— —— 4 4 v 3 Goͤttliche A* “ In bundegtund ſtebentig Predigten auß Gottes Wort/ Worauß erſchallet 6 „ Li mich fleiſſig/ Erwegs reifflich/ Polge ſtundlich/ Bleib beſtaͤndig/ Du wirſt ſelig. raec gn Boci Fächihehebiee 8 Gieſſen — AGedruckt von Anton Uitz und Fnedrich Kargen. — M. dE. ☛... ö““ Dem Hochgebo Gerꝛn Anton Huͤnthern⸗/ Grafen zu Oldenburg und Delmenhorſt/ Herꝛn zu Jever und Kniphauſſen/ Meinem gnaͤ⸗ digen Grafen und Herꝛn/ b Waͤnſche ich auß Grund meiner Seelen K Von GO TT dem Vatter/ durch Jeſum Chriſtum/ in den b heiligen Geiſt/ Glaͤckliche Regierung/langes Leben/ geruhiges und ſanff⸗ tes Alter/ und alle Leib und Seel/ zeitlich und ewig* erfreuende Wolfart: b 4 orner Graff/ gnaͤdiger Herꝛ/ 4 S ſchreibet der hocherleuchte Apoſtel Pau⸗s SDlus Eph. 2. v. 2. Daß der Teuffel ſein Werck habe ¾ N Fin den Rinderneß Unglaubens: Das Werckdeß leidigen Satans/ iſt nichts anders/ denn aller⸗ — hand Suͤnde und Ungerechtigkeit: Dann gleich —. wie Gottes Wercke/ ſeiner Gerechtigkeit/ und deſſelben Bilde dem Geſetze gleichfoͤrmig ſeyn; Alſo ſeyn deß Teuffels Wercke/ der Gerechtigkeit Gottes und deſſen Geſetze zu wider: Daher beſchreibet Johanes die Suͤnde/ ſie habe Namen wie ſie wolle/ daß ſie ſey das Inrecht. 1. Joh. 3. verſ. 4. Das iſt/ alle das jenige was in Sinn/ Willen/ Gedancken/ Worten und Wex⸗ cken/ von denz Richtſchnur deß goͤttlichen Seſetzes abwai het. 8 und dieſes ſein Wercke treibet Satan/ nicht allein/ gegendie erſte und andere Taffel deß Geſetzes Gottes/ ſondern auch/ in geiſtli⸗ chem/ weltlichem und Haußſtande/ in welchen alles Unrecht und Suͤnde von jhm/ mit hochſtem Fleiß getrieben uñ beſodert wirdꝛ Inſonderheit aber hat er ſeine elende officin und Werckſtaͤte/ in den Kindern deß Vnglaubens: Welche ſothane ſeyn/ nicht auß einem bloſſen Rathſchluß Gottes/ als wann er denſelben den Glauben nicht geben wolle/ wie die Calviniſten ſchwermen/ ſon⸗ dern auß jhrer eigenen Schuld: Paulus nennet ſie/ tilios Ameiheiæs, das iſt/ ſolche Kinder/ die ſich nicht wollen unterweiſen und uͤber⸗ reden laſſen/ ſeyn und bleiben/ ungehorſam/ halßſtarrig und wi⸗ derſpenſtig: Dieſes/ Hochgeborner Graff/ gnaͤdiger Herꝛ/ practi. eiret der Teuffel bey dem groͤſſeſten Theil/ auch derjenigen/ ſo von Chriſto den Namenfuͤhren/ und Chriſten genand werden: Dann ob dieſelbe zwar in der heiligen Tauffe/ den Wercken deß leidigen Satans renuncirrt und abgeſagt/ ſo laſſen ſie ſich doch/ wann ſie zujhrem Berſtandekommen/ zu Inſtrumenten und Werckzeu⸗ gen deß Satans gebrauchen; Ja viele/ ſo dureh die Erkaͤntnis unſers HErꝛn und Heylandes Jeſu Chriſti/ dem Unflath dieſer Welt entflohen/ laſſen ſich durch den Satan wieder in dieſelbe ein⸗ flechten und überwinden/ wie Petrus ſehr nachdencklich ſchrei⸗ bet. 2. Epiſt. cap. 2. v. 20. Dabey ſich dann ſehr offt dieſe unauß⸗ ſprechlich boͤſe Halßſtarrigkeit beſindet/ daß ſie ſich zu wahrer Buſſe und Bekehrung nicht wollen leiten laſſen: Dahat der hoͤl⸗ liſche Ertz⸗Böſewicht unterſchiedliche/ ſehr betriegliche und ſeinen gefangen faſt verborgene Stricke/ damit er ſeine wieder einge⸗ lochiei⸗ verſtricket und zu ſeinem Dienſt gebrauchet: Unter elchen: I. Vinculum carnalis ſecuritatis: Der Strick der fleiſchli⸗ chen Sicherheit: Da der Teuffel viele alſo fuͤhret und verfuͤh⸗ ret/ daß ſie an jhr boͤſes/ ſuͤndliches/ zeitlich und ewig verderbli⸗ ches Leben und Weſen/ wenig/ oder wol gar nichts gedencken: Sind unverſtaͤndig/ wie Roß und Maͤuler. Pſ. 32. v. o. Ob ſie zwaroft auch die hochverſtaͤndigſte Polirici und Weltweiſen ſeyn. Sie ſind unverſtaͤndiger als Ochſen und Eſel/ die lher Herm und eſſen ee e ee deſſen Wolthaten koͤnnen erkennen. Eſa. x. v. 3. Vnverſtaͤndiger/ als Storche/ Turteltauben/ Kranich und Schwalben/ die jhre Zeit wiſſen/ wann ſie wieder kommen ſollen. Jer. s. verſ. 7. Vnd bringen ſich dadurch auß gerechtem Gerichte Gottes/ in ſolche Verſtockung/ daß ſie ſich freuen Boͤſes zu thun/ und ſind frolich in ihrem boͤſen verkehrten Weſen. Prov. 2. v. 4. Ihr Weſen hat ſie kein heel/ und ruͤhmen ihre Suünde/ wie die zu Sodom/ und verbergen ſie nicht. Eſa. 3.v.). Wann ſie ſchon zur Buſſe ermah⸗ net/ und mit Vorhaltung der unaußbleiblichen Straffe Gottes angetrieben werden/ ſo verleugnen ſie doch den HErꝛn und ſpre⸗ chen: Das iſt er nicht/ und ſo uͤbel wird es uns nicht gehen. Jer. 5. verſ. 12. Nach dem Wort/ das du im Namen deß HErꝛn uns ſa⸗ geſt/ wollen wir nicht gehorchen/ ſondern wir wollen thun nach alle dem Wort/ das auß unſerm Munde Thet. Jer t V.ole Vnd vermeinen ſie ſeyn auſſer aller Gefahr. Daraufferfolget auß gerechtem Geꝛicht Gottes/ daß ſie endlich in verkehꝛten Sinn von GO TTdghin gegeben werden. Rom. 1. verſ. 28. Werden ruchloß/ oder dedolent s, daß bey jhnen keine Reu und Schmer⸗ tzen deß Gewiſſens/ uber jhre Suͤnde zu finden. Eph. 4 v. 19. O deß erſchrecklichen Strickes! Gleich wie die Dido von dem Hiar- ba ſo viel Landes kauffte/ als ſie mit einer Hirſch Haut umziehen kunte/ und hernacher die Haut in gantz kleine Riemen geſchnit⸗ 1. Theſſ. 5. v.z. ten/ und ſo viel Landes damit umzogen/ daß ſie die groſſe und maͤchtige Stadt Carthago darauff gebauet: Alſo machet es der Teuffel auch/ wann derſelbe durch Sicherheit erſtlich ein kleines Raͤumlein in der Gottloſen Hertzen bekommen/ ſo nimt er herna⸗ cher alle Glieder ein/ und gebraucht ſie zu Dienſt der Suͤnden. Zwing. Vol.7. p.I721. Rom. 6. v. 13. Dann gleich/ wie ein Vogel/ ſo in das Garn/ oder ein Mauß ſo in die Fallen gerathen/ wann jener nur mit einem Fuß verſtricket/ dieſe aber nux mit dem Schwantz feſt gehalten wird/ es umb jhr Leben gethan iſt: Alſo gehets auch denjenigen/ ſo ſich nur ein wenig vom Teuffel/ durch vorſetzliche Suͤnde/ ver⸗ ſtricken laſſen: Dieſes ſollen alle Welt⸗Kinder wol betrachten/ ** ein Nota benè in jhrem Hertzen davon imner bey ſich 13 iij II. Vin- “ 8“ A— 1— 4— 1 1 4—“ 3 8 K — 8 S— 4 4. 3 8 4 1 8 4 4——— 4 4 8— 4 ö ä 1——. ———— 4——— 3 ͤͤͤ————————.* ———]ſſ————————— STe eeee egeee 1II. Vinculum incredulitatis: Der Strick deß Unglau⸗ bens: Dader Teuffel viele Menſchen füͤhret und verfuͤhret zum Unglauben/ daß/ wann ſie bereits zur Buſſe werden ermahnet/ jhnen die groſſe Gnad und Wolthat Gottes/ ſo er allen recht Butßfertigen verheiſſet und mittheilet/ wie dann auch/ die groſſe Ungnade uñ Straffe Gottes/ ſo er allen Unbußfertigen draͤuet/ und endlich uͤber ſie unaußbleiblich ergehen laͤſſet/ vorgehalten wird/ durch Vnglauben alles von ſich ſtoſſen; Da laͤſterten die Iſraeliten Gott damit/ daß ſie nicht an jhn glauben wolten/ da er doch allerley Zeichen unter jhnen gethan. Num 14. v. rxr. Gott hatte ihnen vielfaͤltige Wolthaten erzeiget/ und ſie getragen/ wie ein Mann ſeinen Sohn traͤgt/ durch allen Weg/ den ſie gewan⸗ delt/ Aber das hat nicht bey jhnen gegolten/ daß ſie an den HEr⸗ ren jhren Gott/ nicht geglaubet haͤtten Deut.. verſ. 31. ſeq. Sie glaubeten ſeinem Worte nicht. Pſ. 1os. verſ. 2r. Solte ein Cal⸗ viniſcher Lehrer allhie ſagen/ GOtt haͤtte jhnen den Glauben nicht geben wollen/ ſo ſage ich/ daß ein ſolcher vom Teuffel mit Vnglauben ſey beſeſſen/ weilen Gott jhnen alle Mittel zum Glau⸗ ben reichlich und milde erzeiget und derſelben genieſſen laſſen: Durch ſolchen Vnglauben aber/ wird Gottbeleidiget Eſ. 7. v. 13. Weilen ſie die angebotene Gnade Gottes verachten. Eſa. 26. v. 10. Sie ſind toll/ und glauben Gott nicht/ thoricht ſind ſie/ und ach⸗ tens nicht: Weiſe ſind ſie gnug Vbels zu thun/ aber Wolthun woilen ſie nicht lernen. Jer. 4. v. 22. Wird nicht allen/ auch groſ⸗ ſen und groben Suͤndern von Gott vorgehalten? So wahr als er lebe/ habe er keinen Gefallen am Tode deß Gottloſen/ ſondern daß ſich der Gottloſe bekehre von ſeinem Weſen und lebe: Sobe⸗ kehret euch nun von eurem boͤſen Weſen/ warum wollet ihr ſter⸗ ben? Ezech. 33. vr. Dieſe ſind warhafftig nicht nur verba ſigni, bloſſe Zeichens Worte/ wie die Calviniſche Lehrer wollen/ da nichts hinden iſt:Sondern es ſeyn verba beneplaciti, Worte deß goͤttlichen gnaͤdigen Wolgefallens/ wie ſie dann den Gefallen Gottes helle/ deutlich und klar mit ſich fuͤhren: Wird nicht allen Menſchen vorgehalten/ wie Gott die Bbußeerſge erſchreck⸗ lich/ zeitlich und ewig ſtraffen wolle? Wann aber dem gröſfeden b eil — — e ee e Theil/ GOtt zur wahren Bußfertigkeit/ auß ſeinem abſoluten und bloſſen Wolgefallen/ nicht zum Glauben/ als dem edelſten Theil der Buſſe/ nicht verhelffen/ und bloß dahin nicht geben wil/ was ſind dann/ ſeine Draͤuung? Ein lauter Spiegelfech⸗ ten/ fuͤr welche Gedancken der barmhertzige GOtt alle fron⸗ me Hertzen gnaͤdiglich behüten wolle: Das magaber wol heiſ⸗ ſen/ daß der Teuffel ſein Werck habe in den Kindern deß Vn⸗ glaubens. Epheſ. 2. verſ. 2. Vber dieſes Strick deß Teuffels/ klagen auch heut zu Tage billich alle getreue Lehrer/ und ſa⸗ gen mit Eſaia: HERR wer glaubet unſer Predigt. Eſa. /3. verſ. 1x. Sie wollen Moſen und die Propheten nicht hoͤren. Luc. 16. verſ. 31. Der Glaube aber konpt auß der Predigt/ das ahr 15(72. ſollen ſich im Ober⸗Lande ein Hauffen gottloſes Ge⸗ Com hiſt. Pe aber durch das Wort Gottes. Rom. 10. verſ. ⁷.. Ini Tit inloc. indes zuſammen geſchlagen haben/ ſo ſich die ſchwartze Rotte ge⸗ pag. 25e. nand/ deren Ordens⸗Reguln dieſe ſollen geweſen ſeyn: Erſtlich daß ſie kein Gebet und danckſagung zu Gott thun wolten. Zum andern/ daß Fluchen/ Martern/ Wunden/ uñ Bbels wuͤnſchen/ jhre taͤgliche Bbung ſeyn ſolte Zum dritten daß ſie keine zuůͤchtige Geberde/ Worte/ und Wercke/ wolten von ſich geben/ ſondern eitel Vnflaͤterey/ ſo grob ein jeder es erdencken und treiben koͤnte: Zum vierdten keine Haar am Bart und Haͤupte/ auch keine Naͤ⸗ elan Fingern abſchneiden wolten: Zum fuͤnfften/ den Leib/ die Füͤſſe/ Haͤnde/ ja auch das Angeſicht nicht waͤſchen und reinigen/ aber im Nothfall/ nur obenhin/ umb anderer willen: Zum ſech⸗ ſtẽ/ für Weivern/ Dunghrauae uñ Kindern/ nur garſtige/ ſchand⸗ bare Wort/ und aͤrger ſcheceberde und Berreißunf treibẽ. Zum ſiebenden/ keinem Menſchen/ ſo auſſer jhrer Geſellſchaff were/ gutes wuͤnſchen uñ erzeigen. Zum achten/ wohin ſie kaͤmẽ/ uñ bey weme ſie weren/ ein Stanck und Zanck anrichten/ und uͤbeln Ge⸗ ruch hinter ſich laſſen/ als Teuffels Kinder und Diener: Seyn endlich allzuſammen im Frantzoͤſiſchen und Niederlaͤndiſchen Kriege jaͤmmerlich/ wie jhr Verdienſt/ umb Leib und Seele kom⸗ men. Daiſt warlich der Teuffel/ ein Meiſter deß Vnglaubens 6—*— 6863Z“ 3““ “———„. 8 3— 4 3——— 8 1— 4— ſo———— —————8II88ͤc——Z—ſhö—ſö—aſh—8ö—8—888“8ſſſ—————— 48he a8s 289 der Geſetz⸗ Geber geweſen/ und iſt an denſelben ein rechtes Mu⸗ ſter/ aller Vnglaubigen/ Vnbußfertigen/ und vom Teuffel ge⸗ führten und verfuͤhrten gottloſen Menſchen zuerſehen. III. Vinculum mundani amoris; Der Strick der Welt⸗ Liebe: Gleich wie der Teuffel/ den Sohn Gottes auff den hohen Berg gefuͤhret/ und jhm alle Reiche der Welt/ und derſelben Herrlichkeit gezeiget. Matth. 4. verſ. s. Alſo fuͤhret nicht allein/ ſondern verfuͤhret er auch immerfort viel elende Menſchen/ in dem er jhnen dieſer Welt Herꝛlichkeit zeiget ſo beſtehet in Auugen ⸗Luſt/ Fleiſches⸗Luſt/ und Hoffaͤrtigem Leben. x. Johan. verſ. 16. Dadurch wird allerhand Luſt und Wolluſt bey den Menſchen erwecket/ die ſie zum Geitz und Begierde zeitlicher Guͤter/ groſſer Ehr und Herꝛligkeit/ Wolleben/ Freſſen und Sauffen/ und denen/ darauß folgenden Sünden/ verleiten und verfuͤhren: Dann dieſe ſeyn das confect, ſo der Teuffel durch die Welt laͤſſet vortragen/ den appetit zu denſelben bey den Menſchen zu erwecken/ und iſt ſeine Etzung/ damit er die Welt⸗Voͤgel auff ſeinen Herd locket/ und jhnen gemaͤhlich ſein Garn uͤber die Ohren ziehet Solche Leute/ wann ſie in guter Etzung ſeyn/ ach⸗ ten ſie ſich weit vom boͤſen Tage/ ſchlaffen auff Elffenbeinen La⸗ gern/ und treiben uͤberfluß mit jhren Betten/ ſie eſſen die Laͤmmer auß der Herde/ und die gemeſte Kaͤlber/ uñ ſpielen auff dem Pſal⸗ ter/ und ertichten jhn Lieder/ trincken Wein auß den Schalen/ und bekuͤmmern ſich nicht umb den Schaden Joſeph. Amos. s. v.3. ſeqꝗ. Durch die Wolluͤſten dieſes Lebens/ erſticket das Wort Gottes bey jhnen/(wann ſie es hoͤren) und bringen keine Frucht. Luc. 8. v. 4. Sie ſind in ihren Wolluſten lebendig(natuͤrſich) tod 3(geiſtlich) 1. Tim. 5. v.. Dieweilen ſie Wolluſt mehr lieben als Gott. 2. Tim. 3. v. 4. Vnd jhren Luͤſten und mancherley Wollii⸗ ſten dienen. Tit. 3. v. 3. Vnd damit beweiſen/ daß ſie das zeitliche Leben fuͤr Wolluſt achten 2. Pet. 2 v. 13. Solche jhre Wollüſte verfuͤhren ſie zu Krieg und Streit. Jac. 4.v.1. Aber ſie weiden jhre Herhen damit als auf e ee Banagtsſerp auneg eylich auffeinen Schlach⸗Tag Dann gleich wie jener Fungling dem verfuͤhriſchen Weibe folgete/ wie ein Ochſe der zur Plachi⸗ 8 1 6 1 1 1 Banck gefuͤhret wird. Prov. 7 verſ. 22. Alſo folgen die Welt⸗ Kinder der verfuͤhriſchen Welt und ihren Lüſten/ und gehet jhnẽ/ dabey wie denen ſo im Schnee gewandelt/ ob dieſelbe zwar einen weiſſen Weg gehabt/ ſind ſie doch durch den Glantz deß Schnees alſo verblendet/ daß ſie nicht ſehen koͤnnen: Alſo erfahren auch dieſe/ daß es mit der Welt und jhren Luͤſten und Wolluſten nur lauter Verblendung ſey. O wie viel Menſchen haͤlt der leidige Satan mit dieſem Strick und Verblendung/ von wah⸗ rer Buß und Bekehrung! Kommen ſie ſchon zum Gehoͤr goͤtt⸗ liches Wortes/ und das Hertze ihnen geruͤhret wird/ ſo bald ſie wieder in den verblendenden Schnee der weltlichen Luͤſte koin⸗ men/ ſo iſt alles bey jhnen vergeſſen/ der Welt contect endert Gedancken/ Hertzen und Sinne. Es gehet jhnen eben/ wie je⸗ nem Bauren/ welchen Philippus Bonus Fuͤrſte in Niederland/ truncken und voll auff dem Marckte liegend gefunden/ welchen er auffyeben/ und in ein herꝛliches Bette legen laſſen; wie er er⸗ wachet und außgeſchlaffen wuſte er nicht wie ihm geſchehen: Bald kamen die Kammer⸗Diener/ hieſſen ihn gnaͤdigen Herꝛn/ und fragten was fuͤr Fuͤrſtliche Kleider er anziehen wolte/ und jhm dieſelbe alsbald gebracht und angethan/ und den gan⸗ tzen Tag mit Furſtlichen Tractamenten und Kurtzweilen mit jhnen zugebracht/ wie er nun deß Abends ſich Saͤuvoll geſof⸗ fen/ hat man dem Bauern⸗Fuͤrſten die Fuͤrſtliche Kleider auß/ und ſeine Bauren⸗Kleider wieder angethan/ und im Schlaff auf den Marckt/ darauff man ihn den vorigen Abend gefunden/ wie⸗ der hinlegen laſſen/ da er deß folgenden Morgens alles was ihm wiederfahren/ für einen Traum gehalten. Dieſes iſt ein herꝛ⸗ liches Bilde der Welt⸗Tractamenten/ die erhebet viele auß gerin⸗ gem Stande/ bringen ſie zu groſſen Ehren/ praſentiret ihnen ein zeitlang allerhand Wolluſt die Huͤlle und Fulle/ da ſind keine Ge⸗ dancken vom vorigen Stande/ da iſt keine Betrachtung deß Wil⸗ len Gottes/ da vergiſſet man alle Schuldigkeit damit man Gott und Menſcchen verpflichtet/ ſondern trachtet allein nach dem/ was zu groſſer Ehr/ zu groſſem Reichthum/ zugroſſer WVoluſt dienet/ aber endlich verlaͤſſet ſie dieſes alles/ und werden offt nur zeitlich/ offt auch ewiglich zu Schanden: Dahaben ſie ein feines Marckt gehalten. b b IV. Vineulum negligentis lenitatis: Der Strick ver ſaum⸗ licher Gelindigkeit: Da der Teuffel die Menſchen führet und verführet/ daß ſie in hrem Ampt und Beruffgar nachlaͤſſig und gelinde ſeyn/ und die Buſſe derjenigen/ ſo jhnen anbefohlen/ nicht beſoderen: Da werden im geiſtlichen Stande Lehrer und Prediger gefunden/ die ſanffte predigen/ und Teuſcherey ſchauen. Eſa. 30. v. 14. Die nicht getroſt ruffen/ ſondern ſchonen/ erheben ihre Stimme nicht wie eme Poſaune/ und verkundigen nicht jh⸗ ren Zuhorern/ ihre Ubertrettung und Sunde⸗Eſa. 78. v. z. War⸗ Tn.L. C. hiſtor. Pag.635. Zwing. Vol.1. pPag. 149. ſchafft geben muſt. nen den Gottloſen nicht/ daß er ſich fuͤr ſeinem gottloſen Weſen hite. Ezech. 3.v. 1s. Sondern ſind ſtumme unde/ die nicht ſtraffen koͤnnen/ Eſa. 56. v. w. Machen den Sundern Kuͤſſen unter die Arme/ und Pfuͤhle zu den Haupten. Ezech. 13. v. 18. O deß elenden Zuſtandes ſolcher Prediger: Wie iener Prediger/ mit ſeinen Herin gen Wittenberg kommen/ und von denſelben ſehr gertihmet/ hat Herr Lutherus jhn zu ſich fodern laſſen/ und zu jhm geſagt: Wann Welt⸗Kinder einen Prediger ſehr loben/ ſo ſtehets nicht wol mit jhm/ und iſt offt ein Anzeigung/ daßer mit ihren Laſtern durch die Finger ſehe/ vermahnete jhn derowe⸗ gen zum Eiver undErnſt in Verrichtung ſeines Ampts. Dero⸗ wegen ſollen treue Lehrer/ in Betrachtung ihres Amptes/ dazu ſie beruffen/ ihrer Rechnung/ ſ ſie davor thim mniſſen/ wachſann ſeyn: Gleich wie Pericles, wie er um Richter erwehlet/ wanner ſeinen Reitrock angezogen/ ſich elber ermahnet und geſagt: Pe⸗ rieles, ſiehe dich wol für/ du regiereſt uber freie Leute/ duregiereſt uber Griechen/ du Fegiereſtn er die Athenienſer: Alſo muß ein Lehrer wann erauff ſeine Cantzel ſteigen wil/ gedencken: Siehe zu was dtithuſt/ huredigſt Chriſten/ dupredigeſt denen/ di GOtt erſchaffen/ Chriſtus ſo theur erloſet/ der heilige Geiſt geheili⸗ lhan debe geſtdenagvonwelchendu am nungſten Tagerechen⸗ chafft geben muſt. Da werden im weltlichen Stande Regen⸗ ten und Obrigkeit gefunden/ die nicht alleinofftmahls lüber die Suͤnden ſondern auch mit allerhand Sunden und Boßheit durch die Fin⸗ ger ſehen/ durch Anſehen def Derſos, und Gaben/ ſich vom We⸗ gedes Rechten abfuͤhren laſſen/ und dadurch offtmahls die Buß ſe der Menſchen verhindern/ und ſich frembder Sunde theilhaff⸗ tig machen/ da ſie doch verpflichtet/ das Boͤſe von ſich hinweg zu thun. Deut. 19. v 19. Zuvertilgen alle Gottloſſen/ und alle Vbel⸗ thaͤteraußzurotten Pfal. 10r. v. s. Weilen ſie eine Raͤcherin/ zur Straffe uver die/ ſo Boͤſes thun. Rom. 13. verſ. 4. Vnd wird Simon der Hohe⸗Prieſter deßhalben geruͤhmet/ daß er Recht e halten im Lande/ und die Armen geſchuͤtzet wider Gewalt/ alles Vnrecht geſtraffet/ und die Gottloſen vertilget. 1. Macc. 14. v. 14. Hertzog Hauß von Simmern Pfaltz⸗Graff/ wie von ſeinen Richtern ein Bbelthaͤter zum Tode verdampt/ und von deſſen Freunden umd Gnad angelangt ward/ ſagte zu jihnen. Es iſt zeſſer daß wiribnſtraffen/ als daß GOtt uns alleſampt ſtraffe // wann wir zum boͤſen durch die Finger ſehen theten. Owie man⸗ cher Gottloſer und Vbelthaͤter faͤhret ewig zum Teuffel/ durch dieſe nachlaͤſtige Lindigkeit: O wie mancher wird auch durchge⸗ buͤrlichen Eiver und Ernſt der Obrigkeit zu wahrer Buſſe ge⸗ bracht/ der ſonſt in ſeinen Suͤnden geſtorben/ und ewiglich ver⸗ dorben waͤrel Da werden im Hauß⸗Stande Eltern gefunden/ ſo die anbe ohlene Hauß⸗Zucht auß verfluchter Lindigkeit ver⸗ ſaͤumen/ und die Kinder in yrer angebornen Boßheit auffwach⸗ ſen und zunchmen laſſen/ dadurch wahre Buſſe und Bekehrung maͤchtig verhindert wird: Diezaͤrtlen mit jhren Kindern. Syr. 30. v. 9. Und beugen jhnen den Halß nicht. ibid. v. 12. Daß ſie muthwillig werden/ wie ein wild Pferd. ib. v.s. Dadurchſie ent⸗ b lich in einwuͤſtes und wildes Leben gerathen/ wie Eliund David an ihren Kindern wol erfahren. V. Vinculum hypocriticæ ſimulationis: Der Stricke heuchle⸗ riſcher Berſtellung: Da der Teuffel die Menſchen in Heuchley fuͤhret und verfuͤhret/ daß ſi veꝛmeinen/ wie ſie mit jhrer heuchelen den Menſchen die Augen verblendẽ/ Alſo ſolle es ynen bey Gott auch angehẽ: Solche heuchlen mit ihrem Munde/ und ligen nit ** i Suͤnden und Laſter⸗Kaͤrtzen zhren Unterthanen vortragen/ hren e ihe e ihren Zungen/ aber jhr Hertze iſt nicht feſte an GO TT. Pſalm. hrenei 13 Sie hrcde ſich(kommen zur Beicht und Abend⸗ mahl) aber nicht recht/ ſondern ſind wie em falſcher Boge. Hoſe. 2. verſ. ult. Sie ſind gleich dem faulen Holtzlein/ welches b ey Nacht ſcheinet/ als were es etwas ſonderliches/ wann man es aber recht und eigentlich beſiehet/ ſo iſts ein nichtiges faules/ un⸗ tuchtiges Höͤltzlein: Alſo ſcheinen die Heuchler euſſerlich ſchon/ wie die uͤbertünchten Graͤber/ aber inſvendig iſts voll Sunden Vnflats. Matth. 23 verſ. 27. O deß gefaͤhrlichen! O deß ſehr gemeinen Strickes deß leidigen Satans! Da/ leider/ viele/ viele/ mehr auß Gewohnheit/ als Antrieb eines reuigen und buß⸗ ferigen Hertzen/ ſich euſſerlich bußfertig præſentiren und dar⸗ Wann dann/ leider/ Satan in der itzigen Grundſuppen die⸗ ſer Welt/ dieſe ſeine Stricke/ auff viele und mancherley Weiſeden Menſchen fuͤrleget/ und ſein Hoͤllen⸗Reich ſehr dadurch vermeh⸗ ret/ als habe fuͤr eine hohe Nothwendigkeit erachtet/ meine von GO TTanbefohlene Zuhorer/ nach der Gnade und Gabe/ ſo der Allerhoͤchſte mir verleyhet/ dieſelbe zu wahrer und Gott wol⸗ gefaͤlliger Buſſe anzuweiſen/ und habe ſolches etzliche Jahr in meinen Wochen⸗Predigten fleiſſig getrieben/ da dann unter⸗ ſchiedliche gottſelige Hertzen/ Gelart und Vngelart/ dieſelbe im Truckherauß zu geben/ nutzlich zu ſeyn/ erachtet haben Welcher Meinung ich endlich gefolget/ und im Nahmen der allerhoͤchſten 1 Dreyeinigkeit ſolches zu Wercke gerichtet/ und dieſe meine gerin⸗ ge Arbeit/ zu Erbauung deß wahren Chriſtenthums/ rechtſchaf⸗ ſener Du e und Gottſeligkeit/ frommen Hertzen mittheilen Euer Hoch Graͤfl. Gn. aber/ Hochgebohrner Graff/ gnaä⸗ diger HErꝛ/ habe deren er 1. te ochge Theil olcher gan⸗ unterthaͤnig auß vielen Brſachen zuſchreiben wollen. Es iſt in gantz kuropa, Gott ſey Lob und Danck/ gnugſam bekand/ wie E. HochGraͤfl. Gn. der ungeenderten Augſpurgiſchen Confeſſion, mit Mund und Hertzen alſo zugethan/ daß ſie auch keine zu Die⸗ b nern — ———8—88I83öͤͤꝝſshsshddedn1ł·0ſ ——— nern Goͤttliches Wortes/ ſo jeniger Neuerung zugethan/ in jh⸗ rem Lande und Herꝛſchafft befodern wollen/ ſondern bey den be⸗ waͤhrten/ und von allen ungeenderter Augſpurgiſchen Confeſ ſion. Verwandten/ angenommenen Symbolis, auffrichtig und beſtaͤndig/ durch Gottes Gnadeverbleiben/ in welchen auch die Lehre von wahrer Buſſe/ und darauff erfolgenden guten Wer⸗ cken/ auß Gottes Worte deducirt und außgefuͤhret: Es iſt in gantz Europa bekand/ wie daß Euer Hochcrſr Gn. fuͤr jhre Perſon/ in wahrer Bußfertigkeit und Gottſeligkeit jhren hohen Stand fuͤhren/ und allen deren Vnterthanen/ mit einem hoch⸗ loͤblichen Exempel/ hoch ruͤhmlich vorleuchten. Es iſt in gantz Europa bekand/ wie Euer Hoch Graͤfl. Gn. alle der ungeender⸗ ten Augſpurgiſchen Contelkion, auffrichtig zugethane Lehrer/ jederzeit/ und noch immerfort liebe/ und ſich gnaͤdig und geneigt egen dieſelbe erweiſe/ und auch Euer Hoch Graͤfl. Gn. zu ſolchen chrifften/ ſo inſonderbeit zu Erbauung der wahren Gottſelig⸗ keit zielen/ ſonderliche Luſt und Liebe tragen/ wie von denen ſo Euer Hoch raf. Gn ſehr wol kennen/ hochruͤhmlich berichtet worden. b Dieſe Urſachen/ Hochgeborner Graff/ gnädiger der ha⸗ ben mich gleichſam gezwungen/ bey deroſelben/ nechſt Gott/ mei⸗ ner Buß⸗Poſaunen Schutz und Schirm zu ſuchen/ und unter ſolchem Schutz deren Schall in der Kirchen Gottes hoͤren zu laſ⸗ ſen/ mit ſehr demuͤtiger und unterthaͤniger Bitte/ Euer Hoch⸗ Graͤfl. Gn. wolle dieſe meine Kuͤhnheit mir gnaͤdig zu gutehal⸗ ten/ nechſt dem Allmaͤchtigen das batrocinium meiner Buß⸗Po⸗ ſaun fuͤhren/ und in ders Hoch Graͤfl. Gn. Gunſt und Hulde/ meine wenige Perſon recommenqdirt ſeyn laſſen/ und weilen der Allerhochſte Gott/ allen denen ſo Ihn/ lieben/ ein langes Leben gnaͤdiglich veꝛheiſſen/ und ſolches auch an E. Hoch Graͤfl. Gn. in der That beweiſet/ So bitte denſelben auß dem innerſten Grund meines Hertzẽ/ Er wolle Euer Hoch Graͤfl. 8* Gn. in jhrem hohen und hochrůhmlichen Alter/ deroſelben fer⸗ ner mit dem Abraham verleyhen ein gutes Alter. Gen. 15. verſ. vʒ. **r iij Mit ein Wort und Warheit mit dem David/ ein Alter voll Lebens/ Reichthum und Ehre. 1.Chron 30. v. 27. Mit dem Tobia ein gutes und ruhiges Alter. Tob. 14. v. 14. Er wolle ſie in jhrem hohen Alter/ heben/ tragen und von allem Pbelerretten. Eſa. 46. verſ. 4. Und ſie endlich mit dem frommen Koͤnig Joſia/ zu jhren Vaͤtern ſamlen/ daß ſie mit Frieden in jhr Grab verſamlet werden. 2. Reg 22. verſ. 20. Das wolle der Allmaͤchtige allergnaͤdigſt verſchaffen/ umb eines allerliebſten Sohns Jeſu Chriſti willen/ Amen/ in deinem Na⸗ men e Jeſu Amen. Geben Herfurt am 23. Decembr. mo I660. Euer Hoch⸗Graͤfl. Gn. Unterthaͤniger Diener und Vorbitter bey Gott AM. Johannes Bincke Prediger um Muͤnſter zu Herfurd. ſe 1 20. es a⸗ p. ÿqÿõä=s — qq AD VIRO 4 MDMODD REyvERENDUN AO PRACLARES. DN. M. IO HANNEM BINCHIUM, THEOLOGUM EXIMIUM, VIRVM DE ECCGLE SA CHRISTI OPTIME MERITIIM. Ixit inſi gnis Veterum Corona, Ore communi fapienter illud; Quin piè dixit quoque: pænitere Semper aportet. Nam Drus nulli vitium temittit, Seriò ni pænitear dolore, Et niſi poſthac meliore vitã Efſe laboret. Proſtat exemplum diligenter omni Incolæ mundi retinendum ubique: petrus elt illud, lachrymis amaris Pectora tingens. Hic enim læsâ pietate ſæpe, Condolens ſtatim, ſcelus expiavit Numinis Sancti auxilio, recedens Tramite pravo. Ambroſ. in cap. Mlbin. in LPſalm. MLuc.— Ergò TuBrNcCH, celebrandusaliis Es labris, quando peraras labore, Panitendi quod methodum docebit. Noa bene: Viye. 7 7 Taſtando fabulari affellue CHRISTIANUS NIFANIUS, 8s. Theol. Licenriatus, Illu- ſtriſſ. Comitum Wald. Gym- naſiarcha ac reliquarumscho- arum Inſpector. Plalm. u18. 1, lu- u- 0- 118. 2 R D. 2 d& E. “ ens 1) 4. Pſal. 118. v. 25. b b O HErt hilff OHr. laß wol gelingen/ b men. Erſte Predigt. DE POENITENTI DIGNITATE. Vonwahrer Buſſe Wuͤrdigkeit. Jac. 4. v. S. b Nahet euch zu Gott/ ſo nahet er ſich zu euch. eAnn wir/ meine Hochgeliebte in Chriſio Je⸗ KEAu die Predigten ſo in der Kirchen Gottes hochnoͤhtig/ D: fleiſſig betrachten/ werden wir befinden/ daß die Buß⸗ 8 9 Predigten unter denſelben mit unter den vornehmſten SSwm ſeyn. Vnd zwar— b “ Rasione Dei: An Gottes Seiten: Dann derſelbe hat ſeinen Dienern fleiſſig anbefohlen/ daß ſie die Vbertreter Gottes Wege lehren ſollen/ daß ſich die Sunder zu jhm bekehren Pſ.ſ. v. 15. Er befihlet Ruffe getroſt ſchone nicht erhebe deine Stimme wie ei⸗ ne Poſaunen/ und verkuͤndige meinem Volcke jhre Vbertretung/ und dem Hauſe Jacob jhre Suͤnde. Eſa. 58. v. 1. Derowegen befihlet auch Paulus: Predige das Worti halt anſes ſey zu rechter Zeit/ oder zur Un⸗ zeit/ ſtraffe draͤue/ ermahne/ mit aller Geduld und Lehre. 2. Tim. 4. v. 2. Nun iſt ja Gott derjenige ſo Lehrer und Prediger zu Haußhaltern geſe⸗ tzet von welchen nichts mehr geſucht wird/ dann daß ſie treu erfunden werden. 1. Cor. 4 v. 1. ſeq. Infideles paſtores hocſunt lapſis, quod Serm. i. de grando frugibus, ſagt Cyprianus. Das iſt;ungetreue Hirten ſind eben laplis. ſo nutze den gefallenen Suͤndern/ wie den Hagel dem Getreide iſt. “ b 2 2. Ratio- Von wahrer Buſſe— 2. Ratione Sui; An Seiten der Buß⸗Predigten ſelbſt: Was ſind Buß⸗Predigten anders/ als ein Mittel/ dadurch der Menſch zum Erkandnuͤß ſeiner ſelbſt/ und ſeines groſſen Elendes darinn er durch die Suͤnde gerathen/ gefuͤhret/ und jhm daneben angezeiget wird/ wie er zur Gnade Gottes/ wahrer Gerechtigkeit ſo fuͤr Gott gilt/ der allerlieblich⸗ ſten Kindſchafft Gottes/ und der ewigen Seligkeit gelangen moͤge⸗ Die Außfuͤhr⸗ neuen Propheten ſchwermen/ daß wir auß unſer eigenen Natur lernen licher Be⸗ ſollen und koͤnnen/ was uns heilſam und nuͤtzlich ſey/ und verwerffen da⸗ kich Pag. mit gaͤnzlich das allein rechtleitende Wort Gottes: Aber das iſt ja er⸗ 34. ſchrecklich zu hoͤren Dann der Menſch natuͤrlich betrachtet/ nicht allein voll Finſternuͤß und UInwiſſenheit/ Eph. 4. v. 18. ja Finſternuͤß an jhm ſelber iſt. Eph.⸗.v. 8. Sondern es wuͤrde auß dieſem Schwarm erfolgen/ daß Heyden und Chriſten einerley natuͤrliche Mittel zur Seligkeit ha⸗ ben/ auß welchen dieſelbe erfolgen koͤnte/ davon doch kein eintziges Exem⸗ pel kan vorgezeiget werden: Sondern die Buß⸗ Predigten fuͤhren uns erſtlich fuͤr Moſis Geſetz⸗Spiegel/ daß wir in dem ſelben unſern elenden Zuſtand erkennen/ und hernacher zum Evangeliſchen Gnaden⸗ Spie⸗ gel/ daß wir durch Anweiſung deſſelben in den Stand der Gnaden und Kinder Gottes moͤgen verſetzet werden. 3. Ratione noſtri: An unſer Seiten: Unſere Suͤnde ſcheiden uns und unſern Gott voneinander/ Eſ. 59. v. 2. Ach deß elenden! Ach deß grundverderbenden Scheidens Was der Coͤrper deß Menſe chen/ ohne die Seele iſt/ nemlich ein faules heßlieh ſtinckendes Aas: Das iſt der gantze Menſche fuͤr Gott ohne die Gnade Gottes. Da unterweiſen uns die Buß⸗Predigten/ wie wir unſere Suͤnde erkennen und bekennen lwahre Reu und Leid uͤber dieſelbe tragen/ und an Chriſtum feſtiglieh glauben ſollen/ damit dadurch gleich ſam ballamitt/ revocirt/ in den Gnaden⸗ Stand Gottes geſetzet werden moͤgen. 4. Temporis hodierni: Wegen jetziger Zeit: Dann wir ſind warhafftig in dieſenige Zeit gerathen/ von welcher Paulus ſchreibet: Daß die Menſchen die heilſame Lehre nicht leiden werden/ ſondern nach Iſhren eigenen Luͤſten/ werden ſie jhnen ſelbſt Lehrer auffladen/ nach dem ihnen die Ohren jucken/ und werden die Ohren von der Warheit wenden/ und ſich zu den Fabeln kehren. 2. Tim. 4. v. 3. ſeq. Iſt nicht ein ſo groſſe Sicherheit in dieſer jetzigen Grund⸗ uppen der Welt/ daß Mn ſie ott * Wuͤrdigkeit. 3 Gott ohne Straffe laͤſſet dahin gehen/ ſo nehmen ſie es gerne fuͤr lieb: warnet er ſie/ ſo achten ſie es nicht vermahnet er/ ſo laſſen ſie es zu einem Ohr ein und zum andern wieder auß gehen; Da ermuntert Gott ſeine Mund · Botten treue Lehrer/ und ſpricht: Ruffet getroſt/ ſchonet nicht/ erhebet eure Stimme wie Poſaunen/ und verkuͤndiget meinem Volck jhr Ubertretten/ und dem Hauſe Jacob jhre Suͤnde/ Eſa. 78. v. 1. Auff deſſen Befelch/ und in deſſen allerheiligſtem und huͤlffreichſtem Namen/ wil ich dieſe Buß⸗Poſaunen anſetzen/ und nach der Gnade und Vermoͤ⸗ gen/ ſo mir dieſer mein allerhoͤchſt gebietender H Erꝛ/ geben wird/ wil ich dieſes Gnaden⸗Werck Gottes/ mit ſchuldigſter Demut und Gehorſam anfahen/ und auß verleſenen Worten/ euer Chriſtlichen Liebe vortragen POENITENTIAÆVERAeÆ DIGNITATEM.: Die Wuͤrdigkeit wahrer und rechtſchaffener Buſſe. Die Goͤttliche Allmacht/ ſtaͤrcke in dieſem und allem folgenden meine Ohnmacht/ und gebe ſeinem geiſtlichen Donner Krafft under ſprieſ⸗ liche Macht/ umb ſeines ſtarcken Arms Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Win ſehen die groſſe Waͤrdigkeit wahrer Buſſe/ nach Anleitung verleſener Worte: b 1. EFxnaturali noſtrà conditione: Auß unſerm natuͤrlichen Zuſtande: Nahet euch zu Gott/ ſagt Jacobus: Sollen wir uns zu Gott nahen/ ſo muͤſſen wir von demſelben ferne oder abgeſcheiden ſeyn. Ach ja mein Chriſtliches Hertz. Den Auſſaͤtzigen iſt von Gott beſohlen/ daß ſie allein wohnen/ und von den Geſunden ſollen abgeſondert ſeyn/ Lev. 13. v. 46. Wir ſind nicht allein von Natur mit dem heßlichen Suͤn⸗ den⸗Auſſatz behafftet/ ſondern gleich wie die Auſſaͤtzigen ihren Schaden mit ohnmaͤſſigem Eſſen und Trincken vermehren: Alſo vermehren wir den Erbſchaden/ mit vielen wuͤreklichen Suͤnden/ daß nichts geſundes an uns zufinden/ von der Fuß⸗Solen biß auffs Haupt/ ſondern es ſind nur eitel Wunden/ Striemen und Eyter⸗Beulen an uns. Eſ.. v. 6. Das iſt/ Verſtand/ Wille/ Hertze Augen/ Ohren/ Mund Zunge/ Haͤndeund Fuͤſſe ſind allzuſammen zur Suͤnde geneigt/ ne Sndm befleckt/ und b kragen — e., A „. 7 4 4 Von wahrer Buſſe tragen Beliebung an der Suͤnde. Odeß groſſen O deß elenden Verder⸗ bens um dieſer unſer Beſchaffenheit willen/ iſ Gott ferne von den gottlo⸗ ſe Prov. 15. v. 29. Dieſe/ dieſe unſere Suͤnde ſcheiden uns und unſern Gott erlaſſen/ Jer.2 · v.. Verlaſſen Gott und halten ſein Geſetze nicht/ Jer. 16. v. 1. O deß elenden Zuſtandes Gott haben/ iſi das hoͤchſie/ ja alles gut haben/ Gott verlaſſen iſt das aller hoͤchſte/ ja alles gut verlaſſen. Laſſet uns/ o meine Geliebten/ dieſes fleifſig erwegen/ und das Suͤnden⸗Kraͤut⸗ lein dabey recht erkennen lernen/ denn dadurch werden wir bewogen/ das Mittel wahrer Buſſe an die Hand zunehmen/ dadurch wir zur Freund⸗ ſchafft/ ja Kindſchafft deß allerhoͤchſten Gottes gelangen. II. Ex noſtra ad Deum appropinquatione: Auß unſer Zuna⸗ hung zu Gott: Die leidige Suͤnde ſcheidet uns nicht allein von Gott an ihrer Seiten/ wegen ihres unleidlichen Stanckes und Haͤßligkeit/ ſondern wir wenden uns auch vermittels der ſelben von Gott: Wir ver⸗ laſſen den HErꝛn/ laͤſtern den Heiligen in Iſrael/ und weichen zuruͤck Eſa. 1. v. 4. Wir kehren zuruͤck von unſerm Gott/ Eſa. 59.v. 13. Wir vergeſſen Gottes/ und werffen ihn hinter unſern Ruͤcken. Ezech. 23. v.z5. O der erſchrecklichen Wuͤrckung der Suͤnden gleich wie wir nun durch die Suͤnde uns von Gott wenden und von ihm weichen; Alſo nahen wit 7 uns durch wahre Buſſe zu Gott: Dieſes nahen geſchicht durch Erkaͤnt⸗ „ nuͤß und Bekaͤntnuͤß unſer Suͤnden/ und wahre Reu und Leid uͤber dieſel⸗ * ben/ und hertzliche Begierde der Gnaden Goltes/ und Vergebung un⸗ 4 O 05₰ 5„ivonemnander Eſ.9. v. z. Weilen wir dadurch Gott die lebendige Quelle 2,5,„ l9 , A., ℳ r Suͤnden um Chriſti willen: Da nahen wir uns und kommen zu e f*. 2 5 Chriſtoals muͤhſelige und beladene Menſchen/ Malth. 11. v. 28. Der nimpt alle unſer Suͤnden⸗Schuld auff ſich/ verſuͤhnet uns dardurch mit ſeinem Himmliſchen Vatter/ und gieht alſo Macht Gottes Kinder zu werden/ allen die an ſeinen Nahmen glaͤuben/ Joh.1. v. 12. ja er waſ cher uns von Suͤnden mit ſeinem Blut/ und machet uns zu Koͤnigen und Prieſtern fuͤr Gott und ſeinem Vater. Apoc. 1. v.. leq. Oder groſſen Chronol. erꝛligkeit o der unverdienten Gnadles ware eine wunderbare Veraͤnde⸗ adann rung’daß Matthias Hunniades auß ſeinem Gefaͤngnuͤß zu Wiendaer Chr.1457. Rur deß Todeserwartete/ wird gen Prag gefuͤhret/ und zum Boͤhmi⸗ Schultz. ſchen Koͤnig gekroͤnet: Aber dieſe Veraͤnderung iſt viel wunderbarer/ da Chron. ad wir auß Gottes Feinden/ vermintels wahrer Buſſe/ zu ſeinen Gnaden⸗ ord,ann. Kindern Calviſ. * 4 ͤͤͤͤͤöͤöͤöͤſͤͤͤ Wuͤrdigkeitt. derr. Kindern werden angenommen: Was wird in dieſer Welt hoͤher geachtet/ ttlo⸗ als Keyſer/ Koͤnigen und andern Potentaten nahe/ das iſt/ ihr Cantzler/ Bott Marſchalck/ geheimer Rath oder Sccretarius ſeyn Warumb dann die ulle Mutter der Kinder Zebedei/ weilen ſie vermeinte Chriſtus wuͤrde ein Jer. weltliches Reich auffrichten eine Supplication fuͤr jhre beyde Soͤhne bey gut 6 ihm einlegte/ daß jhre Soͤhne jhm moͤchten nahe ſeyn/ und der eine zu ſei⸗ iſſer ner Rechten/ und der ander zu ſeiner Lincken ſitzen. Matth. 20. v. 21. Aber ut⸗ ſie wuſte nicht was ſie gebeten hatte. v. a2. Wir aber wiſſen auß Gottes das 6 Wort/ daß wann wir uns warhafftig zu Gottbekehren/ wir jhme da⸗ nd⸗ 3 durch nahe/ ja ſeine Hertz geliebte Kinder werden/ wir werden nahe durch 3 das Blut Chriſti Eph. 2. v. 13. mit wahrem Glauben/ als ein fuͤr uns na⸗ vergoſſenes Blut/ uns zugeeignet. Laſſet uns dieſes/ O Chriſtliche Her⸗ ott tzen wol betrachten/ und uns in unſre Buſſe/ mit rechtſchaffenem auff⸗ keit/ richtigem Hertzen ohne allen Falſch und Heucheley nahen/ damit uns ver⸗ Gottes Klage nicht treffe; dieß Volck nahet ſich zu mir mit ſeinem Mun⸗ ück.. de/ und mit jhren Lippen ehren ſie mich/ aber jhr Hertze iſt ferne von mir. Vir Eſa. 29. v. 13. Judas nahete ſich auch zu JEſu jhn zu kuͤſſen. Luc. 22.— 35.. 47. Aber es war lauter Falſchheit: Ach behuͤte Gott dafuͤr alle bußfer⸗ rch tige Hertzen! wir III. Ex appropinquationis noſtræ tructificatione; Auß der int⸗ Fruchtbringung unſer Zunahung: So nahet er ſichzu euch: O ſel⸗ das iſt ein herꝛlicher Wechſel! nahen wir uns durch wahre Buſſe zu un⸗ Gott/ ſo nahet ſich Gott mit ſeiner allerſeligſten Gnade zu uns Zu den nzu gottloſen wil Gott auch kommen/ ſie zuſtraffen. Mal. 3. v.). Aber zu Der wahren bußfertigen Hertzen wil ſich alſo Gott nahen/ daß er wil in jhnen urch wohnen und in jhnen wandeln/ und wil jhr Gott ſeyn/ und ſie ſollen ſein nder Volck ſeyn. 2. Cor. 6. v. 16. Chriſtus wil durch den Glauben in jhrem ſchet Hertzen wohnen/ Eph. z. v. 7. jhr Leib ſoll ein Tempel deß heiligen Gei⸗ und*. ſtes ſeyn. J. Cor. 6. v. 19. O der groſſen Wuͤrdigkeit derwahren Buſſe! ſſen b Darauff folget die ohnfehlbare Erhoͤrung deß Gebets eines bußfertigen nde⸗ Hertzen: Denen iſt er nahe wenn ſie jhn anruffen/ wenn ſie jhn mit Ernſi dac anruffen/ er thut was ſolche Gottsfuͤrchtige begehren/ hoͤret jhr ſchreyen/ hmi⸗ und hilfft jhnen auß. Pſal145. v. 18. Wanner ſich alſo zu uns nahet/ ſo er!da ſpyricht er: Fuͤrchte dich nicht/ Thren. 3. v. 57. O deß allerſeligſten O deß den⸗ aller fruchtbarſten Zunahens! da kan ein recht buͤſſendes Hertze ſagen: dern b A ij HErꝛ/ Prompt. exempli pag.(mi- hi) 99. b VDon wahrer Buſee HEr/ wann ich nur dich habe/ ſo frag ich nicht nach Himmel und Er⸗ den/ und wann mir gleich Leib und Seel verſchmachtet/ ſo biſt und blei⸗ beſt du doch meines Hertzen Troſt und mein Theil. Pſ. 73. v. 25. Laſſet uns/O Chriſiliche Hertzen dieſes allerfleiſſigſt betrachten/ ſo werden wir abermal mit David ſagen: Das iſt meine Freude/ daß ich mich mit buß⸗ fertig⸗glaubigem Hertzen zu Gott nahe oder halte/ Pſ.73. v. 8. IVV. Ex divina aſſeverarione; Auß der Goͤttlichen Verſiche⸗ rung: Es moͤchte jemand gedeneken/ wodurch er ſolcher Goͤttlichen Zu⸗ nahung verſichert ſey? Verſicherung gnug/ O Chriſtliches Hextz/ es 2 4 venſicher dich dieſes Gnaden⸗Schatzes: 1. Deijuramentum: Gottes theurer Eydſchwur: So wahr als ich lebe/ ſpricht der HErꝛ: HEr/ ich habe keinen Gefallen am Tode deß Gottloſen/ ſondern daß ſich der Gottloſe bekehre von ſeinem Weſen und lebe. Exech. 33. v. 11. Bedencke doch/ O Chriſtliches Hertze was die⸗ ſer fuͤnein HErꝛ ſey Er iſt warhafftig kein Menſche/ deren Mund glatter iſt als Butter/ und haben doch Krieg im Sinn/ ihre Wort ſind gelinder als Oehl/ und ſind doch bloſſe Schwerdter/ Pſ. 5 v 22. Sondern er iſt warhafftig. Rom 3. v. 4. Wie Xenocrates fuͤr den Richtern zu Athen die Warheit eydlich beſtaͤtigen wolte/ ſtunden die Richter alle auff/ und wolten Xenocratem nicht laſſen ſchweren/ ſondern jhm wegen ſeiner Treu und Tugend Glauben zuſtellen: Warumb wolten wir dann Gott der die Warheit ſelber iſt nicht glauben? Welches die Calviniſten billich ſolten in acht nehmen/ wenn ſie dieſen allertroͤſilichſten Spruch mit jh⸗ ren wunderbaren Gloſſen wollen in Zweifel ziehen: Der Eyd machet ja ein Endealles Haders/ Heb. 6. v. 16. Idcirco jurat Deus, ut ſi non cre- dimus Deo promitrenti, credamus ſaltem pro ſalute noſtra juranti, ſagt Hieronymus: Das iſt/ darumb ſchweret Gott/ daß ſo wir nicht wollen glaͤuben ſeiner Verheiſſung/ wir jhm glaͤuben moͤgen wegen ſei⸗ nes Eydes. b* z. Filii Dei beneplacitum: Der Wolgefall deß Sohns Got⸗ tes: Zu was Ende iſt doch der Sohne Gottes Menſch geboren/ und in dieſe Welt kommen? Die Suͤnder zur Buſſe zu ruffen/ Matth. 9.v. 4. Und hat ſich deßwegen gerne zu bußfertigen Suͤndern geſellet/ Luc. 15. v.1. Und ſie von Suͤnden abſolvirt und loß geſprochen. Matth. 9. v. 2. Luc. J.v. 50. Warumb hat doch der Sohn Gottes gelitien: Ulnd iſt wie⸗ der vom Wuͤrdigkeit. 7 der vom Tod aufferſtanden Daß er in ſeinem Namen predigen laſſe Buß und Vergebung der Suͤnden unter allen Voͤlckern. Luc. 24. v. 47. Ii das aber nieht eine groſſe Wuͤrdigkeit wahrer Buſſe/ daß Gott der Vater uns mit einem Eydſchwur dazu beruffet· Der Sohn Gottes wegen derſelben Menſch geworden/ gelitten/ geſtorben und aufferſtanden? 3. Spiritus fancti officium: Das Ampt deß heiligen Geiſtes: Der ſiraffet die Welt um der Suͤnde willen/ Joh. 16. v. 8. Daß er ihr nicht allein anzeigel deren Haͤßligkeit und Wuͤrckung/ ſondern auch daß die Welt dieſelbe nicht wil inder Gnaden⸗Zeit erkennen und ſich hertzlich zu Gott bekehren. Daher klaget Gott/ die Menſchen wollen ſich durch ſeinen Geiſt nicht ſtraffen laſſen/ Gen. 6. v.;. Verſtehe durch die Buß⸗ Predigten: Durch dieſelbe laͤſſet der heilige Geiſt außreiſſen/ zubrechen/ verſtoͤren/ und verderben(mit der Geſttz Predigt) und darnach bauen und pflantzen(durch die Lehre deß Evangeln) Jer..v. 10. Daher machet der heilige Geiſi/ die Buß⸗ und Straff⸗ Predigten in deß Jeremiæ Her⸗ tzen/ wie ein brennend Feuer. Jerem. 20. v.). Er thut dem Ezechiel ſeinen Mund auff daß er nicht ſchweigen kan Ezech. 33. v. 22. Iſt das nicht ei⸗ ne groſſe Wuͤrdigkeit der Buſſe/ daß der heilige Geiſt kraͤfftiglich in und durch dieſelbe wuͤrcket V. Ex Angelorum exultatione: Auß der heiligen Engel Freude: Wenn wir uns mit bußfertigem und glaubigem Hertzen zu Gott nahen/ ſo iſt daxuͤber Freude bey den lieben heiligen Engeln/ wie Chriſtus bezeuget/ Luc. 15, v. 1o. Dann dieſelbe erfreuen ſich/ daß Gottes Wille und Befehlerfuͤllet/ das VerdienſtChriſti mit wahrem Glauben er⸗ grieffen/ und das Ampt deß heiligen Geiſtes mit Fruchtbarkeit gefuͤhret wird. Iſt das aber/ O Chriſiliche Hertzen/ nicht eine groſſe Wuͤrdigkeit b wahrer Buſſe/ daß die liebe heiligen Engel ſich uͤber dieſelbe erfreuen/ ja fuͤr Gottes Angeſicht deßwegen ſubiliren und jauchtzen/ daß der Men⸗ ſche auß deß Teuffels Netze und Gewalt geriſſen/ in die Jahl der Kinder Gottes auff und angenommen wirde Ach laſſet uns dieſes fleiſſig be⸗ trachtenl laſſet uns dieſes noch fleiſſiger zu Werckorichten laſſet uns zu Gott nahen/ ſo wird ſich zu uns nahen Gott der Vater mit ſeiner Gna⸗ de/ der Sohn Gottes mit ſeinem theuren Verdienſt/ der heilige Geiſt mit ſeiner Erleuchtung die heiligen Engel mit ihrem Dienſt und Auff⸗ wartung Ach das verleihe uns gnaͤdiglich/ Gott DVae Sohn uadh s Von wahrer Buß liger Geiſt/ um ſeines allerheiligſten und allerherꝛlichſten Namens wil⸗ len/ Amen/ Amen. b Die andere Predigt. 8 DE POENITENTIE NECESSITATE. Von wahrer Buß Nothwendigkeit. Luc o V. 42. Eins iſt Noth. ☛ Jrleſene. Chron. 24. v. 10. Daß Gott der HEr: Propheten zu dem Juͤdiſchen Volcke geſand/ daß ſie ſich zum HErnn bekehren ſolten/ und dieſelbe haben ſie bezeuget/ e aber ſie habens nicht zu Ohren genommen: In dieſen Wor⸗ ten haben wir;“ I. Deigratiam: Die groſſe Gnade Gottes/ ſo er dem uͤdiſchen Volcke erwieſen/ und zwar: b a. Prophetarum miſſione; Mit Sendung ſeiner Prophe⸗ ten; Er hat ſtets zu jhnen geſandalle ſeine Knechte die Propheten/ Jer.7. v. 25. er hat ſie fleiſſig zu jhnen geſand/ Jer. 25 · v. 4. Das war eine groſſe Gnade: Wann groſſe HErren/ jhre Legaten zu jhren Unterthanen ſen⸗ den/ denſelben jhren gnaͤdigen Willen/ zu der Unterthanen ſelbſt eigenem Beſten anzukuͤndigen/ das iſt warlich eine groſſe Gnade: Treue Lehrer ſind Bott ſchafften an Gottes ſtat/ durch welche uns Gott vermahnet. 2. Cor.. v. 20. 3 6. Diyina intentione; Mit ſeiner Goͤttlichen Wohlmei⸗ nung: Daßſie ſich zu ihm bekehren ſolten: Sie ſolten ſich waſchen/ reinigen und thun jhr boͤſes Weſen von ſeinen Augen/ laſſen ab vom Boͤſen/ und thun Gutes/ Eſa. 1. v. 16. ſie ſolten als abtruͤnnige Leute/ wie⸗ derkehren/ ſo wolte er ſein Angeſicht gegen ſie nicht verſtellen. Jer. 3. v. 2. War das nicht eine groſſe Gnade: Wo iſt jemand/ ſo er faͤllet/ der nicht gerne wieder auffſtuͤnde Wo iſt jemand/ der irre gehet/ der nicht gerne wieder zu recht kaͤme: Jer. ð. v. 4.— v. Divina teſtificationc: Mit ſeiner Ootlichen Bezeugune e —— 83 et. ei⸗ en/ om die⸗ 12. cht Ine ng Nothiwendigkeit. 9 Die Propheten haben ſiebezeuget: Er hatbezeuget und jhnen ſagen laſſen; kehret umb von euren boͤſen Wegen/ und haltet meine Gebote und Rechte/ nach allem Geſetz/ das ich euren Baͤtern geboten habe/ 2. Reg. 17. v.13. Daher wird das Geſetze genant/ Gottes Gebote und Zeugnuͤß Neh. 9. v.4. und Gott ſelber ſpricht: Hoͤremein Volck/ laß mich reden/ Iſtau laß mich unter dir zeugen. Pſal. 70. v. 7. Das iſt ja eine groſſe nade. b Sie habens nicht zu Ohren genomnien: Denn ſie waren ein unge⸗ horſam Volck/ und verlogene Kinder/ die nicht hoͤren wolten deß HErꝛn Geſetze Eſa. z0. v.). Gott redete zu jhnen/ aber ſie hoͤreten nicht: Eſa. 65. v. 12. Sie kehreten Gott den Nuͤcken zu/ und verſtockten ihre Ohren daß ſie nicht hoͤreten. Zach. 7. v. 11. Der grundguͤt ge Gott laͤſſet uns dieſe Gnadenoch heut zu Tage wiederfahren! ſendet treue Lehrer zu uns/ ſo uns zur Buſſe fleißig ermahnen/ aber der meiſte theil trit in die Juͤdiſche Fußſtapffen: Dieſen zu begegnen wollen wir auß verleſenen Worten in wahrer Gottesfurcht betrachten: b POENITENTIGB VERTÆ NFECESSITATEM. Wahrer Buſſe Nothwendigkeit. Vnſer allergnaͤdigſter himmliſcher Vater/ wolle uns hitzu verleſhen die Gnade und Gabe ſeines heiligen Geiſtes/ um unſers hochverdienten Erloͤſers Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Nachdem mahle der Sohn Gottes mit ſeinen Juͤngern zu Bethania ankommen /iſt er von der Martha/ Lazari und Marien Schweſter in ihr Haus auff und angenomien/ und weilen ſich ihre Schiweſter Maria alss bald zu Chriſti Fuͤſſen geſetzet/ und ſeiner Rede fleißig zugehoͤret/ Mar⸗ tha aber unterdeſſen beſchaͤfftig geweſen Chriſto mit allen Liebe⸗Dien⸗ ſten zubegegnen iſt ſie etwas auff die Mariam ungeduldig worden/ daß ſie nichts mit angreiffen wollen: Derowegen erinnert der Sohn Gottes Martham dah eines ſey ihr noth/ nemlich daß ſie ſich um ihrer Seelen Heil und ewige Seligkeit/ und denen dazu gehoͤrigen Mitteln hertzlich bekuͤmmern ſolle Seyn derowegendieſe Worte Chriſti zuverſtehen: B IJ. Gene- — ——— 2. Judæorum contumaciam: Der Juden Halsſtarrigkeit:— —=ſſ—————— Von wahrer Buß 1. Generaliter: Ins gemein: Da iſt uns noͤhtig das jenige was die Maria erwehlet/ nemlich/ Gottes Worr gerne/ flen hig und andaͤchtig anhoͤren: Dann darum hat es Gott in allen Landen/ und bis an der Welt Ende predigen laßen. Pſ. 19. v. 5. Daß es ſol eine Leuchte unſer Fuͤße/ und ein Liecht auff unſerm Wege ſeyn. Pſalm. 19. v. 105. Unſern Hertzen Freude und Troſi ſeyn. Jer. 15. v. 16. Da es hingegen ein elender Zu⸗ ſtand iſt/ wenn Gottes Wort theuer iſt.· Sam.z. v.. Wann die Weiſ⸗ ſagung außiſt. Prov. 29. v. 18. Dasiſt/ wann kein Prophe mehr pre⸗ digt/ und kein Lehrer mehr lehret. Pſalm. 74. v.). Wann Gott einen Hunger ins Land ſchicket/ nicht emen Hunger nach Brot/ oder Durſſ nach Waſſer/ ſondern nach dem Wort deß HErꝛn zuhoͤren/ daß man ſol⸗ ches ſuchet/ und nicht findet Amos. 8. vn. ſeq. Darum iſt uns dieſes nothe daß wir Gottes Wort lieben/ und es gerne und andaͤchtig anhoͤren. Aaßet uns/ O Chriſtliche Hestzen/ dieſes wol in acht nehmen/ und wann uns weltliche Geſchaͤffte wollen am Gehoͤr goͤttliches Worts verhinder⸗ lich ſeyn/ gedencken und ſagen: Eines iſt noth/ O meine Seele/ daß du dich zu Gottes Worte halteſf. II. Specialiter: Sonderlich: Da muͤßen wir in ſonder heit zu die⸗ ſem Ende Gottes Wort anhoͤren! daß wir unſt re erb⸗ und wuͤrckliche Suͤnde auß demſelben erk ennen/ wahre Reu und Leid uͤber dieſelbe tra⸗ gen/ und Jeſum Chriſtum den eintz igen E uͤnden⸗Traͤger mit wahrem Glauben ſuchen: Daher ziehet Chriſtus den Einhalt ſeiner Predigt ſummariſch zuſammen/ und ſpricht Thut Buſſe und glaͤubet an das Evangelium. Marc.x. v. 5. Dann alſo wenden wir uns zu Gott/ und werden ſelig. Eſa. 45 v. 22. Darum laͤßet Chriſtus in ſeinem Namen predigen Buſſe und Vergebung der Suͤnden unter allen Voͤlckern. uc. 24 v. 49 Welches Paulus ſehr fleißig geihan/ in demer zu Jeru⸗ ſalem/ und in aller Gegend Juͤdiſches Landes/ auch den Heydẽ verkuͤndi⸗ get/ daß ſie Buſſe thaͤten/ und ſich bekehretenzu Gott/ und thaͤten recht⸗ ſchaffene Werckeder Buße. Alor. 26.v. 20. Auß dieſem allen iſt Son⸗ nen⸗klar/ daß Chriſtus und ſeine Apoſtel/ in ihren Predigten/ dieſen Zweck ihnen vorgeſtellet/ daß die Menſchen dadurch zu wahrer Buße moͤchten geleitet werden: Derowegen/ O Chriſtliche Hertzen/ ſo iſt uns dieſes eines noth/ daß wir Gottes Wort fleißig hoͤren/ leſen undbetrach⸗ ken/ daß wir dadurch zu wahrer Buſſe geleitet werden: In Welt⸗Kinder Ohren — 5——— — ͤ— — Nothwendigkeit. n Ohren erſchallet inmer fort die Summe deß hdniſchen Poelen o⸗ ratii. O eives cives quærenda pecunia primùm! Das ſſt/ O lieben Leut ſuchet mit Fleiß Nur Geld und Gut auff alle Weiß. b Aber gottſelige Hertzen/ gedencken immer an Chriſti Vermahnung: Trachtet am erſten nach dem Reich Gottes/ und nach ſeiner Gerech⸗ tigkeit/ ſo wird euch das ander alles zufallen. Matth. 5. v.3. Thut Bußte/ das Himmelreich iſt nahe herbepkommen. Matth. 4.v 7. Und ſolches iſt uns noͤthig: b I. Propter peccatorum multitudinem: Wegen der Vielheit un⸗ ſer Suͤnden: Betrachte betrachte doch O Chriſtliches Hertze/ deinen elenden Zuſtand/ darinn dich die leidige Suͤnde geſtuͤrtzet: Betrachte be⸗ trachte doch die elende/ die eingewurtzelte die nimmerruhende Erdbſuͤnde: Darin biſtu empfangen/ Pſalm.51. v7. Durch dieſelbe mangelſtu auch deß Ruhms den du fuͤr Gott haben ſolteſt. Rom. 3. v 23. Ja biſt geiſtlich und in Suͤnden tod. Eph. 2. v.. Betrachte/ betrachte doch deine viele⸗ deine mannigfaltige/ deine ſchwere wuͤrckliche Suͤnde: Haſt du Luſt mit Gott wegen derſelben zuhadern/ ſo kanſtu ihm auff tauſend nicht eins antworten. Hiob. 2. v. z. Sie werdendich ergreiffen/ daß du nicht ſehen kanſt. Pſalm 40. v. 13. Denn ihrer ſind mehr denn Sand am Meer. Ge⸗ beth Manaſ. v.o. Mit zehen tauſend Pfunden biſtu dem Koͤnige aller Koͤnige verhafftet. Matth. 18. v. 4. Ounſers elenden /O unſers gefaͤhr⸗ lichen Zuſtandes Betrachte doch ferner/ O Chriſtliches Hertz/ daß ein eintzige Suͤnde die Hoͤll und ewige Verdamnuͤß verdienet; was haben dann ſo viele/ ſo mannigfaltige/ ſo ſchwere Suͤnde verdienet Nun iſt ja kein ander Mittel/ auß ſolchem Elend ſich außzuwicklen/ ſolchem er⸗ ſchrecklichen Lohn der Suͤnden zu entfliehen/ als wahre Buße Gott haͤlt uns die unvernuͤnfftigen Creaturen fuͤr: Ein Storck unter dem Him⸗ mel wiſſe ſeine Zeit eine Tortel⸗Taube/ Krannich und Schwalbe mer⸗ cken jhre Zeit/ wenn ſie wiederkommen ſollen/ aber wir ſo elend verderbte Menſchen wollen das Recht deß HErꝛn nicht wiſſen. Jer. 8. v. 7. Ein Hirſch wenn er verwundet/ ſuchet er Dirtam als weleher ihn heilet: Ei⸗ ne Schwalbe wann jhre Augen mit Blindheit behafftet/ ſuchet ſie die 1j S hell⸗ Von wahrer Buß Schell⸗Wurtz; undwir vernuͤnffnge Menſchen wollen die Artzney der Buſſe verachten: Stelle dich/ O Menſch fuͤr Moſis Spiegel/ die heili⸗ gen zehen Gebote/ beſchau in demſelben deine Gedancken/ Begierde/ Worte und Wercke/ du wirſt befinden/ daß du ſeyeſt bald ſchwartz wie ein Mohr /bald fleckig wie ein Parder/ Jerem. 3. v. 23. Worauß dann die Nothwendigkeit wahrer Buſſe leichtlich zu erſehen. 2. Propter peccatorum operationem: Wegen der Wuͤr⸗ ckung unſer Suͤnden: Wollen wirwiſſen wie greulich und abſcheulich die leidige Suͤnde ſey/ ſo laſſet uns deren Fruͤchtlein anſehen: Die Suͤn⸗ debringet euſerliches Elende; Leſet/ O Chriſtliche Hertzen/ Lev. 26. und Deut. 28. capp. Wo kompt Peſtilent/ Blutgang und dergleichen Kranckheit her Von der Suͤnde: Wo kompt Krieg und Verwuͤſtung Laͤnder und Leute her Von der Suͤnde: Wo kompt/ Hunger/ Kummer und theure Zeit her: Von der Suͤnde: Gleich wie ein Born ſein Waſſer quillet;alſo quillet nicht allein unſere Boßheit/ Jer. 6. v.7. ſondern auch derſelben Straffe herfuͤr. Die Suͤnde bringet innerliches Elende; Woher kompt Angſt und Schrecken? Von einem boͤſen Gewiſſen: Woher ein boͤſes Gewiſſen? Von der Suͤnde: Dann daß einer ſo verza⸗ get iſt/ das machet ſeine eigene Boßheit/ die ihn uͤberzeugt und verdampt/ und ein erſchrocken Gewiſſen/ verſihet ſich immerdar deß aͤrgſten. Sap. 17. v. 1o. eqꝗ. Die Sunde bringet ewiges Elende: Nemlich die Hoͤll und ewige Verdamnuͤß/ wie am reichen Mann zuſehen. Luc. 16. v.19. ſeqq. Nun hat uns ja Gott in ſeinem Worte/ wahre Buſſe/ als ein Mit⸗ telder Entledigung von der Suͤnde/ und allem auff dieſelbe erfolgendem Elend/ fuͤr Augen und Hertzen geſtellet: Ich bin barmhertzig/ ſpricht der HErꝛund wil nicht ewiglich zuͤrnen/ allein erkenne deine Miſſethat/ daß du wider den HErꝛn deinen Gott geſuͤndiget haſt/ Jer.z v. 12. ſeq. Keh⸗ ret euch zu mir/ ſo wil ich mich zu euch kehren/ Zach. 1. v.;. Wer kan dann hierauß nicht Sonnen klar ſehen/ wienothwendig uns wahre und beſtaͤn⸗ dige Buſſe ſey 3. Propter divinam pœnitentiæ poſtulationem; Wegen der Goͤttlichen Forderung der wahren Buſſe: Es iſt warlich die Buſſe nicht ein willkuͤhrlich Ding/ ſieiſt auch kein Mittelding daß wir ſie ohne Suͤnde entweder unterlaſſen oder ſie thun koͤnnen: Sondern Gott ge⸗ brut uns dieſelbe/ bey Vermeidung zeitlicher und ewiger Straffe Thut Buſſe/ e—— 8 — väöö——=nͤdſſſſſͤſIſſͤſſſ— — o Nothwendigkeit. 1) 5 Buſſe/ ruffet und befihlet Johannes. Matth. 3. v. 2. Wie denn auch der 5 Sohn Gottes ſelber. Matih. 4. v. 17. Die Juͤnger Chriſti giengen auß/ vieein und predigten man ſolte Buſſe thun. Marc. 6. v. 12. Gott gebeutallen agg Menſchen anallen Enden Buſſe zu thun. Actor. 17.v.30. Nun hat ja ndie Gott geboten/ fleiſſig ſeine Befehl zu halten. Pſ. 19. v. 4. Beden cke doch/ Gür O Menſch/ was dieſes fuͤr ein Befehl ſey Es iſt ein ſolches/ welches deine ir⸗ zeitliche und ewige Wohlfart betrifft: Wirſiu ihm in dieſem Gehorſam eulich leiſten/ ſo wird er dich mit allerhand Seegen uͤberſchuͤtten. Deur. 28. V.J. un⸗ ſeqq. Er wil Barmhertzigkeit an dir thun. Exod. 20. v. 6. Es wird dir und 5.26. deinen Kindern nach dir wolgehen. Deut. 4. v. 40. Undwas derſelben ichen Gnaden⸗Belohnung mehr ſeyn. Fuͤhret dieſer Befehl nicht eine groſſe ſiung Nothwendigkeit der Buſſe mit ſich: nmer 4. Propter judicii extremi appropinquationem: Wegen der gaſſer Zunahung deß juͤngſten Gerichts: Dann/ O Chriſt liche Hertzen/ daß auch dieſer allen Inbußfertigen erſchreck licher/ und allen Bußfertigen hocher⸗ nde; freulicher Tag/ nicht mehr ferne/ ſondern nahe ſey/ bezeuget ja Gottes ſſen: Wort. Petrus bezeuget es ſey nahe kommen das Ende aller Dinge.. erza⸗ Pet. 4 v.7. Kinder es iſt die letzte Stunde ſagt Johannes. I. Joh. 2.v. 18. mpt/ Die Zukunfft deß HErren iſt nahe/ ſpricht Jacobus. Cap. ſ.v. d. Daß Sap. der juͤngſte Tag nahe ſey/ bezeugen die Zeichen/ ſo fuͤr demſelben her⸗ Hoͤll gehen ſollen/ und alleſampt ſchon erfuͤllet ſeyn/ wie zu anderer Zeit auß⸗ v. 19. fuͤhrlich wird beweiſet. Daß der juͤngſte Tag nahe ſey/ bezeuget der Mit⸗ gottloſen Sicherheit/ und freche Rede: Sie ſagen in ihrem Hertzen: Mein ndem Hrn kompt noch lange nicht. Matth. 24.v. 48. Mein HeErr verzeucht hi der zukommen. Luc. 12·v. 4 5. Wo iſt die Verheiſſung ſeiner Zukunfft/ dem⸗ t/ daß nach die Vaͤter entſchlaffen ſind/ bleibet es alles/ wiees von Anfang der Keh⸗ Creaturen geweſen iſt. 2 Ptt. 3. v. 4. Solches alles iſt am hellen Tage/ dann daß die gottloſen/ wo nicht alle mit Worten/ gewißlich mit Wercken/ eſtaͤn⸗ ſolche Sicher⸗ und Frechheit bezeugen: Daiſt nun allen Chriſilichen Her⸗ tzen nothwendig wahre Buſ ſe zuthun/ weilen Gott allen Menſchen an al⸗ n der len Enden/ darum gebeut/ daß er einen Tag geſetzet hat/ auff welchen er Buſſe richten wil den Kreiß deß Erdbodens mit Gerechtigkeit/ durch einen eohne Mann in welchem ers beſchloſſen hat. Act 17. v. o. feq. Den goltloſen tt ge⸗ gehets wie dem lulio Cælari, ob der ſchon fuͤr ſeinem ungluͤckſeligen To⸗ Vid,sns Thut V de gewarnet war/ achtele er doch ſolches nicht/ war ſicher und gieng zum 14 Von wahrer Buſſe c.81. ſeg. Nathhauſe/ worauff er elendiglich mie drey und zwantzig Wunden er⸗ Plutarch. ſtochen ward. Gedencke /gedencke doch/ O Menſch/ an die ſchwere Rech⸗ in vita Jul. nung/ ſo allda wird fuͤrgenommen werden: Da muͤſſen wir Rechnung Cæſaris. thun von unſern Gedancken: Denn auch der Rath der Hertzen ſoll offen⸗ bar werden. 1 Cor 4. v.. Damuͤſſen wir Rechnung thun von unſern Worten. Dann wuir ſollen Rechenſchafft geben von einem jeglichen un⸗ nuͤtzen Wort/ das wir geredet haben. Matth. 12. v.; 6. Rechnung muͤſſen wir thun/ von allen unſern Wercken. 2. Cor. 5. v. 10. Der barmhertzige Gott gebe uns alleſampt ein beſtaͤndiges bußfertiges Hertz/ um Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Aamen. b Diedritte Predigt.— DE VERER POENITENTIAÆ UTILITATE; Von wahrer Buſſe Nutzbarkeit. 1. Joh. 1. v 9. Go wir unſere Suͤnde bekennen/ ſo iſt Gott treu und gerecht/ daß er uns die Suͤnde vergibt/ und reiniget uns von aller Untu⸗ gend. Sſpricht Gott der HErt/ Eſa. 48.v. alſo Ich cCAbin der HErn dein Gott/ der dich lehret was nuͤtzlich iſt In SP dieſen Worten haͤlt er uns eine ſonderliche Wolthat fuͤr/ welcheer beweiſet/ 3 b 1. Docendo: Mit lehren: Gleich wie ein Vater ſeine unwiſſen⸗ de Kinder billich und fleiſſig lehret und unterweiſet: Alſo thut auch unſer himmliſcher Vater bey uns/ ſeinen unmuͤnd igen und unwiſſenden Kin⸗ dern: Er lehret uns was wir Gutes wiſſen. Pſalm.94. v. 10. Er lehrer uns ſeinen Willen thun. Pſalm. 143. v. n. Er lehret uns ſeine Wege/ daß wir koͤnnen wandeln auff ſeinen Steigen. Eſa.2. v. 3. Aber wie gehets unſerm grund⸗guͤtigen himmliſchen Vater und Lehr⸗Meiſter? Ach daß esjhm — Nutzbarkeit. 15 es ihm erbarme Ob er wol uns ſiets lehren laͤſſet/ ſo wollen wir doch nicht hoͤren/ noch uns beſſern. Jer. 32. v. 3. Wann er uns ſchon viel von ſeinem Geſetze ſchreibet/ ſo wird es doch geachtet wie eine frembde Lehre. Hoſ. 8. v. 12 Erlaͤſſet zwar alle Morgen ſeine Rechte offentlich lehren/ a⸗ ber die boͤſen Leute wollen ſich nicht ſchaͤmen lernen. Zeph. 3. v. 7. O der groſſen O der elenden Halsſtarrigken! 2. Utilia proponendo: Daßer uns nützliche Dinge vorſtel⸗ let. Er lehret nicht ſchlecht dahm/ ſondern was uns nuͤtzlich/ was uns er⸗ baulich/ was uns zu zeitlicher und ewiger Wohlfart erſprießlich iſt; Der leidige Satan lehrete unſere Paradieß⸗Eltern was ſchaͤdlich war. Gen. z. v.1. leq. Wie denn noch heut zu Tage Viele unnuͤtze Lehre fuͤhren. Pſ. 119. v. 87. Welche ſind Lehrer die dem Volcke nichts nuͤtze ſind. Jer. 23. v. 32. Aber unſer himliſcher Vater und Lehr⸗Meiſter/ lehret uns nur was uns nuͤtzlich iſt: Der lehret uns wahre Gottſeligkeit/ welche zuallen Din gen nuͤtze iſt/ und die Zuſage dieſes und deß ewigen Lebens hat.j. Ti⸗ moth. 4. v. 8. Erfuͤhret uns zu ſeinem Worte welches nuͤtze iſt zur Leh⸗ re/ zur Straffe/ zur Beſſerung/ zur Zuͤchtigung in der Gerechtigkeit. 2. Timoth.; v. 16. O der heilſamen Lehre! O der Vaͤterlichen Unter⸗ weiſung! Unter dieſe nuͤtzliche Lehre/ gehoͤret auch fuͤrnemlich wahre Buſſe und Bekehrung Dann was kan uns doch nuͤtz licher/ vortheiliger und erſprießlicher ſeyn/ als wañ wir uns bekehren von der Finſterniß zum Liecht und vonder Gewalt deß Satans zu Gott/ zu empfahen Verge⸗ bung unſer Suͤnden. Ackor. 26. v 18. Davon redet auch Johannes in verleſenen Worten welche wir wollen fuͤr uns nehmen/ und in ſehundiger Gottes Furcht/ auß denſelben betrachten/ POENITENTIÆ VERÆ UTILITATEM: Wahrer Buſſe groſſe Nutzbarkelt. Der allerguͤtigſter himmliſcher Vater/ gebe uns die Gnade ſeines heili⸗ gen Geiſtes/ daß es uns allen nuͤtzlich und erſpt ießich geſchehen moͤ⸗ ge/ um Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Wir haben allhie zubeobachten b I. Noſtrum 5 Von wahrer Buſſe 1. Noſtrum debitum: Vnſere Schuldigkeit; Die beſtehet da⸗ rinn/ daß wir unſere Suͤndebekennen: Aches werden mancherley und ungleiche Menſchen bey dem ſchuldigen Erkaͤndnuͤß ihrer Suͤnden ge⸗ — funden: Viele verleugnen gant ihre Suͤnde; wie jener ſtoltzer Phariſeer ſo von keiner Suͤnde/ ſondern von lauter Gerechtigkeit und guten Wer⸗ cken wiſſen wolte. Luc. 18. v. 11. 1eq. Viele machen ihre Suͤnde gar ge⸗ ing/ wollen keine peccara oder Suͤnde/ ſondern nur peccatilla, kleine Suͤndichen haben/ welcher geiſtlicher Stoltz bey den Paͤbſtlern vielfaͤl⸗ tig gefunden wird: Viele verthaͤdigen ihre Suͤnde und ſegnen ſich in ih⸗ rem Hertzen/ und ſprechen: Es gehet mir wol/ weil ich wandele wie es mei⸗ nem Hertzen duͤncket. Deut. 29. v. 19. Da ruͤhmet ſich der gottloſe ſeines Muthwillens/ und der Geitzige ſegnet ſich. Pſal. 10. v.z. Viele achten ih⸗ rer Suͤnde nicht; Die folgenihrem Muthwillen/ weilen ſie es vermoͤgen/ und thun was ihnen geluͤſtet. Sir.. v. 2. Die ſparen ihre Buſſe biß ſie kranck werden. Sir. 18. v. 22. Gedencken es ſey noch fruͤh genug/ wenn der Tod fuͤr ihrer Thuͤr anklopffe. Viele wollen mit ihren Suͤnden nicht Erfu ſondern verbergen ſie ſo viel ſie immer koͤnnen: Alſo wolte der David dermahleins ſeine Suͤnde verſchweigen. Pſalm. z2 v.;. Viele entſchuldigen ihre Suͤnde/ welches uns leider/ von unſern Paradieß⸗El- tern angeerbet ſſo ſich fuͤr Gott damit gedachten zuſchuͤtzen. Gen. 3. v. 12. ſeqq. O der ſaͤmptlichen elenden Leut Bekennen/ bekennen muͤſſen wir unſere Suͤnde/ ſo wir Vergebung derſelben bey Gott erlangen wollen: Wie David ſeine Suͤnde wolte verſchweigen/ da verſchmachten ihm ſei⸗ ne Gebeine durch ſein taͤglich Heulen/ weilen Gottes Hand Tag und Nacht ſchwer auff ihm war/ daß ſein Safft vertrocknete/ wie es im Sommer duͤrre wird/ wie er aber ſich eines beſſern bedachte uñ ſprach: Ich wil dem HErꝛn meine Vbertretung bekennen/ da vergab ihm der HEr:ꝛ die Miſſethat ſeiner Suͤnde. Pſalm. 32. v.z· ſeqq. Dann wer ſeine Miſſe⸗ that leugnet/ dem wirds nicht gelingen/ wer ſie aber bekennet und laͤſſet/ der wird Barmhertzigkeit erlangen. Prov. 28. v. 13. Alſo bekennet Da⸗ niel ſeine und deß gantzen Juͤdiſchen Volckes Suͤnde und ſpricht: Wir haben geſuͤndiget/ unrecht gethan/ ſind gottloß geweſen/ undabtruͤnnig worden/ wir ſind von deinen Geboten und Rechten gewichen. Dan.). v. 3. Alſo giengen die Juden haͤuffig zu Johanne/ und bekanten jhre Suͤnde. Matth.z.v. b. Laſſet uns dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ ſehr wol b 1 in acht . Nutzbarkeit.„ in acht nehmen/ daß wir unſere Suͤnde ja nicht verleugnen/ gering ma⸗ chen/ verthaͤdigen/ gering achten/ entſchuldigen oder verſchweigen/ ſon⸗ dern erk ennen und bekennen. Gleich wie eineingenommener Gifft/ wann er bald(mit Reverentz) wieder uͤbergeben und außgeworffen wird/ nicht ſo viel ſchadet/ als wann er lange bey dem Menſchen verbleibet: Alſo auch die Suͤnde/ wann wir ſie alsbald erkennen und bekennen/ Gott um Ver⸗ zeihung in Chriſto anruffen/ koͤnnen ſie uns nicht ſo ſchaͤdlich ſeyn/ als wann wir ſie verhelen und verbergen. Es gehet vielen wie der naͤrriſchen. Magd deß Jenecæ, wie dieſelbe blind worden war/ kunte ſie ihre Blind Ppiſt.50. heit incht erkennen/ ſondern begehrte immerfort/ man ſolte ſie auß dem Hauſe/ worinn es ſo finſter waͤre/ in ein liechter Haus bringen: Alſo wol⸗ len dieſelbe jhre Suͤnde nicht erkennen/ ſondern wiſſen offt meiſterlich die Sehuld auff andere zu legen: Aber fuͤr dem allwiſſenden Gott/ iſt doch ſolches alles vergeblich/ und machet die Suͤnden⸗Schuld nur groͤſſer. II, Solutionis commodum: Den Nutzen der Bezahlung: Wann wir/ wie wir ſchuldig ſeyn/ unſere Suͤnde erkennen und bekennen/ und(welches dieſes Bekennen in ſich begreiffet) wahre Reu und Leiduͤber dieſelbe tragen/ daneben Gottes Gnade in Chriſto Jeſu ergreiffen/ ſo er⸗ ahren wir: b b ſah 1. Veritatis divinæ demonſtrationem: Daß Gott getreu und gerecht iſt: Das iſt/ daß er ein warhafftiger und gerechter Gott der in ſei⸗ nen gnadenreichen Verheiſſungẽ getreu undbeſtaͤndig ſey. Danner hat ja allen bußfertigen Hertzen Gnade und Vergebung der Suͤnden verheiſ⸗ ſen. Wann ſolcher Suͤnde gleich bluthroth ſeyn/ ſollen ſie doch ſchneeweiß werden/ und wann ſie gleich wie Roſin⸗Farbe/ ſollen ſie doch wie Wolle werden. Eſa.1 v. 18. Er wolle jhre Miſſethat vertilgen wie eine Wolcken und jhre Suͤnde wie einen Nebel. Eſa 44 v 22. Er wolle jhnen jhre Miſſethat vergeben/ und jhrer Suͤnde nimmermehr gedencken. Jer.31. 9. 34. O der herꝛlichen O der gnadenreichen Verheiſſungen Gott thut via aber bey denſelben nicht wie der Antigonus, welcher viel ver eiſſete/ aber netr wenig hielte/ daher man jhn Doſon, das iſt/ einer der viel zugeben verheiſ⸗ P. Mattk ſet/ genant hat: Sondern er iſt ein treuer Goit/ der Bund und Barm⸗ Mon.z. hertzigkeit haͤlt/ denen die jhn lieben Deut. 7. v.9. Treuiſt Gott und kein pag 54. boͤſes an jhm gerecht und from iſt er. Deut.32. v. 4. Seine Warheit iſi um ihn her. Pſalm 89. v. 5. Sein Wort MmarHafu undwaen zu ag 4 6 8. 2 ö—“ “——— 8 ———— 8—— 1—“ ——————=——— ¹ 5 8„ „——— 1 ———y— — — 8 Von wayreꝛ Buſſe ſagt /das haͤlt er gewiß Pſalm.z v.4. Seine Gnade waͤret ewig/ und ſei⸗ b ne Warheit fuͤr und fuͤr. Pſalm. 100. v.5. Dieſes erfahren alle warhaff⸗ eig bußfertige Hertzen/ nicht allein daß er ſie durch ſeinen Diener von jh⸗ ren Suͤnden abſolviret und loßſpricht; Sondern auch daß der heilige Geiſt ein hertzliches und kindliches Vertrauen und Freudigkeit zu Gott bey jhnen erwecket: Dann da beiſſet uns unſer Gewiſſen nicht mehr/ Hiob. 27. v. 6. Daduͤrffen wir fuͤr nichts erſchrecken/ noch uns entſetzen/ denn Gott iſt unſer Zuverſicht. Sir.34.· v. 16. Ind weilen uns unſer Her⸗ tze nicht verdampt/ ſo haben wir eine Freudigkeit zu Gott. 1. Joh. 3.v. 22. Iſt ean nicht ein herrlicher Nutz wahrer Buſſe: Neben dieſemer⸗ langen ſie/ b 9 2. Peccatorum condonationem: Vergebung der Suͤnden: Daßer uns unſer Sunde vergiebet: Wann wir ohne Vergebung unſer Suͤnde ſeyn/ leben wir im eienden Stande. Dableibet der Zorn Gottes uͤber uns. Joh.z. v.6. Da herſchet der Fluch deß Geſetzes uͤber uns. Deut. 27. v. 26. Die Suͤnde verklaget uns. Rom. 2. v.. Wir ha⸗ ben ein bebendes Hertz(wann die Suͤnde im Gewiſſen erwachet) ver⸗ ſchmachte Augen/ und eine verdorrete Seele. Deut. 28. v. 65. Ja wann ei⸗ nem Tod⸗Suͤnder durch Gottes Gnade die Augen ſolten eroͤffnet wer⸗ den/ daß er geiſtliche Dinge damit ſehen kunte/ er wuͤrde gewiß erfahren/ daß er in Stricken und Banden vom leidigen Teuffel geleitet und gefuͤh⸗ ret wuͤrde. 2. Timot. 2. v. 26. O deß uͤber allemaß erſchrecklichen Zuſtan⸗ des wann wir aber wahre rechtſchaffene Buſſe thun/ ſo iſt Gott ſo ge⸗ treu und gerecht/ daß er uns ſeiner vaͤterlichen Verheiſſung zu folge unſer Suͤnde vergiebt: O wol dem/ dem die Vbertretung vergeben ſind/ dem die Suͤnde bedecket iſt/ O wol dem Menſchen/ dem Gott die Miſſethat nicht zurechnet. Pſalm. 32. v.. ſeq. Dann ſo hoch als der Himmeluͤber der Erden iſt/ laͤſſet als dann Gott ſeine Gnadeuͤber uns walten/ und ſo ferne der Morgen vom Abend iſt/ aͤſſet er unſer Vbertretung von uns ſeyn Pſalm. 103. v. 1. ſeq. Dawirffet Gott unſer Suͤnde hinter ſich zu ruͤck. Eſa. 38. v. ⁷7. Wann wir uns bekehren zu unſerm Gott/ ſo wil er ſich unſer erbarmen denn bey ihm iſt viel BVergebung. Eſa. 55. v. 7. Er wilſich unſer wieder erbarmen/ unſer Miſſethat daͤmpffen/ und alle unſe⸗ re Suͤnde in die Tieffe deß Meers werffen. Mich. 7. v. 19. Vnd duͤrffen wir uns nicht einbilden/ wir ſiehen gar zu lieff in Gottes Schuld⸗Regi⸗ ſter: ſter: Denn er iſt der HErn der auch zehen tauſend Pfund ſeinem Schuld Knecht erlaſſen kan. Matth. 8. v. 4.27. Wo 8 Suͤnde iſt maͤchtig worden/ da iſt die Gnade dieſes HErꝛn noch viel maͤchtiger worden. Rom.. v. 2 0. Laſſet uns dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ wol in acht neh⸗ men/ und mit demuͤtigem und wehmuͤtigem Hertzen/ Gott um Verge⸗ bung unſer Suͤnde bitten Wie Keyſer Otten deß erſten dieſes Namens ungehorſamer und untreuer Sohn Ludolff/ wie ſein Herꝛ Vater zu Salwelden auf der Jagt geweſen/ demſelben barfuß/ mit bloſem Haupt/ Bunting. und mit bitterlichem Thraͤnen⸗Geſchrey entgegẽ kommen/ fuͤr ihm auff Chron. die Erden gefallen/ ſeine Mißhandlung bekennet/ und Gnade begehret; Brunſric. Hat er ſeinem Herrn Vater damit alſo das Hertze gebroch en/ daß er jhn p. ·fol.z7. von der Erden auffgehoben/ gekuͤſſet/ und zu Gnaden wieder angenom⸗ men: Alſo thut der barmhertzige Gott/ bey allen rechtbußfertigen Suͤn⸗ den Es bricht ihm ſein Hertz in ihm/ daß er ſich ihrer erbarmen muß. er. 31. v. 20. 82 3. Ab iniquitate purgationem: Die Reinigung von aller Untugend: Durch dieſe Untugend werden verſtanden allerhand Suͤn⸗ de/ ſo uns fuͤr Gottes Augen unrein machen: Solche unſere UIntugend/ ſcheiden uns und unſern Gott von einander. Eſa. 59. v. 2. Vnd wann wirt uns gleich mit Laugen wuͤſchen/ und nehmen viel Seiffen dazu/ ſo gleiſ⸗ ſet doch unſer Untugend deſto mehr fuͤr Gott. Jerem. 2. v. 2z. Von aller ſolcher Untugend angebornen und wuͤrcklich begangen/ werden alle buß⸗ fertige Hertzen von Gott gereiniget. Es war ein groſſes daß Naaman/ vermittels dem ſiebenmahligen waſchen im Jordan/ von ſeinem leibli⸗ chen Auſſatz gereiniget ward. 2. Reg. 5.v.14. Die Levitiſchen Beſpren⸗ gung/ heiligten auch zur Levitiſchen leiblichen Reinigkeit. Heb. 9. v. 13. Aber dieſe iſt eine koſtbare/ eine geiſtliche/ eine Seel durchdringende Rei⸗ nigung/ ſo geſchicht beydes durch unſere Wiedergeburt und Rechtferti⸗ gung: Da reiniget Gott ſelber. Act. 10. v. 15. Unſere Hertzen werden gerei⸗ niget durch den Glauben. Actor. 15. v. o. Dieſe Reinigung unſer Suͤnde machet der Sohn Gottes durch ſich ſelbſt. Heb. 1. v.3. Und zwar mit ſei⸗ nem Blut. 1. Pet. 1. v.*. Weilen das Blut Jeſu Chriſti deß Sohnes Gottes uns rein machet von aller Suͤnde. 1. Joh. 1. v. 7. O der groſſen Gunade! Odeß groſſen Nutzen wahrer Bußfertigkeit Bedencke doch O Chriſtliches Hertze/ wie Gott der aumaehng ama armen Sndemn 1 ieſen Horar. ſubciſ. cent. 2. sap. 69. 20 Von deß Woͤrtlein Buß dieſen Reinigungs⸗Brunnen/ frey und offen wider die Suͤnde und llu⸗ reinigkeit vorſtelle. Zach. 13. v.. Camerarius gedencket eines herrlichen Sauer⸗Brunns/ ſo an einem Ort nicht fuͤr vielen Jahren geſprungen/ und von Breſthafftigen viel gebraucht/ weilen aber der HErꝛ und Beſi⸗ zer deß Erdreichs/ auß welchem er herfuͤr quellet/ denſelben Brunnẽ ver⸗ ſchloſſen/ und ohne Geld Niemands mittheilen wollen/ iſt der Brunn verſiegen/ biß er frey offen widerum jederman dargeſtellet und verguͤnſti⸗ get. Gott/ OChriſtliche Hertze/ hat dieſen Gnaden⸗Brunn wider diel In⸗ reinigkeit der Suͤnden/ im neuen Teſtament/ frey undoffen dargeſtellet/ aber im Pabſtum iſt er deß teuffeliſchen Gewins halber/ gleichſam ver⸗ ſchloſſen worden/ biß Gott der allmaͤchtiger fuͤr faſt andert halb hunder! Jahren/ auß lauter Gnaden denſelben wirderum frey und offen ſpringen laſſem Wofuͤr wir nicht allein Gott mit Worten hertzlichen Danck ſa⸗ gen/ ſondern auch daſſelbe zu Reinigung von unſern Suͤnden fleißig ge⸗ brauchen/ damit wir fuͤr den reinen Augen Gottes. Heb. 1. v. 13. am groſ⸗ ſen Tage deß HErꝛn mit Freuden erſcheinen moͤgen; Dazu uns wolle verhelffen/ unſer allerliebſter himmliſcher Vater/ durch die Gnade deß heiligen Geiſtes/ um unſers einigen Suͤnden ⸗ Reinigers Jeſu Chriſti Willen/ Amen/ Amen. Die vierdte Predigt. — DE voCls POENITENTI SIGNIFICATIONE EJuSQHE DELINEATIONE. Von deß Woͤrtlein Buß Bedeutung und Beſchreibung. Pälm. 33. y. 19. IKch ſorge fuͤr meine Suͤnde. 8* S ſpricht der Sohn Gottes/ Matth. 13. v. 22. 22 Daß Viele das Wort Gottes hoͤren/ aber die Sorge die⸗ 9 ſer Welt/ und Betrug deß Reichthumo/ erſticke das Wort/ und bringen keine Frucht. In dieſen Worten haben wir 1 zweyer⸗ 5—— 7.—.* 7— — „ ———.— . e 6.— Bedeutung und Beſchreibung. 21 zweyerley/ ſo dem Gehoͤr Goͤttliches Wortes/ und inſonderheit den Duß⸗Predigten/ ſehr ſchaͤdlich ſeyn: . Mundana Solicitudo: Die weltliche Sorge: Die ſorgen und ſagen: Was werden wireſſen? Was werden wir trincken Womit wollen wir uns bekleiden? Matth. 6. v.z1. Ihr Hertze iſt beſchweret mit Sorge der Nahrung. Luc. 21. v. 4. Sie ſind irrdiſch geſinnet. Phil.z. v. 19. Und dieſe Sorge iſt eine grauſame Peſtilentz der wahren Gottſe⸗ ligkeit/ und inſonderheit auch der Bußfertigkeit/ daß ſolche Leutederen vergeſſen/ und fuͤr Verblendung deß elenden zeitlichen/ wenig achten. Gleichwie die Motten die Kleider/ und die Wuͤrme das Holtz freſſen und verzehren: Alſo auch dieſe Sorge alles Gutes/ ſo durch Goltes Worrin uns gepflantzet wird. Gleich wit der Epheu ſich an den Baͤu⸗ men artlich hinauff ziehet/ aber hernacher durch Entziehung der Feuch⸗ tigkeit/ dieſelbe duͤrre und unfruchtbar macht: Alſo thut auch die Welt und Bauch⸗Sorge/ durch Huͤlffe der Seelen umbgiebt ſie gleichſam den Menſchen/ aber endlich machet ſie Seel und Leib zu allem Guten duͤrre und unfruchtbar. 2. Mammonæ deceptio: Deß Mammons Betrug: Der Betrug deß Reichthums: Freylich freylich iſt ein groſſer Betrug deß Reichthums⸗Er verheiſſet dem Menſchen ein herrliches und bringet ein elendes Leben; Er verheiſſet Ruhe/ und bringet lauter Vnruhe; Er ver⸗ heiſſet gute Tage/ und bringet nur boͤſe Tage; Er verheiſſet das Leben/ undbringet ſeinen Liebhabern den ewigen Tod: Solche Leute gehen da⸗ hin wie ein Schemen/ und machen ihn viel vergeblicher nruhe/ ſie ſam⸗ len/ und wiſſen nicht wer es kriegen wird/ Pſal. 39. v. 8. Esiſt offt un⸗ recht Gut/ welches dem nicht hilfft/ ſo ſich darauff verlaͤſſet/ Syr.. v. 1o. Es iſt der ungerechte Mammon/ Luc 16. v.). Weilen er offt mit nge⸗ rechtigkeit erworben/ ungerecht beſeſſen/ und zu aller Ungerechtigkeit ge⸗ brauchet wird: Solche Leute fallen in Verſuchung und Stricke/ und vielthoͤrichter und ſchaͤdlicher Luͤſte/ welche die Menſchen verſencken ins Verderben und Verdamnuͤß. 1. Tim. 6. v.). Und das der groͤſſeſte Be⸗ trug iſt/ er fuͤhret die Menſchen in die Hoͤlle/ und bleibt ſelber drauſſen. O deß boͤſen O deß ewig verderblichen Betrugs Wir haben/ O Chriſi⸗ liche Hertzẽ eine noͤtigere/ eine beſſereſeine erſprießlichere Sorge/ nem lich/ daß wir ſorgen fuͤr unſere Suͤnde/ wie wir derſelben Laſt/ derſelben Un⸗ b iij reinigkeit/ Von deß Woͤrtlein Buß reinigkeit/ derſelben Abſcheuligkeit fuͤr Gott/ durch wahre Buſſe moͤch⸗ ten entlediget werden. Eine ſolche Sorge hat David getragen/ zu wel⸗ cher Sorge unter andern gehoͤret/ daß wir die wahre Buſſe/ und was die⸗ ſelbe in ſich begreifft recht erkennen/ zu welchem Ende wir wollen fuͤt diß⸗ mal in wahrer Gottſeligkeit betrachten b VOCIS POENITENTIÆ SIGNIFICATIONEM FEJjuSOQHE DELINEATIONEM: Deß Woͤrtlein Buß Beſchreibung und Bedeutung. Der Bußbegierige Gott/ wolle uns ſeine Gnade mildiglich/ und unſer Seligkeit erſprießlich dazu verleihen. Amen. Erklaͤrung. Wann wir/ O Chriſtliche Hertzen/ uns warhafftig wollen zu Gott bekehren/ ſo wird von uns erfodert: I. De peccatis noſtris ſolicitudo: Daß wir ſorgen fuͤr unſere Suͤnde: Dabey wir muͤſſen in acht nehmen: r. Curxæ objectum; Fuͤr welche Sunde wir ſorgen ſollen? Viele ſorgen fuͤr ihres Nechſten Suͤnde: Die ſehen offt ein Splitter in jhres Bruders Auge/ und deß Balcken in jhrem Auge werden ſie nicht ge⸗ wahr. Luc. 6.v. 41. Die richten einen frembden Knecht/ Rom. 14. v. 4. Welchen zu richten/ und wegen ſeiner Suͤnde zu urtheilen/ ſeinem HEr⸗ ren alleine zuſtehet: Solche ſolten an Chriſti Vermahnung gedencken: Was jhr wollet/ das euch die Leute thun ſollen/ das thut jhr jhnen. Matt. 58 Warhafftigbußfertige Hertzen aber/ die ſorgen fuͤr jhre eigene uͤnde. b b 2. Curæ modum: Auff was Weiſe wir fuͤr unſere Sunde ſorgen ſollen: Veele/ und zwar die meiſten Menſchen/ die ſere⸗ nur fuͤr das zeitliche Leben/ wie wir im Eingang gehoͤret; Biele wenn ſie auff die Suͤnden Sorge kommen/ ſorgen ſie/ wie ſie dieſelbe entſchuldigen moͤch⸗ ten/ Gen. 3. v.§. ſeq. Viele/ wie ſie dieſelbe verſchweigen moͤchten Pl. 32. V. 4. Aber David ſorget fuͤr ſeine Suͤnde alſo/ daß er derſelben gnaͤ⸗ dige Vergebung bey Gott erlangen moͤchte. Hoc eſt curam gerere pro delicto, ſemper niti, lemper intendere, ſemper ſtudiosè& ſe. dulò agere, ut ſanes peccatum, erklaͤret es ſchoͤn der Auguſtinus ſuper h. Pf. Beſchreibung und Bedeutung. 23 h. Plal. Das iſt; Dieſes heiſſet fuͤr ſeine Suͤnde ſorgen/ immer dahin trachten/ immer dahin gedencken/ immer mit hoͤchſtem Fleiß ſich dahin bearbeiten/ daß wir von Suͤnden heil und geſund werden. Gleich wie ein toͤdlich Verwundeter Tag und Nacht ſorget/ und dahin gedencket/ wie er moͤchte heil und geſund werden/ undbetet immer fleiſſig deßhalben zu Gott: Alſo/ Alſo ſollen wir dafuͤr ſorgen/ daß unſere gefaͤhrliche fa ewig toͤdliche Suͤnden⸗Wunden moͤchten durch Gottes Gnade/ und deß thewern Verdienſtes Chriſti geheilet werden: Vnſere Suͤnden⸗Wun⸗ den ſtincken und eitern fuͤr unſer Thorheit/ Pſ. 30. v. 6. Von der Fuß⸗ ſohlen an biß auffs Haupt/ iſt nichts geſundes an uns/ ſondern nur Wunden/ Striemen und Eiterbeulen/ die nicht gehefftet noch verbun⸗ den/ noch mit Oehl gelindert ſeyn/ Eſa.1. v. 6. Solche Wunden ſind ſo gar boͤſe/ daß ſie niemand(außer Gott) heilen kan/ Jer. 15. v. 18. Vn⸗ ſer Schade iſt verzweiffelt boͤſe/ und unſere Wunden ſind vnheilbar. Jer. 30. v. 12. O unſers elenden! O unſers gefaͤhrlichen Zuſtandes! Solte die Betrachtung deſſelben nicht eine hertzliche vnd Goit ſo wolge⸗ faͤllige Sorge bey vns erwecken? Gleich wie ein toͤdlich Verwundeter/ ſeine Sorge einig und allein dahin wendet/ daß ſeine Wunden wol ge⸗ reiniget uñ von einem bewehrten kunſtreichen Artzt moͤchten geheilet wer⸗ den: Alſo/ meine Chriſtliche Hertzen/ ſollen wir auch thun: Der All⸗ maͤchtige Sohn Gottes/ iſt der HErꝛ unſer Artzt/ Exod. 15. v. 26. Er iſt der reehte Meiſter zu helffen Eſa. 63. v.ꝛ. Dieſer Herr wil den Scha⸗ den ſeines Volckes verbinden/ und ſeine Wunden heilen. Eſa. 30. v. 26. Er wil uns wider geſund machen/ und unſere Wunden heilen. Jer. zo. v. 17. Was weder Kraut noch Pflaſter heilet/ daß heilet ſein Wort/ wel⸗ ches alles heilet. Sap. 16. v. 1z. Dieſes/ dieſes ſoll unſere Sorge ſeyn/ daß wann Motes durchs Geſetz unſere Wunden gereiniget/ von dieſem Artzt/ vermittels wahrem Glauben an jhn/ moͤgen geheilet werden. II. Diſtincta medi agnitio: Daß wir das Mittel unſer Heilung unterſchiedlich erkennen: Wahre Buſſeiſt das einige Mit⸗ rel unſer Heilung: Dieſelbe aber recht zu erkennen/ muͤſſen wir unter an⸗ dern deß Worts Buſſe Bedeutung in Goltes Worte/ uns zu Gemuͤ⸗ the fuͤhren: Es wird aber dieſes Wort in demſelben gebraucht. 1. Generaliter; 45 gemein Und heiſſet ſo viel als eine Ver⸗ enderung/ da einer ſeine Meinung und Vorhaben verendert/ nder an⸗ Vonddeß Woͤrtlein Buß ders Sinnes wird. Alſo ſagt Moſes/ daß Gott die Iſraeliten/ wie ſie auß Egypten gezogen/ nicht gefuͤhret auff die Straſſen/ durch der Phi⸗ liſter Land/ die am naͤchſten war/ dann Gott habe gedacht es moͤchte das Volck reuen(ſie moͤchten anders Sinnes werden) wenn ſie den Streit ſehen/ und wider in Egyplen keren. Exod. 13. v. 17. Wie der Stamm Benjamin eine groſſe Niederlage gelitten/ da gerewete es die Kinder Iſrael. Jud. 21. v. 6. Dieſe Bedeutung/ giebt unß/ O Chriſtliche Hertzen/ eine ſchoͤne Ermahnung daß wir in unſern Gedancken/ Wor⸗ ten und Wercken/ mit hoͤchſtem Fleiß/ dahin ſehen ſollen/ daß wir kluͤg⸗ lich und vorſichtig handeln/ damit das pœniter, die elende Rew/ nicht darauff erfolge: Viele ſehen nur auff Gelt und Gut; Viele auff groſ⸗ ſe Ehr und Herrligkeit; Viele auff Leibes Wolluſt; aber ſie gedencken nicht auff das elende pœnitet ſo datauff erfolget: Ach meine Chriſtli⸗ che Hertzen/ laſſet uns unſere Hertzen behuͤten mit allem Fleiß Prov. 4. v. 23. Ein kluges Hertze handelt bedaͤchtiglich. Prov. 15. v. 14. Laſſet uns fuͤrſichtiglich wandeln/ nicht als die Unweiſen/ ſondern als die Weiſen. Eph. 5. v. 15. Ein Eſel wann derſelbe an einem Ort gefallen/ huͤtet ſich/ wann er wieder dahin kompt: Eine Schlange hebet immer jhre Augen empor/ der Gefahr zu entgehen: Alſo ſollen wir in unſerem Chriſtlichen Wandel fuͤrſichtig ſeyn/ ſorgen immer daß wir nicht ſtrauch⸗ eln/ fallen oder in Gefahr gerahten moͤgen. 2. Specialiter: Inſonderheit: Da wird in heiliger Schrifft das Woͤrtlein Buß genommen: 1. Pro ſola contritione: Allein fuͤr Rew und Leid uͤber die Suͤnde: und Theils eine ſolche Rew die ohne wahren Glauben iſt ei⸗ neſolche Reuwar bey Cain. Gen. 4. v. 13. beym Verraͤtherj uda. Matth. 27.v. 3. Fuͤr ſolcher Rew muͤſſen wir uns allerfleiſſigſt huͤten. Dann *⁴ ſiefuͤhret zur Verzweifflungund Verdamnus. Pœnitentiam certam non facit, niſi otium peccati,& amor Dei, ſagt Auguſtinus: Das iſt: Es iſt keine rechte Buſſe/ bey welcher nicht der Haß der Suͤnden/ und die Liebe Gottes gefunden wird: Theils auch eine ſolche Rew/ dabey der ſeligmachende Glaube gefunden wird: Alſo ſplicht Chriſtus⸗ Thut Buſſe und gleubet an das Evangelium. Marc. 1. v. 17. Wnd Lauius at bezeuget die Buſſe zu Gott/ und den Glauben an unſern HErm Jeſum. Act. 20 v. 21. Dieſe Buſſe/ ſoin hertzliche Rew und 4,84 b eid 51. 4. laſſer le die alen/ mner aem uch⸗ rifft die ſ; ei⸗ atth. Dann am iſtr und abey ſius: Und ſern und Leid Leid uͤber die Suͤnde/ und in feſtem Glauben an Chriſtum beſtehet/ iſt die Beſchreibung und Bedeutung. 25 rechte und Gott wollgefaͤllige Buſſe. Pœnitentia quæ ex fide non lib. de vera procedit, utilis non eſt, ſagt Auguſtinus: Das iſt: b Die fenige Buſ⸗ Elalſpcr⸗ ſe ſo nicht aus wahrem Glauben herruͤhret/ iſt kein Nueee. mitent.c.8. 2. Pro tota converſione; Fuͤr die gantze Bekehrung: Da in dem Wort Buſſe/ beides wahre Rew und Leid und auch wahrer Glaube an Chriſtum begriffen wird: Alſo ſagte Johannes: Thut Buſſe/ das Himmelreich iſt nahe herbey kommen. Matth. 3. v. 2. Und Chriſtus/ Ich bin kommen die Suͤnder zur Buſſe zu ruffen. Matth. 9. v. 13. von welcher Buſſe ſagt Bernhardus: Conſcientia mea meretur da- mnationem, pœnitentia mea nõ ſuffieit ad ſatisfactionem, certum eſt quod miſericordia tua delet omnem offenſionem: Das iſt; Mein de inter. Grwiſſen hat verdienet das Verdamnus/ meine Buſſe iſt nicht gnug 0 0 zum gnug thun/ Aber gewiß iſt/ daß deine Barmhertzigkeit tilget alle 4 Ubertrettung. Dieſe iſt eine gar wolgefaͤllige Buſſe/ deren wir uns taͤglich befleiſſen ſollen. I b 3. Pro Penirentiæ declaratione; Fuͤr den Beweißthumb wahrer Buſſe: Alſo hat Hiob Buſſe gethan im Staub und Aſchen. Hiob. 42. v. 6. Das iſt er hat ſeine Buſſe mit hertzlicher Demuth be⸗ wieſen. Alſo muͤſſen wir auch thun; wir muͤſſen zerreiſſen unſere Hertzen und nicht unſere Kleider. Joel. 2. v. 1z1. O wie gefaͤller es Gott ſo wol/ wann Petrus ſeine Suͤnde bitterlich beweinet. Matth. 26. v. ulr. Wie wol gefaͤllet es Chriſto/ wann die Bußfertige Suͤnderin hinten zu ſeinen Fuͤſſen tritt und weinet/ und ſeine Fuͤſſe netzet mit jhren Thraͤnen/ und mit den Haren jhres Haupts trucknet. Luc. 7. v. 38. In ſolcher Fuß⸗ dapffh laſſet uns tretten/ und unſere Buſſe mit ſchuldiger Demut be⸗ weiſen. b 18 III. Diligens veræ pœnitentiæ contemplatio; Daß wir die wahre Buſſe mit Fleiß anſchawen: Sie wird uns aber in G Ottes Wort beſchrieben. 1. Atermino à quo: Von dem jenigen/ davon wir uns ab⸗ wenden ſollen: Wi ſollen uns von unſern Suͤnden bekehren. 1. Reg. 8. v. 35. Kehren uns von unſern boͤſen Wegen 1. Reg. 13. v. zz. Von unſer Ungerechtigkeit die wir gethan haben. Ezech. 18. v. 27. Ach/ Chriſt⸗ liche Hertzen/ laſſet uns dieſes KeMg ererdhn Die Gonloſin nd b D nhuß⸗ 216 Donwahrer und Anbußfertigen vermeinen zwar ſie gehen auff einem ſchoͤnen Pflaſter/ aber ſein Ende iſi die Abgrund der Hoͤllen. Syr. 21. v. 11. Laſſet uns viel⸗ mehr ernſiliche Buſſe thun/ und von Suͤnden abſtehen: Non erube- ſcat pœnitentiam agere, qui non erubuit pœnitenda committere, ſagt Auguſtinus; Das iſt; Es ſchaͤme ſich der ſelbe nicht Buſſe zu thun/ der ſich nicht hat geſchaͤmet Buß wuͤrdige Dinge zu begehen. . A termino ad quem: Von dem jenigen wozu wir unß wenden ſollen: Wir ſollen den HErꝛn unſern Gott ſuchen/ von gan⸗ tzem Hertzen und von gantzer Scele/ Deut. 4.· v. 29. Bekehren uns zum HErꝛn unſerm Gott/ daß wir ſeiner Stimme gehorchen. Deut. z0. v. 2. Wenden uns zu Gott/ daß wir ſelig werden. Eſa. 45. v. 2z. So bekehren wir uns von der Finſternuͤß zum Liecht/ und von der Gewalt deß Satans/ zu Gott/ zu empfahen Vergebung der Suͤnden/ und das Erbe/ ſampt denen die geheiliget werden durch den Glauben an Chri⸗ ſtum. Act. 26. v. 18. Oderaller ſeligſten Bekehrung! 3. A termino utroq́;; Daß wir uns von Suͤnden zu Gott wenden ſollen: Wir ſollen ablaſſen vom boͤſen/ und thun gutes. Pſal. 37. v. 27. Wir ſollen witziger werden. Jer. 31. v. 1o. Thun Buſſe und bekehren uns/ daß unſere Suͤnde vertilget werden. Act. 3. v. 19. Quid poœnitentia eſt, niſi ante acta deflere, deflenda non committere, ſag: Auguſtinus: Das iſt: Was iſt Buſſe anders/ als vorgethane Dinge beweinen und was alſo zubeweinen/ nicht mehr thun. Ach dazu helffe Gott unſer Himliſcher Vatter/ durch die Gnade deß Heiligen Geiſies umb Jeſu Chriſti Willen. Amen Amen. DE POENITENTIA VERA ET DOLOSA: Von wahrer und betruͤglicher Buſſe. Be Joel. z. V. 12. kehret euch zu mir von gantzem Hertzen. Sſpricht Gott/ Hoſe. 6.v. 10, alſo: Ich ſehe am Hauſe Iſrael dafuͤr mir gra d cſ hſehean Abſcheu hat/ gehoͤret: 1. Falſa 4 Pſal. ſſeund Quid e, ſagt Dinge helffe Beiſtes —— betruͤglicher Buſſe. 27 1. Falla doctrina: Falſche Lehre: Davon ſpricht Gott als⸗ bald darauff; Da huret Ephraim/ ſo verunreiniger ſich Iſrael; das iſt/ ſie laſſen ſich durch falſche Lehre zur geiſtlichen Hurerey und Abgoͤtte⸗ rey verfuͤhren: Die verwandeln Gottes Geſetze in eine gottloſe Lehre/ ſo fuͤr Gott ein Grewel. Ezech. 5. v. 6. 9. mit ſolcher falſchen Lehre/ wer⸗ den die Seelen betrogen. Sap. 4. v. 11. Sie fuͤhren eine verkehrte Lehre. Act. 20. v. 30. Weilen ſie nicht allein Gottes Meinung ſondern auch der Menſchen Hertzen verkehren: Dann mit ſuͤſſen Worten und praͤch⸗ tigen Reden verfuͤhren ſie die unſchuldige Hertzen. Rom. 16. v.. 8. 2. Peſſima vita: Ein boͤſes Leben: Denn Gott iſt kein Gott dem gottloß Weſen gefaͤllet/ was boͤſe iſt bleibet nicht fuͤr jhm. Pſal. ʒ. v. §. Der gottloſen Werck iſt dem HErrn ein Grewel. prov. 15. v. 9. Wann die Suͤnde herſchen/ ſo ſtehets grewlich und heßlich im Lande. Jer. 5. v. 30. Wann wir nach unſern Gedancken wandeln/ und thun nach den Gedancken unſers boͤſen Hertzen/ ſo thunwir grewlich Ding. Jer 18. v. 12. fe q. Dann Gottes Augen ſind ſo rein/ daß er uͤbels nicht ſehen mag. Hab. 1. v. 13. b b 3. Pœnitentia falla: Falſche Buſſe: Die iſt auch Huren Art/ hat nur euſſerlichen Schein/ aber das inwendige iſt lauter boͤſe und ſuͤnd⸗ lich: Solche dienen Gott mit falſchem Hertzen. Syr. 1 v. 36. Sie ha⸗ ben ein arges unglaubiges Hertze/ das da abtritt von dem lebendigen Gott. Heb. 3. v.12. O wie viel gottloſe/ bey welchen keine Furcht Got⸗ tes/ keine hertzliche Liebe Gottes/ kein wahres und feſtes Vertrauen zu Gott! Wie viel Flucher und Gottes Namen Schaͤnder/ Zauberer und Zauberſchẽ Wie viel innerliche Veraͤchter deß Wortes Gottes/ uñ Ent⸗ heiliger des Sabbaths!/ Wie viele/ ngehorſame/ Haͤſſige/ Neidiſche/ Feindſelige gegen jhre Nechſten! Wie viele ſo in Hurerey und Ehe⸗ bruch heimlich ieben! Wie viele Geitzige/ Diebsgeſellen/ Luͤgner und Verleumbder Wie vieledenen ihr Hertze voll oͤſer Luſt und Begierde/ kommen zur Beicht und Abendmahl/ nur zum euſſerlichen Schein daß ſie wollen fuͤr gute Chriſten angeſehen ſiyn/ und bleiben doch alſol⸗ che in jhrem Hertzen Dieſe ſind gleich den uͤbertuͤnchten Graͤbern/ wel⸗ che außwendig huͤbſch ſcheinen/ aber inwendig ſind ſie voller Todten⸗ bein/ und alles Vnflats. Matth. 23. v. 27. In Betrachtung dieſes/ ſollen alle Chriſtliche Hertzen dahin trachten/ 2 nicht ein ſolche Buſe O ſjj 4 5 Von wahrer und bey jhnen gefunden werde/ dafuͤr Gott ein Grawen und Abſchew habe: ſondern die hertzlich und Gott wolgefaͤllig ſey: Dazu werden wir er⸗ mahnet in verleſenen Worten/ bey welcher Erklaͤrung wir wollen be⸗ trachten; b POENITENTIÆVERæÆ ET DOLOSER DESCRIPTIONEM. Die Beſchreibung wahrer und betruͤglicher Buſſe. Der Barmhertzige Gott wolle ſeine Gnade geben/ daß wirs alſo erklaͤ⸗ ren und anhoͤren/ daß wahre Buſſe bey uns befodert/ und die Betruͤg⸗ liche moͤge verhuͤtet werden/ umb ſeines Lieben Sohns Jeſu Chri⸗ ſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Daß die Buſſe unter ſchiedlich ſey/ iſt zuerſehen: 1. Ex poſtulatione divina: Auß der Gottlichen Erforde⸗ rung; Wann Gott alhier ſpricht: Bekeret euch zu mir von gan⸗ tzem Hertzen; Danñ damit zeiget Gott an/ daß nicht alle ſo ſich busfertig euſſerlich anſehen laſſen/ von gantzem Hertzen und alſo warhafftig ſich zu jhmbekehren. Viele/ viele nahen ſich oft zu Gott mit jhrem Mun⸗ de/ aber jhr Hertze iſt ferne von jhm. Eſa. 29. v. 13. Die bekehren ſich nicht von gantzem Hertzen/ ſondern heuchlen alſo. Jer. z. v.. Derowe⸗ gen erfodert Gott alhie das Hertze/ weile er ſolches in alle unſerm Thun in ſonderliche Obacht nimbt: Ein Menſche ſiehet was fuͤr Augen iſt/ a⸗ ber Gott ſiehet das Hertze an. 1. Sam. 16. v. 7. Er kennet allein die Hertzen aller Menſchen⸗Kinder 1. Reg. 8. v. 39. Er iſt der gerechte Gott der Hertzen und Nieren pruͤfet. Pſal. 2. v. 10. Er erſodert nicht allein das Hertze/ ſondern auch das gantze Hertze/ daß ſolches in unſer Buſſe mit Reu und Leid uͤber unſere Suͤnde/ und mit wahrem Glauben an Chriſtum/ zu Gott gerichtet ſey· Dann gleich wie Gott in ſeinem Ge⸗ ſetze von uns erfodert/ daß wir jhn ſollen lieben/ von gantzem Hertzen: Al⸗ ſo ſollen wir die Ulbertrettung mit gantzem Hertzen bereuen und beklagen/ und mit gantzem Hertzen die Gnade Gottes in Chriſto Jeſu ergreiffen: Wir muͤſſen Gott von gantzem Hertzen und von gantzer Seeie ſuchen. Deut. 4. v. 29. Bekehren uns zum HErrn unſerm Gott von gantzem Hertzen 3 erkla⸗ Betruͤg⸗ Chn⸗⸗ ſorde⸗ ngan⸗ „ ig ſich Mun⸗ en ſich owe⸗ Thun iſt/ a⸗ ein die Gott allein Buſſe benan mGe⸗ e: Al⸗ Jagen/ riffen: uchen. gantem Hertzen Betruͤglicher Buſſe. Hertzen. Deut 30. v. 2. Verlaſſen uns auff den Herrn/ ſeine Genad und Barmhertzigkeit) von gantzem Hertzen. Prov. 3. v.). Wann wir jhn alſo von Hertzen ſuchen/ ſo wil er ſich von uns finden laſſen. Jer. 29. v. 13. So wil uns Gott pflantzen trewlich/ von gantzem Hertzen und von gantzer Seele. Jer. 32 v. 41. Das iſt/ er wil uns unſere Suͤnde vergeben/ ſeine Gnade und Heiligen Geiſt ſchencken/ daß wir ſollen Pflantzen ſein zu ſeinem Preiſe. Eſa. 61. v.z. Da ßwir das Liecht unſers Glaubens laſſen leuchten/ daß die Menſchen unſere gute Wercke ſehen/ und preiſen unſern Vatter im Himmel. Matth. 5. v. 6. Dieſes/ die⸗ ſes/ O Chriſtliche Hertzen/ laſſet uns auffs allerfleiſſigſte in acht nehmẽ/ daß wir uns zu Gott bekehren von gantzem Hertzen: Gott ruffet durch Salomon: Gib mir/ mein Sohn(meine Tochter) dein Hertze prov. 23. v. 26. Dieſes geſchicht durch wahre und hertzliche Buſſe: Da wil Gott wohnen bey denen/ ſo zuſchlagenes und demuͤtiges Geiſtes ſind/ daß er erquicke den Geiſi der gedemuͤtigten/ und das Hertze der zuſchlagenen. Eſa.S2. v. 1. Dawill der Sohn Gottes durch den Glauben in unſern Hertzen wohnen. Eph. 3. v. 7. Da werdenwir Tempel deß Heiligen Geiſtes. 1. Cor. 6. v. 19. Oder allerſeligſten Buſſe ſo von gantzem Her⸗ tze herruͤhret!! Von Joſia ruͤhmet der Heilige Geiſt/ daß ſeines glei⸗ chen fuͤr jhm kein Koͤnig geweſen/ der alſo von gantzem Hertzen/ von gan⸗ tzer Seele/ und von allen Kraͤfften ſich zu Gott bekehret. 2. Reg. 23. v. 25. Ach ein ſolches Joſias Hertz verleih uns auch allergnaͤdigſter Him⸗ liſcher Vatter. II. Exreipia: Auß dem Wercke ſelber: Weilen/ leider/ leider vie⸗ le gefunden werden/ ſo in der That beweiſen/ daß jhre Buſſe nicht hertz⸗ lich/ oder ſich nicht mit gantzem Hertzen zu Gott bekehren: Die bleiben Kinder der Ulbertretung/ und ein falſcher Same/ Eſa. 57. v. 4. Die wol⸗ len nicht mercken/ daß Gott alle jhre Boßheit mercket/ Hoſe. 7. v.z. Un⸗ ter dieſelbe gehoͤret zum erſten/ die betruͤgliche Buſſe/ da ſich zwar viele fuͤr den Menſchen bekehren/ aber mit groſſem Betrug/ in dem jhre Buſſe nur ſo lange wehret/ als ſie zum Beichtſtuel und Abendmahl gehen/ ver⸗ meinen wann ſie nur ſolches verrichtet/ ſo haben ſie einen gnaͤdigen Gott Odeß elenden Einbildens! David ſagt: Wol dem/ dem die Ubertre⸗ tung vergeben/ iſt dem die Suͤnde bedecket iſt/ wol dem Menſchen/ dem der HErꝛ die Miſſethat nicht zurechnet/ indeß Gein kein fallch l. Plal jjj 32. v.I. Von wahrer und 32.v.. ſeq. Nim allhie/ O Chriſtliches Hertze/ den Btſchluß in gute Obacht/ daß bey der Vergebung der Suͤnde er fodert werde/ daß in un⸗ ſerm Geiſt kein falſches ſey das iſt/ daß wir mit gantzem und beſtaͤndigem Hertzen/ darinn der gute Vorſaßz herꝛſche und regiere/ zu Gote bekehren: Sonſten klaget Gott: Bleibet doch der Schnee laͤnger auff den Stei⸗ nen im Felde/ und das Regen⸗Waſſer verſcheuſet nicht ſo balde/ als ſie meiner vergeſſen. Jer. 18. v. 4. Solche Leute bekehren ſich zwar/ aber nicht recht/ ſondern ſind gleich einem falſchen Bogen. Hoſe. 7 v. 6. Wann ei⸗ ner mit einem falſchen Bogen wil gerade ſchieſſen/ ſo gehet der Pfeil bey dem Ziel her; Alſo laͤſſet ſichs mit ſolchen Leuten zwar anſehen/ daß ſie ſich bekehren/ aber ſie gelangen nicht zum Ziel allen Bußfertigen von Gott vorgeſtellet. Es wieder faͤhret jhnen das wahre Sprichwort Der ıHund friſſet wieder/ was er geſpeyet hat/ und die Sau weltzet ſich nach der Schwemme wieder im Koth. 1. Per. 2. v. 22. Gleich wie auch ein fal⸗ ſcher Boge bald remittirt und nachlaͤſſet/ daß der Pfeil nicht gerade/ ſondern offtmals zur Seiten hinauß/ oder auch wol gantz zuruͤcke gehet: Alſo gehets auch mit der angelobten Beſſerung offtmals bey vielen zu/ ſo bald der Abdruck nach empfangenem Abendmahl bey jhnen geſchehen/ iſt aller gueer Vorſatz verlohren: Ein augenſcheinliches Exempel haben wir an Pharae Der verhieſſe unter der Straffe/ er wolte ſich beſſern und dae Volck Iſrael ziehen laſſen/ Exod. 8 v. 8. Aber da er Lufft bekam/ war es vergeſſen: Wie Achab die ſcharffe Buß⸗Predigt hoͤret/ zureiß er ſeine Kleider/ legte einen Sack an ſeinen Leib/ faſtete und ſchlief im Sack/ und giẽgſaͤmerlich einher /. Reg. 21. v. 27. Aberbald hernach gab er dẽ Betrug ſeiner Bekehrung an den Tag/ da er bekante/ er moͤchte den Propheten Micha nicht leiden/ weilen er hm kein Gutes/ ſondern eitel Boͤſes weiſſa⸗ gete1. Reg. 22. v. 8. Wer aber Gortes Diener haſſet/ der haſſet Gott ſel⸗ ber. Luc9. v. 16. Solche waren auch die Iſraeliten/ welche nicht gehal⸗ ten/ wie ein loſer Bogen. Pſ. 78. v. /7. Gleich wie das Waſſer/ ſo lange es auff dem Feuer haͤnget/ warm iſt und bleibet; So bald aber es davon ab⸗ genommen/ aber das Feuer verleſchet iſt die Hitze wider fort Alſo auch bey ſolchen Luten/ ſo lange die gleichſam fliegende Andacht bey jhnen iſt/ ſeyn ſie gottſelig/ aber ſo bald dieſelbe(wie leider bey vielen bald geſchicht) verſchwunden/ ſo iſts mit der Gottſeligkeit geſchehen. O meine Chriſtli⸗ che Hertzen/ laſſet uns ſelber nicht betriegen. 1. Cor. 3.v. 18. Denn wie kan ein en/iſt jaben nund war ſeine und erug heten iſſa⸗ tt ſel⸗ ehal⸗ ge es lab⸗ zuch iſt/ icht) iſtli⸗ kan ein b betruͤglicher Buſſe. b 31 ein aͤrger Belrug ſeyn/ als ſich ſelber betruͤgen/ und werden ſolche ver ſio⸗ cket durch Betrug der Suͤnde. Heb. v. 1z. Sie gedencken Sihe deine Suͤnde ſind dir vergeben/ es hat nun keine Gefahr mit dir/ Gott iſt ver⸗ kehret von ſeiner Gerechtigkeit/ und thut Boͤſes/ und lebet nach allen Greueln/ die ein gottloſer thut/ ſolte der leben? Ja aller ſeiner Gerechtig⸗ liche Buſſe von vielen bewieſen 1. Malum perpetratum colendo; Daß ſie jhre boͤſe Wercke ο verbergen: Die treten in Simeons und Levi der Soͤhne Jacob Fuß⸗ ſtapffen/ welche mit Blutdurſtigen Gedancken umbgiengen/ und unter⸗ deſſen unter dem Schein der Gottresfurcht/ die Sichemiter beredeten/ daß ſie ſich beſchneiden lieſſen. Gen. 34 v.xz. Abſalons Geſellen ſind ſie/ wel⸗ cher ſich ſtellete/ als wolte er ein G 4 de/ Gott verheiſſen/ zu Hebron ver⸗ eluͤb richten/ aber es war jhm umb ſeines Z. Sam z. v. 7. leqq. Sie ſind Iſmaels Geſchlechte/ welcher auch mit . 44 Jcνα Thraͤnen ſein betruͤgliches Hertze kunte verbergen/ da er doch mit Blut⸗ durſtigen Gedancken und Begierde umbgieng. Jer. 41. v. 6. 1eqꝗq. Sie ſeyn von Herodis Freundſchafft/ welcher vorgab das anbeten Chriſti/ 4 und das toͤdten im Hertzen und Sinn hatte. Matth.2. v. 8. Judas Bru⸗ der und Schweſter ſeyn ſie/ welcher der Armen Befoderung fuͤrwandte/ und ſeine Dieberey fortzuſetzen gedachte. Joh. 12. v. 5. O der boͤſen O der ſich ſelbſt betruͤgenden Hertzen Es waͤrejhnen ja beſſer/ daß ſie den Weg der Gerechtigkeit nicht erkennet haͤtten/ denn daß ſie jhn erkennen/ und ſich doch kehren von dem heiligen Gebot/ das jhnen gegeben iſt/ 2. Pet.2. v. 21. O meine Chriſiliche Hertzen/ laſſet uns fuͤr ſolchem Betrug uns huͤ⸗ ten! Laſſet uns dem HErꝛn unſer Ulbertretung bekennen/ ſo vergibt er uns die Miſſethat unſer Suͤnde. Pſal. 32.· v.5. 1. In malo propoſito cunctando: Daß ſie mit ihrem boͤſen Vornehmen einhalten: Die ſtellen ſich zwar in jhrer Buſſe als from⸗ me Chriſten/ unter deſſen aber haben ſie Boͤſes im Sinn/ und halten da⸗ mit ein biß zu guter Gelegenheit ſolches zu vollbringen Gleich wie Ra⸗ hel jhres Vaters Goͤtzen unter die Cameel⸗Streu verſteckte/ und ſich darauff ſatzte. Gen.31. v.4. Alſo verſtecken ſie die Goͤtzen jhrer boͤſen Be⸗ gierde/ in der Streu jhres unreinen Hertzen/ und verbergen ſie nenenao. b eie — ſuͤhnet; Aber ſie ſolten gedencken was Gott ſaget: Wo ſichder Gerechte— 1. 140 4’. 4 aters Koͤniglichen Thron zu thun.— A ℳ9 — ↄ" A Sr keit die er gechan hat/ ſoll nicht gedacht werden. Es wird aber dieſe betruͤg⸗ 27 b N . 1.— L 8 .. A 5· 1[.— 32 Von der heuchleriſchen und Gleich wiedie Rahab Moſis Kundſchaffer unter den Flachs⸗Stengeln verborgen. Joſ. 2. v. 6. Alſo verbergen ſie die boͤſen und ſelb verderblichen Kundſchaffer jhres Hertzen/ ſo beſt ſie immer vermoͤgen. Wie Mardo⸗ chai dem Haman nach ſeinem Begehren nicht Ehre erzeigen wolte/ ward er voll Zorns uͤber denſelben/ aber er enthielt ſich/ Eſth. 5. v. 9. ſeq. Alſo thun auch dieſe Leute/ ob ſie zwar voll Neides/ Haſſes/ und Feindſchafft gegen jhren Naͤchſten ſeyn/ ſo gehen ſie doch zur Be cht und Abendmahl: Aber ſie enthalten ſich nur/ biß ſie Gelegenheit bek ommẽ jhre feindſeelige Tuͤcke und Stuͤcke an jhrem Naͤchſten zubeweiſen. Summa h ſie ſind gleich den verdeckten Todengraͤben/ daruͤber die Leute lauffen und kennen ſienicht. Luc. 11. v. 44. O der elende Leute! O Ihres gefaͤhrlichen Zuſtandes! Ach meine Chriſtliche Hertzen/ laſſet uns zum Beichtſtul und Abendmahl hinzu tretten mit auffrichtigem Hertzen. Heb. 10. v. 22. 3. Malum commiſſum palliando: Daß ſie das begangene Boſe hemaͤnteln: Da koͤnnen ſie demſelben ein feines Faͤrbichen anſtrei⸗ chen/ daß es ſcheinet/ ſie haͤtten Gott nimmer das Waſſer getruͤbet: Das iſtein Teuffels betrug/ daruͤber die Eva klaget. Gen. 3. v. 13. Es iſt ein Lebens betrug/ welcher dem Jacob die ſchele Leam fuͤr die ſchoͤne Raliel beylegte. Gen. 29. v. 21. ſeq Es iſt ein Jahelsbetrug/ welche den Siſſera zu ſeinem hoͤchſten Verderben mit ihrem Mantel zudeckete. Jud. 4.v.18. Esiſt ein Michals betrug/ welche Sauls Geſandten mit einem Bilde abſpeiſete.J. Sam. 19. v. 13. Alſo wollen ſie den allwiſſenden Gott mit ei⸗ nem Bilde der Buſſe abweiſſen. O deß elenden Betrugs! Omeine Chriſtliche Hertzen/ mendet ſolchen Betrug/ wie den Teuffel ſelbſt! Dazu uno allen wolle ſeine Huͤlffe leiſten/ Gott der Vatter/ durch den Heiligen Geiſt/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. Die Sechſte Predigt. DE POENITENTIA HVPOCRYTICA ET ExITIOSA. Von der Heuchleriſchen und Hochverderblichen Buſſe. Luc. 12. v. I. Hutet euch fuͤr dem Sawerteig der Pha⸗ riſeer/ welches iſt die Heucheley. te/ ward 4. Alſo dſchafft dmahl: dſeelige ſie ſind kennen rlichen ichtſtul 5. V. 22. ngene inſtrei⸗ Das iſt ein Raliel aiſſera v.d. Bilde nitei⸗ meine ſelbſt! ch den ticha Nardo⸗ dem G N S ſpricht David Pſal. 44. v. 22. Gott kenne N unſers Hertzen Grund. In dieſen Worten haben wirzube⸗ DP uachten: Grund uuſers Hertzen: Es iſt das menſchliche Hertze/ ſeem Weſen hochverderblichen Buſe. . 1. Cordis noſtri profunditatem 8 Den tieffen nach/ zwar nicht groß; Aber es iſt eine heimliche geiſtliche Tieffe darin Waſſer. 14 Prov. 20. v. 5. Wer kan das Hertze ergruͤnden: Jer. 17. v. o. Weiln vie⸗ verborgen: Der Rath im Hertzen eines Mannes iſt wie tieffe W rus ſchreibe t/ bey etzlichen haarichte Hertzen gefunden/ welches eine An⸗ zeigung ſonderlicher Argliſt und Verſchlagenheit ſeyn ſoll. Viele Men⸗ ſchen vermeinen zwar/ ſie kennen ſich ſelber gantz wol/ und jhres Hertzen Grund ſey jhnen nicht verborgen: Aber/ O Chriſtliche Hertzen/ wie weit/ wie weit wird in dieſem gefehlet! Dann wan wir unſers Hertzen Grund recht und wol erkenneten/ ſo wuͤrde bey uns keine eigene Liebe und Verachtung unſers Naͤchſten gefunden werden/ ſo doch leider/ beym mei⸗ ſten Theil in vollem Schwang gehet: Ach was ſtecket ſo manche Suͤn⸗ de in der Tieffe unſers Hertzen/ die wir nicht erkennen/ und deßhalben bil⸗ lich ſagen: Wer weiß wie offt er fehlet Vergib mir O HErꝛ meine verborgene Fehle. Pſ. 19. v. 3. Wer kan ſagen: Ich bin rein in meinem Hertzen/ und lauter von meinen Suͤnden? prov. 20. v. 9. Niemand. 2. Oculorum Dei claritatem: Gottes hellſchawende Au⸗ gen: Gott kennet den Grund unſers Hertzen: Gleich wie die Augen deß HErren ſchawen alle Land. 2. Chron. 16. v. 9. und ſchawen In th eatt. 3 ler Hertzen unerforſchlich ſeyn. prov. 25. v. 3. Man hat/ wie winge⸗ In Vol. 2. p. - ‿ 295-305. 1 an allen Oertern beide die boͤſen und frommen. prov. iz. v. 3. Alſo ſehen ſie auch den Grund der Hertzen aller Menſchen: Sie ſchawen auch in die heimliche Winckel unſer Hertzen. Syr. 23. v. 28. Wann jeremi⸗ as ſpricht: Wer kan das Hertz ergruͤnden: Antwortet Gott; Ich der HErr kan das Hertz ergruͤnden/ und die Nieren pruͤfen. Jer. 17. v.. ſeq. In Betrachtung dieſes/ ſollen wir bey unſer Buſſe/ die Tieffe un⸗ ſers Hertzen betrachten/ und weiln wir es nicht ergruͤnden koͤnen/ fuͤr all den Dingen dahin ſehen/ daß was heimlich darin verborgen/ wir mit dem Mantel der Heucheley nicht bedecken/ damit nicht eine ewig ſchaͤdliche und verzweiffelte Buſſe darauff erfolge Sondern daß wir Gott auß rund unſers Hertzen anruffen/ daß er 36 ein rechter Hertzengruͤn⸗ der 7 34 Von der heuchleriſchen und der/ durch ſeine Gnade und das thewre Verdienſt ſeines Sohns allen unergruͤndlichen Suͤnden Unflath unſers Hertzen hinweg nehmen und uns davon reinigen wolle: Dieferhalber warnet uns der Sohn Got⸗ tes fuͤr der Phariſeiſchen Heucheley und verzweiffelten Undußfer! igkeit/ wollen derowegen dieſelbe Worte in nachfolgendem Puͤnetlein berrach⸗ ten: Wir wollen anſehen: POENITENTIAM HYPOCRITICAM ET EXITIOSAM. Die heuchleriſche und verderbliche Buſſe. Der aller Hertzen H Err Gott unſer himliſcher Vatter wolle dadurch ein auffrichtiges und heilſames bußfertiges Hertz bey uns erwecken/ durch ſeinen Heiligen Geiſt/ umb unſers H̃Errn Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Wirr haben alhie in acht zu nehmen: d I. Pœnitentiam hypocriticam: Die heuchleriſche Buſſe: Dieſelbe beſtehet in euſſerlichem Schein und Anſehen; Da der Men⸗ ſche ſich euſſerlich im Beichtſtul/ und bey der Außtheilung deß Abend⸗ mahls einſiellet/ aber das Hertze keine wahre Reu und Leid uͤber die Suͤn⸗ de traͤget/ und der wahre fruchtbringende Glaube an Chriſtum nicht vorhanden iſt: Dieſer Buſſe Boßheit iſe zuerſehen: 1. Ex Chriſti dehortatione; Auß Chriſti Warnung: Huͤtet euch ſpricht er: Wann Chriſtus dieſes Wort gebrauchet/ ſo verſtehet er dadurch/ daß das jenige davon er redet/ ein Seelen ſchaͤdlich Ding ſey: Alſo ſollen wir uns vorſehen und huͤten fuͤr den falſchen Propheten. Matth. 7. v. 15. Fuͤr der Lehre der Phariſeer und Sadducter. Matth. 16. v. 12. Wir ſollen zuſehen und uns huͤten fuͤr dem Geitz. Luc. 12. v. 15. Wir ſollen uns huͤten/ daß unſere Hertzen nicht beſchweret werden/ mit Freſſen und Sauffen/ und mit Sorgin der Narung. Luc. 21. v. 34. Wir ſollen uns haͤten fuͤr den Abgoͤttern. 1. Joh.. v. 21. Gleichwie alle dieſe Dinge hoch und Seelen ſchaͤdlich ſeyn/ alſo auch ein heuchleriſch Hertze: Laſſet uns/ O Chriſtliche Hertzen/ dieſe Wamung fleiſſig in acht nehmen/ und die Heucheley hoͤchſtes Fleiſſes meiden. Vom Eiſen b ſchrei⸗ 2 ot 3 4* 4* 8 ohns alt ſehmen und Bohn Got⸗ Ffer igkei n benrach⸗ M dadurch erwecken/ ſi willen, Buſſe: † P Rent Abenn ie Suͤn⸗ m nicht Huͤten eerſte het ing ſey: pheten. Matth. IC. I2. p. verden/ I. v. 34. wie alle hleriſch eiſſig in Eiſen zum— Jonac dab 9 lein Ehre bey den M denſe durch ein bußfertiges; glaubiges Hartz moͤchtet Kinder deß allerh ſchrei⸗ ſchreiben die Naturkuͤndiger/ wann man es zwiſchen einen Magneten und Demanten lege/ ſo wende es ſich bald zu dieſem/ bald zu jenem: Al⸗ ſo thun auch die Heuchler in jhrer Buſſe/ bald wenden ſie ſich mit jhrem Munde und Geberden zu Gott/ bald aber mit Hertzen und Wercken wi⸗ Ean Suͤnde: Es ſind heilige Schaͤlcke/ wiefenerbeym Zinckgraͤffen Lenr 4. wol geredet. 2. EC riſti comparatione; Auß der Vergleichung Chri⸗ pag. 233. ſti: Chriius vergleichet die Heucheley mit einem Sawerteige: Freilich/ Freilich/ Omeine Chriſil liche Her tzer iſt die Heucheley einrech⸗ ter Sawerteig/ und zwar: b 1. Fœtore: Wegen ſeines Geſtanckes: Alter Sawerteig hat einen boͤſen heßlichen Geruch: Alſo auch die Heucheley fuͤr Gott dem HErrn: Es kommet kein Heuchler fuͤr Gott. Hiob. 13. v. 16. Gott mag nicht riechen in ihre Verſamlung. Amos.) p. 21. ſondern er hatein Grewel an ſolchen falſchen. Pſal. 5. v.7. Wann ſieſchon lbre Haͤnde außbreit en ſoverbergerde ch Gotiſeine Augnvon hnene Eſa. 1. v. 15. Sie ſind wie eine falſche Muͤntze/ ſo außwendig verguͤldet oder verſil⸗ bert/ inwendig aber Zim oder ley geſunden wird z. Tumore; Wegen ſeines Auffblehens: Gleichwie der Sawerteig auffblehet; 2 Alſo auch die Heucheley: Sie hat ſhr gantzes Abſehen auff das Anſehen und Ruhm fuͤr den Leuten/ d dann ſie ſuchen Ruhn in durch hre Heucheley bey den Leuten. Syr.. v.„. ehu ſagte Kom mit mir/ und ſiehe meinen E Sia umb den OErn.⸗ Reg. 10. v v. 16 Aber er war gle ichwol ein Heu hler im Grun⸗ de/ wie an der mſalber n Ort ferner zu erſehen: Die Phariſeer verrichteten 8 jh ren Gottes⸗ Dienſim ur zu dem Ende/ daß ſien oͤchten geſehen werden. Matth. 6. v. 3. Zu ſolchen ſpricht Chriſtus: Wie koͤnnet jhr glauben dieſhrEhre voneinander nehmet/ und die Ehre die von Gott allein iſt/ ſu⸗ chet jhr nicht Joh. 5. v. 44. als wolt er ſagen: Ihr Heuchler ſuchet al⸗ hen/ da jhr ſolte et darnach trachten/ daß jhr Gottes werden. Joh. 1. v. 1z. 3. Infectionc; Wegen der Anſteckung: Wann der Sawer⸗ teig mit dem ſuͤſſen Teig vermiſchet/ ſtecket er denſe lben alsbald an/ daß er auch ſawer wird: Daber ſagtaplh: Aſe tihr nicht/ daß ein h b E h ni b bachoctderbihen Buſe„ / Von der heuchleriſchen und nig Sawerteig den gantzen Teig verſaͤwret. 1. Cor. 5. v. 6. Alſo wirds allenthalben voll gottloſen/ wo ſolche loſſe Leute unter den Menſchen berrſchen und gefunden werden. Pſal. 12. v. 8. Siehet ein Zauberer o⸗ der Zauberin/ ein gottloſer/ ſeines gleichen zur Beicht oder Abendmahl gehen/ ſo gedencket er/ iſt es dem gut/ ſtehets dem wol an/ ſo iſts mir auch gut. 4. Vermium productione: Wegen Herfuͤrbringung der Wuͤrme: Gleich wie im alten Sawerteig Wuͤrme wachſen: Alſo bringet die Heucheley Gewiſſens Wuͤrme: Wann ſie jhren Naͤchſten lange gnug mit jhrer Heucheley betrogen/ ſo tritt jhr eigen Gewiſſen auff/ unduͤberzeuget ſie jhrer Heucheley: Dann was kein Menſch ſagen kan oder mag/ das kan und mag das Gewiſſen ſagen/ weilen es ein Prediger der Gerechtigkeit und Warheit iſt/ von keinem Schmeicheln und Lieb⸗ koſſen weiß/ auch ſich fuͤr niemand ſchewet: Es beiſſet ſolche Leute. Hiob. 27. v. 6. Es iſt ein unſterblicher Wurm. Eſa. 66. v. 24. O Chriſtliche Hertzen/ laſſet uns dieſes fleiſſig und reifflich erwegen: Es iſt bey der Heucheley ja der groͤſſeſt Betrug: Sie ziehen Eſaus Kleider an/ daß ſie den zeitlichen Segen moͤgen erlangen. Gen. 27. v. 1. Sie ſind den falſchen Propheten gleich/ ſo in Schaffs Kleidern hereinner kommen/ aber inwendig reiſſende Woͤlffe ſeyn. Matth. 7. v. 21. Feigen⸗ baͤume mit Blaͤttern aber ohne Fruͤchte/ ſo verfluchet werden. Matth. 21. v. 19. Gleich wie etzliche kunſtreiche Mahler/ Thieren und Voͤ⸗ geln ein ſolche lebhaffte Geſtalt geben koͤnnen/ daß ſelbiger Art lebendige Thier und Voͤgel vermeinen ſie leben: Alſo koͤnnen ſolche Heuchler gleubiger Hertzen euſſerliche Geſtalt und Farbe an ſich nehmen. 3. Ex hypocriſis operatione; Auß der Wuͤrckung der Heu⸗ cheley: Wann einer einen Hꝛuchler nennet/ ſo nennet er zugleich einen Luͤgner/ dann er gedencket mit ſeiner Heucheley und Luͤgen Gebaͤrden Gott und Menſchen zu betruͤgen: Wir haben deſſen ein Exempelan Si⸗ mon dem Zauberer. Der bekehrte ſich von ſeiner Jauberey/ ward laͤubig/ ließ ſich taͤuffen/ hielt ſich zum Apoſiel Philippo/ daß jederman vermei⸗ nete/ er waͤre nun ein guter und frommer Chriſt: Aber es war mit jhm Coſmo- ꝛwar nicht zu erſt doch zu letzt lauter Heucheley. Act. Z. v. 9. leqq. Mun- graph.. 5. ſterus ſchreibet von den Tartern/ daß ſie alle andere Menſchen verachten/ cap. 63. und halten ſich ſelbſt ſo gut und groß/ daß ſie meinen/ andere Leute ſeyn Alowide Menſchen Jauberer o⸗ Abendmahl 3mir auch gung der n: Alſo Naͤchſten ſſen auff agen kan Prediger und Lieb⸗ he Leute. . 24. O⸗ gen: Es 3 Kleider . Sie hereinner Feigen⸗ und Voͤ⸗ lebendige Heuchler der Heu⸗ ich einen zebaͤrden elan Si⸗ glaͤubig! vermei⸗ mit jhm q. M un- rachten/ eute ſeyn nicht geitzen/ und wieder alles Recht und Billigkeit frembdes Guthan ſich bringen/ halten ſie fuͤr gering oder gar nichts: Alſo vermeinen auch die hochverderblichen Buſſe.„ nicht gut genug daß ſie mit jhnen teden: Aber Menſchen todten/ rauben· Heuchla ſie eyn die eſten aber voller Suͤnden Vnflats und alle Boß⸗ heit. Solche Luͤgner will Gott umbbringen. Pſalm. v7. 4. Exhypocriſis punitione: Auß der Straffe der Heuchelen: Verworffe iſt bey Gottjhr Gebet: Meinſtu daß Gott ſein Schreyen ho⸗ ren wird/ wann die Angſtuͤber jihn kompt: ſagt Hiob. Cap. 27 v.⸗. Dann ſie nahen ſich zu Gott nur mit ſhrem Munde/ aber jhr Hertz iſt ferne von jhm. Eſa. 29. v. 13. Verworffen ſind jhre Wercke: Dann ſie ſind ein Volck/ das ſich euſſerlich ſtellet/ daß es Gerechtigkeit ſchon gethan/ und das Recht jhres Gottes nicht verlaſſen habe. Eſa. 58. v. 2. Sie haben den Schein eines gottſeligen Weſens/ aber ſeine Krafft verleugnen ſie. 2. Tim.z. v.. Sie haben deßwegen jhren Lohn ſchon dahin. Matth. 6. v. 16., Verworffen iſt jhre Hoffnung/ dann dieſelbe iſt verlohren/ Hiob. 8, ͤv. 13. Golt reiſſet jhre Seele dahin. Hiob. 27. v. 8. Ihre Seele muß mit Qual ſterben. Hiob. 36. v. 14. Laſſet/ O Chriſtliche Hertzen/ uns dieſes zu Hertzen gehen Die eines auffrichtigen Hertzen ſeyn/ haben Gott zum Troſt. Pfal. 73. v.). Aber heuchleriſche falſche Hertzen haben einen un⸗ gnaͤdigen Gott: Euſebius ſchreibet/ daß die ſchwere Verfolgung der Chri⸗ li ſten/ zu Zeiten Diocletiani, ſey durch die Heucheley der meiſten Chriſten verurſachet worden b II. Pœnitentiam exitiolam: Die hochverderbliche Buſſe: Solche Buͤſſende erkennen und bekennen zwar jhre Suͤnde/tragen auch Reu und Leid uͤber dieſelbe/ aber ohne wahren Glauben und Hoffnung b. gehiſt. ccl. C⸗I⸗ der Vergebung ihrer Suͤnden/ ſondern verzweiffeln und verzagen in den⸗ ſelben: Solche Leute waren die Phariſeer/ von welchen Chriſtus alhie redet/ weiln dieſelbe eine Suͤnde in den Heiligen Geiſt begangen/ Matth. 12. v. 2. Soiſi keine Vergebung/ ſondern nur Verzweiffelung darauff erfolget: Da heiſſet es: Wer iſt unter uns/ der bey einem verzehrenden Fewer wohnen moͤge? Wer iſt unter uns/ der bry der ewigen Glut wohne Eſa. 33. v. 14. Wehe denen die an Gott verzagen. Syr. 2. v. 14. Bey denen iſt eine Traurigkeit ſo den Tod wircket. 2. Cor. 7. v. 10. Daſpricht Cain: Meine Suͤnde iſt groͤſſer dan daß ſie mir verge⸗ ben werden moͤchte. Gen. 4 v. 3. Danimbt Saul ſein eigen Schwerd/ Em und 38 Von der heuchleriſchen und undfaͤllet darein. 1. Sam. z1. v. 4. Da erhenget ſich Ahitophel ſelbſt. 2. Sam. 17. v. 23. Wie dann auch der Judas. Matth. 27. v. 5. Do- ctor Latomus zu Coͤllen hat in ſeinem Letzten ſeinen Abfall von der er⸗ kandten Evangeliſchen Warheit bekennet/ und ob er zwar von gegen⸗ Erquick⸗ ſtunden. Part. 4 P· 251. ſeq. waͤrtigen getroͤſtet/ hat er doch geſagt: Es ſeyn auff ſein ſchreiben ſo viel verjaget und erwuͤrget/ daß aller Troſt an jhm verlohren/ er ſey doch ewi⸗ glich verdampt und verlohrn: Alſo iſis auch Thomas de Balvere ei⸗ nem Koͤniglichen Schottiſchen Rath ergangen: Wie denſelben die Muͤnche in ſeinẽ Letzten troͤſten wolle/ hat er geſagt. Schweiget nur ſtille/ ich hab deß Narren Werckes wol mehr gehoͤret/ habe aber nicht geglaubet/ daß ein Gott/ Teuffel/ Hoͤlle oder Himmel ſey/ jhr koͤnnet mit ewern Vigilien und Seelmeſſen mir nicht helffen/ der Teuffel hat mich ſchon angefaſſet/ daß er mich in Abgrund der Hoͤllen fuͤhre. O der allerelende⸗ ſten Buſſe Laſſet uns/ O Chriſtliche Hertzen/ bey Zeiten Rathes pfle⸗ gen daß wir in ſolches Elende nicht moͤgen gerathen: Laſſet uns Got⸗ tes Wort fleiſſig betrachten Denen ſo an Gottes Gnade verzagen/ verblendet der Teuffel jhre Sinne/ daß ſie nicht ſehen das helle Liecht deß Evangelii. 2. Cor. 4. v. 4. Wir aber ſollen uns zu Gottes Wort hal⸗ ten/ welches uns zur Lehre geſchrieben/ auff daß wir durch Gedult und Troſt der Schrifft Hoffnung haben. Rom. 15. v. 4. Solches iſt das Schwerd deß Geiſtes damit wir den hoͤlliſchen Geiſt koͤnnen vertreib en. Eph. 6. v. 17. Laſſet uns die Gnade Gottes in Chriſto Jeſu mit feſtem Glauben ergreiffen. Wo dann bey uns die Suͤnde maͤchtig worden/ da iſt die Gnade Gottes viel maͤchtiger. Rom. 5. v. 20. Das iſt ſa ein thewer und werthes Wort/ daß Jeſus Chriſtus in die Welt kommen die Suͤnder ſelig zu machen. 1. Tim. v. 15. Laſſet uns fleiſſig beten/ Gott wolle uns geben einen newen gewiſſen Geiſt/ er wolle uns nicht verwerf⸗ fen von ſeinem Angeſicht/ und nehme ſeinen Heiligen Geiſt nicht von uns/ er wolle uns troͤſten mit ſeiner Huͤlffe/ und der freudige Geiſt wolle uns enthalten. Pſ. ſu. v. 12. ſeq. Darzu wolle uns gnaͤdig verhelf⸗ fen Gott der Vatter/ umb ſeines allerliebſten Sohns willen. Amen/ Amen. hſchon 1 lende⸗ ks pfle⸗ Got⸗ zagen cht deß r hal⸗ it und ſi das eiben. feſtem orden/ ſa ein hen die Gott rwerf⸗ bt von wolle ff⸗ fang/ ſo kompt dieſes Gnaden Liecht von Gott; Deſſen Liecht ſein Kleid 8 8 ͤͤͤ ½ ☚ãĩ¶·☚¶⁴⏑Q—3 ——— 8— 8 Von ſonderlicher und 88 Die Siebende Predigt. DE POENITENTIA PRIVATA“AC pPuBLICA, Von ſonderlicher und allgemeiner Buſſe. Bekehret euch ein jeglicher v Wege/ und von ewrem boͤſen Weſen: S bezeuget der Apoſtel Paulus Att. 26. v. 18. r Daß ihn der Sohn Gottes unter andern auch dazu beruf. ☛3 fen/ die Menſchen zu bekehren von der Finſternuͤß zum — iecht. In dieſen Worten haben wir zwey herrliche Gleich⸗ nus von unſerm unbelehrten und bekehrten Stande: und zwar: 1. Tenebrarum& peccati: Der Finſterniß mit der Sun⸗ de: Dann die Suͤnde und der Suͤndenſtand darin die Unbußfertigen leben/ iſt nichts anders dann lauter Finſterniß Sehen wir an/ O Chriſt⸗ liche Hertzen/ den IIrſprung der Suͤnde/ ſo kompt ſie vom leidigen Sa⸗ tan her/ welcher iſt der Herr der gottloſen Welt/ und in der Finſterniß dieſer Welt herrſchet. Eph. 6. v. 12. Der mit Ketten der Finſterniß — g Finſterniß. 1. Joh. 1. v. 6. Sie ſind im Finſterniß und wandeln im Finſterniß/ und wiſſen nicht wohin ſie gehen/ dann die Finſterniß haben jhre Augen verblendet. 1. Joh. 2. v. 11. Sehen wir an den Außgang/ ſo vermeinen die gottloſen zwar ſie gehen auff einem feinen Pftaſter/ aber deſſen Ende iſt der Hoͤllen Abgrund. Syr. 21. v. 1. Sie werden hinauß geworffen in die euſſerſte Finſterniß/ da Heulen und Zaͤhnk lappern iſt. Matth. 8. v. 12. O der grewlichen! Oder abſchewlichen Finſterniß. 2. Lucis& gratiæ Det Deß Liechts mit der Gnade Gottes. Gleich wie bey der Suͤnde eine erſchreck liche/ ine grauſame Finſternuͤß iſt. Alſo iſt bey der Gnade Gottes ſo er uns in Vergebung unſer Suͤn⸗ den erzeiget/ ein liebliches/ ein angenehmes Liecht Sehen wir an den An⸗ ſſt. 40 allgemeiner Buſſe. iſt Pſalm. 104. 9. 2. Derſelbe iſt ein Liecht/ und iſt in ihm kein Finſternuͤß. 1. Joh. 1.v. 5. O welch einen Gnaden Schein giebt dieſes Liecht von ſich/ da Gott ſpricht: So wahr als ich lebe ich habe keinen Gefallen am To⸗ de deß Gottloſſen/ ſondern daß ſich der Goitloſſe bekehre von ſeinem We⸗ ſen und lebe. Ezech. 33. v. n. Sehen wir an den Fortgang; So giebt die Gnade Gottes einen hellen Schein in unſere Hertzen. 2. Corinth. 4. v. 6. Welches Liecht uͤbertrifft unſere Finſterniß. Eccl. 2. v. 3z. Dennwo die Suͤnde iſt maͤchtig wordẽ/ da iſt die Gnade Gottes viel maͤchtiger Rom . v. 20. und machet die Sleubigen zu Kindern deß Liechtes. Luc. 16. v. 8. Gibt jhnen erleuchtete Augen jhres Verſtandes. Eph. 1. v. 18. Daß ſie wandeln als Kinder deß Liechts. Eph. 5. v. 8. Sehen wir an den Auß⸗ gang; Sofuͤhret uns das Liecht der Gnaden Gottes/ zum Liecht der ewigen Herrligkeit/ da ſehen wir in Gottes Liecht(der Gnaden) das Liecht(der ewigen Seligkeit) Pſal. 36. v. 10. Dieſes Gleichnus /9 Chriſtliche Hertzen/ ſollen wir uns immer fuͤr Augen und Hettzen ſtellen/ damit wir von unſern boͤſen Wegen und Weſen uns zu Gott bekehren moͤgen: Dazu vermahnet uns Gott durch Jeremias/ deſſen Vermah⸗ nung wir wollen fuͤr uns nehmen/ und betrachten: b POENITENTIAM PRIVATAM ET pPlIBLICAM. Die ſonderliche und allgemeine Buſſe. Der Allergnaͤdigſte Gott verleihe uns ſeinen Heiligen Geiſt/ daß auch unſere Hertzen dadurch zu wahrer Bußfertigkeit erwecket werden/ umb ſeines Lieben Sohns Jeſu Chriſti willen/ Amen. b Erklaͤrung. Wir haben alhie zu erwegen: 1. Peœnitentiæ qualiratem: Wie wir uns bekehren ſollen⸗ Von unſerm boͤſen Wege und Weſen: Alhie befinden ſich: 1. Noſtra via: Vnſer Wege: Wir gehen/ leider/ gerne auff dem Wege der Suͤnder. Pſal. 1. v. 1. Und wehren unſern Fuͤſſen nicht alle boͤſe Wege. Pſ. 119. v. 101. ſondern weichen ab auff die krumme Wege. Pſ. 125. v. 5. Wir verlaſſen die rechte Bahn und gehen finſtere Wege. prov. 2. v. 13. Von dieſen Wegen muͤſſen wir uns bekehren/ u7n auff ottes inſternuͤß. t von ſich/ nam To⸗ inem We⸗ o giebt die ſth. 4. v. 6. nnwo die ger. Rom. uc. 16. v. 88. Daß den Auß⸗ Liecht der den) das hnus/ 9 en ſiellen/ bekehren Bermah⸗ daß auch wer den allgemeiner Buſſe. 41 Goltes Wegen gehen/ ſo er uns in ſeinem Worte zeiget: Das muß eine Leuchte unſer Fuͤſſe/ und ein Liecht auff unſerm Wege ſeyn. Pſalm. 119. v. 105. Bitten inniglich mit David: Ach Erꝛ ſihe/ ob ich auff boͤſem Wege bin/ und leite mich auff ewigem Wege Pſalm. 139 v. 4., 2. Noſtraſtudia: Vnſer Weſen: Das iſt/ unſer Fleiß und Muͦ⸗ heꝛ Gleich wie es eine Beſchaffenheit hatmit unſern Wegen/ alſo auch mit unſerm Weſen. Ob wir zwar in unſerm Hertzen uͤberzeuget/ daß Gott nicht ein Gott ſey/ dem gottloß Weſen gefalle. Pſalm. v. 5. Und wir jhm ein Grewel werden in unſerm boͤſen Weſen. Pſalm. /3 v.z. So fuͤhren wir doch offt ein gottloſſes Weſen mit den Vbelthaͤtern/ undeſ⸗ ſen von dem das jhnen geliebet. Pſalm. 141. v. 4. Das iſt/ machen uns jh⸗ rer fuͤndlichen Well⸗Freude theilhafftig/ fuͤhren offt ein albers Weſen. Ezech. 16. v. 27. Viele leben in einem wuͤſten wilden Weſen der Vnweiß⸗ heit. Sap. 14. v. 22. Von ſolchem und allem ſuͤndlichen Weſen/ da wir den Fleiß und Muͤhe auff die Suͤnde wenden/ den wir auff die wahre Gott⸗ ſeligkeit wenden ſolten/ von dieſem Weſen/ ſage ich/ ſollen wir uns bekeh⸗ ren/ und dienen Golt im neuen Weſen deß Geiſtes. Rom. 7.v. 6. Ge⸗ dencken daß in Chriſto Jeſu ein rechtſchaffenes Weſen iſt Eph. 4.v. 21. Das iſi/ die Lehre von Chriſio/ ein heiliges gottſeliges Leben erfordere: Muͤſſen nicht nur den Schein eines gottſeligen Weſens haben/ und ſei⸗ ne Krafft verleugnen. 2. Timoth. z. v. 4. Sondern verleugnen das un⸗ goͤttliche Weſen/ und dieweltliche Luͤſte/ zuͤchtig gerecht/ und gottſelig le⸗ ben in dieſer Welt. Tit. 2. v. 12. Wir ſollen geſchickt ſeyn/ mit heiligem Wandel und gottſeligem Weſen. Pet. 3. v.. Alſo/ alſo/ O Chriſtliche Hertzen/ ſollen wir uns bekehren von unſerm boͤſen Wege und Weſen. Pœnitudo neceſſaria eſt, ſicut vulneratis lunt neceſfaria medicami- lib. na, ſagt Ambroſius: Das iſt: Die Bekehrung und Buß iſt uns alſo noͤ⸗ gin. lapf thig/ wie den Verwundeten die Artzney zur Heilung. b II. Pœnitentiæ univerſalitatem: Die Algemeinheit der Buſ⸗ ſe; Bekehret euch ein jeglicher: Es iſt in dieſem kein Vnterſchied/ wir ſind allzumal Suͤnder/ und mangeln deß Ruhms/ den wir an Gott ha⸗ ben ſollen. Rom. z. v. 23. Und ſo wir ſagen/ wir haben nicht geſuͤndigt/ ſo machen wir Gott zum Luͤgner/ und ſein Wort iſt nicht in uns 1. Johꝛ v. 10. Deßwegen ruffet Gott alle Menſchen in gemein zu wahrer Buſſe/ und ſpricht: Wendet euch zu mir/ ſo werdet jhr ſelig aller Welt Ene r0 C. S⸗ advir- 4² Von ſonderlicher und Eſa 45. v. 22. Ja/ es ſollen die jungen Kinder und Saͤuglinge auch zur Bußzeit herzu gefuͤhret werden. Joel. 2. v. 16. Weilen auß dem Munde der jungen Kinder und Saͤuglingen Gott eine Macht zurich⸗ ten kan. Pſalm. 8. v. 3. Und gebeut Gott allen Menſchen/ an allen En⸗ den Buſſe zuthun. Aetor 17. v. z0. Weilen er nicht will/ daß jemand ver⸗ lohren werde/ ſondern daß ſich jederman zur Buſſe bekehre? · Pet.3. v. ⸗. Und hat auch keinen Gefallen am Tode deß ſterbenden Suͤnders. Ezech. 18.v. 32. Dieſes allgemeines Befehl/ O Chriſtliche Hertzen/ ſol billich ei⸗ nen jeglichen auffmuntern zur wahren Buß: Wann ein gantze Stadt oder Gemeine ſich gegen jhren Herren alſo verſuͤndiget/ daß ſie alle den Todt verdienet/ und der Stab ſchon uͤber ſie gebrochen/ wuͤrde aber auß lauter unverdienter Gnad ihnen allen nicht allein das Leben geſchencket/ ſondern auch zu deß HErꝛen Kindern und Erben angenommen/ da wuͤr⸗ deein jeglicher billich und gerne mit ſchuldiger Demuth und Gehorſam ſich einſtellen: Was thut Gott anders/ wann er uns zur Buſſe ſo vaͤter⸗ lich ruffet/ als daß er uns ſeine unverdiente Gnad/ ſa die Kind⸗ und Erbſchaffe Gottes anbeut: II. Poœnitentiæ diverſitatem; Den Unterſcheid wahrer Buſſe: Es iſt aber dieſelbe; b 1. Privata: Eine ſonderbahre Buſſe; Da einer inſonderheit ſich bußfertig erzeiget: Und zwar; a. Coram Deo: Fur Gott: Daß wir taͤglich/ wo wir gehen und ſtehen/ Gott umb Vergebung unſer Suͤnde anruffen. Seufftzen immer fort/ vergieb uns unſer Schuld. Matth. 6. v. 12. Ach VPBexgib/ vergib/ und hab Gedult/ Mit uns Armen und Schwachen/ Laß deinen Sohn all unſer Schuld/ 1 Durch ſein Verdienſt ſchlecht machen. b BVmb ſolche Vergebung der Suͤnden/ muͤſſen auch alle Heiligen Gott bitten. Pſalm. z2. v. 6. Dazu muͤſſen wir uns ſelbſt ermahnen alle Tage/ ſo lange es heute heiſſet/ das iſt die Gnaden Thuͤr uns offen ſiehet. Heb. 3.v.13 Da ſollen wir/ O Chriſtliche Hertzen/ in ſieter Bußfertig⸗ keit uns finden laſſen: Gleich wie ein Hauß oder Stube/ mit geringer Muͤhe rein und ſauber gehalten wird/ wann man taͤglich kehret/i ie Vnſtath und V en wird an kaͤglich kehret/ und al⸗ e und Vnrath fleißig abſchaffet/ Hingegen aber/ wann man alles ugt au auß u t zurich⸗ allen En⸗ nand ver⸗ et..v9. 6. Ezech. dnage. ze Stadt alle den aber auß henckin/ dawuͤr⸗ ehorſam ſo vaͤter⸗ ind⸗ und wahrer nderheit then und nimmer Heiligen hnen alle en ſiehet. ußfertig⸗ geringer und al⸗ ann man alles allgemeiner Buſſe. 43 alles uͤber und unter einander liegen laͤſſet/ ſo klebet der Wuſt/ Staub und Vnflath ſo hart an/ daß man eine geraume Zeit/ mit reiben/ waſchen und kratzen zubringen muß/ ehe es wiederumb ſauber wird: Alſo gehets auch uns/ wann wir taͤglch und alle Stunden in wahrer Bußfertigkeit gefunden werden/ ſtehets viel beſſer umb uns/ als wan wir uns in der leidi⸗ gen Suͤnde vertieffen Certum eſt, rotum vitæ hujus tempus, non niſi Serm.z. de ad pœnitentiam inſtitutum, ſagt Bernhardus: Das iſi/ Es iſt gewiß/ quadra- daß die gantze Zeit unſers Lebens/ uns zu wahrer Buſſe verordnet ſey: geſ. Sihe doch an /O Chriſtliches Hertze/ das Fuͤrbilde am verlohrnen Sohn; Wieſihet ihn ſein Vater/ da er noch ferne von jhm/ mit gnaͤdi⸗ gen vaͤterlichen Augen an/ wie jammert jhm ſeiner/ wie faͤllet er jhm umb ſeinen Halß und kuͤſſet jhn. Luc. 15. v. z0. Solte uns ein ſolches Fuͤrbilde/ deſſen Gegenbilde alle bußfertige Hertzen an Gott haben/ nicht zu taͤg⸗ licher wahrer Buſſe leiten und fuͤhren⸗ 8 6. Coram Dei miniſtro; Fur Gottes Diener: Daeiner ſeine Suͤnde erkennet/ Gottes Zorn und Ungnade wegen derſelben ſich be⸗ fuͤrchtet/ und ſich bey ſeinem Seel⸗Sorger im Beichtſtul einſtellet/ und Vergebung der ſelben begehret: Alſo bekante David ſeine Suͤnde dem Propheten Nathan. 2. Sam. 12. v. 13. Die Juden belanten jhre Suͤnde Johanni dem Taͤuffer. Matth. 3. v. 6. Und ſolches darumb/ weilen der Sohn Gottes ſeinen Dienern Macht gegeben/ die Suͤndebußfertigen Hertzen zu vergeben. Matth. 18. v. 18. Joh. 20. v. 23. Dieſes muͤſſen wir wolbetrachten: Lehrer und Prediger werden alhier betrachtet/ nicht in ſenſu diviſo, als ſie ſchlechte Menſchen/ ſondern in lenſu conjuncto, als ſie Gottes Diener und Haußhalter uͤber ſeine Geheimnuß ſeyn.1. Cor. 8 heßr Und alſo vergiebt Gott durch ſie allen recht bußfertigen jhre Suͤnde. 4 „. Coram proximo; Fuͤr unſerm Naͤchſten: Wann wir den⸗ ſelben beleidiget haben/ und Verzeihung von ihm begehren: Hiervon ſpricht Chriſtus: Wann du deine Gabe auff den Altar opfferſt/ und wirßt allda eindencken/ daß dein Bruder etwas wider dich habe/ ſo laß allda fuͤr dem Altar deine Gabe/ und gehe zuvor hin und verſuͤhne dich mit deinem Bruder. Matth.5 v. 23. ſeq. Sodein Bruder an dir fuͤn⸗ diget/ ſo ſiraffe ihn/ und ſo er ſich beſſert vergieb ihm. Luc. 17. v. z. Da muß einer dem andern ſeine Suͤnde bekennen. Jac. 3. v. 16. Dieſes h muͤſſen In apolo- get. adv. gentes. gap. 39. 44 b Vonſe onderlicher und muͤſſen wir auch wolin acht nehmen: Mancher/ wann er ſchon in ſei⸗ muͤſſes neen ghengruge daß er ſeinen Naͤchſten unbillich beleidiget/ haͤlt er ſich doch zu gut dazu/ daß ers fuͤr ſeinem Naͤchſten bekenne und Verzeihung degehre das iſt warlich keine Anzeigung eines Chriſtli⸗ chen bußfertigen Hertzen ſondern eines unverſuͤhnlichen ſioͤrrigen Men⸗ ſehen/ bey wrichem auch kein wuͤrdiger Grbrauch deß Abendmahls ge⸗ funden wird.„„ 1— 2. Pablica; Eineoffentliche Buſſe: Welche verrichtet wird; 2. Atota Eccleſia; Von der gantzen Genmiein; Alſo wurden alle Suͤnde der Kinder Iſrael/ auff dem Verſaͤhnbock bekennet/ und der⸗ ſelbe in die Wuͤſten gelaſſen. Lev. 16. v. z1. Alſo thaͤten alle Iſraeliten Buſſefuͤr Gott/ daß ſie ihn verlaſſen und Baalim gedienet. ud. 10. v. 10. Wie dann auch zu Mitzpa 1. Sam. 7. v.. und zu Zeiten Nehemiæ. Neh. 9. v.. Hieher gehoͤren unſer Buß⸗und Bettage/ ſo zu dem Ende wolmeindlich angeordnet/ daß wir im Hauſe deß HErren/ fuͤr Gott of⸗ fentlich und haͤuffig ſollen erſcheinen/ und ein jeglicher in der gantzen Ge⸗ mein/ denſelben umb Vergebung unſer Suͤnden bitten und anruffen: Aber wie faul/ wie traͤge/ wir/ leider/ dazu erfunden werden/ beweiſet an ſolchen Tagen der Augenſchein: Laſſet/ O Chriſtliche Hertzen/ uns ei⸗ nes beſſern bedencken: Coimus in cœtum& congregationem, ut ad Deũ quaſi manu factaprecationibusambiamus orãtes: Hæc vis Deo grata eſt, ſagt Tertullianus: Das iſt; Wir kommen zuſammen in un⸗ ſer Verſamlung/ daß wir Gott gleichſam mit zuſammengefaſſeter Macht/ mit unſerm Gebet umbgeben: Dieſe Gewalt iſt Gott ange nehm: Inderen Fußſtapffen laſſet uns treten. 6. A ſingulari perlona; Von einer ſonderlichen Perſon; Wann ein armer Suͤnder oder Suͤnderin/ mit einer groſſen aͤrgerlichen Suͤnde/ ſo gleich wol nicht am Leben zu ſtraffen/ Gott erzuͤrnet/ und ſei⸗ nem Naͤchſten groß Aergerniß gegeben/ ſich fuͤr der gantzen Gemein ein⸗ ſtellet/ offentlich Reu und Leid uͤber jhre Suͤnde bezeuget/ ſich mit der Gzemeine verſuͤhnet Vorbitte bey Gott und Vergebung ſhrer Suͤnde be⸗ geret/ wird ſonſtenoͤffentliche Kirchen Buſſe genande. Ob zwar dieſe Buſſe in Gottes Worte keinen außdrucklichen Befehl hat/ ſo ſeyn doch Exempel derſelben darin zu finden: Achan thaͤte offentliche Buſſe fuͤr loſua und dem gantzen Volcke. Joſ. 7.v. 20. Es war eine offentliche Buſſe chon i ſei⸗ beleidiget/ kemned s Chriſtl mahls ge⸗ ket wird. t/ und der⸗ Iſracliten 1. 10. v.c Nehemir. dem Ende Gottof⸗ ntzen Ge⸗ mruffen: weiſet an uns ei⸗ m, urad vis Deo gen in un⸗ gefaſſeter vott ange⸗ Perſon; gerlichen und ſti⸗ emein ein⸗ ch mit der Suͤnde be⸗ zwar dieſfe ſeyn doch Buſſe fuͤr offentliche e Gememme ſtraffet/ moͤge umb Gnade erſuchet und dieſelbe erlanget werden. Zum Sechſten/ daß die Gemeine fuͤr ſolchen Suͤnder bitten moͤge/ damit er auß deß Teuffels⸗Stricken moͤge erledig Zum Siebenden/ daß andere von ſolchen Suͤnden moͤgen abgemahnet 3 , 1 ——— N .— 1 —-————— —— — ⸗ 62 8 ε 4½ 4 lib. I. de ten aͤhnlich geweſe. Nicht zu dem Ende/ daß ſiedadurch Gnadebey Gott Penitent. verdienen/ oder fuͤr jhre Suͤnde gnug thun woltẽ/ wie man im Bapſtumb 6.16. vorgibt: Sondern ſie haben andere Ulrſache dieſer Buſſe gehabt. Erſt⸗ — 2— 8——/ę———y — 5 1=—— — — 6 5 X 2 8 1—— — —— ͦ—— .— 8 3. 5 3 K. 1 6. 5 8 habe mit den unfruchtbaren Wercken der Finſterniß. Eph.. v. 11. Zum Vierdten/ daß hertzliche Rew dadurch bey dem Suͤnder erwerket werde/ weilen dieſelbe vom Teuffel/ Welt und Fleiſch ſehr gering gemachel wird. Zum Fuͤnfften/ daß Gott der umb ſolcher Suͤnden willen offt eine gan⸗ 1— 4— * .. 2— 8 8 4— g 3 3 A 4 S —————— 5 2““ 1 2 3“ 4 5 8 4 3 4 iget werden. ——— F uj werden. 8 46 Wie wir uns zu wahrer werden. Derowegen iſt die offentliche Kirchen⸗Buß nicht ein Schau oder Kinderſpiel/ ſondern ein hoch nuͤtzliches und heilſames Werck/ wel⸗ che an denen Oerten da ſie nicht im Gebrauch/ bi ich ſolte mit Fleiß ein⸗ gefuͤhret werden. Der Alimaͤchtige gebe uns allen ſeine Gnade/ daß wir in der Zeit der Gnade/ warhafftig und beſtaͤndig uns zu jhm bekehren/ umb ſeines Sohns Jeſu Chriſti willen. Amen/ Amen. Die Achte Predigt. DE NOSTRA AD VERAM POENITENTIAM PRTPARATIONE. Wie wir uns zu wahrer Buſſe bereiten ſollen. — e — b Eia. 40. v. 3. Barutt dem Herren den Beg. 9 Sſpricht Gott. Jer. 6. v. 16. alſo: Trettet auff M die Wege und ſchawet/ und fraget nach den vorigen Wegen/ WP welches der gute Weg ſey/ und wandelt darinnen/ ſo werdet — jyr Ruhe finden fuͤr eure Seele. Indieſen Worten werden wir herrlich unterwieſen/ wie wir uns zu wahrer Buſſe bereiten ſollen: Nemlich · b . Diſpiciendo; Wir ſollen auff die Wegetretten und ſchau⸗ en: Gleich wie ein Wandersmann/ der unterſch iedliche Wege fuͤr ſich hat/ den beſten und richtigſten Weg erwehlet: Alſo ſollen wir als Geiſtli⸗ che Wandersleute/ den richtigen Weg/ ſo uns von Goitin ſeinem Worte gezeiget/ ſuchen und wandern: Wir muͤſſen nicht den Weg mit den gott⸗ loſen wandeln. prov. 1. v. 15. Dann derſelbe Weg iſtwie Tunckel/ und wiſſen nicht wo ſie fallen werden. Prov. 4. v. 19. Der Weg iſt breit/ ſo zum Verdamnuß fuͤhret/ und viele ſind/ ſo darauff wandern/ aber der Weg iſt ſchmal/ der zum Leben fuͤhret/ und wenig iſt jhr/ die jhn finden. Matth. 7. v. 13. leq. Derhalben muͤſſen wir uns wol umbſehen. 2. Quærendo; Wir muͤſſen darnach fragen/ welches der gute Weg ſey; Gleichwie ein Wandersmann nach dem richtigen und guten ttet auff nWegen/ ſowerdet tenwerden een ſollen: md ſchau⸗ ge fuͤr ſich als Geiſtli⸗ nem Worte it den gott⸗ unckel und iſt breit ſo ern/ aber der jhn finden. hen. pelchesder chtigen und guten Buſſe bereiten ſollen. 47 guten Wege fleiſſig forſchet und fraget: Alſo muͤſſen wir auch thun; Wir ſind leider/ Leute deren Hertz immer den Irreweg wil/ und die Gottes Wege nicht lernen wollen. Pſal. 95. v. 1o. Derhalben muͤſſen wir fra⸗ genundmit Fleiſſe forſchen nach dem Wege der uns von Gott gezeiger wird/ bitten mit David: HErr thue mir kund den Weg darauff ich ge⸗ hen ſoll Pfal. 143. v. 8. Halten uns zu G Ottes Wort/ welches ſpricht. Diß iſt der Weg(den ich euch zeige) denſelben gehet/ ſonſt weder zur Rechten noch zur Lincken. Eſa. z0. v. zꝛ l. 3. Viam rectam inſiſtendo; Wir muͤſſen auff dem guten We⸗ gewandeln: Wer auff Gottes Wegen wandelt der thut kein uͤbels. Pf 119. v. 3. verſtehe vorſetzlich: Solcher Weg deß Herren iſi der from⸗ men Trotz prov. 10. v. 29. Das iſt/ ſie pochen und trotzen billich auff Gortes Wort und Wege. Von dieſem Wege muͤſſen wir weder zur Lincken noch zur Rechten abweichen. Deut.„. v. z2. 4. Fructum expendendo: Wir ſollen die Frucht und Nutz⸗ barkeit betrachten: Wir werden Ruhe finden fuͤr unſere Seele: Geheſtu O Chriſtliches Hertze auff der Suͤnden Wege? Bald/ bald/ wachet dein Gewiſſen auff und machet dir elende Unruh; Geheſtu auff dem Wege menſchlicher Satzung? Es bringet deinem Gewiſſen keine Ruh/ ſondern lauter Ulnruh: Dann Gott iſt allein der Herr dein Gott/ nach ſeinen Geboten ſoltu leben. Ezech. 20. v. 19. Geheſtu auff dem Wege deiner Vernunfft Es bringet deinem Gewiſſen und Her⸗ ten endlich nur UInruh; weiln dein Verſtand verfinſtert iſt. Eph. 4. v. 18. Aber wann du/ O Chriſtliches Hertze/ auff Gottes und ſeines Wor⸗ tes Wege bleibeſt/ ſo findeſtu Ruhe fuͤr dein Gewiſſen und Seele. Dieſes muͤſſen wir auch auff dem Buß⸗Wege fleiſſig in acht nehmen/ daß wann Gott mit ſeiner Gnade ſoll zu uns kommen wir jhm nach ſeinem Worte den Weg bereiten/ dazu werden wir vermahnet in verleſenen Worten/ auß welchen wir wollen gottſelig betrachten: b 4 NOSTRAM AD VERAM POENITENTIAM PRPDARATIONEM. Wie wir uns zu wahrer Buſſe bereiten ſollen. Gott der Allmaͤchtige wolle unſere Hertzen zu ſolcher Bereitung berei⸗ ten umb Jeſu Chriſti unſers Erloͤſers willen/ Amen. S. rklaͤ⸗ 48 Wie wir uns zu wahrer 6 crklaͤrung Wir haben alhlie 1 1. Mandatum: Den Goͤttlichen Befehl: Bereitet dem HErrn den Weg: Wir ſollen den Weg bereiten/ nicht dem leidigen Satan/ durch Vorſetzliche und muthwillige Suͤnde; nicht der goit⸗ loſen Welt/ daß wir uns derſelben gleich ſtellen. Rom. 12. v. 2. nicht der Suͤnde/ ihr Gehorſam zu leiſten in jhren Luͤſten. Rom 6. v. 12. Son⸗ dern Gott dem HErren ſollen wir den Weg bereiten: Solches ge⸗ ſchicht: 8 13 4 1. Viarum noſtrarum inveſtigatione: Durch Erforſchung unſer Wege: Ob wir auff dem breiten Wege zur Hoͤllen/ oder auff dem ſchmalen zum Himmel ſeyn/ wie ſie Chriſtus beſchreibet. Matth. 7. v. 13. 1fe q. Viele erforſchen ſo fleiſſig jhres Naͤchſten Wege/ aber die jhrige vergeſſen ſie; Dabey ſie ſolten zu Gemuͤthe fuͤhren/ daß ob ſie ſchon jhrer Wege vergeſſen/ Gott derſelben nicht vergieſſet; Dann der⸗ ſelbe ſiehet alle unſere Wege/ Pſ. 339. v. 3. Jedermans Wege ſind ſiracks fuͤr jhm/ under miſſet alle unſere Gaͤnge Prov. 5. v 21. Darauff ſol⸗ len wir gedenckẽ/ uns dabey erinnern/ wie dieſe Er forſchung unſer Wege/ ſo vielfaͤltig verhindert werde: Da iſt der leidige Satan/ welcher Stuͤ⸗ le und Baͤncke vorwirfft/ daß dieſe Erforſchung verhindert/ uñ die Gott⸗ loſen in ſeinen Stricken/ zu ſeinem Willen gefaͤnglich gehalten wer⸗ den. 2. Tim. 2. v. 26. Da iſt die verfuͤhriſche Delila, die gottloſe Welt/ die locket immerfort/ mit Augenluſt/ Fleiſchesluſt/ und einem hoffaͤrtigen Leben 1. Joh. 2. v. 16. Da iſt unſer ſuͤndliches Fleiſch und Blut/ welches zu dieſer Bereiꝛung wenig Luſt hat/ weiln jhm die ſuͤndli⸗ che Wege lieb und angenem ſeyn/ und jhm deßwegen immer geluͤſtet wi⸗ der den Geiſt. Gal. 5. v. 17. Aber/ O Chriſtliche Hertzen/ wir muͤſſen at Heldenmuth hindurch brechen/ und unſere Wege erforſchen und endern. b 5 2. Viarum Dei inquiſitione: Durch Erforſchung der Wege Gottes: Davidfraget: Wie wird ein Juͤngung ſeinen Weg unſtraͤff⸗ lich gehen? Und antwortet alsbald darauff: Wann er ſich haͤlt³nach deinem Worte. Pſal. 119. v. 9. Durch dieſes ſein Wort leitet er die Blinden auff dem Wege den ſie nicht wiſſen. Eſa. 42. v. 16. Dieſe We⸗ 1““ —— n leidigen — der gott⸗ nicht der 2. Son⸗ olches ge oder auff Matth. aber die aß ob ſie dann der⸗ id ſiracks auff ſol⸗ We 94 er Stuͤ⸗ de Gott⸗ ſten wer⸗ gottloſe nd einem iſch und e ſuͤndli⸗ uͤſtet wi⸗ rmuͤſſen hen und atet den ſie recht/ſo befindeſtu daß ſie fuͤr Gott eunſabhe Geſtanck iſt/ wn⸗ Buſſebereitenſollen.„„ ge deß HErꝛenſind richtig/ und die Gerechten wandeln darinnen/ aber die Vbelthaͤter fallen drinnen. Hoſ. 14. v. 10. Laſſet uns/ O Chriſtliche Hertzen/ dieſen Wes Gottes auß ſeinem Worte fleiſſig in acht nehmen: Wo iſt jemand der irre gehet/ der nicht gerne wieder zu recht kaͤmee Jerem. 8. v. 4. „ II. Præparationis modum: Wie wir dem HErrn den Weg herelten ſollen? Nemlich/ daß wir uns taͤglich fuͤr Augen und Hertzen 1. Peccatorum copiam: Die Vielheit unſer Suͤnde; Wir vermeinen zwar offt/ auß groſſer Sicherheit deß Hertzens/ wir ſtehen bey Sott ſehr wol/ und haben uns fuͤr ſeinem Zorn und Vngnade nicht zu fuͤrchten: Aber ſolches iſt eine Einbildung deß Satans/ uns dadurch mehr und mehr in die leidige Sicherheit zu ſtuͤrten Denn wann wir uns fuͤr Moſis Spiegel /das iſt/ ſein Geſetze/ ſtellen/ und fuͤr demſelben unſere Gedancken/ Geberde/ Worte und Wercke erforſchen und be⸗ ſchauen/ ſo befinden wir es viel anders/ und heiſſet; Sageich/ daß ich ge⸗ recht bin/ ſo verdammet er mich doch. Bin ich from/ ſo machet er mich doch zu Unrecht. Hiob. 9. v. 20. Denn wer wileinen reinen finden bey de⸗ nen/ da keiner rein iſt. Hiob 14. v. 4. Da iſt unter ſeinen Heiligen keine⸗ ohn Tadel. Hiob. 1. v. 15. Und befinden wir daß unſere Suͤnde unsuͤber unſer Haupt gehen/ und wie eine ſchwere Laſt uns zu ſchwer ſeyn. Pſal. 38. v. ſ. Sie ergreiffen uns/ daß wir nicht ſehen koͤnnen/ jhrer ſind mehr denn Haar auff unſerem Haupt. Pſalm. 40. v.; Jamehr denn San⸗ des am Meer. Orat. Manaſſ. v. 8. Ach wie wird dieſes bey dem groͤſſeſten Theilder Menſchen vergeſſen Keiner iſt unter jhnen dem ſeine Boß⸗ heit leid waͤre/ und ſpreche/ was mache ich doch? Sondern lauffen alle jhren Lauff/ wie ein grimmiger Hengſt im Streit. Jerem 8. v. 6. O Menſch ſtehe ſtill von deinem elenden Lauff/ und bedencke dein boͤſes ] Weſen! Duvermeineſt zwar/ du geheſt auff einem feinen Pflaſter/ aber ſein Ende iſt der Abgrund der Hoͤllen. Syr. 21. v. 11. Ach bedencke doch den greulichen Zuſtand der Suͤnde: Gleich wie ein Aaß einen heßlichen Geſtanck von ſich giebt/ wenn es ſchon noch ungeoͤffnet da liegt/ wans aber geoͤffnet wird/ ſo iſt der Geſtanck ſo groß/ daß Niemand dabey blei⸗ ben kan: Eine gleiche Beſchaffenheit hat es mit der Suͤnde/ erkenneſtu ſtu ſie 70 Wie wir uns zuwahrer ſiu ſie aber recht anatomiren oder zergliedern/ und jhr inwendiges am Liechte goͤttliches Worts beſehen/ ſo wirſtu jhren Greuel erſtlich recht empfinden/ und einen ſolchen Eckelund Verdruß jhrent wegen bekom⸗ men/ daß du dich von Grund deines Hertzens fuͤr Gott ſchaͤmen wir ſt⸗ Verſuche dieſes/ O Chriſtliches Hertze/ mit einer eintzigen vorſetzlichen Suͤnde/ ſo du begangen/ bedencke deren lrſach/ Antrieb/ Ort und Wei⸗ ſe/ Endurſach und Wirckung/ du wirſt dieſes alles in der That befin⸗ den: So nun ſolches ein eintzige Suͤnde kann zu wege bringen/ was ſol⸗ len dann nicht viele thun Der halben/ O Menſch/ bedencke dich wol/ und bitte mit David: Wer kann mercken wie offt er fehlet/ verzeihe mir/ O HErꝛldie verborgene Fehle. Pſalm. 19, v. 13. Dann Gott ſtellet unſer Miſſethat fuͤr ſich/ und auch unſer unerkan te Suͤnde/ ins Liecht fuͤr ſein Angeſicht. Pſalm. 90. v.9. b b 2. Deiitam: Den Zorn Gottes wegen unſer Suͤnde: O wie wenig/ wie wenig gedencke orn Gottes wegen unſer Suͤnde! Da doch Gott keinen echt haben. Exod. 23 v. 7. Weilen er nicht ein Gotti ſen gefaͤllet. Pſalm. 5. v. 5. Son⸗ dern er wil ſie Pſalm. 21. v. 3. Das iſt/ ſie ſollen immer ſeinen nd Ungluͤck tragen. Danner lie⸗ bet Gerechtig Weſen. Pſalm. 45. v. 8. Fuͤr jhm her gehet ein v nd nach jhm eine bren⸗ nd/ und wil ſie ſtraffen. le Hand deß lebendigen O Chriſtlich er ſdichnch oegen bekom⸗ aͤmen wiſt vorſetzlichen ort und Wa⸗ Thatbefin⸗ gen/ wasſo⸗ icke dich wol verzeihemir, tt ſtelletunſa iecht fuͤrſen wnde: Owie nſer Suͤnde! v. 7. Weilen v. 5. Son⸗ ziſt/ ſie ſollen Dann er lie⸗ 5.8. Fuͤr jhm in eine bren⸗ lſie ſtraffen. eß lebendigen de Hertzenſin Dingenmit der muß ſein llenwir durch nuͤſſen wirſo zorn und Un⸗ : Wann wir jeſelbe empfin⸗ nde/ wann ſie ſottes verletzell Dak oͤnnen ſwir Buuſſe bereiten ſollen. 51 wir mit unſer eigenen Gerechtigkeitnichts außrichten/ danndieſelbe iſt fuͤ Gott wie ein unflaͤtig Kleid. Eſa. 64. v. 6. Weilen uns das Boͤſe immer anhaͤnget wann wir wollen Gutes thun. Rom. 7. v. 21. Die Suͤnde uns anklebet/ und uns im guten traͤge machet. Heb. 12. v.. Wann ei⸗ ner aueh ſeinen Leib alſo geiſſelte/ daß Stroͤme Blutes davon flieſſen theten/ ſich mit faſten zum Tode marterte/ eine Kappen mit ſpitzigen Pfriemen durch und durch gewir cket/ auff bloſſem Leibe truͤge/ ine Wal⸗ fahrt biß an das Ende der Welt verrichtete/ ſo kan er damit fuͤr Gott nicht fuͤr eine eintzige Suͤnde bezahlen und gnug thun: 3 Es iſt mit unſerm Thun verlohren/ DBerdienen nichts als eitel Joornmn. Dieſe unſere geiſtliche Armuth muͤſſen wir erkennen/ wollen wir der Gnade Gottes den Weg bereiten: Dann da heiſſet es: Selig ſind/ die da geiſtlich arm ſind/ dann das Himmelreich iſt ihr. Matth. 5. v. 3. 4 Dei miſericordiam: GOttes Barmnhertzigkeit: Weiln bey uns nichts zu finden/ das die Suͤnde außtilgen/ und uns mit Gott verſuͤhnen koͤndte/ So muſſen wir zu der unendlichen Barmhertzigkeit Gottes unſere Zuflucht nemen: Nicht daß wir auff dieſelbe ſuͤndigen wolten/ wie viele thun und gedencken: Gott iſt ſehr Barmhertzig/ er wird mich nicht ſtraffen/ ich ſuͤndige wie vielich will. Syr.. v. 6. O deß keuff⸗ liſchen Eingebens Soll die Barmhertzigkeit Gottes eine Kuplerin der Suͤnden ſeyn? O der verfluchten Gedancken Bey Gott iſt viel Vergebung; Warumb aber? nicht/ daß man immerfort ſuͤndige/ ſondern daß man Gott fuͤrchte. Pſal. 130. v. 4. Gott kan ſo bald zornig werden/ als gnaͤdig er iſt/ und ſein Zorn uͤber die Gottloſen hat kein Auff⸗ hoͤren. Syr. 5. v. 7. Wann wir uns fuͤr Moſis Spiegel beſchawet/ die Vielheit und Heßligkeit unſer Suͤnden/ den Zorn Gottes/ und un ſer Armuth empfunden/ ſo muͤſſen wir von der Gerechtigkeit Gottes zu ſei⸗ ner Barmhertzigkeit appellirn/ und mit Moſe ſagen HErr/ HErr Gott/ barmhertzig und gnaͤdig/ gedultig und von groſſer Gnad und Trewe/ der du beweiſeſt Gnade in tauſend Glied/ und vergiebeſt Miſſe⸗ that/ Ubertretung und Suͤnde. Exod. 34. v. 6. leq. Ach mein GOtt und himliſcher Vatter/ ſey mir gnaͤdig nach deiner Guͤte/ und vertilge alle meine Suͤnde nach deiner groſſen Barmhertzigkeit. Pſalm. 1. v. 3. So wil er nicht mit uns handeln nach nnſemn Suͤnden und 1. nc 52 Von den Theilen vergelten nach unſer Miſſethat ſondern ſo hoch alß der Himmeluͤber der Erden iſt/ laͤſſet er ſeine G nade uͤber uns walten/ und ſo fern der Morgen vom Abend iſt/ laͤſſet er unſere Vbertrettung von uns ſeyn. Pſ. 103.v. 10. ſeq. Wo dann die Suͤnde maͤchtig worden/ das iſt ſeine Gnade viel maͤchtiger. Rom. 5. v. 20. b cheſ Chriſti meritoriam gratiam: Chriſti verdienſtliche Gnad: Dann weilen die geſtrenge Gerechtigkeit Gottes/ durch unſer Suͤnde verletzet ſo erfodert dieſelbe ein Gnugthun fur die Suͤnde: Da wider⸗ faͤhret uns die Gnade Gottes reichlich/ durch Jeſum Chriſtum den ein⸗ tzigen Menſchen der in Gnaden war. Rom. v. 15. Derſelbe ruffet; Kompt her zu mir alle die jhr muͤhſelig und beladen ſeid/ ich will euch er⸗ quicken. Matth. 11. v. 28. Wie Chriſtus den blinden Bartimeum zu ſich ruffen ließ/ ſagten ſeine Gefehrten; Sey getroſt/ er ruffet dir. Marc. 10. v. 49. Solten wir dann nicht getroſt und freudig ſeyn/ wann er alſo gnaͤdig und freywillig uns ruffet; Ja er wil uns auff ſeine Schulter nehmen/ und zu ſeiner Heerde tragen. Luc. 15. v. 5. Dann er iſt ein Hei⸗ land bereitet fuͤr alle Voͤlcker. Luc. 2. v. 30. Denſelben muͤſſen wir bey dieſer Bereitung mit feſtem Glauben ergreiffen/ ſo iſt uns nicht allein die Gnade und Barmhertzigkeit Gottes zur Vergebung unſer Suͤnden be⸗ reitet/ und ſollen unſere wann ſie ſchon Blutroth ſeyn/ nicht allein Schnceweiß werden. Eſa. 1. v. 18. Sondern der Sohn Gottes wil uns auch die Stete in ſeines Vatters Hauſſe ewiglich bereiten. Joh. 14. v. 2. Dazu uns verhelffe Gott Valter Sohn und Heiliger Geiſt/ der ei⸗ nige undewige Gott hochgelobt in Ewigkeit. Amen/ Amen b —— — ſern Fleiß: Daß wir in elender Zuſtand un⸗ nſers Hentzen iſt leider meluͤberder 44. Rorgen A. 0. 3 2 10. p b Guade diel iche Gna d. nſer Suͤnde Dawie⸗ tum den ein⸗ ſelbe ruffa; will eucher⸗ rtimeum a tdir. Mart. vann eralſo e Schutet riſt ein Hei⸗ ſen wir bey Ht allein die Suͤnden be⸗ nicht allein tes wil uns Joh. 14 v. eiſt/ der ei⸗ ; 4 1 K. gelium. e. Jer. z1 9 Straſſe. Al 3: Daßwir Zuſtand un⸗ tean iſt kidr — .——* wahrer Buſſe boͤſe immerdar. Gen. 6. v. 5. Und viele wenden ihr Hertze von dem HErr en jhrem G ott. Deut. 29. v. 18. Dazu hilffet die Welt meiſter lich: Dan gleich wie Salomon ſeine Weiber ſein Hertz neigten. · Reg. n.v. 4. Alſo neiget die Teuffels Hure/ die gottloſe Weit/ ſo viel an ihr iſt/ auch widergeborner Chriſtẽ hre Hertzen zum Boͤſen. Aber da muͤſſen wir unſe⸗ te Hertzen richten: Von ſolchem allen muͤſſen wir unſere Hertzen durch Gottes Gnade abwenden/ und ſuchen den Herrn unſern Goit von gan⸗ tzem Hertzen und von gantzer Seele. Deut. 4. v. 29. dienen dem ſelben mit Freude und Luſt unſeres Hertzen. Deut. 8. v. 47. und laſſen durch den⸗ elben unſer Hertze ruͤhren.1. Sa m. 10. v. 2 6 Das iſt/ dur ch ſein Wor f 3 unnd Gefehl unſer Hertze zu allem Guten laſſen leiten und fuͤhren: Gleich wie Gott den Juͤden gab einerley Hertzen zu thun nach des Hiskia und der Oberſten Gebot. 2. Chron. 30. v. 12. alſo muͤſſen wir bitten: Gott wolle unſer Hertze nicht neigen(durch den Satan/ Welt und Fleiſch niccht verfuͤhren laſſen) auff etwas Boͤſes/ ein gottioß Weſen zufuͤhren mit den llbelthaͤtern. Pſ. 141. v. ä. 2 2. Studi effectum: Die Wirckung dieſes Fleiſſes: daß wir mo⸗ gen gehen auff gebahneter oder richtiger Straſſe: Dann gleich wie der rechte und richtige Weg immer gebahnet: Alſo iſt auch der Weg der Gebote und Willen Gottes ein richtiger und gebahnter Weg: Wir muͤſſe dem Eiteln(das auff der Welt Straſſen gefunden wird) nicht nach wei⸗ chen/ dann es nutzet nicht/ und kan mcht erretten/ weiln es ein eitel Ding iſt. L. Sam. 12. v. 21. Solcher Weg gefaͤllet manchem wol/ aber er bringet Ihn endlich zum Tode. prov. 14. v. 12. Aber welche auff der gebahnten Die Gottloſen aber gehen auff ungebahnten Straſſen. Jer. 18. v. 11. A⸗ ber gleich wie die Iſraeliten/ da die Edomiter ſie durch jhr Land nicht zie⸗ hen laſſen wolten/ ſagten: Wir wollen auff der gebahnten S traſſen zie⸗ hen Num. 20. v. 19. Alſo auch wir/ wann Ketzer und Schwaͤtztr uns einen falſchen Buſſ⸗Weg zeigen wollen/ ſollen wir jhnen nicht folgen/ Straſten und Wegen Gottes wandeln die thun kein Ubels. Pſ. 119. v. z. ſondern auff der gebahneten Straſſe deß Wortes Gottes bleiben und mit David beten: HErr weiſe mir deinen Weg/ nnd leite mich auff richtiger Bahn. Pſ. 27 v. u. Wollen derowegen auff die gebahnte Straſſe goͤttliches Worts tretten/ und auß verleſenen Worten beſehen: — pAR TIIIM POEMTENTIE VERR CONSIDERATIONEM. Die Betrachtung der weſentlichen Theile wahrer Dußhe 14 Von den Theilen Oer Allergnaͤdigſte Gott gebe ſeine Gnade und Gabe daß es unſer See⸗ len Seligkeit erſprießlich geſchehen moͤge/ umb unſers hochverdien⸗ een Erloͤſers Jeſu Chriſti willen/ Amen. St Erklaͤrugmg. Es beſtehet/ OChriſtliche Hertzen/ wahre Buſſ und Bekehrung darin/ daß der Menſch ſeine Sunde auß dem Geſetz erkenne hertz⸗ liche Reu und Leid daruͤber trage/ Gott umb Vergebung derſelben inni⸗ glich anruffe/ und die Gnade Gottes/ in demtheuern Verdienſt Chriſtt Tarandet mit wahrem Glauben ergreiffe. Derowegen erfodert wahre Buſſe: b 1. Contritionem: Wahre Reu und Leid uͤber die Suͤnde; Dieſes zeiget der Sohn Gottes in verleſenen Worten an/ wann er heic Thur Buſſe: Es wird aber zu dieſem erſten Theil der Buſſe erfodert: b 1. Peccatiagnitio: Erkantnuß und Bekantnuß unſer Suͤn⸗ den: O wieiſt der alte Adam ſo ſchwerlich zu dieſem zu bringen! Wit thun wir unſere Paradieß Eltern/ und ſuchen Feigenblaͤtter wo ſie nur zu⸗ finden/ damit wir unſere Suͤnde wollen bedecken. Gen. 3. v. 7. Wir machenes mit unſern Suͤnden/ wie der ungerechte Haußhalter mit ſei⸗ nes Herrn Rechnung; Fuͤr hundert Pfund/ ſetzen wir nur fuͤnfftzig/ oder wol gar zehen oder zwantzig: Auß Suͤnden Centnern/ machen wir Pfunde/ auß Pfunden Quentin/ auß Quentinen nichts: Da muß offt eine mortal und Todſuͤnd/ eine venial und laͤßliche ſeyn: David practicirte es auch einmahl/ wie er ſelber bezeuget: Daß er ſeine Suͤnde habe wollen verſchweigen/ aber ſeine Gebeine ſeyn jhm verſchmachtet fuͤr ſeinem taͤglichen Heulen/ wein die Zornhand Gottes Tag und Nacht ſchwer auff jhm geweſen. Pſ. 32. v. 3. fed. Derhalben muß fuͤr allen Dingen Erkantnuß unſer Suͤnden bey uns ſeyn: Ich bin barmher⸗ tiig/ ſagt der HErr/ und wil nicht ewiglich zoͤrnen/ allein erkenne deine Miſſethat/ daß du wider den Herren deinen Gott geſuͤndiget haſt. Jer. 3. v. 12. ſed. Darumb ſagt Dasid: Ich erkenne meine Miſſechat/ und meine Suͤnde iſt immer fuͤr mir. Pſ. 71. v. 5. Dann gleich wie ein Artzt eine Wunden nicht kan hellen/ ſie muß jhm zuvor offenbahret werden: Alſokoͤnnen auch unſere Suͤnden Wunden nicht geheilet werden/ wir er⸗ kennen und bekennen ſie. b unſer See⸗ vochvanien⸗ Bekehrung kenne hert⸗ rſelben un, kenſt Chriſt odert wahn ie Suͤndes n/ wann er der Buſſe ſer Sun⸗ gen! Wit ſie nur zu⸗ 7. Wit r mit ſei⸗ fuͤnfftzig/ machen Da muß : David ne Suͤnde nachtet fuͤr und Nacht iß fuͤr allen barmher⸗ kenne deine haſt. Jer. ſechat/ und vit ein Artzt ret werden: den/ wir er⸗ 2 Pec- wahrer Buſſe. 5ſ 2. Peccati deplorario: Daß wir mit hertzlicher Reu unſe⸗ re Sunde beweinen: Wann wir unſere Suͤnde erkand/ muͤſſen wir deroſelben Greuel und Abſcheuligkeit fuͤr Gott betrachten/ und wir auch von Hertzen⸗Grund ein Abſcheu fuͤr dieſelbe tragen/ uñ Schamroth fuͤr Gott werden: Die Unbußfertigen freuen ſich boͤſes zu thun/ und ſind froͤlich in jhrem boͤſen verkehrten Weſen. prov. 2. v. 14. Sie ruͤhmen ſich offt jhrer Suͤnde/ wie die zu Sodom und verbergen ſie nicht. Eſa. 3. v. 2. Dafuͤrwolle uns ja Gott gnaͤdiglich behuͤten: Sondern wir muͤſ⸗ ſen uns ſchaͤmen/ und fuͤr Schanden unſern Mund nicht auffthun. E⸗ zech. 16. v. ult. Muͤſſen uns ſchaͤmen und Schamroth werden uͤber unſerm Weſen. Ezech. 36. v. 32. Sagen mit Daniel: HErr du biſt gerecht/ wir aber muͤſſen uns ſchaͤmen. Dan. 9. v. 7. Und dieſe Rew und Leidweſen/ muͤſſen wir mit Thraͤnen bezeugen: Wann wir auff unſerm Lager/ unſer viele und ſchwere Suͤnde betrachten/ muͤſſen wir es mit Thraͤnen netzen. Pſ. 6. v. 7 Wans muͤglich ſein kaͤndte/ ſollen un· ſere Thraͤnen unſer Speiſe Tag und Nacht ſeyn. Pſalm. 42. v. 4. ſe⸗ hen an das Exempel Petri: Welcher ſeine Suͤnde butterlich beweinet. Matth. 26. v. ult. Der bußfertigen Suͤnderin; So Chriſto ſeine Fuͤſſe netzete mit jhren Thraͤnen/ und ſie mit den Haaren jhres Hauptes trucknete. Lue. 7 v. z8. Lacrymæ pœnitentium, vinum angelorum ſagt Bernhardus: Das iſt: Bußfertiger Hertzen Thraͤnen/ ſind ein Wein der heiligen Engel. Wie Antipater dem Alexandro Magno vie⸗ le verleumbderiſche Sachen von ſeiner Mutter Olympia geſchrieben/ ſagte Alexander: Antipater weiß nicht das eine Thraͤne meiner Mut⸗ Serm. 30. ſuper. Cã- tic Plutarch. in Ale- ter/ viele verleumbderiſche Brieffe kan außleſchen. Das moͤgen wir xandro. von recht vnd warhafftig bußfertigen Thraͤnen wol ſagen/ daß ſie viele Suͤndebey Gott außleſchen: Dann da bricht Gott ſein Hertze inſhm/ b daß er ſich unſer erbarmen muß. Jer. 31. v. o. 3. Peccati deprecatio: Abbitte der Suͤnden: Da muͤſſe wir dem Allerhoͤchſten Gott mit demuͤtigem und w ehmuͤtigem Hertzen zu Fuſſe fallen/ und mit David bitten: Ach Herr gedencke nicht der Suͤnde meiner Jugend/ und meiner Ubertrettung/ gedencke aber mein nach deiner Barmhertzigkeit/ umb deiner Guͤte willen. Pſalm. 5. v. 2. Gott ſey mir gnaͤdig nach deiner Guͤte/ und vertilge meine Suͤnde nach deiner groſſen Barmhertzigkeit. Pſ. z1. v. 3. Herr gehe niehe 95 b b b eri 56 DVon den Theilen Gericht mit deinem Knecht(¶ Magd) denn fuͤr dir iſt kein lebendiger ge⸗ recht. Pſalm. 143. v. 2. mit Manaſſe: Ich beuge die Knie meines Her⸗ tzen/ und bitte dich HErr umb Gnade/ Ach HErr ich habe geſuͤndiget Ja ich habe geſuͤndiget und erkenne meine Miſſethat; Ich bitte und fle⸗ he vergib mir/ O HErr vergib mirs/ Laß mich nicht in meinen Suͤnden ver derben/ und laß die Straffe nicht ewiglich auff mir bleiben. Orar. Manaſſ. v. n. 1e q. Mit dem verlohrnen Sohn: Vater ich habe geſuͤn⸗ diget in den Himmel und fuͤr dir/ ich bin fort nicht mehr werth/ daß ich dein Sohn heiſſe. Luc. 18. v. 21. Zu Rom iſt der Gebrauch geweſen/ daß nicht allein der ſenige ſo ſein Leben verwircket/ ſondern auch ſeine Freunde und Verwanten am Gerichts Tage fuͤr dem Richter erſchienẽ/ und mit alten und zerriſſenen Kleidern/ mit niederhangen dem Bart und Haaren/ weinend die verdiente Straffe abgebetẽ/ damit ſie durch ſolche Vol. 1r. Demuth uñ Wehmuth die Richter zur Barmhertzigkeit bewegen moͤg⸗ Theatr. ten/ wie beym Zwingero zu lefen: Wie viel mehr ſollen wir/ die wir mit hum. Vit. unſern Suͤnden/ nicht allein den zeitlichen/ ſondern auch ewigen Tod Pas. er verdienet/ Gott mit demuͤtigem und wehmuͤtigem Hertzen abbitten. lIlI. Veram fidem: Wahren Glauben: Zu dem ſelben fuͤhret uns das Evangelium/ wie Chriſtus ſagt: Glaͤubet an das Evangeli⸗ um: Das iſt/ ergreiffet die Gnade Gottes meines himmliſchen Vaters⸗ unnd mein theures Verdienſt/ ſo euch im Evangelio/ oder der Gnaden Prredigt Gottes wird vorgehalten: Dieſer Glaube ergreiffet/ wie vermeldet: 8 1. Gratiam Dei; Die Gnade Gottes: Wie Gott uͤber der Iſrae⸗ lit? Suͤnde ſehr erzuͤrnet war da rieff Moſes/ HErꝛ/ HErꝛ Gott/ barm⸗ hertzig und gnaͤdig/ gedultig und von groſſer Gnade und Treue. Exod. 34. v. 6. Dann ſo hoch der Himmel uͤber der Erden iſt/ laͤſſet Gott ſeine Gnade walten uͤber die ſo ihn fuͤrchten/ ſo fern der Morgen iſt vom Abend/ laͤſſet er unſer Vbertretung von uns ſeyn. Plalm. 103. V. II. ſfeq. Es ſollen wol Bergeweichen/ und Huͤgelhinfallen/ aber Gottes Gnade ſoll von denen ſo jhn fuͤrchten nicht weichen. Eſa. 54. v. 10. Seine Barmhertzig⸗ keit iſt zu bruͤnſtig/ daß er nicht thut nach ſeinem grunmigen Zorn/ noch ſich kehret uns gar zu verderben. Hoſ. 11. v. 8. feq. Denn er liebet alles das da iſt/ und haſſet nichts das er gemacht hat/ denn er hat freylich nichts be⸗ reitet/ da er Haß zu haͤtte. Sap. N.. v. 15. Seine Barmhertzigkeit iſi ſo groß gal öſ— —ꝑ— lebendie meines Her, mauch ſeine ker erſchien m Bartund durch ſolche wegen moͤg⸗ die wir mit wigen Toh bbitten. Alben fußres Ebal gelt⸗ n Vaters/ der Gnaden eiffet wie der Iſrae⸗ eeue. Exod. et Gott ſeine vom Abend q. Es ſollen ade ſoll von armherkzig⸗ Zorn/ noch ebet alles das chnichts be⸗ at iſt ſo groß als wahrer Buſe.„ als er ſelber iſt. Syy. 2.. 23. Darauß erfolget daß wo die Suͤnd⸗ 3 3 ch⸗ eig iſt da iſdie Gnade Gottes noch viel maͤchtiger Rom..v 20. Zu dit⸗ ſer Barmhertzigkeit Gottes/ muͤſſen wir mit wahrem Glauben unſer Zu⸗ 8 Alucht nehmen: Aber fuͤr allem dahin ſehen/ daß wir die Gnade Gottes nicht auff Muthwillen ziehen. Epiſt. lud. v. 4. Das iſt/ derſelben zur fleiſchlichen Sicherheit nicht mißbrauchen. 22. Meritum Chrſti: Das Verdienſt Chriſti: Auß der Gna⸗ den Gottes/ als einem reichen Brunnquell alles Guten/ flieſſet auch Chriſtus mit ſeinem Verdienſie herfuͤr: Dann die Gnade Gottes wie⸗ derfaͤhrer uns reichlich/ durch Jeſum Chriſtum/ welcher der eiige Menſch in Gnaden iſt. Rom. 5. v. 16. Der iſt der gerechte Knecht/ ſo durch ſein Erkaͤntnuͤß Viel gerecht machet. Eſa./3. vli. Der ſelbe iſt der Iehovah, der HErr/ der unſer Gerechtigkeit iſt. Jerem. 23. v. 6§. Dann Godtt vergiebt uns die Suͤnde nicht abſolut oder bloß dahin/ ſondern das da zwiſchen kompt/ die Gnugthuung Chriſti/ da eran unſere ſtatt mit ſeinem unſchuldigen Leben/ denn den wircklichen/ und mit ſeinem un⸗ ſchuldigen Leiden und Sterben/ den leidenlichen Gehorſam dem Geſetze Gottes vollk ommẽ an unſer ſtatt geleiſtet/ und uns damit die Gerechtig⸗ keit die fuͤr Gottes Gerichte beſtehet/ erworben. Denn dadurch hat er uns die ewige Gerechtigkeit gebracht. Dan. 9. v.24. Iſt uns von Gott zur Gerechtigkeit gemacht. 1. Cor. 1. v. z0. Und ſind alſo in jhm geworden die Gerechtigkeit ſo fuͤr Gott gilt. 2. Cor.˖ů v. 21. O deß allmaͤchtigen Gnug⸗ thuns! O der groſſen Wolthat In Betrachtung d ieſes/ O Chriſtliche Herzen/ ſollen wir mit Paulo/ alles was wir dem Geſetzenach/ uͤr Ge⸗ winn rechnen/ umb Chriſti willen fuͤr Schaden achten Achten alles fuͤr Schaden/ gegen dem uͤber ſchwencklichen Erkaͤnmuß Jeſu Criſti un ſers HErren/ umb welches willen wir ſollen alles fuͤr Schaden rechnen/ und achten es fuͤr Dreck/ auff daß wir Chriſtum gewinnen/ und in ihm erſun⸗ den werden/ daß wir nicht haben unſer Gerechtigkeit die auß dem Geſetz/ ſondern die durch den Glauben an Chriſtum kompt/ nemlich die Ge⸗ rechtigkeit/ die vor Gott dem Glaubẽ zu gerechnet wird Phil.3. v. 7. ſeqq. Hic murus aheneus eſto. Das ſoll uns eineehrne Mauer ſeyn/ wieder unſere Suͤnde und alles was dieſelbe verdienet. Irren ero eenin Beſchkribung wahrer Buſſe: 1. Pontificiũ: Die Baͤpſiler: Indem diſuh nicht allein den wah⸗ ren 1s Dom Beweißthum der Theil ren Glauben fuͤr einen Theil der Buſſe/ und niemand ohne den Glauben Gott gefallen mag. Heb. 11. v. 6 Sondern auch lehren/ daß die Reue alſo koͤnne befchaffẽſeyn/ daß die Gnade Gottes dadurch erlanget werde da ſie doch aus dem Geſetze kompt/ welches nicht Gnadebringet ſondern eitel orn anrichtet. Rom.z v. 20. Und auch dieſelbe/ leider/ nicht vollkommen ey uns gefunden wird: Darnach auch daß das Erkandnuͤß und Be⸗ kantnuß der Suͤnden muͤſſe vollkommen ſeyn/ da wir doch nicht mer⸗ cken wie offt wir fehlen/ und derowegen Gott bitten muͤſſen/ daß er uns verzeihe unſer verborgene Fehle. Pſal. 19. v. 13. Wie dann auch drittens/ daß ein Buͤſſender fuͤr etzliche Sunde ſelber koͤnne und muͤſſe gnug thun/ da doch Gottes Wortvon keinem andern Gnugthun weis/als welches durch Chriſtum unſern Heyland vollkoͤmlich geleiſtet. Der hat ſich ſelbſt fuͤr alle zur Erloͤſung geben. 1. Timoih 2. v. 6. 2. Calviniani: Die Calviniſten; So durch geiſtliche Toͤtdung und Lebendigmachung die Buß beſchreiben/ und durch die Toͤdtung deß Fleiſches/ nicht Reu und Leid uͤber die Sunde auß Empfindung deß Zorns Gottes/ ſondern das Abſtehen von Sunden; Und durch die Leben⸗ digmachung nicht den Friede und Troſi deß Gewiſſens/ ſo auß wahrem Glauben herruͤhret/ ſondern den Fleiß eines neuen Lebens und Wandels verſtehen/ wie beym Calvino davon zu leſen: Dann die geiſtliche Toͤd⸗ tung deß Fleiſches/ und Lebendigmachung deß Geiſtes/ gehoͤren zu den Früchten/ und nicht zu dem Weſen/ der wahren Buſſe: Wie mit Gott) im andern Theil dieſer Predigten wird zu finden ſeyn. Der barmhertzi⸗ ge Gott verleihe uns ſeine Gnade/ daß wir unſer Sunden recht und wol erkennen/ bekennen/ wahre Reu und Leid daruber tragen/ an Chriſtum feſt und beſtendig glaͤuben/ und ſolchem Glauben mit geiſilicher Toͤdtung unſers Fleiſches/ und lebendigem Geiſt moͤgen beweiſen/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Diezehende Predigt. DE PARTIUM VERE POENITENTI DE- MONSTRATIONE. DVom Beweißthum der Theil wahrer Buſſe. Actor. 6 den Glau die Reus b et werde daſie ſondemeitt evollkommen nuͤß und Be⸗ zdch nichtmer⸗ n/ daßer uns uch drittens/ ſe gnug thun, 8als welchts hat ſich ſelbß he Toͤtdung Toͤdtungde findung doß ich die eben⸗ uß wahrem d Wandels liche Toͤd⸗ doͤrenzu den mit Gott) barmhertzi⸗ cht und wol hriſtum feſt er Toͤdtung umb Ieſu ——— wahrer Buſſe. P Actor. 3. V. 19. So thut nun Buſſe und bekehret euch/ daß eure Suͤnde vertilget werden. S ſpricht Paulus.z2. Cor.7.v. 10. alſo: Die goͤttli⸗ che Traurigkeit wuͤrcket zur Seligkeit eine Reu/ diennemand gereutt/ die Traurigkeit aber der Welt wircket den Tod. Alhier hahen wir; 3 b I. Triſtiriam divinam; Eine goͤttliche Traurigkeit: Bey wet⸗ cherwir muͤſſen inonderheit in acht nehmen. 1. Appellationem: Ihren Natnen: Sie wird aber alſo genant/ daß ſie nicht kompt von uns ſelber/ ſondern Gott der heilige Geiſt wir⸗ cket ſiebey uns durch die Predigt deß Geſetzes/ bey welcher Anhoͤrung oder Leſung/ wir in uns ſelber gehen/ die Suͤnde und dero wolverdiente Straffen befinden/ und daruͤber traurig werden: Alſo ſind die Juden be⸗ truͤbet worden/ wie auß Verleſung deß Geſetzes ſie jhrer Suͤnde errin⸗ nert. Nehem. 8. v. 8. Ind. Nehem 9.v. 1. 1eqq. 2. Operationem: Die Wirckung: Sie wircket zur Selig⸗ keit eine Reu die niemand gereuet: Nicht daß ſie eigentlich die Selig⸗ keit wirckt oder wir ſie dadurch erlangen/ wie die Baͤpſtler wollen/ ſon⸗ dern daß ſie ein Weg zur Seligkeit iſt/ daher ſie genant wird eine Buſſe zum Leben. Actor. u. v. 18. Weilen ſich bey dieſer Traurigkeit im Hertzen ein goͤttlicher Troſt/ von der Gnade Gottes in Chriſto Jeſu finden laͤſ⸗ ſet. Dann Gott wohnet bey denen/ die zuſchlagenes und demuͤtiges Gei⸗ ſtes ſind/ daß er erquicke den Geiſt der gedemuͤtigten/ und das Hertz der zuſchlagenen. Eſa. 5 7. v. 7. Operatur vitam, pœnitet enim& ipirat Dei miſericordiam, ſagt Ambroſius: Das iſt Sie wircket das Leben: Super. Dann einem ſolchen iſts leid/ und hoffet auff Gottes Barmhertzigkeit Se⸗ Und deßwegen kann dieſe Reue niemand gereuen. II. Triſtiriam mundanam: Eine weltliche Traurigkeit: Da uns zubetrachten: 1. Appellatio: Der Name: Sie wird alſo genant/ theils wegen fhres principii oder Herkunfft/ dieweilen ſie entweder von Verluſt welt⸗ licher Dinge herruͤhret/ da ſolche nicht auff jhre Suͤnde/ damit ſie den H ij Verluſt 60 Vom Beweißthum der Theil Ver luſt verurſachet/ ſondern nur auf den Verluſt ſehen/ herruͤhret; Oder aber auß Ungedult wegen goͤttlicher Straffe/ und daß ſonderlich kein goͤttlicher Troſt/ von gnaͤdiger Vergebung der Suͤndeno/ dabey vorhan⸗ den iſt/ wie an Cain/ Saul und Juda zu erſehen: Theils auch wegen deß ſubjecti, weilen ſie bey Weltkindern wird gefunden. 2. Operatio: Die Wirckung; Sie wircket den Tod; Nem⸗ lich den leiblichen/ geiſtlichen und ewigen Tod/ weilen ſolche offt in Suͤn⸗ den Angſt dahin ſterben/ keinen geiſtlichen Troſt und Leben bey ſich em⸗ yfinden/ und darauff dem ewigen Tode in ſeinen Rachen gerathen. Auß welchem dann Sonnenklar erſcheinet/ daß die wahre Buße erfordere ei⸗ ne goͤttliche Traurigkeit/ daß wir wegen unſer Suͤnden hertzliche Reu und Leid tragen/ aber darneben den Troſi der Gnaden Gottes in Chriſto Jeſu/ mit feſtem Glauben ergreiffen; Dieſes iſt auch zu erſehen auß ver⸗ leſenen Worten/ bey welchen wir fuͤr dißmahl wollen beſehen: PARTIUM VERT POENTENITI DEMONSTRATIONEM. Den Beweißthumb der Theile wahrer Buſſe. Der grundguͤtige Gott verleihe uns ſeinen heiligen Geiſt/ daß es zu wahrer und beſtaͤndiger Buſſe uns moͤge befoͤrderlich ſeyn/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. b Daß wahre Reu und Leid üͤber die Suͤnde/ und der wahre Glau⸗ bean Chriſtum die eigentliche Theile wahrer Buſſe ſeyn/ iſt zuerſehen. 1. Ex textu præſente: Auß unſerm gegenwaͤrtigen Text. Da⸗ rinn haben wir: 1. Contritionem: Die Reu und Leid; Die wird angedentet durch das Woͤrtlein Buſſe; Dann/ wie droben in der vierdten Predigt angezeiget/ ſo bedeutet das Wort Buſſe in heiliger Schrifft unterwei⸗ len nur den erſten Theil der Buſſe/ wie Chriſtus es gebraucht/ wann er ſpricht: Thut Buſſe und glaͤubet an das Evangelium. Mare. 1.v. 15. Und Paulus: Er habe bezeuget die Buſſe zu Gott und den Glaubet. Actor. 20. v. 21. Und alſo wirds an dieſem Ort auch gebraucht. 2. Fidem: Den Glauben: Und bekehret euch: Dieſe Bekeh⸗ rung ſiehet eigentlich auff die Ergreiffung der Gnaden Gottes/ in dem bluttrieffenden theuren Verdienſt deß Sohns Gottes/ mit wahrem Glauben ergriffen: Da bekehret man ſich von der Finſternuͤß zum Liecht/ und von der Gewalt deß Satans zu Gott. Actor. 26, v. 18. Im Suͤnden erruͤhre O AreOder ſonderlich in dabey vorhn⸗ uch wegen 1 1 Tod; Nm. eoffti Suͤn⸗ 1 74 ſ4 37 44 enbe Kchim⸗ Lerathen. Auß Zeerfordere ei⸗ eor BI 9 N. 5 61 Bliche Reu K 1 Bm Ns K 1 1 r 0 5⸗ Kp 6 v 44„ 2 1 4 187 1 1 4 1 — 8 12 f d96 F4 u ſeyn/ umb een Glauben. ucht. b Dieſe Bekch ottes/ in dem mit wahrem * 3 ſternuͤß zum 26, v. 18. Z3 Suͤnden wahrer Buſſe. 6 Snden Leben iſ nur Finſternuß/ und ſind die jenige zu gleich unter der Gewalt deß Satans; Auß derſelben Finſterniß und Gewalt kan uns die Reu und Leid uͤber unſere Suͤnde nicht erretten/ ſonſten waͤren Cain/ Saul und Judas/ gerecht und ſelig geworden; Sondern der wahre Glaube/ ſo Gottes unendliche Gnade/ in dem unendlichen Verdienſz Ehriſti ergreiffet/ daß alſo die Bekchrung/ eigentlich zu reden/ zum Glauben gehoͤret. v“ Operarionem; Die Wirckung: Daß eure Sündevertilget — werden: Das iſt/ daß euch eure Suͤnde vergeben oder auß dem Schuld⸗ Buche Gottes auß geloͤſchet werden. Dann gleich wie eine Schuld/ ſo im Regiſter angeſchrieben/ wann die Bezahlung erfodert/ außgetilget 1 8 oder durchgeſtrichen wird Alſo ſtehen unſre Suͤnden/ im Rtgiſter Got⸗ tes/ und werden durch gnaͤdige Vergebung/ ſo in der Bezahlung Chriſti gegruͤndet/ vermittels der rothen Dinten deß theuren Blutes Jeſu Chri⸗ ſti außgetilget und durchgeſtrichen. Daher bittet dehemias/ Gott wolle ſeiner Feinde Miſſethat nicht zudecken/ und jhre Suͤnde nicht fuͤr ſich de nacl ro ſſen Barmhertzigkeit. Pſ. 71. v. 1 rtrettung/ um meinet willen/ und 34v. 25. Beſtehet derowegen wahte er die Suͤnde/ und wahrem Glau⸗ gung oder gnuͤdige Vergebung D Chriſtliche Hertzen/ wolin en und Schuld⸗Regiſter Got⸗ 25 6₰ 1 E— A 86 n gelehrter Schweitzer ward ge⸗ 4 1 * U 10 5 2 74 1 311 4. 4 en: Alſo leben le ““ & „ 4 1 4 4 4* 4 C fFAmW⸗ 9 0 7 9 8⸗ „ 46 4 4 ³ Duffe 4 1 4 A. 22 E. =XJjultitic& mifericd — F 4— eene 81 0 * A 8* wahrer Buſſe fallen fuͤrnen lich zwey Eigenſchafften Gottes fuͤr/ ſeine Gerechtigkeit und Barmhertzigkeit Die Gerechtigkeit Gottes ſehen — wir/ im Geſetze als in einem hellen und klaren Spiegel/ und zeuget uns vertilgen. Nehem. 4. vj. David aber bittet/ Gott wolle ulgen alle ſeine Ind der Sohn Zinckgr. . 