinder. Pſal. 03 v. 3. Er wilunſer Ve b ter ſeyn/ und wir ſollen ſeine Soͤhne und Toͤchter ſeyn. 2. Corint,ëhat Wollen wir nun unſern Glaubenbeweiſen daß er ein wahrer/ undyi falſcher Glaube ſey/ ſo muͤſſen wir der Suͤnden feind ſeyn; Dandi den HErrn lieben/ haſſen das Arge. Pſalm. 97. verſ. 1o. Wirmuͤſſn Gottes Worte gehorchen: Dann wer ſein Wort haͤlt/ in dem iſt die Libt Gottes. 1. Joh.2.v. 5. Wir muͤſſendie Welt nicht lieben. ib. v.. Pnſen Naͤchſten muͤſſen wir lieben: Dann wer fuͤr demſelben ſein Herbezu⸗ ſchlieſſet bey dem bleibet die Liebe Gottes nicht.. Joh. 3. v. 17. Ach mane Chriſtliche Hertzen/ laſſet uns betrachten wie Gzott uns gelicbet: Alſo daß er ſeinen eingebohrnen Sohn uns gegeben. Joh. z. v. 16. Laſſetuns be⸗ dencken/ wie Chriſtus uns geliebet. Aſſo/ daß er ſich ſelbſt fuͤr uns dahn gegeben. Gal. ². v. 20. Vnddieſe Liebe mußſeyn; . Incividualis: Daß ein jeglicher fuͤr ſeine Perſon Gottli⸗ be Hertzlich lieb habe ich dich: Daß wir die Gnade Gottes und du Verdienſt Chriſti unſer Perſon zueignen/ wie Thomas gethan daerzu Chriſto ſagte: Mein HErꝛ und mein Gott. Joh. 20. v. 8. Ich bin gewiß mit Paulo: Rom 8. v. z8. Chriſtus hat mich geliebet Pſalm. 2. verſao. Daher ſagt Bernhardus gar troͤſtlich: Si credis, pecccata tua nonpol- ſe deleri niſi ab eo cui ioli peccaſti,& in quem peccatum non cadit benè facis: Sedadde adhuc. ut& hoc credas, quod per ipſum tii peccata donantur; Das iſt; Sodu glaubeſt/ daß deine Suͤndenicht koͤnnen außgetilget werden/ dann nur allein von dem/ an welchendual⸗ lein geſuͤndigeſt/ und weſcher ohne alle Sunde iſt/ ſo thuſtuwol: 5 b — — SS„„ — — P. vaſ e M ſcht liche. bnn denſſeha ſtnh 1. Joß unaf Gott unzait Ahh Joh z nnlſtusſt rſiſtßüunn ; 6 ſeine Prinen Gnade Gotboth 4 ½. Thomasgean 20.9.Achnh libet Pſänan pecccats racol ort err 4 deß ſelig machenden Glaubens. 151 thue auch dieſes hinzu/ daß du auch glaubeſt/ daß auch dir deine Suͤnde durch jhn vergeben ſeyn. 34 Cordialis: Daß ſie hertzlich ſey: Hertzlich lieb: Wir muͤſ ſen G O T T lieben von gantzem Hertzen von gantzer Seelen/ von gantzem Gemuͤthe. Deut. 6. verſ. 5. Wir muͤſſen jhm anhangen/ und Ijſhm dienen von gantzem Hertzen. Joſ 22v. Dann Gott ſihet das Her⸗ tze an. 1. Sam. 16 v. 7. Er ſpricht: Gib mir mein Sohn dein Hertze und laß deinen Augen meine Wege wolgefallen Prov 23. v.25. Und dieſes muß nicht allein geſchehen/ wann es uns wolgehet ſondern auch wann es uͤbel gehet. 1 II. Beneficiorum divinorum applicatio: Die Zueignung der Wolthaten GOttes: Da iſt der ſeligmachende Glaube gewiß/ daß Gott in Chriſto ſey:. b 1. Fortitudo noſtra, Unſer Staͤrcke: Unſere eigen Staͤrcke iſt nichts gegen die Suͤnde/ den Fluch deß Geſetzes/ die Macht deß Todteo und deß Teuffels; da wird ein Held nicht errettet durch ſeine groſſe Staͤr⸗ cke/ Pſ. 3. v. 16. Sondern der Glaube haͤlt Gott fuͤr ſeine Staͤrcke und ſpricht: Du biſt der Gett miiner Staͤrcke. Pſ. 43.v. 2. Dann er gibt unſer Seelen groſſe Krafft. Pſ. 1688. v.z. Jenner als er gefragt/ wen er fuͤr den dapfferſten Held hielte? Antwortet. Den jenigen welcher fuͤr der Gefahr nicht alzu kuͤhn/ und in der Gefahr nicht alzu verzaget iſt: Alſo erkennen die Glaubigen fuͤr der Gefahr jhre angebohrne Schwachheit/ und in der Gefahr verlaſſen ſie ſich auff G Ottes Krafft/ ſo in den Schwachen maͤchtig iſt. 2. Cor. 12 v. 9. Laſſet uns derowegen/ O Chriſtliche Hertzen/ Gott anruffen/ daß der ſelbe uns wolle vol bereiten ſtaͤrcken/ kraͤfftigen und gruͤnden. i· Pet. ⸗. v. 10.— 2. Noſtra rupes& petra: Unſer Hort und Felß: Ein Haus/ auff einem Felſſen gebauet/ kan von keinem Platz⸗Regen und Winde uberwaͤltiget werden. Matth. 7. verſ. 24 ſeqꝗq. Alſo/ weilen der ſeligma⸗ chende Glaube/ auff die theure verheiſſene Gnade Gottes/ und das un⸗ endliche Verdienſt Jeſu Chriſti gegruͤndet iſt/ ſo kan er weder von Suͤn⸗ den/ noch Todt und Teuffeluͤberwaͤltiget werden: Dieſelbe ſeyn unſern Fuͤſſen ein Felſſen/ daß wir gewiß treten koͤnnen. Pſal. 40. v.. Dieſelbe ſeyn uns ein ſtarcker Hort/ dahin wir immer fliehen koͤnnen. Pſ. 71. v.z. Da iſt eine glaubige Seele/ eine Taube in den Felß Loͤchern. Cant. z. v. 14. Gleichwie eine Taube/ ſo in den Felßloͤchern geniße hr Vngeſim Regen — Zinckgr. p·z · p.ʒ6. Serm. Gr. ſuper Cantic. Tit. loc. hiſtor. Pag.7I. Von der Beſchaffenheit 152 * V 5 4 Regen und Wind/ undaller euſſerlichen Gewalt geſichen:: Aloaut waͤ eine glaubige Seele/ ſo ſich inden Wunden jhres Erloͤſers Chriſtiven birget: Petræ foramina, Chriſti vulnera, ſagt Bernhardus; Das ſ Die Felßloͤcher ſeyn Chriſti Wunden. Laſſet derowegen O C — hriſtlih Hertzen/ uns auff den HErn verlaſſen ewiglich/ dann er iſt unſa aſ ewiglich. Eſa. 26. v. 4. Wir ſollen keinen andern Hort wiſſen/ als ſen. Eſa. 44. v. 8. Und getroſt ſagen: b Gleich wie ſich fein/ ein Voͤgelein/ in holen Baum verſtecktt Wanns trub hergeht/ die Lufft unſtet/ Menſchen und Dih erſchrecket. Alſo HErr Chriſt/ mein Zuflucht iſt/ die Hoͤledeiner Wunden Wann Suͤnd und Todt/ mich bringt in Noth/ hab ich niich darin gefunden. Wie jener alter Kregsman von D. Juſto Jona zum Erkaͤntne deß Evangelij gebracht/ ſterben ſolte/ ſagte kurtz fuͤr ſeinem Tode jch wil mich in das Blutfaͤhnlein Jeſu Chriſti einwicklen/ und mich woe den Erbfeind meiner Seligkeit verbergen. 3. Arx noſtra munita; Unſer Burg; Unſere geiſtliche Fende verfolgen uns gar hefftig/ ſetzen uns zu mit aller Macht: DeSaͤnde ſelbſi/ ſo von uns begangẽ/ verklaget uns/ unſer eigen Gewiſſen ͤberzeugt uns/ das Geſetze verdammet uns/ Teuffel/ Todt und Hoͤlle wartenauff das Urtheil an uns zu vollfuͤhren: Da iſt Suͤnden⸗Angſt/ Gewiſſens⸗ Angſi/ Todes und der Hoͤllen⸗Angſt: Wo ſollen wir denn fliehen hin/ dawir moͤgenbleiben? Zu dir HErr Chriſt alleine. Dann derſelbe hat uns die Gnade ſeines himliſchen Waters nit einem allertheuerſten und bluttrieffenden Verdienſt erworben: Da iſ der Name dieſes HErꝛn ein feſtes Schloß/ der Gerechte laufft dahinund wird beſchirmee. Prov. 18. v. 0. Da iſt der Sohn Gottes unſer guftucht in der Noth. Jer. 16. v. /19. Da iſt der H. Geiſt/ der machet es/ daß wit ſ⸗ hen im Glauben/ ſeyn maͤnnlich und ſtarck. 1. Cor. 16. verſ. 3. Gleich wie mozu Kriegszeiten/ wann das Land verheeret/ die Haͤuſer gepluͤnderl das Vieh geraubet/ die Menſchen jaͤmmerlich von den unbarmherzen Soldaten tractiret werden/ man ſich an ſichere Oerter verfuͤget und daſelbſt Schutz und Schirm ſuchgt: Alſo/ wann unſer geiſtliche an — —— ——— —-—— d olen Daun 6 ſto ona am 4 Unſa la Mace agm Geſeirue dtund üdataaf nae Astat ir mogmlie 4 himlſchendesti dienſt eweron 8 zerchteluffein deß ſeligmachenden Glaubens. 153 wuͤten und toben/ muͤſſen wir unſer retirada zu der Gnade Gottes und dem theuren Verdienſi Chriſtilals einer feſten Burg nehmen/ und beten: Mein Gott und Schirmer ſteh mir bey Sey mir ein Burg/ darin ich frey/ LI—ndritterlich moͤgſtreiten/ Wider meine Feind/ der gar viel ſeynd Anmir auff beyden Seiten. b 4. Liberator beneficus: Einwolthaͤtiger Erretter: Wirmoͤ⸗ gen mit David wol klagen und ſagen: Ach HErꝛ wie iſt meiner Feinde ſo viel/ und ſetzen ſich ſo viel wider mich; Viele ſagen von meiner Seelen/ ſie habe keine Huͤlffe bey Gott. Pſalm.3. v. J. leq. Aber der ſeligmachende Glaube ergreifft alßbald die Gnade Gottes in Chriſto Jeſu/ auff ſeins troſtreiche Zuſage: Ruff mich an in der Noth/ ſo wil ich dich erretten. Pſ. 50. v. x5. Er wil bey uns ſeyn in der Noth/ und uns herauß reiſſen/ und zu Ehren machen. Pſ.) 1.v. 14. Chriſtus wil uns auch auß der Hoͤlle erloͤ⸗ ſen und vom Tode erretten/ denn er iſt deß Todes Gifft/ und der Hoͤllen Peſtilentz worden. Hoſe.1; v. 4. Wie M. Aquilius fuͤr dem Rath zu Rom hart verklaget/ hat ſein Fuͤrſprecher M. Antonius ein Redener/ jh⸗ me das Wamms fuͤrm Rath auffgeriſſen/ und die Wunden an ſeiner Zwing. Bruſt/ ſo er im Kriege von der Roͤmer Feinden empfangen/ gezeiget/ Valz. worauff der ſelbe von der Klage ablolvirt worden: Wann glaͤubige Her⸗ P. 757. tzen von Suͤnde/ Gewiſſen/ Geſetz und Teuffel verklage worden/ haben ſie Jeſum Chriſtum zum Fuͤrſprecher. 1. Joh. 2. v.2 Der zeiget Gott ſeinem himliſchen Vatter/ nicht jhre/ ſondern ſeine Wunden/ ſo er jhrenthalben empfangen/ dadurch werden ſie ablolvirt und loßgeſprochen. 5. Noſter Deus: Vnſer Gott: Ein glaͤubiges Hertze weiß und glaͤubet nicht allein/ daß ein Gott ſey ſondern auch daß er ſein Gott ſey/ ſei gnaͤdiger Gott/ ſein lieber Vatter in Chriſto Jeſu ſeinem Errn/ Daher ſpricht es: Auff HErr/ und hilff mir mein Golt. Pſ 3. v. 8. Ver⸗ nim mein Schreyen/ mein Koͤnig und mein Golt/ denn ich wil fuͤr dir be⸗ ten. Pſalm. 5. verſ.;. Auff dich E RR traue ich/ mein G OTT hilff mir von allen meinen Verfolgern und errette mich. Pſalm. 7. verſ. 2. Dieſe Eigenſchafft deß wahren Glaubens/ laſſet uns/ O Chriſt⸗ liche Hertzen/ fleiſſig in acht nehmen/ und das meum und tuum wol be⸗ trachten: Was Chriſti iſt/ das iſt auch eines glaͤubigen Hertzen/ und was eines glaͤubigen Hertzen iſt/ das iſt Chriſti: Eines Glaͤubigen Suͤnde hat b V 2 Chriſtus Leil. Epi- ſtol. 73. 154 Vonder Beſ chaffenheit Chriſtus von jhm genommen/ und ſeine Gerechtigkeit und Heiligkeuſn dagegen geſchencket und zugeeignet. O deß allerſeligſten Tauſches Ne halben ſollen wir das Mein und Dein /ſtets laſſen in unſerm Hertzen ſen III. Fiduciæ in Deum collocario: Ein Vertrauen auff Gon Auff den ich traue; Dieſes iſt gleich ſam die Seele deß ſeligmachend Glaubens/ daß wir auff die Gnade Gottes in Chriſio Jeſu unſers ha tzen Vertrauen ſetzen: Vnd muß alhie ſeyn: 1. Fiducia vera, Ein wahres Vertrauen: Es muß nicht allen ein Wort vertrauen/ welches mit dem Munde nur geredet wud/ ſonden ein hertzliches Vertrauen ſeyn: Vnſer Hertze muß unverzagt auff Gonu hoffen. Pſ. 1z. v. 7. Verlaſſen uns auff den HErrn von gantzem a tzen. Proverb. 3 verſ. 5. Wie Keyſer Rupolphusl. einen Kriegwida Do Koͤnig in Boͤhmen fuͤhren wolte/ und nurfuͤnff Schilling iclich ter Muͤntz ſein gantzer Schatz war/ und gefragt/ wie er Krieg fuͤhrn wolte/ weilen kein Geld da ſey? Hat er antwortet: Wie mir Gott allzal Vorſehung gethan/ alſo kan ers auch auff dieſer Reiſe thun/ wie dann auch geſchehen. 2. Fiducia firma: Ein feſtes Vertrauen; Wie muͤſſengenoſ ſeyn. Matth verſ. 2. Wir muͤſſen wiſſen auffs aller gewiſſeſteſdaßwas Gott ver heiſſe koͤnne er auch thun. Rom. 4. verſ. 21. Sagen mit Paulo: Ich bin gewiß. Rom. 8. v.8. 3. Fiducia pura: Ein reines Vertrauen: Wir muͤſſen nichtun⸗ ſer Vernunfft zu Rath nehmen/ und verlaſſen uns nicht auff unſem Verſtand Prov. 3. verſ 5. Sondern dieſelbe gefangen nehmen unterden Gehorſam deß Glaubens. 2. Cor. 5. v. 10. 1 4. Fiducia continua: Ein immerwaͤrendes Vertrauen. Wi muͤſſen gruͤne Oehlbaͤume ſeyn im Hauſe deß HErrn/ und verlaſſenuns auff Gottes Guͤte immer und ewiglich. Pſ.52. v. 10. So werdenwirdas Ende deß Glaubens/ der Seelen Seeligkeit 1. Pet. 1. v.9. davon tragen wozu uns verhelffen wolle/ Gott der Vater/ durch die Gnadedeß heli gen Geiſtes/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. Die fuͤnff und zwantzigſte Predigt. DE FlIDEI Pte Predigr. Von der wirckenden rſach deß wahren ſeligmachenden — Joh 6. „ ☛ 8 ßs ( — AA— — ☛ ᷣ — tet Wum geni eſer Jaſe de en⸗Wrrſſentn ſen uns naäacfuwim tfangmachna endes Vrrurl HEmunuim v. 1o. Sowchad Ne.uv dnanit 2 drEnoei u rag AENIE nnſtigui deß wahren ſeligmachenden Glaubens. 15 Johann. 6. v. 29. Das iſt GOttes Berck daß ihr glaubetan den/ den er geſand hat. Ir haben/ meine Chriſtliche Hertzen/ in vorige Predigten/ von dem Weſen und Eigenſchafften deß ſelig⸗ 28 machenden Glaubens angehoͤret/ und vernommen/ daß der⸗ . ſelbe erfodere: b 1. Cognitionem: Das Erkaͤntnuͤß: Daß wir die Gnade Got⸗ tes in Chriſto Jeſu erkennen/ daß wir koͤnnen mit Hiob ſagen: Ich weiß daß mein Erloͤſer lebet. Hiob. 19. v. 25. Dann durch ſein Erkaͤntnuͤß(mit feſtem Vertrauen verknuͤpffet) machet uns Chriſtus gerecht. Eſa. 53. v. iI. Darumb muͤſſen wir das Erkaͤntnuͤß unſers Heils haben. Luc. 1. v. 77. Daß wir wiſſen/ an wen wir glauben. 2. Tim. 1. v. 12. 2. Aſſenſionem: Den Beyfall: Was wir auß Gottes Wort hoͤren und erkennen/ das muͤſſen wir nicht in Zweiffel ziehen/ ſondern feſte und ohngezweiffelt glauben/ daß es wahr ſey: Gleichwie Abraham auffs allerge wiſſeſte wuſte/ daß/ was Gott verheiſſe koͤnne er auch thun. Rom 4. v. 21. Wir muͤſſen ſtarck werden/ durch die Predigt von Jeſu Chriſto. Rom. 16. v. 25. Dann die Predigt deß Wortes Gottes hilffet denen nit/ die nicht glauben was ſie hoͤren. Heb. 4. v.. Wir muͤſſen ſuchen im Buch deß HErrn/ und leſen darin/ es wird nicht an einem derſelbigen fehlen/ man vermiſſet auch nicht dieſes oder. Eſa. 34. verſ. 1 6. Verſtehe/ was Gott verheiſſen hat. 3. Gratiæ Dei in Chriſto apprehenſionem: Die Ergreiffung der Gnaden Gottes in Chriſto: Dann durch deſſen Todt ſind wir mit Goit verſoͤhnet. Rom. 5. v.. Denſelben nehmen wir mit wahrem Glauben an. Joh.. v. 12. Gleichwie Adonia in der Furcht deß Todtes faſſele die Hoͤrner deß Altars/ der Hoffnung Sicherheit ſeines Lebens da⸗ ſelbſt zu haben 1. Reg. 1. v. 0. Alſo ergreiffet und erfaſſet der ſeligmachen⸗ echlabhe Jeſum Chriſtum/ und iſt gewiß Sicherheit bey demſelben zu erlangen. 4 Fiduciæ in illis eollocationem; Daß der Glaube ſein Ver⸗ trauen auff die Gnade Gottes inChriſto ſetzet; Dann/ wol allen/ die auff jhn trauen. Pſ. 2. v. ult. UInd muß ein Glaubiger mit David ſagen: V z HErꝛ 2 Von der wirckenden Urſach errette mich durch deine Gerechtigkeit. Pſal. 31. v. 2. wollen wir ferner in wahrer Gottes⸗Furcht/ erwegen: Wer den ſeligmachenden Glauben bey uns wircke. Der grundguͤtige Gott/ wolle fleiſſiges Gehoͤr/ und ſeligmachenden Glaubeh hiedurch auch bey uns wircken/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. ben ſie herfuͤrgebracht/ nicht auß auffrichtigem Hertzen/ ſondern/ wi lb. c.30. Cyrillus in acht genommen/ auß lauterem Stoltz: Als wolten ſie ſagn in Iohan. dert uns vorgeſchrieben/ ſondern auch diejenige ſo unſer Vorfahren auß guter Andacht uns verordnet: Weiſtu nun ander Wercke/ durch walh wie der Juͤngling/ welcher vermeinte/ er haͤtte alles getha/ was Moſtsi ſeinem Geſetz befohlen/ auß geiſtlichem ſtoltz fragte/ was jhm wolhſchlen ſolte Matt. 9. v. 20. Uñ ſolcher Phariſeiſcher Stoltz noch heutzuTage bey vielen Baͤpſtlern gefunden wird: Wir haben aber in Chriſu Antwon J. Fidei appellationem: Deß Glaubens Nennung: Chriſtus nennet jhn ein Werck: Gewonen/ gewonen/ ruffen allhie die Baͤpſtler ſoll man durch den Glauben gerecht werden/ ſo wird man dadurch/ als ein Werck gerecht/ und kom̃t alſo die Gerechtigkeit auß guten Wercken üs wie hievö beymgellarmino zu leſen iſt: Aber die guten leute muſten alhie Barc in acht nehmen/ daß Chriſtus allhie rede/ nicht propris daß der Glaube an undfuͤr ſich ſolle ein Werck ſeyn/ dann ſolches widerſtrebet der Eigen⸗ ſchaft deß Glaubens: Sondern er redet alluſivè, uñ richtet ſeine Antwon nach der Frage der Judẽ/ als wolte er ſage: Wollet jhr etwas Gott wolge⸗ faͤlliges verrichten/ ſo glaͤubet an ſeine Sohn/ den er geſand hat. Es wind aber der Glaube nicht unſer Werck/ ſondern Gottes Werck allhie genant; 1. Propter Dei requiſitum; Wegen Gottes Erfoderung: Weilen Gott den Glauben inſonderheit von uns erfodert: Dann ſane Augen ſehen nach dem Glauben. Jer. x verſ. 3. Und zu dieſem Enehe HErr auff dich traue ich/ laß mich nimmermehr zu Schanden werde Ermuß habench Vertrauen durch Chriſtum zu Gott. 2. Cor. 3.v. 4. Er muß eineFnu digkeit und Zugang haben zu Gott/ in aller Zuverſicht/ durch den Glau ben an jhn. Eph. 3.v. 12. Dieſes alles haben wir fuͤr dieſem gehoͤremn — Eshatten/ meine Chriſtliche Hertzen/ die Juden Chriſtum geſtgt Was ſollen wir thun/ daß wir Gottes Werck wircken Dieſe Fragezi Wir haben nicht allein Moſis Geſetze/ darin die Wercke von Gotteri⸗ wir koͤnen gerecht uñ ſelig werden; Ey lieber/ ſo laß ſie uns wiſſen Glich —2——— vn 1 geſouuſrdait nder dene o laßſieunſenh alesgchäret ragte wauſrſſth rStoltzwäſeradig 8 ruffmalhid 4 ens Wme ſowirdmndonhi 3 gkat außgnndc 1 e gutmlannit tpopre afida 1s, cswoderſtroen. uünihtt nr mabermhilen deß wahren ſeligmachenden Glaubens. iy⸗ Gott uns ſeinen Sohn gegeben/ daß wir an denſelben glaͤuben ſollen. Joh. 3·v. 16. So wir glaͤuben/ ſollen wir die Herꝛligkeit Gottes ſehen. Joh. Il. v. 40. Darum haͤlt Gott jederman den Glaubenfuͤr/ das iſt/ die Mittel/ ſo uns zum wahren Glauben fuͤhren. Act. 17. v. z1. Ach laſſet uns dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ fleiſſig in acht nehmen: Die Gerech⸗ tigkeit ſo auß dem Glauben kompt/ ſpricht alſo: Sprich nicht in deinem Hettzen/ wer wil hinauff gen Himmel fahren? Das iſt nichts anders denn Chriſtum herab holen: Oder wer wil hinab in die Tieffe fahren? Das iſt nichts anders/ als Chriſtum von den Todten holen: Aber was ſaget ſie Das Wort iſt dir nahe/ nemlich in deinem Munde/ und in dei⸗ nem Hertzen; Das iſt das Wort vom Glauben. Rom. 10. v. 7. O daß wir elende Erd⸗Wuͤrmlein/ dieſes recht begreiffen moͤchten. 2. Propter Dei beneplacitum: Wegen deß goͤttlichen Wolge⸗ fallens: Gott hat einen ſonderlichen Wolgefallen an ſeinem Sohn Jeſu Chriſto: Derſelbe iſt der außerwehlte Gottes/ an welchem ſeine Seele wolgefallen hat. Eſa. 42. v. 1. Er iſt ſein geliebter Sohn/ an welchem er hat ein Wolgefallen. Matt. z. v. ¶1. Weilen wir nun denſelben mit wah⸗ rem Glaubꝛ ergreiffen/ alſo daß er iſt unſer Weißheit und Gerechtigkeit/ unſer Heiligung und Erloͤſung. 1. Cor. 1. v. 30. So hat deßwegen Gott auch ein vaͤterliches gnaͤdiges Wolgefallen an uns/ durch den Glauben an Ehriſtũ: Da hat er ein Wolgefallen an ſeinem Volcke. Pſ. 149. v. 4. Dagefaͤllet es Gott wol/ durch die thoͤrichte Predigt deß Evangelii ſelig zu machen/ ſo darã glaͤuben. I. Cor.. v. 21. Da koͤnen wir getroſt ſingen; Ein Wolgefallen Gott an uns hat/ Nun iſt groß Fried ohn unterlaß/ All Fehd hat nun Ende. Laſſet uns derowegen/ O Chriſtliche Hertzen/ dieſes erkennen: Es iſt der Wille Gottes/ daß wer Chriſtum ſihet/ und glaͤubet an jhn/ habe das ewige Leben. Joh. 6. v. 40. Und daß wir ſolchen Glauben mit gottſeligem Leben und Wandel beweiſen/ und unſer Leiber begeben zu einem Gott wolgefaͤlligem Opffer. Rom. 12. v. 1. Daß wir pruͤfen/ was da wolge⸗ fͤllig ſey dem HErꝛn. Eph. 5. verſ. 10. So ſind wir jhm angenehm und wolgefaͤllig/ in ſeinem geliebten Sohn Jeſu Chriſto. Eph. 1. v. 6. 3. Propter ſingularẽ Dei cultũ; Wegẽ deß ſonderlichẽ Gottesdien⸗ ſtes; Welchen wir durch uñ vermittels dem Glaube Gott leiſten: Durch den Glaubẽ hangẽ wir Gott an. Deut. 10. v. 20. Gleich wie die Kinder die Eltern bey den Kleidern haltẽlũ wir deſſe ein augenſcheinliches Erzm⸗ b pelan 158 Von der wirckenden Urſach vel an dem Cananeiſchen Weiblein haben. Matth. 15. v. 22. ſecq. Nh Pſ. 19. v. z1. Glachde und dieſelbe ohn l terlaß denſelben vorhalten: Alſo thut der Glaube bey den Verheiſſungg Gottes: Was nicht auß ſolchem Glauben in dem Gottesdienſſepa ruͤhret/ das iſt Suͤnde. Rom. 14. v. 23. Und iſt ohnmoͤglich ohn denſeda hangen durch denſelben an Gottes Zeugniſſen. die Kinder ſich an der Eltern Verheiſſung halten/ Gott gefallen. Heb. 11. v. 6. I. Fidei originem: Den Vrſprung deß Glaubens: Erſ Gottes Werck: Dañ der Glaube iſt auch ab ſonderlich Gottes Wac weilen er von Gott wird gewircket: Es wird aber die Wirckung de Glaubens Gott zugeeignet in ſeinem Worte: 1. Generaliter; Ins gemein: Dann unſer Wiedergebuntbe durch wir den Glauben empfangen/ iſtvon Gott. Johann. 1.v.; Da thut uns das Hertze auff/ daß wir zum ſeligmachenden Glaubenkom⸗ men. Act. 16 v. 14. Durch deſſen Gnade werden wir glaͤubig. Act. 1. v. 27. Der erfuͤllet das Werck deß Glaubens in ſeiner Krafft 2. Theſ 1. v. 11. Durch deſſen Macht/ werden wir auch durch den Glauben e⸗ woahret zu Seligkeit 1. Pet. 1. v. z. 2. Specialiter; Inſonderheit: Da wird die Wirckung dcß Glaubens zugeſchriaben/ G Ott dem Vatter; Der faͤnget das zute Werck bey uns an. Phil.1.v. 6. Und ſiehen wir geiſtlich auff/ duch dn Glauben/ welchen Gott wircket. Col.2. verſ. 12. Sie wird zugeſchruben Gott dem Sohn: Welcher genand wird/ der Anfaͤnger und Pollendet unſers Glaubens. Heb. 12. v. 2. Sie wird zugeſchrieben/ dem H. Geiſt Dann ſo wir ohne denſelben Jeſum nicht koͤnnen einen HErmn nennen. 1. Cor. 12. v. 3. Viel weniger werden wir ohne denſelben an Chriſtum kuͤn nen glaͤuben: Daher wird er auch ſonderlich genand/ der Geiſt deß Glau⸗ bens. 2. Cor. 4. v. 33. Und dieſes ſol uns ermuntern: 1. Ad aſſiduam orationem: Zu fleiſſigem Gebet: Daß vit Gott umb Schenckung/ Vermehrung und beſtaͤndiger Erhaltung deß ſeligmachenden Glaubens fleiſſig bitten und anruffen: Dann weilen wi ohne denſelben Gott nicht gefallen koͤnnen. Heb. 11. v. 6. Und durch den⸗ ſelben Gottes Kinder. Gal.; v. 26. Und endüch ewig ſelig werden. Eph⸗ 2. v. 8. Und derſelbe auch unſer Schild ſt/ damit wir alle feurige pfell deß hoͤlliſchen Boͤſewichts außleſchen koͤnnen. Eph. 6. v. 16. So haben wir hochnoͤtig/ daß wir umb dieſe alleredelſte Gabe Gottes/ ſinfeſſ . an —2————n — — f*— ———88——8A8—— ter; Da ftug ir geſſtlch fut 2. Siewiatun geſchncham t deß wahren ſeligmachenden Glaubens. 159 auruffen. Alſo thaͤte der Vater deß Mohnſuͤchtigen: HErꝛ ich glaͤube/ deuffanaſhn meinem Unglauben. Marc. 9.v. 24. Mit Chriſti Juͤngerm HErn ſtaͤrcke meinen Glauben. Luc. 17 v. F. D. Caſpar Cru⸗ Li Loe. eiger hat in ſeiner Kranckheit zwo von ſeinen Toͤchtern zu ſich fodern 1 e. laſſen/ und mit denſelben gebetet/ und unter andern alſo geſprochen: P“8 950 HEr. JeſuChriſte ich ruffe dich an wiewol mit einem ſchwachen Glau⸗ ben/ dennoch mit einem Glauben/ Erꝛ Jeſu Chriſte/ ich glaube deiner Zuſage/ die du mit deinem Blut und Aufferſtehung verſiegelt haſt/ hilff mir/ und richte mein. Hertz auf durch den Glauben. Ach laſſet uns beten: Gib mir nach deiner Barmhertzigkeit/ b b Den wahren Chriſten Glauben! Auff daß ich deine Suͤſſigkeit/ WMoginniglich anſchauen. 2. Adhumiliationem: Zur Demutigung: Daß wir demuͤtig ſeyn/ und uns unſers Glaubens nicht erheben: Es werden Starck⸗und Schwach⸗Glaͤubige gefunden; Damuͤſſen die Starcken die Schwa⸗ chen nicht verachten/ oder ſich uͤber dieſelbe erheben/ ſondern fein demuͤ⸗ tig ſeyn; Theils/ weilen er nicht von uns ſelber herkompt/ ſondern eine Gabe Gottes iſt: Menſch/ was haſtu das du nicht empfangen haſt? So du es aber empfangen haſt/ was ruͤhmeſt du dich dann(oder ſtelleſt dich) als der es nicht empfangen haͤtte? 1. Cor. 4. v. 7. Alle gute Gaben/ und al⸗ le vollkommene Gaben/ kommen ja von oben herab/ von dem Vater deß Liechts. Jac. 1. v.-—. Wann eine Braut jhr hochzeitliches Kleid auß ei⸗ nes Freundes Schenckung hat/ und ſie uͤber Gebuͤhr damit ſich wil her⸗ fuͤr thun/ wirds jhr uͤbel nachgeredet: Der ſeligmachende Glaube/ iſt un⸗ ſer Hochzeit Kleid. Matt. 22. v. 11. Welches wir auß lauterm Gnaden⸗ ſchenck Gottes haben/ wann wir mit demſelben ſtoltziren wollen/ wird es gewißlich Gott nicht gefallen: Theils auch weilen dieſer Glaube leicht⸗ lich kan verlohren werden: Dann ein Gerechter kan ſich kehren von ſei⸗ ner Gerechtigkeit/ und thun Boͤſes. Ezech. 18. v. 24. Wie bald kan. Haß/ Neid/ Zorn/ Geitz/ Verleumbdung deß Nechſten und dergleichen/ ſo Todſuͤnde ſeyn/ einen Glaͤubigen verfuͤhren/ daß er dadurch denſelben verlieret? Es werden Reben an Chriſto gefunden/ die keine Frucht brin⸗ gen. Joh. 15. v. 2. Der Tempel Gottes kan verderbet werden. 1. Cor. 3. v. 16. Auß den Gliedern Chriſti koͤnnen Huren⸗Glieder gemacht wer⸗ den. 1. Cor. 6. v.. Ach! Wer daſtehet/ der ſehe wol zu/ daß er meht falle. X I. Cbyr. Io. 160 Von der wirckenden Uirſach 1. Cor. 10. v. 12. Gleich wie Belſazer zur gefaͤhrlichſten Zeit/ wie Dann und Cyrus mit einem gewaltigen Heer die Stadt Babylon umbring fein luſtig banquetirte/ als wann er im beſten Friede/ und ohne ang b Gefahr lebete: Dan. /. cap. Alſo werden auch unter den Glaͤubigenwe legefunden/ welche ſich durch den Teuffel in groſſe Sicherheit verf ren laſſen/ da doch derſelbe mit dem Heer der Sunden jhnen Tagun Nacht nachtrachtet/ und ſuchet daß er ſie verſchlinge.*. Pet. 5. veſ Bringet ſie auch ſo weit/ daß ſie den Glauben/ den heiligen Gaſt un die Gnade Gottes ſchaͤndlich verlieren. III. Subjecti notationem: Wer glaͤuben ſolle: Daß jhr glaͤg bet: Dieſe waren ſtoltze verwegene Leute/ wie droben gemeldet: Glaich wolt haͤlt jhnen Chriſtus das rechte Mittel zur Seligkeit fuͤr/ und we ſet jhnen den rechten Weg zum Himmel: Dabey wir ſehen/ daß erwo⸗ e/ daß ſich alle Suͤnder bekehren und leben. Ezech. 33. verſ. r1. Darun haͤlt er auch dieſen den Glauben fuͤr. Act. 17. verſ. 31. Er wil daß auchſf⸗ nen geholffen werde/ und ſie zur Erkaͤndnuͤß der Warheit komna. 1. Tim. 2. v. 4. Welches wir gegen die Calviniſten in acht nehmen ſolin IV. Objecti deſignationem; An welchen ſie glaͤuben olen: An den/ welchen Gott geſand hat: Derſelbe iſt der Sohn Gottt⸗ Denſelben hat Gott ſein himliſcher Vatter geſand: Da die Zatt erfäl⸗ let war/ ſandte Gottdieſen ſeinen Sohn/ von einem Weibe gebohren und unter das Geſetze gethan/ auff daß er die/ ſo unter dem Geſetz waren erloͤſete/ und wir die Kindſchafft empftengen. Gal. 4. v. 4. Daiſterge⸗ ſand den Elenden zu predigen. Eſa. 61. v. x. Er iſt geſand uns zu ſegnen. Act. 3. v. 2.. Er iſt geſand zum Heiland der Welt. 1. Joh. 4.v. 14. Laſſe uns dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ Gott hat uns geſand/ nicht einen ſchlechten Propheten/ ſondern einen groſſen. Luc. 7. v. 16. Er hat unsge⸗ land einen Sohn/ nicht auß vielen/ ſondern ſeinen eingebohrnen Sohn. Joh. 3. verſ. 16. Er hat uns geſand/ nicht einen angenommenen Sohn/ ſondern ſeinen eigenen Sohn. Rom. 3. verſ. 32. Denſelben hat er uns ge⸗ fand zu hoͤren. Matth. 17. v. ꝓ. Ins mit jhm zu verſuͤhnen. Rom. v. o. Uns von Tod/ Teuffel und Hoͤllen zu erloͤſen. Hoſe. 13. v. 4. guͦt olche Wolthaten muͤſſen wir billich danckbar ſeyn: Ihn mit Hertzen und Munde loben und ſagen: Nun lod mein Seel den HErnn/ und vergiß nicht was er dir Gutes gethan. Pſ. 03. v. z. Wir muͤſſen nichtthun/ vi die heiloſe Juden/ zu denen/ als den verlohrnen Schafen di Han —— - zeſand: Aynai neinen Aägtthe V ſ dl 1 ſo untemackt Gal 47 di riſtgeſadmen — — clt. Jeh4na Rk uns geſend aiſc t.7 va6.G rn ꝛen angtboßnnelt angenommmndt Denſchenhoinu gſuhnen Jen ne oſtanc — deß ſeligmachenden Glaubens. 161 Iſrael/ war er als ein Prophet und Lehrer geſand. Matt. 1. v. 24. Aber ſie haben jhn nicht aufgenommen. Joh. 1 v. 11. Dafuͤr uns behuͤten wol⸗ le unſer dimuſehar Vater/ umb unſers Erloͤſers Jeſu Chriſti willen/ men/ Amen. b Die ſechs und zwantzigſte Predigt. DE FIDEI CAVSA INSTRVMLNfTALI bRIMA, OQVf VEKBI DIVINI PKTDICAIIO0. b Vomerſten Mittel deß Glaubens/ welches iſt die Predigt goͤttliches Wortes. Joh. 17. v. 8. Die Wort/ die dumir gegeben haſt/ habe ich Ijhnen gegeben/ und ſie habens angenom⸗ men/ und erkand warhafftig/ daß ich von dir außgegangen bin/ und glaͤuben daß du mich geſand hn. S ſpricht Johannes Cap 20. vz1 daß ſein Evan⸗ H ſey Chriſt/ der Sohn Gottes/ und daß wir durch den Glau⸗ e ben das Leben haben in ſeinem Namen: Allhie haben wir die End⸗Urſach/ warumb das Evangelium geſchrieben/ unter welchen: .Fidei donatio: Die Schenckung deß Glaubens: Von Natur ſind wir ein Volek da kein Verſtand in iſt. Deut. 32. v. 28. Das Volck ſo im Finſtern wandelt. Eſa. 0. v. 2. Aber das Evangelium iſt ein helles klares Liecht/ dadurch der ſeligmachende Glaube in un erm Hertzen wird angezuͤndet: Dann durch Gottes Wort glauben wir an Chriſtum. Joh. 17.v. 20. Die ſolches gerne annehmen/ die kommen zur Gemeinſchafft der Glaͤubigen. Act. 2. v. 41. Der Glaube kompt auß der Predigt/ das predigen aber durch das Wort Gottes. Rom. 10. v. 7. Wie Pelagia ein unzuͤchtiges Weib in die Kirche gieng/ hren Pracht und Schoͤnheit ſe⸗ 3 hen zu laſſen/ und der Biſchoff eben den Spruch außlegte/ daß Chriſtus 2. Salutis æternæ collatio: Die Schenckung deß ewigen Le⸗ X 2 bens: 1 pag in die Welt kommen die Sunder ſelig zu machen/ ward der Glaube da⸗ durch in jhr angezuͤndet und bekehrte ſich. 8* 8 .9. 162 Vom erſten Mittel deß Glaubens/ bens: Dalehreruns Gottes Wor/ daß wir durch Chnſtum hahen, geiſtliche Leben/ weilen er/ der gerechte Knecht/ durch ſein Erkaͤndne viel gerecht machet. Eſa. 73. v. xr. Da heiſſet es: Hoͤret/ ſo wird euer& leben. Eſa. 75, v. 3. Wann die geiſtlich Todten die Stimme deß Soßn Gottes hoͤren/ ſollen ſie dadurch leben. Joh. 5.v. 25. Das iſt/zum ga lichen und Gott wolgefaͤlligem Leben bekehret werden: Wann wir Ge tes Wort andaͤchtig und fruchtbar anhoͤren/ ſo haben wir dadurchd ewige Leben: Dann es iſt eine Krafft Gottes/ ſelig zu machen/ alle ſoda ran glaͤuben. Rom. J. v. 6. Dadurch koͤnnen treue Lehrer ſich ſelber eh machen/ und diejenige ſo ſie hoͤren. 1. Tim. 4.v. 16. Dann es iſt in le welches unſer Seel kan ſelig machen. Jac. 1. verſ. 21. Dieſe Wirkun goͤttliches Wortes/ was den Glauben betrifft/ bezeuget Chriſtus ii leſenen Worten/ auß welchen wir wollen anſehen: Wie das Wort deß Evangelii den ſeligmachenden Glauben bey uns wircke. Der Allmaͤchtige gebe ſeine Gnade/ daß dieſes fruchtbarlich von un moͤge betrachtet werden/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amnn. Erklaͤrung. Wir haben allhie: I. Divinum beneficium; Die goͤttliche Wolthat: Uutaden vielen/ vielen/ Wolthaten Gottes/ iſt unter den fuͤrnehmſten auch diſſ/ daß er uns ſein heiliges Wort gegeben: Dann/ O Chriſtliche Herben was waͤre uns nuͤtze/ daß uns Gott erſchaffen? Was huͤlffecs uns/dcß uns Jeſus Chriſtus ſo theuer erloͤſete Wann uns der heilige Geiſ dig und alle andere Wolthaten/ deß grundguͤtigen Gottes/ durch ſein hal⸗ ges Wort nicht offenbahrte/ und durch ſeine Erleuchtung uns derſebnn verſicherte⸗Und dieſes iſt: b 1. Beneficium Dei patris: Eine Wolthat Gottes unſers Va⸗ b ters: Der hat dieſes Wort ſeinem Sohn gegeben Es hatwarbot ſein Wort auch Moſi gegebẽ/ und iſt mit ſtinem Mundegeweſen. Erod⸗ 4.v. v. Aber ſolches iſt ein Wort deß verdammenden Geſetzes/ deſſengi nalund Außgang iſt; Verflucher ſey/ wer nicht alle Wort dieſes Geſtues erfuͤllet/ daß er darnach thue. Deut. 27. v. 26. Es richtet nur Zoman. Nom. 4. v. 20. Moſes prediget nur von der Verdamnuͤß. 2. Cor 3.v.9. Aber dieſes Wort/ welches G.O TT ſeinem Sohn gagchen⸗ d Iarelchrafiiſt ſctgz 25 v ls. Dan sſte 1 rveſſal Ni enſelgmacze dircke. iſes fruchönia iſiwilaen iche Wolkzelben en fuͤmtſeinuddit n/ OChnent ⸗Was ülfte unsda eirtit n Gottts duüeit⸗ Erleuchtungu 1 4 4 welches iſt die Predigtgoͤttliches Wortes. 163 gentlich und fuͤrnemlich das Wort deß Evangeliſ: Solches hat Gott der Vater /in ſeinen Mundgelegt. Deut.. v.. Der iſt in ſeinem Wor⸗ te nicht murriſch/ noch greulich. Eſa. 2.v. 4. Das iſt er beiſſet nicht von ſich wie Moſes; Sondern GOtt hat jhm ein gelehrte Zunge SSeen Er pre⸗ daß er weiß mit den Muͤden zureden zu rechter Zeit. Eſa. 50 v. 4. C diget ein gnaͤdiges Jahr deß HErꝛn. Eſa. G1. v.2. Er ruffet ſo freund⸗ lich/ ſo getreulich/ ſo unauffhorlich; Kommet her zu mir/ alle die jhr muͤh⸗ ſelig und beladen ſeyd/ ich wileucherquicken. Matth. 11. v. 28. Er fuͤhret das Wort deß ewigen Lebens. Joh. 6. v. 68. Laſſet uns dieſes/ O Chriſi⸗ liche Hertzen/ zu Ohren und Hertzen nehmen: Gleich wie das Oehlblat ſo dem Noah die Taube brachte ein Frieden⸗Zeichen war. Gen. 8. v. 11. Alſo iſt das Evangelium eine rechte Friedens⸗Bottſchafft; Da tretien Gottes Mund Boten auff verkuͤndigen Friede/ predigen gutes/ und verkuͤndigen Heyl. Eſa. /2. v. 7. Wann wir durch den Glauben gerecht worden/ ſo haben wir Friede mit GOtt/ durch unſern HErrn Jeſum Chriſtum. Rom. ⸗.v.. b 2. Beneficium Chriſti, noſtri fratris: Die Wolthat Chriſti unſers Bruders: Solches Wort hat uns Chriſtus gegeben: Dann durch denſelben/ als den himliſchen getreuen Dollmetſcher/ erken⸗ nen wit den gnaͤdigen Willen Gottes von unſer Seelen ewigem Heyl und Seligkeit: In dieſem Liecht ſehen wir das Liecht. Pſ. 36. v. 10. Da ſiehet das Volck/ ſo im finſtern wandelt/ ein groſſes Liecht. Eſa. 9. verſ.2. Dann niemand kennet den Vatter/ denn nur der Sohn/ und wem es wil der Sohn offenbahren. Matth. n. v. 27. Der eingebohrne Sohn Got⸗ tes der in deß Vatters Schoß iſt/ hat es uns geoffenbahret. Joh. 1. v. 18. Und deſſen Lehr/ war nicht ſein/ ſondern deſſen der jhn geſand hatte. Joh · 7. v. 6. Was er von dem gehoͤret/ das hat er fuͤr der Welt geredet. Joh. 8. v. 26. Laſſet uns dieſes/ O Chriſtliche Hertzen fleiſſig zu Gemuͤthe fuͤh⸗ ren; Nechſi dem/ daß Gott uns ſeinen einigen Sohn gegeben. Johan.z. v 16. Iſi das groͤſſeſte Geſchenck das Wort deß H. Evangeliſ; Welches 1. Donum vivificans: Ein lebendigmachende Gabe: Wir ſind von Natur geiſtlich tod; Aber dieſes Wort machet uns lebendig: Dannes iſt ein Wort deß lebendigen Gottes. Jer. 3.v.z6. Wir haben darin das ewige Leben. Joh. 5 v. 39. Es iſt das lebendige Wort Gottes. 1. Pet.1 v. 23. Dann es kompt von Eelſo welcher iſt das Wort 6 Le⸗ b 3 ens. 164 Vom erſten Mittel deß Glaubens/ bens. 1. Joh. 1. v. 1. Gleichwie die leibliche Speiſe das natuͤrliche lebent, za halt; Alſo das Wort deß Evangelij/ das geiſiliche Leben. Oderhan, de chen Gabe: 2. Donum illuminans: Eine erleuchtende Gabe: Es aleuchn 6 unſer Augen/ daß wir nicht im Tode entſchlaffen. Pf 13,v⸗ Es ſen 3 Licht auff unſerm Wege. Pſ. 19. v. 05. Es erleuchtetdie Augen unſ f Verſtandes/ daß wir koͤnnen erkennen/ die Hoffnung unſers Bauffe 4 und den Reichthum deß herrlichen goͤttlichen Exbes. Eph.1.vs. n herrlichen Gabe! 3. Donum lætificans: Ein erfreuende Gabe: Dieſe Befehldß 1. HErnn ſind richtig und erfreuen. Pſ. 19. v. 9. Dahoͤren wir(im Evang⸗ lio) Freude und Woñte/ daß die Gebeine ſo Moſes zuſchlagen) wider ii lich werden. Pſ. ſF1. v. 10. Es verkuͤndiget groſſe Freude/ ſo allem Mae wiederfahren ſol. Luc. 2. v. 1o. Gleichwie die Sonne wann ſie am Him auffgangen uns erfreuet: Alſo auch im Evangelio/ die Sonnede be rechtigkeit Chriſtus Jeſus. Mal. 4. v. 2. O der herrlichen Gabe! 4. Sol es uns auch ſeyn donum excitans, eine erweckende Gabe: Sie ſol bey uns erwecken/ herzliche/ muͤndliche und wuͤrcklcht Danekbarkeit. II. Noſtrum officium; Unſer Ampt und Gebuͤhr: Solchteszſcht b 1. In ſusceptione; Im Annehmen: Sie habens angenona men: Acceperunt, hoc eſt, intellexerunt actenucrunt: Tuncemm tract. 106. verbum acci pitur, quando mente percipitur, ſagt Auguſtinus: Das in Johrann. jſt, Sie habens angenommen/ das iſt/ verſtanden und behalten; Daals⸗ dann wird das Wort angenommen/ wann es mit dem Verſtandewid gefaſſet: Solchehoͤren Gottes Wort/ verſtehen es und bringen Frucht Matth. 13. v. 23. Sie hoͤren Gottes Wort/ behalten es in einem fann guten Hertzen/ und bringen Frucht in Gedult. Luc. 8. v. 5. Eine ſolchegu; hoͤrerin war Maria/ ſo ſich zu Chriſt Fuͤſſen ſetzete und ſeiner Rodtflaſ ſig zuhoͤrete. Luc.10. v.z9. Die Berthoenſer/ ſo das Wort Gottes gand williglich auffgenomme/ und taͤglich in der Schrifft geforſchet/ ob es ſich alſo hielte. Act. 17. v. 11. E paminondas Thebanus iſt ſo fleiſſig geweſen 2wing. wannn etwas eneweder vom gemeinen Beſten/ oder Phlloſophiſcha Vol.z1. Sachen geredet/ daß er nimmer weggangen /ehe alles zum Endegefulnt pag.823. Wie viel fleiſſiger ſollen wir Gottes Wort anhoͤren/ undes nicht auff⸗ nehmen als Menſchen/ ſondern als Gottes Worr Laſſetuns Oehn ☛˖— cira eine etuin nundiiceumd aünat ebüͤhr Solchaltit Siehabens angen tenuetunt- Toncen ſagt dugulb-Oe und behalen Dait nitdem Veſſundin cound brigen gu zaltmes inenniin S v Emnſath trund ſeine oh as Won— ſorſchelo tſ ſaſſigami saphge cszum ndegeitne n udwonluß Jſerun Oen Lgfſetumd 6 welches iſt die Predigtgottliches Wortes. 16 liche Hertzen/ ein Warnungs Exempel nehmen von den Juden/ welche das Wort Gottes von ſich ſioſſeten/ und achteten ſich ſelber nicht wuͤrdig deß ewigen Lebens. Act. 13. v. 46. Ich vermeine ja Gott habe auß gerech⸗ tem Gerichte/ jhre halsſtarrige UIndanckbarkeit geſtraffet⸗ Solche Leute ſeyn gleich den jenigen Krancken/ welche auß Vorſatz und Halßſtarrig⸗ keit keine Speiſe genieſſen wollen/ und daruͤber muͤſſen deß Todes ſeyn: Alſo laden die Veraͤchter goͤttliches Wortes vorſetzlich den ewigen Tod auff ſich: Sollen derowegen das Wort Gottes mit hoͤchſtem Fleiß anhoͤ⸗ ren und auffnehmen/ wir ſollen es in unſerm Hertzen behalten. Prov. 4. v. 22. Binden es auff unſer Hertze. Prov 6. v. 21. Wie Maria die Wor⸗ te Chriſti ſo er im Tempel zu ihr geredet in jhrem Hertzen behalien eh 2. v. 57. Der hochloͤbliche Keyſer Conſtantinus Magnus, hat Gottes Wort ſtehend angehoͤret/ und zu einem/ der jhn niederſitzen heiſſen/ geſagt: Es iſt groß Unrecht/ die Wort und Reden von Gott/ mit nachlaͤſſigen Ohren vernehmen. Carolus unchriſtlich fuͤrwenig Jahren ermordeter Koͤnig in Engeland/ als einer/ unter wehrender Predigt/ mit jhm zu reden vermei⸗ net hat denſelben mit dieſen Worten abgewiſen: Lieber/ hindert mich nicht Gott zu zu hoͤren/ wann er mit mir redet/ damit er hinwieder mir zuhoͤre/ wann ich mit jhm rede. 2. Incognirione: ImErkaͤntmiß: Und erkand warhafftig/ daß ich von dir außgegangen bin: Da wir inſonderheit in acht neh⸗ men muͤſſen: b . a. Cognitionis modum; Die Beſchaffenheit dieſes Erkaͤnt⸗ nuß: Sie haben warhafftig erkant: Viele ſagen ſie erkeñen Gott/ aber mit den Wercken verleugnenſie es/ und hat Gott ein Greuel an jhnen. Tit. v. 16. Viele erheben ſich auß Betrug jhrer Vernunfſt) wider das Erkaͤntnuͤß Gottes. 2. Cor. 10. v.. Aber Chriſtus ruͤhmet dieſe daß ſie ein warhafftiges/ das iſt/ ſeinem Wort gemaͤſſes Erkaͤntnuͤß gehabt: Dañ durch daſſelbe wie es von den Apoſteln geprediget und geſchrieben/ offen⸗ baret Gott den Geruch ſeines Erkaͤntnuͤß. 2. Corint. 2. verſ. 14. Dadurch kommen wit zum Glauben und Erkaͤntnuͤß deß Sohns Gottes. Eph. 4. verſ. 3. Zum Erkaͤntnuͤß der Warheit. 1. Timoth. 2. verſ. 4. Laſſet uns/ O Chriſtliche Hertzen/ nach dieſem warhafftigen Erkaͤntnuͤß trach⸗ ten: Bitten und beten/ GOTTwolle uns heiligen in ſeiner War⸗ heit/ ſein Wort iſt Warheit. Joh. 17. verſ. 17. Daß er uns wolle geben b den Zeil. Co⸗ lectan. p. t. pag. 108. Linckgr. p. 2. pag uz. 166 Voſ„§ erſten Mittel deß Glaubens den Geiſt der Weiß heit und der Offenbahrung/ zu ſeines ſelbſt Ert, nuͤß. Eph. 1. v. 17. Daß wir je mehr und mehr reich werden jin allerleyg kaͤntnuͤß und Erfahrung. Phil. J. verſ. 10. Vnd alſo rfuͤllet werden ni dem Erkaͤntnuͤß ſeines Willens. Col. 1. v.9. 6. Cognitionis objectum; Was wir erkennen ſollen: Dah Chriſtus von Gott außgegangen/ und von demſelbengeſandſin Es gehet die Predigt deß heiligen Evangelij eintzig und alleindahin/ i wir darauß zu unſer zeitlichen und ewigen Wolfarth erkennen und glau ben/ Jeſus ſey Chriſt/ der Sohn Gottes/ und daß wir durch den Glau ben/ das ewige Leben haben/ in ſeinem Namen. Joh. 20. v. 31. Dannaſ allein der verheiſſene Meſſias/ von Gott/ da die Zeit erfuͤllet war geſan Gal. 4. v. 4. Die Wercke ſo er gethan hat/ zeugen von jhm/ daßjhnd Vater geſand habe. Joh 5.vz 6. Er iſt außgegangen und kommenven Gott; Er iſt nicht von jhm ſelber kommen/ ſondern Gott hatjhn geſon Johann. 8. v. 42. Dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ iſt das Fundamenud Grund der Chriſtlichen Erkaͤntnuͤß/ daß wir alle geiſtliche und ug Wolfarth in dem Sohn Gottes/ welchen Gott ſein himliſcher Uan uns geſand/ und zum Erloͤſer gegeben/ mit feſtem und beſtaͤndigem Glau⸗ ben ſuchen und erlangem Wie C hriſtus ſelber bezeuget/ da er ſyniht Das iſt das ewige Leben/ daß ſie dich Vater/ daß du allein wahrer Golldig und den du geſand haſt/ Jeſum Chriſtum erkennen. Joh. 17 v.z. III. Noſtrum prœmium; Vnſer Gnaden⸗Lohn: Oerſebet der ſeligmachende Glaube/ ſo auß dem Erkaͤntnuͤß G Ottes und ſeins Wortes/ in G Ottes Canoniſchen Worte uns vorgeſchrieben/ etlangen wird: Wañ wir ſolches Wort/ fleiſſig und andaͤchtig anhoͤren/ ſonehmen wir es an; Wañ wir es annehmen/ ſo erkennen wir darauß un ſern Emn Jeſum Chriſtũ: Wan wi Chriſtum recht erkeñen/ ſo folget darauf derſx; ligmachende Glaube/ daß wir auff den auß Gottes Wort erkantent ſtum/ und als von Gott geſanten unſern einigen Erloͤſer/ HeilandunSe ligmachen/ unſers Hertzen vertrauen ſetzen/ uñ die gnade ſeines himliſchtn Vaters in ſeinem Verdienſt ergreiffen: Da erkennen wir daßer der Soln deß lebendigen Gottes ſey: Matt. 16. v. 16. Daß er der Einige. Joh 1. der eigene Sohn Gottes ſey. Rom. 8. v.2. Daß in ſeinem Namen Pa⸗ gebung der Suͤnden erlangen/ alle die an ihn glauben. Act. 0. v. 43.Daß ſein Blut uns reinige von allen unſern Sünde⸗. Joh. v? Suſune 2 welches iſt die Predigt goͤttliches Wortes. 167 er der Heyland der Welt ſey. Joh 4.· v. 42· Und dieſe Wirckung der Pre⸗ digt deß Evangelij iſt zu ſehen. Act. 2. v. 41. c. 10. v. 44. c. 3. v. 48. c. 16. v. 14 Laſſet uns/ O Chriſtliche Hertzen/ unſern ewigen Schaden betrachten: Gott ſtellet uns allen ins gemein/ ſeinen allerliebſten Sohn/ den er geſand hat/ Ieſum Chriſtum/ in dem Worte deß heiligen Evangelij fuͤr/ mit dieſem Anhange: Wer glaͤubet/ der ſolle ſelig werden/ wer aber nicht glaͤubet/ der ſolle verdampt werden. Marc. 16. v. 17. De Gottes ſolle uͤber die Unglaͤubige bleiben. Joh. 3. v. 36. Dieſes laſſet uns Tag und Nacht bedencken/ und unſer ewiges Heyl nichs verſeumen/ wozu uns die Gnade deß H. Geiſtes verleyhen wolle Golt der Vatter/ umb deß theuren verdienſtes ſeines Sohns Jeſu Chriſii willen/ Amen/ Amẽ. — De ſund wanngfe Prge DE FIDEI CAVSA INSTRVMENPALISEOVNDA,QV.E SACKRAMENTORVM DIGNA VSVRPATIO. Vom andern Mittel deß Glaubens/ welches iſt der wuͤr⸗ dige Gebrauch der heiligen Sacramenten, Gal.z. v. 26. legꝗꝗ. b Ihr ſeyd alle Gottes Kinder/ durch den Glau⸗ ben an Chriſto Jeſu: Denn/ wie viel euer getaufft ſeyn/ die haben Jeſum Ehri⸗ ſtum angezogen. ⸗ Snennet der Apoſtel Petrus/ die heilige Tauf⸗ ( fe den Bund eines guten Gewiſſens mit Gott.. Epiſt. c.z. ☛ v. ꝛ1. Bey dieſen Worten haben wir zu beobachten: — I. Stipularionem: Vuſer Verſprechung gegen Gott; Dieſelbe geſchieht/ mit Frage und Gegen⸗Antwort; Oaher wird ſie genand imearua, eine Frage und Antwort Da fraget G. Ott durch ſeinen Diener: Und der Gevatter/ wannes ein Kind iſi/ oder der Taͤuffling ſelber/ wañ er alt iſt/ antwortel: Wie der Kaͤmerer der Koͤni⸗ gin auß Morenland/ die Taufſe begehrte/ fragte ſhn Philippus, ob er das ſenige was er jhm von Chriſto auß Eſaia erklaͤret/ von Herteen glaͤubete/ I ſo koͤnte e. ee— 3——*— ——* 4 ——— .—— 3 2 4— ͤ 3* öe 3 4 ————————— 44 3 ——— 4 ——— 3 1 168 ſen/ daß mit; Vom andern Mittel deß Glaubens/ ſo koͤnte es wol ſeyn/ daß er getaufft und den und wie er antwortet/ Ich glaͤube d ſey/ iſt er darauff getauffe de ſchreibet/ daß in der erſten Chriſtliche die erwachſene Taͤufflinge/ be mel geſchen/ und jhre rechte Hand in di wart der Gevattern/ einen leiblichen glaͤuben/ und als Chriſten leben un hrer eigenen Hand unterſchrieb ſtiget. Worauß zu erſehen/ daß die heilige Tau ches Bellarminus leugnen darff. 2. Obligationem: Die Ge nennet ſie Petrus/ einen Bund Das iſt/ Gott verſprichthinwied fe/ daß er wolle jhnen jhre Suͤnde Vater in Chriſto ſeyn: Er wolle ſeine Soͤhne und Toͤch erfolget ein gutes Gewiſſen: D Glauben/ Friede haben durch v. I. Und iſt alſo die heilige b dadurch wir/ durch Wirckung deß heiligen Geiſtes den Glauben/ ĩe Gnade Gottes/ und die Gottes empfangen/ wie ſolch get/ bey welcher Erklaͤrung ſie ſollen aß/ weilen ſie ger 1 ſeine Suͤnde abgewaſ enth at eftshriſus Gondan „Act. 8.9.37. Der Jeſunt Corneliusa 1 1 n Kirchen der Gebra yjhrer Tauffe haben e Höoͤhe gehalten/ und Eid gethan/ da d ſterben wollen en/ und mit uch gen gen hin n Gegn ſie an Chrnſ und ſolchen E jhrem Pittſchaffthe ffe ein Geluͤbde ſey/n gen Verbindung Gottes 9. eines guten Gewiſſens mit Gh er allen Taͤufflingen bey jhrer Tuſ vergeben/ und jhr gnaͤdiger Gonm ſie annehmen und jhr Vater ſannd ter ſeyn. 2. Cor. 6. v.*⁷. Darauffdmn echt worden dunyoͤen unſern HErꝛn Jeſum Chriſtun om. Tauffe ein von Gott verordnetes t 4 Verſieglung der vaͤterlichen Vetheiſing es Paulus in verle ſenen Worten bezeu wir anſehen wollen; b Wie Gott durch dieheilige Sacramente/ den ſligmach den Glauben bey uns wircke und beſtetige. Der Allmaͤchtige gebe ſeine Gnade/ daß es fruchtbarlich und unſer 6 ligkeit erſprie Amen. Wi haben allhie: Summũ credentium honoré ebeſtehet darinn/ daß ſie Gotte Dr ßlich geſchehen moͤge Erklaͤrung. umb Jeſu Chriſti wille 6 4 z Die hoͤchſte Ehre der Glaubig s Kinder ſeyn: Die Gonaß⸗ b twe 1 chmaudfede 12 Cof.sr danr welches iſt der wuͤrdige Gebrauch der H. Sacramenten. 16⸗ Vnglaubigen/ werden auch zwar Gottes Kinder genant/ aber mit einem boͤſen Zuſatz: Dann ſie ſind ungehorſame Kinder. Num. 17. v. 0. Eine verkehrte Art/ und ungehorſame Kinder. Deut. z2. verſ z0. Gott hatſie zwar aufferzogen und erhoͤhet/ aber ſie ſind von jhm abgefallen. Eſa. 1. verſ.2 Sie ſind ein boßhafftiger Same/ und ſchaͤdliche Kinder die den HErnn verlaſſen/ und den Heligen in Iſrael laͤſtern/ und weichen zuruͤck. ib. v. 4. Es ſind verlogene Kinder/ die deß HErrn Geſetz nicht hoͤrenwol⸗ len. Eſa. z0. v.. Vnd deßwegen Kinder deß Zorns. Eph.2. verſt z. Ach: Behuͤte der barmhertzige Gott fuͤr ſolche Titul Glaubige Hertzen aber/ ſind Gottes heilige Kinder und wachſen/ wie die Roſen an den Baͤchen gepflantzet. Syr. 39. v. 17. Sie ſind Gottes gehorſame Kinder.. Pet.. v. 4. Und deßwegen auch liebe Kinder. Eph.. v. 1. O deß herꝛlichen Ti⸗ tuls O der groſſen Ehn Fuͤr der Welt wird es hoch geachtet/ wann einer eines Keyſers/ Koͤnigs Chur⸗Fuͤrſten/ Fuͤrſten oder Herren Kind iſt; Aber der elenden Ehr und Herrligkeit/ wann einer auch nicht zugleich ein liebes Kind Gottes iſt: Dieſen Namen/ O Chriſtliche Hertzen/ laſſet uns fleiſ⸗ ſig betrachten/ und zwar/ I. Ratione Dei: An Gottes Seiten; Wann wir Gottes Kin⸗ der ſeyn/ ſo iſt er:““ 1. Pater noſter benevolentiſſimus: Vnſer algeneigſter Vater: Ein Vater hat ein geneigtes Hertze gegen ſeine Kinder: Alſo auch der allerguͤtigſte himliſche Vater: Wie ſich ein Vater uͤber ſeine Kinder er⸗ barmet/ alſo erbarmet ſich der HErr uͤber die/ ſo jhn fuͤrchten Pſalm. 103. v. 13. Daß ein glaubiges Hertz getroſt ſagen kan: Biſtu doch mein Va⸗ ter/ und mein Erloͤfer/ von alters her iſt das dein Name. Eſa. 6z verſ 16. Da iſt er der Vater der Barmhertzigkeit. 2. Cor. 1. ez. Daß ein glaubi⸗ ges Kind abermal nicht allein ſagen/ ſondern auch ſingen kan: Weil du mein Gott und Vater biſt/ dein Kind wirſtu ver⸗ laſſennichttt Du vaͤterliches Herzz Ich bin ein demner Eede Moß hauff Erden weiß ſonſt kei⸗ naen Troſt. O der herrlichen Kindſchafft Philippus II. Koͤnig in Hißpanien der ſei⸗ Zeil colle nen Sohn entweder toͤdten/ oder aber im Gefaͤn gnuͤß/ von betuͤbtem Gt⸗ ctan. p.ꝛ. muͤt/ unduͤbelem Zuſtande ſeiner Geſundheit/ umbkommen laſſen)iſt an pas.122. dem Tage ſeines Abſterbens/ in aller Fruͤh/ naeh Kall dorih Aeraf * b 2 aber vo Dom andern Mitteldeß Glaubens⸗ aber auff halbem Wage/ auß vaͤterlicher Zuneigung umögekeßtn di aber den Sohn in den letzten Zuͤgen gefunden: gefunden: Wie vielmehr bricht Gal ſein vaͤterliches Hertz/ daßer ſich ſeiner Kinder erbarmen muß. Jerem. v. 20. Vnd wann ſie ſchon ſeine Vngnade verdienet /ſo iſt ſein Herßduz anders Sinnes/ und ſeine Barmherkzigkeit iſt zu bruͤnſtig/ daß ent chut nach ſeinem grimmigen Zorn. Hoſ. 1 v. 8. ſeg. b 2. Exauditor credentium gratioſiſſimus; Der Glaͤubigen gni diger Erhoͤrer: Ein Vater hoͤret das Bitten und Begehren ſeine i der; Wann wir jhn anruffen/ ſo wil er uns erhoͤren. Pſal.r. v.1 Ern thun/ was die Gottsfuͤrchtigen begehren/ hoͤren jhr Schreyen und e fen ſhnen auß. Pſal. 145. v. 18. Ehe ſie ruffen/ wil er jhnen antworten un weilen ſie noch reden/ wil er ſie erhoͤren. Eſa. 6z.v. 24. Dann ſoein id 7 ſcher Vater! der von Natur arg iſt/ ſeinen Kindern kan gute Gaben gii wie vielmehr wird unſer Varter im Himiel/ Gutes geben ſeinen Kinden die jhn bitten. Matth. 7. v. u. Daher koͤnnen glaubige Hertzen in ite Gebethe ſagen/ Abba lieber Vater. Rom. 8. verſ. 15. O der heniihe Kindſchafft b 3. Hæreditatis diſtributor largiſſimus; Ein freygebiger Auſ⸗ theiler der goͤttlichen Erbſchafft; Ein Vater theilet ſemen Kubendi Erbſchafft: Die Glaubige wellen ſie Gottes Kinder ſind/ ſo ſidſieauch Erben und Miterben Chriſti. Rom.§. v. 7. Sie ſind Abrahan Et men/ und nach der Verheiſſung Erben. Gal. z. v. 29. Sind ſie Kudaſt ſind ſie auch Erben Goites durch Chriſtum. Gal. 4. v.) Solchesabetß ein herꝛliches Erbe. Eph. 1.v. 18. Es iſi das Erbtheil der Heiligẽ im Lech Col.-.v. 12. Die Erbſchafft deß ewigen Lebens. Tit.z. v.. Einuntn gaͤngliches und unverwelckliches Erbe. 1. Pet. les ererben. Apoc. 21. v. 7. O der 2. Ratione noſtri: An un r. v. 4. Da wir werdena⸗ healeen udſchaffe 2. Katit 1: er Seiten: Sind wir Kinder Golto O Chriſtliche Hertzen/ ſo muͤſſenwir unſerm himliſchen Vatter gehor ſam ſeyn: Uind uns erzeigen als gehorſame Kinder. 1. Per..v. 4. G wie der Sohn Gottes von ſeinem Vatter in ſeinen Weinberg giſand gerne gangẽ. Matt. 21 37. Alſo das er geſagt: Sihe/ im Buch ſtehetvon mir geſchrieben/ deinen Willen/ mein Gott/ thue ich gerne. d40 9 Ober wol wuſte was fuͤr Schmach und Elend jhm begeanen wuͦrde A ſo muͤſſen wir uns auch dem Willen Gottes gehorſamlich unterwerffin ob wir ſchon Creutz und Widerwertigkeit/ dabey muͤſſen außſteSu 1 oooooöoö 2 = — 2 Vun hlii ottes Kndaſthiin v. Stſſtol. Galz d z kru dum Gal — 46den. Thräun 1. Pa. 1 drtt hen Kndſc atem Sirhet ne welches iſt der wirdige Gebrauch der H. Sacramenten.71 wir Kinder Gottes? So muͤſſen wir als Schweſter und Bruͤder uns untereinander lieben und Gutes thun: Wir muͤſſen unſern Nechſten lie⸗ ben als uns ſelbſt. Matt. 22.v. 39. Wir muͤſſen uns der Heiligen Noth⸗ durfft annehmen. Rom. 12. v. 13. Wir muͤſſen Gutes thun an jederman/ ſonderlich aber an den Glaubens⸗Genoſſen. Gal. 6. v. o. Wir muͤſſen anziehen/ als die außerwehlte Gottes Heiligen und Geliebten/ hertzlich Erbarmen/ Freundligkeit/ Demut/ Sanfftmut/ Gedult/ uñ vertragen einer den andern/ und vergeben uns untereinander/ ſo jemand Klage hat wider den andern Col. z. v. 12. ſeq. Alhie gehe ein jeglicher in ſein Hertz uñ Gewiſſen/ und erforſche ſich ſelber/ oh er ein wahres Kind Gottes ſey. II. Honoris hujus conſecutionem: Wie wir zu ſolcher Ehre gelangen: Durch den Glauben an Chriſto Jeſu: Der Glaube iſt das eintzige Mittel der goͤttlichen Kindſchafft/ an unſer Seiten. Dann wie viel Chriſtum auffnehmen/ denen gibt er Macht Gottes Kinder zu werden/ die an ſeinen Namen glaͤuben. Joh. J. v. 12. Nicht ſind das Got⸗ tes⸗Kinder/ die nach dem Fleiſch Gottes Kinder ſind/ ſondern die Kin⸗ der der Verheiſſung/ werden fuͤr Samen gerechnet. Rom. 9 v. 8. Das iſt; Nicht alle diejenige/ ſo zur Kirchen gehen/ Gottes Wort anhoͤren/ und ſich aͤuſerlich als Gottes Kinder ſiellen/ ſondern diejenige/ ſo die Verheiſſung Gottes in Chriſto Jeſu mit feſtem und beſtaͤndigem Glau⸗ ben auff und annehmen/ nemlich/ daß Gott denſelben ſeinen Sohn ge⸗ ſand/ daß wir durch jhn die Kindſchafft Gottes empfiengen. Gal. 4 v.. Dann zu derſelben hat er uns verordnet durch Chriſtum. Eph. J. v. 7. O der groſſen O der herꝛlichen Wolthat unſers himliſchen Vatters Es war ein groſſes/ daß Kayſer Auguſtus, beydes zum Namen und Erb⸗ ſchafft deß Kayſers C. Julii gekommen iſt: Aber dieſes iſt ein groſſes uͤber alles groſſes/ daß wir Kinder Gottes und ſeine Erben werden/ und alſo beyde deß Namens und der Erbſchafft cheilhafftig werden. Laſſet uns dieſes/ O Chriſtliche Hertzen wol betrachten/ und fuͤr allen Dingen Gottes Wort lieben/ auß welches fleiſſigem und andaͤchtigem Gehoͤr/ der ſeligmachende Glaube kompt. Rom. 10. v. 17. b b III. Honoris hujus collationem: Wodurch uns dieſe Ehr und Erbſchafft werde mitgetheilet: Wie viel euer getaufft ſeyn/ ſagt Paulus: Die heilige Tauffe/ iſt das erſte Mittel/ dadurch wir den Glau⸗ ben/ die Kindſchafft Gottes/ und die Erbſchafft der ewigen Seligkeit/ I3 nach D. Matth. Theatr. M. 4. p. 43⸗ Vom andern Mittel deß Ellaubens, 172 V nach Gottes Ordnung/ erlangen: Per baptiſmum, tam diyes, nn l Epiſt. a3. pauper; tam ſervus, quàm iiber; tam ignobilis, quam nobils) g de laude efficitur filius, ſagt Hieronymus: Das iſt: Durch die Tauffe 6 84 Virginit. ſo wol der Reiche/ als der Arme; Dar Knecht/ als der Freyer Dall d T. 4. pag. Edel/ als der Edel/ ein Kind Gottes deß HErrn: Und ſolches bereſ i (mihi)pz.(hrittiindusrio: Das Anziehen Chriſti Durchdie xu b ſeziehenwir unſern HErrn Jeſum Chriſtum an: Daſſebe d geſchieht durch wahren Glauben Da ziehen wir an das Kleid deßheh d und den Rock der Gerechtigkeit Chriſti. Eſa. G p. 10. Welches ca rechte Hoch zeitliche Kleid. Matth. 22. v. 1. Wann wir ſolches nichtn 1 gezogen/ ſo werden wir bloß erfunden. 2. Cor. ⸗.v. Ohne daſſelbeſit man die Schande unſer Bloͤſſe. Apoc. 3.v. 8. Wann Keyſer Hen Zinck p.n II. einen mit ſtolsen Kleidern geſehen/ hat er geſagt: Dich wenden p. 2z. Wuͤrme/ und deine Kleider die Schaben oder Motten freſſen/ Das G en wir bey dieſem Kleide nicht zu beſorgen dann daſſelbe rhaͤltunszun ewigen Leben: Wir ſehen aber auch auß dieſem/ daß der ſeligmachan b Glaube/ durch den heiligen Geiſt/ bey und durch die Tauffe gwice werde/ weilen wir ohne denſelben Jeſum Chriſtum/ mit ſeinemn Pe⸗ dienſt/ nicht anziehen koͤnnen. z. Peccatorum remiſſio: Dann dieſelbe fuͤhret der ſeligmache da ſprenget Gott rein Waſſeruͤber der ſeligmachende Worauß wir nicht allein ſchen du Glaube durch die Tauffe gewircket werde weiln Die Vergebung der Siidet nde Glaube und Kindſchaff Gotz immer mit ſich; und wird erſtlich in der heiligen Tauffe erlanget Dai uns/ daß wir rein werden von allt unſer Unreinigkeit. Ezech. z6. verſ. 25. Die heilige Tauffe/ iſiderofn Vorn wider die Suͤnde und Unreinigkeit. Zach. 13. v.. wir getaufft/ zur Vergebung unſer Suͤnden. Act. 2. v. 8. Dieſelbewe⸗ den darin abgewaſchen. Act. 22. v. 6. —— Daher wedn —— durch Chriſtum Vergebung der Suͤnden erlangen/ alle die an ihn glau⸗ ben. Act. 10.v. 43. Sondern daßwir uns auch unſer Tauffe getroͤſtn und weilen wir Vergebung der Suͤnden/ und die Kindſchafft Goll dadurch erlanget/ in Betrachtung unſer Tauffe/ die Suͤnde meiden und fliehen ſollen. 3. Eterna beatitudo: Die ewige Seligkeit: Dann gleichbi bey der Tauffe Chriſit/ der Himmel ſich uͤber jhm auffgethan. Matth⸗ b b 10. Alſo wud uns auch bey unſer Tauffe der Himmleroffn: 9 gldubitt 1 ,„ luntttdat Les fide hanief welches iſt der wuͤrdige Gebrauch der H. Sacramentẽ. 17 glaͤubet und getaufft wird /der wird ſelig. Marc. 16. v. 16. Nach ſeiner Barmhertzigkeit machet uns ſelig Gott durch das Dad der Widerge⸗ burt. Tit. 3.v.z. Der Suͤndſtut Waſſers Gegenbilde machet uns ſelig in der Tauffe. 1. Pet. 3 v. 21. Und ſolches abermalvermittels dem Glau⸗ ben; Dann wir werden ſelig auß Gnaden durch den Glauben. Eph. 2. v. 8. Darauß abermal zu erſehen/ daß der heilige Geiſt/ durch die Tauffe den Glauben wircke.““ V. Honoris hufus confirmationem; Die Beſtaͤtigung die⸗ ſer Ehr und Erbſchafft: Dieſelbe geſchicht durch den wuͤrdigen Ge⸗ brauch deß hochheiligen Abendmahls: Non vulgarem honorem con- ſecutum eſt os noſtrum, accipiens corpus Dominicum, ſchreibet Homil 2⸗ Chr yſoſtomus: Das iſt; Unſerm Munde widerfaͤhret keine gemeine Eh⸗ in 2.Epiſt. ye/ wann er im Abendmal den Leib deß HErrn empfaͤhet: Dann weilen ad Cor. wir in demſelben/ vermittels dem geſegneten Brod empfangen/ den Leib welcher fuͤr uns gegeben/ und vermittels dem geſegneten Wein/ das Blut/ welches fuͤr uns vergoſſen. Luc. 22. verſ. 19. ſeq. So wird unſer Glaube gewaltig und kraͤfftig dadurch geſtaͤrcket: D. Leonhard Ba⸗ dehorn zu Leipzig/ wie er in ſeiner Kranckheit das Abendmaldeß HErmn Tirt inloc. empfangen/ hat er ſich auffgerichtet/ und mit Freuden geſagt: Mit die⸗ hiſtor. ſer Speiſe und Tranck wil ich kommin fuͤr den Gnadenthron/ meines pag. /275. HErrn und Heylandes Jeſu Chriſti Alſo freudig wird der Glaube bey wuͤrdigem Gebrauch deß Abendmals: Da hingegen die Unglaͤubige ſchuldig werden/ an dem Leib und Blut deß HErrn/ und eſſen und trin⸗ cken jhnen ſelber das Gerichte 1. Cor. 11. v. 27.29. Dafuͤr uns allergnaͤ⸗ digſt behuͤten wolle/ Gott unſer himliſcher Vatter/ umb unſers Erloͤſers Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. ——— Dieacht und zwantzigſte Predigt. DE FIDEI CAVSA INSTRVMENTALI TERTIA, Vf ARDENS OKATIO. Vom dritten Mittel deß Glaubens/ welches iſt ein eifferiges Gebet. Marc. 9. V. 24. Deß Kindes Vater/ ſchrey mit Thraͤnen und ſprach: ³ 7 Vomdritten Mittel deß Glaubens⸗ ſprach: Ich glaube/ leber Herꝛ hulfma nem Vnglauben. —( 8 ſoꝛ Soſjhr die jhr doch arg ſeyd/ koͤnet deñoch euren inden gute Gaben geben/ wievielmehr wird euer Dater in. nehr wi, Nw⸗ ‿2 mil/ Gutes geben denen die jhn büüten Alhie muͤſam etrachten: I. Patrem terreſtrem: Den irꝛdiſchen Vater Und zwan b 1. Ejus naturam; Seine Natur⸗Er iſt arg/ das iſtſaͤndſh und zu allem Argen und Boͤſen geneigt: Dan unſer Dichten und Ta b ten iſt boͤſe immerdar. Gen. 6. v. 5. Und iſt alhie kein Vnterſcheid/ ſonden ſind alzuſammen arme Suͤnder. Rom 3 v.z. 2. Ejus curam: Seine Sorge: Er ſorget alſo fuͤr ſeine Kide daß er ihnen gute Gaben gibt; Dann wanner ſeine Kinder und hu Zenoſſen nicht verſorget/ ſo iſt er aͤrger als ein Heyde. 1. Tim.⸗ v.8 Aſſ gab Abraham ſeinem Sohn Iſaac alles was er hatte. Gen. 24. vaſ z6. Vnd ſeinen Kebs⸗Kindern gab er Geſchencke. Gen. 25 v. 6. Joſayhat gab ſeinen Soͤhnen viele Gaben/ von Silber Gold und Kleinah niſe⸗ ſten Staͤdten in Juda. 2. Paralip. 21.9, 3. II. Patrem cœleſtem: Den himliſchen Vater:Dnd zwan r. Ejus potentiam: Seine Macht:Er iſt ein himliſcher Var ter: Er iſ im Himmel/ und kan ſchaffen was er wil. Pſal. 115. vz. Erm thun alles was er wil im Himel auff Erden/ im Meer und in allen Tif fen. Pſ. 35. v. 6 Bey welchem kein Ding ohn muͤglich. Lue. verſ/· banbaſhwenglis thunſuͤber alles das wir bitten und verſtehen. Syh⸗ 20. 2. Fjus beneficentiam: Seine Gutthaͤtigkeit: Davon ſe Chriſtus: a. Modum: Die Weiſe derſelben: Er gibt Gutes Frolch freylich gibt dieſer Vater Gutes: Er breitet ſeine Guͤteuͤber die ſoſhntm⸗ nen. Pſ.7. v. 1. Wann er ſeine Hand auffthut/ ſo wird alles mit Guh geſaͤttiget. Pſ. 104. v. 28. Alle gute Gaben/ und alle volkommene Gaban kommen von jhm. Jac. 1. v. 7. O deß gutthaͤtigen himliſchen Vatas. 6. Medium, Das Mittel derſebem Er gibt Gutesdenndung S ſpricht der Sohn Gottes. Matth.⸗ d. ua 8 444 11“ 3 alſoft se aſenckadth⸗ 46 6 n Vaterhya. riſtein atſe de wul.Pfalnrsz Marudntlna zuͤglch Luegaſ ten undraſtcen Gh hätigtitDunſ rgbtutswt Glehattoiet 1 ſowtdalt nibt levolkomwene 9 himgſta Dan „dehrndul Gurdiamm 9 welches iſt ein eifferiges Gebet. 17) darum bitten: Denn er iſt nahe allen/ die ihn anruffen allen die jſn mit Ernſt anruffen/ er thut was die Gottsfuͤrchtigen begehren hoͤret jhr Schreven/ und hilfft jhnen auß. Pſalm. 145 v. 18. Wann wir bitten/ ſo empfangen wir/ wann wir ſuchen/ ſo finden wir/ wann wir anklopffen/ ſo wird uns auffgethan. Matth. 7. v. 7. Ein ſolches andaͤcht ges Ge⸗ bet/ iſt auch ein Mittel zu erlangenden ſeligmachenden Glauben/ wie wir in verleſenen Worten hoͤren/ auß welchen wir wollenbetrachten: Wie der ſeligmachende Glaube/ durch ein demuͤtiges Gebet befordert werde. Der allerhoͤchſte Gott/ wolle uns den Geiſt der Gnaden und deß Ge⸗ bets geben/ daß wir ſolchen Glaubenerlangen und in dem ſelben le⸗ ben und ſterben moͤgen/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Wir haben allhie 1. Orarionis fubjectum: Wer da beten ſolle: Davon allhie Marcus redet iſt geweſen der Vatter eines elenden Kindes/ welches ei⸗ nen ſprachloſen Geiſt gehabt/ der jhn geriſſen/ daß er geſchaͤumet/ und mit den Zaͤhnen gekniſchet/ und verdorret/ hat jhnen offt ins Feuer und Waſſer geworffen/ wie auß vorhergehenden Worten zuerſehen: Ditſen ſeinen elenden Sohn fuͤhret er zu Chriſto/ weilen wegen ſeines Unglau⸗ bens Chriſti Juͤnger jhm nicht heiffen koͤnnen/ und ſpricht zu Chriſio: Kanſtu was/ ſo erbarme dich unſer und hilff uns: Chriſtus zeiget jhm die Urſach/ warum jhm nicht geholffen ſey/ und ſpricht: Wann du koͤnteſt glaͤuben; Alle Ding ſind muͤglich dem der da glaͤubet: Darauff folgen unſer verleſene Worte: Wir ſehen aber hiebey die groſſe Unart der Nen⸗ ſchen: Wann jhnen von Schwarbtzkuͤnſtlern/ Zauberern und dazu gehoͤ⸗ rigem leichtfertigem Teuffels⸗Geſind dieſes oder jenes wird fuͤrgehal⸗ ten/ ſo iſt der Glaube und das Vertrauen fertig: Aber Gott und ſeinem Worte trauen ſie wenig: Sol aber ein Volck nicht ſeinen Gott fragen: Ja; nach dem Geſetz und Zeugnis/ werden ſie das nicht ſagen/ ſo werden ſie die Morgenroͤthe nicht haben. Eſa⸗ 8. v. 19. feq. Da ſchicket dañ Gott kraͤffuge Iruhum/ daß ſie der Luͤgen glaͤuben/ auff daß ſie gerichtet wer⸗ den alle/ die der warheit nit glaͤuben/ ſondern luſt haben an der Ungerech⸗ tigk eit. 2. Theſſ. /10. leq. Laſſet uns derowegen O Chriſtliche Hertzen/ den eintzigen waren Gott mu fiſtan Sſaubenn unſem Noͤchenerſuche „Ora- „ Domdritten Mitteldeß Glaubens/ II. Orationis modum: Wie manbeten ſolle: Daszagan dieſer Vatter/ welcher ſein Gebet verrichtet; 1 lamanclo: Daßer geſchrehet⸗Wie dar Huſch chreann dem friſchen Waſſer/ alſo ſchreyet auch ſeine Seele zu Chriſto Pſ v. 2. Dieſes iſt das friſche Gnaden und Troſt⸗Waſſer/ welches zt dem Munde deß Glaubens empfangen/ dadurch unſer Seel ergunge wird. Pſal. 23. v. 2. ſeq. Dieſes zu erlangen/ muͤſſen wir ſchreyen 96 hoͤre mein Gebet/ und laß mein Schreyen zu dir kommen. Pſ.102,9. Auß der Tieffe muͤſſen wir zu Gottruffen. Pſ. 130. v. 1. Eomuß e dieſes Geſchrey ſeyn; a. Clamor cordis; Ein Hertzen Geſchrey: Weilen Gottni allein unſern Mund/ ſondern auch das Hertz anſiehet:x. Sam. 16,bg Viele nahen ſich zu Gott mit jhrem Munde/ und mit jhren lippenc ren ſie jhn/ aber jhr Hertze iſt ferne von jhm. Eſa. 29. verſ. 13. Digſ ſid gleich den Comedianten/ ſo offt eine Perſon ernſtlich/ dem Anſche * nach/ agiren/ aber es gehet nicht von Hertzen; Behuͤte Gott Denſl wil ein auffrichtiges Hertze haben: Unſer Hertze muͤſſen wir fuͤr Geu auß ſchuͤtten. Pſal. 62. verſ.). Wir muͤſſen unſer Hertzen/ ſamytunſm Haͤnden zu Gott im Himmel auffheben. Thren. 3.v. 4r. Wie lſe fuͤr dem rothen Meer ſtund/ und Pharao mit ſeiner gantzenEgyyi⸗ ſchen Macht hinter jhm hatte/ und die Iſraeliten jhm deßwegen halt zuſetzeten/ er aber keine Lefftzen regete/ auch keine Stimme zu Goleth bete/ ſagte Gott zu Moſe: Wa V boͤren wir/ daß Frommer Hertzen Seufftzen/ fuͤr Gottes Ohren i Lib. de in- durchdringendes Geſchrey ſey. Oratio cordis eſt, non labiorum Ne- ter. dom. que enim vocem deprecantis Deus intendit, ſed orantis coraſpict, cap. 48. ſagt Bernhardus: Das iſt/ das Gebet gehoͤret dem Hertzen/ und nicht den Lefftzen: Dann Gott ſihet nicht an die Stimme deſſen der da bitte ſondern ſein Hertze: Wann eine Laute wol klingen/ und angenehm u hoͤren ſeyn ſoll/ ſo muͤſſen alle Seiten mit einander wol einſtimmen. Sol unſer Gebet fuͤr Gott angenehm ſeyn /ſo muß Hertz und Mund zuſan⸗ men ſtimmen: Wann wir dieſes fleiſſig in acht nehmen/ ſo folget darauff eine gnaͤdige Erhoͤrung/ daß wir hernach koͤnnen mit Freuden ſagm Mein Hertz iſt bereit/ Gott mein Hertz iſt bereit/ daß ich ſinge und lohe Pſ. 77. v.s. Beten wir von Hertzen/ ſo konnen wir uns wegen Gotts Huͤlffe von Hertzen erfreuehn. Chan 6,Clamo⸗ s ſchreyeſt du zu mir⸗ Exod. 14.v.. N —---— R— y— welches iſt ein eifferiges Gebet. 7 8. Clamororis: Ein Mund⸗Geſchrey: Unſer Mund ſoll deß Hertzen Dollmetſcher ſeyn/ daß/ was im Hertzen verborgen/ und von hn begehret wird/ durch den Mund werde offenbahret; Ohne dieſe Correſpondentz iſt lauter Betrug und Falſchheit; Da muͤſſen wir mit unſer Stimme zu Gott ſchreyen. Pſal. 77 v. 2. Flehen dem HErꝛn mit unſer Stimme. Pſ. 142. v. 2. Alſo hat gethan dieſer Vatter deß Mon⸗ ſuͤchtigen/ und geruffen: HEr erbarme dich uͤber meinen Sohn/ dann er iſt monſuͤchtig/ und hat ein ſchweres Leiden. Matth. 17. verſ. 1. Alſo thaͤten die Juͤnger Chriſti/ und ſagten: HErꝛ ſtaͤrcke uns den Glauben. Luc. 17. verſ. ⸗. Laſſet uns auch dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ fleiſſig in acht nehmen/ und mit David ſagen: HEr/ hoͤre mein Wort/ mercke auff meine Rede/ vernim mein Schreyen/ mein Koͤnig und mein Gott/ denn ich wil fuͤr dir beten. Pſal.. v. 2. ſeq. Oratio juſti, clavis eſt cœli, Serm. 226. aſcendit precatio,& deſcendit Dei miſeratio, ſagt Auguſtinus. Das de Temp. iſt/ das Gebet eines Gerechten/ iſt der Schluͤſfel zum Himmel; Das Ge⸗ bet ſteiget hienauff/ und Gottes Erbarmung ſteiget zu uns herunter. 2. Lacrymando: Mit Weinen und Thraͤnen: Er hat mit Thraͤnen geſchreyet: Lacrymæ teſtes ſunt miſeriæ, ſagt Auguſtinus: Homil 10 Das iſt/ die Thraͤnen ſind Elendes Zeugen. Was koͤnnen aber fuͤr elen⸗ quinquag. dere Leute gefunden werden/ als die unglaͤubig ſeyne Dann uͤber dieſelbe nomil. ſchwebet und bleibet der Zorn Gottes. Joh. 3. v. 36. Derowegen muͤſſen wir unſern Unglauben erkennen/ und mit Thraͤnen/ umb den Gottes Huld erwerbenden und ſeligmachenden Glauben/ Gott bitten und an⸗ ruffen: Warumb hat doch Petrus bitterlich geweinet? Nicht allein um Vergebung ſeiner Suͤnden/ ſondern auch daß Gottdie Gewißheit der Vergebung derſelben in Chriſto/ durch den Glauben in jhm ſtaͤrcken wolte. Matth. 26. verſ. ult. Warumb netzete/ jene bußfertige Suͤnderin/ Chriſto ſeine Fuͤſſe mit jhren Thraͤnen/ und trucknete ſie mit hren Haa⸗ ren? Nicht allein auß hertzlichem Leidweſen jhrer Suͤnde/ ſondern auch umb Beſtetigung jhres Glaubens an den HErꝛ Chriſtum. Luc. 7. v. 38. Laſſet uns/ O Chriſtliche Hertzen/ dieſes mit hoͤchſtem Fleiß practi⸗ eiren: Chriſtus hat ja Gebet und Flehen/ mit ſtarckem Geſchrey und Thraͤnen geopffert/ zu dem der jhn vom Tode kunte außhelffen/ und iſt auch erhoͤret. Heb. 5. verſ. 7. Gleich wie der Sohn GO TTES in dieſem Thraͤnen Gebet G.O TT ſeinen⸗ Vatter erſuchet/ daß 2 erjhm Tit. in lo- cis hiſtor. Pag.953. Epiſt. 121. auffzunehmen. Rom. 14.v. 1. Alſo iſt auch ſeine Krafft in den Schwe⸗ 178 Vom dritten Mittel deß Glaubens/ er jhm gegen Teuffel/ Tod und Hoͤlle beyſtehen wolle: Alſo muſſene gleichfals umb den Glauben bitten/ welcher iſt der Sieg/ derdie 8 (und alle unſere Feinde) uͤberwindet.1. Joh. 5. v. 4. Hoc negotim b plùs gemitibus, quam ſermonibus, pluùs fletu quam affatu agirurſag Auguſtinus: Das iſt; Dieſes Geſchaͤffte wird mehr mit Scuffen/ mit Worten; mehr mit Thraͤnen/ als mit Reden verrichtet. 3. Promiſſa acceprando: Daß wir die goͤttliche Verhe⸗ ſung auffund annehmen: Ich Glaube/ ſpricht dieſer Vatter N Baͤpſtler wollen hierauß erzwingen/ daß unſer Bekehrung vonwno ber den Anfang nehmen koͤnnen: Aber wir antworten jhn: Woher wa len ſie beweiſen/ daß dieſer Vatter den Anfang ſeines Glaubens/ 11 ſeinen eigenen Kraͤfften gehabt? Er ſpricht zu Chriſto/ ich glaͤube iht HErꝛ: Nun kan aber niemand Jeſum einen HErm nennen/ ohn dutz den heiligen Geiſt. 1. Cor. 12. v. 3. Derowegen hat derſelbe den Glaule in jhm gewircket/ nach demmahl er von Chriſto und ſeiner Huͤlffege ret/ und dadurch Chriſtum zu ſuchen angereitzet worden: Es iſt aberd ſer Glaube/ alſo gethan geweſen/ daß er demſelben Glauben zugeſtellt was er von Chriſto/ ſeinen Wundern und Wolthaten gehoͤtct Ao muͤſſen wir auch dasjenige was wir von der Gnade Gottes in eſrſſ⸗ ſeinem Sohn/ auß Gottes Wort hoͤren oder leſen/ nicht zwefffln ſoe dern demſelben einen ungezweiffelten Beyfall geben: Und dieſe Glu be iſt ein ſehr ſchwacher Glaube; Es wil aber Gott denſelben nichtvar werffen; Sondern gleich wie er beſihlet/ den Schwachen im Glauln ö A — chen maͤchtig. 2. Cor. 12. v. o. Wie ein alter frommer Prediger han Luthero klagte/ daß er unterweilen ſelbſt nicht glauben koͤnne/ wan andern lehrte und predigte; Hat Lurherus geantwortet: Ey/ Golich Lob und Danck/ daß es andern auch ſo gehet/ wie mir/ ich vemmamih waͤre es allein. II. Orarionis objectum: Wonit unſer Gebet umbgehn ſolle: Solches iſt; b 1. Perlonale: Zu wem wir unſer Gebet thun ſollen Datßo iſt/ unſer lieber HErꝛ Jeſus Chriſtus: Wollen wir den ſeligmachan⸗ den Glauben haben/ ſo muͤſſen wir darumb den Sohn Gottes erſuchet Dann derſelbe iſt der Anfaͤnger und Vollender unſers Glaubens. hch 12. verſ. 1. Der iſt das rechte Fundament unſers Glaubens /welennn Välhang: en der GnadeGeti noder leſcn nhig Scgfall gede lln il aber Gottdeten / den Schvurit ꝛuch ſaneeftrte nalterfronre ert bſtnictglura gcha wemtm omit vnereäts welches iſ/ ein eifferiges Gebet. 79 mand ein andern Grund/ noch im Glauben/ noch andern geiſtlichen und Gott wolgefaͤlligen Dingen legen kan/ als unſern HErꝛn Jeſum Chriſtum. 1I. Cor. 3. v. xl. Derſelbe iſt der rechte Kern deß Chriſtlichen Glaubens. Denn darum hat Johannes inſonderheit ſeyn Evangelium geſchrieben/ daß wir ſollen glaͤuben/ Jeſus ſey Chriſt/ der Sohne Got⸗ tes/ und daß wir durch den Glauben/ das Leben habenin ſeinem Namen. Joh. 20. v. 31. Dieſer/ dieſer HEr/ O Chriſtliche Hertzen/ ſoll auch un⸗ ſer lieber NErꝛ ſeyn/ welchen wir uͤber alles was in der Welt iſt/ lieben ſollen/ und ſagen: Hertzlich lieb habe ich dich HEr: Jeſu/ meine Staͤr⸗ cke/ HERR mein Fels/ meine Burg/ mein Erretter/ mein Gott/ mein Hort auff den ich traue. Pſal. 18. v... Nichts mehr/ dann lieber HErre mein/ dein Tod ſoll mir das Leben ſeyn/— üDu haſtfuͤr mich bezahlet. b 2. Reale; Was wir von Chriſto bitten ſollen Hilff meinem Vnglauben: Dieſes iſt nicht alſo zu verſtehen/ daß er ſeinen Unglau⸗ ben ſtercken ſolte/ ſondern helffen/ daß derſelbe bey ihm abgeſchaffet/ und ein wahrer/ feſter und beſtaͤndiger Glaube dagegen bey jhm erwecket werde: Er wolle ein rein Hertze in ihm ſchaffen. Pſal. F. v. 12. Und den Unflat deß Unglaubens außfegen: Er wolle ſeyn ſteinern Hertze weg⸗ nehmen/ und jhm ein fleiſchern Hertze geben. Ezech. 36. verſ. 26. Dann gleich wie er zu Cana in Galilæa/ auß Waſſer Wein machte; Alſo kan erſunſern Unglauben in einen Gott wolgefalligen Glauben verwan⸗ deln: Er hilfft unſerm Vnglauben/ in dem er denſelben wegnimpt/ und uns mit dem ſeligmachenden Glauben begabet/ wie dem Thoma wie⸗ derfahren/ zu welchem er ſagte; Sey nicht mehr unglaͤubig/ ſondern glaͤubig. Joh. 20. v. 27. Jenes thaͤte er durch Zeigung ſeines Leibes: Die⸗ ſes/ thut er durch den heiligen Geiſt/ und Vorſtellung glaͤubiger Exem⸗ pel/ wie deß Abraham. Rom. 4. verſ. 20. Er hilfft uns/ daß er durch die Predigt deß Evangelii/ den wahren Glauben in unſerm Hertzen anzuͤn⸗ det. Rom. 10. v. 17. Er hilfft uns/ daß er unſern Glauben ſtaͤrcket/ durch gottſelige Betrachtung unſer Tauffe/ und wuͤrdigem Gebrauch deß iligen Abendmahls: Er hilfft uns/ in dem er uns Beſtaͤndigkeit im lauben verleihet/ und das Gute ſo er bey uns angefangen/ gnaͤdiglich vollfuͤhret. Phil. x. v. s. Welches alles bey uns all? wolle wirckẽ Gott der Vater/ durch den heilggen Geiſ/ un Jeſuhriſt wille/ Amen/ Wue. 3 le 180 Vom vierdten Mittel deß Glaubens/ Die neun und zwantzigſte Preditg. DE CAVSAINSTRVMENTLALIE EIDEIQVARTA,OWHB„ GKATIE DIVINR COMMUINICATIO. Vom vierdten Mittel deß Glaubens/ welches ſ/ d Mittheilung der Gnaden Gottes. Eph. z. v. 8. ſeq. Auß Gnaden ſeyd jhr ſelig worden/ ducchda Glauben/ und daſſelbe nicht auß eu Gottes Gabe iſt es/ nicht auß den Wa⸗ kken/ auff daß ſich nicht jemand ruͤhm. rsns Sſpricht Johannes 1. Epiſt. cap./ v. alſo. Wa M daglaͤubet/ daß Jeſus ſey der Chriſt/ der iſt von Gon go⸗ MD ren. In dieſen Worten haben wir: — 1. Principale fidei objectum: Womit der ſeligma chende Glaube fuͤrnemlich umbgehe: Nemlich/ daß wir glaͤlben Jeſus ſey der Chriſt; Das iſt/ Gott habe uns ſeine Gnade damit⸗ zeiget/ daß er ſeinen einigen und eigenen Sohn zum Heylandde Wal gegeben; Dieſes/ O Chriſtliche Hertzen iſt das Ringlein/ damahda wwahre Glaube rennet; Dieſes iſt das Ziel/ auff welches der Glaube ze⸗ let; Dieſes iſt das Kleinod/ nach dem der Glaube lauffet; Dieſes iſtdat Fundament/ auff welches der Glaube gegruͤndet. Das iſt das ewigeli ben/ daß ſie dich Vatter/ daß du allein wahrer Gott biſt/ undden dug ſand haſt Jeſum Chriſtum erkennen. Joh. 17. v.. Wann wir glaͤubel daß Jeſus ſey der Chriſt/ der Sohn Gottes/ ſo ſollen wir durchdn Glauben das Leben haben in ſeinem Namen. Joh ꝛ0. verſ. z1. Chtiſtum lieben(durch den Glauben) iſt beſſer/ dann alles Wiſſen. Eph. 3 ver Wer aber leugnet/ daß Jeſus der Chriſt ſey/ der iſt ein Luͤgener.· Joh v. 22. Wer hingegen glaͤubet/ daß Jeſus Gottes Sohn iſt deruͤben windetdie Welt. 1. Joh. 5. v. 5. un: 2. Fidei hujus ortum: Woher dieſer Glaube komme. Dahe daß ein ſolcher von Gott gebohren: Dieſe goͤttliche Geburt geſchi vermittels dem ſeligmachenden Glauben; Dann die Glaͤubige ſundna n'iſtdas Rngianil elauffwelchedia »Gaudeluft ühe tgruͤndet Datart welches iſt die Mittheilung der Gnaden Gottes. 181 von dem Gebluͤt/ noch von dem Willen deß Fleiſches noch von dem Wil⸗ zen eines Mannes/ ſondern von Gott geboren. Joh. 1. v. 13. Und iſt das Mittel dieſer Geburt/ das Wort der Warheit. Jac.. v. 16. Und ſolche Wiedergeborne thun r⸗cht. 1. Joh. 2. v. 29. Sie thun keine vorſetzliche) Suͤnde. 1. Joh.3. v.9. Sie lieben hren Nechſten. 1. Joh. 4.v.7. Dann der Glaube iſt durch die Liebe thaͤtig. Gal. ⸗. v. 6. Gleich wie die Sonne nicht ohne Schein; Alſo iſt der Glaube nicht ohne Wirckung: Und die⸗ ſes iſt ein lauter Gnaden⸗Werck Gottes/ welcher den Glauben durch den heiligen Geiſt/ unddurch den Glauben die geiſtliche Wiedergeburt in uns wircket: Dieſes ſehen wir auch auß verleſenen Worten/ auß wel⸗ chen wir anſehen wollen: b b Wie die Gnade Gottes den ſeligmachenden Glauben in uns wircke. Der barmhertzige Gott erzeige uns auch ſeine Gnade/ daß wir den ſelig⸗ machenden Glauben haben/ beſtaͤndig behalten/ und das Ende deſſelben/ die ewige Seligkeiterlangen moͤgen/ umb Jeſu Chriſit willen/ Amen. b 5 Erklaͤrung. 3 Wiꝛ haben allhie in acht zunehmen: b 1. Salvationis noſtræ caulam principalem Die vornemſte Vr⸗ ſach unſer Seligkeit: Auß Gnaden ſeyd jhr ſelig worden. Es re⸗ det der Apoſtel Paulus allhie nicht vom Kuͤnff igen/ daß wir werden ſe⸗ lig werden/ ſondern vom Gegenwertigen/ daß wir ſchon ſelig ſeyn: Dann die Glaͤubige ſind ſchon ſelig/ weilen jhnen jhre Ungerechtigkeit ver⸗ geben/ und jhre Suͤnde bedecket ſind. Rom. 4 verſ. 7. Sie ſind ſelig in der Hoffnung. Rom 8. verſ. 24. Weilen die vollk ommene Seligkeit ohnzweiffelich von jhnen gehoffet wird. Gleich wieein Sohn der vaͤt⸗ terlichen Erbſchafft verſichert iſt/ ob er zwar in dieſelbe noch nicht ein⸗ geſetzet: Alſo ſind die Glaͤubige auch nun Gottes Kinder/ ob zwar noch nichterſchienen was ſie ſeyn werden.1. Joh 3. v. 4. Dieſe Seligkeit/ kompt weder gantz/ noch zum T heil/ von uns ſelber/ ſondern eintzig und allein von der Gnade Gottes: Daher derſelbe ruffet: Wendet euch zu mir/ 182 Vom vierdten Mittel deß Glaubens zumir’/ſo werdet ihr ſelig aller Welt Ende. Eſa. 45.9 22 UInddeßne ₰ 3 hat er uns auß Snaden ſeinen einigen und eigenen Sohn geſchena welcher kommen iſt zu ſuchen und ſelig zu machen /das verloreniſt. ou. 19.v. 1c. Welches auch an vielen er folget/ da taͤglich/ durch der Apoſ Predigt/ hinzugethan zu denen /die da ſelig geworden. Act. 2.v.7. h jen dieſe Seligkeit beſtehet in Vergebung der Suͤnden/ ſo auß Gnann geſchicht. Rom. 4 v. 6. ſeq. Dañ es lieget allhie nicht an jemands Wo ſen/ ſondern an Gottes Erbarmen. Rom 9. v. 16. Und ſind wir von Chn nicht geſetzet zum Zorn/ ſondern die Seligkeit zu beſitzen durch unſen HErrn Jeſum Chriſtum. 1. Theſſ. 5. verſ. 9. Der muß das Wondd Glaubens erfuͤllen/ in ſeiner Krafft. 2. Theſſ. 1. v. i. Dieſes O Chnſſ liche Hertzen/ muͤſſen wir in acht nehmen gegen die Baͤpſilen ſo ſjna genen Kraͤfften in dieſem zu viel zu ſchreiben: Dann iſts auß Gnade/ iſts nicht auß Verdienſt der Wercke/ ſonſt wuͤrde Gnade nicht Gna ſeyn. Rom. 11. v. 6. Dann wir ſind nicht tuͤchtig von uns ſelber/ aa⸗ gutes zu dencken/ als von uns ſelber. 2 Cor.z. v.⸗ 2II. Salvationis caulam inſtrumentalem; Das Mittel unſer Seligkeit: Gleich wie an Gottes deß BVaiters Seiten/ die wirckmd Prſach unſer Seligkeit iſt/ ſeine unaußſprechliche allgemeine Gnat⸗, und an deß Sohns Gottes Seiten/ ſein unſchuldiges Leben/ Laden und Sterben/ welches er alles zu unſerm Beſten verrichtet und außgeſjan⸗ den An deß H. Geiſtes Seiten/ ſeine allergnaͤdigſte Erleuchtung Gna⸗ de und Gabe/ ſo er uns durch die Predigt ſeines Wortes/ und Außſpen dung ſeiner heiligen Sacramenten/ erzeiget; Alſo wird an unſer St⸗ ten nicht als einewirckende Vrſach/ ſondern als ein ergreiffendes Mie⸗ tel und Hand aller dieſer Gnade und Wolthaten/ der wahre feſſeundhe ſtaͤndige Glaube erfordert: Dann der Gexechte lebet ſeines Glaubens. Hab. 2. v. 4. Durch denſelben werden wir Kinder Gottes. Joh. 1. ven. Die an Chriſtum glaͤuben/ ſollen nicht vertohren werden ſondern das rwige Leben haben. Joh 3. v. 16. Werda lebet/ und glaͤubet an Chnſſtum der wird nimmermebr(deß ewigen Todes) ſterben. Joh. 1.v 25. Dund den Glauben haben wir das ewige Leben/ in Chriſti Namen Johan 20 v. 1. Von Chriſto zeugen alle Propheten/ daß in ſemem Namen, Per⸗ gebung der Suͤndenerlangen/ alle die an jhn glaͤuben. Act. v 43 Wo aber Vagebung der Suͤnden iſt da iſt auch Leben und Saugta n — or. v. entalem; Das Nei Vattas Sein ie⸗ gſprechlicht algen unſchuddige⸗(benu. Seſim vemcchitretu rgnaͤdigfe Etnſ welches iſt die Nittheilung der Gnaden Gottes. 183 unſer Catechiſmus redet: Wie der Kerckermeiſter zu Philippis Paulo und Sila zu Fuͤſſen fiel/ und fragte: Lieben Herrn/ was ſol ich thun/ daß ich ſelig werde? Antworteten ſie: Glaube an den HErrn JEſum/ ſo wirſtu und dein Hauß ſelig. Act. 16. v. z0. Laſſet uns dieſes/ O Chriſtli⸗ che Hirtzen/ nicht allein zu Ohren/ ſondern auch zu Hertzen nehmen/ daß wir nach dem ſeligmachenden Glauben/ als dem eintzigen Mittel/ an unſer Seiten/ unſer Seligkeit fleiſſig trachten: In arcanis& ſupernis bonis, Dei quidem eſt, dare grariam, hominis autem fidem exhi- bere, ſagt Chryſoſtomus: Das iſt: In verborgenen und himliſchen Guͤtern/ muß Gott zwar die Gnade geben/ Aber der Menſch muß es mit dem Glauben ergreiffen: b 1 Wer hofft in Gott/ und jhm vertraut/ der wird nimmer aauSchanden/ Dann wer auff dieſen Felſen baut/ ob jhm gleich geht zu handen/ Viel Uufals hie/ hab ich doch nie/. Den Menſchen ſehen fallen/ der ſich verlaͤſt auff Gottes Wort/ b Er hilfft ſein Glaubigen allen. b Dieſes erkandte Johan Friedrich/ der hochloͤblicher Churfuͤrſt von Sachſen/ da er gefangen und ſein Prediger und Buͤcher jhm abgenom⸗ men/ und ſagte: Laß immer hin nehmen/ ich bin aber deſſen gewiß/ ſie wer⸗ den mir meinen HErꝛn Chriſtum auß dem Hertzen nicht nehmen/ noch reiſſen koͤnnen/ ſondern ſie muͤſſen mir denſelben/ mit ſeinem bittern Lei⸗ niſtor. den/ Sterben/ und theuren Blute laſſen/ und das ewige Leben/ ſo er mir. ⸗5 damit erworben. Eripe mihi Tyranne, ſi potes fidem: ſagte jener Mar⸗ tyrer: Das iſt/ O Tyrann/ nim mir auch/ ſo du kanſt/ meinen Glauben an Chriſtum. III. Salvationis cauſam formalem; Wie wir auß Gnaden durch den Glauben ſelig werden: Dieſes ſetzet Paulus: 1. Negativè: Wie es nicht geſchehe: Und zwar: a. Non ex nobis ipſis; Nicht auß uns: Als wolte er ſagen: O bd der ſeligmachende Gla ube zwar in euch ſelbſt iſt/ ſo kompt er doch nit auß oder von euch ſelber her: Dann alle unſer Tichten und Trachten iſt nur boͤſe immerdar. Gen. 6. v.z. Wir haben von Natur ein nicht glaͤu⸗ biges) ſondern ſteinern Hertz. Ezech. 3 6. v.ꝛ 4. Ein Menſch kan in 88 a em C. 184 Vom vierdten Mittel deß Glaubens ſem Falle nichts nehmen/ es werde ihm dann vom Himel gegeben 38 3. v. 27. Der natuͤrliche Menſch/ vernimt nichts/ was deß Geiſtes Go, tes iſt/ es iſt eine Thorheit/ und lan es nicht begreiffen. 1. Cor. 2. vaiſ Wir ſind nicht tuͤchtig von uns ſelber etwas Gutes zu dencken als en uns ſelber/ ſondern das wir tuͤchtig ſind iſt von Gott. 2. Cor.; v. Ni uͤberſchwenckliche Krafft/(uns zu bekehren/ und ſelig zu machen Gottes/ und nicht von uns.2. Cor. 4. v.7. Dieſis ſol uns zu wahre d muth treiben: Hat dir/ O Chriſtliches Hertz der aller guͤtigſte Gan die groſſe Gnade erzeiget daß du jhn und ſeinen Sohn Chriſtum nh erkenneſt/ und mit feſtem Glauben ergreiffeſt/ So ſey deßwegen niut ſioltz/ ſondern erkenne die Gnade Gottes/ und dein Unvermoͤgen un ſchaffe ferner mit Furcht und Zittern/ daß du ſelig werdeſt. Phil. ven 6. Non ex operibus noſtris; Nicht auß unſern Wercien⸗ Dann der Menſch wird gerecht/ und alſo auch ſelig) ohne deß Geſeh Werck/ allein durch den Glauben. Rom. 3. v. 28. Iſt Abraham durc die Wercke gerecht/ ſo hat erwol Ruhm/(fuͤr den Menſchen ffuͤrwelche er ſeine Gerechtigkeit ſehen laͤſſet) aber nicht fuͤr Gott. Rom 4 v. O ſen Augen nach dem Glauben ſehen. Jer. 5. v. 3. Darum ſagt Paulu von den Juden/ daß ſie haben dem Geſetz der Gerechtigkeit nachgſſan⸗ den(darnach geſtrebet/ wie ſie durch das Geſetz moͤchten gerechtwaden aber das Geſetz der Gerechtigkeit(das iſt/ die Gerechtigkeit ſo das Geſetz erfodert) nicht uͤberkommen: Warum das? Darum/ daßſitt nicht auß dem Glauben/ ſondern als auß den Wercken deß Geſetzes g ſuchet. Rom 9.. 32. Sie haben die Gerechtigkeit ſo fuͤr Gott gill mcht erkand/ und getrachtet jhre eigene Gerechtigkeit(ſo auß den Wercken deß Geſetzes kompt) auffzurichten/ und ſind alſo der Gerechtigkeit b fuͤr Gott gilt/ nicht unterthan geweſen. Rom. 10. v. z. Dann ſo es auß Gnaden iſt(wie droben außtruͤcklich vermeldet) ſo iſts nicht auß Va⸗ dienſt der Wercke/ ſonſten wuͤrde Gnade nicht Gnade ſeyn: Iſis abet auß Verdienſt der Wercke/ ſo iſt die Gnade nichts/ ſonſt were Verdienſ nicht Verdienſt. Rom. 11. v. 6. Weilen wir dann wiſſen(auß Gottes Wort) daß der Menſch durch deß Geſetzes Werck nicht gerecht wind ſondern durch den Glauben an Jeſum Chriſt/ ſo glaͤuben wir an Cht ſtum Jeſum/ auff daß wir gerecht werden/ durch den Glauben an Chlt ſtum/ und nicht durch deß Geſetzes Werck/ dann durch deß Allan 9 ¹ V aͤda Geſetmoͤchnen siſt/ die Gert Larum das? Dar iſt uß den Wercaf Werck/ wud kein Fleiſch gerecht. Gal.z. verſ. 16. Darum hat Paulus alles fuͤr Schaden und Dreck geachtet/ auff daß er Chriſtum gewinne/ und in jhm erfunden werde/ und nicht habe ſeine Gerechtigkeit/ die auß welches iſt die Mittheilung der Gnaden Gottes. 185 dem Geſetze kompt/ ſondern die Gerechtigkeit/ ſo auß dem Glauben kompt/ das iſt/ die Gerechtigkeit/ ſovon Gott dem Glauben wird zuge⸗ rechnet. Phil. 3. v. I. leq Summa; Nicht umb der Wercke willen/ der Gerechtigkeit/ die wir gethan hatten/ ſondern nach ſeiner Barmhertzig⸗ keit/ machet uns Gott ſelig. Tit. 3. v. J. An einer Fuͤrſtlichen Taffel ſitzen/ da alles die Huͤlle und die Fuͤlle iſt/ und ſchimlich Brod auß ſei⸗ nem Seckel herfuͤr langen/ und ſich damit ſaͤttigen wollen/ iſt die aller⸗ groͤſſeſte Thorheit: Alſo auch unſere Gerechtigkeit/ ſo nicht allein ſchimlicht/ ſondern auch ſtinckend iſt fuͤr Gottes Gerichte bringen/ un⸗ ter welche inſondertheit viele gute Wercke der Baͤpſtler gehoͤren: Als zum Exempel/ wie ein Muͤnch deß Apts Odonis, ſeine horas Canoni. Calviſ. cas geleſen/ und geſehen/ daß ein Dieb ein Pferd geſtohlen/ habe er ver⸗ Chronol. ad alifl. Chriſti. botten/ den ſelben anzuſchreyen/ der jhn zu verfolgen andere auffwecken zu laſſen: Damit er wider die Regul deß gebotenen Schweigens nicht fuͤndigteꝛ Der Apt Odo aber/ wie der Dieb von andern ergriffen/ jhne nicht ſtraffen/ ſondern Geld dazu gebenlaſſen/ daß er gewachet/ da ande⸗ re geſchlaffen/ und das Pferdt mit groſſen Muͤhe entwendet/ welches Baronius fuͤr ein gutes Werck gehalten.“ 2. Affirmarivè: Wie es dann geſchehe: Der Glaube und die Seligkeit iſt eine Gabe Gottes: Das mag wol ein heiſſen: O Carum donum, à cara manu O wie ein liebes Geſchenck/ von einer lie⸗ ben Hand! Beydes Glaube und die Seligkeit ſind eine Gabe Gottes: Dann GO T T haͤlt(vermittels der Predigt ſeineß Worts/ und Außtheilung der hochheiligen Sacramenten) jederman den Glauben fuͤr. Act. 17. verſ. 31. Wir werden glaͤubig/ durch die Gnade Goites. Act. 18. verſ. 27. Eshat GO T T gefallen/ durch die fuͤr der Welt Augen) thoͤrichte Predigt ſelig zu machen/ die ſo daran glaͤuben. 1. Corinth. 1. verſ. 21. Daher beſtehet unſer Glaube/ nicht auff Men⸗ ſchen Weißheit/ ſondern auff Gottes Krafft. 1. Corinth. 2. verſ. 5. Wir werden glaͤubig/ nachdem es uns vom H ERRE Ngegeben. 1. Corinth. 3. verſ. 5. Der wircket in uns/ beyde das Wollen/ und das . 3 Aa 2 Thun. ₰ 22 185 Vom fuͤnfften Mittel deß Glaubens thun. Phil. 2. v. 3. Summa/ durch Gottes Macht/ werden wij uh di den Glauben bewahret zur Seligkeit.1. Pet. 1. v. 3. Laſſet uns deroweg, d O Chriſtliche Hertzen/ dieſes erkennen/ und von Hertzen ſagen: N6 n uns/ HERR/ nicht uns/ ſondern deinem heiligen Namen gibdiE V Pſal. 11 5. v. 1. Laſſet uns beten: b Gib mir nach deiner Barmhertzigkeit/ denwahrenoh ſten Glaube/ Auff daß ich deine Suͤſſigkeit/ moͤg inniglich auen. 8 ue IV. Salvationis cauſam finalem: Die End⸗Urſacheditſer 1 ſer Seligkeit: Auff daß ſich niemand ruͤhme: Die Ehr und Ruſn unſer Gerechtigkeit gebuͤhret eintzig und allein Gott/ welcher ſeine Eh keinem andern geben wil. Eſa 42. v. 8. Und wer ſich deßhalben ruͤhma wil der ſol ſich deſſen ruͤhmen/ daß er jhn wiſſe und kenne. Jer h. vaa⸗ 1.Cor. 1. v. 3 0. ſeq. Darum ſollen wir uns unſer Schwachheit ruͤhn auff daß die Krafft Chriſti bey uns wohne. 2. Cor. 12. v. 9. Wozu ne verhelffe/ Gott der Vatter/ durch den heiligen Geiſt/ umb Jeſu Chnſ willen/ Amen/ Amen. Die dreyſſigſte Predigt. DE FlIDEI CAVSA INSTRVMENTALI QYINTA, GK MERITI CHRISTI MEDITATIOOðA. Vom fuͤnfften Mittel deß Glaubens/ welches die de trachtung deß Verdienſtes Chriſti. Rom. z. v. 25. Gott hat Jeſum Ehriſtumfuͤrgeſtellet/ zuc⸗ nem Gnadenſtuel/ durch den Glauben in ſeinem Blut. rn Sſpricht Paulus Rom. 1.. v. 20. Die Juden ſohn Mr zubrochen umb ſhres UInglaubens willen Die Heydenahe ſiehendurch den Glauben. Indieſen Worien habenwi: I. Judæorũ defractionẽ; Die Zubrechungder Jue — — 4 mg. NTALIOWMA MEDITAT. aubens/ nate eeſtes Chet 17. welches die Betrachtung deß Verdienſtes Chriſi. 187 die Juden waren durch die Beſchneidung dem Gnaden⸗Bund Gotles einderleibet/ daher ſiewerden Bunds⸗Kinder genant Act. z. v. 25. Ih⸗ nen gehoͤrte die indſchafft/ die Herlligkeit und der Bund. Rom. 9. v. 4. Zu dieſem Ende/ daß ſie herrliche/ fruchtbare Zweige an dem Gnaden⸗ Baum Gottes ſeyn ſolten: Aber ſie ſind außgebrochen: Gott hat ſein Volck/ das Haus Jacob laſſen fahren. Eſa. 2. v. 6. Weilen ſie ſich an den Sohn Gottes geſtoſſen/ gefallen und zubrochen. Eſa. 8. v. 15. Und dieſes/ nicht auß einem bloſſen Calviniſchen Rathſchluß und Wolge⸗ fallen/ ſondern wie Paulus außtrucklich ſagt/ umb ihres Vnglau⸗ bens willen: Dann Chriſtus kam zu den Juden/ als ſeinem Cigen⸗ thum/ aber ſie nahmen ihn nicht an. Joh. 1. v. 11. Sie glaubten dem nicht/ den Gott geſand hatte. Joh. 7. v. 38. Vmbſolches Vnglaubens willen/ ſind ſie zubrochen/ weilen uͤber ſolche der Zorn Gottes bleibet. Joh. 3. v. 36. Dieweilen ſie nicht glaubeten/ daß Chriſtus der verheiſſe⸗ ne Meſſias ſey/ muſten ſie in ihren Suͤnden ſterben. Joh. 8. v. 24. Sic ſtoſſeten das Wort Gottes von ſich/ und achteten ſich ſelber nicht werth deß ewigen Lebens. Act. 13. v. 46. 2. Gentium ſtarionem; Das Stehen der Heyden: Die ſeyn eſtanden durch den Glauben; Daß ſie die Gnade Gottes in Chriſto Jeſu zum Grunde jhrer Seligkeit geſetzet: Sie haben das Evange⸗ lium nicht allein angenommen/ ſondern ſind auch in demſelben geſtan⸗ den. I. Cor. 1§. v. l. Sie ſen im Glauben geſtanden/ maͤnnlich und ſtarck in demſelben geweſen. 1. Cor. 16. v. 3. Odas iſt ein Gott wolgefaͤlliges Stehen: Da kan einglaͤubiges Hertze ſagen: Hie ſtehe ich auff meiner Hut/ und trete auff meine Verſe. Hab. 2. v. 1. b Was kan mir thun die Sünd und Tod/ Ich habmit mir den wahren Gott/ Laß zurnen Teuffel und die Höͤll/ b Gotts Sohn iſt worden mein Geſell. Hievon redet Paulus in verleſenen Worten/ auß welchen wir wollen anſehen: 1 Wie durch fleiſſige Betrachtung deß theuren Verdienſtes Chriſii/ der Glaube bey uns gewircket werde. .. 4 Aa z Gott 3“ 2 1 2 3 1 —— 4 1 ——x 14 ——. ——— 3 —õ— K —*— 4* 4 * ——,— 188 Vom fuͤnfften Mittel deß Glaubens/ Gott der himliſche Vatter/ gebe uns ſeine Gnade/ daß wir dieſen e, denſtuel alſo anſehen moͤgen/ daß wir zeitliche und ewn EGn⸗ erlangen/ um Jeſu Chriſti willen/ Anen. 3 Erklaͤrung de Es hat uns Menſchen/ O Chriſtliche. Hertzen/ der hoͤchſte 6, 9 uͤberauß/ ja unzehlig viel Wolthaten erzeiget/ daß wir billich ni vid ſagen: Wie ſollen wir vergelten alle Wolthaten/ ſo der uh e thute Pſ. 116. v. 12. Unter denſelben aber iſt die allergroͤſſeſte/ da eug ſeinen allerliebſten Sohn/ zu einem Erloͤſer und Jehadeaefe b und gleich wie dieſelbe die aller groͤſſeſte Wolthat iſt/ alſo witd a durch dieſelbe unſer Glaube/ ſo ſichauff die Gnade Cans ma Jeſu/ gegruͤndet/ in ſonderheit dadurch gewircket und geſtaͤrcke/ daßen glaubiges Hertz mit Paulo ſagt: Weilen Gott ſeines eigenen Soln nicht verſchonet/ ſondern hat ihn fuͤr uns alle dahin gegeben/ wie olee uns mit ihm nichtalles ſchencken? Rom. 3. v. 32. Oder henlichen der Hertz⸗ſtaͤrckenden Wort: Hievon handelt er in verleſenen Wann In w hen wi hahen zubetrachten/ 1. Quis? Wer dieſes gethan? Gott der Vatter; Joh z b. Doch aber alſo/ daß der Sohn und heilige Geiſt/ nichtaugiuſe werden: Dann Chriſtus hat ſich ſelbſt fuͤr uns dagegeben. Galadad, Eph.. v. 2. Und der heilige Geiſt/ hat Chriſtum nach ſeinermaſſaͤl chen Natur/ zu dieſem Gnaden⸗Werck geſalbet. Eſa. ö1. v.r. Dieſes O Chriſtliche Hertzen/ iſt ein uͤberauß helles Beweißthum/ derall⸗ meinen unaußſprechlichen Liebe Gottes: Es iſt eine groſſe Wolthat daß er uns unſer vernuͤnfftige Seelgegeben. Gen. 2, v. 7 Etcl.n v. Ers iſt eine groſſe Wolthat/ daß er uns vermittels der Seelen/ auchdes natuͤrliche Leben gegeben. Hiob. 10. v. 14. Act. 17. v. 27. Es iſteinegoſe Wolthat/ daß er uns die Mittel zu Erhaltung unſers Lebens ſokiih lich gegeben. Pſal. 145. v. v5. Act. 14. v. ·7. Aber dieſe iſt die allergriſ ſte Wolthat/ daß uns Gott gegeben ſeinen Außerwehlten/ an welchen ſeine Seel ein Wolgefallen hat. Eſa. 42. verſ. 1. Seinen lieben Sohn Matth. 3. v. 1. Seinen eingebohrnen Sohn. Joh. J. v. 16. Seinane⸗ genen Sohn. Rom. 3. v. 32. Welcher das Eben⸗Bild deß unſichtbanm Col. 1. v. 1§. Der Glantz ſeiner erꝛli keit und das Ebe Bild dies Weſens Nee ener Dernigkeii, und das Ebau Bihſ Solt ö—515 heles Bncihin 8 . es: Es iſt angh⸗ geden. Genat lug vermittelsdnr .Atrerde rhaltung uſcene 17. Pedaſin nen Jufaviſtun den Glauben bey uns nicht erweckenrn: di aneeWashat danigthan Erhatdagsſlet de groſſen Wolthat Er hat dageſtellee: 1. Mecdtiatorem; Einen Mittler: Der Teuffel hatte durch die Suͤnde Gott uns zum Feinde gemachet/ alſo/ daß unſer Suͤnde uns und unſern Gott von einander ſcheideten. Eſa. 79. v. 2. Dawar keiner der Mittel der Verſoͤhnung mit Gott finden kunte/ biß der grundguͤtige Gott ſagte: Der Menſch ſoll erloͤſet werden/ daß er nicht hinunter fahre ins Verderben/ dann ich habe eine Verſoͤhnung funden. Hiob. 33. v. 24. Da hat er uns ſeinen Sohn gegeben/ daß er ſey/ der eintzige Mittler zwiſchen Gott und uns. x. Tim. 2. v.. Er iſt geſetzet fuͤr die Menſchen/ gegen Gott/ daß er opffere Gaben und Opffer fuͤr die Suͤnde. Heb.5. v.x. Welches der Sohn Gottes alſo verrichtet/ daß er ſich ſelbs dargegeben fuͤr uns/ zur Gabe und Opffer/ Gott zu einem ſuͤſſen Geruch. Eph. 5. v. 2. Es war eine groſſe Liebe deß Vrbinii Panopionis Dieners gegen ſei⸗ nen HErnn/ daß wie die Soldaten vorhanden denſelben umbs Leben zu bringen/ der Knecht ſeinen Herꝛn in verwechſelten Kleidern zur Hinter⸗ Thuͤr hinauß gelaſſen/ er aber in ſeines Herꝛn Kammer ſich begeben/ in deſſen Bette gelegt/ und fuͤr ſeinen Herm erwuͤrgen laſſen/ wie beym Valerio Maximo zu leſen. Aber dieſes iſt eine unaußſprechliche Liebe/ lib. 6. c. 8. daß der Sohn Gottes/ das Kleid unſer menſchlichen Natur anziehet/ 2. Doctorem: Einen Lehrer. Teuffel und Suͤnde haͤtten uns und in demſelben fur unſer Suͤnde zu unſer Verſoͤhnung mit Gott/ in groſſe Unwiſſenheit geſtuͤrtzet/ daß wir uns ſelber weder rathen/ noch helffen kunten: Da hat Gott der Vatter ſein Wort demſelben in den Mund gelegt/ und wer ſolches nicht hoͤret/ von dem wil ers foderen. Deut. 18. v. 18. Er hat jhn geſand/ uns Elenden zu predigen. Eſa. 61. v.x. Er hat ſelber ohnmittelbar ſeine Stimme von jhm erſchallen laſſen: Dis iſt mein geliebter Sohn/ an welchem ich habe Wolgefallen/ denſelben ſollet jhr hoͤre. Matt. 17. v. 7. Diejenige ſo ſeine allergluͤckſeligſte Schaͤf⸗ lein ſeyn wollen/ die hoͤren ſeine Stime/ und folgen jhm/ und er gibt jhnẽ das ewige Leben. Joh. 10. v. 27. VBom Orpheus fabulirẽ die Heyden/ daß er mit ſeinem Geſange/ die Felſen bewegen koͤnnen: Wir/ O Chriſeue 31 ertze welches die Betrachtung deß Verdienſtes Chriſti. 189 i Solte die Betrachtung dieſer groſſen Wolthat/ den ſeligmachen⸗ 190 Voomffuͤnfften Mittel deß Glaubens/ Hertzen/ ſind haͤrter als die Felſen/ weilen wir uns durch die Siin deß Sohn Gottes/ nicht wollen bewegen laſſen. Ach Der bannhann Gott beſſere uns.. b 3. Redemrorem: Einen Erloͤſer: Wirwaren durch dieei de/ in den Zorn Gottes/ in den Fluch deß Geſetzes/ in die Macht Teuffels/ Todes und der ewigen Verdamnuͤß gerathen: Dahan der Sohn Gottes erloͤſet auß der Hand unſer Feinde. Luc. venſg Alſo daß er ſein Leben fuͤr unſer Erloͤſung geben. Matth. 20. verx Theuer hat er uns erkaufft. x. Cor. 6. v. 20. Nicht mit Golde oder o de/ ſondern mit ſeinem theuren Blut. 1. Pet. x. v. 18. Welches nichtiſt nes pur Menſchen Blut/ ſondern deß Sohnes Gottes. 1. Joh.1⸗ O deß herlichen Troſtes* 4. Defenſorem: Einen Beſchuͤtzer: Weilen wir/ leider ſun liche Menſchen ſeyn/ ſo wollen unſere Feinde von uns nicht ablaſſen ſondern ſie ſuchen immerfort uns beyzukommen: Da iſt uns Chnſſ dargeſtellet zum Koͤnige/ auff dem heiligen Berge Zion. Pſal a. vn Der beſchirmet uns unter dem Schatten ſeiner Fluͤgel. Pſal.7 veſ Niemand kan uns auß ſeinen Haͤnden reiſſen. Joh. 10. v. 28. Laſſetuun derowegen mit feſtem Glauben/ wie Kletten am Rocke/ an jhm halmn. 5. Salvatorem: Einen Seligmacher: Weilen ſuͤndlichs ehen bey uns/ und die Feindſchafft bey unſern Feinden/ in dieſem Leben ni auffhoͤret/ ſo nimpt er alle beſtaͤndig Glaubige endlich zu ſich indiecd ge Freud und Seligkeit: Daß wir ſollen ſeyn daer iſt. Joh. 7 verſa Dauns weder hungern/ noch durſten wird/ auch nicht auff unsfalla — die Sonne oder irgend eine Hitze. Apoc. 7. v. 16. Sondernes wird eine Huͤtte Gottes bey den Menſchen ſeyn/ und er wird bey uns wo⸗ nen. Apoc. 21. v. z. b b IlI. Quem: Wen hat er uns dageſtellet? Jeſum Chriſtun⸗ Im alten Teſtament/ hat Gott viel Helffer und Heilande gegeben wann ſein Volck von ſeinen Feinden unterdrucket: Wiezu leſen. Jud 3. v..cq. 2. Reg. 13. v.. 25. Aber der Sohn Gottes iſt ein ſolcher hi land/ von dem allem Volcke Freude widerfaͤhret. Luc. 2. v. 1o. ſeq. M Heiland Gottes/ welchen alles Fleiſch ſehen ſolte. Luc. 3.v. ö. Der⸗ha⸗ land der gantzen Welt. Joh. 4. verſ. 42. Oder groſſen Wolthat⸗ Unſet Gebuͤhr iſt/ O Chriſtliche Hertzen/ daß wir durch wahren Ghunn —,—— letten am Joct ei nacher⸗Walaſtea welches iſt die Betrachtung deß Verdienſtes Chriſti. 19 uns denſelben theilhafftig machen/ und dieſen ſo theuren Heiland mit demſelben ergrefenf. IV. Quare? Warumbe Zu einem Gnadenſtuel; Wir waren/ wegen unſer Suͤnden/ in groſſen UIngnaden hey Gott: Nun iſt aber die Ungnade eines weltlichen Koͤniges wie das Bruͤllen eines jungen Loͤ⸗ wen. Prov. 19 verſ. 12. Was wird dann die Ungnade deß Koͤnigs aller Koͤnige ſeyn? Da hat ſich aber Gott erbarmet uͤber die ſo in UUngnade waren/ Hoſe. 2. v. 23. Vnd hat uns ſeine Gnade reichlich wiederfahren laſſen/ durch Jeſum Chriſtum/ der der eintzige Menſch in Gnaden. Rom.. v. v5. Derſelbe iſt uns nicht allein zum Mitler/ Lehrer/ Erloͤſer/ Beſchuͤtzer und Seligmacher/ ſondern auch zu einem Onadenſtuel da⸗ geſtellet/ Gott hatte im alten Teſtament befohlen einen Gnaden⸗Stuel von feinem Golde zu machen. Exod. 25. v. 17. Derſelbe hat die Bunds⸗ Lade/ darinn das Geſetze war/ bedecket. ib. verſ. 21. Vnd ſolte ein Zeichen der gnadreichen Gegenwart Gottes ſeyn. ib. v. 22.1eqg. Darumb auch Gott in einer Wolcken auff demſelben erſchienen. Lev. 16. v. 2. Vnd von demſelben hoͤrete Moſes die Stimme Gottes mit jhm reden. Num. 7. v. ult. Dieſes alles hat auff Jeſum Chriſtum gedeutet. Gleich wie das Gold das ſchoͤneſte und vortrefflichſt iſt unter allen Metallen: Alſo iſt Ehriſtus der Schoͤneſt unter den Menſchen⸗Kindern. Pſal. 45. v. 3. Gleich wie der Gnaden⸗Stuel das Geſetz bedeckte: Alſo iſt Chriſtus deß Geſetzes Ende/ wer an ihn glaͤubet der iſt gerecht. Rom. 10. verſ. 4. Vnd bedecket deſſen Fluch. Gal. z.v. 13. Gleich wie Gott ſeine gnadreiche Ge⸗ genwart beym Gnadenſtuel erzeigte Alſo war Gott in Chriſto/ und ver⸗ ſuͤhnet die Welt mit jhm ſelber. 2. Cor.. v. x. Gleich wie Gottan dem Gnaden⸗Stuelerſchienen: Alſo wohnet in Chriſto die gantze Fuͤlle der Gottheit leibhafftig. Col. 2. v. 9. Gleich wie Moſes die Stimme Gottes vom Gnaden⸗Stuel gehoͤret; Alſo hat Gott mit uns geredet/ durch ſei⸗ nen Sohn. Heb. J. v. 2. So ſich derwegen/ O Chriſtliches Hertz/ deine Suͤnde betruͤben/ der Zorn Gottes erſchrecket/ das Geſetze wider dich blitzet und donnert/ dein eigen Hertz und Gewiſſen dich verdampt/ Tod/ Teuffel und Hoͤll/ mit jhren Anfechtungen zu dir einſtuͤrmen/ ſo halt dich an dieſen Gnadenſtuel/ welchen dir Gott ſelber dageſtellet/ tritt mit Freudigkeit deß Glaubens zu demſelben/ ſo wirſt du Barmhertzigkeit empfahen/ und Gnade finden/ auff die Zeit/ wann dir Huͤlffe noth ſeyn wird. Heb. 4. v. 16. 3 Titi. in locis hi- ſtor. Pag. 67. 192 Vom fuͤnfften Mittel deß Glaubens V. Quomodo: Wie dieſe Darſtellung geſchehe? Duz den Glaubenin ſeinem Blut: Alhie haben wir: i 1. Medium acquiſitionis: Wie die Gnade Gottes ertwit ben? Durch Chriſti Blut: Das iſt/ das Blut deß Bundes/ duh welches wir elende Gefangene gelaſſen auß der Gruben/ dakein Waſſt innen iſt. Zach. 9. v. 11. Durch den blutigen Schweiß welchen er in ſeun Angſt vergoſſen. Luc. 22. v. 44. Durch ſein eigen Blut hater uns ette⸗ ben. Act. 20 v. 28. Dadurch haben wir die Erloͤſung/ nemlich die ag bung unſer Suͤnden. Eph. 1. v. 7. Er iſt durch ſein eigen Blut als unſ Hoher Prieſter in das Heilige eingangen/ und hat ein ewige Enlſun erfunden. Heb. 9. v. 121. Summa/ das Blut Jeſu Chriſii/ deß Sozn Gottes/ reiniget uns von allen Suͤnden. 1. Joh. 1. verſ. 7. Chriſtoff ten Moͤllendo ff/ Thumdechant zu Magdeburg hat ſein Epitaphium ſo beſtellet: Mann ſolte Chriſtum am Creutz hangend mahlen; Unddan unter wil ich liegen/ ſagte er/ als ein armer Wurm/ meine Augen zu m nem Heyland Jeſu Chriſto wenden/ und ſol ſein Blut auff meine Bnſ und Haupi flieſſen/ und dabey geſchrieben ſtehen/ auß 1. Joh. v7. Dau Blut Jeſu Chriſti/ machet uns rein von allen Suͤnden. Das wariu glaͤubiges Hertz und Epitaphium. b 2. Medium applicationis: Wie die Gnade Gottes in Chrr ſto zugeeignet: Durch den Glauben: Der Glaube iſt die Hand damit wir den Gnadenſtuel Chriſtum Jeſum ergreiffen/ und andenſib ben uns feſte und unbeweglich halten: Spiegel dich/ O Chrißliches Hertz/ am Cananeiſchen Weiblein/ halte ihn mit dem Glaubenauchſ e — b feſte/ daß er dich nicht koͤnne unerhoͤret von ſich laſſen. Matth. 11.b Wie A donia ſich zur Rebellion verfuͤhren laſſen/ gieng er hin undfaß ſete die Hoͤrner deß Altars/ und ward beym Leben erhalten. 1. Reg 1van ſeqq. Chriſtus Jeſus iſt unſer Altar. Heb. 13. v. 10. Deſſen gleichjan Hoͤrner ſind ſie beyde/ goͤttliche und Menſchliche Natur/ ſo zu unſerSe ligkeit beyde ſich neigen/ laſſet uns dieſelbe ergreiffen/ wie Thomas 9e than/ da er ſagteꝛ Mein HEr/ und mein Gott. Joh. 20. verſ. 28. Damt wolle allen, die es hertzlich begehren/ ſeine Huͤlffe und Gnade verleyhen Gott der Vater/ durch Erleuchtung deß heiligen Geiſtes/ umd unſan eintzigen Gnadenſtuels Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. 8 deß ſeligmachenden Glaubens. 19) Die ein und dreyſſigſte Predgnt. DE FIDEI SALVIEIC FORMA. Von der Form deß ſeligmachenden Glaubens. Matth 8.v.... Der Hauptman ſprach HErꝛ ich bin nicht werth/ daß du unter mein Dach geheſt/ ſondern ſpꝛich nur ein Wort/ ſo wird mein Knecht geſund. e S vergleichet der Apoſtel Petrus. j. Epiſt c. 1 v.7. Den wahren ſeligmachenden Glauben dem Golde Dann gleich wie das Gold unter allen Metallen das edelſte und fuͤrnehmſte iſt; Alſo iſt der ſeligmachende Glaube/ unter al⸗ lem/ was bey uns durch die Gnade Gottes mag gefunden werden/ das . edelſte und vornehmſte: Das Erkaͤndnuͤß Gottes iſt dem Menſchen ein herꝛlicher Schatz/ alſo gar/ daß wer ſich wil ruͤhmen/ der ſoll ſich deſſen ruͤhmen/ daß er Gott wiſſe und erkenne. Jer. 9. v. 24. Das Bekaͤndnuͤß Gottes/ und ſeines Sohns Jeſu Chriſti/ iſt eine ſchoͤne Tugend; Dann wer Chriſium bekennet fuͤr den Menſchen/ den wil er auch bekennen fuͤr⸗ Gott ſeinem himliſchen Vatter. Matth. 10. v. 32. Die wahre Gottes⸗ furcht/ iſt ein fruchtbringendes Kleinod/ dann ſie hat die Verheiſſung dieſes/ und deß zukuͤnfftigen Lebens. x. Tim. 4. v. s. Die Liebe Gottes iſt ein uͤberauß heilſame Tugend; Dann Gott haͤlt Bund und Gnade de⸗ nen die jhn lieben. Dan. 9. v. 4. Seine Augen ſehen auff die/ ſo jhn lie⸗ ben. Sir. 34. v. 19. Die Hoffnung iſt ſo erſprießlich/ daß niemand je⸗ mals zu Schanden worden/ der auff Gott gehoffet hat. Sir. 2. verſ. 11. Durch ſtille ſeyn und hoffen werden wir ſtarck. Eſa. 30. v. x. Die De⸗ mut gegen Gott iſt eine ſehr nuͤtzliche Tugend; Weilen Gott den Hof⸗ faͤrtigen widerſtrebet/ aber den Demuͤtigen gibt er Gnade. J. Pet.. v.. Der Gehorſa gegen Gott iſt ſehr heilſam. Dann wann wir ſeinem Wort gehorchen ſo ſollen wir Gottes Volck ſeyn. Jer. 7, v. 23. Aber alle dieſe . B b 2 Tugen⸗ 194 VDon der Form Tugenden uͤbertrifft in dieſem Leben der ſeligmachende Glaube/ te len ſie allzuſammen ohne wahren Glauben Gott nicht gefallen koͤnna Dann Gottes Augen ſehen nach dem Glauben. Jer. 5. v.3. Wasni auß dem Glauben herruͤhrer/ das iſt Suͤnde. NRom. 14. verſ.3. Und ohnmuͤglich/ ohne den ſeligmachenden Glauben Gott gefallen. hohn v. 6. Wann auch die ſcheinbarſten Tugenden ſolten bey einem gein den werden: Darumb muͤſſen wir nothwendig die rechte Form und ſtalt deß ſeligmachenden Glaubens wiſſen und erkennen; Dieſalle ben wir in verleſenen Worten/ auß welchen wir wollen behertzigen Die Form und Geſtalt deß ſeligmachenden Glaubens. Der Allerhoͤchſte erleuchte unſer Hertzen mit ſeinem heiligen Ge daß wir dieſe Form und Geſtalt/ in unſer Hertzen drucken/ u feſt darinn behalten moͤgen/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Wr haben in vorigen Predigten angehoͤret/ wie der wahn Glun⸗ be/ die Wiſſenſchafft/ Beyfall und Vertrauen erfodere/ und widerele be ins gemein/ mit dem Canoniſchen Wort Gottes/ und inſondahen mit Gottes Gnad/ in dem Verdienſt Chriſti gegruͤndet/ umbgehe ſun wollen wir ferner/ nach Anleitung verleſener Wort/ ſeine Form und Geſtalt betrachten/ dabey wir haben in acht zu nehmen: —1. Subjectum: Wer einen ſo wolgeſtalten Glaubengehab: Solcher iſt geweſen der Hauptman zu Capernaum: Darſelbeſt ſeiner Geburt nach ein Heyde geweſen/ hat ſich aber zum Judenthun bekehret/ und auß Chriſti Predigten und Wunder⸗Wercken/ einenfe ſten Glauben an Chriſtum erlanget: Darauß wir klarlich ſehen/ di Gott allen denjenigen ſo die Mittel ſo zur Wirckung deß Glaubasz von Gott verordnet/ gebrauchen/ denſelben hertzlich gerne gebe: Diſa Hauptmã war im. Heydenthum geboren und erzogen/ hatte ſich aberin wahren Kirchen Gottes gekehret und bekehret/ und ob zwar bey Kneguu leute gemeinlich die Gottſeligkeit in geringem Anſehen iſt/ ſo hatdochuu ſer Hauptman die mittel zum wahren Glauben fleiſſig in acht ortulin x acht zunchnn olgeſtaltm 1zuCapemrit derſi 1 ligen Geiſtes ſeuzet. deß ſeligmachenden Glaubens.„/ wie wir deſſen auch ein Erempelam Hauptmann Cornelio haben. Act. 10. cap. Dann Gotthaͤlt jederman den Glauben fuͤr. Act. 17. verſ. 31. Durch die Außbreitung ſeines heiligen Wortes/ und wil durch ſolches Mittel/ daß allen Menſchen geholffen werde/ und zur Erkaͤntnis der Warheit kommen. 1. Tim. 2.v.4. 3 II. Objectum: Mit wemer geredet: Er ſpricht HErr; Durch dieſen HErrn wird zwar allhie der Sohn Gottes verſtanden/ unter deſ⸗ ſen aber/ ſiehet der ſeligmachende Glaube auff den eintzigen wahren Gott/ welcher iſt/ Gott Vatter/ Sohn und H. Geiſt/ bochgelobet in alle Ewigkeit: Daergreiffet der ſeligmachende Glaube/ ters Liebe und Barmhertzigkeit; Daß er die Welt alſo geliebet/ daß er ſeinen eingebornen Sohn geben/ auff daß alle ſo an jhn glaͤuben nicht verloren werden/ ſondern das ewige Leben haben. Joh. z3. v. 16. Daß er ſeines eigenen Sohns nicht verſchonet/ ſondern fuͤr uns allen dahin gege⸗ ben. Rom. 8. v. z2. Da ergreiffet der Glaube die Gerechtigkeit/ ſo uns der Sohn Gottes erworben; Der iſt der gerechte Knecht/ ſo durch ſein (glaͤubiges) Erkaͤntnis/ viel gerecht machet. Eſa. 53 verſ. 11. Der iſt der HErr/ der unſer Gerechtigkeit iſt. Jer. 23.v 6. Hat uns eine ewige Ge⸗ rechtigkeit gebracht. Dan. 9. v. 24. Und iſt/ nicht ihm/ ſondern uns von Gott gemacht zur Gerechtigkeit. 1. Cor. 1. 30. Dieſe iſt die Gerechtig⸗ keit/ ſo da kompt durch den Glauben an Jeſum Chriſtum/ zu allen/ und auff alle/ die an ihn glaͤuben. Rom.z. verſ. 22. Daß wir billich alles fuͤr Schaden und Oreck achten/ daß wir in Chriſto erfunden werden/ und nicht haben unſer Gerechtigkeit/ die auß dem Geſetze kompt/ ſondern die Gerechtigktit/ ſo auß dem Glauben kompt/ das iſt die Gerechtigkeit/ ſo von Gott dem Glauben wird zugerechnet. Phil 3. v. 8. ſeq. Daergreif⸗ fei der Glaube die Gnade deß heiligen Geiſtes; Wann derſelbe ſein Gna⸗ denwaſſer uͤber uns außgieſſet/ ſo wachſen wir im Glauben/ wie Graß/ und wie die Weiden an den Waſſerbaͤchen. Ezech. 44. v 4. Dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ iſt das objectum, oder das jenige damit der ſeligma⸗ chende Glaube umbgehet/ daß er inſonderheit alle Wolthaten Gottes deß Vatters/ Sohns und heiligen Geiſtes ergreiffet/ an dieſelbe ſich feſt und beſtaͤndig haͤlt/ und deßwegen ein feſtes unbewegliches Vertrauen auff Gottes Gnade/ in Chriſto Jeſu/ durch die Gnade und Gabe deß hei⸗ Bb 3 III. For- otkes deß Vat⸗ . 2 6* 84 * 4——— 1 —y—õõ 4—— 3 — 1 4 3. 3. 1— e 21 8 —.————* 1———*, * 4——————— 4———— EEEEſ,— 8 —ÿõ4⅓¼⅓— S——— —— — — —— 3 ——— 8 ——— Weeeetes eMeen ——— —„———— ——— Serm. 36. de ver- bo Dom. lib.. de conſid. ad Eugen. Nuhms welchen er fuͤr Gott haben ſolle. Rom.; v. 23. Dieſes ſehenni 196 Von der Form 1 III. Formam ſeu modum: Die rechte Form und Geſtalt Glaubens/ damit er ſich beweiſet und ſehen laͤſſet Daiſt der Glauhe 1. Mater proficuæ orationis: Eine Mutter deß nuͤtzlichmG beths: Der Glaube bricht mit einem andaͤchtigen Gebeih zu Gonſa fuͤ/ wie an dieſem Hauptman zu erſehen: Vnd iſi der ſellgmach Glaube gleich ſam die Seele deß Gebethes/ welcher das Gebethlchn machet/ nimpt es auff und legets fuͤr Gottes Angeſicht/ begehtegaa ge Audientz und Erhoͤrung/ laut der herꝛlichen Zuſage Gotiesin enna Worte dann es heiſſet wie Auguſtinus recht ſaget: Si fides deſicit, ornnu perit: Das iſt/ ohne Glauben iſt das Gebeth verlohren: Dahervan net Syrach: Wanndu beteſt /ſo zweiffele nicht Syr.7 v. 10, Wunm ſenim Glauben bitten/ und zweiffeln nicht/ dann wer da zweiffeltda wie ein Meers⸗Woge die vom Winde getrieben und gewebet win Ce cher Menſch dencke nicht daß er etwas vom H Eneen empfangen wan Jac. i. v. 6. Fides ambiguum non habet; Aut ſi habet, fides non eſtia opinio, ſagt Bernhardus: Das iſt; Beym Glauben iſt kein Zweifl he ſo er dabey iſt/ ſo iſis kein Glaube ſondern nur ein Wahn. Was hicl dem Gichtbruͤchtigen ſeine zeiliche und leibliche Geſundheit: Sm Slaube. Matth. 9. v. 2. leq Was halff dem Blut fluͤſſigen Waleſt Glaube. ib. v. 22. Was hat deß Cananeiſchen Weibleins Tochtvom Teuffel errettet: Der Glaube. Matth. 1 5. v. 22. Daher ſpnicht Ch⸗ ſtus; Alle Ding ſeyn muͤglich dem der da glaubet. Marc. 9. v. 2* Wabſßt bitten werdet in meinem Namen(das iſt/ mit wahrem Glaubenauf mein Verdienſt) das wil ich thun. Joh. 14. v. 14. Iſt das nicht OChiſt liche Hertzen/ eine groſſe Krafft deß Glaubens? Ohne denſelben ſida Gebeth ein bloſſes Geplerr/ und erlanget keine Erhorung bey Golt 2. Humilis: Demuͤtig: Ein glaubiges Hertz erkennet ſeinen iet; den Zuſtand/ daß nichts Geſundes an jhm iſt/ von der Fußſohlenbihauf das Haupt. Eſa. 1. verſ. 6. Daß er ſey ein Suͤnder/ und mangeled —— —— — an dem Hauptman: Er ſpricht: HErꝛ ich bin nicht werth/ daß duln ter mein Dach geheſt; Befindet ein Glaubiger etwas Gutes beyihme ſo ſpricht er mit David: Nicht mir/ HErr/ nicht mir/ ſondern danem ſei ligen Namen gih die Ehre. Pſalm. 115 v. 1. Alles was uiraußhan deß ſeligmachenden Glaubens. 97 das haſtu uns gegeben. Eſa. 26. viꝛz. Solche Demut war bey dem Ertz⸗ Pater Jacob: Ich bin zu gering/ ſagte er/ aller Barmhertzigkeit und Treu/ die du an deinem Knecht gethan haſt. Gen. 32. v. 10. Bey dem ver⸗ lohrnen Sohn: Vater ſprach erich bin nicht werch/ daß ich dein Sohn heiſſe. Luc. 15 v. 21. Bey Johanne dem Teuffer da er bekant daß er nicht werth ſey Chriſto ſeine Schuh⸗Riemen auffzuloͤſen. Joh. 1.v. 17. Bey Paulo; Daß er nicht werth ſey/ daß er ein Apoſtel heiſſe. Cor. 15. verſ.9. Den erſten Tag deß Hornungs/ auff welchen die Tartern den Anfang zil Epi- jßres Jahrs herrlich begehen/ fuͤhren ſie einen zahmen Loͤwen zu ſhrem ſtol.z68. Koͤnige/ welcher wie ein zahmer Hund zu ſeinen Fuͤſſen ſich leget/ und ſei⸗s nen Herrn erkennet: Wie vielmehr ſolein Menſch/ in Betrachtung der unendlichen Herꝛſchafft/ und unzehligen Wolthaten Goltes ſich fuͤr ſei⸗ nem Schoͤpffer demuͤtigen. b 3 3. Fiducialis; Vertraulich; Daß er ſich auff die Allmacht GOTTes/ und deſſen warhafftiges Wort und Verheiſſung verlaͤſſet: Sprich nur ein Wort/ ſagt der Hauptman zu Chriſto; Der ſeligma⸗ chende Glaube vertrauet eintzig und allein der Gnade G Ottes in Chriſto Jeſu in ſeinem Wort uns verheiſſen: Daher fuͤhret ein glaubiges Hertze dieſe vertreuliche Reden: Hertzlich lieb hab ich dich HErꝛ/ meine Staͤr⸗ cke. Pſ. i8. v 2. Du biſt mein Felß und mein Burg. Pſ.z v. 4. Dubiſt meine Zuverſicht/ ein ſtarcker Thurm fuͤr meinen Feinden. Pſal. 61.v. 4. Das iſt meine Freude/ daß ich mich zu Gott halte/ und meine Zuverſicht ſetze auff den HErꝛn HErꝛn. Pſalm. 73 v. 28. Meine Guͤte und mein Burg/ mein Schutz und mein Erretter/ mein Schild/ auff den ich traue. Pſalm. 144. v. 2. Dann ein feſt Glaubiger iſt verſichert/ daß bey Gott kein Ding ohnmuͤglich iſt. Lue 1 verſ. 37. Daß er uͤberſchwenglich thun koͤnneuͤber alles das wir bitten oder verſtehen. Epheſ. z. verſ.20. Dieſer Glaube hat alle wahre Martyrer ſo hertzhafft gemachet /daß ſie alles ver⸗ achtet und ſich an die Gnade Gottes in Chriſto Jeſu feſt gehalten: Wie wir ein ſonderliches Erempel an Polycarpo haben: Nach dem derſelbe wegen deß Bekaͤntnuͤß Chriſti ſolte verbrand werden/ hat er ſelbſt ſeine Kleider abgelegt/ eine Schuhe außgezogen/ und iſt mit freudigem Muht auff den Holtz hauffen geſtiegen/ wie ſie jhn an einen Pfahl binden wollen/ hater geſagt; Der mir den Muth gegeben hat/ daß ich das Feuer verachee 3 b un lb. 4. cap. 15. vitæ. 198 Von der Form und nicht fuͤrchte/ der wird mir auch dieſe Beſtaͤndigkeit geben dass ohne Bandeund Nagel im Feuer unbeweglich ſtehen und bleben on Da er nun mitten in der Feuerflammen/ ſein Bekaͤntnis von ſa h mit lauter Stimm gethan/ und Gott gedancket/ daß er jhn uund 1 achtet/ den Todt umb Chriſti willen zu leiden darauff ſich das Fannt einander/ von dem Leibe deß alten heiligen Mannes gebreitet/ undſt nicht verletzet/ woruͤber ſich die Zuſc her und der Hencker uͤber alle M ſen ſehr entſetzen/ wie er endlich durch geſtochen iſt das Blut ſo ſianc 1 jhm gelauffen/ daß es auch das Feuer außgeleſchet/ wie dieſes weilluſ tig beym Eulebio zu leſen: Dieſts/ dieſes/ O Chriſtliche Hertzmſhann beſtaͤndige Glaube bey viel tauſend Martyrern zu wege gebracht daſß ſtandhafftig alle Marter/ Pein und Quaal verachtet. 4. Plena caritatis: Voller Liebe: Ob ſich zwar die rechte gin uñ eigentliche Geſtalt deß ſeligmachenden Glaubens/ in dem beſtaͤndign Vertrauen auff die Gnade Gottes in Chriſto Jeſu terminiretundſ Endſchafft erlanget ſo iſt derſelbe doch nicht bey den ſenigen ſoſhta ſerlich beweiſen konnen/ nicht ohne Wercke der Liebe und Barnſet keit/ wie an dieſem Hauptmann zu erſehen/ welcher ſeinen Glauben aucch an ſeinen Knechte beweiſet: Dann gleich wie die Sonneninme ohne Liecht; Alſo iſt der ſeligmachende Glaube/ in denen ſojſbeweſen koͤnnen/ nimmer ohne gute Wercke; Sondern ſie laſſen das Liechtſte Glaubenoleuchten/ daß die Menſchen jhre gute Wercke ſehen undel preyſen. Matth.. v. 6. Der Glaube iſt als ein guter Baum/ nimna ohne gute Fruͤchte. Matth. 7. v. 17. Sie ehren Gott damit/ daßſivi Fruͤchte bringen. Joh. 1 5. v. 8. Sie glauben nicht allein mit dem ha⸗ ten/ ſondern bekennen auch mit dem Munde. Rom. 10. v. 10. Eiiſ durch die Werckethaͤtig. Gal. 5. verſ. 6. Glaͤubige Hertzen/ ſindaffill min Fruͤchten der Gerechtigkeit/ ſo in ihm geſchehen durch Chnſtum u De ordin. der Ehre und Lobe Gottes. Pſal. 2. v. 11. Fides firma,& caritasplem fideles comites,& inſeparabiles lorores; ſagt Bernhard us. Das ſt Ein feſter Glaube/ und voͤllige Liebe/ ſeyn getreue Gefehrte und unzn eeu“*“ trennliche Schweſtern: Dieſes ſollen betrachten beydes/ die Gottsvangſ ſene Calumnianten/ ſo uns wollen beſchuldigen daß wir gute Wack verbieten/ oder wenig davon halten/ und denn auch die Maul⸗Chnſien ſo ſich glaͤubig zu ſeyn einbilden/ und ein boͤſes Lahen und Wanäiſ da eluanden — ch uichtdeydan ackede(ihemndn ſehen welcher euen ann glach dudenn MGlaude indewitnt Sondernſielaſſe ah för gutr Wate eiſtalseinguntan zie chrm— glauden nichlcben Munde. Ron 6. hneſ n. nfen ren: Der allergnaͤdigſte Gott/ erleuchte uns mit ſeinem heiligen Geiſt/ daß wir ein feſten und beſtaͤndigen Glauben haben moͤgen/ umb Jeſu Chriſt twillen/ Amen/ Amen. Dae wey unddreyſſe ſte Predig t. DE FIDEI SALVIEIC EOR TrNI MAXIMA. Von der allergroͤſſeſten Staͤrcke/ Krafft und Macht deß ſeligmachenden Glaubens, Marc.. V2Z. Alle Diu ſind muͤglich dem/ der da glaͤubet. 3 Er Apoſtel Paulus als ein geiſtlicher Kriegs⸗ 8 DObriſter/ ſpricht ſeinen Soldaten 1. Cor. 16. v. 13. alſo zu: Wachet/ ſtehet im Glauben/ ſeyd maͤnnlich und ſiarck: In dieſen Worten haben wir einen Chriſtlichen Rittersmann: . Yt vigilem: Daß er wachſam iſt; Wachet: Es iſt mit uns al⸗ ſo beſchaffen/ daß wir wol moͤgen mit David klagen und ſagen Ach HEr/ wie iſt unſer Feinde ſo viel/ und ſetzen ſich ſo viel wider uns. Pſ.3 v. 2. Gleich wie nun einer/ ſo maͤchtige Feinde hat/ nicht ſicher ſchlaͤfet/ ſondern gute Wachthaͤlt: Alſo muͤſſen wir anhalten am Gebet/ undin demſelben wachen. Col. 4. verſ. t. Wir muͤſſen nicht ſchlafen/ wie die an⸗ dern/ ſondern wachen und nuͤchtern ſeyn. 1. Theſſ. F. v.6. Wir muͤſſen nuͤchtern ſeyn und wachen/ weilen der Teuffel umb uns her gehet/ wie ein bruͤllender Loͤwe/ und ſuchet/ den er verſchlinge. 