4 apo hteg. 11s. der/ viele/ ſo in den Tag hienein p. I. p. 206. chulden machen: Aber gottſelige Hertzenar. II. EX uftitiæ& miſericordiæ Dei conſideratione: Auß Be⸗ trachtung der Gerechtigkeit und Barmhertzigkeit Gottes: In darnebe/ unereviele/ groſſe uñ ſchwere Suͤnde/ damit wir den Zorn ot⸗ tes/ den Fluch deß Geſetzes/ zeitliche und ewige Straffe verdienet: „ Duks 3 EM Senbei a wide ie au-ℳ 4AeIT2 2 —— *—————————— 5 e*———— 1— 84*— — 8 4 —————— 5 3 — IIIIhIhI&öööööööööööö — 4—— — 8 5 5 18 1 — Vom Beweißthum der Theil Diunſes erwecket bey recht bußfertigen Hertzen/ hertzliche Reu und Leid aͤber alle jhre Suͤnde: Denn nach ſeiner Gerechtigkeit wil Gott einem jeglichen bezahlen wie er verdienet. Pſal. 62. v. 13. Und heiſſet bey der Straffe: Der HErr iſt Gerecht/ denn ich bin ſeinem Munde ungehor⸗ ſam geweſt. Thren. x. v. 18. HErr/ du biſt gerecht/ wir aber muͤſſen uns ſchaͤmen. Dan 9. v. 7. Vnd dieſes erwecket/ hertzliche Reu und Leid uͤber die Suͤnde: Die Barmhertzigkeit aber ſehen wir im Evangelio/ und fuͤhret uns zu Gottes Gnade/ ſo im theuren bluttrieffenden Verdienſt Chriſti gegruͤndet; durch welches der Gerechtigkeit Gottes gnug ge⸗ ſchehen fuͤr alle Menſchen/ und erlangen alle die ſenige ſo mit glaͤubigem Hertzen ſich ſolches Gnaden⸗Schatzes theilhafftig machen: Da vertil⸗ get Gott unſer Suͤnde nach ſeiner groſſen Barmhertzigkeit. Pſal. ⸗r. v.3. Er wendet ſich zu uns nach ſeiner groſſen Barmhertzigkeit. Pf 69. v. 18. Da iſt der HErr barmhertzig und vergibt die Miſſethat Pſ. 78. v. 39. Dieſe beyde werden in wahrer Buſſe miteinander ver knuͤpffet ge⸗ funden: Die Gerechtigkeit Gottes fuͤhret auß dem Geſetze zu wahrer Reu und Leid; Die Barmhertzigkeit aber zum Evangelio/ und zeiget uns die Gnade Gottes in Chriſto Jeſu: Da iſt untraͤglich der Zorn/ welchen Gott den Suͤndern draͤuet: Aber die Barmhertzigkeit ſo er ver⸗ heiſſet/ iſt unmaͤſſig und unaußforſchlich. Orat. Manal. v. 5.ſeq. Die⸗ ſes/ O Chriſtliche Hertzen/ muͤſſen wir bey unſer Buſſe fleiſſig in acht nehmen/ damit die Betrachtung der Goͤttlichen Gerechtigkeit/ uns hertzliche Reu und Leiduͤber unſere Suͤnde/ und der Barmhertzigkeit/ einen wahren Glauben erwecken moͤge. III. Ex legis& Evangelii operatione; Auß der Wirckun des Geſetzes und Evangelii: Denn dieſelbe kommen inwahrer Buſ⸗ ſezuſammen: Da toͤdtet das Geſetze durch Traurigkeit/ das Evange⸗ lium machet lebendig/ das Geſetze fuͤhret in die Hoͤlle(derſelben Angſt) das Evangelium fuͤhret wieder herauß. 1. Sam. v. o. Da machet das Geſetz em Graͤmen/ daß einem das Hertze verſchmachtet; Das Evange⸗ lium ſiaͤrcket uns durch ſ in Wort. Pſ. 1 9. v.28. Die Anfechtung ds Geſetzes/ lehret auff das Wort des Evangelii mercken. Eſa. 8. v. 21 Da erquicket das Evangelium den Geiſt deren durchs Geſetz gedemuͤtigten/ und das Hertze der zuſchlagenen. Eſa. 57. v s. Da wiChriſiusdie muͤh ſelige und beladene erquicken. Math. 11. v. 28. Per legem peccati agnitio, Rauund(ab it Gott einen heiſſet bey unde ungeßo, er muͤſſen uns und Leddaͤbgr vangelio und den Vardienſ nit glaͤubign in: Da verti keit. Pſaln. gkeit. Pſ 6⸗ that Pſ.78. 8 erknuͤpffetge etze zu wahm oo/ und zeign c der Jorn/ keit ſo er ver⸗ z. ſeq. Die⸗ eiſſig in acht tigkeit/ uns mhertzigkeit Wirckung wahrer Buſ⸗ das Evange⸗ ſelben Angſt) da machet das Das Evange⸗ ffechtung des a. 28. v. 21. Da gedemuͤtigten riſtusdie muͤh⸗ egem peccat agnitio, wahrer Buſſe. 63 agnitio, per fidem autem abolitio, ſagt Ambroſius: Das iſt Durchs zuper Geſetz kompt der Suͤnden Erkaͤndnuͤß/ durch den Glauben aber derſel⸗ Kom. z. ben Vertilgung. b 1 b IV. Exemplorum pœnitenrium inductione; Auß den Exem⸗ peln bußfertiger Hertzen: Nachdem unſere Paradies⸗Eltern geſuͤndi⸗ get/ geriethen ſie in groſſes Schrecken wegen deß Zorns Gottes/ aber her⸗ nacher hoͤreten ſie die gnadreiche Evangeliſche Verheiſſung. Gen. zů. cap. Natyan predigte dem David erſt das Geſetze/ und fuͤhrete jhn dadurch zu hertzlichem Leid⸗Weſen/ darauff aber folgete die Berkuͤndigung der gnaͤdigen Vergebung ſeiner Suͤnde/ 2. Sam. 12. cap. Daher ſagt Jo⸗ hannes der Taͤuffer: Daß wir durch wahre Buſſe dem zukuͤnfftigen Zorn Gottes entrinnen. Matt.; v. 7. Dann wann wui durch den Glau⸗ ben gerecht werden/ haben wir Friede mit Gott durch Chriſtum Rom.5. v.. Dieſe und dergleichen Exempel beweiſen/ daß hertzliche Reu und Ledduͤber die Suͤnde/ und die glaͤubige Ergreiffung der Gnaden Got:·. tes in dem Verdienſt Chriſti/ die eigentliche Theile wahrer Buſſe ſeyn. V. Ex pœnitentiæ cum medicina comparatione; Auß der Vergleichung der Buß mit der Artzney: Wann wir uns recht anſe⸗ hen/ ſo heiſſet es: Das gantze Haupt iſt kranck/ das gantze Hertz iſt makt/ von der Fußſohlen biß auffs Haupt iſt nichts geſundes an uns. Eſa. 1. v. 5.ſeq. Gott ſtraffet die Hirten Iſrael/ daß ſie die Krancken in Suͤnden) nicht geheilet. Ezech. 34. v. 4. Von ſolchen Krancken ſagt Chriſtus/ daß ſie deß Artztes beduͤrffen. Matth. 9. v. 12. Der Artzt iſt der Sohn Gottes: Der iſt der HEr: unſer Artzt/ Exod. 17. v. 26. Der rechte Meiſter zu helffen/ E ſa. 63. v. 1. Der Artzt ſo in die Welt kommen die Suͤnder zu Buſſe zu ruffen. Matth. 9. v. 13. Der wahre Sama⸗ riter/ der Hirt und Huͤter Iſrael/ Pſalm. 121. v. 4. Der den ſcharffen Wein deß Geſetzts/ und das heilende Oel deß Evangelil in unſer Suͤn⸗ den⸗Wunden geuſſet. Luc. 10. v. 4. Der heilet alle unſer Gebrechen. Pf. 103. v. 3. Gleich wie nun in der Artzney der Krancke von ſeiner Kranckheit geneſet/ und geſund wird: Alſo wer den wir in der Buſſe auß Kindern deß Zorns/ Kinder de Gnaden/ auß Verwundeten Heile und Geſunde. Medicina ideo inventa eſt, ut pellatur vitium,& ſanetur natura; Ve- nit ergo ſalvator ad genus humanum, nullum ſanum invenirt, ideò Serm. 6. de magtlus medicus venut ſagt Auguſtinus; Das iſe Die Attzney ſt da⸗ verd zu erfun⸗Apoſt. N 8 8 4 3 3 — 2 86 2 64 Von der wuͤrckenden Urſach zu erfunden/ daß der Schade vertrieben/ und die Natur geheilet werde Derowegen iſt unſer Heiland zum menſchlichen Geſchlecht kommen/ er hat keinen Geſunden gefunden/ darum iſt er als ein groſſer Artzi ge⸗ kommen. VI. Ex contritionis abſque fide conditione; Auß der Be⸗ ſchaffenheit der Reu und Leid/ ohne den wahren Glauben: Dee iſt eine Traurigkeit ſo den Tod wircket. 2. Cor. 7. v. 10. Gleich wie einem toͤdlich Verwundeten/ ſo die Wunde nicht verbunden wird dieſelbe fau⸗ let/ entzuͤndet/ und endlich gar der kalte Brand dazu ſchlaͤgt/ und ſolches alles den gewiſſen Tod wircket; Alſo gehet es bey UInbußfertigen Suͤn⸗ dern zu/ und allen ſo zwar jhre Suͤnden⸗Wunden fuͤhlen/ aber den him⸗ liſchen Artzt Chriſtum nicht mit wahrem Glauben ſuchen. Laſſet uns Lb. de in- derowegen/ O Chriſtliche Hertzen/ mit Bernhardo ſagen Conſcientia terior. do- mea meroetur damnationem, pgœnitentia mea non ſufficit ad iſatisfa- mo cap.z · Ctionem, ied certum eſt, quod miſerieordia tua delet omnem offen- ſionem: Das iſt; Mein Gewiſſen hat die Verdamnuͤß verdienet/ meine Buſſe iſt nicht gnug fuͤr meine Suͤnde gnug zu thun/ aber es iſt gewiß/ daß/ O Gott/ deine Barmhertzigkeit tilget alle meine Suͤnde. Das wol⸗ le er uns allen verleihen um Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. Dite eilffte Predigt. DE POENITENTI CAUSA EFEICIENTE: Voon der wuͤrckenden Ulrſach der Buſſe. . Jer. 31. v. 18. Bekehre du mich ſo werde ich bekehret. Sſpricht Gott Hoſe 3. v. o. alſo: Iſrael du brin⸗ M geſi dich in Ungluͤck/ dann dein Heil ſtehet allein bey mir: In ˙ dieſen Worten haben wir die Urſach: 5 1. Noſtræ calamitatis; Alles unſers Elendes: Das kompt urſpruͤnglich von uns ſelber her: Dann alles dichten und trachten unſers Hertzen iſt boͤſe immerdar. Gen. 6. v. ſ. 18. v. 21. Gleich wie ein Vorn ſein Waſſer quillet: Lälo auletuchunlaae Doßheinnenda 3 b Jer. 6. geßeilet ede echt kommn/ toſſer Aatz 2 Auß der Be auben: Oeiß leich witien d dieſclbefau⸗ zt/ und ſolchts fertigen Sin aber denhin· n. Laſſet uns Conlcientia cit ad ſatisfa- mnem offen. rdienet/ meine res iſt gewiß d. Das wol⸗ n. ——— ENTE: hret. gel du brin⸗ nbey mir: In Elendes: Das n und trachten Gleichwieein heit inmade Jer.5 der Buſſe. 65 Jerem. 6. v. 2. Denn gleich wie eine ſolche Waſſerquelle weder Tag noch Nacht ſuille iſt/ ſondern das ein Waſſer nach dem andern herfuͤr bringet: Alſo iſt unſer Hertze nimmer ſtille/ ſondern es quillet immer Suͤnde darauß herfuͤr: Da kommen auß unſerm Hertze boͤſe Gedancken/ Mord Ehebruch/ Hurerey/ Dieberey/ falſche Zeugniß/ Laͤſterung. Matth. 15/19. Da iſt unſer fleiſchliches Geſinnen eine Feindſchafft wi⸗ der Gott. Rom. 3. v. 7. Die reitzende und lockende boͤſe Luſt/ wann ſie em⸗ plangen hat(wir in dieſelbe gewilliget) ſo gebieret ſie die Suͤnde/ die Suͤnde aber/ wann ſie vollendet iſt/ gebieret ſie den Tod: Jac. x. vr4. ſeꝗ. Dadurch den Tod allerhand Ungluͤck/ Jammer/ Elend/ zeitlicher/ geiſt⸗ licher und ewiger Tod verſtanden werden. O deß groſſen Verderbens! 2. Noſtræ ſalutis: Alles unſers Heils: Zu ſuͤndigen und aller⸗ hand Straffe der Suͤnden verdienen ſind wir geſchickt gnug/ aber Got⸗ tes Heil und Gnade zu erlangen ſtehet allein bey Gott: Wie ein Mohr ſeine Haut nicht kan wandeln/ oder ein Parder ſeine Flecken/ ſo koͤnnen wir auch nicht Gutes thun/ weilen wir deß Boͤſen gewohnet ſeyn. Jer. 1z. v. 23. Ein Menſch kan nichts nehmen/ es werde jhm denn vom Himmel gegeben. Joh. 3. v. Wir ſind nicht tuͤchtig/ von uns ſelber/ als von uns ſelber/ etwas Gutes zu gedencken/ ſondern das wir tüͤchtig ſind/ iſt von Gott. 2. Cor. 3. v.). Der muß in uns wircken beyde das Wollen/ und das Vollbringen. Phil. 2. v. 13. Dieſes bekennet Ephraim/ und mit dem⸗ ſelben alle Ephraimiten/ das iſt/ wach ſende und fruchtbringende Hertzen/ und begehren ſhre Bekehrung von Gott/ auß welchen Worten wir wol⸗ len anſehen: POENITENTIE CAUSAM EFFICIENTEM. Die wirckende Ulrſach unſer Buſſe. Der allergnadigſte Gott/ wolle auch hiedurch in unſren Hertzen durch ſeinen heiligen Geiſt/ wahre und beſtaͤndige Buſſe wircken/ um unſers hochverdienten Erloͤſers Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Daß wahre Buſſe nicht von uns ſelber/ ſondern eintzig und allein vom grundguͤtigen Gott herruͤhre/ wird ben ſtn⸗. . Ephrai- Von der wuͤrckenden Ulrſach 1. Ephraimiperitione; Mit Ephraims Bitte: Bekehre du mich: Es waren die Ephraimiten unter den zwolff Staͤmmen Iſrael gleich wiedie Ritterſchafft/ daß ſie auch daher offt auffgeblaſen und ſtoltz waren/ grieffen auch deßwegen den Gideon hart an/ daß er ſie nicht mit ſich in den Streit wider die Midianiter genommen. Jud. 8. v. 1. Und ein gleiches thaͤten ſie auch dem Jephta. Jud. 1. v.. ſeq. Daher werden ſie allhie vergleichet einem geilen Kalbe/ welches von Gott gezuͤchtiget und bekennen/ daß ſie durch ſ diche Sächigun zu wahren Buß und Bekeh⸗ rung gekommen/ und ſagen: Bekehre du mich: Die Cphraimiten wollẽ ſo viel ſagen: Ach HErꝛ/ wir befinden gnugſam daß unſere Sinne/ Hertz und Wille zu allem Boͤſen geneiget/ mit Suͤndenuͤberſchwemmet/ und wir im tieffen Suͤnden⸗Schlam biß an die Ohren liegen/ darauß aber koͤnnen wir uns ſelber nicht helffen. Derowegen/ O barmhertziger HErꝛ/ bekehre du uns Laſſet uns dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ wol in acht neh⸗ men/ wann es dem alten Adam wolgshet/ ſo wil er oben auß/ und bruͤſtet ſich/ wie ein fetter Wanſt. Pſ. 73. v. 7 Da heiſſet es Nos poma nata- mus: Wir ſeyns allein Und handeln ſtoltziglich wider den HErnn/ Jer. 5.v. 29. Aber wann Gott die Straff⸗Ruthen gebraucht/ ſo erkennen ſie daß ſie ſich an Gott verſuͤndiget/ wie an Nebucadnezar zu ſehen/ Dan. 4. v. 34. Daiſt nunwahre Bekehrung nicht ein ſchlecht Ding/ wie jhnen viel einbilden/ ſondern ein ſonderliches wunderbares Gnaden⸗Werck Gottes; Unſere ſteinerne Hertzen werden von uns weggenommen/ und fleiſcherne gegeben. Ezech. 36. v. 26. Auß der Finſterniß kommen wir zum Liecht/ und auß der Gewalt deß Teuffels zu Gott. Act. 26. v. 18. Unſere alte Adams⸗ Lumpen werden uns außgezogen/ Luc. 15 v. 22. Und das Kleid der Gerechtigkeit Chriſti wieder angezogen; Auß geiſtlich al⸗ ten/ lahmen/ blinden/ tauben/ krummen und ſtummen/ werden wir ſunge/ gerade/ ſehende hoͤrende/ auffrechte und redende Kinder Goꝛtes: Da wer⸗ den wir wider jung wie die Adler/ Pſal. 103. v. 5. O deß groſſen Gnaden⸗ Werckes Gottes Darauff muß dann/ O Chriſtliche Hertzen/ auch fol⸗ gen ein neues Leben: Es muͤſſen bey uns Tannen fuͤr Hecken/ und Myr⸗ then fuͤr Dornen wachſen. Eſa. zſ. v. 13. Suͤnde ſeyn wie Hecken und Doͤrner/ ſo da kratzen und verwunden/ und endlich mit Feuer verbrennet werden: Ein gottſeliges Leben und Wandel iſt wie Tannen und Myr⸗ lhen/ ſo dem Menſchen groſſen Nutzen ſchaffen. Daun die wahre Golt⸗ ſeligkent en fmuhund t in Faußaber RfrHEn/ a enlachtneſ fintd hiße 2 mmanaa. . mnn/ Ig. t mennen ſie luDan.4. moieſhnen aan⸗Wack uſen/ und aunmen wit 7.6. v. 18. 30 22.Und anvir ſunge 3Dawer⸗ an auch fo⸗ n Hecken und ene verbrennet tund Mor⸗ ehre Gott⸗ ſeligket der Buſſe. 5 ſeligkeit iſt zu allen Dingen nutze/ und hat die Zuſage dieſes und deß ewi⸗ gen Lebens 1. Tim 4. v. 8. Es muß das alte vergehen/ und alles neu wer⸗ den. 2. Cor. 5. v. 17. Die wir weiland Gott unnuͤtze waren/ muͤſſen jhm nun nuͤtze ſeyn/ wie Paulus von Oneſimo ſchreibet. Epiſt. ad Philem. v. Ir. Und lauffen nicht mehr mit der Welt in ſhr wuͤſtes unordiges We⸗ ſen.. Pet. 4. v. 4. Odas gefaͤllet Gote wol Daß aber Gott der eintzige ſey/ ſo unſere Bekehrung wircket/ beweiſet ferner: 1. Dilerta ſcripturæ teſtificatio: Das außdruͤckliche Gezeug⸗ nuß heiliger Schrifft: Gott iſt derjenige ſo unſere Hertzen beſchneider. Deut 30. v. 6. Der gibt uns ein gehorſames Hertze. 1. Reg 3. v.). Der be⸗ kehret unſere Hertzen. Pſ. 51. v. 12. Der wecket uns das Ohr/ Eſa. 70. v.ꝛ4. Da wi ſonſten ſeyn wie taube Ottern/ die jhre Ohren zuſtopffen/ daß ſie nicht hoͤren die Stimme deß Beſchwerers. Pſal. /8. v. ⸗. Gott gibt uns ein Hertze/ daß wir jhn kennen/ daß er der HCrꝛ ſey. Jer. 24. v.7. Der aibt uns einerley Hertz und Weſen/ daß wir jhn fuͤrchten. Jer.z2. v. 9. Der bringet uns wieder zu jihm. Thren.. v. 21. Der Sohne Gottes ſuchet uns als verlohmne Schaffe. Lue. 1. v 4. Er ſuchet daß er ſelig mache was verloren war. Luc. 0. Der gibt Buſſe zum Leben. Act. n. v. 18. Laſſet uns derowegen/ O Chriſtliche Hertzen/ immer zu Gott ſeufftzen Bekehre du mich HErꝛ Laſſet uns win ſeln wie ein Kranich und Schwalbe/ und gir⸗ ren wie die Tauben. Eſa. 38. v. 14. Laſſet uns ſeufftzen: Heile du mich HErꝛ /ſo werde ich heil. Jer. 17. v.4. 2. Peculiaris Spiritus ſancti operatio: Die ſonderliche Wir⸗ ckung deß heiligen Geiſtes: Wie demſelben in Gottes Wort unſer Heiligung wird zugeſchrieben/ alſo auch unſere Bekehrung: Gott kla⸗ get daß die erſte Welt ſich ſeinen Geiſt nicht habe wolle ſtraffen(das iſt/ durch ihn ſich bekehren) laſſen. Gen. 6. v.;6. Wann Gott einreines Her⸗ ze in uns ſchaffet/ ſo gibt er uns zugleich einen neuen gewiſſen Geiſt. Pſ. 51. v. 12. Er gibt ein neues Hertz/ und ein neuen Geiſt in uns/ welcher das ſteinerne Hertze auß unſerm Fleiſch wegnimpt/ und uns ein fleiſchern Herkze gibt: Er gibt ſeinen Geiſt in uns/ der ſolche Leute auß uns machet/ die in ſeinen Geboten wandeln. Ezech;6. v. 26. Derſelbe ſiraffet die Welt um der Suͤnden willen. Joh 16. v. 8. Zu dem Ende/ daß ſie von denſelben ſich zu Gott bekehren ſollen. Ad taciendum bonum, quid in nobis Spiritus bonus operatur? Profectò monet,& movet,& docet. Mo- J ij net — ͤͤͤ —————— 8 — 5——— A 68 Tpon der wirckenden Urſach Serm. i. in net memoriam, rationem docet, movet voluntatem, ſagt Bernhar- die Pente- dus: Das iſt; Was wircket der heilige Geiſt in uns/ daß wir moͤgen Gu⸗ coſt. tes thun? Warlich er ermahnet/ er beweget/ er lehret: Er ermahnet das Gedaͤchtnuͤß er lehret die Vernunfft/ er beweget den Willen. Laſſet uns dieſes/ O Chriſtliche. Hertzen/ fleiſſig erwegen/ und wann der heilige Geiſt unſer Hertzen zu wahrer Buſſe wil fuͤhren jhme Ohren/ Hertzen und Willen eroͤffnen/ laſſet uns nicht erbittern und entruͤſten den heiligen Geiſt/ wie die Juden gethan. Eſa. 53. v. 10. Ihn nicht verſuchen. Actor. 5.v.) · Durch Betrug falſcher Buſſe jhme nicht wiederſtreben. Actor. 7. v. F1. Damit wir ſolches endlich mit ewigen Thraͤnen nicht beweinen moͤgen: Deus, quos diu, ut convertantur, tolerat non converſos duri- Homil. 3. us damnat: ſagt Gregorius Magnus: Das iſt; Welche Gott lange mit ſuper Ev. Gedult traͤget/ daß ſie ſich moͤgen bekehren/ wo ſie ſich nicht bekehren/ angel. ſtraffet er ſie deſto haͤrter. 3. Miniſterii divini inſtitutio: Die Einſetzung deß goͤttlichen Pre⸗ dig⸗Ampts: Gott iſt auch der jenige ſo ſeine Diener ſendet durch jhren Dienſt die Suͤnder zu bekehren: Da bekehret Johannes die Menſchen zu Gott jhrem Herren. Luc. 1 v. 16. Da iſt Paulus von Gott geſand/ den Suͤndern jhre Augen auff zu thun/ daß ſie ſich bekehren/ von den inſter⸗ nuͤß zum Liecht/ und von der Gewalt deß Satans zu Gott/ zu empfahen Vergebung der Suͤnden. Actor. 26. v. 18. Da bitten alle treue Lehrer an Chriſtus ſtatt/ wir ſollen uns mit Gott verſoͤhnen laſſen. 2. Corinth. v. 20. Laſſet uns/ O Chriſtliche Hertzen/ dieſe Vermahnung wol zu Her⸗ tzennemen: Heute/ heute/ ſo wir dieſe Stimme hoͤren, 1 ſſet uns unſer Hertze nicht verſtocken. Pſalm.⸗⸗ v. 8. Der fromme Koͤnig Joſias ließ ſein Hertze erweichen/ uͤber die Wort die er gehoͤret 2. Reg. 22. v. 9. Dem muͤſſen wir folgen: Neigen unſer Ohren/ und kommen her zu Gott/ hoͤren/ ſo wird unſer Seel leben Eſa.;5 v. 3. Hoͤren deß HErren Wort/ und fuͤrchtenuns fuͤr ſeinem Wort. Eſa. 56.v. 5. b II. Impotentiæ propriæ conſideratione; Mit Betrachtung eigener Unvermügenheit: So werde ich bekehret: Als woltenſie ſa⸗ gen: Wir empfinden bey uns nicht/ daß wir ſelbſt uns helffen oder rathen koͤnnen/ aber wann du/ O gnaͤdiger Gott/ dich unſer erbarmeſt/ unſer Unvermuůgen ſtaͤrckeſt/ unfere Blindheit erleuchteſt/ unſere harte und rrkalte Hertzen erweicheß und erwaͤrmeſt/ ſo werden wir bekehret: Dann wir ſagt Beruar. dir maͤgen Gu⸗ rermahnerdas len. Laſſetus er heilizecheg b 1 Hartu und en den heigen ſuchen. Aao. ſtreben. Acig⸗ nicht beweinn nverſos dutt. Hott langemn icht bekahtu tlichen Pre⸗ t! durch jhren ie Menſchen geſand/ den 41 der Finf ue Lehrer an Corinth.. wol zu Her⸗ ſet uns unſer 4 Joſias ließ . v. 19. Dim Gott/ hoͤren Wort/ und detrachtung wolten ſie ſa⸗ en oder rathen 4 darmeſt unſer ſere harte und 3 jehret: Dann ih.. 8 fe. 8 63 — icht von uns ſelber haben ein H ertz waw. ertz das verſiaͤndig waͤre/ Augendie da ſehen/ und Ohren die da hoͤreten. Deut. 29. v. 4. Dann die Suͤnde richtet uns gar uͤbel und elend zu. Mit jhren boͤſen Daͤmpffen/ dicken und ſchwartzen Nebel verfinſtert ſie alſo unſern Verſtand/ daß wir/ leider/ un⸗ verſtaͤndiger ſeyn als Ochſen und E ſel. Eſan.v. 3. Sie verblendet unſer: Augen/ daß wir das eine fuͤr das andere anſehen/ wie Iſaac den Jacoh fuͤr Eſau anſahe. Geneſ. 27. v. 23. Sie verſtocket unſere Ohren/ daß wir nicht hoͤren. Zach. 7. v. n. Sie verderbet unſern Willen/ daß wir das ſeni⸗ ge thun/ das wir doch haſſen. Rom. 7. v. 15. Oder elenden! O der er⸗ ſchrecklichen Verderönng! Summa/ wir ſitzen im Finſternuͤß und 3 Schatten deß Todes, Luc. 1. v. 79. Laſſet uns/ O Chriſtliche Hertzen/ die⸗ ſe unſer groſſe Unvermuͤgenheit erkennen/ damit wir dadurch bewogen werden/ Huͤlffe und Kraͤffte bey Gott zu ſuchen. Meigeriusſchreibet von Nucl. hi⸗ Thraiylao einem Athenienſer/ der in eine melancholiſche Haupt Kranck⸗ ſtor. ꝛ„. heit gerathen/ und jhm eingebildet/ wie daß alle Schifſe ſo zu. Athen an⸗ cap.. gefahren kommen/ mit ſeinen Guͤtern beladen waͤren/ ſey froͤlich geweſen/ und habe jhm groſſen Reichthum eingebildet/ wie er aber durch Befode⸗ rung ſeines Brudern von ſolcher Kranckheit curiret/ hat er geſagt/ er haͤt⸗ le nie froͤlicher gelebet/ als da er nicht bey ſeinem Verſtande geweſen. Alſo gehets leider den elenden Suͤndern/ ſo lange ſie in jhrer elenden Blindheis und fleiſchlichen Willen leben/ halten ſie ſich fuͤr gluͤckſelig: Sie ſagen: Ich bin reich und habe gar ſatt/ und dar ff nichts/ und wiſſen nicht/ daß ſie elend/ jaͤmmerlich/ aꝛm blind und bloß ſeyn. Apoc. 3. v. 17. Laſſet uns derwegen von Hertzen ſeufftzen Bekehre du mich HErr/ ſo werde ich be⸗ kehret/ wozu uns wolle verhelffen/ Gott der Vater/ durch den heiligen Geiſt/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. eue — 1— Die zwoͤlffte Predigt. DE DIVINA pPOENITENTIE NOSTR FPhRoOCuKATIONE. Wie Gott unſere Buſſe befodeer. if jer.z. X ( Wie Gott ea) v Kehre wieder du abtruͤnnige Iſrael/ ſo wil ich mein Anthtz nicht gegen euch verſtellen. —— benwir b 1. Verbi divini contemtum: Die Verachtung deß Worts Gottes: Die Gottloſen verachten das Geſetz deß HErrn Zebaoth und laͤſtern die Rededeß Heiligen in Iſraei. Eſa. 5. v. 4. Sie halten deß Her⸗ ren Wort fuͤr ein Spott/ und wollen ſein nicht. Jer. 6. v. 10. Sie gehen von einer Boßheit zur andern/ und achten Gott nicht. Jer 9. v. 6. Sie werden muͤde ſich zu Gott zu kehren/ und wenn man jhnen ſchon predigt/ ſo richtet ſich keiner auff. Hoſe. n. v.7. 2. Contemtus ſupplicium: Die Straffe der Verachtung: Sie verderben ſich ſelbs: O deß elenden Verderbens/ ſich ſelber verder⸗ ben! Alles Ungluͤck machen ſie ſeibs/ daß ſie den HErrn jhren Gott ver⸗ laſſen/ ſo offt er ſiedenrechten Weg leiten wil. Jer 2. v. 7. Sie bringen ſich ſelbs in Ungluͤck. Hoſe. ℳ3. v.). Weiln ſie auff jhr Fleiſch ſaͤen/ ſo erndten ſie davon das Verderben. Gal. 6. v. 8. Ihre thoͤrichte und ſchaͤnd⸗ liche Luͤſte ſencken ſie ins Verderben und Verdamnuͤß. 1. Tim. 6. v. 9. 3. Verbi divini ſtudium: Den Fleiß zu Gottes Wort: Wer aber das Gebot fuͤrchtet: Nicht mit knechtlicher/ ſondern mit kindli⸗ cher Furcht: Du ſolt dich fuͤrchten fuͤr dem HErꝛn deinem Gott/ denn ich bin der HEn/ ſpricht Gott Lev. 19. v.z2. Dieſt Furcht deß HErꝛn iſt Weißheit. Hiob. 28. v. 28. Wer den HErꝛn fuͤrchtei der gehet auff rechter Bahn. Prov. 4. v. 2. Die den) Erꝛn fuͤrchten/ thun was jhm wolgefaͤllet. Syr. 2. v. 10. 4. Studli præmium: Die Belohnung deß Fleiſſes: Ihm wirds vergolten: Gott iſt uns im geringſten nicht ſchuldig/ aber auß lauter Gnaden wil er die Gottesfurcht belohnen: O wie groß iſt ſeine Guͤte/ die er verborgen hat denen die jhn fuͤrchten: Pſal. 31. v.. Sie ſollen b ein del/ ow verſteltn ſſo⸗Wads r aber dascca. en Wonanhe, deß Wots Zebaothun 1 alten deß Ha ö. 35 Erklaͤrung. — 6. Gt Es befodert Gote die Buſſebeyunmpmnmnm ſchonpendlgl I. Moniris; Mit ernſtlichen Ermahnungen: Deren habenwin .. eine bewegliche in verleſenen Worten/ in welcher uns Gott vorſiellet. 4 acht lulig:. Noſtram miſeriam: Unſer Elend; Kehre wieder du abtrun⸗ ilber verom⸗ nige Iſrael: In dieſen Worten werden wir genant; a Gottvere 6. Errabundi: Verirrete/ ſo von hreml Inwege ſollen wiederkeh⸗ Sie bringen ren Dann wir gehen in der Irre/ wie verlorne Schafe. Pſal. 119. v. 176. iſch ſaͤen/ ſo Wir gehen alle in der Irte/ wie Schafe/ einjeglicher ſiehet auff ſeinen und ſchaͤnd⸗ Weg. Eſa. 53. v. 6. Vom Jrrwiſch ſchreibet Zeilerus/ wann es ſich an Epiſt. 455. im. 6. v.9. einen Maſtbaum der Sehiffe ſetze/ werde es von den Schiff⸗Leuten das Jort: Wer Geſtirn Helena darum genant/ daß gleich wie Helena das allerſchoͤnſte nmit kindli⸗ Weibhes⸗Bild/ dem gantzen Griechen Land ſchaͤdlich geweſen: Alſo ſol⸗ Gott/ denn ches Nachi⸗Liecht ſeiner euſſerlichen Geſtalt zwar ſchoͤne ſey/ aber ge⸗ tdeß HErn meinlich den Schiff⸗Fahrenden nichts Gutes bedeute. Alſo iſt unſere der gehet auff verderbte Vernunfft ein rechte Irrwiſch/ ſo ſich zwar eu ſerlich ſehr ſchuͤn hun wasjhm anſehen laͤſſet/ aber die jhr folgen/ in mancherley Irꝛwege verfuͤhret. 1— 2.2.0. A Deo averſi: Abtruinnige: Wir verlaſſen den HErꝛn und iſſes: IEm weichen zurlick. Eſa. 1 v. 4. Wir fallen ab von Gott Jer. 3.v. 29. Wir b dig/ aber auuß haben ein abtruͤnniges ungehor ſames Hertz Jer. 5.v. 23. Und kommen b groß iſt ſene dadurch in den erſchrecklichen Fluch: Weilen der Menſche verflucht iſt/. 13. Sie ſolen der mit ſeinem Hertzen vom Errn weichet. Jer. 17.v.5. Oaunſas aen p Wie Gott den Zuſtandes Da ſolten wir abtruͤnnigewiederkehren: Denn wo iſ ie⸗ mandder irre gehet/ der nicht gerne wꝛeder zu rechte kaͤme. Jer. 8.v 4. b 2. Suam miſericordiam: Seine Barmhertzigkeit: So wil ich mein Antlitz nicht gegen euch verſtellen: Wann wir vorſetzlich ſuͤndi⸗ gen/ ſo wil Gott ſein Angeſicht wider uns ſtellen. Lev. 26. v. 17. Da ſtehet das Antlitz deß HEren uͤber die ſo Boͤſes thun/ daß er jhr Gedaͤchtnuͤß außrotte von der Erden. Pſal. 34 v. 17. Er wird gegen uns wie ein Loͤwe/ und wie ein Parder auff dem Wege wiler auff uns lauren. Hoſe. 13. v. 7. Aber wann wir uns bekehren/ ſo verbirget er ſein Antlitz von unſern Suͤn⸗ den Pſ. 1. v. 11. Und laͤſſet uns ſein Antlitz leuchten/ Pſ. 67. v.2. So troͤ⸗ ſtet er uns laͤſſet ſein Antlitz leuchten/ daß wir geneſen. Pſal. d0. v. 4. Die⸗ ſer Ermahnung zu wahrer Buſſe/ haben wir vjel in Gottes Wort: Da ermahnet uns Gott durch die Stimme: 4 b 1. Patriarcharum: Der Patriarchen: Noah wird von Petro ein Prediger der Gerechtigkeit genant. 2. Pet. 2. v. 5. Dieweilen er in ſei⸗ aen Predigten/ die Menſchen zuwahrer Buſſe ermahnet/ und daß ſie die Gerechtigkeit ſo fuͤr Gott gilt/ in dem verheiſſenen Meſſia eintzig und al⸗ lein ſuchen ſolten. Abraham hat ſein gantzes Haus ermahnet/ daß ſie ſol⸗ ten deß HErrn Wege halten/ und thun was recht und gut iſt. Gen. 18.. 19. Welche nichts anders als Buß⸗Predigten geweſen. b 2. Prophetarum: Der Propheten: Durch dieſelbe hat Gott vielfaͤltig die Juden zur Buſſe geruffen: Da ruffer er durch Eſaiam: Wendet euch zu mir/ ſo werdet jhr ſelig aller Welt Ende. Eſa. 45. v. 22. Durch Jeremiam: Bꝛkehre dich Iſrael zu mir. Jer. 3. v. 7. Bekehret euch einjeglicher von ſeinem boͤſen Wegeund Weſen. Jer. 25 v. Durch Ezechiel: Bekehret euch/ ſo werdet ihr leben. Ezech. 18. v. 32. Durch Ho⸗ ſeam; Bekehret euch zum H Erꝛ und ſprechet: Vergib uns alle Sun⸗ de. Hoſe. 14.v.. Durch Ivel: Bekehret euch zu mir von gantzem Her⸗ tzen /· mit Faſten/ mit Weinen/ mit Klagen. Joel. 2. v. 2. Durch Jonam.: Ein jeglicher bekehre ſich von ſeinem boͤſen Wege/ und vom Frevel ſeiner Haͤnde. Jon. 3. 8. Durch Zachariam: Kehret euch zu mir/ ſo wil ich mich zu euch kehren. Zach. 1. v.z. Eben dieſe Worte durch Malachiam. c.3. v. 7. Und dieſe Stimme haben alle Propheten gefuͤhret. ,3. Johannis Bapriſtæ: Johannis deß Taͤuffers: Deriſtwar⸗ lich ein rechter Buß Prediger geweſen: Der hat geruffen: Bereiter dem 4 HErin wird von Penn eweilen er mſſa⸗ und daß ſiede rensig und al ltet/ daß ſie ſo iſt. Gen. 18. v. ſelbe hat Gott urch Eſaiam Eſa. 45.v. 22. .7. Mekehret 25. v. 5. Durch 2. Durch Ho⸗ uns alle Suͤn⸗ gantzem Her⸗ Durch Jonam⸗. m Frevel ſeina mir/ ſowilich h Malachiam. et. 8: Der iſtwat · n: Bereitetdem HeErn Johannem den Taͤuffer/ ſeinen allerliebſten Sohn Seſſen Apoſtel und unſere Buſſebefodeerr. 7, HErrnden Weg/ machet auff dem Gefilde eine ebene Bahn unſerm Gott. Eſa 40.v z. Der hat dem Sohn Gottes durch ſeine Buß Predig den Weg bereitet. Malach. 3.v. 1. Geruffen/ chut Buße/ dann das Him⸗ melreich iſt nahe herbey kommen. Matth.3 v. 2. Und dadurch der Kinder von Iſrael viele zu Gott jhrem HErꝛnbekehret. Luc. i.v. 6.6. 4. Chriſti Deß HErrn Chriſti⸗Der hat ſein Predig⸗ampt mit dieſen Worten angefangen: Thut Buſſe/ das Himmelreich iß nahe her⸗ bey kommen. Matth. 4. v.17. Oder/thut Buſſe und glaͤubet an das Ev⸗ angelium. Marc. x.v. 15. Der iſt kommen/ die Suͤnder zur Buſſe zu ruf⸗ ſen. Matth.9 v. 13. Er ſpricht zum Biſchoff zu Epheſo: Gedenckewo⸗ von du gefallen biſt/ und thue Buſſe. Apoc. 2. v.. Derſelbe ſtehet noch heut zu Tage fuͤr der Thuͤr unſers Hertzen/ und klopffet durch die Buß⸗ Predigt bey uns an. Apoc.z. v. ꝛ0. 5. Apoſtolorum chori: Der Apoſtel: Dieſelbe hat Chriſtus fuͦn ſeiner Himmelfahrt unterrichtet/ daß ſie in ſeinem Namen predigen ſol⸗ ten Buß und Vergebung der Suͤnden unter allen Voͤlckern/ Luc. 24 v. 47. Welches ſie auch treulich verrichtet und geruffen Thut Buſſe und laſſe ſich ein ſeglicher taͤuffen/ auff den Namen Jeſu Chriſti zur Verge⸗ bung der Suͤnden. Act.2. v. 8. Thut Buſſe und bekehret euch/ daß eure Suͤnde vertilget werden. Act. 3. vaꝰ. Zu Simon dem Zauberer ſpricht Petrus: Thue Buſſe fuͤr dieſe deine Boßheit/ und bitte Gott/ ob dir ver⸗ geben werden moͤchte/ der Tuͤck deines Hertzens. Actor. d. v. 22. Paulus —: Gott gebiete allen Menſchen/ an allen Enden/ Buſſe zu thun. ct. 17. v. 30. 6. Miniſterii: Deß Predig⸗Ampts: Es iſt ja deß heiligen Pre⸗ dig⸗Ampts einmuͤt ige Stimme/ daß wir uns ſollen zu Gott bekehren Treue Lehrer ruffen getroſt und ſchonen nicht/ erheben jhre Stimme wie eine Poſaune/ und verkuͤndigen Gottes Volck jhr Llbertreten und Suͤn⸗ de. Eſa. 58. v.. Sie ſind Bottſchafften an Chriſtus ſtatt/ und Gott ver⸗ mahnet durch ſie. z. Cor.5 v. 20. Sie predigen das Wort/ halten anſes ſey zurechter Zeit oder zur Unzeit/ ſtraffen/ draͤuen/ ermahnen/ mitaller Gedult und Lehre. 2. Tim. 4. v. 2. Auß dieſem allen ſehen wir hell und klar/ daß Gottes gnaͤdiger und ernſter Wille ſey/ daß ſich alle Menſchen zu jhm bekehren wollen/ welchen er durch die Patriarchen/ Propheten alle 74 Wie Gott die Buſſe alle treue Diener/ allen Menſchen/ an allen Enden laͤſſet ankuͤndigen. Act. 17 v. z0. Iſt derwegen nicht allein erſchrecklich/ ſondern auch gor⸗ keslaͤſterlich/ wenn die Calviniſten dieſen allgemeinen Willen Sottes/ nicht allein in einen Particular Willen verwandeln/ ſondern auch jhrer etzliche ſchreiben duͤrffen/ wenn ſchon Gott ins gemein alle zur Bekeh⸗ rung vermahne/ ſo wolle er doch/ daß nur die Außerwehlten ſich bekehren ſollen: Laſſet uns aber/ O Chriſiliche. Hertzen/ dieſen aller gnaͤdigſten/ all⸗ gemeinen und ernſtlichen Willen Gortes erkennen/ und der gnadreichen Stimme Gottes/ Ohren und hertzen eroͤffnen: Heute/ heute/ ſo wir die Summe Gottes hoͤren/ laſſet uns unſre. Hertzen nicht verſtocken. Pſ.. v. 8. Laſſet uns zu Ohren nahenen das Geſetze deß HErꝛn unſers Got⸗ zes. Eſa. 1. v. 0. Die den HErꝛn fuͤrchten/ ſollen der Stimme ſemer Knechte gehorchen. Eſa. 50. v. 1c. Neigen unſere Ohren und hoͤren/ ſo wirdunſere Seele leben. Eſa. /5. v. z. O wie wol lauter es/ wann Sexuba⸗ bel/ der Fuͤrſt Joſua⸗ der Hoheprieſter/ und alle uͤbrige deß Volckes/ der Stimme deßHErꝛn ihres Gottes gehorchen! Hag. 1.v 2. Denn darauff folgel der reiche/ der milde/ der gnadſelige Segen Gottes deß. HErrn/ wie Lev. z6. und Deut. 28. capp. weitlaͤufflig zu leſen. Wollen wir deſſelben theilhafftig werden/ ſo laſſet uns dieſe Siumme in unſernohren un dHer⸗ tzen klingen laſſen/ und derſelben gehorchen. 4 II. Exemplis: Mit Exem te nicht allein Verma der am Creutz. Luc. 23. v. 42. Auß dem ſchnau kenden Saul/ iſt emn ſanff mmuͤtiger/ Gott un derin/ Lue.7 v.z7 O nder. en und hoͤren ſwann Senu deß Volckes/ a . Denn darauf deß. HErnn /wit en wir deſgelben ohren und Her⸗ ſeinem Wor⸗ auch Exempel n ſeine ſchwere ich habe geſaͤn⸗ bſolution; So n. 12. v. 13. Ma⸗ HErin ſannem r bat und flehe llen wir uns en⸗ anſehen das Er Buſſe kein naß gen/ groſſen und die groſſe Siin⸗ Der eine Mit aͤuenden undt rchen hochnuͤtl rchenh de . n* , bey uns befoderer. — 75 her Saul gewordẽ. Act. 9. v. 6. Was nun alſo vorhin geſchriebeniſt/ das iſt uns zur Lehre geſchrieben/ auff daß wit durch Gedult/ und Troſt der Schrifft Hoffnung haben. Rom. 5 v. 4. Sollen derowegen/ dieſe und dergleichen Exempel uns taͤglich fuͤr Augen und Hertzen ſtellen/ und jh⸗ ren bußfertigen Fußſtapffen folgen: Ach wie bereit/ wie fertig ſeyn wir im ſuͤndigen ſolche Exempel vorzubringen/ da ſtehet oben an: Fecere idem & alii: Es haben andere vor mir gethan/ ich ſey nicht der erſte/ bleibe auch nicht der leßzte: Da heiſſet es wie Seneca ſagt: Inter cauſas malorum no- ſtrorum eſt, quod vivimus ad exempla: Dasiſt: Es iſt eine Miturſa⸗ Epiſt. 123. che unſers Elendes/ daß wir(im Boͤſen) nach anderer Leute Exempel le⸗ ben: Aber fromme Hertzen ſehen Pauli Exempel an/ welcher ſagt: Mi⸗ iſt Barmhertzigkeie wiederfahren/ auff daß an mir fuͤrnemlich Jeſus Chriſtus erzeigete alle Gedult/ zum Exempel denen die an jhn glaͤuben ſollen. 1. Tim. j. v. 16. Wozu uns wolle verhelffen/ Gott der Vater/ durch den H. Geiſt umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. Die dreyzehende Predigt. DE CONTINUATA DIVINA POENITENTILEÆ NOSTR PROMOTIONE. Wie Gott unſere Buſſe ferner befodere. Plal. 7. v. 12.13.14. Gott iſt ein rechter Richter/ und ein Gott der taͤglich draͤuet/ wil man ſich nicht bekeh⸗ ren/ ſo hat er ſein Schwerd gewetzet/ und ſeinen Bogen geſpannet/ und zielet/ und hat darauff gelegt toͤdliche Geſchoß/ ſeine Pfeile hat er zugerichtet zu verderben. S ſpricht David zu ſeinem Sohn Salomon † 1.Chron. 29. v. 9. alſoꝛ Wirſtu den HErꝛn ſuchen/ ſo wirſtu WD ihn finden; Wirſt du jhn aber verlaſſen/ ſo wird er dich ver⸗ 2 werffen ewiglich: In dieſen Worten haben wir: 1. Divinam promiſſionem: Die goͤttliche Verheiſſung: Wirſt du den HErrn ſuchen/ ſo wirſt dujhn linden De HErren ſua 76 Wie Gott unſere Buſſe ſet allhie ſo viel als ſeinen Willen und Wolgefallen auß ſeinem Wort fleiſſig erforſchen und demſelben gehorſamlich nachleben/ und ſolches ge⸗ ſchicht auch inſonderheit/ wann wir jhn mit bußfertigem Hertzen umb Vergebung unſer Suͤnde erſuchen; Und dabey iſt dieſe Verheiſſung/ daß er ſich von uns wil finden laſſen: So lang als Koͤnig Uſia den HEr⸗ ren ſuchete/ ließ jhm Gott gelingen. 2. Chron 26. v.. Wann wir alſo den HErnn ſuchen/ antwortet er uns/ und errettet uns auß aller unſer Furcht: Pſal; 4. v.·. Damuͤſſen ſich freuen und froͤlich ſeyn/ die nach Gott fra⸗ gen/ und ſein Heillieben. Pſ. 70. v. 6. Es ſoll ſich freuen das Hertze deren die Gott ſuchen/ Pſ. 105. v. 3. Odeß gnadreichen Suchens Laſſet uns derowegen O Chriſtliche Hertzen/ mit recht buß fertigem Hertzen/ dieſen HeEmnen ſuchen/ weilen er zu finden/ und jhn anruffen/ wenl er nahe iſt E d. 5„v. 6. . 1 Divinam comminationem: Die goͤttliche Draͤuung; Wirſt du ihn aber verlaſſen/ ſo wird er dich verwerffen ewiglich/ ſagt David zu Salomon: Gott verlaͤſſet uns Menſchen nicht/ es ſey dann daß er von uns verlaſſen werde: Wir verlaſſen /hn aber/ wann wir ſein Wort/ und ſeinen darinn geoffenbarten Willen verachten: Da ver⸗ laſſen wir den HErrn unſern Gott/ ſo offt er uns den rechten Weg zei⸗ gen wil. Jer. 2. v.. Und werden auch daneben innen/ und erfahren/ was es fuͤr Jammer und Hertzleid bringet/ den HErrn ſeinen Gott verlaſſen/ und jhn nicht fuͤrchten ibid. vro. Dann alledie jhn verlaſſen/ muͤſſen zu Schanden werden. Jer. 17. v. 13. So wiler uns verwerffen/ wie er Iſrael ſehr verworffen. Pſal. 78. v. 9. Er wil unsvon ſeinem Angeſicht weg⸗ werffen. Jer 7. v. G. Daher ſpricht er: Du verwirffeſt mein Wort/ dar⸗ umb wil ich dich auch verwerffen. Hoſe. 4. v. 6. Mein Gott wird ſie ver⸗ werffen/ darumb daß ſie ihn nicht hoͤren wollen. Hoſe.9. v. 17. O deß elen⸗ den! Odeß gefaͤhrlichen Verwerffens Durch dieſe Draͤuung/ wiſ uns Gottzu ſteter Bußferigkeit ermahnen/ wie David in verleſenen Wor⸗ een bezeuget/ auß welchen wir wollen betrachten DlVINAM PBER MINAS ET FlGUIRAS POENITEN. NOSTRT PROMO TIONEM. F* 1 S 8 2 8= 6 1 —y—— 4 8 3 8 ——y 8 2— 8 5—.——— ——— 3—““ — 3— 3 3 3 2 3— 7 1 A 4 99 3 —— ——— 4 —— — Wie Gott durch ſeine Draͤuung und Vorbilde unſer Buſſe befodetr. uf ſeinem dn em Herzenunz 3 Danheſtan g Uſia dan, Zannwir ſain i. ler unſazzu de ie nach Got tfta I idas Herhedan chens Laſſetu m Hertzen dic weil er naßeß Driumg rffen ewiglich den nicht/ es ſch aber/ wann wix chten: Da ytt⸗ chten 2 8 eeg zei⸗ d derfe bean was hortudeſ b wiecr Iſtan meeſeers nein Wort dan zott wird ſeem b 9.17. Odeß elan 8 aͤuung/ wit un vrrleſenen Wa 12 1 POENITN Vorbilde “ b Gott der täͤglich draͤuet: O der ſche nadencsſſchan A funnas befodere 1 Der herzt ich unſer Heil ſuchender himliſcher Dae wolle unſer Oh; ren und Hertzen eroͤffnen/ daß wir zu wahrer und beſtaͤndiger Bußfer: Nen Msenangeſtiſeßtewaden um? nein laEhußn wil in. 5 men. Ertt aarung. Wir haben unghan angch ruewf Gottbehder dunch E maßnung und Exempelbußfertiger Hertzen Vorſtellung/ unſere Buſſe balodene Uber dieſes thut er ſolches ferner: b 1. Minis: Mit Draͤuungen/ welches zuerſehen; Ex prælectis verbis: Auß verleſenen Worten; In walchen wir zu hecbaehuan⸗ 1. Deum juſtum zudicem: Gott den gerechten Richter: Die Gottloſen vermeinen offtmahls: Gott ſey ſehr barmhertzig/ er werde ſie nicht ſtraffen/ ſie ſuͤndigen ſo viel ſie wollen/ Syr..v. 6. Aber ſie vergeſſen dabey/ daß er nicht allein ein barmhertziger Gott/ ſondern auch ein gerechter Richter ſey: Jener ungerechter Richter fuͤrchtete ſi ſich nicht fuͤr Gott/ und ſeheuete ſich fuͤr keinem M kenſchen. Luc. 18. v. z. Aber ſolche ſtraffet dieſer gerechte Richter/ wie Zeilerus auß Chriſtophoro part.-- Dalby bezeuget/ daß nicht ferne von Minden 12. Richter ſollen geweſen Epiit. ſeyn/ ſo einen Boden einem deme er nicht gehoͤret zugeſprochen/ und dar⸗P 8163. uͤber von der Erden ſo ſich auffgethan/ biß an die Knie alſobald ſeyn ver⸗ ſchl luckt worden. Aber ein ſolcher Richter iſt Gott nicht: Er ſitzet auff ſeinem Stuel ein rechter Richter. Pſal.9. v.ʒ Zu ſeiner Zeit wiler recht b richten. Pſal. 75. v. 3. Daher nennet jhn Paulus einen gerechten Rich⸗ ter. 2. Tim. 4. v.z. Die ſes/ dieſes/ O Ehriſiliche Hertzen/ laſſet unswol bedencken: Wir ſind/ leider/ ungerechte Menſchen/ die das Unrecht ſauffen/ wie Waſſer. Hiob. 15. v. 16. Aber Gott iſt ein gerechter Richter! der nach ſeiner Gerechtigkeit/ wann er nach derſelben handelt! einem ſeg⸗ lichen vergilt/ nachdem ers verdienet: Derhalben tretien ab von der UIn⸗ gerechtigkeit/ das iſt/ von allen jhren Suͤnden/ welche nichts dann un⸗ recht ſeyn. 1. Joh.z. v. 4. Dur chwahre Buß und Bekehrung/ wen den Namen Chrſſt nennet. 2. Tim. 2.v. 19. 2. Jud icis comminationem- Des Richters Draͤuen: en Vort! Eri iij ein 78 3 Wie Gott unſere Buſſe ein Gott/ nicht allein ein allmaͤchtiger Gott. Gen. 17. v. 1. Sondern auch ein guͤtiger Gott: Denn niemand iſt gut/ dann der einige Gott. Matth. 19. v. 17. Welcher ploͤtzlich redet wider ein Volck und Koͤnig⸗ reich daß ers wolle außrotten/ zubrechen und verderben/ wo ſichs aber be⸗ kehret von ſeiner Boßheit/ ſo gereuet ihm das Ungluͤck/ das er ihm ge⸗ dacht zu thun. Jer. 18. v. 7. ſeq. Er iſt ein Gott der draͤuet: Er thut nicht wie viel rachgierige Menſchen/ welche/ wann ſie nur koͤnnen ſich auff dem Fuß an ihrem Nechſten/ ſo ſie beleidiget/ raͤchen: Sondern er draͤuet erſtlich: Gleich wie ein liebreicher Vater auff das Verbrechen ſeiner Kinder/ nicht alsbald die Ruthen brauchet/ ſondern ſie zeiget/ mit angehengter ſchuldiger Bedraͤuung; Alſo thut auch unſer liebreicher Himliſcher Vater: Er draͤuet taͤglich: Das iſt/ immer fort/ ehn auff⸗ hoͤren: Gleich wie die Gottloſen taͤglich Krieg erregen. Pſ. 140. verſ.. Das iſt/ immerfort Unfried und Zwieſpalt anrichten: Gleich wie Goit von dem Tagean/ daer die Iſraeliten auß Egypten gefuͤhret/ biß auff denſelben Tag(da er durch Jeremiam dieſes geredet) ſtets ſeine Knechte die Propheten zu ihnen geſand. Jer. 7. v. 25. Laſſet uns/ O Chriſtliche Hertzen/ dieſes fleiſſig in acht nehmen/ daß die Draͤuung Gottes nicht fehlen: Wie J ebel Fleiſch von den Hunden gefreſſen/ ſagte Jehu: Es iſts/ das der HErr geredet hat durch ſeinen Knecht Elia den Thiſbiten/ und geſagt: Auff dem Acker Jeſreel/ ſollen die Hunde der Iſebel Fleiſch freſſen. 2. Reg. 9. v. 36. Alſo ward Iſrael vom Angeſicht deß HErren weggethan/ das iſt/ in fremde Lande gefuͤhret/ wie Gott geredet hatte durch ſeine Propheten. 2. Reg. 17. verſ. 23z. Da gibt Gott dem Donner ſeines Worts und Draͤuung Krafft. Pſal. 6. verſ. 34. Wann ſich der Riehter der Welt erhebet/ ſo vergilt er den Hoffaͤrtigen was ſie verdie⸗ nen. Pſal. 92. vrz. Wann alsdann kommet was kommen ſol/ ſo erſah⸗ ren wir daß ein Prophet unter uns geweſt ſey Ezech. 33. v. 3z. 3. Adexecutionem præparationem: Wie er ſich zur Voll⸗ ziehung bereite: Es ſind Gottes Draͤuunge nicht fulgura ex pelvi, Wi auß einem meſſingen Becken/ ſondern er bereitet ſich ſie zu voll⸗ ziehen: 4 a. Cladium acurado: Er hat ſein Schwerdt gewetzet: Durch das Schwerdt Gottes werden allhie vrſtanden Sothe gerech⸗ te und grauſame Gerichte und Straffeuͤber die Gottloſen: Er wil ein 1 b b b Rach⸗ raͤuet:Ertu enur koͤmaſih n: Sondenn unſer liebrni er fort/ ohn auſ Pſ. 40. viſ Hleich wie Gu fuͤhret/ biß auſ ts ſeine Knecht O Chriſtliche Gottes nicht gte Jehu: Es den Thiſbiten Iſedel Fleiſch t deß HErren tt geredet hatte t dem Donne Wann ſich de was ſie verdie⸗ en ſol ſo erſah⸗ 6.33. ſich zur Vol⸗ Igura ex pelwi ſich ſie zuvol⸗ erdt gewehan Gottes gerec ſen: Er wilen Nach ferner befodere. 79 Rach ſchwerdt uͤber uns bringen/ das ſeinen Bund laͤchen ſol. Lev. 26. v. 25. Sein Schwerdt ſol Fleiſch freſſen. Deut. 32. v. 42. Gott wil das Schwerdt hinter uns herauß ziehen. Ezech.⸗ v. 2. Ach laſſet uns die⸗ ſes/ O Chtiſiliche Hertzen/ wol betrachten Dieſes Schwerd iſt der Zorn uͤber die Miſſethat. Hiob. 19. v. ult. Wann wegen unſer Unbußfertig⸗ keit ſolches Schwerd von Gott gezuckt und außgezogen/ ſo wilet unſer Flehen nicht hoͤren/ ſondern er wil uns mit dem Schwerd/ Hunger und Peſtilentz auffreiben Jerem. 4. v. 12. Ach laßet uns die ſetzige verwor⸗ rene und verdorbene Zeit anſehen/ und in Betrachtung derſelben wahre ernſtliche und beſtaͤndige Buſſe thun. G. Arcum ſuum tendendo; Seinen Bogen hat er geſpan⸗ net: Wann der Feind ſeinen Bogen geſpannet/ iſt Leib und Lebens Ge⸗ fahr dem Gegentheil vorhanden. Das moͤgen wir alhier wol gedencken: Es wird aber durch den Bogen alhie Gottes Allmacht und unauß⸗ ſprechliche Gewalt verſtanden. Da ſpannet Gott dieſen ſeinen Bogen wieder die gottloſen/ wie ein Feind. Thren. 2. v. 4. Ach laſſet uns auff die⸗ ſen Bogen Gottes immer gedencken: Gedencket daran jhr gottloſen: Ihr ſpannet euren Bogen und leget eure Pfeile auff die Sehnen/ damit heim⸗ lich zu ſchieſſen die Frommen. Pſ. 1. v. 2. Gott ſpannet wiederum ſeinen Bogen/ euer Boßheit zuſtraffen Gedencket daran jhr Heuchler Die jhr nicht haltet/ wie ein loſſe Bogen. Pſalm. 78 v. /7. Die jhr euch bekehret/ aber nicht recht/ ſondern ſey wie ein falſcher Boge Hoſ. 7. v. 16. Geden⸗ cket alle an dieſen Bogen/ und bekehret euch ernſtlich zu Gott. v. Sagittas lethales imponendo; Und zielet mit toͤdtlichem Geſchoß: Die toͤdtlichen Geſchoß ſind abermahl ſchwere und grauſame Straffen Gottes: Mit dieſen Pfeilen zuſchmettert Gott die Heyden. Num. 24. v. 8. Er wil dieſe Pfeile mit Blut truncken machen. Deut.z2. v. 42. Gott wil ſie ploͤtzlich ſchieſſen/ daß es den getroffenen weh thun ſoll. Pſalm. 64. v. 8. Dann dieſelbe ſeyn dieſen Pfeilen zum Ziel geſtecker. Thren. 3. v. 1z. Sperretauff/ ſperret auff Ohren und Hertzen alle Un⸗ bußfertige Bedencket bedenckel/ das Schwerd deß HErrn: Umb euree willen faͤhret das freſſende Schwerd deß HErren/ von einem Ende deß Landes biß zum andern. Jer. 12. v. 12. Vnd hoͤret dieſe Stimme: Haue darein beyde zur Rechten und Lincken/ was fuͤr dir iſt. Ezech. 21.v. 16. Ge⸗ dencket/ gedencket/ O ihr Gottloſen/ an den Zornbogen Gottes/ baſſe erſchre Wie Gott unſere Buſſe erſchreckliche Pfeile: Denn es ſind Pfeile des Allmaͤchtigen/ welchet Grimm unſern Geiſt(alle unſere Kraͤffte) außſaͤufft. Hiob. 6. v.4. Wann dieſe Pfeile in uns ſtecken ſo drucket uns zugleich Gottes Hand/ daß nichts geſundes an unſerm Leibe fuͤr ſeinem Draͤuen. Pſal. 38. v. 3. ſeq. Da wil Gott ein ſolches Ungluͤck uͤber die Inbußfertigen kommen zaſſen/ daß wer es hoͤrenwird/ jhm die Ohren klingen ſollen. Jer. 19. v.z. Beſthe und liß mit Fleiß. Lev. 26. und Deut. 28. cap. II. Typis& figuris: Mit Vorbilden: Esiſt die Art ſchon den Baͤumen andie Wurtzel gelegt/ welcher Baum nicht gute Fruͤchte bringet/ wird abgehauen und ins Feuer geworffen werden/ ſagt Johan⸗ nes der Taͤuffer. Matth. 3,v.10. Wann einem Baum die Art ſchon an die Wurtzel gelegt/ ſoiſt die Hoffnung ſeiner Erhaltung verlohlen: Alſo auch wann die Zorn⸗Axt Gottes uͤber die Gottloſen gefaſſet/ ſo iſt jhnen groſſe Gefahr vorhanden Ein jeglicher Baum ſo nicht gute Fruͤchte bringet(welche ſind die rechtſchaffene Fruͤchte der Buſſe. Matth.z. v. d8.) wird abgehauen und ins Feuergeworffen. Matt. 7. v. 19. Alſo ſollen alle Unbußfertige in den hoͤlliſchen Feuer⸗Ofen geworffen werden/ da Heule und Zaͤhnklappen ſeyn wird. Matth. 13 v. 0. Gleich wie Chriſtus den Feigenbaum/ an welchem er/ nur Blaͤtter/ und keine Frucht gefunden/ verfluchet. Matth. 21. v. 9. Alſo ſind alle UInbußfertige/ Verfluchete/ ſo in das ewige Feuer gehen ſollen/ ſo dem Teuffel und ſeinen Engeln be⸗ reitet. Matth. 25. v. 41. Wann dieſer Gaͤrtner auff einem Baum etzlliche Jahr Fruͤchte geſuchet/ und keine gefunden/ ſo hauet er jhn ab. Luc. 1z. v. 7. ſeq. Wer nicht durch wahre Buſſe/ und in ſonderheit durch den ſe⸗ ligmachenden Glauben/ in dem Himmliſchen Weinſiock Jeſu Chriſti bleibet/ der wird wie ein duͤrrer Rebe weggeworffen/ muß ins Feuer und brennen. Joh. 15.v. 6. Laſſet uns dieſes alles/ O Chriſtliche Hertzen/ reiffllich und fleiſſig betrachten/ das allergnaͤdigſte und vaͤterliche Hertze Gottes gegen alle Menſchen erkennen/ die Art und Weiſe unſer Beieh⸗ rung betrachten/ daß Gott nicht die Widerſpenſtige/ ſo ſich ſeiner Gna⸗ de widerſetzen/ wolle gewaltſam beke hren/ ſondern nach ſeinem Vater⸗ Recht ſie exhæredirn und enterben/ weilen ſie weder Verheiſſungen/ noch Draͤuung Glauben beymeſſen: Ach laſſet uns nicht unter dem Hauffen der enigen ſeyn/ ſo den HErrn verleugnen und ſprechen: Das iſt er nicht/ und ſouͤbel wird es uns nicht gehen. Jer. ⸗, v. 12. Laſſet uns ſelbſt p. Es iſt die An ſch nicht gure aig rden/ ſagt John⸗ mn die Art ſchone ng verlohren.„ efaſſet/ ſo ſiſh nicht gute Fruͤch ſſe. Matty. 19. Aſſo ſollen all werden/ da Heul wie Chriſtus den Frucht gefunden ge/ Verfluchete einen Engeln be⸗ m Baum etzlich er jhn ab. Luc.z rheit durch denſ ſtock Jeſu Chn uß ins Feuer m hriſtliche Herta vaͤterliche ha Zeiſe unſer Bai ſo ſich ſeiner Gu ach ſeinem Van r Verheiſſunga ns nicht unter de und ſprechen: d à1z. Laſſatu Sb.l⸗ ſ ferner befodere. 81 ſelbſt ermahnen alle Tage/ ſo lange es heute heiſſet/ daß nicht ſemand un⸗ ter uns verſtocket werde durch Betrug der Suͤnde. Heb. z. v. 13. Ach/ das wolle uns verleyhen unſer Allerguͤtigſter Himliſcher Vater/ durch Er⸗ leuchtigung des heiligen Geiſtes/ um Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. Die vierzehende Predigt. DE CONTINUATA DIVINA POENITENTIAK NOSTR DIRKECTIONE: Wie Gott noch ferner uns zut Buſſeleite und fuͤhre. Ack. 7 v. 35. Dieſer fuͤhret ſie auß/ und thaͤt Wunder und Zeichen in Egypten/ im rothen Oeer/ und in der Wuͤſten/ viertzig Jahr. sS ſpricht der kluge Haußhalter Syrach cap. 18. v alſo: Gott habe Gedult mit den Menſchen/ und ſchuͤt⸗ S tet ſeine Barmhertzigkeit auß uͤber ſie. In dieſen Worten —2 wird uns fuͤrgeſtellet: b b I. Dei Longanimitas: Gottes Gedult und Langmuͤtig⸗ keit: Er hat Gedult mit den Menſchen: Freylich/ freylich hat er Ge⸗ dult mit uns elenden Erdwuͤrmlein: Er iſt gedultig/ von groſſer Gnad und Treue. Exod.34 v. 6. Er uͤberſiehet der Menſchen Suͤnde/ daß ſie ſich beſſern ſollen. Sap. n. v.24. Eꝛ richtet ſiemit der Weile/ und laͤſſer hnen Raum zur Buſſe. Sap. 12. v. 10. Er traͤget mit groſſer Gedult die Gefaͤſſe des Zorns. Rom. 9. v22. 8 b 2. Demonſtrationis ejus qualitas: Wie Gott dieſelbe be⸗ weiſe: Nemlich mit ſeiner Barmhertzigkeit: Ob zwar der allerhoͤch⸗ ſte Gott unzehlige Ulrſache hette/ nach ſeiner Gerechtigkeit mit uns zu handeln, ſo laͤſſet er doch ſeine Barmhertzigkeit derſelben vorgehen: Barmhertzig und gnaͤdig iſt er/ gedultig und von groſſer Guͤte. Pſ. 10z. v. 8. Wenn er ſein Angeſicht im Augenblick ſans Bamm ein wenig vor uns Wie Gott noch ferner uns verborgen/ ſo wil er ſich mit ewiger Gnade unſer erbarmen. Eſa.·4 v. 7. Ihm jammert hertzlich/ daß wir ſo verderbet ſeyn/ er graͤmet ſich und hat ſich uͤbel. Jerem. 8. v. 21. Sein vaͤterliches/ ſein allergnaͤdigſtes/ ſein ſo liebreiches Hertze bricht jhm in jhm/ daß er ſich unſer erbarmen muß · Jerem. 31. v. 20. Dann ſeine Barmherzzigkeit iſt zubruͤnſtig/ daß er nicht wil mit uns handeln nach ſeinem grimmigen Zorn Hol. 11. v. 8. 3. Miſericordiæ ubertas: Der Vberfluß ſeiner Barmher⸗ tigkeit, Er ſchuͤttet ſie uüber uns auß: Er zettelt uns ſeine harmhertzig⸗ keit nicht zu/ wie die Saltzmeſſer das Saltz/ ſondern er ſchuͤttet ſie uͤber⸗ fluͤſſig auß: Dann gleich wie er ſeinen Zorn außſchuͤttet uͤb er die Hey⸗ den ſojhn nicht kennen. Jerem. 10. v. 25. nduͤber die unbußfertigen jhre Boßßheit das iſt/ die Straffe derſelbigen. Jerem. 4. v 16. Alſo ſchuͤttet er ſeine Barmhertzigkeit/uͤber die unbußfertigen/ daß er mit groſſer Gedult Ihrer Buſſe erwarlet/ uͤber die bußfertigen aber/ daß/ wo jhre Suͤnde maͤchtig geweſen/ ſeine Gnade und Barmherktzigkeit viel maͤchtiger wor⸗ den. Rom 5. v. 20. Dieſe ſeine Gedult und vaͤterliche Barmhertzigkeit beweiſet Gott ſerner/ daß er mit Zeichen/ Wundern/ und zeitlicher ſtraffe der Menſchen Bekehrung befodern wil/ davon unſere verleſene Worte rden/ auß welchen wir/ in kandlicher Gottes furcht/ wollen betrachten DIVINAM pFR lGNA ET POENAS POENITEN. IIÆ NOSTRKRA DIRECTIONEM: Wie Gott durch Zeichen/ Wunder und Straffen uns zur Buſſe leite und fuͤhre. b Der barmhertzige Gott wolle die Augen und Ohren unſers Hertzen b durch ſeinen heiligen Geiſt uns alſo eroͤffnen/ daß es wahre und be⸗ — Buſſe bey uns wircken moͤge/ umb Jeſu Chriſti willen men. Erklaͤrung. Wit haben fuͤr dieſem angehoͤret/ wie Gottmie Ermahnungen/ Erempeln/ Draͤuungen und Vot bilden unſere Buſſe beode Ge⸗ ches thut er nun ferner; 4 b J. Signis nit groſſe am woſhre iim lmaͤcht o Barmhe ka eutiche uff erſeſene urfe en betrac nit PNN 1 traffer miſs unſere(uthh zeswah undhh ſu Chri ihiln tt Erm tk ſſe befol i 6 ig die goͤttliche s. Aloſ in b 1. 8 4 pter ſolten hertzliche Buſſe thun/ und das Volck Gottes ziehen laſſen, wie Exod 7. und in folgenden Capituln zuleſen. Wann der Calvi⸗ 2. In mari mortuo: Im rothen Meer Waſſer jhnen wie eins Mauer/ zur Rechten und Linck daß dieſelbe darauß Gottes Allmacht und gnaͤdege Providentz uͤber 6 O TS und ſeine Diener murren/ ſonde⸗n mit bußfertigem und glaͤubigem Hertzen GO TTdienen und gel orſam ſeyn: Und weilen ſhnen Gott im Meer Weg/ neinſa de Waſſern Bahn gemacht. ſa. 43. — — —— 14 —— ————— ——— —— ö . ————— 1—— G ——ͤ 8———y—— — ͦ— ——————— ——u— .. 1 1 8 84 Wie Gott noch ferner Eſa. 43. b. 16. So ſolten ſie durch wahre Bußfertigkeit dem HErm den Weg/ und auff dem Gefilde jhrem Gott eine ebene Bahn machen. ſa. 40. vz5. 3. In deſerto: In der Wuͤſten viertzig Jahr: Solcher Zei⸗ chen und Wunder ſeyn viele/ ſo im andern/ dritten und vierdten Buch Moſis zuleſen: Dahaben ſie keinen Durſt gehabt/ da er ſie geleitet in der Wuͤſten/ er hat ſhnen Waſſer auß den Felſen flieſſen laſſen. Eſ. 48. v. 21. Damir anzudeuten daß ſie jhre felſichte Hertzen durch Erzeigung ſeiner vielen Wolthaten/ zu wahrer Buß ſolten erweichen laſſen. Sol⸗ cher Zeichen und Wunder/ die Menſchen zu wahrer Buſſe zu leiten/ hat Gott auch zu andern Zeiten viele ſehen laſſen: Jeremias muſie ſeinen Guͤrtel nehmen/ und gehen an den Phrat/ und verſtecken jhn daſelbſt in einem Steinritzen/ und jhn hernacher wieder holen/ da er verderbet war/ und nichts mehr nutzete; damit anzuzeigen/ wo ſich die Juden nicht wuͤrden bekehren/ ſo wolte Gott die groſſe Hoffart Juda und Jeruſa⸗ lem auch verderben. Jer 13. cap. Er muſte einen irꝛdinen Krug fuͤr den Augen der Juden zubrechen/ damit anzudeuten/ daß eben wie man eines Toͤpffers Gefaͤß zubricht/ daß es nicht mag wieder gantz werden/ alſo wolle er auch dieſes Volck und die Stadt zubrechen/ ſo ſie nicht wuͤrden wahre Buſſe thun. Jer. 19. v. 10. ſeq. Ezechiel muſte ſein Wander⸗Ge⸗ rathe am lichten Tage/ fuͤr den Augen der Ju den nehmen/ und andere Dinge mehr dabey verrichten/ und dabey Ihnen ſagen: Ich bin euer Wunderzeichen/ wie ich gethan habe/ alſo ſol euch geſchehen/ daß jhr wandern muͤſſetlund gefangen gefuͤhret werden. Ezech. 12. v. z. feq. Al⸗ les zu dem Ende/ wahre Buſſe und Bekehrung bey jhnen zu befodern: Dann ploͤtzlich redet G Ott wider ein Dolck und Koͤnigreich/ daß ers außrotten/ zubrechen und verderben wolle/ wo ſichs aber bekehret von ſeiner Boßheit/ dawider er redet/ ſo ſol ihm auch reuen das Un⸗ guͤck/ das er hm gedacht zu thun. Jer. 18. verſ. 7. ſeg. Solche Zei⸗ chen und Wunder hae Gott fuͤr der Zerſtoͤrung der Stadt Jeruſa⸗ lem auch ſehen und gehen laſſen. Im Jahr 1628. hat ſich der Himmel weit von einander gethan/ und hat man an dem Himliſchen Firmament/ auß Norden ein hauffen Kriegsvolck kolſien ſehen/ ſo ſich in Suͤden ge⸗ wendet/ von wannen auch Kriegsvolck kommẽ/ und mit den Nordiſchen getroffeè/ die Nordiſche aber haben ͤberhand behalte/ und ſeyn mithellem Hauffen 8 SE b ſchmachtete Augen und eine verdorrete Seel/ Deut. 28. v. 65. Da wer⸗ zuſ Aen h d denalle Haͤnde laß/ und aller Menſehen Hertzen feig/ Schrecken/ Angſt ni ſe 4 eh und Schmertzen kompt ſie an/ es iſi jhnen bange wie einer Gebaͤrerin. I1 s muſteſa en jhn daſalhſ ſie es anſehen. Eſa. 21. v. z. Da iſt eitel Furcht und kein Friede. Jer. z0. er verderbetnn die Juden nichh uda und Jeruſo den Krugfüͤ‚!dn Gott laͤſſet ſolche Zeichen zu dem ende geſchehen und ſehen/ daß wir ſein en wie man einng Gnad und liebreiches Vater⸗Hertz darauß erkennen ſollen/ weilen er/ ſo s werden/ alſo wahr er lebet/ nicht begehret den Tod deß Suͤnders/ ſondern daß er ſich eenicht wuͤrden D Wander⸗Ge⸗ nen/ und anden :Ich bin eun hehen/ daß ht 2.v. z. ſeqq. A en zu befoden: nigreich/ daßag ber bekehretvon. bhee U leich wie ein irꝛdiſche 1 29. Solche go Draͤuung und Zeichen nicht helffen adt Jeruſo mp dam Su Jas wacker zuſchmeiſſet; Alſothut unſer himliſcher Vater auch: Da faſſet hen Firmammu Gott das Schwerd ſo er gewaͤtzet/ da ziehet er den geſpanneten 2 Sen ſch in Sdeng ab! und laͤſſet ſeine toͤdliche und verderbte Pfeile gehen Pſaln— den Nordiſtin komptuͤber uns das wir fuͤrchten/ wie ein Sturm/ und unſe nfa. d ſeyn mithels ein Wetter. Prop.J. v. 27. Da heiſſet es Manmuß dem Boͤlen weh„. Wie Gott noch feruer mit harker Straffe/ und mit ernſten Schlaͤgen/ die man fuͤhlet/ Prov⸗ 20. v. 30. Daſtrecket Gott ſeine Hand uͤber die Gottloſen auß/ daß er ſie verderbe/ und iſt des Erbarmens muͤde. Jer. 15.v. 6. Dieſe außgeſtreckte und uͤberauß ſchwere Hand/ haben gefuͤhlet die erſte Welt. Gen.7. So⸗ doma und Gomorrha. Gen. 19. Pharao. Erod. 14. Die Juden. Luc.19. v. 43. leqq. Es iſt aber bey dieſer Straffe Gottes dieſes fleiſſig und wol in acht zu nehmen/ daß ehe und bevor er den garauß mit den Unbußferli⸗ gen machet/ ſeine groſſe und unauß ſprechliche Gnadebeweiſe: 1I. Denunciatione; Mit Ankuͤndigung der Straffe: Dann der HErꝛ thut nichts/ er offenbare dann ſein Geheimnuͤß/ den Propheten ſeinen Knechten. Amos z. v. 7. Er verkuͤndiget es zuvor/ und laͤſſet es uns ſagen ehe dann es koͤmpt. Eſa. 48. v.. Daß die Gottloſen erfahren muͤſ⸗ ſen/ daß ein Prophet unter jhnen geweſt ſey. Ezech. 33. v. 33. Alſo iſt die Suͤndflut zuvorvon Gott offenbahret. Gen. 5. v. 17. Die Verderbung Sodoma. Gen. 18. v. y. Das Aſſyriſche Gefaͤngnuͤß. 2. Reg. 17. v. 13. Wie dann auch die Babyloniſche. Jer. 25.v.9. Die Zerſtoͤrung Jeru⸗ ſalem. Luc. 19. v. 43. Laſſet uns dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ ſehr wol in acht nehmen/ wenn noch heut zu Tagen treue Mund⸗Botten Gottes wegen herrſchender Suͤnde/ auß Gottes Worte uns derſelben Straffe ankuͤndigen/ ſolches nicht in den a ind ſchlagen/ ſondern zu hertzlicher Wuſſe uns dadurch bewegen laſſen. 2. Protractione; Mit Ver ug der Straffe: Er harret dabey/ daß er uns gnaͤdig ſey. Eſa.z0. v. 18. ruͤberſiehet der Menſchen Suͤnde/ daß ſie ſich beſtern ſollen. Sap. 11. v. 4. Mit ſolcher ſeiner Guͤte wil er uns zur Buſſe leiten. Rom. 2. v. 4. Er hat Gedult mit uns/ und wil nicht/ daß jemand verlohren werde/ ſondern daß ſich jederman zur Buſſe bekch⸗ re. 2. Pet.z.v. 9. Er gibt uns Zeit/ daß wir ſollen Buſſe thun. Apoc. 2. v. 21. Alſo hat er der erſten Welt hundert und zwantzig Jahr zur Bekehrung Zeit gegeben. Gen. 6. v.). Den Juden zu Jeremie Zeiten drey und zwan⸗ tzig Jahr. Jer 25. v.z. 1eq. Den Niniviten viertzig Tage. Jon. z. v. 4. Dieſes laſſetuns auch/ O Chriſtliche Hertzen mit Danckbarkeit erken⸗ nen/ und verziehen nicht uns zum HEren zu bekehren/ und ſchieben es nicht voneinem Tage auff den andern/ dann ſein Zorn kompt ploͤtzlich/ und wirds raͤchen/ und ſolche Undanckbareverderben. Spr.) v.S.leg. „ 3. Aftectione: Mit vaͤterlicher Zuneigung: Gleich wie ein Vater ſeine Kinder ſtraffet nicht daß er ſie verderbe/ ſondern daß faſis — beſſern ———— ————————— 8 4 1 8 B 4————— ————*— 1— 1———— ————.——— e———— . 3 2— 6 ¹ . 3 4 8 2 54 1] 14 4 ——— 1 1 14 — 4——— .—————— 8 13 —— 2————— ——————* 5 4—— 84 —————— SAE——— 2 ———— —— 7 6* 1 44 —— — 2 25 8 —— —— —— ᷣ—— — — ——. —ᷣ—ᷣ—ꝛxꝛ —— ———— — —— —— 2 ——— —— — 14, Straffe: Im den Propt ind laͤſſetens gerfahrenn) 33. Alſoiſn ie Verderhun Neg. 7.uh ſtorung Jaru gan/ ſehr woln Zotten Gottts .— Aben Straffe zu hertzlicher harret dabeh ſchen Suͤnde er Guͤte wiln und wil nich! r Buſſebekh . Apoc. 2.,9.1ÄB ur Bekehrung drey und zwah ge. Jon.z.v. 4 1 ſckbarkeitaig und ſchicbenb lomptplöͤtlich pr. 5.v. delec. Gleich wiett derndaßſiſh beſſen tes/ und folgends alſo auch jhre Suͤnde und Unbuß fertigkeit herruͤhre/ A uns zur Bußleite und fuͤhre. 8, beſſern und zu ſolcher Straffe gleichſam ungerne ſchrꝛitet: Alſo plagt Gott die Menſchen nicht von Hertzen Thren.. v.z3. Er hat nicht Luſt am Verderben der Lebendigen. Sap. 1. v. 33. Sondern er ſiraffet ſie ſaͤu-⸗ berlich/ und erinnert ſie mit Zucht/ woran ſie ſuundigen/ auff daß ſievon der Boßheit loß werden/ und an jhn glaͤuben. Say 12. v. 2. Ach/ unſer al⸗ lerguͤtigſter/ unſer allergnaͤdigſter himliſcher Vater/ laß uns dieſes dein vaͤterliches Hertz erkennen/ daß wir uns von Hertzen bekehren und beſſern moͤgen/ um Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. DMDie funftzehende Predig. DE CAUISA IMPULSIVA POENITENTIE,RATIONE DEI PRIMA, QI SINCERA IPSIUIS VOLUNTAA. Von der erſten rſach an Gottes Seiten/ ſo uns zu wah⸗ rer Buſſe treiben ſolle/ welche iſt fein ernſter Wille. Ezech. 33. v. II. hr als ich lebe/ ſpricht der HErꝛ HErꝛ/ ich habe keinen Gefallen am Tode deß Gottloſen/ ſondern daß ſich der Gottloſe bekehre von ſeinem Weſen und lebe. So be⸗ kehret euch doch nun/ von eurem boͤſen Weſen/ warumb wolt jhr ſterben/ hr vom Hauſe Iſracre: Sſpricht David Pſal. 47, v. m alſo: Der HEr: M hat Gefallen an denen die jhn fuͤrchten Die Calviniſche Leh⸗ ͥ̊ð⸗h rer extendiren den goͤttlichen Gefallen/ wider ſein helles und ſe 2* = flares Wort/ ſehr weit/ und zwar alſo/ daß die ewige Ver⸗ werffung der Verdampten auch auß dem alleinigen Wolgefallen Got⸗ wie am andern Ort jhnen ſolches klaͤrlich bewieſen und dargethan. Ach der erſchrecklichen Gedancken Dann es iſt eben ſo viel/ alswann einer 5 wolte ſagen: Einfrommer und liebreicher Vater haͤtte ein Wolgefallen an ſeiner Kinder zeitlichem und ewigem Verderben. Ach nein/ Ach nein! 642 on der 8 Wie Gottes ernſter Wille Sondern Gott hat ein Gefallen an denen ſojhnkindlich fuͤrchten: Es hat Gott gefallen/ durch Harchee redgs ſelig zu machen die/ ſo daran glaͤuben. 1. Cor.· v. 21. Welchen Glauben er jederman fuͤrhaͤlt. Act.17. v. 31. Er hat uns verordnet zur Kindſchafft gegen jhm ſelbſt/ durch Jeſum Chriſtum/ nach dem Wolgefallen ſeines Willens. Eph. 1. v. 5. Und dar⸗ um hat er ins gemein uns wi ſſen laſſen/ das Geheimnuͤß ſeines Willens/ nach ſeinem Wolgefallen. ib. v.9. Solchen ſeinen Wolgefallen/ beweiſet Gott der Vater/ daß er allen Menſchen/ an allen Enden gebeut Buſſe zu thun. Act. 17. v. 0. Welches ſein Gebot iſt rechtſchaffen/ das iſt/ auff⸗ richtig. Pſal. 111. v. 7. Solchen ſeinen Wolgefallen beweiſet der Sohn Gottes mit heller Stimme/ da er ſpricht: Kommet her zu mir alle/ ſo jhr muͤhſelig und beladen ſeyd/ ich wileuch erquicken. Manth. 11. v. 28. Dar⸗ unter auch diejenige begrieffen wer den/ ſo ſich unter ſeine Gnaden⸗Fluͤgel nicht verſamlen laſſenwollen. Matth. 23.v. 37. Solchen ſeinen Wolge⸗ fallen bezeuger Gott der heilige Geiſt/ in dem er ſeinem Worte alle Men⸗ ſchen zu der goͤttlichen Gnadeberuffet Eſa. 55. va. Und bezeuget/ daß die heilſame Gnade Gottes allen Menſchen erſchienen ſey. Tit 2. v. 1.. Die⸗ ſen ſeinen allergnaͤdigſten Vaͤterlichen Gefallen bekraͤfftiget in ver leſe⸗ nen Worten Gott der HErꝛ mit einem theuren Eidſchwur/ welche wir deßhalben wollen fuͤr uns nehmen/ und auß denſelben in Gottesfurcht b betrachten; Wie der von Gott mit einem theuren Eyd bezeugter Wille/ uns zu wahrer Buſſe bewegen ſolle. Dieſer allerguͤtigſte himliſcher Vater/ wolle uns hiezu verleihen die Gnade ſeines guten Geiſtes/ daß es unſer Seligkeit erſprieß lich ge⸗ ſchehen moͤge/ um Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Daß der allergnaͤdigſte/ allgemeiner/ va terlicher und ernſter Wille Gottes ſey/ daß alle alle alle arme Suͤnder/ ſo der Bekehrung faͤhig)ſich fi⸗ zu Gott bekehren ſollen/ iſt nach Anleitung verleſener Worte zuerſehen: 1. Ex Deijuramento: Auß Gottes theurem Eydſchwur: So “ wahr Gnaden⸗Fu ſeinen Wolg Jorte alle Ma⸗ bezeuget/ daßd Tit 2. v. r. Di Wet in verſeſe⸗ ur/ welche wir Gottesfurcht ezeugter u vetleihen erſprießlichg⸗ nd ernſter W rung faͤhig ſih erleſener Won ydſchwur.Eh ndſch wah wahr als ich lebe ſpricht der HErꝛ HErꝛ: Weilen Gott bey keinem uns zur Bußtreiben ſol. 8 groͤſſeren hat zu ſchweren/ ſo ſchweret er bey ſich ſelbs. Heb. 6.v. 13. Alſo ſpricht er zu Abraham: Ich habe bey mir ſelbs geſchworen. Exod. 32. v. 13. Ich ſchwere bey mir ſelbs/ und ein Wort der Gerechtigkeit gehet auß meinem Munde/ dabey ſol es bleiben. Eſa. 45. v. 23. Und dieſes goͤtt⸗ lichen Eydſchwurs haben wir auch Exempel. Jer. 22. v. 5. cap. 49. v. 13. Es iſt ja/ OChriſtliche. Hertzen/ Golt ein warhaffliger Gott. Pſ. 3. v. 4. Exr baͤlt ſeine Warheit treulich im Himmel. Pſal. 89. v.3. Er haͤlt Glau⸗ ben ewiglich. Pſal. 146. v. 6. Unter deſſen aber laͤſſet ſich Gott zu unſer Schwachheit ſo gar tieff herunter/ daß er auch ſeinen allergnaͤdigſten/ algemeinen/ vaͤterlichen und ernſten Willen mit einem theuren Eyd be⸗ kraͤfftiget: ldcirco jurat Deus, ut ſi non credimus promittenti Deo credamus ſaltem juranti, ſagt Hieronymus: Das iſt; Darumb ſchwe⸗ ret Gott/ daß/ ſo wir nicht wollen glauben ſeiner Verheiſſung/ wir a ſollẽ glauben ſeinem Schweren Inſonderheit aber ſchweret Gott⸗ 1. Ad fidelium confirmationem: Zu Bekraͤfftigung der Glaͤubigen: Dann was Gott ſchweret das gereuet jhm nicht. Pf. 10. v.4. Der Eyd machet ein End alles Haders dabey es feſte bleibet unter den Menſchen. Heb. 6. v. 16. Ubi juratio, ibi nulla eſt dubitatio ‚ſagt Auguſtinus: Das iſt/ wo man ſchweret /da iſt nicht zu zweiffeln. Deiju⸗ ratio, promiſſionis eſt confirmatio, ſagt abermal Auguſtinus. Das iſt: Gottes Eyd iſt eine Bekraͤfftigung ſeiner Verheiſſung. Wer nun dieſen theuren Eyd/ von dem voluntate ſigni, oder nur einem Zeichen deß goͤttlichen Willens/ dabey kein Wolgefalle Gottes(gegen die außtruͤck⸗ Tom. 1. Epiſt. 46. ad Kuſtic. e quin- que hæreſ. cap. 4 In pfal. 88. lichen Worte Gottes) ſey/ erklaͤren wil/ wie Zwingerus in recens. pag. 280. analyt. uber die Epiſtel Pauli thut/ der thue es auff ſeine Gefahr/ und er⸗ fahre endlich/ was es ſein werde Gott meineydig halten: Win wiſſen/ und ſeyn in unſerm Hertzen verſichert/ daß Gott nicht wolle/ daß jemand ver⸗ lohren werde/ ſondern daß ſich jederman zur Buſſe bekehre. 2. Pet.z. v.9. Welchen herrlichen Gnaden⸗Spruch Zwingerus auch an gemeltem Ort verkehret/ und wil daß es entweder nur euſſerliche Zeichens Worte/ oder allein von den Außerwehlten zu verſtehen ſey/ da doch jemand und ſe⸗ derman alle Menſchen unter ſich begriffen¼. 2. Ad infidelium increpationem: Zur Straffe der Unglaͤu⸗ bigen: Weꝛlen die unglaͤubigen unter anden auch ein Mißtrauenge⸗ gen Golt Wie Gottes ernſter Wille gen Gott haben/ ſo wil Gott ſo viel ſagen: Ach jhr elende unglaͤubige Menſchen/ iſts dann recht/ daß ieh euers Inglaubens und Mißtrauens halber ſchweren/ und mich eydlich erklaͤren muß Die Außerwehlten mißtrauen goͤttlicher Verheiſſung nicht; Sondern ſie wiſſen auffs al⸗ lergewiſſeſte/ daß was Gott verheiſſe/ das koͤnne und wolleer auch thun. Rom. 4. v. 21. Sondern es iſt eine Eigenſchafft der Unglaͤubigen/ wie zu ſehen. Jer. 2. v. 18. Denn ſolche weichen mit jhrem Hertzen vom HErnn. Jer. 17. v.;. Dieſelbe zu wahrer Buß/ und Gemeinſchafft ſei⸗ ner vaͤterlichen Gnade zu bringen/ ſo ſchweret Gott/ daß er ſolches be⸗ gehre/ und ſtraffet zugleich jhr unglaubiges Mißtrauen. Dei juratio, Lib. 16. de eſt infidelium quædam increpario, ſagt Auguſtinus. Das iſt; Goot⸗ civ. Dei. tes Schweren iſt eine Straffe der Unglaͤubigen. Darumb/ O Chriſt⸗ cap. 32. liche Hertzen ſollen wir in dieſem theuren Eydſchwur Gottes/ nicht nur einen bezeichneten/ eußerlichen Wort⸗Willen Gottes einbilden/ ſon⸗ dern/ laut ſeiner klaren Worte erkennen/ daß es ſein vaͤterlicher und gefaͤl⸗ liger Wüle ſey. II. Exjuramenti objecto: Auß demjenigen wovon er ſchwe⸗ ret: Davon befindet ſich allhie 3 3 ſcwe 1. Objectum perſonale: Was es für Leute ſeyn/ von welchen er ſchweret: Dieſelbe nenneter erſtlich Suͤnder/ und damit ſich niemand einbilden moͤchte/ es werden dadurch etwan ſolche Sunder verſtanden/ ſo nicht vorſetzlich/ ſondern auß Schwachheit geſuͤndiget/ ſo begreiffet er auch unter denſelben die Gottloſen: Was dieſelbe aber fuͤr Leute ſeyn/ iſ beydes auß Gottes Wort/ und der Erfahrung offenbar. Dieſes O Chriſtliches Hertz/ bezeuget gnungſam/ den allergnaͤdigſten Willen Gottes gegen alle Menſchen Dann er recket ſeine Gnaden⸗Haͤnde auß auch zu einem ungehorſamen Volcke/ das ſeinen Gedancken nach⸗ wandelt/ auff einem Wege der nicht gut iſt. Eſa. 65. v. 2. Er hat alles unter die Suͤnde beſchloſſen/ auff daß er ſich aller erbarme. Rom. 11. v. z2. b Chriſtus Jeſus iſt kommen in die Welt/ die Suͤnder(ſo dem gnaͤdigen Wuͤlen und Ordnung Gottes Gehorſam leiſten) ſelig zu machen. 1. Tim. 1.v. 15. Und alſo wiler daß allen Menſchen geholffen werde/ und zur Erfandn de Warbeitonmnene Tune 4 . Objectum reale: Wases fuͤr eine Sache ſey/ uͤber welche Gott ſchweret Solches ſetzet Gotr auff;weyerley ee9, ch n 1— 13 1 1 8* 2 ——— 2.„ — 4. 2— 7„—— ——————————.—“ ——.—— 2———„ 4 ———y; ů ÿÿÿÿÿäÿää——.—— 3— ſſſͤſͤſͤſſſ —————————..—— ſſͤͤ 3 —————,———— 14————.* S 8 8— f- A 3 — — —— — Se ——y ———ſ —— —— ——— E. —— ——— —— y—— ———— ————— —— ͦ— a. Nega- de ungliu d Mißtraun Außermi uſſen aſßg Unaa n Hentanren neinſchafft ger ſolchet ei jurati Das iſt; Ge⸗ n5 /O Chn ktes/ nichtn nbilden/ ſoh her und gefaͤ ner ſchnwe⸗ don welchen ſich niemand verſtanden! ſobegreiffe r Leute ſeyn, ar.“ Dieſes igſten Willn naden⸗Hande dancken nach .Er hatalle Rom. I.. v.zn dem gnaͤdign ig zu mach. ffen werde in y/uber wal 1 der uns zur Buſſe treiben ſoll. 22 a. Negativè: Daß er nicht begehre: Den Tod deß Sun⸗ ders: Dieſes iſt eigentlich zu verſtehen: Theils vom geiſtlichen; Theils vom ewigen Tode: Der geiſtliche Tod iſt nichts anders/ als der Suͤn⸗ den Tod; Dann der Sunden Zaͤhne/ ſind wie Loͤwen Zaͤhne und toͤd⸗ ten die Menſchen. Syr. 21. v. 3z. Da ſind wir tod durch Ubertretung und Suͤnde Eph. 2. v. 1. Lebendig tod. 1. Tim. 5. v. s. Dieſen Tod wil GO TT nicht/ das iſt/ er wilnicht/ daß wir durch Suͤnde uns in dieſen Tod ſtuͤrtzen/ oder wann wir darinn gefunden/ in demſelben verbleiben ſollen: Dann er iſt nicht ein G O T T/ dem gottlos We⸗ ſen gefaͤllet/ wer hoͤſe iſt/ bleibet nicht fuͤr jhm. Pſalm. 5. v. 5. Er liebet Gerechtigkeit/ und oſfe gottloſes Weſen. Pſalm. 45. v. 8. Und zu dieſem Ende laͤſſet G O T T das Evangelium predigen/ daß die geiſtliche Todten ſo deſſen Stimme hoͤren/ leben moͤgen/ Johan.. v. 25. Derewige Tod/ iſt nichts anders/ dann die ewige Berdamnliß. Sol⸗ che wiſſen GO TTEES Gerechtigkeit/ daß die ſolches thun/ deß Todes wuͤrdig ſind/ dennoch aber thun ſie es nicht allein/ ſondern ha⸗ ben auch Gefallen an denen die es thun. Roman. z. v. 32. Dieſer iſt das Ende der Suͤnden. Rom. 6. v. 21. Dann wann dieſelbe vollendet/ ſo gebieret ſie dieſen Tod. Jac. 1. v. 1z. Dieſen Tod wil GOTT auch nicht: Dann zu dem Ende hat er der gantzen Welt ſeinen Sohn ge⸗ geben/ auff daß alle die an jhn glaͤuben nicht verlohren(dem ewigen Tod unterworffen) werden/ ſondern das ewige Leben haben. Johan. 3. verſ. 16. Wann ein Suͤnder wird bekehret von dem Irꝛthum ſeines Weges/ der hat deſſen Seele vom Tode geholffen. Jac. 5. v. 20. Die⸗ ſes/ O Chriſtliche Hertzen/ laſſet uns wol betrachten/ daß G O TT weder Suͤnde/ noch Suͤnden Wuͤrckung begehre/ und deßwegen fuͤr der Suͤnde fliehen/ wie fuͤr einer Schlangen. Syr. 21. v. 2. Ind wannwir darinn gerathen/ ohne Verzug umb Vergebung derſelben Gott bitten und anruffen. 6. Affirmarivè: Was er begehre: Daß ſich der Suͤnder und Gottloſe bekehre: Das iſt/ daß er von ſeinen Suͤnden abſtehe/ uͤber dieſelbe wahre Reu und Leid trage/ und die Gnade G.O T⸗ TESin CHRISTO JESll ergreiffe: Wir muͤſſen unns von gantzem Hertzen/ von gantzer Seele/ von allen Kraͤfften M j zum ———— ͤͤ 1——e—— N ————— 2—— 4 ͤ—— 4 —— 4———õõÿõÿõÿõÿõ ———————— 1 —— -—— — 5 5 — 4 1 4 8—— 7 14 ———— ———— ——— —— 2— —ÿÿÿõÿ —— —— —— —— ——-—— —— —————— Wie Gottes ernſter Wille zum HErrn bekehren. 2. Reg. 23. v. 25. Suchen GOT Tund kehren uns fruͤh zuſhm. Pſalm. 78. v34. Muͤſſen Gottes Wort hoͤren/ und uns bekehren von unſerm boͤſen Weſen. Jerem. 26. v.. Bekehren uns von der Finſternuͤß zum lLiecht/ und von der Gewalt deß Satans zu Gott/ zu empfahen Vergebung der Suͤnden. Actor. 26. v. 18. Bekehren uns zum Hirten und Biſchoff unſer Seelen. 1. Pet. 2. v. 25. Dieſes/ dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ iſt der wahre goͤttliche Gefalle/ und nicht die bloſſe Verwerffung der elenden Sunder. Einſten muſte er auch Gefallen tra⸗ gen an den Suͤnden ſ ſo ſie dazu fuͤhren/ und der Juden Gottes laͤſterlichh Rede wahr ſeyn: Wer boͤſes thut der gefaͤllet dem HErin und er hat Luſt zu demſelbigen. Malach. ²2. v. 7. Behuͤte Gott fuͤr ſolche Gedancken: Denn er hat keinen Gefallen auch am Tode deß ſterbenden Suͤnders Ezech 18. v. 32. Laſſet uns aber/ O Chriſtliche Hertzen/ den Wolgefallen Gottes auß ſeinem Worte lernen/ und uns deſſelben befleiſſen: Er hat aber Gefallen an denen die jhn fuͤrchten/ und auff ſeine Guͤte hoffen. Pe 147. v. 11. Wir muͤſſen unſere Leiber begeben zum geiſtlichen Opffer/ wel⸗ ches lebendig/ heilig und Gott wolgefaͤllig ſey. Rom. 12. v. 1. Wenn wir in Gerechtigkeit/ Friede und Freude im heiligen Geiſt Chriſto dienen/ das iſt Gott gefaͤllig. Rom. 14. v. 17. 1eq. Wir muͤſſen durch die Gnade ſo uns Gott erzeiget) Gott dienen/ jhm zu Gefallen/ in Zucht und Furcht. Heb. 12. v. 28. Bitten unnachlaſſig den grundguͤtigen Gott/ er wolle uns fertig machen in allem guten Werck/ zu thun ſeinen Willen/ und ſchaffen in uns/ was fuͤr jhm gefaͤllig iſt/ durch Jeſum Chriſt. Heb. 13. v. 21. IlI. Ex converſionis eſtecto; Daß die Sünder und gottlo⸗ ſen ſollen leben: Durch dieſes leben wird verſtanden: b 1. Vita gratie Das Gnaden Leben/ Welches entgegen geſetzet wird dem geiſtlichen Tode: Da unterweiſet uns Gott(durch ſein Won und Willen) daß wir leben. Pſalm. 19. v. 144. Dann wo wir ſeyn Wort fleiſſig und andaͤchtig hoͤren/ ſo ſol unſere Seele leben. Eſa. 55. v. z. Wei⸗ len wir auß demſelben den ſeeligmachenden Glauben erlangen/ durch welchen wir geiſtlich leben. Habac. 2 v. 4. Denn wann die(geiſtlich) To⸗ den die Stimme deß Sohnes Gottes hoͤren/ ſo werden ſie leben. Joh.). v.25. Von der Jungfrauen Otilia ſchreibet Zwingerus auß dem Me- rulo, daß ſie blind auff dieſe Welt geboren/ und deßwegen jhr Vater/ wie ſie etwas erwachſen/ mit den Gedancken umbgangen/ ſie zu toͤbten: Sie TTudicha hoͤten undin ren uns vonge 1s zu Gotu ehrenu n ſes/ diſt/ h dnichtgelaſe Gefallntw ottes laͤßeuhe und er hatih he Gedanck — den Suͤnd ‚Wolgefaln eiſſen: Erhu ate hoffen. en Opffer/ wa⸗ Wenn wir in fo dnne/ d9 86 t und Furcht. tt er wolle uns n und ſchaffn 1 3. v. 21 82 r und gottlo⸗ antgegen geſett urch ſein Ban ſa. ſ. v. 3 erlangen dundh je(geiſtlich)dè ſieleben. Ja, as auß dem e AG 8 SV 2 enjhr Vaun u töda ſie⸗ 8 Amen. uus zur Buß treiben ſol. 93 Sie aber habe allezeit Gott fleiſſig angeruffen und jhm gedancket/ wel⸗ cher jhr auch das Geſichte gegeben/ und dadurch dem Vater gefaͤllig gemacht: Wir/ O Chriſiliche Hertzen ſind von Natur in Suͤnden tod. — Eph. 2. v.. Und ob zwar unſer Himliſcher Vater gute Fuge haͤtte/ uns auch dem ewigen Tode zu unterwerffen/ ſo machet er uns doch/ durch ſei⸗ neverordnete Mittel/ geiſtlich lebendig/ wann wir dieſelbe nicht muth⸗ willig verachten.“ 2. Vita gloriæ: Das ewige und herꝛliche Leben; Welches enegegen geſetzet wird dem ewigen Tode: Dieſes ewiges Leben erlangen alle die ſich warhafftig bekehren/ und beſtaͤndig dabey verharren: Da gibe Chriſius jhnen/ als ſeinen Schaͤfflein/ das ewige Leben. Johan. o. v. 28. Da iſt Chriſius/ den wir mit feſtem Glauben ergreiffen/ der Weg/ die Warheit und das Leben/ und kompt niemand zu ſeinem Vater/ dann durch jhn. Joh. 14. v. 6. Der ſelbe hat das Leben und ein unvergaͤngliches Weſen ans Liecht gebracht. 2. Tim. 1. verſ. 10. O der allerherꝛligſten Wirckung! b“ IV. Exardenti Dei mandato& voto; Auß dem Befehl und in⸗ niglichẽ Wunſch Gottes: Darum bekehret euch võ eurem boͤſen Weſen/ warum wolt ihr ſterben/ ihr vom Hauſe Iſrael? Got: befiehlet es nicht allein/ ſondern wuͤnſchet auch daß wir ſeinem Befehl gehorchen/ zeitlichem und ewigem Tode entfliehen moͤgen: Hievon re⸗ det Gott gar ſehnlich und ſpricht: Es iſt ein Volck da kein Rath innen iſt/ und iſt kein verſtand in hnen: O daß ſie weiſe weren/ und vernehmen ſolches/ daß ſie verſtuͤnden/ was ihnen hernach begegnen wird. Deut. z2. v. 28. ſeq. Wolte mein Voilck mir gehorſam ſeyn/ und Iſrael auff mei⸗ nem Wege gehen/ ſo wolte ich jhre Feinde bald daͤmpffen/ und meine Handuͤber ihre Widerwertigen wenden. Pſ.d. v. 4. ſeq. O daß du auf meine Gebot merckteſt/ ſo wuͤrde dein Friede ſeyn wie ein Waſſerſtrohm/ und deine Gerechtigkeit/ wie die Meeres⸗Wellen, Eſa. 48. v. 18. Ja/ ihm jammert hertzlich/ daß wir verderbet ſeyn/ er graͤmet ſich/ und gehabt ſich uͤbel. Jer. 8. v. 22. Der Sohn Gottes vergieſſet auch auß hertzli⸗ chem Mitleiden ſeine Thraͤnen. Luc. 19. v. 41. ſfeqq. Derallergnaͤdig⸗ ſter Gott gebe uns ſeinen heiligen Geiſt/ daß wir dieſen vaͤterlichen Wil⸗ len Gottes erkennen/ uns in der Zeit der Gnaden zu ihm bekehren/ geiſtli⸗ ches und ewiges Leben erlangen moͤgen/ umb Jeſu Chriſti willen Amen/ M üü Die Wie die Majeſtaͤt Gottes Die ſechszehende Predigt. E CAUSA IMPULSIVA POENITENTI RATIONE Dr SAsfendbn A PKRCIPIENTIS MAIESTAS: Von der andern Urſach an Gottes Seiten ſo uns zu wahrer Buſſe treiben ſol/ welche iſt die Maſeſtaͤt Gottes/ ſo ſie von uns erfordert. —— 3 v 4 .—*. 3 1— “— 3 “ 1 4 1 — AA 3 3“ 3 1 1 8* . 5 3 n * 1 1 1— 4 1 1 3 3 3 19 3 2 8z H 74 8 4 8 3 6 1 83 1 1 8 13. 1 1 4— 1. 8 8 4 8 i 6 1— 1 1 * 1 3 † 1 5 6 3 9 3 6 4 1 4 8 1 4. 3 4 3 6 84 A A4s— 8 84 4. —ꝛꝛ;; Q a———— —— —————————— ———————— —————— Dann dieſe beyde/ Gott fuͤrchten und Gott gehorſamen ſeyn unzertren⸗ lich/ und laſſen ſich ſtets beyeinander finden: Iſrael/ was fodert der HErr dein Gott von dir: Dann daß du den HErrn dein en Gott fuͤrch⸗ teſt/ daß du in allen ſeinen Wegen wandelſt/ und liebeſt jhn/ und dieneſt dem HErrn deinem Gott/ von gantzem Hertzen/ und von gantzer G len/ 8 KANN 4 Er 14 ſo„ Maßuͤ 2 2 enEm lſo: Fürcht fct aln Men⸗ alomon von urcht; Unt enden der erſten uß knechtlichn icher liebrache HErrn unſen ollen ihn fuͤr den HErmu n hat dieſe Ge ingen nußzelun ,,8. 2. Mande Zebott haltn nſeyn unzeret was fodet a nen Gott ſäch ſhn/ und dau von gunten uns zuwahrer Buß treiben ſrt. 9s t/ daß du diezebottdes Enan halteſ und ſane Nechte. Deut o. v. 12. Wir muͤſſen dem HErrn unſerm Gott dienen/ und ſeiner Stim⸗ me gehorchen. Joh. 24. v. 24. Dann die den HErrn fuͤrehten/ thun was ihm wolgefaͤllet. Syr 2. v.*. Wann wir alſo ſeinem Wort gehorchen/ ſo 4 er unſer Gott ſeyn/ und wir ſollen ſein Volck ſeyn. Jerem. 2. perſ. z¼. ſ II. Noſtrum debitum: Unſer Schuldigkeit: Es gehoret ſolches allen Menſchen zu: Dann zu dem Ende hat Gottalles ge ſchaffen/ daß es jhm dienen ſol. Pſal. 119. v.o1. Die wilden Thier thun mit Freuden Gottes Befehl/ und ſind bereit wo er jhr bedarff auff Er⸗ den. Syr. 39. v. 37. Und wir vernuͤnfftige Menſchen ſind Gott ſo un⸗ gehorſam: Zu dem Ende hat uns Chriſtus erloͤſet/ daß wir Gott ohne Furcht ſollen dienen unſer Lebenlang in Heiligkeit und Gerechtigkeit die jhm gefaͤllig iſt. Luc. 1 v. 74. ſeq. Zu dem Ende ſind wir zur Gemein⸗ ſchafft der Chriſtlichen Kirchen beruffen: Durch den heiligen Geiſt: Denn derſelbe hat uns nicht beruffen zur Unreinigkeit/ ſondern zur Hei⸗ ligung. 1. Theſſ. 4. v. 7. Und wie derſelbe ſo uns beruffen hat/ heilig iſt/ ſollen wir auch heilig ſeyn in allem unſerm Wandel. I. Pet. 1.v. 15. Die⸗ ſes Gebott Gottes/ dem wir zu gehorſamen ſchuldig ſeyn/ haben wir auch in verleſenen Worten von unſer Bekehrung zu Gott/ welches wis in folgendem eintzigen Puͤnetlein erwegen wollen/ und anſehen/ Wie uns der ernſte goͤttliche Befehl zu wahrer Buſſe reitzen und treiben ſolle. Gott der Vater aller Barmherktzigkeit/ verleyhe uns ſeinen heiligen Seiſt/ daß wir gehor ſamlich dieſes betrachten und erfuͤllen moͤgen umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Wir haben allhie in acht zu nehmwen: I. Præcipientem: Wer allhie befehle? Gott/ ag: Paulus De äe 95 Wie Gottes ernſter Befehl uns erſchaffen/ erloͤſet/ geheiliget/ und unzehlige Wolthaten erzeiget hat: 8 Bey welchem wir allhie inſonderheit muͤſſen betrachten: b Ben. che us erga Sheinſonde herewuͤſſen: Seine Guͤte gegen die ſo ſeinem Befehl gehorchen: Sihe doch an/ O Ehriſtliches erte das 26. cap. deß dritten/ und das 28. cap. deß fuͤnfften Buchs Moſis/ ſo wirſtu befinden welche Gnade und Segen Gott ſeinen gehorſamen Kindern mittheilen wolle: Werden wir Gottes Stimme gehorchẽ/ ſo ſol⸗ len wir ſein Eigenthum ſeyn. Exod 19. v.z. Er thut Barmhertzigleit an vielen tauſenden ſoihn lieben und ſeine Gebott halten. Exod. 20. verſ. 6. Wann wir ſeine Gebott halten/ ſols uns/ und unſern Kindern nach uns wolgehen. Deut. 4.v. 40. Wann wir ihm gehorchen/ ſollen wir des Lan⸗ des Gut genieſſen. Eſa. 1. v. 19. Gott ſol gereuen des Vbels/ ſo er wider uns geredet hat. Jer. 26. v. 13. O der herrlichen Frucht des goͤttlichen Gehorſams! 2. Ejus erga inobedientes ſeveritatem: Sein Ernſt den er gegen die Ungehorſamen gebraucht: GOT T iſt nicht allein ein guͤtiger/ ſondern auch ein eifferiger und ſtrenger Gott: Er iſt ein eifferiger Gott. Exod. 20. verſ. 5. Sein Zorn und Eiver rauchet uͤber die Ungehorſamen. Deut. 29. v. 20. Er laͤſſet ihn wie Feuer brennen. Pſ. 79. v. 5. Da zeucht er ſich an zur Ra⸗ che/ und kleidet ſich mit Eiver wie mit einem Rock Eſa. 59. v. 17. Und wann dieſes die Gottloſen nicht wollen in der Gnadenzeit erkennen/ ſo ſol ſein Zornuͤber ſie vollendet/ und ſein Grimm uͤber ſie auß gericht werden/ und ſollen erfahren/ daß er der HErr in ſeinem Eiver geredet habe. Ezech. z. v. 13. edencke/ O Chriſtliches Hertze/ was der Eiver offt bey einem frꝛdiſchen Vater koͤnne außrichten: Valerius Maximus ſchrei⸗ bet von dem Poſthumio Tu berto, daß er ſeinen S ohn Aulum Poſthu- nium, welchen er in ſeiner Jugend in freyen Kuͤnſten/ und hernacher in Kriegs ſachen wol haͤtte unterweiſen laſſen/ darum enthaupten laſſen/ daß er ohne Befehl ſeines Vaters/ auß der Beſatzung ſich g emacht und den Feind in die Flucht geſchlagen: Was ſolte dann nicht der Eiver Got tes gegen ſeine boßhafftige ungehorſam⸗ Kinder thun: „Præceptionem: Das Sebieten Sottes: Gott gebeut/ ſagt Paulus; Gott ſtellet es nicht in unſern Wolgefallen/ ſondern er wil es kurtzum als unſer gebietender und uͤber uns allein herꝛſchender . Gott atenenſe 1: Pngein Gutegegn riſtliches han Buche Thſ men geſenan eggehor ſo armhenzigietn indern na llen wir deln bels/ ſoum it des goͤttla mErnſt dent ih ein eifferige verſ. ſ. Seit 29. v. 20. Er ſch an zur Ra⸗ 9. v. 17. Un erkennen ſo ſe gericht wenda geredet hale Eiver offt h laximus ſchit Aulum Pocthe nd hernache thaupten laſ ich gemachtuh nicht der Ere un: 1 ;: Gott gebea allen ſonden. in herſchede gein henſ 36 uns zu wahrer Buſſe treiben ſor.. 97 Gott haben. Er Ser uns ſeine Gebote zu dem Ende/ daß wir ſie lernen und thun ſollen. O auff daß wir leben und gemehret werden. Deut. 3. v.1. Weilen er Luſt hat an dem Gehorſam ſeiner Stimme. 1. Sam 1z. verſ. 22. Wer da ſagt er kenne Gott und haͤlt ſeine Gebote nicht/ der iſt ein luͤgner/ und iſi keine Warheit in ſhm. 1. Joh. 2. v. 4. Laſſet uns/ O Chriſtliche Hertzen/ dieſes Gebott wol in acht nehmen/ ſo werden wir leben. Prov. 7. v.2. Wir wer⸗ den nichts boͤſes erfahren. Eccl. 8. v. 3. Es ſol unſer Friede ſeyn wie ein Waſſerſtrohm/ und unſere Gerechtigkeit wie die Meeres⸗Wellen. Eſa. 48.v. 18. Wennwit nach dem Wort des Lebens wandeln/ ſollen wir le⸗ ben und nicht ſterben. Ezech. 33 v. 1ĩ. Wann der Calviniſten Meinung ſolte wahr ſeyn/ muſte dieſes Wort des Lebens/ ein Wort des Todes ſeyn allen Nichterwehlten oder fuͤrbeygangenen/ und zwar nach dem bloſſen Vorſatz Gottes/ weilen ſie lehren/ es werde jhnen ſolches gepredigt nicht den Glauben bey ſolchen zu erwecken/ ſondern ſie inexculabel fuͤr Got⸗ tes Gerichte zu machen/ da ſie ſich doch damit entſchuldigen kuͤnten/ daß Gottes Wille nimmer geweſen/ daß ſie bekehret werden ſollen/ weilen er lhnen den ſeligmachenden Glauben nicht mittheilen wil. Das zeiget an/ der Unterſcheid ſo ſie machen unter dem Willen Gottes/ nach ſeinem Befehl und Rathſchluß; Als zum Exempel: Wann Gott ruffet: Diß iſt mein lieber Sohn/ an welchem ich habe Wolgefallen/ den ſollet jhr hoͤ⸗ ren. Matth. 17. v. 5. Da gebeut Gott daß alle Menſchen ſeinen Sohn hoͤren ſollen: Das iſt Gottes Wille nach ſeinem Gebot: Aber da wil er nach dem Willen ſeines Rathſchluſſes/ daß nicht alle/ ſondern nur die nach ſeinem bloſſen Gefallen erwehlte jhn hoͤren und jhm folgen ſollen. Nun iſt aber erſchrecklich zu hoͤren/ daß Gott ſolte etwas gebieten/ und nicht erfuͤllet haben/ das machet nicht allein einen zwey⸗ zuͤngigen Gott/ ſondern auch denſelben eine Vrſach ſolcher reſiſtent und Widerſpen⸗ ſiigkeit in den gottloſen/ ach nein Wer das Geboth(Gottes) bewahret/ der bewahret ſein Leben. Proverb. 19. v. 16. UInd dieſes gehoͤret nicht al⸗ lein den Außerwehlten/ ſondern) allen Menſchen zu. Eccl. 12. v. 13. IInd dieſe ſeine Gebote/ hat uns Gott nicht zum Tode/ ſondern zum Leben ge⸗ geben. Roman. 7.v. 10. b III. Præcepti univerſalitatem. Die Allgemeinheit dieſes Ge⸗ bots: Welche zweyfach: Nemlich:„ R I. Ra- * eut. 6.v. 1. Wir ſollen ſie halten und darnach thun/ — 8 98 Wie Gottes ernſter Befehl Katione objecti: Was die belanget/ denen es wird gegeben⸗ Allen Menſchen: Dann Gott liebet alles das da iſt(und alſo freylich auch die Menſchen) und haſſet nichts was er gemacht hat. Sap. I.. v. 2z. Darum ruffee Chriſtus/ mit heller/ klarer und deutlicher Stimmer Kommet her zu mir alle diejhr muͤhſelig und beladen ſeyd/ ich wil euch erquicken. Matth 11.v. 8. Welches Standes/ nicht allein die Außer⸗ wehlten/ ſondern fuͤrnemlich die Gottloſen ſeyn. Der ſelbe iſt ja kommen zu ſuchen(mit ſonder lichem Fleiß/ Muͤhe und Arbeit) und ſeelig zu ma⸗ chen/ das verlohren iſt. Luc. 9. v. 10. Gott hat alles beſchloſſen unter den Unglauben/ auff daß er ſich aller erbarme. Rom. 11. v. 2. Gleich wie ſie in Adam alle ſterben/ alſo werden ſie in Chriſio alle lebendig gemacht. 1. Corinth. 15. verſ. 22. Es iſt alles durch Chriſtum verſuͤhnet. Col.. verſ. 20. Gott wil daß allen Menſchen geholffen werde und ſie zur Er⸗ kaͤntnis der Warheit kommen. 1. Timoth. 2. verſ. 4. Und darum wiler auch nicht daß jemand verlohren werde ſondern daß ſich jederman zu Buſſe bekehre. ²æ Petr. 3. verſ. 9. Auß dieſem allgemeinen/ ſo hellen und deutlichem/ ſo klarem und offenbahren Willen Gottes/ einen parti- cularen und ſonderlichen machen/ iſt eine erſchreekliche/ ja verfluchte Menſchliche Vermeſſenheit. Laſſet uns/ O Chriſtliche Hertzen/ uns dieſes allgemeinen und allergnaͤdigſten Willen Goltes von Hertzen troͤ⸗ Ren: Dann dieſer HErr iſt allen guͤtig/ und erbarmet ſich aller ſeiner Wercke. Pſalm. 14 verſ.9. Seine Barmhertzigkeit hat kein Ende. Thren.z. verſ. 22. Er erbarmet ſich uͤber alles/ denn er hat Gewalt uͤber alles/ und verſihet der Menſchen Suͤnde/ daß ſie ſich beſſern ſollen. Sap. II. Verſ. 24. Seine Barm hertzigkeit iſt ſo groß/ als er ſelber iſt. Syrach. 2-verſ. 23. Und geheeaͤber alle Welt. Syrach 8. verſ. 12. Derowegen ſo laſſet uns auch denſelben mit Danckbarkeit erkennen: Heute/ heute/ ſo wir ſeine Stimme hoͤren/ ſo laſſet uns unſer Hertzen nicht verſtocken. Pſalm 93. verſ.8. Wir muͤſſen unſere Ohren neigen/ und herzu kom⸗ men/ hoͤren/ ſo wird unſer Seele leben. Eſa.) 5. verſ3. Gedencken daran was Chriſtus ſagt: Wer euch(treue Lehrer) horet/ der hoͤret mich/ und PExemb. wer euch verachtet/ der verachtet mich. Luc. 10. verſ. 16. Jener vom Adel fol.[mi. Hartedie Gewonhen alle Sontage unter der Predigt zuͦjagen dem ge⸗ hi r4. bahr ſein Weib ein Kindlein mit einem Hunds⸗Kopff Ein Bauer im Schwaben⸗ Land/ hatte einen Birn⸗Baum gefaͤllet/ und denſelben am Car⸗ reytage unter der Predigt zu ſpellen wollen/ da iſt das Holtz in ei⸗ nen Stein verwandelt worden. 2. Ra. Prompt. dloſſenum Gleaichnſ endig geut rſuͤhnet Ch. und ſie zuie nd darumwie hjedermanzu inen/ ſohells / einen parti ſa verfluchn Hertzen uye n Hertzen iri ſch aller ſeine hat kein End t Gewaltuͤle In ſollen. 5 eriſt. Syrac Derowege HDeute/ heuttſ icht verſtocn und herzu ton edencken dakah Hoͤret mich u Jener vom An Ein Bautti nd denſelben an das oſine 5 it 9 2,Rr werdet jhr ſeeligaller Welt Ende Eſa. 45. verſ. 22. Darumb hat Chri⸗ ſuus ſeine Ipoſſelin diegante Weltgefand. Manch 23. verſts UIndn ſeinem Namenpredigen laſſen Bupund Vergebung der Suͤnde unter allen Voͤlckern. Luc. 24. verſ. 47. Dieſelbe haben verkuͤndiget den HEr⸗ ren Chriſtum/ und vermahnen(noch heut zu Tageſin jhren Schrifften) alle Menſchen und lehren alle Menſchen mit aller Weißheit/ auff daß ſie darſtellen einen jeglichen Menſchen vollkommen in Chriſto Jeſu. Coleſſ 1 verſ. 28. Und wie dieſes in der gantzen Welt geſchehen/ und allenthalben? Gleich wie die Sonne alle Winckelauff Erden erleuchtet: Alſo auch hat die Gnaden⸗Sonne Jeſus Chriſtus jhren Glantz dem gantzen Erdkreiß „.. Præcepti qualitatem: Die Beſe ſio Jeſu) und von der Gewalt des Satans zu GOTT zu empfa⸗ hen Vergebung der Suͤnde. Act. 26. verſ. 18. In Chriſto Jeſu/ von welchem alle Proyheten zeugen/ daß in ſeinem Namen Vergebung der Weilen das Suͤnden empfangen/ alle die an jhn glaͤuben. Act. 10. v. 43. Weilen Blut Jeſu Chriſil/ des Sohne Gottes/ uns rein machet von aller Suͤn⸗ b N 1 de. 1. Joh. — uns zu wahrer Buſſe treiben ſoll. 99 2. Ratione loci: Was den Ortbetreffen thut: An allen Enden: Er uͤſſet ſein Thun kunt thun unter allen Voͤlckern. Chro⸗ nic. 17. verſ 3. Er laͤſſet unter den Heyden ſagen/ daß ſein Reich ſo weit als die Welt iſt. Pſalm. 96. verſ. 10. Aller Welt Ende ſehen das Heil unſers Gottes. Pſalm. 28. verſ. 4. Erruffet: Wendet euch zu mir/ ſo Nerckzeichen dieſer allgemeinen Außbreitung gefunden werden/ has Herr D. Philippus Nicolai weitlaͤufftig erwieſen. Laſſet In hiſtor. uns/ O Chriſtliche Hertzen/ auß dieſem unſern Glauben von dem all⸗ regni gemeinen Wüllen Gottes von der Menſchen Seligkeit ſtaͤrcken: Dann Chriſti die heilſame Gnade Gottes iſt ja erſchienen allen Menſchen. Tit. 2. v. 11. cap.-. Eutrap. Gerlach. Pag.73: 100 Wie die groſſe Guͤtigkeit Gottes de. 1. oh.. v.7. Dieſen Befehl/ O Chriſtliche Hertzen/ laſſet uns wol in acht nehmen/ und demſelben gehorſam zu ſeyn/ nicht auffſchieben: Sparen unſer Buſſe nicht/ biß wir kranck werden/ ſondern beſſern uns/ weilen wir noch ſuͤndigen koͤnnen verziehen nicht fromm zu werden und harren nicht mit Beſſerung unſers Lebens biß in den Tod. Syr. 18. v. 22. Ein frommer Biſchoff hatte eine geitzige unbußfertige Mutter und wie deſſelben alle treuhertzige kindliche Bermahnungen nit helffen wolten/ hat er ſie auff einen Abend zu Gaſte gebeten/ und bey finſterer Nacht/ oh⸗ ne Liecht ſie ſelber geholet: Weilen aber ein tieffer Waſſergrabe nahe am Wege/ hat ſie mit zimlich em Unwillen ein Licht zu bringen begehrt.; Der Sohn ſprach wañ ſie gar nahe dem Graben kom̃en wuͤrdẽ/ ſolte ein licht gebracht werden; Die Mutter antwortet/ es kuͤnte geſchehen, daß ſie in den Graben fielen/ ehe das Liecht gebracht wuͤrde: Worauff der Sohn Urſach genommen/ der Mutter jhr unbußfertiges Weſen vorzuhalten/ und ſagte: Wolan/ liebe Mutter/ ſo laſſet auch ihr das Liecht wahrer Buſſe und Liebe gegen den Naͤchſten bey zeiten leuchten/ damit ihr nicht in den unergruͤndlichen Graben der ewigen Verdamnis fallen moͤget. Laſſet uns derowegen willig und fleiſſig dieſem aller gnaͤdigſten allgemei⸗ nem Gebote Gottes Gehorſam leiſten/ wozu uns die Gnade des heiligen Geiſtes geben wolle/ der allergnaͤdigſter Gott/ umb ſeines lieben Sohns Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. —— Die ſiebenzehende Predigt. DE CAVA IMPVLSIVA POFNITENTI, RATIONE DEI, TERTIA, Qll DEI BENIGNIAS. Von der dritten bewegenden Urſach zur Buſſe/ an Gottes Seiten/ welche iſt Gottes groſſe Guͤtigkeit. Luc. 15. v. 20. Da der Sohn noch ferne von dannen war ſahe 4 — 4 auffſchicen ern beſſen zu warden d. Shrnen Iteeruno ⸗ helffen waln erer Nat ch rgrabenaßen en begehnen d/ſolte cute ehen daßſen auff der Si n vorzuhalta Liechtwahn damit ihr nich fallen moͤgil ſten allgemen e des heiligen leben Sohns ——— RATION §. an Gotte keit. inen wa ſ uns zu wahrer Buſſe bewegen ſol. 3 101 ſahe jhn ſein Vater/ und jammert jhn/ lieff/ und fieljym umb ſeinen Hals/ und kuͤſſet jhn. d Sſpricht David Pſal. 145. v.9. alſo: Der HEr: r iſtallen guͤtig und erbarmet ſich aller ſeiner Werck: In die⸗ ſen Worten haben wir: b o ☛☛ allen gutig: Wir haͤtten alle Gottes Zorn und Ungnade wol verdienet/ weilen wir alle von Jugend auff thun/ was Gott uͤbel gefaͤllet. Jer. 32. v. 30. Unterdeſſen aber ſo iſt Gott allen guͤtig: Er ſchonet ſeines Volckes. 2. Chron 36.v.. Der HEr iſt gut und gnaͤdig/ von groſſer Guͤte al⸗ len die jhn anruffen. Pſ. 86. v. 5. Seine Gnade reichet ſo weit der Him⸗ mel iſt. Pſ. 08 v. 4. Und hat Gefallen an denen ſo auff ſeine Guͤte hof⸗ fen. Pſ. 147. v. 11. Er ſchonet aller/ denn ſie ſind ſein/ deß Liebhabers deß Lebens. Sap. 11. v. 7. Und durch ſolche Guͤte wil er uns zur Buſſe lei⸗ ten. Rom 2 v 4. 2. Ejus demonſtrationem; Den Beweißthum ſeiner Guͤte: Daß er ſich aller erbarmet: Es wird von vielen jhre Guͤtigkeit geruͤh⸗ met/ aber ſie beweiſen ſie nicht: Gott aber beweiſet ſie mit ſeiner Erbar⸗ mung: Dann er iſi gnaͤdig und barmhertzig/ und wil ſein Angeſicht nicht von uns wenden/ ſo wir uns zu jhm bekehren: Chron. z0. v. 9. Er iſt ein gnaͤdiger und barmhertziger Gott. Nehem 9. v. zu. Er iſt ſo barmhertzig/ daß er uns unſere Miſſethat vergibt/ und vertilget uns nicht/ und wen⸗ det offt ſeinen Zorn ab/ und laͤſſet nicht ſeinen gantzen Zorngehen/ Pſal. 78 v. z9. Und deßwegen hat er alles unter den Unglauben beſchloſſen/ auff daß er ſich aller erbarme. Rom. 11. v.z2. 8 3. Ejus rarionem: Die lrſach ſeiner guͤtigen Erbarmung: Weilen wir ſein Werek ſeyn: Dann Gott hat freylich nichts bereitet/ dazu er Haß haͤtte. Sap. u. v. 25. Und zu dem Ende richtet er ſein Gna⸗ den⸗Reich unter uns auff/ als ſein Werck Pſ. 68. v. 29. Und fuͤhret uns in demſelben zu wahrer Buß und Bekehrung/ und iſt ſein Werck/ daß wir an den glauben den er geſand hat/ Joh. 6. v. 29. Und befodert alſo N ij gnaͤdiglich 1. Dei bonitatem: Gottes Guͤte: Der HErꝛ iſt ——y——————— — ———— — 1— —— —— ————— 2. ————— 102 Wie die groſſe Guͤtigkeit Gottes gnaͤdiglich die Wercke ſeiner Haͤnde/ mit ſeinen Gnaden⸗Wercken. gkeit C ſtus ei an dem ſeſer Guͤtigken Gottes haͤlt uns Chriſtus ein Fuͤrbilde fuͤr an Jſe deß bonen Sohno/ welches wir wollen fuͤr uns nehmen/ und auß demſelben betrachten/ Wie die groſſe Guͤtigkeit unſers himliſchen Vaters uuns zu wahrer Buſſe bewegen ſolle. 6 ſer uͤti eGott verleihe uns ſeine Gnade/ daß wir hierauß ſeine 86 Gie banca und gegen dieſelbe uns danckbarlich einſtellen moͤ⸗ gen umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklarung So der heilige Geiſt jemals einen hellen und klaren Gleichnuͤß⸗ Spieget/ der vaͤterlichen Guͤte und Gnade Gottes gegen groſſe/ aber bußfertige Suͤnder! in ſinem Worte uns fuͤr Augen geſtellet/ ſo thut ers gewißlich in verleſenen Worten: Dann in denſelben mahlet uns Chriſtus ab mit lebendigen Farben/ die unaußſprechliche Guͤte und Gnade Got⸗ tes gegen alle recht bußfertige Suͤnder: Dieſer verlohrner Sohn/ hatte ſeine vaͤterliche Guͤter ſchaͤndlich umbgebracht/ und war in ſo groſſe Ar⸗ mut gerathen/ daß er auch mit den Sau⸗Traͤbern ſeinen Bauch zu fuͤl⸗ len begehrte/ und kunte ſie doch nieht haben: Derſelbe gehet endlich in ſich/ gedencket an das gnaͤdige mitleidige Hertze ſeines Vaters/ troͤſtet ſich deſſelben/ machet ſich auff und kompt zu ſeinem Vater: Da ſolte auch manches frommes Hertze gedencken/ gewiß wird jhn der Vater mit einem Pruͤgel willkommen geheiſſen/ und jhm darauff das Kuͤh⸗ Jenſter gewieſen haben: Achnein Ach nein Das vaͤterliches/ gnaͤdiges und geneigtes Hertze uͤberwindet jhn/ und beweiſet ſolches: 1. Delonginquo filium videndo: Daß er ihn ſihet/ da er noch ferne von jhm war: Ach es iſt eine groſſe Liebe der Eltern gegen jhre Kinder/ daß ſie nach derſelben Wolfahrt groſſen Verlangen tragen: Abraham ſagte von ſeinem Iſmael zu Gott: Ach daß Iſmaelleben ſolte fuͤr dir Gen. 17, v. 8. Wie thaͤte Jacob alser vermeinte ſein Sohn Jo⸗ ſephwaͤre von einem boͤſen Thiere zerriſſen: Da zerreiß er ſeine Kleider legte einen Sack um ſeine Lenden/ trug Leid und wolte ſich nicht rafa 1 n Gllcichnih n groſſe/ aa llet/ſo thuten uns Chriſtus Gnade Got⸗ Sohn/ haute ſogroſſe Ar⸗ dauch zu fuͤ⸗ eet endlich in aters/ troͤſſet ter: Da ſolt on der Vatt uff das Kuͤh hes/ gnaͤdige et/ daer noh ern gegen ſſ angen tragen naelleben ſolt ein Sohn Jot ſeine Kledek ch nichtioͤſn a laſſen. Gen. 37. v. 34. feq. Dasvid fuͤhrete eine jaͤmmerliche Klage umb nigliche vaͤterliche ſti ſo werden wir mit freudige uns zuwahrer Buſſe bewegen ſoll. 10;3 ſeinen Sohn Abſolon. 2. Sam. 18. v. 33. Tobias und ſeine Haus frau weineten beyde/ da ihr Sohn auff beſtimte Zeit nicht zu Haus lam Tob. 10. v. 3. Fridericus dieſes Namens der III./ Roͤmiſcher Kayſer/ wie derſel⸗ be der Kroͤnung ſeines Sohnes zu einem Roͤmiſchen Kayſer beygewoh⸗ hiſt. Eccl. net/ hat er fuͤr Freuden geweinet. Camerarius ſchreibet von einem cent. 16. Storeh daß wie derſelbe geſehen/ daß eine Feuers⸗Brunſi ſeinem Neſte/ ien darinner Jungen hatte/ ſich nahete/ hat er dieſelbe mit Waſſer/ ſoer in bciſ. ſeinem Halſe zugefuͤhret und uͤber ſie geſprenget/ gerne erretten wollen/ cent. 3. wie er aber geſehen daß alles umbſonſt/ und die Feuer⸗Flamme uͤberhand cap. 66. genommen/ iſt er durch dieſelbe geflohen/ hat ſeine Fluͤgel über ſeine Jun⸗ gen außgebreitet/ und ſich mit jhnen verbrennen laſſen. Eine ſolche in⸗ Liebe beweiſet dieſer Vater gegen ſeinen Sohn/ da er denſelben/ ihm zuvor Ungehorſamen mit vaͤterlichen liebreichen Augen von ferne ſihet. Dieſts dieſes/ OChriſiliche Hertzen befinden wir arme Suͤnder ſo wir uns bekehren/ bey Gott unſerm himliſchen Vater: Wir ſind/ leider/ wegen unſer Suͤnde ferne von Goites Heil. Hiob.. v. 4. Der HErr iſt ferne von den Gottloſen. Prov. 15. v. 19. Unſere Untu⸗ gend ſcheiden uns/ und unſern Gott von einander. Eſa. 59. v. 2. Daher ſpricht Paulus/ daß die Heyden ferne von Gott geweſen. Eph. 2. v. 13. Aber da ſihet uns unſer allergnaͤdigſter himliſcher Vater/ wann wit ſei⸗ ne Stimme hoͤren/ derſelben nicht muthwillig widerſireben ſondern dem heiligen Geiſt Raum geben/ und der Stimme gehorchen/ mit ſeinen allergnaͤdigſten vaͤterlichen Augen an; Er ſihets ſa/ danner ſchauet un⸗ ſer Jammer und Elend. Pſ. 10. v.4. Eriſt nahe bey denen die zerbroehe⸗ nes Hertzen ſind/ und hilfft denen die zuſchlagen Gemuͤt haben Pſal.4. v. 9. Er ſiher an den Ejenden, und der zubr ochenes Geiſtes iſt/ undder ſich fuͤrchtet fuͤr ſeinem Work. Eſa. 66. v z. Er wendet ſich zuuns/ und ſihet uns an daß wir gebauet und beſͤet werden Ezech. 36. v. Alſo hat der Sohn Gottes angeſehen die bußfertige Suͤnderin. Lue.7 v. 48. Den bußfertigen Zollner. Luc. 18.v. 14. Den bußfertigen Petrum. Luc. 22. v.1. Laſfet uns ⸗ Chriſtliche Hertzen/ dieſes Anſehen wolin acht neh⸗ men/ und Gott anſehen mit reuenden/ demutigen und wehmuͤtigen Au⸗ gen und Hettzen/ crleuchtet mit dem gnadreichen Verdieng Jeſu Chri⸗ Hertzen konnen ſign: Von 104 Wie die groſſe Guͤtigkeit Gottes Von Gott kompt mir ein Freuden⸗Schein/ Wann du mit deinen Aeugelein/ Mich freundlich thuſt anblicken. II. Miſerendo; Es jammert jhn: Es haben die Eltern nicht al⸗ iin eine groſſe Licbe/ ſondern auch ein hertzliches Mitleiden gegen hte Kinder/ und ſollen alle Menſchen gegen jhren Naͤchſten haben: Wie Pharaonis Tochter Moſen am Rande deß Waſſers im Kaſilein im Schuff ſtehen ſahe/ ſolches auffthaͤte/ und das Knaͤblein weinete/ jam⸗ mert es ſie. Exod. ². v. 6. Jenem Weibe entbrandte jhr muͤtterliches Har⸗ teuͤber jhren Sohn/ daß ſie nicht leiden kunte/ daß jhr Kind getoͤdtet und getheilet wuͤrde. 1. Reg. 3.v. 26. Chriſtum jammerte deß Volckes/ daß ſit drey Tage bey jhm verharret/ und nichts zu eſſen hatten. Marc. 8. v. 2. Deſo O Chriſtliche Hertzen/ befinden wir auch an unſerm himliſchen alter/ Es jammert ſeine Barmhertzigkeit/ unnſer Klag und groſſes Leid: Er ſihet an(aller bußfertigen Hertzen) jhr Jammer und Elend/ und ver⸗ gibt ihnen/ alle jhre Suͤnde. Pſ. 25. v. 18. Er iſt jhnen gnaͤdig nach ſeiner Guͤte/ und vertilget jhre Suͤnde nach ſeiner groſſen Barmhertzigkeit. Pſal. ſ1. v. z. Wie ſich ein Vater uͤber ſeine Kinder erbarmet; Alſo erbar⸗ met ſich der HErꝛ uͤber die ſo jhn fuͤrchten Pſalm. 103. v. z. Mitewiger Gnade wil er ſich unſer erbarmen Eſa. /4. v. 7. Laſſet uns O Chriſtliche Huben zu dieſem barmhertzigen und mitleidendem BVater unſere Zu⸗ lucht nehmen: Wann wir uns zu jhm bekehren/ ſo wil er ſich unſer erbar⸗ men. Eſa. 55. v. 7. So bricht jhm ſein Hertz in jhm/ daß er ſich unſer er barmen muß. Jer. 31. v. 20. Er iſt ja der Vater der Banmhertzigkeit. 2. Cor. 1.v. 3. Er iſt reich von Barmhertzigkeit. Eph. 2 v. 4. Wie Keyſer Plutarch. in Anto- nio. Auguſtus die Stad Alexandriam in Egypten eingenommen/ gab er den Buͤrgern zu verſtehen/ daß er wol Macht haͤtte die Stad in Grund zu verderben/ aber er wolte jhrer ſchonen/ theils weilen ſie jhren Namen vom Alexandro Magno haͤtte/ der ſie erbauet; Theils umb der ſchoͤnen Gehaͤue willen/ theils weilen der fuͤrtreffliche Phlloſophus Aerius ſich darinn auffhielte: Alſo thut auch der barmhertzige Gott bey uns; Ob wit wol mit unſern Sünden zeüliche und ewige Vertilgung verdienet/ ſo erbarmet ſich doch Gott unſer/ theils/ weilen wir nach ſeinemallerlitb⸗ ſien s in/ ſe Elternnit leiden gegnſ ftenhaha de im Kaͤßzlen ein weinete ſan dͤtterlichshe eind getodriln Volckesdſß u. Mart.u⸗ ſerm himut Elend/ und ve foig nach ſeine armhertzigkeit. get; Alſo erbar⸗ 3. Mit ewige ater unſere Zh ſich unſer erba er ſich unſer Harmhertzigkel 4. Wie Keſſe ommen gah Stad in Gnu ſie jhren Nam umb der ſchon phus Aeriusſit bey une; Ohm ing verdint lemamala b uns zu wahrer Buſſe bewwegen ſoll. 105 ſten Sohn Chriſten heiſſen. Theils/ weilen wir Gottes Gebaͤu ſind: Theils weilen der Sohn Gottes/ in welchem alle Schaͤtze der Weißheit unn T. enuadl verborgen liegen. Col. 2. v. 3. Unſer Erloͤſer und Hei⸗ and iſt. b IIlI. Occurrendo: Er laͤufft jhm entgegen: Es war dem Abra⸗ ham eine groſſe Ehre/ daß jhm/ wie er die vier Koͤnige geſchlagen/ und wiederkehrte/ jhm der Koͤnig zu Sodom entgegen gangen. Gen. 14. v. 17. Es war dem Jacob eine groſſe Ehre/ daß jhm die Engel deß Erꝛn begegneten. Gen. 32. v. 1. Es war dem David eine groſſe Ehre/ daß die Iſraelitiſche Weiber auß allen Staͤdten mit Geſang und Reigen/ mit Paucken/ mit Freuden und mit Geigen jhm entgegen giengen/ wie er den Goliath geſchlagen. 1. Sam. 18. v. 6. Es war eine viel zu groſſe Ehre! daß wie Bapſi Gregorius III. in Franckreich kommen/ demſelben der Zvving junge Carolus M. und ſein Vater Pipinus entgegen gangen/ Pipinus Vol.; von ſeinem Pferde geſtiegen/ dem Bapſt die Fuͤſſe gekuͤſſet/ deſſen Pfer⸗ P. 995 des Zaumergriffen/ und alſo geleitet. Aber dieſe iſt eineuͤberauß groſſe Ehre/ daß dieſer Vater ſeinem ungehorſamen und ungerathenen Sohn/ alſo nicht entgegen gehet/ ſondern entgegen laͤuffet. Alſo/ alſo/ O Chriſili⸗ che Hertzen/ thut auch unſer allerguͤtigſter himliſcher Vater: Dabegeg⸗ net allen warhafftig bußfertigen Hertzen/ Gott der Vater mit ſeiner Liebe/ Gnade und Barmhertzigkeit/ und ſpricht: Kehre wieder(zu mir) du abtruͤnniger Menſch/ ſo wil ich mein Antlitz nicht gegen dich verſtei⸗ len/ denn ich bin barmhertzig/ und wil nicht ewiglich zurnen. Jer. 3. v.12. Dabegegnet uns Gott der Sohn/ mit ſeinem allertheurſten Bluttrief⸗ fenden Verdienſi/ und ſpricht: Kommet her zu mir alle die jhr muͤhſelig und beladen ſeydich wil euch erquicken. Matth. 1. v. 28. Da begegnet uns Gott der heilige Geiſt/ und gibt uns erleuchtete Augen unſers Ver⸗ ſtandes/ daß wir erkennen moͤgen/ welches da ſey die Hoffnung unſers Beruffes/ und welcher da ſey der Reichthum ſeines herꝛlichen Erbes an ſeinen Heiligen. Eph. 1. v. 18. Ja die allerheiligſte Dreyeinigkeit/ ein eini⸗ ger und ewiger Gott/ hochgelobter Gott in Ewigkeit/ wann wir mit de⸗ muͤ tigem und wehmuͤtigem glaͤubigem Hertzẽ zu jhm ſehreyen/ ſagt: Si⸗ he hie bin ich. Eſa. 58. v. 9. Odeßallergnaͤdigſten O deß allerſeligſten Begegens Schaue doch/ ſchauedoch/ 9 Chriſtliches Hertze/ die groſſe Liebe/ die bruͤnſtige Barmhertzigkeit/ nehaslicheZuneigung Gottes/ gegen 4 f 10 Wie die groſſe Guͤtigkeit Gottes gegen alle bußfertige Suͤnder Wie Moſes dem Beſehl Gottes un⸗ gehorſam war/ kam jhn der HErr entgegen/ und wolte jhm toͤtden. Exod. 4. v. 4. Aber wann wir uns bekehren und alſo ſeinem Worr und Willen gehorſamen/ ſo begegnet er uns mit ſeiner Gnade Heil und See⸗ gen: Bekehret euch/ ihr abtruͤnnige Kinder ſo wilich euch mir veratru en/ ſpricht er. Jerem. 3. verſ. 4. Das iſt/ in einen geiſtlichen Eheſtand/ mit euch treten: O der unaußſprechlichen Gnade! Mit was Liebe mit was Freude/ mit was Freundligkeit ging der alte blinde Tobias ſeinem Sohn entgegen Tob. 10 verſ. 1. Mit viel groͤſſer thut es unſer himm⸗ liſcher Vater ſeinen bußfertigen Kindern. Laſſet uns aber/ O Chriſt⸗ liche Hertzen/ unſerm Lieb und Gnadreichen himmliſchen Vater/ gebuͤ⸗ rend entgegen gehen: Er ziehet uns mit Liebe⸗Seilen zu ſich. Hoſe. 11. v. 4. Da muͤſſen wir uns ſchicken/ und begegnen unſerm Gott. Wer⸗ den wir ſolches nicht thun/ die Suͤnde⸗Traͤber mehr als die Gnaden und liebreiche Tractamente Gottes/ uns gefallen laſſen/ warlich/ ſo wil Gott uns begegnen wie ein Baͤr/ dem ſeine Jungen genommen ſind a wil unſer verſtocktes Hertze zureiſſen/ und wil uns wie ein L0ͤwe freſſen. Hoſe. 13. v. 8. Wofuͤr alle Chriſtliche Hertzen/ der barmhertzige Gott behuͤten wolle. IV. Collum ejus amplectendo; Er faͤllet jhm umb den Halß: O der hertzlichen Liebe! O der groſſen Guͤtigken! Wie Jo⸗ ſeph ſeine groſſe Liebe gegen ſeinen Bruder Bejamin beweiſen wolte fiel er jhm umb den Halß/ und weinete fuͤr Freuden. Geneſ. 45. v. 14. Ein gleiches thaͤte er auch bey ſeinem Vater. Gen. 46. v. 29. Wie Paulus von den Eltiſten zu Epheſo ſeinen Abſcheid nam/ war viel Weinens un⸗ ter jhnen/ und ſielen jhn umb den Halß. Act. 20. v. 37. Eine ſolche Liebe beweiſet auch unſer Himliſcher Vater gegen recht bußfertige Suͤnder: Wie ſich ein Braͤutigam freuet uͤber ſeine Braut/ Alſo freuet ſich Gott uͤber ſie. Eſa. 62. v.. Der Sohn Gottes leget das verlohrne/ wiederge⸗ ſuchte und gefundene Schaͤflem mit Freuden auff ſeine Achſel/ und brin get es zu den fruchtbringenden Schaͤflein ſeiner Kirchen. Lur. 1. p. 4. ſed. Ach laſſet uns/ O EChriſtliche Hertzen/ dieſe innigliech dieſe hertzliche/ dieſe unaußſprechliche Liebe Gottes nimmer auß unſerm Her⸗ benund Sinn kommen laſſen! Laſſet ſie unſers Hertzen Labſal ſeyn! in der Ohnmacht wegen der Laſt unſer Suͤnden: Laſſet uns ſehen* den Vaten g uſich. Hoſn n Gott. A. die Gnaden u warlich/ ſo ommen ſind/ n Lowe freſſen nhergige Goll zm umd den eun Wie Jo⸗ eiſen wolte fe 47. v. 14. Eit Wie Paulu l Weinensm eine ſolche Lu⸗ ertige Suͤnde reuet ſich G ohrne/ wiedug⸗ ne Achſel/ u irchen. Lue nnigliech d uß unſermhte nLabſalſeyn as ſehen dah u ſad unſet Du richteteſt ſie mit der Welle, und leſſeſt; uns zu wahrer Buſſe beibegen ſoll. 107 unſers Gottes. Pſ. 98. v.. Laſſet uns hoͤren der Bußfertigen Freude und Wonne/ daß die Gebeine froͤlich werde die Gott durch ſein Geſetz zu⸗ ſchlagen. Pſ. 71. v. 1o. Laſſet uns ſchmecken wie freundlich G Ott der HErr ſey. Pſal. 34. verſ. 0. Laſſet uns riechen den Geruch deß Lebens zum Leben. 2. Cor. 2. v. 16. Werden wir ſolches nicht thun/ ſo wil Gott — uns gedencken/ darauß wir unſern Halß nicht ziehen werden. ich. 2. v. z. b V. Oſculum præbendo: Er kuͤſſet jhn: Dieſer iſt ein rech⸗ ter Liebekuß: Esiſt nicht Jacobs oder Judas Kuß/ da unter dem Kuß ein feindſeliges und verraͤhteriſches Hertze verborgen: Sondern gleich wie David den Abſolon gekuͤſſet da er ihn zu Gnaden wieder auffge⸗ nommen. 2. Sam. 14. v. 33. Und gleich wie Tobie ſeine Eltern/ wie er wieder zu Hauſe kommen/ ihn gekuͤſſer/ und beyde fuͤr Freuden gewei⸗ net. Tob. I1. v. r1. Alſo thut auch unſer Himliſcher Vater bey recht⸗ ſchaffen bußfertigen Hertzen/ dieſelbe nimpt er auffs freundlichſte auß und an/ und bricht jhm ſem Hertz in jhm/ daß er ſich jhrer erbar⸗ men muß. Jer. 31. v. 3/. Laſſet uns/ O Chriſtliche Hertzen/ dieſen un⸗ ſern himliſchen Vater auch kuůſſen/ mit dem Kuß unſers Hertzen/ daß wir mit auffrichtigem Gewiſſen moͤgen ſagen: Erforſche mich Gott/ und erfahre mein Hertz/ pruͤfe mich/ und erfahre wie ichs meyne. Pſal. 139. v. 23. Mit dem Kuß unſers Mundes daß wir muͤſſen zu ſeinen Thoren eingehen mit Dancken/ zu ſeinen Vorhoͤffen mit Loben/ dan⸗ cken jhm und loben ſeinen Namen. Pſ. o0. v. 4. Mit dem Kuß unſers Gehorſams: Dienen dem HErrn unſerm Gott und gehorchen ſeiner Stimme. Joſ.24. v. 24. Wozu uns wolle verhelffen unſer allerguͦtig⸗ ſter himliſcher Vater/ durch die Gnade deß heiligen Geiſtes/ umb Je⸗ ſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. K Die achtzehende Predigt. b DE CAVSA IMPVLSIVA POENITENTIEÆ, RATIONE DEI, QlAK TA, Qlf DEI LONGANMITAs. Von der vierdten bewegenden Urſache zur Buſſe/ an Got⸗ teß Seiten/ welche iſt Gottes Langmuͤtigkeit. Sap. 1 ½. v. 10. 7 8 ij ne⸗ D⸗ Wie Gottes Langmuͤtigkeit nen Raum zur Buſſe/ wiewol dir nicht unbewuſt war/ daß ſie boͤſer Art waren und jhre Boßheit jhnen angebohren/ und daß ſie jhre Gedancken nimmer⸗ mehr endern wuͤrden. sSſpricht Paulus Rom. 2v. 4. alſo: O Menſch/ verachteſt du den Reichthum/ der Guͤte/ Geduld und H) Langmuͤtigkeit GO TTES Weiſſeſt du nicht/ dasʒ =0 dich GOTTES Guͤte zur Buſſe leite: In dieſen Wor⸗ ten haben wir: 1. Dei longanimitatem& patientiam; Gottes Langmuͤtig⸗ keit und Gedult: Ach was iſt der allmaͤchtige Gott/ auch ein langmů⸗ tiger und geduldiger Gott HErꝛ/ HErꝛ Gott/ barmhertzig und gnaͤdig und geduldig und von groſſer Gnade und Treue. Exod. 34. v. 6. Barm⸗ hertzig und gnaͤdig iſt der H E RR/ geduldig und von groſſer Guͤte. „ Pſ. 103. v. 8. Er traͤget mit groſſer Geduld die Gefaͤſſe deß Zorns Rom. 9. v. 2 2 2. Eius copiam: Die Vielheit derſelben: Es iſtihrer ein groſ⸗ ſer Reichthum: Dannes iſt ein groſſer Reichthum der Gnaden Got⸗ v tes. Eph.. v. 7. Gott iſt reich von Barmhertzigkeit. Eph. 2. v. 4. Gleich wie ein Brunne reich von Waſſer/ und das eine nach dem andern immer 1* 2,3 Se hergibt: Alſo iſt die Barmhertzigkeit Gottes eine lebendige Quelle. in Jer. 2. v. 13. 3. Noſtram malitiam& inſcitiam: Unſere Boßheit und Vna ut wiſſenheit: Boßheit beweiſen wir mit Perachtung: Wir verachten uu ſi Golt und ſeinen Reichthum/ und gehen auß ſeinem Wege Prov. 14 v.... ſtt Wer aber deſſen Wort/ darinn dieſer Reichthum uns wird fuͤrgetragen/ u 4 verachtet/ der verderbet ſich ſelber. Prov. 13. v. 3.⸗Unwiſſenheit beweiſen wir damit/ daß wir die Urſache ſeiner Geduldnicht erkennen/ wir laſſen uns nicht ſagen/ und achtens nicht/ und gehen immer hin im finſtern. Pſ. 82.. 5. Es werden Leute unter uns gefunden/ deren Hertz mmc den b rꝛweg 84 ——— 2 3—. —————*— 5— 5— 2 k * 4— 8 1 1 4 2 1 —.—— o— ————.— 4————— ——————õʒ—y— ———ÿy——-—— ————— ———— 4 — ltne Artwam geboßtn „OKNa e/ Gedud ſt du nichta In dieſen Me s Langmi uch ein langm 1 eag und gnaͤdi groſſer Guͤt⸗ .. Nor Zorns 2◻ A b ihrer eingro Gunaden Go⸗ b. 2 V. 4. Glaic andern imma⸗ bendige Qul ßheit undd Wi verach ge Prov.14e eird fuͤrgetragn iſſenheitbewahh. ennen wir läſ 1 efa dertz imma 4 Jrnh uns zuwahrer Buſſe leiten ſo. 10„ eeh nenn Gottes Wege nicht lernen wollen. Pſal. 95.. 10. hr Verſtand iſt verfinſtert/ und ſind entfremdet von dem Leben das auß Gott iſt/ durch die Unwiſſenheit ſo in jhnen iſt/ durch die Kindheit ihres Hertzen. Eph. 4. v. 18. Oder elenden Leute 4. Deilententiam. Gottes Intent und Meinung: Er wil uns damit zur Buſſe leiten: Gottes Langmuͤngkeit und Gedult nimt uns gleich ſam bey der Hand/ und fuͤhret uns zur Bekehrung: Er verſiehet der Menſchen Suͤnde/ daß ſie ſich beſſern ſollen. Sap. u. v. 24. Daß ſie von der Boßheit ſollen loß werden und an Gott glaͤuben. Sap. wollen anſehen.. Wie Gottes Gedult und Langmuͤtigkeit uns zu wahrer Buſſe leiten ſole. b Der allerlangmuͤtigſte Gott/ erwecke unſere Hertzen/ Sinn und Muth/ daß wir dieſes recht erkennen/ betrachten/ und zuwahrer Buſſe da⸗; durch gefuͤhret wer den/ umb Jeſu Chriſti willen/ amnen. Erklaͤrung. Wir haben bey unſern fuͤrgenommenen Worten in acht zu neh⸗ men.* JI. Deijudicium: Gottes Gerichte: Durichteteſt ſie: Gleich wie Gott die Cananiter/ von welchen allhie geredet wird/ nicht nach jh⸗ rem Verdienſt alsbald gerichtet und geſtraffet: Alſo thut GOT T der HEnr immerfort bey den Gottloſen Menſchen: Es wird aber durch dieſes richten/ die gerechte Straffe Gottes verſtanden/ ſo er wegen der Menſchen Suͤnde ergehen laͤſſet: Da muͤſſen auch die Heyden Gottes Urtheil ſehen/ das er gehen laͤſſet/ und ſeine Hand/ die er an die Gottloſen leget. Ezech.39. v 2z. Solchem Urtheil Gottes koͤnnen die Gottloſen — 2— nicht entrinnen. Rom. 2z. v.z. Sondern die Zeit ſeines Gerichts kompt gewißlich. Apoc. 14. v. 2. Daß ſeine Urtheil offenbar werden. Apoc. 11. v. 4. Laſſet uns dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ reifflich erwegen/ und un⸗ ſer Leben alſo anſtellen/ daß wir fuͤr Gottes Straff⸗ Gerichte nicht moͤ⸗ gen geladen werden: Nach Gottes Rechten muͤſſen wir thun/ und ſeine 9 üu Satzungg 12. v. z. Dieſes bezeugen auch unſer verleſene Worte/ außwelchenwir b Wie Gottes Langmuͤtigkeit Satzung muſſen wir halten/ daß wir darin wandeln. Lev. 18. v... Wu muͤſſen Gott lieben/ ſein Geſetz/ ſeine Weiſe/ ſeine Rechte und ſeine Ge⸗ botte halten unſer Lebenlang. Deut. 11. verſ. 1. Wir werden gluͤckſelig ſeyn/ wann wir thun nach Gottes Gebott und Rechten. 1. Chronit. 23. verſ. 13. Wann wir dieſes fleiſſig und beſtaͤndig in acht nehmen/ ſo ſyn wir fuͤr Gottes Straff⸗Gerichte verſichert: Aber wir ſuͤndigen leider kaͤglich viel/ und verdienen nichts denn eitel Straffe/ wann wir uns nun in demſelben elenden Zuſtand/ ſelber richteten(durch hertzliche Buſſe) ſo wuͤrden wir nicht(von Gott) gerich tet: Wann wir aber gerichtet werden ſo werden wir von dem HErrn gezuͤchtiget/ auff daß wir nicht ſampt der Welt verdampt werden. x. Corinth. 11. verſ. 31. ſeq. Und iſt deßwegen der Menſche ſelig/ den Gott ſtraffet. Hiob. 5. verſ. 17. Es ſoll uns lieb ſeyn/ daß uns der HErꝛ demuͤtiget/ daß wir ſeine Rechte lernen. Pſalm. 119. verſ. 71. Fuͤr allen Dingen aber das Buß⸗Gerichte uͤber uns ge⸗ ben baſen ſo iſt das Siraff⸗ Gerichte/ wann es ja kommen ſoll/ deſjo gnadigetetet. II. ludicii divini modum: Die Art und Weiſe deß goͤttli⸗ chen Gerichts: Durichteteſt ſie mit der Weile/ und lieſſeſt jhnen Raum zur Buſſe: Gleich wie Gott die Cananiter/ wie er derſelben Land den Iſracliten geben wollen/ nicht ploͤtzlich und ungewarnet vertilget: Sondern durch Hoͤrniſſen ſein Straff⸗Gericht jhnen zu erſt ankuͤndi⸗ gen laſſen. Exod. 23. v. 28. Joſ. 24 v. 12. Alſo thut er bey allen Gottlo⸗ ſen/ gegen dieſelbe beweiſet er ſeine Langmut: m1. Judicium paulatim exercendo: Er richtet ſie mit der wei⸗ le: Gleich wie ein indiſcher liebreicher Vater/ den Vngehorſam ſeiner Kinder nicht alſobald mit Ruten und Pruͤgeln ſeraffet/ ſondern ſie ernſilich mit Worten ſtraffet/ ſie treulich ermahnet/ und fuͤr der Straffe warnet/ ſein vaͤterliches Hertze damit zu beweiſen: Alſo thut auch unſlre allerguͤtigſter himliſcher Vater: Daher ſpricht er: Ich bin um meines Namens willen geduldig/ und um meines Ruhms willen/ wil ich mch dir zu gut enthalten/ daß du nicht außgerottet werdeſt. Eſa. 48. verſ..ʒ — 8 ———————— —.————— xeeäaccd— ——— ———— ——— ————* 2 Vmb meinent willen/ ja umb meinent willen wil ichs thun/ daß ich nicht gelaͤſtert werde. ib. v. jr. Darumb hat Chriſtus die Staͤdte geſcholten/ in welchen ſeine Thaten am meiſten geſchehen waren/ und hatlen ſich 97 1 b icht ℳ iſe deß goͤtt ſieſſeſt jnen derſelben Land rnet vertilget terſt ankuͤnde allen Gotto emit der we⸗ ehorſam ſein t ſondern ſi uͤr der Stuaſf hut auch unſt bin umman n/ wil ichmi iſa. 43. verſ in daß ichnihh te geſcholtm i Hatzen ſichde ri uns zu wahrer Buſſe leiten ſoor. mn niche gebeſſert. Marth. 11. v. 20. Alſo richtete Goln die erſe Weltmit. der weile/ und ſandte derlelben Noah den Prediger der Gerechtigkeit. o. 2. Pet. 2. v. F. Loth den Sodomiten ibid. v. 8. Den Pharao ſiraffete. Gott nicht plaͤtzuich/ ſondern ſandte zu jhm Moſen und Aaron/ ließ jhn/ viel Zeichen und Wunder ſehen/ ehe er den Garauß im rothen Meer mit⸗ Ihm machete: Die Juden ließ er fuͤr jhrem elenden Vntergang durch ſei⸗ nen allerliebſten Sohn fuͤr jhrem zeitlichen und ewigen Schaden war⸗ nen/ ehe er den Greuel der Verwuͤſtung uͤber ſie fuͤhrete. Luc. 19. v. 44. Darum ſollen wir dieſe weile Gottes wol in acht nehmen/ und i der Zeit uns zu Gott bekehren. ö 2. Tempus pœnitentiæ concedendo: Er laͤſſet jhnen Raum⸗ zur Buſſe: Dieſe dieſe iſt dierrchte End⸗lrſach/ der Gedult uud Lang⸗ muͤtigkeit Gottes/ daß alle Gottloſen ſollen Raum zur Buſſe haben: Dann Gott hat Luſt zum Leben. Pſal. 30. v. 6. AInd wann wir uns bekeh⸗ ren von unſer Boßheit/ ſo ſoll jhm gereuen deß Ungluͤcks/ das er uns ge⸗ dacht hatte zu thun. Jer. 18. v. 8. Sowir unſer Weſen und Wandelbeſ⸗ ſern/ und gehorchen ſeiner Stimme/ ſo ſoll jhm gereuen deß Ulbels/ ſo er wider uns geredet hat. Jer. 26. v. 13. Dann ſo wahr er lebet/ wiler nicht den Tod deß Suͤnders/ ſondern daß er ſich bekehre und lebe Ezech. 33. v. xr. Er iſt gnaͤdig/ barm hertzig/ geduldig/ und von groſſer Guͤteund Treue und reuet jhn bald der Straffe. Jocl. 2. v. 13. Er hat Geduld mit uns/ und wil nicht das jemand verlohren werde/ ſondern daß ſich jeder⸗⸗ man zur Buſſe bekehre. 2. Pet. 3. v. 9. Der erſten Welt gab er 120. Jahr Raum zur Bekehrung. Gen. 6. v 3. Wie Gott der Nineviten Bekeh⸗ Aa. He. 24. 1— „,— 1 270 . 4 1.7 41 1 ℳ6 7*—ãVʃ 6/ 4 rung ſahe/ gereuet jhn deß Llbels/ das er geredet hatte jhnen zu thun/ und thaͤts nicht. Jon. 3.v. 10. Laſſet uns/ O Chriſtliche Hertzen/ dieſe Lang⸗„, muͤtigkeit Gottes mit danckbarem Hertzen erkennen: Sein Zorn ſuchet nicht balde heim Hiob. 35 v 15. Er laͤſſet ſein Vrtheil nicht bald geſche⸗ hen üͤber die boͤſen Wercke. Eecl.s. v. 11. Sein Auge verſchonet unſer/ daß er uns nicht verderbe. E zech. 20. v. 17 Vnd in dieſem muͤſſen wir/ als ge⸗ horſame Kinder in ſeine vaͤterliehe Fußſtapffen tretten: Nicht rach⸗ gierig ſeyn/ noch Zorn halten/ gegen unſern Nechſten/ Levit 19. verſ. 1s. Sondern in allen Dingen uns beweiſen/ als die Diener GO T⸗ TES i groſſer Geduld und Langmut. 2. Cor. 6. verſ. 4. 479, b b unſere 4 8. 4 ——— 4* 8— 4 —— F——————————— ————.—————— 3————— 9*—— 8 ———. 3—ü 2.. 4 1 1 44. 3 —* 8 8— 6 7„ ————————————————— ————— ——— 3—— ——*——— *6 ————* — . 3 1 II 4 4 2 5 5 1 ———————, ——. 2— ———— ————————— ————+—————— 2 — 1— —— —— 112 Wie Gottes Langmuͤtigkeit unſere Lindigkeit allen Menſchen kunt ſeyn. Philip.4.v. 5. Und wachſen in aller Gedult und Langmuͤtigkeit. Coloſſ.. v rr. Pericles der Atheni⸗ enſiſcher Fuͤrſt/ war von einem Lotterbuben den gantzen Tag biß zum finſtern Abend geſchmaͤhet/ den ließ Pericles durch ſeinen Diener nach Hauſe leuchten: Der loͤbliche Keyſer Rudolphus l. Als er zu Maintz voneines Beckers Weib beſudelt/ und durch Rauch und Aſchen auß dem Hauſe gejagt/ hat ers mit Gedult erlitten. Laſſet uns aber/ OChriſi⸗ liche Hertzen/ mit Fleiß zu ſehen/ daß wir der Langmuͤtigkeit Gottes/ mit faͤndigen/ nicht mißbrauchen: Gott ſuchet endlich heim/ wann ſeine Zeit na kompt heim zu ſuchen. Exod. 32. v.ʒ4. Viele/ wann ſie ſuͤndigen und Gott ſchweiget/ ſo vermeimen ſie/ er werde ſeyn gleich wie ſie/ aber er wil ſie ſtraffen/ und wiles jhnen unter Augen ſiellen. Pſal. 50. v. 21. Meinſiu ich werde allewege ſchweigen/ daß du dich gar nicht fuͤrchteſt. Eſa. 57.v. u.. Dann unſer Miſſethat iſt fuͤr ſeinen Augen unverborgen. Jer. 16. verſ. 17. b b I11I. Impiorum ingenium; Der Gottloſen Art und Eigen⸗ ſchafft: Bey welcher uns wird vorgehalten: I. Dei notitia; Gottes Wiſſenſchafft: Wiewol dir nicht unbewuſt; Gott als ein allwiſſender HErr/ weiß zuvor woldaß ſich „ viele Gottloſen nicht bekehren wollen: Denner kennet die Hertzen aller „ Menſchen⸗Kinderi. Reg. 8. v. 39. Er kennet die boͤſen Leute. Hiob.. v. u. Er kennet jhre Wercke. Hiob. 34. v. 2§. Er kennet unſers Hertzen Grund⸗Pſ. 44. v. 22. Unſers Geiſtes Gedancken kennet er wol. Ezech. 11.ſ „) v. 5. Dieſe Allwiſſenheit Gottes aber iſt nicht eine Vrſache der Verſto⸗ ckungder Gottloſen: Dann gleich wie das Gedaͤchtnis deſſen was zuvor geſchehen/ nicht eine Vrſach iſt/ deſſen was geſchehen iſt; Alſo iſt auch das Vorwiſſen deſſen was geſchehen ſol/ kein Vrſach deſſen was kuͤnfftig iſt. Bedencke aber/ O Chriſtliches Hertze/ mit Fleiß/ waruiuinph Gott ſolchen Leuten eine ſo groſe Gedult und Langmuͤtigkeit erweiſe E thut es aber zum Zeugnuͤß ſeines rechtvaͤterlichen Hertzen: Dann glicch wie ein Vater ehe und bevor er ſeinen Sohn enterbet/ alle Mittel und Wege mit groſſer Geduld und Langmuͤtigkeit verſuchet/ dadurch t zum vaͤterlichen wolgefaͤlligem Gehorſam moͤge gebracht werden: Alſo hat Gott der himliſche Vater Geduld mit den Gottloſen/ ob dieſelbe zum kindlichen und ſchuldigen Gehorſam moͤgen gebracht werden. dun thut wann ſentah digen undo e/ aber eruſ v. 21. Mm teſt. Eſa ſin orgen. Jar frt und Eige wol dir nich or woldaß ſich Hertzen alle eute. Hiob. unſers Hertze wol. Ezech. che der Verſo⸗ eſſen was zuw ſi; Alſo ſt aug ach deſſen wa Fleiß/ wanun gkeit erweiſe ten: Dannglit alle Mitalun chet/ daduuch cht werden: A kaͤndnuͤß der Warheit kommen. 1. Tim. 2. v. 4. durch ſeinen abloluten oder bloſen Willen ſelig machen/ ſondern durch 5. uns zu wahrer Buſſe bewegen ſol. 11z thut es daß ſolche Gottloſen die Mittel/ ſo er zu unſer Seligkeit verord⸗ net/ moͤgen erkennen/ und dadurch jhnen geholffen werde/ und zur Et⸗ Denn er wil ſie nicht ſeine darzu verordnete und vorgeſtellete Mittel: Es iſt jhnen geſagt was gut iſt/ und was der H Erꝛ von jhnen fodert/ nemblich/ Gottes Wort halten/ Liebe uͤben/ und demuͤthig ſeyn fuͤr ſeinem Gott. Mich. 6. v. 8. Sott thut es/ daß ſie keine Entſchuldigung jhrer Unbußfertigkeit fuͤr⸗ wenden koͤnnen: Daher ſpricht Chriſtus: Wann ich nicht kommen waͤre/ und haͤtte es jhnen geſagt/ ſo haͤtten ſie keine Suͤnde(die ſo groß und ſchwerlich waͤren) nun aber koͤnnen ſie nichts fuͤrwenden/ ihre Suͤnde zu entſchuldigen. Johan. 15. v. 22. Dann ſo die Heyden keine Entſchuldi⸗ gung haben. Roman. 1. v. 20. So werden die jenige/ denen Gott Mittet und Wege viel mehr dann jhnen vorgeſtellet/ viel weniger ſich entſchuldi⸗ gen koͤnnen. 2. Impiorum malitia. Der Gottloſen Boßheit: Dieſelbe iſt⸗ Originalis: Angebohrn: Sie ſind boͤſer Art/ und jhre Boßheit iſt hnen angebohrn: Alhie/ O Chriſiliche Hertzen/ liegen wir alle unter einer Decken; Wir ſind alle auß ſuͤndlichem Samen ge⸗ zeuget/ und unſer Mutter hat uns in Sunden empfangen. Pſalm. ſi⸗ v. 7. Alles Tichten und Trachten unſers Hertzen iſt boͤſe immerdar. Geneſ. 6. v. 5. Wer wil doch einen Reinen finden/ bey denen da keiner rein iſt. Hiob. /14. v. 4. Was iſt der Menſch daßer ſolte rein ſeyn/ und daß der ſolte gerecht ſeyn/ dervom Weibe gebohrn. Hiob. 13.v. 4. Und alhier iſt kein Unterſcheid/ und ſind wir alleſampt Suͤnder/ und mangeln deß Ruhms den wir fuͤr Gott haben ſolten. Rom; v. 23. Dieſes/ O Chriſt⸗ liche Hertzen/ ſoll uns billich den Hoffarts⸗Kuͤtzel vertreiben/ daß wit uns von Hertzen fuͤr Gott demuͤtigen/ mit bethen/ uns bekehren/ ein jegli⸗ cher von ſeinem boͤſen Weſen. Jerem. z6. v. 7. Actualis: Wircklich: Sie wollen jhre Gedaneken nim⸗ mermehr endern: Die Gedancken und Anſchlaͤge der Argen ſind dem HErrn ein Greuel. Proverb. 15. v. 26. Aber ſolchen Gedancken wan⸗ deln die Gottloſen nach/ auff einem Wege der nicht guth iſt. Eſa. 6. v. z. Sie wandeln ihren Gedancken nach/ und thun nach geduncken jhres boͤſen Hertzen. Jerem. 18, v.12. Daſhhen doch Setrayßetaha ag — 5 4— — ——õ—ᷣ—ÿÿÿÿꝛ:ꝛõͦͦ— ———yy———————— 1 „— 84 1 ——ÿ vlͤͤͤͤͤͤͤ— 2.— 3—— k — ————— Wie die Barmhertzigkeit Gottes 1 aaen laͤſſet der Gottloſe ſolle laſſen von ſeinem Wegelund der Vbelthaͤ⸗ 8 ſeine denotuoß bekehren ſich zum HErrn. Eſa. 7§5. verſ.7. Be⸗ trachte alhie/ O Chriſtliches Hertze/ die Urſach/ warumb die Langmuͤ⸗ tigkeit Gottes bey vielen vergeblich ſey: Nemblich daß ſie jhre Gedan⸗ rken nicht endern wollen: Sie wollen ſich unter Chriſi Gnaden⸗Fluͤ⸗ gel nicht verſamlen laſſen. Mich. 23.verſ. 37. Sie verachten den Rath Gottes wieder ſich ſelbſt. Luc. 7. verſ. 30. Sie wiederſtreben dem heiligen Geiſt. Actor 7. verſ 51. Sie ſtoſſen das Wort Gottes von ſich/ und achten ſich ſelber nicht werth deß ewigen Lebens. Actor. 13 verſ. 46. Der barmhertzige Gott erleuchte uns mit ſeinem heiligen Geiſt/ daß wir ſei⸗ ner Langmuͤtigkeit ſeliglich gebrauchen moͤgen/ umb Jeſu Chriſti wil⸗ len/ Amen/ Amen. Die neunzehende Predigt. DE CAUSA IMPUIILSIVA POENITENTIERATIONE DI, QINTA, QH DEI MlISERICORDIA Von der fuͤnfften bewegenden Urſach zur Buſſe/ an Gottes Seiten/ welche iſt Gottes Barmhertzigkeit. Pſal. 78. v. 38. Er war barmhertzig/ und vergab die Niſſe⸗· un khat/ und vertilget ſie nicht/ und wendet offt ſeinen Zornab/ und ließ nicht ſeinen gantzen Zorn gehen. d Sſpricht Paulus Rom. u.. v.z2. alſo: Gotthat Zalles beſchloſſen unter den nglauben/ auff daß er ſich alit erbarme. Bey dieſen Worien haben wir zu betrachten: udde, uns zu wahrer Buſſe reitzen ſol. II) aganitt Concluſionis divinæ medium: Das Mittel dadurch uns mb delma Gott unter die Sunde beſchloſſen: Dieſes Mitteliſt nicht ein bloſſer ſie ſhn G Nathſchluß Gottes/ wie die Calviniſten wollen/ ſondern unſer elender 1 Gruant Zuſtand/ darinn uns der Teuffel/ und unſere Paradies⸗Eltern geſtuͤr⸗ ach ten ze 1 ket/ da wir alle deß ſuͤndlichen Adams Kinder ſeyn/ und auß ſuͤndlichem * da Samen gezeuger werden. Pſ. 11. v. 7. Mangeln deß Ruhms den wir fuͤr svon ſich„ Gott haben ſollen. Rom. z. v. 23. Und iſt alſo die Verdamnuͤß uͤber alle 3 vaſs„ Menſchenkommen. Rom.z. v. 18. Und dieſen Schluß offenbaret Gott uf 8 1 durch ſein Wort: Da hat die Schrifft alles unter die Suͤnde beſchloſ⸗ eſ 8 bih ſen/ auff daß die Verheiſſung kaͤme durch den Glaubenan Jeſum Chri⸗ Chnſie ſtum/ gegeben denen die da glaͤuben. Gal. 3.v. 22. Dann die Verheiſſung iſt nicht ablolut, bloß oder ohnmittelbar geſchehen/ ſondern daß dieſelbe —— deren genieſſen ſollen/ denen ſoll gegeben werden/ die da glaͤuben. 2. Concluſionis medium: Die Art und Weiſe dieſes Be⸗ ſchlieſſensUinter den Unglauben: Daßer und die Schrifft alle Men⸗ RAA4 TIONI ſchen der Suͤnde/ Unglaubens und Verdamnuͤß beſchuldiget: Daß ex 14 10N durch die Schrifft erklaͤret/ daß alles tichten und trachten deß menſch⸗ lichen Hertzen ſey boͤſe immerdar. Gen. 6. v. 5. Daß ſie alle abgewichen/ uſſe/ an und alleſampt untuͤchtig/ und keiner ſiy der Gutes thue auch nicht 6 Len Pſal. 14. verſ. 3. Alſo daß in dieſem Falle kein UInterſcheid iſt. Rom z. v. 2z. 8 3. Concluſionis terminum: Zu was Ende er dieſes beſchloſ⸗ ſen Daß er ſich aller erbarme: Daß ſie alle moͤgen jihre Suͤnde erken⸗ nen/ und ſich ernſtlich zu Gott bekehren: Die Calviniſten wollen dieſes b allein auff die auß bloſſem Rathſchluß Gottes Außerwehlte ziehen: Aber e Niſß wider Gottes Wort: Denn da iſt Gott der himliſche Vater/ der ruffet/ wendet euch zu mir/ ſo werdet jhr ſelig aller Welt Ende. Eſa. 45. v. 22. Da iſt der Sohn Gottes/ der ruffet: Kommet her zu mir alle die jhr cht eine muͤhſelig und beladen ſeyd unter welchen die Gottloſen die fuͤrnehmſten) . ich wileuch erquicken. Matth 11.v. 28. Da ruffet Gott der heilige Geiſt⸗ Gott gebeut allen Menſchen/ an allen Enden Buſſe zu thun. Act. 17 v.zr. Summa/ Gott erbarmer ſich aller ſeiner Wercke. Pſ. 14. v.9. Er erbar⸗ o: Gotth met ſich uͤber alles. Sap. 11. v.24. Seine Barmhertzigkeit gehet uͤber alle daß erſichal Welt Sir. 18. v. a. Er laſſet nicht allein ſeine erſchaffene ſondern auch) trachtn: ſeine Gnaden⸗Sonne auff ehen uͤber Boͤſe und Gute. Malth.⸗ v. 43. „Conch- b P Weilen ———— 4— ——— ———— ————— —— ——— — 2 5— ———— ———————— 7 88888höZö8h8ö8öZö—ö—ö—ö—ö—öoöoöoo 3 3 3 4. 3 1“ ſſ “+—“— — ——— 2— — us Wie die Barmhertzigkeit Gottes b Weilen die heilſame Gnade Gottes erſcheinet allen Menſchen. Titz.— verſ. u. Darunter auch gewiſſe die Gottloſen/ weilen ſie Menſchen ſind/ gehoͤren. Dieſe allgemeine Barmhertzigkeit deß allergrundguͤugſten Gottes/ ſoll alle arme Suͤnder billich zur Buſſe bewegen/ von derſelben reden unſere verleſene Worte/ auß welchen wir wollen betꝛachten: Wie die Barmhertzigkeit Gottes/ uns zu wahrer Buſſe reitzen und treiben ſolle. Deruͤber alle ſine Wercke/ und ſonderlich alle Menſchen barmhertzigen Gott/ wolle uns zu heilſamer Betrachtung/ und gehorſamer Folge ſeiner Barmhertzigkeit/ durch ſeinen heiligen Geiſt leiten/ umb ſeines 2us Barmhertzigkeis geſchenckten Sohns Jeſu Chriſti willen men. b Erklaͤrung. Wir haben in verleſenen Worten: 1 . Denum miſericordem: Den barmhertzigen Gott; Er war barmhertzig: Es handelt David in dieſem Pſalm/ daraus verle⸗ ſene Worte genommen/ fuͤrnemlich von den vielen und groſen Wolth⸗ ten Gottes/ ſo er ſeinem Volck den Iſraeliten erzeiget/ und wie undanck⸗ bar ſie ſich dargegen eingeſtellet/ daß er Fuge und UIrſach genung gehabt ſiezeitlich und ewig zu verwerffen/ unter deſſen aber ſo ruͤhmet er Gottes unendliche und unerſchopffliche Barmhertzigkeit/ daß wann ſie ſich he⸗ kehret ſer ſhnen dieſelbe vaͤterlich wieder fahren laſſen: Dann er beweiſet Gnadeimn tauſend Glied/ und vergiebt VBbertretung/ Miſſethat und Suͤnde. Exod. 34. verſ. 7J. Er iſt ein barmhertziger GO TT. fa Deut. 4. verſ. 31. So hoch der Himmel uͤber der Erden iſt/ laͤſſet er ſeine Gnade walten/ uͤber die ſo jhn fuͤrchten. Pſalm. 10;. verſ. 11. Es bricht ihm ſein Hertz in jhm/ daß er ſich unſer erbarmenmug. Jerem. 31. verf 20. Seine Barmhertzigkeit iſt alle Morgen neu/ und hat kein Ende. Thren. 3. verſ. 22. Er iſt ein Vater der Barmhet⸗ tigkeit. 2. Corinth. 1. verſ 3. Gleich wie einer liebreichen Mutter ncht b. b beſchwa⸗ zu wah den barmeta. 1 ehorſama 1 leiten/umbͤin Fhrig, Chriſti wlh Barmhertzigkeit; Welchen er uns in verleſenen Worten h äßmet 1. AE üͤhmeter Gon 4 Dann er beweth 4 Miſſethat un Erden iſt liſ er erbarmenmble Norgenneu ul er der—. den Mutteruth beſeh) leugnung die Suͤ B beſchwerlich iſt/ jhrem hungerigen und milchbegierigen Kinde/ jhre mildreiche Bruͤſte zu reichen/ und zu ſaͤugen. Alſo iſt Gott willfertig al⸗ len bußfertigen Sündern Gnade und Barmhertzigkeit zu beweiſen. Wielm Jahr 90. Koͤnig Heinrich V. in Franckreich/ die Stad Pa⸗ die vornehmſten Haupl⸗Leute ſolch armes Volck mit Mußqueten zu⸗ ruͤck zu treiben gerathen/ hat der Koͤnig ſolche Unbarmhertzigkeit uͤber ſein Hertz nicht bringen koͤnnen: Ey wie ſolte dann der Vater der Barm⸗ hertzigkeit/ nicht ein mitleidendes Hertze haben mit ſeinem Geſchoͤpſfe: 11. Mitericordiæ demonſtrationem; Den Beweißthum ſeiner fuͤr Augen ſiellet: I. Peccata Ifraclitis remit ſich die Iſr 4 Pſ. 38. re tauſend vaͤterlicher Gnade vergrben: Alſo thut erQimmerfort allen recht buß fern⸗ deoepente dſec feſsenent 35 unſerlbenttecung bekennen ſo ver⸗ gibt er uns die Miſſethat unſer Suͤnde. Pſ. z2. v. 7. Exr vergibt die Mit ſethat ſeinem Volcke Pſ. v. 5 r vergibtdie Miſ⸗ letpat ſeinem Bolcke/ und bedecket alle ſhre Suͤnde/ Pf. 85. v. z. Er bro⸗ net die Bußfertigen mit Gnad und Barmhertzigkeit/ Pſal. 103, v.;. Er 2 ꝙ w 2, —₰ ₰ ☛ * 2 * R i 8 * 60 (A — S — — * ꝓ* 4 5 erin mit ſhren groben Suͤnden Paulum mit ſein grauſamen Verfolgung Chriſti und ſeiner Juͤngen Alle hat ſie Got/ da iij ſie ſich — 1m, 90. Zeil. xpiſt. ris belagerte/ und die Pariſer wegen groſſer Hungers⸗Noth/ alte Leute/ P. Pag.. wie dann auch Weiber und Kinder ins Koͤnigliche Lager ſchickten/ und 789 ⅓——— —————————— ̈1ſj ————.—— 5 E ————— * Vr 83—„ — 4— 5 888öſſſͤͤͤͤͤͤſͤſſſ 6 — 3ſſſA““ 8 4 ſ——* 4—* 8— Wie die Barmhertzigkeit Gottes ſie ſich wathafftig bekehrer/ zu Gnadenauffgenommen: O der groſſen n 1 1 Barmhertzigkeit Gottes. Ob bey uns ſind der Sunden viel/ Bey Gott iſt vielmehr Gnade: Sein Hand zu helffen hat kein Ziel/ ie groß auch ſey der Schade. Gleich wie der Donnerſchlag Wachs und weiche Sachen nicht verle⸗ tzet/ ſondern Eiſen/ Stein/ Holtz und was hart iſt: Alſo ſchonet Gott der Buß fertigen/ ſo ſich durch ſein Wort erweichen laſſen/ aber die Hattn und Verſtockten ſiraffet er. Laſſet uns/ OC hriſtliche. Hertzen/ dieſe Ver⸗ gebung der Suͤnden mit danckbarem Hertzen erkennen/ auff und annch⸗ men. Vera remiſſio peccatorum, eſt alylum ciyium Eccleſiæ, ſagt Auguſtinus: Das iſt; Die wahre Vergebung der Suͤnden//. . 3 en/ iſt der Buͤr⸗ ger der Kirchen Gottes Zuflucht. Derowegen ſoll uns auch dieſelbezu wahrer Buſſe bewegen. 2. armen/ nach ſeiner groſen O diß Barmhertzigen himliſchen Vatets! Chriſtliche Hertzen/ nicht zu wahrer Buſſe bewe⸗ Wie der Kayſer Auguſtus inemem offentlichen cdict eine groſe Summa Geldes dem ſenigen verheiſſen/ ſo Carocotton den Fuͤhrer ei⸗ ber beym ner groſen moͤrderiſche Rotte/ ijme liefern wuͤrde/ hat ſich Carocotta ſel⸗ tes in: Odegnſe achen ntae dſchonetönhe aber die han dertzen dieſeh auff und a⸗ n Eocleſiæ, nden/ iſt der sauch dieſeheg ht: Mitunſn daher wil erda 21. verſ. I. E. verſ7. Abe tilgen: Wan athen heimſuch dtet ſo wiler un Hollle fuͤhrel w niedriget/ wit er Haupt wiche Suͤnde heyni owil er doch ſen Er wiluns ue .verſ. 18. Wmn ach ſeiner gy nliſchen Valtt irer Buſſebe n edict dine gt on den Fuͤhtg roltaſ ſich Car Wie uns zu wahrer Buſſe beivegen ſol. 115 ber beym Kayſer angegeben/ und das verheiſſene Geld begehret: Augu⸗ Theatt. ſius hat jhm nicht allein das Geld gegeben/ ſondern auch alle ſeine groſe hiſt. Matr. Vbelthaten gnaͤdig vergeben: Dieſes/ O Chriſtliches Hertze/ thut auch Mon. 4. der barmhertziger Gott/ er vergiebt allen bußfertigen Suͤndern nicht pas. 55. allein jhre Miſſethat/ ſondern er uͤberſchuͤttet ſie auch mit ſeinem Segen und Wolthaten. 3. Iram avertendo: Er wendet offt ſeinen Zorn ab: Mis unſern Suͤnden verdienen wir auch Gottes Zorn/ welcher allerhand ſehweren Straffe mit ſich fuͤhret: Wann er ſeinen Grimm außlaͤſſet/ werden wir wie Stoppeln verzehret. Exod. 5 v. 7. Solchen ſeinen Zorn kan niemand ſiillen. Hiob. 9. verſ. 13. Da iſts ſchrecklich in die Haͤnde deß lebendigen Gottes fallen. Heb. 10. verſ. 31. Aber wann wir uns be⸗ kehren/ ſo wil er ſeinen Zorn abwenden: So kehret er ſich von dem Grim ſeines Zorns/ und iſt gnaͤdig uͤber unſer Boßheit. Exod. 32. v.rz. Wann wir uns demuͤtigen/ wendet ſich der Zorn Gottes von uns. 2. Chron. 12. v. 12. Er wil nicht immerdar hadern/ und nicht ewiglich zuͤrnen/ ſondern es ſoll von ſeinem Angeſicht ein Giſt weben/ und er wil Odem machen. Eſa. 77. v. 1. Ach wie ſind wir elende Erd⸗Wuͤrmlein ſo jachzornig/ und zwar offt ohne Ulrſach! Hertzog Ludwig von Bayern/ hat auß Argwohn/ auß Anlaß eines verwech ſelten Schreibens/ den Boten ſo es getragen erſtochen wie denn auch den Schloß Vogt zu Donawerth/ Zeiler. der nicht allein unſchuldig/ ſondern auch nicht wuſte warumb er ſterben Eilt. 318. ſolte/ daneben die un ſchuldige Fuͤrſtin durch den Schar ffrichter hinrich⸗ ten laſſen/ jhre Hoff⸗Jungfrauen mit einem Dolchen ſelber erſtochen/ und die Hoff⸗Meiſter in/ zu hoͤcht auß dem Schloſſe herunter geſtuͤrtzet/ und alſo im Jaͤch⸗Zorn gantze fuͤnff auff die Schlacht⸗Banck geopff⸗ ert/ aber der grund⸗guͤtige Gott wendet ſeinen Zorn offt ab/ welches uUns zu wahrer Bußfertigkeit billich bewegen ſolte. b 4. Iram cohibendo: Er laͤſſet nicht ſeinen gantzen Zorn ge⸗ hen: Wann Gott ſeinen gantzen Zorn gehen laͤſſet ſo ſpielet er das Gar⸗ auß mit uns: Da iſt der HErꝛ nicht gnaͤdig/ ſondern ſein Zorn und Ei⸗ ver rauchen uͤber die Gottloſen. Dent. 9. v. 20. Wann das Feuer iſt an⸗ gangen durch ſeinen Zorn/ ſo brennet es biß in die unterſte Hoͤlle Deut. 32. v. 2z. Wann Gott ſeinen gantzen Zorn uͤber die erſte Welt ergehen laͤſſet/ ſo verderbet er ſie durch die Suͤndflut. Gen. 7. v. 21. le q. Wann Gott 20 Wie die Barmhettzigkeit Gottes Gott ſeinen gantzen Zorn ergehen laͤſſet uͤber Sodoma und Gomonthaj ſo laͤſlet er Schwefel und Feuer vom Himmelherabuͤber ſie regnen Ge⸗ neſ. i9. v. 24. Wann Gott ſenageneen Zorn/ uͤber Pharao ergehen laͤſſet muß er mit ſeinem gantzen Kriegsheer im rothen Meer erſauffen. Erod. 14.v. 28. Alſo iſts Korah/ Dathan und Abiram mit jhrer gottlo ſen Rotte. Num. 16. v. 2. und Jeruſalem. Luc. 19. verſ. 44. ergangen. Dieſes leſen oder hoͤren viele goltloſe unbußfertige Leute/ aber ſie kehren ſich nicht daran: Wer glaͤubet daß Gott ſo ſehr zuͤrnet/ und wer fuͤrch⸗ tet ſich fuͤr ſolchem ſeinem Grimm Pſal. 90. verſ. 12. Aber ſie werden endlich geworffen werden in die Kelter des Jorns Gottes. Apoc. 14. v. 19. Wann wir aber wahre Buſſe thun/ ſo wil er ſeinen Zorn nicht gantz ergehen laſſen: So wiler des armen nicht gantz vergeſſen. Pſal. 9. v. 19. Sondern er wil ſeinen Zorn auffheben/ und ſich wenden von dem Grim ſeines Zorns. Pſal. 85. v. 4. Er wil nicht immer haddern noch ewiglich zuͤrnen. Pſal. 103½. vh. Daß wir mit Freuden ſagen: Ich dancke dir/ HEn/ daß du zornig biſt geweſen uͤber mich/ und dein Zorn ſich gewen⸗ det hat/ und troͤſteſt mich. Eſa. 12. verſ.. Laſſet uns aber/ O Chriſtliche Hertzen/ in die Jußſtapffen unſers Himliſchen Vaters tretten/ und un⸗ ſern Zorn gegen unſern Nechſten nicht nach ſeinem Willen gehen laſſenn Aulus Gellius ſchreibet/ daß unter den llyyriis Menſchen gefunden ſeyn/ welche mit Anſchauen die Menſchen getoͤtdet/ wann ſie zornig dieſelbe etwas lange angeſehen/ und dieſelbe ſollen in einem jeglichen Auge zwih Augapffel gehabt haben: Ach wie viele/ wie viele werden auch unter den Chriſten gefunden/ welche wann es ihnen muͤglich/ auß zornigem bren⸗ nenden Gifft und Groll/ jhren Naͤchſten mit jhrem Anſchauen gerne das Leben nehmen ſolten. Aber gottſelige Hertzen folgen jhrem himm⸗ liſchen Vater und laſſen ihren Jorn nicht ganz gehen: Scy nicht ſchne⸗ M. les Gemuͤthes zu zuͤrnen/ denn Zorn ruhet im Hertzen eines Narren. Ec⸗ cleſ. 7 verſ. 9. Er gehoͤret mit unter die Wercke deß Fleiſches. Galat.j. verſ. 0. Derhalben wann wir zͤrnen/ ſollen wir alſo zuͤrnen/ daß wit nicht ſuͤndigen/ und laſſen die Sonne chnit unter gehen uͤber unſern Zorn. Epheſ 4. verſ. 26. Der allerguͤtigſte Gott gebe uns ſeine Gnade/ daß wir uns an dem goͤttlichen Zorn/ gegen die gottloſen erwieſen/ ſpiegeln/ unſere Suͤnde in der Gnaden Zeit erkennen undbekennen/ die Gnade Gottts in Jeſu Chriſſo mit wahrem Glauben ergreiffen/ und in Plcha 5 Gha Jſolas tes erſie 89 8 1 Wieraiefe mit ſpee gande rl. 4 agangn. e/ abe ſalahe 11 undwufäng, Aber ſiede tes. Apotn Zorn nich ſen. Pſala nvon dem oi ern noch evigi Ich dancked korn ſich gewer O Chriſtlic etten/ und un en gehen laſſer gefunden ſeyt ie zornig dieſet chen Auge zw nauch unterde zornigem bra Anſchauen gen en ſhrem hinn Sey nicht ſchn nes Narrn. G leiſches. Gala zuͤrnen daßt ͤber unſenn ſeine Gnadeldi erwieſen Gyit nnen/ die 04 fundinſot ffen undi Gw uns zu wahrer Buſſe treiben ſoll. 121 Gnade unſer Leben ſeliglich beſchlieſen moͤgen/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. 1 — Diezwantzigſte Predigt. b DE CAVSA IMPVLSIVA POENITENTIE, RATIONE DEI, SExTA, Qllæ DEI BENEVOEENITIA. b Von der ſechſten bewegenden Urſach zur Buſſe/ an Gottes Seiten/ welche Gottes geneigter Wille gegen uns. Ezech. 18. verſ. 31. feq. Werffet von euch alle euer Vbertretung/ da⸗ mit jhr uͤbertreten habt/ und machet euch ein neues Hertz/ und neuen Geiſt: Denn warumb wilſt du alſo ſterben/ du Hauß Iſrael? Dann ich habe kein Gefallen am Tode deß ſterbenden/ ſpricht der OErꝛ HErꝛ: Darumb bekehret euch/ ſo werdet Ihr leben. S vermahnet uns Paulus. Rom. 12. verſ.ꝛ. ( Daß wir uns ſollen veraͤndern/ durch Erneurung unſers D Sinnes auff daß wir pruͤffen moͤgen/ welches da ſey der gu⸗ te/ der wolgefaͤllige/ und der vollkommener Wille Gottes. In dieſem haben wir 1. RKenovationem: Unſere Erneurung; Wir ſollen uns veraͤndern/ durch Erneurung unſers Sinnes: Wir ſind leider/ fleiſchlich geſinnet/ welches eine Feindſchafft wieder Gott iſt. Rom. 8. verſ. 7. De Soudiiker We virdſendpteben Menſchen jhre Sinne 2 Cor. 122 Wie Gottes gnaͤdiger Wille 2. Corinth. n. v. z. Daß ſie wandelnin Eitelkeit ſhres Sinnes. Epheſ.4⸗ v. 7ã. Aber da ſollen wir uns veraͤndern durch Erneurung unſers Si nes/ daß wir anders und beſſers Sinnes werden; Wir muͤſſen ablegen, nach dem vorigen Wandel den alten Menſchen/ der durch Luͤſte in Irr⸗ thumb ſich verderbet/ und uns erneuern im Geiſt unſers Gemuͤthes⸗ und ziehen da neuen Ma chen anda dz Gongeſaffa iſt in rechtſchaf⸗ ener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Cpheſ. 4. v. 22 ·1OqC. b 2. Skcit und Hahae Die End⸗-Urſache dieſer Erneu⸗ rung: Daß wir pruͤffen mogen den Willen Gottes: Wann wi unſern verkehrten Sinn durch wahre Buſſe(ſo deßhalben u*irea ei⸗ ne Sinns Veraͤnderung genant wird) vermittels der Gnade deß heili⸗ gen Geiſtes erkand/ und abgeleget ſo muͤſſen wir pruͤffen was der Wille Gottes ſey/ weiches wir erfahren auß Gotteo Worte: Qui ſacras ſcri- pturas ſedulò legit, ille invenit, quæ ſit voluntas Dei, id eſt, quid Deo placcat, quidvè displiceat, vel quomodo voluntas ejus impleri poſſit. Suer h.l ſchreibet NHaymoꝛ Das iſi: Wer die heilige Schuifft fleiſſig lieſet/ der fu⸗ uper h. I. det was Gottes Wille ſey/ das iſt was Gott gefalle oder mißfalle/ oder wie ſein Wille koͤnne erfuͤllet werden In derſelben haben wir den guten Willen Gottes/ daß er wolle daß allen Menſchen geholffen werde und ſie zu Erkaͤntnuͤß der Warheit kommen. 1. Tim. 2. v. 4. Erwolle nicht daß jemand verlohren werde/ ſondern daß ſich ſederman zur Buſſebekehre.. Pet. 3 v. o. In derſelben haben wir den wolgefaͤlligen Willen Gottes/ daß durch die thoͤrichte Predigt(fuͤr der Welt Augen) ſeines Wortes/ ſelig werden/ ſo daran glauben. 1. Cor. 1 v. 21. In derſelben haben wir den voll kommenen Willen Gottes/ daß/ wer Chriſtum ſiehet und glaubet an ſhn/ habe das ewige Leben. Joh. 6. v. 40. Dieſer allergnaͤdigſter und allgemei⸗ ner Wille Gottes wird uns auch in verleſenen Worten vorgetragen aus welchen wir wollen anhoͤren:“ Wie der gnaͤdiger und geneigter Wille Gottes uns zu wahrer Buſſe bewegen ſolle. Der barmhertzige Gott verleihe uns ſeinen Geiſt und Gnade/ daß wit unſern verderbien Willen/ dieſem gnaͤdigen Willen Gottes gehot⸗ ſamlich unterwerffen moͤgen umb Jeſu Chriſti willen Amen.— 1 4———— —— 8 1 —————————— 1 ——õ— 5————— ͤͤͤͤͤͤͤſſſ“ ——.——— 5— ——— ———— g ——— e b Sinnes Eße tungunſesen ir muͤſen aügn durch läßen 1s Gemißeain ten iſt m naſche che dieſtreim dttes: Wmn Halben u4muh Gnade dß fen was dan Quiſacrab id eſt, quidd us impleri poli iſſig leſet derf er mißfalle/ od en wir den gutt fen werde und ſi rwolle nicht de Buſſebekehre. illen Gottes d es Wortes ſ aben wir den ve nd glaubetanſſt 0 ſter und allgem rten vorgetta ottes uns 7 d Gnade/ dißt llen Gottesgſe lien Amen. llen e6 uns zu wahrer Buſſe bewegen ſol. 123 Erklaͤrung E Wir haben in unſern verleſenen Worten fleiſſig anzumercken: I. Voluntatis divinæ explicarionem; Die Erklaͤrung deß goͤttlichen geneigten Willens: Esiſt uns am Erkaͤntnuͤß deß gnaͤdi⸗ gen Willens Gottes zum hoͤchſten gelegen: Denn es werden nichtalle die da ſagen/ HErꝛ HErꝛ/ in das Himmelreich kommen/ ſondern die den Wul unſers himliſchen Vaters thun. Matth. 7. v. 21. Der beſtehet aber: b b a. In peccatorum abjectione; In Wegwerffung der Suͤnde: Werffet von euch alle eure Vbertretung/ damit jhr uͤbertreten habt; Es iſt leider mit uns alſo bewand/ daß wir Vbertreter von Mutter Leibe ſeyn. Eſa. 48 /8. Wir ſeyn Kinder der Vbertretũg. Eſa7/4. Unſere Ubertreuung iſt fuͤr Gott ſehr viel/ uñ unſer Suͤnde antworten wieder uns Eſa 59. v. 12. Ja wir ſchaͤnden Gott durch unſer Ulbertretung deß Geſetz⸗ es. Rom. 2. v. 23. Und werden auch deßwegen vom Geſetze als Ilbertre⸗ ter geſtraft. Jac. 2. v.ꝰ. Ounſers elenden O unſers gefaͤhrlichen Zuſtan⸗ des Dieſe unſere Suͤnde und Vbertretung ſollen wir von uns werffen/ nicht/ Chriſtliches Hertz/ wie man etwan einen Mantel/ Kleid oder Huth von ſich wirffet: Dann in uns/ das iſt/ in unſerm Fleiſche wohnet die Suͤnde. Rom. 7. v. 18. Und klebet uns hart an. Heb. 12. v.. Sondern die⸗ ſes Wegwerffen geſchiecht dur ch wahre Buſſe/ Haß und Meidung der Suͤnde: Wir muͤſſen ablegen die Wercke der Finſternuͤß. Rom. 13. v. 12. Legen ab nach dem vorigen Wandel den alten Menſchen. Epheſ. 4. v. 22. Legen ab alle Unſauberkeit/ und alle Boßheit. Jac. 1. v. 21. Wan wir/ O Chriſtliches Hertz/ dieſes Wegwerffen verſeumen oder verachten/ ſo wer⸗ den wir von Gott weggeworffen: Wir ſollen ſeyn wie Spreu fuͤr dem Winde zerſtreuet. Pſ.. v. 4. Gott wil uns verwerffen von ſeinem Ange⸗ ſicht. Pſ. 51.v. 13. Er wil uns mit Worfſſchauffeln zum Lande hinauß werffen. Jer. 5. v.7. Wir ſollen geworffen werden in die euſſerſte Finſter⸗ nuͤß da Heulen und Zaͤhn Klappen iſt. Matth. 22. v. 13. Darumb daß wir Gottes Gebotte hinter uns zu ruͤcke werffen. Neh. 9 v 26. Wan wir aber unſere Suͤnde durch hertzliche Bekehrung wegwerffe/ ſo nimt er ſich unſer Seelen hertzlich an/ uñ wurfft alle unſere Suͤnde hinter ſich zu Se O 1 — G —*— 3— 8 8 8„ 1 ö“““— 8— 8 ——— 8 3 3— — 5 124 Wie Gottes gnaͤdiger Wille Eſa. 38. v. 7. Jain die Tieffe des Meers wil er ſie werffen. Mich. 7.v. 19. 8. In cordis& ſpiritus renovatione: In der Erneuerung unſers Hertzen und Geiſtes: Machet euch ein neues Hertz/ und einen neuen Geiſt: Es wird in Gottes Wort/ in dem Wercke unſer Seligkeit Gott gehorſamen und glaͤubigen Menſchen zugeſchrieben/ was der H. Geiſt durch ſein lebendig und ſeligmachendes Wort wir⸗ Vid. Glaſſ. cxet; Wie zu leſen. 2. Cor. 7. v. 1. Phil. 2. v. 12. 1. Tim. 4. v. 16. 1. Joh. Philol. 3. v. 3. Alſo geſchichts auch an dieſem Ort: Da doch GOtt ſonſten Lacr. pag. durch den H. Geiſt und ſein Wort/ in uns ſch affet ein rein Hertze/ und 589. ſeq. uns gibt ein neuen gewiſſen Geiſt. Pſ. Fr. verſ. 12. Gibt uns ein neu Hertz/ und einen neuen Geiſt. Ezech. 36. v. 26. Dann auſſer dieſem iſt das Tichten und Trachten unſers Hertzen boͤſe immerdar. Gen. 6. v. 5. Unſer Hertz iſt offt ferne von Gott. Eſa. 29. v. 13. Wir verſtocken offt unſer Hertzen. Pſal. 95. v.3. Wañ unſere Hertzen in jhren natuͤrlichen Wirckungen werden betrachtet/ ſo kommen auß denſelben arge Ge⸗ dancken/ Mord/ Ehebruch/ Hurerey/ Dieberey/ falſche Zeugnis/ Laͤ⸗ ſterung. Matth. 15. v. 1. Iſt derowegen ohngereimt daß die Paͤbſtler auß dieſen Worten ſchlieſſen wollen/ daß der Menſche dieſes auß eige⸗ nen Kraͤfften konne erfuͤllen/ und deßwegen emen freyen Willen im geiſtlichen Sachen habe: Weilen dieſes Gebott iſt commonitorium, ein Erinnerungs Gebott/ dann es erinnert uns theils unſer Schuldig⸗ keit/ wie Gott in gleichem Falle ſagt: Hoͤret jhr Tauben/ und ſchauet her jhr Blinden/ daß jhr ſchet. Eſa. 42. v. 18. Theils unſer Schwach⸗ heit; Wie Abraham die Sterne am Himmel zehlen ſolte. Gen. 15. v.. Es iſt dieſes Gebott lnvitarorium, ein Lock⸗Gebott/ damit uns Gott zum Gebet reitzet/ daß wir mit Jeremia ſagen ſollen: Heile du mich HErr/ ſo werde ich heil/ hilff du mir ſo iſt mir geholffen. Jer. 1 z7äñ v. 14. und mit David: Schaffe du in mir Gott ein reines Hertz. Pſ.I. v. 12. HErr lehre du mich thun deinen Wolgefallen/ dein guter Geiſt fuͤhre mich auff ebener Bahn. Pſal. 143. v. 11. Es iſt dieſes Gebottpro⸗ hibitorium und alſo zugleich ein Verbott/ daß wir dem H. Geiſte/ ſo durch ſ eine Mittel ein neues Hertz/ und neuen Geiſt wil ſchaffen/ nicht ſollen widerſtreben: Sollen kein abtruͤnniges ungehorſames Hertze ha⸗ ben. Jerem.. v. 23. Sollen Gottes Munde nicht ungehorſam ſeyn. Thren. de werffen R deſ hen dem Wan f unſg hen zugia hendes Vang d wie m. 4. v. 16. 13 och GOu ſa in rein Hernn Gibt unsn nn auſſer diſn erdar. Gen.5 gir verſtocken jhren natuͤrlite nſelben arge che Zeugnis/4 daß die Paͤbſt dieſes auß eige eyen Willen! dmmonitoriun unſer Schulde ben/ und ſchau unſer Schwat en ſolte. Gen. ebott/ damtt i nſollen: Halle cholffen. Jer.) mnes Hertz. N ’/ dein gutero dieſes Gebottn dem H. Gaſſ wil ſchaffen n orſames⸗Na 4 tungehorſam tungehonſ— uns zu wahrer Buſſe bewegen ſoll. 22) Thren. 1 v. 1s. Weilen aber/ O Chriſtliche Hertzen/ der gnaͤdiger und hertzgeneiater Wille Gottes iſt/ daß wir unſer Schuldigkeit uns ſollen erinnern/ Gott umb unſer Bekehrung bitten. J r. 31. v. 18. Und den verordneten Mitteln Gottes nicht widerſtreben/ ſo laſſet uns demſel⸗ ben Kindlichen Gehorſam leiſten/ und unſer zeitlichen und ewigen Wolfart uns nicht widerſetzen. Il. Compatientem interrogationem: Eine mitleidentliche Frage: Warum wiltu alſo ſterben/ du Hauß Iſrael? Gott wil ſo viel ſagen: Ach warum wollet jhr Iſraeliten/ alſo im geiſtlichen Tode bleiben/ und dem ewigen in ſeinen Rachen lauffen/ die ich doch zum ewi⸗ gen Leben erſchaffen habe? Sap. 2. v. 23. Ach warum/ wollet jhr doch ſo ſterben/ denen ich meinen Sohn zum Erloͤſer verheiſſen? Geneſ. 3. v. 15. Ach warum wollet jhr doch ſo ſterben/ da ich doch meine Gna⸗ den⸗Hand zu euch den gantzen Gnaden⸗Tag außbreite? Eſa. 65. v. 2. Ach warum wollet jhr doch alſo ſterben/ da ich doch aller ſchone/ weilen ſie mein/ und ich ein Liebhaber des Lebens bin⸗ Sap. rl. v. 27. Beden⸗ cket/ bedencket doch/ wil er ſagen/ daß ich euch erſchaffen/ daß ich euch erloͤſet/ daß ich euch durch die Beſchneidung geheiliget! Odes aller⸗ gnaͤdigſten! O des allergeneiaſten Willen Gottes! Sperrer auff/ ſperret auff/ eure Ohren und ZHertzen/ alle Gottloſen! Warum wollet Ihr in euren Suͤnden alſo ſterben/ und euch in der vorgeſtelten Gnaden⸗ Zeit zu Gott nicht bekehren? Ach warum ſol doch Gott Blitz/ Feuer und Schwefel /uͤber euch regnen laſſen/ und euch ein Wetter zu Lohn geben? Pſal. 11. v. 6. Ach warum wollet jhr euer Wohnung haben in der Hoͤlliſchen Gruben/ darin Feuer und Holtz die Menge/ und euch der Odem des HErren wird anzuͤnden/ wie ein Schwefel⸗Strom. Eſa. 30. v. 33. Ach warum wollet jhr an den Ort/ da euer Wurm nicht wird ſterben/ und euer Feuer nicht wird verleſchen? Eſa. 66. v. 24. O Elend uͤber alles Elend! O Quaal! O unaußſprechliche/ unbegreiff⸗ liche Quaal! O ewige Quaal! Bey Pabſt Clemens dem Vll. be⸗ klagte ſich ein Cardinal/ daß auß Befehl des Pabſtes ein kunſtreicher Mabhler/ in des Pabſtes Capell das Juͤngſte Geriehte gemahlet/ hn/ den Cardinal gar eigentlich abeonterfeiet/ und neben andern in die Hoͤl⸗ Gerlach. Eutrapel. le geſetzet/ unterthaͤnigſt bittend/ der Pabſt wolte befehlen/ daß er allda P. 1.P. 183 außgeloͤſchet wuͤrde/ welehem der Pabſt geantwortet: Er koͤnne wol Q uj auß Wie Gottes gnaͤdiger Wille auß dem Feg⸗Feuer aber nicht auß der Holle erloͤſen/ denn auß derſel⸗ ben ſey keine Erloͤſung: Man ſagtim gemeinen Sprichwort: ſehimpff⸗ lich/ fuͤglich. Es werden vielleicht Bapſt und Cardinal/ nicht in der Ca⸗ pelle/ ſondern im ewigen hoͤlliſchen Feuer dieſes wol erfahren haben. Wir/ O Chriſtliche Hertzen/ ſollen uns dieſes Mitleiden unſers him⸗ liſchen Vaters zu Hertzen gehen laſſen/ demſelben in der Gnaden Zeit gnug thun/ und gedencken/;was Bern hardus von der Hoͤlle ſagt: Qui pavet, cavet, qui negligit, incidit: Das iſt/ wer ſich fuͤr der Hoͤllẽ fuͤrch⸗ ket/ der huͤtet ſich wer ſie aber verachtet/ der faͤllet hinein. Jener groſer Herꝛ hatte die Hoͤllefuͤr ein Pfaffen Gedicht gehalten/ und ſeines Wei⸗ bes Ermahnung zur Buſſe in Betrachtung der ewigen hoͤlliſchen Pein verachtet/ endlich kommen die Teuffel ſichtbarlich zu jhm da hebet er an/ strigen. Deus in adjutorium meum intende:Gott komme mir zu Huͤlffe Aber poſtil. der Teuffel antwortet/ es ſey zu ſpaͤte die Veſper zu ſingen /fuͤhret ihn hin⸗ bart.2. weg/ und wird deß andern Tages Kohl ſchwartz gefunden/ mit einem Zer P. 2z eelin der Hand/ darauff geſchrieben: Er glaube nun/ daß eine Hoͤlle ſey. IlIl. Benevolentiæ divinæ conteſtationem: Wie Gott ſeinen geneigten Willen ferner bezeuge: Welches er chut⸗ 1. Negarivè: Daß er ſetzet/ was ihm nicht gefalle: Ich habe kein Gefallen am Tode deß ſterbenden: Bey den Menſchen wird pfft eine groſe Grauſamkeit gefunden/ auch an den unſchuldigen: Nero Oſtand. war ſo grauſam/ daß er ſeiner eigenen Mutter/ Bruders/ Schweſter/ cent. i. lib. Weibes uñ Præceptoris nit ſchonete. Maximinus iſt ſo grauſam gewe⸗ 3.cap. 16. ſen/ daß er fuͤrtrefflicher unſchuldiger Leute nicht verſchonet/ ſondern ef⸗ liche den Thieren fuͤrgeworffen/ etliche in auffgehauene Thiere leben⸗ ldemn cent. dig geſtecket/ daß ſie vom Stancke darin ſterben muͤſſen. Aber Gott wit zaue 2 nicht den Tod deß ſchuldigen Suͤnders. Er wil nicht den Tod deß ſter EF benden/ und in ſeinen Suͤnden verderbenden Suͤnders: Welches g wiſſe nicht von den Außerwehlten/ ſondern von beharrlich Gottloſ3en muß verſtanden werden/ welches die Calvimſten nicht wollen zu geben: Da doch Gott der jenigen ſchonet/ die ſeiner Botten ſpotten/ ſein Wont verachten/ ſeine Propheten aͤffen?. Chron. 36. v. 54cq. Warumb doche Darumb/ daß ſie Gottes Guͤte zur Buſſe(und folgends zur Seclig⸗ keit) fuͤhren ſolle. Rom. 2. v.4. Das laſſet uns mit gehorſamem und danckbarem Hertzen erkennen. “ — 8— ———— —————— 1— ͦꝗͦ 4 ä——————.—— 3 3———— 8— ———.— 7—— ———* L*—* — — 4———¼¾¼— ———“————— ꝗuůoö—————— — 5 2——— 3 5— 2—————— ————. 2. —„* T v— 2 Affi le n/ den aßd 12 tſchineg al/nichtinde, iinee tleidenuuſezſt der Gu i er Höͤlleſa ü fuͤr der Hölifit nein. Jmag en/ und ſeinen gen hoͤlliſche hmdaheben nir zu Huͤlffen gen/ fuͤhretſhnt den/ miteinem aaß eine. Hoͤlle Wie Gott ſeine 4 falle: Ichhab Menſchen wi ſchuldigen: Na ers/ Schweft ſo grauſam gen Honet/ ſondemt eene Thiere loe ſen. Aber Gottt den Tod deß ders: Welches harrlich Gottli twollen zu gtei ſpotten ſein . Warumb w ihands zut 4 —. nit gehorſamme 14 uns zu wahrer Buſſe beivegen ſol. 127 2. Affirmativé: Deß er ſetzet was jihm gefalle: Darum bekehret euch/ ſo werdet ihr leben: Alhie haben wir zweyerſey: Got⸗ tes Befehl/ und den Nutzen deß Gehorſams: Der Befehliſt: Wir ſollen uns bekehren/ waſchen uns/ reinigen uns/ thun unſer boͤſes Weſenvon Gottes Augen/ laſſen ab vom boͤſen/ und lernen Gutes thun. Eſa. 1. v. 16. ſeq. Der Gottloſe ſol laſſen von ſeinem Wege/ und der Vbelthaͤter ſeine Gedancken/ und bekehren ſich zum HErꝛn. Eſa.55. verſ.) Was ſol der Nutze ſeyn: Wann hre Suͤnde gleich Blutroth iſt/ ſol ſie doch S chnee⸗ weiß werden/ und wann ſie gleich iſi wie Roſin Farbe/ ſol ſie doch wie Wolle werden. Eſa.· v. 18. Gott wil ſich ſhrer erbarmen. Eſa. 55. verſ. 7. Da ſollen wir leben geiſtlich: Unſer Seele ſol leben. Eſa. /5. verſ. 3. Da ſollen wir leben ewiglich/ zu welchen beyden Leben uns wolle verhelffen/ GOTET der Vater durch ſeinen heiligen Geiſt/ umb Jeſu Chriſtt willen/ Amen/ Amen. Die ein und zwantzigſte Predigt. DE CAVSA IMPVI SIVA POENITENTIE, RATIONE DEI, SEPTIMA, QlIA DEI BENEEICENTIA. Von der ſiebenden bewegenden llrſach zur Buſſe/ an Got⸗ tes Seiten/ welche iſt Gottes Wohlthaͤtigkeit Luc. 15. v. 22. Der Vater ſprach zu ſeinen Knechten Brin⸗ gget das beſte Kleid herfuͤr/ und thut jhn an/ und gebet jhm ein Finger Reiff an ſeine Hand/ und Schuh an ſeine Fuͤſſe/ und bringet ein gemeſtes Kalb her/ und ſchlachtet es. Laſſet uns eſſen und froͤlich ſen. es ena Es —,—— 2* —— 4 1 A 82 1 ————— 2— —.—= ———— 7 „ —.——— ——— 4.— Wie GSottes Wolthatigkei Sſpricht GOtt Hoſe. 4. verſ. 6. Wann ſich die Iſraeliten warhaftig zu jhm bekehren/ ſo wolle er jhnen wr S ein Thau ſeyn/ daß ſie ſollen bluͤhen wie eine Roſe/ und ſh⸗ = re Wurtzel ſolle außſchlagen wie Libanon. Mit dieſen Worten zeiget er an/ was die bußfertigen Iſraeliten ſollen zu erwarten aben: h I. Ratione Dei: An Gottes Seiten: Da wil hnen Gott wie ein Thau ſeyn: Gleich wie der Thau/ die durch der Sonnen⸗ hitze abgemattete und gleichſam erſtorbene Kraͤuter/ wiederum erqui⸗ cket uñ erfriſchet: Alſo thut Gott mit ſeiner Gnade/ denẽ durch die Hitze ſeines Zorns und Fluchs des Geſetzes abgematteten Hertzen/ welchen jhr Safft vertrocknet/ wie es in Sommer duͤrre wird Pſal. 32. v. 4 Welchen jhr Hertze bebet/ jhre Krafft ſie hat verlaſſen/ und das Liecht jhrer Augen iſt nicht bey jhnen. Pſ. 38. v. 1x. Solche wil er erquicken/ und ſpricht: Wie wil ich dir ſo wol thun Ephraim? Wie wil ich dir ſo wolthun Juda? Denn die Gnade ſo ich euch erzeigen wil/ wird ſeyn wie ein Thau⸗Wolcke des Morgens/ und wie ein Thau/ der fruͤh Morgens ſich außbreitet: Hoſe. 6. verſ. 4. O der Hertzerquickenden Gnade! Ach daß wir elende unverſtaͤndige Menſchen dieſelbe wolin acht nehmen moͤchten b II. Katione lui: An jhrer Seiten: Solches erkaͤlret Goit mit zweyen Gleichnuͤſſen: b 1. Roſæ flore; Mit einer bluͤhenden Roſen: Sie ſollen blua hen wie eine Roſe: Eine Roſe hat nicht allein eine ſchoͤne/ ſondern auch eine wolriechende Blume: Alſo ſind auch recht bußſertige Hertzen nicht allein inwendig ſchoͤn Pſal. 45. v. 4. Sondern ſie gefallen auch durch den Geruch deß Glaubens Gott. Heb. u. v. 6. Durch welchen Chriſtus in jhrem Hertzen wohnet. Eph. z3. v. 17. Sie geben den Geruch der Fruͤch⸗ te deß heiligen Geiſtes/ als da ſeyn/ Liebe/ Friede/ Freude/ Gedult Freund ligkeit/ Guͤtigkeit/ Glaube/ Sanfftmut und Keu chheit. Gal. 5. v. 22. Daſind ſie Gott ein guter Geruch Chriſti. 2. Cor. 2. v. 15. 2. Radici fructifera: Einer fruchtbaren Wurtzel: Ihr Wurtzel ſollaußſchlagen wie Libanon: Flieronymus ſchreibet uͤbet dieſe Worte/ daß die Baͤume auff dem Libanon/ ſo lang ſie auß der Er⸗ den gewachſen/ ſo ueff ſeyn ſie auch in die Erden gewurtzelt/ daß ſeuſ b b durch banon. M 1 ten ſollen umm Da wühngt durch der Eeh r/ wiederun a dens durch d n Herzen/“ ird. Pſal. 3) ſen/ und das e wil er erqun Wie wilichy ten wil/ wird ſo Thau/ der fn ertzerquickendd en dieſelbe wol erkaͤlret Goity Sieſollenb oͤne/ ſondernau tige Hertzenn fallen auchdu welchen Chrſ veruch der Jrit Gedult Fra heit. Galzua ö.15. Wurzl: musſchratzalt ang ſit außte rrzelt/ doß ka a. uns zu wahrer Buſſe reitzen ſol. 22 durch keinen Windſturm koͤnnen herunter geworffen werden. Eine ſol⸗ che Beſchaffenheit hat es auch mit recht bußfertigen und gottſeligen Hertzen: Wann eine Plage kommen wil/ ſo fuͤrchten ſie ſich nicht/ ſon⸗ dern jhr Hertz hoffet unverzagt auff den HErꝛn Pſ. z. v. 7. Sie wur⸗ tzeln unter ſich/ und uͤber ſich tragen ſie Frucht. 2. Reg. 19. v. 30. Oder Frucht und Krafft⸗bringenden Gnaden Gortes Dieſe vaͤterliche Wol⸗ that Gottes an bußfe tigen Hertzen erwieſen/ mahlet uns Chriſtus in verleſenen Worten gar lieblich fuͤr/ auß welchen wir wollen anſehen: Wie Got tes vaͤterliche Wolthaͤtigkeit uns zu wahrer Buſſe reitzen und treiben ſolle. Der grundguͤtige himliſche Vater/ verleihe uns die Gnade deß heiligen Seiſtes/ daß wir ſeiner vaͤterlichen Wolthaten allhie alſo gebrau⸗ hans daß wir derſelben ewiglich genieſſen/ umb Jeſu Chriſti wil⸗ en/ Amen. b Erklaͤrung. Wie der Vater deß verlohrnen Sohns/ denſelben in ſeinem Wie⸗ derkehren da er noch ferne von jhm ſo gnaͤdig angeſehen/ wie hertzlich ihm ſeiner gefammert/ wie vaͤterlich er jhm ent egen gelauffen/ wie hertz⸗ lich er ihm umb den Hals gefallen/ wie freund ich er jhn gekuͤſſet/ davon haben wir in der ſiebenzehenden Predigt angehoͤret: Nun wollen wir auch beſehen/ wie groſſe Wolthaͤtigkeit er an jhm beweiſet/ und wie ſonderliche Freudeer uͤber ſeinen umgekehrten Sohn geſchoͤpffet/ darauß die Wol⸗ thaͤtigkeit Gottes/ und vaͤterliche Freude uͤber alle bußfertige Suͤnder herfuͤr leuchten wird: Haben derwegen allhie zu betrachten: 9 Beneficentiam: Die Wolthaͤtigkeit: Die beweiſet der ater: 1. Veſtium novarum induitione; Er laͤſſet das beſte Kleid her⸗ bringen/ und aaͤſſet ihm ſolches anthun: Er hatte fur dieſem ſein Gut und gute Kleider mit Praſſen umbracht. Luc. v.13. Da kompter nun mit alten zettichten Lumpen fuͤr ſeinen Vater gangen: Alſo/ alſo/ O Ehriſtliche Hertzen/ gehet es uns allen: Gott der himliſche Vaten hatte uns mit dem allerherlichſten Kleide ſeines Ebenbildes/ nicht allein aͤuſ⸗ ſerlich/ ſondern auch innerlich bekleidet. Gen.. de Waedes un ea . NKK ſchaffene 77* — 14 4 8 22 8 ————— ————— ——— — — 2 3— 1 1 2 4 7 — ———— — ————— 4 *— —, —— k 8——‚9—— —— *— 4 —— 30 Wie Gottes Wolthaͤtigkeit ſobcdet affme Heiligkeit und Gerechtigkeit. Eph. 4.v. 24. Daſſelbe aber ha⸗ 8 die hoͤlliſchen Moͤrder außgezogen. Luc. 10. v. 30. Daß wir fuͤr unſern himliſchen Vater kommen elend und ſaͤmmerlich/ arm/ buundund bloß. Apoc. 3. v. 18. Kommen mit den alten Adams Lumpen und hehli⸗ gen Suͤnden⸗Kleide daher gezogen: Da ſind wir mit Schand und Schambekleidet. Pfal 35.v. 26. Wir haben den Fluch angezogen/ wle ein Hembd. Pſ109 v. 18. So das naͤchſte an unſerm Leibe iſt Und wa⸗ gen den befleckten Rock deß Fleiſches. Epift. Jud. v. 23. Aber wann wit unſern elenden Zuſtand erkennen/ mit bußfertigem und glaͤubigem Het⸗ tzeuns zu unſerm himliſchen Vater wenden/ ſo erbarmet er ſich unſer/ und laͤſſet uns das beſte Kleid anziehen: Gleich wie der hohe Prieſter Jo⸗ ſua fuͤr dem Engel mit unreinen Kleidern ſtund/ und jhm dieſelbe außge⸗ b zogen und reine Kleider angethan wurden/ und der Engel darauff ſagte Siehe ich habe deine Suͤnde von dir genommen/ undhabe dich mit Feu⸗ er Kleidern angezogen. Zach. 3 v.. ſeq. Alſo thut unſer wolthaͤtiger hin⸗ liſcher Vater bey allen recht bußfertigen Suͤndern/ die werden vermit tels wahrem Glauben an Chriſtum/ mit guͤldenen Stuͤcken gekleidet. Pſalm 45. v. 4. Wir werden mit Heilbekleidet. Pſalm. 132. v. 16. Der Geruch unſer Kleider iſt wie der Geruch Libanon. Cant. 4. V.nn. Wir werden angezogen/ mit den Kleidern deß Heils/ und mit dem Rocke der Gerechtigkeit Chriſti) gekleidet. Eſa. 6r v.10. Da ziehen wir durchden nſ Glauben Jeſum Chriſtuman. Gal z. v. 27. Dathun wir an die weiſ⸗ ſen Kleider der Unſchuld Chriſti/ daß nicht offenbar werde die Schande lwl unſer Bloͤſſe. Apoc.3.verſ 18. O deß herꝛlichen Schmucks Odeß mi un dem theuren Blut Chriſti ſo koͤſtlich gefaͤrbten Kleides Der reiche di de Praſſer kleidete ſich mit Purpur und k ſtlichem Leinwand. Luc. 16. v.1.. Die gottloſen Roͤmiſchen Keyſer/ Caligula, Nero, Heliogabalus, Ga.. enus haben groſen/ thorichten und wunderbahren Pracht mit ihten vin. Kleiden getricben: Carolus auß Burgundin ſol ein Kleid gehabeha⸗ Vol.9. ben/ das man auff hundert tauſend Ducaten geſchaͤtzet: Aber/ weg weg pag. 2340. mit ſolchem Pracht/ ſoda fuͤhret zur ewigen Armuth: Dieſer Schmuck HSest aber fuͤhret zum ewigen Leben Dieſes Kleid /O Chriſtliche Hertzen ſol nucl. 5. uns ja billich zu hertzlicher Buſſe und Bekehrung treiben: Beden⸗ cap. 13. cket/ Bedencket doch/ durch die Barmhertzigkeit Gottes/ wie theuet wie ſauer /wie ſchmerzlich dem Sohn Gottes es geſtanden dieler Ein 23. erwane wolthatiger dewerden vnn Suckan gekled 132. v. 16. O . 4. v. II. T it dem Rock en wir durch wir an diewe erde die Schal hucks Odeß des! Der ni and. Luc.16.p. leliogabalusl Pracht miſ Kleid gehaht t: Aber wegt Dieſer Schn gliche.Herza treiben: A ottes/ wieſ eſesEh. nden diel 1 uns zu wahrer Buſſe bewegen ſol. Kleid uns zu erwerben Sein Gewand iſt ein roth Jarb/ und ſein Kleid wie eines Kelter Treters geweſen. Eſa. 63. v. 2. Er hat ja ſeine Kleider Ihm laſſen auß ziehen/ theilen/ umb dieſelbe die Krieges Knechte ſpielen/ und das Loß werffen laſſen. Luc. 2z. v. 34. Auff daß er uns dieſes Ehren Kleid moͤgte erwerben. Laſſet uns betrachten dem Nutzen der Kleider Kleider bedecken Dieſes Kleid bedecket uns fuͤr dem Zorn Gottes/ Fluch deß Geſetzes/ und Gewalt deß Teuffels/ Todes und der Hoͤllen: Klei⸗ der erwaͤrmen: Dieſes Kleid erwaͤrmet uns mit der heilſamen Gnade Gottes: Dann Chriſtus b MNimbt mich/ freundlich/ In ſein Arme/ daß ich warme Werdvon Gnaden. Kleider zieren: Der Sohn Gottes iſt allen glaubigen eine liebliche Kro⸗ ne und herrlicher Krantz. Eſa. 28. v. 5. Da ſiehet eine glaubige Seele, als ſeine Braut/ zu ſeiner Rechtẽ/ in eitel koͤſtlichem Golde/ daß der Him⸗ mel Koͤnig Luſt hat an jhrer Schoͤne. Pſalm. 45. v. 10.12. O ſelig und aber ſelig iſt der jenige/ ſo alſo bekleidet und gezieret 5 2. Annuli donatione: Er giebt jhm ein Finger Reiff an ſeine Hand: Die guͤldene Ringe mit theuren Steinen verſetzet/ ſind vor Zeiten allein den groſſen Herrn/ Regiments Perſonen/ dem Adel/ den Geſandten/ und den Gelahrten/ und zwar nur einen auff einmal zu tragen erlaubet geweſen. Darauß zu erſehen/ wie daß die Ringe in gro⸗ ſem Werth und Anſehen bey den Alten ſeyn gehalten worden. Welches dann dieſer Bater auch mit Verehrung eines Ringes an ſeinem Sohn bewelſen wollen. GOT T der Allmaͤchtige/ O Chriſtliche. Hertzen/ giebt allen bußfertigen den heiligen Geiſt/ durch welchen ſie kindlich ſchreyen/ Abba lieber Vater. Rom. 3. verſ. 5. Und gleich wie durch Schenckung eines koͤſtlichen Ringes/ eine ſonderliche Zuneigung/ Gna⸗ de und Liebe wird angedeutet; Aſſo iſi der heilige Geiſt/ das Pfand/ ſo uns GOTT in un ſer Hertze giebt. 2. Corinth. 1.v. 22. Uns ſeiner vaͤ⸗ terlichen Liebe dadurch zu verſichern: Mit demſelben werden wir ver⸗ ſiegelt auff den Tag unſer Erloͤſung. Epheſ. 4. verſ. 30. O deß wol⸗ nen Ring von ſeiner Hand zog/ und ſteckete jhn an Joſephs Hand. Geneſ. 41. verf. 42. Nonius ein Roͤmiſcher Raths⸗Herr iſt vom R 1j Antonie 131 Zeiler. Epiſt. 10, 3½ Wie Gottes Wohlthaͤtigkeit piccart. Antonio ibegen deſſen daß er einen ſehr koſtbaren Ning gewagen/ ins obſervat. Etend verwieſen worden. Der Koͤnigliche Printz in Engeland hat 6 hiſtoric. im Jahr 1623. der Infantin in Hispanien/ als ſeiner vermeinten Brauu polit. de- einen Diamanten Ring gegeben/ ſo 24000. Ducaten gekoſtet: Aba ca..c.6. es ſehn Ringe ſo koͤſtlich als ſie wollen/ ſeynd ſie doch mit dieſem gat Lebu nicht zu vergleichen: Sehen wir an ſeinen Nutzen/ ſo iſt der ſelbe un⸗ u. außſprechlich und unbegreifflich: Jener Edelman/ trug ein Stuͤck⸗ F r lein vom Muͤhl⸗Stein in ſeinem Ringe/ mit vermelden daß jhm dieſes Epiſt.366. das edelſte Geſtein ſey/ weilen er von ſeiner Muͤhlen ſeinen Adel⸗Stand fuͤbren koͤnne/ und andere bey jhren Ringen offt wol noch Hunger leiden Der Nutzen den wir vom heiligen Geiſt haben/ iſt nicht zu beſchreiben! denner iſt ja unſer Heiligmacher/ Lehrer/ Zuchtmeiſter und Troͤſter: An dere Rin gemuͤſſen offt theuer bezahlet werden/ und ſind gleich wol gerin⸗ ges Werthes: Der Bapſt giebt einem jeglichen Cardinal/ einen guͤlde⸗ nen Ring/ mit einem Sapphier von geringem Vnkoſten/ welchen deſſen Erben/ wann er verſtirbet/ mit F0o. Ducati de Camera, hernach bezahlen muͤſſen. Aber Gott der Vater gibt den heiligen Geiſi/ denen die ſhn dar⸗ umb bitten. Luc. 11. v. 3. Welches wir fleiſſig ſollen in acht nehmen/ und Zeiler. xpiſt. 443. dieſer Wolthatrecht und wol geebrauchen. 3. Calceorum largitione; Er gibt ihm Schuh an ſeine Fuͤſſe: Der arme Tropff kommer barfuß/ auß groſſer Armut Der Vater aber gibt jhm Schuh an ſeine Fuͤſſen; Durch die Schuh wird allhie verſtan⸗ den die Ferꝛigkeit und Bereitwilligkeitzum gortſeligen Leben und Wan i del. Dann gleich wie man der Schuh gebraucht zum gehen/ lauffen und reiſen: Alſo muͤſſen recht bußfertige Hertzen bereit ſeyn/ ein gottſeliges le⸗ ſaſann 8 ben und Wandel zu fuͤhren/ welche Schuh uns unſer himliſcher Vaia gibt durch Erleuchtung deß heiligen Geiſtes/ der unterweiſet uns dn 1 5 1 Weg der Befehl Gortes. Pſalm. 119. v. 27. Der nimt uns bey unſenn Armen/ und leitet uns. Hoſ 1. v.z. Daß wir im Geiſt leben/ und auch im Geiſt wandeln. Gal. v. 25. Da lauffen wir den Weg der Gebothen Gottes. Pſal. 119. v 32. Vollenden unſern Lauff mit Freuden. Act. 20. v. 24. Lauffen alſo daß wir das Kleinod ergreiffen. 