1. Pet.. v. 8. 2. Vt in fide ſtantem: Daß er im Glaubenſtehet: Wir muͤſ⸗ ſen nicht Kinder deß Unglaubens ſeyn/ daun in denſelben hat der Teuf⸗ fel ſein Werck. Eph. 2. v. 2. Sondern wir muͤſſen durch den Glauben: in der Gnade Gottes ſtehen. Rom. 5. v. 2. Stehen in der Lehr deß Evange⸗ lij. l. Cor. 15. verſ.r. Stehen/ umbguͤrtet an unſern Lenden mit Warheit. Eph. 6.v. 14. Odeß ſeligen Me enſchen der alſo ſtehet! 3. Vr virilem: Daß er Maͤnlich iſt; Wir muͤſſen nicht ſeyn/ wie die Weiber/ ſo ſich foͤrchten und erſchrecken. Eſa. 19. v. 16. Wir muͤſſen nicht zu Weibern/ das iſt/ verzagt werden. Jer. 0. v. 37. S Sondeen. wir muͤſſen Maͤnſ lich und freudig ſeyn in unſerm Gott. x. Th. fan 17 2 v. Don der allergroͤſſeſten Starct/ Kraff und Macht 109 4. Vt fortem; Daß er ſtarck iſt, Euſſerliche Staͤrcke tvil e hie nicht außrichten: Mit unſer Macht iſt nichts gethan/ wir ſind garbald en b ohren/ Es ſtreit r ui der rechte Mann/ den Gott ſelbſthatg ohren Fragſtuwer er iſt? Er heiſſet Jeſus Chriſt. Und der ſelbe kan auch unſer Seelen groſſe Krafft geben. Pi v. 3. Daß wir hertzhafft ſagen: Sihe Gott iſi mein Sal ich bin ſie und fuͤrchte mich nicht/ denn Golt iſt meine Staͤrcke. Eſa. 12. v. Ih gibt den Muͤden Krafft/ und Staͤrcke genug den Vnvermaͤgndn Eſa. 40. v. 29. Dieſes Wachen/ dieſes Stehen/ dieſe Maͤnnligken in Staͤrcke/ kompt nicht auß unſern eigenen Kraͤfften oder jenigerunt Wuͤrdigkeit/ ſondern auß dem edlen Glauben an die Gnade G Olnn Chriſto Jeſu/ und weilen denſelben die elenden Baͤpſiler nicht habennun ſich dazu verſtehen wollen/ muͤſſen ſie durch die Meers⸗Wogen ſhue Zweiffels ſich immer fort elendiglich treiben laſſen: Wir wollendie leſene Worte fuͤr uns nehmin/ und darauß beſehen Worin die uͤberauß groſſe Staͤrcke und gleichſam Anact deß ſeligmachenden Glaubens beſtehe. Der allergutigſte himliſche Vater/ wolle unſere Hertzen durch ſinen heiligen Geiſt erleuchten/ daß ein ſolcher Glaube bey uns wagt angezuͤndet/ vermehret/ und wir beſtaͤndig dabey erhaltenwaiden umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Was/ O Chriſtliche Hertzen/ die unuͤberwindliche Stirckeun gleichſam Almacht deß ſeligmachenden Glaubens belangen/ dodurchde Glaͤubigen alle Ding muͤglich/ ſo beſtehet dieſelbe: I. Inactu voluntario: In einer freywilligen Wirckung. Wir werden von Gott nicht zum Glauben gezwungen/ Wie Sim von Kyrene gezwungen ward/ dem HErin Chrifto ſein Creuß nach tragen. Matth. 27. v. 32, Sondern Gott wilein uiüigs Boſeße —— 200 Von der allergroͤſſeſten Starcke/ Krafft und Mach 3 8 t ———— deß ſeligmachenden Glaubens. 20t Pſ.110.v.z. Er haͤlt ſederman den Glauben fuͤr. Act. 17. v. zt Das iſt/ die Mittel zum Glauben/ ſein heiliges Wort und hochwuͤrdige Sacramen⸗ ee/ wie am groſſen Pfingſtage zu erſehen/ da die jenige glaubig worden/ ſo Gottes Wort annahmen und ſich tauffen lieſſen. Ack.2 v. 4. Alſo fiel der heilige Geiſt/ auff die ſo dem Worte Gottes zuhoͤreten/ und worden alſo glaubig. Act. 10. verſ. 44. Dadie Heyden Gottes Wort hoͤreten/ wurden ſie glaubig. Act. z3. verſ. 48. Wie Lydia Gottes Wort andaͤch⸗ tig anhoͤrete/ da thaͤt 3 der HErr das Hertze auff. Act. 16. verſ. 14. Laſſet uns dieſes/ O Chrifillche Hertzen/ fleiſſig in acht nehmen/ gegendie Baͤpſtler/ welcher Mittel iſt/ die elenden Leute zu ſhrer Retugioninn Ge⸗ walt zu zwingen: Fides ſuadenda, non imponen Wort) aber niemand aufflegen. Laſſet uns dieſes behalten gegen die/ ſo Gottes Wort nicht mit Andacht anhoͤren/ dann dieſelbe/ weilen ſie keinen Nußzen davon haben/ koͤnnen deſſen zu Staͤrckung jhres Glaubens nicht gebrauchen: Gleichwie ein Soldat ohne Wehr und Waffen/ ſich muß gefangen geben: Alſo im geiſtlichen Glaubens Streit ein Chriſi/ ſo ohne Wiſſenſchafft Gottes Wortes gefunden wird. b II. Inactuapprehenſivo; In vertraulicher Ergreiffung: Verſtehe/ der Gnaden Gottes/ in dem theuren Verdienſt Chriſti uns verheiſſen: Wieviel Chriſtum ergreiffen und annehmen denen gibt er Macht Goites Kinder zu werden/ die an ſeinen Namen glauben. Joh. 1. verſ. 2. Wir empfahen Vergebung der Suͤnden/ und das Erbe ſampt denen/ die geheiliget werden/ durch den Glauben an C Hriſtum. Act.26. v. 18. Der iſt uns von Gott vorgeſtellet zu einem Gnaden⸗Stuel/ durch den Glauben in ſeinem Blut. Rom. z. verſ. 25. Wir empfahen durch den Glauben/ die Fuͤlle der Gnaden/ und der Gabe zur Gerechtigkeit. Rom. 5. verſ. 17. Welche die Gerechtigkeit iſt/ die auß dem Glauben komt. Rom. 9. verſ 30. Das iſt/ die von Gott dem Glauben wird zugerechnet. Phil. 3. verſ. 9. Da ergreiffen und begreiffen wir/ welches da ſey die Breite und die Laͤnge/ die Tieffe und die Hoͤhe/ der Gnaden G OT TESin Chri⸗ ſto Jeſu. Eph. 3. verſ 18. Wir nehmen an den HERRN JIESVM. Col. 2. verſ. 6. Gleichwie Jacob/ den Sohn Gottes ergriffen feſte gehal⸗ ten und geſagt: Ich laſſe dich nicht/ du ſegneſt mich dann. Gen. 32. v. 26. Gleichwie David/ ſeine Schleuder genommen/ und einen Stein in deß Goliaths Stirn damit getrieben. 1„Sam, 7 v. s. Gleichwie Simſon Cc 2. mit nda, ſagt Bernhardus: Serm. 66. Das iſt/ zum Glauben ſol man einen bereden verſtehe auß GO. TTes ſup. Cant. 202 Von der allergroͤſſeſten Staͤrcke/ Krafft und Rat mit einem faulen Eſels Kinnhacken tauſend Philiſter erſchlag. En 15. v.. Alſo kan ein Chriſilicher Ritters Mann nicht allein den Sij Goites/ mit allen ſeinen Wolthaten feſt halten/ ſondern auch den Ta dere fel ſeine Stirn ſuchen/ und mit alle ſeinem Anhang zu Bodem ſchlagn 9 8 Laſſet uns/ OChri ſuch hean alhſe Augen/ Ohren und unſern ahn 10 ſtand auffſperren/ wir muͤſſen Gottes Wort nicht allein hoͤren oden t 3 ſondern daß wir auß und in demſelben die Gnade Gottes in Chriſto 3 da ergreiffen; Wir muͤſſen ergreiffen/ daß wir von Jeſu Chnſſtoagiſſ in werden Philz.v 2. Sokoͤnnen wir ſagen: HEn/ wannich nunt habe/ ſo frag ich nicht nach Himmel und Erden/ und wann muͦ gah a Leib und Seel verſchmachtet/ ſo biſtu doch meines Hertzen Troſiund be mein Theil. Pſ. 23.v. 5. Das iſt warlich eine groſſe Krafft und Maht deß ſeligmachenden Glaubens. 4 3 III. In actu appropriativo, In kraͤfftiger Zueignung Win 2 der Glaube die Gnade Gottes in Chriſto Jeſu ergriffen/ ſo witd eineun 6 außſprechllehe Liebe gegen Gott und ſeinen Sohn Jeſum Chnſtum i 1 deß Glaubigen Hertz entuͤndet/ daß wir Gott und ſeinen Sohn Jeſun fe Chriſtum/ mit feſtem Glauben nicht allein ergreiffen/ ſondern auchunſe c Perſon zueignen/ ſagen mit Hiob: Ich weiß/ daß mein Erlöſerlbt. 6 Hiob. r9. verſ. 25. Mit Thoma; Mein HEr!/ und mein Gott dohao. ſſ v. 28. Mit Paulo: Ich bin gewiß/ daß weder Tod/ noch Leben/ weder nn Engel/ noch Fuͤrſtenthum/ noch Gewalt/ weder gegenwaͤrtggesnoch zukuͤnfftiges/ weder hohes/ noch tieffes/ mag michſcheiden/ vonder i be Gottes/ die in Chriſto Jeſu iſt meinem HErꝛn. Rom. 3. verſ.38. e d Chriſtus hat mich geliebet/ und ſich ſelbſt fuͤr mich dahin gegeben.l 2. v. 20. Da ſpricht ein glaͤubiges Hertz zu ſeinem himliſchen Braͤngxg d gam Jeſu Chriſto: b b Nim mich/ freundlich/ in dein Arme/ daß ich warmt/ Werd von Gnaden/ auffdein Worr kom ich geladen. Dann weilen das gewiſlich war/ daß Jeſus Chriſtus in die Welttn. men/ die Suͤnder ſelig zu machen 1. Tim. 1.v. 1. Welche Rede einal⸗ gemeiner Vorſatz/ alle ſuͤndliche Menſchen angehend; So ſetzetbillc ein jeglicher armer Suͤnder/ den Nachſatz/ und ſpricht: Ich bin eng⸗ mer Suͤnder; Darauff die Schluß⸗ Redefolget: Derowegen iſt Ehn⸗ ſtus indie Welt gekommen/ auch mich oder meine Perſon ſlg zuna — — — —ͤEͤͤͤ1 Ich vaß daßnnit 4En undnar a aß weder Tohnan walt/ wedergrerun »magmichſchhnde nan. Enn. Aun bſt für michder u rn zu ſcinem au Arme/daßüre. ein Worrtwnol Jeſus Orſtenden Lin.Lv. Büth d eic b nſchen uafa dſas/ n ſcn Me Nadefolgt Slhe 1 d daun prinſ b 1 Deue deß ſeligmachenden Glaubens. 20z chen: Dieſes iſt ſo gewißlich wahr/ daß der Cardinal Bellarminus ſel⸗ ber/ dieſes beſietiget und ſchreibet: Quemadmodum fide Catholica lib. i. de credo, Chriſtum mortuum eſſe pro omnibus ita eadem fide credo, ju mortuum eſſe pro me, qui ſum unus ex omnibus: Das iſt/ Gleich wie 5· Deniq; ich vermoͤge deß Catholiſchen Glaubens/ glaͤube/ daß Chriſtus fuͤr alle Menſchen geſtorben ſey; Alſo glaͤube ich/ Krafft deſſelben Glaubens/ daß er auch fuͤr mich geſtorben/ weilen ich einer auß den allen ſey/ fuͤr welche er geſtorben iſt. O wie eine groſſe Krafft/ nicht allein deß Ver⸗ dienſtes Chriſti/ ſondern auch der gottlichen Warheit In dieſer Zueig⸗ nung ſtehet ein Glaͤubiger feſt/ iſt maͤnnlich und ſtarck gegen die Viel⸗ heit ſeiner Suͤnden/ gegen den Zorn Gottes/ gegen den Fluch deß Geſe⸗ tzes/ gegen die Macht deß Teuffels/ Todes und Verdamnuͤß: Wie Frau Sabinen Awerin eine vornehme Frau in Bayern auff jhrem Tod⸗Bette gelegen/ und ezliche ſie getroͤſtet/ mit unſer lieben Frauen blauen Mantel/ darunter ſie Schutz haben koͤnte/ etzliche mit jhren All⸗ mofen/ ſo ſie reichlich gegeben/ de Geiſtlichen/ mit jhren Meſſen/ Opf⸗ fern und Vorbitt der. Heiligen/ hat ſie zu Matheſio, ſo jhrer Kinder Præ- ceptor geweſen/ geſagt: Johannes/ ſagt mir etwas von unſerm HErꝛn vom Ge⸗ Chriſto/ der allein mein Vorbitter/ Mittler/ Verſuͤhner und Heiland wiſſen. iſt; Und wie ſie von Chriſti Leiden und Opffer unterrichtet/ iſt ſie ſanfft conc. 13. und ſelig eingeſchlafen: Da kan ein Glaͤubiger in ſeiner geiſtlichen Rit⸗ terſchafft mit David ſagen: Mit dir kan ich Krieges⸗Volck zuſchmeiſ⸗ ſen/ und mit meinem Gott uͤber die Mauren ſpringen. Pſal. 18. v. 30. O der groſſen Macht deß Glaubens IV. Inactu violento; In gewaltſamer Wirckung:Da leidet das Himmelreich Gewalt/ und die Gewalt thun reiſſen es zu ſich/ wie Chriſtus redet. Matth. 11. verſ. 12. Oder/ wie es Lucas außredet: Das Reich Gottes/ widd durchs Evangelium geprediget/ und jederman dringet mit Gewalt hienein. Luc. 16. v. 16. Dieſe iſt keine euſerliche oder ungerechte Gewalt/ ſondern eine ſolche ſo Gott lieb und ſehr angenehme iſt/ da ein frommes Hertz auß dem Gehoͤr oder Leſen Gottes Wortes/ einen ſolchen Schmack der goͤttlichen Liebe und Gnade in Chriſto Je⸗ ſu empfunden/ daß er das Evangelium mit groſſem/ hertzlichem und be⸗ ſtaͤndigem Eier annimpt/ und zu dem Gnaden⸗Schutz Gottes hinzu⸗ dringet/ als einer der eine Stad mit Gewalt angreiffet und kinninuder b Cc z Oas das Griechiſche Woͤrtlein guda Uder 3122o, eiſſet Vim affero, ich t Gewalt: Solche Gewalt wird durch den 204 Von der allergroͤſeſten Staͤrcke/ Krafft und ghat Wittibe den Richter mit ihrem Bitten und Anhalten/ gleichſam mutz walt gezwungen/ daß er ſie erhoͤren/ und jhr helffen muͤſſen.(Luc. s,94 ſeqq. Alſo ergreiffen glaͤubige Hertzen/ die Verheiſſung der Gia Gottes in Chriſio Jeſu/ halten jhm dieſelbe in aller Angſt und Nah anzuruffen/ und verheiſſen du wolleſt erhoͤren/ wolan ſo hab ih aun das Hertz dich deiner Zuſage zu erinnern/ und darauff deine Huͤlffe fodern: Das heiſſet das Himmelreich/ und in demſelben die Guan Gottes in Chriſto Jeſu/ zu ſich reiſſen: Gleich wie Loth die Engeln Gewalt genoͤhtigt/ daß ſie zu jhm hienein gekommen. Gen. 19.vz. Mi Jacob den Eſau genoͤhtigt/ daß er Geſchencke von jhm genomna. Gen. 33. v. 11. Und jener Schwaͤher ſeinen Eidam/ daß er uͤber Nuſe In apolo- Pet. c.33. angenehm. Das iſt/ O Chriſtliche Hertzen/ deß ſeligmachenden Glu⸗ bens Krafft und Macht/ daß er Gott zur Gnad und Erbarmen inhn ſto Jeſu gleichſam zwinget/ wie das Cananeiſche Weiblein mit ſhten Jacob von allen Kraͤfften mit Gott gekaͤmpffet. Hoſe. 12. verſ.3. All muß unſer Glaube in Creutz und Anfechtungen mit Gott kaͤmpffe und muͤſſen darnach ringen/ daß wir durch die enge Pforte eingehn Luc. 13. v. 24. V. In actu unitivo: In einer ſonderlichen Vereinigung Wann der ſcligmachende Glaube die Gnade Gottes in Chriſto Ji williglich ergrieffen/ alle derſelben mitbeſchriebene Wolthaten ſichzu⸗ gerignet/ und mit Gewalt zu ſich geriſſen; So folget darauff 5 8 b valt wird lauben der Gnade Goln in dem Verdienſt Chriſti zugefuͤget/ an dem dieſelbe gleichſammae walt/ die Glaͤubige auß Gottes Wort zu ſich reiſſen: Gleich wie fͤr/ zwingen und dringen jhn gleichſam/ ſie zu erhoͤren: Da ſpricht De vid: Mein Hertz haͤlt dir fuͤr dein Wort: Ihr ſolt mein Antlit ſuchn (Ruffe mich an in der Noth. Pſ. 50. v. 15.) Darumb ſuche ich auchdn Antlitz. Pſal. 27. verſ.s. Als wolte er ſagen: HErn kanſt du befehlendih bleiben ſolte. Judic. 19. v. 7. Die Egyptier die Iſraeliten gedrungndiß ſie es eilend auß dem Lande getrieben. Exod. 12. v. 33. Da heiſſettswa⸗ lich/ wie Terrullianus vom eiverigen Gebete/ vieler frommen hagn ſaget: Hæc vis grata Deo: Das iſt; Solche Gewalt iſt Gottliebund Glauben/ Chriſtum zu gnaͤdiger Huͤlffe. Matth. 15. v. 22. Gleichwie —y — erdie Iraabtmen od. v.3z. Duitt cdete/ viclefran dideGediet en deßſchgrtenan Gnd unarn deß ſellgmachenden Glaubende. 20) gnaͤdigſte Vereinigung mit Chriſto/ jamit der gantzen heiligen Drey⸗ einigkeit/ daß dieſelbe zuuns kompt/ und eine Wohnung bey uns ma⸗ chet. Joh. 14. v. 23. Da haͤlt der Glaube feſte an den goͤttlichen Verheiſ⸗ ſungen. Rom. 4. v. 16. Glaͤubet feſte/ wo ſeine Suͤnde maͤchtig worden/ da ſey die Gnade Gottes noch viel maͤchtiger. Rom.. v. 20. Da wohnet Chriſtus durch den Glauben in unſerm Hertzen. Eph. 3. v. 17. Und fol⸗ get eine ſolche unaußſprechliche/ unbegreiffliche und unergruͤndliche Vereinigung der Glaͤubigen mit Chriſto/ daß er außtrucklich ſpricht: Ihr in mir/ und ich in euch. Joh. 14. v. 20. Und ergreiffen die Glaͤubi⸗ gen in Chriſto das ewige Leben. 1 Tim. 6. v. 12. Laut Chriſti Verheiſ⸗ ſung: Vater ich wil/ daß wo ich bin/ auch diejenige ſeyn/ die du mir ge⸗ geben haſt/ auff daß ſie ſehen meine Herꝛligkeit die du mir gegeben haſt. Joh. 17. v. 24. Zu welcher Vereinigung uns wolle verhelffen/ Gott der Vater/ durch die Gnade deß heiligen Geiſtes/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. — ——— Die drey und dreyſſigſte Predigt. DE FIDEI EFFECTO PRIMO, QVYOD Jus TIEICATIOO. Von der erſten Wirckung deß Glaubens/ welche iſt die Gerechtfertigung fuͤr Sott. b KRom.z.y.28.“ So halten wir es nun/ daß der Renſch ge⸗ recht werde/ ohne deß Geſetzes Verck/ al⸗ lein durch den Glauben. . Sſpricht der Sohn Gottes Matt.⸗ v. 7. Daß M dein guter Baum gute Fruͤchte bringe: Mit einem ſolchen o guten Baum kan der ſeligmachende Glaube ſehr wol ver⸗ glichen werden/ und zwar: b 1. Ratione radicis: Wegen ſeiner Wurtzel: Ein guter Baum hat 205 Von der erſten Wirckung deß Glaubens/ eine gute und geſunde Wurtzel: Deß ſeligmachenden Glauben tzel iſt das Erkaͤntnis Gottes und ſeines Willens/ auß ſeinem alletha ſten Worte: Dann Gott recht erkennen/ iſt eine Wurtzel deß ewian Lebens. Sap 15 v. 3. Das iſt das ewige Leben/ daß ſie dich Dalte du allein wahrer Gott biſt/ und den du geſand haſi/ Jeſum Chriſun kennen. Joh. 17. v.z. Dann wie ſollen wir an den Glauben/ vont⸗ chẽ wir nicht gehoͤret haben. Rom. 10. v. 4. Da ſind wu durch den Gla Da 5 bn in Chriſto eingewurtzelt Col.2. v... 5 2. Ratione roboris; Wegen ſeiner Staͤrcke: Ein gutet Baun 4 Dal iſt ſtarck gegruͤndet und laͤſſet ſich nicht durch den Wind auß der Et ge reiſſen: Glaͤubige Hertzen ſind keme Rohr/ ſo der Wind hin und han⸗ w bet. Matth. 11. v. 7. Sie laſſen ſich nicht wegen und wiegin von aleg Wind der Lehre. Eph. 4. verſ. 4. Son dern ſind ſtarck in dem n d Eph 6. v. 10. Sie werden von Gott vollbereitet geſtaͤrcket kraͤffngaun f gruͤndet. 1. Pet.. v. 10. n 3. Katione extenſionis: Wegen ſeiner Außbreitung En ſu guter Baum breitet ſeine Aeſte weit auß; Alſo auch der ſeligmachen er Glaube/ der laͤſſet ſein Liecht leuchten/ daß die Menſchen ſaꝛn gubt Wercke ſehen. Matth.. v. 16. Da wird der Roͤmer Glaube inalle Aet 1 gepreiſet. Rom. 1. v. 8. Da zeigen wir unſern Glauben mit unſan Wa⸗ 6 cken. Jac. 2. v. 8. 6 4. KRatione fructificationis: Wegen ſeiner Fruchtbringung: f Ein guter Baum bringet gute Fruͤchte: Alſo werden bey glaͤudign f Hertzen rechtſchaffene Fruͤchte der Buſſe gefunden. Matth.z vaſſ Fruͤchte des Geiſtes/ als da ſeyn/ Liebe Freude/ Friede/ Gedult Frandd i lichkeit/ Guͤtigkeit/ Sanfftmuth und Keuſchheit. Gal.. v. 2. Wal 4 auch werden Fruͤchte der Gerechtigkeit genand. Phil. 1. v. 1I. Duſcal zuſammen kommen auß wahrem Glauben/ ohne welchen Gottnchs kan gefallen. Heb. r. v. 6. Weilen wir nun ein zeitlang von den Eiza⸗ V ſchafften deß ſeligmachenden Glaubens gehandelt/ wollen wir nunſen weachi und Wuckung beſchauen und auß v erleſe nen Worten an ſehen/ Wie unſer Gerechtfertigung fuͤr Gott/ alleinauß wahrem Glauben herruͤhre. b 99 gen ſeiner Aude uß. Alſourddaſa. n daß du Maſre da Nöma Glauui nſan Glauaure dee: Alſo vahegit uſſe gefunda lan. Der allerguͤtigſte Gott gebe uns ſeine Gnade/ daß wirs alſo anhoͤren welche iſt die Gerechtfertigungfuͤr Gott. 207 und betrachten/ daß wir Gerechtigkeit und Stligkeit/ durch wah⸗ ren Glauben erlangen umb Jeſu Chriſti willen Amen. b Wir haben bey verleſenen Worten in obacht zunehmen: I. Afſertionis Paulinæ firmitudinem; Die Beſtaͤtigung der Rede deß Pauli: Er ſpricht So halten wir es nun: Im Grie⸗ chiſchen ſtehet„eieede Welches ſo viel beiſet: Wann wir dae eine gegen das ander legen/ und alles wol und reifflich betrachten/ ſo ſehlieſſen wir feſtiglich: Derowegen ſo ſiehet Paulus mit dieſen Worten/ 1. Adantecedenria: Auff das Vorgehende: Es waren die Juden in der falſchen Meinung/ daß ſie durch jore Wercke muͤſten fuͤr Gott gerecht werden: Sie haben die Gerechtigkeit ſo fuͤr Gott gilt/ nicht auß dem Glauben/ ſondern als auß den Wercken deß Geſetzes ge⸗ ſucht. Rom. 9. v. 2. Sie haben die Gerechtigkeit/ ſo fuͤr Gott gilt nicht erkand/ ſondern haben getrachtet/ jihre eigene Gerechtigkeit auffzurich⸗ ten. Rom. 10. v.3. Dagegen hat Paulus in vorhergehenden Worten ge⸗ ſagt/ daß der Ruhm unſer Gerechtigkeit/ ſo fuͤr Gott gilt/ durch deß Glaubens Geſetz gantz auß ſey. Rom. 3. v. 27. Das iſt/ weilen an unſer Seiten/ der ſeligmachende Glaube allein das Mittel ſey/ dadurch wir fuͤr Gott gerecht werden/ ſo ſey der Ruhm unſer eigenen Gerechtigkeit fuͤr Gott gantz nichts. Dann/ Iſt Abraham durch die Wercke gerecht/ ſo hat er wol Ruhm/ aber nicht fuͤr Gott? Rom. 4. v. 2. Dann einer kan wegen ſeines gerechten Lebens zwar Ruhm haben fuͤr den Menſchen/ aber nicht fuͤr Gott/ weilen wir unſere V ercke Gott ſchuldig/ ſie auch von Gott ſelber herkommen/ und eine groſſe Invollk ommenheit bey den⸗ ſelben geſfundenwirrdrdrdr. 2. Adconſequentia: Auff das Nachfolgende: Damit anzei⸗ gend/ daß die folgende Worte/ und deren Meinung/ nicht zweiffelhafft/ nicht vermeintlich/ ſondern gantz und gar gewiß und ohnfehlbar ſeyn: Gleich wie er ſolche Gewißheit auch ſetzet. Rom 8 v. z8.z2. Tim. 1. v.12. Darum wir feſte uͤber dieſer Meinung halten ſollen. II. Juſtiticationem Die Gerechtfertigung: Daß der Menſch gerecht werde: Gerecht werden heiſſen Allbie mia einem eine gertche⸗ Aua⸗ 208 Von der erſten Wirckung deß Glaubens Qualitaͤt und Eigenſchafft eingieſſen/ wie die Baͤpſiler woll Dame ſolchem Verſtande iſt ſolches Wort /in heiliger Schriff nicht zufinde ſondern ſie beſtehet in Vergebung der Suͤndem und Zurechnung dag rechtigkeit Chriſti/ vermittels wahrem Glauben: Vnd dieſes beweſe 1. Juſtiticationis explicatio: Die Erklaͤrung dieſer Gettc fertigung: Dann dieſelbe wird erklaͤret/ theils per actum privatiun Daß uns etwas genommen werde: Daß unſer Vbertretung ban ben/ die Suͤnde bedecket/ und die Miſſethat uns nicht zugerechnelwa Pſ.3 2. v. 2. Rom 4. v. 7. Gott hat uns Chriſtum vorgeſtellet uennn Gnadenſtuel/ durch den Glauben in ſeinem Blut/ damit er die Gench tigkeit/ die fuͤr jhm gilt/ darbiete/ in dem daß er die Suͤnde vergibtRon. 3.v. 25. Da erlangen Vergebung der Suͤnden/ alle die an CHriſßm glauben. Act. 10. v. 43. Theils auch peractum poſitivum; Daß etwas gegeben werde: Wann die Suͤnde alſo weggenommen undn geben/ ſo machet uns CHriſtus der gerechte Knecht/ durch ſein Enan nuͤß gerecht Eſa. 53. v. u. Der iſt uns von Gott gemacht zur Gerech Feit.. Cor. 1. v.30. Wir werden in ſhm die Gerechtigkeit ſo fuͤr Goug 2. Cor. 5.v. 21. Da iſt keine geiſtliche intuſio oder Eingieſſung engo⸗ rechtigkeit zu finden. 2. luſtitiæj uſtificantis conditio: Die Beſchaffenheit dero⸗ rechtigkeit/ dadurch wir für Gott gerecht werden: Dieſegbehaſch bet Paulus alſo; Er begehret( fuͤr Gottes Gericht) nicht zu haben/ ſen Gerechtigkeit/ die auß dem Geſetze komt/ ſondern die Gerechtigteit ſo auß dem Glauben komt/ das iſt/ die Gerechtigkeit/ ſo von GDlidn Glauben wird zugerechnet. Phil.3 v.o. Das iſt die Gerechtigkat/diein Evangelio offenbahret wird. Rom..v.*. Vnd zwar ohne Zuthundß Geſetzes. Rom. z. v. 21. Vnd kommet durch den Glauben an Jeſumeh ſium. ib. v. 22. Fide ſalvari eum, qui opera non habeat, nihil fortalt fuerit inconveniens: Eum verò, qui recte factis conſpicuum ſefecc- Serm. 8. in rit, non exipſis, ſed ex fide juſtum fieri, hoc ſcilicet admitabilechh Cap.. ad Kom. & quod maximè fidei potentiam manifeſtat; Sagt Chryloſtomus Das iſt; Daß derſelde durch den Glauben ſelig werde/ der keine Wat hat/ das reimet ſich nicht uͤbel: Daß aber der jenige der ſich mitgun Wenken her fuͤr gethan/ nicht auß denſelben/ onern auß dem Slaubenge Macht deß Glaubens. b 4 3 Pobl- welcheiſt die Gerechtfertigung fuͤr Gott. 202 b 3. Publicani juſtificatio Die Gerrchtfertigung deß Zoͤll⸗ ners: Bey demſelben waren keine verdienſtliche gute Wercke zu finden/ Chriſtus aber ſpricht: Er ſey gerecht auß dem Tempel gangen/ fuͤr dem Werck ruͤhmenden Phariſcer. Luc. 18. v. 4. III. Juſtiicationis deſcriprionem; Die Beſchreibung der Gerechtfertigung lind zwarx 3 1. Negativam: Was uns nicht gerecht mache: Ohne die Wer⸗ cke deß Geſetzes Das iſt/ alſo/ daß auß dem Articul von unſer Gerecht⸗ fertigung fuͤr Gott/ die Wercke deß Geſetzes gantz außgeſchloſſen wer⸗ den Und ſolches beweiſet: a. Oppoſitio: Der Gegenſatz: Verſtehe/ deß Geſetzes und Ev⸗ angelii: Dann wir werden ohne Verdienſt gerecht/ auß Gottes Gnade/ durch die Erloͤſung Jeſu Chriſti. Rom. 3. verſ. 24. Dem/ der nicht mit Wercken umbgehet/ glaͤubet aber an den/ der die Gottloſen gerecht ma⸗ chet/ dem wird ſein Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet. Rom. 4. v. 7. Wir werden gerecht durch den Glauben an Chriſtum/ und nicht durch deß Geſetzes Werck. Gal. 2. v. 16. Und ſolches kompt daher/ daß unſer Gerechtigkeit fuͤr Gott iſt/ wie ein unflaͤtig Kleid. Eſa. 64. v. 6. Juſtitia lib. 5 mo⸗ noſtra, ad Examen juſtitiæ divinæ deducta, injuſtitia eſt, ſagt Grego- ral. cap. 8. rius: Das iſt: Unſer Gerechtigkeit/ wann ſie nach Beſchaffenheit der goͤttlichen Gerechtigkeit erforſchet wird/ iſt ſieein Vngerechtigkeit. 8. Legis operatio: Die Wirekung deß Geſetzes Das Geſe⸗ tze/ verſtopffet aller Menſchen Mund/ und macher daß alle Welt Gott ſchuldig ſey. Rom. 3. v. 9. Es richtet nur Zorn an. Rom. 4. v. 15. Die mit deß Geſetzes Wercke umbgehen/ ſind unter dem Fluch. Gal. 3. v. 10. Gleich wie Eliſæi Diener/ mit ſeinem Stabe bey dem todten Knaben der Sunamitin nichts kunte außrichten/ er muſte ſelber kommen/ und das beſte bey jhmthun. 2. Reg. 4. v. 31. leqq. Alſo wolte es Moſes Chri⸗ ſti Diener/ mit ſeinem Geſetz⸗Stabe nicht außmachen/ Chriſtus der rechte Eliſa oder Gottes Heil/ muſte uns auß dem geiſtlichen Suͤnden⸗ Tode helffen. v. Meriti Chriſti annihilario Die Vernichtung deß Verdien⸗ ſtes Chriſti: Dann ſo durchs Geſetz die Gerechtigkeit kommet/ ſo iſt Chriſtus vergeblich geſtorben. Gal. 2. v. 21. Diejenige ſo durchs Geſetze gerecht werden wollen/ die haben Chriſtum verlohren/ und ſind auß der Gnade gefallen. Gal. 5. verſ. 4. Vnd darham achtet Paulus au dA 2 — De ſpirit. & lit. c. 13. Tom enenſ. 2106 Von der erſten Wirckung deß Glaubens fuͤr Schaden und Dreck/ was jhm auß dem Geſetz moͤgte zu gütekeg men/ auff daß er Chriſtum mit ſeinem Verdienſt gewinne undinden ſelben moͤge gefunden werden. Phil 3. v. d. leq. Darumb iſt auß demG ſetze keine Gerechtigkeit/ ſo fuͤr Gott gilt/ uns zu erlangen/ ſondennen operum lex, minando imperat; Hoc fidei lex credendo impeta wie Auguſtinus ſehr fein redet: Das iſt; Was das Geſetze der ahan mit Draͤuen beſiehlet: Das erlanget das Geſetz deß Glaubens Glauben. 2. Affirmativam; Was uns gerecht mache. Allein du den Glauben; Alhie ruffen die Baͤpſiler mit vollem Halſſe/ derhe Lutherus habe die Bibel verfaͤlſchee/ und das Woͤrtlein Allein/ hita geſetzet: Aber der Herr Lutherus hat jhnen ſelbſt ſchon geantwortu ſchreibet: Wahr iſts/ die vier Buchſiaben/ ſola, ſiehen nicht darinne welche Buchſtaben die Eſelskoͤpffe anſehen/ wie die Kuͤheein neuTi Sehen aber nicht/ daß gleichwoldie Meinung der Terxtin ſich hali wo man es wil klar und gewaltiglich verkeutſchen/ ſo gehoͤrets un Dann ich habe Teutſch/ nit Lateiniſch/ noch Griechiſch reden wollin ich Teutſch zu reden/ im Oollmetſchen fuͤrgenommen hatte Dasſſtht fol.(mihi) die Art unſer Teutſchen Sprach/ wann ſich eine Rede begibt /von n 141, b. Dingen deren man eines bekennet/ und das ander verneinet/ ſo gebtau man das Woͤrtlein ſolum, allein/ neben dem Wort /nicht oder lein wann man ſagt/ der Bauer bringt allein Korn/ und kein Geld: lter; Ich habe warlich jetzt nicht Geld/ ſondern allein Korn: Ich habeallen geſſen/ und noch nicht getrunckenꝛc. Und was dergleichen unzahli Weiſe in taͤglichem Gebrauch. So ferne Lutherus. Ach du gettuna Gott Haben doch ſo viele alte Kirchen⸗Lehrer eben dieſe Rede/ lolalil juſtificamur, wir werden allein durch den Glauben gerecht/ gebrauthel wie den gelahrten Baͤpſtlern ſowohl bekant/ als daß ſie fuͤnff Finge V der Hand haben/ und hat ſich niemand unter Ihnen/ demſſelben widene bet? Oder ſie der Verfaͤlſchung der Schrifft beſchuldiget? Es iſ auh denſelben bekant/ wie daß dieſe Worte/ eben an dieſem Ort in Teulſche Bibeln/ ſo fuͤr Luther Zeitten gedruckt/ gefunden werden: Uind ſd Sch an ſhr ſelber helle und kiar: Dann der Glaube machet alin 11 ol- Nanungde Truſit varteuſſchen ſgit Hroch Grechſchter furgenommaſettai u ſicheineNaeaten d nda unteiu zendem Wettuta ein Korn undblr dern allein Ken ü „Und pas dt fen luthan he N. cra thendi R en Glaumpüftt kant/ aisdiſt dunter ſonn ae chriff deſchan welches iſt die Gerechtfertigung fuͤr Sott. 2u 1. Solitudine remotiva; Durch eine abweiſende Alleinigkeit: Dann unſer Seeiten wil der Glaube/ in der Rechtfertigung eines armen Suͤnders fuͤr Gott/ nichts bey ſich leiden/ daß das allergeringſte bey dem Menſchen ſolte gefunden werden/ das in dieſem Articul von der Rechtfertigung/ ſolle bey jhm ſtehen. Darumb achtet Paulus alles fuͤr Schaden und Dreck/ daß er nicht habe ſeine Gerechtigkeit/ die auß dem Geſetze kompt/ ſondern ruͤhmet allein den Glauben an Jeſum Chri⸗ ſtum. Phil. 3. v.s. leg. Und ſpricht derſelbe außtrucklich/ daß der Menſch durch deß Geſetzes Wercke nicht gerecht werde/ ſondern durch den Glau⸗ ben an Jeſum Chriſt. Gal. 2. verſ. 16. Da deß Geſetzes Wercke werden gantz bey ſeit geſetzet/ und dem Glauben allein in unſer Rechtfertigung der Plat gelaſſen. 2. Solitudine effectiva: Durch eine wirekende Alleinigkeit: An unſer Seiten wircket der Glaube allein die Rechtferngung: Dann es iſt ein anders der Glaube welcher gerecht machet/ und ein anders/ durch welches er gerecht machet: Der Glaube welcher gerecht machet/ iſt nimmer ohne gute Wercke/ oder einer Bewegung zum Guten: Dann bey denen/ ſo jhn mit Wercken beweiſen koͤnnen/ iſter immer durch die Liebethaͤtig. Gal..v. 6. Und eben ſo wenigals die Sonne kan ſtille ſte⸗ hen/ oder nicht ſcheinen: Eben ſo wenig kan der ſeligmachende Glaube/ entweder ohne gute Bewegung deß Gemuͤthes/ oder nach dem der Glaͤu⸗ biger iſt/ ohne gute Wercke ſeyn: Aber dadurch der Glaube gerecht ma⸗ chet/ ſind keine gute Bewegung oder Wercke/ ſondern eintzig und allein die feſte Ergreiffung der Gnaden Gottes in Chriſto Jeſtſu. 3. Solitudine continua; Durch eine beſtaͤndige Alleinigkeit: Der Glaube machet nicht allein den Anfang/ ſondern auch Mittel und Ende/ in dem/ daß wir nicht allein durch den Glauben gerecht/ ſondern auch allein(an unſer Seiten) ſelig werden: Dann wer an Chriſtum glaͤubet(beſtaͤndig) ſoll nicht verlohren werden/ ſondern das ewige Leben haben. Joh. 3. v. 6. Auß Gnaden werden wir ſelig/ durch den Glauben/ und daſſelbe nicht auß uns/ Gottes Gabe iſt es/ nicht auß den Wercken/ auff daß ſich niemand růhme. Eph. 2.v.ͤ. Wir werden durch den Glau⸗ ben bewahret zur Seligkeit. x. Pet. 1. v. 9. Derowegen So naacht allein der Glaube gerecht/ Die Wercke ſind deß Nechſten Knech/ Dd Dabev 212 Von der andern Wirckung deß Glaubens⸗ DOaaaben wir den Glauben mercken. 3 In welchem uns der barmherbige Gott/ durch die Gnade deßh ligen Seiſtes wolle erhalten umb Jeſu Chriſti willen Amen/Amrn Die vier und dreyſſigſte Predigt. DE FIDEI EFEFEECTO SECVNDO, OD PEOCAIO KUM REMISSIO. Von der andern Wirckung deß Glaubens/ welcheiſi Vergebung der Suͤnden. Act. 13. v. 8. leq. So ſey es nun euch kund/ daß euch verkun get wird Vergebung der Suͤnden dun Jeſum Ehriſtum/ von dem allen/ dun welches jhr nicht kuntet im Geſetz No ggerecht werden/ wer aber an dieſen glaͤ bbeet/ der iſt gerechtꝭ. S ſpricht Zacharias in ſeinem Lobgeſange uun 9.77. Daß unſer Heil beſtehe in Vergebung der Suͤnd In dieſen Worten habenwir: b 1. Noſtram falutem; Unſer Heil; Dadurch tvin verſtanden unſer Rechtferugung fuͤr Gottes Gericht/ welche ſonſ au wird genand unſer Bekehrung: Dann gleich wie unſer Unheil beſuce in Suͤnde und Ungerechtigkeit; Alſo vefehe unſer Heilin Vengebung der Suͤnden/ und der Gerechtigkeit ſo fuͤr Gott gilt. Da hekehten vi uns/ von der Finſternis zum Liecht/ und von der Gewalt deß Teuffl zu Gott/ und empfahen Vergebung der Suͤnden. Act. 26. v. 8. Daſ ſagt Chriſtus/ wie er beym Zoͤllner Zachæo einkehrte; Heute ig dicin Beuſ Heil wiederfahren. Luc. 19. v.). Verſtehe/ daß vom ſuͤndlichen eſen/ zu Gott bekehret wird. Alſo ſagt Paulus/ daß auß der Juda Fall/ den Heyden das Heyl wirderfahren ſey. Rom. 1v. 6. Das 3 4 2 1 vondemala untetimſc welche iſt die Vergebung der Suͤnden. 213 gen der Juden Verſtockung habe ſich Gott mit ſeiner Gnade und Heil zu den Heyden gewendet. b b 2. Salutis operationem Deß Heils Wirckung: Dieſelbe iſt Vergebung der Suͤnden; Alles Unheil kommet von der Suͤnde: Die Suͤnde fuͤhret uͤber uns den Zorn Gottes/ welcher machet daß wir alſo vergehen. Pſal. 90. v. 8. ſeq. Die Suͤnde fuͤhret uͤber uns den Fluch deß Geſetzes/ wie zu ſehen. Deut. 27. v. 26. Die Suͤnde fuͤhret uͤber uns/ ein boͤſes Gewiſſen/ daß unſer Gedancken ſich untereinander verklagen. Rom. z. verſ. 11. Die Suͤnde fuͤhrt vber uns/ die Gewalt deß Teuffels/ Todes und ewiger Verdamnuͤß. Aber die Vergebung der Suͤnden/ wircket ein ſolches Heil/ daß wann wir dieſelbe haben/ ſo haben wir Frie⸗ de mit Gott durch unſern HErrn Jeſum Chriſtum. Rom. 5. v.. So haben wir die Erloͤſung vom Fluch deß Geſetzes. Galat. 3. v. z. Und ſo uns unſer Pas und Gewiſſen/ wegen unſer Suͤnde verdammet/ ſo iſt Gott(deſſen Gnade wir erlangt) groͤſſer dann unſer Hertze.l. Johan.z. v. 20. Und iſt nichts verdamliches an uns/ wenn wir in Jeſu Chriſto er⸗ funden werden. Rom. 8. v. 1. Odeß groſſen! O deß unaußſprechlichen Heils: Dieſe Vergebung der Suͤnden/ in welcher der eine Theil unſer Gerechtfertigung fuͤr Gott beſtehet/ erlangen wir durch den ſeligma⸗ chenden Glauben/ wie unſer verleſene Worte bezeugen/ auß welchen wir anſehen wollen: Wie der ſeligmachende Glaube/ nach Anleitung verleſener Worte/ Vergebung der Suͤndenwircke. Gott der Allmaͤchtige/ wolle dieſelbe auch bey uns wircken /durch ſeinen heiligen Geiſt/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Es hatte der Apoſtel Paulus in der Schule zu Antiochia zwar eine kurtze/ aber ſehr lehrreiche und durchdringende Predigt/ von unſerm hoch verdienten Erloͤſer Jeſu Chriſto gethan/ daß derſelbe der wahre verſprochene Meſſias ſey/ darauff unterrichtet er ſis ferner/ wie daß ſi denſelben erkennen/ und Vergebung jhrer Suͤnden/ ſo ſie durch Moſis Geſetz nicht haben koͤnnen erlangen ſollen, Und haben allhie: I. Reve- 214 Vonder andern Wirckung deß Gzlaubens/ 1. Revelationis modum; Wie dieſe gnadreiche Offenbarn geſchehen: Dieſelbe iſt; 1. Revelatio aperta: Ein offenbares Kundmachen Eswirdin kund gethan: Gott hat das Erkaͤntnuͤß ſeiner Gnade inChriſto h nicht verborgen gehalten/ ſondern Gott hat uns in ſeinem Evangelo fenbaret/ die Gtrechtigkeit ſo fuͤr jhm gilt. Rom. J. verſ. 7. Gotthalun ſein Erkaͤntnuͤß offenbaret/ durch ſeinen Geiſt. 1. Cor. 2.v.o. Er had Geruch ſeines Erkaͤntnuͤß offenbahret/ durch ſeine Apoſſel/ an aln Orten. 2. Cor. 2,v. 4. Er hat uns wiſſen laſſen/ das Geheimnͤßin Willens. Eph. 1. v.). Die Apoſtel haben mit freu digem Auffthun Murdes/ das Geheimnuͤß deß Evangelij kund gemachet. Eph. 6hn GOTT hat kunt gethan/ welches da ſey der herrliche Reichthun Geheimnuͤß deß Evangelij. Col. 1. v. 27. Laſſet uns dieſes/ O Chnſfl Hertzen/ mit hoͤchſtem Fleiß in acht nehmen; Gott hat nicht enengit men und uns verborgenen Rathſchluß/ von unſer Seligkeitin men behalten/ wie der Calviniſche Geiſt ſchwaͤrmet/ ſondern er hatunsal kunt gethan in ſeinem Evangelio/ nemlich/ daß dieſer ſein Wille ſey/dſ wer den Sohn Gottes ſehe(in ſeinem Wort) und glaubean denſelha ſolle haben das ewige Leben. Joh. 6. v. 40. Laſſet uns dieſe uns kunigiſt nen Willen Gottes in acht nehmen/ und betrachten: Dañ der Kmahiſt ſeines HErꝛen Willen weiß/ und hat ſich nicht bereitet/ auch nicht uh ſeinem Willen gethan/ der wird viel Streiche leiden muͤſſen Aun V verſ. 47. 2. Revelatio publica& clara: Eine helle und algemeineO) fenbahrung: Es wird uns verkündiget: Wannetwas verkuͤndgt und offentlich auß geruffen wird/ ſolches geſchicht zu dem Ende/ daſt zu aller Wiſſenſchafft/ und auch der jenigen/ ſo nicht gegenwaͤriig ſaa gelangen moͤge: Alſo hat der ungruͤndliche allerguͤtigſte GO Ta ſen Gnade von Vergebung der Suͤnden in Chriſto Jeſu/ helle klarundin gemein verkuͤndigen und außruffen laſſen: Da tritt der Engel deß E ren auff/ undruffet: Sihe ich verkuͤndige euch groſſe Freude/ ſoalin Volck wiederfahren wird. Luc. 2. v. 10. Chriſtus laͤſſetin ſeinem Nann predigen oder oͤffentlich verkuͤndigen/ Buſſe und Vergebungda Säͤt den/ unter allen Voͤlckern. Luc. 24. 9. 47. Gott laͤ ſſet den Weg zur Sao ligkeit verkuͤndigen. Aet. va7. Erlaͤſſetverkͤndigen das Enangunn aaaaaͤ nu m Wett) udäuin 40 Laſſetunsdiſter, und berachten Dant ſichmchtdenin an d Sprache ldan vvelche iſt die Gerechtfertigung fuͤr Gott. 275 von Jeſu. Act. 7. vad. Daiſt der unaußforſchliche Reichthum Chriſti den Heyden verkuͤndiget/ jederman zu erleuchetn/ welche da ſey die Ge⸗ meinſchafft deß Geheimnuͤß/ das von der Welt her in Gott verborgen geweſen. Eph. 3.v. 8. leq. Gott laͤſſet ſein Wort reichlich predigen/ und . Chriſtum verkuͤndigen/ und vermahnen alle Menſchen/ und lehren alle Menſchen mit aller Weißheit/ auff daß er daſtelle einen jeglichen Men⸗ ſchen volkommen in Chriſto Jeſu. Col. v. 8. Wolte Goit/ wolte Gott/ daß dieſes alle die jenige/ ſo alſo Calviniſcher Religion zugethan/ daß ſie dem allerguͤtigſten Gott einen heimlichen abſoluten Rathſchluß/ wel⸗ cher wider ſeine offentliche und klare Verkuͤndigung iſt/ mit ſo groſſer Gefahr ihrer armen Seelen beymeſſen/ in der Gnaden⸗Zeit reifflich er⸗ wegen und betrachten moͤgten: Laſſet uns aber/ O Chriſiliche Hertzen/ dieſe groſſe Gnade mit danckbarem Hertzen betrachten: Gott thut ſeine Gnadein Chriſto Jeſu/ nicht allein kunt/ ſondern er laͤſſet dieſelbe auch offentlich verkuͤndigen: Gleichwie Joſephlin gantz Egypten⸗Land ward außgeruffen/ daß er deß Landes Vater ſey. Gen. 41. v. 43. Alſo laͤſſet Goitt der himliſche Vater/ ſeinen Sohn außruffen/ daß er der Heyland der Welt ſey. Joh. 4.v. 42. Laſſet uns gedencken/ daß wir Gottes Unter⸗ thanen ſeyn/ welches Verkuͤndigung gehorchen/ nicht allein ſeine Ehre! ſondern auch unſer zeitliches und ewiges Beſte iſt. II. Revelationis ſubjectum; Was er kunt thun und verkuͤn⸗ digen laſſe: Die Vergebung der Sunden: Die Suͤnde/ wie auch ſchon droben angezeiget/ iſt die Urſach alles unſers leiblichen und geiſtli⸗ chen zzitlichen und ewigen Elendes; Wann dieſelbe vergeben/ ſoſtehels wol mit uns: Selig ſind die/ welchen jhre Ungerechtigkeit vergeben ſind/ und welchen jhre Suͤnde bedecket ſind/ ſelig iſt der Mann/ welchem Gott keine Suͤnde zurechnet. Rom. 4. v. 7 leq. Weilen nun der Sohn Got⸗ tes/ der Gerechtigkeit Gottes fuͤr alle unſere Suͤnde gnug gethan/ und uns die Vergebung derſelben erworben/ ſo ferne wir uns dieſelbe mit fe⸗ ſiem und beſtaͤndigem Glauben zueignen ſolaͤſſet Gott ſolches in ſeinem Wortekunt thun und verkuͤndigen; Daß/ nemlich/ der HErr Chriſtus unſer Suͤnde zugeſiegelt/ und die Miſſethat verſoͤhnet. Dan.9. verſ. 24. Daß er darumb Jeſus heiſſe/ weilen er ſein Volck ſeligmache von jhren Suͤnden. Matth. 1. v. 21. Daß von jhmalle Propheten zeugen/ daß in ſeinem Namen Vergebung der Suͤnden empfahen 1. die an jhn nu⸗ W 4 —— 4 4 .— 2 —— N 3 —— —— —— ————— 2, ämu⁰⅓ 3 4 5 3 82 4 4 4 4 4 4 ——— 216 Von der andern Wirckung deß Glaubens, ben. Act. 10. v. 43. Daß wir die Erloͤſung habe/ durch Chriſti Blunnas lich die Vergebung der Suͤnden. Eph. 1v. 7. Suma/ daß das Buue Chriſti/ deß Sohns Gottes uns reinige von unſern Suͤnden. q 1 9.J. Eberhard. Hertog zu Wuͤrtenberg/ wie er von guten Waͤn Tit. in loc. Ruͤhmens gehoͤret/ hat er geſagt; Ach was ſagt man hievon ſoviel 1 hiſt.ꝑ.959. habe einen Articul in meinem Chriſtlichen Glauben/ von Vergebun Suͤnden die ich durch Chriſtum zu erwarten hahe. O deß hertlichen hertzlichen Troſies/ von gnaͤdiger Vergebung unſer Suͤnden M auff/ merck auff/ O Chriſtliches Hertz/ und faſſe dieſen Troſ Gi dir deine Suͤnde uͤber dein Haupt/ und ſind dir wie eine ſchwere19 ſchwer Pſ. 8. v. Druͤcken ſie dich hart Pſ. 6. v. Sind ſhra ſte mehr als Haar auff deinem Haupt. Pſal 40. v.13. Jaals Sandtza Meer. Orat Manaſl.v. 9. Verfuͤge dich mit feſtem Glauben zudeinn HErrn Chriſito/ derſelbe ſpricht: Sey getroſt mein Sohn Tozn deine Suͤnde ſind dir vergeben. Matth. 9. v. 2. 6 Ob bey uns iſt der Suͤnden viel/ bey jhm iſt vieln Gynade, Sein Hand zuhelſen hat kein Ziel/ wie groß auchſen IIlI. Beneficii objectum: Womit die Vergebungderein den umbgehe: Es ſetzet Paulus alhie Chriſtum und das Geſetzagan einander. Durch Chriſtum erlangen wir Erloͤ ſung von dem allen dant uns Moſesn hasbeſchwereahd wans 1. A legis onere: Von der Laſt deß Geſetzes: Beydesdi Moraliſchen und Saremomalſchen Jents waran Foch welches waͤn wir noch unſere Vaͤter haben tragen koͤnnen. Act. 1z. v. 10. In dieſemue zwar viel Reinigung aber ſie kunten die Suͤnde nicht wegnehmen ol dern ſie waren nur ein Vorbilde der Reinigung Chriſti/ deſſen Bunnns reiniget von unſern Suͤnden. 1. Joh. 1. v. 7. Er machet die Neinizung hh Suͤnden durch ſich ſelbſt. Heb. 1. v. Qas kunte kein Geſet A* 2. A peccatorum multitudine, Von der Vielheit unſer Sii⸗ den: Er hat uns errettet beydes von Schuld und Straffe: Dann Cht ſtus nicht allein unſer Suͤnde getragen. Johann. 1. v. 29. Sondenndi Sitaffe hat auch auff hm gelegen/ auff daß wir Fnede haten. Elag v z. Er hal bezahlet/ was er nicht geraubet hatte. Pſ. 69 p. Odas 4 =ͤ——/-——— 1l ar Pſe. En b Ne aas J tkein Jiel wiegze⸗ emitdieVegih dnnene vr Eroſungmaiht r. b welche iſt die Vergebung der Suͤnden. 21⸗ hoch troͤſtlich: Die Baͤpſiler wollen in dieſem Falle mit Chriſti Be⸗ zahlung nicht friedlich ſeyn/ ſondern ein Theils hrer Schuld ſolle die verſtorbene Heiligen mit dem Vberſchuß jhrer Verdienſte/ theils wol⸗ len ſie ſelbſt durch jhre Gnugthuung/ in dieſem Leben/ und auch herna⸗ cher im Fegefeuer/ durch deſſen Pein bezahlen: Oder groſſen Fantaſeyꝛ Odeß elenden Gnugthuns! Ein jeglicher ſuͤndlicher Menſch mag nicht rechtfertig beſtehen gegen Gott/ hat er luſt mit jhm zu hadern/ ſo kan er jhm auff tauſend nicht eins antworten. Hiob. 9. v. 2. leq. Ich geſchweige daß erfuͤr ſeine/ oder eines andern Suͤnde ſolle bezahle koͤnnen: Es heiſſet/ Allein zu dirs Her Jeſu Chriſt/ mein Hoffnung ſteht auff IV. Applicationis medium; Das Mittel der Zueignung: Wer an denſelben glaubet: Das iſt/ an den Sohn G Oites Jeſum Chriſtum welcher die Verſoͤhnung iſt fuͤr unſer Suͤnde /nicht allein aber fuͤr unſer ſuͤnde/ ſondern auch fuͤr der gantzen Welt Suͤnde. 1. Joh. 2. v.z. Der heiſſet darum Jeſus/ daß er ſein Volck ſeligmachet von jhren Suͤn⸗ den. Matt. i. v. 21. Vnd dieſer ſeiner Erloͤſung von unſern Suͤnden/ ma⸗ chen wir uns theilhafftig durch wahren Glauben/ ſintemal der ſelbe die Hand iſt/ damit wir die Gnade Gottes in Chriſto Jeſu/ und auch die Vergebung unſer Suͤnden ergreiffen: Dann wer an den Sohn Gottes gllaubet/ der komt nicht in das Gerichte. Joh 3. v. 18. Sondern weilen er Vergebung der Suͤnden durch Chriſtum bey Gott erlanget ſo iſt er fuͤr Gottes Gerichte ablolvirt: Es erlangen Vergebung der Suͤnden alle ſo an Chriſtum glauben. Act. 10. v. 43. Wi empfangen Vergebung der Suͤnden/ und das Erbe der ewigen Seligkeit/ durch den Glauben an Chriſtum. Act. 26. v. 28. Dieſes hat der hochloͤbliche Keyſer Carolus V. ſehr wol betrachtet/ welcher kurtz fuͤr ſeinem Ende geſagt Wann man ei⸗ Thuan. genen Werckentrauen wolle/ ſey nicht deß Glaubens ſondern Meineyds lib. 27 pag. Eigenſchafft: Die Suͤnden werden durch Gortes Barmhertzig eitnach⸗(mihi)553. gelaſſen/ darumb ſollen wir glauben/ die Suͤnde koͤnnen nicht abgetilget werden/ dann nur von dem/ welchem wir geſuͤndiget haben/ der auch keine Suͤnde gethan/ und umb welches Willen uns auch die Suͤnd nachge⸗ laſſen werden Laſſet uns derowegen/ O Chriſtliche Hertzen/ das Wort vom Glauben. Rom. 10. v. 8. Das iſt/ das Wort deß Evangelii/ fleiſſig in acht nehmen/ dann dadurch wird der ſeligmachende Glaube/ angezuͤn⸗ det/ erhalten/ vermehret/ und beſtaͤndig behalten. Ee 2 V. Bene- 218 Von derdritten Wirckung deß Glaubens⸗ V. Beneſficij ſcopum: Den Ziweck oder End⸗Urſachedie Wolthat: Dieſer iſt daß wir gerecht werden: Dann der Gluieh das eintzige von Goit verordnete Mittel an unſer Seiten/ daduch gerecht werden/ und die Vergebung unſer Suͤndenerlangen: Da Sott machet gerecht den/ der deß Glaubens iſt an Jeſu. Rom..h Dem/ der nicht mit Wercken umbgehet/ glaubet aber an den/ dan Gottloſen gerecht machet/ dem wird ſein Glaube gerechnet zut Gah tigkeit. Rom. 4.v. 5. Alſo deutlich/ hel und klar/ redet der hellige Geſun unſer Gerechtfertigung fuͤr Gott/ daß es hoͤchlich zu verwunden i die Baͤpſtler ſolcher Lehr ſich widerſetzen: Aber der Teuffel hat dicſelth nicht allein durch die falſchen Apoſtel zu Pault Zeiten/ ſondern auch lib.„ehiſt. nach durch die Ebioniten getrieben/ welche gelehret/ daß man das 6 Eccl c. 2½ tze halten ſolle/ und vermeinet allein der Glaub an Jeſum Chr ſtun nicht genug zum Heil/ wie beym Euſebio zu leſen: Der hann han Gott wolle uns alle unſer Suͤnde vergeben/ umb Jeſu Chriſtiw Amen/ Amen. b b Die fuͤnff und dreyſſigſte Predigt. b DE FIDEI EFFECTO TERTIO, QUOD JVSIIE QCHRISTI MPfTTATIO. Von der dritten Wirckung deß Glaubens/ welche d 1 Phil. 3.v. 8. ſeq. Ich achte alles fuͤr Schaden/ gegen dan uͤberſchwenglichen Erkaͤntnuͤß Chuſt Jeſu/ meines HErꝛn/ umb welches A len/ ich alles habe fuͤr Schaden gera net und achte es fuͤr Dreck/ auff daßt Chriſtum gewinne/ und in jhm aiune Zurechnung der Gerechtigkeit Chriſn. 1 —— d G — ſigepung Tlo, Quod n raIo. welche iſt die Zurechnung der Gerechtigkeit Chriſti. 2i werde daß ich nicht habe meine Gerech⸗ tigkeit/ die auß dem Geſetze komt/ ſon⸗ dern die durch den Glauben an Chri⸗ ſtum komt/ nemlich/ die Gerechtigkeit/ die von GOtt dem Glauben zugerechnet e⸗ S ſpricht Paulus 2. Cor. 5. v. ꝛu alſo: Gotthat den/ der von keiner Sunde wuſte/ fuͤr uns zur Suͤnde ge⸗ macht/ auff daß wir wuͤrden in jhm/ die Gerechtigkeit/ die 2 fuͤr Gott gilt. In dieſen Worten haben wit: 1. Chriſtum inſontem Den unſchuldigen Chriſtum: Der von keiner Suͤnde wuſte: Er war das Heilige/ ſovon Maria gebohren. Auc. 1.v.35. Ja der allerheiligſte. Dan. 4.v 4. Es war Niemand der jhn einer Suͤnde zeihen kunte. Joh. d. v. 46. Er war heilig/ unſchuldig/ unbe⸗ fieckt/ und von den Suͤndern abgeſondert. Heb. 7 vzx6. 2. Chriſtum ſontem: Den ſchuldigen Chriſtum: Gott hat jhn zur Suͤnde gemacht; Das iſt/ Er hat jhm als dem eintzigen Suͤhn⸗ Opffer die Suͤnde deß gantzen menſchlichen Geſchlechtes zugerechnet/ in dem er unſer aller Suͤnde auff jhn geworffen. Eſa.3. v. 6. Vnd er die⸗ ſelbe getragen. ib. v. 11. Er iſt das Lamb G Ottes/ das der gantzen Welt Suͤnde getragen. Joh. 1 v. 29. Er hat ein Opffer fuͤr die Suͤnde geopf⸗ fert/ das ewiglich gilt. Heb. 10. v. 1. Deus juſtum fecit peccatorem, ut c peccatores faceret juſtos, ſchreibet Chryſoſtomus. Das iſt/ Gott hat den Gerechim zum Suͤnder gemacht/ daß er die Suͤnder moͤgte gerecht Super h.x machen“ . 3. Sonticæ conditionis finem; Zu was Ende Chriſtus dieſen Stand angenommen: Auff daß wuͤrden in jhm die Gerechtigkeit ſo fuͤr Gott gilt: In uns iſt die Gerechtigkeit ſo fuͤr Gott gilt auſſer Chriſtum nicht zu finden/ ſondern er iſt der HErn der unſer Gerechtigkeit iſi. Jer. 23. v. 6. Er iſt uns von Gott zur Gerechtigkeit gemacht. 1. Cor. u. p. 30. Und iſtdie Gerechtigkeit dievon G.O 2 dem Glauben wird e z zuge⸗ 220 Von der dritten Wirckung deß Glaubens/ zugerechnet/ wie allhier Paulus redendeſſen Worte wir wollen mG,. tes Furcht erwegen/ und anſehen u Wie die Gerechtigkeit fo fuͤr Gott gilt/ vermittelsdan Glauben uns zugerechnet werde. 2 Der allerhoͤchſte Gott gebe uns ſe ine Gnade/ daß wir vermitlsheh G digem Glauben/ mit dieſer Gerechtigkeit fuͤr Gottes Angeſa de kommen moͤgen/ umb Jeſu Chriſti willen Amen. 5 Erklaͤrung. 2 Es beweiſet der Apoſtel Paulus in verleſenen Worten/ mithaln 3 klaren/ deutlichen und ſehr nachdencklichen Worten, daß alle dſenn ſ ſo fuͤr Gottes Gericht gerecht ſeyn wollen/ nicht durch jhre eigenehan n eigkeit/ ſo auß den Wercken deß Geſetzes billich kommen ſolte aberwan unſer verderbten ſuͤndlichen Natur/ zu kommen/ ohnmuͤglich fuͤrCcea gerecht werden; Sondern durch die Gerechtigkeit Jeſu Chriſtn ſoam 1 durch ſein unſchuldiges Leben/ Leiden und Sterben erworben/ mun G rem und feſtem Glauben ergriſſen/ fuͤr Gott gerscht werden/ undi z ſes it zuerſehcn 1 1. Ex Pauli æſtimatione, Auß Pauli Schaͤtzung. Joiine i alles fuͤr Schaden und Dreck/ auff daß ich Chriſtum gewnn. n Alhie haben wir zweyerley Schaͤtze in acht zu nehmen: m 1. Theſaurum nomicum: Den Schatz welchen Vieleauz d dem Geſetzzu haben vermeinen: Davon ſagt er in vorgehenden lioo ten/ daß er den Geſetzes Schatz das iſt die guten Wercke oauß dem oe G ſetz herruͤhren/ und daher vermeinet fuͤr Gott gerecht zu werden/ cruͤi nen Gewin gerechnet. Phil.; /7. Gleichwie die Reichen in der Waltauſ jhren Gewinn ſich offt verlaſſen/ wie jener reicher Ackersmann zuſannn Seelen ſagte: Liebe Seele/ du haſt ein Vorrath auf viele Jahre habenn Nuhe iß trinck/ und habe einen guten Muth. Luc. 12. v. 19. Alſo haltende Werck⸗ Heiligen/ jhre gute(wie ſie vermeinen) Wercke/ fuͤr einen groſſn Schatz und Gewinn/ mit welchem ſie vermeinen der Gerechtigkeitund Gerichte Gottes gnug zuthun; Ja/ wie an den Baͤpſtlern zuſehen bida ſie ſich offt ein/ einen ſolchen Gewinn zu haben/ davon ſie andern mult len koͤnen: In ſolcher Werck⸗ Heiligen Zunfftiſt Paulur auch unn *8—————8—)1“““ palta iff daß dehim achtzunchnn: Den Schazbiatdan von ſagtcr umat degutm Aotheni Gotn gacctur twee din enar raiche Järuſt Nutth Luunahe neinm Wattſtun tvamtnan ett deandm Otinti⸗ aßtheee 6GOTTES Gericht und Angeſicht tretten ſolte. welche iſt die Zurechnung der Gerechtigkeit Chriſti. 22r lang geweſen; Aber wie er zum Erkaͤntnuͤß deß ſeligmachenden Evan⸗ gelij kommen /da ſchaͤtzerer den Werck Schatz: a. Pro damno; Fuͤr Schaden: Das iſt/ fuͤr ein ſchaͤdliches Ding; Zwar nicht abſolutẽ oder bloß dahin/ dann es ſind nach Goltes Wort verrichtete gute Wercke/ eine ſonderliche Gnaden⸗Wirckung Gottes deß heiligen Geiſies/ dahero ſie Fruͤchte deß Geiſtes genand wer⸗ den. Gal. 5. verſ. 12. Der in unswircket/ beyde das Wollen/ und das Vollbringen. Phil. 2. verſ. 13. Und wir ſind in Jeſu Chriſto zu guten Wercken erſchaffen. Epheſ. 2. verſ. 10. und gehoͤren zum Artieul unſer Erneuerung: Sondern relpectivé auff gewiſſe Art und Weiſe/ nem⸗ lich/ wann wir im Articul unſer Gerechtfertigung fuͤr Gott/ mit un⸗ ſern guten Wercken wollen aufftreten/ und gleichſam mit einem Ge⸗ winn damit herfuͤrkommen: Dann da ſind die guten Wercke nicht unſer/ ſondern deß heiligen Geiſtes/ der ſie in uns wircket/ wir ſind ſie Gott ſchuldig/ ſie ſind unvollkom̃en/ und was ſolcher Dinge mehr ſeyn: und deßwegen haͤlt ſie Paulus im Articul unſer Gerechtfertigung fuͤr Gott/ ſchaͤdlich und ſoſches thut erim Stande ſeiner Widergeburt/ dañ zuvor hat er den Gewin/ als vom Vergangenen geredet/ jetzunder aber redet er in præſenti, von ſeinem gegenwaͤrtigen Stande/ welcher gewiß⸗ lich der Stand der Widergeburt geweſen: Laſſet uns dieſes/ O Chriſt⸗ liche Hertzen/ wol erwegen/ daß/ durch die Wercke deß Geſetzes gerecht werden wollen/ Schade ſey: Dann ſo die vom Geſetz Erben ſind/ ſo iſt der Glaube nichts/ und die Verheiſſung iſt abe. Rom. 4. v. 14. So ſind wir unter dem Fluch. Galat.3. verſ. 10. Und haben Chriſtum verlohren. Galat.. v4. Iſt das aber nicht ein groſſer Schadnde 8. Pro ſtercore rejectitio. Fuͤr verworffenen Dreck: Mit wel⸗ chem Wort der Apoſtel anzeigen wil/ daß unſer gute Werckenach dem Geſetz Gottes verrichtet/ im Artieul unſer Gerechtfer igung fuͤr Gott (nicht bey unſer Erneurung) ein unnuͤtes/ verwerffliches und abſcheuli⸗ ches Ding ſey/ wie der Koth auff der Gaſſen/ welchen man/ ſo viel moͤglich/ auß dem Wege reumet. Laſſet uns auch dieſes/ O Chriſt⸗ liche Hertzen/ recht betrachten; Paulus haͤlt alle ſeine gute Wercke/ die er zuvor fuͤr ein Gewinn gehalten/ fuͤr Dreck/ wann er damit fuͤr Schuldener ſeinem Henn(mit Reverentz) Dreck fuͤr Geld præ⸗ fentiren ſolte/ wuͤrde derſelbe/ auſſer allem Zweiffel/ uͤbel tractirt werden “ ——— —— — . 9 e——— — ————— — 3 3———— ————— 3———— S—— — —— Zinckgr. Ppat t. I. Pag. 152. 222 Von der dritten Wirckung deß Glaubens/ werden: Was thun die fenige anders/ die jhre Suͤnden⸗Schudan Menſchen Wercken oder Verdienſt bezahlen wollen? 2. Thefaurum Evangelicum: Der ſelbe beſtehet: ten b. 21. Welches doch die Welt fuͤr den allergroͤſſeſten Schaden und D 1. In Chriſti lucrifactione: ir Menſchen ſeyn alſo geartet/ Den Evangeliſchen Säim Daß man Chriſtum gevinn daß wir immer nach Gewinn ina :Da ſprechen viele; Heut oder morgen wollen wir gehen/ in den die Stadt/ und wollen ein Jahr da liegen/ und hand thieren und gu nen. Jac. 4. v. 33. Aber was hilff is dem Menſchen/ ſo er die ganzt gewinnt/ und nehme doch Schaden an ſeiner Seelen? Matth 16 ban Dieſer/ dieſer Gewinn/ wann wir Jeſum Chriſtum zum Gewinni ben’iſt der allerherꝛlichſie/ allernuͤtzlichſte und allerbeſtaͤndigſte Gauin Chriſtus iſt uns von Gott gemacht zur Weiß heit uñ Gerechtiglen Heiligung und Erloͤſung. I. Cor.. v. 0. Wañ wir derowegen Chn iu mit wahrem Glauben gewinen/ ſo ſind wir Gott wolgefaͤllig weſſen gerecht wir ſind heilig/ wir ſind erloͤſet/ von Suͤnden/ vom Zorn Genn vom Fluch deß Geſetzes/ von der Gewalt deß Teuffels/ Todes unda gen Verdamnis. Odeß groſſen Gewins! Laſſet uns/ O Chriſtlicheh tzen/ nach dieſem Gewinn Tag und Nacht trachten/ ſo ſind wirwitlh und ewig reich/ und koͤnnen ſagen: HEr: Jeſu Chriſie wann uͤnn dich habe ſo frage ich nicht nach Himmel und Erden/ und wanuwe gleich Leib und Seel verſchmachtet/ ſo biſtu doch meines Hertzen Inſ und mein Theil. Pſalm. 73. v. 25. Wie eine Frage vorgeſtelletwodn weilen der Menſch faſt alles Oinges Muͤde werde/ was dann das ſeuig ſey deſſen der Menſch nimmer koͤnne erſaͤttiget werden? Hat ein hoc gelarter Mann darauff geantwortet: Deß Gewinns: Das laſſet un bey dieſem Gewinn prackiciren/ deſſen ja nicht muͤde werden ſondetnu ſere beſtaͤndige Luſt daran haben/ ſokoͤnnen wir mit Paulo ſagen Cu ſtus iſt mein Leben/ derowegen iſt auch Sterben mein Gewinn. Phl luſt achtet. 2. In noſtra in Chriſto rep ertione: Daß wir in Chriſto⸗ funden werden: Dieſe iſt eine Gleichnuͤß Rede! genommen von aine Sicherheit an einem gewiſſen Ort: Gleich wie die fenige ſo zu Krich Zeiten in einer ſicheren Veſtung gefunden werden/ ſich fuͦ Sinau *8*28—8—8— 8ö—8—ſſſ — welche iſt die Zurechnung der Gerechtfertigkeit Chriſti. 223 haben zu befuͤrchten: Alſo haben ſich diefenige ſo durch wahren Glauben in Chriſto erfunden werden/ fuͤr jhren geiſtlichen Feinden nicht zu be⸗ fuͤrchten: Der Name deß HErnn iſt ein feſtes Schloß/ der Gerechte laͤufft dahin und wird beſchirmet. Prov. 18 v. o. Der Sohn Gottes/ iſt der Engel in welchem Gottes Nameiſt. Exod. 23. v. 2r. Wann wir in demſelben erfunden werden/ ſo ſeyn wir im feſten Schloß. Da ſeynd wir in Jeſum Chriſtum getaufft. Rom. 6. v. 3. Haben denſelben angezogen. Gal. 3. v. 26. Vnd ruͤhmen uns in Chriſto Jeſu. Rom. 15. v. 16. Sind in Chriſto Jeſu(wie die Glieder unter jhrem Haupte) und ſind jhm nahe worden/ durch ſein Blut. Eph. 2. v. 43. Sind Mitgenoſſen/ der goͤttli⸗ chen Verheiſſung in Chriſto. Eph. 3. verſ. 6. Summa/ wir ſind Erben Gottes und Mit⸗Erben Chriſti. Rom. s. v.*. O deß allerſeligſten Er⸗ findens Sehet/ O Chriſtliche Hertzen/ das fuͤhret mit ſich die Zurech⸗ nung der Gerechtigkeit Chriſti/ wann er uns angezogen hat/ mit Klei⸗ dern 3 Heils/ und mit dem Rock ſeiner Serechtigkeit gekleidet. Eſa. 61. verſ. Io. b II. Exoppoſitione; Auß dem Gegenſatz: Daß ich nicht habe meine Gerechtigkeit/ die auß dem Geſetz kompt/ ſondern die auß dem Glauben an Chriſtum kompt: Allhie haben wi: 1. Iuſtitiam nomicam: Die Gerechtigkeit deß Geſetzes: Die⸗ ſelbe wird allhie genant unſer Gerechtigkeit/ weilen ſie von Menſchen auß den Wercken deß Geſetzes wird geſuchet/ und wird genant eigene Gerechtigkeit. Rom. 10. v. 3. Vnd wird dadurch der zugerechneten Ge⸗ rechtigkeit Chriſti entgegen geſetzet: Dieſelbe eigene Gerechtigkeit/ hat Paulus zwar fuͤr dieſem fuͤr einen Gewinn gehalten; Aber nun begehret er derſelben nicht(verſtehe bey ſeiner Gerechtfertigung fuͤr Gott) achtet ſiefuͤr Schaden und Dreck/ begehret ſie/ in dieſem falle/ nicht zu haben? Dann dieſelbe iſt fuͤr Gott wie ein unflaͤtiges Kleid. Eſa. 64. v. 6. Sie wil fuͤr Gottes Gericht nicht ſtand halten: Wann wir ſchon alles ge⸗ than/ was uns befohlen iſt/ muͤſſen wir dennoch ſagen; Wir ſeyn unnuͤ⸗ kze Knechte/ wir haben gethan/ was wir zu thun ſchuldig waren. Luc. 17. v. xo. Dann wir werden ohne(eigen) Verdienſt gerecht/ auß der Gnade Gottes/ durch die Erloͤſung/ ſo durch Jeſum Chriſtum geſchehen iſt. Rom. 3. v. 24. Vnd die jhre eigene Gerechtigkeit trachten auffzurich⸗ ten/ ſind der Gerechtigkeit die fuͤr Gott gilt/ nicht Aneertan. Rom. 10. b„ 3. v. z. Derowegen wil Paulus in ſeiner Gerechtferngung mitſeina ae nen Gerechtigkeit nichts zu ſchaffen haben. 6 I tſenats 12. luſtitiam Evangelicam Die Evangeliſche Gerechtigt ſo durch den Glauben an Chriſtun komt: Dann die Ganci kommet durch den Glauben an Jeſum Chriſt/ zuallen undauſ die da glauben. Rom. 3. v. 22. Da werden wir gerecht ohne deß Gt⸗ Werck allein durch den Glauben. ib. vz 8. Da iſt uns Sricht hm)d ſtus von Gott gemacht zur Gerechtigkeit. · Cor. 1.v.z0. Da hatge ſeinen allerliebſten Sohn/ der von keiner Suͤnde wuſte /fuͤr uns zu Ei de gemacht/ auff daß wir wuͤrden in jihm(nicht in uns) die Getuijt ſofuͤr Gott gilt. 2. Cor. 5. verſ. 21. Weilen nun Paulus ſeine tigenG rechtigkeit/ und die Gerechtigkeit auß dem Glauben/ Schnuy ſit gegen einander ſetzet/ ſo koͤnnen ſie in unſen Gerechtfertigung nat einander ſtehen. III. Ex juſtitiæ veræ conſecutione: Auß der Erlangu der wahren Gerechtigkeit: Sie wird von Gott dem Glauban gerechnet: Da wird die Gerechtlgkeit unſers HErrn Chriſtiſo dann genant/ die ewig wiedergebrachte Gerechtigkeit. Dan. 9. verſ. 4. Aln warhafftig Glaubigen/ von Gott zugerechnet/ nicht anders /albm ſie jhre eigene Gerechtigkeit waͤre Daher ſagt Paulus: Daß dul keit ſey allein deß Menſchen/ welchem Gott zurechnet die Gerachidji (Chriſti) ohne Zuthun der Wercke. Rom. 4. v. 6. Dann daß en i ſo nicht unſer oder bey uns iſt/ uns koͤnne zugsrechnet werden/ iſtlaud offenbar: Gleichwie dem Verſoͤhnbock im alirn Teſiamente de Sin de deß gantzen Iſraelitiſchen Volckes gleichſam zugerechnet Levtl verſ. 21. Alſo ſind auch unſerm HErrn Chriſto die Suͤnde deß gantn menſchlichen Geſchlechtes zugerechnet/ in dem Gott unſer aller Sind auff jhn geworffen. Eſa. 33. v. 6. Ihn zur Suͤnde gemacht. 2 Cot ſha Daß er bezahlen muͤſſen was er nicht geraubet hatte. Pf. 69.v.6. Ha lus begehret/ daß ſo Oneſimus dem Philemoni Schaden gethan a Paulo zurechnen moͤge. Philem v. s. Wahre Chriſien/ wadenſunſ gerechnet fuͤr Schlacht⸗Schaaffe. Rom. 8. v. 36. Und wann einerfuͦ einen andern bezahlet/ wirds ſa nicht anders gerechnet/ als wann rſchſ bezahlet haͤtte: Und ſolten die Baͤpſtler doch jhre groſſe Vnbeſonnanhe betrachten Sie leugnen die Zurechnung der Gerechtigkei Crh an 224 Vonder dritten Wirckung deß Glaubens ——— ccurione: Außdech Peneunes nunſe Hemqjin rechtigkent Da a ugerechnet ncher welche iſt die Zurechnung der Gerechtigkeit Chriſti. 225 wollen daß das Verdienſt der Heiligen jhnen koͤnne zugerechnet werdene Odeß Schwindels G Ott erhalte uns bey wahrem Glauben/ und Ergreiffung der Gerechtigkeit Chriſti/ umb deſſelben ſeines theuren Ver⸗ dienſtes willen/ Amen/ Amen. b Die ſechs und dreiſſigſte Predct. DE QllARTO FIDEI EEFFECTO, QVOD GRATIE DIVINE COLLATIO. Von der vierdten Wirckung deß Glaubens/ welche iſt die Nitttheilung der Gnaden Gottes. KRom.)V.. Durch Chriſtum haben wir einen LHugang im Glauben zu der Gnade Gottes/ darin wir ſtehen/ und ruͤhmen uns der Hoff⸗ nung der zukuͤnfftigen Herꝛlichkeit/ die Gott gebenſ. MisN⸗ Sſpricht Johannes Cap.. v. 15 alſo: Das Ge⸗ ( ſetz iſt durch Moſen gegeben/ die Gnade und Warheit iſt b— Jeſum Chriſtum worden. In dieſen Worten ha⸗ en wit; 1. 1. Moſen legislatorem: Den Geſetz⸗Geber Moſen: Das Geſetze iſt durch Moſen gegeben; Mit dieſen Worten wil Johannes andeuten theils/ die Wirckung deß Geſetzes/ daß Moſes in demſelben uns nur zu Erkaͤntnuͤß unſer Suͤnden bringe. Rom.3 v 20. Und keine Gna⸗ de/ſ ondern nun Zorn bey uns wircke. Rom. 4. v. 1z. Theils/ ſeine Beſchaf⸗ fenheit/ daß es nur inſeinen Ceremonien den Schatten habe zukuͤnffti⸗ ger Dinge. Coloſſ. 2. v. 7. Es habe nur den Schatten der zukuͤnfftigen Gaͤter/ und nicht das Weſen der Guͤter ſelbſt. Heb. 10. v. 1. Und deßwegen wurd Moſes der Mutler genant/ durch welchen das Gaſet gegeben. Galat. 3. v. 19. 6 Ff 2 2. Chriſtum 226 Von der vierdten Wirckung deß Glaubens/ 2. Chriſtum Evangelii doctorem: Chriſtum den Lehtee gun Evangelij: Derſelbe bringet uns darin Gnade und Warhet ein Die Gnade ſetzet Johannes entgegen der Wirckung deß Motalſthe Geſetzes: Gleichwie ſolches nur Zorn wircket Alſo das Evangein 2. lauter Gnade: Das lehret uns/ daß Gottes Gnade und Gabe unn tac lich widerfahre/ durch Jeſum Chriſtum/ der der einige MenſchinéCg. den iſt. Rom.. v. 5. Und auß dieſer Gnade ruͤhren alle Wolthaag 6 tes her/ ſo er uns in Chriſto Jeſu vielfaͤltig mittheilet. Das Worlhe 6 heit/ ſetzet er entgegen dem Ceremonialiſchen Geſetzen Dann gleichvien g dem ſelben nur der Schatten der himliſchen Guͤter war Alſo iſtda C per ſelbſt in Chriſto Jeſu. Col. 2. v. 17. Der iſt nicht/ wie der Hohe qn ſter altes Teſtamentes/ durch der Boͤcke oder Kaͤlber Blut/ ſondendan ſein eigen Blut/ nicht vielmahl wie jener/ ſondern einmal in das hehg eingangen/ und hat eine ewige Etloͤſung erfunden. Heb. 9. v.12. Dche ſo eine groſſe Ungleichheit in Erzeigung der Gnade Gottes im altan neuen Teſtament iſt: Dieſer Gnaden aber deß neuen Teſtamenttat chet uns der ſeligmachende Glaube theilhafftig/ wie Paulus invaſh nen Worten bezeuget/ auß welchen wir beſehen wollen/ Wie der ſeligmachende Glaube/ uns der Gnaden oul; in Chriſto Jeſu verſichtre. Der barmbhertzige Gott wolle helffen/ daß wirs alſo betrachten uiin ſeine Gnade erhalten und biß an unſer ſeliges Ende behalten gen/ umb Jeſu Chriſti willen Amen. Erklaͤrung. Wir haben in verleſenen Worten: I. Noſtrum adgratiam Dei acceſſum: Vnſern Zugangzudi Gnade Gottes: Nachdem unſer Paradiß⸗· Eluem/ duich deß Samm Boßbeit und Verfuͤhrung/ in den elenden Suͤnden⸗Fall gerathen der Zugang zu der Gnade Gottes/ bey uns ſehr ſchlecht geweſen dehe⸗ den ſich dieſelbe im Paradiß⸗Garten verſtecket. Gen. 3v. 8. Vndmſa wir uns auch umb unſer Suͤnden willen fuͤr Goltes Angeſicht lam — welche iſt die Mittheilung der Gnaden Gottes. 227 gen. Gen. 4 v. 4. Vnſer Vntugendſſcheidet uns und unſern Gott von einander/ und unſer Suͤnde verbergen ſein Angeſicht von uns. Eſa. j9. v. 2. Durch die Suͤnde verlaſſen wir Gott/ als dielebendige Quelle. Jer. 2.v. 3. Wir verlaſſen Gott/ und halten ſein Geſetze nicht. Jerz 3.v. 5. O deß elenden Zuſtandes Da ſind wir das Volck von Vngnade. Hoſ.². p. 2z. Der barmhertzige Gott aber/ ſiehet unſern elenden Zuſtand an/ und eroͤffnet uns den Zugang zu ſeiner Gnade/ durch ſeinen Sohn Jeſum Chriſtum: Durch denſelben haben beyde Juden und Heyden einen Zu⸗ gang zum Vater. Eph.2. v. 18. O deß gnaͤdigen Zuganges Dawil ſich Gott uͤber die ſo jhn fuͤrchten/ erbarmen/ wie ſich ein ater uͤber ſeine Kin⸗ der erbarmet. Pſalm. 103.· v. 13. Daß wir ſagen koͤnnen: Du biſt ja unſer De Sſa o 16. Lieber Vater. Jerem. z. verſ 4· Abba lieber Vater. om. 8. v. 15. 8 Walndumeſn ottund Vater biſt/ dein Kind wirſtu ver⸗ laſſenni Duvaͤterliches Hertz: Ich bin einarmer Erden⸗Kloß/ b Auff Eenweſß ich ſonſt keinen roſt. Laſſet uns dieſes/ OChriſiliche. Hertzen/ wol behertzigen: Menſch⸗ liche Gnade iſt wunder⸗und wandelbar: Dem Baron Georg Friedrich von Roggendorff/ ward Gnade wegen Keyſers Ferdinandi Il. angebo⸗ zen/ wann er ſieh wolte bey Ihr. Majeſt. einſtellen/ aber er fragte/ was ſol Zinck. es fuͤr eine Gnade ſeyn? Eine Bohemiſche Gnad: Die iſt Kopff ab: Oder eine Mehriſche? Die iſt ein ewige Gefaͤngnuͤß: Oder eine Oeſier⸗ reichiſche? Die iſt contiſcarion aller Guͤter Das iſt warlich eine un⸗ gnaͤdige Gnade: Aber dieſe iſt eine gewiſſe Gnade. Eſa./ 5. v. z. Eine ewi⸗ Gnade. Eſa.54 v. 8. Eine uͤberſchwengliche Gnade. 2. Cor. 4·verſ. 15. Dann wo die Suͤnde iſt maͤchtig worden/ daiſt dieſe Gnade noch viel maͤchtiger. Rom.. v. 10. Durch dieſe Gnade in Chriſto/ haben wir eine Freudigkeit und Zugang in aller Zuverſicht. Eph. 3 v.12. Odeß gnaͤdi⸗ gen Zuganges: II. Acceſſus medium: Durch was Mittel wir dieſen Zu⸗ gang haben: Daſſelbe iſt alhiebey Paulo zweyfach: 1. Medium promerens, ſiveprincipale: Das verdienende oder fuͤrnemſte Mittel: Durch Chriſtum haben wir dieſen Zugang: 228 Von der vierdten Wirckung deß Glaubens, der ſelbeiſt die rechte Himmels⸗Leiter. Joh.1. v.)i. Niemand komye A Vatter dann durch jhn. Joh 14.v. 6. Es iſt in krinem andan Helu m iſ kein ander Name gegeben darin wir koͤnnen ſelig werden. Acl„ Ourch die Gnade unſers HErrn Jeſu Chriſti werden wir all 9 gleich wie unſer Vaͤter auch ſelig worden ſind. Act. 5.v. r. DieGn und Gabe Gottes/ wiederfaͤhrei uns reichlich durch unſern)Ccn ſum Chriſtum/ welcher der einige Menſch in Gnaden Rom baſi i dieſe heilſame Gnade Gottes iſt allen Menſchen erſchienen. Tita he 8 5 Ach laſſet uns/ OChriſtliche Hertzen/ dieſe Gnade Gottes in Chnſt Jeſu ſo reichlich/ ſouͤberfluͤſſig/ ſo allgemein/ uns erzeiger mit danti rem Hertzen erkennen/ und derſelben in der Zeit der Gnaden uns ii hafftig machen: Wie auff dem Niceniſchen Concilio, die Biſaſ allerhand Klage/ ſo einer wider den andern gefuͤhret/ dem hochlallize Keyſer Conſtantino Magno ſchrifftlich uͤbergeben/ hat er ſien Buͤndlein zuſammen gebunden/ und ins Feuer geworffen/ und danſ ſie zur Liebe und Einigkeit ermahnet: Gott der allergnaͤdigſtehen bindet umb Chriſti Verdienſtes willen/ allen ſo an denſelben glaun jhre Suͤnde zuſammen/ und wirfft ſie in die Tieffe deß Meers. Mal⸗ v. 18. Dieſes ſolten auch betrachten die Baͤpſiler/ welche durch Vuhit der heiligen zur Gnade Gottes jhren Zugang ſuchen: Ach nein Cie ſtus iſt der eintziger Mittler zwiſchen Gott und uns. 1. Tim. 4. v i ſelben fuͤrbey gehen/ iſt ſeine Ehre einem andern geben/ welches walſch eine Tod⸗Suͤnde iſt. 2. Medium accipiens& inſtrumentale: Das empfangende Mittel: Solches iſt der Glaube wie allhier Paulus ſaget: Duch den Glauben/ als eine geiſtliche Hand/ ergreiffen wir die Gnade Golti ſo uns durch Chriſtum erworben. Dann die jenige/ ſo nicht duchin Glauben/ ſondern durch das Geſetz gerecht werden wollen /die habenby des Chriſtum verlohren/ und ſind von der Gnade gefallen. Gal.ſ.v Dann auß Gnaden werden wir ſelig/ durch den Glauben. Eph.Ldd, Und durch den Glauben an Chriſtum/ haben wir Freudigkeit und gu gang zu Gott /in aller Zuverſicht. Eph. 3 v. 12. Alſo ſehen wir O Chnſ liche Hettzen/ wie der Glaube nicht allein das Verdienſt Chnſſtiſſonden auch die Gnade Gottes/ ſo in dem Verdienſt Chnſſti gegruͤndet zuglach ergreiffet ſintema Gott uns jhm angenehm gemacht in ſeinem gelhlat Sohn. Eph.. v. 6. Weſlen nun Gott jederman den Gſauben h 4 ͤ — a. Guwane⸗ lm allm ſo adaſet cnhe Pifiilh ae Biyſile vechene ſuche Ae de en andan gonn dan welche iſt die Mittheilung der Gnaden Gottes. 220 Aet. 17. verſ.z1. Vnd ſeine Gnade alſo uͤberfluͤſſig iſt daß wo die Suͤnde maͤchtig worden/ die Gnade Gottes noch viel maͤchtiger iſt. Rom. 5. v. 20. Vnd uns dieſelbe in ſeinem Worte taͤglich vorgehalten und darge⸗ ſtellei wird, So muͤſſen wir wol zuſehen/ daß wir die Gnade Gottes nit vergeblich empfangen haben. 2. Cor. 6. v.. Sondern wir muͤſſen mit Freudigkeit hinzutreten/ zu dem Gnaden Stuel Jeſu Chriſto/ auff daß wir Barmhertzigkeit empfangen/ und Gnade finden in der Zeit/ wann uns Huͤlffe noth ſeyn wird. Heb. 4. v. 16. Alsdann werden alle feſt Glau⸗ bige jhre Luſt an Gottes Gnade ſehen. Mich. 7. v. 9. Iſt das aber nit eine uͤberauß groſſe Wirckung deß Glaubens Wann dich/ O Chriſtliches Hertz/ ein Koͤnig zu ſeinem Sohn und Erben erwehlte und auffnehme/ wuͤrdeſtu deine groͤſſeſte Luſt/ an ſolcher Gnade haben: Nun nimpt dich vermittels dem Glauben/ Gott zu ſeinem Gnaden⸗Kinde/ und Erben ſeines herrlichen Reichs an: Solteſtu derowegen nicht deine hoͤchſte Luſt und Freude an ſolcher Gnade haben/ und Tag und Nacht dieſelbe zuer⸗ halten und zu behalten/ trachten. b III. Acceſſus effectum: Was dieſer Zugang wircke: Es iſt nicht genug/ daß uns Chriſtus den Zugang zu der Gnade Gottes er⸗ worben; Es iſt auch nicht genug daß wir dieſen Zugang durch wahre Buſſe einmal verrichtet: Dann ein Gerechter kan ſich kehren von ſeiner Gerechtigkeit/ und thun Boͤſes/ und leben nach allen Greueln die ein Goettloſerithut. Ezech. 18. v.2 4. Der groſſe Schuldener hatte Gnade bey ſeinem Koͤnig erlanget/ aber ſie bald durch ſeine Vnbarmhertzigkeit ge⸗ gen ſeinen Naͤchſten/ verſchertzet. Matth. 1 8. v. 32. Viele glauben nur ei⸗ ne zeitlang Luc. 8. v. 15. Verlieren den HErrn Chriſtum und fallen von der Gnade. Galat. 5. v. 4. Leiden alſo Schiffbruch. 1. Tim. 1. v. 19. Der⸗ halben erfodert der Glaube/ und wircket; b 1. Srationem: Daß wir in der Gnade Gottes ſtehen: Feſt glaubige Hertzen die wancken nicht/ ſie hincken nicht auff beyden Seiten! wie das Iſraelitiſche Volck zu Zeiten Ellaæ. 1. Reg. 18. v. 21. Sie ſeyn nit Rohre/ ſo der Wind hin und her webet. Malt 11. v. 7. Solche Zweiffeler und Wanckelmuͤtige ſeyn unbeſtaͤndig in allen jhren Wegen. Jac. 1. v.. Weilen ſolche lau/ und weder kalt noch warm ſeyn/ ſo wil ſie Chriſtus außſpeyen auß ſeinem Munde. Apoc. 3. v. 16. In Betrachtung dieſes/ muͤſſen wir in der erlangten Gnade Gottes ſtehen: Wir muͤſſen unſerm HERRA N ſiehen. Roman. 14. verſ. 4. Stehen in dem Evangen o. 1I, Cor. — d e* 4 8 1 4 es die rechte Gnade Gottes iſt/ darin wir ſiehen 1. Pet. v. 12. Das 1 230 Von der vierdten Wirckung deß Glaubens/ 1. Cor. 15. v.. Stehen im Glauben. 2 Cor. 1. v. 4. Und bezeugen daß es keine Worr⸗Gnade/ ſondern eine ſolche Gnade/ ſo kriffigu geſchaͤfftig bey uns ſey. Laſſet uns dieſes Stehen O Chriſiliche Hat wir liegen/ gehen odet ſiehen/ uns fuͤr Augen und Hertzen ſiellen Ac ſet uns wachen/ ſtehen im Glauben/ ſeyn maͤnnlich und ſtarch 1 Cong Zwing. Vol. 1. pag. 230. v. 13. Laſſet uns ſtehen in der Freyheit/ damit uns Chriſtus befteya Gal z. v.. Laſſet uns ſtehen/ und unſer Lenden umguͤrtet ſeyn mual heit und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit. Cph. õ.v ii ſet uns ſtehen in einem Geiſt und in einer Seele. Phil. v.27. Diann Daͤhnen/ weñ ſie einen Koͤnig erwehlen/ und die Stimme/ zudeſſnc wehlung ſamlen wollen/ ſeyn ſie auff Steinen geſtanden/ damtt eh ſtaͤndigkeit jhrer Erwehlung und Unterthaͤnigkeit zu bezrugen: U haben unſern eintzigen Heyland Jeſum Chriſtum zum Koͤnigt in Gott ſeinem himliſchen Vatter eingeſetzet. Pſalm. 2. v. 6. Und dert iſt der rechte Eckſtein. Pſ. 118. v. 22. Wann wir auff denſelben mit uij rem Glauben gegruͤndet/ ſo ſtehen wir feſte und unbeweglich in dern de Gottes: So koͤnnen wir ſagen mit Paulo: Ich bin gewiß daßte der Tod noch Leben/ weder Engel noch Fuͤrſtenthum noch Gewallte der Gegenwertiges noch Zukuͤnfftiges/ weder Hohes noch Tieffam kein ander Creatur/ mag uns ſcheiden/ von der Gnade und Llebe Gaitt die in Chriſto Jeſu iſt/ unſerm HErrn. Rom. 8. v. 38. ſeq. Wannun ſchon alle geiſiliche und leibliche Feinde verfolgen/ ſo koͤnnen wi ni Moſe ſagen: Stehet feſt/ und ſehet zu/ was fuͤr ein Heyl der Henn euch thunwird. Exod. 14. v. 13. Die aber alſo ſtehen/ muͤſſen wolzuſijn daß ſie nicht fallen. 1. Cor. 10. verſ. 12. Sondern mit Furcht und giten ſchaffen/ daß wir ſelig werden. Phil. 2. v. 13. Gleich wie ein guter Sode⸗ V ee/ ſo auff die Schildwacht beſiellet/ zwar muhtig und hertzhafftiſſabn gleichwol ſorgfaͤltig dabey/ daß er vom Feinde nicht moͤge üͤbeſalln werden: Alſo muͤſſen wir in der Gnade Gottes mit dieſer Sorgfaltſt⸗ hen/ daß wir von unſern geiſtlichen Feinden nicht gefangen werden. 2. Gloriationem: Daß wir uns ruͤhmien der Hoffnungde zukuͤnfftigen Herꝛlichkeit: Die Welt ruͤhmet ſich wol boͤſer und nic tiger Dinge: Dann die Gottloſen ruͤhmen ſich jhres Muthwille⸗ Pſ. 10. v.z. Wenn frommer Hertzen Juß wancket/ ruͤhmen ſuhiaies wecheißdie ithelungderönadeGattes. en 9 erſa hem ider ſie. Pſal. 38. v7. Sieruͤhmen jhre Suͤnde/ wie die zu Sodoma. Eſa.z v.9. Aber die ſenige ſo in der Gnade Gottes ſiehen/ die rüͤhmen 4.Sanda 1 der Hoffnung. Denn wir ſind allhis/ durch wahren Glauben/ wol dunruanma ſelig/ aber in der Hoffnung. Rom. 8. v.24. Dann wann wir auff Chri⸗ ſtum hoffeten allein in dieſem Leben ſo weren wir die Elendeſten unter al⸗ hn heit und Chriſtlicher Großmuͤtigkeit ſich ruͤhmen/ daß Chriſius die ar Gauczegfa 1 Hoffnung iſt unſer Herꝛlichkeit. Col. 1.v. 27. Das iſt/ daß wir die un⸗ d he gezweiffelte Hoffnung haben/ Chriſtus Jeſus/ der uns die ewige Herꝛ⸗ dutn lichkeit ſo theuer erworben/ werde ſie uns auch in der That mittheilen. ſStenm imaſ Dann durch Gottes Gnad(in Chriſto Jeſu) ſind wir gerecht und Er⸗ aeteie en deß ewigen Lebens/ nach der Hoffnung das iſt je jewißlich war. Tit. makttgien 3. v. 7. Und dieſe Herꝛlichkeit wird Gott geben: Dann das ewige Le⸗ — ihm mit ben iſt eine Gabe Gottes. Rom. 6. v. 23. Auß Gnaden werden wir ſelig. zſcze Pſam ts Ä Eph. 2. v.. Laſſet uns/ O Chriſtliche Hertzen/ dieſes Vertrauen und den Vamoi ufßaft. Ruhm dieſer Hoffnung feſt behalten biß ans Ende. Heb.z. verſ. 6. Laſſet irfeſteundunzenge uns nicht wancken/ denn es iſt ohnmuͤglich daß Gott uͤge/ ſondernſtar⸗ 1 Pauio: Jcam cken Troſt ſchoͤpffen/ und Zuflucht haben/ und halten an der angebote⸗ nen Hoffnung. Heb. 6. verſ. 18. Dann dieſe Hoffnung laͤſſet nicht zu ſchanden werden. Rom.. verſ. 5. Dazu uns wolle verhelffen/ Gott der Vatter/ durch Erleuchtung deß H. Geiſtes/ umb Jeſu Chriſii willen/ Amen/ Amen. 1 B Die ſieben und dreyſſigſte Predig9t. DE OQVINTO FIDEI EFFECTO, QVOD DlVINA b— ADOPTI.4 3 Von der fuͤnfften Wirckung deß Glaubens/ welche iſt ddie goͤttliche Kindſchafft. Ioh. 1. v. rä. Wie viel Chriſtum auffnahmen/ denen gab an ſeinen Namen glauben. t damt un len Menſchen. 1. Cor. 15. v. 19. Aber da kanein glaͤubiges Hertzmit War⸗ er Nacht Gottes Kinder zu werden/ die Ioh. I. ——ööö 4— — ———— — —— *— 1 8 4 4— — 1 „—“ 4 1 —. 3. 2 — 1 ö——— 2— 8 -————— 3— —— 86— 4 ——... 8 — K.—— — 8 2—=—— 8 5 8 ——— 4 5 2 8————* —— 82—— 4 ———— ee— ——————— 1—— 8 ———————..“— 1 2“„— 3* Seh See— 3 — 2— 7—.———— —*——————— 2——— ——— 2— 3— 1— 2———————— 8 8— 3— 2— 4.—“ —— ——— ———— eeer— ſ ————* —— 5—— w“ ——ſſ ———— — der deß Lebendigen Gottes. Hoſe. 1. verſ. 10. Er hat uns verordnel u 232 DVon der fuͤnfften Wirckung deß Glaubens/ S ſpricht Johannes. Epiſt. cap.z. v.n alſo. C, a M dhet welch eine Liebe hat uns der Vater erzeiget daß wu S ies Kinder ſollen heiſſen. In dieſen Worten habenwn — 1. Admirationem: Eine Verwunderung: Dan ſpricht/ Sehet: Als wolte er ſagen: Erkennet doch mit hoͤchſier Pe wunderung/ was unſer grundguͤtige himliſche Vatter bey unsthut moͤgen wir allhie wol mu David ſagen: Was iſt der Menſch daß hedeuckegyum deß Menſchen Kind/ daß du dich ſeiner alſo annin b al. 8. v.ä. 2. Dei batris dilectionem: Die Liebe Gottes deß Vattt Welch eine Liebe uns unſer himliſcher Vatter erzeiget: Esſß groſſe Liebe/ daß er uns zu vernuͤnfftigen Menſchen erſchaffen 1 Seel/ Augen/ Ohren/ Vernunfft und alle Sinne gegeben: Es ſn groſſe Liebe daß er uns erhaͤlt: Daßer ſeine Hand auffthut und efil alles was lebet/ mit Wolgefallen. Pſal. 14 5. v. 16. Es iſt eine groſſel daß er uns ſeine liebe H. Engel zu dienen beſtellet/ daß ſie uns ſollen ten auff allen unſern Wegen/ daß ſie uns ſollen auff den. Haͤnden(tagn und wir unſern Fuß nicht an einen Stein ſtoſſen. Pſal. o1. v.n. e iſt eine groſſe Liebe/ daß er die Welt alſo geliebet/ daß er derſebanſim einigen Sohn gegeben/ auff daß alle die an jhn glaͤuben/ nicht valoin werden/ ſondern das ewige Leben haben. Joh. 3.v. 16. Aber dieſe(h unaußſprechlich: Denn wir haben: 3. Demonſtrationem: Den Beweißthum derſelben dm es iſt GOTE nicht gnug/ daß er uns ſeinen einigen/ ſemen eigun leinen allerliebſten Sohn/ an welchem ſeine Seel ein Wolgcfalln hat. Eſa. 42. verſ. 1. hat gegeben; Sondern er wil uns auch zu ſenn Gnaden. Soͤhnen und Toͤch tern haben/ daß man zu denen/ von wilchn man zuvor geſagt/ Ihr ſeyd nicht mein Volck; Sagen ſol; OfhrKw Kindſchafft gegen jhm ſelbſt/ durch Jeſum Chriſium. Eph 1.9 Af daß wir durch ſeine Gnade gerecht und Erben ſeyn deß ewigen Leben Tit.z. verſ.7. O der unaußſprechlichen Liebe. Dieſe unſer Gnade Kindſchafft bey Gott/iſt eine Wirckung deß ſeligmachenden Glauhn wie die verleſene Worte bezeugen/ auß welchen wir wollen beſehen Wie der ſelgmachende Glaubt uns zu ottes Rindernnun He a ſenehaddaften ſarzdae deean ſa giun un wacche ſſdie Göttliche Kindſchaft. 28) Der aller gnaͤdigſte Gott wolle uns ſeine Gnade verleyhen/ daß wirs al⸗ ſo betrachten daß wir Kinder Gottes ſeyn und bleiben moͤgen/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. — Erklaͤrung. Wir haben allhie: b I. Adoptionis hujus elogium: Den Lobſpruch di er Kind⸗ ſchafft: Es werden die Glaͤuvige genand Kinder Gottes: O deß herr⸗ lichen O deß unverdienten Namens! Ach was ſind wir elende Kinder ehe und bevor wir zu dieſer Kindſchafft gelangẽ? Da werden wir genand/ ſchaͤdliche Kinder. Eſa. 1. v. 4. Verlogene Kinder. Eſa. 30. verſ 9. Ab⸗ truͤnnige Kinder. Jer. 3. v. 14. Boͤſe Kinder. Eſa. 22. v. 10. Kinder deß Gorns. Cph. 2. v. z. Aber allhie bek omñen wir einen andern/ und zwar uͤber alle Maß herrlichen Namen/ und werden genand Gottes Kinder: O deß herrlichen: O deß unverdienten Namens Da nennet uns Gott ſeine Kinder. Eſa. 45. v. 11. Kinder die nit falſch ſind. Eſa. 63. v. 8. Kinder deß lebendigen Gottes. Hoſe. 1. verſ. 10. O der groſſen: O der wunderbahren Verenderung: Da empfangen wir den kind lichen Geiſt/ durch welchen wir ſchreyen/ Abba lieber Vatter. Rom. 8. v. 15. Da ſind wir nit Knechte oder Maͤgde/ ſondern Kinder; Sind wir aber Kinder/ ſo ſind wir auch Erben durch Chriſtum. Gal. 4. verſ. 7z. Da wir unter dem Geſetze elende Knechte waren/ und es heiſſete: Thue das/ ſo wir ſiu leben. Luc. 10. v. 28. Es war ein groſſes/ daß Julius Cæſar, der erſte Roͤmiſche Keyſer/ den Octavianum alſo adoptirt und zum Kinde angenommen daß er beydes ſeiner Guͤter/ und auch ſeiyes Namens theilhafftig worden: Es war ein Au. groſſes/ daß dieſer Keyſer Auguſtus, ſeinen Stieff⸗Sohn Tiberium guſti.p. 4; adoptirte und alſo zum Erben genommen daß er jhme auch im Keyſer⸗ bbid. p. 42 thum gefolget: Aber dieſes/ dieſes/ iſt ein uͤberſchwenglich groͤſſers/ daß uns Gott ſeines Namens/ daß wir Gottes Kinder heiſſen/ und deß ewigen himliſchen Erbes/ theilhafftg machet/ allhie in der Hoffnung/ und her⸗ nacher im Beſitz Laſſet uns aber dieſes/ O Chriſtliche Hertzen /in gute obacht nehmẽ; Wollen wir dieſes goͤttlichen Kindſchafft theilhafft ſeyn uñ bleibẽ/ ſo muͤſſen wir friedfertig ſeyn/ dañ dieſelbe ſollen Gottes Kinder geneñet werden. Matt. v.. Wir muů ſen lieben unſer Feinde ſegnen die uns fluchen/ chun wol denen die uns haſſen/ bitten fur die ſo uns beleidi⸗ gen und verfolgen/ ſo werden wir Kinder unſers Vatters im Himmel b Gg. ſeyn. Chriſtumerworben/ hat David geweiſſaget/ wanner ſpricht: Deine nn⸗ dar werden dir gebohren/ wie der Thau auß der Morgenroͤthe. o. L. Matth. Theatr. in Eph. 5. v. 1. Wir muͤſſen als Kinder begierig ſeyn nach derunvetfi ten Milch deß goͤttlichen Wortes. 1. — 34 Vonder fuͤnfften Wirckungdeß Glaubels ſeyn b.V. 44,led. Wir muͤſſen durch den Geiſt Gortes unstnin ſen. Rom. 8. v. 4. Muͤſſen als Gottes Kinder/ ſeine Na Pet. 2.v. 2. Alhie geheinſehn ſein eigen Gewiſſen examinire ſolches/ ſo wird er befinden/ wietr d Kindſchafft Gottes ſtehe. II. Adoptionis ortum: Den Vrſprung dieſer Kindſch Sie komt nicht her auß unſer fleiſchlichen Geburi/ gleichwie der ſe Adel/ meiſten Theils die fleiſchliche Geb was auß Fleiſch gebohren iſt das iſi Flei ſch. Joh. 3. v. 6. Daher ſagt e hannes in folgenden Worten unſers verl Gottes/ nicht von dem Gebluͤte/ noch vondem Willen deß Fleiſches no⸗ von dem Willen eines Mannes/ ſondern von Gott gebohren ſeyn Juh J. v. 33. Da uns Gott der Vater nach ſeiner groſſen Barmhertziglan einer lebendigen Hoffnung widergebohren.1 Pet. 1.v. 3. Gott der Saßt durch ſein Verdienſt/ dieſelbe erworben: durch die Tauffe. Joh. 3. v.. Und durch die Predigt deß heiligen Eeon gelij 1. Pet..v. 23. Bey uns wircket: Iſt alſo unſer hochvetdienta Ent ſer Jeſus Chriſtus die erwerbende Vrſach unſer goͤttlichen Kindſchaſſ dann derſelbe gibt uns Macht Gottes hannes alhie redet: Da die Zeit erfuͤllet wa einem Weibe gebohren/ und unter das Geſetz gethan/ auff daß erdit unter dem Geſetz waren/ erloͤſete/ und wir die Kindſchafftempfinon hat uns zur Kindſchafft verordnet/ durch unſin Galat. 4. verſ. 4. Gott HErm Jeſum Chriſtum Eph.1.v. 5. Von dieſer Kindſchafft duch v.z. Als wolte er ſagen: Gleichwie der Thau/ gantz unvermerckeited Erden komt/ und dieſelbe mit unzaͤhligen Tropffen befeuchten und fruchtbar machet: Alſo werden die geiſtliche Gnaden Kinder Cfriſt gantz unvermercket/ durch das Wort deß Evangelii/ und ie hochwͦ dige heilige Sacramente gezeuget/ und daher wird er ewiger Vauae nant. Eſa. 9. v. 6. O O der all vit. Darij ſes Wunder/ daß S Hyſtaſp. Suͤndeling in jhrer Ki ergnaͤdigſten Widergeburt Es war eingu emiramis die großmaͤchtige Monarchinne 1 ndheit geweſen/ und zu groſſen Ehren Itunm b chfolgaſa urt zum Grunde hat Dm eſenen Texts/ daß die Kine G Ott der heilige Gaiſt bo — Kinder zu werden/ wege ſante Gott ſeinen Sohn va ren Petap erake GOtdda heigeGn cddePreindeſein ſalſounſaoczenm ſach unſer golliche du es Kinderzuwedn dat ſante Gottſemme Geſet gaen fpiee dwirdie Kundſahefee ndſchafftverortin Ven— 1” welche iſt die goͤttliche Kindſchaft. 2y iſt Aber das iſt ein viel groͤſſer Wunder/ daß wir die wir wegen der Suͤn⸗ de/ von Gottes Angeſicht verworffen/ in Chriſio Jeſu zu Gottes Kin⸗ dern werden auffgenommen. Wunderbar war es/ daß Abdolominus, ⸗„ing. wiewol auß koͤniglichem Stam gebohren dennoch durch Armuth ſo fer⸗Vol. 3 ne gerathen/ daß er durch Gaͤrtnerey ſich ernehren muͤſſen/ zum Koͤnig zu 4. Sidon erwehlet worden: Viel wunderbarer iſt/ daß wir/ die wir zwar von Adam/ der ein Sohn G Ottes fuͤr dem Suͤnden Falle geweſen. Luc.z. v. 8. Gebohren/ aber wegen deſſen Suͤnden⸗Falles in die euſſerſte Ar⸗ muth gerathen/ und uns mit Kummer auff der Erden ernchren muͤſſen. Gen. 3. v. 17. Durch Chriſtum Jeſum zur Kindſchafft Gottes gelanget ſeyn: Daher ſagt Irenæus: Filius Dei propter immenſamdilectionem, factus eſt, quod nos ſumus; ut nos perficeret, quod eſt ipſe: Das iſt; Der Sohn Gottes iſt auß unermeßlicher Liebe/ das jenige worden/ was wir ſeyn/ auff daß er uns dazu machte/ was er iſt: Als wolt er ſagen/ der Sohn Gottes iſt geworden ein Menſchen Kind auff daß die Menſchen Kinder moͤgten werden Gottes Kinder: Erkennen wir /O Chriſi⸗ liche Hertzen/ dieſe groſſe Gnade nicht/ ſo ſind wir nicht werth daß wir Menſchen Kinder ſeyn oder heiſſen ſollen: III. Adoptionis medium; Das Mittel dieſer Kindſchafft: Solches iſt zweyfaͤltig: b 1. Externum: Ein euſſerliches Mittel: Welches iſt das Auff⸗ nehmen h oder die goͤttliche Erklaͤrung daß wir auffgenommen ſeyn Es ſpricht Johannes in vorgehenden Worten: Chriſius ſey kommen in ſein Eigenthum/ das iſt/ zu den Juden ſo Gott zu ſeinem Volck auff und an⸗ genommtn. Frod. 19. v. z. Auß derſelben Gebluͤte iſt er gebohren. Heb.2. v. 16. Iſt zu jhne gekommen als zu den verlornen Schafen deß Hauſes Irael. Matt. 13. v. 24. Aber ſie haben jhn nit auffgenomen. Joh. 1.v. 11. Sie haben ihn auß ſeinem Weinberge geſtoſſen/ und jhn getoͤdet. Matth· 21.v. 39. Sit haben ihn/ mit ſeinem Wort/ von ſich geſtoſſen/ und ſich ſel⸗ ber nicht werth geachtet deß ewigen Lebens. Act. 13. v. 46. Dieſes ſein al⸗ lerheiligſtes/ allerheilſamſtes/ allerſeligſtes Wort deß Evangelil iſt das euſſerliche Mittel/ dadurch wir Chriſtum auffnehmen: Davon ſpricht Chriſtus: Vater/ die Wort/ die du mir gegeben haſt/ habe ich jhnen gege⸗ ben/ und ſie habens angenommen/ und erkant warhafftig/ daß ich von dit außgegangen hin. Joh. 17, v, 8. Laſſet uns dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ Gg 3 uns . 1“ 4 4 8 8 4 4 4 —ÿy„ ͤ 1 1 2356 Von der fuͤnfften Wirckung deß Glaubens uns immer fuͤr Augen und Hertzen ſlellen: Wir ſind auch Chrſſit genthum/ dann zu dem Ende hat ſich Chriſtus ſelbſſ fuͤr t auff daß er uns erloͤſete von allen— 4—— ber ein Volck zum Eigenthum/ das fleiſſig waͤre zu guten Wercken 1 2.v.14. Daß wir ſollen ſeyn ein koͤnigliches Prieſterthumb/ einhelg Volck/ ein Volck deß Eigenthums. 1. Pet. 2. v.o. Derwegen miſfn Chriſtum in ſeinem Worte/ willig/ fleiſſig und gehorſamlich auff annehmen: Jener Hißpanier ſchreibet von den Teutſchen und Frant. Zwing. ſen/ daß die Huͤter der Schloͤſſer/ der Zeughaͤuſer Kirchen und anden Vol. I. Sachen/ ſo Fremde gernebeſehen/ ſo unfreundlich ſeyn/ daß ſie da amg ee et nm kag.79. den Geſchencke zu nehmen ſich nicht vaweigenn ſondemlsſtn T Haͤnde ehe ſie ſich erbieten/ darreichen: Wolte Gott wolte Gott daßn in etwas ſo begierig waͤren/ Chriſtum mit ſeinem ſeligmachenden Etn gelio auff und anzunehmen: Aber es moͤgten heut zu Tage Chriſ e ner/ die man nicht annehmen wil/ noch jhre Rede hoͤren/ wolvonditn Orten außgehen/ und ſchuͤtteln den Staub von hren Fuͤſſen Maun v. 14. Laſſet uns aber gedencken an Chriſti Worte: Wer euch iiß mein Wort rein und klar vortraget auffnimt/ der nimt mich auff uh wer mich auffnimt/ der nimt den auff/ der mich geſand hat. Manihe b v. 40. Und deßwegen das Wort Chriſti mit Sanfftmuthannaheal welches in uns gepflantzet wird/ welches unſer Seel kan ſelig machn Jac. 1. v. 21. .2. Internum: Ein innerliches Mittel Die an ſeineu men glauben: Durch Chriſn Namen wird alhie verſtanden ein ia res Verdienſt: Alſo ſendet Gott der Vater/ den heiligen Geiſt als T⸗ ſter/ in Chriſti Namen/ das iſt/ umb ſeines Verdienſtes und Venin Opffers willen. Joh. 14.v. 26. Was wir alſo den Water bittenCih ſti Namen /das wird er uns geben. Johann. 16 v. 23. Es zeugenall o pheten von Chriſto/ daß in ſeinem Namen/ Vergebung der Saͤndenc langen alle die an jhn glauben. Act. 10. v. 43. Da werden wir abgewaſh geheiliget und gerecht/ durch den Namen deß HErrn JEſu. 1 Con v. 1. Zu dieſem Ende ſtellet uns Chriſtus ſich ſelber mit ſeinen Wunn und Wolthaten auffzunehmen fuͤr/ daßwir jhn/ mit wahrem Glaubm und allen ſeinem Verdienſt und Wolthaten/ uns zueignen/ und adu Kindcr deß allerhochſten G Oues wenden ſolkn. Dann ui vnn vſſ 1“ 2 Twmägſae rſti mi Sunffwujtn cdees unſa Salkanſt es Mittl Diai Kinder G Ottes durch den Glauben an Chriſtum. Galat. 3. verſ. 2 6. Weilen wir durch den Glaubenohnmittelbar unſern HErꝛn Chriſtum ergreiffen/ und durch dieſes Mittel/ auch das vaͤterliche Hertze Goites in walche ſidie ottlihe Rindſchaf t. 257 Chriſto/ daß wir daher durch C.Hriſtum eine Freudigkeit haben in aller Zuverſicht/ durch den Glauben an jhn. Eph 3.v. 12. O der groſſen. O der allmaͤchtigen Wirckung deß ſeligmachenden Glaubens! Dieſer Glaube erlanget Vergebung der Suͤnden/ ergreiffet die Gerechtigkeit Jeſu Chriſti/ und machet uns dadurch fuͤr Gottes Gericht gerecht/ ver⸗ ſichert uns dadurch der Gnaden Gottes/ machet uns zu Kindern Got⸗ tes/ und alſo zu Erben der ewigen Seligkeit: O der groſſen: Oder all⸗ maͤchtigen Wirckung deß Glaubens! Laſſet uns/ O Chriſtliche Her⸗ tzen/ das Wort Gottes fleiſſig hoͤren/ daß wir dieſes Mittels der Kind⸗ und Erbſchafft Gottes/ deß ſeligmachenden Glaubens moͤgentheilhaff⸗ kig werden. IV. Adoptandorum numerum: Den Zahl der jenigen ſo zur Kindſchafft GOttes kommen koͤnnen: Wieviel CHriſtum auffnehmen: Das iſt/ wieviel Gottes Wort gerne ffleiſſig/ andaͤchtig und gehorſamlich anhoͤren/ den wahren ſeligmachenden Glauben an CHriſtum auß demſelben faſſen/ denſelben alzuſammen gibt CHriſtus Macht Gortes Kinder zu werden: CHriſius ruffet allen Menſchen; Kommet herzu mir alle die jhr muͤhſelig und beladen ſeyd/ ich wil euch er⸗ quicken. Matth. 11.v. 28. Gott haͤlt allen den Glauben fuͤr. Act. 7. v.z1. Er wil daß allen Menſchen geholffen werde/ und dieſelbe zum Erkaͤnt⸗ nuͤß der Warheit kommen.. Tim. 2. v. 4. Dieſes bezeuget das algemeine vaͤterliche Hertze Gottes deß Vaters/ gegen uns ſeine Kinder: Dieſes be⸗ zeuger das algemeine Verdienſt unſers Erloͤſers Jeſu Chriſti/ welcher der gantzen Welt Suͤnde getragen. Joh. 1. v. 29. Dieſes bezeuget die al⸗ gemeine Predigt deß Evangeli; Da die Apoſtel/(noch heut in jhren Schrifften) verkuͤndigen den Erꝛn CHriſtum/ und vermahnen alle Menſchen/ mit aller Weißheit/ auff daß ſie daſtell? einen ſeglichen Men⸗ ſchen volk ommen in Chriſto Jeſu. Col. 1. v. 18. Unter welcher Zahluns auch verhelffen wolle G Ott der Vater/ durch deß H. Geiſtes Gnade umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amet Die Die acht und dreyſſigſte Predigt. 1 DE SEXTO FIDEI EFFECTO, OQVOD CONSCII TrIE TRANOQUIELAIIO. b Von der ſechſten Wirckung deß Glaubens/ welche ſn Befriedigung deß Gewiſſens Heb. Io. v. 22. So laſſet uns hinzugehen/ mit warhaſf gem Hertzen/ in volligem Glauben ſprenget in unſern Hertzen/ und loßua dem boͤſen Gewiſſen/ gewaſchen am i be mit reinem Waſſer. S ſpricht Paulus Heb. z. v. alſo Unſar dit 8 iſt der! daß wir ein gutes Gewiſſen haben/ und flꝛiſſigenin⸗ S ben wir: I. Conſolationem piorum; Frommer Troſt ſehr bange wird. Eſa.; d. v. 17. Ach wie viel werden ganztnſl gefunden. Eſa. 54. v.In. und haben keinen Troͤſter. Eccl. 4. v. 1 Aber glaͤubige Hertzen ob ihen die Wolcken deß Truͤbſals/ den Troſi⸗Glant fuͤr ihren Augen ein len b Zeit verber gen/ ſo laͤſſet derſelbe ſich doch bald wieder ſehen. II. Conſolationis fundamentum: Den Grund dieſes dp ſtes: Derſelbe beſtehet: 1I. In bona conſcientia: In einem guten Gewiſſen: Wan ein glaͤubiges Hertz ſchon in Creutz/ Elend und Verfolgung ſchwebtl und alle Welt ihn troſiloß laͤſſet/ ſo kan es ſich ſelber damit troͤſten i lich/ daß er durch wahren Glauben an Chriſium Gott zueinemgui gen Vatter hat/ und mit Aſſaph ſagen kan: HErr/ wann ich nur dic habe/ ſo frage ich nicht nach Himmel und Erden/ und wann uibin 232 Vonderſechſten Wirckung deß Glauben, guten Wandel zufuͤhren bey allen. In dieſen Wonaſe Hertzen Troſt Ih wie viel werden offt unter denſelben gefunden/ welchen mit Hißtia unh So da warten auff Troͤſter/ aber ſindenkun. Pfſal. 69. v. 21. Da werden gefunden Thraͤnen derer/ ſo untechtledt ““ c. agſelle zwiſeazaden ufi Frommer herzadi funden wachamt hi mauff Trͤſt deiwꝛite Thraͤnendan tudt Naer gläubigejeatt. Gluns fi traean chbadd widaſi um: Den Gmi Leib und Seel verſchmachtet/ ſo biſtu doch meines Hertzen Troſt und welche iſt die Befriedigung deß Geiviſſens. 239 mein Theil. Pſalm. 73. v. 5. Wann wir dann ſchon viel Bekuͤmmer⸗ nauͤß in unſerm Hertzen haben/ ſo erquicket doch ſeine Troͤſtung/ unſer Seele. Pſalm. 94. v. 19. Daß wir ſagen koͤnnen: HErr du biſt meine Zu⸗ verſicht/ mein Theil im Lande der Lebendigen. Pſal. 142. v. 6. Darnach koͤnnen wir uns auch deſſen txoͤſten/ daß wir mit vorſetzlichen Suͤnden ſolche Widerwertigkeit uns nicht auffgebuͤrdet haben. 2. In pia vita: In einem gottſeligen Leben: Daß wir uns fleiſſigen guten Wandel zufuͤhren bey allen: Gleichwie die Sonne ſich ſehen laͤſſet mit jhrem Schein: Alſo laͤſſet ſich der ſeligmache Glaube ſehen mit einem guten Wandel: Er laͤſſet ſein Liecht leuchten/ daßdide Menſchen ſeine gute Wercke ſehen. Matth.. v. 16. Er bringer als ein guter Baum/ gute Fruͤchte. Matth 7. v. ·7. Und dahero troͤſtet ſich ein glaubiges Hertz ſeines guten Wandels/ weilen derſelbe den Glauben be⸗ weiſet: Vondieſer Wirckung deß Glaubens/ redet Paulus auch in verle⸗ ſenen Worten/ auß welchen wir wollen anſehen: Wie der Glaube durch ein gutes Gewiſſen/ bey glaubigen Hertzen ſich erweiſen thue. Der allerguͤtigſte Gott gebe ſeine Gnade/ daß wir durch wahren Slau⸗ ben ein gutes Gewiſſen erhalten/ und biß an ein ſeliges Ende behal⸗ ten moͤgen umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. b Erklaͤrung. Es erweiſet ſich der ſeligmachende Glaube durch ein gutes Gewiſſen: b b I. Fiduciali acceſſione; Mit vertraulichem Hinzutreten: Laſſet uns hinzugehen/ ſagt Paulus/ verſtehe/ zu Gott; Ein boͤſes Ge⸗ wiſſen fuͤrchtet ſich/ iſt ſcheu/ und wil ſich gerne verbergen: Solches ſehen wir augenſcheinlich an unſern Paradiß⸗Eltern/ ſo nach begangener Suͤnde/ ſich fuͤr G Ottes Angeſichte im Paradiſe unter den Baͤumen verſtecketen. Gen.3 v. 8. Da ſchaͤmen wir uns/ und ſcheuen unſer Augen auff zu heben zu Gott. Eſr. 9.v. 6. Aber der ſeligmachende Glaube/ ma⸗ chet uns ein gutes Gewiſſen/ und freudigen Muthedurch Chriſtum un 1 ein 240 Von der ſechſten Wirckung deß Glaubens, ſein theures Verdienſt: Dann durch den Glauben haben wi einng gang zu der Gnaden Gottes daß wir darm koͤnnen ſiehmn/ undi 1 uns der Hoffnung der zukuͤnfftigen Herrlich keit/ die GOtt goa Rom. 5.v. z. Durch denſelben haben wir alle beyde(Juden und ha in einem Geiſt/ einen Zugang zum Vater. Eph. 2.v. 18. Wit habenen Freudigkeit und Zugang zu Gott in aller Zuverſicht dunch den Ce ben an Chriſtum Eph. 3. v. 12. Durch jhn kommen wir zu Gott y v.25. Vnd koͤnnen getroſt und großmuͤng ſingen: Ein feſte Burg iſt unſer GOT T/ ein gute Wtte ue b gute Wahrne en Er hilfft uns frey auß aller Noth/ die uns ſett hate troffen/ Sehet/ O Chriſtliche Hertzen/ ein ſolchen freudigen Geiße v. 13. Ein ſolches freudiges Gewiſſen/ muchet der ſeligmachende oin be; Darumb laſſet uns mit Freudigkeit hinzutreten zum Gnaden E (IESu CHRJ TO) auff daß wir Barmhertzigkeit enyſtt und Gnadefinden/ auff die Zeit/ wañ uns Huͤlffe noth ſeyn wid hi verſ. 16. II Vero corde; Mit warhafft igem Hertzen. Die Saͤneu durch dieſelbe/ ein boͤſes Gewiſſen/ machet ein boͤſes/ ein falſcheon heuchleriſches und tuͤckiſches Hertz: Sie machet ein bebendes het Deut. 28. v. 65. Ein Hertze das ſich von Gott abwendet. Deuteron v. 18. Sie machet ein ſchlagendes Herze/ wie an David zuſſchen a er das Volck zehlen laſſen. 2. Sam. 24. verſ. 10. Alſo war auch u lomons Hertze nicht gantz andem HERRo ſeinem GOTTih 11. verſ. 4. Viele nahen ſich zwar zu GO T T mit jhrem Munde und mit jhren Lippen ehren ſie jhn/ aber jhr Hertze iſt femne vonin⸗ Eſa 29. verſ. 13. Summa/ das Hertze der Menſchen iſt vol tg und Thorheit iſt in ſhrem Hertzen/ wei ſie leben. Eccleſiaſt..a⸗ Nun iſt aber G OT T ein Hertzen und Nieren Pruͤffer Pſalm /no Er erforſehet das Hertze. Jerem. 17. verſ. 10. Er pruͤffet die Hatta Proverb.‧2 verſ;. Wonnun der ſeligmachende Glaube/ und dunhdn ſelben ein gutes Gewiſſen iſt/ da wird auch ein warhafftiges Natte funden/ ſoſche Leute ſuchen GO T Tyvon gantzem„Hertzen/ ma N11 5 4 aenſolchefehg a muchttde ſtimnte athmanetn um Gu affignn hinede Ermäate von Gottahredt e Harte wit an Daßytl 24 vaſ 10. Ahncſ EXXIſenmlll GOTTMnA aber ſhr hateiian anz der Maiti gantzer Seelen. Deuteron. 4. verſ. 29. Sie dienen GO T T mit welche iſt die Befriedigung deß Gewiſſens. 241 Freuden und Luſt jhres Hertzen. Deuteron. 28. verſ. 47. Wann ſie be⸗ ten ſo heben ſte jhr Hertz ſampt jhren Haͤden auff zu GO TTim Him⸗ mel. Thren.; verſ. 41. Sie laſſen GOT Tſhre Hertzen richten/ zu ſei⸗ ner Liebe/ und zur Gedult Chriſti. 2·Theſſalon. 3. verſ. Vnd weilen ſie den Willen GOTTES jhnen immer fuͤr Augen und Hertzen ſtellen/ koͤnnen ſie auch jhr Hertze fuͤr Gott ſtillen. 2. Johann 3. verſ.. Das iſt/ jhr Gewiſſen befriedigen/ und mit der Gnade GOTTES in Chriſto Jeſuauffrichten/ und mit jener andaͤchtigen Perſon ſagen⸗ Mein HErꝛ Jeſus hat im Oelgartẽ Blutstroͤpfflein auff die Erden fallen laſſen/ dar⸗ auß ſind geiſtliche Hertz⸗Bluͤmlein gewachſen/ die heiſſen /Vergebung der Suͤnden/ Gnade G Ottes/ Himmel und das ewige Leben/ G Ott Loh und Danck/ dieſe Bluͤmlein bluͤhen auch in meinem Hertzen. Laſſet uns derowegen/ O Chriſtliche Hertzen nach einem warhafftigen Her⸗ tzen trachten: Warhafftig unſer Suͤnde erkennnen und bekennen Reu und Leid uͤber dieſelbe tragen/ und G O T T umb Vergebung derſelben mit warhafftigem Hertzen anruffen; Mit warhaffugem Glauben muͤſſen wir die Gnade G Ottes in Chriſto JESl er⸗ greiffen/ mit warhafftigem gottſeligem Leben und Wandel muͤſſen wir vnfn Glauben beweiſen/ und warhafftig im Glauben und Gottſeligkeit verharren. III. Fidei plenitudine, In volligem Glauben; Unſer Glaube iſt offtmals klein/ wackelend und ſchwach: Solche Kleinglaubige waren die Apoſtel. Matth. 8. verſ. 20. Derowegen ſie auch Chriſtum baten: HERRſtaͤrcke unſern Glauben. Luc. 17. v. 5. Ein ſolcher Schwach⸗ Tit. in loc. Theol. hi- ſtor. p. 71. glaubiger war auch der Vater deß Mohnſuͤchtigen. Mare. 9. v. 4. Und wie dieſer Glaube iſt alſo iſt auch das Gewiſſen. Marc. 9. v. 4. Aber der voͤllige Glaube/ bringet auch ein voͤlliges Gewiſſen: Ein ſolcher voͤlliger Glaube war bey Abraham: Der zweiffelte nicht an der Verheiſſung Gottes/ durch Unglauben/ ſondern er ward ſtarck im Glauben/ und gab Gott die Ehre/ und wuſte auffs allergewiſſeſte/ daß was Gott verheiſſet/ das koͤnne er auch thun. Rom. 4. v. 20. ſfeq. Ein ſolcher voͤlliger Glaube/ neiſche Weiblein. Malth. iz. v. 28. Gleichwie C. Fabricius, wie ſich einer b Hh 2 gegen war beym Hauptman zu Capernaum. Matth. 8. v.. Bey dem Cana⸗ zwine. denſelben gefangen und gebunden dem Pyrrho zugeſand ſo hieruͤber verwundert/ daß er geruffen: Vnus Fabricius cilius à ſua virtute dimoveatur, Der eintzige Fabricius, iſt der jen Vol. 3. pag. 990 D. Selnec. ſup. Pſ. 51. 9 242 Vonder ſechſten Wirckung de gegen denſelben erboten/ ſenen Feind Pyrrhum mit Gifft hinzutiche gend laͤſſet abwenden/ als die abwenden: uns zum fleiſſige und andaͤchtige halten. 1 detſebeſch eltguith quàm ſola cõſueto ſuo curſu. Dagſ ige!der ſich ſchwerlicher von en Sonne von jhrem Lauff; Alſoeinte⸗ glaubiges Hertz/lͤſſet ehe ſein Leben fahren/ als ſich von ſeine mm Glau Wollen wir aber zu dieſer Volligkeit gelangen/ muͤſſan m Gehoͤr deß Wones GOTdo⸗ IV. Cordis aſperſione; Beſprenget in unſerm Hertzen alten Teſtament waren unterſch Blut/ ſo ein Vorbilde geweſen iedliche Beſprengung mir Waſſeu unſer Beſprengung in der Taufenn Abendmal:In der Tauffe ſprenget Goit rein Waſſer uͤber unsdaßwe rein werden vyn aller unſer Unreinigkeit. Ezech.; 6. v. 25. Welchts au vorgebildet mit dem Spreng⸗Waſſer von der Aſchen der rothen gi bereitet. Num. 19. vo. Im hochwuͤrdig heiligen Abendmal/ werdenn beſprenger mit dem Blute Jeſu Chriſti/ in dem wir in demſelben emyſan gen/ vermittels dem geſegneten Wein/ das Blut JEſu C Hriſii ahm 4 Blut(nicht deß alten Teſtamentes/ welches figuͤrlich war/ ſonden dh neuen Teſtamentes/ und zwar daſſelbe/ ſo vergoſſen iſt zu Vergehng unſer Suͤnden. Matth. 26. v. 28. Welches vorgebildet durch das l deß Oſter⸗Lambs. Exod. 12. v. 22. Beſtaͤtigung deß Bundes mit Go ſeqgq. Blut CHriſti werden Pet. 1. v.z. D Und das Blut/ damit das Vol tt/ beſprenget worden. Exod. 24 56 Dieſes ward durch Eſaiam verküůndiget/ da er ſpricht: Dan rr Meſſias werde viel Heyden beſprengen. Eſa. /2 v.ꝛj Midiſ wir beſprenget zu Vergebung unſer Suͤnda aher wirds genant ein Blut der Beſprengung. h. v. 24. Dieſes hatte jener frommer Student zu Wittenberg fleiſſig ſud ret/ wie der ſelbe in ſeiner Kranck heit vom Herrn Luthero gefragt/ baut in ſeinem Tode Chriſto mitbringen wolte: Hater geantwortet: Als Gutes: Worauff Lutherus geſagt: Sindwir doch arme Suͤnden wu er denn Gutes Chriſto mitbringen wolte? Hat der Student geantwol tet:Herr Doctor, ich wil jhm bringen ein armes zuſchlagenes Herz das mil dem Dlute Jeſu Chriſti deß Sohns Goꝛtes beſprengetiſt O rauff Hen ßGlaubens, manwindmicr das Bu Euhi⸗ velchesfigirlchnn e de ſe vagoſſa ſal Sciches vorghidauih Ind das Biut damul beſprmgetvendaen rfndigetdagſti prengen. Eſaſun welche iſt die Befriedigung deß Geiwiſſens. 243 Herr Lutherus geantwortet: Mein Sohn/ wiltu das mit dir bringen/ ſo beſteheſtu wol/ und dazu helffe dir und mir Jeſus Chriſtus unſer Hey⸗ land: Du haſt das Beſie außerwehlet. Laſſet uns auch dieſes/ O Chriſt⸗ liche Hertzen/ fleiſſig practiciren/ daß wir uns an das theuer vergoſſene Blut Jeſu Chriſti/ mit wahrem Glauben halten dann ſolches reiniges uns von unſern Suͤnden. 1. Joh. 1. v. 7. 3 V. Conſcientiæ malæ remotione; Daß wir uns loß machen vondem boͤſen Gewiſſen: Wann wir uns ohn und auſſer der Gnade Gottes in Chriſto betrachten/ ſo heiſſet es: b Mein Sund mich werden kraͤncken ſehr/ mein Gewiſſen thut mich nagen/ Dann jhr iſt viel wie Sand am Meer: b O das iſt ein elende Plage Da ſind wir verzagt wegen unſer eigen Boßheit/ ſo uns uͤberzeuget und verdamt; Und ein erſchrocken Gewiſ⸗ ſen verſiehet ſich immer deß Aergſten. Sap. 7. v. 4. Unſer Gedancken verklagen ſich untereinander. Rom. 2. v z. Und weilen wir unſers Ge⸗ wiſſens nicht verſchonet. 1. Cor. 10. v. 28. So verſchonet es unſer auch nicht; Sondern bekommen ein Brandmal in unſerm Gewiſſen. 1. Tim. 4. v. 2. Gleichwie die jenige ſo wegen jhrer Ulbelthat/ ein Brandmal be⸗ kommen/ ſolches immer mit ſich tragen: Alſo auch wir/ unſer boͤſes Ge⸗ wiſſen: Dieſes boͤſes Gewiſſen/ iſt ein rechtes Gefaͤngnuͤß/ darauß wir uns ſollen loß machen durch wahren Glauben an Chriſium; Wann wir durch denſelben gerecht worden/ ſo haben Friede mit Gott. Rom 5. v.. Wann wlr dieſen Gewiſſens⸗Friede haben/ ſo wandeln wir mit allem guten Gewiſſen fuͤr Gott. Act. 23. v.!. Wir uͤben uns zu haben ein un⸗ verletzt Gewiſſen/ beyde fuͤr Gott und Menſchen. Act. 24.·v. 16. Vnſer Gewiſſen gibt uns Zeugnuͤß im heiligen Geiſt. Rom. 9. va. Unſer Ruhm iſt das Z ugnuͤß unſers Gewiſſens. 2. Corinth. 1. verſ. 12. Wir haben den Glauben und ein gut Gewiſſen. 1. Tim. 1. v. 19. Laſſet uns dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ wol in acht nehmen/ und durch den ſeligmachenden Slauben nach einem guten Gewiſſen trachten. IV. Corporis ablutione; Gewaſchen am Leibe mit reinem Waſſer: Gleich wie die Prieſter Altes Teſtaments mit Waſſer wur⸗ den gewaſchen. Exod. ꝛ9 v. 4. Und alſo zu jhrem Prieſterlichen Ampte/ auff Goͤttlichen Befehl wurden dadurch eingadiſhte: Wir werdea — b 3 er 3 4 3 8 8 ——— 4 —— 8 3 .. ——. —.—— 4 —** 3 — 4 L———— ————— ——y— Augenliede nicht ſchlummern/ biß er ſeine Begierde zu Warcke 4 2 Ll der heiligen Tauffe/ durch Waſſer und Geiſt wiedergeboten Johz, Wir werden abgewaſchen und geheiliget durch den Namen deß Hen b Jeſu/ und durch den Geiſt unſers Goltes. 1. Cor. 6. v. 11. IInd dedu ein außerwehltes Geſchlecht/ ein Koͤngliches Prieſter hum unden liges Volck. 1 Pet. 2.v. 9. Er hat uns gewaſchen von Suͤnden/ mni 6 nem Blut/ und uns zu Konigen und Prieſiern gemachtfuͤr Galnu ſeinem Vatter. Apoc. 1. verſ. leq. Zu welcher groſſen Herriichkeinn wolle verhelffen und dabey erhalten Gott der Vatter/ durch den heühn Geiſt/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. ana Die neun und dreyſſigſte Predigt. DE SEPTIMO FIDEI EEFECTO, QlIOD GRATIONA CHRISTI INHABITATIO. Von der ſiebenden Wirckung deß Glaubens/ welchehe gnadreiche Einwohnung Chriſti. Eph. z. v. 17. Chriſtum zu wohnen durch den Glauben euren Hertzen. H⸗Sſpricht David Pſal. 132 v 4. ſeg. Ich wiltit M ne Augen nicht ſchlaffen laſſen/ noch meine Augenet S ſchlummern biß ich eine Stete finde fuͤr den HEnn; Ah —2 hie haben wir: 1. Davidis deſiderium; Davids Begierde: Es ſinddie Be⸗ gierdeder Menſchen unterſchiedlich; Der eine begehrt groß Ged ind Gut der ander groſſe Ehr und Herrlichkeit; Der dritte/ weltliche Fre de und Wolluſt: Ach der elenden Begierden Denn/ was die Gollloſe gerne wolten/ iſt nicht allein verlohren. Pſal. 112. v. 0. Sondern eoſſn auch ſolche Luͤſte und Begierde kraͤfftig dem Tode Frucht zubringn 244 Von der ſiebenden Wirckung deß Glaubes, Nom. 7. v.5. Es ſing thoͤrichte und ſchaͤdliche Luͤſte/ ſo die Menſchenva ſencken ins Verderben und Verdamnis. 1. Tim. 6. v. 9. Aber Davde Begehren iſt ein Gott wolgefaͤlliges Begehren/ weilen es die Befode⸗ rung der Ehre Gottes ſuchet: Es iſt ein geiſtliches Begehren/ ditweila es nicht zeitliche/ ſondern geiſtliche Seelen⸗Guͤter betrifft; Es iſteinin nigliches Begehren/ dann ſeine Augen ſollen nieht ſchlaffen/ und ſeine deß Glaubens chnungGgrſi uuch de Gle 4l z2 b4.en luſſm noch mn t ids Begierde bi welche iſt die gnadenreiche Einwohnung Chriſti. 241 2. Deſiderii objectum: Was er begehre. Er begeret eine Staͤte dem HErnn zu finden/ eine Wohnung dem maͤchtigen Jacob: Das iſt/ daß ein ſonderlicher Tempel oder G Ottes Hauß er⸗ dauet werde/ darinnen der wahre Gottes⸗Dienſt verrichtet werde. Ei⸗ nen Ort/ an welchem das Gedaͤchtnis deß Namens G Ottes geſtifftet werde. Exod. 20.v.2 4. Dieſes/ ob es zwar ein gutes Begehren gꝛeweſen/ weilen ſuͤr dieſem die Lade deß Bundes in einer Huͤtten nur herumbge⸗ fuͤhret/ aber David ein ſonderliches herrliches Hauß fuͤr dieſelbe und Verrichtung deß gantzen Gottesdienſies begehrte/ ſo kunte er ſelber doch dieſes Begehren nicht erfuͤllen/ theils darum/ da er viele Kriege gefuͤhret. 1. Reg..v.. Theils/ daß Gottes Wille war es ſolte von Salomon er⸗ fuͤllet werden. Reg. 6 cap. Gleich wie nun Davids innigliche Begier⸗ de geweſen Gott eine Wohnung zu bereiten: Alſo/ alſo/ O Chriſtliche ertzen/ ſol unſer innigliche Begierde ſeyn/ daß wir unſer Hertzen Jeſu hriſto unſerm Erloͤſer ja der gantzen allerheiligſt? Dreyfaltigkeit. Jo⸗ han. 14 v. 23. Zur Wohnung bereiten: Er wohnet aber bey denen/ die zu⸗ ſchlagenes und demuͤtiges Geiſtes ſind auff daß er erquicke den Geiſt der Gedemuͤtigten/ und das Hertz der zuſchlagenen. Eſa. 57. verſ. 15. Dieſe Gnad und heilreiche Einwohnung wird an unſer Seiten durch wahren Glauben befodert/ wie Paulus in verleſenen Worten bezeuget! auß wel⸗ chen wir anſehen wollen/ b b Wie der ſeligmachende Gloube/ die gnadreiche Einwoh⸗ nung Chriſit in unſerm Hertzen wircke. Der barmhertzige Gott gebe ſeine Gnade/ daß wirs alſo betrachten/ daß unſer Hertzen Chriſti Wohnung ſeyn und bleiben moͤgen/ um deſ⸗ ſelben unſers HErrn Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Wi haben allhie: 1. Inhabitans lubjectum: Den Einwohner: Derſelbe iſt Chriſtus Jeſus /Gottes und Marien Sohn: Bey welchem wir in acht nehmen muͤſſen/ was er fuͤr einen Hoffſtat mit ſich fuͤhre: Sehen wir an/ ſeine Perſon/ ſo iſt er wahrer G O TT und Menſch/ in einer einigen und unzertrenneten Perſon; Worauß erfol⸗ get/ daß gleich wie bey einem lebendigen Menſchen in der Perſanicden egen⸗ Gegenwart/ Leib und Seel nicht zutrennet werden; Eben ſ un nach der Menſchwerdung deß Sohns Gottes/ die gottliche und menſch liche Natur/ in Gegenwart der Perſon/ koͤnnen getrennet werden/ han demmahl eine unaußſprechlich genaue Vereinigung umer da G lichen und menſchlichen Natur deß Sohns Gottes/ als untet den und Seel eines lebendigen Menſchen iſt: Iſi derowegen dieſe J Chriſtus wahrer Gott und Menſch. Sehen wir ſeinen Hoffſtaian, fuͤhret dieſer HErꝛ immer mit ſich/ Gott den Vatter und den ·G als welcher iſt der einziger wahrer dreyeiniger Gott. Er fuͤhremiſi die Gnade und Gaben Gottes: Dann dieſelbe wiederfaͤhret uns teih lich durch unſern HErrn Jeſum Chriſtum. Rom.) v. Da nn bey einem glaubigen Hertzen lauter Guͤte/ lauter Gnade/ lauter Ban hertzigkeit Gottes: Er fuͤhret mit ſich/ Vergebung der Suͤnden; Dam von ihm zeugen alle Propheten/ daß in ſeinem Namen Vergebung e Suͤnden erlangen/ alle die an jhn glaͤuben. Act. 10. verſ. 43. Erfuͤhn mit ſich/ die wahre Gerechtigkeit/ ſo fuͤr Gott gilt: Denn er hat nichtal 24 Von der ſiebenden Wirckung deß Glaubes, lein unſer Miſſethat verſuͤhnet/ ſondern auch eine ewige Gerechtagt uns wieder gebracht. Dan 9. verſ. 24. Ja/ er hat ſich fuͤr uns zur Sän machen laſſen/ auff daß wir wuͤrden in hm/ die Gerechtigkeit ſo fuͤr bon gilt. 2. Cor. 3. v. 21. Er fuͤhret mit ſich/ die Kindſchafft Gottes; Dain er gibt Macht Gottes Kinder zu werdẽ allen die an ſeinen Namen luu ben. Joh. 1. v. 12. Daß wir alle Gottes Kinder ſind/ durch den Glaube an Chriſtum. Gal. 3. v. 26. Erfuͤhret mit ſich/ die Erbſchaffl der ewige Seligkeit; Dann alle ſo an jhn glaͤuben/ ſollen nicht verlohren werden ſondern das ewige Leben haben Joh. 3. v. 16. Er gibt ſeinen Schaͤfen das ewige Leben. Joh. 10. v. 28. Bedencke/ bedencke doch/ O Chrſſtlchs Hertze/ dieſen HErrn ſampt ſeiner herꝛlichen Hoffſtatt Da iſtdiega⸗ b tze allerheiligſte Dreyeinigkeit: Daß ein glaͤubiges Hertz kan ſagen: N Golt in uns/ bey uns/ mit uns /fuͤr uns/ wer mag wider uns ſeyn Nom verſ.31. Und wo die Gnade G ottes/ Vergebung der Suͤnden/ Gerechti keit/ Kindſchafft/ und die Erbſchafft der ewigen Seligkeit iſt was an Herodot. uns da mangeln: Da nehmen wir von der Fuͤlle Chriſt Gnade um Om⸗ lib. 7. pag. de. Joh. 1. v. 16. Pythius Bithynius hat den errem mit ſeinem ganti 4⁰6. Kriegsheer beherberget/ und dieſelbe ſehr ſtattlich tractiret/ iſt auch vom Xerxe reichlich begabet worden: Aberes ſind jhm theure Gaͤſegmen 3 de alindien ſine *. Kunder ſind duchen miſſich di Enſchfe den ſollennichtvettnn n 16. Er gurſ c bedacktdoch richen HeffſutDin m glaͤubiges hatiat 1 4 6 wie leichtlich zu ermeſſen: Aber wann G Ott in uns wohnet/ koſtet uns nichts/ ſondern wir haben den allerreichſten Seegen Gottes davon zu welche iſt die gnadreiche Einwohnung Chriſti. 247 erwarten zeitlich und ewig. O deß herrlichen Einwohners II. Habitaculum Die Wohnung: Solche iſt unſer Hertze; Dabey wir ſonderlich muͤſſen beobachten: 1. Naturalem cordis noſtri conditionem: Den natuͤrlichen Zuſtand unſers Hertzen: Deſſen Dichten und Trachten/ iſi leider boͤ⸗ ſe immerdar und von Jugend auff. Gen. 6. v. 6 Cap. 8. v. 21. Da verſto⸗ cken Viele noch darzu jhre Hertzen/ wie Pharao. Exod. 8. v. 15. Da ſind wir mit unſerm Hertzen ferne von Gott. Eſa. 29. verſ. 3. Niemand kan ſagen/ er ſey rein in ſeinem Hertzen. Prov. 20. v. 9. Auß ſolchem unſerm Hertzen kommen arge Gedancken/ Moꝛd/ Ehbruch/ Hurerey/ Dieberey/ falſche Zeugnuͤß uñ Laͤſterung. Matt. 1j. v. 19. Solche Hertzen aber/ wil der Er: Srihu⸗ nicht zur Wohnung haben: Dañ die Weißheit(das Erkaͤntnuͤß Gottes und ſeines Sohns Jeſu Chriſti/ und darauß erfol⸗ gender Glaube und Gottes⸗Furcht) komt nicht in eine boßhafftige See⸗ le/ dd wohnet nicht in einem Leibe der Suͤnden unterworffen. Sap. 1. verſ. 4. 2. Cordis talis mundationem: Eines ſolchen Hertzen Reini⸗ gung: Solunſer Hertz eine Wohnung Chriſti ſeyn/ ſo muß es von der angeerbten und ſelber verurſacheten Unreinigkeit gereiniget werden: Da muß Gott unſer Hertze beſchneiden. Deut. 30. v. 6. Welches mit Moſis Meſſer/ das iſt/ der Predigt deß Geſetzes/ geſchehen muß; Der richtet un⸗ ſer Hertzen/ durch Erkaͤntnuͤß/ wahrer Reu und Leid uͤber unſer Suͤnde/ alſo zu/ daß wir ein zubrochenes Hertz/ und zuſchlagen Gemuͤthe haben. Pſalm. 34. v.10. Darauff ſchaffet in uns Gott ein rein Hertz( durch wah⸗ ren Glauben/ wie wir ferner hernach hoͤren werden) und gibt uns ein neuen gewiſſen Geiſt. Pſalm. 71. v. 12. Der thut unſer Hertzen auff/ daß wir acht darauff haben/ was geprediget wird. Act. 16. v. 1¼. Der gibt uns ein ſolches Hertz/ daß wir jhn kennen/ daß er der. H Err ſey. Jerem 24 v. 7. In uns derowegen zum hoͤchſten noͤthig/ daß wir zu Veraͤnderung unſer boͤſen Hertzen Goltes Wort lieben und mit ſchuldiger Andacht und Ge⸗ horſam anhoͤren. 3. Cordis mundati conſtitutionem: Die Beſchaffenheit ei⸗ nes grereinigten Hertzen: Wann dieſelbe Reingung/ durch ahee 8 i ung 248 Vonder ſiebenden Wirckung deß Glanbens, bung der Suͤnden/ undwahre Bekehrung/ geſchehen/ ſo ſuchen wic, von gantzem Hertzen/ und von gantzer Seelen. Deut. 4.v 29. Wirde Gott/ mit Freude und Luſt unſers Hertzen. Deut. 28, v.„. Dagui der Geiſt deß HErin uͤber uns/ daß wir ander Leute werden. San v. 6. Da nimt er unſer ſteinern Hertz hinweg und gibt uns ein iaſ Hertz Ezech 36.v. 26. O der gnadreichen Veraͤnderung E tu ne wunderbare Veraͤnderung/ wie Ladislaus Koͤnig in Vngatn tn auß Franckreich ſeine Braut erwartete ſchleuniges Todes ſtatb un Grabe getragen ward/ und dagegen Matthias/ ſo im Geſaͤngnaͤ Todes erwartete/ wider zum Koͤnige erwehlet ward: Aber dieſe Daan 7 * rung iſi viel wunderbarer/ daß auß unſerm von Naturboͤſen und un ſchlachten Hertzen/ eine Wohnung deß Sohns Gottes wind. llI. Modum: Die Art und Weiſe: Chriſtuswohnetinnn ſerm Hertzen: Dieſe iſt eine Beſchreibung der gnadreichen Gegendn Chriſti bey ſeinen feſt Glaubigen: Es war/ O C riſtliche Hertzen Groſſes/ daß Gott zu Salem Jeruſalem) ſein ezelt hatte undſan Wohnung zu Zion. Pſalm. 76. v.3. Daß er uſt hatte daſelbſſ zune nen Pſalm. 132. v.z. Aber dieſes iſt ein viel groͤſſers/ daß Jeſus Chh wil in unſern Hertzen wohnen/ alſo daß es heiſſet/ jihr in mit unih tuch. Joh. 14. v. 20. Daß nicht allein Chriſtus/ ſondern auch der dan (von welchen der heilige Geiſi nicht kan außgeſchloſſen werden u u komt/ uñ eine Wohnung bey uns machet. ib. v. 23. Daſind witen G mit jhm. j. Cor. 6. v. 7. Dalebet Chriſtus in uns. Gal.2/20. Chrſſus in uns Col. 1.v. 23. O deß herrlichen Gaſtes O den allergnaͤdigſienoe genwart! Wie Themiſtocles auß Achen vertrieben/ beym Xerxeſiͤ angeben laſſen/ und von demſelben auff und angenom̃en/ hat ſich kens uͤber deſſen Gegenwart alſo erfreuet/ daß er deß Nachts im Schuſf dreyen unterſchiedlichen mahle geruffen: Themiſtocle . a9e0 Athe- nienſem: Das iſt; Themiſtoeles von Athen iſt bey mir; Und hatſſt groſſe Wolthaten erzeiget; Wie viel mehr kan ſich ein alaubiges hant uͤber die gnadreiche Gegenwart ſeines HErrn und Heylandes J Chriſti erfreuen/ und von Hertzen ſingen: Die gantze Welt erfreut mich nicht/ nach Himmel und ei nicht frag ich/ 4 Wm daß c heiſſt ſenm Chriſtus ſonden. aſtusmuns Galrul Gaſtes Oda beat Alhen verribae ffund angroſi ile daß u deß Nacßs em A nuch hmis 1 welehe iſt die gnadreiche Einwohnung Chriſti, 24 Wann ich dich nur kanhabern// Undwenn ii ach n Darszubricht ſböſtudochmem uverſicht/ Mein Heil und meines Hertzen Troſt/ der mich durch ſein Blut hat erloſt. b Laſſet uns/ O Chriſtliche Hertzen/ dieſen allerwertheſten/ allertheuerſten/ allerwolthaͤtigſten Gaſt zu empfahen uns gebuͤhr⸗ lich bereiten: Bey den Chinenſern iſt ber Gebrauch daß/ wann ein Gaſt von auſſen ſeinen Freund beſuchenwil/ wann er jhm ſchon auff der Gaſ⸗ ſen begegnet/ jhn fuͤruͤber gehet/ als wann er jhn nicht kennete/ ſondern pont. ſich alsbald nach Hauß begibt/ ſeine beſte Kleider anziehet/ und ale⸗ d. Coſmic. dann wol ſtaffiret mit ſonderlicher Freude und Chrerbietung ſeinen Cothofr. Gaſt empfanget/ und jhm ſo viel immer muͤglich allerhand Ehr und p. 2.. 191. Wolthaten erzeiget. Wann wit dieſen unſern Gaſt Jeſum Chriſtum/ zur Herberge in unſern Hertzen wollen auffnehmen/ muͤſſen wir die alten Adams Kleider außziehen/ das Hochzeitliche Kleid deß wahren Glaubens anthun/ und alsdann dieſen Gaſt mit inniglicher Hertzen⸗ Freude auff und annehmen: Und weilen derſelbe auß unverdienten Gnade bey uns einkehret/ und mit unaußſprechlichen Wolthaten be⸗ ſeliget/ muͤſſen wir uns danckbar gegen jhn erzeigen: Paulus ermah⸗ net uns/ wir ſollen nicht vergeſſen gaſtfrey zu ſeyn/ dann durch daſ⸗ ſelbe haben etzliche ohn jhr Wiſſen die Engel beherberget. Heb. 13. verſ. 2. Wie viel mehr ſollen wir dieſen Gaſt/ den Engel unſers Zwing. b Biy den Lucanern iſt Vola4. ein Geſetze geweſen/ daß wann einer einen fremden Gaſt nicht herber⸗ p. 2874 Himmliſchen Bundes wol in acht nehmen. gen wollen ſchwere Stxaffe deßwegen geben ſolle. Werden wir die⸗ ſen Gaſt nicht herbergen/ und jhm gebuͤhrliche Ehre anthun/ ſo wer⸗ den wir gewißlich der ewigen Straffe nicht entfliehen: Dann wer jhn verachtet der verachtet den der ihn geſand hat/ Golt ſeinen himmliſchen Vatter. Luc. 10. v. 16. IV. Medium: Das Mittel dieſer Einwohnung: Das iſt der Glaube/ wie Paulus ſagt: Dann dadurch werden unſer Hertzen zur Einwohnung Chriſti gereiniget Act. 15. v. 9. Der Glaube aber/ iſt allhie nicht der modus, oder die Art und Weiſe/ ſondern das medium oder Mittel/ und wird der Glaube allhie nicht entgegen geſetzet der li 2 weſent⸗ 20 Von der achten Wirckung deß Glaubens, weſentlichen Gegenwart/ ſondern dem Anſchauen im ewigen Leben d. her ſagt Paulus: Erkennet jhr es ſelbſt nicht/ daß Jeſus Chrißtusina iſ. 2 Cor. 13. v. Daiſt Chriſtus durch oder vermittels dem Glau ſeinem Weſen nach bey uns aber nicht weſentlich/ wie die neuen Praxßt ten ſchwermen/ daß die Glaͤubige weſentlich werden verwandelt ine 4 ſt Fleiſch und Blut; Sondern laut der Worte Pauli/ wohnet Chtſ Irſus/ Gones und Marien Sohn/ durch den Glauben in unſerme V tzen/ welche Gegenwart/ gleich vielen andern goͤttlichen Geheimnſ niemand außgruͤblen kan: Iſi das aber nicht eine groſſe Wirckunga Glaubens: Wer wolte nun nicht Gortes Wort ſleiſſig hoͤren undi ten/ weilen die gantze heilige Dreyeinigkeit dadurch eine Wohrunge uns machet. Joh. 14. v. 23. Laſſet uns derowegen/ O Chriſlliche hann hertzgruͤndlich beten; b b Acch mein herbliedes Hekulein/ mach dir ein rein ſanffta elein b b Zu ruhen in meines Hertzen Schrein/ Daßich nimmer vergeſſe dein; Welches uns geben wolle Gott der Vatter/ durch die Gnadeund be deß heiligen Geiſtes/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen Ann V — Dierviertzigſte Predigt. DE OCTAVO FIDEI EFFEOCTO, QVOD HOSTII SrRTTuALIIM DEVICTO. Von der achten Wirckung deß Glaubens/ welche ſd uͤberwindung unſer geiſtlichen Feinde. b 1. Joh, 5. v. 4. b Alles was von Gott gebohren iſt/ uͤberbil det die Welt/ und unſer Glaub iſtda Sieg/ der die Welt uͤberwunden hat. 6 cro, Qroom 4 DEVITIO. Senn geiftlchen n b welchet wollen beſehen: ſi die Vberwindung unſer geiſtlichen Feinde. 211 Sſpricht der Sohn Gottes Joh. 6. verſ.3. In 4 der Welt habt jhr Angſt/ aber ſeyd getroſt/ ich habe die Welt S uͤberwunden. Indieſen Worten haben wir:. b 2. Eorum fiduciam: Ihr Vertrauen: Sie ſollen getroſt ſeyn: Sie ſollen ſtehen im Glauben/ ſeyn maͤnnlich und ſtarck. 1. Cor. 16. v. 13. In dieſer Welt ſchweben fromme Hertzen auff dem Angſi⸗Meer. Zach. 10, v. 11. Aber Chriſtus machet ſie getroſt/ daß ſie ſagen: Der HErr iſt mit mir/ darumb fuͤrchte ich mich nicht/ der HErr iſt mit mir/ mir zu helffen/ ich wil meine Luſt an meinen Feinden ſehen. Pſ. 118. v. d. leq. 3. Fiduciæ caufam: Die Urſach jhres Vertrauens: Dann Chriſtus hat die Welt uͤberwunden: Durch die Welt werden alhie verſtanden/ die Welt⸗Kinder mit jhrem Prineipal und Fuͤrſten dem Teuffel/ und jhrem weltlich geſinneten Fleiſch und Blut. Dieſem jhrem Fuͤrſten und Prineipal mit ſeinen Bedienten/ hat der Sohn Gottes den Kopff zutreten. Gen. 3. v. z. Er hat den Fuͤrſten dieſer Welt außgeſtoſ⸗ ſen. Joh. 12. v. z1. Er hat außgezogen die Fuͤrſtenthum und Gewaltigen/ ſie ſchau getragen oͤffentlich/ und einen Triumph auß ihnen gemacht durch ſich ſelbſt. Col. 2. v. 15. Dann dazu iſt er erſchienen/ daß er die Wer⸗ ckedeß Teuffels zer ſtoͤrete. 1. Joh. z. v. 8. Dieſen HErrn ergreifft der ſe⸗ ligmachende Glaube mit ſeinem theuren Verdienſi/ und uͤberwindet al⸗ le geiſtliche Feinde/ ſolches bezeuget Johannes/ auß deſſen Worten wir Ii 3 Wie 252 Von der achten Wirckung deß Glaubens, Wie der ſeligmachende Glaube/ alle unſere geſlhe Feinde uͤberwinde. Oer barmhertzige Gott gebeuns ſeine Gnade daß wir auch das en Kraͤntzlein davon tragen/ umb Jeſu Chrißi willen/ Amn. Erklaͤrung. Wirr muͤſſen allhie anſehen: b b I. Subjectum: Von wem allhie geredet werde: Nemlich allen die auß Gott geboren ſeyn: Da wir haben; b 1. Communionem: Alles oder Alle; Es ſey Jude oder on che/ Knecht oder Freyer/ Mann oder Weib. Cal.; v. 18. Dann boyon kein Anſehen der Perſon. Act. 10. v. 34. 2z. Subjecti conditionem: Wie dieſe Leute/ davon Joha⸗ nes redet/ beſchaffen ſeyn: Sie ſeyn auß Gott geboren: Eoiſu ſer Geburt unterſchiedlich: a2. Naturalis; Unſer natuͤrliche und leibliche Geburt. ſuh derſelben iſt das Tichten und Trachten deß Menſchlichen Herteni immerdar. Gen. 6. v. ˙. cap. d. v. 21. Was von Fleiſch geboreniſt dasſß Fleiſch. Joh. 3. v. 6. Da iſt das Fleiſch(fleiſchliche Gedancken nals nuͤtze Joh. 6. v. 63. Da dienen wir mit dem Fleiſch dem Geſetz de Sin den. Rom. 7. v. 25. Sind weiſe nach dem Fleiſch. 1. Cor. 1. v. 26. Hahe unſern Wandelin den Luͤſten unſers Fleiſches/ und thun den Wilemm ſers Fleiſches und der Vernunfft. Eph. 2. v.. Ach der elenden Achin ſuͤndlichen Ach der verdamten Geburt! 6. Spiritualis: Unſer geiſtliche Geburt: Dieſelbewird geun eine Widergeburt/ und eine Geburt auß Gott: Dieſelbe geſchicht thal durch die heilige Tauffe Da badet uns Gott mit Waſſer/ undwaſcͤl uns von unſerm Blut und ſalbet uns mit Balſam(deß heiligen Gaſſth Ezech. 16. verſ.). Er ſprenget rein Waſſer uͤber uns/ daß wir reinwadet von unſer Unreinigkeit. Ezech. 36. v. 25. Da haben wir einen ſrey offena Brunnen wider die Suͤnde und Unreinigkeit. Zach. 13. v.. Und wendat alſo wiedergeboren/ durch Waſſer und Geiſt. Joh.; v.. Theils durc Gottes Wort; Da werden wir wiedergeboren/ nicht auß vergaͤni chem/ ſondern auß unvergaͤnglichem Samen/ nemlich auß dem 34 d den Flaſch Con4 lruta is MAsn 1 he Gchurt: Däbri u Gott Drſa welche iſt die uͤberwindung unſer geiſtlichen Feinde. 2/3 digen Worte Gottes/ das ewiglich bleibet. 1. Pet 1. verſ. 3. Wir werden gezeuget/ durch das Wort der Warheit. Jac. 1. v. 8. Solche Wieder⸗ geburt geſchicht vermittels wahrem Glauben an Chriſtum; Dann die an Chriſti Namen glaͤuben/ werden nicht vom Gebluͤt/ noch von dem Willen deß Fleiſches noch von dem Willen eines Mannes/ ſondern von Gott geboren. Joh. 1. verſ.12. 1eq. Und dieſe auß Goit Wiedergeborne thun recht. 1. Johan. 2. v. 29. Wer auß Gott geboren iſt/ der thut nicht Suͤnde(vorſetzlich) 1. Joh. 3. v.)9. Sie lieben Gott und jhren Naͤchſten. 1. Joh. 4. v. 7 Laſſet uns derowegen O Chriſtliche Hertzen/ unſer Tauf⸗ fe uns ſiets erinnern/ daß wir durch dieſelbe geiſtlicher Weiſe mit Chriſto ſeyn begraben in den Tod/ auff daß/ gleich wie Chriſtus iſt aufferwecket von den Todten/ durch die Herrlichkeit deß Vatters/ alſo auch wir in ei⸗ nem neuen Leben wandeln. Rom 6.v 4. Laſſet uns Gottes Wort fleiſ⸗ ſig und andaͤchtig anhoͤren/ weilen auch dadurch der heilige Geiſt unſere Widergeburt thut wircken. 88 II. Ejus effectum: Was die Widergeburt wircke: Ein ſol⸗ cher Widergeborner uͤberwindet die Welt: Dabey wir muͤſſen in acht nehmen: 1. Hoſtem: Den Feind: Derſelbe iſt die Welt: Dadurch Jo⸗ hannes allhie verſtehet: b a. Mundi dominum: Den HErrn der Welt: Welcher iſt der leidige Satan/ ſo ein Fuͤrſt dieſer Welt wird genennet. Joh. 16. verſ. 11. Der Gottdieſer Welt. 2. Cor. 4.v. 4. Ein HErr der Welt. Eph. 6. v. 12. Nicht wegen der Erſchaffung/ Dann der allmaͤchtige Gott/ und kein ander hat ſie erſchaffen; Der hat gemacht den Himmel und die Erden/ und das Meer/ und alles was drinen iſt. Act. 1 4. v. 15. Auch nit wegen deß Beſitzes: Dann gleich wie Gott die Welt erſchaffen/ alſo iſt er auch ein allmaͤchtiger Beſitzer/ Herrſcher und Regierer derſelben; Er iſt der Herrſcher in aller Welt. Pſal. 59. v. 14. Sondern er wird ein Hexr der Welt genand: b 1.Ratione falſæ gloriarionis: Wegen ſeines falſchen Ruhms: Er zeigete dem Sohn Gottes die Reiche der Welt/ und jhre Herrlich⸗ keit/ und durffte der Ertzluͤgner dabey ſagen: Diß alles wil ich dir geben/ ſo du niederfaͤlleſt und mich anbeteſt. Matth. 4· verſ. 8. ſeq. Sie iſt mit 254 iſ mir uͤbergeben/ und gebe ſie wem ich wil Lue 4. v.6. Dado 6 der Alleiniger iſt/ deſſen die Erde iſt und was darinnen iſt/ der En V und ws darauff iſt. Pſalm. 24. v... Der Koͤnigt ab undeiſe an. 2. v. 21. V 2. Ratione operationis, Wegen ſeiner Wirckung: Dang Teuffel hat/ leider/ wegen der Menſchen Boßheit ſeine Wuckunge goͤttlicher Zulaſſung in dieſer Welt: Da iſt er der Gott duſa an ſo der Vnglaubigen Siñe verblendet/ daß ſie nicht ſehen das helelch deß Evangelit.2. Cor. 4. v. 4. Er hat ſein Werck in den Kindenn dgch glaubens. Eph. 2. v. 2. Die ſind gefangen in deß Teuffels Suicke ſeinem Willen. 2. Tim. 2. v. 2W6. 3. Katione vanæ perluaſionis; Wegen der vergeblichene bildung: Er verachtet alles was hohe iſt/ und iſtein Königuͤhea Stoltzen. Hiob. 41. verſ. 25. Vnd durffte ſich deßwegen anden oi GOTTES ſelber machen/ der Einbildung/ denſelben abi ſere Paradiß⸗Eltern zu Falle zu bringen. Laſſet uns aber/ OChn che Hertzen/ wol in acht nehmen/ deß Teuffels nichtigen Ruhmain nen lernen/ ſeine Werckſtete durch Suͤnde bey uns nich idereitu —— ſeinem Stoltz widerftreben. G. Mundiperſecutionem& odium Der Welt Verfoſgung und Haß: Vnd alſo werden die gottloſen Menſchen in der Walat alhie ver ſtanden/ davon ſpricht Chriſtus; Mich haſſet die Welt danni zeuge von jhr/ daß jhre Wercke boͤſe ſind. Johann. 7. v. 7. Vndalſo hets auch wahren Chriſten/ wann dieſelbe die Welt wegen ihrer Boſſe ſtraffen/ ſo iſt das Feuer deß Haſſes und der Verfolgung ſchonbaſß angezuͤndet: Dann die Welt kan den Geiſt der Warheit nicht emyfiſa Johann. 14.v. 7. Sie haſſet CHriſtum/ und ſeine glaubige Angchol Johann. 3. verſ 18. Wann dieſelbe weinen und heulen/ ſofreuetſſch Welt. Johann. 16. v. 20. Derowegen/ O Chriſiliche Hertzen/ oien wahrer Chriſt jhm die gewiſſe Rechnung machen/ daß er in da M Haß und Verfolgung der Gottlo ſen gewißlich erdulten muͤſ/ ſoe haben Abel/ Iſaae/ Jacob/ Joſeph/ Moſes/ David und unzahligemah ſehr wol erfahren. v. Mundi deſiderium: Das Begehren dieſer Welt dug het der Welt Begierde uñ Liebe umb/ mit Jugen LuftmniSerherli oooaoaoaaaaoaaoo ““ Von der achten Wirckung deß Glaubens/ welche iſt die Vberwindung unſer geiſilichen Feinde. 25 und mit einem hoffertigen Leben. 1. Johann. 2. verſ. 16. Da hat man Luſt zu leben in delitiis, in Wolluͤſten. 1. Timoth. 5. verſ. 6. Da ſtreiten die Wolluͤſte in der Welt⸗Kinder Gliedern. Jac. 4. verſ. 1. Da hat man Luſt zu leben in diviriis, in Reichthum; Und iſt die hoͤchſte Luſt der Welt⸗Kinder/ daß jhre Kammern voll ſeyn/ die heraußge⸗ benkoͤnnen einen Vorrath nach dem andern/ daß jhre Schaaff tragen tauſend/ und hundert tauſend auff ihren Doͤrffern/ daß jhre Ochſen viel arbeiten/ daß kein Schade/ kein Verluſt/ noch Klage auff jhren Gaſſen ſey/ und ſagen: Wol dem Volcke dem es alſo gehet. Pſalm. 144. v. vzz. leq. Da hat man Luſt zu leben in leritiis in Freuden: Daiſt eitel Freude und Wonne/ Och ſen wuͤrgen Schaaffe ſchlachten/ Fleiſch eſſen/ Wein trincken/ und ſprechen: Laſſet uns eſſen und trincken/ dann wit ſterben doch morgen. Eſa. 22. v. 3. Da hat man Luſt zu leben in eminentiis, in hohen Ehren; Wie Koͤnig Ahasverus den. Haman groß machet und jhn erhoͤhet/ und ſeinen Stuel ſetzet uͤber alle Fuͤrſten die bey jhm ſeyn/ da iſt deſſen Freude und Hochmuth nicht außzuſprechen. Eſth. 3. verſ. 1. leqq. Laſſet uns derhalben/ O Chriſtliche Hertzen/ die Welt recht erkennen Zinckgr. lernen: Der Herꝛ Lutherus hat ſie die umbgekehrte zehen Gebotte genen⸗ part v p. net: Er hat ſie genennet einen Diſtel⸗Kopff/ wo man denſelben hinkehre/ d⸗ pag. ſo kehre er die Stachel uͤber ſich. M. 2. Hoſtis devictionem⸗Wie dieſer Feind uͤberwunden werde: 9. Ein Wiedergebohrner uͤberwindet die Welt: Wir muͤſſen uns das Boͤſe nicht uͤberwinden laſſen/ ſondern uͤberwinden das Boͤſe mit Gutem. Rom. 12. verſ. 21. Und gedencken/ daß ſo wir uns vom Teuffel/ Welt und unſerm Fleiſch und Blut uͤberwinden laſſen/ ſo ſind wir jhre Knechte und Selaven. 2. Pet. 2. v. 19. Wer aber auß Gott iſt/ der hat dieſe Feinde uͤberwunden. I. J;ohann. 4. v. 4. Das iſt/ ſo lange er ſich ſeiner Wiedergeburt erinnert/ und deroſelben gemaͤß ſich verhaͤlt/ ſo iſt erein uͤberwinder der Welt/ und alle deß boͤſen ſo darunter begriffen wird: Wie die Iſraeliten wider die Mwianiter geſtritten/ und dieſelbe nicht allein uͤberwunden/ ſondern auch eine maͤchtige Außbeute von denſelben erlan⸗ geet dafehlete nicht einer/ oder es iſt kein eintiger Menſch auff jhrer Sei⸗ ten verlohren. Num. 31. v. 49. Alſo koͤnnen alle Widergebohrne/ durch Huͤlff und Beyſtand deß heiligen Geiſtes/ ohne allen jhren Schaden/ Mangel oder Fehl die Vberwindung in dieſem Streit davon tra⸗ gen: Aber dieſes wird dazu nothwendig erfodert/ daß feſtadſelbendas ſhke 26 Von derachten Wirckung deß Glaubens, jhre ſuͤndliche Luͤſte und Begierde fuͤr allen Dingen muͤſenuͤdenane Zincker. Wie Keyſer Friedrich der dritte dievon Gnutz in Ungarn aͤberun Pa. pag. õꝛ hat er ſeinen Soldaten alſo zugeredet: Wir haben ein groß Wa 3 richtet/ es iſt aber noch ein groͤſſers uͤbrig/ daß wir nemlich nun un uͤberwinden/ dem Geitz und Rachgier/ und unſerm Wille nicht nachgeben/ damit wir nicht etwann die Schrancken der Eht und lichkeit uͤberſchreiten: Alſo ſagte Churfuͤrſt oachim von Brandenn zum Keyſer Carolo dem fuͤnfften: Es ſey em geringes ſeinen Fundn ib. p. 132. Krieg uͤberwunden haben/ wann man nicht auch ſich ſelbſt uͤbewin Dann dieſe uͤberwindung unſer ſelbſten/ iſt fuͤr/ in und nach duſen ſi zum allerhoͤchſten noͤtig; Daher ſagt Petrus; Daß/ ſo wi enfſet ſeyn dem Unflath der Welt durch die Erkaͤntnis deß/ Errnund landes Jeſu Chriſti/ werden aber wieder in dieſelbigen eingeflochten m uͤberwunden/ werde mit uns das letzte aͤrger dann das erſte ſeyn. 2. he. v. 20. Ach laſſet uns dafuͤr huͤten. Wer uͤberwindet(beſtaͤndiglch) ſolvom Holtze deß Lebens eſſen/ das im Paradis Goltes iſt. Apotan Ihm ſol kein Leid geſchehen/ vom andern(ewigen) Tode. ib. vaſu h ſoleſſen vom verborgenen Manna. ib. v. 17. Das iſt/ nicht allenall mit dem reichen Troſt im Evangelio verborgen/ ſondern er ſol auzſen und trincken uͤber Chriſti Tiiſch/ in ſeinem Reich. Luc. 22. verſ z0. h ſol alles ererben. Apoc. 21. perſ. 7. O der heilbringenden Vhang dung! III. Victoriæ medium; Das Mittel dadurch wirdieſeult windug erlangen: Vnſer Glaube aber iſt der Sieg⸗ Da Et Gottes iſt der victorioſer Held/ der den Teuffel und ſemen Anhang der Welt uͤberwunden. Joh. 16. v z3. Dann Mit unſer Macht iſtnichts gethan/ wir ſind garbahie lohren/ Esſtreitetüͤr uns derrechte Man⸗ den Gott ſelbſthale ohren. b Fragſtu wer er iſt/ Er heiſſet Jeſus Chriſt. Der iſt der Loͤw vom Geſchlecht Juda/ ſo(ſeine und unſa git de) uͤberwunden hat. Apoc.5. v.. Weilen nun der ſeligmachende Glaux be dieſen unſern HErrn Jeſum Chriſtum/ mit ſeinem aumen b trit lic ——— W3²— ö——& 8 dis Goſtsſſh ndan cwigen) Tak dn. Duſntt heehehaun ſeinan Rach Lurunm * O N habenga „Mittel dadurcri aber iſt der Enlct dm Tauffalunſelit welche iſtdie Vberwindungunſer geiſtlchen Feinde. 277 trieffenden Verdienſt/ und allen Wolthaten/ ergreiffet und jhme feſtig⸗ lich zugeeignet/ und mit Paulo ſpricht: Chriſtus hat mich geliebet/ und ſich ſelbſt fuͤr mich dahin gegeben. Gal.⁊. verſ. 20. So kan ein glaͤubiges Hertze in Chriſto und durch Chriſtum die Welt/ mit jhrem Anhange uͤberwinden: Dann alle Ding ſind muͤglich/ dem der da glaͤubet. Marc. 9. verſ. 3. Daher ſagt Paulus; Ich vermag alles/ durch den der mich maͤchtig machet Chriſium. Phil. 4 verſ. 13. Mit dem Glauben uͤber⸗ winden wir den Teuffel. 1. Pet./ verſ 9. Durch den Glauben hat Abels Opffer ſeines Bruders Camns Opffer uͤbertroffen. Heb.1. v. 4. Durch den Glauben hat Enoch den Todt uͤberwunden. ib. v. 5. Durch den Glauben hat Abraham die Welt und ſich ſelber uͤberwunden. ib. v. 8. ſeqg. Durch den Glauben hat Moſes ſich ſelber uͤberwunden/ daß er erwehlet viel lieber mit dem Volck Gottes Ungemach zu leiden! dañ die zeitliche Ergetzung der Suͤnden zuhaben. ib. v. 25. und was der⸗ ſelben Victorien da mehr gefunden werden. Laſſet uns dieſes/ O Chriſt⸗ liche Hertzen/ ſehr wol erwegen: Paulus ſetzet viel Feinde/ ſo uns von der Liebe Gottes ſcheiden wollen: Truͤbſal Angſt/ Verfolgung! Hun⸗ ger/ Bloͤſſe/ Jaͤhrligkeit/ Schwerd: Aber er ſetzet darauff: In dem al⸗ len uͤberwinden wir weit/ umb deß Willen der uns geliebet hat. Rem. 8. verſ. 3 5. le q. Welche Liebe Gottes durch kein ander Mittel/ als durch wahren Glauben ergriffen wird. Wer iſt der die Welt uͤberwindet/ ohn der glaubet daß JEſus Gottes Sohn iſt. 1. Johann. 5. verſ. 5. In welchem Glauben uns wolle erhalten/ und zu welcher Vberwindung uns wolle verhelffen Gott der Vatter/ durch die Gnade deß heiligen Geiſtes/ umb Jeſu Chriſti willen. Amen/ Amen. Die ein und viertzigſte Predigt. b DE NONO FIDEI EEEBEOTO, QVOD VIRTVTVM CHRIBTIANAKUMM OPERATIO. Von der neundten Wirckung deß Glaubens/ welche iſt die Wirckung Chriſtlicher Tugenden. KKk 2 — Phil. x. 258 Von der neundten Wirckung deß Glaubens/ Phil. i. v. tr. da Seyd erfuͤllet mit Fruͤchten der Geracht keit/ die durch Jeſum Chriſtum gaſt i hen in euch zur Ehre und Lobe Gotn S ſpricht Paulus Gal.5. v. c. Daß der Guun d — — ᷣ 62 8 — — 28 = — ᷣ e⸗ — S — —₰ 8 ● ᷣÕ ☛ ☛ 8 ‿ — ☚η‿ 2 — — — iſt er nicht faul und nachlaͤſſig/ ſondern beweiſet ſich durch die Lube ool tes und ſeines Naͤchſten. Gleich wie ein brenendes Liecht nitohne gan men; Alſo iſt dieſer Glaube nicht ohne gute Wercke/ bey denſenigen ſie erweiſen koͤnnem Dann die Gerechten eſſen die Fruͤchteſhre Wa Eſa.z verſ. 10. Das iſt · weilen ſie ſhren Glauben mit guten Werckande weiſen/ ſo wil Gott jhre Gottſeligkeit auß Gnaden wergelim;Erbſſ HJuagt:Darrgt Gen. tnd tes durch ſer welche iſt die Wirckung Chriſilicher Tugenden. 259 das Liecht jhres Glaubens leuchten fuͤr den Menſchen/ daß ſie jhre gute Wercke ſehen. Matth. 5. v. 16. Als gute Baͤume hringen ſie gute Fruͤch⸗ te. Matth. 7. v. 7. Sie ehren Gott jhren himliſchen Vatter damit/ daß ſie viele Fruͤchte bringen. Joh. 15. v. 8. Es iſt ein ungefaͤrbter Glaube. I. Tim. i. verſ. z. Dann er iſt kraͤfftig in den Glaͤubigen. Epiſi. ad Phil. v. 6. Und gleich wie der Leib ohne Seel oder Geiſt tod iſt: Allo iſt auch der Glaube ohne gute Wercke tod. Jac. 2. v. 6. Credis in Chriſtum? Serm. 24. fac Chriſti opera, ut vivat fides tua, ſagt Bernhardus: Das iſt: ſuper Glaͤubſtu an Chriſtum? So thue Chriſti Wercke(der Liebe) damit Camtic. dein Glaube leben moͤge: Von dieſer Wirckung deß Glaubens reden unſer verleſene Wort/ auß welchen wir anſehen wollen/ Wie der Glaube durch allerhand Chriſtliche Tugend und gute Wercke ſich erzeige und beweiſe. 8 Der allmaͤchtige Gott/ wolle das Wollen und Vollbringen alles Gu⸗ ten gnaͤdiglich bey uns wircken/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Wir haben allhie in acht zu nehmen: I. Bonorum operum appellationem; Wie Paulus die Chriſt⸗ liche Tugenden und gute Wercke nenne. Er nennet ſie Früchte der Gerechtigkeit: Gleich wie ein fauler Baum nicht kan gute Fruͤch⸗ te bringen. Matth. 7. verſ 18. Alſo koͤnnen wir ſuͤndliche Menſchen von uns ſelber keine gute Fruͤchte bringen: Dann das Tichten und Trach⸗ ten deß menſchlichen Hertzen iſt ſehr boͤſe. Gen. 6. v. ⸗ cap. 8. verſ. 21. Da ſind nur Wercke und Fruͤchte deß Fleiſches/ als Ehebruch/ Hurerey/ Unreinigkeit/ Unzucht/ Abgoͤtterey/ Zauberey/ Feiadſchafft/ Hadder/ Neid/ Zorn Zanck/ Zweytracht/ Rotte/ Haß/ Mord/ Sauffen/ Freſſen und dergleichen/ ſo uns des Reichs Gottes enterben. Gal. ⸗. v. 19. ſeqq. Aber dieſe werden allhie genand Fruͤchte der Gerechtigkeit/ ſonſten nen⸗ net ſie Paulus auch Fruͤchte deß Geiſtes/ als da ſind liebe/ Freude/ Frie⸗ de/ Gedult Freundlichkeit/ Guͤtigkeit/ Glaube/ Sanfftmuth/ Keuſch⸗ heit. Gal.. v. 22. ſeq. Wir muͤſſen aber allhie betrachten: 1. Arborem: Den Baum von welchem dieſe Fruͤchte kom̃en: b Der ſelbe iſt ein gerechter Menſch/ darum ſerüchie der Gerechtigkeit 3 werden 260 DVon der neundten Wirckung deß Glaubens/ werden genennen/ weilen ſie auß der Gerechtigkeit deß Glaußens hen ren Gleichwie nun der Baum muß gut ſeyn/ ſollen die Fruͤcht gutſe Alſo muß der Menſch durch wahren Glauben erſtlich gerecht won ſeyn/ ſol er Fruͤchte der Gerechtig keit herfuͤr bringen/ daher werdan Glaubige genant Baͤume der Gerechtigkeit/ und Pflantzende Hen zum Preiſſe( Gottes Eſa. 61. verſ.;3. Da werden unſer Hertzen iun wahren Glauben. Act. 15 v. 9.) gereiniget/ daß wir Fruͤchte bringen.3 13. v.z. Gleichwie ein Acker/ von Diſteln/ Doͤrnern und andern llnin gereiniget/ gute Fruͤchte traͤget: Alſo auch wir wann wit von Sane gereiniget/ bringen wir Frucht Gott dem HErꝛn. Rom. v. Numi die herrlichen Fruͤchte deß Geiſtes/ davon wir zuvor gehoͤret Gal ſha Da ſind wir fruchtbar in allen guten Wercken. Col. 1. v 10. Laſſetu O Chriſtliche Hertzen/ dieſes wol erwegen: Es iſt nicht genugdaßtn uns Gerechtigkeit einbilden/ ſondern wir muͤſſen durch den Glauban Chriſtum die fuͤr Gottes Gericht beſtehende Gerechtigkeit haben wi bey den Glaubigen nit ohne gute Wercke und einen gottſeligen Wan geſunden wird: Solche Gerechte ſind den Luͤgen feind. Prov. 3 van Sie wandeln in fhrer Froͤmmigkeit. Prov. 20. v.7. Wir muͤſſen valeh nen das ungoͤttliche Weſen/ und die weltlichen Luͤſte/ und zuͤchnggac und gottſelig leben in dieſer Welt Tit. 2. v... 2. Fjus fructificationem: Seine Fruchtbringung Glech V ein guter Baum nicht ohne gute Fruͤchte iſt. Matth 7.v. 7. Alſoiſtn Menſch ſo durch den Glauben an Chriſtum gerecht worden nichtohn Chriſtliche Tugenden uñ gute Wercke: Da ſind ſie Baͤume geyflante an den Waſſerbaͤchen/ die jhre Fruͤchte bringen zu ſeiner Zut undſt Blaͤtter verwelcken nicht/ und was ſie machen das geraͤth wolPſ⸗ Sie gruͤnen wie Palm⸗Baͤume/ und wachſen wie die Cedern auffden Libanon. Pſ. 92. v.13. Sie werden genant Baͤume am Waſſer goyfin tzet/ und am Bach gewurtzelt/ wann gleich eine Hitze komt/ fuͤrchtie ſich nicht/ ſondern jhre Blaͤtter bleiben gruͤn/ und bringen ohne Aufß ren Frucht. Jer. 17. v. 8. Sie bringen rechtſchaffene Fruͤchteder uſſ Matth. 3.v. J. Sie ſind nicht faul ſnoch unfruchtbar im Eſkaͤntnißun ſers HErrn Jeſu Chriſti. 2. Pet 1. v. 8. O der ſeligen Leuteſoindiſen Stande gefundenwerden Gleichwie der kunſtreiche Mahler Apele keinen Tagfuͤr uͤber gehen laſſen/ an welchem er nicht eiwas gemallt haͤtte: Alſo muß ein glaubiges Hertze keinen Tagfirbergchanſ ☛* —y— ſſ welche iſt die Wirckung Chriſtlicher Tugenden. 261 er habe dann etwas zu Gottes Ehre/ oder ſeines Nechſten Nutzen auß⸗ gerichtet. b Gaale II. Fructuum repletionem: Die Erfuͤllung mit dieſen Fruͤch⸗ ten: Wir ſollen erfuͤllet ſeyn mit Fruchten der Gerechtigkeit: Gleich wie ein Schwalbe nicht den Fruͤling bringet: Alſo machet ein gut Werck keinen gottſeligen Menſchen: Den Gottloſen erfuͤllet der Satan jhre Hertzen. Act.. v. 3. Die ſeyn voll aller Ingerechtigkeit. Rom. 1. v. 29. Aber glaͤubige Hertzen ſind erfuͤllet mit Fruͤchten der Gerechtigkeit/ daß ſie beweiſen/ daß ſie durch den Glauben an Chriſtum gerecht worden/ mit einem gerechten und gottſeligem Leben und Wandel: Sie ſind er⸗ fuͤllet mit Freude und Friede im Glauben. Rom. 15. v. 13. Sie ſind er⸗ fuͤllet mit allerley Gottes Fuͤlle. Eph. 3. v.. Das iſt/ mit mancherley Gaben deß heiligen Geiſtes; Sie ſind erfuͤllet mit dem Willen Gottes. Col. 4. v. 12. Dieſe geiſtliche Fuͤlle/ beweiſen ſie/ mit vielfaͤltigen Fruͤch⸗ ten deß Glaubens: Gleichſam wie ein guter Acker auch auß wenigem Samen offtmals viel Fruͤchte bringet: Alſo bringen dieſe geiſtliche Acker der glaͤubigen Hertzen/ etzliche dreyſſigfaͤltige/ etzliche ſechtzigfaͤl⸗ tige/ etzliche hundertfaͤltige Frucht. Matth. 13. v. 23. Auß leiblicher Fuͤl⸗ le oder Erfuͤllung folget offtmals der Tod: Philoxenus ein Poet/ wie er zu viel mit Speiſe ſich erfuͤllet/ iſt er geſtorben Wie Alexander Ma- gnus beym Begraͤbnuͤß deß Juͤdiſchen Philoſophi Calani geweſen/ ha⸗2«ing. ben ein und viertzig ſeiner Soldaten ſich zu Tode gefreſſen und geſoffen. Vol.. Der Kayſer lovinianus, ſoll durch Unverdauligkeit der Speiſe geſtor⸗ pag. 0. ben ſeyn: Und ſolcher Exempel tragen ſieh viele zu. Aber dieſe Fuͤlle oder ſeq. Erfuͤllung iſt ein Zeichen deß geiſtlichen Lebens: Vnd gleichſam wie die leibliche Wercke/ das Leben deß Leibes bezeugen; Alſo dieſe geiſtliche Wercke/ das Leben der Seelen. Laſſet uns dieſes/ O Chriſtliche Her⸗ ten/ immer fuͤr Augen und Hertzen haben/ daß wir unſer geiſtliches Le⸗ ben/ mit geiſtlichen und Gott wolgefaͤlligen Wercken beweiſen: Laſſet uns denſelben um den heiligen Geiſt fleiſſig bitten und anruffen/ daß wir mit demſelben erfuͤllet werden: Wie der Prieſter Zacharias mit dem hei⸗ ligen Geiſz erfuͤllet ward/ da machte er einen ſchoͤnen Lob⸗Geſang/ dar⸗ innen er die Wolthaten Gottes gar herꝛlich herauß geſtrichen. Luc. 1. v. 67. feqq. Wie die Apoſtel am erſten Pfingſt⸗Tage neues Teſtamen⸗ tes mit dem heiligen Geiſt erfuͤllet wurden/ da predigten ſie die groſſen Thaten GO TTESin mancherley Sprachen. Act, 2. 22 11. an ——8ͤͤͤſͤſͤſͤſ—.—–‧⸗ Dann gleich wie die Erde ohne Regen keine ſchoͤne Fruͤchtebnnan Alſo auch nicht der Acker unſers Hertzen/ ohne den gnaͤdigen Agnd heiligen Geiſtes/ dadurch das duͤrre Erbe Gottes erquicket wind P v. 10. Keine gute Fruͤchte bringen. III. Fructum horum originem: Woher dieſerähh Gerechtigkeit kommen: Sie geſchehen durch Chriſtuminun Es werden die Fruͤchte der Gerechtigkeit/ oder die Wirckung drn Wercke und Gottſeligkeit/ alhie dem HErꝛn C Hriſio zugeſchni dann derſelbe wircket neben dem Vater und heiligem Geiſt)bey unn merfort/ in allem Guten. Joh. 5.v. 17. Gleichwie der Reben, kanken Frucht bringen/ von jhm ſelber/ er bleibe dann am Weinſiock Aott nen wir auch nichts Gutes herfuͤr bringen/ von uns ſelber/ wirhli dann an unſerm HErꝛn Jeſu Chriſto. Johann. 15 verſ. 4. Wirſint Chriſto Jeſu erſchaffen zu guten Wercken/ zu welchen Gottuts zun bereitet hat/ daß wir darinn wandeln ſollen. Epheſ.. verſ 10. Jn vwech Worten der Apoſtel ſetzet/ unſer Erſchaffung/ durch welche alhievaſa den wird unſer Widergeburt/ die wir durch Chriſtum haben/ wellaſ uns durch ſein theures Verdienſt erworben wirdꝛ Dieſe Widergehun gleich ſam eine neue Erſchaffung/ weilen wir durch dieſelbe/ auß Ein dern/ Gerechte Auß Verfluchten/ Geſegnete; Auß Kindern deß Innt Kinder der Gnade; Auß Vngerechten/ Gerechte/ auß Verdamtenet ſelig werden; Dieſer Erſchaffung oder Widergeburt End⸗Ultſacht dieſe/ daß wir uns guter Wercke/ Chriſtlicher Tugenden/ und eintsgat ſeligen Lebens befleiſſigen ſollen; Und dieſes auch darumb/ daß uns oen durch unſer Erwehlung/ Beruff/ und Schenckung deß heiligen Geſt dazu bereitet hat. Da ſehen wir/ O Chriſtliche Hertzen/ wie daßallsuſ 262 Von der neundten Wirckung deß Glaubens 14 lauter gnadreicher Wirckung deß allmaͤchtigen Gottes herriͤhte Dm gleich wie wir durch Chriſti Verdienſt/ zu guten Wercken erſchefnn oder wiedergeboren/ alſo iſt die Gnade Gottes deß Vaters anden Glau⸗ bigen nicht vergeblich. 1 Cor. 15. v. 10. Und wie der ſelbe das Gutebeyun anfaͤhet/ alſo volfuͤhret er es auch biß auff den Tag Jeſu Chriſt Ph 1.v. 6. Ind Gott der heilige Geiſt/ iſt der jenige der uns fuͤhret auff(bena Bahn. Pſalm. 143. v. ir. Der machet ſolche Leute auß uns diein Gotto Gebotten wandeln/ und ſeine Rechte halten und danach thun Ea 36. p. 27. Der iſt der jenige/ durch welchen wir deß Fleiſches ecſäif ————— b walln vn durchdiic Geſegnen JuKndm ten Gacchte auß un oda Wdagcuncn⸗ nflcha Tugadae deſſs auch dann n muͤſſen das Licht unſers Glaubens leuchten laſſen daß die Menſchen welche iſt die Wirckung Chriſtlicher Tugenden. 263 toͤdten/ und ein geiſtliches Leben alſo fuͤhren. Rom. 8. v. 13. Laſſet uns die⸗ ſes/ O Chriſtliche Hertzen/ mit hertzlicher/ muͤndlicher und wuͤrcklicher Danckbarkeit erkennen/ daß wir das Vermoͤgen zu allem Guten/ eintzig und allein/ von der allerheiligſten Dreyeinigkeit haben/ und derowegen ſolches nicht uns/ ſondern derſelbigen allein zuſchreiben/ und mit David ſagen: Nicht uns HEr!/ nicht uns/ ſondern deinem heiligen Namen gib Eßhre. Pſalm. 15. v. 1. Dann alles was wir(Gutes) außrichten/ das hat er uns gegeben. Eſa. 26. verſ. 12. Der verheiſſet: Die Blinden wil ich auff dem Wege leiten den ſie nicht wiſſen/ ich wil ſie fuͤhren auff den Steigen! die ſie nicht kennen/ und wil die Finſternuͤß fuͤr jihnen her zum Liecht ma⸗ chen/ und das Hoͤckericht zur Ebene/ ſolches wil ich jhnen thun/ und ſie nicht verlaſſen. Eſa. 42. verſ. 16. Der gibt ein eintraͤchtig Hertz/ und ein neuen Geiſi in uns/ und nimpt das ſteinern Hertze weg auß unſerm Leibe/ und gibt uns ein fleiſchern Hertze. Ezech. 11. verſ. 9. Summa wir ſind nicht tuͤchtig von uns ſelber/ etwas(Gutes) zu edencken/ als von uns ſelber/ ſondern das wir tuͤchtig ſind/ das iſt von Gott. 2. Cor. z. v.. Der muß in uns wircken/ beyde das Wollen/ und das Volbringen. Phil. 2. v. 13. Ex omnipotentis Deigratiâ, ad bonaopera conari qui- dem poſſumus, ſed hæc implere non poſſumus, ſiipſe non adjuvat, qui jubet, ſagt Gregorius Magnus: Das iſt: Durch deß allmaͤchtigen Gottes Gnade/ koͤnnen wir zwar anfangen gute Wercke/ aber wir koͤn⸗ nen ſie nicht erfuͤllen/ ſo uns derſelbe nicht hilffet/ der ſie uns zu verrichten b hat gebotten. IV. Fructuum juſtitiæ finem: Die End⸗-Urſache der Fruͤchte der Gerechtigkeit: Dieſelbe iſt die Ehr und Lob Gottes: Es muͤſſen die Glaubige Chriſilicher Tugenden uñ aller guter Wercke ſich befleiſſigẽ/ nit dadurch Gottes Gnade/ die Gerechtigkeit ſo fuͤr Gott gilt/ und die ewig Seeligkeit zu erwerben dann dieſes alles hat uns eintzig und allein der Sohn Gottes erworben: Gleichwie Moſes die Kinder von Iſrael ins gelobte Land nit fuͤhren kunte/ ſondern Joſua muſte es thun: Alſo kan uns Moſes mit ſeinen Geſetz⸗Wercken wegen unſer verderbten Natur/ nicht zur Gnade Gottes/ Gerechtig keit und der ewigen Seligkeit fuͤh⸗ ren/ ſondern der himliſche Joſua/ Jeſus Chriſtus muß es allein thun: Niemand kompt zu ſeinem Vater/ dann durch jhn. Joh. 14. verſ. 6. Wir unſer ——— 2— — 3— 4—— 9——..———— . u——.*————————* * 2 2—— 4.—————.———————— 1 .— o,—————.— 2.——— . 2*— 3——— 1.———————— 8 3 ————— 4 4 68.—— 2 2 4——— 7—— 8— 2 ————— 3——— 2 4* ——— 5 9 5.—————— 4 —————“.—— —— —— =— 264 Vonder zehenden Wirckung deß Glaubens. unſet gute Wercke ſehen/ und preyſen unſern Vatter im Hiñiel. Matth 5. v. 16. Wireſſen oder trincken/ oder was wir thun/ ſollen wir ſolches Gottes Ehre thun.. Cor. 10 v z1. Es muß Chriſtus an unſerm Leih 34 preiſet werden/ es ſey durch Leben oder durch Tod. Phil. 1. v. 20. Jlli was wir thun mit Worten und Wercken/ das muͤſſen wir thun im Na⸗ men Jeſu Chriſt/ und dancken Gott und dem Vatter durch jhn. Col. v. 7. Auff daß an uns gepreiſet werde, der Name unſers HErrn Jai Chriſti/ und wir an jhm. 2. Theſſ. l. verſ. 12. Auff daß in allen Dingen Gott gepreiſet werde durch Jeſum Chriſt. 1. Pet. 4. v. 11. Sollen dar⸗ wegen/ O Chriſtliche Hertzen/ alle die Fruͤchte der Gerechtigkeit zu Got⸗ Tom. 4. tes Ehre/ und nicht zu unſer/ geſchehen laſſen/ und jhm allein die Ehn F. C. pag. unſer Gerechtigkeit und Seligkeit geben/ wie auch viele Sterbendeim Bapſtthum gethan/ deren Exempel Herr D. Gerhard anziehet: Wo⸗ zu uns auch der barmhertzige Gott durch gnadreiche Erleuchtung deß heiligen Geiſtes/ an unſerm Ende verhelffen wolle/ umb Jeſu Chiſſ willen/ Amen/ Amen. Diezwey und viertzigſte Predigt. DE PECIMO FIDEI EFEFEOTO, QVOD FIDvClIALI ORA TIO; Von der zehenden Wirckung deß Glaubens/ welche iſ ein vertrauliches Gebet zu Gott. Iac. 5. v. 16. Das Gebet deß Gerechten/ vermag viel wann es ernſtlich iſt. T⸗s S vermahnet uns Jacobus in ſeiner Epiſtel eap M 1. verſ. 6. Wir ſollen beten im Glauben/ und zweiffeln nicht Damn wer 3 zwaifele ſey gleich wie deß Meers⸗Mogt „„De vom Winde getrieben und gewebet wird; Solcher Min⸗ ſche ſolle nicht gedencken/ daß ervom HErrne de. AMhehese 8 HEnn etwas empfangen werde 1. Fxhortationem Eine Ermahnung: Wir ſollen betenim Elauben und nicht zweiffeln: Der Jeſun Bellarminus, wil ne da dach . 4 4 daßder ladnia geriichhar Glaubenan binzuketen zu! Bilteumb Ve lich unbdieſelb ite Sttaffever ſu Chriſtiwillen 1. Fjusre Jacotus: a. Com Gibeteſeygle⸗ lwieder getriebe dig badan dieſen dauidAſoiß waliſerſichat onderſlbe uäiſtf 9. Abloll bom Ermnete nachdim Glaut Sänfär Go gefal en. Hb. 1 kunedßſlgn tes Vertraumnij kung langt/ außwichmvit Wideiſag vierzigiePrdg. FECTO, CODR àATIo, b kungdeß Glaubat des Gebctzubet c.ſ. v. 16. b zerechten lent iſt. welche iſt ein vertrauliches Gebet zu Gott. 26/ daß der ſonderliche gerechtmachende Glaube/ das Gebet auffhebe weilen bade man umb Vergebung der Suͤnden nicht bitten koͤnne/ wann man glaͤu⸗anu raf. bedie Suͤnde ſeyn einem vergeben: Aber Jacobus erfodert nicht allein einen ungezweiffelten ſondern gewiſſen und beſtaͤndigen Glauben im Gebet/ ſondern auch Chriſtus ſelber/ wann er uns mit einer theuren Ver⸗ heiſſung zum Gebet ermahnet. Joh. 16. v. 3. Wie dann auch Paulus/ daß wir im Glauben einen Zugang haben zu der Gnade Gottes. Rom. 5.v. 2. Wir haben eine Freudigkeit/ welche auß dem Special Glauben gewißlich herruͤhret und Zugang inaller Zuverſicht zu Gott/ durch den Glauben an Chriſtum. Epheſ.z. v. 12. Daß wir mit Freudigkeit koͤnnen hinzutreten zu dem Gnadenſtuel Chriſto. Heb. 4 verſ. 16. Was aber die Bitte umb Vergebung der Suͤnden belanget/ ſo muͤſſen wir billich taͤg⸗ lich umb dieſelbe bitten/ weilen wir laͤglich viel ſuͤndigen/ und nichts denn eitel Straffe verdienen/ daß uns Goit umb unſers einigen Erloͤſers Je⸗ ſu Chriſti willen dieſelbe auß Gnaden vergeben wolle. 1 6 Ejus rationem: Die Urſach dieſer Ermahnung: Dieſttzet acobus: b a. Comparatè: Gleichnisweiſe: Daß ein Zweiffeler im Gebete ſey gleich einer Meers⸗Wogen/ die vom Winde hin und wieder getrieben werde: Gleichwie ein Meers⸗Woge gantz unbeſtaͤn⸗ dig/ bald an dieſem/ bald am andern Ort/ vom Winde getrieben/ gefun⸗ denwird: Alſo iſts auch beſchaffen mit dem Gebet eines Zweiffelers/ bald verlaͤſſet er ſich auff Gottes Erhoͤrung/ bald zweifſelt oder verzagt er gar an derſelbẽ uñ iſt ferner alſo unbeſtaͤndig in allẽ ſeinen Werckẽ. Jae. 1 v. 6. . Abſolutè: Bloß dahin: Er darffnicht gedencken/ daß er vom HErm etwas empfangen werde: Dann Gottes Augen ſehen nach dem Glauben. Jer.. v.z. Was nicht auß demſelben hergehet das iſt Suͤnde fuͤr Gott. Rom. 14. v. 23. Und ohne denſelben kan Gott nichts gefallen. Heb. I1. verſ. 6. Derowegen ſo iſt auch dieſe eine herrliche Wir⸗ ckung deß ſeligmachenden Glaubens daß er ein kindliches ungezweiffel⸗ tes Vertrauen im Gebete zu Gott machet und dadurch gnaͤdige Erhoͤ⸗ rung erlanget/ Dieſes bezeuget Jacobus ferner in verleſenen Worten/ auß welchen wir wollen beſehen/ Wie der ſeligmachende Glaube/ ein vertrauliches Gebet zu Gott wircke und verſchaffe. 1.1 2 Der 10.§. Ter- tia ratio. 3 5. 5——— d 8 4. 1.—.—.— 8 3 4—— ——— q—.———————* 8 —— 8 2,— 8 ——.„ 3 4———————-— ½ 1——— —— 8———— 4 3 ——— —————————— 8. — 2——.—— 5.—.—— 1 ——————— 266 Von der zehenden Wirckung deß Glaubens/ Der allerguͤtigſte Gott gebeuns ſeine Gnade/ daß wir fleiſſige Hoͤt und gehor ſame Thaͤter dieſes moͤgen erfunden werden/ umb Jiſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Wir habenallhie: I. Subjectum: Wovon Jacobus allhie rede: Solches iſ 1. Reale: Wases ſey/ davon er reder Solches iſt das Gebet In welchem wir umb zeitliche/ geiſiliche und ewige Guͤter und Gaben Gott bitten und anruffen: Zeitliche Guͤter muͤſſen wir mit ſonderliche condition und Bedinge bitten/ daß uns GO T T dieſelbe gnaͤdig geben wolle/ ſo ferne es ſeinem vaͤterlichen Willen gefaͤllig/ uns aber/ das ſenige ſowir bitten/ nutz und ſelig ſey: Dannes heiſſet/ leider/ bey uns offt mahlen/ jhr wiſſet nicht was jhr bittet. Matth. 20. verſ. 22. Es gehet uns offt wie den Kindern/ die begehren/ Meſſer/ Nadeln und andere dergli⸗ chen Dinge/ damit ſie jhnen ſelber Schaden zufuͤgen koͤnnen: Alſo iſ unſer Vernunfft/ offtmaln auch im Gebete/ eine Unvernunfft/ daß wi das jenige bitten uud begehren/ welches uns her nach ſchaͤdlich ſeyn kunte Dauum mäfſe 34 heheſenee Dedſas in zeitlichen Dingen billich hinzuſetzen. eich wie auch ein Vatter es beſſer ver ſtehet/ was ſei Kinde nuͤtzlich/ als das Kind: Alſo ſee vrſbamasſaae Weiß Gott was uns am beſten8iſt/ und braucht an uns kein arge Liſt,/ Deß ſollen wir ihm vertrauen. Dieſes erkandte der Außſaͤtzige/ ſo zu dem HErrn Chriſto ſagte HEtt ſo wilt kanſiu mich wolreinigen. Matth. 8. verſ. 2. Geiſtliche und ewige Guůter aber/ ſollen wir ohne jenige condition und Bedin bitten: Da heiſſetes mit Verheiſſung und Erfuͤllun Warlich ich iage auch was Ihr den Vatter bitten werdet in meinem Namen/ daß wird er euch geben bittet/ daß euer Freude vollkommen ſey. Johan. 16. verſ. 23. ſeq. Dann dieſe geiſtliche Guͤter bringen vollkommene Freude/ da bey den Zeit⸗ lichen alles unvollkommen/ ja mit Creutz und Traurigkeit offt vermi⸗ ſſcchetiſt: Daiſt Gottes Wille/ daß ſo wahr er lebet/ der Menſche in ſei⸗ nen Suͤnden nicht ſterbe/ ſondern bekehret werde und lebe. Ezech.33 ve. Da ellchei Dawit /doße arhetkom de Pn atko tanweniſondan Aufdeln ſn riG g am Gerie wo AMleswa 2. Detloꝛ gefunden: 2. Jultit keit ſc auch a nicht haben/ doe weſen daß deß 614. q. Alolt Daniis empfan färweffenließ. Hoffnnelſer ang dargeriichet ha⸗ weſchesduwan nich ader gabt fraget welchen nchtgkaraefi farkii kana werd. 9 jultita Gemtitt 1 mn é/ Hand welche iſt ein vertrauliches Gebet zu Gott. 267 Dawiler/ daß allen Menſchen geholffen werde/ und ſie zur Erkaͤntnis der Warheit kommen. 1. Tim. 2. v. 4. Er wil nicht daß jemand verloh⸗ ren werde/ ſondern daß ſich jederman zur Buſſe bekehre. 2. Pet.z. verſ.9. Auff dieſen ſeinen Willen/ koͤnnen wir unſer Gebet umb geiſtliche und ewige Guͤter gruͤnden: Laſſet uns dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ in un⸗ ſerm Gebete wol in acht nehmen/ Alles was iſt auffditſer Welt/ Es ſey Silber/ Gold oder eld/ b Reichthum und zeitlichs Gut/— Das waͤhrt nur eine kleine Zeit/ und hifft doch nicht(ſon⸗ ddernſchadet offt) zur Seligkeit. Aber; Das ewige Gut/ macht rechten Muth/ Dabey ich bleib/ wag Gut und Leib/ Gott helff nur uͤberwinden. 2. Perlſonale: Wer alſo beten ſolle: Der Gerechte: Es wird gefunden: 3 8 a. juſtitia civilis& Ethnica: Eine Buͤrgerliche Gerechtig⸗ keit ſo auch an den Heyden zu erſehen: Da dieſelbe/ ſo das Geſetze nicht haben/ doch von Natur deß Geſetzes Wercke thun/ und damit be⸗ weiſen/ daß deß Geſetzes Wercke in jhrem Hertzen beſchrieben. Rom. 2. v. 14. leq. Alſo war es eine gerechte That Darij, daß/ wie er die Unſchuld Daniels empfunden/ die Maͤnner ſo ſhn verklaget hatten/ den Loͤwen Irch fuͤrwerffen ließ. Dan. 6.v. 23. 1eq. Wie Keyſer Trajanus, ſeinen Groß⸗ Eutrap. 5 Hoffmeiſter angenommen und jhm/ wie gebraͤuchlich/ das Schwerd p. vpag. dargereichet/ hat er jhm alſo zugeſprochen: Nim hin dieſes Schwerd/ 153.) welches du/ wann ich recht regiren werde/ fuͤr mich/ wo aber nicht/ wider mich ſelber gebrauchen ſolt. Wie Agetilaus Koͤnig zu Lacedæmon ge⸗ fraget/ welche unter den beyden Tugenden/ der Dapfferkeit und der Ge⸗ Wal rechtigkeit die fuͤrtrefflichſte ſeye Hat er geantwortet; Es habe die Dapf⸗ b fatti⸗ keinen Nutzen/ wann die Gerechtigkeit nicht dabey gefunden werde. G. Juſtitia Chriſtiana inchoata: Eine Chriſtliche angefangene b Gerechtigkeit: Da ein Wirdergebohrner Chriſt/ ſich eines gerechten Lebens/ Handels und Wandels befleiſſiget: Da begeben wir unſer LI. z. Glieder 268 BVon der zehenden Wirckung deß Glaubens/ Glieder zu Waffen der Gerechtigkeit. Rom. 6.v. 13. Da waͤchſet beyuts das Gewaͤchſe der Gerechtigkeit/ durch Gottes Segen. 2. Cor. 9. verſ o. Wir jagender Gerechtigkeit nach. 1. Tim. 6. v. 11. Wir leben gerechtin dieſer Weltt Tit. 2. v. 2. Und wer alſo recht thut/ der iſt in dieſem Fall gerecht 1. Tim 3. v. 7. Aber von dieſer beyderley Gerechtigkeit redet Jaco⸗ bus nicht: Dann ſie ſind alle beyde fuͤr Gott wie ein unflaͤtig Kleid. Eſa⸗ 64.v.6G. y. Iuſtitia imputata: Eine zugerechnete Gerechtigkeit: Nen⸗ lich/ welche von Gott dem Glauben zugerechnet wird. Phil. 3. v.). Vnd wird genant eine Gerechtigkeit/ ſo ohne Zuthun deß Geſetzes kompt/ und fuͤr Gott gilt. Rom 3. v. 21. Sondern ſie komt durch den Glauben an h⸗ ſum Chrlſt/ zu allen und auff alle die da glauben. ib. v. 22. Hievon fuͤhrat Paulus das Exempel Abrahams ein/ der ſelbe habe Gott geglaubet/ und das ſey jhm zur Gerechtigkeit gerechnet. Roͤm. 4. v 3. Welches Exempe er bald darauff alſo appliciret: Daß dem der nicht mit Wercken umbgehe glaube aber an den/ der die Gottloſen gerecht machet/ dem werde ſein Glaube gerechnet zur Gerechtigkeit. ib. v. 5. Weilen Gott ſeinen Sohn/ der von keiner Suͤnde gewuſt/ fuͤr uns zur Suͤnde gemacht/ auff daß wir wuͤrden in jhm/ die Gereehtigkeit ſo fuͤr Gott gilt. 2. Cor. ⸗ verſ.2n Darumb auch Paulus ſeine eigene Geſetz⸗Gerechtigkeit/ fuͤr Schaden und Dreck geachtet/ daß er dieſe Gerechtigkeit gewinnen moͤgte Philz. verſ.9. Derhalben iſt der ſeligmachende Glaube zum Gebete fuͤrnemlich hochnoͤthig/ weilen die Suͤnder(das iſt die ſenige ſo durch wahren Glau⸗ ben an Chriſtum mit Gott nicht verſoͤhnet) Gott nicht erhoͤret. Joh. Walter. Gnomol. hiſt.ꝑ.z5. rem Munde /und ehren ihnmin ſhren Lippen aber jhr Hertze ſey ferne von v. 31. Wie Bias Prienæus mit etzlichen gottloſen Geſellen im Schiff war und ein groſſes Vngeſtuͤm erſtanden/ haben ſolche Gottloſe jhre Goͤtter auch umb Huͤlffe und Errettung angeruffen: Bias aber hat zu jhnen ge⸗ ſagt: Schweiget ſtille/ damit die Goͤtter nicht hoͤren/ daß jhr gottloſen im Schiffe ſeyd: Daß alſo auch die Heyden ezlicher Maſſen verſtanden/ daß der Gottloſen Gebet/ Gott mehr erzuͤrne/ als zur Huͤlffe reitze: Dann ſolcher Gebet iſt gewißlich Suͤnde. Pſ. 109. v. 7. Welches all Chriſtli⸗ che Hertzen betrachten ſollen. b II. Modum, Die Art und Weiſe deß Gebets: Es mußernſt⸗ lich ſeyn: Gott klaget uͤber die Heuchler/ daß ſie ſich zu ihm nahen mitſh⸗ jhm. 2 —yyyꝛ— —y—y y—— tach in Eſen ſande d udigkat wege nnze God P730.9.3. .5— gere belnichtauffn tigkeit Dan. 1. Orati Glaulens:Da den wi Fridet „v.. Dannd „ 9 15. Eine Glaubmanſhn. Pater Gal 4.9 dicſebtauffheb benmaͤſſenwir⸗ ſagt: Wieſolu Gedancken ſalbe „Oratio: ſonderlchin geiſt tnſainen Dahelſ vf3 v4. Po zſ.Den in un)zmethore wülichdich aret am dorumowili welen G Ott ſchmgleh mi venſ.ao. 4. Otatio tal Wir niſatiun undniztußnad Von Crrobo Vt r uns zur Sände gnt deigkatſofür Gotgtath Ganchugatga 9 welche iſt ein vertrauliches Gebetzu Gott. 269 jm. Eſa. 19 v. 13. Derowegen wil Jacobus/ es ſolle ein ernſtlich Gebet ſeyn: Es ſol ſeyn: 1. Oratio humilis: Ein demutiges Gebet: Daß wir unſere UIn⸗ wuͤrdigkeit/ wegen unſers ſuͤndlichen Zuſtandes erkennen/ und mit Da⸗ vid ſagen: So du wilt Suͤnde zurechnen/ HEr/ wer kan fuͤr dir beſtehen. Pf. 30. v. z. HEr gehe nicht ins Gerichte mit mir/ dann fuͤr dir iſt kein Lebendiger gerecht. Pſ. 43 v.2. HEr/ ich liege fuͤr dir mit meinem Ge⸗ bet/ nicht auff meine Gerechtigken ſondern auff deine groſſe Banmher⸗ tzigkeit. Dan. 9. v.8. 2. Oratio alacris: Ein freudiges Gebet: Auß Freudigkeit deß Glaubene: Dann weilen wir gerecht worden durch den Glauben/ ſo ha⸗ ben wir Friede mit Gott/ durch unſern HErꝛn Jeſum Chriſtum. Rom. 5.v. 1. Dann durch Chriſtum haben wir den Zugang zum Vater Eph. 2. v. 18. Eine Freudigkeit und Zugang in aller Zuverſicht/ durch den Glauben anjhn. Eph.; v. 12. Daß wir getroſtꝛ uffen koͤnnen; Abba lieber Bater. Gal. 4.v. 6. Duͤrffen unſer Augen nicht niderſchlagen/ ſondern dieſelbe auff heben zu dem der im Himmel wohnet. Pſ. 121. v.1. Derhal⸗ ben muͤſſen wir in Andacht beten/ ſonſien heiſſet es/ wie jener gar wol ge⸗ Zinchgr- ſagt: Wie ſoluns Gott im Gebete hoͤren/ wir hoͤren uns offt fuͤr andern L Gedancken ſelber nicht/ wann wir beten b 3. Oratio fiducialis: Ein vertrauliches Gebet: Ohne Zweiffel ſonderlich in geiſtlich? Dingen: Vertraulich ſollen wir beten/ weilen Gott in ſeinen Verheiſſungen warhafftig iſt; Was er zuſaget/ das haͤlt er ge⸗ wiß: Pſ.33 v. 4. Er wil nicht endern was auß ſeinem Munde gangen iſt. Pſ.89. v.35. Vertraulich ſollen wir beten/ weilen Gott uns beydes zu be⸗ een/ und zu erhoͤren befohlen und verheiſſen: Ruff mich an in der Noth ſo wil ich dich erretten/ und du ſolt mich preiſſen. Pſ. 50. v. 1½. Er ruffet mich an darumb wil ich jhn erhoͤren. Pſ.91 v. 5. Vertraulich ſollen wir beten/ weilen G Ott allmaͤchtig iſt daß er uns kan helffen: Dann er kan uͤber⸗ ſchwengluch mehr thun uͤber alles/ das wir bitten oder verſtehen. Eph.· verſ. 20. 4. Oratio ſtabilis: Ein beſtaͤndiges und unauffhoͤrliches Gebet: Wir muͤſſen bitten/ ſuchen und anklopffen Matth. 7. v. 6. leq. Beten und nicht laß werden. Luc. 18. v. 1. Ohn unterlaß beten. 1. Theſſ. ⸗ v. 7. Von Carolo V, wird geruͤhmet/ daß ex mehr mu GO.TT(im Gebete) als ————;;’’;—————:—-::’:B———’x— lib. 8. hiſt. Eccl. c. 19. lib. I. de bonis oper. in partic. c.ʒ Schultz. Chron. pag 49. 270 Von der zehenden Wirckung deß Glaubens/ als mit Menſchen geredet. Vondem Nilammon ſchreibet Sozomenus daß er ſo fleiſſig und andaͤchtig gebetet/ daß er unter dem Gebete geſton⸗ ben ſey: Das heiſſet/ O Chriſtliche Hertzen/ ernſtlich gebetet/ wann man demuͤtig /freudig/ vertraulich und beſiaͤndig ſein Gebet zu Gott vernch⸗ tet/ da iſt der HErn nahe allen die jhn anruffen/ allen die jhn mit Enſ anruffen/ er thut was die Gottsfuͤrchtigen begehren/ hoͤret jhr Schriym und hufft jhnen auß Pſ. 145.v. 18.— III. Effectum: Die Wirckung: Solches Gebet vermag viel: Nicht daß es ſolle genug chun fuͤr unſer Suͤnde/ wie Bellarminus fabuliret/ dann die Vergebung derſelben haben wir allein durch Chn⸗ ſtum. Act. 10. v. 43. Vnd derſelbe hat allein fuͤr unſer Suͤnde gnug ge⸗ than. Joh. 1.v. 29. Auch nicht daß es ſolle verdienſilich ſeyn der Gnaden Gottes/ wie Bellarminus an gemeltem Orte auch narriret; Dañ dieſelbe wiederfaͤhret uns reichlich durch unſern HErꝛn JEſum Chꝛiſum. Rom. 5. v. 15. Sondern ein ernſtliches Gebet iſt: 1. Noſtra armatura: Unſer Wehr und Waffen: Damitwit unſern Feinden begegnen koͤnnen: Mit beten koͤnnen wir den Teuffe vertreiben. Marc. 9. v. 29. Wann Moſes fleiſſig betete/ ſo lagendie Ama⸗ lekiter unten Exod. 17. v. 11. Die Philiſter wurden geſchlagen durch Sa⸗ muels Gebet. 1. Sam. 7. v. 8. leq. Die Aſſyrer durch deß Koͤnigs Hiſ⸗ kia Gebet. 2. Reg. 19. v. 14. fe q. Baſilius oͤffnete mit ſeinem Gebetedi Kirch⸗Thuͤren/ welches die Arrianer nicht thun kunten. 2. Noſtra medicina- Vnſer Artzney: Wann du kranck biſt ſo verachte das nicht/ ſondern bitte den) Erꝛn/ ſo wird er dich geſundma⸗ chen. Syr. 38. v. 9. Betet fuͤreinander/ daß jhr geſund werdet. Jac. vs. Abraham betet fuͤr Abimelech/ da heilete Gott jhn und die Seinige. Gen. 20. verſ. 17. Hißkia erlangete mit ſeinem Gebet nicht allein ſeine Geſundheit/ ſondern auch Verlaͤngerung ſeines Lebens. 2. Reg 2c. verſ. 3. ſeqꝗ. 3. Ccli clavicula; Ein Himmel⸗Schluͤſſel: Das Gebet di Elenden dringet durch die Woicken und laͤſſet nicht ab/ biß es hinzu komme. Syrach.; 5. verſ. 21. Es kompt hinauff im Gedaͤchtnuͤß fuͤr Gott. Act. 10. verſ 4. Dvoß wir dieſen Schluͤſſel an unſerm letzten Ende moͤgen an die Hand nehmen/ und mit glaubigem Hertzen zebrauch b 4 — vecch dazuvenlhheun wiſgus — DE UNDEC Dandereil g Dieweile bens Johg wirg S 29 iin. I kideicc Und bar: „Lubjecti ben Wirſolln Warſelſſagen: Hert ſolberat Effeſchemich nichwieichsme ſhatn uen o. lcerundaͤherl 11. Eech an ehnſtumgla. Nrdaſſa G einen olchen Gc 16 a 8 Nhun Eonſun Baülsdffneumiſen Jeſum Chriſtum/ ſo glaͤuben wir auch an Chriſium Jeſum, auff daß 3 b Mm wit welche iſtein vertrauliches Gebet zu Gott. 221 dazu verleyhe uns ſeine Gnade GOT Tder Vanter/ durch den heiligen Geiſt/ umb Jeſu Chriſti willen Amen/ Amen. — — Die drey und viertzigſte Predigt. b DE UNDECIMO FIDEI EFEEOTO, OQVYOD ANIMO- SX VERfTATI CONESNIO. Von der eilſſten Wirckung deß Glaubens/ welche iſi die großmuͤtige Bekaͤntnis der Warheit. 1 cor. v... Dieweilen wir denſelbigen Geiſt deß Glau⸗ bens haben/ nach dem geſchriebenſtehet: Ich glaube/ darum rede ich ſo glaͤuben wir auch/ darum reden wir aurwh ⸗ Sſpricht Paulus Rom. 10.v. 10. alſo: So man M von Hertzen glaͤubet/ ſo wird man gerecht/ und ſo man mit D dem Munde bekennet/ ſo wird man ſelig. In dieſen Wor⸗ 2 2 een habenwirrrr I. Fidei conditionem: Die Beſchaffenheit deß Glaubens: Und zwar: b 1. Subjectivè: Wie er ſolle ſeyn: Man ſol von Hertzen glau⸗ ben: Wir ſollen keine Heuchler und Maulglaͤubige ſeyn/ ſondern mit Warheit ſagen: Hertzlich lieb habe ich dich HErr. Pſal. 18. v. i. Unſer Hertze ſol bereit ſeyn. Pſal. 57. v. 8. Daß wir koͤnnen ſagen mit David: Erforſche mich Gott/ und erfahre mein Hertz pruͤfe mich und erfahre mich wie ichs meyne. Pſ. 139. v. 23. Wann wir Chriſti Wort und Wol⸗ thaten hoͤren/ ſo muß unſer Hertz in uns brennen. Luc. 24. v. 32. Odeß ſe⸗ ligen und uͤberſeligen Menſchen/ der einen ſolchen Glauben hat 2. Effectivè: Was er wircke: Er machet gerecht: Dann wer an Chriſtum glaubet/ der iſt gerecht. Act. 13. v.9. Gott machet gerecht/ der da iſt deß Glaubens an Jeſum. Rom. z. v. 26. Daß Paulus deßwegen einen ſolchen Schluß machet: Weilen wir wiſſen/ daß der Menſch durch deß Geſetzes Werck nicht gerecht wird/ ſondern durch den Glauben an ——— 272 Vonder eilfften Wirckung deß Glaubens wir gerecht werden/ durch den Glauben an Chriſtum/ dann durch deß Geſetzes Werck/ wird kein Fleiſch gerecht. Gal. 2. v x. II. Fidei operationem Deß Glaubens Wirekung: Er winde 1. Confeſfionem: Das Bekaͤntnuͤß: Der ſeligmachende Glau⸗ belaͤſſet ſich nicht verbergen/ ſondern/ gleichwie ein Feuer durch die Flam⸗ men ſich beweiſet: Alſo auch der Glaubedurch allerhand Tugenden un⸗ ter welchen auch das Bekaͤntnuͤß der Warheit von goͤttlichen und geiſl chen Sachen: Dann ſo wir mit unſerm Mundbekennen Jeſum/ daße der HErn ſey/ und glauben in unſerm Hertzen/ daß jhn Gott von den Todtenerwecket ſo werden wir ſelig. Rom. 10. v.9. b 2. Salutem: Die Seligkeit: Dieſelbe wird alhie dem Bekaͤnt⸗ nuͤß zugeſchrieben/ nicht daß das Bekaͤntnuͤß die Seligkeit wircke/ dann ſolche wircket an unſer Seiten eintzig und allein der wahre Glaube. Epß 2. v. 9. ſeq. Sondern daß ſie nothwendig auff den Glauben folge/ wellen es heiſſet/ ich glaube/ darumb rede ich. Pſalm. 116. v. 10. Von dieſer Wi⸗ ckung deß Glaubens/ reden auch unſer verleſene Worte/ auß welchen wn anſehen wollen/ Wie der Glaube ein hertzliches und beſtaͤndiges Bekaͤnt nuͤß Chriſti und ſeiner Wolthaten herfuͤr bringe. Der barmhertzige Gott gebe uns ſeinen H. Geiſt/ daß wir herkzliche und beſtaͤndige Erkenner und Bekenner Chriſti jederzeit moͤgen erxſun⸗ den werden/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. 8 Erklaͤrung. Wir haben alhie fleiſtig in acht zunehmen: I. Fidei derivarionem; Woher der Glaube komme⸗Weilen wirde Seſtdeß Slabbcme haben DamttzaaerderApoſſcnaa aubenicht von uns ſelber/ ſondern von dem H. Geiſt herruͤhte: Dendefthenna e A. Gah Sanit A. Fidei ingreſſum: Den Eingang und Anfang deß Glaubens⸗ Dannes iſt Gottes Werck daß wir glauben an den 55 er geſand hat. Joh 6. v. 29. Er iſteine Gabe Gottes. Eph. z2. v. 8. Uns iſt gegeben daß wir glaube Phil.. v.29. Den Glauben wircket Gott. Col. 2.v. 12. Es thut aber Gott der H. Geiſt dieſes nicht ohnmittelbar/ ſondern vormiurce b. Ar. A- Malches Anzie Diesahewi ſawoer wilun nen erkemptſur Geiſtgebohten und von 06 6. Ver den Erbachſen darauß glaub 8 Peruspredigt dem Wortzuhe Hertzeauffdaß 16 9. 4. Laſſe men/ inddul wen/ weilen das uffweſchemer; Fideipt benmahetauchd Unglanbenſche Unſen lauben a. Verbo ondandaͤchtiga durch gcaͤrcket Jeonen und? ermaſvetenſiede hhaͤtt auch Ju und Cliamnund uagad offtern Ochl ins biehtde das liin Gonkaab taufft ſeyn/ die haben Jeſum Welches Anziehensk Dieſes aber wiicket der ſet wo er wil/ und du hoͤreſt ſein Sa nen er kompt/ und wo er hinfaͤhret; Geiſt gebohren iſi. Joh.; v. d. Das iſt/ wi und vom H. Geiſt v 8. Ver bo: DO den Erwachſenen) kompt auß der Predigt. Rom. 10. darauß glaubig/ wie einem jeglichen der HEn gibt. ꝛ. deß Cornelij/ da fiel der H. Geiſt auff alle/ ſo 10. v. 44. Der Lydiæ thaͤte der H. Geiſt das as von Paulo geredet ward. Act. ſes O Chriſtliche Hertzen/ ſehr wol in acht neh⸗ öttliches Wortes/ nicht verachten noch verſaͤu⸗ Petrus predigt im Hauſe dem Wort zuhoͤreten. Act. Hertze auff daß ſie acht darauff hatte w 16.v. 14. Laſſet uns die men/ und die Predigt g ein ander welche iſt die goßmuͤtige Bekaͤndnuͤß der Warheit. 273 a. Bapriſino: Der heiligen Tauffe: wir den ſeligmachenden Glauben/ v. 5. Daher ſagt Paulus: Die Glaubige ſeyn den Glauben an Chriſium; Warumb aber das Chriſtum angezogen Dann dadurch erlangen durch unſer Wiedergeburt. Joh. 3. alle Kinder Gottes/ durch Dann wieviel jhr ge⸗ Gal. 3. v. 26.fleq. Mitiel/ als der ſeligmachende Glaube: heilige Geiſt/ wie Chriſius ſaget⸗ Der Wind blaͤſ⸗ uſen wol/ aber du weiſt nicht von wan⸗ Alſo iſt auch ein feglicher der auß dem edieſe Wiedergeburt geſchehe errichtet werde/ iſt deiner Vernunff verborgen. urch das Wort deßEvangelij: Der Glaube(bey v.7. Cor. z. v. 5. Wie Wir werden men/ weilen das Wort Gottes gleichſam der Wage deß 0. Geiſtes iſt/ auff welchem er zu uns kommet/ 2. Fidei progreſſum: Den ben machet auch der H. Geiſt; Wañ wir ſchonglauben und den Glauben bey uns wircket. Fortgang deß Glaubens: Denſel⸗ ſo muß er unſerm Unglauben(ſchwachen Glauben) auffhelffen. Marc.9. vi4. Er muß unſern Glauben ſiercken. Luc. a. Verbo: Durch ſein Iconien und A ermahneten ſie daß ſie im Glau thaͤten auch Judas und Silas Ac 17. v. 5. Und ſolches verrichtet er: Wort: Wann wir Gottes Wott fleiſſig und andaͤchtig anhoͤren/ leſen und betrachten/ ſo wird unſer Glaubeda⸗ durch geſtaͤrcket: Paulus und Barnabas zogen wieder gen Lyſtram/ und ntiochiam/ und ſtaͤrcketen die Seelen der Juͤnger/ und ben blieben. Act. 14. v. 21.1e q. Solches t.15. v. z2. Paulus zog durch Syrien und Cilicien und ſtaͤrcket die Gemeine ib. v. 41. Verſtehe durch die Pre⸗ digt goͤttliches Wortes. Dann gleichwie eine Lampe/ wann nicht zum offtern Oehl hinzu gegoſſen wird/ verleſchen muß: Alſo gehet auch das mm 2 Liecht deß Glaubens auß/ wann man es nicht mit fleiſſigem Gehoͤr oder Leſen Gottes Wortes ſiaͤrcket und afriſcher, 6. Sacræ lib. 8. de Trinit. e4 Donder elfften Wirckung deß Elaubens . Sacræ cœnæ ſacramento: Mit dem Sacrament deß he⸗ ligen Abendmahls: Dann ſo die Beſchneidung im alten Teſtaman iſt geweſen ein Siegel der Gerechtigkeit deß Glaubens. Rom 4. v.n. Und die Tauffe der Bund eines guten Gewiſſens mit GOtt. 1. Pet.z, p. 21. So wird gewiß die wuͤrdige Empfahung deß heiligen Abendmais unſern Glauben vielmehr flaͤrcken/ nachdem mal wir in demſelben em⸗ pfahen das Blut Irſu Chriſti/ welches vergoſſen iſt/ zu Vergebung un⸗ ſer Suͤnden: Daher ſag Hilarius, daß unſer Glaube/ durch wundig⸗ Empfahung deß hochheiligen Abendmals alſo geſtaͤrcket werde/ ut nos in Chriſto,& Chriſtus in nobis ſit: Das iſt/ daß wir in Chriſto und CHRISllS muns ſey: Dieſes/ O Chriſtliche Hertzen ſol unshil⸗ lich/ beydes zu ſtaͤtigem Gehoͤr goͤttliches Wortes/ und offtmaligen wuͤrdiger Empfahung deß hochwuͤrdigen Abendmahls reitzen und treiben. 3. Fidei egreſſum; Den Außgang und Ende deß Glaubens. Gleichwie der heilige Geiſt/ das gute Werck bey uns anfaͤhet/ alſo vol⸗ fuͤhret ers auch. Phil. 1. v. 6. Der erfuͤllet das Werck deß Glaubens. Theſſ. 1 v. 11. Der hilfft uns auß zum himliſchen Reich. 2. Tim. 4.91. Wollen wir derowegen/ O Chriſtliche. Hertzen/ den wahren ſeligmachen⸗ den Glauben haben/ ſo muͤſſen wir Gott fleiſſig umb den heiligen Gaſ 2nrufadof derſelbe bey uns/ und in uns ſey. Joh. 14. v. 17. Sagen von Dertzen: Nunbitten wir den hulgen Geiſt/ umbden rechten Glau⸗ ben allermei b Daß er uns behuͤte/ an unſerm Ende/ Wann wir heimfahren/ auß dieſem Elende Kyrieleiß⸗ II. Fidei operationem-Die Wirckung deß Glaubens: Oee⸗ ſelbe iſt in verleſenen Worten: 1. Singularis, Sonderlich: Wie geſchrieben ſtehet Ich glau⸗ be darumb rede ich: Alhie fuͤhret Paulus den Koͤnig David ein/ daß der heilige Geiſt nicht allein den wahren ſeligmachenden Glauben/ ſon⸗ dern auch ein freudiges Erkaͤntnuͤß bey demſelben gewircket; Waͤches Paulus bezeuget auß Pſal. 116. v. 1o. Da David ſagt: Ich glaube/ dar⸗ umb rede ich/ ich werde aber ſehr geplaget. Dann weilen David auß den goͤttlichen Verheiſſungen/ eine nfeſten Glauben gefaſſet/ ſo bae d elben wachid aniehtverbe agar l emnlauben/w unſern Glauben ſchen) Bekaͤnd mercketſieſſag ſers Gluubens ther ſein glaud meiner Mund Ith we von nicht ſrrichter ſagte: Laßſche werde Antwor worter/ ſihe/ Ofen /dazuan thinſirynuͤn, At. v.. ſeq. gllaͤhrtm zu Je unddie Ppoſtel horcher/ dannde gwßmnitges un Paukau hatalst getrichn/ und tet. Ac 17 ver Anticchia, wf kes /eies Weſe zugenarnund. genn/ ſieghen Mnganichmae Lußgangundeneißt gune Pasnenn wafüͤllades Wacee zun hemlſchn athed duche hanendendan rir Gettfaaſſigundiaſi dmunsſc. Johuane gen Geiſt/ unddaut ſt aunſermEnde) demn/auß dicemEr die Wrrckungdceu Reegeſcnäat ea— ahrm ignan is da— 910. Da Do e velche ſtdie geoßmütige Bekaͤndnuß der Warheit. 277 ſelben nicht verborgen gehalten/ ſondern durch ein freudiges Bekaͤnd⸗ nuͤß/ der Allmacht/ Weißheit/ Gerechtigkeit und andern Eigenſchaff⸗ ten Gottes/ auch deſſen vielfaͤltig erzeigten Wolthaten/ dieſelbe geruͤh⸗ met und gepreiſet/ ob er zwar vielfaͤltige Plage und Verfolgung deß⸗ wegen außgeſtanden Alſo/ alſo/ O Chriſtliche Hertzen/ muͤſſen wir un⸗ ſern Glauben/ wann/ es Gottes Wille und unſer Chriſtenthum erfodert/ unſern Glauben/ mit einem freudigen und auffrichtigem(nicht Jeſuiti⸗ ſchen) Bekaͤndnuͤß/ beweiſen: Sehet an die Exempel der Alten/ und mercket ſie/ ſagt Sirach cap. 2. verſ. 11. Dieſes iſt uns ſonderlich in un⸗ ſers Glaubens Bekaͤndnuͤß noͤhtig: Allhie haben wir den David/ wel⸗ cher ſein glaubiges großmuͤtiges Hertz jederzeit bewieſen: Ich wil mir meinen Mund nicht ſtopffen laſſen/ HErꝛ das weiſſeſt du. Pſ. 40. v. 10. Ich rede von deinen Zeugnuͤſſen fuͤr den Koͤnigen/ und ſchaͤme mich nicht/ ſpricht er Pſ. 116.d. 46. Wie Nebucadnezar zu Daniels Geſellen ſagte: Laß ſehen/ wer der Gott ſey/ der euch auß meiner Hand erretten werde; Antworten dieſelben: Es iſt nicht noth/ daß wir dir darauff ant⸗ worten/ ſihe/ unſer Gott/ den wir ehren kanuns wol auß dem gluͤenden Ofen/ dazu auch von deiner Hand erretten. Dan. 3.v. v. ſeg. Petrus thaͤte freymuͤtig ſeyn Bekaͤndnuͤß von Chriſto in der Halle Salomons. Act. 3.v. II. ſeq. Wie dann auch fuͤr den Obriſten/ Eltiſten und Schrift⸗ gelaͤhrten zu Jeruſalem. Act. 4. v. 5. leqq. Hernach abermal/ da Petrus und die Apoſtel zum Hohenprieſter ſagen: Man muͤſſe Gott mehr ge⸗ horchen/ dann den Menſchen. Act.. v. 29. Alſo hat Srephanus auch ein großmuͤtiges und glaͤubiges Bekaͤndnuͤß gethan. Act. 7. verſ. 2. ſeqq. Paulus hat alsbald nach ſeiner Bekehrung die Juden zu Damaſco ein⸗ getrieben/ und ſein Bekaͤndnuͤß von Chriſto gethan/ und auß Gottes Wort bewehret. Act.. v. 22. Wie er auch ein gleiches zu Athen verrich⸗ tet. Act. 17. verſ. 15. leꝗq. Ein ſolcher iſt geweſen Moletius Biſchoff zu Antiochia, wie derſelbe zu Antiochia geprediget/ daß der Sohn Got⸗ tes/ eines Weſens mit dem Vatter ſey/ iſt ein Arianiſcher Prieſter hin⸗ lib. 4..27. zugetretten und hat jhm den Mund zugehalten/ worauff er mit den Fin⸗ gern/ ſeine Meinung und Glauben kund gethan/ und erſtlich drey Fin⸗ ger neben einander/ und damit die drey Perſonen in der Gottheit/ herna⸗ Sozomen. cher zwey eingezogen/ und nur einen Finger gezeigt/ damit die Einigkeit Mm 3 vom Him goͤttlichen Weſen angedeutet/ und wie der Prieſter die Hand jhme 2 6 DVondereeilften Wirckung deß Glaubens Zinchgr. vom Munde gezogen/ und ſeine Hand ergriffẽ hat ers mit ſeinem Mun⸗ Pö. p. 124. de erklaͤret/ und wellen er von der goͤttlichen Warheit nicht abweichen wollen/ iſt er ins Elend verfagetworden. Iohannes Chur⸗Fuͤrſt von Sachſen/ ſagte Anno5 30. zu ſeinen ITheologen; Lieben Ennn traua jhrs nicht zu behaupten, ſo ſehet/ daß jhr Land und Leute nicht in Scha⸗ den fuͤhret Lnd wie die Theologen antworteten: Gnaͤdigſter HEr wo let jhr nicht bey uns ſiehen/ ſo laſſet uns allein fuͤr Keyſerliche Maſeſit kommen/ und uns verantworten; Hat er repliciret; Das wolte Gott nich daß jhr mich außſchlieſſet/ ich wil Chriſtum auch mit bekennen; Das war eine herrliche Churfuͤrſtliche Rede: UInd ſolcher Erempel koͤnten vitl ja unzaͤhlich beygebracht werden/ ſo uns billich zum freudigen Bekaͤn⸗ nuͤß der Ehr und Lehr Chriſti bewegen ſollen. 2. Communis: Ein Algenneine; Allen wahren Chriſten gebuͤht⸗ lick So glauben wir auch/ darumb reden wir auch: Alſo/ alſo O Chriſiliche Hertzen/ muß es ſeyn: Wir muͤſſen auch in ſocher Großglau⸗ biger Fußſtapffen treten/ und die Ehr und Lehr Chriſti mit großmuͤngen und ſtandhafftigen Hertzen bekennen: Wir ſollen allezeit bereit ſeyn zut Verantwortung jederman/ der Grund fodert unſer Hoffnung die inuns iſ.. Pet.3. v. 15. Und dieſes iſt nicht allein hochruͤhmlich/ ſondern auch nothwendig/ und zwar: r. Ratione Dei: An Gottes Seiten: Dannes iſt Gottes Wi⸗ leund Befehl: Einer ſol gegen dem andern die Warheit reden. Zachd v. 16. Soldieſes geſchehen/ muß man auch dieſelbe gegen die Feinde dero⸗ ſelben reden: Wir ſollen die Warheit verthaͤdigen biß in den Tod. Syr. 4:v. 33. So muͤſſen wir keine Gefahr/ keine Verfolgung/ auch den Tod ſelber nicht ſcheuen; Wer Chriſtum bekennet fuͤr den Menſchen/ den wil er auch bekennen fuͤr Gott ſeinem himliſchen Mater. Matth. 10. verſ.. Die leichtfertigen Mammelucken aber werdendieſesententz hoͤren; Ich habe euch noch nie erkant/ weichet alle von mir jhr Vbelthaͤter. Matth.7. v. 23. Derhalben vermahnet uns auch Gott durch Paulum; Wi ſollen die Luͤgen(darunter falſche Lehr die aͤrgſte und ſchaͤdlichſte iſt) ablegen und reden die Warheit mit unſerm Naͤchſten: Eph. 4. v. 25. Wir ſollen Lnicht Feld fluͤchtig werden/ ſondern) kaͤmpffen den guten Kampff deß Glaubens. 1. Tim. 6. v. 12. Wir ſollen uns nicht ſchaͤmen deß Zeugnuͤß unſers HERRN. 2. Timoth. 1. verſ. 8. Wir ſollen halten am Be⸗ kaͤntnuͤß der erkanten .. Raco derſelb⸗ nichtm den/ weedie Saddueter an ea vualglubig v ſeg Das w. z. Ratiol 2. Dropt wir Ckriſtumb füͤr ſnaninl ben verliere/ de ſtetben hirmiſ ntt /daß Jeſus 1 Joh erſ.l. . Droptel unterlaſen We Gottſeinemhim in pfu derwit dr Aorhoöchſie anderanß; danaa pegen ſolmm ua enreine Aäaraßrah Wrniſa naͤnſtt — nm: Wr ſolaallni IArund ſodatunſe heffu challn hechniid ttes Säten: Dmnuſſt Amandandi Baßthe welche iſt die großmuͤtige Bekaͤndnuͤß der Warheit. 277 kaͤndnuͤß der Hoffnung/ und nicht wancken. Heb. 10. v. 23. Wie Her⸗ tog Georgen Abgeſandten/ zu deſſen Bruder Hertzog Henrich von Sachſen kommen/ jhn dazu bereden/ daß er ſeines Bruder Hertzogen Georgen Laͤnder bey der Baͤpſtiſchen Religion laſſen ſolle/ ſo koͤnte er nicht allein die Laͤnder ſondern auch viel Barſchafften und Silber⸗Ge⸗ P-TP.130⸗ ſchir bekommen/ antwortete er jhnen: Ihr machts wie der Teuffel/ da er Chriſto alle Welt zuſagte/ wenn er niederftel und jhn anbetet: Meinet aber nicht/ daß ich weltlich Reichthum ſo hoch achte/ daß ich darum von der erkanten Warheit laſſen ſolte. 1 2. Ratione proximi: An unſers Nechſten Seiten: Damit derſelbe nicht moͤge geaͤrgert/ und jhm zum Abfall Anlaß gegeben wer⸗ den/ wie die Juͤdiſchen Prieſter/ der Hauptman deß Tempels/ und die Sadduceer an die Apoſtel jhre Hand legten/ und ſie einſetzten/ da wur⸗ den viel glaͤubig/ und wurd derſelben Zahl gewaltig vermehret. Act. 4. v. 3. feq. Das wirckte auch das beſtaͤndige Bekaͤndnuͤß. 3. Ratione noitri⸗An unſer Seiten: Und zwar: a. Propter prœmium: Wegen deß Gnaden⸗Geſchencks: So wir Chriſtum bekennen fuͤr den Menſchen/ ſo wil er uns auch bekennen/ fuͤr ſeinem himliſchen Vatter. Matth. 10. v.32. Wer alſo auch ſein Le⸗ ben verlieret/ der wirds finden. Matt. 16. v. 25. Das iſt gewißlich wahr/ ſterben wir mit/ ſo werden wir mit leben. 2. Tim. 2. v. 11. Welcher beken⸗ net/ daß Jeſus Gottes Sohn iſt/ in dem bleibet Gott/ und er in Gott. 1. Joh. 4. verſ. 5. O der gnadreichen Wirckung;— 6. Propter ſupplicium: Wegen der Straffe derjenigen ſoes unterlaſſen: Wer Chriſtum verleugnet/ den wil er auch verleugnen fuͤr Gott ſeinem himliſchen Vatter. Matth. 10. v. 32. Ihr Theil ſoll ſeyn im Pful der mit Feuer und Schwefel brennet. Apoc. 21. v.s. Dafuͤr uns der Allerhoͤchſte behuͤten wolle/ um Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. Die vier und viertzigſte Predigt. S DE DUODECIMO FIDEI EFFECTO, QVOD VII ATERKNf HAREDITATIO. Von der zwoͤlfften Wirckung deß Glaubens/ welche iſt die Erbſchafft der ewigen Seligkeit, Act, 16. 278 Von der zwoͤlfften Wirckung deß Act. 16. v. 3 0. leq. Glaubens/ Der Kerckermeiſter ſprach: Lieben HEnn was ſoll ich thun/ daß ich ſelig werde Sje ſprachen: Glaube an denoErꝛn Jeſum ſo wirſt du und dein Haus ſelig. ſod 8 net den Glauben das Ende unſer Seelen Seligkeit Allhie ᷣ muͤſſen wir in acht nehmen/ daß das Wort Ende in heihge Schrifft bedeute 1. Conlummationem: Eine Vollendung: WieChriſtus ſag Wer beharret biß ans Ende/ der wird ſelig werden. Matth. 10. verſ an Das iſt/ wer ſein Leben in Chriſtlichen Glaubens Beſtaͤndigkeit vollen⸗ det:UInd alſo iſt auch die Seligkeit das Ende deß Glaubens: a. Katione Dei: An Gottes Seiten: Zu dem Ende hat uns Gott erſchaffen/ der Sohn Gottes erloͤſet/ der heilige Geiſt geheilige daß wir an Chriſtum glaͤuben/ und ewig ſelig werden ſollen/ darund haͤlt Gott jederman den Glauben fuͤr. Act. 17. v. 30. Das Evangeliun iſtzu dem Ende geſchrieben/ daß wir glaͤuben/ Jeſus ſey Chriſt/ der Sohn Gottes/ und daß wir durch den Glauben/ das ewige Leben ſollen haben in ſeinem Namen. Joh, 20. v. z1. 6. Ratione noſtri: An unſer Seiten: Der Glaube mußim⸗ merdar kaͤmpffen/ mit dem Teuffel/ mit der Welt/ mit Kaͤtzern und Schwaͤtzern/ mit unſer eigenen Vernunfft; Aber er bringet endlich/ wann wir beſtaͤndig außharren/ den Sieg davon. 1. Joh.. verſ. 4. Das befinden wir aber eigentlich in der ewigen Seligkeit/ da uns das Siegs⸗ Kraͤntzlein wird auffgeſetzet werden, Und zwar: a KRatione apprehenſi Chriſti meriti- Wegen der Ergreiß⸗ fung deß Verdienſtes Chriſti: 2. Lerfectionem: Eine Vollkommenheit: Alſo ſagt Paulus: Chriſtus ſey deß Geſetzes Ende/ wer an jhn glaube der ſey gerecht. Nom. 10. v. 4. Dann Chriſtus hat an unſer ſtete/ mit ſemem winh wlchet enund edende fu lud iſa „Er Apoſtel Petrus in ſeiner. Epiſt. c. 1. b., nen velkamineEr ren glanzenan 3. Narion Dunndiſebeg biedurcheinen AngeſichtaCs im Schaucnn ſonzwarniehtſ terich wil/ daß auff diß ſieſc 9. 24. Dawerd Seüikutden gen der Glaube keitergreiffen/d lenbetrachten Tieder Der gndreiche Hnobeyt Wirhaber I. Antec duund Silas nienvoneiner ſhtem Hern v Geiß außgetne h vn laihe niirMNaſa Wienunzuch narauff anEne Lanenoßr rwudſchg vada Nan lchen Gluhan Sftudt et das SedeßGluhn dottes Satm zumd ottes cloſet deheug ⸗ und ewigſchg vahaſt en für. Act.7.Zo. Dud as vit gluudam, JIiut rch den Glauden doct 10,p. zl. unfer Seitmn das cuffet/ mit da Wchn a Damufft Aca den Süegdavon a aniaen Sclittdu⸗ welche iſt die Erbſchafft der ewigen Seligkelt. 27 chen und leidenden Gehorſam/ was das Geſetze von uns erfoderte/ er⸗ fuͤllet: Und iſt alſo derſelbe das Ende unſers Glaubens/ weilen wir die vollkommene Erfuͤllung deß Geſetzes/ von Chriſto verrichtet/ mit wah⸗ rem Glauben ergreiffen/ und dadurch ſeligwerden. 3. Katione gaudii æterni: An Seiten der eivigen Freuden: Dann dieſelbe glauben wir allhie/ beſitzen ſie aber nicht; Wir ſehen all⸗ hie durch einen Spiegel im tunckeln Wort/ dort aber von Angeſicht zu Angeſicht. 1. Cor. 13. v. 12. Wir wandeln allhie im Glauben und nicht im Schauen. 2. Cor.. verſ. 7. Wir glaͤuben allhie an Chriſtum/ ob wir jhn zwar nicht ſehen. 1. Pet. x. v. g. Dort/ aber/ wird erfuͤllet werden: Va⸗ ter ich wil/ daß wo ich bin/ auch dieſelbe ſeyn/ ſo du mir gegeben haſt/ auff daß ſie ſehen meine Herligkeit/ die du mir gegeben haſt. Joh. 17. v. 24. Da werden wir Gott ſehen/ wie er iſt. I. Joh. 3. v. 2. Alſo wird die Seligkeit dem Glauben auff dieſe Weiſe/ ein Ende machen: Iſt derwe⸗ gen der Glaube/ an unſer Seiten die Hand/ damit wir die ewige Selig⸗ keit ergreiffen/ davon reden unſer verleſene Wort/ auß welchen wir wol⸗ len betrachten: b Wie der ſeligmachende Glaube die Hand ſey/ damit wir die ewige Seligkeit ergreiffen. Der gnadreiche Gott thue durch ſeine milde Hand/ dieſe Glaubens⸗ Hand bey uns auff/ um Jeſu Chriſn willen/ Amen. Erklaͤrung. Wir haben allhie in acht zu nehmen: I. Antecedentia: Das vorgehende: Da wir leſen/ wie Pau⸗ lus und Silas/ zu Phili ppis in der Haupt⸗Stadt deß Landes Macedo⸗ nien von einer Magd/ ſo einen Wahrſager Geiſt gehabt/ und deßwegen jhrem Herꝛn viel Genieß zugetragen/ den Teuffel oder Wahrſager Geiſt außgetrieben/ worauff ſie gefaͤnglich angenommen/ die Kleider hnen vom Leibe geriſſen/ geſteupet und ins Gefaͤngnuͤß geworffen/ dem ercker⸗Meiſter auch dabey gebotten/ er ſolle ſie wol verwahren; Wie nun zu Mitternacht Paulus und Silas zu Gott beten/ erfolgel darauff ein Erdbeben/ daß die Thuͤren des Gefaͤngnuͤß eroͤffnet/ und jhre Bande loß werden: Der Kercker⸗Meiſter fabret auß dem Sehlaf⸗ n un caſ. conſc. geg pag.(mi- S hi) 82z. 6 280 Don der zwoͤlfften wirckung deß Glaubens und wie er vermeinet/ die Gefangenen waͤren ſchon außgeriſſen/ wil ſich ſelber umbs Leben bringen/ welches Paulus und Silas verhinden Darauff faͤllet der Kaͤrcker⸗ Meiſter mit groſſen Zittern Paulo zu guͤ ſen. Alhie ſehen wir/ O Chriſtliche Hertzen/ wie der Teuffel mit alla⸗ hand Luͤgen⸗Wunderndie Goͤttliche Wahrheit und Wolthaten ge dencke zu unterdrucken/ Er wil als ein ſtarcker gewapneter ſeinen Pa⸗ laſt gern bewahren. Luc. n. v. 21. Ertreibet ſein Werck immerfort in den Kindern des Unglaubens. Eph. 2. v. 2. Er herſchet in der Finſia⸗ nuͤß dieſer Welt. Eph. 6. v. 12. Der wircket mit allerley luͤgenhaff ngn Kraͤfften/ Zeichen und Wundern. 2. Theſſ. 2.v.o. Darumd ſollenwi uns wol vorſehen/ daß wir durch ſeine Tauſent⸗Kuͤnſte nicht benogen werden. II. Præſentia: Das Gegenwaͤrtige oder Verleſene Da wir haben: 1. Præfecti carceris compellationem Wie der Kaͤrcker⸗Mii⸗ ſter ſie angeredet: Lieben Herꝛn/ ſpricht er: Er erkennet auß dem Erddeben und Eroͤffnung des Gefaͤngnuͤß/ daß ſie nicht ſchlechte ſon⸗ dern ſonderliche; Nicht boͤſe/ ſondern gute; Nicht gemeine ſonden G Ott ſonderlich gefaͤllige Leute ſeyn/ die von G Ott auch in ſondenhei auß geſand der Menſchen Heyl und Wolfahrt zu befodern: Das ſoitm billich alle ſo Chriſten ſeyn wollen/ fleiſſig betrachten/ wie daß GOt durch ſeine Legaten und Mund⸗Boten treue Lehrer und Prediger den Menſchen viel gutes erzeige: Bey der Welt iſt nichts gebraͤuchlicher als daß mantreue Lehrer und Prediger verachtet/ da ſie doch G Oltes Legaten und Bottſchafften ſeyn: Wie einer Fuͤrſtlichen Geſellſchaff /) ein Baͤpſtiſcher Fuͤrſt wuͤnſchete daß ſeinem Sohn der heilige Geſſ Dunthii moͤchte eingeben/ daß er ſich zu der Jeſuiter Seet geſellete; Sagte da⸗ en ein Fuͤrſt der Evangeliſchen Religion zugethan/ wann ſeiner oͤhne einer in den Predicanten⸗Stand ſich begeben wuͤrde/ wolte etlit⸗ ber daß er gehaͤncket waͤre. Aſſo/ alſo/ gehets in der Welt/ daß treue Leh⸗ rer und Prediger bey derſelben HErrnofft nicht achten durch die verachteſten Leute ſeyn/ und groſſe Krieg jhre eigene Kinder/ und viel tau⸗ ſent Seelen dem Teuffel zu opfferen; Aber die ſenige ſo der Menſchen Seele GOtt zufuͤhren/ ſeyn be GOites Wort dazue Wied ie yſhnen in keinem Werth: Was ſagt aber Iſraeliten mit Samuel nicht zu frieden waren agt GO.⸗/ ſie haben nicht dich/ ſondenn mich vaworffen 44 am. d. ———— (chnet und vie wolktnabholen. ſaemteriumg gen en ichzum Predi 5 Leattfinde ſoiche ſindend 2 Inter ich elgwerde wweyerl. * Hypo⸗ heuchleiſchem! fragt’ nas ſtena mochten ſeligwe da HEnnChl das ew geLcbe lehtter: Meſſ Lu. o verſaß dasevigeLehe ſolcher Mennn than/ daswi feynuniteß Geſcs ker Gen⸗ arun dase außden Wnr pellainen Patſt ermn ſonchtn: Saim Befängni doß jent eſchn devon GOtut und Weſfährtzubfum Ua fiaſſig betrchen d Kelche iſt die Erbſchafft der eivigen Seligkeit. 281 1. Sam. 8. v. 7. Wer euch hoͤret der hoͤret mich/ und wer euch verachtet/ der verachtet mich ſagt Chriſtus zu ſeinen Juͤngern. Luc. 10. verſ. 15. Die Galater hattens beſſer gelernet/ und haben Paulum nicht verachtet noch verſehmaͤhet/ ſondern jhn als ein Engel G Ottes/ ja als Jeſum Chriſtum ſelber/ auffgenommen. Gal. 4. v. 14. Derhalben ſollen wir ſie auch auffnehmen mit allen Freuden/ und haben ſiein Ehren. Phil. 2. p. 29. Die Eltiſten ſo wol vorſtehen/ ſoll man zweyfacher Ehren werth halten/ ſonderlich die da arbeiten am Wort/ und in der Lehre. 1. Tim. ſ. v. 17. Dann es heiſſet: Fuͤrchte den HErrn von gantem Hertzen/ und halt ſeine Prieſter in allen Ehren. Syr. 7. v. 31. Wie Hertzog Ernſt Ti Loc. von Luͤneburg/ Hermn Urbanum Regium von der Stad Augſpurgent⸗ aff lehnet und wieder von jhnen gefodert/ ſagte er zu denſelben ſo jhne 9a. 649. wolten abholen: Er koͤnne jhnen den Mann nicht folgen laſſen/ und wei⸗ ſete mit einem Finger auff ſeine Augen und ſagte: So weniger der Au⸗ gen eins entrathen koͤnte koͤnte er auch dieſes Manes entbehren: Wandte ſich zum Prediger und ſagte: Lieber Herr bleibet bey uns/ jhr moͤchtet wol Leute finden/ die euch mehr Geldes gebenlaber ſchwerlich werdet jhr ſolche finden/ die euch lieber haben/ als wir. 2. Interrogationem: Seine Frage: Was ſol ich thun/ daß ich ſeligwerde: Es iſtdie Frage von dieſem Thun in Goltes Wort zweyerley:— b b „ Hypocritica: Eine Heuchleriſche Frage: Da etzliche auß heuchleriſchem und mit falſchem Wahn eingenommenen Hertzen/ ge⸗ fragt/ was ſie nach dem Geſetz thun muſten/ daß ſiedurch ſolches Thun moͤchten ſelig werden: Alſo fragte ein ſioltzer Phariſaiſcher Juͤngling den HErrn Chriſtum: Guter Meiſter/ was ſol ich Gutes thun/ daß ich das ewige Leben muͤge haben? Matth. 19. v. 16. Vnd ein Schrifftge⸗ lehrter: Meiſter/ was muß ich thun/ daß ich das ewige Leben ererbe? Luc. 10. verſ. 5. Solcher Leute Thun gehet dahin/ daß ſie vermeynen das ewige Leben mit jhrem Thun und guten Wercken zu verdienen: Fuͤr ſolcher Meinung ſollen wir uns huͤten: Dann wann wir ſchon alles ge⸗ than/ was wir zu thun ſchuldig waren/ muͤſſen wir dennoch ſagen/ wir ſeyn unnuͤtze Knechte. Luc. 7. v. 10. Spiegeln uns an den Juden/ ſo dem Geſetz der Gerechtigkeit zwar nachgetrachtet/ aber nicht uͤberkommen; Warum das? Darum/ daß ſie es nicht auß dem Glauben/ ſondern als auß den Wercken deß Geſetzes geſuchet. Rom 9. v. z1. leg. Nn2 8.Si- 282 Von der zwoͤlfften Wirckung deß Glaubens/ 6. Sincera: Eine auffrichtige Frage: Da man nicht auß ben geſchoͤpfften Wahn einiges Verdienſtes/ ſondern auß lauter Einfaͤlug⸗ keit deß Hertzen/ nach dem Wege zur ewigen Seeligkeit fraget:Alſoffag⸗ ten die Zoͤllner Johannem den Taͤuffer: Meiſier/ was ſollen wir denn thune Das iſt. Wie ſollen wir uns in unſerm Leben verhalten. Lutz ven. Alſo fraget dieſer Kercker⸗Meiſter auch auß einfaͤltigem auffrichtigen Hertzen. Laſſet uns/ OChriſtliche Hertzen/ dieſe Frage fleiſſig betrach⸗ ten: Die Wolluſt/ Ehr und Geldſuͤchtige Welt fraget darnach wie man koͤnne alle Tage herꝛlich und in Freuden leben mit dem reichen Mann Luc 16. v. 19. Wie eines Stuel uͤber des andern koͤnne erhoben werden/ mi Haman. Eſth. 3. v.l. Wie jhre Kammern moͤgen vol werden/ daß ſicha⸗ auß geben den einen Vorrath nach dem andern. Pſalm 144. v.z. Odas ſind Seelen gefaͤhrliche Fragen: Aber laſſet uns fragen und trachtenam erſten nach dem Reich Gottes und nach ſeiner Gerechtigkeit. Mauh. v. 33. Laſſet uns darnach ringen/ daß wir durch die enge Pforte eingehen. Luc. 13. v. 24. Laſſet uns nachjagen dem fuͤrgeſteckten Ziel/ nach dem Kleinod/ welches uns fuͤrhaͤlt die himliſche Beruffung Gottes in Chn⸗ ſto Jeſu Phil 3 v. 14. Laſſet uns ſuchen was droben iſt/ da Chriſzus iſſ ſi tzend zu der Rechten Gottes. Col. 3. v.1. b 3. Reſponſionem; Die Antwort: Glaube an den HErn Jeſum/ ſo wirſtu und dein Haus ſelig: Alhie antworter Paulus und Silas anders/ wie Chriſtus dem ſtolzen Juͤnglinge/ und auffgeblaſenen Schrifftgelehrten; Weilen dieſer nicht auß auffrichtigem/ ſondern Werckheiligen Hertzen/ jener Kercker⸗ Meiſter aber auß auffrichtigen und Gnad begierigem Hertzen fraget. Wir haben aber in dieſer Antwont 1. Requiſirum: Die Erfoderung: Er ſolle glauben Da durch wird alhie verſtanden nicht nur ein Hiſtoriſch er/ ſondern ein ſolchet Glaube/ der die Seligkeit ergreiffe und jhin dieſelbe feſt zueignet/ wie alſo David redet: Ich glaube/ daß ich ſehen werde das Gut deß HEnnim Lande der Lebendigen. Pſalm. 27. v. 13. Dann Goltes Augen ſehen nach dem Glauben. Jerem. 5. v. 3. Vnddaher ſind die jenigen ſelig/ die nich ſehen und doch glauben. Joh. 20. v. 29. Dann gleichwie der Unglaube das Fuͤrnemſie iſi/ umb welches wir auß dem himliſchen Oehl⸗Baum! deme wir in der heiligen Tauffe eingepropffet/ werden außhe woch om.II. arzet a man arch ſt lch unovefuͦ and bleihetſelbſ tes ſouns voi na zu Chriſtig den ſelgmache 2, 05) Jeun Dann Glaude aunögen ttrs abir dieſel Gradegzeigen velchet der Ge frunſee Sar les erwothen den Gleuheni Gnade Gotte Gnadentſt R wirſolln glau v.z3 Laſetung enſagal: welche iſt die Erbſchafft der ewigen Sceligkeit. 283 Rom. un. v. 20. Alſo iſt der wahre Glaube das Eintzige dadurch wir wer⸗ den in Chriſto erhalten: Dann durch den Glauben wohnet Chriſtus in unſerm Hertzen. Eph.z. v. 7. Und wer mit feſtem Glauben bekennet/ daß Jeſus Gottes Sohn iſt/ in dem bleibet Gott/ under in Golt. 1. Joh.4. verſ z. Weilen nun O Chriſiliche Hertzen/ der wahre und beſtaͤndige Glaube zu unſer Seligkeit ſo hochnoͤthig iſt/ ſo laſſet uns fuͤr allem/ was auff der Welt iſt/ nach dem ſeligmachenden Glauben trachten: Das iſts/ das wir thun; Das iſts das wir ſuchen/ das iſts daran wir unſern hoͤchſten IJ leiß anwenden ſollen: Was iſt doch O Chriſtliches Hertz die elende/ nichtige ſo bald vergaͤngliche Wolluſi deß Leibes? Sie fuͤhret ja Viele/ Viele/ mit dem reichen Praſſer zur Hoͤllen: Was iſt doch die nichtige bald verſchwindende/ gefaͤhrliche und betruͤgliche weltliche Ehr? Sie ſuͤrtzet ja manchen alſo wieder herunter/ daß er Halß und Seele zer⸗ bricht: Was iſt doch der Reichthum/ groß Gelt und Gute Es iſt ſo betruͤg⸗ lich/ und verfüͤhriſch/ daß es Viele/ Viele in die Hoͤlle hinunter fuͤhret/ und bleibet ſelbſt drauſſen Laſſet uns das unicum neceſſarium, das Ei⸗ nes ſo uns noih iſt Luc. 10. v. 42. fleiſſig in acht nehmen/ und uns mit Ma⸗ ria zu Chriſti Fuͤſſen gerne und andaͤchtig ſetzen/ ſein Wort anhoͤren/ und den ſeligmachenden Glauben darauß faſſen. 2. Objectum: An wen wir glauben ſollen: An den HErꝛn Jeſum: Dann derſelbe iſt ſonderlich das jenige womit der ſeligmachende Glaube umbgehet: Er ergreifft auch zwar die Gnade Gottes deß Va⸗ ters/ aber dieſelbe iſt nicht ablolut, daß uns Gott wollebloß dahin ſeine Gnade erzeigen ſondern ſie hat ihr Abſehen auff das Verdienſi Chriſti/ welcher der Gerechtigkeit Gottes vollige Sariskaction und Gnugthun fuͤr unſere Suͤnde geleiſtet/ und eintzig und allein damit die Gnade Got⸗ tes erworben: Derſelbe iſt uns fuͤrgeſtellet zu einem Gnadenſtuel durch den Glauben in ſeinem Blut. Rom. 3. v. ꝛ4. Durch denſelben iſt uns die Gnade Gottes reichlich wiederfahren/ als den eintigen Menſchen ſo in Gnaden iſt. Rom. 3. v. 1z. Derowegen iſt das auch Gottes Gebot/ daß wir ſollen glauben an den Namen ſeines Sohns Jeſu Chriſti. 1. Joh. 3. 4 vebaſ uns derwegen/ O Chriſtliche Hertzen/ mit Mund und Her⸗ b Allein 4 Von der Erhaltung b Allein zu dir HEr: Jeſu Chriſt/ mein Hoffnung ſteht auf rden/ Ich weiß daß du mein Troͤſter biſt/ kein Troſt mag min ſonſt werden. z. naun⸗Die Mirckung deß Blaubms:Dueſeſtulh zweyfach: 3 3 65 Singulare: Ein ſonderliche: So wirſt du ſelig: Hienntwid geſehen auff die Perſon deß Kercker⸗Meiſters: Dann wer da glaͤube und getaufft wird/ der ſoll ſelig werden. Marc. 16. verſ. 16. Wer anden Sohn Godttes glaͤubet/ ſoll nicht verlohren werden/ ſondern das ewige Leben haben. Johan. 3. verſ. 16. Jaer hat das ewige Leben. ib. verſ z6. Das iſt der Wille deſſen/ der Chriſtum geſand hat/ daß wer den Sohn Gottes ſihet/ und glaͤubet an jhn/ habe das ewige Leben. Joh. 6. v. 40. Er iſt die Aufferſtehung und das Leben/ wer an mich glaͤubet/ der wind leben/ ob er gleich ſtuͤrbe/ und wer da lebet/ und glaͤubet an mich/ der wud nimmermehr ſterben. Joh. 11. v. 25. ſeq. Auß Gnaden werden wir ſelig durch den Glauben/ und daſſelbe nicht auß uns/ Gottes Gabe iſts/ nicht auß den Wercken/ auff daß ſich nicht jemand ruͤhme. Eph. 2. v. 3. ſeg⸗ Summa/ auß Gottes Macht werden wir durch den Glauben hewah⸗ vet zur Seligkeit. x. Pet. 1. v. 7. Laſſet uns aber/ O Chriſtliche Herkzen/ dieſe ſonderliche individual application der Seligkeit wol in achtneh⸗ men/ daß wir mit Paulo ſagen: Chriſtus hat mich geliebet/ und ſich ſelbs fuͤr mich dahin geben. Gal. 2. v. 4. 6. Communi: Und dein Haus: So nemlich in demſelbenan b Chriſtum glaͤuben werden: Dann gleich wie alle Iſraeliten/ ſo dievon Moſe auffgerichtete Schlangen/ wenn ſie von den feurigen Schlan⸗ gen gebiſſen/ anſahen/ wieder geſund wurde: Alſo ſollen alle die anChn⸗ ſtum glaͤuben/ nicht verlohren werden/ ſondern das ewige Leben haben. Joh. 3. v. 15. Wozu uns verhelffe Gott der Vatter/ durch die Gnade deß heiligen Geiſtes/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. Die fuͤnff und viertzigſte Predigt. DE FIDEI SALVIEIC CONSERVATIONE. Von der Erhaltung deß ſeligmachenden Glaubens. 1I. Pet,-. 1. Fideli nennetſte Got teich wohnekt ſei Vatkerlic bey himmtachen Geiſt Eottes bendigen Gotte ſonenwandeln. inſerm Hertze dendke Daß verderbenr. Co II. Eoru wüdvoriſznene 1. Fiduci das Vertrauen Ehn ſunwelch Paulivegebli tauenfeiebeh hatdenendieſh v.20. Wolden und ſoll wir Wrohtunghar 2. Lpei Laſſet unsader OChrſtt lcarion der Schaziat dene Drſſus or mahgti 294 4 n Haus: Sonmüchtne mnglach wiealle Nrin wanſſie von da fuut und wunde Aſeſelna ndan/ ſendem descmi feGottda Vrnet⸗ Thriſt willen aealn e — Trdi 1 drierzigkePrag. C* CO RNüID 61 ſelig naßahnee⸗ achenden G 1. Per. 1. v. 5. laubens. 285 Ihr werdet auß Gottes Macht durch den deß ſeligm Glauben bewahret zur Seligkeit. Sſpricht Paulus Heb. 3.v. 6. Daß die Glaͤubige Mr ſeyn Gottes Haus/ ſo ſie anders das Vertrauen/ und den O Ruhm der Hoffnung/ biß ans Ende feſte behalten. In die⸗ — ſen Worten haben wir; I. Fidelium appellationem: Der Glaͤubigen Namen Petrus nennet ſie Gottes Haus/ in welchem die heilige Dreyfaltigkeit Gnad⸗ reich wohnet: Dann wer Chriſtum liebet/ und ſein Wort haͤlt/ den wird ſein Vatter lieben/ und ſie werden zu jhm kommen/ und eine Wohnung bey jhm machen. Joh. 14. verſ. 23. Sie ſind Gottes Tempel/ und der Geiſt Gottes wohnet in jhnen. x. Cor. 3. v. 16. Sie ſind Tempel deß le⸗ bendigen Gottes; Wie Gott ſpricht: Ich wil in jhnen wohnen/ und in 3 Iſhnen wandeln. 2. Cor. 5. v. 16. Durch den Glauben wohnet Chriſtus in vaden vi dun drct unſerm Hertzen. Eph. 3. v. 1. Dabey wir billich und taͤglich ſollen ge⸗ dencken: Daß wer den Tempel Gottes verderbet/ den wird er wieder verderben. I. Cor. 3. v. 1z7/.““ II. Eorundem conditionem: Derſelben Beſchaffenheit: Es wird von jhnen erfodert: . Fiducia: Sie muſſen das Vertrauen behalten: Das iſt/ das Vertrauen auff die Gnade Gottes/ durch wahren Glauben an Chriſtum/ welches kan verlohren werden/ ſonſten waͤre die Ermahnung Pauli vergeblich und umbſonſt: Derowegen muͤſſen wir unſer Ver⸗ trauen feſte behalten: Dann Gottes Guůͤte iſt ſehr groß/ die er verborgen hat denen die jhn fuͤrchten/ und die fuͤr den Leuten auff jhn trauen. Pſ.31. v. 20. Wol dem/ der ſich auff den HErꝛn verlaͤſſet. Prov. 16. v. 20. Dar⸗ umb ſollen wir unſer Vertrauen nicht wegwerffen/ welches eine groſſe Belohnung hat. Heb. 10. v. 35. 2. Spei gloria: Der Ruhm unſer Hoffnung: Da wir in Creutz/ Truͤbſal und Verfolgung/ uns nicht allein troͤſten/ mit der Hoffnung der ewigen Herꝛligkeit/ ſondern wir ruͤhmen uns auch der Truͤbſal. Roman. 5. verſ. 3. Wir freuen uns/ daß it mit 286 Von der Erhaltung mit Chriſto leiden/ auff daß wir zur Zeit der Offenbarung ſeiner Hen⸗ ligkeit/ Freude und Wonne haben muͤgen. 1. Pet. 4.v zz. 3. Perſeverantia. Beharꝛligkeit: Daß wir beides unſer Vertrauen und den Ruhm der Hoffnung/ biß ans Ende fiſt behalten: Es heiſſet offtmahls/ Principium fervet, medium repet, ultima frigent. Der Anfang gut/ bald faͤlt der Muth/ Am End alles verſchwinden thut. Aber wer beharret biß ans Ende/ der wird ſelig werden. Matth. 24 9. 13. Wir muͤſſen im Glauben gegruͤndet/ feſte und unbeweglich bleiba Col.1. v. 2z. Stehenin dem HEnnn. 1. Theſ.z3.v. 8. Dieſe Beſtendig⸗ keit im Vertrauen und Glauben/ ruͤhret eintzig und allein von der Gnade GOttes her/ wie Petrus in verleſenen Worten bezeiga auß welchen wir wollen anſehen:. Wie der Seligmachender Glaube bey den lieben Kindern GOTTES erhalten werde. Der Allerguͤtigſter G Ott wolle ſeine Gnade verleihen/ daß wirs alſe betrachten/ daß wir auch moͤgen bey ſolchem Glauben ahalti werden/ um Jeſu Chriſti willen/ Amen. b Erklaͤrung. Wir haben alhie: I. Conſervationis Subjectum: Wer bewahret werden ſolle. Ihr/ ſagt Petrus; Von welchen er zuvor geſagt/ daß ſie widergebo⸗ ren ſeyn zu einer lebendigen Hoffaung/ durch die Aufferſtehung Chri⸗ ſti von den Todten/ das iſt/ ſo auß ihrem elenden Zornſtande/ darinſie durch die Suͤnde gerathen/ inden Gnaden Stand bey GOTT ver⸗ mittels dem Glauben/ an den gelittenen geſtorbenen und aufferſtande⸗ nen Chriſtum/ verſetzet ſeyn; Dieſe Wider⸗Geburt geſchicht/ theils durch die heilige Tauffe; Da wir widergeborn werden auß Waſ⸗ ſer und Geiſt. Joh.3.v z. Daher die Tauffe wird genand ein Bad der Wider⸗Geburt und Erneuerung deß heiligen Geiſtes. Tit. 3 verſ.ʒ. Theils durch das Wort deß heiligen Evangelii/ dawir werden widergt⸗ boren/ nicht auß vergaͤnglichem/ ſondern auß unvergaͤnglichem Se 3 m —— —-— d men ethich 1 bet„P 6,1,b. arſeie Jae deWde⸗ 6 GOt ſagke:: fantſätus Fa Polcke Gen. neuen Tiſtam ten No hvend Joſyh bieck ſolke/ bor an uiſiden A kommerund ſchen derdurc neyernmsim an!diruch E HhailgkeitEp nichtkommen! wand. J ,5. v ſcheananicht borenwadent der alhbaldnach ten; Sznden zuchen Mue U. Co. deß Gaaube 1. D rin eigene draßfe duͤncen eſic konnen wun henraͤhrnana. lichegnayngeg deß ſeligmachenden Glaubens. 287 men/ nemlich auß dem lebendigen Wort G Ottes/ das da ewiglich blei⸗ bet. 1. Pet. 1. v. 23. Dawidergebieret uns GOtt durch das Wort der Warheit. Jac. 1. v. S. Dabey wir die hohe Nothwendigkeit dieſer geiſt⸗ lichen Wider⸗Geburtbetrachten ſollen; Im Alten Teſtament ward die Wider⸗Geburt angefangen durch die Beſchneidung/ von welcher GOtt ſagte: Wo ein Knaͤblein nicht wuͤrde beſchnitten an der Vor⸗ haut ſeines Fleiſches/ ſolte ſeine Seele außgerottet werden auß ſeinem Wolcke. Gen. 17. v. 1. Und ward hernach durch die Anhoͤrung der Predigten/ Opfferhandlung und anderm Gottes⸗Dienſie continuiret, auß welchen der wahre Glaube anden Meſliam beſietiget worden: Im neuen Teſtamente geſchicht ſie anfaͤnglich durch die heilige Tauffe/ de⸗ ren Nothwendigkeit Chriſtus beſtetiget. Joh. 3. v. 5. Dann gleich wie Jo ſeph/ wie er auß dem Gefaͤngnuͤß gefuͤhret/ und zu Pharaokommen ſolte/ zuvor andere Kleider anthun muſte. Gen. 41. v. 14. Alſoſwann wir fuͤr den Allerheiligſten G Ott auß unſerm Suͤnden⸗Gefaͤngnuͤß kommen/ und jhm angenem ſeyn wollen/ ſo muͤſſen wirden alten Men⸗ ſchen der durch Lͤſte in Irrthumb ſich verderbet zuvor ablegen/ und er⸗ neuern uns im Geiſt unſers Gemuͤthes/ und zehen den neuen Menſchen anl der nach GOtt geſchaffen iſt/ in rechtſchaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Eph. 4. v. 22. ſeq. Gleich wie die Iſraeliten ins gelobte Land nicht kommen kundten/ ehe und bevor alles unbeſchnittenes beſchnitten ward. Joſ. 5. v. 2. Alſo koͤnnen wir in das himliſche von G Ott verheiſ⸗ ſene Land/ nicht kommen/ wir muͤſſen geiſtlich beſchnitten oder widerge⸗ boren werden: Dieſes ſoll uns auch auffmuntern/ nicht alleine die Kin⸗ der alßbald nach jhrer ſuͤndlichen Geburt zur heiligen Tauffe zu befode⸗ ven; Sondern auch zum fleiſſigen Gehoͤr goͤttliches Wortes/ welches auch ein Mittel unſer Wider⸗Geburt von G Ott verordnet iſt. II. Conſervationis medium; Das Mittel der Bewahrung deß Glaubens: Solches iſt zweifachh/ 1. Principale: Das vornembſte; Die Krafft GOttes: Auß eigener Krafft koͤnnen wir uns nicht bewahren: Dann wer ſich leſſet duͤncken/ er ſtehe/ mag wol zuſehen/ daßer nicht falle.1. Cor. 10. v. 12. Und koͤnnen wir uns in dieſem Falle keines Dinges beſſer als unſer Schwach⸗ heit ruͤhmen. 2. Cor. 12. v. 5. Aber durch G Ottes Krafft/ und ſeine goͤtt⸗ liche gnaͤdige Macht werden wir hewahret: Dueſe ſeine Krafft leſſet er 0 an 288 Von der Erhaltung b an ſeinen Kindern groß werden. Num. 14 v. 16. Und dadurch gbten de Muͤden Krafft/ und Staͤrckung den Uinvermuͤgenden. Eſa. 40.9 9. Durch dieſe Krafft hat er die Erden gemachet. Jer. 10. v. 2. Eine ſoſche Krafft iſt von Chriſio gangen/ wann er den Breſthafftigen geholffen. Luc. 5.v. 7. Und das geiſtliche Gnaden⸗Reich Gottes beſtehet nichtin Worten(in praͤchtiger Eloquentz und Beredenheit) ſondern in Krafft J. Cor. 4. v. 20. So Gott dem gepredigten Worte verleihet/ daß es nih leer wieder zu Goit kommet/ ſondern thut wasj hm gefaͤllet/ und gelingen Im dazu ers ſendet. Eſa.·. v. 11. Solche Krafft Goꝛtes/ iſt auch in den chwachen maͤchtig. 2. Cor. 12. verſ. 9. Hierauß haben wir erſtlich eine nothwendige Ermahnung/ daß wir Gott umb dieſe Krafft fleiſſig und unauffhoͤrlich ſollen anruffen/ daß er uns wolle Krafft geben/ nach den Reichthum ſeiner Herꝛligkeit/ ſtarck zu werden durch ſeinen Geiſi/ an dem inwendigen Menſchen. Eph. 3. v. 16. Daß er uns wolle volbereiten ſtaͤrcken kraͤfftigen und gruͤnden. 1. Pet. verſ.o. Darnach haben wit auch ein kraͤfftigen Troſt: Der Satan iſt beydes ein geſchwinder und maͤchtiger Geiſt⸗ Groß Macht und viel Liſt/ ſein grauſam Ruͤſtung iſt⸗ Auff Erdn iſt nicht ſeines Gleichen. b Wann jhm Gott den Zaum ſchieſſen laͤſſet/ ſo kan er Cain riitn zum Bruder⸗Mord. 1. Joh. 3.v.. Er komtuͤber Saul und machet hn unruhig. 1. Sam. 19. v. 9. Er iſt ein falſcher Geiſt/ in aller ſeiner Prophe⸗ ten Munde. 1. Reg. 22.v. 22z. Vnd hat gewaltige Wirckung in den Kin⸗ dern deß Vnglaubens. Eph. 2. v. 2. Die Welt/ und in der ſelben inſonder⸗ heit die Tyrannen haben groſſe Macht und Gewalt auff Erden/ wiegn Pharao Sennaherib/ Nebucadnezar/ und jhres gleichen zu erſehen: Ih⸗ re Ruthe ſchlaͤgt die Voͤllcker. Eſa. 14. v. 6.. Was ſie nur thun koͤnnen/ das ſolrecht ſeyn. Sap. 2. v. u. Die fuͤndliche Luͤſie ſind auch kraͤffngin unſem Gliedern/ dem Tode Frucht zu bringen. Rom. 7. v. 5. Aber wir koͤnnen uns der Krafft und Allmacht Gottes troͤſten; Die er uns gegen alle unſere Feinde mittheilet/ daß wir mit feſtem und beſtaͤndigen Glau⸗ ben/ alles uͤberwinden kaͤnnen/ wann wir nur im glaubigen Ver trauen b uns zu hm halten: Dann der ſelbe ruͤſtet uns mit Krafft. Pſalm. 18.v.33. Wir kaͤnnen uns freuen in ſeiner Krafft/ und ſeyn ſehr froͤlich lhe ſn⸗ b ulffe aifeplen Daß en Haul d Ernlbo hatliche Tr lns mnuſa 4 1 * rungvane nittäizunſa tinenblo ſen⸗ den Glauben ewweßle N der Heutgun pzz Detmitt Kinderſind tulsden elben werander ulsdemſebber bezeuge:Ve „,. Wi. Eyhe veſ.1s Theſſ. werſ. Dingen fachd ſodebegwirn 26 RI6 Alle Bettackkungt ſollen wit den gottliches We ledder unswo I Salchtezaige glhirſovilhe⸗ Harwa ele kn/ Lufga Janaegn aumſchuſſaläſſctſoluti ensen an ſalſcha Geſtmalte do ſotgwallig Vrter leiden/ uns wolvorſehen. 1— deß ſeligmachenden Glaubens. 23⸗ Huͤlffe. Pſ.21 v. 2. Derſelbe gibt ſeinem Volcke Krafft Pſalm 29 vn. Daß ein glaubiges Hertze ſagen kan; Ichbin voll Krafftund Geiſies deß Enn voll Rechts und Staͤrcke. Mich. 3ev. 8. Odeß henlichen uñ hertzlichen Troſtes Auff dieſe/ und nicht unſer eigene Krafft/ ſollen wir uns verlaſſen. 2. Inſtrumentale Durch was Mittel Gottdie Bewah⸗ rungverrichte: Durch den Glauben: Gott bewahret uns/ nicht ver⸗ mittels unſer guten Wercken/ wie die Baͤpſtler wollen Auch nicht durch einenbloſſen Rathſchluß/ wie die Calviniſten vermeinen/ ſondern durch den Glauben an Jeſum Chriſtum: Dann vermittels demſelben ſind wir erwehlet: Weilen uns Gott erwehlet hat von Anfang zur Seligkeit/ in der Heiligung deß Geiſtes/ und im Glauben der Warheit. 1 Theſſ. 1. v 13. Vermittels demſelben ſind wir wiedergebohrn/ weilen wir Gottes Kinder ſind/ durch den Glauben an Chriſto Jeſu. Gal.3. v.· 6. Vermit⸗ tels demſelben werden wir gerecht; Weilen Chriſtus deß Geſetzes Ende iſt/ wer an denſelben glaubet/ der iſt gerecht. Rom. 10.v. 4. Vnd vermit⸗ tels demſelben werden wir auch bewahret zur Seligkeit/ wie alhie Petrus bezeuget: Vnd dieſer unſer Glaube beſtehet auff Gottes Krafft. 1. Cor. 5. v. 2. Wir glauben nach der Wirckung ſeiner maͤchtigen Staͤrcke. Ephi. verſ. 9. Der er fuͤllet das Werck deß Glaubens in der Krafft. 2. Theſſ. 1. verſ. 11. Laſſet uns derwegen/ O Chriſtliche Hertzen fuͤr allen Dingen nach dem ſeligmachenden Glauben trachten: Glauben wir nit/ ſo bleiben wir nicht. Eſa. 7. v.). Wer aber glaubet der fleucht nicht. Eſa. 28. v. 16. Alle Dinge ſind muͤglich dem der da glaubet Marc. 9. v. 23. In Betrachtung dieſer/ gleichſam Allmacht deß ſeligmachenden Glaubens/ ſollen wir denſelben wol in acht nehmen/ jhn durch fleiſſiges Gehoͤr goͤttliches Wortes ſtaͤrcken/ und daß wir nicht Schiffbruch an demſelben III. Conſervationis modum; Wie daßer erhalten werde: Solches zeiget Paulus an/ durch das Wort bewahren/ welches Wore alhie ſo viel heiſſet/ als durch ſonderliche Macht einen fuͤr ſeinen Feinden hewahren: Gleichwie kriegende Theile/ hreeſtung Bollwerck Schan⸗ tzen/ Lauffgraben und dergleichen haben/ vermittels welchen ſie ſich deß Seindes erwehren; Alſo bewahret uns Golt durch ſeine Krafft vermit⸗ Oo 2 tels 290 Vondder Erhaltung tels dem Glauben fuͤr unſere Feinde/ ſo unſer Seligkeit trachten zua⸗ hindern: Es koͤnte zwar der allmaͤchtige Gott/ ablolut und ohne einiges Mittel uns zur Seligkeit bewahren/ aber es hat jhm anders gefall nemlich durch das Mittel deß Glaubens an ſeinen Sohn Chriſtun/ uns gerecht und ſelig zu machen/ wie ſolches die heilige Schrifft uͤb, fluͤſſig bezeuget: Gleich wie wir leſen von dem Land⸗Pfleger deß i⸗ nigs Areta, daß er die Stad der Damaſcer verwahret/ daß er Paulun greiffen moͤchte. 2. Cor. 11. v. 32. Alſo verwahret uns Gottes Kraff/ vermittels dem Glauben/ daß unſer Feinde keine Macht an uns uͤbn koͤnnen: lInd allhie befindet ſich: 1. Ratione Dei: An Gottes Seiten: Gewiſſe Mittel/ dadutch en/ unſer Glaube erhalten/ und wir fuͤr Feinden bewahret werden: Uind zwar; aà. Deiverbum; Gottes Wort: Demſelben hat Gott eige ſonderliche Krafft zugeeignet/ wann es mit Fleiß horſamlich gehoret wird: lig zu machen alle die daran glaͤuben. Rom. 1. v. 16. /Andacht und ge⸗ Dann alsdann iſts eine Krafft Gottes/ ſe Es iſt eine Gontes⸗ Krafft denen die da ſelig werden. x. Cor. 1. v. 18. Da iſt das Evangelium bey den Glaͤubigen/ nicht allein im Wort/ ſondern auch/ beydeinder Krafft und dem heiligen Geiſt. 1. Theſſ. 1. v. ·. Omnis morbus anine ne Gnade und Krafft dadurch mittheilen will⸗ 6. Cœnæ Sacramentum: as heilige Abendmahl: Damn ſolches iſt von Chriſio ſonderlich dazu eingeſetzet/ daß unſer Glaubeda⸗ durch ſoll geſtaͤrcket werden/ weilen wir in demſelben empfangen/ ver⸗ mittels dem geſegneten Brod/ den Leib Chriſti/ welchen er fuͤr uns dahmn gegeben/ und vermittels dem geſegneten Wein/ das Blut Chriſi/ wel ches vergoſſen iſt zu Vergebungunſer Suͤnden: Derhalben ſollen wir uns zum wuͤrdigen Gebrauch deß heiligen Abendmahls fleiſſig berei⸗ ten/ damit wir den ſeligen Nutzen/ der Staͤrckung unſers Glaubens empfinden moͤgen. Spiti- d „Friritu aundeilbei Senr Glalbenndv Nom. M.N. B. dmninwendiger 2Tm gerſ. dernder Gnad kes vetriehten/ 23 Rati ſiges und ande ben/ſo nuͤſſan Got/ deittich Nehe daßu Lazwic B ſtan IV. Co Bawahrung ger Schifftvo 1. Miyat tenſich nihtvo Sieweichennic niht. ehn 2 doli HnnChriti CrLIv.3S *19 Siehlei zuſammen ver gen Gejſes an — Vonder. nn alsdam ſſten df uden. Nom 19. Eſſ 1. Cor. v.B. Daiſdud nu Wert/ ſondem ai Theſſnſ. Ommh arum tuum, ſagt Aogul darſbre Arng in n K.Hatam/ nih aße. nuthochſtem Fleiß/m. n/ wellen Gott elchen aßelawille 1 Das heilige Phart damangeſetet dif ki arid Chnſti rehat gen Geiſtes/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. deß ſeligmachenden Glaubens. 29r zlffe deß heiligen Geiſtes: „. Spiritus S. auxilium: Die H Dann derſelbe iſts/ ſo durchs Wort und Sacrament kraͤfftig iſt/ der iſt der Geiſi der Staͤrcke. Eſa. 11. v. 2. Da haben wir Freude und Friede im Glauben/ und voͤllige Hoffnung/ durch die Krafft deß heiligen Geiſtes. Rom. 15. v. 13. Der heilige Geiſt gibt uns Krafft ſtarck zu werden an dem inwendigen Menſchen. Eph. 3. verſ. 16. Er iſt der Geiſt der Krafft. 2. Tim. i. verſ. 7. Dieſes muͤſſen wir erkennen/ damit wir micht uns/ ſon⸗ dern der Gnade und Gabe deß heiligen Geiſtes/ wann wir etwas Gu⸗ tes verrichten/ alles zuſchreiben. b 2. Ratione noſtri⸗An unſer Seiten: Da wird erfodert ein fleiſ⸗ ſiges und andaͤchtiges Gebet: Wollen wir im Glauben beſtaͤndig blei⸗ 3 ben/ ſo muͤſſen wir fleiſſig beten/ und mit David ſagen: Bewahre mich Gott/ denn ich traue auff dich. Pſal. 16. v. J. Zeige mir den Weg deiner Rechte/ daß ich ſie bewahre biß ans Ende. Pſ. 119. vz33¼. Laß mich kein Luſt noch Furcht von dir/ in dieſer Welt ab⸗ wenden b Beſtaͤndig ſeyn ans End gib mir/ du haſts alleinin Haͤnden. IV. Contervationis effectum: Die Wirckung der goͤttlichen Bewahrung zur Seligkeit/ ſagt Petrus; Dieſes wird uns in heili⸗ ger Schrifft vorgeſtelltt:: *1. Privarivè: Daß ſolche deß Boͤſen ſich enthalten: Siekeh⸗ ren ſich nicht von dem heiligen Gebot/ das jhnen gegeben. 2. Pet. 2. v. 21. Sie weichen nicht. Heb. 10. verſ. 38. Sie verſaͤumen die Gnade Gottes niche. Heb.12.v. 555.£. 2. Poſiriué: Daß ſiebeym Gutenbleiben: Sie bleiben an deß HErꝛn Chriſti Rede. Joh. 3. v. 31. Sie bleiben im Glauben gegruͤndet. Col. 1. v. 23. Sie behalten den Glauben und ein gut Gewiſſen. 1. Tim. J. v. 19. Sie bleiben getreu biß in den Tod. Apor. 2. v. lo. Wozu uns all⸗ zuſammen verhelffen wolle/ Gott der Vater/ durch die Gnade deß heili⸗ — Dieſechs und viertzigſte Predct. DE FIDEI SALVIEIC AMlSSIONE. Von der Verlierung deß ſeligmachenden Glaubens. . 2 Oo 3z. Tim.r. 292 Von der Verlierung 1. Tim. I. v. 18. ſeq. Daß du eine gute Ritterſchafft uͤbeſt und h⸗ beſt den Glauben/ und gut Gewiſſen welche etliche von ſich geſtoſſen/ und an Glauben Schiffbruch erlitten haben. Welches Leben dar in beſtehet daßypn ſeine Suͤnden vergeben/ und die Gerechtigkeit Chriſti vermittels din Glauben zugerechnet: Daher wird ſie genant die Gerechtigkei dß Glaubens. Rom. 4. Zum oͤfftern: Wer an Chriſtum glaubet der iſ recht. Rom. 10. v. 4ä. b 2. Ejus maleficium; Seine boͤſe That: Die wird alhie beſchrieben 1. Privativé: Er kehret ſich von ſeiner Gerechtigkeit: Erach et nicht daß er Chriſtum durch wahren Glauben angezogen. Gal z9 27. Sonderner laͤſſet ſich abwenden von dem/ der jhn beruffen hat zur Gnade Chriſti. Gal. 1. v. 6. O der groſſen Undanckbarkett 2. Poſitiveé: Er thut Boͤſes/ und lebet nach allen Greuelndie ein Gottloſer thut: Er wird zum argen Baum/ und bringetarge Fruͤchte. Matth.?7 v. 18. Er haͤuffet die eine Suͤnde uͦber die ande E 30·v. 4. Er laͤſſet ſich in Wercken deß Fleiſches finden. Gal. 5.v 19. 3. Ejus ſupplicium: Seine Straffe: Dieſelbe ſetzet Gott. 1. Piivativè: Er ſol ſeines Lebens das auß Gottiſt Eph. 4 v.ld. beraubet werden: Daßer nicht lebe deß Glaubens deß Sohns Gottls Gal. z. v. z0. Lebet und wandelt nicht im Geiſt. Gal. 5. v. 25. Sondern t lebet und wandelt in den Luͤſten ſeines Fleiſches/ und thut den Willen deß Fleiſches/ und der verderbten Vernunfft. Eph. 2. v. 2. Vnd ſoer in ſol⸗ chem Stande unbußfertig verharret/ muß er auch deß ewigen lebens virluſtiget ſeyn. 2,P oſi⸗ Eowoll thenden Glaul gar /daß euch⸗ vd in ſeinem Parleunene ten Haben/ w fleſcchlichm S verleſenen Wo I Mllit mahnet Tinot unobleibetheyg Menſch inmer deßſelignachen ſalben/ den T den ſie als r berſager/ ſo tan weiß/ daß Pfell ußlech zum hutſſin zu reiſſer/ und Unglauan und ic uneen ſig neboſe TDatDaurdah ſcch vonſeiner Gerchi nun Blua ue zadenrondem da ftei de goſſe lnanchant zſes und ledetmacalnt deß ſeligmachenden Glaubens. 29; 2. Poſitivè: Aller ſeiner Gerechtigkeit/ die er gethan hat/ ſol nicht gedacht werden: Sondern er ſoll als ein fauler und unnuͤtzer Baum abgehauen/ und ins Feuer geworffen werden. Matth. 7. v. 19. Dieſes bezeuget auch Paulus in verleſenen Worten/ auß welchen wir betrachten wollen: Wie der ſeligmachende Glaube durch vorſetzliche Sunde verlohren werde. Der grundguͤtige Gott gebe uns ſeine Gnade/ daß es alſo geſ chehe/ daß wir im ſeligmachenden Glauben zum ewigen Leben erhalten wer⸗ den/ um Jeſu Chriſti willen/ Amen.“ Erklaͤrugng. CEs wollen die Calviniſten/ daß derjenige/ dem Gott den ſeligma⸗ chenden Glauben einmahl gegeben/ denſelben nicht verlieren koͤnne/ alſo gar/ daß auch Aaron in Stifftung der Iſraelitiſchen Abgoͤtterey/ Da⸗ vid in ſeinem Ehbruch und Todſchlag; Petrus in dem ſchaͤndlichen Verleugnen Chriſti/ den ſeligmachenden Glauben nicht ſollen verloh⸗ ren haben/ welche Lehre ein ſo richtiger und wolgebahnter Weg zur fleiſchlichen Sicherheit/ daß kein beſſer zu finden. Paulus aber lehrel in verleſenen Worten viel anders: In welchen wir haben: I. Militiam piorum: Frommer Hertzen Streit: Paulus er⸗ mahnet Timotheum, er ſolle eine gute Ritterſchafft uͤben: Es iſe und bleibet bey glaͤubigen. Hertzen wahr/ was. Hiob ſaget: Muß nicht der Menſch immerdar im Streit ſeyn. Hiob. 7. v. 1. Und ſonderlich wegen deß ſeligmachenden Glaubens. Dann weilen die Glaͤubige/ durch den⸗ ſelben/ dem Teuffel/ der Welt/ und dem alten Adam widerſtreben/ in dem ſie als rechtglaͤubige Hertzen/ denſelben den Suͤnden⸗Dienſt verſagen/ ſo ſetzen ſie alle drey den Glaͤubigen hefftig zu: Der Sa⸗ tan weiß/ daß wir mit dem Schild deß Glaubens/ alle ſeine feurige Pfeile außleſchen koͤnnen. Eph. 6. verſ. 16. Darumb bemuͤhet er ſich zum hoͤchſten/ dieſen Schild deß Glaubens/ uns auß den Haͤnden zu reiſſen/ und Wehr⸗loß zu machen/ damit er uns in Sicherheit/ Unglauben und Verzweiffelung verfuͤhren moͤge. Die Welt ſe⸗ tzet unſerm ſeligmachenden Glauben zu/ theils/ durch Barfolgung und Moller. allegor. part. 2. Pag.10I⸗ 294 Von der Verlierung und Gewalt/ daß wir den wahren ſeligmachenden Glauben verleugnet oder fahren laſſen/ und nach jihrem Gefallen glauben ſollen/ wie olchs an viel tauſend Martyrern und andern ſo der wahren Religion halha verfolget werden/ gnugſam zu erſehen/ theils durch Anbietung gwyſſe Gutes/ Ehr und Hetꝛlichkeit/ daß wir in Betrachtung derſelben den Glauben und goͤttlichen Warheit gute Nacht ſagen ſollen; Theis daß ſie die Glaubigen/ zuallerhand Suͤnden locket und in das wuͤſtemn⸗ ordige Weſen:· Pet. 4. v. 4. Zu verfuͤhren ſich bearbeitet Der alte Adan feyret auch nicht/ ſondern erreget in unſerm Hertzen/ bald allerhand hoſe Laͤſte und Begierde/ bald Verfinſterung/ Zweiffel/ Kleinmuͤtigkeit Mißtrauen an Gott/ und ſeinen gnadreichen Verheiſſungen/ undda⸗ gleichen. Daß ein glaubiges Hertz mit David wol klagen und ſaga mag: Ach HErn/ wie iſt meiner Feinde ſo viel/ und ſetzen ſich ſo vielwie b mich. Pſalm. 3. v.ꝛ. Da muͤſſen glaubige Hertzen eine gute Ritterſchafft uͤben: Solche Waffen jhrer Ritterſchafft aber/ ſind nicht fleiſchlich/ on⸗ dern maͤchtig fuͤr Gott/ zu verſtoͤren die Befeſtungen. 2. Cor. 10. vetſ Deß Teuffels/ Welt und Fleiſches: Dann dieſelben koͤnnen wir nic mit euſſerlichen oder fleiſchlichen Waffen uͤberwinden/ ſondern es miͤ⸗ ſen alhie geiſtliche Waffen das Beſte thun: Wir muͤſſen mit der gelſt chen Ruͤſtung außſtaffiret ſeyn/ welche Paulus beſchreibet Eph 6.v ſeqq. Wir muͤſſen uns verhalten als gute Streiter Jeſu Chriſn/ undg⸗ dencken/ ſo jemand kaͤmpffet/ werde er nicht gekroͤnet/ er kaͤmpffe denn recht. 2. Tim. 2. v.3. 5. Kaͤmpffen einen guten Kamff/ und halten Glau⸗ ben. 2. Tim. 4. v. 7. Wollen wir nun/ O Chriſiliche Hertzen/ die geiſllich Ritterſchafft wol und gluͤcklich uͤben/ ſo muͤſſen wir fuͤr allen Dingen das liebe andaͤchtige und glaubige Gebet an die Hand nehmen: Witmuͤ⸗ ſen kaͤmpffen/ mit beten zu Gott. Rom.§.v. z0. Wir muͤſſen betin ſiels in allem Anliegen/ mit Bitten und Flehen im Geiſt/ und wachen darin mit allem Anhalten und Flehen. Eph. 6. v. 8. Ringen muͤſſen wirmil Beten/ daß wir moͤgenbeſtehen volkommen erfuͤllet mit allem Willm Gottes. Col. 4. verſ z. Wie Alexander Magnus mit ſeinem Kriegs⸗ Volck in Scythiam gezogen/ unduͤber den Fluß Tanai kommen/ halat ſeinem Volcke befohlen/ ſie ſolten ſo ſehr ſie immer koͤnten/ anfangen zu ſchreyen/ welches ſie auch gethan: Als ſolches die Barbariſche Voͤlcket gehoͤret/ ſind ſie erſchrocken und alle fluͤchtig davon gelauffen. Wan de ſeigtach Gott und Chrſum A Schiffbruchl Dcthalben m wauen auffdi mͤſſen inun de HEran angſtn wat v,s. Jehaſtelr Helldeß En ſüllſeynzaG benwirncht maͤnnlichund groſſen Nieſſe Peyſand Ge Cah. Aſo Gottlauchu Mtu deß ſeligmachenden Glaubens. 29 wir/ O Chriſiliche Hertzen/ eifferig und glaubig zu Gott ſchreyen/ muͤſ⸗ ſen alle unſer Feinde das Haſen⸗ Panier auffftecken. 2 II. Militandis modum: Wie wir kaͤmpffen ſollen: Dawird erfodert; 3 b 1. Fides vera: Der wahre Glaube: Wir muͤſſen den Glau⸗ ben haben: Welcher alhie kein ander/ denn der ſeligmachende Glaube iſt Dann Paulus verſtehet einen ſolchen Glauben/ der dem Timotheo zu ſeiner Seeligkeit noͤtig iſt; Welcher iſt der ſeligmachende Glaube: Er verſtehet einen ſolchen Glauben/ mit welchem ein gutes Gewiſſen verbun⸗ den iſt wie die Worte außtruͤcklich mit ſich fuͤhren/ wann wir aber durch den ſeligmachenden Glauben gerecht worden/ ſo haben wir Friede mit Gott(und alſo auch unſerm Gewiſſen) durch unſern HErꝛn Jeſum Chriſtum. Rom. 5. verſ. 1. Er verſtehet einen ſolchen Glauben/ deſſen Schiffbruch hoͤchſtgefaͤhrlich iſt/ welcher iſt der ſeligmachende Glaube. Derhalben muͤſſen wir in dieſem ſeligmachenden Glauben/ und Ver⸗ trauen auff die Gnade Gottes in Chriſto Jeſu beſtaͤndig bleiben; Wir muͤſſen in unſer Ritterſchafft feſte ſiehen/ und ſehen zu/ wae fuͤr ein Heil der HErr an uns thun werde. Exod. 14. verſ. z. Wie David in groſſen Aengſien war/ ſiaͤrckete er ſich indem HErrn ſeinem Gott. 1. Sam. 30. v. 6. Jehaſiel vermahnete die Iſtaeliten/ und ſagte: Stehet/ und ſehet das Heil deß HErrn/ der mit euch iſt. 2. Chron 20. v. 17. Unſer Seelmuß ſiille ſeyn zu Gott/ der uns hilffet. Pſ. 62. v. 2. Glauben wir nicht/ ſo blei⸗ 1 ben wir nicht. Eſa. 7. v.. Wir muͤſſen wachen/ ſtehen im Glauben/ ſeyn maͤnnlich und ſiarck. 1. Cor. 16. v. 13. Gleichwie der kleine David/ den groſſen Rieſſen Goliath/ in feſtem Glauben der gewiſſen Huͤlffe und Beyſtand Gottes uͤberwunden und zu Bodem geſchlagen.. Sam. 17. Cap. Aſſo koͤnnen wir in ebenmaͤſſigem Glauben und Vertrauen zu Gott/ auch unſer Feinde uͤberwinden: Dann Mit unſer Macht ſ nichts gethan/ wir ſind gar bald ver⸗ lohren/ Esſtreitet für wis erdechte Mann/ den Gott ſelbſt hat er⸗ ohren Fragſtuwer er iſt? Er heiſt Jeſus Chriſt. Wann wir denſelben mit wahrem Glauben fiß ergreiffen/ hn p 296 Von der Verlierung — welchem wir außloͤſchen koͤnnen/ alle feurige Pfeile deß Boͤſewwichis Eph. 6.p. 16. 2. Bona conſcientia: Ein gutes Gewiſſen: Wo der ſelgma chende Glaube iſt da iſt auch ein gutes Gewiſſen: Solches empfindan der Glaube unſer Sieg. 1. Joh.⸗ verſ. 4. Derſelbe iſt unſer Schild m wir in unſer Tauffe/ welche wird der Bund eines guten Gewiſſensmt Per. 3.v. 21. Wir empfinden es in unſer Rechtfertgung dann wann wir grrecht worden/ durch den Glauben/ ſo haben wit Fn V mit Gott. Rom. 5 v.. Wollen wir derowegen/ O Chriſiliche Herten Gott genant.l. unſer Ritter ſchafft gluͤckluch uͤben/ ſo muͤſſen wir ein gutes Gewiſſen ha⸗ ben: O wie wol lautet es/ wann einer mit Hiob ſagen kan: Mein Gewiſ⸗ ſen beiſſet mich nicht meines gantzen Lebens halben. Hiob. 27. v. 6. Wa den HErren fuͤrchtet(wobey der Glaube fuͤrnemlich erfodert wind de darff fuͤr nichts erſchrecken/ noch ſich entſetzen/ dann der HEr iſt ſein⸗ Zuverſicht. Syr.; 4. v. 16. Derhalben ſollen wir uns uͤben/ ein unverlt Gewiſſen zu haben/ beydes gegen Gott und Menſchen/ mit Paulo. An. 24.: verſ. 16. Vnſer Ruhm ſol ſeyn das Zeugnuͤß unſers Gewiſſens Cor. 1. v. 12. Solche haben eine groſſe Freudigkeit im Glauben in Chri ſio Jeſu. 1. Tim. 3. verſ. z. Mercurius von Gatinara Keyſes CaroliV Eutrapel. Groß⸗Cantzler/ ſolte die Vergleichung zwiſchen ſeinem Herrn/ und dem Parft. I. Fag 54. Koͤnig in Franckreich getroffen/ unterſchreiben/ weilen er aber dafuͤr hill te/ daß ſolches der Billigkeit nicht gemeß waͤre/ wolte ers/ auch auff Key⸗ ſerlichen Befehl/ nicht ehun/ ſondern ſagte: Er haͤtte in Sachen/ ſowwide ſein Gewiſſen lieffen/ ſeine Dienſte dem Keyſer gar nicht verſprochen. Das war recht und wol geredet. IIII. Fidei naufragium: Den Schiffbruch deß Glaubens: Welche etliche von ſich geſtoſſen/ und am Glauben Schiffbruch erlitten haben: Alhie haben wit:; 1. Caulam: Die Urſach deß Schiffbruchs: Dieſelbe i daß ſie den Glauben von ſich ſtoſſen Obſie zwar GOTT mit ſo groſſe Gnade beſeliget/ daß ſie zum Erkaͤntnuͤß ſeiner und ſeines Sohns Jeſu Chr iſti kommen/ und auß demſelben einen ſeligmachen den Glaubenge⸗ faſſet: So glauben nur eine zeitlang ſolche Leute/ aber zur Zeit der An⸗ fechtung fallen ſi ab Lue. 8. v. 13. Da fuͤhret etliche der Teuffel 9— — richen Gtga in klinend durchein gol Pnflaih ze aber wieduit Dieſe alliſo werth deßewe Redenlaſſen/ Glauben. 1.4 huͤten Glaubh 2. For hetung uß Schſ uch Volhode Ka Pacon Jſus Glauben gewo ce Wahtenſo kewaden Alſo Dargehung de KindſchfftC undim Vaßß Schiff tuch dettnicyt waß trachlet wecc gemein ch mit fanigen oglau 7, Drælen groſſeoͤmaͤgletin han deß ſeligmachenden Glaubens. 297 hohen Berg und zeiget jhnen die Reiche und Reichthum der Welt/ und derſelben Herꝛligkeit. Matth.4. verſ.S 4eq. Andern præſentiret ſich die Welt/ mit Fleiſches Luſt/ Augen⸗Luſt und hoffaͤrtigem Leben. 1. Joh. 2 v. 16. Da verlaͤſſet Demas Paulum/ und gewinnet die Welt lieb. 2. Tim. 4.. 10. Andere aͤrgern ſich an der Verfolgung/ ſo Chriſtliche Hertzen wegen deß Bekaͤninuͤß deß ſeligmachenden Glaubens muͤſſen außſiehen: Da verkehretſich Phygellus und Hermogenes; und alle die im kleinern Aſia ſind/ von Paulo. 2. Tim.j verſ.. Die Meiſien aber durch ein goitloß Leben und Wandel: Welche zwar entflohen ſind/ dem Vnflath der Welt/ durch die Erkaͤntnuͤß deß HErrn Chriſii/ werden aber wieder in dieſelbigen geflochten unduͤberwunden. 21. Pet. 3. verſ. 20. Ditſe alle ſtoſſen das Wort Gottes von ſich/ undachten ſich ſelbſt nicht werth deß ewigen Lebens Act. 3. v. 46. Durch ſuͤſſe Wort undpraͤchtige Reden laſſen ſie ſich verfuͤhren. Rom. 16. verſ. 18. Sie verleugnen den Glauben. 1. Tim. 5. v. J. Dafuͤr laſſet uns ja zum allerfleiſſigſten uns huͤten Glauben und Chriſtum verlieren iſt alles Gutes verlieren. 2. Formam, Die Art und Weiſe: Paulus vergleichet die Ver⸗ lierung deß Glaubens mit einem Schiffbruch: Gleichwie in einem Schiffbruch/ der Schiffs⸗Patron nit im Schiffe bleibet/ ſondern in eine Both oder Kahn ſein Leben errettet: Alſo verlaͤſſet der rechte Schiffs⸗ Patron Jeſus Chriſtus ein ſolches Hertze darin er zuvor durch den Glauben gewohnet. Eph.; v. 7. Gleichwie im Schiffbruch/ die koͤſtli⸗ che Wahren/ ſo auß fremden Oertern geholet/ umbkommen und zu nich⸗ te werden: Alſo in dieſem geiſtlichen Schiffbruch/ die Gnade G Ottes/ Vergebung der Suͤnden/ die Gerech iigkeit ſo ur GOTTgilt und die Kindſchafft Gottes: Gleichwie im Schiffbruch Viele deß Todes ſeyn/ und im Waſſer erſauffen muͤſſen: Alſo auch die jenige ſo am Glauben Schiffbruch leiden/ muͤſſen ewiglich ſterben/ ſo ferne ſie in der Gnaden⸗ Zeit nicht wahre Buſſe ihun: Dieſen elenden Zuſtand ſolten billich be⸗ trachten/ welche vorſetzlich dieſem Schiffbruch ſich unterwerffen/ und gemeinlich mit Zetter und Mordio ſterben. Vnd dieſer Schiffbruch der jenigen ſo glaubet haben beweiſet ferner: 1. Præſentiæ Deigratioſæ amiſſioDie Verlierung der gnad⸗ reichen Gegenwart Gottes: Bey den Glaubigen wohnet GOTT. Pp 2 Joh. 14. 298 Von der Furtreffligkeit Joh. 14 b. 23. Durch den Glauben wohnet Chriſtus in ihtem Herza Eph. 3.v. 17. Aber G Ott iſt ferne von den Gottloſen. Prov. i. dag Vnſer Suͤnde ſcheiden uns und jhn voneinander. Eſa. 9. vꝛ. Gon weichet von ſolchen. Hoſe.9. v. 12. Wie der heilige Geiſi alſo von Sau gewichen. 1. Sam. 16. v. 14. b 2. Remiſſionis peccatorum annihilatio: Die Verrichtung erlangter Vergebung der Suͤnden: Wodieſelbe vorgehet/ daln warlich kein ſeligmachender Glaube ſeyn/ dann der ſelbe erlanget und: haͤlt die Vergebung der Suͤnden: Woaber ein Gerechter ſich kehtt von ſeiner Gerechtigkeit/ und thut boͤſes/ ſoll ſeiner vorigen Gerechig keit nicht gedacht werde Ezech. 18. v. 4. Welches der Sohn Gottes ſan erklaͤret/ mit dem Exempel des Schalcks⸗Knechtes/ deme ſeine Schud Wearhafftig erlaſſen/ aber ſolche Erlaſſung wegen vorſetzlicher darauſ erfolgeter Suͤnde auffgehoben. Matth. 18. v.;. 3. Mortis æternæ acquiſitio: Die Erwerbung der ewign Verdamnuͤß: Wer durch die Sunde ſich in den ewigen Tod ſtuͤtkei der kan keinen wahren Glauben haben: Die nach dem Ileiſche leben muͤſſen aber ſterben. Rom. 8. v. 13. Sie koͤnnen das Reich Gottes nich erben. Gal.5.v. 21. Der ſeinen Bruder haſſet/ iſt ein Todſchlaͤger/ un hat das ewige Leben nicht bey jhm bleiben. 