1. Cor. 9. v. 24. Iſ das ber nicht/ O Chriſtliche Hertzen/ eine groſſe Wolthat/ daß uns Golt Lwing. ſeine Gnade zu unſerm gottſeligen gehen und lauffen mittheilet/ und ſol ol.z. che Gnaden⸗Schuh verehret: Demetrius Antigoni, ſoll guͤldene F. 459. Schuh getragen haben: Heliogabalus und Diocletianus, haben Schu gleich wolg al/ einen gi welchend ernach hezoh Tven dieſpnd tnehmen un nſeine Füſ der Vater allhie verſ ben und W en lauffenn gottſeligesn müiſcher rweiſet uns t uns beyun den und auct eg der Geyſt reuden. An f 9. v. 24.77 t/ daß un ittheilet u ni, ſoll letianus, — — — ——— 8 — uns zu wahrer Buſſe reitzen ſoll. 33 Schue/ mit Edelgeſteinen geſticket/ gekragen: Aber ſolche Schue ma⸗ chen uns Gott nicht wolgefaͤllig/ ſondern abſcheulich: Ach laſſet uns/ O Chriſtliche Hertzen/ in beſtaͤndigem Glauben und Gottſeligkeit lauffen/ und jagen nach dem fuͤrgeſteckten Ziel/ nach dem Kleinod/ welches fuͤr⸗ haͤlt die himliſche Beruffung Gottes/ in Chriſto Jeſu. Phil.3. v. 14. 4. Vituli mactatione; Er hat ein gemeſtetes Kalb ſchlachten laſſen: Fuͤr dieſem begehrte er ſeinen Bauch zu fuͤllen mit Traͤbern/ die die Saͤu aſſen/ und niemand gab ſie jhm. Luc. 1.v. 16. Was ſind doch/ O Chriſtliche Hertzen/ die Suͤnde anders als Traͤber damit der leidige Satan ſeine Schweine ernehret: Aber gleich wie er von ſeinem Vater mit einem gemeſietẽ Kalbe wird trackirt; Alſo traͤgt unſer himliſcher Va⸗ ter uns das Lamb Gottes ſeinen Sohn fuͤr: Der ſich wie ein Lamb zur Schlacht⸗Banck fuͤhren laſſen. Eſa. 53. v. 7. Der iſt das Lamb Gottes/ ſo der gantzen Welt Suͤnde traͤget. Joh. 1. v.*. Das Lamb ſo erwuͤrget iſt von Anfang der Welt. Apoc. 13. v. 8. Dieſes Lamb wird uns mit ſei⸗ nen Wolthaten fuͤrgetragen/ mit wahrem Glauben in ſeinem Wort/ und ſaeramentlich in dem heiligen Abendmahl zu genieſſen: Wer ſein Fleiſch in glaͤubiger Beſtaͤndigkeit iſſet/ und trincket ſein Blut/ der hat das ewi⸗ ge Leben/ und er wird jhn am juͤngſten Tage aufferwecken. Joh. 6. v. /4. Und dieſe himliſche Speiſe ſetzet uns Gott fuͤr/ nicht zum Schaueſſen/ oder daß wir ſie nur anſehen/ und deßwegen Hungers ſierben ſollen; Wie Churfuͤrſt Waldemar von Brandenburg ſeinen Geſandten zum Kay⸗ ſerlichen Wahltag Niclaus Bock/ darumb daß er Churfuͤrſtlicher In- ſtruction, nicht nachkommen/ nicht allein ins Gefaͤngnuͤß werffen laſf ſen/ ſondern auch die beſte Speiſen/ ſo Bock ſonſien gerne geſſen/ aufftra⸗ Zeiler. gen/ aber durch die auff jhnbeſtellete Hͤter/ hinweg eſſen laſſen/ daß der manual. gute Bock endlich Hungers geſtorben: Sondern er ſtellet ſeinen aller⸗ baon liebſten Sohn mit allen ſeinen Wolthaten der gantzen Welt/ nicht nur P*S anzuſehen/ ſondern derſelben zu genieſſen fuͤr: Jener Hertzog von Mei⸗ land/ fuͤhrete Krieg gegen die Florentiner/ und bekam widerwertige Zei⸗ tung/ da wolte jhm das Eſſen nicht ſchmecken/ und ſolte der Koch die Gerlach. Schuld haben: Aber der ſelbe ließ jhm ſagen/ ſo die Florentiner jhm den Eutrap. Geſchmack und Luſt zu eſſen benommen/ haͤtte er keine Schuld daran: P.J. P.166, Alſo vergehet vielen der geiſtliche Geſchmack zuChriſto und ſeinen Wol⸗ thaten/ wegen deß Teuffels/ der Welt und jhres Fleiſches Boßheit und Verleitung/ daß man Gott die Schuld nicht geben darff. R uj II. Læti- — . 5 —e— ͤö—öͤöö—öͤ —— ⁰——.——“ ———— ñññm——————y— — —— ————————— ——— —— ——— 5 — ÿÿÿõ⅓⅓ 34 Wie das ſchwere Leiden deß Sohns Gottes II. Latitiam: Die Freude:Laſſet uns eſſen und froͤlich ſeyn Wann wir uns/ O Chriſtliche Hertzen/ warhafftig zu Gott bekehren/ da freuet ſich Gott unſer himliſche Vater/ dann gleich wie jhn hertzlih jammert/ wann wir ſo verderbet ſeyn/ ſich graͤmet/ und gehabt ſich ubel/ Jer. 8. v. 21. Alſo freuet er ſich uͤber unſere Bekehrung. Da freuen ſich die liebe heilige Engel/ wie der Sohn Gottes bezeuget. Luc. 15 v. o. Da freuen ſich alle fromme Hertzen: Gleich wie alle Glieder am menſchli⸗ unu üön chen Leibe ſich freuen/ wann eines zum Wolſtande erhaben wird. D barmhertzige Gott gebe uns ſeine Gnade/ daß wir die Wolthaten Got⸗ tes danckbarlich erkennen/ und dadurch unſerm himliſchen Vater eine Freude erwecken moͤgen/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. — —ͤnnn—,j Die zwey und zwantzigſte Predigt. DE CAUSA IMPUILSIVA POENITENTI,RATIONE FILII DEI,PRIMA, QUI PASSIONIS CHRISTI GRAVITAS. Von der erſten bewegenden rſach zur Buſſe/ an Chriſii Seiten/ welcheiſt ſein ſchweres Leiden. Eſa. 43. v. 24. feq. Nir haſt du Arbeit gemacht in deinen Sun⸗ den und haſt mir Huͤhe gemacht/ in dei nen Miſſethaten: Ich ich tilge dein b Vbertrettung umb meinent willen /;unds gedencke deiner Suͤnde nicht. — S ſpricht der Sohn Gottes Joh. 15. v. 13. Nie⸗ mand hat groͤſſere Liebe/ dann die/ daß er ſein Leben laͤſſet fuͤ . ſeine Freunde. Mit dieſen Worten zeiget er an/ wie daß er 20 ſeine groſſe/ ſeine uͤberſchwengliche/ ſeine unaußſprechlich⸗ 6 gegen Botts ndfrolüh Gae 6 wieſhaſe ca Daſani Uc.Ifna Mh er Annaga benwin d Voliham hen Va Amen. — RA TIO 51I an Chriß en Su ht/ind lgge dan llen u ſ. v. 3, lebenliſ ℳ uns zu wahrer Buſſe bewegen ſol. 13p gegen uns/ damit inſonder heit beweiſe/ daß er fuͤr uns gelitten und geſtor⸗ ben: Und dieſes hater gethan: 4 1. Spontaneé; Willig: Denn er hat ſa nicht auß Noth/ ſon⸗ dern gant williglich gelitten: Er ließ ſein Leben von jhm ſelber/ und hatte Macht es wieder zu nehmen Johan. 10. v. 18. Darumb ſpricht er zu ſeinen Juͤngern; Vber ein Kleines ſo werdet jhr mich nicht ſehen/ und aber uͤber ein Kleines/ ſo werdet jhr mich ſehen. Joh. 16. verſ 16. Und Paulus ſpricht außtruͤcklich; Chriſtus hat mich geliebet/ und ſich ſelbſt fuͤr mich dahin gegeben. Galat. 2. verſ. 20. Er habe ſich ſelbſt fuͤr uns dargegeben. Epheſ. 5. verſ. 2. Er hat uns geliebet/ und mit ſeinem Blute gewaſchen von Suͤnden. Apocal.1. verſ5. O der groſſen! O der unauß ſprechlichen Liebe! Die Roͤmer haben es nicht gnug ruͤhmen koͤnnen/ daß Curtius auß groſer Liebe ſein Vater⸗Land die Stadt Rom durch ſeinen Tod von der grauſamen Peſtilentz errettet. Aber das war ein Affen⸗Spieldeß Teuffels/ und hatte Gott daran keinen Gefallen. LS Todt aber war eine Verſuͤhnung fuͤr der gantzen Welt Suͤnde. I. Johan. z.. 2. 2. Muͤltifaris: Viel und mannigfaltig: Eriſt geweſen ein Spott der Leute/ und eine Verachtung deß Volcks/ allediejhn geſehen/ haben ſeiner geſpottet/ das Maul auffgeſperret/ und den Kopff geſchuͤt⸗ telt. Pſalm. 22. verſ.7. ſeq. Es hat jhn umbgeben Leiden ohne Zahl. Pſalm. 40. verſ. 13. Erhat muͤſſen bezahlen das er nicht geraubet. Pſal. 69. verſ. 6. Er war der allerverachteſte und unwertheſte/ voller Schmertzen und Kranckheit/ er war ſo veracht/ daß man das Angeſicht fuͤr jihm verbarg/ darumb haben wir jhn nichts geacht. Eſa. 53. verſ.3. Daß er wol klagen und ſagen moͤgen: Euch ſage ich allen die jhr fuͤr⸗ uͤber gehet/ ſchauet doch und ſeher/ ob irgend ein Schmertzen ſey/ wie mein Schmertzen/ der mich troffen hat/ denn der HErꝛ hat mich voll Jammers gemacht am Tage ſeines grimmigen Zorns. Thren. 1. verſ. 121. Und dadurch ſollen wir ja billich zu wahrer Buſſe und Be⸗ kehrung bewogen werden/ zu dem Endehaͤlt uns der Sohn Gottes die⸗ ſes ſein williges und vielfaͤltiges Leiden in einer Summa in verleſenen Worten fuͤr auß welchen wir wollen anſehen: Wie Valer. 4 Max. I. 5. cap.6. 1 136 Wie das ſchwere Leiden des Sohns Gottes — Wie das viele/ groſſe und ſchmertzliche Leiden des Sohns Gottes/ uns zuwahrer Buſſe bewegen ſolle. Der himtiſche Vater/ gebe uns die Gnade ſeines heiligen Geiſtes/ daß wir unſer Seelen Heil und Seligkeit erſprießlich betrachten mo gen/ umb unſers hochverdienten Erloͤſers willen/ Amen/ Amen. Erklaͤrung. Es iſt O Chriſtliche Hertzen/ unſer verleſener Spruch ein ſo hen⸗ Kteoman. licher und hertzlicher Troſiſpruch/ daß Cliſabet Graͤfin von Naſſaul us piet wieſie dieſen Spruch gehoͤret/ ſol geſagt haben; Der Spruch iſt funſf⸗ part... tzig Guͤlden werth. Wir wollen nun bey Erklaͤrung deſſelben in acht .115. nehmen: ha b I. Laborantis perſonam: Wer gearbeitel habe: Mir/ ſprich er: Derſelbe iſt der Jehovah/ der allmaͤchtige Gott ſelber/ welchem dit Juden mit Opffern jhre Dienſte verrichtet/ wie auß vorhergehendemn erſehen: Inſonderheit aber iſt es die ander Perſon in der ewigen und ei⸗ nigen Gottheit/ nemlich der Sohn Gottes: Weilen nun in deſſen eini⸗ gen Perſon zwo unterſchiedliche Naturen/ als Goͤttliche und Menſch⸗ liche/ ſo iſt das ſubjectum quo, die Natur nach welcher er gelitten/ zwar ſeine menſchliche Natur/ aber das ſubjectum quod, welcher gelitten hat Jeſus Chriſtus/ wahrer Gott und Menſch in ungetrenneter Perſon/ wel ches wir muͤſſen fleiſſig in acht nehmen gegen die Calviniſten/ ſo je nicht wollen zugeben/ daß die gantze Perſon/ ſondern daß allein die menſchliche Natur gelitten habe: Daß aber dieſes Leiden der gantzen Perſon Chriſ zuſiehe/ beweiſet: 1. Dictorum ſcripturæ claritas: Die hellen Spruͤche heilſger Schrifft: Beym Propheten Zacharia/ ſagt der Jehovah: Sie weren mich anſehen/ welchen jene zuſtochen haben. Zach. 12 v. 10. Und daß ſo ches von Chriſto geredet werde/ bezeuget Johannes. Apoc. 1. v. 7. Dss Juden haben den Fuͤrſten des Lebens getoͤdtet. Act. 3. v. 1z. Gott hat ſei⸗ 1 ne Gemeine durch ſein eigen Blut erworben. Act. 20. v. 28. Golt hal ſeines eigenen Sohns nicht verſchonet. Rom. 8. verſ. 2. Sie haben den — HErrn der Herrligkeit geereutziget. 1 Corinth. 2. v. 8. Das Bhuaſ b r prucha, fin von Ppruch deſſelban e: Mir'ſy her/ welchan ergehenden ewigenund nindeſſenei eund Men gelitten u her gelitten rterPerſon iſten ſo jen diemenſch Perſon C pruͤcheha vah: Sieue .10.Undd Apoc. 1,9K v. 28. Ge 2. Siehut Doee „ man zwar in dieſem Leiden die Naturen unterſcherden/ aber ſie nicht 1 S uns zu wahrer Buſſe bewegen ſolr. z⸗ Chriſti/ des Sohns Gottes reiniget uns von allen Suͤnden. 1. Joh. 1. v. 7. Quod verbum caro patiebatur, non verbi pœna erat, ſed car- nis: cujus injuriæ atque ſupplicia, etiam ad impaſſibilem redunda- bant, ut meritò ei dicantur illata, quæ in ipſius corpus ſunt admiſſa, Straffe des Worts/ ſondern des Fleiſches: Welches Unrecht ſo jhm geſchehen und Straffe auch dem unleidenlichen(Gott) angiengen/ daß man billich ſagt/ es ſey demſelben widerfahren/ was an ſeinem Leibe veruͤbet worden. 2. Perſonæ identitas: Die Einigkeit der Perſon: Es ſind* nicht zwey Chriſti/ ſondern es iſt ein einiger Mittler zwiſchen Gott und uns/ nemlich der Menſch Jeſus Chriſtus. 1. Tim. 2. v.˙5. Actiones& paſſiones ſunt ſuppoſiti, ſagt man in Schulen: Thun und Leiden ge⸗ hoͤret der gantzen Perſon zu: Wann der Menſch an ſeinem leibe lei⸗ det/ wird es billich dem gantzen Menſchen/ in Scel und Leib beſtehend zugeſchrieben: Da doch die Vereinigung der Goͤttlichen und Menſch⸗ lichen Natur/ in der Perſon Chriſti viel genauer/ als unter des Men⸗ ſchen Seelund Leibe. b b 3. Preci dignitas: Die Wuͤrdigkeit unſers Loͤſegeldes: Ei⸗ nesbloſſen Menſchen Leiden und Sterben kunte uns miht erloͤſen von Suͤnden/ vom Zorn Gottes/ vom Fluch des Geſetzes/ von der Mache und Gewalt des Teuffels/ Todes und der Hoͤllen: Kan doch ein Bru⸗ der niemand erloͤſen/ noch Gott jemand verſoͤhnen/ dann es koſtet zu de hre Seel zu erloͤſen/ daß ers muß anſtehen laſſen ewiglich. Pſ. 49. verſ. 9. 1 Solt n wir werdenerloͤſet/ ſo kunts nicht anders ſeyn/ Denn Gottes Sohn muſileiden/ des Todes bittere Pein. 4. Propoſitionum paritas: Die Gleichheit der Reden ſo uns fuͤrgetragen werden: Der jenige/ welcher iſt Menſch geboren von der Jungfrauen Maria/ derſelbige hat auch gelitten/ iſt gecreutzi⸗ get und geſtorben/ wie unſer Glaubens⸗Articul vermeldet/ derſelbe abeꝛ iſt der einige und eigene Sohn Gottes: Das heilige ſo von Maria ge⸗ boren/ iſt ja Gottes Sohn geweſen. Luc. 1. v. 36. Gott hat ſeinen Sohn geſand/ von einem Weibe geboren. Gal. 4. verſ. 4. Derowegen muß von Serm. 15. de paſſ. ſagt Leo: Das iſt: Daß das Wort Fleiſch hat gelitten/ war nicht eine Domini. ———————————— —.————*— 3— 3“———— ———. 2—— 2— 2————————— 2— ———õ———õ————————————— 5——— 1— —————————————————— 4 5*——— —————— 5————— reewer er————— 2n 2—————õ—,—————————————y———— 8 d. 2 5 5——— 3. 18 Wie das ſchwere Leiden des Sohns Gottes von einander trennen. Dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ ſoll uns billich zu wahrer Buſſe und Bekehrung bewegen: Contremiſcat in redempto- 1.“ — ris ſui ſupplicio terrena ſubſtantia, rumpantur infidelium mentium Serm. 13. petræ,& qui mortalitatis gravabantur ſepulchris, diſcuſſa obſtaculo- depaſſ. rum mole proſiliant, ruffet Leo: Das iſt; Es erzittere alles irꝛdiſches Pomini. Weſen/ in Betrachtung der Straffe ſeines Erloͤſers/ es zerreiſſen die Felſen der Unglaͤubigen Hertzen und Gemuͤter/ und die gleichſam im Grabe der Sterbligkeit liegen/ raͤumen alle Hindernuͤß auß dem We⸗ ge/ und ſpringen herfuͤr. II. Laboris formam: Wieer ſeine Arbeit verrichtet? Nemlichz 1. Laborioſe: Wir haben jhm Arbeit gemachet: Es iſt uns Menſchen ſehr beſchwerlich/ wann wir in Creutz und Elend gantze Monden arbeiten ſollen. Hiob. 7. v. 3. Es iſt uns beſchwerlich/ wann wir von der Sonnen Auffgang biß zum Niedergang unſer Arbeit muͤß⸗ ſen abwarten. Pſal. 104. v. 23. Es war Paulo beſchwerlich/ daß er ſein Leben in Muͤhe und Arbeit muſte zubringen. 2. Cor. 11. v. 27. Aber die⸗ ſe/ dieſe Arbeit iſtdem Sohn Gottes ungleich beſchwerlicher geweſen: Seine Seele hat gearbeitet. Eſa. 3. v. 11. Er hat die Kelter deß Zorns Gottes allein getretten/ und iſt niemand unter den Voͤlckern mit jhm geweſen. Eſa. 63, v. 3. Er hat gearbettet/ daß jhm der blutige Schweiß uͤber ſein Angeſicht gelauffen. Luc. 22. verſ. 44. Oder groſſen Oder Schultz elenden Arbeit! Vom erſten Roͤmiſchen Kayſer Julio Cæſare leſen Chronica wir/ daß er dreyerley Arbeit auff einmal verrichten koͤnnen/ nemlich/ pPag. 24. ſelbſt Brieffe ſchreiben/ andern zugleich Brieffe dictirn/ und ſtreitige Sachen verhoͤren und entſcheiden. Aber der Sohn Gottes hat mit ei⸗ ner Arbeit/ unſre Suͤnde vertilget/ den Zorn Gottes geſtillet/ den Fluch deß Geſetzes zernichtet/ Teuffel/ Tod und Hoͤlle jhre Macht genommen. 2. Anxiè: Wir haben ihm Muͤh gemacht: Es iſt elen/ O Chriſtliche Hertzen/ daß/ wann unſer Leben koͤſtlich geweſen/ es nur Muͤhe und Arbeit geweſen. Pſalm. 90. v. 11. Es iſt elend/ daß alles Thun deß Menſchen ſo vol Muͤhe iſt/ daß es niemand außreden kan. Eceleſ. l. verſ. 8. Es iſt elend/ daß Gott den Menſchen ſo groſſe Muͤ⸗ ſe Muͤhe/ ſo der Sohn Gontes angewand/ iſt ein Elend uͤber alle 55 b geweſen: — — 7 = = — — 8* Gottes ſol Uns lig atin tcdemn, leliunnen dich lcuſacie die gai uͤß außäa re alli nſi womft lchtet? het: E nd Elen Wwerlich ſer Arbenn rlich/ daßt 27. Aben icher geue lter deß gor lckernmitſf grige Schre groſſen O 0 Cælare men/ nen / und ſit oottes hatme dlllet/ dengi le jhre M Es iſt elen geweſenle elend/ di 5 1' p duͤbral uns zu wahrer Buſſe bewbegen ſoo. gz, Zeweſen: Er wartete obs jemand jammerte/ aber da war niemand/ und auf Troͤſter/ aber er fand keine. Pſ. 69. v. 12. Er muſte ſeinen Ruͤcke dar⸗ halten/ denen die jhn ſchlugen/ und ſeine Wangen denen die jhn rauffe⸗ ten/ er verbarg ſein Angeſieht nicht fuͤr Schmach und Speichel. Eſa. Lo. verſ. 6. Er trug unſer Kranckheit/ und lud auff ſich unſeren Schmertzen. Eſa. 73. verſ. 4. Er war in ſo groſſer Angſt und Muͤ⸗ he/ daß er rieff: Mein Gott/ mein Gott/ warumb haſtu mich verlaſ⸗ ſen. Matth. 27. verſ. 46. Dieſes/ dieſes/ OChriſtliche Hertzen/ ſol uns billich zu wahrer und ſtaͤtiger Buſſe bewegen; Es heiſſet: Eſt labor ingratus, quem debita prœmia falluntꝗ.— Die Arbeit macht betruͤbten Muth/ Auffwelche kein Lohn folgen thut. Daruͤber klaget der Sohn Gottes: Er arbeite vergeblich/ und bringe ſeine Krafft umbſonſt und unnuͤtzlich zu. Eſa. 40. verſ. 4. Weilen/ leider/ der groͤſſeſte Theil der Menſchen/ ſeine Arbeit und Muͤhe ver⸗ achten: Da gedencke ein Chriſtliches Hertze was dieſer fuͤr ein Un⸗ danck ſey: Wann einer ſeinen Freund beym Tuͤrcken gefangen zuer⸗ ſoͤſen/ mit groſſer Muͤhe und Arbeit die Rantzion⸗Gelder zuſammen braͤchte/ ja thaͤtlich erlegte/ derſelbe aber wolte lieber gefangen ſeyn und bleiben/ als loß werden/ das waͤr ja eine erſchreckliche UIndanckbarkeit: Dieſelbe beweiſen alle unbußfertige bey Chriſto..— III. Laboris cauſam: Die Urſache dieſer Arbeit: Und zwar⸗ I. Katione noſtri: An unſer Seiten: Unſere Sunde/ Miſſethat und Vbertretung: Unſere Suͤnde die wir geerbet und wuͤrcklich begangen; Unſere Suͤnde ſo wir mit Vnterlaſſung deß gu⸗ ten/ und Vollbringung deß Boͤſen/ auff uns gebracht; Vnſere Suͤn⸗ de/ die wir mit Gedancken/ Worten und Wercken verrichtet: Alle/ alle dieſe unſere/ ja der gantzen Welt Suͤnde/ hat Gott ſein himliſcher Va⸗ ter auff Chriſtum geworffen. Eſa. 73. verſ. s. Daß jhm das Waſſer biß an die Seele gangen/ daß er verſuncken in tieffem Schlam/ da kein Grund war /er iſt im tieffen Waſſer geweſen/ und die Fluth hat jhn wollen erſaͤuffen. Pſalm. 69. verſ. 2. leq. Er hat ſein Leben zur Erloͤ⸗ ſungfuͤr uns gegeben. Matth. 20. verſ. 28. Sein Blut vergoſſen zur Vergebung unſer Suͤnden. Matth. 26. verſ. 8. Summa/ er iſt das Lamdh Goltes/ das der gantzen Welt Sandeseage Johan. vaf 29. ij der 4— 4 — 4* 7 1 3 1 1 4 4 4 8 1 4 1 1 1 1 1 3 1 1 1 8 4 1 5 1 5 „ 4 1 * 4 1! B — 1 4 1 1 4 . * 3 3 3 13 P 11 1 t 4 8 3 4 A 3 5 „ 4 7 “ 4 1 4 “ . 3 . . 1 1 1 3 3 4 18 1 8 3 4 4 3 1 4 8 1 4 1 f 1 4 4 8 5 4 ¹ 1 4 1 3 f 3 . 1 4 4 . 4 8 4 4 1 4 7 † 1 4 1* 1 1 1 1 4 b 3 2 1 4 3 1 1 * 4 f 1 . 3 4 1 4 hafftig macheſt. „ 140 Wie das ſchwere Leiden deß Sohns Gottes Oder groſſen Wolthat! Wann dir/ O Chriſtliches Hertze/eine ſolche ſchwere Laſt wuͤrde abgenommen/ unter welcher du/ ohne Hoffnung mu⸗ ſieſt verderben und deß Todes ſeyn/ dem wuͤrdeſtu billich die Zeit deines Lebens danckbar ſeyn: Chriſtus hat die unbegreiffliche Suͤnden⸗Laſt/ ſo ohne Hoffnung der Errettung/ dich in den ewigen Tod niedertreten wolte/ von dir genommen/ und begehret nichts zur Danck barkeit/ nur daß du dich dieſer ſeiner groſſen Wolthat vermitiels wahrer B theil⸗ 2. Ratione Chriſti: An Chriſti Seiten: Er thuts umb ſei⸗ nent willen: Er thuts umb ſeiner Liebe willen gegen uns: Denn nie⸗ mand hat groͤſſere Liebe/ als der ſein Leben laͤſſet fuͤr ſeine Freunde. Joh. 65.v.z. Nunpreiſſet er ſeine Liebe gegen uns/ daß er fuͤr uns geſtorben da wir(nicht ſeine Freunde/ ſondern) noch Suͤnder waren. Rom v.⸗ Er thuts/ umb ſeiner Barmhertzigkeit willen gegen uns: Dann ſein Hertz bricht jhm in jhm/ daß er ſich unſer erbarmen muß. Jer. 31. v. 20 Er thuts/ ſeine Gerechtigkeit andem ungerechten Satan zu beweiſen/ ſ uns elende Menſchen in ſolches groſes Elend geſtuͤrtzet: Dem woltett ſeinen Kopff zutreten. Gen.;.v. 15. Und ſeine Wercke zuſtoren. 1. Joh. 3. v. 8. Solte uns dieſes/ OChriſtliche Hertzen/ nicht zu Chriſto wolge⸗ faͤlliger Buſſevermahnen: beſ 8 Laboris efficatiam: Die Krafft ſeines Leidens: Die eſtehet: b 1. In peccatorum deletione; Er tilget unſer Ubertretung: Er vertilget allunſer Miſſethat. Pſal. 31.v. n. Ex vertilget unſer Miſſe⸗ that wie eine Wolcke/ und unſer Suͤnde wie ein Nebel. Eſa. 44.v. 22. Erdaͤmpffet unſer Miſſethat/ und wirfft all unſere Suͤnde in die T ieff M wwrde gen der Suͤnde das Geſetze von ns hatte/ und mit unſerm boͤſen Gewiſ⸗ ſen gleich ſam verſiegelt war ſo wieder uns war. Col. 2. v. 14. Oder Gna⸗ denreichen Wirckung Wer wolte doch/ O Chriſtliches Hertze/ dieſe Wirckung nicht in obacht haben/ und auß dem Suͤnden Regiſter Got⸗ tes/ nicht gerneaußgeloſchen werden⸗ b b 1 2. Ineorundemoblivione; Er gedencket unſer Suͤnde nicht. Wann wir/ O Chriſtliche Hertzen/ die Krafft deß Leide ſii 1 ertzen/ di ns Chriſii/ rech bedencken/ und uns derſelbigen mit glaubigem Hertzen Prhſtgnas ſo wil ——————— ee Süne Todnannn anckant n öbrer 1 thutzn uns: dh ſe Freun runs gi 1 n. Rom 1: Dan „Jer. z1. tzur hewalſa Dem wol koren. 1. J Chriſio wo Leidens: Ubertret het unſer M Eſa. 44 9 nde in died dſchrifft mboͤſenöt 14 Oda des Herte en Regiſtal er Suͤnden 1 ns Chriſt rzen annc — nicht gedencken: Er wil nicht gedencken der Suͤnde unſer Jugend/ und unſer Ulbertretung/ ſondern er wil unſer gedencken/ nach ſeiner Baum⸗ hertzigkent/ umb ſeiner Guͤte willen. Pſal. 25. v. 7. Er wil ſein Antutz ver⸗ bergen von unſern Suͤnden. Pſal. 71. v. 11. Erwil alle unſere Suͤnde hin⸗ ter ſich zuruͤck werffen. Eſa. 38. v. 17. Ach/ meine Chriſtliche Hertzen laſ⸗ ſet uns dieſe groſſe/ dieſe unermeßliche/ dieſe unauß ſprechliche Gnade mit gantzem Hurtzen ergreiffen; So wird Gott gedencken an ſeinen Bund/ mit uns gemacht/ und wird jhn reuen unſer wolverdienten und zugedach⸗ ten Straffen/ nach ſeiner groſſen Guͤte/ und wird uns laſſen zur Barm⸗ hertzigkeit kommen Pſal. 106. v 46. Er wird an uns gedencken und uns ſegnen. Pſ. nz. v. 12. Werden wir aber ſolches nicht thun/ ſo ſoll auch un⸗ ſer Vaͤter Miſſethat gedacht werden fuͤr dem Herrn/ und unſer Mutter Suͤnde ſoll nicht außgetilget werden. Pſal 109. v. 14. Er wil unſer Miſ⸗ ſethat gedencken/ und unſer Suͤndeheimſuchen Hoſe. 8. v. 33. Dafuͤr uns der barmhertzige Gott gnaͤdiglich behuͤten wolle/ umb Jeſu Chriſti/ un⸗ ſers hochverdienten Suͤnden Buͤſſers willen/ Amen Amen. Die drey und zwantzigſte Predig. DE CAUSA IMPULSIVA POENITENTIKℳÆ, RATIONE FIDEI DEBSECUINDA, QHæ CHRISTI FIDEILITTAS. Von der andern bewegenden Urſachzur Buſſe/ an Chriſti Seiten/ welche iſt die groſſe Treue Chriſti. Cant. 5. v. 2. Da iſt die Stimme meines Kreundes/ der anklopffet: Thue mir auff/ liebe Freun⸗ din/ meine Schweſter/ meine Taube/ meine Fromme. r Gott/ und kein Boͤſes an jhm/ gerecht und from iſt er: In dieſen Worten beſchreibet er den allergutigſten Gott: iij 1. Quod uns zu wahrer Buſſe bewegen ſoll. 141 ſo wil Gott unſer vielen/ unſer groſſen/ unſer hoͤllverdienenden Suͤnden S ſpricht Moſes Deut. 32. b. 4. alſo: Treu iſt ſ 4 .———————— Cſ—— —— 2— 2——. 8——— be 8——“ ———————— 8—— —— ſſͤſſͤſͤſſſſ—△ά △ â ēI-ͤͤſ“————————— —— ſ ——— 142 Wie deß Sohns Gottes groſſe Treue . Qudd ſit fidelis: Daß er getreu ſey: Bey uns Menſchen gehets leider alſo zu/ daß ein Freund den andern teutſchet/ und reden kein wahr Wort/ ſie fleiſſigen ſich darauff/ wie einer den andern betruͤge undiſt jhnen leid/ daß ſie es nicht aͤrger machen koͤnnen. Jerem.o verſ. Aber das finden wir bey dem grundguͤtigen Gott nicht: Sondern ſein Wort iſtwarhafftig. Pſalm. 33. verſ. 4. Seine Warheit waͤret fuͤt un fuͤr. Pſalm. 100. verſ. 5. Er iſt treu und warhafftig. Eſa. 2. veyſ. I. 2. Quòdexpers iniquitatis: Daß kein Boͤſes an jhmſey: Chriſtus ſagt zu den Phariſeern; Wie koͤnnet jhr Gutes reden/ ſo jhr doch boͤſe ſeyd. Matth. 12. verſ. 34. Aber G OT T iſt kein G OTT dem gottloß Weſen gefaͤllet/ wer boͤſe iſt bleibet nicht fuͤr jhm. Pſalm.j· verſ. 5. Er machet ein fruchbar Land unfruchtbar/ umb der Boßhelt willen deren die darinn wohnen. Pſalm. 107. verſ.;4. Undes iſt nio⸗ man guth/ denn der einige Gott. Matth. 19. v. 7. b 3. Quod ſit juſtus: Daß er gerecht ſey: Wir Menſchti ſauffen/ leider/ das Inrecht/ wie Waſſer. Hiob. 15. verſ. 6. GOTT aber iſt gerecht: Gerechtigkeit und Gericht iſt ſeines Stuls Feſtung. Pſalm. 39. verſ. 15. Er ſchaffet Gerechtigkeit und Gericht allen die unrecht leiden. Pſalm. 103. verſ. 6. Er iſt gerecht in allen ſeinen We⸗ gen/ und heilig in allen ſeinen Wercken. Pſalm. 145. v. 7. 4. Quod ſit rectus: Daß er ſey from oder auffrichtig: Wi ſind /fleider/ von Natur nicht from/ ſondern gottloß: Aber G.OTT iſi ſo from und auffrichtig/ daß die bluͤhenden/ fruchtbarn und friſchen 1 Kinder Gottes(dann die Gottloſen haben wiederwertige Gedancken von GO T T muͤſſen verkuͤndigen/ daß der HEn ſo from iſt/ und kein Unrecht an hm. Pſalm. 92. verſ. 1. ſeq. Dieſes/ O Chriſtliche Her⸗ u tzen/ befinden wir an unſerm hoch⸗verdienten Erloͤſer Jeſu Chriſto/ O wie getreu iſt er unſere Buſſe und Seeligkeit zu befodern! Wie ruffet wie klopffet er an/ wie noͤthiget er uns/ daß wir durch rechtſchaffene Buſſe unſer Hertzen jhm eroͤffnen/ und er durch den Glauben darinn wohnen moͤge. Epheſ.3.verſ. ·7. Solches bezeugen unter andern unſete verleſene Worte/ auß welchen wir wollen anhoͤren⸗ de uns Nag t undnaa anden di Jemon 1 mienſ athttng 1 afft dar ſes an Ites reda, kein C. Ihm.. mb derd Undeſ Wir Menſ 16. GO4 öuls Feſtu eericht allen Uenſeinen frichtig:n Aber GO arn undft tige Gednt rom iſt um Chriſiliche Jeſu Efn n! Wan ch rechlſcht Glauben ie ter andern uns zu wahrer Buſſe beivegen ſoll. 143 Wie uns deß Sohns Gottes/ unſers Seelen Braͤuti⸗ 2 gams/getreues Hertze zuwahrer Buſe beivegen ſolle. Unſer getreuer Heiland Jeſus Chriſtus/ croͤffne unſer. Hertz durch ſeinen heiligen Geiſt/ daß wir ſein getreues Hertz erkennen/ und uns dem⸗ ſelben gehorſam einſtellen moͤgen/ umb ſeines Gehorſams willen. Amen. Erklaͤrung. Chriſtus Jeſus/ unſer hochverdienter Heiland /beweiſet ſeine groſ⸗ ſe Treue bey uns/ in Befoderung unſer Bekehrung: J. Fideli amicitia: Mit ſeiner getreuen Freundſchafft: Er wird in verleſenen Worten unſer Freund genant: O wie iſt getreue Freundſchafft bey den Menſchen ſoſ chwerlich zu finden Mancher iſt Freund und wird bald Feind/ und wuͤſte er einen Mord auff dich/ er ſagte es nach. Syr. 6. v. 9. C. Octavius hatte durch Huͤlffe Ciceronis das Plutarch. Burgermeiſter⸗Ampt bekommen/ welches M. Antonius gerne haben in Cicero- wolte/ aber er hat jhn hernacher der Freundſchafft nicht genieſſen laſſen. Aber der Sohn Gottes iſt unſer beſtaͤndiger Freund/ uñ beweiſet ſolches: 1. Nalcendo: Mit ſeiner Geburt: Er war der Sohn Gottes/ welchen Gott der Vater von Ewigkeitgezeuget. Pſ. 2. v. 7. Er war das Ebenbilde deß unſichtbaren Gottes Col. 1. v.. Der Glantz ſeiner Herꝛ⸗ ligkeit. Heb. 1. v. z. Dieſer/ dieſer einige und ewige Sohn Gottes/ hatun⸗ ſer elende menſchliche Natur/ in die Einigkeit ſeiner Goͤttlichen Perſon auff und angenommen/ daß wir Glieder ſeines Leibes ſeyn/ von ſeinem Fleiſch und von ſeinem Gebein. Eph.. v.0. Darumber ſich auch nicht ſchaͤmet uns Bruͤder zu heiſſen. Heb. 2. v. u. Iſt dieſe nicht eine gar nahe Freundſchafft? Sie iſt aber zu dieſem Ende von ſhm mit uns gemacht/ daß wir uns zu jhmbekehren/ und ſelig werdenſollen. b 2. Datiendo& moriendo; Mit ſeinem Leiden und Sterben: Es war eine hertzliche Freundſchafft zwiſchen David und Jonathan. 1. Sam. 18. v. i. feqq. Aber keiner hat ſich in den Todt fuͤr den andern ge⸗ geben: Damonis und Pythiæ Freundſchafft war auch groß uñ beſtaͤndig gnug ——— —.—— ———— 2—— —-——yü — — — 2— ————— ———— ————,— ———————õ————-—õ— S — 1* 2 er* 1 5*— 144 Wie deß Sohns Gottes groſſe Treule Meiger. lib. 5. c. 17. gnug aber ſie beweiſete ſich nicht durch den Tod/ ſondern nur biß anden Tod. Daher ſagt Chriſtus ſelber: Niemand hat groͤſſere Liebe/ als da ſein Lebenlaͤſſet fuͤr ſeine Freunde. Joh. 5.v. 13. Der Sohn Godttes aben iſt fuͤr uns geſtorben/ da wir noch ſeine Feinde waren. Rom. v. 10. Jſ das nicht eine Freundſchafft/ dergleichen nicht zu finden? Alles zu dieſem Ende/ daß wir durch wahre Buſſe/ dieſer ſo theuren Freundſchafft zei⸗ lich und ewig theilhafftig werden moͤgen. 3. Deſponſando: Mit ſeiner Verlobung: Wann wir in der heiligen Tauffe mit jhm in ſeinen Gnaden⸗Bund treten/ ſo verlobeter * ſich mit uns in Ewigkeit/ vertrauet ſich mit uns in Gerechtigkeit/ uno Gericht/ in Gnade und Barmhertzigkeit/ ja im Glauben verlobett ſich mit uns. Hoſe. 2. verſ. 19. feq. Daher nenneter ſich ſelber unſen Braͤutigam. Matth. 9. v. 15. Aebet uns/ wie ein gottſeliger Mann ſein Welb lieben ſol. Epheſ. 5. v. 25. Er heiſſet ans/ meine Luſt an zhn Eſ 4.62. v. 4. Iſt das nicht eine wunderbare: Iſt das nicht eine hertzliche Freundſchaffte Alles abermahl zu dem Ende/ daß wir uns zu jhm bo — kehren/ und mit beſtaͤndigem Glauben an jhm halten ſollen: Ach laſſet uns/ OChriſtliche Hertzen/ dieſer Freundſchafft ſo der Sohn Gottes/ durch ſeine Geburt/ Leiden/ Sterben und Verloͤbnis mit uns ge⸗ macht/ immerfort eingedenck ſeyn/ und uns derſelbeng emaͤß verhalten: So werden wir ſeine liebe Freunde ſeyn. Pſ. 108. v. 1. Er wird uns als ſeinen Freunden alles gutes ſchlaffend geben. Pſal. 127. v. 2. Wir wer⸗ den ſeine Freunde ſeyn und bleiben/ auch jhimn lieb und angenehm ſeyn/ wenn wir uns von jhm weiſen laſſen. Sap. 7. v. 14. Alſo hat Abraham Gott geglaubt/ und iſt Gottes Freund geheiſſen. Jac. 2. v. 23. 11. Vocatione gratiota; Mit ſeinem gnadenreichen Ruf⸗ fen: Er laͤſſet ſeine Stimmehoͤren: Moſes ruffet auch/ O Chriſi⸗ liche Hertzen/ aber mit grauſamer und erſchreckender Suimme: Wer⸗ b verſ. 17. O wie liehlich! O wie freundlich! Owir holdſelig/ ſiſene flucht ſiy/ wer nicht alle Wort dieſes Geſetzes erfuͤllet/ daß er darnach thue. Deut. 27. v. 26. Aber dieſer unſer Freund Jeſus Chriſtus der hochgelobter Sohn Gottes/ hat eine freundliche/ eine liebliche/ eine au⸗ mutige Seimme: Holdſelig ſind ſeme Lppen. Pſal. 45. v. 3. Er weiß mit den Muͤden zu rechter Zeit zu reden. Eſa. F0. v. 4. Er ruffet: Thut Buſſe/ dann das Himmelreich iſt nahe herbey kommen. Matth⸗4. Stun⸗ 4 146 Wie deß Sohns Gottes groſſe Treue unter dieſe Wolthaten gehoͤren in onderheit/ die Menſchwerdung/ Ge⸗ burt/ Leben/ Leiden Sterben/ Aufferſtehung/ Himmelfarth/ und das Sitzen zur Rechten Gottes/ unſers Herrn Jeſu Chriſti: Dieſeibe ſolln wir uns ſtets fuͤr Augen und Hertzen ſtellen: b b VPergieſſen wird er ſna mein Blut/ dazu mein Leben b b rauben/ Das leid ich alles derz gut/ das halt mit feſtem Glau⸗ 4 en/ Den Tod verſchlingt das Leben mein/ mein Vnſchuld b raͤgt die Sunde dein. Dabiſtu ſelig durch worden. Alſo klopffeter fuͤr unſern Hertzen an/ mit gnadreicher Fuͤrhaltung ſeinen b Wolthaten/ da laſſet uns gerne und balde jhm auffthun. 2. Legis concione; Mit der Geſetz⸗Predigt: Da befihlet a ſeinen Mund⸗Bothen: Ruffet getroſt/ ſchonet nicht/ erhebt eure Stim⸗ me wie eine Poſaune/ und verkuͤndiget meinem Volck jhr Vbertretund und Suͤnde. Eſa. /8. v.. Die muͤſſen durchs Geſetze außreiſſen/ zubrech⸗ en/ verſioͤren und verderben/ und durchs Evangelium bauen und pflan⸗ tzen Jerem. 1. v. 10. Die ſind deß Herren Dreuen ſo vol/ daß ſie es nicht laſſen koͤnnen. Jerem. 6 v. Ir. Sie muͤſſen ſtraffen die Wiederſpenſtigen/ ob jhnen Gott dermal eins Buſſe gebe/ die Warheit zu erkennen... Ti⸗ moth. 2. v. 25. Sie muͤſſen das Wort predigen es ſey zu rechter Zeit oder A zur Unzeit/ ſiraffen/ dreuen/ ermahnen/ mit aller Gedult und Lehre.z. Timoth. 4 v. 2. Sie muͤſſen maͤchtig ſeyn/ nicht allein zu ermahnen durch heilſame Lehre/ ſondern auch die Wiederſprecher zu ſtraffen. Tu. 2. v. 9. Dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ iſt auch ein gnaͤdiges Anklopffen welches wir mit danckbarem Hertzen erkennen/ und unſerm anklopffen⸗ den Erloͤſer/ die Thuͤr unſers Hertzen auff thun ſollen. 3. Conſcientiæ exuſcitarione; Mit Aufferweckung deß Ge⸗ wiſſens: Die Suͤnde ruhet offt fuͤr unſer Thuͤr Geneſ. 4.v. 7 So halt ſchlaͤffet ſie/ daß offtmals die Gottlo ſen in jhrem Hertzen ſprechen: Es u ia ſey kein Gott. Pſalm. 14. v.l. Der Gott dieſer Welt/ verblendet jhte lſ Sinne/ daß ſie nicht ſehen das ln⸗ Liecht deß Evangelii. 2. Corinth a. un inſtert/ und ſind entfrembdet von demle⸗ i v. 4. Da iſt unſer Verſtand ver ben das auß Gott iſt/ durch die Vnwiſſenheit ſo in uns iſt/ durch 16 4* 4 it feſtnag meinde urhalan :Da ht hebt eunee r Vherin reiſſen/zubr zwenundyf daß ſietst Liederſpen erkennen. rechter Ji dult und ſein zu emn⸗ zu ftrafa iges Inken ſermantie eckungdi 4.7E zen ſynch lt/ verbie elii. zEn. mödetven uns ſſd 4 uns zu wahrer Buſſe beiwegen ſol. Slindheit unſers Hertzen Epheſ. 4.v. 147 18. Da erwecken Chriſtus unſer Gewiſſen durch die Predigt deß Geſetzes/ wie dem David durch den Nathan. 2. Sam. 12.v. ſeqq. Derowe wann wir die Geſetz⸗Stimme Gottt nicht verſtocken. Pſalm. 55.. 8. 4. fung. rucis immiſſione giebt uns Gott einen Meiſter/ Pſalm. 5. v. 21. Durch unſere und kommenofft mit Hauffe Krafft vergehel Thren.. Bruͤdern. Geneſ 42. verſ. faͤngnuͤß. 2. Chronic.33 ver groſſes Elend. Luc. 15. v. mor corrigentis eſt, non diſtri Es iſt das Creuͤtz eine vaͤterli Zorn: Es iſt eine Liebe zur Krieges⸗Volck geſchlagen/ ſondern fragt/ wie es umb ihn ſtuͤnde: Hat er zu vor haͤtte er wenig Krieges⸗Heer jetunder: Denn ſein maͤchtiges Huͤlffe zerronnen/ ſo verlaͤſſet voliges Gunuͤgen verſchaffe. ſelbe iſt; I. troͤſtet mein Volck. Eſa. ruffen/ du biſt mein. Eſa. 43. v.. hab ich dich beleidiget⸗ M laſſet uns diß Wort wol in a und wormit Beſſerun Wie Wenceslaus Koͤnig in verſ. 14. Abſo klo 1. Bey Manaſſe ſar. Beydem ver lohrnen Sohn/ durch ſein 17. Disciplina patris eſt, non ira judicis; A- ctio punientis, ſagt Gregorius: Das iſt/ che Zuͤchtigung/ und nicht ein richterlicher 9/ und nicht eine ſtrenge Beſtraf⸗ Mit Zuſendung deß Creutzes: Da daß wir erkennen daß wir Menſchen ſind. ſchwere Suͤnde machet Gottes Straffe/ n uns uͤber den Halß/ daß uns alle unſere pffete er an bey Joſephs gen/ O Chriſtliche Hertzen/ heute s hoͤren/ ſollen wir unſer Hertzen mit ſeinem ſchweren Ge⸗ Boͤhmen/ nicht allein mit ſiinem auch er ſelber gefangen/ ward er ge⸗ geantwortet: Nimmer beſſer denn an Gott gedacht/ ſondern ſich auff Poſſeſſiva: Beſitzlich: Mitdem Woͤrtlein/ Meine: Odasiſt an Gottes Seiten ein tro Da ſpricht er: Fuͤrchtedi bigem Hertzen: Herꝛ mein liger/ der du von Ewigkeit her biſt/ ſaß u Herꝛ und mein Gott. Joh 20. v.28. 40.v. 1. ſtliches/ ein liebli ch nicht mein Volck. Eſa. Ich habe dich bey deinem Namen ge⸗ Wash cht nehme Gott. Jon. ches/ ein gnadreiches Wort! 10. v. 243. Troſtet/ hab ich dir gethan/ mein Voick/ ich. 6.v.z. O Chriſtliche Hertzen n/ und taͤglich ſaͤufftzen mit glau⸗ 2. v. 7. Herꝛ mein Goꝛt/ mein. Hei⸗ no nicht ſterben. Heb.· v. 12. Mein T ij 1 2, 5 A ppel 9 lib. 27. mo- ral. c. IE. verlaſſen/ weilen aber alle menſchliche Werzach. er ſich auff Gott allein/ welches jhm ein Pup 4 N. Appellatione ſuaviſſima: Mit lieblicher Nennung: Die⸗ 148 Wie Chriſti holdſelige Einladung 2. Appellativa: Zunamlich: Da nennet uns Chriſtus Freun⸗ din/ Schweſter/ Taube/ Fromme: Dabey wir muͤſſen in acht nehmè o, Terminum à quò: Was wir ſeyn/ ehe wir zu Chriſto kom⸗ men: Da ſind wir nicht Freundin/ ſondern Feind. Rom. 5. v. 1o. Nicht Schweſter/ ſondern ein boßhafftiger Same. Eſa.i. v. 4. Nicht Geeliebte/ ſondern Gehaſſete/ denn Gottes Seele haſſet den Gottloſen. Pſ. n v.. Nicht Fromme/ ſondern Gottloſe/ wie wir offt genennet werden. Sol⸗ che/ ſolche/ O Chriſtluche Hertzen/ ſind wir von Natur. 8. Terminumad quem: Was wir ſeyn wann wir zu Chri⸗ ſto kommen ſeyn: Wann wir unſerm getreuen Erloͤſer folgen/ ſeine Stimme hoͤren/ ſeinem Anklopffen auffthun/ ſo wird eine glaͤubige und gehorſame Seele Chriſti Freundin: Denn er ſpricht: Ihr ſeyd meine Freunde/ ſo ihr thut was ich euch gebiete. Joh. 1.v. 14. So ſind wir ſeine Bruͤder und Schweſter/ weilen wir den Willen thun ſeines Maters im Himmel. Matth. 12. v. 121. So ſind wir ſeine Tauben in den Fele⸗ loͤchern. Cant. 2. v. 4. Das iſt ſo ſich vermittels wahrer Buſſe/ inden Wunden JE Sli Chriſti/ als jhres einigen ſichern Felſen verbergen. So ſind wir ſeine Frommen: Weilen wir in der Frommigkeit wan⸗ deln. Prov. 19. v. 1. Iſt das aber/ O Chriſtliche Hertzen/ nicht eine groſſe Treue unſers Erloͤſers Iſt das nicht eine groſſe Wolthate« Daß er auß ſolchem elenden Stande durch rechtſchaffene Buß/ in ſolchen herlichen Stand uns verſetzet Der allerguͤtigſte Gott gebeuns die Gnade ſeines heiligen Geiſtes/ daß wir dieſer Treu in dem Gnaden⸗Reich Chriſii alſo moͤgen gebrauchen/ daß wir im Reich ſeiner Herligkeit in Ewigkeit der⸗ ſelben genieſſen moͤgen/ Amen/ Amen. 4 1 1 1 1 4 3 1 1 1 1 ——— 8 4 4. 24 5 4 —— 5 3 1. 3 3 I 8 1 * 1 1 5 3 1 . 14 1 4 „ 1— 3 2 1 6 t„ 3 3 5 4½ 1 2 18 2 3 1 1 1 . 4 4 * 4. 4 “ 4* 4 — 1 4 4 3 42 8 3 3 1 . 1 4 4 4 4. 3 4 ¹ 4 f ¹ 5 * 4 32* 8 * 8 4 1 * 1 4 4 5 4 4 “ * 4 4 1 b 1 4 3— 4 8 5 1 5 8 4 4 49 8 3 1 Die vier und zwantzigſte Predigt. e DE CAVSA IMPVLSIVA POFNITENTILE, RATIONW FILII DEI, TERTIA, Ql INVITATIONI CHRISTI SUAVITAS. b Von der dritten bewegenden Ulrſach zu wahrer Buſſe/ an deß Sohns Gottes Seiten/ welche die holdſelige Einladung Chriſti. Matt. II.. den in den Buſſt/ 44 41, Ian pebn zmigkeit w 4 cht eine g ate Daßa lchen hen ſe Gnade (Fhta eich Chnß. n Ewigte uns zu wahrer Buſſebewwegenſol. 119 Matth.II.V. 2. 8 ir alle/ die ihr muͤhſelig und BHeladanſeyd ich wileuch ernucken. 8 S verkuͤndiget der Koͤnigliche Prophet David/ vom HErꝛn Meſſia/ daß er werde holdſelige Lippen haben. Pf4 5 v.z. Esgibt/ OChriſtliche Hertzen in dieſer Welt —= mancherley Lppen oder Rede/ weilen die Lippen dazu ge⸗ brauchtwerden: Vieler Menſchen Lippen reden falſch. Pſal 34. v. 4. Schywerdter ſind in vieler Lippen. Pſal. 59. v. 8. Ditet⸗Gifft iſt untir vieler Lippen. Pſal. 40. v. a. Aber ſolcher Leute Lippen fahen jhre eigene Seele. Prov. 18. v.7. Und werden endlich geſaͤttiget von der Frucht jhrer Lippen ib. v. 0. Aber unſer hochverdienter Erloͤſer Jeſus Chriſtus/ hat holdſelige und gnadreiche Lippen: Auff ſeinen Lippen iſt gratia admira- bilis, eine wunderbare Holdſcligkeit: Wie er im zwoͤlfften Jahr ſeines Alters im Tempelzu Jeruſalem unter den Lehrern ſaß/ verwunderten ſich alle dieihm zuhoreten/ ſeines Verſtandes und ſeiner Antwort. Lue. 2. v. 47. Wieer zu Nazareth ſeine erſte Predigt thaͤte/ verwunderten ſich ſeine Zuhoͤrer der holdſeligen Wort ſo auß ſeinem Mundegiengen. Luc. 4.v. 21. Dennder HErꝛ HEr hatte jhm ein gelehrte Zunge gegeben/ daß er wuſte/ mit den Muͤden zu rechter Zeit zureden. Eſa. 50. v4. Auff ſeiner Lippen iſt gratia amabilis, eineliebliche Gnade und Holdſeligkeit: Wie kan doch O Chriſiliche Hertzen/ eine lieblicher Rede gefunden wer⸗ den/ als wenner ſagt: Alſo hat Gott die Welt geliebet/ daß er ſeinen eini⸗ gen Sohn gegeben/ auff daß alle/ ſo anjhn glaͤuben nicht verlohren wer⸗ den/ ſondern das ewige Leben haben: Joh v.16. L ben hal 9.3. der holdſeligen Lip⸗ pen!/Oder troſtreichen Wort!Fridericus II. Konig in Dennemarck hat fuͤr ſeinem Ende von ſeinem Hoffprediger begehret/ daß er dieſen Spruch mit groſſen Buchſtaben abſchreiben/ und jhm fuͤr die Augen ſiellen ſolte. 3 8 Vom Deucalione fabuliren die heydniſche Poeten/ daß er auß Steinen Menſchen gemacht/ vom Orpheo und Ammphione daß ſie mit jhrer 2 wing. e und wilde Thier bewegen koͤnnen: Aber dieſer Vol.4. Hertzen benchan koͤnnen/ wannſie nur pag. 129. Rede Steine/ Baͤum HEn hat die ſteinharte und wilde iij mit 1;o Wie Chrifti holdſelige Einladung it groſſer Wiederſpenſtigkeit ſich jhme nicht wieder ſetzet: Auff ſeinn Wc ha de penſtaee heilſame Nulde und Gnade. Da ſprichter zum Gichtbruͤchtigen; Sey getroſt mein Sohn/ deine Suͤnde ſind dit vergeben. Matth.9. v. Zu der groſſen Suͤnderin: Dein Glaube hat dit geholffen/ gehe hin mit Frieden Lue.7 v. jo. Zu dem Weibeſim Ehebruch begriffen/ gehe hin/ und ſuͤndige fort nicht mehr. Joh. 18. v. 11. Eine ſol⸗ che wunderbahre/ holdſelige/ eine ſolche liebliche/ eine ſolche heilſame Stimme Chriſti haben wir in verleſenen Worten/ auß welchen wir wol len anſehen: S Wie uns Chriſti holdſelige Einladung zu wahrer Buſſe b bewegen ſolle. Der allmaͤchtige Gott verleihe uns die Gnade deß heiligen Geiſtes/ daß wir dieſe Stimme andaͤchtig hoͤren/ und derſelben gehorſamlich ſolhe moͤgen/ umb dieſes ſeines lieben Sohnes Jeſu Chriſtiwilla Amen. Erklaͤrung Wir haben alhie zu betrachten: I. Invitationem: Die holdſelige Einladung: Bey welcher wir inſonderheit muͤſſen in acht nehmen: 88 1. Subjectum; Wer dieſe Einladung thue: Dieſer iſt nicht der Koͤnig Ahasverus, welcher die Gewaltigſten und Fuͤhrnemſten in ſeinen hundert und ſieben und zwantzig Laͤndern/ zueinem groſſen Mahl laden ließ. Eſiih. 1 v.. ſeꝗꝗ Es iſt auch nicht L. Sylla der vornehme Roͤmer/ wel⸗ cher etzliche viele Tage den Roͤmern ein ſtattliches Mahl gehalten/ und zwar mit ſolchem Uberfluß/ daß viele Speiſe ins Waſſer geworffen wor⸗ den/ und Wein ſchencken laſſen/ der mehr als viertzig Jahr alt geweſen: Es iſt nicht der erſte Roͤmiſche Keyſer J ulius Cætar, welcher bey ſenem Lybiſchen Triumph dem Roͤmiſchen Volck ein ſolches Mahl anrichtn 1 laſſen/ bey welchem in zwey und zwantzig tauſend Eſſe Stuben die Gaͤ⸗ ſte tractiretworden. Sondern es iſi Jeſus Chriſtus/ Gottes und Ma⸗ rien Sohn; Der HErꝛaller HErꝛn und Koͤnigaller Koͤnige: Apot p. 16. g ſetzt. A 1 adeseß ne Säi ein Glag Jeibezn 4 18. v 1 ne oce Bwacchan wahn. Heiligno ben gehont ſu Ehnſin gg: Beywe Hieſer iſe nemſtenut 'ſſen M hme Rom hl gehaln rgewoiff Zahtallge⸗ zelcher o Mahl at Stubend Bottesu Könzia, uns zu wahrer Buſſe bewegen ſoll. 151 v. 16. Dem alle Ding von ſeinem Vater ſind uͤber geben. Matth. n. v. 27 Dem alle Gewalt gegeben im Himmel und auff Erden. Matth.28 vid. Derſelbe ladet uns ſelber/ und zwar zu ſolcher intention und Ende/ nicht nur viele geladene inexcuſabel zu machen: Sondern als ein Artz/ uns zu heilen. Erod. 15. v. ult. An welchen von der Fuß⸗Sohlenbiß auff das Haupt nichts Geſundes war. Eſa. 1. v. 6. Als die himliſche Gluck⸗ Henne/ auch die jenige unter jhre Gnaden Flugel zu verſamlen/ die ſich nicht verſamlen laſſen wollen. Matth. 23. verſ. 37. Als unſer Heiland. Lue.2. verſ. 10. Denſelben zu erſcheinen/ die da ſitzen im Finſternuͤß und Schatten deß Todes/ jhre Fuͤſſe zu richten auff den Weg deß Friedes. Luc. j verſ. 79. Als unſer guter Hirte. Joh. 10. verſ. 11. Der uns/ die wir alle in der Irre giengen/ wie Schafe/ Eſa. /3. verſ. 6. Zu ſeiner Heerde fuͤhren wil. Dieſer/ dieſer allerguͤtigſte Erꝛ ladet uns zum Gaßtmahl leiner Gnaden: Zu einer ieden Gaſtung gehoͤren drey Stuͤcke: Crſtlich/ daß der Wirth die Gaͤſte wol und freundlich empfahe; Zum andern daß er ſie nach jhren Wuͤrden ſetzte; Orittens/ daß er ſie wol und ehr⸗ lich tractire. Sihe doch an/ OChriſtliches Hertze/ dieſen deinen Hei⸗ land: Wie freundlich er dich empfahe/ beweiſet er mit allen armen lich er ſeine Gaͤſte ſetze/ findeſt du in allen dreyen Staͤnden der Chri⸗ ſtenheit: Wie wohl und ehrlich er dich tractire/ wirſi du unten hoͤren bey ſeiner Erquickung: Solte uns denn ſolches nicht bewegen/ mit buß⸗ fertigem Hertzen gerne zu ihm zu kommen: b 2. Objectum: Welche er einlade? Nicht die heiligen Engel denn die beduͤrffen es nicht/ und hat auch dieſelbe nicht an ſich genommen. Heb. 2. v. 16. Auch nieht die boͤſen Engel/ weilen ſie ſeiner Wolthaten nicht koͤnnen theilhafftig werden/ ſondern ſind mit Ketten der Finſter⸗ nuͤß zur Hoͤllen verſtoſſen. 2. Pet. 2. v. 4 Auch nicht die unvernuͤnfftigen Creaturen/ dann dieſelbe zu ſolcher Gnadenicht erſchaffen: Sondern uns Menſchen/ als umb derent willen er Menſch geworden/ und alles gethan und gelitten hat: Dieſelbe aber beſchreibet C hriſtus ſelber: a2. Quantitative: Wie viel jhrer ſeyn/ ſo er einlade? Nicht allein ſhrer etzliche/ als nur die Außerwehlte/ welche er nach der Calvini⸗ ſten Meinung allein kraͤfft glich einladen ſolle: Ach nein Sondern alle alle Menſchen ins gemein: Dann dieſer ſein gnadreicher Beruff hal, gemein/ Zeiler. Epiſt. 29. Suͤnder/ ſo mit bußfertigem Hertzen zu jhm gekommen; Wie ordent⸗ ST— . r— 4 — Mỹä—— 124 — 4 1 8 2. 1.—— 6 — — 8 3 8 — 1. . 5* 1 3 8 1 . 6 3¹ 4 8₰ * 1 1 1 4 A 1 1 1 4 4 3 . 1 3 3 4 8 2 1 4 3 * 3 8 4 8 4 1 4 4 1 1 3 „ 3 f 4 8. 4 3 4 1 1¹ 3 4 3 3 4 37 4 8 4 1 f z 8 4 — 5 5* * 4 13 1 8 4 8 4 ¹ 4 18 “ 1 A ¹ 8 1 1 3 1— 5 3 1 1 3 3. 1 4 1 a 1 „ 9*— ——————— ———— ꝗ—— 3 “— 152 Wie Chriſtt holdſelige Einladung gemein/ was den goͤttlichen Gnaden Willen betreffen thut: Denn Gou hat uns nicht geſetzt zum Zorn/ ſondern die Seligkeit zu beſitzen. Theſ 7. v.9. Er wil daß allen Menſchen geholffen werde/ und ſie zur Erkand nuͤß der Warheit kommen. 1. Timoth. 2. v. 4. Er wil nicht daß jemand verlohren werde/ ſondern daß ſich jederman zur Buſſe bekehre. 2. Pet. v.9. Dieſer ſein gnadreicher Beruff iſt algemein/ was die Verdienſt deß Sohns Gottes belanget: werden alle Voͤlcke auff Erden. Gen. 2 aller unſer Suͤnde geworffen. Eſa. 3. v. Welt geſchencket. Joh. 3. v. 16. U 4 v. 42. Zum Heyland aller Me auch erkaufft hat die jenige ſojhn nůß uͤber ſich ſelbſt fuͤhren. iſt algemein/ wegen ſeiner det deßnegen ſeine Juͤnge gelium zu pteht⸗ den— af 5 2 ſſ amen predigen Buſſe ud 93 99 5 g 3 V n. Luc. 24. v. 47. Es wird dacun afoiſeh zhe derkündigei⸗ jederman zuern⸗ de nveich eß Geheimnuͤß. Eph.z.v. d mahnen alle M in Chriſto ffe die ver⸗ on/ der jhn en am fuͤng⸗ 5 — 3 „—— 1,— 9. ↄ—„* * eißheit/ ——— uff daſe nhatend nd da V v.10. N nſchnel nadreiche Sohn Git amgeliumg rodigen B 44 ℳ7. E llſederman nd Syh fuͤndigen w iit alle We ommenin ott beruffe nicht gehe Dacr ſyrch rhatſchen nrichtcnan Gottgott Fereinad dbodens ſſen hat u ns O ſigbetrach erzennich 1 4 1 8. Qualitativè: Wie Nei lichdie muͤhſelig und beladen ſeyn; Das iſß/ die unter der ſchweren und unertraͤglichen Suͤnden⸗aſt befundenwerden Dieſelbe ſeyn aber⸗ dem Fluch deß Geſetzes/ unter der Macht deß Satans/ Todes und Ver⸗ damnuͤß: O der elenden Muͤhſeligkeit O der erſchrecklichen Beladung! Laſſet uns O Chriſtliche Hertzen/ dieſ unſere Muͤhſeligkeit betrachten. Denn dieſe mag woleine unſelige Muͤhe ſeyn. Eccl. 1. v. 3. Es mag wol ſethaten druͤcken hart Pſalm. 65. v 4. Ja ſie druͤcket viele zur Hoͤllen und b ſern Gott ſuchen. Jerem. 50. v. 4. Wir muͤſſen zu jhm kommen/ als arme zu einem Reichen/ als traurige zu unſerm Troͤſter/ als gebundene zu ei⸗ nem Erloͤſer/ als beladene zu einem Erlediger/ ja als tode zu einem Leben⸗ das Lamb Gottes/ ſoder Welt Suͤnde getragen. Johan.. v. 29. Laſſer uns derowegen/ O Chriſtliche Hertzen/ mit Denun und Ghaubai 154 Wie deß Sohns Gottes Hirtenſleiß jhm komme: Dann er kan ſelig machen immerdar/ die durch jhn zu Gott kommen. Heb. 7. v. 25. III. Tractarionem: Wie Chriſtus uns tractiren wolle? Er wil uns erquicken: Freylich/ freylich wil er uns erquicken Weilen wir unter unſer Suͤnden⸗ Laſt matt und muͤde werden/ ſo wil er uns fuͤh⸗ ren zum friſchen Waſſer/ und unſer Seel erquicken. Pſal. 23. v. 2. ſeq. Er wil uns traͤncken mit Wolluſt/ als mit einem Sitrom. Pſalm. 36. v.⸗. Da erquicket er uns/ mit der allergnaͤdigſten Vergebung unſer Suͤnden. Gleich wie er zum Gichtbruͤchtigen geſagt: Sey getroſt mein Sohn dei⸗ ne Suͤnde ſind dir vergeben. Matth. 9. v.2. Alſo zeugen von jhm alle Pro pheten/ daß in ſeinem Namen Vergebung der Suͤnden erlangen alle die an jhn glaͤuben. Actor. 10. v. 43. Er erquicket uns mit der Verſoͤhnung mit Gott: Roman.. v. 10. Er erquicket uns mit der goͤttlichen Kind⸗ ſchafft: Denn da wir von Natur Kinder deß Zorns ſeyn. Epheſ. 2. v.z. Da giebt er Macht/ den jenigen/ ſo jhn auffnehmen/ Gottes Kinder zu werden die an ſeinen Namen glaͤuben. Johann 1. v. 2. Daerquickete uns mit ſeiner Gerechtigkeit: Dann Gott hat ſeinen Sohn/ der von kei⸗ ner Suͤnde wuſte/ fuͤr uns zur Suͤnde gemacht/ auff daß wir wuͤrden in jhm/ die Gerechtigkeit ſo fuͤr Gott gilt. 2. Corinth. 5. v. 21. Er erquicket uns mit einem ruhigen und froͤlichen Gewiſſen/ dann/ wann wir gerecht worden/ durch den Glauben/ ſo haben wir Fried mit Gott durch unſern Erm Chriſtum. Roman. z. v. 1. Dieſes/ dieſes/ laſſet uns/ O Chriſtli⸗ che Hertzen/ fleiſſig und ſteis er wegen/ die Suͤnden⸗Laſt in der Zeit der Gnaden durch wahre Buſſe ablegen/ hoͤren und gehorchen der Stimme 6 Chriſti: Wolan alle die jhr dur ſiig ſeyd/ kommet her zum Waſſer/ und die jhr nicht Geld habet/ ommet her/ kauffet und eſſet/ kommet her und ſm kauffet/ ohne Geld und umbſonſi/ beyde Wein und Milch. Eſa. 5ſ. ven So werden wir zur Zeit der Erquickung fuͤr dem Angeſicht deß HErm. Actor. z, v. 19. Die ewige himliſche Erquickung erlangen/ welche uns ge⸗ PHot der Aane durch den heiligen Geiſt/ umd Jeſu Chriſtiwillen en/ Amen. Die funffund zwantzigſte Predigt. b DE CAVSA IMPVLSIVA POENITENTI, RATIONE FEIIII DEI, QlARTA, QlR PASTORIS CHRITI SeDILHITA. b Von — 3 ttder Vaß ergoͤttlche ſeyn 5 Gottes a. Dacau Sih derbo daßwirwinde e.11. Ctuch wannwig Bottdurch tuns Oh laſt inda chen der Ei zum Wiſtt eneh Nücch Eh ſſichideih zen wacchen ſſu Chrſtie uns zu wahrer Buſſe bewegen ſol. 15 Von der vierdten bewegenden Ulrſache zu wahrer Buſſe/ an Seiten des Sohns Gottes/ welche iſt der Hirtenfleiß Lhriſn. UC. 15. V. 4. Welcher Menſch iſt unter euch/ der hundert Schafe hat/ und ſo er der eins verleuret/ der nicht laſſe die neun und neuntzig in der Wuͤſten/ und hingehe nach dem Verlohr⸗ nen/ biß daß ersfinde: 8 Sſpricht David Pſal. 19. ult alſo: Ich bin wie ein verirret und verlohren Schaf/ ſuche HErr deinen 9 Knecht. In dieſen Worten haben wir 4 Davidis confeſionem: Davids Bekentnis: Es werden viele gefunden/ ſo vermeinen es ſey jhrer auroritaͤt und Anſehen viel zunahe/ jhre Fehler zu bekennen: David aber ein Koͤnig und hoch⸗ erleuchter Prophete Gottes/ ſchaͤmet ſich deſſen nicht/ ſondern beken⸗ net frey offentlich herauß/ daß er ſey: b b a. Oyis erratica: Ein irrendes Schaf: Ach ja! Wir gehen all⸗ zuſammen von Natur in der Irre/ gleich wie Schafe/ und ein jeglicher ſichet auff ſeinen Weg. Eſa. 53. v. 6. Gleich wie die Juden von Gott irre gangen nach jhren Gotzen. Ezech. 44. v. o. Alſo machen wir auß unſern Suͤnden lauter Goͤtzen/ denen wir lieber folgen/ als Gott und ſeinem Wort und Willen: Wir verlaſſen den richtigen Weg des Wortes Gottes/ und gehen irre. 2. Pet. 2. v. 1½. Irrig iſt unſer Ver⸗ ſtand/ irrig iſt unſer Wille/ irrig iſt unſers Hertzen Dunckel und eigen Rath. Pſ. z1. v. 33.— 8. Oris perdita; Ein verlornes Schaff Wir ſindwieeine vet⸗ lohrne Heerde. Jerem. /0. v. 6. Wie ſolches Chriſtus uns mit dem Gleichnuͤß vom verlohrnen Sohn fuͤr Augen ſtellet. II. Ejusdem petitionem: Deſſelben Bitte: Suche HErn dei⸗ nen Knecht. Gleich wie ein verirretes Suf jhm ſelber nicht wieden b zu der 8 56 Wie deß Sohns Gottes Hirten⸗Fleiß zu der Heerde helffenkann: Alſo gehets auch uns elenden Menſchen: Denn deſſelben Thun ſtehet nicht in ſeiner Gewalt/ und ſtehet in nieman⸗ des Macht/ wie er wandele oder ſeinen Gang richte. Jer. 10. v. 2z. Gleich wie ein Mohr ſeine Haut nicht wandeln kan/ noch ein Parder ſeine Fl⸗ cken; So koͤnnen wir auch nicht Gutes thun/ weilen wir des Boͤſen ge⸗ wohnet ſeyn. Jer 13 v. 2z. Aber der Sohn Gottes erbarmet ſich unſer/ und iſt der jenige ſo das Verlohrne wieder ſuchet/ das Verirrete wieder⸗ bringet/ das Verwundete verbindet/ und des Schwachen wartet/ und was fett und ſiarck iſt/ behuͤtet/ und jhrer pfleget wie es recht iſt. Ezech.z4. v. 16. Er iſt kommen zu ſuchen und ſelig zu machen/ das verlohren iſt. Luc. 19. v. 10. Er wil nicht daß jemand verlohren werde/ ſondern daß ſich jederman zur Buſſebekehre. 2. Pet 3 v. g. Dieſes zeiget Chriſtus ſelber an in verleſenem Gleichnis/ welches wir wollen in nachfolgendem Puͤna⸗ lein betrachter/ 4 Wie des Sohns Gottes Hirten⸗Fleiß uns zu wahrer Buſſe bewegen ſolle. Der liebreiche Gott gebe uns die Gnade des heiligen Geiſtes daß wir ſeinen treuen Hirten⸗Fleiß erkennen/ und hm als gehorſame Schaͤf⸗ lein folgen moͤgen/ umb ſeines theuren Verdienſies willen/ Amen. 9 Erklarungz Wir haben alhie in acht zunehmen:“ I. Noſtram calamitatem; Unſer Elend: Wir ſind/ leider/ von Natur arme ſchwache Schaͤfllein/ und zwar: 1. Stoliditare: Mit unſer Alberheit: Ein Schaf iſt ein alber Thier: Ob zwar alle Thier ins gemein unvernuͤnfftig ſeyn/ ſo iſt doch unter denſelben ein groſſer Unterſcheid: Dann ein Ochſe kennet ſeinen Henn/ und ein Eſel die Krippe ſeines Henn. Eſa.. v.. Ein Storck un⸗ ter dem Himmel weiß ſeine Zeit/ ein Totteltaube/ Kranich und Schwal⸗ bemerckenjhre Zeit/ wenn ſie wiederkommen ſollen. Jer. 8.v.7. Aber ein Schafiſt ein alber Thier/ es kan ſich ſelber nicht/ weder zur Weide/ noch zum richtigen Gange/ noch vom Irꝛwege zumpechten Wege ſchicken: Alſo gehets uns elenden Menſchen in geiſilichen S achen: Wir neffen das 1 8 Kleiß— Aden Nn d ſhne (r. vn 1 Pandaie nwir dec batmri, 1 5 Pa da 7 achen ten. das bet derſond ige Chn Kfolged mszula ſen Gahsi gehorſam willn P dir ſindlid Schifin iig ſeyn h — Ochſe kenne 3.Ein Snn nich unde e. 9.v7.] 1— da en Wagiſt chm: Wrl —— —— uns zu wahrer Buſſe bewegen ſol. 157 das kaum/ das auff Erden iſt/ und erfinden ſchwerlich das unter handen iſt: Wer wil denn erforſchen/ das im Himmel iſt? Wer wil Gottes Rath erfahren; Es ſey denn daß Er Weiß heit gebe/ und ſende ſeinen heiligen Geiſt auß der Hoͤhe. Sap. 9. v. 166. leg. Der natuͤrliche Menſch ver⸗ nimpt nichts vom Geiſt Gonles/ es iſt ihm eine Thorheit und kan es nicht erkennen. 1. Cor. 2,v. 4. Wir ſind nicht tuͤchtig von uns ſelber/ ei⸗ was(Gutes/ zudencken/ als von uns ſelber ſondern das wir tuͤchtig ſind/ iſt von Gott.*. Cor. 3 v. 3. Beſihe O Chriſtliches Hertze/ Nieodemum/ ſo wirſt du es finden. Joh. ʒ.v. ſeqq. Beſihe den Kaͤmmerer auß Mo⸗ tenland/ der kunte von jhm ſelber den Propheten Eſaiam nicht verſie⸗ hen/ was von dem alleredelſten Sehaf Chriſto geredet ward/ biß ſich der Apoſiel Philippus zuſm ſente/ und hm die Schrifft erklaͤrete. Act. 8. v. 28. leqq. Dieſe unſere Aiberheit/ in geiſtlichen Sachen/ muͤſſen wir er⸗ kennen/ und Gottes Wort fleiſſig hoͤren undleſen/ dann das machet die Albern weiſe Pſ. 9 v. 8 Wer ſolches in geiſtlichen Sachen auß den Au⸗ gen ſetzet/ von dem mag man wol fagen/ was jener/ ſo gefragt/ welche die Zinckgr. groͤſſeſten Thoren waͤren/ geantwortet Die ſo ſich weiß beduͤncken. 3. Iufirmitate: Mit unſer Schwachheit: Andere Thier hat part. 1. Gott gleichſam gewaffnet/ daß theils mitihren Zaͤhnen/ theils mit jhren pag. 167. Hoͤrnern/ theils mit jhren Klauen/ gegen andere Thier ſich ſchuͤtzen koͤn⸗ nen: Aber ein Schaaff iſt ein wehr⸗ loſes Thierlein/ und laͤſſet ſich bald uͤberwaͤltigen und auff die Schlacht⸗Banck werffen/ oder auch von dem Wolff erhaſchen: Eine ſolche Beſchaffenheit hates auch mit uns armen Erd⸗Wuͤrmlein: Schwach und wehrloß ſind wir billich: Gideon hatte ſiebentzig Soͤhne gezeuget. Judit. d. v. z0. Aber ſie wur den alle/ biß auff den eintzigen Jotham/ ſo verſtecket war/ von Abimelech auff einem Stein erwuͤrget. Jud. 9. v.z. Gott kunte in geringer Zeit 0tauſend Mann in Iſrael durch die Peſt auffreiben. 2. Sam. 24. v 15. Achabs 70. Soͤhne wurden auch auff einen Tag alle erwuͤrget. 2. Reg. 10 verſ. 6. ſeq. Schwach und wehrloß ſind wir geiſtlich: Da gehen wir alle in der Irre wie Schaffe. Eſa. ⸗3. v. 6. Daß/ ſo wir uns wollen ruͤhmen/ billich unſer Schwachheitruͤhmen. 2. Corinth. 11. v. 30. Da ſſt der holliſche Wolff und Loͤwe/ der gehet umb uns her/ und ſuchet uns zuverſchlingen. i· Pet y. v. S. Daß wir billich ſingen: Rem. B Mit qpq⁄⁄ —————ÿÿäÿÿꝛ——— 4 4 3 3——jyÿ—— õ—— 5— ——————————— 3—— 3— — öͤͤͤſſſſſſ—————— — d———————————— ͤſſſ— m⅓ “ — ——— ͤͤ —————— ———QOO,—·˖—————é—— ———————JJ —-— 3 1 1 4 3 4 1 3 ö 1 3 1 18 4 3 5* 1 . ½ F 3 f 4 1 1 1 V“ . 3 1 4 “ 2 5 E — 1 4 8 Ooo 1 8 * 3 ö 1 f 3 1 3 4 “ 3 4 1 3 1 3 8 14 3 5 ¹ 4 4 8* 1 5 4 8 3 5¹ 3 1 1 O 46 ¹ 4 Wie deß Sohns Gottes Hirtenfleiß Mit unſer Macht iſt nichts gethan/ wir ſind gar bad verlohren/— Es ſtreit fuͤr un da rechte Mann/ den Gott ſelbſt hat b erkohren Fragſtu/ wer er iſtEr heiſt Jeſus Chriſt. Dieſe unſere Schwachheit muͤſſen wir/ O Chriſtliche Hertzen/ uns taͤg⸗ lich fuͤr Augen ſtellen/ und dabey bedencken: Daß wer ſich laͤſſet duͤncken er ſiehe/ moͤge wol zuſehen daß er nicht falle. i. Corinth. 10. v. 12. 3. Timiditate: Mit Furchtſamkeit: Ein Schaff wann es etwas ungewoͤhnliches hoͤret fuͤrchtetes ſich/ und ſetzet es auff das Lauffen: Ei⸗ ne ſolche Furchi bringet uns die leidige Suͤnde/ daß wir flihen/ da uns nie⸗ mand jaget. Levit. 26. v. 17. Sie machet bebende Hertzen/ verſchmachtete Augen und verdorrete Seelen. Deut. 28. v. 65. Da muͤſſen die Gottloſen beben jhr Lebenlang. Hiob. 15. v. 20. Umb und umb erſchrecket ſie ploͤtzli che Furcht/ daß ſie nicht wiſſen wo ſie hinauß ſollen. Hiob. 18. v. x1. Und ſolches machet jhr eigene Boßheit/ die ſie uͤberzeuget und verdammet Sap. 17. v. iu. Daverklagen ſich die Gedancken unter einander. Rom 2. v. 1. Wie wir deſſen ein Exempel haben an Adam im Paradieß⸗Gat ten. Geneſ.z. v. 8. ſeq. Saul ſagte mit Zittern und Zagen: HErꝛ was wilt du das ich thun ſol. Act. 9. v. 6. 4 Erroris ſocietate: Mit Gemeinſchafft deß Irrens: Wann b ein Schaf/ ſonderlich das forne angehet/ irret ſo irren die folgenden auch: Alſo gehets auch uns Menſchen/ wann ſonderlich unſere Vorgaͤnger/ geiſtliche und weltliche auff dem Ir⸗Wege gefunden werden. Das ſe⸗ hen wir an Adams Suͤnde/ demſelben folgen wir leider alle. Geneſ. v.r ſeq. Da ſind wir alle abgewichen und alleſampt untuͤchtig/ da iſt kei⸗ ner der Gutes thur/ auch nicht einer Pſalm. 14. v.z. Da ſind durch eines Menſchen Vebe kaniSnde vorden Nom. v.n⸗ b 2. atectionis facilitate; Mit leichter Anſteckung: Gleich wie ein ſchaͤbicht Schaff die gantze Heerde kan anfhe und Ehasnd e chen: Alſo gehets auch unter uns Menſchen: Es wird allenthalben voll Gottloſen/ wo loſſe Leute unter den Menſchen herſchen. Pſalm. 1 v.9. Deßwegen vermahnet uns Salomon: Geſelle dich nicht zum zoͤrnigen Mann/ und halt dich nicht zu einem Aacſeanhis du moͤchteſt ſeinen Weg lernen/ und deiner Seclen Aergernuͤß empfahen pen — — rfüihen ſchreckaſ Dioh.B,b. getundverdan treiarar.— n Peradi ſe.dnta (Irrenad je folgendan Ha werden. 4 alle. Gatt Guͤchug d da ſinddun .9. 19— uns zu wahrer Buſſe bewegen ſol. IS Proverb. 22. v. 4. ſeq. Wer Pech angreiffet der beſudelt ſich damit/ und wer ſich geſellet zum Hoffaͤrtigen/ der lernet Hoffart. Spyr. 13. v. 1I. Ein wenig Sauerteig verſaͤuert der gantzen Teig. 1. Corinth. 5.v. 7. Dieſes aber bringet nichts Gutes Giſulphus der Longobarder Koͤnig ließ we⸗ gen all zu groſſer und ungebuͤhrlicher Friedens⸗Liebe/ die Arrianer un⸗ ter den recht Glaͤubigen in ſeinem Reich die Kirchen frey und ungehin⸗ dert beſitzen/ das ſtraffete Gott alſo/ daß Cajanus ohne einige gegebene 2«ing. Urſach/ ihn mit Heers⸗Krafft anfiel/ ihn toͤdete/ und gar erſchrecklich in theat. Vol. ſeinem Koͤnig⸗Reich hauſett/ auch alle Staͤdte der Arrianer/ unter wel⸗ 7 pag. chen Friaul das vornehmſie war gantz zerſtoͤrte. Dieſes unſer Elende/ O Chriſtliche Hittzen/ ſollen wir erkennen/ und ſo offt wir ein Schaff ſehen/ uns derſelben errinnern: Gleich wie ein Patient/ wann er ſein Gebrechen recht erkennet fuͤr demſelben was ihm ſchaͤdlieh iſt billich und fleiſſig vor⸗ ſihet: Alſo ſollen wir auch unſer Gebrechen erkennen/ und was die ſelbe ver⸗ mehret/ neiden und meiden. II. Chriſti fedulitatem: Chriſti Fleiß: Das iſt der Wille deß Vaterz/ der Chriſtum geſand hat/ daß er nichts verliere von allem das er jhm gegeben hat. Johann. 5. v. 39. Ach wie fleiſſig! Ach wie unverdroſ⸗ ſen iſt der Sohn Gottes/ dieſes zuerfuͤllen! Solches beweiſet er: . Contemplando; Daß er ſeine Heerdeffeiſſigbeſihet: Er weiß bald wanner ein eintziges Schaff verlohren: Erſchauet vom Himmelauff der Menſchen Kinder. Pſalm. 14. v. 2. In jhm liegen ver⸗ borgen alle Schaͤtze der Weißheit und Erkaͤntnuͤß. Coloſſ. 2.v.;. Jaer weiß alle Ding. Johann. 21. v. 7. Alſo weiß er ſehr wol/ wie es umb ſeine HReerde/ und auch inſonderheit umb ein jegliches Schaff/ fuͤr eine Be⸗ ſchaffenheit habeꝛ Dieſer Fleiß/ ſol ermuntern alle Lehrer als deß HEr⸗ ren Chriſti Unterhirten/ daß ſie fleiſſige acht haben/ nicht allein auff ſich ſelbſt/ ſondern auch auff die gantze Heerde/ unter welche ſie der heilige Geiſi zu Biſchoffen und Auffſehern geſetzet hat. Actor. 0 v. 28. Vnd gedencken/ daß ſie uͤber deroſelben Seele wachen/ als die da Rechenſchaft dafuͤr geben muͤſſen. Heb. 3. v.r. Dieſer Fleiß ſol ermundern alle Zu⸗ hoͤrer: Die muͤſſen ſich ſelbſt ver ſuchen ob ſie auff dem Suͤnden und Irr⸗ Wege ſeyn/ und ob ſie im Glauben ſeyn/ und ſich ſelbſt pruͤffen 2. Corin. 13. v. 5. Sie muͤſſen auff ſich ſelbſt ſehen/ daß ſie nicht vom Teuffel/ Welt und jhrem eigen Fleiſch zum irren verſucht werden Galat.g.v. N 2. C 111- 3183. 14 —— —— 4 ———————— —— 4—— ————— 8————jy r— 4— + * 8 1 4 —— 1 W1 4 3 8 ö 1 5“ A 3 14 1* “ 21 1 2 1n — 1 3 1 1 1 1 . 1 4 1 4 1 1 8 1 8 6 * 1 * 3 * 4 3 4 4 4 5 1 * 3 1 — 1 4 1 3 1 4 1 1 4 3 55 1 1 3 1 1 1 1 4 1 3 4 — 3 4 1 4 8* 1 5 “ “ 1 1 3 4 1 1 3 8 1 85 1 4 4 ¹ 1 4 I 4 4 1 1 4 1 ¹ 3 4 4 1 ¹ — 1 3 5— 8— 4 8 1 ſͤſſͤſ-— S v——“ 8*— ——— 150 Wie deß Sohns Gottes Hirten⸗Fleiß 2. Relinquendo; Daßer ſeine gehorſame Schaaffe laͤſſet: un Gleich wie ein Hirte/ wann er nur ein eintziges Schaaff verlohren/ ſe gantze Heerde ſtehen laͤſſet/ und nach dem verlohrnen ſich umbſihet: Al⸗ ſo laͤſſet der groſſe Hirte der Schaaffe Jeſus Chriſtus. Heb. 13. v. 21. gleichſam ſeine gantze Heerde ſtehen/ und ſihet ſich umb nach dem Schaͤfflein/ welches er verlohren. Gleich wie eine Mutter jhres kran⸗ cken Kindes fleiſſiger wartet/ als der geſunden: Alſo auch der Sohn Gottes/ der die ſeinigen lieber hat/ denn ſie jhre Mutter hat. Syrach. 4. v. 11. pfleget ſeiner auß Schwachheit verirreten Schaͤflein gar ſonder⸗ lich und fleiſſig: Er wil die Hand von den ſeinigen nicht abthun/ noch ſie verlaſſen. Deut. 31. v. 6. Er wil ſie nicht verlaſſen/ noch von jhnen wei⸗ chen. Joſ. 1. v. 7. Es ſollen wol Berge weichen/ und Huͤgel hinfallen/ a⸗ ber ſeine Gnade ſol von jhnen nicht weichen/ und der Bund ſeines Frie⸗ des ſol nicht hinfallen. Eſa. 4. v. o. Er wil ſie nicht verlaſſen noch ver⸗ ſaͤumen. Heb. 13. v. 7F. Ach laſſet uns/ OChriſtliche. Hertzen/ dieſe Treu dieſen Fleiß unſers Ertz⸗Hirten Jeſu Chriſti woll und fleiſſig in ach nehmen/ und uns derſelben in Suͤnden/ auß Schwachheit/ und nicht auß Vorſatz begangen/ von. Hertzen troͤſten: Fallen wi(auß Schwach⸗ heit oder Unvorſichtigkeit) ſo werden wir nicht weg geworffen/ denn die⸗ ſer HErnꝛ erhaͤlt uns bey der Hand. Pſ. 37. v. 24. 3. Abeundo: Daßer hingehet: Odeß heilſamen Hingehen! Da ſpricht er: Sihe ich komme/ im Buch iſt von mir geſchrieben/ deinen Willen mein Gott/ thue ich gerne. Pſalm. 40. v. 8. Da gehet er hin von ihm ſelber ſein Leben fuͤr uns zu laſſen. Joh. 10. v. 18. Und gehet wieder zu ſeinem Vater durch ſeine Himmelfarth und ſitzen zur Rechten Got⸗ tes. Johan. 16. v. 28. Das laß mir theils ein traurigen/ theils ein froͤh⸗ chen Gang leyn: Laſſet uns O Chriſtliche Hertzen/ dieſen Gang wolbe⸗ hertzigen: Weilen Chriſtus alſo gnaͤdig auß gehet/ und mit ſeiner gnad⸗ wiahen Shanenwieen Hieteum ſeinem pfeiffen/ uns ſuchet/ ſo ſollen ir jeine Stimme uns laſſen zu Hertzen gehen/ und wie Schaͤ flein ihm entgegen gehen. an g10 Sehaſleinſ 4. Quærendo: Er gehet nach dem verlornen/ ſolches zuſu⸗ chen: Denn eriſt kommen zu ſuchen und ſelig zu machen das ean iſt Luc. 19. v. o. Da ſuchet er mit ruffen: Undlaͤſſet ſeine Unter⸗Hirten getroſt tuffen zur Bußund Bekehrung Eſa 55. v.. Ja er als diehim⸗ lſch däflen tabti och von 7 uͤgelh Bundſu verlaſeen dertzen da und fliſt achheit w dir(außét eworffnm lſamen geſchrin Dagchetat Undgfer zur Aechm gen lhalbc ieſen Gun ndmitſein ſucht vie Scͤiſ ꝛen ſölte chen daubet eine Untr Jacoh uns zu wahrer Buſſe bewegen ſol. 161 liſche ſelbſtaͤndige Weißheit ſelber: Wit lang wollet jhr Albern alber ſeyn und die Spoͤtter Luſt zur Spoͤtterey haben/ und die Ruchloſen die Lehre haſſen⸗Prov. 1.v. 22. Sie ruffet allenthalbẽ. Prov. 8.v. ſeqq. Sie ruf⸗ fet: Verlaſſet das alber Weſen/ ſo werdet jhr lebẽ/ uũ gehet auff dem We⸗ gedeß Verſtandes. Prov. 9. v.. Er ſuchet uns mit Zuſendung Creutzts und Elendes/ wie am verlohrnen Sohn zu ſehen. Luc. 15. v. 1. ſeq. Er ſu⸗ chet uns/ in dem er uns auff unſer Tod⸗Bette wirfft/ und unſerm Hertzen einſprechen laͤſſet: Beſtelle dein Haus/ dann du muſt ſterben. Eſa.38. v.1. Ach laſſet uns/ O Chriſtliche Hertzen/ jhn nicht vergebens ſuchen laſſen: Sondern ſo bald wir ſeine Stimme hoͤren und vernehmen/ ſo laſſet uns ſein gnaͤdiges und vaͤterliches Angeſicht ſuchen. Pſalm 27.v. 8. Wann wir jhn ſuchen/ ſo antwortet er uns/ und errettet uns auß aller unſer Furcht. Pſal.34. v.. 5. Inveniendo: Er ſilchet biß ers finde: Dann ſeine liebe auß⸗ erwehlte Schaͤflein/ von welchen er alhie inſonder heit redet/ koͤnnen nicht verlohren bleiben; Niemand kann ſie auß ſeiner Hand reiſſen. Johann. ro. v. 28. Sondern auß ſeiner Krafft werden ſie durch den Glauben be⸗ wahret zur Seeligkeit. 1 Pet. 1. v.. Zu welcher er uns wolle verhelffen umb ſeines Blut trieffenden Verdienſtes willen/ Amen/ Amen. —— Die ſechs und zwantzigſte Predigt. DE CAVSA IMPVLSIVA POENITENTI‿„RATIONE FILII DEI, QIINTA, QHI EVANGEILII CHRISTI CTARTTAS. Von der uͤnfften bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe/ an Seiten deß Sohns Gottes/ welche iſt die Klarheit ſeines Evangelij.. 3 Eſa. G. v. ä. ſeq. Der HEr hat mich geſand/ den elenden zu predigen/ die zubrochene Hertzen zu ver⸗ X binden/ Wie die Klarhelt des Evangelij Chriſiti binden/ zu predigen den Gefangenen er ne Erledigung den Gebundenen eine au Geffnung/ zu predigen ein gnaͤdiges u Jahr deß HErꝛen/ und einen Tag der Nache unſers Gottes/ zu troͤſten alle ſe Traurigen. &S wud der Sohn Gottes Exod.. verſ. 26. ge W nant der HErꝛ unſer Artzt: Vnddaß er derſeibe ſey/ bezeu⸗ G geter ſelber. Matth.9. v.2. Es beweiſet auch Chriſtus/ ſol⸗ — ches in der That und Warheit. 1. Aegrotos viſitando; Daß er ſeine Patienten beſuchtf Gleich wie der Artzt ſeine Patienten beſuchet: Alſo auch uns der Sohn Gottes: Daher werden wir die beſuchete und unverlaſſene genand⸗ Eſa. 62.v. 12. Er hat unsbeſuchet/ als der Auffgang auß der Hoͤhe. Luec. 1. v. 78. Eswar ein groſſes/ daß Alerander Magnus/ wie er einen alten Krieges⸗ Mañ von Kaͤlte gantz erſtarret geſehen/ von ſeinem Stuel/ dar⸗ auff er beym Feuer geſeſſen/ auff geſtanden/ den alten erfrornen ergriffen/ und auff ſeinen Stuel geſetzet: Aber dieſes iſt ein unaußſprechlich groͤ⸗ gers/ daß der HErr aller) Errn/ und Koͤnig aller Koͤnige uns elendeunnd i Suͤndenkaͤlte erſtarrete Menſchen alſo beſuchet/ daß er uns durch ſei⸗ Meiuuau nen Geiſt und Gnadewieder erwaͤrmet/ und uns ſampt jhm in das him liſche Weſen ſetzet. Eph.2. v. 6. 2. Complexionem ægroti inveſtigando: Daßer des Pa⸗ tienten innerlichen Zuſtand fleiſſig erforſchet: Solches haben die Aerkzt noͤtig Chriſtus thut es auch: Er wuſte daß das Cananeiſche Weiblein einen guten Glaubens⸗Kampff außſtehen kunte. Matth äü.. p. 22. ſeqd. Mit dem Koͤnigiſchen aber hatte er ein Mitleiden/ weilenen u die Schwachheit ſeines Glaubens befand. Joh. 4. v. 50. Dann er wiuſ zwing das zuſtoſſene Rohr nicht zubrechen/ und den glimmenden Tocht nicht Vol.1. außleſchen. Eſa. 42. v. O wie erforſchet er unſer Jammer und Elen⸗ pag160. de! Baſilius Macedo Conſtontinopolitaniſcher Keyſer/ wie er Ann — ———— ——— Val. Max. 3. 5. c. I. d. n erderet tauchen atientmi auch unz nverlaſſete gaußda uus wieten ſeinem er erfromenti naußſrett Snigeunset aßtr meh nptſhmine Daße Solche ſ das Lu⸗ en kunke. R Nitleiden . 7 0. 5 m enden Toi zammam yſer/ win Ort des Gerichtes kam/ und niemand fand der ſeiner Huͤlffe begehrte/ vermeinte er/ es wuͤrdendie Leute abgehalten/ ſeiner Huͤlffe zu begehren: Da hater ſeine Trabanten in die Stadt lauffen laſſen/ zu fragen ob je⸗ mand ſeiner Huͤlffe begehre. Ach wie ruffet unſer hochverdienter Artze Jeſus Chriſtus ſelber: Kommert her/ kommet her zu mi/ alle die jhr muͤh⸗ ſelig und beladen ſeyd/ ich wil euch erquicken. Matth. 11. v. 28. 3. Opem præſentando: Daß er uns ſeine Huͤlffe anbeut: Gleich wie ein treuer Artzt ſeinen Patienten alle muͤgliche Huͤlffe dar⸗ beut: Alſo auch unſer himliſcher Artzt Jeſus Chriſtus: Wie der Auſ⸗ ſaͤtzige zu jhm ſagte: HErr/ ſo du wilt kanſtu mich wol reinigen/ ant⸗ worteter; Ich wils chun/ ſey gereiniget. Matth. 8. v. 2. Wie der Haupt⸗ man zu Capernaum ſagte: HErr/ mein Knecht ligt zu Hauſe/ und iſt gichtbruͤchig/ und hat groſſe Quaal: Sprach er Ich wil kommen/ und ihn geſund machen. Maith. d. v. 6. ſeq. Er ſpricht zu allen: Wer zu hm komme/ den wolle er nicht hinauß ſtoſſen. Joh. 6.v.;7. Dieſer gnaͤ⸗ diger und geneigter Wille unſers hochverdienten Erloͤſers/ ſol uns ja billich zu wahrer Buſſe bewegen: Welchen er in verleſenen Worten ſo freundlich und holdſelig uns fuͤr Augen ſtellet/ daß ſteinerne Hertzen es ſeyn muͤſſen ſo ſich dadurch nicht erweichen laſſen/ wollen derwegen auß denſelben beſehen:— Wie die klare und freundliche Evangeliſche Predigt Chri⸗ ſti uns zu wahrer Buſſe reitzen und bewegen ſol. Der allergnaͤdigſter himliſcher Vater/ gebe uns die Gnade ſeines heili⸗ gen Geiſtes/ daß wir ſein gnaͤdiges Hertze erkennen/ und ſeiner Wolthaten danckbarlich genieſſen moͤgen/ umb dieſes ſeines aller⸗ liebſten Sohns willen/ Amen. b Erklaͤrung. Wie Johannes der Taͤuffer ſeine Juͤnger zu Chriſto ſandte/ gab er jhnen unter andern den Bericht/ daß den Armen werde das Evange⸗ lium geprediget. Matth 11. v. 5. Wie Chriſtus dieſes thun wuͤrde/ hatte er/ durch den Propheten Eſaiam in verleſenen Worten lange zuvor ver⸗ kuͤndiget/ und zwar; 8 X J.In uns zu wahrer Buſſe bewegen ſol. 163 — ————— — — — 8—— 4 4 4 1 1 8——— 5— e— 1 —— j——y—————— 2— 3—— 3— 3—— 4 ——— 4—— 4———— 4——4——— 3 “—— —* 88— 3 4— ke.—.—.——— 7* 1 2 6 1 Er uick. ſtüd. part. I. pag. 312. 164. Wiedie Klarheit deß Evangelii Chriſti I. Ingenere; Ins gemein: Der HErꝛ hat mich geſand den Elenden zupredigen: Bey welchen Worten wir muͤſſen anſehen: 1. Subjectum: Wer dieſer ſeye Nemlich/ welchen der HErr ge⸗ ſand hat: Es iſt dieſer nicht der Prophet Eſaias ſelber/ welcher von Gott den Juden auch geſand. Eſa. J. v. 1. Sondern der HErꝛ Meſſigs/ der Sohn Gottes Jeſus Chriſtus/ welcher ſich zum oͤfftern einen Ge⸗ ſandten ſeines himliſchen Vaters i Gottes Worte nennet: O deß her⸗ lichen! O deß znadreichen Geſandten! Dann Gott hat ſeinen Sohn nicht geſand in die Welt/ daß er die Welt richte/ ſondern daß die Welt durch ihn ſelig werde. Johann. 3. v. 17. Dieſe/ dieſe/ O Chriſtliches Hertz/ iſt die End⸗Vrſach der Sendung Chriſti: Darumb vermahna dieſer groſſer Geſandter Gottes/ alsbald im Anfang ſeines Predigt⸗ Ampts die Menſchen zu wahrer Buſſe/ und ſpricht; Thut Buſſe und glaͤubet an das Evangelium. Marc. 1. v. 1§. Und es ſey der Wille deß⸗ der jhn geſand habe/ daß wer den Sohn ſiehet/ und glaͤubet an jhn/ hahe das ewige Leben. Johann. 6. v. 40. Laſſet uns/ O Chriſtliche Hertzen dieſen Geſandten wol in acht nehmen; Wie Hanon der Ammoniter Koͤ nig Davids Legaten ſchimpfflich und uͤbel tractirte/ wards von David uͤbel gerochen. 2. Sam. 10. cap. Wie die Roͤmiſche Legaten von den Co⸗ rinthern/ mit Kammer⸗Laugen wurden gewaſchen/ ſchickten ſie Lueium Mummium jhren Buͤrger⸗Meiſter dahin mit. Heeres⸗Krafft/ welcher 1 die Stadt Corinthum abgebrand/ und der Erden gleich gemachet. Nun gedencke doch ein Chriſtliches Hertz/ was der allerhoͤchſte Gott nicht chun ſolte bey denen/ ſo ſeinen Legatum aà latere, ſeinen allernaͤchſten und allerliebſien Sohn verachten? Wer jhn verachtet/ der verachtet den der jhn geſand hat. Luc. 10. v. 16. 2. Objectum: Wemer geſande Den Elenden: Wie der Hetr Chriſtus unſere verleſene Worte den Juden in der Schulen zu Naza⸗ reth fuͤrhaͤlt/ nennet er dieſe Elende/ Arme: Luc. 4. v. ο. Das iſt/ ſo geiſt⸗ lich arm ſeyn/ und deß Ruhms mangeln/ den ſie fuͤr Gott haben ſollen. Nom. 3. v. 23. Die Elende und Arme ſo Troſi⸗Waſſer ſuchen/ und iſt nichts da/ und jhre Zungen verdorren fuͤr Durſt. Eſa. 41. v. 1⁷. Sie ſind geiſtlich arm. Mateh..v.3. Laſſet uns dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ wol bedencken/ und uns nicht finden laſſen unter der Zahl der je nigen/ ſ da ſprechen: Ich bin reich/ und habe gar ſat/ und darff nichts/ und u ¹ n 3* * ſen aſthe de lhe r ſ offtnan 9 ſennanchiſe hat ſendh dern daß ⸗ darum ung ſen Thup ſeyder laͤubetm eer Aunnnt wardobin egatenvnni chicktenſee res⸗Knifin ich g mach hochſe Ge einen allti / dervorait denWu Schuleu e. Dasiſſſt Gotthaba ſer ſuchen huſ michgiwhne uns zu wahrer Buſſe bewegen ſoll. 165 ſen nicht/ daß ſie ſind elend und jaͤmmerlich/ arm/blind undbloß. Apoc. 3·v. 17. Unduns ſpiegeln andem Exempeldeß ſtolten Phariſeers. Luc. 18. v. II. ſeq. Gleich wie Primislaus der dritte Koͤnig in Boͤhmen/ auß dem Erauick. elenden und armen Bauer⸗Stand/ zum Koͤniglichen ward erhoben: Al⸗ ſtüd. part. ſo wil der Sohn Gottes die geiſtlich arme/ ſo ſich an ſeinen Reichthumb 1·Pag. 55. halten/ erheben/ und ſie zu Koͤnigen und Prieſtern machen/ fuͤr Gott und ſeinem Vater. Apoc 1. v. s. b b 3. Effectum: Was er thun ſolle? Er ſollpredigen: Was ſol er abet predigen? Soll er das Geſetze den Elenden predigen? Soll er jhnen die Straffen Gottes wegen jhrer Suͤnde predigen⸗ Soll er jhnen die ewi⸗ ge Verdamnuͤß predigen⸗ Ach nein: Dieſe iſt Moſis Predigt: Son⸗ dern er ſol den Armen und Elenden das Evangelium verkuͤndigen. 4uc. 4·v. 18. Daß die geiſtlich arme ſelig ſeyn/ und das Himmel⸗Reich jhr ſey. Matth. 5. 3. Dieſe Predigt nennet der Prophete Ein gnaͤdiges Jahr deß HErꝛen: Dami ſiehet er auff das Jubel⸗Jahr im alten Te⸗ ſtament von Gott verordnet/ in welchem alle Leibeigene wurden frey ge⸗ laſſen/ die verſetzten Guͤter kamen wieder an jhre vorige Herꝛen/ und alle Schulden wurden erlaſſen Levit. 25. Cap. Aiſo hat der Sohn Gotteß ein gnaͤdiges Jubel⸗Jahr geprediget/ nicht den Leuten den Beutel zu fegen/ wie ſeine vermemte Roͤmiſche Stadthaͤlter thun/ ſondern uns auß dem Eigenthumb deß Teuſſels zu erretten/ die durch Adam verlohrne Guͤter wieder zu erlangen/ und uns von aller Suͤnden⸗Schuld loß zu ſprechen: Da werden wir recht frey/ weilen uns der Sohn Gottes frey machet. Jo⸗ hann.&. v.6. Laſſet uns/ O Chriſtiiche Hertzen/ dieſes gnaͤdiges Freyſahr erkennen/ wir ſind frey gemacht und errettet von der Obrigkeit der Finſter⸗ nuͤß und ver ſetzet in das Reich deß Sohns Gottes. Coloſſ. v. 3. Unſer verlohrne Guͤter ſeyn uns wieder zu Theil worden: Wie durch eines Suͤnde die Verdamnuͤß uͤber alle Menſchen kommeniſt; Alſo iſt auch durch Chriſti Gerechtigkeit, die Rechtfertigung deß Lebens uͤber alle Menſchen kommen Rom./ v. 18. Der hat bezah let das er nicht geraubet hatte. Plalm. 69. v. 6. Der hat unſer Schulde bezahlet: Dann ſein Blut machet uns rein von unſern Suͤnden. 1. Johann. 1. v. Solte dieſes niche ein Stem hartes Hertze zur Bu ſſeerweichen? Wann einer vielen/ mit groſſen Schulden verhaffteien/ eine Erla ſung aller jhrer Schulden lieſe & ju b außruf⸗ 166 Wie die Klarheit deß Evangelti Chriſti außruffen/ mit was Freude Mitwas Danckbarkeit: Wuͤrden ſie ſol⸗ ches auff und annehmen: Em Buͤrger zu Prag hatte Carolo IV. dem Roͤmiſchen Keyſer hundert tauſend Gold⸗Guͤlden vorgeſtreckt/ und eine Handſchrift darauf genomen/ den dritten Tag hernacher hater den Key⸗ Zwing. cheatr. Vol. 10. Pag- 2 3 7 9⸗ Prediger: ſer/ neben andern groſſen Herrn zu Gaſt geladen/ und endlich demſelben in einer guͤldenen Schalen die Handſchrifft herfuͤr tragen laſſen/ und wie ſich die Anweſende hieruͤber verwundert/ uñ was diſes bedeutẽ ſolle gefra⸗ get/ dieſe Worte geredet: Die andern Tractament/ allergnaͤdigſter Key⸗ ſer ſeyn euer Majeſtaͤt mit den andern Gaͤſten gemein geweſen/ dieſes Ge⸗ richt aber/ iſt fuͤr euer Mafeſtaͤt allein: Dann hiermit ſchencke ich derſel⸗ ben die hundert tauſend Gold⸗Guͤlden/ ſo ich deroſelben dieſe vergangt ne Tage vorgeſtrecket. Das war warlich eine groſſe Freygebigkeit; Aba 4 nicht zu rechnen/ gegen dieſes gnaͤdiges Jahr deß HER⸗ II. In ſpecie: Inſonderheit: Da prediget dieſer Gnada 1. Fractis obligationem: Den Zerbrochenen eine Verbim dung: Wir haben von Natur ſteinern Hertzen Ezech. 36.v. 26. Harte Suurnen und verſtockte Hertzen. Ezech. /7. Demantene. Hertzen. Zacha⸗ riæ. 7. v. z. Aber durch die Geſetz⸗Predigt werden ſie zerbrochen: Dann das Geſetz iſt wie ein Hammer/ der die Felſen zuſchlaͤgt. Jerem. 23. v. 29. Dadurch werden die Hertzen alſo zerbrochen/ daß es heiſſet; Mein Hertze bebet/ meine Krafft hat mich verlaſſen/ und das Liecht meiner Augen iſt nicht bey mir. Pſalm 38. v. 11. Daß unſer eigen Hertz uns verdammet... Johann.z. v. 0. Man ruͤhmet jetzunder hoch/ und befindet gar hellſam!/ Goſan das Oſtercallon oder Beinbruch/ in zerbrochenen Beinen und Knochen: nii — Aber es wil alhie nicht helffen noch heilen/ ſondern Jeſus Chriſtus de Sohn Gottes und Maria iſt das rechte heilſame Mittel: Der iſt nahe denen die zubrochenes Hertzen ſind/ und hilfft denen die zuſchlagene Ge⸗ muͤtherhaben. Pſalm.34.v. 9. Ein geaͤngſtes und zuſchlagenes⸗Hultz wil er nicht verachten. Pſalm. 1. v. 19. Er wil erquicken den Geiſi der Sedemuͤthigten/ und das Hertz der Zuſchlagenen. Eſa. 77.v. z. Dann Wung er ſihet an den Elenden/ und der zuſchlagenes Geiſtes iſt/ und ſich demuͦ⸗ iiget unter ſein Wort. Eſa. 66. v. 2. Laſſet uns derowegen/ O Chriſtliche Hirhen iſt Wän t Saua tgeſtetzuhe der aatet dendlchg lergnäd geweſani tſchenc lben duſe roſſedn Jaht d ſ iget diſse — enen einede ch 36 v tene Hhatn zabtochen gt. Jetmma eiſſe:Ma ͤt menad zuns verdme tfindetgarſ uns zu wahrer Buſſe beibegen ſol. 167 Hertzen/ uͤr den Geſet⸗Predigten unſer Ohren nicht zuſtopffen/ wle die tauben Ottern. Pſalm. /8. v.). Sondern unſere Hertzen erweichen laſſen/ uͤber den Worten/ die wir hoͤren/ und uns demuͤtigen fuͤt dem HERREN. 2. Reg. 22 v. 19. Laſſet uns zu Ohren nehmen das Ge⸗ ſetze unſers GOT TE S. Eſa.r. verſ. 10. Neigenunſer Ohren und kommen zu C. RJ S TO/ hoͤren/ ſo wird unſer Seele leben. Eſa. 5. v. z. 2. Captivis liberationem: Den Gefan enen ein Erledigung: Wir ſind/ leider/ Gefangene unſer Suͤnden: ſpricht zu den Gefangenen gehet herauß/ und zu denen im Finſternuͤß gehet herfuͤr. Eſa. 49. v. 9. C be/ darinn kein Waſſer iſ. Zach. II. v. 7. b tzen im Finſternuͤß und Schatten deß Todes/ daß er jhre Fuͤſſe richte auff den Weg deß Friedes. Cuc. 1. v. 79. Und zwar alſo: Daß wie durch eines(Adams) Suͤnde/ die Verdamnuͤß uͤber alle Menſchen kommen iſt; Alſo auch durch eines deß Lebens uͤber alle Menſchen gekommen/ Rom. F. v. 18. O der aller⸗ werden/ welche denen ſo nur an dieſelbe gedencken/ ein Schrecken ein⸗ archont. jagen ſollen. Aber was koͤnnen dieſelbe ſeyn/ gegen das hoͤlliſehe Ge⸗ faͤngnuͤß/ darinn alle Unbußfertige jhre Suͤnde ſtuͤrtzen⸗ Hingegen p. ſo werden alle Gefangene/ ſo der Erledigung Chriſti theilhafftig und ſeq. eil. Ma- lianus I. zum Roͤmiſchen: Matthias Corvinus zum Ungariſchen/ n Par —— é— ———* 4 ——ℳ⸗-ℳ-ℳ⸗--————— 4 —— —— ——— 168 Wie die Klarheit deß Evangelij Chriſti und Guſtavus zum Schwediſche Koͤnigreich/ erhaben; Alſo machen uns der Sohn Gottes/ nach unſer Erledigung/ zu Koͤnigen und Pre⸗ NKhern fuͤr Gott und ſeinem Vater. Apoc. 1. v. 6. Solte uns das micht zu ſchuldiger Bußfertigleit reitzen b 3. Vinctis folutionem: Den Gebundenen eine Eroͤffnung: Wir ſind/ leider/ gebunden/ mit Strickender Suͤnden/ deß Zorns Got tes/ des Fluches des Geſetzes/ des boͤſen Gewiſſens/ des Teuffels und Todes: Alle/ alle dieſe Bandehat der Sohn Gottes geoͤffnet: Daß in glaͤubiges Hertze kan ſagen: HErr/ du haſt meine Bande zuriſſen. Pſ. 116. v. 16. Und hat das heilige Predigampt eingeſetzet/ darin er ſeinen Dienern den Loͤſe⸗Schluͤſſel anvertrauet/ alle Bußfertige auß jhren Suͤnden⸗ Banden loßzuſprechen. Matth. 18. v. 18. Solte uns ſolchts nicht zu wahrer Buſſebewegen: 4. Hoſtibus ultionem: Zupredigen einen Tag der Rache unſers Gottes: Das iſt/ an welchem Gott ſich an ſeinen Feinden/ den Teuffel und ſeinem Anhang raͤchen werde: Da laͤſſet er außruffen: Su get den Verzagten(wegen jhrer Suͤnde/ und verdienten Straffe) Het tzen; Seyd getroſt/ fuͤrchtet euch nicht/ Sehet/ euer Gott(der HERNR Meſſias) der komt zur Rache/ Gott der da vergilt/ komt und wird euch helffen. Eſa. 35. v. 4. Der hat Gerechtigkeit angezogen wie ein Pantzet/ und einen Helm des Heils auff ſein Haupt geſetzet/ und ſich angezogen zur Rache/ und hat ſich mit Eifer gekleidet/ wie mit einem Rock. Eſa. j. v. 7. Da hat er jhm einen Tag der Rache fuͤrgenom̃en/ da iſt das Jahr die Seinen zuerloͤſen gekommen. Eſa. 6z. v. 4. Dieſer Rache ſollen wir uns durch wahre Buſſe theilhafftig machen/ auff daß Gott nicht werde verurſachet/ mit Feuerflammen Rach uͤber uns zu geben/ weilen wir nt mn gehorſam ſeyn dem Evangelio unſers HErrn Jeſu Chriſti. 2. Theſſt. verſ. 18. F. Lugentibus conſolationem: Zu troͤſten alle Traͤurigen.. Die Suͤnde gleich wie ſie von vielen mit Freuden wird begangen; Aſo wircket ſie hernacher ein groſſe Traurigkeit/ daß wir uns graͤmen/ daß uns das Hertze verſchmachtet. Pſ. 119. v. 8. Sihean/ O Chriſtliches Hertze/ den Ammon: Wie erdie Suͤnde mit ſeiner Schweſter begane i gen/ da war der Haß groͤſſer/ dann vorhin die Liebe war. 2. Sam 3. e v. 15. Wann wir aber dieſelbe mit recht bußfertigem ZHertzen atana⸗ 1 a g der Feinden ruffenne taffe)- er E dwirde ein Pau 1 tt nichn veilen w i. 2-T Traͤuth gangme graͤmn uns zu wahrer Buſſe treiben ſol. 165 da iſt Chriſtus in ſolcher Traurigkeit unſer Truͤſter: Derſelbe ſteher uns bey und troͤſtet uns. Pſal. 86. v. 17. Selig ſind ſolche Leidtragende/ denn ſie ſollen getroͤſtet werden. Matth. 5. v. 4. Denner iſt ein Gott alles roſtes/ der uns troͤſtet in allem unſerm Truͤbſal. 2. Cor. 1. verſ 3. Wel⸗ chen Troſt in unſerm Hertzen erwecken und uns dabey er halten wolle/ G Ott der Vater durch den heiligen Geiſt/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. b b Die ſieben und zwantzigſte Predigt. b DE CAUSA IMPUILSIVA POENIITENTIE,RATIONE EIIII DEI, SEXxTA, QIN LACERYMARUIM CHRISTT ACERBRITAAS. Von der ſechſten bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe/ an Seiten deß Sohns Gottes/ welche Chrißti bit⸗ tere Thraͤnen. 8 3 — b Luc. 19. v. 41. led.. Chriſtus ſaße die Stadt an und weinet uͦber ſie und ſprach: Wenn du es wuͤſteſt/ ſo wuͤrdeſtu auch bedencken zu dieſer deiner Zeit/ was zu deinem Friede dienet:Aber nun iſt es fuͤr deinen Augen verborgen. D Sſpricht unſer Seligkeit fo hertzbegiriger Gott 4S kae er. 8. v. 21. alſo: Mich jammert herzlich/ daß mein Molck ſo verderbet iſt/ ich graͤme mich/ und gehabe mich uͤbel. All⸗ hie haben wir 1. Dei beneficentiam: Gottes Wolthat: Er hat uns er⸗ 4 8— ſchaffen/ erloͤſet und geheiliget/ daß wir ſollen ſein Volck ſeyn: Er hat uns gemacht zu ſeinem Volck/ und zu Schafen ſeiner Weide. v. 2. Und da wir durch den Suͤnden⸗Fall/ und darauff viele begangene Suͤnde/ hoͤren muͤſſen/ Ihr ſeyd nicht mein Volck/ ſo Gottes erworben/ daß wir durchſhn ſeyn Kinder des Lebendigen Gottes. G 9 Pf. 100. hat uns der Sohn Hoſe. 170 Wie die bittere Thraͤnen Chriſti Hoſe.1 v.10. Und Gott der Vater ſagt: Du biſt mein Volck. Hoſ 2. b.3. 2. Noſtram miſcriam: Unſer Elend: Wir ſeyn verder⸗ bet: Alles Fleiſch hat ſeinen Weg verderbet auff Erden. Gen. 6. v. 12. Wir verderbens/ leider/ und tretten ſchnell von dem Wege/ den uns Gott geboten hat. Deut. 9. v. 12. Und verderbens offt gar zu tieff. Hoſe. 2 v. 9. Wie die Juden auch zu dieſer Zeit gethan/ und ſtuͤrtzen uns damit in zeitliches und ewiges Verderben. b 3. Dei condolentiam: Gottes Mitleiden: Ach bedencke doch/ O Chriſtliches Hertze/ das groſſe Mitleiden Es jammert Gott: Es jammert Gott in Ewigkeit/ unſer Elend uͤber die maſſen/ Er gedenktan ſan Barnbenigfeit⸗ und wil uns helffen aſſen; Alſo jammert jhn Ninive der groſſen Stadt. Jon. 4. v. u.. Gleich wie Chriſtum jammerte des hungerigen Volckes. Marc. 8. v. 2. Alſo Gott ſeinen Vater/ des menſchlichen Elendes Es jammert jhn hertz⸗ lich: Es ſind nicht bloſſe Ehrenwort/ wie die Calviniſten wollen/ daß Gottes Wille nach ſeinem Rathſchluß offt anders ſey/ als nach ſeinem Wort und Geboite: Sondern ſeine Barmhertzigkeit iſt bruͤnſtig. Hoſe. 11. v. 38. Es iſt eine hertzliche Barmhertzigkeit. Luc. 1. v. 78. Es fammert jhm alſo/ daß er ſich graͤmet und hat ſich uůͤbel: Gleich wie GO TT reuete daß er die Menſchen gemacht hatte auff Erden/ und es jhn be⸗ kuͤmmerte in ſeinem Hertzen Gen. 6 v. 6. Gleich wie ſich ein Vater be⸗ kuͤmmert/ wegen ungeratener Kinder: Alſo graͤmet und bekuͤmmert ſich Gott(menſchlicher Weiſe nach/ von jhm zu reden) wegen der ins Ver⸗ derben ſich muthwillig ſtuͤrtzenden Menſchen/ und dieſes beweiſet der Sohn Gottes mit ſeinen hertzlichen und bittern Thraͤnen ſo er uͤber die ſeiner Gnaden widerſpenſtige Juden vergeuſſet/ welche wir wollen an⸗ ſehen/ und bey denſelden betrachten/ Wie die hertzliche und bittere Thraͤnen unſers HErrn IJeſu Chriſti/ uns zu wahrer Buſſe b treiben ſollen. Der barmhertzige Heiland verleyhe uns ſeine Gnabe/ daß wir ſie mit reuigem und glaͤubigem Hertzen anſehen moͤgen/ umb ſeintsbuu üen trieffenden Verdienſies willen/ Amen. erti- 4.b.u rr. 8.han gert ihn en wolen nach ſeine uͤnſig.He Esſawm vieGOA undesſß ein Vat ckuͤmman der ins ſes beweſtt enſocrii wir wollne uns zu wahrer Buſſe treiben ſollen. I Stadt an und weinet ůͤber ſie: Allhie haben wir: 7 8 1. Aſpectum; Das Anſehen: Gleich wie der HErr Chri⸗ Hirte ſeine ſchaͤbichte oder krancke Schaaffe; Er ſihet uns an wie ein Braͤutigam ſeine verfuͤhrte Braut: Er ſihetes jaſer ſchauer n a. Lacrymæ paternæ: Vaters Thraͤnen: Gleich wie einem liebreichen Vater/ das Jammer und Elend ſeiner Kinder/ alſo zu Her⸗ — — ñꝗ ℳ——iẽẽöhſ— ñ%¾— ——— 8— 5—— 2 Wie die bittere Thraͤnen Chriſti umbkommen. 2. Sam. 18. v. z3. Alſo treibet die vaͤterliche Zuneigung Chriſto die Traͤnen auß: Dieſe Traͤnen Chriſti ſollen billich allen Men⸗ Nicet. ſchen die Buß⸗Thraͤnen außtreibem Dann dieſe Thraͤnen ſeynd gewiß⸗ Chiniat. lich keine Crocodil⸗Thraͤnen geweſen/ wie Andronicus Comernus gewai⸗ annal. fol. netüber die ſenige ſo er Tyranniſcher Weiſe hinrichten laſſen: Der ſol⸗ (mihi) 35 che Thraͤnen unſerm Erloͤſer andichten wolte/ waͤre werth daß erohne Thraͤnen und alle Barmhertzigkeit zur Hoͤllen verſtoſſen wuͤrde. 2. Lacrymæmaternæ: Mutter Thraͤnen: Tobiæ Mutte weinete bitterlich wegen deß Außbleiben jhres Sohnes. Tobij. 10. v. 4. Das Cananeiſche Weib hat/ außer allem Zweiffel/ nicht wenig Thraͤ⸗ nen wegen jhrer elenden Tochter vergoſſen. Maith. 15. v. 22. Nun ſpricht er aber: Daß wann ein leiblich Mutter jhres Kindes wuͤrde vergeſſen/ ſo wolle er doch unſer nicht ver geſſen/ in ſeine Haͤnde hab er uns gezeichnet. Eſa. 49. v.. Solte uns ein ſolches nicht zu wahrer Buſſe fuͤhren Weh er die bey uns findet/ ſowiler mit ſeinem Worte troͤſten/ wie einen ſeine WMutne Naſatuns ſollen es ſehen/ und unſer Hertze ſol ſich freuen. Eſa⸗ L„H. 13. feq. 6 3. Lacrymæ fraternæ: Bruders Thraͤnen: Gleich wie einem liebreichen Bruder das Elende ſeines Bruders zu Hertzen gehet; Alſo auch das unſerige unſerm HErren Chriſto: Joſeph kunte endlich ſein bruͤderliches Hertze fuͤr ſeinen Bruͤdern nicht verbergen/ ſondern weinele ſolaut daß es die Egyptier/ und das Geſinde Pharao hoͤreten. Geneſ 45·v. 2. Wie Darius Hyſiaspis den Intaphernem neben ſeinen Kindern 2 und Verwanten gefaͤnglich gehalten/ und zum Tode verdammet/ jſ ſein V. Mad Weib taͤglich fuͤr deß Dari Gemach gelegen/ mit Heulen und Weinen: niitor. Solches hat Darium endlich bewogen/ daß er ihr verheiſſen/ einen auß Mon.2. den Gefangenen /welchen ſie erwehlen wuͤrde loß zu geben darauffſieſſ⸗ Pag. 225. kes Bruders Erledigung begehrer/ und geſagt: Ich kan wol einen andern Mann und Kinder/ ſo ich ſieverlieren ſol bekommen/ aber keinen anden Bruder/ weil ich nur dieſen eintzigen/ und keine Eltern mehr habe: Wor⸗ b auff jhr der Bruder ſampt jhrem aͤltiſten Sohn vom Dario loß gegeben. Der Sohn Gottes aber vergeuft ſeine Thraͤnen fuͤr viel Bruͤder und Schweſter: Denn er ſchaͤmet ſich nicht uns Bruder zu nennen. Heb. v. i1 Das ſoluns billich zuwahrer Buſſe fuͤhren: Denn wer den Willen chutſeines Vaters im)immel derſelbeiſt ſein Bruder/ Schweſter und Multer ſäranma ſinsgaſt 3 hen DDf Geichwen —J— — eers ce Jun chalag en ſende oman aſſen 4 nnig wuͤn Tobiah t went 22. N de verg uns gezai efuͤhren wie eina freuen. eich wie ngehet; nte endlich ondernwe reten. 6. ſeinen Ki dammen nund Wi iſſen eina n darauſſ vol eineno ger keinena ſehr habe⸗ atiooßgt viel Br nennen nwerden Schue 6 — 1 ==ZV=Z— 7 — — — —— — 3 8 Gefallen am zwiſchen Go ſeines Fleiſches/ Gebeth und Flehen mit ſi nen geopffert Gleich wie Judith fuͤr then/ Gott wolle ſie in jhr ſo hat der HErr Chri et und uns armen Suͤndern: uns zu wahrer Buſſe treiben ſol. Mutter. Matth. 12. v. 173 70. Nun hat aber Gott/ ſo wahr er lebet/ keinen Tode deß Gottloſen/ ſondern wil/ daß ſi kehre von ſeinem Weſen und lebe. Ezech.33. v. i. 4. Lacrymæ mediatoriæ: Mittlers Thraͤnen: Aaron mit ſeiner Rauch⸗ ſtund. Num. 16.v. 48. Und mit dieſen Thraͤnen ver⸗ uͤhnet er uns zugleich mit Gott ſeinem Vater: Dann er hatam Tage ch der Gottloſe be⸗ Gleich wie Pfannen/ zwiſchen Todten und Lebendigen Alſo ſtehet Chriſtus alhie/ mit ſeinen Thraͤnen/ arckem Geſchrey und Thraͤ: zu dem der jhm vom Tode kunte auffhelfſen. Heb. 5. v. 7. olofernis Bette/ heimlich mit Thraͤnen gebe⸗ em Vorhaben ſtaͤrcken. Judith. 13. v. 6. le q. Al⸗ ſtus mit Thraͤnen ſeinem himliſchen Vater gefle⸗ het/ daß er unſere Erloͤſung gluͤcklich volbringen moͤchte O der kraͤftigen Thraͤnen Alerander Magnus Thraͤne viel verleumbderiſche B viel beſſer ſagen: Daß Chriſti Thraͤnen Suͤnde/ undalle Verleimbdung deß Sa außtilgen koͤnnen. Welchen nun/ dieſe wahrer Buſſe nicht bewegen koͤnnen/ der ſeyn. 5. Lacrymæ monitoriæ: Ver vielmehr wegen unſer Suͤnde/ unſer Wie den Iſraeliten jhre Suͤnde vor und weineten Jud. 2. v. 4. fallen. 2. Reg. Gottes Stra weinete ſehr. Eſr. uns auch zu Got 2.v. 12. feq. Alſo hat ſich tige Thraͤnen ffe auff ſich geladen/ weinete ſind ein Wain der Engel. 8 bekandte/ daß ſeiner Mutter eintzige plutarch. rieffe außleſchen kundte: Wir koͤnnen in Alexan- die Verſoͤhnung fuͤr unſere dro. tans fuͤr Gott ſeinem Vater Mittlers Thraͤnen Chriſti/ zu muß warlich harter als ein Felß mahnungs Thraͤnen: Daß wir e Buß⸗Thraͤnen vergieſſen ſollen: gehalten/ huben ſie jhre Stimme auf Wie Koͤnig Joſia die Draͤu⸗Worte Gortes/ auß dem Buch deß Geſetzes hoͤrete/ weinete er/ welches Gott ſehr wolge⸗ 22. v. 9. Wie die Juden betrachteten jhre Suͤnde damit ſie Eſra/ und das gantze Voſck iij 10. v. I. Alſo/ alſo/ O Chriſtliche Hertzen/ muͤſſen wir tbekehren von gantzem Hertzen/ mit Faſten/ mit Wei⸗ nen/ mit Klagen/ zerreiſſen unſer Hertzen/ und nicht unſere Kleider. Joel. mit bittern Thraͤnen beke 26. v. ult. Alſo hat ſich bekehret die Suͤnderin. Luc. nitentium ſunt vinum angelorum, ſagt Bernh hret Petrus. Matth. 7. v. 38. Lacrymæ pœ- ardus: Das iſt buß fer⸗ II. La- Serm. 30. ſuper Can. —— ͤ ——m a % ͤͤ — ——— — 8*— 1 5* 3 “ 4 ö“— 2 174 Wie die bittere Thraͤnen Chriſti II. Lacrymarum cauſas: Die Urſachen der Thraͤnen Chri⸗ i ſti: Unter denſelben iſt die: 111 1. Voluntaria ignorantia: Eigen willige Unwiſſenheit: Wenn du es wuͤſteſt; Es wird zweyerley Unwiſſenheit gefunden:((CGF a. Annata Ein angebohrne Da iſt eine groſſe UInwiſſenheitbe uns durch die Blindheit unſers Hertzens. Eph. 4. v. 18. Dieſes beweiſeten die Athenien ſer/ ob ſie zwar weltkluge Leute waren/ damit/ daß ſie ehreten einen unbekanten Gott. Actor. 17. v. 2z. Die jenige ſo umb die Stadt Santa Cruce de Monte wohnen/ ſollen in ſolcher UInwiſſenheit leben/ Zeil. daß wann ſie wollen⸗. ſagen/ die eine Hand/ und 10. mit beyden Haͤnden xpiſt.274. weiſſen: Wann einer verreiſen wolle /ſo lege er ſo viel Stecken beyſeits/ ſo viel Tageer auß zu bleiben gedencket; Da dann ſeine Haus⸗Genoſſen alle Tage einen Stecken hinweg thun/ und alſo zu letzt den Tag ſeiner Wiederkunfft finden. Das ſind die Fruͤchte unſers Suͤnden⸗Falles. 8. Affectata; Eine muthwillige Unwiſſenheit: Von wes cher alhier Chriſtus redet: Solche Vnwiſſenheit war bey den Juden: Solche Leute laſſen jhnen nicht ſagen/ ſondern gehen immer hin im fin ſtern. Pſalm. 82. v. 5. Sie wollen die Wege Gottes nicht lernen. Pſalm. 95. v. 10. Sie verachten den Reichthum/ der Guͤte/ Gedult und Lang⸗ muͤtigkeit Gottes. Rom. 2. v. 4. Muthwillens wollen ſie nicht wiſſen/ was jhnen Gott vorſtellet. 2. Pet. 3. v.. Dieſe unſer Vnwiſſenheit be⸗ weinet nicht allein der Sohn Gottes/ ſondern wendet auch hoͤchſten zeing. Fleiß an/ uns auß derſelben zu erretten: Vom Serapione einem Egyp⸗ Vol.). tiſchen Einſidler leſen wir/ daß wie er in eine Stadt kommen/ das En⸗ pag. 1687. angelium zu predigen/ haben ſie jhn darauß gejagt/ derowegen hater ſich einem reichen Mann/ fuͤr ein geringes Geld/ zu einem Knechte ver⸗ kaufft/ daß er denſelben auß ſeiner Vnwiſſenheit/ zum Erkaͤndnuͤß Chriſti bringen moͤchte: Hat nicht der Sohn Gottes menſchliche NJa tur an ſich genommen/ und in derſelben angenommen menſchlicher deun Natur Knechtes Geſtalt/ auff daß er uns auß unſer Vuwiſſenheit/ b zum Erkaͤndnuͤß ſeines Vaters und ſeiner bringen moͤchte? Solte ſol⸗ is unſett Vnwiſſenheit abzulegen/ und zu bekehren nicht reitzen und 2. Summa incuria: Die hoͤchſte Vnachtſamkeit: Sie beden cken nicht was ſie billich bedencken ſolten: Die Juden ſolten billich b dachl ———.— —=—————— ͦ— ————————— ——— 2— ¾— ——=——.—— ——————= ————— ſ“ ⅓⅛—————— — „“ ſſſ——— 2—. 2 8ſſͤſſſſͤ 8 5. .“— 1. 3 4* — 4——— 6 Wie die Thraͤnen Chriſti uns zur Buſſe treiben ſolle und zu dieſem Ende hat uns Chriſtus durch Menſchwerdung und Wolthaten beſuchet/ daß er unſere Fuͤſſe richtete auff den Weg dieſes Friedes. Luc. 1. v. 28. leq. Laſſet uns nur/ O Chriſtliche Hertzen/ als friedliebende Hertz erzeigen/ und dieſen Friede mit wahrer Bußfertig⸗ keit ergreiffen/ denn da werden wir gerecht durch den Glauben/ und ha⸗ ben Friede mit Gott/ durch unſern HErrn Chriſtum. Rom. 7. v. l. Dda wird der Friede Gottes/ welcher hoͤher iſt denn alle Vernunfft/ unſere Hertzen und Sinne bewahren in Chriſto Jeſu. Phil. 4. v. 7. 5. Extrema malitia: Die groſſe Boßheit: Es iſt fuͤr der Gott⸗ loſen Augen verborgen: Mit nichten auß Gottes bloſſem Rathſchluß und Willen/ wie die Calviniſten laͤſtern: Ach nein: Dann die Apoſteln haben nichts verhalten das da nuͤtzlich iſt/ daß ſie nicht verkuͤndiget haͤt⸗ ten/ und uns gelehret oͤffentlich und ſonderlich. Act. 20. v. 20. Sie haben uns nichts verhalten/ daß ſie uns nicht verkuͤndiget haͤtten alle den Rath Gottes. v. 27. Sie haben verkuͤndiget den unaußforſchlichen Reich⸗ thumb Chriſti/ jederman zu erleuchten/ welches da ſey die Gemein ſchafft deß Geheimnuͤß/ ſo von der Welt her in Gott verborgen gewe⸗ ſen iſt. Epheſ. 3. v. 8.1eq. Gott hat kunt gethan den herrlichen Reich⸗ thumb dieſes Geheimnuͤß/ und jhn allen Menſchen verkuͤndigen laſſen. Coloſſ. J. v. 27. ſeq. Daß aber diſes fuͤr vielen Augen/ leider/ verborgen: Kompt theils vom Satan/ ſo der Gottloſen Sinne verblendet/ daß ſie nicht ſehen/ das helle Liecht deß Evangelu. 2. Corinth. 4. v. 4. Theils von jhrem Muthwillen: Sie wollen ſich nicht ſagen laſſen/ und achtens nicht/ ſondern ſie gehen immer hin im finſtern. Pſalm. 32. v. F. Sie ſind Leute/ deren Hertz immer den Irre⸗Weg wil/ und die Gottes Wege nicht lernen wollen. Pſalm. 95. v. 1o. Sie ſind toll und glauben Goltt nicht/ thoͤricht ſind ſie und achtens nicht: Weiſe ſind ſie genug Vbels zu thun/ aber wol thun wollen ſie nicht lernen. Jerem. 4. v. 22. Dieſe dieſe/ ſind die wahre Urſachen/ daß der goͤttlicher allergnaͤdigſterund algemeiner Wille Gottes vielen verborgen iſt und bleibt. Der Bar⸗ 6 hertzige Gott wolle unſer aller Augen durch ſeinen heiligen Geiſter⸗ uchenaß winnagenbedenckenizu dieſer Gnaden Zeit/ was zuun erm geiſtlichen und ewigen Friede dienet/ umb Jeſu Chriſti willen/ Pne/ Amen 9 umb Jeſu Chriſt 9. b ie * Wie deß H Geiſtes Vermahn uns zur Buſſe treibt ſol. 377 Die acht und zwantzigſte Predigt. übnne DE CAVYSA IMPVLSIVA POENITENTIE, RATIONE ubent SIRITVS SANCTI, RIMA, OW& SPITIVS SANCTI em gag ORIAENI0. bßs Vonder erſten bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe/ an uͤrda Seiten deß heiligen Geiſtes/ welche ſeine Ver⸗ mAn mahnunng. nun Matth. 10.Vv. 20. 8 Dhr ſeyd es nicht /die da reden/ ſondern euers emn Vaters Geiſt iſt es der durch euch redet. dee Snennet der Apoſtel Paulus. Philipp. J. v. J. ſich ſchen dA M und Timotheum/ Knechte Jeſu Chriſti Diefen Namen ſol⸗ daat ee lenſiaſigs hertigm:—d9ene zrumd /verbp 1. Concionatores: Die Prediger: Die ſollen im⸗ endet/ mer gedeneken/ daß ſie ſeyn C hriſti Diener und Haushalteruͤber Got⸗ v.4. tes Geheimnuͤß.. Corinth. 4. v.. Dieſer Knechts⸗ Name ſol in jhnen er⸗ 1 au wecken wahre Demuth: Weilen ſie nicht Herren/ ſondern Knechte und Vun en Diener Chriſti ſeyn: Siemuͤſſen nach jhres HErꝛen Complexion von G5en Herten demütigſeyn. Matth. 1.. v. 29. Der war nicht kommen daßer Deth Am dienen lieſſe ſondern daß er dienete. Matth. 20. v.23. Alſo auch ſie. glau Derhalben muͤſſen ſie maͤſſiglich von ſich halten. Roman. 12. v. 5. IInd tgenuz ſeyn geſinnetwiejhr Hender allerhoͤchſte Sohn Gottes. Philipp. 2.v. 2. 8 6. Dann ein ſtoltzer und hoffaͤrtiger Prediger/ iſt der groͤſſeſte Narr fuͤr gnädige Goteund den heiligen Engeln. Dieſer Knechts⸗Name ſolbey jhnen er⸗ t. Daßd werken/ einen gebuͤhrlichen Fleiß: Sie muͤſſen keine faule Knechte ſeyn/ ſ ligen 0 hren von Gott anvertrauten Cenmer in die Erde vergraben. Matth.25. zeit/ wit 26. Denn dieſelbe ſind unnuͤtze Knechie ſo in die Finſternuͤß hinauß ſollen Chſſt geworffen werden, da Heulen und Zaͤhn⸗Klappen ſeyn wird. ib. v. 30. Sondern ſie muͤſſen treu erfunden werden. 1. Corinth. 4. v. 2. Und jhr Ampt redlich außrichten. 2. Timoth. 4. v. 5. 2. Au- “ a4 5.„ 1 4 A————.— 3— 2— 84 8 K—————-— 8 4 3 1 1————.—— 4 ——————————— 8 1 ——————. 3— 1 4 ————— 7 4*. ———— 2 L 7 ä. ooooo 84 —— ———— 3* 1—— 8 *—yʒð————————————————— d 2 ———õ—j 7——————————— 2. 8 4—*.——— ————— 4.—————— ———*———————— 8—y———— Mz-——— —————— 8————————— 8 Wie deß heiligen Geiſtes Vermahnung 2. Auditores: Die Zuhoͤrer: Bey denſelben ſol dieſer Nameva⸗ ſchaffen Ehrbietigken: Die fuͤr Gott elende Welt⸗Kinder/ wiſſen nichh wie ſchlecht und gering ſie treue Lehrer/ mit Worten und Wercken haltn wollen: Da jhnen doch Gott ein ſtattliches Creditiv/ dieſes Einhalts g⸗ geben: Taſtet meine Geſalbten nicht an/ und thut meinen Propheten kein leid Pſalm. 105. v. 9. Wer ſie antaſtet/ der taſtet ſeinen Aug⸗Apffelan. n Zach. 2.v.8. Sondern Zuhorer ſollen g edencken/ daß ſie ſind Botſchaf;, ten an Chriſtus Stait/ und werden von Gott durch ſie vermahnet.. Corinth.5 v. 20. Dieſes haben die Galater in acht genommen/ aiſoſdaß a wann es waͤre muͤglich geweſen/ ſie ſhre Augen außgeriſſen und jhmge⸗ u geben. Galat. 4.v. 5. Die Theſſalonicher haben Pauli Wort auffge⸗ 1 nommen/ nicht als Menſchen Wort/ ſondern(wie es in Warheit alſo war)als Gottes Wort. 1. Theſſ 2. v. 3. Dieſer Name ſol bey den Zuhe⸗ tern auch verſchaffen Gehorſam: Wie abermal jhr Creditiv mit ſic fuͤhret: Wer euch hoͤret/ der hoͤret mich/ und wer euch verachtet/ der ue achtet mich/ ſpricht der Sohn Gottes. Luc. 10. v. 6. Muͤſſen derowege gehorchen jhren Lehrern/ und folgen ihnen /weilen ſie uͤber hre Seele wa chen/ als die da Rechenſchafft dafuͤr geben ſollen/ auff daß ſie das mu Freuden thun/ und nicht mit Seufftzen/ dann das iſt jihnen nicht gut. Heb. 13. v. 77. Vnddieſes muͤſſen die Zuhoͤrer inſonderheit auch beydann ſ Buß⸗Predigten betrachten/ weilen auch treue Lehrer dieſelbe nicht von jhnen ſelbſt/ ſondern auß Befehlch deß heiligen Geiſtes/ ja dur ch deſſen Luae a Rede/ ſo durch ſie geſchicht/ verrichten/ wie der Grund und Mund de iu Warheit Jeſus Chriſtus/ in verleſenen Worten bezeuget/ auß welchen untt wir wollen beſehenn/ Ber uctes 2 ſa Wie die treuhertzige Vermahnung deß heiligen Geiſtes/ ſo er durch treue Lehrer uns hoͤren laͤſſet/ uns zu wahrer Buſſe reitzen und treiben ſolle. Der ſelbige heilige Geiſt/ wolle mir den Mund und euch die Hertzen ce⸗ uua tt oͤffnen/ daß es allerſeits moͤge fruchtbarlich gere det und gehoͤret wer⸗ As ſſeih dn a. den/ umb unſers hochverdienten Erloͤſers JESVCHNJSTJ 6 willen Amen. em. 'ditiv m chtet/ ſen dera re Seal ß ſie da en nicht tauchte ſelbe nich a durch nd Muj außme een Git Szu w hdiehen indgüſen Ly Erklaͤrung. Es redet der HErr Chriſtus in verleſenen Worten von treuen Lehrerm 1. Ablolute: Wie dieſelbe an und fuͤr ſich ſelber betrachtet werden: Vnd ſpricht; Ihr ſeyd es nicht die da reden: Dabey wir ab⸗ ſonderlich muͤſſen in acht nehmen: 1. Derlonam: Die Perſon davon Chriſtus redet: Sehen wir dieſelbe an/ ſo ſind auch getreue Lehrer arme ſuͤndliche Menſchen: Dann es iſt kein Menſch der nicht fuͤndiget 1. Reg. 8. v. 46. Pnter deſſen aber/ ſo hat Gott gefallen/ durch elende Menſchen dieſen goͤttlichen allerſeligſten Dienſt verrichten zu laſſen/ damit zu beweiſn. 1. Suam clementiam: Seine groſſe Hulde und Gnade: Wie Gott ſelber zu unſern erſten Eltern im Paradis kam/ uñ ſie deſſen Stiie hoͤreten/ da fuͤrchteten ſie ſich. Geneſ. 3. v. o. Wie er den Iſraeliten ſein Geſetze geben wolte/ ſagten ſie zu Moſe; Rededu mit uns/ wir wollen ge⸗ horchen/ und laß Gott nicht mit uns reden/ wir moͤgten ſonſt ſterben. Erod. 20. v. 19. Vnd koͤnnen wir nicht allein nicht Gottes/ ſondern auch der heiligen Engel Gegenwart ohne Furcht und Schrecken nicht dulten: Wie der Engel deß HErꝛn mi Daniel redete/ ſanck er in eine Ohn⸗ macht zur Erden auff ſein Angeſicht. Dan. 8. v. 8. Wie Zacharias im Tempel zu Jeruſalem den Engel deß HErren ſahe/ erſchrack er/ und es kam jhn eine Furcht an. Luc.. v. 12. Alſo furchten ſich ſehr/ die Bethle⸗ hemitiſche Hirten bey deß Engels Erſcheinung. Luc. ½%. Damit wir nun in ſolches Schrecken und Furcht nicht kom̃en moͤgten ſo laͤſſet uns Gott durch Menſchen ſein Wort und Willen vortragen: Daher ſpricht Gott zum Jeremia: Wann du dich zu mir haͤlteſt/ ſo wil ich mich zu dir halten/ und ſolt mein Prediger bleiben. Jerem. 15. v 19. Dieſes lſt dem Propheten wiederfahren immediatè, oder unmittelbar/ daß Gott ſelber ohne Mittel ſeinen goͤttlichen Willen jhm angezeiget; Heut zu Tage wiederfaͤhret es lehrern und Predigern mediats, oder mittelbar/ ſofern als ſie bey dem beſchriebenen Wort und Willen Gottes bleiben: Wer ſie als dann hoͤret/ der hoͤret Chriſtum/ und wer ſie verachtet/ der verachtet denſelbe. Lue 1/ 16. Solte uns dieſes nit ermuntern/ treue Lehrer zu liebẽ/ S a. uns zu wahrer Buſſe reitzen ſole„s — —— — — —ͤſ 0 Wie deß heiligen Geiſtes Vermahnung jhre Predigten gerne/ fleiſſig und andaͤchtig zuhoren/ jhren treuhertzigen Vermahnungen zu folgen/ weilen ſie Goit auß ſonderlicher vaͤterlicher Gnade und Guͤte uns geſand hat? Ein ſolches Hertze gegen ſeinem Pue⸗ diger hatte der Freyherꝛ von Mareioyen/ zu welchem/ wie er von einem Zincker. andern Herꝛn beruffenler ſagte: Es gehet mir/ Her: Prediger/ wie den Par.z. Hg. Muͤttern mit den Kindern/ wann ieſelbe von jhren Muͤttern wollen ver⸗ 39. teiſen/ thut es jhnen weh/ weilen ſie aber verhoffet/ daß jhnen jhre Reiſe anai nichternſt/ haben ſie noch immer gute Hoffnung: Alſo hab ich mir nicht einbilden koͤnnen/ daß jhr weg ziehen ſoltet/ biß ich ſehe daß ein Ernſt dar⸗ auß wird/ koͤnte ich euer Reiſe mit groſſem Geld abwenden/ ich ſoltets nicht ſparen. Aber viele ſchieben mit Haͤnden/ Leib und Fuͤſſen nach/ wa⸗ len ſie die bittere Warheit nicht vertragen koͤnnen. 2. Verbi divini efficaciam: Die Krafft ſeines Wortes: Wenn Gott ſelber oder ein Engel uns predigte/ wuͤrden wir es jhnen zuſchreiben wie deñ Gott billich geſchicht: Aber nun laͤſſet uns Gott ſein Wort dunh ohnmaͤchtige Menſchen vortragen/ und zerſtoͤret durch daſſelbe d Teuffels Reich/ bauet und erweitert ſein Gnaden⸗Reich; Dieſes ſemn Wort iſt der gerade Scepter ſeines Reichs. Pſalm. 45. v.7. Damit hert⸗ ſchet er unter ſeinen Feinden. Pſalm. u0. v. 2. Das Evangelium iſt eine Krafft Gottes/ ſelig zu machen ſo daran glauben. Rom..v. 6. Det Gnaden⸗Schatz Gottes iſt in irdiſchen Gefaͤſſen/ auff daß die uͤber⸗ ſchwenckliche Krafft ſey Gottes/ und nicht von Menſchen. 2. Corinth. 4. v. 7. Dieſelbe Krafft iſt auch in den Schwachen maͤchtig. 2. Cor. 12. v.9. Dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ laſſet uns zu Hertzen nehmen/ das auß Gottes Gnaden kraͤfftige und ſeligmachende Wort Gottes nicht va⸗ achten/ verſaͤumen oder gering ſchaͤtzen/ ſondern gerne fleiſſig undana daͤchtig anhoͤren/ bewahren in einem feinen guten Hertzen/ und bringen Frucht in Gedult. Luc. d. v. 1. Oduelender Menſchlwie fleiſſig/ wie g⸗ ſchaͤfftig biſtu/ deinen elenden Maden⸗Sack/ mit Speiſe und Unterhalt Cerlac 10 verſorgen/ und vergiſſeſt ſo ſchaͤndlich deiner armen Seelen? Raphacl Punrap⸗ Varrſi ward ſelten froͤlich geſehen/ und wieer gefraget warumb? Sagle rag 20. er: Er betrachte die Hoheit ſeiner Seelen/ und daß ſie durch eine gernge Ver ſaͤumnuͤß/ in die tieffeſte Verdamnuͤß koͤnne geſioſſen werden. Sol⸗ an benchmehn alle euſſerliche Freude. Solcher werden/ leider/ wenig unden. ———.— 3— —õ—— ———. —— 7—.—— —————— 8—— 3, Suam ——2 —— —— —— —— —— tdind, — — — — — — — — — den ih iſſen ortesn n zuſchi Weon daſſeb Dꝛeſts Damit eliumiſ .v. 16. daß diih 2. Corul 2 Cot. n men da ties nich hieiſſigm und hi deiſſig t undlüne eelen' du arumd’ arch eing nwerden 1 den bin 1 4 * 17 —— uns zu wahrer Buſſereitzen ſoll. 181 3. Suam ſapientiam: Seine Weißheit: Der Teuffel und die Welt ſehen mit hohen Augen/ wollen alles/ praͤchtig/ anſehnlich und herrlich haben: Derowegen machet ſie GOT T durch ſolche elende/ vom Teuffel und Welt verachtete Menſchen zu ſchanden: Gleich wie er auß dem Mundeder jungen Kinder und Saͤuglingen jhm Gott eine Macht zurichtet. Pſal. 8. vz. Dann was thoricht iſt fuͤr der Welt/ das erwehlet Gott/ daß er die Weiſen zu ſchanden mache/ und was ſchwach iſt fuͤr der Welt/ das erwehlet er/ daß er zu ſchanden mache was ſtarck iſt. 1.Cor. 1. v. 27. Laſſet uns/ O Chriſtliche Hertzen/ die Weiſe des Aller⸗ weiſeſten Gottes gefallen laſſen/ und ſeine Diener wegen geringes Anſe⸗ hens nicht verachten: Wie an einem Ort von Fuͤrſten wegen der Reli⸗ gion geſtritten/ und von einem Soldat ſeine Meinung davon zu ſagen/ Dunte. begehrt worden/ hat er nach begehrtem Ulrlaub/ ſich zu einem Fuͤrſten Cal. con- Evangeliſcher Religion gewand und gefragt: Wann ſeiner Soͤhne ei⸗ ſcient. ner ſich in den Predicanten Stand begeben wuͤrde/ was er wolte vorneh⸗ pag. 823. men? Der Fuͤrſte antwortet: Er wolte viel lieber daß er gehenckt wuͤrde: Darauff wandte er ſich zum Baͤpſtiſchen Fuͤrſten und ſagte; Wann ſeiner Soͤhne einer ein Jeſuiter werden wolte/ wie er ſolches annehmen wuͤrde? Derſelbe antwortet; Zum allerbeſten/ und wolte Gott daß jhm der heilige Geiſt ſolches eingebe: Da hat der Soldat den Schluß ge⸗ macht/ und geſagt: Welche die Baͤpſtiſche Religion lehren ſind groß geachtet/ welche aber die Evangeliſche lehren ſind ehrenruͤhricht geſchaͤ⸗ tet. Ob nun zwar dieſer ein uͤberauß kahler und elender Beweiß der Warheit der Religion iſt/ ſo iſt doch darauß zu ſehen/ wie die ſuperlativi und hohe Leute Gottes Diener achten/ deſſen ſie ſich billich von Hertzen ſchaͤmen ſolten. 1 2. Loquelam: Die Rede: Sie ſinds nicht die da reden: Wann die Rede treuer Lehrer auſſer jhrer Amptsverrichtung von jhnen wird gefuͤhret/ ſo iſt und bleibet ſie ein Menſchen Rede: Wann ſie aber in jhrer Amptsverrichtung betrachtet wird/ ſo iſt ſie nicht Menſchen/ ſondern Gottes Wort. 1. Theſſ. 2. v.13. Dann das Reich Gottes/(die Außbreitung und Erhaltung des Gnadenreichs Chriſti) beſtehet nicht in Worten(das iſt/ in Menſchlicher Beredſamkeit) ſondern in Krafft des heiligen Geiſtes) J. Cor. 4. v. 20. Dieſes/ O Chriſſliche⸗Hertzen/ 8 j ſollen 182 Wiedeß heiligen Geiſtes Vermahnung ſollen wir wol in acht nehmen/ daß wir treuer Lehrer Predigten nicht ringe ſchaͤtzen. 1 8 33 Ai laté: Wie ſie im Predig⸗Ampt betrachtet werden. Daſe⸗ et Chriſtus: 4 3 huaue principalem: Die vornehmſte Urſach der Krafft und Wirckung im heiligen Predig⸗Ampt: Sondern euers Va⸗ ters Geiſt iſt es: Dieſer iſt der heilige Geiſt/ die dritte Perſon in der einigen und ewigen Gottheit; Der iſt der rechte HErꝛ und Worſtcha deß heiligen Predig⸗Ampts/ derſelbe ſetzet die Biſchoͤffe/ zu weiden de Gemeine Gottes/ die er durch ſein Blut erworben hat. Act. 20. verſ. 23. Der ſtraffet(durch treue Lehrer) die Welt. Joh. 16. v.. Der vermah⸗ net durch ſie. 2. Cor.. v. 20. Derſelbe wird alhie genant/ der Geiſt ih res Vaters/ nicht darumb/ daß er auch nicht ſolte der Geiſt deß Soh⸗ nes Gottes ſeyn/ dann Chriſtus ſendet jhn/ von ſeinem Vater. Joh. 1. v. 26. Vnd wird auch außdrucklich der Geiſt deß Sohns genant Gal 4. v. 6. Sondern er wird darumb alſo genant/ daß treue Lehrer/ dunh den ſeligmachenden Glauben in die Kindſchafft Gottes auffgenom men. Joh. 1. v. 12. Vnd derſelbe jhr gnaͤdiger Gott und geneigter Ba⸗ ter iſt. Weilen nun alſo der heilige Geiſt/ die vornehmſte Vrſach unſet Bekehrung iſt/ ſo widerſtreben alle Vnbußfertige/ nicht allein jhren Lehrern/ ſondern vornemlich dem heiligen Geiſt. Act. 7. v. F1. Das heiſ⸗ ſet wider den Stachel lecken. Act. 9. v. 6. Derhalben werden ſie zu ſpyͤͤ⸗ Een C. ter Velper heulen: Wir haben kein Zeichen der Tugend beweiſet/ aber in unſer Bosheit ſind wir verzehret. Sap.. v. 4. 2. Cautam miniiterialem: Die dienende Vrſach: Der redet durch euch: Der heilige Geiſt verrichtet ſeine gnadreiche Wirckung/ nicht ohnmittelbar/ ſondern vermittels Hand und Munde treuer Leh⸗ rer: Vnd dieſes beweiſen: 4 a. Scripturæ dicta: Spruͤche der heiligen Schrifft: Treue Lehrer werden Heilande genant. Obad. v. 21. Was ſie loͤſen auff Er⸗ den/ ſoll auch im Himmelloß ſeyn. Matth. 18. v. 18. Wer ſie horet/ der hoͤret Chriſtum. Luc. 10. v.16. Durch jhr WVort werden wir ſelig. Act.. v. 4. Daher werden ſie Gottes Mit⸗Gehuͤlffe genant. J. Cor. verſ.9. Welches Chriſtliche Hertzen ſollen beobachten/ nicht allein wider die Calviniſten/ ſo die Wirckung deß heiligen Geiſtes/ und deß Dieuri b wollen ehrer/n auffgen eigter erſachn allein ſ 1. Das —— en ſiezuſ — eweiſet ;⸗Derte „Wirch de treuen zrifft: d loͤſen uf ſihin rſehg Cor.300 llein wo d d92 uns zu wahrer Buſſe reitzen ſol. 183 wollen trennen: Dann unterſcheiden muß man ſie billich/ aber nicht voneinander trennen: Sondern auch daß ſie dadurch auffgemuntert werden/ und wann ſie zur Kirchen gehen gedencken: Wir ſind allhie ge⸗ genwaͤrtig fuͤr Gott/ zu hoͤren/ alles was ſeinem Diener von ſhm befoh⸗ len iſt. Ack. 10. v.zz. . Scripturæ exempla: Exempel in heiliger Schrifft: Alſo ablolvirte der Prophet Nathan den David von ſeinen Suͤnden. 2. Sa⸗ muel. 12. v. 13. Jonas bekehrte die Niniviten. Jon.;. v9. leqq. Johan⸗ nes der Taͤuffer/ hat der Kinder Iſrael viele zu Gott jhrem Vater be⸗ kehret. Luc. 1. v. 16. Und ſolcher Exempel ſind in der Apoſtel Geſchich⸗ ten gar viel zu finden. Dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ ſol uns billich auß dem Suͤnden⸗Schlaff auffwecken/ daß der heilige Gaiſt ſelber durch den Mund treuer Lehrer und Prediger uns zur Buſſe vermahnet: De⸗ rowegen/ heut/ heut/ ſo wrr ſeine Gnaden⸗Stimme hoͤren/ ſollen wir un⸗ ſer Hertzen nicht verſtocken. Pſ.) 5. v. 8. Hoͤren wir dieſe Stimme mit ſchuldigem Gehorſam/ ſo werden wir hoͤren die Stimme des Sohns Gottes: Kompt her jhr Geſegneten meines Vaters/ und ererbet das Neich/ das euch bereitet iſt von Anbegin der Welt. Matth. 25. v. 4. Dazu uns alle ſampt und allen die es von Hertzen begehren wolle ſeine Gnade geben Gott Vater/ Sohn und heiliger Geiſt/ hochgelobet in alle Ewigkeit/ Amen/ Amen. Die neun und zwantzigſte Predigt. DE CAVSA IMPVLSIVA POENITENTIÆ, RATIONE SPIRITVS SANCTI, ALTERA, QHM SACKOSANCII WMINISTERII INSTITNTIO. Von der andern bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe/ an Seliten deß heiligen Geiſtes/ welche die Einſetzung deß heiligen Predigampts. Johan. 20. v. 22. ſeq. Er bließ ſeine Junger an/ uñ ſprach zu jhnen: Nehmet —————— —— b 1 1 —— 5——-————————— ———— 4 —“ 3 1 8 8 1 ““ 2 4 1 77 7. 1er———————— — 4 8————y—— 5—“ — 3—— 4* —*—— 3 — 2 „ 4 ——nn 124—— 12 4 v——.— 5— ö“ 4 —————— 8——ü ——, —— 3“———“ 5 8— 8 —— 1 v““ 8 2 3 ———— —— 2——— 82 7— .*— ———— —*——— 1——— ——— 3————— mä ———————————— ſ—= ——————————jj— r —-————————— —————————— .——— ——— 184 Wie die Einſetzung des heiligen Predigampts hin den H. Geiſt/ welchen jhr die Guͤnde erlaſſet/ denen ſind ſie erlaſſen/ welchen jhr ſie behaltet/ denen ſind ſie behalten. , Sſpricht der Apoſtel Paulus 1. Cor. 3.v.9. alſo⸗ — W Gottes Gehuͤlffen: Dieſer iſt/ O Chriſtliche ê Hertzen /ein groſſer/ ein herrlicher/ ein hoher Titul der nicht R2 allein die Lehrer und Prediger zu gebuͤhrlichem Fleiß und Treue/ ſondern auch die Zuhoͤrer/ zu ſchuldiger Reverentz und Chrer⸗ bietung/ billich auffmuntern ſoll. Es ſind aber treue Lehrer Gottes Gehuͤlffen/ nicht in der Erſchaffung nicht in der Erloͤſung/ ſondern in der Menſchen Heiligung: Und zwar:— 1. In verbi prædicationc; In der Predigt ſeines Wortes: a. Nomici: Der Geſetz⸗Predigt: Da haben ſie den Goͤtty⸗ chen Befehl/ ſie ſollen getroſt ruffen und ſchonen nicht/ erheben jhi Stimme wie eine Poſaune/ und verkuͤndigen jhren Zuhoͤrer jhr Vber⸗ tretung und Suͤnde. Eſa. /8. v.. Da muͤſſen ſie mit Gottes Huͤlffe auß⸗ reiſſen/ zerbrechen/ verſtoͤren und verderben. Jer. · v. 10. Da ſetzet ſie Gott zu Waͤchtern/ daß ſie auß Gottes Munde das Wort hoͤren/ und die Menſchen von ſeinetwegen warnen. Ezech. 3. verſ. 17. Da hoͤfelt er ſie durch ſeine Diener. Hoſe. 6. v.]. Sie muͤſſen das Wortpredigen/ halten an/es ſey zu rechter Zeit oder zur Unzeit. Tim. 4. v.z. 3. Eyvangelici: Der Evangeliſchen Predigt: Wann die Menſchen durch die Geſetz⸗Predigt jhre Suͤnde/ Gottes Zorn/ den. Fluch des Geſetzes/ und zeitlicher und ewiger Setraffe Schuldigkeit erkant/ und nach der Gnade Gottes hungerig und duͤrſtig ſeyn/ ſo heiſ⸗ ſet es: Troͤſtet/ troͤſtet mein Volck. Eſa. 40. v. I. So muͤſſen ſie wie⸗ der bauen und pflantzen. Jer. 1. v. o. Predigen jhnen das Evangelium Marc. 16. v. 1. Das Wort der Verſuͤhnung. 2. Cor. F. verſ. 19. So machen ſie ſich ſelbſt ſelig/ und die ſie hoͤren. 1. Tim. 4. v. 16. b 2. In ſacramentorum adminiſtratione: In Außſpendung der heiligen Sacramenten: Da ſind ſie Haußhalter uͤber Gottes Geheimnis. J. Cor. 4. v. 1. Da tauffen ſie im Namen Gottes des Va⸗ üilti ters/ des Sohns und des heiligen Geiſtes. Matth. 28. v. 19. Weſſ W es von nes Wr. je den ethebel erſhr 2 Huͤlffe etzet ſiel ören un a hoͤfeltt edigen : Wmw ttes Zon Schuh g ſeynſſt . 19. 4 1 uns zu wahrer Buſſe reitzen ſol. 185 es vom HEnn empfangen/ alſo theilen ſie das hochwuͤrdige Abendmahl auß 1. Corinth. 11. v. 23. Summa/ wann ſie ſich zu Goit halten/ ſein Wort fleiſſig treiben/ und auff jhn trauen) ſo wil er ſich auch zu jhnen halten/ und ſie ſollen ſeine Prediger bleiben. Jerem. 15. v. 9. Die Beſſel⸗ lung der Prediger gleichſam wie ſie von Chriſto ohnmittelbar verrichtet bey ſeinen Apoſteln; Alſo verrichttet dieſelbe der heilige Geiſt noch heut zu Tage durch ſeine/ in ſeinem Wort/ verordnete Mittel/ wir wollen de⸗ rowegen die verleſene Worte zu erklaͤren fuͤr uns nehmen/ und auß denſel⸗ ben anſehen/ Wie daß die Verordnung deß heiligen Predigt⸗Ampts uns zu wahrer Buſſe leiten und fuͤhren folle. Unſer himliſcher Vaterein Gott aller gute Ordnung/ wolle unſer Het⸗ aen durch ſeinen heiligen Geiſt eroͤffnen/ daß wir ſolcher Ordnungim heiligen Predigt⸗Ampt mit danckbarem und gehorſamen. Hertzen fol⸗ gen moͤgen/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Wir haben in verleſenen Worten l piritus lancti donarionem; Die Schenckung deß heiligen Geiſtes: Er bließ ſie an und ſprach: Nehmet hin den heiligen Geiſt: Hiebey muͤſſen wir inſonderheit beſehen: 1. Donum: Das Geſchencke: Dieſes iſt der heilige Geiſt⸗ Welcher iſt/ b b a. Donum commune: Ein gemeines Geſchencke: Allen Chriſten von Gott gegeben: Dann denſelben giebt uns Gott/ vermittels der heiligen Tauffe/ da wir wiedenſchoßeen werden/ auß Waſſer und Geiſt. Johann.; v.. Daiß die heilige Tauffe ein Bad der Wiederge⸗ burt/ und Erneurung deß heiligen Geiſtes. Tit. 3. v.). Wiedannauch durch die Predigt ſeines heiligen Wortes: Wie Petrus im Hauſe Cor⸗ nelii predigte/ ſiel der heilige Geiſt auff alle/ die dem Wort zuhoͤreten. Actor. 10. v. 44. Dieſes ſol uns billich zuwahrer Buſſe reitzen/ ſintemal Gott uns den beiligen Geiſt giebt/ als eine unaußſprechliche goͤttliche Gabe/ daß wir uns durch denſelben zu allem Guten leiten und fuͤhren laſſen ſollen: Wie Alexander Magnus mit derStatyra Hochzeit gema⸗ Aa chet/ 186 Wie die Einſetzung des heiligen Predigampts Zing. chet/ hater neun hundert Maredonier/ ſo er zum Hochzeit⸗Mahl gela⸗ erPlu- den/ einem jeglichen eine guͤldene Schuͤſſel verehret: Wie der Sohn 85 ch. Gottes taͤglich ſeine Gnaden⸗ Hochzeit haͤll mit ſeiner Braut der Chriſt⸗ pag.2 441. lichen Kirchen/ gibt er allen gehorſamen und wuͤrdigen Gaͤſten/ einem jeglichen ſeinen heiligen Geiſt/ welche Gabe mit keinem Golde zu va⸗ leichen. 3 S. Donum peciale: Eine ſonderliche Gabe: Und zwar; 1. Apoſtolorum; Der Apoſtel; Die haben nach ihrer Beſchne⸗ dung den heiligen Geiſt zu dreyen mahlen/ und zu dreyen unterſchiedli⸗ chen Wirckungen empfangen: Sie haben jhn empfangen in ihrer Wi⸗ dergeburt/ wie ſie getaufft/ und in den Gnaden⸗Bund Gottes auff ge⸗ nommen: Sie haben ihn empfangen zujhrem Ampt/ davon unſere verle⸗ ſene Werte reden: Sie haben ihn empfangen zu reden mancherley Spra⸗ chen und groſſe Wunder⸗Wercke zu verrichten/ wie er am heiligen Pfingſi⸗Tage ſichtbarlich uͤber ſie außgegoſſen. Act. cap. Weilen nun die letzte beyde Mittheilung auff unſere Buſſe und Bekehrung ſehen ſollen wir billich durch Betrachtung der ſelben/ une zu wahrer Buſſe be⸗ wegen laſſen. 2. Succefforum: Ihrer Nachfolger: Die getreuen Nachfolger der Apoſteln hat der heilige Geiſt geſetzet zu Biſchoffen/ zu weiden die Gemeine Gottes/ weſche er durch ſein eigen Blut erworben hat. Act. ꝛ0. v. 28. Hat der heiltge Geiſt ſie dazu geſetzet/ daß ſie mit dem Stabe weh undſanfft/ dem Geſetz und Evangelio jhre. Herde weiden ⸗Zach. 11. v.7. So muͤſſen wir uns billich alſo weiden laſſen. lIl. Donationis, ratione Apoſtolorum, modum; Wie er den Apoſteln gegeben: Er bließ ſie an: Es hat der Sohn Gottes dieſes Mittel gebrauchtꝛ Non ad imitationem nicht zur Nachfolge/ wiedie Baͤpſtler dieſes Anblaſen gebrauchen/ bey der Tauff/ und Einweißung jhrer Prieſter; Aber es mangelt jhnen das hoc facite, thut daß/ welchen Befelch ſie nimmer aufflegen koͤnnen: Von den Widertaͤuffern/ ſchre⸗ lb no pag. het Sleidanus, daß im Jahr 1533 zu Muͤnſſer wie in groſſer Maͤngeund (mi 1) Gedraͤnge das Volck auff dem Marck geſtanden/ Knypperdoͤllingauff : die Leutegeſprungen mit Haͤnden und Fuͤſſen auff jhnen/ weilen ſie ſehr gedraͤng geſtanden/ umbher gekrochen/ jhnen in die Maͤuler geblaſſen/ „ und zu einem jeden geſprochen: Der Vater hat dich geheiliget/ nim 3 — hrndſt un, Mh; n ma Bono muna chalce am hi Weilal rungſ er Buſ Nach u weide hat. Ac n Stain Zach⸗un Wiet Gottesd folgeſe Einvei daß/ w uffem r Mitnge erdol weile uſergt igen uns zu wahrer Buſſeleitenſt. 49, den heiligen Geiſt: Welches ein lauter Narren⸗Spiel geweſen Nicht auch nur ad ſigniſicationem; Zur Bedeutung; Wie die Calviniſten wollen. Sondern vermittels dieſem Anblaſen iſi der heilige Geiſt war⸗ hafftig den Apoſteln mitgetheilet worden: Und iſt in dieſem eine ſchoͤne Gleichheit mit dem heiligen Abendmahl: Dann gleich wie Chriſius al⸗ hie nicht ſagt: Dis blaſen iſt der heilige Geiſt; Sondern nehmet hin den heiligen Geiſt; Alſo ſpricht er auch im Abendmahl nicht/ dis Brot iſt mein Leib/ ſondern/ nehmet hin/ das iſt mein Leib/ welches ich euch ver⸗ mittels dieſem Brod gebe: Oder wie es Paulus außredet; Das Brod iſt die Gemeinſchafft deß Leibes Chriſti. 1. Cor. 10. v. 16. Ein gleiches findet ſich auch bey der heingen Tauffe. Derowegen ſo hat der Sohn Gottes b dieſes Mittel gebraucht. 8 . Propter communicationem: Wegen der Mittheilung/ wie ſolches jetzunder mit den Sacramenten erklaͤret. 4 6. Propter Deitatis demonſtrationem: Wegen deß Beweiß⸗ thums ſeiner wahren Gottheit: Dann gleich wie der heilige Geiſt vom Vater und Sohn unaußſprechlicher und unerforſchlicher weiſe außgehet; Alſo wird auch alhie dieſelbe Gottheit Chriſti mit der Mit⸗ theilung deß heiligen Geiſtes erwieſen: Quomodo ergo Deus non eſt, De Trinit. qui dat ſpiritum ſanctum lImò quantus Deus eſt, qui dat Deum ſagt lib. i5. Auguſtinus: Das iſt: Wie ſol derſelbe nicht Gott ſeyn/ der den heiligen cap. z6. Geiſt gibt: Ja/ wie ein groſſer Gott iſt derſelbe/ der Gott gibt. v. Propter operationem: Wegen der Wirekung; Der Wind hat groſſe Wirckung/ wie auß der Erfahrung offenbar; Der heilige Geiſt iſt derjenige/ ſo durch das Predig⸗Ampt außreiſſet zerbricht/ ver⸗ ſioͤret und verderbet. Jer. 1. v. o. Der Wind und ſanffte Lufft erquicken: Alſo auch der heilige Geiſt: Wie David bezeuget. Pſal. 31. v. 2. .. Reſbirationem: Wegen der Schoͤpffung deß Odems: Gleich wie wir natuͤrlicher weiſe/ ohne Odem holen das Leben nichteine Stunde erhalten koͤnnen: Alſo koͤnnen wir das geiſtliche Leben/ ohneden heiligen Geiſt nicht behalten: Wann Gott dieſen Odem außlaͤſſet/ ſo werden wir geſchaffen: Das iſt/ neue geiſtliche Creaturen/ Pſalm. 104. v.30. Gott der Vater/ der Chriſtum von den Todtenaufferwecket hat/ machet unſere ſterbliche Leiber lebendig/ umb deß Willen/ daß ſein Geiſt in uns wohnet Roman. 8. verſ. 11 Ich laſſet uns dieſes/ O Chriſtliche Ja ij Hertzen/ ——————— —————— —. ——— ——— —— — — ö“ 188 Wie die Einſetzung deß heiligen Predigampts Hertzen/ gchorſamlich erwegen! Der heilige Geiſt giebt uns ſein Wort/ als das Mittel unſer Bekehrung und geiſtlichen Lebens /er iſt jeder eit/ da keine muthwillige Wieder penſtigkeit bey uns gefunden wud/ durch daß ſelbe geſchaͤfftig und kraͤfftig; Laſſet uns derowegen ſolches Mittel fleiſſig in acht nehmen kehren Gott nicht den Ruͤcken zu/ verſtocken unſere Op⸗ ren nicht/ daß ſie nicht hoͤren/ und ſtellen unſere Hertzen nicht wie ein Oe⸗ mant. Zach. 7. v. n1. II. Clavium Eccleſiæ tradirionem: Dje Ubergebung dar Schluͤſſel der Kirchen: Und zwar. 1. Clavis lolventis: Deß Loͤſe⸗Schluͤſſels: Welchen jhr die Suͤnde erlaſſet/ denen ſind ſie erlaſſen: Bey welchen Worten wit muͤſſen abſonderlich und fleiſſig in acht nehmen: a. Objectum: Die jenige denen ſie ſollen erlaſſen werden: Welchen/ ſagt der Sohn Gottes: Das iſt/ allen den jenigen welche mi bußfertigem Hertzen/ ſo vielein Menſch urtheilen kan) Vergebung rer Suͤnde begehren: Dann ſolchen allen hat Gott die Vergebung ſhra Suͤnde verheiſſen. Ezech. 33. v. 1. Und wiler nicht daß jemand verlohren werde/ ſondern daß ſich jedermã zur Buſſe bekehre.2 · Pet. z. v. 9. Welches wir muͤſſen wiſſen/ wegen der Calviniſten/ ſo fuͤr geben/ Gott habe ctzlich die Vergebung der Suͤnde verſagt/ welche er entweder/ nach ſhrer etzliche Meinung/ zum Verdamnuͤß erſchaffen/ oder nach anderer/ fuͤrbey gan⸗ gen und ſie in jhrem Elende liegen laſſen: Daher dieſelbe auch die Privat Abſolution verwerffen/ weilen ſie zu einem jeden Confitenten/ mit War⸗ heit/ nicht ſagen koͤnnen/ dir ſind deine Suͤnde vergeben 8. Subjectum: Wer und was ſie erlaſſen UInd zwar: 1. Derſonale: Die Perſonen ſo es thun: Ihr/ ſpricht der Sohßt Gottes; Das iſt die jhr ordentlich im heiligen Predigampt ſitzet: Eigen gewaltiger Weiſe ſtehet es alleine Gott zuſwie zu leſen. Exod. z2. v. 6. leg Ierem. 31. v.4. Mich. 7. v. 18. Aber es hat dem lieben Gott gefallen ge⸗ wiſſen Perſonen/ ſo zum heiligen Predigampt ordentlich beruffen/ dieſe Macht/ die Suͤnde zu vergeben/ mit zutheilen: Daher ſpricht Chriſtus zu ſeinen Apoſtein und allen deren getreuen Nachfolgern: Was jht auf Erden binden werdet/ ſol auch im Himmel gebunden ſeyn/ und was h auff Erden loͤſen werder/ ſolauch im Himmel loß ſeyn. Matid a ae —=höſ“— e— — — Rnpts asſen Ne ſtſden nd dh Maſ muſ h chenag, tgäeng elche ſſence gen welc Dergebun gehung nd verlo 9.9. Wt t habettt ihrarttt fuͤrbch⸗ ich diehn en mildl war: ichtda tſitzel: d od.z2 d ottgfale beruffn vrichth Wauff n/ und Nanhi —ÿÿõä uns zu wahrer Buſſereitzen ſol. 189 Dieſe groſſe Gnade ſollen wir erkennen/ und derſelben mit gehorſamen und danckbarem Hertzen gebrauchen. 2. Reale: Dasjenige was ſie thun: Sie erlaſſenoder verge⸗ ben die Sünde: Und ſolches im Namen und auff Befelch deß aller⸗ hoͤchſten Gottes/ welche in dieſem Gnaden⸗Werck zwar unterſchied⸗ lich/ aber nicht getrennet/ muͤſſen betrachtet werden. Dann gleich wie ein Prediger bey der heiligen Tauffe/ die Widergeburt nicht allein an⸗ kuͤndiget/ und impredigen Goͤttliches Wortes es nicht ſein/ ſondern Gottes Wort iſt: Daher ſie jhrer Zuhoͤrer geiſtliche Vaͤter ſeyn/ und ſie geiſtlicher weiſſe zeugen in Chriſto Jeſu durchs Evangelium. J. Cor. 4 v. IMUnd ſie offt mit Aengſten gebaͤren. Gal. 4. v. 19. Alſo auch bey der Vergebung der Suͤnden/ da ſind ſie Gottes Mitgehuͤlffen. x. Cor. 3. verſ. o. Und handlenin jhrem Ampt als Haushalter. I. Cor. 4. v. 1. Welches allen bußfertigen Hertzen nicht allem zum ſonderlichen Troſt gereichet/ daß der barmhertzige Gott ſolche Macht den Men⸗ ſchen gegeben/ ſondern auch alle Menſe chen zu wahrer Buſſe ermahnen 3* weilen jhnen Gott die Suͤnden⸗Vergeber taͤglich fuͤr Augen ellet.— 2. Effectum: Die Wirckung: Denen ſind ſie erlaſſen: Wie dann? Gott wil jhrer Suͤnden nicht gedencken. Pſal. 25. verſ. 7. Ihre Ubertretung wird jhnen vergeben/ ihre Suͤnde bedecket/ und jhre Miſ⸗ ſethat jhnen nicht zugerechnet. Pſal. 32. v.. leq. Gott wirffet alle jhre Suͤnde hinter ſich zu ruͤcke. Eſa. 38. v. 1ꝛ. Er vertilget unſer Miſſethat wie eine Wolcken/ und unſer Suͤnde wie den Nebel. Eſa. 44. verſ. 22. Gott erbarmet ſich unſer/ daͤmpffet unſer Miſſethat/ und wirfft alle unſere Suͤnde in die Tieffe des Meers. Mich. 7. v. 9. Odergroſſen! O der unermeßlichen Gnade und Barmhertzigkeit des allerhoͤchſten Gottes! Wie auff dem Niceniſchen Synodo die Biſchoffe wider ein⸗ Meiger. ander Klagſchrifften und Sehmaͤhkarten dem Keyſer Conſtantino Nucklib. Magno uͤberreichet/ wolte er dieſelbe nicht durchleſen/ ſondern nam ſie 3. cap. 18. in ein Buͤndlein zuſammen gebunden/ und warff ſie ins Feuer: Alſo thut der aller und allgemeiner guͤtigſter Gott bey aller recht Bußferti⸗ gen jhren Suͤnden: Solte uns dieſes alles nicht zu rechtſchaffener Bußfertigkeitbewegen: Welcher Schuldener nimt nicht gerne/ daß er auß dem Schuld⸗Buche moͤge außgeleſchet werden: Aa ünj 2. Clavis D. Matth. Theatr. Mon. 4. pag. 362. 190 Wie die Einſetzung deß heiligen Predigampts z2. Clavis ligantis: Des Binde⸗Schluͤſſels: Und welchen ihr ſie behaltet/ denen ſind ſie behalten: Dieſer Schluͤſſel wid von treuen Lehrern gebraucht; b a. Generaliter: Ins gemein: Da ſie allen UInbußfertigen den Zorn Gottes und die ewige Verdamnuͤß ankuͤndigen: Daß die ſenige die Wercke deß Fleiſches treiben/ als da ſeyn/ Ehebruch/ Hurerey ln⸗ reinigkeit/ Unzucht/ Abgoͤtterey/ Zauberey/ Feindſchafft/ Hadder/ Neide Zorn/ Zanck/ Zwietracht/ Rotten/ Haß/ Sauffen Freſſen/ und derglal chen/ das Reich Gottes nicht ſollen erben. Galat./. v. 19 1e q. Daß uͤbet ſie als Kinder deß Vnglaubens/ der Jorn Gottes herſche. Epheſ. 5.v 6. Wann wit/ O Chriſtliche Hertze/ dieſes hoͤren ſollen wir uns ſelber pruͤß⸗ fen/ ob wir auch in jeniger ſolcher Suͤnde gefunden werden/ und uns rechtſchaffen zu Gott bekehren. G6. Specialiter: Inſonderheit: Als wann ein Prediger im Na⸗ men der Kirchen/ einem Gottloſen Unbußfertigẽ inſonderheit/ den n Gottes verkuͤndiget und von der Chriſtlichen Gemein/ biß er ſich beki ret/ auß ſchleuſt. Da ſpricht Samucl zum Saul: Weil du deß HErren Wort verworffen haſt ſo hat dich der HErꝛ auch verworffen. 1. Sam 15. v. 23. Da uͤbergab Paulus den Blutſehaͤnder zu Corintho dem Sa⸗ tan/ zum Verderben deß Fleiſches/ daß der Geiſt moͤgte ſelig werden an Tage deß HErꝛen Jeſu. 1. Cor. 5. v.5. Er hat Hymeneum und Alexan drum dem Satana gegeben/ daß ſie gezuͤchtiget werden nicht mehr zula⸗ ſtern. j. Timoth. 1v 20. O deß elenden Bindens Wie der Keyſer Theov, i doſius Magnus/ vom Biſchoff Ambroſio mit dieſem Bande gebunden/ M hat er ſehr bitterlich geweinet/ und geſagt: Die Kirche und der Himmel le ſey jhm verſchloſſen/ und wie er nach wahrer Buſſe wieder auffgenom⸗ men/ hat er auff der Erden liegend geſchreyet: Meine Seele kegt in Staube/ HErꝛerquicke mich nach deinem Wort. Pſ. 119. v. 2z. Selt b uns dieſes nicht zu wahrer Buſſe in der Gnaden Zeit reitzen? Dannoh ſchon dieſes ſonderliches Binden nicht allen wiederfaͤhret/ ſo werdenſie doch durch daß Gemeine verſtr icket/ dafuͤr Gott der barmhertzige Va⸗ ter ein jedes Chriſtliches Hertze/ durch Krafft deß heiligen Geiſtes/ behuͦ⸗ ten wolle/ umb deß allgemeinen Verdienſtes Jeſu Chriſizwillen/ Amen/ fuiß a. 8 4 4 8 I 4 6 3 4 4 Amen. GN Ansſe rden A ꝛdigern hen da Herſich deß N. en. 1. 6 thodene ig wada nundan hemahen KehſerJ nde geteh ndder hi er auffgr Sealehn ). b. 21 n? Da ſoven mhanze Geiſt willne uns zu wahrer Buſſereitzen ſol. 191 DDiedreiſſigſte Predigt. DE CAVSA IMPVLSIVA BOENITENTI, KRATIONE ANGELORUIM BONORUM PRIMA, Qk EOKRUM LITITIA. Von der erſten bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe/ an Seiten der heiligen Engel/ welche iſt der Engel Freude. Luc. 15. v. 10. b — —— Es wudd Freude ſeyn fuͤr den Engeln Got⸗ e e tes/ uͤber einen Guͤnder der Buſſethut. S ſchreibet der Apoſtel Petrus.. Epiſt. C. I. P. 12. (. Daß auch die heiligen Engel das Geheimnuͤß deß Evange⸗ D ligeluͤſte zu ſchauen: Bay dieſen Worten ſollen wir uns zu — 2 Gemuͤthe fuͤhren: 9 1. Angelorum deſiderium; Der heiligen Engel Luſt und Begierde: Sie haben Luſt zu ſchauen; Nicht der Menſchen Elend/ Unfall und Vnter gang/ wie der Teuffelund boͤſe Leute So nicht allein Ihre Augen/ ſondern auch jhr gottloſes Maul auffſperren/ wans jhrem Naͤchſten uͤbel gehet/ und ſagen: Da/ da das ſehen wir gerne. Pſalm. 35. v. 21. Sondern das Geheimnuͤß deß Evangelij welches beſtehet in der Gnade Gottes deß Vaters/ in dem theuren und Blut trieffenden Ver⸗ dienſt deß Sohns Gottes/ und den herrlichen Wolthaten deß heiligen Geiſtes: Hievon gebrauchet der Apoſiel Petrus ein ſolches Wort/ wel⸗ ches eigentlich heiſſet/ etwas mit hoͤchſtem Fleiß und Begierde auch ge⸗ beugetem Halſſe ſchauen: Gleich wie Petrus ſich gebucket/ und die Lei⸗ nen Tuͤcher im Grabe Ehriſti beſchauet. Luc. 24. v. 12. Wie auch Jo⸗ hannes gethan. Joh. 20. v. 5. Vnd wird damit angezeiget: . Myſterũ hujus lublimitas; Die Hoheit dieſes Geheimnuͤß: Fleiſch und Blut offenbahret es nicht/ ſondern unſer Vater im Him⸗ mel. Matth. 16. v. 7. Durchs Evangeltum iſt uns das Geheimnuͤß of⸗ fenbahret/ welches von der Welt her verſchwiegen geweſen iſt/ nun aber offenbahret und kunt gema chet/ durch der Propheten Schrifft/ auß dem Befehl deß ewigen Gottes. Rom 16. v. 25. ſeq. 1 2. Ejusdẽ dignitas: ſeine Wuͤrdigkeit: Dañ iſt das nit ein herꝛliches Geheim⸗ „ Wieder heiligen Engel Freude Geheimnis/ daß das Wort Fleiſch worden? Joh. 1. v. 14. Daß Got gein geoffenbaret im Fleiſch.. Tim. 3. v.6. und andere der gleichen Geheim⸗ nis mehr: Darum geluͤſtet die heilige Engel ſie zu beſchauen. 3. Inquiſitionis noſtræ ſedulitas: Unſer beſtaͤndiger Fliis im Nachforſchen: Uns iſt ja der Sohn Gottes geboren. Eſa. 9 v.6. Er hat nicht die Engel ſondern Abrahams Samen an ſich genommen. Heb. 2. v. 16. Und dieſelbe haben gleichwol eine groſſe Luſt und Begier de dieſes Geheimnis zu beſchauen? Derhalben ſollen wir uns billich ſchaͤmen unſers Unfleiſſes: Nach der Seligkeit/ die wir in Chriſton⸗ langen/ haben geſucht und geforſchet die Propheten/ die von der zukuͤnſf tigrn Gnade auff uns geweiſſaget haben. I. Pet.1. v.*. Wie viel rarht ſollen wir fleiſſig ſeyn/ die wirs fuͤr Augen haben. 1I. Deſideri ſcopum: Den Zweck ſolcher Begierde: Der ſelbe iſt die Liebe zu uns armen Suͤndern: Dann gleich wie Gott die Menſche lieb hat. Deut. 33 v z. Alſo auch die liebe heilige Engel/ und at ſen ſich derhalben ſo fleiſſig/ ſo troͤſilich/ dey dem Wercke unſer Erloͤſun finden: Dieſejhre Liebe zu uns/ beweiſen ſie auch mit jhrer Freude ſo ſit Uber unſere hertzliche Buſſe und Bekeht ung haben/ von welcher wir wol⸗ len fuͤr dißmahl nach folgendes Puͤnctlein abhandeln: Wie der lieben heiligen Engel Freude uns zn wahrer Buſſe leiten undfuͤhren ſolle. Der barmhertzige Gott/ erwecke durch ſeinen heiligen Geiſt/ in uns 1 ein freudiges Hertze/ dieſes anzuhoͤren und gehorſamlich zu fo⸗ gen/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Wir haben allhie: b . 1. Gaudium angelicum: Der heuligen Engel Freude: Wir ung maͤſſen uns, O Chriſtliche Herten/ billich in wahrer und Ehnſſe⸗ ah lieher Gottſeligkeit daruͤber zum hoͤchſten verwundern/ daß bey den lieben heiligen Engeln eine ſolche groſſe Freude iſt/ wie Chriſtus be⸗ ſchreibet/ uͤber einen armen bußfertigen Suͤnder: Wir elenden DWh Menſchen/ und ſe onderlich die luperlativi, welche Gott entweder mitein wenig Ehrel oder zulichem Gune an den Halß gewerffen ſindlade alſo .“ ——————— egied h wa G Engelin inſer En rFraude lcherwi niwatt entwant ffen 1 uns zu wahrer Buſſe fuͤhren ſol 103 alſo geſinnet/ daß ſie eines Menſchen wenig achten/ viel weniger auch/ wann er eine lange Zeit in der Irre gangen/ den Teuffel/ Welt und ſei⸗ nem Fleiſche gedienet/ und durch wahre Buſſe auß den Stricken derſel⸗ bigen loß geworden/ ſolches mit Freuden erkennen Die boͤſen Engel freuen ſich/ uͤber die Suͤnde der Menſchen/ und deroſelben Unbußferng⸗ keit: Aber die guten und heiligen Engel folgen jhrem Schoͤpffer: Qui = lib. z. Con. ſic curat unumquemque noſtrum, tanquam ſolum curet,& ſic 1, omnes, tanquam ſingulos, wie Auguſtinus ſagt: Das iſt; Welcher ſich eines jeden unter uns alſo annimt/ als wann er ſich deſſelben allein annehme/ und alſo auch aller/ als eines jeden. digſter Wille/ daß wir alle ſeine Soͤhne und Toͤchter; Des So ns Gottes/ daß wir alle ſeine Bruͤder und Schweſter: Deß heiligen Gei⸗ ſtes/ daß wir alle ſeine Tempel und Wohnung ſeyn moͤchten: Dieſes⸗ O Chriſtliche Hertzen/ ſollen wir uns wol zu Gemuͤthe fuͤhren/ und umb den elenden Zuſtand eines unbußfertigen Suͤnders uns nicht allein hertzlich bekuͤmmern; Sondern uns hoͤchſtfleiſſig bemuͤhen/ daß er wie⸗ der auff den rechten Weg moͤge gebracht werden. II. Gaudii angelici incitamentum- Was die heiligen En⸗ gelzu ſolcher Freude bewege: Da werden unterſchiedliche Urſachen gefunden; Vnd zwar b 1. Ratione parris ſupremi: An Seiten unſers himliſchen feſſ. cap. i. Da iſt Gottes allergnaͤ und hochſten Vaters: Da freuen ſich die heiligen Engel wegen un⸗ ſer Buſſe; „1. Propter voluntatis divinz impletionem: Daß Gottes Wille dadurch erfuͤllet wird: Denlieben Frongeiſterlein iſt bekandt/ daß ſo wahr als Gott lebet/ er nicht wolle den Todt des Suͤnders/ ſon⸗ dern daß er ſich bekehre und lebe. Ezech. 33. v. u. Das er wolle daß allen Menſchen geholffen werde/ und ſie zur Erkaͤntnis der Warheit kom⸗ men. r. Tim. 2 v. 4. Gleich wie nun der Engel Freude iſt/ daß ſie Got⸗ tes Willen und Befehl außrichten. Pſal. 10 3. v. 20. Daher ſie dienſt⸗ bare Geiſter genant werden. Heb. 1. v. 4. Alſo erwecket auch bey jhnen eine hertzliche Freude/ wann arme Suͤnder den Willen Gottes mit jh⸗ rer Bekehrung zu Gott vollbringen: Dieſes ſol uns billich zu wahrer Buſſe bewegen; Sintemahl wir taͤglich bitten/ daß Gottes Wille bey uns auff Erden moͤge geſchehen/ wie er im Handetvon den heiligen Cf —oX b geln 19. W der heiligen Engel Freude geln geſehicht: Im wiedrigen/ wirderſirebenwir dem Willen Gotus, i 4 und beten falſch. 2 Propter iræ divinæ ſedationem: Daß Gottes Zorn dadurch geſtillet wird: Der Zorn Gottes wird durch unſer Suͤnde angezuͤndet und brennet hefftig: Wie Aaron und Miriam ſich wieder Moſen ſetzten ergrimmete der Zorn Gottes uͤber ſie. Num. 12. v. o. Deßgleichen wiedie Irraeliten an den Baalpeor ſich haͤngeten. Num. 25. v 3. Dasverſchlin⸗ getder HEn die Gottloſen in ſeinem Zorn/ ſein Feuer friſſet ſie. Pſalm. 21. ver. 10. Da iſts erſchreeklich in die Haͤnde deß zornigen Gottes fallen Heb. 10. v. z. Dieſer Zorn aber wird durch wahte Buſſe geſtillet: Da wil er uns nicht ſtraffen nach ſeinem Zorn/ und uns nit zuͤchtigen in ſeinem Grim Pf.6. v.. Vnd ſpricht auß mitleidendem Hertze: Was ſol ich auß dir machen Ephraim? Solich dich ſchuͤten Iſrael Solich nicht bullich ein Adama auß dir machen/ und dich wie Zebvim zurichten Aber mauun Herkz iſt anders Sinnes meine Barmherkzigkeit iſt zu bruͤnſtig/ daßich nicht thun wil nach meinem grimmigen Zom noch mich kehren Ephr im gar zu verder ben. Hoſ. 11. v. 8. leq. Wegen Auffhebung ſolches Zorns freuen ſich die lieben heiligen Engel: Dann gleich wie gotts fuͤrchtige Dienſi⸗Bothen ſich freuen/ wann der Haus⸗Water ſeinen Zorn und Unmuthuͤber einen fallen laſſen: Alſo thun auch die heiligẽ Engel. Das ſol uns billich zu wahrer Buſſe treiben/ in Betracht/ daß Gottes Zon und iver rauchen uͤber die Gottloſen. Deut. 29 v. 20. 2. Katione Chriſti; An Seiten deß HErꝛen Chriſti: Esiſt danlieben Engeln und allen zkaͤubigen bekand/ wi unſere Erloͤſung den Sohn Gottes/ ſo theuer/ ſo ſauer/ ſo ſchmertzlich geſtanden: Daßer ſelber ſhuſcht⸗Mir Menſch/ haſtu Arbeit gemacht in deinen Suͤnden/ und ſi mir haſtu Muͤhe gemacht in deinen Miſſethaten Eſa. 43.v. 4. Er habe die Kelter deß Jorns Gottes uͤber unſere Suͤnde allein getreten. Eſa. 6z. v. 3. Er hat blutige Schweiß geſchwitzet. Luc.ꝛ 2.v 44. Er hat geruffen: Mein Gott/ m ein Gott/ warumb haſtu mich verla ſſen. Matth. 27.v. 46. Gleich wie es nun treuen Dienern ſonderlich lieb iſt/ wann jhrer Herꝛen angewendet/ und mit Dancke erkand werden: Alſo iſt es den mn eine hertzliche Freude/ wann deß Sohns Gottes theutts i erdienſt/ mit danckbarem und bußfertigem Hertzen von uns Wnſae Laun Zorndh ndeanni Moſe ſcetgg. „d ſſanche 4 zeſtn gottsffe inen Jen de Erg. 5 Getes Shriſted 6Erloſant n:Daßc „Saͤnder v. ¹ 4. E treum. Er hatgut neTloſt Gottzit nurse — uns zu wahrer Buſſe fuͤhren ſol. 195 auff und angenommen wird: Solten wir dann nicht einen ſolchen theu⸗ ren undedlen Schatz/ mit buß fertigem Hertzen ergreiffen? Sintemaler umbunſer Suͤnden willen dahin gegeben/ und umb unſer Gerechtigkeit willen aufferwecket. Roman. 4. v. 25. 3. Katione Spititus ſancti: An Seiten deß heiligen Geiſtes: Der ſelbelaͤſſet ſein heiliges Wort uns zu dieſem Ende vortragen/ daß wir bekehret werden: Von Natur haben wir leider/ ein harter Angeſicht/ dann ein Felß/ und wollen uns nicht bekehren. Jerem.; z. Aber ſein Wort/ iſt wie ein Feuer/ und wie ein Hammer der die Felſen zuſchlaͤgt. Jerem. 23. v. 29. Und ſchaffet dadurch in uns ein rein Hertz. Pſ. 51 v. 12. Und ma⸗ chet/ vermittels unſerer Bekehrung/ ſolche Leute auß uns/ die in ſeinen Gebotten wandeln/ und ſeine Rechte halten. Ezech. 36. v. 27. Und fuͤhrer uns auff ebener Bahn. Pſalm 143. v. 1. Dieſes erfreuet auch die heili⸗ gen Frongeiſterlein/ wann wir alſo durch wahre Buſſe dem heiligen Gei⸗ ſie Raum geben/ und auff den Weg zum Himmel uns fuͤhren laſſen: Solte nun auch dieſes uns nicht zu wahrer Buſſe leiten? Wie Alexan⸗ der Magnus zum Indianiſchen Konige Pero wolte/ gebrauchte er Roſſe/ gifftige Schlangen/ und andere ungeheuere Thier und Wuͤrme/ wir/ O Chriſtliche Hertzen/ den Teuffel/ Welt und alten Adam zu We⸗ 70. ge⸗Weiſern gebrauchen/ ſo kommen wir nicht allein in groſſe Angſt und Gefahr/ ſondern zur Hoͤllen und ewigen Verdamnuͤß. Laſſet uns derwe⸗ gendem heiligen Geiſt/ der durch ſein Wor! uns leitet/ gerne/ willigund fleiſſigfolgen.— 3 b 4. Ratione lui miniſterii: Wegen jhres Dienſtes: dienſibare Geiſter/ außgeſand zum Dienſt/ ſollen die Seligkeit. Heb. j. verſ. 14. Sie dienen den Reiſſenden: Alſo war der Engel deß HErren bey Abrahams Knechte/ wie jhn ſein Herr in ſein Vater⸗Land ſandte. Gen. 24. verſ. 7. Sie waren bey Jacob als ein Heer Gottes. Geneſ. 32. verſ. 2. Die heilige Engel geleiten gottſelige Wanders⸗Leute. Tob.⸗ v.21.C ie dienen gottsfuͤrchtigen/ betruͤbten und erſchrockenen Hertzen: Wie der Prophet Daniel ſehr erſchrocken war/ 3 Bb u b ſprach Sie ſind umb derer willen/ ſo ererben Weg⸗Weiſer: Dieſelbe fuͤhreten hn uͤbel/ brachten Ihn unter die Waſſer Mynſter. Cosmo„ von welchen er groſſe Angſt und Gefahr außſiehen muſten muſte. Wann Iil. 5.c. WViedder heiligen Engel Freude ſprach der Engel des HErren zu jhm; Fuͤrchte dich nicht/ mein licbe Mann/ Friede ſey mit dir/ und ſey getroſt/ ſey getroſt. Dan. 10. verſax. neunit Zum Zacharia: Fuͤrchte dich nicht/ dann dein Gebetiſt erhoͤret. Luer. it ani v. 13. Zu den Bethlehemitiſchen Hirten; Fuͤrchtet euch nicht/ ſiehe ich verkuͤndige euch groſſe Freude/ die allem Volcke wieder fahren wirr. õLuc. 2. v. 10. Sie dienen den Krancken: Der Engeldes HErrengab dem Tobiæ guten Rath/ daß er von dem gefangenen Fiſche ſolte das Herkze/ die Gallen und die Leber auffheben/ weilen ſie ſehr gut zur Artzne ſeyn. Tob. 6. v. z. Wie dann der blinde alte Tobias dadurch von ſeinn Blindheit errettet. Tob. 11. v. 4. Im Teiche zu Betheſda bewegete en Engel des HErren das Waſſer/ zur Geſundheit der Krancken. Joh.. v. 4. Sie dienen den Sterbenden; Dann der Glaͤubigen Scele tragen i ſie in Abrahams Schooß. Luc. 16. v. 22. Welcher ein Vater aller Glaͤu⸗ taat bigen. Rom. 4. v. 11. Dieſer Dienſte haben ſich keine Vnbußfertigezu erfreuen/ ſondern nur bußfertige und gottſelige Hertzen: Dann die En⸗ gel deß HErren lagern ſich umb die her/ ſo den HErrn fuͤrchten. Pa 34. v. 8. Sie dienen denen ſo die Seligkeit ererben ſollen. Heb. 1. v. 14 Solten uns dann ſolche Dienſte nicht zu wahrer Buſſe bewegen? . KRatione noſtri commodi: Wegen unſers Nutzen: Wei len ſie ſehen daß unſer wahre Buſſe mit ſich fuͤhre: a. Peccatorum remiſſionem: Die Vergebung unſer Suͤn⸗ den; Dann gleich wie der Rauch die Bienen/ und der Geſtanck die Tauben vertreibet; Alſo vertreiben unſere Suͤnde die heiligen Engel. in Aber wann wir uns zu Gott bekehren/ und denſelben von Hertzen fuͤrch⸗ ten/ ſo lagern ſie ſich umb uns her. Pfalm.; 4. v. 8. So hat Gott ſeinen Engeln uͤber uns befohlen/ daß ſie uns behuͤten auff allen unſern We⸗ i gen/ daß ſie uns auff den Haͤnden tragen/ und wir unſern Fuß nicht an t einen Stein ſtoſſen. Pſ.9 1. v. 11.1eq. Dieſes ſol uns billich dahin tri⸗ ſ ben/ daß wir durch wahre Buſſe unſere Suͤnde nit allein als eine ſchwae Laſt ablegen. Pſal. 38. v. 5. Sondern auch fuͤr des Teuffels Tyran ney durch den Schuß der heiligen Engel moͤgen geſichert ſeyn/ welcht unn u hetgehet, wie ein bruͤllender Loͤw/ und ſucher uns zu verſchlin .I. 3. z.V.* 6. luſtitiæ recuperationem: Die Erlangung der verlornen luea Gerechtigkeit: So lange als wir der Suͤnden Knechte ſeyn/ ſo ſidr ni Iwu. —— — —————— ——— —— —— 5 — — ——— ——— ————— ——õ—— ——ũ—y=— ——. —— 5— ———— ——————— — ͦ— — di tene an oanſt lahin g nich ſie defüggn deſemag Seane tgunſelee durdn, da den, ranch en 6 attalt Vndufſt . Dan ffuͤr cha. n. Häu ebebegg ngunae der Geſdi eheilgad en Heteni ohat Gect lenuuſen un Fußn billeft nalseineſt Teuffn ert ſeyn unszuret der bet⸗ 9. fen uns zuwahrer Buſſefuͤhren ſol 197 wit frey von der Gerechtigkeit und iſt dieſe unſere Frucht/ daß wir Scha⸗ me und den Tod davon haben. Rom 6 v. ꝛ0. ſeq. Aber wann wir uns be⸗ kehren/ und unſern Heyland Jeſum Chriſtum mit wahrem Glauben er⸗ greiffen/ ſo gelangen wir wieder zu unſer verlohrnen Gerechtigkeit: Der⸗ ſelbe iſt der gerechte Knecht/ ſo durch ſein Erkaͤntnuͤß uns gerecht machet. Eſa. 53. v. tr. Denſelben hat uns Gott zur Gerechtigkeit gemachet. 1. Cor..v. z0. Danner hat ſeinen Sohn/ der von keiner Suͤnde wuſte/ fuͤr uns zur Suͤnde gemacht/ auff daß wir in jhm wuͤrden die Gerechtigkeit/ ſo fuͤr Gott gilt. 2. Corinth. 5.v. 21. Uber ſolchen unſern ſeligen Zuſtand/ freuen ſich die lebe Fron⸗ Geiſterlein: Dann gleich wie ſie gerecht ſeyn/ alſo lieben ſie alle/ bey welchen die Gott wol gefaͤllige Gerechtigkeit ge⸗ funden wird: Das ſoluns billich bewegen/ durch wahre Buſſe/ uns ſol⸗ cher Gerechtigkeittheilhafftig zu machen. v. Pœnæ temporalis& æternæ cyaſionem: Die Entfliehung zeitlicher und ewiger Straffen: Die Suͤnde fuͤhret uͤber uns aller⸗ hand zeitliche Straffen/ wie davon weitlaͤufftig zu leſen. Levitic. 2 6. und Oeut. 28. capp. Dann Gott ſtellet unſere Miſſethat fuͤr ſich/ und unſere uner kante Sunde ins Liecht fuͤr ſein Angeſicht. Pf 90. v. 8. Die Suͤnde fuͤhretuͤber uns ewige Straffe. Weilen au ch der ewige Tod/ der Suͤn⸗ den Sold iſt. Rom. 6. v. 23. Dann der Unbußfertigen/ als Unglaͤubigen/ Ihr Theil wird ſeyn im Pfuel der mit Feuer und Schweffelbrennet. Ap. 21.v. 8. Solcher Straffen aber entgehen wir durch wahre Buſſe: Dann was die zeitliche Straffe belanget ſo haben die ſo durch den Glauben ge⸗ reeht worden/ Friede mit Gott/ durch unſern HErꝛn Jeſum Chriſtum. Rom 5. v. i. Was dit ewige Straffe betrifft/ ſo habẽ die beſtaͤndig Glaͤu⸗ bige das ewige Leben/ und kommen nicht in das Gerichte/ ſondern ſeyn vom Tode zum Leben hindurch gedrungen. Johan. 5.v.24. Daruͤber freuen ſich die lieben heiligen Engel/ Daß wir mit ihnen im Himmel Reich/ Sollen leben nun und ewiglich. b LlInd dieſes ſol uns ja billich zu wahrer und beſtaͤndiger Buſſe treibẽ/ daß wir alſo zeitlicher und ewiger Straffe entgehen moͤgen. b 6. Katione Diaboli: Wegen deß Teuffels: Diegutenund boͤ⸗ ſen Engel ſtreiten immer mit einander doch aber alſo/ daß die Guten im⸗ mer den Sieg behalten/ wann wir elende Menſchen an unſer Sehen 1 4 iij micht 2 * 198 Wie der heiligen Engel Schutz nicht Parthehiſch werden/ un uns durch vorſetzliche Suͤnde zum Teuf⸗ fel ſchlagen: Da ſehen die himliſche Frongeiſterlein nichts liebers/ als daß des Satans Reiche moͤge zerſtoͤret und gemindert werden: Weilen jhnen ſehr wol wiſſend/ daß uns Gott errettet hat/ von der Obrigkeit der Finſternis/ und hat uns verſetzet in das Reich ſeines Sohns. Col. 1 v. 13. UInddeßwegen iſt auch jhre hoͤchſte Begierde/ daß alle Gottloſen und Abgewichene/ moͤgen wieder nuͤchtern werden/ auß des Teuffels Strick/ von dem ſie gefangen ſind zu ſeinem Willen. 2. Tim. 2. v. 26, Das iſt jhre Freude! Das iſt jhre Wonne Welches uns auch endlich und billich zu wahrer Buſſe bewegen ſol/ daß wir dem leidigen Satan einen Verdruß und Herkzleid/ und den himliſchen Frongeiſterlein eine hertzliche Freude erwecken moͤgen/ wozu uns ſeine Gnade und Huͤlffe Gott der Vater/ durch den H. Geiſt verleyhen wolle/ umb Jeſu Chrißi willen/ Amen/ Amen. b Die ein unddreiſſigſte Predigt. DE CAVSA IMPVILSIVA POENITEFENTIÆ, RATIONE ANGELORUM BONORUM, ALTERA, QHMR IILORUM CUSTODIE. Von der andern bewegenden Ulrſach zu wahrer Buſſe/ an der heiligen Engel Seiten/ welche iſt der Schutz der heiligen Engel. Pſal. 9 1. v. 11. feq. Er hat ſeinen Engeln befohlen uͤber dir/ daß 3 un ſſie dich behuͤten auff allen deinen Wegen daß ſie dich auff den Haͤnden tragen/ und du deinen Puß nit an einen Stein ſtoſſeſt Sſpricht David Pſal.; 4 v. 8. alſo: Der Engel '4 2„ deß HErren lagert ſich umb die her/ ſo jhn fuͤrchten/ und 1 f hilfft jhnen au 8: In dieſen Worien haben wir: —„„“ uns auſt 8 leidig, ngni ademnh,. mo Jſ — nun zur Erklaͤrung verſeſenen Worte wenden/ und anſehen: uns zu wahrer Buſſe leiten ſol. 199 1. Angelorum erga nos officium: Der Engen Ampt ſo ſie gegen uns fuͤhren: Solches beſtehet: b a. In caſtrorum metatione: Daß ſie ſich lagern: Sie ſa⸗ gern ſich umb uns her: In der Original⸗Sprache lautet es/ als neben einen ſich lagern/ jhn zu beſchuͤten: Dieſe iſt ein Gleichnis⸗Rede genom⸗ men von dem Kriegs⸗Gebrauch: Wann dieſelbe ſehen/ daß der Feind etwan auff ein Krieges⸗Lager gedencket zu gehen/ und ſich befuͤrchten dem Feinde zu ſchwach ſeyn/ ſolageꝛn ſich die andern neben Ihn/ denſelben Bey⸗ ſtand zu leiſten: Alſo thate der Roͤmiſche Buͤrger⸗Meiſter Claudius I ivius.. Nero/ welcher ſeinem Collegen M. Livio mit ſeinem Lager zu Huͤlffe 27. decad. kam/ und den Asdrubal ritterlich uͤberwunden. Fromme Hertzen muͤſſen 49. ſeg. immer mit dem Satan im Streit ligen: Weilen aber dieſelbe zu ſchwach/ ſo hat Gott die heiligen Engel jhnen zum Beyſtand verordnet: Deroſel⸗ ben war ein gantzes Heer bey Jacob/ wie er ſich fuͤr dem Einfall ſeines Brudtrs Eſau fuͤrchtete. Gen. 32. v. 1 ſLeqq. Wie der Prophet Eliſain groſſer Gefahr war/ waren die heiligen Engel in Geſtalt feuriger Roß und Wagen umb jhn her. 2 Reg. 6. v.17. Aſſo thun ſie immer fort bey al⸗ len glaͤubigen und gottſeligen Hertzen. G. Iuopieulatiane: In der Hulffe: Sie helffen ihnen auß: Alſo haben die Engel dem Lorh auß dem Sodomiliſchen Brande ge⸗ holffen. G neſ.19. Cap. Den oͤreyen Geſellen Danielis auß dem feuri⸗ gen Offen. Dan. z. cap. Dem Daniel auß der Loͤwen⸗Gruben. Dan. 6. v. 21. Dem Apoſtel Petro auß dem Geefaͤngnis. Act. 12. v. 7. ſeqq. Vmb das Jahr Chriſti5 47. Iſt ein Juͤdiſcher Knab von Chriſten⸗ Hedion. Knaden im Chriſtlichen Glauben unterrichtet worden/ welcher von ſei⸗ hiſt. Eccl. nem Vater in einen feurigen Ofen geworffen/ aben Unverletzet/ Cohne part l.7. zweiffel durch Engliſche Huͤlffe) von den Chriſien⸗Knaben herauß ge⸗ cap. 26. bracht worden.. 2. Oflicii objectum: Bey welchen ſie dieſes beweiſen: Bey denen ſo den HErrn fuͤrchten: Die Furcht deß HErren fuͤhret mit ſich/ das man ablaͤſſet vom Boͤſen/ und thut gutes. Pſal. 34. v. 12.1 4. Wer den HEnen fuͤrchtet/ der haſſet das Arge. Prov. 8. v. 13. und ge⸗ het auff rechter Bahn. Prov. 14. v. 2. glaͤubet Gottes Worte. Syr. z. v. 8. Thut was Gott wolgefaͤllet.1b. v. 19. Laſſen ſich gerne ziehen. Syr. 32.v. 18. Welches alles zu wahrer Buſſe wird erfodert: Wir wollen uns Wie — y-——4gIÿUUEUEUSESEͤ A teehae e 6 eeeeee en—“ b 4 AE 3 ö 1 1 1 I 4 1 1 A 7 1 1 1 3 1 3 8 14 “ 8 4 5 4 1 8 1 3¹ 1 4 4 V * * — * 3— 1 3 —* 4* 4 1 .. 1 ¼ 3 I * * 4 I 7 3 3 1 7 * 1 4 5 6 4 1 4 4 4 1 4 † 7 4 1 4 1. 8 1 4 11 3 2 4 1 — 4 1 8 3— 8 8———*—-—- — erereeeneee —ö““ ———— —— ———— 200 Wie der heiligen Engel Schutz Wie der Schutz der heiligen Engel uns zu wahrer Buſſe leiten und fuͤhren ſolle. Der allergnaͤdigſter himliſcher Vater/ verleihe Geiſt und Gnade/ daß b c unſer Seeligkeiterſprißlich geſchehen muͤge/ umb Jeſu Chriſtiwi len Amen.— Erklaͤrung. Wir haben alhie: I. Dei mandatum: Gottes Befehl: Gott hat ſeinen Engeln befohlen: Gott fuͤhret billich das Gebiete uͤber alle ſeine Creaturen/ un⸗ ter denſelben fuͤhren die heiligen Engel dieſen Ruhm/ daß ſie ſeyn ſtarcke Helden/ ſo Gottes Befehl außrichten Pſalm 103. v. 20. Und ſolches be⸗ weiſen ſie mit der That: Die Engel deß HErnꝛen richteten Gottes Be⸗ fehl auß bey Außfuͤhrung deß Loths auß dem Sodomiſchen Brande Gen. 19 v. 1. leqq. Und ſolcher Erempel ſind im alten und neuen Tet⸗ ment mehr zu finden/ und zwar inſonderheit/ bey der Empfaͤngnuͤß Ge burt/ Leben/ Leiden/ Aufferſtehung und Himmelfarth unſers HErran Jeſu Chriſti. Dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ ſol uns billich zu wahra Buſſe und Bekehrung bewegen: Gottbeſtehlet ſo gnaͤdig: Wendet euch zu mir/ ſo werdet ſhr ſelig aller Welt Ende. Eſa. 45. v. 2 Kehret euch zu mir(durch wahre Buſſe/ ſo wil ich mich zu euch kehren Zach. 1. v.z. D ¹ Sohn Gottes gebeut: Thut Buſſe und glaͤubet an das Evangelium. Marc. 1. v.. Ja/ Gott gebeut allen Menſchen an allen Enden Buſſe zu thun. Actor. 7. v.z0 Solche Befehl Gottes deß HErꝛen/ verrichten nicht allein die heiligen Engel/ ſondern auch die unvernuͤnfftigen Crea turen: Die fraͤſſige Raben/ muſten auff Gottes Befehl den Eliam var⸗ ſorgen. 1. Reg. 17. v. 4. Das Waſſer im rothen Meer/ war dem Befehl und Laͤuſein alle Egyptiſche Graͤntze. Pſalm. 105 v. 31. Feuer/ Hagel Schnee/ Dampff und Sturm⸗Winde/ richten ſein Workauß Pfss. v. 8. Wie der HErꝛ zum Wallfiſch ſpricht/ da ſpeyet er Jonamauß. Jon. 2 v. 1. Wind und Meer ſeyn ihm gehorſam. Matth. 5. v. 26. Jfs iſ dañ nicht eine Schandeuͤber alle Schandt/ daß ſo viele Menſchen/ zuh⸗ rem zeitlichen und ewigem Beſien/ Gottes Befehl von jhrer Brkehrung nicht wollenerfuͤllen⸗ 8———— Gottes gehorſam. Pſalm. 77 v. 7J. Wie Gott ſprach/ da kam Vnzitfet 1 tſenen Cnag ſſe U ten Gt niſchede ndnaa. pfatgn unſes H. lichzun ig Wan „Kehrtar Jach as Eynge en Endat nꝛen vii uͤnffgene (den Elm var den dakan 1 Feudh h eriaß ter Jona h. 8,9. 1 Menſche hra W uns zu wahrer Buſſe leiten lol 201 II. Mandati objectumllber welches Gott den Engeln befeh⸗ le. Dieſelbe ſeyn ſo auff jhren Wegen gehen: Nicht auff dem Wegs der Suͤnder. Pſalm.1. v.. Sondern theils/ auff dem Wegefhres Chri⸗ ſtellen/ und denſelben nach Muͤgligkeit erfuͤllen/ haben ſich dieſes aller⸗ gnaͤdigſten goͤttlichen Befehls zu troͤſten: Auß dieſer Urſach ließ der Teuffel dieſe Wort auß/ wie er den Sohn Gottes von ſeinen Wegen verfuͤhren wolte. Matth. 4 v. 6. Dann Gott handelt mit dem Menſchen in allem/ nicht abſolut oder bloß dahin/ ſondern nach ſeiner goͤttlichen Ordnung: Darumb hat Abraham ſeinen Kindern und Hauſe befohlen/ daß ſie deß HEnen Wege halten/ und was recht und guth iſt thun ſolten Gen. 18. v. 19. Wir ſollen die Gebotte deß HErꝛen unſers Gottes halten/ daß wir in ſeinen Wegen wandeln/ und Ihn fuͤrchten. Deut. 8. v. 6. Sol⸗ che Wege des HErꝛen ſind richtig/ und die Gerechten wandeln darin/ a⸗ ber die Vbertreter fallen darin. Hoſ 14. v. ro. Dieſes ſol uns zu ernſtlicher Buſſe reitzen und treiben/ damit wir die himliſchen Frongeiſierlein zu un⸗ ſern Trabanten und Auffwartern haben moͤgen: Laſſet uns/ O Chriſtli⸗ ren. Pſalm ʒr. v. 1z. Ach laſſet uns behertzigen wie ein elenden Zuſtand es mit den leidigen Suͤnden wegen habe Der Gottloſen Weg vergehet. Pſ. den. Prov. 4.· v. 19. Sie vermeinen zwar/ ſie gehen auf einem feinen Pfla⸗ ſter/ aber deſſen Ende iſt der Abgrund der Hoͤllen. Syr. 21 v. I. Sie ge⸗ hen auff dem breiten Wege/ der zum Verdamnuͤß fuͤhret. Matth. 7.v.1z. Ach laſſet uns dieſen Weg/ wie den Teuffe ſelbſt flihen/ und dabey wohl erwegen/ daß der Frommen Weg meide das Arge/ und wer dieſen Weg hewahretſder behaͤlt ſein Leben. Prov. 16. v. 17. 3 tsſ I. Mandati ſubjeckum: Was der Einhalt deß Befeh⸗ les ſey: b 11. Cuſtoditio: Das Behuͤten: Si⸗ ſollen bußfertige Hertzen behuͤten auff allen jhren Wegen: Gei wie Gott dem Weinherge 6 ſei⸗ 227 Wie der helligen Engel Schutz ſeiner Kirchen verheiſſet er wolle ihnen Tag und Nacht behuͤten Eſaaf/. v. z. Da hingegen die Zorn⸗Fluth Gottes die Gottloſen beydes Tages oder Nachtes uͤberfallen ſol. Eſa 28. v. 19. Alſo wil er auch durch ſeine heilige Engel alle fromme Hertzen behuͤten/ und ſollen Vnbußfernge Tages und Nachtes fuͤr ſeiner Straffe nicht ſicher ſeyn. Sie ſollen ſie behuͤten deß Tages/ wie an Loth. Gen. 19. Jacob. Gen.;2. Daniels Ge⸗ ſellen. Dan. 3. Daniel ſelbſten. Dan. 6. zu erſehen: Wie zu dem grauſa⸗ men Tyrannen Attila/ Leo Bapſt zu Rom kommen/ und umb Verſcho⸗ nung der Stadt Rom bittlich bey jhm angehalten/ und auch erhalten/ iſ Attila von den ſeinigen gefragt/ warum er doch/ wieder ſeinen Gebrauch/ Hedion. dem Roͤmiſchen Biſchoff/ ſolche Reverentz beweiſet/ und jihm in allem ge⸗ hiſt. Eccl. wilfahret habes Hat er geantwortet: Er habe ſolches nicht dem Biſchoff barr.. lib. gethan/ ſonderner bey jhmgeſehen/ einen Mann in prieſterlichen Kleidan 1*.˙ der eines tapffern Angeſichtes und erbarn Alters geweſen/ ſo mit einem bloſſen Schwerd jhm greulich den Todt gedreuet/ wo er nicht alles/ was Leo begehrte/ bewilligen wuͤrde: Welcher gewißlich ein Engel deß Hert geweſen. Sie ſollen ſie behuͤten deß Nachtes: Wie Herodes das Kind⸗ lein Jeſum zu toͤdten ſuchete/ erſchien der Engel deß HErꝛen dem Joſeph bey Nacht im Traum/ und ermahnete jhn zum flihen. Matth. 2. v. 11. A Ein Engel deß Herren errettete Petrum bey Nacht auß ſeinem Gefaͤng nuͤß. Act. 12. v. 6. ſeqq. Wie bey der Regierung deß Keyſers Arcadii/ der Gainas ein Barbariſcher Menſch und Arrianiſcher Sect/ die Stadt Conſtantinopel mit Feuers⸗Brunſi bey Nacht durch ſeine Leute angteiſ⸗ 1 Cluy Epit fen laſſen hat man umb das Schloß ſonderliche tapffere Waͤchter geſ⸗ biſtor. in hen/ welche fuͤr heilige Engel hernach geſchaͤtzet worden weilen Arcadius Arcadio. von deß Gainae Betrug und Boßheit nicht gewuſi/ die Stadt mit kei⸗ ner Beſatzung verſehen. Weilen wir nun/ O Chriſtliche Hertzen wiſſen daß der hoͤlliſche bruͤllende Loͤwe Tag und Nacht umb uns hergehet/ und ſuchet uns zu verſchlingen. 1. Pet. ⸗. v. 8. So ſollen wir/ der heiligen En⸗ gel Sa dus auerhattenin wahrer undbeſtändiger Bußßariigkeu unsfi den laſſeeeennn. 2. Manugeſtario: Das Handtragen: Sie ſollen ſie auffden Häandentragen: Gleich wie wir das jenige was wir auff unſern Haͤn⸗ den tragen/ ſehr wol in acht nehmen; Alſo wird auch allhie von d b lieben — = —— — uns zu wahrer Buſſe leitenſo. 20; lieben Frongeiſterlein geredet/ daß ſie fromme gottſelige Hertzen auff jhren Haͤnden tragen/ weilen ſie denſelben zum allerfleiſſigſten auff⸗ warten: Die ſenige ſo auff dem Olympiſchen Kampff und Lauff⸗ Zwing. Plaͤtzen die Vberwindung davon getragen/ ſind/ wann ſie zu Hauſ⸗ Vol. 3. ſe kommen/ von den Buͤrgern derſelben Stadt/ einen langen Weg Pas 1001. alſo getragen worden/ daß ſie die Erde nicht beruͤhret: Wann wir uns ritterlich gegen Teuffel/ Welt und Suͤnde verhalten/ und den Weg der Gebotten Gotter fleiſſig lauffen/ ſo tragen uns die liebe heilige Engel auff jhren Haͤnden: Gleich wie Moſes die Iſraeli⸗ ten ſolte tragen in ſeinen Armen/ wie eine Amme ein Kind traͤget/ in das Land/ welches GOtt jhren Vaͤtern geſehworen hatte. Num. II. verſ. 12. Alſo ſollen dieſe Frongeiſterlein bußfertige Hertzen ira⸗ gen in jhr himliſches Daterland: Ja/ Gott ſelber wil ſie tragen/ wie ein Mann ſeinen Sohn traͤgt. Deut. 1. v. 31. Er wil ſie tragen auff ſeinen Jluͤgeln. Deut 32.v. 11. Er wil ſie tragen biß ins Alter/ und biß ſie grau werden/ er wils thun/ er wil ſie heben/ tragen und erretten. Eſa. 46.v. 4. O der groſſent O der unaußſprechlichen Gnade Wen ſolte doch dieſelbe zu wahrer Buſſe und Gottſeligkeit nicht bewegen⸗ Ach laſſet uns Gottes Worr und Befehl von unſer Bekehrung/ zu Hertzen faſſen/ und in unſere Seele/ laſſet uns ſie binden zum Zei⸗ chen auff unſere Hand/ daß ſie ein Denckmahi fuͤr unſern Augen ſeyn. Deut. u.. verf 18. So werden wir von Gott und ſeinen Engeln getragen werden.„“ IV. Mandati ſcopum: Den Ziel dieſes Befehls: Daß wir unſern Fuß nicht an einen Stein ſtoſſen: Iſt eine anmutige Gleich⸗ nuͤß Rede/ genommen von einer liebreichen Mutter/ welche jhr Kind entweder auff jhre Arm nimpt/ oder bey der Handfuͤhret/ damit es nicht anſtoſſe und falle: Durch dieſes Mittel behuͤtet Gott auch die Fuͤſſe ſei⸗ ner Heiligen/ aber die Gottloſen muͤſſen zu niehte werden im Finſter⸗ nuͤß. 1. Sam. 2. verſ. 9. Er errettet dadurch unſer Fuͤſſe vom gleiten. Pfalm. 46. verſ. 14. Er behuͤtet unſern Fuß/ daß er nicht gefangen werde. Prov. 3. verſ. 26. Solches ſoll uns abermal zu einem buß⸗ fertigen Leben und Wandel reitzen/ ellen wir wiſſen/ wie Teufet 204 Wie deß Teuffels Gewalt uͤber die Gottloſen und Welt unſern Fuͤſſen Stricke legen/ und unſer ſuͤndliches Fleiſch und Blut/ ſo ſchwach allen und bald zu verfuͤhren ſey: Der barmherzi ge Gott wolle durch ſeine heilige Engel uns fuͤr aller jhrer Liſt und Boß⸗ heit behuͤten/ und in bußfertigem Leben und Wandel erhalten umb Je⸗ ſu Chriſtiwillen/ Amen/ Amen. ☚ ErAe Ereee Die zwey und dreyſſigſte Predigt. DE CAvSA IMPVLSIVA POENITENTIE, RATIONI DABOLI, PRIMA, Q DIABOLI SUPER IMPIOS POTESTAS. Von der erſten bewegenden Ulrſach zu wahrer Buſſe/an deß Teuffels Seiten/ welche iſt/ deß Teuffels Ge⸗ wialt uͤber die Gottloſen. .“ Tob. 6. v. 16. feq. V Daſprach der Engel Raphael: Hore zu/ Ich wil dir ſagen uͤber welche der Teuffel Ge⸗ 1 wealt hat/ nemlich uͤber die jenigen/ welche Gott verachten.; 8 S ſpricht der Sohn Gottes Matth. 33. v.2n 4 Daß/ wann die Leute ſchlaffen/ der leidige Satan/ als jht Feind komme/ und ſaͤe das Unkraut zwiſchen den Weitzen: —Inwelchen Worten wirhaben 1. Noſtram ſomnolentiam: Unſere Schlaͤfferigkeit: Di⸗ ſer Schlaff/ iſ der Schlaff der fleiſchlichen Sicherheit/ da der Menſch nicht bedencket/ wie Teuffel/ Welt und der alte Adam ſo geſchaͤfftig ſeyn/ ſondern lebet als wan er keinen Feind zu fuͤrchten haͤtte: Alſo leſen wir von den thoͤrichten Jungfrauen/ daß wie die Braͤutigam verzagen/ ſie ſchlaͤfferig worden/ undentſchlaffen ſeyn. Matth. 25. v.z. Da muͤhy u b ſen wir wachen und beten /daß wir nicht in Anfechtung fallt Manh a6 b b p. 41. Katth. ge Sauan ſchendnch äfferigti eit dadg damſogſt ahäͤtte: I zutigam el 9 25. b. A gfall 82 gel Raphael: Wie die E uns zu wahrer Buſſe treiben ſollen. 20 v. 41. Wachen recht auff/ und ſuͤndigen nicht. 1. C or. 15, v. 34. Weilen wir wiſſen die Zeit/ daß die Stunde da iſt auffzuſtehen von dieſem Schlaff. Rom. 13. v. 11. Wachen auff/ von dem Suͤnden⸗Schlaff/ und ſtehen auff von demſelben Tode/ ſo wird uns Chriſtus erleuchten. Eph. 5. v. 14. Schlaffen nicht wie die Gottloſen/ ſondern wachen und ſeyn nuͤchtern. 1. Theſſ.. v. 6. Aiſia eine Jungfrau hat wenig geſchlaf⸗ fen/ und geſagt: Es wuͤrde gar uͤbel mit jhr beſtellet ſeyn/ wann/ entzwi⸗ Cerlach. ſchen jhre Feinde wacheten/ ſie ſicher und ohne Sorge ſchlaffen wolte. F 2. Diaboli vigilantiam: Des Teuffels Wachſamkeit: Der Se i 0 ſchlaͤffet nicht/ wann wir ſchon ſchlaffen/ ſondern er bemuͤhet ſich im⸗ merfort/ das Unkraut falſcher Lehr und beharrlicher Boßheit und lin⸗ bußfertigkeit außzuſaͤen: Er iſt ein rechter Landfahrer. Hiob. 1. v. 7. Er durchwandert duͤrre Staͤte/ und ſuchet Ruhe. Luc. 11 v. 24. Er begeh⸗ ret unſer/ daß er uns ſichten moͤge/ wie man den Weitzen ſichtet. Luc. 22. v. 32. Er gedencket uns zu uͤberforteilen. 2. Cor. 2. v. 11. Und gehet deß⸗ wegen umb uns her/ wie ein bruͤllender Loͤwe/ und ſuchet uns zu ver⸗ ſchlingen. 1. Pet.. v. 8. Dieſe ſeine Boßheit beweiſet er an Gottloſen und Heuchlern/ welche er von wahrer Bußfertigkeit hoͤchſtes Fleiſſes abhaͤlt/ und fuͤhret ſie gefangen in ſeinen Stricken zu ſeinem Willen. 2. Tim. 2. verſ. 26. Woher aber ſolches komme/ zeigen unſere verleſene Worte gnugſam an/ auß welchen wir wollen betrachten: Wie die Gewalt deß Leuffels uͤber die Gottloſen/ uns zu wahrer Buſſe leiten und fuͤhren ſolle. Der barmhertzige Gott wolle unſer Hertzen durch ſeinen heiligen Geiſt eroͤffnen/ dieſes zu unſerm zeitlichen und ewigen Heil/ fruchtbar⸗ lich betrachten moͤgen/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Wir haben allhie: b Loquentis defgnarionem; Wer dieſes rede: Der En⸗ Engel dem jungen Tobiæ von der Sara Ra⸗ guels Tochter ſagte/ daß ſie jhm von Gott zum Weibe beſcheret/ wei⸗ gert ſich deſſen Tobias/ weilen er gehoͤret/ daß ſie zuvorn ſieben Maͤn⸗ nern vertrauet geweſen/ ſo alleyom beſen Ceſtegeizdarr Und darauff 8 e uj redes 3. 3„———““— 3 3 2 6„ 7—— 8 4— 1— 3 — Zwing. Vol. 2z. kes 3947. hat/ daß wann ein außgeleſchte Fackel darinn geſtecket/ wid deſae alsbald 200 Wie deß Teuffels Gewalt uͤber die Gottloſen redet der Engel die verleſene Worte: Es wird aber dieſer Engel genanh Raphael/ welches ſo viel heiſſet/ als Gottes Artzt: Und er auch dem al⸗ ten blinden Tobiæ zu ſeinem Geſichte verholffen. Tob. 11 v. 8. Bey die⸗ ſem Namen/ O Chriſtliche Hertzen/ ſollen wir uns unſers elenden Zu⸗ ſtandes erinnern Es heiſſet von uns Das gantze Haupt iſt kranck von der Fußſohlen biß auffs Haupt/ iſt nichts geſundes/ ſondern Wunden und Striemen/ und Eyterbeulen/ die nicht gehefftet noch verbunden noch mit Oehl gelindert ſind. Eſa. 1. v.⸗. leq. Daß wir als Krancken deß Artztes wol beduͤrffen. Matth. 9. v. 12. Da iſt nun kein erſchaffener En⸗ gel/ der uns helffen kan: Sondern der Engel/ in welchem Gottes Na⸗ me iſt. Exod. 23. v. 20. Dae iſ/ der Sohn Gottes/ welcher iſt der HEn unſer Artzt. Exod. 25. v. 26. Der rechte Meiſter zu helffen. Eſa. 63. v.. Ocr heilet alle unſere Gebrechen. Pſal. 103. v.z. Durch ſeine Wunden werden wir geheilet. Eſa. /3 verſ. 3. Dieſes ſol uns zu wahrer Buſſea⸗ muntern/ weilen Gott nicht allein ſeinen Sohn uns zum Artzt gegebm ſondern auch derſelbe ſo theure Medicamente/ ſo koͤſtliche Mittel unſer Cur veroꝛdnet. V 11. Attentionis excitationem: Die Auffmunterung zu fleiſ⸗ ſigem Gehoͤr: Hoͤre zu/ ich wil dirs ſagen; Spricht der Engel: Er wil ſo viel ſagen; Lieber Tobia/ ſperre Ohren und Hertz auff zu dem was ich dir ſagen werde: Wolte Gott/ wolte Gott/ daß alle Gottloſen und Heuchler/ dieſe Vermahnung moͤchten taͤglich injhren Ohren er⸗ ſ challen laſſen/ und fleiſſig anhoͤren/ was jhnen der Lieb und gnadenrei⸗ cher/ jhrer Seligkeit hertzlich begieriger Gott /in ſeinem Worte ſaget! Er wecket jhnen auch warlich das Ohr/ daß ſie hoͤren ſollen wie Jungen. Eſa. 50.v. 4. und ſpricht: Hoͤret mir doch zu/ und eſſet das Gute ſo wird euer Seel in Wolluſt fett werden; Neiget euer Ohren het/ und. kommet her zu mir/ horet/ ſo wird euer Seele leben. Eſa. 55. v. 2. feq. O Land/ Land/ Land/ hoͤredes HErren Wort. Icr. 22. v. 29. Wie Chriſtus von dem Gehoͤr Goͤttliches Wortes redet/ ruffet er: Wer Ohren hatzu hoͤten der hore Lue.8v 8. OChriſtliche Hertzen/ laſſetuns dieſe goͤtli che /vaterliche/ treuhertzige Bermahnung wol in acht nehmen/ und dem ſeligmachenden Wort Gottes unſere Ohren uñ Hertzen leiſſig eroͤffn 4 m Bey Dodona in Epiro/ ſol ein kalter Bruñe ſeyn/ welcher die Virckung —2 — — — — — — da effen. G. rchſein wahtaa um Ag oſtliche 5* 9 icht der En Herz aufg aß alleGt injhten n jeb undgye n Wortiſe ollmnwieju ſſet das G r Ohreig a. ſſ v. 29. W 9 herdie i ket/ un uns zu wahrer Buſſe treiben ſol. 207 alsbald wieder angezuͤndet: Alſo auch das Wort Gottes/ obs den Welt⸗ Weiſen ſchon kalt und unfruchtbar ſcheinet/ ſo koͤnnen doch die kalten Hertzen/ zum Glauben und Gottſeligkeit dadurch angezuͤnder werden. IIl. Angelicam informationem: Deß Engels Unterricht, Und zwar: . De Diabolipoteſtate: Von der Gewalt deß Teuffels: Ich wil dir ſagen/ uber welche der Teuffel Gewalt hat: Erhat zwar an undfuͤr ſich ſelbſtͤber uns Menſchen keine Gewalt/ und kunte derwe⸗ gen ohne Chriſti Zulaß/ auch nicht in der Gergeſener Schweine fah⸗ ren. Matth. 8. v.. Sondern auß gerechter Zulaſſung Gottes; Wann 6 dieſelde⸗ als ein Nach⸗Richter Gottes bekompt/ erweiſet er ſeine ewalt: b 1. Obſidendo; Mit Beſitzen: Welches er verrichtet; a. Corporaliter: Leiblich: Da er den menſchlichen Coͤrper leib⸗ lich einnimpt/ und mit demſelben elendiglich verfaͤhret: Da machte er zwey Beſeſſene/ ſo grimmig/ daß niemand dieſelbe Straſſe wandern durffte. Matth. 8. verſ. 28. Deß Cananeiſchen Weibes Tochter ward von jhmuͤbel geplaget. Matth. 