1. Joh. 3. v. 1z. Wie koͤnna dann ſolche Leute/ bey ſolchen Suͤnden den ſeligmachenden Glauben e halten? Der barmhertzige G Ott behuͤte uns fuͤt dieſem verlieren/ und Jeſu Chriſu willen/ Amen/ Amen. Die ſteben und viertzigſte Predigt. DE FIDEI SALVIFICÆ COMMENDATIONE. b Von der Fuͤrtreffligkeit deß ſeligmachenden Glaubens. Act. 16 v. 34. Der Kercker⸗Deiſter fuͤhret ſie in ſein Hauß und ſetzet jhnen einen Tiſch/ und freuet ſich mit ſeinem gantzen Hauſſe/ daß eran Gott glaͤubig worden var. Es b Feafolget bt Sltern wieſie 90 Roͤck vr Alſo beder⸗et werdenbekleit 4 v.I4. 21 Jockede weiſſe Klebdd ſr Boöſe A Sahm. 49 A vet.2 6 4 M ſchenfuͤrzw Kean Criſt Cebe thalg. Fehluͤbereiletn Geiſtwiderzu werige Ding können allefen Darth deaſeb 3. Orn dn Menſchen der zichetſie 19.3 Wa GOkt. Ron den Glaaben. gefalln He Drnda faſſet ſen Tiſ in hlaben. 1. Jo z d Sündenda ſchamchendet ee dvürzigſte Preddg 3 AE COOIENOANI 9 chſchgmachenn e 1.16. 7. 3+ deß ſeligmachenden Glaubens. 8 Svergleichet der Sohne GOttes. Matth. 22. 8 Jo. 11. Den ſeligmachenden Glauben mit einem hoch zeitli⸗ d chen Kleide Welcher Glaube ſolche Eigenſchafft beweiſet: — t. Tegendo: Mitbedecken: Die Kleider ſeyn von GOtt dazu verordnet/ daß ſie unſer Bloͤſſe und Scham/ auff die Suͤn⸗ de erfolget/ bedecken ſollen: Deßwegen Ott ſelber unſern Paradis Eltern wie ſie nach dem Suͤnden⸗Fall ſich nacket befunden/ und geſchaͤ⸗ met/ Roͤcke von Fellen gemacht/ und jhnen angezogen. Gen. 3. verſ. 21. Alſo bedecket der ſeligmachende Glaube unſer Suͤnde. Pſ.2. v. 1. Und werden bekleidet/ mit guͤldenen Stuͤcken deß Verdienſtes C Hriſti. Pſ. 45.v. 14. Wir werden angezogen mit den Kleidern des Heyls/ und mit dem Rocke der Gerechtigkeit Chriſti. Eſa. 61. v. 10. Wir ziehen an das weiſſe Kleid der Unſchuld Chriſti/ daß man nicht ſehe/ die Schande un⸗ ſer Bloͤſſe. Apoc. 3. v. 18. Wir werden angethan mit reiner und ſchoͤner Seiden. Apoc. 19. v. 8. Ja wir ziehen JEſum C Hriſium ſelber an. Gal. z. verſ. 27. 4 . Muniendo: Mit bewahren: Wie die Kleider den Men⸗ ſchen fuͤr Froſt und ander ngelegenheit bewahren: Alſo auch der Glau⸗ be an Chriſtum: Die Kleider erwaͤrmen: Der Glaube iſt durch die Leebe thaͤtig. Gal. 5. v. 6. Daß wann unſer Nechſter etwan mit einem Fehl uͤbereilet wird/ ſo hilffet ſhm ein glaubiges Hertz mit ſanfftmuͤtigem Geeiſt wider zu recht. Gal. 6. v.r. Die Kleider verthaͤtigen gegen wider⸗ wertige Dinge/ der Glaub iſt unſer Schild/ mit welchen wir außleſchen koͤnnen alle feurige Pfeile des hoͤlliſchen Boͤſewichts. Eph. 6. verſ. 16. Durch denſelben uͤben wir eine gute Ritterſchafft 1. Tim. 1.v. 8. 3. Ornatum conterendo; Mit zieren: Gleich wie die Kleider den Menſchen zieren/ daß es heiſſet: Kleider/ ſind der Man/ wer ſie hat/ der ziehet ſie an: Alſo ſehen G Ottes Augen nach dem Glauben. Jer. 5. v. z.*Wann wir durch den Glauben gerecht worden/ ſogefallen wir S Ott. Rom. 5. v. 1. Der Gerechte hat ſein Geiſtliches Leben durch den Glauben. Gal.z.v. 11. Und ohne den Glauben kan G Ott niemand gefallen. Heb. 11. v. 6. Wegen dieſer und anderer herrlicher Wirckung machet der ſeligmachende Glaube/ der Glaubigen Hertzen froͤlich und gu⸗ tes Muthes/ wie wit in verleſenen Worten hoͤren auß welchen wir anſe⸗ henwollen: 3 Pp 3 Die Vonder Fuͤrtreffligkeit Die groſſe Fuͤrtreffligkeit deß ſeligmachenden b Glaubens. b 300 er allmaͤchtige Gott verleihe uns allen ſeine Guade/ daß wir inn, 2 chem fuͤrtrefflichen Glauben leben und ſterben moͤgen umb 36 Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Wir haben fuͤr dieſem in der vier und viertzigſten Predigt angeho⸗ ret/ wie der Kerckermeiſter zu Philip bis, durch die wunderbare Erloͤſung Pauli und Silæ auß hrem Gefaͤngnuͤß/ zur Bekchrung gelanget/ un jhme der ſeligmachende Glaube/ als das eintzige Mittel unſer Selg keit/ an unſer Seiten/ ſey commendirt worden: Worauff er ſichmit den ſeinigen tauffen laſſen/ und Paulum und Silam mit Speiß und Tranck erquicket: Da dann ferner Der Kerckermeiſter mit ſanen gantzen Hauſe ſich gefreuet/ daß er an Gott glaͤubig worden. der herꝛlichen! O der unuͤberwindlichen Freuden Da haben ſie von hHer⸗ tzen mit David geſungen: Nun lobe meine Seele den HErnn/ und wa in mir iſt/ ſeinen heiligen Namen. Pſal. 103. verſ. 2. Mit Maria Meine Seel erhebet den HErꝛn/ und mein Geiſt freuet ſich Gottes meintz Heilandes. Lur. 1. v. 46. Dieſe Fuͤrtreffligkeit deß Glaubens beweiſet: I. Fidei dignitas: Die Wuͤrdigkeit deß Glaubens: Der Kan⸗ ckermeiſter freuet ſich nichtuͤber Geld oder Gut/ nicht/ daß Paulus und Silas jhm nicht auß Haͤnden kommen/ ſondern daruͤber daß er glaͤu⸗ big worden; Dann es iſt der ſeligmachende Glaube nicht ein ſo gerin⸗ ges und veraͤchtliches Ding/ wie jhn die Baͤpſtler dafuͤr halten/ ſondern er hat eine groſſe Wuͤrdigkeit und Herꝛligkeit. Welche zu erſehen: . ExX principio: Auß ſeiner Herkunfft. Es iſt der ſeligmachen⸗ de Glaube nicht jedermans Ding. 2. Theſſ 3. verſ. 2. Er wird uns nicht angebohren; Er kompt nicht auß unſer Vernunfft/ er wird auch nicht erlangt auß Menſe chen⸗Satzung/ ſondern er iſt eine ſonderliche henliche Gabe deß allerguͤtigſten Gottes: Dann die Glaͤubige ſind nicht von dem Gebluͤte/ noch von dem Willen deß Fleiſches/ noch von dem Wil⸗ len eines Mannes/ ſondern von Gott geboren. Joh. 1. v. 13. Durch die Gnade Gottes werden wir glaͤubig. Act, 18. v. 27. Er iſt Gottes Gabe. Ep 5.2. logaba 05 gäl nüunnds tonius Noͤn V Guͤden auztl dem allerhich mitund durch Gottes def A alletpamlihſt keine Kladert 2. KnI gegeben wͤd: ſonderndurch felals das Ba Glauben. Jo Wont Gatter verſ.. Wela deßGlaubinst Gottdurchdien WwardieſesW in Wathiit ei dann Goldund vitllieber gew ber7 Cdiſ v 5. Weilen warich man 3. Exo. umbgahet.C kan/ mi Kau dergleichn ſen/ und kan machende En ulobe mane Enledahen m. Pſal cz vaſa Mil id men Gaſi fruttſihee Jünnrffügkandej Sluün Würdigkaitdeß Glaubrn. r Seldoder Gut/ wct di zamm/ ſondan dariberdi zllen deß Flalckes 3 Gon grdera 85 45 g.— 1.5 T0 z deß ſeligmachenden Glaubens. z0r Eph. 2. v. s. Uns iſt gegeben umb Chriſti Willen/ daß wir an jhn glaͤu⸗ ben. Phil. J. v. 29. Gott wircket den Glauben. Col. 2. v. 12. Chriſtus iſt der Anfaͤnger und Vollender unſers Glaubens. Heb. 12. verſ. 2. O der herꝛlichen undfuͤrtreffliehen Gabe! Es war ein groſſes/ daß Kayſer He- liogabalus guͤldene und ſilberne Geſchirꝛ/ und herꝛliche koſtbare Klei⸗ zwing der/ unter das Volck außſtreuen laſſen: Es war ein groſſes/ daß M. An⸗ ronius Roͤmiſcher Kaͤyſer einem jeglichen Buͤrger zu Rom acht Gold⸗ P Guͤlden außtheilen laſſen: Aber dieſe Gabe deß Glaubens⸗ welche von dem allerhoͤchſten Gott herkompt/ iſt unaußſprechlich groͤſſer. Dann mit und durch die Gabe deß Glaubens/ empfangen wir auch die Gnade Gottes deß Vatters/ das theure Verdienſt deß Sohns Gottes/ und die allerherꝛlichſten Gaben deß heiligen Seiſtes/ denen kein Gold noch Geld/ keine Kleider noch ander Guͤter zu vergleichen. 2. Ex medio: Auß dem Mittel/ durch welches uns der Glaube gegeben wird: Dann Gott gibt uns den Glauben/ nicht ohnmittelbar/ ſondern durch ſein heiliges Wortund Saeramente. Durch die Tauf⸗ fe/ als das Badunſer Wiedergeburt. Tit. 3. v. c. Empfangen wir den Glauben. Joh. J. verſ. 12. leq. In unſer Kindheit: Hernacher durch das Worrt Gottes: Dann der Glaube kompt auß der Predigt. Rom. 10. verſ. 17. Welche Gott zu dem Ende verrichten laͤſſet/ daß der Gehorſam deß Glaubens unter uns auffgerichtet werde. Rom. 16. v. 26. Es gefaͤllet Gott durch die thoͤrichte Predigt ſelig zu machen. x. Cor. x. v. 21. Ob nun zwar dieſes Wort fuͤr der Welt fuͤr thoͤricht angeſehen wird/ ſo iſts doch in Warheit ein herꝛlicher und fuͤrtrefflicher Schatz; Es iſt koͤſtlicher dann Gold und viel feines Goldes. Pſal. x9. v. xI. Darumb iſt es David viel lieber geweſen dann tauſend Stuͤcke Gold und Silber. Pſal. 119. verſ. 72. Es iſt der Glaͤubigen jhres Hertzen Freude und Troſt. Jer. 1c. v. 16. Weilen es iſt ein Wort deß ewigen Lebens. Joh. 6.v. 68. Das iſt warlich ein erfreuendes Wort. 8* 3. Ex objecto: Auß dem damit der ſeligmachende Glaube umbgehet: Der weltliche Glaube gehet umb mit Gold/ Geld und Guͤ⸗ tern/ mit Kauffen und Verkauffen/ mit Zuſage und Buͤndnuͤß/ und dergleichen Dingen; Die doch nichtig/ vergaͤnglich und unbeſtaͤndig ſeyn/ und keine gewiſſe Herꝛligkeit dabey zu erlangen: Aber der ſelig⸗ machende Glaube gehet umb mit der Gnade G.0O TT F S des b Vatters/ 436. 302 Von der Fuͤrtreffligkeit Vaters/ dieſelbe ergreiffet er alſo/ daß unſer Hertze ſich freuet /daß Get ſo gerne hilfft. Pſal. 33.v. 7. Wenien wir auffs allergewiſſeſtemit Aht ham wiſſen/ daß was Gott verheiſſe/ koͤnne er auch thun. Rom 4 9a⸗ Daß wir koͤnnen zu dem rechten Gnaden⸗Stuel hinzu gehen/ mitta hafftigem Hertzen in volligem Glauben. Heb. 10. v. 22. O der groſſa und gewiſſen Hertzen Freude! Der Glaube gehet umb mil dem theumn und allerwertheſten Verdienſt Jeſu Chriſti, Durch welches wir erſaͤgn die Kindſchafft Gottes. Joh. 1 verſ. 1z1. Die Vergebung der Suͤndn Act. 10. v. 43. Da reiniget der Glaube unſer Hertzen. Act. 15.v. o. Undi langen durch den Glauben an Chriſtum die ewige Seligkeit. Johz wa 16. O der herꝛlichen Schaͤtze O der fuͤrtrefflichen Wirckung Da Glaube gehet umb/ mit den allererfreulichſten undffuͤrtrefflichſien Ga⸗ ben deß heiligen Geiſtes; Davon den Glaubigen Stroͤme deß lebendign Waſſers flieſſen. Joh. 7.v. 8. Das iſt/ der heilige Geiſi traͤncket ſumt der Wolluſt ſeiner Gaben/ als mit einem Strom. Pſalm. 36. v.9. Daſſ Gerechtigkeit/ Friede und Freude im heiligen Geiſt. Rom. 14. v. 7, N ſind die Fruͤchte deß heiligen Geiſtes/ Liebe/ Freude/ Friede/ Gehull Freundligkeit/ Guͤtigkeit/ Glaube/ Sanfftmuth/ Keuſchheit/ widerw che das Geſetze mit ſeiner Verdamnuͤß nicht iſt. Gal.. v. 22. leq. Sc lolches nicht hertzliche Freude bringen? Dieſes/ O Chriſtliche Herzn ſoluns auffmunterndaß wir unfer Herrlichkeit und Hertzen Freudenn in weltlichen/ nichtigen und vergaͤnglichen Dingen/ ſondern in dem ſelig⸗ machenden Glauben ſuchen/ durch welchen wir haben die Gnade Gottts deß Vaters/ das theure Verdienſi Chriſti/ und die allerherrlichſten Ga⸗ ben deß H. Geiſtes. 1 II. Fidei neceſſitas: Die Nothwendigkeit deß Glaubens: Undzwar: 1. KRatione Dei: An Gottes Seiten: Weilen wir von Natur Kinder deß Zorns ſeyn. Eph.ꝛ v. z. So iſts ohnmuͤglich ohne Glauben Gott gefallen. Heb. 11.v. 6. Weilen der Glaube den Sohn Gottes mit ſeinem Verdienſt und Wolthaten allein ergreiffet/ und jhme zueignel welcher derſelbe iſt/ anwelchem Gottes Seel ein Wolgefallen hat. Eſe 42.v. 2. Sein lieber Sohn an welchem er ein Wolgefallen hat. Matth. v. 7. Dereintzige Menſch in Gnaden/ durch welchen allen Glaubigen die Gnade Gottes reichlich wiederfaͤhrer. Rom..v. 15. Lind durch— na Ehriſtun Ein A 2 Rati gkfäͤlligts von ſum geſchehe begeben zum velchtstſtun uns hefleſſige diglich wandel richtauß deme the Worichſi nden ſondern thes was witt geſchloſſer d Gottrichlsg daſechahande Grundhaben 3 han auben n OEhnſich fengroſſ Hen ſonden auch ſigen Gtxen deß ſeligmachenden Glaubens. 303 Gnade machet uns G Ott angenem in ſeinem geliebten Sohn. Eph. 1. v. 6. Da iſt Gottes Wolgefallen/ daß alles durch Chriſtum verſoͤhnet werde zu jhm ſelbſt/ es ſey auff Erden oder im Himmel. Col. i. verſ. 19. Wollen wir nun Gott wolgefallen/ ſo müſſen wir einen feſten und be⸗ ſtaͤndigen Glauben an Chriſtum haben: Gleich wie Joſephs Bruͤder ſein Angeſicht nicht ſehen ſolten/ ſie braͤchten dann jhren Bruder Ben⸗ jamin mit ſich. Gen. 43. v. 3. Alſo koͤnnen wir Gottes gnaͤdiges Ange⸗ ſicht nicht ſehen/ wir fuͤhren dann mit wahrem Glauben den Sohn Gottes/ unſern Bruder Jeſum Chriſtum mit uns. Da haben wir Freu⸗ digkeit und Zugang zu Gott/ in aller Zuverſicht/ durch den Glauben an Chriſtum. Eph. 3. v. 12. Alsdann b— Ein Wolgefallen Grt an uns hat/ da iſt groß Fried ohn unterla b All Fehde hat dann ein Ende. 2. Rarione noſtri: An unſer Seiten: Dann ſol etwas Gott wol⸗ gefaͤlligts von uns herkommen/ ſo muß es in wahrem Glauben an Chri⸗ 4 ſium geſchehen: Dann der Glaube wircket bey uns daß wir unſer Leiber begeben zum Opffer/ das da lebendig heilig und Gott wolgefaͤllig iſt/ welches iſt unſer vernuͤnfftiger Gottes⸗Dienſi. Rom. 12. v.]. Daßwir uns befleiſſigen/ daß wir Gott wolgefallen. 2. Cor. 5.v. 9. Daß wir wuͤr⸗ diglich wandein dem Errn zu allem Geſallen. Col. 1. v. o. Dann was nicht auß dem Glauben herruͤhret/ das iſt Suͤnde. Rom. 14. v. 23. Wel⸗ che Wortob ſie zwar nicht eigentlich von dem ſeligmachenden Glauben reden ſondern daß wir auß Gottes Wort ſollen gewiß ſeyn/ daß ein ſol⸗ ches was wir thun Gott gefalle/ ſo wird doch kraͤfftiglich auß denſelben geſchloſſen/ daß ohne wahren ſeligmachenden Glauben an Chriſtum Gott nichts gefalle: Dann ſo die Mittel⸗Dinge von welchen Paulus daſelbſt handelt/ Gott nicht gefallen/ wann ſie nicht in Gottes Worte Grund haben/ und deßwegen der Glaube darauff ruhen kan viel weni⸗ ger werden andere Wercke Gott nicht gefallen/ ſo ſie nicht in wahrem Glauben an Chriſtum herruͤhren. Dieſe Nothwendigkeit deß Glaubens O Chriſtliche Hertzen/ laſſet uns wolin acht nehmen/ und nicht allein deſ⸗ ſen groſſe Herrlichkeit und Anſehen fuͤr GOTT/ hierauß erkennen/ ſondern auch uns zum Hoͤchſten dahin befleiſſigen/ daß wir auß fleiſ⸗ ſigem Gehoͤrlund andaͤchtigem Auffnemen ſfabehane ſ olchen Khai nods ——————— ————— 4 ——————— —JI ——— “ —— 304 TVon der Fuͤrtreffligkeit nods moͤgen theilhafftig werden/ wozu uns der Sohn Gottes ſo fleiſtg ermahnet/ und den Anfang ſeiner goͤttlichen Predigt alſo gemache Thut Buſſe und glaͤubet an das Evangelium. Marc. l. verſ.. Wi muͤſſen ſtehen im Glauben. 1. Cor. 16. v. 3. Wir muͤſſen im Glauben gegruͤndet/ veſt und unbeweglich bleiben. Col.. v. 2 3. Dieſer iſt der Wag der uns zur Seligkeit fuͤhret: Dieſes iſt das Kleid/ damit wir fuͤr Golt mit Freudigkeit koͤnnen erſcheinen; Dieſe iſt die Krone die uns zu Kon⸗ gen—— b . Deprædicationis fidei claritas: Der groſſe ß Glaubens: Dieſer Kerckermeiſter freuet und rahnde ſ Auh un daß er an Gott glaͤubig worden: Dieſer/ dieſer/ O Chriſtliche. Hertzen iſt der beſte und beſtaͤndigſte Ruhm fuͤr Gott und allen Außerwehlien. Alſo rüͤhmet Paulus ſehr hoch/ den Glauben deß Abrahams. Rom. rap. Und auch der andern Ertzvaͤter und heiligen Maͤnner. Heb. 11 aa Der Sohn Gottes ruͤhmet den Glauben deß Hauptmans zu Caper⸗ naum. Matt. 8. v. 1o. Den Glauben deß Cananeiſchen Weibes. Matt 15. verſ. 28. Deß Blutfluͤſſigen Weibes. Marc. 7. v. 34. Ulnd anderer mehr. Wo findet man aber/ O Chriſtliche Hertzen/ einen ſolchen Ruhm in Gottes Wort/ an unſer Seiten/ oder von einer Tugend die von un ſolte herkommen? Darauß ja die Herꝛli keit und Fuͤrtreffligkeit deß ſe ligmachenden Glaubens zu neben⸗ 8 Furtreffugkeudahſ „IVY. Fidetutilitas; Der Nutzen de Glaubens: Der Kercker⸗ meiſter freuet ſich nit allein uͤber ſ duun Sdeße /ſondern er fuͤhretauch aulum und Silam in ſein Haus/ und thut jhnen guͤtlich. Dieſen Nu⸗ tzen haben wir fuͤr dieſem in den zwoͤlff Wirckungen deß Glaubensan⸗ gehoͤret; Chriſtus faſſet hn zuſammen wann er ſpricht: Alle Dingſind muͤglich dem der da glaͤubet. Marc. 9. v. 23. Dann der ſeligmachende laube hat ſeinen Nutzen uͤber uns/ da er uns die gottliche Kindſchafft einget Joh. 1.v. 12. Und in die ewige Seligkeit verſetzet. Joh. 3. v.a6. Oer Glaube hat ſeinen Nutzen in uns Dann er bringet uns das geiſtli⸗ che Leben Weilen der Gerechte ſeines Glaubens lebet. Hab. 2.v. 4. Er aug 4 muns die Gerechtigkeit ſo fuͤr Gott gilt/ ſo da komt zu allen und nußn 1die glauben. Rom 3. v. 22. Der Glaube wird uns zur Gerech⸗ gkei gerechnet. Rom. 4.v.. Er wircket innerlich in uns ein gutes Ge⸗ wiſſen; Dann wann wir gerecht worden durch den Glauben/ ſo haben wi 1 wir Friderii und hnide Erhatvilen E ildurchd PSalrund z0 gt ſeinen an Aidest Owlp Halutariou dammalle E iſt damnale DPatter/ di Amen. —— 1. Ne ſcines Geſor chenoſzl ſteher von ni p a140,r.g. Scuten/ odrnnena dumn dieDarügtaumd junt rſchm. er Nußendcßelubat Kr ſamn Glauda ſendmti Haus ind thut zragi dn zwalf Praumi mman wamckni A. Muc. 9. daz. Dminſe iſt dann alle Aertzte: Vatter/ durch den deß ſeligachenden Glaubens. wir Friede mit Gott. Rom.. v. x. Er erfuͤ und Friede. Rom. 15. v. ⁷. Der Glaubeh Er hat vielen die Geſundheit gegeben. Mat Er iſt durch die Liebe thaͤtig. Gal.. verſ. 56. Welt/ und alles was derſelben anhaͤnget. 1. Joh.. verſ. hat ſeinen Nutzen unter uns: Dan Teuffel widerſtehen. 1. Pet. 5. v. 9. O theſauris omnibus opulentior fidesi O virtutibus corporis omnibus fortior: O medicis omnibus ſalutarior, ruffet Ambroſius: Das iſt: O den Glauben welcher reichen dann alle Schaͤtze: Der ſtaͤrcker/ dann alle Tugenden: Der heilſamer Bey welchem Kleinod uns wolle erhalten/ Gott der heiligen Geiſt/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ 305 llet unſer Hertzen mit Freude at ſeinen Nutzen auſſer uns. th. 9. v. 22. Marc. 10. v. 72: Er iſt unſer Sieg gegen die 4. Der Glaube n mit demſelben koͤnnen wir dem lb ze Die acht und viertzigſte Predigt. DE PONTIEICIORUM 1MPLICITA FIDE. Von dem Baͤpſtiſchen Koͤhlers Glauben. 2. Tim. I. v. 1⁊. eiß an welch ß/ daß er kan meine Beylage ren biß an jenen az. ⸗ Sſpricht Gott Eſa 3.v. 11. Durch ſein Erkaͤnd⸗ N nuͤß/ wird mein Knecht der Gerechte viel gerecht machen: . Da wir zu betrachten haben: I. Subjectum: Wer dieſer ſey/ davon geredet wird: hriſtus Gottes und Marien Derſelbe iſt der HErꝛ Meſſias/ Jeſus C Sohn; Der wird genant: 1. Dei ſervus; Gottes mir ein geringes/ d en ich glaube/ und bin ge⸗ bewah⸗ Knecht: Und ſolches inſonderheit wegen ſeines Gehorſams Gott ſeinem Vatter in der Erloͤſung deß Menſchli⸗ chen Geſchlechtes gelriſtet: Davon er ſpricht: Sihe ich komme/ im Buch ſtehet von mir geſchrieben/ deinen Willen/ mem Gott/ thue ich gerne. Pſal. 40, v. 8. Und Gott der Vatter ſagt: Es iſt aß du Super I. Pet. 3. V.I5. Petr. Sua- vis hiſt. concil. zos Vondem Baͤpſtiſchen Koͤhlers Glauben du mein Knecht ſeyſt/ die Staͤmme Jaeob auffzurichten/ und dasa, Gottes Wor wahrloſete in Iſrael wieder zubringen/ ſondern ich habe dich auch zun anverſtündige Liecht der Heyden gemacht/ daß du mein Heil ſeyſt biß an der Wai ſenvikaußvet Ende. Eſa. 49. v. 6. Dann er iſt nicht ungehorſam geweſen/ und Wien nicht zu ruͤck gangen. Eſa. v. 4. Beſihe auch Phil. 2. v. g. 2. Juſtus: Der Gerechte; Er iſt das gerechte Gewaͤchs/ ung Gott dem David erwecket. Jer. 23. v.. Der gerechte Koͤnig. Jach Otr ellergat v. 3 Der Heilige und Gerechte/ welchen die Juden verleugnet. Aalz aleue II. Ejus effectum;: Seine Wirckung: Er machet gerecht E iſt nicht allein gerecht fuͤr ſeine Perſon/ ſondern er machet uns auch ge⸗ recht/ die wir ſonſt das Unrecht ſauffen wie Waſſer. Hiob. 15. verſ s Wirh Aber in dieſem Gerechten/ werden gerecht aller Same Iſrael. Eſa.45. I Hdd v. 25. Durch jhn/ werden wir gerecht von dem allen/ durch welches ii machendene nicht kunten im Geſetz Moſis gerecht werden. Act. 13. v. z8. Dann wa ben wirdaßde an dieſen glaͤubet der wird gerecht. ib. v. ſeq. Er iſt deß Geſetzes Ende/ 1. Inn wer an jhn glaͤubet/ der iſt gerecht. Rom. 10. v. 4. diſender da 3. Operationis medium: Durch was Mittel ers wince: gen Ich vei Durch ſein Erkaͤndnuͤß: Daß wir dieſen unſern Erloͤſer/ nach ſeine oluton d. Perſon/ Ampt und Wolthaten/ auß Gottes Wort recht erkennen /fiſ pflichten/dle und beſtaͤndig an jhn glaͤuben/ und dadurch hie zeitlich gerecht/ und Keßſeralſogl hernacher ewig ſelig werden: Die Baͤpſtler halten viel auff jhren ſidem glechtter Mat implicitam oder eingewickelten Glauben/ da einer glaubet was die Ri⸗ bedidtey J miſche Kirche glaubet: Daher Cornelius à Lapide ſchreibet; Wann lahrtefeenerg ein Roͤmiſch Catholiſcher Leye von einem Ketzer gefragt werde/ wat CatholiſchtK umb er glaube/ als zum Exempel/ daß Chriſtus warhafftig im Abend⸗ Vasgattet mahl gegenwaͤrtig ſeye Solle er antworten: Weilen die Kirche ſolches glaude: An ſo viel hundert Jahr geglaubet habe/ welche ſey ein Pfeiler und Grund⸗ ſochten deſ gen/ daß die Weltliche ſolten die Lehr deß Glaubens mit aller Demu annehmen/ welche jhnen von der Kirchen vorgeſchrieben wuͤrde/ und da⸗ von nieht diſputiren noch weiter gedencken: Der Cardinal Bellarmi⸗ nus laͤſſet ſich ſo weit herauß/ daß er ſchreiben darff/ der Glaube werde Veſt der Warheit. Derhalben im Tridentiſchen Con cilio vorgetta⸗ b jtlichemahl juſtif..7. beſſer durch eine Unwiſſenheit/ als durch ein Erkaͤndnuͤß beſchrieben: §. ame Wann aber dieſe Lehr der Eigenſchafften deß Glaubens/ 66 9 1 das ſſeinſch heilgeSchr erein Erkänmn darund uh ſten zudennen ſheCorape gerechtwada Jazaz rcdt. d..ſeß Sriſdeh xcht. Nom 1094 um: Durch was Mtt daß wu dieſſmmſan Guſat ien/ auß Gettes Wottnehlt mn/ und dadurch ſiezettaͤn Die Biyfllerhaltmralaff Von dem Baͤpſtiſchen Koͤhlers Glauben. 307 Gottes Wort beſchtieben wird gar zu wider/ und uns einen blinden/ unverſtaͤndigen und unvernuͤnfftigen Glauben wil einbilden/ als wol⸗ len wir auß verleſenen Worten beſehen: Wie der eingewickelte Glaubeder Baͤpſiler in ddeenſelben widerleget werde. Der allerguͤtigſte Gott/ wolle unſer Hertzen mit ſeinem heiligen Geiſt erleuchten/ daß wirs Gott zu Ehren/ und uns zumbeſten heilſam betrachten moͤgen/ um Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Wir haben in verleſenen Worten; I. Fidei lalvificæ proprietatem: Die Eigenſchafft deß ſelig⸗ machenden Glaubens: Ich weiß an welchen ich glaͤube: Allhie ha⸗ ben wir daß der ſeligmachende Glaube beſtehe: 1. In notitia lubjecti: In der Wiſſenſchafft oder Erkaͤntnuß deſſen der da glaubet: Ich weiß: Ein Baͤpſtiſch Glaubigen muß ſa⸗ gen; Ich weiß nicht/ ſondern die Kirche/(auß welcher in der endlichenrc⸗ lolurlon der Roͤmiſche Bapſt wird/ und naͤchſt jhm wann ſie jhm bey⸗ pflichten/ die Cardinaͤl/ Biſchoffe und Prelaten) weiß es: Wie jener Koͤhler alſo glaubet/ von welchem Stanislaus Hoſeus erzehlet/ daß ein D. Heil- * gelehrter Mann einen Koͤhler gefrager/ was er glaube? Worauff derſel⸗ brun. un⸗ be die drey Articul deß Apoſtoliſchen Glaubens hergeſagt: Wie der Ge⸗ catholiſch lahrte ferner gefragt? Was er mehr glaube? Hat er geantwortet/ was die Bapſth. Caiholiſche Kirche glaubet: Der Gelahrter hat noch weiter gefraget: P s 590 Was glaubet die Catholiſche Kirche. Der Koͤhler geantwortet: Was er glaube: Und dieſer Gelahrter ſey hernach vom Satan gewaltig ange⸗ fochten deſſen er ſich nicht erwehren koͤnnen/ habeer endlich dem Satan etzliche mahl geantwortet: Er glaube was der Koͤhler habe glaubet/ O das iſt ein ſchlechter Odas iſt ein elender mager Glaube: Die goͤttliche heilige Schrifft aber/ ſtellet uns den Glauben viel anders fuͤr/ nemlich daß er ein Erkaͤntnuͤß und Wiſſenſchafft ſey; Gott hat ja den heiligen Geiſt darumb nicht dem Bapſt und ſeinen Prelaten/ ſondern) wahren Chri⸗ ſten zu dem ende geben/ daß ſie wiſſen ſollen/ was jhnen von Gott gegeben iſt.. Cor. 2. v. 12, Und dieſes beweiſel: 4 04 3 a. Fide- 308 Von dem Baͤpſtiſchen Koͤhlers Glauben. kete Augen ihres Verſtandes haben/ daß ſie erkennen koͤnnen/ waſchei ſey die Hoffaung jhres Beruffes. Eph.. v.18. Sie ſollen erdauerſihn deweiſet gnugſam daß wahre Chriſten ſollen keine ignoramten ſeyn ſa — dern ſolche die auß Gottes Wort wiſſen und erkennen/ was ſie glaub Wortes auff muntern ſol. 8. Fidelium judicium: Der Glaubigen Vrtheil in Glau 2. v. 10. Richtet jhr/ was ich ſage/ ſagt Paulus. 1. Cor. 10. verſ.1z. Dahe vermahnet ſie Chriſius/ ſie ſollen ſich huͤten fuͤr falſchen Prophele Matth. 7. v. 1z. Sie ſollen in der Schrifft forſchen. Joh.) v. 9. Undde Berrhoenſer werden deßwegen geruͤh met daß ſie taͤglich in der Schuiff ſie ſollen alles pruͤffen/ und das Gute behalten. 1. Theſſ..v. 10. Sikſth len die Geiſter pruͤffen ob ſie auß Goit ſeyn. 1. Joh. 4. v. I. Soſeman men/ noch jhn gruͤſſen. 2. Joh v. 10. Dieſes/ O Chriſiliche Hertzen/ miͦ ſen wir in fleiſſiger Obacht haben/ wir muͤſſen nicht Kinden ſeyn und uns nicht wegen und wiegen laſſen von allerley Wind der Lehre. Eph 4„4 Vrnd glauben nicht einem ſeglichen Geiſt. 1. Joh. 4. v. J. ſellen urtheileten von der Babyloniſchen Abgoͤtterey Dan. z. v 4 leog⸗ Damiel von dem gottloſen Befehl Darij. Dan. 6. v.7 ſeqq. Die Juden urtheileten von Antiochi gottloſem Weſen und Gebotten/ nach dem Ge⸗ ſetze 1. Macc.* v. 65. ſeq. Die Berrhoenſer von Paul Predigten. Act.7 v. u. Auß dieſem allem/ O Chniſtliche Hertzen/ iſt Sonnen klar daß der ſeligmachende Glaube eine Erkaͤntnuͤß Und Wiſſenſch afft erfoder!/ daß ein glaubiges Hertze ſagen kan: Ich glaube/ darumb rede ich. Pſal né. verſ. o. Daß es mehr dann unbeſonnen iſt/ das Erkaͤntnuͤß auß Golus Wort/ vom Glauben abſondern. b b 1,In a. Fidelium proprium; Die Eigenſchafft der Glaubigen b Dieſelbe ſollen Gottes Gelehrte ſeyn. Joh. 6. v. 4§. Siemuͤſſen erleuch auff den Grund der Apoſtel und Propheten. Eph. 2. v, 0. Sie ſollt Rechenſchafft geben koͤnnen jhres Glaubens. 1. Pet.3. v. i. Dieſes ale ſollen/ welches uns zu fleiſſigem und andaͤchtigem Gehoͤr goͤlclich bens Sachen: Sie ſollen ſolche Geiſtliche ſeyn die alles rich en. Ea geforſchet/ ob ſichs alſo verhielte/ wie Paulus lehrete. Act 17. v. n. Dant die wahre Lehre nicht bringet/ denſelben ſollen ſie nicht in jhr Hauß uh r. Fidelium Exemplum: Glaubiger Exempel⸗Daniels Ge abrer Goit Gahbe ſolcher ichſchn dazd Lehret dawde demſehbenncc Lebens auffd Sohn Gorte unzertennetet tszu ſeina Wi Enlöſer und E undmit Goite kaͤntnuͤßunog andern Hellif Al 4. h 2. C nachdemer der muß vom diitt Dannden Apo nachdenbloſſen diiſem andens; der undnichtde decPhotiniane marDerone laere Erkaäͤne nanten Glau zu leſen eeyn. 4 6 f n Jch glau de GO ls gemen /⸗ nſonoerger i danſelde ſolln ſunchr Sd o. Doſes OCrt ada virmuͤſſanctäen a von allrig Bnddabit Don dem Bapſtiſchen Koͤhlers Glauben. zos 2. In notitia objecti; Im Erkaͤntnuͤß deſſen das man glau⸗ bet: Ich weiß an welchen ich glaube; Sagt Paulus; Dieſer iſt Gote der Vater/ Sohn und heiliger Geiß: Damuß ein wahrer Chriſt vom Vater wiſſen/ daß er wahrer Gott und daß vondemſelben die andern Per⸗ ſonen zu unterſcheiden/ aber gleichwol ein einiges Weſen ſey/ daß dieſer wahrer Gott Himmel und Erde auß ſeiner goͤttlichen Almacht erſchaf⸗ fen: Und ſolcher Glaube muß nicht nur muͤndlich/ ſondern auch gruͤnd⸗ lich ſeyn/ daß derſelbe dem Worte GOttes gemeß ſey/ und was falſche Lehrer dawider fuͤrbringen wann es zu deß Glaubigen Erkaͤntnuͤß komt) demſelben nicht beypflichten/ und deßwegen in Vbung eines Chriſilichen Ledbens/ auff dieſen aimaͤchtigen G OTT ſem Vertrauen ſetzen. Vom Sohn Gottes muß er wiſſen/ daß er wahrer Gott und Menſch in einer unzertrenneten Perſon/ und deßwegen/ was demſelben zu wider iſt wann es zu ſeiner Wiſſenſchafft komt) nicht glauben: Daßer unſer Heyland/ Erloͤſer und Seligmacher iſt/ und was abermaldemſelben widerlaͤuffet und mit Gottes Worte ſtreitet/ verwerffe: Weilen derſelbe durch ſein Er⸗ kaͤntnuͤß uns gerecht machet. Eſa. /3.· v. 11. Und gantz und gar in keinem u andern Heil iſt/ und kein ander Name gegeben/ darin er kan ſelig werden. Act. 4. v. 12. Derowegen deſſen gruͤndliches Erkaͤntnuͤß jhm hochnoͤtig/ nachdem er der Grund unſer Seligkeit. 1. Cor. z. v. 11. Und ein gleiches muß vom dritten Articul deß Chriſtlichen Glaubens gehalten werden⸗ Dann den Apoſtoliſchen Glauben(wie er genennet wird) alſo ſchlechꝛ nach den bloſſen Worten nur glauben/ iſt nicht genug/ welches allein auß dieſem/ anders zugeſchweigen/ zu erſehen/ daß in demſelben nur der Ba⸗ ter/ und nichi der Sohn und heiliger Geiſt werden Gott genant/ welches die Photinianer und jhres Gleichen/ mit beyden Armen auff und anneh⸗ men: Derowegen iſt auch denen ſo nicht im Predigt⸗Ampt ſeyn/ eine vol ligere Erkaͤntnuͤß jhres Glaubens noͤthig als im Apoſtoliſchen alſo ge⸗ nanten Glauben verfaſſet iſt. Davon andere Theologen weitlaͤufftiger zu leſen ſeyn e— 3 . Inapplicarione fideli: In glaubiger Zueignung: An wel⸗ chen Ich glaube: Dann der anndnglr Gger3 5 die Gna⸗ de GOTTESm CHRISTO JESll/ uncht allein ins gemein/ daß dieſelbe allen Menſchen offen ſtehe/ ſondern auch inſonderheit fuͤr ſeine Perſon: Daß wie der Hirſch nach ei Waſſes Concil. Trident. Seſſ.6. c.9. Bellarm. lib. x. de juſtif. cap. 10. lib. 3. de juſtif. cap. II. 310 Von dem Baͤpſtiſchen Koͤhlers Glauben. Waſſer ſchreyet/ alſo ſe chreiet ein Glaubiger zu G Ott. Pf 42, berſ Seine Seele iſt zumalmet fuͤr Verlangen. Pſ. n9 v. 0. Seines Ha⸗ tzen Luſt ſtehet zu G Ottes Namen. Eſa. 26. v. Z8. Es hungert und i⸗ ſtet ihn nach der wahren Gerechtigkeit. Matth. 5. v. 6. Wie kan ah ein ſolcher appetit, ohn Erkaͤntnuͤß deſſen das man begehret/ und da⸗ auff man ſich eintzig und allein verlaͤſſet/ gefunden werden: Wie ii⸗ nen doch die Sterbende ein Verlangen tragen nach der ewigen Scii keit/ wann ſie nicht wiſſen was das ewige Leben ſey? Wer es erworbn Durch was Mittel ſie dazu koͤnnen gelangen Es heiſſet: Ignoti nul la Cupido; Vnbekandtes/ bleibt Vnbegeret; Es kan auch ein Chriſi⸗ ches Hertz/ in Betrachtung dieſes/ ſich ſelber probiren/ ob er einen ſii; machenden Glauben habe: Wlein Begierde mehr zu zeitlichen Din hriſto Jeſu/ ſo iſts umb ſeinen Glau⸗ gen/ als zur Gnade G Ottes in b ben ſchlecht bewand: Dann ein recht Chriſtliches Hertz ſagt von ha⸗ tzen mit Aſſaph: HErꝛ wann ich nur dich habe durch einen unde⸗ weglichen und beſtaͤndigen Glauben/ deiner Gnade in Chriſto Jeſu va ſichert bin) ſo frage ich nichts nach Himmel und Erden/ und wanntni als dann mein Leib und Seel verſchmachter/ ſo biſt und bleibſtu doch meines Hertzen Troſt und mein Theil. Pſ. 73. v. 2. II. Fidei Salvificæ efficacitatem: Die kraͤfftige Wirckung deß ſeligmachenden Glaubens: Er wircket aber: „1. Cerrirudinem; Eine Gewißheit: Und bin gewiß: Wo der ſeligmachende Glaube iſt/ daiſt kein Zweiffel: Die Baͤpſtler/ wit auß jhrem Tridentiſchen Concilio, und deſſen Vorfechter Bellarmi- no zu erſehen/ wollen/ daß keiner der Gnade G Ottes koͤnne verſicher ſeyn in ſeinem Hertzen/ wie wol Bellarminus gegen ſein Wiſſen und e⸗ wiſſen/ hernach leugnet/ daß ſie eine ſolche Lehre fuͤhren. Aber G Ottto Wort lehret uns viel ein anders: Dann ein recht⸗glaͤubiges Hertze kan ja getroſt mit Hiob ſagen/ ich weiß daß mein Erioͤſer lebet. Hiob. 9. 25. Das iſt/ ich weiß daß JEſus CHriſtus G Ottes und Marien Sohn/ mein Erloͤſer iſt/ der mich von Suͤnden/ vom Zom GOlles/ vom Fluch deß Geſetzes/ von der Macht des Teuffels/ Todes und der Hoͤllen erloͤſet hat/ und dagegen Vergebung meiner Suͤnde/ die Gnad GOttes/ die Gerechtigkeit ſo fuͤr Gott gilt/ die Kindſchafft Goltes/ und die Erbſchafft der ewigen Scligkeit gewiß und ohn allen malfa Swe aeaßu weder Encel ſo midech ünsſcheden! HEna. Re wißheit ſehn ſch. 1. Tiw. ſolche Glaut han/ der dach Chriſtlihe ſe.r Cor.9.h. ſagendem fin gotlicht Be 2 Sald Daß er nir Durchdie d Gollden Re Dehlagevor 67. Lucor wolin achin beygalegtdee liche unbeſe Hinmul diges guuſ Tag Ieu oncilo, und anc der Gnade GOt ral delarmiaus gegeniu ſrareſeice litetn drs: Damannchtetn Von dem Baͤpſtiſchen Koͤhlers Glauben. zur ben habe: Und zu dieſem Ende iſt das Evangelium beſchrieben/ daß wir gewiſſen Grund der Chriſtlichen Lehre haben ſollen. Lue. 1.v. 4. Wir muͤſſen auffs allergewiſſeſte mit Abraham glauben/ daß/ was GOtt verheiſſe/ er auch thun koͤnne. Rom. 4.v. 21. Nunzeugen ja von Chriſio alle Propheten/ daß in ſeinem Namen Vergebung der Suͤnden empfan⸗ gen alle die an jhn glauben. Act. 10. v. 43. Dieſer Prophetiſchen Ver⸗ heiſſung muͤſſen wir ja feſtiglich glauben: Wer da gleubet an den Sohn G Ottes/ der hat ſolches Zeugnuͤß bey jhm: Wer aber GOtt nicht glaͤubet(der durch die Propheten zu uns geredet. Heb. 1. v. I.) Der ma⸗ chet jhn zum Luͤgener. 1. Joh. 5. v. 10. Wir ſeyn ja/ auß GOttes Wort und vielfaͤltigen Verheiſſungen/ gewiß! daß weder Tod noch Leben weder Engel noch Fuͤrſtenthumb/ noch Gewalt/ weder Hohes nock Tief⸗ fes/ weder Gegenwaͤrtiges noch Zukuͤnfftiges/ noch kein ander Creatur uns ſcheiden moͤge von der Liebe Gottes/ die in Chriſto Jeſu iſt/ unſerm HErꝛen. Rom. 3. v. 8. Dieſer Glaube muß bey uns in groſſer Ge⸗ wißheit ſeyn. 1. Theſſ. 1. v. 5. Daß wir wiſſen/ daß es gewißlich wahr ſey. 1. Tim. 1. v. 5†. Wie koͤnnen aber die Baͤpſtiſchen Implieiſten eine ſolche Glaubens⸗Gewißheit haben/ wann ſie ſich auff frembden Glau⸗ ben/ der doch ſie nicht angehet/ verlaſſen? Laſſet uns derowegen! O Chriſtliche Hertzen in unſeren Glauben nicht lauffen auff das ungewiſ⸗ ſe. 1 Cor.9. v. 6. Sondern in dem Wegedeß goͤttlichen Wortes nach⸗ jagen demfuͤrgeſteckten Ziel/ nach dem Kleinod/ welches uns fuͤrhaͤlt die goͤttliche Beruffung in Chriſto Jeſu. Phil. 3.v.14. 2. Salutis conſervationem: Die Bewahrung zur Seligkeit: Daß er mir meine billige bewahren wird/ biß an jenen Tag: Durch die Beylage wird alhie verſtanden das ewige Leben/ als ein von Gott den Beſtaͤndig⸗Glaubigen beygelegtes Erbe: Es hat Gott die Beylage von ſeinem Nechſten wol in acht zu nehmen befohlen. Exod. 22. v. 7. Luc. 6. v. 2. ſeq. Alſowil auch Gott dieſe Beylage ſeiner Kindern wol in acht nehmen’ und fleiſſig an ſeiner Seiten bewahren: Daißt uns beygtlegt die Kron der Gerechtigkeit. 2. Tim 4. v.8. Das unvergaͤng⸗ liche/ unbefleckte und unverwelckliche Erbe/ welches uns behalten iſt im Himmel. i. Pet 1. v. 4. Darauff verlaͤſſet ſich der Glaube/ daß Goitder dieſes gute ſo er in uns angefangen/ auch werde vollfuͤhren/ biß an den Tag Jeſu Chriſti. Phibnv. 5. Wir aber muͤſen zu dieſem Ende Gor l 48 312 Von der Baͤpſtler Zweiffel/ tes Wort bewahren in einem feinen guten. Hertzen/ und bringen Frun 1 in Gedult. Luc. 8. v. 1·F. Wozu uns wolle verhelffen Gott der Vatii/ durch die Gnade deß heiligen Geiſtes/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. Dieneun und vierhigſtePredigt.— DE PONTIEICIA DVBITATIONER.j Von der Baͤpſtler Zweiffel/ von der Gnade Gottes und Vergebung der Suͤnden. Rom. 4. v. 20. feq. Abraham zweiffelte nicht an der Verheiſung Gottes durch Vnglauben/ ſondern wad ſtarck im Glauben/ und gab Gott dieeh re/ und wuſte auffs aller gewiſſeſt/ di thun.* Sſpricht Paulus Heb. 33. verſ.⸗. Es iſt koͤſtlich Ding/ daß das Hertze veſte werde/ welches geſchicht dutch b 9 Gnade. Allhie haben wir zu betrachten: 4 „oe ,, 1. Cor firmum; Ein veſtes Hertz Das beſteßetin beſtaͤndigem Glauben und Vertrauen auff die Gnade Gottes in Chri ſio Jeſu: Da werden wir durch die Predigt deß Evangelij im Glauben beveſtiget. Act. 16. v.. Werden geſtaͤrcket durch das Evangelium Chr⸗ ſti. 1. Theſſ. 3.v. 2. Dann es iſt ein veſtes Wort/ auff welches wir ſoll Hleiſſig achten. 2. Pet. 1. v.. Ein ſolches veſtes Hertz muͤſſen alle wahre Chriſten haben/ und mit Paulo ſagen: Ich weiß an welchen ich glaͤube. 2-Tima 12. . 2. Fius medium: Das Mittel eines ſolchen Hertzen: Solches iſt die Gnade Gottes Daß wir derſelben in Chriſto Is gewiß ſeyn. Dann durch Chriſtum haben wir ein Zugangim Glauben/ zu der Gna⸗ de Gottet/ darinn wir ſſehen. Rom.ꝓ verſ a. Gott erzeiget uns ein uber⸗ ſchweng⸗ was Gott verheiſſet/ das kan er aul flr Goltes 2 ſcyn als ein. Der Eniſ ich nandich alsdant Led nes Herher⸗ Zuverſicht Hertzveſtun ſtritten undt gmaffel!wir bens Beveſt Eremyelhet Pieder? d Derbarmie in Gia Pmen. Esleht diſes/ daßei den/ unddeß fähret Pault bn/ darina 1. u Zweft wße berheiſen/ chet: Da G60 nunfft haͦr I Su uns woll Genſies/ 3n ade Ingauzaſenn uben undaaben auffs allr ge rheſſct das ian aulus Heh. S erſ 6 Harzeveſtewade/valeg nunfft haͤtte examiniren wollen/ welche von der Gnade Gottes und Vergebung der Suͤnden. 313 ſchwenglichen Reichthum ſeiner Gnade/ durch ſeine Guͤte uͤber uns in Ehriſto Jeſu. Eph. 2.v.7. Dadurch wird unſer Hertze veſte m Glauben und Vertrauen zu Sot. 3. Ejus precium: Sein Werth: Es iſt köſtlich Ding/ verſtehe fuͤr Gottes Augen/ und zu unſerm Beſten: Dann was kan koͤſilicher ſeyn/ als ein Hertz/ das veſte in der Gnade Gottes iſte Ein ſolcher ſpricht. Der HEnꝛiſt mein Gut und mein Theil. Prov. 16. v. V. HErꝛ/ wann ich nur dich habe/ ſo frag ich nicht nach Huel und Erden/ und wann mir alsdann Leib und Seel ſchon verſchmacht/ ſo biſt du doch/ OGott/ mei⸗ nes Hertzen Troſi und mein Theil. Pſal. 73. v. 25. HErꝛ/ du biſt meine Zuverſicht/ mein Theil im Lande der Lebendigen. Pſal. 142. v. 6. Dieſe Hertzveſtunge in der Gnade Gottes/ wird von den Baͤpſtlern hefftig be⸗ ſtritten/ und der Zweiffel an deſſen ſtatt von jhnen verfechtet Demſelben Zweiffel/ wird in verleſenen Worten der Garauß gemacht/ und die. Her⸗ tzens Beveſtigung in die Gnade Gottes/ von Paulo mit Abrahams Exempel herllich erwieſen/ auß welchen wir anſehen wollen Wie der Baͤpſtiſche Zweiffel an der Gnade Gottes/ in ver⸗ leſenen Worten herꝛlich widerleget werde. Der barmhertzige Gott wolle durch ſeinen heiligen Geiſt/ unſer Hertzen im Glauben veſte machen und erhalten/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. — CErklaͤrug. CEs lehren die Baͤpſtler/ unter jhren vielen falſchen Lehren/ auch dieſes/ daß ein Glaͤubiger der Gnaden Gottes/ Vergebung der Suͤn⸗ den/ und deß ewigen Lebens nicht koͤnne gewiß ſeyn Wider dieſe Lehre fuͤhret Paulus das Exempel Abrahams ein/ in unſern verleſenen Wor⸗ ten/ darinn wir muͤſſen beobachten. I. Dubitationis delineationem: Wie uns Paulus dieſen Zweiffel abmahle: Nemlich das er beſtehe: 1. In hæſitatione Da einer an einem Dinge/ welches jhm verheiſſen/ und zu glauben vorgeſtellet/ jhm einen Zweiffel ma⸗ chet: Dazu haͤtte Abraham groſſe Urſach gehabt/ wann er GOTTES Verheiſſung/ nach dem Richtſchnur ſeiner Ver⸗ Gen. 15. verſ.. zu leſen/ Rr 2 und 314 Von der Baͤpſtler Iweiffel und inſonderheit auff den HErm Meſſiam ſiehet, Aber er hat olchen Zweiffel großmuͤtig in wahrem Glauben widerſtanden: Dann eo 1 die eigentliche Endur ſache der goͤttlichen Verherſſungen/ daß wir dieſh be mit feſtem und beſtaͤndigem Glauben ergreiffen ſollen: Dann Go⸗ tes Zeugnuͤß iſt das/ daß er gezeuget hat von ſeinem Sohn:. Joh. y 9. Was iſt aber das fuͤr ein Zeugnuͤß: Daß alle die an ihn glaͤuben b nicht ſollen verlohren werden/ ſondern das ewige Leben haben. Joh. 30 16. Wie ſolches Gezeugnuͤß die gantze heilige Schrifft voll R: a nun glaͤubet an den Sohn Gottes/ der hat ſolch Zeugnuͤß bey jhm/ wa aber G Ott niche glaͤubet der machet jhn zum Luͤgener/ dann er glaubet nicht dem Zeugnuͤß/ daß G Ott zeuget von ſeinem Sohn/ und dasiſ b das Zeugnuͤß daß uns GOtt das ewige Leben hat gegeben es iſtmh allein beſchloſſen zu geben/ ſondern er hat es ſchon gegeben) und ſolches Leben iſt in ſeinem Sohn. 1. Joh. 5. v. 9. ſeq. Wer da zweiffelt de b gleich wie ein Meers Wogt/ die vom Wind getrieben und gewebet wid Jac. 1. v. 6. Und ſolches nicht allein im Gebete/ davon Jacobus eigen⸗ b lich redet/ ſondern er iſt auch Unbeſtaͤndig in allen ſeinen Wegen. b. 8. Es gereth zwar/ auch ein glaubiges Hertze/ auß Schwachheit ſan Fleiſches in Zweiffel/ daß ſich ſeine Seele betruͤbet/ und iſt unruhig i Ihm. Pſal. 42. v. 6. Daßes ſpricht: Wird der HErrdenn ewiglich ve ſtoſſen/ und keine Gnade mehr erzeigen/ iſis dann gant und gar auß mi ſeiner Guͤte/ und hat die Verheiſſung ein Ende? Pſ. 77. v. 8. leq. Aba es laͤſſet ſich nicht von ſolchem Zweiffel gefangen nehmen/ ſondern uͤber⸗ windet denſelben und ſpricht: Was betruͤbſiu dich meine Seele und biſt ſo unruhig in mir: Hatre auff G Ott dann ich werde jhm nochdan⸗ tken/ daß er meines Angeſichtes Huͤlffe und mein GOtt iſt. Pfardn. Einem ſolchen Hertzen iſt zwar offt bange/ aber es verzaget nicht.ꝛ.Cor. 4. v. dð. Aber der Baͤpſtiſcher Zweiffel ſoll beſtaͤndig ſeyn/ und der Ma⸗ ſche in demſelben verharren/ welches Gottes Verheiſſung/ und dem Er⸗ empel glaubiger Hertzen zu wider iſ. 2. In incredulitate: Im Unglauben: Abraham zweiffel te nicht durch Unglauben: Demn Zoafäunpliineſärn vey einander/ weilen die Zweiffeler den Derheiſſungen Gottes nicht ge⸗ trauen. Alſo ruͤhrete der Sarah Lachen aus Zweiffel und Unglauben der. Gen. 18.. z. Moſes und Aaron ſchlugen auß Zweiffel un mnmenſwyiemeroee unglaubiget ſigſtenhäl 16. v. 16. den Naman Wortwec 4 oh. 12,94 Tnn Pngſaubn werden alle⸗ wegen unſer uunsde 1 außtoltm, h lig ſtarck im E Fleſſch unde Prahamſia vichts zuſof den Iſaacoy nen daetſch köndteauche ſen witagch toſelben all lich in v.1o. Gent Oeß gnange delotſiſtng ſomuzti gen. Jahſi Joß..9. ſegg 4 den de ene dt allanin Geget dnaze Undeſtändg naln ſand glaudiges hat aß tzar ch ſan Sat heniba mf ſoricht Wndda.Enan DonderG glauben/ den I werden alle Vnglaubige des ewigen Lebens verluſtiget: nade Gottes und Vergebung der Suͤnden. 39 elſen zweymahl/ da ſie nur einmahl ſchlagen ſolten. Num. 20. v. 1I. feq. Alſo haben die Iſraeliten nicht an G Ott glaͤubet/ und auff ſeine Huͤlffe nicht gehoffet. Pſal. 78. v. 22. Solche glaͤuben dem Wortdeß HErrn nicht. Pſal. 106. v. 24. Mit ſolchem Vnglauben wird GOtt beleidiget. Eſa. 7. v. 13. Dann ſie wollen auff den Herrn nicht trauen/ noch ſie zu jhrem G Ott halten. Zeph. 3. v. 2· Fuͤt dieſem unglaubigen Zweiſſel/ OChriſtliche Hertzen/ ſollen wir uns zum fleiſ⸗ ſigſten huͤten: Wer nicht glaubet/ der ſoll verdammet werden. Mare. 16. v. 16. Der Zorn Gottes bleibet uͤber jhn/ weilen er nicht glaubet an den Namen deß eingebornen Sohns Gottes. Joh. 3. v. 18.36. Das Wort welches Chriſtus geredet hat/ wird ſie richten am ſuͤngſten Tage. Joh. 12.v. 48. Weilen alle Verheiſſung Gottes in Chriſto Jeſu Ja und Amen ſind. 2. Cor. 1. v. 20. Gleich wie die Iſraeliten wegen jhres Vnglaubens in das gelobte Landnicht gekommen. Heb. 3. v. 19. Alſo Sollen dero⸗ wegen unſer Vertrauen nicht hinweg werffen/ welches eine groſſe beloh⸗ nung hat. Heb. 10. v. 5. b II. Dubitationis exterminationem- Wie wir den Zweiffel außrotten ſollen/ und zwar nach Abrahams Erempel; Nemlich/ 1. Fide robuſta: Mit ſtarckem Glauben: Abraham ward ſtarck im Glauben: Teuffel/ Welt/ Creutz und unſer zaghafftes Fleiſch und Blut/ wollen unſern Glauben ſchwaͤchen: Aber gleich wie Abraham ſtarck im Glauben ward/ daß er geglauber auff Hoffnung/ da nichts zu hoffenwar. Rom 4. v. 18. Vnd hernach durch den Glauben den Iſaac opfferte/ da er verſuehet ward! und gab dahin den Eingebor⸗ nen/ da er ſchon die Verheiſſung empfangen hatte/ und dachte/ Gott koͤndteauch wol von den Toden erwecken. Heb. 11. v. 7. 19. Alſo muͤſ⸗ ſen wir auch unſern Glauben/ durch die Verheiſſung Gottes/ und de⸗ roſelben allmaͤchtige Er fuͤllung /ſtaͤreken/ ſtehen im Glauben/ ſeyn Man⸗ lich und ſiarck. 1. Cor 6. v. 13. Seyn ſiarck in dem HErrn. Eph. 6. v. 10. Senyn ſtarck/ durch die Gnade in Chriſto Jeſu. 2. Tim. 2. v. 1. Deß Frantzoͤſiſchen Admiraln deß von Coligny Bruder/ der von An⸗ delot/ iſt wegen ſeiner Tapfferkeit der Ritter ohne Furcht genand worden: Alſo muß ein Glaͤubiger ein Ritter ohne Furcht ſeyn/ und mit David ſa⸗ gen: Ich fuͤrchte mich nicht fuͤr viel hundert tauſend/ die ſich umbher Rr; wider Zeiler. Manual. P-LP 54 nit vergehe. Luc.31. v. z3. Wir 316 Von der Bapſiter Ztweiffel/ wider mich legen. Pſal.z verſ. 7. Dieſe Staͤrcke/ O Chriſtliche. etze muͤſſen wir von Gott bitten: Dañ derſelbeiſt unſer Starckeund Kuf Jer. 16. v.19. Der kan uns Krafft geben/ ſtarck zu werden an dem inwa digen Menſchen. Eph.z. verſ. 16. Welches er durch Staͤrckung unſit Glaubens verrichtet. 2. Deigloria: Mit Gottes Ehre: Er gab Gott die Ehre Unſer Vernunfft iſt durch die Suͤnde alſo verderbet/ daß ſie auch Gan les Ehre/ die jhm wegen ſeiner unendlichen Weiß heit/ Allmacht und Warheit gebuͤhret/ ſich unterſtehet zu verkleinern/ in dem ſie ſein Wen und verheiſſung diſputirt/ und dieſelbe nach ſhrem elenden und in Grund verderbten Verſtande auß Zweiffel und Unglauben wil urtheilen odt meiſtern: Aber ein glaͤubiges Hertze/ gibt in allem Golt die Ehn: Es bringet dem HErrn die Ehre ſeines Namens. Pſal. 29.v. 2. Wann taa was gutes verrichtet/ durch Huͤlffe und Beyſtand der Gnade Goltes ſpricht es: Nicht mir/ nicht mir HErr/ ſondern deinem Namen gib Ehn umb deine Gnad und Warheit. Pſalm. 115. verſ. 1. Sie ſingen auffden Wege deß HErrn/ daß die Ehre deß HErrn groß ſey. Pſal. 38. vaſſ⸗ Dieſes muͤſſen wir/ O Chriſtliche Hertzen auch thun/ damit wir niͤt boͤren moͤgen: Bin ich euer Vatter/ wo iſt meine Ehre? Mal.1. verſ. Dann alle Verheiſſung Gottes ſind Ja und Amen in Chriſio/ Goltzu Lobe. 2. Cor.1. v. 20. Das iſt daß wir die Ehre/ die Weißheit/ Allmachl Warheit und Barmhertzigkei Gottes ruͤhmen und preyſen ſollen. 3. herſuaſione certa: Mit gewiſſer Wiſſenſchafft: Undwuſſte auffs allergewiſſeſte: Wann wir der Welt Lauff anſehen/ iſt unſe Wiſſenſchafft von weltlichen Verheiſſungen und Zuſagen ſehr unge⸗ wiß; Wann wir aber Siegel und Brieffe in Haͤnden haben verlaſſen wir uns es werde alſo erfolgen und gehalten werden/ wiewol ſolehes heut 3 Tag⸗ ſehr fehlet: Aber bey Gott dem HErrn iſt alles gewiß undohn⸗ ehlba hlbar: Wir haben ſein heiliges Wort/ und goͤttliche gnadreiche Wer⸗ heiſſung: D aſollen Himmel und Erde vergehen/ aber ſeine Won ſolln vergehe haben ſeine heilige Sacramente/ als gewiſſ Siegel uñ Bekraͤfftigung ſeines Wortes: Daß gleich wie Abrahamdas Zeichẽ der Beſchneidung empfangen zum Siiegel der Gerechtigkeit deß Glaubens. Rom. 4 verſ. Alſo werden wir getaufft/ zum Senn 9 tm virgu ren diß an ſt ruffen ſeyn/ trachtungſ gen Zwefff 4. P ſung Gotle WParhaſſung uno Windch Worle uñth gen und zw). oderhalten o eiwas ſage! Num z/ b auſoget/dash dedaßer unzd hatuns vet ei Mundallerp Löben. Joh ap ſen wirohn g ünmalelwost *4 Erblab faſſhſchn R „ Diy rauchthen dieOhamigl verſ. 1. Pnſe liſatnunme Datie voif mmeefte tes ſind Jaund Aumnäh daß vr de Ehre de Wahſt la Genssimaunnti Mir gwiſer Wiſenioef. eene e n nmfen Hina den HEmiſln — und zittnte 1ede Aüh fanga zum— xi Ilſo vndm u ruff 3 von der Gnade Gottes und Vergebung der Suͤnde. 39 Gnaden⸗Bundes mit Gott. 1. Pet. 3. v. 21. Und empfangen das hoch⸗ heilige Abendmal zum Siegel der Vergebung unſer Suͤnden. Matth. 26. v. 28. Dadurch ſind wir gewiſſe/ daß uns nichtes ſcheiden koͤnne/ von der Liebe Gottes in Chriſto Jeſu unſerm HErꝛn. Rom. 8. verſ 38. Wir wiſſen/ was uns von Gott gegeben iſt.1. Cor.2 v. 12. Wir wiſſen/ an wel⸗ chen wir glauben/ und ſeyn gewiſſe daß er unſer Beylage wird bewah⸗ ren/ biß an jenen Tag. 2. Tim. 1. v. 1z. Wir wiſſen/ daß wir dazube⸗ uffen ſeyn/ daß wir den Segen ererben ſollen. 1. Pet. 3.v.h. In Be⸗ trachtung ſolcher gewiſſen Wiſſenſchafft/ muͤſſen wir allen Vnglaubi⸗ gen Zweiffel abſtellen 3 4. Promiſſionis divinæ conſtantia; Die beſtaͤndige Verheiſ⸗ ſung Gottes: Was Gott verheiſſet/ ſagt Paulus: Menſchliche Verheiſſung ſind wandel⸗ und wanckelbar: Die ſind offt wie Wolcken und Wind ohne Regen. Prov. 25. v. 4. Sieerbieten ſich offt mit hohen Wortẽ/ uñ thun nichts dazu. Syr. 4. v.4. Da uns doch Goit eine Zun⸗ gen/und zwo Haͤnde gegeben/ daß wir wenig verſprechen und viel leiſten oder halten ſollen. Aber Gottes Verheiſſung ſind heſtaͤndig: Solte er etwas ſagen und nicht thun? Solte er etwas reden und nicht halten: Num 23. v. 19. Ach nein: Deß HErꝛen Wort iſt warhaff tig/ und was er zuſaget/ das haͤlt er gewiß. Pſ.33. v. 4. Er hat uns verheiſſen ſeine Gna⸗ de daß er uns dieſelbe wolle reichlich widerfahren laſſen. Rom. /. v. 5. Er hat uns vet heiſſen/ Vergebung der Suͤnden in Chriſto Jeſu/ durch den Mund aller Propheten. Act. 10. v. 43. Er hat uns verheiſſen das ewige Leben. Joh. 3.v 16. Dieſe/ und alle andere goͤttliche Verheiſſungẽ/ muͤſ⸗ ſen wir ohn Zweiffel und Vnglauben auff und annehmen: Wann Gott einmalelwas beſchlieſſet ſo bedencket ers nicht erſtlich hernach. Hiob. 3. v. 14. Er bleibet immer alſo/ daß Gott warhafftig/ und alle Menſchen falſch ſehn Rom.z. v 4.. „ Divina potentia: Mit der goͤttlichen Macht: Das kan er auch thun/ ſage Paulus: Menſchliche verheiſſung werden offt durch die Ohnmuͤglichkeit verhindert: Aber G Ott iſi allmaͤchtig. Geneſ 17. verſ. 1. Vnſer GO T T iſt im Himmel/ er kan ſchaffen was er wil. Pſalm. 1iz. verſ. 3. Er thut alles was er wil/ im Himmel/ auff Erden/ im Meer und allen Tieffen. Pſalm. 13z. verſ. 6. Was er ſagt/ das laͤſſet er kommen/ was er gedencket das thut er auch. Eſa. 46. zf .— riſ 38S Vom Unglaubn Er iſt der HErꝛ alles Fleiſches/ ſolte ihm etwas ohnmuͤglich ſeyn da. 32.v. 27. Er kanuͤberſchwenglich thun/ uͤber alles/ was wir bitten an verſtehen. Eph. 3.v. 20. Wie ein Saͤchſiſcher Baur die Glaubens N. eicul auffſagen muſte/ und ſprach: Ich glaͤube an Gott den Allmaͤht⸗ gen: Fragte jhn Herꝛ Lutherus/ was allmaͤchtig heiſſe/ worauff arg antwortet: Ich weiß nicht. Ja mein Mann/ ſagte Lutherus, Ichund alle Gelahrten wiſſen es auch nicht/ was Gottes Krafft und Almaz iſt/ glͤube du aber in Einfalt/ daß Gott dein lieber und getreuer Vat iſt/ der wil/ kan und weiß dir und den deinigen in allen Noͤthen zuheſ fen/ bey welchem Glauben und feſten Vertrauen uns wolle erhalta/ Gott der Vatter/ durch Krafft deß heiligen Geiſtes/ umb Jeſu Chrſt willen/ Amen/ Amen. Die funfftzigſte Predigt. DE FlDEI CONTRARIA INCREDVLITATE. Vom Unglauben/ ſo dem ſeligmachenden Glauben widerſtrebet. Joh. 3. v. 36. Wer dem Sohn nicht glaubet/ der wird das Eoceben nicht ſehen/ ſondern der Horn Got tes blelbet ber jhm. F Welt/ verblende der Unglaͤubigen Sinn/ daß ſie nichtſt⸗ ☛‿‿˙ hen das helle Liecht deß Evangelii. Allhie haben wir in acht 1es zunehmen: 6 1. Dei illuminationem; Gottes Erleuchtung; Von Natur ſind wir das Volck ſo im finſtern wandelt. Eſa. 9. v. 1. Uinſer unverſtaͤn⸗ diges Hertze iſt verfinſtert. Rom. J. verſ. 21. Ja wir ſind gar Finſternuͤß Eph. 5. v. a. Aber Gott gibt uns erleuchtete Augen unſers Verſtandes⸗ Eph. 1. v.. Davon ſetzet Paulus: 8 —— S ſpricht Paulus 2. Cor.4 9.4 Der Gott dieſer . Medium: Das Mittel; Solches iſt das Evangeluun, ſoden gchesiſde Bs das lie ſea thesſ W ſes Liechtꝛ Gobottedeß Gottes Wo⸗ ge Pfus erhen. 4*⁸ 9 II. D ir haben: hh 9 Su gauben weln ſonchen der 1. Ot viele Calvin Sondernis dicſer Wal⸗ 9 Theils/ terthanen unt Gihorſam Undderhalhe virfinſtertau 3. Mo blendetſyre daßſtericht herulcheGn Herten.. Eyheſ be Auß diſen welcher det hens/ bonwe vollenhenac unfgep Joha ré. cht glaubet der Hen ſondan de rjmm. uulus Cor.9.40 edallngliudigm Emſ 40ds Svangti. häſtr aulus Nitte tdut, wir haben: 1. Subjectum: Welcheer verblende glauben weder dem Wort Moſis/ noch Chriſii. Joh. 5. v. 47. Sie wider⸗ ſprechen der Lehr deß Evangelij. Act. 13. v. 45. b 2. Ortum: Woher es komme: Es komt nicht von Gott her/ wie viele Calviniſten lehren/ daß Gott viele Menſchen wircklich verblende: Sondernes komt vom Teuffel her/ welcher alhie wird genant der Gott dieſer Welt; Theils/ weilen er ſich faͤlſchlich dafuͤr außgibt. Matth. 4. v. 9. Theils/ weilen die Welt⸗Kinder ſich demſelben als gehorſame Bn⸗ terthanen unterwerffen: Dann welchen ſie ſich begeben zu Knechten/ in Gehorſam/ deß Knechte ſind ſie/ dem ſie gehorſam ſeyn. Rom. 6. v. 16. Und derhalben herſchet in der Finſternuͤß dieſer Welt. Eph.6. v. z. Und verfinſtert auch alſo die Hertzen der Unglaubigen. 3. Modum: Die Art und Weiſe der Ver blendet jhre Sinne: Innerlich den Verſtand/ und euſſerlich die Augen/ daß ſie nicht ſehen deß HErꝛn Herꝛligkeit. Eſa. 26.v.10. Das iſt/ ſeine herliche Gnade. Eph. 1. v. 6. Er haͤnget gleichſam eine Decken fuͤrjhre Hertzen. 2. Cor. z. v. z. Daß ſie wandeln in der Eitelkeit jhres Sinnes. Epheſ. 4. verſ. 17. Und haben zerruͤttete Sinne. 1. Timoth. 6. verſ.. Auß dieſem allen entſpringet der ſchaͤndliche und ſchaͤdliche Unglaube/ welcher der eigentliche Feind deß wahren und ſeligmachenden Glau⸗ bens/ von welchem Johannes in verleſenen Worten redet/ darauß wir wollen betrachten/ ſo dem ſeligmachenden Glauben widerſtrebt. 319 Welches iſt das Liecht/ darin die Heyden wandeln ſolten. Eſa. 60. verſ.z⸗ Es iſt das Liecht daran wir glauben ſollen/ daß wir deß Liechts Kinder ſeyn. Joh. 12. v. 36. Wir ſollen darauff acht haben/ als auff ein Liecht wel⸗ ches ſcheinet an einem tunckeln Ort. 2. Pel. 1. v.. gꝗ. 2. Med ſtarum; Den Zuſtand dieſes Mittels: les Liecht: Die Baͤpſtler und andere wollen es dunckel machen; Aber die Gebotte deß HErrn ſind lauter/ und erleuchten die Augen. Pſal. 19. v.9. Gottes Worꝛ iſt ein Leuchte unſer Fuͤſſe/ und ein Liecht auff unſerm We⸗ gge. Pſ. 119. v. 105. Durch daſſelbe gibt Gott ein hellen Schein in unſere Hertzen. 2. Cor. 4. v. 6. II. Diaboli excœcationem: Deß Teuffels Verblendung: Da Es iſt ein hel⸗ ꝛDie Unglaubigen Die blendung: Er ver⸗ 32o Vom nglauben Wie eine groſſe und abſcheuliche Suͤnde b der Unglaube ſey. Der Allerhoͤch ſie wolle unſer Hertzen erleuchtin/ daß wir ein beſtaͤndigen Abſcheu fuͤr dem Unglauben haben/ und beſtaͤndig im ſeligmachtn den Glauben beharren moͤgen/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen Erklaͤrung. Wir muͤſſen alhie in acht nehmen: I. Subjectum: Wovon alhie geredet werde: Nemlich Von Vnglauben: Welcher Name alhie nicht wird genommen Vea oder weillaͤufftig/ fuͤr einen ſchwachen Glauben/ wie der Vaten p Mohnſuͤchtigen Ihn alſo nimpt da er ſpricht. HErr ich glaube aberhuiſ meinem Vnglauben. Marc.9. v. 9. Sondern propriè oder eigenich da einer dem gehoͤrten oder verſtandenen Worte Gottes nicht glaubett Alſo klagte Gott uͤber den Vnglauben der Iſraeliten/ und ſagte: Wie lange wollen ſie nicht an mich glauben. Num. 14. verſ. 11. Wiehnſol⸗ chen Vnglauben auch Moſes verweißlich fuͤrgeworffen. Deut.1. v.zꝛ. Cap 9. v. 23. Dann ſie glaubeten nicht an Gott/ und hoffeten nichtauf ſeine Huͤlffe. Pſal.78. v. 22. Und wegen dieſes Unglaubens/ ſtraffn da heilige Geiſt/ durchs Predigt⸗Ampt/ die Welt inſonderheit und fuͦ allen andern Suͤnden. Joh. 16. v. 8. Dieſer Unglaube wird auch inſon⸗ derheit genant/ der Ungehorſam dem Evangelio. ⸗. Theſſ. 1. v. g3. Die⸗ weilen es mit der Gottloſen und UInbu ßfertigen Suͤnden/ endlich dahin außlaͤuffet/ daß ſie Chriſtum im Evangelio jhnen anzunehmen votge⸗ ſtellet und anbefohlen/ durch UUnglauben von ſich ſtoſſen/ und die liht zur Warheit nicht annehmen wollen/ daß ſie ſelig werden. 2. Theſſal:. p. 10. Wann man nun/ O Chriſtliche Hertzen/ ſolten ein Vmbfraga⸗ gehen laſſen in einer ganzzen und groſſen Gemeine/ ob auch ein Vnglau⸗ biger unzer jhnen gefunden wuͤrde. Behuͤte Gott/ wuͤrde ein jeglicher ſa⸗ gen fuͤr dem Vnglauben: Aber es iſt dieſe Zunfft/ leider/ groͤſſer/ als vile vermeinen. Soſche Vnglaubige laſſen ſich nicht weiſen/ daß ſie Gutt thaͤten/ ſondern ſie trachten auff jhrem Lager nach Schaden. Pſalm 36. v. 4 fleq. O wie viel werden ſolcher gefunden Die Vnglaubigen werden nicht anders/ und fuͤrchten Gott nicht. Pſal. /5.p. o. Owierin vaſ au ſoden Hauffeſt ol toten wt Swm ſu ſa gahldie gkachte: ncht. Sap. bn an. nicht eine ti abſcheuliche gern wieden ſehrhoͤcken che verhand beſſeren ſoen Kehſer St nen hoͤckeric dieſen groſſen nen ſoiſtdo 110b, Golt 76,2 1 05 gaaube um Paſſon/Am henden Won Gleichwien. haten Chrid umd daßen undwieune gen nitwiln de Walaſe auffdaßall gelebenhal den Sohn Joßs ac den wij ſag. — etem nichtan Gotl udet Und vwegn deſeslrglaie dstAmgt d Wikinint 166 v. J. Duſerlngader ſinden Eungtie Th undllabuffengm Sitat m in Evangeli ſhraa llaglunda onſichſiſtr ruim ui ſiſtgrnai Crüich Duta ſo dem ſeligmachenden Glauben widerſtrebet. z2 Hauffe iſt ſolcher Menſchen: Wann den Vnglaubigen gleich Gnade angeboten wird/ ſo lernen ſie doch nicht Gerechtigkeit. Eſa. 16. verſ. 10. Sondern jhre Boßheit verblendet ſie. Sap. 2. v. 21. O wer kan den groſ⸗ ſen Zahldieſer Leute außrechnen ober außſprechen Solche Vnglaubi⸗ ge die achten diehimliſche Weißheit( den Sohn Gottes/ und ſein Wort) nicht. Sap. 10. verſ. 8. Sie verachten den Rath Gottes wider ſich ſelbſt. Luc7. v. z0. O dieſer Leute iſt mehr denn Sandes am Meen Iſi das aber nicht eine erſchreckliche/ iſt das nicht eine greuliche/ iſt das nicht eine abſcheuliche Suͤnde? Mit denſelben gehets treuen Lehrern und Predi⸗ gernſwie dem Keyſer Auguſto, mit dem Galba; Dieſer Galba hatte einen D. Marth. ſehr hoͤckerichten Ruͤcken; Wie derſelbe beym Keyſer eines andern Sa⸗ Theatr. in che verhandelte/ und zum offtern ſagte Er ſolte jhn ſtraffen und jhn ver⸗ vita Aug. beſſeren ſo er etwas ſtraffwuͤrdiges an jhm befinde: Antwortet jhm der Keyſer: Straffen und ermahnen kan ich dich wol/ aber verbeſſeren(dei⸗ nen hoͤckerichten Ruͤcken richtig machen) kan ich nicht. Alſo ob ſie zwar dieſen groſſen maͤchtigen Hauffen der Vnglaubigen ſtraffen und ermah⸗ nen/ ſo iſt doch/ leider/ keine Verbeſſerung bey jhnen zu finden. II. Objectum: Womit der Unglaube umgehe: Mit dem Sohn Gottes: Dabey wir muͤſſen beobachten. 1. Objectum primarium: Das Vornemſte damit der Vn⸗ glaube umbgehet: Solches iſt der Sohn G. Ottes ſelber nach ſeinen Perſon/ Ampt und Wolthaten: Daher ſpricht Johannes in vorherge⸗ henden Worten; Wer an den Sohn glaubet der hat das ewige Leben. Gleichwie nun der Glaube vornemlich mit der Perſon/ Ampt und Wol⸗ thaten Chriſti umbgeher; Alſo gehet der Vnglaube auch mit denſelben umpb/ daßer ſich ſtoſſet an der Perſon/ Ampt und Wolthaten Chriſti/ und wie uns dieſelbe in Gottes Wort werden beſchrieben und vorgetra⸗ gen nit wil mit feſtem Glauben auff und annehmen: Dann da hat Gott die Welt alſo geliebet/ daß er derſelben ſeinen eingebornen Sohn gegeben/ auff daß alle ſo an jhn glauben/ nicht verlohren werden/ ſondern das ewi⸗ ge Leben haben. Johann. z. verſ. 16. Das iſt der Wille Gottes/ daß wer den Sohn Gottes ſiehet/ und glaubet an jhn/ habe das ewige Leben. Joh. 6. v. 40. Wann wir an den HErꝛn Chriſtum glauben/ ſo wer⸗ den wir ſelig Act. 16. verſ. 31. Laſſet uns deſes Chriſtliche Hennin § 2 ſlenſig 322 d Vom Unglauben fleiſſig in acht nehmen: Der wahre und ſeligmachende Glaube ſißetan Lens Perſon/ daß er ſey wahrer Gott und Menſch/ in einer einigen 1 unzertrenten Perſon/ alles was nun dieſer Perſoͤnlichen Vereinigun der beyden Naturen in Chriſto/ und deroſelben Wirckung/ wie ſteuns i Gottes Wort beſchrieben wird/ widerſtrebet/ das komt auß dem Unglau ben. Der ſeligmachende Glaube/ ſihet auff Chriſti dreyfaches Anni daß er ſey unſer Prophete/ Hoher⸗Prieſter und Koͤnig/ wer dieſem we es in Gottes Wort beſchrieben wird/ zuwider lehret oder glaubet/ der ein Vnglaubiger. Der ſeligwachende Glaube ſihet auff Chnſſi n thaten/ und in denſelben inſonderheit/ daß er ſey ein algemeiner Heyland der gantzen Welt/ fuͤr welcher Suͤnde er habe bezahlet und gnug geihan und alſo/ was die Erwerbung belanget/ aller Menſchen Erluͤſet na dieſem zu wider gelehret oder glaubet wird/ das kompt auß dem lin⸗ glauben. 2. Objectum ſecundarium: Das Naͤchſte nach dieſemd der Unglaube mit umbgehet. Solches iſt/ eigentlich davon zutcda das Wort deß Evangelij: Davon ſagt Johannes: Wer dem Sohn b hriſti Wort hoͤret/ und glaubi dem der jhn geſand hat/ der hat das ewige Leben. Joh..v. 2 4. Daherwid Gottes nicht glaubet: Dann wer es ein Worl deß ewigen Lebens genennet. Joh. 6. v. 68. Davon ſytiche Chriſtus ſelber: Warlich/ warlich/ ich ſage euch/ wer mein Wort wind halten/ derwird den Tod nicht ſehen ewiglich. Joh. 8. v. ſr. Wann wiri hriſto bleiben/ und ſein Wort in uns bleibet/ ſo werden wir in unſerm Gebet erhoͤret. Joh. 15. v. 7. Aber hingegen wollen die Vnglaubigenden Worte Chriſti nicht glauben/ die aͤrgern ſich/ wann ſie Chriſti Wortho ren. Matth. 15. v. z1. Welches verurſachet/ theils der falſche Wahnda⸗ durch ſie eingenommen; Theils jhre verfuͤhriſche Vernunfft/ derenſi den Zaum zu weit ſchieſſen laſſen; Der Teuffel nimt das Wort von ſ ren Hertzen daß ſie nicht glauben und ſelig werden: Oder ſie glauben nul einezeitlang/ und zur Zeit der Anfechtung fallen ſie ab. Luc.§. v. 12.leg. Sie ſtoſſen das Wort offt von ſich/ und achten ſich ſelber nicht wuͤrdi deß ewigen Lebens. Act. 13. v. 4. b Ower er nicht gebohrn/ der Gottes Wortveracht/ 1 Es iſt mit jhm verlohren/ und wandelt in der Nacht. om Bucephalo deß Alexandri Magni Leib⸗Pferde ſeſen 9 b a ſoden chſchrin 1 gſem f alſchen oplil qjer Schatze tſſr Lube⸗ Hettzenſchn ſien Iteuden rathen und! ſtetuaesſia haterſhn m Wott nicht was witreoe Wer dieſh utherumbe 4 1. D Die Vngl das geſſtuich Wott verach offt die(geiſ Aſo war der ben) iod gen den. Luc.15. Sieſindlebe⸗ ſehnall Vn heerlichenu fuchtbardi Stimiehon langen um, ben(derEi Weilnder auch derſe. ſtetb iche Lat voßtrer. Non indes, De vollade ſo dem ſeligmachenden Glauben widerſtrebet. 323 daß es ſehr unbaͤndig geweſen und gekollert/ wañ es ſeinẽ eigenen Schat⸗ ten geſehen: Alſo gehets vielen Menſchen/ wann dieſelbe einmal voneiner falſchen opinion oder Wahn eingenommen/ oder in der verderbten Ver⸗ nunffe Gedancken ſich zu weit vertieffet/ iſt jhn ſolcher elender betruͤgli⸗ Plutarch. in Alexan. cher Schatte ſo lieb und angenehm/ daß wo ſie die goͤttliche Warheit hoͤ ren/ fuͤr Liebe jhres Schatten/ raſend und toll werden. Fromme gottſelige Herkzen ſeyn viel anders geſinnet/ die nehmen das Wort Goltes mit hoͤch⸗ ſten Freuden an; Wie der Herr Lutherus in eine ſchwere Anfechtung ge⸗ rathen/ und D. Bugenhagen neben andern jhn auß Gottes Wort getroͤ⸗ ſtet uũ es ſich anſehen laſſen/ als wolte jhr Troſt nicht gnugſam hafften/ hat er jhn endlich alſo angeredet: Lieber Herr Doctor, jhr muͤſſet unſer Wort nicht anhoͤren als unſer Wort/ ſondern als Gottes Wort/ dann was wir xeden/ gehet nicht auß unſerm Kopffe/ ſondern wir reden Gottes Wort/ die jhr muͤſſet annehmen und glauben; Welche Reden den Herrn Lutherum beydes muthig gemachet/ und auch zur Ruh gebracht. III. Effectum: Seine Wirckung: Solche iſt zweyfach: Tit. in loc. hiſtor. pag. 1521. 1. Privativum: Dadurch ſie deß Guten beraubet werden: ina Die Vnglaubige ſollen das Leben nicht ſehen: Sie ſollen nicht ſehen das geiſtliche Leben: Dann ſolche elende Leute/ die Chriſtum und ſein Wort verachten/ die ſind undbleiben im geiſtlichen Tode: Da begraben offt die(geiftlich) Todten/ jhre leiblich) Todten: Matth. 8. verſ. 22. Alſo war der verlohrne Sohn(in ſeinem fleiſchlichen gottloſen Le⸗ ben) tod geweſen/ und war(durch Bekehrung geiſtlich) lebendig wor⸗ den. Luc. 15. verſ. 24. Solche ſeyn in Suͤnden tod. Epheſ. 2. verſ. z. Sie ſind lebendig tod. 1. Timoth.. verſ. 6. In ſolchem elenden Stande ſeyn alle Vnglaubige: Hingegen ſind die Glaubige in einem uͤberauß herrlichen und freudenreichen Stande: Weilen dieſelbige Gottes Wort fruchtbarlich hoͤren/ ſo lebet ihre Seele. Eſa. 5½. v. 3. Weilen ſie Chriſit Stime hoͤren/ ſo ſtehen ſie vom geiſilichen Suͤnden Tode auff/ und ge⸗ langen zum geiſtlichen Leben. Joh. 3.v. 25. Weilen ſie mit Chriſto geſtor⸗ ben/ C(der Suͤnden abgeſtorben) ſo leben ſie auch mit jhm. Rom. 6 verſ. d. Welln der Seiſt deß/ der Jeſum erwecket hat/ in ihnen wohnet/ ſo wil auch derſelbige/ der Chriſtum von den Todten aufferwecket hat/ jhre ſterbliche Leibe lebendig machen/ umb deß willen/ daß ſein Geiſt in jhnen wohnet. Rom. 8. verſ. 1. O deß herrlichen O deß allergluͤckſeligſten Zu⸗ ſtandes: Das ſolte alle Vnglaubige billich ermuntern/ jhren Shn nn 388 324 Vom nglauben Suͤnd toͤdtlichen Zuſtand zu verlaſſen. Dann die Vnglaubigenſole “t ſehen das geiſiliche auch nicht ſehen das ewige Leben; Weilen ſie nich 2 ben/ welches eine Staffel iſt zum Ewigen/ ſo werden ſie daſſelbe auch ge wißlich nich ſehen/ dann wer nicht glaubet/ der ſol verdammetwerden Marc. 16 v. 16. Er iſt ſchon gerichtet. Joh.z v. 18. Weilen ſolche anChn ſtum nicht glauben ſollen ſie in hren Suͤnden ſterben. Joh.§ v.24 Ne Vnglaubigen T heil iſt im Pfuel der mit Feuer und Schweffel hennn Apoc. 21. v. 8. Worauß zu erſehen/ daß der eintzige Vnglaube die Mn ſchen verdamme: Dann gleichwie der Glaube an unſer Seiten allih wegen der Ergreiffung deß Verdienſtes Chriſti ſelig machet; Alſo a⸗ dammet der Vnglaube allein/ wege der Verwerffung der Gnaden Got tes im Verdienſt Chriſti gegruͤndel: Vnd gleich wie die guten Werckeiin Gottes Wort gegruͤndet/ Zeugen ſeyn deß Glaubens/ alſo die behant che Suͤnde deß Vnglaubens: Peccata omnia per infidelitatem tenen- tur, per fidem dimittuntur: Sagt Auguſtinus: Das iſt; Alle Saͤrde werden durch den Vnglauben behalten/ und durch den Glauben vetge Serm. 61. de verb. Domini. hen. Was iſt aber/ O Chriſiliches Hertz/ dem Menſchen nuͤtze ſenn⸗ ͤrliches Leben/ wann er nicht hat das geiſtliche Leben: Ein folcher iſtuͤ Gott wie ein faules ſtinckendes Aaß. Gleich wie der Geruch eines To⸗ den⸗Coͤrpers unleidlich den Men ſchen: Alſo eines geiſtlichen Todtn Goet dem HEnn. Vnd es waͤre ja dem Menſchenbbeſſer daß er niegii Moller. ren waͤre. Matth. 26. v. 24 Alexander Magnus wann er eine Stadtbe⸗ allegor. lagert/ ſol er eine Fackel haben laſſen anzuͤnden/ und ſo lange dieſelbege P-I.P.342. brennet/ denen die ſich ergeben wuͤrden/ Friſtung jhres Lebens verheiſſen wann ſie aber erboſchen keines zu ſchonen gedraͤuet: Gott hat uns die Fa⸗ ckel ſeines heiligen Wortes anzuͤnden laſſen/ werden wir/ ſo langedieſalbe uns brennet Gnade ſuchen/ werden wir ſie erlangen/ ſonſten in ſeinem Zornewig vertilget werden. 2. Poſitiyum: Dadurch ſie deß Boſen ſollen genieſſen Der Zorn Gottes ſol uͤber ſie bleiben: Ach es iſt ein erſchrecklich Dingum den Zorn Gottes: Die Erde bebet und wird beweget/ die Grund⸗Feſe der Erden regen ſich und beben/ wann er zornig wird/ Dampff gehet von ſeiner Naſen/ und verzehrend Feuer von ſeinem Munde/ daß es davon blitzet. Pſ. 8. v. 8. leq. Sein Zorn brennet wie Feuer. Pſ. 89. v. 47. Vnd derſelbebleibet ewiglich ͤber den Vnglaubigen: Wie Theodolus ij richteder fleiſſig betrac I. Nol in Beichtſtu undderſelben. N chert/ vermai gott durch C mogen thun o cnegroſſe und Bekehyn wahre Buſe ſenn. herge⸗ jhrinder Gua 22.Jhrni fangan laſen II. Nof IIn ftue 4 tuga ſen d Guujm a Aldccan omnia per nätdete Sagt Auguinus Daß mdchaktm mdductnge Mliches Has dm Maſczan that daszftüche chn ein des Aaß Glacmidabne Maſchm: Aſſ enagitt päre ja dem Maſſchedeſet Annder blagnusbanat nlaſſc anzänden undſäc nrürden Fnſtung rue — laſſen wendmri 22 ſiglanza ſtn ſo dem ſeligmachenden Glauben widerſtrebet. 32) ein geringe Zeit excommuniciret, ſagte er mit Thraͤnen: Der Himmel D. Matth. ſey jhm verſchloſſen: Was werden dann dieſe thun? Fuͤr welcher Zu⸗ Theatr. in ſtand uns wolle behuͤten Gott der Vatter/ durch den heiligen Geiſt/ Vita The- umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. b odoſ. Ma- ——— gnip. 362. Die ein und funfftzigſte Predigt. DE DlVINA AD NOVAM OBEDIENTIAM EXHORTATIONE. Von der goͤttlichen Vermahnung zum neuen Gehorſam. Jerem. 4. verſ..„5, Plügere neues/ und ſaͤet nicht unter die Jr leſen Matt. z. v.5. ſeq. Wie daß die Juden haͤuf⸗ K fig zu Johanne dem Taͤuffer gekommen/ ſich zu Gott zu bekehren/ da er zu jhnen geſagt: Sehet zu/thut rechtſchaffe⸗ I F ne Fruͤchte der Buſſe; Bey welchen Worten wir muͤſſen fleiſſig betrachten; b I. Noſtram negligentiam: Vnſern Vnfleiß: Viele/ wann ſie im Beichtſtuel geweſen/ gnaͤdige Vergebung der Suͤnden erlanget/ und derſelben mit Empfahung deß hochwuͤrdigen Abendmahls verſi⸗ chert/ vermeinen/ es ſey alles wolgemachet/ weilen ſie einen gnaͤdigen Gott durch Chriſtum haben/ ſo ſeyn ſie nun Gottes liebe Kinder und moͤgen thun was ſie wollen: Das erſte zwar iſt gewiß/ aber das letzte iſt eine groſſe Unwarheit: Johannes warner uns fuͤr Unfleiß in unſer Buß und Bekehrung und ſpricht: Sehet zu: Als wolte er ſagen: Wann jhr wahre Buſſe gethan/ ſo wendet allerhoͤchſten Fleiß an/ daß jhr mit fe⸗ ſtem Hertzenſan dem HErnn bleiben moͤget. Act. I1. v. 23. Sehet zu/ daß jhr in der Gnade Gottes bleibet. Act. 33. v. 43. Und im Glauben. Act. 14. v. 22. Ihr muͤſſet euch unter das knechtiſche Suͤnden⸗Joch nicht wieder fangen laſſen. Gal.. v. x. Zu dieſem muͤſſen wir fleiſſig ſehen. II. Noſtram diligentiam: Vnſern Fleiß den wir beweiſen ſollen; J. In fructuum productione. In Fruchtbringung: Wir ſollen Fruͤchte der Buſſe thun: Dieſe Fruͤchte ſind nichts anders/ Aoei W gottſe⸗ 6 326 Von der goͤttlichen Vermahnung gottſeliges und G Ott wolgefaͤlliges Leben und Wandel: Wam ui Buſſethun/ ſo geloben wir Golt Beſſerung unſers Lebens: Da eiße es; Opffere Gott Danck/ und bezahle dem Hoͤchſten dein Geluͤbde P 50. v. 14. Das muͤſſen wir in dieſem unſerm Buß⸗Geluͤbde fleiſſig i acht nehmen: Welcher Baum nicht gute Fruͤchte bringet der wiid gehauen und ins Feuer geworffen Lue.3.v.. Hingegen wird unſe hi liſcher Vater geehret/ wann wir viel Fruͤchte bringen. Joh. 1). 8. Mh ſen derowegen als bekehrte Hertzen erfuͤllet ſeyn mit Fruͤchten da e, rechtigkeit. Phil. verſ. 1r Undfruchibar ſeyn in allen guten Wacha ol. 1. v. 10. 2. In fructuum conditione; In Beſchaffenheit ſolcher Fruch⸗ b te: Es muͤſſen die Buß⸗Fruͤchte nicht Sodomitiſche Aepffel ſeyn/ ſ außwendig ſchoͤn/ inwendig vol Staubes und unnuͤtzes Dinges ſehn londernes muͤſſen rechtſchaffene und auffrichtige Fruchte ſeyn muß in unſerm Geiſt kein Falſch ſeyn. Pſ. 32. v.z. Wir muͤſſen Göotta Zeugnuͤß halten/ und jhn von gantzem Hertzen ſuchen. Pſalm. 119, ba Gedencken/ daß Gott das Hertz an ſihet. 1. Sam. 16. verſ.7. Fliehen fuͤ der Suͤnde gleichwie fuͤr einer Schlangen. Syr. 21. v. 2. Verlaugnen das ungoͤttliche Weſen/ und die weltlichen Luͤſte/ leben zuͤchtig getich und gottſelig in dieſer Welt. Tit. 2.v. 2. Wann wir nun/ durch allerg⸗ digſten Beyſtand und Huͤlffe Gottes/ die Lehre von der Buß und e kehrung/ und deroſelben weſentlichen Stuͤcken zu Ende gebracht ſomi gefaͤlligen Fruͤchte beweiſen ſollen/ davon handeln un ſer verleſene Won auß welchen wir anſehen wollen: Wie uns Gott zum neuen Gehorfam nach unſer Buſſt/ b ſo treulich und ernſtlich ermahne. Der allerguͤtigſte Gott gebe ſeine Gnade/ daß wir beydes fleiſſige Hiter und auch Thaͤter dieſes Wortes erfunden werden/ umb Jeſu Chnſt willen/ Amen. Erklaͤrung. Wir můͤſſen in vorgewommen Worten fleiſſig beobachten 14 Ala- e eirn ſen wir auch billich ferner betrachten/ wie wir unſer Buſſe mit Golt wol b *Und ſind Redenvond Tachleng ſind auffẽ Wegierden Jat⸗ 3 3 ,15 wollen wirn Grund berd ſandes Sit Chriſzliche ſen Artſche harter Ang D bhrwe Derowegen ſs Ellt⸗p Begierde de fuchtbaren 2, 4 dos /Hertze gfodern 4. O aswanny der Ackern dar Alſo aur Ackemig deſſen Rich Boſen und duxchearß, g vol Staudts urd unit. affeneund uhnan Jalſch ſchu Pſ.,1 Arg don gandem hanaſutha Ders nie a er Schlangm Ser ua ind die vetlichen(aſt hattt Ta. en. Damwirun ffe Gouts RLche rand kentlchm Säckmment emachtn ridiuſc duſr n ſoln daron handenuſent volm. uen Gcherſam taür danſttichermahn. eGrude deßrric⸗ Lucfenanene Erklaͤrung. b Trachten gerne nach dem/ das auff Erden iſt. zum neuen Gehorſam. 3²7 1. Arastionem: Das Pfluͤgen Pfluget ein Neues: Bey dieſer Vermahnung muͤſſen wir beſeherrnrnn:n: 1. Subjectum: Was wir pfluͤgen ſollen: Die Erdeiſt von Gott zu pfluͤgen verordnet: Nun ſind wir Menſchen Anfanges auß El⸗ den gemacht. Gen. 2. v. 7. Dieiſt deßhalben unſer aller Mutter Syr. 40. v. 7. Daher auch unſer Leib wird ein irrdiſch Hauß genant. 2. Cor. 5. v. 1. Und ſind wir deßwegen auch/ leider/ irrd iſch geſinnet. Phil 3.v9. Reden von der Erden das iſt/ von irrdiſchen Dingen. Johann. verſ.z1. nda⸗ den iſt. Col.3 v. z. Vnſer Glieder ſind auff Erden/ das iſt/ gehen mit irrdiſchen und fleiſchlichen Luͤſten und Begierden gerne umb. id.v.5. Irrdiſche Weißheit wind bey uns gefundt. Jac. 3. v. 5. Dieweilwir weiſe gnug ſind Boͤſes zuthun/ aber wolthun wollen wir nicht lernen. Jac. 4.v. 2. Ach unſers Elendes Achunſer in Grund verderbten Natun Dieſen urdiſchen Acker unſers Hertzen Ver⸗ ſtandes/ Sinnen und Willen muͤſſen wir pfluͤgen: Laſſet uns dieſes O Chriſtliche Hertzen/ wol betrachten: Wir muͤſſen nicht Stein oder Fel⸗ ſen Art ſeyn/ die ſich nicht wollen pfluͤgen laſſen: Dann viele haben ein haͤrter Angeſicht als ein Felß/ und wollen ſich nicht bekehren. Jerem.. v.3. Aber wer kan mit Ochſen pfluͤgen auff einem Felſen? Amos. 6. v. 12.* 4 Derowegen ſollen wir uns pfluͤgen und arbeitẽ laſſen/ damit durch Mo⸗ ſis Gelet⸗Pflug alle Diſtel/ Dornen und Vnkraut/ der boͤſen Luͤſteund 8 Begierde/ der Suͤnden und Bohheit maͤgen außgepfluͤget und wir zu fruchtbaren Acker moͤgen bereitet werden. 75 2. Arandi modum: Wie wir den Acker unſers Verſtan⸗ des/ Hertzen und Willen/ pfluͤgen undbereiten ſollen: Dazu wird erfodert: 1 a. Scientia: Die Wiſſenſchafft: Ob es ſich zwar anſehen laͤſſen b Srn, al swann pfluͤgen keine Kunſt ſey/ ſo iſi doch ſehr viel daran gelegen/ das ⸗ der Acker nach ſeiner Art und Erfoderung recht und wol gepfluͤget wers de Alſo auch in dieſem geiſtlichen Pfluͤgen muß man wol zuſehen/ ob der Acker mit Moſis Geſet⸗Pflug tleff oder nicht tieff zu pfluͤgen ſeyſ nach deſſen Richtſchnur muͤſſen wir pfluͤgen/ welcher erfodert: Laſſet ab vom Boͤſen/ und ernet Gutes thun. Eſa. 1. verſ. 6. Dann darinbeſtehet die Furcht deß HErrn. Pſ.z4.v. e ſecqcꝙc. . II 8. Dili- 3 fh — 5 ℳ 4 8 2 7— , a-5. 3s8 Von der goͤttlichen Vermahnung . Diligentia Fleiß: Ein Ack erman muß fleiſſig ſeyn: Soznh die Sonne auffgehet/ gehet er an ſeine Arbeit und Ackerwerck biß and Abend. Pſal. 104. v. 23. Wann er ein guter und fleiſſiger Ackermanſſ Dann auff eines faulen Acker ſind eitel Neſleln/ und ſiehet vol Diſteln Prov. 24.v. 30. led. Alſo gehets auch alhie zu; Wann wu ſſeiſſig d Acker unſers Hertzen pfluͤgen /ſo bringet er gute Fruͤchte; Im widrigen wachſen Diſteln der boͤſen Luͤſte/ und Doͤrnen der Suͤnden darauff. N muͤſſen wir bey unſerm Pfluͤgen/ den Acker unſers Hertzen recht ala⸗ ner; Dann deſſen Dich en und Trachten iſt boͤſe immerdar. Gen 6 9 Wir muͤſſen derwegen denſelben pflugen/ und unſer Hertzen/ auß Am „unſers ſuͤndlichen Lebens/ gleichſam zerreiſſen. Joel. 2.v. 12. Wirmuͤſſe denſelben Gaen und durch Beyſtand deß H. Geiſtes gleich machen Eſ nd dadurch Chriſto den Weg bereiten. Joh. 1. v. 23. Daßn 28. v. 25. durch wahren Glauben in unſern Hertzen wohne Eph. z. verſ. 17. Md darauff immerfort den Saamen deß goͤttlichen Wortes und Willeng in den Acker unſers Hertzen werffen. Matth. 13. v. 4. Wir muͤſſenac darauff haben/ und fleiſſig ſeyn/ daß wir den HErrn und ſemnen Willn rkennen. Hoſ. 6 v. z. Wir muͤſſen uns befleiſſigen/ daß wir dem HEm wolgefaͤllig ſeyn. 2. Cor. v.o. Dann Chriſtus hat uns gereniget/ zu ſa nem Volck und Eigenthum/ daß wir fleiſſig ſollen ſeyn zu guten Wer rken. Tit. v. 14. Ach wie fleiſſig ſind die Welt Kinder/ weltliche Guͤn zu erwerben! Aber b Das ewige Gut/ macht rechten Muth,/ Dabey ich bleib 3 wag Gut und Leib/ Gotthelff mir uͤbe⸗ „. Prudentia: Vorſichtigkeit: Ein Ackerman muß vorſichii ſeyn/ und die rechte Zeit in acht nehmen: Wann der Faule umb der Küll willen nicht pfluͤgen wil/ ſo muß er in der Erndte betteln/ und nichts lne⸗ gen. Prov. 20. v. 4. Alſo auch in dieſem/ wer in der Zeit der Gnadenſich nicht zu Gott bekehret/ und ſeinen Glauben mit gottſeligem Leben und Wandel nicht beweiſet/ der wird zur Zeit der himliſchen Erndte uͤbel he⸗ ſiehen: Gleichwie die Kinder Iſaſchar verſtaͤndig waren/ und rielhen was Iſrael zu ſederzeit thun ſolte.. Chron. 13 verſ.32. Alſo muͤſſen wit auch verſtaͤndig ſeyn/ und wol zuſehen daß wir die Gnade Gottes nicht vergeblich empfangen haben. 2. Cor. 6. verſ. 1. Eines weiſen Hert 96 nit dieſen Sommer! muͤrbt und che Menſc muͤſſen imm ſtesreinigen „Cor.7 v. vom Ackert der jenigeſo ſehen onſte wieauchan. wenden den⸗ ehtten wan wieder wende Gen. 9.20 auch Chriſt Ipaulitenin ſhnangenat alsbald na Leben'und ſerwined daß ſuehne gegeben iſ. Herbenzun zum neuen Gehorſanm. 329 Zeit und Waiſe Eccl 8. v.. Liebes Kind brauche der Zeit/ ſagt Syrach Tap. 4.v. 3. Das iſt lege ſie wol an/ zu Gottes Ehren/ deinem und dei⸗ ges Naͤrdſten Beſten: Dann es iſt boͤſe Zeit. Eph. 5. v. 16. Unter andern auch wegen der Verfuͤhrung zum Boͤſen. Alexander Magnus gefragt/ Gerlach⸗ wieer ſo viel Laͤnder und Leute in ſo kurtzer Zeit bezwungen/ antwortet er: Eutrap. Daß ich keine Zeit jemals vergebens fuͤrbey ſtreichen laſſen. Wie viel⸗ pag. 71. mehr ſollen wir die Gnaden⸗Zeit ſo uns GOtt erleben laͤſſet/ nicht ver⸗ gebens fuͤrbey gehen laſſen/ ſondern den Acker unſers Hertzen vorſichtig und wol in acht nehmen. 3.. Perſeverentia: Beharzlichkeit: Dieſe wird auch angedeutes 4 mit dieſen Worten ein neues pfluͤgen: Gleichwie ein Brach⸗Acker den Mahheu. M yn daß vra m uſa dſſem uns eſuſſta dirn * Dann(UIrtus ſetmgn n. daß viſliſiz olln gng iſſig ſindde Wat Knda nt nacht rechtm Muth ag Gutundbed /Eurde Sommer unterſchiedliche Malauffs neue wird gepfluͤget/ daß er gantz murbe/ und von allem Unkraut geſaubert werde: Alſo muß unſer innerli⸗ cher Menſch von Tag zu Tag verneuert werden.: Cor. 4.v. 16. Wit muͤſſen immerfort uns von aller Befleckung deß Fleiſches und deß Gei⸗ ſies reinngen/ und fortfahren mit der Heiligung in der Furcht G Ottes. 2. Cor. 7. v. 1. Und gleichwie ein Ackerman/ wil er ſein taͤgliches Brod vom Ackerbau haben/ muß immerfort mit pfluͤgen anhalten: Alſo muß der jenige ſo die Hand an dieſen geiſtlichen Pflug geleget/ nicht zu ruͤck— ſehen/ ſonſten iſt er nicht geſchickt zum Rei Gottes. Luc. 9. v. 62. Gleich wie auch ein Ackerman/ wan er im pflugen iñer die Augen wil ruͤckwerts/ wenden den Acker uͤbel und ſehr ungleich pfluͤgen wird: Alſo auch die Be⸗,„ — kehrten/ wann ſie jhre Augen hinderweris zur Welt und Suͤnden Leben 2 5. wieder wenden/ wie Coths Weib bey der Außfuͤhrung auß Sodoma. Gen. 9. v. 26. Soiſt jhr neues Pfluͤgen gnugſam verhinder!/ derhalben-. auch Ehriſtus uns jhr Exempel fuͤrſtellet Luc. 17. v. 32. Gleichwie die Iſraeliten in der Wuͤſten/ an die Egyptiſche Fleiſch⸗Toͤpffe und andere jhn angenehme Sachen gedachten. Exod. 16. v.z. Alſo gedencken viel 8 alsbald nach jhrer bekehrung an jhr voriges vermeintes luſtiges Suͤndẽ⸗, 9. kLar Leben/ und werden der ſchuldigen Gottes⸗Furcht bald muͤde/ denen es beſ⸗ · ſer waͤre/ daß ſie den Weg der Gerechtigkeit nicht erkennet haͤtten/ dann daß ſie jhn erkennen/ und ſich kehren von dem heiligen Gebot/ das jhnen/ gegeben iſt. 2. Pet. 2. verſ. 21. Wann wir derowegen/ O Chriſtliche tv: allein Hertzen/ zum Abendmal geweſen/ muͤſſen wir da neuen Gehorſamnicht) 30 Vonder goͤtllichen Dermahnung allein wol anfangen/ ſondern beſtaͤndig dabeybleiben: Gleichwiedie bit Thier beym Ezechiel ſich nicht herum lenckten/ ſondernwo ſie hingn. gen ſtracks fuͤr ſich gangen. Ezech. 1. v.9. Alſo muͤſſen wir vergeſſen in dahinten iſt/ und ſtrecken uns zu dem das da forne iſt. Phil.3. v.3. Aſo alſo pfluͤgen wir ein Neues; Das Alte muß vergehen und alles 1 werden. 2. Cor.. v. 17. Da muͤſſen wir ein neues Hertz/ und einen neueh Geiſt haben. Ezech. 36 v. 26. Neue Sinne. Rom. 12. v.. Wir muͤſſent einem neuen Leben wandeln. Rom. 6.v4. Dienen Golt im neuen W ſen deß Geiſtes. Rom. 7. p. G. Ziehen den neuen Menſchen an/ der nag V Gott geſchaffen iſt/ in rechtſchaffener Heiligkeit und Gerechtigke Eph. 4. v. 4. Und den neuen und lebendigen Weg ſuchen. Heb. o ha⸗ So ſollen wir ein neuen Namen haben. Apoc. 2. v. 7. Nemlich daßn Kinder und Erben Gottes/ und Miterben Chriſt ſollen ſeyn undheſſn Rom. 8. v. 17 b II. Seminationem: Das Saͤen: Und ſaͤet nicht unterde Hecken: Durch die Hecken werden alhie verſtanden/ allerley boͤſe uͤßg Begierde/ und darauß erfolgende Suͤnde: Solche Leute/ die untide Hecken ſaͤen/ pfluͤgen Muͤhe/ ſaͤen Ungluͤck/ und erndten ſie auch. Hooh 4 v. 8. Sie ſaͤen Unrecht/ und erndten Muͤhe/ und werden durch die qu⸗ then ſhrer Boßheit umbkommen. Prov. 22. v. a. Oder elenden Saal O der ungluͤckſeligen Erndte Es werden aber alhie boͤſe Luͤſte/ unddat⸗ auß entſpringende Suͤnde den Hecken verglichen: b r. Propter originem. Wegen der Herkunfft: Gleichwie Dor nen und Hecken aunerwuͤſteten Oertern wachſen/ wie Golt draͤuet/ dahh an dem Ortda tauſend Weinſtoͤcke ſiehen/ tauſend Silberling werth da ſollen Dornen und Hecken ſeyn. Eſa. 7. verſ. 13. Da wachſen auffden Aeckern Dornen und Hecken. Eſa. 32. v. 3. Alſo ſeyn bey den jenigenſo da lauffen in das boͤſe unordig)e Weſen der Welt. 1. Pet. 4.5a4. Nheaandeeae Hecken und Dornen/ der boͤſen Luſte und der Suͤnden 2. Propterimpeditionem: Wegen der Verhinderung; Gleich wie Hecken und Doͤrner verhindern daß man durch dieſelbe/ unange⸗ fochten/ nicht gehen Darumb auch Gott ſpricht: Er wolle der Iſtat⸗ liten Wegmit Oornern vermachen das iſt allerhand Verhinderung lhrer Suͤnden verſchaffen. Hoſ.2. v. 6. Alſo verſchaffet der leidige G E zech.28 v nit hunu herſchen a hten Nich mittelsjte zuſehen 4 Prop gute Sam Gottes ſag ner der Se von ſolchen 14.Ao g9 ſchen da iſ chen Worte 4 Pr wind das go⸗ Dornen uns Nauch E waden dar wer durch worffenw berbrenna Chtiüche erndlin.p Gutende Manſche. bethelffm. Jſu Ehniſ 232 WeKer den neuen Gehorſam Die zwey und funfffzigſte Predigt. DB NOVRE OBEDIENTIE CAVSA EFFICIENrL, Wer den neuen Gehorſam bey uns wircke. 2. Cor. z. v. 5. Nicht daß wir tuchtig ſind/ von uns ſelberg was zu dencken/ als von uns ſelber/ ſon dern daß wir tuͤchtig ſind/ iſt von Gott. S ſpricht Ephraim Jer 31. v. 18. alſo: HErnbe. kehre du mich/ ſo werde ich bekehret; Mit dieſen Wonh wird angezeiget/ wie daß nicht allein wahre Buſſe/ ſodn rinn beſtehet/ daß wir unſer Suͤnde erkennen und bekanen rechtſchaffene Reu und Leid uͤber dieſelbe tragen/ und in feſtglaͤubig Ergreiffung der Gnaden Gottes/ in dem Verdienſte Chriſtz Sondem auch der neue Gehorſam/ und Beſſerung deß Lebens/ ein Gnadei Werck Gottes ſey: Dann derſelbe muß unſer Hertze beſchneiden/ daß wir jhn lieben. Deut. 30. v.6. Der muß in uns ſchaffen ein rein Hert Pſal. Fr. v. 2. Der muß uns einerley Hertz und Weſen geben/ daß wu jhn fuͤrchten. Jer. 32. v. 39. Der nimpt unſer ſteinern Hertz hinweg/ und gibt uns ein fleiſchern Hertz/ er gibt uns ſeinen Geiſt/ der ſolche Leute auß uns machet/ die in ſeinen Geboten wandeln/ ſeine Rechte halten/ und darnach thun. Ezech. 36. v. 26. Dann gleich wie wir nicht auß eigenen Kraͤfften koͤnnen wahre Buſſethun: Alſo koͤnnen wir auch auß denſel⸗ ben kein neues und Gott wolgefaͤlliges Leben und Wandel/ wederan⸗ fangen noch vollfuͤhren/ ſondern Gott der auch in dieſem das Gutebey uns angefangen/ muß es auch vollfuͤhren. Phil. J. verſ. s6. Der muß bey uns wircken/ nicht allein das Wollen/ ſondern auch das Vollbnngen. Phil. z. verſ. 3. Derſelbe heiliget uns durch und durch(in allen unſem Affecten und Begierden) und unſern Geiſt(Verſtand) gantz/ ſampt der Seel und Leibe. 1. Theſſ. 5. verſ. 23. Dieſes muͤſſen wir wolin acht uehmen/ daß wir nach erlangter Vergebung der Suͤnden/ in keine ge⸗ faͤbrliche Sicherheit gerathen/ vermeinen es ſey mit unſer Buſſe⸗ Van A wir Dag mahl enyfan nichtzubekin inntgihbite as ſindlich Paulus dan ſaͤreballau Wiedaßt Derſelbe nad Esre derheit von⸗ von ſynenſ außzuricht Cor a.v, 6. Sondern Ge neuen Teſta der Warhei der Suͤnden ſonderliche en Lehrerin ſagen muß: nichtes Gu ichnicht.R betrachten. 1 Mil Prnd war 1 Sub ſagt Paulu at. Im St e wime mäſ s. Dar muß us ſchefam ns anato Hasud Dſag Dauuſe ſaum m er gdtuns ſeum Gafldaſth eboem wandein/ ſent Aa 16. Dan glachwievrntt ſſethun Apo komm numt bey uns wircke. wir Vergebung der Suͤnden erlanget/ und das hochwuͤrdige Abend⸗ mahl empfangen/ alles gut und wolgemachet/ alſo daßwir uns ferner nicht zu bekuͤmmern haben/ ſondern wir muͤſſen den allerhoͤchſten Gott inniglich bitten/ daß er mit ſeinem heiligen Geiſt/ uns zu Beſſerung un⸗ ſers ſuͤndlichen Lebens leiten und fuͤhren wolle; Dieſes bezeuget auch Paulus damit/ daß er alles Gutes bey uns/ der goͤttlichen Gnade zu⸗ ſchreibet/ auß welches Worten wir wollen betrachten:. Wie daß der grundguͤtige Gott/ den neuen Gehorſam bey uns wircken und befoderen muͤſſe. Derſelbe wolle in dieſem beyde das Wollen und Volbringen bey uns gnaͤdiglich wircken/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Es reden zwar/ O Chriſtliche Hertzen/ die verleſene Worte inſon⸗ derheit von dem heiligen Predigt⸗Ampt/ daß Lehrer und Prediger nieht voon jhnen ſelber tuͤchtig ſeyn/ etwas Gutes und Gott wolgefaͤlliges darin außzurichten/ daß daher auch Paulus ſagt: Wer iſt hiezu tuͤchtig? 2. Cor, 2.v. 16. Verſtehe/ ein ſolch groſſes Gnaden⸗Werck zu verrichten. Sondern Gott machet ſeine Diener tuͤchtig zu fuͤhren das Ampt deß neuen Teſtamentes. 2. Cor. 3. v. 6. Unter deſſen aber/ ſo befindet ſich in der Warheit/ daß alle bußfertige Hertzen/ nach erlangeter Vergebung der Suͤnden/ eben ſo wenig/ etwas Gutes und Gott wolgefaͤlliges/ ohne ſonderliche Gnade und Beyſtand Gottes außzurichten vermoͤgen/ wie ein Lehrer in ſeinem Ampte/ und deßwegen mit Paulo billich klagen und ſagen muß: Ich weiß daß in mir/ das iſt/ in meinem Fleiſche/ wohnet nichtes Gutes/ Wollen habe ich wol/ aber Volbringen das Gute finde ich nicht. Roman. 7. verſ. 1s. Wir haben aber bey verleſenen Worten zu betrachten:. I. Mileram noſtram infirmitatem; Unſer elende Schwachheit: Pnd zwar inſonderheit: b 3 1. Subjectum: Welche dieſe elende ſchwache Leute ſeyn: Wir/ ſagt Paulus: Dasiſt/ wir elende Menſchen im Suͤndenſtande betrach⸗ tet: Im Stande der Vnſchuld/ darin wir erſchaffen in Adam/ hatte es ein 34 Wrr den neuen Gehorſam ein ander Bewandnuͤß mit uns: Da waren wire ſchaffen nach Gon Ebenbild. Gen. 1. v. 27. In rechtſchaffener Gerechtigkeit und Helligta Eyh 4 v 24. Dawar ein Goktwolgefaͤlliger Verſtand undBlll gn Gedancken/ Wort und Wercke. Aber darauff iſt er folget der Standde Schuld/ in welchem der verſtand verfinſtert/ der Wille boͤß/ Gedanca Wort und Wercke fuͤndlich; Da iſt das Tichten und Trachtan iſ menſchlichen Hertzen immerdar boͤſe. Gen. 6.9 5. Da ſind wir ein Wot darin kein Rath iſt/ und iſt kein Verſtand in uns. Deut 32. verſ. 8. Wh ſind wie Roß und Maͤuler die nicht verſtaͤndig ſind/ welchen man Jaun „ und Gebiß muß ins Maullegen/ wann ſienicht zuuns wollen. p. v.). Wir ſind fleiſchlich geſinnet/ welches eine Feindſchafft wider Gan iſt. Rom 8. v. 7. Wir ſind natuͤrliche Menſchen/ welche nicht vememe b was deß Geiſtes Gottes iſt/ es iſt uns eine Thorheit und koͤnnen esnicht begreiffen. 1 Cor. 2.v. 4. Vnd ob wir wol im Stand unſer Bekehen uns veraͤndern/ und erneuert werden im Geiſt unſers Gemuͤthes Eyß. v. 23. Werden erneuert zu dem Erkaͤntnuͤß/ nach dem Ebenbilde deſſen der uns erſchaffen hat. Col.3.v. 10. So iſt doch ſolche Erneurungindie ſem Leben gar unvolkommen/ weilen wir das Gute das wir wollen niche thun/ ſondern das Boͤſe thun/ das wir nicht wollen. Rom. 7. v. 19. N Betrachtung dieſes allen/ werden durch das Wort(Wir)diebekeht und im Seande der Erneurung erfundene Menſchen verſtanden. Die ſes O Chriſtliche Hertzen/ ſoluns dazu dienen/ daß wir nach unſer Be⸗ kehrung unſer groſſes Unvermoͤgen erkennen/ GOtt umb Huͤlſfe und Beyſtand deß heiligen Geiſtes fleiſſig anruffen/ daß wir durch ſein b Gnade moͤgen anziehen den neuen Menſchen/ der nach G O T Tu⸗ ſchaffen iſt in Heiligkeit und Gerechtigkeit. Eph. 4. v. 4. Und alſode 93 Menſchen mit ſeinen Wercken auß ziehen/ und den Neuenan;zichen 91.3.p. o. eq.— 2. Subjecti ſtatum: Den Zuſtandeines bekehrten Menſchen. Wir ſind nit tuͤchtig: Das iſt/ qualificiret uñ geſchicket; In lelblichen weltlichen und euſſerlichen Sachen/ ſind wir ja noch eiwas ͤchtig abe in geiſtlichen Sachen/ ſind wir in euſſerlichen Dingen ſo fernt tuͤchtig daß wir konnen zur Kirchen gehen/ GO TTES Worntmit unſen Ohren anhoͤren oder auch leſen/ wie denn Herodes Johamen 1 auffe “ te Heledu fen dannbe 5 00 Guten Zu Daiſtunter richteiner. ſcheuen kan boſe Cſaß wollenwirn demboſen E gungundſot gebburelt/d ſer Erneuer aay nachden tet Salome oder Voͤſe vnsanfan⸗ gute Gaben Wollnwi wolgefaͤlg lch/ dßm dendapn Taͤuffer gerne hoͤret e und jhm in vielen Sachen gehorchete. Mara 6. verſ. 20. Aber in geiſtlichen innerlichen Sachen/ unſern Verſtand und Willen betreffend/ ſind wir nicht tuͤchtig: Da offenbaret Fleiſch und Blut nichts Gutes. Matth. 16. verſ. 17. Was Fleiſch und Blut lichtet/ das iſt ja boͤſe Ding. Syrach. 17. verſ. z0. Da koͤnnen wir ohne C Hri⸗ ſium nichts. Joh. 15. verſ.). Und in ſolchem uͤberaußſchwachen und ge⸗ brechlichen Zuſtande/ hat der grundguͤtige GOTT Gedule mit uns/ und ſchuͤttet ſeine Barmhertzigkeituͤber uns. Syrach. 18. verſ.9. Die⸗ ſes/ O Chriſtliche Hertzen/ muͤſſen wir fleiſſig erwegen/ damit wir nicht in geiſtliche Hoffart gerathen/ und wann wir vermeinen wir ſtehen/ wol nicht fallen; Der Teuffeliſt tuͤckiſch/ die Welt iſt be⸗ zuſehen daß wir trüͤglich/ Fleiſch und Blut iſt gebrechlich. Vnd muͤſſen mit Jeremia be⸗ ten: Heile du mich HErnſo werde ich heil hilff du mir/ ſo iſt mir geholf⸗ un fen/ dann biſt mein Ruhm. Jer. 17. v. 14.. 3. Objectum; Worzu wir nicht tuͤchtig ſind: Nemlich zum Guten Zum Boͤſen ſind wir/ leider/ gar zu wol tuͤchtig und geſchickt: Daiſt unter denen nicht Wiedergebohrnen keiner der Gutes thue/ auch nicht einer. Pſal. 14. v. 3. Da ſtehen wir feſt auff dem boͤſen Wege/ und ſcheuen kein Arges. Pſal. 36. v. ⸗. Wir heiſſen Boͤſes gut/ und Gutes boͤſe. Eſa.. v. 20. Weiſe ſind wir gnug Vbels zu thun/ aber Wolthun wollen wir nicht lernen. Jer. 4.v. 22. Dabringen wir Boͤſes herfuͤr auß demboͤſen Schatz unſers Hertzen. Matth. 15. v. 35. Vnd dieſe Zunei⸗ gung und ſonderliche Begierde zum Boͤſen iſt/ leider/ bey uns alſo ein⸗ gewurtzelt/ daß ſie auch nach unſer Wiedergeburt/ und im Stande un⸗ ſer Erneuerung/ uns ſehr feſte anklebet/ wie ſolches Paulus Rom. 7. cap. nach der laͤnge mit ſeinem eigenen Exempel beweiſet: Darumb bit⸗ tet Salomon/ Gott wolle jhm geben/ daß er verſtehen moͤge/ was Gut oder Boͤſe ſey. x. Reg. 3. v. o. Dann derſelbe muß das Gute/ beydes bey uns anfangen und auch vollfuͤhren. Phil. 1. v. 6. Vnd kommen alſo alle gute Gaben/ von oben herab/ vom Vatter deß Liechts. Jac. I. verſ. 17. Wollen wir derwegen/ O Chriſtliche Hertzen/ etwas Gutes und Gott wolgefaͤlliges thun/ ſo muͤſſen wir zweyerley wol in acht nehmen: Erſt⸗ n walm drr das Guttdopn in das ei ncht wolm Im/ vadendunchdas Wan N rung efundae Maſcha it ſoluns dazudume daf rin amagmakann GOtu⸗ aſſes ftaſſig anuffm din anun Maſchm dru Gactegfat Erh 4,-h Dacka außzehen undin lich/ daß wir Gott umb ſeine gnadreiche Huͤlffe anruffen/ und zum an⸗ rdasjenige thun und allein fuͤr gut altn was uns Gott in b Wu ſemem Wer den neuen Eehorſam 336 ſeinem Worte befohlen/ daß wir ihun wao techt und gutiſtfaͤrden au deß HEr Irn. Deut. 6 v. 8. 4. Modum: Die Art und Weiſe mit dem Guten und gehen: Dieſelbe wird von Paulo in verleſenen Worten geſetzet 2. Karioneohjegi Wegen deſſen damit das Guteunbg het: Wir koͤnnen nichts Gutes dencken: O unſer elenden Vanda⸗ bung: Alſo ſehr iſt die menſchliche Natur durch die Suͤnde verderb dß auch keine gute geiſtliche Gedancken bey einem natuͤrlichen Menſch gefunden werden; Da werden bey uns gefunden eitele Gedancken. Wo v. 11. Der Koͤnig zu Babel/ gedachte in ſeinem Hertzen/ er wolle nda HSimmel ſteigen/ und ſeinen Stuel uͤber die Sterne Gottes erheben Eſe. 14 v. 13. Vnſer Gedancken ſind Muͤhe. Eſa. 59. v.7. Vnd wandelngie 1 d ne unſern Gedancken nach. Eſa. 65. v. 2. Die doch unſaͤlige Gedancm ſeyn. Ezech. 11. v. 2. Ind kommen allerhand boͤſe Gedancken auß unſen Hertzen. Matth. 15. v. 19. Und dieſes wird nicht allein bey nicht Wuda⸗ gebornẽ ſondern auch bey wiedergebornen Menſchen gefunde weilndie alt Adamitiſchen Luͤſie dieſelbe nicht unangefochten laſſen/ ſondemtig⸗ lich mit denſelben ſtreiten muͤſſen/ und uns die Suͤnde ſtets anklebet. hoh 12. v. 1. Daß alſo allegute Gedancken bey uns von Gottes Geiſun Gnade eintzig und allein herruͤhren. Bey dieſem/ O Chriſiliche ertn muͤſſen wir zweyerley beobachten/ und zwar; Erſtlich/ daß wir auchund gute Gedanckenm uͤſſen Gott anruffen: Vom P. Scipione Africano, leſen wir/ daß wann er zu Rathe gehen ſollen/ deß Morgens fuͤr Tag auff das Roͤmiſche Capitolium gangen und in Tempel jhres groſſn Gottes Jovis ſich verfuͤget/ daſelbſt in tieffen Gedancken geſeſſen/ auf daß er das jenige was dem gemeinen Beſien heilſam und erſprießlich durch Anruſſung und Huͤlffe der Goͤteer/ erſinden/ und dem Jalh vortragen moͤgte: So ein Heyde/ O Chriſtliche Hertzen/ ſein Unuͤͦch⸗ ligkeit etwas Gutes zu gedencken und rathen hat erkennen koͤnnen/ wit vielmehr ſollen wir Menſchen in geiſilichen Sachen/ in Erkaͤntnuͤß un⸗ fer verderbten Natur/ gerne erkenen: Und ſo wir nichts Gutes gedencken koͤnnen/ wie ſollen wir es dann von uns ſelber vollbringen? Zum andem/ 4 ſollen wir allhie mercken/ daß unterdeſſen unſer boͤſe Goedan aff „r Gohmihts Gotthatemn het mns ſin.M un dem R wastach de haben die koͤnnen: thaͤte /obſo geantwort dorgen: ſten huͤten, wider die Aehf. . 3 2, RA gchet: We kommenze vonunsſel WVauſtandt ander princ keen herruͤhr vonuns ſelb Waſſer aun Hertenkom berey/fallch tlenden Juſ ni wiri zenund G digken und mogen. II. Das wir Gunten t und Wi behuns wircke 37 Gotinicht Zollfrey ſeyn/ wiehnen viele Welt⸗ Kinder einbilden Dan Gott hat ein Greuel an einem Hertzen/ das mit boͤſen Tuͤcken umbge⸗ het. Prov. s. verſ. 18. ie boͤſen Gedancken verunreinigen den Men⸗ ſchen. Matth. 15. v. 20. Solches kompt daher/ daß ſolche Gedancken von dem Richtſchnur deß goͤttlichen Geſetzes und Gerechtigkeit/ und was nach denſelben iſt/ das iſt Suͤnde. 1. Johan. 3. verſ. 4. Und dieſes haben die Heyden etzlicher Maſſen auß dem Liecht der Natur erkennen koͤnnen: Wie der weiſe Heyde Ihales gefrager/ wann ein Menſch uͤbel thaͤte/ ob ſolches auch fuͤr G O T T verborgenwere? Hat er darauff Valer. geantwortet; Es ſeyn demſelben die boͤſen Gedancken auch nicht ver⸗ Mas lib. borgen: Sollen uns derwegen fuͤr boͤſen Gedancken zum fleiſſig⸗7.* ſten huten/ weilen GO T E ſchauet alle Gedancken der Gottloſen B3 die Seinige. Thren. 3.v. 60. Und dieſelbe nicht wil ungeſtraffet . Katione labjccti; Wegen deſſen der mit dem Guten umb⸗ gehet: Von uns ſelber als von uns ſelber; Dann gute Gedancken kommen zwar von uns ſelber/ oder von unſer Perſon her/ aber nicht als von uns ſelber; Dann unſer eigenes Fleiſch und Blut/ Vernunfft und Verſtand bringet von ſich ſelber nichts Gutes herfuͤr/ ſondern es iſt ein ander principium oder Urſprung/ von welchem unſere gute Gedan⸗ cken herruͤhren: Dann das Tichten und Trachten von uns ſelber/ als von uns ſelber/ das iſt nurboͤſe. Gen. 6. v. ꝓ. Gleich wie ein Born ſein Waſſer quillet/ alſo quillet auch unſer Boßheit. Jer. 6.v. 7. Auß dem Hertzen kommen arge Gedancken/ Mord/ Ehebruch/ Hurerey/ Die⸗ berey/ falſche Zeugnis/ Laͤſterung. Matth. 15. verſ. 19. Dieſen unſern elenden Zuſtand/ O Chriſtliche Hertzen/ muͤſſen wir erkennen/ da⸗ mit wir in Betrachtung unſer euſſerſten Unvermuͤgenheit/ die ſtol⸗ tzen und GO TT hoch mißgefaͤlligen Gedancken/ von eigener Wuͤr⸗ digkeit und Vermoͤgen/ wie den Teuffel ſelbſt/ neiden und meiden mage. 11. Deigratiam efficacen; Gottes vermogende Gnader Das wir tuͤchtig ſind/ iſt von GOTJT: Daß wir zu jenigem Guten tuͤchtig und geſchicket/ das kompt von der lauteren Gnade und Wirckung G O TTES her: Der erleuchtet vermittels 4 Nu 2 dem —— ————— —— ———. — — —„ 6 338 Von dem Mittel dem heiligen Geiſt unſern Verſtand/ daß wir jhn und ſeinen We erkennen; Der gibt ein hellen Schein durch ſein Wortm unſer herza 2 Cor. 4.v. 6. Durch denſelben regiret er auch unſern Willen/ diße leinem heuiigen Worte gehorchen/ und machet uns raich uallalcya ten Wercken. 2. Cor. 9. v. 8. Machet uns fruchtbar in denſelben Cola v. 10. Der ſtaͤrcket uns in allerley guten Wercken. 2. Theſſ.. v. 7 De machet uns fertig in allenguten Wercken/ zu thun ſeinen Willen. 96 Bz. v. 21. Summa/ er machet uns tuͤchtig zum Erbtheil der Heiligenin Zwing. Liecht. Col.. v. 12. Es ſoll bey der Stadt Celcum in Cilicia ein Fluß Val⸗z. mit Namen Nus ſeyn/ wer auß demſelben trincke/ der bekommne an F S 39 46. ſubtilen und ſcharffen Verſtandꝛ Deß heiligen Geiſtes Gabe und Wi. ihen ckung werden von Chriſto dem Waſſer verglichen. Joh. 7.v.33. Di ſelbe geben uns einen ſubtilen und ſcharffen Verſtand in geißllche Sachen. Laſſetuns derowegen/ OChriſtliche Hertzen/ umd dieltt de/ Gabe und Erleuchtung deß heiligen Geiſtes bitten/ daß wit dieGon wolgefaͤllige Tuͤchtigkeit erlangen: Mit David beten: Schaffe nme Gott ein reines Hert/ und gih mir ein neuengewiſſen Geiſt. Pilli v. 12. NHrn dein guter Geiſt fuͤhre mich auff ebener Bahn. Pſalung v. rr. Dann derſelbe treibet die Kinder Gottes. Rom. 8. v. 4. Derbr get in uns herfuͤr ſeine herꝛliche Fruͤchte. Gal.ỹ. verſ. a2. Welches un verleihen wolle Gott der Vatter/ durch denſelben heiligen Geiſſ/ unt Jeſu Chriſt willen/ Amen/ Amen. b Diedren und funffzigſte Predigt. 18 DE NOV OBEDIENTILE CAVSA mNarl... Don dem Mittel dadurch wir zu einem neuen eebn und Wandel kommen. 1. Pet. l. v. 23. b Wir werden wiedergebohren/ nicht auß ber gaͤnglichem/ ſondern auß unvergaͤngl⸗ chem Gamen/ nemlich auß dem lebendi gen wahren und vnnmm Weißheit Nutzbarke wegendeſſ gen Weiß nichteguͤht walſemirde Undwird 9. Abel lut mit un Muͤtalfuh gen Weißhe nuͤſſemuͤſſen eine euchte vetſ.lof. Worhhoͤr 1 techtiſt/wa 2. F ceFruch waͤſſert/¹ Datiiff deflieſſetm ſctedeßth diejhte zn und wasſt auß Gon⸗ dadurch wir zueinem neuen Leben kommen. 3⸗ gen Bort GOxTeSdas da wiglich ——— F— ½ 4 4 4 8 6*—— e 6 3 8 3 5 8 8 5 4„* 3*8 eeeeeeeeoeeeee 3 3 4 4 8* 3 3 6 1 S nennet der kluge Haushalter Syrach cap. 1. 8 5 verſ. 5. Das Wort Gottes einen Brunnen der Weißheit: e Freylich/ freylich/ O Chriſtliche Hertzen/ iſi das Wort 4+ dt=æ Gortes/ der eintzige/ der gewiſſe/ der reiche Brunne/ der dusdanſehen g wahren und Gott wolgefaͤlligen Weißheit/ und zwar; 6 F4 ns e ſignen 1. Adveram ſapientiam ducendo; Daß es uns zur wahren dan Waſfraßcca i Weißheit fuͤhret: Gleich wie ein herꝛlicher Brunne/ wegen ſeiner ulcn und ſhrfa hri Nutzbarkeit/ die Menſchen zu ſich locket; Alſo auch das Wort Gottes vegen/ OChüch hamn wegen deſſen/ daß es uns zur wahren und dem lieben Gott wolgefaͤlli⸗ deß heuan Gaii ggen Weißheit leitet und fuͤhret: Es iſt zwar der allerhoͤchſte Gott der 1lmm: r tend rechte Fuͤhrer zu ſolcher Weißheit/ wie David bezeuget/ und ſagt HEr⸗ꝛ dad* Dadhmn 6“ weiſe mir deinen Weg/ daß ich wandele in deiner Warheit. Pſ. 86. v. r. an— Und wir deßwegen die Weißheit billich von Gott bitten ſollen. Jac. 1. fütremchuffhaade v. F. Aber gleich wie Gott in Befoderung unſer Seligkeit/ nicht ablo⸗ due Rinder Gotts Jonaz lur mit uns handelt/ ſondern durch ſeine ſonderlich dazu verordnete che Früche Galſonſn. Mittel fuͤhret; Alſo thut er auch in dieſem/ daer uns zu ſeiner wolgefaͤlli⸗ Danr, danchdaſchazet gen Weißheitleitet/ nemlich durch ſein heiliges Wort: Dann ſeine geug⸗ 4 Am. nuͤſſe muͤſſen unſer Raths⸗Leute ſeyn. Pſ. 119. v. 24. Sein Wort muß eine Leuchte unſer Fuͤſſe/ und ein Liecht auff unſerm Wege ſeyn. ibid. d verſ. 10§. Der Weißheit Anfang iſt/ wann man ſie gerne(auß Gottes 1E AN- funſhagtte 2 Wort hoͤret. Prov. 4. v. 7. Wir koͤnnen nicht ſagen/ daß wir wiſſen was recht iſt/ wann wir die heilige Schrifftnicht fuͤr uns haben. Jer. 8.v.s. rir enmi 2. Fœcunditatem ſpiritualem largiendo: Daßes eine geiſtli⸗ dadurch rirzu che Fruchtbarkeit mittheilet: Gleich wie ein Brunne das Erdreich Pandel kemmen. waͤſſert/ und dadurch fruchtbar machet; Alſo auch das Wort Gottes: Dexv.z. Datrieffet die Lehre auß Gottes Wort wie der Regen/ und deſſen Re⸗ 3 deſſieſſet wie der Thau. Deut. 32 v. 2. Dieſenige ſo Luſt haben am Ge⸗ dergedohten tihh 1 ſetze deß HErnn/ ſind wie Baͤume gepflantzet an den Waſſer⸗Baͤchen/ pnha. die jhre Frucht bringen zu jhrer Zeit/ und jhre Blaͤtter verwelcken nicht/ ſondan und was ſie machen/ das geraͤth wol. Pſ. J. v. 2. eq. Dann das Wort/ ſo auß Gottes Munde gehet/ kompt nicht leer Dhderzu jhm/ ſondern 5 1 u 3 mu 34o0 ☛ Von dem Mittel, S. v. I. Es unterrichtet uns/ wie wir fruchtbar koͤnnen und ſollen ſon allen guten Wercken Col. 1 v. 0. Dieſes bezeuget Peius inva Worten/ auß welchen wir wollen anſehen: 3“ Wie Gottes Wort ein Inſtrument und Mittel ſch/da durch wir zum neuen Leben und Wandell ia. A1 eeisHasbommen. muß thun was jhm gefaͤllee/ und muß jhm gelingen dazuctsſener e 8 Der barmhertzige Goit gebe uno die Gnade deß helligen Geiſtes zaßte b ort auch kraͤfftig und thaͤtig bey uns ſey/ umb Jeſu Ehnſ ſes willen Amen. 4. Erklaͤrung. Wir haben in verleſenen Worten zu beſehen: I. Verbi divini encomium; Wie Petrus das Wort Gottes ruͤhme: Ach es wird das Wort Gottes ſo gar geringe bey der Waͤltge⸗ achtet/ ja vom meiſten Theil derſelben gantz und gar verach tet/ dats doch ein ſo uͤberauß edles Kleinod/ eine ſolche unauß ſprechlich herrliche Galt Gottes iſt/ welches auß verleſenen Worten Petri unter andern auch erſehen: Dann es iſt; 1. Semen optimum; Der allerbeſte Samen: Petrus gibt ht den Namen Samen/ und folget darin ſeinem HErꝛn und Meiſier Jeſu Chriſto/ welcher jhm dieſen Namen gegeben. Luc. 8. verſ. 1. Nunwaden zwar viele herꝛliche Samen gefunden/ ſodem Menſchen in dieſer Wit groſſen Nutzen ſchaffen/ aber keiner wird gefunden/ ſo mit dieſem Samen zu vergleichen: Dann es iſt ein ſolcher Same der kein ſuccedaneum. odet andem Samen der an ſeine Staͤte ſolte ſeine Wirckung verriten ſol oder muh zugeordnet werden/ wie Gott außtruͤcklich Deuter. 4,7a. cap 12,v. 32. Ind an andern Oertern mehr: Ander Same bringet Sa⸗⸗ men ſo ſeines Gleichen herfuͤt; Aber dieſer Same bringet geiſtliche Kin⸗ der Gottes; Auß demſelben werden Chriſto ſeine Gnaden Kinder gebo⸗ ren/ wie der Thau auß der Morgenroͤthe. Pſ. 10. v.3. Kinder deßliechta. Luc. 16. v. 8. Weilen ſie unter andern acht haben auff das Wort Goltis als auff ein Liecht welches da ſcheinet in einem dunckelen On. 2 Pet.. y. I9⸗ ſenn — —— dadt 9 Wlche en zuhat Ehuße anteines Sihs brir Fruchtgebt ts Dahin beheblichen chet daß wi ſchehen du uſeine d nug daß unzaſet heiwahren un Lue§.v.j. Thater der galbeſchau davon und vergebhch 3. Se nenneteinen Sameiſtve Abrrdiſer Wortunſer ſollm verget wirddas E Wolte Go detrachten ün ewiges Thina zu dem derſf teteodenhe wird Joh. machela — Wonmmbech vomium, We Perusdan b Dort Gottas ſo zer — dadurch wir zu einem neuen Leben kommen. 341 p. 9. Welches uns zum hoͤchſten bewegen ſol/ dieſen Samen ingroſſen Ehren zu hatteeenn. 2. Semen focundum: Ein fruchtbarer Same: Gleichwiedes— Same eines jeglichen Dinges/ von G OT Talſo geſegnet/ daß er vielt Fruͤchte bringe/ wie dann Iſaaes außgeſaͤeter Same hundertfaͤltige Frucht gebracht. Gen. 26. v. Alſo auch dieſer Same goͤttliches Wor⸗ tes: Der bringel bey eßlichen hundertfaͤltige/ bey etzlichen ſechtzigfaͤltige/ bey eßzlichen dreiſſigfaͤltige Frucht. Maith. 33. v. 23. Dieſer Same ma⸗ chet/ daß wir er fuͤllet werden mit Fruͤchten der Gerechtigkeit/ ſo in uns ge⸗ ſchehen durch Chriſtum/ zu der Ehre und Lobe Gottes. Phil.1. v. 1. Ach laſſet uns dieſes/ OChriſtliche Hertzen fleiſſig beobachten Esiſt nicht gnug daß wir fleiſſig in die Kirchen gehen/ und Gottes Wort anhoͤren/ oder daſſelbe leſen/ ſondern wir muͤſſen es alſo hoͤren oder leſen/ daß wirs bewahren in einem feinen guten Hertzen/ und bringen Frucht in Gedult. Luc. 8. v. 15. Dann ſo jemand ein Hoͤrer deß Wortes/ und nicht auch ein Thaͤter /der iſt gleich einem Manne /der ſein leiblich Angeſicht im Spie⸗ gelbeſchauet/ und nachdem er ſich beſchauet hat/ gehet er von Stund an davon/ und vergiſſet wie er geſtalt war. Jac. 1 v. 23. feq. Welches alles ein vergeblich Werck iſt.“ 3. Semen æternum, Ein ewiger Same: Wie ſhn Petrus alhie nenner einen unvergaͤnglichen und ewigen Samen: Aller irꝛdiſcher Sameiſt vergaͤnglich/ wann Gott ſeinen Segen demſelben entziehet: Aber dieſer Same deß goͤttlichen Wortes iſt unvergaͤnglich: Dann das Wortunſers Gottes bleibet ewiglich. Eſa. 40. v. 8. Himmelund Erde ſollen vergehen/ aber dieſes Wort ſol nicht vergehen. Lue 21. v.3. Dahes wird das Evangelium/ ein ewiges Evangelium genennet. Apoc. 14. v.6. Wolte Gott/ wolte Gott/ O Chriſiliche Hertzen/ daß wir dieſes fleiſſig betrachten moͤgten: Es iſt das Wort Gottes nicht allein fuͤr ſich ſelber ein ewiges Wort/ ſondern es fuͤhret auch ſeine Liebhaber und getreue Thaͤter/ zum ewigen Leben. Dann wer Chriſti Wort hoͤret/ und glaubes dem /der jhn geſand hat/ der hat das ewige Leben. Joh./ v. 24. Daher fuͤh⸗ ret es den herꝛlichen Namen/ daß es ein Wort deß ewigen Lebens genant wird. Joh. 6.v. 68. Das Evangelium iſt eine Krafft Gottes/ die da ſelig machet alle die daran glauben. Rom. 1.p. 16. “ 4. Semen Didac. 342 Deondem Mittd nrliche Same/ durch Gottes Segen/ eme lebendige Kraffti ſich ha dadurch er waͤchſet und Frucht bringet: Alſo auch das Won GOiin Dann es bringet auch das geiſiliche Leben/ welches eigenilich beſichat wahrem Glauben an Chriſtum welcher nicht tod/ ſondern durch dli 4. Lemen vivum: Ein lebendiger Same: Glelchweden, be thaͤtgg iſt. Gal. 5. v. s. Denn da hoͤren die geiſtlich Todten die Sun, me deß Sohns Gottes/ und die ſie hoͤren/ werden geiſtlich) leben. Joh⸗ v. 25. Und auff dieſes Leben er folget in beſtaͤndiger Erhaltung deſſalan das ewige Leben. Laſſet uns auch dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ in ian Vergeß ſtellen: Gleichwie es eine gute Anzeigung iſt natuͦtlichts Wol ſandes deß Leibes/ wann einer gerne Speiſe zu ſich nimt: Alſo iſſsen Anzeigung geiſtliches Wolſtandes der Seelt/ die geiſtliche Speiſegin liches Wortes gerne zu ſich nehmen. 5 Lemen dixinum. Eingöttlicher Same: Dahar nennnſſ Petrus Gottes Wort: Daher nennet es Gott zum offtern in halze Schrifft/ ſein Wor! Und iſt es alſo ein Wore der Warheit. Johnn v. 17. Welches wir annehmen ſollen/ nicht als Menſchen Wort /ſondan wie es warhafftig iſt/ als Gottes Wort. 1. Theſſ.z. v. 13. Und iſt deßwe gen ein Wort/ ſo unſer Seel kan ſelig machẽ. Jac.1 v. 21. Laſſet uns dan wegen/ O Chriſtliche Hertzen/ dieſes koͤſtliches/ fruchtbares/ ewigesa bendiges und goͤttliches Wort/ nicht verachten/ ſondern als ein goͤttl⸗ chen Schatz hochachten: Wer euch hoͤret der hoͤret mich/ und weruch verachtet/ der verachtet mich/ wer aber mich verachtet/ der verachtatden der mich geſand hat. Luc. 10. v. 16. Jener Spoͤtter zu Kemberg bey Wi⸗ Apolepht. tenberg/ trieb ſein Geſpoͤtt mit der Predigt goͤttliches Wortes/ denn Eranickſt. der Teuffel beſeſſen/ und jhn hernach in ſeinen Suͤnden umbgebracht. Part. 4. II. Ejus effectum: Seine Wirckung: Wir werden daduuch P.460. wiedergebohren: Wir werden dadurch neue Menſchen/ ſo neum Verſtand und neuen Willen bekommen/ und ſolches mit neuen Gedan⸗ xken/ Worten und Wercken beweiſen/ und hiezu helffet: 1. Verbum nomicum. Das Geſetz Wort:lnd zwar: 1. Præſcriptione: Daß es uns vorſchreibet was bey einem Wiedergebohrnen fur ein neues Leben Gott gefalle/ oder in demſelban mißgefalle: Da muͤſſen wir wandeln in allen Wegen/ die ahe — dd 11 urſer Gon nochzu in thunſollin. glic ir ſi zmſelbenn gehen ſonſ ſollen nach Ruhe fuͤru gehen uͤber halden O. ſeyn nacht Byieff von ſienachfom min kranck uns vorgeſ halken. 2. I tund/War. a. D Wie uns? Erod 10. v Duut.12. v. bolten ſollen Es iſt in der det. Mich. keſollenu Knecht ſo nicht nach Che2..4 6. 1 Gotewoll ſeine Gebo⸗ leen wirzum ao ſowitſ arts Oott un tfß iſtcs alſo eeeee zoctts Wen Theſlangle erlkanſclig mac Ju tuli tean dußes kuſttches frͤdn Waacch eraderentma dadurch wir zu einem neuen Lebenkommen. 343 unſer Gott uns geboten hat/ auff daß wir leben moͤgen/ und es uns wol⸗ gehe. Deut..v.3. Wir ſollen davon nicht weichen/ weder zur Rechten noch zur Lincken/ auff daß wir weißlich handeln moͤgen/ in allem was wit hun ſollen. Joſ. 1. verſ. 7. Nach dieſem Wort/ ſollen wir unſern Fuß gleich fuͤr ſich gehen laſſen/ ſo gehen wit gewiß. Prov. 4. verſ. 26. Von dem ſelben ruffet der heilige Geiſt: Diß iſt der Weg/ denſelben ſollet jhr gehen/ ſonſten weder zur Rechten noch zur Lincken. Eſa. 30. v. 21. Wir ſollen nach dem guten Wege fragen/ und darin wandeln/ ſo finden wir Ruhe fuͤr unſer Seele. Jer. 6. v. 16. Wie viel nach deſſen Regul einher⸗ gehen uͤber dieſelbe iſt Friede und Barmhertzigkeit. Gal. 6. v. 16. Der⸗ halben/ O Chriſtliche Hertzen/ muß uns Gottes Wort eine Vorſchrifft ſeyn nach welcher wir glaͤuben und leben: Es iſt das Wort Gottes ein Brieff/ von dem himliſchen Vatter an ſeine Kinder geſchrieben/ welchem ſie nachkommen ſollen: Es iſt eine Diar Glaubens und Lebens uns ar⸗ men krancken und gebrechlichen Menſchen/ von dem himliſchen Artzt 385 vorgeſchrieben: Das muͤſſen wir erkennen/ und uns darnach ver⸗ d 2. Impulſione; Daß es uns gleichſam noͤtiget und treibet/ und zwar; a. Dei voluntate: Mit Anzeigung deß goͤttlichen Willens: Wie uns Moſes denſelben in den Zehen Gebotten Gottes fuͤrleget · Exod. 20. v.. ſeq. Dann wir ſollen nicht thun/ was uns recht duͤncket. Deut. 12. v. 8. Sondernfer iſt der HErr unſer Gott/ nach ſeinen Ge⸗ botten ſollen wir leben und ſeine Rechte ſollen wir halten. Ezech. 20. v. 19. Es iſt in demſelben geſagt was gut iſt/ und was der HErr von uns fo⸗ dert. Mich. 6. v 8. Welches wir uns immer fuͤr Augen und Hertzen ſtel⸗ len ſollen/ und dabey an Chriſti treuhertzige Warnung gedencken: Der Knecht/ ſo ſeines Herrn Willen weiß/ und hat ſich nicht bereitet/ auch vihe nach ſeinem Willen geihan/ der wird viel Streiche leiden muͤſſen. Uc. 12. v. 47. G. Dei promiſſione; Mit göttlichen Verheiſſungen; Daß Gott wolle Barmhertzigkeit thun an viel tauſenden/ die jhn lieben/ und ſeine Gebolte halten. Exod. 20. v. 6. Wann wir die Gebotte halten/ ſol⸗ len wir zum Leben eingehen. Matth. 19. verſ. 17. Es heiſſet allhie; Thue das/ ſo wirſtu leben. Luc. 10. verſ. 28. Ob hun zwar dieſe Vaehalſin XX 6 344 Vondem Mittel deß Geſetzes zu erlangen uns ohnmuͤglich iſt/ ſintemahl das Geſeßegaſ. lich iſt/ wir aber fleiſchlich ſeyn/ unter die Suͤnde verkaufft. Rom.) v. Und wegen ſolches unſers elenden Zuſtandes/ was dem Geſetz ohnmig lich geweſen/ Golt durch ſeinen Sohn gethan. Rom. 8.vz. So muͤſg wir gleichwol/ in Betrachtung der herrlichen Verheiſſungen/ den C horſamen Kindern Gottes nach jhrer Muͤgligkeit/ gegeben/ dasungzn liche Weſen verleugnen ſampt den weltlichen Luͤſten und zuͤcheig geu b und gottſelig in dieſer Welt leben. Tit. 2. v. 12. v. Dei comminatione: Mit goͤttlichen Draͤuungen 9 draͤuet Gott allen ſo dem Geſetz ungehorſam ſeyn/ daß ſie lhn vaſſ chet und vermaledeyet ſeyn. Oeut. 27. v.26. Verfluchet ſey/ wer niche⸗ 1.v.z. Weilenganz Iſrael Gottes Geſetz uͤbertreten/ und abgewichen/ daß ſie ſaner Stm nicht gehorchet: Daher hat ſie auch der Fluch und Schwur gettoffen Dan.9 v. i1. Daher ſind alle die jenige ſo mit deß Geſetzes Wercken— gehen(dadurch gerecht und ſelig zu werden) unter dem Fluch. Galatz. v. 10. Weilen wir nun/ O Chriſiliche Hertzen/ durch deß Geſetzes Wace horchet den Worten deß Bundes Gottes. Jerem. zwar nicht gerecht noch ſelig werden/ ſo ſind doch andere Urſachen ſouns nach aller Muͤgligkeit nach dem Geſetz zu leben/ antreiben laaeuſ deß Geſetzes Fluch entfliehen moͤgen. 3. Præpatatione; Daß es Uns bereitet: Gleichwie ein Ackatc und bevor er beſamet wird/ durch die Pflug auff unterſchiedliche Wa⸗ ſe muß bereitet und von Diſteln/ Doͤrnern und anderm Vnkraut gereun⸗ get werden: Alſo muß der Acker unſers Hertzen/ durch das Geſch gleichſam gepfluͤget/ und von dem Vnkraut der Suͤnden gereitigt werdẽ: Da gibts zerbrochene und zuſchlagene Hertzen/ welche Gott nicht verachtet. Pſ. 51. v. 19. Vnd wird das Geſetz unſer Zuchtmeiſter auff Chriſtum Gal.;v.24. Daß wir alsdann den Sanien deß h. Eunt gelii mit Freuden und fruchtbarlich auff und annehmen. 2. Verbum Evangelicum. Das Evangeliſche Wort: Wacht uue nicht allein zeiget die Vnvermuͤglichkeit deß Geſetzes. Rom. 8.v.; 3 nd daß Chriſtus vergeblich geſtorben/ ſo die Gerechtigkeit auß dem lſetzekaͤme. Gal. 2.v. 21. Auch daneben unſer Vnvermuͤgenheit/ wen en das Geſetzein Joch ſey/ welches weder wir/ noch unſer Haͤtet hahn b g DE CAV Pedaf dod ttagtnmaͤgt Sindevett Wottwerde gboften d audſcennic Hhurz unde Ehrigidel ineinemne deß Gaßte Sinnes.. Tage un ein neue Krafftzun ches unszzl und gehorſ Geiß Go Amen An — V —— gwerdan ſoſaddocheil ddem Geſchzulca mneirt cr ich bin heilig. dadurch wir zueinenneuen Lebenkommen. 347 tragen moͤgen. Act 15. v. 10. Es ſey geiſtlich/ wir aber fleiſchlich unter die Suͤndeverkaufft. Rom. 7 verſ. 4. Sondern durch das Evangeliſche Wort werden wir auch/ wie Petrus in verleſenen Worten ſagt/ wieder⸗ gebohren/ daß wir neue Menſchen werden; Dapfluͤgen wir ein neues/ und ſaͤen nicht mehr unter die Hecken Jer. 4. v.z. Bekommen ein neues Hertz/ und ein neuen Geiſt. Ezech. 36. v. 26. Wir halten das neue Gebot Chriſti/ daß wir uns unter einander lieben. Joh. 13. v. 4. Wir wandeln in einem neuen Leben. Rom. 6. v. 4. Wir dienen Gott im neuen Weſen deß Geiſtes. Rom. 7. v. 6. Wir veraͤndern uns durch Erneurung unſers Sinnes. Rom. 12. v. 2. Vnſer innerlicher Menſch wird von Tage zu Tage erneuert. 2. Cor. 4. v.16. Summa ſo jemand in Chriſto iſt/ ſo iſt er ein neue Creatur. 2. Cor.⸗.v. 17. Sehet/ O Chriſtliche Hertzen /ein ſolche Krafft zum neuen Gehorſam hat das allerliebſte Wort Gottes; Wel⸗ ches uns zu rechtſchaffener und beſtaͤndiger Liebe/ andaͤchtigem Gehoͤr/ und gehorſamer Folge deſſelben reitzen ſol/ welches durch ſeinen guten Geiſt Gott der Vater bey uns wircken wolle/ umb Itſu Chriſtiwillen/ Amen/ Amen. b b ss Die vier und funffzigſte Predigt. DE CAVSA IMPVLSIVA NOVTæ OBEDIENTIK&Æ PRI MA, Ql MANDAII DlVINI EXECUIIO. Wie daß der goͤttliche Befehl uns zum neuen Gehorſam eitzen und treiben ſolle. Lev. 11.v. 44. Ich bin der HErꝛ euer Gott/ darumb ſollet Ihr euch heiligen/ daß jhr heilig ſeyd/ denn ☛ S ſpricht Gott Eſa. 48.v. 8. alſo: O daß du auff N meine Gebotte merckteſt/ ſo wuͤrde dein Friede ſeyn wie ein ☛] Waſſerſirom: In dieſen Worten haben wir: XX 2 1. Dei 346 Wie der goͤttliche Befehl 1. Deivotum: Gottes Wuntſch: O daß du auffmeinege bote merckteſt: Gont handelt in Befoderung unſer zeitlichen und eu gen Wolſarth nicht ohnmittelbar/ ſondern durch gewiſſe Mitnel munſ in dem er in ſeinem Worte ſeinen wolgefaͤlligen Willen uns vorſtelltz —— und nach demſelben unſer Glauben und Leben zu richten beſiehlet: Wx ſollen in Gottes Satzungen wandeln und ſeine Gebotte halten und yin Lev. 26. v. 3. Was er uns gebeut/ da ſollen wir nichtes zu auch nichte davon thun/ auff daß wir ſeine Gebolte bewahren moͤgen. Deut 4 ve Vnd ſollen dagegen nichts thun/ was uns recht duͤncket. Deut. v. Gleichwie es deß Sohns Gottes Speiſe geweſen/ daß er gethan d Willen deß/ der ihn geſand hatte. Joh. 4. v.ʒ4. Alſo muß es aller Gnada Kinder Gottes Speiſe auch ſeyn: Gleichwie er allezeit geihan/ wan ſeinem Vater gefallen. Joh. 8. v. 29. Alſo muͤſſen wirs auch thun. i ſes!dieſes/ wuͤntſchet allhie Goit unſer himliſcher Vatter. 2. Implerionis premium: Den Gnaden Lohn der Erſil⸗ ſer⸗Strom: Gott iſt ja wegen unſers Gehorſams uns nicht ſchuldig dann wann wir alles gethan haben/ was uns befohlen iſt/ muͤſſen wir ye chen: Wir ſeyn unnuͤtze Knechte/ weilen wir haben hehan was wir'n thun ſchuldig waren. Luc. 17. v. 1c. Dennoch aber wil Gott auß Gne⸗ den/ und wegen ſeiner vaͤterlichen Zuſage unſern kindlichen Gehorſan vergelten/ und zwar inſonderheit mit Friede: Friede ſollen wir haben obe uns daß wir durch den Glauben(der ſich mit Wercken beweiſet) Frid haben mit Gott/ durch unſern HErrn Jeſum Chriſtum. Rom..v. Friede ſollen wir haben in uns Das iſt/ ein friedliches gutes Gewiſſen daß unſer Hertz uns nicht verdammet/ und wir deßwegen eine Frudi⸗ keit zu Goit haben. 1. Joh. 3. verſ. 211. Friede ſollen wir haben umb un⸗ Dann der ECrrwil ſei Golck mit Irieden ſegnen. Pſalm.29 veiſ Er wil unſer Feinde daͤmpffen/ und ſeine Hand uͤber unſer Wideruun ge wenden. Pſalm. 82. verſ. ·5. Friede ſollen wir haben unter uns; Daß nichts verdamliches ſol ſeyn an denen die in Chriſto Jeſu ſind/ dienicht aach dem Fleich wandeln/ ſondern nach dem Geiſt. Rom 8. v.1. Vrd dieſer Friede ſol ſeyn wie ein Waſſer Strom/ welcher reich von alten Guten/ in beſtaͤndigem Lauff/ in allen Anfeehtungen/ und verſichen ul dem Feuer der Verfolgung. Solte uns dieſes nicht zu einem man 0 ungdeefes Wuntſches: So wuͤrde dein Friede ſeyn/ wie ein Waß 1/ HErꝛeuet cesund na außſprechli Schuldigt hetſr nun todtenund manddera dein Got /d Neyden ſind bleht/ undr Eriſtder verſ. Die Pelt/ ſhne ten ſtellen ſche Koͤrig cen ſagte Ich deral let: Datha Majeſätu cken: Du V (cv.r 9.9.3 habmn Eot rmiam: Den Gaadaloh So wuͤrdeden radeſcnn horſam? Solte uns dieſes nicht zu einem gottſeligen Leben und Wandel reitzen? Hiezu vermahnet uns Gott ſelber in verleſenen Worten/ auß welchen wir anſehen wollen: Wie dieernſtliche Vermahnung Gottes/ uns zueinem heiligen Leben und Wandeltreiben ſollte Der Allmaͤchtige gebe ſeine Gnade/ daß dieſes ſein heiliges Wortvon unſer Heiligung/ nicht moͤge leer zu jhm kommen/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Wir haben allhie zu beobachten: b 1. Mandantem Deum: Den befehlenden Gott: Ich bin der HErꝛ euer Gott/ ſpricht er: Dieſes/ O Chriſiliche Hertzen/ iſt ein ſtar⸗ ckes und nachdruckendes Ego oder Ich; Denn damit wil er ſeine un⸗ außſprechliche hohe Majeſtaͤt und Herꝛligkeit/ und unſere unterthaͤnige Schuldigkeit uns zu Gemuͤthe fuͤhren/ von welcher er alſo ſpricht: Se⸗ het jhr nun/ daß ichs allein bin/ und iſt kein Gott neben mir⸗ Ich kan toͤdten und lebendig machen/ ich kan ſchlagen und kan heilen/ und iſt nie⸗ mand der auß meiner Hand errettet. Deut. 32. v. 39. Ich bin der HErꝛ dein Gott/ der dich auß Egypten⸗Land gefuͤhret hat. Pſal. 81. v. 11. Alle Heyden ſind gegen jhm geachtet/ wie ein Tropffen/ der im Eymer bleibt/ und wie ein Schaͤrfflein/ ſo in der Wage bleibet. Eſa. 40. v. 15. Er iſt der HErꝛ und ſonſt keiner mehr/ kein Gott iſt ohn jhm. Eſa. 45. verſ. 5. Dieſen Ego, ſolten die Superlativi und hohen Haͤupter in dieſer Welt/ zhnen billich alle Stunde und Augenblick fuͤr Augen und Her⸗ tzen ſtellen/ welche offtmals vermeinen ſie ſeyens allein: Das Babyloni⸗ ſche Koͤnigreich ſagte: Ich bins/ und keine mehr. Eſa. 47. v. 8. Deßglei⸗ chen ſagte auch die Stad Ninive. Zeph. 2. verſ. 1§. Aber dieſer Ego oder Ich/ der allerhoͤchſte Gott/ hat das depotuit gewaltig mit jhnen geſpie⸗ let: Derhalben ſollen alle hohe Haͤupter/ und wir mit jhnen/ die groſſe Majeſtaͤt und Allmacht Gottes erkennen/ und an dieſe Worte geden⸗ cken: Du ſolt dich fuͤrchten fuͤr deinem Gott/ dann ich bin der HErr. Lev. 19. v. 32. Sollen derwegen immer Gott und uns ſelber fuͤr Augen haben; Gott/ daß wir jhn fuͤrchten; The daß wir jhm gehorſam ſeyn. 4 X 3 II. Ejus uns zum neuen Gehorſam teitzen und treiben ſolle 347 345 Wiedaß der goͤttliche Befehl Wir ſind/ leider/ von Natur unheſlig: Dann wer wil einen Reinenſin⸗ den/ bey denen/ da keiner rein iſt. Hiob. 14. verſ. 4. Siehe unen h nen Heiligen iſt keiner ohne Tadel. N1ob. 1. verſ 15. Sondern ſiemi ſen alleumb Vergebung der Suͤnden bitten. Pſ. 32 v. s. Wir ſindall ſamt wie die Vnreinen/ und alle unſer Gerechtigkeit iſt wie em unſlithh r. Eius mandatum: Gottes Befehl: Ihr ſollet euch heiligne Kleid. Eſa. 64. v. s Derohalben befihlet Gott wir ſollen unsheilign Welche Heiligung geſchicht:. 1. Vera converſione; Durch wahre Bekehrung⸗Dawiru fern unreinen und unflaͤthigen Suͤnden⸗Stand erkennen/ und dau wahre Buſſe uns zu einem neuen Leben bereiten: Gleich wie im alten X ſtament/ das jenige was auff Levitiſch geheiliget ward/ von dem zem nen Gebrauch/ zu einem heiligen Gebrauch ward abgeſondert Alſown den wir in unſer Bekehrung/ vom Suͤnden und Wele⸗Weſen abgeog dert/ Gott dem Allmaͤchtigen zu dienen: Welches fuͤrnemlich geſchicht durch den ſeligmachenden Glauben an Chriſtum: Dann Chriſzus ha V ſich ſelbſt fuͤr uns geheiliget/ auff daß wir auch geheiliget werdennde Warheit. Joh. 17. v. 9. Derſelbe iſt uns von Gott gemacht zur hall⸗ gung. 1. Corinth. 1 v. 30. Wir werden geheiliget durch den Namen unſen HErrn Jeſu Chriſti. I. Cor. 6. v. 11. Dann ſo der Ochſen und der Biah Blut/ und die Aſche von der rothen Kuhe beſprenget/ die Vnreinen zuda leiblichen Reinigkeit geheilger Wie vielmehr wird das Blut Chriſtide ſich ſelbſt ohne allen Wandel durch den H. Geiſt Gott geopffert/ unſt Gewiſſen reinigen von den todten Wercken/ zu dienen dem kebendge Gott. Heb.⸗/1z. ſeq. Er hat mit einem Opffer in Ewigkeit vollendelſit ſo geheiliget werden. Heb. 10. v. 14. Und dieſe iſt die Heiligung ohne we che niemand den Erren ſehen kan. Heb. 12. v. 14. Dieſes/ O Chriſl⸗ che Hertzen/ muͤſſen wir erkennen/ daß unſere Heiligung fuͤrnemlichle⸗ ſtehe inwarem Glauben an Chriſtum daher auch die Glaubigengenant werden/ die Geheiligten in Chriſio Jeſu.1. Cor. 1. v. z. Iſt derowegendi euſſerliche Heiligkeit/ ſie habe auch ſo groſſen Schein wie muͤglichſſu Gott nichts/ ſalauter Schaden und Dreck/ wann die innerliche Heilig keit durch den Glauben nicht da iſt: Ohne welche niemand kan Gott⸗ fallen. Heb. n. v. 6. 4 2. Vera uns 9 8 4. V de vnarlch ſelihen et wewir äme ellnravic ſanwir emn Gerechtigk nach dem toͤdtenRo Fleiſchest in der Jun Willeiß bexuffenzu riedie See richten offe neues Eber unſerm ga Gottange hen auff heh Wandel.1. Dasiſt ind v Gleicht! der Enoͤſun Ahomuͤſen heuigen und inmefor volgeſäͤllig 11. igungnre .§. Wirmaͤſe her gehen fenc ſchen lgkeit und Birwaden eſalaerrtn. or. 5.v.1I. Dannſoder Ochſen ar bepnnzaacd lAigkeit und guten Wercken machte, Luc. 18. perſ. 1.. leq. Wir muͤſſen uns zu neuen Gehorſam reitzen und treiben ſolle. 340 2. Vera renovatione; Durch wahre Erneuerung; Dawir die innerliche Heiligkeit durch den Glauben erlanget/ mit einem euſ⸗ ſerlichen heiligen und gottſeligen Leben und Wandel beweiſen: Gleich wie wir(im Suͤnden Stande) unſere Glieder begeben haben zu Dienſt der Unreinigkeit/ und von einer Uingerechtigkeit zu der andern: Alſo muͤſ⸗ ſen wir(im Bekehrungs⸗Stande) unſer Glieder begeben zu Dienſi der Gerechtigkeit/ daß ſie heilig werden. Rom. 6. v. 9. Wir muͤſſen nicht nach dem Fleiſch leben/ ſondern durch den Geiſt deß Fleiſches Geſchaͤffte toͤdten. Rom. 8. verſ. 12. ſe q. Wir muͤſſen uns von aller Befleckung deß Fleiſches und deß Geiſtes reinigen/ und fortfahren mit der Heiligung/ in der Furcht G OT TES.:. Cor. 7. verſ... Dann GO TTE S Wille iſt unſer Heiligung. 1. Theſſ. 4 v. z. Vnd derſelbe hat uns nicht beruffen zur Vnreinig keit/ ſondern zur Heiligung. 1b. v. 7. Dann gleich⸗ wie die Seele ſhre Krafft/ durch die Wirckung ſo ſie dunch den Leib ver⸗ richtet/ offenbahret: Alſo auch der Glaube durch ſeine Krafft durch ein neues Leben und Wandel: Dieſes muͤſſen wir/ O Chriſtliche Hertzen/ in unſerm gantzen Leben fleiſſig in acht nehmen: Sol unſer Gebeth fuͤt Gott angenem und erhoͤret ſeyn/ ſo muͤſſen wir heilige Haͤnde zu demſel⸗ ben auffheben. 1. Tim. 2. verſ. 8. Heilig muͤſſen wir ſeyn in allem unſerm Wandel. 1. Pet. v. 16. Wer heilig iſt/ der muß immer hin heilig ſeyn; Das iſt/ in der Heiligkeit immer fort wachſen und zunehmen. Apoc. 22. v. I.. Gleich wie Gott ſeine Wolthaten/ der Erſchaffung der Erhaltung/ der Erloͤſung und Heiligung immer continuiret, und die ſelbe befodert; Alſo muͤſſen wir auch unſer Wiedergeburt und Erneuerung/ mit einem heiligen und gottſeligen Wandel/ immer fortſetzen/ und den Glauben immerfort arbeiten und wircken laſſen; Solches alles heiſſet ſich Gott wolgefaͤllig heiligen. b III. Executionis incitamentum: Was uns zu ſolcher Hei⸗ ligung treiben ſolle: Solches iſt: 11. Sanctiras noſtra⸗ Unſer Heiligkeit: Daß wir heilig ſeyn: Wir muͤſſen nicht ſeyn Schein⸗Heiligen; Die nach eigener Wahl ein⸗ her gehen/ in Demuth und Geiſilichkeit der Engel. Col. 2. v.8. Wie jener ſcheinheiliger Phariſeer/ welcher groſſe dicentes von ſeiner Hei⸗ nicht zo Wie daß der goͤttliche Befehl Bein und alles Vnflaths. Matth. 23. verſ. 27. Wir muͤſſen nicht ſn Werck⸗Heiligen die durch jhre Wercke vermeinen gerecht undheligz Tit. iuloc. ſeyn/ wie jener Cartheuſer Moͤnch zu Straßburg/ der ſich alſo herauß cken auff daß ſich niemand ruͤhme. Eph. 2 v. c. leq. Sondern wir ſolln ſeyn Chriſt⸗Heiligen; Dann heilig ſeyn/ heiſſet alhie fuͤrnemlich durc darthun. Heilig muͤſſen wir derwegen ſeyn imputarivé, daß uns die he⸗ ren. Luc. 1. v. 37. Durch den Glauben an ihn/ werden wir ſeine Heilien Act.9. v. 13. Vnd deßwegen Heilige in Chriſto genant. Phil. 4 veſ n Dann die wahre und fuͤr Gott geltende Heiligkeit/ beſtehet nicht i ein Muͤnchs oder Nonnen Kappen/ wie ſich ſolche Leute faͤlſchlich einbiden von welchen Leuten Hertzog Albrecht von Sachſen/ Chur⸗Fuͤrſten Au⸗ Wunder⸗Werck/ nemlich drey Kloͤſter: Erſtlich ein Prediger Kloſſe Zinekgr. das haͤtte viel Fruͤchten/ aberwenig Aecker. Zum andern ein Batſu P..Pa. ſer Kloſter/ ſo geldreich/ und haͤtten keine Renthe: Zum dritten zu S 29. T homas/ die haͤtten viel Kinder/ und doch keine Weider: Alſo ſeyn ſiemit jhrer Heiligkeit ſtaffiret; Sondern wann wir den allerliebſten Sohn Gottes/ der nicht ihm ſelber/ ſondern uns/ von GSott gemachet zur Hailg⸗ keit. 1. Cor. 1v. z0. Mit feſtem und beſtaͤndigem Glauben ergreiffen Hil⸗ fangen und uns befleiſſigen: Dann volkommen hellig koͤnnen wir indi ſem Leben nicht ſeyn/ weilen nur das Wollen bey uns iſt/ aber das Gul zu volbringen mangelt uns. Nom. 7. verſ. 18. Wir muͤſſen uns zum hoͤchſten befleiſſigen/ daß wir unſerm ſo wolthaͤtigen 6ST Tdn niſt p.ↄ19. ließ: HEn gib mir was du mir verheiſſen haſt/ dann ich habe gethanwa du mir befolen haſt; Vnd wie er gefragt/ was er alſo fodere/ hater gean wortet: Das ewige Leben/ welches er mit ſeinen heiligen und gulen a kken verdienet: Da wir doch auß Gnaden ſelig werden durch den Gqlu ben/ und daſſelbe nicht auß uns Gottes Gabe iſt es/ nicht auß den Wo nicht ſeyn Maul⸗Heiligen/ welche gleich ſeyn den uͤberun Keatenef bern/ ſo außwendig huͤb ſch ſcheinen/ inwendig aber iſts voller Todin⸗ wahren Glauben die Heiligkeit Chriſti ergreiffen und jhm zueignenun ſolchen Glauben/ mit einem heiligen und Gott wolgefaͤlligen Wandt ligken Chriſti mit wahrem Glauben zugerechnet werdeꝛ Dañ derſalbeſß der Allerheiligſte. Dan.9. v. 12. Der iſt das Heilige ſovon Manageͤoh guſti Altvater hat pflegen zu ſagen: Er habe eine Stadt darin ſeyndy lig muͤſſen wir ſey inchoative; Daß wir in wahrer Heiligkeit zu leben n⸗ vhs Heingkeütn Gott hatund uun daß Erſ. va 1Cot 7. d. ſondern nun endlich ug ſenwirſeyn wolgefaͤll innetlichen Vegierdel bet zum lie Gnade un wiſen Gei undebener ſer Hertzen welchemw mangelt: undauchu hochwuͤrde nem hellige imnmerfon! geedentaͤgl fenlnichta dernauch un 53 Sowe menundbe anen Fleck unſtraͤfi 2, 4 kachſhren Vatteriſ 9. II. Und 99.D i /heilg gker Chrittagrfamnſre Dm delligen ud ett rglit rdrwegaſem npare Glauden ugnahntnae dn Daſſtduhehgſomt uns zu neuem Gehorſam reitzen und treiben ſolle. 3im Heiligkeit und Gerechtigkeit/ die ihm gefaͤllig iſt. Lue.x. verſ. 75. Dann Gott hat uns erwehlet/ durch Chriſtum/ ehe der Welt Grund gelegt worden/ daß wir ſolten ſeyn heilig und unſtraͤfflich fuͤr ihm in der liebe. 1. Cor. 7. v. 34. Dieſe aber/ wie droben geſagt/ iſt keine vollkommene/ ſondern nur ein allhie angefangene Heiligkeit/ welche im ewigen Leben endlich zu gebuͤhrender Vollkommenheit gelangen wird. Heilig muͤſ⸗ ſen wir ſeyn affectivè, mit hoͤchſter Begierde; Daß wir nach der Gott wolgefaͤlligen Heiligkeit/ mit hoͤchſter Begierde/ mit ſtetem Fleiß/ mit innerliehem und inniglichem Wunſch unſers Hertzen ſtreben; Welche Begierde befodert wird/ theils/ durch ein hertzliches Seufftzen und Ge⸗ bet zum lieben Gott/ daß er uns ſeinen heiligmachenden Geiſt/ und ſeine Gnade und Gabe wolle mittheilen: Derſelbe wolle uns ein neuen ge⸗ wiſſen Geiſt geben. Pſ. ꝓ1.v. 2. Derſelbe wolle uns fuͤhren auff heiliger und ebener Bahn. Pſ. 43. v. 11. Theils/ durch taͤgliche Daſtellungun⸗ ſer Hertzen/ fuͤr Moſis Spiegel/ das iſt/ die heiligen zehen Gebote/ in welchem wir koͤnnen ſehen/ was Gott von uns erfodert/ und was uns mangelt: Dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ muͤſſen wit beydes taͤglich/ und auch inſonderheit/ wann wir Vergebung unſer Suͤnden/ und das hochwuͤrdige Abendmahl empfangen/ wolbetrachten/ daß wir nach ei⸗ nem heiligen Gott wolgefaͤlligem Leben ſtreben/ und in ſolchem Fleiß immerfort verharren/ und unſer Fleiſch ſampt ſeinen Luͤſten und Be⸗ gierden taͤglich creutzigen. Gal.. v. 24. Daß wir williglich Gott opf⸗ fern(nicht allein das Lob⸗Opffer unſe ers Mundes. Heb. 13. v. 15. Son⸗ dern auch unſers Leibes. Rom. 12. v. 1.) in heiligem Schmuck. Pſ. 110. v. 3. So werden wir endlich heilig werden effectivè, wuͤrcklich/ vollkom⸗ men und beſtaͤndig in der ewigen Seligkeit/ da wir nicht haben werden/ einen Flecken oder Runtzel/ oder des etwas/ ſondern werden heilig und unſtraͤfflich ſeyn. Eph. ꝓ.v 2. 2. Sanctiras divina: Dann Gott iſt heilig: Kinder muͤſſen ſich nach jhren gottſeligen Vaͤttern ſchicken nach Moͤgligkeit: Gott unſer Vatter iſt heilig/ und iſt niemand in der Heiligkeit jhm gleich. Exod. v. v. 11. Und kan es auch nicht ſeyn: Heilig und heer iſt ſein Name. Pſ. III. v. 9. Darumb loben die heilige Engel ſeine Heiligkeit/ und ruffen: Hei⸗ v igkeit Eph. 1. verſ. 5. Wir ſollen heilig ſeyn/ beydes am Leibe und am Geiſi. lig/ heilig/ iſ der Erꝛ der Gott Zebaoht. Eſa. 6. v. 3. Dieſe ſaine Aa b . 7 W ſeyn. Pſalm 0. p. 105 ſterben ſollen. 2 119 d dern als gehorſame Kinder uns Gottwolgefaͤlliger Heigkeitzum ſten befleiſſigen/ wozu uns wolle verhelffen/ Gott der Vater durchſan V 31 H. Geiſt/ umb Jeſu Chriſtiwillen Amen/ Amen. 32 Wiedie Bezahlung unſer Schuldigkeit gegen Gott ligkeit muͤſſen wir nicht allein/ mit den Engeln preiſen P 30,v.5. San⸗ Die fuͤnff und funfftzigſte Predi nir t. b DE CAVSA IMPVLSIVA NOVA OsD— CaA„Qiik DEBIII NOSTRI SOFUIIIO. 1 Wie die Bezahlung unſer Schuldigkeit gegen Gott un zum neuen Gehorſam treiben ſolle. D.. 3 F b vinum mandatum; Den ottlichen Befehlich; Wir ſol edeß HErꝛn unſers Gottes gehorſam ſeyn; M dem Berge Sin u9 Deſüamemanedets Gott mitten 5 ſh d und zu horen Abbe⸗ 5 4.v. 12. Das war erſehrecklich beydes zuſehen lieben Sohn. Heb. v eftamaeredas SOtt mit uns durchſeuen nen. Heb.v.n. Aund d elcherſich nicht ſchaͤmet uns Brͤderzunan daß ſolches ſol ein Leuchte un ferner durch ſein auffgeſchriebenes Won uchte unſer F uͤſſe und ein Liecht auff unſerm Weg. wir nach deſſen Regul/ glauben/ lehen und 2, Exce 2.FExcc- Wirſollen gleßdiſtbe len Wegen undſehr eu mͤſſen thun EX reiten olle Natur und Deut z2! ſames Vo deß HEm rettetund; gtſuchet ü nz.Daßt inſonderhei ſabben zuſe trachten u ſollen Hir ſrachtenwo Weeunſer D allth ſben E ten untern nichte der nur ſen len/ daß Lehonchet Noſes Daunngn — detts geherſam ſoft: omr Maſegnna ſoſidarte oſecn duim Van Leem Dengottlchadit Ernunſers Gottesghere uns zumneuen Gehorſam treiben ſolle. 3z 2. Exceptionis modum: Wie wir das Gebot auffnemen ſollẽ⸗ Wir ſollen ſeine Stim̃e mercken und hoͤren: Das iſt/ mit hoͤchſtem Fleiß dieſelbe in acht nehmen/ und jhr folgen: Wirmuͤſſen wandeln in al⸗ len Wegen/ die der HErꝛ unſer Gott geboten hat. Deut.5. v.3. Getroſt und ſehr freudig muͤſſen wir thun nach ſeinem Geſetz. Joſ. 1.v. 7. Wir muͤſſen thun/ was dem HErꝛn wolgefaͤlligiſt 2. Chron. 24.v.. 3. Executionis inciramentum; Was unszur Verrichtung reitzen ſolle: Nemlich/ daß wir Gottes Volck werden ſeyn: Von Natur und darauß erfolgender Boßheit/ ſind wir ein naͤrriſch Volck. Deut 32. v. 21. Ein unverſiaͤndiges Volck. Eſa. 27. v 11. Ein ungehor⸗ ſames Wolck/ und verlogene Kinder/ die nicht hoͤren wollen das Geſetze deß HErrn. Eſa. z30. v.). Auß ſolchem elenden Stande hat uns Gott er⸗ rettet und zu ſeinem Volcke gemacht. Pſ. 100. verſ.;. Er hat uns heim⸗ geſuchet/ und angenommen zu einem Volcke/ zu ſeinem Namen. Act. 15. v. 14. Daß der ſelbige unter uns geheiliget wuͤrde/ und ſolches thut er auch inſonderheit bey recht ſchaffener Buſſe/ daß wann er uns vermittels der⸗ ſelben zu ſeinem Volcke angenommen/ wir auch unſer Schuldigkeit be⸗ trachten/ und ſeiner Stimme in Einfaͤltigkeit unſers Hertzen gehorchen ſollen/ Hievon redet Chriſtus in verleſenen Worten/ auß welchen wir be⸗ trachten wollen; b Wie unſer Schuldigkeit gegen Gott/ uns zum gottſeligen Leben und Wandelfuͤhren ſolle. Der allerhoͤchſte verleihe uns ſeine Gnade/ daß wir in Betrachtung der⸗ ſelben uns immer finden laſſen/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Es hat der Sohn Gottes/ ſeine Juͤnger in vorhergehenden Wor⸗ ten unterrichtet/ daß wann ein Knecht ſeines Herrn Befehlich auß⸗ richte/ der Herr nicht Urſach habe/ dem Knecht zu dancken/ weilen er V nur ſeine Schuldigkeit verrichtet: Alſo ſollen wir auch fuͤr gewiß hal⸗ ten/ daß wann wir ſchon nach Muͤglichkeit der Stimme GOttes gehorchet/ wir weder Danck/ weder Lohn verdienet/ weilen wir allein Ty 2 das lieget: Wir haben aber in Verleſenen Worten; I. Divinam requiſirionem; Die gottliche Foderung: Wr ſollen alles thun/ was uns zu thun befohlen iſt: Dabey wi iſan derheit muͤſſen in acht nehmen 1. Requiſiti qualitarem: Die Beſchaffenheit dieſer Fode rung; Wir ſollen alles thun/ was uns zu thun befohlen iſt Doſſ Summa und Cinhalt iſt Du ſolt Gott deinen HErnn lieben/ vongan gem Hertzem/ von gantzer Seele/ von gantzen Gemuͤthe/ und ſolt dein Naͤchſten lieben als dich ſelbſt. Matth. 22. v. 37. feq. Da wird erſodentt⸗ ne weſentliche Volkommenheit/ daß wir von gantzer Seele und allnun ſern Kraͤfften und hoͤchſtem Vermoͤgen/ GO TX T und unſern ſa⸗ ſien lieben ſollen. Es wird erfodert/ eine gaͤntzliche Volkommenheil/ do wir ſollen alles/ alles/ thun/ was Gott in den heiligen zehen Gebottenban uns erfodert: Es wird erfodert eine durchgehende Volkommenheit de alle unſer Gedancken/ Begierde/ Worte und Wercke/ den Gehonmn Gottes ſollen gemaͤß ſeyn: Es wird erſodert eine Vollkommenheit lal⸗ len Zeiten/ und an allen Oertern zuerfuͤllen. Darauß ſehen wir/ OChnſ⸗ liche Hertzen/ daß das Geſetze von uns einen ſolchen Gehorſam aiſodan der ohn alle Suͤnde/ und der Gerechtigkeit Gottes/ deren Bildedas Go ſetze iſt/ gemaͤß ſey. b b 2. Noſtram infirmitatem; Vnſer Schwachheit: Niemand unter uns thut das Geſetze. Joh. 7. v. 19. Vnd koͤnnen alſo durch dasb ſetz Moſis nicht gerecht werden. Act. 13. v.38. Dann es iſt ein Joch wi⸗ ches weder wir/ noch unſer Vaͤter haben tragen koͤnnen. Act. iß. verſ. o Vrd ſolches komt daher/ weilen das Geſetz geiſilich iſt/ wir aberſin fleiſchlich/ unter die Sunde verkaufft. Rom. 7v. 14. Bnd wegen ſolze unſers fleiſchlichen Zuſtandes/ iſt es dem Geſetz ohnmuͤglich/ uns eu und ſelig zu machen. Rom. 8.v.. Dieſes haben alle Heiligen Gottts it kant und bekant: Moſes bezeuget fuͤr GOtt ſey Niemand unſchuldis Exod. 34. v. 7. Salomon/ es ſey kein Menſch der nicht ſuͤndige. ·A 8. v. 46. Hiob; Haben wir Luſt mit Gott zu hadern/ ſo koͤnnen wir jhm auff tauſend nit eins antworten. Hiob 9 v. 2. David: Daß alle Heilige Gott um Vergebung jhrer Suͤnden bitten muͤſſen. Pſ.; 2.v. s. Eſaias Alle unſer Gerechtigkeit ſey wie ein unflaͤthig Kleid. Eſa⸗ a alus Pa 1 354 Wie die Bezahlung unſer Schuldigkeit gegen Got das ſenige gethan/ was uns wegen unſer Knechtſchafft gebuͤhret und, — Saulusda utte. Not 9 virſage Paßßelſh alewanndgf zi/ ditſen Schudd de dig fein heib Gaͤndezuf ſchuldigen Im Stan inſolcher esmit Gid neue Schu genwir wol Schulden bitten verg hoͤcher T dem Geeſch dientia paſſ Gotthatau Domander Il. N bondieſerun Hypo was unsbe komüchhan alswannw kommunhe ſemand das Geſebesſ dañ der Te Peſtalens 1 ine Nonn Gziade Wanud ach Eswad aſodaten Nulm man zuaftle Daufſten ſene von uns cna ſeica in e Gaccheg Getne dan mitnem Wiſer Schaht 4. Joh⸗.u Wndkimmuſ da Aa.s. Dmeit Dür ſebanagukinal rolm das Giſch geftd Kncfauff. Rom.7hh uns zum neuen Gehorſam treiben ſolle. 3/ Paulus/ da er ſchon wiedergebohren: In ſeinem Fleiſche wohne nichtes Gutes. Rom. 7. v. 18. Die Summam machet Johannes/ und ſpricht: So wir ſagen/ wir haben keine Suͤnde/ ſo betriegen wir uns ſelber und die Warheit ſey nicht in uns. 1. Joh. 1.v. 8. Vnd Jacobus: Wir ſuͤndigen alle mannigfaltig. Jac.3 v. z. Wann wir derowegen/ OChrißlliche. Her⸗ ten/ dieſen unſern Zuſtand fleiſſig anſehen/ ſo befinden wir doppelle Schuld/ bey uns: Im Stande der Vnſchuld/ war der Menſche ſchul; dig/ ein heiliges Leben und Wandel nach dem Geſetz GOttes/ ohne alte Suͤnde zu fuͤhren/ wegen der Majeſtaͤt und Befehls Gottes/ und unſer ſchuldigen Vnterthaͤnigkeit gegen dieſelbe: Das war die erſte Schuld: Im Stande der Suͤnden und deroſelben Schuld/ ſind wir ebenmaͤſſig in ſolcher Schuld/ aber wir erfuͤllen das Geſetze nicht/ ſondernuͤbertreten es/ mit Gedancken/ Worten und Wercken/ und entſtehet dadurch eine neue Schuld/ ſo wir taͤglich vielfaͤltig haͤuffen und vermehren: Da moͤ⸗ gen wir wol klagen und ſagen: Gott du weiſt meine Thorheit/ und meine Schulden ſind dir nicht verborgen. Pſalm. 69. v. 6. Vnd ohn unterlaß bitten/ vergib uns unſer Schuld. Matth. 6. v. 12. Es iſt aber dreſer unſer hoͤchſter Troſt/ daß Chriſtus obedientia activa, mit ſeinem Gehorſam dem Geſetz an unſer Statt geleiſtet/ die erſte Schuld/ und die andere obe⸗ dientia paſſiva, mit ſeinem Leiden und Sterben fuͤr unſer Suͤnde/ bey Gott hat außgeſoͤhnet: Welches wir vom erſten finden. Matth. ⸗. v. 17. Vom andern. Rom.. v. 10. b II. Noſtram confeſſionem: Unſer Bekaͤntnuͤß: Was wir vondieſer unſer Schuldigkeit bekennen ſollen: Dieſe Bekaͤntnuͤß iſt: Hypotherica: Bedinglich: Wann wir alles gethanhaͤtten/ was uns befohlen iſt; Wann es moͤglich waͤre/ daß wit das Geſetze vol⸗, f. komlich halten kuͤnten/ ſo muͤſten wir dennoch die Gedancken nicht faſſen/ als wann wir uns umb Gott verdient gemachet: Da doch an dieſer Vol⸗ kommenheit ein ſolches mangelt/ das nicht außzuſprechen iſt: Dann ſo 807. ſemand das gantze Geſetz haͤlt/ und ſuͤndiget an einem/ der iſt deß gantzen Geſetzes ſchuldig. Jac. 2. v. 10. Bedencke/ bedencke dieſes doch ein ſeder/ dañ der Teuffelſund ſeine ſo ſehr verblendete vernunfft/ mit der geiſtlichen Peſtilentz eigener Gerechtigkeit plaget: Iſ wol ein Jeſuit/ ein Muͤnch eine Nonne/ die ſich nicht einmahl nur mit Sedancken an einem Gehetee b 3 Al 356 Wie die Bezahlung unſer Schuldigkeit gegen Gott ſolte vergriffen haben? Jacobus /den ſir auß falſcher Einbdungſftty ren Werek⸗ Paironen halten/ ſagt jihnen unter die Augen/ wann ſietn Vo ſolches befinden/ ſeyn ſie deß gantzen Geſetzes ſchuldig: Dieſe(euen⸗ dan aiüede chen alle eiligen Gottes/ deren Bek aͤntnuͤß wir gehoͤrtt/ zu Lugnan ſorosnthun und in denſelben Goit den heiligen Geiſt ſelber: Ja/ wo bleibenſhreope⸗ ſuhvi wel ſupererogationis, oder ſolche gute Wercke! ſo ſie uͤber die Erſodennz manſitel deß Geſetes/ zu verrichten ſich ruͤhmen? Davon Bellarminus Ii; ummalſott lib. 4.de: bet: Poteſt homo facere plus, quàm Deus præcepit; lgiturmul uneim juſtif. c. 13. ratat poteſt implere Mart ptum⸗ Das iſt; Ein Menſchekanm buuu 8n thun/ als Gottbefohlen; Derowegen kaner vielmehr Gottes Gehat ſchuldig ſc e fuͤllen Oder fuͤr Gott greulichen: Oderabſcheulichen Rede dſß ſhe Hate doch/ O Chriſtliches Hertze/ was droben auß Gottes Worteewieſn Wa und verwundere dich/ uͤber der Baͤpſtler erſchrecklichen/ auß gerechun b Gerichte G Ottes er folgenden/ Blind heit. Iſts nicht eine teufflſhe Alle Blindheit auß Lneredingie Rede eine unbedingte machen/ unddane 3 ben deß Verfolges vergeſſen: 6w 1 ſolate rejectiva: Der guten Wercke verwerfflich: Daß hinauß dar wir bekennen und ſagen muͤſſen/ Wir ſeyn unnuͤtze Knechte; Belam.. pa OChy lib..de nus wil/ di⸗ ſes ſolle allein darumb geſagt werden/ daß wir demuͤtigva· Ghhſſo unl jugitee 5 unſern guten Wercken halten ſollen und ſollen es alſo Demuths Won aber ſatuns S. ualto. ſeyn: Aber das iſt zwar etwas/ aber nicht genug geredet/ dann wir oln Poltomme unſer gute Wercke fuͤr unnuͤtze halten/ wie Chriſtus ſagt/ wir ſollen ſiin gfaͤlet: dieſem Falle/ uͤr Schaden und Dreck achten Phil.z verſ. d. Sagldod. lib. z. de Bellarminus ſelber: Sancti humiles eſſe debent, ied non mendaces zuſchet war juſtif. c. 5. Das iſt; Die Heiligen ſollen demuͤtig ſeyn/ aber keine Luͤgener: Daßae; voldiaſaber S-ad hanc. hen muß jhr Bekaͤntnuͤß nicht allein demuͤtig/ ſondern auch warhaffig weillenwir! eyn: Gott wilein ſolches nuͤtzliches Vergnuͤ gen ſeiner Gerechngkathee ich OGh ben/ das volkommen ſey: Aber unnuͤtze Knechte ſind wir mit unſen guun. ſch ſonde Wacken/ wegen ſhrer Herkunfft; Dann wann ſie uns nuͤtzlich ſeynſis ur ſianeg len fuͤr Gott/ muͤſten ſie von uns ſelber herkommen: Nun koͤnnnwi=· zu dan En aber ohn Chriſtum nichts Gutes. Joh. 15.v 5. Wir ſind nichttuͤchis ſen ſiudie etwas Gutes zu gedencken von uns ſelber/ als von uns ſelber/ ſonden ſolln Daß daß wir tuͤchtigſeyn/ das iſt von GOT T. 2. Cor.3 v.5. GOTTmſ vs Giſt bey uns wircken/ beyde das Wollen und das Volbringan Phle 4 8 vit ſie weg. at Der gutm Baütane üſſen Vir ſchaumitud ndarumd aiſagt rada dim unen ſollen undſolmockedr was adarrich gmugananh mutt ummeChrſſur m und Ontk attn Plm ao humucicfce dedcal,&cn- wit ſie/ wegen unſer Erloͤfung; Welche zu dem Ende Beſehehen dagun uns zum neuen Gehorſam treiben ſolle. 377 Unnůͤtze Knechte ſind wir/ wegen unſer guten Wercke ſelber/ bey welchen nicht die Volkommenheit vom Geſetz und Gerechtigkeit Gottes erfo⸗ dert/ gefunden wird/ wellen wir offtmahlen nicht thun was wir wollen/ ſondern thun das jenige/ das wir haſſen. Rom. 7. v. 15. Unnuͤtze Knechte ſind wir/ weilen unſer guten Wercke mit Suͤnden beflecket ſeyn: Wann man ſiebet/ ſo bleibet das Unfletige drinnen; Alſo was der Menſche fuͤr⸗ nimmet/ ſo klebet immer was Unreines daran. Syr. 27. v. 5. Die Suͤnde klebet uns immer an Heb. 12. v. 1. Unnuͤtze Knechte ſind wir/ weilen wir alle unſere gute Wercke nicht verrichten zu Gottes Ehr/ wie wir zuthun ſchuldig ſeyn. i. Cor./32. Laſſet uns dieſen unſern Zuſtand/ O Chriſt⸗ liche Hertzen/ uns fleiſſig fuͤr Augen ſtellen/ und von Hertzen ſagen/ Wann du HErꝛ wolteſt nach Verdienſte ſtrafften Wer künte deinen Grim und Handertragen/ Alles muͤſt vergehn/ was du haſt geſchaffen/ für deinen Plagen. Es wolte heiſſen; Den unnuͤtzen Knecht wer ffet in die Finſternuͤß hinauß/ da wird ſeyn Heulen und Zaͤhn⸗Klappen. Matth. 15. v 30. Se⸗ het/ O Chriſtliche Hertzen/ ſolche elende Leute ſeyn win/ wann wir auſſer Chriſto und ſeinem Blut trieffenden Verdienſie uns anſehen: Derſelbe aber hat uns erworben/ daß unſer Bnvolkommenheit/ in anſehen ſeiner Doftommenhetſgeun greſe durch wahren Glauben an jhn/ Gott gefaͤllet:. 3. Ratiocinativa: Urſachlich Daß Chriſtus die Vrſachehin⸗ zu ſetzet/ warumb wir den Verdienſt guter Wercke verwerffen/ uñ gleich⸗ wol dieſelbe willig uñ gerne nach Muͤgligkeit verrichten ollen: Nemlich/ weilen wir thun/ was wir zuthun ſchuldig waren: Freylich/ frey⸗ lich/ O Chriſtliche Hertzen/ ſind unſer guten Wercke nicht verdienſt⸗ an lich/ ſondern wir dieſelbe zu verrichten hochſchuldig: Schuldig ſeyn wir ſie wegen unſer Erſchaffung; Nachdemmahl wir von G Ott nicht zu dem Ende erſchaffen/ daß wir dem Teuffel/ der Welt und un⸗ ſerm ſuͤndlichen Fleiſche dienen/ ſondern daß wir Gottes Ehre befodern ſollen. Daß wegen unſer guten Wercke GOtt gepreiſet werde. Matt.5. v. 16. Sie ſollen geſchehen zur Ehre Gottes. Phil. 1. v. 1I. Schuldig ſeyn zis Wie die Bezahlung unſer Seligkeit gegen Gott Gott dienen ſollen/ in Heiligkeit und Gerechtigkeit dieſhm gefaͤllgſ Luc. I. v. 74. ſfeq. Chriſtus hat ſich ſelbs fuͤr uns gegeben/ auff daß erun erloͤſete/ von aller Ungerechtigkeit/ und reiniget jhm ſelbs ein Woſi zum Eigenthum/ daß fleiſſigwaͤre zu guten Wercken. Tit. 2. verſ Schuldig ſind wie ſie/ wegen unſer Heiligung: Weilen wir freywo den ſind von der Suͤnde/ muͤſſen wir gedencken/ daß wir Knechted Gerechtigkeit worden. Rom. 6. v. 1s. Trachten daß wirfuͤr unſer de kehrung elende Suͤnder geweſen/ aber nun abgewaſchen/ geheiligetn gerecht worden ſeyn/ durch den Namen unſers HErꝛn Jeſu Chnſiſ und durch den Geiſt unſers Gottes. I. Cor. 6. v. rr. Ulnd wannwirnn ſchon ſolten gethan haben/ was uns befohlen iſt(welches aber ann ſuͤndlichen Menſchen ohnmuͤglich iſt) ſo waͤre es uns doch inkeine db⸗ ge verdienſtlich/ dann wir haͤtten nur gethan/ was uns befohlen undmn zuthun ſchuldig geweſen: Dann wir ſind nicht Schuldener nachden Fleiſch/ daß wir nach demſelben leben ſollen. Rom. s. verſ. 2. Wiſn und bleiben immer ſchuldig/ daß wir uns untereinander lieben. Rom.3 v. 8. Und ſchreibet Paulus daß Philemon ſich ſelbſt jhm ſchulhigſeh. Epiſt. ad Philem. verſ. 1. So wir nun unſerm Nechſten muſolcha Schuld verhafftet/ wie viel mehr dem allerguͤtigſten Gott: Wellenut aber dieſe Schuld Gott nicht bezahlen/ ſo fallen wir in die groſſen elende Suͤnden⸗Schuld/ ſo wir mit Unterlaſſung deß Guten/ Voll bringung deß Boͤſen auff uns laden/ daß uns deßwegen der Sohn Gi⸗ tes beten lehret: Vergib uns unſer Schuld/ als wir vergeben unſen Schuldigern. Matth. s. v. 11. Ein jeglicher unter uns/ iſt der Kneihip dieſem Himmels⸗Koͤnig/ mit zehen tauſend Pfunden verhafftet/ dasſ mit Unzahl und zahlbarer Schuld. Matth. 18. v. 24. Stehet derolbe⸗ gen/ O Chriſtliche Hertzen/ nicht in unſerm Willkuͤhr/ ein gottſellgss Leben zu fuͤhren/ ſondern wir ſeyn es Gott ſchuldig; Und weilen wirdi⸗ ſyr mango ſe Schuld nicht bezahlen/ ſondern Suͤnden⸗und Straff⸗Schubd tun 2uf uns laden/ ſo laſſet uns auß dem innerſten Grund unſers herzan eten: Unſer Schuld iſt ſchr groß und ſchwer/ von uns nichtaut zurechnen/ Doch dein Barmhertzigkeit iſt mehr/ die kein Menſch ka außſprechen/ di I. P. Ichſagen von Gottr ſage es eucl dem HEnn II. I heit 1.( mehrwan bekehren nichtthun Sie ſollen entflohen/ vi/ OC damughchi) ſowineemeut r Kien nur anhan donſi Dun nu ſu mteEt d daf wir umsmmn tus daß Philemanſch ſthiie 19. Sonu mamfanſt vicl mehr dan alazingfiat uchtdezahlm älntn /ſo wirnullrtſunndit fſuns lum dußusdioßnr duns unſerSchud/dn §.v. I. Enſeabeher uteu uns zum neuen Gehorſam treibenſolle. 359 Die ſuchen und begehren wir/ hoffe du werdeſt HERR Miich nicht laſſen einbrechen. Dieſes erhoͤre Gott der Vater/ um Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. Dieſechs und funfftzigſte Predigt. DE CAVSA IMPVLSIVA NOVæÆ OBEDIENTIE TERTIA, QHE DIVINA ADP VITAM SA. EIAM VOCAIIo0 b Wie der goͤttliche Beruff zum heiligen Leben/ uns zum neuen Gehorſam treiben ſolle. I. Iheſſ. 4. v. 7. Gott hat uns nicht beruffen zur Vnreinig⸗ keit ſondern zur Heiligung. 4 N und zeuge in dem HErꝛn/ daß jhr nicht mehr wandelt/ wie die andern Heyden wandeln in Eitelkeit jhres Sinnes. In — dieſen Worten haben wir: I. Pauli conteſtationem: Die eiferige Bezeugung Pauli: Ich ſage und zeuge in dem HErꝛn; Als wolte er ſagen: Ich/ als euer von Gott vorgeſetzter geiſtlicher Vater und getreuer Seel⸗Sorger/ ſage es euch und vermahne euch nicht allein/ ſondern ich zeuge auch in dem HErm/ und ermahne euch an Chriſti Statt. 2. Cor.. v. 20. Daß jhr mein Zeugen und Ermahnen mit gehrſamen Hertzen auffnehmet. ben II. Ejusdem exhortationem: Seine Ermahnung; Dieſel⸗ be iſt⸗ 1. Generalis: Einegemeine Ermahnung; Sie ſollen nicht mehr wandeln als die andern Heyden: Nemlich/ die ſich noch nicht bekehret: Sie ſollen nicht mehr wandeln in den Luͤſten deß Fleiſches/ und nicht thun den Willen deß Fleiſches und der Vernunfft. Eph. 2. verſ. 3. Sie ſollen wol zuſehen/ daß ſie in den Vnflath der Welt/ welchem ſie entflohen/ nicht wieder eingeflochten werden. 2. Pet. 2. v. 20. Alſo auch wir/ O Chriſtliche Hertzen/ wann wir Vergebung unſer Suͤnden er⸗ 2 langet/ S ſpricht Paulus Eph. 4. verſ. 7. alſo: Ichſage 360 Wie der goͤttliche Beruff zum heiligen deben langet/ und derſelben durch wuͤrdige Empfahung deß heiligen Abnd. mahls verſichert/ ſollen wir nicht mehr als andere Gottloſe wandeln: Sondern nach dem vorigen Wandel von uns ablegen den alten Mi. ſchen/ der durch Luͤſte in Irꝛthum ſich verderbet Eph. 4. v.a2. b „2. Specialis: Wir ſollen nicht wandeln in Eitelkeit unſerz Sinnes: Eitelkeit iſt dasjenige/ was ſich euſſerlich/ gut/ ſchonu praͤchtig anſehen laͤſſet/ da es doch inwendig/ boͤß und verderblich Eine ſolche Entelkeit wird gefunden in der Gortloſen Sinn/ die vern nen es ſey umb jhr ſuͤndliches Leben/ als zum Exempel/ Freſſenmn Sauffen/ Huren und Buben/ Geitz und Betrug/ ein herlliches Diny da es doch Leib und Seelen verderblich iſt/ und werden ſolche inſyin Tichten eitel/ das iſt/ zu nichte. Rom. 1. verſ. 21. In Betrachtung diſ muͤſſen wir uns fuͤr ſolcher Eitelkeit huͤten/ und heilig ſeyn/ in allemm ſerm Wandel. 1. Pet. 1. v.. Und denſelben mit kindlicher Furchtfi⸗ ren. ib. verſ. 17. Gedencken/ daß wir von ſolchem eitelen Wandelenlſ ſeyn. ib. v. 1s. Dazu vermahnet uns auch Paulus in verleſenen Wor⸗ ten/ auß welchen wir wollen beſehen: Wie der goͤttliche Beruff uns zu einem neuen gottſellge Leben und Wandelreitzen ſolle. — Der Allerhochſte gebe ſeine Gnade/ daß wir dieſem Beruff wuͤrdigih b wandeln moͤgen/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Wir haben in verleſenen Worten: b I. Vocantem; Wer uns beruffen; Gott hat unsberuffen. Ohne dieſen Beruff deß barmhertzigen Gottes/ ſind wir uͤber allemſ ſen elende/ und von Gott frembde Menſchen: Frembde und auſſa de Buͤrgerſchafft Iſrael/ und frembde von den Teſtamenten der Vaheſ ſung. Eph. 2.v. 12. Wir ſind entfrembder von dem Leben das auß Got iſt. Eph. 4. v. 1s. Fremdde und Feinde Gottes durch die Vernunfftin boͤſen Wercken. Col.. v. 2r. Dieſen Beruff haben zwar die Judenge habt/ aber denſelben ſchaͤndlich verlaſſen/ in dem ſie erwehlet/ und Gol zu Eiver gereitzet durch frembde Goͤtter. Deut. 32. v. 16. Habenofft deß Namens jhres Gottes vergeſſen/ und jhre Haͤnde auffgehene 4 — rem neue Teſe vuf 1 lluben/ u bewveiſenſo Weinberg beiter ſeyn Wannſtoc Daerſche Schaiten des.Luc.-. 1.ver9. Glut Chn anliechti grechlich ſerhaußſ geſetzt da geklender/ Gen.41 ce de Gefan herfürkom Konige/ſol Gefangnuͤ ſcheeſſenli d/daß Go zuſeinenE liche Hert men ſonde unsGottt . I. berſtanden den Verd⸗ wahtem lanlinodi uns zum neuen Gehorſam treiben ſolle. 361 frembden Gont. Pſ.4*v. 21. Odeß elenden Odeßerbaͤrmlichen Zu⸗ ſtandes: Gleich wie nun Gott die Juden zumofftern durch die Prophe⸗ ten zur Buſſe und Beſſerung jhres Lebens beruffen/ alſo hat er auch im neuen Teſtament beyde Juden und Heyden/ zu ſeinem Gnaden Reich beruffen laſſen/ und thut ſolches immerfort/ daß wir an ſeinen Sohn glaͤuben/ und den Glauben/ mit einem gottſeligen Leben und Wandel beweiſen ſollen: Da mietet uns der himliſche Haus⸗Vatter in ſeinen Weinberg/ nicht daß wir darin Muͤſſiggaͤnger/ ſondern gottſelige Ar⸗ beiter ſeyn ſollen. Matth. 20. v. 1. 1eq. Und die wir von Natur ein wilder Weinſtock ſeyn/ pflantzet er uns zu einem ſuͤſſen Weinſtock. Jer. 2. v. 21. — Daerſcheinet der Sohn Gottes/ denen/ die da ſitzen im Finſternuͤß und Schaiten deß Todes/ daß er ihre Fuͤſſe richte auff den Weg deß Frie⸗ des. Luc. 1. v. 79. Kompt in die Welt alle Menſchen zu erleuchten. Joh. 1. verſ. 9. Da werden diejenige ſo weiland ferne waren/ nahe durch das Blut Chriſti. Eph. 2.v. 3. Die da weiland Finſternuͤß waren/ werden ein Liecht im HErren. Eph. 5. v. s. Oder groſſen Gnad. O der unauß⸗ ſprechlichen Barmhertzigkeit Gottes Wie wunderbar war es/ daß Jo⸗ ſeph auß ſeinem elenden Gefaͤngnuͤß erloͤſet/ uͤber gantz Egypten⸗Land geſetzet/ daß Pharao Ningan ſeine Hand geſtecket/ mitweiſſer Seiden gekleidet/ und jhm eine guͤldene Kette an ſeinen Hals gehenget ward. Gen. 41 cap. Wunderbar war es Ewilmerodach der Koͤnig zu Babel/ den Gefangenen Jojachim Koͤnigauß Juda/ auß ſeinem Gefaͤngnuͤß herfuͤr kommen ließ/ freundlich mit ihm redete/ ſeinen Stuel uͤber ander Koͤnige/ ſo bey jhm waren zu Babel/ jhre Stuͤle ſetzete/ die Kleider ſeines Gefaͤngnuͤß wandelte/ und ſein Lebenlang an ſeinem Koͤniglichen Ti⸗ ſche eſſen ließ. 2. Reg. 25 v. 27. ſeqq Aber dieſe iſt eine wunderbare Gna⸗ de/ daß Gott/ auß unſerm elenden/ verderbten und verfluchten Stande/ zu ſeinen Gnaden Kindern uns beruffen laͤſſet. Achlaſſet uns/ OChriſt⸗ liche Hertzen/ dieſe wunderbare nieht allein mit Worten preiſen und ruͤh⸗ men/ ſondern auch mit einem gottſeligen Leben und Wandel/ zu welchem uns Gott beruffen hat/ danckbarlich erkennen. 1I. Vocationem; Den Beruff; Durch denſelben wird allhie verſtanden/ der Beruff zur Gnade Gottes/ in dem theuren Bluttrieffen⸗ den Verdienſt ſeines Sohns gegruͤndet/ daß wir dieſelbe erkennen/ mit wahrem Glauben ergreiffen/ und uns dieſelbe beſtaͤndig zueignen ſol⸗ len: nd dieſe iſt: b 22 2 1. Vocatio 362 Wieder goͤttliche Beruff zum heiligen Leben r. Vocatio gratuita: Ein Gnaden⸗Beruff Gottes; Dam gleichwie GO T Tauß keiner Bitte/ auß keinem Verdienſt auß kenn Wuͤrdigkeit ſondern auß lauter Gnade uns ſeinen Sohn gegeben Aſ beruffet er uns auch auß lauter Gnaden/ zu ſeinem Gnaden Niſh Dan es lieget allhier nit an ſemands Wollen oder Lauffe/ ſondenn 11 und allein an Gottes Erbarmen. Rom. 9 v. 16 Es geſchicht alles zu leiner herrlichen Gnade. Eph 1 v. 6. Er beruffet uns miteinem hahge Auff/ nicht nach unſern Wercken/ ſondern nach ſeinem Vorſazu Gnade:. Tim. 1.v„. 2. Vocario catholica; Ein algemeiner Beruff: Da tuft Gottunſer himliſcher Vater: Wendet euch zu mir/ ſo werdet ſhr ſalz⸗ ler Welt Ende. Eſa. 45. v. 22. Da ruffes der Sohn Gottes: Konmt her zu mir/ alle die ihr muͤhſelig und beladen ſeyd/ ich wil euch erqucn Matth. 11. v. 28. Der heilige Geiſt gebeut allen Menſchen/ an alleow den/ Buſſe zu thun. Act. 17. v 30. Gott laͤſſet Chriſtum verkuͤndtge len Menſchen/ und vermahnen alle Menſchen und lehren alle Maſchi mit aller Weißheit/ auff daß ein jeglicher Menſch volkommen dang ſe⸗ let werde in Chriſto Jeſu. Col..v. 28. Er laͤſſet verkuͤndigen den unaß⸗ forſchlichen Reichthum Chriſti jederman zu erleuchten. Eph.z 9.d ſc Er wil daß allen Menſchen geholffen werde/ und ſie zur Erkaͤmnuͤ Warheit kommen moͤgen.r. Tim. 2.v. 4. Und wil deßwegen nicht iij jemand verlohren werde/ ſondern daß ſich jederman zur Buſſe bekehn 2. Pet. 3.v 9. Wer dieſes nicht erkennen wil/ dem hat der Gott diſe — — Evangelii.2 Cor. 5.v 4a.. b 3. Vocatio ſeria: Ein ernſtlicher Beruff: Es ſeyn bey Gottnich verbahonoris, Ehren⸗Wort/ wie jener Italzaͤner die Teuſſche u gaſt ladete und wie ſie erſchienen/ ſagte/ ſie verſtuͤnden keine Ehren Wu⸗ te: Behuͤte Gott/ behuͤte Gott/ ſolche Gedancken von unſerm fromnun gerechten und getreuen himliſchen Vater Deut. 32. v. 4. zu haben Son⸗ dern/ ſo wahr er lebet/ hat er keinen Gefallen am Tode deß Gotlloſen ſondern daß ſich der Gottloſe bekehre von ſein em Weſen und lebe. Ezach 33. v. II. Ja er hat keinen Gefallen am Tode deß Sterbenden. Ezech.l v.32. Darumb recket er ſeine Gnaden⸗ Hand den gantzen Tag auß /aben leider/ zu einem ungehorſamen Wolck/ das ſeinen Gedancken mchna Welt ſeine Sinne verblendet/ daß er nicht ſehen kan das helle liechtdß raueuffi Glanbenfü trachten un Warin aghaubetn 1Joh.ven vocatone Goltes N unkraͤfftg Suͤndeſe Gottes gottloß z nes Betu Wilenu da Dnt weilen er nochgott hen beden uͤber dieu tuff nicht Beruff/ de Gnade G. uns erkenn gefelen ſi Gnade Ge leiben. R Ill. esſete 1. reinigken Aha icht ha UIn tinig a. ther Wa uns zum neuen Gehorſam treiben ſole. 363 itſauff einem Wegeder nicht gutiſt. Eſa.65. va. Gotthaͤltallen den Glauben fuͤr Act. 17. v. z0. Das iſt/ ſein Wort/ daß ſie ſolches hoͤren/ be⸗ trachten/ und einen wahren Glauben an Chriſtum darauß erlangen moͤ⸗ gen: Wer in dieſem Gott nicht glaubet/ der machet jhn zum Luͤgner/ dann er glaubet nicht dem Zeugnuͤß das G OTT zeuget von ſeinem Sohn. 1. Joh. verſ. 1I. Wollen die Calviniſten aufftreten/ mit jhrer erdichteten vocatione inefficaci, mit dem uner iffelgen Beruff/ der da ſolle auß Goltes Willen und Wolgefallen/ bey den Gottloſen und Unbußfertigen unkraͤff tig ſeyn/ ſo wuͤrde erſtlich der Unbußfertigen Ungehorſam keine Suͤnde ſeyn/ dann die Suͤnde iſt nichts anders als das jenige was wider Gottes Willen und Wolgefallen geſchicht: Welches aber falſch und gottloß zu ſagen. Zum andern wuͤrde Gote uͤber die Vngehorſamen ſei⸗ nes Beruffes/ unbillich zoͤrnig/ weilen ſie nicht wider ſeinen geheimen Willen und Wolgefallen handeln/ welches gotteslaͤſterlich iſt zu geden⸗ cken Drittens wuͤrde Gott ſie noch unbilliger zeitlich und ewig ſtraffen/ weilen er jhnen die Gnade deß Gehrrſams nicht geben wollen/ welches noch gotteslaͤſterlicher iſt zu ſagen. Laſſet uns aber O Chriſiliche Her⸗ tzen/ bedencken die hertzllichen und ſchmertzlichen Thraͤnen Chriſti ſo er uͤber die un gehorſame Juden vergoſſen/ daß ſie ſeinem gnadreichen Be⸗ ruff nicht folgen wollen. Luc 19. v. 41. Laſſet uns erkennen den gnaͤdigen Beruff/ damit uns Gott beruffen hat/ und fleiſſig zuſehen/ daß wir die Gnade Gottes nicht vergeblich empfangen haben. 2. Cor 6. v. 1. Laſſet uns erkennen/ die Guͤte und den Ernſt Gottes Den Ernſt an denen die gefallen ſind(an den Juden/ welche durch jhren Vngehorſam von der Gnade Gottes gefallen) die Guͤte aber au uns/ ſo ferne wir an der Guͤte bleiben. Rom. 11.v. 1. a III. Vocarionis ſinem: Zu was Ende wir beruffen ſeyn: Sol⸗ ches ſetzet Paulus b b 1. Negativè: Wozu wir nicht beruffen ſeyn: Nicht zur Un⸗ reinigkeit: Das iſt/ daß wir in allerley Suͤnden und Boͤßheit leben/ und gleichwie die Saͤue im Koth/uns darin weltzen ſollen: Dann/ O Chriſt⸗ liche Hertzen/ es ſind die Suͤnde nichts anders als ein heßlicher Koth und Unreinigkeit. a. Ratione Dei: An Gottes Seiten: Dann gleichwie ein ehrli⸗ cher Menſch keine Unreinigkeit oder Unſaubaerkeit fuͤr ſich leiden kan; 4 Wieder goͤttliche Beruff zum heiligen Leben alſokan auch Gott keine Suͤnde undge iſtliche Unremigken, ait ſann Augen ſeiden: Im alten Teſtament hatte Gott ein Geſts gegeben, ni der Auſſaͤtzigen jhre Kleider ſolten zerriſſen/ jhr Haupehloß idre ige verhuͤllet ſeyn/ und ſolten aller Oinge unrein genennet werden, Leoui n 9. 45In ſolchem unreinem Stande ſind wir geiſtlich fuͤr Gon: lun Suaͤnde ſind ein Greuelfuͤr ihm. Hiob. 5.v. 16. Un ſer UIntugendſcha den uns und unſern Gott von einander/ und unſer Suͤnde verbergenſu Angeſicht von uns/ daß wir nicht erhoͤret werden. Efa 59, v.2. Weln wit Gott verlaſſen/ und ſein Geſetz nicht gehalten. Jer. 16.v.tl. Erte birget ſein Angeſicht fuͤr uns/ umballer unſer Boßheit willen. Ja.. v.⸗. Dann wir verunreinigen und entheiligen da durch den Namen Go⸗ tes Ezech. 20. verſ39. Daher ſpricht Gott: Ephraim iſt eine Hun un Iſraeliſt unrein. Hoſ. 3. v. 3. UInd wird dadunch entheiliget die Hell 4 keit deß HErꝛn die er lieb hat. Mal. 2. v. 1. Summa/ Goltes Auza ſind ſo rein/ daß er das Suͤnden lbel nicht ſehen mag. Hab. 1 v.h. Me⸗ ches uns ein ſtarcker Antrieb ſeyn ſol/ die Suͤnde zu flichen/ und Gol fleiſſig zubitten/ daß er uns wolle fuͤr Saͤnde hehuten/ wie dan auch Ah melech. Gen. 20. v.&. Und denn Bileam/ wann er nur beſtaͤndig iichan Gott gehalten. Num. 22. v. z. Wie dann auch David.. Sam. 25vas b Und Joſeph. Sap.10.v. 13.* ö 8. KRatione noſtri; An unſer Seiten: Da verunreinigenti uns mit unſern ſuͤndlichen Wercken. Pſ. 106. v. 9. Wir verunreinign uns in allerley Vbertretung Ezech 14. v. 1. Und wegen ſolches unſi fuͤndlichen Zuſtandes/ iſt alle unſre eigene Gerechtigkeit/ das iſt/ dos b lerbeſte das an uns iſt fuͤr Gott/ wie ein unflaͤthiges Kleid. Eſa 5466 Daß wir derwegen gar keine Vrſach haben uns auff unſer gute Wnt im geringſten zu verlaſſen. 7 Katione proximi An unſers Naͤchſten Seiten: Dann dil be werden mit unſern Suͤnden auch verunreinget: Da werden die gin⸗ de Gottes dur ch unſer Suͤn de verurſachet/ Gott zu laͤſtern. 1. Sama. verſ. 4. Die Frommen aber werden dadurch auff boͤſe Wege verfaͤhte Prov. 28. v.10. Weh aber dem Menſchen durch welchen Ergernuͤſ kommen. Luc. 17. v. 1. Darumb vermahnet Paulus/ daß wir ſollen fſ ſig zuſehen/ daß wir unſerm Bruder/ keinen Anſtoß oder Etgernuͤhde ſtellen. Rom. 14. v. z.. 11 S eſe d ). Rarionelui An jhrex Seiten: Gkichwiedie Vurngie — — undachlie Pmanigie wolke deune N Ohnediuſ 9.] ſchen craut mehr diene und Blgiet daßwir G ligig Luer ſollenwira unswoller und Jeſu d C, 4 hat Mal. vn. Sun b inden Udelnichtſehan odan Dilcam’ uanan diz Wudannauchdahi r Anunſer Seiten: dan Wacm Pſ 106a ng Ezach 4 vn ler uns zum neuen Gehorſam treiben ſolle. 365 fuͤr ſich ſelber heßlich und verwerfflich iſt; Alſo auch die Suͤnde/ an welcher nichtes gefunden wird: Gleich wie etzliche Vnreinigkeit ſehr hart/ und nicht bald zu vertreiben iſt; Alſo iſt bey vielen Gottloſen die Suͤnden Vnreinigkeit ſo ſehr verhaͤrtet/ daß/ ob ſie G Ott gleich gerne reinige wolte/ dennoch ſie ſich nicht reinigen laſſen wollen. Ezech. 24. v. 3. b . Rarione Diaboli. An deß Teuffels Seiten: Durch welches Neid/ Suͤnd und Todt in die Welt kommen. Sap. 2. v 4. Welcher ein unreiner Geiſt iſt/ Lue.11 v. 24. Vnd die Menſchen zu der Suͤnden Vn⸗ reinigkeit verfuͤhrer.“ 2. Affirmativè; Wozu wir beruffen ſeyn: Zur Heiligung: Dieſe Heiligung beſtehet: a. In juſtikcarione: In der Beruffenen Gerechtfertigung⸗ Da werden wir geheiliget und gerecht/ durch den Namen unſers HErrn Jeſu Chriſti und durch den Geiſt unſers Gottes. 1. Cor. 6. v. 11. Wir werden geheiliget/ durch das Opffer deß Leibes Chriſti Heb. 10. verſ 10. Ohne dieſe Heiligung kan niemand Gott ſehen. Heb. 12. v. 43. . In renovatione: In der Ern urung: Da wir den alten Men⸗ ſchen ereutzigen/ daß der ſuͤndliche Leib auffhoͤre uñ wir der Suͤnden nicht mehr dienen. Rom. 6 v. 6. Creutzigen unſer Fleiſch ſampt ſeinen Luͤſten und Begierden Gal. ⸗. v. 4. Vnnd hiezu ſind wir beruffen: Nemlich/ daß wir Gott dienen ſollen/ in Heiligkeit und Gerechtigkeit die jhm gefaͤl⸗ lig iſt. Luc.1. v. 75. Vnd gleichwie der/ ſo uns beruffen hat/ heilig iſt/ alſo ſollen wir auch heilig ſeyn in allem unſerm Wandel. 1 Pet v. 1z. Wozu uns wolle verhelffen Gott der Vater/ durch die Gnade deß H. Geiſtes/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen Aamen. — Die ſiebenund funffzigſte Predig. DE CAVSA IMPVLSIVA NOVA OBEDIENTITE 89G WaIA, WRA KEDBMIW. Wie unſer Erloͤſung uns zum neuen Gehorſmm b. treiben ſole. he a.ö. ,. 44 369 Wie unſer Erloͤſung Tit. z. v. 14. Chriſtus hat ſich ſelbſt fuͤr uns gegeben/ a daß er uns erloſete von aller Vngera tigkeit/ und reiniget jhm ſelbſt ein Boit zum Eigenthum/ das fleiſſig waͤre zug ten Wercken. F ten haben wir b I. Noſtram liberationem; Unſer Erloͤſung; Dieſelbeſſege der Heilige in Iſrael: Eſa. 43. v. 4 Unſere Feinde/ davon er uns en ſ ſeyn unſer eigen Suͤnde/ der Zorn Gottes/ der Fluch deß Geſetzo Teuffel/ Tod und Verdamnuͤß. Ounſers elenden Zuſtandes W moͤgen wol klagen und ſagen mit David: Ach HEr:/ wie iſt meinerqmn de ſo viel/ und ſetzen ſich ſo viel wider mich: Pſ. 3. v. x. Von dieſer qim de Hand/ das iſt/ von der Macht und Gewalt ſo ſie uͤber uns hatten er uns erloͤſet: Alſo ſagt Gott. Daß den Menſchen alle Fiſche deß Mi res in jhre Haͤnde/ das iſt/ Gewalt/ gegeben ſeyn ſollen. Gen. 9. vaſa. Gleichwie die Juden/ wegen jhrer Suͤnde/ waren gegeben indie. hand der Koͤnige in Laͤndern/ ins Schwerd/ ins Gefaͤngnuͤß/ in Rauhund in Scham deß Angeſichts. Eßdr. 9. v. 7. Alſo auch wir in dieſer hende Gewalt: Davon aber hat uns Chriſtus erloͤſet: O der groſſen Gndd Oder herꝛlichen Erloͤſung: z. Liberationis finem: Zu was Ende wir ſeyn erloͤſet: Da b wir unſerm Erloͤſer dienen ſollen: Wir ſollen nicht dienen dem Teuj fel/ auch nicht der Welt/ auch nicht unſers Fleiſches Luͤſten/ ſondemu ſerm Erloͤſer: Und zwar ohne knechtlich Furcht/ ohne Zwang und Trang/ ſondern ſollen ein williges Volck ſeyn. Pſalm o v em b indli⸗ S ſagt Zacharias in ſeinem Lobgeſange Lu. v. 74. ſeq. Wir ſeyn erloͤſet auß der Hand unſer Feinde iuß wir Gott dienen ſollen ohne Furcht unſer Leben langinh ligkeit und Gerechtigkeit die jhm gefaͤllig iſt: Indieſe Ve — ſchehen von dem Sohne Gottes: Derſelbe iſt der HErr unſer Elläſe 1 andlcher wirunsbe rechtigkeit nach eggenen Püſegl.?. Gottgefa dertauch ſehen woll Wie die nen Der aller den umb Wi 11 Gottes un kommen ſo nen eineErl ſſ der daſ nten. hoſ außderGn iß.Rom.. zo. W dungdere lgeeingan hat uns ve Silberode Oder alle Herten/ trachtung durch vonſ acharias in ſenm nen um ſollmn ohne Furchiua ecchagke deßßngfch rationem, Unſer Eöim Hottes: Derſec ſeda d 44 14 Unſen Faien / der Jorn Gottes/daſ damnüß. Ounſerscaa agen mit Davd Achhenni ſe velwidamcheNzu r Mardt und Gewattßſtär Gett Daß dn Maſcha 6/ Gewalt/ geaeder mnit 1t auch ncht 5 8 arodneknectt em willges d ch 1 dn uns zum neuen Gehorſam treiben ſoll. 367 kindlicher Liebe und Furcht jhm dienen; Nicht allein die Tage/ wann wir uns bekehren/ ſondern unſer Lebenlang; In Heiligkeit und Ge⸗ rechtigkeit; Nicht nach unſer eigenen Meinung und Wolgefallen/ nicht nach eigener Wahl. Col. 2. v. 1s. Mit einem Schein eines gottſeligen Weſens. 2. Tim. 3. v. 7. Sondern in Heiligkeit und Gerechtigkeit die Gott gefaͤllig iſt/ die er in ſeinem Worte von uns erfodert: Dieſes erfo⸗ dert auch Paulus von uns in verleſenen Worten/ auß welchen wir an⸗ ſehen wollen: b Wie die allertheuerſte Erloͤſung Jeſu Chriſti/ uns zu el⸗ nem gottſeligen Leben und Wandel treiben ſolle. Der allergnaͤdigſte Gott/ verleihe Gnade/ daß es uns zu ſeines Namens Ehre/ und Beſſerung unſers ſuͤndlichen Lebens/ geſchehen moͤge/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. b E rklaͤrung. Wir haben in verleſenen Worten zu beobachten: I. Redemptorem, Vnſern Erloͤſer: Der iſt Jeſus Chriſtus Gottes und Marien Sohn: Der iſt der Erloͤſer/ ſo denen zu Zion kommen ſolte. Eſa. 59. v. 20. Er iſt kommen/ zupredigen den Gefange⸗ nen eine Erloͤſung/ uñ den Gebundenen eine Oeffenung. Eſa. 61. v. 1. Er iſts/ der da ſagt: Ich wil ſie auß der Hoͤllen erloͤſen/ und vom Tode er⸗ retten. Hoſ. 13. v. 4. Ind werden wir deßwegen ohne V erdienſt gerecht auß der Gnade Gottes/ durch die Erloͤſung ſo durch Chriſtum geſchehẽ iſt. Rom. 3. v. 24. Der iſt uns von Gott gemacht zur Erloͤſung. I. Cor. r. v. 30. Wir haben die Erloͤſung durch ſein Blut/ nemlich die Verge⸗ bung der Suͤnden. Eph. 1.v. 7. Er iſt durch ſein eigen Blut in das Hei⸗ lige eingangen und hat ein ewige Erloͤſungerfunden. Heb. 9. v. 12. Er hat uns von unſerm eitelen Wandel erloͤſet/ nicht mit vergaͤnglichem Silber oder Gold/ ſondern mit ſeinem theuren Blut. I. Pet. 1. v. 18. leq. O der allertheurſten Erloͤſung Dieſe unſere Erloͤſung/ O Chriſtliche Hertzen/ ſollen wir uns taͤglich fuͤr Augen ſtellen/ damit wir in Be⸗ trachtung ſolcher allertheuerſten/ ſolcher Blut trieffenden Erloͤſung/ durch vorſetzliche Suͤnde/ nicht dem Satan/ mäh der verfiheze b Aaa Welt ͤ E Zwing. Vol. 10. pag. 2371. Cuspin. in. Erid. II. Sleid. lib. 6. zss Bieunſer Erloͤſung Welt /nicht unſern fleiſchlichen Luͤſten und Begierden/ ſondetn un Erloͤſer dienen moͤgen: Wie Iigranes ſich gegen Cyrum ebonn BPlut und Leben fuͤr die Erloͤſung ſeiner mitgefangenen Gemahli laſſen/ und ſie nach der Erledigung von jhm gefraget/ wie ihr umbda tapffern Koͤnig Cyrum duͤncke: Hat ſie geantwortet ſie haͤtte ſhte ae „ gen und Gedancken nicht auff Cyrum, ſondern auff den jenigengeua det/ welcher mit ſeinem Blut und Leben ſie zuerloͤſen/ ſich erbotten h vielmehr/ O Chriſiliche Hertzen/ ſollen wir unſer Augen und ha nach demſelben und deſſen Wolgefallen wenden/ der uns mut ſeinen theuren und koͤſtlichen Blut und Tode erloͤſethat: Aber es gehet unsti den Iſraeliten; Wie dieſelbe auß der Egyptiſchen Dienſibarkeit aeo vergaſſen ſie ſolcher groſſen Wolthat/ und gedachten der Kuͤrbißy ben/ Lauch/ Zwibeln und Knoblauch deren ſie in Egypten genoſſen mer. u. v. 3. Alſo auch wir/ wann wir uns bekehret/ ſehnen wir uns ſled/ immer wider nach dem ſuͤndlichen Leben/ welches dem alten Adan gefaͤllet. II. Redemtionis conditionem: Wie er uns erloſet: Exhatſich ſelbſt für uns gegebẽ: Es war ein groſſes daß Bias Prienæus‚ qaiche; fangene Meſſeniſche Dirnen fuͤr ſein Geld rantzioniret/ dieſelbe alsſeit Toͤchter erzogẽ/ hernacher einer jeglichen einen ehrlichen Brautſchat geben uñ alſo jhren Eltern wieder zugeſand. Es war ein groſſes/ daßw die zu Benonien/ deß Keyſers Friderici II. Sohn gefangen gehalten i Vater ſich erbotten/ fuͤr die Erledigung ſeines Sohns/ jhnen eine zuͤe ne Kette zu geben/ mit welcher die Mauren umb Benonien/ ſolten un⸗ ſchloſſen werden. Es war ein groſſes/ daß der Koͤnig in Franck⸗Reichdo dem Carolo V. mit zwantzig Tonnen Goldes/ ſeine Soͤhne rantzionin Aber/ O Chriſtliche Hertzen/ dieſes/ dieſes/ iſt ein uͤberſchwenglich Gnſ ſes uͤber alles Groſſes/ daß der Sohn Gottes ſich ſelbſi fuͤr uns zur Eit ſung gegeben; Daher ſagt Paulus: Chriſtus hat mich geliebet/ udſch ſelbſt fuͤr mich dahin gegeben. Gal.2. v. 20. Erhat uns(alle Menſchen) alſo geliebet/ daß er ſich ſelbſt dar gegeben fuͤr uns/ zur Gabe und Oyffa Gott zu einem ſuͤſſen Geruch. Ep.. v. 1. Er hat ſich ſelbſt ernidriget un iſt(unſerthalben) Gott ſeinem Vater gehorſam worden biß zum Toh ſa zum Tode deß Creutzes Phll.. v.8. O der groſſen Liehn Oda a —= —— nin Etloſu Delckund wirauch it vandienten ſcee Gela hemlch umd wolle alöſet hat III. Unterden I. gerazn fanden das lluree ſcr. Hiob. Luc. 16.9. derenen! rechtigken deſſan gere war wie oder Er⸗E hchenSaͤn begangen: Matthld. außgetuger nchmenme zugchun ſollenwir aditionem:. „ Dar en greſſcszaßhalmm unan fur ſen Gedrntunn er ema jegücha maätud rn wieder zugeſand Esraag gſers Fridencill. Sefngſag du Erledigungſens Eifuſ dicha du Maumund umi uns zum neuen Gehorſam treiben ſoll. 36⸗2 ren Erloͤſung Wegen dieſer Erloͤſung werden wit genant das heilige Volck/ und die Erloͤſeten deß HErrn. Eſa. 62. v. 1z. Derowegen muͤſſen wir auch ein heiliges Leben nach Muͤgligkeit /fuͤhren/ und unſerm hoch⸗ verdienten Erloͤſer/ willig und gerne dienen. Wanneiner auß Tuͤrcki⸗ ſcher Gefaͤngnuͤß oder Dienſibarkeit erloͤſet/ mit dem Tuͤrcken wolte heimlich correſpondiren, wuͤrde billich zum hoͤchſten geſtraffer: War⸗ umb wollen wir uns dann an unſere Feinde haͤngen/ davon uns Chriſtus erloͤſet hat? b III. Redemtionis finem; Die End⸗Urſache unſer Erloͤſung: Unter denſelben iſt. 1. Ab injuſtitia liberatio; Daß er uns erloͤſete von aller Un⸗ gerechtigkeit: Durch die Ungerechtigkeit wird alhie die Suͤnde ver⸗ ſiandem Dann wer Suͤnde thut/ der thut Unrecht/ weilen die Suͤnde iſt das Unrecht. 1. Joh. 3.v. 4. Solches Unrecht ſauffen wir wie das Waſ⸗ ſer. Hiob. 15. v. 16. Wir ſind/ leider/ die ungerechten Haußhalter Gottes. Luc. 16. v. i. Wir begeben unſer Glieder zu Dienſt der Unreinigkeit/ von der einen Ungerschtigkeit zur andern. Rom. 6. v. 19. Vondieſer Unge⸗ rechtigkeit/ das iſt/ von Suͤnden/ ſo wider die Gerechtigkeit Gottes/ und deſſen gerechtes Geſetze ſtreiten/ hat uns der Sohn Gottes erloͤſet/ und zwar/ wie Paulus ſagt/ von aller Ungerechtigkeit/ ſo wolder erblichen/ oder Erb⸗Suͤnde/ darinnen wir gebohren/ als auch andern unſer wirck⸗ lichen Suͤnden/ ſowir mit Gedancken/ Worten und Wercken ſemals begangen: Dann alle Schuld wird uns in CoRJISTO crlaſſen. Matth. 18. v. z2. Die gantze Handſchrifft/ ſo wider uns war/ hat Chriſtus außgetilget. Col. 2. v. 14. Welches wir wider die Baͤpſiler wol in acht nehmen muͤſſen/ welche vermeinen/ wir muͤſſen ſelber fuͤr etzliche Suͤnde gnugthun. Weilen uns aber Chriſtus von aller Vngerechtigkeit erloͤſet ſollen wir/ uͤr allen Dingen/ unſer Hand vom Vngerechtẽ kehren Ezech. 8. verſ 3. Wir muͤſſen uns halten vom Vnrecht/ ſo trifft uns kein Vn⸗ Laa. Sor 7. verſ. 2. Wir muͤſſen unſer Glieder begeben/ zu Dienſt der Gerechtigkeit/ daß ſie heilig werden Rom. 6. v. 9. Es muͤſſen abtreten von der Vngerechtigkeit/ die ſo den Namen Chriſti nennen.2. Tim. 2. v. 19. Das iſt/ ſowahre Chriſten ſeyn wollen. 2. Noſtra purificario: Daß er uns reinigte: Die Suͤnde Aaa 2 iſt nicht Vo Wie unſer Erloͤſung iſt nicht allein eine Vngerechtigkeit/ an Gottes Seite/ weilen wird dieſelbe vom Richtſchnur ſeines Geſetzes abweichen/ ſondern auch Vnreinigkeit/ an unſer Seiten/ dieweilen die Suͤnde uns fuͤr Gon 5 lich/ ungeſtalt/ und mit geiſtlicher Vnreinigkeit beſudelt/ daſtellen N. ſind wir fuͤr Gott alleſampt wie die Vnreinen. Eſa. 64,9.5. Wirin unreinigen uns in allen unſern Vbertretungen. Ezech. 14. v... Sd ſolcher Vnreingkeit kunte uns das Ceremonialiſche Geſetze ltas d ſtamentes nicht reinigen/ ſondern der Sohn Gottes muſte es van ten; Der muß uns waſchen von unſer Miſſethat/ und uns reinignm unſer Suͤnde. Pſalm. Fr. v. 4. Der ſprenget in der heiligen Tauſſen Waſſer uͤber uns/ daß wir rein werden von aller unſer Vnrainizi Ezech. 36. v. 25. Der reiniget uns/ durchs Waſſerbad im Won Eyf, v. 26. Der hat die Reinigung unſer Suͤnden verrichtet durch ſich ei Heb. 1. v. 3. Das Blut Jeſu Chriſti/ deß Sohns Gottes/ reinigetuns von unſern Suͤnden. 1. Johann. 1. v. 7. Dieſes ſol uns billich uanag neuen und gottſeligem Leben und Wandel fuͤhren/ daß wir imnafon ſeufftzen; Schaffe in mir G O TT ein reines Hertze. Pfaln r. verſ. 12. Vnd uns von aller Befleckung deß Fleiſches und deß Gait reinigen. 2. Corinth. 7. verſ. 1. Laſſet uns fuͤr unſern Ohren ſicts ehn ben laſſen/ dieſe Stimme: Reiniget die Haͤnde jhr Suͤnder/ und man —— euer. Hertzen keuſch. Jacob. 4. v. 8. So koͤnnen wir der theuren Erloſug Chriſti theilhafftig werden. 23. In peculium deſtinatio- Daß wir ſein eigenthumiiths Volckwaͤren: CHRJSTBS hat uns von Suͤnden/ Zomot tes/ Fluch deß Geſetzes/ Teuffel/ Tod und Verdamnuͤß erloͤſet/ niht zu dem Ende/ daß wir deß Satans/ Welt und ſuͤndlichen Fleiſches eigen ſeyn und denſelben unterthan ſeyn ſolten/ ſondern daß wudh Sohns GOTTES eigenthumliches Volck waͤren: Gleihvie GO T T im alten Teſtament die Juden zu ſeinem Volc ud Eigenthumb erwehlet unter allen Voͤlckern. Exod. 19. verſ.ſ. Da HERR hatte jhm Jacob erwehlet/ Iſrael zu ſeinem Eigenthunl Pſalm. 135. verſ. 4. Alſo hat er im neuen Teſtament/ ſeine Kirchen au JIuden und Heyden erwehlet zu ſeinem Volck und Sgenchun an b b ſoll d plenſiud den hellcgen ſungdaßi 1.,9,14 7 alleinerloſ berüiche werde;⸗ und zwat uͤbellaute in ſein E nommen wol/ wan Petrus G te iterfuͤ derrechte Unckenm fragt/ va nmit Gold Mafeſtaͤt deß Kayſe derrechten lagem ebe Seien/ n Flaſſchzu 4. den Gle diwahte und deß uns der haben un 6.verſ. auch nac für bmu zumg unſg Sindanmite t A Chriſt⸗ ds Eeiusgt lcden und Wandaf A n G OTTmmn aler Defleckmade uſtr reſ.1. Laſſet unsftrufm d a: NeungetdeHädeffrẽtne tod. 4.d. 3. So kamadrite da. n deſtmso: Daßwiſeuinn. JETV hatusmbtn „Taffal/ Todund— uns zum neuen Gehorſam treiben ſolle. 371 ſollen ſein Eigenthum ſeyn/ und er wil unſer ſchonen/ wie ein Mann ſei⸗ nes Sohnes ſchonet/ der jhm dienet. Malach. 3. v. 71. Und hat uns den heiligen Geiſt geben/ als das Pfand unſers Erbes/ zu unſer Erloͤ⸗ ſung/ daß wir ſein Eigenthumb wuͤrden/ zu Lob ſeiner Herꝛligkeit. Eph. 1. v. 14. Da hoͤren wir zu was Ende uns CoRJISTVS nicht allein erloͤſet/ ſondern auch zum Eigenthum erwehlet/ nemlich/ daß ſeine herꝛliche Gnade/ ſein herꝛlicher Name zeitlich und ewiglich gepreiſet werde; Dieſes geſchicht nicht allein mit dem Munde/ ſondern auch/ und zwar fuͤrnemlich/ mit einem gottſeligen Leben und Wandel: O wie uͤbel lautet es/ wann Johannes klaget/ der Sohn GO TTES ſey in ſein Eigenthum gekommen/ und die Seinen haben ihn nicht auffge⸗ nommen. Johann. 1. v. 11. Aber es ſtehet fein und gefaͤllet GOTT wol/ wan die Vnterthanen jhre Obrigkeit fleiſſig in acht nehmen. Wie Petrus Graff zu Savoien vom Keyſer Otto dem IV. ein Lehn begehr⸗ D. Matth⸗ te/ iſt er fuͤr demſelben erſchienen/ mit einem ſolchen Habit/ daß er auff Theatr. in der rechten Seiten mit einem guͤldenen Stuͤcke bekleidet/ und auff der Serge. lincken mit glaͤntzenden Waffen angethan geweſen: Wie der Keyſer ge⸗ fragt/ was ſolches bedeuten ſolle? Hat der Graff geantwortet: Er habe mit Golde auff der rechten Seiten ſich geſchmuͤcket/ ſeine Kayſerliche Majeſtaͤt zu ehren: Auff der lincken Seiten ſey er gewaffnet/ wider deß Kayſers Feinde zu ſtreiten: Alſo muͤſſen wahre Chriſten/ auff der rechten Seiten/ mit Glauben/ und darauß erfolgendem gottſe⸗ ligem Leben G O T Tden allmaͤchtigen Ehren/ und auff der lincken Seiten/ mit geiſtlichen Wehr und Waffen/ gegen Teuffel/ Welt und Fleiſch zu ſtreiten außgeruͤſtet ſeyn. b 4. Diligens boni operatio: Das fleiſſig waͤre zu guten Wer⸗ cken: Gleichwie eine fleiſſige Hand reich machet. Prov. 10. v. 4. Alſoiſt die wahre Gottſeligkeit zu allen Dingen nuͤtze/ und hat die Zuſage dieſes und deß kuͤnfftigen Lebens. 1. Timoth. 4 verſ. 8. Zu dieſem Fleiß/ hat uns der Sohn GO TTE erltoͤſet/ nemlich/ daß wir Acht darauff haben/ und fleiſſig ſeyn/ daß wir dieſen unſern HERRN erkennen. Hoſ. 6. verſ. 3. Nicht allein nach ſeiner Perſon Ampt und Wolthaten/ ſondern auch nach ſeinem gnaͤdigen Willen: Wir muͤſſen Fleiß thun/ daß wir fuͤr jhm unbefleckt und unſtraͤfflich im Seund andern e he aa 3 4 Wieunſer Wiedergeburt froͤliche und reiche Erndte haben: Alſo muͤſſen wir unſern Fleiß beue gen mit Freuden kommen/ und bringen unſer Garben. Pſal. 26 baſ⸗ Wozu uns ſeine Gnade wolle verleihen/ Gott der Vatter/ durch ſei heiligen Geiſt/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. —— Dieacht und funfftzigſte Predigt. DE CAVSA IMPVLSIVA NOVæ OBEDIENII QIIHNTA, QHIf NOSTRA KEGENEKRATILO. Wie unſer Wiedergeburt uns zum neuen Gehor ſam bewegen ſolle. Jac. 1. v. 18. Er hat uns gezeuget nach ſeinem Willen wir waͤren Erſtlinge ſeiner Creaturm. 4 t 4 eig mißbrauchet: Die Baͤpſtler wollen auß demſelben theils/ die val kommene Erfuͤllung deß Geſetzes/ ſo von den Wiedergebohrnenkoͤn geleiſtetwerden; Theils auch die Vollkommenheit jhrer guten Watl beſtetigen. Die Calviniſien wollen darauß erzwingen/ daß die Winda auß G Ott gebohren iſt/ der thut nicht Suͤnde/ dannſti Same bleibet in jhm/ und kan nicht ſuͤndigen/ dann(iſ 2 deß Glaubens/ erfunden werden. 2. Pet. z.v. 14. Gleich wieein Ai man ſeinen muͤglichen und hoͤchſten Fleiß anwendet/ daß er mogea ſen/ daß wir die Hoffnung(der Seligkeit) veſte halten hiß ans Ene. Heb. 6. v. Ir. Muͦſſen fleiſſig ſeyn zu tragen edlen Samen/ daß wum durch das Wort der Warheit/ auff deß „Sſpricht Johannes 1. Epiſt. c.3. verſ. alſo: r von Gott gebohren. Dieſer herꝛliche Spruch wird vilfit aunviele ungoktlic aber ſeuff als wir ve Golttts RK das W bohrenals aodeſer E e/ in ein bningen/ w ſieſindder Sie creutz 124. Sic fruchtar burtſoll; henund gebohrne/ die Gnade Gottes/ den heiligen Geiſt/ und den Bhahpa 5 Derbann / b va — acdtund funffageped PVILSIVA NOyE G E NOSTM ICDÜm tdergedurtuns unan ſam bewegenſolt Jac.v.Il. uns zum neuen Gehorſam treiben ſole. 373 eten koͤnnen: Aber beydes wider Johannis Meinung/ welcher all⸗ hie ſetzet: b 1. Renatorum conditionem; Die Beſchaffenheit der Wie⸗ der gebohrnen; Wer auß Gott gebohren iſt/ der thut nicht Sun⸗ de: Wann dieſes abſolut und bloß dahin ſolte verſtanden werden/ wuͤr⸗ den viele Spruͤche der heiligen Schrifft dadurch gefaͤllet/ als/ daß nie⸗ mand fuͤr Gott unſchuldig ſey. Exod. 34. v. 7. Daß kein Menſch ſey/ der nicht ſuͤndige. 1. Reg. 8. v. 46. Wir ſeyn allzumahl Suͤnder. Rom. 3. v. 23. So wir ſagen/ wir haben keine Suͤnde/ ſo betriegen wir uns ſelber. 1. Joh. 1. v. s. Derhalben muß es auff gewiſſe Maß und Weiſe verſtan⸗ den werden/ nemlich daß die Wiedergebohrne alſo keine Suͤndethun/ daß ſie dieſelbe lieben/ und em Wolgefallen daran tragen/ denn die den HErnn lieben/ haſſen das Arge. Pſ. o7. v. 10. Sie fliehen fuͤr der Suͤn⸗ de/ gleich wie fuͤr einer Schlangen. Sir. 21. verſ. 2. Sie verleugnen das ungoͤttliche Weſen und die weltliche Luͤſte. Tit. 2. verſ. 12. Unter deſſen aber ſeufftzen ſie von Hertzen grund taͤglich: Vergib uns unſer Schuld/ als wir vergeben unſern Schuldigern. Matth. 6. v. 12. 2. Kationem: Die Urſach ſolches hres Zuſtandes: Dann Gottes Samebleibet in ſolchen Wiedergebohrnen: Dieſer Same ſiſt das Wort Gottes. Luc. 8. v. 1I. Auß demſelben werden wir wiederge⸗ bohren als auß einem unvergaͤnglichen Samen. 1. Pet. 1. v. 23. So lan⸗ ge dieſer Same bey jhnen bleibet/ das iſt/ ſo lange ſie Gottes Wort hoͤ⸗ ren/ in einem feinen guten Hertzen bewahren/ und Frucht in Gedult bringen/ werden keine vorſetzliche Suͤnde bey jhnen gefunden/ ſondern ſie ſind der Suͤnden abgeſtorben/ und leben Chriſto Jeſu. Rom. 6. v. 11. Sie creutzigen jhr Fleiſch ſampt ſeinen Luͤſten und Begierden. Gal. 5. v. 24. Sie wandeln wuͤrdiglich dem HᷓErꝛn zu allem Gefallen/ und ſind fruchtbar in allenguten Wercken. Col. 1. v. o. Dieſe unſer Widerge⸗ burt ſoll uns billich nach Jacobi Ermahnung zu einem gottſeligen Le⸗ ben und Wandelfuͤhren/ auß welcher wir betrachten wollen: Wie unſer Wiedergeburt uns zu einem gottſe⸗ ligen Leben bewegen ſolle, Der barmhertzige GOTT gebe uns ſeine Gnade/ daß Eeſteuhe, 674 Wie unſer Wiedergeburt lich/ zu ſeines Namens Ehre/ und unſer gehorſamen Lehte/ az, hen moͤge/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. bte/ gi Erklaͤrung. Es wird uns in vorgenommenen Worten vorgeſtellet: 1. Subjectum: Wovon Jacobus rede: Nemlichvonut Wiedergeburt: Gott hat uns gezeuget: Solches erklaͤret Chriſu durch wiedergebohren werden. Joh. 3. v. F. Wie dann auch Pauli Tit. 3. v.. Vnd Petrus. 1. Pet..v. 23. Dieſe Wiedergeburt/ geſch vid. Mi- nit aſſo/ wie die neue Propheten ſchwermen/ daß auß dem nataͤrluch niſt. Lub. bohrnen Menſchen/ nach der ſubſtantz und Weſen/ oder wieſienan Hamb.& daß ſie leibhafftig/ weſentlich und in jhrem himmliſchen Fleſſchnd Lunæb. P. 453 Blut von Gott gezeuget worden: Sondern dieſe Wiedergeburtiſtn goͤttliches und geiſtliches Gnadenwerck/ dadurch wir auß dem Siu de deß Zorns Gottes/ in den Gnaden⸗Stand/ und auß geiſtlichenui ewigem Tod/ in das geiſtliche und ewige Leben verſetzet werden dan das Dichten und Trachten deß menſchlichen Hertzen iſt boͤſe/ auhm wir noch in Mutter⸗Leibe verſchloſſen. Gen. 6. v. 7. Cap. 8. v.21. W len wir in Suͤnden empfangen werden. Pſ.1. v. 7. Vnd alſo/ wasn Fleiſche geboren iſt/ Fleiſch iſt. Joh. 3. v. 6. Deßwegẽ wir auch von⸗ tur Kinder deß Zorns ſein. Eph. 2/3. Da erbarmet ſich der Hertzgnn gůͤtige Gott uͤber uns arme Erd⸗Wuͤrmlein/ daß wider wiedergehoſg ne neue Menſchen/ und Gnaden⸗Kinder Gottes werden erſllichuß Waſſer und Geiſt. Johan. 3.v. 5. Durch das Bad der Wiedergehu/ und Erneurung deß H. Geiſtes. Tit. 3.v. 7. Vnd hernacher außdn unvergaͤnglichen Samen deß Wortes Gottes. 1. Pet. 1.v. 23, Duch dieſe Wiedergeburt muͤſſen nicht allein Chriſtliche Eltern gereitzelwe den/ jhre auß Fleiſch und Blut gebohrne Kindlein/ ſo bald muͤglich t heiligen Tauffe zu fuͤhren/ und wiedergebohren werden laſſen/ ſondan uns auch alzuſammen/ daß wir als wiedergebohrne Gnaden Knda Gottes/ ein unſerm allerliebſten himliſchen Vater wolgefaͤlliges Lobe und Wandelfuͤhren. II. Regenerationis principium: Den Urſprung unſer Wie dergeburt: Gott hat uns gezeuget: Es iſt dieſelbe nicht Vauſi 0 ſondenG koiñevon glcih Goitund vidauch Gottesge durchdie⸗ v. 21. U Golles: wunderb er wunde wiedie unſere gel lichen G ren: Aben Scügkeit Verwun Gottes vondem Wilenei Sehet we deſollen ts Vorte Valet un den ſonder igungin OChnſ werden daß Wie daßdieſen neueCre I. dergebu zu dieſen Midg d dcx lubſtnrzud Nia or fenrlich und inſyrn femig awerden: SandandaſeDen „ Gnadenwack ddudert nden Guaden Stud udai ſtucche und ewige ahadaſcan uns zum neuen Gehorſam treiben ſorlleJñ 375 ſondern Gottes Werck: Darumb ſagt Chriſius/ daß dieſe Wiedergeburt kom̃e von oben herab· Joh z. v.z. Wiees die original⸗Sprach gibullnd geſchicht durch Erneurung deß heiligen Geiſtes. Tit. 3. v.z. Vnd von Gott und dem Vater unſers Erꝛn Jeſu Chriſti. 1. Pet. 1. v. 3. Daher wird auch die Tauffe/ als das Mittel unſer Wiedergeburt/ der Rath Gottes genant. Lue. 7. v. 30. Weilen Gott in ſeinem Rath beſchloſſen durch die Tauffe uns zu neuen Menſchen/ und ſelig zu machen. i. Pet.3. 1.P d v. 21. Und dieſes iſt ein ſonderliches unbegreiffliches Gnaden⸗Werck vydeten ſhwema Niajm b Gottes: Es iſt zwar auch unſer natuͤrliche Geburt ein ſonderliches und wunderbares Gnaden⸗Werck Gottes/ daher David Gott dancket/ daß er wunderbarlich gemacht ſey. Pſalm. 139. v. 4. Dann wir nicht wiſſen wie dje Gebeine in Mutter⸗Leibe bereitet werden. Eccl. 1..v.. Aber dieſe unſere geiſtliche Wiedergeburt iſt viel wunderbarlicher: Dann der fleiſch⸗ lichen Geburt/ haben wir auch Exempel an den unvernuͤnfftigen Thie⸗ ren: Aber durch dieſe werden wir Kinder Gottes und Erben der ewigen Seligkeit. Rom 8. verſ. 17. Daher ſpricht Johannes nicht ohne groſſe Verwunderung: Wieviel Chriſtum auffnahmen/ denen gabe er Macht Sottes Kinder zu werden/ die an ſeinen Namen glauben; Welche nicht von dem Gebluͤt/ noch von dem Willen deß Fleiſches/ noch von dem Willen eines Mannes/ ſondern von Gott geboren ſeyn. Joh. J. v. 12. eq. Sehet/ welch eine Liebe hat uns der Vater erzeiget/ daß wir Gottes Kin⸗ der ſollen heiſſen. 1. Joh. 3. v. 1. Und wird dieſe Wiedergeburt in Got⸗ tes Worte ſonderlich dem heiligen Geiſte zugeſchrieben nicht daß der BPater/ und der Sohn von deren Wirckung ſolten außgeſchloſſen wer⸗ den/ ſondern) weilen dem heiligen Geiſt/ das Gnaden⸗Werck unſer Hei⸗ ligung inſonderheit in Gottes Wort wird zugeeignet. Weilen wir nun/ O Chriſiliche Hertzen/ von dem allerhoͤchſten Gott alſd wiedergebohren werden/ ſo muͤſſen wir uns deroſelben taͤglich errinnern/ und gedencken daß Wiedergeburt und Erneurung zuſammen gehoͤren. Tit.; v.5. Und daß die jenige ſo durch jhre Wiedergeburt in Chriſto ſeyn/ muͤſſen auch neue Creaturen ſeyn. 2. Cor. 5. v. 7. b II. Regenerationis incitamentum: Was Gott unſer Wie⸗ dergeburt zuverſchaffen gereitzet habe: Sein Wille: Es wird Gott u dieſem Gnaden⸗Werck nicht gereitzet/ durch unſer Verdienſt und Wuͤrdigkeit/ dann er findet uns in unſanm Sunden⸗ Blut Tehun 3765 Wie unſer Wiedergebututt Ezech. 16. verſ. 6. Elend und jaͤmmerlich/ arm blind und bloß Ap g k.wo vaf ſein gnaͤdiger und vaͤterlicher Wule thutalßte nuch ſte: Er hat Luſt zu unſerm Leben. Pſalm. 30. v 6. Nicht allein zeitzichen ſondern fuͤrnemlich/ daß wir zum geiſtlichen und ewigen Leben gelanga moͤgen: Deßwegen hat er verordnet/ daß wir auß Waſſer und Geſß dergeboren werden ſollen. Joh.; v.) Dann gleichwie im A. Teſſan der jenige ſo einen Todten angeruͤhret/ und das Sprengwa ſſer nichta Ihn geſprenget/ muſte unrein ſeyn/ ſo lange er ſich nicht davon tang laſſen. Num. 19. v. 3. Alſo ſind wir auch wegen unſer ſuͤndlichen Geh unrein/ ſo lange wir durch das heilige Tauff⸗Waſſer/ als einem i Gott veroꝛdneten Mittel/ nicht von Suͤnden gereiniget werden Oiſ be iſt der von Gott verordnete Heil⸗Brun. Eſa. 12. v. 3. Dadurcht. ſchet uns Goet von unſerm Suͤnden Blut. Ezech. 16. v. 9. Daſytug er das reine Waſſer uͤber uns daß wir rein werden von aller unſer Pn nigkeit. Ezech. 3 6. v. 5. Vnd in dieſem herſchet eintzig und allein da lergnaͤdigſte Wille Gottes/ welchen er nicht auß Zwang/ ſonden 1 allergnaͤdigſtem Wolgefallen an unſer Seiten an die von jhm raun⸗ nete Mittel/ die Tauffe und ſein Wort in unſer Wiedergebun gan den. Gleichwie nun der gnaͤdige Wille Gottes iſt/ daß wir ordenti Weiſe/ durch dieſe Mittel ſollen wiedergebohren werden; Alſo iſtuh eben derſelbe Wille/ daß wir naͤchſt und neben dieſem/ ſollen ptuͤffen un ches der gute/ wolgefaͤllige und volkommene Wille G OT TE ſey. Roman. 12. verſ. 2. Welcher iſt unſer Heiligung.. Theſſlt v. z. Vnd daß wir nicht der Menſchen Luͤſten ſondern dem WillenGo les leben. 1. Pet. 4.v. 2. 3 IV. Regenerationis medium; Das Mittel unſer Wieder⸗ geburt: Durch das Wort der Warheit: Das iſt/ durch ſein henges Wort/ beydes in der heiligen Tauffe/ und auch in der Predigtdeß el⸗ gen Evangelni: Daß ſolches Wort iſt der unvergaͤngliche Samed durch wir wiedergebohren werden. 1. Pet. 1v. 23. Es wird aber das en der Warheit genant; . Ratione princi pii: Wegen ſeiner Herkunfft: Deß Teußff Wort iſt lauter Luͤgen/ weilen in demſelben keine Warheit/ wann er gen reden/ ſo nedet er von ſeinem Eigenen/ denn er iſt ein dheenn — ——yyyy— Daterden iſgerlch fundau ſathit Ge dlabet alſo 2. ge Din⸗ vathafft Watheit Esiiſtdae Gottes! ad ahfuͤ 3⸗ imahnet heit von. 89. P ſolezaſanr iccGehon V. ten werde Die Erf 60 TE Die Elſ d HE Wälen!; 69 ¾ und wan 11 Inia und vokomma Dä. Wacher ſ unſa hihm. lder MaſchenLifm ſeimn uns zum neuen Gehorſam bewegen ſoll. 377 Vater derſelben. Joh. 8. v. 44. Das hat er anunſern Paradiß⸗Eltern meiſterlich beweiſet/ den verheiſſete der Ertz⸗Boͤſewicht Liecht/ und ver⸗ ſtund darunter Finſternuͤß verheiſſete Verſtand und vermeinte Vnwiſ⸗ ſenheit. Gen. 3.v. z. Der Menſchen Wort iſt auch betruͤglich: Dann es bleibet alſo/ daß Gott warhafftig und alle Megſchen falſch. Rom. 3. v. 4. Dann umb ſeines Wortes willen/ und nach ſeinem Hertzen thut er groſſe Dinge an uns. 2. Sam. 7. v. 21. Sein Wort iſt warhafftig und was er 4 zuſaget das haͤlt er gewiß. Pſalm 33 v. 4. Seine Warheit laͤſſet er niche fehlen. Pſalm. 89. v. 4. Darumb wir billich Goltes Wort allen Men⸗ ſchen Satzungen und vernuͤnfftigen Erfindung vorziehen ſollen. 2. Ratione ſubjecti: Weilen in Gottes Wort nur warhaffti⸗ ge Dinge gefunden werden: Dann Goltes Wort iſt eine rechte und warhafftige Lehre. Pſalm. 93. v. ſ. Daher wirds genant das Geſetze der Warheit. Mal. 2. v. s. Gottes Wort iſt Warheit. Johann. 17. verſ. 7. Es iſt das Wort der Warheit. Eph. 1. v. 13. Sollen uns derwegen von Gottes Wortdurch 18. abfuͤhren laſſen. keine ſuͤſſe Wort und praͤchtige Rede Rom. 16. v. 3. Ratione moniti: Wegen ſeiner Ermahnung: Dann es ermahnet uns zum allerfleiſſigſten zur Warheit: Wir ſollen die War⸗ heit von Hertzen reden. Pſ. 13. v. z. Wir ſollen die Warheit lieben. Zach. 8. v.9. Vnd einer mit dem andern dieſelbe reden. ib. v. 16. Vnſer Rede ſolle ja ja nein/ nein ſeyn. Matth.. v. 177. Welcher Ermahnung wir treu⸗ lich Gehorſam leiſten ſollen. b V. KRegenerationis ſcopum: Zu was Ende wir wiedergebo⸗ ren werden: Auff daß wir waͤren Erſtlinge ſeiner Creatuͤren: Die Erſtlinge im alten Teſtament/ als die Fruͤchte der Erden/ muſten ꝗu6O TT geheiliget und außgeſondert werden: Daher ſpricht GOtt: Die Erſtlinge von den erſten Fruͤchten deines Ackers/ ſoltu in das Haus deß H ERR N deines GSTTES bringen. Exod. 34. verſ 26. Weilen nun glaubige Hertzen durch ihre Wiedergeburt Erſilinge GO TTES werden/ ſo muͤſſen ſie ſich auch denſelben gleich ſtellen/ uUnd zwar; 1. Ratione electionis: Wegen der Ehrwehlung: Gleichwie b Bbb 2 Gott 378 Wie unſer Wiedergeburt b Gottdie Erſtgeburt von Menſchen und Vieh/ Kom/ Moſtund Oz; woleuts jhme zu bringen befohlen/ und dieſelbe fuͤr ſich erwehlet. Num. a gmui ſeqg. Alſo erwehlet uns Gott durch unſer Wiedergeburtzu ſeinenc— den Kindern: Alſo werden die Iſraeliten/ die außer wehlten G Ott⸗ 1 dann eſe-1u.0.Eap 3. An dieſe Erwehlung ſollen wir inn DE CA edencken. b 3 2. Separationis: Wegen der Abſonderung: Gleichwie 4 Erſtlinge von dem andern/ davon ſie Erſtlinge waren) wurden alg deri Wie dann auch Gott die Iſraeliten alſo von den Voͤlckern i ſondert hatte. Lev. 20. verſ. 4. Und zu Nehemiæ geiten/ der Sang Iſrael/ von allen frembden Kindern auß geſondert ward. Neh 9. v ſind glaubige Wiedergeborne von der Welt abgeſondert: C h TBS hat ſich von der Welt erwehlet. Johann. 15. verſ 29. N ſie ſich nicht der Welt gleich ſtellen ſollen. Roman. 12. verſ. ꝛ Diſ die Welt nicht lieb haben ſollen/ noch was in der Welt iſt. 1. Johant verſ. z. b 3. Oblationis: Wegen der Opfferung: Gleichwiedieſun ge muſten dageſtellet und geopffert/ oder das jenige damit ſie geloſaſt den HErꝛn gebracht werden: wie Exod. 22. v. 30. cap. 34.V. z6, Nuni v. 12. ſeqq. zu leſen: Alſo muͤſſen alle Wieder gebohrne Gott ein geaͤngſ und zuſchlagen Hertz opffern. Pſalm. 51. v. 19. Ein williges Opffer h Mundes. Pſ. 119. v. 08. Sie muͤſſen jhre Leiber opffern/ zueinemliwa ANaul digen heuigen/ und Gott wolgefaͤlligen Opffer/ durch jhten vemniuff guſſiche gen Gottes⸗Dienſt. Rom. 12.v. 1. lMNanſchen 4. Ratione gratitudinis: Wegen der Danckbarkeit Ehu Wercke. das Opffer der Erſtlingeeine ſchuldige Danckbarkeit und Ehrertiennn- affnſſ gegen Gott: Daher ſpricht Salomon: Ehre den HEnn vondeimn vaͤdenw Gut/ und von den Erſilingen alles deines Einkoſſiens. Prov. v Yo Ond Dhe Haſ dabamah geehret/ wann die Wiedergeborne viel Frͤchtknn u,Si .Joh. 15. v. 4dü4.. . S. Divinæ dilectionis Wegen der gottlichen Liebe Ded Duch fer von denErſtlingen ſind ein uͤſſer Geruch dem HEnnn geveſen un gen Gi 8. v. 7. Alſo ſind die guten Werck der Glaubigen ein fuͤſſe Gemchn zuſamm angnehm Opffer/ Gote gefaͤllig. Philip. 4.v. 18. Gleichwie nun d finda t dias ſeine Erſtling und Zehenden gantz neulich gegrhen Tob.17d, andnon — Gon 41 5. 4. Arfn Dgn Hott du 914. en Knndon cdorne von da 5 agſeur Wat b ſolcm noch rande dai Pegen der Oyffrngeui iſema u Neeraxtn d groyffar/ odrdas jcnge ami rdewi Produ. d cagzt niſſ il Berziomin ffen Pium n Ennln Suemüſeaſferkchanfn⸗ eigefibsn Opffr dutſ nwnſhne uns zum neuen Gehorſam beivegen ſolle. 379 wolle uns Gott/ durch ſeinen Geiſt regieren/ daß wir ſolches geiſtlich getreulich verrichten moͤgen/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. Die neun und funfftzigſte Predigt. DE CAVSA IMPVLSIVA NOV OBEDIENTIEÆ SEX- TA, QIE NOSTRA RENOVATIO. Wie unſer Erneuerung uns zum neuen Ge⸗ horſam treiben ſolle. Rom. G. v. 17. ☛ Gott ſey gedancket daß jhr Knechte der Sun⸗ den geweſen ſeyd/ aber nun gehorſam worden/ von Hertzen/ dem Kuͤrbilde der Eehre/ welchem jhr ergeben ſehvd. S ſpricht Paulus Tit; verſ.. Daß uns Gott 4.△ nach ſeiner Barmhertzigkeit ſelig mache/ durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung deß heiligen Geiſtes; — In welchen Worten wir haben: b 1. Salutis noſtræ ortum; Woher unſer Seligkeit komme; Nemlich auß der groſſen/ auß der unaußſprechlichen/ auß der unbe⸗ greifflichen Barmhertzigkeit Gottes: Dann die Seligkeit iſt allein deß Menſchen/ welchem Gott zurechnet die Gerechtigkeit/ ohne zuthun der Wercke. Rom. 4. verſ. 6. Allhie ligt es nicht an jemandes Wollen oder Lauffen/ ſondern an Gottes Erbarmen. Rom. 9. verſ. 16. Auß Gnaden werden wir ſelig/ durch den Glauben/ und daſſelbe nicht auß uns/ Got⸗ tes Gabe iſts/ nicht auß den Wercken/ auff daß ſich nicht jemand ruͤh⸗ 1 me. Eph. 2. v. 8. II. Salutis noſtræ medium: Das Mittel unſer Seligkeit: Durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung deß heili⸗ gen Geiſtes: Es ſetzet allhie Paulus Wiedergeburt und Erneuerung zuſammen/ nicht daß ſie gleich wircken/ ſondern daß ſie zuſammen ge⸗ funden werden: Dann es heiſſet/ wie man in Schulen redet, Quæ ſimul ſunt, non ſemper ſimulagunt: Das iſt; Dieſenige Ding ſo behenan⸗ 8 5b der 380 Wie unſer Erneuerung der ſeyn/ wircken nicht allzeit gleich mit einander: Leib und Seelſchnig gom Gott einem lebendigen Menſchen bey einander/ aber es folget nicht/ masde Frnſienuͦ Seele thut/ das thut auch der Leib: Dann es iſt ein groſſer Unterſche) afft Go zwiſchen unſer Wiedergeburt und Erneuerung: Die Wedage ſdeß ſiehet in Vergebung der Sunden/ und Zurechnung der Gerechiga uunddi Chriſti/ und gehoͤret zum Evangelio: Die Erneuerung beſtehetin n en Verel enderung unſers Verſtandes und Lebens/ und gehoret eigentlichaa eweiſen: Geſetzt Der Wiedergeburt End⸗Alrſach/ iſt der Friedeunſers Get⸗ 41. ſens/ und die ewige Seligkeit; Der Erneuerung aber der Beweißthin ckenvong unſer Verſuͤhnung mit GO TT/ und deß ſeligmachenden Glauban. Gottme⸗ Durch die Wiedergeburt ſeyn wir gexecht fuͤr Gottes Gerichte Dun uunſas/ die Erneuerung fahen wir an die wuͤrckliche Gerechtigkeit für Munde Menſchen zu beweiſen/ die Wiedergeburt gehet vorher; Die Enn ben: Nu rungfolget Die Wiedergeburtiſt vollkommen, Die Erneucrunai Guttsge vollkommen; Dann der innerliche Menſch wird von Tage zu Tag Goöteche neuert. 2. Cor. 4. v. 6. Gleich wie nun der heilige Geiſt dieſe beydehe⸗ nd Bar cket und bey einander ſetzet/ alſo muͤſſen ſie auch beyde bey uns gendn· den Glau werden/ wie auch Paulus in verleſenen Worten bezeuget/ auß wiilin ſan hE wir wollen anſehen: 2 Oee Wie unſer Erneuerung uns zu einem gottſeligen huaßſ Leben und Wandel fuͤhren ſolee. Dyfte/ſ Der heilige Geiſt ſo uns wiedergebieret und erneuert/ wolle dieſebya ſoynen wi Woltchaten auch an uns beweiſen/ umb Jeſu Chriſti willn/ 6( Amen. bgeſ Erklaͤrung. Wauſa Csofuͤhret uns/ OChriſtliche Hertzen/ unſer Erneuerungu uſern d nem gottſeligen Leben/ wann wir anſehen: Danckh I. Debitam gratitudinem: Unſere ſchuldige Danckbarkett: Gerechti Gott ſey gedancket/ ſagt Paulus: Wann wir unſern elenden Zuſtand daßwirv unter dem Suͤnden⸗Leben/ und dagegen unſer Errettung auß demſii ckada ben/ ſo wir durch wahre Buß und Bekehrung erlangen/ betrachlen /o wo. vetſz haben wir groſſe und viele Urſachen Gott dem HErꝛn hertzgruͤndicch Henzan/ fuͤr dieſelbe zu dancken/ dann wir werden dadurch verſetzet/ ausam gaadreich — uneruche Maſchradraln Glaich wic mmda ſalg Gef zet alſo muͤſſaſie auch erdeme lus mverleſca Penmdemg neuerunguss zuenengi und Wandeſfchrmſa wiedeabiatrundman Na us waſe/ md. uns zum neuen Gehorſam treiben ſolle. 381 Zorn Gottes/ in ſeine Gnade; Auß dem Fluch/ in den Segen; Auß der Finſternuͤß/ in das Liecht; Auß der Gewalt deß Satans/ in die Kind⸗ ſchafft Gottes; Auß der Ungerechtigkeit/ in die Gerechtigkeit; Auß dem Tode/ ins Leben; Auß der Hoͤllen und Verdamnuͤß/ in den Him⸗ mel und die ewige Seligkeit: O der allerherꝛlichſten O der allerſelige ſen Senenderung Fuͤr dieſelbe ſollen wir billich unſere Danckbarkeit eweiſen: b —1. Corde:Mit unſerm Hertzen; Wir ſollen dem HErꝛn dan⸗ cken von gantzem Hertzen. Pſ. o. v. 2. Und ſagen: Mein Hertz iſt bereit/ Gott mein Hertz iſt bereit/ daß ich ſinge und lobe. Pſ. 57. v.s. Das muß unſers Hertzen Freud und Wonne ſeyn/ daß wir alſo mit froͤlichem Munde Gott loben und preiſen koͤnnen. Pſal. 63. v. 6. Sagen von Her⸗ tzen: Nun lobe meine Seel den HErnn/ und vergiß nicht/ was er dir Gutes gethan/ der dir alle deine Suͤnde vergeben/ und geheilet alle deine Gebrechen/ der dein Leben vom Verderbenerloͤſet/ und dich mit Gnad und Barmhertzigkeit gekroͤnet. Pſ. 103. v. 2. feq. Dann weilen wir durch den Glauben gerecht werden/ ſo haben wir Friede mit Gott/ durch un⸗ ſern HErꝛn Jeſum Chriſtum. Rom.. v. 1. 2. Ore: Mit unſerm Munde: Wi ſollen den H Erꝛn loben allezeit/ ſein Lob ſoll immerdar in unſerm Munde ſeyn. Pſal. 34. v. x. Wir ſollen jhm opffern die Farren unſer Lippen. Hoſe. 14. v.. Nemlich unſer Lob⸗ DOpffer/ ſo da iſt die Frucht unſer Lippen. Heb. 13. v. 1. Und dieſes muß ſeyn ein williges Opffer unſers Mundes. Pſ. 110. v. 1os. 3. Opere: Mit unſern Wercken: Das iſt/ mit Wercken der Lie⸗ be gegen Gott und unſern Nechſten/ in welchen eigentlich und fuͤrnem⸗ lich unſer Erneuerung beſtehet: Daß wir das Liecht unſers Glaubens leuchten laſſen/ daß die Menſchen unſer gute Wercke ſehen/ und preiſen unſern Vatter im Hunmel. Matth. 5. verſ. 16. Und auß hochſchuldiger Danckbarkeit/ dem allerwolthaͤtigſten Gott dienen/ in Heiligkeit und Gerechtigkeit/ die jhm gefallig iſt. Luc. 1. v. 75. Denſelben damit ehren/ daß wir viel geiſtliche Fruͤchte bringen. Joh. 15. v. s. Wir eſſen oder trin⸗ cken/ oder was wir thun/ alles zu G OTTES Ehre thun. 1. Corinth. 10. verſ. 31. Dieſer unſer hochſchuldigen Danckbarkeit/ O Chriſtliche Hertzen/ laſſet uns nicht vergeſſen/ daß wir unſer Wiedergeburt und ggnadreiche Gerechtfertigung/ fuͤr allen Dingen mit unſer Erneuerung oder 382 Wie unſer Erneuerung oder einem gottſeligen Leben beweiſen moͤgen: D Keyſerspag ce diger zu Straßburg/ hat die Undanckbaren gegen Gott den Saͤue 1.p. 100. glichen/ die zwar der Eicheln unterm Baum ligend gerne genieſſen ohh PrPS7: nicht einmahluͤber ſich ſehen/ woher ſie gekommen: Nilil ita dilplen Deo, præſertim in filiis gratiæ, in hominibus converſionis Serm. ⁊. in gratitudo, ſagt Bernhardus; Das iſt; Es mißfaͤllet GOt Zinckgr. Pwauhhn ſehr/ als wann ſeine Gnaden⸗Kinder/ die bekehrte Menſchemundan Eutrap. ſeyn. Keyſer Friedrich der III. hat offt pflegen zu ſagen; Er habe un Gerlach. allen denen die er zu Ehren gebracht/ wenig Danckbare gefunden d p.i. p.76. mag warlich der allerwolthaͤtigſte Gott auch wol ſagen und klagan. bedencken aber dieſes fleiſſig alle die jenige ſo durch wahre Buſſein Ge tes Gnade auffgenommen; Daß ſie ohn unterlaß beten/ Schaffeinn Sott ein reines Hertze/ und gib mir einen neuen gewiſſen Geiſt Pſulx v. 12. HErr lehre mich thun deinen Wolgefallen/ dein guter Gaßtit re mich auff ebener Bahn. Pſ. 143. v. 11. II. Peccati ſervitutem: Der Suͤnden Dienſt; Wirſand Knechte der Suͤnden geweſen: Verſtehe fuͤrunſer Bekehtung l es iſt ein elender Zuſtand dieſer Knechtſchaffe: Dann wer Suͤnde zul (ſielaͤſſet herꝛſchen in ſeinem ſterblichen Leibe. Rom. 5. v. 12.) Deriſſ Suͤnden Knecht. Johan. 8. v. 4. Dann welchen wir uns darſtelta Knechten/ in Gehorſam/ deß Knechte ſind wir. Rom. 6. v. 16. Dndm welchem ſemand uͤberwunden iſt/ deß Knecht iſt er. 2. Pet 2. v. 14. h len wir nun/ ſo lange der Suͤnden den Zaum ſchieſſen laſſen/ ſo bezan wir durch ſolchen Gehor ſam/ daß wir jhre Knechte ſeyn: Gleichweſ nem Knecht deß Amalek iters/ wie er kranck worden/ von ſeinem hen verlaſſen /in Hunger und D dem ſelben zugefuͤhret/ und von hm erquicket worden: 1. Sam. zohn ſeqd. Alſo thut auch die Suͤnde bey uns; Amalec heiſſet ſo vilaben Volck das da locket: Die Suͤnder laſſen ſich durch die Suͤndeveruͤ⸗ ten/ daß ſie jhren Gifft gleichſam lecken/ Aber wann ſie uns zuſttt Knechtſchafft lange gebraucht/ ſo verlaͤſſet ſie uns/ und laͤſſet uns ohn Kuͤlffe/ Troſt und Labſal da ligen/ biß Jeſus Chriſtus der himlſth David und Geliebter Gottes/ ſich unſer annimt/ und mit ſanem ha ren Verdienſt/ vermittels wahrem Glauben/ uns erquicket: Vonda ntaun len wir daß de Snaathanan nue alei Jißnceſn ‚quami urſt von Davids Kriegsvolck gefundnſ Hennſht leſechs ufahſ Sundeber goiutſt an Saul erſehen. Wieder daßſirw 11 horſame zudem Glauben ſandeß unſer Ve rinth. 10. Warhei Giorſa nanl der nen das ut techtundg Kindet u nachden ſg'maͤſſer teq. Glai tttſeine O ſezum! Keiſtliche Vom c ner unde geſtanden Befelch za Wier 1 Shetenn mm Daß— thun deinen Waggfiln dan da. Pſ 4 dn. ““n 1, 4 4 ““ O 5 ageweſen: Vaßteftwſeieth ddueſe Knechiſcof dmn cnem ſiabüchen(che Jon an 8.v. 4. Dan vichatairt Sipder de zun ſhirte ein vi ri hr Kuchſ di uns zum neuen Gehorſam treiben ſolle. 383 Herꝛn ſchweren Schoß uñ Schatz geben muͤſſen/ ſondern auch denſelben alle ſechs Tage in der Wochen arbeiten/ und ſo einer das Leben perwir⸗ Schroͤter. cket/ muͤſſe er ſich ſelbſt mit eigen Haͤnden auff hencken: Was thut die Cosmog. Suͤnde bey jhren treuen Dienern anders? Wañ ſie derſelben lange genug parr. gedienet ſo muͤſſen ſie ihre eigene Hencker und Scharff⸗Richter ſeyn/ wie P 827. 3 Sau Achitopel und Juda/ und andern ſhren Nachfolgern zu erſehen. t b b III. Renatorum conditionem; Die Beſchaffenheit der Wiedergebohrnen: Die muͤſſen ſie mit jhrer Erneurung beweiſen/ daß ſie warhafftig wiedergebohren und zwar: b 1. Debita obedientia, Mit ſchuldigem Gehorſam Dieſer Ge⸗ horſam erfodert nicht allein ein bußfertiges Hertz; Daß wir uns bekehren zu dem HErnn unſerm Gott. Deut. 4.v 30. Auch nicht allein in wahrem Glauben an Chriſzum/ da durch die Predigt deß Evangelii/ der Gehor⸗ ſam deß Glaubens wird auffgerichtet. Rom. 16. v. 26. In welchem wir unſer Vernunfft gefangen nehmen unter den Gehorſam Chriſii. 2. Co⸗ rinth. 10. v. 5. Vnd wir unſer Seelen keuſch machen in Gehorſam der Warheit. 1. Pet. 1. v. 22. Sondern es wird auch dadurch verſtanden/ der Gehor ſam zu einem gottſeligen Leben und Wandel; Welcher wird ge⸗ nant der Gehorſam zur Gerechtigkeit. Rom. 6. v. 16. Daß wir verleug⸗ nen das ungoͤttliche Weſen/ und die weltliche Luͤſte und leben zuͤchtig/ ge⸗ recht und gottſelig in dieſer Welt. Tit. 2. v. 1. Da wir ſeyn gehorſame Kinder/ und ſiellen uns nicht gleichwie vorhin/ da wir in Vnwiſſenheit nach den Laͤſten lebten/ ſondern nach dem der uns beruffen hat/ und heilig iſt/ muͤſſen wir auch heilig ſeyn in allem unſerm Wandel. 1. Pet.. v. 14. teq. Gleichwie ein gehorſamer Menſch in Welt⸗Sachen alſobald berei⸗ tet ſeine Ohren zum Auffmercken/ ſeine Zunge zur Antwort/ ſeine Fuͤſ⸗ ſe zum Lauffen/ und ſeine Haͤnde zur Arbeit: Alſo muͤſſen wir auch in geiſtlichen Sachen mit unſern Gliedern unſern Gehorſam beweiſen. Vom Scipione Atfricano lieſet man/ daß er auff 300 gewaffneter Maͤn⸗ ner/ uñ daneben auch auf einen hohen Thurm gewieſen/ ſo hart am Meer geſtanden und geſagt; Daß auß dieſen allen keiner/ der nicht auff ſeinen Befelch auff den Thurm ſteigen/ und ſich ſelbſten ins Meer ſuͤrtzen ſol⸗ te: Wie vielmehr ſollen wir dem Willen GOTES gehorſam ſepn Ce vorg Zeil. Epi- 0l.175. ——— — 4 sause 3 2. . 3——. . 4* 4 8.— 4 3 1——— 1 ———————— 3— 4 4————— 2 6——— 8 4 1—————- 4————— 22————* 3—————— xreeer — 4. 3———.—. 2 8 8———————— 8 5———“ 3 ö 2 1.—— 1—.— 3. 8 .———.——————— 8— 3 .— 4———— 8 2— 2———— —————————————.——jjy— 1 ———— 8 4—————————.— ————————————. 1.— 4————— 6————————— 1 7 4 ——— — Eutrapel. Gerlach. P.I. ꝑ. 86. 384 Wie unſer Erneurung bevorab/ weilen derſelbe nicht zu unſerm Wanderben/ ſonden zeun und emigen Wolfarth gereichet. Sehen wir doch/ wiedie unvemaͤnft gen Creaturen Gott gehorſam ſeyn: Auff Gottes Befehl theilerſihan Waſſer und ſtehet ſtulle. Exod. 14. verſ. 21. eq. Die Erde ihutſichz Gottes Willen voneinander/ und verſchlinget die goitloſe Notteſolg Korah waren/ mit Haͤuſern/ Menſchen und aller Habe. Num 6 g Die ſonſi freſſigen Raben/ muſten nach Goties Willen den Elami Speiſe verſorgen. 1. Reg. 17. v. 4. Das Feur war dem Willen Golliz horſam/ und verdarb durch ſeine Flammen die Maͤnner ſo das gun ſchuͤreten/ aber die Maͤnner im Ofen blieben unverſehret. Dan ⸗u ſeq Solten wir in Betrachtung dieſes Gehorſams/ uns nicht hillin Hertzen ſehaͤmen/ daß wir dem lieben Gott in moͤglichen Dingen ſoun horſam uns erzeigen: b 6 2. Obedientiæ forma- Mit der Art und Weiſe jhres Gefer ſams: Sie muͤſſen von Hertzen gehorſam ſeyn: Wielebitda inn ein/ gleichwie ſie mit jhrer Heucheley den Menſchen ein blauen Dun fuͤr die Augen mahlen koͤnnen/ alſo wollen ſie es dem alwiſſenda Ghal auch thun; Da zwar die Menſchen allein ſehen was fuͤr Augen iſtade Gott das Hertze anſiehet 1. Sam. 16. v.)7. Muͤſſen nicht gedenckenn wollen uns zu Gott nahen mit unſerm Munde und ehren jhn mitunn Lippen. Eſa. 29. v. 3. Ach nein. Wir muͤſſen dem HErrnunſemon von gantzem Hertzen dienen/ und von gantzer Seelen. Deut. 10 ve M ſſen dem HErrn dienen in der Warheit/ und halten uns rechtſchafn muͤ zuſhm. Tob. 14. v. 10. Inſere Gottes⸗Furcht muß nicht ein. Heuchel ſeyn/ und dienen jhm nicht mit falſchem Hertzen. Syrach. 1. 36 den. hard von Siena hat wol geredet: Der lebet allein recht und wol/ welha alles/ was er auch heimlich verrichtet/ anders nicht thut/ al wanle⸗ des Gott und Menſchen ſaͤmptlich zuſehen: Welcher aber mehr fͤrden Menſchen/ als fuͤr dem alwiſſenden G OT T ſich ſchaͤmet/ eriſtn Exicurer/ und glaubet nicht daß ein GOT ſey. 3. Obecientiæ norma:Der Richtſchnur dieſes Gehorſamt Im Bapſthum hat man einen blinden Gehorſam/ nach den Acgul mancherley Orden/ und nach den Gebotten der Roͤmiſchen Kuchen Aber Paulus ſagt/ wir ſollen gehorſam ſeyn dem Fürbihen Lahkt⸗ Gott ma nuͤßmuſ muͤſſenwe gen. Eſa. ſellet E Lecht w ſchon G. einfrem beyderr⸗ mon un 4. Sie ha Siefolg und thun wie das. ergeben; Wieder gem lehe fleiſigſen und ſeinen gehorſam und Henl Goltder⸗ villn/A roema Miderlrtudnn vn Herhengehorinſcn. R r Neuchaly da Raſcan konnen alſo rola ſi e dmc e Maſchaalmſch nont Sam 6. Näſanh uns zum neuen Gehorſam treiben ſole. 38/ Lehre; Welche iſt die goͤttliche Lehre/ in heiliger Schrifft verfaſſet: Gott muß uns lehren durch ſein Geſetze. Pſal. 94. v. 12. Gottes Zeug⸗ nuͤß muͤſſen unſer Raths⸗Leute ſeyn. Pſalm. 119. v. 24. Auß denſelben muͤſſen wir lernen Gottes Wege/ daß wir wandeln auff ſeinen Stei⸗ gen. Eſa. 2. v. 3. Dann Gott hat ſein Recht zum Liecht der Voͤlcker ge⸗ ſtellet. Eſa. ꝓ*. verſ. 4. Daß wir darauff Acht haben ſollen/ als auff ein Liecht/ welches ſcheinet an einem dunckeln Ort. 2. Pet. 1. v. 9. Aber ob⸗ ſchon Gott uns viel von ſeinem Geſetze ſchreibet/ ſo wirds geachtet wie ein frembde Lehre. Hoſ. s. v. 12. Wiedergebohrne Hertzen aber/ die laſſen beydetradition und Menſchen⸗Satzung/ und auch der Vernunfft opi⸗ nion und Eingeben ferne von jhnen ſeyn. b 4. Obedientium diligentia: Dem Fleiß ſolcher Gehorſamen: Sie haben ſich dem Fuͤrbilde der goͤtklichen Lehr gantz ergeben: Sie folgen dem Richtſchnur goͤttliches Wortes in jhrem Gehorſam/ und thun nach hoͤchſter Moͤglichkeit was Gott darin beflehlet. Gleich⸗ wie das Haus oder Haußgenoſſen Stephana, ſich ſelbſt verordnet oder ergeben zum Dienſt der Heiligen. 1. Corinth. 16. v. 1. Alſo muͤſſen alle Wiedergebohrne ſich dem Dienſt Gottes/ mit einem Gott wolgefaͤlli⸗ gem Leben und Wandel ergeben. Sie muͤſſen Acht darauff haben/ und fleiſſig ſeyn/ daß ſie den HErrn erkennen. Hoſ. 6. v. 3. Das iſt/ Goit und ſeinen Willen nach dem Fuͤrbilde der Lehre erkennen/ demſelben gehorſam ſeyn/ und ihn hie zeitlich alſo ehren/ daß ſie der ewigen Ehr und Herꝛligkeit theilhafftig werden/ wozu uns allen verhelffen wolle/ Gott der Vater/ durch die Gnade deß H. Geiſtes/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. — Die ſechtzigſte Predigt. DE CAVSA IMPVLSIVA NOV OBEDIENTIA SE- PIIMA, Qll BENEPLACIITI DIVINI CON. “ SIDERATIO. Wie uns der ſonderliche Wolgefalle Gottes/ zu einem gott⸗ ſeligen Leben bewegen ſolle. 4 4 Cco à Actor. 386 Wie der ſonderliche Wolgefalle Gottes,⸗ “ Act. 10.v. 35.* b Auß allerley Volck/ wer Gott fuͤrchtet un recht thut/ der iſt hm angenemn. S ſchreibet Paulus Col. v. 10. Wir ſollenan 1. Ambulatio Deo digna: Ein Wandel der wuͤrdiglichdn HErm ſey: Betrachte doch/ O Chriſtliches Hertz/ die uͤberauß guſſ Wolthaten Gottes/ ſo er an dir bewieſen; Er hat dich erſchaffen/ En haͤlt dich mit Eſſen und Trincken/ Kleidern und aller Nothdurftih Leibes und Lebens; Er hat dich auß deinem euſerſten und ewigen derben/ durch ſeinen eigenen und einigen Sohn erloͤſet: Er hatdih durch den heiligen Geiſt zur Gemeinſchafft ſeiner Kirchen und Gnnt beruffen: Da muſt du ja dieſem HErꝛn wuͤrdiglich/ und wennmn danckbaren Kinde gebieret/ wandeln: Wir muͤſſen uns wuͤrdigenagn dem Reich Chriſti. 2. Theſſ. 1. v. 5. Weilen uns Gott errettet hatvond Obrigkeit der Finſternuͤß/ und verſetzet in das Reich ſeines hin dig machen ſeines Beruffes. 2. Theſſ. 1. v. x. 2. Ambulatio Deo accepra; Ein Wandel dem HErmzudl fallen hat am Gehorſam ſeines Kindes; Alſo auch unſer himüſcher D ter/ Gehorſam gefaͤllet jhm beſſer als Opffer. 1. Sam. 15 verſ. 22 To dem Menſehen/ der Gott gehorchet. Prov. s. v. 34. Wollet hr mig⸗ horchen/ ſo ſollet jhr deß Landes Gut genieſſen/ ſpricht er. Eſa.vih 3. Ambulatio tructuoſa. Ein fruchtbarer Wandel: Daß wit fruchtbar ſeyn in allen guten Wercken: Die Gottloſen gehen m Aber glaͤubige Hertzen ſeyn fruchtbar in allen guten Wercken/ ſiebnn⸗ gen als gute Baͤume/ gute Fruͤchte. Matt. 7. v. 18. Sie ſind erfuͤlleim Fruͤchten der Gerechtigkeit/ ſo durch Chriſtumin jhnen geſchehen r deln wuͤrdiglich dem HErꝛn zu allem Gefallen/ und fru O bar ſeyn in allen guten Wercken. In dieſen Wortenih 26 uns der Chriſtliche Wandel beſchrieben/ daß er ſeynſolt Sohns. Col. 1. v. 13. Und uns beruffen von der Finſternuͤß zum Luc JI. Pet. 2. v. 9. So muͤſſen wir Gott fleiſſig bitten/ daß er uns wollewi — lem Gefallen: Gleich wie ein irꝛdiſcher Vatter/ ein hertzlichen Wolg⸗ boͤſen Wercken umb/ und laden auff ſich Gottes Zorn und Ungnad 1. Gottloſe Weſeng Secleha nan/ ſie then/ oſp undmagn dreuſꝛder Vuun ürchugen David/ ten Wol in Wole gffalle i Schtan dieſer an unſer wircka aber iſede 42², vfſ. De⸗ xccepta: Ein— 8 c 4 n ſnns Nndcs Aſo uda rum kſſc as Ne rLndes augneſa f uns zu einem gottſeligen Leben beivegen ſolle. 387 der Ehre und Lobe Gottes. Phil. 1. v. x1. Gleich wie ein Hausvatter ſei⸗ ne ſonderliche Luſt/ und groſſen Gefallen an fruchtbaren Baͤumen hat: Alſo auch der allerhoͤchſte Gott/ an den guten Wercken ſeiner Gnaden Kinder: Dieſes bezeuget auch Petrus in verleſenen Worten/ auß wel⸗ chen wir wollen anſehen: Wie uns der ſonderliche Wolgefalle Gottes/ zueinem gottſeligen Leben treiben ſolle. Der allerhoͤchſte Gott gebe ſeine Gnade/ daß wir auch moͤgen Gott volgeſalug⸗ Kinder ſeyn und bleiben/ umb Jeſu Chriſti willen/ men. Ertlaͤrung. Wir muͤſſen allhie betrachten: I. Dei beneplacitum: Den Wolgefallen Gottes: An den Gottloſen hat Gott keinen Gefallen: Dann er iſt kein Gott dem gottlos Weſen gefaͤllet/ wer boͤſe iſt der bleibet nicht fuͤr jhm. Pſal.. v.. Seine Seele haſſet den Gottloſen. Prov. I.. v. ⸗. Wann dieſelbe ſchon vermei⸗ nen/ ſie wollen mit Feſt⸗und Feyr⸗Tagen jhnen Gott angenehm ma⸗ chen/ ſo ſpricht er: Ich bin euren Feyr⸗Tagen gram/ und verachte ſie/ und mag nicht riechen in eure Verſamlung. Amos. 7. verſ. 21. Ihm ver⸗ dreuſt der Gottloſen Hoffart. Amos. 6. v. 8. Sonſten hat er nichts be⸗ reitet dazu er Haß haͤtte. Sap. 11. v. 25. Aber an glaͤubigen und gotts⸗ fuͤrchtigen Hertzen hat G O T Tein hertzliches Wolgefallen: Alſo ſage David/ Gott habe den Iſraeliten das gelobte Land gegeben/ daß er ei⸗ nen Wolgefallen an jhnen gehabt. Pſal. 44. v. 4. Dann der HErꝛ hat ein Wolgefallen an ſeinem Volck. Pſal. 149. verſ. 4. Vnd dieſer Wol⸗ gefalle iſt nicht abſolut, wie die Calviniſten wollen/ ſondern in den Schrancken der goͤttlichen Ordnung begrieffen: Woher aber kompt dieſer Wolgefalle? Nicht von uns ſelbſt/ ſondern durch den Glauben an unſern Erloͤſer Jeſum Chriſtum/ welchen der heilige Geiſt bey uns wircket Auſſer dem ſind wir Gott ein Greuel. Hiob. 15. v. 16. Derſelbe aber iſt derjenige/ an welchem Gottes Seel ein Wolgefallen hat. Eſa. 42. verſ. 1. Sein Sohn an welchem er ein Wolarfalle hat, Matth. 3. cE 3 p. 17. ——. ———————*— 4 5 —— — 85— — 388 Wie der ſonderliche Wolgefalle Gottes, v. 7. Vnd iſt daneben Gottes Wille und Wolgefalle/ daß wer denl. ſeinen Sohn in ſeinem Worte) ſiehet und glaubet an 5 ſin 45 b das ewige Leben. Joh. 6. v. 40. Vnd Gott hat uns verordnetzut ii ſchafft gegen ihm ſelbſt/ durch Jeſum Chriſium nach dem Wolgefale ſeines Willens/ zu Lob ſeiner herrlichen Gnade/ durch weiche Gnadt uns hat angenem gemacht/ in dieſem ſeinem geliebten Sohn. Epha, ſeq. Dann ohne den Glauben an Chriſtum/ iſis ohnmuͦglich Gon fallen. Heb. 11. v. 6. Vnd dieſer Glaube wird bewieſen mit einem got ligem Leben und Wardel: Dann deſſclben E genſchafft ſtdaßahe die Liebe thaͤtig iſt. Gal.. v. 6. Daß wir auß fleiſſigem Gehoͤrund ſ goͤtliches Worts pruͤfen/ was dem Herꝛn wolgefaͤllig ſey Eph..v Wenden allen Fleiß an/ daß wir dareichen im Glauben Tugend unn der Tugend Beſcheidenheit/ und in der Beſcheidenheit/ Maͤſiui Vnd in der Maͤſſigkeit Gedult; Vnd in der Gedult Gottſeligketqon in der Gottſeligkeit bruͤderliche Liebe/ und in der bruͤderlichen Luht 1 meine Liebe: Vnd wo ſolches reichlich bey uns iſt/ wirds uns nic ſan noch unfruchtbar ſeyn laſſen/ in der Erkaͤntnuͤß unſers Henn iſ Chriſti.. Pet. 1.5 ſeqq. Dieſes/ dieſes/ O Chriſtliche Hertzen iſtdan⸗ terliche Wolgefalle Gottes/ daß ein glaubiges Hertz mit Fraudanſſ genkan: unterlaß/ All Fehd hat nun ein Ende. II. Beneplaciti objectum: An welchen Gott ein Wolge⸗ fallen trage: Dieſelbe ſeyn: b I. Deum timentes: Die Gott fuͤrchten: Dieſe Gottesfuuct iſt eine weit umb ſich greiffende Tugend/ dann ſie hat unter ſich allcdu⸗ genden der erſten Taffeln deß Geſetzes Gottes: Daß Gottsfuͤrchae nach dem erſten Gebot/ Gott uͤber alle Ding fuͤrchten/ lieben un ſhm vertrauen/ und alſo Gott allein ihr hoͤchſter Schatz und Gut ſoy Nach dem andern Gebot/ beweiſen Gottsfuͤrchtige ihre ſchuldige Danckban keit/ daß ſie den Namen ihres allerhoͤchſten Schatzes und Gutts ni mißbrauchen mit Schweren/ Zaubern/ Luͤgen oder Triegen/ ſondan denſelben in hoͤchſten Ehren halten/ ihn anruffen/ loben /preiſen und br. Ein Wolgefallen Gott an uns hat/ nun iſt groß Friedoh — gevicht Liebe und thun/ un HEnn/ HExu/ und iſife Hrnf alſo was! Gottden wil Golt Guͤtedef nen/ dief Auge ſihe te Seleen denen dieſt a /ſie iſ künffigen oen Engel Häupter Congo ir ben gebra mehr gei Gottesfte 2uehu em geſtn ligket. nicht alle b mirhh n Gott mushet unit trrlaß b datnunanende. uns zu einem gottſeligen Leben bewegen ſolle. 389 cken: Nach dem dritten Gebot beweiſen ſie jhre Gottesfurteht/ daß ſie Gottes Wort lieben/ gerne hoͤren/ in jhrem Hertzen behalten/ und jhr Leben darnach richten und anſtellen/ und ſonderlich die Feyr und Son⸗ tage zu der Ehre Gottes/ und jhrer Seligkeit Befoderung zu bringen: Und ſolche Gottesfurcht hernacher beydes gegen jhren Nechſten und ſich ſelber/ nach Anleitung der andern Taffel deß Geſetzes beweiſen: Dieſe Gottesfurcht iſt eine kindliche Gottesfurcht; Da Gottsfuͤrchti⸗ ge nicht auß knechtlichem Zwang und Drang/ ſondern auß kindlicher Liebe und Furcht/ dasjenige/ was Gott befohlen hat/ willig und gerne thun/ und was er verbotten/ ebenmaͤſſig unterlaſſen. Sie fuͤrchten den HErꝛn/ und gehen auff ſeinen Wegen. Pſal. 128. v. x. Dieſe Furcht deß HErnn/ haſſet das Arge/ die Hoffart/ den Hochmut/ und boͤſen Weg/ und iſi feind dem verkehrten Munde. Prov. 8. v. 3. Sondern werden HErꝛnfuͤrchtet/ der gehet auff rechter Bahn. Prov. 14. v. 2. Undthun alſo was dem HErꝛn wolgefaͤllet. Sir. 2. v.. Dieſe Gottesfurcht iſt Gott dem HErnn ſonderlich wolgefaͤllig Wer den HErꝛn fuͤrchtet/ den n. wil Gott unterweiſen den beſten Weg. Pſal. 25. v. 12. O wie groß iſt die Guͤte deß HErnn/ die er verborgen hat denen die jhn fuͤrchten/ und de⸗ nen/ die fuͤr den Leuten auff jhn trauen: Pſal. 31. v. 20. Sihe/ deß HErꝛn Auge ſihet auff die ſo jhn fuͤrchten/ die auff ſeine Guͤte hoffen/ daß er jh⸗ re Sele errette vom Tode. Pſ. 32. v. 18. ſeq. Der Herꝛ hat gefallen an denen die jhn fuͤrchten/ und auff ſeine Guͤte hoffen. Pſ. 147. v. r1. Sum⸗ ma/ ſie iſt zu allen Dingen nutze/ und hat die Zuſage dieſes und deß kuͤnfftigen Lebens.. Tim. 4.v. s. O wie wol ſtehets fuͤr Gott/ allen heili⸗ gen Engeln/ und allen frommen Menſchen/ wann auch die hohen Haͤupter ſich der Gottesfurcht befleiſſigen: Von Alfonſo Koͤuig zu Zwing. Eongo in Moren⸗Land leſen wir/ daß/ wie er zum Chriſtlichen Glau⸗ Volx 6. ben gebracht/ mit ſolchem Fleiß ſich demſelben habe ergeben/ daß er nicht pag 300, mehr Zeit auff ſein weltliches Regiment/ als ſeine UInterthanen in der Sottesfurcht zu unterweiſen/ habe zugebracht: Er hat offt ſchoͤne Rede dem Volcke vorgetragen/ von der Gerechtigkeit und Gottſeligkeit/ von dem geſirengen Gerichte Gottes/ und von der Freude der ewigen Se⸗ ligkeit. Ludovicus Koͤnig in Franckreich/ der Heilige genant/ hat ib. p. ſeq. uicht allein ſelber ein heiliges Leben gefuͤhret/ ſondern auch diejenige ſo mit jhm umbgangen/ zum helligen Leben und Wandel gadee lieſe Eutrapel. Gerlach. P.I.·Pag. 221. faͤllige Weißheit ruffen und beten. Prov. 2. v.;. Daß Gottwolleita 390 Wieder ſonderliche Wohlgefalle Gottes dieſe und ihres Gleichen/ werden viel hohe Haͤupter ſo ſich umbdeche ſeligkeit wenig bekuͤmmern/ an jenem groſſen Tage deß HEnn ſchat roih machen. Wir muͤſſen uns aber/ O Chriſtliche Herten dafaͤrhii daß es nicht ein heuchler iſche Gottes⸗Furcht ſey/ wie jener Muͤlleg Maͤnchen ſich vermuthete/ wie ein Muͤnch ihn ſtraffete/ er haͤttſſen Eſel zu ſchwere Laſt auffgelegt/ antwortet er: Ach nein Hen/ ſch n euer und euers gantzen Ordens Froͤmigkeit/ jhm noch wolzu dieſem asf legen/ und ſolte er ſich nit beſchwert befinden Sondern es muß anneſen liche Gottesfurcht ſeyn/ und derwegen umb dieſelbeals eine Goumaſ ſchaffen ein rein Hertz/ und geben uns ein neuen gewiſſen Geiſt. Pſul v. 12. Er wolle uns weiſen ſeine Wege/ daß wir wandeln in ſeine Ui heit/ unſer Hertzen bey dem Einigen erhalten/ daß wir ſeinen ung fuͤrchten. Pſalm. 86. v. 11. Er wolle uns einerley Hertze und Weſng ben/ daß wir jhn fuͤrchten moͤgen unſer lebenlang/ auff daß es unu unſern Kindern nach uns wolgehe. Jer. 32. v. 39 2. Rectè facientes: Die recht thun: Damit werden lagifn die Tugenden der andern Taffeln deß Geſetzes Gottes: Walchei ſtu ſummariſch zuſammen faſſet und ſpricht: Alles was ſhr wollelh euch die Leute thun ſollen/ das thut jhr jhnen/ das iſt das Geſetz un Propheten. Matth. 7. verſ. 12. Solches heiſſet ſeinen Naͤchſten leig als ſich ſelbſt. Lev. 19. v 8. Wir muͤſſen nicht ſeyn unter denendiemn lehren/ und lehren ſich ſelber nicht. Rom. 2.v. 21. Und thut alſo dielh be dem Naͤchſten nicht Boͤſes. Rom. 13. v. 10. In dieſer RegulChnſt (Matth. 7.v. 12.)beſtehet die gantze juſtitz und alles Recht: Und wan dieſea recht und gleich thun bey uns Menſchen in wuͤrcklicher und e⸗ ſtaͤndiger obſervantz gehalten wuͤrde/ haͤtte man keiner Juriſtn und Pwoeeſſen noͤtig: Du wilt/ daß du von andern geehret werdeſt Ehn Ha⸗ ter und Mutter/ und alle die jenige ſo an deroſelben Statt ſeyn. Ouuſt daß dein Naͤchſter dich hertzlich liebe/ allen guten Willen und Werckt a⸗ le Freundſchafft erzeige und beweiſe Thue du jhm deßgleichen: Duwſt daß dein Eh⸗Bette moͤge rein und unbefleckt ſeyn und bleiben ſihenn auch zu daß du deine Augen und Hertze/ nicht auff eines anden Wüh wendeſt: Du wilt das ſenige gerne behalten/ nicht beſtohlen/ nicht dn en richtt Pächſen rüchlema gendenas daßeman ckendam deinem Chrißus auch At ſolt dein ein ande nendieet daß hr Wit mͤ das Boͤſ felber na⸗ gefaͤller gottloſts Gohot h HErrle ſſder Flu Prob.p geinachtt gen Wah umdgeher dahſiere wiederfat auchbeſ lizu mitdast Varkaͤu nen ſoſß ich Gen Wahwo Warniſſ nſcnann ba uiche Jon ba. lht Deſes Jom 3 1n MM aunte uftie unduelt zu einem gottſeligen Leben bewegen ſolle. 301 gen/ nicht vervortheilet ſeyn; Sihe zu/ daß du ſolche Suͤnde andeinem Naͤchſten nicht begeheſt: Du wilt nicht/ daß ein ander ein falſches Zeug⸗ nuͤß von dir rede/ dich beluͤge/ verleumbde/ affterrede ode dir ein boͤſes Ge⸗ ruͤchte mache; Huͤte dich dafuͤr/ daß dein Naͤchſier uͤber ein ſothanes we⸗ gen deiner Perſon nicht zu beſchweren oder zu klagen habeꝛ Du wilt nicht/ daß ein ander das deinige begehre/ dir ſolches mißgoͤnne/ oder mit pracli⸗ lken darnach ſtehe; Wende deine Augen in ſolchem Falle von allem/ was deinem Naͤchſten zuſteher: Es iſt aber hiebey wol in acht zu nehmen/ daß Chriſtus nicht ſpricht: Was euch die Menſchen thun/ das ihut jhr jhnen auch: Ach nein Die Phariſaiſche tradition hatte eine wiche Regul: Du ſolt deinen Naͤchſten lieben/ und deinen Feind haſſen; Aber Chriſtus ſagte 1 ein anders dazu: Liebet eure Feinde/ ſegnet din euch fluchen/ thut wolde⸗ nen die euch haſſen/ bittet fuͤr die/ ſo euch beleidigen und verfolgen/ auff daß jhr Kinder ſeyd euers Vaters im Himmel. Matth. 5. verſ. 43. ſeqq. Wir muͤſſen uns das Boͤſe nicht uͤberwinden laſſen/ ſondern uͤberwinden das Boͤſe mit Gutem. Rom. 12. v. 21. Wann wir alſo recht thun/ wie wir ſelber nach dem goͤttlichen Geſetze begehren/ daß uns geſchehen ſolle/ das gefaͤllet dem lieben Gott wol; Dann er liebet Gerechtigkeit und haſſet gottloſes Weſen. Pſalm. 45. v. 8. Darumb ſol denen wohl ſeyn/ die das Gebot halten/ und thun immerdar recht. Pſalm. 106. verſ. Z. Dann den HEr liebet die Gerechten. Pſalm. 146. v. 8. Im Hauſe deß Gottloſen/ iſi der Fluch deß HEnnn/ aber das Haus der Gerechten wird geſegnet. Prov. 3. v. 3. Dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ ſollen inſonderheit die ſeni⸗ ge in acht nehmen/ ſo mit Kauffmanſchafft/ mit verkauffen aller der jeni⸗ gen Wahren ſo zu Erhaltung und Bekleidung unſers duͤrfftigen Leibes umbgehen/ daß ſie dieſe Regul immer fuͤr Augen und im Hertze haben/ daß ſie recht thun/ und was ſie wollen/ das jhnen geſchehe/ auch andern wiederfahren laſſen/ ſo wird der Seegen Gottes/ beydes deſto reicher/ und auch beſtaͤndiger bey jhnen ſeyn: Valerianus der 30. Roͤmiſche Keyſer/ Schultr. ließ zu Conſtantinopel ein kupffernes Maaß auff das Marckt ſetzen/ wo Chronie. mitdas verkauffte Korn muſte gemeſſen werden/ damit die Kaͤuffer und pag. 41. Verkaͤuffer nicht betrogen wurden: Keyſer Fridericus III. ſagte zu de⸗ nen ſo jhn zur Vngerechtigkeit verfuͤhren wolten: Ihr ſollet wiſſen daß 2 ich Gerechtigkeit und gut Gerichte/ allen Reichthum und Guͤtern dieſer. Welt vorzieêhehee. “ Dad III. Bene- III. Beneplaciti terminum: Wie ferne der Wolgefalle Go⸗ tes ſich ſtrecke: Zu allerley Volcke: Dann Gott ſondert kaine ſchen auß von ſeiner Gnade/ ablolut und Bloß dahin: Sond mit ſeiner Gnade weder Nahab noch Babel/ weder Philiſe 392 Wie uns die Verheiſſung der gnadreichen Vergeltun 1 en Man b on jeiner On b— ern wan ſie nur von ihm ſich ziehen laſſen/ nimbt er ſie gerne auff und an; Er⸗ 1 4 noch d rer vorbey. Pſ. 57. v.4. Er ſamlet ſie vom Ende der Erden. Jer in Weilen derwegen Gott niemand außſchlieſſet von ſeinen Gnade, ſi wir uns ſelber derſelben nicht verluſtig machen/ ſondern ſeiner Gnaden theilhafftig machen/ wozu uns verhelffe/ Gott der Vater /durch du de deß Heiligen Geiſtes/ umd ſeines lieben Sohns Jeſu Chniſ va Amen/ Aamen. Die ein und ſechtzigſte Predigt. DE CAVSAIMPVLSIVA NOV OBEDIENRIN OCTAVA,QHE KREMUINERATIONIS DIVINTE LROMISSIO. Wie uns die Verheiſſung der gnadenreichen Vergliing Gottes/ zum neuen Gehorſam antreiben ſolle 1. Tim. 4. v. 8. “ am ante Die Gottſeligkeit iſt zu allen Dingen nutz und hat die Verheiſſung dieſes/ unddſ zukkuͤnfftigen Lebens. „) eob habe erfahren/ daß Gott 2 Ding. In dieſen Worten haben wirzu erwegen: 1. Pietatem: Die Gottſeligkeit: Durch dile werden alhie verſtanden alle Tugenden der erſten Taffeln deß Geſetzes Gottes/ und inſonderheit der wahre Glaube/ auß welchem/ als einem re chen Brunnquellen alle andere Tugenden herfuͤr flieſſen; und vermuttu welch em wir Gott angeneme Dienſte thun: Alſo iſt Jacob ein fromma gottſeliger Mann geweſen. Gen. 25 v. 17. Derwegen er den ſehr troͤſtl chen Traum gehabt/ und jhm Gott erſchienen/ und mit ſonderlichen Verheiſſungen erquicket, Gen. 28, p. 10, ſeq. Gott hat auch ihn it ⸗* — Ir leſen Sap. 0. v. 12. Daß der Patriarche ſeligkeit maͤcht iger ſey dennale 6 ich geſeg a er al 9.24 fg ſerGewit 2. maͤchtig chenden ſo wade werden! ben wir v. 16. 7 kanen Sumn Quic 1 com ple ternit. ſchreibe Glaub findrto⸗ Zukaͤnf groſſen E anunsg⸗ Krafft z auß welch Wiedi 4 Derba 1 enmdſceigRg LSIVA NOVE Oin 18 KXEMNENANOB M PROMISSIO * aſſung der aumii cit iſt walen m eVaraſſungdiſ mLchas. ſo werden wir ſicher ſeyn/ und wann wir glauben ſeinen P Gottes/ zum neuen Gehorſam antreiben ſolle. 35 lich geſegnet/ daß er uͤber die maß Reich geworden. Gen. 29. v. ult. Dax⸗ auff er auch hernach emen ſtarckglaubigen Kampff gekaͤmpffer. Gen. 32. v. 24. ſeq. Alſo hat Jacob die Gottſeligkeierhoben: Dann es iſt ein groſ⸗ ſer Gewinn/ wer Gottſelig iſt und laͤſſet jhm gnuͤgen. 1. Tim. 6. v. 6. 2. Pietatis poteſtatem: Die Macht der Gottſeligkeit: Sie iſt maͤchtiger dann alle Ding: Dieſe Macht hat ſie wegen deß ſeligma⸗ chenden Glaubens: Dann/ wann wir glauben an den Herꝛn unſern Gott/ ropheten/ ſo werden wir Gluͤck haben. 2. Chron. 20. v. 20. Glauben wu nicht/ ſo blei⸗ ben wir nicht. Eſa 7. v.). Wer aber glaubet/ der fleucht nicht. Eſa. 28. v. 16. Wie Daniel auß der Loͤwen⸗Gruben gezogen ward/ ſpuͤrete man keinen Schaden an ihm/ dann er hatte Gott getrauer. Dan. 6. v. 2z. Summa/ alle Ding ſind muͤglich/ dem/ der da glaubet. Marc. 9. v. 23. Quid non invenit fides? Attingit in acceſſa, deprehendit ignota, Serm. c. comprehendit immenſa, apprehendit noviſſima, iplam denique ſuper an- eæternitatem ſuo illo vaſtiſſimo ſinu quodammodo circumcludit, tic. ſchreibet der gottſelige Muͤnch Bernhardus. Das iſt; Was findet der Glaube nicht? Er ruͤhret an die Dinge/ dahin niemand gekommen/ er findet das Vnbekande/ er begreifft das Unermeßliche/ er ergreifft das Zukuͤnffeige/ ja die Ewigkeit ſelber umbeirckelt er gleichſam mit ſeinem groſſen Schoſſe: Und dieſes Glaubens halber/ ohne welchen Gott nichts an uns gefaͤllet. Heb. 11. verſ. 6. Wurd der wahren Gottſeligkeit ſolche Krafft zug ſchrieben: Solches bezeugt Paulus in verleſenen Worten⸗ auß welchen wir wollen erwegen: b Wie die Verheiſſung der goͤttlichen gnaͤdigen Vergeltung/ uns zu einem gottſeligen Leben ermahnen ſolle. Der barmhertzige Gott eroͤffene uns Ohren und Hertzen/ daß wir es ftuchtbarlich verrichten/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Wir muͤſſen bey verleſenen Worten anſehen: I. Subjectum: Wovon allhie Paulus rede: Nemlich/ von der Gottſeligkeit: Da man nicht auß Zwang und Drang/ wie Knechte und Maͤgde/ ſondern auß heesluche kindlicher Liebe und 4 2 Furcht! 