15. verſ. 22. Einen andern hat der boͤſe Geiſt in Gegenwart deß Sohns Gottes/ geriſſen/ daß er zur Erden ge⸗ fallen/ ſich gewaltzet/ geſchaͤumet/ und hatte jhn zuvor in Feur und Waſſer geworffen/ daß er jhn umbbraͤchte. Marc. 9. v. 20. ſeq. Einen andern hatte er ſtum gemacht. Luc. xl. v. ¼. Jenes elendes Weſb/ hatte er krum gemacht/ daß ſie nicht wol auffſehen kunte. Luc. 13. v. 11. Ind ſolcher Exempel finden ſich viel in goͤttlichen und weltlichen Hiſtorien: Das iſt ja/ OChriſtliche Hertzen/ eine groſſe Gewalt/ ſo der Satan mirgend anders hier hat/ als wegen unſer Suͤnde: Solte uns dann die Betrachtung derſelben nicht zu wahrer Buſſe bewegen? 3 G. Spiritualiter: Geiſtlich: Da er zwar dem Leibe keine euſerli⸗ che Gewalt zufuͤget; Aber gleichwol die Glieder deß Menſchen zu ſei⸗ nem Dienſte und Gefallen regieret: Da nimpt er offt der Menſchen Hertzen ein/ in dem er nicht allein/ das gehoͤrte Wort Gottes von jhrem Hertzen nimpt/ auff daß ſie nicht glauben und ſeligwerden.[uc. 8.v. 12. Sondern gibt auch allerhand Boͤſes in jhre Hertzen. Joh. 18. v. 2. Und zwar auch unterweile from̃en Hertzen/ wie an David zu ſehen. x. Chron. 22 verſ. I. Er beſitzet geiſtlich jhre Zungen; Daß dieſelbe trachtet nach Schaden/ 1 1 -““ „— 4 8— 208 Wie deß Teuffels Gewalt uͤber die Gottloſen Schaden/ und ſehneidet mit Luͤgen wie ein ſcharff Scheer Meſſet. Pf e 52. v. 4. Er machet ſich an vieler Menſchen O hren/ daß ſie dieſelbe fuͤͤ dan Gottes Wort/ als eine Taube Ohren verſtopffen. Pſ.58. v.⸗ Er machet ſich an vieler jhre Augen/ nimpt ſie nicht allein unter der Predigt Goͤtt⸗ liches Wortes durch den Schlafein/ ſondern er verblendet auch vieler Augen/ daß ſie nicht ſehen das helle Liecht deß Evangelii. 2. Cor. 4.v. 4 Er regieret jhre Haͤndeldaß ſie unſchuldig Blutvergieſſen. Proverb. 6 v. 17. Er fuͤhret jhre Fuͤſſe/ daß ſie zum Boͤſen lauffen/ und eilen Blutzu vergieſſen. Prov. 1. v. 6. O deß elenden Zuſtandes/ ſolcher Menſchen! Fuͤr dieſem allem aber ſeyn bußfertige Hertzen verſichert/ dann Gottbhe⸗ nahee ſie 5 daß auch kein Haar von jhrem Haupt kan vmbkommen Uc. 21. P. 15. 2. Seducendo: Mit verfuͤhren: Danner iſt ein falſcher Geiſtin aller falſchen Propheten Munde. 1. Reg. 22. v. 22. Die hangen an den verfuͤhriſchen Geiſtern/ und lehren den Teuffel. 1. Tim. 4. v. 1. Eriiſs der die gantze Welt verfuͤhret. Act. 12. v. o. Es verwundert vielen das um ter falſchen Lehrern/ ſo viel hochgelahrte Leute gefunden werden/ und gleichwol zur Erkaͤndnuͤß der ſeligmachenden Lehr deß Evangeliinich! kommen/ neben andern Urſachen aber iſt auch dieſe/ und zwar die fuͤhr⸗ nehmſte/ daß der Teuffel vermittels dem Anhang jhrer einmal gefaſſeten falſehen Meinung/ jhre Sinne verblendet/ wie Paulus ſagt. 2. Cor. 4. v. 4. Darauff erfolget/ daß jhnen Gott dafuͤr⸗daß ſiedie Liebe zur War aun heit nicht angenommen/ kraͤfftige Irrthumb ſendet/ daß ſie der Luͤgen naht glauben. 2. Theſſalon. 2. v. 10. ſeg. 3. Facultates diripiendo; Mit zerſtoͤren zeitlicher Guͤter: Die ſe ſeine Gewalt/ wann es Gott zulaͤſſet/ hat er an dem Hiob ſonderlich bi⸗ weiſet/ davon Hiob. Cap. 1. weitlaͤufftig zu leſen. Umb das Jahr Chriſi. Hedim. 85. Hat zu Maintz der Teuffel bey dreyen gantzen Jahren viel Boͤßheit uunut hiſt. Eccl. getrieben/ die Fruͤchte auff einen Hauffen getragen und verbrand/ und iunu part..l.7. ſeyn viel Haͤuſer durch jhn angezuͤndet worden/ und hat ſehr viel Boͤſs cap. 18. verrichtet. b b 4 Interficiendo; Mit toͤdten: Alſo hat er auß Zulaſſung Got⸗ tes Hiobs Kinder getoͤdtet: Hiob. 1. v. ¹9. Er hat ſieben Braͤutigams der 65 Saraͤe umbs Leben gebracht. Tob.z. verſ. 8. Daher er auch ein Moͤrder von Chriſto genand wird. Johann. 8. v. 14. Wie ein gottloſſes WPah e 5 b. ande? d und dae olchan ert/ dm kan mn in faſche Dehana 1m. 4. b.1 dertvielan unden wen eß Evangi und zwan reinmalgi sſagt 20 die Liebezul daßſude nd vatran zatſchevitt fZulſe Bräutian auchen ottloſſel — 4 ——— 1 demſelben dem Teuffel mit Leib und Seel ergeben/ iſt ſe vom Pfarher⸗ ꝛen und Schuldheiſſen/ zwar hart geſtrafft/ aber weilen ſie ſolches nicht geachtet/ und die Geſelſchafft in beſter Freude geweſen/ hat der Teuffel mit groſſem Geſchrey und Bruͤllen/ ſie fuͤr aller anweſender Augen weg⸗ gefuͤhret/ daher ein ſolches Schrecken entſtanden/ daß etzliche Perſonen Handorf. deß jehenden Todes geſtorben: Und wie er ſie in der Lufft herumb gefuͤh⸗ ret/ ſie zuriſſen/ und die vier Viertheil auff die Straſſe getheilet; Das Eingeweꝛde hat er fuͤr dem Schultheiſſen auff der Wirtſchafft fuͤrge⸗ chen/ Schweren und Schinderey nicht abſtehen/ wirſtu/ wie dieſes Weib/ deinen Lohn auch bekommen. Dieſes ſol uns billich ermahnen/ daß wir uns huͤten fuͤr vorſetzlichen und allen Suͤnden/ damit wir unter die Gewalt deß Teuffe ls nicht gerathen moͤgen; Sondern wann wir ja geſuͤndiget alsbald uns bekehren; Von der Finſternuͤß zum Liecht/ und von der Gewalt deß Satans zu Gott/ zu empfahen Vergebung der Suͤnden. Act. 26. v. 18. 2. Déobjecti qualitare: Vber welche der Teuffel Gewaltha⸗ be: Pber die jenige ſo Gott verachten: Bedencke/ bedencke doch/ O Chriſtliches Hertz/ wer Gott ſey? Er iſt ja eines Menſchen hoͤchſtes Gut: Daß derwegen Aſſaph ſagt. HEr/ wann ich nur dich habe/ ſo fra⸗ ge ich nichts nach Hunmel und Erden. Pſalm. 73. v. 25. Wer alſo Gott nichthat/ bey dem iſt lauter Boͤſes. Gott iſt das wahre Liecht und Heil: Pfſalm. 27. v.. Wo Gott nicht iſt/ da iſt lauter Finſternuͤß und Vnheil: Gott iſt das rechte Leben. Johann. 14. v. 6. Wo Gott nicht iſt/ da iſt gei⸗ ſtlicher und ewiger Tod: Diſes bedencken die jenigen ſehr wol/ ſo Gott verachten. Welche ſeyn aber dieſe Gottes Veraͤchter? Antwort; Alle Heuchler und Vnbußfertige: Dieſelbe verachten Gottes Gebot: Daer uns ſo vaͤterlich beſthlet und ſpricht, Kehre wieder du abtruͤnnige Iſrael/ ſo wil ich mein Angeſicht nicht gegen euch verſtellen/ denn ich bin barm⸗ hertzig und wil nicht ewiglich zuͤrnen. Jer. 3 verſ. 12. Sie verachten ſeine groſſe Guͤte und Gnade/ Gedult und Langmuͤngkeit. Roman. 2. v. 4. Sie veraehten Gottes ſehnliches Mitleiden/ da er ſpricht: Mich jam⸗ mert hertzlich daß mein Volck ſo verderbet iſt. Jerem. 8.v. 21. Sie ver⸗ achten das theure Verdienſt Chriſti/ da er umb unſer Miſſethat willen 3 b 4 Od verwun⸗ Lande Mechelburg auff einer Wirtſchafft ſehr gefluchet/ und ſichin PrO mpt. exempil. V V(mihi) legt/ und geſagt; Da haſtu ein beſcheiden Eſſen/ wirſtu von deinem Flu⸗ fol. 105. . 3 4 1—— — 3———„ 8 4— 210 Wie deß Leuffels Grauſamkeit gegen die Gottloſen verwundet/ und umb unſer Suͤnden willen zuſchlagen. Eſa. 53, verſ.c. Und ſeine allgemeine und gnadreiche Stimme: Kommet her zu mir alle die jhr muͤhſe ig und beladen ſeyd/ ich wil euch erquicken. Matth. u v. 28. A 1 Sie verachten den heiligen Geiſt/ deme ſie wiederſtreben. Act 7. v. 2, 0 der erſchrecklichen Verachtung Laſſet uns O Chriſtliche Hertzen unſe⸗ xe Luſt haben an dem Almaͤchtigen/ und unſer Antlitz zu Gott auff heben ſo werden wir jhn bitten/ und er wird uns hoͤren/ und werden unſer Geluh⸗ de bezahlen/ und was wir werden fuͤrnehmen wird er uns laſſen gelingen und das Liecht wird auff unſerm Wege ſcheinen: Hiob. 22 verſ. 25. ſeqg. Wozu Gott der himliſcher Vater/ verleihen wolle die Gnade deß heili 65 Geiſtes/ umb ſeines lieben Sohnes Jeſu Chriſti willen/ Amen men. b k —— Die drey und dreiſſigſte Predigt. DE CAVSA IMPVLSIVA POENITENTIR, RATIONI PDIABOILI, ALTERA. QU DlABOLI IN IMPIOS CRUDELTTAS. Von der andern bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe/ an 1 Ih deß Teuffels Seiten/ welche iſt deß Leuffels Grauſamkeit gegen die Gottloſen, 2. Tim. 2. V. 26. Daß ſte wieder nuͤchtern werden/ auß deß nnd zu ſeinem Willen. 5 Sſpricht Paulus Roman. 6. v. 16. alſo: Wiſſt ut N hr nicht/ welchen jhr euch zu Knechten begebenin Gehot⸗ Aa Lin⸗ deß Knechte ſeyd jhr/ dem jhr gehorſam ſeyd: Wolte Gott/ wolte Gott/ O Chriſtli eſcs all die jenige ſo Ch O Chriſtliche Hertzen/ daß dieſes ale b rilten heiſſen und ſeyn wolen/ jhnen taͤglich mogten ſuh Augen und Her en ſiallen. Es iſt ein herrlicher jein loblicher/ ein alaſ — lgſter Dunſi/ Gon dienen in Heiligkeit und Gar chetgket ſoſimgeſa⸗ rer Vuſ Teuffib ſen, n! al ſiege cher Erklaͤrung wir wollen beſehen:. b Wie deß Teuffels Tyranney uͤber die Gottloſen/ uns zu uns au wahrer Buſſereitzen o. 2u lig iſt. Luc. J v. 74. Di. ſelbewerden Diener unſers Gottes genant. Eſa. 61. v. 6. Aber wenig/ wenig werden/ leider in ſolchem Dienſt gefunden: Viele dienen dem Mammon. Matt. 9. v. 24. Viele dienen jhrem Bauch als jhrem Gott. Phil. 3. v. x. Viele dienen jhren Lͤſten/ und mancherlen Wolluͤſten. Tit. 3.v. z. Vnd dadurch gerathen ſo weit/ daß ſie/ deß Sa⸗ kans Diener werden. 2. C or. II. v. x. Odes erſchrecklichẽ O deß elenden Dienſtes Dieſer iſt der veraͤchtligſte Dienſt. Weilen ſolche einem Moͤr⸗ der und Luͤgner dienen. Joh. 8. v. 44. Dieſer iſt der allerboͤſeſte Dienſt; Dann gleich wie der Teuffel boͤſe iſt/ alſo treibet er auch ſeine Diener uñ Dienerin zu allem Boͤſen/ zu bitterem Neid/ Zanck und andern Suͤnde/ welches irrdiſch/ menſchlich/ und teuffeliſch iſt. Jac. 3.v. 4. Dieſer iſt der allerhaͤrteſte Dienſt/ dann ſo der Teuffeldie jenige ſo er nur leiblich beſeſſen/ auß Gottes Zulaß elendig tractiret; Was wird er dann den je⸗ nigen endlich wiederfahren laſſen/ ſo er mit Leib und Seel in ſeine Ge⸗ walt bekombt⸗ Dieſer iſt der allerſchaͤdlichſte Dienſt. Wann Achab lie⸗ ber dem Teuffel und ſeinen Propheten/ als Gott und ſemem Diener folget/ ſo laͤſſet er ſich fein bereden/ daß er umb Leib und Seel kombt. 1. Reg. /22 v. 21. ſeqq. Daher ſchreyes Johannes das weh uͤber die jenige/ zu welchen der Teuffel kombt. Apoc. 2 verſ.12. Wie Gunnarus Koͤnig in Schweden/ Reginalden Koͤnig in Norwegen uͤberwunden/ hat er der Norweger Zaghafftigkeit mit einer ungewoͤhnlichen Schmach vor zu ſtellen/ denſelben an Statt eines Koͤniges einen Hund zum Vorſicher ge⸗ Leil. Epi- ben/ unduͤber das Land Herrn verordnet/ die unter deß Hundes Namen/ ſtol 49*. die koͤniglichen Dienſte vorbraͤchten: UInd bey Leibes und Lebens Straf⸗ fe geboten/ daß man dieſem unvernuͤufftige Thier gleiche Ehr und Dien⸗ ſie/ als dem Koͤnig ſelber erzeigen ſolte: Das war ein ſchmaͤlicher Dienſt/ aber tauſendmal ſchmaͤlicher iſts/ dem ungeheuren/ heßllehen und greßli⸗ chen Teuffel dienen: Von dieſem reden unſere verleſene Worte/ bey wel⸗ 8 wahrer Bußfertigkeit reitzen und treiben ſolle. Darbarmhertzige Gott erleuchte unſere Herhen/ daß wir zum Dienſte 9 heiligen Geiſtes uns bewegen laſſen/ umb Jeſu Chriſti willen/ men. b .* Od n Erklaͤ .——ſſſſſ — 1““ ſͤ 8 3—* 2**— 4 212 Wie deß Teuffels Grauſamkeit gegen die Gottloſen Erklaͤrung. Wann wir/O Chriſtliche Hertzen/ den elenden Zuſtand der Gottloſen/ Auguſtin. ſerm. zz. 59 ad fratr. in jerem. D. Matth. Theatr. Monarch. 2,pag. 177. in verleſenen Worten beſchrieben/ gottſelig erwegen/ moͤgen wir wol ſa⸗ gen: Solte ſieh der Himmel nicht dafuͤr entſetzen/ ſehr erſchrecken und erbeben/ auß dem Jeremia Cap. 2. v. 12. Dann was iſt doch grauſama zu gedencken/ abſcheulicher zu betrachten/ erſchrecklicher anzuſehen/ als daß ein Menſch/ welchen Gott nach ſeinem Ebenbild erſchaffen/ da Sohn Gottes von Suͤnden und deß Teuffels Gewalt erloͤſet/ der heil⸗ ge Geiſt in der Tauffe zu ſeinem Tempel geweihet/ dieſen allerguͤtig⸗ ſten Gott ſolte verlaſſen/ verachten/ und deſſen und ſeinem abgeſagten Feinde/ dem leidigen Satan/ ſich zu Dienſt begeben: O der erſchrecki⸗ chen. O der allerboͤſeſten That. Solche Leute beſchreibet allhie Paulus mit lebendiger Farbe/ und nennet ſieꝛ b 1. Ebrios: Trunckene: Dann er wuͤnſchet daß ſie mugm nüchtern werden: Es wird zweyerley Trunckenheit gefunden: ma. Corporalis: Eine leibliche: Da deß Menſchen Leib mit Wch neoder Bier alſo angefuͤllet und uͤberladen/ daß Witz und Verſtand offtmals dadurch benommen wird: Dieſe iſt eine ſchaͤndliche Suͤnd Weilen ſie den Menſchen in Scham und Schande ſtuͤrtzet/ wie an un Noah zu ſehen. Geneſ. 9. v. 21. Vndan Loth. Gen. 19.v. 33. Jenct Trunckenbold/ hat ſeine eigene ſchwangere Mutter genothzuͦchtiget/ ſi ner Schweſter ein gleiches thun wollen/ ſeinen Vater umbgebracht/ un zwo Schweſter biß auff den Tod verwundet: Sie iſt eine abſcheuliche Suͤnde; Man ſihet ja kein unvernuͤnfftiges Thier/ das mehr trincket als jhm nuͤtzlich und gutiſt: Sie iſt eine Suͤnde ſo zu aller Vngerechtigk verfuͤhret: Sie iſt eine hochſchaͤdliche Suͤnde: Dann ſie ſchadet deß Menſchen Verſtande/ Geſundheit/ Haab und Guth/ und fuͤhrer zu 6 tih ewigen Verdamnuͤß: Bey den Medern war der Gebrauch/ daß der ko niglieche Mundſchencke vom Wein/ ſo er dem Koͤnige uͤberreichen wol⸗: nnn t/ ein wenig in die lincke Hand gegoſſen/ wie nun Cyrus ſeinem Großf⸗ ne Vater Aſtyagi dieſen Dienſt verrichtete/ hat ermit gutem Bedachtden kia a Wein auff die Erde goſſen: Vom Großvater gefragt/ warumber ſol⸗ ches thaͤte/ gab er zur Antwort: Ich befuͤrchtete es waͤre Gifft in dem Dechen Dammch habe dieße Tage geſehen/ daß hr darauß geiruncken 1 u ett nd d bi r gſäth her nza ild e ie alt rlit ſeinmni O da idetallh et daßſen tgefundn⸗ chen abn. Dit und haͤndlche 1 de ſtuͤtzaſn 7.19.v enothzuͤ rumögbtat ſteineadl omehrtit er Vngen c ann ſats th/ undfuͤß brauch dh euͤberre rus ſanne uten Vatt gt wann vaͤre ifft uns zu wahrer Buſſereitzen o 283 und endlich wie toll und raſend geworden ſeyd: Sol auch deßwegen den⸗ Epi Spaniern die Trunckenheit ſo verhaſſet ſeyn/ daß keiner zum Zeugen zu ſtol. z12⸗ gelaſſen werde/ der dieſem Laſter nur einmal ergeben geweſen: Vnd die Lacedemonier haben jhre lebeigene Knechte truncken gemacht/ damit jh⸗ re Kinder/ wann ſie geſehen was die Trunckenheit fuͤr boͤſe und ſchaͤnd⸗Gerlach. liche Dinge wirtke/ von ſolchem Laſter moͤgten abgehalten werden. Eutrap. 8. Spiritualis Eine geiſtliche Trunckenheit: Da der leidige Sa⸗ pP. 200. lan/ die gottloſe Welt/ und der alte Adam/ die Menſchen in allerhand Suͤnden truncken machet: Dann gleich wie die Trunckenen taumeln; Alſo taumeln dieſe/ wie Trunclenbolden in jhren Suͤnden. Eſa. 19. v. 14. Gleich wie die Trunckene keine Gottſeligkeit noch Erbarkeit achten: Alſo auch dieſe; Sie thun muthwillig Vnrecht/ und gehen ſtracks durch mit jhren Haͤnden zu freveln. Pſalm. 58. v. 3. Gleich wie die Trunck⸗ nen/ Sinne und Witz gleichſam verlohren haben: Daher Seneca die Ebiſt. 33 Trunckenheit/ eine freywillize Vnſinnigkeꝛt nennet: Alſo auch bey die⸗ ſen: Es iſt keiner unter jhnen dem ſeine Boßheit leid waͤre/ und ſpreche; Was mache ich doch? Sondern ſie lauffen alle jhren Lauff/ wie etn grimmiger Hengſt im Streit. Jerem. g. v. 6. Gleich wie die Trunckene/ mit allerhand Spiel/ ſingen und dergleichen jhre wuͤſtes Vnweſen trei⸗ ben; Alſo auch dieſe: Wann Nebucadnezar in ſeinem Goͤtzen⸗Dienſt toll und volliſt/ ſo muͤſſen Poſaunen/ Drometen/ Harffen/ Geigen/ Pſatter/ Lauten und allerley Seiten⸗Spiel da ſeyn. Dan. 3 v.„Gleich wie die Trunckenen endlich in einen ſehr tieffen Schlaff fallen: Alſo auch dieſe: Gott wil jhnen/ auß gerechtem Gerichte/ den Geiſt deß har⸗ ten Schlaffs einſchencken. Eſa. 29. v. 0. Wie ſolches dem grauſamen Vwing, Tyrannen Attila wiederfahren/ welcher da er wol gefreſſen und geſof⸗ 8, fen im Schlaff von ſeinem eigenen Blut erſticket iſt. O der erſchreckli⸗? 5 503 chen boͤſen Trunkenheit Dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ ſol uns billich zu wahrer Buſſe treiben: Dann uͤber ſolche geiſtliche und Suͤnden Trunckenheit/ wil Gott ſeine Pfeile mit Blut truncken machen/ und ſein Schwerd ſol Fleiſch freſſen. Deut. 32.v. 42. Sein Sehwerd wird truneken im Himmel/ und ſol zur Straffe herniederfahren. Eſa. 34.v.)5 Welches alle Gottloſe als geiſilich Trunckene in der Gnaden⸗Zeit er⸗ kennen/ und nuͤchtern werden ſollen. 3 II. A diabolo conftrictos; Teuffels Gebundene: Sie ſeyn in Od in deß Kn— d— 1 4—* 4. — e.—.——— g. 4 .— al4 Wie deß Teuffels Grauſamkeit gegen die Gottloſen deß Teuffels Stricken: O der grauſamen Stricken! Es war gefaͤht⸗ n lich/ da Simſon mit ſtarcken Stricken von den Philiſtern gebunden. Judic. 16. verſ. 8. Eswar elend/ daß Ezechiel von ſeinen Zuhoͤrern miu Stricken gebunden/ daß er jhnen nicht entgehen ſolte. Ezech. 3. v. 25. Abr und d. 12 dieſe Stricke ſeyn mit jenen gar nicht zu vergleichen: Dann ſolche hatdu Teuffel mit jhren Fuͤſſen in Stricke gebracht/ und wandeln im Nate. lſ Hiob. 18. v. 8. Der haͤlt ſie mit den Stricken jhrer Suͤnden. Prov.·. v.aꝛ. Es gehet jhnen/ wie einem Vogel der zum Stricke eilet/ und weiß nicht daß es jhm ſein Leben gilt. Prov.7 v 23. Dann wann ein boͤ ſer ſuͤndige verſiricket er ſich ſelbſt. Prov. 29. v. 6. Ulnd giebtjhnen Satan offt ein Strick zum endlichen Lohn/ wie Achitopel, 2. Sam. 17. v. 23. UInd Judas Iſcharioth. Matth. 27. v.z. Solte uns dieſes nicht zu wahrer Buſſe be⸗ wegen/ als durch welchewir auß deß Satans Stricken erloͤſet werden Der Sohn Gottes prediget ja ſolchen Gebundenen eine Oeffnung. Eſ 61. v.1. Derſelben ſolle wir uns durch wahre Buſſe theilhafftig mach: und daneben gedencken daß der juͤngſte Tag/ als ein Fall⸗Strick wi kommen uͤber die/ ſo auff Erden wohnen. Luc. 21. v.zz. b III. Diaboli caprivos: Deß Teuffels Gefangene: Sie ſind von jhm gefangen: Es war ein ſchweres Gefaͤngnuͤß deß Joſepho da er unſchuldig/ bey zweyen gantzen Jahren im Egyptiſchen Gefaͤngnuͤß ſisen muſie Gen. 39. v.0. Es war ein uͤberauß groſſes Elenddem Simn⸗ ian Kon/ da jhn die Philiſter gefangen /die Augenaußgeſiochen/ mit zwoehr⸗ a nen Ketten gebunden/ er im Gefaͤngnuͤß/ wie ein Roß mahlen muſte. Ju dic. 16. v. 21. Es war dem Koͤnig Manaſſe eine ſchwere Straffe/ da erg⸗ kangen/ mit Feſſeln/ und mit Ketten gebunden/ gen Babel gebracht war. 2. Chron. 33. v. 11. Aber dieſe iſt ein viel elender Gefaͤngnuͤß/ dem Teuff n in ſeinen Stricken gefangen ſeyn: Das viele Creuͤtz ſo der Teuffelden dan Hiob zugefuͤget/ wird ein Gefaͤngnuͤß genant. Hiob. 42.v. 10. Aber da n hatte er Macht nur uͤber Hiobs Leib und Guͤter/ und nicht uͤberſeie Seele; Aber in dieſem Gefaͤngnuͤß herſchet er uͤber Leib und Seele. Da vid bittet Gott/ e wolle ſeine Seele auß dem Kercker fuͤhren /das iſt/ außſ uan groſſer Angſt und Noth. Pſalm. 142 v. d. Aber er war nicht indeß Teuß⸗ dan fels Macht und Gewalt: In dieſes Gefaͤngnuͤß gerathen die Gottloſen nſ jhrer geiſtlichen Suͤnden Trunckenheit: W heauli der Tomon⸗ dis Koͤniginnender Maſſageten Sohn iſt von Cyro gefangen/ wicen ſ ool et un einböi nenOun 7vuh wahran ken alihe ne Oefm eilhafſegr 1 Fal er angenere ußde ge iſchenG Elendhni cchen mig mahlen wi re Stzaffe abel golatt ſo derat 141 S.lo 1 und nichti b und E6 7 Pag. z13⸗ unter tragen uñ machte er ſichbald hierauff zu Schiffe davon. Aber dis wil bey dieſem Gefaͤngnuͤß nicht angehen/ wann es volfuͤhret iſt der Sa⸗ 3 tan weiß ſeine Gefangene beſſerzu verwahren. 5 Chriſtliches Hertze/ den Zuſtand dieſer ewig Gefangenen: Adonibeſeck hatte ſibentzig gefangene Koͤnige/ mit verhauenen Daͤumen jhrer Haͤn⸗ de und Fuͤſſe/ die Broſamen unter ſeinem Tiſche auffleſen laſſen. Jud. 1. v. 7. Der Keyſer Valerianus wie er vom Sopire der Perſer Koͤnig ge⸗D. Matth- fangen war/ hat er muͤſſen/ wann der Koͤnig zu Pferde ſitzen wollen/ ſein Theat. uns auß dieſem Gefaͤngnuͤß zu erledigẽ: Der iſt uns gegeben/ die Gefan⸗ gene auß dem Gefaͤngnuͤß zu fuͤhren/ und die da ſizzen im Finſternuͤß/ auß Buſſe? Der eigener /einiger und ewiger Sohn Gottes iſt ja gekommen/ fleiſchlich geſinet ſeyn/ iſt eine Feindſchafft wieder Gott. Rom. 8. v.7. Al⸗ lo/alſoiſt unſer Wille durch die Suͤnde verderbet Da komt noch dieſes boͤſes hinzu/ daß die unbußfextige vo Satã gefaͤgẽ ſeyn/ zu ſanneſnſche 8 — zillen — 2 4 ℳ 8 218 Wie das Ergernis der Unbußfertigkeit Willen/ welcher wegen ſeines Abfals und gaͤnzlicher Verſioſſung von Gott/ unaußſprechlicher viel boͤſer iſt/ als deh Menſchen boͤſer Willeiſ: Daſind alle Gottloſe ſo lang ſie in Unbußfertigkeit ver harren/ deß leidi gen Satans ſeine Voluntirer/ was jhrem HErnn gefaͤllet daß thun und volbringen ſie Und weilen deß Teuffels Willenichts anders/ als die ver⸗ kehrte zehen Gebotte/ nachdemmahl was Gott verbeut/ der Satan ge⸗ beut/ und was Gott gebeut/ der Satan verbeut/ ſo iſt darauß leicht ab: zunehmen in was Stande ſeine Voluntirer gefunden werden: Der golt⸗ Zwing. loſe Keyſer Heliogabalus ſol geſagt haben: Wann er wuͤede einen Etben Vol. pag. haben/ dem wolte er einen Vormund verordnen/ der ſolte jhn dazu zwit⸗ 33. gen daß er thun ſolte/ was er gethan haͤtte und thun wuͤrde: Einen ſolchen Vormunder haben die Gottloſen am Satan. Laſſet uns/ O Chriſtliche lh Hertzen/ dieſes erkennen/ und dem aller gnaͤdigſten Willen unſers himl⸗ ſchen Vaters folgen: So wahr derſelbe lebet/ wil er nicht den Toddß Suͤnders/ ſondern daß er ſich bekehre/ und lebe. Ezech. 33 v. rr. Das iſid MWillledeſſen/ der Chriſtum geſand hat/ daß wir an denſelben glaͤuben/ um das ewige Leben haben. Joh. 6. v. 40. Vnd darumb wiler daß ſich jeden man zur Buſſe bekehre. 2. Pet. 3.v.). Wozu allen Chriſtlichen Hertzen/) an ſeine Gnade verleihe/ Gott der Vater/ durch Erleuchtung deß heiligen unn Geiſtes/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen Amen. — —— Die vier und dreiſſigſte Predigt. DE CAVSA IMPVLSIVA POENITENTIE,RATIONEI PROXIMI, PRIMA, QIIE SCANDALI DATI b AäArROCGITAs. b b Von der erſten bewegenden Ulrſach zu wahrer Buſſe/ aa ian unſers Naͤchſten Seiten/ welche iſt das groſe gegebene Aergernuͤß. Matth. 18. v. 7. Wehe der Welt der Aergernuͤß halben/ e bie n muß ja Aergernuͤß kommen/ doch uas 8 idan vuͤcen de: En s O 6 illen n nichtdan 3 vIL kelben glu vilerdaßſt riſtliche Hlungdſſ ——= uns zu wahrer Buſſe reitzen ſol. 21„ dem Denſchen/ durch welchen Aerger⸗ nuͤß kommet. d Sſpricht Paulus.² Cor. 5. v.. alſo: Laſſet uns niemand ein Aergernuͤß geben In dieſen Worten vermah⸗ net er uns/ daß wir uns fleiſſig fuͤrſchen ſollen/ daß wir weder 2 mit Lehr oder Leben/ jemand aͤrgerlich ſeyn: Im alten Teſta⸗ ment hatte Gort geboten/ ſo ein Prieſter mit einer Su3ͤnde das Volck aͤrgern wuͤrde/ ſolte er einen jungen Farren dafaͤr zum Suͤhn⸗Opffer Dieweilen die Midianiter den Ifraeliten aͤrger⸗ deß HErnen laͤſtern gemacht/ muſte ſein Soͤhnlein von der Bathſeba gebohren/ deß Todes ſterben. 2. Sam. 12. v. 14. Dann wer die From⸗ men verfuͤhret auff boͤſe Wege/(welches auch durch ein gegebenes Aen⸗ gernuͤß geſchicht) der wird in ſeine Gruben fallen. Prov. 28. v. 10. Dar⸗ umb warnet uns Paulus ſehr fleiſſig/ wir ſollen unſern Bruder durch Aergernuͤß nicht verderben/ umb welches willen Chriſtus geſtorben iſt. Rom. 14. v. 1. Damit anzeigend/ daß durch ein gegebenes Aergernuͤß/ unſer Naͤchſter alſo koͤnne verderbet werden/ daß Chriſti Leiden an jhm vergeblich ſen; Vnd befihlet deßwegen/ daß wir nicht ſollen aͤrgerlich ſeyn/ weder den Juden/ noch den Griechen/ noch der Gemeine Gottes J. Corinth. 10. v. 32. Ja er vermahnet/ wir ſollen auch allen boͤſen Schein Theſſal. 5. v. 22. Das iſt/ wann auch das Werck an jhm ſel⸗ ber nieht boͤſe/ ſondern nur fuͤr boͤſe koͤnne angeſehen oder außgedeutet werden/ ſo ſollen wir uns dafuͤr huͤten. Solches alles machet die Wir⸗ ckung der Erempel: Weilen die boͤſen Exempel verfuͤhren/ und das Gu⸗ ke verderben. Sap. 4. v. 12. Darumb wir uns fuͤraͤrgerlichen Exempel zum allerfleiſſigſten huͤten ſollen: Vnd hat Jacobus Koͤnigin Enge⸗Luther. an eines andern Leihe nur ein Fehl ſey/ das ſolte er an ſeinem fuͤr ein eoß Ee ſen Be⸗ g. E——. 8—⸗ 7 8 2is Wiedas Ergernis der Unbußfertigkeit Geſchwer rechnen: Deßhalben warnet uns auch Chriſtus in verleſenet Worten fleiſſig fuͤr Ergernis/ auß welchen wir wollen betrachten: Wie das Ergernis ſo durch Unbußfertigkeit gegeben wird/ uns zu wahrer Buſſe treiben ſolle. 4* . Der allmaͤchtige Gott wolle durch ſeinen H. Geiſt uͤnſere Hertzen n euchten/ daß wir dieſes zu ſeines Namens Ehre/ und unſerer Bet ſerung reden und anhoͤren moͤgen umb Jiſu Chriſti willen Am Erklaͤrung. Nachdem wir in vorhergehenden Predigten angehoͤret/ was uns an Seiten Gottes des Vaters/ des Sohns und deß H. Geiſtes/ was uns auch an Seiten der guten und boͤſen Engel/ zu rechtſchaffener Buß ſe und Bekehrung bewegen ſolle/ ſo wollen wir nun ferner anſehen/ nn uns an Seiten unſers Nechſten dazu reitzen ſolle: Da iſt nun klar un am hellen Tage/ daß durch Unbußfertigkeit unſer Naͤchſter ſehr geai⸗ gert/ auch viele zu gleicher Suͤn de verfuͤhret werden: Dcßwegen warn uns der Sohn Gottes/ mit angehengter Straffe ſo getreulich dafin: Da wir muͤſſen macht nehmen:. I. Chriſtum exclamantem: Wie Chriſtus allhie ruffe: Wehe der Welt der Aergernuͤß halben: Wir haben in dieſen Wor⸗ ten zweyerley Objecta oder Dinge davon Chriſius redet: 1. Obſjectum perlonale: Was es fur Leute ſeyn davon er det: Die nennet er die Welt; Dadurch verſtehet er nicht das Gehaͤd I es dendadigches “ 4 dne Himmels und Erden/ davon Paulus ſagt; Gott habe die Welt ge da macht/ und was darmnnen iſt/ Act. 17. v.2 4. Auch nicht alle Menſchenn der Welt/ wie Joh. 3 v 16. Sondem der Hauffe der Gottloſen/ ſoindn o Welt ſind; Davon der Sohne Gottes die ſeine erwehlet hat/ darumb ſt auch dieſelbe Welt haſſet. Joh 15. v. 9. Welcher Welt wir uns nicht ſol⸗ ten gleich ſtellen. Rom. 12. v. 1. Und dieſelbenicht lieb haben. 1. Joh. ha p.1z. Weilen ſie gantz im argenlige. 1. Joh. 5. v. 19. Dieſe Welt ſollen wir uns taͤgich fuͤr Augen und Het te ſiellen/ daß wir von ihr nich be⸗ trogen noch ver fuͤhret werden; Weilen ſie Huren Art iſt/ und mit ſhtet ſeſ gefärhten Schoͤne und glalten Worten frommen Hertzen nachſic⸗ Puag W Luͤnt ekundu 1 angchin 5 Gt rchiſchaffe erner aſ Daiſeru Nichſe Daßwegn o geteundh tus älh ꝛenindiſ det. eſeyndabe er mchtda thabt did dtalle Gottlſe hlethat dn 1 — dtwirnan cb haden 1 Diſede ur von ſ iſt/ unn Herzmu — N 3 uiis zu wahrer Buſſetrabenſol. 2 Wie Alexander Magnus, mit ſeinem duͤrſtigen Krieges⸗Heeraneinen Fluß gekommen/ und der Feind jhm auff dem Fuſſe gefolgt/ damit die Kriegs⸗ Ordnung nicht moͤchte getrennet werden hat erlaſſen außruffen: Contineamus nos ab hocflumine, nam aquam haber mortiferam: Das iſt/ laſſet uns fuͤr dieſem Fluß uns huͤten/ denn er hat ein toͤdtliches Waſſer: Alſo ſollen alle fromme Hertzen ſich fuͤr der Welt Schoͤnhei⸗ und glatten Worten als fuͤr einem toͤdtlichen Waſſer vorſehen. 2. Obſjectum reale: Was es fuͤr ein Ding ſey davon er re⸗ det: Solches iſt Ergernis: Ergernis iſt nichts anders/ als eine boͤſe Red/ oder boͤſes Werck/ dadurch den jenigen ſo auff Gottes Wegen wandeln ſollen/ ein Anſioß gegeben wird/ daß ſie gebuͤrlich fortgehen/ ſon⸗ dern dadurch entweder auff gehalten werden/ oder wol ſtraucheln und fal⸗ len. Und dieſes Ergernis iſt zwiefacch;: b a. Scandalum acceptum& paſſivum: Ein genommenes Er⸗ gernis: Da einer jhm ſelber ein Ergernis an einer Rede oder Dinge nimt/ und wird abgetheilet: 38 1. In illicitum: In ein verbotenes Ergernuͤß: Da ſich einer aͤrgert an einem ſolchen Dinge/ welches an und fuͤr ſich recht und gut iſt: welches eine groſſe Suͤnde iſt; Alſo aͤrgerten ſich die Marſee und Schrifftgelehrten/ an Chriſti Perſon/ Lehr und Wuͤrden/ Wercken und Leben; Denen war er ein Stein deß Anſtoſſens/ und ein Fels der Erger⸗ nuͤß/ daer ſolte jhre Heiligung ſeyn/ Eſa. 8. v. 14. Die Predigtvomge⸗ creutzigten Chriſto war den Juden ein Ergernuͤß/ und den Griechen ein Thorheit. 1 Cor. 1. verſ. 23. Den Glaͤubigen iſt Chriſtus ein koͤſtlieher Stein/ aber den nglaͤubigen ein Stein deß Anſtoſſens/ und ein Fels der Ergernuͤß. 1. Pet. 2. v. 6.1eq. Nichꝛ auß Gottes Rath und bloſſem Willen/ ſondern wegen der Menſchen Inglauben und Boßheit: Dieſes Ergernuͤß wird auch heut zu Tage bey vielen Gottloſen gefunden/ und beweiſen ſolches/ theils mit jhrem Vngehor ſam/ da ſie dem Evangello ungehorſam ſeyn. Rom. 10. v. 1. Vnd das Evangelium jhnen verdecks iſt. 2. Cor. 4. v.z. Weilen ſie die Evangeliſche Warheit nicht mit Anruſ⸗ * fung Gottes und gottſeliger Andacht betrachten/ ſondem ſchlechtes ein Ab ſcheu dafuͤr haben und behalten Theils mit jhrem vorſetzlichen irre gehen/ ſind verduͤſtert. 1. Tim.6 verſ. 4. Vnd gehenvom Glaubenirre. ibid. v. o. Vndfehlen der Warheit. ⁊. Tim. 2. verſ. 8. Weilen ſiein h⸗ ren eigenen Gedancken gantz erſoffen. Fuͤr dieſen Ergernuͤß ſollen wir Ee ij uns “ 4 ——————— 4— — 4—* 2 422 2 4* 2 1—.“ ———————————. 1 „ 5— — 3— 4 1 4 Kun 3—— 3““ —.—* — 220 Wie das Aergeruuͤß der Unbußfertigkeit uns zum ſleiſſigſten huͤten/ und unſer Vernunfftgefangen nehmen untt den Sehor ſam Chriſti.. Corinth. 10. v.5. 4 2. Inlicitum: In ei argert an falſcher Lehre/ an falſchem Gottes⸗Dienſt/ an gottloſem Loben und Wandel/ und von Hertzen ein Abſcheu dafuͤr traͤget: Das iſt Got 94 8. Scandalũm datum& activum: Ein gegebenes Aergernuͤß Da ein ander ſeinem Naͤchſten ein Aergernuͤß giebt/ dabey wir muͤſſenmn acht nehmen: Ow'enus in Epi- gPram. 1. Modum: Wie es gegeben werde: Nemblich: 1. In doctrina: In der Lehre: Da viel Lehrer durch neue Leht Zutrennung und Aergernuͤß anrichten. Roman. 16. v. 17. Die halten die Menſchen auff/ der Warheit nicht zu gehorchen. Galat. 5. v. 7. Da auch die Obrigkeit durch Annehmung und Auffrichtung falſcher Lehr/ jhren Vnterthanen aͤrgerlich iſt/ und ſie zum falſchen Gottes⸗Dienſi verſa⸗ ret: Alſo richtete der Koͤnig Jerobeam auff den Kaͤlber⸗Dienſi zu Oi und Bethel/ den Iſraeliten zum Aergernuͤß und Suͤnde. 1. Reg. 12. v. z0. Da auch Haus⸗Vaͤter und Haus⸗Muͤtter/ jhren Kindern und Geſin⸗ de durch falſche Lehr und Gottes⸗Dienſt aͤrgerlich ſeyn/ und zur Suͤnde verfuͤhren/ wie die Mutter Micha mit jhrem Abgott gethan. Joel. 17.v. hin 3. Das iſtwarlich eine groſſe Suͤnde/ damit man nicht allein ſich ſelbſ ins Verdamnuͤß/ ſondern auch andere mit ſich fuͤhrer. 2. In vita: Im Leben: Wann Lehrer blinde Waͤchter ſeynſo nichts wiſſen/ ſiumme Hunde ſo nicht ſtraffen koͤnnen/ ſind faul liegn und ſchlaffen gerne. Eſ. 76. v. 10. Wollen der Schrifft Meiſter ſeyn/ und i wiſſen nicht was ſie ſagen oder ſetzen. 1. Tim... v. 7. fuͤhren ein aͤrgerliches i Lcben/ ſeyn Tabae Saͤuffer/ Schwelger und Trunckenbolden/ daßman von ferne an ihn riechen kon/ was Geſchlecht ſie ſeyn; Der Poet hat nch tißa und wolgeſchrieben: 7 Vrt decuit, docuit, qui re ſua verba probavit, BPlus male facta nocent, quàm benè dicta docent. Ein Lehrer der ſein Leben fuͤhrt/ b Wies ſeiner Perſon gebührt/ Mit ſeinem Leben zeuget frey/ Daß ſeine Lehre Warheit ſe/ nzugelaſſenes Aergernuͤß: Daſichuna dabeyn inde. Kindemun 1 geihan) iicht ollu 1. 9 de Wäatne een ſidſul ft Maſat uͤhrtneinang ckenboldand Der Pat t, adocent uns zu wahter Buſſe treiben ſol. 221 Dann boͤſes Leben ſchadet mehr/ Als Nutzen bringet gute Lehr. Alſo hat Origenes/ nich allein mit dem Wont/ ſonder auch mit ladin. ſeinem Leben und Exempel gelehret: Eine gleiche Beſchaffenheit hat es lüte fche mitder Obrigkeit/ wann dieſelbe dem Schwelgen zugethan/ daß jhre Ti⸗ ſ che vol Speyens ſeyn. Eſa 28.v. 8. So pflegen die Vnterthanen zu fol⸗ 5 Lapaz gen: Wie auff dem hochzeitlichẽ Beylager Hertzog Johann Friederichs nachmahl Churfuͤrſten zu Sachſen/ in Beyweſen D. Lutheri/ Hertzog Ernſt von Luͤneburg uͤber das Sauffen bey Hofe hefftig geklagt/ und Lu⸗ therus geſagt. Da ſoltet jhr Fuͤrſten und Herren zuthun/ hat der fromme Zen. ac. Hertzog geantwortet: Jallieber Herꝛ Doetor/ wir ihun freylich dazuſes una ber Damit anzeigend/ daß Herꝛen und Pag. 76· waͤre ſonſt laͤngſt abgekommen: Fuͤrſten mit jhrem Erempel andern den Weg zeigeten. Vnd alſo gehets auch mit andern Suͤnden der Obrigkeit zu. Wannim Haus⸗Stande der Prieſter El weiß/ wie ſeine Kinder ſich ſchaͤndlich halten/ und ſihet nicht einmal ſauer dazu. 1. Sam. 3. v. 13. So folget die Straffeuͤber Va⸗ ter und Soͤhne. Wann die Eltern im Hauſe/ mit Fluchen/ Schweren und andern Suͤnden umbgehen/ ſo heiſſet es/ was die alten ſungen/ das pfeiffen die Jungen: Vnd da waͤre es beſſer/ daß ſolchen Eltern ein Muͤhl⸗Stein anjhren Halß gehencket wuͤrde/ und erſaͤufft wuͤrden im Meer da es am tieeffeſten iſt Matth. 18.v..„.. 2, Fructum: Wases fur Frucht bringe: Nichts anders als die Verletzung der Liebe deß Naͤchſten/ weilen wir demſelben ein Anſtoß und Aergernuͤß darſtellen. Rom 14 v. 1z. Darauff dann erfolget der ſchreck⸗ liche Zorn und Straffe Gottes/ wie nicht allein an El und ſeinen Kin: dern/ ſondern auch den Iſraelitiſchen Prieſtern zu erſehen/ weilen dieſelbe den Iſraeliten gedienet fuͤr ihren Goͤtzen/ und dem Hauſe Iſrael ein Aer⸗ nuͤß zur Suͤnde gegeben/ ſo hat Gott ſeine Hand üůber ſie auß geſtrecket/ daß ſie jhre Suͤnde tragen muͤſſen. Ezech. 44. v. 2. Wie wir bald mehr davon hoͤren werden.. II. Scandali neceſſiratem: Die Nothwendigkeit der Aex⸗ gernuͤß: Es muß ja Aergernuͤß tommen: Nichtdurch eine ablolute und bloſſe Nothwendigkeit/ ſondern neceſſitate hypothetica& conſe- uentiæ, weilen die Menſchen voll Boßheit ſeyn/ und Chriſtus daß es geſchehen wuͤrde zuvor geſehen/ und deßwegen verkuͤndiget. Dann der Teuffel —— 2 .„ 1 4 lich daß nicht Ergerniſſe kommen. Luc. 17. v. 1. Wiedas Ergernis der Unbußfertigkeit Teuffel iſt geſchaͤfftig/ die Welt liſtig/ und Fleiſch und Blut gebrechlich: Dann gleich wie eine Finſternuͤß ander Sonnen nicht darum geſchicht weꝛle der Sternkuͤndiger es verkuͤndiget/ ſondern der Sternkuͤndiger vet⸗ kůͤndiget ſie darum daß ſie werdekommen Alſo verkuͤndiget Chriſius das Ergernis/ weilen wegen des Teuffels/ der Welt und der Menſchen Boß⸗ heit ſie kommen werden: Darum reder es Lueas alſo auß: Es iſt unmuͤg⸗ III. Pœnæ gravitatem: Die ſchwere Straffe der Erger⸗ niſſe: Doch wehe dem Menſchen/ durch welchen Ergerniſſe kom⸗ met: Dieſes iſt das rechte welches wir allhie zu betrachten haben: We⸗ he denendie im geiſtlichen/ weltlichen und Haußſtande/ mit Ergerniſſen jhren Nechſten verfuͤhren; ſo mit Haß/ Neid/ Zwietracht/ Feindſchafft Rachgier/ Freſſen und Sauffen/ Huren und Ehebrechen/ Geitz und Schinderey/ Liegen und Verleumden/ ſonderlich aber wann in ſolchen Suͤnden unbußfereig verharret wird: Dieſes Wehe deß H Erren Chn ſti/ iſttheils dolentis, ein mitleidiges Wehe/ als wolte er ſagen: Ach daß Camerar. hor. ſub- ciſiv. cent. 1. cap. 82. Gtimm bezahlen. Eſa. 59. v. 7. ſeq. Solte uns dieſes nicht zu wahrr uumſ die Welt ſo boͤſe/ ſo blind/ ſo verderbet iſt/ daß ſie an Gottes Straffe und Rache nicht gedencket; theils comminantis; ein draͤuendes Weh; als wolte er ſagen: Gedencket nur jhr Gottloſen/ es wird euch nicht alſo ge⸗ ſchencket und zu gute gehalten werden/ wie jhr euch einbildet: Es ſol Un⸗ gnade und Zorn/ Truͤbſal und Angſt/ uͤber alle Seelen der Menſchen kommen/ die da boͤſes thun. Rom. 2. v. 8. ſeq. Gott wil mit Feuerflam⸗ men Rach geben uͤber die/ ſo jhn nicht erkennen/ und uͤber die/ ſo nicht ge⸗ horſam ſeyn dem Evangelio unſers HErrn Jeſu Chriſti. 2. Theſſ. v. 7. Georgius Caſtriota, genant Scanderbeg/ wann er in der Schlache gegen ſeine Feinde geſtanden/ ſeyn jhm fuͤr Zorn die unterſte Lippen am Munde auffgeſprungen/ und viel Bluls herauß gefloſſen. Alſo wi Gott gegen ſolche Scandauiten und Ergernis gebende auß ziehen wie ein Rieſe/ und ſeinen Eiffer auffwecken wie ein Kriegesmann. Eſa. 42. v. z Er wil ſich anziehen zur Rache/ und kleiden ſich mit Eiffer/ wie mita⸗ nem Rock/ und ſeinen Widerſachern vergelten/ und ſeinen Feinden mit Buͤſſe leiten/ daß wir auch umb unſers Nechſten willen/ den Feuerbren⸗ nenden Zorn Gottes nicht auff uns laden moͤchten? Laſſet uns vielmehrꝛ DWVfanne die Lehre Gottes unſers Heylandes in allen Stuͤcken zieren/ Tit. 2 v. oo. Wozu uns verhelffen wolle Gott der Vater/ durch Erleuchtung 35 R. Geiſtes umb Jeſu Chnſſtiwillen Amen/ Amen. Exge hten hehn mitE cht Fe drechen derwama dß hem terſagere ottes St auendsd dauchnicht vidda E telenda e wil mitgen berdie pn Phrſt: ner inden 6t vermiſchet/ und ſagt: Meinet ihr/ daß die äus zu wahrer Buſſetreiben ſol. „Die füͤnff und dreyſſgſte Predlg.— DE CAVSA IMpPVLSIVA POENITENTIK RATIONE * 8 PRKOXIMIL SECUNDA, QllE EXERMPLI PIORLIM 3 Von der andern bewegenden Ulrſach zu wahrer Buſſe an unſers Nechſten Seiten/ welche iſt das herꝛliche Exempel der Frommen.“ Sam. 24. v. o. Bnd das Hertz ſchlug David/ nachdem das Volck gezehlet war/ und David ſprach zum Hrrn. Ich habe ſchwerlich geſun⸗ 1 diget/ daß ich das gethan habe/ undnun Srr/ nim hinweg dle Miſſethat deines Knunechts/ dan ich habeſehr thoͤrlich gethan. S ruͤhmet der Apoſtel Paulus. Tim. verſ. 16. 6. boͤchlich und billich/ daß Chriſtus jhm Barmhertzigkeis ☛ wiederfahren laſſen/ auff daß er an jhm erzeigete alle Gedult/ = zum Erempel denen/ die an jhn glaͤuben ſolten zum ewigen Leben. In dieſen Worten ſtellet uns Paulus fuͤr Augen/ wie Gott an⸗ derer Leute Erempeluns vorſie lle/ daß wir durch dieſelbe zu wahrer Buſ⸗ ſe ſollen ben ogen werden. Da ſtelleter uns in ſeinem Worte für: „ 1. Exempia juſtitiæ: Exempel ſeiner goͤttlichen Gerechtig⸗ keit: Solche laͤſſet er uns ſehenan den Inbußfertigen/ auff daß wir durch deren Beſtraffung! zu wahrer Buſſe bewogen werden: Chriſtus haͤlt uns fuͤr das Exempel der Galileer/ welcher Blut Puam⸗ mit jhrem Opffen e Gaieer/ fuͤr allen Ga⸗ lileern Suͤnder geweſen ſeyn? Ich ſage/ nein/ ſondern ſo jhr euch niche beſſert/ werdet jhr alle auch alſo umtommen. Luc. 3 verſ 2. feq. Paulus haͤlt uns fuͤr das Exempel der Ixkraeliten in der Wuͤſten t und ſagt/ daß G HO T T dirſelbe wegen jhrer boͤſen Luͤſte/ Hurerey b und 224 Wie die Exempel der rommen und Verſuchung habe geſtraffet/ uns zum Fuͤrbilde/ daß wirunsn ſhrem Exempel ſpiegeln ſolten.1. Cor. 10. verſ. 5. leg. Petrus haͤluns ld auch Exempelfuͤr/ und ſpricht: Gott habe der vorigen Welt nicht ver ſchonet/ und die Suͤndfluth uͤber ſie gefuͤhret; Auch die Staͤdte So doma und Gomorrha zu Aſchen gemacht/ und damit ein Exempelg ſetzet den Gottloſen/ ſo hernach kommen wuͤrden. 2. Pet. 2. v.. legg Da heiſſet es warlich; Exemplis alienis ſapere diſciro,& nulla malate aßfficient: Das iſt; Lerne Weißheit durch frembde Exempel/ ſo wirddit nichts Boͤſes begegnen. b b 2. Exempla miſericordiæ: Exempel der goͤttlichen Barm hertzigkeit: Wie Hiſkia ſich demutigte/ daß ſich ſein Hertz erhoben hat⸗ er/ da kam der Zorn Gottes nicht uͤber Juda und Jeruſalem/ ſo lange Hiſkia lebete. 2. Chron. 32. v. 26. Wie Manaſſes ſich fuͤr Gott demͦ⸗ eigte/ bat und flehete/ da erhoͤret er ſein Flehen/ und brachte jhn wieder gen Jeruſalem zu ſeinem Koͤnigreich. 2. Chron. 33. v. 12. ſegq. Alſo hat Gott die bußfertigen Niniviten zu Gnaden auff und angenommen. Jon. 3, cap. Dieſes hat auch David wol in acht genommen/ und wie er Gott mit ſeinen Suͤnden erzuͤrnet/ ſein Hertz und Gewiſſen jhn deſſen uͤberzeuget/ alsbald umb Vergebung ſeiner Suͤnde Gott angeruffen/ wollen derwegen ſolches Exempel uns fuͤr Augen ſtellen und anſehen; Wie Koͤnig Daolds/ und anderer/ Exempel/ uns zu wahrer Bußfertigkeit bewegen ſollen. Der Vater der Barmhertzigkeit/ erleuchte unſere Hertzen durch ſeinen heiligen Geiſt/ daß wir in Davids gottſelige Fußſtapffen treun mogen/ umb Jeſu Chriſtu willen/ Amen. 6 Erklarung. CEs hatte/ Chriſtliche Hertzen/ der leidige Satan dem David ein gegeben/ daß erauß Hoffart und Vermeſſenheit ſein Volck ſolte zeh⸗ len laſſen. 1. Chron. 22. v. x. Zu dieſem laͤſſet er ſich verfuͤhren/ befihlet ſeinem Feld Hauptman Joab undallen Haupt⸗Leuten deß Heers/ daß ſie ſolches alſo verichten muͤſſen: Wie aber dieſes geſchehen/ befindt ethass 2 David in ſeinem Hhertzen/ daß es Goteuͤbel gefallen. dEh wnas o e. a brachteſe 1a ſeog.) und ange ommen wh ‚ewiſſanſe Gottann llen undm npel u ſllen detzendo Fußſtuffan Wunn deß doͤſen Gewiſſens Eſa. 6s vnſ 14 unlat Dantan naget/ und uns zuwahrer Bußfertigkettbewvegenſollen. ae Wendet ſich derwegen alsbald zu wahrer Buſſe/ als dem eintigen Mit⸗ tel dadurch er Gottes Gnade erlangen kunte: An demſelben ſtellet uns Dot ein Exempel fuͤr/ wie wir uns zu wahren Buſſe ſchicken ſollen: emlich; 8 b I. Conſcientiæ attentione; Daß wir unſer Gewiſſen in acht nehmẽ. Und das Hertze ſchlug David/ nach dem das Volck gezeh⸗ let war: Da ſihet man eigentlich was Jeremias ſagt: Es iſt das Hertze ein trozig und verzagt Ding. Jerem. 77. v. 9. Kurtz zuvor hatte der Sa⸗ tan Davids Hertze trotz ig und vermeſſen gemacht/ wegen ſeiner groſſen Heeres⸗ Krafft/ daß er ſich auff dieſelbe verlaſſen ſolte Nun aber das Zeh⸗ len deß Volckes verrichtet/ ſo wachet Frau Conſcientia auff uͤberzeuger Ihn ſeiner Suͤnde und Miſſethat da ſchlaͤgt jhm ſein Hertz/ ſein Gewiſ⸗ ſen machet ſein Hertz angſi und bange/ dann Hertz und Gewiſſen hal⸗ ten eine ſtarcke correſpondentz und Zuſammenſtimmen mit einan⸗ der: Alſo ſage die Abigail zu David; Er ſolle nicht thun was er boͤß ge⸗ ſchworen hatte/ ſo wuͤrde es hernach ſeinem Hertzen nicht ein Anſtoß noch Aergernuͤß ſeyn. 1. Sam. 25. v.; 1. Das iſt/ er wuͤrde ſein Gewiſſen nicht beſchweren UInd Johannes ſagt; So unſer Hertz uns verdammeunſer Gewiſſen) ſo ſey Gott groͤſſer dann unſer Hertze. 1. Johann.z. verſ. 24. Wann das boͤſe Gewiſſen auffwachet/ ſo bebet das Hertz. Pſalm.; 8. v. I1. Es wil uns verlaſſen. Pſalm. 40. v. 13. Und kompt ſolches daher/ wei⸗ len auß dem Hertzen kommen arge Gedancken/ Mord/ Ehebruch/ Hu⸗ rerey/ Dieberey/ falſche Zeugnuͤß und Laſterung. Matth. /15. v. 19. Es iſt ein Fuͤrſt geweſen/ ſo immer uͤber Schmertzen ſeines Hertzens geklaget/ wie nun unterſchiedliche Medici zu jhm gefodert/ iſt ein junger Medi- cus darunter geweſen/ ſo geſagt: Er habe geleſen/ daß Wuͤrme im Her⸗ Zwing. ben wachſen koͤnnen/ ſo durch den Gebrauch deß Knoblauchs koͤnnen ge⸗ Volz. loͤdtet werden. Demſelben aber hat man keinen Glauben zuſtellen wollen: P28.352. Wieder Fuͤrſi daruͤber geſtorben/ und der Leib eroͤffnet/ hat man im Her⸗ tzen einen Wurm mit einem Nadel ſpitzigen Schnabel gefunden/ wel⸗ chen weilener noch gelebet/ die Medici auff einen Tiſch gelegt/ und von Knoblauchs⸗Safft einen Cireul umb jhn gemacht/ da ſich der Wurm fůr ſolchem Safft ſehr gekruͤmmet/ hin und her beweget/ aben durch An⸗ ruͤhrung deſſelben bald geſtorben: Wann/ O Chriſiljche Hertzen/ der dem⸗ 2. D. Matth. Theatr. Mon. 4. pago=. Zwing. Vol. 2. Paß. 459: 228 Wie die Exempel der Frommen demſelben unnachlaͤſſigen Schmertzen zufuͤhret/ iſt nicht beſſer als dai bittere Knoblauch⸗Safft rechtſchaffener Reu und Leid/ mit wahtem Glauben an Ehriſtum /vermiſchet/ und dabey kann man mit gutem zu uu ge ſetzen/ probatum eſt: Es iſt an vielen bewehret. Es werden/ leider via gefunden/ deren Hertze wol fuͤhlet daß jhre Boßheit ſo groß iſt. Jerem v. 18. Dann gleich wie ein Geſchwer/ entweder eine Wunden/ oder ſa cie Narben hinter ſich verlaͤſſet: Alſo auch die Suͤnde/ laͤſſet entwedath ſehr boͤſes/ oder aber ein immer erinnernd Gewiſſen hinter ſich. Aber che Leute verſtocken jhre Hertzt/ wie Pharao Exod. 8.v.z2. Sie verſtoch en jhre Hertzen/daß ſie Gott nicht fuͤrchten. Eſa 6z v. 7. Paulus nei⸗ n net ſie Ruchloſſe Eph. 4 v.*9. Die jhnen kein Gewiſſen uͤber jhre Suͤn⸗ de machen: O der allerelendeſten Menſchen Laſſet uns derwegen O Chriſiliche Hertzen/ das Schlagen unſers Hertzen/ und das Auffwachen unſers Gewiſſens erkennen/ und in der Zeitder Gnaden dem anklopffen⸗ den himliſchen Vater/ durch wahre Buſſe unſere Hertzen auffthun/ den nagenden Hertz⸗Wurm mit dem ſcharffen Knoblauch hertzlicher Ra und Leid/ mit wahrem Glauben an Chriſtum vermiſchet/ den Garauß machen/ dann ein geaͤngſtes und zuſchlagenes Hertz/ wil Gott nicht v 1 achten. Pſalm.⸗1. v. 19. Er wil heilen die zubrochenes Hertzen ſind. Pſl 147.v. 3. Er wilbey jhnen wohnen. Eſa 7. v. z. Der Sohn Gottesb die zubrochene Hertzen verbinden Eſa 6. v.. Er wil ſie erquicken. Man. t 1. v. 28. Laſſet uns/ das Schlagen unſers Hertzen nicht verachten: Dam b gleich wie ein Tyrann/ zugleich Anklaͤger/ Zeuge/ Richter und Verdan mer iſt: Alſo auch unſer boͤſes Geewiſſen. Den goltloſen Keyſer Caligni lam hat ſein hoͤſes Gewiſſen gantz nicht ſchlaffen laſſen/ undwann ſchon ein wenig geſchlaffen/ hat er doch ſolches mit groſſer UInruhege than. Pontium Pilatum ſol ſein boͤſes Gewiſſen/ wegen deß unſchuldig verdambten Chriſti alſo gequelet haben/ daß er ſich ſelber umbs Lebeng bracht. Papyrius ein Roͤmer/ nach dem er ſeine Schweſter geſchwaͤngett und ſhr Bater jhr einen Dolch geſand /damit ſieſich ſelber entleibel/ hü 3 iß er ſich auch ſelber umbs Leben gebracht. Dieſes ſind die Fruͤchte eines bi⸗ nn ſen Gewiſſens aI. Peccati confeſſione; Mit Bekaͤntniß uſer Sünden dann d. David pprach zum HErꝛen; Ich habe ſchwerlich gelindiga, —————— 82 3———— 5— *—-——.— 4— —— 3— eenee 8 4 4 8 ſen ähaß ſtunsdr nddasze een dem erten auft nuch her ſchet de wil Genn Harzaſt Soßne ieerzuc he verachn. ſchterund oſen Kqſa aſſen tny groſſalhn egendehine ſber un veſtegtt cber aſ deFruͤchte nißuſes rlich gil damit gegeben. Laſſet uns/ O Ieinee Hertzen/ auch dieſes uns zu wahrer Bußfertigkeit bewvegen ſollen. 22⸗ daß ich das gethan habe: Alhie hats David beſſer gelernet/ wie zur an⸗ dern Zat/ daer ſeine Suͤnde verſchweigen wolte/ und jhm ſeine Gebeine fuͤr taͤglichem Heulen verſchmachtet. Pſalm.32. verſ. 3. Wir haben aber alhie. b 1. Conteſſionem pœccati: Das Bekaͤntnuß der Sunden: Ich habe geſundiget/ ſpricht er: Das iſt; Ich habe wieder Gott und ſein allerhelligſtes Geſetze gehandelt/ daß ich mich mehr auff menſchliche Macht/ als auff Gottes Allmacht verlaſſen: Dann er wuſte ſehr wol daß ſolches ein nichtiges Vertrauen: Verlaſſet euch nicht auff Fuͤrſten/ ſie ſind Menſchen/ und koͤnnen nicht helffen/ ſpricht er Pſalm. 146. v.z. Laſ⸗ ſet uns aber/ O Chriſtliche Hertzen/ unſere Suͤnde fuͤr Gott nicht verber⸗ gen/ nicht verleugnen/ nicht entſ uldigē/ ſondern rund auß und von Her⸗ ten bekennen/ ſagen mit David: An dir allein hab ich geſuͤndiget/ und uͤbe fuͤr dir gethan. Pſ. z1. v. 6. Gedencken an den allergnaͤdigſten und goͤttli⸗ chen Befehl: Kehre wieder du abtruͤnnige Iſrael/ ſo wil ich mein Antlitz nicht gegen euch verſtellen/ denn ich bin barmhertzig/ und wil nicht ewig⸗ lich zuͤrnen/ allein erkenne deine Miſſethat/ daß du wieder den HErrn dei⸗ nen Gott geſuͤndiget haſt. Jer. 3. v. 12. ſeq. Wann bey den Lacedemo⸗ niern einer in ſeiner Miſſethat hemnoffen/ hat er umb einen dazu ſonder⸗ lich verordneten Altar gehen/ und ſeine Miſſethat ſelber Geſangsweiſe 2 bekennen muͤſſen: Wie viel mehr ſollenwir unſere Suͤnde unſerm himli⸗ ſchen Vater mit demuͤtigem und wehmuͤtigem Hertzen bekennen. 2. Confeſſionem mogdi: Das Bekaͤndnuß der Weiſe der Suͤnde: ich habe ſchwerlich geſundiget: Es ſind die Sunde der men⸗ ſchen nit gleich/ ſondern die eine Suͤnde iſt ſchwerer als die andere: Die Suͤnde gegen die erſte Taffel deß Geſetzes Gottes/ weilen ſie gerade gegen Gott ſind/ ſind ſchwerer als gegen die andere Taffel/ weilen dieſelbe vermittels dem Nechſten wider Gott geſchehen: Da war die Suͤnde Davids eine ſchwere Suͤnde/ weilen er auß ſeiner euſſerlichen Macht jhme einen Abgott gemacht/ und alſo mit ſchaͤndlicher Ab⸗ goͤtterey ſich an GOTT verſuͤndiger: Da war ſeine Suͤnde eine ſchwere Suͤnde/ weilen er ein Prophete und Koͤnig war/ und andern mit gutem Exempel vorleuchten ſolte. Da war ſeine Suͤnde eine ſchwere Suͤnde/ dieweil er ſeiner Unterthanen viel ein Ergernis fleiſſig * . 5 3 3 3* ——*. 228 Wiedie Exempel der Frommen flaiſſig in acht nehmen/ daß wir unſere Suͤnde nicht gering halten/ ſon⸗ derlich wann uns Gott im Aempter/ und andern deßwegen mit gutem Exempel vorzugehen/ geſetzet hat; Sonſien heiſſet es hernach: Meint ſchwere Suͤnde/ ſind durch ſeine Straffe erwachet/ und mit Hauffenmit uͤber den Halß komen/ daß mir alle meine Krafft vergehet. Thren. 1. v.⸗. 3. Confeſſionem facti; Das Bekaͤntnis der That: Daß ich das gethan habe/ Das iſt/ auß Stoltz und Vermeſſenheit das Volck zehlen laſſen. Es iſt die Erzehlung aller unſer Suͤnden unmuͤg⸗ lich/ dann bey einer eintzigen ſchweren Suͤnde/ fallen auch viele andere verborgene Buͤnde fuͤr: Als zum Exempel: David hat allhie geſuͤndi⸗ get/ mit Unterlaſſung des Guten/ als dem eintzigen Vertrauen auff Gottes Allmacht/ und was demſelben mehr anhaͤngt/ und Wollbrin⸗ gung des Boͤſen/ als Stoltz/ unnuͤtzer Sorgfaͤltig keit/ Vermeſſenheil Verachtung Goͤttliches Schutzes und Verheiſſung/ und dergleichen Suͤnden mehr/ ſich gegen Gott vergangen: Uinterdeſſen aber wann wir eine ſchwere Suͤnde begangen/ ſind wir ſchuldig dieſelbe zu bekennen/ da⸗ mit unſer Gewiſſen deſto beſſer befriediget werde/ uñ Gort uns moͤge deſio gnaͤdiger ſeyn/ wann er unſere hertzliche Reu und Leid ſiehet: Wie der Vater deß verlohrnen Sohns vernonmen/ daß er bekennet/ er habe ge⸗ ſuͤndiget im Himmel und fuͤr jhm/ und daß er fort nicht werth/ daß er ſen Sohn heiſſe Luc. 15. v. 21. Da beweget jhn ſolches zur Barmhertzigke. Oſiand. Epit. hi- ſtor. Eccl. cent. 3. I.I. c.6. III. Seria deprecatione; Mit ernſtlicher Abbitte der Suͤnden⸗ Nun HEr: nimb hinweg die Miſſethat deines Knechts: Es iſi ke⸗ ner/ ſo uns auß unſern Suͤnden erretten kan/ dann der einige almaͤchtilge Gott. Derhalben muͤſſen wir ſchreyen zum HErrn/ wollen wir auß un ſer Suͤnden⸗Noth errettet werden. Pſalm 4. v. 18. Das hat Davidofft gethan: Gott ſey mir gnaͤdig nach deiner Guͤte/ und tilge meine Suͤnde nach deiner Barmherzigkeit ſchreyet er. Pſalm. 5..v. z. Auß der Tieffen ruff ich HErꝛzu dir/ HErꝛ hoͤre meine Stimme/ laß deine Ohren me⸗ cken auff die Stimme meines Flehens/ ſo du wilt/ HErn/ Suͤnde zurech⸗ nen/ HErꝛ/ wer wird beſtehen: Wir muͤſſen mit Manaſſe die Knie unſcts Hartzen beugen/ und umb Gnadebitten. Orat. Manaſſ v. 11. Unſete Suͤnde mit Petro bitterlich beweinen. Matth. 26. v. ult. Wie Origents auß Furcht den Goͤtzen geopffert und Chriſtum verleugnet/ hater herna chet ſolchen Fall mit vieſen Thraͤnen und elendem Geſchrey baeiher 1 1 39tul. t und idſichete! ekennete dtwerhde Banſe tteder d nechted einigeabi vollenw as halr algemene 1 Au p dn dei O n/Sind ſſedeg nafV.Il, 4. Wud — ſchrih ſn uns zu wahrer Bußfertigkeit bewegen ſollen. 220 IV. Srultitix agnitionc; Mit Erkaͤntnuß unſer Thorheit: Dann ich habe ſehr thoͤrlich gethan: Freylich/ freylich iſt ſuͤndigen ei⸗ ne groſſe Thorheit: Da ſtincken und eitern unſer Suͤnden Wunden fuͤr Thorheit. Pſalm 38 v.. Da gerathen die Heiligen auch offt auff eine Thorheit. Pſalm. 8. v.9. Wie alhte der David geihan Und ſoles den Gottloſen nicht wol gehen umb jhrer gro ſen Thorheit willen. Prov. 5. v. ult. Solchen Thoreniſt jhre Thorheit eineFreude. Prov z v 21. Aber wann das Hertz endlich/ wie dem David/ darauff ſchlaͤgt/ das iſt keine Thorheit/ ſondern bringet erſchreckliche und unleidliche Traurig⸗ keit. Alſo laſſet uns dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ wol erwegen/ da⸗ mit wir zu wahrer Buſſe dadurch moͤgen gefuͤhrer werden: Was kan doch graͤſſere Thorheit ſeyn/ als vorſetzlich uͤndigene Em ſolcher ladet auff ſich/ den unertraͤglichen Jorn Gottes: Derſelbe druͤcket/ und drenget alsdann Gott mit allen ſeinen Fluthen. Pſalm. 88. verſ. 8. Ein ſolcher ſchwebet unter dem Fluche des Geſches. Deut. 27.v. 6 Da gehet der Menſchen Fluchwegender Menſchen Sunde Prop... ·0. Ein ſolcher iſt gefangen in deß Teuffels Stricken zu ſeinem Willen. 2. Tim. 2. v. 26. Ein ſolcher vermeinet zwar/ er gehe auff einem feinen Pflaſter/ aber deſſelben Ende iſt der Abgrund der Hoͤllen. Syr. 21. v. 11. Solte uns dann ſolcher thoͤrichter und elender Zuſtand nicht zu wahrer Duſſereitene Der Allmaͤchtige Gott/wolle uns alle zurechiſchaffener und jhm wolgefaͤlliger Buſſe leiten/ durch den heiligen Geiſt/ umb Jeſu Chriſtiwillen/ Amen/ Amen. — Die ſechs und dreyſſigſte Predigt. DE CAVSA IMPVLSIVA POENITENTIE, RATIONE EPECCA TI, PRIMA, Q PECCAII ORIGO. Von der erſten bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe/ an der Suͤnden Seiten/ welche iſt der Suͤnden Herkunft. Iac. I. v. 14. feq. 1 1.. wue Ein ſeglicher wird verſucht/ waſter von ſeiner 111 eignen 33o Wie der Suͤnden Herkunfft eignen Luſt gereitzet und gelocket wird: e Darnach wenn die Luſt empfangen hat 8 gebieret ſie die Suͤnde/ die Suͤnde aber ſie vollendet iſt/ gebieret ſie den Tod. S ſpricht Sirach cap. 21 v. 2 alſo: Fleuch fuͤrda — Suͤnden/ wie fuͤr einer Schlangen. In dieſen Worten ha 2 Ermahuung: Wir ſollen flie werden leider gefunden/ die fliehen n derſelben nach/ als wann etwas freuen ſich Boͤſes zu thun/ und ſind b Prov. 2. v. 14. Sie ruͤhmen om. Eſa. 3. verſ.. Wann man denſelben uͤnde verbeut/ und wahre Buſſe gebeut/ ſo ſagen ſie: Gebeut hin/ ge⸗ beut her gebeut hin/ gebeut her. Eſa. 28. v. xo. Das iſt er nicht/ prechen ſie/ und ſo uͤbel wird es uns nicht gehen. Jer.. v. 12. Sie halten Gottes Wortfuͤr ein Spott. Jer. 6. v. 1o. Ja es iſt jhnen leid/ daß ſie es nich uͤrger machen koͤnnen. Jer. 9. v.. Oder elenden O der verfluchta Leute Fleuch/ Fleuch/ O Chriſtliches Hertz/ fuͤr der Suͤnde! Wirſt du aber in der Zeit nicht fuiehen/ ſo wird erfolgen was Salomon ſagt: Der Gottloſe fleugt/ und niemand(aͤuſſerlich) jaget jhn. Prov. 28. v. x. Ein rauſchendes Blat wird uns jagen/ und ſollen dafuͤr fliehen/ als jaget uns ein Schwerd. Lev. 26. v. 76. Das ſoll ſeyn Frau mala conſcien- tia boͤſe Gewiſſen/ als die Einwohnerin unſers Hertze. 2. Obedientiæ incitamentum: Was uns zum Gehorſam dieſer Ermahnung reitzen ſolle: Wie fuͤr einer Schlangen: Gleich wie die Schlangen keine heßliche Thiere ſeyn/ als Kroͤten und andere dergleichen/ ſondern faſt lieblich anzuſehen: Alſo hat es auch eine Be⸗ ſchaffenheit mit der Suͤnde: Rachgier/ Freſſen und Sauffen/ Huren und Ehbrechen/ Schinden und Ulbervorteilen und dergleichen Sun⸗ den mehr/ laſſen ſich lieblich an: Aber gleich wie Schlange voll toͤdli⸗ ches Gifftes iſt: Alſo auch die leidige Suͤnde: Vnd gleich enan 8 Schlan⸗ „ zzuthand 14. Oh annmand e: Gee ſernihi Sie halin 7d daßſie O derbat Saͤnde alomogſa Irov sa rfliche u malacnt ſo auch deſſel lrſach /die Suͤnde)in die Welt kom̃en. ſelbe ifl der Feind/ ſo das Unkraut falſcher Lehre/ und c den Menſche außſaͤet. Matt. 13. v. 25. G Luͤge. Joh ³, p. 44. Alſo auch aller Suͤnde Gleich wie er Epa verfuͤhren uns zu wahrer Buſſe fuͤhren ſol. 2) Sehlangen⸗Stich ohne Schmertzen/ aber toͤdlich: Alſoauch die Suͤn⸗ de. enene Gleich wie aber ein Hirſch von Schlangen Gifft ange⸗ ſtecket/ nach friſchem Waſſer ſchreyet. Pſal. 42. v.2. Alſo ſollen wir/ von der gifftigen Suͤndeuͤbereilet/ mit hertzlichem Leid⸗Geſchreyüber dieſel⸗ be/ das friſche Waſſer der Gnaden und Barmhertzigkeit ſuchen; Und Wie uns der Suͤnden Herkunfft und Geſellſchafft zu wahrer Buſſe leiten und fuͤhren ſorlle. Der grundguͦtige himliſche Bater/ regiere meinen Mund und eure Her⸗ b tzen, daß wir durch dieſe Betrachtung/ der Suͤnden Feinde/ und Lieb haber wahrer Bnſſe werden/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. p. 31. Alſo verendert er ſich nicht/ gleich wie wir Menſchen uns/ leider/ ver⸗ endert haben/ ſondern/ alles was er thut/ das iſt recht/ treu iſt Gott/ und kein Boͤſes an jhm/ gerecht und from iſt er. Deut. 32. v. 4. Er iſt kein Gott/ dem gottloß Weſen gefa llet. Pſ. 5. v.. Gerechtigkeit und Gericht iſt ſei⸗ nes Stuels Veſtung. Pf. 8 9. v. ſ. Sondern dis Ertz⸗Hurkind/ das heß⸗ liches/ greßliches und abſcheuliches Monſtrum und Mißgeburt/ die uͤnde hat den verfluchten und vermaledeyten Satan zum Bater: Wie derſelbe durch ſuͤſſe Wort und praͤchtige Rede/ nach ſeiner Diener Art und Eigenſchafft. Rom. 16. v. 8. Unſere erſte Mutter die Evam gleichſam geſchwaͤngert, daß ſie vermeinte Gutes und Boͤſes zu erkennen/ ja Gott gleich zu ſeyn. Gen. z. v. 1. cqq. Da kam dieſe heßliche und abſ eheuliche Suͤnde⸗Geburt herfuͤr/ ſo das gantze menſchliche Geſchlecht in zeitliches und ewiges Verderbe geſtuͤrtzet: Durch deſſelbe Neid/iſſ der Tod/(und al⸗ Sap. 2. v. 24. Der⸗ aller Suͤnden unter leich wie derſelbe iſt ein Mater der mit 23z2 Wie der Suͤnden Herkunfft mit ſeiner Schalckheit. 2. Cor. x1. v. 3. Alſo hat er immerfort ſein Wet in den Kindern deß Inglaubens. Eph. 2. v. 2. Dieſes/ O Chriſiliche a Hertzen/ ſoll uns billich zu Ablegung der Suͤnde/ durch wahre Buſſe bewegen. Wir haben ja in der heiligen Tauffe/ dem Teuffel und aln A ſeinen Wercken abgeſaget/ wollen wir dann durch ſuͤndigen ſeine Wa⸗ cke befodern? Laſſet uns den Vater der Suͤnden recht anſehen/ ſo wi⸗ den wir die Suͤnde/ als ſein Geſchlechte/ von Hertzen meiden. II. Peccati matrem Der Suͤnden Mutter: Davon ſagt Jo 1 1 cobus: Ein jeglicher wird verſucht/ wann er von ſei 1 b Luſt gereitzet und gelocket wird: Dieſe iſt die boͤſe Luſt oder Erbſuͤh ner eigen de/ ſomm unſer Seel/ Fleiſch und Blut ſtecket/ dieſelbe iſt die Geherena wluti der Suͤnden: Bey dieſer elenden Geburt findet ſich: . 1. Tentar: Die Verſuchung Ein jeglicher wirdverſucht Da gibt die Erbſuͤnde oder boͤſe Luſ/ gleichſam ein Fuͤncklein von ſich/ da nne das wuͤrckliche Suͤnden⸗Feur anzuzuͤnden: Dann dieſelbe hat jhres Vaters Natur an ſich/ und iſt jhm eine gleiche Tochter⸗Gleich wie da Teuffel Evam verſuchte und ſagte: Solte Gott geſagt haben; Ihr ſo tet nicht eſſen von allerley Baͤumen im Garten? Gen. 3. v. 1. Und d Evam damit erſtlich zum Zweiffel brachte/ obs auch ſolte ſo boͤſe ſeyn wie ſie von Gott gehoret. Alſo machet es auch die boͤſe Luſt: Sie fuͤn dem Menſchen zu Gemuͤthe: Ey ſolte ſo boͤſe ſeyn/ Fleiſches⸗Luſt/ de gen⸗Luſt und ein hoffertiges Lebener. Joh. 2. v. 6. Da muſte wolene groſſe Mißgunſt hinter verborgen ſeyn? Wann dir/ O Chriſtliches ian Hertze/ auff dem Suͤnden⸗Wege ein ſolcher Zweiffels⸗Knod wind fur Fworden⸗ ſo huͤte dich fleiſſig/ und gedencke daß es eine boͤſe Verſu⸗ chungſey. 2. Invitario: Die Einladung: Die Luſt reitzet: Gleich wieen Funcklein im Zunder/ wann es angeblaſen wird/ ſich außbreitet und kortglimmet. Alſo reitzet die boͤſe Luſt den Menſchen zu demjenigen/ was er jhm vorgeſtellet/ und blaͤſet das Suͤnden⸗Feuer gemaͤhlig an: Wie der Satan der Eva vorhaͤlt/ jhre Augen werden auffgethan werden/ ſie werden ſeyn wie Gott/ und werden wiſſen was Gut und Boſe iſt. Gen. 3. v.. Alſo ſtellet der Teuffel/ Welt und Fleiſch/ auff de Suna den⸗Wege uns fuͤr/ wie ein herꝛliches/ liebliches und anmuͤtiges Ddin es umb dieſe oder jene Suͤnde ſey/ uns damit zu locken und zu verfuͤh⸗ “] en: —— —— uns zu wahrer Buſſe fuͤhren ſol. 233 ren: Gleich wie der Teuffel zu dem Sohn Gottes ſagte/ wie er ſhm die gantzen Welt⸗Reiche in einem Augenblick zeigete/ ſo du mich wilt anbe⸗ ten/ ſo ſoles alles dein ſeyn. Luc. 4. v. 5. ſeq. Alſo machet ers auch/ mit der Welt/ bey den armen Suͤndern: Da heiſſet es: Gehe mit uns/ wir wollen groß Guth finden/ wir wollen un ſere Haͤuſer mit Raubefuͤllen/ wag es mit uns/ es ſoll unſer aller ein Beutel ſeyn. Prov. 1 v. 3. leq. UInd ſolches Reitzen verrichtet auch die boͤſe Luſt bey allen Suͤnden/ in deß Menſchen ertzen/ und ſtellet jhm die Suͤnde als ein koͤſtliches und anmuthiges ing fuͤr. Wann wir/ O Chriſtlche Hertzen/ ſolches bey uns befinden/ ſollen wir nicht anders gedencken/ als der Satan reitze uns durch dieſebaͤ⸗ ſe Luſt zur Suͤnde: Sollenderwegenmit ſolchen Gedancken nicht wan⸗ deln/ ſondern wehren unſerm Fuß fuͤr jhrem Pfad. Prov... v.. ä5. 3 Delectatio: Die Beliebung: Da locket die Suͤnde: Wann die boͤſe Luſt/ die Suͤnde der Vernunfft und Willen preſentiret und da⸗ ſtellet/ welche alle beyde natuͤrlich verderbet/ uñ zum boͤſen geneiget/ ſo fol⸗ get darauff/ daß die Suͤnde von der Vernunfft als wolgefaͤllig dem Wil⸗ len wird dargeſtellet/ die Gedancken fleiſſig damit umbgehen/ und dem Willen eine Beluſtigung dadurch wird erwecket: Gleich wie der Teuffel Evam ſo ferne brachte/ daß ſie den Baum anſchauete/ daß gut davon zu eſſen waͤre/ und lieblich anzuſehen/ und daß er ein luſtiger Baum waͤre weil er klug machte. Gen. 3. v. 6. Alſo gehets immerfort mit der Suͤnde zu groſſer Reichthumb/ groſſe Ehre /fleiſchliche Wolluſt/ und dergleichẽ Sich raͤchen iſt vielen ſo lieb und ebn/ Jatyr.z3. Dereriora ſequor: Ic ſeh und weiß was beſſer waͤr ber boͤſin folg ich doch immerniehr. Und dieſes bekennet der wiedergeborne Pas Paulus von jhm b g ſelber 234 Wie der Suͤnden Herkunfft ſelber/ und ſpricht: Ich weiß nicht/ was ich thue; Dann icht ue nicht was ich wil/ ſondern das ich haſſe/ das thue ich. Rom. 7. v. 15. amuͤß⸗ ſen wir mit hoͤchſtem Fleiſſe/ dieſem locken und beluſtigen widerſtreben/ beteuben und zaͤmen unſern Leib/ mit ſeinen Luͤſten. 1. Cor. 9. v. 27. Creu⸗ tzigen unſer Fleiſch/ ſampt den Luͤſten und Begierden. Gal.. v.⁊4. 4. Voluntatis captivatio: Deß Willens Gefaͤngnuß: Da hit die Luſt empfangen: Da ſuchet man allerhand Mittel und Wege/ u Suͤnde zu erfuͤllen: Gleich wie die Eva von der verbotenen Frucht nan undaß/ und auch jhrem Manne davon zu eſſen gab. Gen. 3.v. 7. Alpo wird die Suͤnde immerfort von den Suͤndern erfuͤllet. Da kan Amnon weder Raſt noch Ruhe haben/ biß er ſeinen blutſchaͤndlichen Willn mit ſeiner Schweſter vollbracht. 2. Sam. 133. v. l. ſeqq. DBafolgetder elende Suͤnder der boͤſen Luſt nach/ wie ein Ochſe der zur Schlachtbanc gefuͤhret wird. Prov. 7. verſ. 22. Laſſet uns/ O Chriſtliche Hertzen/ füin 8 dieſer Empfaͤngnuͤß uns huͤten: Folgen nicht unſern boͤſen Luͤſten/ ſon⸗ Gell. noct. dern brechen unſern Willen. Sir. 18. v. z0. Der Philoſophus Demo attic. 10. Critus hat ſich ſelber ſeines Geſichtes beraubet/ damit er durch weltlicß cap. 17. Luͤſte uñ Begierde nicht moͤchte ſich verfuͤhren laſſen/ und ſeine Gedan cken auff die Betrachtung guter Dinge deſto beſſer wenden: Alſo vy mahnet uns Chriſtus/ ſo uns unſer Augen/ Haͤnde oder Fuͤſſe aͤnn lich ſeyn/ ſollen wir dieſelbe geiſtlich außreiſſen und abhauen/ daßwi nicht in das hoͤlliſche Feur geworffen werden. Matth. 18. v. 8. leq. b J. Miſera perpetratio: Das Elende vollbringend: Dawud entweder was Gott in ſeinem Geſetze geboten/ unterlaſſen/ oder wast verboten/ vollenbracht; Da greiffet die Eva zu/ und gibt dem Adam auch zu eſſen. Gen. 3.v. Dieſes alles iſt auch bey Davids Ehbruch klaͤrlich und unterſchiedlich zu ſehen. 2. Sam. rr. cap. Dieſes/ OChriſtliche Har tzen/ laſſet uns mit ſonderlichem Fleiß bedencken/ der leidigen Suͤnde erſe chen: Gedencke doch O C ein Elend ſey/ wann der Teuffel den Zun. und darauff deß Menſchen Verſt 1 ſen beweget/ und der Menſch zur ch gefuͤh⸗ ia rei wird/ - Daknp ind ichen q. Dän uTSchla dliche.ha doͤſen iſh lolophubl kerduncht dund ſene venden. I eoder iſt abhauen h 1S u.g ingend:d laſſen dden btdenadu Efßnajſ OGhnſtüi r edgne ireuc viſes z Hettz h 3 Luftat er Will xfänche 3 unszuwahrer Buſſ ühtenſel ar ret wird/ daruͤber Paulus nicht unbillich ſo ſehnlich klaget. Rom. 7. P. 2I. Iſeg/–—˖- If f Peccati progeniem: Der Sunden Geſchlechte: Owie groß! O wie weitlaͤufftig iſt dieſes Geſchlechte Wie hat die Suͤnde ſo unzehlig viel boͤſer Kinder Wir koͤnnen nicht mercken wie offt wir feh⸗ len. Pſal. 19. verſ. 13. UInſer Suͤnde ſind mehr dann Haar auff unſerm Haupte. Pſ. 40. v. 3. Mehr denn Sandes am Meer. Orat. Manaſſ verſ. 1. Da ſind groſſe Suͤnde. Exod. 32. verſ. 30. Unerkandte Suͤnde. Pſal. ↄ0. verſ.s. Starcke Suͤnde. Jcr. z0. verſ. 14. Schwere Suͤnde. Thren. 1. v. 43. Da kommen auß unſerm ſuͤndlichen Hertzen arge Ge⸗ dancken/ Mord/ Ehbruch/ Hurerey/ Dieberey/ falſche eugnuͤß und Laͤſterung. Matth. 1. verſ. 1*. Da ſind die Wercke deß Fleiſches/ Eh⸗ bruch/ Hurerey/ Vnreinigkeit/ Vnzucht/ Abgoͤtterey/ Zauberey/ Feindſchafft/ Hader/ Neid/ Zorn/ Zanek/ Zwietracht/ Rotten/ Haß/ Mord/ Sauffen/ Freſſen und dergleichen. Gal.. v. 19. ſe q. Das laß mir/ O Chriſtliches Hertze/ ein abſcheuliches Geſchlechten Das laß mir eine greuliche Geſellſchafft ſeyn Solte uns dann ſolcher erſchrecklicher Zuſtand/ nicht zu wahrer Buſſe reitzen und treiben? Wann wir dieſelbe von Hertzen laſſen angelegen ſeyn/ wo dann die Suͤnde maͤchtig wor⸗ den/ da iſt die Gnade Gottes noch viel maͤchtiger. Rom.. v. 20. IV. Peccati Comitem: Der Sünden Gefehrten: Die Suͤn⸗ de wann ſie vollendet iſt/ gebieret ſie den Tod: Dieſe/ dieſe iſt die rech⸗ te Suͤnden⸗Frucht Da bruͤtet die leidige Suͤnde auß: b 1. Mortem ſpiritualem; Den geiſtlichen Tod: Da die Seele wegen der Suͤnde der Gnaden Gottes beraubet/ und der Menſch in Suͤnden tod. Eph. 2. v.. Entfrembdet iſt von dem Leben das auß Gott iſt. Eph. 4. v. 18. Iſt lebendig tod. x. Tim.. verſ.6. Wie der verlohrne Sohn geweſen. Luc. 15. v. 24. Von dieſem Tode aber werden wir durch wahre Bußfertigkeit errettet/ dann wann wir Gottes Wort mit buß⸗ fertigem Hertzen anhoͤren/ ſo ſoll unſere Seele leben. Eſa. 5§. v. 3. Die geiſtlich Todten/ ſo die Stimme deß Sohns Gottes hoͤren/ ſollen le⸗ ben. Joh. 5. v. 25. 2. Mortem corporalem: Den leiblichen Tod: Vnter denſel⸗ ben gehoͤren erſtlich deſſ en Vorbotten/ allerhand Creutz und Elende: Da ſterben wir offt laͤglich. 1. Cor. 15. v. z1. Das iſt/ leben in Todesgefahr: Gg ij Werden 8 1 3 233 MWiedee Vielheit unſer Sünden werden immerdar in den Tod gegeben. 2. Corinth. 4. ver. 11. Sindofftig Todes⸗Noͤthen. 2. Corinth. 11. verſ. 3. Von dieſem Tode errettet Got buß fertige Hertzen.2. Corin. 1. v. o. Darnach gehoͤret hiehin der zeitliche Tod ſelber; Da Gott unſere Seel von uns fodert. Luc. 12. v 20. Welche geſeset iſt allen Menſchen/ und hernacher das Gerichte. Heb. 9. verſ a⸗ eran wir in warhafftiger Bußfertigkeit dieſen Todes⸗Gang gehan o heiſſet es: Mit Fried und Freud ich fahr dahin/ in Gottes Willen/ Getroſt iſt mir mein Hertz und Sinn/ ſanfft und ſtillt/ Wie Gott mir verheiſſen hat/ der Tod iſt mein Schlaſf worden. 344ꝗ Mortem perennem: Den ewigen Tod: Das iſt ein elendn Tod: Solche liegen in der Hoͤlle/ wie Schaaffe/ der Tod naget ſie. Pf 49. v. 15. Wann ſolche Leute ſterben da iſt alle Hoffnung verlohren. Po⸗ 11. verſ. 7. Ihr Wurm wird nicht ſterben/ und Ihr Feuer wird nicht verle ſchen und werden allem Fleiſch ein Greuelſeyn. Eſa. 66. v. 24. Fuͤr du⸗ ſem Tode ſeyn buß fernge Hertzen auch verſichert: Dann wer Chriſ Wort hoͤret/ und glaͤubet dem der jhn geſand hat/ der kompt nicht in da Gerichte/ ſondern er iſt vom Tode zum Leben hindurch gedrungen. Jo Lv. 24. Wozu uns allen durch ſeinen H Geiſt verhelffen wolle/ Goltnn Vater/ um Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. Die ſieben unddreiſſigſte Predigt. DE CAVYSA IMPVISIVA POENITENTIE. RATIONE TECCATI, SECIMNDA, QUR PECCATORUM b MILTITuDO. Von der andern bewegenden lrſach zuwahrer Buſſe/ u der Suͤnden Seiten/ welche iſt der Suͤnden Vielheit. Pſal. 40. V. 13. Deiner Süͤnde iſt meßr/ dann Haar auf meinem Haupt. dna ue kann Tmmaſ 1 ) . 4. 7 8 4 3 8 4 1 1 nicht ſehen noch 82. v.. Gleich wie die ſo im finſtern gehen/ offtmals anſtoſſen/ welches ſie nicht achten/ Daſſe wann ſie nicht dabey fallen: Alſo achten wir leiden geringer Suͤnden An⸗ — Hoſe. 7. v. 6. Gleich wie von jhrem rechten Herꝛn verlockte Tauben/ ſol⸗ e. ches nicht achten/ wann ſie nur gnug zu freſſen bekommen: Alſo achten 56 88 wirs leider gar wenig/ ob wir Gott unſerm rechten HErꝛn/ oder dem Dmmur Vnd dieſen Vnverſtand/ befinden wir in ſonderheit bey Erkaͤndnuß un⸗ koninit ſer Suͤnden: Wann wir derentwegen mit Gott hadern wolten koͤnnen Hgenng wir jhm auff tauſend nicht eins antworten. Hiob. 9. v. 3. fenwollt 2. Petitionem: Eine Bitte; Vergib mir die verborgene Feh⸗ le: Als wolt er ſagen: HErn/ weilen wir leider/ ſo blinde und unver ſtaͤndi⸗ — ge Menſchen/ daß wir unſere vielfaltige Suͤnde nicht alle erkennen koͤn⸗ gt. nẽ/ o vergib uns auch gnaͤdiglich dieſenige ſo zwar Suͤnde ſeyn/ aber von FÆ, MII uns nicht erkenner werden: Dann alle unſer Tichten uñ Trachtẽ iſt boͤſe TOR imerdar. Gen. 6. v z. Vnd die Suͤnde gehet Tag und Nacht um und um bey uns. Pſ.ſ. v. 11. Eitel Vnrecht iſt bey uns. Jer. 6. v. 6. So muͤſſen 8ℳ auch alle Heiligeum Vergebung jhrer Suͤndẽ bitten. Pſ. 2. v. 6. Weilen hur fuͤr Gott kein Lebendiger gerecht iſt. Pſal. 147. v.z. Vndtaͤglich zu Gott Suͤndn ſeufftzen: Vergib uns unſere Schuld. Matth. 6.v. 12. Dann ſowir ung einbilden und ſagen/ wir haben keine Suͤnde/ ſo betriegen wir uns ſelbſt/ und die Warheit iſt nicht in uns. 1. Joh. 1, v. 8. Dieſer unſer elender Zu⸗ 1 Hau ſern vielfaͤltigen auch unerkandten Suͤnden. Pſalm 90. v. 8. ſtecket ſoll 8—* 7— 4 8 1 ——õ——y 8—— 2—— 7— —..— 4—-——ͤ ———=——— 3—— 8 — 5— 3 . 1—— *“ 2 3 3 ſſſſſſͤͤ—————-— —— 7 1 8 2 7 8— ——————— —*. —— 1 — 2ſſ 4 8 1“ 1 11 1 3 4 8 — —— 333 Wie die Vielheit unſer Sunden Wie die Vielheit unſer Suͤnde uns zu wahrer Buſe b reitzen und bewegen ſolle. Der barmhertzige Gott/ wolle uns geben durch den heiligen Geiſt/ er leuchtete Augen unſers Gemuͤtes/ daß wir unſer Elend erkennen moͤgen/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. b Erklaͤrung. Es ſagt der Koͤnigliche Prophet David in verleſenen Wortan/ ſeiner Suͤnde ſeyn mehr/ dann Haar auff ſeinem Haupt: Wann wiͦ die Haar unſers Hauptes betrachten/ ſo ſeyn dieſelbe uns unzaͤhlig/ demn es uns ohnmuͤglich/ daß wir das eine Haar bey dem andern recht und ohne Irrung zehlen koͤnten/ und wann es ſchon geſchehen koͤnte/ ſo ſt doch unſer Suͤnde noch mehr. Es ſind zwar von Gott unſer Haar auf unſerm Haupt alle gezehlet. Matth. 10. v. 30. Damit angezeiget wir) daß unſer allerliebſter himliſcher Vater/ bey ſeinen lieben Kindern/ auch das allergeringſte in gute Obacht nehme: Aber wir koͤnnen ſie nicht zeh⸗ len: Alſo machet die Vielheit unſer Suͤnden/ daß wir ſie nicht alle acht nehmen koͤnnen. Dann da ſuͤndigen wir: b I. Cogitatione: Mit Gedancken: Man ſagt zwar im gemeinn b Sprichwort: Gedancken ſeyn ZJoll frey: Dieſes iſt wahr fuͤr weltlichan aber nichtfuͤr goͤttlichem Gericht: Dann Gott wil daß auch unſere Ge⸗ dancken nach ſeinem allerheiligſten Geſetz ſollen gerichtet ſeyn: Dawer⸗ den aber bey uns gefunden: 1. Cogitationes malitioſæ: Boßhafftige Gedancken: Daiſt 1 ſan nicht allein das Tiehten und Trachten unſers Hertzen immerdar boͤſt. Gen. 6. v./. Sondern der Satan gibt offtmal boͤſe Gedancken/ auch b frommen Hertzen ein/ wie an David zu ſehen. J. Chron. 22.v. J. Daha ben viele unſelige Gedancken/ und ſchaͤdliche Rathſchlaͤge. Ezech.. v. 2. Sie gehen mit boͤſen Tuͤcken umb auff jhrem Lager. Mich. 2. v... Die Phariſetr gedachten Boͤſes in jhrem Hertzen. Matth.. v. 4. Wit gedencken offtmals/ nicht was goͤttlich/ ſondern was menſchlich iſt Matth. 16.v. 23. Der Teuffel gab dem Juda ins Hertze/ daß er Chri⸗ ſtum verrathen ſolte. Joh. 13. v. 2. O wie viel und mancherley boͤſe Ge⸗ dancken/ werden/ leider/ bey uns Menſchen gefunden! Dieſelben ſollen 48 1 uns zu taͤglicher Buſſe und Abbhitte unſer Suͤnde treiben. 2.Cogita — eila er Cl — — 1 1 aupt. A ns uni anden 1 hehentia tunſer tangezg ben Kida unnen ſü dirſient zwaringr hrfuͤrwit ß auchue hterſeyre edancee gen umnende Gedanchne 1.22,91.0 ſchlaͤt.Et acr. Mi atth.9 vas malſt Jertze di ancherloht — ben. 8 Dieſahe n!⁴ üſ— V. eimn 1„Die Meinung way/ ſpricht er: Ich wuſte nichts von der Luſt/ wo das Geſete uns zu wahrer Buſſe reitzen ſot. 239 2. Cogitationes ambitioſæ: Ehrgeitzige Gedancken: Alſo ge⸗ dachte der Koͤnig zu Babel in ſeinem Hertzen/ er wolte in den Himmel ſteigen/ und ſeinen Stueluͤber die Sterne Gottes erheben. Eſa. 14. v. 13, Die Juͤnger Chriſti giengen mit Ehrgeitzigen Gedancken umb/ und wol⸗ te einer fuͤr dem andern der Groͤſſeſte ſeyn. Luec. 22. v. 24. Owas ſind ſol⸗ cher Gedancken vieler Hertzen ſovol. 3. Cogitationes volupruoſæ: Wolluſtige Gedancken: Dieſelbe gedencken immer darauff/ wie ſie moͤgen luſtig und froͤlich ſeyn/ freſſen und ſauffen/ wann ſie tol und vol zu Bette gangen/ und in der Nacht auf⸗ wachen/ gedencken ſie auff ein neues ſo den folgenden Tag ſolle fuͤr ſich gehen: Sie gedencken/ ſie wollen wol leben/ weilen es da iſt/ uñ jhres Leibes gebrauchen/ weilen er jungiſt/ wir wollen uns mit dem beſten Wein fuͤl⸗ len/ und der Meyen Bluͤmlein nit verſeumen. Sap.. v. s. feq. Die ſagẽ zu jhrer Seelen: Liebe Seele/ du haſt einen groſſen Vorrath auff viel Jahre/ habe nun Nuhe /iß/ trinck/ und habe einen guten Muth. Luc. 2. v. 19. Sedencken wie ſie alle Tage herrlich und in Freuden leben moͤgen. Luc. 16. v. 19. Derſelben werden auch/ leider/ viele gefunden. 4. Cogitationes otioſæ; Vergebliche Gedancken: Solche ha⸗ ben eitele Gedancken. Pſalm.4 v. jl. Ihre Gedancken ſind nur Möͤhe. Eſ.†9/7. Sie plagen ſich mit ſorgen der Nahrung. Luc. 21. v.; 4. Plagen ſich ſelbſt mit jhren Gedancke. Syr. z0/ 22. Machen jhnen ſelbſt ſchwere Gedancken. Syr. 34. v. 5. Solche Gedancken ſeyn fuͤndlich/ und gehet es virlen auch in der Kirchen/ wann Gottes Wort geprediget wird/ wie Cleo⸗ Goͤttliches Wortes/zu weltlichen Dingen. 5. Cogitationcs immundæ; Unreine Gedancken: Dakom⸗ men auß dem Hextzen allerley boͤſe Gedancken/ welche Chriſtus erzeh⸗ mchs ———*.„. ——— ttbte——. I..— 2— 24 Wie die Vielheit unſer Suͤnden nicht haͤtte geſa t Laß dich nicht geluͤſten: Rom.7 v. 8. Dann/ OChriſj ei liche Hertzen/ Gott haſſet auch das Hertze/ ſo mit boͤſen Tuͤckenumge⸗ et. Prov. 5. v. 18. Die Anſchlaͤge deß Argen ſind auch dem HErꝛenen P reuel. Prov. i. v. 26. Und ſolches kompt daher/ daß wir Gott auch von gantzen Kraͤfften lieben ſollen. Luc. 10. verſ. 27. Gleich wie ein Landoda Stadt Verraͤther nicht allein fuͤr ſich ſelber geſtraffet wird/ ſondern aul ab die Auffwiegler ſo jhn verfuͤhret. Alſo wil Gott nicht allein die That ſondern auch den Rath in Suͤnden ſtraffen. Gleich wie ein Haushalit nicht allein Thaler/ halbe und Orths⸗Thaler ſondern auch Pfenning und Heller muß berechnen. Alſo muͤſſen wir nicht allein groſſe/ ſonden auch geringe Suͤnde fuͤr Gott fleiſtig in acht nehmen. Cogitatio pran De interi- delectationem, parit, delectario conſenſum, conſenſus actionem, er. domo actio conſuetudinem, conſuetudo neceſſitatem neceſſitas mortem cap.3?. ſagt Bernhardus: Das iſt: Boͤſe Gedanckenbringen die Luſt/ die Auß den Beyfall der Beyfall/ die That/ die That/ die Gewohnheit; Die G wohnheit/ die Nothwendigkeit; Die Nothwendigkeit den Tod. Ouß ſol uns billich zu wahrer Buſſe bewegen. b II. Commiſſione externa Mit euſſerlichem Begehen: Dabs gehen wir viel Sunde/ mit Volbringung deß Boͤſen: Und zwar: 1. Verbis: Mit Worten; Ach wieofft/ wie ſchwer/ wirdmit Worten geſuͤndiget: Da reden viele auffgeblaſene Wort. Hiob. 15 v.. Sagen/ unſer Zunge ſoluͤber Hand haben/ uns gebuͤrt zu reden. Pſalm 12 v.. Was ſie reden/ das muß vom Himmel herab geredet ſeyn. Pſ. 77 v.5. Dareden vieleboͤſe Wort daruͤber. Hiob klaget: Wann er ſichgegn 1 b n. die jungen Kinder ſetze/ ſo geben ſie jhm boͤſe Wort. Hiob. 19. v. 8. Da⸗ gegen vermahnet uns Syrach: Wir ſollen unſerm Naͤchſten keine boͤt d. Worte geben. Syrach 31. v. 40. Da reden viele falſche Worte/ und wid der Boͤſe gefangen in ſeinen eigen falſchen Worten. Prov. 2. v. 13z. Die baben falſche Zungen/ in jhrem Halſe. Mich. 6.v. 12. Dateden vielegſ aige Worte und zielen mit denſelben/ wie mit Pfeilen. Pſalm. 64, ba. Da witd geſuͤndiget/ mit harten Worten. Syrach. 18. v. 5. Mit loſenn Worten. Hiob. 16.vz Mit ſchandbaren Worten. Epheſ.. v. 4. Mit un⸗, n bi dr guͤgen Worten. Matth. 12. v. 36. Und wer kann doch alles damt mi Worten geſundiget wird/ erzehlen? Da ſollen wir nicht gedencken/ ein n Wortſey nur ein Wind oder bloſſer Schall/ der in der Lufft verſchvude 1 . Cogun aſeniubad ccellteun gen di woßrhen iden d Begther Undm dieſchwern Vott. He ttzunda zerdelſcn Wamaſt Hiod an Miahſit b he Woneu Prov u uns zu wahrer Buſſe reitzen ſoll. 241 S Sondern nur wol betrachten/ daß die Menſchen muͤſſen Rechen⸗ ſchafft geben am juͤngſten Gericht/ von einem jeglichen unnuͤtzen Wort/ das ſie geredet haben. Matth. 12.v. 36. Derhalben moͤgen wir billich mit Sirach ſagen: O daß ich boͤnte ein Schloß an meinen Mund legen/ und ein feſt Siegel auff mein Maul druͤcken/ daß ich dadurch nichtzu Falle kaͤme/ un meine Zunge mich nicht verderbete. Sir. 22. v. 33. Xenocrates gefragt/ warumb er allein ſtillſchweige/ wann andere re⸗ Zeil. den/ hat geantwortet: Es habe jhn zu Zeiten wol gereuet/ daß er gereder/ Epiſt.z97. aber nie daß er ſtillgeſchwiegen/ dieſe unſere Suͤnde/ ſo wir/ leider/ offt mit Worten begehen/ ſollen uns zu wahrer Buſſe bewegen. 2. Factis: Mit Wercken: Da werden bey uns gefunden boͤſe Wercke und groſſe Schulde. Eſdr. 9. v. 3. Da begehen viele feindſelige Unfruchtbare Wercke der Finſternuͤß. Eph. F. v. 1. UIngerechte Wercke. 2. Pet. 2. v.. Und ſeyn auch dabey auß Gottes Wort verſichert/ daß Gott alle renla⸗⸗millone: Mir Unterlaſſung deß Guten: Wir unter⸗ laſſ en leider viel Gutes/ das wir zu vollbringen ſ chuldig ſeyn/ und zwar:⸗ 1. Cogitando; Mit Gedancken: Wir ſollen verſtaͤndige Ge⸗ dancken haben/ ſo von Gott kommen. Hiob. 38. v. 36. Wir ſollen Got⸗ tes Gebot halten ſo folgen wir unſerm eigenen Kopff und Gedancken nicht. Sir. 21. v. 12. Aber wie halten wir ſolches? Daß Widerſpiel iſn auß obigem offenbar. b V 2. Loquendo; Mit reden: Wir ſollen reden von Gottes Mun⸗ dern/ Pſr 05.v. 2. Taͤglich ſollen wir von Gottes Worte reden. Pſ. ro. Hh p.97. 1-· 1 e— 2— — 24² Wie die Boßheit der Suͤnden v. 97. Wir ſollen reden von den Wercken ſeiner Haͤnde. Pſal. 143.9.6. F Wir ſollen die Warheit reden mit unſerm Nechſten Eph. 5. v. 25. Unſert d Rede ſol allezeit lieblich/ und mit Saltz(der Bedachtſamkeitund Er bauung) gewuͤrtzet ſeyn. Col. 4.v. 6. Dieſes wird auch offt von uns un⸗ terlaſſen/ und ſelten/ leider/ bey vielen geſpuͤhret. 3. Agendo: Mit Thrin; Wir ſollen Chriſti Rede hoͤren und ſie hun. Matth.7 v. 24. Gutes thun und nicht muͤde werden. Gal v. 9. Nicht allein Hoͤrer/ ſondern auch Thaͤter deß Wortes Gottes ſeyn. Jac. 1. v. 22. Aber ein Widriges bezeugen unſere boͤſe Wercke. Welen es nun alſo mit uns beſchaffen/ daß wir nicht allein Boͤſes/ mit Gedan⸗ cken Worten und Wercken vollbringen/ ſondern auch das Gute/ das wir vermoͤge deß Goͤttlichen Geſetzes/ ſchuldig/ viel und mannigfaͤltiz unterlaſſen/ ſo erfodert ja die hoͤchſte Noth/ daß wir uns taͤglich in wah rer Buſſe und Bekehrung finden laſſen/ wozu uns Gott der himliſch Vater/ durch Beyſtand deß heiligen Geiſtes gnaͤdig verhelffen wolli umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. b — Die acht und dreyſſigſte Predigt. DE CAVSA IMPVLSIVA PDOENITENTIæ, RATIONIM FPECCATI, TERTIA, QI MAILIIIOSA PECCATI I CONDTTIO. Von der dritten bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe/ h der Suͤnden Seiten/ welche iſt der Suͤnden Boßheit. Eſa. 1. verſ. 16. Eaſſet ab vom Boͤſen. 8 S ſpricht GOtt der HERR Eſa. 42,c 19 alb 6 Schauet her jhr Blinden daß jhr ſehet: In dieſen Woti M haben wir zweyerley Augen zu betrachten: 1. Oculos noſtri corporis: Die Augen unſersiewt — bes: Da iſt es eine groſſe eGnade Gottes/ daß er uns nicht leiblich bönd laſſen geboren werden/ wie jenen elenden Menſchen/ welchen Chriſtusſe hend gemacht. Johan.9. v.. ſeqq. Sond ern daß wir mit unſern 2uns uns zu wahrer Buſſe bewegen ſol. 243 Himmel und Erekoͤnnen anſchauen/ und Gottes Guͤte und Allmacht darauß erkennen: Hebet euer Augen in die hoͤhe und ſehet/ wer hat ſolche Dinge geſchaffen/ und fuͤhret jhr Heer(der Sternenam Himmel) bey der Zahl herauß/ ſpricht Gott. Eſa. 40. v. 26. Gottes ewige Krafft und Gottheꝛt wird er ſehen/ ſo man deß warnimt an den Wercken/ nemlich an der Schoͤpffung der Welt. Rom. 1. v. 20. Daher ſpricht Gott allhieꝛ Win ſollen ſchauen/ die wir geiſtlich blind ſeyn/ und auß der ſichtbaren Anſchauunguns zum Geiſtlichen leiten und fuͤhren laſſen. 2. Oculos noſtræ mentis; Die Augen unſers Gemuͤthes: Da ſind wir leider geiſtlich blind: Da iſt eine groſſe Vnwiſſenheit in uns/ durch die Blindheit unſers Hertzen. Eſa. 4. v. 18. Vnd dieſe Blind⸗ heit beweiſen wir; 2. Cœæcitatem non agnoſcendo: Daß wir unſer Blindheit nicht erkennen: Es heiſſet: Ein blind Mann/ ein arm Mann/ wehe dem der nicht ſehen kan: Aber es mag viel mehr heiſſen/ wehe dem der die⸗ ſe Blindheit nicht erkennen kan: Es gehet uns wie Bileam/ der nicht ſo viel ſehen kunte/ als der unvernuͤnfftige Eſel/ darauff er geritten. Num. 22. v. 227. Nach den oben angezogenen Worten/ ſagt und klagt der Pro⸗ phet: Man prediget wol viel/ aber ſie haltens nicht/ man ſagt jhnen gnug/ aber ſie wollens nicht hoͤren. Eſa. 42. v. 20. als wolte er ſagen: Sie wollen muthwillig blind ſeyn und bleiben: Wir ſind das blinde Volck/ welches doch Augen hat. Eſa 43. v. 8. Muthwillens wollen wir offt das Gute nicht wiſſen. 2. Pet. 2. v.z. Aber bey denen wirds endlich heiſſen: Der Knecht/ der ſeines Herren Willen weiß/ und hat ſich nicht bereitet/ auch nicht nach ſeinem Willen gethan/ der wird viel Streiche leiden muͤſſen. Luc.12. v 47. b 8. Peccatum parvi pendendo; Daß wir die Suͤnde gering achten; Ach was wird die Suͤnde von vielen gering geſchaͤtzet Der Lie⸗ be Gottes vergeſſen/ Gottes furcht auß den Augen und Hertzen ſetzen/ auff groß Gelt und Gut/ auff groſſe Macht und Menſchen ſein Ver⸗ erauen ſetzen? Das hat nicht zu bedeuten: Mit Fluchen/ Schweren/ Liegen/ Triegen/ Segenſprechen/ den Namen Gottes mißbrauchen? Das ſol theils nur eine Gewonheit/ theils ein Werck der Liebe ſeyn: Den Feyertag auff mancherley Weiſe entheiligen? Das iſt ein ge⸗ meines: Vater und Mutter nicht ehren? das iſt in groſſem Gebrauch: und alſo gehets mit allen andern Suͤnden: Seßen iſ hocanone 3 Zwing. Vol. 1. pag. 140. —— 2 2 8 ö“ — 3— 9 244 Wie die Boßheit der Suͤnden daß wir das boͤſe Fruͤchtlein/ die leidige Suͤnde/ recht erkennen lernen Wolan jhr Blinden/ thut die Augen euers Gemuͤhtes und Hertzens auff/ ſchauet und ſehet mithoͤchſtem Fleiß/ was hr an der leidigen San defreſſet/ damit jhr ſie nicht allein meiden/ ſondern auch in der Gnaden⸗ Zeit euch bekehren moͤget/ wollen derhalben anſehen/ Wie der Suͤnden Boßheit uns zu wahrer Buſſe b reitzen und treiben ſolle. Der barmhertzige Gott wolle uns Ohren und Augen eroͤffnen/ daß eo zu ſeines Namens Ehr/ und vieler Menſchen Bekehrung gerei⸗ chen moͤge/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Laſſet ab vom Boͤſen/ ruffet der grundguͤtige Gott: Ach: was kan doch boͤſer ſeyn? Was kan doch boͤſer erdacht Was kan doch boͤſct genennet? Was kan doch boͤſer erfunden werden/ als die leidige Suͤnd iſt⸗ Der Teuffel iſt boͤſc; Aber umb der Suͤnden willen: Welt und Fleiſch ſind auch boͤſe Aber umb der Suͤnden willen: Die Suͤnde iſt I. Malum maximum: Ein ſehr groſſes uͤbel: Und ſolches 1. Subjectivé: An jhr ſelbſt: Dann da iſi/ leiden/ unſer Suͤndeſ viell daß wir nicht mercken koͤnnen wie offt wir fehlen. Pſal. 19. v. 13. J rer iſt mehr als Haar auff unſerm Haupt. Pſal. 40. v. 13. Ihrer iſt maht als Sandes am Meer. Orat. Manal. v. 9. Wie Euripides des Hera. cliti Buch dem Socrati zu leſen gegeben/ und jhn gefragt/ wie es jhm g U falle? Hat Socrates geantwortet; Was ich darin geleſen und verſtan⸗ den habe/ das iſt gut; Was ich aber nicht verſtanden/ halte ich/ ſey ebn alſo beſchaffen: Alſo moͤgen wir von unſerm Leben und Weſen auch wol ſagen: Was wir in demſelben recht erkennen/ das iſt/ ſuͤndlich un was wir nicht erkennen/ wird deſſelben Schlages ſeyn. 2. Objective: Weilen ſie gegen den unendlichen Gott be gangen wird: Welcher iſt ein Gott/ beydes oben im Himmel und unimn auff Erden. Joſ 2. v. 11. D unendlichen Gott wird die Suͤnde begangen: 3. Efective: Wircklich: Dann die Suͤnde heraubet uns deßun⸗ Trde er Himmel undaller Himmel Himmelkoͤt⸗ Nino nen jhn nicht verſorgen begreiffen) 1. Reg.. v. 27. Gegen einenſolchen Narran troffn Dechn Gott.4 Zas kande die ladg Waättun Saͤnden übel: lu er unſa Pſalaon dz. Im ripides 9 ragt wiec zelcſenudr m Fuß⸗Sohlenh uns zu wahrer Buſſe reitzen ſol. 245 endlichen Guthes/ nemlich Gottes/ dann ſie ſcheidet uns und Gott von einander. Cſa./9. v. 2. Alſo daß Gott ferne(nach ſeiner Gnaden Ge⸗ genwart) von den Gottloſen. Prov. 15. v. 9. Und an unſer Seiten/ keh⸗ ren wir zu ruͤck von unſerm Gott. Eſa./9. v. 3. Wir verlaſſen den HEr⸗ ꝛen/ und fallen von jhm ab. Jer. 15. v. 6. Gleich wie der verlohrne Sohn ſeinen Vater verließ. Luc. 5. v. 13. O deß groſſen Vbels Daſſelbe ſol uns billich zu zeitiger nnd wahrer Buſſebewegen: O homo, quicunque il- lam peccatorum multitudinem attendis, cur& omnipotentiam cœ- leſtis medici non attendis: Sagt Auguſtinus: Das iſt; O Menſch/ der du die Vielheit deiner Suͤnde erkenneſt/ warumb erkenneſtu auch nit die Almacht deß himliſchen Artzts? Dann durch wahre Buſſe werden wir unſer groſſen Suͤndẽ loß/ wir werden mit dem unendlichen Gott ver⸗ ſuͤhnet/ er kehret ſich barmhertzig zu uns/ und wir mit bußfertigen Hertzen zuj hin. Derowegen/ O Menſch/ laß ab vom Boͤ ſen/ und bekehre dich. II. dem Drachen⸗Gifft verglichen. Deut. 32. v. 3. Und die Verleumbder zielen mit jhren gifftigen Worten/ wie mit Pfeilen. Pſalm. 64 v. 4. Ot⸗ ter⸗Gifft iſt unter jhren Lippen. Pſalm. 140. v. 4. Ihre Stiche/ ſind giff⸗ liger Schlangen Stiche. Syr. 21. v. 2. Die Zunge der Gottloſen iſt voll toͤdlicher Gifft. Jacob. 3. v. 8. Dann gleich wie der Gifft leichtlich und offt mit angenehmer Suͤſſigkeit wird eingenommen/ alſo daß der Giffe unempfindlich offt vom Menſchen wird eingenomen: Alſo gehets auch mit der Suͤnde: Wir mercken offt nicht daß wir fehlen. Pſalm. 19. v. 13. Serm. 58. de temp. vermeinen die Gottloſen dabey/ ſie gehen auff einem feinen Pflaſter. Sy⸗ rach. 21.v. II. Opeccata quam faciles aditus habetis„‚dum ſuadetis, & quam difficiles exitus habetis: Dum ſuadetis in ungitis, ſed poſt- quam ſuaſeritis, usque ad mortem animæ bungitis, ſagt Auguſtinus; l. de con- Das iſt; O Suͤnde wie habt jhr ſo einen leichten Zugang/ dieweilen jhr trit. cordis gantzen menſchlichen Coͤrper einnimptz Alſo auch die Suͤnde: Vonder — 1“ 42 Serm. in fer. 4. ſeb- don. pæ- nos. b Zwing. V. 2. p. 505 Plutarch. in Anton. 246 Wie die Boßheit der Suͤnden A primo homine usquè ad noviſſimum protenditur:& in ſingulis quoque à planta pedis usquè ad verticem diffunditur hoc venenun, ſagt Bernhardus: Das iſt/ von dem erſten Menſchen/ biß zum allerich⸗ ten ſtrecket ſich die Suͤnder Und in einem jeden Menſchen/ wird vonde Fuß⸗Sohlen biß zur Hauptſcheidel dieſes Gifft außgebreitet. Gleich wie der Gifft ſchwerlich vom Menſchen zu treiben; Alſo auch die Suͤnde Unſer Schade iſt verzweiffelt boͤſe/ und unſer Suͤnden⸗Wunden ſind unheilbar. Jerem. z0. v. 12. Unſer Suͤnde klebet feſte an. Heb. 12. verſ. l. Gleich wie der Gifft toͤdlich iſt/ wie an Socrate zu ſehen/ wie derſelbe Gifft eingenommen/ iſt er bald darauff geſtorben: Alſo iſt der Todder Suͤnden Sold. Roman. s. v. 3. Ach was hat der Suͤnden Gifftfuͦ grauſame Wirckung⸗ Wie M. Antonius ſein Krieges⸗Volck auß Pat⸗ thia fuͤhrete/ haben ſeine Soldaten auß Hunger/ ein gifftiges unbekantes Kraut geſſen/ davon ſie thoͤricht worden/ Steine geſucht/ und auß der Erden gebrochen/ und ſich gebaͤrdet als wann ſie etwas ſonderlichts und wichtiges vorhaͤtten/ aber bald darauff geſtorben: Alſo ſtellen ſich victh mit jhrem ſuͤndlichen Leben gar geſchaͤfftig/ und ſonderlich der Wolluſ deß Reichthumbs/ und groſſer Ehr zu pflegen/ aber der Gifft bringetſ nen geiſtlichen/ zeitlichen und ewigen Tod. Bey gifftigen Thieren/ iſt kan Gifft ſo boͤſe/ daß es die Thier ſeiber umbbringen ſolte: Aber der Suͤmd Gifft bringet den Menſchen umb geiſtliches/ zeitliches und ewiges! ben Gleich wie aber das Gifft vom Menſchen theils mit uͤbergeben/ thelt mit Gifft auß treibenden Artzneyen/ hinweg getrieben wirdꝛ: Al ſo de Suͤnden⸗Gifftin wahrer Buſſe/ beydes mit Erkaͤntnuͤß/ Bekaͤntnuß Reu und leid uͤber die Suͤnde/ und dann auch durch Ergreiffung deß Bluttrieffenden Verdienſtes Jeſu Chriſti mit wahrem Glauben: Da machet das Blut Jeſu Chriſti deß Sohns Gottes uns rein von alln Suͤnden. J. Johann. 1 verſ.7. Derowegen/ O Menſch laß ab vom B0 ſenund Akchrsdicß 1 b Malum abominandum; Ein abſcheuliches und greulr⸗ ches Vbel: Sihean/ O Chriſtliches Hertze/ die dulſche Trußßi was hat ſie ſo ſcheulich und greulich gemacht? Die Suͤnde: Sihe andte Chatbſenwam chet ſie fuͤr Gott abſcheulich: Die Suͤnde: Sieiſt reues: 1,Sub- Suͤndeat 9 fftigtsmme ucht une s ordent ſoſtella rlichdech er Giffh gen Thien IPerdae hes unde iituͤergit nwidi! nß Wiie chErgnißh em Ghau uns ränt ch ſaßahte liches u⸗ — — uns zu wahrer Buſſe bewegen ſol. 247 1. Subjective: An und fuͤr ſich ſelbſt; Dannſieiſt Gott ein Greuel/ und er haſſet ſie. Deut. 12. v.z. Alſo werden die Suͤnde Manaſ⸗ ſe ein Greuel genant. 2. Reg. 21. v. 11. 2. Eftectivé: Wircklich: Dann ſie machet uns Menſchen fuͤr Gott zum Greuel: Der hat ein Greuel an den Blutgierigen und Fal⸗ ſchen. Pſalm.. v.7. Da gewinner Gott ein Greuel auch an ſeinem Er⸗ be. Pſ. 106. v. 40. Die Abtruͤnnigen ſind dem HNrren ein Greuel. Pro⸗ verb. 3. v.32. Nun gedencke doch ein Chriſtliches Hertz/ was es fuͤr ein elen⸗ der und erſchrecklicher Zuſtand ſey/ dem allerhoͤchſten Gott ein Greuel ſeyn: Dieſen Zuſtand aͤndern wir durch wahre Buſſe: Wann wir durch dieſelbe der Suͤnden Greuel abgelegt/ ſo heiſſet es von einer glaͤubigen Seel: Sihe meine Freundin/ du biſt ſchoͤn/ ja ſchoͤne biſtu. Cant. 1. v. 15. Da ſind wir Gottes liebe Seele. Jerem. 12. v 7. Ihmelieb und werth. Dan. 9. v.3. Gerne wiler uns lieben/ und ſein gorn ſol ſich von uns wen⸗ den. Hoſ. 14 v.· Solte dieſes nichtein ſteinernes und ſtaͤhlernes Hertz zu wahrer und Gott wolgefaͤlliger Buſſe bewegen/ auß ſolchem Abſcheu/ in ſo groſſe Liebe und Hulde verſett werden: Derwegen/ O Menſch/ laß werden/ ſo koͤnnen wir liegen und ſchlaffen gantz mit Frieden/ denn der HEn allein hilfft uns/ daß wir ſicher wohnen. Pſ. 4.v.9. Da freuet ſich unſer Hertz/ und wir trauen auff Gottes heiligen Namen. Pſ. 33, v. 21. Derowegen/ OMenſch/ laß ab vom Boͤſen und thue Buſſe. b V. Ma. Sueton. in b Ein ſolches Schrecken kan? fron. der natuͤrliche Donner einſagen/ was ſolte dann nicht thun/ der Donner Caligula. 246 Wie die Boßheit der Suͤnden V. Malum odioſiſſimum; Ein verhaſſetes uͤbel: Vaß aſſa iſt die Suͤnde bey Gott: Gott iſt feind allen Vbelthaͤtern. Pſalm. 5.v. Seine Seele haſſet den Gottloſen. Pſ. 11. v. 5. Die arges dencken inſh⸗ rem Hertzen/ und lieben falſche Eide/ die haſſet Gott. Zach. 8. v. 17. Da Allerhoͤchſte iſt den Gottloſen feind. Sir. 1 v. 7. Verhaſſet iſt die Suͤn⸗ debey den heiligen Engeln: Dann wie der Geſtanck die Tauben/ undden Rauch die Bienen vertreibet; Alſo vertreiben unſer Suͤnde die heilign Engel: Vnd wie ihnen unſere Bekehrung eine Freude verurſachet Lut 15.v. 10. Alſo unſer Vnbußfertigkeit einen Haß und Feindſchafft Ver⸗ haſſet iſt die Suͤnde bey frommen Hertzen So den HErꝛn lieben/ haſſn das Arge. Pſ. ↄ7. v. 10. David haſſete den Vbertretter/ und ließ ihn nicht bey ſich bleiben. Pſal 10. v. 3. Er haſſete diejenige ſo Gott haſſeten. Pſal. 139. v. 21. Iſt das aber/ O Chriſtliche Hertzen/ nicht ein groſſes Elend von Gott/ von Engeln/ von frommen Hertzen gehaſſet werden? Hinge⸗ gen aber bringet wahre Buſſe/ die Liebe Gottes/ der heiligen Engel undab len frommen Hertzen/ wie in vorgehenden Predigten erwieſen iſi. Dero wegen/ O Menſch/ laß ab vom Boͤſen/ und beſſere dich. VI. Malum efficaciſſimum: Ein ſehr kraͤfftiges Vbel: Fry⸗ lebrerdlle iſt die Suͤnde ein kraͤfftiges und wirckendes Vbel: Dann wircket 1. Malaexternat Euſerliches Ubel: Alles/ alles Vbel/ wit Namen haben mag oder kan/ kompt nirgend anders als von der leidigm Suͤnde her/ wie ſolches klaͤrlich zu leſen. Lev.6. und Deut 28. capp. Ot Heyden haben fabuliret/ von der Pandoræ Buͤchſen/ welche lupiter ſhr gegeben/ dieſelbe bromotheo zu bringen/ der ſie aber nicht annehmen wollen/ derowegen ſie mit der Buͤchſen/ darinn alles 1 und Elen⸗ derverborgen geweſen/ zum Epimetheo gangen/ der ſie eroffnet/ und aſp Natal. alles Jammer und Elend in die Welt fliegen laſſen: Das moͤgen wi/ O Comes. Chriſtliche Hertzen/ von der Suͤnde wol ſagen/ wie die Suͤnden⸗Buͤchſ lib. 4..6. vom Teuffel eroͤffnet/ iſt alles Jammer und Elende mit unſaͤglicnnn Hauffen in die Weltkommen. Ddererſchrecklichen Wirckung! 2. Mala interna: Innerliches Ubel: Sie bringet mit ſich Iin⸗ ſiernuͤß deß Gemuͤtes: Da ſind wir das Volck ſo im ſiinſtern wandel Eſa 9. v.i. Vnſer Verſtand iſt verfinſtert/ und ſind entfrembdet von dem 1 1 1 W Leben das auß Gott iſt/ durch di Vnwiſſenheit/ ſo in uns iſt unc b b Blindhen rundſch otthaſt tein groſ etwerdan ligen Enn rwieſenſ 9. tigtso des Vbte Jalles als vondel Deutadch weccheln Her nicht M ammem. ſie gofftt Dasmäͤhat uns zu wahrer Buſſe bewegen ſol. 249 Blindh it unſers Hertzen. Eph. 4. v. 18. Ja wir ſind Finſternuͤß anuns ſelbſt. Eph. 5. v. 8. Sie bringet mit ſich Vngehorſam unſers Willens: Da wollen ſich die Menſchen Gottes Gej ſt nicht regieren laſſen. Gen. 5. v. 3. Wir leben nach unßers Hertzen boͤſen Gedancken/ und gehorchen Gott nicht. Jerem 16.v.12. Wiederſtreben dem heiligen Geiſt. Acto 7. v. b ſz. Sie bringet mit ſich ein boͤſes Gewiſſen: Dann daß einer ſo verzaget iſt/ das machet ſeine eigene Boßheit/ ſo jhn uͤberzeuget und verdammet. Sap. 17. v. 10. O der erſchrecklichen Wirckung 3. alaterna: Ewiges Vbel. Dieſes Vbeliſt dieendliche uã letzte Wirckung der Suͤnden/ da werden die Vnbußfertigen hoͤren/ wei⸗ chet alle von mir jht Bbelthaͤter. Matth. 7 v. 2z. D Vann⸗ Truͤbſal und Angſt kommen/ uͤber alle Seelen der Menſchen ſo es zu zeitiger und ern⸗ ſter Buſſe treiben/ wozu uns verhelffen wolle Gott der Vater/ durch die Gnade ſeines Geiſtes/ umb deß eintzigen Suͤnden⸗Buͤſſers Jeſu Von der vierdten bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe/ an der Suͤnden Seiten/ welche iſt unſer Sce⸗ len Verderbung. Plal. 4 1. v. 5. SEr heile meine Sece. Sſpricht Gott Jer 2,v. 22. alſo: Wann du dich 78 4 gleich mit Laugen wuͤſcheſt und nehmeſt viel Seiffen dazu ataſer doch deine Untugend deſto mehr fuͤr mir: Alhie ha⸗ henwir: JI.. Hypo. Wie der Seelen Verderbung 1. Hypocritarum molitionem; Der Heuchler Vorhaben Die wollen mit euſerlicher Scheinheiligkeit/ als mit Laugen und Seif⸗ fen ſich reinigen/ daß man jhrer innerlichen Suͤnden Vnreinigkeit nich ſehen ſolle: Die Heuchler ſind Huren⸗Art/ gleich wie dieſelbe aͤuſerlich mit ſchmincken eine Schoͤnheit machen: Alſo die Heuchler mit aͤuſerl⸗ cher Scheinheiligkeit: Unterdeſſen iſt jhr Hertze nicht feſte/ und ſt Geiſt haͤlt nicht treulich an Gott. Pſ. 78. v. o. Ihre Wercke ſind falſah Pſal. 144. v. 9. Ihre Gottesfurcht iſt Heucheley/ und dienen Gott m falſchem Hertzen. Six. 1. verſ. 32. Sie nahen ſich zu Gott mit jhren Munde/ und ehren jhn mit jhren Lppen/ aber jhr Hertze iſt ferne von ihm. Matth. 15. v. s. Sie ſind gleich den uͤbertuͤnchten Graͤbern/ welche außwendig huͤbſch ſcheinen/ aber inwendig ſind ſte voller Todtenbein/ und alles Uluflats. Matt. 23. v. 27. Gleich wie das faule Holtz offtmals bey Nachte ſcheinet/ aber bey Tage nichts nuͤtze iſt; Alſo ſcheinen ſolche zwar auſerlich/ aber beym Tage der Warheit iſt nchts Gutes an jhnen zu finden.. 22. beccati conditionem: Der Sunden Beſchaffenheit: Sit gleiſſet deſto mehr fuüͤr Gott: Wann ich mich gleich mit Sehneewqß ſer wuͤſche/ und reinigte meine Haͤnde mit Brunnen/ ſo wirſt du mu doch duncken in Koch/ und werden mir meine Kleider ſcheußlich agſ⸗ hen/ ſaget Hiob cap. 9. v. 30. leqꝗ. Dann wer ſeine Miſſethat leugna dem wirds nicht gelingen. Prov. ꝛ8. v. 13. Und iſt unſre eigene Gerech⸗ tigkeit fuͤr Gott wie ein unſtaͤtig Kleid. Eſa. 54. verſ. 6. Derhalben/ O Chriſtliche Hertzen/ ſo hat es mit der Suͤnden eine ſolche Beſchaffen⸗ heit/ daß ſie fuͤr Gottes allſchenden Augen nit kan verkleiſtert oder ver⸗ borgen werden/ ſondern wie Seneca von der Luͤgen ſaget: Mendaciũ te nue eſt, pellucet: Die uͤgen iſt duͤne/ ſie ſcheinet duꝛch: Alſo hat es auch ein Bewandnuͤß mit der Suͤnden. Derhalben muͤſſen wir das groſſe Verderben beydes an Seel und Leib jhnen durch die Suͤuͤde zugefuͤget wol in acht nehmen/ damit wir uns ſelbs nicht betriegen/ wollen derwe⸗ gen anſehen/ 4 b Wie uns der ſuͤndliche Zuſtand unſer Seel/ zu wahrer Buuſſe treiben und bewegen ſolle. 1 Der grundguͤtige Gott gebe ſeine Gnade/ daß ſeiner Ehr Befoderun und unſer Beſſerung dadurch moge gewircket werden/ umbun⸗ Nſers hochverdienten Erloͤſers Jeſu Chriſti willen/ Amen.. b Erklaͤ⸗ batgäwſe chaln. It Ingen ſellemein vindetſche Ahenn ſhefen ben. Dan heufe Zd. undErtand Pange ſaiſna N29 a- 3 Dmſthn 6r ni Verciſ ddienene u Gotm Hvertz ſſ Graͤdn. oller e Ule Holhe Ulſoſchem ts Gultot eſchaf hmüEh / ſowin erſcheuft —— 4 3 3 1 Miſſechnn iſre egen §. Datt ſolche ekleiſtnt get Mendi- h.Aooſc ſſen vidi Suͤddez gen wolen c/zub Ehr Si werden e./Auun — — 1 —— — — uns zu wahrer Buſſe bewegen ſol. Erklaͤruug. Es wird uns/ O Chriſtliche Hertzen/ die erſchreckliche Verder⸗ bung unſer armen Seel/ durch die leidige Suͤnde/ in Gortes Wort fuͤr⸗ „1. In genere; Ins gemein: Davon ſagt allhie David: HErz heile meine Seel: Das geheilet werden ſoll/ das muß verletzet oder ver⸗ wundet ſeyn: Gott hat unſerm Paradies⸗Vater Adam einen lebendigen Athem in ſeine Naſe geblaſen nachdem er jhn auß dem Erden⸗Kloß er⸗ ſchaffen. Gen. 2.v. 7. Das iſt/ er hat jhm eine vernuͤnfftige Seele gege⸗ ben: Vermittels derſelben hat er uns gelehrter gemacht/ dann das Vie⸗ he auff Erden/ und weiſer dann die Voͤgel unter dem Hinnnel. Hiob. 35. v. II. Er hat jhm Vernunfft/ Sprache/ Augen/ Ohren/ Verſtand und Erkaͤndnuͤß gegeben. Sir. 17. v. 15. Alſo daß unſer erſter Vater Adam geehrt war uͤber alles das da lebet. Sir. 49. v. 20. Weilen er ge⸗ ſchaffen war in rechtſchaffener Heiligkeit und Gerechtigkeit. Eph. 4. v. 24. Nach dem Ebenbild deſſen/ der jhn geſchaffen hatte. Col. 3. v. 10. Oder groſſen Herꝛligkeit Aber nach dem unſere Paradies⸗Eltern vom Satan verfuͤhret/ in die Suͤnden⸗Gruben gefallen/ iſt unſer Seel elen⸗ diglich verwundet: Da haben wir/ leider/ eine unwiſſende Seele. Num. 15.v. 27. Das iſt/ die durch Vn wiſſenheit ſuͤndiget/ wie daſelbſt es er⸗ klaͤret wird: Vnſer Seeliſt zur Erden gebeuget. Pſ. 44. v. 26. Wirha⸗ ben eine hungerige und durſtige Seele. Eſa. 42.v. 6. Das iſt/ die/ wann ſie ſich ſelbſt recht erkennet/ nach der Gnade und Barmheitzigkeit Got⸗ les hungerig und durſtig iſt, Wir haben von Natur bo ßhafftige Seelen. Sap. 1. v. 4. Vnglaͤubige Seele. Sap. 10. v. 7. Odeß erſe chrecklichen Verderbens! Da moͤgen wir wolruffen: HErꝛ/ heile meine Seele: Welches durch rechtſchaffene Bekehrung geſchicht/ und uns dieſelbe deßwegen hochnohigiſſſfſtſ. III. In ſpecie: Inſonderheit: Da verderbet die Suͤnde die Seele: I. Rationem obtenebrando Daß ſie die Berm unfft verfin⸗ ſtert: Fuͤr dem Suͤnden⸗Fall iſt unſer Vernunft und Verſtand hell und klar/ und dem Ebenbild Gottes ehnlich geweſen; Da hatte Adam einen ſolchen Verſtand/ daß er kunte allem Vieh/ Vogeln und Thieren einen bequemen Namen geben. Gen. 2.v. 20. Aber/ da iſt durch die Suͤnde un⸗ ſer Verſtand erſehrecklich verfinſtert: Da duͤncket einem jeglichen ſein Weg recht ſeyn. Prov.1. v.2. Vnd ſihet ein jeglicher/ nicht auf Gottes/ Ji ij ſondern 21 252 Wie der Seelen Verderbung ſondern ſeinen Weg. Eſa. 3. v.6. Was Fleiſch und Blut tichtet /das iſt eitel boͤſe Ding. Sir. 17 v. 3o. Daher wird der nicht wiedergebome Menſch Finſterniß genant. Joh. J. v. /7. Und kan die Welt/ durch jott Weißheit Gott in ſeiner Weißheit nicht erkennen. 1. Cor. 1. v. 21. Da natuͤrliche Menſch vernimpt nichts was deß Geiſtes Gottes/ es iſiſm b eine Thorheit/ und kan es nicht erkennen. 1. Cor. 2. verſ. 14. Und dis Blindheit vermehret der Teuffel/ als der Gott dieſer Welt/ ſo der li glaͤubigen Sinne verblendet/ daß ſie nicht ſehen das helle Liecht/ deßen leuchtenden Evangelii. 2. Cor. 4. verſ. 4. Gleich wie die Weiſen auß Morgenlande/ wann ſie den geleitenden Stern verlaſſen/ und jhre Gedancken folgen/ den neugebornen Konig der Juden nicht finden. Matth. 2. v. 2. ſeq. Alſo auch wir/ wann wir unſer natuͤrlichen Ver⸗ nunfft folgen/ iſt nur eitel Irꝛthum bey uns. Gleich wie das Blutfluͤy ſige Weib/ ſo lang ſie die leibliche Artzt ſuchete/ keine Huͤlffe empfand/ ſondern es ie laͤnger/ ie aͤrger mit jhr ward. Marc. F. v. 26. Alſo gehet auch uns/ ſo lange wir unſer naruͤrlichen Vernunfft in goͤttlichen S chen folgen/ wirds mieht beſſer/ ſondern aͤrger mit uns. Dieſer elenn Zuſtand unſers Verſtandes/ ſoll uns billich zu wahrer Buß und B kehrung bewegen; Daß wir inniglich ſeufftzen: HE le; Dann alsdann werden wirbeleh Act. 26 verſ. 18. Da wird bey uns a Gottes; Der erholet uͤber uns das Lie Gott troͤſtet uns/ und laͤſſet uns leuc Pſal. 30. v. 4. D daß wir erkenn arme Erd⸗W Welt ſeinen 5 10 N in aber fuͤr unſae Sckhähesz Hteei Gan k.I. Joh. 2. v. 2. Dadurch gibt ulind. Gott ein hellen Schein in unſre Hertzen. 2. Cor. 4.v. 6. Vnd bekommen wnian erleuchtete Augen unſers Gemuͤtes. Eph. 1.v. 8. Da wird bey uns a⸗ zundet/ -Wätſ Helle ge ie die A rlaſſen a uden niß natuͤth wiedash e Huͤlffen v. 26. Ä tingotti ns. Duf hrer Wujn heilem ternuͤß zu diechtded izes.Pſ / daßwig rchtdeß h Vatetz/g daß crg ſeines agne ben. Jon Ern Jth nfuͤrune uns zu wahrer Buß bewegen ſoll. 213 gezuͤndet/ das Liecht eines froͤlichen Gemůtes/ ſo lange wir in der Suͤn⸗ de ſtecken/ ſeyn wir in der Finſternuͤß der Traurigkeit: Aber wann wir uns bekehren/ ſo iſ Gott unſer Liecht und Heil. Pſ. 27. v.. Wann wir als dann ſchon wandern im finſtern Thal deß Creutzes/ ſo fuͤrchten wir doch kein Vngluͤck. Pſ. 23. v. 4. Da muß dem Gerechten das Liecht im⸗ mer wieder auffgehen/ und Freude den frommen Hertzen. Pſ. 97. v. I1. Solte uns dieſes herꝛliches/ dieſes gnadreiches/ dieſes troͤ ſtliches Liecht/ nicht zu wahrer Buſſe bewegen? 2. Voluntatem depravando; Daß ſie den Willen verderbet: Fuͤr dem Suͤnden⸗Falle war unſer Wille dem Willen Gottes aͤhnlich: Aber durch die Suͤnde iſt er in den Grund verderbet: Daiſt alles Tich⸗ ten und Trachten deß men ſchlichen Hertzen boͤſe immendar. Gen. 6 p. 5. Wir ſind eine verkehrte boͤſe Art/ und fallen von Gott ab/ ſind Schand⸗ Flecken/ und nicht ſeine Kinder. Deut. 32. v. 5. Ein gebohrner Menſch wil ſeyn wie ein junges Wild. Hiob v. verſ. 12. Wir ſind wie Roß und Mauler/ welchen man Zaum und Gebiß muß ins Maul legen/ wann ſie nicht zu uns wollen Pſalm. 32. vo. Wir lauffen den Suͤnden⸗Lauff/ wie grimmige Hengſt im Streeit. Jerem. 8. v. 6. Sind wie geile Kaͤlber. Jerem 31. v. 18. Wie verlockte Tauben/ die nicht mercken wollen. Hoſ. 7. v. u. Summaffleiſchlich geſinnet ſeyn/ iſt eine Feindſchafft wieder Gott. Rom. 8. v.7. Dieſer unſer verderbter und boͤ ſer Wille/ ſol uns billich rei⸗ ben! daß wir bilten/ HErꝛ/ heile meine Seele; Welches durch hertzliche Bekehrung geſchicht; Dadurch der H. Geiſt unſern Willen veraͤndert: Der lehret uns alsdann thun Gottes Wolgefallen. Pſ. 143. v. 11. Haͤlt uns in ſeinem Worte fuͤr: Daß Gottes Wille ſey/ daß wer an den Sohn Gottes glaͤubet/ ſolle haben das ewige Leben. Johann. 6.v. 40. Da pruͤf⸗ fen wir welches ſey der gute/ wolgefaͤllige und volkommene Wille Got⸗ tes. Roman. 12. verſ. 1. Da werden wir verſtaͤndig/ und erkennen was deß HErren Wille ſey. Epheſ.5.v. 1¹9. Daß wir nicht der Menſchen Luͤſten/ ſondern dem Willen Gottes leben. 1. Pet. 4 v. 2. Ach laſſet uns abermal bitten/ HErꝛ/ heile meine Seele: Quod à Deo nos avertimus, noſtrum Depec- eſt,& hæc eſt voluntas mala; Quod vero nos ad Deum convertimus Seenne. niſi ipſo excitante atquè adjuvante, non poſſumus,& hæc eſt volun-& remiſſ. 48*£ de 8. tas bona, ſagt Auguſtinus: Das iſt/ Daß wir uns von Gott abwenden/ e kompt von uns/ und iſt der boͤſe Wille: Daß wir uns aber zu Gott bekeh⸗ Ji in ren/ 214 Wie der Seelen Verderbung ren/ das koͤlen wir nicht ohne Gottes Auffweckung und Huͤlffe/ unddi ſer iſt der gute Wille. Wie Polycarpus zur Marter gefaͤnglich ſoltean⸗ genommin werden/ haͤtte er der ſelben gar leichtlich entkommen koͤnnen b Hedion. aber er hat es nicht thun wollen/ ſondern geſagt: Deß ERREN Wi⸗ lile nen. legeſchehe: Wievumehr O Chriſtliche Derten ſollen wir in Vann cleſ. par. i. 1. 4. cap. 1. derung unſers Willens zum Guten/ uns dem Willen Gottes gerne un willig unterwerffen. 3. Mala operando: Daß die Sunde durch die Seeleböſt — wircket: Anima vidert in oculis, audit in auribus, odorat in naribus,in lbb..de faucibus guſtat, tangit in toto reliquo corpore, ſagt Bernhardus Pflder. Das iſt Die Seele ſihet durch die Augen/ hoͤret durch die Ohren/ riecht ugen. durch die Naſen/ ſchmecket durch den Halß/ ruͤhret durch den gantzen uͤbrigen Leib. Nun ſehet und betrachtet/ O Chriſtliche Hertzen/ wie unſe re Seele durch die Suͤnde verderbet/ durch dieſe fuͤnff Sinne ſoboͤſe Din⸗ ge wircke: Mit den Augen ſuͤndiget die Seele vielfaͤltig: Vieler Augen halten auff die Armen. Pſalm. 10. verſ. 8. Verſtehe jhren Frevel und Schinderey an jhnen zuuͤben: Viele haben hohe Augen. Pſalm. 18. v. 25 Die frech und ſtolt ſeyn. Vieie laſſen jhre Augen dahin fliegen/ das ſii nicht haben koͤnnen. Prov. 23. v.). Wiele ſehen mit jhren Augen nach au dern Weibern. Prov. 23. v.33. Viele wenden jhre Augen von den Armn Prov. 28. v. 27. Undwer kann och alle Augen Suͤnde erzehlen? Dah Oxwenus deßwegen recht ſaget: b Si quoties peccant dextri effodiantur ocelli, Mundus in exiguo tempore luſcus erit. Wann Augaußreiſſen folgt auff die Sund/ Gantz ſchiel man bald die gantze Welt find. 8 Mit den hren fuͤndiget die Seele/ nicht allein wann viele ſhre Ohren verſtopffen fuͤr dem Schreyen der Armen. Prov. 21. v. 3. Son⸗ dern auch vielfaͤltig/ wann wir unſere Ohren abwenden zu hoͤren das Ge⸗ ſetze Prov. 28. v 5.Haben Ohren zu hoͤren/ und hoͤren doch nicht. Ezech 12. verſ. 2. Verſtocken jhre Ohren/ daß ſie nicht hoͤren. Zach. 7. Auguftin. 2e 1I. Tlm⸗ gleich wie die Suͤnde der Augen vielfaͤltig/ alſo auch der l6.on. Ohren. Es gehet vielen mit dem Gehoͤr goͤttliches Wortes/ wie dem Au⸗ feſtc9. guſtino fuͤr ſeiner Bekehrung/ der hoͤrte Ambroſium Biſchoff zu Meyr⸗ land gerne predigen/ allein wegen ſeiner Wolredenheit/ und nich wegen Gortes⸗Wortes; Al ſo gehen viel in die Predigte der jenigen ſo jhre Oh⸗ rcn whfed faͤnzlch kommx. ENNe lenwuing Gatng dieEa Dratinmn agt henn die Ohn durchda Herzann Sinneſobi ig: Wan ejhrengy n Pſalm. ſin fiign n Augenn nvondn Kcxzehle d/ nd. in vannr vl8 tzuhonme dochni thorm. ig alſba rts wia Biſchf undnd/ nigenſo 25) ren beluſtigen/ und nicht derer ſo ſieauß Gottes Wort wol unterrichten. ſchoͤn ſteher/ und ſo glatt eingehet. Prov. 23. v z1. Viele eſſen nicht wie 8. 39· Menſchen/ und freſſen zu ſehr. Syr. z1.v. 19. Die uͤberfuͤllen ſich mit al⸗ lerley niedlicher Speiſe/ und freſſen gierig. Syrach. 37. v. 32. Die ſauffen Handel. 1. Theſſ. 4.v. 6. Viele greiffen zu weit mit Rauben und mit Steſen. Da ſollen wir A Soſchmecken und ſehen wir/ wie freundlich der kaͤmpffen einen guten Kampff deß Glau⸗ bens/ und ergreiffen das ewige Leben. 1. Tim. 6. v. 2. Wozu uns wolle verhelffen durch die Gnade deß heiligen Geiſtes/ unſer liebreicher himli⸗ ſcher Vater/umb Jeſu Chriſtj willen/ Amm /Amen. Die 276 Wie unſers Leibes Zerſtoͤrung Die viertzigſte Predigt. DE CAVSA IMPVLSIVA POENITENTIE, RATIONE PECCATI, QINTA, QHMA CORPORIS PKOPTER PECCATUM DESTRuCTIO- Von der fuͤnfften bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe/ an der Suͤnden Seiten/ welche iſt unſers Lei⸗ bes Zerſtoͤrung. Rom., 8. v. 10. Der Leib iſt tod/ umb der Suͤnden willen. ann wir/ O Chriſtliche Hertzen/ die leidige Sin de recht betrachten/ ſo befinden wir/ daß ſie der Waſſer ſucht fein koͤnne verglichen werden: UInd zwar/ K 1. Propter originem: Wegen der Herkunff Gleich wie die Waſſerſucht fuͤrnemlich auß einem unordentuichen Lehn herkommet/ Alſo auch die Suͤnde: Gott hatte unſern Paradieß⸗Elt eine ſchoͤne und deutliche diet und Lebens Regul vorgeſchrieben/ daß ſoten eſſen von allerley Baͤumen im Garien/ aber vom Baum deß ECer falmpwonka dn wouzabe eumoin 1 4 dLides Re auffoonedſc kaͤntnuͤß Boͤſes und Gutes ſolten ſie nicht eſſen/ welches Tages ſied von eſſen wuͤrden/ ſolten ſie deß Todes ſterben. Gen. 2. v. 16. Aber durch Verfuͤhrung deß Teuffels/ haben ſie ſich an der verbotenen Fruchtvn⸗ griffen/ und haben das Unrecht oder die Suͤnde eingeſoffen/ wie Waſſar Hiob. 15. v. 16. Da iſt durch einen Menſchen die Suͤnde in die Welt und 6 durch die Suͤnde der Tod gekommen Rom. 5.v. 2. 2. Propter ſitis productionem, Wegen deß Durſtes: Gla wie die Waſſerſucht einen groſſen Durſt mit ſich fuͤhret: Alſoauchdt Suͤndeden Durſt boͤſer Luͤſte: Da geluͤſtet immer dem Fleiſch wieda den Geiſi. Galat.⸗ v. 7. Und dieſer Durſi bringet allen Unbußferiige ſinrfe te endlichen den ewigen und hoͤlliſchen Durſt. Luc. 16.v. 24. 5 Propter operationem: Wegen der Wirckung: Die Waß n mN 9 ſerſucht bringet Vergeſſenheit: Die Suͤnde wmaung alſo vergeſen anaea der Wolthaten Gottes/ daß er klaget: Bleibet doch der Schnee ngaan a n b dan denme dieledd ſie de W en der he nondennih rn Patoy rgeſchne om Paun (lchs d .p.16., 4 botena taffnnt ndeinud len deß Fleiſches und der Vernunfft. Eph. 2. verſ. 3. uns zu wahrer Buſſe bewegen ſol. 257 den Steinen im Felde/ und das Raegenwaſſer verſcheuſt ſo balde nicht/ als mein Volck meiner vergiſſet. Jer. 18. v. 14. Die Waſſerſucht machet faul und verdroſſen; Die Suͤnde machet uns traͤges Hertzen zu glaͤuben dem/ was uns auß Goites Worte wird vorgehalten. Luc. 24. v. 25. Sie kiebet uns immer an/ und machet uns traͤge. Heb. 12. v. J. 4. Propter corporis corruptionem; Wegen Verderbung des Leibes: Denn die Waſſerſucht blaͤhet entweder den gantzen Leib auff oder etzliche Glieder/ und die andern verdorren: Alſo auch die Suͤn⸗ de den gantzen Leib mit allen ſeinen Gliedern; Daß wir unſere Glieder begeben zu Dienſt der Unreinigkeit/ und von einerl Ingerechtigkeit zu der andern. Rom. 6. v. 9. Vnd die ſuͤndliche Luͤſte kraͤfftig in unſern Glie⸗ dern ſind/ dem Tode Frucht zu bringen. Rom. 7. v. 5. Vnſere Wolluͤſis ſtreiten in unſern Gliedern. Jac. 4. v. 1. Hiervon redet auch Paulus in verleſenen Worten/ bey welchen wir wollen betrachten: Wie der elende Zuſtand unſers Leibes wegen unſer Sunde⸗ b uns zu wahrer Buſſe bewegen ſolle. Der Allerhoͤchſte gebe ſeine Gnade daß es Leib und Seele erſprießlich geſchehen moͤge/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Glich wie unſer Seel durch die Suͤnde jaͤmmerlich verderbet iſt 249 ins auch unſerm Leibe wiederfahren; Da haben wir wegen der nde: uge . I. Corpus cu piditatibus pravis ſubjectum: Einen Leib den boͤſen Luͤſten unterworffen: Weilen die Seele ein Beſitzer und Herꝛ⸗ fuͤhret ſie auch den Leib dazu/ und machet denſelben zu allem Boͤſen be⸗ gierig/ und das Fleiſch hinwiederum nach allem V Fleiſch/ das iſt/ wir bekuͤmmern uns Aafu S35 unſerm Fleiſche nos b un 2z18 Wie unſers Leibes Zerſtoͤrung wegen der Sudi und ſaffte thut/ und erndten das Verderben. Galat. 6. v. 8. Odeß elentn nd afheche deß leidigen Suͤnden⸗Dienſtes Wer alſo Suͤnde ihiſ tſin der iſt der Suͤnden Knecht. Johan. 8.v. 4. Die alſo in Wolluſten leben jat ſind lebendig tod. i. Tim. 5. v. 6. Dieſer elender Zuſtand unſers fuͤndi chen Fleiſches/ ol uns billich zu wahrer Buſſe bewegen: Dann wannmi uunes warhafftig zu Gott bekehren/ ſo laſſen wir die Suͤnde nicht herſchen in unſerm ſierblichen Leibe/ ihr Gehorſam zu leiſten in jhren Luͤſten. Nem 6. v. 12. Sotodten wir durch den Geiſt deß Fleiſches Geſchaͤffte Ron 8. v. 3. Creutzigen das Fleiſch/ ſampt ſeinen Luͤſten und Begierden. Gal 5. v. 7. Wir legenab den alten Menſchen/ der durch Luͤſte in Irrthumt ſich verderbet/ und erneuren uns im Geiſt unſers Gemuͤthes/ zihen den nnſi eähe neuen Menſchen an/ der nach Gott geſchaffen iſt/ in rechtſchaffener Ge ſn nichiſtel rechtigkeit und Heiligkeit. Eph. 4. v. 2 ſeq. Gleich wie wann zwey unt bandigzerſaz einander kaͤmpffen oder ſtreiten/ derſelbe uͤberwindet/ welchem man Haͤſ ſa Fe leiſtet: Alſo gehets auch in dieſem Kampff und Streit deß Geiſtes und Fleiſches/ ſo wir deß Fleiſches mit uͤberfluͤſſigem Eſſe und Trincken pff gen/ ſo muß der Geiſt unten liegen/ ſo wir aber/ mit Wachen/ Beta Nuͤchter⸗und Maͤſſigkeit dem Geiſte beyſpringen/ ſo koͤnnen wir die Liih deß Fleiſches uͤberwinden b II. Corpus egenum: Einen duͤrfftigen Leib: Gleich wie unſe Seele durch die Suͤnde Blut arm geworden/ und aller jhrer anerſchaſ fenen Herrligkeit beraubet; Alſo auch der Leib: So lange unſer Leibin Mutter⸗ Leibe verſchloſſen/ wird er wunderbarlich und reichlich ernehrt Acobald der Meufh ſein Leben hat/ ſeine Kuͤche vor ſhn In dem Leibe der Mutter ſein/ iſt er zugerichtet fein/ ag. OD bes iſt ein kleines Kind/ Mangel doch an nirgends ſud ſ Bißßes an die Welt kompt. Aber ſo bald wir an dieſe Welt gebohren ſind/ ſo iſt ein groſſerund aan vielfaltiger Mangel vorhanden: Da mangelt es bald an Nahrung⸗Veo t le Muͤtter/ ſo jhre Kinder reichlich in Mutter⸗Leibe ernehret/ koͤnnenſyn Gunn Kinder offtmals auß Mangelder Milch ſo auß Kranckheit oder anden u Ulrſachen herkompl’ nicht ſaͤugen/ daß ſie mit unvernuͤnfftiger Thinn i Můch uñ andenn Speiſſen muͤſſen ernehret unaufferzogen wena dn YM 8 — — 8. 4. ——- 1— 92 1 2—öö————-—— ——————————— 4 4 —“² ——-——;—.—:——BO⏑̈⏑ñ——J——-——— — — — — —— talſo Sihe der Geſchift dBegah däͤßen mmäͤches ncchtſcheft wit wam welchemn. rreit deßG dund Tu t Wacha könnenwi b: Glecht alleiſßtera zo langeun ndrachit ine Küchen uns zu wahrer Buſſe beivegen ſo 2/2 Muͤtter ſo jhre Kinder wol ſaͤugen koͤnten wollen es nicht thun/ entweder auß Hoffart/ oder daß ſie keine Muͤhe und Ungelegenheit mit den Kin⸗ dern haben wollen/ wie deß Philoſophi Phavoriniguten Freundes Weib eines Kindes geneſen/ iſt er hingangen demſelben Gluͤck zu wuͤnſchen/ wie er auch gethan/ und unter andern von der Kindbetterin Mutter vernom⸗ men/ daß ſie dem Kindlein eine Ammen beſtellet/ hat er geſagt: Ich bitte Arric,c. 1. dich/ O Mutterchen/ laß doch deine Tochter jhres Soͤhnleins gantze und volkommene Mutter ſeyn: Dann was iſt das fuͤr eine halbe und unvol⸗ kommene Mutter Art/ ſo wieder die Natur iſt⸗ Gebaͤhren und alſo bald von ſich werffen? Etwas in ſeinem Leibe mit ſeinem Blute ernehren/ das ſie nicht ſihet⸗UInd daſſelbe nicht mit jhrer Milch ernehren/ welches ſie le⸗ bendig vor ſich ſihet Sojetzund es ein Menſch/ und ſeiner Mutter Huͤlf⸗ febegehrete Vermeinſtu/ daß die Natur den Weibern die Bruͤſte habe ge⸗ geben/ als ein ſchoͤn Fehlchen/ nicht damit jhre Kinder zu ernehren/ ſon⸗ dern jhren Leib damit zu zieren⸗ Welches noch heut zu Tage viele Halb⸗ Mutter billich betrachten ſolten: Da befindet ſich ferner Mangelander Huͤlffe/ daß die armen Kindlein jhnen ſelbſt im geringſten nicht helffen koͤnnen/ Mangel an der Kleidung und Abwendung deß Froſts und ande⸗ rer widerlichen Zufaͤlle deß Leibes/ Mangel an Gehen und Stehen/ und andern Dingen mehr: Wann der Menſch erwachſen iſt/ ſo faͤllet immen fort groſſer Mangel fuͤr: Da iſt in der Jugend Mangel an Gehor⸗ ſam/ Froͤmmigkeit und andern Tugenden/ ſo von der Jugend erfo⸗ dere werden. Darauff folget hernacher Mangel im Ehe⸗Stande: Da iſt offt der Mann ein Wuͤterich in ſeinem Hauſe. Spr. 4. verſ. 35. Das We iſt offt alſo beſchaffen/ daß beſſer bey Loͤwen und Dra⸗ chen/ ais bey jhr zu wohnen. Syrach. 25. verſ. 23. Da iſt Mangelan Leibes Nothurfft/ und kompt manchem die Armuth wie ein Fuß⸗ Gaͤnger/ und der Mangel wie ein gewapneter Mann. Proverb 6. verſ. 11. Da ſinget man das Trauer⸗Liedlein; Was wollen wir eſſen? Was wollen wir trincken: Womit wollen wir uns bekleiden? Matth. 6, verſ.z1. Jatvumehradſe Shndedeſte Sunazaus lh Kk daßh 4 ——*—— ⁄⁄ 3— 2 2—* 260 Wie unſers Leibes Zerſtoͤrung wegen der Suͤnden daß die Menſchen/ in Hunger und Durſt in Bloͤ e und all geljhren Feinden dienen muͤſſen Deut. 4 8.v. 48. 1. deß lare des deß Menſchlichen Leibes Wann wir uns aber zu Gott bekehren und in wahrer Goetſeligkeit leben/ ſo heiſſet es: Die den HErren ſuch haben keinen Mangel an jrgend einem Guth. Pſ. 34. v. 11. Ich bin jung geweſen und alt geworden/ Und habe noch nie geſehen den Gerechten ver la ſſen/ oder ſeinen Samen nach Brod gehen/ ſagt David. Pſal. 37. v.z5 Dann wann wir am erſten trachtennach dem Reich Gottes/ und naa ſeiner Gerechtigkeit(welches durch wahre Buſſe geſchicht) ſo wird uns 2ees Wer alles zufallen. Matth. 6. v. z3. Weilen die Gottſeligkeit zu geißlit u glan Pehenmiee iſt/ und die Zuſage hat dieſes und deß kuͤnfftigen L che Mam 111. Corpus morboſum; Einen Leib vielen K hei dea unkerrvorffen⸗ Gleich wie unſere Seele durch Tlen ſrancthau⸗ b. aahe dan 5 wird unſer Leib durch viele Kranckheit verderbet/ ſo jhn g⸗ Wainag eded geag ene gen hene Sat Aas Jal s eine Haut iſt verſchrumpen/ und zu nich Uiti t warden Hoob 7.v.. Da eckelt uns offt fuͤr aller Speiſe/ und ua Ktſtia odtkranck. Pſal. 07. v. 8. Da winſelt der Hißkia wie ein Kranich/ up) naieaa a girret wie eine Taube. Eſa. 38. v. 14. Da hat der Artzt gnug an tesaug ick ½ 4 9 lkn. Shr 85 m HCyrrn Chriſto/ bald ein ——— 8 7 8— 2 5 8 5 9 4 4 5 4 .[ 1 1 1 4 1 : 1 4 4 1 8 4 1 1 1 . “ 4 1 1 J * 1 1 3. „ 4 41 1 1 3 2 3 1 1 4 1 1 1 8 — i z [ 4 1 4 4 8 8 1 8 1 4 ¹ 1 4 1 17 2 1 — 3 11 3 84 4 4 1 1 — 1— 1 1 1 ₰ 1— 8 11 4 3 4 3 Mauf 9 9 i Huͤlffe Fethas Ga oher SAe dſolcher Erempel iſi die Svangal che ℳ Umt derſelben win r die vietfaltigen Kranckheiten? BVon inge umbgehen/ mit P en willen/ wil der HErꝛ wunder lich mit uns langwierigen Plageis anauffuns und unſern Samen/ mit groſſen und ter. 28. v. 8. D angwierigen Kranckheiten. Deu⸗ hren. Deut. 32. v. 24. Wir wer⸗ gwillen. Pſal.107. verſ.*7. Wer fuͤr ress in die Haͤnde Syr. 38. Zuſtande? Der fuͤrtreff⸗ at wegen eines lan gwirigen doppelten Quar⸗ Krante dhent und rbet ſo Kleiſch ur 1 und zu. iſe undt tin Krant gnugan lo abdn⸗ ſeints ie drage LI dirEvant nckheim mügnſe nchemn 14. M e 7. 8 dände 6 Daif irige 3 v uns zu wahrer Buſſe bewegen ſoll. Quartan⸗Fiebero/ jhm ſelber das Leben genommen: 261 Wie auch der Zwing. Poete Syllius ltalicus ſol gethan haben: Aber auff ſolches folget der ewi⸗ Vol.z. ge Tod und Verdamnis: Jenes Weib zu Bruck in Flandern/ ſo wegen pag. 458. groſſer Heiligkeit ſehr beruͤhmet/ und daß ſie unzehlige Kranckheiten curiren kunte/ hat jhre Curen alſo verrichtet: Erſilich muſten ſie glau⸗ ben/ daß ſie dieſelbe curiren kunte: Darnach hat ſie jhnen ſonderliches Faſten aufferlegt/ uñ daneben befohlen/ entweder nach Compoſtell zu S. Jacob/ oder nach S. Arnold eine Wallfart zu verrichten. Endlich aber iſt ſie eine Zaͤuberin erfunden/ und auch geſtraffet worden; Welcher Art gewißlich auch unſer Segenſprecher ſeyn. Wie in Senogallia ein rei⸗ cher M heit hatte/ hat er deß Nachts eine Stimme gehoͤret/ wann er wuͤrde eine Geluͤbde thun Sanct Michaels Capellen zu beſuchen/ ſolte er als⸗ bald geſund werden: Welches alſo ſol erfolget ſeyn. abgoͤttiſche Kranckheit der Seelen erfolget: G OTT Chriſtliche Hertzen/ offenbaret uns in ſeinem Wort die rechte Mittel/ wie wir fuͤr Kranckheit behuͤtet/ und wann wir darin gerathen/ davon ſol⸗ len erlediget werden. Wann wir dem HErren unſerm Gott dienen/(wel⸗ ches auch durch wahre uſſe geſchicht ſo wil er alle Kranckheiten von uns wenden. Erod. 23. verſ. 25. Syrach erklaͤret uns dieſes herꝛlich/ und ſpricht: Mein Kind wenn du kranck biſt/ ſo verachte diß nicht/ ſon⸗ dern bitte den HErren/ ſo wird er dich geſund machen; Laß von der Suͤn⸗ de/ und mache deine Haͤnde unſtraͤfflich/ und reinige dein Hertz von aller Miſſethat Syrach 38. verſ. 9. ſeq. Dieſem/ dieſem Rath/ O Chriſt⸗ liche Hertzen/ laſſet uns folgen/ ſo wird uns gewiß zu zeitlicher/ oder zu ewiger Geſundheit geholffen.— b IV. Corpus morti obnoxium: Einen Leib der endlich ſter⸗ ben muß: Gleich wie die Seele dem Geiſtlichen und Ewigen Tode; Alſo iſt unſer Leib wegen der Suͤnde dem Zeitlichen und Ewigen Tode unterworffen. Fuͤr dem elenden Suͤndenfall war unſer Leib unſterb⸗ Zwing. Vol. 5. pag. 1522. Lann mit Namen Sergius eine ſchwere und gefaͤhrliche Kranck⸗ b Aber auff die Lhie. Wegnehmung der leiblichen Kranckheit iſt gewiß eine boͤſere/ als die pag. 1403. 9l. 5. 262² Wie die ſchwere Laſt der Sünden Da iſt unſer elender Leib unterworffen: 1. Morti corporali: Dem zeitlichen Tode: Vnd muß wiedddss zur Erden werden davon er genommen iſt. Gen. 3. verſ. g. Woiſtenn Menſch/ der da lebet/ der den Tod nicht ſche. Pſ. 69. v. 49. Alles Flaiſch verſchleiſt wie ein Kleid/ dann es iſt der alte Bund/ du muſt ſterben. Si. 14.v. 18. Der Tod iſt zu allen Menſchen durch gedrungen/ wellenſſe alle geſuͤndiget haben. Rom. ⸗. verſ. 12. Da ſollen wir uns billich dunch wahre Buſſe zum ſeligen Tode bereiten: Gott ſchickt uns offt Krand heiten als Furierer deß Todes zu/ wie ſie D. Tabernæmontanus pfte⸗ gen zu nennen; Da muͤſſen wir uns denſelbem wol zu begegen bereiten Wie der Kayſer Rudolphus] zu Erfurt ein ſtarckes Fieber bekam/ zog er eilends auff Speyer/ da er auch geſtorben und begraben/ und ſagte Ich muß eilen/ daß ich meine Geſchaͤffte/ bey meinen Vorfahren den Roͤmiſchen Kayſern verrichte. Solches aber geſchicht durch hertzliche Bekehrung zu Gott. V 2. Morti perenni: Dem ewigen Tode⸗: Der iſt auch der Suͤn⸗ den Sold. Rom. 6. v. 23. So wir nach dem Fleiſche leben/ muͤſſenmi auch dieſes Todes ſterben. Rom. 8. v. 13. Fuͤr dieſem Tode iſt der wahn ſeligmachende Glaube/ ſo gleichſam das Hertze wahrer Buſſe iſt/ cnt gewiſſe Verſicherung/ daß wer an jhn glaͤubet/ der ſoll nicht verlon werden/ ſondern das ewige Leben haben. Joh. 3. v. 16. Da iſt der zeitli Tod denſelben nur ein Schlaf/ der ewige hat nichts mit jhnen zu ſcha d fen/ unter welcher Zahl uns wolle verhelffen/ Gott der Vater/ duch den heiligen Geiſt/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. Die ein und viertzigſte Predigt. b DE CAVSA IMPVLSIVA POENITENTIEÆ, RATIOM PECCATI, SEXTA, QlI GRAVISSIMA PECCAII ONERATIO. Von der ſechſten bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe/ au der Suͤnden Seiten/ welche iſt die ſchwere Laſt der Suͤnden, Pſal. 38. v.5. — dien Neine Suͤnde ſind mir wie eine ſchwerebal zu ſchwer worden. ——y—-r—— — 5 Serm. 24. de verb. Apoſt. Homil. 87 in Iohan. Vol. z. Pag. 392. 264 Wie die ſchwere Laſt der Suͤnden Wie die ſchwere Laſt der Sunden/ uns zu wahrer Buſt reitzen und treiben ſolle. Der barmhertzige Gott gebe uns durch ſeinen H Geiſt auffmerckane Ohren und ver ſiaͤndige Hertzen/ umb Jeſu Chriſti willen. Ammn. Erklaͤrung. Ach/ meine Geliebten/ was fuͤhret die leidige Suͤnde eine elendew ne ſchwere/ eine unbegreiff liche/ eine unertraͤguche und vielf aͤltige La über uns arme Menſchen So uns billich zu Ablegung derſelben duuch wahre Buſſeſund Verhuͤtung derſelben/ durch ein gottſeliges Leben ta⸗ tzen und treiben ſolte: Dann da iſt eine groſſe Laſtt I. lpſa peccati commiſſio: Die Verachtung der Sunden an ſich ſelbſt: Dieſes bekennet David außtruͤcklich/ wañ er ſprichn Siͦ ne Suͤnde ſeyn jhm als eine ſchwere Laſt zu ſchwer worden. Da er nich allein redet/ von der ſchweren und vielfaͤltigen Straff⸗Laſi/ ſo die Sin de uns auffbuͤrdet ſondern auch von der Suͤnden ſelbſt/ ſo wir begeh Dadruͤcket uns unſer Miſſethat hart. Pſalm 6. v. 4. Die druͤcket mu⸗ chen/ daß er fallen muß und kann nicht ſtehen bleiben. Eſa. 24. v. 20. Dn iſt/ er ſuͤndiget ſo ſchwer/ daß ſeine Miſſethat jhn niederdruͤcket/ und an fuͤr Gottes Gerichte nicht ſtehen. Da muß ein jeglicher ſeine eigene Laſ tragen. Gal. 6.v. 5. Onera quæ unusquisque ſua porta t, peccata ſun, ſagt Auguſtinus: Das iſt: Seine eigene Laſt ſo ein jeglicher traͤgt/ ſindde Suͤnde: Und daher werden ſie ſchwere Suͤnde genant. Thren. 1. verſ 4. ravis⸗ gravis, inquam, res& oneroſa peccatum,& plumbo ommi oneroſius, ſagt Chryſoſtomus: Das iſt; Ein ſchweres/ ein ſchweres/ ſag ich/ und beſchwerliches Ding iſt die Suͤnde/ und ſchwerer/ dann alls 9 Bley. Fuſius Salvius iſt einer ſolchen Staͤrck—9 . Ju t egeweſen/ daß er zwey Lenna ſchwer an ſeinen Fuͤſſen/ und zwey in ſeinen Haͤnden/ und ziwe auff beyden Schuldern tragen/ und eine Leiter damit hinan ſteigen koͤn⸗ nen wie Zwingerus auß dem Plinioſchreibet: Aber eine eintige Saͤe tttit iſt ſo ſchwer/ daß fuͤr Gottes gerechtem Angeſicht dieſelbe kein Menſche tragen kan: Dañ ſolte daſſelbe nicht eine ſchwere Laſt ſeyn/ welchesunsmn affahe 3 den Zorn Gottes/ in den Fluch deß Geſetzes/ in viel und manchenlc 6 5. dt bahe eiſ uffe wile Saͤndeen und viſt ungdaſc dtiſeliga, rung dee van eryn orden. I felaſtſe (bſt/ ſow 4. Diedni Eſaaut erdrüͤckee cher eenee Ok tabpec glicheri Thm 1 m,& plur es enſchr chwern d zweſetdi Händen ithinmih emeeuti ieſcbeim! ſon e vialuwl uns zu wahrer Buſſe bewegen ſoll. 265 Staffen/ ja zur Hoͤllen und ewigen Verdamnuͤß niederdruͤcket? Ey/ ſpricht ein gottloſſer Menſch/ ich habe ſo viele und manche groſſe Suͤn⸗ de begangẽ/ und fuͤhle gleichwol gantz keine Laſt/ ich bin geſund und friſch/ Eſſen und Trincken ſchmecket mir wol/ kann gehẽ und ſiehen wie ich wil/ ich kann ſpringen und tantzen/ und weiß von keiner Laſt zu ſagen: Aber ein ſolcher beweiſſet damit/ daß er geiſtlich und in Suͤnden tod ſey: Dann gleich wie ein Toder keine Laſt fuͤhlet/ wie ſchwer ſie auch an ſich ſelber iſt. Alſo empfinden ſolche geiſtlich Tode/ keine Laß der Suͤnden. Dieſes ſol uns nicht allein von Suͤnden abhalten/ ſondern auch zu rechtſchaffener und ſtaͤtiger Bußfertigkeit bewegen/ daß wir dadurch der Suͤnden Laſt ablegen/ ſiets und ohne unterlaß zu Gott ſeufftzen mit dem Zoͤllner: Gott ſey mir Suͤnder gnaͤdig. Luc. 18. v. 19. Ind ergreiffen mit feſtem Glauben den eintzigen Suͤnden⸗Traͤger Jeſum Chriſtum. Joh. 1. v. 29. Der wil alle Muͤhſelige und Beladene erquicken. Matth. 11. v. 28. II. Iræ divinæ magnitudo: Der groſſe Zorn Gottes: Don demſelben ſagt Hiob: Wann die Hitze deß Zorns Gottes die Gottloſen druͤcken werde/ ſo werden ſie verſchmachten. Hiob. 6. v. 17. Er ſpricht von Ihm ſelber: Er fuͤrchte Gott/ wie ein Unfall uͤber ſich/ und konte ſeine Laſt nicht ertragen. Hiob. z1. v. 23. Und David klaget/ daß Gottes Grim jhn druͤcke. Pſalm. 88. v. 8. Dieſe Laſt ſeines Zorns/ laͤſſet Got wegen der Suͤnde uͤber uns kommen. b b b 1. Pœnæ denunciatione: Mit Ankuͤndigung der Straffe: Wann Gott die Suͤnde der Voͤlcker wolte heimſuchen/ in ſeinem ge⸗ rechten Zorn/ ließ er jhnen dureh die Propheten ſolches zuvor verkuͤndi⸗ gen und nennete die Verkuͤndigung eine Laſi. Di ß iſt die Laſt uͤber Babel/ ſtehet. Eſa. 33.v.r. Das iſt eine Geſetz⸗Predigt: Die Laſtuͤber die Phili⸗ ſter. Eſa. 14. v. 28. Die Laſtuͤber die Fuͤrſten zu Jeruſalem und das gan⸗ be Haus Iſrael/ das drinnen iſt. Ezech. 12. v.o. Weilen beydes die Pre⸗ digt von der Straffe neben der Straffe eine groſſe Laſt derſelben war. z. Calamitatum immiſſione: urch Sendung der Straffe: Daruͤber klagt David: Du haſt auff unſere Lenden eine Laſt gelege Pf. 66. v. n. Da leger Gott/ auch ſeinen lieben Kindern/ offtmals eine Laſt auff/ aber er hilfft jhnen auch darunter. Pſalm 68. v. 20. Und Chriſtus ſpricht/ daß denen ſo zujhm kommen die Creutz⸗Laſt leicht ſey. Matth. 11. b.30. Derowegen ſagen auch dieſeſben: Sie las deß HErꝛen Zorn tra⸗ 266 Wie die ſchwere Laſt der Suͤnden tragen/ dann ſie haben wider jhn geſuͤndiget. Mich. 7. verſ. o. Es hatin wi ſei Engeland/ in der Graffſchafft Northford ſich begeben/ daß alle Fruͤch⸗ te der Erden/ und das Korn im Felde/ nach allem Wunſch gerathen/ aber als die Erndte herzukommen/ ſey alles Getreid und Fruͤchte dar Zeil. cent. Erden/ von einer groſſen Anzahl Heuſchrecken verzehret worden/ und 2. Epiſt. epiſt. 81. da man etliche derſelben auffgefangen/ habe es ſich befunden/ daß auff einem Fluͤgel geſtanden/ Zorn; Und auff dem andern Gottes: b 3. Tyrannicæ ſervitutis impoſitione; Durch Auffles ung Tyranniſcher Dienſtbarkeit: Alſo ſpricht Gott; Er habe der Jans ten Schuldern von der Laſt entlediget. Pſalm. 31. v. 7. Das iſt/ von der Egyptiſchen tyranniſchen Dienſtbarkeit: Er verheiſſet den Juden Die Aſſyriſche Laſt ſolle vonjhren Schuldern weichen. Eſa. 10. v. 27. E. vermahnet/ wir ſollen wegreiſſen allerley Laſt. Eſa. Fs. v. 6. Das iſt/ al lerley Beſchwer/ damit wir unſern Naͤchſten unterdruͤcken. Dieſe Laß deß Zorns Gottes ſol uns billich zu wahrer Buſſe bewegen: Der Zom oder das Schrecken deß Koͤnigs/ iſt wie das Bruͤllen eines jungen L wen. Prov. 20. v. 2. Was wird dann der Zorn deß Koͤnigs aller Koͤnig 1. Tim. 6.v. 1. Wir klagen uͤber allerhand Creutz/ Wiederwertign und beſchwerliche Laſt/ aber an die eigentliche Ulrſache/ als unſer vielhl tige Suͤnde/ gedeneken wir wenig/ und wollen nicht wiſſen/ daß vondet Suͤnden Laſt alle Straff⸗Laſt außgehecket werde. III. Conſcientiæ gravedo; Das ſchwere Gewiſſen: Gleich wie das Haupt von vielen Catharren beſchweret/ dem Menſchen eine beſchwerliche Laſt iſt; Alſo und vielmehr iſt ein boͤſes Gewiſſen eine ſchwere Laſt dem Hertzen: Da iſt der Menſch jhm ſelber eine Laſt. Hiob. 7. v. 20. Das iſt/ ſein Gewiſſen druͤcket/ beſchweret und aͤngſtet jhn uͤht alle Maß. Da drucken die Suͤnde hart. Pſal. 6§. v. 4. Da ſingetmn das elende Trauer⸗Liedlein; Meine ſchwere Suͤnde ſind durch Gol⸗ tes Straffen erwachet/ und mit Hauffen mir uͤber den Hals gekom⸗ men/ daß mir alle meine Krafft vergehet. Thren.1.verſ. 4. Wanndie Gottloſen die Ankuͤndigung deß Zorns Gottes nicht achten/ ſokomyt d Gott nicht allein mit mancherley Straffen/ ſondern die Suͤnde/ ſommn zeitlangfuͤr der Thuͤr geruhet. Gen. 4. v. 7. Erwachet auch/ und iſtſyn oaze ſo ſchwer inſeinem Gewiſſen/ als wann jhm Himmel und Erde auf ii dem Eſ d. 1o.d. 88 9.5.dh druͤcken.d ewegen. en ancsſ önigs alln Widden he alsunſe wiſſen di Gewiſene dem Mant öſes Get lber enee und it 4. Daſth de ſud den r den weſ4 d htacdie die Sin getau mmaludè uns zu wwahrer Buſſereitzen ſol. 257 dem Lelbe lege. Wie jener Student zu Wittenberg den Rectotem da⸗ ſelbſt toͤdlich verwundet/ daß er bald darauff geſtorben/ iſt der Thaͤter am dritten Tage hernacher auff einer Scheune/ bey Kencker ergrief⸗ b fen/ und wie er gefragt/ warumb er in dreyen Tagen nur eine Merle/ trignit. und nicht weiter ſich fortgemachet/ hat er geantwortet: Es waͤre jhm de con- nicht anders zu Sinne geweſen/ als haͤtte er groſſe Klumpen Bley an ſcient. ſeinen Fuͤſſen und Schenckeln hangen/ daß er nicht fortgehen koͤnnen. fol 26. Dieſes ſoll uns billich zuzeitiger und wahrer Bußfertigkeit auffmun⸗ kern/ damit unſere Gewiſſen gereiniget werden von den todten Wer⸗ rken/ zu dienen dem lebendigen Gott. Heb. 9. v. 4. Duo ſunt præcipue quæ bonam reddunt conſcientiam, Pœnitere de malis,& abſtinere Epiſt. a2- à malis, ſagt Bernhardus: Das iſt/ Es ſind fuͤrnemlich zwey Dinge/ ſo 42E ein gut Gewiſſen machen/ als Leid tragen uber die Suͤnde/ und von Suͤnden abſtchen. O wie viele/ wie viele/ ſetzen dieſen Zeugen und Rich⸗ ter/ das Gewiſſen/ gefangen: Achten ſeiner gantz und gar nicht? Wie Ftrignit auff dem Reichs⸗Tag zu Augſpurg Anno 1530./ der Proteſtirenden ge em Fuͤrſten Theologen ſagten/ daß ſie mit gutem Gewiſſen von der goôttli⸗ ſcient. chen Warheit nicht weichen koͤnten/ ſoll der Biſchoff von Saltzburg fol.z. geſagt haben: Was Conſcientia: Was Conſcientia: Der Kayſer wird ſolche Trennung nicht leiden. Aber wann endlich das Huͤndlein IVy. Satana dominatio: Die Herꝛſchafft deß Satans: Iſts eine groſſe Laſt und Beſchwerligkeit/ unter einem tyranniſchen Herm leben 4 Was wirds dann ſeyn/ unter deß tyranniſchen Teuffels Bott⸗ denjenigen thun/ daruͤber er ſeine Harꝛſchafft/ auß gerechtem Gerichte Gottes hat? Dieſe. Herſchafft iſt 2 4 1 — — ⸗—— —— 82 ——y—————ͤͤͤ —————— 268 Wie die ſchwere Laſt der Suͤnde 1. Temporalis: Einezeitliche: Da ſind die Gottloſſen deß Teuffels Haus/ wegen jhrer Suͤnde/ da er einkehret Luc. 11. v. 24. Es ge dencke doch ein Chriſtliches Hertze/ wann einer einen boͤſen Soldatm im Hauſe hat/ wie beſchwerlich es ihm ſey Was iſis dann eine Woß⸗ nung deß tyranniſchen Teuffels ſeyn? Die Suͤnde ſind deß Teuffils Stricke/ damit er ſie gefangen haͤlt zu ſeinem Willeſ. 2. Timoth. 2.v. 26 Da ſind ſie deß Satans blinde Kuͤh/ damit er ſeines Gefallens ſpielet Sie ſind ſeine Gebundene/ die er gemaͤhlich zur hoͤlliſchen Gruben leitet Sie ſind ſeine Pferde/ die er nach ſeinem Gefallen reitet; O der erſchreck⸗ lichen Laſt und Beſchwerde Gott dreuet den Iſraeliten/ er wolle ve⸗ ſchaffen/ daß ſie der Laſt deß Koͤniges zu Aſſyrien bald muͤde werden ſol⸗ len. Hoſ.. v. 9. Aber die Gottloſen/ und ſonderlich deß Teuffels Zauber⸗ Geſinde/ wollen der tyranniſchen Laſt deß Teuffels nicht muͤde werden: Oder erſchrecklichen O der verſtockten Boßheit! V 2. Perennis: Eine ewige und immerwaͤrende: Dieſe iſt die Laſ der ewigen Verdamnuͤß: Da muͤſſen ſie die Laſt jhrer Suͤnde ewig tra⸗ gen: Daiſt keine Vergebung ewiglich. Marc.3.v. 29. Die Laſt deß c ſchrecklichen Zorn Gottes bleibet uͤber jhnen. Joh 3. v. 36. Die Laſtdſ Fluches deß Geſetzes. Deut. 27. v. 26. Die Laſi deß boͤſen Gewiſſen welcher Wurm nimmermehr wird bey jhnen ſterben. Eſa. 66. v. ult. Oi Laſt der Tyranney deß leidigen Satans/ welche in Ewigkeit nicht wid auffhoͤren: Die Laſt deß ewigen Todes; Dann ſie ſollen liegen indet Hoͤllen wie Schaaffe/ und derſelbe Tod wird ſie nagen. Pſ. 49. v. z. O Jammer uͤber allen Jammer O Tyranney über alle Tyranney. So⸗ te uns dieſe erſchreckliche Herrſchafft deß Teuffels nicht zu wahrer Buß ſe fuͤhren? Ach/ das wolle der barmhertzige Gott allen nbußfertign gnaͤdiglich verleyhen/ durch die Etleuchtung deß H. Geiſtes/ umb Jelu Chriſtiwillen/ Amen Amen. Die dmuͤder Teuffig nchtmide de.Dieſeſ er Säͤrdee 9. Di' 9.36. DN Hboͤſen E Eſa 66 e Ewigkenne ſollen le en PSn, huu chtzuvahee genllriis Geffts un b ſere Gerechtigkenn/ ur Gott/ wie ein unſtange⸗ Kleid. Eſa. uns zu wahrer Buſſe beiegen ſoll. Die zwey und viertzigſte Predigt.. DE CAVSA IMPVvLSIVA POENITENTILER, RATIONE PECCAII SEPIIMA, QHæ SERVITUITIS ET IMPURITA- IE PECCAII CONSIDERATI. Von der ſiebenden bewegenden Ulrſach/ zu wahrer Buſſe/ an der Suͤnden Seiten/ welche iſt die Dienſibarkeit und Unreinigkeit der Suͤnden. Kom. ö, v. 19. b Ihr habt euer Glieder begeben zu Dienſt der Vnreinigkeit. 1 S ſpricht Gott von den Gottloſen durch den 2 2 Propheten Habacue cap. 2. v. 6. Daß ſie mit jhrem Gott⸗ loſen Weſen viel Schlammes auff ſich laden. Mit dieſen 269 kan durch Waſſer wieder abgewaſchen werden: Der Suͤnden⸗Schlam b aber iſt viel boͤſer:— 1. Implicatione; Mit jhrer Verwicklung, Gleich wie der Schlam den Menſchen/ ſo darinn kompt/ feſte haͤlt/ daß er mit groſſer Arbeit und Beſchwerligkeit ſich herauß wicklen muß; Alſo auch die Suͤnde; Sie klebet feſte an. Heb. 12. v. 1. Und wañ ſich die Gottloſen Uhon einmal bekehren/ ſo waltzen ſie ſich doch/ wie die Saͤue in dem Koth wider. ꝛ. Pet. z.v. 22. Und unſere Suͤnde/ machen un⸗ v. 6. ij 3Proſun- —* 8 442—„— ———————— ——³⁴,³,¾— 3—. 370 Wie der Dienſtund Unreinigkeit der Sünden 3. Profunditate: Mit der Tieffe: Gleich wie der Schlamm aupeone offt ſehr neff iſt: Alſo auch der Suͤnden⸗Schlamm; Da ziehet uns ſtert Gott/ vermittels unſer Bekehrung/ auß der grauſamen Suͤnden⸗Gru ben/ und auß dem Schlamm. Plat 40.. 3. Daher ſchreyen Bußferty ge Suͤnder auß der Tieffe zu Gott. Pſ. 1z 0. v.2. Und Paulus ſeufftzan Ich elender Menſch/ wer wird mich erloͤſen/ vom Leibe dieſes Todes. Rom. 7·v. 24. 4. Abjectione: Mit Wegwerffen: Gleich wie der Koth 6 und Schlamm wird verworffen: Alſo machet uns die Suͤnde fuͤ GOtt/ daß uns G Ott wil außfegen/ gleich wie man Koth außfeget. W ank 9 3.90 Jh 1. Reg. 14 v. 10. Die Gottloſen ſollen zu Koth auff Erden werden. Pf 83. v. 11. Er wil ſie zu Koth und Unflath machen. Thren. 3. v. 45. Die⸗ ſes bezeuget auch Paulus/ daß der Suͤnden⸗Dienſt/ ein Dienſt der Un⸗ reinigkeit ſey/ worauß wir wollen anſehen: 14 Wie der elende Dienſt und Unreinigkeit der Suͤnden/ uns zu wahrer Buſſe leiten ſolle. Der Allerhoͤchſte gebe/ daß wir es mit Gott dienſifleiſſigem und dun den H. Geiſt gereinigten Hertzen betrachten moͤgen/ umb Jſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Wir muͤſſen/ O Chriſtliche Hertzen/ allhie fleiſſig beobachten: I. Peccati ſervitutem: Der Suͤnden Dienſt; Paulus ſagt b daß wir fuͤr unſer Bekehrung unſere Glieder begeben zu Dienſt d Suͤnden: O deß grauſamen! Odeß allerſchaͤdlichſten Dienſtes Dann durch die Suͤndedienen viele: 1. Diabolo: Dem Teuffel: O wie viele/ wie viele/ werden geſun den/ ſo mit ihren Suͤnden dem Teuffel dienen Viele dienen jhm mit ſ rem Hertzen: Deren Hertze verhaͤrtet er. Exod. 18. v. 1. Ihr Hertzegeht äropaa aünimog Satmveſſit Dit 1 1 n Dezutan glatt. Prwen pergeſtaden mit boͤſen Tuͤckenumb. Prov. 6. v. 18. Alſo hatte der Teuffel dem Jud ins Hertze gegeben/ daß er Chriſtum verrathen ſolte. Joh. 13. v.2. Viele dienen dem Teuffel mit jhrem Munde: Die ruͤhmen ſich jhres Muu willens. Pſ. 10. v.z. Die freum ſich boͤſes zu thun/ und ſind froͤlich in a rem boͤſenverkehrten Weſen. Prov.⁊. v. 4. Sie ruͤhmen jhre Shhn h. ¹ 8 ͤͤ———— 3 8— 8 8 3 * „ Wie der Dienſt und Unteinigkeitder Snden Luc. i1. v. 24. Dann Unſauberkeit iſt ſeine Luſt und zu aller Unſauber⸗ tdabettta keit verfuͤhret und treibet er. Nun gedencke doch ein Chriſtliches Hertze/ kufftwoda was es fuͤr ein Dienſt ſey/ dem unflaͤthigen Teuffel in Suͤnden dienen: tuhnge dmn 3. Servitus duriſſima; Ein allerhaͤrteſter Dienſt; Dannſie nihrſolenve ſind in deß Teuffels⸗Stricken gefangen zu ſeinem Willen. 2. Tim.2 tncuhnR v. 26. Otto Antonius ein Fuͤrſt von Vrbino/ und Graf von Monfer⸗ NMun rat/ hat ſ einen Kamer⸗Jungen in ein gepichetes Linewand/ mit Schwef⸗ runuidgegit Zwing. fel beſtraͤuet/ einwicklen laſſen/ und ihn wie eine Wachs⸗Kertze lebendig 1Auae otd Vol. z. verbrennen laſſen: Aber der unbußfertigen Suͤnden Diener und Die⸗ Ihade Uaa pag.2793 nerinnen Herr/ wirdſeine Diener ewiglich und ohne verbrennen/ inder Nai 5 hoͤlliſchen Glut brennen laſſen: Dieſes harten und erſchrecklich be⸗ Badſ ſchwerlichen Dienſtes/ machet er in dieſem Leben den Anfang/ bey meEpuna Zauberern und Zauberinnen: Die ſich mit jhm mit Leib und Seel eigen⸗ Gbuzeſtech thuͤmlich ergeben/ dann wie greulich und abſcheulich er dieſelbe offttra. enge cire/ iſtbeydes auß jhrem eigenen Bekaͤndnuͤß/ und Hiſtorien vonjh⸗ nen offenbar. 4. Servitus nocentiſſima: Der allerſchaͤdlichſte Dienſt Danner gibt boͤſen Lohn: Es haben die Tyrannen/ und Verfolgerde Chriſten/ auß Eingeben deß Satans die Martyrer mit erſchrecklichtt mannigfaltiger Pein biß zum Tode gequaͤlet: Aber die Tyranney/ ſoa an den Unbußfertigen ewig veruͤben wird/ iſt nieht im geringſten damit zu vergleichen: Dann der Odem deß HErꝛn wird ſie anzuͤnden wiecein Schweffel⸗Strom. Eſa. 0. v. 33. Ihr Feuer wird weder Tag noch Mpalſiree Nacht verleſchen/ ſondern ewiglich wird Rauch vonjhnen auffgehen. Eſa. 34. v. 10. Ihr Leib wird mit Feuer und Wuͤrmen geplagt werden! an 65 und werden brennen und heulen in Ewigkeit. Judith. 16. v. 21. Sie ſollen ggeaauelet werden mit Feuer und Schweffel/ und der Rauch jhrer Quaal ſol auffſteigen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Apoc. 14. v. 10. leq. Odeß meu elenden! O deß erſchrecklichen Zuſtandes! Das iſt eigentlich der Todſo 9 Ä der Suͤnden Lohn. Rom 6. v. 21. Das iſt der Lohn der Ungerechtigkat ¹ den ſie davonbringen. 2. Pet 2. v. 3. Solte dieſes nit billich alle Gottlo⸗ ee ſen zuernſtlicher Buſſe ermahnen/ daß ſie dadurch auß ſolchem veracht. a ten/ unſauberen harten und ſchaͤdlichem Dienſte ſich loß macheten: Wie g Keyſer Caracalla viele Celtiſche Weider gefaͤnglich genommen/ und di h ſelbe von den Romern gef agt: Ob ſie lieber zu leibagen vokauff e d allal t Sända ienſed MWimad Vrafronn vand mac⸗ chs⸗Kanal Dieam everbrenne nd erſcht * den Anfe eib unden her dieſehe nd hiſtona dadlichſte und Va rmit aiſ die Tytun im gerinſe ſir arzinde itdwoel vonſönnei uen golin ha da Nauhſhn 4 V. 1or tigmüch nderllunt itbülch außſlche loßnat gaenm⸗ aau mehr ſollen wir/ durch leichte/ von Gott verordnete Mittel/ dieſer er⸗ ſchrecklichen Dienſibarkeit uns entſdigten. II. Mundo: Der Welt: Dieſelbe hat gar feine/ anſehnliche und anmuthige Mittel uns in der Suͤnden Dienſtbarkeit zu verfuͤhren: Da iſt Augen Luſt/ Fleiſches Luſt/ und ein hoffaͤrtiges Leben. 1. Joh. 2. v. 16. Aber der Weg auff welchen ſie fuͤhret iſt uͤberaus boͤſe: Da muß Gewalt uins zu wahrer Buſſeleitenſol. 2 getoͤdet werden wolten⸗ Haben ſie den Tod erwehlet: Wit ſie aber ver⸗ kaufft worden/ ſich ſelber umbgebracht/ wie ſie zuvor jhre Kinder alleſamt erwuͤrgt/ damit ſie nicht in Dienſtbarkeit gerathen moͤgten: Wie viel 6s⸗ Recheheiſſen; Die Schuldigen prangen/ die Unſehuldigen liegen in Bandt; Die Narrẽ ſeyn die Weiſen/ und die Weiſen muͤſſen ſeyn die Nar⸗ ren; Ehr und Tugend ſind vertrieben/ Vntugend iſt nur uͤberblieben Der Glaube iſt geſchlagen tod/ Gerechtigkeit leidet groſſe Noth; Froͤmmig⸗ keit liegt im Stroh/ Demuth ſchreyet Mordioꝛ: Hoffart iſt auſſerkohren/ Gedult hat den Streit verlohren; Warheit iſt gen Himmel flogen/ Falſchheit hat die Welt bezogen; Neid in der Welt iſt worden groß/ die Liebe liegt gantz nackt und bloß; Das Boͤſe kompt mit Hauffen herfuͤr/ dem Guten iſt geſchloſſen die Thuͤr; Gold und Geſchenck ſo kommen ge⸗ hen/ den Thuͤr und Thor bald offen ſtehen: Alſo/ alſo/ D Chriſtliches Hertze/ gehets in der in Suͤnden/ Laſtern und aller Boßheit erſoffenen Welt; Nun bedencke doch was dieſer Welt Dienſt ſey? Ach es iſt ein be⸗ ſchwerlicher Dienſt! Was mußein Wolluſtiger fuͤr Unluſie Ein Gzeitz⸗ halß fuͤr Sorge? Ein Ehrgeitziger fuͤr Vnruhe fuͤr lieb nehmen? Ach es iſt ein ſchrecklicher Dienſt. Dann es kompt uͤber ſolche/ Schrecken/ Gru⸗ be und Strick. Eſa.24 verſ. 7. Ach es iſt ein hoch ſchaͤdlicher Dienſt Dann der Welt Freundſchafft iſt Gottes Feindſchafft. Jac. 4. verſ. 4. Amatores mundi comederunt, biberunt riſerunt, duxerunt in bo- nis dies ſuos,& in puncto in infernũ deſcenderunt, ſagt Bernhardus- in guten Tagen jhr Lebe zugebracht/ und ſind im Augenblicke in die Hoͤlle gefahren: Solte uns dieſes nicht zu wahrer Buſſe bewegen? III. Veteri Adamo: Demalten Adam: O derden ſuͤndlichen Luͤſten und Begierden: Diedienẽ mit dem Fleiſche dem Geſetze der Suͤn⸗ den Roman. 7 v. 2z. Laſſen die Suͤnde herſchen in jhrem ſterblichen Lei⸗ beſihr Gehorſamzu laiſten in ihren Luͤſien. Nom. 6.v. 12. Die hadenjh⸗ Mm ren In medi- Das iſt; Die liebhaber der Welt haben geſſen gemuncken/ gelachet/ und dat. devot. cap. z. Zwing. vol. I. pag. 274 Wie der Dienſt und Unreinigkeit der Suͤnden ren Wandel in den Luͤſten deß Fleiſches. Eph. 2. v. 3. Dienen jhren u ſten und mancherley Wolluͤſten. Tit. 3. v.3. Ach das iſt ein ſehr betrieg licher Dienſt; Wann wir vermeinen/ wir gehen auff einem feinen Pfla ſter/ ſo iſt deſſen Ende/ der Abgrund der Hoͤllen. Sir. 21. v. 1I. Dem Ja rob hatte Laban ſeinen Lohn wol zehenmal veraͤndert. Gen. 31. verſ.n Die Suͤnde iſt noch viel betrieglicher/ ſie verheiſſet Freude/ und bru⸗ get Traurigkeit; Liecht/ und bringet Finſternuͤß; Leben/ und bringet geiſtlichen/ zeitlichen und ewigen Tod: Ach es iſt ein beſchwerhicht Dienſt Wie uns ein Suͤnder offtmals mit ſo groſſer Beſchwerligket ſeine Suͤnde vollbringen? Sihe an/ O Chriſtliches Hertz/ Mord/ Hu⸗ rerey/ Ehbruch/ Diebſtal/ Rauben und andere Suͤnde/ mit was Be⸗ ſchwer und Gefaͤhr ſie werden vollbracht Ach es iſt ein ſchaͤndlichtt Dienſt Betrachte nur/ OChriſtliches Hertze/ was Suͤnde ſey/ ſo wirſt du es empfinden. Solte uns dieſes nicht zu wahrer Bußfertigkeit und Gottſeligkeit auffwecken? Da koͤnnen wir dem HErꝛn unſenm Gott/ und David(Chriſto) unſerm Koͤnig dienen. Jer. 30. v. 9. I Heiligkeit und Gerechtigkeit die jhm gefaͤllig iſt. Luc. 1. v. 75. Sofuͤß ren wir den allerherꝛlichſten Namen/ daß man uns Diener unſers Giß tes nennet. Eſal. 6¼. v. 6. II. Peccati immundiriem; Der Suͤnden Unreinigk eit: 34 Dienſt der Ungerechtigkeit: Dieſes kan die Welt in jhren Kopff nich bringen/ ſondern vermemet/ die Suͤnde ſey ein ſauberes Werck: Aber Gott ſpricht/ wir verunreinigen uns in allen unſern Ubertrettungn Ezech. 14. v.r. Was unrein iſt/ wie kan daß reine ſeyn? Sagt Syrach tap. 34. v. 4. Daher treiben die Gottloſen allerley Unreinigkeit. Eph4. v. 19. Und dieſes beſindet ſich: 1. Ratione Dei: Wegen Gottes: Fuͤr demſelben iſt die Suͤnde 1 waaſ7 4 eehtiaen/und 1 eine greuliche Unreinigkeit/ daß wir deßwegen fuͤr Gott ein Greut ſunbn ſeyn/ Hiob. 15. v. 16. Gottes Augen ſind rein/ und moͤgen das Suͤnden Ubel micht ſchen. Heb. 1. v. 3. Dieſe Unreinigkeit iſt offt ſo verhaͤrtetbeh uns/ daß ob ſchon Gott uns davon reinigen wolte/ ſo wollen wir uns nicht reinigen laſſen/ und koͤnnen nicht rein werden/ biß Gottes Grin ſich an uns gekuͤhlet hat. Ezech. 24. v. 13. Wann wir aber dieſelbenn i bußfertigem Hertzen erkennen/ ſo wil uns Gott loß machen von al i Unreinigkeit. Czech. 36. v. 29. Er wil uns reinigen/ und ſollen anef eyn Sine Dunn 1 1 ein ſ gi 1 nemfinn LV. Dg Gen zun reude/un undg un bicen Beſchent ˖erz/Mah de/ mute deinſchin sSinde dr Buffe HEnmn ſcr. z0.n .7ſ. 6 ener unen nreinigt hren Ke— es Wan. Uberm 1Sage, enngfat Gott n mdu⸗ kſovenjin wollmn ßGrtt b aberd achenn ollnſe 1 6— — ſeyn/ und er wil unſer Gott ſe eyn. Ezech. 37. v. 23. Dieſes ſolluns billich zu wahrer Buſſereitzen: Wann einer mit unflaͤngen Kleꝛdern fuͤr einen Koͤnig tretten wuͤrde/ wuͤrde er gewiß ſchlechte Audientz erlangen: Al ſo gehets auch den unbußfertigen Suͤndern: Ihr Gebet iſt Suͤnde. Pſal. 109. verſ. 7. Solche Suͤnder werden nicht erhoͤret/ ſondern die Gotts⸗ fuͤrchtigen/ und ſo Gottes Willen thun. Joh.. v.. 2. Ratione noſtri; Wegen unſer ſelbſt; Dann wer wilda einen Reinen finden/ bey denen da keiner rein iſt. Hiob. 14. v. 4. Was iſt der Menſch/ daß er ſolte rein ſeyn/ und daß der ſolte gerecht ſeyn/ der vom Weibe geboren. Hiob. 15. verſ. 14½3. Wir verunreinigen uns mit unſern Wercken. Pſ. 106. v. 39. Es iſt kein Menſeh der ſagen koͤnne/ ich bin rein in meinem Hertzen/ und lauter von meiner Suͤnde. Prov. 20. verſ. 9. Wann wir dieſes wol erwegen/ werden wir dadurch zu wahrer Bußfer⸗ tigkeit ermuntert. Da erſchallet Gottes Stimm in unſern Ohren. Wa⸗ ſcher euch/ reiniget euch/ thut euer boͤſes Weſen von meinen Augen. Eſa. J. v. 16.““ kompt. Matth. 1. v. 19. Sie machet unreine Gewiſſen: Daß unrein iſt beyde unſer Sinn und Gewiſſen. Tit. x. v. I5. Sie machet unrein un⸗ ſern Gottesdienſt/ daß Gott in unſere Verſamlung nicht riechen mag. mos.. v. 21. Sie machet unrein alles/ was wir vermeinen an uns gut und das beſte zu ſeyn: Daß alle unſer Gerechtigkeit iſt wie ein unflaͤtig Kleid. Eſa. 64. v. 6. Sie iſt alſo unrein/ daß ſie uns den Himmel ver⸗ ſchlieſſet. Apoc. 21. v. 26. Solte uns dieſes alles nicht zu wahrer Buſſe uns uaheer Buſeletenſol. ans ſſſſͤſſſſſſ ——ö ——————— — 2 3 42 — —— 4 — Stobæ. ſerm. z. 276 Wie unſer Irꝛgang durch die Suͤnde Die drey und viertzigſte Predigt. PECCATIOCTAVA QHMA MISERA NOSTRA ERRAIIO. Von der achten bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe/an der Suͤnden Seiten/ welche iſt unſer elender b Irigang. lerem. 8. verſ. x. Wo iſt jemand/ ſo er jrre gehet der nicht gemt wieder zu rechte kaͤme? s S ſpricht David Pſal. 119. v. ult alſo: Ich bin wie ein verirret und verlohren Schaf/ ſuche OErr deinn necht: Allhie haben wir: 1. Noſtram miſeriam: IInſer Elende: Wir ſind iwſe verirrete und verlohrne Schafe: Freylich/ freylich/ O Chriſtli Hertzen/ ſind wir ſolche elende Schaͤflein: Gleich wie ein Schaf ein beres Thier/ das jhm ſelber weder rathen noch heiffen kan; Alſo iſts auch mit uns bewand: Wir treffen das kaum/ das auff Erden iſi und erfinden ſchwerlich/ das unter Handen iſt. Sap. 9. v. 16. Wie kluͤglich auch mancher ſeine Anſchlaͤge machet/ ſo irret und fehlet er doch offt⸗ mahls: Wie ſollen wir doch ſolches nicht thun in geiſtlichen Sachen? 6 Der natuͤrliche Menſch vernimt nichts vom Geiſie Gottes/ es iſtihmn eine Thorheit/ und kan es nicht begreiffen. 1. Cor. 2.v. 11r. Wir koͤnnen von uns ſelbſt/ ats von uns ſelbſt nichts gutes gedencken. 2. Cor. z. v..].. Diogenes hat pflegen zu ſagen: Wir Menſchen ſeyn ſorgfaͤltig/ daß wir leben moͤgen/ aber umb wol und weißlich zu leben/ bekuͤmmem wit uns wenig: Wir gehen alle in der Ine wie Schafe/ ein jeglicher ſiche 3 uddas Wa 3 DE CAVSA IMPVvLSIVA POENTENTIf, RATIONE St 1 lenit het uſſn bſtnt Sruna cnf virlnahtent Joweg eierue lſie Vann a auff ſeinen Weg. Eſa. 33. v. 6. Es iſt hie kein Unterſcheid/ wir mangein Rla alle deß Ruhms den wir fuͤr Gott haben ſolten. Rom.3 v.ꝛ 3. z. Dei miſericordiam: Gottes Barmhertzigkeit: Derſu⸗ chet uns: Nicht daß er nach unſer Miſſethat frage/ und ſuch unſctte iaenai Suͤnde. Hiob. 10. v. 6. Sondern mit groſſer Gnade und Barm hertzig⸗ keil wil er das Vetlohrne wieder ſuchen/ das Verirrete wieder bringen/ b und in kan“ uff Enmn 16. Pr ſhletem ſlichae otkts hi 6 Wr ken.2 C, mſorgſaht bekänme einſglie id/ vi 1 dceen ewſeds gigkeitd. 5 ſie uns zu wahrer Buß bewwegen ſoll. 277 und das Verwundete verbinden Ezech. 24.v. 16. Chriſtus iſt der getreue und liebreiche Hirte/ der ſein verlornes Schaͤflein ſo fleiſſig wiederſu⸗ chet. Luc. 1z. v. 4. Deriſt kommen zu ſuchen und ſelig zu machen das ver⸗ lohren iſt. Luc. 19. v. 0. Wann derſelbe uns ſuchet/ und wir uns finden laſſen/ ſo finden wir Gnade fuͤr Zorn/ Liecht fuͤr Finſternis/ Freude fuͤr Trauren/ Leben fuͤr den Todt. Aber wir muͤſſen uns in die Suͤnden⸗ winekel nicht verkriechen und darin verſtecken/ ſondern unſern offenbartẽ Inweg erkennen und davon abweichen: Hievon reden auch unſere ver⸗ leſene Worte/ auß welchen wir wollen betrachten/ Wie uns unſer Irꝛgang durch die Suͤnde/ zu wahrer b Buſſe bewegen ſolle: Der grundguͤtige Gott wolle uns Ohren und Hertzen eroͤffnen/ daß wir unſern Irꝛgang erkennen/ und auff Gottes Wege uns bege⸗ ben moͤgen/ umd Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung WVo iſt jemand der irꝛe gehet/ der nicht gern wieder zu rechte kaͤme? Ruffet Gott in angehorten Worten: Dieſes befinder ſich im eiblichen irꝛe gehen: Wie Hagar Abrahams Magd/ auß jhres Herꝛen Hauſe verſtoſſen/ in der Wuͤſten irꝛe gieng/ ließ ſie ſich durch deß HEr⸗ ren Engel auff den rechten Weg bringen. Gen. 21. v. 14. feq. Wie Jo⸗ ſeph in der irꝛe gieng/ da er ſeine Bruder ſuchete/ ließ er durch einen guten ann ſich gerneauff den rechten Weg bringen. Gen. 37. v. 15. ſeq. Ja/ Gott wil daß/ wann unſers Feindes Ochſe oder Eſel in der irꝛe gehet/ wir demſelden wieder zu recht helffen ſollen. Exod. 23. v. 4. Wie viel mehr/ O Chriſtliche Herttzen/ ſollen wir darnach trachten/ daß wir unſern geiſtli⸗ moͤgen gebracht werden: Dann wir albere und elende Menſchen/ ge⸗ hen leider/ irꝛe;“ I. Voluntatem Dei tranſgrediendo: Da wir den Willen Gottes uͤber n ſei 6 lllel Villen deutlich und klar geoffenbaret/ daß wir dem ſelben als einem rich⸗ ligen Pfade folgen ſollen/ und ſpricht: So halte nun die Gebote deß . 1——— 1——„ 1 4— L 32 4.———— 4 278 Wie unſer Jrrgang durch die Suͤnde HErrn deines Gottes/ daß du in ſeinen Wegen wancelſt/ und fuͤrchuß aſſtuti ſa ihn. Deut. 6/6. Nu Ifrael/ was fodert der HErr dein Gott vondir dai nſate daß du den HErrn deinen Gott fuͤrchteſt/ daß du in allen ſeinen Wegen iigtatn Uen wandeiſt/ und liebeſt jhn und dieneſt dem ERRN deinem GOTT vpon gantzen Hertzen/ und von gantzer Seeſe. Oeut. 10. v. 12. Es iſtuns geſagt/ was gut iſt und was der HERR von uns fodert/ nemlich/ Gol⸗ tes Wort halten/ Liebe uͤben/ und demuͤtig ſeyn fuͤr unſerm GOTl. Mich. 6 verſ. 8. Aber in dieſem allem gehen wir/ leider/ offt in der irne⸗ Unſer Gang weichet offt auß dem Wege. Hiob. z1. verſ. 7. Wirit⸗ ren von Mutter Leibe an. Pſalm. 58. verſ. 4. Ehe wir gedemuͤtigt werden irren wir. Pſalm. 119. verſ. 67. Und fehlen der Gebote Got⸗ ſ tes. Pſalm. 119. verſ. 10. G O T T klaget/ daß beyde Leviten und Voick/ ſeyn von jhm gewichen/ und von jhm inree gangen. Ezech 44: verſ. 0. Daher werden die Gottloſen Irrige genant. Tit.; vz. Dann ſie verlaſſen den richtigen Weg/ und gehen irre. 2. Pel. 2. ve⸗ Und werden auch irrige Sternen genant. Epiſt. Jud. verſ. 13. Diß ſer unſer elender Zuſtand ſol uns billich zu wahrer Buſſe bewegn und zum fleiſſigen Gebete/ daß uns G Ott wolle geleiten in ſeiner G rechtigkeit. Pſalm. 5. verſ. 9. Er wolle uns zeigen feine Wege/ n lehren uns ſeine Steige. Pſalm. 25. verſ. 4. Dann derſelbe unterwe ſet die Suͤnder auff dem Wege. ib. v. 8. Daß ſie wandeln auff gu tem Wege/ und bleiben auff der rechten Bahn. Prov. 2. verſ. 20. D ruffet der heilige Geiſt in ſeinem Worte/ diß iſi der Weg/ denſelben geher/ ſonſt weder zur Rechten/ noch zur Lincken. Eſa. 30. v. 2 1. Malum pro bono arripiendo; Daß wir Boͤſes/ füͤr Gutes/ ergreiffen: Als Luͤgen fuͤr Warheit/ Vngerechrigken in Seadighei Finſternis fuͤr Liecht/ Todt fuͤr Leben: Vnd dieſes ven 2 rſachet: b 1. Malitia: Die Boßheit: Da irren viele auß Muißwillt: Die machen auß der Nacht/ Tag/ und auß dem Tage Nacht. Hiob./. verſ. 2. Die ſprechen dem Gottloſen recht/ und verdammen den G"o rechten. Prov. 17. verſ. 15. Sie heiſſen Boͤſes gut/ und Gutes boͤſt machen auß Finſternis Liecht/ und auß Liecht Finſternis/ auß ſaunm ſuͦſſes/ und auß ſuͤſſem ſaures. Eſa. 5. v. 20. Solche ſtehen feſte auff dem boͤſen Wege/ und ſcheuen kein Arges⸗ Pſalm. 36. verſ. z. Mulhng de eſ unha Gotirn enſtnat anemG ed G at nendi nſam G e offtnn .va7d wir gehn der Gon deyde Oen egangni enant. 9. r. 2. M. ud. verſ r Buſe leitenmſe feine W derſeben wandelte v.2. bſ. Wg Eſa z0h wir Bi enaerahe Vw uns zu wahrer Buſſe bewegen ſol. 279 thun ſie unrecht/ und gehen ſiracks durch mit jhren Haͤnden zu frevein ueſ 88. verſ. 3. Sie wandlen das Recht in Gallen/ und die Gerech⸗ tigkeitm Wermuth. Amos 6. verſ. 2. Sie thun viel Vnrechts. Mich. 6. v. 12. Wie Alexander Magnus auß Trunckenheit etzliche ſeiner be⸗ ſten Freundeums Leben gebracht/ hat Anaxarchus ſolche boͤſe That da⸗ Zwing. mit entſchuldigen wollen/ daß die Gerechtigkeit bey dem Gott Jupiter Vol. 3. darum ſitze/ daß alles was er beſchloſſen/ als recht geſchehen muͤſſeꝛ pag. 2866. Alſo was ein ſo groſſen Koͤnig thue/ daſſelbe ſolle nicht allein von jhme/ ſondern auch von andenn fuͤr reche gehalten werden. Das heiſſer/ muth⸗ willig Irrende/ auff jhren Irrwegen befodern: Wahre Chriſten laſſen ſich vielmehr zur Buſſe/ als zur Boßheit leiten/ wellen ſie wiſſen daß Gott kein Gott dem gottloß Weſen gefaͤllet. Pſal. 5. v. 5. Solche Leute ſeyn dem HErrn ein Greuel. Prov. 17. v. 1). 2. Fraudulentia; Der Betrug⸗ Dieſer Betrug iſt: 2. Fraudulentia activa; Da einer einen andern betrieget: Dieſe gehen auff deß Teuffels Straſſe/ welcher unſere Paradis⸗El⸗ tern mit ſeiner betrieglichen Außlegung deß goͤttlichen Verbottes/ auff den groſſen Irrweg/ mit allen jhren Nachkommen/ verfuͤhret. Geneſ. 3. verſ. 1. ſeq. Loth ward von ſeinen eigenen Toͤchtern/ durch Trun⸗ ckenheit betrogen. Gen. 19. verſ.30. Jacob von ſeinem Schwaͤher La⸗ ban. Geneſ. 29. verſ. 21. Vnd auch durch Verenderung ſeines Lohns. Geneſ. 31. verſ. 7. Iſt das nicht ein boͤſer Irrgang/ ſeinen Nechſten vor⸗ ſetzlich betriegen? Owie groß iſt dieſe Zunfft! Liegen und Triegen laͤſ⸗ ſet nicht ab von der gottloſen Gaſſen. Pſ. 5z. verſ. 12. Sie haben betrieg⸗ liche Zungen in jhrem Halſe. Mich. 6. verſ. 12. Da werden auch unter Geiſtlichen betriegliche Arbeiter gefunden/ die ſich ſtellen als Ehriſti Diener. 2. Cor. 11. verſ.) 3. Vnd ſind Leute die Gottes Volck verfuͤh⸗ ren. Mich 3. v.⸗. Da ſol ein jeder in ſein Hertze und Gewiſſen gehen/ und wann er ſolchen Betrug bey ſich befinden ſich bald bald zu Gott bekehr?. „ 8. Fraudulentia paſſiva; Da einer ſich ſelber betrieget: Daß ſie vermeynen ſie ſeyn ſo boͤſe nicht/ wie ſie doch in Warheit ſeyn: Die betreugt die Hochmuth jhres Hertze. Obad. v. 3· Die ſind wie uͤbertuͤnch⸗ te Graͤber/ welche außwendig buͤbſch ſcheinẽ/ aber inwendig ſind ſie voller Todtenbein und alles Vnflaths. Matth 23. v. 27. Ein ſolcher war der Phariſeer/ welcher nicht ſeyn wolte wie andere Leute ſendemn b wel — 46 —3Jͤſͤͤſͤͤͤͤͤͤ —— gar ſatt/ unddarff nichts/ und wiſſen nicht/ daß ſie arm/ blind und bloß ſeyn. Apoc. 3. v. 17. Und wer ſich alſo laͤſſet duͤncken/ er ſey etwas/ dau doch nichts iſt/ der betreuget ſich ſelbſt. Galat. 6. v. z. Es pfleget ſolchenzu gehen/ wie den Winden/ wann dieſelbe am ſtaͤrckeſten wehen /pflegenſſe 280 Wie unſer Irrgang durch die Suͤnde weit beſſer dann dieſelbe. Luc. 18. v. 11. Die ſagen/ ich bin reich/ und habe ſich zu legen Alſo wann ſolche ſelbſt Betruͤger am meiſten ſtoltzieren /ge hen ſie zu Grunde. Sapories Koͤnig in Perſien betrog ſich ſelber/ und nan⸗ ie ſich einen Koͤnig aller Koͤnige und einen Bruder der Sonnen und deß Mondes/ aber wie er im 70. Jahr ſeines Alters geſtorben/ hat er ſeinen ſelbſt Betrug gnugſam erfahrẽ. Dieſes ſol ja billich ein bußfertiges Her⸗ tze bey uns erwecken/ daß wir uns ſelbſt recht und im Grunde erkennenler⸗ nen/ und unſern vielfaͤltigen Irrthumb beweinen und beklagen. 3. Ignorantia: Die Unwiſſenheit; Da viele Menſchen jhre an⸗ gebohrne Vnwiſſenheit/ mit muth⸗ und eigen⸗williger Vnwiſſenheit e⸗ ſchrecklich vermehren/ und dadurch auff den Irr⸗Weg ſich ſelber vi⸗ fuͤhren: Dieſe ſind Leute/ deren Hertz immer den Irr⸗Weg wil/ und wel len Gottes Wege nicht lernen. Pſalm. 99. v. 10. Sie ſind weiſe gen Gothofr. archont. coſm. part. J. Pag. 279. Vbels zu thun/ aber wol zu thun wollen ſie nicht wiſſen. Jerem. 4. vn Da iſt eine groſſe Vnwiſſenheit/ durch die Blindheit hres Hertzen d ihnen. Eph. 4. v. 18. Es iſt eine Vnwiſſenheit thoͤrichter Menſchen.. Pet 2.v. 1z. Sie irren immerdar in ihrem hertzen/ und wiſſen Gottes Wege nicht. Heb. 3.v. 10. Es iſi/ O Chriſtliches Hertze/ ein elendes Ding und die natuͤrliche Vnwiſſenheit/ ſo bey vielen ſehr groß gefunden wird/ wi man lieſet von den Indianern ſo in Amerita bey der Stadt Sancta Ctuu de Monte wohnen/ welche keine fuͤnffe/ ſondern nur vier zehlen koͤnnen wann ſie aber fuͤnffe deuten wollen/ ſo zeigen ſie die eine. Hand/ wann ſieze hen zu verſtehen geben/ beyde Haͤnde. Wann ſie von Haus reiſen legenſu i ſo viel Stecken dahin als ſie vermeinen Tage auß zu bleiben: Dadieje⸗ nigen ſo zu Hauſe bleiben /alle Tage einen Stecken weg nehmen/ und da bey erkennen den Tag ſeiner Wiederkunfft. Das iſt eine groſſe Vnwiſſi⸗ heit; Aber die muth⸗und eigenwillige derer/ ſo Chriſten heiſſen wollen iſt erſchrecklicher: Dieſelbe aber ſollen wir billich durch wahre Bußfertig⸗ keit ablegen/ und fleiſſig bitten: Weiſe mich HEr deine Wege/ daß ich wandele in deiner Warheit/ erhalte mein Hertz bey dem einigen/ daß ich deinen Namenfuͤrchte Pſalm. 30,v. u. HEn/ lehre mich thunnach d4 ne l. Sowide hch III t Yrvtnihta r Heu⸗S u kerſſchubit enun runde m eklagan Menſchn te ſindwe en. Jerm. itſhres.he Maſca ſſen Gene dlendes d gefundene Stadt Kndt vierzehin „hand wi austſc bleha d uns zu wahrer Buſſe beivegen ſorl. 281 nen Wolgefallen /dein guter Geiſt fuͤhre mich auff ebener Bahn. Pſ4 v. u. So wil der Sohn Gottes/ als unſer Hoherprieſter ein Mitleiden haben uͤber die ſo unwiſſend ſeyn und irren. Heb.. v. 2. 1 II. Officium noſtrum non exequendo: Duß wir unſer Ampt nicht wolaußrichten: Ein jeglicher/er ſey geiſtliches/ weltliches oder Haus⸗Standes/ er ſey Kauff und Handels⸗Mañ oder Handwer⸗ cker/ iſt ſchuldig in ſeinem Ampt und Beruffe fleiſſig und getreu zu ſeyn: Was Gott uns befohlen hat/ deſſen ſollen wir uns ſtets annehmen. Syr. 3·v. z2. So ſemand ein Ampt hat/ der ſol deß Ampts warten. Rom. 12z. v. 7. Ein jeglicher ſol wandeln wie jhn der HErn beruffen hat. 1. Cor. 7. v. 17. Wir ſollen ſehen auff das Ampt/ das wir empfangen haben in dem HErrn/ daß wir es außrichten. Col. 4 v. 17. Richten unſer Ampt redlich auß. 2. Tim. 4. v. 5. Thunes a ß dem Vermuͤgen das Gott darreichet. 4. Pet. 4. v. uu. Der fromme Abtl ernhardus iſt in ſeinem Ampt ſehr fleiſ⸗ ſig geweſen/ wann er drauſſen etwas zu verwalten gehabt/ hat er ſolches Autor alsbald verrichtet/ wann ſolches nicht geweſen/ hat er immer ſtudieret ejus vitæ. und geſchrieben: Aber es befindet ſich bey allen Staͤnden groſſer Mangel in dem daß viele in jhren Aemptern das jenigethun/ was jhnen nicht ge⸗ buͤhret/ oder unterlaſſen/ das jhnen gebuͤhret. Wann Quintilius Verus Zwing. in ſeinem anbefohlenen Ampt/ waͤre wachſam und fleiſſig geweſen/ Vol. 21. haͤtten jhn unſere Vorfahren die Teutſchen nicht alſo geſchlagen: Waññ pag. 3859. die Buͤrger zu Conſtantinopel im Jahr 14 Z3. jhre Schaͤtze nicht vergra⸗ ben/ ſondern zur Beſchuͤtzung jhrer Stadt angewendet/ waͤre die ſelbe in b deß grauſamen Tuͤrcken Haͤnde nicht gerathen: Solche Leute ſeyn hin⸗ZW. Vol. laͤſſig in jhrem Beruff. Eſdr. 4. v. 22. Cap. 6. v.9 Solche Nachlaͤſſigkeit 10. T2 iſt ein groſſer Irrthumb/ welchen ein jeglicher in ſeinem Ampt billich ſoll 51. erkennen/ und in Betrachtung deſſelben mit wahrer Bußfertigken ſich zu Gott wenden/ und Vergebung derſelben hertz⸗und demuͤthiglich begeh⸗ ren/ weilen wir alle mannigfaltig fehlen. Jac. 3.v. 2. Welches bey uns gnaͤdiglich wircken wolle/ Gott un ſer himliſcher Vater/ durch den heili⸗ gen Geiſtt umb Jeſu Chniſti willen/ Amen/ Amen. Nn Die 5—,——ſͤn 3 1—— 8--—— 6—r— 5“——— 4 4— 1 8 4 —— 282 Wie das Scheiden Gottes durch unſer Suͤnde b Dite vier und viertzigſte Predigt. Ietwim DE CAVSA IMpPVLSIVA POENITENTIE, RATIONERſtt NosTRI, PRIMA, QlE NOSTRA A DEO PE Fraddietaic t EOCATNM SEpDARATIO. 3 An Von der erſten bewegenden Urſach/ zu wahrer Buſſe/ an— unſer Seiten/ welche iſt unſer Abſonderung von 1 enas Gott wegen der Suͤnde. bees Eſa. 59. v. 2. butntihim 1 2 3 3 5 ————————— — 8 B 8— u“ 3 8 ,, v 1 . 4 1,,— 1—— 2 ☛— —-——— 14 Euer Vntugend ſcheiden euch/ und euren ze Gott von einander. lHMmmtzen S ſpricht Aſſaph. Pſat⸗/3 v. 25 alſo: HErꝛ wang 1 . ich nur dich habe: Bey dieſen Worten haben wir in achtzu S nehmen: —————— ——— 2———— 2 ———— — 41 14 4 15 —— S. VNocis habere ſignificationem; Was allhie hi ben heiſſe: Nemlich/ ſo viel als beſitzen/ und bey ſich gleich in ſeinem warſam haben: Alſo ſagte Eva wie ſie Cain geboren: Ich habe de Mann den HErꝛn. Gen. 4. v. 1. Vnd Chriſtus zu ſemen Juͤngem. Wie viel hahet jhr Brod/ verſtehe/ bey euch. Mare. 8. verſ.. Vnd pe trus; Silbenund Gold habe ich nicht. Act. 3. v. 11. Heiſſet derowegn allhie Gott haben/ denſelbigen zu emem Gott und Vatter/ und ſeut gnad⸗und huͤlffreiche Gegenwart haben. Welches durch wahre Buß fertigkeit erlanget wird/ und es warlich heiſſet: Halt was du haſt/ da niemand deine Krone nehme. Apoc. 3. v. r. 2. Habentium conditionem: Den Zuſtand deren die alo 2e Gott haben; Aſſaph wil nur Gott haben; Derſelbe allein ſoll ſin Schatz/ ſein Troſt/ ſeine Freude/ ſein einiges und hoͤchſtes Kleind wi ſeyn: Dann/ OChriſtliche Hertzen/ wann wir alſo Gott haben/ ſoha N ue win ben wir die Gnade unſers HErꝛn Jeſu Chriſti/ die Liebe Gottes deß 9 anheh Vaters/ und die Gemeinſchafft deß heiligen Geiſtes. 2. Cor. 13.v. 3.—an Wann wir Gott alſo haben/ ſo haben wir den wahren ſeligmachenden cwſiti Glauben/ damit wir die Gnade Gottes und das Verdienſt Chriſtic⸗ e —yö 85 —OOę—QQ——Qᷓ:’——— — * 4 7 2— 2—„ 4 —— 3* 8 1 7— ————— 8* ————— undt 0 HKn aben wirn Wasu geichinſt en: Joß uſenen verſ.. N Heiſſtde Vattrr u urchwan 7 19 twasduſi 5 hohſt unszu wahrer Buſſe beivegen ſx. 28 ſtus in unſerm Hertzen wohnet. Eph. 3.v.*¶. Wann wir Gott alſo ha⸗ ben/ ſo haben wir einfried⸗und freudiges Gewiſſen: Vnd deßwegen eine Freudigkeit zu Gott/ weilen uns unſer Hertze nieht verdammet. 1. Joh. 3. v. 21. Wann wir Gott alſo haben/ ſo haben wir das geiſtliche Leben: Dann wer den Sohn Gottes hat/ der hat ſolches Leben. I. Johann. 5. v. 12. Wann wir Gott alſo haben/ ſo ſind wir verſichert deß ewigen Le⸗ bens: Dann wir ſollen nicht verlohren werden/ ſondern das ewige Leben haben. Johann. 3. verſ. 16. Hierauß iſt leichtlich zu ſchlieſſen/ was es ſey Bott nicht haben; Dann da hat man nicht die gnadreiche Gegenwart Gotttes/ keinen ſeligmachenden Glauben/ kein gut Gewiſſen/ kein geiſt⸗ liches noch ewiges Leben; Dieſem zuvor zu kommen/ wollen wir auß den verleſenen Worten anſehen/ Wie das elende Scheiden Gottes/ wegen unſer Suͤnde/ uns zu wahrer Bußfertigkeit ermahnen ſolle. Da Allethoͤchſter verleyhe uns die Gnade deß. H. Geiſtes 1 daß wirs alſo anhoren/ faſſen und gehorchen/ daß wir nimmer von Gott und ſeiner Gnade abgeſchieden werden/ um Jeſu Chriſti widen Amen. Erklaͤruung Wir haben alhie in acht zunehmen:—·— „I. Separationis medium; Das Mittel dieſes Scheidens: Solches iſt unſer Untugend: Kraut gefunden wird: Alſo gehet es auch bey den nicht wieder gebohrnen Menſchẽ/ da befinden ſich vielmehr Suͤnde/ als Tugende und gute Wer⸗ cke: Da iſts mit unſer Untugendalſo beſchaffen/ daß wann wir uns gleich mit Laugen wuͤſchen/ und nehmen viel Seiffen dazu/ ſo gleiſſet doch un⸗ ſer Vntugend deſto mehr fuͤr Gott. Ietem. z. verſ. 2. Dieſes ſol uns Nn ij billich 2. Pet. 1 v.. Aber da befinden ſich/ leider viele und mancherley UIntugen⸗ den bey uns/ wie ſolches in den Cathechiſmus Predigten gehoͤret wird/ da ſo viele UIntugenden gegen eine Tugend gefunden werden: Dann gleich wie anunbewohnten Oertern/ mancherley Inkraut/ aber wenig gutes — 2ra. 7 aπ Gott erfordert in ſeinem Geſetz lauter vd D, Tugenden von uns: Derhalbẽ uns Paulus ermahnet/ daß wir den Tu⸗.’ u genden fleiſſig ſollen nachdencken. Phil. 4. v. 8. Und Petrus; Daß wir ſollen Fleiß anwenden/ daß wir in unſerm Glauben Tugend darteichen. .2 ,— 4 1— A 7 —. A — 4 A. 7 / . ——“—* II — 6— 8 88*—5 284 Wie das Scheiden Gottes wegen unſer Suͤnde/ billich zu wahrer Buſſe leiten und fuͤhren/ als durch welche wir uns zu Gott) under ſich zu uns kehret. Zach 1. v. 3z. Wir bilden uns offt einwu ⸗ ſeyn mit lauter Tugenden/ als Jacobs⸗Bruͤder mit Muſcheln behen⸗ get/ und hat man bey den Heyden wegen der Tugenden groſſe Ehrenſeu⸗ len auffgerichtet/ und nennet man viele tugendreich; Aber/ O Chriſ⸗ liche Hertzen/ wann wir fuͤr Moſis Spiegeltreten die Tugenden/ ſo uns daſſelbe fuͤrhaͤlt und von uns erfodert/ beſchauen/ und uns daneben flaſ g betrachten/ ach/ ſo iſt lauter Untugend bey uns zu finden: Solche ntugend und Suͤnde/ iſt unſer Verderben. Prov. 14. v. 34. Sie ma⸗ chet uns ſchnoͤde und verachtet. Thren. 1. v. 11. Wir haben die Frucht von jhr/ daß wir uns ſchaͤmen. Rom. 6. v.21. Wann wir uns aber von Dann tt Hertzen zu Gott bekehren/ ſo wil Gott unſer Untugend und Suͤnde hin⸗ er ſich zuruͤck werffen. Eſa.8. v. 17. En wil ſie in die Tieffe deß Mers atln izi verſencken. Mich. 7. v. 19. Der Sohn Gottes wil uns davon reinigen mit ſeinem Blut. 1. Joh. 1. v. 7. Er wil uns waſchen mit ſeinem Blult von unſern Suͤnden. Apoc. i.v. 5. O der groſſen Gnad: O der unauſſ ſprechlichen Barmhertzigkeit! I1& Separationis ſubjectum Was von einander geſchienn Perdes Euch und euren Gott/ ſagt Eſaias; Da wir muͤſſen i ehen; 1. Hominem miſerum: Den elenden Menſchen;: Undwl der Prophete ſo viel ſagen; Beſchauet euch/ betrachtet euren elendnn Zuſſand darinnen jhr ohne einen gnaͤdigen Gott elendiglich verderbn muͤſſet: Siehe doch an O Chriſtliches Hertz/ was fuͤr ein Elend bey uns Menſchen geſunden werde: Es iſt ein allgemeines Elend; Es iſt en elend jaͤmmerlich Ding umb aller Menſchen Leben von Mutter 4 b an/ biß ſie in die Erden begraben werden/ und dieſes ſo wol bey dem du i in hohen Ehren ſitzet/ als bey dem Geringſten auff Erden. Syr. 40 v ſed. Was kriegt doch der Menſeh von aller ſeiner Arbeit und Muͤheſei nes Hertzens/ die er hat unter der Sonnen/ den alle ſein Lebtage ſchmet tzen mit Graͤmen und Leid, Daß auch ſein Hertz deß Nachts nicht diag het. Eccl. 2. v. 22. ſeq. Der Bapſi Paulus ll. ſo alle andere Baͤpſte mi loh Prachtuͤbertroffen/ hielt auff einen Tag ein Pancket/ zwo Stunde hi· N nach warder vom Schlage geruͤhret/ und fand man jhne deß Morgns e auff dem Bette todi. Was iſt dafuͤr ein Zuſtand/ ohne einen 3nadae 1 9 4 Tuxanan hatte ihr kleines Kind im Bade/ hoͤret ein ander auch noch ein kleines unsdat Kind drauſſen ſchreyen/ laufft vom Bade befindetdaß daſſelbe ſchreyen⸗ ufnan de Kind in ein Meſſer/ welches es gehabt/ gefallen/ und eben mit dem 4* 6 Tode ringet/ wie ſie zuruͤck kompt/ findet ſiedas kleineſte im Bad erſof⸗ habandh welcher bald hemacher ſich ſelber erhencket. Es iſt ein ſchweres Elend: wir unsa dunden ſind beſchweret. 2. Cor.5. v. 4. Nicht allein mit Suͤnden/ ſondern auch Teffadſt vielem Creutz und Widerwertigkeit: Da kommen greuliche und be⸗ nsdabenn ſchwerliche Zeiten. 2. Tim.z. v. 1. Es iſt ein langwaͤrendes Elend: Da nit ſeinm iſt mancher zu leiden gleichſam gemachet/ und ſein Schmertzen iſt im⸗ dOdm mer fuͤr jhm. Pſ.8/ 18. Es gehet von Mutter Leibe an/ biß wir in die Er⸗ andergſc de micht einen gnaͤdigen GOtt und deſſen gnadreiche Gegavart und awir miſ Beyſtand haben/ ſo ſind wir warlich die elendeſten Menſchen. nſchenh der Prophete ſo viel ſagen: Euern Gott ſcheidet die Suͤnde von euch/ dit amt der eucherſchaffen/ der euch mit aller Nothdurfft verſorget/ der euch ſo ndiglchm cheuer erloͤſet der euch vermittels der Tauffe und ſeinem Wort geheili⸗ an Eſhh get: Den ſenigen Gott ſcheidet die Suͤnden von euch/ welcher all euer le E Elende mit ſeiner Guͤte wandeln kan. Dann iſt unſer Suͤnde maͤchtig/ von Nu mancherley Elend uͤber uns zu fuͤhren/ ſo iſt ſein Gnade noch viel maͤch⸗ owolhqt tiger. Rom. 5.v.ꝛ0. Iſt unſer Elend allgemein; So iſt Gott einHEr:ꝛ m Enn reich uͤber alle die hn anruffen. Rom 10. v. 12. Iſt unſer Elend vielfal⸗ t ung tig; So wird er auß ſechs Truͤbſalen uns erꝛetten/ und in der ſiebenden n cagt wird uns kein Ubel ruͤhren. Hiob. 3. verſ. 19. Iſt unſer Elend lang⸗ Nachbut wierig; Mit ewiger Gnade wil Gott ſich unſer erbarmen. Eſa.4. v.§. Und dieſes erfahren alle/ ſo ſich mit bußfertigem Hertzen zu Gott halten⸗ gwo Dieſelbe wil er kroͤnenmit Gnad und Barmhatzigkeit. Pſal. 103. v. 4. nedi Es ſollen wol Berge weichen/ und Huͤgel hinfallen/ aber Gottes Gnade n ij de Hiob. 6. verſ. 2. leq. Es zuplagt Abe⸗ d uns das eine uͤber das ander mit Hauffen. Hiob. 10. v. 17. Jenes Weib Zwing. Vol. 22. Pag. 3930. 8 8 1 3 8— g——— 8 obb*——yö—— —“—.. 1— 286 Wie das Scheiden Gottes wegen unſer Suͤnde⸗ ſol nicht von jhnen weichen. Eſa./4. v.1.J uſtinus II. Conſtantinopol⸗ taniſcher Keyſer hat im Anfang ſeines Regiements/ auff Einrathenſei Zwing. ner Gemahlinne Sophiæ, alle Wucherer zu ſich fodern laſſen/ dieſelbe be⸗ Vdl. 18. zahlet/ die Handſehrifften und Pfande den Schuldenern widergehan uihCegnan pag. 2370. und damit ſich bey ſeinen Interthanen ſehr beliebet gemacht. Wir ſindſaſ ſttt b O Chriſtliche Hertzen/ Gottes Schuldener. Matth. 6.v. 12. Und zwal nuͤtondaah jhm nicht mit geringen Schulden/ ſondern mit zehen tauſend Pfund ve⸗ aütiin hafftet. Matth. 18. v. 24. Da vergiebt uns dieſelbe Gott gnaͤdiglich/ wann he Vi in wir nur wahre und rechtſchaffene Buſſe thun. In widrigem aber ſo wit Crutna O in Unbußfertigkeit verharren/ ſollen wir in dem algemeinen/ unzehlichen N dad Gen groſſen und langwirigen Elende zeitlich und ewig ſterben. 1. lunn III. Separationis modum: Die Art und Weiſe der Schei⸗ Gottes: A dung: Sie ſcheidet uns und unſern Gott von einander: Odeß offiſitſt Jammers Odeß groſſen Elendes Gott ift ja unſer huͤchſtes Guttz Kttttta Denſelben verlieren/ bringet uns das hoͤchſte Boͤſe: Gott iſt unſer Ba„ id a ter/ wann wir den verlohren/ ſo ſind wir elende Kinder; Gott iſt unſer Hi mhn ahn tejiſt den gon uns geſchieden/ ſo ſind wir arme Schaͤflein; Gott iſt dasle Vchuhanr ben unſe Seelen; Wann der von uns geſchieden iſt/ ſind wir geißllih tuſemm mnr todt: Es iſt und thut ſchmertzlich wann gute Freunde von einander ſchu den muͤſſen: Wie an David und Jonathan zu ſehen. 1. Sam. 20. v4n Goltt iſt ja unſer allerbeſter Freund wie er ſonderlich an Abraham bewit⸗ ſen/ welcher ein Freund Gottes geheiſſen. Jac. 2. v. 23. Iſt jemals einem Freunde Gutes von ſeinem Freunde wiederfahrẽ/ ſo iſt es uns gewiß von Gott geſchehen: Wann wir dieſen Freund ver lohren/ ſo haben wir alles Gutes verlohren: Es thut noch ſchmertzlicher/ wann Mann und Welh durch den zeitlichen Todt ſollen voneinander ſcheiden: Wie klagete und beweinete der Abraham ſeine Saram. Gen. 23. v.. Wie Cleopatrabh den verſtorbenen Antonium kam klagte und ſagte ſie: Auß allem undun zaͤhlichem Elende/ ſo jhr zugeſtoſſen/ ſey jhr kein ſchwerers und bitteri wiederfahren/ als daß ſie ohnjhn/ den Antonium/ gelebet. Das moͤgen /wir wol und mit Warheit ſagen/ wann wir durch den geiſtlichen Suͤ, G 0d e A den⸗Todt von Gott geſchieden ſeyn. Amallerſchmertzlichſten thutes= lthiſn wann Leib und Seele/ ſo Gott ſo genau mit einander verknuͤpffet/ durch iiluia 3 A9. den zeitlichen Tod voneinander ſcheiden ſollen; Da winſeleeHißllamn ee —y——— 1 8 „* 4—————— 8 4 1 4* 4. 3 — K2.——* ——— 4„ 1 35 * 5 4 1 . 1 L 4* . 4 ¹ 8 ͤͤ — 1 3 1 1 1 1 1 8 3 1 1 1 1 1 2 4 3 1 1 I 1 f f 8 3 * 4 1* 4 6“ s — 3* 1 8 1 3 4 4 1. 1 1 1 3 A 4 3 1 1 I * 4 1 4.— 3 . 1 † 1 1— 5 1 4 4 1 6 1“ 2 5 *. 4 3 1 1 4 1 1 1 b 4 2 * 5 8. 1 — 1 4* 11 1 1“ 84 1 1 1 1 4* 1 4 3 5 3 4 4 1 3 1 4 1 8 1 3 1 1 1 4 1 1 — Plutarch. in Anton. 4 1 tenda renen ng, 1 A * ben. Weiſedi 4 1 6 einande ſer häc Gottſu Goltſßun larGoh i ſindeng von einn n.. Sana an Abrahe z3. Jhſnu nſo hlen Man :Pae- Anßalme weresunt dlöe D ngeſtlc gerzcht vaftif 4 ſits uno verſuchen uͤb 1 den be Tt ſuchumg⸗ ein Ende gewinne daß ſiees ertragen koͤnnen. 1⸗ Cor, 10,v.13. Ererrettet 1 uns zu wahrer Buſſe ermahnenſol. 287 ein Kranich und Schwalbe/ und girrete wie eine Taube/ ſeine Au⸗ gen wolten jhm brechen/ und rieff: H ERR/ ich leide Noth/ lin⸗ dere mirs. Eſa.3 8. verſ. 14. Aber wann einer die goͤttliche gnad⸗ reiche Gegenwart empfunden/ und derſelben ſoll beraubet werden/ das iſt viel ſchmertzlicher: Wu werden aber durch vorſetzliche Suͤnde beraubet/ niche zwar der algememen Gegenwart Gottes/ ohne welche keine Cꝛea⸗ tur auch kein got loſer Menſche/ ein einz igen Augenblick in Subſtantz oder Weſen ſeyn kunte: Dann da bewahret das Auffſehen Gottes aller Creaturen Odem Hiob. 10. v. 12. In jhm ſind leben und weben ſie. Act⸗ 77. v. 28. Sondern/“ 1. Præſentiæ Dei gratioſæ: Der gnadreichen Gegenwart Gottes: Groſſe Herꝛen ſeyn jhren Unterthanen mit jhrer Gegenwar: offt ſehr beſchwerlich; Aber Gott der HERR/ iſt mit dieſer ſeiner Ge⸗ genwart uns ſehr erfreulich: Da iſter bey und erbaꝛmet ſich uͤber uns/ wie en Bater ů 103. v. 13. Wann unſere leibli Die Verwundete verbindeter/ deß Schwachen wartet er. Ezech. 34. v. 16. Hater uns umb unſer Suͤn⸗ den willen zerriſſen/ ſo wiler uns wieder heilen. Hoſ. 6. v. 1. Da iſter bey Unsals ein Steuer⸗Mann bey dem Schiffe: Wann ſich ein Ungeſtuͤm auff dem groſſe en Welt⸗Meer erhebt/ und die Wellen ſein Schiflein be⸗ decken wollen/ ſo bedraͤuet er Wind und Meer daß es gantz ſtille wird. Manth 8. v. 24. leqq Da iſt er bey uns als ein gnaͤdiger Helffer; Er leget uns zwar unte weilen die Creutz⸗Laſt auff/ aber er hilfft uns auch darun⸗ ter. Pſal. 8. v. 20. Er hilfft uns mit Troͤſten: Wann wi virl Bekuͤm⸗ 2. mernuͤß in unſerm Hertzen haben/ ſo ergetzen ſeine Troͤſtung unſer See⸗ le. Pſalm.94 v. 19. Er iſt der Goit alles Troſtes/ der uns troͤſtet in allem Unſerm Truͤd ſal.ꝛ. Corinth. 1. v.3 ſeq. Er hilffet uns mit lindern: Da iſt G OTT freundlich denen die auff jhn harren/ und den Serlen die nach jhm fragen. Thren. 3. verſ. 3. Er iſt getreu und laͤſſet ſi nicht er jhr Vermoͤgen/ ſondern machet daß jhreverſuchung alſo uns —* 2 . 7 .——————— 1 ———— ᷣ—y —— ſ 2—. 288 Wie die Beraubung der Gnaden Gottes durtch uns durch ſeine gnadreiche Gegenwart: Eriſt bey uns in der Nothund Wem wil uns herauß reiſſen/ und zu Ehren machen/ er wil uns ſaͤttigenmu langem Leben/ und uns ſein Heil zeigen. Pſal. x9. v. 1. ſeq. O der alle„. ſeligſten Gegenwart Nun gedencke doch/ O Chriſtliches Hertz/ beydes was der Verluſi dieſer Gegenwart mit ſich fuͤhre/ wegen vorſetzlicht Suͤnde; Und was der Nutzen deſſelben ſey/ welche wir erlangen durch ein bußfertiges und gottſeliges Leben. 2. Præſentiæ Dei glorioſæ: Der herrlichen Gegenwart Gottes: Der berauben uns vorſetzliche Suͤnde: Da gedencke/ H Chriſtliches Hertze/ was dieſe fuͤr ein Gegenwart ſey: Da ſoll unſen Seele in Gottes Hand ſeyn. Sap. 3. v. I. Da ſollen wir mit Chriſtoim Paradieſe ſeyn Luc. 23. v. 43. Da Chriſtus iſt/ und ſehen ſeine Herlig⸗ keit/ ſo jhm der Vater gegeben hat. Joh. 17. v. 24. Wir ſollen daheume ſeyn bey dem HErꝛn. 2. Cor.. v. 8. Wir ſollen bey dem HErnn ſeyn ab lezeit. x. Theſſ. 4. v. 1⁷. Da wird die rechte Huͤtte Gottes bey den Men⸗ ſchen ſeyn/ und er wird bey jhnen wohnen/ und ſie werden ſein Volt ſeyn/ und er ſelbſt Gott mit jhnen/ wird jhr Gott ſeyn. Apoc. 21. verſz Welchan dieſes nicht zu wahrer Buſſe beweget/ muß warlich einſin nernes Hertze haben: Der barmhertzige Gott wolle zu ſolcher allerhery ligſten Gegenwart uns verhelffen/ durch ſeinen heiligen Geiſt/ und Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. Die fuͤnff und viertzigſte Predigt. DE CAvSA IMPVLSIVA POENITENTI. E„RATIONE NOSTRI, SECIMNDA, QMIK GRAIIAR DIVINE PER PECCATUM PRIVATIOO. 1 Von der andern bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe/ an unſer Seiten/ welche iſt die Beraubung der Gna⸗ den Gottes durch unſere Suͤnde. Eſa. 59. v. z. Eurt Sünde verbergen das Angeſicht Got⸗* tes von euch daß jhr nicht geboͤret werdet.. rbaund g tohay, 4.10 2 hn deſaa Putneg 290 Wie die Beraubung der Gnaden Gottes durch uſ verurſachet die Thraͤnen: Daß wir mit denſelben unſer Lager netzen 6.v. 7. Dieſſes bezeugen auch unſer verleſene Worte/ auß welchen wollen betrachten/ b Wie die Verbergung deß gnaͤdigen Angeſichts Gottes ſin unnſerm Gebeth/ uns zu wahrer Buſſe bewegen ſolle. Der allergnaͤdigſter Gott/ laſſe dieſes ſein Antlitz aber uns leuchten/ da es zu ſeinen Ehren/ und unſer Erbauung geſchehen moͤge/ umb Je ſu Chriſti willen Amen. — X ———P— ——*.— nihtmftrun Erklaͤrung. 7⁄. Wir muͤſſen alhie beobachten: 1. Peccatum: Die Sunde; Eure Suͤnde/ ſagt der Prophene Was iſt doch die Suͤnde? Gott beſchreibet ſie alſo: Mich die lebendigt Quelle verlaſſen ſie/ und machen jhnen hie und da außgehauene Bnun nen/ die da loͤchricht ſeyn/ und kein Waſſer geben. Jerem. 2. v. 13. Daßa⸗ Aenuſ ben wir in einer ſeglichen Suͤnde/ ſie geſchehe mit Gedancken/ Won ſaand nche oder Wercken zweyerley dnniſſ . Averſionem; Eine Abwendung; Wir verlaſſen Gott ditle bendige Quelle/ auß welcher alles Guthes/ Leibes und der Seelen/ zll⸗ ches und ewiges herflieſſet/ und uns uͤberfluͤſſig vorgeſtellet wird/ wann wir unſere Gedancken von jhm auff etwas Boͤſes wenden/ etwas ſuͤndl ches reden/ oder Boͤſes verrichten: Solches Abwenden iſt nicht von eniuyc Sott/ ſondern irꝛdiſch/ menſchlich und teuffeliſch. Jac.z. v. 15. Zuſos; lan chem Adweichen verleitet uns: b lnddae a. Diabolus ſuggerendo; Der Teuffel mit ſeinem Eingebel Gleich wie derſelbe unſere Paradieß Eltern zur Suͤnde verfuͤhret Gen 3· v.I. ſeqd. Alſo thut er ſolches durch ſein boͤſes Eingeben immerforut O. Matth. hatte dem Juda ins Hertze gegeben/ daß er Chriſtum verriethe. Johan. om Theatr. v.. Alſo hat er dem erxi im Schlaff durch ein Geſichte uͤberredet/ daße M.z p. 257 den ungluͤckſeligen Zug in Griechen⸗Land angefangen: Wie dannauch ann ib. p. 265. Darium/ Codomannum Pompejum und andere mehr Darumb ſob Puahe o ſeg. len wir jhm widerſtehen. Jac. 4.v /ʒ/. . Mundus tedacendo Die Welt mitverführen: Dawan b ſis Tan 1 rlagnnn außu htsGet etwegen hennigta ſagtdehe Meadis ßohaumn em 1.99 dancke zandan (63 2 1ſ inemEn ndeveiith tenimnan mich hteuben 7.Wuw ihr. Dw ümd ttes de unſere Suͤnde uns zu wahrer Buſſe bewegenſol. 291 viel verfuͤhret/ ein gottloß Weſen zu fuͤhren mit den Vbelthaͤtern/ daß ſie lraf von dem das jhnen geliebet. Pſalm. 141. v. 4. Dieboͤſen Exem⸗ 8 pel verfuͤhren nnd verderden einem das Gute. Sap. 4. v. 12. Daß ſich viele der Welt gleich ſtellen. Rom. 12. v.. Wnd lauffen mit derſelben in das wuͤſte unordige Weſen. 1J. Pet. 4.v. 4. Pythagoras hat pflegen zu ſagen; Die Welt waͤre gleich wie ein Jahrmarckt/ darauff dreyerley o Art der Menſchen zuſamen koꝛen/ etliche zu kauffen/ die andere zu ver⸗ Eutrap. p. kauffen/ die dritte nur zu zu ſchen/ und dieſe letzte waͤren die Liebhaber der.pag. 131. Weißheit. Derowegen muͤſſen wir zwar dieſer Welt gedrauchen h aber nicht mißbrauchen/ dann das Weſen dieſer Welt vergehet. 1. C orinth. 4 v. 31. 7 7. Concupiſcentia, demulcendo; Die Luſt mit hrem Stra⸗ cheln: Die iſt wie eine leichtfertige/ liſtige und ſchmeichelhaffte Hure ret: Da ſind viel thoͤrichter und ſchaͤdlicher Luͤſte/ welche die Menſchen verſencken ins Verderben und Verdamnuͤß. 1. Tim. 6.v. 9. In Africa Alleg. ſol ein Wunder⸗Baumſeyn Lotor genant/ ſo ſuͤſſe Fruͤchte traͤget/ wann Moller. p. daß wir die Suͤnde/ weltliche und ſuͤndliche Begierde von Hertzen be⸗ weinen/ und dieſelbe neben dem Teuffel/ neiden und meiden. 2. Converſionem Eine Zuwendung: Wir machen uns hie und da außgehauene Brunnen: Gleich wie die Brunnen/ ſo Gott und die Natur ſelber nicht herfuͤr bringen/ gar unbeſtaͤndig ſeyn/ und beym Teuffel/ Welt und Fleiſche erfriſchendes und erquickendes Waß⸗ ſer ſuchen: Der Teuffel machet geiſtlich blind/ taub/ ſtum/ und lahm/ und wann er ſchon ſeinen Diener und Dienerinnen guͤl ſpricht/ ſo befinden ſie doch/ daß er ein Luͤgner und Vater der Luͤgen iſt. J oh. 3. v. 44. Daß ſie in ſeinen Stricken zu ſeinem Willen gefangen ſind. 2. Tim. 2. v. 26. Die Welt iſt nicht ein Haar beſſer/ ſuchen wir bey derſelben groſſe Ehr und Herꝛligkeit/ ſo fuͤhret ſie uns in die euſſerſte Schande/ wie Haman an den Galgen⸗Cſt? vae Suchen wir bey 292 Wie die Beraubung der Gnaden Gottes durch jhr groſſen Reichthumb/ ſo fuͤhret derſelbe zwar ſeine Beſitzer offt zur Hoͤllen er bleibet aber drauſſen. Lur. 12. v. 20. Suchen wir bey jhr Leibes Wolluſt/ ſo waͤret dieſelbe eine kurtze Zeit und folget darauff ewige Qual und Leid. Luc. 16.v. 10·ſeqꝗ. Die Luſt ſo in unſerm verderbten Fleiſch ſit⸗ cket/ iſ eben deſſelben Schlages: Die boͤſe Luſt brachte eine groſſe Menge der Iſraeliten umbs Leben. Num. un. v. 33. Denn da ſie jhre Luſt gebuͤſſet hatten/ da kam der Zom Gottes uͤber ſie und erwuͤrgete die Faͤhrnemſten unter jhnen/ und ſchlug darnieder die Beſten in Iſrael. Pſalm. 78. v. z0. ſeq. Suma/ dieſe ſind truͤbe Bruñen/ und verderbte Quellen. Prov. 2) v. 16. Denn auß dieſen Suͤnden Brunnen quillet herfuͤr/ der Feur bren⸗ nende Jorn Gottes/ der grauſame Donnerſchlag deß Fluches deß Geſe⸗ tzes/ die Tyranney deß leidigen Satans/ das hoͤlliſche Feuer und ewige Verdamnuͤß. O deß boͤſen Brunnen Solte uns dieſes nicht zuwahran Buſſeleitene Denn wann wir uns durch dieſelbe zu dem allmaͤchtigm Gott wenden/ ſo befinden wir bey Gott die lebendige Quelle. Pſalm. 36 v. 10. Das iſt/ einen unerſchoͤpflichen Brunnen aller Wolthaten /di uns zum geiſilichen und ewigen Leben nutz und noͤthig ſeyn: Gons Bruͤnnlein hat Waſſers die Fuͤlle. Pſal. 65. v. 10. Auß deſſen Heilbnn⸗ nen koͤnnen wir mit Freuden Waſſer ſchoͤpffen. Eſa. 12 v. 3. Nemlichde Gnade Gottes/ die Vergebung der Suͤnden/ die wahre Gerechtigkalt Kindſchafft Gottes und Erbſchafft der ewigen Seligkeit. II. Peccati effectum: Der Sünden Wirckung: Von ſoſches Wirckung ſetzet der Prophete Eſaias zweyerley: b 1. Faciei Pro⸗ abſconſionem: Die Verbergung deß gottlichen Angeſichts: Unſere Suͤnde verbergen Gottes Ange ſicht von uns: Es wird uns aber in Gottes Worte vorgeſtellet: a. Facies Deiirata; Gottes zorniges Angeſicht: Da ſuhe das Antlitz deß HErꝛen uͤber die ſo Boͤſes thun/ daß er jhr Gedaͤchtnß außrotte von der Erden. Pſalm. 34. v. 7. Die verwirfft er von ſeinm u Angeſicht. Pſalm. 71. v. 3. Er wil ſein Angeſicht gegen ſie verſtellen. J. nu 3.v. 2. Deß HErꝛen Zorn zer ſtreuet ſie/ und wil ſie nicht mehr anſeden. Angſcheh ſein Anttbihe Feustuteand cher Od Thren. 4 v 6. Odeß groſſen Elendes: Wie der Keyſer Moͤrder pho⸗ 14 Mn cas greulich iyranniſiret/ iſt ein Geiſtlicher geweſen/ der hat Gon gleich⸗ un ſam zu recht foderen wollen und geklaget/ warumb er doch ſo einen goi⸗ enegaſſ jor ußge edie Jätnr Pſam⸗ 1 Aula für den Fluchesh ſe Feun ne ſes nichza dem allmit Qucllgſt ler Wolthe hig ſon. ißdeſſerhe 2, 9.z.AM ahre Genc keit. gefunden werden/ aber der onſtantinopolitaner Suͤnde habenes ver⸗ dienck. Solches wircket Gottes zorniges Angeſicht. 8. Facies Dei gratioſa: Gottes gnaͤdiges Angeſicht: Bey wel⸗ vade chen wir muͤſſen betrachten: 1. Ejus conditionem:; Seine Beſchaffenheit: Da laͤſſet Gott ſein Angeſicht uͤber uns leuchten und iſt uns gnaͤdig/ er erhebet ſein Ange⸗ ſicht uber uns/ und giebt uns Friede. Numer. 6. v. 25. leq. Er erhebet uͤber uns das Liecht ſeines Angeſichts. Pſalm. 4 v. 7. Erhilfftuns mit ſeinem Angeſicht. Pſalm. 42. v. 6. Eriſt uns gnaͤdig und ſegnet uns/ wann er ſein Antlitz uͤber uns leuchten laͤſſet. Pſalm. 67. v.r. Summa/ Gott er⸗ freuet uns mit Freude ſeines Antlitzes. Pſalm. 21. v. 7. O deß freundli⸗ chen: O deß lieblichen Angeſichts unſers himliſchen Vaters⸗ Dieſes ſol uns jazu wahrer Buſſe bewegen/ daß wir fuͤr ſeinem allergnaͤdigſten An⸗ geſicht/ in der Gnaden Zeit erſcheinen/ und un ſere Sunde abbitten: Wir muͤſſen flehen fuͤr ſeinem Angeſicht/ von gantzem Hertzen/ und ſagen/ Hůr:/ ſey mir gnaͤdig nach deinem Wort. Pſalm. 1n9. v. 58. Dieſes be⸗ trachtete Jerobeam/ da jhm ſeine Hand verdorrete/ und ſprach zum Mann Gitoes: Bitte das Angeſicht deß HErꝛen deines Gottes/ und 2. Ejus abſconſionem: Seine Verbergung: Gott verbirget ſein Gnaden⸗An eſicht von uns: Dann/ wann er zornig wirduͤber unſere Suͤnde und ntugend/ ſo ſchlaͤgt er uns/ verbirget ſich und zuͤrnet. Eſa. 77. v. vñ. Gleich wie ein irrdiſcher Vater/ wann er von ſeinem Kinde zu Zorn gereitzet/ ſolches mit freundlichen Augen nicht wil anſehen: Alſo thut auch unſer himliſcher Vater bey uns: Da klaget Hiob: Warumb vet birgeſtu dein Antlitz/ und haͤlteſt mich fuͤr deinen Feinde Hiob. 13. verſ. 24. Wann er das Antlitz verbirget/ wer wil jhn ſchauen unter den Poͤl⸗ rkern und Leuten Hiob.;4 v. 29. Dieſes ſoluns billich zu wahrer Buſſe aufferwecken/ daß wir deß allergnaͤdigſten/ aſtrundi chſten/ allerhuͤlff⸗ o jij reich⸗ unſere Suͤnde uns zu wahrer Buſſe bewegen ſol. 29 erdoch keinen Menſchen geſehen: Es habe kein aͤrger dann bhocas koͤzen Camerar. — L ſ—— 294 Wie die Beraubung der Gnaden Gottes durch reichſten Angeſichtes Gottes uicht moͤgen beraubet ſeyn/ ſondern ſol⸗ ches als die liebe Gnaden⸗Sonne uns erleuchten und mie ſeinem Glant uns erfreuen moͤge. b 2. Exauditionis negationem: Die Verweigerung der Er⸗ hoͤrung: Daß ihr nicht gehoͤret werden: Wir elende Menſchen ſind alle miteinander/ es ſey Keyſer oder Koͤnig/ es ſey Fuͤrſt oder Hen es ſey Adel oder Unedel/ es ſey reich oder arm/ fuͤr Gott dem Allerhoͤch⸗ ſten arme Bettler/ wir gedencken nichts gutes/ es kommedann von Gott. 2. Cor. 3. v. z. Wir reden nichts gutes/ es komme denn von Gott: Wi wollen nichts gutes /es komme dann von Gott. Phil. 2.v. 1z. Wirhaben nichts gutes/ es gebeuns dann Gott. 1 Corinth. 4. v.7. Wir verncchten nichts gutes/ es geſchehe dann durch Gott: Dann was wir gutes auß⸗ richten/ das hat er uns gegeben. Eſa. 26. v. 12. Vnd dieſes alles muͤſſen wir mit dem lieben Gebete von Gott erlangen/ welches Erhoͤrung und Gott allergnaͤdigſt verheiſſen/ wann es nach ſeinem Willen/ mit An⸗ dacht und glaͤubigem Hertzen wird verrichtet: Da ſpricht Gott: Ruf mich an in der Noth/ ſo wil ich dich erretten/ und du ſolt mich preiſen. Pf. Fo. v. i5. Er begehret mein/ ſo wil ich jhm außhelffen/ er kennet mem Namen darum wil ich jhn ſchuͤtzen er ruffet mich an/ ſo wil ich jhna⸗ horen. Pſal.)1. v 14. ſeq. Der HErr iſt nahe/ allen die jhn anruffa diejhn mit Ernſt anruffen/ er thut was die Gottsfuͤrchtigen begehtall hoͤree ihr Schreyen/ und hilfft jhnen auß. Pſ. 45. v. 18. Chriſtus unſet hochverdienter Erloͤſer/ ermahnet uns dazu: Bittet/ ſo wird euch gig ben/ ſuchet/ ſo werdet jhr finden/ klopffet an/ ſo wird euch auffgeihan. Matth. 7.v.7. Aber da iſt die leidige/ die heßliche/ die miß guͤnſtige Sͤn⸗ de/ das einige ſo dieſe gnaͤdige Erhoͤrung deß Gebets verhindert: Dann der Gottloſen und Vnbußfertigen Gebet iſt Suͤnde fuͤr Gott. Pſ. 109 v. 7. Ob ſie zwar ruffen/ ſo antwortet Gott nicht/ und wann ſie ſhn ſchot ſuchen/ ſo finden ſie jhn doch nicht. Mroorr de24 Dann jhr Gebetiſ fuͤr Gott ein Greuel. Prov. 8. v.o. Wann wir gleich ſchreyen und ruß fen, ſo ſtopffet doch Gott die Ohren zu fuͤr unſerm Gebet. Thren.v.d. Dann Gott hoͤret die Sunder nicht/ ſondern ſo jemand Gottfuͤrcht· iſt/ undthut ſeinen Wüllen/ den hoͤret er. Joh. 9. v. z1. Iſt das aber nicht ein Elend uͤber alles Elend: Wann ein hungeriges Kind ſeinen Vatla ryſer 4 ſhpärnen R Wptun DFlſoucf danyibaoe ryloſeegg Ghoagnunaſ zawauam Aſoeumit daunddeen tenden hEn Hummalſte witame pun unden Vngn inetnigzeg Chndag umb Vrod bittet/ und iſt keine Erhoͤrung/ kein Mitleiden da/ Achd 75 4— 6 4 tesd enfaa niſennn gerunow (lende 8 Fü on, tt dem Wn edamnten von Get v. z. Ah .Wrm as wir gu ilſes aleen s Ehhne Wulm m nicht Got⸗ tmichprat Nier enner lſo wli dieſpnem rchtigendi 3.Chni ſo witd u daucheufße nifginde erhindetl!« àera wannſiiſt Dannſe ſchraad 4 and Guſt K dind leue dandu — — Heat/ und ich davonmuß: Siehe/ meine unſere Suͤnde uns zu wahrer Buſſe bewegen ſol. 295 ſehr ſchmertzlich Aber alſo gehets allhie: Vhiextat operario iniquita- Super tis, ibi deſpicitur oratio deprecantis, wie Hilarius ſagt: Das iſt; Wo Pſ. 4. die Wirckung der Suͤnden iſt/ da wird das Gebet von Gott verachtet. Dieſes ſol uns freylich zu rechtſchaffener Buſſe ermuntern/ daß wir ne⸗ ben derſelben Gott demuͤtiglich anruffen: Wie Ariſti ppus beym Dio- nylio fuͤr einen guten Freund eine Vorbitte thaͤte/ und keine Erhoͤrung 2w. Vol. erlangen kunte/ ſiel er nieder und ergrieff deß Dionyſij Fuͤſſeꝛ Alſo muͤſ⸗ 4.p. 2924 ſen wu uns mit demuͤtigem und wehmuͤtigem Hertzen fuͤꝛ Gott einſtellen: Alſo beugete ſich Joſaphat mit ſeinem Antlitz zur Erden/ und gantz Ju⸗ da und die Einwohner zu Jeruſalem/ fielen fuͤr dem HErren/ und bete⸗ len den HErren an. 2. Chron. 20. v. 18. Fallen doch die Außerwehlten im Himmel fuͤr Gott nieder und beten jhn an. Apoc. 4. v. 10. Wie vjel mehr wir arme Suͤnder? Wann wir ſolches mit recht bußfertigem Hertzen thun) und wir dann ruffen/ ſo wird uns der HErr antworten/ und wann wir ſchreyen/ wird er ſagen: Siehe/ hie bin ich. Eſa./8. v. 9. Welche er uns verleyhen wolle durch die Gnade deß heiligen Geiſtes/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. — Die ſechs und viertzigſte Predigt. DE CAVSA IMpPVLSIVA POENITENTIA, RATIONE NOSIRI, TERTIA, QIIE VIIE NOSTRA FRAGMTITTAsS. Von der dritten bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe/ an unſer Seiten/ welche iſt unſers Lebens Ge⸗ b brechlichkeit. Pſal. 39. verf. 3. ſeq. Herrr/ lehre doch mich/ daß ein Ende mit mir haben muß/ und mein Leben ein Siel Tage b 296 Wie unſers Lebens Gebrechligkeit mein Leben iſt wie nichts fuͤr dir/ wie gat nichts ſind alle Denſchen/ die doch ſo ſicher leben. Hs Swud/ O Chriſtliche Hertzen/ das Menſch⸗ liche Leben in heiliger Schrifft offtmahlen einem Weg⸗ ) verglichen/ und zwar b — 1. Propter hominis ſtatum: Wegen des Zu⸗ ſtandes des Menſchen: Wun ſind in dieſem Leben nichts anders als Pilgrim und Wanders⸗Leute: Unſer Leben iſt eine Wallfahrt. Gen. 47. v. 9. Unſer Tage ſind ſchneller dann ein Laͤuffer. Hiob. 9. v. 29. Wir ſind alhie G Ottes Pilgrim Pſal.3 9. v. 13. Dieweilen wir alhi im Leibe wohnen/ ſo wallen wir dem HErꝛn. 2. Cor.. v. 6. Vnd h⸗ ben deswegen alhie keinebleihende Stete. Heb. 13. v. 14. 2. Propter dubium: Wegen des Zweiffels: Gleich wieauſ der Reiſe offt zwey Wege fuͤrfallen/ daß der Wanders⸗Mann nichl weiß welchen er gehen ſoll/ und ſonderlich wann der eine gebahnter iſtwie der ander: Alſo gehets auch alhie; Der Weg iſt breit/ der zur Vua damnis abfuͤhret/ und jhr ſind viel/ die darauff wandeln; Der Wig aber iſt ſchmal/ der zum Leben fuͤhret/ und wenig iſt ihr/ die jhn finden. Matth.?7 v. 13. feg. Da haben wir hochnoͤtig zu bitten: Cn/ thue mir kund den Weg darauff ich gehen ſoll. Pſ. 143. v. 9. HEnſiht ob ich auff boͤſem Wege bin/ und leite mich auff ewigem Wege. Pſal 139. v. 24. Welches der heiliger Geiſt thut in ſeinem Worte/ davona ruffet: Diß iſt der Weg/ denſelben gehet/ ten noch 1euei Ee ncsdſebengehet ſanſtwdrzur Na 3. Propter periculum: Wegen der Gefahr: Gleich wiede 6 Reiſende wegen der Raͤuber und Moͤrder in groſſer Gefahr: Alſo auch afhie: Daiſt die boͤſe Geſellſchafft der Gottloſſen. prov. uv. o. D 6 iſt der Hoͤlliſcher Moͤrder. Joh. 8. v. 44. 4. Propter locum& terminum; Wegen des Orts: Gleich wie ein Wanders⸗Mann einen gewiſſen Ort hat/ dahin er mit ſenna 14 Tage ſind einer Hand breit bey dir/ und ün 1 ben. 5 /dao len cin Wegn. vichts ae Walff fer. Hic Dieweiken 5. v.6. 4. 3: Geiichd ders⸗Mm negehahnn reit dr w deln; Dee hr diſhi zsu bittt.) 3. 9.? j 1 gem W Worte r ur Ach Es faͤllet auff dem Wege dieſes Lebens uns Menſchen fuͤr: 1. Summa inconſiderantia. Groſſel inbedachtſamkeit. HErn lehre mich doch/ daß ein Ende mit mir habẽ muß: Gott erriñert uns genug unſer Sterbligkeit: Er prediget von der ſelben in unſere Ohrẽ/ und haͤlt uns fuͤr daß wir erde ſeyn. Gen. 3. v. 19. Erde uñ aſche. Gen. 8. v. 27. ArmeErde und Aſche. Spr. 10. v. 9. Iñ iſt der Tod der Weg aller Welt. I. Reg. 2.v. 2. Indlebet kein Menſch/ der den Tod nicht ſehe. Pſ. 89. v. 49. ondern er iſt zu allen hind urch gedrungen/ weilen ſie alle geſuͤndiget ha⸗ ben. Rom. v. 12. UInd iſt alſo allen Menſchen geſetzet einmal zu ſterben. Heb. 9. v. 27. Carolus Magnusalser auff ſeinem Todt⸗ Bette gefraget/ was man jhm auff ſeinem Grab fuͤr Sieg⸗Zeichen ſolte auffrichtẽ/ hat er p geantwortet; Die Siegzeichen deß Todes/ dann der waͤre es/ der auch jhn 86. Carolũ uͤberwunde/ der ein Ilberwinder ſo vieler Voͤlcker geweſen. Gott prediget uns von unſer Sterbligkeit in unſere Augẽ/ in dem er nicht allein Exempel der Sterbenden uns taͤglich ſehen laͤſſet/ ſondern auch durch anderer erſchaffener Dinge Unbeſtaͤndigkeit und lIntergang/ uns unſer Sterbligkeit errinnert: Da iſt unſer Leben wie ein Strom/ der bald fuͤruͤ⸗ ber rauſchet/ und wie ein Schlaff der bald vergehet Pſalm. 90. v. 6. Wie Graß und Blumen auff dem Felde. Pſalm. 103. v. 1. Wie Heu. Eſa. 40.v. 6. Und was ſolcher Gleichnuͤſſen mehr in Snne Wont geſunden Pp werden 298 Wie unſers Lebens Gebrechligkeit werden: Dieſes hoͤren und ſehen wir wol/ aber wir bedencken es nicht Es gehet uns wie den Saͤuen/ wann dieſelbe hoͤren oder ſehen/ daß jhres gla⸗ chen geſchlachtet werden/ ſo geberden ſie ſich uübel/ aber gar bald iſtesbey jhnen vergeſſen: Wir laſſen uns nicht ſagen und achtens nicht/ und gehen immer hin im Finſtern. Pſalm 82. v.⸗. Wir gehen nicht in unſer Herz kein Verſtand noch Witz iſt da. Eſa. 44.· verſ. 19. Wir ſind wie verlockte Tauben/ die nichts mercken wollen. Hoſ./ v. n. In Betrachtung dieſt haben wir hochnoͤthig zu bitten/ HErꝛ lehre doch mich/ daß ein Ende mit mir haben muß: Dann diele Lehre fuͤhret uns zu andern Gedancken/ nem⸗ lich/ daß wir an unſere vielfaltige Sunde/ anden Zorn Gottes/ anden Fluch deß Geſetzes/ an die Verlierung der erworbenen Kindſchafftund Erbſchafft Gottes/ und an die ewige Verdamnuͤß gedeneken/ und da⸗ dudh gereitzet werden/ in der Gnaden⸗Zeit uns zu Gott ernſilich zu ekehren. II. Vitæ miſeria: Das Elend unſers Lebens⸗ Solches wiid uns in verleſenen Worten vorgeſtellet: 1. Delineative: Daßes uns gleichſam mit einem Mahler⸗ Pinſelabgeriſſen wird: Dannes iſt: 1. Vita finicnda: Ein Leben das ſein Ende hat: Es mußein Ende mit uns habẽ: Gott hat zwar uns in unſern Paradieß⸗Eltern uͦ ewigen Leben erſchaffen. Sap. 2 v. 23. Daß alſo unſer Leben kein Ende haben ſolte; Aber gleich wie man alles Dinges ein Ende ſihet. Pſal. 119. v. 96. Alſo ſihet man auch das Ende der Menſchen: Dann ein Menſche hat ſeine beſtimbte Zeit/ und die Jahl ſeiner Mondẽ ſtehet bey Gott. Hi⸗ ob. 14. v.. Beym Todte iſt das Haus aller Lebendigen. Hiob. 30. Alle Lebendige wiſſen daß ſie ſterben werden. Ecclel.9.v.q Summa; Esiſt der alte Bund/ Menſche du muſt ſterben. Syr. 14. v. 18. Dieſes ſol uns billich zu wahrer Bußfertigkeit bewegen: Die Gottlo ſen leben dahin/ als wann es kein Ende mit jhnen haben wuͤrde: Jener Hertzog von Wuͤrtenberg/ war in allen ſeinen. Haͤndeln ſehr eifferig und haͤfftig/ von demſelben hat Keyſer Friederich pflegen zu ſagen: Iſt das Ende gut/ ſo iſt alles gut: Wie der Fuͤrſt dieſes erfahren/ hat er einen Rock vomgro⸗ ben Gezeug jhm machen/ und unten denſelben mit guͤldenen Poſamen beſetzen laſſen/ wie er nun damit auff einen Reichs⸗Tag gekomman u faaget wor fehtcrgen 1. ſ da finn ſenerDhnde lffcs G enerd 6 keben N. gche Gnhaan Aa ale Wahaſ gin/ duocge 9 ſuhnah et Kenchfi iine Ghn 6 ſhr 6 5 1 Hein En. nenh t. Erm dieß⸗Eh tbenkn het Pfa menlen bey Gon Hodze. mna d Diſſtöſ nlebadi r Ner dhifu das Ehe Yockrvhe nenahe — 4 g gehn 1 uns ein Antrieb zu wahrer Buſſe ſeyn ſoll. 29⸗ und gar ſtoltz mit ſeinem Rock einher gangen/ iſt er gefragt/ was dieſe Oronol. wunderbahre Kleidung bedeute/ da hat er zur Antwort geben: Iſt das Hiſtoric. Ende gut/ ſo iſt alles gut/ und damit deß Keyſers Rede geſpottet: Aber Walth. hernacher iſt jhm das jenige was jhm der Keyſer zuvor verkuͤndiget/ wi⸗ Pag. 904. derfahren/ da er im Kriege gefangen/ und ſeines ſtoltzes gebuͤhrende Straffe bekommen. Aber Syrach ſagt: Was du thuſt ſo bedencke das Ende/ ſo wirſtu nimmermehr uͤbels thun. Syr. 7 v. 4o“. Werden wir das thun/ ſo wird unſer Jamer/ Truͤbſal und Elend/ komen zum ſeeligen End: Da ſollen wir durch den Glauben an Chriſtum ewigleben. Joh. 3. v. 16. Welches unſer hoͤchſter Troſt iſt: Wie Keyſer Friederich III. ge⸗ Zinckgr. fraget/ was dem Menſchen am beſten in dieſem Leben wiederfahren kuͤn⸗ apophteg. te? Hat er geantwortet, Ein ſeeliger Abſcheid. b Par. 1.ꝑ. 69 2. Vita determinata: Ein umbſchriebenes Leben: Ein Leben das ſeinen Ziel hat: Der Menſche hat ſeine beſtimbte Zeit/ die Zahl ſeiner Monden ſtehetbey Gott. Hiob. 14. v. 5. Alle unſere Tage ſind auff Gottes Buch geſchrieben/ die noch werden ſollen/ und derſelben keiner da iſt. Pſalm. 139. v. x6. Ein jeglicher hat ſeine beſtimbte Zeit zu leben. Syrach. 37. v. 28. Aber nicht ablolutè oder bloß dahin/ als wann Gott ohne Anſehung der Menſchen Boßheit oder Gottſeligkeit/ die Menſchen zu ſolcher Zeit hinſterben lieſſe: Dann alſo waͤren vergeblich alle Verheiſſung Gottes von Verlaͤngerung deß Lebens der Gottſeli⸗ gen/ das Gebeth derſelben fuͤr ein langes Leben/ vergeblich waͤren alle Draͤuunge Gottes daß Gott die Gottloſen wolle außrotten/ ſo ferne ſie ſich nicht bekehren wuͤrden. Jer. 18. v.7. Vergeblich waͤre es daß man Lebens Gefahr wolte meiden/ vergeblich daß man Mittel zu Erhaltung ſeines Lebens wuͤrde ſuchen: Dann Gzott verkuͤrtzet den Gottloſen offt Ihr Leben/ daß ſie ſolches nicht zur. Helffte bringen. Pſalm. 5. v. 24. Ih⸗ re Jahre werden verkuͤrtzet. Prov. 10. v. 27. Erlaͤſſe die Gottloſen offt auch lange leben/ damit er ſie zur Buſſe fuͤhre. Rom. 2.v. 4. Er gibt jh⸗ nen damit Raum zur Buſſe. Sap. 12. v. 1o. Den Frommen verkuͤrtzer Gott offt das Leben daß jhre Augen nicht ſehen ſollen das Vngluͤck/ ſo Gott uͤber dieſelbe Oerter wil kommen laſſen. 2. Reg. 22. verſ. 20. Vnterweilen verlaͤngert er jhnen jhr Leben/ wie er verheiſſen im Pp ij b vierd⸗ lib.de ſpir. & anim. cap. 49. Epiſt. ad Cyprian. Gerlach. Eutrap. part. I. pag. 180. 300 Wie unſers Lebens Gebrechligkeit vierdten Gebot/ und ein ſonderliches Exempel beweiſet an Hißkia. Eſa⸗ 38. v. j. Weilen nun unſer Leben bey uns ein ſo ungewiſſes Ziel hat/ Cogitemus, quàm brevis vita noſtra ſit, quàm via lubrica, quam mors certa,& hora mortis incerta, wie uns Auguſtinus ermahnat: Das iſt/ ſo laſſet uns immer daran gedencken/ wie kurtz unſer Leben wi ſchlipfferig deꝛ Weg/ wie gewiſſe der Tod/ und wie ungewiſſe deß Todes Stunde ſey; Solches wird uns zu einem bußfertigem und gottſeligem Leben fuͤhren: Sollen betrachten was Salomon ſagt: Sey nicht all gottloß/ daß du nicht ſterbeſt zur UInzeit. Ecel. 7. v. 18. Bedencket/ bede 24 ekai Welt⸗Kinder /die jhr das ſundliche Leben fuͤr euer hochſ ut zet. b b 3. Vita relinquenda: Ein Leben ſo wir verlaſſen uniſſen Es bleibet der goͤttliche Schluß nach dem Suͤnden⸗Fall unbeweglich: Men⸗ ſche du muſt zur Erden werden/ davon du genommen biſt. Gen. 3.vg Dieſer iſt der Weg alles Fleiſches 1. Reg. 2. v.2. Im Finſternuͤß iſtun allen das Bette gemacht. Hiob. 12. v. 13. Gott laͤſſet uns allen in Ohn und Hertzen predigen: Beſtelle dein Haus/ dann du muſt ſterben. Eſa 38 v. 1. Gleich wit die gruͤnen Blaͤtter/ auff einem ſchoͤnen Baum ſetlicheah⸗ fallen/ elliche wieder wachſen; Alſo gehets mit den Leuten auch/ etliche ſie⸗ ben/ etliche werden gebohren/ alles vergaͤngliches Ding muß ein Ende nehmen/ und die damit umbgehen/ faßren auch mit dahin. Syr. 14. v MR Gleich wie ein Wanders⸗Mann in ſeiner Herberge nicht viel Werckas machet/ ſondern immer fort gedencket/ daß er nach Hauſe wiederkom me: Alſo ſollen auch wir in der Herberge dieſer Welt nicht vielumbdas Irndiſche uns bekuͤmern: Qui recordatur quotidiè ſe moriturum/ con. temnit præfentia,& ad futura feſtinat, ſagt Hieronymus: Dasiſt Wer alle Tage bedencket daß er ſterben muͤſſe/ der verachtet das Gegen⸗ waͤrtige/ und eilet zum Kuͤnfftigen. Wie ein Obriſter unter Keyſer Caro⸗ lo V. ſchwerlich darnieder gelegen/ und ſich deß Todtes vermuthete/ ſagt der Keyſer: Lerneter nun erſtlich daß er ſterblich ſey/ da ich doch ſolches all Tagean meinem Leibe erfahre/ dann Gott hat mir viel Kranckheitenzu geſchicket/ die mich meiner Sterbligkeit errinnern. Dieſe Betrachtung aäſſ iſt warlich eine herrliche Befoderung wahrer Buſſe. unſer Leben: 1. Cum 2. Comparativè: Vergleichungs weiſe: Da vergleichet David 1 ſ 302 Wie unſer groſſes Elend wegen der Suͤnde Mauren da ſitzen/ und haben weder Riegel noch Thor. Ezech. 38. v.n. Aber wol denen die der Himliſchen Weißheit gehorchen/ daß ſie taͤglich an jhrer Thuͤr wachen. Prov. 8. v. 34. Das wolle uns verleyhen unſer himliſcher Vater/ umb Jeſu Chriſt willen/ Amen/ Amen. Dieſteben und viertzigſte Predigt. DE CAIISA IMPUILSIVA POENITENTI, RATIONE NOSTRI, QlAR TA, Qlf MISERLE EX PECCATO GRAVITAS. Von der vierdten bewegenden Urſach/ zu wahrer Buſſ⸗ an unſer Seiten/ welche iſt/ unſer groſſes Elend wegen der Suͤnde. Luc. 15. V. 2 4. Dieſer mein Sohn/ war tod/ und iſt wieden lebendig worden/ er war verlohren/ und ſſ funden worden. Sſpricht David Pſal. 119. v. 153. zu Gott alſo Siehe mein Elend/ und errette mich. In dieſen Wortan S habenwir; I. Noſtram miſeriam; Unſer Elend; Siehe mein Elend; Achwas iſt unſers Elendes ſo viel? Da befindet ſich leiblichtes Elend: Da iſt der Menſch zum Vngluͤck gebohren/ wie die Vage ſchweben empor zu fliegen. Hiob. v.7. Da zuplagt uns das eine uͤbe das ander mit Hauffen. Hiob. 10. v. 7. Da iſi viel Muͤhe/ ſo Gott dem Menſchen gegeben hat daß ſie darin geplaget werden. Eccl. z. v1o. Daß mancher klagen und ſagen muß; Ach HErr/ ſiehe doch/ wie bange ſſ mir/ daß mirs im Leibe davon weh thut/ mein Hertz wallet mir in meinem Leibe/ denn ich bin betruͤbet. Thren. 1. v. 20. Summa/ es iſt ein ſaͤmma⸗ lich elend Ding umb das menſchliche Leben. Syr. 40. v. 1. Da befinde ſich geiſtliches Elend: Da die Suͤnde geiſtlich uns alſo zurichtet/ daß unſere Wunden ſtincken und eitern fuͤr unſer Thorheit. Pſal.zd. nala 9 Dy Shetede in Erveju rettenuiche) Peal unn. Derviunucf 1 AMege fargi 1 1 liceEe imyelandwnen ſensh WAh ¹Dataue 8 1 8 Siche ttſich ne wie del is doota -'ſobe (alt wice uns zu ſwahrer Buſſe bewegen ſol. 303 Daß nichts gutes und geſundes an uns iſt/ von der Jußſohlen biß auffs Haupt. Eſa. 1. v.. Unſer Suͤnden Wunden/ ſind ſo gar boͤſe/ daß ſie nie⸗ mand heilen kan. Jer. 15 v. 18. Vnſer Schade iſt verzweiffelt boͤſe. Jer. 30. v. 12. Odeß doppelten O deß groſſen Elendes II. Miſeriæ curam; Die Heilung unſers Elendes: Dieſelbe geſchicht: 1. Diyina aſpectione: Durch Gottes gnaͤdiges Anſehen: Siehe mein Elend/ ſagt David: Dieſes ſehen iſt nichts anders/ dann eine Erweiſung der goͤttlichen Gnaden: Gott ſiehet es/ er ſ chauet unſer Jammer und Elende. Pſal.. verſ. 4. Er ſiehet an die Elenden/ und die zerbrochenes Geiſtes ſind/ und ſich fuͤrchten fuͤr ſeinem Wort. Eſa. 66. v. z. Alſo hat Gott Marid als ſeine elende Magd angeſehen.[uc. 1v 48. 2. Diyina liberatione; Durch Goͤttliche Errettung: Er⸗ rette mich: Dann Gott errettet die Elenden/ ſo keinen Helffer haben. Pfat.72. v. 12. Der wil uns heben /tragen und erretten. Eſa. 46. verſ. 4. Der wil uns erloͤſen auß der Hoͤlle/ und vom Todterretten. Hoſe. 13. v. 14. Dieſe Betrachtung unſers Elendes ſol uns billich zu wahrer Buß⸗ fertigkeit ermuntern/ durch dieſelbe einen gnaͤdigen Gott/ und ſeine vaͤter⸗ liche Errettung zuerlangen. Deſſen ſtellet uns der Sohn Gottes ein Er⸗ Wie die Betrachtung unſers geiſtlichen Elendes wahrer Buſſe reitzen ſol. Der harmhertzige Gott/ wolle ſeinen lebendigmachenden Gei ſt in unſere Hauka geben/ umb ſeines allerliebſſten Sohns Jeſu Chriſtiwillen men. Erklaͤrung. Es wird uns/ O Chriſtliche Hertzen/ in verleſenen Worten zweyerley Elend und deſſen Verenderung fuͤr Augen geſtellet/ darin uns die Suͤn⸗ de geſtaͤrtzet/ und wahre Buſſe wiederum erlediget: Da haben wir: 1. Noſtram ſub peccato conditionẽ: Vn ern Suͤnden Zuſtand: Da ſind wir: 1. Mortui; Tode: Dieſer mein Sohn war todt/ ſagt der Va⸗ ter/ deß verlohrnen Sohns/ welcher ſeine Vaͤterliche Guͤter mut hwil⸗ lig verſchwendet/ durch denſelben werden wir allzuſammen angebildet/ als ————————ͤ 1 —— 2 4 4—— 1 * —ññ“ 41 4 —jj44——————— ————————— ———————— ————— vſ ſſſſſſ 3 8 8 5—— ſſ1 304 Wie inſer groſſes Elend wegen der Suͤnde als die wir die anerſchaffene herꝛliche Guͤter unſers himliſchen Vaterg/ durch den Suͤnden⸗Fall elendiglich verlohren/ ja in den geiſtlichen Tod gerathen und gekommen ſeyn: Dann wir ſind tod durch die Vbertre⸗ tung und Suͤnde. Epheſ. 2. v. 1. Wir ſind tod in Suͤnden. Col.2. vz. Lebendig todt. x. Tim.. v. 6. Wir haben zwar den Namen/ daß wirle⸗ ben/ und ſind doch tod. Apoc. 3. v. 1. Dieſen geiſtlichen Todt bewaſen wir 1. Actionum intermiſſione: Mit Vnterlaſſung geiſtlicht Wercke: Toden wircken nichts: Wir wircken nichts Gutes von N tur: Dann wir ſind alle abgewichen/ und alle ſampt untuͤchtig worde/ da iſt keiner der Gutes thue/ auch nicht einer. Plalm. 14. v. 3. Wirlaufſ⸗ fen alle unſern Lauff/ wie grimmige Hengſte im Streit. Jerem. 3,v. 6. Sihe an/ O Chriſtliches Hertze/ die Gottloſen/ du befindeſt nichts Gu⸗ tes an jhnen: Scheinet ſchon etwas/ ſo iſts doch lauter Heucheley: Glaich wie das faule Holtz deß Nachts zwar einen Schein von ſich gibt/ aln doch faul und kein Nutze iſt; Alſo haben ſolche den Schein eines gottſelg Weſens/ aber ſeine Krafft verleugnen ſie.2. Tim 3. v.. 2. Frigore: Mit Kaͤlte: Toden ſeyn kalt: Die Suͤnde mache uns kalt in allen Chriſtlichen Tugenden; Vnd weilen ſonderlich indu ſen letzten Zeiten/ die Vngerechtigkeit uͤber Hand genommen/ ſoiſde Liebe bey vielen erkaltet. Matth. 24. v. 12. Daher werden die Suͤnder ka te genant. Apoc. 3. v. 1z. Beſchaue doch/ O Chriſtliches Hertze/ dengu ſtand deines Hertzens/ du wirſt in der Warheit befinden/ wie eifferig wi fewrig/ du gegen das zeitliche/ und das Boͤſe zu verrichten/ aber wie kall verdroſſen und traͤge du zu allem Guten ſeyſt/ was ſonderlich deiner a⸗ men Seelen Heil und Seeligkeit betreffen thut. 3. Pondere: Mit Gewicht; Toden ſeyn ſchwer/ weilen die Sw le davon abgewichen: Alſo ſind den Gottloſen jhre Suͤnde/ wegen derah⸗ gewichenen Gnade Gottes/ ſehr ſchwer: Wie eine ſchwere Laſi werdenſt ſhnen zu ſchwer. Pſalm. 8. v. 5. Sie druͤcken ſie hart. Pſalm 65 v Wer dieſes nicht kan empfinde/ der ſtelle ſich mit wahrer Gottes⸗Fulch . Nandagh tgn J hean vidaßvelg ſenumdwi nan lä Stuntktt ben haltsn Dem6 allnſe fuͤr Moſis Spiegel die heiligen zehen Gebotte/ erforſche nach denſeln i ſeine Gedancken/ Wort und Wercke/ ſo wird er eine ſchwere Laſt ſannn ut Suͤndeempfinden. 4. Fœtore; Mit Geſtanck: Toden haben einen iuaaßt oͤſen uch “ uns zu wahrer Buſſe reitzen ſol. 30; Geruch: Wie der Stein von Lazar Grabe wareabgenommen/ ſagts Martha zu Chriſto; HEr!er ſtincket ſchon/ dann er iſt vier Tage tod ge⸗ legen. Johann. 11. v. 39. Alſo machet uns die leidige Suͤnde ſtinckend fuͤr Gott: Vnſere Suͤnden⸗Wunden ſtincken. Pſalm 8.v. 6. Wir ſeyn wegen derſelben ſtinckende Boͤcke. Marth. 25. 9.3 3. Vom Antlocho jeſen wir/ daß weil er noch gelebet/ Madꝛ auß ſeinem verfluchten leibe gewach⸗ ſen und mit groſſem Schmertzen verfaulet/ daß gantze Stuͤcke von ſei⸗ nem Leibe gefallen/ und ſouͤbel geſtuncken/ daß niemand fuͤr ſe olchem Stancke bſeiben koͤnnen.ꝛ. Macc. 9.v.9. Alſo alſo/ O Chriſtliche Her⸗ 2, bas eemne Beſchaffenheitmit uns f Gott/ wegen unſer Suͤnde: 8 8. 5. p. 2t. Das iſt/ alle unſer Gottes⸗Dienſi/ iſt wegen unſer vorſetzlich chen Sunde fuͤr Goit ein Stanck und Greuel „I. v. 3. So ſind wir warm. und lauffen den Weg der Gebotten Gottes. Pſal. 19. v. 2. So kompt von uns ein guter Geruch Sott gefaͤllig. Phil. v. 18. W b 2. Perditi Verlohrne: Dieſer mein Sohn war verlohren: ohrne Sohn genant: Alſo ſind wir all zuſammen verlohrne Kinder Gottes worden: David war ein groſſer Koͤnigund Prophet/ dennoch nennet er ſich ein verlohrnes Schaaff. Pſalm.19. v. ult. Eſaias war ein hoch er⸗ er er rechnet ſich ſelber mit unten dieſe Zahl/ und ſpricht: Wir gingen alle b in der Irꝛe/ wie Schaaffe/ ein jeglicher ſahe auff ſeinen Weg. Eſa.⸗„v.6. Summa/ wir ſind alle wie eine verlohrne Heer⸗ nee. erem ſo des Em jeder unter uns iſt das verlohrne Schaͤflein; Ein jeder unter uns iſi der verſohrne Groſehe Lue r. Aciemuͤſſe wir b b. un⸗ 306 Wie unſer groſſes Elend wegen der Sunde unſern elenden Zuſtand betrachten/ wir koͤnnen uns ſelber weder rathen noch helffen; Sihe an/ O Chriſtliches Hertz/ ein verlornes Schaͤflein ſol wol Jahr und Tag gehen in der irre/ ehe es von ſich ſelber auff den rechten Weg kommen ſolte/ ja dem Wolffe oder andern fraͤſſigen Thie⸗ ren in den Rachen gerathen: Ein Groſche ſol liegen bleiben/ und gar ve⸗ roſten/ ehe er ſich ſelb er angebe daß er wieder gefunden werde: Alſo gihet es uns in unſerm jrꝛ⸗ und verlohrnen Stande auch: Gott muß das beſſ thun; Der muß uns leiten auff ewigem Wege. Pſalm. 139 verſ. 24 Sonſten iſts nichts mit unſerm Thun. Eſa. 41. verſ. 49. Der muß dan ſteinern Hertze wegnehmen/ und geben uns ein fleiſchern Hertz. Ezech.n. v. 19. Ohne Chriſtum vermoͤgen wir nichts. Joh. 15. verſ. 5. Wir ſind nicht tuͤchtig von uns ſelber/ als von uns ſelber/ etwas gutes zu gednnct 2. Corinth. 3. verſ. 5. Sondern Gott wircket bey uns das Wollen/ und Vollbringen. Phil. 2. verſ. 13. Dieſer unſer elender Zußtand/ ſol und billich zu ernſilicher Buſſe bewegen: Wer gehet in der Irꝛe/ der nicht gerne wieder zu recht kaͤme. Jerem. d. verſ. 4. Bedencket/ bedencket di⸗ ſes ihr elende unbußfertige Suͤnder/ in was elendem Zuſtande jhr lebet lib. de in- Velle peccare, malum eſt; peccare, pejus: in peccarto perfeverats reror.do- peſſimum eſt, nolle pœnitere, mortale; ſagt Bernhardus: Das iſt e*4. Suͤndigen wollen/ iſt boͤſe; Suͤndigen/ iſt noch boͤſer; In Suͤnden verharren/ iſt das allerboͤſeſte; Keine Buſſe thun/ iſt toͤdtlich. II. Conqditionis noſtræ mutationem: Wie unſer elender Zuſtand verendert werde: Wann wir uns warhafftig zu Gottb⸗ kehren/ ſo werden wir: . Vivi; Lebendige: Tode iſt der verlohrne Sohn geweſen/ 85 ſeinen Ulngehorſam und vorſetzliche Erhene eu 6 er wot⸗ venun 5 Goͤttliche Bekehrung: Dann dieſes Leben kommet nic kan leb 5 er: Dann gleich wie ein natuͤrlich Todter ſich ſelber nich benſſ en 6 machen; Alſo kan ein geiſtlich Todter zum geiſtlichen Le⸗ von en ſel emichehelffen Sondern es kommet dieſes geiſtliches Leben Auß dett ed Demſelbeniſt dielebendige Quelle. Pſalm. 36. veſ. derſelben Quelle flieſſet her unſer natuͤrliches/ geiſtliches und ewi⸗ ges Leben. Das geiſtliche aber und ewiges Leben vermittels ſenen i Wor/ und hochwuͤrdigen Sacramenten: Sein Wort unterweiſet 4 aoperet rdus. De ne dtüch eunſete fague uns zu wahrer Buſſe bewegen ſol. 307 daß wir leben. Pſalm. 119. verſ. 144. Wann wir ſolches mit Andach! und glaͤubigem Hertzen hoͤren/ ſol unſere Seele leben. Eſa. 5. verſz. Wann die geiſtlich Todien die Stimme deß Sohns Gottes hoͤren/ ſollen ſie leben. Johan.. verſ. 25. Weilen durch ſolches Wort der Glaube in uns wird entzuͤnder. Roman. 10. verſ. 17. Durch wel⸗ chen Glauben der Gerechte lebet. Hab. 2. verſ. 4. Da leben wir mit dem HERRN Chriſto. Roman. 6. verſ. 8. Da leben/ nicht wir/ ſon⸗ dern Chriſtus lebet in uns. Galat. 2. verſ. 20. Dieſes ſol uns billich zu fleiſſigem Gehoͤr goͤttliches Wortes/ als dem Mittel unſer Bekeh⸗ rung/ und dann auch zu wahrer Buſſe reitzen: O wie wol/ G Ott und allen heiligen Engeln wolgefaͤllig iſt es/ wann Gottloſe ſich zu 6 Ö T T bekehren: Der hochberuͤhmter Kirchenlehrer Auguſtinus Zwing. iſt in ſeiner Jugend ein gottloſer Menſch geweſen/ wie dann auch deſ⸗ Vol. ꝛ7. ſen Landsmann und guter Freund Alipius, aber ſie haben ſich her⸗ p.874. nacher beyde bekehret/ uñ ſind auß Todten Lebendige worden Bedencke/ bedencke doch/ O Chriſiliches Hertz/ daß auff den Suͤnden⸗Todt der ewige Todt erfolge: Dann nicht allein der zeitliche/ ſondern auch der ewige Todt der Suͤnden Sold iſt. Rom. 6. v. z. Wann die Suͤnde vollendet iſt/ ſo gebieret ſie geiſtlichen und ewigen Todt. Jac. 1. verſ. 15. Bedenrke/ bedencke doch/ was auff das geiſtliche Leben folge/ nemlich das ewige Leben; Dann ſo wir durch den Geiſt deß Fteiſches Geſchaͤffte toͤdten/ ſo ſollen wir geiſtlich und ewig leben. Nom 8. verſ. 13. Wer den Sehn GoMtes durch wahrem Glauben hat/ der hat dieſes Leben.. Joh. F. verſ. I2. M 2. Quræſiti: Geſuchte: Dann gleich wie das Verlohrnegeſucht muß werden/ ehe es gefunden wird: Alſo gehets auch mit uns: O wie fleiſſig: O wie unauffhoͤrlich ſuchet uns der Sohn G OTTES Er ſucher das Verlohrne/ und bringet wieder das Verirrete. Ezech. 34· verſ. 16. Er iſt kommen die Suͤnder zur Buſſe zu ruffen. Matth. 9. verſ. 13. Er ruffen Kommet her zu mir alle die jhr muͤhſelig und beladen ſeyd/ ich wil euch erquicken Matth. n. v.28. Er iſt kommen/ ſeelig zu ma⸗ chen/ das verlohren war. Matth. 18. v.r1. Und dieſe alle zu ſuchen Lue. 19. v. 16. Er hat geſuchet/ daß ihm der blutige Schweiß uͤber ſein aller⸗ heiligſtes Angeſicht gefloſſen. Luc. 22. 9. 44 Sohs uns dihſ 2 q 1 nicht ſ — 2— ——=— 2 308 Wie die gute Gelegenheit der Zeit nicht zu wahrer Buſſe auffmuntern? Er ſuchet uns noch heute durch die Stimme treuer Lehrer/ ſoda Aen ne deß HErnen Wort. Eſa.i.p. 10. Durch welche uns Gott an Chri us Statt bitten laͤſſet: Laſſet euch verſoͤhnen mit Gott. 2. Cor.⸗ v. 20. Er ſuchet uns durch ſeine vielfaͤltige vaͤterliche Wolthaten: Dann mit ſolcher ſeiner Guͤte wil er uns zut Buſſe leiten. Roman. 2. v. 4. Er ſuchet uns durch allerhand Creutzund Wiederwertigkeir: Da werden wir vom Erꝛn gezuͤchtiget/ daßun mit der gottioſen Welt nicht verdampt werden. I. Cor. 11. v. 32. Er ſucher uns/ wann er uns auffs Todt⸗Bette wirfft/ und in unſer Hertzen und Gewiſſen ruffet: Beſtelle dein Haus/ dann du wirſt ſterben/ und nicht e bendig bleiben. Eſa. 38. verſ.. nimpt. Woldem der dieſe Stimme wol inache 3. Inventi; Wiedergefundene: Wann wir nicht in der Wider⸗ ſpenſtigkeit und UIngehorſam muthwillig beharren/ ſo werden wir wiede gefunden: So ſchaffet in uns Gott ein reines Hertz. Pſal 51.v. 2. Dang er muß uns bekehren/ ſollen wir bekehret werden. Jerem 31. v. 8. Danm er unſer ſteinern Hertze von uns/ und gibt uns ein fleiſchern Hertze. Ezech 1.. v. 19. Der machet ſolche Leute auß uns/ die in ſeinen Gebotten wan⸗ deln. Ezech 36. v. 27. Der gibt uns Buſſe die Warheit zu erkennen⸗ Tim ⸗.v. 25. Dieſer ſol uns zu wahrer Buſſe treiben/ daß wit dem heil gen Geiſt nicht wider ſireben. Ack. 7. ver. t. Stimme Gottes hoͤren/ unſer Hertze nicht verſtocken. ſalm. o5. verſ. Wozu uns heiffen wolle/ Gott Vater/ Sohn und H. lobte Dreyeinigkeit/ Amen/ Amen. DE CAVSA IMPVISIVA Von der fuͤnfften bewegenden Ulrſach zu wahrer Buſſe/unn i unſer Seiten/ welcheiſt die gute Gelegenheit Ich habe dich in der angenehmen Heit erho⸗ Die acht und viertzigſte Predigt. NOSTRI, QHIINTA, QII TEMPORIS 6OMMODTTNS. der Zeit. 2. COor. 6Vv.. B Und wann wir die lockade eiſt/ die hochg⸗, EOENETENTIZE. RATIONI haltenundi tEaboßſ ſeclete ſͤe docet nommmah de fitcha zenEnme A dEna get/ai 8. Hatan newolda nderh dnwin Lb g Da jer 6409 ebontnn uertam d tdalote m. t d dpeit. — RA 18 Biſ hat 1 datn uns zu wahrer Buſſe bewegen ſoll. z02 ret/ und habe dir am Tage deß Hells ge⸗ Holffen. 8 E Chicket euch in die Zeit/ ruffet Paulus Epheſ ä. N 78 3 v. 16, Es iſt aber die Zeitſchickung zweyerley/ undzwar/ I. Mala: Boͤſe: Bey denen ſo ſich der Welt accomo⸗ dese diren undnachjhrem Willen und Sitten ſchicken: Solche Leute werden gefunden im geiſtlichen Stande/ ſo mit falſchen Lehrern zu⸗ halten/ und in Religions Sachen die Heuchel⸗Maͤntel tragen/ und rech⸗ te Ecebolſten ſeyn: Dann Eccbolus ein Gelahrter zu Conſtantinopel egion. ſtellete ſich erſilich als ein eifferiger Chriſt/ wie aber Julianus Apoſtata hiſt Eccl. das Keyſerthumb verwaltete/ hat er einen Heydniſchen Mantel umbge⸗ part. 2. 1. 6. nommen und als ein grauſamer Heyde ſich bewieſen/ hernacher ſich wie⸗ cap. z8. der fuͤr einen Chriſten erklaͤret. Solche Leute werden gefunden in weltli⸗ chem Stande/ und onderlich an Herꝛn Hoͤffen; Da giebts wenig Jona⸗ thans/ ſondern viel Ooegs/ die ſich nach deß ungerechten Sauls Humo⸗ ren wol wiſſen zu ſchicken: Daher gab jener einem Hoͤffeling dieſe Lehr: pu Glaube als der Teuffel/ der glaubet auch/ aber er fuͤrchtet ſich und trauet Gerlach. nit: Solche Leute werden gefunden im Haus Stande/ die ſchicken ſich part.1. pag. in die Zeit/ mit wuchern/ ſchinden und vervortheilen/ dieweilen ſie die Zeit 208. haben dadurch groß Guth zu erlangen/ und heiſſet bey jhnen/ um potui rapui, rapiatis quando poteſtis; Dieweil ich Zeit und Weil gehabt/ ab ich nach Geld und Guth geſchnapt/ Macht jhrs wie ich es hab gemacht/ Nehmbt ener Schantz ſehr wol in acht. Aber dieſes Schickenin die Zeit iſt alzuſammen boͤſe/ und wird es Golt zu ſeiner Zeit ſtraffen. II. Bona: Gute; Daſchicken wir uns in die Zeit durch eylfertige Buſſe und Bekehrung: Die Gottloſen ſingen den Raben⸗Geſang: Cras, cras; Morgen/ morgen: Es gehet in dieſem Falle vielen als dem Auguſtino der hekennet daß er in ſeiur Jugend von Gott habe Reuſch⸗ kape. heit gebethen/ aber er ſolte ſie hm nicht als hald geben/ dann er habe be⸗ c⸗ fuͤrchtes Gottmoͤgte in zu bald erhoͤren. Alſo vermeinen vieleſes ſey nof 4 Sa ü vie 9 2— 4 “ 310 Su viel zu fruͤh ſich zu Gott zu bekehren: Aber wir ſollen uns in der Gnaden au Zeit ſchicken und heute/ wann wir Gottes gnaͤdige Stimmt hoͤren/ un. ſiſtentt Wie die gute Gelegenheit der Zeit ſere Hertzen nicht verſtocken. Pſalm. o5. v. 8. Verziehen nicht/ uns zum HErnn zu bekehren/ und ſchieben es nicht auff von einem Tage zuman⸗ dern. Syr. 5.v. 8. Sparen unſer Buſſe nicht/ biß wir kranck werden ſon dern beſſern uns/ weilen wir noch ſuͤndigen koͤnnen. Syr. 18. v. 2. Wy ſollen uns alle Tage ſelbſt ermahnen/ ſo lange es heute heiſſet/ damit Ne⸗ mand unter uns verſtocket werde/ durch Betrug der Suͤnde. Heb 4. valz Dazu werden wir auch in verleſenen Worten ermahnet/ auß welchen i wollen betrachten/ Wie uns die gute Gelegenheit der Zeit/ zu wahrer Buſſe anfriſchen ſolle. Gott der Allmaͤchtiger/ erwecke unſere Hertzen durch ſeinen H. Geiſt daß wir die Gnaden⸗Zeit nicht verſaͤumen moͤgen/ umb Jeſu Ehn⸗ ſii willen/ Amen.- Erklaͤrung. Wir haben alhie zu betrachten:. I. Dei promiſſionem⸗Die Verheiſſung Gottes: Duſſelbeh ben wir. Eſa. 42. v. 8. Da Gott alſo ſpricht: Ich habe dich in der angz hus nehmen Zeit erhoͤret/ und habe dir am Tage deß Heils geholffen: Bey) welchen Worten wir muͤſſen in acht nehmen: .1. Objectum: Zu wem Gott dieſe Worterede: Derſelbeſt ſein allerliebſter Sohn/ der Err Meſſias Wie die nach ſolgende Wol gnugſamaußweiſſen; Dann denſelben hat Gott zum Bund unterdos Volck geſtellet/ derſelbe iſts/ der zu den Gefangenen ſagt/ gehet herauß und u denan in Jlafernßeon erfuͤr. Eſa. 49.v. 8. leq. V 2. Promiſſum. Die Verhei j ute Erverheiſerfhntaber heiſſung/ ſo Gott dem Meſſiaeth 2. Exauditionem: Erhörung: Ich habe dich erhoͤret zurgni⸗ G 29 digen Zeit: Gleich wie ſonſten in Gortes Worte viel geſetzet wid das geſchehen ſol/ als wann eo ſchon geſchehen waͤre/ die Gewiß heit eines 4. Pwtau uns zu wahrer Buſſe bewegen ſoll. 311 eden Dinges damit an zu deutẽ Als beym Eſaia: Siehe eine Jungfrau iſt ſchwanger. Eſa. 7. v.14. Alſo wird auch dieſes geſetzet als obs geſche⸗ hen ſey/ da es doch zukuͤnfftig war. Durch die gnaͤdige* wird all⸗ hie verſtanden die Zeit deß neuen Teſtamentes/ da uns die Gonade Got⸗ tes reichlich widerfahren/ durch JESllM C.)RISTlM/ der der einige Menſch in Gnaden war. Rom.) v. 15. Und in dem ſelben die heilſame Gnade Gottes allen Menſehen er ſchienen iſt. Tit. 2. v. 11. Zu derſelben Zeit hat GO T Tſeinen Sohn erhoͤret: Dann denſelben hat er allezeit erhoͤret. Johann. 11. verſ. 41. Ilnd ſonderlich in ſeinem Gebete für die Glaͤubigen. Johann. 17. Cap. Und hat er am Tage ſeines Flei⸗ ſches Gebeth und Flehen/ mit ſtarckem Geſchrey und T hraͤnen geopf⸗ fert und iſt erhoͤret. Heb. ⸗.ver. 7. Watumb aber/ O Chriſtliches Hertze/ hat der Sohn Gottes ſein Geberh und Flehen mit Thraͤnen ſeinem him⸗ liſchen Vater geopffert⸗ Nirgends umb als daß wir elende Erd⸗Wuͤrm⸗ lein moͤchten mit Gott verſoͤhnet werden: Solte uns dann ſolches nicht bewegen/ daß wir nach Chriſti Erempel/ mit Thraͤnen unſer Gebeth zu Gott umb Vergebung unſer Suͤnde verrichtete⸗ Dann ein ſolches ſehn⸗ liches Verlangen der Elenden/ wil G OT Terhoͤren. Pſalm. 10. v. 17. Er iſtnahe allen die jhn anruffen/ allen die jhn mit ernſt anruffen/ er thut was die Gottsfuͤrchtigen begehren/ hoͤret jhr Schreyen/ und hilfft jhnen auß. Pſalm. 145. v. 18. Wann wir ſolche Gnaden⸗Zeit verachten/ ſo ge⸗ hets wie mit dem wuterichen Antiocho/ wie derſelbe lange genug getobet/ und Gottes Seraffe empfand/ da fing dir Boͤſewicht an/ und bethete zu dem HErꝛn/ der ſich nun nicht mehr uͤber jhn erbarmẽ wolte/ verhieß viel/ aber es halff alles nichts.?. Macc. 9.v. 1 ſeqq. 6. Opitulationem: Huͤlffe: Und habe dir am Tage deß Heils geholffen: Dieſer Tag deß Heils iſi der Tag deß Leidens und Ster⸗ bens Chriſti/ da iſt er Goites Heil worden biß an der Welt⸗Ende. Eſa. 49. verſ. 6. Da hat der HEn offenbahret ſeinen heiligen Arm fuͤr den Augen aller Heyden/ daß aller Welt⸗Ende ſiehet das Heil unſers Got⸗ tes. Eſa. 52. v.10. Es haben zwar Juden und Heydenden HERREN Chriſtum an dieſem Tag unſers Heils gelaͤſtert/ unnd geruffen: Er hat anderngeholffen/ und kan jhm ſelber nicht helffen. Matth. 27 v. 4². Er hat Gott vertrauet/ der erloͤſe jhn nu/ luͤſtet es jhm ib. verſ. 43. Aber Gott ſein himliſcher Vater hat jhm geholffen: Deß troͤſtet er ſi un —öööͤͤͤͤ-⸗-·„ —— — 4—yͤͤͤ— —ſ— ö“ —— 2 1 312 Wie die gute Gelegenheit der Zeit und ſpricht: Der HErꝛ hufft mir/ darumb werd ich nicht zu ſchandn. 4 ln Enſbricht De⸗ hat jhm alſo geholffen/ daß er unſer Miſſethat vorti⸗ Da get wie eine Wolcken/ und unſer Sunde/ wie den Nebel. Eſa. 44.9,., Den Zorn Gottes hat er auffgehoben/ daß wann wir gerecht waden durch den Glauben/ ſo haben wir Friedemit Gott/ durch unſern HEi ren Jeſum Chriſtum. Rom 5 v.. Die Handſchrifft ſo wider uns war (den Fluch deß Geſetzes/ und das boͤſe Gewiſſen) hat er auß dem Mitaet gethan und ans Creutz gehefftet/ und hat außgezogen die Fuͤrſtenthund und Gewaltigen/ und ſie ſchau getragen oͤffentlich/ und einen Trniumf auß jhnen gemacht/ durch ſieh ſelbſt. Col. /14. ſeq. Durch dieſe Huͤlße iſt uns zeitlich und ewig geholffen/ wan wir nur mit wa der Buſſe unsu Gott wenden/ und dieſe Huͤlffe deß Sohns Gottes/ mit wahrem Glau⸗ ben ergreiffen: Derwegen wir zu derſelben unſer Zuflucht nehmen ſollen und ſagen: Erꝛ erzeige mir deine Gnade/ und huff mir. Pſalm. 85. Dann bey dieſem HErnn iſt die Gnade/ und vjel Erloͤſung bey jhm/ un ererloͤſet uns auß allen unſern Suͤnden. Pſalm. 130. v.7. Wann derun dilfft /ſo iſt uns geholffen. Jerem. 17. v. 14. Zu Hirſch feld in Heſſeniſol Par dem Stifft ein hohes ſteinernes zweyfaches Creut ſeyn/ ſo eine om⸗ Zeil ma- heit iſt/ vor die/ ſo unverſehens etwa einen Todtſchlag begangen habmn nual part. und verfolger werden/ daß ſie hinzulaauffen moͤgen/ und wann ſit g *Pas.73 greiffen/ darff der Stadt⸗Richter ſie eher nicht anfallen/ biß ſie zu fordaß gnugſam gehoͤret/ und der Fuͤrſt in der Sach erkant hat: Der Sohn un n Gottes fuͤr uns am Creutz geſtorben/ mit wahrem Glauben ergrieffent heeaan unſer Freyheit fuͤr Gottes Zonn/ dem Fluch deß Geſetzes/ Todt/ Taufa Gu und ewiger Verdamnuͤß. ie II. Pauli applicationem: Wie Paulus dieſes auff uns appiu eire: Da haben wir: 1. Excitatio cke 4 Ep-4.V. Iß. 6 Wie es auff Chriſti Glieder gezt⸗ imn 9 dr Buſa 4 1 ngbehſhe tddin.hen in ſoene degangait dwamſi bißſſezuiht ſ at! dae benagh Tond auffnde ſewoletn ten ud dauchdi Griſui dawage 5 ſtiGlere uns zu wahrer Buſſe anfriſchen ſoll. 31z 2. Tempus gratiolum: Eine gnadreiche Zeit: An Gottes Sei⸗ ten: Da laͤſſet Gott ſeine Gnade der gantzen Welt anbieten und vorſtel⸗ len: Alle Voͤlcker auff Erden ſollen in Chriſto geſegnet werden. Gen. 18. v. 8. Alle Durſtige ſollen zu dieſem Gnaden⸗Waſſer kommen. Eſa. 55. verſ. 1. Die Freude der Geburt und Menſchwerdung Chriſti ſoll allem Volckewiderfahren Luc 2. v 10. Gott hat denſelben der gantzen Welt ge⸗ geben. Joh. 3/16. Und iſt er ein Heiland der gantzen Welt. Joh. 4/42. In welchem die Gnade Gottes reichlich wiederfahren. Rom. 5. v. 15. Und Gottes viel machtiger worden. ib. v. 20. Alſo/ daß weilen die Suͤnde uͤber alle Menſchen nè. Tit. 2/1.O der allergnaͤdigſtẽ Zeit Zu Zeiten Emanuelis Koͤnigs in Portugal/ hat es ſich anſehen laſſen/ als wann aller Mangel und Ar⸗ zwar alſo/ daß/ wo die Suͤnde maͤchtig worden iſt/ da iſt doch die Gnade en iſt/ die Gnade Gottes auch allen Men ſchen erſchie⸗ Z wing. muth ins Elend verwieſen ſey/ es iſt der Traurigkeit keine Stete gefun⸗Vol 24. den worden/ alle Klage ſein ſtille geweſen/ alles iſt luſtig und froͤlich gewe⸗ Pas. 4016. ſen: Zu Hoffe haben die adeliche jungen Geſellen/ ohne jenige Anzeigung unzuchtiges Gemuͤthes getantzet/ die Jungfrauen haben ſich in aller ehr⸗ lichen Freundſchafft zu denen gehalten/ ſo wegen ritterlicher Thaten be⸗ ruͤhmt geweſen/ und iſt alles in froͤlichem Wolſtande geweſen. Dieſe iſt zwar rine guͤldene Zeit geweſen/ Aber mit dieſer Gnaden Zeit deß neuen Teſtaments in keinem Wege zu vergleichen: Dann jene iſt particular/ und mit dem Koͤnigreich Portugal beſchloſſen geweſen; Dieſe gehet uͤber die gantze weite und breite Welt: Iene hat die Guͤter deß Leibes und Gemuͤthes: Dieſe die Guͤter der Seelen betroffen: Jene har nur zeitli⸗ ches/ dieſe aber das ewige Wolergehen mit ſich gebracht. Tempusacceptum; Eine angenehme Zeit/ beydes an Got⸗ tes und unſer Seiten: Dann alle die fenige ſo Chriſtum mit wahrem und beſtaͤndigem Glauben ergreiffen/ ſind dem allerhoͤchſten Gott lieb und angenehm:Er zihet ſie auß lauter Liebe zu ſich. Jerem.z 1.v. z. Er laͤſſes ſie in Sellen der Liebe gehen. Hoſ. 11. v. 4. Erwil ſie gerne liebẽ/ jhr Vber⸗ treten heilen und ſein Zorn ſol ſich vonj hnen wenden. Hoſ. 4. verſ.5. Da machet er uns jhm ſelbſt angenehm/ in ſeinem angenehmen und geliebten Sohn/ Chriſio Jeſu. Eph. 1. v. 6. Wie Koͤmg Johanſſen von Caſtilien Kammer⸗Meiſier Didacus Arias, bey ſeinem Herꝛn in groſſen Gnaden way/ wuͤnſchete er ſo offt ſein Herꝛ jhn zu ſich amen hieſſe/ daß er einen 314 Wie die gute Gelegenheit der Zeit Gerlach. Nagelbey ſich haben mochte, Als der Konig ſolches erfahrt und diell Ue Eutrap. ſach zu wiſſen begehrte/ ſagte er: Groſſer Herrn Gnade waͤre wanckeimi⸗ Par. i. P.z. thig/ er wolte ſie gern mit einem Nagelanhefften/ daß ſie beſtaͤndigwa⸗ den moͤgte: Die liebe deß HErrn aller Herrn/ koͤnnen wir uns feſteund beſtaͤndig machen mit dem Nagel eines wahren undbeſtaͤndigen Slu⸗ bens und Vertrauens. b eir 4 v. Tempus ſalutiferum; Eine Zeit und Tag deß Heils: ⸗ war dem Keyſer Marimillano ein ſehr gluͤckſeliger Tag/ anwelcheme Zwing. Vol. 24. 8 3 8 pag. 4021. kapffer Hand wieder erobert/ deß Feindes Lager eing leq. Sieges⸗Herr triumphiret/ und iſt jhm ſein erſter Sohn Philippus auch auff dieſen Tag gebohren. Das war warlich ein Tag groſſes halls Aber mit dieſem Tage deß Heils im geringſien nicht zu vergleichen/ we⸗ chen uns der Sohn Gottes gemachet hat: Da iſt erſchienen das⸗ Reilauf welches Jacob gewartet. Gen. 49. v. 8. Das Heil Gottes welches ſic ſtrecket biß an der Welt Ende. Eſa 49. v. s. Daß aller Welt Endeſluhet dieſes Heil unſers Gottes. Eſa 52. v. 10. Und ziehet der Sohn Gottesa lebußfertig glaͤubige Hertzen an/ mit den Kleidern deß Heils. Eſa 6rt⸗ 10. Und hat uns der barmhertzige Gott ein Horn deß Heils auffgerichlet Und da ſein Lager vom Feinde ſchon eingenommen/ hater daſſelbem im Hauſe ſeines Dieners Davids. Luc.1 v 69. Summaſes iſt in keinen andern Heil und iſt kein ander Name gegeben darin wir koͤnnen ſelig wer den/ ais im Namen Jeſu Chriſti. Act. 4.v. 12. Laſſet uns/ OC hriſtliche Hertzen/ dieſe gnadreiche/ dieſe angenehme/ dieſe Heil bringende Zeiti dieſer Gnaden⸗Zeit mit dan ckbarem Hertzen erkennen/ annehmen/ un deroſelben ſeliglich gebrauchen: Es ſind zwar im weltlichen Zuſtandelan ſeto ſehr boͤſe Zeiten/ daß man von Teutſch⸗Landwoleinen Spruchmo chenkan/ und klagen: Es iſt auß mit uns wir ſind verſſoͤret. Mich. v⸗ Und ſind jetzunder die greulichen Zeiten von welchen Paulus verkuͤnd get.z. Tim 3. v.. Aber unter deſſen koͤnnen alle/ ſonur wollen/ und dn heiligen Geiſte folgen/ der angenehmen und Heilbringenden Zein /geniaß ſen/ und der innerlichen geiſtlichen Hertzen⸗Freude genieſſen: Daß ſir koͤnnen mit Aſſapß fagen HEry wan icchnur dich habe ſo frage ich nickt Erden/ und wann mur zu dieſen boͤſen Zeiten/ſchon una nach Himmelund ſolt Leib und Seel verſchmachten/ ſo biſt und bleibeſt du doch meines Hit⸗ zwantzig tauſend der Frantzoſen geſchlagen/ und auff die Flucht gebrach Mommen/ alscn teritrechpe berſiretea ReſerGno halcfen d 9 C Nen 4 dſen na hüinas groſſ verglhan WatEh dllsuffon nales ſinie kömmeſ 6Oeh bringendeh annemen te Zlle nen Syn det. M. aulusben rwolln enden gi niſſen: 9 6 ſe faui öſen gäl du deh uns zuwahrer Buſſe anfriſchen ſoll 315— Hertzen Troſtund mein Theil. Pſal. 73. v. 25. Ach laſſet uns dieſe Gna⸗ den⸗Zeit wol in acht nehmen Samlet euch/ und kommet her jhr feindſe⸗ liges Volck/ ehe dann das Urtheil außgehe/ daß jhr/ wie die Spreu bey Tage dahin fahret ehe denn deß Errn grimmiger Zornuͤber euch kom⸗ meſehr der Tag deß HErren Zorns uͤber euch komme. Zeph. 2. v. 1. leq. Liebes Kind/ brauche der Zeit/ vermahnet Syrach. Cap. 4.v. 2z. Wir wiſſen ja/ daß die Zeit da iſt/ vom Suͤnden⸗Schlaff auff zu ſtehen. Rom. 13 v. 2. Omnia potius amittenda, quam tempus; Aurum amittis, po- Tiomil.. terit recuperari, ſagt Chryſoſtomus: Das iſt; Wir ſollen lieber alles in⸗ Johan. verlieren /als die Jeit; Verliereſtu Gold/ du kanſt es wiederbekommen: Zu dieſer Gnaden⸗Zeit Betrachtung und wohl Anlegung/ wolle uns ver⸗ helffen/ die allerheiligſte Dreyeinigkeit/ Amen Amen. Die neun und viertzigſte Predigt. DE CAVSA IMPVLSIVA POENETENTIæE, RATIONE NOSTRI, SEXTA, QHl AEELICTIONIS DIVINA DüKITAs. Von der ſechſten bewegenden llrſach zu wahrer Buſſe/ an unſer Seiten/ welche die Truͤbſals Schlaͤge Gottes ſeyn. Ierem. 30. v. 14. Ich habe dich geſchlagen/ wie ich einen Feind ſchluͤge/ mit unbarmhertziger Staupe/ umb deiner groſſen Miſſethat/ und umb deiner ſtarcken Suͤnde wilen. ☛ JIrleſen Gen. 42. verſ..ſeag. von dem gewaltigen d und harten Strauß/ welchen Jacobs Soͤhne mit jhrem Bruder Joſeph habe außſtehen muͤſſen. Darin wir ein herr⸗ liches Vorbilde haben/ wie uns Gott durch Truͤb ſal/ Creutz 6* Anfechang zu wahrer Buſſe leite: Es befindet ſich aber bey oſephe“ r. 8 4* Rr ij 1. Simu- 1*—. 3 1————* 1 p„ 4—— 4 1 3.— 315 Wie die Truͤbſals Schlaͤge Gottes b 1. Simulatio: Ein euſſerliches Stellen: Ob Joſeph ſiezwarge kant/ hat er ſich doch frembd gegen ſie geſtellet. Gen. 42 v. 7. Alſothut Gott in Truͤbſal und Elend auch bey uns: Er ſellet ſich offt/ als wanna ein Gaſt im Lande/ und ein Frembder/ der nur uͤber Nacht darinnen hlei bhe. Jer. 14.·v. 8. Gleich wie auch Chriſtus gethan biy den Juͤngern/ damit er gen Emahus gangen. Luc. 24 v. 8. b 2. Dura compellario; Eine harte Rede: Joſephredete hauma jhnen und ſchalt ſie fuͤr Kundſchaffer. Gen. 42. v. 7. 9. Alſo thut auc Gott offtmals: Er erzeiget uns ein hartes. Pſalm. 60. v.). Daß wirven meinen/ er achte uns fuͤr ſeine Feinde. Hiob. 19. v. iI. Seine groſſe hertzi⸗ che Barmhertzigkeit haͤlt ſich hart gegen uns Eſa. 63. v. 15. 3. Probatio: Eine Pruͤffung: Joſeph pruͤffet ſeine Bruͤdeda⸗ mit daß einer unter jhnen gefaͤnglich dableiben/ und die andern hinzihen und bringen Benmjamin mit ſich. Gen. 42.p. 18. feq Alſo machetes auch Gott Er verſuchet und laͤutert uns/ wie das Silber gelaͤutert wird. Pfe 66. v. 1. Wie das Feuer Silber/ und der Ofen Gold; Alſopruͤffet de HErn die Hertzen Prov. 17. v.z. Die Hitze deß Creutzes widerfaͤhretun⸗ daß wir verſucht werden. 1. Pet. 4.v. 12. 4. Operatio: Eine Wirckung: Joſephs Verſuchung hatg⸗ wircket/ daß ſeine Bruͤder in jhr Gewiſſen gegangen/ und jhre Sunde/ſ ſieanjhmbegangen/ erkanthaben. Gen. 42.v. 21. Solches wircketauch Creuß und Anfechtung bey uns; Daß wir ſagen; Ich erkenne meine Miſ ſethat/ und meine Suͤnde iſt ſtets fuͤr mir. Pſalm. /1. v. 6. Unſere Miſſe that druͤcket uns hart du wolteſt unſer Suͤnde vergeben. Pſalm. 6 vs HEnꝛzuͤrne nicht ſo ſehr/ und dencke nicht ewig der Suͤnden/ ſihe doch an/ daß wir alle dein Volck ſind. Eſa. 64. v. Da ſpricht Gott ſelben Kehre wieder du abtruͤnnige Iſrael/ ſo wil ich mein Angeſicht nichtgegn euch verſtellen. Jerem. 3. v 12. Dieſes bezeuget auch Gott in verleſenn Worten/ auß welchen wir wollen anſehen: Wie uns die Truͤbſals Schlaͤge Gottes/ zu wahrer Buſe leiten und fuͤhren ſollen. Der allergnaͤdigſter Gott wolle uns dadurch zu Erkaͤntnuͤß ſeines vi A 3 Erkla⸗ terlichen Willens fuͤhren/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. b nan chaga ndietn fen inannu zen uns uſ Wortenan 1. 5 geſchlage verdröſchu emiata 6 Kianuae nin eißet made nen. Cnder Tagaage ron Aſo A l M negreſi 1. jſeine Bh andernſ 6 1 1 M 3 rſucchunze dſheeSan cheswirdtes kenneme 6.LIrſce 1 : Pſahnc andan t mch Go zeſcchtwa Gotinonte weher aͤntnä Ama⸗ 55 3 A 1 Dy A uns zu wahrer Buſſe bewegen ſollen. 317 Erklaͤrung. Es ſpricht Eſaias Cap. 26. v. 16. alſoꝛ HErr/ wann Truͤbſal da iſt/ ſo ſuchet man dich/ wann du ſie zůͤchtigeſt/ ſo ruffenſie aͤngſtiglich: Da der Prophete unter dem Gebethe auch wahre Buſſe begreiffet: Dann ein Gebeth ohne bußfertigem Hertzen/ iſt fuͤr Gott lauter Suͤnde: Und zu dieſem Ende ſchicket uns Gott allerhand Creutze zu/ daß wir nicht al⸗ lein jhn anruffen/ ſondern auch mit demuͤtigem und wehmuͤtigem Her⸗ tzen uns zu jhm bekehren ſollen: Solches zeiget Gott auch in verleſenen Worten an/ in welchen wir haben: I. Percutientem Deum; Gott der da ſchlaͤgt: Ich habe dich geſchlagen: Jener Egyptier ſchlug alſo einen Iſraeliten/ daß es Moſi verdroſſen/ und den Egyptier zu Todegeſchlagen. Exod. 2. v. 1. ſeq. Ne- hemia ward ſo ungedultig uͤber die gottloſen Juden/ daß er ſie geſcholtẽ/ jhnen gefluchet/ ſie geſchlagen und geraufft. Neh. 13. v. 25. Wie die Juͤ⸗ diſche Fuͤrſten uͤber Jeremiam zuͤrneten/ lieſſen ſie jhn ſchlagen/ und ins Gefaͤngnuͤß werffen. Jerem. 37. v. 16. Odas iſt ein elender Zuſtand Aber dieſer noch viel elender/ wann Gott ſchlaͤgt: Dann er hat ſchwere Haͤnde: Mellif. hi- Marius der nach dem Keyſer Gablieno drey Tage den keyſerlichen Na⸗ ſlor deeuſ. men gefuͤhret iſt ſo ſtarck in ſeinen Haͤnden geweſen/ daß er einen fahren⸗ part ꝛ. pa- den Wagen mit einem Finger auffhaltẽ und mit einem Finger alſo hart gin. 225. einen ſchlagen koͤnnen/ als waͤre er mit einem Holtz oder Eiſen geſchla⸗ gen: Visle Dinge aber hat er mit zweyen Fingern gar zuſchmettern könn nen. Cimberga Keyſer Friderici III. Mutter/ hat mit der Fauſt einen Zwing. Nagel in die Wand ſchlagen koͤnnen/ daß es jhr nicht geſchadet. Aber die⸗ol.. pa- ſes alles iſt nichts gegen Gottes zornige Hand: Wann Hiob dieſelbe nur 8 6. 394. ein wenig fuͤhlet ſchreyet er mit lauter Stimme/ erbarmet euch mein/ er⸗ barmet euch mein/ jhr meme Freunde/ dann die Hand Gottes hat mich geruͤhret. Hiob. 19. v. 21. Da verſchmachten wir von der Straffe ſeiner Hand. Pſalm. 39 v. 1. Dann Gott hat einen gewaltigen Arm/ ſtarck iſt ſeine Hand/ und hoch iſt ſeine Rechte Pſalm 89. v. 4. Wann er dieſelbe außrecket zu ſchlagen/ ſo ſchlaͤgt ermu Schwulſt/ Fieber/ Hitze Brunſt/ Duͤrre/ gifftiger Lufft und Geelſucht. Deut. 28. v. 22. Er ſchlaͤgt mit Wanhnſinn/ Bundheit und Raſen deß Hertzen ib. v. 28. Er wird zornig Rr ijj uͤber 1 Zw. Vol. I. P. 233 388 Wiedie Truͤbſals Sehlaͤge Gottes uͤber unſer Lintugend/ ſchlaͤgt uns/ verberget ſich und zuͤrnet. Eſa. ꝓ. v. 17. Er ſchlaͤgt beyde Menſchen und Buh/ daß ſie durch eine groſſe Peſtilentz ſterben muͤſſen. Jer. 21. verſ. 6. Daß wir erfahren/ er ſeyder HErr der uns ſehlaͤgt. Ezech. 7. v. o. Aber viele werden/ leider/ gefun⸗ den/ die ſolches Schlagen nicht achten; Gleich wie viel unartige Kiu⸗ der werden gefunden/ wann ſie ſchon von jhren Eltern hart geſchlazrn oder geſteupet werden/ achten ſie ſolches nicht/ die Straffe kan ihnen keine Thraͤnen außdringen/ alſo harter und verſtockter Natur ſind ſie⸗ Alſo gehet es dem grundguͤtigen himliſchen Vater auch; Je mehra ſchlaͤgt/ je mehr die Gottloſen des abweichens machen. Eſa. x. v.. Und wird uͤber dieſelbe geklaget: Du ſchlaͤgſt ſie/ aber/ ſie fuͤhlens nicht/ du plageſt ſie/ aber ſie beſſern ſich nicht/ Sie haben ein harter Angeſicht als ein Felß/ und wollen ſich nicht bekehren. Jerem. ꝓ. v. 3. Vom Iho. ma Aquinate lieſet man daß er offt in ſo tieffe Entzuͤckung ſolle gera⸗ ten ſeyn/ daß/ wann er ein brennendes Liecht in der Hand gehabt/ und ſolches biß auff die Hand außgebrandt/ er ſolches nicht gefuͤhlet/ und ſol deßwegen viel Braudmahl auff ſeinen Fingern gezeiget haben: Die⸗ ſes mag man von dieſen Leuten mit Warheit ſagen/ daß ſie ſo verſtocket/ daß ſie die brennende Flamme deß Zorns Gottes nicht fuͤhlen. Solche Leute nennet Paulus/ dolore nelcientes, die die Empfindlichkeitder Schmertzen verlohren. Eph. 4. v. 19. Aber dieſe Empfindlichkeit wid in der Hoͤllen tauſendfaͤltig bey jhnen gefunden werden. Iſt das aber nicht ein groſſes Elend: Daß der Teuffel die Menſ⸗ chliche Hertzen ſo verhaͤrten und verſtocken kan/ daß ſie die Straff⸗Ruthe Gottes nicht fuͤhlene Gleich wie derſelbe ſeines Reichs⸗Geno ſſen offtmals euſſerlich hart machet/ daß kein Kugel oder Degen durch die Haut wil; Alſo machet ers mitdieſer jhren Hertzen: O unſers erſchrecklichen Verder⸗ bens: Wilde und zahme Thiere/ und unter denſelben der dickhaͤutige Eſel/ empfinden die Schlaͤge. Die Eſelin Bileams ſagte(durch ein un⸗ erhoͤrtes Wunderwerck) was hab ich dir gethan/ daß du nich nun drey⸗ mahl geſchlagen haſt. Num. 22. verſ. 28. Betrachte doch dieſes/ Odu gottloſes Hertz/ wie du durch deine Suͤnde aͤrger wie ein unvernuͤnffn⸗ ges Thier geworden; Gedencke auff Mittel und Wege/ wie duzur Empfindlichkeit deß Zorns Gottes gerathen moͤgeſt; Da ſtelle d nt fudse dau d van Pnden. di eb tn dnem H und ſch Zölne tät Bn tinehenütd Daun daiſ ſind /undhe 19. Enga achten.pſ ſchlagno derGeda Tan ehn an Peimam — — ———:= — — 8 üͤhlensna hartera Nandgehe ichtgffüh ſeigethaben, ßſſieſoverit 1 pfindleheae n. Nde chliche an lthe Gtkor ffimnalseiſt eHauti ccklchen n derdicte agte dunchn dumiͤm doch diſ ein utoent Weg de ſt; Olt * 1 uns zu wahrer Buſſe beibegen ſolln. 316 fuͤr das Geſetze/ als Moſis Spiegel/ und betrachte nach demſelben dein elendes/ dein gott⸗ und ruchloſes Leben/ bekehre dich zu G Ott von gantzem Hertzen/ mit Faſten/ mit Weinen/ mit Klagen/ zerreiß dein Hertz/ und nicht deine Kleider/ und bekehre dich zu dem HEr⸗ ren deinem GOT T. Joel. 2. verſ. 12. ſeg. Seufftze wie eine Tau⸗ be/ und ſchlage an deine Bruſt. Nah. a. verſ. 7. Wie der bußfertige Zoͤllner thaͤte. Luc. 18. verſ. 13. Und viele ſo die Creutzigung deß Sohns Gottes angeſchen. Luc. 23. verſ. 48. O das iſt eine gewiſſe/ eine herꝛliche/ eine bewehrte Artzney gegen ſolche Lmempfindlichkeit Dann da iſt der HER nahe bey denen/ die zubrochenes Hertzen ſind/ und hilfft denen die zuſchlagen Gemuͤth haben. Pſal. 34. verſ. 19. Ein geaͤngſtes und zuſchlagen Hertz/ wil GO T T nicht ver⸗ achten. Pſalm. F1. verſ. 19. Sondern er wohnet bey denen/ ſo zu⸗ ſchlagenes und demuͤtiges Geiſtes ſind/ daß er erquicke den Geiſt der Gedemuͤtigten/ und das Heitz der Erſchlagenen. Eſa. 57. verſ. 15. Wann er uns dann in ſeinem Zorn hat geſchlagen/ ſo wil er ſich in ſeiner Gnade wieder uͤber uns erbarmen. Eſa. 60. verſ. 10. Weilen er uns hat zuriſſen/ ſo wil er uns auch heilen/ weilen er uns geſchlagen/ ſo wil er uns auch verbinden. Hoſe. 6. v. 1. Solte uns die⸗ ſes nicht zu wahrer Buſſe treben: 8“ J 8 Percuſſionis modum; Wie uns GOTT offtmahls chlage? 1. Hoſtiliter: Feindlich; Wie man einen Feind ſchlaͤgt: Ach Feinde Schlaͤge ſind ſchwere Schlaͤge! Jener Maun Gottes ward von emem Mann wund geſchlagen. 1. Reg. 2 o. verſ. 37 Da ſchloͤgt GOTST offt/ daß unſere Wunden unheilbar ſind. Jer. 30. verſ. 12. So kehret er ſeine Hand wider uns. Eſa. r. verſ. 2 5. Und wil ſeinen Feinden mit Grimm bezahlen. Eſa. 59. verſ. 18. Daß man den Zorn Gottes an ſeinen Feinden erkennen kan. Eſa. 66. v. 4. O deß betruͤbten Zuſtandes/ wann G Ott unſer Feind iſt Solches erkandte Jeremias ſehr wol/ und ſprach zu Gott:Sey du mir nur nit ſehrecklich/ meine Zuverſicht in der Noth. Jer. 17 v. I7. Woher kompt aber dieſe Feinſchafft Gottes: Sie komt von der Suͤnde: Dann fleiſchlich geſin⸗ net ſeyn/ iſt eine Feindſchafft wider Gott. Rom. 3. v. 7. Sie komt vo der Liebeder Welt: Dan der Welt Freundſchafft/ iſt Gottes Feindſchafft. Jae. 4. 320 Wie die Truͤbſals Schlaͤge Gottes Jac. 4. verſ. 4. So jemand die Welt lieb hat/ indem iſt nicht die Liebedeß Vaters. 1. Joh. 2.v. 15. Dieſes ſol uns billich zu rechtſchaffener Buſſe bewegen/ damit wir Gottes Freundſchafft wieder erlangen moͤgen Ir ſeyd meine Freunde/ ſo jhr thut/ was ich euch gebiete/ ſpricht Chniſſus. Joh. 15 verſ. 14. Nun gebeut er uns: Thut Buſſe und glaͤubet andas Evangelium. Marc. i. v. 1s. Gott gebeut allen Menſchen/ an allen En⸗ den Buſſe zu thnn. Act. 17. v. 30. Dieſem Gebott ſollen wir ernſtlich ſl⸗ gen/ ſo erlangen wir Gottes Freundſchafft: So wil Gott unſer Abtne ten wieder heilen/ gerne wiler uns lieben/ und ſein Zorn ſol ſich von un wenden: Er wil uns ſeyn wie ein Thau/ daß wir bluͤhen wie Roſen/ und unſer Wurtzeln ſollen außſchlagen wie Libanon. Hoſe. 14. v.. ſeg. 2. Immiſericorditer: Unbarmhertzig: Mit unbarmhertzi⸗ ger Staupe: O der erſchrecklichen Wort Golt iſt ja gnaͤdig und darmhertzig/ gedultig/ von groſſer Gnad und Treue. Exod.;4 verſ Seine Barm hertzigkeit iſt ja ſo groß als er ſelber iſt. Syr. 2. v. 22. Sein⸗ Barmhertzigkeit gehet ja uͤber alle Welt. Syrach 18§. verſ. 11. Eriſ reich von Barmhertzigkeit. Epheſ. 2. verſ. 4. Woher komt dannſolch groſſe Unbarmhertzigkeit? Nemlich von unſer UInbarmhertzigkeit die wir nicht allein uͤben gegen unſern Nechſten/ ſondern auch gegen uns ſelbſten: Betrachte doch/ O du elender Suͤnder/ dein unbarm⸗ hertziges Hertze gegen dich ſelbſt: G. OTT hat dich erſchaffen/ uld zwar zum ewigen Leben. Sap. 2. v. 23. Du ſuͤrtzeſt dich ſelber mit deinet Unbußfertigkeit zur Hoͤllen und Verdamnis. theuer erloͤſet. 1. Pet. verſ. v9. Daß dudurch dieſe Erloͤſung ſolſthaben Vergebung deiner Suͤnden. Eph.. v. 7. Du begehreſi dieſelbenichl ſondern wilt in Vnbußfertigkeit zur Hoͤllen fahren: Der heilige Guſ hat dich in der heiligen Tauffe geheiliget. 1. Cor. 6. v. 11. Daß du GOll ſolt dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit/ ſo jhm gefaͤll g iſt. Luc.b 75. Duaber dieneſt deinen Suͤnden/ und vermittels denſelben demlid gen Satan: Iſi das nicht eine groſſe Vnbarmhertzigkeit gegen dichſtt ber? Da hat nun Gott ſeine Barmhertzigkeit fuͤr Zorn verſchloſſen Pi . verſ. 1e. Seine groſſe hertzliche Barmhertzigkeit helt ſich hattgegn uns. Eſa. 63.v. 5. Vnd ſolches zu dieſem Ende/ daß wir ſeine Stimmi durch welche er uns zur Sekehrungermahnet/ mit Flei ch et/ mit Fleiß und Anda ſollen anhoͤren/ in uns ſelber gehen/ und uns bekehren. Da harret Goll unle doß auns gnaͤdig ſy und machetſich auffdaßgxſh unnn.=0 b Harme.. 2. Chriſtus hat dich ſo ett Eie Kſeicdp ciammeſch enden diſ Il. dehagelhe ſädoh alis Een groſſe R ſergroſte derbenszu Sͤndeße den graſet unſergrſe wachetdun hmange tgkauftnde bisdehie teOhda therEnfe firaai gahnam demit ddeh ſwiran oitunſe, wie No. 14.bh tundan ſugi Erod. 9 pr. dui 8. derſe 1 komedu nbanmſen ndern aud 1 der deim c cicheſt ch ſiberw heſzusfu rlofurgſot Eerſdet der Vater/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. uns zu wahrer Buſſe leiten ſol. 321 barme. Eſa. 3 0. v. 18. Da iſt die Barmhertzigkeit deß HErꝛen groß/ und laͤſſet ſich gnaͤdig finden denen die ſich zu jhm bekehren. Syr. 17. v. 28. Er erbarmet ſich aller die ſich ziehen laſſen(nicht ablolut oder bloß dahin/ ſondern) die fleiſſig Gottes Wort hoͤren. Syr. 18. v. 14. III. Percuſſionis incitamentum; Was Gott zum Schlagen bewege? Unſere groſſe Miſſethat/ und unſere ſtarcke Suͤnde: Dieſe/ die⸗ ſe’ O Chriſtliche Hertzen/ iſt die eintzige Ulrſach alles unſers Jammers/ alles Elendes/ alles Schlagens/ alles Plagens: Wir ſind ein Volck von groſſer Miſſethat. Eſa. 1. v. 4. Wir verderben unſern Wolſtand/ mit un⸗ ſer groſſen Miſſethat und unrechtem Handel. Ezech. 28. v. 8. Wir ver⸗ derbens zu tieff/ darumb wil Gott unſer Miſſethat gedencken/ und unſer Suͤnde heimſuchen. Hoſ.9. v.9. Da folgen auff groſſe und ſtarcke Suͤn⸗ den/ groſſe und ſtarcke Straffen: Gott machet uns vol Jammers umb unſer groſſen Suͤnde willen. Thren. 1. v.. Und unſere ſchwere Suͤnde/ er⸗ wachen durch ſeine Straffe. ib. v. 4¼. Im Jahr 1 6 22 kunten die Unter⸗ thanen in Polen/ wegen abgeſetzter gewippeter Muͤntz/ kein Brod⸗Korn zu kauffen bekomen/ und waren der Bauren Junckherrn ſo unbarmher⸗ tzig/ daß ſie jhnen/ ob ſie woll genung haͤtten/ nichts auß folgen laſſen wol⸗ ten: Das war eine groſſe und ſtarcke Suͤnde: Cs erfolgete auch derglei⸗ Schultz. chen Straffe: Die verhungerten Bauern rottirten ſich zuſammen/ uͤber⸗Chronic. ſielen deß Nachts jhre Junckherrn/ ſchlugen ſie unbarmhertzig todt/ ad nahmen Korn die Fuͤlle/ und ſatzten die Todten⸗Coͤrper auffgerich tet in das hinterbleibende Korn: Dieſem vor zu kommen/ ſollen wir in der Gna⸗ den⸗Zeit appellieren/ von unſer groſſen Miſſethat/ zu der groſſen Barm⸗ hertzigkeit Gottes/ und von unſern ſtarcken Suͤnden/ zu dem ſtarcken Verdienſt Jeſu Chriſti/ dabey uns gnaͤdige Audientz geben wolle Gott 1 Die funfftzigſte Predig. DE CAVSA IMPVLSIVA POENITENTIEÆ, RATIONE NOSTRI, SEPTIMA, QlE DIGNE USURPATIONIS SACR R COENE SALUBRITAsS. 1 Von der ſiebenden bewegenden Urſach/ zu wahrer Buſſe/ an unſer Seiten/ welche iſt die heilſame wuͤrdige Empfahung deß Abendmals, b 5 1. Cor. ann. 622. 322 Wie der wuͤrdige Gebrauch deß H. Abendmals 1. Corinth. I1. v. 28. Der Menſch pruͤfe ſich ſelbſt/ und alſo eſſeer von dieſem Brod und trincke von dieſem Kelch. Sgibt uns Salomon eine hochnothwendige Er 4 manhnung/ wann er Prov. 23. v. x. alſo ſpricht: Wann du D ſitzeſt und iſſeſt mit einem Herrn/ ſo mercke wendufuͤrdi — haſt: Alhie haben wir zu betrachten: 1. Convivationem: Das Gaſtmahl: Wann du ſitzeſt und iſſeſt mit einem Herrn; Es iſt eine ſonderliche Gnade bey der Wel/ wann man mit groſſen Herren zur Taffel ſitzet und mit Ihnen iſſet: Wie David zum Mephibo ſeth/ Jonathans Sohne/ ſagte: Er ſolte taͤglich an ſeinem Tiſche das Brod eſſen/ antwortet Mephiboſeth: Wer bi ich dein Knecht/ daß du dich wuͤrdigeſt zu einem todten Hunde/ wie ich bin? 2. Sam. 9. v. 7. ſeq. Es war Jojakin dem gefangenen Koͤnigeins groſſe Ehre/ daß Evil Merodach der Koͤnig zu Babel/ jhn auß den Kercker nam/ und er ſein Lebenlang mit jhm an ſeiner Taffel aß. 2. Neg. 25. v. 27. ſeq. Es war ein groſſes/ daß Thorismundus, den Alboi- num ſo in der S chlacht ſeinen Sohn erſe chlagen/ ſeines Tiſches gewuͤr⸗ diget/ und jhn an ſeines todten Sohns Platz geſetzet. Aber dieſes iſt ei⸗ ne unaußſprechliche Wolthat/ daß der Sohn Gottes uns elende Men⸗ ſchen/ die wir ſeines Todes urſach ſeyn/ an ſeinen Tiſch ſetzet; Da Chriſtus ſelber iſt/ munerans& munus, cibans& cibus, conviva& convivium, offerens& oblatio; wie Bernhard us ſchreibet: Das iſt Er ſchencket/ und iſt das Geſchencke; Er ſpeiſet/ und iſt ſelber die Spei⸗ ſe. Er iſt der Gaſt/ und das Gaſtmahl, Er iſt der Geber und die Gabe. A Jener Gaſt Hunde unde denen Kine el hn au Taffelaßa 6 dus, der a Tſſchogn Per diſtſ⸗ uns lendel Diſch ſan dus, cocn hrabet: D ſiſccbedie erunddele rſollenme. wzußohel p. Wie d eing Jolt⸗ dem Sahr khimlſche uns zu wahrer Buſſe bewegen ſol. 323 zeit deß Sohns Gottes erſchienen/ und kein Hochzeitliches Kleid hatte/ ward an Haͤnden und Fuͤſſen gebunden/ und in die euſſerſte Finſternis hinauß geworffen/ da Heulen und Zaͤhnklappen war. Matth. 22. v. 12. ſeq. Dieſes ſollen wir wol in acht nehmen/ wann wir zu dem Tiſche deß Sohns Gottes gehen/ und ſein Abendmahl empfangen wollen: Dar⸗ umb vermahnet uns Paulus/ daß wir uns ſelber zuvor pruͤfen ſollen/ Auß welchen Worten wir anhoͤren wollen: Wie daß der wuͤrdige und heilſame Gebrauch deß heiligen Abendmahls/ uns zu wahrer Buſſe bewegen ſolle. Der Allergnaͤdigſter himliſcher Vater/ verleyhe uns die Gnade deß heiligen Geiſtes/ daß es Gott wolgefaͤllig/ und uns erſprießlich geſchehe/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Errrklaͤrung. Wir haben allhie; 1. Probationem: Die Pruͤffung: Pruͤfen heiſſet allhie ſo ſo viel/ als examiniren/ erfragen/ erforſchen/ und verſuchen: Alſo be⸗ gehrte Daniel/ von dem/ welchem der Oberkammerer/ jhn und ſeine Mitgeſellen anbefohlen/ er ſolte doch zehen Tage mit jhnen verſuchen/ daß ſie moͤchten die Speiſe eſſen/ ſo ſie begehrten/ das iſt/ pruͤfen und er⸗ fahren/ wie ſie ſich dabey befinden wuͤrden. Dan. J. v. 12. Und befiehlet Johannes: Wir ſollen die Geiſter pruͤfen/ ob ſie auß Gott ſeyn. 1. Joh. 4. v. 1. Das iſt/ mit Fleiß erforſchen/ ob ſie von Gott geſandt/ und mit geſunder Lehr von Gott außgeruͤſtet/ und mit einem gottſeligen Leben gezieret. Alſo ſol ein jeder wahrer Chriſt/ ſo das H. Abendmal empfan⸗ gen wil/ eine Pruͤfung anſtellen. Er ſol aber pruͤfen: 8 1. Non Deum: Nicht Gott und unſern HErrn Chriſtum: Als die alten und neuen Capernaiten thun/ und ſagen: Wie kan dieſer uns ſein Fleiſch zu eſſen geben Joh. 6. v.)2. Die ſeyn auch Nicodemitẽ/ ſo die goͤttliche Geheimnis/ nach der krummen Richtſchnur jhrer Ver⸗ nunfft abmeſſen/ und ſagen: Wie kan ein Menſch gebohren werden wenn eralt iſt. Joh 3. v. 4. Alſo pruͤfeten und ver ſucheten die Iſraeliten Gott in der Wuͤſten/ aber ſie fuͤhleten und ſahen ſeine Wercke. Pſ. 95. v.o. Da haben ſie Gott gepruͤfet/ und ſeine Wercke viertzig Jahr lang geſehen. Heb. 3. verſ 9. Das iſt ein hoͤſes und verbortenes pruͤfen/ wie jener Ss j Student Zinckgr. P. Coppenio ſagte: Es were ein wunderſeltzam Ding/ das dem Men⸗ ————————. 6— r 4 8 8 4. .. — 3²24 Wie der wuͤrdige Gebrauch deß H. Abendnals Student zu Roſtock vom Articul der heiligen Dreyeinigkeit/ zu Heru apophteg. ſchen nicht wolein wolte/ daß eins/ drey/ und drey/ eins ſeyn ſolten; Ant⸗ Par t. I. F*s.205: kein Geheimnis in Gottes Wort: wortet er jhm: Wann wir alles faſſen und vernehmen koͤnten/ ſo were Solchen Probir⸗Geſellen ſagt Chriſtus: Wer mich verachtet/ und nimt meine Wort nicht auff/ de hat ſchon der jhn richtet/ das Wort/ das ich geredet habe/ das wird ſin richten am Juͤngſten Tage. Joh. 12. v. 48. Wie Churfuͤrſt Augultu von Sachſen/ mit einem fromen Fuͤrſten von dem Streit vom Abend mahl geredet/ hat er geſagt: Bruder/ wann mein HErn Chriſtusen ſolches Wort geredet hette; Sihe/ in dieſem Stock/ in dieſem Stein oder Holtz/ haſtu meinen Leib/ und mein Blut/ ſo hette ichs doch geglaͤ⸗ bet/ und ſolte mich meine Vernunfft davon nicht im wenigſien abwen⸗ Selneccer. dig machen; Und bald darauff: Es iſt die Frage nicht/ wie es zugehe/ in Churf. Auguſti Leichpred. Weſen/ und unſer Vaͤte Miſſethat/ dann wir haben wider dich ſondern allein davon/ ob es Chriſti Wort und Befehl ſey: Sind es nit ſeine Wort/ ſo ſchweige ich ſtill/ und wil jhn laſſen walten/ er weiß es wol zu erfuͤllen. 2. Sed ſeipſum: Sondern ſich ſelbſt; Multi multa ſciunt,& ſeipſos neſciunt, alios inſpiciunt,& ſeipſos deſerunt, ſagt Bernhar- dus: Das iſt/ Viele wiſſen viel/ aber ſich ſelber kennen ſie nicht/ ſie ſchen auff andere/ und verlaſſen ſich ſelber: Darum ſagt Paulus; Wam wir uns ſelber richteten/ ſo wuͤrden wir nicht gerichtet: 1. Cor. I. v. z1. Dieſes pruͤfen muͤſſen wir anſtellen: 11. Nos in ſpeculo legis contemplando: Daß wir uns fuͤrm Spiegel deß Geſetzes beſchauen: Da werden wir unſern elenden fuͤndlichen Zuſtand befinden: Daß unſer Suͤnden mehr ſeyn/ dann Haar auff unſerm Haupt. Pf. 40. v. 13. Mehr als Sandes am Meex. Orat. Manaſ.v. 9. So viel/ daß wir Gott auff tauſend nieht eins koͤnnen antworten. Hiob. 9. verſ.z. Auff dieſe Beſtndung muͤſſen wir zum Be⸗ kaͤntnis unſer Suͤnde ſchreiten/ und mit David ſagen: HErr/ ich e⸗ kenne meine Miſſethat/ und meine Suͤnde iſt immer fuͤr mir. Pſaſ. ſr. v. 5. Vnſer Vbertretung fͤr dir iſt zu viel/ und unſer Suͤnde antwor⸗ ten wideruns; Dann unſer Vbertrettung ſind bey uns/ und wir fuͤhlen unſer Suͤnde. Eſa. 59. verſ. 2. HERR wir erkennen unſer gottloſes geſuͤn⸗ dat. ſh 1h Griihkeübe ſennihnch grületwut daGenc goltoſts nitziſcnn Jlachich ſeGerchtg ſttunsbeda hmaichit unſerevitf ſeinehande Sam5 Grath) veagräffihe dem auh .16.Gog, unſenind phop rne ewig thhan Sauicg ſonnatien verdannn wir aher dde Keit dan duſola 4 wen dasn fuß d retvon. Heehi indieſene enigſier /wie s ſc: Eme alten/ aui imoltalca t ſagt Bet ſiemahtſi Pauius W. L. Crr. Fwwirunf ir unſer mehr ehn 1 zandes n nichtenii iſſenwizn n: HEn für nn. h · Saͤndei as/undor en unſatg haben i uns zu wahrer Buſſe beivegen ſor. 325 Nauher Jerem. 14. verſ. 2 0. Dieſes erfodert die Pruͤffung unſer 2. Iudicium Deide peccatis meditando; Daß wir Gottes Gerichte uͤber unſer Sünde betrachten: Dalaͤſſet Gott den Gottlo⸗ ſen nicht recht haben Exod. 23. v. 7. Er iſt kein Gott/ dem gottloß Weſen gefaͤllet/ wer boͤſe iſt bleibet nicht fuͤr jhm. Pſalm.⸗. v.. Er iſt gerecht und hat Gerechtigkeit lieb. Pſalm. u. v. 7. Er liebet Gerechtigkeit und haſſet gottloſſes Weſen. Pſal. 4. v. 8. Seine Augen ſind rein/ daß er das Ulbel nicht ſehen mag. Hab. 1. v. 13. Er iſt den gottloſen feind. Syrach. 12. v. 7. Fleiſchlich geſinnet ſeyn iſt eine Feindſchafft wider jhn. Rom. 3. v. 7. Die⸗ ſe Gerechtigkeit Gottes ſol uns billich zu hertzlicher Buſſe bewegen: Laſ⸗ ſet uns bedencken/ daß die einige Suͤnde unſer Paradieß⸗Eltern das gan⸗ tze menſchliche Geſchlecht in ſo groſſes Elend ſtuͤrtzen koͤnnen/ was dann unſere vielfaͤltige Suͤnde bey Gott werden außrichten? Uſa ſchlugnur 4 ſeine Hand an die Laden Gottes/ und muſte alsbald deß Todtes ſeyn. · Sam. 6. v. 6. ſeq. Ierobeam reckete nur ſeine Hand auß gegen den Nann Gottes/ und dieſelbe verdorrete alsbald. 1. Reg. 13. v. 4. Uſia der Koͤnig vergreiff ſich am HᷓExrn/ daß er in den Tempel gieng zu raͤuchern auff dem Rauch⸗Altar und ward alsbald mit Auſſatz geſtraffet. Chron. 26. v. 16. leqꝗq. Solche Exempel muͤſſen wir uns fuͤr Augen ſtellen/ damit wir unſere Suͤnde recht bereuen moͤgen. b 3. Propter peccata nos condemnando: Wir muͤſſen uns ſel⸗ ber wegen unſer Sünde verdammen: Das iſt/ erkennen/ daß wir die ewige verdamnuͤß mit unſern Suͤnden wol verdienet: Alſo bekenet Hiob: Sage ich/ daß ich gerecht bin/ ſo verdammet er mich doch/ bin ich from/ ſo machet er mich doch zu unrecht. Hiob. 9. v.20. Unſer Mund muß uns verdammen/ Hiob. 15. v. 6. Sagen mit Daniel: Du HEn biſt gerecht/ wir aber muͤſſen uns ſchaͤmen. Dan 9. v. 7. Wir ſeyn nicht werth/ daß wie Gottes Kinder heiſſen. Lue. 1ß. v. 21. Das heiſſet ſich recht pruͤffen/ ſich ſel⸗ ber verurtheilen/ dadurch man zu wahrer Buſſe bewogen wird/ und Gna⸗ de bey Gott durch Chriſtum ſuchet. b 4 Proximum nobis reconciliando; Daß wir uns mit un⸗ ſerm Naͤchſten verſuͤhnen: Wirmuͤſſen unspruͤffen/ ob wir auch in Haß/ Neid oder Feindſchafft mit unſerm Naͤchſten leben/ und uns mit ihm verſoͤhnen: Ach wie viele ſtehlen jhren Seel⸗Sorgern die abſolution Sos i und * 1— 3 — 7 mc — 4* 4 3 3..— 2— —— S 5— ————ſ—— und empfangen das Abendmahl zu jhrem Gericht und Verdamnuͤßſo in Haß/ Zorn und Feindſchafft beydes empfangen; Chriſtus vermahnet uns fleiſſig: Wann wir unſer Gabe auff den Altar opffern/ und werden alda eindencken/ daß unſer Bruder etwas wider uns habe/ ſollen wirun ſer Gabe fur dem Altar laſſen/ und gehen zuvor hin/ und verſuͤhnenung mit unſerm Bruder. Matth. 5. v. 23. leq. Welches bey allem Gollu Dienſie ſo Gott gefaͤllig ſeyn ſolin acht muß genommen werden: Pid wo wir dem Menſchen jhre Fehle nicht vergeben ſo wolle uns Gottunſa Fehle auch nicht vergeben. Matth. 6. v. 1z. Wir ſollen uns untereinande vergeben/ ſo jemand Klage habe wider den andern/ gleich wie Chriſtus uns vergeben hat/ alſo auch wir. Col.3. v. 13. Bey den Griechen iſi der Ge⸗ brauch/ wann die Communicanten das Abendmahl wollen empfangen/ Fhelayi ruffen ſie zur gantzen Gemein: Condonate nobis oram us fratres,& fa- elavius a... Me de ſtatu&(Ccis& verbis peccavimus: Das iſt; Lieben Bruͤder/ wir bitten euch ver⸗ ritu Eccl. gebet uns/ wir haben mit Wercken und Worten geſuͤndiget: Worauff di Græcæ Gemeine antwortet: Deus condonabit nobis, o fratres: Das iſt Lichm cap. 2z. Bruͤder/ Gott wird uns vergeben. Dieſes iſt zu wahrer Buſſe hoch noͤthig. .. Fidem noſtram explorando; Daß wir unſern Glauben erforſchen: Wir muͤſſen unſern Glauben pruͤffen; Ob wir auch glaͤu⸗ ben/ daß wir im Abendmahl vermittels dem geſegneten Brod muͤndiich empfangen den ſenigen Leib Chriſti/ welchen er fuͤr uns gegeben/ und ver⸗ mittels dem geſegneten Wein/ das Blut Chriſti/ ſo er fuͤr uns vergoſſen: Ver dieſes nicht glaͤubet/ der iſt ein unwuͤrdiger Gaſt deß Abendmahls: Kerm. 6. Sic ſacræ menſæ communicare debetis, ut nihil prorfus de veritate kejsjun. corporisCh riſti& San gvine ambigatis: Hoc enim ore lu mitur, quod P. menſ. fſide creditur, ſagt Leo M agnus Das iſt Alſo ſollet jhr zum Abendmal gehen/ daß jhr nicht an der wahren Gegenwart deß Leibes und Bluttz Chriſti zweiffelt: Dann das jenige wird mit dem Munde empfangen was wir mit dem Glauben glauben: Wir muͦ ſſen auch unſern Glauben pruͤffen/ ob wir auch feſtiglich glauben/ daß umb E hriſti Todes und Blut Vergieſſung willenalleunſere Suͤnde uns vergeben werden: Denn das Wort fuͤr euch/ erfodert eitel glaubige Hertzen/ wie unſer Catechiß⸗ mus ſaget. Da muͤſſen wir uns ſelbſt verſuchen/ ob wir im Glauben ſchn Weſen und une ſelſtpruͤffen. 2. Corint 33 vz Dieſer Glaube gehoretnichtzum 326 Wie der wuͤrdige Gebrauch deß heiligen Abendmas —— PidEi engin behwe mmhan ona din Vn Wrrſitdten Ffanseand fmwud thutlauche dußSoſe ſchen onal benſolten⸗ bor vita ne Emnſan heurdaie dor zn h Waenat. tennanac ebigena ndwanan ſcha hma ſondman daßving toerhegan mn 10 Mahle, M 1 Ühnteh maltin 1 5 ns uanſ weCies ſechen ßh olinenri nus trarra tditae getWeni unſernGi Ddwir uit nProdrit gegchenw dß Iberhn rorfusdeſi orelumiturg hrzum Jo Ledesuda pundeemyiu hunſenbe ChriſiThe ben wade oßeie uns zu wahrer Buſſe beiwegen ſol. 327 Weſen der Sacramenten/ ſondern zum hellſamen Nutzen: Dieſe Pruͤf⸗ fung iſt bey wahrer Buſſe noͤthig. II. Probationis rationem; Warunb wir uns alſo pruͤffen ſollen: Vnter dieſen Vrſachen iſt die⸗ 4 b 1. Conditio noſtra; Unſer Zuſtand: Wir ſind Menſchen: Wir ſind keine heilige Engel/ ſondern Menſchen/ die in Suͤnden em⸗ pfangen und gebohren. Pſalm 51. v. 7. Menſchen/ die das Vnrecht ſauf⸗ fen wie Waſſer. Hiob 15 v. 6.. Menſchen/ unter welchen keiner Gutes thut/ auch nicht einer. Pſalm. 14. v.z. Menſchen/ an welchen von der Fuß⸗Sohlen biß auffs Haupt nichts Geſundes iſt. Eſa. 1. v.6. Men⸗ ſchen/ die alle Suͤnder ſeyn und deß Ruhms mangeln den ſie fuͤr Gott ha⸗ ben ſolten. Rom. z. v. 23. Homo, cujus conceptio culpa, naſci pœna, la- In medit. bor vita, neceſſe mori, ſagt Bernhardus: Das iſt Ein Menſche/ deſſen devotis Empfangnuͤß Suͤnde; Seine Geburth eine Straff Sein Leben/ Muͤ⸗ cap.z. he und Arbeit; Der endlich ſterben muß · Wie Lucius der Artzney Profel- ſor zu Heidelberg/ eines Weides Coͤrper anatomirte/ und nun an die Beermutter kommen war/ deroſelben Staͤte zu erklaͤren und zubetrach⸗ ten/ nemlich zwiſchen dem Affter und der Blaſen/ ſagte et; Hie laſſet uns beſpiegeln wir Menſchen die wir mit unſer adelichen Ankunfft prangen/ und vermeinen/ wir ſeyn beſſer dan andere/ hie iſt unſere Wohnung/ zwi⸗ ſchen Harn und Koth: Dieſes ſol uns billich/ nicht allein zut Demuth/ ſondern auch zur Wehmuth in ernſtlicher Bußfertigkeit auffmuntern/ daß wir nit gedencken/ wir ſeyn Engel rein/ ſondern arme Suͤnder/ die nit werth ſeyn/ daß der Sohn Gottes unter unſer Dach gehe. Matth. 8. v. d. 2. Cœnæ ſacræ excellentia; Die Vortreffligkeit deß Abend⸗ mahls: Vnd alsdann von dieſem Brodeſſen/ und von dieſem Kelch trincken: Nemlich/ von dieſem Brod/ von welchem Chriſtus ſpricht: Nehmet/ eſſet/ das iſt mein Leib/ der fuͤr euch gegeben wird Neh⸗ met/ trincket/ das iſt das Blut/ des neuen Teſtaments/ welches vergoſſen wird fuͤr Viele/ zur Vergebung der Suͤnden. Matth. 26. verſ. 26. ſeq. Von dieſem Brod und Wein/ von welchen Paulus ſag!: Wer unwuͤrdig iſſet und trincket/ der iſſet und trincket jhm ſelber das Gerichte. 1. Corinth. n. verſ. 29. Gleich wie die jenige im alten Teſta⸗ ment/ ſo nicht rein waren/ das iſt/ nach dem Levitiſchen Geſetz fuͤr unrein erklaͤhret waren/ vom Oſterlam nicht eſſen durfften. 2. Chro⸗ nic. 30. perſ. 18. Alſo ſollen auch die unbußferuige Suͤnder/ im hochwuͤr⸗ b digen Linckgr. apophteg. art. I 0. Pa- gin. 270. 328 Wie die Fruͤhlings⸗Zeit digen Abendmahl/ deß wahren Leibes und Blutes Chriſti nicht geniſ Ei ſen: Dann wir empfahen in demſelben denjenigen Leib/ in welchemdee gantze Fuͤlle der Gottheit leibhafftig wohnet. Col. 2. v. 9o. Welchen die Engel Gottes anbeten. Heb. 1. v. 6. Solte uns dieſes nicht zu wahra und hertzlicher Buſſe ermahnen? Dieſelbe wolle bey uns wircken Got⸗ der Vater/ durch Erleuchtung deß H. Geiſtes/ umb Jeſu Chriſt wl⸗ len/ Amen/ Amen. — — —————— — 8——— — 8 8 1 8 1— — jä— Dieein und funfftzigſte Predigt. 11 DE CAllsA IMPLILSIVA POENITENTIE, RATIOMWE Uau NOSTRI, OCTAVA, AE VERNM TEMPORIS uſe aAlITAs: Von der achten bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe/ i unſer Seiten/ welche iſt die Beſchaffenheit der Fruͤhlings⸗Zeit. Cant. z. verſ. 10. ſeqq. Stehe auff meine Freundin/ meine Schoͤne und komme her/ dann ſiehe/ der Winter iſt vergangen/ der Regen iſt weg und d⸗ hin/ die Blumen ſind herfuͤr kommenim Lande/ der Lentz iſt herbey kommen/ und die Tortel⸗Taube laͤſſet ſich hoͤren inun ſerm Lande/ der Keigenbaum hat Kno ten gewonen/ die Weinſtocke haben Au⸗ mn gen gewonnen/ und geben jhren Ruch: wan Stehe Nugantt uns zu wahrer Buſſe bewegen ſol. Stehe auff meine Freundm und kom/ nd meine Schoͤnekomher. „Sſpricht Gott Jerem. 8.v.. alſo: Ein Storck unter dem Himmel weiß ſeine Zeit/ die Turteltauben/ Kra⸗ nich und Schwalben/ mercken jhre Zeit/ wañ ſie wiederkom⸗ S men ſollen/ aber mein Volck wil das Recht deß HErren nicht wiſſen. In dieſen Worten haben wi: r. Brutorum ſcientiam; Die Wiſſenſchafft unvernuͤnfftiger Thiere: Es hat Gott vielen unvernuͤnfftigen Thieren eine ſonderliche Wiſſenſchafft eingepflantzet/ ſo ſie im Hinziehen un Wiederkomen ſehen laſſen: Nohæ Taube da ſie nichtes fand/ da jhr Fuß ruhen kunte/ kehrete ſie wieder zum Kaſten. Gen. 8. v. o. Die jungen Raben/ wann ſie keine Speiſe haben/ ruffen ſie(auff jhre Weiſſe) Gott an. Hiob. 39. verſ. 6. 34 Ochſe kennet ſeinen Herren/ und ein Eſel die Krippen ſeines Herren. a. 1.v. 3. b 2. Noſtram inſcitiam: Unſere Unwiſſenheit. Aber mein Volck/ wil das Recht deß HErꝛen nicht wiſſen: Dann unſern Fels/ der uns gezeuget hat/ laſſen wir auß der acht/ und vergeſſen Gottes/ der uns gemacht hat. Deut.z2. v. 18. Wann der HErr mit uns reden laͤſſet/ mercken wir nicht darauff.2. Chron. 33. verſ. 10. Wir ſind wie Roß und Maͤuler/ die nicht verſtaͤndig ſind/ welchen man Zaͤum und Gebiß muß ins Maullegen/ wann ſie nicht zu uns wollen. Pſalm. 32. v o. Wir ſind ſchaͤdliche Kinder/ die den HErꝛn verlaſſen. Eſa. 1. v. 4. Wir verachten das Geſetz deß HErren Zebaoth/ und laͤſtern den Namen deß. Heiligen in Iſrael. Eſa. ʒ. v.2 5. Toll ſind wir und glaubens nicht/ thoͤricht und ach⸗ tens nicht/ weiſe ſind wir genug uͤbel zu thun/ aber wolthun wollen wir nicht lernen. Jerem. 4. v. 22. O der groſſen Oder erſchrecklichen und muthwilligen Unwiſſenheit Dieſelbe ab zu legen/ ſol uns billich die ge⸗ genwaͤrtige Fruͤhlings Zeit ermuntern: Da wir ſehen wie Stoͤrck und Schwalben wieder gekommen: Da wir hoͤren/ wie die lieben Voͤgelein in der Lufft Gott ohn unterlaß loben; Da die Erde durch Gottes See⸗ gen/ allerhand Kraͤuter und ſchoͤne Bluͤmlein herfuͤr bringet: Dazu werden wir in verleſenen Worten gefuͤhret/ auß welchen wir wollen be⸗ trachten/ b Ti Wie ℳ 330 Wie die Fruͤhlings Zeit Buſſe leiten und fuͤhren ſolle. Der barmhartzige Gott/ erwecke unſere Ohren und Hertzen/ daß fruchtbarlich geſchehen moͤge/ umb Jeſu Chriſſi wellen/ Amen 8 eErklaruung Wir haben bey vorgenommen Worten in acht zu nehmen I. Suavem compellationem: Eine liebliche Zurede: Unſ Seelen Brqͤutigam Jeſus Chriſtus/ nennet alhie eine gaaubige und ſhm gehorſame Seele 1. Amicam. Seine Freundin. Von Natur ſind wir ſeine gaun de; Sintemahl fleiſchlich geſinnet ſeyn/ eine Feindſchafft wider Goltiſ Rom. 8. v. 7. Freunde Chriſti werden wir aber/ durch das groſſe Gehem nuͤß ſeiner Menſchwerdung: Daer als das ewige Wort Gottes Fleiſt worden. Joh. 1.v. 4. Und alle glaubige Glieder ſeines Lebbes/ von ſeinen Fleiſch und von ſeinem Gebeine. Eph. 5. verſ. 0. Freunde Chriſti ſind wir durch ſeine Verſoͤhnung: Weilen wir durch ſeinen Todt muͦ Gon verſoͤhnet ſeyn. Rom. 3. v. 10. Da er beyde Juden und Hiyden verſoͤhntt mit Gott in einem Leibe/ und hat die Femdſchafft getoͤdtet durch ſich ſelbſt. Eph. 2. v. 6. Freunde Chriſti werden wir durch unſern ſchuddige Gehorſam: Dann wir ſind ſeine Freunde/ ſo wir thun was er uns gebeut Joh. 1z.v.14. Laſſet uns dieſes/ O Ehriſtliche Hertzen/ fleiſſig und waln acht nehmen/ und dieſe Freundſchafft/ als unſer hoͤchſtes Kleinod/ wolb wahren. Groſſer Herꝛen Freundſchafft pfleget offt gefaͤhrlich zu ſeyn und vielmahln auff Feindſchafft auß zu lauffen: Aber das haben wirbeh unſerm Freunde Ehriſto nicht zu beſorgen: Er liebet die ſeinigen biß ans Ende. Joh 33. v.. 2. Speciofam: Seine Schone: Bon Natur ſind wir heßlich und ein Greuel fuͤr Gott. Hiob. 15. v. 16. Aber unſer Seelen⸗Braͤutigam Tus Chriſtus gibt uns die rechte und Golt wolgefaͤllige Schoͤnheit ſ 6 urch Mittheilung ſeines theuren Berdienſtes vermittels dem wahten ſeligmachenden Glauben Der machet uns gantz herrlich mwendig/ und kleidet uns mit guͤldenen Stuͤcke Pſ⸗ 7:9. 14. Der ziehet uns an mit den Kleidern ſeines Heils/ und mit dem Jocke ſeiner Grrechtigkeit fleid uns Wie die liebe und luſtige Fruͤhlings⸗ Zeit/ uns zu wahta u indurſ, fftwde ogroſſec er Gohtaſ Lebehſmſt rrundeit en Toum Jahden getodtett unſern te wasceunset ffleiſſizunn dsKlenohn gtfahlchtt rdaszdane dieſenizn udwitſit zeeler Prut fäligSt nitzebsdnte lchtmn tchetunbun raaute uns zu wahrer Buſſebewegen ſol. 331 uns. Eſa. 51. v. 10. Der badet uns mit Waſſer/ und waſchet uns von un⸗ ſerm Blut/ und ſalbet uns mit Balſam) und kleidet uns mit geſtickten Kleidern Ezech. 16. verſ. 9. 1eq. Er heiliget undreiniget uns/ durch das Waſſer⸗ Bad im Wort. Eph.v. 26. Waͤſchet uns mit ſeinem Blute von unſern Suͤnden. Apoc. 1. v.5. Da ſtehen wir und haben Jeſum Chri⸗ ſium angezogen. Gal z. v.7. O der himliſchen Schoͤne Carolus auß Burgundien/ ſol ein Kleid gehabt haben/ ſo man auff hundert tauſend nun durch wahre Buſſe zu dieſer Freundſchafft und Schoͤnheit zu ge⸗ angen/ ſollen wir uns dann nicht derſelben taͤglich befleiſſigen: II. Seriam exhortationem: Ein ernſte Ermahnung: Und zwar/ 1. Ad ſurgendum: Zum Auffſtehen: Stehe auff. Wir liegen/ leider von Natur im tieffen Suͤnden⸗Schlaff/ unter welchem der Teuf⸗ fel allerhandl Inkraut außſaͤet. Matth. 23 v. 25. Davon muſſen wir auf⸗ ſtehen: Wir wiſſen ja die Zeit/ daß die Stunde da iſt/ auff zuſtehen vom Schlaff. Rom. 33. v. 11. Derhalben muͤſſen wir recht auffwachen und nicht ſuͤndigen. 1. Cor. 15. v. 3 4. Nicht ſchlaffen/ wie die andern/ ondern wachen und nuͤchtern ſeyn. 1. Theſſ 5. v. 6. Laſſen Paul Stimme in un⸗ ſern Ohren und Hertzen erſchallen: Wache auff/ der du ſchlaͤffeſt/ und ſtehe auff von den Todten/ ſo wird dich Chriſtus erleuchten. Eph.⸗. v. 14. Wie jener junger Menſche/ dꝛß Morgens ſehr ſpaͤte auffſtund/ under ge⸗ Nu Ducaten geſchaͤtzetꝛ Aber ſolche Kleider ſeyn nichts gegen dieſes: Weilen c. z. Meiger. cl.l.5. fraget/ warumber ſo lange Zeit alle Morgen ſchlieffe: Da hat er geant⸗ wortet/ er hoͤrete zweyen ſtreitenden Weibern zu/ deren eine Fleiß/ die an⸗ der Faulheit heiſſete/ und die erſte jhn zur Arbeit/ dir ander aber zum Schlaff ermahnete/ dieſem Streite hoͤrete er fleiſſig zu und bliebe daruͤ⸗ Poggius lorent. in facet. ber im Bette liegen: Alſo hoͤren viele dem ermahnenden Chriſto und der abmahnenden ſuͤndlichen Luſt ſo lange zu/ daß ſie im Suͤnden⸗Schlaff liegen bleiben/ auff welchen der ewige Schlaff endlich er folget: La ſſet uns aber/ O Chriſtliche Hertzen/ zu den Voͤgelein in die Schule gehen/ wie ſiugen etzliche der ſelben immer fort/ auch Nacht und Tag/ und loben Goit mit jhrer Stimmeꝛ Sind wir dann nicht vielmehr dann ſie Matt. 5.v. 27. Solten wir dann nicht mit unſer Stimme/ und einem bußferti⸗ gen gottſeligen Wandel/ Goit loben und preiſen⸗ 8 2. Ad vemendum: Zum Kommen: Kom her⸗ Die Gottloſen Ti u 4 gehen Wie die Fruͤhlings⸗Zet 332 gehen zu ruͤckeloder bleiben auß wann ſie zu Chriſto kommen ſollen. Du 1 verlaſſen den H Errn/ den Heiligen in Iſrael und weichen zu rͤck. Eſa.. 1. v. 4. Sie kehren zu ruͤck von unſerm Gott. Eſa. 59. v. 13. Kehren Gon den Ruͤckenzu. Zach. 7. v. 11. Gott laͤſſet ſie zur himliſchen hoch at ruffen/ aber ſie wollen nicht kommen. Makth. 22. v.. Er laͤſſet ihnen ven ſeinem himliſchen Abendmahl ſagen: Kommet dann es iſt alles beraun aber ſie entſchuldigen ſich/ und wollen nicht kommen. Luc. 14.. 17.fegg. Wie freundlich ruffet ſie der Sohn Goꝛtes/ und ſpricht: Kommethet mir alle die jhr muͤhſelig und beladen ſeyd/ ich wil euch erquicken. Man 11. v. 28. Da ſollen wir kommen/ auß der Ungnade/ zur Gnade; Auß de Finſternuͤß/ zum Liecht; Auß der Armuth/ zum Reichthumb; Außd Ungerechtigkeit/ zur Gerechtigkeit Auß der Knechtſchafft der Suͤndn zur Kindſchafft Gottes; Auß dem Tode/ zum Leben. Laſſet uns/ O Chriſtliche Hertzen/ ach laſſet uns/ dieſer gnadreichen Stimme folgen Im wiedrigen/ werden wir dieſe erſchreckliche Stimmehoͤren underſah ren: Weil ich denn ruffe/ und jhr wegert euch/ ich recke meine Hand auſ und niemand achtet darauff/ undla ſſet fahren allen meinen Rath/ und wollet meiner Straffe nicht/ ſo wil ich auch lachen in eurem Unfall umd euer ſpotten/ wann da kompt das jhr fuͤrchtet. Prov. 1.v. 4. ſeqq. Wofit uns Gott gnaͤdig bewahren wolle. Ja wer dieſes Venite, Kommet her in der Gnaden⸗Zeit verachtet/ der wird am Juͤngſten Tage hoͤren/ das li Geher hin von mir jhr Verfluchten/ in das cwige Feuer/ das bereitet dem Teuffel und ſeinen Engeln. Matth. 25. v. 41. III. Exhortationis rationem: Diel lrſach dieſer Ermahnung. Unter denſelben iſt die: b b „1. Hyemis tranſitio: Der Winter iſt vergangen: Durch den Winter wird alhie verſtanden/ die Zeit fuͤr unſer Bekehrung: Danndas fuͤndliche unbußfertige Leben iſt nichts anders als ein rechter Winiar: Im Winter iſt es kalt: Bey den Vnbußfertigen iſt die Liebe Gottes und deß Naͤchſten erkaltet. Matth. 24,v. 12. Darumb werden ſie auch Kalle genant. Apoc.; ·v. 1. Im Winter iſt es dunckel und Finſter; Die Gottlo⸗ ſen laſſen ſhnen nicht ſagen/ und achtens nicht/ und gehen immer hin im Fmnſtern. Pſalm 92 v.) Sie gehen finſtere Wege. Prov 2 v. 3. Ihr unverſtaͤndiges Hertz iſt verfinſtert. Rom. 1.v. 21. Im Winter iſt die Et⸗ de unfruchtbar. Alſo werden die Gottloſen unfruchtbare Vumeaeae ma Gnadeoh ng ſoan uel ns ſeKonm uicke g Gnad thumb a afftde E n. Laſſeia ehoreue meine hyehe neinen ain Stinwe turemlihe de4 lego te,Komni agehärme ducr doome ſſerErnin angen dn thrung n in maͤn dedbeGh edaſiran imſia d gehenimen Prob n Winan ſ tban h uns zu wahrer Buſſe bewegen ſol. 333 mal erſtorben. Epiſt. lud. v. 12. Im Winter faͤllet viel Vngewitter fuͤr: Die Gottloſen leben unter dem Jorn Gottes/ unter dem Fluch deß Geſe⸗ tzes/ und haben nichts denn allerhand zeitliche und ewige Straffe zu er⸗ warten. Dieſer Winter deß ſuͤndlichen Lebens/ ſol ja bey allen Chriſten vergangen ſeyn/ und ſollen ſich dem Fruͤhlinge der lieblichen Gnaden Gottes gemaͤß halten. 2. Pluviæ ceſſatio. Der Regen iſt weg: Durch dieſen Regen wird verſtanden /theils der Regen deß Zorns Gottes; Da Gott uͤber die Gottloſen regnen laͤſſet/ Blitz/ Feuer und Schweffel. Pſalm. 1l. verſ. 6. Theils der Thraͤnen Regen; Da wir muͤſſen durch das Thraͤnen⸗Thal gehen. Pſalm. 84. v. 7. Dieſer Regen iſt alle vergangen: Die heilſame Gnade Gottes iſt erſchienen allen Menſchen. Tit. 2. v. 11. Daßalle die je⸗ nige ſo an Chriſtum glauben/ Friede mit Gott haben. Rom. 5.v. 1. Vnd iſt in Chriſto allem Volcke groſſe Freude widerfahren. Lue. 2. v. 10. Das ſol uns ja billich zur Bußfertigkeit reitzen/ vermittels welcher wir die Gnade und Freudeerlangen. b 3. Florum apparitio: Die Blumen ſind herfuͤr kommen im Lande: Durch die Blumen wird alhie groſſe Ehre/ Wuͤrde und Schoͤn⸗ heit verſtanden So an buß fertigen Hertzen gefunden werden: Da bluͤhen die Gerechten. Pſalm. 72. v.7. Die Huͤtte der Frommen gruͤnet Prov. 14. verſ. 11. Sie wurtzeln/ bluͤhen und gruͤnen/ daß ſie den Erdboden mit Fruͤchten erfuͤllen. Eſa. 27. v. 6. Dieſes alles fuͤhret wahre Buſſe und Pruchrng mit ſich: Die ſind erfuͤllet mit Fruͤchten der Gerechtigkeit. II. I. v. II. 4. Veris acceſſio: Der Lentz iſt herbey konimen: Gleich wie im Fruͤhling die Geſtalt der Erden erneuert wird. Pſalm. 104. v. z0. Alſo werden wir durch hertzliche Bußfertigkeit neue Menſchen/ da gibt uns Gott einen neuen g wiſſen Geiſt. Pſ.⸗1.v.12. Dapfluͤgen wir ein neues/ und ſaͤen nicht unter die Hecken. Jerem. 4 v.z. Dawandeln wir in einem neuen Leben. Rom. 6. v. 4. Weilen wir in Chriſto neue Creaturen worden. 2. Cor. 5. v. 17. Legen ab den alten Menſchen/ der durch Luͤſte in Irr⸗ thumb ſich verderbet/ underneuren uns im Geiſte unſers Gemuͤthes/ und zihen den neuen Menſchen an/ der nach Gott geſchaffen/ in rechtſchaffe⸗ ner Heiligkeit und Gerechtigkeit. Eph. 4 v. 22. 1eqꝗq. Alles dieſes kompt auß wahrer Bußfertigkeit. 5. Turturis auditio; Die Turteltaube laͤſſet ſich hoͤren in un⸗ Tt iij ſerm 334 Wie die Fruͤhlings Zeit A wiſſe Anzeigung/ daß der Winter nunmehr vergangen/ und der Fruͤh⸗ lib. 8.hi- ling herbey kommen: Dann man bey Winterszeit keine Torteltauben ſtor. ani- faſt kan zu ſehen bekommen/ wie Ariſtoteles bezeuget. Dieſelbe ſoluns mal. c. 16. ſeyn ein Antrieb zu wahrer Buß fertigkeit. Dann gleich wie die Torta Tauben/ nicht wie andere Voͤgel lieblich ſingen/ ſondern girren und i⸗ ren; Daher Hißkia ſagt: Er habe in ſeinem Elende girret wie eine Tau be. Eſa. 38. v. 14. Und die Juden haben geaͤchtzet wie die Tauben E 59. v. 11. Alſo muͤſſen wir auch bey wahrer Buſſe thun/ und heulen f Unruhe unſers Hertzen. Pſalm 38. v. 9. Muͤſſen uͤber unfere groſſe und vielfaͤltige Suͤnde von Hertzen ſeufftzen/ winſeln und klagen/ daß unſr Gebein an unſerm Fleiſche klebe fuͤr Heulen uñ Seufſtzen. Pſ. 102. v.s. 6. Ficus& vitis conditio: Der F wonnen/ die Weinſtoͤckehaben Augen gewonnen/ und geben ſ ren Ruch: Gleich wie Feigenbaͤume und Weinſtoͤcke mit jdren Kno⸗ ten und Augen jhre kuͤnfftige Fruͤchte beweiſen/ Alſo ſollen auch wi rechtſchaffene Fruͤchte der Buſſe thun. Matth. z. v. 8. Und fruchthan ſeyn in allen guten Wercken. Col.1. v.10. IV. Exhortationis repetitionem; Die Widerholung der Ermahnung: Stehe auff meine Freundin und komm/ meine Schoͤne komm her: Dieſes verrichten wir 1. Pœnitentiam veram agendo: Wann wir wahre Buſſe thun: Gleich wie im Fruͤhlinge der Weinſtock und andere Baͤume werden beſchnitten: Alſo muͤſſen wir beſchneiden die Vorhaut unſen Hertzen. Deut. 10. v. 16. Durch Ablegung der ſuͤndlichen Begierde und Luſte unſers Fleiſches; Toͤdten unſer Hurerey/ Unreinigkeit und andere Suͤnde. Col. 3. v. 5. Verleugnen die — weltliche Luͤſte und das ungoͤtiliche Weſen/ leben zuͤchtig/ gerecht und gottſelig in der Welt. Tit. 2. v. 12. Es gehet vielen Suͤndern wiedem Meiger. chen Speiſe tractiren; Wie er aber uͤber ſich ſiehet/ wird er eines ſchaf de fen/ bloſſen am Pferdehaar hangenden Schwerds uͤber ſeinem Nhauple bäͤngens Bewaht: Alſd auch dieſe ergeben ſich anenſieſchienmenn sierden/ und bedencken nicht daß der erſchreckliche Zorn Goltes und Straffeuͤbr nenſchwehen ſch ches b 9 4 . 2. Fructus juſtitiæ proferendo;: Gleich wie der Fruͤhling allen hand ſerm Lande: Wenn die Torteltaube ſich hoͤren laͤſſet /iſt ſolches einge tn eigenbaum hat Knotenge Glieder die auff Erden ſindas Damocli, der ſaß an Koͤnigs Dionyſij Tiſche/ ließ ſich mit allen koͤſli ſls 1n d Tu Dattn dwee mm girnni retwien, ie Tauin und hau unſengn lagen din 85 rchat Rn n und ga kemiiſent oſollc un 8. Undfiu Iiderholm dkomn e vir wahuen nd andered TPothaute chen Bigen uff Endnſt fPrtage ichtg gud Suͤndem ſchmilte vird ren ber ſaten — ſeſchlän ice an der Frin b uns zu wahrer Buſſe bewegen ſoll. 335 hand ſchoͤne Fruͤchte mit ſich bringet: Alſo auch die wahre Buſſe: Da ſind bußfertige Hertzen Baͤume gepflantzet an den Waſſer⸗Baͤchen/ die jhre Fruͤchte bringen zu ſeiner Zeit. Pſal. 1. v. 3. Sie ſind gruͤne Oel⸗ Baͤume im Hauſe Gottes. Pſal. /a. v. 1o. Wenn ſie gleich alt werden/ bluͤhen ſie dennoch/ ſind fruchtbar und friſch. Pſal. 92. v.. Da bringet der in jhre Hertzen außgeſaͤcter Same deß Goͤttlichen Wortes/ bey et⸗ lichẽ dreyſſigfaͤltige/ bey etzlichẽ ſechtzigfaͤltige/ bey etzliche hundertfaͤltige Frucht. Matt. 13. v. 23. UInter welcher Zahl uns wolle verhelffen/ Gott der Vater/ durch den 5. Geiſt/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. Die zwey und unfftzigſte Predigt. DE CAVSA Deeerenadf t Pred, RATIONE NOSTRLNONA, QHIT IMPOENITENTIUM MISERIA. Von der neundten bewegenden Urſach/ zu wahrer Buſſe/ an un⸗ b ſer Seiten/ welche iſt der Unbußfertigen Elend. RKom. z. verſ. 5. Du nach deinem verſtockten und unbußfer⸗ tigen Hertzen/ haͤuffeſt dir ſelbſt den Jorn/ auff den Tag deß Zorns/ und der Gffen⸗ bahrung/ deß gerechten Gerichts Gottes. Sſpricht Jeremias cap.. v. 6. alſo: Gebet dem SO In dieſen Worten haben wir: 2—— 1. Debitam Deo glorificationem; Unſere ſchul⸗ dige Ehre und Preis Gott dem HErm: Ein Sohn ſoll ſeinen Va⸗ ter ehren/ und ein Knecht ſeinen HErꝛn; Bin ichnun Vater/ wo iſt mei⸗ ne Ehre? Bin ich HErꝛ/wo fuͤrchtet man mich? ſpricht Gott/ Mal. 1. verſ. 6. Derhalben ſollen wir Gott ehren hertzlich; Wir ſollen jhm von gantzem Hertzen dancken und jhn ehren. Pſal. 36. v. 3. Wir muͤſſen jhn fuͤrchten von gantzem Hertzen. Syr. 7. verſ. 31. Wir muͤſſen jihn ehren muͤndlich; Wir muͤſſen dem HErꝛn bringen die Ehre ſeines Namens. Pſal. 29. v. z. Erzehlen unter den Heyden ſeine Ehre/ unter allen Vol⸗ ckern ſeine Wunder/ Pſ. 96. v. 3. Geben dem HErꝛn Ehre/ und veriun⸗ digen ſeinen Ruhm. Eſa. 42. v. 12. Wir muͤſſen jhn ehren wuͤrcklich/ ſolches geſchicht auch durch wahre Buſſe und Bekehrung: A ſoſäg Joua i Herm eurem Gott die Ehre/ ehe dann es finſter werde. ö—ö—ö—ö—ö——ö——e, ——— —————— bennasstnt— ——— 4. —— 2— 3 Wieder Unbußfertigen Elend Joſua zu Achan: Mein Sohn/ gib dem HErrn dem Gott Iſraldʒ Ehre/ und ſage mir an was haſtu gethan: Joſ. 7 v. 1o. Wir geben Gon dee Ehre/ durch wahren Glauben und feſtes Vertrauen auff ſeine oa heiſſung: Alſo gab Abraham Gott die Ehre/ und wuſte auffs allerge f wiſſeſt/ daß/ was Gott verheiſſet koͤnne er auch thun. Rom. 4 v. 20 A gaben Gott die Ehre/ durch den neuen Gehorſam/ wann wir das Leacht unſers Glaubens laſſen leuchten/ daß die Menſchen unſer gute Wat⸗ ſehen/ und preyſen unſern Vater im Himmel. Matth.. v. 16. Wan andere gute Wercke ſehen/ ſo preyſen ſie Gott. 1. Pet. 2. v. 2. 2. Glorificationis rationem: Die Urſach dieſer Ehrleiſtung Ehe es ſinſter wird: Durch die Finſternis wird allhie verſtanden/ die wohlverdiente ſchwere Straffe Gottes: Dann bey denſelben muͤſin die Gottloſen zu nicht werden im Finſternis. 1. Sam. 2. v. 9. Ihr Wag wird finſter und ſchlipfferig/ und der Engel deß HErren verfolget ſie Pſal.35. v. 6. Ihr Weg iſt dunckel/ und wiſſen nicht wo ſie fallen werde Prov. 4. v. 9. Finſter iſts bey jhnen fuͤr Angſi/ und das Liecht ſchein nicht mehr oben uͤber jhnen. Eſa. 5. verſ 30. Welcher elender Zuſtand unbußfertiger Menſchen uns von Paulo in verleſenen Worien wind ſonderlich fuͤr Augen geſtellet/ auß welchen wir beſehen wollen/ Wie das unaußſprechliche Elend der Unbußfertigen uns zu wahrer Buſſe fuͤhren ſolle. Der grundguͤtige Gote wolle das Liecht ſeines Antlites uͤber uns leuch⸗ ten/ daß wir es zu ſeines Namens Ehr/ und unſerm zeitlichen und ewigen Wolſtande behertzigen moͤgen/ umd Jeſu Chriſti willn Amen. Erklaͤrung. Es hatte der Apoſtel in vorhergehenden Worten/ den Gottloſen und Vnbußfertigen/ den Reichthum der Guͤte/ Gedulr und Langmi⸗ tigkeit Gottes fuͤr Augen geſtellet/ ſo Gott jhnen zu dem Ende erzeige daß er ſie dadurch zur Buſſeleite und fuͤhre: Dargegen fuͤhret er ein die unaußſprechliche Boßheit ſolcher Leute/ mit welcher ſie ſich Gotuts Zorn und Vngnad auff den Halß laden/ oh ſie nicht zu wahrer Buſſe dadurch koͤnten gebracht werden: Vnd haben allhie zu beohachta⸗ 1 5eVO- Gott ſe wlledude atör endedin Pomu la fertga berusle gilchan Ehrſßim 8 en Gett und onr Erdet prata ſicee vahn achan — 6* ——. ——= 2 —— = — — ——— ——— F uns zu wahrer Buſſe beivegen ſol. 337 I. Severam compellationem: Ein ernſtliches Zuſprechen: Die Gottloſen/ und ſonderlich unter jhnen die Superlativi und ſtoltze Welt⸗Natzen/ vermeinen man ſolle jhnen in jhrem gottloſen Weſen fein freundlich und ſanfftmuͤtig zuſprechen/ und ſagen/ prediget uns ſanffte. Eſa. 30. v. 1o. Sonſten iſt Zorn und UUngnade vorhanden: Wann der Prophete Gottes zum Koͤnig Amazia ſpricht: Warumb ſucheſt du die Goͤtter deß Volckes/ die jhr Volck nicht kunten erretten von deiner Hand; Bekam er zur Antwort; Hat man dich zu deß Koͤnigs Rath ge⸗ macht Höoͤre auff/ warumb wilt du geſchlagen ſeyn? 2. Chron. 25. v. v. ſeq. Aber Paulus achtet dieſes nicht/ ſondern redet dem Gottloſen ins Hertze/ und wil ſo viel ſagen: Ob zwar der grundguͤtige und liebreiche Gott/ ſein Gnaden⸗Liecht dir laͤſſet auffgehen/ und helle ſcheinen/ ſo wilt du doch lieber im Finſternuͤß der Suͤnden bleiben/ ob zwar Gott dich zu ernſter Buſſe ruffet/ ſo wilt du jhm doch nicht folgen: Alſo brin⸗ geſt du dich ſelber in alles Vngluͤck. Hoſe. 13. v. o. Du macheſt dir alles Unheil ſelbſt/ daß du den HEnnn deinen Gott verlaͤſſeſt/ ſo offt er dich den rechten Wegleiten wil. Jer. 2. v. 1⁷. Sperret auff/ ſperretauff/ Ohren und Hertzen/ O jhr Gottloſen/ gedencket nicht/ es gehe andere/ und nicht euch an: Denn du/ du Gottloſer wirſt alhie angeredet/ daß du deinen Gott nichtfuͤrchteſt/ liebeſt/ und von gantzem Hertzen jhm nicht vertraueſt; Der du den Namen deines Gottes/ mit fluchen/ ſchweren/ zaubern/ luͤgen und triegen mißbraucheſt/ der du ſein heiliges Wort und Gottesdienſt verachteſt/ und alſo ferner durch alle Gebote Gottes. Die⸗ ſes ernſtliches Zuſprechen/ ſoll uns zu ernſter Buſſebewegen. II. Futuræ miſeriæ originem; Den Brſprung deß kuͤnffti⸗ gen Elendes: Der iſt nicht der bloſſe und verborgene Rathſchluß Got⸗ tes/ welchen die Calviniſten als jhren Hirn⸗Goͤtzen auffſtellen: Son⸗ dern: b 1. Cordis duriria: Die Verſtockung deß Hertzen: Die Ver⸗ ſtockung deß Hertzen iſt eine ſolche Suͤnde/ da einer alle treuhertzige Vermahnungund Warnung/ alles Bitten und Flehen/ gantz und gar verachtet/ und in ſeinen Suͤnden und Boßheit immer fortfaͤhret: Dieſe Verſtockung verurſachet nicht der allergnaͤdigſte Gott poñitivè, daß er dieſelbe m Menſchen herfuͤr bringen ſolte/ ſondern/ theils permiſſi. vẽ, daß er ſie auß gerechtem Gerichte/ wegen vorgehnde Verachtung 3 Bu der 338 Wie der inbußfertigen Elend „ der goͤttlichen Gnade⸗Mittel zulaͤſſet/ cheils privarivè, daß er auß ebm demſelben Gerichte/ ſolchen Ingehorſamen die erweichende Gnademt⸗ ziehet: Dann Bußfertige laſſen jhre Hertzen erweichen durch das Wot Gottes das ſie hoͤren. 2. Reg 22. v. 19. Sie laſſen jhr Hertz weich werden und demuͤtigen ſich fuͤr Gott.: Chron. verſ. 27. Darumb ver beun — Gott dieſe Verſtockung und ſagt: Heute ſoihr meine Stimme hoͤrtiſo verſtocket eure Hertzen nicht. Pſ. 95. v. 8. Er klaget uͤber ſie: Wie ſan weiger ſiu dich fuͤr mir zu demuͤtigen ſpricht er zu Pharao. Exod. 109 3. Ihm jammert hertzlich/ daß ſein Volck ſo verderbet iſt. Jer. 8. v. 1 E ſtraffet die Verſtockung/ wie wir bald hoͤren werden: Sondern ſie wind von den Gottloſen ſelber verurſachet: Alſo verhaͤrtete Pharao ſein Her⸗ MN tze/er und ſeine Knechte. Exod. 9.v.3 4. Sie gehorchen nicht ſondenn har⸗ en jhren Nacken. 2. Reg 17 v. 14. Sie werden ſtoltz und halßſtarrig daß ſie Gottes Gebott nicht gehorchen. Neh. 0.v. 16. Sie ſeyn hart/ und he Niaacke iſt ein Eiſen Ader/ und jhre Stir neiſt eherne. Eſa. 48.v. 4. Sieha⸗ ben en haͤrter Angeſicht dann ein Felß/ und wollen ſich nicht bekehren 4 3 8 Jer.. v.z. Sie wollen nicht hoͤren/ noch jhre Ohren neigen/ ſondennſind halßſtarrig. Jerem 7.v. 26. Und bleiben auch alſo halsſtarrig/ daß ſieſ Gott nicht hoͤren/ und ſich ziehen laſſen. Jer. 17. v. 23. Sie kehren Gol den Ruͤcken zu/ und verſtocken jhre Ohren/ daß ſie nicht hoͤren/ und ſe len jhre Hertzen als ein Demant. Zach 7. v. 11. Dieſe/ dieſe/ iſt die wahn eigentliche und erſchreckliche Urſach der Verſtockung der Gottloſen: Wie jener Moͤrder und lbelthaͤter Jacob an Galgen gehenckt und Zwing, man vermeinet er ſey todt und deßwegen abgenommen/ iſt noch das eben Vol.. pa- bey jhm befunden/ und wieder geſund worden: Aber weilen er ein uͤber die En.55. Maſſen verſtocktes Hertze gehabt/ iſt er ſeinen vorigen Weg wiede g 57. wRandert endlich wieder gefangen und gehencket/ und da man nach ſeintin Todte jhn auffgeſchnitten/ hat man befunden/ daß ſein Hertz umb und umb haar icht geweſen: Lnd ein ſolcher iſt auch zu Venedig/ nach dem verurtheilet gefunden worden. Alſo ſind alle Gottloſen Eſaus Art. Gen. 25 verſ. 5. Dieſer Zuſtand ſol uns zu ſchleuniger und ernſilicher Buß⸗ fertigkelt emahnen⸗ .2. Impenitentia: Unbußfertigkeit: Nach jhrem unbußfer⸗ tigen Hertzen; So wahr als Gott ſebet/ hat er keinen Gefallen am de 46.9, 6 1 rickint igen ſotdy ſtarnig da Srekhn thorenm ieſe ſtuͤee derGei ngchendt ſtnoch dal len crenh Waori nantachlt Herzun dis nac SeeusAh nſticnä ranbt ffalcmant jener frommer ſen undlebe Ezech 33. v. 1. Ergebeut allen Menſchen an allen Enden Buſſe zu thun. Act. 12.v.0. Er wil nicht daß jemand verlohren werde/ ſondern daß ſich ſederman zur Buſſebekehre. 2. Pet 3.v. 9. Aber dieſem Willen Gottes wiederſireben die Goitloſen: Sie gehot chen der Stim⸗ me Gottes nicht. Jer.3.v. 3. Sie halten ſo feſt an ihren Suͤnden/ daß ſie ſich nicht wollen abwenden laſſen. Jer. 8. v.. Siedencken nicht daran/ daß ſie ſich bekehrten zum HErꝛn ſhrem Gott. Hoſ. 5. v. 4. Siewollen ſich nicht bekehren. Hoſ. n.v. ·. Oder ſchaͤdlichen UInbußfertigkeit Wie zur Buſſe ermahnet und geſagt/ wuͤrden ſie ſich nicht bekehren/ die es an⸗ ginge/ daß er derſelben Seel⸗Sorge nicht tragen/ und fuͤr Gottes Ge⸗ richt keine Antwort fuͤr ſie geben wolte/ hat bald darauff einer ein Brieff⸗String. in lein an den Pfarrherrn geſchrieben/ er wolle mit dieſer ſeiner Hand⸗ der 17. uns zu wahrer Buſſebewegen ſol. 339 de deß Gottloſen/ ſondern daß ſich der Gottloſe bekehre von ſeinem We⸗ Drediger in ſeiner Predigt etzliche ſeiner Pfarr⸗Kinder ſchrifft ſhn quittirt haben/ daß er fuͤr ſeine Seele Gott nicht Anewort Gewiſ. geben ſolte: Nachwenig Tagen wirfft GO T dieſen Spott⸗Vo⸗ ſens Pre⸗ gel auffs Siechbette/ ſein Gewiſſe wachet auff/ ruffet ohne unterlaß: O digt. — 3 meine Handſchrifft/ meine Handſchrifft Kan keinen Troſt finden/ biß er den Pfarrer ſehrlich bitten laͤſſet/ er wolle ihm mit Rathund Troſt beywohnen. Dieſes ſol alle Gottloſe zu wahrer Bußfertigkeit billich reisen. b III. Miſeriæ delineationem; Die Beſchreibung deß Elen⸗ des: Sie haͤuffen ihnen ſelſt den Zorn Gottes: In der Original⸗ Sprache iſt das Wort 9ave en, welches heiſſet Schaͤtze zuſammen legen: Gleich wie die Schaͤtze nach und nach werdẽ geſamlet und zuſam⸗ men geleget; Alſo legen die Gottloſen mit jhren Suͤnden nach und nach/ von der einen Zeit zur andern/ den Zorn Gottes jhnen ſelbſt zuſammen/ biß daß endlich derſelbe ſehr groß wird. Nun bedencke doch/ O Chriſtli⸗ ches Hertz/ was der Zorn Gottes ſey Wanndas Feuer iſſ angangen in ſeinem Zornſſo brennet es biß in die unterſte Hoͤlle. Deut. 32², verſ. 22. Dampff gehet von ſeiner Naſen/ verzehrend Feuer von ſeinem Munde/ daß es davon blitzet. Pſalm 18. verſo. Freſſend Feuer gehet fuͤr ihm her/ und umb ihn her ein groß Wetter. Pſalm. 50. verſ.z. Das Feuer ſei⸗ uss Zorneo verzehret alles was umb ihn her iſt. Jerem. 2 1. verſ. 14. ——— ſſ— “—. — 5— 1— 4 ——— 34 Wie der Unbußfertigen Elend Wann er in ſeinem Zorn ein Land anruͤhret/ ſo zuſchmeltzet es/ daß alle Einwohner trauren muͤſſen. Amos. 5. v.. Die Berge zittern/ die Huͤ⸗ gel zergehen/ das Erdreich bebet/ dazu der Weltkreis/ und alles was dar⸗ innen wohnet. Nah. 1. verſ. 5. Schrecklich/ ſchrecklich iſts/ in die zornige Haͤndedeß lebendigen Gottes fallen. Heb. 10. verſ. 1. Ludovicuslé Landgraff in T huͤringen iſt ein ſehr freundlicher und wolthaͤtiger Har geweſen/ daß er auch deßwegen von ſeinen nterthanen verachtet/ wien Zwing. ſie deßwegen mit Worten geſtraffet/ und nichts helffen wollen/ hate Vol. 8. p. 2153. etzliche fuͤr den Pflug ſpannen/ und den Ackrr durch ſie arbeiten laſſen: Alſo iſi Gott ein freundlicher und wolthaͤtiger Gott/ aber von den Got⸗⸗ loſen wenig geachtet/ wanndieſelbe ſeine Wort⸗Straffe nicht nbaſen lich annehmen wollen/ leſſet er ſie ſeine ſchwere Zorn⸗Hand fuͤhlen: Diu⸗ ſelbe zu entfliehen ſollen wir bey Zeiten uns warhafftig bekehren. IV. Temporis deſignationem: Die Beſtimmung der geit: 1. In die iræ: Am Tage deß Zorns: Das iſt/ zu der Zeit/ wann Gott ſeinen Zorn uͤber ſie außgieſſen wird: Da ergreiffet ſie die elende Zeit. Hiob.30. verſ. 16. Der Tag deß Getuͤmmels/ der Zutrettungund Berwirrung vom HErrn Zebaoth. Eſa. 22. v. 5. Der Tag deß Un⸗ gluͤckes. Jer. 17. v. 18. Von ſolchem Tage ſpricht der HEn: Heulet und ſprechet/ Oweh deß Tages! Denn der Tag iſt nahe/ ja deß Hr⸗ ren Tag iſt nahe/ ein finſter Tag. Ezech. 30. v. 2. leq. Da bedencke/ du gottloſer unbuß fertiger Menſch/ wann dieſer Tag deß Zorns wird uͤden dich kommen/ bey wem du Huͤlffe/ Rath und Troſt ſuchen wolleſt/ wi⸗ len dir Gott auß gerechtem Gerichte ſeine Gnade verſaget; Da witd der Teuffel nicht allein deiner ſpotten/ ſondern dich auch zur Verzweiffe⸗ lungfuͤhren. O deß elenden: O deß erſchrecklichen Tages Siehean Cain/ Saul/ Achitopel und Judas. 2. In judicii divini revelatione; Am Tage der Offenbarung deß gerechten Gerichts Gottes: Dieſer iſt der Juͤngſte Tag/ da Gott den Erdboden recht richten wird Pſalm. o. verſ 9. Der groſſeund ſchreckliche Tag deß HErrn. Joel 2.v.; 2. Da Gott den gantzen Kreis deß Erdbodens wird richten mit Gerechtigkeit. Act. 7. v. 30. Der Tag deß Gerichtes/ und der Verdamnis gottloſer Menſchen. 2. Ptt. 3.v. 7. Der groſſe Tag ſeines Zorns. Apoc. 6. vr7. Wie Alcibiades auß Si⸗ eilien gen Atheon eitirt worden/ daß er antwortete auff das jenige daruͤber B er an⸗ ſotdemiſd Dazuusr und I ““ he eeß Dabe Zornnit chenwolli get. Dath zur Da 1 kage S rOffrörr ngſte Tu . Derguſe den ganzat vzo⸗ 0. Dal n.2.Pt biades iſ 1 zejenu uns zu Gaheee Buſs helvegen ſol. 341 er angeklaget ward/ hat er ſich verberget/ und geſagt man ſolle nicht fuͤr Gerichte zancken/ ſo man nur auff jenige Weiſe ablehnen kunte. Aber das wil an dieſem Gerichtstage nicht angehen: Dann da muͤſſen wir al⸗ le offenbahr werden fuͤr dem Richterſtuel Chriſti/ auff daß ein jeglicher empfahe/ nachdem er gehandelt hat bey Leibes Leben es ſey gut oder boͤſe. 2. Cor.. v.xo. Wer nun in dieſem Leben Chriſt Wort gehoͤret und an jhn beſtaͤndig glaͤubet/ der hat das ewige Lebẽ/ und kom̃t nicht in das Gerichte/ ſondern iſt vom Tode zum Leben hindurch gedrungen. Joh.. verſ. 24. Dazu uns allen wolle verhelffen Gott der Vater/ durch den H. Gaſi/ umb Jeſu Chriſtiwi willen Amen/ Amen. Diedreyund funffzigſte Predigt. DE CAVSA IMPVLSIVA POENITENTIKℳÆ, RATIONE NOSTRI, DECIMA, QUIA IMPOENITENTIHIM aIERN POENA: Von der zehenden bewegenden Urſach zu wahrer Buſe⸗/ aan unſer Seiten/ welche iſt der Unbußfertigen ewige Straffe. Apoc. 21. v. 8. Den Verzagten/ und Vnglaͤubigen/ und Greulichen/ und Todtſchlaͤgern/ und Hu⸗ rern/ und Zauberern/ und Abgoͤttiſchen/ und allen Luͤgnern/ Theil wirdſeyn in dan Pfuel der mit Feuer und Schweffel rennet. S ſpricht Eſa capzz. v n. alſo: Weh den Gottlo⸗ M ſen/ den ſie ſind boßhafftig/ und es wird jhnen vergolten wer⸗ M den/ wie ſiees verdienen. In dieſen Worten haben wir: — I. Impœnitentium deſcriptionem: Die Beſchreibung der elhueßenbn Die ſeyn/ — Vu in 1. Impij; — — —.———— heee 342 Wie die ewige Straffe der nbußfertigen 3 1. Impij; Gottloſl Freylich/ freylich/ ſind die Llnbußfee 8 A Gottloß; Theils an Gottes Seiten Da ſind ſir loß von Gottes Gna⸗ de und ſeiner gnadreichen Gegenwart: Dan Gott:ſt ferne von den Gon⸗ loſen. Prov. 1 verſ.29. Ihre Vn ugend ſcheidet ſie und jhren Goꝛt von⸗ tinander. Eſa. 59. v. 2. Theils an jhrer Seiten; Dann ſie leben alſo/ atz wenn kein Gott ſey/ der ſie ſtraffen werde/ ſondern ale wann ſie von ſeina Macht recht loß ſeyn: Alſo ſagte Pharao: Wer iſi der HEn/ deſſn Stimme ich hoͤren muͤſſe. Exod.˖ v.ꝛ. In allen jhren Tuͤcken halten ſi Gott fuͤr nichts/ Pſ. 10 v. 4. Sie ſprechen in jhrem Hertzen/ es ſey kan Gott. Pſ. 4 v. J. b b 2. Malirioſi; Boßhafftige: Das Boͤſe hat ſie alſo eingenommmn/ daß ſie ein habirum darin bekommen/ und nichts dann Boͤſes gedencki reden unthun: Das Boͤſe meideni jhnen ein Greuel. Prov 3.v. 9. Ihn Hertz trachtet nach ſchadẽ/ un jhre ppẽ rathẽ zu Un gluͤck. Prov. 24. va. Il. Pœnæ denunciationẽ: Die Ankundigung der Strafferas r. Doloris: Das Weh: Welches iſt ein Weh jhrer Stelen. Eſa.z3. v. Daß ſie endlich und ſchmertzlich klagen und ſagen ſollen: O weh daß wir ſo geſuͤndiget haben. Thren.; v. 16. 2. Compenſationis: Deß Vergeltens: Es ſol ihnen vergolten werden/ wie ſie es verdienen: Got wil nit ſchweigen/ ſondern bezablen und ſie in jhren Buſſem bezahls. Eſa. 65. v.6. Er wil jhnen vergelten nach ihrem Verdienſi/ und nach den Wercken ihrer Haͤnde. Jer. 2. v. 14. G wiles jhnen eilend und bald wieder vergelten auff jhren Kopff. Joel.3.v4. Dieſes ſolte billich alle Gottloſen zuſ chleuniger und ernſtlicher Buſſe auffwecken/ Aber weilen ſie ſolches nicht achten/ ſollen ſie erfahren ditewi⸗ ge Straffe/ davon allhie Johannes redet/ weſches Worte wir wollenfuͤ uns nehmen/ und beſchauen/ b Wie daß dieerſchreckliche/ hoͤlliſche/ und ewige Strafe/ al G ottloſen zu wahrer Buſſe auffmuntern ſolle. Der Allmaͤchtige verleyhe ſeine Gnade/ daß wirs alſo erwegen/ daß wiͦt ntcht an den Ort der ewigen Quaalkommen moͤgen/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Wir haben in verleſenen Worten: g . Impiorum variorum Lelgartionem DieErzehlunggile Sethwir dMcbel ruſft Geeißm tnant nädunz adt 1 Siindeſtt deſſenGm Knd tan tan daow n damnſ rachꝛd Janee rawidg WMſſechn badantin ſtetung ghenunſ tinergnſ he dluta Machen geſbigt 2 um on Gate Lae didum ſi teena, ungſſeteng de HErx 5 aza a o dngene Bäſesgean dwona der Siuffe dch ſra d ſagenſalan hnenorge ſondme ſen vergelane Jer. bn dopff Jathee eerfahtaun rewrcol Strafi mſoll. rvegen jgen un. 8 rxclun 1 1 uus zu wahrer Buſſe bewegen ſbr. 343 Gottloſen: Von welchen wir ins gemein muͤſſen in acht nehmen/ daß die ſelbe allhie verſtanden werden/ ſo in ſolchen Suͤnden biß an jihr Ende unbußfertig verharren; Dann bey den Bußfertigen heiſſet es: Wo die Suͤnde iſt maͤchtig worden/ da iſt die Gnade Gottes viel maͤchtiger. Ro⸗ man. 5. v. 20. wie ſolches an David/ Manaſſe und Petro zu erſehen. Es wird uns aber allhie eine ſolche Geſellſchafft vorgeſtellet/ deren ſich nie⸗ mand nur allein der Teuffel erfreuet: als da ſeyn/ b I. Deſperantes: Verzagte: Dieſe ſind diefenige/ ſo wegen jhrer Suͤnde ſich fuͤr Gott/ als einem geſtrengen Richter/ fuͤrchten/ und an deſſen Gnade verzweiffeln: Den ſelben kompt endlich was ſie fuͤrchten/ und zwar wie ein Sturm. Prov 1. v. 7. Dann was die Gottloſen fuͤrch⸗ ten/ das wird jhnen begegnen. Prov. 10. v. 24. Wehe ſolchen Verzag⸗ een/ dann ſie glaͤuben nicht/ darum w enſie auch nicht beſchirmet Sy⸗ rach 2. v. 1v5. Solche Geſellen waren Cam/ Saul/ Achitopel und Judas: Jener Poln iſcher Edelmann hatte ſeine Bauren unertraͤglich beſchwe⸗ ret/ wird gefaͤhrlich kranck/ und von Predigern zu wahrer und ernſtlicher Buſſe ermahnt/ aber er hat geantwortet: Er ſey mit Leib und Seel verdamt/ und habe ſich keiner Gnade zu Gott/ zu verſehen/ dann er were ſchon von Gott auß gerechtem Gerichte der Gewalt der Teuffel uͤber⸗ 7 1 Strign. conc. 14. de con- geben/ und haben die Imbſtehenden vermercket/ ein Getuͤmmel/ als wann ſcient. einer grauſam geſchlagen wuͤrde/ wie dann auch an deß Krancken Lei⸗ be blutruͤnſtige Striemen geſpuͤhret worden/ worauff der unſelige Menſch endlich ſeine Seele mit Schrecken/ Zittern und Zagen auß⸗ geſptyet. Solte uns ein ſolches nicht zu wahrer Buſſe reitzen und be⸗ wegen! 2. Infideles: Vnglaͤubige: Dieſe ſind diejenige/ ſo Gottes Wort Verheiſſung und HOraͤuung mit glaͤubigem Hertzen nicht wol⸗ len auff und annehmen: Da verwundert ſich Chriſtus uͤber den Vn⸗ glauben deren zu Nazarerh. Mare. s. verſ. 6. Vnd derſelbe iſt die ſonder⸗ liche Suͤnde/ umd welche der H. Geiſt die Welt ſiraffet. Joh. 16. verſ 9. Solche ſind dem Evangelio ungehorſam. Rom. 10. v. 6. Vnd werden wegen jhres Vnglaubens auß dem geiſtlichen Oelbaum außgebrochen. Rom. 1.. v. 201 Weilen ſie nicht glaͤuben wollẽ an die Barmhertzig keit/ ſo jhnen von G Ott vorgeſtellet. ibid. verſ. 31. Dieſen jhr Lohn iſt die ewige Ver⸗ In ejus vita. Be 8 8„“ ——y 344 Wie die ewige Straffe der Unbußfertlgen Verdamnuͤß; Dann wer niche glaͤubet/ der ſoll verdampt werden. Marc. 16. v. 16. Der Zorn Gottes bleibet uͤber ſie. Joh 3.v. 36. Wa nun dieſes nicht wil erfahren/ der bekehre ſich in der Zeit der Gnaden/ —=—. ————jj— — und ergreiffe Gottes Gnade und Chriſti Verdienſt mit feſtem Glaub 3. Execrabiles: Greuliche: Dieſe ſind Leute/ ſo Gottes undſi⸗ nes Wortes ſpotten/ und aller Boßheit ſich ergeben/ ſolche muthwull⸗ ge und vorſetzliche Suͤnder/ an welchen Gott ein Greuel hat. Pſal⸗ v. 7. Chriſtus nennet ſie Verfluchte. Matth. 25. v. 41. Weilen ſie da greulichen Fluch deß Geſetzes/ vorſetzlich auff ſich geladen: Dahernen⸗ net ſie Petrus auch verfluchte Leute. 2. Pet. 2. v. 4. Vnd ſollen ſolche Leute zum Fluch/ zum Wunder/ Schwur und ſchanden werden. Jar. 42. v. 18. Wollen wir nun unter dieſer Zahl nicht gerechnet werden/ o muͤſſen wir ſolchem Elend mit wahrer Buſſe zuvor kommen/ ſo werden wir auß verfluchten/ liebe und angenehme Kinder Gottes/ gernewil uns Gott lieben/ und ſein Zorn ſoll ſich von uns wenden. Hoſe. 14. v.ſ. 4. Homicidæ: Todſchlaͤger: Deren werden unterſchiedliche gefunden/ viele toͤdten jhren Nechſten in jhrem Hertzen; Dann werſei⸗ nen Bruder haſſet/ der iſt ein Todſchlaͤger. 1. Joh. 3.v. 17. Vieletodten jhren Naͤchſten mit dem Munde/ und ſchlagen jhren Naͤch ſten mit jhran Zungen tod. Jer 18. v. 8. Viele/ mit jhren abſcheulichen Gebaͤrden/ ve⸗ ſtellen jr Geſichte/ wie Cain gegen Abel Gen. 4.v z. Viele euſſerlich m thren Haͤnden/ wte Cain hernacher den Abel Gen. 4.v. 8. Undduͤrfn viel Exempel in Gottes Wort gefunden werden: Dieſe alzuſammen ha⸗ ben nicht das ewige leben bey jhnen bl iben. J. Joh. v. Ein Menſchde am Blut einer Seelen unrecht thut/ der wird nicht erhalten/ ob er auchm die Hoͤlle fuͤhre. Prov. 28. v. 27. Das iſt/ in dieverborgenſte Oerterſic verſteckte. Alſo ſehreibet Suetonius von denen ſoden erſten Roͤmiſchen Keyſer lulio Cælare, daß von denẽ ſo jhn erwuͤrget keiner uͤber drey Jaht geleber/ und ſeyn alzuſammen elendiglich umbs Leben gekommen. Diſe Vbelthaͤter ſollen bald bald zu ernſter Buſſe greiffen/ damit jhre Suͤnde V durch Chriſti Todt moͤge außgeſoͤhnet werden. § Scortatores⸗Hurer: Darunter alle die fenigebegriſſmwen den/ ſo durchunreine Luſt und Begierdejhren Leib beflecken: Dieſ ſind Gott verhaſſete Suͤnder: Daher hat er ernſtlich verbotten/ es ſollekeine Hure unter den Toͤchtern Iſrael/ und kein Hurer unter den Saf — rchnete ommenſon Hottts/ im den. Näſeug n unranſtet en; Dann eIſ. Vrt Nächſam en Gehite Dikecuſedt v.. Uhhe eatzuſanm „Enda alten obe genſteet erſten Jän nribenm komunen. amit ſhe 6 uns zu wahrer Buſſe beivegen ſoll. 34/ Iſrael ſeyn. Deut. 23. v. 1. Wir ſollen uns fuͤr allerley Hurerey huͤten. Tob. 4. v. 3. Sie ſoll von uns nicht geſagt werden. Eph. 5. v.. Son⸗ ſten wil ſie Gott ſtraffen mit Armuth: Dann eine Hure bringet einen umbs Brod. Prov. 6. v. 26. Sie ſollen Molten und Wuͤrme zu Lohn haben/ und verdorren andern zum mercklichen Exempel. Spr. 19. v.. Ihre Schande wirdnimmermehr vertilget. Syrach. 23.v. 36. Sie ſollen das Reich Gontes nicht ererben. 1. Cor. 6. v.9. leq. Welches alles ſolche zu wahrer und hertzlicher Buſſe billich treiben ſol. 6. kenekei utentes: Zauberer: Dieſer ſind zweyerley: Etzliche 1. Veneficio corporali: Mit leiblichem Gifft; Damit ſie Menſchen und Vieh beſchaͤdigen/ und mit dem Teuffel und ſeinen Wercken Gemeinſchafft haben/ wie die Egyptiſchen Zauberer. Exod.. undd. capp. Zu ſolcher Suͤnde haben ſich auch die Iſraelitẽ verfuͤhren laſ⸗ ſen 2. Reg. 17. v. 17. Simon der Zauberer/ bezauberte das Samaritiſche Volck. Act. 8. v. 3. Dieſe iſt eineerſchreckliche Suͤnde/ nachdemmahl ſolche Gott verlaſſen/ und ſich an den Teuffel haͤngen: Solche wil Gott außrotten. Mich. 5. v. 12. Er wil wider ſe olche Zauberer ein ſchneller Zeuge ſeyn. Mal. z. v.. 2. Veneficio ſpirituali; Mit geiſtlichem Gifft; Als die falſche Lehrer: Die bezauberen dieſelbe ſo ſie verfuͤhren/ daß ſie der Warheit nicht gehorche. Gal.3. v... Die Babyloniſche Hurel der Bapſt zu Rom) hat jhre Zauberey alle Heyden verirret. Apoc. 18. v. 2z. Die ſich in der Gnaden⸗Zeit von dieſen nicht bekehren/ werden die erſchreckliche Straffe mabnnarun daß ſienicht Buſſe gethan fur jhre Zauberey. Apoc.9. ver.ZI. 7. Idolorum cultores: Abgottiſche: Dieſelben ſind zweyerley Art: Theils Grobe. Die haben andere Goͤtter. Erod. 20. v. 3. Ihre Goͤ⸗ tzen ſind ſilber und Gold/ von Menſchen Haͤnden gemacht. Pſalm. uz. verſ. 4. Unter dieſe grobe Goͤtzen⸗Diener gehoͤren unter uns die Mam⸗ mons⸗Diener/ welche jhr Hertze an den Reichthum haͤngen Pſalm. 62. v. u. So außtruͤcklich Goͤtzen⸗Diener genennet werden. Epheſ.. verſ.⸗. Dann ſie ſtellen das Geld zu jhrer Zuverſicht/ und zudem Gold⸗Klum⸗ ben/ ſagen ſie/ mein Troſt. Hiob. 31. v. 24. Und diejenigen welchen der Dauch jhr Gott iſt. Phil.3. v. 19. Das iſt/ welcheybr fleiſchlichen 85 x 44 8 4 4 Zwing. Vol. 18. Pag.3417. O ihr unl ußferuge Hertzen/ immer an dieſen Pfuel Da wind Gontute 345 Wie die ewige Straffe der Unbußfertigen ſien und Begierden alſo dienen/ als ob ſie jhr Gott waͤren; Theils ſubli wann man zu Gottes Worte zu oder abthut/ welches Gott verbotn. Daß Deut. 4.v. 2. Da wird Gott ohn Urſach mit Menſchen Satzung gah⸗ ret. Mich. 15. v.). Von den Baͤpſtlern: Da wird menſchlicher Ha ſtand und Erfindung dem Worte Gottes fuͤrgezogẽ/ und jhm zum Rich⸗ ſchnur geſetzet/ wohin der Hirn⸗Goͤtze der Calviniſten/ das Palladium deß bloſſen Rathſchluß Gottes gehoͤret: Alle dieſe Goͤtzen⸗Diener dieſem Dienſie vor ſtehen/ und jhn mit Mund und Federn verthaͤdigen/ haben kein Erbe an dem Reich Gottes und Chriſti Eph. z. verſ./. Esſe dann daß ſie wahre rechtſchaffene Buſſe thun/ welches wir jhnen vo Hertzen goͤnnen und wuͤnſchen. S. Mendaces: Lügener: Deren eine groſſe Zunfft iſt Selche falſche Maͤuler ſind Gott ein Greuel. Prov. 12. v. 22. Dann ſiehabn falſche Zungen in jhrem Halſſe. Mich. 6. v. 1z. Sie gewehnen ſich de Luͤgen/ welches eine ſchaͤndliche Gewonheit iſt. Syr. 7. v. 15. Danneh Ditb iſt nicht ſo boͤſe als ein Menſch der ſich zu Luͤgen gewehnet/ aber letzte kommen ſie beyde an den Galgen. Syt. 20. v. 27. Aber gleich wiede Gifft eine ſolche Krafft hat/ daß wan man jhn nur in den Mund nimp ſo toͤdtet erden Menſchen: Alſo iſt die Luͤgen ein ſolcher Gifft/ ſo die Ge⸗ le toͤdtet. Sap. 1.v. 1. Wer bey den Perſern und Indianern dreymalauf einer Luͤgen ward ertappet/ der ward ſo lange er lebete ein Stillſchweign aufferlegt/ und zu keinem Oberlichen Stande befodert. Konnethus K nig in Schott⸗Land hat ein Geſetze geben/ daß der jenige ſo auff ein gen/ ſeinem Naͤchſten damit ſchaͤdlich zu ſeyn betroffen/ keinen Degn mehr tragen/ und ſich aller ehrlichen Zuſammenkunfften enthalten muͤß ſen. Dieſes ſol ſolche Leute billich zu wahrer Buſſe bewegen/ und daß ſi die Luͤgen ablegen/ und reden die Warheit/ em jeglicher mit ſeinem Nich ſten. Eptveen a. œuna denunciationem: Die Verkuͤndigung der Straf⸗ fe: Ihr Theil ſolſeyn in dem Pfuel der mit Feuel ung Schrſtt brennet: O der greulichen! Oder erſchrecklichen Straffe Bedenckabe⸗ dencke doch/ Odu gottloſer Menſch/ was wenig Tropffen gluͤedes Schweffels an einem menſchlichen Leibe für einen Schmertzen konnan zu Wege bringen; AWas muß es dann ſeyn/ wann einer in einen groſſen Pfuel vol brenjendes Schweffels geworffen wird Gedencket/ gedenckel 14 blol keitzuEr then St uchen tenlagſe bigtnoge Watte gevehnn Iber glche den Murdn Gifä ſode nerndrom in Sälſcer t. Konnechas geſoauffen ſen kinend tenenthal vegen un mitſeanan zungdes rundSt affe Ben⸗ Tryyffan chmata er inauunt 7 denckeg daunhbeſ uns zu wahrer Buſſe beivegen ſol. 347 die Vnbußfertigen regnen laſſen/ Blitz/ Feuer und Schweffel. Pſ. 11. v. 6. Da iſt Feuer und Holtzes die Menge/ und der Odem deß HErrn wird ſie anzuͤnden/ wie einen Schweffel⸗Strom. Eſa. 30. v. 3. Da werden der Goitloſen Baͤche zu Pech werden/ und die Erde zu Schweffel. Eſa. 34. v. 9· Sie werden brennen in ewigem Feuer. Matth z v. 121. Es wird ein Feuer⸗Ofen da ſeyn. Matth. 13. v. 42. Eine peinigende Flamme. Luc. 16.v. 24. Sie werden gequelet werden mit Feuer und Schweffel/ und der Rauch jhrer Quaal wird auffſteigen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Apoc. 14.v. 10. ſeq. Sie werden gequelet werden Tag und Nacht/ von Ewig⸗ keit zu Ewigkeit. Apoc 20. v. 10 O der erſchrecklichen: O der unbegreiffli⸗ chen Straffe! Wie Keyſer Tiberius auff eine Zeit die Gefaͤngnuͤß be⸗ ſuchete/ und ein lang Gefangener bath/ er wolle jhn doch endlich hinrich⸗ ten laſſen/ antwortet der Keyſer: NNondum tecum in gratiam redi: Du guetog in biſt noch nicht mit mir verſoͤhnet: Hielts alſo fuͤr eine Gnade/ wann ein Tiber— VPbelthaͤter bald abgeſtraffet wurde: Alſo werden die Verdamten in alle aK.. Ewigkeit nicht abgeſtrafft werden/ weilen keine Ver ſoͤhnung fuͤr jhre Guͤnde mehr vorhanden: Dieſes ſol uns billich zu fleiſſiger und ernſili⸗. cher Buſſe auffwecken: Non ſinit in gehennam incidere, gehennæ An aez0, meminiſſe, ſagt Chryſoſtomus: Das iſt: An die Höoͤlle offt gedencken/ acl K. £ laͤſſet nicht zur Hoͤllen fahren/ welches uns unſer himliſcher Vater ver⸗ bähen wolle/ umb deß Hoͤllen Zerſtoͤrers Jeſu Chriſti willen Amen/ men. Die vier und funfftzigſte Predigt. 87 DE CAVSA IMPVLSIVA POENITENTIEÆ, RATIONE NOSTRI, UMDECIMA, QlHæ POENITENTIIIM FPELICITAS TERNA. b Von der eilfften beivegenden Urſach zu wahrer Buſſe/ an unſer Seiten/ welche der Bußfertigen ewige Gluͤckſeligkeit. Actor. II. v. g. Gott hat auch den Heyden Buſſe gegeben zum Leben. Xr ij Es — B3“ 1 8 11 — 4— ———————— K 2 8———— 1 ——,———— 1 2— 3— 7. 3— 3———— —— 7 † 1 8 1 32 4 4„ —— 2 1 1 ————— 2 ———————— 3 ————————--—;;’’’’’ꝛxꝛ—-—-— 4**—— ————————— 4 —.— 5 4———————.—* —. 4 —— 4— —.———— ——————— A—————— —————— 2——. 8 —— 3 — 2 5 1 4 17 — 8 41 ——————— 5 1— 8 — 4. —— ³ 8—* 2—— — 8 2— — e— 4 4 8 34 . 4 8 3 —— — 4. 3 8.— A — 3* 4 4 —*— 4* Wie die ewige Gluͤckſeligkeit der Bußfertigen Sſpricht Gott Ezech. 18. verſ.32. alſo: Bekehtet euch ſo werdet jhr leben: In dieſen Worten haben wit: 7 1. Dei mandatum: Gottes Befehl: Bekehret euch. Wir ſind leider von Natur verkehrte von Mutter Leib an. Wr Pſal. /8. v. 4. Eine verkehrte Art. Matth. 17. v. 17. Ein verkehrt Ge⸗ ſchlechte. Phil 2. verſ. 15. Da befihlet nun Goit wir ſollen uns bekehten das iſt/ ſeim Wort hoͤren/ unſer ſuͤndliches Weſen auß demſelben erkan⸗ nen/ und die Mittel unſer Bekehrung nach demſelben in acht nehmen. Daher ruffet er: Wendet euch zu mir/ ſo werdet jhr ſelig aller Welt En⸗ de. E ſa. 45. v. 22. Kehre wieder/ du abtruͤnniges Geſchlecht/ ſo wil ich mein Angeſicht nicht gegen euch verſtellen. Jer. 3. v. 1z. Da gebeut Gott allen Menſchen an allen Enden. Act. 17. v. z0. Daß ſie ſich ſollen bekeh⸗ ren von der Finſternis zum Liecht/ und von der Gewalt deß Satans zu Gort) zu empfahen Vergebung der Suͤnden. Act. 26. v. 18. Das iſt ſa ein allergnaͤdigſter und uns hochnuͤtzlicher Befehl. 2. Dei promifſum; Gottes Verheiſſumg; So werdet iht leben/ ſo werdet jhr deß geiſtlichen und ewigen Lebens theilhafftig wa⸗ den: Dann Gott hat keinen Gefallen am Tode deß Sterbenden. Ezich 18. v.3 2. Das iſt/ daran daß ein Suͤnder in ſeinem geiſtlichen Suͤnden Tode/ auch deß ewigen Todes ſtirbet: Warum wollet dl o 19.W. wollet hr ſterben? ſprichh er. Szech. 3.v.u. Verſtche deß ewigen Todes. Ach was wenden vit groſſen Fleiß an/ das zeitliche Leben zu erhalten? Wie viele Krancke ſa⸗ gen: Ach moͤehte ich geſund werden/ ich wolte alle das Meinige daſ wenden: Alles was ein Mann hat laͤſſet er fuͤr ſein Leben/ ſagt der Sa⸗ tan. Hiob 2. v. 4. Und die elende verſtockte Menſchen/ wollen ſhre Sin⸗ de nicht verlaſſen daß ſie das geiſiliche und ewige Leben erlangten Das zeftliche Leben aller Menſchen allhie auff Erden iſt ja mit Truͦh ſal und Eiend durch und durch verſaltzen: Aber im Geiſtlichen haben 3 Priede mit Gott/ Freude deß Hertzen/ Froͤlichkeit deß Gewiſſens achtung alles Creutzes und Widerwertigkeit: Im ewigen Leben aber/ eine ſolche Freude die kein Auge geſehen/ kein Ohr gehoͤret/ und in keines Menſchen Herz kommeniſt.. C Zudi lch iſt.. Cor. 2. v.). Zu dieſen beyden Lleben gelangen wir durch wahre Buſſſe/ wie unſere verleſene Wortemitſich e fuͤhren/ auß welchen wi wollen anſchauen; 3 er auchd rehin nichtbon vonunzſc lſchelaa offtdiß Dagaden tſichſalage altdeß Eaa⸗ :v. Da „So ac stheltſtte Sterbendee ſtliche Ein Ihr ſaben was wada eviele Kranh as Maige ben ſage wollenſylö (eben elm wiſ ja mil⸗ Geſlche di diß Gan Im enie ht gehönn dieſenbehn ene Wantt 4 * — uns zu wahrer Buſſe beivegen ſor. 340 Wie geiſtliches und ewiges Leben/ uns zu wahrer Buſſe leiten und fuͤhren ſolle. Der grundguͤtige Gott/ erwecke unſere Hertzen durch ſeinen H. Geiſt/ daß ein hertzliche Begierde dieſer beyder Leben hiedurch nage ange⸗ zůndet werden/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. 4 Nachdem der Apoſtel Petrus im Hauſe deß Hauptmanns Cor⸗ neliſ Gottes Wort mit groſſem Nutzen gepredigt/ und viele Heyden dadurch glaͤubig worden/ hat die glaͤubige Juden ſolches hefftig verdroſ⸗ ſen/ daß Petrus mit den Heyden auch alſo umbgangen: Petrus aber heweiſet/ daß es der gnaͤdige Wille Gottes geweſen/ dem er nicht wehren koͤnnen noch ſollen: Da ſie ſolches gehoͤret/ haben ſie Gott gelobet/ daß er eu den Heyden Buſſe gegeben zum Leben: Da wir muͤſſen in acht nehmen: 1 b I. Pœnitentiæ ortum: Woher die Buſſe komme: Sie komt nicht von uns ſelber: Denn unſer Tichten und Trachten(das iſt/ ſo von uns ſelber herkompt) iſt boͤſe immerdar. Gen. 6. v. ʒ. Wir ſitzen im Finſternis und Schatten des Todes, Luc.1. v. 79. UInd wann das him⸗ liſche Liecht/ ſchon in die Menſchliche Finſternis ſcheinet/ ſo wils doch offt die Finſternis nicht begreiffen. Johan. J. verſ. 5. Es kan niemand zu Chriſtokommen/ es ſey dann daß jhn der Vater ziehe. Johan. 6. v. 44. Welcher ſich aller erbarmet)/ die ſich ziehen laſſen/ und eiſſig ſein Wort hoͤren. Syr. 18. v. 14. Und deſſen Urſach iſt/ daß der natuͤrliche Menſch nichts vernimt vom Geiſt Gottes/ es iſt jhm ein Thor heit/ und kan es nicht erkennen. 1. Cor. 2. v. 4. Wir ſind nicht tuͤchtig von uns ſelber et⸗ was gules zu dencken/ als von uns ſelber/ ſondern das wir tuͤchtig ſind/ iſt b0r Gods 2. Cor. 3. v. 5. Weilen es alſo umb uns bewand/ ſo iſi wahre uſſe: 1. E Deo Von GottGott hat den Heyden die Buſſe gege⸗ ben: Der iſt derjenige ſo der Menſchen Hertze belehret. 1. Reg. 18. v. 3j7. Wann der uns bekehret/ ſo werden wir bekehret. Jer. 31. v. 18. Der muß uns wieder zu ſich bringen. Thren. 5. v. 11. Der muß das ſteinerne Hertz wegnehmen)/ und geben uns ein fleiſchern Hens Ezech. 36. perſ. 26. Da Xr ij wiy —————— 8—. 4—. 8 “ 8 1* —— 4— 5 2 2*—— 1. 54 8 ——————— — v“——* 4* ——— 4 1 4 —— R—* 1. ———ᷣᷣ hö—öö,—„——— QQ,—;————4j———M-— 2—— 1 ———— er——.—————.——— ———— 1 4— 5— — 1.— 8 —— 3——————— 4 —— 4 3—— 4— 5— 4 —— 8— 8 4 S 2 2—— mn=———— 4 — 1 — “ ——— 14 ——— —y —————— — —“ Nicet. Choniat. annal. lib. 2. fol. (mihi) 45. Wann Gott nach unſerm Verdienſte wolte mit uns verfahren/ ſobliehn —— 1 350 Wie die ewige Gluͤckſeligkeit der Bußfertigen wir in Suͤnden tod waren/ hat er uns ſampt Chriſto lebendig gemacht. Eph. 2. v.. Laſſet uns dieſes O Chriſtliche Hertzen zum allerfſeiſſigſte Photinianiſchen Barmhertzigkeit/ auch nicht mit dem Calviniſchen bloſſen Rathſchluß/ ſondern durch ſeine allergnaͤdigſte uns fuͤrgeſchrie⸗ bene Mittel/ welche ſeyn Gottes Wort und Sacrament/ wer dieſelbeven achtet/ der verachtet Gottes Rath wider ſich ſelbſt. Lue. 7. v. 30. Dieh⸗ ben abtruͤnnige ungehorſame Herten. Jer. 5. v. 23. Sie ſind dem Mun⸗ de Gottes ungehorſam Thren. 1. verſ. 8. Sie ſind wiederſpenſtige un ſtachlichte Dornen. Ezech. 2. v. 6. Vnter dieſer Zahl ſollen wir uns mih finden laſſen: Dann uͤber dieſelbe ſol Vngnade und Jorn kommen Rom. 2.v. 8. Man ſchreibet von den Cchaſtis/ daß ſie ihre Fuͤrſten alſofͤrch⸗ ten undehren/ daß ſie deroſelben Befehlich außrichten/ mit ſolcher Fteu⸗ digkeit/ daß wan dieſelben nur mit den Augen wincken/ ſie ſich vondn: Felſen ſtuͤrtzen/ in die Schwerdter lauffen/ auch in Waſſer und Feu ſpringen: Iſt es dann nicht zuerbarmen/ ja mit blutigen Thraͤnen zube weinen/ daß wir elende Menſchen/ unſer allerhoͤchſten Obrigkeit zumn⸗ ſeren eigenen beſten alſo ungehorſam erfunden werdeneꝛ· 2 Ex Deidono: Auß Gottes Gab: Gott hats gegeben⸗ Wi verdienen es nicht umb Gott/ daß er uns zur Buſſe leitet: Ach nen wir in unſern Saͤnden/ zu zeitlichem und ewigem Verderben: Derohal ben erbarmet ſich unſer der allerguͤtigſter Gott/ und giebt uns die Muui zu ſolcher Buſſe auch die Gnade der Bekehrung/ wann wir die Milil nicht verachten oder der Gnade wuͤrcklich wider ſirebenꝛ Der gibt uns ein Herzz das verſiaͤndig iſt/ Augen die da ſehen/ Ohren die da hoͤren. Dat 29.v. 4. Er gibt Iſrael Buß und Vergebung der Suͤnden. Act.5.vzt Er gibtden Gottloſen Buſſe/ die Warheit zu erkennen/ daß ſie wide nuͤchtern werden auß den Stricken deß Teuffels/ von dem ſie gefangen ſind zu ſeinem Willen. z. Tim. 2. v. 25. ſeq. Laſſet uns dieſes/ O Chriſtl⸗ che Hertzen/ wol in acht nehmen/ wollen wir uns warhafftig und Goll wolgefaͤllig bekehren/ muͤſſen wir Gott umb ſeine Gnade anruffen und bethen: Schaffe du in mir Gott ein reines Hertze. Pſalm. 1. verſ.ꝛ HeEn/ lehre du mich thun deinen Wolgeſallen. Pſalm. 143. 93 11 . eke 9— Aütra . Jezld in acht nehmen/ Gott bekehret uns nicht/ mit der abſoluten und bloſn Ull nhen mgengkete Uiüt 1. ſchen. d unſchudd 1Nes v.. G Pſalzan ten /undl mangelnd Düſßa Sv. J wiruneſet haGhun lebend um h oluntnun den Ci kewin nt. wex N V — 1 d.7 3o. „ Ae ſinddmg. vitderpaßg ſollen wie tn komma 6 W Jürſenat in ſieſtchw Waſſeu gen Thrina n Ohngintg 1 atsgegher ſeleitet Air verfahmſt adaben. De gübbtunsdal dannwirdin em Daghir diedahom. zͤnda At nen daßſſer 4 en dem ſitg sdiſſs O athaffttu nadeantuft Pfom .13 Sſolm. 1 gfarn b uns zu wahrer Buſſe bewegen ſol. 351 Bekehre du mich HᷣEn/ ſo werde ich bekehret/ dann du biſt mein Gott. Jer. 31. v. 18. 8 II. Pœnitentiæ ſubjectum; Wer Buſſe gethan: Die Heyden: Dadurch werden allhie verſtanden die Voͤlcker/ ſo auſſer der Juͤdiſchen Kirchen geweſen/ und ins gemein Heyden genant/ und den Juden ent⸗ gegen geſetzet werden: Sonſten iſt der gnaͤdige Wille Gottes/ daß alle Menſchen ſich zu jhm bekehren ſollen: Welches beweiſet: 1. Communis conditio: Der gemeine Zuſtand der Men⸗ ſchen: Denn alle Menſchen ſind Suͤnder/ weilen fuͤr Gott niemand unſchuldig iſt. Exod. 36. v. 7. Vnd kein Menſch iſt/ der nicht ſuͤndige. I. Reg. s. o. 46. Unter ſeinen Heiligen iſt keiner ohne Tadel. Hiob. 15. v. 15. Sondern ſie muͤſſen alle umb Vergebung der Suͤnden bitten. Pſal. 32. v. 6. Weilen niemand ſagen kan/ ich bin rein in meinem Her⸗ tzen/ und lauter von meinen Suͤnden. Prov. 20. v. o. Sintemal/ wir alle mangeln deß Ruhms/ welchen wir fuͤr Gott haben ſolten. Rom. 3.v.23. Vnd iſt alſo die Suͤnde zu allen Menſchen hindurch gedrungen. Rom. 5. v. 12. Vnd ſo wir wuͤrden ſagen/ wir haͤtten keine Suͤnde/ ſo betroͤgen wir uns ſelber/ und die Warheit waͤre nicht in uns. 1. Joh. 1. v. 9. Alſo hat Gott alles unter den Unglauben beſchloſſen/ auff daß er ſich aller erbarme. Rom. II. v. z2. Und weilen die Sunde allgemein iſt/ ſo iſt auch die Gnade allgemein: Ja wo die Suͤnde maͤchtig geworden iſt/ da iſt die Gnade viel maͤchtiger worden. Rom. 5. v. 20. Nullum peccatum ma- Homil. 19. gnitudine ſua ſuperat Dei miſericordiam, ſi modo juſto tempore in Geneſ. agas pœnitentiam, ſagt Chryſoſtomus: Das iſt; Keine Suͤnde uͤber⸗ trifft mit jhrer Groͤſſe/ die Barmhertzigkeit Gottes/ wann du nur zu rechter Zeit Buſſe thuſt. b 2. Communis ad pœnitentiam vocatio; Der allgemeine Be⸗ ruff zur Buſſe: Johannes der Taͤuffer ruffet ins gemein: Thut Buſ⸗ ſe/ das Himmelreich iſt nahe herbey kommen. Matth. z verſ.2. Welche Worte der Sohn Gottes wiederholet. Matth. 4. v. 1⁷. Derſelde ruffet mit ſo heller Stimme: Kompt her zu mir alle die jhr muͤhſelig und bela⸗ den ſeyd/ ich wil euch erquicken. Matt. I1. v. 28. Petrus laͤſſet auch ſeine Stimmee erſchallen: Thut Buſſe/ und la ſſe ſich ein jeglicher tauffen/ auf den Namen JeſuChriſti zu Vergebung der Suͤndẽ. Act. 2. v. 38. Vnd zu dieſem ende hat Chriſus ſeine Juͤnger außgeſand/ zu predigen 9 fie b amen ——— ————— 85 1 5 *. 4 2—— 8— 1 8 4 — 1 — 1 5— 8 8 — 14 8 — * 1 ———— 2————— ¹ 8 ———————————ÿ ͦ— ——ÿ“————————— —*———— X————— 8. 4 „——— — 6 1 — 4 3 3— 5 ———— 4— 5= B ————— 3 ——— —*— 4 ————— 1 14 352 Wie die ewige Gluͤckſeligkeit der Bußfertigen b Namen Buß und Vergebung der Suͤnden unter allen Voͤlckern. Au. 24 verſ. 47. Ja/ Gott gebeut allen Menſchen/ an allen ehun. Act. 17. v. 30. Dieſer goͤttliche Wille und ernſter Befehl Gottes ſol uns billich auffmuntern/ daß wir in der thun. Die Alſaſini waren Syriſche Voͤlcker/ ſo jhre Wohnung mhe ferne vom Antlibano hatten/ waren jhrem Koͤnige ſo gehorſam/ daßwe Zwing. ein Graff von Campanien an denſelben Ort gar widerſpenſtig. hat den Heyden Buſſ III. Pœnitentiæ fructum; Die — glhie verſtanden: Natur ge Seelen/ Serm. 26. O ſup. Cant. 1. Vita ſpirituali wegen der Suͤnde Von ſolchen ſpricht Chriſt Todten begraben. Matth. 8. v. Dieſer mein Sohn war tod/ un Solche ſeyn in Suͤnden todt. Opus mortis, horrendum di Todes Wirckung/ iſt eine erſchreckliche von dieſem geiſtlichen Tode wol tes Gnade und vaͤterlicher Hul chẽ Tode errettet uns die rechtſ Todten die gnadreiche auffweck leben. Joh.. v. 25,. Da lebet C das Lebẽ das auß Gott iſt. Ep v. 8. O deß ſeeligen Lebens che Muͤnch⸗und Nonnen⸗Lebe Leben. Enden Buſſezu Zeit der Gnaden wahre Buſe n gekommen/ und der Koͤng Vol.19. ein Exempel ſolches Gehorſams dem Graffen zeigen wollen/ er ſhm eth Ps. 3594 che Maͤnner auff einem hohen Thurm gezeiget/ und einem unter denſel⸗ ben geruffen/ daß er ſich herab ſtuͤrtzen ſolte/ welches er auch gethan/ und alsbald zu todte gefallen: Wie er nun auch anderen ſelbiges gebieten wol⸗ len/ hat jhn der Graff mi ſehr flehentlichen Bitte davon abgehalten: Aber Gott dem HErꝛn zu unſerm eigenen beſten Gehorſam zu ſeyn/ ſindwir Frucht wahrer Buſſe: Gott egegeben zum Leben: Durch dieſes Leben win Vit s Das geiſtliche Leben: Wir ſind /leidenven iſtlich tod/ welcher nichts anders iſt/ als eine Scheidung unſe von der gnadreichen Gegenwart Gotus Laß die(geiſtlich) Todten jhre(lalblich 2². Der Vater deß verlohrnen Sohns⸗ d iſt wieder lebendig worden. Luc. 15. va⸗ Eph. 2. v. I. Lebendig todt. 1. Tim.⸗ b.6. ſagt Bernhardus;, Das iſt Deß Scheidung: Das mag maauch ſagen/ in welchem unſere Seele von Gol dgantz geſchieden iſt. Von dieſem geiſi affene Buſſer Dann wann dieſe geiſtich ende Stimme Gottes hoͤten/ ſo ſollenſt hriſtus in uns. Gal. 2. v. 20. Da haben wi aß 4.v. 18. Wir leben dem HErrn. Rom 4 1 egen dieſes Leben iſt das vermeinte geiſii nein ſuͤndliches und Gott mißgefalisss ſodaäbe diäſeni zäühte u zwiczan en d emenint auche bigesgae mabgtzalal mzuſon ſe vrer Buſeg diſalten Wirſuden. eSchaduun jegenwane dten jh trlohrna Et orden Lue odt. Tn rdus Dabſt Dasmagwi er Statmn Pondiiſen wannditegf 1 4₰ 6 uns zu wahrer Buſſe bewegen ſo. 353 2. Vita perennis: Das ewige Leben: Weilen bußfertige Her⸗ tzen negſt/ Erkaͤndnuͤß/ Reu/ Leid und Abbitte bey Gott jhrer Suͤnde/ an Chriſtum glaͤuben/ ſollen ſie nicht verlohren werden/ ſondern das ewige Leben haben. Joh. 3.v. 16. Chriſti paſſio& obedientia, omnibus Super credentibus ſufficit ad ſalutem æternam; ſchreibet Haymo, welcher nith 5. umbs Jahr Chriſti 834. gelebet und Biſchoff zu Halberſtad geweſen: Das iſt: Chriſti Leiden und Gehorſam/ iſt allen Glaͤubigen gnug zur ewigen Seligkeit. Dawird Freude die Fuͤlle ſeyn/ und lieblich Weſen zur rechten Gottes immer und ewiglich. Pſal. 16. v. 1x. Da werden wir ſchauen Gottes Antlitz in Gerechtigkeit. Pſal. 1⁊. v. 1. Da ſollen wir truncken werden von den reichen Guͤtern deß Hauſe es Gottes. Pſal. 36. verſ. 9. Haben wir allhie mit Thraͤnen geſaͤet/ ſo werden wir allda mit Freuden erndten. Pſal. 126. v. ⸗. Da werden wir haben/ Gaudium ſu- per gaudium, gaudium vincens omne gaudium, extra quod non eſt In ſoliloq gaudium, wie Auguſtinus ſagt; Das iſt/ Freude uͤber Freude/ Freude-*. 36⸗ ſo da uͤberwindet alle Freude/ auſſer welcher iſt keine Freude. Solte uns dieſes nicht zu wahrer Buſſe anſtrengen? O wie fleiſſig ſind wir dieſes zeitliche Leben zu erhalten Was iſt aber ein ſolches Leben? Es iſt ein muͤhſeliges Leben: Wans koͤſtlich geweſen iſt/ ſo iſts ja nur Muͤh und Ar⸗ beit geweſen. Pſal. ↄ0. v. 1o. Aber da werden wir in Haͤuſern deß Friedes wohnen/ in ſichern Wohnungen/ und in ſtoltzer Ruhe. Eſa. 32. verſ. 18. Dieſes Leben iſt ein gefaͤhrliches Leben: Das offt nur ein Schritt iſt/ zwiſchen uns und dem Tode. J. Sam. 20. v. 3. Aber da ſind die Gerech⸗ ten in Gottes Hand/ und keine Quale ruͤhret ſie an. Sap. 3. v. 1. Die⸗ ſes Leben iſt ein unfriedliches Leben/ und muß ein gottſeliges Hertz im⸗ merdar im Streit ſeyn. Hiob. 7. v.. Aber da werden wir uns entſetzen uͤber den Friede welchen uns Gott geben wird. Jer. 33. v. 6. Dieſes Le⸗ ben iſt ein kurtzes Leben/ und kaum einer Hand breit fuͤr Gott. Pſal. 39. verſ. 7. Aber da iſt das ewige Leben/ zu welchem uns verhelffe Gott der Vater/ durch den heilige Geiſt/ umb JeſuCChriſti willen/ Amen/ Amen. Die fuͤnff und funfftzigſte Predigt. DE POENITENTIA SlBIECTO. Wer Buſſe thun ſole. 3„y 2. Det. 1 —ö—— —ͤͤ“———————. — 8.“ — 354 Wer Buſſe thun ſolle. b b b 2, Pet. 3. v. 9. Gott hat Gedult mit uns und wil nicht daß jemand verlohren werde/ ſondern daß ſich jederman zur Buſſe kehre. S ſpricht Chriſtus Luc. 24. v. 47. Daß er woll Nvredigen laſſen in ſeinem Namen/ Buß und Vergebungdet Suͤndenunter allen Voͤlckern. In dieſen Worten hahen wir ein dreyfachen Beweißthum/ der allgemeinen Gnade ann die iſt zu erſehen: 1. Ex prædicatione: Auß der Predigt: Chriſtus laͤſſetpre⸗ digen Vergebung der Suͤnden: Hierauß folget: So ferne ſich die Predigt deß Evangelij verſirecket/ ſo ferne ſtrerket ſich auch die Gnade Gottes/ ſo in Vergebung der Suͤnden beſtehet: Nun ſtrecket ſich aber di Predigt deß Evangelij auff alle Menſchen: Da Chriſtus befiehlet ſe⸗ nen Apoſteln/ ſie ſollen das Evangelium predigen allen Creaturen/ alle Menſchen und Voͤlckern) Marc. 16. v. 15. Auch denen ſo es von ſich ſioſſen/ und ſich ſelbſt nicht werth achten deß ewigen Lebens. Act. 33.v. 46. Denen es thꝛls ein Ergernis/ theils eine Thorheit iſt. 1. Cor. 1. v. 23, Do rowegen ſir ecket ſich auch die Gnade Gottes zu denſelben. b 2. Ex Chriſti nomine; Auß Chriſti Namen: Er laͤſſet predi gen in ſeinem Nahmen: Dadurch wird allhie verſtanden/ Chnſti Verdeenſt/dadurch er uns Vergebung der Suͤnden erworben: Duch dieſen ſeinen Nahmen empfahen Vergebung der Suͤnden alle die an ſhn glaͤuben. Act. 10. v. 43. Durch dieſen Namen werden wir gerecht·Co⸗ rinth. 6. v. u. Durch dieſen Namen werden uns die Suͤnde vergeben 1. Joh. 2.v. 12. Nun iſt aber das Verdienſt Chriſti allgemein: Dann iſt das Lamm Gottes das der Wele Suͤnde rraͤget⸗ ohan.1. v. 29. Dd Heyland der Welt. Joh. 4. verſ 4 get. Johan.. Welt Suͤnde. 1. Joh. 2. v. 2. W nden gern mittheilen. 3. Eomnigente: Auß allen Voͤlckern⸗Erls Voͤlckern; ßallen Voͤlckern: Er laͤſſet predigen allen ickern: Es ſt malle Lande außgangen der Apoſtel Schall um 3 b 8¼ behde ſhang hrituslin So ſent ich auchdech freckeſcha dniſtus bee n Cnaaur denen ſo om tbensAhn 1. Cot den. —n: Erliſſen derſtanden Cf erwofben d indenallote nwir geniche —— tSäͤndebegt lgeman:de gohan he ung fuͤrder ſen Vade denſelben l len. ſetpredig 1 —— Sch⸗ Wer Buſſe thun ſolle. unter alle Creatur/ die unter dem Himmeliſt. Col. 1. verſ. 23. Wie dann diejenige ſo neue Laͤnder durch Schiffart erfunden/ allenthalben An⸗ zeigung gefunden/ daß der Apoſtel Chriſti einer daſelbſt geweſen/ und Chriſtum geprediget. Dieſes bezeuget auch Petrus in verleſenen Wor⸗ ten/ auß welchen wir wollen betrachten Wie der vaͤterliche und ernſte Wille Gottes ſey/ daß alle Menſchen wahre Buſſe thun ſorllen.- Dieſer unſer gnaͤdigſte himliſche Vater/ gebe uns die Gnade ſeines hei⸗ ligen Geiſtes/ daß wir dieſen ſeinen Willen erfuͤllen moͤgen/ umb ſeines geliebten Sohns Jeſu Chriſti willen/ Amen. 2 Erklaͤrung. Es widerſetzen ſich allhie der gnadreichen goͤttliehen Warheit/ 3477 alle Welt ſhr Wort. Rom. 10⸗verſ. 18. Das Evangelium iſt gepredigt beydes Papiſten und Calviniſten: Bellarminus ſchreibet/ daß alle) den⸗ lib.. de ſchen nicht duͤrffen Buſſe thun/ ſondern allein die Suͤnder/ gerade als peœnitent. wann wir nicht alle(Chriſtum außgenommen) arme Suͤnder waͤren/ cap.19. und mangelten deß Ruhms/ den wir fuͤr Gott haben ſolten. Rom. 3. verſ. 23. Wil ſolches beweiſen auß dem Gebet Manaſſis. v.)†. Daß Gottdie Buſſe nicht habe geſetzet den Gerechten: Damit aber Manaſ⸗ ſes anzeiget/ daß die Buſſe nicht eben ſo noͤhtig ſey/ dem der gereeht wor⸗ den/ als dem der in ſeiner Ungerechtigkeit lebet. Darnach wil ers bewei⸗ ſen auß Chriſti Rede: Daß Gereehte ſollen ſeyn/ ſo der Buſſe nicht be⸗ duͤrffen. Luc. 15. v. 7. Da er doch nicht redet/ wie etzliche antworten/ von denen ſo warhafftig gerecht ſeyn/ ſondern ſo ſich einbilden/ daß ſie ge⸗ recht ſeyn/ oder auch: Es redet zwar Chriſtus de verè juſtis, von denen die warhafftig gerecht ſeyn/ und ſaget juxta notam in ſcholis diſtin- ctionem inter pœnitentiam ſtantium,& lapſorum, daß die der Buſſe nicht beduͤrffen/ nicht ſimpliciter und gar nicht/ ſondern auff die Art und Weiſe/ wie die Gottloſen/ wenn ſie Gott bekehret/ Buſſe thun. Sonſten haben wir das außtruͤckliche Wort Gottes/ daß er gebiete al⸗ Reſp. ad act. col. loq. Mom- len Menſchen an allen Enden Buſſe zu thun. Act. 17. v. zo. Dire Cal⸗ pelg. p. 2. E viniſten wollen/ daß Gott allein die Außerwehlten zu wahrer Buſſe p.08. gy ij I. Dei ruffe/ wie auß Beza, Bucano und andern zu erſehen. Aber unſere verle⸗ Loc. z0. ſene Worte ſagen viel ein anders/ und beweiſet ſolches: quæſt. 16. 356 Wer Buſſe thun ſolle. I. Dei patientia& longanimitas: Gottes Geduld:Gott hat Geduld mit uns: Allhie wenden etzliche Calviniſten fuͤr/ Petrusrede allein von den Außerwehlten/ weilen er ſich ſelber zu denjenigen rechn⸗/ mit welchen Gott Gedult habe. Aber wir halten jhnen dagegen fuͤr: 1. Morem Apoſtolicum: Der Apoſtel Gebrauch: Es iſi der ſelben Gebrauch/ daß ſie auß ſchuldiger Demut ſich mitſetzen unter die arme Suͤnder/ damit ſie jhre Zuhoͤrer deſto beſſer zum Gehorſam brin⸗ gen moͤgen: Laſſet uns ablegen die Wercke der Finſternuͤß/ ſpricht Pau⸗ lus. Rom. 13.v. 12. Laſſet uns von aller Befleckung deß Geiſtes und deß Fleiſches uns reinigen. 2. Cor. 7. verſ. t. IInd ſolcher Rede finden ſich mehr/ welche aber von den Außerwehlten allein nicht koͤnnen verſtan⸗ den werden. 2. Sermonis Petri ſubjectum; Die Leute von welchen Pe⸗ trus redet: Erreder in vorgehenden Worten von denen Gottloſen/ die Verheiſſung Gottes in Zweiffel ziehen/ und muthwillig unwiſſend ſeyn/ daß er mit ſolchen Geduld habe/ daß ſie ſich bekehren und ſel werden moͤgen. Welches von den alleinigen Außerwehlten kan gereden werden. Sintemal in dem Hauffen ſolcher Gottloſen die meiſten ſind die verdampt werden. b 3. Pauli ſuffragium: Pauli Zuſtimmung: Welcher außtruck⸗ lich ſagt; Daß Goti Geduld habe mit den Gottloſen/ ſo da verachtn den Reichthum ſeiner Guͤte/ Geduld und Langmuͤtigkeit/ dadurch er ſit gerne wolte zur Buſſe leiten/ ſie aber/ nach jhrem verſtockten unbußfer⸗ tigen Hertzen/ haͤuffen jhnen ſelbſt den Jorn Gottes. Rom. 2,v. 4. ſe— Und dieſcs iſt auß Gottes Wort gnugſam offenbar: Gott recket den gantzen Tag ſeine Handauß zu einem ungehorſamen Volck. Eſa. 65. v. 2. Wir Menſchen allzuſammen liegen gleichſam in einer allgemeinen Suͤnden⸗Gruben/ fuͤr derſelben ſtehet gleichſam der Sohn Gottes/ und recket zu allen ſeine Gnaden⸗Hand auß/ das iſt/ die Mittel von Gottzu ſbrer Seligkeit verordnet/ aberda ſind/ leider/ die meiſten/ ſo dieſebe ungehorſamlich nicht ergreiffen wollen: Gotthatte Geduld mit dera⸗ ſten Welt/ undgab jhr 120. Jahr Friſt zur Bekehrung. Gen. 6.venſ.3 1. Pet. 3.v. 20. Gott hat viele Jahre den goteloſen Juden bezeugenlit ſen durch ſeinen Geiſt/ aber ſie habens nicht zu Ohren genommen. Nh. 9. v. 30. Der Sohn Gottes hat groſſe Geduld getragen u7 5 ze neyma higezuſe in garche zanſich Il. WleGe len lnſ 1. fuͤrame Daßten kein Lohe ſceen Goltza ſchliſ bünn ſeSch Lyfee in ſenen, V Lag hu aa 6 6 Sedudg 1 nfür 8 denjaizan n dagegn 3 drauch Ein dmiſſezanme im Gherin ruͤß pr 8ß Geßtöne der Acdeſtne chi ünmenm 3 von teihn enen Gonlſ thwillzunn. bekehem wehltenkng oſen diemain Waccheain en/ ſo danei gkeir dadunde rſtocktentuie . Nom à4 ar: Gount en Volck Eh meincrallen Sohn Guit Mitelvonoe meſſernſe Geduld wnt dudenbeen ohren guur d Inngn Wer Buſſe thun ſolle. 