354 Wie uns die Verheiſſung der gnadreichen Va 4 genant ein williges Volck: Pſal. 110. v. 3. Dieſe Gottſeligkeit wid au Froͤmmigkeit in Gottes Wort genant. Prov. 19.v.r. Siewudbiſz ben/ daß man in Heiligkeit und Gerecht igkeit Gott diene. Luc raſ⸗. Die jenige ſo ſich der Gottſeligkeit moͤgligſt befleiſſigen werden ti genant. Pſalm. 34 v. 10. Weilen ſie die Heiligkeit ſo ſie due Glauben an Chriſtum erlanget/ mit einem heiligen Wandel beweſt Sie werden Chriſti Geſellen genant. Pſalm. 45. v. 8. Wellen ſie 1 — geltung urcht/ Gott ſtets fuͤr Augen hat/ und nach ſeinem Wonumd abitt 3 gottſeliges Leben und Wandel fuͤhret/ daher ſolche Gottſelige uan ben fleiſſig und moͤglich nachfolgen: Sie ſind die Lieben Gottes yſin— 60, v. 7. Weilen ſiejhren Glauben/ mit der Liebe gegen GOtt undſſtt Naͤchſten moͤglichſt beweiſen: Dieſe Gottſeligkeit kompt nicht herm uns ſelber/ ſondern/ gleichwie der Glaube/ auß welchem Gott woſgiill ge Sottſeligkeit herruͤhret/ ein Gnaden⸗Geſchenck Gottes iſt aſſoud die Goerſeligkeit; Dann wir koͤnnen von uns ſelber/ als von uns iia nichtes Gutes dencken. 2. Cor.z. v. 5. Niemand kan Jeſum einen. Enn ohne den heiligen Geiſt nennen. 1. Cor. 12. v. z. Derſelbe iſt ein Gaſtde Weiß heit und deß Verſtandes/ deß Raths und der Staͤrcke dr kaͤntnuͤß und Furcht deß HErrn. Eſa. 11. verſ. z. Alles was wir Gut außrichten/ hat uns derſelbe geben. Eſa. 26. v. 2. Dieſes/ O Chnſſt Hertzen/ muͤſſen wir hoͤchſt fleiſſig in acht nehmen/ wollen wirzu Gin wolgefaͤlliger Gottſeligkeit gelangen/ muͤſſen wir taͤglich und ohn Auſ⸗ hoͤren ſeufftzen und beten: Schaffe in mir Gott ein teines Herte undg mir ein neuen gewiſſen Geiſt. Pſalm. r. v. 12. H Err weiſe mir deine We⸗ ge/ daß ich wandel in deiner Warheit/ erhalte mein Herkz bey dem Ein⸗ gen/ daß ich deinen Namen fuͤrchte. Pſalm. 86. v. 11. Derſelbewolleuns ein neues Hertz/ und ein neuen Geiſt geben. Ezech. 36. v. 26. II. Pieratis fructum Der Gottſeligkeit Nu zen: Solchurid beſchrieben von Paulo⸗ 8 t 4 1, Generaliter: Ins gemein: Da Paulus ſetzet: 1. Vtilitatem: Daß ſie nutze ſey: Die Gottloſigkeit hatkane Nutzen/ ſondern bringet groſſen/ unbegreifflichen und unwiederbningi chen Schaden: Dann Gott iſt kein Gott dem gottloß Weſen gefaͤlll wer boͤſe iſt/ bleibet nicht fuͤr jhm. Pſalm. z. v. 5. Gott hat ein Gteun gezeichne groſſerle zen gen⸗ derz als 2⸗ zes⸗Die ſichinalle mußgott nen Zuhs auchſich ſelber ver aufſdaß towegen dildeder undin: zum e docet, Diener emuit ſein vanden mn wu koͤnnmdmunſche ta Cer. v Nmmiu n ncn. l. Cern; Daſcii lundes deß Jaſs w er HEnn Eſantaſ:. Pr ſdde gehmn Eſe dn. Liß cs fegn lrina afot gdlanzm miſarrül —— Gaſl„H Henem. nc a— . Pain S6 a1d nun gta Enchu De Gottſeigfefad den Abtruͤnnigen. Prov. 3. v.2. Vnd im Hauſe der Gottloſen /iſt der Gottes/ zum neuen Gehorſam antreiben ſolle. 305 Fluch Gottes. ib. v.3. Weh den Golttloſen/ dann ſie ſind boßhafftig/ und es wird jhnen vergolten/ wie ſie verdienet haben. Eſa. z. verſ. 1. Ge⸗ ſchicht es nicht in dieſem Leben /ſo geſchichts hernach in Ewigken: Wie Keeyſer Fridericus III. hoͤrete/ daß ein Land⸗Herr in Oeſterreich im3. Jahr ſeines Alters geſiorben/ der in allen Wolluͤſten und Schwelgerey⸗ en/ ohn einig Bngluͤck/ Kranck heit oder Traurigkeit gelebet/ hat er ge⸗ ſagt: Hierauß allein koͤnte man die Unſterblichkeit der Seelen erkennen/ dann weilen Gott ein gerechter Gott ſey/ muͤſſe nach dieſem Leben auch Linckgr. P.I·Pag 65 ein Ort ſeyn/ da die Froͤmmigkeit belohnet/ und die Boͤßheit geſtraffet werde/ weilen es in dieſem Leben/ meiſten theils den Frommen uͤbel/ und den Boͤſen wolgehe. Aber die wahre Gottſeligkeit iſt ſehr nuͤtze: Gott wil ſie behuͤten/ wie ſeinen Aug⸗Apffel. Deut.3.v. 10. Er beſchirmet ſie unter den Schatten ſeiner Fluͤgel: Pſalm. 7. v. 8. Sie ſind werth geachtet fuͤr Gottes Auge/ und er hat ſie lieb. Eſa. 43. v. 4. Er hat ſie in ſeine Haͤnde gezeichnet. Eſa. 49 v. 16. Iſl das aber nicht/ O Chriſtliche Hertzen/ ein groſſer/ ein herꝛlicher/ ein reicher Nutze: Die Goͤtzen/ werden unnuͤtze Goͤ⸗ tzen genant. dte S ders/ als lauter Goͤtzen/ die hoch geehret und gehalten werden? 2. Vtilitatis univerſalitatem; Die Algemeinheit ſolches Nu⸗ tzes: Die Gottſeligkeit iſt zu allen Dingen nutze: Solches befindet ſich in allen dreyen Staͤnden der Chriſtenheit; Ein iehrer und Prediger muß gottſelig leben/ wann er ſein Ampt treulich verrichten/ und bey ſei⸗ nen Zuhoͤrern Nutzen ſchaffen wil: Er muß nicht allein andere/ ſondern auch ſich ſelbſt lehren. Rom. 2. v. 21. Predigen nicht alſo andern/ daß ſie Jerem. v. 8. Was ſind dte Suͤnde und gottloß Weſen an⸗ ſelber verwerfflich werden. 1 Cor. 9.v. 27. Geben niemand ein Ergernuͤß/ auff daß jhr Ampt nicht verlaͤſtert werde. 2. Cor. 6. v.3. Muͤſſen ſich de⸗ rowegen ſelber in der Gottſeligkeituͤben. 1. Tim. 4 v 7. Seyn ein Vor⸗ bilde der Glaubigen/ im Wort/ im Wandel/ in der Liebe/ im Glauben/ und in der Keuſchheit. ib. v. 12. Allenthalben ſollen ſie ſich ſelber ſtellen zum Vorbilde guter Wercke. Tit.. v. 7. Fidelis miniſter, quæ verbis docer, vera eſſe probat factis, ſagt Ambroſius: Das iſt/ Ein getreuer Diener Gottes/ was er mit Worten lehret/ das beweiſet er wahr zu ſeyn/ mit ſeinen Thaten: Sie muͤſſen keine Hand⸗Weiſer an den Wegen ſeyn/ ſo andern den Weg zeigen/ aber denſelben ſelber nicht gehen: Sie maͤſſen b Ddd 3 nicht In cap. 2. Epiſt. ad Tit. nicht gleich ſeyn den Glocken/ ſo andern zum Gehor otliches Aen b leutenaber ſelber nicht zuhoͤren: Benè vivendo,& benè dicendo,pa lum inſtruis, quomodo vivere debeat: Benè autem docendo gn vivendo Deum inſtruis, quomodo te condemnare deb Eat, ſche⸗ Homil. Chryſoſtomus Das iſt: Wann du wol leheſt/ und wollehreſt/ ſahs rn richteſtu das Volck/ wie es leben ſol. Wann du aber wollehreſt⸗ undi Mlatch lebeſt/ ſo unterrichteſtu Gott/ wie er dich verdammen ſof: Der C Per n peiche Engelaͤndiſche Poet Owenus hat ſchoͤn geſchruben; Vt decuit docuit, qui re ſua verba probavit, Plus male facta nocent, quàm benè dicta docent, Das iſt. 4 Sein Lehr der führt/ wie ſichs gebuͤhrt; Der ſelbr verricht/ was andr verpflicht/ Boͤß Lebn mehr ſchad/ als nutz gun Rath . Vom Origene leſen wir/ daß er nicht allein mit dem Watt Plediom lehret/ ſondern auch mit ſeinem Leben und Exempel: Daß manvenſin Leall cb. geſagt Der iſts/ welcher wie er lehret /alſo lebet er und wieer ein an a lib. 6.c.2. alſo hat er auch ein Wort: Dann die Dinge die er lehret/ die uttiind die Dinge die er thut/ die lehret er Otto von Grunrad hat pflege zuag Zinckgr. Das waͤren die beſten Prediger die nicht allein mu Worten/ ſona p. p. 73. auch mit Wercken/ und jhrem gantzen Leben lehreten. = muß gottſelig leben: Die Regenten muͤſſen im Buch deß HEnm lc Eir Obngt Ihr lebenlang/ auff daß ſie fuͤrchten den H Errn jhren Gott. Deut 7 9. Jrom und warhafftig ſeyn behuͤten den Koͤnig. Prov 20.v.3, N Furcht deß HErrn macher weißlich thun in allen Sachen Syrach v. 18. Hißkia war gottſelig/ und der HErꝛ war mit jhm. 2. Nea dh Shulte. So lang llſia den HErnn ſuchte /ließ jhm Gote gelingen. Chrona⸗ Chron. Pag. 43⸗ Zinckgr. hat er demſelben alſo zugeſprochen: Sihe zu was du thuſt/ du biſtkeine * P.I.p.I7* ü zu Neapolis Sohn/ von den Sieilianern gefangen/ und die Koͤng Conſtantia jhm an ein Freytag morgen anſagen laſſen/ daß er ſich zun leligen Todt bereitete/ dann er denſelben Tag ſterben muſte: Danan S lber b v.. Probus der 36. Noͤmiſche Keyſer hatte den Namen mit der Thall dann er iſt auffr ichtig from und gottsfuͤrchtig geweſen: Der Koyſale dovicus I. der Fromme genant/ wann er einem ein Ampt auffgettagen Menſchen/ ſondern Gottes Diener: Wie Carolus, Caroli deß V. Kong 396 Wie uns die Verheiſſung der gnadreichen Vergetun b Got ſchiantwo then wolt unhaim andanſſe dyjſtrau dcrum au fira Hau gen in ihr getein gu haden an 37.v.4. I Wann tes undn 6 nr33 wehlen/ 2. Spe heiſuung Dahaſf worden aber wenn braim zu ſo langen vom Tali unde lo ſcn. Das Wortiſt Pasrz daß Get Derheſ 1 Owiem Betenſi die Gare ter Notß hotetjßr . DerOvenu. docun guireſa ſehe r e ka docem gunöasch ur ae eleſenwir eeee tſanem Leden dmt di erriecg lehrnt aſpltatr uddn ert: Dann die Ingdentht lehrete Onorensmruſef Orchiger dencht auuml nd ſörem gmen(chalhnm Gottes/ zum neuen Gehorſam antreiben ſolle. 307 ſelbꝛ antwortẽ laſſen/ daß er den Tod nicht allein willig und gedultig an gehen wolte/ ſondern erfreuete daß er eben an ſolchem Tage/ da ſein Gott Etrap. unñ Heyland Jeſus Chriſius/ die hoͤchſte Marter und Tod fuͤr jhm außge⸗ Gerlach. Kianden/ ſterben ſolte: Welche gottſenge Rede die Conſtantiam bewogen/ P.Paß⸗ daß ſie auß Liebe deſſen an ſolchem Tage geer utzigten Chriſti/ jhn wie⸗* derum auff freye Fuͤſſe geſtellit. Haßvaͤter und Haußmuͤtter/ muͤſſen in— fhrer Haußhaltung auch gottſelig ſeyn/ in Betracht daß ſie groſſen Nu⸗ tzen in jhrer Haußhaltung davon haben: Die Furcht deß HErrnbrin⸗ get ein gut Leben und gute Tage. Pſalm.; 4. v.13. Wann wir unſer Luſt haben am HErrn/ ſo wird er uns geben/ was unſer Hertze wuͤntſchet. Pſ. 32. v. 4. Gott laͤſſet kem Gutes mangeln den Frommen. Pſal. 84. v. 12. Wann wir gottſelig ſeyn/ und trachten am erſten nach dem Reich Got⸗ tes/ und nach ſeiner Gerechtigkeit/ ſo ſol uns das ander zufallen. Matth. 6. verſ. 33. Eines iſt uns noth/ daß wir mit Maria den beſten Theil er⸗ wehlen/ und uns der Gottſeligkeit befleiſſigen. Luc. 10, v. a4. 2. Specialiter: Inſonderheit: Da hat die Gottſeligkeit eine Ver⸗ heiſſung: Dieſe Verheiſſung/ ſeyn nicht menſchliche/ ſondern goͤttliche Verheiſſung: Antigonus lll. Koͤnig in Macedonien iſt Dolon genant D. Matth. worden/ wie ſtzliche vermeinen/ auß dieſer Urſach/ daß er viel verheiſſen/ T Latt. aber wenig geleiſtet. Der Tuͤrckiſche Tyrann Solyman/ hatte den He⸗ 3. braim zu hoͤchſten Ehren erhoben/ und daneben verheiſſen/ er wolte jhm? 554. ſo lange eꝛ lebete das Leben jhm nicht nehmen laſſen: Wie aber Solyman vom Talis mane ſeinem Prieſter vernommen/ daß ein Schlaffender un⸗D. Matth. ter die Lebendigen nicht zu zehlen ſey/ hat er jhn im Schlaff erm uͤrgen laſ⸗ Theatr. ſen. Das heiſſet mit Verheiſſung ſpielen Aiſo thut Golt nichtz Deſſen Mon.J. Wwort iſt war hafftig/ und was er zuſaget/ das haͤlt er gewiß. Pſ.z3 3.v. 4. Pag. 64. Was er zuſagt/ das thut er auch. Eſa. 38. v. ʒ. Uind bleibts beſſaͤndig alſo/ daß Gott ſey war hafftig/ und alle Menſchen falſch. Rom. z. verſ. 4 Dieſe Verheiſſungſeynn: 4 1. Vitæ præſemis: Deß gegenwaͤrtigen Lebene: Owie viele O wie maͤnnigfaͤltige Wolthaten haben gottſelige Hertzen zu erwarten Beten ſie/ in jhrem Anliegen und Noͤthen/ ſo werden ſie erhoͤret: Wann die Gerechten ſchreyen/ ſo hoͤret der HErꝛ/ und errettet ſie auß aller jh⸗ rer Noth. Pſal. 34. verſ. 1. Er thut was die Gottsfuͤrchtigen begehren/ hoͤret jhr Schreyen/ und hilfft ihnen auß. Pſal. 145. v. Is. Siad ſe 4 8 8 b efahr —— ——— ᷣ— 8— . 3 1. ...* Gefahr/ Gott beſchuͤtzet ſie: Der Engel deß HErnn lagert ſich ung eralhn echer neaefhſusehedatan Werden hen 3 — — —— —— 2 ———— ——————— So ſeyd nun Gottes Nachfolger/ als dell 398 Wie uns unſer goͤttliche Kindſchafft urchtet/ der hat eine ſichere Feſtung/ und ſeine Kinder werden an 1 ſchirmet. Prov. 14. verſ. 26. Der HErꝛweiß die Gotiſeligen ann Verſuchung zu erloͤſen. 2. Pet. 2. v. 9. Begehren ſieEhr Gonwiſe ehren machen. Pſal. ↄ1. v. 1. Wer die gottſelige Weißheithoch a den erhoͤhet ſie/ und machet jhn zu ehren/ wo er ſte hertzet. Prov 4 u Begehren ſie Reichthum: Reichthum und Fuͤlle wird inhrem u ſeyn. Pſal. 112. verſ. 3. Begehren ſie Wolluſt; Gott wil ſiemit Walſ traͤncken/ wie mit einem Strom. Pſ. 36. v. xo. Summa/ die den ych fuͤrchten haben keinen Mangel. Pſ. 34. v. 1c. Solte uns dieſes nit V einem gottſeligen Leben und Wandel lockeee 1 2. Vitæ ſequentis Deß zukuͤnfftigen Lebens. Danndiec de deß HErꝛn waͤret von Ewigkeit zu Ewigkeit uͤber denen dit fuͤrchten. Pſ. o3. v.*71. Wer den HErnfuͤrchtet dem wirdswaln in der letzten Noth/ und wird endlich den Segen behalten. Sit. 93 Zu welcher wahren Gottesfurcht/ und dem darauff folgendn all chem und ewigem Segen/ uns wolle verhelffen Gott der Vatauch die Gnade und Gabe deß heiligen Geiſtes/ um Jeſu Chniſt viln Amen/ Amen. DE CAVSA IMPVLSIVA NOVE OBEDIENTIT NO. NA,QlIA DIVINA NOSTRA FILIA TIO. Wie uns unſer goͤttliche Kindſchafft zum neuen Gehorſam auffmuntern ſolle. Eph. 5. v. 1. Die zwey undſechtzigſte Predigt. ben Kinder. N Sſpricht Paulus Eph. 1v. Gott habeunsbe⸗ ordner zur Kindſchafft gegen jhm ſelbſt/ durch Jeſumhnſ S Allhie haben wir: b Sun D 1,Ol⸗ p. 15. ſeiner /5 Kindet deGO! Uber dieſe ſoricht.( Gha 2. he: Du behlterl der Soh alle Feſt ten Eph Maat 1.n.. Gal.;. ſind wir ſi Rom zum neuen Gehorſam auffmuntern ſolle. 300 1. Summum Deibeneficium; Die hochſte Wolthat GOt⸗ tes: Dieſelbe iſt unſer goͤttliche Kindſchafft: Von Natur ſind wir wegen der Suͤnde elende Kinder: Wir ſind Kinder deß Zorns. Eph. 2. v. 8. Weilen wir ſind eine verkehrte und boͤſe Art. Deut 32. v. 5. Von G Ott abgefallene Kinder. Eſa. 1.v. 2. Abtruͤnnige und verlogene Kin⸗ der. Eſa. 30. v. 1. 9. Kinder mit harten Koͤpffen und verſtocktn Hertzen Ezech. 2.v. 4. Boßhafftige Kinder. Sap. z. v. 11. Ja Kinder der Hoͤl⸗ len. Matth. 23. v. 15. Odeß elenden Odeß erſchrecklichen Zuſtan⸗ des Aber der allergrundguͤtigſter G Ott/ welcher der rechte Vatter iſt/ uͤber alles was da Kinder heiſſet/ im Himmel und auff Erden. Eph. 3. v. 15. Derfuͤhret uns/ wann wir ſeinen verordneten Mitteln folgen/ zu ſeiner/ oder zur Kindſchafft gegen jhm ſelber; Daß wir ſeine Gnaden⸗ Kinder werden: Daher werden die Glaͤubige genand Wercke der Haͤn⸗ de G Ottes/ die GOttes Namen heiligen. Eſa. 29. v. 23. Die jhn mit ertzen und Munde nennen lieber Vatter/ und nicht von ihm weichen. Jer.; v. 19. Sagen wen und ſchhigieprag „LSVA NOV ObEDE; DN NOST H Weil du mein GOtt und Vatter biſt/ dein Kind wirſtu ver⸗ laſſen nicht/ 4 b DOu vaͤtterliches Hertzz b Ich bin ein ariger Eröan Kloßß auff Erden weiß ſonſt keinen Uber dieſe Kindſchafft verwundert ſich Johannes zum hoͤchſten und ſpricht: Sehet welch ein Liebe hat uns der Vatter erzeiget/ daß wir G Ottes Kinder ſollen heiſſen. 1. Joh. 3. v.. 2. Collationis medium: Durch welches Mitteldieſe geſche⸗ he: Durch Jeſum Chriſt: Dann weilen derſelbe G Ottes Außer⸗ wehlter/ an weſchem ſeine Seele wolgefallen hat. Eſa. 42. v.. Sein lie⸗ ber Sohn/ an welchem er wolgefallen hat. Matth. 3. v. 17. So werden alle Feſiglaubige GOtt dem Vatter angenem in dieſem ſeinem Gelieb⸗ ten. Eph. 1. v. 6. Dann wie viel denſelben auffnehmen/ denen gibt er Machi G Ottes Kinder zu werden/ die an ſeinen Namen glauben. Joh. 1.v. 12. Da ſind wir Kinder G Ottes durch den Glauben an Chriſtum. Gal. 3. v. 26. O der groſſen Herrligkeit Sind wir dann Kinder/ ſo ſind wir auch Erben/ nemlich G Ottes Erben/ und Mit⸗Erben Chri⸗ een ſii. Rom. 8.v. 7. Dawill uns nun/ O Chriſtliche Habmn g bünan 60 Wie uns unſer goͤttliche Kindſchaff 4⁰0 daß wir uns ſolcher Kindſchafft wuͤrdig verhalten/ wozu uns Pana b ermahnet/ aus welches Worten wir wollen anſehen/ Wie uns unſer goͤttliche Kindſchafft zu gottſeligen Leben und Bn 4 einem daß ſemer reitzen ſolle. Der barmhertzige Gott gebe ſeine Gnade/ daß wirs die e mhertzige Gott gebe ſein⸗ alſo becra tinn die wir dieſe Kindſchafft erlangen/ und dadurrasnfeenn Em A gelangen moͤgen/ umb Jeſu Chriſti willen Amnen. a ge Gnaden Wee Erklaͤrung. ANch Wiedie Kindſchafft Gottes auß wahrem Glauben anin,. D Hunri e⸗ haben 5 3 Eingang auß Gottes Worte uena 5 b nhnan elbe unſer Kindſchafft fuͤhret uns der Ilus zuGem, n und erfodert von uns: ful Apoſtel Paulus iu Ganite nhne I. Ejus conſiderationem: Deroſelb Sohne lldke en Betrachtung u iah lus nennet uns: Liebe Kinder Dieſe iede muͤſſenn N dus un ftt esedith Gottes: Dieſe Liebe muͤſſen wirdunnia.2.C „2. Palive: Leidenlich: Dadie Glaubigen liebe Kund Sah lich: e gen liebe Kinder Gon ſeyn: Weilen jhnen Gott jihr himliſcher Vater/ ſo groſſe/ ſo ne le Aſeun ueſpee 8 behedſt be rrzeige uñ ſie auß ſo elendem/ außſoyn iagonſ gehtetem/ auß ſo verfluchtetem Stande/ zum Stande ſeina in nuff gedviff S Wirſein ene hertlichelibe: Qaß ande nhn ehe „ ie Erd⸗Wuͤrmlein zubricht jhm ſein Hertz in jom/ ah ucrdu 4 Veſe ebarmen muß. Jerem. 31. v. 20. Hr an 1e 5 ne 9 bcde Dannheraigfen unſers Gottes. Luc. 1. verſ. 77. Duſeſn 1Tim. en und iche Liebe/ dadurch uns Gott unſer humliſcher Vata/ m 8S a nen* Sai unſer Seeligkeit in ſeinem Worte laͤſſet offmban gätena er verſchmi iiſſet uns offenbaren das Geheimnuͤß/ das vonde it D Sehn ft, iſt/ undlaͤſſetuns ſolches kunt thun durch derproyhß ſalen Ronef, den Gehorſam deß Glaubens unter uns auffumaͤm N an die Wels 23 eq. Dieſe iſt eine wirckliche Liebe Dann alſo hat Gat herſam egeliehet/ daß er deroſelben ſeinen einigen Sohngegtben. J p. 16. Er hat ſeines eiae.— 3v. 16. Erx hat ſeines eigenen Sohns nicht verſchonet/ ndmmhaß 1 enveſſ zum neuen Gehorſam auffmuntern ſolt. 40r fuͤr uns alle dahin gegeben. Rom. s. verſ. 32. O der groſſen O der unbe⸗ greifflichen Liebe Gottes Jener Kauffman zu Theſſalonich/ kunte mit ſeinen Augen nicht ſehen/ daß unter ſeinen zweyen Soͤhnen einer ſolte Sozom. getoͤdtet werden/ auß groͤſſer Liebe gegen dieſelbe: Gott kan es anſehen lib. 7.c.24 daß ſein einiger Sohn/ fuͤr die allerboͤſeſten Buben/ und von den aller⸗ boͤſeſten Buben wird getoͤdtet: Sage mir nun/ O Chriſtliches Hertze/ iſt die Liebe G Ottes groſſer gegen ſeinen Sohn/ oder gegen uns arme Erd⸗Wuͤrmlein⸗ Auß dieſem Schatz der Liebe Gottes gegen uns/ komt ein groſſer Schatz ſeiner Wolthaten: Wegen unſer Suͤnde/ war der Gnaden⸗Brunn Gottes verſtopffet; Wer kunte jhn wieder eroͤffnen? MNicht Iſaae/ welcher die Brunnen wieder auffgraben laſſen/ ſo die denlich: DadrGluumi en trpüche Au e dicde qzaut uiſicaßſan fluchtetan Stunde/ zun Li c Rars darlchelide Däa Philiſter ſeinem Vater verſtopffet hatten. Gen. 26. v. 18. Sondern der eigener und einiger Sohn Gottes: Der Himmel war verſehloſſen/ wer rkunte jhn eroͤffnen? Nicht der Prophete Elias/ wie derſelbe den Regen in duͤrrer Zeit von Gott erhalten. 1. Reg. 18. verſ. 41. leqq. Sondern der Sohn Gottes Wir waren gefangene Menſchen/ wer kunte uns erloͤſene Nicht Cyrus/ ſo die Juden auß dem Babyloniſchen Gefaͤngnuͤß erret⸗ ket. 2. Chron. 36. v. 22. f eq. O der groſſen Oder unbegreifflichen Liebe Gottes! Zu der Zeit/ wie Gott ſolte ſeinen Zorn gegen uns erweiſen/ laͤſ⸗ ſet er uns ſeine Gnade reichlich wiederfahren/ durch Jeſum Chriſtum/ welcher der eintzige Menſch in Gnaden war. Rom. 5. v. 15. Zu der Zeit/ da Gott ſeinen Fluch uͤber uns billich ſolte ergehen laſſen/ ſegnet er uns mit allerley geiſtlichem Segenin himliſchen Guͤtern durch Chriſtum. Eph. 1. v. z. Zu der Zeit/ da wir ſolten zum Tode verurtheilet werden/ hat er durch ſeinen Sohn dem Todte die Macht genommen/ und hat derſelbe das Leben und unvergaͤngliches Weſen ans Liecht gebracht. 2. Tim. 1. verſ. 10. O der groſſen Oder unbegreifflichen Liebe GOT⸗ TES Da moͤgen wir wol ſagen: Wie ſol ich dem H ERRMver⸗ gelten alle Wolthat die er an mir gethan⸗ Pſalm. 116. v..z.. 2. Activè: Wircklich: Wie wir nemlich unſer Liebe gegen ſolche unermaͤßliche Liebe GO TTE beweiſen ſollen: Paulus nennet uns liebe Kinder/ auch darumb/ daß wir als liebe/ als ge⸗ horſame/ als danckbare Kinder/ uns hinwiederumb gegen GOTT erweiſen ſollen: Welches wir nicht 5 thun koͤnnen/ als e ö ee2: wann 402 Wie uns unſer goͤttliche Kindſchafft wann wit unſern allerliebſten himliſchen Vater/ uͤber alles was maga funden werden/ von Grund unſer Seelen lieben/ und auß dem ſelben 1 gen: Hertzlich/ hertzlich lieb habe ich dich HErꝛmeine Staͤre he mein Felß/ mein Burg/ mein Erretter/ mein Gott/ mein hott auffe ich traue mein Schild und Horn meines Heils/ und mein Schut 1 18.v.z. Dann, OChriſtliche Hertzen/ alle das fenigewas lichmhai erwecken/ und was uns zur Liebe bewegen kan/ das finden wiruͤheri 1 in und bey Gott: Liebeſtu rechtſchaffene Weißheil? LiebeG 9 b lein Wort machet die albern weiſe. Pſalm. 19. v. d. Liebeſtu Schan Liebe Gott/ dann dein Heyland Jeſus Chriſtus/ iſt der Schoͤnſteng den Menſchen Kindern. Pſalm 45. v.;. Liebeſtu Staͤrcke: Lihe Ga Der iſt deine Scaͤrcke und Krafft/ und deine Zuver ſicht in den Nolh. 16. v. 19. Liebeſtu Reichthumb⸗ Liebe Gott; Dann der ſelbe iſt reich uin. le dieſhn anruffen. Rom. 10. v. 12. Liebeſtu Ehre: Liebe Gott Dain dich zu Ehren machen/ und nach dieſem kurtzen Leben/ ſaͤttigen mitau⸗ gem Leben Pſalm. 91. v. 15. Liebeſtu Wolluſt Liebe Gottler kanuywl dich mit Wolluſtttraͤncken als mit einem Strom. Pſalm. 36. t Has laß mir/ O Chriſiuiches Hertz/ eine herrliche/ eine nutzliche/ eunaaſ fruchtbarlichſte liebeſeyn! Da mag ein liebreiches Kind Gotnsuaſ gen: HErr wann ich nur dich habe das iſt/ deiner Liebe gegen mich u meiner Liebe gegen dich/ in le verſchmachten/ ſo biſtu doch meines Hertzen Troſt und man Til Plam 73. verſ. 25. Ach G OT T erwecke doch ſolche Licbe in uien II. Filiationis noſtræ demonſtrationem; Wie wir uns al liebe Kinder Gottes beweiſen ſollen: Daß wir Gottes(unſcroll ben Vaters) Nachfolger ſeyn: Dieſe Nachfolge gaͤntzlich zubeſce ben iſt uns ohnmuͤglieh/ wir wollen nur etwas davon ſagen Wi ſolle unſerm himſiſehen Vater folgen: 1. Injuſtitia& ſanctitate: In Gerechtigkeit und Heiligkett Ibr ſollethetlig ſeyn/ dann ich der HErr euer Gott bin heinig/ agte Leb.19.v.:. Wir muͤſſen jhm dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit d un gefaͤllig iſt. Luc. 1. verſ. 75. Wir muͤſſen unſer Gliederbegchen ienſi der Gerechtigkeit/ daß ſie heilig werden. Rom. 6, pg. Zehma meinem Hertzen verſichert bin/) ſofragich nach Himmel und Erden/ und wann mir dann gleich ſolte Lab undee den neuen ſchaffene Wütiß vorvotthe dwowige deinen N muhnich die Ger am Ger Pfunde ve ſ. 16 th 32 Es kom nes unte gertdet ein lebe tiden. d Betkig verthaͤde ſiraten. machen vwidtoßt chen auß Dompo! ſogen un lidet un werthit z. unſerhe ſhnanr alles we thutim dannd an den und wan ur dam iidſa Vverſ.35. zum neuen Gehorſam auffmuntern ſolllt. 40z den neuen Menſchen/ der nach G O T T geſchaffen iſt/ in recht⸗ ſchaffener Heiligkeit und Gerechtigkeit. Eph. 4. v. 24. Dann Gottes Wile iſt/ beyde unſer Heiligung/ und daß wir nicht zu weit greiffen/ noch vervortheilen unſern Bruder im Handel. 1. Theſſ. 4. v. 3.& 6. Lebeſtu derowegen/ O Chriſtliches Hertz/ heilig gegen Gott/ und gerecht gegen deinen Naͤchſten/ ſo biſtu ein liebes Kind Gottes: Und dieſe Heiligkeit muß nicht heuchleriſch ſeyn uͤber welche Gott klaget. Eſa. 29. v. 3. Vnd die Gerchtigkeit muß auffrichtig ſeyn: Du muſt nicht ungleich handeln am Gericht/ mit Ellen/ mit Gewicht/ mit Maaß/ rechte Wage/ rechte Pfunde rechte Scheffel/ rechte Kannen muͤſſen bey dir ſeyn. Levit. 19. 2. In veritate. In der Warheit: Gott unſer himliſcher Vater iſt ein warhafftiger Gott: Er iſt kein Menſch/ daß er luͤge. Num. 23. v.19. Es komt kein vergeblich Wort von jhm. Deut. 32. v. 37. Es faͤllet kei⸗ nes unter allen ſeinen Worten auff die Erden. i. Sam. 3. v. 19. Was er geredet/ das thut er auch. Eſa. 38. v. 7. Wiltu nun/ O Chriſtliches Hertz ein lebes Kind Gottes ſeyn/ ſo muſtu mit deinem Naͤchſten die Warheir reden. Zach. 8. v.16. Vnd ſagen frey herauß was recht iſt. Prov. 12. v. 17. Betruͤgen Niemand mit deinem Munde. Prov.24 verſ. 28. Sondern verthaͤdigen die Warheit biß in den Todt/ ſo wird der HEn fuͤr dich ſtreiten. Syrach. 4. v. 33. Wann man auß Spinneweb wolte Faͤdem machen/ das iſt unmuͤglich/ aber was die Seiden⸗Wuͤrm weben/ darauß wird koͤſtliche Seide gemachet: Alſo iſt auß Luͤgen nichtes Gutes zu ma⸗ chen/ auß der Warheit aber kompt herꝛlich und beſtaͤndig Ding. Titus Pomponius Atticus(ein groſſer Freund Ciceronis) hat ſelber nicht ge⸗ * logen/ und auch keine Luͤgen leiden moͤgen/ derhalben iſt er von allen ge⸗ inn liebet/ und in Stadt und andern Sachen zu Rath gezogen worden: Alſo werth iſt auch die Warheit bey den Heyden geweſen. 3. In beneficentia& bonitate; In der Gut thaͤtigkeit. Gott unſer himliſcher Vater/ iſt gut und gnaͤdig/ von groſſer Guͤte/ allen die jhn anruffen. Pſalm. 86. v. z. Wann er ſeine Hand auffthut/ ſo erfuͤllet er alles was lebet mit Wolgefallen. Pſalm. 14 5. v. 16. Der iſt gnaͤdig und thut immerdan Gutes. Jerem. 33. v. 11. Es iſt niemand(volkomlich) gut dann der einige Gott. Matth. 19. verſ. 17. Wollen wir uns derowegen als b liebe Eee 3 Zinckgr. Vol. 1z. Pag. 2845- — ..— ‧— 8— ,— 4 1 4 1—*— 4 ..————*— 2*—“ 1— 2. 8——-———— 3—„————— 3 ——.—.———— —. 9.. 4—— 5——— ————. 4.—. 8———.— —— 6————— 8———.— 2 . 3 E.—— 17 3 4. 4—. 1 6 1* 3———.. 2* —.——— 404 Wie uns unſer gottliche Kindſchafft liebe Kinder G Ottes erweiſrn/ ſo muͤſſen wir auch in dieſen 60m. Nachfolger ſeyn: Wir muͤſſen unſer Hertzen nicht ver haͤrten noch 1 Hand zu halten/ gegen unſern armen Bruder. Deut. 15 v o. du b ſen dem Hungerigen unſer Brod brechen/ den Elenden ins hausflhe und den Nacketen bekleiden. Eſa. 58. v.7. Wann wiy koͤnnen ſollnn dem Duͤrfftigen helffen. Tob. 4 v. 18. Und dieſe Gutthaͤtgkenſut b wir nicht allein gegen unſer Freunde/ ſondern auch gegenunſertg beweiſen: Wir muͤſſen lieben unſer Feinde/ ſegnen die uns fluchenit wol denen die uns haſſen/ bitten fuͤr die/ ſo uns beleidigen und verfg auff daß wir Kinder ſeyn unſers Vaters im Himmel dann er laͤſſeſa Sonne auffgehen/ uͤber die Boͤſen/ und uͤber die Guten/ und aͤſan nen uͤber Gerechte und UIngerechte. Matth.v. 44. leq. Der Ronſte D. Mat th. Keyſer Auguſtus, hat auß Rath ſeiner Gemahlinen Liviæ, ſeinen zin Theatr. in Cn. Cornelium Cinnam zum Roͤmiſchen Puͤrger⸗Meiſter genaz vita Aug. Aauch andern ſeinen Feinden gutes gethan/ und ſich damit zu Freuden ib. in vita icht. Vespaſianus Roͤmiſcher Keyſer hat ſeines Feindes Viteliigah Vespas,. zer reichlich zur Ehe chan 2 t. In caritare; In der Liebe: Vnſer himmliſcher Bauaſſi liebreich: O wie hat er die Leute ſo liebꝛ Deut.z. v.3. Er ltebet allsdan iſt/ und haſſet nichts/ was er gemachthat. Sap. 11.v. 25. Beweiſetſot ſeine Liebe ſonderlich mit aller gnadreeich ſter Schenckung ſeines Sohn Joh 3. v. 16. Wollen wir Gottes liebe Kinder ſeyn/ ſo muͤſſen windaun gedencken was Johannes ſagt: Ihr Lieben hat uns Gott alſo gelicbelſ ſollen wir uns auch untereinander licbe. 1. Joh 4 v. n Nit mit Wonaſ D. Matth. noch mit der Zungen/ ſondern mit der That/ und mit der Warheit Jo⸗ b Theatr. in Dann. 3.v. 18. Wir muͤſſen nicht lieben/ wie Keyſer Domitianus Gezan ejus vita. welche derſelbe ſich lieblich ſtellete/ denen trachtete er nach dem bint 2inckgr. Sondern Auffrichtige: Vnd ſiehet dieſe Liebe keine Vndanckbarkain p.1.p. 221. ſagt der Herr Lutherus: b 5. In miſericordia& manfuetudine: In Barmhertigket und Langmuͤtigkeit: Wollen wit Gottes Kinder ſeyn/ ſo muͤſſen wit banm heuzig ſeyn/ gleichwie unſer himliſcher Vater barmhertzig iſ lu⸗ 6. v.36. Wir muͤſſen als die außerwehlte Gottes/ Heiligen und Geliebtan anziehen/ hertzliches Erbarmen/ Freundlichkeit Demutß/ Sanfftmulj Gedult/ und veriragen einer den andern/ und vergeben insdan aha ſoſenand untr 4 dert hale unfuG chts und and unſe Pwod. ſauffen uns Pa verde Inder Licde Wieenntht g gemachthet So na madrachac thatn zum neuen Gehorſam vermahnen ſolle. 40 ſo jemand Klage hat wider den andern. Col 3. v. 12. ſeq. Wie Socratem einer mit dem Fuß geſtoſſen/ und andere uͤber ſeine Gedult ſich verwun⸗Zeil. dert/ hat er geſagt: Wieꝛ Wann mich ein Eſel getreten/ ſolte ich ihn dar⸗ um fuͤr Gerichte fodern? Vnſer himliſcher Vater wolle uns ein liebrei⸗ ches und gehorſames kindliches Hertze geben zu ſeines Namens Ehre/ und unſer Seeligkeit/ umb Jeſu Chriſtiwillen/ Amen/ Amen. Diedreyundſechzigſte Predigt. DE CAVSA IMPVLSIVA NOVAæ OBEDIENTIEÆ DE- ClMA, Qilt DEI GLORIEICAIIO. b — Wie uns Gottes Ehre/ Lob und Preiß zum neuen Gehor⸗ ſam vermahnen ſolle. Ruhret einen guten Wandel unter den Hey⸗ 8— den/ auff daß die/ ſo von euch affterreden/ als von Vbelthaͤtern/ eure gute Wercke ſchen/ und Gottpreiſen. 4 8 4 1— I. Noſtram actionem: UInſer Thun: Welches alhie wird beſchrieben.“ 1. Specialiter: Inſonderheit: Wir eſſen oder trincken: Sol⸗ ches gibt uns Gott auß vaͤterlicher Gnade: Der laͤſſet Saat wachſen zu nus dem Menſchen daß er das Brod auß der Erde bringe/ und der Wein des Menſchen Hertz erfreue. Pſalm. 104. verſ. 14. leq. Aber weilen auß Eſſen und Trincken/ offtmals/ leider/ Freſſen und Sauffen wird/ daß Weh/ Leid Zanck/ Klagen/ und Wundenohn Vrſach/ daruß erfolgen. Prov. 23. v. 29. Da virl ſich preſentiren als Helden Wein und Bier zu fauffen/ und ſeyn Krieger in der Fuͤllerey. Eſa. 5. v. 22. So vermahner uns Pauluhos ſollen alſo eſſen und trincken/ daß Gott nicht geunehret 2. Gene- Epiſt. 61. Svermahnet uns Paulus. Cor. 10. verſ. z1. mit .M dieſen Worten. Ihr eſſet oder trincket/ oder was jhr thut/ ſo— ⁴‿S thut alles zu Gottes Ehren. Alhie haben wir zubetrachten: Lehrer und Zuhoͤrer/ Obrigkeit und UInterthanen/ Haußvaͤten und Geſinde/ Kauffleute/ Handwercker/ und alle ſo mit einiga Ulbet umgehen/ muͤſſen in allem jhrem Thun auff Gottes Ehre ſehen n ten Wandel fuͤhren ſollen: 40 Wie uns Gottes Ehre/ Lobund Ptaß 2. Generaliter: Ins gemein: Was wir thun: Oasiſ ein jeglicher in ſeinem Beruff und Stande verrichtet: Als Leh Eltern und Kind/ Hauß⸗ Herren und Knechte/ Hausfrauen und hi de/ in welchem ein jeglicher ſein Thun und ſeine Geſchaͤfft ehar II. Actionis noſtræ finem; Zu was Ende wir eſſen undti cken/ und alles inumnſerm Beruff verrichten ſollen: Wir ſolln les zu Gottes Ehrethun: Wann wir an den Tiſeh gehen/ ſollenn bitten/ Gott wolle unſer Speiſe ſegnen/ wie er verheiſſen. Pſ. zaun Wann wir geſſen undtruncken haben/ und ſatt worden ſeyn/ ſoniſ wir den HErin unſern Gott loben fuͤr das Gute das er uns gage eut.s. v. 1o. Dann Gott hat die Speiſe geſchaffen mit Danclſaann zu empfahen. J. Tim. 4. v.3. Seyn wir auff Hochzeiten oder Gaſin gen/ können wir uns zwar froͤlich erzeigen/ aber fuͤr dem HEnnuntn Gott. Deut. 12. v. 12. Daß wir denſelben fuͤr Augen naes ſein allerheiligſter Name mit Fluchen/ Schweren/ lLuͤgen/ Truͤgn und andern boͤſen Dingen nicht verunehret werde: Sondern daßſt Gott damit ehren/ daß ſie in jhrem Stande viel gute Fruͤchtebringn Joh. 15. v. 8. Hiezu ermahnet uns auch Petrus in verleſenen Wonn auß welchen wir wollen betrachten/ Wie wir mit unſerm guten Wandel/ Gottes Ehre/ Sobund Preis befodern ſol„ln) Der barmhertzige Gott gebe ſeine Gnade/ daß es zu ſeines Nanis Ehre/ und unſer fruchtbaren Lehre/ geſchehen moͤge/ un ſu Chriſti willen/ Amen. e Crklaͤrung. Wir muͤſſen bey verleſenen Worten in acht nehmen: I. Subjectum. Wovon Petrus handele Daß wireinengu⸗ iele fuͤhren/ leider/ einen boͤſen Wan del; Die wandeln im Rath der gottloſen/ und tretten auff den Banh K . rrichter rrug Zuhoͤrer/ Schulmeiſter und Schuͤler/ Obrigkeit und Uhnrethan b da Kndat ginde nach ide und Z0 Wüſtrl fondern Dasiſte Otg wandeit ganten Weger fuͤr Gs untade 36. A nichtsv dem Fle Laceden fen dal Wievi mit/ ht aber des jemande Somaͤſ und De⸗ Wegeu lehremic len dein ſelbekan wit wan ken in. 10. 9. I. gaeh Liechti G6On ſo ſieff zum neuen Gehorſam vermahnen ſolle. 407 Suͤnder⸗Pſal.1.v.r. Viele wandeln nach jhres ertzen Duͤnckel/ und und Zweitracht/ die ſind fleiſchlich/ und wandeln nach menſchlicher Weiſe.. Cor.3 v 7. Einen ſolchen Wandel muͤſſenwir nicht fuͤhren/ ſondern fahren laſſen/ und muͤſſen fuͤr G Ott wandeln. Gen. 17. v. x. Das iſt/ daß wir beides nach ſeinem Wort und Willen leben/ und an ſei⸗ ne Gegenwart jmmer gedencken. Wir muͤſſen in G. Ottes Wegen wandeln/ und fuͤrchten ihn. Deut. 8. v. 6. Im Geſetz deß Herꝛn von gantzem Hertzen wandeln. 2. Reg. 10. v 31. Weiche alſo auff GOttes Wegen wandeln die thun kein uͤbels. Pſ. 119. v. 3. Wir muͤſſen From fuͤr GOtt ſeyn/ und gehen in allen Geboten und Satzungen deß Herꝛn untadelich. Lue.. v. 6. Wandeln in der Furcht deß Errn. Act. 9. v. 31. Wann dieſer Wandel alſo auß wahrem Glauben herruͤhret/ ſo iſt nichts verdamliches an denen/ die in Chriſto Jeſu ſind und nicht nach dem Fleiſch/ ſondern nach dem Geiſt wandeln. Rom. 8. v. 1. Bey den Lacedemoniern haben ſie keine Comedien oder Tragedien ſpielen daͤrf⸗Z wing. fen/ damit ſie nicht etwas hoͤreten/ das jhren Geſetzen zuwider waͤre. Vol. 9. p. Wie viel mehr ſollen wir Chriſten mit denjenigen nicht umbgehen/ die 2256. mit jhrem Wandel Gott und ſein heiliges Wort verunehren: Weiln aber des Menſchen Thun nicht ſtehet in ſeiner Gewalt/ und ſiehet nicht in jemandes Macht/ wie er wandele oder ſeinen Gang richte. Jer. 10. v. 23. So muͤſſen wir den allerguͤtigſten Gott/ umb ſeine Regierung/ Huͤlſf und Beyſtand anruffen: Bitten mit David; HErr zeige mir deine Wege/ und lehre mich deine Steige/ leite mich in deiner Warheit und lehre mich. Pſ. 25. v. 4. leq. HErr lehre mich ehun deinen Wolgefal⸗ len/ dein guter Geiſt fuͤhre mich auff ebener Bahn. Pſ. 143. v. 11. Der⸗ ſelbe kan uns Krafft geben/ daß wir lauffen und nicht matt werden/ daß wir wandeln und nicht muͤde werden. Eſa. 40. v. z1. Der kan uns ſtaͤr⸗ cken indem HErꝛn(Chriſto) daß wir wandeln in ſeinem Namen Zach. 10. v. 1z. Gleich wie Conſtantinus Magnus, wie er den Maxentium geſchlagen/ deß Nachtes wie die andern geſchlaffen; ein hellſcheinendes 2 w. V.). Aiecht uͤber ſeinem Lager geſehen: Alſo ſcheinet das Liecht der Gnaden pag. 1461. G Ottes den Frommen auff jhrem Wege/ daß jhnen gelingt das jenige ſo ſie fuͤrnehmen. Hiob. 22. v. 28. Da ſcheiner Gottes Leuchte uͤber e hel heh Eff unſentn Hedion. hiſt. Eccl. p. 144. 3. ap. I. 408 Wie uns GOttes Ehre/ Lob und Preiß unſerm Haupte/ und koͤnnen bey ſeinem liecht/ im Finſternuͤß(deß Tfn aeeeund eandh ne iheh muͤſſen wir ſleiſſig II. Objectum: Bey wem dieſer Wandel ſoll gefuͤhret wer⸗ den: Unter den Heyden: In der erſten Kirchen deß neuen Teſtamen⸗ tes/ muſten die Chriſten unter den Heyden leben: Wann nun die Chri⸗ ſten boͤs und aͤrgerlich lebeten/ macheten ſie dem Chriſtenthum ein boͤ⸗ ſen Namen/ und ward der Name Gottes jhrenthalben gelaͤſtert unten den Heyden. Rom. 2.v. 24. Solche fallen dem Laͤſterer in die Schmach und Stricke. 1. Tim. 3. v. 7. Derohalben vermahnet Paulus/ ſie ſollen ſich eines gottſeligen Lebens und Wandels befleiſſigen/ damit ſie jhren Feinden nieht urſachzzu ſolcher Laͤſterung geben: Dann der leidige Sa⸗ tan hat jederzeit greuliche Laͤſterung wieder die wahre Chriſten außge⸗ goſſen: Unter dem Keyſer Antonio Vero haben ſie grauſame Laſter wider die Chriſten erdichtet/ als/ daß die Chriſten Mahlzeit hielten/ in welchen ſie jhre eigene Kinder freſſen ſolten; Und greuliche Blut⸗ Schande mit jhren eigenen Muͤttern/ Schweſtern und Toͤchtern trei⸗ ben ſolten. Dieſes/ OChriſtliche Hertzen/ ſollen wir noch heut zu Ta⸗ ge fleiſſig in acht nehmen/ dann ob wir ſchon an jetzo nicht unter den Henden leben/ ſo leben wir doch unter den Feinden der goͤttlichen War⸗ heit/ bey welchen/ leider/ der Laſter und Luͤgen⸗Teuffel noch eben ſo ge⸗ ſchaͤfftig iſt/ als er bey den Heyden geweſen/ welche wann ſie an der Leh⸗ re des heiligen Evangelij/ die Hoͤrner haben abgeſtoſſen/ ſo wenden ſie ſich zu den Perſonen/ und ſuchen allerley Luͤgen und Laͤſterung/ dieſelbe fuͤr der Welt ſchwartz zu machen/ wie an Baͤpſtler/ Calviniſten und den neuen Propheten ſolches gnugſam zu erſehen: Da muͤſſen wir(ſo viel uns muͤglich iſt) die UIrſach abhawen/ denen die Urſach ſuchen. 2. Cor. 11. v. 12. Vnd auch allen boͤſen Schein meiden. 1. Theſſ.. v. 14. Und geben den Widerſachern nicht Urſach zu ſchelten. x. Tim. ⸗ v. 14. Wolte Gott/ wolte Gott/ daß dieſes viele Lehrer und Zuhoͤrer betrach⸗ ten/ und mit boͤſem Wandel den Feinden der Warheit nieht argerlich ſeyn moͤgten. rgerniet III. Incitamentum: Was uns dazu reitzen ſolle: Nemlich/ 1. Calumniarum depulſio: Die Hintertreibung der Laͤſte⸗ rung: Es ſind viele/ die von uns affterreden als von Bbelthaͤtern: Gleich⸗ Gruna d 8 ſetktäled ſen 1———— 1 gruomt Eſan n. fanediſſt dn ih wüssafhten ſ Ilſchoff 4e c. gthucht/ ommn a dunzge mnzemlunde 4 mfer Antono Fero ſahm itn b dusMüends Hander freſſen octm. Uha Oriſtuche Nann ſplenum Pſalm. ʒ50·v ten gifftigen 2 ben nach Un hochnoͤhtig/ daß wir alſo lehren/ glaͤuben und leben daß wir zufoderſt deß Allethochſten Gottes ſeine Ehre ſuchen und nach hoͤchſter Moͤgl gkeit befodern/ und ein ſolches leben und Wandel fuͤhren/ daß das Schoß⸗ Huͤndlein unſers Hertzen/ nemlich unſer Gewiſſen/ uns nicht anbellt/ auff daß die ſo von uns affterreden/ als von Vbelthatern/ zu Schanden werden/ daß ſie geſchmaͤhet haben unſern guten Wandel in Chriſto. · Pet. 3. v. 16. Vndwir ſagen knnenn: 3 1 5 um Kahewrdeiß 19 Dt. 5 hndamigun ln iiſtshabee Gennſchafft nad ger Willt Lebellchabenſit 1n gchoret!daßſiett Goit wolgefaͤllige Wercke nicht zu ſehen bekommen: Aber recht glauhige ſuftohwonde ſchen ſhte gute Werckeſehen. Matth.„ v.. Die bekehren ſich zucholſ wanwirvaltt und thun rechtſchaffene Wereven Buſſe Aeed bes Siewanden Pe erbarlich als am Tage. Rom. 1; v. 12. Sie ſeyn fruchtbar in allen gutin ce Gonsſini Wercken. Col. 1.v 0. Sie beweiſen jhre Gottſeligkeit mit guten Wer⸗ zunch Chrſturun) 2 4 ren! Dara linacfülle Ga 8 erloͤſet/ und von Suͤnden gereiniget/ daß ſie fleiſſig ſeyn ſollen zu guten u acen a i Wacken. Tit. 2. v. 4. Dieſes O Chriſtliche Hertzen/ muͤſſen wit ſliſ⸗ den Vaterdune a. iabetrachten⸗Unſer Glaubeiſt un ſichtbar/ und dem eintzigen alviiſſen, ma höt den Gote bekant/ aber wollen wir warhafftig glaubige Chriſten ſehn/ u 4 4¹⁰ Horat. lib. 3.0d.3Z3. einem gottſeligen Leben und Wandel beweiſen: Gleichwie ein naturlich lebendiger Menſch/ ſein natuͤn lchie leben mit natuͤrlichen Werckenn:. Alſo muß an geiſtltedlebendiger Menſch ſein geiſtliches Leben mit gaſſ. lichen Wercken dathun. Ule verè eſtbeatus, qui tecte credit,&rece WeIl credendo benè vivit&e benèivendo rectamn fidein cuſtodit&fru. NAY uls Nie Serm. I. de ſtrà ſibi ſola fide blanditu r, qui bonis operibus non ornatur; Sagt modo Bernhardus Das iſt Der iſt warhafftig ſelig der recht glaubet/ un]d8inn ben Glauben wollehell und mit gutem Leben denrechten Glaubenbewahtrtcza d1nd drſeheletroſe h feber dergſblich alein mitdem Glauhen,d P. mirguten Wercken nicht gezieretſ. MN) . Dei glotigeatio: Gottes Lob und Preis: Und Gott prei⸗ n Hdaß ſi durch in lchea gotſelge echen un Wanda ꝛuch moͤgen gewonnen werden/ und Uit ſach haben Goꝛt zu ſoben: Die⸗ ſes Preiſen geſchicht: un lſasgabn Soten lchen De 4. Ore: Mit dem Munde. Dann wann die Menſchen zu 9a ““ beke vivendi. U zum neuen Gehorſam vermahnen ſolle. 41 bekehret werdẽ iſt Gott dafuͤr zu loben: Wie Chriſtus ſelber thut. Matt. n.v. 254 Die Juden hoͤreten mit groſſer Verwunderung/ daß die bekehrte Hiyden/ mit Zungen redeten/ und Gott hoch preiſeten. Act. 10. v. 45. ſeq. Und dieſes haben auch die andere Juden gethan/ ſo Petrum wegen der Gemeinſchafft mit den Heyden geſtraffet/ da ſie gehoͤret/ daß es Gottes gnaͤdiger Wille geweſen/ und Golt auch den Heyden Buſſe gegeben zum Leben/ habenſie Gott gelobet. Act. 11. v. 18. Wie die Heyden zu Antiochta gehoͤret/ daß ſie auch zum Gnaden⸗Reich Chriſti von Gott beruffen/ ſind ſie froh worden/ und haben das Wort deß H Errn gepreiſel. Act. 13. v. 48. 8. Opere: Mit Wercken: Da wird Gott geehret und gepreiſet wann wir viel Fruͤchte bringen. Johann. 15. v. 8. Mit einem gottſeligen Wandel preiſen wir Gott an unſerm Leibe/ und an unſerm Geiſte/ wel⸗ che Gottes ſind. 1. Cor. 6. verſ. 0. Die guten Wercke geſchehen in uns durch Chriſtum/ zu der Ehr und Lobe Gottes. Phil 1. v. 11. Dieſes Prei⸗ ſen gefaͤllet G Ott ſehs wol/ wann wir alles was wir thun/ mit Worten und Wercken/ thun in dem Namen Jeſu Chriſti/ und dancken Gott und a dem Vater durchjhn. Col 3 v 7. Solche Danck⸗Opffer gefallen Gott wol. Heb 13. v. 16. Zu welchen uns wolle verhelffen/ G Ott der Vater durch den H. Geiſt/ umb Jeſu Chriſtiwillen/ Amen/ Amnen. D ie vier und ſechtzigſte Preditgt. DE CAVSA IMPVILSIVA NOV OBFDIENTILE k ha. Srs ArORs NCsrRrhuTAno, Wie uns die Nachfolge Chriſti zum neuen Gehorſam rei⸗ tzen und treiben ſole.. 3 8 n 4 1.Joh. 2,v. 6. 88 685 Wer da ſaget/ daßer jhm blelbet der ſolauch woandeln/ wie er gewandelt hat. Sſpricht der Sohn Gottes Joh. 8. v. 12.alſo: Ich bin das Liecht der Welt/ wer mir nachfolget/ der wird nicht 6— S wandeln im Finſternuͤß. In dieſen Worten haben wir: nim F lemaͤh Indieſ b h anghr 412 Wie uns die Nachſolge Chriſt 1. Chriſtum lucem; Chriſtum als ein Liecht: Esſt ene groſſe Wolthat Gottes/ daß er uns unter andern viele himliſchen iech⸗ tern/ auch die libe Sonne gegebin/ welche wann ſie auffgangeniſt/ an dem hohen Himmel deß Errn eine Zierde iſt. Syr. 26. v. 21. Sie iſtdas groſſe Liecht/ ſo den Tag regirt. Gen. 1. v. 16. Es iſt ſolches Liecht fuͤſſe/ und den Augen lieblich die Sonne zu ſehen. Eccl. 7. verſ. 1r. Sie iſt ein Wunder⸗ Werck deß Hochſten. Syr. 43. v. 2. Aber eine weit und un⸗ außſprechlich groͤſſere Gnade G Ottes iſts/ daß er uns die Sonne der Gerechtigkeit/ ſinen Sohn Jeſum Chriſtum gegeben. Mal. 4. verſ. Der iſt das Liecht/ welches alle Menſe chen zu erleuchten/ in dieſe Wele kommen iſt/ und gibt vermittels den Gnaden⸗Stralen ſeines Evangelij einen hellen Schein in unſer Hertzen. 2. Cor. 4. v. 6. Vnderleuchtete Augen unſers Verſtaͤndnuͤß. Eph. 1. v...s. 4t 2. Chriſtum ducem: Chriſtum als einen Fuͤhrer: Werſhm nachfolget; Chriſtus iſt uns darumb zum Liecht gegeben/ daß wir jhme ſollen nachfolgen: Wir ſollen jhm nachfolgen/ in der Lehr/ im Leban/ im Sterben: Wann wir an ſeiner Lehre und Rede bleiben/ ſo ſind wir ſeine rechte Juͤnger: Joh. 8. v. 32. In ſeinem Leben und Leiden/ hat er uns ein Fuͤrbilde gelaſſen/ daß wir ſollen nachfolgen ſeinen Fußſtapffen. 1. Pet. 2. v. 21. Im Sterben muͤſſen wir jhm nachfolgen/ daß wir unſerm himli⸗ ſchen Vater unſer Seele in ſeine Haͤnde befchlen. Luc. 23. v. 16. 3. Sequelx operationem: Was dieſe Nachfolge wircke: Wir werden nicht wandeln im Finſtern. Durch die Finſternuͤß we dalhie fuͤrnemlich verſtanden die Suͤnden Finſternuͤß/ und deroſelben ange⸗ hefftete geiſtliche Blindheit: Dann ſolche Leute lieben die Finſternuͤß mehr dann das liecht. Joh. 3. v.. Sie verrichten die Wercke der Fin⸗ ſternuͤß. Rom. 13. v. 12. Sie ſind in der Finſternuͤß. 1. Theſſal.. verſ.4. Wer aber Chriſto nachfolget/ der wandelt nicht im Finſternuͤß/ ſondern erx hat das Liecht deß ſeligmachenden Glaubens/ und laͤſſet ſolches durch gute Wercke leuchten. Matth. 5. v. 16. Und wandelt wie ein Kind deß Liechts. Eph. 5. v. 8. Dieſes bezeuget auch Johanes in verleſenen Wor⸗ ten/ auß welchen wir wollen erwegen; Wie uns die Nachfolge unſers HErin Chriſtizueinem o gooettſeligen Wandel fuͤhren ſolle. 4 1. Nott enjedergetufe ſo ſc/ undidi chernnt Jacn n de Thufäll Pſalz veſe Zugn Pſal.; Sieſind(cute nn ndauſtolze Win g ſterushat yflenn t ettenus: ſ tur mi Won h Ehrſunu/ſomn a itgelals dſe he 2 igesund arf, an 3 Kndesfaltn wi e r. med aunn u ainiſen. 1h,. ſan ſteſe de ng woandember oltenerdieteng Wrmä nunſcr. enm.2.Tn Abck. 4*4 edmiß Eyh.. ucen Cdrſſtumabenm i Runs darund um gx ppllen jymnncfur umi aſemncr(checud aein .32. Inſewun tdaudlan rurſollm nadſegan ſann ſi uſſen wir ſpm nacfelgn daͤn eem ſeme Hanͤchißla u raboncm Dasdicſe laf mun Fiudan Duradäin 1d Säda znitmif ah eher Dan ſilde lau Mn. Seraritun dla unſas Her Cri gm Vandiſiaſs 3 zum neuen Gehorſam reitzen ſol. Der Allerhoͤchſte gebe ſeine Gnade/ daß wir unſerm hochverdienten Erloͤſer/ in Lehr/ Leben und Sterben nachfolgen moͤgen/ umb ſeines Blut trieffenden theuren Verdienſtes willen/ Amen. 3 Erklaͤrug. Wir maͤſſen alhiebeſehe: 1. Noſtram allertionem; Unſer Sagen⸗Wer da ſagt: Wann ein jeder getauffter und erwachſener Chriſt/ wuͤrde gefragt/ ob er in Ehri⸗ ſio ſey/ und in demſelben zu bleiben gedencke/ wuͤrde gewißlich ein jegli⸗ cher mit Ja antworten: Aber reden und ſagen iſt leicht/ beweiſen aber in der That faͤllet offt ſchwer: Dann viele laſſen jhre Lippen falſch reden. Pſal. 34. verſ. 14. Sie heuchlen mit jhrem Munde/ und luͤgen mit jhren Zungen. Pſal. 78. v. 36. Sie redenofft kein wahr Wort. Jer. 9. verſ. 5. Sie ſind Leute die es wol ſagen/ aber nicht thun. Matth. 23. verſ. 3. Sie reden ſtoltze Wort/ da nichts hinten iſt. 2. Pet. 2. v. 1s. Gleich wie Epi- Gell. cterus hat pflegen zu ſagen: Multos eſſe Philoſophos factis procul, noct.attic. verbis tenus: Das iſt; Viele ſeyn hochgelahrte und verſtaͤndige Leute/ 117.c.n9. nur mit Worten/ aber nicht mit Wercken: Alſo gehets auch mit vielen Chriſten zu/ ſo mit dem Namen gute Chriſten ſeyn/ aber mit der That aͤrger als die Heyden: Derhalben erfodert Johannes allhie ein auffrich⸗ tiges und warhafftiges Sagen/ wir muͤſſen ſagen/ und es thun/ reden und es halten/ wie unſer himliſcher Vater thut. Num. 23.v. 19. War⸗ heit muß in unſerm Munde ſeyn. Mal. ꝛ2.v. 6. Wir muͤſſen reden was wir wiſſen. Joh. 3. v. 11L. Wanns die Zeit gibt/ von ſolchen Dingen zu ſagen/ iſt beſſer/ daß wir ſtille ſchweigen/ als daß unſer Gewiſſen uns ei⸗ nes andern uͤberzeuge; Wir muͤſſen nicht ſeyn wie die/ ſo ſich mit hohen Worten erbieten/ und thun doch gar nichts dazu. Sir. 4.v.34. Dafur ſollen wir uns huten: Jener leichtfertiger Vogel zu Rochellin Franck⸗ 2i. Man. reich hat ſehr offt pflegen zu ſagen: Iſts nicht alſo wie ich rede ſo ſchneu⸗„1. pag. tze mich der Teuffel/ welches jhm auch vom Satan wiederfahren/ daß 57. jhm das Brand⸗Mahl Zeit ſeines Lebens an der Naſe geſeſſen. Wie Ageſilaus der Lacedemonier Koͤnig/ hoͤrete/ daß ein Redener/ der ein Eutrap. geringe Ding mit vielen Worten groͤſſer machen kunte/ als es an Cerl h hm pP. I. ꝑ. 137* “—— 414 Wie uns die Nachfolge Chriſti jhm ſelber war/ ſehr gelobet ward; Sagte er: Ich halte den jenigen nicht fůr einen guten Schuſter/ der uͤber einen kleinen Fuß groſſe Schuh ma⸗ chet: Doch jetzunder/ gleichwie co mplem entiren und auffſchneiden gar gemein; Alſo werden auch die Schuh weit laͤnger gemachet/ als die Fuͤſſe ſeyn. Laſſet uns aber/ O Chriſtliche Hertzen/ inſonderheit in die⸗ ſem Falle/ wol zuſehen/ daß Reden und Thun mit einander uͤbereinſtim⸗ men: Dann der Mund ſo alhie luͤget/ toͤdtet die Seele. Sap. 1. v. rr. Sa⸗ geſtu alhie nur mit deinem Munde HErꝛ HEn/ ſo wird er dir wieder ſagen: Ich habe dich noch nie erkant/ weiche von mir du Vbelthaͤter. Matth. 7. v. 22. leq. 1 b IIl. Aſſertionis deſcriptionem: Was da werde geſagt: Daß einer in Ehriſto bleibe; In Ehriſto bleiben/ iſt nichts anders als der/ in dieſem Leben unaußſprechlichen unbegreifflichen und unergruͤndli⸗ chen geiſtlichen Vereinigung mit Chriſto unſerm Erloſer theilhaffng ſeyn und bleiben: Dieſe Vereinigung iſt weſentlich/ nicht ratione mo⸗ di, nach der Art und Weiſe/ wie die neuen Propheten ſchwermen Son⸗ dern rauione termini, nach jhrer Endſchafft die ſie erlanget/ wellen deß warhafftig Glaubigen ſein Weſen/ ſich mit dem Weſen Gottes uñ Ma⸗ rien Sohn/ ja der gantzen allerheiligſten Dreyfaltigkeit ſich warhaffig vereiniget; Deßwegen ſie der Sohn Gottes alſo beſchreibet: Wer mein Fleiſch(mit wahrem Glauben)/) iſſſet/ und trincket mein Blut/ der bleilt in mir/ und ich in jhm. Joh. 6. v. 76. Ihr in mir/ und ich in euch. Joh. 14. verſ. 20. Wer mich liebet/ der wird mein Wort halten/ und mein Vatter wird jhn lieben/ und wir werden zu jhm kommen/ und eine Wohnung bey jhm machen. ibid.v. 23. Solches erklaͤret er mit einem Gleichnuͤß vom Reben am Weinſtock; Gleichwie ein Rebe kan keine Frucht brin⸗ gen/ er bleibe dann am Weinſtock/ alſo auch jhr/ jhr bleibet dann an mir. Joh. v. v. 4. Da dann nicht allein eine weſeniliche Gegenwart/ ſondemn auch eine gegenwaͤrtige Wirckung bey dieſer Vereinigung wind gefun⸗ den. Wir muͤſſen aber bey dieſer Vereinigung ſeyn und bleiben in Chri⸗ ſto fleiſigm achtnehmen. b b b 1. Conſecutionis modum; Wie wir dazu gelangen: Wir gelangen dazu/ durch fleiſſige Bewahrung deß Wns Gns, So bey uns bleibet/ was wir auß Gottes Wort gehoͤret haben/ ſo werden wir auch bey dem Vater und Sohn bleiben. 1. Johann. 2. verſ. 24. Wit b gelan⸗ untas ntbendazud ngaß Tan — ulg etkwitdſd „uubeiſsT Wirgelangen aͤß Lhnde bleibet Gottun greifächen aberſein Giho ſi undlichen te wer ſeine Ga Weindalun! Srenenun. deſjrwollew e ſeruſteurts. 5 Glalde ſoaue naſder Ehruteh für Heruchke a aur Baugu et lungm. Owe 1 ringaſſer Gua d Enöffe n n gr u dochmot 1 V na, de HEna lnauffena mmgläuhtgen. n eiſan Kina n e ngiugs p Jachvwwfden b anbrremet dn un nd 3 Glaubem iſſe udaudenn Jeh. 6.v.ſ6. Jrum udch cdet da undmen Pertſahar wu vada zuidmfomna u 4 23. Seichesgflintamn nock Serdwit an Itdeirt — zum neuen Gehorſam reitzen und treiben ſol. 45 gelangendazu durch feſten Glauben an Chriſtum/ ſaauß der Bewah⸗ rung deß Wortes Gottes herruͤhret. Dann durch den Glauben wohnet Chriſtus in unſerm Hertzen. Eph. 3. v. 17. In welchen Worten das Mit⸗ rel geſetzt wird/ dadurch Chriſtus in uns wohne/ welches der ſeligmachen⸗ de Glaube iſt Durch welchen Jeſus Chriſius in uns iſt. 2. Cor. 13. v. 5. Wi gelangen zu dieſer Vereinigung/ durch ein großmutiges Bekaͤnt⸗ nuͤß Chriſti; Welcher bekeñet/ daß Jeſus Gottes Sohn iſt/ in demſelben bleibet Gott und er in Gott.i. Joh. 4.v. z. Wir gelangen zu dieſer unbe⸗ greifflichen Herrlichkeit/ durch Haltung deß Gebottes Gottes: Es iſt aber ſein Gebot/ daß wir glauben an den Namen ſeines Sohns Jeſu Chri⸗ ſii/ und lieben uns unter einander/ wie er uns ein Gebot gegeben hat/ und wer ſeine Gebothaͤlt/ der bleibet in jhm/ und er inſhm. 1. Joh. 3. v. 23. 1eq. Wer in der Liebe bleibet/ der bleibet in Gott uñ Goit in jm. I. Joh 4. v. 16. Sperret nun Augen/ ſperret nun Ohren/ ſperret nun Hertzen auff/ alle die jhr wollet warhafftige Chriſten ſeyn/ ſehet/ hoͤret/ erkennet mit hoͤch⸗ Nſier Luſt eures Hertzen/ was die Bewahrung deß Wortes Gottes/ der Glaube ſo auß dem Worte Gottes komt/ ein ſtandhafftiges Bekaͤnt⸗ nuͤßder Ehr und Lehre Chriſti/ und eine ungefaͤrbte Liebe/ fuͤr Majeſtaͤt/ fuͤr Herrlichkeit fuͤr groſſe Seeligkeit bringe nemlich/ daß wir dadurch zur Vereinigung mit Chriſto/ ja der gantzen heiligen Dreyeinigkeit ge⸗ langen O wee ſioltz/ wie verwegen iſt mancher Hoͤfeling/ deßwegen daß er in groſſer Gunſt und Gnade bey ſeinen Herꝛn iſt Daß es heiſſet: Ein Loͤffel Gunſt/ ein Scheffel Kunſt/ b 3 Iſft ungleich gemeſſen/ Dooch macht die Gunſt/ das wird die Kunſt/ Gar offt wird vergeſſen. Was iſt aber eines ſolchen Herren Gunſt/ gegen die Gunſi deß HErꝛn aller HEnen? Was iſi deſſen Gnade/ gegen die Einwohnung ja gegen die unaußſprechliche gnadreicheſte Vereinigung dieſes HErꝛn mit ei⸗ nem glaͤubigen Hertzen⸗ Mit jener Gunſt und Gnade heiſſetes offt; Je naͤher dem Koͤnig/ ſe naͤher der Galgen: Das iſt Engerand de Mari-„ gny der Koͤnigs Philippi in Franckreich gleichſam Mund grweſen; Traurge⸗ Jacobo von Beauel/ der viel hoher Aempter in Franckreich bedienet und andere mehr/ wol gewahr worden unler welchen der von Beauel fuͤr ſei⸗ hiſtor. 22. nem Tode geſagt: Es geſchehe hm garterdiidiewallet ſo piet Jahr allan 888 en 3——— 2— 2 8———— R 5— Herodot. lib. G. 416 Wie uns die Nachfolge Chriſtt den Menſchen gedienet habe: Haͤtte er nur ein eintziges Jahr Gott ge⸗ dienet/ ſo wolte er nicht zweiffeln er wolte mehr von jhm erlangen koͤnnen: Laſſet euch dieſes Ojhr Hoff⸗Schrantzen/ ein gutes Nota benè ſeyn: A ber mit dieſer Gnade und allerlieblichſten Vereinigung heiſſet es: Je naͤher Gott/ ſenaͤher dem Himmel und der ewigen Seligkeit. b 2. Conſecuti fructum: Was wir fuͤr Nutzen davon haben Wer in G Ott blelbel der ſuͤndiget nicht. 1. Joh.z. v. 6. Verſiehe vorſet⸗ lich/ ſondern ein gottſeliges Hertze huͤtet ſich fuͤr der Suͤnde/ als fuͤr einen Schlangen. Sir. 21. verſ. 2. Da groſſer Herren Gunſt und Gnadeſeine Anreitzung zu vielen groſſen Suͤnden/ wie die Hiſtoria Hamans und anderer außweiſek. Wann ein ſolches glaͤubiges Hertz/ auß Schwach⸗ heit ſeines ſuͤndlichen Fleiſches ſchon faͤllet/ ſo wird er nicht weggeworſ⸗ ſen/ dann der H Er haͤlt jhn bey der Hand. Pſ. 37. v. 24. Bleiben wir bey Ihm(in ſolcher allergnaueſten Vereinigung) wann er dann wirdoffen⸗ bar werden(der jetzunder in der Glaͤubigen Hertzen gleichſam verborgen iſt)ſo werden wir eine Freudigkeit haben/ und nicht zu Schanden werden fuͤr jhm in ſeiner Zukunfft. 1. Joh. 2. verſ. 28. O deß allerherrlichſten Nu⸗ tzen: Es war eine groſſe Danckbarkeit deß Crœſi daß wie Alcmaæon ein Athenienſer ſeine Legaten geherberget/ und ſie guͤtlich tractirt/ denſelben zu ſich fodern laſſen/ und ſo viel Geldes jhm gegeben/ wie er tragen koͤn⸗ nen: Chriſtus unſer Heiland ſpricht: Ich bin ein Gaſt geweſen(allen Gottloſen unbekand) aber ſhr habt mich geherberget(durch wahren Glauben) drumb werde er ſagen: Kommet her jhr Geſegneten meines Vatters/ und ererbet das Reich/ daß euch von Anbegin der Welt bereinet iſt. Matth. ² 5. v. 34. feq. Das laß mir eine gnadreiche Vergeltung der Herberge ſeyn „II. Aſſertionis demonſtrationem; Wie wir unſer Sagen beweiſen ſollen: Wir muͤſſen wandeln/ gleich wie er gewandelt hat: Wir muͤſſen das Lernen von Chriſto fleiſſig treiben und in acht neh⸗ men. Matth 1.. verſ. 9. Ein Beyſpiel hater uns gegeben/ daß wir ihun ſollen/ wie er uns gethan hat. Joh. 33. v. 15. Chriſtus aber hat gewandelt 8 in wahrer Gottſeligkeit: Er hat niemand Vnrecht gethan/ und iſt kein Betrug in ſeinem Munde geweſt. Eſa./3 v.. Es ſi ſeine Speiſe gewe⸗ ſen/ daß er den Willen Gottes ſeines Baters gethan. Joh. 4.v.3 4. Es iſt keine Suͤnde in hm geweſen 1. Joh. 3. v.. Alſo muͤſſen wir auch uns ei⸗ b nes 3 uunte rasz cſängend uninſae pe Guis Pſ 4 t pf 55 Dn auch Ehriſtus 8 gbeitt Matth ſerm Aniegen. Luend. vetſtl ¼. zubrochen dat Liehedamibe Aldſollmwine lanwiecruns i varttes Golt in Chuſzushatgie ſchtinſanffine war ingaltlete Auch uſn/u anſichgenom ie den antcroiege; zum neuen Gehorſam reitzen und treiben ſol. 4 nes gottſeligen Wandels befleiſſigen: Behuͤten unſer Zunge fuͤr Boͤſem/ und unſere Lippen/ daß ſie nicht falſch reden/ laſſen vom Boͤſen und ihun Gutes. Pſ. 34.v. 1¼. feq. Wir muͤſſen den Willen Gottes gerne thun. Pſ 40. v.9. Vnd die Suͤnde von Hertzen meiden und fliehen. Gleich wie auch Chriſtus in ſeinem hoͤchſten Anliegen fleiſſig und unauff hoͤrlich gebetet. Matth. 26. v. z6. Alſo muͤſſen wir auch ſiets beten in allem un ſerm Anliegen. Eph. 6. v. 18. Vnd in ſolchem Gebete nichtlaß werden. Luc. 18. verſ.t. Vnd muß unſer Seele/in fleiſſiger Anruffung auff den HErꝛn warten von der einen Morgen⸗Wache biß zur andern. Pſ. 330. v. 6. Chrißzus hat gewandelt in hertzlicher Liebe: Sein Hertz iſt in ihm zubrochen/ daß er ſich unſer erbarmen muͤſſen, Jer. z1. v. 0. Er hat ſeine Liebe damit bewieſen/ daß er ſein Leben fuͤr uns gelaſſen. Joh. 15. verſ. 13. Aſſo ſollen wir auch in der Liebe wandeln: Sollen uns untereinander lie⸗ ben/ wieer uns geliebet hat. Joh. 15. verſꝛ. Ja auch einer fuͤr den andern/ wann es Gott und die Noth erfodert/ das Leben laſſen. 1. Joh. 3. verſ. 16. Chriſtus hat gewandelt in der Demuth; Lernet von mir/ ſpricht er/ dann ich bin ſanfftmuͤtig und von Hertzen demutig. Matth. 11. v. 29. Ober zwar in goͤttlicher Geſtalt war/ und es nicht fuͤr ein Raub hielt/ Golt lälg gleich zu ſeyn/ ſo hat er ſich doch derſelben geeuſſert und Knechts Geſtalt h dein Wille geſchehe/ ſpricht er Matth. 26. v.;9. an ſich genommen. Phil.. v. 6. ſeq. Alſo muͤſſen wir uns auch demuti⸗ gen unter die gewaltige Hand Gottes. 1. Pet.. verſ. 6. Chriſtus hat ge⸗ wandelt im kindlichen Gehorſam: Daim nicht men Wille/ ſondern 39. Alſo muͤſſen wir geden⸗ cken daß Gehorſam Gott ſonderlich wolgefalle.. Sam 1. v.22. Chri⸗ ſius hat gewandelt in Geduld; Er iſt geweſen wie ein Lamb das zur Schlacht, Banck gefuͤhret wird/ und ſeinen Mund nicht auffthut. Eſa. 53. verſ. 6. Alſo muͤſſen wir auch unſer Seele mit Geduld faſſen. Luc. 21. verſ. 19. Chriſtus hat gewandelt in beſtaͤndigem Vertrauen auff ſeinen Vater/ deme er ſeine Seele in ſeine Haͤnde befohlen. Luc. 23. v46. Alſo ſollen wir auch in feſtem Glauben biß ans Ende verharren. Matth. 24. vtz. Zu welchem allen uns verhelffe Gott der Vater/ durch den heiligen Geiſt/ um Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. Ggg 2 Die 21s Wie uns die dermeidung deß Zorns Gottes Diefͤnff und ſechtzigſte Predigt. DE CAVSA IMPVLSIVA NOVeæÆ OBEDIENTIA PulODECIMA QHRR DIVIN EVITAIIO- Wie uns die Vermeidung deß Zorns Gottes zum neuen Gehorſam fuͤhren ſolle. V Martth. 9.V. 10. Es iſt ſchon die Art den Baͤumen an die Wur⸗ kzelgelegt/ darum/ welcher Baum nicht gute Fruͤchte bringet/ wird abgehauen/ und ins Keur geworffen. Sſpricht Gott Pſ. 39.v.z3. Er wolle unſer Saͤn⸗ de heimſuchen mit Ruthen/ und unſer Miſſethat mit Pla⸗ gen: Viele Gottloſe gedencken/ ſie haben wol mehrgeſuͤndi⸗ get/ und ſey jhnen nichts Boͤſes wiederfahren. Sir. 5. v. 4. Aber allhie lautet es viel anders: Dann Gott wil unſer Suͤnde und Miſſethat heimſuchen: b I. Virxgis Mit Ruthen Es hat aber Gott zweyerley Ruthen: 1. Liberorum: Kinder Ruthen: Damit er ſeine liebe Kinder zuͤchtiget: Gleich wie ein Vatter/ der ſeiner Ruthen ſchonet/ ſein Kind haſſet; Wer es aber lieb hat/ der zuͤchtiget es bald. Prov. 13. v. 14. Alſo/ welchen der HErꝛ liebet/ den ſtraffet er/ und hat Wolgefallen an jhm/ als ein Vatter am Sohn. Prov. 3 verſ. 12. Da ſtraffet Gott mit Men⸗ ſchen⸗Ruthen/ das iſt/ mit Vaters Ruthen. 2. Sam. 7.v. 14. Dazuͦch⸗ tiget er ſeine liebe Kinder mit maſſen. Jer. 30. v. 11. Sind wir ohne dieſe Zuͤchtigung/ welcher alle Kinder Gottes theilhafftig worden/ ſo ſind wir Baſtarte/ und nicht Kinder. Heb. 12. v. 8. Dieſe Ruthe iſt nicht uͤber den Gottloſen. Hioh.21v.9. 2. Impiorum: Der Gottloſen Ruthen: Die wird genant die Ruthe der boͤſen Kinder. Ezech.21v 3. Die ſollen durch die Narbe),, rer Boß⸗ ☛7 4 anußdegor detſtbes Gotkeaſehenum Il. Pagist ni wancherley t Ifracliten Gott terſie Pſaob Itt. 30 9.4.78 ſilletz und ui Soiches alls ie 28.tpklarlat glud, hoſe. 3. d Wandel ermalir ſcralſowirdoff ie der aͤufferin ie tenwollen: Mder e dt Gott Pſ. oug Ere ce nu Jutza unwirli eGotlloſe gedackm ſiſoan d huen nichts Beſes videiht vicl anders: Dan Gen ln n: Nuthen Esatcda Getmn. nder Juthen Dmitt an Warn/ dſena Juſatt 6 benderichtgtcsbald he 6u/ dm affac, und har e zum neuen Gehorſam fuͤhren ſolle. 4¹⁸ ter Boßheit umkommen. Prov. 22. v. a. Dieweilen ſie andern ſeyn eine Ruthe deß Zorns Gottes geweſen/ wie Aſſur den Juden. Eſa. 10. v. F. Da muß die Zorn⸗Ruthe Gottes durchdringen/ wann ſie der HErr uͤber ſie fuͤhret. Eſa. z0. verſ. 32. Sie muͤſſen die Ruthen deß Grimmes Gottes ſehen und fuͤhlen. Thren. 3. v. 1. O der erſchrecklichen Ruthen II. Plagis. Mit Plagen. Alſo hat Gott der Egyptier Boßheit mit mancherley Plagen heimgeſucht. Exod. 7. cap.& ſeqq. Wie die Iſraeliten Gott mit jhren Suͤnden erzuͤrneten/ da reiß eine Plage un⸗ ter ſie. Pſ. 106. verſ. 29. Da ſchlaͤgt Gott/ wie man einen Feind ſchluge. Jer. 30. v. 14. Dawil Gott mit ſeinen dreyen Land⸗ Plagen/ Krieg/ Pe⸗ ſtilentz und Hunger jhnen den Garauß machen. Ezech. 14. v. 12. fedq. Solches alles kompt von unſern Suͤnden/ wie Lev. 26. cap. und Deut. 28. cap. klaͤrlich zu ſehen: Daß es heiſſet Iſrael/ du bringeſt dich in Un⸗ gluͤck. Hoſe. 13. v. 9. Welches uns billich zu einem gottſeligen Leben und Wandel ermahnen ſoll/ daß Gottes Zorn uͤber alles gottloſes We⸗ ſen alſo wird offenbahret. Rom. 1. verſ. 1s. Welches uns auch Johannes derauffes in verleſenen Worten anzeiget/ auß welchen wir betrach⸗ ten wollen: b b— Wie der Zorn Gottes uͤber alles boͤſes Weſen/ uns zu einem gottſeligen Wandel antreiben ſolle. Der grundguͤtige Gott gebe uns ſeine Gnade/ daß es alſo geſchehe/ daß wir dem Zorn Gottes entflichen/ und ſeiner Gnade zeitlich und 556 ewig theilhafftig werden moͤgen/ umb Jeſu Chriſti willen Amen. Erklaͤrung. Wir muͤſſen allhie in Augenſcheinnehmen: I. Arborem humanam: Den Menſchlichen Baum Es wird in Goites Wort der Menſch zum offtern einem Baum verglichen: Dann gleich wie ſich finden gute Baͤume/ die gute/ und boͤſe Baͤume/ die boͤſe Fruͤchte tragen. Matth. 7. v. ⁄1. Gleich wie ſich finden frucht⸗ bare und unfruchtbare Baͤume: Alſo ſeyn die Glaͤubige fruchtbare Baͤume gepflantzet an den Waſſer⸗Baͤchen/ die ihre Frucht bringen zu ſeiner Zeit. Pſal. 1. verſ. 4. Die Gottloſen aber ſind kahle unfruchtbare . Ggg 3 Baͤume/ 8 3 ö— A— 1— 8— 8 2 8. 8 ————————44————— Zeil. Man. P.t. pag. 43⸗ bofrembdenl als widerfuͤhre une ziwas ſeltzames. 1 Pet. 4. v. 13. Son⸗ 420 Wie uns die Vermeidung deß Zorns Gottes Baͤume/ zweymahl erſtorben. Epiſt. Jud. u.12. Laſſet uns/ O Chriſ liche Hertzen/ dieſes gottſelig betrachten. Von einem Baum urtheile man nicht von ſeinen Wurrtzeln/ nicht von ſeinem Stam/ nicht von ſei⸗ nen Aeſten/ nicht von ſeinen Blaͤttern/ nicht von ſeinen Blumen/ ſon⸗ dern von ſeinen Fruͤchten: Alſo auch von den Menſchen: Da ſihe muu gottſeligen Augen an; 1. Impios: Die Gottloſen; Die ſeynofft ſehr ſchoͤne/ groſſe/ herꝛliche/ anſehenliche Baͤume: Sie leben offt wol/ werden alt/ nehmen zu an Guͤtern/ jhr Haus hat Friede fuͤr der Jurcht/ und Gottes Ruthe iſt nicht uͤber jhnen. Hiob. 21. v. 7. eq. Sie ſind trotzig/ und breiten ſich auß/ und gruͤnen wie Lorbeer⸗Baͤume. Pſ. 37. v. 35. Ihr Perſon bruͤſtet ſich wie ein fetter Wanſt/ ſie thun was ſie nur gedencken. Pſal. 73. v.. Gott pflantzet ſie offt/ daß ſie wurtzeln und wachſen. Jer. 12. v. 2. Daran aͤrgern ſich offt glaͤubige und fromme Hertzen. 2. Pios; Die Gottsfuͤrchtigen; Dieſelbe ſeyn auch Baͤumt/ und zwar: b a. Propter conditionem: Wegen jhrer Beſchaffenheit: Gleich wie jhr Freund und Seelen⸗Breutigam Jeſus Chriſtus untet den Soͤhnen/ iſt wie ein Apffel⸗Baum unter den wilden Baͤumen⸗ Cant. 2². v.; Alſo ſeyn auch beſchaffen/ die Glaͤubigen unter den Gott⸗ loſen; Ihr Gewaͤchß iſt wie ein Luſi⸗Garte von Granat Aepfften/ mit edlen Fruͤchten. Cant. 4. verſ. 13. Sie ſind Baͤume der Gerechtigkeit/ und Pflantzen deß HErꝛn zum Preiſe. Eſa. 61 verſ. 3. Sie ſind Baͤumeam fuͤrchten ſie ſich doch nicht/ ſondern jhre Blaͤtter bletben gruͤn! und ſorgen nicht wann ein duͤrre Jahr kompt/ ſondern bringen ohne auff⸗ hoͤren jhre Fruͤchte. Jerem. 17. verſ. 8. Sie ſind erfuͤllet mit Fruͤch⸗ ten der Gerechtigkeit. Phil.1.v. 11. Solche/ ſolche Baͤume O Chriſi⸗ liche Hertzen ſollen win ſeyn: In der Inſul Zeilan in India/ ſoll ein Baum ſeyn/ Triſtis genand/ derbey Nacht gantz luſtig anzuſehen/ und unzahlbar viel Bluͤhe hat/ welche Bluſt aber/ ſo bald die Sonneauffge⸗ — het/ verwelcket. Solche Baͤume muͤſſen wir nicht ſeyn/ die allem bluͦ⸗ hen/ und nicht Fruͤchee bringen/ ſondern durch die Hitze deß Creutzes die Bluſt laſſen verwelcken; Wir muͤſſen uns die Creutz⸗Hitze nicht laſſen dern Waſſer gepflantzet/ und am Bach gewurtzelt ob gleich eine Hibze kompt/ den datchril Te verr, lid wein tſchaußt Dropte zuttr Paum va Bäumeindem wie Tagteints demuß beyſhnein und auffſieng ſehn daßſieals i ſeq. Undwant ren uolich /uc in Gotsiſß. Apo. 3. Dropi Jruchcbatfeltee uehariha 8 d Sann, e de. condicionem; —— an Aoffal⸗Baun uy jan en auch beſchafen de Guäum Sifwi an lu Lu Geure J vi bare Baͤume/ vrrfluchet. daß es davon bltzet. Pſalm. 18. verſ. 9. Seinden der Juden ſagt: ae Taffel⸗Werck im Hauſe deß HERRN. Pſaim. 74. verſ. 33 zum neuen Gehorſam fuͤhren ſole. 421 dern durch viel Truͤbſal zum Reich Gottes hindurch dringen. Act. 14. verſ. 22. Gleichwie der Palm⸗Baum/ je mehr er beſchweret wird/ je weiter er ſich außbreitet: Alſo ſe mehr Creuzes/ je gottſeliger wir muͤſſen leben. 2. Propter remunerationem: Wegen der Vergeltung; Ein guter Baum verſchuldet ſeine Stete: Sie muͤſſen ſeyn wie gruͤne Dehl⸗ Baͤumein dem Hauſe Gottes. Pſalm. /2. v. 10. Ihr Tagemuͤſſen ſeyn/ wie Tage eines Baumes(der fruchtbar iſt) und das Werck jhrer Haͤn⸗ de muß bey jhnen alt werden. Eſa. 6 5. v. 2. Dann Gott wil ſie ſegnen/ unnd auff ſie regnen laſſen zu rechter Zeit/ und das ſol ein gnaͤdig Regen daa leyn/ daß ſie als gute Baͤume Frucht bringen ſollen. Ezech. 34. verſ. 26. ſed. Und wann ſie alſo beſtaͤndig bleiben/ ſowil Co RJIS TlSjh⸗ nen endlich zu eſſen geben/ von dem Holtz deß Lebens/ das im Paradieſſe Goltes iſt. Apoc. 2. v. 7ä5. 3. Propter originem: Wegen der Herkunfft: Gleichwie die Fruchtbarkeit eines Baums/ entweder von der Guͤte deß Erdreichs/ oder von dem Fleiß deß Hauß⸗Vaters/ daß er den Baum fleiſſig in ache nimt/ herruͤhret; Alſo komt die geiſtliche Fruchtbarkeit von der Gnade und Guͤte Gottes/ die er uͤber fromme Hertzen reichlich außgieſſet: Da fleuſſet ſein Segen daher wie ein Strom. Syrach. 30. v. 27. Und iſi die urcht deß HErrn wie ein geſegneter Garte. Syr. 40. v. 28. Solte uns dieſes/ O Chriſtliche Hertzen nicht zu einem gottſeligen Leben und Wan⸗ del reitzen? Dann es iſt ein groſſer Gewin wer gottſelig iſt.1. Tim. 6. v. 6. Aber die Gottloſigkeit hat nichts dann G Ottes Zorn und Fluch zu er⸗ wwarten: Gleichwie C Hriſtus den unfruchtbaren Feigen⸗Baum ver⸗ fluchte. Matth. 21. v. 19. Alſo ſind alle Gottloſe/ als geiſtlich unfrucht⸗ II. Securim divinam: Die göttliche Aexte: Dadurch wird verſtanden der grimmige und erſchreckliche Zorn Gottes: Gleichwie ein Art ſchwer und ſcharff iſt; Alſo auch der Zorn G OTTES. Da ge⸗ het Dampff von ſeiner Naſen/ und verzehrend Feuer von ſeinem Munde/ Gleichwie David von den Man habe geſehen ihre Aerten oben her blicken/ wie man in einem Walde haͤuet/ und haben zu hauen alle Zeil. Man. P.I.Pag.· 42. 3——— 4²22 Wie uns die Vermeidung deß Zorns Gottes Alſo laͤſſet auch Gott in ſeinem Zorn die Straff⸗Aexten blicken und blen⸗ cken/ hauetalles fuͤr ſich nieder daß kein Auffhoͤren oder Erbarmea da iſt: Dafuͤhret Gott/ wegen unſer Suůnde/ Feinde uͤber uns/ die kommen mit Heeres⸗Krafft/ und bringen Aerte uͤber uns/ wie die Holtz⸗Hauer. Jer. 46. v. 22. Laſſet uns O Chriſtliche Hertzen/ dieſe Jorn⸗Aexte Gontes uns immer fͤr Augen und Hertzen ſtellen/ damit wir ſhm nicht Vrſach mit unſern Suͤnden geben dieſelbe auß ſeinem Zorn⸗Schatze herfurzu bringen; Da ſind wir wie das Graß/ ſo deß Abends abgehauen wird und verdorret. Pſ. 00. v. 6. 1I1. Arborem infrugiferam: Den Baum ſo nicht gute Fruͤchtebringet: Von Natur ſind wir alle unfruchtbare Baͤume Aba durch die heilige Tauffe verſetzet uns Gott in den Wein⸗Garten ſeiner Kirchen/ und wartet unſer auffs allerbeſte. Eſa. v.r. ſeqꝗ. Aber Viele/ Viele/ wollen kein Gut thun/ und wollen/ durch ſpecial und ſonderliche Wiederſpenſtigkeit/ den Safft und Krafft deß H. Geiſtes nit an ſich zie⸗ hen. Ihre Wurkzeltraͤget Gallen uñ Wermuth. Deut. 29 v d. Vonun⸗ gen verdorrẽ jhre Wurtzel. Hiob. 18. v. 16. Ihre Wurtzel verdorret/ daß ſie keine Frucht bringen koͤnnen. Hoſ.). verſ. 6. Solches alles machet daß kein wahrer Glaube da iſt/ ſo durch gute Wercke/ als ſeine Fruͤchte ſich beweiſer: Dann gleichwie der Rebe kan keine Frucht bringen vonſhm ſe⸗ ber/ er bleibe dann am Weinſtock; Alſo auch wir/ wir bleiben dann an Chriſto. Johann. 15. v. 4. Welches durch wahren Glauben geſchicht Im Lande I imochaim ſo an Perſien gegen Mitternacht ſtoſſet iſt ein groſſer Baum/ der Sonnen⸗Baum genant/ deſſen Blaͤtter auff der ei⸗ nen Seiten weiß/ auff der andern gruͤn: Er traͤgt keine Frucht/ ſondern kleine Dingelein/ wie Caſtanien/ aber ſtachelt und iſt nichts drinnen und hat ein ſehr hartes Hols: Dieſer Baum iſt ein Bildnuͤß der Heuchler/ ſo ſich zwar euſſerlich ſchoͤn anſehn laſſen/ und zweyerley Farben ſeyn⸗ ſhre Fruͤchte ſeyn ſtachelt/ und kein Nutze/ ſie ſeyn hart/ und zu keiner Erwei⸗ chung zu bringen. Laſſet uns aber/ O Chriſiliche Herhen/ dahin ſehen daß wir nicht unter ſolchen unfruchtbaren Baͤumen gefunden werden/ ſondern uns im Stande guter Wercke finden laſſen/ auff daß wir nicht unfruchtbar ſeyn. Tit.3. v. 4. Wann ſolche reichlich bey uns gefunden werden/ werden ſie uns nicht faul noch unfruchtbar ſeyn laſſen 1 es rkaͤnt⸗ DAuarehrug daunaßan 1.— legt werden) dn 8 verſchtt noch n zerin inmtt neſß Hautd dabaubahut Wuttelninde i var/ daß Nate dütrſein Koni i ekamet d. at ſäherAndie nnlhanphen aßvungan liſer Malach. OEhſliche lſe uenem gan nichalln den i Dataſpwien ſa) gudern de Geſchechlede e eudes Gencht enm dSlams- dej ader 8 Reitennde, 2 hu „ zum neuen Gehorſam fuͤhren ſolle. 423 Erkaͤntnuͤß unſers HErꝛn ItſuChriſti? Pet 1 v. d. Sonſten ſpricht der himliſche Hauß⸗Vater: Ich habe nunetzliche Jahr Frucht geſuchtauff dem Baum und finde ſie nicht/ haue jhn abe/ was hindert er das Land. Luc. 13.9.7.· ö ly. Fjus pœnam: Die Straffe eines unfruchtbaren Bau⸗ uase mes Dieſelbe iſtunterſchidlich b 1. Securis appoſitio: Daß die Axt ihmſol an die Wurtzelge.— legt werden Nicht an den Stam auch nicht an die Aeſte: Dann wann * die Aexte ſchon an dieſelbe gelegt wird/ ſo koͤnnen die Wurtzelwann ſie un⸗ verſehrt/ noch Sproͤßlein wieder herfuͤr bringen: Alſo ſahe Nebucaduet⸗ zar in einem Geſicht auff ſeinem Bette/ einen heiligen Waͤchter/ welcher rieff Hauet den Baum umblund behauet ſhm die Aeſte/ und ſireiffet jhm das Laub ab/ und zerſtreuet ſeine Fruͤchte/ doch laſlet den Stock mitſeinen Wurtzeln in der Erden bleiben. Dan. 4v. o. ſeqg. Damit angedeutet ward/ daß Nebucadnezar zwar von den Leuten ſolte verſtoſſen werden/ aber ſein Koͤnig⸗Reich ſolte jhm bleiben/ wann er die Gewalt im Himmel erkennet. ib. v. 23. Mit dieſen Baͤumen aber wil Gott ein andern Proceß fuͤhren: An die Wurkzel ſol alhie ſeine Zorn Aexte gelegt werden: Gottwil vertilgen/ oben jhreFrucht/ und unten jhre Wurtzel. Amos. 2. v. 9. Er wil ſie außwurtzeln. Zeph. 2. v. 4. Er wil jhnen weder Wurtzel noch Zweig aſſen. Malach. 4.v.. Oder erſchrecklichen Straffe: Laſſet uns dieſes OChriſiliche Hertzen/reifflich erwegen und uns dieſe Straffe der Gott⸗ loſen/ zu einem gottſeligen Lebenund Wandel treiben laſſen/ weilen dieſes nicht allein den gottloſen Eltern/ ſondern auch jhren Kindern angehet: Dann alſo wil Gott der Vaͤter Miſſethat heimſuchen auch an(gottlo⸗ ſen) Kindern biß ins dritte und vierdte lied. Exod. 20. v. z. Aber das Geſchlechte der Frommen ſol geſegnet ſeyn. Pſalm. 112. v. 2. Die Wur⸗ el der Gerechten ſolbleiben. Prov. 12. v. 3. Dann ſie ſind durch wahren Glauben gepropffet/ durch wahrenGlauben in den Zweig auß der Wur⸗ tel deß Stams Iſai. Eſa. ii. v.i. Sie ſollen wurtzeln/ bluͤhen und gruͤnen/ daß ſie den Erdbodem mit Fruͤchten erfuͤllen. Eſa. 27·v.s. Durch dieſe Fruͤchte wird der allerhoͤchſte Gott geehret. Joh.15. v. d. Sie gereichen zu der Ehr und Lobe Gottes Phil..vn. . Exciſo: Sie ſollenabgehauen werden: Gleichwie ein Baum abgehauen/ und hernach die Wurtzel au etss und: Aſſe 3 — —— 424 Wie uns die Erbauung unſers Naͤchſten Gott mit ſolchen unfruchtbaren Baͤumen verfahren: Ihr Gedaͤcht nuͤß ſoll außgerottet werden auff Erden. Pſal. 109. v. zx. Der Außrot⸗ eer ſoll uͤber ſie kommen. Ezech. 7. v. 2 5. Man wird jhre Wurtzel auß⸗ rotten/ jhre Fruͤchte abreiſſen/ daß ſie ſollen verdorren. Ezech. 17. verſ 9. Dieſes ſolten alle Gottloſe/ bey denen keine gute Fruͤchte/ ſondern lauter Unfruehtbarleit zu finden/ fleiſſig bedencken: Ein ander Baum hal Hoffnung/ wann er ſchon abgehauen iſt/ daß er ſich wider veraͤndere/ und leine Schoͤßling nicht auffhoͤren. Hiob. 14. v. 7. Aber ein ſolche Hoff⸗ nung haben die Gottloſen und Unbußfertigen ſich nicht zu machen. Das ſolte ſie ſa bullich zum andern Leben bewegen. 3. Combuſtio: Er wird ins Feuer geworffen: Ein anden Holtz und Baum verbrennet alſo daß er zu Aſchen wird; Aber bey den Unfruchtbaren Menſchen Baͤumen iſis viel anderſt: Sie ſollen mit ꝛwigem Feuer verbrennet werden. Matth. z. v. z2. Welches neben ſh⸗ nem Leben) nimmer verleſchen wird. Eſa. 66. v. 243. Welches iſt das hoͤlliſche Feuer. Matth. 5. v. 22. So dem Teuffel und ſeinen Engeln bereitet iſt. Matth. 25. v. 41. Damit Feuer⸗Flammen Rach widd ge⸗ geben werden uͤber dieſe unfruchtbare Baͤume. 2. Theſ. 1. v. 8. Da ſte werden leiden deß ewigen Feuers pein. Epiſt. Jud. v. 7. Ihr Theil wird ſeyn in dem Pfuel der mit Feuer und Schwefel brennet. Apoc. a1. v. 3. Dafuͤr uns allergnaͤdigſi wolle behuͤten der barmhertzige GOtt durch ſeinen heiligen Geiſt/ umb Jeſu Chriſti willen. Amen/ Amen. Die ſechs und ſechtzigſte Predigt. DE CAVSA IMbVLSIVA NOV OBEBIENTIE DE. QMA TERTIA, QIE PROXIMI ́DIICATIO. Wie uns die Erbauung unſers Naͤchſten/ zum neuen Ge⸗ horſam treiben ſolle. Tit. 3. v. 8. Es ſollen die/ ſoan Gott glaͤubig ſind wor⸗ den/ in einem Stand guter Werck gefun⸗ den werden/ ſolches iſt gut/ und nutz den Menſchen. 6. Nichenn Nt Negu nit Worten plementenſhe Grundenichts i for Juwendigen Bulter/ undhie Wertt/ ahber i 2 8 4* Warte Prov nun Nuchſten 4. Afft ar a. Rcalie (ähudigſeynzaen Wrmäͤſſenn GDus Na. dar/ derſtan hm nnichtsm hd ſch 3 V — ——— ſaln muͤſenw Fengeihun wan ſudgſe eaa b aſchond. Mäga nichts 1 zum neuen Gehorſam treiben ſolle. 425S . Sſpricht Johannes 1. Epiſt. c.3 v. 7. alſo: Laſ⸗ ſet uns nichi lieben mit Worten/ noch mit der Zungen/ —d ſondern mit der That/ und mit der Warheit. In dieſen =—2 Worten haben wir die Beſchreibung der Liebe unſers Naͤchſten: 8 1. Negativè: Wie wir ihn nicht lieben ſollen: Nicht allein mit Worten/ und mit der Zungen: Viele koͤnnen mit groſſen com- plementen jhre Liebe gegen jhren Naͤchſten bezeugen/ und iſt doch im Grunde nichts dahinden: In ſolcher Leute Munde iſt nichts gewiſſes/ jhr Inwendiges iſi Hertzen⸗Leid. Pſ.. v. ℳ. Ihr Mund iſt glatter dann Butter/ und haben doch Krieg im Sinne. Pſ. 75. v. 22. Sie geben gute Worte/ aber im Hertzen fluchen ſie. Pſal. 62. v. 5. Sie geben glatte Wworte. Prov. 2. v. 16. Unter deſſen aber ſchlieſſen ſie ihr Hertze fuͤr jh⸗ rem Naͤchſten zu. x. Joh. 3. v. 7/..x 4 2. Affirmativè: Wie wir ihn lieben ſollen: Nemlich/ a. KRealiter: Mit der That; Daß wir das jenige was wir ſchuldig ſeyn zu ſhun und unſer Mund redet/ mit der That beweiſen: Wir muͤſſen recht thun einer gegen den andern. Jer. 7. v.. Wer nach G Ottes Rechten wandelt/ ſeine Gebote haͤlt/ und ernſtlich darnach thut/ der iſt ein frommer Mann/ und ſoll das Leben haben. Ezech. 18. v. 9. Wir muͤſſen niemand beſchaͤdigen/ behalten das Pfand nicht/ nehmen nichts mit Gewalt/ theilen unſer Brot auß dem Hungerigen/ und kleiden den Nackenden. ib. v. 16. Haſſen das boͤſe und lieben das gute. Amoſ.. v. 15. Beweiſen an unſerm Naͤchſten Guͤte und Barm⸗ hertzigkeit. Zach. 7. v. 9. Alles was wir wollen/ daß uns andere thun Del ſollen/ muͤſſen wir jhnen auch thun. Matth. 7. v. 12. Nicht allein das ſenige thun/ was wir reden oder verheiſſen/ ſondern auch was wir zu thun ſchuldigſeyn. 8. Veraciter: Warhafftig und Auffrichtig: Die Liebe muß nicht falſch ſondern Hertzlich ſeyn. Rom. 12. v. 9. leq. Sie muß dem Naͤchſten nichts boͤſes thun. Rom. 13. v. 10. Es muß nicht allein ein geneigtes Gemuͤth zum wollen/ ſondern auch zum Thun ſeyn. 2. Cor. s.v. 11. Rechtſchaffen muͤſſen wir in der Liebe ſeyn. Epheſ. 4. v. 1. Es muͤſſen im Glauben Wercke/ in der Arbeit Licbe/ und in der Gedult Hoffnung ſeyn. 1. Theſſ.x. v. 3. Zu dieſem vermahner uns auch Pait⸗ lus in verleſenen Worten/ auß welchen wir wolan beſehen. W 1 2 Wie 1“————— —— 426 Wie uns die Erbauung unſers Naͤchſten Wie uns die Erbauung unſers Naͤchſten zu einem gottſeli⸗ gen Wandeltreiben ſolle. Der allerguͤtigſte Gott verleihe ſeine Gnade/ daß wir mit unſerm Wan⸗ del unſerm Naͤchſten nicht aͤrgerlich/ ſondern befoderlich ſeyn moͤ⸗ gen/ uumb Jeſu Chriſti willen/ Amen. 8 Erklaͤrung. Wir muͤſſen alhie anſehen: b I. Subjectum; Vonwem alhie geredet werde. Von denen ſo an Gott glaubig worden ſind: Dieſe ſeyn die jenige ſo ſich von jhren ſuͤndlichen Leben und Weſen zu Gott bekehren/ und beydes den gnaͤdi⸗ gen Verheiſſungen Gottes in Chriſto Jeſu/ allen Glaubigen geſchehen/ und ſeinen ernſilichen Draͤuungen allen Unglaubigen und Unbußferti⸗ gen vorgeſtellet/ feſte glauben: Dann wer nicht glaubet der bleibet nicht. Eſa. 7. v. 9. Aber dieſe bekehren ſich/ und glauben dem Evangelio. Mare. 1.p. 15. Und die alſo an Gott glauben/ die glauben auch an Chriſtum⸗ Joh. 14. v. 1. Und ſolcher Glaube hat Gottes Wort zum ſicheren und ewiſſen Grunde: Zu dieſem Glauben werden wir vielfaͤltig in Gottes orte ermahnet: Wir ſollen in Gottes Worte bleiben und uͤben uns darin. Syrach. 11. v. 21. Dann auß demſelben erlangen wir den wahrtn Glauben: Wer Goltes Wort glaubet/ der achtet die Gebot/ und wer dem HErrn vertrauet/ dem wird nichts mangeln. Syrach 32. verſ.28. Der Glaube komt auß der Predigt/ das predigen aber durch das Wont Gottes. Rom. 10. v. 17. Wie dem Jairodie Botſchafft gebracht warde ſeine Tochter ſey todt /er ſolle Chriſtum nicht weiter bekuͤmmern /ſagteer zum Jairo: Fuͤrchte dich nicht/ glaube nur. Marc. 5.v. 36. Als wolte er ſagen: Laß ſie nur reden was ſie wollen/ glaube du nur/ daß ich auch ein HErr deß Todtes ſey: Wir muͤſſen kaͤmpffen den guten Kamyff deß Glaubens.. Tim. 6. v. 12. Laſſet uns dieſes/ O Chriſtliche Hertzen wol erwegen; O wie viele/ Owie viele/ werden gefunden/ ſo indemrlenden Wahn ſiecken/ wann ſie nur zur Kirchen gehen/ und dem Gottes Dienſt beywohnen/ ſo haben ſie jhre Schuldigkeit wol verrichtet: Ach nein Wu 8 muͤſſen mi Singen/ mit Beten/ mit fieiſſigem Gehuͤr adee Ma b unſan züct unſer Plaubenß wotder gefunden II Jubſee olenm Stan⸗ deenmeingebi Chrißtäͤchen Gl ſen wannſieſh tin tohtc Gluu digen Glauden wieennatärlit beweiſet geh/e hoffng Glauh geiſhzhes lche Dauumb ſagt wer din oder ſin guten Wackerae kucktenlaſſen Aogute Baͤl ie geſhuh Fruͦt enn u9 Hazan Jom.lo.. 10. 4 Khumſuno Seriſinund b au turtufg, h liehen . zum neuen Gehorſam treibenſole. 427 unſern Glauben ſtaͤrcken/ daß wir unter denen/ ſo an Golt recht glaubig worden/ gefunden wrdddden. 11. Jubjecti debitum: Der Glaubigen Schuldigkeit: Sie ſollen in Standeguter Wercke gefunden werden Viele haben/ lei⸗ der/ einen eingebildeten Glauben die vermeinen wann ſie die Articuljhres Chrißllichen Glaubens nur außwendig wiſſen/ ſo ſeyn ſie glaubige Chri⸗ ſien wann ſie ſchon ein gottloß Leben fuͤhren: Aber ein ſolcher Glaube iſt ein todter Glaube. Jar. 2. v. 17. Gott aber etfodert vonuns einen leben⸗ digen Glauben/ der ſein Leben mit guten Wercken beweiſe: Dann gleich⸗ wie ein natuͤrlich lebendiger Menſch/ ſein Leben mit natuͤrlichen Werckẽ beweiſet/ gehet/ ſtehet redet/ arbeitet/ iſſet und trincket: Alſo auch ein war⸗ hafftig Glaubiger/ als ein geiſtlich lebendiger Menſch/ beweiſet ſein geiſtliches Leben/ mit geiſilichen und G OTT wolgefaͤlligen Wercken: Darumb ſagt Paulus/ ſie muͤſſen im Stande guter Wercke gefunden werden/ oder ſie muͤſſen ſorgfaͤltig und fleiſſig ſeyn jhrem Naͤchſten mit Wercken vorzugehen; Sie muͤſſen das Liecht jhres Glaubens leuchten laſſen/ daß die Menſchenſhre gute Wercke ſehen. Matt.5 v6. guten Als gute Baͤume/ gute Fruͤchte bringen. Matih. 7. verſ. 7. Mit ſhren geiſtlichen Fruͤchten Gott ehren Johan. 15. v. J. Sie glauben nicht al⸗ lein von Hertzen/ ſondern ſie bekennen auch mit Mund und Wercken. Rom. 10. v. 10. Ihr Glaube iſt durch die Liebe thaͤtig. Gal.5. v. 6. Dann die Hauptſum deß Gebotes iſt/ liebe von reinem Hertzen/ und von gutem Gewiſſen/ und von ungefaͤtbiem Glauben. 1. Tim. 1.v.z. Der Glaube muß in uns kraͤfftig ſeyn. Epiſt. ad Philem v. 6. Dieſes muͤſſen wir O Chriſtliche Hertzen/ nimmer in Vergeß ſtellen/ daß ſo wir wollen fuͤr glau⸗ bige Chriſten nicht allein angeſehen ſeyn/ ſondern auch in Warheit erfun⸗ den werden/ muͤſſen wir im Stande guter Wercke uns ſinden laſſen: Wir muͤſſen ſorgen das jenige zu verrichten was dem HErrn angehoͤret/ und wie wir demſelben gefallen mogen/ daß wir heilig ſeyn/ beydes am Leibe und am Geiſie. Cor. 7. v. 32.34. Daß dieſer unſer Fleiß offenbaret wer⸗ III. Solütionis neitamentum: Was uns zur Bezahlung dieſer Schuld treiben ſolle: lnd zwarr .1. KeuenelenAn Softes Seten, Sehe⸗ it gut/ oſe 1 b 7 ur Gott; Dann ein ſolcher Gla ube/ ſo mit Wercken bewieſen wird/ den lrche unſerm lieben himliſchen Vater: Dann ſolche? Wercke ſind gut, weilen ſie Gott dem Almaͤchtigen der allein gut iſt/ Maith. 19. verſ7. auß vaͤterlicher Liebe gegen uns/ wolgefallen; Gut ſeyn ſie weilen ſie von dem guten Geiſte Gottes PDſalm. 143. vnl. herruͤhren: Gut ſeyn ſie weilen ſie auß wahrem Glauben/ ohne welchen niemand G Ott gefallen kan Heb. u. verſ. 6. herkommen: Gut ſeyn ſie/ weilen wir uns in ſolchen We⸗ cken befl⸗iſſigen/ unſerm guͤtigen himliſchen Vater/ als gute und gehor⸗ ſame Kinder nachzufolgen/ und alſo barmhertzig/ warhafftig/ gnaͤdig/ gerecht/ heilig/ und alſo forthan/ zu ſeyn/ gleichwie er ein ſolcher Gottwe⸗ ſentlich iſt: Gut ſeynſie/ weilen wir durch dieſelbe unſerm Naͤchſten Gu⸗ tes und wolthun. Heb. 13. v. 16. Gut ſind ſie/ weilen wir dadurch von den Boͤſen und Gottloſen uns abſondern: Dieſe und dergleichen lrſachen/ O Chriſtliche Hertzen/ ſollen unszu guten Wercken auffmuntern. 2. Rationenoſtri: An unſer Seiten: Es iſt nutz den Men⸗ ſchen: Unter denſelben muͤſſen wir(weilen die Liebe von jhm ſelber anfa⸗ het) uns ſelber betrachten: Dann da ſeyn die gute Wercke uns nicht allein dazu nutze/ daß ſie unſern Glauben an Gott unſer Liebe gegen unſern Naͤchſten/ und die Betrachtung unſer eigenen Schuldigkeit in acht nehmen/ ſondern dieweilen wir wiſſen/ daß die Gott ſeligkeit oder Fleiß der guten Wercke/ zu allen Dingen nutze iſt/ und die Verheiſſung hat/ beyde dieſes und deß kuͤnfftigen Lebens. 1. Tim. 4.v. d. 3. Ratione proximi: An unſers Naͤchſten Seiten: Dam demſelben koͤnnen und ſollen wir mit unſern guten Wercken groſſen Nu⸗ zanſchafi. . Ei ſuccurrendo: Daß wir jhm mit guten Wercken be⸗ huͤlfflich ſeyn: Wir ſollen ja unſern Naͤchſten lieben als uns ſelbſt. Lev. 19. v. 18. Nun aber ſeyn wir uns ſelber gerne behuͤlfflich: Seyn wir hunge⸗ rig/ wir ſuchen das Eſſen; Seyn wir durſtig/ wir trachten nach dem Trincken; Sind wir in der Frembde /wir begehren gute Herberge; Sind wir nacket/ wir kleiden uns gern; Sind wir kranck/ wir pflegen unſer nach Muͤglichkeit; Sind wir gefangen/ wir begehren Troſi und Erledi⸗ gung; Dieſes /dieſes alles ſollen wir an unſerm Naͤch ſten ſo willig/ ſo ger⸗ ne/ ſo hertzlich beweiſen/ als an uns ſelber: Dann wer Baumanzin an nan Nachgen ſob. Sa in Eadſind ins bekleiden. Eſa. 8 dunäſana Siandegue T ichtilenbeh denn auch dey 18 Nailh vaſ Merſchennut mitden Thatt los undgnadig Kaͤnt geſehen 4 b tſronnund kate ton ſinem Sti drrauffſizenla Traſmusgtſeh Pa dindung 3 ſthe um pfn Lanhegchoſfen ¹. Eum Hmzualemen * zum neuen Gehorſam treiben ſole. 429 de gr zen Waln ſeinem Naͤchſten weigert/ der verlaͤſſet die Furcht deß Almaͤchtigen. Aorns Hiob. 65. v. 9. Wir muͤſſen dem Hungerigen unſer Brod brechen/ die ſo b im Elend ſind ins Haus fuͤhren/ und ſo wir einen nacket ſehen/ denſelben — nn bekleiden. Eſa. 58. v. 7. Was wir wollen/ daß uns die Leute thun ſollen/ uſan uan. das muͤſſen wir ihnen auch thun. Matth. 7. v. 12. Wir muͤſſen uns im — Stande guter Wercke finden laſſen/ woman unſer beduͤrffet. Tit. z. v. 14. — und aſ Nichtallein bey unſern Verwandten/ Freunden und Bekandten/ ſon⸗ 2 ſe anſage dern auch bey unſern Feinden/ wie C Hriſtus außtruͤcklich erfodert. woſie weic de Matth.) verſ. 44. 1eq. Alſo muͤſſen wir mit unſern guten Wercken den drduch uſthan H.A. 1 a blmunsju an Jetus Kaͤlte geſehen/ daß ſeiner Macedoniſchen Krieges⸗Leute einer ſehr enotn: Anunſ di erfroren/ und kaum das Leben mehr in jhm geweſenliſt er am Feuer ſitzend e mäfdn deenee von ſeinem Stuel auffgeſprungen/ und hat den erfrornen Soldaten — darauff ſitzen laſſen/ daß er witder zu ſich ſelbſtkommen: Wie Keyſer Leaſenn Sluubca aaan Trajanus geſehen/ daß ſeinen fuͤr dem Feinde verwundete Soldaten an Verbindung der Wunden Tuͤcher gemangelt/ hat er ſein eigenes Kleid Daacheung uſn am en 4 cher gemangelt/ hat er ſein eigenes Kleid zerriſſen/ und jhn davon gegeben. Alphonſus Koͤnig in Arragonien iſt ral gu wiſſa usdedet ſelber vom Pferde geſtiegen/ und hat eines armen Bauren Eſelauß dem 19 aben Digerrutiſ n Kothe geholffen. Alſo/ alſo/ muß man ſeinem Naͤchſten behuͤlfflich ſeyn. kaaffugm cdas Tm. n 2. Eum manu ducendo; Daß wir ihn gleichſam bey der eproximi: Wumnfers Mutir Hand zu allem Guten fuͤhren: Gleichwie Paulus ſich ſelbſi jederman zum Knechte gemachet/ auff daß er jhrer virl Chriſto gewinnen moͤgte. meſelmrnruſengund 1. Cor. 18, v 19. Alſo muͤſſen wir auch thun/ wann wir ſchon ſolten ver⸗ meinen/ es waͤre unſerm Stande zu nahe/ dieſe oder ſene Wolthat an urrendo: Daf wit ümnig. unſerm geringen Naͤchſten zu beweiſen/ ſollen wir gedencken/ daß auch da hleſaunſen Nüchſtettnet die vornemſten Glieder unſers Leibes/ den geringen offtmals auffwertig canr uns ſcha gemebdcfite⸗ ſeyn muͤſſen: LInd daneben bedencken/ daß glaubige Hertzen/ als Gottes „lm. Sanun un Kmder/ mitten unter dem unſchlachtigen und verkehrten Geſchlecht der n c jnnbde vn germa Gottloſen) als Liechter in der Welt ſcheinen ſollen. Phil. 2. verſ. 15. Und 8 wetaicen daß auch die jenige/ ſo niche glauben/ durch gottſeliger Hertzen Wandel/ —— u aa! ohne Wort koͤnnen gewonnen werden. 1. Per.3 v.. O das iſt eine Gott , enmusfenn, wolgefaͤllige Handfuͤhrung:“ .“ 3.Scan- Menſchen nutze ſeyn: Cyrus Koͤnig in Perſien/ wann er auß Mangel/ Zwing. Lia ns ahſonde mit der That nicht koͤnnen Gutes thun/ hat er mit Worten ſein geneig⸗Vol.14. Den tes und gnaͤdiges Hertz erwieſen: Alexander Magnus, wie er in groſſer Pag. 2284 2 8 2 8. 47 —— 7 ————— 4⸗ 5—. 3 3— 4— 1“———— 8 3 3 8“ 9 ö“ —————·—— 430 Wie uns die Erbauung unſers Nechſten 3. Scandalum cavendo: Daß wir uns huten unſerm Nech ſten mit boͤſem Leben aͤrgerlich zu ſeyn: Der Sohn G Ottes ſchreiꝛn das Weh uͤber den Menſchen/ durch welchen Aergernuͤß kommet. Matt. 18. v. 7. Deßhalben vermahnet uns Paulus: Wir ſollen niemand aͤrgerlich ſeyn. 1. Cor. 10. v. z2. Niemand Aergernuͤß geben/ auff daß un⸗ ſer Ampt nicht gelaͤſtert werde. z. Cor. 6. v.z. Dann durch Aergernuͤß wer⸗ den andere verunreiniget Heb. 12. v. 14. Dieſes/ O Chriſtliche Hertzen ſoll uns billich zu einem gottſeligen Leben und Wandel treiben: Wie hochverweißlich hiett Nathan dem Davidfuͤr/ daß er durch ſeine Suͤn⸗ de die Feinde des Erꝛen haͤtte laͤſtern gemacht. 2. Sam. 12. v. 14. Deß Jerobeams ſeine Suͤnde/ gerieih dem gantzen Iſrael zur Suͤnde. 1. Reg. 12. v. z0. Alſo machet man ſich frembder Suͤnde theilhafftig. 4. Calumnias à nobis avertendo; Daß wir allerhand boͤſe Nach⸗Rede von uns abwenden/ Und unſerm Naͤchſten nicht ll⸗ ſach geben/ daß er boͤſes von uns rede/ damit er ſich auch leichtlich kan verſuͤndigen: Dann umb gottloſes Lebens willen/ wird der Name Got⸗ tes gelaͤſtert. Rom. 2. v. 24. Und auch die Chriſtliche Lehre. 1. Tim 6. v. 1. Dazu muͤſſen wir keine Ulrſach geben/ ſondern alſo leben/ daß die Lehre G Ottes unſers Heilandes in allen Stuͤcken gezieret werde. Tu. 2. v. 10. Auff daß die ſo von uns affterreden/ als von Ubelthaͤtern/ un⸗ ſer gute Wercke ſehen/ und G Ott preiſen. 1. Pet. 2. v. 12. Und ſie alſo daß jhm einer uͤbel nachgeredet/ deſſen er ſich doch unſchuldig gewuß: Eutrapel. Hat er geſagt: Das ſtehet einem Koͤnige wol an/ daß er boͤſe Nach⸗Re⸗ Gerlach. de fuͤr ſeine Wolthat ertrage: Alſo muͤſſen alle fromme Hertzen/ anſh⸗ P.⁊ p. 39. ren Erloͤſer und Himmels⸗Koͤnig JEſum Chriſtum gedencken/ der ein ſolches widerſprechen/(laͤſtern und ſchmaͤhen) von den Suͤndern wider ſich erduldet hat/ daß ſie in hrem Muth nicht matt werden. Heb. 12. v.z. Zu welchem allen uns wolle behuͤlfflich ſeyn GOlt der Vatter/ durchdie Gnade deß heiligen Geiſtes/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. Die ſieben und ſechtzigſte Predigt. b DE CAVSA IMPVLSIVA NOVFR OBEDIENTIE DE CMA AKRTA, Quf DIIIOENS NOSTRNR CONSDEKATIO. Wiß zu ſchanden werden. 1. Pet. 3.v. 1 6.. Wie Alexander Magnus gehoͤrtt/ wir unsſelber i hren Nüchſten untli zuunhet d0. Stelaſſen dochriſusſolte teoffimahlen eine und redendeß dln) Paunt richeage ſhalei ten adg dlricha nuſtzenn ſda onnanſ g. Koſe Corradus tn Fͤſtenvon E. mrcndo. bu am ärznlchunann uns adwenden lumſt 1uns gotlloſcs(chaunla n 1.. 14. Undaucs Chten vir keme Ulrſach gta ſemmd 7 Dallandesm aln Skaßt ie ſo von uns affunndm 1 m n/ und S Oumiam. Paun 11. Pa. 32.3. WeAermerl snn Vſa n u ſche unm Kingeranin uns zum neuen Gehorſam anreitzenſorlle. 431 Wie die Betrachtung unſer ſelbſt/ uns zum neuen Gehor⸗ ſam anreitzen ſolle. Galat. S6.v.. 3 3 1 Sihe auff dich ſelbtt. uns ſelber richteten/ ſowuͤrden wir nicht gerichtet: In dieſen D Worienhabenwit. 1. ludicium proprium; Unſer eigenes Richten: Da wir uns ſelber richten: Es werden viele gefunden/ die ſind immer fertig jhren Naͤchſten zu richten/ und von deſſelben Worten und Wercken fre⸗ ventlich zu urtheilen: Solche ſitzen und reden wider jhren Bruder Pſ. ſo · v. 20. Sie laſſen ſich klug duͤncken jederman zutadeln. Syr. 6.v. 2. Da doch Chriſtus ſolches Richten ernſilich verbotten/ in Erwegung/ daß ſol⸗ che offtmahlen einen geringen Splitter in jhres Bruders Auge ſehen/ und werden deß groſſen Balckenin jhrem Augenicht gewar. Luc. 6.v.37. feq. Und Paulus ſagt hievon/ wer biſtu/ daß du einen frembden Knech richteſt/ er ſtehet oder faͤllet ſeinem HErrn. Rom. 14.v. 4. Gottſelige Her⸗ ten aber die richten ſich ſelber/ das iſt ſie ſtellen(nicht jhren Naͤchſten ſon⸗ dern) ſich ſelber fuͤr Moſis Spiegel/ die heiligen zehen Gebotte/ und be⸗ finden ſo viel an jhnen ſelbſt/ daß ſie genug zu richten und zu tadeln haben: Keyſer Conradus l. hafte gegen Henricum einen frommen und lapffe⸗ ren Juͤrſten von Sach ſen einen Haß gefaſſet/ und wolte jhn durch einen D. Matth. vergifften Hals⸗Band gerne getodtet haben /3wie aber ſolches nicht an⸗ Thearr. in gangen/ hat er ihn mit offentſichen Krieg angegriffen/ da er abet mit Conrad. ſchwerer Kranckheit von Gott angegriffen/ er ſich ſelber gerichtet/ ſeine Sunde erkant und Leid daruͤber getragen und durch ſeine Bruder Eber⸗ 4 4* hard ſhm Keyſerlichen Scepter und Crohn zugeſand. 2. ludioium divinum; Gottes Gerichte. So würden wir nicht gerichtet/ verſtehe vom HErꝛn: Durch dieſes richten werden al⸗ hie verſtanden allerhand goͤttliche Straffe unſer Suͤnde/ und wil Pau⸗ lus ſo viel ſagen/ wann wir uns ſelber richteten/ unſer Suͤnde und deroſel⸗ ben wolverdiente Straffe erkenneten/ und Ans bekehrten 1 ſerhrda wir ij oltes —— 432 Wie die Betrachtung unſer ſelbſt/ Gottes Richten/ llrtheil und Straffe entfliehen: Alſo verheiſſet Gon Abraham/ daß er die ſchwere Dienſibarkeit der Iſraeliten/ an den Egyp⸗ tiern richten wolle. Gen. 15 v. 14. Da wil Gott ſein Volck richten. Deu⸗ ter. 32. v. 36. Das iſt/ wegen jhrer Boßheit ſtraffen: Er wil Richter ſeyn uͤber das Haus Eli/ umb der Miſſethat willen. 1. Sam. 3. v. 13. Dieſes Richten unſer ſelbſt/ muͤſſen wir fleiſſig in acht nehmen/ damit wir di⸗ Suͤnde durch wahre Buſſe moͤgen ablegen/ und uns eines gottſeligen Wandels befleiſſigen: Dazu vermahnet uns Paulus/ auß deſſen Wor⸗ te wir anſehen wollen: Wie uns die Betrachtung unſer ſelbſt zu einem gottſeligen b Leben und Wandel fuͤhren ſolle. Der Allmaͤchtige gebe uns ſeine Gnade/ daß es zu ſeines Namens Er⸗ hoͤhung/ und unſers Lebens Beſſerung gereiche/ umb unſens hoch⸗ verdienten Erloͤſers Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. b . Der tapffere Keyſer Henricus IV. ſo zwo und ſechbig Feld⸗Schlach⸗ Zinckgr. ten/ mehren theils mu Sieg gehalten/ hat ſehr offt pflegen zu ſagen: Ihrn P.. viel/ wiſſen viel/ aber ſich ſelbſt hat noch niemand außgelernet: Und ſener Fas. 25 frommer Muͤnch hat auch recht und wol geſagt: Der jenige/ ſo ſich ſelbſ werde eines andern Fehl und Maͤngel nicht wol vernehmen koͤnnen/ ſin⸗ temahler an jhm ſo viel zu verbeſſern/ und mit ſeinem eigenen Gewiſſen Eutrapel. Su ſchaffen haben werde/ daß er keine Zeit haben werde/ eines andern Jeh⸗ Gerlach. ler nachzuforſchen. In Betrachtung ſolcher Nothwendigkeit der Be⸗ P.J. p. 1 5. frachtung unſer ſelbſt/ ſollen wir/ zum Antrieb eines gottſeligen Wan⸗ dels/ uns ſtets fuͤr Augen und Hertzen ſtellen: I. In baptiſmo factam ſtipularionem. Unſer Tauffgelubde: Wir haben ja in unſer Tauffe/ dem leidigen Satan und allen ſeinen Wercken und Weſen abgeſagt/ und uns dem goͤttlichen Dienſt und Gehorſam gantzergeben: Wir ſind mit Chriſto durch die Tauffe begra⸗ ben in den Todt/ auff daß/ gleichwie Cheiſtus iſt aufferwecket von den und ſeine eigene Maͤngel/ recht betrachten und genau erforſchen wolle/ Todten durch die Herrlichken deß Vaters /alſo auch wir in einem d9 b Keblt I maatenchts atgas e he e edec eeie 82E he==ee dee Aele e ee =— uns löentetdend umisnuce unſem Daupt ungherlchleba t Geriſenom bin Sinde dgn ruues Gewiſenh und durch Tußf ben ir Tewyel damtiernicht narſolnwit nachtauff dieen dumwir hnta hater Dickator, i banzweyen n OChnſlichts e miGbottinder i II Nauft drucsam Gm ticht llan mde tgesgeho deß de vherſuchen ſon dnta nahrung nun n egeten hat.1 e Schiftrucha 8 taautade Lat an Na ſe datſi Ertläinng a Henriau V pwendſchs uns zunn neuen Gehorſam anreitzenſolle. 43 geben wandeln wollen. Rom. 6. v. 4. Wir ſind durch einen Geiſt/ alle zu einem geiſtlichen) Leibe getaufft. 1. Cor. 12.v. 13. Und deßwegen unter unſerm Haupt Chriſto/ als Glieder recht unter einander halten/ und uns hertzlich lieben wollen: Die Tauff wird genant der Bund eines gu⸗ ten Gewiſſens mit Gott.. Pet. 3.v. ꝛ1. Das iſt/ daß wir in der Tauffe von Suͤnde abgewaſchen/ einen gnaͤdigen Gott im Himmel/ und alſo ein gutes Gewiſſen haben: An dieſen Bund/ ſollen wir immerfort gedencken/ und durch Teuffel/ Weltund Fleiſch uns nicht verfuͤhren laſſen Wann die Roͤmer mit andern Voͤlckern einen Bund gemacht/ haben ſie denſel⸗ ben im Tempel lovis Capitolini, auff eine ehrne Taffel ſchreiben laſſen/ Zwing. damit er nicht moͤgte auß geleſchet/ oder ſeiner vergeſſen werden. Wie viel Vol. 28. mehr ſollen wir den Gnaden⸗Bund mit Gott inder heiligen Tauffe ge⸗ Pa. 4316. macht/ auff die Taffel unſers Hertzen/ ſa auff unſer Haͤnde ſchreiben/ damit wir jhn taͤglich fuͤr Augen haben Wie Metius Suffetius, der Al⸗ Meiger baner Dictator, den Bund mit den Roͤmern gebrochen/ hat man ſeinen nucl lib.;. Leib an zweyen Wagen gebunden/ und voneinander geriſſen. Darum/ cap.a7. O Chriſtliches Hertze/ ſiehe auff dich ſelbſt/ und deinen Bund den du mit Gott in der Tauffe gemachet. b II. Naufragii fidei evitarionem; Die Vermeidung deß Schiff⸗ bruchs am Glauben: Den ſeligmachenden Glauben erlangen wir nicht allein in der heiligen Tauffe/ ſondern auch hernach durch andaͤch⸗ tiges Gehoͤr deß goͤttlichen Wortes wie Paulus bezeuget. Roman. 10⸗ v. ⁷7ã. Wann wir aber nach Goltes Wort nicht leben/ ſondern demſelben widerſtreben ſo wiederſireben wir dem heiligen Geiſt. Acr. 7. v.2. Der⸗ ſelbe weichet von ſolchen Ruchloſen. Sap. 1. v.. Dann wer die Ver⸗ mahnung treuer Lehrer auß Goltes Wort genommen verachtet der verachtet nicht Menſchen ſondern Gott/ der ſeinen heiligen Geiſt in ſie gegeben hat. 1. Theſſal. 4. verſ. 8. Und auff dieſes Verachten folget der Schiffbruch am Glauben. 1. Timoth. 1. veyſ. 19. Dann woder heilige Geiſt nicht iſ/ da iſt auch ſeine gnadreiche Wirckung nicht/ nemlich/ der ſeligmachende Glaube: Weilen dieſelbe der Geiſt deß Glaubens iſt. 2. Corinth. 4.verſ. 3. Dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ ſol uns billich zu wahrer Gottſeligkeit reitzen/ daß wir Gottes Wort fleiſſig/ gerne und andaͤchtig anhoͤren und unſern Glauben darauß ſtaͤrcken: Wie Keyſer 11 2 Caro- 44 ADNledie Betrachtung unſer ſelbſt/ Zwing. Carolus N. unverrichteter ſachen mit ſeiner Schiff⸗ Armada von Al Vol.z. gier abziehen muͤſſen/ weiln er durch Sturm und Ungewitter groſſen pag. 652. Schaden erlitten/ hat er die Pferde ins Meer werffen laſſen/ damil di Krieges⸗Leute moͤchten erhalten werden. Alſo ſollen wir lieber alles ver⸗ lieren/ was uns auff dieſer Welt lieb iſt/ daß wir den heiligen Geiſt/ und une. durch denſelben/ den ſeligmachenden Glauben behalten; Wie Gre⸗ 3 gorius Nazianzenus, da er zwar im Chriſtlichen Glauben untenrich⸗ 2 20 29. tet/ aber noch nicht getaufft geweſen/ von Alexandria gen Achen zu Pg.304 Schiff gefahren/ der Schiffbruch jhm fuͤr Augen geſchwebet/ hat er mit ſeinem Gebete denſelben abg wendet: Alſo ſollen wir auch Gott fleiß ſig bitten/ daß er uns fuͤr deß Glaubens Schiffbruch gnaͤdiglich bewah⸗ ren wolle. III. Fidei veræ exercitationem: Die Ubun deß wahren Glaubens: Wollen wir nicht allein Chriſten mit dem amen/ ſondern auch mit der That ſeyn/ ſo muͤſſen wir immerfort im exercitio und U⸗ bung unſers Glaubens ſeyn/ und denſelben mit allerhand Gott wolge⸗ faͤlligen guten Wercken beweiſen: Gleichwie man ein Liecht nicht unter einen Scheffel ſetzet/ ſondern ſtellet es auff einen Leuchter/ daß es leuchte allen die im Hauſe ſind Alſo muß das Liecht unſers Glaubens leuchten fuͤr den Leuten/ daß ſie unſer gute Wercke ſehen. Matth. 5. verſ. 1. leg Wir muͤſſen Gott mit denſelben ehren. Joh. 15. v. 8. Unſer Leiber bege⸗ ben zu einem Opffer/ das da lebendig/ heilig und Gott wolgefaͤllig ſo/ welches ſey unſer vernuͤnfftiger Gottes Dienſt. Rom. 12. v. 1. Daß wir dadurch neue Creaturen in Chriſto werden. 2. Cor. 5. v. 1 ½Fl+. Wandeln als Kinder deß Liechts. Eph..v. 3. Muͤſſen allerhand Chriſtliche Tu⸗ genden reichlich bey uns ſeyn laſſen/ ſo werden wir nicht faul und un⸗ fruchtbar ſeyn in dem Eraͤntnuͤß Jeſu Chriſti. 2. Pet. x. verſ. 8. Keyſer Severus hat offt zur Loͤſe gegeben: Laboremus; Laſſet uns arbeiten: Alſo Zwing. ſollen wir auch alle Morgen wann wir auffſtehen/ an unſer von Gott Vol. z1. befohlene Arbeit/ gegen Gott/ gegen unſ ern Naͤchſten und gegen uns ſel⸗ Pag.3780. her betrachten: Wie Pertinax zum Keyſerthum gelanget/ hatte er eben zur Loſſe gegeben: Militemus; Laſſet uns ſtreiten: Wu/ O Chriſtliche Hertzen/ ſollen uns imĩer erinnern/ daß wir ſtrr uten muͤſſen/ gegen Teuf⸗ fel/ Welt und unſere eigene ſuͤndliche Luͤſte und Begierde: Alſo muͤſſen wir auff uns ſelbſe ſehen/ daß wir eine gute Ritterſchafftuͤben/ und den Gauben/ und ein gut Gewiſſen haben.. Tim. 1 p. 18, leq. IV. Do⸗ ons zt 8— awfangenen 6 1 hungn Geetpſalm 36. hamm inſternuͤ nettecktſchaffat ger Gnadeſehen 3 ſcheinttallen werden/ werm braucht/ undde mallen Manſcht Und deß Geſet Sie ſtauchal won einem /eglin Waſin/ dasiſte daswahrnimtaln Nom.I.v.20. ℳ laſſer/ wendet v Hommnetn euchezuken. Goktäleben/ 1 undgnigenda Authalingdef Amhalederſeibee Ehnſunbeſtän 1 tgen chen und Rizungefüt ms untericht d ungötlüthe ddgyfheln th ki hetan e Anriagngabe Sueae 5 im mmnai Ainean 4 — rer ererctrtonen Dilhe — In. ſe muͤſſen vrmmfinner uu ſcyn/ und dmeba mäne kmbewrfn Gtrtuna ſendan ſilatcfcalate — * uns zum neuen Gehorſam anreitzen ſolle. f an IV. Donorum gratiæaſſervationem- Die Bewahrung der empfangenen Gnaden⸗Guͤter: Gott erzeiget uns groſſe Gnade/ mit ſeinen vielfaͤltigen Wolthaten: Er iſt ein gnaͤdiger und barmhertziger Gott. Pſalm. 36. v. 15§. Von welchem den Frommendas Liecht auffge⸗ het im Finſternuͤß. Pſalm. 112.v. 4. Der jhre Sache außfuͤhret/ und 15⸗ nen recht ſchaffet/ und ſie alſo ans Liecht bringet/ daß ſie jhre Luſt an ſei⸗ 1 udenſeldenchem Nälfaslh das da ledemd/ haugmmn am mChrifp vade ſ 8s. E5s 7.4. Miſſſenaleed m ſnabufſ/ ſo vada mi „ Simis N Chrſta in ſestl detemuelin Mngndam ur aufftin nen pmnmfnn ſeſn Krſetunge 94 maa, ner Gnade ſehen. Mich. 7. v. 9. Solche heiſſame Gnade G Ottes/ er⸗ ſcheinet allen Menſchen. Tit. z2. verſ. 11. Er kan derſelbigen theilhafftig werden/ wer nur die G Ott zu derer Erlangung verordnete Mittel ge⸗ braucht/ und der Gnaden Gottes begierig iſt: Dann dieſelbe iſt algemein in allen Menſchen/ dadurch daß ſie wiſſen daß ein Gottiſt. Nom.. v. 21. Und deß Geſetzes Werck iſt in jhrem Hertzen beſchrieben. Rom. 2. v. 15. Sie iſt auch algeme in auſſer allen Menſchen Theils/ daß er nicht ferne von einem jeglichen unter uns. Act. 17. v. 27. Ind Gottes unſichtbares Weſen/ das iſt/ ſeine ewige Krafft und Gottheit erſehen wird ſo man das wahrnimt an den Wercken/ nemlich an der Schoͤpffung der Well. Rom. J. v. 20. Theils daß er ſeine algemeine Gnaden⸗Stimme hoͤren laſſet, wendet euch zu mir ſo werdet jhr ſelig aller Welt Snde Sſ z5 — v. 22. Kommet her zu mir alle die jhr muͤhſelig und beladen ſeyd/ ich wi e unſer gute Warkeſch At. h euch erquicken. Matth. 11. v. 28. Und ſind alle die jenige/ ſo in der Kircht Gottes leben/ durch die heilige Tauffe derſelben theilhafftig worden/ und genieſſen derſelben ferner durch die Predigt goͤttliches Wortes/ und Außtheilungdeß heiligen Abendmahls: Dieſe Gnade bewahren wir und alle derſelben mitbeſchriebene Guͤter/ wann wir im Glauben an Chriſtum beſtaͤndig verharren/ und ſolchen Glauben mit einem gottſe⸗ ligen Leben und Wandel beweiſen/ und den Willen G Ottes mit unſer Heiligung erfuͤllen. 1. Theſſ. 4. v. 3. Dann die Gnade Gottes zuͤchtiget uns(unterrichtet uns wie ein Zuchtmeiſter) daß wir ſollen verleugnen das ungoͤttliche Weſen/ und die weltlichen Luͤſte/ und zuͤchtig/ gerecht und gottſelig leben in dieſer Welt. Tit. 2.v. 12. Daſiehe nun/ O Chriſt⸗ liches Hertze/ auff dich ſelbſt/ daß du die Gnade Gottes nicht vergeblich empfangen habeſt. 2. Cor. 6. v. 1. Gott hat dir gegeben ſeinen allerliebſten Sohn/ in welchem dir die Gnade Gottes reichlich wiederfahren/ als dem einigen Menſchen/ ſo in Gnaden war. Rom. /. v. 15. Dieſes edles Geſchenck nim wol in acht/ und ſage von Hertzen/ . 1 b lii 3 Biß 436 Wie die Betrachtung unſer ſelbſt/ Biß wilkommen du Edler Gaſt/ den Sunder nicht ver⸗ ſchmaͤhet haſt/ Und konwſti cken dir. Zwing. Oyrus der Perſen Koͤnig/ wann er einen hoch ehren/ und von andern ge⸗ V. 3. pag. ehret haben wolte/ ſandte er demſelben Speiſe von ſeinem Tiſche: Gon 1514. unſer himliſcher Vatter/ ſendet uns nicht etwas zu eſſen und trincken/ in dieſem Falle/ ſondern ſeinen allerliebſten Sohn ſelber ſeine groſſe Gnade uns damit zu beweiſen. Laſſet uns denſelben kuͤſſen. Pſal. 2.v. 11. Ihm durch wahren Glauben in unſerm Hertzen die Wohnung he⸗ reiten. Eph. 3. v. 17. von Hertzenſeufftzen: b ch dir ein rein ſanfft Bet⸗ b A nein gers ebes Jefulein ma telein/ Zuruh'n in melges Herhen Schrein/ daß ich nimmer ver⸗ eſſe dein. Gothofr. Bey den Chinenſerd iſt der Gebrauch/ daß ſie jhre Gaͤſte/ mit ſchoͤnen Archont. Kleidern angethan/ und herꝛlich gezieret/ empfangen/ und jhnen alleEhr Coſmica. und Gutes erzeigen und beweiſen: Wir/ OC hriſtliche Hertzen/ muͤſſen P.*·P. o5 allhie fleiſſig auff uns ſelbſt ſehen/ daß wir mit dem rechten hochzeitli⸗ chen Kleide angethan. Matth. 22. v. 2. Vnſern HErꝛn Chriſtumen⸗ pfangen/ und mit wahrem Glauben mit Jacob feſie halten. Gen. z2. v. 26. Gott hat uns gegeben ſeinen heiligen Geiſt/ und auch damit ſeine Gnade erzeiget: Derſelbe ſchaffet in uns ein reines Hertze. Pſ. 71. v. n. Der machet ſolche Leute auß uns/ die in Gottes Geboten wandeln/ ſeine Rechte halten und darnach thun. Ezech. 36. v. 27. Der lehret uns thun Gottes Wolgefallen/ und fuͤhret uns auff ebener Bahn. Pſ. 143. v. II. Der bringet die herꝛlichen Fruͤchte in uns herfuͤr/ Liebe/ Freude/ Friede/ Gedult/ Freundligkeit/ Guͤtigkeit/ Glauben/ Sanfftmut/ Keuſchheit/ Gal. F. v. 22. ſeq. Da muͤſſen wir auffuns ſelbſt ſehen/ daß wir duſen hochheiligen Gaſt mit unſern Sunden nicht betruͤben/ damit wir verſie⸗ gelt ſeyn auff den Tag unſer Erloͤſung. Eph. 4.v. 30. Dihgentem meditationem; Ein fleiſſige Betrachtung r. Prœmiorum. Deß Gnaden⸗Lohns deren ſo alſo auffſich Aſelber ſehen: Werden wir uns bekehren(mit wahrer Buſſe/ und gott⸗ eligem Leben) zu dem Allmaͤchtigen/ ſo ſollen wir gebauet Haden un b nre ns Elend her zu mir/ wie ſoll ich inmer dan uns tkech witd unnfn Gottſeſgkent hati —.4,.. Tn⸗ Pœrnat ſhen/ Dabſier deiſtene geſlie henven Vhm b ingeſtraffetwen Dieſälbe Sta ein Naͤcheninzl iſtbe ellezur. Straffeiſewi as Funrgewon pfuuedermit Fi ſerunliſcher A nilln/ Anen/ e Weummn DE Vlcege da, aa uns zum neuen Gehorſam ameitzen ſollt. 437 d u... lLUnrecht wird ferne von unſern Huͤtten ſeyn. Hiob. 22. v. 23. GOtt ümdr. nen a will die wol belohnen/ ſo ſeinen Namen fuͤrchten. Pſal. 61. v. 6. Ihre Sorſſlhgha hat die Verheiſſung dieſes und deß kuͤnfftigen Lebens. 1. im. 4. v. 8.— V — 2. Pœnarum: Der Straffe/ deren ſo nicht auff ſich ſelber rdarr ſanen nütwann ſehen/ Daß ſienach G Ottes Wort und Willen nicht leben: Dieſel⸗ udwaim. ascin eh be iſt eine geiſtliche Straffe; Dann fromme hHertzen ſollen ſich entzie⸗ 8*— hen von denen ſo unordig wandlen. 2. Theſſ. 3. v. 6. Sie ſollen fuͤr al⸗ 8— len geſtraffet werden/ auff das ſich die andern fuͤrchten. 1. Tim.. v. 20. nen Hatamſaffta. D Dieſelbe Straffe iſt weltlich Daiſt die Obrigkeu G Ottes Dienerin/ lan Nüün müne ein Raͤcherin zur Straffe uͤber den/ der boͤſes thut. Rom. 13. v. 4. Die iſt beſtellet zur Rache uͤber die Ulbelthaͤter. x. Pet. 2. verſ. 14. Dieſelbe meres herzm Strmt Straffe iſt ewig; Sie ſollen als unfruchtbare Baͤume abgehauen/ und den. ins Feuer geworffen werden. Matth. 3. v. v. 1o. Ihr Theil ſoll ſeyn im dida Getracch N Pfuel der mit Feuer und Schwefelbrennet. Apoc. 21. v. 3. Dafuͤr un⸗ b uni ſer himliſcher Vatter uns gnaͤdig behuͤten wolle/ umb IEſu Chriſti — dr dn 3 willen/ Amen⸗ Amen. e— as ſeldſe ſchen/ daß er midan Dieacht und ſechtzigſte Predigt. a Marh n Dümha DE BONORVM OPERVM MATERIA. — ataaiwhb Welche gute und G Ott wolgefaͤllige Wercke ſeyn. — S. enamnn Der nach meinen Rechten wandelt/ und mel⸗ ne Gebot haͤlt/ daß er ernſtlich darnach thue/ das iſt ein frommer Man/ der ſoll S rr 1. Operum clechtiorum qualitas: Selberwehlter Wercke Be⸗ en ſchaffenheit: Es ſind Menſche Sebote⸗Bedenckedoch OChriſthadee —————————— 7 —]ͤ1))ſſſſſſͤͤͤͤͤͤͤͤͤͤͤͤͤͤͤ—— 4 4. —— 5—.*—.—„ ——— 4———* 3——y ——————————————— 2———— —— 3——————— A ——— 4———————õ—-—— 4 ———— 5—————*——— 4 —— 14e 2. 1————.—.———— 3* —=““ 1 —ÿÿ————— 438 Von den guten und GOtt wolgefaͤlligen Wercken. Hettz/ was Menſchen ſeyn? Sie ſind ja nichtes/ groſſe Leute fehlen auch/ ſie wegen weniger dann nichts/ ſo viel jhr iſt. Pſal. 62. v. o. Deß Menſchen Gedancken ſind Eitel. Pſal.⸗4. v.. Alle Menſchen ſind Luͤgener Pſal. 116. v. 11. Daraußerfolget/ daß/ was Fle ſch und Blur eichtet/ eitelboͤſe Ding iſt. Syr. 17. v. z0. Und daß fleiſchlich geſinnen ſeyn(wie alledie jenige ſeyn/ ſo wider G Ottes Wort lehren) eine Feind⸗ ſchafft wider GOtt iſt. Rom. 8. v. 7. Weilen der nauuͤrliche Menſch nicht vernimbt was deß Geiſtes G Ottes iſt. 1. Cor. 2. v. 14. Bedencke doch/ O Chriſtliches Hertz/ die groſſe Unwiſſenheit/ ſo bey den Men⸗ ſchen gefunden wird: Dann der Menſch kan das Werck nicht finden/ das unter der Sonnen geſchicht/ und je mehr er arbeitet zu ſuchen/ je we⸗ niger er findet. Eccl. 8. v. 6. Was wils dann in goͤttlichen Sachen ge⸗ ben? Daeifern viel umb G Ott/ aber mit Inverſtand. Rom. 10. v.ꝛ. Bedencke/ O Chriſtliches Hertze/ daß wir bey deme/ das wir G Olt thun wollen/ zweierley betrachten muͤſſen/ G Oit und uns ſelber Se⸗ hen wir G Ott an/ ſo gefaͤllet demſelben nichts als was er uns gehoten beſiehe Ezech.2 0. v. 18. leq. Sehen wir uns an/ ſo ſind wir ſolche Leu⸗ te/ wie wir droben haben gehoͤret. b 2. Eorundem vanitas: Solcher Wercke Nichtigkeit: Ver⸗ geblich wird GOtt damit gedienet: Ob ſchon ſolche Leute in jhrem ſelbſterwehlten GOttes⸗Dienſt viel geſchaͤfftiger ſeyn/ als fromme Hertzen in dem wahren GOTTES⸗Dienſi/ wie an den Baals⸗ Pfaffen zu erſehen. 1. Reg.18. v. 26. ſeq. Vnd jhr Hertz in groſſet un heiſſer Andacht iſt/ wie en Back⸗Offen. Hebr. 7. v. 6. Weilen es den Boden mit Korn/ den Keller mit Wein/ Bier und andern niedlichen Sachen/ und den Beutel mit Geldefuͤllet: Aber bey Gott iſt alles ver⸗ geblich: Wer hat ſolches von euren Haͤnden gefodert/ ſpricht er. Eſa r. v. 12. Solchem vermeineten Gottes Dienſi/ iſt Gott gram/ undver⸗ achtet ſhn/ und mag in ſolche Verſamlung nicht riechen. Amoſ.. v. 21. Muͤſſen uns derowegen an die jenige gute Wercke halten/ ſo dem lieden Gotegefallen/ von welchen unſer verleſene Worte reden· auß welchen wir betrachten wollen: Welche die gottſelige Wercke ſeyn/ an welchen 8 SOtt ein Geſallenhat. — 4 Derſelbe iranjae h 5 Dodengu teunſerhit dn h dure vlen Ame Wühabet 1. Vræf the Vondert ſerachead Gebokenſeſ Gottvergeblid Wackenndm! En uerſ6.n goltſelge.hert virrichten wollen undba 1. Injudi ſiewandeln Ei tntd Amoffran lachdamſelben und afſßellen/ unn Tichtcͤnur udn nitfit ugen o e ſenm gachtz 4 Paßetawehle. Pfalr no. zo 1 fo Weilenz lanshatgege olti aufgeſe dt nganeſin † — 14. teg. 2 nvanitas: Solcher Weren asas Scdefäln Pa — Von den guten und Gott wolgefaͤlligen Wercken. 43⸗ Derſelbe unſer himliſcher Vater/ wolle jederzeit und biß an unſer Ende/ dieſelbe durch ſeinen H. Geiſt bey uns befoderen/ umb Jeſu Chriſtt willen Amen. b Erklaͤrung. Wir haben bey verleſenen Worten zu erwegen I. Vitæ piæ objectum: Womit ein gottſeliges Leben umb⸗ gehen Von der negativa, womit es nicht umbgehe/ nemlich/ nicht mit ſelberwehlten Wercken/ haben wir im Eingang gehoͤret/ daß mit Menſchẽ Geboten/ ſie ſeyn ſo ſchoͤn/ ſo praͤchtig/ ſo anſehentlich ſie immer wollen Gott vergeblich gedienet werde/ daß alſo alle die jenige/ ſo viel von ſolchen Wercken reden/ die elenden Leute mit vergeblichen Worrten verfuͤhren. Eph.. verſ. 6. Jetzunder wollen wit anſehen affirmativam, oder womit gottſelige Hertzen ſollen umdgehen/ wann ſie Gott wolgefaͤllige Wercke verrichten wollen/ nemlich ſie muͤſſen ſich richten nach Gottes Wort/ und zwarn 1. In judiciis Dei ambulando; Nach Gottes Rechten muͤſſen ſie wandeln: Gottes beſchriebenes Wort/ in den Canoniſchen Buͤchern wird zumofftern Gottes Rechte in heiliger Schrifft genant/ weilen wir nach demſelben den wahren Gottes⸗Dienſt Glauben und Leben richten und anſtellen/ und von andern/ ſo dieſem zu wieder lauffen/ nach ſeiner Richtſchnur judiciren und urtheilen ſollen: Dieſe ſeine Rechte muͤſſen wir fuͤr Augen haben Pſalm. 18. v. 23. Denn darin finden wir die Rechte ſeiner Gerchtigkeit. Pſalm. 119. v. 7. Wann wir wollen den Weg der Warheit erwehlen/ ſo muͤſſen wir dieſe Rechte G Ottes fuͤr uns ſiellen. Pſalm 119.v.0. Vondieſen Rechten muͤſſen wir nicht weichen. bid. v. 102. Weilen zu dieſem Ende Gott ſein Wort/ ſeine Sitten und Rech⸗ teuns hat gezeiget. Pſalm. 147. verſ. 9. Nach dieſen Rechten oder nach Gottes auffgeſchriebenem Wort/ muͤſſen wir wandeln/ ſo unſer Wandel Gott angenehm und wolgefaͤllig ſeyn ſol: Solches heiſſet in G Ottes Wort/ein goͤttliches Leben fuͤhren. Gen. 5. v. 22. Fuͤr Gott wandeln. Ge⸗ neſ. 17.v.. In Gottes Wegen wandeln und ihn fuͤrchten. Deut. 8. v 6. Gleichwie ein Zimmer⸗Mann ſeine Richtſcheid/ ein Maurer ſeine Bley⸗Wage/ ein Kauff⸗Mann ſeine Wage und Ellen hat/ nach wel cher ein jeder/ ſein Hoitz arbeitet/ ſeine Mauren Perertaeu ſiin Wahr —— 8————————ũ— 1— 8— . 440 Von den guten und Gott wolgefaͤlligen Wercken. Dun dehg und Kram verkaufft; Alſo hat uns Gott ſein heiliges Wort gegeben/ ſdrunmon daß wir unſern Glauben/ Leben/ Leiden und Sterben nach demſelben Va ſamle min reguliren ſollen. Dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ muͤſſen wir fleiſſig in I fürchen.Deut. acht nehmen/ und G Ottes Rechte und Wort immer fuͤr Augen und ſanin Geho Hertzen haben: Merck auff mich/ mein Volck/ ruffet Gott/ hoͤretmich nuͤlen Gold meine Leute/ dann von mir wird ein Geſetz außgehen/ und mein Rech! zenweiſeiſt/de wil ich zum Liecht der Voͤlcker ſtellen. Eſa. 71. v. 4. Ach es iſt ein gro Gebolte bewah ſes Elend/ wann der arme Hauffe iſt unverſtaͤndig/ und wiſſen nicht Bewahten beg umb deß HErꝛn Weg/ und umb jhres G Ottes Recht. Jerem. 5, v..ʒ. Gebytten Gu Welches die arme Leute unter dem Bapſthum wol erfahren/ undmt bewahrenme dem blinden Glauben der Kirchen ſich muͤſſen abſpeiſen laſſen: Noch aͤr⸗ L.S9.. d ger iſts/ wañ Gottes Volck das Recht deß. Erꝛn nit wiſſen wil. Jer.z. thun⸗Nom. verſ. 7. Sondern verwerffen Gottes Geſetz/ und wollen nach ſeinen en That/ d Rechten nicht leben. Ezechiel.. verſ. 6. Und duͤrffen ſagen: Nach deam Oyrꝛgelbeſch Wort/ das du im Namen deß HErrn uns ſageſt/ wollen wir dir nich wmngehet/ undi gehorchen/ ſondern wir wollen thun nach alle dem Wort/ das auß un⸗ e/0 Chriſthen ſerm Munde gehet. Jerem. 44. verſ. 16. leq. Dafuͤr wolle uns ja Gott vetg bliche/ i gnaͤdigbehuͤten. b Unſer hochbe O werer nicht gebohren/ der Gottes Wort veracht: Ihid-prsthu Es iſt mit jhm verlohren/ er wandelt in der Nacht/ ſis ſcyden Wl Vol Laſter 5 5 Schande/ und ſpottet mit Gottes ens ort/ meiiinbeithediem O weh dem groſſen Elende/ ſein Seel iſt ewig er⸗ mntnen 7 mord/ b ſantrtnGeſet Zwing. Georgius Lconrinus iſt 107. Jahr alt worden/ und hat doch bſchuldige/ m Vol. zr. von fleiſſiger Arbeit und Leſen nicht auffgehoͤret: Plato iſt uͤber die ach⸗ An Gald dn 438.3860. tzig Jahr alt worden/ und hat zugleich mit Leben und Schreiben abgs⸗ in aggtden/ 4 laſſen. Auguſtinus/ iſt oo. Jahr alt worden/ und hat doch immer geleſen gbaͤfrliher 4 oder geſchrieben. Wie vielmehr ſollen wir die gantze Zeit unſers Lebens/ nt Kauuften An Gottes Rechte gerne hoͤren/ fleiſſig betrachten/ und alles in unſemmgan⸗, inmi ſt hen Leben darnach richten. lleſſig berrachun⸗ nunſenm gal aumicea 2. Præcepta Dei obſervando: Gottes Gebotte muͤſſen wit ſahtg 8 halten: Nicht Menſchen Gebotte/ ſo jhren gewiſſen Grund in Gottesz zaen dt Worte nicht haben/ ſondern G Ottes Gebotte: Es heiſſet alhie, Nach un vun 8 1 meinen Rechten ſollerihr tzun/ und meine Satzung ſollet ihr halten/ 7 —R Irm raſtäs Dümn 8 gedodrm/ der Gotts Donr hm verlodren erwandekn ſter und vol Schmde mdßt mn rin beſtehe die rechte Seligkeit/ daß wir ſolcher Wiſſenſchafft nachkom⸗ Wort/ dem groſen Ede/ ſube mord/ Verſamle mir das Volck/ daß ſie meine Wort hoͤren/ und lernen mich fuͤrchten. Deut. 4. v. o. Wol dem der den HErnnfuͤrchtet/ und Luſt hat zu ſeinen Gebotten. Pſalm. 112. v. 1. Wir muͤſſen Gottes Gebotte lie⸗ ben/ uͤber Gold und uͤber fein Gold. Pſalm. 