35 Juden/ ſo ſich unter ſeine Gnadenſtuͤgel nicht verſamlen laſſen wolten. Matth. 23 v. 37. Gott traͤget mit groſſer Gedult die Gefaͤſſe deß Zorns/ durch welche die Calviniſten ſelber/ die ſo verdammet werden/ verſtehen. Wolte Gott/ wolte Gott daß dieſes alle Gottloſen zu Ohren und Her⸗ ben nehmen moͤchten/ daß Gott jhrer Unbußfertigkeit mit Gedult ſo lange zuſiehet! Dieſe Gedult und Langmuͤtigkeit Gottes/ iſt zugleich ein ſtarcker und unbeweglicher Beweißthum/ daß er alle Menſchen zu ernſtlicher Buſſeund Bekehrung uffe. 9 II. Dei voluntas; Der Wille Gottes: Dann daß der gnaͤdige Wille Gottes ſey/ daß alle Menſchen Buſſe thun und ſich bekehren ſol⸗ len/ beweiſet 1. Ingenere: Ins gemein; Daßer ins gemein alle Menſchen fuͤr arme Suͤnder erklaͤret/ daß niemand unſchuldig ſey. Exod. 34. v. 7. Daß kein Menſch ſey der nicht ſuͤndige. J. Reg. 8. v. 46. Daßfuͤr GOtt kein Lebendiger gerecht ſey Pſal 143 v.;. Daß allhie kein Unterſcheid ſey/ wir ſeyn allzumahl Suͤnder/ und mangeln deß Ruhms/ den wir fuͤt Gott haben ſolten. Rom.z. verſ. 23. Daß er auch die Heiligen mit ein⸗ ſchlieſſet/ und dieſelbe alle zu rechter Zeit umb Vergebung der Suͤnden bitten muͤſſen. Pſalm 32. v. 6. Und taͤglich ſeufftzen; Vergib uns un⸗ ſer Schuld/ als wir vergeben unſern Schuldigern. Matth 6.v. 2. Daß Chriſtus alle zur Buſſe ruffet. Matth. 4. v. 17. Daßer allen Menſchen in ſeinem Nahmen laͤſſet predigen Buſſe und Vergebung der Suͤnden. Luc. 24. v. 47. Daß er gebeut allen Menſchen/ an allen Enden Buſſe zu thun. Act. 17. v. 0. Dꝛeſes alles beweiſet ja Sonnenkiar/ daß Gott alle Menſchen zur Buſſe und Seligkeit ruffe. Hoc nobis Dominus pro- Defilde phetieo promittit eloquio, dicens; ſi converſus fueris& ingemueris, falvus eris, ſagt Auguſtinus: Das iſt; Dieſes verheiſſet uns GOtt durch die Rede ſeiner Propheten: Wirſtu dich bekehren und uͤber deine Suͤnde ſeufftzen/ ſo wir ſtu ſelig werden. Wollen die Calviniſten ſagen: Gott ruffe zwar alle zur Buſſe/ aber er wolle nicht allen den Glauben geben/ wie ſie dieſe Auß flucht pflegen zu gebrauchen/ ſo bitte ich ſie durch Gott/ daß ſie reifflich bedencken/ wie ſie dieſe Gotteslaͤſterung fuͤr Gottes Gericht verantworten wollen. 2. In ſpecie: Inſonderheit: Alſo wird der allgemeine Wille Gottes von unſer Buͤß und Bekehrung allhie beſchrieben; Yy uj a. Nega- Beza& Piſcator ſuper h.l. Wer Buſſe thun ſolle. 2. Negative: Daß Petrus ſetzet/ was Gott nicht wolle e 18 wil aber nicht daß jemand verlohren werde: Wer iſt aben dieſe ſ. Wa mand: Die Calvin ſten wollen es ſollen die alleinige Außerwehlten ſeyn Aber/ wenn man dieſe Reinung am Lecht der Warheit beſiehet/ iſiſt gant naͤrriſch: Dann: Koͤnnen die Außerwehlten wol verlohren werden Das wuͤrde aber alhie folgen; Sintemal der Apoſtel athie von ſolchen Leuten redet wie auß dem 3. und 17. Verſiculn zu erſehen/ die ob ſiezwa wegen jhren muthwilligen und beharrlich en ngehorſam verlohren und verdammet werden/ dannoch der Geſtalt leben wider Gottes Willen /als welcher nicht wil daß jemand verlohren/ das ißß/ verdammet werde/ wiedte ſes Woͤrtlein verlohren werden auch ſonſt in der heiligen Schrifft ge⸗ nommen wird: Alſo iſt der Wille Gottes/ daß niemand von den kleinen Kindern verlohren werde. Matih 18. v 4. Darumb wird verlohren na⸗ den/ dem ewigen Leben entgegen geſetzet/ als die Höͤlle/ dem Himmel. Joh. 3. v. 16. Und die verdamt werden/ werden genant/ die ſo verlohren werden 1.Cor. 1. v. 8. Wil demnach Gott nicht/ daß jemand nicht nur auß den alleinigen Außerwehlten/ dann es iſt ohnmuͤglich nach dem Vonwiſ ſen Gottes daß dieſelbe endlich verlohren werden/ ob ſie zwar eine giit lang die Gnade Gottes/ den. Geiſt und den ſeligmachenden Glauba wegen vorſetzlicher Suͤnden verliehren koͤnnen/ ſondern) auß allen Men⸗ ſchen verlohren werde/ er ſey Jude oder Heyde/ er ſey Mann oder Wah er ſey jung oder alt: Bezaund Piſcator, gebens ullos, welches ſo viel heiß ſet/ als/ jenige und in ſenſu negativo non ullos, Niemand: Dieſes abe erklaͤret Ravanellus durch Niemand/ und ziehet an das Gebott Moſs Niemand thue mehr zur Hebe deß Heiligthums. Exod. 36. v. 6. Glach wie daß nun an dem Ortalle Iſraeliten/ Niemand außgeſchloſſen/ ver⸗ ſtanden werden: Alſo auch an dieſem Ort/ alle Menſchen Niemand auß⸗ geſchloſſen: Und zu dieſem Ende hat Gott die ganse Welt gelicbet/ diae un Laan er derſelben ſeinen einigen Sohn gegeben Hauff daß alle ſo an jhn glauben nichtverlohren werden/ ſondern das ewige Leben haben. Johann.; v is. Welches viele Calviniſten jetzunder von allen und jeden Menſchen vit⸗ ſtehen: Zu dieſem Endeiſt der Sohn Gottes fuͤr alle Menſchen geſtor⸗ ben/ und hat die jenigen auch erkaufft/ die jhn verleugnen) undein ſchna 4. han. 4 dah ſich e Gott wole ſen und windnic ſcicha a Pla l denſe Verdamnuͤß uͤber ſie fuͤhre 2, Pel. 2. verſ.. Zudieſem Ende mfads b läenn metwet aligen Sch undvondatt wird vero dem yinm ovenohemd and(vichem. nachdm oh d ſie wna⸗ aachendenGit en)außalah Mannededh welchesſota mand: DN das Gööcl od. 36. p.. 6 ußgeſchſe chen Numa Waltgeue leſoanſhg. e. Joßam den Matſc ſe Maſſat gnen undet ſem Erdyn . Wer Buſſe thun ſolle. 3y9 heilige Geiſt in ſeinem Wort: Wendet euch zu mir/ ſo werde jhr ſelig aller Welt Ende. Eſa. 45. v. 22Laſſet uns dieſes/ O Chriſiliche Hertzen/ mie Hertzen⸗Danck auff und annehmen/ den Calviniſchen Hirngoͤten/ das Palladium deß bloſſen erſchrecklichen Rathſchluſſes Gottes/ der heiligen Schrifft unbekant/ ſondern in der ſelben verdammer und verbanner als den leiden Teuffel ſelbſi/ fliehen/ und der algemeinen Gnaden Gottes/ ein 634 fuͤr ſeine Perſon/ mit wahrem Glauben ſich theilhafftig machen. b 6. Affirmativèé: Daßer ſetzet was Gott wolle: Sondern daß ſich jederman jur Buſſe bekehre: Zuvor hat Petrus geſagt⸗ Gott wolle nicht daß jemand oder etzliche unter den Menſchen; Nun ſetzet er denſelben entgegen jederman/ welches Beza und Piſcator gegeben omnes, alle: Durch welche alle die Außerwehlten allein nicht koͤnnen verſtanden werden/ wie im vorigen erwieſen: Der Apoſtel Paulus gibt alhie eine feine Erklaͤrung/ wann er ſchreibet: Gott wil daß allen Men⸗ ſchen geholffen werde und zur Erkaͤntnuͤß der Warheit kommen. 1. Ti⸗ moth. 2. v. 4. Dann Gott ruffet zur Buſſe die Fuͤrſten von Sodom und das Volck von Gomorrha. Eſa.. v. 10. Das iſt/ ſolche Suͤnder/ ſo nicht ſchlechte Suͤnder ſeyn/ wie alle Außerwehlten/ ondern ſo den Sodomiter gleich ſeyn: Er ruffet zur Buſſe auch die jenigen ſo ſehr abgewichen ſeyn. Eſa. 3. v.6. Das iſt/ die mit groſſen vorſetzlichen Suͤnden gegen Gott und ſein Geſetze geſuͤndiget. Er redet und zeugt auch den ſenigen/ ſo ſein Wort fuͤr ein Spott halten/ und wollen ſein nicht. Jerem 6. verſ. 10. Wann Gott ſpricht: Ein ſeglicher kehre ſich von ſeinem boͤſen We⸗ ſen/ und beſſert euer Weſen und Thun; So ſagen die Gottloſen; Da wird nichts auß/ wir wollen nach unſern Gedancken wandeln und ein jeglicher thun nach den Gedancken ſeines boͤſen Hertzen. Jerem. 18. verſ. 11. feqq. Er ruffet die jenige zur Buſſe/ die in jhren Suͤnden ſterben. Ezechiel. 18. verſ. 32. Seyn dieſe dann die alleinige Außerwehl⸗ ten? Wer auß dieſen ſo hellen und klaren Spruͤchen/ den algemei⸗ nen Willen Gottes von aller Menſchen Bekehrung nicht erkennen wil/ demſelben hat warlich der Teuffel die Augen maͤchtig verkleiſtert. Laſſet uns/ O Chriſtliche Hertzen/ dieſes allergnaͤdigſten und ernſtlichen 4 Willen Zonar. annal. Tom. z. 164. 360 Womit die wahre Buſſe umbgehe. Willen Gottes in der Gnaden zeit erkenen/ damit wir das elende Traun⸗ Liedlein nicht ewig heulen moͤgen: Wir haben eitel und ſchaͤdliche Weg; gegangen/ und haben gewandelt wuͤſte Unwege/ Aber deß Erren We ““—,—— 8— 5 8— —— ge haben wir nicht gewuſt. Sap. ⸗. v.7. Gleich wie der Griechiſcher Kiy⸗ ſer Baſilius Porphyrogenitus, wie er der Bulgarer Juͤrſten Samuel Aͤberwunden bey funffzehen tauſend gefangenen Bulgern/ die Auga außgeſtochen: Alſo thut der Teuffel geiſtlich den Gottloſen/ daß ſie den fol(mibi) gnaͤdigen Willen Gottes nicht ſehen noch erkennen: Der barmhaßg Gott wolle uns allen die Augen unſers Gemuͤths eroͤffnen/ daß wur die⸗ ſen ſeinen Willen erkennen/ und jhm folgen moͤgen/ umb Jeſu Chnſi willen/ Amen Amen. —— Dieſechs und funfftzigſte Predigt. DE POENITENTI OBIECToO. Womit die wahre Buſſe umbgehe. Verendert euch Rom. 12.v. 2. D ſen. In dieſen Worten haben wir: ne: Nemlich/ Unreinigkeit/ den; Sondern 8 I. Imp iorum titulum:Wie er die Gottloſennait T. Impuros:Unreine: Freyli freylich ſind ſie uͤr Gottes Au⸗ gen unrein/ welches Augen ſo rein 43 84 Laſ as Sehn mag. Habac. 1. v. 13. Und iſt dieſe nicht eine Ceremonialiſche oder Levltiſche ſo durch Levitiſche Mittel kunte hinweg genommen e⸗ ſi iſt eine geiſtliche Suͤnden Unreinigkeit/ von m V Hbn Heohlt daatcrvon ganall dnegche mad 1. zeſandha medaßſ de ebe tinaa 1 dertatar zenand ſmene⸗ dinde rrunga imoͤget gefälten ille „Denlln rSmmunb deGotton dſufirGet elsnaclſte ſche dall veg gnun ungieien Womit die wahre Buſſe umbgehe. 351 Hiob ſagt: Wer wil einen Reinen finden/ bey denen da keiner rain iſt. Hiob. 14. v. 4. Da keiner ſagen kan: Ich bin rein in meinem Hertzen un) lauter von meinen Suͤnden. Prov. 0 v.). Wtilen wir uns verunteini⸗ gen in allerley unſer Ubertretung. Ezech. 14. v. 1. Weilen wi unſer Glie⸗ der begeben zu Dienſte der Unreinigkeit. Rom. s.v. 19. Vnd dieſes wud ſonderlich bey den Gottloſen gefunden. 2. Incredulos: Vnglaͤubige: Sie glauben dem nicht/ den Gott geſand hat. Johann.5.v. 38. Der Gott dieſer Welt verblendet ihre Sin⸗ ne/ daß ſie nicht ſehen das helle Liecht deß Evangelii.. Cor. 4. v. 4. Son⸗ dern haben ein unglaubiges Hertz. Heb. z.v.. gefunden: 1. Mens polluta: Ein unreiner Sinn oder Verſtand: Denn der natuͤrliche Menſch welcher nicht Gottes Worte/ ſondern ſemmei⸗ genen Verſtande folget) verſtehet nichts was deß Geiſtes Gottes ſt/ cs iſt jhm eine Thorheit undkanes nicht begreiffen. 1. Corinth. 2.v. 4. Sol⸗ che ſind ein unverſtaͤndiges Volck. Eſa. 27. v. 11. Ihr Verſtand iſt ver⸗ finſtert/ durch die Vnwi ſſenheit/ ſo in jhnen iſt/ durch die Blindheitjhres Hertzen. Eph. 4. v. 18. Daher iſt ihr Verſtand mit allerley eigenſinnigen/ irrigen und ſuͤndlichen Gedancken erfuͤllet/ dann was unrein iſt/ wie kan das rein ſeyn? Syr.34. v. 4ä. 2. Conlcientia maculata: Ein beflecktes Gewiſſen: Wiedie Gedancken/ Wort und Wercke ſeyn/ alſo iſt auch das Gewiſſen: Conlci- entia bona eſt, ſi homo habear in corde puritatem, in ore veritatem, 4e inter. in actione rectitudinem, ſchreibt Bernhardus: Das iſt, Das Gewiſ⸗ orn ſ an 184 Nr, cap.27. ſen iſt guth/ wann der Menſch rein im Hertzen/ warhafftig im Munde/ und richtig in ſeinen Wercken iſt. Nun aber kommen auß unſerm Her⸗ tzen allerleyboͤſe Gedancken. Matth. 15 v. 19. Vnſer Mund iſt vol Tru⸗ ges. Pſ. 10. v.7. Vnſere Wercke ſind wie unſer Fleiſch/ beſiehe Gal. v. 19. feq. Derhalben iſt uns ſehr noͤthig/ daß wir fleiſſig erkuͤndigen/ was ſich in uns zu Gott bekehren ſolle: Solches zeiget uns Paulus in verleſe⸗ nen Worten/ auß welchen wir wollen beſehen/ b Wie unſer Sinn/ Verſtand und Wille/ ſich in unſer Be⸗ b kehrung veraͤndern muͤſſen. 3 b 2 1 1 II. Eorum ſtatum: Ihren Zuſtand: Es wird bey jhnen . 4 8e 4—— 8* 1..———.—. ——— r—— 3 4=—.— 1 4. 3 — 36 Womit die wahre Buſſe umbgehe. Der barmhertzige Gott erleuchte unſere Sinne/ Hertzen und Gema her daß es wol gelingen moͤge/ umb Jeſu Chriſti willen Amen. Erklaͤrung. Ess wird nach Anlaß verleſener Wort/ in unſer Bekehrung bo uns erfodert: 1. Transformatio: Eine Veraͤnder ung: Veraͤndert euch ſage Paulus Die heydniſchen Poeten haben viele wunderliche Metamor. Phoies oder Veraͤnderung erdichtet/ wie die Menſchen in Baͤume/ i Voͤgel/ in Thiere verwandelt ſeyn: Es ſol im Jahr Chriſti 16 33 in Po⸗ len ein gottloſer Edelman geweſt ſeyn/ Namens Albrecht Perekons- by, ſo ſich ſchrecklich gegen Gott verſuͤndiget/ und die armen Leuteva⸗ Chron. ſtoſſen/ da habe Gott zugelaſſen/ daß er in einen groſſen ſchwartzen Hund adhunc verwandelt worden/ bey dem Aaß geſtanden/ und einem natuͤrlichen Hun⸗ ann. de gleich gefreſſen/ und habe doch menſchlichen Verſtand/ und vernuͤnff eige Sprache gehabt: Daß alſo die Verwandelung deß Nebucadnezan theils groͤſſer als dieſe/ theils auch geringer geweſen. Dan. 4. verſ 29. Led. Aber von ſolcher Veraͤnder ung wird alhie nicht geredet; Sonden veraͤndern heiſſ et alhie ſo viel/ als andere Leute werden/ eine neue Hautan⸗ ziehen/ wie man in gemeinem Sprich wort redet/ und einen neuen We⸗ Schultz. Eramz. ſtand und Leben bekommen: Gleich wie man von den Schlangen ſchrih 11 hiſtor. het/ d 8. 3 0.. 6 animal. bet/ daß/ wann ſie den Winter uͤber in jhren Hoͤlen gelegen/ gegenden Pag.710. Fruͤhling hre alte Haut abſtreiffen: Alſo muͤſſen wir durch wahre Buſſ die alte Adams Haut abziehen und legen ab/ nach dem vorigen Wandel den alten Menſchen/ der durch Luͤſte in Irrthum ſich verderbet. Eph. v. 22. Gleich wie Samuel zum Saul ſagt: Der Geiſt deß HErmwa⸗ de uͤber jhn gerathen/ ſo werde er ein ander Mann werden. 1. Sam. 09 8 Alſo komt der heuige Geiſt uͤber alle recht bußfertige Hertzen/ daßſ ſich durch ſeine Gnade und Erleuchtung veraͤndern/ und andere Leute werden. Dieſes O Chriſtliche Hertzen!/ ſollen wir bey unſer Buſſewol inacht nehmen: Viele bilden jhnen ein/ wann ſie ſich im Beichtſtuel ein⸗ geſtellet/ die Abſolurion und hernacher das hochwuͤrdige Abendmah empfangen/ ſo fey alles wolgemacht/ ſo ſeyn und bleiben ſie liebe undan 4 genehme Kinder Gottes/ da doch bey jhnen wahr wird/ was Petrus ſagt: Cs wiederfaͤhret jhnen das wahre Sprichwort; Der Hund friſſet wieda vangir in Soh ſagen und Jadkauht zuaſden daüan gadöns tet ſon ſ. Do haba 9 raar tungunſ bun ln Ang Weichnu raͤndents, aüiche 8 en in Baun hriſtite 30 drechelern ſ arman a nſchwaneye natuͤtichn and undven deß Nöueohn en. Dan 4 gereda; En ſeine neuehhun nd einm naun nSchlangit gelegen gegn durchwahtt m vongeär hverdebe eſſdes hr den. Som tige Herten mn/ und anden bep unſcrb m Biicht den Ae iben ſielc d waspa⸗ hundfiſt Womit die wahre Buſſe umbgehe. 36z was er geſpeyet hat und die Sau weltzet ſich nach der Schwemme wieder im Koth. 2. Pet. 2. v. 22. Da iſt keine wahre Veraͤnderung: Hingegen ſagen und practiſiren alle recht bußfertige Hertzen: Ich habe meinen Rock außgezogen/ wie ſol ich jhn wiederanziehen? Ich habe meine Fuͤſſe gewaſchen/ wie ſol ich ſie wieder beſudeln? Cant.⸗. v.z. Quid pœnitèentia eſt niſi anteacta defiere,& flenda irerum non commutere? ſagt Au- Serm.. nen/ ſo man begangen/ und hinfuͤro nicht mehr thun/ das zu beweinen iſt. Das muͤſſen bußfertige Hertzen immer in friſchem Gedaͤchinuͤß haben. 1 de 94 . II. Mentis renovario: Eine Erneurung deß Sinnes: Durch Erneurung euers Sinnes: Die Veraͤnderung er fordert die Erneu⸗ rung unſers Sinnes/ Gemuͤthes und Verſtandes: Dabey wir inſonder⸗ heit muͤſſen in achtnehmen: e hennef 1. Subjeckum: Wovon alhiegeredetwird: Solches iſt die Erneurung: Welches nichts anders iſi/ als eine geiſtliche Wirckung Gottes/ da er durch ſein Wort und Sacramenta/ neue/ gute/ innerliche und euſſerliche Bewegung in bußfertigen Hertzen herfuͤr bringet: Da adfratr. guſtinus: Das iſt; Was iſt die Buſſe anders als das ſuͤndliche bewei⸗ in herem, wir ein neues pfluͤgen/ und nicht ſaͤen unter die Hecken. Jerem 4. verſ. Gibt uns ein neues Hertz/ und einen neuen Geiſt/ und nimpt das ſteiner⸗ ne Hertze auß unſerm Fleiſch hinweg/ und gibt uns ein fleiſchern Hertze/ gibt uns ſeinen heiligen Geiſt/ und machet Leute auß uns/ die in ſeinen Ge⸗ botten wandeln/ und ſeine Rechte halten und darnach thun. Ezech.; 6. verſ. 26. leq. Laſſet uns dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ in unſer Buſſe uns immer fuͤr Augen ſtellen/ daß wir eine ſolche Veraͤnderung in der That bey uns ſpuͤren moͤgen. 2. Objectum: Was es ſey damit unſere Erneurung ſolle umbgehen: Solches iſt unſer Sinn oder Gemuͤthe: Es iſt/ leider/ mit unſerm Sinn und Gemuͤthe gar elend beſchaffen: Da findet ſich bey un: a. Mens obtenebrata: Ein verfinſtertes Gemuthe und Ver⸗ ſtand: Wir ſind võ Natur das Volck/ ſoim Finſtern wandelt. Eſa. 9. v. 1. Wir ſitze im Finſternuͤß und Schatte deß Todes. Luc..v.79. Ob ſchödz himliſche Gnaden⸗Liecht Jeſus Chriſius/ in die Fheu ſcheinet/ 3 834 1 wo Zwing. Vol. 5. Pag. 5 30. 364 wollens doch die Finſternuͤß nicht begreiffen. Joh. 1. v.. Vnſer Wet⸗ ſtand iſt verfinſtert/ und ſind entfrembdet von dem Leben das auß Gott Womit diewahre Buſſe umbgehe. iſt/ durch die Vnwiſſenheit ſo in uns iſt/ durch die Blindheit in⸗ ſers Hertzen. Eph. 4. v. 18. Ja wir ſind Finſternuͤß. Eph. S.v. s. Vnd dazu hilffet der leidige Satan mit hoͤchſtem Fleiß/ wie Paulus hezeu⸗ get. 2. Cor. 4. v. 4. Die Tartern ſollen durch deß Teuffels Huͤlffen Kuͤnſte koͤnnen/ daß wann ſie wollen/ und wo ſie wollen koͤnnen Finſta⸗ nuͤß verſchaffen/ und in derſelben die Menſchen beſchaͤdigen: Alſo kan vielmehr der Satan ſelber/ auß gerechtem Gerichte und Zulaſſung Gottes/ die elende Menſchen verblenden. Da iſt kein beſſer Mittel/ gls ein ernſtliche Bekehrung zu Gott/ da wir uns bekehren von der Fin⸗ ſternis zum Kecht/ und von der Gewalt deß Satans zu Gott/ zu empfa⸗ hen Vergebung der Suͤnde. Act. 26. v. 1s. Oder allerſeligſten Vera⸗ derung! Da wandeln wir dann im Liecht deß HErren. Eſa. 2. vetſ. Vnd gedencken wir ſeyn Kinder deß Liechts. Luc. 16. v. 8. Legem ab di Werrke der Finſternis/ und ziehen an die Waffen deß Liechts. Ron 13. v. 12. Vnd bitten den lieben Gott demuͤtig/ daß er uns ferner erlaucch⸗ tete Augen unſers Verſtaͤndnuͤs geben wolle/ daß wir erkennen moͤgen welche da ſey die Hoffnung unſers Beruffes/ und der Reichthum ſanes herꝛlichen Erbes an ſeinen Heiligen. Epheſ. t. v. 1s. Vnd daß wir in die⸗ ſem Hechte bleiben immerfort damit beweiſen/ daß wir unſere Bruͤde oder Naͤchſten hertzlich lieben. 1. Joh. 2. v.). mg 8. Mens ccca: Ein blindes Gemuͤthe: Es iſt die angeboß⸗ ne Finſternuͤß bey uns ſo groß/ daß ſie uns geiſtlich blind machet. Sohn ein ſolches blindes Volck/ welches doch Augen hat. Eſa. 43. v. 8. Esiſt bey uns eine groſſe Blindheit deß Hertzen. Eph. 4. verſ. 1s. Vnd wiſſen doch ſelber meht daß wir blind ſeyn. Apoc. 3. verſ. 1⁷. Iſtdas niehten Elende Da muͤſſen wir uns erneuern/ und von Hertzen ſeuffzen: Er ſ ende dein Liecht und deine Warheꝛt daß ſie mich leite. Pſal. 43. verſ. Hoͤren Paulum/ der uns zuruffet: Wache auff der du ſchlaͤfeſt/ und ſie he auff von den Todten/ ſo wirddich Chriſtus erleuchten. Eph. F. v. 4. Lieben das Liecht Goͤttliches Wortes/ welches uns fuͤhret zu dem him⸗ liſchen Liechte Chriſto Jeſu/ ſo ſeyn. Eſa. 6 0. v. 20. . Mens vana: Ein eiteles Genüͤte: Ach was habenwiame 1 wird diefer HErꝛ unſer ewiges Lecht eyd tittPho⸗ elinun S um aheh ſeendh Mitade öüſet 6Gnn nſße niteine obernnse diſesane d. tafzand tnoſched Mrn. fitiehen⸗ 1. hma di Ah üffelshiß enkömaze hädigen: 4 dte und zu g beſſerahet. thren venge deß Gechtsr uns ferneran direkenneume er Neichthnſe Wnddaßwit wir unſme Es ſſideangt blind malhete Eſa bs erſls. Vin⸗ 7. Ihdaowit ten ſcufften. ite. Pſal.g duſchläͤffſ 2 chten.Eyhſ Ffuͤhretzuhe unſer eivice was habante Erd⸗Wuͤrmlein das eitele ſo liebeP ſal. 4. v. 3. Vnſere Gedancken ſind in jhrem betruͤbten elenden Zuſtande abwiſchen moͤchten: Iſt das aber den Athenienſern ſoll es ſehr uͤblieh geweſt ſeyn/ daß wann ſie etwas let⸗ Derowegen Anachartis pflegen zuſagen: Daß weiſe Leute bey den 2ving Aber wann wir durch wahre Buſſe erneuert/ dem heiligen Geiſte in ſei⸗ erzeigen unſern guten Wandel mit unſern Wercken/ in der Sanfftmut Womit die wahre Buſſeumbgehe. 305 eitel. Pf. 94. v. 11. Alles indiſches iſt eitel. Ecel. 1.v.. Vnd werden wir eitel in unſerm Tichten. Rom. 1. v. 2r. Wandeln in der Eitelkeit unſers Sinnes. Eph. 4. verſ. 17. Da deß Menſchen ſeine Gedancken offtmals nichts anders ſeyn als wachende Traͤume: Ach wie viele/ wie viele mo⸗ gen auch heut zu Tage mit Gilimer der Wenden Koͤnig wuͤnſchen/ daß O. Match. ſie ein Cytharen/ Brod und Schwam haben: Eine CEytharen/ das iſt/ D.MMdre 35 Mittel dadurch ſie jhre groſſe Hertzen Traurigkeit vertreiben; Brod/ Mon 3. daß ſie ſich deß Hungers erwehren/ nachdem das jhrige alle von Krie⸗ pag.z8. ges Gurgeln verwuͤſtet; Ein Schwam/ damit ſie jhre vie le Thraͤnen — nieht ein eiteler und unbeſtaͤndiger Zuſtand in dieſer Welt AVann wir aber uns erneuern durch die Gnade deß heiligen Geiſtes/ ſo achten wir dieſes alles nicht/ weilen wir gewiß ſind/ daß weder Tod noch Leben/ weder Engel noch Fuͤrſtenthumb/ n och Gewalt/ weder gegenwaͤrtiges noch zukuͤnffnges/ weder hohes noch rieffes/ no eh keine andere Creatur/ uns ſcheiden mag von der Liebe Gottes/ die in Chriſto Jeſu iſt unſerm HErm. Rom. 8.v.3Z5. b 3 2. Mens ſtulta Ein thoͤrichtes Gemute: Dann es iſt dem na⸗ kͤrlichen Menſchen das Wort vom Ereutz eine Thorheit. 1. Cor. 1. v. 18. Er verſtehet meht was deß Geiſtes Gottes iſt. 1. Cor. 2.v. 4. Da⸗ her nennet ſie Chriſtus Thoren und traͤges Hertzen. Luc. 24. v. 25. Bey wichtiges berathſchlaget/ das Boͤſeſte und Gefaͤhrlichſte haben erweh⸗ Griechen pflegen ſhre Meinung zu ſagen/ aber Narren die ſchlieſſen l7. das Urtheil: Alſo gehets leider/ uns wann wir Gottes Wort auß den 8·2022. Augen ſetzen/ ſo folget ein thoͤrichtes Vrtheil von geiſtlichen Sachen: nem Worte folgen/ ſo werden wir weiß und verſtaͤndig: Dann dadurch kommen wir zur Gottesfurcht/ ſo der Weißheit Anfangiſt. Pſal. 111. v. 10. Wir werden geweidet mit Lehr und Weißheit. Jer. 3. v. 1. Wir und Weißheit. Ja 3.v. 13. b III. Voluntartis immuratio: Veraͤnderung unſers Willens: — .. 89 ͤͤſſͤſͤſͤſͤͤ 4 4 7 366 Waomitdie bahre Buſſe umbgehe. Daß jhr prufen moͤget/ welches da ſey der gute/ und wolgefall⸗ ge/ und der vollkommnene Wille Gottes: Wir habs/ leider/ vo Nathe einen boͤſen Willen: Weilen das Tichten und Trachten unſers Hertzen immerdar boͤſe iſt. Gen. 6. v.⸗. Daiſtkeiner der Gutes thue/ auch niche einer. Pſal. 14. v. 3. Wir haben einen dem heiligen Geiſt widerſpenſt⸗ gen Willen: Wir ſind verkehrte von Mutter⸗Leibe an. Pſal. 78. verſ⸗. Wirr wollen uns unter die Gnaden⸗Fluͤgel Chriſti nicht verſamlenlaſ⸗ Zwing. Vol. 1. Pag 14· Zwing. Vol. 6. pag. 3045. lib. 1. de peccatot- merit.& remiſſ. cap. 18. ſen. Matth. 23. v. 37. Sondern widerſtreben dem heiligen Geiſt. Act.) v. Fr. Wir betruͤben den heiligen Geiſt Gottes. Eph. 4.v. 0. Wirha⸗ ben einen Willen ſo der Suͤnden dienet: Dann wer Suͤnde thut/ deriſ der Suͤnden Knecht. Joh. 8. v. 34. Welchen wir uns begeben zu Kueeth⸗ ten in Gehorſam/ deſſen Knechte ſind wir/ dem wir gehorſam ſeyn/ co ſey der Suͤnde zum Tode/ oder dem Gehorſam zur Gerechtigkei. Rom. 6. v. 16. Wir haben einen Willen/ der ſich feindſelig gegen(ot anſtellet: Dann fleiſchlich geſinnet ſeyn/ iſt eine Feindſchafft wida Gott. Rom. 8 v. 7. Es gehet uns mit unſerm Willen/ wie jenem Hol⸗ laͤnder/ der ſaß in der Geſellſchafft dem Feur zu nahe/ daß ſein Kled he⸗ ſchaͤdiget/ ſein guter Freund wolte jhn warnen/ er aber ſagte/ iſts etwas trauriges ſo laß es bleiben/ biß wir hingehen/ in der guten Geſellſchafft muß nichts widerliches herfuͤr bracht werden/ wie ſie nun heimgiengen ſagte er jhm/ er haͤtte ſein Kleid verdorben/ jener ward ungedultig; Di⸗ ſer antwortete/ du wolteſt es nicht anders haben: Alſo gehet es uns elen⸗ den Menſchen mit unſerm eigen verderbten Willen. Heduinus dar Northumber Konig in Engeland/ wolte den Chriſtlichen Glauben nicht annehmen/ biß er gelahrter Leute Diſputationes davon angehe⸗ ret:Laſſet uns Gottes Wort fleiſſig anhoͤren/ O Chriſtliche. Hertzen ſ werden wir erkennen: 1. Voluntatem Dei bonam: Welches der gute Wille Gol⸗ tes ſey: Quod à Deo nos avertimus, noſtrum eſt,& hæc eſt voluntas 1¹.. mala, quod verò ad Deum nos converrimus, niſi ipſo excitante ar- que adjuvante non poſſumus,& hæc eſt voluntas bona, ſagt Augu⸗ ſtinus Das iſtt Daß wir uns von Gott abwenden/ kompt von uns/ iidp= ii iſt unſer boͤſer Wille: Daß wir uns aber zu Gott bekehren/ ſolches koͤ nen wir nicht thun/ Gott erwecke und helffe uns dann/ und dis iſt ſein guter Wille. Dieſes bezeugen die Propheten und Apoſtel vielfaͤlg. . Voluntatem Del aceepeam: Welches der wolgeſäliſ ma 4 Wme e. und de 4 ledt Wh ten unſerſ dain aſtwideß Ne 4 n.Pjal⸗ 8. icht veſine gen Geſta 4*3z0 W — Säͤndethute begdena gehorſamſm zur Gaaag ndſeliggega Jandäfin en/ wieſenen.) daßſeing er ſagte jſöc guten Geſcli jenun heinain dungedulig ſo gehektouse — — ——— p 1 4 en. Hedoinb nſtüche G nes davon ang uiſtlche hann K poſtel ricß der wobe f aute Wll 4 C eſt volw- ipſo xcian bona, ſägti omptvonln⸗. ehren ſoe nanſit ſind ſchlechte Comedianten/ ſo groſſer und feiner Leute Perſon nur aͤu⸗ nn/ und en⸗ ferlich ereleatin: Es ſind heilige Schaͤlck/ wie Cronather der Ma⸗ ler von Wittenberg/ hat pflegen zuſagen. b Maß Was das Geſetz bey wahrer Buſſe wircke. 367 Wille Gottes ſey: Abermal unſer Bekehrung: Dann ſo wahr er lebet/ wil er nicht den Tod deß Suͤnders/ ſondern daß er ſich bekehre und lebe. SSeec n n.Daß wir Buſſe thun und glaͤuben an das Evangelium arc. x. v. xᷣ. b 3 VJantatem Dei perfectam: Der iſt/ nicht der verborgene Wille Gottes/ davon den Calviniſten traͤumet/ ſondern der uns in ſei⸗ nem Worte vollkommen offenbahret/ ſeine Vollkommenheit in Chriſto erlanget/ und uns zur ewigen Vollkommenheit fuͤhret: Da iſt ſein Wil⸗ le und Gebot/ daß wir glaͤuben an den Namen ſeines Sohns Jeſu Chriſti/ und uns untereinander lieben/ wozu er durch ſeinen heiligen Geiſt uns wolle verhelffen/ umb Jeſu Ehriſti willen/ Amen/ Amen. Die ſieben und funfftzigſte Predig. DE LEGIS ClRCA POENITENTIAM OPERA,. Was das Geſetz bey wahrer Buſſe wirck. Ioel. 2. v. 12. So ſpricht nun der Er:: Bekehret euch zu mir/ von gantzem Hertzen/ mit Paſten/ mit Weinen/ mit Klagen/ zureiſſet eure HOertzen und nicht eure Kleider. Sklaget David uͤber die Iſ raeliten/ Pſ. 78. v.8. M Sie haben geheuchelt mit'hrem Munde/ und Gott gelo⸗ gen mit jhren Zungen/ und jhr Hertze ſey nicht feſte an Gott geweſen. Dieſe iſt eine feine Beſchreibung einer heuchleri⸗ ſchen Buſſe/ welche geſchicht: 1. Ote ſimulante: Mit heuchleriſchem Munde: Die Iſraeli⸗ ten haben nur mit heuchleriſchem Munde Buſſe gethan: Sie ſind Heuchler und boͤſe geweſen/ und jhr Mund hat Thorheit geredet. Eſa. 2. v. 17. Daher werden ſie ein Heuͦchel⸗Volck genant. Eſa. 10. v. 6. Sie haben ſich zu Gott genahet mit ihrem 2. Lingua haben 58 Munde/ und mit jhren Lippen jhn geehret/ aber jhr Hertzeiſt ferne von ihm geweſen. Eſa 29 v 13 8 Zinckgr. part. i. Pag. 273⸗ 8 14 ———— 3 — 1——— ——————————ſ —..——.— *.—.*— 3———— ——— ————— —— 4.——— ——————————— 5 ö——— — ¹—.—— 1 8———— ÿÿÿ 3 zs Was das Geſetzbey wwahrer Buſſe wircke 4 Kinder. Eſa. 30. v.). Sie hatten falſche Zungen in jhrem Halſſe. Mh. 6.v. 12. Ach der elenden Leute Dann/ weilen ſie euſſerlich ſich laſſenan⸗ ſehen/ ſie haben Gemeinſchafft mu Gott/ und gleichwol im Finſierna wandeln/ ſoluͤgen ſie.r. Joh. ·v. 3 Corde vacilſante: Mit wackelndem Hertzen: Ihr Hertzei 3 nicht feſt an Gott geweſen: Sie ſolten ſich mit feſtem Vertrauen â Hertzen/ auff Gottes Barmhertzigkeit/ und deß HEnn Meſſid Mo⸗ ſuͤhnopffer fuͤr jhre Suͤnde verlaſſen haben/ aber da iſt jhr Heutze mehe n. Lingua mentiente: Mit luͤgenhaffier Zungen: Siehahe mit jhren Zungen zwar geſagt/ jhre Suͤnde ſeyn ihien von Hertzen leic aber es iſt lauter Betrug und Falſchheit geweſen: Sie waren verloga auff jhre euſſerliche vermeinte gute Wercke als auff Gott gerichlt geweſen: Sie haben ſich nicht von gantzen Hertzen zu Gott hei⸗ ret/ ſondern geheuchelt. Jerem.3 v 10· Sie haben ſich bekehret/ aber nict recht/ ſondern ſind wie ein falſcher Boge geweſen. Hoſ. 7. v. 16. Wam nun leider/ dieſes bey Vielen/ ſo gute Chriſten ſeyn wollen/ gefunden wid ſo wollen wir auß verleſenen Worten anſehen/ Wie wahre Buſſe nach dem Geſetze Gottes muͤſſe beſchaffen ſeyn. Der barmhertzige Gott gebe uns ſeinen H. Geiſt/ daß wahre und herth che Reu uͤber unſer Suͤnde hicdurch moͤge gewircket wetden/ unh 8 Jelu Chriſtwillen Amen. 4 Erklaͤrung. Wir haben hey vorgenommenen Worten zubetrachten . Pœnitentiæ objectum: Wozu wir uns bekehren ſollen — eltixc. ekehren ſollen: Solches wird uns vorgeſtellet: HEr: Mit dieſen Worten ſiehet der Prophetan: Temporis iſtius ſtatum; Den Zuſtand derſelben ZeitEs 4 Punde Peophe den Juden auß Gottes Befehl angekuͤndiget diegox eund ſchwere bevorſtehende Straffe wegen jhrer Suͤnde/ darauff gebeu erihnen/ ſie ſollen nun nun/ dieweil jhnen die Gnaden⸗Thuͤr Gun WMuue r. Praceptiue: Mit gebietenden Worten: So prichtdt uff Gang ten z Gau beiehnn a öſ. 7.vlb. N len gfindne Zottes iſ aß wahreindt vircketwehe etracht bekthend en: Soſoit derfebendt gküͤndiga ände datalſt ode Thit offen ſiehe/ wahre Buſſe thun: Neute/ wann ſie die Stimme Gottes hoͤ⸗ ren/ ſollen ſie jhre Herhen nicht verſtocken. Pſalm. 95. v. 8. Dan ploͤtzlich Was das Geſetz bey wahrer Buſſe wircke. 369 redet Gott wider ein Volck und Koͤnig⸗Reich/ daß ers wolle außrotten/ zerbrechen und verderben/ wo ſichs aber bekehret von ſeiner Boßheit/ da⸗ wider er redet/ ſo ſoljhm auch reuen das Ungluͤck/ das er jhm gedachte zu thun. Jerem. 18. v. 7. leq. Dieſes/ nun/ ſollen wir auch wol in acht neh⸗ men: Dann jetzt iſt die angenehme Zeit /jetzt iſt der Tag deß Heils. z. Cor. 5. v. z. Qui pœnitenti promiſit indulgentiam, diſſimulanti diem cra Serm. 59. ſtinum nen promiſſit, ſagt Auguſtinus, Welcher dem Bußfertigen hat Gnade verheiſſen/ hat dem der es nicht in acht nimpt/ den morgenden Tag nicht verheiſſen.“ .8. Obijcctum ipſum: Zu wem wir uns wenden ſollen: Der ͤſͤſͤſͤͤͤͤſſſſſſſ de verb. Domini. HErꝛ ſpricht zu mir: Dieſer iſt der HEr!/ welcher uns zu dem Ende zu ſtraffen draͤuet/ und die Straffe zuſendet/ daß wir unſere Suͤnde erken⸗ nen/ und uns zu fhm bekehren ſollen: Er ſchicket uns die Straffe zu/ daß wir uns ſchicken und jhm begegnen ſollen. Amos 4.,v 2. Wann wir uns dann bekehren von unſerm boͤſen Wege/ ſo reuet jhn deß Vbels das er ge⸗ redt hatuns zuthun. Jon. verſ. 10. Derowegen/ ſollen wir gedencken wovon wir gefallen ſeyn/ thun Buſſe/ und thun gottſelige Wercke. Apoc. 2, p. F.— 4. Verkehret iſt unſer V erſtand ſind wie Roß und Maͤuler/ die nicht verſtaͤndig ſind. Pſalm. 32. verſ.⸗ Verkehret ſt unſer Hertze und Wille; Anwelchen Goltein Greuel hat. Prov. I1. v. 20. Verkehret iſt vieler Maul/ welches ſol außgerottet werden. Prov. 10. v. 31. Viele verkehren alles was auffrichtig iſt. Mich 3. verſ.9. Von dieſem allem muͤſſen wir uns bekehren/ wir muͤſſen Gott ſuchen/ und kehren uns fruͤhe zu jhm. Pſalm. 3. v.34. Wir muͤſſen Gottes treu⸗ hertzige Vermahnung hoͤren/ und uns bekehren/ ein jeglicher von ſeinem boͤſen Weſen. Jerem 26. v.z. Alſo bekehrten ſich die Niniviten auff die Buß⸗Predigt Jona. Jon. 3. v. z. Zu Antiochia ward durch die Predigt goͤttliches Wortes eine groſſe Zahl glaubig und bekehrten ſich zu dem HErmn. Act.. v. 21. Dieſen/ O Chriſtliche Hertzen/ muͤſſen win folgen/ haben wir hiß anhero/ Golt uͤber alle Ding nicht gefuͤrchtet/ geliebet und 2. Deſinitivè: Was wir thun ſollen: Wir ſollen uns zu ihm 1 bekehren: Wir ſind leider verkehrie von Mutter⸗Leibe an. Pſalm /8.v. AAe aß Viele/ leider/ gefunden werden/ die 1e. se Aaa ſbm Natal. Com. in præf. l. 9. Mythol. .—-— 3——. —————yy4—— — „o Wasdas Geſetzhehwahrer Buſſe wircke Ihm nicht vertrauet/ muͤſſen von ſolchen Suͤnden abſtehen/ und unſen Hrrttze mit kindlicher Furcht Liebe und Vertrauen zu Gott wenden) w ben wir mit Fluchen/ Schweren und dergleichen Suͤnden/ den Namen tdattit Gones miß brauchet/ muͤſſen wir ſolches uns von Hertzen leid ſeynlaß fen und den Namen Gottes ehren/ loben/ preiſſen und jhm dancken zlln alſo ferner von allen Suͤnden wider Gottes Gebotte/ uns zum Gehor⸗ ſam Gottes kehren Alhie muß/ O Chriſiliche Hertzen/ das Geſcheds Beſte thun/ fuͤr daſſelbe/ als einẽ hellen und klaren Spiegel der goͤttlich Gerechtigkeit muͤſſen wir uns mit hoͤchſtem Fleiſſe ſtellen/ und ung Grdancken/ Worte und Werckebeſchauen. Bey den Achivis iſt fuͤrden b Tempel Cereris ein Spiegelgeweſen/ ſo an einem geringen Fademuͤbe einem Brunnen gehangen/ darauß die Krancken durch ſonderliche Bi de/ ob ſie leben oder ſterben wuͤrden/ abnehmen koͤnnen: Das Geſeze Chriſtliche Hertzen/ iſt ein unbetrieglicher Spiegel/ darauß wir ſehn koͤnnen/ ob wir unſern Glauben/ mit deſſen Fruͤchten/ bewieſen/ und alſ unſer Seeligkeit/ oder aber durch ein gottloſes unbußfertiges Laben unſers Unglaubensuͤber zeuget/ der Verdamnuͤß/ gewiß ſeyn konnen. II. Pœnitentiæ modum; Wie wir nach dem Geſetz unsbe kehren ſollen: Da muͤſſen wir uns bekehren: 1 Toto corde: V — ſtelen uh G Achiri Rih dingengnt tchſondeiche : DasGe darauß bre bewieſen nbußftnng wiß ſc tne den Gſſhe ſer Haremir wenden Tal⸗ ſcye Schaaer nunſercht. e Bruſim ufhmbeihn, wir denalchi uns gettit nſett Habet ndieſpuven unsfeinEhi fetſpnan dee Peg. uyr. n ſwii ic Vergt nſochm e Was das Geſetz beywahrer Buſſe wircke. z von uns finden laſſen. Jerem. 29. v. 3. Viele Bußfertige bilden ſich ein/ wann ſie nur euſſerlich ſich im Beichſtuel und zum Tuch deß HErꝛen finden/ ſo ſey alles wol außgerichtet/ und gleich wie den Menſchen jhr Hertze verborgen ſey/ alſo auch Gott dem HErrn: Aber ſie fehlen weit: Ein Menſche ſiehet was fuͤr Augen iſt aber Gott ſiehet das Hertze an.. Sam. 16.v. 7. Der HErr ſuchet alle Hertzen/ und verſtehet aller Ge⸗ dancken Tichten. 1 Chron. 29. v.). Dieſes zeigetuns auch das Geſetze/ welches erfodert eine Liebe Gottes von gantzem Hertzen Matth. 22. v.;7. Laſſet uns dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ mit Fleiß behertzigen; Wiele wann ſie ſich zu Gott bekehren/ ſehen darauff wie ſiedas Haupt waſchen und zurichten laſſen wollen; Viele ſehen darauff was ſie für Kleider wol⸗ len anthun/ und ſich euſſerlich fuͤr der Welt ſchmuͤcken und ſchmincken: Ach nein Laſſet uns auff unſere Hertzen fleiſſig Achtung geben/ und be⸗ ten: Schaffe in mir Gott ein rein Hettze. Pſ. 51.v. 12. Gib mir ein neu Hertz/ und ein neuen Geiſt. Ezech. 36. v. 6. b 2. Jejunij inſtirutione: Mit Faſten Dieſes Faſten beſtehet nicht darin/ daß man ſich deß Eſſens deß Fleiſches enthalte/ und mit an⸗ dern Speiſen den Magen diß oben an fuͤlle/ und es dem Getraͤncke deſto Fehlav. de beſſer genieſſen laſſe/ wie wir von den Moſcowitern und Ruͤſſen leſen/ wel⸗ ſtar.& rit. che bey jhrem Faſten ſich mit Bier/ Meth und Brantewein alſofuͤllen/ Eecl. daß weder Verſtand/ noch Sinne bey jhnen zu finden: Welches im Graæcæ. Bapſthumd bey Vielen auch nicht ungebraͤuchlich. Wie zum Biſchof⸗ Pas*134⸗ anders zueſſen war/ jhm Schweine⸗ Fleiſch fuͤrſetzen laſſen/ und ſelber Duna davon geſſe/ auch den Gaſt mit zu eſſen genoͤthiget/ hat derſeibe geſagt: Er Eicl. cemt. waͤre ein Chriſt/er eſſe dieſe Zeit kein Fleiſch; Hat Spiridion jhm geant⸗ 4 lib. 1. c. fe Spiridion in der Faſten ein frembder Gaſt kommen/ und wie nichts wortet: Mein Freund/ deſto weniger ſoltu dich deß Fleiſches enthalten/ 36. dieweilduein Chriſt biſt/ dann den Reinen iſt alles rein. Es ſchreibet der Ignatius alſo: Jejuniis& orationibus vaca; Sed non ultra menſuram, ne teiplum dejicias; Vino& carnibus non ex toto abſtineas, non ſe Kao. enim ex toto ſunt abominabiles: Bona(inquit)terræ comedetis,& ¹⁴ieron. carnes& olera manducabitis: Das iſt: Du ſolt faſten und bethen/ aber nicht uͤber die Maß/ damit du dich ſelber nicht verderbeſt: Deß Weins und Fleiſches ſoltu dich nicht gaͤntzlich en thalten/ dann ſie ſind nicht gaͤntzlich zu verwerffen/ weilen Gott ſagt: Die Guͤter der Erden ſollet ihr eſſen/ und Fleiſch und Kraut ſolie jhr genieſſen. Es wirdaber alhie verſtanden; b Aaga t 2. Ieju- 3—. ,—— 22———— ————— 2 Was das Geſetzbey wahrer Buſſe wircke. 1. jJejunium pœnitentiæ: Die Buß⸗F aſte: Dawir in Erkaͤnt⸗ nuͤß unſer Suͤnde/ und derſelben wolverdienter Straffe denſelben von ſem Hertzen feind werden /ſie alſo berruen daß wit auch vergeſſen unſer Brod zu eſſen. Pſalm. 102. v. z. Da iſt eine Faſte/ ſo Gott gefaͤllet/ daß wir loß laſſen die jenige ſo wir mit unrecht verbunden/ laſſen ledig welehe wir be⸗ ſchweret/ geben frey welche wir drengen/ reiſſen weg allerley Laſi/ undbre⸗ chen dagegen dem Hungerigen unſer Brod/ und die im Elend ſind/ ins Homil.15. Haus fuͤhrt. Eſa. 58. v. 6.ſeq. Quià cibo jejunat, nõ ab operibus malis, in Matth. ille apparet jejunare, non autem jejunat, ſagt Chryſoſtomus: Das iſt oper. im- Der vonder Speiſe faſtet/ und nicht von boͤſen Wercken/ der laͤſſetſic perf. efeße ob er faſie aber er faſtet nicht: Zu dieſer Faſten fuͤhret uns auch das Geſetze. V 2. Jejunium remperantiæ: Die Faſte der Maͤſſigkeit: Dawu uns huͤten/ daß unſer Hertzen nicht beſchweret werden/ mit Freſſen und Sauffen. Luc. 21. v.34. Da wir wachen und nuͤchtern ſeyn. I. Theſſ.⸗.. 6. Leben zuͤchtig/ gerecht und gottſelig in dieſer Welt. Tit 2. v. 12. Seyn nuͤchtern und wachen/ weilen unſer Widerſacher der Teuffel umb uns derm. hergehet wie ein bruͤllender Loͤwt/ und ſuchet uns zu verſchlingen. Pal. ge jeſon Lv. J. Non idem vigor cordis eſt ſub onere cibi, qui ſub levitatejeju- pentecoſt. Hii, nec eundem ſenſum poteſt ſatietas generare, quem parcitas, ſag 3 Leo; Das iſt; Es iſt nicht eben die jenige bewegende Krafft bey uns/ unten der Laſt der Speiſe/ welche iſt unter der Leichtigkeit deß Faſten; Unddie Sauiakan bringet nicht den Verſtand/ welchen da bringet die Maͤſ⸗ igkeit. b b 3. Lacrymarum profuſione; Mit Weinen: Es muͤſſen nicht falſche Thraͤnen ſeyn/ wie Simſons Weib ſich meiſterlich mit denſelben zu behelffen gewuſt. Jud. 14. v. 16 ſleq. Sondern es muͤſſen Leid Thraͤ nen ſeyn wegen unſer Suͤnde: Wir muͤſſen mit Thraͤnen unſer Lager und Stelle netzen. Pſalm. 6. v. 7. Die Thraͤnen muͤſſen unſer Speiſe ſeyn Pſ. 42. v. 4. Miſehen auch unſern Tranck mit Weinen. Pſal.av. v. 10. Alſo beweineten die Iſraeliten jhre Suͤnde. Jud 2. v. ſcq. Wie David ſeine Suͤnde unter Augen leuchteten/ wie er fuͤr Abſolon flohe/ ginger den Oelberg hinan und weinete.2. Sam 15.v.z0. Eſraunddas Molc beweinetenſehr jhre Suͤnde. Eſr.10.v... Wie Petrus Chriſtum verleugnet hatte/ weinete er bitterlich. Matth 26. v. ulr. Die buf “ 3 nde ——— 8 8——“——— mZ—““ —— 2 4 ö— 5——— — 4——————ͤͤͤͤ —= 5 ö“—“— 5 4— ————x. —— —— A———— iſigkeide maFrſſan gn T t 2 b.h. 6 V Tuffluba rſchinga iſubleyura, em patcin fftbey unu HFaſen n. ornganh Erni b ricch midai uͤſſnled raͤnen unſel jſſenunſa zenen. Nſe .1. v.r ec 1 r Abſooni 0. Efunſ Petrus Chi 2 Dae Was das Geſetz bey wabrer Buſſe wircke. b Suͤnderin netzete deß HErꝛen Chriſti Juͤſſe mit Thraͤnen/ und trucknet ſie mit jhr es Haupts Haaren Lue. 7. v. 8. Illas requiro lacrymas, quæ Homil. 6. non eſtratationi proficiunt fed compunctioni; Quaæ funduntur oc. in Matth. cultè, quæque ex illo dolore profluunt, quæ intra conſcientiæ theſau- rum& pectoris arcana celantur, quæper afflictas genas, nullo homi- num teſte volvuntur, quæ ſummo in ſilentio& quierte deſiliunt, quæ Lintimo cordis ebulliunt, quæ ex tribulatione& dolore naſcuntur, quæquẽ ſolius Dei oculis offeruntur, ſagt Chryſoſtomus: Das iſt/ dieſelbe Thraͤnen erfodere ich/ die nicht zum Anſehen/ ſondern zu wahrer Buſſe dienen; Weiche heimlich vergoſſen werden/ und auß Schmertzen herflieſſen ſolcher Dinge/ die im Schatze deß Gewiſſens und Hertzens verborgen gehalten werden/ welche uͤber das betruͤbte Angeſichte ohne je⸗ nigen menſchlichen Zeugen lauffen/ welche in hoͤchſter Stille und Ruhe/ herfuͤr ſpringen/ ſo auß dem innerſten deß Hertzen herfuͤr quellen/ welche auß Truͤbſal und Schmertzen herruͤhren/ und allein fuͤr Gottes Augen gebracht werden. Dieſelbe aber wircket das Geſetee. b 4. Lamentatione; Mit Klagen: Wir muͤſſen klagen unſer an⸗ gebohrnes Elend; Daß wir in Suͤnden empfangen. Pſalm. ſ1. verſ.. Daß wir Verkehrte von Mutter⸗Leibean. Pſ 58. v. 4. Wir muͤſſen be⸗ klagen unſere viele wirckliche Suͤnde; Deren mehr als Haar auff unſerm Haupte. Pſ. 40. v. 13. Gleich wie dem Ezechiel ein Briff gereichet ward/ darin geſchrieben Klage/ Ach und Wehe. Ezech. 2. v. 10. Alſo verkuͤndi⸗ get uns die Handſchrifft beyde deß Geſetzes undunſers Gewiſſens/ nichts als ſchwere Straffen Gottes/ daruͤ ber wir billich Klage fuͤhren muͤſſen. 5. Cordis non veſtium ſciſſione; Mit Zerreiſſung unſer Her⸗ tzen/ und nicht unſer Kleider: Es haben Vieleim alten Teſtament in groſſer Traurigkeit jhre Kleider zuriſſen/ aber Viele auß Heucheley wie Achab gethan. 1. Reg. 21. v. 27. UInd Caiphas. Matth. 26. v. 6. War⸗ hafftig bußfertige Hertzen aber die beſchauen ſhr Hertze/ als ein Brunn⸗ und Leid/ daß jhr Hertze gleichſam dadurch zerriſſen wird: Sie ſchuͤtten jhr Hertze bey ihnen ſelbſt auß Pſalm. 42. v.. Sie ſchuͤtten jhr Hertz fuͤr Gottauß. Pſ. 62. v. 9. Jenes durch Erkaͤntnuͤß/ Reu und Leid uͤber jhre Suͤnde; Diſes durch ein demuͤtiges glaubiges Gebeth umb Verge⸗ bung derſelben/ wozu uns allen ſeine Gnade geben wolle der grundguͤti⸗ ge Gort umb. Jeſu Chriſti willen ⸗Amen/ AImpen. 33 Aaa iſ Die . 8 —“— Suis———— 5 4*-————— f 2 11 † 4 1 4. 5 4 1..— ———————— 8 ,—— 8 . 4 ..— 2—* 1 S—— 3——.——— 5 ——— ——-—y—— 4 ———— 5————— ö—·m·⅛· 1 — 5*.— 1 eewnh e ban “ 2— *—“ „ 8 5 374 gas das Evangell um DE EvANGIDN ehtundſunffugſe eS EEEICACIA Was das Evangelium bey wahrer Buſſe wircke. 33 b om. 3.V 25. 4 5 b Chriſtum hat Gott uns fuͤrgeſtellet zu einem Gnadenſtuel/ durch den Glauben in ſei⸗ nem Blut. Sſpricht Paulus Rom. 5. v. n alſo: Wir ruͤh⸗ men uns Gottes/ durch unſern HErꝛn Jeſum Chriſtum/ 87 4 SSp durch welchen wir die Verſuͤhnung empfangen haben: In ☚= dieſen Worten haben wir: 1. Gloriationis piorum objectum: Weſſen ſich gottſelige Hertzen ruͤhmen: Sie ruͤhmen ſich Gottes: Die Gottloſen ruͤhmen ſich jhres Muthwillens. Pſal. 10. v. 3. Sie ruͤhmen ſich jhrer Suͤnde/ wie die zu Sodom/ und verbergen ſie nicht. Eſa. 3.v. 9. Sie ruͤhmen ſich jhrer Weißheit/ Staͤrcke und Reichthum. Jer. 9. verſ. 23. Aber dieſer Ruhm iſt nicht fein/ ſondern gottſelige Hertzen ſollen ſich Gottes ruͤh⸗ men/ das iſt/ ſeiner Gnade und Barmhertzigkeit/ durch welche er uns ſeinen Sohn zum Bezahler fuͤr unſere Suͤnde geſand/ daß wir koͤnnen dancken ſeinem Namen/ und ruͤhmen ſein Lob. Pſal. 106. v. 47. Daß wir in dem HErꝛn Chriſto gerecht werden/ und uns ſeiner ruͤhmen koͤn⸗ nen. Eſa. 4§. v. 25. 85. 2. Gloriationis modum: Wie ſie ſich ruͤhmen ſollen: Durch unſern HERRN Chriſtum: Auſſer demſelben mangeln wir deß Ruhms/ welchen wir fuͤr Gott haben ſollen. Rom. 3.v. 23. Aber derſelbe hat uns die Gnade Gottes und dieſen Ruhm erworben: In demſelben ſolten die Heyden geſegnet werden/ und ſich ſeiner ruͤhmen. Jer. 4. v. 2. Wir koͤnnen uns ruͤhmen in Chriſto Jeſu. Rom. 15. v. 17. Es iſt ferne von jhn ruͤhmen/ denn allein vom Creutz unſers HErꝛn Jeſu Chriſti. Gal. 6.v. 14. 4 3. Gloriationis fundamentum; Den Grund dieſes Ruhms: Durch welchen wir haben die Verſuͤhnung empfangen: Gott war wegen der Suͤnde unſer Feind: Aber Chriſtus hat uns mit Gott ver⸗ ſuͤhnet/ der hat unſer Miſſethat verſuͤhnet. Dan. 9.v. 4. Wir ind wi 9 — —— bey wahrer Buſſe wircke. 375 ERAlcz Gpott verſuͤhnet/ durch den Tod ſeines Sohns. Rom. v. lo. Gott war ſſewaa m Chriſto/ und verſuͤhnet die Weltmit jhm ſelber/ und rechner jhnen jh⸗ 3 re Suͤnde nicht zu/ und hat unter uns auffgerichtet das Wort von der et zuucn Verſuͤhnung. 2. Cor. ⸗. v. 19. Da iſt der Sohn Gottes die Verſuͤhnung an fur unſer Suͤnde/ nicht allein aber fuͤr unſere/ ſondern auch der gantzen ubenm Welt.. Joh 2.v.z. Dieſes ſehe wir auch bey wahrer Buß welcher Herz V la Seele iſt/ der Glaube an das theure Verdienſt Chriſti/ wie ſolches auch auß verleſenen Worten zu erſehen/ auß welchen wir wollen anſehen; ſo: I Wie der ſeligmachende Glaube zu wahrer “ Buſſe erfodert wede. fangenaha Unſer Gnadenſtuel Jeſus Chriſtus/ wolle uns die Gnade ſeines heili⸗ gen Geiſies geben/ daß er fruchtbarlich erklaͤret und angehoͤret n ſch gottc werde/ umb ſemes theuren Verdienſtes Wallen Amen. .““ Erklaͤrug. ichmne b Weilen in wahrer Buſſe zwey Theile gefunden werden/ deren eines „Sütihnui zum Geſet/ und das andere zum Evangelio gehoͤret/ deren eins den Tod/ 3. Peh das ander das Leben/ eines Jorn und Ungnade und deßwegen Reu und ſich Gonzn Aiid/ das ander Gottes Huld und Gnad und deßwegen Freude deß Her⸗ unchwien tzenerwerket/ ſofuͤhret uns Paulus in verleſenen Worten/ zu dem rech⸗ d/ daßwwiiom ten Brunnen der Gnaden Gottes/ auß deſſen Fuͤlle wir koͤnnen nehmen 106.9 7., N Gnade umb Gnade. Joh. 1. v. 16. nd haben allhie: 3 rinerruͤnnt I. Dei propoſitum: Gottes Vorſtellung: Gott hat uns Chriſtum vorgeſtellet: Dieſes iſt geſchehen: en ſöllen:de 1. In æterno Dei conſilio: In Gottes Rathſchluß von Ewig⸗ mange keit gemachet: Dann weilen GO TTvon Ewigkeit geſehen/ daß der 33hnd Menſch in ſeinem anerſchaffenen Stande der Unſchuld nicht bleiben/ ea Nt ſonden durch den Teuffel ſich verfaͤhren laſſen wuͤrde/ als hat er von zmen. Ja Ewigkeit ſeinen Sohn der Melt zum Heiland zu ſenden entſchloſſen: r. Da hat uns Gott verordnet zur Kindſchafft gegen jhm ſelbs/ durch En Jh Chriſtum Jeſum/ nach dem Wolgefallen ſeines Willens Eph. 1. v.. Annd iſi Chriſius zuvor verſehen/ ehe der Welt Grund geleget ward. 1. dicts BPetr 20. Odas gibt uns ein maͤchtigen Troſt Dann unſer grund⸗ anqer e guͤtige himliſche Vater/ hat von Ewigkeit unſer kuͤnfftiges Elend ange⸗ dene Kſhen/ und ſeinen allerirbßzen Sohn der ganten Welt zum Erloͤſer 1 Trs verordnet 2.In Was das Evangelium 2. In Erangelio: Im Evangelio Solches bezeuget/ daß Got⸗ tes Gnade und Gabe uns reichlich wiederfahre/ durch Jeſum Chri⸗ ſium/ welcher der einige Menſch in Gnaden war. Rom.. v. v. Wir werden geheiligetin Chriſto. 1. C or.. verſ. 2. Der iſt uns von Gott ge⸗ macht zur Weißheit/ zur Gerechtigkeit/ zur Heiligung und zur Erloͤ⸗ ſung. bid. verſ. zo. Daß wir in Chriſto ſollen neue Creaturen werden. 2. Cor. 5. v. 17. Und durch jhn einen Zugang haben zu der Gnade Got⸗ ges. Rom.. verſ. 2. Eine Freudigkeit und Zugang in aller Zuverſicht/ durch den Glauben an jhn. Eph. 3. verſ. 12. Vnd dieſe Vorſtellung ge⸗ ſchicht allen Menſchen: Dann alſo hat Gott die Welt geliebet/ daß er derſelben ſeinen eingebohrnen Sohn geben/ auff daß alle/ die an jhn glaͤuben/ nicht verlohren werden/ ſondern das ewige Leben haben. Joh. 3.v. 16. Laſſet uns dieſes/ OChriſtliche Hertzen/ mit hoͤchſtem Fleiß erwegen/ wollen wir uns Gott wolgefaͤllig bekehren/ ſo muͤſſen wir die Gnade Gottes in Chriſto Jeſufuͤr allen Dingen ſuchen/ und mit Da⸗ vid ſehnlich bitten: Er wolle nicht gedencken der Suͤnde unſer Jugend/ und unſer Ulbertrettung/ ſondern er wolle unſer gedencken nach ſeiner Barmhertzigkeit/ umb ſeiner Guͤte willen. Pſal. 25. v. 7. Er wolle uns gnaͤdig ſeyn nach ſeiner Guͤte/ und vertilgen alle unſere Suͤnde nach ſei⸗ ner groſſen Barmhertzigkeit. Pſal. ꝓ1. v. 3. Denner iſt gut und gnaͤdig/ von groſſer Guͤte/ allen die ihn anruffen. Pſal. 86. v. F. Wir muͤſſen mit David ſagen: HErr ich flehe fuͤr deinem Angeſicht von gantzem Her⸗ tzen/ ſey mir gnaͤdig nach deinem Wort. Pſal. 119. v. 78. Mit dem buß⸗ fertigen Zoͤllner: Gott ſey mir Suͤnder gnaͤdig. Lue. 18. v. 13. Ein Buͤr⸗ zZeu. ger zu Prag hatte dem Kayſer Carolol V. ein hundert kauſend Guͤlden Epilt;). geliehen/ und jhn hernach deß andern Tages zum Mittag⸗Mahlgelga 7 den/ und als man den Kaͤß auffgeſetzet/ deß Kayſers Schuld⸗Brieff/ in einer guͤldenen Schalen bringen/ und jhme dem Kayſer ſolche vorſe⸗ tzen laſſen/ und jhm die Handſchrifft ſampt der Schuld geſchencket: Wir/ O Chriſtliche Hertzen/ ſind Gott nicht mit ſo geringer/ ſondern mit zehen tauſend Pfund Schuld verhafftet. Matth. 18. verſ. 24. Wel⸗ ches ſich auff ſechtig Tonnen Goldes belaͤufft: Aber wann wir ſeine Barmhertzigkeit in Chriſto Jeſu ſuchen/ wo dann die Suͤndebey un; iſt maͤchtig worden/ da iſt die Gnade G Ottes noch viel maͤchtiger. Rom... o0. ILP ropo* ungund n aturcgaa 9 uder Gnae —— — — —— —— —— — —— —— —— — —— —— —= —— — —— — —— 4 4 1 Acbenßeh — mithalhiime / ſomuſſam ſchen/ undme indeurſe ze 4 denckem ni v.7. Gni ere Sünai riſt gutuhn §. Wruſa htvon gnen .s. Mai .s.G dert tauſe Mittas R rs Schud Kuyſerſit Schudgit ſogananſ th.1S veſa, Abr wm ndie Suh ſoch wiln A S 1 — — —— bey wahrer Buſſe wircke. 377 II. Propoſiti modum: Wie das gnaͤdige Vorſtellen Gottes geſchehen: Gott hat uns Chriſtum vorgeſtellet zu einem Gna⸗ den⸗Stuel: Die Gnad und Barmhertzigkeit Gottes iſt nicht abtolut, daß uns Gott bloß dahin unſer Suͤnde auß Gnaden wolle vergeben/ dann ſolches kan die Gerechtigkeit Gottes nicht leiden/ als welche ein Gnugthun fuͤr die Suͤnde erfodert/ ſondern ſie iſt gegruͤndet in Chriſto als dem von Gott vorgeſtelletem Gnaden Stuel/ welcher durch den Gnaden Stuel im alten Teſtament vorgebildet: b 1. Ratione revelationis: Wegen der Offenbahrung; Von dem Gnaden⸗Stuel redete Gott mit ſeinem Voicke/ und offenbahrte Ihm ſeinen Willen. Exod. 25. v. 22. Num. 7. v. ult. Alſo wird uns durch den eingebohrnen Sohn Gottes/ der in deß Vaters Schoß iſt/ Gottes Wille verkuͤndiget. Joh. 1. v. 8. Durch denſelben hater zu uns geredet. Heb. 1. v. 2. Und uns daneben befohlen/ daß wir denſelben hoͤren ſollen. Matth. 17. v.5. Dieſer aber ruffet mit heller Stimme; Kompt her zu mit alle die ihr muͤhſelig und beladen ſeyd/ ich wil euch erquicken. Matth. 1. v. 28. Der wil uns hertzlich gerne als eine Henne ſhre Kuͤchlein unter ſeine Gnaden⸗Fluͤgel verſamlen. Matth. 23. verſ. 37. Derhalben ſollen Heruedllan Gnaden⸗Stuel bey unſer Buſſe/ unſer eintzige Zuflucht uchen. 2. Ratione propitiationis; Wegen der Verſohnung; Der Gnaden⸗Stuel hatte den Namen davon/ daß Gott bey demſelben ſeine Gnade ſonderlich erweiſen wolte: Alſo iſt der HErꝛ Chriſtus der jenige von deſſen Fuͤllewir Gnade umb Gnade nehmen. Joh. 1. v. 16. Und dieſe Gnade erſtrecket ſich beydes ins alte und neue Teſtament; Dann wir glauben im neuen Teſtament/ durch die Gnade deß HErꝛen Jeſu ſelig zu werden/ gleicher Weiſe wie auch ſie/ im alten Teſtament ſelig worden ſeyn. Act 15. v. u. Daß es gar ohngereimt iſt/ den Glaͤubigen im alten Te⸗ ſtament das ſeligmachende Erkaͤnenuͤß Chriſti abſchneden: Alſo iſt auch ein einziger Mittler zwiſch? Gott und Menſchen/ nemlich der Monſch Chriſtus Jeſus. 1. Tim. 2. v..ä. 3. Ratione obtectionis: Wegen deß Bedeckens: Der Gnaden⸗ Setuel bedeckte die Bunds⸗Laden darin das Geſetz Moſis verwahret ward. Exod. 25. v. 21. c. 26. v. 4. Num. 7. v. 89. Alſo bedecket der Sohn Gottes unſere Suͤnde. Pſal. 32. v. 1. Der vergiebt die Miſſethat ſeinem b„obb Volcke 378 Was das Evangelium Volckelund bedecket alle jhre Suͤnde. Pſal. 19. v. 3. Gleich wie Gott ſein himliſcher Vater jhn mit dem Schatten ſeiner Hand bedecket. Eſa. 49. v. 2. Alſo bedecket er uns mit ſeinem Verdienſt: Dann unſer Gewitck/ das iſt/ unſer eigene Gerechtigkeit taug nicht zur Decke. Eſa. 59. verſ. 6. Darumb ſollen wir uns zu dieſem Gnadenſiuel Jeſu Chriſto halten/ und mit Freudigkeit hinzu tretten/ auff daß wir Barmhertzigkeit empfa⸗ Hen/ und Gnade finden/ auff die Zeit wenn uns Huͤlffe noth ſeyn wird. Heb. 4.v. 16... 4. RKatione univerſalis gonverſionis; Wegen der allgemei⸗ nen Zuwendung: Diejenige ſo in jhrem Gebet im alten Teſtament wolten erhoͤret werden/ die wendeten ſich zum Gnadenſiuel/ wie zu ſehen an Joſua und den Eltiſten. Joſ. 7. v.. An Hanna. 1. Sam. i. verſ.z. An David. 2. Sam. 12. v 20. An Danzel. Dan. 6. v. 2. Alſo ruffet der Sohn Gottes: Wendet euch zu mir/ ſo werdet jhr ſelig aller Welt Ende. Eſa. 45 verſ. 22. Kommet her zu mir alle die ihr muͤhſelig und beladen ſeyd. Matth. u. v. 8. Alles was wir den Vatter bitten in ſeinem Namen/ daß wird er uns geben. Joh. 16. v. 23. Von jhm zeugen alle Propheten/ daß in ſeinem Namen Vergebung der Suͤnden empfangen/ alle die an jhn glaͤuben. Act. 10. v. 43. Laſſet uns/ O Chriſtliche Hertzen/ dieſe allgemei⸗ ne Gnade nicht in Zweiffel ziehen/ noch dieſelbe verachten/ ſondern uns in der Gnaden⸗Zeit derſelben theilhafftig machen. 2„ III. Duplex medium: Einzweyfaches Mittel der Evange⸗ Aſchen Gnade undzwarcrcr Acquirens: Wer ſie uns erworben? Nemlich der Sohn Gottes mit ſeinem Blut; Welches er in ſeinem Leiden und Sterben andiglich fuͤr uns vergoſſen: Dann ohne Blut⸗ Vergieſſung geſchicht keine Vergebung der Sunden: Heb.9.v. 22. Durch dieſes Blut ſeints Bundes laͤſlet er uns/ als Gefangene/ auß der Gruben dakein Waſſer innen iſt Zach. 9.vun. Er hates vergoſſen zur Vergebung unſer Suͤn⸗ den. Matth. 26. v. 8. Er hat ſeine Gemeine dadurch erworben. Act 20. 9. 28. Wir haben dadurch die Erlo ſung/ nemlich die Vergebungunſer b Suͤnden. Eph! v. 7. Es reiniget uns von allen un ſern Suͤnden. 1. Joh. 1.v. 7. Daiſt der Sohn Gottes/ nicht als ein Hoherprieſier altes Teſta⸗ ments/ durch Boͤck⸗ oder Kaͤlber⸗Blut; Sondern durch ſein eigenes DBlut/ in das Heilige angangen/ und hat uns eine ewige Eroͤſung er⸗ b worben 1 1 J. am uph 1 Alonfane a Vatens dig undiean ſaurn am allk pyopſen nsen alldia (etzen dieſee chten ſennm⸗ Nitteldecn ſemüchded Leddeuden ergieſſungatt ch dieſes Bu ben dakenl gebungunge herwonben Pergekuun 6 — 1 rn Suͤndel vriefteraln durch ſit wigenhe 1 1. bey wahrer Buſſewircke. worben. Heb. 9. v. 1². Es iſt das Blut deß 379 aments/ dadurch wir ge⸗ heiliget werden. Heb. 10. v. 29. Das Blut/ welches uns abwaſchet von unſern Suͤnden. Apoc. 1. v.·. Da koͤnnen wir getroſt ſagen: Sind wir doch deinererbtes Gut/ Erworben durch dein theures Blut/ 3 4 Das war deß ewigen Vatters Rath/ Als er uns dir geſchenckethat. Gleich wie der Safft von Erderndie Wuͤrme auß dem Holß vertreibet Aſſo vertreibet das theure Blut Chriſti/ den nagenden Wurm unſers Gewiſſens: Wie die Aungfann Agnes zur Marter hinauß gefuͤhret/ wie ein Roͤſelein unter jhrem Geſichte geweſen/ und der Hencker ſie fuͤr eine Trunckene angeſehen/ hat ſie geſagt: Ach nein/ ich bin nicht truncken/ ſondern das Blut Jeſu Chriſti hat meine Waͤngelein alſo gefaͤrbt. Wie der Herꝛ Lutherus zu einem krancken Studenten zu Wiſttenberg kom⸗ men/ und ihn gefragt Wann er nun ſterben ſolte/ was er ſeinem HErren Jeſu Chriſto mitbringen wolte: Hat er geantwortet Ein zubrochen und zuſchlagen Hertz/ mit dem theuren Blut Chriſti beſprenget: Das iſt recht/ hat Lurherus geſagt/ zeuch alſo hin/ ſo wirſt du jhm willkomm/ und ein lieber Gaſt ſeyn. Mit dieſem Blut/ O Chriſtliche Hertzen/ l ſſet uns unſere Hertzen vermittels wahrem Glauben beſtreichen/ ſo wird der hoͤlliſche Wuͤrg⸗Engel keine Machtuͤber uns haben. 2. Ap Glauben: Strign. I. pag. 189. rehendens: Woniit wir ſie ergreiffen: Durch den ie Gnade Goltes/ Verſuͤhnung und Blut⸗Vergieſſung Chriſu muͤſſen mie wahrem Glauben ergrieffen/ und uns zugeeigne werden: Gott ſirecket/ vermittels ſeinem Sohn/ ſeine Gnaden⸗Hand zu uns]/ dieſelbe muͤſſen wir mit der Glaubens⸗Hand faſſen und ergreiffen: Da muͤſſenwir feſt glauben/ daß Chriſtus umb unſer Miſſethat willen verwundet. Eſa. ¶3. verſ.. Daß er ſey der HERR unſer Gerechtigkeit. Jer. L23 v. 6. Daß er unſere Suͤnde zugeſtegelt/ unſere Miſſethat verſuͤh⸗ net/ und uns eine ewige Gerechtigkeit wiedergebracht. Dan. 9. verſ. 24. Daß er uns von Gott gemacht zur Gerechtigkeit/ Weißheit/ Heiligung und Erloͤſung. 1 Cor.. v.30. AInd muß ein Glaͤubiger mit Paulo ſagen: Chriſtus hat mich gelieber/ und ſich ſelbs fuͤr mich dahin gegeben. Gal.2. verſ. 20. Gleich wie zu dem Schloß auff dem Berge Sion/ Nur ein eintziger Weg geweſen: Alſo iſt 253 Glaube der hsge ‧ R**„ 2 3830 Wie wir wahre Buſſe thun ſollen. 9 Weg zur ewigen Seligken: Dieſes erkandte Catharina gebohrne von Negtndur⸗ Migiaeie Sachſen/ und ſagte kurtz fuͤr'hrem En⸗ de: Sie wolte am HErꝛn Chriſto/ und am Saum ſeines Kleides han⸗ gen bleiben/ wie eine Klette am Rock/ die ſich chezerreiſſen/ als davon abreiſſen laſſe: Welchen Glauben wolle in uns anzuͤnden und erhalten/ Gott der Vater/ durch den heiligen Geiſt/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. 1. Die neunund funfftzigſte Predigt. D POENITENTIæ VERE MODoO. Wie wir wahre Buſſe thun ſollen. Plal.⸗§.V. J. Heute/ ſo jhr ſeine Stimme hoͤret/ ſo verſto⸗ cket eure Hertzen nicht. e Sſpricht Sirach cap. 18. b. 23 alſoꝛ Wilt du Gott 5 dienen/ ſo laß es dir ein Ernſt ſeyn/ auff daß du Gott nicht cheſt. Allhie haben wir: b 1. Dei ſervitium: Den Dienſt Gottes: Welchen ſchuldig ſeyn: Da ſollen wir jhm dienen mit Furcht. Pſal.2.v. 1. Daß man uns mit Warheitkoͤnne nennen Diener unſer Gottes. Eſa. 61. v. 6. Die da dienen dem HErꝛn jhrem Gott/ und jh⸗ rem Koͤnig David(Chriſto) welchen er uns erwecket hat. Jer. 30. v. 9. Dann zu dem Ende hat er uns erloͤſet auß der Hand unſer Feinde/ daß wir jhm dienen ſollen ohne Furcht unſer Lebenlang/ in Heiligkeit und Gerechtigkeit die hm gefaͤllig iſt. Luc. I. v. 74. ſeq. Wie Collicratidas ein Lacedemonier gefragt/ was Ihn deuchte was die Jones fuͤr Leute waͤ⸗ ren; Hat er geantwortet: Gut zu dienen/ aber boͤſe frey zu ſeyn: Das moͤ⸗ Fen wir von uns wol ſagen/ wann wir Gott dienen/ ſo ſind wir gut⸗ Wann wir aber von ſolchem Dienſte frey ſeyn/ nur boͤſe: Dieſen Dienſt leiſten wir auch Gott inſonderheit in unſer Bekehrung/ dann da werden wir von der Suůͤnden frey/ und Knechte Gottes. Rom, 6. v. 22. 8 2. Servitii Wie wir wahre Buſſe thun ſollen. 381 2. Lerviti modum: Wie wir Gott dienen ſollen: Wir ſollen es uns laſſen ein Ernſtſeyn: Viele laſſen ſich jhre Bekehrung kein Ernſt ſeyn/ ſondernes iſt ein Heuchel⸗Buſſe wie Achabs 1. Reg 21. v. 29. Dafuͤr warnet uns Syrach und ſpticht: Siehe zu daß deine Gottes⸗ Furcht nicht Heucheley ſey/ und diene jhm nicht mit falſchem. Hertzen. Shreu 36. Solche haben nur den Schein eines gottſeligen Weſens 2.Lim. z. vp. 3. 3. Incitamentum: Was uns dazu reitzen ſolle: Auff daß du Gott nicht verſucheſt: Die Heuchler verſuchen Gott durch Zweiſ⸗ fel: Sie zweiffeln an Gottes Allwiſſenheit: Als wann jhm jhre Heuche⸗ ley verborgen ſey; Da doch ſeine Augen viel heller als die Sonne. Syr. 13. v. 27. Sie zweiffeln an Gottes Warheit: Der außtruͤcklich geſagi: Er wolle ſie ſiraffen/ undes jhnen unter Augen ſtellen. Pſ. 50. v.1. Sit zweiffeln an Gottes Gerechtigkeit: Nach welcher er verheiſſen/ daß ſie ſehen ſollen/ was fuͤr ein Unterſcheid ſey/ zwiſchen dem Gerechten und Gottloſen/ und zwiſchen dem der Gott dienet/ und dem der jhm nicht die⸗ net. Mal.3.v. 18. Darumb ſollen wir unſere Buſſe uns laſſen ein Ernſt ſeyn/ dazu auch David ermahnet in vrleſenen Worten/ bey welchen win wollen betrachten:— Wie unſere Buſſe ſolle beſchaffen ſeyn. Unſer Wolfarth liebender himliſcher Vater h wolle verleihen/ daß win beyds flriſſige Hoͤrer und Thaͤter dieſes Worts ſeyn moͤgen/ umb Ieſu Chriſti willen/ Amen. b — Erkaung. Wir ſollen uns/ O Chriſtliche Hertzen/ zu Gott bekehren: 1(ité; Balde; Heute ſo wir Gottes Stimme hoͤren Alhie hoͤren wir daß wir uns ſollen bekehren: 1. Hodis: Heute; Viele gedencken cras, cras; Morgen/ morgen: Die verziehen ſich zum HEÿrrn zu bekehren/ und chieben es von einem Tage auff den andern. Syr.„v.. Die ſparen jhre Buſſe biß ſie kranck werden. Sprach. 18. verſ. 22. Aber der H. Geiſt vermahnet uns durch David/ wir ſollen uns Latseſchee⸗ Das iſt/ a. Tempore prælenti: Bey gegenwaͤrtiger Zeit: Dannn alſo Dobb u wird ——— 382 Wie wir wahre Buſſe thun ſollen. wird das Wort heute in heiliger Schrifft gebraucht: Der HEn euer Gott hat euch gemehret/ daß jhr heutiges Tages(jetzunder) ſeyd/ wie die Menge der Sternen am Himmel. Deut. 1. v. ro. Alſo ſagt Chriſtus⸗ Heute/ das iſt/ denſelben Tag/ ſey erfuͤllet/ was Eſaias von jhm geweiſ⸗ ſaget. Luc. 4. v. 21. 1Ind Paulus; Jeſus Chriſtus/ geſtern und heute/ und derſelbe auch in Ewigkeit. Heb. 4. v. 8. Alſo wil allhie David/ daß wir heute/ das iſt/ ſtuͤndlich/ in wahrer Bußfertigkeit uns finden laſſen Lerm. 66. detemp. 6. Tempore omni; Allezeit; Da ſollen wir nabet n alle Tage/ ſo lange es heute heiſſet. Heb. 3. v. 13. Das iſt/ die gantze Zeit un⸗ ſers Lebens. Laſſet uns/ O Chriſtliche Hertzen/ dieſes fleiſſig beobach⸗ ten/ daß gleich wie wir uns ſollen verſuͤhnen mit unſerm Nechſien bald/ dieweil wir noch bey jhm auff dem Wege ſeyn. Matth. 7. verſ. 25. Alſo ſollen wir uns aueh bald mit Gott verſuͤhnen/ dieweil wir mit jhm auff dem Wege ſeyn. In hoc ſeculo pœnitentiam facientibus, Dei miſeri- cordia ſubvenit: In futuro autem pœnitentia non præficit, ſagt Au- guſtinus: Das iſt; Denen die allhie Buſſe thun/ kompt die Barmher⸗ tzigkeit Gottes zu Huͤlffe; Ins kuͤnfftige aber hilfft ſie nicht. b 2. Audita Domini voce: So wir Gottes Stinume hoͤren: Dieſe Stimme iſt nicht die ohnmittelbare Stimme Gottes/ welche un⸗ ſere Paradies⸗Eltern gehoͤret. Gen. 3. v. 3. Ind die Iſraeliten unten am Berge Sinai. Deut. 4. v. 12. Sondern: a. Vox mediata; Eine mittelbare Stimme; Welche iſt die Stimme ſeines Canoniſchen beſchriebenen Wortes/ welche er uns durch treue Lehrer und Prediger hoͤxen laͤſſet: Von dieſer Stimme ſpricht Gott: Nehmet zu Ohren und hoͤret meine Stimme/ mercket auff und hoͤret meine Rede. Eſa. 28. verſ. 23. Stehet auff jhr ſtoltzen Frauen/ hoͤret meine Stimme/ jhr Toͤchter/ die jhr ſo ſicher ſeyd/ neh⸗ met zu Ohren meine Rede. Eſa. 32. v. 9. O Land/ Land/ Land/ hoͤredeß HErm Wort. Jer. 22.v. 29. Laſſet uns/ O Chriſtliche Hertzen/ dieſe Stimme wol in acht nehmen: Der Ungehorſam wider Gottes treue Diener/ iſt nicht wider ſie/ ſondern wider Gott ſelber. Exod. 23. verſ.g. Wie die Kinder Iſrael wider Moſen und Aaron murreten/ ſagte Gott: Wie lange laͤſtert mich das Volck? Num. 14. v. Ir. Und zu Samuel⸗ Sie haben nicht dich/ ſondern mich verworffen. x. Sam. 8. v.7. Wan 8 ie th Heſſa, præfcct ſ wptdie da jewicht. Stinuneiön Gottez hichn Jſraclätunnr ne Wetes 8/ wecheg on diſſ Em Stimun/ner het auffſhtſt. ſoſcherſaht and/ Ladf⸗ lundé⸗ am.S.V7. Wie wir wahre Buſſe thun ſollen 38; ſie den Pwopheten Ezechiel nicht huͤren wollen/ ſohoren ſie Golt ſelbs nicht: Ezech. 3.v„. e 1. Vox inanimata; Eine nicht lebendige Stimme: Unter ſol⸗ che Stimme iſt unter andern die fuͤrnehmſte/ die Donner⸗Stimme Gottes: Dieſelbe iſt nicht allein ein daenei eum derunhemaffheden Allmacht Gottes/ daher er genennet wird/ der Donner der Macht Got⸗ tes. Hiob. 26. v. 143. Sondern auch eine Anzeigung ſeines Zorns uͤber unſere Suͤnde: Daher ſagt Hiob; Lieber hoͤre doch wie ſein Donner zurnet/ und was fuͤr Geſpraͤch von ſeinem Munde außgehet. Hiob. 37. v. 2. Kanſi du mit gleicher Stimme donnern/ wie Gott thut/ ſpricht er Cap. 40. v. 4. Da hauet die Stimme deß Zorns wie Feuer⸗Flammen. Pſal. 29. v. 7. Da muß das Erdreich vergehen/ wanner ſich hoͤren laͤſ⸗ ſet. Pſal. 46. v. 7. Dieſer Donner iſt eine rechte Buß⸗Glocke Gottes/ damit er uns cito, cito, balde/ balde/ Bu ſſezu thun auffmuntert. Vom Kayſer Auguſto leſen wir/ daß er ſich fuͤrdem Donner ſehr gefuͤrchtet/ Sueton. in und derowegen ein Fell vom Meer⸗Kalbe bey ſich gehabt: Wir/ O Auguſt. Chriſtliche Hertzen/ ſollen mit dem Lamb⸗Fehl deß theuren Verdien⸗ ſtes Chriſti unſer Hertze verwahren/ ſo wird uns der Donner keinen Schaden zufuͤgen: Die Thracier/ wenn es gedonnert/ ſollen mit jhren Pfeilen/ nach dem Himmel geſchoſſen/ und Gott gedrohet haben: Was thun die nen Donner offenbahret? O der grauſamen Leute Ach laſſet uns die⸗ ſes/ OChriſtliche Hertzen bedencken Der Donner iſt ein Jorn⸗Botte Gottes; Der Zorn Gottes brennet bald an. Pſal. 2. v. 2. Sein Grim machets daß wir ploͤtzlich offt davon muͤſſen. Pſal, 90. v. 3. Erkan bald ſo zornig werden/ als gnaͤdig er iſt/ und ſein Zorn uͤber die Gottloſen hat kein auffhoͤren. Sir.. v.7. Der Donner erſchrecket/ und ſchwaͤchet die menſchliche Krafft; Wann Gott wegen unſe er Suͤnde zuͤrnet/ ſo ver⸗ trocknet unſer Safft/ wie es im Sommer duͤrre wird. Pſ. 32. v. 4. Daß nichts geſundes iſt an unſerm Leibe fuͤr Gottes Draͤuen/ und iſt kein Friede in unſern Gebeinen fuͤr unſer Suͤnde. Pſal. 38. v. 4. Daß unſer Hertze wird geſchlagen/ und verdorret wie Graß/ daß wir auch vergeſ⸗ ſen unſer Brodzueſſen. Pſal. o2. verſ.ß. Der Donner bera etvieee ploͤtzlich jhres Lebens: Wie beym Meigerio weitlaͤufftig davon zu lib. 6. e. leßen; Ich wie halde fan GH TT unſerd Lebens ein Ende masbais b avid Meiger. d 86 44L 8*nucl. lib. Gottloſen anders/ als daß ſie mit jhren Suͤnden⸗Pfei⸗ Beae ße len zu Gott gleichſam einſchieſſen/ wann er jhnen ſeinen Zorn durch ſei⸗ “„ 384 Wie wir wahre Buſſe thun ſollen. b Davidbezeuget/ er habe einen Gouloſen geſehen/ der ſey trotzig gewe⸗ ſen/ und habe ſich außgebreitet und gruͤnet wie ein Lorbeer⸗Baum/ da man aber fuͤruͤber gangen/ ſey er dahin geweſen/ er habe nach jhm ge⸗ fragt/ er ſey aber nicht gefunden worden. Pſal. 37. v. 35. ſeq. Ploͤtzlich werden ſie offt zu nichte/ gehen unter und nehmen ein Ende mit Schre⸗ cken. Pſal. 77. v. 19. Daha henuen allhie heiſſen/ Ciro, citò, citiſſi. mè: Heute/ heute/ ſo du Gottes Gnaden oder Zorn⸗Stimme hoͤreſt/ ſo bekeh dich. b. II. Seriè: Ernſtlich: Wir müſſen unſre Hertzen nicht verſto⸗ cken: Wann der grundguͤtige und unſer Seligkeit ordentlicher Weiſe begierige Gott/ ſeine Gnaden⸗uUnd Zorn⸗Stimme/ ſchon helle/ laut und klar hoͤren laͤſſet/ ſo werden/ leider/ viele gefunden/ ſo jhre Hertzen verſto⸗ cken: Wie Pharao in ſeinen Plagen/ damit jhn Gott heimſuchete/ Luffe kriegte/ ward ſein Hertz verhaͤrtet/ und hoͤrt Moſen und Aaron nicht. Exod. 3. v. 1. Wie er hernacher ſahe/ daß der Regen/ Donner und Ha⸗ gelauffhoret/ verſuͤndiget er ſich weiter/ und verhaͤrtet ſein Hertz. Exod. 9. v. 34. Alſo thaͤte Koͤnig Zedekia/ der ward halsſtarrig und verſtockte ſein Hertze/ daß er ſich nicht zu Gott bekehrte. 2. Chron. 36. verſ. 3. Zu Epyheſo waren viel Juden/ die waren verſtockt/ und wolten nicht glau⸗ ben. Act. 19. v. 9. Ach was werden ſolcher verſtockten Hertzen noch heute viel gefunden! Ob denſelben zwar Gottzuruffet: Erkenne deine Miſſe⸗ that/ daß duwider den HErꝛn deinen Gott geſuͤndiget haſt. Jer. 3.v.3. Ob ſie zwar jhre eigene Boßheit uͤberzeuget und verdampt. Sap. 17. v. 10. Ob jhnen auch ſchon Jeſus Chriſtus deutlich fuͤr die Augenge⸗ mahlet wird. Gal. 3.v. x. So wollen ſie ſich doch nicht bekehren: Son⸗ dern wann ſiees ſchon nieht ſagen/ ſo gedeneken ſie doch in jhrem Her⸗ tzen/ mit den verſtocketen Juden: Nach dem Wort/ das du im Naman deß HErꝛn uns ſageſt/ wollen wir dir nicht gehorchen/ ſondern wir wol⸗ h len thun nach alle dem Wort/ das auß unſerm Munde gehet. Jer. 44 v. 16. leq. Es gehet treuen Lehrern mit ſolchen wie dem Kayſer Auguſto, D. Matth. mit dem hoͤckerichten Galba; Wie derſelbe den Kayſer dat/ er ſolte jhn Thcarr. ſtraffen/ ſo er etwas ſtraffwuͤrdiges an jhme fuͤnde: Antwortete der Kay⸗ Monarch. ſer Ich kan dich zwar ermahnen/ aber nicht endern/ und ſahe damit auff 4. pPag. 65. ſeinen Hoͤcker: Alſo arbeiten zwar treue Lehrer an ſolchen Gottloſen/ herendankomen liedieſelemeht wegen Dazockung hrrs Hee 8 2nenle Pes te tomn eee Wäale 2e Oieſe 4 aäteen Ga 141 1 ſann e: len bih nacha 3ſ. ſeg nEnde 4 1 uCndde v⸗Stunme 1” derſehe, unte Rde 1 exten lichtte ordentacher. ſcon elelu ſorr Henan theinſacnn en und Jann /Donna ttiſein hen arngundrate vn 3 aſ dwoltmnnie Herzang rkeanedec ſethaſt.nzu erdant Onn hfärdean ſcht bechune doch in himn dasduin ſondemd hets vielen Gottloſen die Gewonheit behaͤlt ſie in jhren Suͤnden. Dieſe Verſtockung befodert die Liebe der Welt/ darin Augen⸗Luſt/ Fleiſches⸗ Wie wir wahre Buſſe thun ſollen. 385 Dieſe Verſtockung befodert bey den Gottloſen die Verachtung deß goͤttlichen Wortes; Dann ſie verachten den allergnaͤdigſten Rath Got⸗ tes wider ſich ſelbſt. Luc. 7. v.30. Gott hat in ſeinem allweiſen Rath/ nicht beſchloſſen/ ſolche Gottloſen ablolut und bloß dahin zu verdammen: Dann er liebet alles das da iſt/ und hat nichts gemacht/ dazu er Haß haͤt⸗ te. Sap. 11. v. 25. Sondern dieweilen ſie Gottes Wort verwerffen/ ſo wil er ſie auch verwerffen. Hoſ. 4v. 6. Dieſe Verſtockung befodert die Ge⸗ wonheit zu ſuͤndigen; Sie ſind deß boͤſen gewohnet. Jer. 13. v.. Weilen nicht balde ein Urtheil geſchicht uͤber jhre boͤſe Wercke/ dadurch wird ſhr Hertze vol Boͤſes zuthun. Etcl. 8. v. I. Sie gedencken; Ich habe wol mehr geſuͤndiget/ und mir iſt nichts Boͤſes wiederfahren. Syrach. 5.v. 4. Vermeinen der Allerhoͤchſte achte hrer Suͤnden nicht. Syrach 23. v. 26. Wann Baudio ſeine Tiſch⸗Geſellen am Ort da er mu ſte fuͤruͤberge etzliche Glaͤſer mit Wein dahin ſielleten/ pflegte er zu ſagen: Wer kan doch ſolche Stein⸗Klippen ohne Schiffbruch fuͤruͤber ſieglen⸗ Alſoge⸗ Luſt/ und ein hoffaͤrtiges Leben gefunden wird. 1. Johann. 2. verſ. 16. Dieſe Tractament verſtocken vieler Herzzen daß esheiſſet wie Taulerus pflegen zu ſagen. b Wer die Welt erkieſet/ daß er Gott verlieſet/ an Wann es gehet an Scheiden/ verlieret er alle beyde. Dieſem zu begegnen/ muͤſſen wir Gott umb ein bußfertiges Hertze ſehnlichanruffen: Dannderſelbe muß unſer Hertzebeſchneiden. Deuͦt. 0. v. 6. Der muß uns ein gehorſames Hertze geben. 1. Reg. 3.v.9. Er muß in uns ſchaffen ein rein Hertze. Pſ. F1. v. 2. Der muß uns das Ohr we⸗ cken/ daßwir hoͤren/ wie Juͤngern. Eſa. 0. v. 4. Der muß uns ein Hertz geben daßwir jhn kenne. Jer. 24. v.7. Er muß uns bekehrẽ ſo werden wit bekehret. Jerem.; 1. v. 18. Er muß uns ein Hertze geben/ daß wirjhn fuͤrch⸗ ten. Jer. 32. v.39. Der muß uns ein neues Herßz/ und einen neuen Geiſt geben/ er muß das ſteinerne. Hertze von uns wegnehmen/ und uns ein flei⸗ ſchern. Hertz gebener muß ſeinen Geiſt in uns geben/ und ſolche Leuteauß uns machen/ die in ſeinen Gebotten wandeln/ und ſeine Rechte halten/ und darnach thun. Exech. 36. v. s. III. tannumo Mtfäſtlaubigem rrzereWirmaſn b— ee nicht 4 * hen Gerlach. I. Pag. IIO. 8 Zinckgr.— 8 apoph. p. I. pag. 182. ☛* K. 3 — 386 Von der End⸗Urſach wahrer Buſſe. nicht allein keine verſtockte/ ſondern hingegen ſtarckglaͤubige Herzzen haben: Der Baͤpſtiſche Zweiffel muß ferne von uns ſeyn Dann derſel⸗ be kompt her auß Vnart deß ſuͤndlichen Fleiſches; Darumb ſtraffet Chriſtus die Kleinglaͤubigkeit. Matth. 6.v. 30. Vnd an Petro: Odu Kleinglaͤubiger warumb zweiffelſt dueſpricht er zu jhm. Matt. 14. v.zr. Vnd wird durch den Zweiffel das Gewiſſen befleckt. x. Cor. s. v. 7. Und wer dazweiffelt/ der iſt gleich wie die Meerswoge/ die vom Windege⸗ trieben/ und gewebtwird. Jac. 1. v. 6. Der Zweiffel iſt ein Feind der goͤttlichen Warheit: Dann ſolte Gott etwas ſagen und nicht thun? Solte er etwas reden und nicht halten? Num. 23. v. 9. Ach nein: Deß HErm Wort iſt warhafftig/ und was er zuſaget/ das haͤlt er gewiß. Pſal. 33. v. 4. Der Zweiffel ſtreitet mit der Eigenſchafft deß wahren ſe⸗ ligmachenden Glaubens; Dann ein ſolcher Glaͤubiger zweiffelt nicht an der Verheiſſung Gottes durch Vnglauben/ ſondern er iſt ſtarck im Glauben/ und gibt Gott die Ehre/ und weiß auffs allergewiſſeſte/ daß/ was Gott verheiſſet/ das koͤnne er auch thun. Rom. 4. v. 20. Der hoch⸗ b loͤbliche Kayſer Rudolphus II. hat pflegen anzuzichen/ das Exempel Zinckgr. Julii Cæſaris, ſo zum Schiff⸗Patron geſagt: Sey unverzagt/ du haſt apopth. Julium Cæiarem im Schiff/ und dabey geſagt: Viel weniger haben P; Pag. 8. ſich die zu fuͤrchten/ ſo Jeſum den himliſchen Nothhelffer in jhrem Her⸗ b tze durch wahren Glauben haben: Welches feſtglaͤubiges Hertze uns ge⸗ ben wolle Gott der Vater/ durch den heiligen Geiſt/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Auen. Die ſechtzigſte Predigt. DE POENITENTIæ EINE ET SCOPO. Von der End⸗Ulrſache wahrer Buſſe. 8— b Hoſe. 6. v. 1. Kommet wir wollen wieder zum HErꝛn. r. Svergleichet der Sohn Gottes/ einen bußferti⸗ N. gen Suͤnder/ einem verlohrnen Schaf/ welches geſucht und wieder gefunden wird. Luc. v5. v. 4. Vnd ſolches: 2 1, Propter conditionem: Wegen deß Zuandee⸗ Lin —— igerzwaftit demarſtſjun lergrviſeehe 1 v.ao. Daſt 7 hen/ das Eim unverzag d. 7 * Dulweuug ffer inſhnene) ges.Hegem 8 dunb. ſuh ehnebuit weſchte ndſclis dcha b 1 Von der End⸗Ulrſach wahrer Buſſe. 387 Ein derlohrnes Schaf iſt ein elende Creatur/ gehet in der Irre/ und iſt dem grauſamen Wolffe gleichſam Preiß gegeben: Eine gleiche Be⸗ ſchaffenheit hat es auch mit uns armen Suͤndern: Wir gehen in der Ir⸗ re wie verlohrne Schafe. Pſ. 119. v. 1. Wir gehen alle in der Irre wie Schafe/ ein jeglicher ſthet auff ſeinen Weg,. Eſa. 53. verſ. 6. Da hat der hoͤlliſche Wolff/ der Satan/ groſſe Macht uͤber uns 2. Propter imbecillitatem: Wegen der Schwachheit: Ein Schaf iſt ein ſchwaches Thierlein/ kan jhm ſelbſt weder rathen noch helffen: Alſo gehets auch uns: Welcher Menſch verſtehet ſeinen Weg⸗ Prov. 20. v. 24. Deß Menſchen thun ſtehet nicht in ſeiner Gewalt/ und ſtehet in niemands Macht/ wie er wandele oder ſeinen Gang richte. Jer. 10. v. 23. Aber da wiederfaͤhret uns Barmhertzigkeit durch Jeſum Chri⸗ ſtum. 1. Tim. 1. v. 16. 8 b 3. Propter reverſionem: Wegen deß Wiederkehrens: Ein Schaf laͤſſet ſich gerne auff den rechten Weg wieder bringen: Alſo ſol⸗ len wir auch thun: Wir ſollen uns bekehren zudem HERRN unſerm Gott/ daß wir ſeiner Stimm gehorchen. Deut. 30. v. 2. Vns bekehren von unſerm boͤſen Wege. 2. Chron. 7.v. 4. Vns bekehren von der Fin⸗ ſternůß zum Liecht/ und von der Gewalt deß Satans zu Gott/ und em⸗/· pfahen Vergebung der Suͤnde. Act. 26.v. 18.. 4. Propter averſionem& converſionem: Wegen der Ab⸗und Zuwendung: In unſern Suͤnden wenden wir uns von Gott/ in unſer ckehrung wenden wir uns zu Gott; Schaͤmen uns daß wir uns an Gott verſuͤndigerhaben. Dan. 9. v. 8. Vnd bitten mit wehmuͤtigem und glaͤubigem Hertzen/ b Vergib/ vergib Ad haß Geduld/ mit uns Elenden und wachen/ Laß deinen Sohn all unſer Schuld/ durch ſein Verdienſt ſchlecht machen. Dieſes ſehen wir auch auß verleſenen Worten/ auß welchen wir wol⸗ en betrachten: Zu was Ende wir wahre Buſſe thun ſollen. Der barmhertzige Gott verleihe durch die Gnade deß heiligen Geiſtes/ daß wir dieſen End recht weffen mogen/ umb ſeujes Sohns Jeſu Chriſti willen/ Amen.. Cee ij Erklaͤ⸗ 385 Von der End⸗Urſach wahrer Buſſe Erklaͤrung. aWas die End⸗Urſache wahrer Buſſe und Bekehrung belangen befindet ſich dieſelbe: b 3 I. ſichdieſe n Gottes Seiten/ und iſt. Gloria Dei, Die Ehre Gottes: Wir kommen zum HErm: Durch die Suͤnde gehen wir vom HErꝛn/ und ſind ferne von ſeinem Geſetze Pſ 119. v. 150. Ver⸗ laſſen den HErrn. Eſa. 1.v. 4. Die Quelle deß lebendigen Waſſers. Jer. 17. v. 33. Und heiſſet: Weh jhnen/ daß ſie von mit weichen. Hoſ. 7. verſ. z. Damit berauben wir Gott ſeiner gebuͤhrenden Ehre/ die wir jhm mit un⸗ ſerm Gehorſam zuleiſten ſchuldig ſeyn/ daß er deß wegen klagt und ſagt: Bin ich euer Vater/ wo iſt meine Ehre: Malach. 1. v. 6. Da wird duxch wahre Buſſe Gott geehret: 1. Obeditione; Mit Gehorſam: Gott befiehlet uns in ſeinem Worte ernſtlich und vielfaͤltig/ daß wir uns bekehren ſollen: Der Gottlo⸗ ſe laſſe von ſeinem Wege/ und der Vbelthaͤter ſeine Gedancken/ und bekehreſich zum H Erꝛn. Eſa. /5. v. 7. Bekehre dich zu mir. Jerem. 3. vy. Wiltu dich Iſraelbekehren/ ſo bekehre dich zu mir. Jer. 4. v.ꝛ. Und an vie⸗ len andern Oertern mehr. Wann wir ſolchem Befehl Gottes gehorchen ſo geben wir jhm die ſchuldige kindliche Ehre/ und thun die herrliche Me⸗ heiſſung: Gehorchet meinem Wort/ ſo wilich euer Gott ſeyn/ undjhr ſolt mein Volck ſeyn. Jer. 7. v. 23. Welches uns zu wahrer Buſſebillich zum hoͤchſten bewegen ſol.. 2. Peccati agnitione; Mit Erkaͤntnuͤß unſer Suͤnde; Wann wir unſere Suͤnde wollen verſchweigen/ oder verleugnen/ ſo ver⸗ unehren wir Gott/ und wollen nicht glauben /daß er ein alwiſſender Gott ſey: Undbezeuget David/ daß/ wie er ſolehes fuͤrgehabt/ ſeyn jhm ſeine Beine verſchmachtet durch ſein taͤgliches Heulen/ und die Hand Gottes ſey Tag und Nacht ſchwer auff ihm geweſen. Pſ.32. v.3. leg. Hingegn aberwird Gott durch Bekaͤntnuͤß der Suͤnden geehret/ wie Joſua zum Achan ſagt: Mein Sohn/ gib dem HErin dem Gott Iſrael die Ehre⸗ und ſage mnir an/ was haſtu gethan/ und leuge mir nichts Joſ. 7J. verſ. 19. Daher vermahnet auch Jeremias die Juden: Sie ſollen dem HEr⸗ ren jhrem Gott die Ehre geben/ ehe dann es finſter werde. Jerem. 33. v. 16. Das iſt/ ſie ſollen ſich zu GOT T hekehren/ chedie verdiente Snaffe komme. 3. 4 efcunnt daſelardyg ſene Gondn zumr. ann, Ja vellha fcGotusgen 92 thundeeriten 9 tuer Gotſenen nüß unſerEi derrlaumaſe gennalw ſaw * jrgehabtſſhnſw lunddehe ze.rzleh ht tbrat reggi Gott Jßrche uchs. Jiſ St ſole 9 vede Jatte edwpdier m zuwaßt öſſe 3. Filiali timore: Mit kindlicher Furcht: Gleich wie Kinder ſhre Eltern ehren/ wann ſie jhn verbrechen bekennen: Alſo auch wir unſern Nhuuſchen Vater/ wann wir durch ernſtliche Buſſe unſere kindliche urcht beweiſen: Dann dieſelbe erfodert er von uns: Du ſolt dich fuͤrch⸗ Wir ſollen Gott dienen mit Furcht Pſalm. 2. v. 10. Binn ich HErr wie fuͤrchtet man mich. Mal 1.v. s. Fridericus III. Roͤmiſcher Keyſer/ wie er Von der End⸗Ulrſach wahrer Buſſe. 389 een fuͤr dem HEnn deinem Gott/ denn ich bin der En. Lev. 19. verſ. z2. Z wing. gefragt/ welche unter ſeinen Leuten'hm am liebſien waͤren? Hat er ge⸗ Nal 16. antworter; Die Gott mehr als mich fuͤrchten. Damit anzeigend/ daß 53044 durch die kindliche Furcht/ Gott ſonderlich geehret werde/ und allein Gott/ und nicht Menſchen dieſelbe gebuͤhre. Dieſe Furcht Gottes/ ſo wir ſo hoch ſchuldig ſeyn/ ſol uns zu wahrer Buſſe treiben. 4. Gratiæ& miſericordiæ ejus celebratione: Mit Ruͤhmen die Gnade und Barmhertzigkeit Gottes: Wann wir uns Gott wolgefaͤlig bekehren/ ſo ruͤhmen wir fuͤr allen Dingen die Gnadeund Barmhertzigkeit Gottes ſo er uns in ſeinem Sohn Chriſto Jeſu/durch die Vergebung unſer Suͤnde/ und Auffnehmung in ſeine Kindſchafft erzeiget: So iſt dieſes unſers Hertzens Freude und Wonne daß wir mit froͤlichem Munde Gott loben koͤnnen. Pſalm. 6 3. v. 6. Und ſagen mit froͤlichem Munde: Nun lobe meine Seele den HErrn/ und vergiß nicht/ was er dir Gutes gethan: Der dir alle deine Suͤnde vergeben/ und heilet alle deine Gebrechen; Der dein Leben vom Verderben erloͤſet/ und dich mit Gnade und Barm hertzigkeit gekroͤnet. Pſalm 10 3. verſ. 2. ſeq. Ich freue mich im HErren/ und meine Seele iſt froͤlich in meinem Gott/ denn erhat mich angezogen mit Kleidern deß Heils/ und mit dem Rock der Gerechtigkeit gekleidet Eſa Gr. v. 10. Da muß ein bekehrtes Hertze billich ſagen: O wie iſſ die Barm hertzigkeit deß HErren ſo groß/ und laͤſſet ſich gnaͤdig finden denen die ſich zu jhm bekehren. Syr. 17. v. 28. Und mit Paulo: Gott der da reich iſi von Barm hertzigkeit/ durch ſeine groſſe Lie⸗ be/ damit er uns geliebet hat/ da wir todt waren in Suͤnden/ hater uns ſampe Chriſto lebendig gemacht. Eph. 2.9.4.lcg. Dieſer ſchuldigen Eh⸗ re Gottes muͤſſen wir ſa nicht viergeſſen. 5. Vitæ melioris inſtitutione; Mit Anſtellung eines beſſeren Lebens: Dann dieſes erfordert wahre Buſſe/ daß wir nicht allein ablaſſen vom Boͤſen /ſondern auch lernen Ghe thun. Eſa. 1. 91. S ec üj a 8 4 3 85 8 5 4 — 23 —“ “ — 4———— 2 —ͤ— S d 2„—. 1— — oöoͤͤͤoͤoͤſſſſſ 390 Don der End⸗Urſach wahrer Buſſe. Damuͤſſen wir ſeyn wie Baͤume gepflantet an den Waſſer⸗Baͤchen ſo ihre Fruͦchte bringen zu ſeiner Zeit. Pſ. 1. v.3. Und damit wird Gott un⸗ ſerhimliſcher Vater geehret/ daß wir viele Fruͤchte bringen. Joh. 15. v. 3. Da ſind wirerfuͤllet mit Fruͤchten der Gerechtigkeit/ die durch Chriſtum Jeſum geſchehen in uns /zur Ehre und Lobe Gottes. Phil. 1. v. 11. Ali⸗ Auguſt. pius ein ſonderlicher Freund deß Auguſtiniiſt in ſeiner Jugend ein Heh⸗ lib. 2.con. de/ und aller Boßheit ergeben geweſen: Aber hernacher zu Meiland mit Kedc. z. dem Auguſtino bekehret worden/ und hat ein heiliges gottſeliges Leben gtfuͤhret/ und neben dem Auguſtino ein Biſchoff worden: Dieſer Ehre Gottes muͤſſen bußfertige Hertzen nicht vergeſſen/ ſondern Gott mit ei⸗ nem neuen gottſeligen Leben und Wandel von Hertzen ehren und preiſen. II. Ratione proximi; An unſers Naͤchſten Seiten: Wir wol⸗ lenwieder zum HErꝛn: Dieſes iſt eine Anrede deß Naͤchſten/ da er zu wahrer Buſſe ermahnet wird: Da iſt die Endurſache unſer Bekehrung: r. Proximiexcitario: Die Auffmunterung unſers Naͤchſten: Wann wir uns zu Gott bekehren/ ſo geben wir unſerm Naͤchſten damit Anlaß zu gleicher Bekehrung: Wie der Koͤnig zu Ninive hoͤrete/ daß durch deß Propheten Jonaͤ Buß⸗Predigt/ ſeine Unterthanen zur Ve⸗ kehrung bewogen/ ſtund er auch auff von ſeinem Thron/ und legte ſeinen Purpur ab/ und huͤllet einen Sack umb ſich/ und ſetzet ſich in die Aſchen. Jon. 3. v. 6. Daher ſagt auch der Sohn Gottes zu Petro: Wann du der⸗ maleins dich bekehreſſ/ ſo ſtaͤrckedeine Bruͤder. Luc. 22. v. 21. Dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ laſſet uns fleiſſig betrachten: Wir ſollen unſern Naͤchſten lieden als uns ſelbſt. Matth. 22. v. 9. Solches beweiſen wit auch damit/ wann wir jhm zu wahrer Buſſe befoderlich ſeyn. .. 2. Cum proximo reconciliario: Die Verſoͤhnung mit un⸗ ſerm Naͤchſten: Mit demſelben ſollen wir unſer Sache handeln. Prov 2§. v.9. Vergeben unſerm Bruder ſeine Fehle von Hertzen. Matth 18.v. Archont. 35. Dergeben ſm gleich wie Gott uns vergeben hat in Chriſto Jeſu. Cofmic. Eph. 4. v. 2. Nicht auff Italiaͤniſch/ welche wann ſie beleidiget nichtvon Gothofr. Hertzen ver geben ſolange ſie leben Sondern von Hertzen muſſen wir veu⸗ par.1.p. 3. geben/ wie Keyſer Otto l. ſeinem Bruder Henrich/ welchem er nicht allein Meiger. ſeine belthat verzeihete/ ſondern noch dazu das Hertzogthumb Beyern nucl.l.. verehrite. 6.18. 3. Iræ divinæ adverius proximum mitigatio: Die Lindeung Achenundgen Seiten rn Nichſin u runſer Betch unſershſ Nichſende Nrivehenten kterthanen zun on undſegiſeh ſichindaſte ro Wanu 2v Djſß. Wir ſolln un dichesbebeſſer ichſen ſoöhnunon Hehandeh ten Mat tin Chrit. eked gemte mmuͤſſchenn hem eni ogihund ., Litdt Deeie Nun 1h Von der End⸗Urſach wahrer Buſſe. 391 deß Zorns Gottes wider unſern Naͤchſten: Es har die ernſiliche Buſſe auch eine ſolche Krafft daß ſie unſam Naͤchſten zu Linderung der ven dienten Straffe kan befoderlich ſeyn. Daher ließ Koͤnig Hißkia den Iſraeliten ſagen: So ſie ſich bekehren werden zum HErꝛn/ ſo werden jh⸗ re Bruͤder und Kinder Barmherkzigkeit haben/ fuͤr denen die ſie gefangen halten. 2. Chron. 30. v.). Und wie offt kompe es daß Gott der Gottloſen/ wegen der Frommen verſchonet/ wie zu leſen Gen. 18. v. 23. 1e qꝗq. Dieſer uns billich dazu reitzen und bewegen. IlI. Ratione noſtri: Anunſer Seiten: Wir wollen zum HErꝛn: Da werden buß fertige Hertzen mit eingeſchloſſen: Dann an un⸗ ſer Seiten ſind wichtige lrſachen/ ſo uns zur Buſſe reitzen: Als 1. Noſtri cognitio: Das Erkaͤntnuͤß unſer ſelbſt: Die Un⸗ bußfertigen kennen ſich ſelber nicht recht/ ſonſten wuͤrden ſie in ſo elendem Zuſtande nicht vorſetzlich bleiben: Sie ſind ein blindes Volck/ die doch Augen haben/ und Tauben/ die doch Ohren haben. Eſa. 43 verſ. 8. Der Teuffel hat jhnen jhre Sinne verblendet. ꝛ. Cor. 4 v. 4. Sie wiſſen nicht daß ſie blind ſeyn. Apoc. z. v. 17. Daher bekehren ſie ſich von der Finſter⸗ nuͤß zum Liecht. Act.26. v. 18. Aber wann wir uns fuͤr das Geſetz/ als No⸗ ſis Spiegel ſtellen/ ſokommen wir zur Erkaͤntnuͤß der Suͤnde Rom.z v. 20. Und ſagen mit David: Ich erkenne meine Miſſethat/ und meine Suͤnde iſt immer fuͤr mir Pſ.¶r· v.z. Wie Suono Koͤnig in Dennemarck etzliche Fuͤrſten unſchuldig erwuͤrgen laſſen/ undam neuen Jahrs⸗Tage/ unterſchiedlicher Nutzen/ ſo unſer Naͤchſter von der Bekehrung hat/ ſol wie er indie Kirch gehen wollen/ vom Biſchoffe jhm ſolches verbotten/ Zwing. hat er ſeine Suͤnde erkant/ iſt auff die Erden gefallen/ hat dieſelbe gekuͤſ⸗ Vol. 1. ſet ſeine Suͤnde erkennet und bekennet/ und hat alſo Vergebung ſeiner 5z. Suͤndeerlanger. Laſſet uns dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ zu Ohren und Hertzen nehman: Es iſ/ wie Chilo geſagt das allerſchwerſte ſich ſelber er⸗oba Serm. 19. kennen. Jener frommer Muͤnch ward von ſeinen Bruͤdern gefragt: Wie es kaͤme daß er ia allen ſtraffwuͤrdigen Sachen/ immer gelind waͤre/ Cerlach. und nimmer zur Schaͤrffe ſich verſtehen wolt; Da gaber zur Antwort: Eutrap. p. Wer ſich ſelbſt und ſeine Maͤngelrechterforſche/ der koͤnne eines andern 1. pag. 105. Fehler nicht wol wahrnehmen/ ſintemal er an ſeiner Verbeſſerung gnug zu ſchaffen haͤtte. Werden wir dieſes nolce reiplum auß Moſis Geſetz⸗ Spiegel recht in acht nehmen ſowird es woſ umb uns ſiehen. p 2. Pecca- 4 1 ———; Tee A 4 —— — 4 1 —— 2 8 8— . 1A2—*— 4 ₰ — ———————— 4* —ͤ——————8oöſſ ¹ 1 — ———— 1 ————— 3 —————— 5 — 3 4*28— 4. ——. 4 —— — — 2 E— 1—Ü. — ͤ“ 8 8“ 4 3 — — — — 4 392 Von der End⸗Urſach wahrer Buſſe. 2. Peccatorum pœnariimquè remiſſio: Die Erlaſſung der Suͤnden und Suͤnden Straffen: Da werden unſer Ubertretung ver⸗ geben unſer Suͤndebedecket und unſer Miſſethat nicht zuger chnet. Pf. 32. verſ. 1. eq. Aller unſer Vbertretung ſol nicht mehr gedacht werden. Eech 8.v. 22. Dawil Goit Buſſefuͤrdie Suͤndeannehmen Sapaa⸗ v. 19. Vnſere Miſſethat wil er daͤmpffen/ und alle unſere Suͤndeindie Tieffe deß Meeres werffen. Mich. 7. verſ. 2. Dann wodie Suͤndeiſt maͤchtig worden/ daiſt die Gnade Gottes viel maͤchtiger. Rom. z. v. 20. Dakommen wir zum HErrn! und werden ſeiner Gnaden theilhaff ig: Denn nach der Vergebung der Suͤnden wird auch die Straffe derſel⸗ ben entweder gantz auffgehoben oder zum wenigſten gelindert: Dannſſo wir uns bekehren von unſer Boßheit/ dawider Gott redet/ ſo reuet jhm das Vngluͤck/ das er uns gedacht hatte zu thun. Jerem. 18. v. 8. Wann wir beſſern unſer Weſen und Wandel/ und gehorchen der Stimmedeß HErrenunſers Gottes/ ſo gereuet dem HErrn das Bbel daver wider uns geredet hat. Jer. 26. v.. Ja er wil uͤber das einen Segen hinter ſich laſſen. Joel. 2. verſ. 14. Gleich wie er die Vnbußfertigen pflegt und reuet b jym nicht alſo wil er den Bußfertigenwolthun. Zach. d. v. 14. ſcq. 3. Vitæ novæinſtiturio: Ein neules Leben und Wandel: Daß⸗ ſelbe muß für allen Dingen die End⸗Urſach wahrer Buſſe ſeyn: Wir muͤſſen immer fort und ohne Vnterlaß gedencken/ Ich habe meinen (Suͤnden) Rock außgezogen/ wie ſol ich jhn wieder anziehen? Ich habe meine Fuͤſſe gewaſchen/ wie ſol ich ſie wieder beſudeln Cant.5.v.z. Wir muͤſſen fuͤr der Suͤnde fliehen/ wie fuͤr einer Schlangen. Syr. 21. verſ. 6. Wir muͤſſen in einem neuen Leben wandeln. Rom. 6 v. 4. Vnd was noch interſtelliger Zeit im Fleiſch/ nicht der Menſchen Luͤſten/ ſondern dem illen Gottes leben. 1. Pet. 4·v.. Gleich wieein Wanders⸗Mannl wann er einmal vom Irr⸗Wege auff den rechten Weg kommen/ ſich zum allerfleiſſigſten dafuͤr huͤtet: Alſo ſollen alle Bußfertige den Irr⸗Weg der Sunden/ wie den Teuffel ſelbſt/ fliehen und ſich dafuͤr huͤten; Vnd alſo kommen wir zum HErrn. 4 Vitæ æternæ conſecurio: Die Erlangung deß ewigen Le⸗ bens: Daß dieſe iſt die letzte und endliche Vrſachewahrer Bekehrung: Wendet euch zu mir/ ſo werdet jhr ſeelig aller Welt Ende/ ſpricht Got Eſa. 4 v. 22. Bekehret euch doch von eurem boͤſen Weſen: Warun 8 .9 Ättedee pma, trem.d T das Dhlhunn ne Staa un tigmyſeaiuhn ach.8.d H und Wade 8* f ia Jzm vahrträſttt ngen. Sp un n dan nläſen ſein Wadas dg konnait tiede Iu firhütn N ungdeße vahar 3 Ende h Peſen 1 Wie wahre Buſſe wircke erſtlich die Gnade Gottes. 393 wollet jhr ſterben(ewiglich verderben) Ihr vom Hauſe Iſraele Ezech. 33.v. rI. Und dieſes wircket in wahrer Buſſe/ der ſeligmachende Glau⸗ be an Chriſtum: Alle die an denſelben glauben/ ſollen nicht verlohren werden/ ſondern das ewige Leben haben. Joh. 3. v. 16. Wozu uns ver⸗ hetffe/ unſer allergnaͤdigſter himliſcher Vater/ durch ſeinen heiligen Geiſt/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. 3 — Die ein und ſechtzigſte Predigt. DE PRIMO POENITENTI EFFECTO, QUOD GRATIE DIVINTE CONSECUTIO. 3 Von der erſten Wirckung wahrer Buſſe/ welche iſtdie Erlangung der Gnaden Gottes. b Eſa. 30. v. 18. Der HErꝛ harret daß er euch gnaͤdig ſey und hat ſich auffgemacht/ daß er ſich euer er⸗ barme. b Sſpricht Gott der HErꝛ. Hoſe. 14. b. 6. alſo: Ich M wil Iſrael wie ein Thauſeyn: In dieſen Worten verglei⸗ D chet Gott ſeine Gnade und Barmhertzigkeit einem liebli⸗ 0 lichen und fruchtbaren Thau: Und zwar: b 1. Propter fœcundationem; Wegen deß Fruchtbringens Der Thau bringet Fruchtbarkeit der Erden: Daher wie David den Bergen Gilboa Infruchtbarkeit wuͤnſchet/ wuͤnſchet er denſelben/ daß weder Thau noch Regen auff ſie fallen ſolle. 2. Sam. x. v. 21. Wie Elia eine groſſe Unfruchtbarkeit verkuͤndigte/ ſagte er zu Achab/ es ſolle we⸗ der Thau noch Regen kommen. J. Reg, 17 v. 1. Und Gott ſaget: Es ha⸗ be der Himmel den Thau verhalten/ und das Erdreich ſein Gewaͤchs. Hag. 1 v. o. Hingegen aber wann Gottgroſſe Fruchtbarkeit verheiſſet/ ſo verheiſſet er zu gleich den Thau deß Himmels/ wie am Segen Iſaae uͤber Jacob zu ſehen. Gen. 27. verſ. 28. Da kommen edle Fruͤchte vom hau. Deut. 33. v. 13. Der Thau bleibet uͤber unſer Erndte. Hiob. 29. verſ. 19. Eine ſolche Beſchaffenheit hat es auc mit der Gnade Goeee dd 8 394 Wie die wahre Buſſe wircke Die machet daß wir wachſen wie Graß/ und wie Weiden an den Waſſa⸗ Baͤchen. Eſa. 44·v. 4. Daß wir ſeyn erfuͤllet mit Fruͤchten der Gerech⸗ tigkeit. Phil. 1. v. u. Seyn fruchtbar in allen guten Wercken. Col. 1vro. 2. Propter caloris mitigationem: Wegen der Linderun gder itze: Im heiſſen Sommer machet der Thau eine kuͤhle Lufft Da iſi der Thau gut in der Hitze der Erndte. Eſa 18. verſ.4. Alſo auch die Gnade Gottes: Wann die Hitze deß Zorns Gottes wegen unſer Suͤnde groß uͤber uns iſt/ und wir uns erſtlich bekehren/ ſo hat uͤber ein Kleines ſeine Vngnade und Zorn uͤber unſer Vntugend ein Ende Eſa. 10. verſ. 25 Wann er ſein Angeſicht im Augenblick deß Zorns ein wenig von uns ge⸗ wendet/ ſo wil er mit ewiger Gnade unſer ſieh wieder erbarmen. Eſa. 14.v. 8. Er wil unſer Abtreten wieder heilen/ gerne wil er uns lieben/ und ſein Zorn ſol ſich von uns wenden. Hoſ. 14. verſ. 5. O deß allergnaͤdig⸗ ſten Gottes Dieſes bezeuget auch Eſaias in verleſenen Worten/ zuß welchen wir wollen erwegen/ b Wie wahre Buſſe die Gnade Gottes wircke und zu Kwegebringe. Dec allergnaͤdigſter Gott/ wolle mit ſeiner Gnade uns beywohnen/ daß ſeine Gnadeuns moͤge reichlich wiederfahren/ durch Jeſum Chn⸗ ſium unſern HEnn Amen. 5 Erklaͤrung. EsV beweiſet/ nach Anleitung verleſener Wort/ Gott ſeine groſſt und reiche Gnade bey uns armen Erd⸗Wuͤrmlein: 1. Expectatione; Mit Harren: Der HErr harret; Wir haͤt⸗ zen/ O Chriſtliche Hertzen/ mit unſern Suͤnden wol verdienet/ daß uns Gott/ wann wir ſie begehen/ auff friſchem Fuſſe mit zeitlicher und ewi⸗ ger Straffe heimſuchte: Wir Menſchen zwar/ ſind alſo geſinnet dag uuns nichts liebers und angenehmers kan wieder fahren/ als wann wir auff dem Juß uns an unſerm Beleidiger raͤchen moͤgen: Aber Gott zuͤrnet nicht wie ein Menſch/ daßer ſich nicht verſoͤhnen laſſe. Judith 8. v. 15. Darumb harreter und handett nicht mit uns nach unſern Suͤnden/ und vergilt uns nicht nach unſer Miſſethat. Pſ. 103. v. 0. Welches er in der That heweiſet: 8 8 4. 1 ole⸗ 90„ ces hick h ndemͤgnit) Wer Genſen . Hen hant m woldedunn ſſſemtzalche t ſindalogtr fahrmabamn ögen: Pabs ebaſſe M ach unſen Ei 19 ¹⁰. Pc erſtlich die Gnade Gottes. 395 1. Tolerando; Mit Dulden: Daer mit groſſer Geduld und Langmuth unſerm ſuͤndlichen Leben und Weſen zuſihet: Sein Auge verſchonet unſer/ daß er uns nicht verderbe. Ezech 20.v. 17. Er verſiehet der Menſchen Suͤnde/ daß ſie ſich bekehren ſollen. Sap 11. v. 14. Er laͤſ⸗ ſet uns Raum zur Buſſe. Sap. 12.v. 10. Er hat Geduld mit uns/ und ſchuͤttet ſeine Barmhertzigkeit uͤber uns auß. Syr. 18. v.). Durch ſeine Guͤte und Langmuͤthigkeit wil er uns zur Buſſe fuͤhren. Rom. 2 verſ.4. b Er hat Geduld mit uns/ und wil nicht daß ſemand verlohren werde/ ſon⸗ dern daß ſich jederman zur Buſſe kehre.? Pet. 3. v.). O der groſſenGna⸗ de Oder vaͤterlichen Langmuͤtigkeit Gleich wie ein irrdiſcher Vater ſeinen widerſpenſtigen Sohn/ nicht alsbald enterbet/ ſondern ſeines Ge⸗ horſams eine geraume Zeit mit Geduld erwartet: Alſo verwirfft unſer himliſcher Vater nicht alsbald ſeine ungehorſame Kinder/ ſondern dul⸗ det ſie und harret jhrer Bekehrung: Dieſe Geduld/ O Chriſtliche Her⸗ tzen/ laſſet uns nicht durch unbuß fertiges Leben in Ungeduld verwandeln: Sondern wenlen Gote ſo geduldig iſt/ ſo laſſet uns unſer Suͤnde leid ſeyn/ und ſeine Gnade mit Thraͤnen ſuchen. Judith. 8. v. 14. 2. Deéſicerando: Mit Begehren: Er harret unſer ſein hertzli⸗ ches Begehren unſer Bekehrung damit an zu zeigen: Gleich wie ein Acker⸗Mann wartet auff die koͤſtliche Frucht der Erden. Jac. 5.v. 7. Al⸗ ſo wartet Gott auff unſere Buſſe/ und derſelben Fruͤchte Er warter auff ſeinen Wein⸗Berg/ daß er Trauben bringen moͤge. Eſa.. v. 2. Das iſi/ daß die Menſchen/ zum Weinberge ſeiner Kirchen beruffen/ wahre Buſ⸗ ſethun und dieſelbe mit jhren Fruͤchten rechtſchaffen beweiſen. Matt. zv. 8. Und Fruͤchte der Gerechtigkeit bringen ſollen. Phil. 1. v. r1. O wie ſehn⸗ lich begehret er dieſee Wendet euch zu mir/ ſo werdet jhr ſelig aller Welt Ende ruffet er Eſa. 45. v. 22. So wahr als er lebet/ wil er nichtden Todt deß Suͤnders/ ſondern daß er ſich bekehre/ und lebe. Ezechiel;; verſ. 11. Suchet mich/ ruffet er/ ſo werdet jhr leben. Amos. verſ. 4. Unſer Heyland Jeſus Chriſtus ruffet: Kommet her zu mir alle die jhr muͤhſelig und beladen ſeyd/ ich will euch erquicken. Matth ꝛ1. verſ. 28. Er wil auch die jenige unter ſeine Gnaden⸗Fluͤgel ſam⸗ ken/ ſo da nicht wollen. Matth. 23. verſ. 7. Laſſet uns dieſes/ O Chriſt⸗ liche Hertzen/ mit hoͤchſtem Fleiß in acht nehmen: Hiob ſaget: ——* — “ EEE - 1 1————— 3—— “— 4 * 4 1 1 . 1 5——*.. 3 1 —y—y—————— 8* Aq 4 — 1 . 2* 2 2 —— 3 “ —— 4. 2 4 1„ —— 2—. — ——— ———— —— — — — ————— 1 — — 2 — ——.— ————y 3965 Wiie wahre Buſſe wircke Daß die Menſchen auff ſeine Rede gewartet/ wie auff den Regen/ und ha⸗ ben jhren Mund auffgeſperret/ wie nach dem Abend⸗Regen. Hiob. 19. v. 23. Nach dieſer allergnaͤdigſten Rede Gottes/ laſſet uns Ohren und Hertzen alſo auff ſperren: Sit erſcheinet ja hell und klar allen Menſchen. Tit. 2. v. 11. Warumb wollen wir jhres Liechtes uns nicht theilhafftig machen: II. Expectationis fine; Mit der End⸗Urſach ſeines Har⸗ rens: Daß er uns gnaͤdig ſey: Alhie befindet ſich bey unſer Bo⸗ kehrung:.— 1. Gratia præveniens: Die zuvorkommende Gnade Got⸗ Vega de tes: Das Baͤpſtiſche meritum congrui, oder Verdienſt damit die nicht juſtificat. hekehrte ſich zur Gnade Gottes koͤnnen bequem machen: Welches doch 1.8. cap. 8. viel gelahrte Papiſten verworfſen/ als ein neues Fuͤndlein in die Kirche 5(mihi) Goites eingefuͤhret Dann Gott kompt uns Men ſchen mit ſeiner Gna⸗ a5d⸗ de zuvor/ daß er uns zu ſich ziehet; Nicht zwar mit Gewalt wie man einen Ochſen ziehet/ oder wie man Roß und Maͤuler Zaum und Gebiß ins Maulleget/ wann ſie nicht zu uns wollen. Pſ.2. v.h. Sondern mit ſei⸗ nem Wort:Solches iſ das rechte Liebe⸗Seil. Hoſ. 11. v. 4. Da erbarmet er ſich aller die ſich ziehen laſſen/ und ſein Wort fleiſſighoͤren. Syr. v 13. Er wecket uns auff durch ſein Wort/ und ruffet: Wache auff der du ſchlaͤffeſt/ und ſteh auff von den Todten/ ſo wird dich Chriſtus erleuchten. Eph. 5.v. 14. Und er locket uns: Kehret wieder jhr abtruͤnnigen Men⸗ ſchen/ ſo wil ich mein Antlitz nicht gegen euch verſtellen. Jer 3. v. 12. Er P. Matth. klopff et fuͤr der Thuͤr unſers Hertzen an. Apoc.; v. 20. Ptolemaus der Theat. dritte dieſes Namens König in Egypten iſt Evergetes, das iſt! des Mon.z. wolthaͤtiger und gnaͤdiger genant wordẽ/ wegen der vielen Wolthatenſſo ra.68. er ſeinen Unterthanen erzeiget: Dieſen Titul fuͤhret fuͤr allen bllich der allerhoͤchſte Gott/ deſſen Wolthaten gegen uns nicht außzuſprechen Ktyn. Laſſetuns/ O Chriſtliche Hertzen/ dieſes mit danckbarem Hertzen erkennen: Wir ſind nicht tuͤchtig von uns ſelber/ ctwas Gutes zu dencken als von uns ſelber/ ſondern das wir uͤchtig ſind/ iſt von Gott. 2. Cor.3. v.. Derowegen muß er mit ſeiner Gnade uns zuvor kommen/ ſoletwas Gutes und Gott wolgefaͤlliges von uns kommen. 2. Graria operans; Die wirckende Gnade: Dieſtauch allein bey Gott: Sollen wir eiwas Gutss verrichten/ ſo muß Gott m uns ſchal⸗ Geraltvena hChfſuchi ſhrabeänall ſelln Jzbu v 10. EWlenmn ergetes, dWſ ne dettfür linat s nicht außzun iitdarckbauc ivasGuttsr dvon Got vorkomnn 1 der Decſut ſo buh 6 erſtlich die Gnade Gottes. 397 ſchaffen ein reines Hertze/ und geben uns einen neuen gewiſſen Geiſt. Pf. 51 v. 12. Der muß unſer ſieinernes. Hertze hinweg nehmen/ und geben uns ein fleiſchern Hertz. E zech. 36. v. 26. Der muß uns zum ewigen Leben ver⸗ ordnen. Act. 13 v. 48. Das iſt/ ſein heiliges Wort vorſtellen/ durch daſſel⸗ be uns unterrichten/ durch den heiligen Geiſt erleuchten/ und auff den Wegder Seeligkeit bringen. Der muß uns das Hertze auffthun/ daß wir Acht darauff haben/ wann auß Gottes Wort gepredigt wird. Act. 15. v. 14. Da muß Gott abermal uns tuͤchtig machen. 2. C orinth. z. v. 5. Laſſet uns derwegen/ OChriſtliche Hertzen/ dieſer wirckender Gnade Goites nicht widerſtreben/ wie die gottloſen Juden gethan. Act. 7. v.r. Wie Paulum der heilige Geiſt drang jhnen zu bezeugen Jeſum/ daß er der Chriſt ſey/ widerſtrebeten und laͤſterten ſie. Act. 18. v.. Obehuͤte der barmhertzige Golt Laſſer uns mit Paulo ſagen: Erꝛ was wiltu daß ich thun ſoll⸗ Act. 9. v. 6. Und ſolches auß ſeinem Worte/ mit hoͤchſter Be⸗ gierde/ eernen. b 8 3. Gratia perficiens; Die volfuͤhrende Gnade: Die iſteben⸗ maͤſſigvon GO TT: Dann der muß uns den gewiſſen Geiſt geben. Pſalm /1. verſ. 12. Der muß ſein Reich bey uns ſtercken/ dann es iſt ſein Werck. Pſalm. 68. v. 29. Ob wir ſchon das Gute offt wollen/ ſo finden wir doch das Volbringen nicht bey uns. Rom 7. v. 18. Sondern der aller guͤtigſte Gott der in uns das Gute angefangen der muß es auch volbrin⸗ gen. Phil..v. 6. Der muß in uns wircken/ beyde das Wollen/ und das Thun/ nach ſeinem Wolgefallen. Phil. 2 v. 13. Der machet uns tuͤchtig zum Erbtheil der Heiligen im Liecht. Col. 1. v. 12. Der mu huns heiligen durch und durch/ daß unſer Geiſt gantz/ ſampt der Seelen unſtraͤfflich behalten werde/ auff die Zukunfft unſers HErren Jeſu Chriſti.. Theſſ. 5.v. 2z. Oder groſſen O der unermaͤßlichen Gnade Gottes Laſſet uns aber/ O Chriſtliche Hertzen/ gegen dieſelbe danckbar einſtellen: Bey einer Wolthat ſollen ſich dreyerley finden: Nemlich/ mittheilen/ annehmen/ erkennen: Owie iſt Gott ſo milde in der Außtheilung ſeiner Gnade/ da⸗ her wird ſie genaut eine uͤberſchwengliche Gnade. 2. Cor. 4. v..z. Eine Gnade die allen Menſchen erſcheinet. Til. v. 14. Dieſe Gnade muͤſſen wir mit der Glaubens⸗Hand ergreiffen/ und von deren Fuͤlle nehmen Gnade umb Gnade. Joh. 1. v. 6 Und dieſe Gnade ſollen wir danckbar⸗ lich erkennen/ mit Hertzen/ Munde und Wercken: So wird der barmher⸗ tige Goll das Vollenden gnaͤdiglich beſchehren. b Odd iij 3. Exalta- . „ eſ** . 1.— 8— .—— 1—= 8— ——————— —. 4 .— G 1 z — 14 84 8 7 G— ——— 2——— —————— ————— 8ͤſſſſ— 5. 744 1 1 ————— ——..—— 4 —————— 2— 4 e“ ————— ———— „ A i „s Wie die wahre Buſſe wircke III. Exaltatione: Mit auffmachen: Wann wir in Suͤnden und Unbußfertigkeit dahin leben/ ſo ziehet Gott ſeine Gnaden⸗Hand von uns ab. Num. 14. verſ. 34. Vnd laͤſſet unter deſſen nicht ab unszi wahrer Buſſe zu reitzen: Wann wir nun ſeine Geſetz⸗Stimme hoͤren/ und durch gnaͤdigen Beyſtand deß heiligen Geiſtes uns bekehren/ ſo machet er ſich auff und hilfft uns. Pſal. 3. verſ. 8. Er machet ſich auff/ hilfft uns/ und erloͤſet uns umb ſeiner Guͤtewillen. Pſal. 44. v. 27. Er erwachet/ und begegnet uns/ ſihet in unſer Elende. Pſ. 59. v. ⸗. So ma⸗ cheter ſich auff/ daß er helffe allen Elenden auff Erden. Pſal. 76. v. 10. Dieſes/ dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ ſoll uns ermuntern/ daß wir uns auch auffmachen unſer Schuldigkeit gegen Gott zu beweiſen: Alſo ma⸗ cheten ſich auff die Prieſter zu Zeiten Eſra/ den Altar deß Gottes Iſrael zu bauen/ und Brand⸗Opffer darauff zu opffern. Eſræ. 3. v. 2. Sie machten ſich hernacher abermahl auff mit dem Serubabel/ und ſlengen an zu bauen das Haus Gottes zu Jeruſalem. Eſr. 7. v. 2. Laſſet uns auch das Altar unſers Hertzen mit wahrer Bußfertigkeit bauen/ daß wir auff demſelben vermittels wahrem Glauben/ ein williges Opf⸗ fer unſers Mundes opffern moͤgen. Pſal. 110. v. os. Daß unſer Gebeꝛ fuͤr Gott tuͤgen moͤge wie ein Rauchopffer. Pſ. 141. v. 2. Laſſet uns dahin befleiſſigen/ daß wir auff Jeſum Chriſtum erbauet werden/ zu einer Behauſung Gottes im Geiſt, Eph. 2. v. 22. Wollen wir aber uns nicht alſo auffmachen durch wahre Buſſe/ ſo wil ſich Gott auffmmachen uns zu ſtraffen; Da heiſſet es: Was wolt ich thun/ wann Gott ſich auff⸗ machte? Und was wuͤrd ieh antworten/ wann er heimſuchte⸗ Hiob. 31. v. 14. So ſtehet er auff in ſeinem Zorn. Pſal. 7. v. 7. Er ſtehet auff/ daß ſeine Feinde zerſtreuet werden/ und die ihn haſſen/ fuͤr jhm flichen. Pſal. △ 68. v. 2. Wann man alsdann konte in der Felſen Hoͤle gehen/ und in der Erden Kluͤffte/ fuͤr der Furcht deß HErnn/ und fuͤr der herꝛlichen Ma⸗ jfeſtaͤt/ wann er ſich auffmachet zu ſchrecken die Erden. Eſa. 2. verſ. 19. Demſelben koͤnnen wir mit bußfertigem Auffmachen zuvor kommen. IV. ExXaltationis fine; Mit der End⸗-Urſach ſeines Auffma⸗ chens. Daßer ſich unſer erbarme: O der holdſeligen: O der gnadrei⸗ chen Zeitung Da gedencket er unſer nach ſeiner Barmhertzigkeit/ unb ſeiner Guͤte Wullen. Pſal. 25:v. 7. Er iſt uns gnaͤdig nach ſeiner Guͤ⸗ te und vernlget unſer Suͤnde/ nach ſeiner groſſen Barmherkzigkeit. b M. nvirin e d ne Gnaden, ſenutiun „Stinueſi ung beich ldewaſen aha Aü dßet ffem.Etezz. in Serud bel n. Eſr ra c ußferngietan en enwibhgec s. Daß unſeet v. Laſſeturdi. et werdm wen en wir hetwouich 7 zott auffnachh⸗ vann Gotiiaei eimſuchtte . Efſtefetafe urjbefücha oleghm me der encho den Eſa.h henzuvorione ach ſeines M igen Odag zannhertit idinachſau in Bann ) 9. d 8 zum andern Vergebung der Suͤnden. 399 Pſ. 71. v.3. Er iſt barmhertzig/ und vergibt uns unſer Suͤnde. Pſal. 78. v. 38. Er kroͤnet uns mit Gnad und Barmhertzigkeit. Pſ. 103. v. 4. Wie Ludovicus XII. Koͤnig in Franckreich im Jahr 1507. die Genueſer uͤberwunden/ und ſie jhm die Stad uͤbergeben muͤſſen/ ſeyn viele der vornehmſten Buͤrger jhm entgegen gangen/ deren einer zu deß Koͤniges Fuͤſſen gefallen/ mit vielen Thraͤnen jhre Verbrechung bekand/ un umb Verzeihung gebeten/ auch alle Gegenwaͤrtige umb Barmhertzig⸗ keit geruffen/ aber noch keine gnaͤdige Erklaͤrung erlangen moͤgen/ und der Koͤnig darauff zur vornehmſten Kirchen daſelbſt ſich verfuͤget/ iſt Ihm ein groſſer Hauffe Weiber und Kinder/ in weiſſen Kleidern be⸗ gegner/ ſo mit groſſem Heulen und Schreyen umb Barmhertzigkeit ge⸗ ruffen/ und dieſelbe auch erlanget: Wie ſolte denn Gott/ der Vater der Barmhertzigkeit. 2. Cor. 1. verſ. 3. Der reich iſt von Barmhertzigkeit. Eph. 2. v. 4. Sich nicht bußfertiger Hertzen erbarmen⸗ Dazu uns der⸗ 3 verhelffen wolle/ umb Jeſu Chriſti ſeines Sohns willen/ Amen/ Amen. Diezwey und ſechtzigſte Predigt. DE SEOCUNDO POENITENTI ErFFFCTO, QLHIOD PECCATOKUM REMISSI.L Von der andern Wirckung wahrer Buſſe/ welche iſt die Vergebung der Suͤnden. Plal.32. v.I. ſeq. Wohl dem/ dem die Vbertretung vergeben ſind/ dem die Sunde bedecket iſt/ wohl dem ODenſchen/ dem der HErꝛ die Miſ⸗ ſethat micht zurechnett. 4 0. Zwing. d Vol. I. pag. 116, Wie die wahre Buſſe wircke S ſpricht David von den vielen Wolthaten 8— SGottes/ damit er uns arme Erd⸗Wuͤrmlein uͤberſchuͤtter W unter andern Pſ. 103. verſ. 3. Daß er uns alle unſere Suͤnde —=5 vergebe/ und heile alle unſer Gebrechen: In dieſen Worten haben wir: b . Peccatorum remiſſionem: Vergebung unſer Suͤnde: Gottvergibt; Er haͤtte nach ſeiner Gerechtigkeit gute Fuge unſer Suͤnde/ mit zeitlicher und ewiger Straffe heim zu ſuchen: Aber er vergie⸗ bet ſie auß lauter Barmhertzigkeit: Wir erlangen bey jhm Barmher⸗ tigkeit. Prov. 28. v. 13. Er kroͤnet uns mit Barmhertzigkeit. Pſalm. 163. v. 4. Gott vergiebt Sunde; Das iſt/ das jenige damit er hoch beleidiget und dem er von Hertzen feind iſt: Dann er iſt kein Gott/ dem gottloß We⸗ ſen gefaͤllet. Pſalm. ·. v.. Seine Augen ſind ſo rein/ daßer ſie nicht ſehen mag. Hab. 1. v. 13. Gott vergibt alle Suͤnde: Verſtehe/ den Bußferti⸗ gen: Deren doch mehr ſind/ als Haar auff unſerm Haupt. Pſalm 40. v 3. Mehr denn Sandes am Meer. Orat. Manaſſ.v. 9. Er erlaͤſſet uns alle unſer Schuld. Matth. 18. v. z2. O der groſſen Gnad! Oder unauß⸗ ſprechlichen Barmhertzigkeit: 2. Infirmitatum ſanationem: Er heilet all unſer Gebrechen: Ach unſer Gebrechen ſind viel: Ach unſer Gebrechen ſind ſehr groß! Von der Fuß⸗Sohlen biß auffs Haupt iſt nichts Geſundes an uns/ ſondern Wunden/ Striemenund Eyterbeulen/ die nicht gehefftet noch verbunden/ noch mit Oehl gelindert ſeyn. Eſa. 1. v. 6. Aber Gott heilet all unſer Gebrechen: Er heilet unſer Seel/ wann wir an jhm geſuͤndiget. Pf. 41. verſ. 3. Er heilet die zerbrochenes Hertzen ſind/ und verbindet jhren Schmertzen. Pſalm. 147. ver.3. Wann er uns heilet/ ſo werden wir heil⸗ Jerem. 17. v. 4. Wann unſer Schade ſchon verzweiffelt boͤſe/ und unſer Wunden ſchon unheilbar ſind/ ſo kan und wil er uns wieder geſund ma⸗ chen/ und unſer Wunden heilen. Jer. 30. v. 12. 17, O der groſſen Gnaden⸗ O der unaußſprechlichen Barmhertzigkeit Dieſe iſt aber eine Wirckung wahrer Buſſe/ bey welcher die Vbertretung vergeben/ die Suͤnde bede⸗ cket und die Miſſethat nicht zugerechnet werden/ bey welchen Worten 1 wir wollen anſehen: Wis gken gut zu lſ tnraen ze beß pnd derzigkan ſ damieodieg Gott denaate in daßerſuut Vaſicengt⸗ die nicht gecr .,6. PcGeiſt ran hm glitwi nd und reüri heiletſowedan zweiffekboſeu runsvide g „Odarguiſſn ciſtabeen W göm/ diEin 1öc wecnt IInrecht. 1. Joh. 3. v. 4. O zzum andern Vergebung der Suͤnden. 401 Wie daß wahre Buſſe gnaͤdige Vergebung unſer Gunden wircke. 1 Der barmhertzige Gott gebe die Gnade deß heiligen Geiſtes/ daß wir das jenige davon wir reden/ erlangen/ und biß an unſer Ende be⸗ halten/ umb Jeſu Chriſt willen. Amen.“ “ Erklaͤrung. Es wird uns in dieſen Worten vorgehaltte· 4 I. Peccatorum multitudo, Die Vielheit unſer Suͤnden: Dann es werden/ leider/ bey uns gefunden: 1. Transgreſſiones Übertretung; Gott hat uns in ſeinem Ge⸗ ſetz gleichſam Schrancken gemacht/ in welchen wir den Lauff unſers Lebens/ mit Gedancken/ Geberden/ Worten und Wercken/ vollbrin⸗ gen ſollen: Aber wir uͤbertretten den Bund deß HErꝛ unſers Gottes. Joſ. 23. verſ. 16. Wir uͤbertretten die Gebot deß HErꝛn. 2. Chron. 24. v. 20. Wir uͤbergehen das Geſetze. Eſa. 24. v. 7. Wir uͤbertretten das Geſetz und weichen ab/ daß wir der Stimme Gottes nicht gehorchen. Dan. 9.v. 1I. Wiruͤbertretten den Bund wie Adam. Hoſe. 6.v. 7. Ach unſers elenden Zuſtandes b 2. Peccabiles commiſſiones& omiſſiones: Suͤnde/ da wir das Boͤſe thun/ und das Gute unterlaſſen: Dieſe Suͤnde iſtdas v. 4. Das iſt; Wann wir entweder das geringſte mit Gedancken/ Geberden/ Worten und Wercken begehen/ das dem Geſetz Gottes zu wider iſt; Oder auch das geringſte unterlaſſen in Gedan⸗ cken/ Geberden/ Worten und Wercken/ dasjenige was das Geſetz von uns erfodert/ ſo iſt eine Suͤnde begangen: Da moͤgen wir wolohneun⸗ terlaß ſeuffzen: Wer kan mercken/ wie offt er fehlet? Verzeihe mir HEr/ die verborgene Fehle. Pſal. 19. v. 3z3. b lniquitates; Miſſethaten: Dadurch koͤnnen allhie groſſe und grobe Suͤnden verſtanden werden/ ſo viele vorſetzlich und wider jhre Gewiſſen begehen: Darumb werden ſie inſonderheit genant Miſſet a⸗ ten der Gottloſen. Prov.. v. 22. Vnd die Juden/ das Volck von groſ⸗ ſer Miſſethat. Eſa. 1. verſ. 4. Miſſethaten darinn die Menſchen ver⸗ ſchmachten. Ezech. 4. v. 17. Betrachte dieſes/ O Chriſtliches Hertze/ und erwege deinen elenden Zuſtand/ wie das ein ſo vile ein ſo groſſer/ ee em 2 7— * 6 ——— EEE 9————““ 4— 3 4 4* 1 ————. ————————— 8 4 8 8 3 4— 1 2. 4 —— 1 ———— —* —— ——— 1 — 3 4 — 4 * 4 1 2 1 4— ————— — ͦ— — — 4. ffeeeeeee e .——— —— —— 2 — 2 uhde—— “* 1.— — e— *.„„ ,—— 5 402 Wie die wahre Buſſe wircke ein ſo abſcheulicher nraih und Uaflath alles Boͤſen bey dir gefunden werde/ und lege ab in der Gnaden⸗Zeit ourch wahre Buſſe/ alle Vnſau⸗ berkeit und alle Boßheit. Jac. 1·v. 21. So wird der HErn deinen Suͤnden Puflach waſchen. Eſa. 4 v. 4. II. Remiſſionis peccatorum deſcriptio: Die Beſchreibung der Vergebung unſer Suͤnden: Die Baͤpſtler wollen/ daß die Veꝛ⸗ gebung der Suͤnden alſo geſchehe/ daß ſie gleichſam mit Nadeln außge⸗ graben/ und alſo vertilget werden/ daß man faſt nicht ſehen koͤnne wo ſi geweſen ſeyn: Aber ſolches iſt wider die goͤttliche Warheit: Dann wo di Vergebung der Suͤnden alſo geſchehen ſolte/ ſo waͤre der ſenige Menſch! dem ſeine Suͤnde ver geben/ gantz geiſtlich ohne fleiſchliche Luͤſie und Be⸗ gierde/ ohne Streit wider deß Fleiſches Anfechtung/ jaen wuͤrde den En⸗ geln gleich ſeyn welches alles wider Gottes Wort: Es iſt zwar anſolch? nichts vrrdamliches/ weilen ſie durch wahren Glauben in Chriſto Jeſu ſind. Rom. 8. v. 1. Aber daß nichts ſuͤndliches mehr an jhnen ſeyn ſolle ſagtt die heilige Schrifft nichs Sondern daß ſolche Heiligen gleich wol muͤſſen umb Vergebung jhrer Suͤnden bitten. ſalm. 32. v. 6. Vndmit David ſeufftzen/ HErr gehe nicht ins Geriehi mit mir/ dann fuͤr dir iſt kein Lebendiger gerecht. Pſalm. 43. v. 2. Sie muͤſſen alle taͤglich bethen: Vergib uns unſer Schuld. Matth. 6. v. 12. Dann ſo ſie ſagen ſie haben keine Suͤnde/ ſo betriegen ſie ſich ſelbſt/ und die Warheit iſt nicht in jhnen. Johann. v. 8. Es beſtehet aber die Bergebung der Suͤnden /laut verleſener Wort; 1. Inremiſſione; In der Vergebung: Vergeben heiſſet alhitt ſo viel als einem ſeine Beleidigung zu gut haltẽ/ und die verdiente Straf⸗ fe zu gut halten/ und die verdiente Straffe erlaſſen: Nicht mit einem han⸗ deln nach ſeinen Suͤnden/ und jhm nicht vergelten nach ſeinen Miſſetha⸗ ten. Pſ. 103. v. 10. Ihmalſo vergeben/ wie wir unſern Schuldenern ver⸗ geben. Matth. 6.v. 12. Einem die Schulderlaſſen. Matth. 18 verſ. 27. Das iſt /das ſenige was man billich und rechtmaͤſſig von einem zu fodern halalsdie Bezahlungauß Gnaden erlaſſen und queit ſchencken. Dieſe Vergebung der Suͤnden wircket diewahre Buſſe: Dann in derſelben be⸗ kehren wir uns von der Finſternuͤß zum Liecht/ und von der Gewalt deß Satans zu Gott /zu empfahen Vergebung der Suͤnden. Act. 26.v. 1. Es war ein groſſes/ daß Alerander Magnus als ergantz Aſiam bezwun⸗ e 8 3.—— 3 2.“.“ 3 —— 8 4— 4 6 —. 5 1 2 5 ——-——— 4——————.—— d——— 4— 8————— 3—8ͤ—jü— 4 ————.——————— 2—— —————————₰————=— 2 —————— 5——————- 2 S——— ——— 3——— 1 5 nn, tederſenigegh chichelär 3 jact winee Esſſtzuaat ſaudenin h) ahr an penſi che halgagat Kalm.d6 M nitmir damy ſſen alletägät un ſoſteſagnt e Waelitie bungde Cii rVerzbaeie unddieredanl n:dichtmittt nnach ſene Schuden ſedrh en ſigvonannt dauei ſchae g Danm und vondae Sinden Ii⸗ gan Jias Verdienſtes Chriſti moͤgen bedecket werden. 403 gen/ er auff einen Tag alle die Schulde ſ eines gantzen Krieges⸗Heers Zving bezahlet/ welches ein groſſe Summe gemachet: Aber Gott erlaͤſſet ei⸗ nem eintzigen ſeiner Knechte zehen tauſend Pfund. Matth. 18. verſ. 24. Was wil ſolches bey ſo vielen machen/ denen Gott jhre Suͤnde vergibt⸗ 2. In tectione; In der Bedeckung; Iſt eine Gleichnuͤß⸗Rede genommen von einem Kleide: Dann gleich wie mit demſelben offtmals groſſe Schaͤden/ Maͤngel und Fehl bedecket werden: Alſo bedecket auch Gott die Heßligkeit unſer Suͤnden/ mit dem Kleide ſeiner Gnaden: Al⸗ ſo ſagt Nehemias von den Feinden deß Volckes Gottes/ Gott wolle jhre Miſſethat nicht zudecken/ und jhre Suͤnde nicht vertilgen. Neh. 4. v.. Da zudecken und vertilgen einerley Verſtand haben: Dieſes bede⸗ cken geſchicht vermittels dem Verdienſte deß Sohns Gottes/ wann wir mit wahrem Glaubẽ anziehẽ die Kleider deß Heils/ und uns mit dem Rock der Gerechtigkeit Chriſti bekleiden. Eſa. 61. v. 10. Und dieſes wir⸗ cket auch die heilſame Buſſe; Dann da vertilgt Gott unſer Miſſethat/ und derket alle unſere Suͤnde. Pſal. 85. verſ.3. Da thun wir uns an mit den weiſſen Kleidern der Unſchuld Chriſti/ daß nicht offenbar werde die Schande unſer Bloͤſſe. Apoc. 3.v. 18. Das iſt das beſte Kleid/ daß unſer barmhertzige himliſche Vater/ wann wir uns bekehren/ laͤſſet anthun. 8 Lol. 10. a pag. 2370. Luc. 15. v. 22. Wann ſchon Nero ſich ſo praͤchtig in Kleidern gehalten/ Zeil. Ep. daß er nie ein Kleid zweymal angezogen: Wann ſchon der Maxicani⸗ 297. ſche Koͤnig/ alle Tage viermal ſein Kleid veraͤndert/ wann ſchon Caro⸗- lus Hertzog in Burgund ein Kleid/ ſo auff hundert tauſend Ducaten eiger. angezogen/ und mit jhrer Schande als mit einem Rock bekleidet gewe⸗ ſen. Pſal. 19. v. 29. Die Motten haben ſie gefreſſen wie ein Kleid/ und die Wuͤrme wie Wüllen⸗Tuch. Eſa. 1. v. s. Vnd wann die Gottloſen ſich ſchon mit Purpur kleiden/ und mit gulden Kleinodien ſich ſchmuͤ⸗ cken/ und jhr Angeſicht ſe chmincken/ ſo ſchmuͤcken ſie ſich doch vergeb⸗ lich. Jer. 4. v. zo. Derowegen ſollen wir den Kleider⸗Pracht und Hof⸗ fart/ als welcher nichts anders iſt als deß Teuffels Netz und Fallſtrick/ dadurch den Menſchen in Gottes Zorn und ewige Verdamnuͤß zu ſchleppen/ wie Bernhardus zu ſeiner Schweſter geſagt/ von Hertzen meiden/ und dahin trachten/ daß unſere Suͤnde mit dem Kleide deß Eee ij z la geſchaͤtzet wird/ machen laͤſſet: So ſind ſie doch fuͤr Gott mit Schmach L5.c. 1z. Serlachk. Eutrap. p⸗ 1. pag. 112. — 8„ .— ·— ——————=— 404. Wie die wahre Buſſe wircke , In non imputatione; In der nicht Zurechnung: Wanmn Gott nach ſeiner Gerechtigkeu mit uns handelt/ ſo rechnet er uns unſer Suͤnde zu: Aber wann er ſein Barmhertzigkeit und das theure Verdienſt ſeines Sohnes anſiehet/ bey den ſenigen/ ſo ſolche mit wahrem Glauben ergreiffen/ ſo rechnet er jhnen jhre Suͤnde nicht zu: Gleich wie Simei zum David ſpricht: Mein Herrr rechne mir nicht zu die Miſſethat/ und gedencke nicht daß dein Knecht dich beleidiget hat/ und der Koͤnig nehm⸗ es nicht zu Hertzen. Sam. 9.v. 19. Alſo rechnet Gott warhafftigbuͤß⸗ fertigen Hertzen hre Miſſethat nicht zu! gedencket nicht daß wir jhn belt⸗ diget mit unſern Suͤnden/ und nimpl es nicht zu Hertzen; Sondernet wirffet ſie hinter ſich zu ruͤck. Eſa.3 8. v. 17. Er gedencket unſer llberire⸗ tung nicht. Ezech. 18. v.22. Daverſuchet Gott die Welt mit jhm ſelben/ und rechnet jhnen jhre Suͤnde nicht zu. 2. Cor. 7v. 19 Und iſt alſo dieſe Imputatio negativa, eine nicht Zurechnung der Suͤnden: Mit der⸗ ſelben iſt unauffloͤßlich verknuͤpffet impuratio poſitiva, da uns hinge⸗ gen bey der Vergebung der Suͤnden/ Chriſti Verdienſt und Gerechtig⸗ keit wird zugerechnet/ da dem/ der nicht mit Wercken umbgehet/ glaubet aber an den/ der die Gottloſen gerecht machet/ ſein Glaube zur Gerech⸗ tigkeit gerechnet wird. Rom. 4. v.· Dieſes wircket die heilſame Buſſe. Iil. Rewifſionis operatio: Die Wirckung der Vergebung der Sunden: Wol dem/ ſagt David: Paulus gibtes alſo: Selig ſind die/ welchen jhre Vngerechtigkeit ver geben ſind/ und welchen jhre Suͤnde bedecket iſt/ ſelig iſt der Mann/ welchem Gott keine Suͤnde zurechnet Rom. 4 v. 7. ſed. Dieſe iſt nicht beatitudo mundana) eine weltliche Se⸗ ligkeit/ welche geſetzet wird/ von etlichen in groſſem Geld und Gut/ und ſa⸗ gen: Daß unſere Kammern voll ſeyn ſo herauß geben koͤnnen einen Vot⸗ rath nach dem andern/ daß unſere Schaaffe tragen tauſend/ und hundent tauſend auff unſern Doͤrffern/ daß unſer Ochſen viel arbeiten/ daß kein Schadekein Verluſt noch Klage auff unſern Gaſſe ſey/ wol dem Vol⸗ cke /dem es alſo gehet. Pſ 44.v. 3. leg. Danndieſe Seligkeit iſt gar un⸗ beſtaͤndig: Jener Berg⸗Mann zu Annaberg in Meiſſen/ war ſo tich und ſtoltz daß er die Gaſſen/ wann er ins Bad geritten/ mit Teppichenſo mit Gold durch gewircket belegen/ und ſeine Fuͤſſe mit gebehetenundin Malvaſier geweicheten Schnitten reiben laſſen/ iſt aber endlich ſo arm worden/ daß er auff den Doͤrffern fuͤr den Kirch⸗Thuͤren die Alnefen b geſam zudieNſgt undda Fen Geu wanhft mͤtdazni Herten; En edencketunſa) u Wetmiße 6 1 G 1 1 1 9 v..h Unſ. 8 er Sündec polltira, Runi adinſt uhe Kenumdgehe. in Glaube zuch et ditheiſemo fungderdin sgibtesaſtdht und waccheit kane Sünde adana enentd mGedunGuh gedekomenti zm tuuſed miſt ſen vielardeitn ſ Zaſſeſch vo uſe Scigketnt Meiſſen at ritten mtt Te iſe migee ti ba ent Tfinnn zum andern Vergebung der Suͤnden. 40/ geſamlet: Andere ſetzen ſie/ in groſſer weltlicher Ehr und Herrligleit: Wie Haman der den ſeinen erzehlte/ wie jhn Koͤnig Ahasverus ſo groß gema⸗ chet/ daß er auch uͤber die Fuͤrſten erhaben waͤre. Eſth. 5. v. lI. Aber dieſe Herr ligkeit lieff endlich auff ein Hencken an den Galgen auß. Eſth.7.v. 10. Viele ſetzen jhre Seligkeit auff Wolluſt deß Leibes/ und lieben ſolche Wolluſt mehr dann Gott. 2. Tim; v. 4. Sie dienen den fleiſchlichen Luͤſten und mancherley Wolluͤſten. Tit. 3. v.z. Sie achten das zeitliche Wollel fuͤr Wolluſt. 2. Pet. 2 v. 13. Aber es gehet endlich gar elend auß/ wie am reichen Mann zu ſehen. Luc. 16. v.23. ſeqꝗq. Es iſt auch dieſe/ nicht beatitudo philoſophica, Eine Philoſophiſche Seligkeit/ welche in be⸗ harrlicher Vbung der Tugenden beſtehet/ dañ dieſelbe iſt unvolkommen/ kan das Gewiſſen nicht befriedigen/ auch fuͤr Gottes Gerichte nicht be⸗ ſtehen: Sondern ſie iſt eine geiſtliche Seligkeit/ und gehoͤret: 1. Ad vitam præſentem: Zum gegenwaͤrtigen Leben: Dieſe Seligkeit ſiehet auff Gott; Wann wir alſo ſeligſeyn durch Verge⸗ bung unſer Suͤnde/ ſo haben wir Gott zu einem gnaͤdigen Vater/ Chri⸗ ſtum zu einem Bruder/ den heiligen Geiſt zum Einwohner: Da heiſſet es: Wol dir Iſrael/ wer iſt dir gleich O Wolck daß du durch den HErren ſelig wirſt/ der deine Huͤlffe/ Schild/ und das Schwerd deines Sieges iſt. Deut. 33. v. 29. Woldem Volck/ deß der HErr ein Gott iſt. Pſ. 33. v. 12. Hrr/ wann ich nur dich habe/ ſo frage ich nicht nach Himmel und Er⸗ den. Pſ. 73. v.§. Dieſe Seeligkeit ſihet auff unſern Naͤchſten/ welchen wir als dann lieben und jhm alles Gutes thun: Da ſind wir ſelig/ wann wir den armen Gutes thun Luc. 14. v. 4. Dieſe Seligkeit ſiehet auff uns ſelbſt: Dann da iſt uns wol/ oder wir ſind ſelig/ daß wir nicht wandeln im Nath der Gottloſen/ noch treten auff den Weg der Suͤnder. Pſal. 1. v.l. Selig ſind wir daß wir glauben. ¶uc.. v. 45. Selig ſind wir daß wu Got⸗ tes B hoͤren und bewahren. Luc. 11 v. 28. Dieſes alles wircket wahre Buſſe. 4 2. Ad vitam ſequentem; Zum kuͤnfftigen ewigen Leben: Da ſterben wur ſelig im HErrn. Apoe. 14. v. 33. Da ſind ſelig/ die zum Abendmaldeß Lambs beruffen ſeyn. Apoc. 19. vo. Wnd dieſes wircket auch wahre Buſſe/ wann die goͤttliche Traurigkeit(i den Buſſe) wir⸗ cket eine Reue zur Seligkeit. 2. Cor. 7 v o. Dazu uns wolle verhelffen Gott der Vater/ durch den heilligen Geißt/ umb Jeſu Chriſti willen Amen Amen b b Eec j Die —— EE“ 4 — 2—nnnn 46 Wiedie wahre Buſſe wwireke Diedrey und ſechtzigſte Predigt. DE TERTIO POENITENTIKℳ EFEECGTO, QMOD — OSTRA JIUSTIECA TIO. Von der dritten Wirckung wahrer Buſſe /welche iſt unſer Gerechtfertigung. b Matth.5.. 6. Selig ſind/ die da hungert und durſtet nach der Gerechtigkeit/ denn ſie ſollen ſatt werden. S ſpricht Paulus. Rom. 3. v. 27. Daß Gott die Gerechtigkeit/ ſo fuͤr ihm gilt/ darbiete/ in dem daß er die oh) Suͤndevergibt: In dieſen Worten haben wir: 1 r. Juſtitiam Deo placentem: Die Gerechtigkeit ſo Gott gefaͤllet/ oder ſo fuͤr Gott gilt; Dieſelbe iſt nicht unſer eigen Gerechtigkeit: Dann dieſelbe iſt fuͤr Gott wie ein unflaͤtig Kleid. Eſa. 64. v. 6. Sondern diejenige ſo der Sohn Gottes mit ſeinem unſchuldi⸗ gen Leben/ Leiden und Sterben/ uns erworben: Derſelbe iſt der gerechte Knecht/ ſo durch ſein Erkaͤndnuͤß viel gerecht machet. Eſa. 73. v. II. Dr hat uns die ewige Gerechtigkeit wiedergebracht. Dan. 9. verſ 24. Vnd wird genant die Gerechtigkeit deß Glaubens. Rom. 4. v. II. Die Ge⸗ rechtigkeit ſo auß dem Glauben kompt. Rom. 9. v. 3o. Das iſt/ welche wir durch feſten Glauben an Chriſtum erlangen. 2. Fjus oſtenſionem: Ihre Darbietung: Sie wird von Gott dargeboten: Gleich wie Gott alſo die Welt geliebet/ daß er der⸗ ſelben ſeinen einigen Sohn gegeben. Joh. 3. verſ. 16. Alſo hat er auch in demſelben dieſe Gerechtigkeit der gantzen Welt dargeboten. Dann wie durch eines Suͤnde die Verdamnuͤß uͤber alle Menſchen kommen iſt/ alſo iſt auch durch Chriſti Gerechtigkeit/ die Rechtfertigung deß Le; dens uͤber alle Menſchen kommen. Rom.. verſ. s. Vnd darumb haͤlt Gott auch jederman den Glauben fuͤr. Act. vy. verſ. 30. Als das Mittel der Ergreiffung und Zueignung dieſer Gerechtigkeit. —— =— 8 —*—2 “ — — 3. Ejus dle dgt. EC eloc J. d dunit ſte ſolln. a Daßce rdiete/ udni haben wir m: DieGath ſſelbeiſtch teinunflätgäat tes mit ſenenai Derſabbenzgt dt. Dan aſa Nom..d d 2.v.Zo. Duüßt ern.. hetung: Sei Waitgetedetdi. r. 6. Aloßter ltdargebotm. d ſe Menſchenkow e Nechfferänu aſ30 Aeh Haagkah uſenth V zum dritten unſere Gerechtfertigung. 40, 3. Ejus acquiſitionem: Die Selangung dieſer Gerechtigkeit: In dem daß er die Sünde vergibt: Dieſes erklaͤret Paulus ſehr choͤn. Act. 13. v. 38. ſeq. Daß durch Chriſtum werde verkuͤndiget Ver⸗ gebung der Suͤnden/ von dem allen/ durch welches wir nicht kunten im Geſetz Moſi gerecht werden: Wer an denſelben glaube der ſey gerecht: Vnd hieran hat es den Juden gemangelt/ dann Iſrael hat dem Geſetz der Gerechtigkeit nachgeſtanden/ und hat das Geſetz der Gerechtigkeit nicht uͤberkommen: Warumb dase Darum b/ daß ſie es nicht auß dem Glauben/ ſondern als auß den Wercken deß Geſetzes geſuchet. Rom. o. v. 30. Sie haben nicht erkand die Gerechtigkeit ſo fuͤr Gott gilt/ und ge⸗ trachtet jhre eigene Gerechtigkeit auff zu richten/ und ſind alſo/ der Ge⸗ rechtigkeit/ ſofuͤr Gott gilt/ nicht unterthan geweſen: Dann Chriſtus iſt deß Geſetzes Ende/ wer an denſelben glaͤubet/ der iſt gerecht. Rom. 10. verſ. 2.leq. Derohalben ſollen wir billich an hanalichan Hunger und Durſt nach dieſer Gerechtigkeit haben/ welche Chriſtus allhie ſelig prei⸗ ſet/ dabey wir wollen anſehen: Wie daß wahre Buſſe die Gerechtfertigung fuͤr Gott wircke und zu wegen bringe. Der allmaͤchtige Gott erleuchte unſer Hertzen durch ſeinen heiligen Geiſt/ daß wir dieſe Gerechtigkeit erlangen/ und behalten moͤgen/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amnen. Erklaͤrung. Wir haben bey verleſenen Worten in acht zunehmen: 1. Juſtificationis medium: Das Mittel ſo uns zu unſer Ge⸗ rechtfertigung fuͤhre: Wir kommen aber dazu: 1. Eluriendo. Daß wir einen Hunger nach der wahren Ge⸗ rechtigkeit haben: Der Hunger erfodert fuͤr ſich einen Mangel der Speiſe/ ſo man von Hertzen begehret: Alſo gehets uns auch in wahrer Buſſe/ wann wir auß dem Geſetze Moſis/ unſere viele/ unſere groſſe/ unſere unbezahliche Suͤnde/ haben erkand/ ſtehen da in unſerm Elend/ geiſtlich nacket und bloß/ mangeln deß Ruhms/ den wir fuͤr GOTT haben ſollen. Roman. 3. verſ. 23. Sehen micts fuͤr Augen/ als GOT⸗ TES Zorn/ deß Geſetzes Fluch/ der Hoͤllen auffgeſperreten 8 3 der⸗ — 2— .—— 3 — 4 4 7 1 1 2“ —————— 2-. ———— 1 1 — „ 3 —— 4 —„ — ———. —— 1 4—* +—— 2 “ 1 b 1 8— 8 — 40o3s Wie wahre Buſſewircke ſo erwecket ſolches alles in uns einen geiſtlichen Hunger nach der Gna⸗ de Gottes/ zu welcher aber/ weilen er ein gerechter Gott iſt/ wir ohne Gerechtigkeit ſo fuͤr jhm gilt/ nicht kommen koͤnnen: Da befindet ſichs alsdann daß fuͤr Gott kein Lebendiger gerecht. Pſal. 143. v. 2. Dann ein Menſch mag nichtrechtfertig beſtehen fuͤr Gott/ hat er Luſt mit ihm zu — haddern/ ſo kan er hm auff tauſend nicht eins antworten. Hiob. 9. v.. ſeq. Was iſt ein Menſch/ daß der ſolt rein ſeyn/ und daß er ſolt gerecht ſeyn/ dervom Weibe geboren iſt? Hiob. v5. v. 4. Dieſer elende Zuſtand machet uns vollends matt und Krafft⸗loß: Vnd wann ſchon einer wol⸗ te bey jhm ſelbſt eine Erquickung ſuchen/ vermeineud ſeine eigene Ge⸗ rechtigkeit ſolte jhm den Hunger ſtillen/ ſo befindet ſichs daß dieſelbefuͤr Gott iſt wie ein unflaͤtig Kleid. Eſa. 64. v. 6. Sordet in diſtrictione ju- dicis, quod fulget in æſtimatione operanris, ſagt Gregorius: Das iſt: Es iſt fuͤr Gott als dem Richter heßlich/ was fuͤr den Augen deſſen da es verrichtet/ ſcheinet ſehr herꝛlich: Weilen uns nun Moſes mit ſeinem Geſetze da ſtehen laͤſſet/ und unſern Hunger nicht ſtillen kan/ den wir nach der wahren Gerechtigkeit haben muͤſſen/ ſo bekommen wir Anlaß das Evangelium zu ſuchen/ und Raths und Troſtes bey demſelben zu erholen: Daſſelbe fuͤhret uns zu unſerm hochverdienten Erloͤſer Jeſu Chriſto/ als dem Jehovah der unſer Gerechtigkeit iſt. Jer. 23. v. 6. Da koͤnnen wir kauffen und eſſen/ ohne Geld und umbſonſt/ beyde Wein und Milch. Eſa. 55. verſ. 1. Daeſſen wir(geiſtlich) Chriſti Fleiſch und trincken ſein Blut/ und erlangen dadurch das ewige Leben. Joh. 6. v. 74. Dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ muͤſſen wir mit hoͤch ſtem Fleiß betrach⸗ ten; Viele ſagen/ ich bin reich/ und habe gar ſatt/ und darff nichts/ und wiſſen nicht/ daß ſie ſind elend und jaͤmmerlich/ arm/ blind undbloß. Apoc. 3. v. 1s. O wie iſt dieſe Zunfft ſo gat groß! Hingegen muͤſſen win an unſere Duͤrfftigkeit gedencken/ und gleich wie ein Hungeriger eine innigliche und hitzige Begierde hat nach der Speiſe; Alſo muͤſſen wir eine innigliche Begierde haben nach der Gerechtigkeit Chriſti/ die wir erlangen vermittels wahrem Glauben bey Vergebung unſer Suͤnden/ und muͤſſen mit David ſagen: Erhoͤre mich(O HErꝛ Jeſu) nach deiner wunderlichen Gerechtigkeit. Pſ. 65. v. 6. Errette mich durch deine Ge⸗ rechtigkeit/ und hilff mir auß. Pſ. 71. v. 2. Bitten/ daß dieſe ſeine Gerech⸗ tigkeit auch bey uns moͤge offenbahret werden. Eſa. 6. v. x. Daß er uns wolle — — 8 — — ——— 3 2 —— ö²““ ͤ 1 1 3 4 —— — add ſein agn, ſichs daßdaſeht. eeinlüriäns den Augendſſa m Moſczmian es beydemſ ſtillen tu /wn ckommmcni dennn Eriſt. iſt Jexg66, 9 bſonſt baue Chriſtähar Lehen Iht chſtem gleißbere unddarffmahb 6 — rm/ bünd uud Dingegenmi ein hungeng ſe; Aſo nüſe gkeitChnſt 1” — 1 4 1 ——— X — ungunſcréi n Jeſu a iichdunchdm ſdiſſ eute F6.. Dht 2 Dat ſe 6 zum dritten unſer Gerechtfertigung. 409 wolle anziehen/ den Rock deß Heils und das Kleid der Gerechtigkeit ſeines lieben Sohns Jeſu Chriſti. Eſa. 61. v.. Daß wir mit freudi⸗ gem Gewiſſen auff der geiſtlichen Hochzeit erſ cheinen. Matth. 22. v. xr. Vnd mit dem weiſſen Kleide der Vnſchuld Chriſtibekleidet/ man nicht moge ſehn die Schande unſer Bloͤſſe. Apoc. 3.v. 1s. Dieſer Hunger iſt un gewiſſes Præſervativ fuͤr dem ewigen Hunger/ davon wir leſen. Eſa. 65. v. 3. 2. Siriendo: Daß wir einen Durſt nach der wahren Ge⸗ rechtigkeit haben: Gleich wie die Durſtige nichts hoͤhers begehren/ als daß ſie moͤgen jhren Durſt ſullen: Alſo muͤſſen wir ein Verlangen haben/ daß der Durſt nach der Gerechtigkeit/ ſo fuͤr Gott gilt/ bey uns moͤge geſtillet werden: Die Iſraeliten klagten in der Wuͤſten/ daß ſie und jhre Kinder Durſtes ſterben muͤſten. Erod. 17. v. 3. Sumſon ver⸗ meinte auch er muͤſte Durſtes ſterben. Jud. 1§. v. 18. Aber mit dieſem geiſtlichen Durſt/ hat es eine viel andere Beſchaffenheit/ wann ein er⸗ wachſener Menſch ohne denſelben iſt/ ſo iſt bey jhm ein Zeichen deß geiſtlichen Todes: Derhalben/ gleich wie David einen Durſt hatte nach dem Waſſer auß dem Brunnen zu Bethlehem unter dem Thor. 2. Sam. 23. v. 15. Alſo muͤſſen wir einen Durſt haben nach dem Heil⸗ brunnen. Eſa. 12. v. Z. Welcher zu Bethlehem eroͤffnet. Luc. z2. v. 4. Wie der Hirſch ſchreyet nach friſchem Waſſer/ alſo muß unſre Seele nach dieſem Brunnen der Gerechtigkeit/ ein Verlangen tragen. Pſ. 42. v. 2. Nach demſelben muß unſer Seele duͤrſten. Pſal. 63. v. 2. Da werden wir mit Wolluſt getraͤncker als mit einem Strom. Pſal. 36. verſ. o. Da heiſſet es: Eſſet meine Lieben/ trincket meine Freunde und werdet trun⸗ cken. Cant.. v. 1. Laſſet uns derowegen/ O Chriſtliche Hertzen/ dieſen Durſt/ durch Betrachtung unſer Duͤrfftigkeit/ bey uns erwecken/ ſo wird jhn der grundguͤtige Gott gnaͤdiglich ſtillen: Gleich wie im Jahr Chriſti 772. Der ſelbe deß Caroli Ma gni ſein Krieges⸗Heer im duͤrren Bonting. Sommer/ in etzlichen Tagen nicht kunte zu trincken bekommen/ iſtin Chron. einem außgetruckneten Bach/ ein liebliches und ſuͤſſes Bruͤnnlein ent⸗ Brunſ. ſprungen/ daß das gantze Krieges⸗Heer dadurch erquicket: Alſo wird(mihi) Gott der HErꝛin dieſem geiſtlichen und Ihm ſehr wolgefaͤlligem Durſt fol. — uns fuͤhren zu dem Heilbrunnen Chriſto Jeſu/ daß wir mit Freuden auß demſelben das Waſſer der Gerechtigkeit ſchoͤpffen werden. Eſa. 12. v. 3. 410 Wie wahre Buſſe wircke II. Objectum; Womit unſere Gerechtfertigung umbgehe: Mit der Gerechtigkeit: Es iſt/ leider/ mit uns von Natur alſo bewand/ daß wir das Unrecht ſauffen wie Waſſer. Hiob. 15. v. 16. Wir ſind ferne von der Gerechtigkeit. Eſa. 46. v. 11. Es iſt kein Recht in unſern Gaͤn⸗ gen. Eſa. 59. v. 8. Und begeben/ leider/ unſere Glieder zu Dienſt der Vn⸗ reinigkeit/ von der einen Vngerechtigkeit zur andern. Rom. 6. v. 19. Vnd dieſer unſer Zuſtand machet uns fuͤr Gott nicht allein verhaſſet/ ſondern auch verfluchet und verdammet. Derowegen muͤ ſſen wir mit allerhoͤch⸗ ſtem Fleiß darnach trachten/ daß wir die wahre Gerechtigkeit ſo fuͤr Got⸗ tes Gerichte beſtehen kan/ uͤberkommen moͤgen/ und ein hertzliches Ver⸗ langen/ Hunger und Durſt nach der ſelben haben: Dieſe iſt nun nicht die Gerechtigkeit ſo auff unſer Seiten auß der Erfuͤllung deß Geſetzes komt: Dann durch deß Geſetzes Werck wird kein Fleiſch gerecht. Rom 3.v. 20. Weilen das Geſetze geiſtlich iſt/ wir aber ſeyn fleiſchlich unter die Suͤnde verkaufft. Rom. 7. v. 4. Vnd ſo durchs Geſetz die Gerechtigkeit kompt/ ſo iſt Chriſius vergeblich geſtorben. Gal. 2. v. 21. Viel wenigen iſts die eingebildete Phariſeiſche Gerechtigkeit; Dann ſo mit derſelben umbgehen/ koͤnnen in das Reich Gottes nicht kommen. Matth. 5. v. 20. Dann dieſelbe rechtfertigen ſich ſelbſt fuͤr den Menſchen/ aber G OTT kennet jhre Hertzen. Luc. 16. verſ. 15. Vnter welche Zunfft das geiſtliche Bapſis⸗Geſinde alle miteinander gehoͤren: Sondern ſie iſt die Gerech⸗ iigkeit deß Glaubens: Von welcher wir den allerherrlichſten Spruch Pauli durch den Finger deß heiligen Szeiſtes in unſere Hertzen ſollen ſchreiben laſſen/ da er ſpricht: Ich achte alles fuͤr Schaden/ gegen dem uͤberſchwenglichen Erkaͤntnuͤß CRJISTJ JESll meines HERRSN/ umd welches Willen ich alles fuͤr Schaden gerechnet/ und achte es fuͤr Dreck/ auff daß ich CoRJISTlleM gewinne/ undin jhm erfunden werde/ daß ich nicht habe meine Gerechtigkeit/ die auß dem Geſetz 3 ompt/ ſondern durch den Glauben an CoRISTlM nem⸗ lich die Gerlchtigkeit die von GOTE dem Glauben zugerechnet wird. Phil.3. v. 8. leg. O deß herrlichen· O deß gůͤldenen mit Diamanten ver⸗ ſehten Spruchs! Dann gleich wie unſerm hoch⸗verdienten Erloͤſer Irſu Chriſto alle unſere Suͤnde zugerechnet nicht anders als wann er ſie ſelber begangen haͤtte/ weile Gott unſer aller Suͤnde auff jhn geworffin Eſa.ʒ. verſ. 6. Alſo wid allen den jenigen ſo an Chriſium warhaffug 8 4 b b glau⸗ ——— — — — grch Jn Kflaſchlihun ſjezdie Genzan v. z1. Näte Dann ſomunn⸗ nen. Mah T ſchen abere Zunfftdea denſteifwone herrlichſinn unſerr Hatnt Schaden ge JEslw Schadengat Maewim m hegket u SSSAll Hen ugeccht mit Damu „verdienic 3 b anders abar, taufffingne urſtum ni 4 1 zum dritten unſere Rechtfertigung. 41 glauben/ alſo/ daß ſie gewiß ſeyn/ daß Chriſtus auch jhre Suͤnde getra⸗ gen/ und auch fuͤr dieſelbe bezahlt und genug gethan/ die jenige Gerechtig⸗ keit ſo Ehriſtus mit ſeinem unſchuldigen Leben/ Leiden und Sterben er⸗ worben nicht anders zugerechnet/ als wann es jhre eigene Gerechtigkeit waͤreꝛ Dann Gott hat ſeinen Sohn/ den von keiner Suͤnde wuſte fuͤr uns zur Suͤnde( Gnugthun fuͤr die S uͤnde) gemacht/ auff daß wir wuͤr⸗ den in jhm die Gerechtigkeit/ die fuͤr Gott gilt. 1. Cor. 5.vz1. Vnd dieſe Gerechtigkeit erlangenwir: 1. Privativè: Daßdas Boͤſe von uns/ als unſer Suͤnde und Un⸗ gerechtigkeit/ wird von uns genommen unſer Vbertretung werden ver ge⸗ ben/ unſer Suͤnde bedecket/ und unſen Miſſethat wird une nicht zugerech⸗ net. Pſahn. 32. verſ. 1. ſeq. Da beſtehet unſer Heil in Vergebung der Suͤnden. Lue. 1. verſ.77, Da verſuͤhnet uns G.OT Tmit ihm ſelber/ in dem daß er uns die Suͤnde nicht zurechnet. 2. Corinth. 5. verſ. 19. Wir haben die Erloͤſung durch CHRISTJ Blut/ nemblich die Verge⸗ bung der Suͤnden. Epheſ. 1. verſ. 7. O der groſſen Wolthat: Derſelben ſollen wir in unſern Gewiſſens Noͤthen/ wegen der Menge unſer Suͤn⸗ den⸗Schulden/ danckbarlich gebrauchen/ aber nicht mißbrauchen: Wie Solons Freunde vernommen/ daß er ein Geſetze vorhatie von Nachlaſ⸗ ſung der Schulden/ haben ſie viel Geld auffgenommen/ und fuͤr daſſelbe Lwing Aecker eoufwehen ſie von dem Gelde/ ſo auff Wucher gelehnet, her⸗ nacher durch Solons Geſetze kunten abſolviret werden; Das wil alhie nicht angehen: Gedencke nicht/ O Menſch/ GOTT 3 barmhertzig er a wird mich nicht ſtraffen/ ich fuͤndige ſo viel ich wil: Er kan bald alſo zor⸗ nig werden/ als gnaͤdig er iſt/ und ſein Zorn uͤber die Gottloſen hat kein Auffhoͤren. Syr. 5.v. 6.6e cg. b 2. Politwè. Daß die Gerechtigkeit Chriſti durch wahren Glauben uns zugerechnet wird: Da dem/ der nicht mit Wercken umbgehet/ glaubet aber an den/ der den Gottloſe gerecht machet dem wird ſein Glaube gerechnet zur Gerechtigkett. Rom.4 v.). Die Gerechtig⸗ keit wird von Gott dem Glauben zugerechnet. Phil.3. v.). O der groſ⸗ ſen Wolthau Laſſet uns derſelben durch wahren Glauben genieſſen. III. Effectum: Dje Wirckung: Dieſelbe iſt zweyfachh 1. Beatitudo: Sie ſeyn ſelig: Dañ ſelig ſind die/ welchen jhre Vn⸗ gerechtigk eit vergebe ſind/ und welchẽ jhre Suͤnde bedecket ſind/ ſelig iſt der Fff u Mann 2 0 599 4¹2 Wie wahre Buſſe wircke Mann/ welchem Golt keine Suͤnde zurechnet. Rom. 4.v. 7. ſeq. Da heſſ ſetes; Selig biſtu die du geglaubet haſt. Luc.1. v. 4. Wie der Kerckermei⸗ ſter zu Philippis fragte: Lieben Herrn/ was ſolich thun daß ich ſelig wer⸗ der Bekamer zur Antwort: Glaube an den HErꝛn Jeſum/ ſo wirſtu und dein Haus ſelig. Act. 16. v. 30. ſeq. Laſſet uns/ O Chriſtliche Hertzen dieſe Seeligkeit wohl in acht nehmen/ allen Hunger und Durſt nichts achten/ ſondern dieſen Hunger und Durſt nach der Gerechtigken haben und be⸗ halten/ daß wir moͤgen ewig ſelig werden. 4 2. Saruratio: Sie ſollen ſatt werden: Die himliſche Weißheit ruffet Kommet her zu mir alledie jhr mein begehret) und ſaͤttiget euch von meinen Fruͤchten/ meine Predigt iſi ſuͤſſer dann Honig und meine Gabe ſuͤſſer dann Honigſeim/ wer von mir iſſet/ dem hungert immer nach mir; Und wer von mir trincket/ den durſtet immer nach mir. Syr. 24. v. 2. ſeq. Das befindet ſich auch alhie/ ſolche Hungerigen erfuͤllet der Sohn Gottes mit Guͤtern. Luc.. v. 43. Daeſſen die Elenden daß ſie ſat werden. Pſ. 22 v. 27. Da ſaͤttiget uns Gott mit langem/ ja ewigem Lebẽ. Pf. 91. v. 16. Oder groſſen Wolthat! Laſſet uns/ O Chriſtliche Hertzen/ uns fleiſſig huͤten fuͤr denen/ die Heueheley anrichten/ und predigen von dem HErrn Irrſal damit ſie die hungerigen Seelen außhungern/ und dem Durſtigen das T rincken wehren. Eſa. z2. v. 6. Welche die falſchen Lehrer ſeyn: Zehlet kein Geld denen/ da kein Brodiſt und euer Arbeit/ da ihr nicht ſat von werden koͤnnet. Eſa. 55. v.2. Eigen Wercke/ und der Hirn⸗Goͤtze deß bloſſen Rath⸗ ſchluſſes Gottes/ koͤnnen nicht ſaͤttigen. Ihr Durſt ſol auch geſtillet werden: Gott wil das Waſſer deß heiligen Geiſtes uͤber ſie gieſſen. Eſa. 44 v.z. Dawil uns Chriſtus ein ſolches Waſſer geben/ daß wer deſſelben trincket/ dem ſol nicht durſten ewiglich. Joh. 4. v. 14. Dann er wil diemuͤ⸗ den Seelen erquicken/ und die bekuͤmmerten Seelen ſaͤttigen. Jer. zu v. 2. Dazu uns verhelffen wolle Gott der Vater durch den H. Geiſt/ umb Ieſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. Die vier und ſech igſte Predigt. DE QHARTO Rranſechhigſte Prrdigt. QOD . CONSCIENTIR EXEIILARAIIO. Von der vierdten Wirckung wahrer Buſſe/ welche iſt die Freudigkeit deß Gewiſſens. Eha. 2 A5 1 K 3 8 7 ed 41 — de—— — — —— tgkenzhe ”himüſche hund ſttzunt gertinmauue nir Syr asn 6 fllledeEne ieſatwchage cd.Pfar tzen unsfeßſ undem hEm 7 hrnicht ſaamn Koͤtzedeßtuſ urſtſolauchtt uͤberſiegiſe then daßtan 4Damc rid mſätngen.N rchden bi⸗ — gt. 0. ſwelc 9 1 ℳ ECro, C reudigkeit unſers Gewiſſens 4³3 Efa. 1 2.. V. 2. Sihe/ Gott iſt mein Heil/ ich bin ſicher/ und fuͤrchte mich nicht/ denn Gott der HEr: iſt meine Staͤrcke/ und mein Pſalm/ und iſt mein Herll. S ſpricht Salomon. Prov. 1.v. 28. alſo: Der M Gerecht iſt getroſt wie ein junger Loͤw: Bey welchen Wor⸗ Wy ten wir zu beobachtenhaben: 1. Subjectum: Von wem er rede⸗ Vom Gerech⸗ ten: Dieſer iſt kein Traum⸗Gerechter/ welchem etwa getraͤumet/ daß er gerecht ſey/ wie den alten und neuen Phariſeern: Denn ſolche ſchei⸗ nen außwendig fuͤr den Menſchen/ from/ aber inwendig ſind ſie voller Heucheley und Vntugend. Matth. 23. v. 28. Sie vermeſſen ſich ſelber daß ſie gerecht ſeyn/ und verachten andere. Luc. 18. v. 9. Es iſt auch kein Aia gerechter/ der durch Erfuͤllung deß Geſetzes fuͤr Gott gerecht ſey: Dann wie ſolte der gerecht ſeyn/ der vom Weibe gebohren iſt Hiob. 15. v. ¼. Derſelben Gerechtigkeit/ iſt wie ein unflaͤtiges Kleid. Eſa. 64. v. 6. Vnd weilen ſie in der Gerechtfertigung) mit deß Geſetzes Wer⸗ rken umbgehen/ ſind ſie unter dem Fluch. Gal. 3. v. c. Sondern es iſt ein Evangeliſch⸗Gerechter/ welcher durch den Glauben gerecht wor⸗ b den/ und deßwegen Friede mit Gott hat. Rom.. v. J. Welches Glauben Goltdie Gerechtigkeit zurechnet. Phil.3.v.9. Das iſ/ ein wahrer buß⸗ b fertiger Menſch.— 2. Prædicatum: Was er von demſelben rede? Er redet von a. Abſolute: Bloß dahin: Er ſey getroſt; Das iſt/ er habe einen glaͤubigen/ gottſeligen/ friſchen Muth: Dann weilen er durchwahren Glauben an Chriſtum einen gnaͤdigen Gott hat/ ſo fragt er michts nach Himmel und Erden/ und wenn jhm gleich Leib und Seel verſchmach⸗ tet/ ſo iſt und bleibet doch Gott ſeines Hertzen Troſt/ und ſein Theil. Pſ. 73, v. 25. Er ſpricht getroſt: Der HEn iſt mir mir/ ich fuͤrchte mich b Fff iij nicht/ zum vierdten die jhm: 2. 1— 1——„ Wie wahre Buſſe wircke nicht/ was wollen mir Menſchen thun. Pſ. 18. v. 6. Sein Hettze hoffe 6 unverzagt auff den HErꝛn. Pſ. 12. v. 7. Er iſt getroſt/ weilen jhm ſane Suͤnde vergeben. Matth. 0. v. 2. — 6. Comparate: Durch Gleichnuͤß: Wie ein junger Low. En junger Loͤw iſt unerſchrocken und fuͤrchtet ſich fuͤr keinem Thier: Der Loͤw iſt maͤchtig unter den Thieren/ und kehret nicht umb fuͤr jemand. Prov. 30. v. 30. Wann jhn der Hirten Menge anſchreyet/ ſo erſchrickt er nicht fuͤr'hrem Geſchrey. Eſa. 31. verſ. 4. Daher wird ein tapfferer Mann beſchrieben/ daß er ein Hertz habe wie ein Loͤwe. 2. Sam. 17 verſ. 10. Alſo iſt auch ein Gerechter/ der in ſeinem Hertzen der Verſuͤh⸗ nung mit Gott durch Chriſium verſichert iſt/ groß muͤtig wie ein jungen oͤw und ſagt: Wer wil mich als einen Außerwehlten Gottes beſchul⸗ digen? Gott iſt hie der da gerecht machet: Wer wil Verdammen⸗Chri⸗ ſtus iſt hie/ der geſtorben iſt/ ja vielmehr der auch aufferwecket iſi/ wel⸗ „ cher ſitzet zur Rechten Gottes und vertritt mich. Rom. s. verſ. 33. ſeg. Dieſes wird uns auch in verleſenen Worten vorgeſtellet/ darauß wi wollen anſehen: 3 Wie daß wahre Buſſe eine Freudigkeit deß Gewiſſens und Vertrauen zu Gott wircke und bringe. Der barmhertzige Gott/ wolle Freudigkeit der Ohren und Hertzen bey uns erwecken/ zu ſeines Namens Ehre/ und unſer Seligkeit/ umb Jeſu Chriſti willen/ Aamen.ʒ 4 . Erklaͤrung. Wir haben allhie: b b J. Alacrem juſtificati animum: Das freudige Gemut deß Gerechten: Sihe/ ſpricht unſer Prophet: Dieſes Wort iſt an dieſem Ort/ eine Anzeigung eines freudigen Herten/ welches an dem wasßs glaͤubet und redet/ im geringſten nicht zweiffelt: Al ſo ſagt Abrahamzu Sara: Sihe/ ich weiß daß du ein ſchoͤn Weib von Angeſicht biſt. Gen. 12. v. I. Wie dann auch der Engel zu den Weibern bey unſers HErm Chriſti Grabe: Sihe er wurdfuͤr euch hingehen/ in Galilæam. Matth. 2,8, p. 7. Dieſes muͤſſen wir/ O Chriſtliche Hertzen/ wol in acht nehmen/ und dahin ſehen/ daß unſen Glaube und Gewiſſen einen guten und be⸗ ſtaͤndigen Grund habe.— A II. Alacti deß Genhſe⸗ nd bringe Ohrenund n dunſer Steäan freudige Gii ſes Wortiſah welches an det Aſoſagt Ahi. mn Angſihti ern bey unſen Gallem n wolinadi mana gune zum vierdten ie Freudigkeit unſers Gewiſſens. 4 II. Alacritatis fundamentum: Den Grund dieſer Freudig⸗ keit: Was einem glaubigen Hertzen/ ein ſo getroſtes Hertze und freudi⸗ ges Gewiſſen mache?— b b 1. Salutis cerritudo; Gott iſt mein Heil: Vnd deſſen unfehlbare Geuußbenz bezeugen/ wird dieſes wiederholet: Es iſt aber Gott unſer eil: a. Salutem noſtram operando; Daß er unſer Heil wircket: Daher wird er genant der Gott unſers Heils. Pſal. 18. v. 47. Der ſpricht zu unſer Seel/ ich bin dein Huͤlff oder Heil. Pf 5. v. 3. Unſer Heil ſteht allein bey jhm. Hoſe. 13 v.). Und dieſes Heil gibt Gott der Vater: Der Sohn Gottes aber erwirbt es: Dann derſelbe iſt das Heil Gottes biß an der Welt Ende. Eſa. 49.v. 6. Der iſt das Horn deß Heils/ ſo Gott auff⸗ gerichtet im Hauſe ſeines Dieners David. Lux. 1. v. 69. Es iſt in keinem andern Heil/ iſt auch kein ander Name den Men ſchen gegeben/ darinn wir ſollen ſelig werden/ als in ſeinem Namen. Act. 4. verſ 12. Der heilige Geiſt aber verkuͤndiget es: Der verkuͤndiget uns die Vergebung der Suͤnden durch Jeſum Chriſtum. Act. 13. v. 38. Der verkuͤndiget in ſei⸗ nem Wort) den unaußforſchlichen Reichthum Chriſti. Eph. 3. verſ. 8. Denſelben laͤſſet er verkuͤndigen/ und ver mahnen alle Menſchen/ und leh⸗ ren alle Menſchen/ mit aller Weißheit Col.1.v. 28. 8. Salutarem converſionem procurando; Daß er heilſame Bekehrung zu wege bringet: Was kan doch einem Menſchen fuͤr groͤſſer Wolthat wiederfahren/ als die heilſame Bekehrung zu Gott⸗ Was iſts uns nutze/ daß Gott unſer Heiliſt; Was iſts uns nutze/ daß Ehriſtus das Heil erworben⸗ Was iſts uns nutze/ daß uns dieſes Heil vom heiligen Geiſt wird vorgetragen Wann wir es nicht mit bußfertig glaͤubigem Hettzen ergreiffen: Denn da ſelbſt/ in wahrer Buſſe/ wird uns das Heil Gottes gezeiget. Pſal. 0. v. 3. Ja/ es wiedet faͤhret uns/ wie der Sohn Gottes zu Zachæo ſpri cht: Heute(bey deiner Bekehrung)iſt die⸗ ſem Hauſe Hiil wiederfahren. Luc. 19. verſ. 9. Dann da wird uns das Wort deß Heils vorgetragen. Actor. 13 verſ 26. aſſet uns dieſes/ OChriſtliche Herhen/ wol in acht nehmen: Sehet/ ſetzt iſt dae ange⸗ nehme Zeit/ jeht iſt der Tag deß Heils. 2. C orinth. 6. verſ. 2. Vnd dieſe heilſame Gnade G OTTES erſcheinet allen Menſchen. Tit. 2. — 8 —— 1 8 3 4. 8 4 Wie wahre Buſſe wircke Tit. ².v.. Wie Alexander Magnus ſein Krieges⸗Heer in Schlacht⸗ DOrdnung gegen dem Feind geſtellet/ und einen Soldaten geſehen/ ſoſi nen Pfeil erſtlich loß gebunden/ hat er denſelben abgeſchaffet/ als welcher zu der Zeit ſein Gewehr erſtlich wolte bereiten/ da er deſſelben folte gebrau⸗ chen. Alſo werden/ leider/ Vielegefunden/ ſo ſich umb die heilſane Gnade Gottes erſtlich wollen umbſehen/ wann ſie der ſelben gebrauchen olten. b 4 v. Lætitiam ſalutis donando; Daß er uns die Freude deß Heils ſchencket: Dieſe iſt die Freude unſers Gewiſſens/ ſo wir auß gnaͤdi⸗ ger Vergebung der Suͤnden haben: Da freuen wir uns deß Heils Got⸗ tes. i. Sam. 2 v. i. Wir ſchmecken wie freundlich der Erꝛ iſt. Pfal.4 v. 9. Wir haben den freudigen Geiſt. Pſalm./ 1. v r4. Wir jauchtzen dem Hort unſers Heils Pſalm.5. v.i. Singen dem HErrn/ und loben ſeinen Namen/ verkuͤndigen einen Tag an dem andern ein Heil. Pſal. 96. v.ꝛ. Wir freuẽ uns und ſeyn froͤlich in dieſem Heil. Eſa.1. v.⸗ Oder hertl⸗ chen Freude O der Freude ſouͤbertrifft alle weltliche Feeude! Wann Haman üͤber ſeine groſſe Ehre. Eſth. 5. v. 11. Wenn Belſazer uͤber ſeines Leibes Wolluſt. Dan..v. 1. ſeq. Wann der reiche Bauer uͤber ſein groſ⸗ ſes Guth. Luc. 12. v. 19. ſich hoch erfreuet/ ſo iſts eine kurtze/ eine nichtige eine in kurtzer Zeit ver gaͤn gliche Freude: Aber dieſe Freude iſt beſtaͤndig ſo lange wir in wahrer Bußfertigkeit beſtaͤndig bleiben: Nach dieſer Freude laſſet uns fleiſſig trachten. b 2. In Deo fortitudo: Die Staͤrcke im HErꝛn:Gott iſt unſer Staͤrcke: Wann wir das Heil ergrieffen/ ſo gehets uns alſo/ daß wir mit David wol ſagen und klagen moͤgen: Ach HEn/ wie iſt meiner Feinde ſo viel und ſetzen ſich ſo viel wider mich· Pſalm. 3.v... Da iſt der leidige Teuffel/ und begehret uns zu ſichten wie den Weitzen. Luc. 22 ver zi Wirfft Stuͤeleund Baͤncke in den Weg/ daß wir fallen/ und das erlang⸗ te Heil verlieren ſollen. Da iſt die gottloſe huriſche Welt/ die kompt mit jhrer Augen⸗Luſt/ Fleiſches Luſt/ und hoffaͤrtigem Leben. 1. Joh. 2. v. 16. Uns deß mitgetheilten Heils zuberauben. Da iſt unſer eigeng leiſch das geluͤſtet immerfort wider den Geiſt. Gal. 5.v. 17. Und hat wenig Luſt/ zu dem ihm widerſtrebenden Heil: Da ſind wir nun viel zu ſchwach/ der Macht ſolcher Feinde zu wiederſtreben/ und muͤſſen deßwegen dieErhal⸗ ltung und Bewahrung unſers Heils bey Gott ſuchen; Der 6 aller b om⸗ — — e Zwing. Vol. 1. PàS⸗8 5 —— v 4 * 43 Wie wahre Buſſe wircke 1 getroſt ſeyn. Prov. 14. v. 32. Vnd wann ſchon Plat⸗Regen und Win⸗ de deß Truͤbſals und Anfechtung kommen/ ſeyn ſie doch ſicher/ weilen ſie auff den Felſen Chriſtum gegruͤndet. Matth. 7. v. 25. Sie ſagen ge⸗ troſt: Iſt Gott fuͤr uns/ wer mag denn wider uns ſeyn? Rom. 3. verſ. 31. Dieſer Sicherheit/ O Chriſtliche Hertzen/ laſſet uns nachtrachten/ ſo koͤnnen wir getroſt mit David ſagen: Ich lige und ſchlafe gantz mit Frie⸗ den/ denn allein du HErꝛ hilffeſt mir/ daß ich ſicher wohne. Pſ. 4, v.). 2. Conſcientiam timore vacuam: Ein Gewiſſen ohmne rchernd fuͤrchte mich nicht: Die Knechtliche Furcht iſt ein elend Din g/ ja der Anfang der hoͤlliſche Verdamnuͤß: Da iſt ein feiges Hertz/ und ein rauſchendes Blat jaget die Gottloſen. Lev. 26. v. 36. Die haben einen knechtlichen Geiſt/ daß ſie ſich fuͤrchten muͤſſen. Rom. 8. verſ. 1s. Dieſelbe ſeyn durch Furcht deß Todes Knechte jhr Lebenlang. Heb. 2. v. 15. Wie Nabal von ſeiner Trunckenheit wieder nuͤchtern worden/ und jhm ſein Weib die Abigail erzehlet/ was David mit jhm vorge⸗ habt/ da erſtarb fuͤr Furcht ſein Hertz in ſeinem Leibe/ daß er ward wie ein Stem/ und ſtarb bald hernacher. 1. Sam. 25. v. 37. ſeq. Wie Kayſer Nero vom Roͤmiſchen Rath fuͤr einen Feind erklaͤret/ und auß der Stadt geflohen/ hat er auch ſeine beſte Freunde/ ſo mit jhm die Flucht genommen/ in verdacht gehabt/ alle menſchliche Stimme hat ihn er⸗ ſchrecket/ wann ein Hund gebellet/ eine Henne gekockelt/ ein Aſt auffm Baum durch den Wind beweget/ iſt er hefftig erſchrocken/ daß er auch nicht reden duͤrffen/ damit er von andern nicht gehoͤret wuͤrde: Das ſind die Fruͤchtlein der Suͤnden. Aber ein glaͤubiges bußfertiges Herte fuͤrchtet ſich alſo nicht: Wann ſchon eine Plage kompt/ fuͤrchtet er ſich nicht. Pſal. 112. v. 7. Sondern ſpricht: Der HErꝛ iſt mit mir/ ich fuͤrch⸗ te mich nicht/ was koͤnnen mir Menſchen thun. Pſ. 11. v. 6. Furcht und Schrecken iſt ferne von jhnen. Eſa. 54. verſ. 4. Sie ſind Baͤume am Waſſerg pflantzet/ und am Bach gewurtzelt/ daß ob gleich ein Hitze (deß Creutzes) kompt/ fuͤrchten ſie ſich doch nicht/ ſondern jhre Blaͤtter bleiben gruͤne/ und ſorgen nicht wann ein duͤrres Jahr kompt/ ondern ſie bringen ohne auffhoͤren Fruͤchte. Jer. 17. verſ. s. Gleich wie der fromme Fuͤrſt Eberhard von Wuͤrtenberg geruͤhmet/ daß er ſich in emes jeden aller ſeiner Unterthanen Schoß niederlegen/ und ſicher darinn ſchlafen kuͤnte. Alſo koͤnnen bußfernge Hertzen allenthalben ſicher ſeyn. ————— 3 Con- — — — erwohne p in Geviſn, the Furchiſße Da ſteenfat 9,26.935 da 1 en. Jom aa hr Lebenlmgh der nuͤchtmn h Davdd nulßun leibe/ daßens .37 ſe MAlh flaͤret/ un a ſo mit ſhmyin de Summeſthe 1 fockelt en he ſchrocken/der oretwuͤde di es bußfeng komyt finen riſtmimrht. 1 * ſl ſns5 ut 4 Sieſind A G 1 ſoonder bted 1 1 1 — g 7 2 ahr kompiſet 4 leich wudaf er ſichume 3 ſicher darune ſicher ſmn 9 3 1 aß od glechn zum faͤnfften die gnadreiche Einwohnung Gottes. 419 3. Conſcientiam lætam: Ein froͤliches Gewiſſen: Der HErꝛ iſt ihr Pſalm: Das iſt/ wann wir durch wahre Buſſe einen gnaͤdigen Gott haben/ ſo ſollen und konnen wir Gott loben/ ruͤhmen und preiſen/ und muß die euſerliche Freude deß Mundes/ ein Zeuge ſeyn der innerli⸗ chen Freude deß Hertzen: Da muß ein bußfertiges Hertze ſagen; Mir iſt geholffen/ und mein Herßz iſt froͤlich/ und ich wil dem HErnn dancken mit meinem Lied. Pſal. 28. v. 7. Vnſer Hertze freuet ſich ſemer/ und wir krauen auff ſeinen heiligen Namen. Pſal. 33. v. 21. Es iſt unſers Hertzen Freude und Wonne/ daß wir mit froͤlichem Munde Gott loben konnen. Pſal. 63. v. 6. Da freuen ſich die Gerechten ſind froͤlich fuͤr Gott und freuen ſich von Hertzen. Pſ. 68. v. 4. Dann/ O C hriſtliche Hertzen/ wor⸗ uͤber ſolten wir uns billicher freuen⸗ Wofuͤr ſolten wir billicher Gott dancken: Als fuͤr die Vergebung unſer Suͤnde: Oie Suͤnde machet uns zu Kindern deß Jorns Gottes Eph ⸗.vz Die Vergebung der Suͤn⸗ den zu Kindern der Gnaden. Joh.. verſ. 12. Die Suͤnde machet uns ein angſthafftes Gewiſſen. Sap. 7. verſ. 1o. Die Vergebung bringet uns Friede mit Gott. Rom. ⸗. verſ. 1. Die Suͤnde machet uns zu Knechten. Joh. 8.v.4. Die Vergebung machet uns frey. Joh. 8. v. 6. Die Suͤn⸗ de machet uns traurig. Pſ. 38. verſ.5. Die Vergebung derſelben machet uns froͤlich. Pſ. 103. verſ. 3z. Die Suͤnde verfluchet und verdammet uns. Deut. 27. v. 26. Die Vergebung machet uns ſelig. Rom. 4. verſ 7. feq. Sage derwegen/ O bußfertiges Hertz/ mein Herkz iſt bereit/ Golt mein Hertziſt bereit/ daß ich ſinge und lobe. P. 7 v 8. Dazu uns allen verhelf⸗ fe/ Gottder Vater durch den heiligen Geiſt/ umb Jeſu Chriſti willen Amen/ Amen. — Die funff und ſechtzigſte Predigt. 4 DE QuINTO bOtNTLENTIAℳ EEFECrO, QOD CKAIIOSA DEI MNABITAIIO. Von der fuͤnfften Wirckung wahrer Buſſe/ welche ſt diegnadreiche Einwohnung Gottes. b Eſa. 57. v. 15. Ich wohne in der Hoͤhe und im Heiligthum/ Ggg j und Wie wahre Buſſe wircke und bey denen ſo zuſchlagenes und de⸗ muͤtiges Geiſtes ſind/ daß ich erauicke den Geiſt der Gedemuͤtigten/ und das Hertz der Zuſchlagenen. N Je Moſes die groſſe/ unermaͤßliche und unauß⸗ prechliche Liebe Gottes/ gegen uns arme Erd⸗Wuͤrmlem „) behertziget/ ruffet er alſo: Wie hat er die Leute ſo lieb? Deu. 7o) 33. v. 3. Freylich/ freylich hat Gott uns elende Menſchen ſehr lieb: Welches er beweiſet; b 1. Affectu: Mit ſeiner Zuneigung: Er hat ja ein Vaters. Hert gegen uns. Pſal. 103. v. 13. Ein Mutter⸗Hertze. Eſa. 49. v. 15. Es bricht jhm ſein Hertz/ wann wir uns zu ihm demuͤtig und wehmuͤtig bekehren/ daß er ſich unſer erbarmen muß. Jer. 31. verſ. 20. Er hat eine hertzliche Barmhertzigkeit gegen uns. Luc. i. verſ. 78. Er iſt der Vater der Barm⸗ hertzigkeit/ und Gott alles Troſtes. 2. Cor. 1. v. Z. 2. Alpectu: Mit ſeinem Anſehen: Er ſihets ja/ er ſchauet unſer Jammer und Elend: Pſal. 10. verſ. 4. Sein Auge ſihet auff die ſo jhn fuͤrchten/ die auff ſeine Guͤte hoffen/ daß er jhre Seele errette vom To⸗ de. Pſal. 33. v. 18. Er ſihet auff das Niedrige. Pſal. 138, v. 6. Das iſt/ die ſich mit bußfertigem Hertzen fuͤr jhm demuͤtigen. 3. Affatu: Mit ſeinem Zuſprechen: O wie freundlich ſyricht er zum Abraham: Fuͤrchte dich nicht/ ich bin dein Schild/ und dein ſeht groſſer Lohn. Gen. 15. verſ. 1. O wie freundlich vermahnet er uns: Wa⸗ ſchet euch/ reiniget euch/ thut euer boͤſes Weſen von meinen Augen/ laſ ſet ab vom Boͤſen/ lernet Gutes thun; Wann euer Suͤnde gleich Blut⸗ roth iſt/ ſoll ſie doch Schneeweiß werden/ und wann ſie gleich iſt wie Roſinfarbe/ ſoll ſiedoch wie Wolle werden. Eſa. 1. verſ. 16. leqq. O wie freundlich ruffet er: Kehre wieder du abtruͤnniges Iſrael/ ſo wil ich mein Antlitz nicht gegen euch verſtellen/ dann ich bin barmhertzig/ und wil 5 . nicht ewiglich zuͤrnen. Jer. 3. v. 12. O wie freundlich laͤ ſteter ſich horen: b Warumb wilt du alſo ſterben/ du Haus Iſrael? Dann ich habe kein Gefallen/ am Tode deß Sterbenden/ ſpricht der HEr/ HᷓErꝛ/ darumb bekehret euch/ ſo werdet jhr leben. Szech. 18, v. z1, leg. 4 Effecdur cke genes un aß ih m ten un aͤßliche uda Sanne Er⸗ r die Leuteſolt Att unselendecy 671” hatjaen D und wehmͤtzte⸗ o. Exhatcheite 1 1 8 ſe der Daa 3. ſihets ja erſäan Augeſihetufyee Artehl 4 Seelecam ſalazs.vdon n. Owiefranduü in Schidun vermahnaceu. von menn hn ger Sändeglt wan ſiegei a verſ.l6 dec * s Iſracläprit 6 nbannhertl . 4 lich laſſer 9 1 3 zum fuͤnfften die gnadreiche Einwohnung Gottes. 421 4. ffectu: Mit ſeinen Wercken: Er hat uns erſchaffen/ hat uns Haut und Fleiſch angezogen/ mit Beinen und Adern hat er uns zuſammen gefuͤget/ Leben und Wolthat hat er an uns gethan. Hiob. 10. v. II. ſeq. Er erhaͤlt uns auch: Er thut ſeine Hand auff/ und erfuͤllet alles was lebet mit Wolgefallen. Pſal. 145. v. x. Er hat uns ſeinen einigen Sohn gegeben. Joh. 3. verſ. 16. Er gibt den heiligen Geiſt denen die jhn . darumb bitten. Lue. II. v. 3. Ja er machet ſeinen Tempel auß bußferti⸗ gen Hertzen/ wil in jhnen wohnen/ und in jhnen wandeln/ und wil jhr Gott ſeyn/ und ſie ſollen ſein Volck ſeyn. 2. Cor. 6. v. 16. Dieſes bezeu⸗ gen auch unſer verleſene Worte/ auß welchen wir wollen behertzigen: Wie daß wahre Buſſe/ die allergnaͤdigſte Einwohnung Gottes bey uns wircke. Der allergnaͤdigſte Gott wolle uns durch fleiſſiges anhoͤren/ auch zu ſeinem Tempel bereiten/ durch ſeinen heiligen Geiſt/ umb Chriſti willen/ Amen. b Erklaͤrung. Wir haben allhie in acht zu nehmen: I. Triplex Dei habitaculum: Die dreyfache Wohnung Got⸗ tes. Ich wohne ſpricht er: Dieſer Ich/ iſt der allerhoͤchſte Gott/ einig im Weſen/ und drey in der Perſon: Ich der HErꝛder es ſagt und auch thut. Num. 14. v. 35. Derſelbe eignet alhie ihm dreyerley Wohnung zu: 1. Colum: Den Himmel: Er wohnet in der Hoͤhe: Dadurch wird verſtanden der Zuſtand/ da Gott ſeine unaußſprechliche Majeſtaͤt und Herꝛligkeit der heiligen Engeln und ſeinen Außerwehlten in der himliſchen ewigen Herꝛligkeit und Seligkeit ſehen laͤſſet: Dieſe Hoͤhe oder Himmel wird genant der Sitz da Gott wohnct. r. Reg. 3. v. 39. Der Himmel darinn Gott wohnet. Pſ. 2. v. 4. Sein feſter Thron. Pſal. 33. v. 14. Seine heilige Wohnung. Pſ. 68. v. 6. Seine heilige und herꝛliche Wohnung. Eſa. 63. v. 1§. Seine heilige Staͤte. Zach. 2.v. 3. Nach die⸗ ſer Wohnung/ O Chriſtliche Hertzen/ laſſet uns mit allerhoͤchſtem Fleiſſetrachten; Von derſelben heiſſet es: Hie iſt gut ſeyn. Matt. 17. v. 4. Sollen derowegen trachten nach dem das droben iſt/ und nicht nach dem das auff Erden iſt. Col. 3.v. 2. Daiſt eine Huͤtte Gottes bey den Men⸗ Ggg ijj ſchen/ ———— ———— —3 42 Wie wahre Buſſe wircke b ſchen/ und er wird bey jhnen wohnen/ und ſie werden ſein Volck ſeyn/ und er ſelbſt Gott mit jhnen/ wid jhr Gott ſeyn. Apot. 21.v.z. Dahin ſollen t wir gedencken/ 1 Es lebt kein Mann/ der außſprechen kan/ Die Glori und den ewigen Lohn/ Den uns der HErꝛ wirdſchencken. 2. Sanctuarium. Das Heiligthumb: Dadurch wird alhie ver⸗ ſtanden der Tempel zu Jeruſalem: Der ſelbe wird genant ein Haus Golt zur Wohnung gebauet/ ein Sitz daß er ewiglich da wohne. 1. Reg. 8.v.ꝛz⸗ Ein Haus deß HErrn/ das er geheiliget hatte zu Jeruſalem. 2. Chron⸗ 36. v. 14. Das Haus Gottes zu Jeruſalem. Eſr. 6. v. 12. Es war der Ort deß Throns Gottes/ und die Staͤtte ſeiner Fuß⸗Sohlen/ dar in er ewig⸗ lich wolte wohnen unter den Kindern Iſrael. Ezech 43. v. 7. Daher wird er genant der Tempel darin Gott wohnet. Matth. 23 v. 21. Dieſes muͤſ⸗ ſen wir/ O Chriſiliche Hertzen/ auch in gute Obacht nehmen/ daß wirdie jenige Derter an welchen der wahre Gottes dienſt verrichtet wird fleiſſig und andaͤchtig beſuchen: Dann an welchem Ort Gott ſeines Namens Gedaͤchtnuͤß ſtifftet/ da wiler zuuns kommen/ und uns ſegnen. Exod.ꝛ0. v. 24·Uber ſolche Oerter ſiehen ſeine Augẽ/ Nacht und Tag offen.1. Reg⸗ 8.v. 29. Da hat er ſeine Ruhe/ und gefaͤllet jhm daſelbſt wol. Pſ. 132. v. 14. An welchem Ort wolten wir dann lieber/ fleiſſiger und andaͤchtiger ſeyn/ als an dem/ da Gottes gnadreiche Gegenwart und Segen iſt? 3. Corhumanum⸗ Das menſchliche Hertze: Da wohneterin den Hertzen ſeiner lieben Gnaden⸗Kinder: Dawohnet inglaubigen Het⸗ tzen Gott der Vater: Der wil ſeine Wohnung unter jhnen haben/ und ſi⸗ ne Seel ſol ſie nicht verwerffen Lev. 26 v. 11. Dieſes erklaͤret Paulus alſo daß er Gott einfuͤhret/ der alſo ſpricht; Ich wil in ihnen wohnen/ und in ⸗ nen wandeln/ und wil jhr Gott ſeyn/ und ſie ſollen mein Volck eyn 2. C 5⸗ rinth. 6. v 6. O der gnadreichen Einwohnung Da wohnet in glaubigen Hertzen der Sohn Gottes Jeſus Chriſtus/ alſo daß er ſpricht: Ihr in mirundich inruch Joh. 14.v. 20. Da iſt Jeſus Chriſtus in uns 2. Cot. 33. v.). Da wohnet Chriſius durch den Glauben in jhrem Hertzen. Eph. 3v. 17. Dableiben wir in Chriſio und Chriſtus in uns.. Joh z3. v. 24.O der gnadreichen Einwohnung! Da wohnet in glaubigen Hertzen der heilige Geiſt Da iſt der heilige Geiſt in uns. Joh. 14. v. 7. Er wohnet in ———— — ——— 2 —— ————— dadurhunn gmanten hat awoae. Na Jeruſalen. 29- E nant Sohlen Anpen d B.7 Di à13 vn Dgſ htnehmen din varchtewid kt Gottſenen duns ſeane d tund Tagefenn elbſe wol pine Wund andäͤchin dSegeſt extze: Davehn hnetinglaubinn tr ſfnenſhen tserklintPuuhe znenwoßnen uhl. nein Voſck tt dawoßnetingul daßcr ſpricht 4 hrnſfusinun jhren Doa. uns Juh u gaubigen ha Kp Gnte 3„ 1 zum fuͤnfften die gnadreiche Einwohnung Gottes. 42 uns. 1. Eor. 3. v. 16. Unſere Leiber ſeyn Tempel deß heiligen Geiſtes. Cor. 5.v 19. Oder gnadreichen Einwohnung! Da wohnet in glaubigen Hertzen/ die gantze hellige Oreyemigken: Goit(die gantze allerheiligſte Dreyeinigkeit) thut ſich nahe zu uns. Deut 4. v. 7. Der Sohn Gottes mit ſeinem Vater(davon der heilige Geiſt nicht kan außgeſchloſſen wer⸗ den kommen zu uns/ und machen eine Wohnungbey uns. Joh. 14.v. 23. O der gnadreichen Einwohnung: Dieſe Einwohnung/ D Chriſtliche Hertzen/ laſſet uns zum fleiſſigſten in acht nehmẽ/ daß wir dem allerhoͤch⸗ ſien Gott durch rechtſchaffene Bu ßfertigkeit die Wohnung unſers Her⸗ gen bereiten: Bey den Chinen ſern ſol der Gebrauch ſeyn/ wann ein frem⸗ der in eine Stadt komt ſeinen guten Freund zu beſuchen/ und jhm auff a 1 chont. der Gaſſen begegnet/ und jhn gruͤſſet/ ſchweigt derſelbe ſtille/ als wann er Cosm. ihn nicht kennete/ kehret bald wieder zu Haus/ thut ſich mit ſchoͤnen Klei⸗ dern an/ und komt als dann herfuͤr/ Gotoff. empfaͤhet den Gaſt mit Freuden/ und part.ꝛ. tractiret ihn auffs beſte. Wie viel mehr ſollen wir das Kleid der Gerechtig⸗ P.19r. keit Jeſu Chriſt mu wahrem Glauben anziehen/ dieſen allerwertheſten Gaſt den allerhoͤchſten Gott mit Freuden anzunehmen. II. Habitaculi ſtatum: Den Zuſtand der Wohnung Bey denen ſo zuſchlagenes und demuͤthiges Geiſtes ſindꝛ Bey& toitzen und Hoffaͤrtigen hat Gott keine Luſt zu wohnen 3 Sondern er wil der Hoffart der Stoltzen ein Ende machen. Eſa. 3. v. n. Den Hoffaͤrtigen iſtbeyde Goit und die Welt feind. Syr. 10. v. 7. Er widerſtehet den Hof⸗ faͤrtigen. Pet.5. v. 5. Aber bey bußfertigen Hertzen/ die zuſchlagenes und demuͤtiges Geiſtes ſind/ wil erwohnen: Derwegen muß alhie ſeyn: 1. Cor contritum: Ein zuſchlagenes Hertze Womit abet: Mit dem Hammer deß Geſetzes Moſis; Dann ſolches iſt ein Wort das wie ein Hammꝛr die Felſſen unſer harten. Hertzen zuſchlaͤgt Jer. 23. v. 29. Und wann durch denſelben unſere Hertzt zuſchlagen/ daß wir unſer Suͤn⸗ de erkennen/ und Gnaden begierig werden/ ſo iſt Gott nahe bey denen die zubrochenes Hertzen ſind/ und hufft denen/ die ein zuſchlagen Gemuͤth haben. Pſ. 4.v. 19. Ein geaͤngſtes und zuſchlagen Hertz/ wil er nicht ver⸗ achten. Pſ 1.v. 19. Sondern er ſiehet an den Elenden der zubrochenes Geiſtes iſt und ſich fuͤrchtet fuͤr ſeinem Wort. Eſa. 66. v. l. Dieſes muͤſ⸗ ſen wir wol betrachten/ und unſere Hertzen nicht verſtocken/ ſondern durch deß Geſetzis Hammer erweichen laſſen. b a2. Cor. ſũſꝑ — ——— er. 1 1 4 —BBSd ————*.—— — a N — — — 1 4— —— 1 4 ——— 1* 8 3 1 — 8 — ——òõ-—— 8— 2——— II 4 ——————. 4 82 22229 2 9* ⸗—— 85 4. 3 1 2——— ſ 3 3 5— 8 4 1 8... 2———— ——— —.———— e 2———————:———. ————.—— — d ——— 6 3———— —————— 8. 3 —— 8 . 1 - 4 — öZö—öZö—“ — 3 4 . 5 4 1 3 * — — 4244 Wiie wahre Buſſe wircke 2., Cor humiliatum: Ein demuͤtiges Hertze/ ſo von dem alten Adams Stoltze erlediget/ demuͤthig und wehmuͤthig/ Gottes Gnade und Barmhertzigkeit ſuchet: Die Gottloſen wollen ſich nicht laſſen demuͤt⸗ gen und fuͤrchten ſich auch nicht fuͤr Gott. Jer. 44 v. 10. Aber Buͤßferti⸗ ge Hertzen gedencken daran was Micha ſagt: Menſche es iſt dir geſagt was guth iſt/ und was der HErr von dir fodert/ nemlich Goites Wort halten Liebe uͤben/ und demuͤthig ſeyn fuͤrdeinem Gott. Mich. 6. v.. Alſo demuͤtigte ſich fuͤr Gott Abraham und ſagte: Ich habe mich untet⸗ wunden zu reden mit dem H Errn/ wiewol ich Erde und Aſche bin. Gen. 18.v. 7. Jacob: HErr ich bin zu gering aller Barmhertzigkeit/ und aller Treue die du an mir bewieſen haſt. Gen.; 2. v. 1o. David bekante mit de⸗ muͤthigem und wehmuͤtigem Hertzen; Er habe geſuͤndiget fuͤr dem hEr⸗ ren. 2. Sam. 12. v. 13. Koͤnig Joſia ließ ſein Hertz erweichen/ durch die Straff⸗Predigt/ und demuͤtigte ſich fuͤr dem HErꝛn. 2. Reg. 22. v. 19. Zeil. Epi- ſtol. z68. gem und wehmuͤtigem Hertzen uns zu Gottes Fuͤſſen legen/ und unb Gerlach. Eutrap.p. 1. pag. 107. Wie Koͤnig Manaſſes in Ketten und Banden war/ ſlehete er fuͤr dem HErren ſeinem Gott und demuͤtigte ſich ſehr fuͤr dem Gott ſeiner Vaͤ⸗ ter. 2. Chron. 33. v. 1z. Solche Leute ſeyn geiſilich arm/ und das ummel⸗ Reich iſt jihr. Matth. 5. v.; Bey den Tartern ſol der Gebrauch ſeyn/ daß ſie den erſten Tag deß Hornungs/ auff welchem ſie den Anfang deß Jah⸗ res herꝛlich begehen/ einen zahmen Loͤwen zum Koͤnige fuͤhren/ welcher wie ein zahmer Hund zu ſeinen Fuͤſſen ſich lege/ und ſeinen Herrn erken⸗ ne: Alſo ſollen wir durch Moſis Geſetze uns zaͤhmen laſſen/ mit demuti⸗ Vergebung unſer Suͤndebitten: Wollen wir aber zu dieſer Demuth ge⸗ langen/ ſo muͤſſen wir unſer Nichtigkeit und nvolkommenheiterken⸗ nen: Wie ſener frommer Muͤnch/ von einem gefraget ward/ wie erdoch die Gnade der Demuth erlangen moͤgte: Gab erzur Antwort: Verachle dich ſelbſt/ und alles was du auff dieſer Welt haſt; Achte einen jedweden beſſer dann dich; Schaͤtze deine Suͤnde nicht gering; Verachte alledeine gute Wercke/ die du ſemals gethan. Bekuͤmmere dich darumb/ wann du jemand auch im geringſten beleidiget haſt/ und bitte es jhm ab; Halteda⸗ fuͤr/ daß womit du deinem Naͤchſien jemahl gedienet/ der Sa 5 damit noch viel zu wenig geſchehen ſey; So wird dir jederman das Lob eines Demuͤthigen geben: Vnd dieſes alles hat in Gottes Wort ſeinen gewiſ⸗ ſen und unbeweglichen Grund. 5 Vort ſeinen gewſ 3 Inha- e ————— y—y— —¼ — ⏑H⏑——ö—ͤͤͤ—ͤ— —— ——————— —— — Hatz awanae HErn ah war ſchea fuͤrdem Galſtn. Harm undaa lder Geörujg ſieden Aning Konige fhra und ſcanm gen menlaſſen whr Füſſan ln u krzudiſe da lnvolfonmaſtt ftaget wand tit zur Anwot 5 Achteanenſe ng; Panthul dich dorunh d utts hnchen nndeit ſedermandene tes Wanſſen zum fuͤnfften die gnadreiche Einwohnung Gottes, 425 III. Inhabitationis commodum: Den Nutzen welchen wir von der goͤttlichen Einwohnung haben: Er wil erquicken den Geiſt der Gedemuͤthigten/ und das Hertz der Erſchlagenen: Das iſt/ er wil den Geiſt der Gedemuͤthigten/ welcher gantz erſchoͤpffet/ und das. Hertz der erſchlagenen/ welches getoͤdtet/ geiſtlich wiꝛderumb lebendig machen: Wann uns Gott mit Moſis Stab oder Hammer/ welcher das Geſetze! hat zuſchlagen/ muͤſſen wir billich von Hertzen ſeufftzen und ſa⸗ gen: HErꝛ wiltu uns dann nicht wieder erquicken: Pſalm 8.v.7. Dann weilen er uns toͤdtet/ ſo muß er uns auch wiederumb lebendig ma chen. Wanner uns in die hHoͤlle gefuͤhret/ muß er uns auch wiederumb herauß fuͤhren. J. Sam. 2. v. 6. Er verietet und verbindet/ er zuſchmeiſt und ſeine Hand heilet. Hiob. 5.v. 18. Wann er uns hat zerriſſen/ ſo wil er uns auch wiederumb heilen/ wann er uns hat geſchlagen/ ſo wil er uns auch verbin⸗ den. Hoſ. 6. v.. Da erquicket uns ſein Wort. Pſ. 119. v. 20. Welches iſt das allerlieblichſte/ das allerſuͤſſeſte/ das allerkraͤfftigſte Wortdeß heiligen Evangeliſꝛ Wann wir mitten in der Angſt wandeln/ ſo erquicket er uns. Pf. 38. v.7. Danner iſt der alles lebendig machet. Neh v 5. Und ſolches verrichtet er alhie: b t. Vitagratiæ: Mit deni Gnaden Leben: So langewir auſſer dem Gnaden Stand bey Gott ſeyn/ ſind wir lebendig todt... Tim. 5. p. 6. Das iſt; Ob wir zwar das natuͤrliche Leben haben/ ſo werden wir doch geiſtlich od gefunden: Aber wañ wir vermitttels wahrer Buſſe diegnad⸗ reiche Einwohnung Gottes erlanget/ ſo unterweiſet er uns daß wir geiſt⸗ lich teben. Pſalm. 