119. v. 127. Wer von Her⸗ tzen weiſe iſt/ der nimt Gottes Gebotte an. Prov. 10. verſ.s. Wer Gottes Gebotte bewahret/ der bewahret ſein Leben. Prov. 19. v. 16. Und dieſes Bewahren begreiffet auch in ſich das Halten/ daß wir nach G Ottes Gebotten Gutes thun. Pſalm. 34. v. 1. Daß wir Gottes Wort hoͤren/ bewahren in einem feinen guten Hertzen/ und bringen Frucht in Gedult Luc. 8. v. 1. Daß wir Gottes Geſetze nicht allein hoͤren/ ſondern auch thun. Rom. 2. v. 3. Dann ſo jemand ein Hoͤrer deß Worts iſt/ und nicht ein Thaͤter/ der iſt gleich einem Mann/ der ſein leiblich Angeſicht im Spiegel beſchauet/ und nach demer ſich beſchauet/ von Stund an da⸗ von gehet/ und vergiſſet wie er geſtalt geweſen. Jac. J. verſ. 23. leq. Die⸗ ſes/ O Chriſtliche Hertzen/ laſſet uns fleiſſig practiciren/ daß wir nicht vergebliche/ ſondern fruchtbare Zuhoͤrer deß goͤttlichen Wortes ſeyn: Unſer hoch verdienter Erloͤſer ſpricht: Sojhr ſolches wiſſet/ ſelig ſeyd jhr/ ſo jhrs thut. Johann. 13. v. 71. Damit er anzeiget/ daß es ein Groſ⸗ ſes ſey den Willen und Wolgefallen Gottes/ von einem rechten Glau⸗ ben/ Gott wolgefaͤlligem Leben/ und ſeligem Sterben wiſſen/ aber da⸗ men/ Glauben/ Leben und Sterben darnach anſtellen. Keyſer Auguſtus hatte ein Geſetz geben/ wie mit denſelben umzugehen/ ſo eines Ehbruchs beſchuldiget/ und wie dieſelbe zu ſtraffen/ wann ſie uͤberzeuget wor⸗ Von den guten und Gott wolgefaͤlligen Wercken. 431 jhr drinnen wandelt/ dann ich bin der HErꝛ euer Gott. Levit. 1s. verſ. ỹ. den: Bald darauff iſt jhm ein junger Geſelle begegnet/ welcher bey. jhm angeben/ als ſolte er mit deß Auguſti Tochter der lulia in un⸗ gebuͤhrlicher Freundſchafft oder Ehbruch leben/ und hat denſelben mit Faͤuſten ſehr geſchlagen: Aber wie der junge Geſell geruffen: Großmaͤchtiger Keyſer/ du haſt ja ein Geſetz gegeben/ nach dem in ſolchen Faͤllen ſolle verfahren werden/ hat es dem Auguſto ſo ſehr gereuet/ daß er den gantzen Tag nichts geſſen hat. Alſo ge⸗ het es Vielen/ Vielen/ die zwar G O TTE S Willen auß ſei⸗ gem Worte wiſſen/ aber die ſuͤndlichen Affecten und Begierden ſind Kkk ſo maͤch⸗ Theatr. in vita Aug. Pag 63. —— 442 Von den guten und G Ott wolgefaͤlligen Wercken. ſo maͤchtig bey jhnen/ daß alle beſſere Wiſſenſchafft wird zu ruͤck geſ⸗ tzet: Ja/ die widergeborne Kinder Gottes muͤſſen mit Paulo geſtehen/ daß ſie offtmahls das gute das ſie wollen/ nicht thun/ ſondern das boͤſe das ſie nicht wollen. Rom. 7. v. 18. Vnterdeſſen aber muͤſſen wir im⸗ mer Moſis ſpiegel fuͤr uns haben/ und nach Gottes Geboten/ allermoͤg⸗ lichſt leben. 1 II. Obſervationis modum: Wie wir GOttes Gebot und Rechte in acht nehmen ſollen: Wir ſollen erſtlich darnach thun Das iſt fleiſſig und treulich dieſelbe verrichten: Wir muͤſſen nich ſeyn unter dem Volcke/ welches ſich zu Gott nahet mit ſeinem Munde/ und mit ſeinen Lippen ihn ehret/ aber mit jhren Hertzen ferne von jhm ſeyn Eſa. 29. v. 13. Wir muͤſſen zuſehen/ daß unſer Goites⸗Furcht nicht Heucheley ſey/ und dienen jhm nicht mit falſchem Hertzen. Syr. 1.v. z6. Dann dieſelben ſeyn uͤbertuͤnchte Graͤber/ welche außwendig huͤbſch ſcheinen/ aber inwendig ſind ſie voller Todten⸗Bein/ und alles Vnflals. Matth. 23. v. 27. Sie ſind deß Teuffels Comedianten/ die in fremb⸗ den Kleidern Koͤnigliche und Fuͤrſiliche Perſonen agiren/ da ſit doch im Grunde offt lauter Lotter⸗Buben ſeyn. Sondern/ treulich/ auffrichtig und ernſtlich muͤſſen wir Gottes Willen thun: Wir muͤſſen treut Haußhalter ſeyn. 1. Cor. 4 v. 2. Daß wir unſers Herren Ordnung und Befehl fleiſſig fur Augnum Hentantzaben Wandeln in Einfaͤ⸗ tigkeit und goͤttlicher Lauterkeit. 2. Cor. 1. v. 12. Das iſt ohne Heucht⸗ ley und Falſchheit; Daß wir den Willen G Ottes von Hertzen thun. Eph. 6.v. 6. Lauter und unanſioͤſſig ſeyn. Phil. 1. v. 10. Gleich wie lebli⸗ che Knechte/ alle gute Treu ſollen erzeigen/ auff daß ſie die Lehre Goltes unſers Heilandes in allen Stuͤcken zieren. Tit.. verſ.10. Alſo ſollen wir als Kneehte Gottes gegen unſern allerwolthaͤtigſten HErꝛn uns gleich⸗ fals verhalten. Eraſmus von Roterdam hatpffegen zuͦ ſagen; Er wolte lieber mit einem auffrichtigen Tuͤrcken/ als mit einem falſchen Chriſten umgehen: Wie Livius Druſus zu Rom ein neues Haus wolte laſſen bauen/ und der Baumeiſter ſich erbotten/ es alſo zu bauien/ daß niemand von auſſen hienein ſehen koͤnte/ hat Druſus zu jhm geſagt. Biſi du ein gu⸗ ter Baumeiſter/ ſo baue es mir alſo/ daß jederman ſehen koͤnne/ was ich drinnen thue. Laſſet uns derowegen/ O Cerituche uu neubedu auffrich Doh deng uffichiginun ch Geberd aßſenalee 3 4. Veram fromner Man imenſllichwan teinſrommer ĩ ar Gottundal Keyſer Koͤnige Ka Adth Solch thunricht/ und eiwasſorden ſtnein. Jaeſ.v gſomitden Au⸗ ginzeigen. Sir Nattho. berſ nchtiſt-Prop.⸗ dmſ. 2. Vitæn benhaben⸗ Nan undallaey Seg detechtegeißich t IenrSae ſauhn He an ſeſben i Joß; velenſet an Chri 4 deevige Lbent Sottenns diſes imſy au „Füma He ſaod wnſſelnauff 2 kainazGenag“ ſea wans Aa we euſerliche Geberden/ Worte und Wercke/ ſondern das Hertze anſehe. III. Effectum: Was dieſes wircke: Nemlach: 1. Veram pietatem: Wahre Gottſeligkeit: Ein ſolcher iſt ein frommer Mann: Das iſt/ wer alſo nach Gottes Rechten und Gebot⸗ een ernſtlich wandelt und thut/ der ſelbe fuͤhret dieſen Ehren Titul/ daß mer ein frommer Mann ſey: Odeß herꝛlichen Tituls Den ein Solcher fuͤr Gott und allen Auſſerwehlten fuͤhret; Denſelben gibt ihm nicht ein Keyſer/ Koͤnig oder Fuͤrſt/ ſondern Gott ſelber: Das iſt ein Adeluͤber al⸗ len Adel; Solche fromme Leute gehen ohne Wandel(Heucheley) einher/ thun recht/ und reden die Warheit von Hertzen. Pſal. 5. v. 2. Sagen ſie eiwas/ ſo reden ſie die Warheit. Zach. 8. v. 16. Ihr Jaliſt Ja/ jhr Nein/ iſt nein. Jac. 5. v. 17. Ihre Geberde ſind auffrichtig; Seyn nicht dieſenis⸗ ge ſo mit den Augen wincken/ mit den Fuͤſſen deuten/ und mit den Fin⸗ gern zeigen. Sir. 6. verſ. 13. Sondern ſeyn ohne falſch wie die Tauben. Matth. 10. verſ. 16. In jhren Wercken iſts ihnen ein Freude zu thun was Penaagn recheiſt. Prob. 21 v. ß. Und ſeyn alſo rechtſchaffen in der Liebe. Eph. 4. lean⸗ Budmſan Smmm a wir Gottes Wn ihen N „Cor 4:. Daßerue ddenenſee Fdamafct: verſ 15. ben haben: Nicht allein wil Gott jhnen in jhrem zeitlichen Leben Gutes undallerley Segen und Wolthat erzeigen/ ſondern ſie ſollen auch haben das rechte geiſtliche Leben: G Ott unterweiſet ſie daß ſie leben. Pſal. 119. v. 144. Ihre Seele hat das rechte Leben. Eſa. /5.v. z. Sie leben durch den Glauben. Heb. 2.v. 4. Weilen ſie Chriſti Stimme gehorſamlich hoͤren/ ſo leben ſie. Joh. 5. v. 25. Sie ſollen auch haben das ewige Leben: Dann weilen ſie an Chriſtum glaͤuben ſollen ſie nicht verlohren werden/ ſondern das ewige Leben haben. Joh. 3. verſ. 6. O der gnadreichen Wirckung Solte uns dieſes nicht ermuntern Gottes Wort nicht allein fleiſſig zu hoͤren/ ſondern auch gehorſam darnach zu leben b IV. Firmamentum. Die Gewißheit: Alſo ſpricht der HEr!/ HErꝛ: Es ſind dieſes nicht Menſchen/ ſondern Gottes Wort/ dafuͤr wir ſie ſollen auffnehmen. x. Theſſ.2. v. 13. Vnd derwegen eintzig und al⸗ lein nach Gottes Wort unſern Gottes⸗Dienſt/ Leben und Wandelan⸗ ſtellen/ wozu uns wolle verhelffen Gott der Vater/ durch die Gnade deß heiligen Geiſtes/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. 1 3 Kbkk; Die Von den guten und Gott wolgefaͤlligen Wercken. 443 auffrichtig in unſer Gottſeligkeit ſeyn/ und gedencken/ daß Gott nicht die 2. Vitæ ſuavitatem: Ein ſuͤſſes Leben⸗Ein ſolcher ſolldas Le⸗ 3 8““ ee“ 8 ͤ 4 2 4 3 “ 4 8ſͤͤ““ſ“ 1 ——————— 444 Wie gute und Gott wolgefaͤllige Wercke Die neun und ſechtzigſte Predigt. DE BONORVM OPERVM FORMA. Wie gute und GOtt wolgefaͤllige Wercke muͤſſen geſtalt ſeyn. Heb. 1I. v. 4. Durch den Glauben hat Abel GOxTLan groͤſſer Opffer gethan/ denn Cain durch welchen er Seugnuͤß uͤberkommen hat/ daß er gerecht ſey. nN S ſpricht der himliſcher Braͤutigam Jeſus 4 8 Chriſtus/ zu ſeiner Braut/ einer glaͤubigen Seele. Cant.: v. 14 alſo: Zeigemir deine Geſtalt: Durch dieſe Geſtalt perſiehet er den wahren ſeligmachenden Glauben/ welcher das liebliche Antlitz der Seelen iſt: Das Antlitz/ O Chriſtliche Hertzen iſ 1, Medium cognitionis: Das Mittel deß Erkaͤntnuͤß deß Menſchen: Vermittels dem Angeſichte und deſſen Geſtalt/ koͤnnen wit einer den andern kennen: Alſo werden auch die Kinder Gottes durch den Glauben an Chriſtumerkand: Dañ wie viel an denſelben glauben/ denen gibt er Macht Gottes Kinder zu werden. Joh. 1. v. 12. Wir ſind Kinder Gottes durch den Glauben an Chriſtum. Gal. 3. v. 26. Bey dem Glau⸗ ben kennet Gottdie ſeinen.2. Tim. 2. v. 9. 2. Nobilior pars corporis; Der edelſte Theil deß Leibes: Dann an unſerm Angeſicht haben wir Augen/ Ohren/ Mund/ Naſen/ als den Sitz deß Geſichts/ Gehoͤres/ Geſchmacks und das Riechen: Alſo iſt auch der Glaube das edelſte an unſer Seelen/ damit wir die Gnade Got⸗ kes/ das Verdienſt Chriſti und alle deſſen Wolthaten ergreiffen: Damit ſchauen wir Chriſtum an/ wie die Iſraeliten die ehrne Schlange. Joh.z. verſ 15. Damiit ergreiffen wir die Stimme Chriſti; Sey getroſi/ dein — Suͤnde ſind dir vergeben. Matth. 9. verſ. 2. Damit ſchmecken wir/ wit freundlich der Ern ſey. Pſal.36. v10. Derſelbe gibt den Geruch guten Wercke von ſich. 3-.Spe- 3. pecul liichtkomendie rackſch drauf cht tcb.l5ev. kan iſt und liher ſey dennde Glaubigen da ſcchiſchaffenes 4 Normm dem Angeſichtu gen deß Glauben eſus Chriſtus hemeiue èreund Gekaltlteblich. gamuͤberaußſch bedas intigeiſt ches bezeugetaues hen wellen Nwoa Gh Orrallrgnchng durch ſeinan gieodaben Wn naſs . 1. Direrl, ſhiezeden dar ier anße. vergaͤnglich/ und wie ein Dampff ſeyn/ der eine kurtze Zeit 8— Vmet 990 muͤſſen geſtalt ſeyn. 44 3. Speculum cordis; Ein Spiegel deß Hertzen: Auß dem An⸗ geſicht koͤnnen die Phyſiognomi deß Hertzen Eigenſchafft erkennen obs euͤckiſch/ oder auffrichtig ſey: Einfroͤuch Hertz machet ein froͤlich Ange⸗ ſicht. Prov. 15. v. 3. Alſo zeiget der Glaube an/ was in unſerm Hertzen verborgen iſt/ und ſonderich unter dem Creutz beweiſet er ſich/ daß er koͤſt⸗ licher ſey/ denn das vergaͤngliche Geld. 1. Pet. 1. v. 7. Da freuenſich die Glaubigen/ daß ſie mit Chriſto leiden. 1. Pet. 4 verſ. z. Dawircket der rechtſchaffene Glaube Gedult. Jac. v. z. 4. Norma pulchritudinis: Ein Anzeig der Schönheit: Auß dem Angeſicht urtheilet man von deß Menſchen Schoͤnheit: Alſo we⸗ gen deß Glaubens von der Schoͤnheit unſer Seele: Da hat der Konig Jeſus Chriſtus/ Luſt an jhrer Schoͤne. Pſ. 45. v. 12. Daß er ſpricht: Si⸗ he meine Freundin du biſt ſchoͤne ſchoͤnebiſtu. Cant. 1. v. 1z. Da iſt ihre Geſtalt lieblich. Cant. 2. v. 14. Vnd machet ſie jhr himliſcher Braͤuti⸗ gamuͤberauß ſchoͤne. Ezech. 16. v. 13. Daß alſo der ſeligmachende Glau⸗ be das eintzige iſt ſo uns fuͤr Gott ſchoͤne und angenehme machet; Sol⸗ ches bezeuget auch Paulus in verleſenen Worten/ auß welchen wir anſe⸗ hen wollen/ Wie der Glaube unſern guten Wercken eine angenehme und ſchoͤne Geſtalt fuͤr Gott mache. ſnnt Derallergnaͤdigſte himliſche Vatter/ wolle uns ſolche ſchoͤne Geſtalt durch ſeinen heiligen Geiſt geben/ und uns biß an unſer Endegnaͤ⸗ diglich dabey erhalten um Jeſu Chriſtt willen Amen. E rklaͤrung. Wir muͤſſen allhie beobachten: I. Diverſum ſubjectum Unterſchiedliche Perſonen/ davon allhie geredet wird, Dereine iſt Abel/ der ander Cain/ und ob Cain zwar der aͤltiſte iſt/ ſo wird ſhm doch Abel wegen ſeines Glaubens vorgezogen/ gleich wie der Jacob dem Eſau. Roman. 9. verſ. 13. Der Name Abel heiſſet ſo viel als ein nichtiges und vergebliches Ding/ und hat alſo ſhren andern Sohn die Eva genennet/ damit unwiſ⸗ ſend anzudeuten/ daß nicht allein dieſer jhr Sohn ein kurtzes Leben haben wuͤrde/ ſondern auch/ daß alle ſuͤndliche Meaſchen nichtig/ ——ö.————— —— 44 Wie gute und Gott wolgefaͤllige Wercke und bald verſchwindet. Jac. 4.v 4. Und daß alle fromme Hertzen fur da Welt verlachet werden/ und ein verachtes Liechtlein ſeyn fuͤr den Gedan⸗ cken der Stoltzen. Hiob. 12. v. 5. Cain heiſſet ſo viel als eine Beſitzung und iſt der erſte Sohn Evæ geweſen/ ſo jhm dieſen Namen gegeben/ wei⸗ len ſte vermeinet/ ſie beſitze und habe nun zur Welt getragen den Mann den HErrn/ das iſt/ den verheiſſenen Meſſiam Gen. 4. v.. Welches abet weit gefehlet/ ſintemal er ein Ertz⸗Hiuchler und ſehr boͤſer Menſche ge⸗ weſen: An dieſen beyden Perſonen/ werden uns zweyerley Art Leute vor⸗ gebildet/ als/ Wiedergebohrne und nicht Wieder gebohrne/ Glaubige und Unglaubige oder auch die Heuchler: Dieſe ſind in gar ungleichem Stande; Die Wiedergebohrne und Glaubige regiert der heilige Geiſ⸗ Dann die derſelbe treibet ſind Kinder Gottes. Rom. 8. v. 14. Die nicht Wiedergebohrne/ Inglaubige/ oder Heuchler/ laſſen ſich vom Teuffel und jhrem eigenen Verſtande und Willen verfuͤhren/ und fuͤhren jhren Wanddel in den Luͤſten jhres Fleiſches/ und thun den Willẽ jhres Fleiſches/ und der Vernunfft. Eph. 2. v. 3z. Die Wiedergebohrne uñ Glaubige hal⸗ ten ſich zu Gottes Wort/ und iſt ſolches eine Leuchte jhrer Fuͤſſe/ und ein Liecht auff jhrem Wege. Pſalm. 119. v. 105. Die nicht Wiedergeborne/ Unglaubige und Heuchler/ die wandeln nach jhres Hertzen Dunckel/ und jhrem eigenen Rath. Pſalm. 81. v. 13. Die Wiedergebohrne und Glaubige ſehen in allem jhrem Thun auff G Ottes Ehre/ und jhres Naͤchſten Erbauung;. Corint. 10 v. 1. Die nicht Wieder geborne/ Un⸗ glaubige und Heuchler ſuchen jhre eigene Ehr/ wie der ſt oltze Phariſeer. Luc. 18. v. 11. Vnd haben lieber die Ehre bey den Menſchen/ als bey Gott. Johann. 12. v. 43. Sollen uns derowegen⸗O Chriſtliche Hertzen huͤten! daß wir nicht unter dem Hauffen ſolcher Boͤſen und Gottloſſen/ ſon⸗ dern dahin befleiſſigen/ daß wir unter den Glaubigen gefunden werden. II. Diverſum ſacrificium: Ein unterſchiedliches Opffer: Abel hat ein groͤſſer Opffer gethan dann Cain: Von dieſem Opffer le⸗ ſen wir. Gen. 4. v. z. eq. Da Cain dem HErrn ein Opffer gebracht/ von den Fruͤchten deß Feldes; Abel aber von den Erſtlingen ſeiner Heer⸗ de/ und von jhrem Fetten; Worauff erfolget/ daß Golt den Abel und ſein Opffer gnaͤdig angeſehen/ Aber Cain und ſein Opffer hat er nicht gnaͤdig angeſehen/ und alſo iſt Abels Opffer groͤſſer/ das iſt/ angench⸗ mer fuͤr Golt geweſen/ als Cains. Die Lirſach dieſer Vngleichheit/. b mi tichtgebeſenam 1 1 Friehted Mauzuſſpnccht Blulttincken. auſſelche Anſe der Geſtalt/eu nderjeniges and gezogen ſeyn T Nit.15 9.35C Sondernderu ſes zeiget Moſ ſebetundſpric geſehen/ unde ſched inden o Beſchaffenhein grn Gott/ deß Merſch/ und nit Gott/ ſon Felihe Wmt Ox/OChnn unſer zute Wer Dugmunſerx ghurnverden fanss Kndes/ aflſt/ wege n Aoſadauchd gaehn und ge Gottnenbih udenen deſßt Derrundiſfſochom De Dſaim. 13 aw Danh cuchler die wmdch uafh Nach. Pſaln Fun. Dre iem ſſum Umafoni muͤſſen geſtalt ſeyn. 44 7 nicht geweſen am Opffer welches ein jeder verrichtet: Dann fuͤr Gott ſind die Fruͤchte deß Landes eben ſo gut/ als die Fruͤchte der Heerde: Meinſtu/ ſpricht Gott/ daß ich Ochſen⸗Fleiſch eſſen wolle/ oder Bocks Blut trincken. Pſalm. 50. v. 3. Die Vrſach iſt auch nicht geweſen das euſſerliche Anſehen der Perſon/ als ſolte wegen euſſerlicher Schoͤnheit oder Geſtalt/ euſſerlicher Reverentz und Ehr⸗Erbietung gegen Gott/ oder jeniges andern euſſerlichen Dinges/ Abel dem Cain von Gott vor⸗ gezogen ſeyn; Dann bey Gott iſt nicht ein ſolches Anſehen der Perſon. Acct. 10. v. 35. Er achtet das Anſehender Menſchen nicht. Galat. 1. v. 6. Sondern der ungleicher innerlicher Zuſtand der beyden Perſonen; Die⸗ ſes zeiget Moſes klaͤrlich an/ wann er die Perſonen fuͤr dem Opffer ſetzet und ſpricht: Gott habe erſtlich Abel/ und darnach ſein Opffer an⸗ geſehen/ und eben alſo auch von Cain: Derowegen ſo iſt der Vnter⸗ ſcheid in den Perſonen ſo da opffern/ undwar in derſelben innerlichen Beſchaffenheit Abel war mit Gott verſoͤhnet/ und hatte einen gnaͤdi⸗ gen Gott/ deßwegen geſiel ſein Opffer Gott wol: Cain war ein boͤſer Menſch/ und Ertz⸗Heuchler/ der nicht auff bußfertige Verſoͤhnung mit Gott/ ſondern auff ſeine eingebildete eigene Gerechtigkeit und euſ⸗ ſerliche Wercke geſehen/ darum kunte ſein Opffer Gott nicht gefallen. Dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ muͤſſen wir wol in acht nehmen/ ſollen unſer gute Wercke Gott angenehm und gefaͤllig ſeyn/ ſo muß fuͤr allen Dingen unſer Perſon mit G Ott verſoͤhnet/ und im Gnaden⸗Stande gefunden werden: Gleichwie einem Vater auch der geringſie Dienſt ſeines Kindes/ wann es jhm auch mit Reverentz/ ſeine Schuh⸗Riemen aauffloͤſet/ wegen ſeiner vaͤterlichen Zuneigung lieb und angenehm iſt: Oris Alſo ſind auch die Liebe⸗Dienſte der Gnaden⸗Kinder Gottes jhm an⸗ genehm und gefaͤllig: Da gibt deß frommen Noa Brand⸗Opffer Gott einen lieblichen Geruch. Gen. 3. v. 21. Da hat Gott ein Gefallen onterſhitt andenen/ die jhn kindlich fuͤrchten/ und auff ſeine Guͤte hoffen. Pſalm. 3 ſhr zuſammen kommer/ und Muͤh und Angſt bon mag ich 65 Pla. a47. v. r.. Er hat Wolgefallen an ſeinem Volcke. Pſalm. 149. verſ. 4. Wann aber die Perſon ſo gute Wercke thut/ mit Gott nicht verſoͤhnet/ ſondern im Stande deß Zorns und Vngnade iſt/ ſo iſt alles bey Gott vergebens/ und heiſſet; Bringet nicht mehr Speißopffer ſo vergeblich/ das Rauchwerck iſt mir ein Greuel/ der neu Monden und Sabbath/ da — 1 448 Wie gute und wolgefaͤllige Wercke Eſa. 1. v.3. Ihr Gebet iſt Suͤnde. Pſalm. 109. v. 7. Und werden nich erhoͤret. Joh.).v.z1. Bedencket/ bedencket dieſes ſehr wol alle die jhr euer Liebe und Vertrauen nicht auff den einigen Gott wendet/ die ihr ſeinen allerheiligſten Namen/ mit Fluchen/ Schweren/ Zaubern/ Luͤgen und Truͤgen mißbraucht die ihr G Ottes Wort verachtet/ eure Obrig katt Lehrer und Eltern nicht gebuͤhrlich ehret/ in Haß/ Neid/ Feindſchaff in Freſſen und Sauffen/ in Kammern und lInzucht/ in Diebſtal/ Geit/ Betrug/ Affterrede/ Luͤgen und boͤſen Luͤſten lebet/ alle euer Gottes⸗ Dienſt/ alle euer Betenalle eure andere vermeinte gute Wercke/ ſind nur Suͤnde und Greuel fuͤr Gottes Angeſicht/ ſo lange jhr in euren Suͤn⸗ den verharret. b. III. Diverſitatis fundamentum: Der Grund dieſes Unter⸗ ſcheids: Was mag doch wol die innerliche Ulrſach ſeyn/ daß Abels Opf⸗ fer Gott wolgefaͤllet/ Cains aber nicht? Der Glaube und Unglaube: Durch den Glauben hat Abel ein groͤſſer Opffer gethan/ ſagt Paulus: Abel war glaubig/ Cain war unglaubig: Wir muͤſſen aber al⸗ hie anſehen wie die guten Wercke auff zweyerley Weiſe betrachtet wer⸗ den und zuvv[,, b 1. Nomicè: Nach dem Geſetz: Daſſelbe iſt dierechte Regul und Nichtſchnur/ nach welcher gute und boͤſe Wercke muͤſſen geur⸗ theilet werden/ wie Gott bezeuget Ezech. 2 0. v. 8. Und je naͤher die Wer⸗ ckezum Richtſchnur deß Geſetzes kommen/ je beſſer dieſelbe gefunden werden:Ind auff dieſe Weiſe iſt Abels Opffer auch groͤſſer denn Cains Weilen ſenes auß gottsfuͤrchtigem und auffrichtigem Herken/ dieſes aber auß boͤſem und heuchleriſchem Hertzen G Ott geopffert: Aber nach dieſer Regul ſeyn auch die allerbeſten Wercke ſo von uns geſchehen un⸗ richtig und unvolkommen/ wegen unſer ſuͤndlichen Schwachheit. 2. Evangelicè, Nach dem Evangelio: Wellen der Sohn Got⸗ tes an unſer Staͤte dem Geſetz ein voll ommen Gehor ſam gcleiſiet/ und fuͤr unſer Unvolkommenheit/ ein volkommenes Gnugthun Gottgelei⸗ ſiet/ ſo werden die guten Wercke an unſer Selten nach dem Evangelio und Glauben geurtheilet/ und gefallen Gott unſer gute Wercke wegen deß Glaubens an Chriſtum/ da ſehen Gottes Augen nach dem Glauben Ier. 5. v. 3. Wie die Suͤnderin Chriſto ſeine Fuͤſſemit jhren Thraͤnen ge⸗ netzet/ und mit jhren Haaren getrucknet/ jagte er zu jhrꝛ Dein Glaube 5 digejeffengehe Gaudenher nuzichrhneden De ucheh Galtgeſallen ſo ſm vapeuths bohn Chriſio. 6 n 8 Abel Durcht ſey Mitditſen . Deite OpffervonG anzeiundaß G Opffer ihmwol nit Feuer vom. lam ein Feueral Brand pffer! hraun ſaume eedn derlichts Wun Enumiider David Gottgeo durche gar vom ahmn Chrona hemwn hi nd E den un. Ae Galomon muͤſſen geſtaltſey 440 dir geholffen/ gehe hin mie Frieden. Luc. 7.v. 50. Dann was nicht auß dm Glauben herruͤhret/ das iſt fuͤr Gott Suͤnde. Rom. 14. v. 23. Vnd iſt ohn⸗ muͤglich ohne denſelben Gott gefallen. Heb. 11. v. 6. Sollen derowegen/ b OChelguche Herten unſer Gottes Dienſi/ Gebet und andere Wercke Gott gefallen/ ſo muͤſſen wir fuͤr allen Dingen mit Gott verſoͤhnet/ und ihm vermittels wahrem Glauben angenem ſeyn in ſeinem geliebten V. Fidei Abelis teſtimonium: Das Zeugnuͤß deß Glaubens Abel: Durch welchen er Zeugnuͤß uͤberkommen/ daß er gerecht ſey: Mit dieſen Worten zeigeterauuu:: . Deiteſtimonium: Gottes Zeugnuͤß: Abel hat mit ſeinem Opffer von Gott ein Zeugnuß bekommen: Damit wilder Apoſtel anzeigen daß Gott mit einem ſonderlichen Zeichen bezeuget/ daß Abels Opffer jhm wolgefaͤllig ſey: Welches ohne Zweiffel geweſen/ daß Got⸗ mit Feuer vom Himmel Abels Opffer angezuͤndet und verzehret: Alſo kam ein Feuer auß vom H E RRNund verzehrte auff dem Altar das Brand⸗Opffer und das Fette/ welches Aaron opffer te. Lev⸗. v. 24. Alſo fuhr das Feuer auß einem Felſen/ und verzehrte das Fleiſch und unge⸗ ſaͤuerte Meel/ welches Gideon opfferte. Judie. 6. v. 21. Alſo war ein ſon⸗ derliches Wunder⸗Zeichen bey dem Opffer Manoah/ daß der Engel deß HErnn mil der Lohe gen Himmelauffgefahren. Judic. 13. v. 20. Wie David Gott geopffert und dabey andaͤchtig betete/ erhoͤrte ihn GOtt durchs Feur vom Himmel/ durch welches er das Brand⸗Opffer ver⸗ zehrte. 1. Chron. 22 v. 26. Wie Elias Gott opfferte/ ſiel das Feuer deß HErrn vom Himmel herab/ und fraß/ Brand⸗Opffer/ Holtz/ Stein und Erden/ und leckte das Waſſer auff in der Gruben. 1. Reg. 18. v. 8. Wie Salomon geopffert hatte/ ſiel Feuer vom Himmel und verzehrte das Brandopffer und ander Opffer.. Chron./ v.. Vnſer Glaube/ O Chriſtliche Hertzen/ iſt auch nicht ohne goͤttliches Zeugnuͤß: Dann der H. Geiſt gibi vermittels dem Glauben) Zeugnuͤß unſerm Geiſt/ daß wir Gottes Kinder ſeyn. Rom. 8. v. 6. Sind wir Gottes Kinder ſo iſt Gott uunſer gnaͤdiger und guͤtiger Vater/ und koͤnnen in kindlicher Furcht und Zu verſicht alles Gutes an Leib und Seel von jhm erwarten und etlan⸗ ggen: Derſelbe H. Geiſt gibt Zeugnuͤß durch alle Propheten/ daß in Chri⸗ i Namen Vergebung der Suͤnde empfangen alle die an ihn glauben. Act. 10.v. 43. Dieſes Zeugnuͤß muͤſſen wir feiſi in acht nehmen. Prle 2 2. Fiden ————— ——————— ————. 1..— ſſſ— — 3 ——.—y—ℳℳℳęd&ää —— „gHo Wie wir unſer guten Wercke Fidet effeſtum: Die Wirckung deß Glaubens Das Zeug⸗ nuͤß deß Glaubens iſt Abel von Gott zu dem Ende geben/ daß er verſi⸗ chert ſeyn ſolte ſeiner Gerechtigkeit fuͤr Gott: Dann die Opffer deß al⸗ ten Teſtaments ſeyn geweſen Vorbilde deß eintzigen Opffers Jeſu Chriſti fuͤr der gantzen Welt Suͤnde/ welches man dabey auch gelehret und geprediger/ und alſo die Menſchen auff den HErm Meſſiam und ſein theures Soͤhn⸗Opffer gewieſen/ welches ſie mit wahrem Glauben ergriffen: Daher ſagt Petrus außtruͤcklich: Wir glauben durch die Gnade deß HErꝛn Jeſu Chriſti ſelig zu werden/ gleicher Weiſſe wie auch ſie. Act. 15. v. 11. Welches ohne den Glauben nicht geſchehen kon⸗ nen: Wie ſolten ſie aber glauben von dem ſie nicht gehoͤret haͤtten⸗ Rom. 10. v. 4. Vnd zeuget alſo ferner der Glaube von den Wercken/ daß ſie Gott umb Ehriſt willen gefallen/ und die Wercke von dem Glauben/ wann ſie in Einfalt/ auffrichtig und ohne Heucheley geſchehen/ zu wel⸗ chem Zeugnuͤß uns verhelffe Gott der Vater/ durch den. 5. Geiſt/ umd Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Aanen. — Die ſiebentzigſte Predigt. DE NOvA OBEDIENTI CONSEOQVENTE PRIMO, QOD MPERFECTIONIS BONORUM OPERUIIM ACGNTIO Wie daß wir unſer gute Wercke Unvolkommenheit 4 erkennen ſollen. Syr. 18. v. 6. Em Renſch/ wann er gleich ſein Beſtes ge⸗ than hat/ ſo iſts noch kaum angefangen/ und wann er meinet er habs vollendet ſo fehlet es noch weit. e 86 1 S bekennet der Apoſtel Paulus Philz vzund 4 daß er beydes nicht volkommen/ und daß er auch vol⸗ kommen ſey. Dabey leichtlich zu ermeſſen/ dee de ma, Fommen⸗ katenh itein anden ai efunden: degee eies Se fitumlih zuſthin Etkän Porte iechtglo Geiſt'ohne We deinem Hottſſa G Ott/ euſa und alchinſein und Auffrichte Solchts iſt/ w eu Vater im. wie Gettdie M Ahoauchſhreue Ceebe/ undwiew berke heit Mehaben deſelbe/ nichtfi kommen Gehonſ bendie Straffe/ ſe wir Fridehͤtten. rogſenavolkom ſonalſzvolkomn. 3 Pertech ter nachder Vol um Giſete gche erdirefkecin, rülenlanan. nht AuchOhrachin mwelnedis 3 Aun oolltommenheit erkennen ſollen. 471 kommenheit eines wahren Chriſten/ beydes in dem Erkaͤntnuͤß Gottes/ und denn auch in der Gottſeligkeit/ unterſchiedlich ſey: Dann es wird al⸗ . Pertectio inchoativa. Ein angefangene Volkommenheit⸗ So fuͤrnemlich darinn beſiehet/ daß ein Chriſte auffrichtig und ohne Falſch im Erkaͤntnuͤß Gottes/ nach deſſen offenbarten Willen in ſeinem Worte/ recht glaube und gottſelig lebe; Vnd ſolches nennet der heilige Geiſt/ ohne Wandel ſeyn: Du ſolt ohne Wandel ſeyn/ mit dem HErm Glasann deinem Gott/ jage Moſes. Deut. 18. verſ. 13. Das iſt; Gleichwie dein G Ott/ treu/ auffrichtig und unſtraͤfflich iſt/ beydes in ſeinem Weſen/ und auch in ſeinem Wort und Willen/ alſo ſolt du dich auch der Treu und Auffrichtigkeit in deinem Glauben/ Leben und Wandelbefleiſſige: Solches iſt/ was Chriſtus ſagt: Ihr ſolt volkommen ſeyn/ gleichwie euer Vater im Himmel volkommen iſt. Matt.. v. 48. Das iſt/ Gleich⸗ wie Gott die Menſchen/ ſo wegen der Suͤnde ſeine Feinde ſeyn/ liebet: Alſo auch jhr euer Feinde Vnd euren himliſchen Bater in kindlicher Liebe/ und wie wol gar von ferne/ folgan. 2. berfectio imputativa: Eine zugerechnete Volkommen⸗ heit: Die haben wir durch wahren Glauben an Chriſtum/ dann weilen derſelbe/ nicht fuͤr ſich/ ſondern fuͤr uns/ dem Geſetze G Ottes ein vol⸗ kommen Gehorſam geleiſtet/ und es erfuͤllet. Matth. 5.v. ·7. Vnd dane⸗ ben die Straffe/ ſo wir verdienet/ volkommen auff jhm gelegen/ auf daß wir Friede haͤtten. Eſa. 73. v. 5. So nehmen wir durch feſten Glauben von ſeiner volkommenen Fuͤlle Gnade um Gnade. Joh. 1.v. 16. Vnd ſeyn alſo volkommen vermittels dem Glauben an Chriſtum. 3. Pertectio affectiva; Ein begehrte Volkommenheit: Da i⸗ * ner nach der Volkommenheit ſire bet/ wie Paulus alſo ſonderlichenLuſt zum Geſetze gehabt/ nach dem inwendigen Menſchen. Rom. 7. verſ. 22. Aber die effectiva oder wirckliche Volkommenheit werden alle Außer⸗ wehlten erlangen im ewigen Leben: Muͤſſen wir derwegen die Vnvol⸗ kommenheit alles Guten bey uns in dieſem Leben erkennen/ dazu uns auch Serackin verleſenen Worten ermahnet/ auß welchen wir betrach⸗ enwollen/. —— · 3—— 45²2 Wie daß wir unſer gute Wercke Unvolkommenhelt ie wir die Unvolkommenheit unſer G„. G4utas Wie wir d Uaga mn nſ 3 Gottſeligkeit unn Saeg guten Wercke erkennen ſollen. Dahemtn Der barmhertzige Goit gebe uns ſeine Gnade/ daß wir unſer Molkom⸗ En Maſſchen mmenheit alhie in Chriſto ſuchen/ und hernach durch jhn/ inewx inzuhadern gen Leben finden moͤgen/ umb ſeines theuren Verdienſſes willen Perwilhochen Amen. 6,4.Dnſer 4 „Engalim Erklaͤrung. b 5 Grun Es haͤlt uns der klu Wo, HhHjH. veſ 14 le uin fur⸗ haͤ ug, Haußhalter Syrach in verliſcnen Wax an 1e 9 I. Subjectum Wovon er reder Daſſelbeiſtein Menſch Du⸗ dnwadm. ſer Name erinnert uns billich unſers elenden Laßeftet in zaſch. O 4 Fius lichen Leben: Dieſen Menſchenbeſchreibet gar artiglund mitlebendign l Duſſihe Farben der Bildad/ wann er ſpricht: Wie mag ein Menſch fuͤr Gottg lnbo recht ſeyn?(Das iſt/ wie mag er ſich einbilden/ daß er durch ſeinetgesne ſlesget Gerechtigk ein fuͤr Gott volkommen und gerecht ſey) BVnd wiemag ten ehlen Wn ſcynein Weibes Kinde Welches von ſeine Mutter3in Suͤnden empfa⸗x. Whſ gen Pſalm. /1 v. 7.) Sihe/ der Mond ſcheinet noch nicht/ und die Stca, 1M.'henauſ ne ſind noch nicht rein fuͤr ſeinen Augen(das iſt/ ſeyn gegen Gottes Liecht uunhſch Da Klarheit und Reinigkeit/ nicht klar und rein zu achten) wie viel weniger Gotkhkende ein Menſch/ der Made/ und ein Menſchen⸗Kind/ der Wurme(das iſt hrun ghade der nicht allein den Maden und Wuͤrmen in dieſer Welt unterworffen rie Pemüſt ſondern nach ſeinem Todie von denſelben auch verzehret wird) Hiobꝛ ſ. SalheGauch v. 4 ſeg. Wir ſind ja alleſampt wie die Vnreinen/ und unſer Gerechtg⸗ meſahe Danne keit iſt wie ein unflaͤtiges Kleid. Eſa. 6. verſ. 64. Wir mangeln alle deß wakenzbvonn, Lincker: Nuhmo(deß Ebenbüldes Gottes) den wir billich fuͤr Sott haben ſolten. en Da, P.Pag Rom 3. v 23. Wie ſener Profeſſor der Medicin bey der Anatomiemes ſhen hertzuns, 70. Weibes/ an den Affter und die Blaſen kam/ ſagte er: Hielaſſetunsbe⸗: llgchevaden ſpiegeln/ wir Menſchen/ die wir mit unſer groſſen Herkunfftprangen!/ euanuns 36 und vermeinen wir ſeyn beſſer als andere/ alhie iſt unſer erſte Wohnung ſalnundaas, zwiſchen Harn und Koth. Laſſet uns derwe liche aten, 20 pegen/ O Chriſtliche Hertzen aen 5e dicſe 8* Namen/ und unter demſelben denen ed dha fi Sfttan⸗ enns ſtets fuͤr Augen und Hertzenſtellen/ welcher gleichſameim Donne⸗ n Agm 1— Schug alar Hhan erkennen ſollen. 4/3 Schlag iß/ wieder die geiſtliche Hoffart und Vermeſſenheit/ da ſich Viele eine groſſe Heiligkeit und Volkommenheit einbilden: Dann das Dichten und Trachten unſers Hertzen iſt jaboͤſe immerdar. Gen. 6. v.. Ein Menſche mag nicht rechtfertig fuͤr G Ott beſtehen/ hat er Luſt mit ijihm zu hadern/ kan er ihm auff tauſend nicht eins antworten. Hiob. 9. v.2 · Wer wil doch einen Reinen finden/ bey denen da keiner rein iſt. Hiob. 14. v. 4. Vnter ſeinen Heiligen iſt keiner ohne Tadel und die Himmel heili⸗ ggen Engel im Himel) ſind nicht rein fuͤr jhm: Wie vielmehr ein Menſch/ der ein Greuel und Schnoͤde iſt/ der Vnrecht ſaͤufft wie Waſſer. Hiob. 15. verſ. 14. feq. Wann wir dieſes in wahrer Furcht G.O TTES bedencken werden/ wird der geiſtliche Hoffarts Kuͤtzel uns bald vertrie⸗ ben werden. II. Ejus propoſitum: Deß Menſchen gottſeliges Vorneh⸗ men: Daſſelbebeſtehee: 1. In boni operatione: Daß er wil Gutes thun: Wann er ſein Beſtes gethan hat: Gutes thun/ iſt uns von Gott aufferlegt und befohlen: Wir ſollen ablaſſen vom Boͤſen und thun Gutes. Pſalm. 34. verſ. iz. Wir ſollen uns weiſſen laſſen daß wir Gutes thun. Pſalm. 36. v. 4. Hoffen auff den HErꝛn/ thun Gutes/ bleiben im Lande/ und nehren uns redlich. Pſalm.; 7. verſ. 3. Wir ſollen viel Gutes haben/ wann wir Gott fuͤrchten/ die Suͤnde meiden/ und Gutes thun. Tob. 4 v. 2 3 Preis Ehr und Friede ſol wiederfahren allen denen/ die Gutes thun. Rom. 2. ualutrudr Dwana at gs Kn Eſa.4 r5 er vr duldſt v. 1o. Wir muͤſſen Gutes thun und nicht muͤdewerden Gal. s. verſ.9. Solche Gedancken und Vorſatz Gutes zu thun/ kommen nicht von uns ſelber: Dann wir ſind nicht tuͤchtig von uns ſelber eiwas/ Gutes) zu dencken/ als von uns ſelber/ ſondern daß wir tuͤchtig ſind/ iſt von Gott. 2. Cor. 3. v. 5. Der muß unſer ſleinern Hertz hinweg nehmen/ und ein flei⸗ ſchern Hertz uns geben. Ezech. 11. v. 19. Es muß uns in dieſem vom Him⸗ an melgeben werden. Joh 3. v. 27. Die Krafft iſt alhie von GOTT/ und nicht von uns. 2. Corinth. 4. verſ. 7. Der muß in uns wircken/ beydedas Wollen/ und das Thun. Phil.2. v. 13. Muͤſſen wir derowegen/ O Chriſt⸗ liche Hertzen/ bey unſern guten Wercken zweyerkey uns zu Gemuͤthe fuͤhren: Erſtlich unſer Vnvermoͤgenheit/ und daß wir von Natur zu al⸗ lem Boͤſen geneigt ſeyn; Sintemal wir Verkehrte ſeyn von Mutter⸗ Leibe an. Pſalm. 58, verſ. 4. Weiſe ſind wir genug Pbels zu thunf 4 abe —— ————————— 4 2 Zwing. Vol. 21. Pag. 3845. aber wolthun wollen wir nicht einmal gerne lernẽ. Jer.4. v. 22. Zum an⸗ dern/ deß H. Geiſtes Guͤtigkeit Der muß das Gute bey uns anfangen und auch volfuͤhren. Phil... v. 6. Muͤſſen uns derwegen von jhm regie⸗ ren laſſen/ und ſuchendas Gute/ und nicht das Böoͤſe/ daß wir leben moͤ⸗ gen. Amos. 5. v. 14. Laſſen uns nicht das Boͤſe uͤberwinden/ ſondemn uͤberwinden das Boͤſe mit Guthem. Rom. 12. v. 21. Vnd bey dieſem al⸗ lem unſere groſſe Vnvolkommenheit erkennen. 2. In boni perfectione In Vollendung deß Guten: Wu muͤſſen das Gute nicht allein anfangen/ ſondern auch vollenden: Vil fangen zwar wol an/ aber das Vollenden iſt gar ſchlecht: Principium fervet, medium tepet, ultima frigent. Hitzig der Anfang/ laulicht der Fortgang/ ſehr kalt der Auß⸗ gang. 1 Da werden/ leider/ viel gefunden/ die fangen es im Geiſt an/ und vollen⸗ den es im Fleiſch. Gal. z. verſ. 3z. Das iſt/ durch Huͤlff und Beyſtand dß heiligen Geiſtes/ fangen ſie an gottſelig und Gott wolgefaͤllig zu leben/ aber bald werden ſie kalt/ faul und traͤg zu allem Guten/ und geben dem Fleiſche Raum/ und laſſen jhme ſchieſſen den Zaum: Viele lauſſen ein zeitlang wol und fein in der Gottſeligkeit/ aber ſie laſſen ſich auffhalten daß ſie der Warheit nicht gehorchen. Gal.. v. 7. Wie Alfonlus Koͤnig in Arragonia und Sicilia in der Kirchen dem Gottes⸗Dienſie abwarte⸗ te/ ward jhm geſagt/ wie daß ſeine Feinde mit groſſer Krieges⸗Macht vorhanden ſeyn: Er aber wartele deß Gottes⸗Dienſtes ab biß zum Ende ſetzete mit wenigem Volcke hernacher in ſeine Feinde/ und hat jhm Gott einen gluͤcklichen Sieg gegeben Wann wir/ O Chriſtliche hertzen/ wollen Gutes thun/ ſeyn unſer Feinde/ Teuffel/ Welt und Fleiſch als⸗ bald zu beinen/ da muͤſſen wir vom Guten nicht ablaſſen/ ſo werden wir ſie ritterlich uͤberwinden: Wir muͤſſen im Geiſt wandeln/ ſo werden ivir die Luͤſte deß Fleiſches nicht vollbringen. Gal.; verſ. 16. Vndfuͤr allen Dingen Gott um gnaͤdigen Beyſtand anruffen/ daß Chriſtus Jeſus der Anfaͤnger und Vollender unſers Glaubens. Heb. 12. v. 2. Vns wolle als unſer Feld⸗HErꝛ gegen unſer Feinde ſchutzen: Wir muͤſſenfuͤr Si⸗ cherheit und fleiſchlichen Luͤſten/ wie fuͤr dem Teuffel ſelber/ fliehen: Der tapffere Carthaginenſiſche Feld⸗Herꝛ Hannibal/ hatte ein ſiegrei⸗ ches Kriegesheer/ aber wie ſie nur einen Winter in Campania gelegen b un 4/4 Wie daß wir unſer gute Wercke Unvolkommenheit — ſs ur 0 undaletnda den Romndde lihen Jtaſcha vetlohten. boirhun ſollen. iig geweſen/ d zubtingm daß tnachen laſſenb lvit in guten nmerdargeſch dazu grreiniget cken Tit.2.v. III. Prop neh Qanſelb 1. Operis bmunſerbeſtes nichtvonuns /d oder Jahr/ oder von gatzer Se⸗ ſclher. Maui. 2⸗ von Mutter⸗Lail bitnum ſchon in ſtendeviſen/ und. gitlihis Warte. dche g benichte. ſamag; Das. 7,9.9. D n da Gettſckgket daftlſet lercrere cilam da Krcha dm men: Denſelben beweiſet: eſtaͤndig verharren: Wir ſind Chriſti durch den Glauben theilhafftig Vnvolkommenheit erkennen ſollen. 455 und allerhand Wolluſt ſich ergeben/ ſind ſie hernach von jhren Feinden den Roͤmern uͤberwunden worden. Alſo gehets uns auch in unſer geiſt⸗ lichen Ritterſchafft wo die fleiſchliche Begierde regiert/ daiſt das Feld verlohren. Wir muͤſſen auch nicht traͤge ſeyn zu dem Guten das iig geweſen/ die abgefallene Babylonier wider unter jhre Herrſchafft Wb.p. 848. zubringen/ daß ſie auch jhre loßgemachte Haar/ nicht gantz wider zu⸗ machen laſſen biß ſie ihr Vornehmen zu Ende gebracht: Alſo muͤſſen wir in guten Wercken auch eiverig ſeyn; Dann Eiver iſt gut/ wans immerdar geſchicht umb das gute. Gal. 4. v. 1s. Vnd Chriſtus hat uns dazu gereiniget von Suͤnden/ daß wir eiverig ſollen ſeyn zu guten Wer⸗ cken. Tit. 2. v. 14. b III. Propoſiti defectum: Den Mangel im guten Vorneh⸗ 1. Operis tantùm inceptio; Wann wir vermeinen wir ha⸗ ben unſer beſtes gethan/ ſo iſts kaum angefangen: G Ott fodert nicht von uns/ daß wir nur ein oder etzliche mahl/ nur einen Tag/ Mond oder Jahr/ oder derſelben viele/ jhn ſollen lieben von gantzem Hertzen/ von gantzer Seele/ von allen Kraͤfften/ und unſern Naͤchſten als uns ſelber. Matth. 22. v. 37. ſeg. Sondern die gantze Zeit unſers Lebens/ von Mutter⸗Leib an/ biß wir in die Erden gegraben werden: Wann wir nun ſchon ein Zeitlang unſer Liebe gegen G Ott und unſern Naͤch⸗ ſten beweiſen/ und dagegen unſer Schuldigkeit nach dem Richtſchnur gaͤttliches Wortes beſehen/ ſo muͤſſen wir freilich bekennen/ daß wir ſolche Liebe nicht ein mahl recht angefangen haben/ daß es alhie wol heiſ⸗ ſen mag; Das Ende eines Dinges iſt beſſer dann ſein Anfang. Ccel. 7. v. 9. Dann anfahen iſt leicht/ aber wer beharret biß ans Ende/ der wird Selig werden. Matth. 10. v. 22. Und wann wir ſchon die Gott⸗ ſeligkeit nach der Regul goͤtiliches Wortes nicht allein wol anfiengen/ ſondern auch wol zu Endefuͤhreten/ haͤtten wir uns doch derſelben nit zu ruͤhmen/ weilen ein ſolches nicht von uns ſelber/ ſondern von der Gna⸗ dedeß heiligen Geiſtes herruͤhret· Vnter deſſen aber/ O Chriſtliche Hertzen/ muͤſſen wir euſſerſten Fleiß anwenden/ daß wir im guten worden/ ſo wir das angefangene Weſen biß ans Ende feſt behalten. HebS·v. 4. Aber ſolches bringet uns geeic wol nicht zu der ſih Zwing. Vol. 21. P.Z860. — 45s Wie daß wir die Welt gen Volkommenheit: Wann man ſiebet/ ſo bleibet das Unflaͤtige drin⸗ nen: Alſo was der Menſch fuͤrnimmet/ ſo bleibet immer etwas Vnrei⸗ nes daran. Sir. 27. verſ. F. Gleichwol/ ſage ich/ muß man beſtaͤndigim Guten fortfahren: Gleich wie Diogenes in ſeinem Alter ermahnet/ daß er ſolte auffhoͤren von ſeiner Arbeit/ geantwortet; Wann ich in den Ge⸗ wins⸗Schrancken lieffe/ ſolte ich dann auffhoͤren zu lauffen/ wann ich dem Ziel gar nahe waͤre? Alſo muͤſſen wir mit Glauben und gottſeligem Leben/ immer nachjagen dem vorgeſteckten Ziel/ nach dem Kleinod/ welches uns fuͤrhaͤlt die himliſche Beruffung Gottes in Chriſto Jeſu. 1 1 Phil. 3.v. 14. 2. Operis imperfectio: Die Vnvollkommenheit unſers Werckes: Wann wir vermeinen wir habens vollendet/ ſo fehlet es noch weit: Sihe doch an/ O Chriſtliches Hertz/ was das Geſehze von uns erfodert/ nemlich beydes einen innerlichen und euſſerlichen Ge⸗ horſam/ und zwar aller unſer Gedancken/ Wort und Wercke: Dafeh⸗ len wir aber alle mannigfaltiglich. Jac. 3. verſ.2. Sihe an/ unſer groſſes Vnvermoͤgen Das Geſetz iſt geiſtlich/ wir aber ſind fleiſchlich unter die Suͤnde verkaufft. Rom. 7. verſ. 14. Dem Fleiſche geluͤſtet immer wider den Geiſt/ und den Geiſt wider das Fleiſch/ dieſelbe ſind wider einanden/ daß wir nicht thun was wir wollen. Gal.. verſ. 17. Sihe an/ unſer Vn⸗ vollkommenheit der liebe Gottes/ welche wir nach Erfoderung deß Ge⸗ ſetzes/ nicht erfuͤllen koͤnnen: Sihe an/ die boͤſe Art der Suͤnden/ wann wir wollen Gutes thun/ ſo henget uns das Boͤſe immer an. Roman. 7. v. 21. Sie klebet uns immerfort an/ und machet uns taaͤge. Heb. 12.v. 1. Dieſe Vnvollkommenheit unſer guten Wercke muͤſſen wir erkennen/ Gott immerfort um Vergebung derſelben anruffen/ und jhn bitten/ daß er uns zur beſtaͤndigen Vollkommenheit im ewigen Leben verhelf⸗ fen wolle/ durch die Gnade deß heiligen Geiſtes/ um ſeines lieben Soh⸗ nes JJeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. 3 umſne⸗ Die ein und ſiebentzigſte Predigt. 81 DE NOVE OBEDIENTIT CONSEOVENTE SECVN . PO.OD MUNDI ABNEGATIO. Wie daß wir die Welt verleugnen ſollen. 4s Ha Fährligkeitſch 1, Propt ſehr unruhig Aſoſinddie Nach m Lac Proh. z..1z.4 fälleſeonkan/ u 120,Daßanſet daßes ſhmwiede . Propt Auffbem aucr/ Dalaget HNob⸗ zuſammalegten Merr Hatuffet. idi Gatepſs tot; Allomenſch dn ome Ec. mall Maſſche aben veden. C. Aedachm /OChfächa a mf ln lich. Ja 3 mſ Eie „ Gſcz ſt gefdch mrſcii Lom. 7.vr.14. Da zaſchegtt San woerdas jaſch daſcein pas eu wollen GAſ vrſn. Ei Lude Gocnas dalchevruc konnm: Sihem/ dedeſe Ahi dun/ ſo hengtundes Biſemm nnenhen mf aun Warttri en Vastansdaſiten unff verleugnen ſollen. 497 “ Tit. z. V. 12. Wir ſollen verleugnen/ das ungoͤttliche We⸗ ſen/ und die weltliche Luͤſte. n Sſpricht Sirach cap. 3. v. 26. Daß die/ ſo auff dem Meer fahren/ ſagen von ſeiner groſſen Faͤhrligkeit: 0 Dieſes/ O Chriſiliche Hertzen/ koͤnnen wir ſehr wol von der 2 Welt ſagen: Die in derſelben leben/ koͤnnen auch von jhrer Jaͤhrligkeit ſehr wol reden: Dann dieſelbe befindet ſich in der Welt; 1. Propter inquietudinem; Wegender Vnruh; Das Meer iſt ſehr unruhig/ iſis ſchon ein wenig ſtille/ ſo erhebet ſich bald ein Ungeſtuͤm: Alſo ſind die Menſchen auff der Welt voller Vnruh. Hiob. 14. verſ. 2. Nach dem Lachen kompt Trauern/ und nach der Freude kompt Leid. Prov. 14. v. 1z. Da ſind die Gottloſen wie ein ungeſtuͤm Meer/ das nicht ſtille ſeyn kan/ und ſeine Wellen/ Koth und Vnflataußwirffe. Eſa. p. 20. Daß ein jeder in der Welt dem es wolgehet immer gedencken muß/ daß es jhm wieder uͤbel gehen koͤnne. Sir. 11. v.ꝛ 77.. 2. Propter mali mulritudinem; Wegen deß vielen Vbels: Auff dem Meer faͤllet viel Wiederwertigkeit fuͤr: Alſo auch in der Weltt Da klaget Hiob: Wann man meinen Jammer woͤge: Vnd mein Elend zuſammen legte in eine Wage/ ſo wuͤrde es ſchwerer ſeyn/ als Sand am Meer: Da ruffet David: Gott hilff mir/ dann das Waſſer gehet mir biß an die Seele. Pſ. 69. v.. Da bekennet der ſonſt gluͤckſelige Koͤnig Salo⸗ mon; Alles menſchliches Thun ſey ſo viel Muͤhe/ daß es niemand außre⸗ den koͤnne. Eccl.. v. 8. Sirach bezeuget/ es ſey ein jaͤmmerlich elend Ding um aller Menſchen Leben von Mutter⸗Leib anbiß ſie in die Erden ge⸗ graben werden. Sir. 40. v. 1. 1 b b 3. Propter periculi magnitudinem: Wegen der groſſen Ge⸗ fahr. Auff dem Meer daͤucht jhnen bald/ daß ſie in den Himmel fuͤhren bald daß ſie in den Abgrund gerathen. Pſal. 107. verſ. 26. Da ſind die groſſen Wallfiſche/ deren einer den Jonam lebendig ver ſchlung? Jon. 2. verſ. 1. Alſo gehets in der Welt: Da rauſchen die Creutz⸗Fluthen daher/ daß hie eine Tieffe/ und dort eine Tieffe. Pſal. 42. verſ. 8. Da ſeyn die grauſamen Tyrannen/ die treiben fromme Hertzen uͤber Hals/ und wann ſie ſchon muͤde ſeyn/ laſſen ſie jhnen doch keine Ruhe. b Mmm 2 Thren.. Puſeb. 479 Wie daß wir die Welt Thren. 5. v. ſ. Summa inder Welt haben ſie lauter Angſt. Joh. 16 9. 33 Derowegen iſt gottſeligen Hertzen zum hoͤchſten noͤthig/ daß ſie die Be⸗ ſchaffenheit deß unruhigen/ boͤſen/ gefaͤhrlichen Welt⸗Meeres erkennen lernen/ daſſelbe nach hoͤchſter Moͤglichkeit meiden/ damit ſie der groſſen Gefahr entrinnen maͤgen: Dazu vermahnet uns Paulus in verleſenen Worten auß welchen wir betrachten wollen. b Wie wir nach wahrer Buſſe/ die Welt mit jhrem unruhi⸗ gen/ boͤſen und gefaͤhrlichen Weſen meiden ſollen. Der allerguͤtigſte Gott verleihe uns ſeinen heiligen Geiſt/ daß wirbey⸗ des fleiſſige Hoͤrer/ und auch gehor ſame Thaͤter dieſes Worts moͤgen erfunden werden/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Wir haben alhie in acht zu nehmen: b I. Subjectum. Wovon alhie geredet werde: Nennlich 85 zder Verleugnung: Wir ſollen verleugnen: Es wird aber ge⸗ unden: 1. Abnegatio mala: Eine boͤſe Verleugnung und geſchicht 1. Apoſtaſia: Durch Abfal von der einmalerkanten und belan⸗ ten Warheit: Solche verleugnen Gott. Hiob. z1. v. 28. Sie verleugnen den Sohn Gottes der ſie erkaufft hat. 2. Pet. 2. v.. Und zwar gar theur. 1. Cor. 6. v. 20. Nicht mit vergaͤnglichem Silber vder Gold/ ſondern mit ſeinem theuren Blut.. Per. 1. v. 18. ſeq. Alſo hat Petrus Chriſtum mit Verſchweren und Verfluchen verleugnet. Matih. 26. v. 70. Die alſo Chriſtum verleugnen fuͤr den Menſchen/ die wil er auch verleugnen faͦr Gott ſeinem himliſchen Vater. Matth. 10. v.3. Dann verleugnen wir/ ſo wind er uns auch verleugnen. 2. Tim.2·v. 12. In dieſe Zunfft gehoͤret erſtlich das teuffliſche Zauber⸗Geſinde/ ſo Gott ſren Schoͤpffer/ Erloͤſer 5 un Heiligmacher ſo ſchaͤndlich verleugnẽ/ uñ damit/ ſo ferne ſienit Buſſe thun fuͤr ihre Zauberey. Apoc 9. v. 21. ſich der ewigen Seligkeit verlußtig mache. In dieſe Zunfft gehoͤren diejenige ſo die einmal erkante uñ bekante niſt Eccl. gottliche Warheit verleugnen/ davon der Ketzer Baſuides geſchwermel 140.7. daß einer zur Zeit der Verfolgung/ auch durch einen Meineyd dieſelbe verleug⸗ eanendg ffäran ſodie. ncg A vefäͤhre den. nachtr ſaͤmmen ſtommer Man den Goͤtengeo hatſhn die Kitc ſneine täͤbtüche und Syracheg mahlbigehrel te Stkaffeſeyn 2, Vit- Wann irzuſatt perkugnen(un HEn Proy zo virleugnen dene eins gettſelgen Saiche ſagen zu nunſietz Titrd toauff gurhwt ſumveglugnan. Artenſolenvwi. lhaerwaͤde eht kn /does dochd. Kugen Vondie ſcher Dan Matth. 0? da erleugnenſolen. 452 verleugnen moͤge: Wie dann auchdit Helcheſiter dieſe falſche Meinung ib.16.c.37 gefuͤbret/ ſo die Berleugnung nur mit dem Munde und nicht dem Her⸗ ten geſchehe. Alſo hat Origenes,(vieleicht durch dieſer Leute Irrthum verfuͤhret) den HErꝛn Chriſtum verleugnet/ aber dieſen ſeinen Jall her⸗ nacher ſaͤmmerlich beweinet und beklaget: Alſo hat Serapion ein alter en frommer Mann auß Furcht der Straffe unter der Verfolgung Deci, den Goͤtzen geopffert/ und damit Chriſtum verleugnet/ und deßwegen 5.13... hat jhn die Kirche nicht wieder auff⸗ und annehmen wollen/ worauff er b in eine tödtliche Kranckheit gerathen/ und drey Tage ohne Vernunffe und Sprache gelegen am vierdten Tageaber das hochwuͤrdige Abend⸗ Oſiand. t. z.lib. 6. mahl begehret/ und darauff geſtorben: Andere mehr Exempel und ſchwe⸗ In præcep. 2. de apo- aſia. re Straffe ſeyn im promtuario exemplorum Hondorfi zu finden. 2. Vita impia: Durch gottloſes Leben: Alſo ſagt Salomon; Wann er zuſatt wͤrde alles Dinges Uberfluß haͤtte) moͤgte er Gott verleugnen(ungehorſam und frech werden) und ſagen: Wer iſt der HEn: Prov 30. v.). Die jenige ſo jhre Haußgenoſſen nicht ver ſorgen/ verleugnen den Glauben. 1. Tim.⸗·v. 8. Wiele haben nur den Schein eins gottſeligen Weſens/ aber ſeine Krafft verleugnen ſie. 2. Tim. z. v.z. Solche ſagen zwar/ ſie erkennen Gott/ aber mit jhren Wercken verleug⸗ nen ſie es Tit. v. 16. Wie dann auch die Gottloſen/ ſo die Gnade Gor⸗ tes auff Muthwillen ziehen/ G Ott und unſern HErrn Jeſum Chri⸗ ſumverleugnen. Epiſt. lud. v. 4. Juͤr dieſem Verleugnen/ O Chriſiliche Hertzen/ ſollen wir uns fleiſſig huͤren: Wann manchem Gottloſen ge⸗ ſagt wuͤrde/ er haͤtte Gott verleugnet/ wuͤrde er ſolches ſehr uͤbel auffneh⸗ men/ da es doch die eigentliche Warheit iſt/ wie obige Spruͤche klar be⸗ zeugen: Von dieſer Verleugnungwurd alhie nicht geredet. 1. Abnegario bona; Eine gute Verleugnung: Daſich ein bußfertiges Hers G Ott dem HErm/ mit Gedancken/ Worten und Wercken gantz und gar ergibt/ und die Welt mit jhrer Fleiſches⸗Luſi⸗/ Augen⸗Luſt/ und hoffaͤrtigem Leben fahren laͤſſet. 1. Johann. ꝛ. verſ. 16. Und allein dahin trachtet/ daß es G Ott moͤge lieben/ demſelben und ſei⸗ nem Naͤchſten dienen/ und nach euſſerſter Moͤglichkeit ſeinen Willen erfuͤlle: Von dieſer Berleugnung redet alhie Paulus/ und haben ferner v von derſelben zu hetrachten: Mmm 3z II. Obje- 460 Wie daß wir die Welt II. Objectum; Was wir alſo verleugnen ſollen: Nemlich⸗ 1. Impietatem; Das unk ultliche Weſen: Das iſt/ alle das jen⸗ gewas wider die wahre Goites Furcht unter welche alle Tugenden der erſten Taffeln deß Geſetzes Gottes begriffen werden) ſtreitet/ und nichts anders als ein ungoͤttliches oder gottloſes Weſen iſt. Wann du/ O Menſch/ etwas uͤber Gott liebeſt/ fuͤr etwas anders mehr als fuͤr Gott dich fuͤrchteſt/ auff etwas anders/ als den einigen Gott dein Vertrauen ſetzeſt: Wann du den Namen Gottes/ nicht ehreſt/ mit Dancken/ Loben und Anruffen/ ſondern denſelben mißbraucheſt/ mit Fluchen/ Schweren Zaubern/ Luͤgen und Truͤgen; Wann du Gortes Wort nicht liebeſt den Feyer⸗Tag nicht gebuͤhrlich heiligeſt/ Gottes Wort nicht andaͤch⸗ eig anhoͤreſt/ nach demſelben dein Leben nicht anſtelleſt/ ſondern es verachteſt und keine Luſt und Liebe zu demſelben haſt/ und daneben dann auch die ander Taffel deß Geſetzes G Ottes(die alzeit auff das vorige folget) vorſetzlich uͤbertrilſi/ ſowirſtu vom H. Geiſt fuͤr einen ungoͤttlich oder gottloſen Menſchen gehalten: Von dieſem ungoͤttlichen und gott⸗ loſen Weſen ſoluns abhalten: b 1. Abominatio: Der Greuel welchen es mit ſich fuͤhret/ und zwar: b b ⸗. Apud Deum: Bey Gott dem HEr:n; Derſelbeiſt kein Gott dem gottloß Weſen gefaͤllet/ wer boͤſe iff/ bleiber nicht fuͤr jhm. Pſ. J. v.. Seine Seele haſſet den Gottloſen. Pſalm. 11. v. z. Sie ſind jhm ein Greuel mit jhrem gottloſen Weſen. Pſalm. 14. v.r. Er haſſet golt⸗ loſes Weſen. Pſalm. 45 v.§. Laſſet uns dieſes bedencken/ Oſht Men⸗ ſchen! Wann ein Kind ſeinem Vater ein Greuel iſt/ daß er nicht von demſelben hoͤren/ oder es auch nicht ſehen mag/ ſo iſts ein elender Zuſtand mit demſelben: Wie viel erſchrecklicher iſts/ wann der himliſche Vatet ein ſolchen Greuel an uns hat: Ein ſolcher war jener Doctor luris, ſo ſei⸗ nen Fuͤrſten zu groſſer Beſchwerung ſeiner Unterthanen verfuͤhrte/ und deßwegen ſehr verfluchet ward: Der ſagte dermaleins zu der Fuͤrſtinnen: Gnaͤdige Fuͤrſtin/ ich glaube nicht/ daß ein Teuffel mehr in der Hoͤlle ſey Wo ſind ſiedann? Sagte die Fuͤrſtin; Da klopffet er auff ſeine Bruſt und ſagte: Hierin ſind ſie; Dann mir ſo viel Teuffel in den Leib gewuͤnt⸗ ſchet ſeyn/ daß ich nicht glaube/ daß ein eintziger mehr in der Hhhaſ Ibardu gotlof ten. Gal6..7. . Apud ſchen⸗Davddv En frommes. Dann was hat Pashatdas! met Chriſtusn den Unglaubit Menſche/ und Hertzen bey dit Gutes ſierat zenllcheund ew Greuel 2. P uniti ſensWaccheiſß 6. Te Fuchaes.E Anhachtev. 26. ſchiedliche/ wie iherdas zotloſe⸗ undſchnaheſih verlget Prop. 4. Prob d6. Gf hergolten werden ta Odagotlaſa z0 AtA Geſeee GOm Rae domufi ſo wuftu don verleugnen ſollen. 461 Aber du gott loſer Menſche/ Irre dich nicht Gott laͤſſet ſich nicht ſpot⸗ ten. Gal 6. v. 7. b.“ 3 . Apud hominem pium. Bey einem gottsfuͤrchtigen Men⸗ ſchen: David vertilgete alle Gottloſen in ſeinem Lande. Pſalm. 101. v. 8. Ein frommes Hertz hat keine Gemeinſchafft mit ſolchen Gortloſen. Dann was hat die Gerechtigkeit fuͤr Genieß mit der Ungerechtigkeit? Was hat das Liecht fuͤr Gemeinſchafft mit der Finſternuͤß: Wie ſtim⸗ met Chriſtus mit Belial? Oder was fuͤr ein Theil hat der Glaubige mit den Unglaubigenez. Cor. õ. v. 14.1eq. Bedencke dieſes/ Odu gottloſen Menſche/ und erkenne die groſſe Freundſchafft ſo fromme und glaubige Hertzen bey dir beweiſen/ ſie ſeyn ja deine beſten Freunde/ ſie thun dir alles Gutes/ ſie rathen dir alles Gutes/ ſie beten fuͤr dich/ und ſuchen deine Luche und ewige Wolfarih; Denſelben mache dich doch nicht zum reuel. 4 2. Punitio: Die Straffe deß ungoͤttlichen und gottloſen We⸗ ſens. Welche iſt; a. Temporalis: Zeitliche: Im Hauſe deß Gottloſen iſt der Fluch deß HErꝛn. Prov. 3. v. 33. Davon lieſe mit hoͤchſtem Fleißund Andacht Lev. 26. Ind Deut. 28. Capp. So wirſtu befinden/ wie unter⸗ ſchiedliche/ wie viele/ wie grauſame und erſchreckliche Straffe GOtt uͤber das gottloſe Weſen wolle ergehen laſſen. Ja/ der Gottloſe ſchaͤndet und ſchmaͤhet ſich ſelbſt. Prov. 13. v.5. Das Haus deß Gottloſen wird vertilget. Prov. 14. v. 11. Das Einkommen deß Gottloſen iſt Verderben. MProv. 15. v. 6. Sie verſincken im Ungluͤck. Prov. 2 4.v. 16. Ihnen ſol vergolten werden/ wie ſie es verdienen. Eſa. 3 v. 1o. Bedencke bedencke die⸗ ſes/ O du gottloſer Menſch. 6. Perennis; Ewige; Da fahren Korah/ Dathan und Abiram lebendig hinunter in die Hoͤlle/ mit allem das ſie hatten. Numer. 16. verſ. 33. Da muß der reiche gottloſe Schlemmer/ —————————y——————— 8 1 u— 16 ——— 8ſo— 4——————.——— 11“ ————————————— 3— 5—————— d 6 ſ———8—8—8—8—“ſſ——— 8“ 2 4 der Moſen und die Propheten in ſeiner groſſen Pein noch ver⸗ achtet zur Hoͤllen fahren. Luc. 16. verſ. 2z. Da iſt jhr Theil in dem Pfuel der mit Feuer und Schweffel brennet. Apoc. 21. v. d. Da der Nauch ſhrer Quaal auffſteiget von Ewigken zu Sehſs ae⸗ un —ää——yö— 46² Wie daß wir die Welt/ und haben Tag und Nacht kein Ruhe. Apoc. 14.v. 11. O Elend uͤhen alles Etend: 4 b 2. Mundanam voluptatem; Die weltliche Luſte: Dieſe Lu⸗ ſtebeſchreiber Johannes. 1. Epiſt. c. 2.v. 6. Daß es ſey/ Fleiſches uß Augen Luſt/ und hoffaͤrtiges Leben: Alhie findet ſich: 1. Luxuria: Fleiſches Luſt: Da einer deß Fleiſches boͤſen Luͤ⸗ ſten und Begierden folget/ mit Haß und Rachgierigkeit/ mit Freſſen und Sauffen/ mit Huren und Buben/ mit Schinden und Schaben/ mit Luͤgen und Truͤgen; Inſonderheit aber mit Braſſen und Schwaͤlge⸗ rey;: Bey ſolchen iſts eitel Freude und Wonne/ Ochſen wuͤrgen/ Schafß⸗ D. Matth. Theatr. Mon. I. Pag. 5²* Meiger. nucl. lib. 5. Cap. 35. fe ſchlachten/ Fleiſcheſſen/ Wein trincken/ und ſagen: Laſſet uns eſſen underincken/ dann wir ſterben doch morgen. Eſa. 22. v. 13. Da klingels alſo: Wolher nun laſſet uns wol leben/ weils da iſt/ und unſers Lelbes brauchen/ weiln er Jung iſt/ wir wollen uns mit dem beſten Wein fuͤllen laſſet uns die Mayen⸗Bluͤmtein nicht verſeumen Sap. 2. v. 6. leq Da lebet man alle Tage herrlich und in Freuden. Luc. 16. v. 19. Liebet Wol⸗ luſt mehr dann G Ott. 2. Tim.; v. 4. Man dienet den Luͤſten und man⸗ cherley Wolluͤſten. Tit.z v. 3z. Aber nach ſolchem Lachen komt Trau⸗ ren. Prov. 4. v. 13. Mulcaſſes vertriebener Koͤnig von Thumiß/ war in ſeinem Elend ein ſolch Schlecker⸗Maul/ daß er einen Pfauen zu zu⸗ richten hundert Gold⸗Guͤlden haben muſte. 2. Avaritia: Geitz und Augen⸗Luſt; Da einer ſeine Luſt/ an vielem Gelde und Gute hat/ und ſeine Augen damit weidet: Die verlaſf ſen ſich auff jihr Gut/ und trotzen auff jhren groſſen Reichthum. Pſ 49. verſ. 7. Die geitzen immer fuͤr ſich hin. Eſa. 7.v. 11. Die wuchern/ und uͤberſetzen jhren Nechſten und treiben ihren Geitz. Ezech. 22. verſ. 12. Sie dienendem Mammon. Matth. 6. v. 24. Vnd ſeyn alſo Goͤtzen⸗Diiner. Eph. 5. v.. Aber jhr Silber und Gold wird ſie nicht errretten am Tage deß Zorns deß HErꝛn. Zeph. 1 v. 18. Vnd ſiraffet Gott zum offtenn die⸗ ſe Augen⸗Luſt wunderbarlich: Jener geitziger Thum⸗Pfaff haute eine Lade mit Golde und Gelde in die Kirchen geſetzet/ und darauff geſchni⸗ ben: Der HEn iſt an dieſem Ort(verſtehe ſein Mammon) der Kuͤſter findet die Laden/ nimpt alles herauß/ wiſchet die Schrifft auß/ und ſetzt an die Staͤte/ der H̃Err iſt auffgeſtanden/ und iſt nicht hie. Das geſchah jhmrecht. 3. Super- ———— z Lupet Mchel ſſetr 4. Inter! nuͤhhend hab fohen Ruthun Iigroͤſſer dann herzen Sinn. ein er waͤreein Fäſſe uüfſen. 3. echelm ſichſh dantſieſhre und föſtlichem Gehißt. Der Kle Ha Der dllergnad wit beſtaͤndigl Chtyxwilen/ 4 RNOVEcC. (G6 * Dämien nichemiema en rhcrich undin— ATm 14 ndand. Tu 1b.;. Parnach ſeicem a Nulcaifes ratrdma Küäugm eich Schuckn ul dßgn — ut hatt e verleugnen ſollen. 146 3. Superbia:Einhoffaͤrtiges Leben: Dieſe Gott abſcheuliche Metze laͤſſet jhren Hoffart ſehen b b a. Internè. Innerlich: Mit einem ſioltzen auffgeblaſenen Ge⸗ muͤthe/ und haben ſolche einen ſtoltzen Muth. Hiob. 8. v. 2. Haben einen ohen Muth und ſtoltzen Sinn. Eſa. 9.v. 9. Ihr Hochmut und Stoltz iſt groſſer dann jhre Macht. Eſa. 16. verſ. 6. Sie ſind hoffertig in jhres Hertzen Sinn. Luc. J. verſ. ꝓ6. Alſo bildete ſich der elende Diocletianus ic gee— ein/ er waͤre ein Bruder der Sonnen und deß Mondes/ und ließ jhm die.5c. z· Fuͤſſe kuͤſſen. b . Externè: Euſerlich/ mit Kleidern und andern Dingen: Die erheben ſich jhrer Kleider. Sir. x.. v. 4. Das iſt/ jhrer Lumpen windeln/ damit ſie jhre Suͤnden⸗Scham bedecken: Und kleiden ſich mit Purpur und koͤſtlichem Leinwand. Luc. 16. verſ. 19. Das iſt /uͤber jhres Standes Gebn b b 1 er Kleider Uberfluß und Pracht/ at manchen Reichen arm gennacht. Der allergnaͤdigſte Gott erleuchte uns mit ſeinem heiligen Geiſt/ daß wir beſtaͤndiglich alle dieſe boͤſe Dinge verleugnen moͤgen/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. Die zwey und ſiebentzigſte Predigt. 38 b DENOVE OBEDIENTIE CONSEOVENTE TERTIO, QOD NOSTRIMET ABDICATIO. Wie wir uns ſelber verleugnen ſollen. b Luc. 9. v. 23. Wer mir folgen wil der verleugne ſich ſelbſt. Sſpricht Paulus Gal./ v.27. Welche Chriſtum angehoͤren/ die creutzigen jhr Fleiſch/ ſampt den Luͤſtenund Begierden: Allhie haben wir/ r 1. Verorum Chriſtianorum titulum: Den herlli⸗ chen Titul wahrer Chriſten: Sie ſind Chriſti Angehoͤrige oder — — CEhriſti Verwandten Freylich/ freylich/ O Chriſtliche. Hertzen/ ſind ſie dem HErren Chriſto nah verwandt: Sie ſind Chriſti Bluts⸗Ver⸗ 3——— 4646 Wie wir uns ſelber b wanten/ weilen er jhr Fleiſch und Blut(doch ohne Suͤnde) indie Einigkeit ſeiner goͤttlichen Perſon angenommen/ daher ſind die Glieden ſeines Leibes/ von ſeinem Fleiſch/ und von ſeinem Gebeine. Eph. ⸗.v. 0. Daß er ſich nicht ſchaͤmet/ ſie Bruͤder zu heiſſen. Heb z. v. 11. Sit ſind Chriſti Lehr Verwanten/ dann weilen ſie an Chriſti Rede bleiben /ſo ſind ſie ſeine rechte Juͤnger. Joh. 8. v. z1. Sie hoͤren Gottes Wort/ und behal⸗ ten es in einem feinen guten hHertzen/ und bringen Frucht in Gedult. uc. 8. v. 15. Vnd bleiben alſo ſeine Worte in jhnen. Johann. 15. v. 7. Sieſind Chriſn Verdienſt Verwanten/ weilen ſie ſolches nicht/ wie die Vnglau⸗ bigen verachten/ fondern mit wahrem Glauben ergreiffen: Chriſtus iſt jhre Weißheit und Gerechtigkeit/ Heiligung und Erloͤ ſung. 1. Cotint.. v. 30. Sie achten alles füͤr Schaden und Dreck/ auff daß ſie Chriſtum gewinnen/ und in ihm erfunden werden/ und nicht haben jhre Gerechtig⸗ keit/ die auß dem Geſetz kompt/ ſondern die auß dem Glauben kompt/ das iſt/ die Gerechtigkeit ſo von Gott dem Glauben wird zugerechnet. Phil.3 v. 8. Sie ſind ſeine Creutz Verwante/ und muͤſſen jhr Creut auff ſich nehmen/ und Chriſto nachfolgen. Matth. 16. v. · 4. Vnd werdenda⸗ rauff/ wann ſie beſtaͤndig im Glauben verharren/ Chriſti Ehr⸗Verwan⸗ ten. Dann wann ſie alſo mit C RIJ S T O leiden/ wenden ſie zur b 33 der Offenbahrung ſeiner Herllichkeit) Freude und Wonne haben. 1. ek. 4·v. 13. 2. Eorum officium. Ihr Ampt: Sie creutzigen jhr Fleiſch/ ſampt ſeinen Luſten und Begierden; Silaſſen der Suͤndeſhren Willen nicht/ ſondern herſchen uͤber ſie. Gen. 4.v.7. Sie neigen jhr. hert nicht auff etwas Boͤſes/ ein gottloß Weſen zu fuͤhren mit den Vbelthaͤ tern. Pſalm. 141. v. 4. Sie laſſen die Suͤnde nicht herſchen in jhrem ſierb⸗ lichen Leibe/ demſelben Gehorſam zu leiſten in ſeinen Luͤſten. Rom 6.v 12. Sondern ſie toͤdten durch den heiligen Geiſt/ die Geſchaͤffte deß Jlei⸗ ſches. Rom. 3 v. 3. Vnd warten zwar jhres Leibes/ doch aber alſodaßer nicht geil werde Rom. 13. v. 14. Dieſes muß auch auff wahre Buſſeer⸗ folgen/ und nennet es der Sohn GOTTES/ ſich ſelbſt verleugnen/ deſſen Wort wir wollen fuͤr uns nehmen/ und auß denſelben in Goltes⸗ Furcht betrachten: ſolle. b Do Wie ein wahres bußfertiges Hertze ſich ſelber verleugnen unſer Parad verderd üche! iſAlſe folge Hoffartdas, Saͤndan erſof Vrlefolgmu gefuͤhrewerden chen ſich damt nchtſchaffene ſio Dann wer. demc wid aas denſabben folgen J. ln docti unſe Setln Se hhnfäte. O vllhitein Gont du1p. 19. 5 C her 4 Dencin zanlm A verleugnen ſollen. 4 65 Der allmaͤchtige Gott wolle unſer Ohren eroͤffnen/ daß wirs andaͤchtig anhoͤren/ und unſer Hertzen lencken/ daß wir gehorſam folgen/ umb Jeſu Chriſti willen Amen. Erklaͤrung. Wir haben in verleſenen Worten: I. Chriſti ſecutionem: Die Nachfolge Chriſti Viele folgen/ leider dem leidigen Satan und ſeinem boͤſen Eingeben; Alſo folgeten jhm unſer Paradiß⸗Eltern/ und erfolgete darauff das elende/ ſuͤndliche und verderbliche Weſen/ darin das gantze menſchliche Geſchlechte gerathen iſt: Alſo folgete auch der David ſeinem Eingeben/ daß er auß Stoltz und Hoffart das Volck zehlen ließ 1Chron. 22· v. 1. Viele folgen der in allen Suͤnden erſoffenen Welt/ und ſtellen ſich derſelben gleich. Rom. 12. v.. Viele folgen unzuͤchtigen Weibern wie Ochſen die zur Schlachtbanck gefuͤhret werden. Prov. 7. v. 22. Viele folgen jhren boͤſen Luͤſten/ und ma⸗ chen ſich damit ſelbſt jhren Feinden zum Spott. Syrach. 18. v. z0o. Aber rechtſchaffene Chriſten folgen ihrem HErrn und Heylande Jeſu Chri⸗ ſto Dann wer demſelben folget/ der wird nicht im Finſtern wandeln/ ſon⸗ dern er wird das Liecht deß Lebens haben. Joh. 8. v. 12. Wir ſollen aber dem ſelben folgen: 1. I n doctrina⸗In der Lehre: Daß wir in Glaubens Sachen ſo unſer Seelen Seligkeit angehen/ keinem andern als dieſem himliſchen Leyrer folgen: Dann/ wer dieſes groſſen Propheten Worte nicht hoͤren wil/ die er in Gottes Namen redet/ von demſelben wils G.OT T fodern. Deut. 18.v. 19. Unddieſes creditiv, welches Gott ſeinem Sohn gege⸗ ben wiederholer Gott und ruffet mit lauter Stimme: Dieſer iſt mein lie⸗ ber Sohn/ an welchem ich habe ei Wolgefallẽ/ den ſolt jhr hoͤren. Matt. 17. v. 3. Dieſer unſer Lehrer/ fuͤhret das Wort deß ewigen Lebens. Joh. 6. v 68. Und ſpricht von demſelben/ mit ſehr nachdencklichen nachdruͤck⸗ lichen Worten; Ichbin nicht kommen/ daß ich die Welt jetzunder nd alſo bald auff dem Fuſſe) richte/ ſondern daß ich die Welt ſelig mache; Wer(aber) mich verachtet/ und nimpt meine Worie nicht auff/ der hat ſchon(alsbald/ in dieſem ſeinem Leben) „ den/ der jhn richtet/ das Wort/ welches ich geredet habe/ das Nnn 2 wird ——8—81IIitſttttt— lib. 7.hi- ſtor. Ecc cap. z3. — 8. 46s Wie wir uns ſelbei 8 wird jhn(endlich undklaͤrlich/ daß ers verſtehen und fuͤhlen wird) rich⸗ ten am juͤngſten Taggssoh. 12. verſ. 47. ſeq. Laſſet uns/ O Chriſtliche Hertzen/ dieſes wol in aͤcht nehmen; Deß Erren Chriſti ſeine Schafe folgen jhm nach/ denn ſie kennen und hoͤren ſeine Stimme/ einem Frembden gber folgen ſie nicht nach/ ſondern fliehen fuͤr jhm/ denn ſie kennen der Frembden Stimme nicht. Joh. 10. v. 4. feq. Vnd muͤſſen wir von dieler Kirchen⸗Vaͤter Meinung billich ſagen/ was Kulebius vom Nepote ſagt: In vielen andern Dingen/ lobe ich den Nepotem, und liebe jhn/ theils wegen Nncs Glaubens und Fleiſſes und in der Ubungin goͤttlicher heili chrifft/ theils auch wegen ſeiner geiſili⸗ J chen Geſaͤnge/ ſo vielen Midern wol gefallen/ fuͤrnemlich weilen er durch den zeitlichen Tod zur Ruhe kommen: Aber die Warheit ſoll man lieben/ und ehren dieſelbe fuͤr allen/ und ſo einer recht gelehret/ das ſollen wir loben/ und pflichten demſelben bey mit auffrichtigem Hertzen/ was aber nicht recht und wol geſchrieben/ dem ſollen wir nachforſchen und es widerlegen. 2. In vita: In ſeinem Leben: Dann an demſelben haben wirein helles und klares Spiegel aller Tugenden/ dafuͤr wir uns taͤglich ſtel⸗ len/ und jhm in denſelben nachfolgen ſollen: Chriſtus hat nichtallein die Seinen. Joh. 13. v. 1. Sondern auch ſeine Feinde geliebet. Luc. 23. v. 34. Alſo muͤſſen wir auch/ nicht allein unſer Freunde/ ſondern auch unſer Feinde lieben. Matth. 7. v. 44. Chriſtus betete in ſeinem Todes⸗ Kampff. Matth. 26. verſ. 30. Alſo muͤſſen wir ſtets beten in allem Anlie⸗ gen. Eph. 6. v. 18. Chriſtus war demuͤtig. Matth. 11. v. 29. Alſo muͤſſen wir uns auch demuͤtigen unter die gewaltige Hand Gottes. 1. Pet. 7. v. 6. Chriſtus war gehorſam Gott ſeinem Vatter. Pſal. 40. v.. Wir muͤſſen gedencken/ daß Gehorſam G.OT T beſſer gefalle als Opffer. 1. Sam. 15. v. 2. Chriſtus war gedultig wie ein Lamb und Schaͤflein. Eſa. 53. v. 7. Wir muͤſſen unſer Seele auch mit Gedult faſſen. Lut. a7. v. 19. Chriſtus blieb beſtaͤndig in allem ſeinem Thun und Leiden Da muͤſſen wir gedenckenan Jeſum/ der ein ſolches Widerſprechen von den Suͤndern wider ſich erduldet hat/ daß wir nicht in unſerm Muth man wedden/ udablaſſeer Rabere oe⸗. 1 3. In cruce: Im Creutz: Gleich wie Chriſtus ſein Creutze ſelber getragen. Joh. 19. verſ. 1⁷. Alſo/ wollen wir Chriſto nachfolgen/ muſe wir haken at w aubchg ehnſen miſen wir m Gaduhaſt dhano: E. hmur Chriſt dixit eſſe, ut iſ Vergebene ſolger Ehriſti unſers Meiſt II Sequ foiger Chriſt te Daeiſteine tiner glichen haltungihrerſe ſeyn Wollen, virtugnen: 1 Propri Ehnſulgetjan⸗ ſane Frande Jo de gebeGoltesu la/ nac aller ſlhundſenes l Ren uß Din tdoch nchtoiſt nder Nachſolge Natur)in 30 ſa tan cgenom aunanic llbe belugne 4 1 1 m Dmamtu miſfnricitu h mäns Tern r nadba 7 verleugnen ſollen. 467 wir uns ſelbſt verleugnen/ und nehmen unſer Crauuff uns/ und folgen b ſhm. Matth. 16. v. 24. ͤ nn morte. Im Tode: Gleich wie Chriſida ſeinen Geiſt oder Seel Goilſunem Vatter in ſeine Haͤnde befohlen. Luc. 23. v. 46. Alſo muͤſſen wir mit Davld ſagen: HEr in deine Haͤnde befehkuch meinen Geiſt/ du haſt mich erloͤſet/ HErꝛ du ireuer Gott Pſ.; 1. v. 6. Mu Ste⸗ phano: HEr: Jeſu nim meinen Geiſi auff. Act. 7. v. 9. Fruſtra appel- jamur Chriſtiani, ſi imitatores non ſu iſt; Vergebens werden wir Chriſten genenn folger Chriſti Welcher darum geſagt/ er ſchher Weg/ auff unſers Meiſters Leben/ moͤchte eine Anweiſung ſeyn ſeinen Il. Sequentium conditionem: Die Beſchaffen folger Chriſti: Sie muͤſſen ſich ſelber verleugnen: O dal te Das iſt eine dem alten Adam ſehr widerwertige Rede! Die Naau einer jeglichen Creatur/ ſo nur mit euſerlichen Sinnen beg lein als haltung jhrer ſelbſt eingepflantzet: Aber in dieſem fall kan es nieß M ſeyn; Wollen wir Chriſto folgen/ ſo muͤſſen wir nach ſeinem Exempel/ verleugnen: b 1. Proprium amorem: Die Liebe unſer ſelbſt⸗ Solches hat Chriſtus gethan: Niemand hat groͤſſere Liebe/ als der ſein Leben laͤſſet fuͤr ſeine Freunde. Joh. 1. verſ. 13. Die Liebe unſer ſelbſt/ ſo da herruͤhret/ auß der Liebe Goltes und ſeines Geſetzes/ daß man demſelben gleichfoͤrmig zu leben/ nach aller Moͤgligkeit ſich befleiſſiget/ und damit die Liebe ſeiner ſelbſt und ſeines Wolſtandes bezeuget/ dieſelbe iſt gut und loͤblich; Aber da einer auß Blindheit ſeines Hertzen/ ſich duͤncken laͤſſet/ er ſey etwas/ da er doch nichts iſt/ der betreugt ſich ſelbs. Gal. 6. v.z. Solches hindert ſehr an der Nach folge Chriſti; Dann ob derſelbe zwar(nach ſeiner menſchli⸗ chen Natur) in goͤttlicher Geſtalt war/ undes nicht fuͤr einen Raub hielt Gott gleich ſeyn/ dennoch hat er ſich ſelbſt geeuſſert und Knechtes Ge⸗ ſtalt an ſich genommen. Phil.2.v.. ſeq. Das iſt warlich eine groſſe Euſ⸗ ſerung eigener Liebe: Alſo muͤſſen wir um Chriſti willen/ unſer eigene Liebe verleugnen/ und nicht ſeyn unter den Menſchen/ die von ſich ſelbſt halten/ geitzig/ ruhmretig und hoffaͤrtig ſeyn. 2. Tim.; v.1. Von welchen der Heydniſche Poet Terentius ſagt: Eſt genus hominum qui eſſe pri- Nnnz mmos s Chriſti; qui ideo ſe vitam Serm. 1. in— dixit eſſe, ut converſatio magiſtri forma ſſet diſcipuli, ſagt Leo- Das nativ. ann wir nicht ſeyn Nach⸗Domini. In Eu- a. ſcen. z. Hedton. hiſt. Eccl. p. J. lib. z. cap. 18. Autorvi- tæ ejus. nuch. act. 46⁸ Wie wir uns ſelber mos ſe omnium rerum volunt, nec ſunt: Das iſt; Es iſt eine Art Lente die wollen die Juͤrnemſten in allen Dingen ſeyn/ und ſeyn es in Warhein doch nicht: Iſt eine elende Plage. b 2. Proprium honorem: Eigene Ehre: Vnſer Erloͤſer Jeſus Chriſtus ſuchete nicht ſeine Ehre. Joh. 8. v. 50. Alſo muͤſſen wir auch thun/ wann Gottes Ehre und Lehre kan befodert werden/ muͤſſen wir un⸗ ſer Ehre gerne verleugnen: Die Welt⸗Kinder nehmen Ehre von einan⸗ der/ und die Ehre/ ſo von Gott allein iſt/ ſuchen ſie nicht. Joh. · v. 44. Die ſuchen lieber die Ehre bey den Menſchen/ als bey Gott. Joh. 12. verſ. 43. Eimne ſolche weltliche/ nichtig verderbliche Ehr/ muͤſſen wir umb Chnſſi wille veracht Sihe doch an O Chriſtliches Hertz den Apoſtel Paulum⸗ der war ein außerwehltes Ruͤſt⸗Zeug Gottes/ Act. 9. v. 1. Aber er ſchaͤte⸗ te ſich ſelber fuͤr den Geringſten unter den Apoſteln/ als der nicht wenh ſey/ daß er ein Apoſtel heiſſe. 1. Cor. 15 verſ. 9. Flavia Domicilla, Keyſers Diocletiani Schweſter Tochter/ und eines Raths⸗Herꝛn zu Rom Ch⸗ Weib/ ließ ſich umb C Hriſti willen gerne in die Inſul Ponthiam ins Elend verweiſen: Der gottſelige Bernhardus Abbt zu Clarewalle hat alle hohe geiſtliche Ehr/ ſo viel jhm moͤglich geweſen/ von ſich abgelthntt/ und ſeiner herꝛlichen Gaben nicht zur Hoffart mißbrauchet/ und ober zwar von allen hoch gehalten/ hat er ſich ſelbſt doch fuͤr den Geringſten geſchaͤtzet. O wie viel Martyrer ſeyn von hohem Stande geweſen/ ſo jhre Ehre umb Chriſti willen verleugnet 3. Propriam voluntatem: Vnſer eigen Willen: Chriſtus hat ſeines Vaters Willen gerne gethan. Pſalm. 40. v. 4. Es war ſeine Spei⸗ ſe/ daß er chaͤte den Willen deß/ der ihn geſand hatte. Joh 4. v.4. Erbe⸗ tet in ſeiner hoͤchſten Noih; Daß nicht ſein Wile/ ſondern ſeines Vaters geſchehen moͤgt.. Matth. 26. v. z0. Alſo muͤſſen wir auch mu Mund und Hertzenbeten/ daß nicht unſer/ ſondern GOT TES Wille geſchehe. Matth. 6.v. 10. O derſelbe iſt ein allergnaͤdigſter Wille So wahrer le⸗ bet wil er nicht den Todt deß Suͤnders/ ſondern daß er ſich bek hre und lebe. Ezech. 36. v. n. Er wil daß allen Menſchen geholffen werde und ſiet zur Erkaͤntnuͤß der Warheit kommen. i. Tim. ꝛ. verſ. 4. Er wil nicht daß jemand verlohren werde ſondern ſich jederman zur Buſſe bekehre. Pet⸗ 4„P. 9 R6,9. Dſſ eu ter gfͤhec ſehehede he genzuſagen: alen Reichh len als ſeinem Himmel/als 4. Prop wolhaͤttemoͤ Schande nich luft vakijtaj ervegn unſe Folgenrüchtun 13.9.30. Verle derleichliche haben uns nich gs von an Wo⸗ . TPropri htiſtusgethan, undiſt komnenzu 19,d,lo Wir Tns.ber denſel enunſe Gabena ige aeſuchetn henwasdeß and 6. koprie verleugnen ſollen. 4⁶9 Himmel/ als demſelben nicht zu folgen. b b b 4. Propriam volupratem. Unſer eigene Wolluſt: Chriſtus/ da er wol haͤtte moͤgen Freude haben/ erdultet er das Creutz/ und achtet der Schande nicht: In deſſen Fußſtapffen muͤſſen wir treten: Die reitzende Luſt verkehretſauch offt unſchuldige Hertzen. Sap. 4. verſ. 12. Muͤſſen derwegen unſer Seel rein behalten/ von aller boͤſen Luſt. Tob. z. verſ. 16. Folgen nicht unſern boͤſen Luͤſten/ ſondern brechen unſern Willen. Syr. 18. v. 3. Verleugnen die weltlichen Luͤſte. Tit. 2. v. 12. Enthalten uns der Fleiſchlichen Luͤſte/ ſo wider unſer Seele ſtreiten. x. Pet. 2. v. xr. Wir haben uns nicht ſo ſehr zu fuͤrchten/ von unſern gewaffneten Feinden/ Livius. lib. als von den Wolluͤſten/ ſagte Scipio. 30. decad. 5. Propriam utilitatem: Unſern eignen Nutzen: Solches hat 34 Chriſtus gethan/ in dem er unſerthalben alles gethan und auch gelitten/ und iſt kommen zu ſuchen/ und ſelig zu machen/ das verlohren war. Luc. 19. v. 1o. Wir Menſchen rathen gern auff unſern eigenen Nutz. Syr. 37. v. s. Aber denſelben muͤſſen wir in dieſem Falle verleugnen/ und wen⸗ den unſer Gaben an zum gemeinen Nutz. 1. Cor. 12. v. 7. Die Chriſt⸗ liche Liebe ſuchet nicht das jhre. x. Cor. 13. v. 7. Sondern wir muͤſſen ſu⸗ chen/ was deß andern iſt. Phil. 2. v. 4. . Propriam ſapientiam; Unſer eigene Weißheit/ Chr iſtus/ als die ewige ſelbſtaͤndige Weißheit/ hat ſich muͤſſen von jhren Kindern rechtfertigen laſſen. Matth. 11. v. ¼. Wie viel mehr muͤſſen wir unſere Weißheit verleugnen/ weilen fleiſchlich geſinnet ſeyn/ eine Feindſchafft wider Gott iſt. Rom. 8. v. 7. Muͤſſen uns derwegen nicht ſelber fuͤr klug halten. Rom. 12. v. 16. Weilen der Welt Weißheit nur eine Thorheit fuͤr Gott iſt. 1. Cor. 3. d. 1. Es wird am juͤngſten Tage vielen gehen/ wie dem Ciceroni, ſo kurtz fuͤr ſeinem Ende geſagt; Ome nunquam ſa- pientem: O der ich niemals recht kluggeweſen. 7. Pro- 4 70 Wie wwvir die Suͤnde 7. Propriam vitam; Vnſer eigenes Leben: Chriſtus laͤſſet ſein Leben fuͤr ſeine Schafe. Joh. 10. v. v. Alſo muͤſſen wir um Chriſti wil⸗ len/ wann es Gott alſo gefaͤllet/ unſer Leben gerne verlieren/ ſo werden wirs finden. Matth. 10. v. 39. Und muͤſſen alſo um ſeinent willen unſen Leben nichtfuͤr theuer halten. Act. ꝛ0. v. 24. Wir muͤſſen es auch/ wanns Gott gefaͤllet/ fuͤr unſere Bruͤder laſſe. 1. Joh. 3. v. 16. Zu welchem allen uns wolle verhelffen/ Gott der Vatter/ durch die Gnade deß heiligen Geiſtes um Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. Dieedrey und ſiebentzigſte Predigt. DE NOVÆ OBEDIENTIÆ CONSEQUENTE OQVAR. r0, QHloD DIIGENTISSIMA PECCATI EVITATIO. Wie wir die Suͤnde zumallerfleiſſigſten mmeiden ſollen. Sir. z1. verſ. z. feq. leuch fuͤr der Suͤnde/ wie fuͤr einer Schlan⸗ gen/ dann ſo du jhr zu nahe kompft/ ſo ſticht ſie dich/ jhre Zaͤhne ſind wie Ldͤwen⸗ Zaͤhne/ und toͤdten den Renſchen. & Sſpricht Paulus Rom. 6. v. 1. Daßdienicht & Wiedergebohrne und Gottloſe jhre Glieder begeben zu Dienſt der Unreinigkeit: In dieſen Worten haben wir eine A☛òú Beſchreibung der Suͤnden/ daß ſie eine Vmeinigkeit ſey Solches iſt an jhr zu ſehen: 1. Ratione principi: Wegen jhres Vrſprunges: Sie hat den⸗ ſelben von dem unreinen Geiſt dem Teuffel/ wie jhn alſo Chriſtus nen⸗ — net. Luc. 1. v. 24. Weilener ſelbſt einunremer Gaſt/ zualler Vnreing⸗ keit verfuͤhret/ und ſeinen Wolgefallen daran hat. 2. Ratione Dei: Wegen Gottes: Dann die Suͤnde iſt fuͦt Gott ein Greuel. Hiob. 15. v. 16. Er iſt kein Gott/ dem gottlos Weſen gefaͤllet/ wer boͤſe iſt/ bleibet nicht fuͤr jhm. Pſ.ỹ. verſ. ⸗. Vnſer Sahn⸗ ſanckenuldei Perſanlung Aa ſiüd ſt had perſet3. Ratic utskenen gpfangen werd waſchen/ un den Umreinig unſer Vbert ſr Süun un 4 Ral auch venuns gett Lev. 4. b. ne Suͤnhe ie mancher wud fähren⸗Weral ſeine Gubenf fmunx hta ningkeuimunho Ghorſandam Vontnaa ve Wuundwa 2 bariherzi berdes fa nb Jeſu TO azen ccatie fi nitnwal 2. kupiendo mßags a, zum allerfleiſſigſten meiden ſollen. 471 ſtincken und eitern fuͤr Gott. Pſalm. 38. v.o. Daher mag Gott in die Verſamlung der Gottloſen nicht riechen. Amos. 5. verſ. 21. Seine Augen in ſo rein/ daß ſie das Suͤnden Ulbel nicht ſehen moͤgen. Ha⸗ ac. I. ver 13. 3. Ratione noſtri: Wegen unſer ſelbſt; Da kan man/ leider/ bey uns keinen Reinen ſinden. Hiob. 14. v. 4. Weilen wir in Suͤnden em⸗ pfangen werden. Pſalm. 71. v. 7. Und wann wir uns gleich mit Laugen waſchen/ und nehmen viel Seiffen dazu/ ſo ſcheinet doch unſer Suͤn⸗ den Unreinigkeit fuͤr Gott. Jer. 2. v. 22. Wir verunreinigen uns in aller unſer Vbertretung. Ezech. 14. v. II. Vnrein iſt der Gottloſen beydes jhr Sinn und Gewiſſen. Tit. 1. v. 15. 4. Ratione proximi-Wegen unſers Naͤchſten: Derſelbe wird auch von uns damit verunreiniget: Er wird durch unſer Suͤndegeaͤr⸗ gert. Lev. 4. v. 3. Daher ſpricht Nathan zum David: Er habe durch ſei⸗ ne Suͤnde die Feinde Gottes laͤſtern gemacht. 2. Sam. 12. v. ¼. Owie mancher wird von ſeinem Naͤchſten zur Vnreinigkeit der Suͤnden ver⸗ fuͤhret Wer aber den Frommen auff boͤſen Weg verfuͤhret/ der wird in ſeine Gruben fallen. Prov. 28. v. o. Derowegen muͤſſen alle recht buß⸗ fertige Hertzen/ ſich fuͤr der abſcheulichen und fuͤr Gott greulichen Vn⸗ reinigkeit mit hoͤchſtem Fleiſſe huͤten/ und jhren neuen und ſchuldigen Gehorſam damit beweiſen; Dazu vermahnet uns Syrach in verleſenen Worten/ auß welchen wir wollen erwegen; Wie und warum bußfertige Hertzen die Suͤnde meiden und fliehen ſollen. Der barmhertzige G Ott gebe uns ſeinen Geiſt und Gnade/ daß wir beydes fleiſſige Hoͤrer und Thaͤter dieſes Wortes ſeyn moͤgen/ umb Jeſu Chriſti willen Amen. b Erklaͤrung. Wir haben in verleſenen Worte:n: b I. Peccati evitationem: Daß wir die Suͤnde meiden/ und uns fůr derſelben wol vorſehen ſollen; Vnd zwar/ 1. Fugiendo: Wir ſollen fuür ſie fliehen. Wie Potiphars boͤſes unzuͤchtiges Weib/ den frommen Joſeph bey ſeinem Kleid euiſthen 00 jhr 452 Wie wir die Suͤnde ihn zur Suͤnde zu verfuͤhren und flohe: Gen. 39. verſ. 12. Der Suͤnden Kleid iſt nichts anders/ als die boͤſe Luſt/ und faͤlſchlich eingebildete An⸗ mutigkeit/ ſo dieſelbe bey der Suͤnde vorſtellet: Dieſelbe Luſt und Begien⸗ de muͤſſen wir fahren laſſen/ und fuͤr jhrer Falſchheit/ wie fuͤr den Teuffel ſelbſt fliehen. Gott gebeut den Juden; Gehet auß von Babel/ ſliehet von den Chaldeern. Eſa. 48. v. 20. Babel/ heiſſet ſo viel/ als Verwirrung⸗ Was machet doch/ O Chriſtliche Hertzen/ mehr Verwirrung in der wei⸗ ten und breiten Welt/ als die leidige Suͤnde? Dadurch werden ja Land und Leute/ Gedancken/ Sinn und Hertzen der Menſchen verwirrel. Chaldea heiſſet ſo viel/ als die Teuffel/ oder Verwuͤſter: Iſt nicht dielei⸗ dige Suͤnde vom Teuffel in die Welt gefuͤhret? Hat die Suͤnde nicht teuffeliſche/ zeit⸗ und ewiglich verderbliche Eigenſchafften an ſich? Regn⸗ ret und fuͤhret nit der Teuffel durch die Suͤnde alle Gottloſen Iſi nich die Suͤnde die eintzige Urſach aller Verwuͤſtung/ ſo in der Welt jemals im Schwang gangen? Gott ruffet; Hui/ hui/ fliehet auß dem Mitter⸗ nacht Lande. Zach. 2. v. 6. Wo iſt doch groͤſſere geiſtliche Kaͤlte/ als bey der Suͤnden: Was ſcheidet von uns mehr den Glantz der Sonnen der Zinckgr. P.3Pag⸗. 30 9e Zeil. Epiſt. z0. Gerechtigkeit/ als eben die Suͤnde? Eſa. 59. v.. Sie ſetzet uns ja in die Finſternuͤß und Schatten deß Todtes. Luc. 1. verſ. 79. Machet uns zu Kindern der Nacht und der Finſternuͤß.1. Theſſ. 5.v. z. Derowegen O Chriſtliche Hertzen/ laſſet uns fuͤr der Suͤnde von Hertzen fliehen: Wie einer einem Jungfraͤulein nach dem Ehren⸗Krantz trach tete/ ſagteein guter Freund zu jhr: Gehet hinweg/ ſo bleibt jhr from/ dann die Flucht iſ der Suͤnden Sieg/ und Suͤnde zu verhuͤten/ iſt der beſte Weg der Suͤn⸗ den auß dem Wege gehen. Ob zwar in andern Streiten die Flucht von vielen verworffen wird/ ſo iſt doch in dieſem Thueyclidis Meinung zu folgen/ welcher es fuͤr keine Schande gehalten zur Zeit zu weichenlaber viel ſchaͤndlicher ſey es/ wann man uͤberwunden/ mit dem Feinde in einen accord ſich einlaſſen muͤſſe: Dann dieſes/ wie Antigonus geſagt heiſ⸗ ſet nicht fliehen/ ſondern ſeinen Vortheil ſuchen. 2. Non propè accedendo; Wir muͤſfenihr nicht zu nahe kommen: Wann ein junges Blut zu einer leichtfertigen Metzen ſich nahet/ ſo iſt ſein Verderben fuͤr ſeiner Thuͤr: Die Suͤnde O Chriſtliches Hers/ iſt Huren Art/ war ſich zu jhr nahet/ dem ſieher zeitliches 15 ewii Ded naheteſhn zu und Todt u dienahet ſich und Anmut. wiges Vtti ſeiner Hoͤlez nen Seueen! aoffnedasa Teuffel I wir allen An Feuet ind Fuſ 1424 II. Eyi bebegen ſollen I. Con Art: Fleuch freylich /ſt de 1. Prop von der holliſch Deeſceſdas ſi den Vatk. Joh Schalcete e in Menſchen⸗K do; 4 De aee 1 zumallerfleiſſigſten meiden ſollen. 473 ewiges Werderben fuͤr ſeinen Augen. Gleichwie Judas ſich zu Chriſio nahete jhn zu kuͤſſen. Luc. 22. v. 47. Und unter dem Kuß ſein Gefaͤngnuͤß und Todt ſuch ete; Alſo verraͤthlich handelt auch die betruͤgliche Suͤnde/ die nahet ſich uns mit einem freundlichen Kuß/ mit groſſer Lieblichkeit und Anmut gkeit/ und ſuchet doch nichts anders als unſer zeit iches und ewiges Verderben: Vom Igel ſchreiben die Natur: Kuͤndiger/ daß er in ſeiner Hoͤle zwo Fenſter gleichſam mache/ und wann der Wind an der ei⸗ nen Seiten herkomme/ verſtopffe er das Fenſter ſo dahin außgehet/ und eroͤffne das ander: Alſo muͤſſen wir auch thun/ wann wir vernehmen/ daß Lecao Teuffel! Welt oder Fleiſch/ uns zur Suͤnden verfuͤhren wollen/ muͤſſen wir allen Antaß dazu meiden und fliehen: Wann Petrus ſich dem Kol⸗ Feuer und boͤſen Geſelſchafft nahet/ ſo folget jhm die Suͤnde auff dem Fuſſe. Luc. 22, v. 5z. II. Evitarionis rationem: Die llrſachen ſo uns zu dieſer Fluche bewegen ſollen: Inter welchen/ I. Conditio peccati ſerpentina; Der Suͤnden Schlangen Art: Fleuch fuͤr der Sunde/ wie fuͤr einer Schlangen: Frtylich freylich/ iſ die Suͤnde Schlangen Art/ und zwar 1. Propter originem; Wegen ihrer Herkunfft; Weilen ſis von der hoͤlliſchen Schlangen in die Melt gefuͤhret. Gen 3. verſ.1. eqq. Der ſaͤet das ſuͤndliche UInkraut auß. Matth. 13 v. 25. Der iſt der Suͤn⸗ den Vater. Joh 8.v. 44. Gleichwie derſetbe Evam verfuͤhret mit ſeiner Florileg. Langii in cab. Schalckheit. 2 Cor. 11. v 3. Alſo verfuͤhret er noch heut zu Tagedieelen⸗ den Menſchen⸗Kinder zu vielen Suͤnden. 2. Propter inſidiorum perſecutionem; Wegen jhrer liſtigen Verfolgung: Wir jeſen von der Schlangen/ daß ſie uiſtiget dann alle Thier auff dem Felde. Gen 3 v.ꝛ. Alſoerfuͤllet die Suͤnde die Gottloſen mit allerhand Liſt und Betrug: Allo wolte Pharao die Iſracliten mit Lüßze daͤmpſſen. Exod. 1.v. 10. Die Gottloſen gehen mit eitel Luͤſten umb. Pſ. 8. v. 13. Luͤgen und Tzuͤgen laͤſſet nicht von ihren Gaſſen. ſal. /5. v. 12. Paulus ſagte deßwegen zum Zauberer Climas; O du Kind deß Teuffels/ vol allen Liſt/ und aller Schalckheit Act. 13. v. 10. b 3. Propter faciem blandientem; Wegen jhres liebkoſenden 474 Wie wir die Suͤnde Angeſichts: Die Schlangen ſeyn lieblich an zu ſehen: Alſo auch die Suͤnde; Da iſt Rachgier Freſſen/ Sauffen/ Huren/ Geitzen/ Bettuͤgen! und dergleichen Suͤnden mehr bey vielen Gottloſen ſo angenehm daßſie ich fuͤr die Gluͤckſeligſten auff der Welt ſchaͤtzen/ wann ſie dieſelbe vol⸗ bringen moͤgen: Daher reitzet und locket die boͤſe Luſt/ und wann ſie em⸗ pfangen hat/ gebieret ſie die Suͤnde. Jae 1. v. 14. ſfeq. Wir ſehen ſolches an Dasvid; Wie derſelbe auff dem Dach ſeines Koͤniglichen Hauſes gieng/ und die Bathſeba ſich waſchen ſahe/ ward er wegen jhrer ſchoͤnen Geſtalt zu unziemlicher Liebe entzuͤndet. 2. Sam. u.. verſ. 2. 1eq. Daſinddie elenden Suͤnder wie verlockte Tauben /die nichts mercken wollen. Hoſe. 7. verſ. n. 29 4. Propter venenatam infectionem; Wegen der Bergiſ tung: Gleichwie die Schlangen Gifft den Menſchen beybringen: Da⸗ her draͤuet Gott den Juden/ er wolle Schlangen Gifft unter ſie ſenden. Deut 32. v. 24. Alſo iſt der Suͤnden Same lauter Gifft: Daß alſo der. Gottloſen Wein iſi Drachen Gifft/ und wuͤtiger Ottern Gall. Deut 32. v. 33. Ihr Wuͤten iſt gleich dem Wuͤeen einer Schlangen. Palm. 8.v.. Sie ſchaͤrffen jhre Zungen wie eine Schlange/ Otter⸗Gifft iſt unter ſh⸗ banun Pſaim. 140. v 4. Ihre Zunge iſt vol toͤdtliches Giffts. Jar. „.Proptervenerationem: Wegen Ehr⸗Erzeigung: Die Littau⸗ er haben vormals die Schlangen alſo geehret/ daß ſie dieſelbe als hauß⸗ Vol. 17:p. h ſchaͤdiget oder getoͤdtet werden/ hielten ſie es dem gantzen Hauſe verderb⸗ ezmer lich: Wie dann auch bey den Samoiten gleiches geſchehen ſeyn ſol. Was Ga Gei tbun die Gottloſen anders als daß ſie ihre Suͤnde und Schande ingroſ⸗ 8 ſen Ehren halten⸗Keine Muͤhlkeine Arbeit/ keine Ungelegenheit ſich laſ⸗ ſen verdrieſſen/ denſelben zu dienen? Solte uns aber ſolches nicht von Suͤnden abhalten: b b. 2. Fjus punctura: Ihr Stechen: Sieſticht: Gleichwiedie Schlangen mit jhrem vergifften Stich oder Biß die Menſchen alſobe⸗ ſchaͤdigen/ daß ſie muͤſſen deß Todtes ſeym Alſo ſante GO T Tfeutige Schlangen unter das Iſraelitiſche Volck/ die ſie alſo gebiſſen/ daß ein b groß Volck in Iſrael geſtorben. Num. 21. v. 6. Alſo thut auch die ver⸗ giffte Suͤnde; Daher ſagt Salomon: Siehe den Wein nicht Anaeße Zwing. Goͤtter gehallen jhnen Milch und Hanen geopffert/ und wann eine ſollt tochiſt ur bn aweei Wacchts iſtet Pinrhas diner in.Hurentwit Sändeſhre fimen Wund mi Schma 11., 18. Ul auch den N ſelber Dann ten geſtychen wann mande ſitendlich ſol Todtdatauf zuerſcheniſt 3 De Jyre gihne dote? Sagt Loweißmaͤcht Prob abaſ⸗ welchen er alles warbender Sü 4 hte Wi asgleulich ſandaß nemand uͤndmache uſe WWam oemachet, tenommenſ 48. aeSij Lletiſemi di Junnude gete ſieng 65 Jſt nigenſ tuenaain zum allerfleiſſigſten meiden ſollen. 475 ſo roih iſt/ und im Glaſe ſo ſchoͤne ſtehet/ er gehet glat ein/ aber darnach beiſſet er wie eine Schlange/ und ſticht wie ein Otter. Prov. L23. verſ. z2. Welches iſt eine Beſchreibung der Suͤnde der Trunckenheit. Gleichwie Pinehas einen Iſraelitiſchen Mann/ neben einer Moabitiſchen Huren/ im Hurenwinckel durchgeſtochen. Num. 25. verſ. 8. Alſo durchſticht die Suͤnde jhre Lieb haber am Hertzen und Gewiſſen/ daß ſie immer mit of⸗ fenen Wunden derſelben gehen und leben muͤſſen; Wer unvorſichtig (mit Schmaͤh⸗Wortẽ) heraußfaͤhret/ der ſticht wie ein Schwert. Prov. 12.v. 18. Und verletzt die Suͤnde nicht allein den der ſie begehet/ ſondern auch den Naͤchſten. Ja die Suͤnde ſticht und verletzet den Sohn Gottes ſelberꝛ Dann wer hat den Sohn Gottes/ in ſeine Haͤnde/ Fuͤſſe und Sei⸗ ten geſtochen Joh. 19. v. 342 Habens nicht unſer Suͤnde gethane Und wann man deß Hertzen und Gewiſſens Stiche nicht wil achten/ ſo gibt ſie endlich ſolche Stiche/ daß Verzweiffelung und ein erſchrecklicher Todt darauff erfolget/ wie an Cain/ Saul/ Achitopel/ und Juda ſolches zuer ſehen iſt: Solte uns aber ſolches nicht billich von Suͤnden abhalten? 3. Dentium ejus natura: DieBeſchaffenheit jhrer Zaͤhne: Ihre Zaͤhne ſind wie Lowen Zaͤhne: Was iſt doch ſtaͤrcker denn der Toͤwe? Sagtendie zu Thimnath zum Simſon. Judic. 14 v. 18. Der Loͤwe iſt maͤchtig unter den Thieren/ und kehret nicht umb fuͤr jemand Prov. z30. verſ. z0. Und alſo iſts auch beſchaffen mit ſeinen Zaͤhnen/ mit welchen er alles was jhm vorkomt zerreiſſet und zermalmet: Obnun zwar bey der Suͤnde keine euſſerliche leibliche Zaͤhne gefunden werden/ ſo iſt doch jhre Wirckung nichts anders/ als wann Loͤwen mit jhren Zaͤhnen etwas greulich zerreiſſen: Die Suͤnde iſts ſo die Erdẽ beweget und zerreiſ⸗ ſet/ daß niemand jhre Bruͤche als Gott heilen kan. Pſalm. 60. v. 4. Die Suͤnde machet es/ daß G Ott dem Ephraim iſt wie ein Loͤwe/ und dem Hauſe Juda/ wie ein junger Loͤwe/ er er /zerreiſſet ſie. Hoſ. 5. v. 4. Die Suͤnde machet es/ daß uns Gott begegnetwie ein Baͤr/ dem ſeine Jun⸗ gen genommen ſeyn/ und wil unſer verſtocktes Hertz zerreiſſen. Hoſ. 13. v. 8. Ja die Suͤnde kan vernuͤnfftige Menſchen alſo zurichten/ daß ſie gleichſam in unvernuͤnfftige Thier verwandelt werden: Alſo ſtelleten ſich die Juden der Geſtalt gegen Paulum/ daß der Ober⸗Hauptman beſor⸗ gete/ ſie moͤgtenjhn zerreiſſen. Att. 23. v.10. Solte uns dieſes nicht von Suͤnden abhalten?“ 476 Wie wir der Saͤnden 4. Dentium ejus efficacia: Die Wirckung jhrer Zaͤhne Sie töͤdten den Menſchen; Freylich/ freylich/ bringet die Suͤnde allein den Tod uͤber uns elende Menſchen: Wie Gott ſelber unſern Paradies⸗Ei⸗ tern dieſes draͤuet und ſagt: Welches Tages ſie wuͤrden eſſen von den Fruͤchten deß verbottenen Baums/ ſolten ſie deß Todes ſterben. Gen. z. v. 17. Dafuͤhret die Suͤnde uͤber die Menſchen: 1. Mortem corporalem. Den leiblichen Tod: Und zwar a. Naturaliter: Naturlich: Da der Menſch/ wann die beſtim⸗ mete Zeit ſeines Endes vorhanden/ natuͤrlicher weiſe auff ſeinem Bette ſtirbet: Dagehet das gemeine Ulrtheil Gottes: Du biſt Erde/ und muſt wider zu Erden werden. Gen. 3 verſ. 19. Da iſt der Tod der Wegaller Welt I. Reg. 2. v. 2. Da hat der Menſch ſeine beſtimte Zeit/ und die gahl ſeiner Monden ſtehet bey Gott. Hiob. 14. v. 7. Dalebet kein Menſch/ der den Tod nicht ſehe. Pſal. 89. v. 49. Er iſt zu allen hindurch gedrun⸗ gen weilen ſie alle geſuͤndiget haben. Rom.. v. 12. Dann was Thomas Curye ein Inlaͤnder von einer Inſul daſelbſt ſchreibet/ darinn die Leute zwar kranck werden/ aber nicht ſterben ſollen/ ſtuͤnde beſſer in den Fabuln Klopi, als einem Hiſtorien Buch. b S. Violenter Mit eulſerlicher oder innerlicher Gewalt: Wie mancher Menſch wird ſeines Lebens beraubt/ durch UIngehorſam gegen ſeine Eltern und Obrigkeit/ durch Zorn/ Eiver/ Feindſchafft/ Freſſen und Sauffen/ Huren und Ehbrechen/ Geitz/ Rauben/ Stehlen/ boͤſes Maul/ und dergleichen Suͤnden? 2. Mortem ſpiritualem; Den geiſtlichen Tod: Welcher iſt eine Abſonderung unſer Seelen von der Gnade Gottes/ und wird genantin Suͤnden tod ſeyn. Eph. 2. v. 1. Lebendig tod ſeyn. x. Tim. 7. v. 6. Solche haben den Namen daß ſie leben/ und ſeyn doch tod. Apoc. 3. v.. 3. Morremperennem; Den ewigen Tod; Dann derſelbe iſt der Suͤnden Sold. Rom. 6. v. 23. Wann die Suͤnde vollbracht iſt/ ſo gebieret ſie auch dieſen Tod. Jac. J. verſ. 1. Vnd wird genant der ander Tod. Apor. 20. v. 6. Solte uns dieſes nicht von Suͤnden abhalten? Wo⸗ zu uns ſeinen heiligen Geiſt reichlich geben wolle Gott der Vatter/ um deß ſiegreichen Todes ſeines lieben Sohns Jeſu Chriſti willen/ Amen. Die vier und ſiebentzigſte Predigt. DE NOVæ OBEDIENTIE CONSEOVENTE OQVIN- TO, OD DOMDTIONS PECCAI SuEAIO., 791 I Altr vergliechenww 1. Kat Eſcleinalben Nlo iſtsauch Gonu /ondar Weſen volaſſe Menſch /vern undkansnichte deß Eſelbbeſte teſteluſt 9. Daſſda Thh 3 Naicdſentdſtimriu 4 .4. Dalat i 249 Biwuafn g an Nen ſan dmg n inſuldaiſtniam a Aebesſs 4 lcder amirig Kn craietlrmn it Jen on jud ſ rechen Gen luba S 11 8 1 8 4 4 Laſſet die Suͤnde nicht herrſchen in eurem rl keine Heriſchafftuͤber uns zulaſſen ſollen 477 Wie wir der Suͤnden keine Herrſchafft uͤber uns zulaſſen ſollen. Rom. 6. v. 12. ſtierblichen Leibe/ jhr Gehorſam zu leiſten in ſhren Luͤſten. n Sſpricht Sirach cap.zz. verſ. 25. alſo Dem Eſen e4 3 gehoͤret ſein Futter/ Geiſſel und Laſt: Dieſes/ O Chriſtli⸗ S ches Hertz/ moͤgen wir von dem Suͤnden begierigen Fleiſch ☚‿☚ oder alten Adam wol ſagen lInd muͤſſen dabey betrachten: I. Aſinum: Den Eſel: Mit demſelben kan der alte Adam wol vergliechen werden/ und zwar; 1. Ratione ſtoliditatis; Wegen der Albernheit: Gleich wie ein Eſel ein albernes Thier/ und jhm ſelber weder rathen noch helffen kanꝛ Alſo iſts auch mit dem ſuͤndlichen Menſchen bewant/ wann er ohne Gottes ſonderliche Gnade betrachtet wird: Da muͤſſen wir das alberne Weſen verlaſſen/ wollen wir leben. Proverb. 9. verſ. 6. Der natuͤrliche Menſch/ vernimt nichts vom Geiſt Gottes/ es iſt ihm eine Thorheit/ und kan es nicht erkennen. 1. Cor. 2. v. 4. Gleich wie auch die Diſteln/ d Eh beſter Salat ſeyn: Alſo iſt die leidige Suͤnde deß alten Adams eLuſt. 2. Ratione timiditatis: Wegen der Furcht: Gleich wie der Eſel ein furchtſames Thier/ ſo ſich bald erſchrecken laͤſſet; Alſo auch un⸗ ſer ſuͤndliches Fleiſch/ laͤſſet ſich offt vom rauſchenden Blate verjagen. Lev. 26. v. z6. Die Suͤnde machet ein bebendes Hertz/ daß man Nacht und Tag ſich fuͤrchtet. Deut. 28. v. 65. leg. 3. Ratione fæcunditatis; Wegen der Fruchtbarkeit: Gleich wie die Eſel ſehr fruchtbar ſeyn Alſo auch die Suͤnde; Derſelben Luͤſte ſeyn kraͤfftig in unſern Gliedern/ dem Tode Frucht zu bringen. Rom. 7. v. 5. Da gehet die Suͤnde bey den Gottloſen Tag und Nacht um und um Pf'5 Vnr Ihr Wegiſt eitel Verderben und Schaden. Eſa. 59 ⸗ ver 7% bh7 4. Ratio- .——2——— o—— 3——————— 478 Wie wir der Suͤnden 4. Ratione partus abſconſionis: Wegen Verbergung der Geburt: Die Eſelwollen nicht gerne im Liechten/ oder in Gegenwan der Menſchen gebaͤren: Alſo auch die Suͤnder haſſen das Liecht/ daß ſhre Wercke nicht offenbar werden. Joh.z· v. 20. Was heimlich offt vonſß⸗ nen geſchicht/ das iſt auch ſchaͤndlich zu ſagen. Eph..v. 12. I1. Ejus tractamentum: Wie der Eſel ſolle tractirtwerden. 1. Reficiendo: Den Eſel gehoͤret ſein Futter: Wirmuͤſſen unſers Leibes warten doch alſo/ daß er nicht geil werde. Rom. 13. perſ 14. Thun jhm ſeine Ehre/ aber zu ſeiner Notthurfft. Col. 2.v. 23. 2. Refrœnando; Dem Eſel gebuͤhrt ſeine Geiſſel⸗Alſo maͤſſen wir auch unſer Fleiſch zwingen: Muͤſſen es creutzigen ſampt ſeinen Luͤ⸗ ſien und Begierden Gal. v. 24. 8 3. Laborando; Dem Eſel gehoret Laſt oder Arbeit: Glaich⸗ wit man einen Knecht nicht muͤſſig ſol gehen laſſen/ ſondern zur Arbeit treiben. Syr. 33. v. 28. Alſo was uns der H Err befohlen hat deſſen ſollen wir uns ſiets annehmen. Syrach.3. v. 2. Dann Muͤſſiggang iſt allet Worten /auß welchen wir wollen anſehen: b Wie und warum bußfertige Hertzen/ der Suͤnden keine Herrꝛſchafft geſtatten ſolen. Der allergnaͤdigſte Goit wolle uns Hertz/ Mush und Krafft geben dieſts zu volbringen/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Win haben alhie zuerwegen:n 1. Subjectum: Wovon alhie geredet werde: Solches it die Hunde: Was iſt doch O Chriſtliches Hertz/ die Suͤnde? Sie iſt ein er⸗ ſchreckliches Ubellein Greuel fuͤr Gott eine unabloͤßliche Schuld umb welcher Willen wir nicht allein in alles zeitliches Jammer und Elend geſtuͤrtzet/ ſondern auch in den ewigen Schuld⸗Thurm(wann wir in der Gnaden Zeit nicht abhandeln geworffen werden: WMas iſt die Suͤnde Sie iſt unſer abgeſagter Feind/ ſo immerforn/ wider unſer eigene Secle ſtreitet. 1. Pet 2. v. 1. Was iſt die Suͤnde? Sie iſt ein gifftiger Sauer⸗ Suͤnden Fortgang: Hiezu vermahnet uns auch Paulus in verleſenen teig/ ſo alle unſer Glieder alſo anſtecket/ daß nichtes Gutes an nan -————— fe nden vond fine ſerſüchuigen Suͤnden nac dSuͤndeiſ Schade und Perderben! Zuſtand her Herten ſtell von Zenon Freſſe und und wieein. maplinterA hetalsem Te denlaſſen unn begauffm h denelend darn witein ſchoͤne hna klſchen aſſa ba niſa witſich ale Go II Subſe agtdährtſene Gei unsde hericirit 3.dun Dmiſg a nahna atuuh anſchar keine Herꝛſchafft uͤber uns zulaſſen ſollen. 475 finden von der Scheitel biß auff die Fuß⸗Sohlen. Eſa. 1.v. 6. Was iſt die Suͤnde: Sie iſt eine verderbliche Waſſerſucht/ gleichwie einem Waſ⸗ ſerſuͤchtigen/ je mehr er trincket/ je mehr jhn duͤrſtet: Alſo ſe mehr wir der Suͤnden nachhangen/ je mehr ſie uns zum ſuͤndigen verfuͤhret: Suma die Suͤnde iſt ein Greuelfuͤr Gott/ ein Abſcheu den heiligen Engeln/ ein Schade und Vereleitung unſers Naͤchſien/ ein zaitliches und ewiges Berderben unſers Leibes und Seelen. Laſſet uns dieſen erſchrecklichen Zuſtand der Sunden/ O Chriſtliche Hertzen/ uns fleiſſig fuͤr Augen und Hertzen ſtellen/ welchen die Wele⸗ Kinder ſo liederuch halten: Wirleſen von Zenone einem Conſtantinopolitaniſchen Keyſer/ daß er ſich dem Freſſen und Sauffen alſo ergeben/ daß er offt in Wahn⸗Wit gerathen/ und wie ein Todter danieder gefallen/ weilen er aber dadurch ſeiner Ge⸗ Zonar. mahlin der Ariadnæ verhaͤſſig worden/ hat ſie jhn in ſeiner Truncken⸗ d 3. heit als ein Todten ins Grab legen/ und mit einem groſſen Stein zude⸗ 8 4 Pag- ckenlaſſen/ und ob er zwar/ wie er nuͤchtern worden/ juͤmmerlich im Gra⸗ be geruffen/ hat jhm doch niemand helffen duͤrffen/ ſondern hat ſein Le⸗ ben elend darin beſchlieſſen muͤſſen: Alhie/ O Chriſtliche Hertzen/ haben wir ein ſchoͤne Abbildung der Suͤnden/ wann dieſelbe jhre Liebhaber in ſuͤndlichen Weſen truncken und vol gemacht/ wirfft ſie dieſelbe wie den teichen Praſſer/ in die hoͤlliſche Grube/ darin ſie ewiglich ſeyn und blei⸗ ben muͤſſen. Dieſe iſt die betruͤgliche und unbarmhertzige Gemahlin/ da⸗ mit ſich alle Gottloſen vermaͤhlen/ und jhres Hertzen Luſt an ihr haben. II. Subjectiappetitum; Wozu doch die leidige Suͤnde Luſt und Liebe habe? Daß ſie herſchen wolle: Es iſt die Sunde nichtfried⸗ lich mit jhrer Herberge/ daß ſie in uns wohnet. Rom. 5 v. 7. Sondern ſie trachtet auch nach der Herꝛſchafft: Gleichwie die Athalia Koͤnig Jo⸗ rams Weib/ wie ſiegehoͤret/ daß Jehu jhren Sohn umgebracht/ allen Koͤniglichen Sam vermeinte auß zurotten/ daß ſie allein regieren moͤg⸗ te. 2. Reg. 11.v. 1. Alſo trachtet die Suͤnde darnach/ daß ſiealle das jeni⸗ geſwas noch vom Ebenbilde Gottes bey uns ůberblieben/ moͤge außror⸗ ten und das Regiment bey uns allein fuͤhren: Oder grauſamen Herꝛ⸗ ſchafft Da herſchet das Vnrecht uͤber uns. Pſalm. 119.v. 133. Da hen⸗ ſchet die Suͤndeuͤber uns zum Todte. Rom. v. 11. Zum zeitlichen geiſt⸗ lichen undewigen Tode. Gleichwiedie Iſraeliten in Egvpten unter ty⸗ ranniſcher Herrſchaff waren/ alſo/ und noch veic ſind dee,n Gid. G..N. ſti es Kre. e Ppp loſen Meiger. Nucl. l. l. cap. 18. Tractar. 41.in Jo- han. Allegor. Moller. part. 1. §.133. nen Rath/ und jhres boͤſen. Hertzen Geduͤncken. Jer. 7. v, 24. 480 Wie wir der Suͤnden loſen unter der Tyranniſchen Hezzſchafft der Suͤnden: Biſchoff Hein Stadt uneinig wordẽ/ ſeiner Pfaff rey verboten/ ſie ſolten keine Todten begraben/ niemand tauffen oder ablolviren/ aueh nicht predigen: Eine ſolche Tyranney gebraucht die Suͤnde bey jhren Unterthanen/ daß ſir alle Wercke der Liebe und Gottſeligkeit verbeut/ uñ ſie vom beichten und predigen hoͤren fleiſſig abhaͤlt. Ach wie viel/ wie viel/ ſeyn dieſer Saͤn⸗ den Herꝛſchafft unterworffen/ ſo mitoffentlicher und heimlicher Abgoͤt⸗ terey/ mit Schweren/ Fluchen/ Verachtung deß goͤttlichen Wortes/ und andern Suͤnden/ in dieſes Tyrannen/ der Suͤnden Dienſt ſich laſ⸗ ſen finden? Dafuͤr aber ſollen wir uns huͤten. Ill. Obedientiæ interdictum: Das Verbott deß Gehor⸗ ſams: Wir ſollen die Suͤnde nicht herꝛſchen laſſen jhr Gehorſam zu leiſten· Dabey wir muͤſſen inſonderheit hetrathten: 1. Obecienriam; Den Gehorſam Paulus ſagt nicht/ wirſot⸗ len die Suͤnde bey uns nicht ſeyn laſſen: Non ait, non ſit, ſed non re. gnet, ſagt Auguſtinus: Das iſt/ Er ſpricht nicht/ ſie ſoll nicht ſeyn/ pt⸗ dern ſie ſoll nicht herꝛſchen Es wil aber die Suͤnde bey uns Menſchen nicht allein die Herꝛſchafft/ ſondern auch den Gehorſam haben: Odeß zeit und ewig verderblichen Gehorſams Solche elende Leute gehorchen der Warheit nicht/ gehorchen aber dem Vngerechten/ und haben Vn⸗ gnade und Zorn zu erwarten. Rom. 2. v. a. Weilen ſich dieſelbe begeben der Suͤnden zu Knechten/ in Gehorſam/ ſo ſeyn ſie jhre Knechte/ und ge⸗ reicht jhnen jhr Gehorſam zum Tode. Rom 6 v. 16. O deßſchaͤdlichen Gehorſams: Jener Spartaner thaͤt ein Geluͤbde/ erwolteſichvom Felſen Leucade herunter ſtuͤrtzen/ wie er nun die abſcheuliche Tieffe ſa⸗ he/ kehrete er wieder zuruͤcke/ deßhalben von andern ſchimpfflich beſpro⸗ chen ſagte er: Non putaram. ad illug vorum majore opus eſſe voto; iſee Huffeuucht⸗ daß dieſes mein Geluͤhde/ noch ein beſſets Ge⸗ luͤbde erfoderte. Was ihun vorſetzliche Suͤnder anders/ als daß ſie ſich vorſetzlich in die hoͤllſehen Gruben ſtuͤrtzen⸗ Daiſi jhn ein beſſets zuer⸗ wegen/ nemlich/ es bleiben laſſen Dann dieſer Gehorſam der Suͤndenl iſt ein Vngehorſam gegen Gott. Solche Gottloſe gehorchen Gvttes Stimme nicht/ und wollen ſeiner nicht. Pſal. s1. v. 12. Sie habenemn ab⸗ truͤnniges ungehorſames Hertz. Jer. ⸗. v. 23. Wandeln nach /hren eigen 7 7. Aber der Vngehor⸗ 1 rgehotſ fallet Goun Wehnͤtta ſan daß giff Sauls Tra ſcn. 1. San tichtder Si derſollenge Nimiſtas gehorſamſe Knechteſol ſe HEn. Gehorſmp Hate zum An er von dir B aüſtchen olte, ſinſehendm Juß außdem vilderallerho der Suͤnhen/ſ 2. Interc iwegfath. Cotpo Dana usge „ a lPccat thvir awie ben ſo wird doch indern das Gt wee Gioſr ſoleng Sano tin Drnane ees 1 8 Seles dem aucmäerirſr erſmn Sttu ug ada Derir aſh 9 om 1.74. Wnürh 1 Ls; ſen 4 2 88ſſſſſſ 5 2 4 ine Herꝛſchafft uͤber uns zulaſſen ſolln. 481 Vngehorſam gegen die Suͤnde und jhre verderbliche Herꝛſchafft/ ge⸗ faͤllet Gott wol/ und wil jhn auß Gnaden belohnen: Die Egyptiſch⸗ Wehmuͤtter waren dem Pharad in ſeinem gottloſen Befehl/ ungehor⸗ ſam/ daß gefiel Gott ſo wol/ daß er jhnen Haͤuſer bauete. Exod. 1. v. 21. Sauls Trabanten wolten auch ſeinem boͤſen Befehl nicht gehorſam ſeyn. J. Sam. 22. v. 17. Laſſet uns derowegen/ O Chriſtliche Hertzen/ nicht der Suͤnde/ ſondern dem allerhoͤchſten Gott gehorſam ſeyn: Kin⸗ der ſollen gehorchen jhrem Vatter der ſie gezeuget hat. Prov. 23. v. 22. Nun iſt ſa Gott unſer Vatter: Die Unterthanen ſollen jhrer Obrigkeit gehorſam ſeyn. Rom. 13. v. r. Gott iſt ja unſere allerhoͤchſte Obrigkeit: Knechte ſollen jhren HErꝛen gehorſam ſeyn. Eph. 6. v.. Gott iſt ja un⸗ ſer HErꝛ; Derwegen ſoll unſer Gehorſam gegen Gott allem andern Gehorſam vorgehen: Wie M Popilius Lænas von den Roͤmern ein Le⸗ gate zum Antioch Koͤnig in Syrien geſand/ jhm anzuſagen/ daß er von der Bundgenoſſen der Roͤmer Verfolgung mit Heerskrafft/ Val. Max. abſtehen ſolte/ und derſelbe mit ſeiner Antwort etwas verzogen/ hat er lib. 6.c. jhn ſtehend mit einer Rutten umſehrieben/ und geſagt: Er ſolte keinen Fuß auß dem Ringe ſetzen/ er gebe jhm dann beſtaͤndige Antwort. Alſo wil der allerhoͤchſte Gott/ mit goͤttlichem Eiver und Ernſt daß wir nicht der Suͤnden/ ſondern jhm ſchuldigen Gehorſam leiſten ſollen. eebd cauſam.: Die Vrſach dieſes Verbots. Dieſelbe iſt zweyfach: 3.. 1. Corporalis mortalitas Die Sterbligkeit unſers Leibes: Damit uns Paulus wil zu Gemuͤtefuͤhren: a. Peccati inhæſionem: Die in uns wohnende Sunde: Dann ob wir zwar wiedergebohren/ und dadurch Vergebung der Suͤnde erlan⸗ gen/ ſo wird doch dieſelbe nicht mit Nadeln gleichſam uns außgegraben ſondern das Suͤnden Zunder bleibet immer bey uns/ welches durch die reitzende und lockende Luſt wird angefeuert: Derhalben wil Pau⸗ lus/wir ſollen nicht ſicher in die Welt dahin leben/ als ob wir keine Ver⸗ folgung mehr haͤtten; Sondern gedencken/ daß unſer einheimiſcher Feind/ die leidige Suͤnde nicht ruhe/ ſondern das Fleiſch immer zu jh⸗ tem Dienſi anfriſche/ und deßwegen auff deß Fleiſches ſein Vor⸗ haben und Geſchaͤffte fleiſſig Achtung geben Gleichwie ein Feld⸗ Herꝛ/ in gemachtem Still⸗ Stande nicht ſicher iſt/ ſondern ſeinen Feind mmer fuͤr Augen hat: Alſo muͤſſen wir auch thun: Wie Alexander b Ppp 2 Magnus 4* * ndien kommen/ haben diefelbe in ihren Staͤdten ſichtapf⸗ 5 Magnusin pintarch. fer gewehret/ und Alexander viel Muͤhe gemachet/ derwegen hat er mun in Alexan. denſelben ein Stilſtand gemachet/ und hernacher wie ſie abgezogen auff der Reiſe ſie niederhauen laſſen/ welches ſeiner ſonſten gebraͤuchlichen Auffrichtigkeit im Kriege/ einen groſſen Schand⸗Flecken angehaͤngen: Eben alſo thut die Suͤnde/ wann wir ſchon vermeinen wir haben durch wahre Bußfertigkeit einen Stillſtand mit jhnen getroffen/ ſo geben ſie ſich doch mit groſſer Liſt und Geſchwindigkeit immer wieder herfur⸗ Dann das Tichten und Trachten unſers ſuͤndlichen Hertzen/ iſt mmer⸗ dar boͤſe. Gen. 6. verſ. F. Was Fleiſch und Blut tichtet iſt immer boͤſe Ding. Sir. 17, v. 30. Fleiſchlich geſinnet ſeyn iſt eine Feindſchafft wi⸗ der Gott. Rom. 3. v. 7. Dem Fleiſche geluͤſtet immer wider den Geiſt Gal.5. v. 17. Laſſet uns dieſes/ O Chriſtliehe Hertzen/ wol erwegen/ daß wir unſer Gedancken und Vorhaben/ nicht nach dem Richtſchnur un⸗ ſer verfinſtern Vernunfft/ auch nicht unſers verderbten und boͤſn Wil⸗ lens/ ſondern deß goͤttlichen Wortes zu Wort und Wercken fuͤhren: Gottes Wort muß ein Leuchte unſer Fuͤſſe/ und ein Liecht auff unſerm Wege ſeyn. Pſ. 119. v. 105. Nach dem Geſetz und Zeugnuͤß/ muͤſſen wir unſer Gedancken/ Vorhaben/ Worte und Wercke richten. Eſass. v. 20. Undrichten alle unſer Sache nach Gottes Wort. Syr. 9.v. 22. 8. Mortis meditationem; Die Betrachtung deß Todtes: Daß wir ſterbliche Leiber haben: Gedencken daß dem Menſchenley geſetzet einmal zu ſterben/ und hernach das Gerichte: Heb. 9. verſ. 27. Das erſte ſehen wir aͤglich fuͤr Augen; Deß andern ſind wir auß Got⸗ tes Wort verſichert Da wir alle muͤſſen offenbar werden fuͤr dem Rich⸗ ter⸗Stuel Chriſti/ auff daß ein jeglicher empfahe nachdem er gehandelt hat/ bey Leibes Leben/ es ſey gut oder Boͤſe. 2. Cor. 5. v. 10. Wann wit mit dieſen Gedancken werden umbgehen/ werden wir der Suͤnden Herꝛſchafft uns nicht untergevvhn. 2. Concupiſcentiarum qualitas Die Beſchaffenheit der ſünd⸗ lichen Lüſte: In ihren Luͤſten: Es ſind nicht geiſtliche Luͤſte/ ſondern fuͤndliche und fleiſchliche Luͤſte: Dieſe Luͤſte verfuͤhreten Potiphars Weib/ daß ſie den Joſeph zum Ehbruch verfuͤhren wolte. Gen.39.·v.7. Die Iſraeliten da ſie an die Egyptiſchen Fleiſch⸗Toͤpffe in der Wuͤſten 7 12 gedachten. Exod. 16. v. z. Den David da er auff dem Dach ſeines Ko 1e t N eru:itn el. n gli⸗ 7 riglichen ſichvefühn er Thane eße nnn/vonſh Gheiſiliche⸗ genjynenni im Geiſt o v,16. Creut gen ab dena 4 v.22. Be dern deri Gazt wulle n. P NOy, A Mewi Barmub Bena u maln unſa Fiſſ wn i 1 ſach denSſawun h m; Dadartr. N durd adet 4 keine Herꝛſchafft uͤber uns zulaſſen ſollen. 483 niglichen Hauſes ſpatzierete/ und durch die ſchoͤne Geſtalt der Bathſeba ſich verfuͤhren ließ. 2. Sam 11. v. 2. Den Ammon gegen ſeine Schwe⸗ ſier Thamar. 2. Sam. 33. v. 1. Solche Luͤſte nennet Chriſtus deß Teuf⸗ fels Luͤſte. Joh. 8. v. 44. Weilen ſie von demſelben urſpruͤnglich herkom⸗ men/ von jhmgeſtifftet und befodert werden. Solchen boͤſen Kuͤſten/ O Chriſtliche Hertzen/ muͤſſen wir mit hoͤchſtem Ernſt wiederſtreben Fol gen jhnen nicht/ ſondern brechen unſern Willen. Syr. 18. v. 3o. Wandeln im Geiſt ſo werden wir die Luͤſte deß Fleiſches nicht volbringen. Gal. 5. v. 16. Creutzigen es ſampt ſeinen Luͤſten und Begierden. Gal.. v. 24. Le⸗ gen ab denalten Menſchẽ der durch Luͤſte in Irrthum ſich verderbet. Eph. 4. v. 22. Befleiſſigen uns dahin/ daß wir nicht der Menſchen Luͤſten/ ſon⸗ dern dem Willen Gottes leben. 1. Pet. 4. v. 2. Wozu uns durch ſeinen H. Seiß wolle verhelffen/ Gott der Vater/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen Amen. Die fünff und ſiebentzigſte Predigt. 3 DE NOVEÆ OBEDIENTI CONSEOUENTE SEXTO, QOD CONSTANS IN B0NO PERSEVEKATIO. Wie wir beſtaͤndig in allem Gutem verharren ſollen. — Actor. 1Iv. 23. Barnabas ſahe die Gnade Gottes/ und ward froh/ und ermahnete ſie alle/ daß ſie mit feſtem Hertzen an dem HErm bleiben b wolten. b ⸗s Sſpricht Paulus Heb. z verſ. 14. alſo: Wir ſind 21ꝙ☛ꝛ% Chriſti theilhafftig worden/ ſo wir anders das angefangene D Weſen biß ans Ende feſte behalten: In dieſen Worten ha⸗ ben wir: b 1. Verè pœnitentium feliciratem; Die Glͤckſeligkeit recht bußfertiger Hertzen: Sie werden Chriſti theilhafftig; Derſelbe wo⸗ net nicht allein durch den Glauben in jhren Hertzen. Eph. 3. v. 17. Son⸗ dern ſie werden auch theilhafftig aller ſeiner Guͤter und Wolthaten: Chriſtus iſt jhre Weißheit/ Berechtigken/ Heiligung und Srlaang. pPp 3 1. ¹ 44 Wie wir beſtaͤndig 1. Cor.1. v. z0. Daß ein glaubiges Hertz von Chriſto ſagen kan: Mein Freund iſt mein/ und ich bin ſein. Cant. 6. v.z. Mein Freund iſt mein uUnd er haͤlt ſich auch zu mir. Cant.7. v. 10. Das iſt er erzeiget mir ſeie Waß Gnade und Barmhertzigkeit: Dann der Sohn G Ottes hat ſichmit Per emer glaubigen Seel vertrauet/ in Gerechtigkeit und Gericht/ in Gna⸗.. deund Barmhertzigkeit/ ja im Glauben hater ſich mit jhr verlobet. Hoſ. mnch 2. v.*9. Und weilen G Ott ſeinen Sohn fuͤr uns alle hat dahin gegeben/ ennne 1 wie ſolt er nicht alles uns mit jhm ſchencken. Rom. 8. v z2. b bnſchm 2. Perſeverantiæ in fide neceſſitatem: Die Nothwendigkeit au hamaf der Beharrung im Glauben: So wir anders das angefangene„ a Weſen/ biß ans Ende feſte behalten: Durch das Weſen oder ai. din dasdee Sanwird alhie der ſeligmachende Glaube verſtanden wie zu ſehen Heh. ndig zwe 1 v. I. Dann wir muͤſſen im Glauben an Chriſtum nicht allein wojan, m Goi fangen/ ſondern auch beſtaͤndig darin verharꝛen; Wo ein Gerechterſich ainigenuch kehret von ſeiner Gerechtigkeit/ und thut Boͤſes/ und lebet nach alen Arn Greueln die ein Gottloſer thut/ ſolt der leben? Ja/ aller ſeiner Gerechlig 11 Voltr beit/ die er gethan hat/ ſol nicht gedacht werden. Ezech. 18. v.· 4. Wer be⸗ ſin Gnaden harret biß ans Ende/ der ſol ſelig werden. Matth. 10. v. 2z. Wergeꝛttu und vephm bleibet biß in den Todt/ dem ſol die Krone deß Lebens gegeben werrden. beleſnan ſon Apoc. 2. v. 10. Darumb vermahnetuns Paulus/ wir ſollen die Gͤe und anannau und den Ernſt Gottes ſchauen: Den Ernſt an den(Juden/ ſowegenſhh inſerm oleſch rer Wiederſpenſtigkeit) gefallen; Die Guͤte an uns ſo ferne wir andter e 106. K Guͤte verbleiben/ ſonſt werdenwir auch abgehauen werden. Rom. 11v. Aslüchigma 22. In Betrachtung dieſes wird Barnabas froh uͤber die Beſtaͤndigkeit Oühe rid der Chriſten zu Antiochia/ und ermahnetſie darneben/ daß ſie ſollenmnt Tanwerld ait feſtem Hertzen an dem HErrnbleiben; Auß welches Worten wir anſe⸗ lernhar gg: K hen wollen/ 3 rſanaſ 4, 8 Mdaß wi Wie alle bußfertige im Glauben und Gottſeligkeit beftaͤn⸗ b nndenniuen 4 dig verharren ſorll1l ne. erden jah Du auaſ ah,atef uneſeae Gnade/ daß wir icht allein wolmoͤ⸗ wmſetine efangen haben/ ſondern auch vollend Jeſu Chrißtt 62, g Sen Almes ſondem auch vollenden umb Jeſu Ehn tealigun in allem Guten verharren ſollen 43) EErklaͤrung. Wei haben in verleſenen Worten. 1. Perſcverantiæ ortum; Wo die Beſtaͤndigkeit her rüͤhre: Nemlich/ auß der Gnade Gottes: Wie die Gemeine zu Jeruſalem vernommen/ daß auch die gebohrne Heyden zu Antiochia die Lehr deß Evangelij auff⸗ und angenommen/ haben ſie Barnabam/ welcher vom Levinſchen Geſchlecht auß Cvpern buͤrtig geweſen/ Act. 4. v.;s. Welcher auch am erſten/ den bekehrten Paulum zu den Apoſteln gefuͤhret. Act. 9. v. 27: gen Antioch iam geſand/ un wie derſelbe dahin kom̃en/ hat erbefun⸗ den/ daß die bekehrte Heyden zu Antiochia/ in jhrem Chriſtenthum/ be⸗ ſtaͤndig geweſen und geblieben: Solches wird alhie von Luca der Gna⸗ den Gotrtes zugeſchrieben; Und zwar billich/ dann die Gnade Gottes iſt eintzige wirckende Unſach r. Noſtræ converſionis. Vnſer Bekehrung Dann Gott richtet ſein Gnaden⸗Reich bey uns auff. Pſ. 68. v. 29. Der muß das verirrete und verlohrne Schaff ſuchen. Pſalm. 19, verſ. 176. Der muß uns bekehren/ ſo werden wir bekehret. Jer. z1. v. 18. Der muß ein neu Hertz/ und einen neuen Geiſt in uns geben/ und muß das ſteinerne Hertz auß unſerm Fleiſch wegnehmen/ und uns ein fleiſchern Hertz geben. Ezechitl. 35verſ. 16. Der muß alles Gutes in uns anfahen. Phil. verſ. 6. Und uns tuͤchtig machen zum Erbtheil der Heiligen im Liecht. Col. i. verſ. 2. Daher wird er der Anfaͤnger unſers Glaubens genant. Heb. 12. verſ. z. Conyverſio animarum, opus divinæ vocis eſt, non humanæ, ſagt Bernhardus; Das iſt; Die Bekehrung der Seelen iſt ein Werck nicht menſchlicher/ ſondern goͤttlicher Stimme: Vom Batilio Magnoleſen wir/ daß wie er tod kranck geweſen/ und ein Juden Artzt jhm angeſagt/ er wuͤrde denſelben Abend ſierben/ oder er wolte den folgenden Tag ein Chri⸗ ſte werden/ habe er G.OT T inniglich umb Erhaltung ſeines Lebens pag. zoor angeruffen/ und auch ſolche ſeine Bitte erhalten/ und den Juden darauff den folgenden Tag in der Kirchen getaufft: Alſo thut die Gnade Got⸗ tes alles bey unſer Bekehrung Wie wir beſtaͤndig 2. Noſtræ perſeverationis: Unſer Beharꝛlichkeit. Dann gleich wie Gott ſein Gnaden· Reich bey uns auffrichtet/ alſo muß ers auch hey uns ſiaͤrcken. Pſalm. 68. v. 29. Er muß das Gute nicht allein bey uns anfangen/ ſondern auch volfuͤhren. Phil.. v. 6. Der muß esallein geben/ daß unſer Geiß gantz/ ſampl der Seele und Leib/ unſtraͤfflich behalten werden/ auff die Zukunfft unſers HErrn Jeſu Chriſti. 1. Theſſ.. v.23. Auß Gottes Macht werden wir durch den Glauben bewahret zur Se⸗ ligkeit. 1. Pet. 1.v. 5. Der muß uns volbereiten/ ſtaͤrcken/ kraͤfftigen und gruͤnden.. Pet./ verſ. o. Der iſt nicht allein der Anfaͤnger ſondern auch Vollender unſers Glaubens. Heb. 12. v. 2. Auß dieſem allem iſt hell und klar zu erſehen/ daß die Berharꝛlichkeit im Glauben/ nicht eine ablolut oder unbedingliche Gnade GOttes ſey/ wie die Calviniſten wollen/ ſon⸗ dern daß wir die Mittel/ ſo Gott zu unſer Beſtaͤndigkeit verordnetffleiſ⸗ ſig und beſtaͤndig gebrauchen muͤſſen: Sonſien bringet der Weinberg Gottes Heerlinge/ wann er Trauben bringen ſol. Eſa. 5. v. 4. Da witd das Reich Gottes von ſolchen genommen/ und andern geben/ ſo ſeine Fruͤchte bringen. Matth. 21.v. 44. Danehmen viele das Wort Gottes mit Freuden an/ und haben keine Wurtzel/ eine zeitlang glauben ſie aber 436 zur Zeit der Anfechtung falle ſie ab. Luc. ð. v. 13. Wie dañ dieſes die Exem pel der gefallenen Engel/ unſer Paradiß⸗Eltern/ Davids/ Salomons Petri und dergleichen gnugſam beweiſen. Derowegen/ O Chnſſlliche Hertzen/ muͤſſen wir uns nicht eine ablolute Erhaltung in dem Glau⸗ ben und Gottſeligkeit einbilden/ ſondern mit Furcht und Zittern ſchaß⸗ fen daß wir ſelig werden. Phil. 2.v. 13. Mit fleiſſigem und andaͤchtigem Gehoͤr Gottes Wortes/ und wuͤrdigem Gebrauch deß heiligen Abend⸗ mahls/ unſern Glauben ſtaͤrcken/ und daneben fleiſſig umb Beſtiaͤndig⸗ keit Gott anruffen: Und ſagen Laß mich dein Luſß ych Furch von dir/ in dieſer Weltab⸗ wenden Beſtaͤndig Lehhdans End gib mir/ du haſts allein in anden/ II. Ex perſeverantia ortum gaudium: Wiedie Beharrlich⸗ keit eine Freude verurſachet: Barnabas ward froh: Wann treue Lehrer an jhren Zuhoͤrern Ungehorſam und Wiederſpenſtigkeit gegen Gottes Wort und Willen befinden/ werden ſie von Hertzen rinhe 3 ———————— Aſſo amuet ergrätrrt it ttuͤbet uberd de goſſe E ithatret da retehEr lchen Fottg danckete haf an die liehen der Bufſett zen Wup gen) Wind Iſhlt 1 3 4 Pnoigethoͤc nicht vergebli tin/ und jhr 40,*4. E uber dieſcmig Sußone hach ofaͤllt. Phul hẽnn uſteye tmuntern/ ſi Gort llahen Nawackanmig dgkeitbewahr tder ert gro funden Die Jſ im Baaim,) smemna maeng 33. Dartenntul Wandaralr in a ad. Ca la we a lu allem Guten verharren ſollen. 4³⁷ Alſo ſammerte dem Jeremia hertzlich/ daß die Juden ſo verderbet waren/ er graͤmete ſich/ und hatte ſich uͤbel. Jer. 8. v. 1. Und Chriſtus wardbe⸗ truͤbet uͤber der Phariſeer verſtockten Hertzen. Marc. 3. v.). Aber wann die groſſe Gnade GOttes wird angenommen und beſtaͤndig dabey verharret/ das machet froh und froͤlich; Sihe an/ O Chriſtliches Hertz/ deinẽ HErꝛn und Heiland Jeſum Chriſtum wie der ſelbe hoͤrete den gluͤck⸗ lichen Fortgang ſeines Gnaden⸗Reichs/ da freuete er ſich im Geiſtunde danckete dafuͤr hertzlich Gott ſeinem himliſchen Vater. Luc. 10. v. ꝛ1. Sih an /die lieben heiligen Engel; Fuͤr denſelben iſt Freudeuͤber einen Suͤnder der Buſſe thut. Luc. 15. v. 10. Sihe an alle treue Lehrer und fromme Her⸗ tzen; Wie Paulus und Barnabas erzehleten den(bekehrten und gottſeli⸗ gen) Wandel der Heyden/ machten ſie groſſe Freude allen Bruͤdern. Act. 15. verſ. 3. Auß dieſem erhellet/ was rechtſchaffener frommer Lehrer und Prediger hoͤchſte Ampte Freude ſey/ nemlich/ wann ſhre Arbeit im H Erꝛn nicht vergeblich iſt: Ach wie weh thut es jhnen/ wann ſie vergeblich arbei⸗ ten/ und jhre Kraͤffte umbſonſt und vergeblich zubringen muͤſſen. Eſa. 4⁰.v. 4. Es thut ihnen ſchmertzlich weh/ wann ſie traurig ſeyn muͤſſen uͤber die ſenige ſo ſie billich erfreuen ſolten. 2. Cor. 2. v.;. Wann aber jhre Zuhoͤrer nach Gottes Wort und Willen leben/ wird jhre Freude dadurch erfuͤllet. Phil. 2. verſ. 2. Sie ſind jhre Freude und Wonne/ wann ſie im HErrn beſiehen. Phil. 4.v.-. Dieſes ſolalle Chriſtliche Zuhoͤrer billich ermuntern/ jhren Lehrern und Predigern fleiſſig zu folgen/ damit ſie Gott/ allen heiligen Engeln/ und jhren geiſtlichen Baͤtern hertzliche Freu⸗ deerwecken moͤgen III. Conſervationis medium Durch was Mittel die Beſtaͤn⸗ digkeit bewahret werde: Barnabas ermahnete ſie alle; Es wird/ leider/ eine groſſe Vergeſſenheit der Wolthaten G Oltes bey uns ge⸗ funden: Die Iſraeliten vergaſſen deß Errn hres Gottes und dieneten dem Baalim. Judic.z. verſ. 7. Sie vergaſſen ſeiner Thaten/ und ſeiner Wunder die er jhnen erzeigethatte. Pſ. 78. v.xi. Daher klaget Gott Ver⸗ giſſet doch ein Jungfrau jhres Schmuckes nicht/ noch ein Braut jhres Schleyers; Aber mein Volck vergiſſet mein. Jer. 2.v. 32. Bleibet doch der Schnee laͤnger auff den Steinen im Felde/ und das Regen⸗Waſſer verſcheuſt ſo balde nicht/ als mein Volck meiner vergiſſet. Jer. 18. v. 4. Darum warnet uns Gon nicht allein fuͤr ſolcher ſchaͤndlichen Vergeſ⸗ Daq ſenheit 4³⁸ 8 Wie wir beſtaͤndirg fenheit/ daß wir deß Bundes deß HErrn unſers Goltes/ den er mit uns Val. Max. lib. 9. c. 5. Zwing. Vol.z. pag. 698. gemachet/ nicht vergeſſen ſollen. Oeut 4 v23. Daß wir uns ſollen huͦ⸗ ten/ daß wir ſeiner nicht vergeſſen. Deut. 6.v. 2. Sondern er laͤſſet uns auch durch ſeine Diener ermahnen/ welche ſind Botſchafften an Chri⸗ ſtus Statt und Gott vermahnet uns auch durch ſie.. Cot.