119. v. 44. Wann wir das Wort deß Evangelij hoͤ⸗ ren ſo lebet unſere Seele. Eſa.55.v. 3. Da lebet der Grrechte ſeines Glau⸗ bens. Hab. 2.v. 4. Daiſt jetunder in dieſem Leben) die Stunde/ daß die Todten die Stimme deß Sohye Gottes hoͤren/ und die ſie hoͤrenleben. Joh. ⸗ v. 25. Und durch dieſe timme wircket noch Chriſtus heut zu Ta⸗ gebey treuer Lehrer Predigtem Converſio animarum opus divinæ vo- Sarm. de cis eſt, non humanæ, ſjagt Bernhardus; Das iſt; Die Bekehrung der anyees Seelen/ iſt ein Wertk/ nicht menſchlieher/ ondern goͤttlicher Stimme. 2. Vita gloriæ: Mit dem herrlichen Leben: Dann Sott giebt ſeinen Glaubigen Kindern nicht allein das zeitliche/ ſondern auch/ wann ſie im Glauben beſtaͤndig verharren/ das ewige S Ihr Here ſol ewig⸗ .——jj 1 8 ͤͤ — ſͤſ““— 46 Wie wahre Buſſe wircke ewiglich leben. Pſ. 22. v. 27. Ewige Freude ſoll uͤber jhrem Haupt ſeyn. Eſa. 35. v. 10. Dann das ewige Leben iſt eine Gabe Gottes in Chriſ Jeſu unſerm HErꝛn. Rom. 6. v. 23.. Da werden wir mit Freuden/ den Heiland ſchauen an Der durch ſein Blut und Leiden/ den Himmel auffgethan/ Dawird fuͤr Augen klar/ Gott Vater ſampt dem Sohne/ dazu die drit Perſone Werden unsoffenbar. Dazu uns verhelffen wolle dieſer dreyeinige Gott umb ſeiner unauß⸗ ſprechlichen Barmhertzigkeit willen/ Amen/ Amen. Die ſechs und ſechtzigſte Predigt. DE SEXTO POENITENTIE EFFECTO, QUOD BONORUM SpPIRTTUALIHM ACCHIMUILA TIO. Von der ſechſten Wirckung wahrer Buſſe/ welche die Schenckung geiſtlicher Gaben. Jer. 46. v. 2 7 Jacob ſoll wiederkommen und in Priede ſeyn/ und die Fuͤlle haben/ und miemand ſollihn ſchrecken. ⅓⅞Er Apoſtel Petrus/ nennet Gott/ einen Gottal⸗ ler Gnaden. J. Pet. 5. v. 10. Freylich/ freylich/ O Chriſtli⸗ 84 9 Haufin iſt er ein Gott aller Gnaden: Dann bey jhm efindet ſich: b 1I. Gratia univerſalis, Die Gnade r i neit Menſchenerugur e On ſo er ins gemein allen . Uniyverali miſeratione; Mit allgemeiner Erbarmung: So wahr als er lebet/ wil er nicht den Tod deß Sunders/ ſondern daß er ſich bekehre und lebe. Ezech. 33. v. r1. Er erbarmet ſich uͤber alles/ und liebet alles das da iſt/ und haſſet nichts/ was er gemacht hat. Sap. 11. v. 25. Er gibt auch denjenigen Raum zur Buſſe/ von welehen muic b unbewu — ͤͤ —— ,, —— “ 4————— — S–—H—HAH— — — —— —— 33 8 8 2 ———.“ ——————— 4* ——————— —————— 8 2 .— 2 2— 1 3——— 6 — 4 — 8— 4 8———— —— oo— ——————— 4 —————— 4———— —————— 3 4 4 4 ſ 8 — 3 1 4 4 84 4 2 6 1 3 85 3 1 3 1 f 4 6 —.—— — ———— 1—— ———————nnn —— —— 2 ———,— 2Cro, C WMLAn) uſſe/ wach ben. ndingh und nachae tt/ eincnGet frwüch Och den: Duntg r ins greye ner Ebarn⸗ deroſendmi tſichuͤbet nuchtha mwaczaß⸗ zum ſechſten die Schenckung geiſtlicher Gaben. 4²⁷ unbewuſt/ daß ſie jhre Gedancken nimmer endern werden. Sap. 12. v. 1o. Er hat alles unter den Unglauben beſchloſſen/ auff daß er ſich al⸗ ler erbarme. Rom. I. v. z2. Das iſt ja ein allgemeine Gnad 2. Uniyverſali in filii miſſione beneſicio: Mit der allgemeinen Wolthat bey der Sendung ſeines Sohns: Danner iſtkommen zu ſuchen/ und ſelig zu machen das verlohren war. Luc. 19. v. 10. Der iſt das Lamb Gottes/ das der Wele Suͤnde traͤgt. Joh. 1.v 29. Golt hat jhn der gantzen Welt gegeben. Joh. 3. v. 16. Er hat ſein Leben fuͤr uns al⸗ len dahin gegeben. 1. Tim. 2. verſ. 6. Vnd iſt derwegen ein Heiland aller Menſchen.1. Tim. 4. v. 10. Das iſt ja ein allgemeine Gnad. 3. Vniverlali reconciliarione; Mit allgemeiner Verſüͤh⸗ nung: Alle Menſchen ſind mit Gott verſuͤhnet/ wann ſie nur derſelben durch wahren Glauben ſich theilhafftig machten: Dann wie durch eines Menſchen Suͤnde die Verdamnuͤß uͤber alle Menſchen kommen iſt; Al⸗ ſo iſt auch durch eines Gerech tigkeit die Rechtfertigung deß Lebens uͤber alle Menſchen kommen. Rom.. v. 18. Er iſt ja die Verſuͤhnung fuͤr un⸗ ſere Suͤnde nicht allein aber fuͤr unſer/ ſondern auch fuͤr der gantzen Welt Suͤnde. J. Joh. 2. v. ꝛ. Iſt das nicht ein allgemeine Gnad? 4. Vniverſali ad pœnitentiam vocatione; Mit allgemeinem Beruff zur Buſſe: Wendet euch zu mir/ ſo werdet jhr ſelig aller Welt Ende/ ſpricht er Eſa. 4 5. v. 22. Ich habe keinen Gefallen am Todedeß Sterbenden/ ſpricht der HEn HErꝛ/ darumd bekehret euch/ ſo werdet jhr leben. Ezech. 18. v. 32. Er wil nicht daß jemand verlohren werde/ ſon⸗ dern daß ſich jederman zur Buſſe kehre. 2. Pet. 3.v. 9. Iſt das nicht ein allgemeine Gnade b II. Gratia ſpecialis; Eine ſonderliche Gnad: Dieer allein an ſeinen glaͤubigen Kindern beweiſet; UUnd zwar:— 1. Filiali adoptione: Mit Auffnehmung in die goͤttliche Kindſchafft: Wie viel Chriſtum annehmen/ denen gibt er Macht Got⸗ tes Kinder zu werden. Joh. 1. v. 12. Da ſind wir Kinder Gottes durch den Glauben an Chriſtum. Gal. 3.v. 26. Da hat Gott der Vater Chri⸗ ſtum unter das Geſetz gethan/ auff daß er die/ ſo unter dem Geſetz waren erloͤſete/ und wir die Kindſchafft empfiengen. Gal. 4. v. F. Iſidas nicht Höh u 2. Spiri. eine groſſe ſonderliche Gnade? ———— *—* 4 3 4—— —— 42 88 Wie die wahre Buſſe wircke . Spiritus ſancti donatione: Mit Schenckung deß heiligen Geiſtes: Da ſchaffet in uns Gott ein rein Hertz/ und gibt uns ein neuen gewiſſen Geiſt. Pſal. F1. v. 2. Dieſer gute Geiſt fuͤhret uns auff ebener Bahn. Pſal. 143. v. lI. Er gibt in uns ſeinen heiligen Geiſt/ und machet ſolche Leute auß uns/ die in ſeinen Geboten wandeln/ Ezech. 36. v. 27. Und wo derſelbe iſt/ da ſeynd auch ſeine herꝛliche Gaben/ daß wir keinen Mangel an denſelben haben. 1. Cor. x. v. 7. Da iſt Gerechtigkeit/ Friede und Freude im heiligen Geiſt. Rom. 14. v. 7. Dieſes folget auff wahre Buſſe und Bekehrung/ davon in verleſenen Worten/ auß welchen wir wollen betrachten: b Wie daß wahre Buſſe/ die Schenckung mancherley Gaben deß heiligen Geiſtes wircke. Gott unſer himliſche Vater/ wolle verleihen/ daß wirs alſo betrachten/ daß wir ſolcher Gaben theilhafftig werden/ umb Jeſu Chriſtn Erklaͤrung. Wir haben allhie in acht zu nehmen: 1. Subjectum: Von wem allhie der Prophete redee Nemlich von Jacob: Derſelbe Name muß allhie betrachtet werden 1. Non propriè: Als es der Name deß Ertz⸗Vatters Ja⸗ cobs geweſen: Dann derſelbe zu dieſer Zeit lange verweſen geweſen: 2. Nec patronymice: Auch nicht Jacobs leibliche Nach⸗ kommen: Von welchen dieſer Name auff zweyerley Art gebraucht wird: Nemlich theils ins gemein fuͤr die gantze Juͤdiſche Kirche/ wie es vielfaͤltig in ſolchem Verſtande zu leſen. Theils auch abſonderlich/ und zwar beydes/ fuͤr die zehen Staͤmme/ ſo vom Koͤnigreich Juda abgefal⸗ len: Ind dann auch fuͤr das Koͤnigreich Juda ſonderlich/ wie nach dem Buchſiaͤblichen Verſtande allhie/ weilen nicht die zehen Staͤmme/ on⸗ dern die vom Hauſe e Juda auß der Babyloniſchen Gefaͤngnuͤß erloͤſet. 3 Sed inprimis myſticé: Sondern vornemlich geiſtlicher und Geheimnuͦ ß weiſe: nd werden dadurch verſtanden alle diejenige lonicht nach dem Fleiſch/ ſondern nach dem Geiſt und Glauben da cobs Srfnene ſeaft to Rai e rrtegen 6 4 Vhateeh 1 fudeſ ch nd Bigen Naatentme. 1G n uts ſmntſef ie beſagrdrhe niſe wſ 4 d eh 1* 3— ——— 8—lG——ͤ kung manzen wirck. f wirsale dehi i/ und Jſug uyhete ndeſ etwerden. Ers Van verveſen gwi obs lablchen perlc Argtn diſche Kirh uch abſonderi graich Judach crüch/ viemh einSumf Grfumiſe e gernl Wich g⸗ kandeallde lundjuhn zum ſechſten die Schenckung geiſtlicher Gaben. 429 robs Nachkommen ſeyn: Sie ſeyn der Jaeob ſo uͤber die Sendung deß Sohns Gottes froͤlich iſt. Pſal. 14. v. 7. Der Jacob ſo Gottes Antlitz ſuchet. Pſal. 24. v. 6. Dann glaubige Hertzen ſind rechte Jacobiten oder Nachfolger deß Ertz⸗Baters Jacob: Jacob hat ſeinen Bruder Eſau untertretten bey ſeiner Geburt/ und deßwegen den Namen Jacob/ wel⸗ cher ſo viel heiſſet/ als ein Untertretter/ bekommen. Gen. 27 v. 36. Alſo uUntertretten die Glaͤubige den Satan durch Jeſum Ehriſtum. Rom. 16. v. 20. Wie dann auch die gottloſe Welt/ ſo ſie nicht lieben. 1. Joh. 2. verſ.. Sondern mit jhrer Eitelkeit verachten: Und nechſt dieſem jhr fuͤndliches Fleiſch und Blut/ welches ſie creutzigen ſampt ſeinen Luͤſten und Begierden. Gal. ꝓ. verſ. 24. Jacob hat den Segen ſeines Vaters Iſaac erlanget. Gen. 277. v. 28. ſeꝗ. Warhafftig glaͤubige Hertzen/ ſind die Geſegnete in Chriſto Jeſu. Gen. 22.v. 18. Gott ſegnet ſie mit aller⸗ ley geiſtlichem Segen in himliſchen Guͤtern durch Chriſtum. Eph. 1. v. 3. Und werde am juͤngſten Tage die froͤliche Stimme Chriſti hoͤren; Kommet her jhr Geſegneten meines Vaters. Matth. 25. v.34. Jacob ward von Eſau hefftig verfolget. Gen. 27. v. 4r. Von glaͤubigen Her⸗ ben ſagt Paulus; Daß alle ſo da wollen gott ſelig leben in Chriſio Jeſu/ muͤſſen Verfolgung leiden. z. Tim.z. v ꝛz. Jacob war einrechter Wan⸗ ders⸗Bruder/ und nennet deßwegen ſein Leben eine Wallfahrt. Gen. 47. v. 9. Alle Glaͤubige ſind allhie Gottes Pilgrim. Pſal.z0. v. 4. Dieweil ſie in dem Leibe wohnen/ wallen ſie dem HErꝛn. 2. Cor. 5. v. 6. Jacob war ein rechter Creutz⸗Bruder/ daß er wol mit Hiob klagen und ſagen moͤch⸗ te Es zuplagt mich das eine uͤber das ander mit Hauffen. Hiob. 10. v. 17. Ein gleichen Zuſtand hat es mit allen glaͤubigen Hertzen: Die muͤſſen durch viel Truͤbſal zum Rei ch Gottes eingehen. Act. 14.: verſ. 22. Dieſe Jacobiten werden allhie verſtanden. b I. Prædicatum: Was von denſelben allhie geredet werde: Nemlich:. b 1. Reverſio: Sie ſollen wiederkommen: Gleich wie dievom Haus Juda nach Verlauff ⸗70. Jahren/ auß der Babyloniſchen Ge⸗ faͤngnuͤß erlediget ſeyn A ſſo ſollen die geiſtliche Jacobiten/ durch wahre Buſſe/ auß dem Gefaͤngnuͤß der Suͤnden/ Geſetzes und Teuffels erledi⸗ ger werden: Durch die Suͤnde kehren wir uns zu ruͤck von unlenn Adne iij* g. 79⸗ Hedia, Hiſt Eccl. Pa. I. .2.C.9. Lbid. 1.7. c. Io. 430 Wie wahre Buſſe wircke Eſa. 59. v. 13. Wir verlaſſen jhn/ und fallen von jhm ab. Jer. 15. v. 6. O deß elenden Zuſtandes Durch wahre Buſſe aber kommen wir zu Gott. Da bekehren wir uns von unſern Suͤnden. 1. Reg. 8. verſ. 35. Kehren uns von unſerm boͤſen Weſen/ und beſſern unſer Weſen und Thun. Jerem. 18. verſ. 11. Vnd dadurch kommen wir zu Gott unſerm aß⸗ lerliebſten himliſchen Vater: Wir bekehren uns zum Errn unſem Gott/ von gantzem Hertzen und von gantzer Seele. Deut. 30. v. 10. Kch⸗ ren uns zu dem/ der uns erloͤſet hat. Eſa. 44. v. 22. Wir kommen wieder zu Gott. Jer.z. v. 1. Wir kehren uns zu Gott/ und Gott kehret ſich zuuns. Zach. 1. v. z. O deß allerſeligſten Wiederkommens Dieſes Wiederkom⸗ men wircket Gott offt wunderbarlich: Der jenige ſo Jacobum den Bru⸗ der Johannis/ dem Richter zur Marter uͤberantwortet hat/ hat ſich kuttz darauff umbgewendet und iſt ein Chriſt worden: Wie Dionyſius Alex. andrinus in die Wuͤſten Cepheo ins Elend verjagt/ daß er von den ab⸗ goͤttiſchen Leuten ſo darin gewohnet/ elend moͤgte tractiret werden/ hat er denſelben mit groſſer Beſcheidenheit Gottes Wort geprediget/ undiſt der groͤſſere Theil deß rauhen und groben Volckes/ von der Abgoͤtterey gewichen/ und hat ſich bekehret. Dieſes muͤſſen wir/ O Chriſtliche. Her⸗ tzen/ mit Hertzen⸗Fleiß in acht nehmen; Wo iſt jemand/ der irre gehet/ der nicht gerne wieder zu recht kaͤme. Jer. 8. v. 4. Warumb wolten wir uns dann nicht von dem boͤſen Irꝛwege der Suͤnder/ auff den rechten Weg zu Gott bekehren? O wie freundlich/ wie gnaͤdig/ wie vaͤterlich nimpt der grundguͤtige Gott ſolche wiederkommende auff und an: Beſihe hie⸗ von das Exempel deß verlohrnen Sohns. Luc. 15. cap. 22. Pacis donatio: Sie ſollen im Friede ſeyn: Gleich wie Golt den Juden ſo auß der Babyloniſchen Gefaͤngnuͤß kommen/ Friede wie⸗ der jhre Feinde wunderbarlich gegeben/ wie in den Buͤchern Eſræ und Nehemieæ zu erſehen: Alſo wil G O T T den Bekehrten den geiſtli⸗ chen Frieden deß Hertzen und Gewiſſens geben: Die Suͤnde verur⸗ ſacht groſſen Unfried bey uns/ daß mancher fliehet/ da jhn doch mie⸗ mandjaget. Lev. 26. verſ. 17. Daß kein Friede in unſern Gebeineniſt/ fuͤr unſer Suͤnde. Pſalm.; 8. verſ. 4. Da ſind die Gottloſen/ wie ein ungeſtuͤm Meer/ das nicht ſtill ſeyn kan/ ſondern ſeinen Koth und Vn⸗ flath immer außwirfft/ ſie haben keinen Friede. Eſa 7. v. 20. ſeq. Sie b kennen 1 4 6 nds 16 1 AWWW 4 M 4 eſo Jackunde b wortet dar uſ Weediorn. ſagt/ daß ahn zte tractzntren Won gena Kkes vonde wir OChrſit mand der nn g Jarumb woldan auff den al g/ wieviinleh uffundan Af Sah. ſeyn:Glaitt ß kommanfin den Bühemere Bekehttm de ;: Di End. chet/ dfhnde nunſem ane de Gotkoſa enen Kehu afraana, zum ſechſten die Schenckung geiſtlicher Gaben. 431 kenuen den Weg deß Friedes nicht. Eſa. ꝓ9. verſ.s. Ihre Seele iſt auß dem Friede vertrieben. Thren. 3. verſ. 1. O deß groſſen Elendes! Aber wann wir uns von Hertzen zu G O T T bekehren/ ſo bringer uns der Friede⸗Fuͤrſt CR JS TlIS JESlS. Eſa. 9. verſ. 6. Dann den allerliebſten Hertzen⸗Friede: Weiſet uns zu treuen Lehrern/ als lieblichen Friedens⸗Boten. Eſa. ꝓ2. verſ. 7. Damachet GOTT den Bund deß Friedes mit uns. Ezech. 34. v. 25. Gleich wie C RJ⸗ STuS zur bußfertigen Suͤnderin/ da er jhre Suͤnde vergeben/ ſagte; Gehe hin mit Frieden. Luc. 7. verſ. 0. Alſo hoͤret noch heut zu Tage ein bußfertiges Hertz/ nach empfangener Abſolution; Gehe hin mit Frieden. Dann weilen wir gerecht worden durch den Glauben/ ſo haben wir Friede mit G OT Tdurch unſern ERR JESulM CHRIST VM. Rom. 5. verſ.r. Wir werden erfuͤllet mit allerley Friede und Freude im Glauben. Roman. 17. verſ. 13. Dieſer Friede GOTTEẽ iſt hoͤher dann alle Vernunfft(das iſt/ welches Wuͤr⸗ digkeit keine Vernunfft begreiffen kan) und kan bewahren unſer Her⸗ tzen und Sinnin C. RISTO JESV. Phil. 4. verſ. 7. O deß edlen Friedens! Was fragt ein glaͤubiges Hertze darnach/ wann jhm ſchon alles zeitliches durch Krieg und Vnfried genommen wird wann es nur dieſen Friede mit G OTT in ſeinem Hertzen hat/ und behaͤlt? Graf Rudolph von Halsſpurg/ hatte mit dem damals ſehr maͤchtigen Abt zu S. Gallen/ und andern Strent/ machete derwegen mit demſel⸗ Zeil. Ma- ben Friede/ daß er den andern deſto beſſer begegnen kunte: Laſſet uns nual p.z. auch dahin trachten/ daß wir durch wahre Buſſe mit Gott Friede ha⸗ Pg.75. ben/ ſo koͤnnen wir unſern andern Feinden wol widerſtehen. 3. Spiritualis plenitudo: Sie ſollen die Fülle haben: Aches wird bey uns atmen Suͤndern ein groſſer geiſtlicher Mangel und Armℳ1uuſ gefunden Wir ſind die Elende und Arme/ ſo das geiſtliche Troſt⸗Waſ⸗ ſer ſuchen muͤſſen. Eſa 41. v. 16. Wir mangeln deß Ruhms den wir fuͤ Gott haben ſollen. Rom.3. v. 23. Wir ſind elend und faͤmmer lich/ arm/ blind und bloß. Apoc. 3. v. 17. Aber wann wir uns hertzlich bekehren/ ſo haben wir die geiſtliche Fuͤlle: Da wird den armen das Evangelium geprediget. Matth. 11. verſ. 5. Welches denuͤberſchwenglichen Sehas er 4— 1 65 ͤ — 43² Wie die wahre Buſſe wircke der Gnaden und Wolthaten Gottes mit ſich fuͤhret: Da nehmen win von der Fuͤlle Chriſti/ Gnade umb Gnade. Joh. 1. v. 16. Wu haben den vollen Segen deß Evangelij. Rom. 15. v 19. Wir werdenerfuͤllet mit allerley Gottes Juͤlle. Eph. 3.v. 19. Gleichwie der koͤſiliche Balſam vom Haupt Aaron herab gefloſſen in ſeinẽ Bart/ und gantzes Kleid. Pſ. 3z.. 3. Alſo flieſſen allerley geiſtliche Guͤter und Gaben/ als der allerkoͤſtlichſie Balſam zur Artzney unſer verderbten Natur/ von dem Haupt unſers Hohen⸗Prieſters Jeſu Chriſti/ in ſeine geiſtliche Glieder O der gnadrei⸗ chen Fuͤlle O der wunderbahren Veraͤnderung Es iſt dieſem HEnn ſehr leicht/ einen Armen reich zu machen. Syr. 11. v. 23. P. Aelius Petti. D. Matth. nax ſol eines Kauff⸗Manns/ oder wie etzliche wollen/ eines Ziegel Bren⸗ Theat in ners Sohn geweſen ſeyn und iſt gleichwol Keyſer worden. Keyſer Aure⸗ ejus vra. ſianus iſt eines Kirchners Sohn geweſen: Keyſers Papiani Marim 1bid. Mo- Vater iſt ein Schmid geweſen: Keyſer Maximinus iſt auß einem genn⸗ narch.2. gen Dorff in Thracia gebohren geweſen. Alſo ſeyn auch Samgas/ Ge⸗ pag. z21. deon/ Saul und David von geringer Herkunfft geweſen. Dieſes iſt zwar ein groſſes: Aber ein weit groͤſſers iſts/ daß uns Gott vermittels ſei⸗ nem Gnaden⸗Schatz ſo hoch erhebet/ ſo ſehr reich machet: Da kommen wir durch Chriſti Armuth zu dem himliſchen Reichthumb. 2. Cor. 8v. 9. Zu dem unerforſchlichen Reichthum Chriſti. Eph. 3.v. a. Der ma⸗ chet uns auß geiſtlichen Bettlern/ zu Koͤnigen und Prieſtern/ fuͤr Gott und ſeinem Vater. Apoe. 3. v. 6. Da moͤgen ſich andere ruͤhmen/ daß jhre Kammern vol ſeyn/ die herauß geben koͤnnen einen Vorrath nach dem andern. Pſ. 144. v. 33. Frommer Hertzen Freude und Wonneiiſt/ daß ſie ei⸗ nen gnaͤdigen Gott in Chriſto Jeſu/ und durch denſelben die Fuͤlle alles geiſtlichen Reichthums haben. 4. Terroris ſublatio: Niemand ſol ſie ſchrecken: Die leidige Suͤnde fuͤhret ein groſſes Schrecken uͤber uns: Dte machet/ daß Furcht und Zittern uns ankommet/ und deß Todtes Furcht auff uns faͤllet. Pſ. D. Matth. 77 v. 6. Daß wir leiden Gottes Schrecken/ daß wir ſchier verzagen/ ſein Theat. in Grim gehet uͤber uns/ und ſein Schrecken druͤcket uns. Pſalm. 88. v. 6. ejus vita. ſeq. Wie Keyſer Ludovicus Pius eine erſchreckliche Finſternuͤß der Son⸗ nen geſehen /iſt er alſo dadurch erſchrocken worden/ daß er in eine heffiige Kranckheit gerathen/ die ihm auch das Loben genommen: 1 die b 4 onne ckelt wind/ waͤre fiele. t5 en. Gleich wie I Plutarch. rd dieſoa 6 ecken weggenommen recken laſ⸗ Pyrrho. cj wahre Buſſe Vhne diſerhe Sablauß neheehere und us Pin Konig Pyrrhus auch den und dem gangen hten/ und allenthalben gangesRh, K ndern mit Haͤn keinde ta ffer gefoch 7 hrockenes ezeerenie e dezeireeee von den Hagne ein wachendes Auge liche Feinde/ und agn: inen Feinden. Pſ. 119. Glüan ding Hertz gegen jhre geiſili l ein Luſt ſehen an mei.Sie koͤnnen ſicher 3 Esiſdiſat mir zu helffen/ un kein Vngluͤck. Prov. 4 et ſich nieht/ legen ſie ſich :v.2z. b Aelisi v. 7. Die fuͤrchten Wege/ und jhr Fuß ſtoſß iſſe/ und duͤrffen ſich ea wandemnalefefhren cct/ ſondern ſchlafen ſͤſe/ nloſen. ollm ea wauben 7 ſich doch micde⸗ Ende cken/ noch Seum derchon zegli⸗ enrre enners es eea wmen Prdalsgha en⸗ Sie eeuns er eunccee durch ſei⸗ 1 ter ſeinem Weinſton vircken wolle Gottder 1 anaucénſ cherun diglich bey uns wircken wol Amen/ Amen. 4 alles gnadiglich bey uns Ehriſti willen/ 7 ift geveſe. A. ches alle Geiſt/ umb Jeſu 5 uns Gottrent nen freudigen— b nd ſechtzigſte Predigt. uob — Dſeſeben undſacha 4 EEECTOQLI n e 3e Dro DrnlA elhn Buſſe/ welche ſ wpnen, ebenden Wirckung wahrer Bu b upeſ Von der ichend Wuroune waheer ee ean — Pralr eine Seele und was in denſebendig Lo be den H Erꝛn me mer Wamen lobe d en ſaug miruu⸗ ſeinen heilig/ und vergiß nicht/ Dremarzadi HWErꝛn meine See Hat/ der dir alle trafmſe r Gutes gethan hat/ de dennne dena waeetdnr de vergibt/ und heilet alle dei nsPam 64, b 1. rinhr deine Suͤ 1— nen Gebrechen. Jit Wir 77 Jeleſen Jud.7 v. 2. Wie daß Debora und Ba⸗ A 8 rat/ wie der Siſſera uͤberwunden/ Gott ein Danck⸗Liedge⸗ ſungen/ und ſolches alſo angeſtimmet: Lobet den) Ermdaß e Ifrael wieder frey iſtworden. Dieſes/ OChriſtliche Har⸗ tzen/ moͤgen wir auch wol ſagen/ wenn wir vermittels wahrer Buſſe/ un⸗ ſere geiſtliche Freyheit wieder erlanget: Dann dieſelbe machet uns ſrey: 1. Ab inſolubili debito: Von einer Schuld/ ſo wir nicht be⸗ zahlen koͤnnen: Dann unſer Schuld iſt ſehr groß und ſchwer/ vonuns nicht außzurechnen/ wie die Kirche Gottes ſinget: Dann es iſt nicht en geringe Schuld/ ſondern es ſeyn zehen tauſend Pfund. Matt. 18. v.4. Das iſt/ ſechzig Tonnen Goldes: O Gott der groſſen Schuld: Wie kan dieſelbe ein Blut armer Bettler bezahlen⸗ Aber vermittels ernſilichen Buſſe vergibt uns Gott dieſe unſere Schuld. Matth. 6. v. 12. 2. Ab hoſte peſſimo: Von einem boͤſen Feinde: Es kompt die Suͤnde von unſerm Ertz⸗Feinde/ dem Teuffel her. Sap. 2. v. 24. Sie handelt feindſelig mit uns/ und nimpt uns in jhr Geſetze gefangen. Rom. 7. v. 25. Streitet immer wider den Geiſtz. Gal.. verſ. 17. Streitet wider unſer Seele. 1. Pet. 2. v. x. Von dieſem Feinde werden wir frey durch hertzliche Bekehrung zu Go₰tt. 3 A pravo Domino: Von einem boͤſen HErꝛn: Die Suͤnde 1b I. Ofßc- iſt nicht allein unſer Feind/ ſondern auch/ wenn wir unbekehret ſeyn/ ein HEn unſers Leibes: Es ſpricht Cicero; Daß nicht der Her mitdem Hauſe/ ſondern das Haus mit dem Herꝛn gezieret werde: Nun aber herꝛſchet die Suͤnde uͤber uuſern Leib zum Tode/ Rom.. verſ. 21. Sie macht den Leib nicht allein heßlich/ ſondern auch ſterblich: Von dieſem boͤſen HErꝛn erlediget uns abermal wahre Buſe. 4. ⁴ duro ſervirio: Von einem boſen Dienſte: Durch die Suͤnde begeben wir unſer Glieder zu Dienſt der IInreinigkeit/ von der einen Vngerechtigkeit zur andern. Rom. 6. v. 10. Dienen mit dem Flei⸗ ſche der Suͤnden Geſetze. Rom. 7. v. 25. Dienen den Luͤſten und mau⸗ cher ley Wolluͤſten. Tit. 3.v. z. Wann wir uns aber bekehret/ ſo dienen wir Gott in Heiligkeit und Gerechtigkeit die jhm gefaͤllig iſt. Luc. 1. v. 74. Werden Knechte der Gerechtigkeit. Rom. 6.v... Amalo vinculo: Von boͤſem Bande: Salomon ſagt; Er habe ein Meib gefunden/ deren Hertz Netz und Stricke/ und ihre Hunde 1 3 Bande Natth 6d. en Fannderi 71 . 1„ n ir Gaten. Galaſns nFendewad en HErn de nwirundekcheed ß nicht de n rllnreingtn e. Deenen nu nen den Läſtnu zaberbekehtu hin gffäli 5v.. e: Salbnun zrk u recht zu thun/ und mit Wagen⸗Seilen zu ſuͤndigen. Eſa. 5. v. 18. Dieſe Bande werden in wahrer Buſſe zerriſſen. Pſ. 116. v. 16. Fuͤr dieſe viel⸗ faͤltige und allerherꝛlichſte Freyheit ſollen bußfertige Hertzen billich Gott loben und preiſen. Deſſen haben wir in verleſenen Worten ein Ex⸗ empel an David auß welchen wit wollen anſehen: b Wie daß wahre Buſſe das ſchuldige Lob und P reis Gottes wircke. Gott/ unſer barmhertzige himſiſche Vater/ wolle unſer Hertz zu fleiſſiger Auffmerckung und unſer Zungen zu ſchuldigem Lobe und Preiſe erwecken umb Jeſu Chriſti willen. Amen. Erklaͤrung. Wir haben allhie zu betrachten: 84 I. Subjectum, Wer loben ſolle Nemlich⸗ 1. Noſtra anima: Unſere Seele: Dieſelbe iſt der edelſte Theit deß Menſchen/ und iſt deroſelben Schade unſer aͤrgeſie Schade. Matt. 16. v. 26. Weilen nun dieſelbe durch wahre Buſſe von der Suͤnden⸗ Laſt/ und dem darauff erfolgenden ewigen Schade entlediget wird/ ſo muß ſie auch die erſte und fuͤrnehmſte ſeyn/ ſo Gott fuͤr dieſe groſſe Wolthat lobet und preiſet: Da ſoll unſer Seele ſich deß HErꝛn ruͤhmen. Pſal. 34. v.z. Sie muß ſich freuen deß HErꝛn/ und froͤlich ſeyn uͤber ſeiner Huͤlffe. Pſal. 35. v. 9. Denn ſeine Troͤſtung das iſt/ Evangeliſcher Troſt/ bey der Vergebung unſer Suͤnde)erquicken unſer Seele. Pſal 94. v. 19. Ep hat unſer Seele auß dem geiſtlichen und ewigen Tode geriſſen. Pſ. u6. v. s. Dafuͤr muß unſre Seele den Enꝛn erhebe/ uñ unſer Geiſt muß ſich freuen Gottes unſers Heilandes. Luc.. verſ. 46. 1eg. Dieſelbe muß/ O Chriſtliche Hertzen!den Anfang/ Mittel und Ende unſers ſchuldigen Lo⸗ bes machen. 8 2. Qua in nobis ſunt omnia: Alles was in Uins iſt; Es muß Gott loben unſer Hertz/ und muͤſſen dem HErrn dancken von gantzem Hertzen. Pſalm. 9. verſ. 2. Unſer Hertz muß bereit ſeyn/ daß wir ſingen und loben. Pſalm. 17, verſ 8. Es muß unſers Hertzen eintzige und hoͤchſte Jui Frreude zum ſiebenden das ſchuldige Lob Gottes. 435 Bande geweſen/ Secl. J. v. 2⁷. Das konnen wir von der Sunde wol ſa⸗ gen: Da koppeln ſich die Suͤnder zuſammen mit loſen Stricken/ un⸗ 8 1* 436 Wie wahre Buſſe wircke Freude und Wonne ſeyn/ daß wir mit froͤlichem Munde Gott loben koͤnnen. Pſal. 63. v. 6. Wir ſollen ſingen und ſpielen dem HErnn in un⸗ ſerm Hertzen. Eph.. v. 19. Apud homines cor ex verbis, apud Deum verba penſantur ex corde, ſagt Gregorius Magnus: Das iſt; Bey den Menſchen wird das Hertze auß den Worten/ bey Gott aber die Worte auß dem Hertzen geurtheilet. Es muß Gott loben unſer Mund; Got⸗ tes Lob muß nach erlangter Vergebung unſer Suͤnden/ immerdar in unſerm Munde ſeyn. Pſal. 34. v. 2. Mit froͤlichem Munde muͤſſen wir Ihn loben. Pſal. 63. v. 6. Wir muͤſſen jhm opffern die Farren unſer Li⸗ pen. Hoſe. 133. v. z. Das iſt/ das Lob⸗Opffer unſers Mundes. Heb. 13. verſ. 1. Es muͤſſen Gott loben alle unſere Wercke: Dann darinn wud Gott geehret/ daß wir viel Fruͤchte bringen. Joh. 15. v. 8. Wir eſſen odet trincken/ oder was wir thun/ das muͤſſen wir alles thun zu Gottes Ehr. 1. Cor. 10. verſ. 31. Alles was wir thun/ mit Worten oder mit Wercken/ das muͤſſen wir alles thun im Namen deß HErꝛn Jeſu/ und dancken Gott und dem Vater durch jhn. Col. 3. v. 1⁊. Dieſes muͤſſen wir bey un⸗ ſer Buſſe/ zum fleiſſigſten in acht nehmen/ und dieſer Danckbarkeit nicht vergeſſen. II. Objectum: Wen wir loben ſollen? Den HErmn undſii⸗ nen heiligen Namen: Durch den Namẽ Gottes wird allhie verſtande: 1. Dei gloria& majeſtas: Gottes Ehr und Herꝛligkeit: Die⸗ ſen ſeinen Majeſtaͤtiſchen und herꝛlichen Namen lieben alle fromme Hertzen. Pſal.. verſ. 12. Dieſer ſein Name iſt herꝛlich in allen Landen. Pſal. 8. v. x. Die Gottloſen verlaſſen ſich auff Wagen und Roſſe/ gott⸗ ſelige Hertzen aber dencken an den Namen deß HErm jhres Gottes. Pſal. 0. v.6. Das iſt/ an ſeine herꝛliche Huͤlff und Errettung. Dieſen Namen deß HErren unſers Gortes ſollen wir nicht mißbrauchen. Exod. 20. v.. Das iſt/ nichts mit Worten oder Wercken thun/ das der Ehre/ Majeſtaͤt und Herꝛligkeit dieſes Namens zu wider ſey: Damn ſein Name iſt ein heiliger Name. Lev. 22. v. 2. Und denſelben ſollen wir ruͤhmen. Pſ. 105. v. Z. Seinem heiligen Namen dancken. Pſ. 06. v. a7q/ Seinen heiligen Namen ſollen wir loben immer und ewiglich. Pſ.a. v. ult. Dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ laſſetuns nicht vergeſſen Wann wir Vergebung unſer Suͤnde erhalten/ muͤſſen wir den heiligen Namen deß Ern/ mit Fluchen/ Schweren oder andern Suͤnden nicht miß⸗ brauchen/ ſondern jhn hoch ehren/ mit loben/ preiſen und dancken. III. Modum; Suueäde Suͤnde/ Pnne les hunzuett renodcm in Jeſu/ uw iiſes muͤſennint nd dieſcr Da Dm herna es wird allhennn und Henliit. nen leeben allfn henlichmnalna Wagenundße Hnn iinsr nd Enttung ir nicht nifttu Warkenthm s zu widerſch ind denſebenſt dancken Pfäu und ewiji nattvaſſe Irden halgn „Sundant ſenudde uia T zum ſiebenden das ſchuldige Lob Goͤttes. 47 III. Modum; Wie wir jhn loben ſollen⸗ Wir ſollen nicht vergeſſen/ was eꝛuns Gutes gethan: Wir ſind/ leider/ der Vergeſſen⸗ heit ſehr unterworffen: M eſſala Corvinus iſt in ſeiner Kranckheit ſo ver⸗ Zwing. geſſen worden/ daß er ſeinen eigenen Namen nicht gewuſt. Georgius Vol.- Trapezuntius, ein ſehr gelahrter Mann/ hat in ſeinem Alter der Grit⸗ pag.35. chiſchen Sprache gantz vergeſſen. Wir vergeſſen deß Bundes deß HEr⸗ ren unſers Gottes/ den er mituns gemacht hat. 2. Reg. 17. v. z8. Wir ver⸗ geſſen bald ſeiner Wercke. Pſ. 106. v. z. Vergiſſet doch eine Jungfrau jhres Schmuckes nicht/ noch eine Braut hres Schleiers/ aber mein Volck vergiſſet mein ewiglich/ klaget Gott Jer. 2.v.z2. Bleibet doch der Schnee laͤnger auff den Steinẽ im Felde/ wans vom Libano herab ſchnei⸗ et/ und das Regen⸗Waſſer verſcheuſt nicht ſo balde als mein Volck mein vergiſſet/ ſpricht er Jer. 18. v. 14. In dieſer Zunfft und Gemeinſchafft der undanckbaren vergeſſenen Menſchen muͤ ſſen wir nicht gefunden werden/ ſondern immer an die Gutthaten Gottes gedencken: Hat uns Gott nicht Gutes gethan/ daß er uns Haut und Fleiſch angezogen/ mit Beinen und Adern uns zuſammen gefuͤget/ Leben und Wolthat an uns gethan? Hiob. 10. v. 11. Daß er uns auß Mutter⸗Leibe gezogene Pſ. 22. v. 10. Hat uns Gott nicht Gutes gethan/ daß er uns durch ſeinen Sohn errettet von unſern Feinden/ und von der Hand aller die uns haſſen. Luc. 1. verſ. 71. Hat uns Gott nicht Gutes gethan/ daß wir ſind abgewaſchen/ geheiliget und gerecht worden/ durch den Namen deß HErrn Jeſu/ und durch den Geiſt unſers Gottes 21. Cor. 6.v. 1. Da muͤſſen wir allein ſeiner geden⸗ cken/ und ſeines Namens. Eſa. 2 6. v.ꝛn. Wir muͤſſen der Guͤte deß HEr⸗ ren gedencken/ und ſeines Lobes/ in allem daser uns gethan hat. Eſa. 63. v. 7. Wir ſollen alle Gott dancken/ der groſſe Dinge thut an allen Enden/ der uns von Mutter⸗Leibe an lebendig erhaͤlt/ und thut uns alles Gutes. Syr. 5o. v. 24. Gedencken wir alſo Gottes/ und vergeſſen ſeiner nicht/ ſo wil er auch unſer nicht vergeſſen/ dann in ſeine Haͤnde hat er uns ge⸗ zeichnet. Eſa. 49. v. 15. Vergeſſen wir aber ſeiner/ ſo bezeuget Moſes uͤber uns/ daß wir umbkommen ſollen. Deut. 8. v. 19. UInd ſowir ſeines Wor⸗ tes vergeſſen/ ſo wil er auch unſer Kinder vergeſſen. Hoſ. 4.v. 6. Dervwe⸗ gen/ O Chriſiliche Hertzen/ laſſet uns hoͤchſten Fleiß anwenden/ daß Gottes Gedaͤchtnuͤß bey uns bleibe fuͤr und fuͤr: Pſ. 102. v. 3. So wird ein Denck Zettel bey GO T T geſchrieben ſeyn/ fuͤr die/ ſo alſo den b Jii iij HErrn — E 8 6 ö— —————— 3— E 45⁸ m Wie wahre Buſſe wircke HErrn fuͤrchten/ und an ſeinen Namen gedencken. Malach.; verſ s. V. Incitamentum⸗ Was uns zu ſolchem Lobe reitzen ſolle⸗ Omnium peccatorum remiſſio⸗ Die Vergebung aller un⸗ ſer Suͤnde: O der vielen O der unzaͤhligen Suͤnde Alles Dichten und Trachten unſers Hertzen iſt boͤſe immedar. Gen. 6. v.). Wer weiß /wie offter fehlet? Darumb muͤſſen wir bitten umb Vergebung unſerver⸗ borgenen Fehl. Pſ. 19. v. 3. Unſer Suͤnde ſind mehr denn Haar auff un⸗ ſerm Haupt. Pſal. 40. v. 13. Ihrer ſind mehr dann Sandes am Meer. Orat. Manafl. v. 9. Alle dieſe Suͤnde vergibt Gott allen warhaff gbuß⸗ fertigen Hertzen: O der groſſen Gnade! Dann gleich wie auf groſſe Schulden immerfort ein gruſſes Elende folget/ daß es heiſſet/ b Wie kan doch ſeyn ein groͤſſer Pein/ Als nichts habn/ und viel ſchuͤldig ſy. Dannda komt ein Mandat uͤber das ander/ eine Citation uͤber die Tnthercs ander/ viel Botten im Haus und vor dem Haus/ Acht und uͤber Acht: neen Daher ward bey den Perſern fuͤr das ſchaͤndlichſte ge halten/ luͤgen/ und 1.2.c.2. dann auch viel ſchuldig ſeyn. Alſo folget auch auff groſſe Suͤnden n. 70. Schuld ein ſehr elendes Weſen da zuͤrnet Gott/ da fluchet Moſes/ daci⸗ 1b.L..c. 8. kirt das Gewiſſen/ da wartet der Teuffel auff die Sententz deß ewigen n.J. Todtes. O Jammer uͤber alles Jammer: Wann wir aber wa hre Buſſe thun/ ſo erlaͤſſet der grundguͤtige Gott nicht allein die Suͤnde/ ſondern auch deroſelbenwolverdiente Straffe: Die Baͤpſtler zwvar wollen daß Chriſtus fuͤr die ewige Straffe gnug gethan/ aber wann wir Vergebung der Suͤnden ſchon erlanget/ ſo muͤſſen wir noch der zeitlichen Straffe lb. 4.de unterworffen ſeyn/ wie beym Bellarmino zuleſen: Welcher aber ſeinet pœnitent. ſelbſt vergeſſen/ und am andern Ort geradedas Wider ſpiel geſetzet Dañ c. 2.5§. ſolche Behaltüg zeitlicher Straffe iſt Gottes Wort zu wider. Gleich wie Catholici. GOT Tunſer aller Suͤnde auff Chriſtum geworffen/ alſo iſt auch die lib.2 de Straffe auff hm gelegen. Eſa. 73.v. F. leq. Mit einem Oopffer hater indulgen. in Ewigkeit vollendet/ alle die geheiliget werden. Heb. 10. verſ. 14. Vnd 440§-Ac wann wir durch den Glauben gerecht worden/ ſo haben wir Friede mit Primum. Gott durch unſern HErm Jeſum Chriſtum. Rom.⸗ verſ. 1. Wo nun Friede bey Gott iſt/ da iſtkein Vngnade/ wo kein Vngnade iſt/ daiſt auch keine Straffe/ ſo eigentlich alſo zu nennen/ ſondern nur eine ira⸗ a eintCirninth s Acheundä! degehalen in: dauff guſtbe afluchet Mu ie Sentanz ie wir aberweßt ndi Säͤnde h pſälerzannelt wanswor Vit der zattbejn E a Wacchantet daſpiegitt n zuwde G erffealolſn einem Ooyff Ab.Io pcfſlt Heden vi n verſt 8 n Panadeſ andern nia b liche Zuͤchtigung. Exemto reatu, eximitur& pœna, ſagt Terrullia. nus; Das iſt; Wann die Schuld hinweg genommen wird/ ſo wird die cp. 3. de traffe mit weggenommen. Dieſen Troſt/ Chriſthiche Hertzen/ baptiſm. 1* ſollen wir fleiſſig faſſen/ und mnit großmuͤngem Hertzen bey wahrer Buſſe ſingen 32 n O bben uns iſt der Sunden viel/ bey Gott iſt vielmehr Gnade/ Sein Hand zu helffen hat kein Ziel/ wie groß auch ſey der ö“ 3 Er iſt allein der gute Hirt/ der ber Gille llt ſrael erloͤſen wird/ Auß ſeinen Sunden allen. 3 Und muͤſſen daneben der ſo hochſchuldigen Danck ſagung nicht vergeſ⸗ ſen. Wir ſollen Gott dancken/ daß wir Knechte der Sunden geweſen/ aber nun gehorſam geworden von Hertzen dem Fuͦrbilde der Lahre/ wel⸗ chem wir ergeben ſeyn. Rom. 6. v.ryʒ. 1. 2. Infirmitatum ſanatio: Die Heilung unſer Gebrechen: Durch dieſe Gebrechen werden abermal unſere Suͤnde verſtanden/ und inſonderheit die geiſtliche Wunden unſers Hertzen und Gewiſſen/ ſo wir durch die leidige Suͤnden bekommen. Gleich wie Salomon von einem huriſchen Weibe ſagt/ daß ſie viele verwundet und gefaͤllet. Prov. 7. v. 26. Alſo moͤgen wir auch von der Suͤnde wol ſagẽ: Sie richtet uns alſo zu/ daß von der Fuß⸗Solen biß auffs Haupt nichts geſundes an uns iſt/ ſondern Wunden/ Striemen und Eyter⸗ Beulen die nicht ge⸗ heffter noch verbunden/ noch mit Oel gelindert ſind. Eſa. 1. v. 6. Dieſer unſer Schade iſt verzweiffelt boͤſe/ und unſer Wunden ſind unheilbar. Jer. 30. verſ. 12. Dann ein jegliche Suͤnde iſt wie ein ſeharff Schwerd/ und verwundet/ daß niemand heilen kan. Sir. 2.. verſ. ½3. Oderboſen O der ſchaͤndlichen Wunden: Wie Bapſt Stephanus VIII zu Rom Zwing in einem Buͤrgerlichen Auffſtand heßlich verwundet worden/ hat er Vol. 9. auß Scham derſelben ſich nicht offentlich ſchen laſſen wollen/ ſondern iſt von Hertz⸗Leid geſtorben: Wir ſind leider offt ſo frech und ſtoltz/ daß wann wir ſchon in unſerm G wiſſen ſehr verwundet/ wlehes nicht ach⸗ ten/ ſondern die Suͤnden⸗Wunden noch auch Stoltz und Hoffart bedecken wollen. Aber dafuͤr muͤſſen wir uns hůten/ unſere Suͤnden⸗ Wunden erkennen und bekenn n/ ſuchen Jeſum Ehriſtum/ den HErm unſern Artzt. Exod. I3. verſ. 26. Den rechten Meiſter zu helffen. Eſa. 63. zum ſiebenden das ſchuldige Lob Gottes. 236 p. 2189. 9 44o Wie wahre Buſſewircke Eſa. 63. v. 1. Durch deſſen Wunden werden wir geheilet. Eſa. 3. v.. Der heilet uns von unſerm Ungehorſam. Jer. 3. v. 22. Der muß uns heilen/ ſo werden wir heil. Jer. 17. v. 4. Der wil uns wieder geſund ma⸗ chen/ und unſer Wunden heilen. Jer. 30. v.:. Dafuͤr muͤſſen wir dann Ihn zeitlich und ewig loben und preiſen/ dazu uns verhelffen wolle Gott der Vater durch den heiligen Geiſt umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Dieacht und ſechtzigſte Predigt. DE OCTAVO POENITENTIE EEFEFEOCTO, QllOD PIACDA ET LfTA EXPIRATIO: Von der achten Wirckung wahrer Buſſe/ welche iſt ein ſanffter und froͤlicher Tod. 16 Luc. 2. v. 29. feq. u HErrnun laͤſſeſt du deinen Diener imeFrie de fahren/ wie du geſagt haſt/ dann mene Augen haben deinen Heiland geſehen. S ſpricht Aſſaph Pſal.77v.4 alſo: Wann mein NM. Hertz in Aengſten iſt/ ſo rede ich: In dieſen Worten haben SD wirzubetrachten: nes I. Cordis piorum anxieratem: Die Hertzen Angſt der Frommẽ. Wann die Todes⸗Stunde herzu„Dieſ auch gottſeliger Leute offt in groſſer Angſt: Da ſpricht der Sohn Got⸗ tes durch David: HEr/ ſey nicht ferne von mir/ dann Angſt iſt nahe. Pſal. 22. v. 12. Da iſt die Angſt jhres Hertzen groß. Pſal. 25.v. 7. Ihr Hertze aͤngſtet ſich in jhrem Leibe/ und deß Todes⸗Furcht faͤllet auff ſie. Pſal. 55. v.⸗. Da ſchreyet Hiskia. HEn/ ich leide Noth/ lindere mits. Eſa. 38. v. 14. b 4 V II. Eorundem in anxietate fermonem: Sie reden: Sie ſollen aber reden: b b b 1 1. Verba conſitentia: Bekaͤndnüß⸗Worte: Sie maͤſſen als⸗ b dann 1——————— 3 “ 3——— ͤ * 3 teccheundr iſt das Hertze 5 21 24 a 1 1 6—* . Kmncſamen Uemmnp Tawnal d 7 47 Maheune. 9 deneriug aſt damme and giſcht 44 ſoVan indieſen Wonni m.Die 1 unahet ſoſde ſprehtder Et ir/ dan Anſt oß. Pfalaf Furchtfilae de Noth Suetcdẽ un Sn 1 der in den Himmel: Dieſe Freudigkeit machet wahre Buſſe/ in welcher wir die Himmels⸗Leiter Jeſum Ehriſtum mit feſtem Glauben ergreif⸗ fen/ wie wir in verleſenen Worten an Simeon ſehen/ auß weſchen wir zum achten einen ſanfften und froͤlichen Todt. 441 dann zurechter Zeitumb Vergebungſhrer Suͤnden bitten. Pſ. 32. b. 6. Sagenſach Nrr/ meine Suͤnde gehen mir uͤber mein Haupt/ wie eine ſchwere Laſt ſind ſie mir zu ſchwer worden. Pſalm. 38. v.⸗. HErr/ wann du wolteſt Suͤnde zurechnen/ wer kuͤntefuͤr dir beſtehen Pſ 143.v.z. 2. Verba confidentia: Vertrauens Worte: Daß ſie auff die Barmhertzigkeit Gottes in dem Verdienſt Chriſti gegruͤndet/ jhr Ver⸗ trauen ſetzen: Dann die Guͤte Gottes iſt groß/ ſo er erzeigt denen/ die auff ihn trauen. Pf. 31. v. 0. Die auff jhn trauen ſollen keine Schuld haben. 8 34v. ult. Geſegnet iſt der Mann/ der ſich auff den HErrn verlaͤſſet. er. 17. v. 7.— 3. Verbaprecantia: Gebets⸗Worte: Gottwolleuns durch ſe⸗ ne Gnade/ und in ſeiner Gnade/ erhalten; Sagen mit David: HErꝛ wen⸗ de dich zu mir und ſey mir gnaͤdig. Pſ. 86. v. 16. HEr: ich flehefuͤr deinem Angeſicht/ von gantzem Hertzen/ ſey mir gnaͤdig nach deinem Wort. Pſ. u. ver. 8. Wende dich zumir und ſey mir gnaͤdig wiedupflegeſtau thun denen/ die deinen Namen lieben. ib. v.zzär. 4. Verbalætantia Freuden⸗Wort Wirmuſſen unſern To⸗ des⸗Gang mit Freuden gehen/ und ſagen mit Hiob: Ich weiß daß mein A Himmel kommen/ im Himmel erwehlet und geheiliget/ und gehoͤreſt wie⸗ wollen beſehen: eaRe Wie daß wahre Buſſe einen ſanfften und freudigen Tod wircke. 4 Kkk Der ———— 44 Wie wahre Buſſe wircke 1 Der himliſche Sieges⸗Fuͤrſte uͤber Tod und Teuffel/ Jeſus Chriſtus/ woolle durch den heiligen Geiſt/ ein freudiges und ſeliges Gehot bey uns erwecken/ umb ſeines cheuren Verdienſtes willen/ Anen. Erklarung Es wircket/ OChriſtliche Hertzen/ wahre Buſſe einen freudign/ ſanfften und ſeligen Tod- b 1. Veri Domini agnitione; Daß wir unſern rechten HErm erkennen: Die Gottloſen wollen den allerhochſten G.OTT fur jhran HErꝛn nicht erkennen: Wer iſt der HEr:/ deß Stimme ich hoͤren muͤſſet ſagt Pharao Exod. 6. v. 2. Aber er erfuhr es im rothen Meer/ was t fuͤ ein HErꝛiſt. Exod. 15 verſ.. ſoch. Ein Geitziger/ haͤlt den betruͤglichen Mammon fuͤr ſeinen HErrn; Ein Ehrſuͤchtiger/ die gefaͤhrliche Herr⸗ ligkeit; Ein Wolluͤſtiger/ die in die Hoͤll verfuͤhrende fleiſchliche Wol⸗ lkuſt: Ins gemein iſt der Gottloſen HErr der leidige Teuffel/ ſo durch Geitz Ehr und luſt/ die elenden Menſchen verfuͤhret/ daher er den Tieul fuͤhret/ daß er ein Err der Welt ſey ſo in der Finſternuͤß dieſer Wele herrſchet. Eph. 6. v. 4. Und hat alle Gottloſe gefangen in ſeinen Sir⸗ cken zu ſeinem Willen. z. Tim. 2. verſ. 6. Aber bußfertige und gottſelige Heꝛtzen erkennen allein den allerhoͤchſten Gott fuͤr ſhren HErrn/ wiſſen und bekennen/ daß derſelbige ſey jhr Vatter und jhr HeErr/ und daß ire allein ſey/ der ſie gemacht und bereitet hat. Deut. 32. v.6. Derſelbe iſtſht HErn und auſſer jhm iſt kein Heiland. Eſa. 43. v. n. Er iſt der HErr der D. Manth. Halicherley Gaben außtheilet 1I. Cor. 12 verſ 5. Wie Kayſer Auguſtus Theatr. in vom Delphiſchen Teuffel vernommen/ daß ein Hebreiſcher Knabel de viraAugu- Sohn Gottes Jeſus Chriſtus) jhn den Teuffel vertreibe/ hat er ſich ſti. p.70. nieht mehr einen HErrn tituliren laſſen wollen: Welches ebenmaͤſſig ib. invita Kayſer Iiberius gethan: Und iſt Kayſer Nero der erſte geweſen/ ſo ſich Tiberii HErr wollen genennet haben Andere vermeinen es ſey Caligula oder Pas. S0. Domitianus geweſt. Bußfertige Hertzen aber /ob ſie zwar hohe Obrig⸗ Wb.5.5 keit uͤr ire⸗Herm erkennen und ehren/ ſo haltenſie doch billich Gott den Kpi.z6. Vater der durch ſeine Gaͤte/ Goit den Sohn/ der durch ſein Blus/ Gott den heiligen Geiſt/ der durch ſeine Heiligung/ ſie erſchaffen/ geliebet erloͤ⸗ ſet und geheiliget/ den eintzigen wahren Gott in dreyen unterſchiedlichen Perſonen/ fuͤr jhren. Errn/ der uͤber alle andere H Errn jhnen bahede 1 Eee gebieten e Düſſenain unſern kechten⸗ ſun Gden zimmeicinn rothen Menna er hilmmin er, degtfäßn hrendefiaſch adige Tuflis ühredaheana önſtemihht gefangeninſäwe ußfertigeuud arſhren heEn hr. HeEn uhi 32. 9,6. Odſt anu Erſſide.) WieKanſere Hebrnſche R dlvenee, eraftegwee in es ſchCig dſie mre ie batät zurchſenc rchefin ett rtaſtet cuffe. Ji b lges und tige mwiaſts 4 fan zum achten einen ſaufften und froͤlichen Todt. 443 gebieten /und ſie demſelben fuͤr allen billich Gehorſam leiſten Uind deßwe⸗ gen haben ſie ſich fuͤr dem Tode im geringſten nicht zu befuͤrchte/ ſondern ſagen: Leben wit/ ſo leben wir dem H Errn ſterben wir/ ſo ſterben wir dem HErrn/ darumb wir lebẽ oder ſterbẽ/ ſo ſind wir deß HErrn. Rom 14.v. d. II. Volunrati divinæ lubjectione; Daß wir uns dem gnaͤdi⸗ gen Wille Gottes unterwerffen: HErn/ nun Dieſes Nuniſtbußfer⸗ tigen Hertzen ein taͤgliches Nun/ damit ſie ſich immerfort dem Willen Gottes/ auch wegen jhres Todtes/ unterwerffen: Bey den Gottloſen heiſſet es/ O Todt/ wie bitter biſtu/ wann an dich gedencket ein Menſche/ der gute Tage hat/ und ohne Sorgen lebet/ und dem es wolgehet in allen Dingen/ und noch woleſſen mag. Syr. 41.v. 6. Aber bußfertige Hertzen ſeyn immer bereit und ſagen nicht auß Ungedult/ ſondern Liebe der Se⸗ ligkeit) Es iſt genug; HErr nim nu meine Seele. 1 Reg. 19 v. 4. Ich ha⸗ be Luſt abzuſcheiden/ und bey meinem HErrn Chriſto zu ſeyn. Philip.r. .23. Wie Keyſer Maximilianus I. das Schloß zu Insbruck bauen laſ⸗ ſen/ und die Werck⸗Meiſter in etwas einen Fehler begangen/ ſagte zu ſei⸗ nem Kammer⸗Diener: Sie machen nichts das mir gefaͤllet/ ich wil mit wol ein beſſer Haus baut laſſen Ließ jhm auch alſo bald ſeine Todtenladẽ r machen /welcheer hernacher fuͤnſf Jahr mit ſich herumb gefuͤhret zu dem I3 Ende/ daß er ſich ſiaͤts ſeiner Sterbligkeit erinnern moͤgte. Wie Maximi. liano Il. dem Roͤmiſchen Kayſer Gluͤck gewuͤnſchet ward/ daß er das 6z. 1a p.z. als ſein groͤſſeſtes Gefahr Jahr uͤberlebt: Antworteter: Alle Tage meines P. 37. Lebens ſind meine Gefahr⸗Tage. O das iſt fein/ wann alle Tage das hun betrachtet/ welches bey einem recht bußfertigen Hertzen gefunden wird. III. Servitutis debiræ recordatione; Daß wir an unſere ſch uldige Nuuſte gedencken: HErꝛnun laͤſſeſtu deinen Diener fah⸗ ren: Die Gottloſen dienen Sott nicht: Dann Niemand kan zweyen Herren dienen/ ſo widerwertige Herm ſeyn. Matth 6. v. 4. Nun dienen dieſelbe der Suͤnde. Rom. 6. verſ 6. Sie begeben jhre Slieder zu Dienſ der Unreinigkeit/ und von einer Vngerechtigteeit zu der andern. ib. v. 19. Sie dienen mit jhrem Fleiſch der Suͤnden Geſetz. N om. 7. v. 25. Sie die⸗ nen nicht dem Herrn Chriſto/ ſondern jhrem Bauch. Rom. 16.v. 18. Sis dienen ſhren Luſte und mancherkey Wollaͤſte. Tit.3 v. z.Vnd daß ich der erſte Taffel deß Geſetzes geſchweige/ ſo leben ſie naeung der Eltern 1j unund 3—³——-——. ——— 2Ibſſͤͤͤ — 444 Wie die wahre Buſſewirke und deren ſo an jhre Statt ſeyn/ in Haß/ Neid/ Feindſchafft/. Hurerey ſaticeman e Ehebruch/ Freſſen und Sauffen/ Rauben/ Stehlen/ Wuchern/ BetruÜ- Phe gen/ Luͤgen/ Verleumbden und Laͤſtern: Aber bußfertige Hertzen dienn Frinsbet Gott nach aller Muͤgligkeit: Und derhalben werden ſie Diener unſets da en Gottes genant. Eſa. 61. v. 6. Sie dienen dem HErꝛn jhrem Gott/ undjß⸗ ſti rem Koͤnig David. Jer. z0. v. 9. Das iſt/ jhrem HErrn und Heilante Jeſu Chriſio; Weilen ſie derſelbe erloͤſet hat auß der Hand ihrer Feind dienen ſie jhm ohne Furch jhr Lebenlang/ in Heiligkeit und Gerechtigkeit die ihm gefaͤllig iſt. Lue.. v. 724. leq. Und hirzu fuͤhret ſierechtſchaffen Buſſe/ nach welcher fromme Hertzen/ fuͤr der Suͤnde fliehen wie fuͤr ei⸗ ner Schlangen. Syr. 21. v. 2. Und dienen dem HErrn Chriſto weilen ſie 2iſen daß ſie vom Errn die Vergeltung deß Erbes empfahen werden. Dl. 3.⸗p. 24. IV. Dimiſſionis gratioſæ expectarione; Daß wir die gnaͤdige Erlaſſung erwarten: Gott muß uns fahren laſſen: Das Won (fahren heiſſet in der original Sprache ſo viel als auffloͤſen/ daß Gott durch den zeitlichen ſeligen Tod fromme Hertzen auffloͤſe: Die Gotto⸗ ſenloͤſen ſich offt ſelber durch eigenhaͤndige Tod auff/ wie an Achitophel Saul/ Juda und andern Verzweiffelten zu erſehen: Aber gottſeligebuß⸗ fertige Hertzen/ warten auff die ſeelige Auffloͤſung jhres HErrn; Der er⸗ oͤſet ſie durch einen ſeeligen Todt/ von der Suͤnde/ als einem grauſamen Feind/ deſſen Zaͤhne ſind wie Loͤwen Zaͤhne/ und toͤdtet/ geiſtlich/ eiblich und ewig die Menſchen. Syr. 21. v. z. Der erloͤſet ſie/ von der Suͤnden Dienſt/ da ſie zuvor offt wider jhren Willen derſelben haben dienen mul⸗ ſen. Rom. 7 v. 25. Der erlöſet ſie von der Suͤnden⸗Schuld/ welche zehen tauſend Pfund das iſt/ unbezahlig iſt. Matth. 18. v. 29. Dieſer HEn erloͤſet ſie auß einer boͤſen Herberge/ nemlich/ der gottloſen Welt/ ſo gantz im Argen liegt. 1. Joh. 5.v9. Da werden ſie erloͤſet von allem Truͤbſal und Elende. Ihre zeitliche und leichte Truͤbſal ſchaffet in jhnen eine ewi⸗ ge unduͤber alle Maß wichtige Herrligkeit. 2. Cor. 4. v. ã. Er erloͤſet ſie von dem verdamlichen Gerichte; Dann ſie komm nicht in das Gerichte ineker ſondern ſind vom Tode zum Leben hindurch gedrungen. Joh.; v.2 4 H Sooheo. der allerſeligſten Auffloͤſung! Wie dieſes M. johannes Velcuria be⸗ myonher. trachtete/ ſagte er kurtz vor ſeinem Abſterben: Der Vater iſt unſer lib⸗ b haber der Sohn iſt unſer Enoͤſer der heilige Geiſtunſer Troſier; We „Daß wirdige rmnlaſſen: Dal als aufloſen di mauffloſe Deh dauff wiean Atin then Abergoiſtee ung jores Ema ndeals einem gaut d toͤdtet gaſti oſetſie vondact nſelben habendamn en⸗Schuddvite 18.. 279. Däh rgottloſen Walin zlöſetronalmde ſchaffan hran⸗ ler 4d S mi nichtndubn dnngeJſet Johannesge ejue dit zumachteneinen ſanfftenundfroͤlichen Todt. 44, ſolte ich dann traurig en Derognaube machet wahre Buſſe · V. Pacisſpiritualis aſſecuratione; Daß wir deß geiſtlichen Friedes vergewiſſert ſeyn: Im Friede fahren: Die Gottloſe/ ſpricht der HErr/ haben keinen Friede. Eſa. 48. v. 22. Sondern ſind wie ein un⸗ geſtum Meer/ welehes ſeine Wellen/ Koth und LInflath immer außwirf⸗ fet. Eſa. 7. v. 20. Ungeſtuͤm und unfriedlich machet ſie der Jorn Gottes/ der in jhrem Hertzen wuͤtet und wallet; Ungeſtuͤm machet ſie der Fluch deß Geſetzes ſo fuͤr jhren Ohren erſchallet; Ungeſtuͤm machet ſie jhr boͤ⸗ ſes Gewiſſen/ weilen ſie jhre eigene Boßheit uͤberzeuget und verdampt. Sap. 17 verſ. 0. Ungeſiuͤm machet ſie das Schrecken deß Todtes/ der Hoͤllen und ewigen Verdamnuͤß: Aber bußfertiger Hertzen Todt iſt eine froliche Friede⸗Farth: Dann ſie ergreiffen mit wahrem Glauben Jeſum Chriſtum den Friede Fuͤrſten. Eſa. 9. v.. Und wiſſen/ daß die Straffe auff demſelben gelegen/ auff daß wir elende Menſchen Friede haͤtten. Eſa. 53. v.5. Der richtet jhre Fuͤſſe auff den Weg deß Friedes Lue. 1. v. 79. Und weilen ſie gerecht worden durch den Glauben/ ſo haben ſieFriede mit Gott durch denſelben ſeinen allerliebſten Sohn Jeſum Chriſtum Rom. 5v. 1. Ferdinandus I. Roͤmiſcher Keyſer ſagte auff ſeinem Todt⸗Bette: Es gelte jhm gleich/ er lebe oder ſterbe/ denn er fuͤrchte ſich nicht fuͤr dem Zinckgr. Todt/ weilen Chriſtus der HErr alles/ was andemſelben Boͤſe gewe⸗ ib. ſen ſey/ weg gethan habe. Dieſe Friedens Freude aber erfolget auff recht⸗ ſchaffene Buſſe. b“ VI. Promiſſionis divinæ acceptatione: Daß wir die goͤttli⸗ che Verheiſſung ergreiffen: Wie du geſaget haſt;: Die Gottloſen achten wenig der Verheiſſung Goltes/ und ſagen/ wo iſt die Verheiſ⸗ ſung:. Pet.z v. 4. Aber bußfertige Hertzen halten ſich feſie daran: Und ſagen; Was mir der HErr zugeſagt/ das thut er auch. Eſa.; 8. v. 1z. De⸗ rowegen zweiffeln ſie nicht an der Verheiſſung Gottes durch Unglau⸗ ben/ ſondern werden ſtarck im Glauben/ und wiſſen auffs allergewiſſeſte/ was Gott verheiſſe das koͤnne er auch thun. Rom. 4 v. 20. ſeq. Daher werden ſie Kinder der Verheiſſung genant Rom 9. v. 8. Das iſt/ ſoſich mit feſiem Glauben an Gottes Verheiſſung halten; Sie wiſſen daß alle Verheiſſung Gottes in Chriſio Jeſu Ja und Amen ſeyn.ꝛ. Cor..v. 20. Mii menſchlichen Verheiſſungen ſtehet es offt gar ſchlecht: Der Bapſt Alexander VI hat vieles mit geſchwomnem Eideverheiſſen! Welhe er b iij aber — 8 —,—· 1 —————— A 2 2 4 —⁄⁄ —,—— * ——— — * 1 — —— — ———— — — “ —j — 8* ————— i 5 45* 1 2 1 — 4 1 3 4 3 4 * 1 1— 4 1 1 1 4 4 2 4 — 1 2/ Oſiand. „Epiſt. cent. 16. cap. 2. 448 Wie wahre Buſſe wircke aber niche gehalten Aber von Gott iſt dieſes ferne: Der laͤſſet ſeine Wat⸗ heit nicht fehlen. Pſ. 89. v. 4. Dieſes Vertrauen aber auff die Verheiſ⸗ ſung Gottes/ iſt ein Werck deß heiligen Geiſtes/ ſo es bey bußfertigen Hertzen wircket: b VII. Salvifica Chriſti aſpectione; Daß wir den HErꝛn Chri⸗ ſtum in dieſem Leben ſeliglich angeſchauet: Meine Augen haben deinen Heiland geſehen: Von den Gottloſen ſpricht Eſaias: Er habe fuͤr ſhnen keine Geſtalt noch Schoͤne gehabt/ ſie haben jhn geſehen/ aber da ſey keine Geſtalt noch Schoͤne geweſen/ die jhnengefallen haͤtte. Eſa⸗ B. v. z. Aber bußfertige Hertzen die ſehen Chriſtum an als Krancke jhren Artzt Denneriſt der HErꝛ unſer Artzt. Exod. 15. v. 26. Der rechte Mei⸗ ſter zu helffen. Eſa. sz. verſ. 1. Sie ſehen jhn an/ als Unverſtaͤndige jhr ge⸗ treuen Lehrmeiſter/ dem der HErꝛ eine gelaͤhrte Zunge gegeben/ daße wiſſe mit den Muͤden zurechter Zeit zu reden. Eſa. 0. v. 4. Der die Ge⸗ rechtigkeit/ damit wir fuͤr Gott beſtehenlehret. Eſa. 63. v. 1. Er iſt ein Leh⸗ rer von Golt kommen. Johz verſ.2. Der da warhafftig iſt und lehret den Weg Gottes recht. Matth 22. v. 16. Sie ſehen jhn an/ als Schaͤflein jhren getreuen und wolthaͤtigen Hirten/ der das Verlohrne wieder ſu⸗ chet/ das Verirrete wiederbringet/ das Verwundete verbindet/ deß Zinckgr. p. 3. p. 1332. Schwachen wartet/ und was fett und ſtarck iſt/ behuͤtet/ und jhrerpfliget wie es recht iſt. Ezech. 34. verſ. 16. Durch welchen ſie das muh enſa Gnuͤge haben. Joh. 10. v 10. Sie ſehen ihn an in jhrer Todes⸗Fahrt als die Thuͤr zum ewigen Leben: Danner iſt hingangen uns die Staͤtte da⸗ ſelbſt zu bereiten/ und wil wiederkommen/ und uns zu ſich nehmen/ auff daß wir ſeyn wo er iſt. Joh. 14. v.z. Dieſes iſt alſo wahr/ daß die Feinde ſei⸗ nes Verdienſtes es ſelber offt geſtehen muͤſſen: Wie Baron von. Hat⸗ rach Kayſers Maximiliani li. Rath Todkranck war/ und der Jeſuit Georg Scherer/ ihn allein auff das Leiden und Sterben Chriſti weiſete daß eran denſelben mit feſtem Glauben ſich halten ſolle/ verwunderte ſich deſſen Helmhard Joͤrger lemper Freyher?/ und ſagte zum Jeſuiten; Herꝛ Dater, wie ſoll ich dieſes verſtehen/ daß jhr von keinen guten Wer⸗ cken/ Seel⸗Meſſen und Berdienſten redet/ ſondern den krancken Herꝛn allein auff den Tod und Verdienſi Chriſti weiſet: Worauff der Jeſuit geantwortet: Herꝛ anders reden wir mit den Geſunden und Lebendigen/ anders mit den Krancken und ſchon halb Todeen. Das war ein gerades/ b abs Je en dh Eſa G3 8 Gn. arhaffngiſtuͤlhe denſhnanabei das Veltſmete rwundete veärt behuͤtet undſpee henſiedas taut inſhre Taeh. angen unsde Ei duns zuſichneſwre owaht daßdeze Wie Bantn anck war unddt. SStaben Chrſttt zuun neundten die Erbſchafft deß ewigen Lebens. 447 aber ſehr kahles Jeſuitiſches Fuͤndlein. Der barmhertzige Gott wolle durch ſeinen heiligen Geiſt/ uns in unſer Todes⸗Stunde bey wahrem Glauben an Chriſtum er halten/ umb deſſelben theuren Verdienſtes wil⸗ len/ Amen/ Amen. b Die neun und ſechtzigſte Predigt. DE NONO POENITENTIE VER EFFECTO, OVOD VII AIERNA HAREDITATIO. Von der neundten Wirckung wahrer Buſſe/ welcheiſt die Erbſchafft deß ewigen Lebens. — Act. 26. v. 18B. Daß ſie ſich bekehren von der Finſternuͤß zum Liecht/ und von der Gewalt deß Satans zu Gott/ zu empfahen Verge⸗ bung der Suͤnden/ und das Erbe ſampt denen die geheiliget werden/ durch den Glauben an mich. b S kan/ O Chriſtliche Hertzen/ wahre Buſſe 4 J. und Bekehrung mit der Myrrhen ſehr wol vergleicher ‿S werden: Dann die Myrrheiſt; 1 — 1. Præſtantiſſima: Ein herꝛliches Gewuͤrtz: Die Dirnen ſo zum Koͤnige Ahalvero ſolten gebracht werden/ wurden zu⸗ vor ſechs Monden mit Balſam und Myrrhen geſchmuͤckt. Eſth. 2. v. 12. Die Weiſen auß Morgen⸗Land/ opfferten dem Sohn Gottes un⸗ ter andern Geſchencken auch Myrrhen. Matth. 2. v. 11. Was iſt doch/ O Chriſtliche Hertzen/ fuͤr Gott dem HErm herllicher als ein wahr⸗ hafftig bußfertiges Hertze Wann unſer Suͤnde ſchon Blutroth ſeyn/ werden ſie doch alsdann Schnee⸗weiß. Eſa. 1. v. 1s. Beſihe fleiſſig das Gbichnuͤß von dem verlohrnen Sohn Lur is rap. 2. Odora- 4483 Wie die wahre Buſſe wircke 2. Odorariſſima; Ein ſtarck riechendes Gewuͤrtz: Dahn wurden die Kleider der Koͤnige mit Myrrhen zugerichtet. Pſal. 45. v.. Und jenes huriſche Weib ſagt; Sie habe jhr Lager unter andern auch mit Myrrhen beſprenget. Prov. 7. v. 17. Alſo gibt wahre Buſſe einen herꝛlichen Geruch fuͤr Gott: Vom Opffer Nohæ. Gen. 8. verſ. 21. Wie dann auch von andern Opffern Exod. 29. v. 18. Lev. 1. v. 9. c.2 v.z. wird geſchrieben/ daß ſie ein ſuͤſſer Geruch fuͤr Gott/ darumb/ weilen ſie auß bußfertigem und glaͤubigem Hertze verrichtet. 3. Amariſſima: Ein bitteres Gewuͤrtz: Wie der Geſchmach außweiſet: Alſo iſt auch wahre Buſſe dem alten Adam ſehr biter. Sie treibet die Thraͤnen auß/ wie zu ſehen an David. Pſal. 6. v. 7. An pe⸗ tro. Matth. 26. v. ult. An derbußfertigen Suͤnderin. Luc. 7. v. 38. 4. Efficaciſſima: Ein kraͤfftiges Gewürtz: Dann ſie bewaßtet die Leichnam der Todten fuͤr der Faͤulung/ deßhalben ſie dieſelbe unter andern auch mit Myrrhen balſamirt: Wie auch unſerm Erloͤſet Jeſu Chriſto wiederfahren. Joh. 19. v. 39. Alſo bewahret wahre Buſſe unſe⸗ re Leiber zur ewigen Seligkeit/ wie der Sohn Gottes in verſeſene Worten außtrucklich bezeuget/ auß welchen wir wollen beſehen/ Wie daß wahre Buſſe/ neben andern Wolthaten/ auch die ewige Seligkeit wircke und zu wege bringe. Unſer himliſche Vater wolle ſeine Gnade uns verleihen/ daß wir es al⸗ ſo anhoͤren/ daß wir alles deſſen davon wir reden moͤgen in der That theilhafftig werden/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. „ Erklaͤrung. 8 Es ſind/ O Chriſtliche Hertzen/ die verleſene Worte/ nicht deß Mannes Gottes Moſis/ nicht eines unter den Propheten deß HErn/ nicht eines Apoſteln/ ſondern deß HErꝛn Jeſu Chriſti ſelber/ welcher iſt die weſentliche goͤttliche Weißheit. Prov. 3. v. 12. Der Lehrer mit derge⸗ lahrten Zungen. Eſa. 70. v. 4. Welchen ſein himliſcher Vatter zu hoͤ⸗ ren/ uns ernſtlich anbefohlen. Matth. 17. v. F. Der hat ſie geredet zum Saul/ wie derſelbe auff dem Wege nach Damaſco wunderbarlich von Ihm bekehret/ und auß dem wuͤtrigen Saulo, einen ſanfftmuͤtigen und hochnuͤtlichen Paulum gemacht hat: In denſelben Worten haben wi: J. Pœni- tuenute ach7bao. 4 — Atedd 1 zwirwolladrſha n Polthatma zuwegebein. msvverleihen /die von wir nedenno Chnſſäwilen Am verleſcne Wattt da Pwßemih eſu Ehrſſiſebenne v.n. Derlchen an imlſeher Ja 5. Dar Fatſeeme zum neundten die Erbſchafft deß ewwigen Lebens. 449 I. Prnitentiæ effectum; Die Wirckung wahrer Buſſe: Sie wircket/“ 1. Converſionem; Eine Bekehrung; Wir ſind leider Verkehr⸗ te von Mutter⸗Leibe an. Pſalm. /8. v. 4. Kehren Gott den Ruͤcken zu. Zach. 7. v. 10. Aber durch wahre Buſſe kehren wir uns umb; Und zwar: 1. Atenebris ad lucem: Von der Finſternuß zum Liecht/ wie der Sohn Gottes ſagt: Ach wie in ſo greuliche: Ach wie in ſo virlfaͤltige Finſternuͤß ſtuͤrtzet uns die leidige Suͤnde! Die Suͤnde verſtoſſet uns in die Finſternuͤß unſers Gemuͤthes: Da ſind wir das Volck ſo im Fin⸗ ſtern wandelt. Eſa. 9. va. Unſer unverſtaͤndiges Herkz iſt verfinſtert. Rom. 1.v. 2 1. Ja Finſternuͤß an uns ſelber. Eph. 5. v. 8. Dann wie kan der jenige ein ſehender Menſch ſeyn/ der ſich muthwillig in die Gruben der Unwar⸗ heit/ und deß Verderbens ſtuͤrtzet Die Suͤnde verſtoſſet uns in die Fin⸗ ſternuͤß unſers boͤſen Willens; daß wir die Finſternuß deß ſ/uͤndlichen We⸗ ſens mehr lieben als das Liecht. Joh. 3. v. 9. Daß wir wandeln im Fin⸗ ſternuͤß/ und wiſſen nicht wo wir hingehen. Joh. 12.v. 35. Die Suͤnde ver⸗ ſtoſſet uns in dieFinſternuͤß alles Jammers und Elendes: Da iſts bey uns finſter fuͤr Angſt/ und das Freuden⸗Liecht ſcheinet nichtͤber uns. Eſa. 5. v. 0. Dafreuet ſich unſer Feindin/ die gottloſe Welt/ daß wir darnieder liegen/ und im Finſiern ſitzen. Mich. 7. v. 8. Die Suͤnde verſtoſſet uns in die ewige Finſternuͤß: Wegen derſelben werden die Gottloſen hinauß⸗ geworffen in die euſſerſte Finſternuͤß/ da Heulen und Zaͤhn⸗Klappern iſt. Matth. z. verſ. 12. O der grauſamen Finſternuͤſſen O der erſchrecklichen Wirckungen der Suͤnden: Von den Tartern wird von unterſchiedlichen Vol. 33 geſchrieben/ daß ſie alſo mit Teuffels⸗Kuͤnſten umbgehen/ daß ſie Fin⸗ p. 15z0. ſternuͤß wann ſie wollen/ und wo ſie wollen/ koͤnnen zu wege bringen: Das veruͤbet jhr Meiſter der leidige Satan bey Vielen ſo da vermeinen gute Chriſten zu ſeyn/ deren Sinn er verblendet daß ſie nicht ſehen das helle Liecht deß Evangelij. 2. Cor. 4. v. 4 Aber wann wir uns warhafftig zu Gott bekehren/ ſokommen wir zum Liecht deß Erkaͤntnuͤß Gottes; Wir erkennen auß dem Geſetz/ daß Gott ein gerechter Gott ſey: Er ſey kein Gott dem gottloß Weſen gefalle/ wer boͤſe iſt/ der bleibet nicht fuͤr jhm. Pſalm.. v.. Er liebe Gerechtigkeit und haſſe gottloſes Weſen. Pſ. 45. v. 6. Wir erkennen auß dem Evangelio/ daß er ein barmhertziger Gott ſey und ſo wahr als er lebe/ nicht begehre den Todt deß Sndee ſonden b a 4o Wiie die wahre Buſſe wircke daß er ſich bekehre und lebe. Ezechz. v. n. Daß ſein gnaͤdiger Wille ſey/ daß wir ſeinen Sohn/ in ſemem Worte ſehen/ und an denſelben glauben und das ewige Leben erlangen ſollen. Joh. 6. v. 40. Wir kommen zum iecht deß Erkaͤntnuß unſer ſelbſe Daß nichts Gutes an uns ſey/ von der Scheitel biß auff die Fuß⸗Sohlen. Eſa.ꝛ verſ 6. Daß wir nicht tuͤchn ſeyn von uns ſelber/ als von uns ſelber etwas Gutes zu gedencken. 2. Cor. 3.v. 5. Wir kommen zum Liecht der Gnade Goltes; Es gehet uns dat Liecht auff/ mitten im Finſternuͤß/ von dem gnaͤdigen/ barmhertz igen und gerechten G O T. Pſalm. 11z verſ. 4. Wir kommen zum himtiſcha Liecht CHRJISTO JESll/ und koͤnnen ſagen; Ob ich ſchon wander im finſtern Thal/ ſo fuͤrchte ich doch kein Ungluͤck/ denn H Err du biſt bey mir. Pſalm. 23. v. 4. Der HERR iſt mein Liecht und mein /)eil fuͤr wem ſolte ich mich fuͤrchten/ der HERR iſt meines Lebens⸗Krafft/ fůr wem ſolte mir grauen⸗ Pſalm. 27. verſ. 1. Wir wandeln nicht im Fin⸗ ſternuͤß/ ſondern haben das Liecht deß Lebens. Joh. d. verſ. 2. Wir wan⸗ deln als Kinder deß Liechts. Eph.. v. o. Wir kommen zum Liecht der ewi⸗ gen Herrlichkeit: Dann wir ſehen in G.OT TES iecht/ das iſt i CHRIST O durch das Evangelium/ das Liecht deß ewigen Lebens. Pſalm 36. v. 10. Welches Liecht die Inbußfertigen nimmermehr ſehen Pſalm. 49. verſ. 20. Wir kommen zum Erbtheil der Heiligen im Liecht. Coloſſ.. verſ. 21. Die Hertlichkeit G OTTES wird uns erleuchten/ Und das Lamb wird unſere Leuchte ſeyn. Apoc. 21 v. 3. Oder groſſen; D der helchen Veraͤnderung/ ſo auff hertzliche Buſſe erfolget: Da ſendet G OTT ſein Liecht und ſeine Warheit/ daß ſie uns leuchten zu ſeinem heiligen Berge/ und zu ſeiner Wohnung. Pſ. 3 v. g. b 2. A poteſtate Satanæ ad Deum omnipotentem: Von der Gewalt deß Satans zumallmaͤchtigen Gott: Was es fuͤr ein Elen⸗ de ſey unter deß Satans Gewalt ſeyn/ iſt mit keinen Worten zu beſchrei⸗ ben: Er iſt ein falſcher Geiſt in aller falſchen Propheten und Lehrer Munde.] Reg. 22. v. 22. Er iſt ein Geiſt der Hurerey/ das iſt/ der Abgoͤt⸗ terey. Hoſ. 4. v.. Ein unſauber Geiſt/ der in den unflaͤrigen Saͤuen ſei⸗ ne Wohnung ſuchet. Matth. 8. verſ. 31. Er bewahret die Gottloſen als ſeinen Pallaſt. Lue.1..v. r. Deren Vatter iſt er Johann. 8. v. 44. Er Kbt denſelben hoͤſes ins Hertze. Johann. 13. v. 2. Verblender ſhre Sinne/ daß ſie nicht ſehen das helle Liecht deß Enanak Smnſh⸗aee 1 a TES Lach Leechtdeß wig rugen nmmem dil der Heligane ESpwrdunaae .11 9. 13. Oh iche Buſſeeffg daß ſit uns 8 Pg r!. upotenem. A otr⸗Wastsfitat nen Dnn⸗ nprefen uneren dasſfed nurftütanEt weßeerde butt Pefamla⸗ Peiinde eCantze zum neundten die Erbſchafft deßewigen Lebens. 451 hat ſein Werck und Werckſtaͤtte in den Kindern deß UInglaubens. Eph. 2. verſ. 2. Er iſt ein Fuͤrſt und Gewaltiger ein Herr der Welt/ der in der Finſternuͤß dieſer Welt her ſchet Epheſ. 6. verſ. 12. Und ſind die Gottlo⸗ ſen in deß Teuffels Stricken und werden von jhm gefangen gehalten zu feinem Willen. 2. Timoth.2.v. 6. Dieſe Gewalt aber hat Satan uͤber die ſo G O T T verachten. Tob. 6,v 7. Was ſind aber alle Unbußfa⸗ lige anders als grauſame/ ſchaͤndliche abſcheuliche/ Veraͤchte G. OT⸗ TES und ſeines Wortes. Wahre Buſſe aber fuͤhret uns zu GOTT und ſeiner Gnade: Weilen Rehabeam ſich fuͤr G OT Tdemuͤtigte/ wendete ſich der Jorn G O TTES von jhm. ꝛ. Chron. 12. verſ. 12. Dann gleich wie G OT T die Iſraeliten auß der Babyloniſchen Ge⸗ faͤngnuͤß errettet: Alſo errettet er bußfertige Hertzen auß der Gewalt deß Teuffels: Da werden wir errettet von der Obrigkeit der Finſternuͤß! und verſetzet in das Reich deß Sohnes GOT TES. Coloſſ.1. verſ. 3. Und dadurch werden wir auch errettet vom geiſtuchen und ewigen Tod⸗ te Dann CoRISTlS hat durch ſeinen Todt/ dem die Macht ge⸗ nommen/ der deß Todtes Gewalt hatte/ das iſt dem Teuffel. Heb. 2. verſ. 14. O der gnadreichen Erloͤſung! Es war dem Koͤnig Jojachim/ ein uͤberauß groſſes/ daß/ wie er ſieben und dreiſſig Jahr im Gefaͤngnuͤß geſeſſen jhn Evilmerodoch der Koͤnig zu Babel darauß errettet. 2. Reg. 25. verſ. 27. Wie der Keyſer Galerius Maximinus/ ein Mandat fuͤr die Chriſten außgehen laſſen/ und derſelben Viele auß dem elenden Ge⸗ faͤngnuͤß erlediget/ ſind ſie hin und her in die Staͤdte kommen/ und ha⸗ ben großmuͤthig/ die unſaͤgliche Freude im HERREN/ den Kirchen hin und wieder verkuͤndiget/ ſind durch alle Gaſſen in Staͤdten/ Fle⸗ cken und Doͤrffern/ Pſalmen und Lob⸗Geſaͤngen ſingend gegangen: Daß auch die jenige ſo zuvor jhnen zuwider geweſen eine gemeine Freude mit jhnen bekommen haben: Wie viel mehr ſollen ſich alle bußfertige Hertzen/ hertzlich freuen/ daß ſie vermittels wahrer Buſſe/ auß der Ge⸗ walt deß grauſamen Satans/ zu der Gnade und Hulde deß allerhoͤch⸗ Hedion. hiſt. Eccl. part. I. 1.9. c. I. ex. Eu- ſehio. ſten Gotees kommen/ und ſich zum allerfleiſſigſten vorſehen/ daß ſie durch vorſetzliche Suͤnde/ in deſſen Gewalt nit wieder gerathen moͤgen. 2. Peccatorum remiſſionem: Zu empfahen Vergebung der Suͤnden: Dann wahre Buſſe bringet gnaͤdige Vergebung der Suͤnden: Wann wir dem HEnen unſer Llbertretung bekennen ſo 4ʃ1 ü vergibt 4 2 Wie die wahre Buſſe wircke 4 vergibt er uns die Miſſethat unſer Suͤnd e. Pſal. 32. v. F. Er vergibt die Miſſethat/ und bedecket alle unſere Suͤnde/ hebet allen ſeinen Zom auff/ und wendet ſich von dem Grim ſeines Zorns. Pſal. 85. verſ. 3. leg. So fern der Morgen vom Abend iſt/ laͤſſet er unſer Ubertrettung von uns ſeyn. Pſal. 103. verſ. 12. Er wirffet alle unſer Suͤnde hinter ſich zu ruͤck. Eſa. 38. v. 17. Er vertilget unſer Miſſethaten wie eine Wolcken/ und unſer Suͤnde wie einen Nebel. Eſa. 44.· v. 22. Er vergibt uns alſo unſer Suͤnde/ daß er unſer Miſſethat nimmermehr wil gedencken. Jer. 31.v. 34. Oder groſſen Gnad: O der unermeßlichen Wolthat Gott thut nicht wie Solyman der tuͤrckiſche Tyrann bey ſeinem Sohn Mu⸗ Dreſſ. lla ftapha, wie derſelbe von ſeinem Vater zu den Perſen uͤbergelauffen/ gog hiſt. und dieſelbe von dem Solyman geſehlagen/ der Muſtapha durch etzliche i vornehme Hennbeym Dater um Gnade bittenaſſen undſbmeauh bi 61. dieſelbe verheiſſen/ darauff der Sohn zum Vater in weiſſem Habit/ und wehrloß gekommen/ und demſelben die Haͤnde kuͤſſen wollen/ hat jhn der Vatter wegnehmen heiſſen/ und mit dem Strange/ auff uͤrcki⸗ ſche Weiſe/ erwuͤrgen laſſen. Ach nein; Er erbarmet ſich unſer alſo/ daß er unſere Miſſethat daͤmpffet/ und alle unſere Sunde in die Tieffe deß Meers wirfft. Mich. 7. v. 19. 3. Hternæ hæreditatis conſecutionem: Zu empfahen das Erbe; Verſtehe/ der ewigen Seligkeit: Da wird uns warlich ein ſcho⸗ nes Erbtheil. Pſal. 16. v. 6. Da ſollen alle beſtaͤndig Bußfertige ererben das Reich/ welches jhnen von Anbegin der Welt her bereitet iſt. Matt. 25. verſ. 34. Da ſollen wir ſeyn Gottes Erben und Mit⸗ Erben unſers HErꝛ Chriſti. Rom. 8. v. 7. Da wir werden erfahren/ welcher ſey der Reichthum ſemes herꝛlichen Erbes an ſeinen Heiligen. Eph. I. verſ. 18. Gleich wie Attalus Philomerer, Koͤnig der Pergamener/ ſein Teſta⸗ Zwing. ment mit dieſen Worten gemachet: Populus Romanus bonorum me- Vors, orum hæres eſto: Das iſt/ die Roͤmer mache ich zu meinen Erben: Alſo P*s. 625. machet Gott allebeſtaͤndig bußfertige Hertzen zu ſeinen Erben: Es war Zwiug. Lin groſſes/ daß Margaretha Koͤnigin in Dennemarck/ Norwegen und v0l., Schweden/ Ericum einen Hergog in Pommern zum Erben dieſer pag. 866. dreyer Koͤnigreich gemachet: Es war ein groſſes/ daß Beatrix, Kayſers 2el. Ottonis IV. Gemahlin/ eine Erbin hundert feſter Staͤdte/ und drey⸗ Epiſt. zz1. hundert und funfftzig Sehloͤſſer geweſen. Aber ſolche Erbſchafften ſind ona M dultephaderhe renlaſſen undſin ater in walſſen dindeküſſendeld, em Strange uft anmtt ſichinſac Suͤndeinded m: Zu enyften ird uns watihent ndig Bußferngen eltherberettenich und Mi⸗Ehea efabren walt eilian. Eyp ru cannener/ ſal omanus bononunt Hzumanen Gi⸗ uſenen Erba.e emarck, Norveg nan zum Ete daß Beatrs ſir Stäͤdt/ u b KcheEtfäfß, zum neundten die Erbſchafft deß ewigen Lebens. 473 bona mobilia, bewegliche Guͤter/ bleiben offt nicht lange bey ſolchen Erben/ ſondern ſie werden offtdurch Menſchliche oder Todes⸗Gewalt auß derſelben geſetzet. Wie dann der Tod/ die Beatricem vier Tage D. Matth. nach jhrem ehlichen Beylager/ jhrer Erbſchafft entſetzet. Das himli⸗ Theatr. in ſche Erbe aber iſt beſtaͤndig und unvergenglich: Da werden wir durch rita Ot- Vergebung der Suͤnden/ gerecht und Erben deß ewigen Lebens. Tit.. ton. V. v. 7. Es iſt das unvergengliche/ unbefleckte und unverwelckliche Erbe/ das uns behalten wird im Himmel. 1. Pet. 1. v. 4. Oder herꝛlichen Wir⸗ ckung wahrer Buſſe! II, Effecti medium: Das Mittel dieſer Wirck ung Solches iſt die Heiligung durch den Glauben an den HErin Chriſtum: Wir ſind von Natur unheilig wegen der einwohnenden Suͤnde: Wir erlangen aber die Gott wolgefaͤllige Heiligkeit durch den allerheiligſten Sohn Gottes. Daniel. 9. v. 24. Der hat ſich ſelbs fuͤr uns geheiliget/ auff daß wir geheiliget wuͤrden in der Warheit. Joh. 17. v. 19. Der iſt uns von Gott gemacht zur Heiligung. I. Cor. x. v. 30. Wir werden von Suͤnden abgewaſchen/ geheiliget und gerecht/ durch den Namen un⸗ ſers HErꝛn Jeſu Chriſi/ und durch den Geiſt unſers Gottes. 1. Cor. 6. verſ. 11. Vnd dieſes alles vermittels wahrem Glauben an Chriſtum/ durch welchen wir ſind Gottes Kinder. Gal. 3. verſ. 26. Sind wir aber Kinder/ ſo ſind wir auch Erben Gottes durch Chriſtum. Gal. 4. v. 7. Zu welcher Erbſchafft uns wolle verhelffen/ Gott der Vater/ durch den heiligen Geiſt/ umb deß theuren Verdienſtes Jeſu Chriſti willen. Amen/ Amen. — Die ſiebentzigſte Predigt. DE PRIMO POENITENTIE OBSTACUIILO, QlIOD PECCANDI CONSUETUDO Vom erſten Hindernuͤß wahrer Buſſe/ welches iſt die Gewonheit zu fuͤndigen. b Jer. 13.V. 2 3. Kan auch ein Mohr ſeme Haut wandeln/ b Lll ij oder 4 1—————— — 5 5 1 4 —— u— 84 Vomerſten Hindernuß wahrer Buſſe⸗ oder ein Parder ſeine Flecken: So koͤnnet jhr auch Gutes thun/ weilen jhr deß Bo⸗ ſen gewohnet ſeyd. S ſpricht Salomon Prov. 22. verſ. 6. alſo: Wie -* man einen Knaben gewehnet/ ſo laͤſſet er nicht davon/ wann er alt wird. Mit dieſen Worten zeiget er an/ wie daß die Ge⸗ ☚= wohnheit ein kraͤfftigen Nachdruck gebe/ wo man dieſelbe einwurtzeln laͤſſet: Vnd ſolches beweiſet: 15 b 1. Experientia: Die Erfahrung: Beydes in guter und boͤſet Aufferziehung der Kinder/ weichen dieſelbe die gantze Zeit ſhres Lebens anhenget. Conſuerudo eſt, quæ aut virtutes, aut vitiaalit, ſagt Hiero- Epi. 2 nymus; Das iſt Die Gewohnheit erhaͤlt beyde Tugend und Untugend. Deme- Wit ein Spanier Kayſer Carolo V. an die Hand gab/ er moͤchte durch triad. einen ernſtlichen Befehl den teutſchen Soldaten das ſauffen verbieten; Gerlach. Antwortet er: Damit werde ich eben ſo viel außrichten als wann ich euch Eutrap. Spaniern das ſtehlen verbieten wolte. P.I. P. 75. 2. Exempla: Die Exempel: Koͤnig Rehabeam war gewohnet/ daß er mit den jungen Leuten/ ſo mit jhm auffgewachſen/ hielt/ derwegen folgete er jhrem Rath/ und verließ den guten Rath der Eltiſten/ und ver⸗ lohr daruͤber die zehen Staͤmme Iſrael.. Reg. 12. v. 8. Ahasfa Koͤnig in Juda/ wandelte in den Wegen deß gottloſen Achabs/ weilen ſeine Mut⸗ ter jhn dazu gehalten und gewehnet/ daß er gottloß war. 2. Chron. ꝛ2. verſ 3. Wie die Iſraeliten in Aſſyrien gefaͤnglich hinweg gefuͤhret/ und Heyden wieder ins Land geſetzet/ fuͤrchteten dieſelbe nicht allein den HErnn/ wie die Iſraelitiſche Prieſter ſie unterweiſeten/ ſondern dieneten auch jhren Goͤtzen/ nach eines jeglichen Volckes Weiſe/ von dannen ſit hergebracht waren. 2. Reg. 17. v.3. Die Phariſeer und Schrifftgelaͤhr⸗ en hatten die Gewohnheit/ daß ſie jhre Becher und Schuͤſſel außwan⸗ dig reinlich hielten/ aber inwendig war es voll Raubes und Fraſſes. Matth. 23. v. 25. Die Juden hatten die boͤſe Gewohnheit/ daß ſie auff Oſtern einen Gefangenen loß lieſſen/ davon wolten ſie nicht abſtehen. Joh. 18. v. 39. Gleich wie ein junger Baum wann er neulich geſetzet/ bald kan außgegraben werden/ aber nicht alſo/ wann er eingewurtzelt: Vnd 1 odes i aug 1 (Lante Jälſgeg durritjalt ſagſt Tugadudl andgad anätzn —m das ſauffnen nchten alsdune thabem da xe 7 wachſanhi ahan eifee n.v.. Ahasſagit cabs welteneul ttloßß war.: Ehn üch hinveggffſe dieſelhe nichk lh veiſeten ſondane s Waſſe vondm zevoßreit i voltm ſinihet maraucgit ua gmaßs b . ſo da iſt die Gewohnheit zu ſuͤndigen. 45* auch ein Nagel wann er gar tieff eingeſchlagen/ nicht bald kan außgezo⸗ gen werden: Alſo kan eine boͤſe Gewohnheit ins erſie bald geendert wer⸗ den/ aber nicht wann ſie lange gewehret. Alſo gehets auch mit uns Men⸗ ſchen/ bey welchen die Gewohnheit der Suͤnde erſtlich eingewurtzelt/ da kan ſie ſchwerlich abgeſchaffet werden/ dieſes bezeugen auch unſen verleſe⸗ ne Worte/ auß welchen wir wollen anſehen/ Hindernuͤß wahrer Buſſe ſey. Der barmhertzige Gott verleihe ſeine Gnade/ daß wirs alſo betrachten/ daß wir alle boͤſe Gewohnheit inder Gnaden⸗Zeit ablegen moͤgen/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Wir haben allhie zu betrachten: b 4 I. Humanam corruptionem: Daselende menſchliche Ver⸗ derben: Solches wird uns allhie mit zweyen Gleichnuͤſſen fuͤr Augen geſtellet/ deren genommen iſt: b 1. Ab rhiope; Von einem Mohren⸗Kan auch ein Mohr ſeine Haut wandeln: Die Mohren ſo man heut zu Tage/ Abyſſiner nennet/ ſeyn am gantzen Leibe gans ſchwartz/ welche Farbe jhnen ange⸗ bohren/ und ſie dieſelbe nicht endern koͤnnen. Mit dieſen Voͤlckern ver⸗ gleichet Gott dieſenige Menſchen/ ſo in jhrer Boßheit verſtocket und verhaͤrtet ſeyn/ und zwar: a. Ratione nigredinis: Wegen der Schwaͤrtze: Gleich wie die ſchwartze Haut der Mohren/ durch keinen menſchlich en Fleiß/ Kunſt oder Arbeit/ kan weiß gemachet werden: Alſo machet uns die Suͤnde nicht allein ſchwartz und heßlich fuͤr G. O TT/ daß wir jhm deßwe⸗ gen ein Greuel ſeyn. Hiob. 15. verſ. 6. Sondern ſie iſt uns auch an⸗ gebohren/ daß ſie durch keinen menſchlichen Fleiß/ Kunſt oder Ar⸗ beit/ auß unſer Natur kan hinweg genommen werden/ und zwar in⸗ ſonderheit wann die boͤſe Gewohnheit dazu kompt/ ſintemal wir in Suͤnden empfangen worden. Pſalm. ſ verſ 7. Die Suͤnde in uns wohnet. Roman. 7. verſ. 2r1. Vnd uns immer anklebet. Heb. 12. verſ.. Weiches ö 4 4—— 456 Vom erſten Hindernuͤß wahrer Buſſe⸗/ welches alles durch die boͤſe Gewonheit vermehret wird. O deßgroſſen Elendes: Laſſet uns/ O Chriſtliche Hertzen/ dieſes taͤglich erwegen/ damit aller Stoltz/ Hoffart und Laßdunckel bey uns moͤge gedaͤmpffet werden. 8. Ratione ſecuritatis: Wegen der Sicherheit: Die Mohren waren ſonderlich ſichere Leute Wie Ezech. 30. v. 9. zu erſehen: Solche ſeyn auch die jenige ſo die Gewonheit zu ſuͤndigen eingenommen: Die ſa⸗ gen: Das iſt er nicht/ ſo uͤbel wird es uns nicht gehen. Jer. ⸗ v. 12. Sie ver⸗ laſſen ſich darauff es ſol keine Noth haben. Jer. 8. v.. Sieliegen auff jhrem Suͤnden⸗ Hefen ſtille. Jer. 48. v. 11. Sie ſprechen: Iſt nicht da HErr unter uns? Es kan kein Vngluͤck uͤber uns kommen. Mich.z v. 11. Der HErr wird weder Gutes noch Boͤſes thun. Zeph. 1. v. 2. O deß gefaͤhrlichen Zuſtandes Dafuͤr ſol ſich ein jeder Chriſt zum fleiſſig⸗ ſten huͤten/ und der geiſtlichen Wach ſamkeit ſich ſteis befleiſſigen. b 2. A pardo: Von einem Parder kan auch ein Parder ſei⸗ ne Flecken wandeln? Die Gottloſen werden dem Parder verglichen: a. Propter macularum firmitatem: Wegen der Beſtaͤndigkeit der Flecken: Parder iſt ein ſehr wildes/ grimmiges und ſehnelles Thier bund und fleckicht/ welche Flecken es nimmer veraͤndert: Alſo auch viele Gottloſen/ die bleiben beſtaͤndig in jhrer Boßheit und boͤſem Gewonheit: Sie verſtocken jhre Hertzen wie Pharao. Exod 8. v.z2. Sie haͤrten jhren Nacken. 2. Reg. 17. v. 14. Sie ſind hart/ jhr Nacken iſt ein Eiſen Ader und jhre Stirne iſt ehrne. Eſa. 48. v. 4. Alle Schlaͤge ſind an jhnen verlohren/ und laſſen ſich nicht ziehen. Jer. 2. v.z0. Wann ſie Gott ſchon ſchlaͤgt ſo fuͤhlen ſie es nicht/ wann er ſie ſchon plagt/ ſo beſſern ſie ſich nicht/ ſie haben ein haͤrter Angeſicht als ein Felß/ und wollen ſich nicht bekehren. Jer. v.3. Es wil bey jhnen der boͤſen Kinder Ruthe nicht helffen. E ſa. 22. v.tz. Oder boͤſen Oder verſtockten Hertzen: Ein ſolcher iſt auch Keyſer Va⸗ D. Marih. jans geweſen welcherober wol von ſeinem Bruder Keyſer Valentiniano Cihe di⸗ von der Verfolgung der recht Glaubigen abgemahnet/ hat er doch ſol⸗ ches nicht geachtet /ſondern iſt dadurch vielmehr erbittert worden/ und hat dem Arianiſchen Biſchoff einen Eyd geleiſtet/ daß er die recht Glaub⸗ gen verfolgen wolte: Er iſt aber endlich in einer Bauren⸗ Huͤtten verbrand bnn da er fuͤr dieſem achtzig Prieſter auff einem Schiff verbrennen 32. 8. Propter crudelitatem: Wegen der Grauſamftiti Ei b ar 1 ¹ 1 1 4. . 1 . 4 5 1 1. “ 3 1 3. 4 1 8 1 8 1 4 * 4 3 4 1 1 1 1 —— 3— 4— —— —. 4 —— — ℳ— 1, 6— 3 8 —— 1 kan auchein ndem Padn zegenderdüit, agges nd ſchnile veraͤnden: Aom eitundhoſem hen 28vz:. Srtzit kemiſtem Eſa geſindanſpnnnt ſie Gottſchenſth ſem ſieſichnchl ſch nichtbenehtn nichtheffen Eiu dicherſſauchsin uder Kcſa Vann gemahnt hatche erbutertwonn daß erdent Beuren Hüttne anen Schifn der Grauſcri ſo da iſt die Gewonheit zu ſuͤndigen. 457 Parder iſt ein grauſam Thier/ undzureiſſet beyde Menſchen und Thier: Daher vergleichet ſich Gott in ſeinen grimmigen Straffen einem Par⸗ der. Hoſ. 33. v. 7. Solche Natur haben auch viele Gottloſen an ſich: Sie ſeyn bꝛutgierig. Pſ. 5. v. 7. Sie vergieſſen frommer Hertzen Blut wie Waſſer. Pſalm. 79. v.z. Jhre Fuͤſſe lauffenzum Boͤſen und eilen Blut zu vergieſſen. Prov. 1. verſ. 16. Was fuͤr ein rſchreckliches Blui⸗Bad Anno 1572. auff der Blut⸗Hochzeu zu Pariß angeſtellet worden/ iſt 1 5 weitlaͤufftig beym Thuano zu leſen: Wie im Jahr 1576. ein grauſamds graben/ iſt bey dem Meigerio zu finden: Ja ſolche unbarmhertzige grau⸗ ſame Menſchen/ betruͤben auch jhr eigen Fleiſch und Blut. Prov. 11. v. 17. S ben ſie ſich ſelber mit Leib und Steldem Teuffel in ſeinen Rachen oſſen. b . Propter fraudem: Wegen deß Betrugs: Der Parder lautet liſtiglich auff den Raub: Daher wurd der Koͤnig zu Babel einem lauren⸗ den Parder verglichen. Jer.). v.s. Solcher Natur ſeyn auch die Gott⸗ ſoſen Sie lauren im Verborgen wie ein Loͤwe in der Hole/ ſie lauren daß ſie die Elenden erhaſchen. Pſalm: 0.v 9. Mit jhrem Mundereden ſie freundlich mit jhrem Naͤchſten/ aber im Hextzen lauren ſie auff ihn. Jar. . v. 8. Auß dieſem/ O Chriſiliche Hertzen/ ſehen wir/ was es fuͤr eine Be⸗ ſchaffenheit mit der leidigen Suͤnde habe/ wie Nagelfeſte uns dieſelbe an⸗ hangen derowegen ſollen wir dieſelbe nicht lange bey uns hauſſen laſſen/ ndenn in der Zeit dieſen Sauerteig durch wahre Buſſe außfegen. I. Cor. 5.v.7. II. Ejus demonſtrationem: Wie wir ſolches Verderbenbe⸗ weiſen? Damit/ daß wir eben ſo wenig koͤnnen Gutes thun/ als ein Mohr kan ſeine Haut/ und ein Parder ſeine Flecken verwan⸗ deln: Ach das Boͤſe! Ach das leidige Boͤſe/ liegt uns ſo feſtean: Das Dichten und Trachten deß menſchlichen Hrrtzen iſt boͤſe immerdar. Ge⸗ neſ 6. v.5. Wir thun uͤbel fuͤr den Augen deß HErrn unſers Gottes und erzuͤrnen jhn. Deut 4 v 23. Da ſiehet Gott vom Himmel herab auff al⸗ ler Menſchen Kinder/ ob jemand waͤre der kl ug ſey/ und nach Gott frage/ aber ſie ſind alle abgewichen/ und alleſamt untuͤchtig/ da iſt keiner der Gu⸗ tes thue/ auch nicht einer. Pſalm 4. verſ. 3. Es iſt eitel Boßheit unter uns. Pſal.).v. 16. Gleichwie ein Born immerfort ſein Waſſer quillet; Mmm Alſo .32. Blut Vergieſſen zu Antorff veruͤbet daß in die 9000. Erſchlagene be⸗ 1.z.c. 13. —ℳõ 8 2* 4 — 1— 2————,** 8 478 Vonddem erſten Hindernuͤß wahrer Buſſe Alſo quillet auch unſer Boßheit. Jer. 5. v.75. Wir gehen von der einen Boß heit zu der andern. Jer. 9. v.. Ja/ wann wir ſchon wiedergebohren ſind ſo thun wir doch nicht/ das Gute das wir wollen/ ſondern das Boͤſe das wir nicht wollen/ das thun wir. Rom. 7.v. 19. Ounſers elenden Zu⸗ zZwing. ſiandes Der Boßhafftige Keyſer Heliogabalus/ hat geſagt: So iche⸗ 7l.. p. 3. nen Erben haben werde/ wil ich ihm einen Vormund verordnen/ der ſol Ihn dazu halten/ daß er das ſenige thue/ was ich gethan habe und noch thun werde: Einen ſolchen Vormund haben wir/ leider/ an unſerm boͤſen Willen/ ſo uns zu allem Boͤſen reitzet und treibet: Dann das Geſetz iſt in unſer Gliedern/ widerſtrebet dem Geſetz unſers Gemuͤthes/ und nimt uns gefangen in der Suͤnden Geſetz/ welchts iſt in unſern Gliedern/ wieder widergebohrne Apoſtel Paulus klaget. Rom. 7. v. 3. Iſt aber das nicht erſchrecklich/ daß unſer boͤſer Wille/ uns in ſeine Gewalt gefangen nimt/ daß das Geſetz unſers Gemuͤthes/ muß weichen/ und das Geſet unſer Gueder muß den Vorzug haben? Odeß elenden Zuſtandes:. III. Ejus originem: Woher es komme/ daß wir zuum Boͤſen alſo geneiget ſeyn: Weilen wir deß Boͤſen gewohnet: Es wird /O Chriſtliches Hertz/ zweyerley Gewonheit gefunden: 1. Conſetudo bona; Eine gute Gewonheit; Alſo wares eine gute Gewonheit der Eltern Chriſti/ daß ſie hinauff gingen gen Jeruſa⸗ lem/ nach Gewonheit deß Feſtes. Luc. 2 v. 42. Alſo war es auch eine gute Gewonheit/ daß der Sohn Gottes/ das Volck lehrete. Marc. 10. verſ.. Daß er am Sabbath⸗Tage in die Schule ging. Luc. 4.v. 16. Alſo war Paulus gewohnet/ daß wo er in eine Stadt kam/ zu den Juden in die Schule ging/ und redete mit jhnen auß der Schrifft. Act. 7. verſ..leg⸗ Zwing. Bey den den Teutſchen haben vormahls gute Sitten mehr gegolten Vol.z1. als bey andern Voͤlckern gute Geſetze: Aber jetzunder werden zwar gutet pag 3814. Geſetze genug in Teutſch⸗Land gefunden/ aber die boͤſen Gewohnheiten ſind maͤchtiger/ leꝛder/ ais die Geſetze: Siĩ bonum& utilc fuerir, ctiami Homil. 56 non ſit conſuetudo, ſiat: Sin damnoſum& pernicioſum eſt, etiamſi in Gen.5. conſuetudo ſit, rejiciatur: Nam ſi hoc admiſerimus,& fur,& adulter, & quantum vis malus alius, ad conſuerudinem provocabit; Sagt Chryloſtomus: Das iſt; So ein Ding gut und nuͤtzlich iſt/ ob zwar kei⸗ ne Gewonheit da iſt/ ſo geſchehe es: So es aber verdamlich und ver⸗ derblich iſt/ ob dann ſchon die Gewohnheit da iſt/ ſo werde es duchne worffen. enZuſtandt. ne daßwirzuh ngewohnet En nden: vonheit; Aeoree nauff gnga Aſſo war zautan ehte Manun g. Luc k. 6. am zu dn jhen ſchnfft An n te Sitten meirgn zunder werden e rdieboſen Gene a& utlle tvert 0 perniciolunelet erimus&fur Kun nem prorocti nonäslch ſthg abervadanſhu ſ ſo umnon b welches iſt die Gewonheit zu ſuͤndigen. 4/9 worffen. Dann ſo wir dieſes werden zugeben/ ſo wird ein Dieh/ein Ehe⸗ brecher/ und ein jeder Gottioſer auff die Gewonheit ſich beruffen. 2. Conſetudo mala: Eine boͤſe Gewonheit: Vber ſolche boͤſe Gewohnheit der Iſraeliten klaget GO T Tund ſpricht: Sie thun wie ſie immer gethan haben/ von dem Tagean/ da ich ſie auß Egypten fuͤhre⸗ te/ biß auff dieſen Tag/ und haben mich verlaſſen/ und andern Goͤttern gedienet. l. Sam. averſ 8. Deroſelben Nachfahren/ haben jhr Lek⸗Tage der Stimme GOttes nicht gehorchen wollen. Jerem. 22. verſ. 21. Sie waren der geiſtlichen Ehebrecherey gewohnet von Alters her. Ezech. 23. verſ. 43. Die Gottloſen wann ſie ſchon ein gottloß Weſen fuͤhren/ ſo ach⸗ ten ſit es doch nicht. Dan. 12. v. 10. Alſo gewehnen ſich Viel zu ſchmaͤhen/ und beſſern ſich ihr Lebrage nicht. Strach.2 verſ. 20. O der Boßheit/ der boͤſen Gewonheit Deſinit remedio eſſe locus, ubi quæ fuerant vitia, Epiſt.;9. mores ſunt, ſagt Seneca: Das iſt Es iſt alle Artzeney umbſonſt/ da das in fine. jenige was Suͤnde iſt/ Sitten un Gewonheit wird. Gleich wie ein Froſch immer wieder huͤpffet in den Pfuel/ wann mann ihn auch ſetzte auff ein guͤlden Stuel: Und der Guckgug ſinget ſeinen Geſang ob er ſchon alt wird; Auch Eiſen wann es einmal roſtig worden/ uͤbel wiederumb hellzu poliren iſt: Alſo bleiben boͤſe Leute bey jhrer boͤſen Gewonheit/ und ſeyn davon nicht abzubringen. Von den Cretenſern ſchreibet Valerius Marximus/ daß wann ſie einem etwas Boͤſes wuͤnſchen wollen/ haben lib. 7.c.. ſie jhm eine boͤſe Gewonheit gewuͤnſchet/ weilen eiwas Boͤſes begeh⸗ ren/ und darinnen verharren/ eine ſolche Liebligkeit mit ſich fuͤhre/ ſo dem Verderben gar nahe ſey. Der ſehr gelehrte Mann Domini⸗ cus Baudius/ hat die Gewohnheit gehabt/ daß wann er im Audito erlah. rio leſen ſollen/ gerne zuvor ein guten Trunck Wein zu ſich genom⸗ Eutrap. einem Tiſche/ ſo fuͤr ſeiner Stuben geſtanden/ under vorbey gehen muͤſſen/ etliche Glaͤßlein voller Wein geſetzet: Wann nun Baudius dieſelbe geſehen/ hat er pflegen zuſagen: Wer kan doch ſolche Stein⸗ „I. p. IIO. men: Wieſolches ſeine Tiſch⸗Geſellen erfahren/ haben ſie jhm auff Klippen ohne Schiffbruch fuͤruͤber ſeglen. Da heiſſetes: Vincere con Inpſal. 30. ſuetudinem, dura pugna, wie Auguſtinus ſagt: Das iſt; Die Gewon⸗ conc.i. heit uͤberwuͤnden gibt einen harten Strauß. Dieſe boͤſe Gewonheit ver⸗ hindert nicht allein wahre Buſſe/ daß ſolche in jhren Suͤnden fortfahren Mmm ij ſondern 8——— 83 2. A 1. 4. k— 1 4 8— 1——— 460 Vom andern Hindernuͤß wahrer Buſſe ſondern ſie machet auch die Buſſe und Bekehrung zu nicht: Was hilffts einem Geitzigen/ daß er zur Beicht und Abendmahl gehet/ wann er wieder zu ſeinen Suͤnden kehret? Alſo auch einem Flucher/ Veraͤch⸗ ter goͤttliches Wortes/ Veraͤchter Eltern/ Prediger und der Obrigkeit dem ſo in Haß/ Neid und Feindſchafft/ in Freſſen und Sauffen/ Va⸗ zucht und Schande/ in Rauben/ Wuchern und Diebſtahl/ in Luͤgen/ Verleumbden und Laͤſtern lebet/ wann er wieder auff den alten Hefen ſtellet? Viele Handwercker/ Schuſter/ Schneider und andere bilden h⸗ nen ein/ jhre Gewonheit zu luͤgen ſey keine Suͤnde: O das iſt ein liſtiget Griff deß Satans Laſſet uns/ O Chriſtliche Hertzen/ die booͤſe Gewon⸗ heit fliehen/ dazu uns verhelffen wolle der Geber alles Guten umb Ne⸗ ſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. Die ein und ſiebentzigſte Predigt. DE SECUNDO VERFE POENITENTI OBSTACUIO, OQllOD CONSCIENTIR DORMITATIO. Vom andern Hindernuͤß wahrer Buſſe/ welches iſt b der Gewiſſens Schlaf. b 1. Theſf z. v. 6. Eaſſet uns nicht ſchlafen. Sſpricht Gott zum Cain. Gen. 4. verſ.7. Die r. Sunde ruhe fuͤr der Thuͤr: Bey dieſen Worten haben wir ˙ zu beobachten: 1. Lubjectum; Wovon allhie geredet werde? Von der Suͤnde: Dieſelbe beſchreibet Johannes/ daß ſie ſey das Vnrecht. 1. Joh.„v. 4. Das iſt/ dasjenige was von goͤttlichen Rechten/ oder der Niehtſchnur deß goͤttlichen Willens und Geſetzes abweiche/ und begreiffet in ſich: b b . Exorbitationem: Eine Außweichung: Gleich wie ein Wa⸗ ge ſo lange er in der Wagleiſe bleibet/ recht gehet/ aber wann er davon außweicht/ an eine ſeite ſich lencket: Alſo uͤbertretten wir durch ſuͤndigen den Bund Gottes/ und werden abtruͤnnig von ſeinem GeſeßeHoſee. b verſ. J. 8 ſſenund S ind Dutſaal 6 (der auffdan dha aden und anderh. unde. Odas ſi Nerzen die zöfc 1 der alles Gua de — — — 1 — redigt. TIK OEST KMITTATIO 1 Buſſe/ wate * laf. la fen. Gen 4 bel, dieſen Wonnſit allbie gercden Hannes/ dafſtt svon gatlchal und Geſchto düeh ung Glachwmn het/ aber wann 6 1 nettmwirduſt dſenm Get ſoda ſt der Gewiſſens Schlaf. 461 v. I. Dann wo kein Geſetz iſt/ da iſt auch keine Vbertrettung. Rom. 4. verſ. 15. V 1 2. Damnationem: Die Verdamnuͤß: Dann dieſelbe klebet ei⸗ ner jeglichen Suͤnde feſte an/ und kan durch keine menſchliche Mittel von jhr abgeſendet werden. Dann welche Seel ſuͤndiget/ die ſoll ſterben. Ezech. 18. v. 4. Verſtehe/ zeitliches/ geiſtliches und ewiges Todes; Wei⸗ len der Tod der Suͤnden Sold iſt. Rom. 6.v. 23. II. Prædicatum: Was allhie von der Suͤnde geredet werde? Sie ruhe fuͤr der Thuͤr. In dieſen Worten vergleichet Gott die Suͤn⸗ de einem Hunde/ ſo fuͤr der Thuͤr lieget/ und zwar: b 1. Katione dormitionis: Wegen deß ſchlafens: Gleich wie ein Hund ſo fuͤr der Thur lieget/ offt ſchlaͤfet: Alſo auch die Suͤnde offt⸗ mals bey den Menſchen/ daß er die Bewegung und beiſſen deß Gewiſ⸗ ſens nicht empfindet/ wie an Cain zu erſehen war/ der den Haß und Neid gegen ſeinen Bruder fuͤr keine Suͤnde hielt/ weilen ſein Gewiſſen in vollem Schlaf war: Vnd am Juda/ welcher ſich ſelber den Hohen⸗ prieſtern darſtellete/ Chriſtum zu verrathen/ empfieng das Verraͤhter⸗ Geld/ und ward ein Vor gaͤnger deren die C hriſtum grieffen/ wie Matt. 26. cap. zu leſen. Da war keine Empfindung der Suͤnden/ ſondern ein harter und tieffer Suͤnden⸗Schlaf ſolchen nnet Paulus uchloß. Eph. 4:v. 19. Biy welchen kein Empfindung der Schmertzen in jhren Suͤn⸗ den Wunden. b 2. Ratione evigilationis: Wegen deß Erwachens: Gleich wie ein ſchlafender Hund durch ein geringes Geraͤuſch erwachet/ und mit groſſem Eifer einen Frembden anfaͤllet; Alſo thut auch die erwachende Suͤnde vermittels dem Gewiſſen: Da greiffet ſie Cain alſo an/ daß jhm das ſehen der Gnaden Gottes vergehet/ und bekennet/ ſeine Suͤnde ſey groͤſſer/ dann daß ſie jhm vergeben werden moͤge. Gen. 4. v. 13. Den Ju⸗ dam/ daß er aller gnadreichen Predigten Chriſti vergiſſet/ und ſich nach ainem Strick nur umbſihet/ deß zeitlichen Lebens loß zu werden. Matt. 27.v. z. Dieſer elende Suͤnden⸗Schlaf verhindert bey vielen die Bekeh⸗ rung/ darumb warnet uns Paulus dafuͤr/ auß de ſen Worten wir wol⸗ len beſehen: b Wie der Suͤnden⸗Schlaf eine Verhinderung wahrer Buſſe ſey Mmm uj Der 3 88.— L—— 8. 3 1—. 8„ 462 Vom andern Hindernuͤß wahrer Buſſe/ Der barmhertzige Gott wolle dadurch ein wachſames Hertz/ durch den 8 Erklaͤrung. Wir haben allhie in acht zu nhhmen: 1. Dormientem conſcientiam: Das ſchlafende Gewiſſen: Es hat das Gewiſſen ſeinen Namen von dem weiſſen/ und heiſſet ſo viel als Mitwiſſen/ weilen daſſelbe umb deß Menſchen ſeine Gedancken/ Worte und Wercke ſehr wol weiß. Es wird auch in Gottes Wort das Hertz genant/ von Salomon/ da er ſpricht: Dein Hertz/ das iſt/ dein Gewiſſen/ weiß/ daß du andern offtmals gefluchet haſt. Eccl. 7. v. 23. Es wird aber nicht ſchlecht ein Wiſſen/ ſondern Conſcientia oder ein Mitwiſſen genant/ weilen wir dasjenige was wir gedacht/ geredet oder gethan/ nicht allein wiſſen/ auch nicht allein deſſelben gewiß ſeyn/ ſon⸗ dern daſſelbe auch andere mit und neben uns wiſſen. Dann in vielen Dingen der heiligen und boͤſen Engel/ auch anderer Menſchen zu ge⸗ ſchweigen/ ſo ſeyn ja dem allwiſſenden Gott/ alle unſere Gedancken/ Wort und Wercke offenbar/ und gantz unverborgen: Dann ein Menſch ſihet was fuͤr Augen iſt/ aber der HErn ſiher das Hertze an. 1. Sam. 16. v.7. UnſerZeuge iſt im Himel/ und der uns kennet iſt in der Hoͤhe. Hiob. 15. v. 19. Der pruͤfet Hertzen und Nieren. Pſal. 7. v. 10. Er kennet unſers Hertzen Grund. Pſ. 44 v. 22. Er verſtehet unſer Gedancken von ferne/ und iſt kein Wort auff unſer Zungen/ das er nicht wiſſe. Pſal. 139. v.2. leq Er iſt ein Zeuge uͤber alle Gedancken/ und erkennet alle Hertzen ge⸗ wiß/ und hoͤret alle Wort. Sap. J. v. 6. Die Tempel ſo man vor Zeiten 2el in der Heydenſchafft dem J upiter zugeeignet/ waren oben offen/ damit Epiſt. 336. anzuzeigen/ daß Gott ſeine Augen allenthalben habe/ und keine Suͤn⸗ de/ wie heimlich ſie auch begangen werde/ jhme koͤnne verborgen ſeyn. Es iſt aber das Gewiſſen ein ſolches natuͤrliches Liecht bey dem Men⸗ ſchen/ welches nicht gaͤntzlich kan außgeleſchet werden: Daher ſagt Paulus von den Heyden/ daß jhr Gewiſſen ſie bezeuge/ und auch jhre Gedancken ſich untereinander verklagen und entſchuldigen/ das iſt wann ſie jhnen Boͤſes/ oder nichts Boͤſes bewuſt ſeyn. Rom. 2. v. 15. Curt. l. 7. Daher ſchreibet Curtius vom Alexandro Lynceſte, ſo wegen deſſen gefangen F — heiligen Geiſt in uns erwecken/ umb JJeſu Chriſti willen/ Amen. dtu en ekad us Du 4 1 1 vetich 1 A 2 ata Wrh 1 dern onlcientaſt wir gedacht/ an deſſehen gwſn swiſſen. Dan anderer Maſſza, alleunſar i borgen.Oana⸗ as Hertzean.1en inctiſtinda ha 17 v.1o. Erknn ſer Gedanckarn nicht wiſſe. l derkennctallehen Tanpelſomantn⸗ warm obensfen en habe/ undime me körnevorhetut hes Licchtbendn het werden: D0 je hezeugt/ ndat entſchuddigen 6 ruſt ſcn. Jnn nceſte, ſo tig en ad TMuung ſo da ift der Gewiſſens Schlaf. 46; gefangen geſeſſen/ und auff ſeine Verthedigung langgnug bedacht ge⸗ weſen/ wie er dieſelbe herfuͤr bringen wollen/ mit ſtamlen und zagen/ gar wenig herfuͤrgebracht/ und endlich nichts herfuͤr bringen koͤnnen/ wor⸗ auß die Vmbſtehende abgenommen/ daß es nicht am Gedaͤchtnuͤß/ ſon⸗ dern an gutem Gewiſſen es jhm gemangelt. Vnter deſſen aber muͤſſen wir hiebey in acht nehmen: I. Conſcientiæ impeditionem: Die Verhinderung deß Ge⸗ wiſſens; Da wird es in ſeinem Ampt und Wirckungverhindert: 1. Morbi violentia: Durch Gewalt der Kranckheit: Als zum Exempel; In einem aberwitzigen/ raſenden und wuͤtenden Menſchen iſt die Vernunfft alſo verfinſtert/ daß er ſelber nicht weiß oder erkennet/ was er redet oder thut/ und iſt der Unterſcheid deſſen was erbar und recht/ oder was unerbar und unrecht bey demſelben nicht zu finden: In welchem Zuſtande Nebucadnezar ein zeitlang geweſen. Dan. 4. v. z0. 2. Iræ vehementia: Durch groſſen Eifer und Zorn: Dann ein Menſch der durch Eifer und Zorn gantz eingenommen/ weiß under⸗ kennet offt nicht was er thul: Ein ſolchen tollen erwuͤrget der Zorn ſelber. Hiob.) v. z. Die wollen fuͤr Boͤßheit berſten. Hiob. 14. v. 4. Ein ſolcher zorniger Menſch thut nicht was fuͤr Gott recht iſt. Jac. 1. v. 20. Da iſj abermal das Gewiſſen gleichſam verſperret: Wie der Graf von Win⸗ tzenburg/ eines Ritters an ſeinem Hofe Haus frauen jhrer Fraͤulichen Ehre beraubet hatte/ und ſie ſolches jhrem Mann mit weinenden Augen geklagt/ hat er den Grafen mit ſeinem Schwerd durchgerannt/ die Buming. ſchwangere Graͤfin hat geruffen: O du Ertzboͤſewicht/ ernuͤrgeſt du Br deinen eigenen Herrn/ wolan/ ich habs unterm Guͤrtel das dieſes raͤchen Mond in kurtzer friſt begangen. Da iſt warlich kein Gewiſſen zu Hauſe geweſen. 3. Affectata voluntatis divinæ ignorantia: Die muthwillige Unwiſſenheit deß Willen Gottes: Von ſolcher Unwiſſenheit ſagt David; Sie laſſen ihnen nicht ſagen/ undachtens nicht ſie gehen immer hin im Finſtern. Pfalm. 82. verſ 5 Es ſind Leute deren Hertz immer den Irre⸗Weg wil/ und die GO TTE S⸗ Wege ncht lernen wollen. Pſal.ꝰ5. verſ. 10. Sie gehen nicht in jhr Hertze/ keine Bemunffrase it ron. unſ. ſoll: Worauff der Ritter ſie auch durch gerannt/ und alſo ein dreyfachen fol 644 ſͤ 25 464 Vomandern Hindernuͤß wahrer Buſſe Wit iſt bey jhnen. Eſa. 44. v. 9. Weiſe ſind ſie genug uͤbel zu thun/ aben wohlthun wollen ſie nicht lernen. Jer. 4 v. 22. Sie verfolgen treu Lehret und halten ihr Wort nicht/ weilen ſie nicht koͤnnen den/ der Chriſtum ge⸗ ſand hat. Joh. 5.v. 21. Wann ſie dieſelbe toͤdten/ vermeinen ſie/ fie thun Gott einen Dienſi daran/ und ſolches thun ſie darumb/ daß ſie weder Chriſti Vater/ noch Chriſtum erkennen. Joh. 16, v.2 leq Dieſe mutf⸗ willige Unwiſſenheit bindet gleichſam das Gewiſſen/ daß es zum rechten Erkaͤntnuͤß der Suͤnde nicht kommen kan. 4. Durities hominis obſtinata: Daß ſich der Menſche ſelber verhaͤrtet: Alſo verſtocket Pharao ſein Hertze. Exod. 7 v. 13. Alſoge⸗ horchten die Iſraeliten der Vermahnung Gottes nicht/ ſondern haͤrte⸗ ten jhren Nacken. 2. Reg. 7. v. 4 Koͤnig Zidekia ward auch halßſtarrig und verſtockte ſein Hertz.. Chron.z 6. v. 3. Ja/ Viele machen ſhe Ange⸗ ſicht haͤrter dann eingelß Jer z. v. z. Und darauff folget unterweilen/ daß ſie von Gott auß gerechtem Gericht in einen ver kehrten Sinn dahin ge⸗ geben werden. Rom. 1. v. 28. Da iſt das Gewiſſen gleichſam zum harien Stein⸗Felſen worden/ darin nichts kan geſchrieben werden: Vnddurch dieſe Dinge wird das Gewiſſen verhindert/ daß es ſein Ampt bey emem Menſchen nicht verrichtet. b 2. Conſcientiæ dormitionem: Das Schlaffen deß Gewiſ⸗ ſens: Gleich wie die Schlaffenden jhre leibliche Sinne euſſerlich nicht gebrauchen/ alſo haben die Gottloſen dieſelben geiſtlich und innerlich ver⸗ lohren: Sie ſehen nicht beydes die Herrligkeit deß ewigen Lebens auch nicht die erſchreckliche Straffe der ewigen Verdamnuͤß; Sie hoͤren nicht/ beydes die Stimme deß Geſttzes/ und deß Evangelj: Sie fuͤhlen nicht/ daß der Sohn Gottes fuͤr der Thuͤr jhrer Hertzen ank opffet. Apot. 3.v. 20. Sie ſchmecken nicht wie freundlich daß der HErr iſt. †ſ 34.v.9. Sie riechen nicht den heßlichen Geſtanck jhrer Suͤnde. In dieſen Gewiſ⸗ ſens⸗Schlaff werden die Gottloſen eingen ieget: 1. Diaboli induratione; Durch Verſtockung deß Teuffels: Dann weilen die Gottloſen alle treuhertzige Vermanung Gottes ver⸗ achten/ und ſeine Gnade muthwillig von ſich ſtoſſen ſo ſchencket jhnen Gott auß gerechtem Gerichte/ und als eine wolverdiente Straffe den Geiſt deß harten Schlaffes ein. Eſa. 29. v. io. Der verblendet der Vn- glanbigen Sinn/ daß ſie nicht ſehen das helle Liecht das Erano b 2. Cor. kin ward auchfißt etes icht ſagn 3 1 4 1 4 7 ſim glachſan ue neben waden. ß es ſan Angehe SSchlaffenditt ſche Sinneeuſtnuöh geiſtlich undmat eit deßewigm t. Dadamnat; E. Evangel E Harzmanbofft⸗ hder hEn ſt Sͤnde Indite et: g rſtockungdeſc Vamanungt ſoſſen ſe chen wolverd entt 60 „Daervenblcnt Gde Luchtdwen 10 ſo daiſt die Gewonheit zu ſuͤndigen. 465 2. Cor. 4.v. 4. Derſelbe ſchlaͤgt ſie mit Blindheit deß Hertzen. Ezech. 4. v. 18. Machet auß jhnen Kinder deß Nachts und der Finſternuͤß.1. Theſſ. 5. v. 5. Vndfuͤhret ſie alſo in ſeinen Stricken gefangen zu ſeinem Wil⸗ len. 2. Tim. 2. verſ. 16. O deß elenden Schlaffs Wie Siſſera bey der Jael eingekehret/ ſich niedergelegt und entſchlummert/ ſ chlug jhm die Jael einen Nagel durch den Schlaff/ daß er ſtarb. Jud. 4.verſ. 21. Wie Iß boſeth ſeinen Mittages⸗Schlaff hielt/ ward er auff ſeinem Lager er⸗ Z wing. wuͤrget. 2. Sam 4. v.). Smindyrides ein Sybariter hat pflegen zu ſa⸗ Vol.z. gen/ daß er in zwantzig Jahren die Sonne weder auff⸗noch niedergehen pag 415. geſehen/ alſo hat er deß Tages geſoffen: Alſo werden/ leider/ Viele gefun⸗ den, die in ſo langem und tieffen Suͤndenſchlaff gelegen/ daß ſie in zwan⸗ tzig Jahren/ die Sonne der Gerechtigkeit Jeſ um Chriſtum nicht anſehen. 2. Concupiſcentiæ pravæ obeditione: Daß ſie jhren boͤſen Luͤſten immer folgen: Sie folgen jhren Begierden und Muchwillen. Pſalm. 140. v. 9. Sie thun den Willen jhres Fleiſches/ und jhrer Ver⸗ nunfft. Eph. 2. v.z. Sielaſſen die Suͤnde frey herſchen in jhrem ſierbli⸗ chen Leibe/ hr Gehorſam zu leiſten in jhren Luͤſten. Rom. 6. v. 12. Sie leben in der Luſtſeuche wie die Heyden/ die von GOT T nichts wiſſen. 1. Theſſ. 4. verſ. 5. Ihre thoͤrichte und ſchaͤdliche Luͤſte/ verſencken ſie ins Verderben und Verdamnuͤß. 1. Timoth. 6. verſ. 9. Sie wan⸗ deln nach jhren Luͤſten. Epiſt. Jud. verl. 16. O deß elenden Schlaffes Auf welches kurtze und geringe Luſt/ die erſchreckliche ewige Vnluſt erfolget. 3. Conſcientiæ revelatæ velatione, Wannſie das auffge⸗ deckte Gewiſſen wieder zudecken. Viele/ wann jhnen Gott durch ſeine Gnade das Gewiſſen auffwecket/ ſo decken ſie es ſo bald jhnen muͤglich/ wiederumb zu: Das haben ſie von Adam ſtudiret: Demſelben war ſein Gewiſſen auffgewachet/ da er ſahe daß er nacket war/ vermeinte aber die Feigen⸗Blaͤtter ſolten das beſte thun. Gen. 3. v. 7. Alſo ſeyn Vitle/ wann denſelben Gott das Gewiſſen beweget/ uͤttelt und ſchuͤttelt/ ſo vermeinen ſie ſie wollen mit allerhand Fuͤndlein ſich entſchuldigen/ und das Gewiſ⸗ ſen ſtillen: Wie Saul wegen ſeiner Mißhandlung von Samuel ward zur Rede geſtellet/ und hm das Gewiſſen auffdeckte/ da hatte er bald ein Fuͤndlein/ damit ers vermeinte zudecken.. Sam z. v.. David verſuch⸗ gees auch: Wie ihm ſein Gewiſſen auffwachete/ wolte er ſeine Suͤnde nn ver⸗ 466 Vomandern Hindernuͤß wahrer Buſſe/ verſchweigen/ und mit dem Fuchs⸗Schwantz druͤber ſtreichen/ daver⸗ ſchmachten jhm ſeine Gebeine/ durch ſein taͤglich Heulen. Pſalm. 32. v. 3. Hiob hat viel beſſer gethan/ daß er ſeme Schalekheit nicht gedecken/ daß er heimlich ſeine Miſſethat verbuͤrge. Hiob: 31. v. 33. In deſſen Juß⸗ Stapffen ſollen alle bußfertige Hertzen treten. 4. beccatiſpretisne Wann ſie die Sunde nicht achten: Da werden Viel gefunden/ ſo ſich wenig Gedancken daruͤber machen/ wan ſie ſchon groſſe und grobe Suͤnde begehen: Sie ſprechen in jhrem Her⸗ tzen/ es ſey kein Gott. Pſalm. 14. v. 1. Achten weder Gottes/ noch jhres Gewiſſens: Ihr. Hertze iſt dicke wie Schmer. Pſalm. 119. v. 70. Das iſi ſie ſind in jhrem boͤſen Sinn und Weſen gantz und gar verſtocket. Der Apoſte Paulus nennet ſie ‿αre dolere neſcientes, das iſt/ ſolche Leute/ darin kein Fuͤhlen deß Guten oder Boͤſen mehr zu finden iſt. Eph4. v. 19. Ja/ Sie freuen ſich Boͤſes zu thun/ und ſind froͤlich in ſh⸗ rem boͤſen verkehrten Weſen. Prov. 2. v. 14. In ſolchen Schlaff hat der Teuffel den Cain/ Saul/ Achitopel und Judam eingewieget/ und der⸗ ſelbe verhindert noch heut bey Vielen wahre Buß und Bekehrung. II. Somni hujus fugam: Wir ſollen nicht alſo ſchlaffen: Die⸗ ſen Schlaff ſollen wir meiden: 1. Condirtionis peccati meditatione; Daß wir betrachten die Beſchaffenheit der Sunde: Wann wir uns zu Gemuͤthe fuͤhren/ daß die Suͤnde fuͤr Gott ein Greuel iſt. Hiob. 15. v. 16. Daß er haſſe allts gottloſes Weſen. Pſalm. 45. v. 3. Gott ſchlage uͤber dieſelbe ſeine Haͤnde zuſammen. Ezech. 22. v. 13. Seine Augen moͤgen das Suͤnden⸗Ubel nicht ſehen. Hab. 1. verſ. 13. Eine jegliche Suͤnde ſey wie ein ſcharffes Schwerd und verwunde/ das Niemand heilen konne. Syr. 1. v. 4·¶ Wer dieſe und dergleichen Wirckung der Suͤnden betrachter/ den wird dor Suͤnden und Gewiſſens⸗Schlaff nicht uͤberfallen. 2. Concionum legis auſcultatione; Daß wir den Geſetz⸗ Predigten fleiſſig zuhoͤren: Dann dieſelbe ſind Gottes Auffmer⸗ cker: Heute/ heute/ ſo wir dieſe Stimme Gottes hoͤren/ ſollen wir un ſere Heitzen nicht verſtocken Pſalm. 55 v. 8. Dann da beſihlet Gott ſeinen Dienern: Ruffet getroſt ſchonet nicht/ er hebet euer Stimme wie eine Po⸗ ſaune(die Gottloſen damit auß dem Suͤnden und Gewiſſens⸗Schlaff auffzuwecken) und verkuͤndiget meinem Volck jhr Vbertreten. Eſa.. p.l. Siſen miruſte un undſinfe 1 ſolchen Scͤtſ dam angewigen Suß und Betmn ichtaoſcr“ Deßnktns b zu Genäteft uͤder diſſebeſau nogen das Sinial inde ſcy wien 3 konne Enru betrachtet da allm. eſind Gots W es horn ſolinn andabefthlt Giſ aer Stimoevit ———ſſ ſo da iſt der Gewiſſens Schlaf. 467 v.I. Und dieſes zu dem Ende/ daß niemand verſtocket werde durch Be⸗ trug der Suͤnde. Heb. 3. v. 33. b b . Mottis temporalis& æternæ conſideratione: Daß wir den zeitlichen und ewigen Todt betrachten Den Zeitlichen ſollen wir betrachten/ wegen ſemner UIngewißheit: Es gehet manchem Suͤn⸗ den⸗Schlaͤffer wie jenem Faulen: Ja ſchlaff noch ein wenig/ ſagt er/ ſchlummer ein wenig/ ſchlage die Haͤnde in einander ein wenig/ daß du in deinem Suͤnden⸗Schlaff bleibeſt: Darauff denn offt erfolget/ daß nicht Armuth und Mangel/ ſondern der Todt ſie uͤbereilet wie ein ge⸗ wapneter Mann. Prov. 6. v. 1o. 1eq. Den Ewigen aber/ weilen derſel⸗ be/ die ewige/ unendliche/ unbegreiffliche und allerſchrecklichſte Straffe und Pein/ darin der Suͤnden und Gewiſſens⸗Schlaff verſencket/ mit ſich fuͤhret/ dafuͤr uns allergnaͤdigſt behuͤten wolle Gott der Vatter/ durch ſeinen heiligen Geiſt/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. Die zwey und ſiebentzigſte Predigt. DETERTIO VERE POENITENTIEÆ OBSTACVIO, AAOD STHILTA PECCATORMM CONDTTI. Vomddritten Hindernuͤß wahrer Buſſe/ welches iſt der naͤrriſche Zuſtand der Suͤnder. I b Prov. 5.v. z2z. Vmb ſeiner groſſen Thorheit willen wirds jhm nicht wolgehen: aee r⸗ Sſpricht Syrach cap.32. v. 23. alſo: Ein wilder 8 und Hoffaͤrtiger fuͤrchtet ſich nichts/ er habe gleich gethan ⁴bP was er wolle: In dieſen Worten haben wir in acht zu — nehmen: I. Subjectum: Von welchen allhie Syrach rede: Dieſelbe nenneter b I. Feros: Wilde Leute: Dadurch werden nicht verſtanden ſolche wilde Leute/ ſo etwan in Wildnuͤſſen gefangen werde: ſondern diejenige/ Nun ij ſo ſich 468 Vom dritten Hindernuͤß wahrer Buſſe⸗ ſoſich durch den Geiſt Gottes nicht wollen regieren laſſen. Gen. 6.v. Alſo war Ismaelein wilder Menſch. Gen. 16. v. 12. Vnd ſolche wiͤde (unbarmhertzige/ und wie die wilden Thiere/ greuliche) Menſchen/ ſollen auch in dieſen letzten Zeiten ſeyn.1. Tim 3. v. z. 2. Superbos: Hoffaͤrtige: Das iſt ſtoltze/ auffgeblaſene Leuts/ſo da vermeinen ſie verſtehen alles beſſer denn andere/ und achten der Pfaf⸗ fen(wie ſie gotteslaͤſterlich reden) Geſchwaͤtze nicht: Ihr Symbolum oder Tag⸗Spruch iſt; Nos poma natamus; Wir haben Recht und Macht allein/ was wir ſetzen das ilt gemein/ Weer iſt der uns ſol meiſtern. Sie haben nicht Luſt zum Verſtande/ ſondern was in jhrem Her⸗ tzen ſtecket. Prov. 16. v. 2. Die goͤttliche Weißheit/ iſi dieſen Narren zu hoch. Prov. 24. v. 7. Wann ſie gute Lehre hoͤren/ ſo mißfaͤllet ſte jhnen und werffen ſie hinter ſich. Syr. 21.v...d4. II. Prædicatum: Was er von ſolchen rede: Sie fürchten ſich nicht/ ſie haben gleich gethan was ſie wollen: Sie ſeyn ſtoltz und zor⸗ nig/ daß ſie nach Niemand fragen/ in allen jhren Tuͤcken halten ſie Gott fuͤr nichts. Pſalm. 10. v. 4. Sie ſiehen feſt auff dem boͤſen Wege/ und ſcheuen kein Arges. Pſ. 36. v. j. Muthwillig thun ſie Vnrecht und gehen ſtracks durch mit jhren Haͤnden zu freveln. Pſ. 8. v.z Ein Weiſer fuͤrch⸗ tet ſich und meidet das Arge/ dieſe Narren aber fahren durſtiglich hin⸗ durch. Prov. 14. v. 16. Dieſes iſt auch eine unter den Hindernuͤſſen wah⸗ rer Buſſe/ daß die Gottloſen in jhren Suͤnden nicht in ſich ſelber gehen und hertzliche Reu und Leid uͤber dieſelbe tragen/ ſondern mit Hoffart Stoltz und teuffeliſcher Vorwegenheit immer darin fortfahren/ damit beweiſend daß ſie die groͤſſeſte Narren auff der Welt undes ihnen nicht wolgehen werde/ wie Salomon in verleſenen Worten bezeuget/ auß wel⸗ chen wir wollen anſehen/ Wie die groſſe Thorheit der Suͤnder/ eine Verhindernuͤß wahrer Buſſeſey. Es beweiſen viele Menſchen jhre groſſe Thorheit bey jhrem ſuͤnd⸗ b lichen Weſen: I. Pec- P 1 Kndhiba: Geizgeſtne Niaſiſchee ſt ſennan 4 iter Schre⸗ Deut. ondern HAAAIA Nimi ſgsit A 9. 4 4 N ein. oren/ ſo migfäluße 11 enrede Seefütz. UenSieſchnſeza en Tüͤckaſiti auff dem oſe g. hun ſie Vmer ſindſie guter Dinge daruͤber. Jer. x1. v. 15. Dieſe ſind gleich den Saͤu⸗ d v. En Whin en/ ſo jhre Luſt und Ergetzligkeit im Koth haben: Sie ſind auch gleich aber fahren duut den Strauſſen/ welche/ wann ſie den Kopff ins Graß oder Laub ſtecken/ nter den. hindeniſt und ſich ſelber nicht ſehen/ vermeinen/ a ndere ſeh en ſie auch nieht: Alſo den nichtinſichſchne bilden ſich dieſe elende Leute ein/ wann ſie jhre B oßheit nicht fuͤr Suͤnde zn ſerhennſt healten/ ſo ſey dieſelbe fuͤr keine Suͤnde zu ſchaͤtzen: Aber was ſagt Salo⸗ ner darin forffahthn mon: Vmb dieſer Thorheit willen/ wirds ihm nicht wolgehen: d W f. Dann Gottwil jhre Sünde heimſuchen/ wann ſeine Zeit kommet heim en eraltt zu ſuchen. Exod. 32. verſ. 34. Er wil ſ Antlitz wider dieſelbe ſetzen. ev. 20. v.. Er wil ſie ſſraffen/ und jhre Suͤnde jhnen unter Augen ſtel⸗ len. Pſ. Fo. v. 21. Ja er wil ſie(wo ſie ſich nicht bekehren)in ſeinem grim⸗ „Nerhint migen Zorn verwuͤſten und verſchlingen. Eſa. 42. v. 4. O daß dieſes viele muthwillige Suͤnder betrachteten/ ſie wuͤrden ſich mit jhren Suͤn⸗ 4 den nurhtal obeluſtigen und belaſten/ ſondern fuͤr denſelben fliehen wie fuͤr giffngen Schlangen. Syr. 21.v.. b Thahenbehſe f 3 II. Seamnge avertatione; Daß ſie keine Wort⸗Straffe 4“ Nenn in leiden 3 X 1 —— ñꝗꝓ—jjjjjjͤ1— 3 . 4— —* 5 8“ — ͦ 4 — 4 8—. 8 4 ——— —ͤ— 4 8„———y—— — 4 Voomdritten Hindernuͤß wahrer Buſſe/ leiden wollen: Der grundgutiger Gott thut wie ein liebreicher Vattet ehe derſelbe die Ruthen gebraucht/ ſo ſtraffet er ſeine Kinder mit Wor⸗ ten/ und helt jhnen die ſonſt folgende Straffe fuͤr: Da leſſet er geirewe Lehrer getroſt ruffen/ und nicht ſchonen/ und leſſet ſeinem Voicke ver⸗ kuͤndigen jhre Ubertrettung Eſa. 78. v.. Die muͤſſen das Wortpre⸗ digen/ es ſey zu rechter Zeit oder zur Unzeit/ ſtraffen/ traͤwen/ ermahnen/ mitaller Gedult und Lehre. 2. Tim. 4. v. 2. Aber das mag die thoͤrſchte Welt nicht leiden/ ſie hat einen grindigen Kopff/ und wil ſanfft geirawet ſeyn: Da ſagen viel: Was ſolt uns dieſer weiſen was gut iſt. Pſal. 4. v. 7. Sie beweiſen Haß umb Liebe. Pſal 109. v. 5. Sie ſind widerſpen⸗ ſtige und ſtachlichte Dornen. Ezech. 2. verſ. 6. Sie ſchelten die Prie⸗ ſter. Hoſ. 4. v. 4. Sie ſind dem gram/ der ſie im Thore ſiraffet/ und haben den fuͤr ein Grewel der heilſam lehret. Amoſ. 5. v. 10. Da heiſſen es: Wann man den Narren ziehen wil/ ſo ſtellet er ſich/ als wolte man jhm Feſſel an Haͤnde und Fuͤſſe legen. Syr. 21. verſ. 22. Wie Koͤnig Saulwegen ſeiner groſſen Suͤnde vom Propheten Samuel billich ge⸗ ſtrafft ward/ ſagte er zwar: Ich habe geſuͤnd iget/ Aber er wolte gleich⸗ wol/ Samuel ſolte jhn ehrẽ fuͤr den Elteſtẽ ſeines Volckes/ und fuͤr Ifrael 1. Sam. 15. verſ. 30. Wie der Prophete des HErꝛn/ dem Achab die Warheit geſagt zoger Unmuths und zornig in ſein Hauß. 1. Reg. 20. verſ. ult. Wie der Koͤnig Amaꝛia Abgoͤtterey einfuͤhren wolte und ſhn deßwegen GOT T durch einen Propheten ſiraffen ließ/ ſagle Ama zia: Hat man dich zu deß Konigs Rath gemacht? Hoͤre auff/ war⸗ umb wiltu geſchlagen ſeyn? 2. Chron. 25. verſ. 16. Wie Guilielmus Kuſtus Koͤnig in Engeland jhm einbildete/ er moͤchte alles thun/ was jhm beliebete/ griff er auch der Kirchen Guͤter an: Demſelben widerſetz⸗ Zwing. te ſich Anshelmus Ertzbiſchoff zu Cantabrig: Demſelben hat er erſ⸗ Vol. 13. p. lich eine Geldſtraffe auffgelegt/ und wie er jhm dieſelbe erlaſſen/ begeret 2865. 4r ſolle jhm nicht verhinderlich ſeyn: Aber wie der Koͤnig von ſeiner Rauberey nicht abſtehen wollen/ und Anshelmus jhn deßwegen geſtraf⸗ fet hat er jhn ins Elend verjaget: Vnterdeſſen muß aber das ſtraffen nicht hinterbleiben: Dann gleich wie ein weidenes Ruͤthlein/ mit einem Meſſer zerſchnitten und mit einem Finger kan gebeuget werden/ aber t Zinckgr. einer groſſen harten Eichen man eine ſcharffe Axt und Keil haben muß! apophteg. wie der HErꝛ Lutherus pflegen zu reden; Alſo muß man nach Gele⸗ P-I. p. 212⸗ genheit pff undw. ſen 9 ſen esf v. Se fed nh « Sieſthämmd ieim Thon ſufgt moſ. ſ. h. lo, d llaa ſch ba al perſ. u. WAi öheun Samuii aget/ Aber n whi 6 U olckes wwfte Hem inh er Zornuͤber die Gottloſen hat kein Auffhoͤren. Spr. v.6. inſein Nauß.h i enfuͤhrendokta ſraffmüiß/ macht? Nänaſn. erſs. WiGun rmwoͤchte allo hen an: Demſebmrir 3: Danſebanſan dieſetbectaſſa wie der King el rusfhndeftwgnſ Finſterms und Warborgen von den Gottloſen gehaltm So da iſt der Naͤrriſche Zuſtand der Suͤnder. 471 genheit hartnaͤckiger und beweglicher Perſonen das Straff⸗Ampt fuͤh⸗ ren. Durch dieſe Verachtung der Straffe/ wird die Buſſe gewaltig verhindert/ und heiſſet es: b b Sie wollen Ungeſtrafft ſeyn/ und leben nach ihrem Sinne/ Und werffen von ſich deinen Rath/ und was du lehreſt drinne/ Sie gehn nach jhres Hertzen Wahn/ ein jederman auff ſei⸗ ner Bahn/ b b Und laſſen jhn nicht wehren. 5 Aber es wird jhnen nicht wolgehen: Ob ſie zwar duͤrffen ſagen: Wo iſt der Gott/ der da ſtraffe? Mal. 2. v. 17. So bleibet ſie doch nicht aus: 1——1—1——3ö— ———————— Saul nam ſein eigen Schwert und ſiel darein. 1. Sam. 31. v. 4. Achab ward im Streit gegen ſeine Feinde verwundet/ daß er davon ſtarb.1. Reg. 223 v. 34. feq. Amazia ward endlich zu Lachis getoͤdet.2. Chron. 23. v. 27: Guilielmus Ruffus Koͤnig in Engeland/ wird auff der Jagt von einẽ ſo vermeinet einen Hirſch zu ſchieſſener/ ſchoſſen/ und Anshelmus wider auß ſeinem Elend gefodert. Dañ es komt endlich das Endeuͤber die Goti⸗ loſen. Amos. 8. v. 2. Die Weißheit laͤſſet die Laͤſterer nicht ungeſtrafſet. Zwing. Sap. 1. v. 6. Gott kan bald alſo zornig werden/ als er gnaͤdig iſt/ und ſein III. Peccatinegatione: Daß ſie offt jhre Suͤnde verleug⸗ nen: O wie eine groſſe Zunfft iſt dieſer Sunder Wie verfluchẽ und ver⸗ maledeyen ſich offt Viele/ ſie haben dieſes oder jenes nicht gethan/ da jh⸗ nen doch jhr Hertze und Gewiſſen viel ein anders ſagt: Cain wolte nich: davon wiſſen/ daß er ſeinen Bruder Abelerſchlagen Gen verſ.). Die Sara leugnete daß ſie gelachel haͤtte/ da ſie es doch in der Warheit gethaͤ. Gen 18. v.ꝛ2. leqq. Wie Joſephs ſeine Bruͤder jhn ver kaufft/ wolten ſie es nicht bekennen/ ſondern gaben fuͤr ein wildes Thier haͤtte jhn zuriſſen. Gen 37. v.32. leg. Achan wolte ſeine Suͤnde nicht bekennen biß jhn die hohe Noth dazu brachte. Joſ. 7. v. 19. Gehaſi wolte auch ſeinem HErꝛn Eliſa ſeine Suͤnde nicht bekennen. 2. Reg.. v. 25. Solche wollen mit jh⸗ ren Suͤnden nicht ans liecht/ auff daß jhre Wercke nicht geſtraffet wer⸗ den. Johan. z. verſ. 20. Daher werden die Suͤnde Wercke der Finſternis genant. Rom. 33. verſ. 12. Weilen ſie nicht allein/ ſo viel immer muͤg⸗ lich/ im Finſternis und heimlich begangen werden/ ſondern auch im werden. Iſt das .——— ——*———— 84 472. Vomdritten Hindernuͤß wahrer Buſſe/ Iſt das aber nicht ein groſſe Thorheit⸗ Thorheit iſts/ das jenige leu⸗ gnen/ waß dem allwiſſenden Gott bekandiſt: Der kennet unſern Weg woll. Hiob. 23. v. 10. Ex pruͤfet un er Hertz. Pſal. 17. v. z. Er verſiehet unſer Gedancken von ferne/ wir gehen oder liegen ſo iſt er umb uns/ und ſiehet alle unſere Wege: Es iſt kein Wort auff uner Zungen/ das da HEn nicht alles wiſſe. Pſal. 139. v. 2. feq. Gottes Augen ſehen alſo auff alle unſere Wege/ daß wir uns fuͤr jhm nicht verhoͤlen koͤnnen/ und unſer Miſſethat iſt fuͤr ſeinen Augen unverborgen Jer. 16 v. 7. Thon heit iſts/ daß wir mit unſern Suͤnden nicht herfuͤr wollen: Danngleich wie bey einem toͤdlich Verwundeten die groͤſſeſte Thorheit iſt/ wann en ſeine Wunden nicht wil offenbaren: Alſo iſts auch eine uͤberaußgroſſe Thorheit ſeine toͤrliche Suͤnden Wunden verleugnen: Gleich wie man am Igel/ wann er ſeine Narung ſuchet/ ſiehet/ daß er Kopff und Fuͤſſe hat/ wann er aber vom Menſchen geſehen wird/ ſo ziehet er ſich zuſamen in einen runden ſtachlichten Klumpen: Alſo werden viel gefunden/ ſo/ wann ſie ſuͤndigen/ Kopff/ Haͤnde und Fuͤſſe haben/ wann die Suͤnde aber vollbracht/ ſo iſt niemand da geweſen. Aber ſolchen wirds endlich nicht wolgehen: Dann wer frech Luͤgen redet/ wird nicht entrinnen. Prov. 19. v. 5. Wer ſeine Miſſethat leugnet/ dem wirds nicht gelin⸗ gen/ wer ſie aber bekennet und laͤſſet/ der wird Barmhertzigkeit erlangen. Prov. 28. v. 13. Der Mund ſoda leuget/ toͤdtet die Secle. Sap. 1. v. 11. Und ſo wir ſagen/ wir haben keine Suͤnden ſo verfuͤhren wir uns ſelbſt/ und die Warheit iſt nicht in uns; So wir aber unſer Suͤnde be⸗ kennen ſo iſt Gott erew und gerecht/ daß er uns unſere Suͤnde vergibt. Joh. 1. v. 8. ſeq. Es war ein gar unbeſonnen Werck/ daß der Keyſer Titus Veſpaſianus wir er ſterben ſollen/ gen Himmel geſehen/ und ſich Suetonius beklaget/ daß jhme Unſchuldigen das Leben genommen werde/ ſintemahl n ejus vi- er nichts ſein Lebenlang gethan/ das jhme gerewet/ außgenommen eines * welches weder er bekand/ noch jemand errathen koͤnnen: Dann wir lei⸗ der/ ſo offt und viel ſuͤndigen/ daß unſer Ulbertrettung mehr/ als San⸗ des am Meer. Gebeth Manaſſ. v. 11. Dieſe Thorheit aber/ iſt eine groſſ⸗ Verhindernus der wahren Buſſe. IV. Peccati excuſatione; Daß ſie offt ihre Sunde entſchuldi⸗ gen; Viele/ wann ſie ſchon durch jhr eigen Hertz und Gewiſſen/ oder durch offentliche That der Suͤnde dhe ane da dun ſo ſuchen ſie dir no n .* “ I 4 wod btag 3 rſirendeh dieczulſet9e 1 Nrn 5ni9 E dh dh öcz8n. dezatong, det/ wird nidt a et/ dem wide nte nden ſo vafähan wir aber unſ eih sunſer Sinenx. en Warck dißdel Himmal geſehene nommenwede it wet außgemomm komun Dmn rattung mit ne horhelher ſi So da iſt der Naͤrriſche Zuſtand der Suͤnden. 473 noch Ent ſchuldigung derſelben/ wie ſie koͤnnen; Sie ſagen offt/ wir verſtehens nicht. Prov. 24. v. 1z. Dasiſt/ wir muͤſſen es alſo machen/ wie es unſere Obern habenwollen. Oder ſie agen/ ſie haben geſchertzet/ Prov. 26. v. 19. Sie ſagen/ ſie ſeyn unſchuldig. Eccl. 5. v.5. Dieſes iſt uns von Adam angeerbet/ welcher auch ſeinen Suͤndenfall wolte entſchuldi⸗ gen. Gen 3. v. 1z. Wie Simſons Schwieger⸗Vatter ſeine Tochter/ ei⸗ nem andern gegeben/ wolte er ſich damit entſchuldigen; Er hette vermei⸗ net/ er were jhr gram geworden/ derowegen hetteer ſie ſeinem Feunde ge⸗ geben. Jud. 15. v. 2. Die Kinder Iſrael ſchmuͤckten auch jhre ſachen wider den HErnn jhren Gott/ die doch nicht gutwahren. 2. Reg. 17. v.). Wie Alexander Magnus durch Trunckenheit verfuͤhret/ etzliche ſeiner beſten Freunde umbgebracht/ wolte ſo lcheboͤſe Thaten Anaxarchus entſchul⸗Zwing. digen/ ſagend/ daß die Gerechtigkeit bey dem upiter von denl lralten dar⸗ vol. 33. p. umb geſetzet/ daß alles ſo upiter thaͤte/ von rechtswegen ſolte geſchehen 2866. ſeyn: Aber es iſt eine groſſe Thorheit/ und wird jhnen nicht wolgehen: Die jenige ſo zum groſſen Abendmahl geladen/ ſich entſchuldigten und nicht kommen wolten/ ſolten das Abendmahl nicht ſchmecken. Luc. 14. v. Zinckgr. 24. Und kompt offt dahin/ daß die Suͤnden ertraͤglicher/ als die Ent⸗ ſchuldigung ſeyn/ wie ſener Weltweiſer Mann geredet. V. Peccati in alium translatione; Duͤß ſie der Suͤnden ſchuld auffeinen andern legen: Dieſes haben ſie auch von Adam gelernet: Der gab die Schuld ſeinem Weibe/ das Weib der Schlange die Schuld. Gen. zv. 12. feq. Wie Aaron den Kaͤlbertantz angerichtet/ legte er die Schuld auff die Iſracliten. Exod. 32. v. 21. Owie viele Nachfolger habe dieſe. Wann ſie boͤſes gethan/ ſagen ſie bald/ es ſey jhnen von Gott auff⸗ erlegt; Bald/ der Teuffel habe ſie verfuͤhret; Bald/ jhr Naͤchſter ſey der Vorgaͤnger geweſen/ dem ſeyn ſie gefolget. Aber umb dieſer jhrer Thor⸗ heit willen/ wird es jhnen nicht wolgehen: Ein jeglicher wird fuͤr ſich ſelbſt Got: Rechenſchafft geben muͤſſen. Rom. 14. v. 12 Und ein jeglicher wird ſeine Laſt tragen. Gal. 6 v. z. Welche daß wir ſie in der Gnaden⸗ zeit ablegen/ wolle uns geben Golt der Vatter umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Anan. b Ooo Die 474 Vo Vom vierdt Syr. 1. v. 36. Gottesfurcht nicht Heu⸗ ndem vierdten Hindernuͤß wahrer Buſſe/ Die drey und ſiebentzigſte Predigt. DE QVARTO VEREÆ POENITENTIæ OBSTACVLO, Qf lob HXPOcCKTTICA SMUILA TIO. en Hindernis wahrer Buſſe/ welches iſt vieler Nenſchen heuchleriſches Anſtellen. Siehe zu /daß dein cheley ſey/ und diene jhm nit mit falſchem Hertzen. 8 Hs S ſpricht Paulus 2. Tim.z. v./. Daß viele haben 2 ein eines gottſeligen Weſens/ aber ſeine Krafft vet⸗ h leugnen ſie. In dieſen Worten haben wir: 1. Externum pietatis aſpectum: Das euſſerliche An⸗ tſeligkeit: Solche Leute haben einen Schein der Gott⸗ ℳ —= ſehen der Got den Sch ſcligkeit/ und laſſen ſich euſſerlieh anſehen als wann ſie from̃e und Gott wolgefaͤllige Menſchen ſeyn: Sie machen ſich angenehm nach dem Fleiſch. Gal. 6. v. 2. Sie ſche Geiſtlichkeit und De haben den Schein der Weißheit/ durchfal⸗ muth. Col. 2. v. 23. Sie kommen zwar auff die himliſche Hochzeit/ aber ſie haben kein Hochzeitliches Kleid angezo⸗ gen. Matth. 22. v. 12. Sie gehen dem himliſchen Braͤutigam mit jhren Lampen entgegen/ aber ſie nehmen kein Oehl mit ſich. Matth. 25. v.z Sie ſind jrꝛdiſche Gefaͤſſe in dem groſſen Hauſe Gottes. 2. Timoth. 2. v. 20. Gleich wie am Fuchſe der euſſerlich nen der euſſerliche Schein und Anſehen. 2. Internum pietatis defectum: Der 2 chen Gottſel i3 nen ſie: Die keit: Die Krafft afft beſtehet im w gottſeligem Leben: Die leuchten. Matth. 7. v. b— 16. Sie bewei ſie gute Baͤume ſeyn. Matth. 7,v. 17 e Balg das beſte: Alſo an jh⸗ Mangel der innerli⸗ deß gottſeligen Weſens verleug⸗ ahren ſeligmachenden Glauben/ und ſe aber laſſen das Liecht jhres Glaubens nicht ſen nicht mit jhren Fruͤchten/ daß Sie ehren Gott nicht damit/ daß ſie gule dann Antadcſend Orivum baai furchtmät, mtmtt en einen Schenn. swanſiefrnün ſich angmeimne nder Waßete 3. Sie konunnar schzeitliches FMhar hen Braͤunammi nit ſich. Mathen uſſe Gottes. T algdasbeſte, Ah er Mangde⸗ dligen Weſeste nachenden Claſt ce ſhres Glue b miſbten Ffrit r Gott n 4 welches iſt die Heucheley) 475 ſie gute Fruchte bringen. Johan. 15. v. g. Sie haben keinen ungeferbten/ ſondern mit euſſerlichem Anſehen geferbten Glauben. 1. Timoth. 1. verſ. F. Ihr Glaube iſt in jhnen nicht kraͤfftig/ durch Erkaͤntnis alle deß Guten/ das wir haben in CoRISTO IEſu. Philemon. v. 6. Sondern ſie haben einen todten Glauben. Jac. 2. v. 20. Dieſer falſcher Schein deß gottſeligen Weſens/ verhindert bey vielen Menſchen wah⸗ re Buß und Bekehrung/ vermeinen/ wann ſie nur mit euſſerlichen Worten und Gebaͤrdẽ ſich bußfertig erzeigen/ ſo ſey alles wolgemacht/ unterdeſſen aber iſt und bleibt jhr Hertze voller Suͤnde und Boßheit: Dafuͤr warnet uns Syrach/ auß welches Worten wir wollen beſehen/ Wie daß die Heucheley eine Verhinderung wahrer Buſſe ſey. Der allmaͤchtige Gott wolle unſere Hertzen vonaller Heucheley reini⸗ gen/ und zu auffrichtigem Betrarhten und Folgen ermuntern/ umb Jeſu Chriſti willen. Amen.. Erklaͤrung. Wir muͤſſen alhie ervegen: b I. Subjectum: Wovon Syrach alhie rede: Daſſelbe iſt/ heuchleriſche Gottes⸗Furcht; Durch die Gottes⸗Furcht werden al⸗ hie ins gemein verſtanden alle Tugenden/ ſo in der erſten Taffeln deß Geſetzes von uns erfodert werden/ und damit wir Gott dienen ſollen; Wird ſonſten auch Froͤmmigkeit genant. Prov. 19. v. x. Sie wird be⸗ ſchrieben/ daß wir Gott dienen/ in Heiligfeit und Gerechtigkeit die jhm gefaͤllig iſt. Luc. 1. v. 75. Da ß wir uns ſelbſt uͤben in der Gottſeligkeit. 1. Tim. 4. v. 7. Daß wir nachjagen der Gottſeligkeit. x. Tim. 6. v. xr. Dilhe Gottes⸗Furcht aber iſt bey vielen Menſchen nicht hertzlich/ daß ſie in demſelben herruͤhre/ ſondern heuchleriſch/ ſchwebet nur im Mund und auff der Zungen/ und laͤſſet ſich ſehen mit euſſerlichen Gebaͤrden: Mit ihren Zungen heuchlen ſie. Pſalm.. v. 1o. Sie ſind Huren Art/ ſo glatte Maͤuler haben. Prov. 7 v. 21. Sie ſind wie Scherben/ mit Sil⸗ b Ooo p. ber 476 Vom vierdten Hindernuͤß wahrer Buſſe ber⸗Schaume uͤberzogen. Prov. 26. v. 23. Sie nahen ſich zu Gott mit jhrem Munde/ und mit jhren Lippen ehren ſie jhn/ aber jhre Hertzen dan ſind ferne von jhm. Eſa. 29. verſ. 13. Sie ſind gleich den uͤbertuͤnchten ſinwde Graͤbern/ welche außwendig huͤbſch ſcheinẽ/ aber inwendig ſind ſie vol⸗ ſrhmganee ler Todten⸗Bein/ und alles Vnflaths: Alſo auch dieſe/ von auſſen wi 1 ſcheinen ſie fuͤr den Menſchen from/ aber inwendig ſind ſie voller Heux en Std 16 cheley und Vntugend. Matth. 23. v. 27.(eq. Man ſchreibet vom Eiſenſ. merinauc 1 wann man ſolches zwiſchen ein Diamant uñ Magneten lege ſſolle es ſich Mazda. bald zudieſem bald zu jenem wenden. Alſo thun auch die Heuchler/ bald ſchlſnee wenden ſie ſich zum irrdiſchen/ bald laſſen ſie ſich anſehen als ob ſie ſih ten d zu Gott und der Gottſeeligkeit wenden wollen. Jener reicher Vogtin— Meier. Holſtein/ gelobte inſ chwerer Kranckheit/ etlichen Armen ſo jhm ſchuldig nuckib.1. die Schuld zu erlaſſen/ und ließ dieſelben im Schuld⸗Buch außleſchen. cap. 15. Wie er nun geſund worden/ gereuet es jhn/ und ſchrieb ſie wieder ins Buch Darauff erfolgete die goͤttliche Straffe/ daß er in eine haͤfftiger Kranckheit fiel/ denn zuvor: Da wachete das Gewiſſen auff wegen ſei⸗ ner heuchleriſche Verheiſſung/ bat Gott umb Verzeihung/ und gelobe⸗ te nicht allein das vorige zu halten/ ſondern auch den Armen mehr zu ge⸗ ben: Welches er auch hernach da er geſund worden redlich gehalten: Da iſt warlich das Eiſen zwiſchen den Diamant und Magneten gele⸗ gen: Solchen Leuten iſt jhre Buſſe nur eine Kurtzweil/ und verhindert/ daß/ wo ſie jhre Meinnng und Leben nicht aͤndern/ ſie nimmer zu wahrer Buſſe kommen koͤnnen. II. Interdictum; Das Verbott dieſer Heucheley Bey wel⸗ cher wir haben in acht zu nehmen: 1. Ejus conditionem, Sie dienen Gott mit falſchem Her⸗ tzen Euſſerlich laſſen ſie ſich zwar anſehen/ als wann ſie Gottes Die⸗ ner und Dienerinnen ſeyn/ aber alles gehet auß falſchem Hertzen: Sie ſind Kinder der Vbertretung und ein falſcher Same. Eſa. 57. v. 4. Sie kommen in die Verſamlung und ſitzen fuͤr Gottes Dienern/ als Gottes Volck/ und hoͤren jhre Wort/ aber ſie thun nichts darnach/ pfeiffen ſie an/ und leben gleichwol fort nach jhren Suͤnden. Czech. 33. v. 31. Vnd dieſes falſches Hertze beweiſen ſie: 1. Cultui divino externo inhærendo; Daß ſie ſich allein an 8 den b iamantund Mnn ſeRurgweil uter indemn ſiemmmra dieſer hauchen als wann ſeGer auß faſſhen n 0 Same Caaſt Gottes Dinm medts damach 16 nda. Caeh 3 o Däßſtt woalches die Heucheleyt. 47 den euſſerlichen Gottesdienſt halten: Sie vermeinsẽ/ euſſerlich Gott dienen ſey der wahre Gottes⸗Dienſt; Die Phariſeer vermemeten/ wann ſie am Sabbath ſich aller euſerlichen Wercke enthalten/ Gott gebe wie jhr Hertz gegen Gatt gerichtet/ ſo haͤtten ſie jhren Gottes⸗Dienſt recht und wolgehalten/ darumb waren ſie uͤbel zu frieden/ wie Chriſti Juͤnger am Sabbath Aehren außraufften und aſſen. Matth. 12. v. 1. leq. Ver⸗ meinten auch man muͤſte am Sabbath ſeinem Naͤchſten nicht helffen. Marc. 3. v. 4. Dieſe haben/ leider/ viel Bruͤder und Schweſter hinter ſich gelaſſen/ welche vermeinen/ wann ſie nur euſſerlich fleiſſig zur Kir⸗ chen gehen/ die Bethſtunden beſuchẽ/ zu gewiſſer Zeit ſich im Beichtſtul einſtellen/ und hernacher das hochwuͤrdige Abendmahl empfangen/ o ſey alles wol gemachet/ ſo ſeyn ſie rechte und fromme Chriſten/ und ge⸗ ben wenig oder gar keine Achtung darauff/ wie jhr Hertze gegen Gott geſinnnet/ und bey demſelben ſtehe: Da doch ein Menſche nur ſiehet was fuͤr Augen iſt/ abender HErr ſichet das Hertze an.. Sam. 16. v. 7. Er kennet allein das Hertze aller Menſchen Kinder: 1. Reg. 8. v. 39. Er ſuchet alle Hertzen/ und verſtehet das Dichten aller Gedancken. 1. Chron. 29.v. 9. Erpruͤffet das Hertze/ und Auffrichtigkeit iſt jhm angenehm. 1. Chron. 30. v. 17. Er iſt ein Hertzen und Nieren Pruͤffer. Pſal. 7. v. 10. Das wollen aber die Heuchler nicht erkennen/ und vermeinen/ wie ſie es thun den Menſchen/ alſo wollen ſie auch Gott einen Dunſt der Buß⸗ fertigkeit und Gottſeligkeit fuͤr die Augen mahlen/ und durch ſolche Heucheley wird diewahre Buß verhindert. 2. Adoſtentarionem omnia faciendo: Daß ſie alles thun Ruhm damit zu erlangen: Sie ſuchen Ruhm bey den Lten durch Heucheley⸗Syr. 1. v. 3z3. Alſo war Cain auch fertig mit ſeinem Opffer/ welches er doch auß heuchleriſchem Hertzen verrichtete. Gen. 4. v. 5. Die Phariſeer waren Meiſter in dieſem: Wann ſie Allmoſen gaben lieſſen ſie fuͤr ſich poſaunen/ auff daß ſie von den Leuten gepreiſſet wuͤrden. Matth. 6.v. z. Wann ſie beteten/ ſtunden ſie gerne in den Schulen/ und anden Ecken auff den Gaſſen/ auff daß ſie von Leuten geſehen wuͤrden. ib. v.. Ja alle jhre Wercke thaten ſie/ daß ſie von den Leuten geſehen wuͤrden. Matth. 23. verſ.). Daher ſtund jener Phaniſeer(ohn Zweiffel an einem Ortda jhn Vitle ſehen kunten) und betet bey ſich ſelbſt: Ich dancke dir Ooo* Gott —— e 3 ⁄ 478 Vof vierdten Hindernis wahrer Buſſe/ GO TT/ daß ich nicht bin wie andere Leute/ oder wie dieſer Zoͤllnen. Luc. 18. verſ. 1. Wie Ananias und ſein Weib Sapphira ſahen/ daß an⸗ dere wegen jhrer Gutthaͤtigkeit willen gelobet wurden/ verkaufften ſie auch jhre Guͤter/ aber auß heuchleriſchem Hertzen. Act. 15. verſ. 1. leqg. Wie Simon der Zauberer ſahe daß der heilige Geiſt/ mit ſeinen Wun⸗ der⸗Gaben) durch Aufflegung der Apoſtel Haͤnde gegeben ward/ wolte der Ertz⸗Heuchler ſolches auch zu verrichten/ von den Apoſieln mit Gel⸗ de kauffen. Act. 8. verſ. 18. 1eq. Gleich wie Schwanen außwendig ſehr weiſſe und ſchoͤne Federn/ aber ein ſchwartzes Fleiſch haben; Alſo ſchei⸗ nen die Heuchler euſerlich mit gottſeligen Worten und Geberden; Abet ſhr Hertz voller Suͤnden: Sie ſind bittere uͤberguͤldete Pillen/ welche ein ſchoͤnes Anſehen/ aber einen uͤberauß bittern Geſchmack haben. Wee L.aert. lib. Diogenes einen geſehen der ſich mit einer Loͤwen⸗Haut bekleider/ hater 6.in Diog. geſagt: Wiltu nicht einmal auffhoͤren die Decken der Tugend ſcham⸗ p.(mihi) roth zu machen: Vermeinete es waͤre unge ich daß ein leichtfertigen 298. Menſch deß Herculis Kleid jhm zueignen ſoͤlt: Alſo ſtellen ſich Vielmit Kleidern/ Worten und Gebaͤrden gottſelig/ aber das Herte/ das Hertze iſt voller Suͤnden Unflath. Ach wie eine groſſe Zunfft iſt dieſer Leuten Wie Keyſer Friederich dieſes Namens der dritte/ hoͤrete daß einer ſagte er wolle einmal an einen ſolchen Ort ziehen/ da keine Heuchler gefunden wuͤrden/ hat er geantwortet: So muͤſte er uͤber das Eiß⸗Meer ziehen und D Matt wann er da ſelbſt kommẽ wuͤrde/ ſowurde der Ort nicht ohne einen Heuch⸗ Mon.4.in ler ſeyn; So dieſer ein Menſch und nicht ein Golt waͤre: Dann untet vitaEri-. den Menſchen ſey keiner/ der nicht unterweilen anders ſich ſtelle/ als erin der III. Warheit ſey. Woaber ein ſolche Heucheley jhren Sitz genommen/ da iſt keine wahre Buſſe und Bekehrung/ weilen die innerliche Boßheit bey ihnen eingeniſtet: Sunt oves habitu, vulpes aſtu, actu& crudelitate lu- Serm. 66. pi Boni videri, non eſſe; Mali, non videri, ſed eſſe volunt, ſagt Bern- ſup. Caut hard. Das iſt; In Kleidung ſind ſie Schafe; An Liſt ſind ſie Fuͤchſe: An Grauſamkeit und Thaten ſind ſie Woͤlffe: Sie wollen gute Leute nicht ſeyn/ ſondern dafuͤr angeſehen werden: Sie wollen fuͤr boͤſe nicht an⸗ geſehen werdem ſondern dieſelbe ſeyn. t 3. Impietate pietatem prætexendo: aß ſie jhre Gottloſig⸗ keit/ mit Gottſeligkeit bemuͤnteln: Wie Saul mauharaece b Befehl ade des hatei roſſe duf hen — lhortte diiu da kane Halchen asE Nane tnichtohreenah Goltwan: Dun nandero ſichſull n frmn Sttgenomn ndieimalche dui atu, actu&crudchn ſcdeſſe volunt,eg xfe, An(iſ ſidſth ffe: Siewolln au Siewollm ürbäſtn DaßſebeG Saul den nujn welches iſt die Heuchele).„ Befehl GOTTES aͤbertretten/ und deß Verbanneten der Amalte kiter geſchonet/ wolte er ſeine Boßheit damit bemaͤnteln/ es waͤre geſche⸗ hen/ dem HERRN jhrem GO T T ein Opffer davon zu thun. 1. Sam. 1z. verſ. 21. Wie Achabdem Naboth nicht allein ſeinen Wein⸗ Berg/ ſondern auch ſein Leben boͤßlich nehmen wolte/ ließ der Ertzheuch⸗ ler eine Faſten außruffen/ als wan ein groſſes Werck vorhanden/ daran GOTT/ Landund Leute gelegen. 1. Reg. 27. verſ. o. Herodes bemaͤn⸗ zelte die Mord⸗That ſo er an dem unſchuldigen Johanne dem Taͤuffer begangen/ mit ſeinem gethanen Eyde. Marc 6. v.26. Der Hohe⸗Prieſter Caiphas/ ſeinem Haß und Neid gegen Chriſtum einen Schein zu geben/ zerriß ſeine Kleider wie CH RJIS TlS die Warheit redete. Marc. 14. verſ. 63. Wie kan aber bey ſolchen Leuten wahre Buſſe gefunden wer⸗ den? Dann ſie geben dem Teuffel vorſetzlich Raum in jhrem Hertzen/ in dem ſie jhre Boßheit/ mit Got tſeligkeit beſchoͤnen. 2. Solicitam us vitationem: Wie ſorgfaͤltig wir uns dafuͤr huten ſollen: Sihe zu/ daß deine Gottesfurcht nicht ein Heuche⸗ ley ſey/ agt Sirach; Dazu haben wir groſſe Vrſach/ als b 1. Dei oculum omnituentem: Gottes allſehendes Auge; Derſelbe ſiehet die Ende der Erden/ und ſchauet alles was unter dem Himmel iſt. Hiob. 2 8. verſ. 24. Kein Gedancke iſt jhm verborgen. Hiob. 42. verſ. 2. Er verſtehet unſere Gedancken von ferne. Pſ. 139. verſ. 2. Seine Augen ſind viel heller als die Sonne/ und ſchauen— auch in die heimliche Winckel. Syr. 23. v. 27. Vnd dieſes beweiſet er auch ſonderlich bey der Heucheley. Wt Abia Jerobeams Sohne kranck war/ muſte ſich ſein Weib mit Kleidern verſtellen/ daß niemand mercken ſolte/ daß ſie ſein Weib waͤre/ und gen Silo zum Propheten Ahia gehen/ daß er jhr moͤchte ſagen/ wie es dem Knaben gehen ſolte: Aber Gott ſahe jhre Heucheley und Boßheit/ imd offenbahrte dieſelbe dem Propheten. 1. Reg. 14. verſ. 1. ſeqq. Dieſe allergenaueſte All⸗ wiſſenheit Gottes/ ſol uns billich von aller Heucheley abhalten/ als welche eine rechte Peſtilentz der wahren Buſſe iſt: Epicurus(von wel⸗ chem viele beweiſen/ daß jhm groß unrecht geſchehe/ daß er in fleiſchlichẽ Ooo j Wolluͤſten Vid. Pic- cart. in ol-⸗ Zer. hiſt. polit. De- 1——— ¹ L 8.—. 3 480 Vom vierden Hindernis wahrer Buſſe⸗ Wolluͤſten des hoͤchſtes Gut ſolle geſetzt haben) ſoll geſagt haben/ wit ſollen uns einen frommen auffrichtigen Man erwehlen/ und denſelben ſtets fuͤr Augen haben/ und uns gleichſam fuͤr jhm ſchewen/ und al⸗ cad. 16. c. les thun als wann er alles ſehe und hoͤre/ auff ſolche weiſſe/ werden un⸗ Gerlach. Eutrap. P.I. pag. 5. ſere Faͤhler mercktich gebeſſert werden. Alle Heuchler/ ſollen jhn nicht einbilden/ ſondern gewiß glauben/ daß Gott jhres Hertzen Grund in allem ſehe und wird ſie davon gewiß abhalten. b 2. Hypocriſis turpitudinem: Die Heßligkeit der Heucheley: Dann was iſt doch ſchaͤndlicher wañ einer wil fuͤr Weis angeſehen ſeyn der doch Kohlſchwartz iſt: Daß einer wil rein ſeyn/ der ſich doch um und umb im Koth geweitzet: Daß der wil geſund ſeyn/ der doch mit ioͤd⸗ licher Kranckheit begriffen? Daß einer wil reich ſeyn/ und ſagen/ er habe gar ſatt/ und duͤr ffe nichts/ da er doch iſt elend und jaͤmmerlich/ arm/ blind und bloß. Apoc. 3. v. 17. Der breitet jhm ſelbſi ja ein Netz zu ſar⸗ neneeigenen Fußſtapffen. Prov. 29. v. 5. Sie ſind ein rechtes Otterge⸗ zuͤcht. Matth. 3. v. 7. Faule Baͤume/ mit faulen Fruͤchten. Matth. 12 v. 33. Heuchler/ die ſich zu Gott nahen mit jhrem Munde/ und ehten mit jhren Lippen/ aber jhr Hertz iſt ferne von jhm. Matth. 15. v. g. ine boͤſe Ehbrecheriſche Art. Maith. 16. v. 4. dieſes alles ſol uns hewe⸗ 5 gen die Heucheley/ els den Teuffel ſelbſt/ zu fliehen. 3. Hypocriſis punitionem: Die Straffe der Heucheleh: Diie Hoffnung der Heuchler wird verlohren ſeyn dann jhre Zuverſicht vergehet/ und jhre Hoffnung iſt wie ein Spinweb. Hiob. 8. v. 14. Es kombt kein Heuchler fuͤr Gott. Hiob. 13. v. 16. Die Freude deß Heuch⸗ lers wehret ein Augenblick/ Hann gleich ſeine Hoͤhe in den Hiiñel reichel und ſein Haupt an die Wolckenruͤhret/ ſo wird er doch zu letzt umbkom⸗ men wie ein Dreck. Hiob. 20. v. 5. ſeq. Der Sohn Goltes wird zuſh nen ſagen an jennem Tage: Ich habe euch noch nie erkand/ weichet all von mir jhr belthaͤter. Matih. 7. verſ. 23. Ihr Lohn wird ſein ewiges Heulen und Zaͤnklappen. Matth. 14.· verſ. 51. Daß wir nun dieſe Ver⸗ hindernuß moͤgen ferne laſſen von uns ſeyn/ dazu wolle ſeinen Heiligen Geiſt uns geben G Ott d 86 willen/ Amen/ Amen. er Vatter/ umb JESll ChRJST * 6 5 8 8 1 8 8— 1 3 — tihrem Mard von ſjm. Matz daſſcsallsſcjag ichen tſind in rechte 4 uien Frͤchem ga Strafft dr hen ſcon dann frge mweb. Hoh l.9 6. Diegradedtz) Hoheinden hiüem da doch u lem Sohn Goltuuie ochnieakund dih Ihr Lohnrudſin⸗ Daß wrmna dazu rolt ſena. ESu Chn So daiſt deß Satans Verfuͤhrung. 43. b Die vier uud ſiebentzigſte Predigt. 3 DE OQYINTO VER POENITENTI OBSTACVILO, ((ãʒllOD PDlABOII SpHlelo. Vom fuͤnfften Hindernuͤß wahrer Buſſe/ welches iſt deß SOSatans Verfuͤhrung. 2.Cor. nI. v. 3. Ich fuͤrchte/ daß nicht/ wie die Schlange Eoa verfuͤhrete mit jhrer Schalckheit/ alſo auch ewre Sinne verrucket werden von der Einfaͤltigkeit in ghriſtͤöo. Svermahnet uns Jacobus cap. 4.v. 7. mit die⸗ ſen Worten: Widerſtehet dem Teuffel/ ſo fleucht er von D euch; Es iſt der leidige Satan ein rechter Gerngaſt/ der ſich bey den Menſchen/ auch Ungeladen und Freywillig ein⸗ ſtellet: Er kam ungefodert zu unſern Paradiß⸗Eltern. Gen. 3. v. 1. leq. Er umbziehet alle Laͤnder. Hiob. 2. v. z. Er ruhet nimmer/ ſondern wann die Leute im Schlaff der Sicherheit ligen/ ſo ſaͤet er ſein Unkraut auß. Matth. 13. v. 25. Er durchwandert duͤrre Stette/ und ſuchet ſeine Ruhe. Luc.11. v. 24. Er begehret uns zu ſichten wie den Weitzen. Luc. 22. v. 31. Gehet umb uns her wie ein bruͤllender Loͤwe/ und ſuchet uns zu ver ſchlingen. 1. Pet. 3. v. 8. Was Raths nun/ O Chriſtliche.Hertzen/ daß wir fuͤr dieſem Ertz⸗Boͤſewicht ſicher ſeyn? Die Baͤpſtler vermeinen jhn Calriſ. G☛ ☛— mit jhrem Weihwaſſer zu vertreiben/ welches vom Bapſt Evariſto im Shrno. Jahr Chriſti 1o5. ſol verordnet ſeyn. Aber davon weiß Jacobus noch 38 nicht zu ſagen ſondern vermahnet uns/ wir ſollen jhm widerſtehen. Wi⸗ unc am. derſtehen muͤſſen wir jhm mit dem Schwerdt deß Geiſtes/ welches iſt das Wort Gottes. Eph. 6. v. 17. Wie Chriſtus ſelber gethan. Matth. 4. ap. Widerſtehen muͤſſen wir jhm mit dem lieben Gebet/ dann damit wird er vertrieben. Matth. 17, verſ. 21. Wir muͤſſen beten/ daß wir Ppp nich: — ——— 84 — ————— .———— r 1———— 4— 3 *— 8 23 — 4 4 4 8 1 3 4 1 1 AI 3 3 1 5½ 4 8 3. * 6 1 4 1 4 8 f 1 h . 4 3 4 3 9 “ 1 4 1 8 3 1 4 1 3 3 3 2 † 3 * 4 4 3 3 3 8 1 4 1* ** 4 4 4 — 4 1 1 4 4 3 4 3 1 1 2* 6 1 5 3 — 4 4 4 4 4 1 14 4 3 1 3 3 3 1 5 1 1 4 85 1 4 8 1 4„ H4 1 * 1 1 4 1 8 4 4 1 1 “ 5 3 1 4 1 5 4 8 4 —— 492 Vom fuͤnfften Hindernuͤß wahrer Buſſe⸗/ nicht in ſeine Anfechtung fallen. Matth. 26. v. 41. Und ſtets behuͤten in allem Antiegen. Epheſ. 6. verſ. 8. Widerſtehen muͤſſen wir jhm/ mit geiſtlicher Wachſamkeit; Wir muͤſſen wachen und bethen Matth. 20. v. 41. Wir muͤſſen nuͤchtern ſeyn/ und wachen gegen dieſen Widerſacher 1. Pet. 5. v. 8. Widerſtehen muͤſſen wir jhm mit wahrer Bußfertigken dann gleich wie dieſelbe die Engel im Himmelerfreuet: Luc. 15. v. 10. Aſſo betruͤbet ſie die leidigen Teuffel: Solcher Buſſe Hertz iſt der ſelgma⸗ chende Glaube/ mit welchem wir außleſchen koͤnnen alle feurige Pfeile deß Boͤſewichts. Eph 6. v. 16. Daher trachtet der Satan mit hoͤchſtem Fleiſſe darnach/ daß er wahre Buſſe verhindern/ und die Menſchen da⸗ von abhalten moͤge/ ſolches bezeuget auch Paulus in verleſenen Worten auß welchen wir wollen vernehmen/ Wie der leidige Satan wahre Buſſe verhindere. Der barmhertzige Gott gebe uns die Gnade deß heiligen Geiſies/ daß wirs alſo vernehmen/ daß wir dem Satan in die ſem und aller ſei⸗ de Poßhe erüttarteß widerſtreben moͤgen/ umb Jeſu Chriſti wil⸗ Erklaͤrung Wir haben in verleſenen Worten: 3 4 I, Pauli metum: Deß Apoſtels Pauli Furcht,; Ich fürchte ſpricht er: Gleich wie ein leiblicher Vater/ befuͤrchtet und ſorgfaͤltig iſt daß ſeinen Kindern etwas ſchaͤdliches wieder fahren moͤchte; Daher ſagt Jacoh von ſeinem Benjamin: Wann jhm ein Unfall auff dem Wege begegnete/ wuͤrden ſie ſeine graue Haar mit Hertzleid in die Gruben brin⸗ gen. Gen. 42. v. ult. Alſo muͤſſen auch treue Lehrer als geiſtliche Vaͤter wegen jhrer Pfarr⸗Kinder immer in gebuͤhrlicher Furcht und Sorge le⸗ ben/ weilen nicht allein wahre und beſtaͤndige/ ſondern auch falſche und unbeſtaͤndige Maul⸗Chriſten/ nicht allein Auffrichtige ſondern auch Heuchler unter denſelben gefunden werden: Sie muͤſſen Sorge tragen fuͤr jhre Gemeine/ wie Paulus gethan. 2. Cor. 11. v. 28. Sie muͤſſen hertz⸗ lich fuͤr ſie ſorgen. Phil.2.v.20. Inſonderheit aber muͤſſen ſie ſotgen daß b jhre aaaa——— umnindeat Ben unh Jüüch auli Furcht Jho fuͤrchtetundſetzite fahra müchte An en Ulrfallufdm! atzledindeGnin hrer absgeſflcheb Furchtuden n nuchfütt uffutg r Si müſſen Eunel .. Semſi baniſaſtbe So da ift deß Satans Verfuͤhrung. 4³ jhre liebe Pfarr⸗Kinder/ durch deß Teuffels Liſt und Betrug/ weder zu falſcher Lehr/ oder zu gottloſem Leben nicht moͤgen verfuͤhret werden: Dann daher fuͤhren ſie den Namen/ daß ſie genant werden Seelen⸗Sor⸗ ger/ weilen ſie ſollen wachen uͤben jhrer Pfarr⸗Kinder Seelen/ als die da Rechenſchafft dafuͤr geben ſollen. Heb. 13 v. 17. Wolte G O T T/ wolte G. OTT/ daß dieſes viel Lehrer und Seelen⸗Hirten moͤgten be⸗ trachten/ wuͤrden ſie ſich der Bauch⸗Sorge auff ſo mancherley Weiſe nicht ergeben. V II. Diaboli molimentum: Deß Teuffels Vorhaben: Wel⸗ ches i; 3 4 3 Antiquum: Das Alte: Was er im Anfang der Welt vorge⸗ habt und zu Wercke gerichtet: Da hat er als die alte Schlange Apoc. 12. v..die Eva nitt ſeiner Schalckheit verfuͤhret: Dabey wir muͤſſen in acht nehmen: 1. Appellationem: Seinen Namen: Er wird alhie genant die Schlange/ weilen er durch derſelben Dienſt unſer Paradieß⸗Eltern ver⸗ fuͤhret/ und in die elenden Suͤnden⸗Gruben mit allen jhren Nachkom⸗ men geſtuͤrtzet/ daher er auch dieſen Namen bekommen/ weilen der Teuf⸗ fel! der Schlangen Art/ nachdem ſie Gott verfluchet/ immer beweiſet: a. Natura venenata: Mit ſeiner gifftigen Natur: Gleichwie die Schlange vol toͤdtliches Gifftes: Alſo iſt der leidige Satan vol geiſt⸗ liches Gifftes/ ſo nicht allein den zeitlichen/ ſondern auch den geiſtlichen und ewigen Todt wircket: Ein rechtes Drachen⸗Gifft und wuͤteriger Ottern⸗Gall. Deut. 32. v. 33. Er richtet die Menſchen zu/ daß jhr Wuͤ⸗ ten wie das Wuͤten einer Schlangen. Pſalm. 78. v. 5. Die ſcherffen jhre Zunge wie eine Schlange/ Ottern⸗Gifft iſt unter jhren Lippen. Pſal. 140. v. 4. Ihre Zunge iſt vol toͤdliches Gifftes. Jac. 3. v.. Wie dem Alexandro Magno vom Indianiſchen Koͤnige eine Jungfrau verehret worden/ ſo mit dem gifftigen Kraut Eiſenhuͤtlein/ immer geſpeiſet/ und Cam. hor. he Natur deſſelben Gifftes gantz gewohnet geweſen/ hat aber ohne ſabcis. Gifft beybringen nicht angeruͤhret werden koͤnnen: Wie ſolches Ariſio⸗ cent. z. teles gemercket auß jhren funckenden und zwintzerenden Augen/ hat cap. 69 er Alexandrum gewarnet/ er ſolle ſich fuͤr dieſer Jungfrauen hu⸗ ten/ dann es waͤre Liſt und Untergang jhm durch dieſelbe bereitet: Welches auch der Außgang beweiſet/ dann alle ſo ſie angeruͤhret/ Pppo ij durch Plutarch. in Sylla. 4—. — be———— 8 * 1. N 5 8 8 4 484 Vom fuͤnfften Hindernuͤß wahrer Buſſe/ durch Gifft alſobald umbkommen ſeyn: Alſo iſt auch deß Indiſchen Konigs in Cambaja Sohn mit Gifft aufferzogen/ daß er auß gifftigen Speiſen ſo gifftig worden/ daß wann Fliegen auff ſeine Haut ſich geſe⸗ zet/ alſo bald auffgeblaſen worden und geſtorben. Dieſes moͤgen wir vielmehr und ſicherer vom Teuffel wiſſen und glauben/ gifftig iſt nach dem Falle ſeine Natur/ gifftig ſind ſeine Wercke/ gifftig iſt alles was von jhm herruͤhret: Sollen uns derwegen zum fleiſſigſten fuͤr jhm und ſeinem Giffte vorſehen. 8. Aſturia: Mit ſeiner Liſtigkeit: Gleich wie die Schlange li⸗ ſtiger war/ dann alle Thier auff dem Felde/ die Gott der HErꝛr gemacht hatte. Gen. 3.v. 1. Vnd kein Kopffſo liſtig iſt als der Schlangen⸗Kopff. Sir. 25. v. 22. Alſo uͤbertrifft der leĩdige Teuffel alle Liſt mit ſeiner Li⸗ ſtigkeit: Er wil uns uͤbervortheilen. 2. Cor. 2. v. 11. Er kan ſich verſtellen in einen Engel deß Liechts. 2. Cor. x. verſ. 14. Er hat liſtige Anlaͤuffe. Eph. 6.v. II. Groß Macht und viel Liſt/ ſein grauſam Ruͤſtung iſt/ Auff Erden iſt nicht ſeines gleichen. Dieſe Liſt gebrauchet er meiſterlich/ vieler Menſchen Buſſe zu verhin⸗ dern/ wirfft jhnen bald dieſes/ bald jenes in den Weg/ darauß ſie eine Entſchuldigung nehmen/ warumb ſie ſich der Chriſtlichen Buſſe ent⸗ halten: Da haben wir hochnoͤthig unſer Augen recht auff zu thun/ und ſeine Liſt zuerkennen: Der Roͤmiſche Kriegs⸗Obriſter Carbo hat vom Syllla pflegen zu ſagen/ weilen er mit demſelben als einem Loͤwen und Fuchs zu ſchaffen haͤtte/ fuͤrchte er ſich mehr fuͤr dem Fuchs/ als fuͤr dem Loͤwen. Das mogen wir mit Warheit vom Teuffel wol ſagen/ wann er die Loͤwen⸗Haut durch Tyranney und Verfolgung anziehet/ kan man ihn leichtlich kennen/ aber wann er ſich mit dem Fuchs⸗Balg verdecket/ kan er ſeine Klauen meiſterlich verbergen. 7 Lingua mortifera: Mit ſeiner toͤdtenden Zungen: Die Schlange hat toͤdlichen Gifft unter jhrer Zungen: Der leidige Satan iſt ein Moͤrder. Joh. s. v. 44. Seiner Getreuen Zungen trachten nach Schaden/ uund ſchneiden mit Luͤgen wie ein ſcharff Scheer⸗Meſſer. b Pſalm. 2. v. 4. Ihre falſche Zungen ſind moͤrdliche Pfeile. Jer. 9. v.3. Sie ſchlagen fromme. Heꝛtzen damit zu todte. Jer. 18. v. 18. Alſo beweiſet b Satan — ooooͤſͤſͤſͤſͤſͤſ 1— Megſcheyn derighaßſed in dah tn wnm.2 rftanan llui Drpſeue, dirühn auffilale ſme echen. Menſchen Luſen den Weg/ drui auſan Rüſn 1 encheh rfuͤrden Fu t vom Tauffätt und Verfolgunga ich mit dan zute rgen. dtenden Jungn. namn: Derladae uen Zungen V S decr eee Mc pl 19 b welches iſt deß Satans Verfuͤhrung. 48, Satan theils ohnmittelbar/ und auch theils mittelbahr ſeine Schlan⸗ gen Artz Derhalben wir uns wol vorſehen ſollen. 2. Eyæſeductionem: Die Verfuͤhrung der Eva: Er hat die Eva verfuͤhret: Dann Adam iſt nicht verfuͤhret(verſtehe erſtlich und ohnmittelbar) ſondern das Weib iſt verfuͤhret/ und hat die Ulber⸗ tretung eingefuͤhret. 1. Timoth. 2. v. 14. Dieſe Verfuͤhrung wird umb⸗ ſtaͤndlich beſchrieben. Gen. 3. verſ. 1.1e qq. Und dieſe Verfuͤhrung der Menſchen practieiret der Satan immerfort; Er iſt die alte Schlange/ der da heiſſet der Teuffel und Satanas/ der die gantze Welt verfuͤhret. Apor. 12. v. 9. Er gehet auß zu verfuͤhren die Heyden/ in die vier Oerter der Erden. Apoc. 20. v. 8. Wolte Gott/ wolte Gott/ daß dieſes heut zu Tage viel bedencken moͤgten/ welche anhangen den verfuͤhriſchen Gei⸗ ſtern/ und Lehren der Teuffel. 1. Tim. 4. v. I. Und laſſen ſich verfuͤhren von dem Roͤmiſchen Thier/ umb der Zeichen willen/ die jhm gegeben ſind zuthun. Apoc. 13. v. 143. Durch welches Zauberey alle Heyden ver⸗ irret worden. Apoc. 18. v. 23. Derowegen ſollen wir uns fuͤr dieſem Verfuͤhrer zum fleiſſigſten vorſehen. 3. Medii deſignationem: Das Mitteldieſer Verfuͤhrung: Durch ſeine Schalckheit: O wie eine groſſe Schalckheit hat er bey dieſer Verfuͤhrung gebraucht! Wie freundlich ſtellet er ſich in der Schlangen? Wie fragte er ſo argliſtig; Solte Gottgeſagt haben/ jhr ſollet nicht eſſen von allerley Baͤumen im Garten? Damit er einen Zweiffelin Evæ Hertzen erreiget/ an dem Worte Gottes: Wie duͤrffte er ſo frech das helle und klare Wort Gottes leugen und ſagen? Ihr wer⸗ det mit nichten deß Todtes ſterben: Wie beſchuldigte er Gott deß Miß⸗ gunſtese Wie verheiſſete er jhn ſo groſſe Herrligkeit? Gen. 3. v. 1. ſeqq. O der Schalckheit uͤber alle Schalckheit! Von demſelben kompt aller Schalcks⸗Rath. Nah.J. v. 11I. Der richtet ſeine Kinder zu⸗ daß ſie ſeyn vol aller Liſt/ und aller Schalckheit. Act. 3. v. o. Derowegen ſollen wir uns fuͤr ſeiner Schalckheit huͤten/ daß unſere Bekehrung durch jhn nicht moͤge verhindert werden. IlI. Perpetuum: Das immerwaͤhrende: Da iſt immerfort ſein Vorhaben/ daß er unſer Sinne verruͤcke von der Einfaͤltig⸗ keit in Chriſto Jeſu: Dabey wir muͤſſen in acht nchmten 8 2. Chriſtianam ſimpliciratem: Die Einſaͤligkeit in Chriſto — Pyp u Jeſu 1. 3 r 3 —— 7 e..— 4““ 4865 Vom fuͤnfften Hindernuͤß wahrer Buſſe/ Jeſu: Die gottſelige Einfaͤltigkeit iſt Gott ſehr lieb und angenehm: Nlu⸗ der HErn behuͤtet die Einfaͤltigen. Pſ. 116. v. 6. Weilen ſieſich durch ſein Wort laſſen klug machen. Pſalm. 179. v. 30. Und auß demſil⸗ ben unterrichtet/ in Einfaͤltigkeit und goͤttlicher Lauterkeit nicht i flleiſchlicher Weißheit/ ſondern in der Gnade Gottes/ auff dieſer Welt wandeln. 2. Cor. 1. v. 121. Und beweiſen dieſe Einfaͤttigkeit inſonderheit auch damit daß ſie Chriſn Wort/ gerne und fleiſſig hoͤren/ und jhr Leben darnach fuͤhren: Da ſpricht CoRJSTllS. Thut Buſſe und glau⸗ bet an das Evangelium. Marc. 1. verſ. 15. Das iſt einfaͤltig geredet/ und demſelben ſollen wir einfaͤltig folgen: Zu dieſer Einfaͤltigkeit gehoͤret daß wir einfaͤltig unſere Suͤnde erkennen und bekennen/ uns dieſelbe von Her⸗ tzen laſſen leid ſeyn/ GOT T mit einfaͤltigem kindlichen Hertzen umb Vergebung derſelben anruffen/ und glauben feſtiglich/ der Sohn Got⸗ tes habe fuͤr dieſelbe bezahlet und gnug gethan: G. Diaboli pravitatem: Deß Teuffels Boßheit: Vondieſer Einfaͤltigkeit verrucket der Satan vieler Menſchen Sinne: Waß die Menſchen/ und unter denſelben auch fromme/ gottſelige einfaͤltige Hertzen/ dieſe Vermahnung Chriſti hoͤren/ ſo verrucket doch der Satan Ihre Siñe/ daß ſie d Vermahnung Chriſti nicht folgẽ. Und thut ſolches: 1. Intellectum pervertendo; Daßer jhnen den Verſtand verderbet: Paulus vermahnet uns/ wir ſollen nit unverſtaͤndig werden ſondern verſtaͤndig/ was deß H Erren Wille ſey. Eph. 5. v. 17. Dawil e ſo wahr er lebet/ daß ſich der Gottloſe bekehre von ſeinem Weſen undle⸗ be. Ezech. 33. v. r1. Da vollen det und verderbet der Teuffel vieler Men⸗ ſchen Verſtand: Das hat er bey unſern Paradieß⸗Eltern ge⸗ chan/ welcheer vom Wort⸗Verſtand deß Verboites Gottes abgefuͤhret!/ und jhn eine Luͤgen⸗Meinung eingebildet. Gen.3 v.z. Da machet er viel wie Noß und Maͤuler/ die nicht verſtaͤndig ſind. Pſalm. 32. v.). Daß ſie Gottes Wort zwar hoͤren/ und verſtehen es nicht. Eſa. 6. v. o. Verfinſtert jhren Verſtand/ daß ſie entfrembdet ſein vom Leben das auß GOTT iſt. Eph. 4. verſ. 18. In Betrachtung dieſes muͤſſen wir G Ott fleiſſig ienhdaß er uns erleuchtete/ Augen unſers Verſtandes gebe. Epheſ. .Is. 2. Voluntatem avertendo: Daß er den Willen vom Guten abkehret: Wann der heilige Geiſt bey Vielen den Verſtand arlauchen — — — 4 *—-——— “ 5 66 . 3— 1 *, 2 4— 4 4 1 . 1 4 1 4 — 1 3 4 1 8 3 5 . 1 1 4 „ 3 44 5 4 4 4 1 8 1 7 4 8 ½ 1„ II. 1 4 13 4 132“ 36 2*. 8* “ 3 8 2 8. 3 4 „ 1 4 — 1 1 1 2 ¹ 2 4 2 3 “ —.“ 4 . 4 h 8 4 2 3 3 4 6 3 3 4¹ 1 4. 4 3 8 3 ½ 4 3 1 5 1 3 . 3 8 6 * 4— 141 “ 5 4 14 1 * 6 4 1 3 92 1 4 4 † 2. 3 4 1 4 8. 4 irſolartunrnfihe Dülleſch Shand ckehreronſeun Vin rdebetde Tafftrit unſan Pras h Vatdus etaini dGa z2 dund. igied Painatd es mcheSuine nron lörduni diſſsniſam de ſſrsVehath „eeAlatwri 6 chudn 4 darderiue welches iſtdeß Satans Verfuͤhrung. 487 daß ſie den gnaͤdigen und wolgefaͤlligen Willen Gottes erkennen/ ſo wirfft der Satangleichſam Stuͤle und Baͤncke in den Weg/ daß er ſol⸗ ches Erkaͤntnuͤß unfruchtbar mache/ und verrucket jhren guten Ver⸗ ſtand zum Boͤſen/ daß ſie thun den Willen jhres Fleiſches und der Ver⸗ nunfft. Ebh. 2. vz. Daß auch die Widergebohrnenicht thun/ was ſie wollen/ ſondern dasſie haſſen. Rom. 7. verſ. 15. Dageluͤſtet immer das Fleiſch wider den Geiſt. Gal./.v. 17. Daher klagt Auguſtinus/ daß ſein Feind der Teuffel ſeinen Willen gehalten/ und auß demſelben eine Ket⸗ ten gemachet/ und jhn damit verſtricket: Dann auß ſolchem boͤſen Wi⸗ len ſey jhme gekommen die boͤſe Luſt: Und weilen er der Luſt gedienet/ ſey bey jihm eine Gewonheit darauß geworden: Und auß der Gewohnheit endlich eine Nothwendigkeit. ö“ 3. Oculos excœcando: Daß er jhnen die Augen verblendet: Gott ſtellet uns ſeinen Willen von unſer Buß und Bekehrung klar fuͤr Augen: Aber gleich wie die Philiſter die Augen außſtachen. Jud. 16. v. 28. Alſo verblendet der Satan Viele geiſtlich: Gleich wie der Adler wann er mit dem Hirſch ſireiten wil/ ſeine Federn voller Sand ſamlet/ und ſich dem Hirſch auffs Haupt ſetzet den Sand jhm in die Augen ſchuttet/ und damit ihn verblendet: Alſo thut der Teuffel/ bey denen ſo er von wahrer Buſſe abhaͤlt/ verblendet ſie/ daß ſie nicht ſehen jhre vielfaͤltige Suͤnde/ und derſelden wolverdiente Straffe. 4. Aures obturando: Daß er jhnen die Ohren verſtopffet: Wann treue Lehrer ſie zur Buſſe ermahnen/ ſo macheter ſie wie taube Ottern die jhre Ohren zuſtopffen/ daß ſie nicht hoͤren die Stimme deß Beſchwerers. Pſ. 8. v. 5. Stellen jhre Hertzen wie ein Demant daß ſie nicht hoͤrendas Geſetze und Wort Gottes. Zach. 7.v r1. L. Lingvam frænando: Daß er hre Zunge gleichſam zaͤu⸗ met: Das duͤrffteer beym David wol verſuchen/ wie er ſeine Suͤnde ver⸗ ſchweigen wolte. Pſalm. 32. v. z. O der groſſen Boßheit deß Satans! Fuͤr welcher uns Gott gnaͤdig behuͤten wolle/ umb Jeſu Chriſti willen Amen/ Amen. 3 Die fuͤnffund ſiebentzigſte Predigt. DE SEXTOVERæ POENITENTIE OBSTACVLO, OD WIDI ECIIO.. Vom — lib. 8. con- feſſ. c.5. 4388 Vom ſechſten Hindernuͤß wahrer Buſſe/ Vom ſechſten Hindernuͤß wahrer Buſſe/ welchesiſt ddie Liebe der Welt. 1. Joh. 2. v. 15. ſeq. Hakt nicht lieb die Welt noch was in der Wel iſt ſo jemand die Welt lieb hat/ in dem ſſ nicht die Liebe deß Baters: Dann alles was in der Welt iſt/ nemlich deß Kleiſches Luſt/ und der Augen Luſt/ und hoffaͤrtn 3 ges Leben/ iſt nicht vom Vater/ ſondern von der Welt. Sſpricht Syrach Cap. 43 verſ. 26 alſo: Dieauff 24 M dem Meer fahren/ die ſagen von ſeiner Faͤhrligkeit: Wir/ OChriſtliche Hertzen/ moͤgen auch wol ſagen/ die in der 5e WelW leben/ erfahren groſſe Faͤhrligkeit: Dann/ was iſt doch die Welt anders/ als ein ungluͤckſeliges/ unbeſtaͤndiges und gefaͤhr⸗ liches Meer? Die Weltiſt ein ungluͤckſeliges Meer: Gleichwie auff dem Meer viel und mancherley Ungluͤck/ durch Sturm/ Ungewitter/ Mangel Proviants/ ſuͤſſes Waſſers und allerhand Kranckheiten: Alſo befindet ſichs auch in dieſer Welt: Da klaget Hiob: Wann man meinen Jammer woͤge/ und mein Elend zuſammen legte in eine Wage/ wuͤrde es ſchwerer ſeyn/ dann Sand am Meer. Hiob. 6.v. 1. Es zuplagtejhn das eineuber das ander mit Hauffen. Hiob. 10.v.. Der Menſcheiſt auff dieſem Welt⸗Meer voller Unruhe. Hiob. 14. v. 1. Es iſt ein rechtes Jammer⸗Thal. Pſalm. 84. v. 7. Deß Ungluͤckes deß Menſchen iſt viel bey jhm. Eccl. 3.v. 6. Iſt das nicht ein ungluͤckſeliges Meer? Die Welt ſiſt ein unbeſtaͤndiges Meer: Gleich wie es auffm Meer unbeſtaͤndig iſt/ bald fuͤhlen die Schiff⸗Fahrende keinen Wind/ und muͤſſen laviren/ bald haben ſiewiderwertigen Wind: Alſo iſts in dieſer Welt ein unbe⸗ ſtaͤndi⸗ 2 3 8—.——„— 4 — 8————— 3„f— 4— 3——— nlenenSch d hffn der Wekande ilüeT Nehe p berſes ea rrvonſen ißtt ogm auchwolſin ſſ Fähhgka. Da liges undefeindaa kſcuiges Mar Gnn c durch Suumn lha ndallerhand Kuchr laget. Nod.Wanan man legtemane Ugt r. Hoh Ko Sö dood. 10,9.7. DAh hob.rGfe Inalickesdef Mact matüͤckſchg And. sauffn Nauit „Wad /ud niſt ſp is nnie We⸗ welches iſt die Liebe der Welt. 489 ſtaͤndiges Ding: Wir wiſſen nicht/ ob uͤber ein kleines unſer Schoͤpffer uns hinnehmen wird. Hiob. 32. v. 22. Nach dem Lachen kompt Trau⸗ ren/ und nach der Freude kompt Leid. Prov. 14. verſ. 3. Wann es uns wolgehet/ muͤſſen wir gedencken/ daß es uns wieder uͤbel gehen kan. Syr. rr. v. 27. Die Welt iſt ein gefaͤhrliches Meer: Wie nicht allein Syrach in verleſenen Worten/ ſondern auch David bezeuget; Daß ſie bald gen Himmel/ bald in Abgrund fahren/ daß jhre Seele fuͤr Angſt verzaget. Pſal 107. v. 26. Alſo gehets auch auff dieſer Welt zu/ wie Jacob/ Jo⸗ ſeph/ Moſes/ David und viel andere fromme Hertzen erfahren: Denn viele alle Stunde in der Gefahr deß Todes ſiehen. 1J. Cor. 15. v. z0. Ande⸗ releiden Schiffbruch am Glauben. Tim. 1 v. 19. Und in dieſer Gefahr deß Schiffbruchs ſchweben ſonderlich diejenige ſo mit jhrem Hertzen an der Welt und weltlichen Dingen haͤngen/ von welchen Johannes in ver⸗ leſenen Worten redet/ auß welchen wir wollen betrachten:— Wie die Liebe der Welt wahre Buſſe und Bekeh rung verhindere. b Gott unſer himliſcher Vater/ wolle uns ſeine Gnade verleyhen/ daß es fruchtbarlich und unſer Seligkeit erſprießlich geſchehen moge/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Wir haben allhie in acht zu nehmen: Iohannis dehortationem: Die Abmahnung Johannis: Habet nicht lieb die Welt/ noch was in der Welt iſt; Es wird durch die Welt allhie nicht verſtanden/ das Gebaͤu Himmels und der Erden/ davon Paulus ſagt: Daß Gott die Welt gemacht/ und alles was drinen iſt. Act. 17. v. 24. Auch nicht das gantze menſchliche Geſchlecht/ davon Johannes ſagt; Chriſtus ſey das Lamm Gottes/ ſo der Welt Suͤnde getragen. Joh. 1. v. 29. Melche Gott alſo geliebet/ daß er der ſelben ſeinen einigen Sohn gegeben. Joh 3.v. 16. Und in welche die Suͤnde durch ei⸗ nen Menſchen kommen iſt. Rom.. v. 12. Sondern die boͤſe Menſchen in der Welt/ und derſelben Boßheit/ Leichtfertigkeit/ und alles fuͤndliches Weſen und Wercke/ ſo der Teuffel und alle Gertoſen in der Weſ le, b 4ꝗ en Zell. Epi- „ ſtolz4 2. 490 Vonſſcchſten Hindernuͤß wahrer Buſſe/ ben/treiben/ und ſhres Hertzen Luſt und Freude daran haben/ werden ſonſt Welt Kinder genant/ weilen ſie die Welt und was Boͤſes in der Welt umgehet/ lieben. Solcher Leute Hertz iſt boͤſe. Prov 25. v. 20. Steinerne. Ezech. 36. v. 16. Falſch. Syrach. 1. v. 35. Stoltz. Prov. 16.v. 5. Verkehrt. Prov. I1. v. 21. Weſſen nun das Hertz vol iſt/ des gehe der Mund uͤber. Matth. 12. v.34. Derhalben haben ſolche Welt⸗Kinder auch falſche Zungen. Pſalm. 72.v.. Glatte Zungen. Prov. 6. verſ. 24. Luͤgenhafftige Zungen. Prov. 15. v. 14. Verkehrte Zungen. Prov. 7. v. 20. Betruͤgliche Zungen Zeph. 3. v. 17. Wie Hertz und Zungen/ alſo ſind auch die Augen: Da gibts fleiſchliche Augen. Heb. 10. v. 4. Hohe Augen. Prov. 6. v. 17. Hoffaͤrtige Augen. Prov. 21. v. 4. Augen voll Ehebruchs. 2. Pet. 2. v. 4. Und wie Hertzen Zung/ und Augen ſeyn/ alſo gebaͤren ſich auch die Ohren; Da gibts unbarmhertzige Ohren/ ſo ver⸗ ſtopffet werden fuͤr dem Schreyen deß Armen. Prov. 21. v. 13. Wie am reichen Mann zuſehen. Luc. 16. v. 21. Viele/ haben Ohren/ und hoͤ⸗ ren nicht mit denſelben. Jer.. v. 21. Haben verſtockte Ohren/ daß ſie nicht hoͤren das Geſetz und Wort Gottes. Zach. 7. v. 11. Viele haben guckende Ohren. 2. Timoth. 4. v. z. Dieſen allen folgen auch die Haͤn⸗ de: Da gehen ſie ſtracks durch mit jhren Haͤnden zu freveln. Pſalm. ſs. v. 3. Ihre Haͤnde ſind auffgethan immer zu nehmen/ und zugeſchloſſen nimmer zugeben. Syr. 4. v. 36. Sie greiffen mit jhren Haͤnden zu weit und uͤbervortheilen jhren Naͤchſten. x. Theſſal. 4. verſ. 6. Die Fuͤſſe der Welt⸗Kinder ſeyn endlich nicht beſſer/ ſondern mit denſelben wandeln ſie im Rath der Gottloſen/ und treten auff den Weg der Suͤnder. Pſal. 1. v.. Ihre Fuͤſſe ſind behend Schaden zu thun. Prov. 6. verſ. 18. Und lauffen hinunter zum Todte. Prov. 5. v. 5. Und daneben hat die Welt viel neue Fuͤnde erfunden; Als ſchinden ohne Meſſer/ braten ohne Feuer/ zwagen ohne Laugen/ und durch die Finger ſehen an Stattder Brillen: Dieſe dieſ/ O Chriſtliche Hertzen/ iſi die recht Conter feetur de Welt von welcher alhie Johannes redet; Dieſe iſt die verruchte Dame umb weſche der Teuffel tanset; Fuͤr derſelben warnet uns Johannes ſo fleiſſig/ daß wir ſie nicht ſollen lieben/ noch das jhrige/ was jhr zuſtchet und von jhr herkomt: Wir ſollen uns derſelben nicht gleich ſtellen. Rom· 12. v. z. Dann ſiel iegt gantz und gar im Argen. 1. Johann. 5. v. 19. Und die Liebe derſelben laͤſſet keine wahre Buſſe zu: Dann wie kan doch immer⸗ duag tnnen. Drer uhn 1 Vi le haben m 1 V d nerſieckröhn ſ z.Jach.79 N ſen almfolan uc dindenzufrewth 3 M zunchmen/ udau eſſal vaſs, Dißſt ondernmidaſthanet dan WAo ithun. Pwr öu .Lhodmoaßehl Hohne Miſe rni⸗ de Imgrrſchm nEt ifdenckénnin dandunn.r das hnge reßf hanaſtſ gen. Jedamn, 4 4 ſeg: Dam a5 fee welches iſt die Liebe der Welt. immermehr einewahre Buſſe bey ſolchen Hertzen/ Zungen/ Auaen Oh⸗ ren/ Haͤnden und Fuͤſſen/ gefunden werden: Wie Alerander Magnus im Sommer/ neben einem Fluß mit ſeinem Kriegs⸗Wolck herzog/ und Wahen der Feind jhm ſehr nahe war/ und er vermerckte daß die Soldaten auß Snom 2. Durft zum Fluß eileten/ damt die Ordnung nicht moͤgte zertrennet wer⸗ u vag den/ hat er oͤffentlich laſſen außtuffen/ ſie ſolten ſich ja zum Fluß nicht 5, 8 nahen/ denn deſſen Waſſer waͤre gifftig und toͤdte die Menſchen; Dar⸗ auff ſie/ die Gefahr zu meiden/ deſſelben ſich enthalten. Alſo ſollen ſich alle wahre goitſelige Hertzen der gifftigen Welt/ ſo viel immer muͤglich/ enthalten/ und dieſer Welt alſo gebrauchen/ daß ſie derſel⸗ ben nicht mißbrauchen. 1. Corinth. 7. verſ. 1. Vnd ſtellen ſich die Welt immer fuͤr Augen/ als die Hure/ welche Salomon. Prov. 7. verſ. 10. als eine lebendige Abbildung der Welt beſchreibet. Pytha- goras ſol geſagt haben: Die Welt waͤre gleichwie ein Jahrmarckt/ darauff dreyerley Art Menſchen zuſammen treffen/ eine zu kauffen/ und die andere zu verkauffen/ die dritte aber nur zuzuſehen/ und dieſe letzte waͤ⸗ ren die Liebhaber der Weißheit/ welche gluͤckſeliger ſeyn denn die andern beyde: Unter dieſen Anſchauern/ laſſet uns/ O Chriſtliche. Hertzen/ mit ge⸗ funden werden. II. Dehortationis rationem: Die Urſach ſeiner Abmah⸗ nung: Ulnter denſelben iſt/ Amoris dixininegario: Die Verleugnung der goͤttlichen Liebe: So jemad die Welt lieb hat in dem iſt nicht die Liebe deß Vaters: Dieſes befindet ſich in Watheit alſo: t. In amore activo: In der Liebe damit wir Gott lieben: Wu ſind ſchuldig/ daß wir Goͤtt lieben/ von gantzem Hertzen/ von gantzer Stele/ und von allen Kraͤfften. Matt. 2. v.7. Nun aber laſſen die Welt⸗ Kinder die Liebe Gottes fahren/ und hangẽ mit/ hrer Liebe ſich an die gott⸗ loſe Welt. Niemand kan zweyen widerwertigen Herꝛn dienen/ entweder er wird einen haſſe/ und den andern lieben/ einem anhangen und den andern verachten. Matt. 6.v.24. Nun ſind Gott und Welt zwey widerwertige Herꝛn/ was der eine gebeut/ das verbeut der ander: Daher hat Her: Luthe⸗ Zinckgr. rus ſeliger pflege zu ſagen: Die Welt ſey die umbgekehrte 10. Gebotten. apoph. p.r Gott wil/ wir ſollen mit Furcht und Zittern affe daß wir ſelig werden. p. 124. Qaq 1 1j Phit. * 2 2 8 4 5— 6 — 492 Vom ſechſten Hindernuͤß wahrer Buſſe/ Phil. 2. v. 12. Die Weltalle Tage herrlich und in Freuden leben. Lue.16. v.. Gleich wie einer zu gleich mit einem Auge nicht kan gen Himmel und mit dem andern auff die Erden ſehen: Alſo kan keiner zugleich Gon und die Welt lieben. 2. In amore paſſivo: In der Liebe damit wir von Gott gelie iad bet werden: Dann wie kann Gott die inige lieben/ ſo jhre Liebe die Gollt tälen et gebuͤhret/ auff nichtige gottloſe/ verderbliche und verdamliche Din⸗ hnafat ge wenden: Die Welt Freundſchafft/ iſ Gottes Feindſchafft/ und wa duna der Welt Freund ſeyn wil/ der wird Gottes Feind ſeyn. Jac. 4. v. 4. Wit taffahe im Jahr 1530. auff dem Reichs⸗Tag zu Augſpurg/ deß Keyſers endli tiaide Zinckgr. che Meinung angezeiget worden/ ſol Johannes Chur Fuͤrſt zu Sach⸗ nachekine apophteg. ſen geſagt haben: Es ſeyn nur zween Wege/ entweder Goit verleugnen P.p. 124. oder die Welt erzuͤrnen/ da ſolle nun ein jeder bey ſich ſelbſt dencken was am beſten ſey: Freylich iſts ja beſſer die Welt erzuͤrnen/ als Gott verleug⸗ nen/ Sich zu Gott bekehren/ als der Welt hofieren und ſchmeicheln. 2. Mundanorum eonditio: Der Zuſtand der Welt⸗Kinder: unter denſelben befinden ſich: 1. Volupruoſi: Fleiſchluͤſtige; In der Welt iſt Fleiſches Luſt; Da iſt eitel Freude und Wonne/ Ochſen wuͤrgen Schafe ſchlach⸗ ten/ Fleiſch eſſen/ Wein trincken/ und ſprechen; Laſſet uns eſſen und trin⸗ cken/ wir ſterben doch morgen. Eſa. 22. v. 13. Da lebet man alle Tage herrlich und in Freuden. Luc. 16. v.19. Vnd wird Wolluſt mehr dann Gott geliebet 2. Tim.3. v. 4. Solche dienen jhren Luͤſten und mancherley Wolluͤſten. Tit. 3.v.z. Das zeitlche Wolleben achten ſie fuͤr Wolluſt. zuſemdn 2. Pet. 2. v. 33. Sie leben wol auff Erden/ und haben jh re Wolluſt und unShg werden jhre Hertzen als auff einen Schlacht⸗Tag. Jac. 3.v. j. Bey diſen nndeajan wird keine rechtſchaffene hertzliche Buſſe gefunden: Dan gleich wie gtuͤ⸗ b nes Holtz ins Feuer geleget/ nicht brennen wil/ ſondern durch ſeine Feuch⸗ tigkeit das Feuer vielmehr außleſchet: Alſo iſt bey ſolchen Leuten alles Lehren/ Vermahnen/ Bitten und Flehe treuer Lehrer umſonſt/die Feuch⸗ Kigkeit der Wolluſt leſchet das Feuer deß goͤttlichen Wortes auß: Vnter dieſer Zunfft hat ſich finden laſſen der Koͤnig Xerres/ welcher in einemof⸗ fentlichen Edict/ ſonderliche Geſchencke dem jenigen verheiſſen/ ſoneur Wolluſt erfinden wuͤrde: Wie dañ auch Alexander Magnus/ der ſonder⸗ liche Sauff⸗Kaͤmpffe angeſtellet/ und dem Promacho einem Anelane b b b auſ⸗ ean n dun und in ſe 1 1 ige Tff wu N 1 Alſo fan a h M an 8 1 1 7 ua . M 4 N 1 ) 4 Ann Tir bonG It lebenc. W 4 re 1. I 4 31 5 4 Uhe D 4 11 M 1 pe — ANA tts Ih NNs N UA nmfhuff h” N 5 10 ſehn 1. G 31 1 4 41 NM4 24 dlgſppra de GAn 4 4 Pp. I * 9 r 4 5 9 A 4 LNNN. 4 1 /* 411 Dit h 1 1 ſächh ſelhft ha 4 1 7 6 1 4 A 1 41 32 6 1 66 * 1 „— Doſtercn undſchmae) 21 IINA 1. dder? N * 6 ¼ 1 1 d minmi nnt ben: Oder erſchteckt riſchen Wollu ge ftoss welches eneneſaſe aau p/ hate ergeanawonet. Dit . Dalude 6 goktle oſem. Brod.9 weſches iadiet icbe der Welt. 453 Saͤuffer ſo den Sieg davon getragen eine Krone eines Talents werth vrrehret welchen aber an dem dritten Tag geſtorben: Der Alexander ſelbſi D. Matth. hat weidln lich ꝛgeſoffan zda uͤbrigen ſeyn ein und viertzig vom S Dauff n faſt Theatrr. fuͤr deß Alexandri Augen geb veſen und haben. a ſ jhrem Geiſt auffge⸗Mon.in hen Wol llu luſt Ve hreibet man/ daß vita Xerr. weil ſen ſenaſte Snanen u hais eine man durch einen Moller. gite, Helenavenit: Das iſt/ alleg. part. zuedeſüen e eenae 8n— S 3alches magman, auch wolvondieſer: 2.5354. “ 8* ad ſp 26 Auff Zinchgr. wel cheken me: 2 NReu 1ſo get: Ditſe iſt die eintzige/ wann wir unfer Luſt am ern. 204. nn der gibt uns was unſe r Hertze wunſchet. Pf alm.z ge.D enen jhre Augengroß Ga dund rlichen Fru ihlings Zeitdie ſchoͤne mannig⸗ b uſtigen en: A Ali dieſe „ Ane rſti nof Augenluſte 8 c keiche 1 nues 39 en rſeyn. Durſan ſis 5 auff irang d5 unnin maͤch Schaden; zu thu Gottes Wſn, daß ſe ſich nehren. Pſalm. Pro bv. 4. H. 1 22. v. 25. Sie re iſſer n zu ſich A leker un nehmen Haͤuſerwelche eſie geluͤſtet/ und treibenal ſo G zewalt tmit eines ſeden Hauſe/ und mit eines jeden Er⸗ be. Mich.2. Gutes! villen thun ſie unrecht/ und die reich wer⸗ den wollen/ wen natuge nab. Syrach. 27. v.. Verſtehe/ von der Ge⸗ rechtigkeit und Barmhertz igk. 4. 2 um Geitz und Gewin: Vnd weilen ſie ſo Geld lieb hal en/ bleiben licht o oh hne Suͤn de. Syrach. 31. v. 5. S d Ser kedeß Teuffels/ und viel thoͤrich⸗ erſencken ins Verderben und Verdamnuͤß. erſchreck lichen: Odeß verfluchten Gewins: .2. Pet. 2. verſ. 14. Gleich wie der Vogel ſie nic zefliegen: 2 Alſo dieſe der Geitz daß ſie Qaqq u keine Vfas Sene hren ache von 7. Sie reiſſen Gutu Geld zu ſich. Ezech. Seum ſi veßin chte 4 zTeil. Ma- nual. p. r. p-280. Valer. Maxim. 11. cap. 14. ————————— ———— 8— 494 Vom ſiebenden Hindernis wahrer Buſſe/ keine bußfertige himliſche Gedancken bekommen. Wieim Jahr 1379. durch ein fruchtbar Jaht/ die Theurung in Pommern nachgelaſſen und eines Kornwolff zu dem Garten⸗Diener/ wie er ein Fuder vom Fa⸗ de ein gefuͤhret/ und Gott mit ſingen und zoben fuͤr ſeinen reichen Segen gedancket/ hat ſein Herꝛ ſich mit dem Strick an den Weſtbaum geſchur⸗ tzet/ und iſt dem Diener ohnwiſſend/ alſo todt in die Stade geſchleppen worden: Das heiſſet ins Verderben und Verdamnuͤß geſencket. 3. Ambitioſi; Ehrgeitzluſtige: Die trachten nach eiteler Ehr/ und dem hochſchaͤdlichen Hoffart: Deren Tag⸗Spruch iſt: Ich bins allein/ und anders krin: Sie vernich ten alles und redenuͤbel davon/ reden und laͤſtern hoch her/ was ſie aber reden/ das muß vom Himmel herab ge⸗ redet ſeyn. Pſal. 73. v. dð. ſeq. Sie ruͤhmen ſich/ und pochen auff /hre Ge⸗ walt. Pſal.75. vz. Sie haben ſtoltze Gebaͤrde und hohen Muth. Pſlol. v.5. Gleich wie die Kinder den weiſſen Fluchteln na chlauffen/ und nichts dann Mattigkeit davon zu genieſſen haben: Alſo lauffen dieſe der ver⸗ gaͤnglichen und betrieglichen Ehre und Hoffart nach: Es gehet ſhnen wie Alerandro Magno/ wie derſelbe von Anaxagora hoͤrete/ daß unzehl⸗ bare viel Welte waͤren/ hat er geweinet und geſagt; Er habe noch nicht eine bezwungen: Alſo vermeinen dieſe/ alle und zwar die hoͤchſte Ehrege⸗ buͤhre jhnen: Odas iſt ein ſchaͤdliches Gifft der Buſſe. 3. Mundanæ vanitatis origo: woher dieſe Welt⸗Eitelkeit kome: Sie iſt nicht vom Vater/ ſondern von der Welt: Danñ Gott iſt kein Gott/ dem gottloß Weſen gefaͤllet. Pſ. 5 v. 5. Er liebet Gerechtigkeit und haſſet gottloß Weſen. Pſ. 45. v. 8. Sondern von den Leuten dieſer Welt welche ſhr Theil haben in ihrem Leben. Pſ. 17. verſ. 4. Welche imer ge⸗ dencken an euſſerlich Gewinn der Wolluſt deß Fleiſches/ Geldes und Gutes/ groſſer Ehr und Herꝛligkeit/ und leiden Schaden an jhter See⸗ len. Matth. 16. v. 26. Dafuͤr uns Gott vaͤterlich behuͤten wolle/ umb Je⸗ ſu Chriſtiwillen/ Amen/ Amen. 3 Die ſechs und ſiebentzigſte Predigt. DE SEPTIMO VER R POENITENTIA OBSTACyVILO OD MALA ERGA PROXIWUINM AFEECII. Vom ndernvonden Lau. Pſ.7.uſ. Vi olluſt Nß Fhſte mdleiden Schaneft tvaͤtelchbchämrale —-C nigſte Prag⸗ rrENIEO OMDI welches iſt die boͤſe Zuneigung gegen den Nechſten. 40 Vom ſiebenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ welches iſt die boͤſe Zuneigung gegen ſeinen Nechſten. 1-Cor.z.V — So eiffer Zanck und Zwytracht unter euch iſt ſeyd jhr dann nicht fleiſchlich/ und wan⸗ delt nach Menſchlicher Weiſe: 8 Sſpricht Paulus 2. Corinth. 