⸗ v.0. Al ſo vermahneten Paulus und Barbanas ihre Zuhoͤrer daß ſie bleiben ſol⸗ ten in der Gnade Gottes. Act. 13 v. 43 Paulus ermahnet die Corinther und uns alle/ daß ſie und wir die Gnade G Ottes nicht ſollen vergeblich empfangen haben./ Cor. s.v. 1. Laſſet uns dieſes/ O Chriſtliche Hertzen nicht in den Wind ſchlagen/ wie/ leider/ die Welt thut/ und die treuhertzi⸗ ge Vermahnung unſer Seel⸗Sorger/ zum Glauben/ und beſtaͤndigen Beweißthum deſſelben/ nit liederlich verachtẽ: Dañ gleichwie eine Lamye wann nicht gebuͤhrlich immer friſch Oehl darinn gegoſſen wird/ verle⸗ ſchen muß Alſo auch unſer Glaube und Gottſeligkeit/ wann ſie nicht durch die Ermahnung auß Goltes Wort/ immer angefriſchet und ge⸗ Kaͤrcker werden. Aber viele Menſchen ſind gleich dem Koͤnig Xerri/ wel⸗ cher ſeine Fuͤrſten ver ſamlen ließ/ und ſagte: Damit ich meines eigenen Raths nicht leben moͤgte/ habe ich euch beruffen laſſen/ aber jhr ſollet wiſ⸗ ſen/ daß euch vielmehr gebuͤhre mir zu gehorchen/ als mich eines andan zu uͤberreden: Alſo hoͤren viele G. Ottes Wort/ nicht daß ſie deſſen Et⸗ mahnung ſolten folgen/ ſondern halten jhre ſuͤndliche Meinung fuͤrdie beſte. Wie im Jtaliaͤniſchen Kriege deß Tyrannen Dionyſi, Damo- crates durch ein Schreiben jhn ermahnete/ er ſolte ſich wol fuͤrſehen/ fuͤ dem Einfal Dionis, und der Botte/ durch Anlauff eines Wolffes das Schreiben verlohren/ iſt Dionyſius umb ſein Koͤnig⸗Reich gekommen: Alſo/ wann die Zuhoͤrer goͤttliches Wortes/ deſſen Ermahnungendurch den hoͤlliſchen Woiff beraubet werden. Lue. 8.v. 2. So verlierin ſie das Reich der ewigen Seeligkeit. b IVV. Demonſtrarionis modum; Den Beiveißthum der Be⸗ ſtaͤndigkeit: Daß wir mit feſtem Hertzen an dem HErmbleiben: Das menſchliche Hertze iſt ein trotzig und verzaget Ding. Jer. 17. verſ.⸗ Wannes uns wolgehet/ und die Sonne der Wolfarth und guten Gluͤ⸗ ckes immerfort uns ſcheinet/ ſo ſeyn wir eiferige und beſtaͤndige Chriſten aber ſo bald der Wind und Ungewitter der Verfolgung aufffiriget/ ſo werden wir kleinmuͤtig und verzagt: Da glauhen ebliche eim Zetlang abe aber zur t der Weffolz terden Chuf gen den Go den Heydene weſer Viele Chriſtlichen ſanden abe lefein aher Gal.z.r.7. Teußfelſelb Gaubeuſt hen viein. in Glauben, pfenwiryer: mäͤſſn nicht. Gaubenund trachtete der Craug, eerg derung/ gerbn ganten Lebes 4 ch 85 en waruun fei Geſß uenfe Cnſiwid — N NO2 N, in allem Gutem verharren ſollen. 480 aber zur Zeit der Anfechtung fallen ſie ab Luc. 8.v. z. Alſo ging es unter der Verfolgung deß Keyſers Decii, viele und zwar die Vonmemſten un⸗ ter den Chriſten haben auß Furcht/ viele von jhren Freunden dazu gezo⸗Oſzand. gen/ den Goͤtzen geopffert; Daß ſie auch wegen jhres Schreckens von Epit. cent. den Heyden verlachet: Andere haben geſagt/ ſie ſeyn niemals Chriſten ge⸗ 3. lib.. weſen: Viele ſeyn geflohen; Viele zwar gefaͤnglich eingezogen/ aber den cap. 4. Chriſtlichen Glauben verleugnet/ viele die Marter eine zeitlang außge⸗ ſtanden/ aber doch endlich den Glauben verleugnet: Alſo lauffen auch vie⸗ le fein/ aber ſie laſſen ſich auffhalten/ der Warheit nicht zu gehorchen. Gal. z. v. 7. Fuͤr dieſer Vnbeſtaͤndigkeit muͤſſen wir fliehen als fuͤr dem Teuffel ſelbſt: Dann GOTT wil das ewige Leben denen geben/ ſo im Glauben ſtarck und feſte bleiben fuͤr jhm. Tob. 2 v. 18. Wir muͤſſen ſie⸗ hen/ wie ein Hauß auff einem Felſen gebauet: Wir muͤſſen wachen/ ſtehn im Glauben/ ſeyn maͤnnlich und ſtarck. i. Cor. 16. v 5. So jemand kaͤm⸗ offet/ wird er nicht gekroͤnet/ er kaͤmpffe dann recht. 2. Tim. 2. v.. Wit muͤſſen nicht wanckel werden/ ſondern Nachfolger deren/ die durch den Glauben und Gedult/ die Verheiſſung ererben. Heb. 6. v. 11. Dieſes be⸗ trachtete der dapffere Chriſtliche Ritter Ignatius und ſagte: Feur/— Creutz/ der grauſamen Thiere Beſiaͤndigkeit/ Abſcheidung/ Abſonde⸗ ſnae. derung/ Zerbrechung/ Zertrennung der Glieder/ der Verderbung deß kltae gantzen Leibes /alle Geiſſeln deß leidigen Teuffels kommen nur uͤber mich oman. daß ich nur moͤge JE SVM CHRJSTDM haben und behal⸗ ten/ warum fleiſſig zu bitten/ und beſtaͤndig zu erhalten/ uns ſeinen H. Geiſt und vaͤterliche Gnade Gott der Vater verleihen wolle umb Jeſu Chriſin willen Amen Amnmen. AIn. Die ſechs und ſiebentzigſte Predigt. DE NOVÆ OBEDIENTIE CONSEOUENTE SEPTI- MO, QHOD pla VERER POENITENTIUM GLORIATIO. e; A 490 Zwing. Vol.1. pag. 163. Wie wahre bußfertige Hertzen Wiewahrebußfertige Hertzen ſich gottſelig ruͤhmen b fkoͤnnen. Roman. z. v. 11. Wir rüͤhmen uns GODes/ durch unſern Horꝛn Jeſum Chriſtum/ durch welchen wirnun die Verſoͤhnung empfangenha⸗ ben. dr Sſpricht Paulus 2 Cor 1.v 12. Unſer Ruhmiſß ſen wir betrachten: 1. Gloriationem impiorum: Der Gottloſen Ruhm. Die ruͤhmen ſich theils/ ihres Muthwillens. Pſal. 10. v. z. Wann from⸗ mer Hertzen Fuß wancket/(es jhnenuͤbel gehet) ruͤhmen ſie ſich hoch wie⸗ der dieſelbe. Pſalm. 38. v. 7. Sie ruͤhmen ſich jhrer Suͤnden/ wie die zu Sodom/ und verhaͤlen ſie nicht. Eſa. 3. v. 9. Alſo hat Galcacius Maria Sforrzia ſeine Huren⸗und Buben⸗Stuͤcke/ ſo erbey vielen. Hochadelichen getrieben/ mit groſſer Vnverſchamheit offentlich ruͤhmen duͤrffen. Der leider/ noch viel Bruͤder hinter jhm verlaſſen: Theils ruͤhmen ſich auch jhrer Gaben/ ſo doch Gaben ſeyn/ und alſo nicht von jhnen/ ſondenn von Gott herruͤhren/ und ſich billich allein deß Gebers/ und nicht deß Beſi⸗ tzers ruͤhmen ſolten: Da ruͤhmet ſich ein Weiſer ſeiner Weißheit ein Starcker/ ſeiner Staͤrcke Ein Reicher ſeines Reichehume. Jer.9 v4. Und alſo ruͤhmen ſich andere anderer Gaben Gottes/ zu welehen Pau⸗ lus billich und recht ſaget: Was haſtu doch/ O Menſch das du nich! empfangen haſt? So dues aber empfangen haſt/ warum ruͤhmeſtu dich dañ ſolcher vo Goit/ auß lauter Gnaden mitgetheilter Gaben) als der es nicht empfangen haͤtte? 1. Cor. 4. v. 7. Viele ruͤhmen ſich/ wann ſie ſchon umd jhrer Miſſethat leiden/ als wann ſie groſſe Martyrer waͤren. J. Pet. 2. v. 20. Andere ruͤhmen ſich jhres Hochmutho/ welcher Ruhm auch boͤ⸗ ſeiſt. Jac. 4. p. 10, b 2, Gloria das Zeugnuͤß unſers Gewiſſens: Bey dieſen Worunmuͦſ Sgen ben vʒ Errͤh bein von der rihmeterſ Juhm n ſenen Nat ſabſi daße verſicherii habe: Od Gewiſſenh Syr4 h. ſen/beydesg damit daßſt ſoichem Ruß baſehen woll Wie auff Deralm icht luchrß Pe an — 1 Glori⸗ nihmen Sier wanffugen Re liglichvaſorg Gnuranu J. Gra borende 5 Cuam daſagtß Keßtn Uaa ia Serihmſtnfa 6 Eſ r* Pplch 1 bm Suͤckeſeeri ſich gottſelig ruͤhmen kaͤnnen 491 2. Gloriationem piorum Der Gottſeligen Ruhm⸗Paulus/ in deſſen Fußſtapffen billich alle Glaubige treten ſollen/ ruͤhmet ſich der zukuͤnfftigen Herrlichkeit. Rom. ⸗. v. 2. Er ruͤhmet ſich der Truͤbſal. ib. ʒ· Er ruͤhmet ſich ſeiner Schwachheit.? Cor 2. v.. Er ruͤhmet ſich al⸗ lein von dem Creutz unſers H Errn Jeſu Chriſti. Galat. 5. v. 14. Alhie růͤhmet er ſich deß Zeugnuͤß ſeines Gewiſſens: Das iſt auch ein herꝛlicher Ruhm/ wann er nicht allein verſichert iſt eines guten Gewiſſens jegen ſeinen Naͤchſten/ daß er auffrichtig gegen denſelben gehandelt/ jegen ſich ſelbſt/ daß er getreu in ſeinem Beruff/ ſondern auch gegen G Ott/ daß er verſichert in ſeinem Hertzen/ daß er einen gnaͤdigen GOtt im Himmel habe: Odas iſt ein Kleinod/ uͤber alle Kleinod! Wol dem der ein gut Gewiſſen hat/ und ſeine Zuverſicht(gegen Gott) jhm nicht entfallen iſt. Syr. 14 v. z. Dauͤben ſich alle Bußfertige/ zu haben ein gutes Gewiſ⸗ ſen/ beydes gegen Golt und den Menſchen. Act. 24. v. 16. Und bezeugen damit daß ſie durch wahren Glauben gerecht worden. Rom.. v... Von ſolchem Ruhm handelt Paulus in verleſenen Worten/ auß welchen wir beſehen wollen/ Wie auff wahre Buſſe der Ruhm eines guten Gewiſſens fuͤr Gott erfolge. Der almaͤchtige Gott wolle uns zu ſolchem Ruhm verhelffen/ umb Je⸗ ſu Chriſi willen/ Amen. Erklaͤrung. Wir haben alhie fleiſſig zu beobachten: I. Gloriationis pix objectum: Weſſen ſich fromme Hertzen ruͤhmen: Sie ruͤhmen ſich Gottes: Nicht allein daß ſie Gott zu ver⸗ nuͤnfftigen Menſchen erſchaffen/ und mit aller Notthurfft reichuch und taͤglich verſorget/ ſondern auch daß er ſeine ſonderliche gute und vaͤterli⸗ che Gnade an uns beweiſet/ daß wir uns in ſonderheit ruͤhmen koͤnnen: 1. Gratix regenerarionis: Der Gnaden unſer Wiederge⸗ burt: Unſer Geburtiſt leider ſuͤndlich und verdamluich: Damnari ante- quam nati ſagt Bernhardus: Wir ſeyn verdamt/ ehe wir andieſe Welt gebohren; Weilen wir in Suͤnden empfangen. Pſalm. 71. v. 7. Und deß⸗ wegen von Natur Kinder deß Zorns. Eph. 2. v.;. Da werden wir aber — ſſÿö——— 49² Wie wahre bußfertige Hertzen auß Gnaden wieder gebohren durch die heilige Tauffe/ wie Chriſius ſa⸗ getꝛ Es ſey dann daß jemand gebohren werde auß Waſſer und Geiſt ſo lomt er nicht in das Reich Gottes. Johann.3 v. 5. Da ziehen wi unſern HErrn Jeſum Chriſtum an. Gal 3. v. 27. Das Kleid ſeines Heils und den Rock ſeiner Gerechtigkeit. Eſa. 6. verſ. 10. Dieſes Schmucks kan ſich ein glaubiges Hertze ruͤhmen: Dann da ſtehet eine glaubige Seele zur Rechten jhres Braͤutigams/ in eitel koͤſtlichem Golde. Pſalm 4z. v. 10. Undfuͤhret ſie endlich in ſeine Kammer der ewigen Herrlichkeit. Cant. 1.v. 4. O Ruhmuͤber allen Ruhm O Freude uͤber alle Freude 2. Gratiæ divinæ agnitionis: Der Gnade deß goͤttlichen Er⸗ kaͤntnis: Von Natur ſind wir elende unwiſſende Leute/ unverſiaͤndig wie Roß und Maͤuler/ welchen man Zaͤum und Gebiß ins Maul legen muß Pſal. 32. v. 9. Da fuͤhret uns der allergnaͤdigſte GOtt zuſeinem heiligen Worte/ daß wir jhn nach ſeinem Weſen und Willen darauß er⸗ kennen lernen/ und ſol dieſes im Glauben und Leben/ ein Leuchte unſen Fuͤſſe/ und ein Liecht auff unſerm Wege ſeyn. Pſal. 119. v. 105½. Wir ſol⸗ ſen darauff acht haben/ als auff ein Liecht welches am tunckela Orte ſcheinet. 2· Pet. 1.v.19. Das iſi ja eine groſſe Gnade/ das iſt eine groſſe Wolthat; Da ſol ſich nicht ruͤhmen ein Weiſer ſeiner(eigen) Welß⸗ heit/ ein ſtarcker nit ſeiner Staͤrcke/ ein Reicher nicht ſeines Reichthums ſondern wer ſich ruͤhmen wil /der ruͤhme ſich deß/ daß er G. Ott wiſſe und kenne. Jer.9 v. 23. ſeq. Dann das iſt das ewige Leben/ daß wi Gott den Vatter/ und den er geſand hat Jeſum Chriſtum erkennen. Joh. 17 v.z. 3. Gratiæ converſionis; Der Gnaden unſer Bekehrung: Wann wir Gott auß ſemem Wort erkennen/ und ſolches fleiſſig und an⸗ daͤchtig anhoͤren/ ſo hoͤren die Todten(geiſtlich die Stimme Gottes/ und die ſie(glaͤubig)hoͤren/ werden leben. Joh./ v. 25. Da gibts durch die Ge⸗ ſetz⸗Predige geaͤngſte und geſchlagene Hertzen/ welche Gott nicht verach⸗ tet. Pſ. ſ. v. 19. Und gibt uns durch die Predigt deß Evangelij der heilige Geiſt neue Hertzen. Ezech. 36v. 26. Die mit feſtem Glauben an Chriſtu gezieret/ welcher kompt auß der Predigt/ das Predigen aber durch das Wort Gottes Rom. 10. v. 17. Wie klaͤrlich zu erſehen auß Act. 2. v.37. cap. 10. v. 44. Da werden wir wiedergeboren/ nicht auß vergaͤnglichem/ ſondern auß unvergaͤnglichem Samen/ nemlich auß dem lebendigen Wort Gottes/ welches ewiglich bleibet. Pet. 1. v. 23. Gott zeuget uns nach ſeinem Willen durch das Wort der Warheit. Jac. v d, Dſa —————— lunan aa kum ſ deüggſ iägich ohe 4 Gra ſhiſt Be inin Wien dn. Daſin d Gaada Herzlichtel denen gibke Kinder diß 9.15. Daß Sn.Daf lhandig not Herßog Lud nen Pattare Xr Vattrz madioſſm, falln ſeiue. von Vaular 1 Andern auf Hetten diſbb undkäntegwir und niiman 5 Gaatie Selggkein We gant Rom. iüſe unddeß d eben⸗ nithe lug detrunsp nuſe virdge wi. Oannes ind craz na ſich gottſelig ruͤhmen koͤnnen. 493 kan ſich ein bußfertiges Hertze uͤhmen: Da ſollen wir dancken ſeinem heiligen Namen/ und ruͤhmen ſein Lob. Pſ. 106. v. 47. Da ſollen wir jhn aͤglich loben/ und ſeinen Namen ruͤhmen imier und ewiglich. Pſ. 145. v. 2. 4. Gratiæ adoptionis: Der Gnaden unſer goͤttlichen Kind⸗ ſchafft: Von Natur ſindwir Kinder deß Zorns. Eph. 2. v. 3. Aber durch unſer Wiedergeburt und Bekehrung werden wir Gottes Gnaden⸗Kin⸗ der. Da ſind wir Kinder deß Reichs. Matth. 13.v.z8. Erſilich! deß Reichs der Gnaden/ und ſo wir darin beſtaͤndig bleiben/ hernach deß Reichs der Herꝛlichkeit: Dann wie viel durch den Glauben Chriſtum annehmen/ denen gibt er Macht Gottes Kinder zu wer den. Joh. 1. verſ. 12. Wir ſind Kinder deß Liechts. Joh. 12. v. 30. Kinder deß goͤttlichen Bundes. Ack. z. v. 25. Daß wir in unſerm Gebetruffen koͤen/ Abba lieber Bater. Rom. 8.v. 1. Da heiſſet es: Dieſer mein Sohn Tochter) war lod uñ iſt wieden lebendig worden/ verlohren/ und iſt funden worden. Luc. 15. v. 24. Wie Hertzog Ludolff in Schwaben Keyſer Otten deß l. Sohn ſich gegen ſei⸗ nen Vatter empoͤret/ und denſelben Feindluch verfolget/ iſt er endlich/ wie der Vatter zu Salfelden auff der Jage geweſen demſelben Barfuß/ und Bunting. mit bloſſem Haupt /bitterlich weinend entgegen gangen/ auff die Erde ge⸗ nr unf. ſallen/ ſeine Mißhandlung bekenet/ und Gnade begehrt /welche jhm auch rr. vom Vatter erzeiget iſt: Alſo nimt uns auch Gott zu ſeinen Gnaden⸗ fol.37. Kindern auff/ wann wir mit demuͤtigem/ wehmuͤtigem und glaubigem Hertzen dieſelbe begehren. Solcher unſer gnadreichen Kindſchafft ſollen und koͤnnen wir uns ruͤhmen. Da koͤnnen wir froͤlich ſeyn/ und preyſen/ und ruͤhmen auff unſern Lagern P 149 p. 5. . Gtatiæ promiſſæ ſalvarionis: Der Gnade der Verheiſſenen Seligkeit: Wegen derſelben werden glaͤubige Kinder der Verheiſſung genant. Rom. 9. v. 8. Gal. 4. v.? 8. Die Gottſeligen haben die verheiſſung dieſes und deß zukuͤnfftigen Lebens. 1. Tim. 4. v. 8. Gott hat die Kronen deß Lebens verheiſſen/ denen die jhn lieben. Jac. v. 12. Diß iſt die verheiſ⸗ ſung/ die er uns verheiſſen hat/ nemlich das ewige Leben. 1. Joh. 2. v. 25. Und dieſe wird genant/ die theure und allergroͤſſeſte verheiſſung. 2. Pet. 1. v. 4. Dann es ſind keine Frantzoͤſiſche verheiſſung ſo im Jahr 1513. den Schweitzern/ daß ſie Keyſer Maximilianum I. verlaſſen groſſe verheiſ⸗ ſung gethan/ aber zur verſicherung das Geld zu liefern/ armeleichtfertige Burſche mit ſchoͤnen Kleidern außſtaffirt zu Pfandes Maͤnern geſetzet und uͤbergeſand/ da die Schweitzer endlich befunden/ daß ſie betrogen ſeyn: Sondern es ſind goͤttliche warhafftige verheiſſung daß gotrſenge erten Oſiand. Epit. cent. 16.1.1. c. 17 494 Wie wahre bußfertige Hertzen ertzen ſich ruͤhmen koͤnnen der Hoffnung der zukuͤnfftigen Henlich⸗ Herhenſichnchm muͤſſen aber wol zuſehen/ daß wir den Ruhm dieſen Hoffnung feſte behalten biß ans Ende. Heb.3 v. 1 II. Gloriationis hujus medium: Das Mittel dieſes Ruhms⸗ Durch unſern HErm Jeſum Chriſt/ ſagt Paulus: Dann alles un⸗ ſers Chriſtlichen Ruhms/ haben wir unſerm HErꝛn Chriſto zu dancken: Daß wir in der heiligen Tauffe wiedergehohren werden/ machet daß wir in derſelben Jeſum Chriſtum anziehen. Gal 3 verſ. 17. Daß wir Gott recht erkennen/ iſt Chriſti Wolthat/ dann Niemand kenntt den Daler/ dann nur der Sohn/ und wemes der Sohn wil offenbahren. Malth n. verſ. 27. Gott hat Niemand jegeſehen/ der Sohn der in deß Vaters Schoß iſt/ hates uns offenbaret. Johann. l. v. 8. Die Gnade unſer Be⸗ kehrung zu Gott/ hat uns der Sohn Gottes erworben/ und laͤſſet dero⸗ wegen in ſeinem Namen predigen Buſſe und Vergebung der Suͤnden unter allen Voͤlckern. Luc. 24.v. 47. Die Kindſchafft Gottes haben win gleichfals durch unſern HErrn Chriſtum: Dann er gibt Macht Golles Kinder zu werden/ allen die an ſeinen Namen glauben Joh. 1. v. 2. Wi ſind alle Kinder Gottes/ durch den Glauben an Chriſtum. Gal.3 v.26. Die Verheiſſung deß ewigen Lebens/ haben wir auch in Chriſto: Dann die Verheiſſung GOttes/ kompt durch den Glauben an Jeſum Chti ſium/ gegeben denen die an jhn glauben. Gal z3. v. 22. Die Verheiſſung deß Lebens iſt in Chriſto Jeſu. 2. Tim. 1 v.t. Vnd ſolche Verheiſſung ſind auch in Chriſto Jeſu/ Ja und Amen. 2. Cor. 1. v. 20. Iſt derowegen Chri⸗ ſtus das eintzige Mittel/ uñ die eintzige erwerbende Prſach/ unſersChriſ⸗ lichen und Gott wolgefaͤlligen Ruhms. Derhalben/ O Chriſtliche Her⸗ tzen/ ſollen wir allen unſern Ruhm in Chriſto Jeſu fuͤhren: Wir ſollen uns ruͤhmen/ daß er uns hilfft. Pſalm. 20. verſ. 6. Wir ſollen uns dieſes HErn freuen/ und auff jhn trauen/ und alle fromme Hertzen ſollen ſich deß ruͤhmen. Pſ. 64. v. 11. Wir ſollen froͤlichſeyn im HErꝛn/ und uns ruͤh⸗ men deß Heiligen in Iſrael. Eſa. 41.v 16. Summa/ wir ſollen uns kuͤh⸗ men in Jeſu Chriſto. Rom. 15. verſ. 17. Vnd ſolchen Ruhm koͤnnen win nicht fuͤhren/ es ſey dann daß wir alle Wolthaten Chriſti uns mit wahrem Glauben zueignen. b III. Gloriationis fundamentum.: Den Grund unſers Ruh⸗ mes: Durch welchen wir die Verſohnung empfangen: Ae — .—— KaderR chuskuͤhm nen Epit chm Auͤhn zu Chrie dedie Ver muͤſſen ine 1. K den uns ur Feindena barmet/da ter fahre in 2,,p 24. 4 d1o. Dau undrechnet das Wonde dem Leibiſei die Vaſoͤhn auuch araerg Jralidniſche⸗ ſchonſich euſſ füoe Widen ſchaſonuun */ Glaichwie cyofe auff de duchleſe odet duer gerporffe dißftden 1 labeſchleſen Latet ſondern alae gte undJugnin lſttalt ſ lAicch gottſelig ruͤhmen koͤnnen. 491 Kinder Ruhm iſt gemeinlich Grund und Bodem loß; Koͤnig Lyſima- chus ruͤhmete ſich/ er haͤtte nun ſein Reich ſo ſehr erweitert/ daß er mit ſei⸗ nem Syaͤt oder Lantzen wolte den Himel erreichen: Und ſolches ver gebli⸗ chen Nuͤhmens wird bey den Welt⸗Kindern viel gefunden. Aber glaubi⸗ ger Chriſten Ruhm hat zu ſeinem gewiſſen und unbeweglichen Grun⸗ de/die Verſoͤhnung mit Gott durch unſern HErrn Chriſium: Dabey muͤſſen in acht nehmen: 14 1. Reconciliationem: Die Verſohnung: Unſere Suͤndeſchei⸗ den uns und unſern Gott von einander. Eſ. /9. v. 2. Alſo/ daß wir Gottes Feinde waren. Rom. z. v. 10. Da hat ſich der Sohn Gottes uͤber uns er⸗ barmet/ daß er ſpricht: Der Menſch ſol erloͤſet werden/ daß er nicht hinun⸗ ter fahre ins Verderben/ dann ich habe eine Verſoͤhnung funden. Hioh. 33.v. 24. Der hat uns mit Gott verſoͤhnet/ durch ſeinen Todt. Rom. z. v. 10. Da war Gott in Chriſto/ und verſoͤhnet die Welt mit ihm ſelber/ und rechnet jhnen jhre Suͤnde nicht zu/ und hat unter uns auffgerichtet das Wort der Verſohnung. 2. Cor. 5. v. 19. Er hat uns verſoͤhnet mit dem Leibe ſeines Fleiſches/ durch den Tod. Col. 1. v. 22. Summa Er iſt die Verſoͤhnung fuͤr unſer Suͤnde/ nicht allein aber fuͤr unſer/ ſondern auch fuͤr der gantzen Welt Suͤnde. 1. Joh. 2. v. 2. Vnddieſe iſt nicht ein Italiaͤniſche Verſoͤhnung/ von welchen man ſchreibet/ daß wann ſie ſchon ſich euſſerlich mit jhrem Naͤchſten verſoͤhnet/ ſie doch deß zuge⸗ Sothofr. fuͤgten Wiederlichen jhr Lebe⸗ Tage nicht vergeſſen: Sondern verſoͤhnet Archomt ſich alſo mit uns/ daß er unſer Suͤnde nicht mehr gedencket. Pſalm. 2z. Ln— v. 7. Gleichwie Conſtantinus Magnus, die Klag⸗Schrifften ſo die Bi⸗ PulP ſchoffe auff dem Niceniſchen Concilio wider einander eingeben/ nicht Meiger. durchleſen oder ſehen wolte/ ſondern in ein Buͤndlein gebunden/ und ins nucl lib. 5. Feuer geworffen: Alſowirfft Gott der Verſoͤhneten jhre Suͤndt/ in die cap.d. Tieffe deß Meers. Mich. 7.v. 19. Wie Keyſer Henricus V. ſein Ende ſelig beſchlieſſen wolte/ hat er diebittere Verfolgung ſeines Sohnes nicht Meig. ib. geachtet/ ſondern ſeinem Sohn zum Pfand und gewiſſen Zeichen ſeiner vaͤterlichen Liebe und Vergebung ſeiner Verfolgung/ ſein Schwerd und Finger⸗Ring zugeſchicket: Gott ſendet uns ſeine Diener zu/ und laͤſſet allen ſo an Chriſtum glauben Vergebung jhrer Suͤnden ankuͤndi⸗ gen. Dieſe groſſe und unaußſprechliche Wolthat Gottes/ ſollen wir mit danckbanm Hertzen erkennen der angebotenen und ſo theur von Chriſto J 1 4. 4 * * 1 ½ 4 4 8 — dd 2 ——õ— o———— ——— beweiſen ſollen. Tit. 2. V. 12. Wir ſollen zͤchtig gerecht und gottſelig leben in dieſer Welt. S ſpricht Paulus Rom. 6.v. 4. Daß alle ſo geſſi lich(durch wahre Buſſe) mit Chriſto aufferſtanden/ in ei⸗ W nem neuen Leben wandeln ſollen. Bey welchen Worten wir — behertzigen muͤſſen: b 1. Vitæ piorum conditionem: Frommer Hertzen Lebens Beſchaffenheit: Sie wandeln alhie: Sie ſind nichts anders als geiſt⸗ liche Wanders Leute/ daher ſie auch werden Pilgrim genant. Pſal.39 v. 33. Dann ſo lange ſie im Leibe wohnen/ wallen ſie dem HErm 2. Cor. 5.v. 6. Nun muß aber ein Wanders⸗Mann fͤrſichtig handeln/ daß er nicht in Irrwege/ oder boͤſen Leuten in die Haͤnde gerathe: Alſo auch wir muͤſſen zwar einfaͤltig ſeyn als die Tauben/ aber auch klug dabey wie die Schlangen. Matth. 10. v. 16. Wandeln fuͤrſichtiglich/ nicht als die Un⸗ weiſen/ ſondern als die Weiſen. Eph. 5. v. 5. Ein Wanders⸗Mann le⸗ bet auff ſeiner Reiſe maͤſſig: Wir muͤſſen zuſehen/ daß unſer Herzen nicht beſchweret werden/ mit Freſſen und Sauffen/ und Sorge der Nahrung. Luc. ꝛ21. v. 34. Stellen uns dieſer Welt nicht gleich. Rom.12. v. a. Sauffen uns nicht vol Weins/ darauß ein unordentlich Weſen fol⸗ get. Eph. 5. v. 1s. Sondern ſeyn nuͤchtern und wachen. 1. Pet. ⸗.v. 8. Ein Wanders⸗Mann faͤhret getroſt auff ſeiner Reiſe fort: Wir muͤſſen hat⸗ ren deß HErn/ ſeyn getroſt und unverzagt/ und harren deß HEN⸗ REN. Pſalm. 27. verſ. 4. Gedencken/ Gott habe ſeinen H. Engeln uͤber uns Befelch gethan/ daß ſie uns behuͤten auff allen unſern Srpn aß ſi mi daß ſteuns Stiin ſoſ waun wir ſolenanſaͤu Famme m ſaben/ ſel Johann. Neiſe volle das himiiſ Todt/ daf 2.* muͤſſen in durch unſen mituns. Je neues Hertz auch neuſey Creaturm. nach Gotkg⸗ Cph v24 ſehnen. Heb. men. Apde.z war kuxrt/ ag Inrun. b gerechtundgn g lus Nom t 4 Buſſe mt Cmom endeinſolmn Dor 1 7 ¹ nonem: Froume † cauch vaden Dign ewefam walmſid rden⸗Mmmftiih ————,——— mit einem gottſeligen Leben beweiſen ſollen. 497 daß ſie uns auff den Haͤnden tragen/ daß wir unſern Fuß nicht an einen Stein ſtoſſen. Pſ. ↄ*. v. xr. leq. Ja/ Gott ſelber wolle bey uns ſeyn/ daß/ wann wir durchs Waſſer(der Truͤbſal) gehen/ die Stroͤme uns nicht ſollen erſaͤuffen/ und ſo wir durchs Feuer(der Angſt) gehen/ uns die Flamme nicht anzuͤnde. Eſa. 43. v. 2. Ob wit ſchon in der Welt Angſt Bohen ſollen wir getroſt ſeyn/ weilen Chriſtus die Welt uͤberwunden. Johann. 16. v. 33. Ein Wanders⸗Mann bleibt beſtaͤndig/ biß er ſeine Reiſe vollendet: Alſo auch wir/ muͤſſen wandeln und lauffen/ daß wir das himliſche Kleinod erlangen. 1. Cor. 9. v. 24. Seyn getreu biß in den Todt/ daß wir die Krone deß Lebens ererben. Apoc. 2. v. Jo. 2. Vitæ inſtiturionem Die Beſtellung unſers Lebens Wir muͤſſen in einem neuen Leben wandeln: Gott fuͤhret uns zum neuen durch unſer Wiedergeburt und Bekehrung: Er machet ein neuen Bund mit uns. Jer. 31. v. 3.. Er gibt uns ein neuen Geiſt. Ezech. 11. v.. Ein neues Hertz. Ezech. 36. v. 26. Derhalben muß alles an unſer Selten auch neu ſeyn: Wir muͤſſen ein neuer Teig ſeyn. I. Corint. ꝓ. v. 7. Neue Creaturen. 2. Cor.. v. 1⁷. Muͤſſen den neuen Menſchen anziehen/ der nach Gott geſchaffen iſt/ in rechtſchaffener Heiligkeit und Gerechtigkeit. Eph. 4. v. 24. Uns nach dem neuen und lebendigen Wege(im Himmel) ſehnen. Heb. 10. v. 20. Damit wir moͤgen zum neuen Jeruſalem kom⸗ men. Apoc. 21. v. 2. Dieſe Lebens Beſtellung wird uns von Paulo zwar kurtz/ aber ſehr gruͤndlich in verleſenen Worten abgemahler/ auß welchen wir anſehen wollen/ b b Wie wir unſer Leben/uns gebuͤhrlich/ unſerm Naͤchſten er⸗ ſprießlich/ und Gott wolgefaͤllig/ anſtellen ſollen. Der barmhertzige Gott verhelffe uns zum andaͤchtigen Gehoͤr/ und ge⸗ horſamer Folge/ umb Chriſti Jeſu willen/ Amen. b Erklaͤrung. Wir haben alhie fleiſſig zu beobachten: I. Vivendi modum; Wie wir leben ſollen: Solches Wiſſen iſt ns zum hoͤchſten noͤthig/ ſolches ins Werck ſtellen/ iſt uns ſehr nutz und foderlich/ ſolches volfuͤhren/ iſ G OTT angenehm und gefaͤllig/ Nihil aliud in hac vita noſtræ peregrinarionis meditemur, niſi q 55 .. Rrr 2& hic 4⁰⁸ Tract. 32. in Iohan. ner Chriſte leben ſolle: mäͤſſig: cap. 1z⸗ Vlyſſes, wie er mit ſeinen Gefehrten an ſi ſelber die Ohren zu geſtopffet/ damit ihr die vergaͤngliche Luſt der Welt. z. Pet. 1. Hertz/ den lieben David/ der ſonſten ein Wie wir wahre Buſſe & hic non ſemper erimus:& ibi nobis locum benè vivendo præpara. bimus, undenunquam migerimus, ſagt Auguſtinus; Das iſi/ wir ſol⸗ len nicht anders(als Gott wolgefaͤllig zu leben) in dieſem Leben unſer Wanderſchafft beirachten/ weilen wir alhie nicht alzeit ſeyn werden/ und uns alda mit einem gottſeligen Leben eine Staͤtte bereiten/ von dannen wir nimmer kommen werden. Dazu gibt uns Paulus eine uͤber⸗ auß herrliche und ſehr nutzliche Anleitung wie nemlich ein rechtſchaffe⸗ —.. 1. Ergaſemetipſum ‚labriè: Gegen jhm ſelber/ zuͤchtig oder uͤchtig und maͤſſig leben wir/ wann wir die fleiſchliche ſuͤndliche Luͤſie im Zaum halten/ und denſelben nicht gehorchen; Wir muͤſſen der Suͤndenicht dienen. Rom. 6. v. 6. Ihr nicht gehorſam ſeyn/ in jhren Laͤ⸗ ſten. ib. v. 12. Sondern erbarlich wandeln al und Sauffen /nicht in Kammern und Vnzucht. ſern Leib muͤſſen wir betaͤuben und zaͤhmen. j. Cor. tigen ſampt ſeinen Luͤſten und Begierden. lichen Luͤſtenenthalten/ ſo wider unſer eigene Seele s am Tage/ nicht in Freſſen Rom. 13. v. 3. Vn⸗ 9.v. 27. Jajhn creu⸗ Gal. 5.v. 24. Vns der fleiſch⸗ ſtreiten. 1 Pet. 2.p. II. Die Heyden haben ein Gedichte von den Sirenen oder Meer⸗Wun⸗ at. Co⸗ dern/ welche den fuͤrbey Fahrenden auff dem Meer nach eines ſeglichen mit. my- WBegierden eine ſolche liebliche Muſie ſolten gemacht haben/ daß die rhol. ib. 7. Schifffahrende dadurch in einen tieffen Schlaf gebracht/ welche ſie her⸗ nacher auß den Schiffen ins Meer geworffen und getoͤdtet; Derowegen egekommen/ denſelben und jhm betruͤglicher Geſang von jhnen v. 4. Si nicht moͤchte gehoͤret werden: In dieſem Gedicht iſt eine feine und ſchoͤne Abbildung der boͤſen ſuͤndlichen Luͤſten/ die geben gleichſam dem alten Adam einen ſchoͤnen anmutigen Geſang geiſtliche Schlaffſucht/ und ferner in zeit 3 geſtuͤrtzet wird: Gleich wie aber Vlyſſes mi geſtopffet/ alſo muͤſſen wir ſolchen ſuͤndlichen laſſen/ ſondern uͤber ſie herꝛſchen Gen. 4.v. 7. M ſten nicht folgen/ ſondern brechen unſern Willen. Sir. 18. verſ. 30. Welt nicht lieb haben/ noch was in der Welt iſt. 1. J dadurch der Menſch in die liches und ewiges Varderben den ſeinigen jhre Ohren zu⸗ Luͤſten nicht jhren Willen uͤſſen unſern boͤſen Lu⸗ oh. 2. v. 1§. Fliehen he an/ O Chriſilichts Mann nach dem Hatbn Gos 11 us vat. A Suͤndene lgeinuͤber igund maͤ HErmnun muß zwar 21v.34 A Antworte ge Gebaͤ⸗ Tuͤrcken, ſich vol ſ den/ dayo Hettz ſo ſt ſizin Eſſen wegungen ſigkeltkeinen 1. E Dinſe Gen Ans ſalſſ ee duceule qur Unddieſes m C— mit einem gottſeligen Leben beweiſen ſollen. 4⁰9 tes war. Act. 13. v. 22. Wie ihn ſeine uͤndliche Luſt zum Fall/ groſſen Suͤnden und vielem Elend verfuͤhret.z. Sam. u.& leq. capp. Die Luſt iſt ein uͤberzuckert Gifft/ ſozwar wol mundet/ aber boͤſe ſchlundet. Zuͤch⸗ tig und maͤſſig muͤſſen wir leben in Eſſen und Trincken/ daß wir fuͤr dem HErrn unſerm G Otteſſen und froͤlich ſeyn Deut 12.v. 7. Der Wein muß zwar unſer Hertz erfreuen. Pſ. 104 v. 15. Aber nicht beſchweren. Luc. 21.v.3 4. Anacharſis gefraget/ wie einer moͤgte maͤſſigim Trincken leben⸗ Antwortet; Wanner offt der Trunckenen wuͤſſe/ unartige und unſinni⸗ ge Gebaͤrden/ jhm fuͤr Augen ſiellet: Daher ſollen noch heut zu Tage die Tuͤrcken/ jhre Kinder von Trunckenheit abzuſchrecken/ ſhre Knechte ſich vol ſauffen laſſen/ damit ſie durch derſelben boͤſe unflaͤtige Gebaͤr⸗Meiger. den/ davon moͤgen abgehalten werden. Derowegen/ O Chriſtliches Nucl..5. Hertz/ſo iſt die Liebe unſer ſelbſt/ eine Gott wolgefaͤllige Liebe/ da wirmaͤß aP. 27. ſig in Eſſen/ Trincken und Unterhalt unſers Leibes/ maͤſſig in den Be⸗ wegungen unſers Gemuͤthes leben/ und uns ſelber durch Vnmaͤſ⸗ ſigkeit keinen Schaden zufuͤgen/ oder unſer Leben ſelbſt nicht verkurtzen. 2. Erga proximum juſte; Gegen unſern Naͤchſten gerecht; Dieſe Gerech gkeit beſtehet darinn/ daß wir unſern Naͤchſien lieben als uns ſelbſt. Lev. 9. v. 8. Matth. 22.v. 39. Oder/ was wir wollen/ was uns die Leute thun ſollen/ daß wir jhnen ſolches auch thun. Malth. 7. verſ. 12. Und dieſes muͤſſen wir inſonder heit beweiſen: b 2. luſtitia civili& politica; Mit weltlicher Gerechtigkeit; Fuͤr Gerichten: Ihr ſollet nicht unrecht handeln am Gericht/ und ſol⸗ let nicht fuͤrziehen den Geringen/ noch den Groſſen ehren/ ſondern du ſolt deinen Naͤchſten recht richt? ſpricht Gott. Lev. 19/ 15. Wird dir was an⸗ geſagt/ und du hoͤreſt es/ ſo ſoltu wol darnach fragen/ und wañ du findeſt/ daß es gewiß wahr iſi/ ſo ſoltu ſtraffen. Deut 17. v. 4. Sie muͤſſen reche ſchaffen dem Armen/ und Waiſen/ uñ helffen dem Elenden und Duͤrff⸗ tigen zum Recht. Pſ. 82. v.z. Gedencken/ wer den Gerechten verdam̃et/ und dem Gottloſen recht ſpricht/ ſeyn beyde dem HERR ein Greuel. Prov. 17. v. z. Derwegen muͤſſen die ſo im Stande der Obrigkeit ſitzen/ nicht heimlich Geſchencke nehmen/ zu beugen den Weg deß Rechte. ib. v.23.Dann dadurch wird das Recht in Wermuth verkehret/ und die Gerechtigkeit zu Bodem geſtoſſen. Amos.⸗ 22 Wer aber ſeine Hnaud rr; vom oo Wie wir wahre Buſſe⸗ vom Vnrechten kehret undzwiſchen den Leuten recht urtheiles der iſt ein frommer Mann/ und ſol das Leben haben. Ezech. 18. v. 8. leq. Darumer⸗ mahnet Koͤnig Joſaphat ſeine Richter und ſpricht: Sehet zu was ihr thut /deñ jhr haſtet das Gericht nit Menſchen/ ſondern dem HErꝛnund er iſt mit euch im Gerichte.ꝛ. Chr. 19. v.6„Antiſthenes gefraget/ warum die Regimente abnehmene Hat er geantwortet: In welchen der Gerechte und Vngerechte in gieichen Wuͤrden gehalten werden: Der Keyſer Tra⸗ janus gab ſeinem Marſchalck ein Schwend in die Hand/ und ſagte Nim hin diß bloſſe Schwert/ ſo ich recht handeln werde/ ſo gebrauche deſſehben wider meine Feinde/ handel ich aber unrecht/ ſo gebrauche es wider mich. 8. Iuſtiria commutativa- Mit der wechſel Gerechtigkeit. Im Kauffen und Verkauffen/ daß einer den andern nicht uͤbervortheile im Handel uñ alſo zu weit greiffe. 1. Theſſ.4 v. 6. Sondernin den Schtan⸗ cken der Gerechtigkeit und Billichkeit bleibe/ melches im ſiebenden Ge⸗ bot mit begriffen wann Gott ſagt: Du ſolt nicht ſtehlen. Exod. 20. v. z. Ihr ſolt nicht faͤlſchlich handeln einer mit dem andern. Lev. 19. v. 1.Du ſoit deinem Naͤchſten nicht unrecht thun/ noch berauben. ib. v. 13. Ihr ſollet nicht ungleich handeln am Gewichte/ mit Ellen/ Gewicht und Maaß/ rechte Wagerechte Pfunde/ rechte Scheffel/ rechte Kanden ſol⸗ len bey uns ſeyn. ib. v. 35. 1eq. Wann einer ſeinem Naͤchſten etwas ver⸗ kauffet/ oder abkauffet/ ſol keiner ſeinen Bruder uͤbervortheilen. Lev. 25. v. 14. Wer alſo Gerechtigkeit ſaͤet/ das iſt gewiſſe Gut. Prov jt. verſ. 18. Woher komts/ O Chriſiliche Hertzen/ daß vieler reichen Leute jhre Guͤ⸗ ter offt/ nach jhrem Todte/ wie Wachs zerſchmeltzen/ wie Spreu zer⸗ ſtreuen wie vom Winde von einander getrieben werdene Darum dah ſie mit Finantz/ Vngerechtigkeit und Schinderey zuſammen gebracht: Dahber hat Chur⸗Fuͤrſt Ludwig Pfaltzgraff bey Rhein/ der Guͤngege⸗ Zinckgr. nant wol geſagt: Er wolle lieber in Armuth ſterben/ als ſich mit unge⸗ rechtem Gutbeladen: In Ungarn zu Schemnitz iſt ein Mann geweſen! rag or. ſo ſeinem Weibe ſehr groſſen Reichthum hinterlaſſen jalſotdaß unter den Baͤncken ſehr viel guͤlden und ſilberne Klumpen gelegen/ und manſt Baͤchlein uber die Menge deß Goldes und Sübers ins gemein verwundenn muͤſ⸗ ſen: Weilen aber dieſes Weib gar praͤchtig und koͤſilich ſich gehalten in ſie 8 de euſſerſie Armuth gerathen/ und im Spital ſchier Hungers geſtorben. egreiffes ————— 3. Erga Deum, piè: Gegen Gott/ gottſelig ⸗Die Genſennha m begrafffai ſenvwir G. lem Verm zes Mund Geſete G kachten ne das ander allen Din zin Leben wir der G wir im G heiſſet diet David ahe. der ſeinm G Gantſeigke Jugenunhi und ſhuſt wi mit einem gottſeligen Leben bewveiſen ſollen. yor begreiffet in ſich alle Tugenden der erſten Taffeln deß Geſetzes Da muͤſ⸗ ſen wir Gott lieben/ von gantzem Hertzen/ von gantzer Seel/ und von al⸗ lem Vermoͤgen. Deut. s. v.. Wir muͤſſen hoͤren das Geſetze auß Got⸗ tes Munde; Vnd faſſen ſeine Rede in unſer Hertze. Hiob. 2 2. v. 23. Das Geſetze Gottes muß in unſerm Hertze ſeyn. Pſalm.; 7. v. z1. Wir muͤſſen trachten nach dem Reich G Ottes und ſeiner Gerechtigkeit/ ſowird uns das ander alles zufallen. Matth. 6 v.3. Sintemal die Gottſeligkeit zu allen Dingen nutze/ und die Verheiſſung hat/ dieſes und deß zukuͤnffti⸗ gen Lebens. 1. Tim. 4.v. 8. Derohalben/ O Chriſtliche Hertzen/ muͤſſen wir der Gottſeligkeit nach jagen. 1. Tim. 6. v... Wns befleiſſigen/ daß wir im Glauben Gottſeligkeit dar teichen. 2. Pet. 1. v.. ſeq. Solches heiſſet die Schrifft/ ein Grllich eben fuͤhren. Gen.. verſ. 22. Alſo hat David die Wege deß HErꝛn gehalten/ und iſt nicht gottloß geweſen wi⸗ der ſeinen Gott. Pſalm. 18. v. 2. Tobias der alte vermahnet zu ſolcher Gottſeligkeit ſeinen Sohn und ſagte: Dein Leben lang habe Gott fuͦr Augen und im Hertzen und huůte dich/ daß du in keine Suͤnde wi lligeſt/ und thuſt wider Gottes Gebot. Tob. 4 v. s. Cornelius der Hauptman zu Cæſarien/ war gottſelig und gottsfuͤrchtig/ ſampt ſeinem gantzen Hauſe. Act. 10. v. 2. Man lieſet von einem Leyen/ daß er drey gemalte Strich gehabt welche er taͤglich jhm fuͤr Augen geſtellet/ zur Befode⸗ rung der Gottſeligkeit: Der erſte Strich/ iſt Kohl ſchwartz geweſen/ da⸗ Titii loci beyer ſich erringert ſeiner Suͤnden/ und wie groſſe Straffe er mit denſel⸗ Theol. hi- ben verdienet/ dadurch die Demuth fuͤr Gott zu befoderen: Der ander ſtor p. 252. Strich/ iſt gar roth geweſen/ damit er ihm Chriſit Blut Vergieſſung kuͤr unſer Suͤnde fuͤr Augen geſtellet/ ſeinen Glauben und Vertrauen auff Chriſtum damit zu ſiaͤrcken Der dritte Strich/ iſt gelb und Geld⸗ Farb geweſen/ damit er ſich die him liſche Freude zu Gemuͤthe gefuͤhret/ wider die Truͤbſal dieſer Welt. b 3 Il. Incitamentum; Was uns zu ſolchem Leben bewegen ſolle: Nemlich/ daß wir leben in dieſer Welt. Was iſt doch/ O Chriſt⸗ liches Hertz/ in dieſer Welts Da ſprechen die Thoren in jhrem Hertzen/ es iſtkein G OT Tſie tuͤgen nichts und ſind ein Greuel in jhrem Weſen/ da iſt keiner der Gutes thue. Pſ. 14. verſ.. Iſt da nicht hoch noͤthig/ ſeine Seligkeit in acht zu nehm/ daß man nit dieſem Geſindlein gleich werde/ und mit jhnen zur Hoͤllen fahre? Was iſt in der Welt? Ein Hauffe ſolcher Leute/ deren Trotzen muß koͤſtlich Ding ſeyn/ und jhr Te be muf olg 02 Wiees falſch ſey/ — ol gethan heiſſen. Pſ. 73.v. 6. Dahoͤret man das eine Geſchrey uͤber 8 gechan heſe di im Lande/ und daß der eine Fuͤrſt wider den an⸗ dern iſt. Jer. r. verſ.45 Was iſt dabeſſer/ als einen gnaͤdigen Gott im Himmelhaben? Was iſt in der Welt Nichts anders als ein ungeſtum⸗ mes Meer/ da die Jammer⸗Fluthen daher rauſchen/ daß hie eine Tief⸗ // und da eine Tieffe brauſen/ alle Waſſer⸗Wogen und Wellen gehen leurdanan Hertzen. Pſ. 42. verſ. s. Wannda ein frommes Hertz nicht der Gnaden Gottes verſichert waͤre/ ſo muͤſte es verzweiffeln! In Be⸗ trachtung dieſes allen/ haben wir ſehr noͤhtig/ daß wir ein gottſeliges Le⸗ ben und Wandelfuͤhren/ und nach Mogligkeit/ als Gottes Kinder/ un⸗ ſtraͤfflich mitten unterdem unſchlachtigen und verkehrten Geſchlecht. Phil. 2.v.§. Maͤſſig gegen uns ſelber/ gerecht gegen unſerm Nechſten/ und gottſelig gegen Gott leben/ welches uns geben wolle Gott der Va⸗ ter/ durch den heiligen Geiſt/ um Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. b Die acht und ſiebentzigſte Predgdg. DE NOVæ OBEDIENTI CONTRARIO PRIMO DE BONOKRUM OPERUWM AD SALUTEM NE- S CESSTTATE FICTA. Wie es falſch ſey/ daß die guten Wercke zur Selig⸗ 8 B keit nothwendig ſeyn. 3 0 3 Rom. 4.V. 6. Ri 328 3 Nach welcher weiſe auch David ſaget! daß ddie Seligkeit ſey allein deß Menſchen/ welchen Gott zurechnet die Gerechtig⸗ keit ohne zuthun der Wercke. —2 dels nothwendig befleiſſigen ſollen/ und zwar: ſcha g⸗Swerden/ O Chriſtliche Hertzen/ vicle hoch⸗ F oichtige Vrſachen gefunden/ warum ſich bußfertige Har⸗ —o zen guter Wercke/ oder eines gottſeligen Leben und Walt 1. Ratione Dei: An Gottes Seiten: Sehen wirmunſa b daßdie ſchaffung fen weiche ſenund ve Fuüchtebn han Daßwu Chrißzich Sehenw daß wirh keit dieſt ſhnenſelte hatunser zum Eigh hen wit ann Geiſtewant gin Geiſini 4. R benmuͤſſent ſchehen mog ben Mauch de Wathaut ſellen zum ga vonupsa 3. Ratio Predergelunt alevergangen, Gale 96. Ze ungen maz 6 ne Daßaſtn dandeguten: olin äpm 1 arhen aidi I 1 4 auan 2 nd ſiedenzigkepa,. FTI.E CONRNN N DPERIDRE AD I AATE FECIA — 3— 2——— —*— 1 —.———— ——õ———————— daß die guten Wercke zur Seeligkeit nothwendig ſeynn /o⸗ ſchaffung/ ſo ſind wir ja zu Gottes Ehren/ Lobe und Preiſe erſchaf⸗ fen/ welche wir nicht allein mit Worten/ ſondern auch mit Wercken lei⸗ ſten und verrichten muͤſſen: Dann damit wird Gott geehret daß wir viele Fruͤchte bringen. Joh 15. verſ. 8. Daß wir unſer Leiber begeben zu einem Opffer/ das da lebendig/ heilig/ und Gott wolgefaͤllig ſey. Rom. 12. b. 1. Daß wir alles was wir thun/ mit Worten und Wercken/ im Namen Chriſti chun/ und dancken Goit und dem Vater durch jhn. Col.3. v. 17. Sehen wir an unſer Er loͤſung ſo hat uns Chriſtus zu dem Ende erloͤſet/ daß wir jhm dienen ſollen unſer Lebenlang/ in Heiligkeit und Gerechtig⸗ keit/ die ihm gefaͤllig iſt. Luc. 1. v. 74. leq. Daß die ſo daleben/ hinfuͤro nicht ihnen ſelber leben/ ſondern dem der fuͤr ſie geſtorben iſt. ꝛ. Cor. 5.v. 15. Er hat uns erloͤſet von aller Ungerechtigkeit/ daß er ſjm reinigte ein Volck zum Eigenthum das ſleiſſig waͤre zuguten Wercken. Tit. 2 v. 4. Se⸗ hen wir an unſer Heiligung/ ſo wir im Geiſte leben/ muͤſſen win auch im Geiſte wandeln. Gal 5. v. 25. Und mit vorſetzlichen Suͤnden/ den heili⸗ gen Geiſt nicht betruͤben. Eph. 4.v.z0. b 1 3. Ratione proximi; An unſers Naͤchſten Seiten: Demſel⸗ ben muͤſſen wir nicht allein das jenige thun/ was wir wollen daß uns ge⸗ ſchehen moͤge. Matth. 7. v. 12. Sondern ihm auch kein Ergernuͤß ge⸗ ben. Matth.18. v. 7. Auch kein UlIrſach jhm geben zu laͤſtern/ daß der Weg der Warheit verlaͤſtert wird 2. Pet 2. v. z. Sondern wir ſollen uns jhme ſtellen zum Fuͤrbilde guter Wercke. Tit. 2. v. 7. Auff daß die ſo ſonſten von uns affterreden/ unſer gute Wercke ſehen. 1. Pet. 2.v. 12zZ. 3. Katione noſtri; An unſer Seiten: Daß wir beweiſen unſer Wiedergeburt: Da ſind wir in Chriſto neue Creaturen/ und muß das alte vergangen/ und alles neu ſeyn. 2. Cor. ⸗.v. 1⸗7. Daß wir beweiſen un⸗ ſern Glauben/ welcher durch die Liebe und andere gute Werckethaͤtig iſt. Gal./ v. 6. Daß wir auch zeitlichen und ewigen Seegen von G Ott er⸗ langen moͤgen: Weilendie Gottſeligkeit dieſes/ und deß zukuͤnfftigen Le⸗ bens Verheiſſung hat. 1. Tim. 4.v. 8. Man muß aberdieſe Nothwen⸗ digkeit der guten Wercke/ nicht weiter extendiren und außthaͤnen/ als Gott in ſeinem Worte thut/ und in die gefaͤhrlichen Gedancken nicht ge⸗ rathen als waͤren ſie auch nothwendig zur Seligkeit: Welchem Pau⸗ lus in verleſenen Worten wiederſpricht/ auß welchen wir anſehen wollen/ Sss Daß ——— ʃ—— 504 Daß es irrig und falſch ſen/ daß die gute Wercke/ die Se⸗ ligkeit zu erlangen/ nothwendig ſn. De ALerhoͤchſte gebe uns ſeine Gnade daß es zu ſeines Namens Ehn/ und unſer Seligkeit gereiche/ umb Jeſu Chriſti willen Amen Erklaͤrung. Wir haben in verleſenen Worten: 1. Teſtis productionem; Die Vorſtellung eines bewehrten Zeugen: Nach welcher Weiſe auch David ſagt: Alhie muͤſſenwi be⸗ obachten: 1. Occaſionem⸗Den Anlaß zu dieſer Rede: Es hatte Paulus invorgehenden Worten geſagt; Dem/ der nicht mit Wercken umgehet dieſelbe in den Artieul von der Gerechtfertigung/ und Seeligkeit nicht bringet/ glaubet aber an den/ der die Gottloſen gerecht machet/ dem wid ſein Glaube gerechnet zur Gerechtigkeit. Rom. 4. v.5. Dieſe ſeine Rede wil er beſtaͤtigen und ſagen daß er nicht allein alſo lehre und rede/ ſondern auff ſolche Weiſe ſey auch von andern alſo gelehret und geredet worden! ſo von dem heiligen Geiſte regieret ſeyn: Allen ereuen Lehrern zu einet Nachfolge/ daß ſie die jenige Rede im Lehren und Predigen fuͤhren ſollen ſo die jenige/ die vom heiligen Geiſte getrieben 2. Pet. J. v. 21. gefuͤhret ha⸗ ben/ es moͤgen andere an zietlicher eloquent und praͤchtigen Reden ſo groß Gefallen tragen/ wie ſie wollen. S 42 Teſtem⸗Den Zeugen: Der iſt der Koͤnig und Prophete Da⸗ vid: Durch denſelben hat der Geiſt deß HErrn gerdet/ und ſeine Rede iſt durch ſeine Zunge geſchehen. 2. Sam. 23. v. 2. Deſſen zwey unddreiſ⸗ figſten Pfalm fuͤhrer Paulus ein da er ſagt: Wol dem/ dem die Vber⸗ Iretung vergeben ſind/ dem die Suͤnde bedecket iſt/ wol dem Menſchen dem der HErr die Miſſethat nucht zurechnet: Auß dieſen Wortenwil Paulus ſeine Lehre beweiſen. II. Beatitudinem: Die Seeligkeit: Durch wel ges Wortalhie nicht allein verſtanden wird eine znalcge Seeligkeit 855 Wolergehen ſo in ſonderlicher Gnad/ Hulde und Seegen deß lieben GO Lec b eßte 1 Wie es falſch ſey/ daz di beßthet 2 theis uuß Chnſu⸗ Pont/ vo nitetwas und Gnas wignS den verget durch den Gott zud Zu welch⸗ Raa Per IIl. diegebrauch miwlchen wind werden 4 b z5 Und 9, 19. Vnlla um diſmkiin kalallan(an⸗ zuſchreben S Rom. 1.p.. ſand witd wa dherdRccht wwigen Salgt Manſcheſagr noͤgte gfiande ithezefoheren uhigen Ahen anſan aga Ve anhädm: und. 3 Erxeita, i 3 Po un ————— daß die guten Wercke zur Seeligkeit nothwendig ſehn. xo beſtehen/ wie dieſes Wort zum offtern alſo in heiliger Schuffegebrauche: wird/ ſondern eigentlich von der ewigen Seeligkeit/ welches zu erſehen/ theils/ auß unſer Rechtfertigung durch die zugerechnete Gerechtigkeit C Hriſti/ welches alhie als ein Synonymon oder gleich bedeutendes Wort/ von Paulo wind gebraucht/ theils/ weilen dieſe Seeligkeit nicht mit elwas irꝛdiſches oder vergaͤngliches/ ſondern mit der ewigen Hulde und Gnade Gottes umgehet; Theils auß dem jenigen was uns von der ewig n Seeligkeit abhaͤlt/ als unſer Suͤnde/ ehe dieſelbe uns auß Gna⸗ den vergeben werden; Er redet von der Seligkeit/ die wir auß Gnaden durch den Glauben an Chriſtumerlangen. Eph. 2. verſ. 8. Welche uns Gott zubeſitzen verordnet hat durch Jeſum Chriſtum. 1. Theſſ. 5.v 9. Zu wilchir wir auß Gottes Macht/ durch den Glauben bewahret wer⸗ den. x. Pet x v„„„„. IllI. Subjecti condirionem; Sie iſt allein deß Menſchen: All⸗ hie gebraucht der Apoſteieine xcluſivam oder auß chlieſſendes Wort/ mit welchem alle andere Menſchen/ bey welchen dieſes nicht gefunden wird/ werden außgeſchloſſen: Gleichwir allein der HErꝛ iſt Gott. Deut. 4·v 35Und er allein kenne die Hertzen aller Menſchen Kinder. 1. Reg. 8. v. 19. Vnder den Himmel allein außbreitet. Eſa. 44 v. 4. Pud in al⸗ lem dieſen keine Geſelſchafft weiß oder leidet: Alſo iſt die ewige Selig⸗ keit allein(an unſer Seiten) dem wahren und beſtaͤndigen Glauben zu zuſchreiben: Dann der Gerechte lebet(auch ewiglich) ſeines Glaubens. Rom.*. v. 17. Die zeitliche Seligkeit oder Gluͤck uñ Segen reicher wol⸗ ſtand/ wird zwar in G Ottes Wort/ den guten Wercken zugeſchriebin/ aber die Rechtfertigung fuͤn G Ottes Gericht/ und die Erlangung der ewigen Seeligkeit/ allein dem Glauben: Wann es moͤglich waͤre/ daß ein Menſche ſo groſſe Heiligkeit an jhm haͤtte/ als in dieſem ſuͤndlichen Leben moͤgte gefunden werden/ ſo kan jhn doch dieſelbe zur ewigen Seligkeit nicht befoderen oder helffen weilen die Seligkeit allein eines beſtaͤndig glaubigen Menſchen iſt/ der ſich an Chriſti und nicht im allergeringſten an ſein eigen Verdienſt/ allein mit feſtem Glauben haͤll. Im Kloſter Tit. Loc. Rorhalden im Wuͤrtenberger Lande gelegen/ hat man dieſen Verß commun. gefunen 2 BKXmerito Chriſti tantum ſalvamur abundé, n Ergo tuis factis ne fidas, optimefrater b 6 S88 2 Das 1————————— ————————— 8 es Wiees falſchſey/ DOasiſ. Pam. Daa Chriſti kraͤfftig's Verdienſt allein Werdn wir fuͤr Gott gerecht und rein/ uUnnd gehen zu dem Himmel hinein: Drum lieber Brudr nicht gruͤnde dich/ Auff deine Werckeſtoltziglich,—— Dann ſie halten nicht fuͤr Gott den Sttich. IV. Beatitudmis originem; Woher die ewige Seligkeit kom⸗ me: Solches ſetzet Paulus; 1. Affirmativè: Daß er ſetzet woher ſiekomme: Welchem Gott zurechnet die Gerechtigkeit: In dieſen Worten muͤſſen wir fleiſſig in acht nehmen: a. Paulinam conjunctionem: Daß Paulus Seligkeit und Gerechtigkeit zuſammen ſetzet: Dann gleich/ wie uns Gott ehe der Welt Grund gelegt worden durch Chriſtum uñ in Chriſto welches oh⸗ ne den Glauben nicht kan geſchehen ſeyn) erwehlet hat/ alſo werden wir auch durch den Glauben an CHriſtum gerecht/ und durch denſelben auch endlich ſelig: Welches wir unter anderm gegen die Baͤpſiler in acht nehmen muͤſſen/ ſo die Gerechtfertigung und Seligmachungin dieſem trennen wollen. b b 6. luſtiriæ conſtitutionem: Die Beſchaffenheit dieſer Ge⸗ rechtigkeit: Die Baͤpſtler wollen es ſolle eine eingegoſſene/ und in uns ſelber befindliche Gerechtigkeit ſeyn: Aber wider G Ottes Wort und Meinung deß Apoſtels Pauli. Dann derſelbe redet von ſolcher Gertch⸗ tigkeit/ ſo fuͤr Gottes Gericht beſtehet/ und dadurch ein Gottloſer ge⸗ recht wird. Rom. 4. v. 5. Dieſelbe aber muß eine volkommene Gerech⸗ tigkeit ſeyn/ ſo bey keinem Heiligen/ ich geſehweige dann bey einem Gottloſen ſolte gefunden werden/ Paulus redet von ſolcher Gerechtig⸗ keit/ ſo uns zugerechnet wird: Aber der Baͤpſtler Gerechtigkeit witd nicht zugerechnet/ ſondern jhrer Meinung nach eingegoſſen: Paulus re⸗ det von ſolcher Gerechtigkeit/ die nicht unſer iſt; Sie trachten aber mit den Juden/ jhre eigene Gerechtigkeit auff zu richten. Rom. 10. ver z. Paulus redet von ſolcher Gerechtigkeit/ die ohne Zuthun deß Geſetzes offenbahret wird. Rom. 3. v. 21. Die nicht auß dem Geſetze komt Phil. 3⸗verf. 9. Die Baͤpſtiſche Genachuigkatkomptahar auß dem gſin b aulus daßdies aulust aia⸗ Pegebu ).. tüdaber Perdienſ Gnaden⸗/ ander iſt het/ glaul wird gere alhie Pau daGOn Chnſto zt 8.9.5. 8 Theils po kachngkeit kat gemact die auß den kompt/nen tet wid. werdene 8 wirunr dman ——-—õõõ—õ—y—h daß dieguten Wercke zur Seeligkeit nothwendig ſeyn. 10 Paulus redet von ſolcher Gerechtigkeit/ ſo in Vergebung der Suͤnden beſtehet. Rom. 4. v.8. Nun iſt aber die eingegoſſene Gerechtigkeitkeine Vergebung der Suͤnden. Derhalben ſetet Paulus ferner: „. Divinam imputationem: Die goͤttliche Zurechnung: Es vwird aber zweyerley Zurechnung gefunden Die erſte iſt meritoria, auß Verdienſt: Da dem/ der mit Wercken umgehet/ der Lohn uicht auß Gnaden/ ſondern auß Pflicht wird zugerechnet. Roman. 4.v. 4. Die ander iſt gratuira, auß Gnaden/ da dem/ der nicht mit Wercken umge⸗ het/ glaubet aber an den/ der die Gottloſen gerecht machet/ ſein Glaube wird gerechnet zur Gerechtigkeit. Rom. 4. v. 7. Von dieſer letzten redet alhie Paulus: Es iſt aber dieſe gnadreiche Zurechnung /theils privativa, da G Ottaller ſo feſte an Chriſtum glauben die Suͤnde dem HErnmn Chriſto zurechnet/ auff welchen er alle unſer Suͤnde geworffen/ Eſa. V. v. 6. Vnd welcher fuͤr uns zur Suͤnde gemacht. 2. Corinth·. v. t. Theils poſitiva, da den Glaubigen hingegendeß HErꝛn Chriſti Ge⸗ rechtigkeit wird zugerechnet/ welcher jhnen von G Ott zur Gerechtig⸗ keit gemachet. x. Cor. 1. v. z0. Alſo daß ſie nicht haben jhre Gerechtigkeit die auß dem Geſetze komt/ ſondern die durch den Glauben an Chriſtum kompt/ nemlich die Gerechtigkeit/ die von Gott dem Glauben zugerech⸗ net wird. Phlipp. 3. verſ. 9. Was kann doch heller und klaͤrer geredet werden⸗ 8 2. Negativè Dger at woher die Seligkeitnicht komme: Ohne Zuthun der Wercke: Mit dieſe Worten excludiret und ſchlieſ⸗ ſet der Apoſtel außtruͤcklich/ gantz und gar auß/ die Wercke von der Se⸗ ligkeit/ und iſt eigentlich das jenige davon alhie gehandelt wird: Dann weilen wir durch kein ander Mittel ſelig werden/ als dadurch wir ge⸗ recht werden/ ſo koͤnnen die guten Wercke im Articul der Erlangung der Seligkeit nicht beſtehen: Nun aber werden wir gerecht/ ohne deß Ge⸗ ſetzes Werck: Rom. 3.v. 28. Muͤſſen wir derowegen bey dieſen beyden Artieuln fleiſſig in acht nehmen: b 1. Paulinam remotionem. Wie Paulus in denſelben die Wer⸗ cke gar nicht dulte/ ſondern ſie gantz auß dem Wege reume: Wir wer⸗ den ohne Verdienſt gerecht/ auß Gottes Gnade durch die Erloͤſung ſo durch Chriſtum Jeſum geſchehen iſt. Rom. 3. v. 24. Wo die vom Geſetz Erben ſind/ ſoiſt der Glaube nichts. Roman. 4.v. 4. Dann was dem 888 3 Geſetze — uuõuitrõäõääõõů ÿ½ę½—= os Wiees falſch ſen Geſetze oder ſeinen Wertken/ in dieſem Jalle auch im geringſten zugeeig⸗ net wird/ wird alles dem Glauben abgezwaſket/ welehes dem. Evan⸗ gelio gaͤntzlich zuwider. Legis&e Evangelii diſtinctionem Den Unterſcheid deß Geſe⸗ tes und Evangelit: Die Beyden hat Gott alſo voneimander geſchet⸗ den/ daß ſie im Articul der Rechtfertigung eines armen Suͤnders fuͤr Gott/ und Erlangung der ewigen Seligkeit/ nicht mit einander ſollen b dermiſchet werden: Daher ſetzet Paulus entgegen das Geſetz der Wer⸗ cke/ und das Geſetz deß G laubens. Rom. 3 verſ. 27. Die Gerechtigkeit auß dem Geſetz/ und die Gerechtigkeit auß dem Glauben. Rom. 10 v. 5.leq. Vnd ſpricht außtruͤcklich/ daß die/ ſo in dieſen Artieuln/ mit deß Geſetzes Wercken umbgehen/ unter dem Jluche ſeyn. Gal. 3.v. 1o. Sie haben Chriſtum verlohren. Gal./ v. 4. Chtilt paſſio& obedientia, omnibus credentibus ſufficir ad ſalutemn æternam ſchreibet Haymo, Der im Jahr Chriſti 83 4. Biſchoff zu Halberſtadt geweſen Das iſt Deß HErꝛ Ehriſt Leiden und Schorſam/ iſt allen Glaubigen ge⸗ nug das ewige Leben zu erlangn. 3. Vnæ ternæ appellarionem; Der Name deß ewigen Le⸗ bens: Es wird genant ein Erbe Der laube machet uns allein zu Got⸗ tes Kindern. Joh. 1. v. 2. Solche Kindſchafft fuͤhret mit ſich die Erb⸗ ſchafft: Dann ſind wir Kinder/ ſo ſind wir auch Erben. Rom 8. verſ. 7. Gleichwie nun zur Kindſchafft keine gute Wercke noͤthig ſeyn/ alſo auch nicht zur Erbſchafft: Sleichwie ein Kind der vaͤterliehen Erbſchafftge⸗ nieſſet/ nicht auß ſeinen Dienſten/ ſondern wegen ſeiner Geburt Alſo auch alhie ruͤhret alles her auß unſer geiſtlichen Wiedergeburt. 4. Clariſſimam ſcripturæ teſtificationem: Das klare Zeug⸗ nuͤß heiliger Schrifft: Es iſtin keinem andern Heil/ und iſt kein ander Name gegeben dadurch wir ſeligwerden koͤnnen/ als im Namen Jeſu Chriſti. Act. 4.v. 12. Wir glauben durchdie Gnade un ſers HEnꝛn Jiſu Chriſti ſelig zu werden/ gleichwie auch unſer Vaͤter ſelig worden. Act. 15. v. 1. Alhie finder ſich nichts an unſer Seiten als der ſeligmachende Glaube; Weilen wir auß Gottes Macht durch den Glauben bewahret werden zur Seligkeit. 1. Pet. 1. v. F. Derowegen ſol dieſe Art zu reden/ daß die gute Wercke nothwendig ſeyn zur Seligkeit/ nicht gefuͤhret wer⸗ den: Dann ſie iſt irꝛig und verwerfflich/ wie Rom 3 verſ. 28. Vnd alhie Rom. 4.v. 6. zu ſehen: Sie iſt den Baͤpſtlern erfreulich/ wie beym Herꝛn hem- daß die Chemnit und Erlan kefaͤr S Gottwoll Jeu Chr , DE N b0, W ————— daß die guten Wercke zur Seeligkeit nothwendig ſeyn /o⸗ Chemnitio zu leſen: Ja ein gottſeliges Hertz/ ſol in der Rechtfertigung In Loc. und Erlangung der ewigen Seligkeit/ mit Paulo/ ſeine Geſntz⸗Wer⸗ Commun. cke fuͤr Schaden und Oreck achten. Phil. 3. v. g. Der barmhertzige part.p. Gott wolle uns heiligen in ſeiner Warheit/ ſein Wortiſt Warheit/ umb(mihi) Jeſu Chniſti willen/ Amen Amen. 339.in 8. Die neun und ſiebentzigſte Predigt. b DENOVA OBEDIENTI CONTRARIO SEOLIN DO, DE VANA IN BONIS OPERIBIIS. CONEDENTIA, 3 Wie wir unſer Vertrauen auff gute Wercke nicht ſetzen ſollen. 1 — Kom. 2..31 ſeää. Ifrael hat dem Geſet der Gerechtigkeit nach⸗ geſtanden/ und hat das Geſetz der Gerech⸗ 1eenn tigkeit nicht uͤberkommen Warum dase Darum daß ſte es nicht auß dem Glau⸗ ben ſondern als auß den Wercken deß Ge⸗ ſetzes ſuchen. 8 Sſpricht Paulus Gal verſ. 2 alſo So durch r das Geſetz die Gerechtigkeit komt/ ſo iſt Chriſtus vergeb⸗ ☛Ʒ0 liich geſtorben. In dieſe Worte habẽ wur in acht zunehmen: t. Pauli ſuppoſitum: Den Unterſatz Pauli: So durch das Geſetz die Gerechtigkeit komt: Es waren nach Pauli Abſchied/ falſche Lehrer bey den Galatern eingeſchlichen/ die hatten im Articul von der Rechtfertigung eines armen Suͤnders fuͤr GSOTE keinen Friede mit dem Evangelio allein/ ſodern wolten auch das Geſetz dazu haben/ und daß deſſen Wercke mit helffen ſolten zur Gerecheigkeit ſo fuͤr Gott gilt Wider dieſe ſetzet ſich Paulus gar haͤfftig beydes in der Epiſtel an die Roͤmer/ und auch an die Galater ge⸗ ſehrieben Dañes kunte uns:war das Geſetzefaͤr Gott gerecht machen/ 1 4 4. ——ſͤd— ꝗꝙ———— o Wie wir unſer Vertrauen wann wires vollkömlich hielten/ dann es heiſſet/thurdas/ ſowirſiule⸗ ben. Lue. 10. v. 28. Aber es faͤllet bey uns ein groſſer Mangel fuͤr/ daß unſer Gereehtigkeitfuͤr G Ott wie ein unflaͤthiges Kleid. Eſa. 54. v. 6. Das Geſetz iſt geiſtlich/ wir aber ſind fleiſchlich/ unter die Suͤnde ver⸗ kaufft. Rom. 7.v. 14. Und fehlen alle mannigfaltich. Jac. 3.v.2. 2. Paulioppoſitum Pauli Gegenſatz: So ſey Chriſtus ver⸗ geblich geſtorben: Gleichwie Dagon und die Lade Gottes nichtbey lib. 5.de ainander ſtehen kunten/ ſondern Dagon muſte niederfallen. J. Sam.. 9. 2. leg. Alſo koͤnnen Chriſti Verdienſt/ und unſer Wercke fuͤr Gottes Gerichte nicht bey einander ſtehen/ ſondern unſer Wercke muͤſſen Chri⸗ ſto weichen: Dann Chriſtus muß und wil es in dieſem allein thun⸗ Der iſt der einige HEr/ der unſer Gerechtigkeit iſt. Jer. 23. v. 6. Und iſt inkei⸗ gem andern Heil. Act. 4. v. 12. Sintemal er uno vvn Gott zur Gerech⸗ tigkeit gemachet. x. Cor. 1. v. 30. Und in jhm haben wir die Gerechtigket ſo fuͤr Gott gilt. 2. Cor.. v. 21. Derhalben wir nicht die geringſte Ur⸗ ſach haben/ uns auff unſer gute Wercke zu verlaſſen/ ſondern eintzig und allein auff das Blut trieffende Verdienſt Jeſu Chriſti: Und ſagt Pau⸗ lus mit ſehr nachdencklichen Worten: Ihr habt Chriſtum verlohren/ die jhr durch das Geſetz gerecht werden wollet/ und ſeyd von der Gnade gefallen. Gal.. v. 4. Deſſen ſtelletuns Paulus ein Exempel fuͤr anden Juden in verleſenen Worten/ auß welchen wir beſehen wollen: Wie wir auff eigene Gerechtigkeit im Geringſten unſer VTertrauen nicht ſetzen ſollen. Der allergnaͤdigſte Gott fuͤhre uns mit ſeinem heiligen Geiſt/ zu unſer ſelbſt/ und unſers HErrn Jeſu Chriſti Erkaͤntnuͤß/ umd deſſelben theuren Verdienſtes willen/ Amen. b 8 Erklaͤrung. Es wollen die Baͤpſiler/ man ſolle zwar vornemlich ſein Ber⸗ trauen auff Gottſetzen/ aber dennoch etwas auff eigenen Verdienſt und gute Wercke/ wie Bellarminus jhre Meinung alſo ſetzet: Aber es wil al⸗ hie kein Halbiren oder Theilen Statt haben/ wie auß Pauli Worten 7 jaltit. cap. erſehen/ bey welchen wir betrachten muͤſſen. 7.§. ſed Catholic. 1 Subjectum: Von wemer rede: Von Iſrael: Dadurch 2hn afßſevetſ Jaob ce n8. Der ſent Vole unterdem ts/ undin auff diG anſon Gerecht die Gerec zwarhoch Gocm Genchaig hatuͤber den Jhar.d— zecheigkenn Gott dand —— auff gute Worcke nicht ſetzen ſollen. yn alhie verſtanden das Judiſche Volck/ und zwar wegen deß Ert⸗Vaters Jaeob/ welchem der Sohn G Ottes dieſen Namen gegeben. Geneſ. 32. v. 28. Derwegen witd das Judiſche/ als von ihm meiſten theils entſproſ⸗ ſenes Volck/ Iſrael geheiſſen; Ind werden an dieſem Ort/ die Meiſten unter dem Judiſchen Volck/ in der ſichtbaren Kirchen altes Teſiamen⸗ tes/ und im Anfang deß Neuen/ verſtanden/ dieſelbe haben ihr Vertrauen auff die Gerechtigkeit deß Geſetzes geſetzet/ wie inſonderheit an den Pha⸗ riſcern ſolches zu erſehen. II. Ejus ſtudium. Iſraels Fleiß: Iſrael hat dem Geſetz der Gerechtigkeit nachgeſtanden: Das iſi/ ſi haben dahin geſtrebet durch die Gerechtigkeit deß Geſetzes/ fuͤr Gottes Gericht zu beſtehen: Wir ſind zwar hoch ſchuldig/ mit hoͤchſtem Ewer und Ernſi der guten Wercke /ſſo Gott im Geſet von uns erfodert/ uns zu befleiſſigen: Dann Gott liebe Gerechtigkeit/ und haſſes gottloſes Weſen Pſalm. 45. v. 8. Koͤnig Joſia hat uͤber dem Recht und Gerechꝛigkeit gehalten/ und iſt jhm wolgangen. Jer 22. v. 5. Und bezeuget Paulus von jhm ſelber/ daß ernach der Ge⸗ rechtigkeit im Geſetze ſey unſtraͤfflich geweſen. Philipp.; v. 6. Nicht fuͤr Sott/ dann fr demſelben iſt kein Lebendiger gerecht. Pſalm. 143. verſ.. Sondern fuͤr den Menſchen: Alſo ſchreibet er auch/ daß er heilig/ gerecht und unſtraͤfflich bey den Theſſalonichern geweſen. 1. Theſſ. 2. v. 10. Aber ſein Vertrauen hat er auch nicht im Geringſten auff ſolche ſeine Gerechh tigkeit geſetzet/ ſondern was im Judenthum er fuͤr einen Gewinn geach⸗ tet/ das hater im Chriſtenthumumb Chriſu Willen fuͤr Schaden/ ja fuͤr Dreck geachtet. Philipp. 3v.) ſeq. Solches aber haben die Juden nicht gethan/ ſondern ſich auff jhre eigene gute Wercke/ und auß denſelben ver⸗ hoffte Gerechtigkeit ſich verlaſſen. Darum ſpricht Gott: Ich wildir dei⸗ ne Gerechtigkeit anzeigen/ und deine Wercke/ daß ſie dir kein Nutz ſeyn ſollen. Eſa. 57. v. rz Und Chriſtus: Es ſey dann /daß euer Gerechtigkeit beſſer ſey als der Schrifftgelehrtenun Phariſeer/ ſo werdet hr ult in das Himmelreich kommen. Matt. /. v. 10. Die vermeſſen ſich ſelber daß ſie from ſeyn/ und verachten andete. Luc. 18. v. 9. Fuͤr einer ſolchen Vermeß ſenheit/ O Chriſtliche Hertzen/ ſollen wir uns hůten/ wann wir ſchon alſo leben daß wir uns nichts Boͤſes bewuſt/ ſo ſind wir doch nicht deßwegen gerechtfertiget wie Paulus pon ihm ſelberbekennet. Cot. 4.9.4. Dann es wideine groſſe Vnvolkommenhei bey uns gefunden/ daß wann wit wollen Gutes thun/ uns das Boͤſe anhaͤnger. Mom? vuf 1, Iuſticia ei tt noſtra ——————, ,yü— 3 —,——— tußicht chen Gerechtigkeit gelegt wird/ ſo iſt ſic eine Ungerecheigkent. Daher uee be ede mitten unterm Bapſthum gelebet) gar ſchoͤne: Wann zunſchu Conc.z. einer allein ſo viel gute Wercke gethan haͤtte/ als ſonſt zehen tauſend bandamit Dominic. Menſchen o ſollen doch/ was ſein oder ſeiner Wercken Verdienſt oden bleuͤbertt Niſer. Wuͤrdigkeit anlanget/ in ſeinem Hertzen/ ſo ledig und frey bluben/ als tendigve Deuum wanner ſein lebe Tage memals ein eirng gut Werck gethan haͤtte/ und 9.17. i fine. vonder unermaͤßlichen Barmhertzigkeit Gottes/ allein gewaͤrhgſepn(ggdan zuempfahen Gnade umb Gnade/ ohne alle Gedancken und Vermeſe Chuiſti D. Gerb. ſenheit von ſeiner eigenen Vorbereitung. Derhalben ſagte Erneſus awußf oonfeſf. Ertz⸗Biſchoff zu Magdeburg recht zu den Muͤnchen ſo ſhn mit ſhres das genn Cacholl. Drdeus guten Wercken Muttheilungtroſtenwolten. Neinichnanmng m Jah 32an. ichbagehre eure Werckenargendzu/ memes ErmChriſti Wami ufae 4 asſſcnige 11. Sruclium ejus vanum: Ifraels vergeblichen Fleiß Iſtall udnach hat das Geſetzder Gerechtigkeit nicht uberkommen: Daoiſ Er ſom und! via. Glall hat die Gerechtigkeu die fuͤr Gott gilt/ und vom Geſesze erfodenwüd ligahan rhilolog. nicht erlanget: Das Geſetze haben ſie zwar gehabt/ und ſolches immr und Erne kecr.. im Munde gefuͤhret/ aber nicht ſeine Gerechtigkeit. Paulus arklatke Mnun gebc⸗ 85 de ſichbald darauff alſo⸗Sic haben die Gerechtigk eit⸗ ſofuͤr Gott gilt(ie Sae ſ /hi yPalage. Gerechtigkei deß Glaubens) nicht erkand/ und haben getrachtet ihrecl⸗ ſogaſſel/ ——— ——*— —————.. —*———— 8 8 —. 4... .———— 8— 22— 2 2—— d————— — ttgebetct/hag lgen daß and n. Brod ine haur geveſin —44— werden. Matth. 6. v. x. Jener Phariſeiſcher Juͤngling ſagte/ er hite dar Geſt b auff gute Wercke nicht ſetzen ſollen. S8 muß ich thun/ daß ich das ewige Leben ererbe? Lue. 10. xꝛ⸗. Da wir doch/ wann wir ſchon alles gethan haben/ was uns befohlen/ wir bekennen muͤſ⸗ ſen/ daß wir unnuͤtze Knechte ſeyn/ weilen wir gethan haben/ was wwir zu⸗ ehun ſchuldig waren. Lue.1⁷. v. xo. Ich geſchweige/ daß wir das ewige Le⸗ ben damit ererben ſolten. Es iſt eine heuchleriſche Gerechtigkeit/ ſie ſind wie uͤbertuͤnchete Graͤber/ welche außwendig huͤbſch ſcheinen/ aber in⸗ wendig voller Todtenbein und alles Unfiaths gefunden werden. Maeth. 23 v. 17. Darum ſpricht der Sohn Gottes: Huͤtet euch fuͤr dem Sauer⸗ teig der Phariſeer/ welches iſt die Heucheley. Lue. 12. v. I. Weilenes/ O Chriſtliche Hertzen/ mit der eigenen Gerechtigkeit eine ſolche elende und verwerffliche Beſchaffenheit hat/ ſollen wir uns nicht bethoͤren laſſen das geringſie Fuͤncklein eines Vertrauens auff dieſelbe zu ſetzen: Vmb das Jahr Chriſiu 1122. iſt zu Jeruſalem ein ſolcher Wernck⸗ Heiliger geweſen/ mit Namen Alberieus/ ſo den Auſſaͤtzigen gedienet der hat das ſenige was von der Speiſe die Auſſaͤtzigen uͤbergelaſſen/ geſſen/ 06 und nach vollendeter Meſſe ſie alle gekuͤſſet/ jhnen die Fuͤſſe gewa⸗ E d ſchen und getrocknet/ jhre Bette gemacht/ die Krancken getragen/ und Eul eu wie er einem dermahlen die Fuͤſſe gewaſchen/ und das Waſſer mit Blut e lib.. und Eyter vermiſchet/ ihm ein Eckel verurſachet/ hat er das Angeſicht cap. 12. hinein geſtoſſen/ und keinen geringen Theil darauß geſoffen; Seine Zelle iſt ihm gleichſam ein Gefaͤngnuͤß geweſen/ er hat ſich offt al⸗ ſo geiſſelt/ daß das Blut miltiglich von jhm herunter gefloſſen/ wann er gebetet/ hat er entweder geſtreckt auff der Erden/ oder auff den Knien ge⸗ legen daß er dicke Schwelle an dieſelbe bekommen/ ſein Eſſen iſt Ger⸗ ſten⸗Brod und Waſſer geweſen/ ſein Hembd iſt von rauchen Iiegen⸗ Haar geweſen/ Barfuß iſt er gangt/ Haar und Bart hat er alſo geſchorẽ/ daß er einem Narren aͤhnlicher/ als einem Geiſtlichen außgeſehen: Wann Welt⸗Leute zu jhm kommen/ hat er ſie entweder mit hoͤniſchen Worten ang fahren/ oder gar verachtet. Das laß mir/ O Chriſtuiches Hertz einen Martyrer deß Teuffels ſeyn: Von welchen Gott ſagt: Wer hat ſolches von euren Haͤnden gefodert. Eſa.. v. 12. IV. Vanitatis hujus ortum. Woher dieſer vergeblicher Fleiß gekommen: Warum das? Was mag wol die Vrſach ſeyne Pau⸗ lus antw ortet jhm ſelber/ es ſey geweſen: 1. Fidei rejectio. Die Verwerffung diß Glaubens: Dar⸗ umb daß ſie es nicht auß dem Slauben geſucht: Es hat demaller⸗ hochſten GO T T von Ewigkeit alſo gefallen/ daß er dem gefa le⸗ tt 2 —— —=“———-——— 4 Wie wir unſer Vertranen nen menſchlichen Geſchlechte/ ſene unermeßliche Liebe gegen ſolches zu bezeugen/ wolle ſeinen Sohn geben/ alſo/ daß alle ſo an denſelben glau⸗ den/ inden Gnaden Stand Gottes hie zeitlich/ und in beſtaͤndiger Ver⸗ harrung in demſelben/ inden Stand der ewigen Herꝛliehkeit ſolten ge⸗ ſetzet werden/ dieſer Glaube ergreiffet die vaͤterliche Gnade G Ottes/ ſo im Werdienſt Chriſti/ welches er allen Menſchen erworben/ gegruͤnder iſt: Auß dieſer Urſache ſehen Gottes Augen nach dem Glauben. Jer.. p. 3. Und wird die Gerechtigkeit die füͤr Gott gilt/ ohne Zuthun deß Ge⸗ ſetzes geoffenbahret. Rom. 3. verſ. 21. Iſt gar herrlich geredet/ gegenalle Papiſten/ alte und neue Majoriſten; Dann ſo die Gerechtigkeit ſofuͤr Gott gilt/ ohne jenig Zuthun deß Geſetzes wird offenbaret/ ſo wird ſie auch ohn jenig Zuthun/ man nenne ſolches wie man wolle/ der guten Wercke/ welche zum Geſetz hoͤren/ offenbaret/ man draͤhe/ man wende/ man bemaͤntele ſich/ wie man immer wolle: Ohne Zuthun/ wirfftalles uͤber einen Hauffen: Vnd dieſes auß dieſer Vrſach/ auff daß aller Ruhm an unſer Seiten/ fuͤr Gott moͤge auffgehoben werden: Dann iſt Abraham durch die Wercke gerecht(fuͤr den Menſchen) ſo haterwol Ruhm(bey den Menſchen) aber nicht fuͤr Gott/ dajhm daß er Gott ge⸗ gglaubet/ zur Gerechtigkeit iſt gerechnet. Rom. 4. v. 2. eq. Vnd alſo wer⸗ den wir auch ſelig durch den Glauben/ und zwar als einer Gabe Goltes/ und nicht auß den Wercken/ auff daß ſich nicht ſemand ruͤhme. Eph. 2. v. 8. ſeq. Vnd dahin gehen die vielen excluſivæ oder Redens Art/ da Paulus zum offtern/ die Wercke von dem Glauben abſondert/ jaſiedem Glauben entgegen ſetzet. Dieſe iſt die erſte Vrſach geweſen daß die Ju⸗ den die Gerechtigkeit deß Geſetzes/ ſo fuͤr Gott gilt/ nicht uͤberkommen/ weilen ſie den Glauben davon außgeſchloſſen/ welches noch heutzu Ta⸗ ge/ auff gewiſſe Maſſe alle die jenige thun ſo ſhre Wercke mit zur Ge⸗ rechtigkeit/ oder Seeligkeit erheben/ und an unſer Seit dem Glauben nicht alleine zuſchreiben. 2. Operum cvectio: Die Erhebung der Wercke: Sondern Phalsauß den Wercken deß Geſetzes geſucht: Dieſes iſt von jhnen 1. Malè: Boßlich: Weilen ſie wider deß Geſetzes(nach unſern fuͤndlichen Zuſtande betrachtet) Natur gethan: Dann auß deß Geſetzes Werck/ wid kein Fleiſch gerecht. Rom. 3.v. 20. Es iſt dem Geſetz ohn⸗ moͤglich(uns gerecht oder ſelig zumachen) weilen es durch das Jleſſh e. geſchwi⸗ giſchraͤ gwecht un den Giſet auffdahd Faeben d 2. Oſtendit Das iſt: nicht gehe Weger ſoſhreeig ſenigerle Sonnen! Gev ſins rat ſchrenbe ſnicht: S Verdienſt culam inar ſericorcias Amal Oas aißdergeöſt onſtgethelle kauzuſzen. uuns hey den ——————— nicht auff gute Wercke ſetzen ſollen. geſchwaͤchet. Rom. 8. v. 3. Wann ein Geſetz gegeben waͤre/ das da koͤnte gerecht und lebendig machen/ ſo kaͤme die Gerechtigkeit warhafftig auß dem Geſetze: Aber die Schrifft hat es alles beſchloſſen unter die Suͤnde/ auff daß die Verheiſſung kaͤme durchden Glauben an Jeſum Chriſtum gegeben denen/ die da glauben. Gal.z. v. 21. ſeq. 2. Falſè: Faͤlſchlich: Als auß den Wercken deß Geſetzes: Oſtendit, quod neque illam habuerint, ſagt Chryſoſtomus ſuper h.l. Das iſt: Paulus zeiget an/ daß ſie die Gerechtigkeit deß Geſetzes auch nicht gehabt: Dann/ wie droben gemeldet/ iſt ihre Gerechtigkeit/ auff vie⸗ le Wege verwerfflich geweſen/ und noch heut zu Tagealler der jenigen/ ſojhreeigene Wercke in die Rechtfertigung oder Seligmachung/ auff jenigerley Weiſe einflicken oder einſchieben wollen: Und dieſes iſt alſo Sonnen klar/ daß die dapfferſte Werck Verfechter/ auß Antrieb jhres Gewiſſeno/ es ſelber bekennen muͤſſen: Humilitas propria merita igno- lib. ⸗.de rat, ſchreibet Bellarmin': Das iſt; Die Demut weiß võ eigenem Verdien⸗ juſlifec. 6. ſie nicht: Derowegen ſo iſts eine ſchaͤdliche und ſchaͤndliche Hoffart jhm§. Adalia Verdienſt einbilden Propter incertitudinem propriæ juſtitiæ,& peri- loca. culum inanis gloriæ turiſſimum eſt, fiduciam totam in ſola Dei mi- Ibid. c. 7. ſericordia& benignitate reponere, ſchreibet derſelbige Roͤmiſche Car⸗ 5.ſit terti. dinal. Das iſt: Wegen Ungewißheit eigener Gerechtigkeit/ und Gefahr Propoſita deß vergeblichen Ruhms/ iſts am ſicherſt/ ſein gantzes(nicht halbes oder ſonſt getheiltes) Vertrauen/ allein auff Gottes Guͤte und Barmhertzig⸗ keit zu ſetzen Das glaube ich von Hertzen wahr zu ſeyn. Ach HErꝛ erhal⸗ te uns bey deiner Warheit/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. Die achtzigſte Predigt. DE NOVER OBEDIENTIA GONTRARIO TERTIO, DE OPERUM VITE XTERNE MERTTORIA CAusa. Wie daß unſer gute Wercke/ die ewige Seeligkeit b nicht verdienen. Rom. G. v. 2 9 Der Todt iſt der Suͤnden Sold/ aber die Ga⸗ be Gottes iſt das ewige Leben/ in Chriſto Jeſuunſem Hernn. ueee. Wiedaß unſer gute Wercke ☛ Duſolt wiſſen/ daß der HErr dein Gott/ dir nicht umb dei⸗ ner Gerechtigkeit willen/ das gute Land Canaan gibt ein⸗ zunehmen ſintemal duein halsſtarrig Volck bißt: Durch dieſes Land Canaan iſt das ewige Leben vorgebildet worden/ und zwar 1. Ratione promiſſionis: Wegen der Verheiſſung; Gon hat dem Abraham und ſeinen Nachkommen dieſes Land auß Onaden ver⸗ heiſſen/ wie er zum Abraham geſprochen Deinem Samen wilich diß Lan geben Gen. 12. verſ.7. Derowegen es auch Abr aham in die Laͤnge und Breite durchziehen muͤſſen. Gen. 13. v. 27. Alſo hat Gott dem geiſ⸗ lichen Samen Abraham/ das himliſche Canaan oder das ewige Leben verheiſſen Dann Abraham iſt ein Vater aller Glaubigen Rom 4 val. Vnd hat Gott dem Abraham das Erbe durch die Verheiſſung frey ge⸗ ſchencket Gal. 3.. 18. Daß alſo die Glaubige ſeyn Abrahams Samen und nach der Verheiſſung Erben. Gal z. v. 9. b 2. Ratione poſſeſtonis: Wegen der Beſitzung: Gott hal auß lauter Gnaden den Iſraeliten das Land Canaan zu beſitzen geben und nicht umb jhrer Gerechtigkeit willen/ wie Moſes ſagt: Gott hat jhnen geben ein Land daran ſie nicht gearbeitet und Staͤdte die ſie nit gebauct. Joſ. 24 v. 13. Ste haben es nicht eingenomen/ durch ſtr Schwert/ und jhr Arm hat ihnen nicht geholffen ſondern Gottes Rechte und Arm/ und das Liecht ſeines Angeſichts. Pſ. 44 v. 4. Vnd ſchwur deßwegen Gott in ſeinem Zorn/ daß die Widerſpenſtige/ unter den Iſraeliten/ nicht ſoltenzu ſeiner Ruhe(das iſt zum ruhigen Beſitz deß Landes Canaan)kommen. Pſ. 95. v. u. Alſo iſt der Beſitz deß ewigen Lebens /eine lauter Gnadenga⸗ be Gottes: Auß Gnaden werden wir ſelig/ durch den Glaubenan Chri⸗ ſtum und daſſelbe nicht auß uns Gottes Gabe iſts, Eph. 2. v.s. Nach ſet⸗ ner Barmhertzigkeit machet er uns ſelig. Tit. 3. v. 5. Vnd gleichwie der Vnglaubedie Vrſach geweſen/ warum die wiederſpenſtigen Iſtacliten nicht hinein kommen. Heb.z v. 18 fe q. Alſo werden die ſo glauben in die Ruhe(der ewigen Seligkeit) gehen. Heb. 4. v. 3. Aber die Pnglaubige ſollen verdampt werden. Marc. 16. v. 16. Dieſes bezeuget auch Pauluß in verleſenen Worten/ auß welchen wir anſehen wollen/ Wie unſer gute Wercke das ewige Leben nicht verdienen⸗ ſondern es ein Gnaden Gabe Gottes ſch. Der S ſpricht Moſes zu den Iſraeltten Deut.9, b.6, kanwetin dff merund demuͦſſenu wieſhn Go ghoch dieſe ſagt von ſei Gott habe Daßwoß⸗ gennanuns lab mußwe daeS, line Duaa iu de ſo ſe n 10, v.n 2. Mors — ÿÿöÿůÿůÿůÿüäÿůä —————— die eivige Seeligkeit nicht verdienen. r⸗, Der Almaͤchtige gebe ſeine Gnade/ daß wirs alſo betrachten daß wirdie ewige Seligkeit auß lauter Gnaden ererben/ umb unſers eintzigen Erwerbers deß ewigen Lebens Chriſti Jeſu willen Amen. ecklaͤrung. Wir haben in verleſenen Worten: I. Originem mortis Den Vrſprung deß Todes: Dabey wir muͤſſen inacht nehhmen/ 1. Mortem diverlam⸗Daß der Tod unterſchiedlich ſey: Dann da wird gefunden: 1. Mors corporalis Der leibliche Tod: Welcher beſtehet theils— und gleichſam in der Vorbereitung zu folgenden/ in vielem Creutz/ Jam⸗ mer und Ge faͤhrlichkeit/ denen wir Menſche wegen der verfluchten Suͤn⸗ de muͤſſen unterworffen ſeyn: Alſo ſagte Pharao zum Moſe und Aaron/ wie jhn Gott mit Heuſchrecke plagte; Bitttt den HErꝛn euren Goit/ daß er doch dieſen Todt Plage von mir wegnehme. Exod. 10. v. 17. Paulus ſagt von ſeinem vielfaͤltige Elende/ ex ſterbe taͤglich.1. Cor. 15. v. z1. Vnd Gott habe ihn vom Todte groſſer Gefaͤhrlichkeit erloͤſet. 2. Cor. 1 v.o. Daß er off in Todtes Noͤthen geweſen.· Corin th. 11. v. 23. Theils/ die Zertrennung Leibes und der Seelen/ durch den zeitlichen Todt; Da des Leib muß wieder zur Erden werden/ davon er genommen iſt. Gen.; v. 19. Vnd die Seele der Gerechtenk ompt in die Hand deß HErꝛn/ darin ſis keine Quaal anruͤhret. Sapz vn. Die Seele aber der IInbußfertigen/ kommet in die ewige Quaal. Luc. 16. p. 2 3 Dann wer an Chriſium glau⸗ bet der ſot ſelig werden/ wer aber nicht gleubet/ der ſol verdamt werden. 12. Mors ſpiritualis⸗Der geiſtliche Kodt: Welcher nichts anders iſt als eine Trennung und Scheidung der Seelen vonder Gnaden Got⸗ tes/ in dieſem Leben/ da die Seele zwar natuͤrlich lebet/ aber in Suͤnden todiſt: Da begt aben offt die(geiſtlich Toden/ die(natuͤrlich) Toden. Manh 8. v. 22. Da war der verlohrne Sohn tod/ und iſt durch die Buſ⸗ ſe wieder lebendig worden Lic. v. 24, Wann dieſe Todten die Stimme deß Sohns Goltes huͤren ſo lehen ſie. Joh.5. v z. Dirſeſeyn in Suͤn⸗ den todt/ durch die Bbertretung und Suͤnde. Eph. pa Sie ſind ent⸗ fremdet von dem Lehen das auß Gotl iſt Eph⸗4 v. 18. Sit ſind lebendig 3. Mors lodt.1. Tim. 3.p. 6. 3————— gis Wie daß unſer gute Wercke⸗ Mots perennis: Der ewige Tod⸗ Welcher iſt eine ewige Scheidung Leibes und der Seelen von dem Angeſicht Goltes/ mit ewi⸗ ger Schmach und Schande!/ Quaal und Pein;: Da liegen ſie in der oͤllen wie Schaaffe und der(ewige) Todt naget ſie. Pſ 49.v. z. Das iſi/ der Tod machet nicht ein Ende oder Garauß mil /hnen/ ſondern er naget und plaget ſie in alle Ewigkeit: Da iſt ſolcher Leute alle jh⸗ re Hoffnung verlohren. Prov. 11. verſ. 7. Da wird jhr Wurmnimmer ſterben/ und jhr Feuer nimmer verleſchen/ und werden allem Fleiſch ein Greuel ſeyn. Eſa. 66. v. ult. Sie werden außgeſtoſſen werden in das Jin⸗ ſiernuͤß hinauß da wird ſeyn Heulen und Zaͤhn⸗klappen. Matth. d.velꝛ. Sie werden gehen in das ewige Feuer/ das dem Teuffel und ſeinen En⸗ geln bereitet iſt. Matth. 25. v. 41. Und dieſer wird genant der ander Tod. Apoc. 2. v. u. Welchem ſiein Ewigkeit muͤſſen unterworffen ſeyn/ in dem Pauderuut Feuer und Schweffel brennet. Apot. 21. v. 8. Ach laſſet ch laſſet/ uns dieſes bedencken/ O Chriſtliche Hertzen/ und betrachten außiruͤcklich undſetztt 1 Stligkeit 1 twigen wwig jeng! . ſchn wirde der Rech ben Pſ⸗ 25.d. 46. Hauß ha ſollen jie H P Pet. 1. v.⸗ Koyſer D mddreyhu in Franck⸗ Jeruſalem bermache zerfteuber u Jeerdieſeiſt 6. Re war theils/ hauche Var⸗ 0b. Da jetemmiſſra ſelangelähe 1b 2. Vnd wane, valches 2. fatgeha Ke e htzen ſal zuh. 1 f lgenderbonig aong boßſ b narthn —ꝛ—Q—⸗—⸗——’——— die Seligkeit nicht verdienen. 519 IIl. Originem æternæ ſalutis: Den Urſprung der ewigen Seligkeit: Dabey wir in acht nehmen muͤſſen: 1. Subjectum: Wovon alhie geredet werde/ nemlich vom ewigen Leben; Dadurch wird verſtanden der Zuſtand der jenigen ſo ewig ſelig werden/ und wird genant em ewiges Leben: a. Abſolutè: Bloß dahin; Weilen deſſelben Lebens kein Ende ſeyn wird: Dann daſelbſt ſol Freude die Fuͤlle ſeyn und lieblich Weſen zu der Rechten Gottes ewiglich. Pſalm. 16. v. 11. Ihr Hertze ſol ewiglich le⸗ ben Pſ.2. v 27. Die Gerechten ſollen gehen in das ewige Leben. Matth. 25.v. 46. Sie ſollen nimmermehr ſterben. Joh. 11. v. 26. Sie ſollen ein Hauß haben/ das ewig iſt im Himmel. 2. Cor. /. v. t. Einen ewigen Troſt ſollen ſie haben. 2 Theſt ³ v. 16. Sie ſollen das ewige Erbe empfahen. Heb. 9. v. 15. Welches daher wird genant ein unvergaͤngliches Erbe... Pet. 1. v. 4. Es war eine groſſe Erbſchafft da Keyſer Philips Tochter Zeil. ma- Keyſer Otten deß 1V. Gemahln ſeine Erbin von hundert feſter Staͤdte/ nual 2 und dreyhundert und funfftzig Schloͤſſern geworden: Philppus Koͤnig bahelß. in Franck⸗Reich/ hat loanni Brenno emnem vertriebenen Koͤnig von Zwing⸗ Jeruſalem/ in ſeinem Teſtament viertzigmal tauſend Pfund Silbers Vol.z. vermachet. Aber wo ſeyn dieſe Erbſchaften gebliebẽe Sie ſeyn zerſtreuet/ pag. 625. zerſteubert/ und zerſchmeitzet/ daß der dritte Erbe wenig davon genoſſen Aber dieſe iſt eine ewige und unvergaͤngliche Erbſchafft: 3— 6. Relaté: Daß damit auff etwas anders geſehen wird; Und zwar/theils/ auf das natuͤrliche Leben/ von welchem auch die Gottſelige herliche Verh⸗iſſung haben: Daß ſie ſollen lange lebẽ auff Erden. Erod. 20.v. 12. Daß ſie ſollen Gott fuͤrchten/ und halten ſeine Rechtund Ge⸗ botte/ mit jhren Kindern und Kindes Kindernſalle jhre Lebtage/ auff daß ſie lange leben. Oeut. 6. v. 2. Da iſt der HErꝛ jhres Lebens Krafft. Pſal. 27. v. 2. Vnd ſaͤttiget ſie mit langem Leden. Pſalm 91. v. 16. Aber endlich macht der Todt deſſelben auch ein Ende: Theils/ auff das geiſtliche Le⸗ ben] welches auch eine zeitliche Seligkeit hat/ und deßwegen recht buß⸗ fertige Hertzen wegen Vergebung ihrer Suͤnden ſelig geprieſen werden. Pſal. 32. v. 2. Rom. 4 v. 6. Aber dieſelbe Seligkeit kan auch wegen folgender vorſetzlicher Suͤnde verlohren werden; Dann wo ſich der Ge⸗ rechte kehret von ſeiner Gerechtigkeit/ und thur Boͤſes/ und lebet nach 25 uu 11 — O————— ſſ 920 Wie daß unſer gute Wercke e haltſich euelt die ein Gottloſer thut/ ſolt der leben? geiſtlich und ewig) ſa 3 Gerechtigkeit die er geihan hat/ ſol nicht gedacht werddn. au Gnal Ehechas.v 4 Laſſet uns dewegen OChriſtliche Hersenachdifem uh ewigen Leben trachten; Laſſet uns Schaͤtze im Himmel ſamlen da ſie we⸗ b rit ſon der Motten noch Roſi freſſen und die Diebe nicht nachgraben noch ſieh virabera len. Matth.6. v.20. Laſſet uns vergeſſen deſſen das dahinden iſt und uns ns Gott ſirecken zu dem das da fornen iſt/ laſſet uns nachſagen dem fuͤrgeſtec ten andrat Ziel nach dem Kleinod/ welches uno fuͤrhaͤlt diehimliſche Beruffung 2. Gottes/ in Chriſio Jeſu. Phil.; v. z led. Owie trachtet der Saln n Wa darnach/ daß eruns dieſes von G Oit vorgeſtecktes Ziel vert ucke; der ienenw Tit. in lo- Herr Martheſius hat wenig Tage fuͤr ſeinem Tode zu ſemne Cohchn von Gott cis biſtor. geſagt: Inmeiner letzten Verſuchung/ vom Satan/ ſind ſeine Argu⸗ lmmunda paga5zz. ment durch G Oites Gnad und Wort auffgeloͤſet: Da habeichwegn mm aSn Erlangung deß ewigen Lebens reſpondiren und antworten muͤſſen ſchuldig ſe Gott ſey Lob und Danck/ daß ich einen gulen Preſidenten und Vor⸗ döödeſtns ſieher hatte Chriſtum Jeſum) der die Argument und Gruͤnde deß Sa⸗ NMaaher tans /deß Todles/ der Suͤnden/ deh Fluchs deß Geſetzes/ meines igenn an Rom. Hertzen ſo mich verdammete/ Oder grauſamen und geſchwinden d9 Vandel o vponenten) mit ſeinem Blut und Todt geholffen ſonſt waͤre ich zum i9. kuͤnnn vir pondenten uͤbel beſtanden Da habe ich erſilich gelernet/ was dasn a dem loßt liche lola(allein heiſſet; Allein Chriſti Fuͤrbitte/ Blut und Todt /und ſen nſem Thi volkommener Gehorſam/ dener dem Vater in Thun und Leiden gele⸗ undzuthun, et/iſtmeine Gerechtigkeit Das iſt Chriſtus allein/ iſt meine Watheit 7vIg.Ulnſ 4 4 Wort, Tas Gerechken in ſeinem Blul; Meine Heilgkein Jnaen durch ſeinen Geiſt: Vnd meine Erloͤſung in ſeiner herꝛlichen Zukunfft Das war/ O Chriſtliche Hertzen/ ein herꝛliches Kunſi⸗Stuͤcklein eints le nnan geiſilichen Ritters. b Es 2. Vitæ æternæ ortum: Woher das ewige Leben komme. ünn/ was ni iſt ine Gabe Gottes: Es iſt nicht ein Verdienſt unſer Wercke wede Pfatißf im groſſen oder geringen Theil/ ſondern ein lauter Grnadenſchenck deß AGort grundguͤtigen Gottes/ welches beweiſet: mufffa 1. Oppoſitio Der Gegenſatz⸗ Der Todt wird alhie genant der unſenrſins Suͤnden Sold /weilen er dadurch ver ienet Das ewige Leben aber wh minien hs nicht genand der guten Wercke Sold/ ſondern eine Gab GOteszag nem hunh iſſen das dahnda a srachſagen nnſt dalt dae hemüſchen a —. Owietach h giſtecktes gurm ie ufgch: diſc n enftr—5 i. Tasda t⁴ eeelan 8 agnThun und Lede 2 —————ß die ewige Seligkeit nicht verdienen er haͤlt ſichs anders mit der Gabe/ als mit der Suͤnde. Rom. ⸗. v. 1. Iſis auß Gnaden /ſo iſts nicht auß Verdienſt der Wercke/ ſonſt wuͤrde Gna⸗ denicht Gnade ſeyn; Iſts aber auß Verdienſt der Wercke/ ſo iſt Gnade nichts/ ſonſt waͤre Verdienſt nicht Verdienſt. Rom. 11 v. 6. Nun werden wir aber auß Gnaden ſelig/ durch den Glauben/ und daſſelbe nicht auß uns/ Gottes Gabe iſts/ nicht nicht) auß den Wercken/ auff daß ſich nie⸗ mand ruͤhme. Eph. 2·v. 8. ſeq.“ 2. Meriti requiſitio: Die Erfoderung eines Verdienſtes: Ein Verdienſt erfodert/ daß es von demſelben herruͤhre/ der etwas ver⸗ dienen wil Unſere gute Wercke aber/ ſeyn nicht unſer/ ſondern kommen von Gott dem heiligen Geiſte; Der muß in uns wircken beyde das Wol⸗ len und Volbringen. Phil. 2. v. 13. Ein Verdienſt/ muß keine Schuld ſeyn Wir aber thun nicht mehr inallen guten Wercken/ als wir zuthun ſchuldig ſeyn. Lue. 17. v. 1o. Ein Verdienſt muß alſo beſchaffen ſeyn/ daß deſſen der es belohnen ſol/ ſein Nutzen und Vortheilbefodert werde. Wer aber hai Gott zuvor etwas gegeben/ das jhm werde wieder vergol⸗ ten? Rom. II. v. 37. Es hilffet Gott nicht ob wir ſchon unſere Wege ohn Wandel(ohne Suͤnde) achten? Hiob. 22. v. 3. Ob wir gerecht ſind/ was koͤnnen wir Gott geben: Hiob. 35. v. 7. Ein Verdienſt erfodert/ daß un⸗ ter dem Lohn und unter der Arbeit eine Gleichheit erfunden werde. Mit unſerm Thun aber iſts alſo bewand/ daß wir nicht thun was wir wollen und zu thun ſchuldig ſeyn/ ſondern das wir haſſen/ das thun wir. Rom. 7. v. 15. Unſer Leiden aber/ iſt nicht werth der Herꝛlichkeit/ die an uns ſoll offenbaret werden. Rom. 8. v. 8. 3. Meriti negatio: Die Verleugnung deß Verdienſtes⸗ Und zwar auß Chriſti Befehlch: Wann jhr alles gethan habt/ was euch befohlen iſt/ ſo ſprecht: Wir ſind unnuͤtze Knechte/ dann wir haben ge⸗ than/ was wir zuthun ſchuldig waren. Luc. 17. v. 10. Alle unſer Gerech⸗ tigkeit iſt fuͤr Gott wie ein unflaͤtiges Kleid. Eſa. 64. v. 6. Wir muͤſſen fuͤr Gott liegen mit unſerm Gebete/ nicht auff unſer Gerechtigkeit/ ſon⸗ dern auff ſeine groſſe Barmhertzigkeit. Dan. 9. v. 1s. Wir muͤſſen das unſerige fuͤr Schaden und Dreck achten. Phil. z. v.. Hoctotum ho- minis meritum, ſi totam ſpem ſuam ponat in eo, qui totum homi-; nem falvum facit, ſagt gar ſchoͤn der Bernhardus: Das iſt: Deß Men⸗ Quiha⸗ b Vuu 2. chen birat. 22 Wie daß unſer gute Wercke die Seligk. nit verdien?. ſchen gantzes Verdienſt iſt dieſes/ ſo er ſeine gantze Hoffnung auff den ſetzet/ der den gantzen Menſchen ſelig machet. 4. Hæreditario: Die Erbſchafft: Erbſchafft iſt jakein Ver⸗ dienſt/ ſonſt muͤſte es den Titul verlieren/ und Lohn heiſſen: Nuniſt ja die ewige Seligkeit eine Erbſchafft der jenigen ſo in jhrer goͤttlichen Kindſchafft/ die ſie durch den Glauben an Chriſinm erlanget/ beſtaͤn⸗ digbleiben: Die ererben das Reich/ welches jhnen von Anbegin der Welt bereitet. Matth. 25. v. 34. Solches folget auff die Vergebung der Suͤnde. Ack. 26. v. 1s. Vnd nicht auff Verdienſt: Dann ſo die vom Geſetz Erben ſind/ ſo iſt der Glaube nichts/ und die Verheiſſung iſtabe. Rom. 4. v. 14. Vnd ſo dieſes Erbe/ durs Geſetz erworben wuͤrde/ ſ wuͤrde es nicht durch die Verheiſſung gegeben/ Gott aber hats Abra⸗ ham durch die Verheiſſung frey geſchenckt. Galat. 3. v. 18. Durch die Gnade Gottes werden wir gerecht und Erben deß ewigen Lebens? Tit. 3.v. 7. Was kunte doch heller? Was kunte klaͤrer geredet werden? 3. Vitæ æternæ meritum. Wer uns das ewige Leben ver⸗ dienet? Es iſt eine Gabe Gottes/ in Chriſto Jeſu unſerm HEr⸗ ren: So an denſelben glaͤuben/ ſollen nicht verlohren werden/ ſondern das ewige Leben haben. Johan 3. verſ. 16. Er gibt ſeinen Schafen das ewige Leben. Johan. 10. verſ. 28. Er hat in ſeines Vatters Hauſe uns die Stete bereitet. Johann. 14. verſ. 2. Es iſt kein ander Nahme gege⸗ ben darin wir koͤnnen ſelig werden/ als in ſeinem Nahmen. Att. 4. v. 3. Er iſt fuͤr uns geſtorben/ auff daß/ wir wachen oder ſchlaffen/ zu gleich mit jhm leben ſollen. 1. Theſſ.. verſ. 10. Und iſt alſo allen die jhm ge⸗ horſam ſind/ eine Urſache zur ewigen Seligkeit worden. Heb.. verſ.· An dieſen Erwerber deß ewigen Lebens/ ſollen wir uns mit wahrem Glauben halten/ ſo werden wir das Ende deß Glaubens/ nemlich der Seelen Seligkeit davon bringen/ dazu uns verhelffe Gott der Vater/ durch ſeinen heiligene Giſt/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. Beſchluß⸗ G Wne dir her Se terLeibe barmh heit ab deinem warha ſen/ M Krafftu Gott V inniglich lerllebſte tuer hi mandlich mmeiner. halten/ ſo diſieleſe hr eeendes Par nsde eng 4 p. r nChid Jum Beſchluß Gebet 4 1 4 e mein aleerliebſter/ mein allergnaͤdigſter GO/ Umein allerwolthaͤtigſter himliſcher Vatter/ ich dancke dir auß dem innerſten Grund meines Hertzen und mei⸗ ner Seelen/ fuͤr alle deine Wolthat/ ſo du mir auß Mut⸗ terLeibe her/ biß auff gegenwertige Stunde/ ſo gnaͤdig/ ſo barmhertzig/ ſo uͤberauß vaͤterlich erwieſen haſt; Inſonder⸗ heit aber daß du in Verfertigung dieſer meiner Arbeit/ mit deinem heiligen Geiſt mir beygewohnet/ auß deinem allein warhafftigem und allerheiligſtem Wort/ mich unterwle⸗ ſen/ mir ſolches muͤndlich und ſchrifftlich zu verrichten/ Krafft und Geſundheit verliehen Dir einigem und ewigen Gott Vatter Sohn und heiligem Geiſt/ ſey dafuͤr Hertz⸗ innigliches Lob und Danck geſagt; Und bitte dich mein al⸗ lerliebſter/ mein allergnaͤdigſter Gott/ mein allerwolthaͤ⸗ tigſter himmliſcher Vatter/ du wolleſt nicht allein meine muͤndliche Arbeit/nicht vergebens ſeyn laſſen/ und dieſelbe in meiner lieben Zuhoͤrer Hertzen gnaͤdig und beſtaͤndig er⸗ halten/ ſondern auch dieſe ſchrifftliche Arbeit ſegnen/ alle die ſie leſen/ mit deinem heiligen Geiſt erleuchten/ daß ſie jhr elendes/ zeit und ewig verderbliches Suͤnden⸗Weſen/ mit demuͤtigem und wehmuͤtigem Hertzen moͤgen erken⸗ nen/ hertzreuliches Leid daruͤber tragen/ Vergebung aller jhrer Suͤnden von dir inniglich bitten/ und deine groſſe/ deine allgemeine/ deine unendliche/ deine unaußſprechliche Gnade und Liebe/ in Chriſti theurem/ und mit wahrem und beſtaͤndigem Glauben zugeeignetem/ Verdienſt ge⸗ gruͤndet ergreiffen/ ſolchen ungefaͤrbten Glauben mit ei⸗ Vun in nem ——uͤͤͤͤſ — ne lae/ Leben und Wandel/ in der That und War⸗ venzung und endlich/ das Ende deß Glaubens/ der Seelen Seligkeit davontragen; Ach das verleyhe/ mein allerliebſter/ mein allergnaͤdigſter GO8V/ menn alerwol⸗ thaͤtigſter himmliſcher Vatter⸗ umb deß allgemeinen⸗ deß Bluttrieffenden Verdienſtes deines hertzallerliebſten Sobhns Jeſu Lhen willen/ Amen. b Amen. —y—— nsseeseeeeheeae eksesJehee RE E“ Erſtes Regiſter im zweyten Theil/ Denn die Buß⸗Predigten und deren Inhalt zu finden. dilen/ Anen. 1 Om Unterſcheid der Ren und Leid uͤber die Suͤnde/ Eſa.z. v. 4. Pag.j. 1 2. De Wie Gott uͤber die Geſetz⸗Predigt wahre Reu uͤber Suͤnde bey uns wircke/ 1 8 Jer. 23. v. 29. 1 3 Wie Gott der HErn durch Anklag unſers Gewiſſens/ wahre Reu und Leid 1 uͤber unſer Suͤnde/ bey uns wircke/ Sap. 17⁷. v. 10. 14 1 4. Wie Gottdurch Zuſendung der Straffe/ wahre Reu und eid bey uns wircke/ Thren. I. V. 14. 21 Wieuns Gottdurch Berrachtung ſeines Zorns zu wahrer Reu und Leid uͤber unſe⸗ 6 re Suͤnde fuͤhre/ Pſal. 102. v. 10. ſeq. 27 Wie uns die Betrachtung deß Leidens Chriſti/ zu wahrer Reu und Leid uͤber die Suͤnde fuͤhre/ Pſal. 69. v. 5. 33 7 Wie uns die fleiſſige Erwegung deß juͤngſten Tages zu wahrer Reu und Leid uͤber un⸗ ſer Suͤnde bewegen ſolle/2. Theſ.. v.). ſeq. 40 8 Auff was Artund Weiſe/ wir Ren und Leid uͤber unſer Suͤnde tragen ſollen/ z.„Sam 24 V. IO. 4½ 9 Zu was Ende wir wahre Reu und Leid uͤber unſere Suͤnde tragen ſollen /* Cor. 7. v. 10. 53 10 Wie wir die Fruͤchte wahrer Reu und Leid beweiſen muͤſſen/ Jac. 4. v. 9. 59 11 Von Aukerſchiedlichan Zufaͤllen/ ſo bey wahrer Buſſe ſich finden ſollen/ Jon. z. v. 8 8G 2 Von der Nothwendigkeit wahrer Reu und Leid uͤber die Suͤndel Jer..3.V. 12. ſeq. 72 1 Von der Wegraͤumung der Verhindernuͤß der Reu und Leid uͤber unſer Suͤnd/ Efa. 59. v. 12. 79 14 Vom Unterſcheid der Bekaͤndnuͤß der Suͤnden/ Pſal. 38. v. 19. 85 1 Was uns zur Bekaͤndnuͤß unſer Suͤnden treiben ſolle/ Dan. 9. v. 4. ſeq. 91 16 Von der Beſchaffenheit unſer Suͤnden Bekaͤndnuͤß/ Pſal. 62. v. 9. 98 Von der Privat⸗ Beicht/ ſo fuͤr dem Diener der Kirchen Gottes verrichtet toled, 1 zis 1 2. Sam. 12. v. 13. 104 18 Bon dem Nutzen der Bekaͤndnuͤß der Suͤnden/ Prov. 28.v..13. 109 19 Die Verhinderung der Bekaͤndnuͤß der Suͤnden/ dir. 4.7 31. nu) 20] Von der Baͤpſtiſchen Bekaͤndnuͤß der Suͤnden/ Pſal. 19. v. 13. 1²² 21] Von deß Woͤrtleins Glaube/ unterſchiedlicher Bedeutung/ z. Cor. 5.v*. 129 22] Von der gemeinen Beſchrelbung deß ſeligmachenden Glaubens/Hleb. 11. v,I. 3S55 Don — 4 — 3 ————— — —.——— 3——— Kegi gr. Don der ſonderlichen Beſchrelbung deß ſe achenden Glaubens/ Joh.r7..z. den Glaubens/ Pſal. 18.v.. Von der wirckenden Urſach deß wahren ſe „. 8. Vem andern Mittel deß Glaubens/ welches iſt der wuͤrdige Gebrauchder heil Sacramenten Gal. 3.v. z6. ſeq tes/ Eph. z.v. d. ſeq. 43 Chriſt /Kom. z.v. 25. Won der Form deß ſeligmachenden Glaubens/ Matth. 8. v. 8. Marc. 9.v. 23. Kom. z.v. 28. Act. 13. v. z8. ſeq. tigkeit Chriſti Phil..v. 8. ſeq. Gottes Kom. 5.v. 2. 1. V. 12. ſens Heb. 10. v. 22. nung Chriſti/ Eph. 3.v. 7. chen Feinde /1. Ioh. 5.v. 4. Tugenden/ Phil.1. v. rr. 1 Von der zehenden Wirckung deß Glaubens/ welche iſt ein vertrauliches G Gott/ Iac. 5. v. 16. Warheit/ 2. Cor. 4. V. 13. Seligkeit/ Act. 16.v. zo. 45 Von der Erhaltung deß ſeligmachenden Glaubens /1.Pet.1 v.z. Von der Beſchaffenheit deß ſeligmachend⸗ ligmachenden Glaubens /oh. 6.*. 29. 155 Vom erſten Mittel deß Glaubens/ welches iſt die Predigt goͤttliches Worts/ oh.r7. on der allergroͤſſeſten Staͤrck/ Krafft und Macht deß ſeligma chenden Glaubens/ Von der erſten Wirckung deß Glaubens/ welche iſt die Gerechtfertigung fuͤr Gott/ Von der vierdien Wirckung deß Glaubens welche iſt die Mittheilung der Gnaden Don der ſiebenden Wirckung deß Glaubens/ welche iſt die gnadenreiche Einwoh⸗ b Von der achten Wirckung deß Glaubens/ welche iſt die Uberwindung unſer geiſtli⸗ 250 142 148 161 igen 167 Domdritten Mittel deß Glaubens/ welches iſt ein eifferiges Gebet/ Marc. 9.v.24.173 ZBom vierdten Mitteldeß Glaubens/ welches iſt/ die Mittheilung der Gnaden Got⸗ 180 Zom fuͤnſtten Mittel deß Glaubens/ welches die Betrachtung deß Werdienſtes 186 19 199 205 on der andern Wirckung deß Glaubens/ welche iſt die Vergebung der Suͤnden/ 212 ꝛDon der dritten Wirckung deß Glaubens/ welche iſt die Zurechnung der Gerec 21 225 Don der fuͤnfften Wirckung deß Glaubens/ welche iſt die gottliche Kindſchafft!loh. 231 ꝛZon der ſechſten Wirckung deß Glaubens/ welche iſt die Befriedigung deß Gewiß 23 244 Von der nenndten Wirckung deß Glaubens/ welche iſt die Wirckung Chrifllicher 257 ebet zu 264 Zon der eilfften Wirckung deß Glaubens/ welche iſt die großmuͤtige Bekaͤndnuͤß der 1 1 1 4—. 3 2 43 Von der zwoͤlfften Wirckung deß Glaubens/ welche iſt die Erbſchafft der ewiges 3 285 Don ——— 143 I VW 4 3 X. 61 Wien 62 V Wiem enden Glaudan a 1 gzitei 8 1 1 4 6) tfferiges Gebet D4r An 3 e Rütthetlungder dn 9 Benechang e Karch. 8..Z. 8 ſcigwacherde da 1 deitde Geradfenzn ten ¹) lde tde Vaoengd Ipa 4 dche ſt Rrrtruns. 2 35 aeöesiteſ 8 aeGerdigunzd i theeridigungd ae gmaderä 4¹ dünt anl nebennda S n Slht a4 Back 2 2 Regiſter. DVen der Berlierung deß ſeligmachenden Glaubens /r. Tim. 1v.18. e 292 Von der Fuͤrtreffligkeit deß ſeligmachenden Glaubens/ Act. 16. v. z4. 298 Von dem Baͤpſtiſchen Kohlers Glauben/ z. Tim. i.v.x zzx. 305 Von der Baͤpſtler Zweiffel/ von der Gnade Gottes und Vergebung der Suͤnden/ Rom. 4. v. 20. ſeq. 31² Vom Unglauben/ ſo dem ſeligmachenden Glauben widerſtrebet/ joh. z.v. 36. 318 Von der goͤttlichen Vermahnung jum neuen Gehorſam/ jer. 4.v.z. 325 Werden neuen Gehorſam bey uns wircke 2. Cor. 3.v.. 23² Von dem Mittel/ dardurch wir zu einem neuen Leben und Wandel kommen/ 1. Pet. x. V. 23. 338 Wie daß der goͤttliche Befehl uns zum neuen Gehorſam reitzen und treiben ſogeTer I11.v. 44. 345 Wie die Bezahlung unſer Schuldigkeit gegen Gott uns zum neuen Gehorſam trei⸗ ben ſolle/ Luc. 17. v. 10. 352 Wie der uteliche Beruff zum heiligen Leben/ uns zum neuen Gehorſam treiben ſol⸗ le/I. Theſl. 4.v. 7. 359 Wie unſer Erloͤſung uns zum neuen Gehorſam treiben ſolle/ Tit. 2. vrx 4A. 369 Wie unſer Wiedergeburt uns zum neuen Gehorſam bewegen ſolle/ jac. 1.v. 2. 372 Wie unſer Erneuerung uns zum neuen Gehorſam treiben ſolle/ Kom. 6. v. 1 7E 379 Wien n ede ſonderliche Wolgefalle Gottes/ zu einem gottſeligen Leben bewegen ſolle/ .10. v. 35. 8 Wie uns die Verheiſſung der gnadenreichen Vergeltung Gottes/ zum neuen 86 horſam antreiben ſolle/ 1. Tim. 4. v. 8. 39² Wie uns unſer goͤttliche Kindſchafft zum neuen Gehorſam auffmuntern ſolle/ Eph. 5.V.I. 39 Wie uns Gottes Ehre/ Lob und Preis zum neuen Gehorſam vermahnen ſolle/ 1. Pet. 2.V. I2. b 4⁰5 Wie uns die Nachfolge Chriſti zum neuen Gehorſam reitzen und treiben ſolle/ 1. oh. 2. V. G. b 411 Wie uns die Vermeidung deß Zorns Gottes zum neuen Gehorſam fuͤhren ſolle Matth. 3. v. 1o. 4¹⁸ Wie uns die Erbauung unſers Nechſten zum neuen Gehorſam treiben ſolle. Tit. z. V. 8. 4 Wie die Betrachtung unſer ſelbſt uns zum neuen Gehorſam anreinen ſolle. Gal. 6. v. I. 431 Welche gute und Gott wolgefaͤllige Wercke ſehn/ Eꝛech. 18. v. 9. 437 Wie gute und Gott wolgefaͤllige Wercke muͤſſen geſtalt ſeyn. Heb. I. v. 4. 444 Wie daß wir unſer gnten Wercke Unvollkommenheit erkennen ſollen Lir. 18. v.6. 450 Wie daß wir die Welt verlengnen ſollen Tit. 2.v. 12. 456 Wie wir uns ſelber verleugnen ſollen/ Luc. 9. v. ꝛ3. 463 3 Xxx Wie Ketziſter. ʒWie wlrdie Suͤndeſutnallerſteiſſiſten meiden ſollen Lit.ar. v. ſed. 478 * Wie wir der Suͤnden keine Herꝛſchafftuͤber uns zulaſſen ſollen KRom. 6.v.z. 477 75 Wie wir beſtaͤndig in allem Guten verharren ſollen. Act. l. v.z3. b 48; 6 Wie wahrebußfertige Hernen ſich gottſelig ruͤhmen koͤnnen Kom. 5V.II. 490 95 Wie vach Buſſe/ mit einem gottſeligem Leben beweiſen ſollen. Tit.2.V.r2. 496 78 Wie es falſch ſey/ daß die guten Wercke zur Seligkeit nochwendig ſeyn/ Kom. 4.v.6. b“ 503 79 Wie wir unſer Vertrauen auff zute Wercke nicht ſetzen ſollen/ Kom.9 v.zu ſeq 5o9 80 Wie daß unſer gute Wercke die ewige Seligkeitnicht verdienen. Kom.Ge.23. 516 8 Zweytes Regiſter deß andern Theils/ Uber die Spruͤche der heiligen Schrifft/ ſobeydes in Eingang und Erklaͤrung der Predigten explicirt ſeyn. b Evit. I. v. 44. Pag.345 V Eſa. 66. v.z2. 59 Deut. 27.v. 9. 352 Jerem. 3. v. I2. 72 Sam. 16..᷑1BJIjIBl/ l/.σ.△. 1.98 Jerem. 4. v. 3. b 325 2. Sam. 12.2.13.— 104 Jerem. 9.2. 23⸗ 142 2. Sam. 24.v. 10. 46 Jerem. 23.v. 29. 8 Hiob. 15. v. 20 15] Jerem. z1.v. 18. 33 Hiob. 31. v. 35. 92 Jerem. 50.2.4. 73 Pſal. 18.v. r. 148 Thren. 1. v. 14. A Pſal. 19. v. 13. 122 Ezech. 16.v. 61. 47 Pſal. 32. v. 3. 85] Ezech. 18. v. 9. 437 Pſal.ʒ8. v.x. 85 ib. v. 24. 29² Pſal. 62.v. 9. 98]Daniel. 9. v. 4. 92 Pſal. 69. v.. 33 Daniel. 12. v. 10. Pſal.89. v.33. 21. 418 Hoſe. 5.v. 12. 2 Pſal. 102. v. 1. ſeq;. 27 ib. v. 15. 115 Pſal. 32. v. 4. 244 Hoſe. 13. v. 13. 55 Prov. 28.v. 13. 109 Jon. z.v. 5. 95 Eccl. 7.2.4. Sap. 10.v.12. 392 Cant.*. v. 14. 444 Sap. 17.v. 10. 14 Eſa. 3z.v. 14. 1 Sir. 1. v. 5. 339 Eſa. 48.v. 8. 345 Sit. 4.v.zr. 1 Eſa. 53. v. II. 305 Sir. 18. 9.,G. 450 Eſa. 57.v. 14. 79 Sirac. 21.9. 2 47⁰ EHa.59·v*22. 79 Sir. 35.v. 25. 3u7 —= 842 v. Se.. MMutth.z. bi Matth.) b. Matth.8 Matth.r Matth.) Matth. Matth. Marc.9. Marc.9. Luc.y. Luc.?. Luc. 9.v. Luc.7. y. Luc. 3 NVor Joh.v. hr Joh.,2 36 ſoh 6,v 9. hhe Ol. 16.y. 3. ahs ibid.) loh 0. 7.. i.y. n 4d...z. Act.y.3. A. v. RI6 7 o. 1b.34 ug Se42 v.s. ä. aewuſinſalm n. 9 Matth. z.v. 5. ſe 75 1b. v. 7. 77 hernaßna 4 ibid. v. 88 8 32²5 4 ib. v. 9. b 379 .75 Matth. 7. v. I. 413 4 1b. v. 2z. 470 tiſaen. ib. v. 17. 73 Kom. 9. v. 31. 3 p Marh.5..3. 205 Kom. 10.v. 10⸗ 509 — 11 Matth. 13. v. /2. 193 Kom. II. v. 20. 27 . Matth. 15.v. 9. 9 1. Corinth. 10..31.. 286 ndenTh 6 b Matth. 18.v. 24. 437 1. Corinth. 11. v.z. 4⁰5 Wa b Matth. 22. v. II. 122 I. Corinth. 16. v. 13. 43* Marc. 9. v. 23. 299 2. Corinth. i.v.12. 1299 ifft ſodadem Marc..24 ſe 199 2. Corinth. 3.v. b 490 —— 9. v. 24. ſeq. 4 inth. 3.v. 4. ten crplonſan Luc.i. v. 74. 75 ib. ·5. Luc. 1.. 77. 369 2.Corinth. 4. v. 1z. 33²⁷ 66,v.n. Luc. 9.v. 3. 212 ib-v.r. 22 m.un. 3 Luc. 17.v. 10. 463 1 2. Corinth. 5. v.. 9n. 4 Luc. 23. v. 40. 352 ibid. v. 21. 129 mdan 1 I Joh. v. 12. 109 2. Corinth. 7. v. 10. 219 — 4 7 4 ſib. v. 1o. 231 Gal. 2. v. z1. 53 Job. 5,ν.36K. 225 Gal.3. v.26. b 509 ernn. u3 Gaars . ſo. †. 5 Joh. 8.v. 12. 155 ib. v. 27. 258 Arcn.Lv.4. 1 Joh. 16.v.zz. 411 Gal. 6.v. 1. 463 ech. 6.*. K. p Joh. 17.v. 3. 251 Epheſ. J. v. 5. 431 gch.18.*.9. 9 ibid. v.83. 444 b Epheſ. z. v. 8. ſeq. 398 dna4. 7 Joh. 20.v.23. 161] Eph. z.v. z. 8 180 unic.9.*4 A ib. v.z1. ib. v. 7. 148 an Anah Act. 10. v. 35. 161 Eph. 4.2.17. 244 cſe.KB 1 Adt. II. u. 23. 386 Eph. 5.v.I. 359 7 4 I' Act. 1 3.v. z8. ſeq. 483 Philip. I.v. 1I. 398 6 AL.16.v. 30. 212 Philip. 3.v. 8. 258 aas. 2e ien. 2s 2n.3„ Rom. z. v. 25. 298 Coloſſ. l.v.xo.O 422 Pan Wb.v.8. b 4 d6. Phef.4.7.. ap. 7.7.10 Rom v 5 205 2. Theſſ. i. v. 7. ſeq 359 4— 1 14.. ·J. 8 Ti. 1 8 4⁰ n 1 Ibi. v. 6 11. im. j. v. 18. ſfeq. ar.4** 1 1. v 20— 50² 1. Tim. 4.v. 8. 292 114.ℳ 4 Kom..v.. 312 2. Tim. 1.v.Iz. 39 c.al l ibid. v. Ir 225 I. 2.v. 12. 305 4 Kem. 6. 4 4Ho], ſib. v. z. 457 O. V. A⸗ 496 1 4 496 NX 2 Tit.z. — ————. — Kegiſter. Tit. 2.V. 14. 369 oh. 5.v. 4. 5 Tiez.n. 379 Heb. z.v. 6. b ib.vy.8. 1 4²4 ib. v. 14. 58 3. Pet. I.v. 5. 285 ib. v. 16. ib. v. 7. 293 Heb. 10. v. 22. 38 ib. v. 9. 278 Heb. II.v.r.) ib. 23.— 338 ib. v. 4. 444 1. Pet. z. V. 12 405]Feb. 13. v. 9. i * Pet. z.v. 21. 169 ib. v. 18. 4 338 1. Joh. 2.v.G. au Jac.J.v. 6. 264 1 Joh. 33⸗.V. I. 2³ ibid. v. 18. 372 ib. v. 9. 372 Jac. 4. v. 9 59 ib. v. 18. 4²⁵ Ja,s NG. 464 3. Joh. Wr V. I.. 180 Durtes Regiſter mandern Theil Der Materien/ ſo darinn zu finden. Anſchauẽ der Menſchẽ uñ Gottes Pag.⸗9 b Aexte. Gottes. 4 11.4²3 Buaͤume. Wie jhnen die Menſchen Vergſichen. 4¹⁹ Begierde Uneerſchiedlich. 244 Frommer Hertzen. 245 Beharꝛligkeit. 4 Im Glauben woher ſie komme. 485 Bringer Freude. 487 Mittel derſelben. ibid. Beicht. Privat⸗Beicht. b 104 Dieſelbe iſt noͤhtig. ibid. Wegen goͤr licher Erfoderung. 104 Wegen ſonderliches Troſtes. 105 Wegen nothwendiger Erforſchung. 106 Wegen Communicantẽ Vorbereitung. 107 Wegen vielfaͤltiger Unterrichtung. 108 Wegen Gewißheit der Suͤnden Danse bung. Wegen ander Exempel Nachfolgung. 3 ekehrung. Iſt von Gott. 31 Beruff. Unſer von Gott. 360 Wie er beſchaffen. 361. ſeq End⸗Urſach deſſelben. 363 Buſſe. b Exempel derſelben. 1⁰9 Bußfertiger Gluͤckſeligkeit. 4³ Nothwendige Beharrung derſatzn 39 Glauben. Canaan. Ein Vorbilde deß ewigen Lebens: Wge der Verheiſſung. Wegen der Beñtung 4 Chriſten. Ihr Tirul. 483 Jbr Se Eßriſtas un Seine Ein Iſ Gottes Sein Erka Iſtunſer i — andan Da unzufuda arn Geaißzet de 5 n bunz sm ende Enm 6 Brkthxn b 6 ſe von 54 5 1 mneddaſda a fertiger Süͤclus: IL wendis Bera 4 Glauda. 1 Laun 6 de Derdide f Kegiſter. XXX 3 Ihr Ampt. 44 Eigene Weißhete. 1b. 3 Chriſtus. Eigenes Leben. 70 Sein Leiden wird betrachtet/ nach dem E. Dancken. vangelio und Sela 34 Dancken ſollen wir GOtt/ mit Hertzen- Chriſt Unſchuld. 353² Mundeund Wercken. 380 Urſach ſeines Leidens. 36 Demur. Seine Bezahlung unſer Suͤnde. 39 Fuͤr Got. ſo Offenbahrung am fuͤngſten Tags 44 fed. Erkaͤndnuß. Weiſe derſelben. b ib. Unſer ſelbſt. 444 End⸗ Urſach derſelben. 43 b Erloͤſung. Iſt dom Vatter geſand. 146 Vonderſelben. 366 Iſt Jeſus. 147] Deren End⸗Urſach. 366365 Iſt Chriſtus. 1b. Erloͤſer wer erſey. ib. Hat uns ein Zugang zum Batter erwor⸗ Wie ſie geſchehen. 368 ben. 148 Evangelium 4 Ein freudigen Zugang. ib. Wirckereigentlich keine Reu uͤber die Sün⸗ Ein zuverſichtigen Jugang. 149 de. 19. ſeq WVon Gott zum Gnadenſtuel vorgeſtellet. Uingehorſam wider daſſelbe. 45 188.feq. Warumes geſchrieben 161 Iſt unſer Minler. b 189 Wircket den ſeligmachenden Glauben. 162 Lehrer. ib.] Wases fuͤr ein Gabe Gortes. 164 Erloͤſer. 190 Ein lebendigmachende Gabe. ibd. Beſchuͤtzer. ib. Ein erleuchtende Gabe. ib. Chriſtus unſchuldig und ſchuldig. 215 Ein erfreuende Gabe. ib. Seine Einwohnung in unſerm Herzẽ 246 Ein auffweckende Gabe. 165 Iſt Gottes Knecht. 30s Uuunſer Gehuͤhr gegen das Evangelium. ib. Sein Erkaͤndnuͤß.— 307 Was wir darzuß erkennen ſollen. 165 Iſt unſer kiecht 4122 Kompt von Chriſs. 166 Unſer Fuͤhrer. ib. Ewiges Leben. Chriſtum ſollen wir ſolgen. 465 Warumes alſo genant 6337 In der Lehre. ibid. Iſt kein Verdienſt/ ſondern Gnaden⸗ Ge⸗ Im Leben. 466 ſchen. 639 Im Creußz. ibid. Deſſen Beweißthum. ib. ſecq. Im Tode. 467 Weres verdienet. 46⁶⁷ Chriſti Nachfolger muͤſſen verlengnen! Fleiſch. Eigene Liebe. 467 Unſer Fleiſch iſt Eſel⸗⸗Arr. 477 Eigene Ehre. 4⁵⁸ Wegen der Albernheit. ib. Eigenen Willen. 1b. Wegen der Furcht. 1b. Eigene Wollutſtf. 469 Weygen der Fruchtbarkeit. ib. Eigenen Nuzen. 1. Wegen Verbergung der Geburt. 478 Wie 3 4 . 4 8* ——————————— 4 ———— 8. 8 4 7 8 4.—— 4 3— 8.— ———————————— X+ 1 “ —— —— G-- Wiebteis raairg an b. Frag evom Thunzun Geligkel 83c heuchleriſch. 232 Auffrichtig. ib. Tenee. re Berkehrung in Traurigkeitt. 65 36 Gebet. Was wirbitten ſollen. 259 Werbeten ſolle. 172 Wie man beten ſolle. 175.247.268. ſeq. Regiſker. 1 Derſe ben Beſchges 0, Deſſen Geber Moſes. 22 Gewiſſen Boͤſen Gewiſſens Senhaf. 16 Woher es komme. 33 Verrichtet ſeine Wirckung b Mit Uberzengen. 9 Mie Anklagen. ib. Mit Uberweiſen. 20 Mit Verdammen. b. Seine Erwachung. b 4 Loßmachung von boͤſem Sewiſin 143 Glaube. 81. 8ℳ Deß Worts unterſ chiedliche Bedeuli ugazo Weltlicher Glaubee. 151 Hiſtoriſcher Glaube. 162 Wunder⸗Glanbe. 153 Heuchleriſcher Glaube. 134 Zeit⸗Glaube. 334 Seligmachender Glaube. 335 Womit er eigentlich umgehe. 138.180 101 Glaubens Etgenſchafften. 138.fec.271 Glaube wie ein Hoffnung. 9 Gehet mit unſichtbarem un. 141 Iſtein Erkaͤndnuͤß b 144 Gehet um mit dem Vatter und Sohn. 14 Seine Wirckung. 148.27 1.27ſ. 384 371 Stine Zueignung iſt perſoͤnlich. 1ſ0 Iſt hertzlich. 1t b Was er erfodere. 1755 Mird Gottes Werck genant. 177 Wegen der Erfoderung. ib. Wegen deß Wolgefallen. 1 Wegen deß Gottes Dienſtes. id. Wieer Gottes Wirckung zugeeignet. 178 Woi uns ſolches dient. ib.ſeg⸗ Kompt auß dem Wort Gottes. 167 Schreyen im Gebete/ ſoll ſeyn Ein Hertzen⸗Geſchrey. 177 Ein Mund⸗Geſchrey. 177 Glaube beym Gebet. 178 Zu wem wir unſer Gebet richten ſollen. 7⁹ Was wir bitten ſollen. 180 Gebets Wirckung.- 271 weierley. 2P If Gehor orſam. Seyn wir ſchuldig. 38; Sein Beſchaffenheit. 384 fed. Gerechten. 4 Kaoͤnnen Boͤſes thun. 3592 Die Seraffe derſelben. uzb. Gerechtigkeit.* Eine Buͤrgerlichh. 267 Eme Chriſtlicheangefangene. 268 Eine zugerechnete. K Kb. Gegen unſern Nechſte unterſchiedlich 499 eC. Fuͤr Gott kompenichtauß dem Geſeze 218 Iſt vergeblich ſie darauß ſuchen. 312 Warum. 8 713 Gerechtigkeit deß Geſezss. 2; . Deß Evangelit¼. 224 Iſteinezugerechnete⸗ 224 Gerechefertigung. 5 Derfaben Erurung 20 den Bane iee eeff. aza Wird Womit er ins gemein umgehe. 137.139 unſ Jauud Sein in Anfe Glaubens We⸗ Wa 43 Glaubens Gaubeiſtne Glaubens* Das Iſte Der Aeüenes 2 Ang Lan 5 Caan An GS zu Ve diſen G Daſe U feArtuj er ner G kana g den ſene 1 Nu Aflaga. Raenein Mr Dahaamg. 1 Eracdan.. Deers Wterſchehlce ,1 Bdtlicher Saun p Hiſtentſcaatt ia Bande dnint ih Heuchlanſchedant. 44 Zat Rau x' SGnachader Sluuh 1 ni er cuamtlic una † udent Harnſtefin. 1 1 abemeen Heffrinz cni müchthartnut riwenuß 18” 67 at dem Datter 5 1 3 19 1 1 I „Puckung. 143.2— 5 . uaguunziffeſß ſ Aiherzic. 1 er vſeder n Wird dem Golde verglichen. Iſt eine Mutter deß Gebets. Iſt demuͤtig. Iſt vertraulich. Iſt voller Liebe. b Glaubens Staͤrcke beſtehet/ In freywilliger Wirckung. In vertraulicher Ergreiffung. In kraͤfftiger Zueignung. In gewaltſamer Wirckung. In ſonderlicher Verelnigung. Glaube mit einem guten Baum vergli⸗ chen. 14 Wte er allein gerecht mache. 21 feq. Das Mittel der Einwohnnng Chriſtt in unſerm Hertzen. Iſt durch die Liebe Thaͤtig. Sein Anfang/ Fort und Außgang. 271. ſeq. Glaubens Bekaͤntnuͤß iſt Noͤtig/ Wegen GOttes. Wegen unſers Naͤchſten. Wegen unſer ſelbſt. Glaubens Ende. b Glaube iſt noͤtig zur Seligkeit. Glaubens Bewahrung. Doas Mittelderſelben. Iſt Gortes⸗Krafft. Der Glaube. b Glaube wie das Mittel zur Seligkeit. Wie die Bewahrung zur Seligkett zu An G Otrtes Seiten. Anunſer Seiten. Glaubens Verlierung. Deſſen Schiffbruch. Deſſen Urſach. Die Art und Wetſe. Ferner Beweißthumb. Glaube einem Kleide vergitchen. Regiſter. 193 Mit Decken. ib. 190 Mit Bewahren. mnib. 195I Mit Zieren. 300 157 Glaubens Fuͤrtreffligkeetr. 300 198 Weygen ſeiner Herkunfft. 301 Wegen ſeines Mittels. 302 200 Wezen deſſen damiter umgehet. ib. 201Glaubens Nothwendigkeit. 302 202 An G Oties Seiten. ib. 204 Annunſer Seiten. ib. 206 Glaubens Ruhm. 3⁰4 206 Eigenſchafft. 307 llbung. b 434 SGSlaͤubige. 270 Seyn Chriſtliche Ritter. 199 258 Ihre Ritterſchafft. 293 Wie Teuffel/ Welt und Fleiſch jhnen zuſe⸗ ke. 294 276 Wiee ſie kaͤmpffen ſollen. 291 2% Mtr Glauben. 295 1b. Mit gutem Gewiſſen. 269 252 Ihr Angſt in dieſer Wele. 251 336 Ihr Vertrauen. ib. dbe Seyn auß Gott gebohren. 252 ib Gottes Haus. 285 Was von ihnen erfodert werde. ib.ſeq. 991 Ihr Streit. 293 239 Ihr Eigenſchafft. 305 gehe Ibr Urtheil in Glanbensſachen ib. 290 Ihr Exempel.. 22a. Glaͤubiger Zueignung. 805 193 Gnade Gotres. 296 Deren Widerſtrebung. 367 297 Durch Beliebung der Suͤnden. 121 ·b. Durch Traͤgheit. ib. 298 Sie wircket unſer Bekehrung. 48· 299 Unſer Beharrung. 486 „ Gotr. V Ihre Betrachtuns nach dein Geſez und Kan nicht betrogen werden. 1 Ervangelio. Sei Datter⸗Hertz. 22 Warumb wrr ſie thun ſollen/ Urſach Einer Motten verglichen.* 2⁸ An GOttes Sein.. oꝛ Seine Ab und Zuwendung gegen uns. 115 Anunſers Nechſten Seiten. oz Iſtunſer Siaͤrcke Felß. 1 31. ſeq. Anunſer Seiten. ib. Iſt unſer Vatter. 174, Wircken nicht die Seltgkeie. 507 Seine Gerechtigkeit. 37 BHeulig. Offenbahret ſeinen Willen von Chriſto. 14 Heiligen Geiſtes Erleuchtung. 336 Seine Liebe. 1232 Keiligen wie wir uns ſollen. 347 Seine Bewahrung zur Seligkeit. 311 Was uns dazu reitzen ſolle. 349 Seine Erleuchtung. 317) Dertz. Erwuͤnſchet unſer Gottſeligkeit. 345 Natuͤuicher Zuſtand deſſelben. 247 Mit Werheiſſung. ib. Reinigung deſſelben. ibid. Mit Befehl. 347 Beſchaffenheit eines gereinigten Herzen. Gottes Gebot wie auffzunehmen. 352. 442 ibia. Was dabey zu betrachten. 374 Chriſti Wohnungin unſerm Hertzen. 248 Unſer Bekaͤntnuͤß von deren Verrichtuns. Hertzens Feſte. zu 8 355 Juden. GOttes Wolgefalle. 387 Warum zubrochen. 186 An welchen erdenſelben habe. 388 Krlindſchafft Gottes. Gottloſe. b Daiſt Gottunſer allergeneigſter Vater.16) Ihr Zuſtand. 40 Unſer gnaͤdiger Erhoͤrer. 170 Gottſeligkeit. Unſer freygebiger Außtheiler. id. Ihre Beſchaffenheit⸗ 39 2. feg. b Wir muͤſſen als Kinder gehorſam ſeyn. 171 Ihr Nutzen. 395] Unſer Kindſchafft Erlangung. ib. Ihre Verheiſſung. 397 Durch die Tauffe/ welches bezeuget/ Gute Wercke. V Das Anziehen Chriſti. 17² hr Name. 259 Die Vergebung der Suͤnden. bid. Wie ſie Fruͤchte ſeyn. 260 Die ewige Seeligkeit. ib. Fruͤchte der Gerechtigkeit. ib.] Unſer Kindſchafft Beſtaͤtigung durchs I. Wie wir erfuͤllet mit ſolchen Fruͤchten. 261 bendmal. 173 Woher dieſe Fruͤchte kommen. 261 Unſer Kindſchafft Lob. 3z Die End⸗Urſache dieſer Fruͤchte. 263 Urſprung. 234.399 Wie wir im Stande guter Wercke ſollen Mittel. 235. 399 gefundenwerden. 428] Kinder Gottes Zahl. 237 Wie wir unſerm Nechſten damit behuͤlff⸗ Lebe Kinder Gottes wie wir ſeyn. 490 10. Selberwehlter Wercke Beſchaffenheit. 437 Gun Wercke wie ſie ſeyn ſollen. Kegiſter. ib. 439 Beweißthum unſer Kindſchaffe Lachen. 9 Lachen und Trauren. 83 Lachen 5 Sin nachenin Lacze ol Lebens B Lcbens Be Leben wiet Wird leicht J68 Ihrboſer ge Boͤſe Gewor Ihrelender⸗ oör Dorne Nangelin de Pre du drRanſd Mund Cain Kailches Eſharſe dltß. Dorſc e Fang. gen Ganks Erteucmn 8n du nennsſolln. Luns dan rakn ſell. . V cda Zriudd ſeh uzunzdeſcha. dafaheu aas grn n 1” iſtt Wehemzamſen, eu tens Jeit 9 zu trun afda. A „Nacaf 1 7 3 afer po grd⸗ K 4 Unſe fri sedige 811 rn en ds Kn nderze n d. der Kind zſchofft Etla 1 den! une waches 1 Das duu chen Chrt bil de Den nsde 8 ak Da 1migSal 69 ar And ſdat Se S nir 1 b Se 1 Imdſcha 3— 3439 Urſerunz. 39 Mutal.— M 24 4 2u der Gettess Regiſten Lachen unterſchledlich. 3 412 Wis hbahe werden /und zu halten ſeyn lachen ſollin Weinen berkehreewenden. 5 25o Leben. Kache. Lebens Beſchaffenheit. 496 Wie Gottuͤbe. 43. Lebens Beſtellung. 497 Uber welche. 44. ſeq. Leben wie wir ſollen gegen uns ſelbſt. 498 Feuuͦber die Suͤnde Gegen unſern Naͤchſten. 499 Iſt unterſchiedlich.. 2. Gegen Gott. 501 Heilbringende. ib. Liebe. Heuchleriſche. b 3 Das Rachſtenb zen ſal 425 Derzweiffelnde. Derzweiffelnder Reu Unrerſchen von de Gottes. 410 heilſamen. 6 b Luͤſte. Heilſame woher ſie komme. 9 Sehn Hecken/ wegen jhrer Herkuufft. 330 Mittel derſelben Erlangung. 10. Wegen der Berhinderung. ib. Wieſie Gott wircke. rr. WeVgen der Erſtickung. 331 Reutger Hertzen Zuſtand 29. ſeq. Wegen der Verbrennung. ib. Woher derſelbe komme. 31. Luͤſte der Suͤnden. 42 Sollen elend und arm ſeyn. 80. Menſch. Fruͤchte der Reu„Föſea Wird leicht betrogen. 1 Nothwendigkeit der Reu/ 74. Iſt Felſen Art. 13 An Gottes Seiten/ Ihr boͤſer Zuſtand. 92 Wegen Sauns ener Bamher⸗ Boͤſe Gewonheit. 93 zigkeit. ib. Ihrelender Zuſtand. ib. Wegen der goͤttlichen Vahelſuns Ihr Vornehmen. 453 Mangelin demſelben. 455 Wegen Auffhebuns ſeines Zorns. Niniviten. 16⸗ Ihre Buſſe. 7. ſeq. Anunſer Seiten/ Ohnvermoͤgenheit. Wegen der Erfoderung. 76. Der Menſchen. ffer 66 Wesen Seſchaſfenbei anie Sir. pffer. Abel und Cain. 446 Waade dſaeft Beuee 3 Pfluͤgen. I R ichten. Geiſtliches. 327 Unſer ſelbſt: 431 Erfoderr Wiſenſchaff. ibid. Gottes. ibid. 328] Ruhm. Hobichngan id. Welt⸗Ruhm 142 Beharrlichkeit. b. Gott angenehmer Ruhm. 143 Prediger. Der Gottloſen. 490 PaSeha. Der Qanſäham bicd. Weſſen —ÿ————— ö“ ————— ꝗ-ů—. ͤͤͤͤͤ 5—— ſͤſſſͤſſſſ“— 4—— S —— 8 8 3—— öõöm —ÿ.—— Repiſter un ſich dieſelbe ruͤhmen 2uor] Risderſchlagen. 5 m Manen. vne er hn dergekur⸗ d.] Sünden Erkaͤnmniß. 4. Deß goͤttlichen Ereantnuͤß 492. Suͤnden Haß. an- 5l. Ihrer Bekehrung. ibid. Suͤnden Wehy. e. Ihrer Kindſchafft. h 3. Suͤnden Gefaͤngniß. 7.. Ben ſernSnanut. 493 Iſt eine Beenenſ.dn. go. Mittel dieſeIs Ruhms. 8494 Suͤnden Geringſchätzung. go. 81. Grund dieſes Ruhms. ibid. Suͤnden Antwort. 8. Sacrament.— Suͤnden Entſchuldignng.. Mittel deß Glaubens. 3 165 Suͤnde bemaͤntel en: 83. Sagen. DOuͤnde verleugnen. 34. Zieler Chriſte en 41z. ſeqq. Suͤnde auff einen andern legen. 3z. b Schonbefegree. Duͤnde verſchweigen. 86. Soboͤſe. unn Suͤnden Bekäͤnthiß unterſchiglich. ge. Schutz.“ Algemeine. Geſetzes und Evangelit. 220 Sonderliche. 583. Geſetzes iſt Schaden und Dreck. 221fecq. Welche fuͤr Gott noͤtig/ Evangeliſcher wortn beſlehe. ibid. Weygen G Ottes Befehl. Schluͤſſex. deanier Jenhſa, 4 Zuloͤſen und zu binden 103 Wegen anderer Exempet. 8 . Seligkeit. v(ezwungenes Bekaͤndnuͤhͤh. Auß Gottes Gnade. 181.;79 Bekaͤntnuͤß fuͤrm Raͤchſten. 0 Mittel derſelben. 182.379 Bekaͤndnuͤß fuͤr GOttes Dienern. 91 0. Wie wir ſeligwerden. 183 Bekantnuͤß fuͤr GOuwlt hm. Nicht auß uns ib. Mit beten.“ 34 Nicht außunſern Wercken. 184 Mit Glauben. 74 Sondern ſie iſt en Gabe Gottes. 185 Was uns dazu rettzen an. End⸗Urſach deſſellen. 1 b. G Ottes Majeſtaatt. d.. Weſſen ſie ſey. o; G Ottes Warheit. ₰ Woher ſie komme. 06.519 Aunſer elender Zuſtand. 96 Nichtauß zmen Wercken. ⸗07 Deſſen Beſchreibung. ih. ſeg. Sände. Wenirunſer Ofgge ſir edateinne Suͤnde bekennen. 25 ſollen. 99 Sonden Beſchafenhelr⸗ Mit eigener Anklage, Pa Sie druͤcken. 49 Mit eigenem Urtheil.— 10/ Sie ſchlafen. 2z3.. Mit Schaäa. 101 Auffweckers Wirckung. Mi freiwill tgem Hergen. id. Befindung. de mane T Nlit uſchlagenem Hersen. 101 Anlauff. e. Mit Suͤnden kelnolichem Neinae raſftſchwechen. n 7. I. 105 3 Mit ——öo * Mi 1 d Sanden Wekantnu 7 ſabeſa Det Den Gen Ew Suͤnder Do Suͤnden Süͤndete folch Unſe Unſer Ihre Viel Die Unſ Jt Saͤnd 1 Heil. 32 feſt Süͤnde wfe⸗ Niffvi Senden Die Säͤnde ſollen Waru Sindeiſt S na adnrlagna. ndt aufe eaa 4 nde derſch 6 a 2 Degm dasea, Deameen m esdeue 9 ceirnißfimol 111 lodniß fürd. 8. euiſtreöee 6 4 Glunza Fnfdein tetzen 8 Oues Malt. GOeus Warſett frea u 4 ‚eſchttin Din danf — öööaͤ ——— Regiſter . Miglaußizer Ersnäftns et Ge Dieſelbe fuhret mit ſich/ b Der Suͤnden Vergebung. 113 Demuͤtigung. Gewiſſens Erfreuung 114 Ewiges Lebens Erwartung. ib. Suͤnde verſchweigen kompt vom Teuffel⸗ 119 Von Heucheley/ 119 Suͤnden Schuld. b 122 Suͤnde kan man nicht alle bekennen/ und ſolches beweiſet/— Unſer gemeiner Zuſtand. 12 Unſers Verſtandes Verderbung 24 Ihre Vielheit. 1²⁹ Vieler Suͤnde Beſchaffenheit. 127 Die Bitte umb Vergebung. 126. Unſer Vermeſſenheitt. 128 37 Suͤnden Vergebung beſeehet unſer Heil* 211 Wie ſie geſchehe.“ 23 ſeq. Suͤnde wle ein Unreinigkelt. 363 Anff viele Weiſe.. b. 471 Sunden Dienſt. 46 8 Suͤnde ſollen Feffichen. 471 Warumb 147 Suͤnde iſt Schlangen Art /)/ Wegen ihrer Herkunfft. 45; Wegen luͤſtiger Verfolgung. ſbid. Wegen ijhres liebkoſens. ib. Wegen jhrer Vergifftung. 474 Wegen Ehr erzeigung. ib. Suͤnden Stiche. ib. Suͤnden Zaͤhne. 475 Suͤnde bringet mancherley Tod. Suͤnde was fuͤr ein uͤbel. Suͤnde wil herſchen. 472 476 473 Suͤnden Geßorſam. — 104 WVarumbibr niche uleit ken. Sünden ſolen wirunterlaſſen. Bekaͤntnuß der Suͤnde/ nußen. ꝛuir Tuauffe. Der Bund eines guten Geiſſns. Tauff⸗ Geluͤbde V Teuffel. Ein Herr der Welt genand. Wegen ſeines falſchen Ruhms. ib. Wegen ſeiner Wirckung. 274 Wegen ſeiner Einbildung. ibd. Teuffels/ Welt und SleiſcesMacht 6 (h. Derblenduns 3z1 Tod. Dreterley. S Sein Senag. 8 Luſan tahe Deren Unterſcheid. Goͤttliche Traurigkeit. Ihre Wirckung. Weltlich eTraurigkeit. Ihre Wirckung. Troſt. Frommer Hertzen.. Vereinigung mit Chtiſto. Verleugnen. Boͤß und gut. Was wir verleugnen ſollen. Vertrauen. Zu G Ott wie es ſolle beſchaffen ſeyn. 154 Unfleiß. Der Menſen 3:3. ſeq. uum aube Waser ſey. 320 ene rumbgeße. 321 460 Seine Wirckung. 323 Ungoͤttliches Weſen. Wases ſey. 460 Deſſen Straffe 46⁷ Lh, 25 Uimucheigreie. nd Tuͤchtigkeit. 333. feqq. 4 8„Vollkom⸗ 1 Veleommenhelr kerſchiedlich. Vhurf Welt. Ihre Verfelgung Ihre Beglerde.— Wie ſie uͤ]berwunden werde⸗. Mittel der Uberwindung. D Seiſis Meer Weltliche Luͤſte. Wandel. Der Gottſeligen. Wie er ſeyn ſolle. Auch unter den Heiden. Urſach Gottfeliger Fuͤhrung. Wier⸗Geburr. Was ſie wircke. Wie ſie geſchehe. Noehwendigkelt derſelben. Wuun eſaban. nd Urſach. 3 Wort Gottes. Ein Brunne. Iſt ein Same/ und zwar Der allerbeſte Same. Ein fruchtbar Same. Ein ewiger Same. 274 25 ib. 256. 457 462 386 406 481 409 253 287.374 ib. 376 Widergebornen Beſchaffenheit. 325 377 335 ib. 341 Lob ſey Gott dem Vatter gethon/ Aze. Lob ſey Gott dem einigen Sohn/ Lob ſey Gott dem heiligen Geiſz Immer und in Ewigkeit. Ipſo die Nativ. Chriſti. Fegiſter. 373 Ein ſebendiger Samr. b. Ein goͤttlicher Same. 342 Hilffezu unſer Wider⸗Geburt. big. Durchs Geſenund Evangelium, ib. ſeg⸗. orn. GOttes. 35. Deſſen Empfindung. 50 Zugang. Zu GCOtt. 426 Das Mittel deſſelben. 227 Was dieſer Zugang wircke. 9 Daß wir in Gottes Gnaden ſiehe b. Daß wir uns ruͤhmen. 3zo. Es ſoll ſeyn ein vertraulicher Zugang 289 Mit Warhafftigem Herzen. 240 Im voͤlligen Glauben. 241 b Beſprenget in unſern Herzen. 24 gwceiffel. Der Baͤpſtler. 36 Worin er beſtehe. ib. ſeg Deſſen Außrottung. 35 Mit ſtarckem Glauben. b. Mie GOttes Ehre zis Mit gewiſſer Wiſſenſchafft. dd. Mitie der Verheiſſung GOttes. 3 Mit GQttes Macht. ibid V An. 1660. en d e ——y— 29.. -e',a.