3. v. I alſo: Seyd friedſam/ ſo wird Gott der Liebe und deß Friedes mit euch ſeyn: Allhie habenwir: b =e ü. Mandarum: Den Befehl; Wir ſollen friedſamt ſeyn: Das iſt/ wir ſollen im Geiſtlichen/ Weltlichen und Haußſtande/ darnach trachten/ daß wir in hertzlichem Friede und Einigkeit darin le⸗ ben moͤgen: Wir muͤſſen Friede ſuchen und jhm nachjagen. Pſ.4. v. 1z. Lieben Friede. Zach. 8. verſ. 5. Haben Friede untereinander. Marc.9. v. ſo. So viel an uns iſt/ muͤſſen wir Friede mit allen Menſchen haben. Rom. 12. verſ. 18. Vnd demſelben nachſtreben/ was zum Friededienet. Rom. 14. v. 19. Seyn fleiſſig zu halten die Einigkeit im Geiſt/ durch das Band deß Friedes. Eph. 4. v.z. Es ſolein Stein ſeyn Thyrreus genant/ wann derſelbe gantz ins Waſſer geworffen wird/ ſoler ſchwimmen/ wann er aber in ſtuͤck zerbrochen/ ſol er untergehen: Alſo gehets auch uns Men⸗ ſchen/ Friede und Einigkeit ſchwimmet oben/ Vnfriede und Zertrennung treibt zu Grunde. Wie Aba Koͤnig in Vngarn keinen Friede haben wol⸗ D. Mattk. te/ iſt er von Keyſer Henrico III. geſchlagen/ daß 26000. auff dem Iheatr. in Plat geblieben/ uñ Keyſer Henrichen die Vngariſche Krone auffgeſetzet. Wentic. 2. Executionis commodum: Den Nuutzen der Verrich⸗ tung: So wird Gott der Liebe und deß Friedes mit uns ſeyn: ann wann wir uns miteinander vertragen/ und haben Friede/ dar⸗ auß kompt viel gutes. Hiob 22. verſ. 21. Wo Fried und Einigkeit iſt/ da verheiſſe GO TT lLeben und Segen immer und ewiglich Pſalm. 133. verſ 3. Selig ſind die Friedferngen/ denn ſiewerden Got⸗ tes Kinder heiſſen. Matth.5v. 9. Dañ der ſelbe iſt ein G Ott deß Friedes. Rom. 15 v.33. Er iſt nit ein Gott der Vnordnung/ ſondern deß Piedee 1. 91. 144 —ñ 4 1K 8 8 ͤ—— 5 ſſ————— 4 4 4 4 Vom ſiebenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ 1. Cor. 14. v.; 3. Unfriede aber bringet lauter Unordnung und Vetwin⸗ rung: Er iſt der HErr deß Friedes. Phil. 4. v. 9. Wollen wir nun Got⸗ tes Kinder in Warheit ſeyn/ ſo muͤſſen wir in unſers himliſchen Vaters Fußſtapffen tretten; Dann wer da wil leben und gute Tagehaben/ de muß Frlede ſuchen und jhm nachſagen. 1. Pet. 3. verſ. 10. ſeq. Aber das wird von den meiſten ſo da wollen wahre Chriſten ſeyn/ wenng geachtet/ ſondern laſſen ſich den Eiffer einnehmen/ leben in Zanck und Zwierracht und laſſen deßwegen wahre Buſſe/ und alſo die Verſoͤhnung mit Gott daſtehen und geben jhrem boͤſen Willen Platz und Raum: Hiervon io det Paulus in verleſenen Worten: Auß welchen wir wollen betrachten: Wie daß Eiffer/ Zanck und Zwietracht wahre Buſſe verhindere. Der grundguͤtige Gott wolle durch den Geiſt der Liebe und deß Friedes unſere Hertzen eroͤffnen/ daß wir dieſes Hindernis gar und gaͤnt⸗ nn auß dem Wege raͤumen moͤgen/ umb Jeſu Chriſti willen/ men. Erklaͤrung. Wir haben in verleſenen Worten: b 1. Trigam vitiorum: Ein dreyfaches Laſter/ ſo uns von wah⸗ rer Buſſe abhaͤlt: Unter denſelben iſt die v. mulatio: Eiffer: Es wird aber zweyerley Eiffer gefunden: 1, Mmulatio bona: Ein guter Eiffer: Da man im guten eiffert uñ eins andern Tugenden mit ſonderlichem Fleiß und Eiffer nachfolget Alſo wuͤnſchet Paulus daß er moͤchte etzliche der Judẽ ſo ſein Fleiſch ſeyn zu eiffern reizen/ uñ ſie dadurch ſelig machen. Rom. 1.. v. 14. Das iſ daß ers moͤchte dahin bringen/ daß die Juden durch das Exempel der bekeht⸗ ten Heiden moͤchten angereitzet werden zum ſeligmachenden Glauben an Chriſtum/ und dadurch die Seligkeit erlangen. Dann eiffern iſt gut⸗ wanns immerdar geſchicht umbs Gute. Gal. 4. verſ. 8. Alſo bekennet Paulus/ er habe uͤber die maſſen geeiffert umb das vaͤterliche Geſetze. Gal. j. verſ. 14. Wiewolauß nverſtand. O wie gefaͤllet es dem lieben Gott ſo wol wan Nachbarn in der Gotiſeligkeit; Knaben in der Schulc im Fleiß einer dem andern nach eiffern und in denſelben Dingan b b b nachgebet dawieractni dere. Gaſder Läheuſe duſſs Hidenuag gn(und Jſdga g. Jiace diee ader zwepalcfſt äffer: Danmmani en Flaß und Effane icheda uiſith Hen. Jom I4M durch das mid welches iſt die boͤſe Zuneigung gegen ſeinen Naͤchſte. 407 nachgeben wollen? Alſo haben Themiſtoclem die Sieges⸗Zeichen Val. Max Aleibiadis auß dem Schlaff erwecket/ daß er auch nach Tugend und lib. 3. Ehr getrachtet. 2. nulatio mala: Ein boͤſer Eiffer: Denſelben bruͤtet auß die verfluchete Invidia oder Mitgunſt; Mnd iſt dieſelbe eine Kranckheit deß Hertzen/ ſo da herruͤhret auß einer Mittheilung deſſelben/ das wir gern allein beſitzen und deſſelben genieſſen wolten: Oder auch wol daher/ daß ein ander deſſelben genieſſe/ deſſen wir von Hertzen gern genieſſen wol⸗ ten: Es laͤſſet ſich aber dieſelbe fuͤrnemlich ſehen: a. In proximi proſperis: Wann es unſerm Naͤchſten wolgehet⸗: Gott theilet ſeine Gaben auß/ nachdem er wil. 1. Cor. 12. v. 11. Denn er hat ja Macht zu thun mit dem Seinigen/ was er wil. Matth. 20. v. 15. Welche nun fur andern von Golt mit groͤſſern Gaben beſaͤliget/ die wer⸗ den von denſelben geneidet: Da ſiehet Salomon Arbeit und Geſchick⸗ lichkeit in allen Sachen/ und neidet einer den andern. Eccl. 4. verſ. 4. Wanns einem wolgehet das verdreuſt ſeinen Feinde. Syr. 12. v.9. Alſo ward Iſaac wegen deß Goͤttlichen Segens von den Philiſtern geneidet. Gen. 26. v. 4. Der Jacob von Laban. Gen. 31. v.. leg. Joſeph von ſei⸗ nen Bruͤdern/ ſo jhm kein freundlich Wort zuſprechen wolten. Gen. 37. v. 4. David vom Saul/ wegen deſſen daß er den Goliath uͤberwunden/ und jhme groſſe Ehr er zeiget. 1. Sam.§. v. 8. Daniel von den Phili⸗ ſtern/ wegen ſeiner groſſen Gaben. Dan. 6. verſ.z. ſeg. Bey ſolchen aber kan keine wahre Buſſe/ ſo lange Neid und Mißgunſt bey jhnen vorhan⸗ den/ gefunden werden/ noch ein wuͤrdiger Gebrauch deß Abendmals ſtatt finden: Dann wuͤrdige Communicanten ſind ein Leib. 1 Cor. 10. verſ. 17. Nun aber wird unter den Gliedern eines Leibes kein Eiffer oder Miß⸗ gunſt gefunden. G. In proximi adverſis: Wann es unſerm Naͤchſten uͤbel ge⸗ het: So beweiſen ſie jhren Eiffer und Mißgunſt gegen denſelben und ſagen: Da da/ das ſehen wir gerne. Pſal 35. verſ. 24. Sie freuen ſich/ wann es den frommen uͤbel gehet/ aber ſie werden im Strick gefangen/ und das Hertzleid ſol ſie verzehren ehe ſie ſterben. Syr. 27. verſ. 32. Alſo freuete ſich Simer uͤber Davids Elend/ und fluchte weidlich zu ihm ein. 2. Sam. 10, verſ. 7. Die Edomiten ſchreyeten uͤber die Juden: Rein ab/ cap. 14 Rrr rein D. Ger- hard. L. c. I. 5. pag. 1306. Zeil. epiſt. 311. —ℳ 4 ———— 498 Voom ſiebenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ rein ab/ biß auff jhren Bodem. Pſal. 137. v.7. Wie im Jahr 547 der cheure Chur⸗Fuͤrſt von Sachſen Johan Friedrich gefangen ward/ ha⸗ ben die Canonici zu Meiſſen das Ie Deum laudamus geſungen; Aber Gott hat mit einem Donnerſchlag jhre Boßheit geſtraffet/ daß die Ki⸗ che und alles umbher abgebrant. Dieſe ſind keine wahre Glieder deß geſſt lichen Leibes Chriſti. Dann dieſelbe haben ein Mitleiden mit jhren Mi⸗ Gliedern: Bey dieſen iſt auch keine wahre Buſſe/ ſintemal ſie in Haß und Neid gegen jhren Naͤchſten vorſetzlich verharren/ und ſich damtt be⸗ luſtigen. Dieſe aber iſt eine recht teuffeliſche Suͤnde: Der mißgoͤnnen⸗ unſern Paradiß⸗Eltern/ daß ſie nach dem Ebenbilde Gottes erſchaffen und trachtet mit hoͤchſtem Fleiß darnach/ daß ſie deſſen beraubet wuͤrden. Gen. z. v. 1.1e g. Durch deſſen Neid iſt der Todt in die Welt kommen. Sap. 2.v. 14. Sie iſt eine ſchaͤdliche Suͤnde: Neid iſt Eiler in den Bei⸗ nen. Prov. 14. v. 30. Solche alberne Leute toͤdtet der Eiver. Hiob. 3. v. 2. Sie gehen(auß Mißgunſt daher wie ein Schaͤmen. Pſalm.39 v d. Es iſt ein gifftiger Neid. Sap: 6. v. 25. Gifftiger als der Schlangen/ wellener dieſelbe umbbringet/ dabey er gefunden wird. Dann gleichwie der Roß das Eiſen/ die Motten die Kleider/ und die Wuͤrme das Holtz berzehren: Alſo verzehret dieſer Eiver der Mißgunſt die jenige ſo damit sehaff tet: Alſo ſollen die Portugeſen mehr uͤber eines andern Gluͤck/ als jhreigen Ungluͤck betruͤbet werden. b 2. Contentio: Zanck: Da zwey oder mehr wegen einer Sache mit einander hadern oder ſtreiten: Da haben viele zanckiſche Zungen. Pſal.31.v. 21. Es ſeynd zornige Leute/ die gerne Hader anrichten Prov. 15. v. 18. Ind weilen ſie Zanck lieben/ ſo lieben ſie auch die Suͤnde Prov. 17. v. 19. Gleichwie Kohlen eine Gluth und Holtz ein Feuer; Alſorichten olche Leute Hader an. Prov. 26. v. 21. Und ſolcher Neid und Zanck ma⸗ chen das menſchliche Leben muͤheſelig. Syr. 40. v. 4. Ein ſolcher Zand und Zwietracht war zwiſchen den Hirten Abraham und Loth. Gen z. v.7. Zwiſchen Jacob und Laban. Gen. z1. v. 6. Vnd derſelben Exempch ſinden ſich mehr in Gottes Wort: Woſolcher Zanck iſt/ da iſt Zorn. Wo Zorn iſt/ da iſt keine Liebe; Wo keine liebe iſt/ da iſt kein Glaube; Wokein Glaube iſt da iſt keine wahre Buſſe: Solche Leute ſind Hunds⸗Art die bellen offt ohne Vrſoch: Alſo zancken dieſe/ da ſie wolkunten guten Frit⸗ de haben: Gleich wie ein kurtzes Flachs einen langen Fadem gibt: 85 gibt ſes andern Glücchg poderneßrnenai haden viee zncitee tgerne Hcamca, benſiauchEn weiches iſt die boͤſe Zuneigung gegen den Naͤchſten. 400 gibt offtmals eine geringe Vrſach/ ein langen Streit: Der kluge Heyde Euſebius hat geſagt: Daß viele Menſchen von geringen Sach en alſo Stobæ disputiren/ gleichwie unvernuͤnfftige Thier/ ſo in jhrem Streit allein Serm.2. auff die Vberwindung ſehe: Daß dieſem alſo ſey/ beweiſen viele leichtfer⸗ eige Haͤndel darumb die Menſchen nicht anders hadern und zancken/ als wannes jhrer Seelen Seligkeit angehe/ und daruͤber die Bekehrung zu Gott zu ruck ſetzen. Alſo haben vor Henten die Himmel heilige Francisca⸗ ner und Dominicaner Muͤnch zu Rom/ fuͤr dem Baͤpſtiſchen Hoffge⸗ richt disputiret/ welche am erſten das Ave Maria leuten ſolten: Da denn ZeilEpif. endlich/ nach dem ſie mehr als dreiſſig tauſend Guͤlden/ deßwegen auff⸗ 228. gewendet haͤtten/ dieſes Vrtheil ergangen/ welcher ehe auffſtehe/ der ſolle amerſten leuten: Iſt das aber nicht mit blutigen Thraͤnen zu beweinen/ daß viele Menſchen umb liederlicher Dinge willen/ jhre Seeligkeit alſo in die Schantze ſtellen? 3, Diffenſio: Ziweytracht: Da bleibet es nicht bey Neid und Zanck/ ſondern die Gemuͤther werden gantz getrennet/ und kommet durch diſputiren/ reyliciren/ dupliciren/ appelliren/ und dergleichen koſtbaren Worten/ zu einer offentlichen Zweytracht/ und gantz aͤrgerlichen Pro⸗ eeſſen/ dabey eine verblendete Einbildung vorfaͤllet/ daß einer fuͤr dem an⸗ dern vermeinet/ er habe das groͤſſeſte Recht: Da haͤlt ein verletzt Bruder haͤrter denn eine feſte Stadt/ und ſolcher Zanck haͤlt haͤrter denn Riegel und Pallaſt. Prov. 18. verſ. 19. Da ſtreitet offt ein Bruder wider den an⸗ dern/ ein Freund wider den andern/ eine Stadt wider die andere/ ein Reich wider das ander. Eſa. 19. verſ. 2. Da erreget ſich der Sohn wider den Vater/ die Tochter wider jhre Mutter/ und die Schnur wider jhre Schwieger. Matth. 10. verſ. 5. Die ſich alſo unter einander beiſſen und freſſen/ die pflegen ſich auch unter ein ander zu verzehren. Galat.. verſ. 15. Es iſt dieſe Zweytracht ein Werck deß Fleiſches/ ſo von dem Reich GOTTES außſchlieſſet. ib. verſ. 21. Es ſollen die Tuͤrcken„. Man, heutiges Tages injhren offentlichen Bethſtunden bitten/ daß der Chriſt⸗ p..p.2. lichen Fuͤrſten Zweytraͤchtigkeit und Haß verbleiben moͤge. Weilen ſie wiſſen/ daß ſolches jhrem Reich groſſen Vortheil bringe. Vnd iſt der Vnterthanen Zweytracht/ Fuͤrſten unñ Herꝛn Reichthum. Machiavellus bezeuget/ dzer mit einẽ maͤchtige Fuͤrſten in Italien ſonderliche Gemein⸗ ſchafft gehabt/ un denſelben ermahnet/ daß er d Gibelliner und Guelpher Rrr ij Streit Foo Vom ſiebenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ Gü Lutker. de Streit in ſeiner Herrſchafft beylegen ſolte/ und derſelbe ſhme bekant daß ardehachan cenſ. lib.. wegen ſolches Sireits alle Jahr bey die 12000 Ducaten in ſeine Kam⸗ zetenengid c. 25.§.28. mer kommen deßwegen er keine Luſt gehabt ſolchen Streit zu daͤmpffn. ſäͤcftndee Es verhindert aber dieſe Zweytracht die Bekehrung zu Gott/ und wer⸗ vaderievon den /leider/ ſolche Leute gefunden/ ſo vermeinen eine gute und billiche Hr⸗ 4 5 ſach zu haben/ ſich deß Beichtſtuels und deß hochwuͤrdigen Abendmahls tienſclicr zu enthalten/ wan ſie mit jhrem Naͤchſten in Proceſſund Zweytracht le⸗ doeſengiſbt ben: Aber man muß in dieſem einen groſſen Vnterſcheid machen/ unter ſcen erht den Sachen davon geſtritten wird: Dann dieſelbe iſt entweder klarin enge ffade der Streitenden Gewiſſen/ daß entweder einer oder der ander/ in ſeinem lumrtehtm Gewiſſen deß Vnrechts uͤberzeuget/ welcher Theil mit gutem Gewiſſen ſieGellh nicht zur Beicht und Abendmahl gehen kan/ es ſey dann daß er von ſei⸗ manmeha nerboͤſen Sache abſtehe: Oder aber die Sache iſt zweiffelhafftig/ daß heitdunda ein jeder in ſeinem Wiſſen und Gewiſſen vermeinet/ er habe eine gerech⸗ dſch nnſhh te Sache/ gebrauchen auch die Verſoͤhnungs Mittel/ ſo Chriſtus ver⸗ ſalher ſc ordnet. Matth. 18. v. 55. leq. So koͤnnen ſolche/ wann ſie ohne Haß ge⸗ tetehemde gen einander leben/ und die Sache Gott und der Gerechtigkeit befehlen/ Menißn deß Beichtſtuels und Abendmahls mit gutem Gewiſſen gebrauchen. Chrſtralen Zell. epiſt. Beſſer aber iſts/ daß ſolche mit Ariſtide und Themiſtocle jhre Feind⸗— 237. ſchafft und zweytracht gantz ablegen/ und derſelben nimmermehr wieder gedencken. Ro NM II. Trigæ hujus documentum; Was ſolche Laſter beweiſen b und bezeugen Nemblich daß ſolche Leute ſeyn: b 1. Carnales: Fleiſchlich: Denn ſie laſſen ſich nicht vom heiligen Tyraha Geiſt/ ſondern von jhren fleiſchlichen Luͤſten und Begierden regieren/ n wie ſolches in Eyffer und Mißgunſt/ in Zanck und Zweytracht gnug⸗ ſam zu erſehen: Sie richten nach dem Fleiſch. Joh. s. v. 1. Das iſt auß jhren ſuͤndlichen und boßhafftigen Affecten und Begierden/ fahren ſie mit jhrem Naͤchſten/ achten nicht daß von ſe olchen Suͤnden ſie durch Gottes Wort abgemahnet werden: Sie ſind im Fleiſ ch(das iſt/ fleiſch⸗ lich geſinnet) und ſind deßwegen die ſuͤndlichen Luͤſte kraͤfftig in jhren Gliedern/ dem Todte Frucht zu bringen. Rom. 7. v. 7. Das iſt/ ſie ſtuͤr⸗ tzen ſie offtmals ohn vermuthlig in den zeitlichen/ aber bey allen Suͤn⸗ den in den geiſtlichen und ewigen Todt: Und ſind daneben ohne Sache auffgeblaſſen/ in jhrem fleiſchlichen Sinn. Coloſſ. 2. v. 3. Wieen b aber welches iſt ungerechte Erwerbung deß Reichthums. or aber bey ſolchen Leuten wahre Buſſe Statt habene Dann dieſelbe brin⸗ get einen gnaͤdigen Gott: Aber fleiſchlich geſinnet ſeyn/ iſt eine Feind⸗ ſcbhafft wider Gott. Rom. s. v. 7. Weilen ſie auff das Fleiſeh ſaͤen/ ſo werden ſie vom Fleiſch das Verderben erndten. Gal. 6.v„... 2. Secundum hominem ambulanrtes; Sie wandeln nach zuin Kcudgn menſchlicher Weiſe: Durch menſchliche Weiſe wird alhie verſtanden/ i Vu das jenige ſo von dem in Sunden empfangenen und gebohrnen Men⸗ ſchen herruͤhret: UInd wird das menſchliche deme ſo von Gott auß Gna⸗ danandgan i en geoffenbaret entgegen geſetzet/ wie Paulus ſage: Daß ſein Evange⸗ da Dhelme dun lium nicht meuſchlich ſey/ ſondern durch die Offenbarung Jeſu Chri⸗ lsſch damdgßg ſti: Gal. l. v. r. Ind Jacobus ſpricht: Habt jhr bittern Neid und Zanck Gacheiſt wefag in eurem Hertzen/ ſo ruͤhmet euch nicht/ und luget nicht wider die War⸗ vermanct erex hrit/ dann das iſt nicht Weißheit die von oben herab kompt/ ſondern irr⸗ ungs Nttl, diſch/ menſchlich und teuffliſch. Jac. 3.v. 14. eq. Wie kan dann bey dite eamſt Lolchem Weſen wahre Buſſegefaunden werden Der grundguͤge Goit unddeGernzütt verleihe uns die Gnade deß. Geiſtes/ daß wir dieſes und dergleichen zutan Geriſts Hindernuͤß in der Gnaden⸗Zeit auß dem Wegeraͤumen/ umb Jeſuüu unun Chriſti willen/ Amen/ Amen. Die ſieben und ſiebentzigſte Predctt. DE OCTAVO VER POENITENTIE OBSTACVLI. WasſochenRa OD MuSTA DVITTIARUMM ACOQIMITI. elaſſenſichmhemte Vomachten Hindernuͤß wahrer Buſſe/ welches iſt unge⸗ un eenn 4. ſienun Beamu rechte Erwerbung deß Reichthums. ef Ae tede 8” nt und SW racc . b 1. Tim. 6.v.9..“ — Dieda reich werden wollen/ die fallen in Ver⸗ aes ſuchung und Stricke und thoͤrichterund uſte/ welche verſencken die s Verderben und Verdam⸗ RINNIN 4 4 V 11 8 dliche uͤſt kriffan *¹ F 4 1 1, ſieben er bey al 3 4, 4„ m.7.& 45 4 1 3 3 1 2 nd ſiddenebmoe 64 T† 14 2 3 Co,N,, Zinckgr. part. 1. pag. 119. Zinckgr. p. 3. P. 89. ——.. —— 3. 1—. 02 Von dem achten Hindernuͤß wahrer Buſſe/ r⸗ Sſpricht Paulus 1. Tim. 6. v. 6. alſo: Es iſt ein n groſſer Gewinn/ wer gottſelig iſt/ und laͤſſet jhm benuͤgen. Do In dieſen Worten haben wir zu betrachten: = 1. Subjectum: Wovon er rede: Derſelbe iſt 1. Pius Ein frommer oder gottſeliger Menſch: Dieſelbe Gottſeligkeit beſteher darin/ daß wir uns gegen Gott/ als unſern wol⸗ thaͤtigſten himliſchen Vatter inſonderheit nach Vorſchreiben der erſten Taffeln ſeines Geſetzes/ ſo viel uns immer muͤglich iſt/ als gehorſam⸗ Kinder erzeigen und beweiſen: Sie laſſen ab vom Boͤſen und thun Gu⸗ tes. Pſal. 34. v. 14. Die Furcht deß HErꝛen meidet das Boͤſe. Prov. 16. v. 7,. Summa/ die den HErren fuͤrchten thun was jhm wolgefaͤl⸗ let. Syr. 2. v. 19. Gleich wie der vortreffliehe Mahler Apelles meht eainen Tag laſſen hingehen/ an welchem er zum wenigſten nicht eine L“⸗ nien ſolle gezogen haben: Alſo uͤben ſich ſolche immerfort in der Gottſe⸗ ligkeit. Friedrich der weiſe Churfuͤrſt zu Sachſen/ hat zu ſeinen Leuten pflegen zu ſagen: Seyd Gottsfuͤrchtig und fromm/ dann ihr koͤnnet leicht auffhoͤren wann jhr wollet. 2. Contentus: Der ſich laͤſſet benuͤgen: Viele haben einen unerſaͤttlichen Geldhunger; Und wer alſo Geld liebet/ der wird Geldes mimmer ſatt. Eccl. 5. v. o. Bilden ſich ein/ ſie wollen zugleich Gott und dem Mammon dienen. Matth. 6. v. 24. Aber das iſt ohnmuͤglich/ wie Chriſtus daſelbſt bezeuget: Derowegen muß unſer Wandelohne Geitz ſeyn/ und laſſen uns benuͤgen an dem das daiſt. Heb. 13. v.. Wie Key⸗ ſer Rudolphus l. groſſen Mangel an Victualien in ſeinem Lager hatte/ iſt er auff einen Ruͤben⸗Acker gangen/ und der Ruͤben roh geſſen: Wie ſolches ſeine Leute geſehen/ ſind ſie auch darzu gangen/ und haben ſich benuͤgen laſſen. II. Prædicatum: Was von der Gottſeligkeit und Bemiga geredet werde: Nemlich/ daß ſie bringen ein groſſen Gewinn: Die ottſeligkeit iſt zu allen Dingen nuͤtze/ und hat die Verheiſſung dieſes/ und deß ewigen Lebens. 1. Tim. 4. v. s. Und wer jhm gnuͤgen laͤſſet/ der hat ein fein ruhig Leben/ das heiſſet einen Schatz uber alle Schaͤte fin⸗ den. Syr. 41. verſ. 1. Dieſen widerſtrebet die Liebe zum Reichthum/ da viele mit Gewalt wollen reich werden/ dadurch die wahre Gottſe eligkeit/ und in derſelben ernſtliche Bußfertigkeit/ gehindert/ ja wol gantz auß b den —= derdc ſolntatzm tenrunse dchen Ge Sachſen hatgſae und fronm/ ane ein Wäle ſo Geddlcher deunt ſiewolle utitn Abcr das iſtohmms nuß unſer Vanti daiſt. Dcd. ſewuahemiſeum dder übennyaſ darzu gang wn. Bottſligtctundde neingroſen enn dhat du Drheſſa 1 die Lache zun Jai 1 welches iſt ungerechte Erwerbung deß Reichthums. oz den Augen und Hertze geſetzet wird/ wie Paulus in verleſenen Worten bezeuget/ auß welchen wir wollen anſehen/ Wie boͤſe Begierde deß Reichthunns wahre Buſſe verhindere. Der Vater der Barmhertzigkeit/ gebe uns die Gnade deß heiligen Gei⸗ ſtes/ daß wir mit Begierde deß geiſtlichen Reichthums erfuͤllet/ und mit derſelben geſaͤttiget werden/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Es ſpricht Salomon. Prov. 10. v. 22. Daß der Segen deß Er⸗ ren reich mache ohne Muͤh: Damit zeiget er an/ daß Gott ſeinen lieben Kindern/ ohne muͤhſeliges Lauffen und Rennen/ ohne boͤſe Tuͤcke und Stuͤcke/ ohne Argeliſt und boͤſe Geſchwindigkeit/ Guͤter und Reich⸗ thum gebe und beſchere: Viele/ viele/ wollen die Mittel dieſes Segens/ nicht an die Hand nehmen/ welche Chriſtus uns vorſchreibet/ daß wir ſollen trachten nach dem Reich Gottes und nach ſeiner Gerechtigkeit/ ſo werde uns das ander zufallen. Matth. 6. verſ. 33. Viele wollen deß goͤtt⸗ lichen Segens nicht erwarten/ ſondern eilen zum Reichthum. Syr. 11. v. 11. Solche Leute halten das Menſchliche Leben fuͤr ein Schertz/ und Menſchlichen Wandel fuͤr ein Jahrmarckt/ geben fuͤr/ man muͤſſe al⸗ lenthalben gewinſt ſuchen/ auch durch boͤſe Stuͤcke. Sap. 15. v. 12. Bey ſolchen Leuten iſt eben ſo wenig wahrer Buſſe/ als bey Caipha/ Juda und Pilato deß ſeligmachenden Glaubens an Chriſtum/ und zwar: I. Propter inordinatum divitiarum appetitum: Wegen un⸗ ordentlicher Begierde deß Reichthums: Sie wollen reich wer⸗ den: Odeß elenden Wollens O der boͤſen Begierde Gott machet reich. Prov. 22. verſ. 2. Vnd hilffet nicht zum Reichthum/ klug ſeyn. Eccl. 9. verſ. 1. Sondern dem HErrn iſt es leicht einen Armen reich zu bwieden Syrach. 11. v. 23. Aber dieſe Leute wollen reich werden/ und olches: 1. Violenter; Mit Gewalt: Solche thun muthwillig unrecht/ und gehen ſtracks durch mit jhren Haͤnden zu freveln. Pſ. Fs. verſ.2. De⸗ ren trotzen muß koͤſtlich Ding ſeyn/ und jhr Frevel muß boeeſhe enten. — 1— — 1 4 *—jj= 04 Vomachten Hindernuͤß wahrer Buſſe/ heiſſen. Pſalm. 72. v. 6. Damuͤſſen offt die Wittiben jhr Raub/ und di Waiſen jhre Beute ſeyn. Eſa. 10. v. 2. Sie reiſſen zu ſich Aecker/ und nehmen Haͤuſer welche ſie geliebet. Mich. 2. v. 2. Alſo wolte Achab Naboths Weinberg haben/ und muſte dazu ſein Leben verlieren. 1. Reg. 21. v. 7. leqq. Bey ſolchen Leuten iſt eben ſo wenig wahre Buſſezufin⸗ den/ als Vernunfft bey einem unvernuͤnfftigen Thier. 2. Fraudulenter; Mit Liſt; Dieſe ſeyn Meuchel⸗Raͤubey /Lei⸗ ſen⸗Treter/ Stuel⸗Schinder/ ſo jhre Schinderey(auff mancherley Weiſe)treiben. Prov. 10. v. 3. Denen ſchmecket dos geſtolne Brod wol Prov. 20. v. 7. Sie ſamlen Schaͤtze mit luͤgen. Prov. 21. v. 6. Sie thun den armen Vnrecht/ daß jhres Gutes viel werde. Prov. 22. v. 16. Ihre Haͤuſer ſind voller Tuͤcke/ wie ein Vogelbauer voller Lock⸗Voͤgel iſt daher werden ſie gewaltig/ reich/ fett und glatt. Jer. ꝓ. v. 27. Verkauffen offt Spreu fuͤr Korn. Amos. 8. v. 6. Sie greiffen zu weit/ und vervor⸗ theilen jhren Bruder im Handel. J. Theſſ. 4. v. 6. Iſt dieſes aber nicht e⸗ ne uͤberauß groſſe Verhinderung wahrer Buſſes Dañ bußfertige gott⸗ ſelige Hertzen/ folgen der Regul Chriſti: Alles/ das jhr wollet/ daß euch die Leute thun ſollen/ das thut jhr jhnen. Matth. 7. v. 12. Die lieben ſhren Naͤchſten als ſich ſelb ſt. Matth. 22. v. 39. Da wieder von dieſen Meu⸗ chel⸗Raͤubern vorſetzlich wird gehandelt. II. Propter varium laplum: Wegen jhrer vielfaͤltigen Faͤllen: Dann ſie fallen: 1. In tentationes; In Verſuchung; Da iſt nicht eine/ ſondern dreyerley Verſuchung/ ſo jhnen zuſetzet; Als/ 2. Diaboli; Deß Teuffels: Derſelbe nimpt Urſach auß jhren unordentlichen Begierden/ ſie zu verſuchen/ daß ſie umb Gutes willn unrecht thun. Syr. 27. v. 1. Der fuͤhret ſie auff den hohen Berg/ und zeiget jhnen die Reiche der Welt. Matth. 4. v. 3. Wir ſehen ſolches an Zuda/ wie deſſelben Hertz vom Geitz eingenommen/ gab jhm der Teuf⸗ felins Hertze/ daß er Chriſtum umb deß elenden Geldes willen verna⸗ then ſolte. Joh. 3. v. 2. O deß elenden Falles! 6. Mundi: Der Welt: Da finden ſich Leute/ die zu allem Boͤſen verſuchen und verfuͤhren: Da locken die boͤſen Buben. Prov. 1. v. 10. Da gibts Narren(das iſt Gottloſe) zu Geſellen. Prov. 13. v. 20. Auff welcher Wege Stachel und Stricke ſeyn. Prov. 22. v. 5. Deren⸗ Hertz trachtet 1 v4. 1 dd wingenſ witdeiicg reitetrrdge reiſiedo Tir Jul deriſcſeew kag 2 nelwd hh86 6 wade Prodannn deldurvollr ain Alatt.Je.uenNe Aegraffeunta ſ.4vs. Nädifän rr Buſſe⸗Quübeig Ales das ßrnat Matth.7 vn Abh 9. Dawiddexwi . gen yrer viefipin mg; Da ſſtniht Als/ c ſe be nimyellſi hen/ daß ſieunGhn ttſi auff denſehade .4.vs. Wrſthatt genommen göſpanr cleuden Geddsbl lles 3 nſich(cutrdezul bäſan Buüm. Pu Feſclem.Dwv. z n. Pwyaurſ d welches iſt ungerechteErwerbung deß Reichthums.„0⸗ trachtet nach Schaden/ und jhre Lippen rathen zu Ungluͤck. Prov. 24. v. 2. Deren boͤſe Exempel verfuͤhren und verderben das Gute. Sap. 4. v. 14. Da gibts Juden Geſellſchafft/ die verheiſſen ſo und ſo viel zu ge⸗ winnen/ wan man nur Geld herſchieſſe. O deß elenden Fallen . Lordis proprii: Ihres eigenen Hertzen: Deſſen Tichten und Trachten iſt boͤſe immerdar. Gen. 6. v.. Daneigen Viel jhr Her⸗ he auff etwas Boͤſes/ ein gottlos Weſen zu fuͤhren mit den Ubelthaͤ⸗ tern. Pſalm. 141. v. 4. Deren Hertz iſt vol Arges/ und Thorheit iſt in demſelben. Eccl. 9. v. 3. Daiſt unſer Hertz offttrotzig. Jer. 17.v. o. Da wird ein jeglicher verſucht/ wann er von ſeines eigenen Hertzen Luſt ge⸗ reitzet und gelocket wird Darnach wann die Luſtempfangen hat/ gebie⸗ cket dieſe Leute der Satan mit den Liebe⸗Ketten deß Silbers und Gol⸗ des: Aber darauff folgen endlich die Stricke deß ewigen Todtes. 8. Peccati Der Sunden. Die Sunden ſeyn die Stricke deß hoͤlliſchen Jaͤgers. Pſalm. 1. v.. Dieſer Suͤnden⸗Stricke haben wir mſon mit Stricken Sss Kuffin. hiſt. Eccl. lib. 2. c. 7. —ſſſſͤͤ— 8** 8 —————.— * d 2 5 Vomachten Hindernuͤß wahrer Buſſe/ weiffel/ hart gedruͤcket. Jud.16. v. 1. Alſo gehen ſolche Geit⸗Haͤlſſ rum und ſehr gebuͤcket/ den gantzen Tag gehen ſie traurig. Pſ. z8. v.. Sie gehen daher wie ein Schaͤmen/ und machen ihnen viel vergeblichet Unruhe. Pſal. 39. v. 7. Gleichwie Sim ſon wurden die Augen außgeſio⸗ chen. Jud. 16. v. 2 1. Alſo verblendet die Begierde zum Reichthumb/ daß ſolche Leute nicht ſehen und erkennen/ in wie viele Suͤnde/ und in wie ſo groſſe Gefahr ſie werden geſtuͤrtzet: Dann der Gott dieſer Welt verblen⸗ dee jhre Sinne. 2. Pet. 4. v. 4. Dieſe Leute moͤgten wol mit Didymo Alexandrino bitten/(welcher leiblich blind war) daß jhnen Gott jhr Hu⸗ tze wolte erleuchten Simſon ward ins Gefaͤngnuͤß geworffen: Solche Geitz⸗ Haͤlſſe ſind gefangen in der Suͤnden Geſetze. Rom. 7. v.2z. Und auff dieſelbige folget das ewige hoͤlliſche Gefaͤngnuͤß/ da ſie muͤſſen ſhres geraubten und geſchindeten Reichthums den letzten Heller bezahlen. Matth. z. v. 2z. Simſon muſte im Gefaͤngnuͤß mahlen. Jud. 16. verſ ꝛl Ach was gibts bey dieſem ein wunderliches Mahlen Sie mahlen immer geitzige Gedancken: Sie wollen gehen/ in die oder die Stadt/ ein Jaht darin liegen/ hanthieren und gewinnen. Jac. 4 v. 13. Sie mahlen doͤſe Tuͤcke in ihrem Hertzen; Sie gehen mit boͤſen Tucken umb auff jhrem Lager/ daß ſie es fruͤh/ wanns Liocht wird volbringen. Mich. 2 v.. Ihre Hertzen ſind durchtrieben mit Geitz. 2. Pet.z. verſ. 4 Sie mahlen ſhren Reichthumb mit jhren Augen; Dann ſie genieſſen jhres Reichthums nicht/ nur daß ſie es mit den Augen anſehen. Eccl.. v. 10. Sie mahlen un⸗ barmhertzige Wercke gegen jhren Naͤchſten; Sie bauen jhre Haͤuſer mit Suͤnden/ und jhre Gemache mit Unrecht. Jer. 22.v. 3. Sie treiben jhren Geit wider jhren Naͤchſten/ und thun einander Gewalt/ und vergeſſen Gottes. Ezech. 22. v. 12. Gleichwie nun einer ſo mit Str icken gebunden iſt ſich nicht nach ſeinem Willen bewegen kan: Alſo hat ſolche Leutedie Liebe Geldes und Gutes der leidige Geitz alſo verſiricket/ daß jhre Herhen zu rechtſchaffener Buſſe nicht beweget werden 3 t De 3. In cupidirates: In viele thorichte und ſchaͤdliche Luͤſte: O der boͤſen: O der erſchrecklichen Wirckung Der unordentliche Luſt zum Reichthum ſtuͤrtzet ſie; 1 9 Dam dentüih 2. In cupiditates multas; In viele Luͤſte: Bald bakommaſſ in; Siebauanſfe JIa arvz Set nander Geval uu iner ſomt Stritag kan: Aſo hat otte aſſo voſtricendejſtf gdan. 69 dte undſchdlihee De uumnenia ſegii Sue Schrecken. Pſalm. 73.v.. Das hat erfahren Achab. I. Reg. 22. Cap. welches iſt ungerechteErwerbung deß Reichthums. o⸗ Luſt mit dieſem/ bald mit einem anderen Dinge zu hanthieren und zu ge winnen; Bald haben ſie Luſt mit Chriſten/ bald mit Juden zu handlenꝛ Gleichwie eine Wage dahin ſich lencket/ wo das Schwerſte gefunden wird: Alſo dieſe wo der groͤſſeſte Gewin: Gleichwie fromme Hertzen al⸗ les fuͤr Schaden rechnen/ und fuͤr Dreck achten/ auff daß ſie Chriſtum gewinnen. Phil. 3. v. 8. Alſo achten ſie Chriſtum mit ſeinen Wolthaten fuͤr nichts/ auff daß ſie nur groß Reichthum gewinnen 6. Incupiditates ſtultas; In thoͤrichte Luſten; Dann/ O Chriſtliche Hertzen/ was kan doch thoͤrichter ſeyn/ als nach dem zeilichen und vergaͤnglichen trachten/ ſein Hertz daran wenden/ und deß ewigen da⸗ gegen vergeſſen⸗ Was kan doch thoͤrichter ſeyn/ als von demſelbẽ ſich laſ⸗ ſen verfuͤhren/ das in die Hoͤllen fuͤhret und ſelber darauſſen bleibet: Was kan doch thoͤrichter ſeyn/ als den Willen ſeines hertzgeneigten himli⸗ ſchen Vaters verachten/ und deß Teuffels/ Welt und Fleiſches Willen erfuͤll ene Aber ſolchen Thoren iſt jhre Thorheit eine Freude. Prov. 15. v. 21. Dieſe Thorheit verleitet jhren Weg/ daß jhr Hertz wider den HErrn tobet. Prov. 19.v. z. Dieſe Thorheit/ machet jhnen traͤge Her⸗ ten/ zu glaubẽ alle dem/ was Gott in ſeinem Worte redet. Luc. 24. v. 25. 2. In cupiditates damnoſas: In ſchaͤdliche Lüſten: Dann mit ſolchen Luͤſten/ ſchaden ſie jhrem Naͤchſten: Dann ſie trachten dar⸗ nach demſelben Schaden zuthun. Mich. 2. v. 1. Sie ſchaden jhnen ſelb⸗ ſten/ weilen ſie Gottes Zorn/ den Fluch deß Geſetzes/ und ein boͤſes Ge⸗ wiſſen vorſetzlich auff ſich laden: Sie machen jhnen ſelbſt/ einen ver⸗ zweiffelt boͤſe Schaden/ uud unheilbare Wunden. Jer. 30. v. 2. Dann wie kan doch ein boͤſer Schade ſeyn/ als zeitliches gewinnen und Scha⸗ den leiden an ſeiner Seelen⸗ Matt. 16. v..6. fal 4. In perditiones; Ins Verderben und Verdanmuͤß: Sie a. In perditionem temporalem: In zeitliches Verderben: Sie nehmen zwar an zeitlichen Guͤtern zu/ ſie breiten ſich auß/ und gruͤ⸗ nen wie ein lorberbaum. Pſ. 37 v. 3z5. Aber an jhrer Seele verderben ſie: Ihre Geluͤſte toͤdten ſie/ und jhr Gluͤcke bringet ſie umb. Prov. 1. v. z2. Sie werden ploͤtzlich zunichte/ gehen unter/ und nehmen ein Ende mit Soss ij Das Gerlach. Eutrapel. P. I. pag. 34. Zinckgr. P.1.Pag. 46. 85 8 3 8 1 5 3* 4 3,— 2—„ ͤͤ —— 8— n—— ꝑ W“— 2 2— 8 3 t 8 os Vom neundten Hindernuͤß wahrer Buſſe/ Das haterfahren der reiche Bauer. Luc. 1. v. 20. Das hat erfahren dar geitzige Judas. Matth.27 v.. Boleslaus Koͤnig in Pohlen hatte einen geitzigen Prieſter/ welcher/ als er geſehen/ daß dem Koͤnige viel Sube und Gold gebracht/ hat er ſehr geſeufftzet; Wie der Koͤnig gefraget/ war⸗ umb er alſo ſeufftzte/ hat er geantwortet: Er biſeufftzte ſein Elend/ daß er ſolcher Sachen in ſeinem Hauſe keines haͤtte: Darauff jhm der Koͤ⸗ nig in ſeinen Mantel ſo viel geben als er darin faſſen kunte/ worin de Prieſter ſo viel gefaſſet/ daß er unter Weges darunter den Halß zerbro⸗ chen/ welchen der Koͤnig zuſamt dem Gold und Gelde ins Waſſer wa fen laſſen: Das war ein ſelbgeſuchtes Verderben. 8. In æternam damnationem: Ins Verdammnis: Danmn ſolche ſollen das Reich Gottes nicht ererben. 1. Cor. 6. verſ. 10. Sie haben kein Erbe am Reich Gottes und Chriſti. Eph. 5. v. 5. LudovicuslY. Noͤmiſcher Keyſer hatpflegen zu ſagen: Man ſolle nach ſolchem Reich⸗ thum trachten/ welches einem durch euſſerliche Gewalt und lnfall nich koͤnne genommen werden: Welches iſt das vaͤterliche Hertz Gottes. ꝓ 73. v. 25. Welches uns wolle beſcheren Gott der Vater/ durch den hell⸗ gen Geiſt/ umb Chriſti willen/ Amen. 3e. ier eu Dreacht und ſiebenzigſte Predigt. DENONO VEREÆ POENITENTI OBSTACVILO, OD VERBI DIVINI OCONTEMTIO. Hr. Vom neundten Hindernuͤß wahrer Buſſe/ welches iſt 4 4 die Verachtung Goͤttliches Wortes. Sie wolten nicht auffmercken/ und kehreten mlr den Ruͤcken zu und verſtockten ihre Ohren’ daß ſie nicht hoͤreten/ und ſtelle⸗ en jhre Hertzen wie ein Demant. 8 —— — Prntede wann and l Anuech Ahgſäjbd Vyſig ſethe d uhe Gu g Säh— mnhen K 6 n Cor Lteſa Er drlne dſ..ſ.Lubdt Munſallnac ü attunli asväͤtaliche heg ede e daäe ſte Predigt. 2NTI OSnuR- CONTENII hrer Buſſ/hi ches Den 1 rckmn undich 8 indvaſſthn hoͤretn n nDum. b 8. welches iſt die Verachtung Goͤttliches Wortes. /09 Ir lefen Gen 26 v. 19. Wie Iſaars Knechte im 8 Grunde gegraben/ und daſelbſt gefunden einen Brunnen 3 lebendiges Waſſers. Mit dieſem lebendigen und immer⸗ —22-39 fluſſenden Waſſerbrunnen/ kan Gottes Wort herꝛlich ver⸗ glichen werden: 1 Propter continuam fluxionem: Wegen deß immerwaͤh⸗ renden flieſſens: Gleich wie ſolche lebendige Brunnen immer flieſſen; Alſo auch das Wort Gottes: Darauß flieſſet/ Lehre⸗ Erinnerung/ Ver⸗ mahnung/ Warnung und Troſt: Auß dieſem Heilbrunnen kan man mit Freuden Waſſer ſchoͤpffen. Eſa.12 v.z. Das Wort Gottes iſt ein Brunne der Weißheit. Syr. xv. 5. Vnd hat man an demſelben gnug/ wann man recht lehren wil. Syr. 34.vvvdv„ooo. 2. Propter faciei repræſentationem Wegen Darſtellung deß Angeſichts: Ein klarer Brunn kan gleich einem Spiegel die Geſtalt deß Angeſichts darſtellen: Das Wort Gottes zeiget uns beydes das zornige Angeſicht Gottes gegen die nbußfertigen/ und das Gnaͤdige gegen buß⸗ fertige Suͤnder: Es zeiget uns unſer Heßligkeit im Stande der Suͤn⸗ den/ und Schoͤne im Stande der Gnaden: In ſenem/ ſind wir Gott ein Greuel. Hiob. 15. v. 16. In dieſem/ hat der hoͤchſte Koͤnig Luſt an unſer Schoͤne. Pſ. 45. v ã. 1 3. Propter ſitis reſtinctionem: Wegen der Durſtleſchung: Wie Gott der Hagar die Augen auffthaͤte/ ſahe ſie einen Waſſerbrun⸗ nen/ und traͤnckete jhren Sohn. Gen. 21. v. 19. In ſeinem Wort fuͤhret er uns zum friſchen Waſſer und erquicket unſer Seel. Pſal. 23. v. 2. Dar⸗ in trencket er uns mit Wolluſt/ als mit einem Strohm. Pſal. 36. verſ.9. Wann unſer Seelen nach Gottes Wort durſtet/ ſo ſchauen wir darin Gottes gnadreiches Angeſicht. Pſ.. vz. 4. Propter mundationem: Wegen der Reinigung: Das Waſ⸗ ſer waͤſchet ab die Unreinigkeit: Wir werden rein umb deß Worts wil⸗ len ſo Chriſtus zu uns geredet. Johan. 15. verſ. 3. Da werden amgroſſen Pfingſt⸗Tage bey 3000. Seelen von Suͤnden abgewaſchen. Act. 2. v. 41. Eine groſſe Zahl ward zu Antiochia glaͤubig und bekehret ſich zu dem HErrn. Act. 11 verſ. 21. Gleich wie nun das Wort G'ottes iſt ein Mittel unſer Bekehrung/ Alſo iſt die Verachtung deſſelben ein Hin⸗ b Sss dernus —— 8 hio Vom neundten Hindernuͤß wahrer Buſſe/ ernis wahrer Buſſe: Davon reden unſer verleſene Wort/ auß welchen 3 wit wollen anſcenn 4 Wie die Verachtung Goͤttliches Wortes ein Hindernis wahrer Buſſe ſey. Der allergnaͤdigſte himliſche Vater/ entzuͤnde unſer Hertzen durch ſeinen heiligen Geiſt/ daß wir ein innigliche Liebe zu ſeinem Wort bekom⸗ me/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. b Erklaͤrung. Es hatte/ O Chriſtliche Hertzen/ Gott durch den Propheten ga⸗ chariam die Juden/ zu hertzlicher und ſchuldiger Liebe deß Nechſten a⸗ mahnet/ daß niemand demſelben ſolte unrecht thun/ inſonderheit aba Wittwen/ Waͤyſen/ Fremdling und Armen nicht beleidigen: Er halte Auffrichtigkeit von jhnen gefodert/ daß niemand ſolle Arges gedencken in ſeinem Hertzen wider ſeinen Bruder/ ſondern ſeinen Nechſten lieben als ſich ſelbſt. Lev. 19. v. 18. O der herꝛlichen: O der ſehr fruchtbringenden Tugenden: auß welchen nicht allein viel andere Tugenden/ ſondern auch Gottes Gnade und ein ruhiges Gewiſſen herfuͤr flieſſen. Dann wann einer ſeinem Nechſten gleich und recht thut/ und ein auffrichtiges Hertz gegen denſelben traͤgt und in der That beweiſet/ Poſt/ ein guter Chriſt ſeyn/ weilen er die Regul Chriſti obſervirt: Was Ihr wollet/ das euch die Menſchen thun ſollen/ das thut jhr jhnen. Matth. 7. v. 12. Aber da wird bey den Gottloſen dieſes nicht gefunden/ weilen ſie das Wort Gottes/ das ſie zu dieſen Tugendenfuͤhret verachten/ und al ſo das Mittel zueinem gottſeligen und bußfertigen Leben außſchlagen! Undzwar: „ I. NVerbo Dei non attendendo: Sie wollen nicht auffmer⸗ cken auff Gottes Wort; Gott laͤſſet uns ſtets predigen. Jerem. 7 v. 13. Vnd wil daß ſein Wort reichlich unter uns wohne. Col.; v. 1. Dañ er laͤſſet uns ſein Wort nicht der Vrſachen halber predigen/ daß wir es zu anem Ohr ein und zum andern wirder außgehen laſſen olle Sonden der mag wol in dieſem — kchetuuch dhervenſe Wdiig wiemaam. Wuu ſrn M me Eh ß vahteeg verſened 1n 3 Uen dasthutffrſſw dieſes nicht gfune. indenführendaagne tßferngen(ca ujtt Sie rolln itti ns ſtetz nomn n 4 crum refneL nhabbch moͤga i 1 ßzehenuſ blat⸗ T welches iſt die Verachtung Goͤttliches Wortes. yn daß wir auſſmercken ſollen: Merck auff/ und hoͤre zu Iſrael/ ſpricht Moſes/ daß duder Stimme deß HErnn deines Gottes gehorſam ſeyſt. Deut 27. v. 9. Wir muͤſſen zu Ohren nehmen und hoͤren Gottes Stim⸗ me/ mercken auff und hoͤren ſeine Rede. Eſa. 28. verſ. 2;. Wir muͤſ⸗ ſen zu Ohren nehmen und auffmercken/ und hoͤren was hernach kompt. Ela. 42. v. 2z3. Wann wir ſolches thun/ ſo ſol unſer Friede ſeyn wie ein Wajſſerſtrohm/ und unſer Gerechtigkeit/ wie Meeres Wellen. Eſa. 48. v. 18. In dieſe Worte Gottes/ hoͤren wir iſierfort: Kehret um die jhr ſehr abgewichen ſeyd. Eſa. 31. v. 6. Wendet euch zu mir(durch wahre Buß und Bekehrung) ſo werdet jhr ſelig aller Welt Ende. Eſa. 45.v. 22. Be⸗ kehret euch jhr abtruͤnnige Kinder. Jer. 3. v. 14. Bekehret euch/ ein jegli⸗ cher von ſeinem boͤſen Weſen/ und beſſert euern Wandel. Jer.z3. verſ. 15. Vnd dergleichen Vermahnung iſt die gantze heilige Schrifft voll: Aber wie werden dieſelbe von der in Suͤnden erſoffenen Welt angenommen: Wañ der HErr mit jhnen reden laͤſſet/ mercken ſie ni tdarauff. z. Chron. 33. v. 10. Sie haben kein acht auff Gottes Gebott und Seugnis. Neh. 9. v.3 4. Und iſt keiner unter ſolchen Gottloſen/ der ſolches zu Ohren neh⸗ me und auffmercke/ und hoͤre was hernach kommen werde. Eſa. 4 2. v. 23. Sie geben nichts auff treuer Lehrer jhre Rede. Jer. 18. v. 8. Sie duͤrffen wol ſagen: Nach dem Wort/ das du im Nahmen deß HErrn uns ſa⸗ geſt/ wollen wir dir nicht gehorchen/ ſondern wir wollen thun nach alle dem Won/ das auß unſerm Munde gehet. Jerem. 44. v. 16. leq. Sie gehorchen nicht/ und achten nicht auff Gott. Zach. 1. v. 4 Vnd wann ſie ſchon in der Kirchen ſeyn/ ſo kompt doch der Teuffel/ und mimt das Wort von jhrem Hertzen/ daß ſie nicht glaͤuben/ und ſelig werden. Luc. 8. verſ. 12. O der verſtockten! O der elenden Menſchen Wann ein toͤdtlich Krancker die Artzney gar verwirfft/ iſt jhm der Todt nicht ferne: Weilen dieſe die himmliſche Artzney verwerffen/ ſperret der ewige Todt/ Holl und Verdamnis jhren Rachen weit uͤber ſie auff. Eſa. 5. verſ. 14. Laſſet uns derowegen/ O Chriſiliche Hertzen/ Got⸗ tes Wort/ gerne/ fleiſſig und andaͤchtig anhoͤren/ bewahren in ei⸗ nem femen guten Hertzen und bringen Frucht in Gedult. Luc.. ueton. in 4 142. e cjus vita. verſ. 17. Aber es gehet vielen wie Keyſer Domitiano, welcher lieber Iliegen gefangen als deß Roͤmiſehen Reichs Woſfahr: ide: Iheger 6 —õÿõ ÿõÿõõõõõ — — —— —— ͦ—— ———— ö —— — ——— 8 3—— 2 8— I Vom neundten Hindernuͤß wahrer Buſſe⸗ Alſo ſuchen dieſelbige lieber zeitliche und fluͤchtige Guͤter/ als das ewige und beſtaͤndige GSuB3t. b 3 II. Tergum Deo obvertendo; Sie kehren Gott den Ruͤcken zu: O der groſſen Boßheit! Gott kehret allen Menſchen ſein gnaͤdiges Angeſicht zu: Da koͤnnen wir im heiligen Evangelio ſein Angeſicht ſe⸗ hen/ welches Moſes ſo ſehnlich begehret zu ſehen: Exod. 33. v. 14. Exlaͦſ⸗ ſet ſein gnaͤdiges Angeſicht uͤber uns leuchten. Num. 6. v. 25. Er erzeiget uns Gnade/ und laͤſſet ſein Antlitz ſehen mit Freuden. Hiob. 33. v. 26. Daß wu ſollen und koͤnnen im Liecht ſeines Antlitzes wandeln. Pſ. z⸗ v. 16. Aber was thun alhie die Vnbußfertigen und Gottloſen? Sie wan⸗ fen Gott hinter jhren Ruͤcken/ mit Jerobeam. 1. Reg. 14. v.. Sie ſind ungehorſam und widerſtreben Gott/ und werffen ſein Geſetz hinter ſich zu ruͤck. Neh. 9, v. 26. Sie werffen Gottes Wort hinter ſich. Pſal. /o⸗ v. 17. Sie kehren jhm den Ruͤcken/ und nicht das Angeſicht zu. Jer.a. v. 27. Sie vergeſſen Gottes/ und werffen ihn hinter jhren Ruͤcken. Ezech. 23. v. 35. O der groſſen! Oder erſchrecklichen Vndanckbarkei Es gedencke doch ein Chriſtliches Hertze/ wie es einem irrdiſchen Vatet gefallen wuͤrde/ wann er ſeinen Kindern allerhand vaͤterliche Woltha⸗ ten erzeigete/ und ſie jhm dagegen jhr kindliches Angeſichte nicht goͤn⸗ nen/ ſondern den Nuͤcken zuwenden wuͤrdene Nun laͤſſet aber der grund⸗ guͤtige himmliſche Vater auch den Gottloſen und Vnbußfertigen ſei⸗ ner vaͤterlichen Wolthaten genieſſen: Sie haben offt viel Wein und Korn. Pſalm. 4. v.. Er fuͤllet jhren Bauch mit ſeinem Schatz. Pſalm. 17. v. 4. Dawar der Sodomiter Land wie ein Paradieß deß HErren. Gen. 33.v. 14. Sie hatten alles vollauff und guten Friede. Ezech.16. v. 49. Der gottloſe Nabal war auch eines groſſen vermoͤgens. 1. Sam. 25.v. 23. Der gottloſe reiche Mann/ kleidete ſich mit Purpur undkoͤſt lichem Leinwand und lebete alle Tage herrlich und in Freuden. Lut.6. v. 19. Das iſt aber ihr Deo grarias, daß ſie dem wolthaͤtigen Gott den Ruͤcken zukehren: Ja/ der grundguͤtige Gott/ iſtbereit/ wann ſie rechb ſchaffene Buſſe thun/ alle jhre Suͤnde hinter ſeinen Ruͤcken zu werffin. Eſa. 38. v. 17. Aber ſie wenden ihm nicht einbußfertiges Angeſicht/ on⸗ dern einen halsſtarrigen Ruͤcken zu: Wie Milles ein Biſchoff in einer Stadt in Paſſien Goites Wori gepredigeꝛ/ und viel Elendes darin * 2 ——+ uis Ohrng Plemun imſolen A Pfam.z3 här dſ außge⸗ 7. 6 da Lwiecs ememindii nallerhand vätatt kndliches Angfſttn dene Nunliſſct hee dtrloſen und Vuein Sie haban offtne ruchmt ſeunEt dwie ein Darediidi uuff und gurn nd⸗ nes goſſenvemgul ldetſſahmi puur hertlich undin ſnhn ſi Nn valfüunt aeGrt üenunm dennſeim iänn eenduffmge Auf Bueüsn ſc 6 welches iſt die Verachtung goͤttliches Wortes 533 außgeſtanden/ aber keins zum Chriſtlichen Glauben belehren/ hat er goz0men. dieſelbe Stadt verfluchet und verlaſſen: Bald darauff/ wie die Vor⸗ lib.2. c.5 * 4 nemſten in der Stadt/ ſich am Koͤnigvergriffen/ iſt ſie gantz verwuͤſtet/ und der Ort gepfluͤget und beſamet worden. Beſiehe auch Matth. 22. v. 7. Wann derowegen die Gottloſen/ dem allergnaͤdigſten Ange⸗ ſicht GOTTES/ den Ruͤcken zuwenden/ verhindern ſie ſelbſt jhre Bekehrugg. III. Aures aggravando; Sie verſtocken jhre Ohren: Gott hat uns Ohren gegeben/ daß wir damit ſein Wort hoͤren/ ſeinen gnaͤdigen Willen und Wolgefallen vernehmen/ und denſelben gehorſamſt erfuͤl⸗ len ſollen: Wir ſollen unſer Ohren neigen zu deꝛ Rede ſeines Mundes. Pſalm. 78. v. x. Wir ſollen unſer Ohren neigen/ zu ihm kommen und hoͤren/ ſo ſol unſer Seele leben. Eſa. 5§. v. 3. Aber da verſtocken die Gotloſen jhre Ohren; Sie ſtellen ſich als eine taube Otter/ die jhre Oh⸗ ren zuſtopffet/ daß ſie nicht hoͤre die Stimme deß Beſchwerers. Pſ. s. v. F. Gleich wie die Ottern/ wann ſie vernehmen/ daß ein zauberiſcher Vid. Fran. Beſchwerer vorhanden/ jhre Ohren mit dem Schwantze verſtopffen: hiſt. anim. Alſo verſtopffen die Gottloſen jhre Ohren fuͤr Gottes Wort: Gott h at ſacr. tract. Waͤchter uͤber ſie geſetzet/ daß ſie ſollen mercken auff die Stimme der 4*⅞—.2. Drometen: Aber ſie ſprechen: Wir wollens nichtthun. Jer. 6. v. 7.. Sie wollen nicht hoͤren/ noch jhre Ohren zuneigen/ ſondern ſie wandeln nach jhrem eigenen Rath/ und nach jhres boͤſen Hertzen Gedancken/ und gehen hinter ſich/ und nichtfuͤr ſich. Jer. 7. v. 24. Sie ſind ein boͤſes Wolck/ das Gottes Wort nicht hoͤren wil/ ſondern gehen hin nach Ge⸗ duncken jhres Hertzen. Jer. 13. v. 10. Sie bleiben halsſtarrig/ wollen Gott nicht hoͤren/ noch ſich ziehen laſſen. Jerem. 17.v. 23. Sie wollen Gott nicht gehorchen/ auff daß ſie jhn ja wol erzuͤrnen/ zu jhrem eigenen Ungluͤck. Jer. 25. v. 7. Oder groſſen Boßheit. Odererſchrecklichen Bündheit: Wie jener gottloſer Menſch/ ſo Gottes Wort hoͤniſch ver⸗ achtet und verlachet/ dermaleins zur Kirchen gangen/ hat er ſeine Ohren Stringn. mit Baumwollen zugeſtopffet: Gefragt/ warumbe Hat er geantwortet: conc. 17. Daß er deß Predigers Straff⸗ Predigt nicht hoͤren moͤge: Das iſt ja/ de conſc. O Chriſtliche Hertzen/ ein muthwilliges Hindernuͤß der wahren Buſ⸗ ſe/ dafuͤr wir uns billich huͤten. IV. Cor ut adamantem ponendo: Sie ſtellen jhr Hertz Tir wie F14 Vom zehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ wie ein Demant; Die Natur⸗Kuͤndiger ſchreiben vom Demant daß Barthol. er ſo ein harter Stein ſey/ der weder durch Eiſen/ noch durch Feuer/ ſon⸗ Anglicus. dern nur durch warmes Bocks⸗Blut koͤnne zertheiler werden: Gleiche Lb. 16. c. 9. Natur ſeyn auch ſolche Gottloſen/ ſorechter Demanten Art: r1. Duririe: Wegen ihrer Haͤrtigkeit: Es hat Gottes Worla⸗ ne ſonderliche Krafft an ſich/ die Hertzen zu erweichen: Alſoiſt das Herz Joſia erweichet uͤber den Worten/ die er gehoͤret hatte/ und hat ſich gede⸗ muͤtiget fuͤr dem HErꝛn. 1. Reg. 2. v. 19. Aber da iſt der Gottloſen Hen⸗ hart wie ein Demant: Sie verhaͤrten jhr Hertz mit Pharao. Exrod. 8 3 2. Sie haͤrten jhren Nacken. 2. Reg. 17. v. 14. Sie werden hals ſtarriz verſtocken jhr Hertz/ daß ſie ſich nicht zu Gott bekehren; Wie Koͤnig ge⸗ dekia thaͤte. 2. Chron. 36. v. 13. Sie ſind hart/ jhr Nacke iſt ein Eiſen Aden und jhre Stirne iſt ehrne. Eſa. 48. v. 4. Sie haben ein haͤrter Angeſicht als ein Felß/ und wollen ſich nicht bekehren. Jer.; v.z. 2. Acie: Mit der Schaͤrffe: Mit dem Demant ſchneidet man das Glas: Der Gottloſen Zunge ſchneidet mit Luͤgen/ wie ein ſcharff Scheermeſſer. Pſal./2. v. 4. Sie ſchaͤrffen jhre Zunge wie eine Schlan⸗ ge. Pſalm. 140. verſ. 4. Ihre Lippen ſind ſcharff wie ein zweyſchneidig Schwerd. Prov. 5.v. 4. Bey ſolchen Leuten aber findet wahre Buſſe kei⸗ nen Raum/ ſondern alles iſt fuͤr derſelben verriegelt und verſchloſſenlln⸗ terdeſſen aber muͤſſen irewe Lehrer nicht verloren geben/ ſondern ruffen getroſt/ ſchonen nicht/ erheben jhre Stimme wie eine Poſaunen/ und ver⸗ kuͤndigen jhnen jhre Ubertrettung und Suͤnde. Eſa. 58. v. 1. Sie muͤſ⸗ ſen außreiſſen/ zubrechen/ verſtoͤren und verderben. Jer. 1. v. 10. Sie muͤß⸗ ſen deß HErꝛ Draͤuen vol ſeyn/ daß ſie es nicht laſſen koͤnnen. Jerem.. v.11. Sie muͤſſen Menſchen Tag daß ſie den Gottloſen lieb ſeyn) nicht begehren. Jerem. 17. v. 16. Ihre Stirne muß auch Demanten Art ſeyn. Ezech. 3 v. o. Und ſagen: Wer es hoͤret der hoͤre es/ wers laͤſſet der laſſets⸗ ib. v. 27. Und jhr Ampt alſo redlich außrichten. 2. Tim. 4. v. z. Wozu ſh⸗ nen Gott der Vater ſeinen H. Geiſt geben wolle/ umb Jeſu Chriſtiwiü len/ Amen/ Amen. b b Die neun und ſiebentzigſte Predigt. DE DECIMO VER POENITENTIA OBSTACVILO, dOD POTENTLE MAGNTUDoO. dam ℳ 2 5 . Miden Oenae nadamtlign n rffan hre Jungdn ſind ſcherf witngs leuten aberfindetni en vorrigetudnii che verlorengeden ſri ummewietne Piſan Suͤndt. Eſa ſld — 65 iees nichtlaſſent* aß ſieden Gottlſatit nemuß uuh Daan. derhantes vanlſt frichten— ¹ iben wollt un JÄd — b va Ds. neſches iſt groſſe Macht und Gewalt. n Vom zehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ nunhe iſt groſſe Macht und Gewalt! Siracid. 5. V. 2. 8d. Polge deinem Nuthwillen nicht/ 95 du es gleich vermagſt/ und thue nicht was dich Zeliſe dtet/ und dencke nicht/ wer wil mirs wehren: Dann der HErꝛ der oberſte Raͤcher/ wirds raͤchen. 8 „ 5 8 Je der Koͤnig Joſaphat ſeine Richter und Ampt⸗ Leute zu ſchuldiger Verrichtung jhres Amptes ermahnet/ ſpricht er unter andern alſo: Laſſet die Furcht deß HErꝛn 29 bey euch ſeyn. 2. Chron. 19. v. 7. Dann gleichwie alle Men⸗ ſehen zuꝛ wahren Gottes⸗Furcht verbunden/ alſo auch die jenige ſo Gott in hoͤhern Stand geſetzet: Die ſollen ſeyn redliche Leute/ die Gott fuͤrch⸗ ten. Exod. 18. v. 22. Sie ſollen in Gottes Worte leſen jhr lebenlang/ daß ſie fuͤrchten lernen den HErꝛn jhren Gott. Deut. 17. v. 19. Sie ſollen ſolches betrachten Tag und Nacht. Joſ. I. v. 3. Dann die Furcht deß HErꝛn iſt der Weißheit Anfang/ das iſt eine feine Klugheit/ wer dar⸗ nac thut/ deß Lobbleibet ewiglich. Pſ. 1II. v. 10. ſeq. Und dieſes ſollen ie thun: 1. Propter Dei untarcm⸗ Wegen deß Willen Gottes: Der ſpricht: Du ſolt den HErrn deinen Gott fuͤrchten/ und jhm dienen. 6. v. 13. Alle Welt ſol den HErꝛn fuͤrchten/ und fuͤr jhm ſol ſich Deut. 6 ſcheuen/ alles was auff dem Erdbodem wohnet. Pſ.zz/ 8. Gott fuͤrchten/ und ſeine Gebott halten/ gehoͤret allen Menſchen zu. Eccl. 12. v. 13. Keyſer lt ij Ludwig l. wañ er einẽ ein Ampt auffgetragẽ/ hat er jhmalſo zugeſprochẽ Sehe zu was du thuſt du biſt keines Menſchen/ ſondern Gottes Diener; gin Welaae u uns darumd erhohe daß wir die Armen wider die Reichen und Linckgr. aft. I.* *——— — 516 Vonddem zehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ und Gewaltigen ſchuͤtzen/ nicht daß wir uns mit jhrem Schweißund Blurt bereichen ſo–len¼. 2. Propter neceſſitatem: Wegen der Nothwendigkeit: Groſſe und Gewaltige haben ſich auch wegen jhrer Suͤnde fuͤr Gott zu fuͤrchten/ Dann es iſt kein Menſch der nicht ſuͤndige. 1. Reg. 8. verſ. 46. Unter ſeinen Heiligen iſt auch keiner ohne Tadel. Hiob. 1. v. 15. Groſſ Leute fehlen auch/ und wegen weniger dann nichts. Pſ. 62. v. 1o. Wann einer gleich hoch beruͤhmt iſt/ ſo weiß man doch daß er ein Menſch iſt und kan nicht haddern mit dem/ das jhm zu maͤchtig iſt. Eccl. 6. v. 10. Sun⸗ ma/ es iſt allhie kein Unterſcheid/ wir ſind allzumahl Suͤnder/ und man geln deß Ruhms/ den wir fuͤr Gott haben ſolten. Rom. 3. v. 23. Wolt Gott/ wolte Gott/ daß dieſes viel Superlativi und hohe Leute betrachte ten/ ſie wuͤrden Gott beſſer fuͤrchten/ jhren Muthwillen zaͤumen/ und ernſtlicher Buſſe nicht alſo ſchaͤndlich vergeſſen: Fuͤr ſolchem Muth⸗ willen und Vollbringung boͤſer Luͤſte/ warnet uns Syrach in verleſenen Worten/ bey welchen wir wollen betrachten: Wie der Mißbrauch groſſer Macht und Gewalt/ b b wahre Buſſe verhindrre. Der barmhertzige Gott/ gebe uns ſeine Gnade/ daß wir Gottes Willen auß ſeinem Worte erkennen/ unſern aber zaͤumen und zaͤhmen mo⸗ genumb Jeſu Chriſti willen/ Aa3mnen. Erklaͤrung. e Wir haben allhie zubetrachte: b 1. Pœnitentiam impedientia: Was wahre Buſſe verhindere: Nan ich b 3 . ervicacia: Muthwille: Folge deinem Muthwillen nicht/ ſagt Syrach; Dieſe ſeyn Irevel⸗Leute/ ſo zwar in jhrem Gewiſſen jhret Boßheit uͤberzeuget/ aber deſſen ohngeachtet freventlich und muthwil⸗ lig darin fortfahren. Solche Leute thun muthwillig unrecht/ und gehen ſtracks durch mit jhren Haͤnden zu freveln. Pſalm. /75. vz. Sievetlaß⸗ ſen ſich auff Vnrecht. Pſ. 2. v. 1. Vnd muß jhr Frevel gleichwol wol⸗ gethan heiſſen. Pſal. 73. verſ. 6. Sie verwerffen deß HErren Wort/ und verlaſſen ſich auff Frevelund Muthwillen/ und trotzen darauff. Ehen perſ.le *** 8 1—— 3— 2 4 8.“ —*— 3 B 4 debeteahle tnd glc Dnd wat gejftarzel bfle und — uen. Nacht undGen chhindere Grade daßwrerth mada ziummunem en. ng. Das wahre Buſfre einem Mufin gedenen— byles zwo ſeiner Schweſtern zu Weibern genommen/ hat er die Richter gefraget: Ob irgend ein Geſetze ſey/ welches einem Bruder verbiete/ ſeine Schweſter zur Ehe zu nehmen/ haben ſie geantwortet Sie finden kein Geſetze/ welches zugebe dem Bruder ſeine Schweſter zu heyrathen/ ſie finden aber dennoch ein ſolches Geſetze; Daß der Perſer Koͤnig thun moͤge was jhm geluͤſte: Das war ein Stuͤrtze ſo gerecht auff des alten Adams Kopff: Der Wille deß Menſchen/ in ſeinem natuͤrlichen Stan⸗ de betrachtet/ iſt wie ein unbendiges Pferdt/ und lauffen ſolche Eigen⸗ und Fleiſchwillige/ wie ein grimmiger Hengſt im Streit. Jerem. 8. v. s. Vnd ʒwar offt wider das Geſetze ſo Gott der Menſchlichen Natur ein⸗ gepflantzet/ daß ſie jhre Vernunfftein andernuͤberzeuget/ wie an Cam⸗- byſe und andern mehr zu erſehen: Aber da wird die Vernunfft verfin⸗ ſtert/ das Gewiſſen verſtricket/ und der eintzige boͤſe Wille fuͤr das Regi⸗ ment: Worauff dann/ auß gerechtem Gerichte Gottes die erſchreckliche Verſtockung folget/ und wahre Buſſe keine ſtatt finden kan: Aber ein ſolcher frevel⸗boͤſer Menſch wird verjagt und geſtuͤrtzet werden. Pſ. 140. v. 1z. Gott ſchreyet das Weh uͤber dieſelbe. Amos. 6. v.. Dieſes nehmen unſere Superlativi und hohes Standes Leute ſehr wol in acht/ und ſpie⸗ geln ſich an Achabs Exempel. 1. Reg. 21. caͤg. 2. Potentia: Macht: Sie gedencken ſie vermugen es: Das iſ/ ſie verlaſſen ſich auff jhre euſſerliche Macht und Gewalt; Es gehet jhnen wie Koͤnig Uſia; Da derſelbe maͤchtig worden war/ erhub ſich ſein Hertz zu ſeinem Verderben. 2. Chron. 26. v. 16. Da treiben die Gottlo⸗ ſen Ubermuth/ und die Gerechten muͤſſen leiden. Pſal. 10. v. 2. Sie ſa⸗ gen; Vnſer Zunge ſol ober hand haben/ uns gebuͤhret zu reden/ wer iſt un⸗ ſer HErꝛ? Pſal. 12. v. 5. Wir haben recht und Macht allein/ Was wir ſetzen das gilt gemein/ Wer iſt/ der uns ſolt meiſtern? welches iſt groſſe Nacht und Geiwalt. 17 verſ. 12. Sie trachten nach Frevel Regiment. Amos. 6. v. Z. Wie Cam- D. Matth. Theatr. M. 2. p. I41 Bey ſolchen Luten/ ſo lange ſie jhrer Macht und Gewalt miß⸗ brauchen iſt keinewahre Bekehrung; Sondern Gottes Zorn und Vn⸗ gnade: Dann wer dem Geringen Gewalt thut/ der laͤſtert deſſelben Schoͤpffer. Prov. 14. v. 31. Vnterdruͤcke den Elenden nicht im Thor/ Tit üj denn ““ ———,,e“ ————— —— —;—— 3—— 2 —õõ;— ——— ———— 1 8 3 —’= —————— 3—— zis Vom zehenden Hindernuͤß wahrer Buſſſe/ dennder HErr wird ſeine Sache handlen/ und ſeine Untertretter unter⸗ tretten. Prov. 22. v.22. ſeq. Gott wil jhre Macht von jhnen nehmen. Ezech. 24 verſ 25. Er wil ſolche Gewaltigen vom Stuhl ſioſſen. Lue. v. 52. Seneca ſagt wol: — Omne ſub regno graviore regnum eſt; Dein groß Gewalt/ O Menſchen Kind/ Ein groͤſſr Gewalt uͤber ſich find. Sanherib und ſein Ertſchencke Rabſace hatten einen ſtoltzen Munh und trotzeten auff groſſe Gewalt. Eſa. 36. v. 4. leqq. Aber Gott kung jhm einen Ring in die Naſen/ und Gebiß ins Maullegen/ und jhn deß Weges heimfuͤhren/ den er kommen war Eſa. 37. v. 29. Nebucadnezar vermeinte alle Weltliche Macht und Gewalt were jhm zu eigen geben; Aber er ward von den Leuten verſtoſſen/ aß Graß wie die Ochſen/ ſein Leib lag unter dem Thau deß Himels/ ſein Haar wuchs ſo groß als Ä⸗ lersfeder/ und ſein Naͤgel wurden wie Vogelsklauẽ. Dan. 4. v. 27. legg. Wann es herodi ſanffte thut/ daß ſeine Stimme fuͤr Gottes Stimme wird außgeruffen/ wird er alsbald vom Engel deß HErrn geſchlagen. Act. 12. v. 22. feq. Wann Apryes Koͤnig in Egypten ſich ruͤhmet/ ſein Reich ſey alſo befeſtiget/ daß es weder Goͤtter noch Menſchen Gewalt jhm nehmen ſolten/ wird er bald darauff von ſeinem Diener mit einem D. Matth. Strick erwuͤrget/ und verliehret beydes Reich und Leben: Dionyſius zu Moa terlaſſen/ ſomit Demanten Ketten zuſammen gebunden; Aber die Ket⸗ Paes een ſeyn bald zerbrochen/ und hat der Sohn auß dem Reich vertrieben das Brod betteln muͤſſen. Es heiſſet: Laſſet euch weiſen jhr Koͤnige und laſſet euch zuͤchtigen jhr Richter auff Erden/ dienet dem obriſten HErꝛn mit Furcht/ und freuet euch(uͤber eure Hoheit) mit zittern. Pſ. v. 10. ſeq. Gott hat wol geſagt/ ſie ſeyn Goͤtter/ und allzumahl Kinder Menſchen/ und(daferne ſie jhrer Gewalt mißbrauchen) wie Tyrannen zu Grunde gehen. Pſal. 82. verſ. 6. leq. Nehmer dieſes zu Ohren/ die ſt uͤber viel herſchet/ die ihr euch erhebt uͤber den Voͤlckern/ Dann euchiſt die Obrigkeit gegeben vom HErrn/ und die Gewalt vom Hoͤchſten wel⸗ 8 fragen/ wie ſhr handelt/ und forſchen was jhr ordnet. Sap·· .Con. Theatr. Siracuſa hat pflegen zu ruͤhmen/ er wolle ſeinem Sohn ein Reichhin⸗ deß Hoͤchſten: Aber ſie ſollen dabey gedencken/ daß ſie ſollen ſierben wie bringe G ien let thutkalhzu nämn⸗ fhras Aun i wm hh tnzinnir lage ie iin Egypien ſit ottr noch Mertag von ſenem Dannzn ich und leben: daſt eſeinem Schnanlh nen gebunden Arh on auß dem Jat iſſet euch waſeſt n (Erden dene m ure Hoßeit mützten eter und alzune 1 dan ra⸗ tor du dh 4 welches iſt die groſſe Macht und Gewalt. 519 3. Concupiſcentia: Sie thunwas ſie geluͤſtet: Gott hat uns in ſeinem Wort fleiſſig gewarnet fuͤr der Vollbringung unſer boͤſen Lu⸗ ſten: Folge nicht deinen boͤſen Luͤſten/ ſondern brich deinen Willen/ dann ſo du deinen boͤſen Luͤſten folgeſt/ ſo wirſt du dich deinen Fein⸗ den ſelbs zum Spott machen/ ſagt Syrach. cap. 18. v. z0. ſeq. Wir ſollen die Suͤnde nicht herrſchen laſſen in unſerm ſterblichen Leibe/ ihr Gehorſam zu leiſten in jhren Luͤſten. Roman. 6. verſ. 1z. Wir ſol⸗ len im Geiſte wandeln/ ſo werden wir die Luͤſte deß Fleiches nicht voll⸗ bringen. Galat. 5. verſ. 16. Aber den luperlarivis und hohen Leu⸗ ken/ liget das quod libet licet, was dir geluͤſtet/ das magſt du wol thun/ all zu ſehr im Kopffe/ viele unter jhnen reiſſen zu ſich Aecker/ und nehmen Haͤuſer/ welche ſie geluͤſter. Mich. 2. verſ. 2. Sie thun nach jhres Vatters deß Teuffels Luſt. Johan. 8. verſ. 44. Sie wandeln in den Luͤſten jhres Fleiſches. Epheſ. 2. verſ. 3. Solche Luſt⸗Seuche verhindert wahre Buſſe/ und wird von derſelben nicht zugelaſſen/ ſo lange ſie die Herꝛſchafft behaͤlt. Dann gleich wie eine leichtfertige Hu⸗ re manchen zum Boͤſen verfuͤhret: Alſo reitzet die boͤſe Luſt immer zur Suͤnde. Solche Luͤſte erſticken das Wort Gottes/ daß es ohne Frucht bleibet. Marc. 4. verſ. 19. Sie ſtreiten wider unſere Seele. 1. Pet. 2. verſ. 11. Sie gebieret die Suͤnde/ die Suͤnde aber/ wann ſie vollendet iſt/ gebieret ſie den Todt. Jac. 1. verſ. 11. Von den Roͤ⸗ miſchen Keyſern lieſet man/ daß viele unter denſelben zu groſſen Bil⸗ dern haben Luſt gehabt/ welche mehr darauff bedacht/ wie ſie groß/ als wie ſie dem gemeinen Beſten nuͤtzlich ſeyn moͤchten: Alſo trach⸗ ten viel Magnaten mehr nach einem groſſen Nahmen bey den Men⸗ ſchen/ als darnach/ daß ſie GO T T lieb/ und den Menſchen nuͤtz⸗ lich ſeyn moͤseen. 4. Inſolentia: Sie gedencken/ wer wil mirs wehren? Sie ſeyn alſo frech und ſtoltz/ daß weilen ſie ſehen/ daß jhnen weder jhres gleichen/ noch jemand unter jhnen/ widerſtand thun koͤnne/ ſo vermei⸗ nen ſie/ es werde jhnen ſonſten niemands wehren: Sie ſind ſo ſtoltz und Zornig/ daß ſie nach niemand fragen/ in allem jhrem Thun halten ſie GOTC fuͤr nichts. Pſ. 10. v. 4. Sie ſind von ſioltzen Hertzen/ und ferne von der Gerechtigkeit. Eſa. 46. v.z. Sie handeln ſtoltz nicht allein wider J. Pag. 74 , ö— —— zzo Vom zehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ wider die Menſchen/ ſondern auch) wider den HErrn. Jer. 0. v.29. b Bey dieſen iſt auch keine ernſtliche Buſſe zu finden/ ſondern ein uͤberauß ſuͤndliches und unbußfertiges Leben und Weſen: Wie Johannis Groſ⸗ Fuͤrſten in der Moſcau Legaten beym Stephano Koͤnig in Polen Au⸗ dientz gehabt/ haben ſie kein Wort vorbringen wollen/ es ſolte dann zu⸗ vor der Koͤnig in Polen mit entbloͤſſetem Haupt auffſtehen/ und unb den Zuſtand jhres Groß⸗Fuͤrſten ſie fragen. Odeß uͤbermaͤſſigen H deß teuffeliſchen Stoltzes: Auff denſelben folget dieſes Reſponſorium oder Antwort Gottes: Siehe/ du Stoltzer/ ich wil an dich/ dann dein Tag iſt kommen/ die Zeit deiner Heimſuchung/ da ſol der Stoltze ſtuͤn tzen und fallen/ daß jhn Niemand auffrichte. Jer. 50. v. 31. 1eq. Thue weg den Huth/ und heb ab die Krone/ dann es wird weder der. Huth noch die Krone bleiben. Ezech. 21. v. 26. Wie derſelben Exempelunzaͤhlich vorhanden. b II. Impeditionem removentia Was ſolche Hindernuͤßauß dem Wege raͤume; Nemlich/ die Betrachtung b 1. Domini majoris: Eines groͤſſern Herm: Derfſelbe iſt Gott der HErꝛ: Der Himmtl/ und aller Himmel Himmel/ und Erde und alles was darin iſt/ das iſt dieſes HErꝛn. Deut. 10. v. 14. Ein Gott alles Fleiſches/ dem nichts ohnmuͤglich iſt. Jer. 32. v. 2⁷. Ein Gottuͤber alle Goͤtter/ und ein HErr uͤber alle Koͤn ige. Dan. 2. v. 47. Ein.HErꝛaller NEnen/ und ein Koͤnig aller Koͤnige. 1. Timoth. 6. v. 15. O daß dieſes alle Magnaten betrachten moͤgten! O daß ſie daran gedencken moͤg⸗ ten/ daß es auch mit jhnen werde heiſſen: Thue Rechnung von deincr groſſen Haushaltung. Luc. 16. v. 2. gen wird ein ſtarck Gerichte gehalten werden. Sap. 6. v. 8. 10ꝗ. Dieſes erkante der großmuͦtige Herꝛ Philip Landgraff in Heſſen/ wie derſelbe auff der Jagt geweſen/ und ein Donnerwetter eingefallen/ daß vonei⸗ nem Schlage in eine Eichen/ ſein Pferd erſchrocken/ und unter jhmda⸗ nieder gefallen/ ſene Diener zu jhm kom̃en/ und geſagt: Wie iſts gnaͤdi⸗ ger Fuͤrſt und Herꝛ/ empfinden euer Fuͤrſtl. Gn. auch Schaden; Hater geantwortet: Was Her/ was Herꝛe Zeigete mit der Hand gen Himmel und ſprach: Dieſer iſt ein HErn/ ich bin nur ein armer Koth. 2. Vindicis ſuperioris: Eines Obriſten Raͤchers: Derſelbe aule 3 2. Dann der ſo aller HErꝛ iſt/ wid keines Perſonfuͤrchten/ noch die Macht ſcheuen/ und uͤber die Mäͤcht⸗ 8 b o wpt 4 1 gſalzucht Kaͤen dent anden un diſts d daß cuch 3 widderd ſihanſen undwilt Zon R Ina. DM tehehden indhung Gottwil waleniſ Ia. v.a7. Enen k. Dana ve S .Tunoch.6.) I. A O daß ſiedaraem n: Thur Nechmar Dann derſoalle ei t ſcheuen/ undücd aden. Sap ürsg ndgraff in heſſa u rwetter enafal d aſchrockm/ udun en und gſſagtWit ſ. Gn auch Scin Iaete mu Arhand d rur anan olh vriſten Jächerda wuird dich nicht ungeſtraffet laſſen. welches iſt die Beharrlichkeitin Sunden. 721 auch der allerhoͤchſte Gott: Derſelbe ſpricht: Die Rache iſt mein/ ich wil vergelten/ zu ſeiner geit ſol ihr Fuß gleiten. Deut. 32. v. 35. Er iſt der Gott/ deſſen die Rache iſt. Pſal. O4 v. 1. Er zeucht ſich an zur Ra⸗ che/ und kleidet ſich mit Eiffer als mit einem Rock. Eſa. 9. v. ¶⁊. Wañ er ſolches thut/ ſo reiſſet Gott das Koͤnigreich von Salomon/ und gibt es dem Jerobeam. 1. Reg. Ir. v. rI. Dakompt ein Veraͤchter wider den andern/ und ein Verſtoͤrer wider den andern. Eſa. 21. v. 2. Betrachtet dieſes/ Ojhr Magnaten/ kuͤſſet in der Gnadenzeit den Sohn Gottes/ daß er nicht zuͤrne/ und jhr umbkommet auff dem Wege. Pſal. 2. v. x2. 3. Vindictæ certitudinis: Der Gewißheit der Rache: Er wirds raͤchen: Dann es kompt gewißlich der Tag der Rache/ da er ſich an ſeinen Feinden raͤchet. Jer. 46. v. 1o. Daiſt Gott ein Vergelter und wil bezahlen. Jerem. 71. v. 6. Erwil Rache uͤben mit Grimm und Zorn. Mich. 5. v. v. Vnd wil es ſeinen Feinden nicht vergeſſen. Neh. I. v. 2. Das hat Herodes Antipas mit ſeiner Herodiade erfahren/ wel⸗ Oſiand. che beyde vom Keyſer Caligula ins Elend verjaget/ in groſſer Armuth Epit hiſt. und Hunger jhr elendes Leben beſchloſſen haben. Gott wolle uns fuͤr ſeiner Rache behuͤten/ und ſeine Gnade uͤber uns walten laſſen/ umb Jeſu Chriſt willen Amen/ Amen. Die achtzigſte Predigt. DEVNDECIMO VER POENITENTIE OBSTA- cuO, QOD POENR DIVINA KRETARDATIO. Verzug der goͤttlichen Straffe. 1 Syr. 3. v. 4. Dencke nicht/ ich habe wol mehr geſuͤndiget/ und iſt mir nichts Boͤſes wiederfahren: Denn der Hẽrr iſt wol gedultig/ aber er Vom eilfften Hindernis wahrer Buſſe/ welchesder Vuu Esv fuͤh⸗ Der Barmhertzige Eccl. cent. .——* 3 8 5— 3 22 Vomm eilfften Hindernis wahrer Buſſe/ ⸗ Sfuͤhret der Sohn Gottes Luc. 13. v. 7. feqg ein Gleichnuͤß ein/ von einem Haus⸗Vater/ ſo einen Feigen o Baumiin ſeinen Weinberg gepflantzet/ Fruͤchte darauff e 2 ſuchet/ und ſie nicht gefunden/ und deßwegen zum Gaͤrine geſprochen: Er habe nun drey Jahr lang Fruͤchte auff dieſem Baume geſuchet/ und nicht gefunden/ er ſolle jhn abhauen/ daß er das Land nicht mehr hindere; Der Gaͤrtner aber gebethen /er ſolle ihn noch in Jahr ſtehen laſſen/ er wolle jhn umbgraben undbetuͤngen/ ob er wol⸗ Frucht bringen/ wo nicht/ ſo moͤge er abgehauen werden: Alhie habenwi⸗ 1. Benovolam Dei intentionem: Diegeneigte Meinung Gottes: Gleichwie dieſen Feigen⸗Baum der Haus⸗Vater in ſeinen Wein⸗Berg gepflantzet/ daß er ſolle Fruͤchte bringen: Alſo werden wi zu gleichem Ende in den Weinberg der Kirchen Gottes gepflantzet Daß wir ſollen Baͤume ſeyn die ſhre Fruͤchte bringen. Pſ.. v. 4. Dadurch Goꝛt geehret wird. Joh. 15. v. Z Seyn erfuͤllet mit Fruͤchten der Gerechtigkelt Phil. 1. v. r1 Seyn Fruchtbar in allen guten Wercken. Col. 1 verſ. o. 2. Impiorum conditionem: Den Zuſtand der Gottloſen: Gleichwie dieſer Feigenbaum unfruchtbar geweſen: Sie ſind kahle un⸗ fruchtbare Baͤume zweymahl geſtorbe und außgewurtzelt. Ep.j ud.v.n. 3. Divinam indignationem: Gottes Zorn über die Gott⸗ loſen: Gleich wie der Haus⸗Vater uͤber den unfruchtbaren Feigen⸗ Baum zornig vird: Alſo Gott uͤber die unfruchtbare gottloſe Men⸗ ſchen: Gottes Jorn wird offenbahret uͤber alles gottloſes Weſen und Ungerechtigkeitder Menſchen. Rom. 1. v. 18. Weimlen ſein Wein⸗Berg — terlingebringet/ daer wartet er ſolle Trauben bringen/ ſo wird ero⸗ nig uͤber denſelben. Eſa. 5.v. 4. leqq. 4. Divinam manſuetudinem: Gottes Langmuͤtigkeit Gleichwie der langmuͤtige Haus⸗Vater/ auff deß Gaͤrtners Worbitte den Baum noch ſiehen/ umbgraben und betuͤngen laͤſſet: Alſo laͤſſe Gott den Gottloſen/ den Reichthum ſeiner Guͤte/ Gedult und Langmi⸗ eigkeit ſehen/ ſie damit zur Buſſe zu leiten. Rom. 1. v. 4. Er traͤget mit groſſer Gedult/ die Gefaͤſſe deß Zorns/ ſo vom Teuffel und jhne ſelbſtzur Verdamnuͤß zugerichtet. Rom.9. v. 22. Er hat Gedult mit jhnẽ/ und wil nicht daß ſie verlohren werdẽ/ ſondern ſich zur Buſſe kehrẽ. 2. Pet 3... 5. Divinam executionem: Die goͤttliche Volziehung: Gheis wie — —— PIkeinm Juchaüt tachind Trauden hringnſtden 2: Goktesngni auff def Gunul ad betänganliſtt aGüte Geukui .Jom 194 G6, vom Tufftud ſi Er hatGeulwüft araifttin wriche Telat wie der Feigen⸗Baum nach keiner Fru den: Alſo ſol auch eine ernſtliche Stra Es iſt ſchon a Baum nicht gute Fruͤcht worffen werden. Matth welches iſt der Verzug goͤttlicher Straffr. ⸗'z chtbringung/ ſol abgehauen wer⸗ ffe allen IInbußfertigen erfolgen: lhie die Art dem Baum an die Wurtzel gelegt/ welcher ſenen Worten fuͤr/ auß welchen wir wollen anſehen 7 Wie daß der Verzug goͤttlicher Straffe/ von Vielen/ zum b Hindernuͤß der Buſſe mißbrauchet werde. Unſer langmuůtiger himliſcher erleuchten/ das wir ſeiner Langmuth wolgebrau ebringet/ wird abgehauen und ins Feuer ge⸗ 3. v. 1o. Dieſes haͤlt uns auch Syrach in verle⸗ Vater/ wolle uns mit ſeinem H. Geiſt chen/ und nicht mißbraucheu moͤgen/ umb Jeſu Chriſti willen. Amen. Es ſpricht Salomon Ec theil uͤber die boͤſe Wercke ſchen vol Boͤſes zu thun. Erklaͤrung. cl. g. v. xr. alſo: Weilen nicht bald ein lr⸗ geſchicht/ dadurch wird das Hertze der Men⸗ Mit dieſen Worten zeiget er an/ daß/ weilen Gott der HEr/ nicht auff friſchem Fuſſe die Suͤnde ſtraffe/ ſo ſuͤndigen Viele immerfort/ und gedencken/ der HErn ſichets nicht/ und der Gott Jacob achtets nicht. Pſal. 4. v. 7. rach in verleſen? Worten fuͤrgehalt I. Pœnitentiæ remoram hindere; Nemlich; 1. Vana vermeinen B ſe es geheẽ. Da Die Anſchlaͤge deß Arg Solche Gedanckẽ ſind l Dichten und Gedancken eitel. Rom. 1. v. 21. cogitatio: Vergebliche Gedancken: Dencke nicht Es iel wie ſie ſich einbilden und gedencken/ alſo doch die Gedancken der Menſchen eitel ſin geredet: Ein Chriſt habe zween/ die jhm in jhm ſelbſt zu durch gute Gedancken/ die jhn zum Guten boͤſe Gedancken/ ſo jhn dieſe Gedancken/ von len ſie nit durch wahre Buſſe zu C ſelbe von Gott fuͤhrè. Laſſet uns/ O bet uns halten/ ſo folgen wir unſerm Vun ſolle und muͤſ⸗ d. Pſ. 94.V. II. / ſind dem HErnn ein Greuel. Prov. 15. v. 26. auter Muͤhe. Eſa. 9. v. 7. Sie werden in jhrem Jener Gelahrter hat wol ſprechen, Gott fuͤhren; Der Satan durch zum Boͤſen verfuͤhren: Derowegen ſo kommen welchen alhie Syrach redet/ nicht von Gott/ wei⸗ ott/ ſondern durch Unterlaſſung der⸗ Chriſtliche Hertzen/ zu Gottes Ge⸗ eigenen Kopff und Gedancken nicht ij Syr. Eben dieſes wird uns auch von Sy⸗ en/ und habẽ in denſelben zu betrachtẽ: n: Was bey Vielen wahre Buſſever⸗ Zinckgr. b p.1. p. 270. Meiger. nuecl. 1. 7. cap.9. viſ. Chrono. ad ann. Chri.964. cherheit. 3. Pœnæ divinæ rerardatio: Der Verzug der goͤttlichen Straffe: UUndmir iſt nichts Boͤſes widerfahren: Gottdraͤuet inſel⸗ 38 4—— 2 4. 6 —““——.—— 524 Vom eilfften Hindernuͤß wahrer Buſſe/ Syr. 21. v. 12. Dann das Wort Gottes/ iſt ein Richter der Gedancken und Sinnnen deß Hertzen. Heb. 4 verſ. 12. Es ſol ein Art Schlangen ſeyn/ ſo zwar gifftig ſeyn/ aber Niemand damit Schaden thun Alſo hat es eine Beſchaffenheit mit boͤſen Gedancken/ die ſchaden Niemand denn nur demjenigen der ſie außbruͤtet. 88 2. Plurima peccati perpetratio: Offtmahliges ſundigen: Ich habewol mehr geſuͤndiget: Freylich/ freylich/ ſuͤndigen wir vielund offtmals Dann alle unſer Dichten und Trachten iſt boͤſe immerdan Gen. 6. v. 5. Daß deßwegen unſer Suͤnde immer groͤſſer werden? Re 9. v. 22. Sie machen jhren Ort vol mit jhren Suͤnden. 2. Reg. 24. v. Daß ſie biß in den Himmel reichen. 2. Chron. 28. v.. Die Suͤnde gehet Tag und Nacht umb und umb bey ſhnen. Pſalm. /z. v.. Alle jhr Werch iſt Maͤhe/ und Frevel iſt in jhren Haͤnde. Eſa. 59 v. 6. Gleichwie ein Bom ſein Waſſer quillet; Alſo quillet auch jhre Boßheit immer herfuͤr und uͤben dieſelbe taͤglich fuͤr Gott. Jerem. 6. verſ. 7. Sie thun viel Unrechto. Mich. 6. v. 12. Sie ſind vol alles Unrechten. Rom. 1. v. 29 Und dieſejhre viele Suͤnde duͤrffen ſie wol zum Schilde jhrer Sicherheit gebrauchen! Oder groſſen Boßheit: Dann wie kan doch eine groͤſſere Boßheit ſeyn als das ſenige zur Sicherheit gebrauchen/ das doch die allergroͤſſeſteun⸗ gewiſſeſte Sicherheit mit ſich fuͤhrete Dann wann ſolche Gottloſſe tro⸗ tig ſeyn/ breiten ſich auß und gruͤnen wie ein Lorbeerbaum/ ſo wind uͤber ein Kleines jhre Staͤdte nicht mehr gefunden. Pſal.; 7. v.5. Wiewet⸗ den ſie ſo ploͤtzlich zu nichte/ gehen unter/ und nehmẽ ein Ende mit Schre⸗ cken. Pſalm. 73. v. 9. Ploͤtzlich kommei jhr Ulnfall/ und werdenſſchnill zubrochen/ daß keine Huͤlffe da iſt. Prov. 6. v. 1. Radbodus ein Hertzog in Frieß⸗Land/ der ſchon im Waſſer ſtunde und ſich tauffen laſſen wolte aber ſich bald anders bedachte/ iſt bald darnach gehling todt geblieben. Bapſt Johannes der ohn Zweiffel das Handwerck mehr getrieben wid im Ehebruch erſtochen: Das iſt der rechte Lohn der teuffeliſchen Si⸗ nem Wort vielfaltig/ daß er unſer Suͤnde wolle heimſuchen undſſiraf⸗ fen: Er wil heimſuchen der Vaͤter Miſſethat an den Kindern/ b 9 ½ dtewrdu Kawenle Pt ſ lht viauhyte thachean drche Gogih mirwol w 9. Silli durnach. uwahl iſtrichen. Miaun gfülltdm. hendauf Gonam mmwiat. Gok. das doch dealggiſin innwann ſochehthſe mlorberrhaun eh den. Pſal 7 ng. Dimh dnchmeen Enmeth r Unfall uomehwfir vr. Rachodus yn und ſich taufedſaret nach gehing wigoit ndwac meraatoe t eoß de tuffſne r Veus d tt welches iſt der Verzug goͤttlicher Straffe. 52* dritte und vierdte Glied. Erod. 20. v z. Er wil unſer Suͤnde wolheimſu⸗ chen/ wan ſeine Zeit kompt heimzuſuchen. Exod.; 2.v.Z4. Erwilunſer Miſſethat alſo heimſuchen/ daß das Land ſeine Einwohner außſpeyen ſoll. Lev. z8. v. 25. Er iſt ein Gott der taͤglich draͤuet. Pſalm.7. v. 12. Er wil außgehen auß ſeinem Wort/ heim zu ſuchen die Boßheit der Einwo⸗ ner deß Landes. Eſa. 2 6. v. 21. Aber weilen dieſes nicht alſo bald nach vol⸗ brachter Suͤnde geſchicht/ ſo ſegenen ſich viele Gottloſe injhrem Hertzen (das iſt/ ſie halten und achten ſich fuͤr gluͤckſelig) und ſprechen: Es gehet mir wol/ weilen ich wandele wie es meinem Hertzen duncket. Deut. 29. v. 19. Sie laͤſtern Gott in jhrem Hertzen und ſprechen: Gott frage nicht darnach. Pſalm. 10. v. 13. Sie verleugnen denHᷣErꝛnund ſprechen: Das iſt er nicht/ und ſo uͤbel wird es uns nicht gehen. Jer. 5. v.2. Sie ſagen: iſt nicht der HErꝛ unter uns: Es kan kein Ungluͤck uͤber uns kommen. Mich. 6. v. 11. Sie duͤrffen Gottes laͤſterlich reden: Wer Boͤſes thut/ der gefaͤllet dem HErꝛn/ und er hat Luſt zu demſelbigen; Oder/ wo iſt ein Gott der da ſtraffe? Mal. 2. v. 17. Bey ſolchen Leuten werden keine Buß⸗ Gedancken gefunden/ ſondern ſie lauffen immer hin jhren Lauff/ wie ein Tnnuaer Hengſt im Streit. Jerein. 8. verſ. 6. O der verblendeten eute. ö““ b 4. Manſuetudinis divinæ prætenſio: Der Vorſchub der goͤttlichen Gedult und Langmütigkeit: Der HErꝛſey gedultig: Freylich/ freylich/ O Chriſtliche Hertzen/ iſt Gott gedultig: Er iſt gedul⸗ tig/ und von groſſer Gnad. Exod.34. v. 6. Er iſt gedultig/ und von groſſer Barmhertzigkeit. Neh. 9.v. 7. Und ſolches zu dem Ende/ daß die Gott⸗ loſen in ſich ſelber gehen/ ſich bedencken/ und wahre Buſſethun ſollen: Er harret unſer/ daß er uns gnaͤdig ſey. Eſa. z0. v.8. Seine Guͤte/ Gedult und Langmuͤtigkeit ſol uns zur Buſſefuͤhren Rom. 2. v. 4. Er gibt uns Zeit daß wir ſollen Buſſe thun. Apoc. 2. v. 21. Der erſten Welt gab er Zeit und Ftiſt hundert und zwantzig Jahr. Gen. 6.v. z. Den Juden viele Jahr. Neh. 9. verſ.zo. Durch Jeremiam ließ er jhnen drey und zwantzig Jahr mir Fleiſſe predigen/ ehe er die verdiente Straffe ergehen ließ. Jer. 25. v. 3. Den Nimviten gab er viertzig Tage zur Buſſe. Jon, 3. v. 4. O der groſſen Gedult Wie Archamidas den Charilaum ruͤhmen hoͤrete/ 2Zeil.Epi- daßer gegen jederman gelind und gnaͤdig/ ſprach er Wie kan der mit ſtols. Vun ih Zuge 526 Vom eilfften Hindernuͤß wahrer Buſſe/ Fuge gelobet werden/ der ſich auch gegen die Boͤſen gelind erzeigete Aber Gott fuͤhret billich und mit groſſen Ehren dieſen Ruhm/ daßer ſich auch gegen die Boͤſen gelind und barmhertzig erzeiget: Dann wann Gott uns Menſchen wegen unſer Suͤnde ſtraffet/ ſo thut er ſein Werch und Arbeit auff eine andere Weiſe. Eſa. 28. v. 21. Das iſt; Gottes ſein Werck iſt/ daß er den Menſchen liebes und gutes thue/ wann ſie aber muthwillig ſuͤndigen/ ſo thut er an denſelben ein ander und fremodes Werck/ zuchtiget und ſtraffet ſie damit ſie ſich bekehrẽ moͤgen. Aber die⸗ ſer Gedult und Langmuͤtigkeit Gottes mißbrauchen die Unbußfertigen Er recket ſeine Haͤnde auß den gantzin Tag/ aber zu einem ungehorſa⸗ men Volck/ das ſeinen Gedancken nachwandelt/ auff einem Wegeden nicht gut iſt. Eſa. 65. verſ.. Sie haben ein. abtruͤnniges ungehorſames Hertz. Jer. 5. v. 2z3. Wann ſie Gott ermahnet/ ſie ſollen auff die Wege treten/ und ſchauen/ und fragen nach den vorigen Wegen/ welches der gu⸗ te Weg ſey/ und wandeln drinnen/ ſo werden ſie Ruhe finden/ fuͤr jhre See⸗ len So ſprechen ſie/ wir wollens nicht thun. Jer. 6. v. 16. Und ſind alſo ſeinem Munde ungehorſam geweſen. Thren. 1. v. 18. Dieſe Laute ſeyn eben ſo wol zur Buſſe geſchicket/ als man kan auff Felſen mit Roſſen rennen oder mit Ochſen pfluͤgen. Amos. 6. v. 12. b II. Noſtram reſiſtentiam inſern Widerſtand Wie wir ſolchem Hindernuͤß widerſtehen ſollen; Daß wir gewiß dafuͤr halten ſollen daß ob zwar Gott gedultig ſey/ ſo werde er doch ſolche Vndanckbare nicht ungeſtraffet laſſen. Dañ weilen Gott jhre Suͤnde uͤberſehen daß ſieſich beſſeren ſolten. Sap. 11. v. 24. Vnd jhnen Raum genug zur Buſſegelaß⸗ ſen. Sap. 12. v. 10. Sie aber ſich nicht beſſern wollen/ ſo wil Gott denſe⸗ nigen ſo ſich ſegnen in ihrem gottloſen Weſen/ nicht gnaͤdig ſeyn ſondem ſein Zorn und Eiver ſollen uͤber ſie rauchen/ und alle Fluͤche Gottes ſol len ſich auff ſie legen. Deut. 29. v. 0. Ach wie ſeyn die Straffen Gottts ſo wunderbarlich? Vnd viel wird derſelben gefunden Er kan ſie ſtraffen mit Peſilentz und andern anklebenden gifftigen Kranckheiten wie Levꝛ6. verſ.16. ſeqd. Deuteronom. 28. verſ. 22. feq zuleſen: Er ſendet unter ſi die Peſtilentz ſo im Finſtern ſchleicht/ die Seuche ſo im Mittag verderbet. Pſalm. o1. verſ. 6. O der ſchweren Straffe: Da iſt im Jahr 1554 in b Vngern deß Fende ben Ench Kricgvont rnchts ſy den ſeheww vohn E ſuGhrit 99.6.p. 12. „Widerſtand Wan er gewißdafuͤrhallan doch ſolche Vaaren ſdre Suͤndeubeſehei in Naum genugzuc beſſernwollm ſoriet Weſa nicht gnaduſm Hen ud all gliceor Ach we ſendeStuſt bangcud Giui ifflgm Kanckhelan ſeq zulſſen he Scucheſoin Uäitat raffe Daſf m.⸗ 7 4 e* 4 welches iſt der Verzug goͤttlicher Straffe. 727 Vngern/ Siebenbuͤrgen/ und benachbarten Laͤndern/ eine ſo ſchreckliche 2 eil Epi⸗ b Peſt geweſen/ daß die Leute fuͤr Schmertzen jhnen ſelbſt die Haͤnde und ſtol. 74. Arm mit den Zaͤhnen zerriſſen/ in einander gefallen/ und ſich jaͤmmerlich umbgebracht haben. Er kan ſie ſtraffen mit Krieg und Verheerung; Da wiler mit dem Schwert hinter jhnen her. Levit. 26. verſ.z. Das Schwert ſol ſie freſſen. Eſa. 1. verſ. 20. Die Krirgs⸗Leute ſollen jhr Erndte und jhr Brod verzehren. Jer./. verſ. 7. Wan ſie auff den Acker oder uͤber Feld gehen/ ſol es allenthalben unſicher ſeyn fuͤrdem Schwerd deß Feindes. Jerem. 6. verſ. 25. Er wil ſie in die Rappuſe und Raub ge⸗ ben. Ezech. 23. verſ 46. Oder elenden Straffe Wie ſener Fuͤrſte einen Zinckgr. Krieg vornehmen wolte/ mit Vermelden/ er wolte entweder etwas oder part. 1. pa- nnchts ſeyn/ antwortet jhm einer auß den Raͤthen/ Euer Fuͤrſtliche Gna⸗ Sin. 286. den ſeyn zwar ſetzo etwas/ wann ſie aber wollen/ koͤnnen ſie bald zu nichts werden. Er kan ſie ſtraffen mit Hunger und theurer Zeit: Daß jhr Land ſein Gewaͤchs nicht gebe. Levit. 26. verſ. 10. Die vorhin das niedlichſte geſſen/ ſollen verſchmachten. Thren. 4. verſ. 5. Gott wilboͤſe Pfeiledeß Hungers unter ſie ſchieſſen. Ezech.⸗ v. 16. O der boͤſen Pfeilen Im Jahr 1638. iſt zu Bryſack eine ſolche Hungers Noth geweſen/ daß die Gefan⸗ gene Soldaten im Stock⸗Haus/ einen/ welcher fuͤr Hunger geſtorben war auffgefreſſen/ die Todten ſind auß der Erden auffgegraben/ und ge⸗ geſſen/ ein Viertheil Kleien hat golten 13 2. Schilling/ ein Viertheil vom Schultz. Lachs hat gegolten 10. Reichs⸗Thaler /ein Pfund Roß⸗Miſt 7. Patzen/ Chron. eine Ratte einen Patzen. Das laß mir eine ſchwere Straffe ſeyn. Erkan 8 475 ſtraffen mit Vngluͤck; Da ſendet GOTT Wnfall und Vngluͤck/ in allem waß ſie fuͤrdie Hand nehmen. Deuteronom. 28. v. 20. Er plagtſhr Hertz mit Vngluͤck/ daß ſie da liegen/ und jhnen Niemand hilffet. Pſalm. wiſſen ſollen/ wie es daher bricht. Eſa. 47. verſ. 11. Dem ſie nicht entgehen ſollen. Jerem. ir. verſ. 1. Denn Elend und Vngluͤck/ ſeyn Zinckgr. allezeit der Thorheit Gleitsmann/ ſagte Wenceslaus II. Koͤnigin Boöh⸗ part. 1. 107. verſ. 12. Er wil ein Vngluͤck uͤber ſie gehen laſſen/ daß ſie nicht men. Er kan ſtraffen mit dem Todte: Iehen Todtwil jhnen G OT T bag. z1. ſchicken — . 3 3— yy 8 . 1 E 3*————» 1K 8 —————.——— E zis Vom zwoͤlfften Hindernuͤß wahrer Buſſe⸗ ſchicken. Deut. 32. v. 24. Der Todt ſol ſie uͤbereilen. Pſal. ½. verſs. Dann dem Vbel nachjagen fodert zum Tode. Prov. I. verſ. 19. Der Todt ſol zu jhren Fenſiern herein fallen. Jerem. 9. v. 21. Wie deſſen vil Exempel koͤnten eingefuͤhret werden: Der Allerhoͤchſte erleuchte unſet Hertzen durch ſeinen heiligen Geiſt/ daß wir Gottes Vermahnung zur Buſſe/ alſo zu Hertzen nehmen/ daß wir ſeiner Straffe entfliehen/ umd Jeſu Chriſi willen/ Amen. Die ein und achtzigſte Predigt. DE DVODECIMO VERA POENITENTI OB5TA. CVLO, QlOp SECURA MN PECCATI PERSEVERAIIO. Vom zwoͤlfften Hindernuͤß wahrer Buſſe/ welches iſt di ſichere Beharꝛligkeit in Suͤnden. SC. z. v, 5. 8. 3. e ,2 Sey miht ſo ſicher/ ob deine Suͤnde noch nicht 1. e 9 geſtraffet iſt/ daß du darumb fuͤr und fuͤr —= fuͤndigen wolteſt.* 9 C⸗ S ſpricht David. Pſal. 39. v.7. alſo: Wie gar ſen Worten haͤlter uns fuͤr: b S 1. Noſtram nullitatem; Vnſere Nichtigkeit: Wir ſind gar nichts: Die Weltkinder koͤnnen dieſes in jhren ſtoltzen Kopff nicht bringen/ vermeinen ſie ſeyn nieht allein etwas/ ſondern noch dazu ein groſſes; Aber wann wir uns am Liecht der Warheit beſehen/ ſo be⸗ finden wir daß wir gar nichts ſeyn: Nichtes iſt ja unſer Leben; Ddan es iſt wie ein Schatten. Hiob. 14. v. 2. Wie ein Traum. Hiob. 20. v,3. Wie ein Waſſerſchaum. Hoſe. 10. v.. Wie ein Rauch. Pſal. 102. v. 4. Wie ein Dampff der eine kleine Zeit waͤhret. Jac. 4. v. 14. Nichts ſind alle Menſchen: Menſchen ſind ja nichts; Groſſe Leute fehlen auch/ und wegen weniger dann nichts/ ſo viel jhrer iſt. Pſ. 62. v. o. Alle Hey⸗ den/ ſind fuͤr G Ott nichts/ und wie ein Nichtiges und Ehan dac 9 d.49* — M. nichts ſind alle Menſchen/ die doch ſo ſicher leben. In die⸗ — 1 3 3 — 1 . . ℳ₰ 4 . 1” Eſao dl- ſonchkole tiahbißd tn hac lüffen ü wtſſyſß zulgti denlegend Niͤtot 2. ſcher zu gefft Abervi Uaargho oiterch ſo än d Aht ſte Aum kunoſſt u.hagn an Aum Rad darumdſüra al z9 b.7,0 9 de dochſo ſicha n; Then un n dieſes mſßrcſeta. lein ewwas/ ſondm heder Warßeutſt ihtes jtaunſelin Viean Traum.Ho Wieenn Jauh.Mſ ret. Ju 4v.4. ts Gwyſſeeut 1 1 rer ſilaan Ntesumdo welches iſt die ſichere Beharrlichkeit in Suͤnden. 22 Eſa. 40. v. 7. Alſo bekennet Paulusfer ſey nichts. 2. Cor. 12 v. n. Vnd ſpricht von andern; So ſich jemand duͤncken laͤſſet/ er ſey etwas da er doch nichts iſt der betruͦget ſich ſelbſs. Gal 6. v.z. Es iſt zu Tetin in Boͤhmen ein Menſchen Kopff gefunden/ welchen zwey Maͤnner ſchwerlich umb⸗ zelPys klafftern koͤnnen/ und deſſen Schincke ein 26. Schuh lang geweſen: An. ſtol.48. no 157iiſt ein Tartar von einem Pohlen umbgebracht/ deſſen Stirn 24. Zoll gehabt/ und iſt der ander Coͤrper ſo groß geweſen/ daß er auff der Er⸗ denliegende/ den Nabel eines ſtehenden Mannes erreichet: Aber beyder Nichtigkeit hat der Todt bezeugt. 2. Noſtram ſecuritarem; Vnſere Sicherheit: Die doch ſo ſicher leben: Es ſolte unſere und unſers Lebens Nichtigkeit/ uns billich zu geiſtlicher Gott wolgefaͤlliger Sorge und Wachſamkeit befoderen; Aber wir ſeyn und bleiben gleichwol ſicher: Vber dieſe unſere Sicherheit klaget Moſes: Wie derſelbe die Kuͤrtze und den elenden Zuſtand deß men⸗ ſchlichen Lebens beſchrieben/ ſpricht er: Wer glaubets aber/ daß du ſo ſehr zuͤrneſt/ und wer fuͤrchtet ſich fuͤr ſolchem deinem Grimm⸗ Pſal.)0. v. 11. Als wolte er ſagen: Du predigſi uns von unſer Sterbligkeit in un⸗ ſere Augen und Ohren/ daß wir ſehen und hoͤren/ wie unbeſtaͤndig/ nich⸗ eig und fluͤchtig unſer Leben ſey; Aber wenig/ wenig/ ſind der jenigen die es zu Hertzen nehmen: Dieſe Sicher heit in fuͤndigen/ iſt auch eine/ unter de⸗ nen Dingen/ ſo wahre Bekehrung verhindern/ wie Syrach in verleſenen Worten bezeuget/ auß welchen wir wollen betrachten/ b Wie die Sicherheit im ſuͤndigen/ eine Hirdernuͤß wahrer Buuſſe ſey. b Der barmhertzige Gott wolle dabey unſere Ohren und Hertzen eroͤffnen/ daß wir uns moͤgen fuͤr ſolcher Sicherheit huͤten/ umb Jeſu Chri⸗ ſtiwillen/ Amen. E cklaͤrung. Wir haben alhie zu beobachten: I. Securitatem duplicem: Zweyerley Sicherheit: Dannes wird gefunden: 1. Securitas laudabilis: Eine loͤbliche Sicherheit: Da ſich ein . XLyy glaubi⸗ om zwoͤlfften Hindernuͤß wahrer Buſſe/ glaubiges Hertze auff Gott/ ſeine Gnade/ ſeine Verheiſſung/ undſſein vaͤterliches Hertz verlaͤſſet/ und deßwegen/ ſonderlich in allem Creutz und Elend/ freudig und getroſt iſt: Ein ſolches glaubiges ertz ſaget mit Dasvid: Ich liege und ſchlaffe gantz mit Frieden/ denn allein du En hilffſt mir daß ich ſieher wohne. Pſalm. 4.v.o. Wannes ſchon n anden im finſtern Thal/ ſo fuͤrchtet es doch kein Ungluͤck dann der HErr iſt mit jhm. Pſalm. 23. v. 4. Wann ſich ſchon ein Heer wider ſolchen leget/ ſo fuͤrchtet ſich dannoch ſein Hertze nicht. Pſalm. 27. v.z. Er hoffet auff Gott und fuͤrchtet ſich nicht/ was wil jhm dann Fleiſch thun Pſalm 56. v. 5. Der Name deß HErnn iſt jhm em feſtes Schloß/ er laͤuffet dahin und wird beſchirmet. Prov. 18. v. 1. Wie Nicolaus Jureſchitz Keyſerſi⸗ cher Obriſter im Staͤdtlein Guntz nur mit hundert Soldaten lag und mit 60000 Mann vom Tuͤrckiſchen Baſſa belagert war/ hat ihn dar Baſſa in Betracht/ deß Obriſien geringen/ und ſeiner groſſen Macht zur Vbergab ermahnen laſſen: Er hat aber nicht allein eines redlichen Kriegs⸗Mannes Schuldigkeit/ ſondern fuͤrnemblich dabey anmelden laſſen; Weilener ſich von aller menſchlichen Huͤlff entbloͤſſet ſehe/ ſo habe Part. J. pa- er ſeine Zuflucht zu Gottes Huͤlffe genommen/ gleichwie derſelbe jhm je⸗ Bn. 167. derzeit beygeſtanden/ alſo werde er jhn auch nun nit virlaſſen; Welche er auch in der That empfunden/ und derſelben genoſſen. Dieſe Sicherheit oder ſichers Vertrauen zu Gott/ iſt der rechte Kern deß ſeligmachenden Glaubens/ da einer auff Gottes Gnade/ und Chriſti theures Verdienſt ſich gar und gaͤntzlich verlaͤſſet: Wannn eine Plage kommen wil ſo fuͤrchtet ſich ein ſolcher nicht/ ſondern ſein Hertz hoffet unverzagt auff den Herrn/ Sein Hertz iſt getroſt/ und fuͤrchtet ſich nicht/ biß er ſeine Lußtan ſeinen Feinden ſiehet. Pſ. 112. v. 7. ſeꝗ. 2. Securitas damnabilis: Eine verdamliche Sicherheit. Da einer in ſeinem ſuͤndlichen Leben und Weſen immer fortfaͤhret/ und nicht gedencket/ daß jhn Gott deß halben ſtraffen/ oder hernacher uͤr ſein Gt⸗ richte fodern werde: Solche gedencken nicht daß ſie Gottes Haushalter ſeyn/ und Rechnung von derſelben geben muͤſſen. Luc. 16. verſ. 2. Dieſ machen ſhnen ſelbſt eine Sicherheit. Hiob. 24. verſ. 23. Sie werden alt bey guten Tagen/ und erſchrecken kaum ein Augenblick fuͤr der Hollen. Hiob. 21. verſ. 13. Sie wollen nicht zu Hertzen faſſen/ noch b dara — ——— hiaſ wird red Luuken hinein agen. ana N tahſe Üäch u duum ſ Nran undh 6 Itenn Auug Kriug⸗ Ndſtt Cuh den Häͤlf nſat mmen gleichwienit d nun nitvuluſſa mgmoſſn. Diſtt nechte Kerndeßſatn und Chriſitheun mn eine Plagekonnn Ders hoffet unveae eiſich nichtbhßerſ erdamliche Schentt nimme forſſihet e odc hemachcfitt tdaß ſi Gotts hu⸗ ſſc(ue sl: 5. 24. b 33 9 aum en dugenilt th hainßtn —— — welches iſt die ſichere Beharrlichkeit in Suͤnden. 5z daran gedencken/ wie es mit jhnen hernach werden ſol. Eſa. 47. v. 7. Sie wohnen ſicher/ und ſitzen ohn alle Mauren/ und haben weder Riegel noch Thor. Ezech. 38. verſ. 11. Gleichwie die Flecken oder Doͤrffer/ ſo keine Mauren haben/ gar bald vom Feinde koͤnnenuͤber⸗ fallen werden: Alſo auch dieſe vom Zorn Gottes/ Gewalt deß Teuf⸗ fels/ zeitlichem und ewigem Tode: Es ſind Leute/ die auff dem Hefen ſhrer Suͤnde ligen/ und ſprechen in jhrem Hertzen; Der HEr: wird weder Gutes noch Boͤſes thun. Zeph. 1. verſ. 12. Bey ſolchen Leuten iſt keine wahre Buſſe zu finden/ ſondern ſie leben in den Tag hinein/ ohn einige Sorge und Furcht fuͤr der Suͤnden⸗Straffe: Sie ſagen/ ſie haben mit dem Tode einen Bund/ und mit der Hoͤllen einen Verſtand gemacht/ wann eine Zorn und Straff⸗Fluth Got⸗ kes daher gehe/ werde dieſelbe ſie nicht treffen. Eſa. 28. verſ. 11. Ein ſolcher war Koͤnig Belſazer, wie derſelbe von Dario und Cyro mit einem ſtarcken Kriegs⸗Heer umbgeben war/ hielt er ein Banquet/ mit ſeinen Gewaltigen/ Weibern und Kebs⸗Weibern/ und war toll und voll/ ward aber die ſelbe Nacht getoͤdet. Daniel. 5. cap. Ein ſol⸗ cher war der reiche Bauer/ welcher den Segen Gottes/ wel⸗ cher jhn zur Gottſeligkeit fuͤhren ſolte/ zur fleiſchlichen Sicher heit mißbrauchte und zu ſeiner Seelen ſagte: Liebe Seele/ du haſt ei⸗ nen groſſen Vorrath auff viel Jahr/ habe nun Ruhe/ iß/ trincke/ und habe guten Muth: Aber GO T T ſprach zu jhm Du Nan⸗ dieſe Nacht wird man deine Seele von dir ſodern. Luc. n. v. 19. ſeq. Wie Brennus ein Teutſcher Koͤnig wider Antigonum in Macedonien zog/ und zuvor ſeine Geſandten zu jhm ſchickte/ zeigete er denſelben ſeine Schaͤtze/ Silber und Gold: Wie ſie zuruͤck gezogen/ und von Brenno gefraget/ wie ſie alles befunden? Haben ſie geantwortet Antigonus were ſo ſicher/ bloß von Volck/ Munition und aller Kriegs⸗Bereitſchafft/ als ob ſein Reichthum ſeine Feſtung were/ und ſein Gold und Silber/ deß Eiſens Schutz nicht bedurffte. Wie Chabries ein Achenienſiſcher Fuͤrſt/ mit dem Iphicrate, als Feinde z Er deß 90 inckgr. art. I. Pag.358. Zwing. Vol. 1. pag. 81. Didac. Apolepht. Equickſt. part. 4. pag. 6 5 Eutrapel. 32 Vom zwoͤlfften Hindernuͤß wahrer Buſſe⸗ 8 8 A— 8 5 —, 3—— deß Vaterlandes angek laget/ hielt Iphicrates demſelben verweißlich fuͤn daß er noch gutes Muthes were/ eſſe und trincke/ und ſich auff der Thuu⸗ nier⸗Schule noch laſſe finden; Antwortete er demſelben: Wolan/ wann die Athenienſer uns das Leben werden nehmen/ ſo wirſiu hungerig und elend/ ich aber wol ſtaffirt/ zum Tode gehen. Wie jener Schultheſß ſterben ſolte/ und der Pfarꝛherꝛ mit jhme von der Aufferſtehung der To⸗ den geredet/ ſagte: Herꝛ Pfarꝛhen/ ich wileuch ſolches zu gefallen glaͤu⸗ ben/ aber jhr werdet erfahren/ es werde nichts darauß werden. Oda eſahrialich Sicherheit! Bey welcher keine wahre Buſſe kan Plat finden. b II. Securitatis hujus originem: Woher dieſe Sicherheit kon⸗ me: Daß ihre Suͤnde noch nicht geſtraffet iſt; Der grundguͤtige und unſer Seligkeit liebender Gott/ erzeiget auch den Gottloſen emen gantzen Reichthum/ ſeiner Guͤte/ Gedult und Langmuͤtigkeit/ daß er ſie dadurch zur Buſſe leite. Rom. 2. v. 4. Daß ſie jhr Leben und Wandel ſollen betrachten/ deſſen in Gottes Wort gedraͤuete/ und von jhnen wol⸗ verdiente Straffe/ behertzigen/ und ſich in der Gnadenzeit zu jhm bekeh⸗ ren Er richtet ſie mit der Weile/ uñ laͤſſet hnen Raum zur Buſſe. Sap. 12. v. u. Aber dieſer Guͤte mißbrauchen die Gottloſen/ vermeinen/ weilen Gott jhre Suͤnde nicht alſobald ſtraffe/ ſo habees mit denſelben kein be⸗ dencken: Davon ſpricht Gott durch Davids Mund: Du ihuſt viel Boͤſes/ und ich ſchweige/ da meinſiu/ ich werde ſeyn gleich wie du aber ich wil dich ſtraffen/ und wil dirs unter Augen ſtellen. Pſal. 0. verſ.21. Weilen nicht bald ein Urtheil geſchicht uͤber die boͤſen Wercke/ da⸗ durch wird das gantze Hertze der Menſchen voll Boͤſes zu thun. Ec⸗ leſ. 8. v. 11. Sie duͤrffen wol ſagen; Wer Boͤſes thut der gefaͤllet dem HErnn/ und er hat Luſt zu demſelben/ oder woiſt ein GOtt der da ſtraf⸗ fe: Malach. 2. verſ. 17. Wie zu Amicla einer Stadt in Welſchlande offt/ aber faͤlſchlich außgeſprenget ward/ der Feind were verhanden iſt darauff ernſilich verbotten worden/ daß keiner deß Feinds Ankunfft mehr/ bey ſonderlicher Straffe/ gedencken ſolte/ worauff erfolget! daß her⸗ nacher die Stadt vom Feinde unverſehens uͤberfallen und eingenommen: Alſo gehets allen gottloß ſichern/ weilen dieſelbe fuͤr allen vermahnungen und warnungen jhre Ohren mit Sicherheit verſtopffen/ ſo enn fe — traffe L Eriſtbe gehen wiec gewugth den oderie vadeöpri duenSh aledeſoi pen. Ah 2 PKat ten Büſ Fpit Ji Langwit benzux ramdi niWärf Maſſchen hanzevial —— —— — e Doher dieſtSit ſſtraffet it dun zaggtr auchderet tund Langmäͤtgi Daß ſieſhr Loaun ngedrauett undmi inda Guudenaäeh t hnen Naunznai die Gottloſen venenn ſo habees mi daiti Davids Mund Aiih ich wade ſcyn glurden lugenſtcln Uſe tt uͤber dieboſa Ah ſchm vol diſsulu Va Boöſeshrdeg de voſſendrni la cmer Suudt i 1 d dr Jend un u welches iſt die ſichere Beharꝛlichkeit in Suͤnden. zzz Straffe Gottes endlich unvermutlich uͤber dieſelbe: Gott laͤſſet ſie frey gehen/ wie Sehaffe/ daß ſie geſchlachtet werden/ und ſparet ſie daß ſie gewuͤrget werden. Jer. 12. v. 3. Meinſt du deine Haͤnde moͤgen es erlei⸗ den/ oder deine Haͤnde ertragen/ zu der Zeit/ wann ichs mit dir machen werdeeſpricht Gott Ezech. 22. v. 14. Da heiſſet es: Niemand wird umb deinen Schaden trauren/ noch ſich umb deine Plage kraͤncken/ ſondern alle die ſolches von dir hoͤren/ werden mit jhren Haͤnden uber dich klap⸗ pen. Nah. 3. verſ. 19. Dann ſolcher Leute Verdamnuͤß ſchlaͤfet nicht. 2. Pet. 2. v. 3Z. Dieſes iſt aber ein uͤberauß groſſes Hindernuͤß der wah⸗ ren Buſſe/ wann man die Gnade Gottes auff Muthwillen ziehet. Epiſt. Jud. v. 4. Dann Gott erzeiget jhnen ſolche gnaͤdige Gedult und Langmuͤtigkeit/ zur Buſſe und Beſſerung/ ſie aber mißbrauchen derſel⸗ ben zur Boßheit und eigener Verderbung: Denen gehets wie dem Ty⸗ rannen Dionyſio: Der ſagte/ gleichwie die Kinder unter andern ſich mit Wuͤrffeln und andern Spielen betruͤgen; Alſo muſte man die 2w⸗ Menſchen mit Eyden betruͤgen. Jener Doctor und Fuͤrſtlicher Rath/ Vol.19. 1¹] g⸗ hatte viel neue Fuͤnde und Beſchwerungen auff die Unterthanen ſeines p471. Fuͤrſten bracht/ daß er deßwegen von denſelben ſehr verfluchet ward: Derſelbige ſagte zu der Fuͤrſtinnen; Gnaͤdige Frau/ ich glaube nicht/ daß ein Teuffel mehr in der Hoͤlle ſey:Die Fuͤrſtin fragte/ wo ſie denn waͤren? Er klopffet auff ſeine Bruſt/ und ſagte/ hierin: Denn mir von Zinckgr. euren Vnterthanen/ ſo viel Teuffel in den Leib gewuͤnſchet/ daß ich part.z. nicht glauben kan/ daß ein eintziger mehr in der Hoͤllen vorhanden ſey. pag. 45. Oder groſſen O der teuffeliſchen Sicherheit. Irret euch nicht/ jhr Gottloſen/ Gott laͤſſet ſich nicht ſpotten. Gal. 6. v. 7. III. Securitatis hujus operationem: Die Wirckun dieſer Sicherheit: Sie ſündigen darumb fort und fort: Wann ott den Gottloſen ſeine Gnade und Guͤte beweiſet/ ſie dadurch zur Bekehrung und allem Guten zu leiten/ ſo verfuͤhret ſie doch jhre verfluchte Sicher⸗ heit/ daß ſie fort und fort ſuͤndigen: Sie ſprechen in jhrem Hertzen/ ſie werden nimmermehr danieder liegen/ es werde fuͤr und fuͤr keine Noth haben. Pſal. 10. v. 6. Und ſind deßwegen verwegene Vbelthaͤter. Pſat. L9:v. 6. Sie ſagen/ es habe kein Noth/ weder vom Auffgang noch vom Niedergang. Pſal. 75. v. 7. Sie la ſſen jhnen nicht ſagen/ und achtens Ary u nicht/ 4 — —— 1 „ 2 34 D¶Dom dreyzehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ nicht/ ſte gehen immer hin im finſtern. Pſal. 82. v. 7. Sie verlaſſen ſich weheſtegeheue danerden haben/ ſo doch nichts Gutes vorhanden iſt. Jer. 8. v. 1. Sie gedencken Ich habe wohl mehr geſuͤndiget/ und miriſ nichts Boͤſes wiederfahren. Sir.. verſ. 4. Gleich wie ſie waren inden Tagenfuͤr der Suͤnd⸗Fluth/ ſie aſſen/ ſie truncken/ ſie freyeten/ und lieſſen ſich freyen/ biß an den Tag/ da Noah zur Archen eingieng/ und ſie achtens nicht/ biß die Suͤnd⸗Fluth kam und nahm ſie alle dahin. Matth. 24. verſ. 38. leg. Eben alſo machens auch dieſe in Sicherheiten⸗ ſoffene Leute. Friedrich ein Graff zu Cilien/ war einer den Leibes Wol⸗ luͤſten ergebener Menſch/ wie er nun bey 90. Jahr alt war/ ward er von einem ſeiner guten Freunde ermahnet/ ſein Ende zu bedenckenund von ſeinem ſuͤndlichen Leben abzulaſſen/ worauff er geantwortet: Daßer ſterben muͤſte/ wuͤſte er wol/ er wuͤſte aber nicht/ was er dort bekommen wuͤrde/ und derſelbe waͤre ein Narn/ der zeitliche Wolluſt unterlieſſe/ umb einer ungewiſſen Furcht und Hoffnung willen der zukuͤnfftigen Dinge: Fuͤr welchen Gedancken uns wolle der barmhertzige Gott behu⸗ ten/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. — — Die zwey und achtzigſte Predgt. DE DECIMO TERTIO VERA POENITENTIAe OB. STACUIO, QHOD MISERICORDIE DIVINR PROFANATIO. Vom dreyzehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ welches iſt die Qurhetigung der Barmhertzigkeit b ottes. Sir.. v. 6. ſeq. Dencke nicht Gott iſt ſehr barmhertzig er wird mich nicht ſtraffen/ ich ſuͤndige 4 vle “ .“ ſerGnde verght gnaͤdig nd ſowmuaa ajjaſt ſehmahta devergeſch ſidihgg nendune dranwo dheimg wna Hiiin dmnhig nungm Gſſan 19zi hobdam „ 1 God uſerei Karre taj aufagi voffnung wilen ug m. Am aigſte Predigt. 4 POFNTTENA CORDIE DEVNRA ATIO. wahrer Bſint Banmherzixit 8. ſeq . en /ii ſut 3. banſat welches iſt die Entheiligůg der Barmhertzigkeit Gottes. 35 viel ich wil/ er kan bald ſo zornig werden/ als gnaͤdig er iſt/ und ſein Zorn uͤber die Gottloſen hat kein Auffhoͤren. S ſtellet der allerguͤtigſte Gott/ uns Menſchen/ ſeine groſſe Barmhertzigkeit fuͤr Augen: 1. Verbis ſuaviſſimis: Mit allerlieblichſten Wor⸗ ten: Er iſt barmhertzig und gnaͤdig/ gedultig und von groſ⸗ ſer Gnade und Treue/ und beweiſet Gnade ins tauſende Glied/ und vergibt Ulbertretung/ Miſſethat und Suͤnde. Exod. 34.v. 6. leq. Er iſt gnaͤdig und barmhertzig/ und wil ſein Angeſicht nicht von uns wenden/ ſo wir uns zu jhm bekehren. 2. Chron. z0. v. o. Daher ſpricht er ſo uͤber⸗ auß holdſelig: Kan auch eine Mutter vergeſſen jhres Kindes/ daß ſie ſich nicht erbarme uͤber den Sohnj hres Leibes/ und ob ſie deſſelben wuͤr⸗ de vergeſſen/ ſo wil ich doch deiner nicht vergeſſen/ in meine Haͤnde habe ich dich gezeichnet. Eſa. 49. v. 14. ſeq. und abermal: Iſt nicht Ephraim mein teurer Sohn/ und mein trautes Kind/ dann ich gedencke noch wol daran/ was ich jhm geredet habe/ darumb bricht mir mein Hertz in mir/ daß ich mich ſeiner erbarmen muß. Jer. 31. v. 20. Seine Barmhertzig⸗ keit hat kein Ende/ ſondern iſt alle Morgen neu. Thren. 3. verſ. 22. Sein Hertz iſt gegen alle wahrhafftig Bußfertige alſo geſinnet/ und ſeine Barmhertzigkeit iſt ſo bruͤnſtig/ daß er nicht thun wil nach ſeinem grim⸗ migen gorn/ noch ſich kehren uns gar zu verderben. Hoſe. I1. verſ. 3. ſeꝗ. Er iſt ein Vatter der Barmhertzigkeit und Gott alles Troſtes. 2. Cor. J. v. Z. Reich von Barmhertzigkeit. Eph. 2. v. 4. O der lieblichen Oder holdſeligen Beſchreibung der Barmhertzigkeit Gottes 2. Similibus pulcherrimis: Mit ſchoͤnen Gleichnuͤſſen: GOT T vergleichet ſich einem Artzt. Exod. 15. verſ. 26. Der bereit iſt unſere Suͤnden⸗Wunden zu heilen. Einem Vater der ſich uͤber ſeine Kinder erbarmet. Pſalm. 103. verſ.. Einer Mutter/ die jhre Kinder troͤſtet. Eſa. 66. verſ. 13. Einem Braͤutigam/ der ſich mit ſeiner Braut auffs beſtaͤndigſte vertrauet. Hoſe. 2. verſ. 19. Einer feurigen Maur/ b vermit⸗ 8 Laert. in ejus vita 36 Vom dreyzehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ vermittels welcher er die ſeinen beſchuͤtzet. Zach. 2. v. 3. Einer Gluck⸗Hem⸗ nen/ ſo jhre Kuͤchlein unter jhre Fluͤgel verſamlet. Matth. 23. verſ.;7. O der freundlichen O der anmuthigen Gleichnuͤſſen! Aber/ O meine Chriſtliche Hertzen/ wie viele/ wie viele/ werden unter den jenigen ſo ja Chriſten ſeyn wollen/ gefunden/ ſo dieſer vaͤterlichen Barmhertzigkeit G OTTES mißbrauchen/ und ihnen dieſelbe/ welche G O TT jhnen erzeiget zur Befoderung/ zu Verhinderung wahrer Buſſe anwen⸗ den; Von welchen Syrach in verleſenen Worten redet/ auß welchen w wollen anſehen: Wie der Mißbrauch der Barmhertzigkeit Gottes wahrer Buſſe verhinderlich ſey. Der Vater der Barmhertzigkeit/ wolle dieſelbe uͤber uns groß machen daß wir derſelben in der Gnaden⸗Zeit uns beſtaͤndig moͤgentheil⸗ hafftig machen/ umb Ieſu Chriſti willen Amen. Erklaͤrung. Wir haben in verleſenen Worten; b b I. Impœnitentium cogitarionem: Das Dencken der Uin⸗ bußfertigen: Bey ſolchen wird gefunden: b 4. Cogitatio vana: Ein vergebliches Dencken: Manſagt zwar im gemeinen Sprichwort/ Gedancken ſeyn Zoll frey: Daſſelbe gehet zwar an fuͤr weltlichem/ aber nicht fuͤr goͤttlichem Gericht: Dann der HErꝛ weiß die Gedancken der Menſchen. Pſal. ↄ4. v. 11. Er verſtehet unſere Gedancken von ferne. Pſalm. 139. v. 2. Darumd iſts eitel und ver⸗ geblich mit ſeinen Gedancken fuͤr Gott wollen verborgen ſeyn: Wehede⸗ nen die verborgen ſeyn wollen fuͤrdem HEnn/ jhr Vornehmen zu verho⸗ len/ und jhr Thun im Finſtern zu halten. Eſa. 29 v. 16. Dann Gott pru⸗ fet Nieren und Hertzen. Jerem. 11.v. 0. Unſers Geiſtes Gedanckenken⸗ net er wohl. Ezech. 11 v.. Der weiſe Heyde Thales ward gefraget: Ob ein Menſche der Boͤſes thaͤte fuͤr Gott kunte verborgenſeyn: Dem hal er geantwortet/ auch nicht wann er nur Boͤſes gedencket. 6. Cogitatio mala: Ein Boͤſes Dencken: Welches ſie habe J. tolgkech daſtg Perwi katmhr zigkeiten drzaed hertzikenhe derlich ſey ledieſcheuͤb un i Zeit uns Aſſtndia ſuwilm Ann m 1 dnem: Das Dautt dmr gebliches Dmint danckm ſcyn golſid far gättichenent. nſchm Pſal⸗4un 9 v.1. Darunbſttie wollenabborgaſg dEnn ſr Vemfen⸗ Eſa 9d m „Unſes Gcs Ghr nde Thuvndait hmanezan Derde nichteine groſſe⸗ welches iſt die ſichere Beharꝛligkeit in Suͤnden. z⸗ t De miſericordiæ divinæ magnitudince; Von der groſſen Barmhertzigkeit Gottes: Sie gedencken/ Gott iſt barmhertzig: Solches iſt zwar an und fuͤr ſich ſelber dielautere Warheit; Dann ſeine Barmhertzigkeit iſt ſo groß als er ſelber iſt. Syr. 2. v. 23. Aber ſie iſt der Gerechtigkeit Goites nicht entgegen zu ſetzen: Dann Gott iſt eben ſo wol gerecht/ als er barmhertzig iſt: Seine Barmhertzigkeit iſt groß/ und laͤſſet ſich gnaͤdig finden denen/ die ſich zu jhm bekehren. Syr. 17 v. 28. Aber er iſt auch gerecht gegen die Inbußfertigen/ ſo ſeiner Barmhertzig⸗ keit mihbrauchen. Er ſperret die Thuͤrenund Thoren ſeiner Barmher tiigkeit angelweit auff; Aber wil man ſich alsdann nicht bekehren/ ſo hat der gerechte Gott ſein Schwerde gewetzet/ und ſeinen Bogen geſpannet/ und zielet/ und hat darauff gelegt toͤdtliche Geſchoß/ ſeine Pfeile hat er zugerichtet/ zu verderben. Pſ.2. vez. leg. Da bezahlet er einem jeglichen wis ers verdienet. Pſ. 62. v.. Da wil Gott das Recht zur Richtſchnur/ und die Gerechtigkeit zum Gewicht machen/ ſo wird der Hagel/ die fal⸗ ſche Zuflucht(zu Gottes Barmhertzigkeit) wegereiben/ und Waſſer ſol⸗ len ſolchen Schirm wegſchwemmen. Eſa. 28. verſ. 17. Dann wer ohne Furcht faͤhret/ der gefaͤllet Gott nicht/ und ſeine Frechheit wurd jhn ſtuͤt⸗ tzen. Spr. 1. v. 27. Dann Gott iſt wol harmhertzig/ aber er iſt auch zor⸗ nig. Er laͤſſet ſich verſuͤhnen/ und ſtraffet auch greulich/ ſo groß ſeine Barmhertzigkeit iſt/ ſo groß iſt auch ſeine Straffe/ und richtet einen jeglichen wie ers verdienet. Syr. 16. v. 12. Darum wir die Vermahnung Syrachs wol in acht nehmen ſollen/ da er ſpricht: Mein Kind/ haſtu ge⸗ fuͤndigerl ſo(fahre nicht fort/ auff Gottes Barmhertzigkeit/ ſondern/ hoͤ⸗ re auff/ und bitte daß dir die vorigen Suͤnde auch vergeben werden. Syr. 21. verſ. 1. Es wird ja uͤber die IInbarmhertzigen/ ein unbarmhertziges Gericht gehalten werden. Jac. 2. verſ. 18. Wie kan aber eine groͤſſere Unbarmhertzigkeit gefunden werden/ als da einer mit falſcher Einbil⸗ dung ſich ſelber betreugt/ unddurch Einbildung der Gnade und Barm⸗ hertzigkeit Gottes/ ſeinen Zorn und Ungnade uůber ſich ſelber fuͤhret Dann nach jhrem verſtockten und unbußfertigen Hertzen/ haͤuffen ſie ſelbſt den Zorn auff den Tag deß Zoms/ und Offenbahrung deß gerech⸗ ten Gerichts Gottes. Rom. 2.v. Iſt das aber/ O Chriſtliche Hertzen/ erhinderungwahrer Buſſe: Nullum peccatum ma- Pyy tudine 4 ——„ 8. ————y——— 38 Vom dreyzehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe⸗ Homil.19 gnitudine ſua ſuperat Dei miſericordiaã, ſi modo juſto tempore agas in Geneſ. pœnitentiam, ſagt Chryſoſtomus: Das iſt Keine Suͤnde uͤbertrifft dn Alle gor. Muller. P. 1. p. 30. Barmhertzigkei GOTTES/ ſo du nur zu rechter Zeit wahre Buß 8 2. Depoœnaæ intermiſſione: Von Vnterlaſſung der Straffe. Er wird mich nicht ſtraffen: O der teuffeliſchen Einbildung Ode gefaͤhrlichen Gedancken: Weilen nicht bald geſchicht ein Vriheil uͤbe die boͤſen Werck dadurch wird das Hertze ſolcher Menſchen vol/ Bͤſs zu thun Eccl. 8. v. 1. Da ſprechen ſie: Der HEr: ſiehets nicht/ undde GOT T Jacob achtets nichts. Pſalm. 4. v.7 Das iſt er nicht undſ ůbel wird es uns nicht gehen. Jerem 5. v. 12. Wo iſt der GO T T derda ſtraffe⸗ Mal. 2.v. 7. Bey ſolchen ſind gar keine bußfertige Gedanckm vorhanden: Der Suͤnden Straffe aber erfodert GO TTES Gercch⸗ tigkeit: Dann er iſt ein gerechter Richter. Jer. n.. v. 20. Erwil rechtrich⸗ ten und ſtraffen. Syr. 35.v. 22. Und das Recht zur Richtſchnur/ und di Gerechtigkeit zum Gewicht machen. Eſa. 28. verſ. 7. Auff dem Bage Gomio in der Chartaginenſer Herꝛſchafft ſol ein groſſer Stein⸗ Felß ſtehen/ welcher im Sommer Feur⸗Flammen außſpeye/ im Winter aber flieſſende Waſſer gebe: Gott iſt ein Felß. Pſal. 71. v. 3. auß welchem nich allein allen bußfertig betruͤbten Hertzen ein herꝛliches Gnaden Waſſet herfuͤr flieſſet/ ſondern auch die Jeuer⸗Flammen ſeines gerechten Zotns uͤber die ſo in Suͤnden Freuden leben außgeworffen werden. Die Suͤn⸗ den Straffe erfodert GOTTE S Warheit/ in Erfuͤllung ſeine Draͤuung: Da thut er was er fuͤr hat/ und erfuͤllet ſein Wort. Thnen.· ottloſen ſelber bekennen muͤſſen und ſagen: Wieder HErꝛ Zebaoth fuͤrhatte/uns zuehun/ darnach wir gingen und thaͤten al ſo hat er uns auch gethan. Zach. 1. v. 6. Die Suͤnden Straffe erfoder Gottes Allwiſſenheit; Dann der Ert iſt ein Gott der das Boͤſemar cket und laͤſſet ſolch Juͤhrnehmen nicht gelingen. 1. Sam. 2.v.z. Das iſt mme unbeſonnen Rede der Gottloſen: Was weiß Gott:? Solt erdas im Ounckelniſt/ richten koͤnnen⸗ Hiob. 22. v. 13. Danner ſtellet unſer Miſ⸗ lerhat fuͤr ſich/ und auch unſere unerkandte Suͤnde ins Liecht für ſein Angeſicht Plalm. p0. verſ. 3. Dawiler danndie Saͤnde heimfuchen wan ſeine Zeit kompt ham zuſuchen. Exod.z2. verſ. 4. Und iſt Nemand der auß dmſene Ma. nen hanüches(e Flammmnſeintsgeun ſarworffm wedn 3Warhen ifſ wrlches iſt die ſichere Beharꝛligkeit in Suͤnden. zo der auß ſeiner Handerretten kan Eſa 4; v. 1z. Und wann ſie ſich gleich in die Hoͤlle vergruͤben/ ſoll ſie doch Goties Hand von dannen holen/ und wann ſie gen Himmel fuͤhren/ wil er ſie doch herunter ſtoſſen. mos. 9. v.2. Dann ohnmuͤglich iſts ſeiner Hand zu entfliehen. Sap. 16.v. c5. 3. De peccati continuatione; Von ortſetzung der Sun⸗ den: Ich ſündige wie viel ich wil: Solche fuͤndigen immerhin auff das Suͤnden Kerb⸗Holtz: Sie laſſen ſich nicht weiſen daß ſie Gutes thaͤten. Pſal. 36. verſ. 4. Sie werden nicht anders/ und fuͤrchten Gott nicht. Pſal. 55. v. 20. Keiner iſt dem ſeine Boßheit Leid waͤre/ und ſpre⸗ che; Was mache ich doche Sie lauffen alle jhren Lauff/ wie ein grimmi⸗ ger Hengſt im Streit. Jer. 3. v. 6. Siegehen von einer Boßheit zur an⸗ dern/ und achten Gott nicht. Jer. 9. verſ. 3. Ihres Ubertrettens iſt viel/ und jhre Suͤnde ſind ſtarck. Amos. 5. v. 12. Sie trachten darnach daß ſie jhre Suͤnde allewege erfuͤllen. 1. Theſſ. 2. v. 16. Dagehets jhnen wie den Fiſchen in Koͤrben oder Garn/ wann ſie gern herauß wolten/ ſo ſeyn und bleiben ſie gefangen: Als einem Wagen der vom Berge herab laͤuf⸗ fet/ ohne auffhalten/ und endlich uͤber einen Hauffen ſtuͤrtzet: Bey ſol⸗ chen ſeyn eben ſo wenig Buß⸗Gedancken zu finden/ als Haſen auff dem Meer. Wie Balilius Porphyrogenitus Griechiſcher Kayſer/ der Bul⸗ 20 Aafr. 8 2 Tomn. 3. in chen laſſen/ allein unter hunderten hat er einem ein Augegelaſſen. Da⸗ nita Baſil. garen bey funfftzehen tauſend gefangen/ hat er allen die Augen außſte⸗ mit derſelbe die andern zu Hauſe fuͤhren moͤchte. Der leidige Satan iſt(mihi) viel unbarmhertziger gegen ſeine Getreuen/ er beraubet ſie beyder Au⸗ pag. 164. gen geiſtlich/ daß ſie ja nieht den gnaͤdigen Willen Gottes ſehen/ und demſelben folgen moͤgen: Weilen ſolche ohne wahren Glauben/ ohne wahre Gottſeligkeit/ ohne alle C hriſtliche Tugenden/ ſo ſind ſie blind und tappen mit der Hand/ und vergeſſ en der Reinigung jhrer Suͤnde. 2. Pet.. v. 9. Und wiſſen ſelber nicht daß ſie blind ſeyn. Apoc. 3. verſ. 17. O deß groſſen Elendes 4 II. Cogirationis hujus declinationem; Wir wir dieſe Gedan⸗ cken abwenden ſollen: Nemlich daß wir betrachten Hr See lrrch ina celeritatem: Die Vbereilungdeß Zorns Got⸗ tes Dott kan ſo bald zornig werden/ als gnaͤdig er ſſ Esiſt war die Gnade G Ottes beſtaͤndig/ wann wir uns nur beſtaͤndig in dree⸗ Byy ij ſelben 4 1 6 1 ———y——— 540 Vom dreyzehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ ſelben verhalten; Sonſten aber wann wir dieſelbe vorſetzlich verſcher⸗ tzen/ ſo wird die Gnade bey Gott bald in Zorn verwandelt: Da machen es ſein Zorn/ daß wir ſo vergehen/ und ſein Grim/ daß wir ſo ploͤtlich dahin muͤſſen/ dann unſer Miſſethat ſtellet er fuͤr ſich/ unſer unerkante Suͤnde/ ins liecht fuͤr ſeinem Angeſicht. Pſal. 90. v. 3. Da komptdet Tag deß HErꝛn/ grauſam/ zornig und grimmig. Eſa. 3. v. o. Dazu⸗ het Gott offtmals auß wie ein Rieſe/ wecket ſeinen Eiffer auff wieen Krieges⸗Mann/ jauchtzet und doͤhnet/ und wird ſeinen Feinden oble⸗ gen. Eſa. 42. v. 33. Er wil wider ſolche Gnad⸗Veraͤchter ſtreiten/ mi außgereckter Hand/ mit ſtarckem Arm/ mit groſſem Zorn/ Grim und Unbarmhertzigkeit. Jer. 21. v. 5. Er wil ſie mit ſeinem Zorn uͤberſchuͦt⸗ ten. Thren. 2. v. 1. Es bedencke doch ein Chriſtliches Hertz/ was eines Menſchen Zorn offtmals koͤnne groſſen Schaden zu wege bringen/ der doch vielmals nicht verdienet/ ſondern unverſchuldet iſt: Der Perſer Koͤnig Xerxes hat ſeinen Grim und Zorn nicht allein an den unver⸗ nuͤnfftigen Elementen/ ſondern auch an ſeinen Wolthaͤtern beweiſet; Wie denſelben Pythius Bithinicus ein uͤberauß reicher Mann/ mit dreymahl hundert tauſend und ſiebenzehen tauſend Mann zu Fuſſe/ Monz. und achtzig tauſend zu Pferden zur Herberge auffgenommen/ und ſie Pa. 275. auffs herꝛlichſte tractiret/ und daneben dieſem groſſen Heer auff fuͤnff Monden Korn und auch ein groſſes Geid/ als vierttzig Tonnen Gold zum Solde auß Freygebigkeit gereichet/ jhme auch ſeine fuͤnff Soͤhne mit ſhm gegen die Griechen zu ziehen/ dargeſiellet/ nur daß er den Elteſten zu ſeiner und ſeiner Guͤter Pflege bey ſich behaleen moͤgte Iſt Rerres zornig worden/ hat ihn zornig angeſehen/ und alsbald befohlen/ daß ſeine Eeedifen Elteſten Sohn Ppthii mitten von einander hauen/ diebeyde Stacke auff beyde Seiten der Scraſſen werffen/ und das gantze Krieges⸗ Heer mitten hindurch ziehen laſſen. So nun deß Menſchen Zorn/ bey Vnſchuldigen/ ja Wolthaͤtern/ ſo waͤten und loben 19 e ſolte denn deß allmaͤchtigen Gottes gerechter Jorn/ bey Schuldigen/ ja bey Vbelthaͤtern/ Veraͤchtem und Laͤſierern ſeiner goͤtlichen Majeſtaͤt nicht außrichten? Vnd ſolches geſchicht offt bald: Wann Vſa ſich mit An⸗ greiffen der Laden Gottes verſuͤndiger/ muß er alsbald deß Todtes ſeyn 2. Sam. 5. v.7. Wann Koͤnig. Hißkia ſein Hertz erhebet/ dajhm Go 1 a undäba Bauſt Sccerorſ weneia GoteSi tuffr 11 ts:Si wanndes pnterſee Feur ſoll nen.Pſ loͤſetvc v cg. telGnm wieenel farunoda 3 Ame welches iſt die Auffſchiebung derſelben. 541 henam aa kurz zuvor groſſe Gnade erzeiget/ ſo kompt der Jorn Gottes uber jhn/ nen dsa undüͤber Judaund Jeruſalema Khron Z2 verfas, Vann der reiche daaſtſih a Baurſicher/ ſolzund undanckbar wird/ ſo wird dieſelbe Nacht ſeine Pſa 0, 3, d Seele von jhm genommen. Luc. 12. v. 20. Es kan vor Abends wol an⸗ mmmg Eſatzd ders werden/ weder es am Morgen war/ und ſolches geſchicht bald fuͤr dcke ana fa Gott. Sir. 18. verſ. 16. Wolte Gott/ wolte Gott/ daß dieſes balde alle und wird ſanen den WVnbußfertige betrachten moͤchte. Dlenzan— gravitatem: Die Schwerheit deß Zorns Got⸗ mignſenze tes: Sein Zorn uͤber die Gottloſen hat kein Auffhoͤren: Dann lſiemt ſauem) in wann das Feur iſt angangen durch ſ einen Zorn/ ſo brennet es biß in die nhnſfüch N Jan unterſte Hoͤlle. Deut. 32. v. 22. Gott wil ſie verſchlingen in jhrem Zorn/ 1. haßn Feur ſoll ſie freſſen. Pſal. 2x. v. xo. Er laͤſſet ſeinen Eifer wie Feur hren⸗ Gidi nen. Pſal. 79. v. ⸗. Wann unterſchiedliche Straffen ſchon kommen/ uwaſſchudeiſt 1 laͤſſet doch ſein Zorn nicht abe/ ſeine Hand iſt noch außgerecket. Eſa.. 1 v. 12. leq. Da brennet ſein Zorn/ und iſt ſehr ſchwer/ ſeine Lippen ſind in ſemen Wolhägte voll Grimmes/ ſeine Zunge iſt wie ein verzehrend Feuer/ und ſein Odem übenauß nichaga. wie eine Waſſer⸗Fluth/ ſo biß an den Hals reichet. Eſa. 30. v. 27. Wo⸗ (hen tauſad Rah fuͤr uns der barmhertzige Gott/ umb ſeines Sohns Jeſu Chriſti willen/ dagrauffgnomn gnaͤdig behuͤten wolle/ Amen/ Amen. nunfenes DDiN drey und achtzigſte Predidtgt. ſim achſmth DE DECIMO QVARIO VEKRA. BOENTENTIE OB. gefelemnjad STACIHLO, QMOD POENITIENTIE DILATIO. Vom vierzehenden Hindernuß wahrer Buſſe/ welches iſt und aiadicfin die Auffſchiebung derſelben. von ainande ftin“ Sir.ʒ.v.a. ſeg. aeee, Verzeuch nicht dich zum Heren zubekehren/ — und ſchieb es nicht von einem Tag auff es, d denandern/ dann ſein Zorn kompt plotz⸗ eher lich/ und wirds raͤchen/ und dich ver⸗ deabenn. Pyy iij Es ————— 1 8. 2 1— 2— 8 3 R 9 542 Vom vierzehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ ᷣ8⸗ Sſpricht der Sohn Gottes Luc. 12. v. 40. alſo Seyd bereit: Dann deß Menſchen Sohn wird kommen zu der Stunde da ihr nicht meinet. In dieſen Worten ha⸗ ben wir: 1. Exhortationem: Eine Ermahnung: Wir ſollen bereit ſeyn: Der Sohn Gottes hatte zuvor ein Gleichnuͤß eingefuͤhret von Knechten/ die auff jhren Herren warten/ wann er von der Hochzat kompt/ daß ſie bereit ſeyn/ wann er anklopffet/ jhme auffzuthun: Zudi⸗ ſem Ende/ daß wir uns auch ſollen bereit halten gegen den lieben juͤng ſten Tag/ da er kommen wird die himliſche Hochzeit zu vollziehen. Apoc. 19. v. 7. Dieſe Bereitung geſchicht durch wahre Buß und Bo⸗ kehrung: Mit derſelben haben ſich bereitet die klugen Jungfrauen/ ſo mit dem himliſchen Braͤutigam zur himliſchen Hochzeit eingangen. Matth. 25. v. xo. Dadurch werden wir als eine reine Braut und Jung⸗ frau Chriſto zugebracht. 2. Cor. x1. v... II. Ejus rationem Die Urſach derſelben: Es ſoll uns aber dazu 4 182 2 4 — 11. Chriſtiadventus. Chriſti ukunfft Deß Menſchen Sohn wird kommen: Es iſt der Sohn Gottes und Marien fuͤr dieſem ge⸗ kommen adventu gratiæ, mit ſeiner gnadreichen Zukunfft: Da iſt er ſein Leben fuͤr unſere Erloͤſung zu geben. Matth. 20. verſ. 25. Zu ſuchen und ſelig zu machen das verlohren war. Luc. 19. v. ro. Daß wir das Le⸗ ben und volle Gnuͤge haben ſollen. Joh. 10. v. xr. Er wird aber bald kom⸗ men/ adventu juſtitiæ, mit der Zukunfft ſeiner Gerechtigkeit: Dawird er kommen/ zu richten das Erdreich/ und wird den Erdbodem richten Er wird kommen ein Richter der Lebendigen und der Todten. Act. 1o. verſ. 42. Da wird er nicht mehr arm/ ſondern in ſeiner Herꝛligkeit kom⸗ men. Matth. 25. v 3ʒ 5. 2. Adventus inopinatus: Seine unvermuthliche Zukunfft: zur Stunde da wir nicht meinen: Wir wiſſen nicht wanns Zeit iſt. Marc. 13. v. 33. Wie ein Fall⸗Strick/ wird dieſer Tag kommen/ uͤber alle ſo auff Erden wohnen. Luc. 21. v. 35. Er wird kommen wie ein Dich kommen ein gerechter/ Helffer und arm. Zach. 9. v. 9. Er iſt kommen/ mit Gerechtigkeit/ und die Voͤlcker mit ſeiner Warheit. Pſ. 96. v. 14. derſeldenEsſulln kunfft Deß Mrie ntes und Mmiaſü maadrachen Zufum r Jath..9. H .Matth a0 vaſ (uc. 19.lo. Ohrnh 10. v. I. Erwind heid rſener Gerethtzin und wudden Enomt ſeiner Wußer n digm undder Tun ademinſeunr eitt ernuthiche 58 nrhewan vnddrſe Tutnn Erwdannaie welches iſt die Auffſchiebung derſeben.„4; in der Nacht: Wann die Sichere werden ſagen/ es iſt Friede/ es hat kei⸗ ne Gefahr/ ſo wird ſie das Verderben ſchnel uͤberfallen/ gleichwie die Schmertz ein ſchwangeres Weib/ und werden nicht entfli ehen. 1. Theſ. g.verſ.2. leg. Siehe/ ſpricht Chriſtus/ ich komme als ein Dieb/ ſelig iſt/ der da wachet/ und haͤlt ſeine Kleider/ daß er nicht bloß wandele/ und man nicht ſeine Schande ſehe. Apoc. 16. v. 15. Dieſe ſo hoch nothwen⸗ dige Bereitung ſchlagen viele in den Wind/ und ſchieben jhre Buſſe auff. Dafuͤr warnet uns Sirach in verleſe enen Worten/ welcher Erklaͤ⸗ kung wir wollen in dieſes Puͤnetlein faſſen: Wie die Aufſſchebung det Buſſe dieſelbe verhinder/ und was uns davon abhalten ſolee. Der barmhertzige Gott gebe uns ſeine Gnade zu ſchleuniger und ernfi⸗ Erklaung. Wir haben bey unſern verleſenen Worten zu betrachten: I. Pgnitentiz dijationem: Die Auffſchiebung der Buſſe⸗ . Tardando: Mit verziehen: Sie verziehen jhre Buſſe: Got⸗ laͤſſet auff ſein Buß⸗Befehl ſetzen. Cuo, cirò, eito; Bald/ bald/ bald: Es heiſſet: Heute/ heute/ ſojhr ſeine Stimme hoͤret/ ſo verſtockt euer Her⸗ ten nicht. Pſal, 9§. v.. Wir ſollen eilen und ſaͤumen nicht/ zu halten Gottes Gebot. Pſal. 119. v. 60. Gleich wie Maria Lazari Schweſter eilend auffſtund/ und Chriſto entgegen gieng. Joh. 1. v. z1. Alſo muͤſ⸗ ſen wir mit bußfertigem Hertzen C hriſto entgegen gehen: Gott wil uns zur Gnaden⸗Zeit erhoͤren/ und am Tage deß Heils helffen. Eſa. 49. verſ. 8. Aber jetzt/ jetzt iſt die angenehme Zeit/ jetzt/ jetzt iſt der Tag deß Heils. 2. Cor, s. v. 2. Owie ſind die Welt⸗Kinder in jhren Welt⸗Ge⸗ ſchaͤfften ſo eilig und fleiſſig Da heiſſet es/ raube bald/ eile Beute. Eſa. 8. v. x. Da ſchreibet man flugs funfftzigfuͤr hundert. Lue. x6. verſ. 6. Da laͤſſet man ſich balde vom Guten abwenden. Gal. x. verſ. 6. Da eiler man Blut zu vergieſſen. Prov. 1. verſ. 16. Aber wahre und ernſtliche Buſſe gehet bey vielen langſam dahen/ etzliche bekehren ſich umbs halbe/ etzliche 3 S 4——— .. 4 8 9 K 2¾ 88* 4 144 Vom vierzehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ etzliche umbs gantze Jahr! ja viele/ viele/ ſchieben jhre Buſſe viele Jaßt enor O der Lanze O der ſichern Menſchen; Bedencke doch O Menſch/ deine viele undm annigfaltige Suͤnde: Wann du derentwegen wit Gott hadernwolteſt/ kanſiu jhm auff tauſend nicht eins antworten. Hiob. 9.v. 2. Du kanſt ſa nicht erkennen deine verbor gene Fehle. Pſalh. v. 3. Wann dudich fuͤr Moſis Geſetz⸗Spiegelrecht beſchaueſt, wiſſin befinden/ daß ſie dir uͤber dein Haupt gehen/ und wie eine ſchwere Laſtauf deinem. Halſe ligen. Pſalm. 38. v.· Sie werden dich ergreiffen/ daß dun wirſt ſehen koͤnnen/ hrer wird mehr ſeyn/ dann Haar auff deinem Hau Pſal. 40. v. 33. Ihrer wird mehr ſeyn dann Sandes am Meer. Orar. Manafſ. v. 9. Zehentauſend Pfund wirſtu deiner Schuld befinden. Matth. 8. v. 24. Oder groſſen Schuld: O der vielen Suͤnde Be⸗ dencke doch/ O Menſch/ die Vngewißheit deines Todes Die Zahl deiner Monden/ ſtehet(nicht bey dir/ ſondern) bey Gott. Hiob. 14 verſ.. Wie gar nichts ſind alle Menſchen/ die doch ſo ſicher leben. Pſalm. 39. v. 6. Dann der Menſch weiß ja ſeine Zeit nicht/ ſondern gleichwie die Fiſche gefangen werden mit einem ſchaͤdlichen Hamen/ und wie die Voͤ⸗ gel mit einem Strick gefangen werden/ ſo werden auch die Menſchen be⸗ ruͤckt zur boͤſen Zeit/ wann ſie ploͤtzlich uͤber ſie faͤllet. Eecl. 9. v. nn. DOa Afahenardache Bauer. Luc. 12. v.. ſeq. Die Erfahrung bezeugtt dsosososos Heut iſt der Menſch ſchoͤn jung undlang “ Bald muß er auch garſterben. Dieſes Bedencken iſt eine herꝛliche Artzney/ wider die Verzugs⸗ Kranckheit/ denn wer ſeiner Suͤnde Vielheit/ und ſeines Todes unge⸗ eSeu ſich recht fuͤr Augen ſiellet/ der wird nicht verziehen mit ſeina 42. Procraſtinando: Mit Auffſchieben von einen Tagezum andern: Viele Leute werden gefunden/ wann denſelben Goit jhr Herbe durch die Geſetz⸗Predigt ruͤhret/ und in Buß und Bekehrungs⸗ Ge⸗ dancken gerathen/ ſo kompt entweder der Teuffel/ und nimpt das Won von jhren Hertzen/ auff daß ſie nicht glauben und ſelig werden. Luc.J. b. 12, Oder er wirfft jhn gleichſam Stuͤhle und Vaͤnckt in den Wegen er Fha 8 inde a nen wer ſchlec ſähfan⸗ Ehnſache kanadi niaͤtagen utdſtaſe guſtww TP ſnen T thuſ Aüſe neen han michn ſagen daslnd laend 1 1 ſowadaauchtai uber ſieſalle Erhhn) 9 ſeg De Erfihen ung undla whu 92 uchgarſterben. iche Artno won Drcchen und ſensdn der wud richtveiizo ſſchiebentonenn velches iſt die Auffſchiebung derſelben. 54/ mercket neue Vrſachen dadurch ſie von der Buſſe abgehalten werden: Viele gedencken/ ſie wollen ſich belehren/ wann ſie alt oder kranck werden: Ein ſolcher Wann er nicht niehelebenmag/ ſo hebt er an ein groſſe Wil ſich erſt Sott ergeben Jehflürcht ſurwaeſute örtlhe nnd die er allzeit verſpot⸗ 2 tel hat/ Wird ſchwerlich ob jhm ſchweben. 44 Die ſparen jhre Buſſe/ und harꝛen mie Beſſerung ihres Lebens/ biß in den Todt. Syr. 18. v. 22. Aber es kan am Abend viel anders mit jh⸗ nen werden/ als es am Morgen geweſen iſt. ib. Es iſt ein Raben Ge⸗ ſchlecht/ ſoda ruffet/ Cras, Cras, Morgen/ Morgen: Da wir uns doch ſelbſt alle Tage ermahnen ſollen/ ſo lang es heut heiſſet. Heb.; verſ. 3. Ein ſolcher war Auguſtinus in ſeiner Jugend geweſen/ wie er ſelber be⸗ 1 b. g. con- kennet/ daß er habe die Keuſchheit von Gott gebeten/ aber er ſolte ſie ſhm feſſ. cap.7. nicht alſo balde geben/ dann er vermeinet Gott wuͤrde jhn zu bald erhoͤren/ und ihn ſeiner fleiſchlichen Luſt berauben. Owie viele/wievielefolgen Au⸗ guſtinoin ſeinemboͤſen Begehren/ aber nicht in ſeinem heilſamen Bekeh⸗ ren. Vom Griechiſehen Keyſer Nicephoro Phoca leſen wit/ daß wie jhm ein Schreiben/ darin der jenigen Nahmen geſchrieben/ ſo m den Todt geſchworen gereichet/ uñ darin gewarnet daß er in der nech ſiluͤnff⸗ Zwing. tigen Nacht ſich huͤten ſolte/ erdas Schreiben nicht einmahl leſen wollen: Vol⸗ r. Alſo ſeyn bey dieſen Augen) Ohren und Hertzen verſchloſſen/ und ſind P“8. 3837. wie verſtockte Tauben/ die nichts nercken wollen. Hoſe. J. v. 11. Jener Epieuter wolte am Ende ſeints Lebens Buſſethun/ und rieff Elle Gote mich zu erretten/ HEn/ mir zu helffen. Pſal. 70. v. 2. Aber der Teuffel eerman. ſagte zu jhm: Wiltu nun allererſt die Veſper ſingen/ da dudas Deogra- lab. ſacr. tias und compler ſingen/ und die Veſper beſchlieſſen ſolteſt/ und hat jhn Domin. lebendig in die Lufft davon gefuͤhrert. Gculi. II. Dilationis evitationem: Wie wir uns fuͤr ſolchem Auff⸗ ſchieben huͤten ſollen: Es ſol uns aber davon abhalleen 1.½ Pœnitentiæ conditio: Der Buſ Beſchaffenheit: Wer . 8 ziehe —““ 2 vͤͤͤſͤſͤſͤſͤſͤſſ ————JJJ’‚’éös — — ͦ— —3 “ — — ——— 546 Vom vierzehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ ziehe nicht dich zum HErin zu bekehren/ ſagt Syrach: Sundigen iſt vom HErrn und ſeinem Geſetze abweichen; Da ſind wir ferne von Gotrtes Geſetze. Pſa Im. 119.· v. 1ſo. Wir weichen zu ruͤck. Eſa. 1 verſ. 4. Wir weichen mit unſerm Hertzen vom HErꝛn. Jer. 17. v.). Suͤndigen iſt verkehren; Dann ſolche trachten allezeit Boͤſes und Verkehrtes in ſ⸗ rem Hertzen. Prov. 6. v. i4. Sie haben einen verkehrten Mund; Prov. v. 33. Sie ſind verkehrt auff allen ſhren Wegen Prov. 10. v. 9. Von ſol⸗ chem ſuͤndlichen und verkehrten Weſenſollen wir uns balde/ balde/ durch wahre Buſſe abwenden/ ohne einigen Verſchub und Auffhalten: Dam durch dieſelbe bekehren wir uns vom Finſternuͤß zum Liecht/ und vonde Gewalt deß Satans zu Gott/ zu empfahen Vergebung unſer Suͤnden. Act 26. verſ. 18. Es ſol aller unſer Vbertretung/ ſo wir begangen haben/ nicht gedacht werden. Ezech. 18. v. 22. Er wil Buſſe fuͤr die Suͤnde an⸗ nehmen. Sap. 12. v. 19. Gott wil unſer Suͤnde wegnehmen.· Sam. z. v. 3. Oder groſſen Gnade deß groſſen Gottes Da ſind(auch in dieſem Aeben/ ſelig/ welchen jhre Ungerechtigk eit vergeben ſind/ und welchen ſhre Suͤnde bedecket ſind; Selig iſt der Mann/ welchem Gott keine Suͤnde zureehnet. Pſ.2. v. 7. 1eq. Solte uns dieſes nicht ein kraͤfftiger Antrieb/ zu ſchleuniger und wahrer Bekehrung ſeyn⸗ 2. Obſjecti conſideratio: Die Betrachtung deſſen/ zu wel⸗ chem wir uns bekehren: Zum HErm; Das iſt/ zum allerhoͤchſten Gott/ der da iſt Gott Vater/ Sohn und heiliger Geiſi/ der hochgelobte Gott in Ewigkeit: Derſelbe ſpricht: Bekehre dich zu mir. Jerem 3. v.. Wiltu dich Iſrael bekehren/ ſo bekehre dich zu mir. Jerem. 4.v.. Kehret euch zu mir/ ſo wil ich mich zu euch kehren. Zach. 1. verſ.z. Odeß aller⸗ gnaͤdigſten Befehls: Laſſet uns/ O Chriſiliche Hertzen/ dieſen HErm fleiſſig fuͤr Augen ſtellen. Dieſer iſt der HERR/ bey welchem die Her⸗ ſchafft und Furcht iſt. Hiob. 25. v.2. Er herſchet mit dwechende e lich · Pfalm. 66.v.2. Seine Herꝛſchaff iſt an allen Orten. Pſalm. 103. p. 22. Und dieſe ſeine Herꝛſchafft iſt allgemein uͤber alle Menſchen/ im Reich ſeiner Gewalt/ aber ſonderlich im Reich ſeiner Gnaden: Dann uͤber jene herrſcht er vorhin( gnaͤdig/ ehe ſie bekehret werden, nicht/ und werden auch nicht nach ſeinem Namen genennet. Eſa. 63. verſ. 19. Aber wann ſie ſich bekehren/ kompt die allergnaͤdigſte Herꝛſchafft Dmaua — herſchel “ ——— —— —— ſcnto dsA mänd. ſe ſc G07 na nem ü ſatehe welches iſt die Auffſchiebung derſelbigen. 547 aw Daſtta bherſchet eruͤberſie mit dem geraden Sceoter ſeines Worts. Pſalm. A⸗⸗ acnniten verſ. 7. Duſer iſt unſer Vater: Wo koͤnnen ſich Kinder beſſe 8 ane Boſtoun eh als zu jhrem Vater? Wie ſich ein Vater erbarmet uͤber ſeine Kinder/ nd eßt alſoei barmet ſich GO T Tuͤber die ſo jhn faͤrchten. Pſal. 103. verſ 3. Wentennthn Wo koͤnnen ſich Schaͤflen beſſer hinwenden/ als zu jhrem Hirten: gen Dmn rn Wir gehen ja alle(von Natur) in der Irre wie Schaaffe. Eſa. 3. verſ. 6. 55 wrzart Diitſes ſol allen Auffſchub der Buſſe Veenehmen 1 b undauf 3. Subitanca ei ine ignatio; Der ploͤtzliche orn Gottes: ſternaͤß zum ſen. Sein Zorn komptplötzlich: Frevuch ſehueh teuß nſe Bone zun ic de Vanthun— ploͤtzlich Klaget doch der fromme Hiob uͤber ſei ichtigun mee—KRlaget doch der romme Hiob uͤber ſeine harte Zuͤchtigung, rreetung denzaie War ich nicht gluͤckſelig⸗ War ich nicht fein ſtille: Hatte ich niche 349, 6 te Ruhe? Vnd kompt ſolche Vnruhe: Was ſolte dann den Vnbußferti⸗ Sünde egnmate gennüchew eperfahren⸗ Sein Zorn uͤber dieſelbe brennet bald an. Pf. z. Gotts Da ſid u ſchnell P 3 Au oleeßenn nichte werden. Pſalm. 73.v. 9. Eilend und tvagbenſid uade b pt offt die traffe GOTTES daher. Eſa. 5. v. 26. Da uu 8 iſt deß Abends bey jhnen Schrecken/ und deß Morgens ſind ſie nicht chen Ganiait mehr da. Eſa. 17. v. 14. Es kompt plaͤtzlich ei ss. cſsrichtantiſtzg ſie ſich nicht verſehen. Eſa. 47 aee danetubeſie deſgam 25 he orſezen ſa. 47. verſ. u. Darumb ſpricht der Sohn Berrachkungbt men. Apoc.2.vs— nicht ſo werdetch dir bald kom⸗ mn. Das ſ zunttt geben cinem jeglichen wieſeine Werckeſeyn nendnoh 1 dere h d deunger Gaſt aa Fuchsſchwaͤntzer Damocles ruͤhmete Konias Dionvſii ro. Sts Ser kehre dich um m ſigkeit. Dionyſius wolte jhm dieſelb 88 Dlonytil groſſe Gluͤckſe⸗ redich um me 13 1, 10) lus wolteſhm dieſelbe ſehen laſſen/ ließ derwegen einen guͤl⸗ ch zumt. Jam uh daeneſas mit ſtattlichen Tapezereyen zurichten/ denſelben mit guͤlde⸗ I. e 8 20 O ven Peſehiren und mit koſtlichem Eſſen und Trincken erfuͤlln/ und mucio eſliche Hetmauſe den⸗Spiel am n hen durch außerleſene Knaben/ und allerhand Freu⸗ cap.a. HEXA bonata ſten Sägete dh dienen/ daß ſich Damocles fuͤr den allergluͤckſelig⸗ derſchermiſane Gatt e ſchatzete: Wie er aber uͤber ſich ſtehet/ befindet er daß ein bloſſes V Onn Schwert an einem Pferde Haar gebunden/ uͤber ſeinem Haupte haͤnaen lſmdadunn daiſt Damocles aſchrorken und hataller Freudevageſten ae ee Snge dane karune eeſe Zen Gaaeſie a Nachſane nams, loſen Welt⸗Ki nn ſich dieſelbe in ihhren Sſzn o ees.te. 1e⸗ icnemnee ldaue Vasſmemmamd haſenend deheedenemglicfgse ass,cſ e oae le bllltch zu ſchleuniger Buſſe bewegen. 99 eaßt †† Vm dictæ dirinæ certitudo: Die Gewißheit der Goͤttli⸗ adhefenä 3 1 chen C ap 6 4* — äöä ————— ———— —————— ——“ D. Matth. Theatr. Mon. 1. pag. 38. Plutarch. in Jul. Cæſar. 548 Vom funffzehenden Hindernüͤß wahrer Buſſe/ chen Rache: Er wirds raͤchen: Dann Gott wil ſich raͤchen an ſeinen Feinden/ und vergelten denen die jhn haſſen. Deut. 32. v. 41. Owch/ ruffet GOTE/ ich werde mich troͤſten durch meine Feinde/ ich wer⸗ de mich raͤchen durch meine Feinde. Eſa. J. verſ. 24. Und wanner alſo raͤchen wil/ ſoll es jhm kein Menſch abbitten. Eſa. 47. verſ.3. Oderet⸗ ſchrecklichen Rache Wie Semiramis gehoͤret daß jhr Stadthalter zu Babyllon von jhr abgefallen/ und ſie eben jhr die Haar flechten laſſen/ und die Halbſcheid der ſelben ſchon geflochten/ hat ſie die andere Hal⸗ ſcheid hengen/ und nicht flechten laſſen wollen/ biß ſie ſich an jhrem un getreuen Stadthalter gerochen/ und die Stadt Babylon in jhre Ge⸗ walt wieder gebracht. Alſo rachgierig iſt zwar Gott nicht/ aber tardita⸗ tem iræ, gravitate compenſat pœnæ: Seinen langſamen Zorn erſtat⸗ tet er mit ſchwerer Straffe. b 5. Divina perditio: Das goͤttliche Verderben: Er wird ſol⸗ che verderben/ und zwar: a. Temporaliter: Zeitlich: Da wil Gott nicht mehr ſchonen noch uͤberſehen/ noch barmhertzig ſeyn uͤber ſolcher Leute Verderben. Jer. 133. verſ. 14. Gott wil ſeine Hand wider ſie außſtrecken/ und wil ſie verderben. Jer. 1§. v. 6. Er wil Verderber uͤber ſolche beſtellen. Jer. 22 verſ. 7. Wie Julius Cæſar in der Pharſaliſehen Schlacht viel tauſend Todte auff dem Platze liegen geſehen/ hat er mit Seufftzen geſagt: dic voluerunt: Alſo haben ſie es haben wollen: Alſo ſpricht Gott: Es iſt dei⸗ ner Boßheit Schuld/ daß du ſo geſteupet wirſt/ und deines Ungehot⸗ ſams daß du ſo geſtraffet wirſi. Jer. 2. v. x. 8. Indeſinenter; Unauffhoͤrlich; Da beyde Leib und Scelin die Hoͤlle verdorben werden. Matth. 10. v. 2s. Ihre unauffhoͤrliche Lu⸗ ſte werden ſie verſencken ins Verderben und Verdamnuͤß. 1. Tim. 6. v. 9. Dafuͤr uns allzuſammen Gott gnaͤdiglich behuͤten wolle/ umb Ie⸗ ſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. — Die vier und achtzigſte Predigt. DE DECIMO QVINTO vER POENITEFNTI OB- STACMILO,QHOD EXEMDLORIIM MAIL.ORUIM IMITATIO. Vom Zunägu genun ſaufende Hunmnee tidnach tacgue wandäe ane ni g 13 G taggad ktt Dm tnam ta 8 d 7 (igel zun geg rtde knti tliche Vedetgn e Da wiGot nitn. in üͤber ſlche a. dwiderſie außfena. aberuͤber olchbeſt arſalſſehm Schlate⸗ hater mit Saff vllen Aſſo prchtüti dupetwirſt/ unddeh v.19., lich, Da badeame *v. 28. Preunufftt en und DVadamitl naͤdiglichdepitnnuür —— gſtepro. £◻ pOrATEN 1ORWDN MLOR 0— welches iſt die Nachfolge boͤſer Erempel. 749 Vom funffzehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ welches iſt die Nachfolge boͤſer Exempel. 4 Sap. 4.v. 12. Die boͤſen Erempel verfuͤhren und verderben einem das Gute/ und die reitzende Luſt verkehret unſchuldige Hertzen. Sſpricht David Pſal. 141.v. 4 alſo: HErꝛ/ nei⸗ gemein Hertz nicht auff etwas Boͤſes/ ein gottlos Weſen zu uͤhren mit den Ulbelthaͤtern: In dieſen Worten haben wir: = 1. bravam noſtram inclinationem: Unſere boͤſe Zuneigung: Wir ſind/ leider/ von Natur zum Boͤſen geneigt: Das tichten und trachten unſers Hertzen iſt boͤſe immerdar. Gen. 6. v. ⸗. Wir ſauffen das UInrecht wie Waſſer. Hiob. 1§. v. 16. Da ſiehet Gott vom Himmel auff aller Menſchen Kinder/ daß er ſehe/ ob jemand klug ſey und nach Gott frage/ aber ſie ſind alle abgewichen/ da iſt keiner der Gu⸗ tes thue/ auch nicht einer. Pſal. 14. v. 2. leq. So ein Mohre ſeine Haut wandeln kan oder ein Parder ſeine Flecken ſo koͤnnen wir auch Gutes thun/ weile wir Boͤſes gewohnet ſeyn. Jer. 13. v. 24. Wir thun von Na⸗ tur gerne den Willen unſers Fleiſches und unſer Vernunfft. Eph. 2. * v. 3. Gleich wie der Magnet das Eiſen an ſich ziehet; Alſo ziehet die ein⸗ wohnende Suͤnde und boͤſe Luſt uns zu allem Boͤſen. Derohalben bit⸗ tet David/ Gott wolle ſein Hextze nicht neigen auff etwas Boͤſes; Da man muß die Regul wol in acht nehmen: Verbum, quod actionem no- tat, de permiſſione quandoque intelligendum: Das iſt; Die Worte (in heiliger Schrifft) ſo eine Wirckung bedeuten/ muͤſſen offt von einer Zulaſſung verſtanden werden: Wie dann alſo Hiob ſagt: Der HErꝛ hats gegeben/ der HErꝛ hats genommen. Hiob. I. verſ. 21. Da es doch Gort dem Satan nur zugelaſſen: Derhalben bittet David Gott/ er wol⸗ lenicht zulaſſen/ daß ſein Hextz auff erwas Boͤſes geneigt werde. “ 8½ uj 2.Inclina- —— 4 3 — 1— Ho Vom funffzehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ .. Inclinarionis operationem: Die Wirckung ſolcher Zu⸗ neigung: Daß man ein gottlos Weſen führet mit den Ubelihaͤ⸗ tern: Das iſt/ daß man durch boͤſe Exempel zum Boſen ſich verfuͤhren laͤſſet: Dann es heiſſet; Bey den Neinen biſt du rein/ und bey den Ver⸗ kehrten biſt du verkehret. Pſal. 18. v. 27. Dann wer Pech angreifft/ de beſudelt ſich/ und wer ſich geſellet zu Hoffaͤrtigen(und andern Gottlo⸗ ſen) der lernet Hoffart und alle Boßheit.) Sir. 13. v. x. Darumbwan⸗ net uns Chriſtus fuͤr boͤfen Exempeln der Heuchler und Phariſecl. Matth. 6. verſ. 2. Fuͤr jhren Wercken/ daß jhre Zuhoͤrer nicht darna thun ſollen. Matth. 23. verſ. 3. Vnd Paulus: Daß wir uns dieſer Waͦ nicht gleich ſtellen ſollen. Rom. 12. verſ. 2. Und fuͤhret das Exempeldet Iſraeliten mit vielen Suͤnden ein. x. Cor. 10. v. 7. leqg. Dann boͤſe Er⸗ empel koͤnnen einen leicht zum Boͤſen verfuͤhren: Dieſes befindet ſich auch bey der Buſſe/ wann viele ſehen daß jhr Nechſter in Vnbußfertig⸗ keit lebet/ vollends wann der Zorn Gottes dieſelbe nicht ergreiffet/ wer⸗ den ſie zu gleicher Suͤnde verfuͤhret: Wie in verleſenen Worten zu hoͤ⸗ ren/ auß welchen wir wollen anſellen b b Wie boͤſe Exempel eine Verhinderung wahrer Buſſe ſenn. Der grundguͤtige himliſche Vater wolle uns die Gnade deß heiligen Geiſtes geben/ daß wir guten und nicht boͤſen Exempeln folgen moͤgen/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erlklaͤrung. 8 Wirr muͤſſen/ OChriſtliche Hertzen/ bey verleſenen Worten be⸗ trachten:“ b 1. Exemplum divertum: Iinterſchiedliches Erempel Dannes werden gefunden: 5 1. Exempla bona: Gute Exempel: Die uns in goͤttlicher heili⸗ ger Schrifft zur Nachfolge werden vorgeſtellet: Als das Exempel Da⸗ vid/ der zu Erbauung deß erſten Tempels freygebig geweſen/ und ſeine Unterthanen darinn ſhm gehorſamlich gefolget. 1. Chron.; 0. v. 2.ſeqq. Wie Koͤnig Hiskia das Oſter⸗Feſt hat feyerlich gedattenſſind ſenen rempe ſprichter wietch ſanine chaufo aſtn. 1 de En nach di gelhal la erß rhbeſe h ader Sram nvaführe: Ogſs daß ſor Nechficn vetesdſehenihtagi Weeivallſena U ne Verhindenun wolle uns dieGnoſſt und nicht oſen Gan 5 erzen bcyveſn rſchiedlices Ennte mpel Demsuaite Exempel /ſeine Unterthanen gefolget 2. Chron. 30. v 24 feq. Und herna⸗ cher dem Koͤnig Joſia. 2. Chron.35. v. 7. ſeqq. Der Koͤnig zu Ninive gieng auch mit einem guten Exempel der Buſſe fuͤr ſeinen Unterthanen Jon. z. verſ. 5. ſeq. Der Sohn Gottes haͤlt uns fuͤr das Exempel ſeines Vaters/ und ſpricht: Liebet euer Feinde/ ſegnet die euch fluchen/ thut wol denen die euch haſſen/ bittet fuͤr die ſo euch beleidigen und verfolgen/ auff daß jhr Kinder ſeyd/ euers Vaters im Himmel/ der ſeine Sonne laͤſee auffgehen/ uͤber Boͤſe/ und uͤber Gute/ und laͤſſetregnen uͤber Gerechte und Ungerechte. Matth./ v. 44. leq. Er haͤlt uns ſein eigen Exempel fuͤr und ſagt: Lernet von mir) dann ich bin ſanfftmuͤtig und von Hertzen de⸗ muͤtig. Matth. 11. v. 29. Wieer ſeinen Juͤngern die Fuͤſſe gewaſchen/ ſpricht er: Ein Exempel oder Beyſpiel habe ich euch gegeben/ daß jhr thut/ wie ich euch gethan habe. Joh. 13. v. 1z. Paulus ermahnet uns/ wir ſollen ſeyn ſeine Nachfolger. 1. Corinth. 4. verſ. 16. Folget mir/ ſpricht er/ und ſehet auff die die alſo wandeln/ wie jhr uns habt zum Fuͤrbilde. Philip z. verſ. 7. Longum iter eſt per præcepta, breve& efficax perexem. Epiſt. 6. pla: Sagt Seneca: Das iſt Der Weg wird einem lang/ den man nach dem Befehl gehen ſoll/ aber kurtz und kraͤfftig deſſen man ein Erem⸗ pelhat. Geichwie ein Menſche ſich ſelber nicht ſehen und beſchauen kan/ er ſtelle ſich dann fuͤr einen Spiegel: Alſo koͤnnen wir uns nicht beſſer erkennen/ was uns wohl oder uͤbel anſtehe/ als wann wir anderer Leute Exempel uns fuͤr Augen ſtellen. Ageſilaus der 2z ino. Spartaner Koͤnig wann er gewolt/ daß ſeine Krieges⸗Leute etwas Vol. 22 ſchleunig und fleiſſig verrichten ſolten, hat er in Gegenwart al⸗ p. 755. ler die Haͤnde ſelber mit angeſchlagen. Welches im geiſtlichen/ welt⸗ lichen und Haus⸗Stande alle Vorſteher in denſelben in fleiſſige Ob⸗ acht nehmen ſollen. 2. Exempla mala: Boͤſe Exempel: Gleichwie es gut/ nuͤtzlich und ruͤhmlich iſt/ Guten; Aſſo iſts boͤß/ ſchaͤdlich und verwerfflich boͤſen Exempeln folgen/ und von denſelben wird in verleſenen Worten geredet: Solchen boͤſen Exempeln wird/ leider/ mehr als den Guten gefolget: Wie die unfruchtbare Rahel jhrem Manne Jacob jhre Magd beygeleget/ daß ſie durch ſie erbauet wuͤrde/ fol⸗ gete derſelben jhre/ doch fruchtbare/ Schweſter/ Lea/ da ſie 2uhg 527 atte welches iſt die Nachfolgeboͤſer Erempel. ym — A 3.— ——— — 8 u—— ſſſ“ ͤͤͤͤbͤͤͤͤö— ͤoooo—— 2 ———— —— „ —— — — “ ]ůͤͤͤͤͤͤͤͤͤͤͤ —— ——— Epiſt. 123. Zwing. Vol. 21. Pag.3755 △— R 4 — — ·——·õöõõõ 552 Vom funffzehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ hatte zu gebaͤhren. Gen. 30. v. 3. leqg. Wie Pharaonis Knechte ſahen daß jhr Herꝛ ſein Hertz in Suͤnden verhaͤrtere/ folgeten ſie jhmnach Erod. 2. v. 4. Wie Salomon ſich verfuͤhren ließ/ und Abgoͤtterey trieh⸗ 1. Reg. 11.v. 5. Folgeten jhm ſeine Unterthanen ib. v. 33. Jerobeam wand abgoͤttiſch/ ſeine Unterthann traten in ſeine Fußſtapffen. 1. Reg. 14 9. 16. Alſo ſeyn Conſtantinus V. ſeines Vaters Leonis III. Conſtantino⸗ politaniſchen Keyſers/ und Leo IV. Conſtantini Sohn/ in jhrerboͤfen Eltern boͤſe Fußſtapffen getreten/ und nicht weniger jhrer Vaͤter Boß⸗ exempla vivimus, necratione componimur, ſed conſuetudine abdu cimur. Das iſt: Wir leben nach ander Leute Exempel/ und richten uns nicht nach geſunder Vernunfft/ ſondern laſſen uns durch die Gewohn⸗ heit verfuͤhren. Dieſes iſt ein maͤchtiges Hindernuͤß wahrer Buſſe/ we⸗ len viele durch ſolche/ und zwar groſſer Leute Exemptl ſich verfuͤhren laß⸗ ſen: Alſo verfuͤhrte Manaſſes mit ſeinem Exempel ſeine Unterthanen/ daß ſie aͤrger lebten dann die Heyden die der HErn fuͤr den Kindem Iſrael vertilget hatte. 2. Reg. 21. v. 9. Alſo werden viele gefunden/ ſoau⸗ dere Vnbußfertige fuͤr Augen haben/ ſo gleichwol in vollen und guten Tagen leben/ und laſſen ſich dadurch zu gleichem gottloſen Leben verfuͤh⸗ ren: Aber Chriſtliche Hertzen kehren ſich an ſolche boͤſe Exempelnicht ſon⸗ dern folgen der Ruth/ welche ſhrer boͤſen Schwiegerinnen Exempelnicht folgen wolte. Ruth. 1. v. 16. Nehemia folgete auch nicht dem boͤſen Exem⸗ pel der vorigen Landpfleger. Neh.. vrxy. Der Samariter folgetenicht der Undanckbarkeit ſeiner Mitgeſellen Luc. 17. verſ. 1. ſeqq. Gleichwie kein vernuͤnff!iger Menſch/ dem ſenigen ſo ins Feuer oder Waſſer ſptin⸗ get/ folget/ ſondern vielmehr ein Abſcheu fuͤr ſolcher That hat: Alſo ſollen wir uns auch fuͤr allen boͤſfen Exempeln huͤten: Die Lacedemonier haben jhre Diener truncken gemachet/ und dieſelbe hernacher mit jhren wuͤſten und unartigen Gebaͤrden jhren Kindern gezeiget/ auff daß ſie fuͤr det wir alle boͤſe Erempel uns fuͤr Augen ſiellen. II. Exemplorum malorum effectum; Die Wirckung böͤſer Exempel: Bey derſelben muͤſſen wir alhie inacht nehmen: a. Eftectum iplum Die Wirckungan hr ſelbſtt. 1Sedu- vaßrer laſſen hanns laggetae 17 ſomſe Wnndat 2 frchichr thesſton däch dhoge batoda Dam ſangſ Hit ſiraſſ monſe weſe undGo enEn 113 chan ſolcht oſtEnnr⸗ en Schwiegeruna folgen auchnichtdand 17. Da Samuitt. n(uc. 17. veſe gen ſo ins Feurohrd zffir ſolcher Tſafrd inhuͤten Du latmen dicſebbe hemachamin hendaftrragabtn fielln. ffectum Di Vit biemnachtefmar tunganſtt welches iſt die Nachfolge boͤſer Erempel. ßz 1. Seducunt; Sie verfuͤhren: Da ſchuͤtzet man vor; Fecère idem& alii: Andere habens auch alſo gemacht: Ich ſey der erſte nicht/ und bleibe auch der letzte nicht: Dann weilendie Suͤnde/ und alles gottlo⸗ ſes Weſen Fleiſch und Blut angenehm ſeyn/ ſo werden durch boͤſe Exem⸗ pel Viel verfuͤhret: Ein Freveler locket ſeinen Naͤchſten(auch durch boͤſe Exempel und fuͤhret jhn auff keinen guten Weg. Prov. 16. v. 29. Daru⸗ ber klaget Gott und ſpricht: Mein Volck/ deine Troͤſter/ deren boͤſer Lehr und Exempel du folgeſt) die verfuͤhren dich/ und zerſioͤren den Weg den du gehen ſolt. Eſa. z. v. 12. Und werden alſo verſtocket/ durch Betrug der Suͤnde. Heb. z. v. 3. Dieſe Verfuͤhrung iſt eine groſſe Verhinderung wahrer Buſſe weilen die Verfuͤhrte immer auff dem Irrwege ſich finden laſſen. Laſſet uns/ O Chriſtliche Hertzen/ dieſes wol betrachten/ und Jo⸗ hannis Vermahnung immer fuͤr Augen haben/ da er ſpricht: Kindlein/ laſſet euch Niemand verfuͤhren/ wer recht thut der iſt gerecht. J. Johan.. 9. 7. Dann wann wir gerecht worden durch den Glauben/ Rom. 5.v. J. ſo muſſen wir ſolche innerliche Gerechtigkeit/ mit euſſerlicher Lebens und Wandels Gerechtigkeit beweiſen. 2. Corrumpunt: Sie verderben einem das Gute; Freylich! freylich verderben off tmals boͤſe Exempel das Gute: Dann es wird man⸗ ches frommes einfaͤltiges Hertz gefunden/ das zum Guten geneiget/ aber durch boͤſe Erempel verderbet wird: O wie manches ſunges Blut/ ſo wol erzogen/ wird durch boͤſe Erempel verderbet⸗ Die juͤngſie Tochter Loths/ ward durch jhrer Schweſter Exempel verderbet/ daß ſie auch mit jhrem Zwing. Vater Blutſchande begangen Gen. 19. v.35. Alexanderx agnus hat die Vol. 10. jenige ſe mit ihm umbgangen und ſiets umb jhn geweſen mit ſeiner Vp⸗ pag. 2385. pigkeit und Schwelgerey zu gleichen Suͤnden verfuͤhret: Da verderben auch ſunge Leute jhren Weg. Gen. 6. v 12. Welchen jhn Gott in ſeinem Worte gezeiget. Derowegen ſollen ſich alle Chriſtliche Hertzen fuͤr boͤſen Exempeln vorſehen: Wollen wir aber boͤſe Erempel anſehen/ ſollen wir ſie alſo anſehen/ wie Gott alle Boßheit habe geſtraffet: Davon Salo⸗ mon ſpricht: Wann der Spoͤtter geſtraffet wird/ ſo werden die Albern weiſe: Prov. ꝛ1. v. 11. Alſo ſagt Petrus: Daß Gott die Staͤdte Sodoma und Gomorrha zu Aſchen gemacht/ umbgekehrt und verdampt/ damit ein Exempelgeſetzt den Gottloſen/ die hernach kommen wuͤrden. 2. Pet. 2. v. 6. Die ſolches aber nicht thun/ ſondern in der Gottloſen Fußſtapffen greten/ werden in jhrem verderblichen Weſen umb komĩen. 1. Pet. 2. v. 12. Aaaa z. Medium ö Didac. Apolepht. Erquickſt. Part. 4. uͤber das neundte Geber. e—————— K 574 Vom funffzehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ III. Medium: Das Mittel: Wodurch viele durch boͤfe Exempa verfuͤhret und verderbet werden: Solches iſt die reitzende Luſt welche verkehret unſchuldige Hertzen: Dabey wir inſonderheu muſſen he⸗ trachten: b 1. Subjeckum: Was das Verkehren wircke? Die Luſt. Welche iſt die boͤſe Luſt: Welche wird genant die Luſt unſers Fleiſchts. Eph. 2. v. 3. Die thoͤrichte und ſchaͤdliche Luſt. 2. Tim 4. verſ.. Unſa eigene Luſt. 2. Tim. 4. v. z. Ach was kan dieſe Luſt vielboͤſes zu wege bein⸗ gen; Gramus Koͤnig in Dennemarck/ hat ſich laſſen geluͤſten dem n⸗ nig in Gothen ſeine Tochter zu entfuͤhren/ und an ſiatt eines Weſße bey ſich behalten: Denſelben hat der Vatter mit Krieg angriffen/ gioſ ſen Schaden gethan/ und dem Gramo ſeine Schweſter und Tocht gefaͤnglich weg gefuͤhret/ die Schweſter und Tochter zur Unzucht und Schandeuͤber geben die Tochter jhme zum Weibe behalten/ und iſtalſo verbottene Luſt/ mit verbottener Luſi geſiraffet worden. Gleichwie die Waſſerſuͤchtige/ ſe mehr ſie trincken/ je mehr jhnen duͤrſtet: Alſo gehets den Luſtſuͤchtigen/ je mehr ſie den boͤſen Luͤſten nach haͤngen/ je meht ſie werden von jhnen eingenommen. 2. Exercitium: Wiedie boͤſe Luſt ſich beweiſe: Nemlich: 4. IIliciendo: Mit Reitzen: Daher wird ſie allhie genant/ die reitzende Luſt: Dieboͤſe Luſtiſt Huren Art /gleich wie dieſe zum Boͤſen locket und reitet alſo thut auch die boͤſe Luſt; Da befindet ſich erſtlich das Anſchauen/ daß einer etwas ſo dem alten Adam gefaͤllig iſt! an⸗ ſchauet und fleiſſig anſiehet. Worauff folget die Lenckung deß Gemuͤh⸗ tes /daß einer durch angenehme Beſchauung/ ſein Gemuͤthe zu demſi⸗ 1 ben lencket; Darauff folget weiter die Begierde der Kantnuͤß/ daß ein ſolcher gernewiſſen wil wie es umb das Angeſchautebeſchaffen ſey: Wo⸗ Suͤnde aher/ wañ ſie vollendet ſey/ gebiere ſie den Todt. Jac. p. 14 8 bey ſich alsbald finden laͤſſet/ daß Beſchaueten Zulaſſung/ und geden⸗ cket/ es moͤchte wol eingutes Ding und annehmlich ſeyn; Darauff fol⸗ gen die Gedancken/ was doch wol fuͤr Freude dabey zu erwarten ſey/ wañ dieſelbe ſich einſindet folget alsbald der Beyfall welcher als bald die Be⸗ gierde erwecket/ zur Suͤnde reitzet und treibet: Dieſes beſchreibet Jaco⸗ bus alfo: Wir werden von unſer eigenen Luſt gereitzet und gelocket: Darnach wann die Luſt empfangen habe/ gebiere ſie die Suͤnde/ die —— — 2* jemeht hna 9 oſen Liſtaracju dſelutſihkenaße 1: Daßerridſeahhr urm Artglachwidin boſe(uſt Dahfhe dem alm Jdange uff folget de lmckun welches iſt die Nachfolge boͤſer Erempel. s Wo dieſe Luſt jhre Wirckung hat/ wird der Buſſe kein Platz ge⸗ laſſen.. b 1 6. Transvertendo; Mit Verkehren: Bey ſolchen Luſtfol⸗ genden wird alles verkehret: Solche trachten Boͤſes und Verkehrtes in Ihrem Hertzen. Prov. 6. v. 4. Sie verkehren alles/ und muß jhnen Boͤ⸗ ſes gut/ und Gutes boͤſe ſeyn/ ſie machen auß Finſternuß liecht/ und auß Liecht Finſternuͤß. Eſa. 5. verſ. 20. Stachel und Stricke/ ſind auff dem Wege ſolcher Verkehrten/ wer ſich davon fernet der bewahret ſein Le⸗ ben. Prov. 22. verſ.). Ein mercklich Exempel haben wir deſſen an Da⸗ vid: Den kunte die boͤſe Luſt alſo verkehren/ daß er in ein Ehebruch und Todtſchlag durch ſie geſtuͤrtzet ward. 2. Sam. 11. leq. Bey ſolcher Ver⸗ kehrung kan wahre Buſſe keine ſtatt finden. 3. Objectum: Bey welchen die boſe Luſt ſolches wircke: Bey unſchuldigen Hertzen: Dieſe werden alſo genant/ nicht ablolu- te oder bloß dahin/ dann alſo iſt niemand fuͤr Gott unſchuldig. Erod. 34. v. 7. Sondern comparatè, gegen die Heuchler und Gottloſen zu rechen: Wie ſolches an Loth/ David/ Salomon und andern zu erſehen: Fuͤr welcher Verkehrung uns der barmhertzige himliſche Vatter/ durch ſei⸗ nen H. Geiſt behuͤten wolle/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. Die fuͤnffund achtzigſte Predigt. DE DECIMO SEXTO VERR POFENITENTI OB. STACULO, QOD SUPERBIE CONTRA POEMNITENTIAM DEMONSTRATIO. Vom ſechzehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ welches iſt die Hoffart wider die Buſſe bewieſen. Proverb. 29. v. 23. Die Hoffart deß Nenſchen wird ſnſtürgen. Svermahnet der alte Tobias ſeinen Sohn un⸗ AN trr andern auch mit dieſen Worten Hoffart laß weder in deinem Hertzen noch in deinen Worten herꝛſchen/ dann ſie — iſtein Anfang alles Verderbens. Tob. 4. verſ. 4. In dieſen Worten haben wir: Aaaa ij 17. Super- 556 Vom ſechzehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ 1. Supecbiæ fugam: Wie wir die Hoffart meiden ſollen Nemblich/ b 1. Corde: Mit dem Hertzen: In demſelben hat die Hoffaniſſ⸗ ren eigentlichen Sitz/ und kompt auß demſelben/ wie alle andere Suͤnde. Matth. 19. v. 19. Solche Leute erheben ſich in jhrem Hertzen. Dan. v. 25. Sie fallen von Gott ab(verachten Goiltes Wort und Willen. Lu ther. in margine) und jhr Hertz weichet von jhrem Schoͤpffer. Shr v. 14. Sie ſind hoffaͤrtig in hres Hertzen Sinn. Luc. 1. v. 5. Owie vnch wie viele/ werden dieſer Leute gefunden/ ſo ſich doch mit Worten/ Kleiden und Gebaͤrden demuͤtig erzeigen z. Ore: Mit dem Munde und Worten: Die Rede ihte Mundes hat einen ſtoltzen Muth. Hiob. 8. v. 2. Sie ſperren jhren Mund auff/ und geben ſtoltze Theidinge fuͤr mit UInverſtand. Hiob. 35. v. 16. J⸗ re Zunge redet ſtoltz/ und ſagen; Unſer Zunge ſoluͤber hand haben/ uns ge⸗ buͤhret zu reden. Pſalm. 12. v 4. ſeq. Stoltz reden ſie mit jhrem Munde Pf. 17. v. 10. Sie ſchmaͤhen die Frommen/ und ruͤhmen ſich ſelbſt. Zeph⸗ 2. verſ. 10. Fuͤr dieſem ſchaͤd⸗ und ſchaͤdlichen Laſter warnet Tobias lnanohn und alle fromme Hertzen/ bey welchen es gerne ſeine Hetber⸗ geſuchet. II. Fugæ cauſam: Die Urſach deß Meidens: Weilen ſeeiſt ein Anfang alles Verderbens: Freylich/ freylich/ iſt die Hoffartain Anfang alles Verderbens/ dann ſie treibet zu allen Suͤnden/ und werda⸗ rin ſtecket der richtet Ungluͤck an. Syr. 10. v. 1. Weilen ſolche Leuteſich duͤncken laſſen/ ſie ſeyn etwas/ da ſie doch nichts ſeyn. Gal. 6. v.z. Was hat unſer Paradieß⸗Eltern(neben andern Suͤnden) in den Suͤndenfalt geſtuͤrtzet Die Hoffart: Daß ſie wolten Gutes und Boͤſes erkennen ſ Gott gleich ſeyn. Gen.ʒ v..leqq. Was hat den Cain zu ſeinem Grimm gegen den unſchuldigen Abel verfuͤhrete Die Hoffart/ daß er geſehen/ daß Gott ſein Opffer nicht ſo gnaͤdig angeſehen/ als deß Abels. Gen. 4 v. Was hat die Hagar verfuͤhrete Die Hoffart; Weilen ſie von Abraham ſchwanger worden/ hat ſie jhre Frauen geringe gegen ſich geachtet. Gen. 16. verſ. 4. Was hat Eſau gegen Jacob. Geneſ. 27. verſ. 44. Was hat die Soͤhne JJacob/ gegen Joſeph. Geneſ. 37. verſ. 4. Was hat Mirjam/ gegenjhren Bruden Moſen. Num. 12. v. 2. Was hat Cort/ gegen Datan und Abiram gegen Moſen. Num, 16. v.. ſeqa. Was hat Saul r ngrſelihaſrit Screden ſaniſ mman undrihmaſſa ſchädlichen Lafte dn en boy vaͤchents um ſach deß Maddens⸗d Ircplich frclich ſdn redetzualle Sindan Dr. 0.v. 1. Watnſt doch nichtsſyn Gug ndem Sänden) iet olten Gutts und diut 6 ſen. Nun.h lum. 16L Sh welches iſt die Hoffart wider die Buſſe bewieſen. oy⸗ gegen David. i. Sam. 18. v. 8. Abſolon gegen ſeinen Vatter. 2. Sam. 15. v. 1. ſeq.(Daß ich mehrer Exempel geſe chweige) angehetzet? Die leidige und aerfluchti Hoffart. Dieſelbe iſt auch/ unter andern/ ein merckliches Hindernuͤß wahrer Buſſe und Bekehrung/ und warnet uns fuͤr der ſelbi⸗ gen Salomon/ auß welches Worten wir wollen anſehen/ Wie die leidige Hoffart ein groſſes und merckliches Hin⸗ dernuͤß der wahren Buſſe ſey. Der ſanfft und demůtige Jeſus Chriſtus/ wolle durch den heiligen Geiſt wahre und Gott wolgefaͤllige Demut in unſerm Hertzen erwecken Ln erhalten/ umb ſeines Bluttrieffenden Verdienſtes willen/ men. Erklaͤrung. Wir muͤſſen/ O Chriſiliche Hertzen/ allhie betrachten: b I. Superbiæ vitium: Das Hoffart Laſter: Daſſelbe iſt nicht von Gott: Denn was derſelbe erſchaffen war alles ſehr gut. Gen. 1. v. ult. Daß die Menſchen hoffaͤrtig ſind/ das iſt von Gott nicht geſchaffen. Syr. 10. v 21. Sondern von Teuffel/ und der gottloſen Welt; Der wil ſeyn ein Fuͤrſte dieſer Welt. Joh. 12. v.1. Vnd in der Welt/ und von der Welt iſt hoffaͤrtiges Leben. 1. Joh. 2. v. 16. Was iſt derwegen die Hof⸗ fart? Sie iſt eine Teuffeliſche Sunde. Es halten viele fromme Kir⸗ chenlehrer dafuͤr/ daß der Teuffel wegen der Hoffart auß dem Himmel von Gott verſtoſſen ſey/ welches wol glaͤublich/ weilen er nicht allein ein uͤberauß ſtolser Geiſt iſt/ wie er an Chriſto beweiſet. Matth. 4 v.9. Son⸗ dern auch/ daß er neben dem Vnglauben/ unſere Paradiß Eltern zur Hoffart verfuͤhret. Gen.. v.z. Dann gleich wie die Raben jhre Jun⸗ gen an hohen Oertern außbruͤten: Alſo niſtet der Teuffelbey den jenigen ſo hoch hinauß wollen. Sie iſt eine abgoͤttiſche Suͤnde; Dann ein hoffaͤrtiger Menſche/ liebet ſich ſelber uͤber alles/ achtet ſich ſelber fuͤr hoch und groß; vertrauet jhm ſelber/ viel uñ groſſes außzurichten; Alſo ſpricht das Chaldeiſche und Roͤmiſche Babylon in ſeinem Hertzen/ Ich bins und ſonſi keine mehr. Eſa. 47. v. 8. Der Juͤrſt zu Tyrus: Ich bin Gott/ und ſitze auff dem Thron Gottes/ mitten auff dem Meer/ und ſein Hertz ethebet ſich als ein Hertz Goltes. Ezech. 28. v.3. Iſi das nicht eine groſſe Aaaa uj Abgoͤt⸗ 9 5 2——— ————————— õ——⸗—⸗x—————— öͤöſͤͤſͤſſſſ˙˙⁴⅓¾— L— ———— —- ———ℳ—ℳ—& ——— — — ——— — Q-—— FFs Vom ſechzehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe Abgoͤtterey? Es iſt eine thoͤrichte Suͤnde: Dann iſt das nicht eine groſſe Thorheit/ von den jenigen Dingen ſtoltz iren und damit prangen ſo nicht unſer ſeynt Dann was haſtu elender ſtoltzer Menſch/ das du von Gott nicht empfangen haſt? 1. Corlnth. 4. v.7. Iſt das nicht eine groſſe Thorheit/ uͤber dem was nichts und nicht da iſt hoffaͤrtig ſeyn⸗ Dann die meiſten Hoffaͤrtigen/ laſſen ſich duͤncken ſie ſeyn etwas/ da ſie doch nichts ſind. Galat. 6. v.;. Gleich wie etzliche Pferde/ wann ſie ſich ſelben im Waſſer beſchauen/ den Koller bekommen: Alſo gehets auch vielen Hoffaͤrtigen wann ſie jhre von Gott gegebene und anvertraute Gaba anſehen/ gerathen ſie in eine unſinnige Hoffart. Iſt das nicht eine groſſe Thorheit? Sie iſt eine fuͤr Gott abſcheuliche Suͤnde; Darumb beuget er die Hochmuͤtigen. Hiob. 40. v. 7. Der Tag ſeines Zonns gehe uͤber alles Hoffaͤrtiges. Eſa. 2. verſ. 2. Die Augen der Hoffaͤrtigen de⸗ muůtiget er. Eſa. 5. v. 15. Er wil deß Hochmuts der Stoltzen ein Ende machen. Eſa. 13. v.12. Und ſolches hat er in der T hat vielfaͤltig beweiſet⸗ Beweiſet ſolches nicht der Hoffart Abſcheuligkeit⸗ Sie iſt eine ſchaͤd⸗ liche und verderbliche Suͤnde; Dann ſie bringet Krieg und Venvuͤ⸗ ſiung Laͤnder und Leute: Der H ERR hat geſchworen/ daß umb der Hoffart willen das Land erbeben/ und alle Einwohner trauren ſollmn. Amos. d. v.. ieq. Der Hoffaͤrtigen Heyden Land hat Gott umbgekeh⸗ ret/ und in Grund verderbet. Syr. 10. v. 19. Sie iſt ein Anfang alles Ver⸗ derbens. Tob. 4.v. 4. Alſo gings Koͤnig Uſia; Wiederſelbe maͤchtig worden war/ erhub ſich ſein Hertz zu ſeinem Verderben. 2. Chron. 16. v.16. Alſo ſtuͤrzete Nebucadnezar ſein Stoltz und Hochmuth/ daß er von den Leuten verſtoſſen/ bey den Thieren auff dem Feldegehen und blelben und wie die Ochſen Graß eſſen muſte. Dan. 4.. 27. ſeqq. Dann gleich⸗ wie der Sturmwind die hohen Baͤume faͤllet/ uñ offt ſamt den Wurzeln auß der Erden keiſſet: Alſo gehet der Sturm⸗Wind deß Zorns GOT⸗ TES uͤher alles Stoltzes und Hoffaͤrtiges. Sie iſt eine verdamliche Sunde Die Hoffaͤrtigen werden in der Hoͤllen ſagen: Was hilfft uns nun der Pracht: Was bringet uns nun der Reichthum ſampt dem Hochmuth? Sap..v. 8. Die Sodomiter hat G OT T verdammel/ auchumb ijhres Hochmuths willen. Syr. 16 v.⸗. Gleichwie ein Schiff umb der Stoltzen Wellen(Hiob. 38. v. 11.)willen/ den Haffen nicht er⸗ reichen kan: Alſo verhindert die Hoffaͤrtigen jhr beharrlicher S ol da “*“ 8 —s. 8 4 * dehſede veshanden zwar abc döba ln düſem ſain ſduah ſn der Abt Siude ne Ge undzu⸗ (chama iunech läbetſe 1 ſenigen 4. ſuntkon dncer dhh Kain dyt udd ſchan angin Sup. ſſees ner S. päl cane c/1 damm ſiedengur Keugun XX fat geſchvorm i nd all Emroßar nan Haden(andßatit v.19 Steiſt en Jufm onig Uſia Weeſch nſeinem Vadeba 19 Stols und hochnuh nauff dem Zadegehau 4 Dan 4 ,dn nefället uüofftann. Sunm⸗Pnddßäm. r ats Stiſchm⸗ welches iſt die Hoffart wwider die Buſſe bewieſen. ey⸗ daß ſie den Haffen der ewigen Seligkeit nicht erreichen. Dieſe Suͤnde verhindert und vernichtet bey Vilen wahre Buſſe und Bekehrung/ und 5 auch bey denen/ ſo ſich einbilden/ daß ſie gute bußfertige Hertzen aben? b b 1. Iugenere; Ins gemein; Dann gleichwie alle Suͤnde bey wahrer Buſſe muͤſſen abgeleget werdẽ alſo auch die Hoffart/ ſo nechſt dem Vn⸗ glauben eine unter den groͤſſeſten Suͤnden iſt⸗ Aber da verharren viele in jhrer Hoffart. Pſ. 59. v. 13. Vnd beweiſen damit/ daß ſte die Hoffart fuͤr keine Suͤnde erkennen: Dieſe ſolten ſich billich errinnern jhrer Zuſage in der Ablolution gethan/ daß ſie nicht einer oder etzlicher/ ſondern aller Suͤnden Feinde ſeyn wollen: Dannn ſo ein Gerechter ſich kehrt von ſei⸗ ner Gerechtigkeit/ und thut(nach erlangeter Vergebung der Suͤnden/ und zugerechneter Gerechtigkeit Chriſti/ vorſetzlich wieder) Boͤſes/ und lebet nach allen Greueln die ein Gottloſer thut/ ſolt der leben Ja/ aller ſina Gereehacgkan⸗ die er gethan hat/ ſol nicht gedacht werden. Ezech. 15. per 24.. 2. Inſpecie: Inſonderhei Da beweiſen auch Viele unter den fenigen ſo fuͤr bußfertige Hertzen wollen gehalten ſeyn/ jhre Hoffart: a. Inceſſu: Mit jhrem Eingange: Wann dieſelbe zum Beicht⸗ ſtuel kommen/ gehen ſie nicht anders/ als wann ſie zum Tantze gingen/ ge⸗ dencken nicht daß ſie mit hoͤch ſter Wehmuth und Demuth/ fuͤr GOts daſelbſt erſcheinen ſollen: GOTS gefaͤllet ein geaͤngſter Geiſt/ ein geaͤngſtes und zuſch lagenes Hertz/ wil GOT T nicht verachten. Pſ. 51. v. 19 Er ſieher gnaͤdig) an den Elenden/ und der zubrochenes Geiſtes iſt/ und der ſich fuͤrchtet fuͤr ſeinem Wort. Eſa. 66. verſ. 2. Gedencke/ O Menſch/ wann du fuͤr eine hohe Obrigkeit mit einer Supplication er⸗ ſchieneſt/ und dieſelbe mit ſtoltzem Muthuͤberlieferſi/ wie dieſelbe wuͤrde Agenommen werden? Wie wird dann dem HErꝛn aller Herꝛen deine Supplication umb Vergebung der Suͤnden gefallen: 6. Acceſſu: Mit jhrem Zutritt: Theils zur Beicht/ wann jhre Seel⸗Sorger ſie wegen verm utheter/ oder durchs Geruͤcht erſchollt⸗ ner Suͤnde zu Reden ſtellen/ und ſich offtmals in der Warheit alſo ver⸗ haͤlt/ nehmen ſie ſolches auff mit zornigem Geſicht und Hertzen/ geden⸗ cken nicht daran was David ſagt: Der Gerechte ſchlage mich freund⸗ lich/ und ſtraffe mich/ das wird mir ſo wol thun/ als ein Va ſam —— Gerlach. Eutrap. part. j. p. 121. o Vom ſechzehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ auff meinem Haupt. Pſalm. 41. v.·. Theils zum Abenmahl: Daſi⸗ nicht allein mit hochmuͤtigem Hertzen erſcheinen/ ſondern die. Hoffart mi⸗ dem Dringen zum Vorgehen/ offtmals ſehen laſſen. Wie kan deyſo⸗ chen wahre Buſſe ſeyn⸗ y. Geſtu: Mit Gebaͤrden: Da befinden ſich leider ben der Em⸗ pfahung deß hochwuͤrdigen heiligen Abendmahls offt hoffaͤrtige Gehaͤ⸗ den/ und gedencken Viele mehr darauff/ wie ſie mit jhren Gebaͤrden an⸗ ſehnlich fuͤr den Menſchen/ als demuͤtig und glaubig fuͤr Gott moͤgn gefunden werden Da mercket ein Vernuͤnfftiger ſolche an jhren Gebaͤ⸗ den/ und jhr Gang zeiget ſie an. Syr. 19. v. 26. feq. 2. Veſtitu: Mit Kleidung; Da haben/ ledder/ Viele jhre Gedan⸗ cken darauff/ wann ſie wollen zum Abendmahl gehen) wie ſie ſich miu Kleidern wollen außſtaff iren/ vermeinen es ſey nun Zeit daß ſie jhren Pracht und koſtliche Kleider ſchauen laſſen: Solche hre Kleidung zei⸗ gen ſie an( was ſie ins Hertzen Schilde fuͤhren) Syr. 19. v. 27. Dieſelbe Een Pfauen⸗Art/ welche jhren Schwantz auß Hochmuth außbreiten: ie ſind ſtoltz/ und gehen mit auffgerichtem Halſſe/ mit geſchminckten Angeſichten(mie gepuderten Haaren) treten einher und ſchwaͤntzen. Eſa. 3. v. 16. Und vergeſſen unterdeſſen deß aller nothwendigſten/ deß aller⸗ ſchoͤnſten Kleides/ das ſie auff dieſer himliſchen Hochzeit haben ſolten nemblich Jeſu Chriſti und ſeines Verdienſtes/ mit wahrem Glauben er⸗ grieffen. Matth. 2.v. 11. ſeq. O der elenden! O der abſcheulichen Hof⸗ fart: Wie kan bey ſolchen wahre Buſſe und Bekehrung ſeyn: Wie Ehri⸗ ſtus und Belialuͤbereinſtimmen. 2. Cor. 6. v. 1z. Effectu: Mit Wercken: Sie haben zwar im Beichtſtuel den Suͤnden das Valere zu geben angelobet; Aber unter andern bleiben Viu le hernacher bey jhrem Stoltz und verfluchter Hoffart/ und laſſen dieſelbe fuͤr Gott und ſedermaͤnniglichen ſehen: Bey ſolchen gehets wie Petrus ſagt: Daß der Hund wiederfreſſe/ was er geſpeyet hat/ und die Sau wel⸗ zet ſich nach der Schwemme wieder im Koth 2. Pet.2 v. 22. Dieſe Leu⸗ te gedencken nicht auff die groſſe und ſchwere Straffe der Hoffart. Tho⸗ mas Morus ſahe auff eine Zeit eine Jungfrauen/ ſo beydes jhr Haarmit groſſer Muͤhe auß rupffete/ damit ſic eine hohe Stirnebekaͤme/ und ſich auch ſehruͤber die Maſſen eng und hart zuſchnuͤrete/ damit ſie ſchmal von Leibe bliche /da ſprach er: Gott wuͤrde dieſer Jungfrauen groß lhmuae . tbun — a hon ba NMan Sichean Puxpu 16. 19.4 Il. Mucch dma. tedaßſ tur P ſindſar biͤhen ſoßſe ſeq d Alexan dyranoc kenum vahe dererg dn 5 güüce undgi nger nnc iſetee then 66 ſhe fäh Phe Sii Per dan teg K de fuͤhren Syr. wur dwanz auß hochnult cichtem Halſe migig n)trttmeinherund ſs deß allcrvochwendigſe r dimüſchen Hochzeiſt adienſtes mitwahrmne elenden Odcrbſczen ſeund Bekedrungſad oOr. 6. 9. ſ. Siehabenwarin dah Het. Abc unteranden welches iſt die Hoffart wider die Buſſe bewieſen. 861 thun/ wann er jhr nicht fuͤr jihre groſſe Muͤhe die Hoͤlle geben wuͤrde. Siehe an/ O Chriſtliches Hertze/ den reichen Mann/ der ſich kleidete mit Purpur und koͤſtlichem Leinwand/ und erwegeſeine Tod 16.v. 19.23. II. Ejus ſubjectum: Bey we tee⸗Farth. Lue. m ſie werde gefunden: Bey dem Menſchen: Was iſt doch der Menſche? Ein fliegendes Blat/ und ein duͤrrer Halm. Hiob. 13. v. 25. Eine ſolche Creatur/ diebillich erkennen ſol⸗ te/ daß ſie ein Menſche ſey/ das iſt/ eine elende/ nich tige und ſterbliche Crea⸗ tur. Pſalm. 9. v. 21. Daß er nichtes ſey Pſalm. 9. v. 7. Dann Menſchen ſind ja nichts. Pſalm. 6². v. 1o. Sie ſind in jhrem Leben wie Graß/ ſie bluͤhen wie dis Blumen auff dem Felde/ wann der Wind daruͤber gehet/ ſo iſt ſie nimmer da/ und jhre Staͤdte kennet ſie nicht mehr. Pſ. 103. v.15. ſeq. Es war eine ſehr merckliche Rede/ der Legaten der Scythen zu dem Alexandro Magno, da ſie ſagten: Biſtu ein Menſche/ ſo gedencke immer daran das du biſt: Dann es iſt eine groſſe Thorheit/ ſolcher Dinge geden⸗ Curt. lib. cken/ umb welcher willen man ſeiner ſelbſt vergiſſet. Wann ſolches bußfer⸗ tige Hertzen werden in acht ne de vergehen. III. Ejus effectum: den Menſchen: Sie kommenu hmen wind jhnen der Hoffarts Kutzel bal⸗ Der Hoffart Wirckung: Sieſturtzet mbwie Dreck/ daß die fuͤr denen ſie an⸗ geſehen/ ſagen/ wo iſt er? Hiob. 20. v. 7). Wann ſie ſich ſchon außbreiten/ und gruͤnen wie ein Lorbeerbaum/ ſo fahren ſie doch dahin/ und werden nirgend funden. Pſalm 37. v.5. leq. Dann ein ſtoltz Hertz iſ dem)Er⸗ ren ein Greuel/ und wird nicht ungeſtraffet bleiben Prov. 16. v.). Wer ſeine Thuͤr hoch machet/ der ringet nach lIngluͤck. Prov. 17. v. 19. Dieſes thun ja die jenige ſo bey jhrer Bekehrung/ die Hoffart in jhrem Hertzen/ Gebaͤrden/ Kleidern und Wercken ſehen laſſen: Sie wollen Vergebung jhrer Suͤnde haben/ und vermehren ſhre Suͤnde; Sie ſuchen Gnade/ und fuͤhren uͤber ſich Gottes Zorn und UIngnade: Diefes iſt zu erſehen an Pharao: Der ſagte auß ſtolgem Hertzen: Wer iſt der HErꝛ deſſen Stimme ich hoͤren muͤſſe? Ich weiß nicht von dem HErꝛn. Exod. /. v. ꝛ. Aber Gott ſtuͤrtzete jhn mitten in das rothe Meer/ daß er mit Wagen und Neuter/ undaller ſeiner Macht bedecket war mit Waſſer. Erod. 14. v. 27. ſeq. Korah/ Dathan und Abiram Mund auffthaͤte und verſchl ãg iemſtalte gace ſtuͤrtzete G Ott/ daß die Erde jhren be. Num. 16. v. 32. Bbbb Und 7. pag (mih 241⸗ 1 — 8 1 ——— 762 Vom ſiebenzehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ und ſolcher Exempel iſt die heilige Schrifft voll. Wann Keyſer der J. zugenandt der Groſſe auß Noth in ſeinem Keyſerlichen ornat gehen /und die Krone tragen muͤſſen/ hat er Gott mit fleiſſe Gebeten/ daß er jhn fuͦ Hoffart behuͤten wolte: Wie viel mehr ſollen wir durch wahre Buſſe das Kleid der Gerechtigkeit Jeſu Chriſti durch wahren Glauben anzie⸗ hen wollen/ Gott umb ein demuͤtiges Hertze bitten/ dazu derſelbe uns ſei⸗ ne Gnade verleyhen wolle umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen. Die ſechs und achtzigſte Predigt. DE DECIMO SEPTIMO VERAÆ POENITENTIA O88 TACUIO, QlOD SANCTITATIS PROPRIRE MAGINA TIO. Vom ſiebenzehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ welches ſſt die Einbildung eigener Heiligkeit. Luc. 1 8. v. 9. b Chriſtus ſaget zu etzlichen/ die ſich ſelbſt ver⸗ maſſen/ daß ſie fromm weren/ und ver⸗ achteten die andern. 8 Sſpricht David Pſal. 2 v. 6. Daß alle heiligen M umb Vergebung der Suͤnden Gott zu rechter Zittbitten D muͤſſen: Bey welchen Worten wir muͤſſen in acht nehmen: ———I. Subjectum: Wovon David rede: Er redet aber von Heiligen; Nicht von Schein und Maulheiligen/ ſo ſich mit euſſet⸗ lichen Gebaͤrden/ Worten und Wercken Centner ſchwer herauß laſſen aber nicht ein gran wahrer und fuͤr Goites Gericht geltender Heiligkeit bey ihnen zu finden; Sondern von wahren Heiligen: Von den Heilign ſo Gott fuͤrchten. Pſal.34. verſ.. So geheiliget und gerecht wotden EA durch den Nahmen unſers HErꝛn Jeſu Chriſti/ und durch den Geſſt unſers Gottes. 1. Cor. 6 v. u. Er reder ferner von allen Heiligen(auß⸗ genommen unſern HErrn Chriſtum/ welcher der Allerheiligſte. Dan.*. v. 24.) Daß ſich alſo keiner außſchlieſſen kan: Dann unter denſelben iſt keiner ohne Tadel Hiob. 15.v 15. Sie ſind allzumah 5 —„v. 15. Si zumahl Suͤnder/ und man⸗ geln deß Ruhms den ſie fuͤ Gott haben ſollen Rom.3 9 23. duß II, Sub- 1 Daßſ itten J. eäe ken Me Unai Soch ¹ ten: E get J g Pſ Löbtth nl) 1 gehwwe tfiuſt Hatte Geh Nat ſähar d dand nc 1 DA E nigſte Preig.— 2VER JOEp — Ny ANCrrr. 4 n AIE Mühd nüß wahra Biß, gener Heiligeet 8.y 9. chen die ichſ omm werm n. ſal 296Däßu jinden Got zu nor Derim wi muͤſſang vvon Davidrede Er d Maulheimſeſtn ka Cama ſcheo ſau ottes Gaucht glche. bren Heuigen Dyrhe. So gehelligt und gacce geſu Chrſfi ud dut farna vonaln halg welcha dr Peßelzi m kan: Dam me nd allzumaſl Eindde nſollm Jnnzs welches iſt die Einbildung eigener Heiligkeit. ſe II. Subjecti debitum: Was ſolche Heiligen ſchuldig ſeyn: Daß ſie Gott umb Vergebung zhrer Sunden zu rechter Zeit bitten ſollen: Dieſes erfodert: 1. Peccati agnitionem: Daß ſie ſich fuͤr arme Sunder er⸗ kennen: Dann fuͤr Gott iſt niemand unſchuldig. Exod. 34 v.7 Es iſt kein Menſch der nicht ſuͤndige. 1. Reg. 8. v. 46. Durch eines Menſchen Ungehorſam/ ſind viele(alle Menſchen) Suͤnder worden. Rom. 5.v. 19. Solches muͤſſen auch hellige Leute erkennden.— 2. KRemiſſionis petitionem: Daß ſie umb Vergebung bit⸗ ten: Sie muͤſſen bꝛllich ſagen: HErꝛ gedencke nicht der Sunden mei⸗ ner Jugend/ und aller meiner Vbertrettung. Pſal. 5.verſ. 7. Gott ſey mir gnaͤdig nach deiner Guͤte/ und vertilge alle meine Vbertrettung. Pſ. 51. v. 2. HEr: gehe nicht ins Gericht mit mir dann fuͤr dir iſt kein Lebendiger gerecht. Pſ. 43. v.z. Gott ſey mir Suͤnder gnaͤdig. Luc. 18. verſ. 13. 3. Temporis obſervationem: Daß ſie die Zeit wol in acht nehmen: Zu rechter Zeit: Wallen ihnen die Gna den⸗Thuͤr Gottes offen ſtehet: Heute wann ſie die Stimme Gottes hoͤren/ ſollen ſie jhre Hertzen nicht verſtocken. Pſalm. 93. v. 8. Weilen der HErꝛ mit ſeiner Gnad zu finden iſt. Eſa. 5 5. v.7. Dieweilen ſie Jeithaben. Gal 6. vꝛo. Nun werden aber/ dieſem zu wider/ viele gefunden/ die ſich einer ſonder⸗ lichen und groſſen Heiligkeit einbilden/ vermeinen ſie haben Gort das Waſſer nicht betruͤbet/ haben derowegen keiner Buſſe noͤlig: Ein ſolcher war der Phariſeer/ von welchem Chreſtus in verleſenen Worten redet/ welchen wir wollen in na chfolgendem Puͤnctlein beſchauen: Wie die Einbildung ſ onderlicher Heiligkeit/ wahrer DBluſſe verhindere. Der Allerheiligſte Gott wolle unſer Hertzen mit ſeinem heiligen Geiſt er⸗ leuchten/ daß wir allen falſchen Schein der Heiligkeit meiden/ und durch den Allerheiligſten fuͤr Gott heilig ſeyn/ umb deſſelben ſeines heiligen Lebens/ unſchuldigen Leidens/ und heiligmachenden To⸗ des willen/ Amen.. Erklaͤrung. EVs fuͤhret der Sohn Goltes hey verleſenen Worten ein Gleichnuͤß ein Boͤbb von ——— ———j4——————— — ͤͤſͤſͤſſ““— et%( 1 X 564 Vom ſiebenzehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ von einem Phariſeer und Zoͤllner/ unter welchen der erſte auff ſeine Ge⸗ rechtigkeit und Heiligkeit getrotzet und verlaſſen; Der ander aberdi⸗ Barmhertzigkeit Gottes erſuchet und begehret/ und ſolches auß dieſen Urſach/ daß etzliche Phariſeer und Schrifftgelehrten ſich bey Chnſſ gefunden/ welche ſich wenig umb wahre Buſſe bekuͤmmert/ verna⸗ nend ſie ſeyn ſo fromb/ daß ſie derſelben nicht beduͤrffen: Bey denſelben befindet ſich: b I. Mala confidentia: Vermeſſenheit: Sie vermeſſen ſich ſelbſt: Solche Leute vertrauen auff jhre eigene Gerechtigkeit und N⸗ ligkeit: Es wird/ O Chriſtliche. Hertzen/ zweyerley hochſchaͤdliche Ve⸗ meſſenheit gefunden: b 1. Incivilibus: In weltlichen Sachen: Dieſelbe iſt nichts an⸗ ders als ein Hochmuth und Hoffart/ da einer ſich laͤſſet duͤncken/ er ſoy etwas/ da er doch nichts iſt/ und betrieget ſich ſelber damit. Galat. 5.v.z. Die vermeſſen ſich jhres Reichthumbs/ Weißheit/ Staͤrcke und der⸗ gleichen: Von dieſen ſagt Salomon: Wer ſtoltz und vermeſſen iſ/ der iſ ein loſer Menſch. Prov. 21. v. 24. Wann du einen ſieheſt/ der ſich weiſe duͤncket/ da iſt an einem Narren mehr Hoffnung dann an jhm. Prov. 26. v. 12. Alſo vermaß ſich Petrus/ wann er auch mit Chriſto ſterben muͤſte/ ſo wolte er Chriſtum nicht verleugnen. Matth. 26. verſ. 35. Wie Zinckg part. 3⸗ pag. I.. ſeq 1— — — ͦO———öÿöÿö u———— ———* „. Fridericus I. Churfuͤrſt bey Rhein/ der Sieghaffte genant/ auff der 1 lein geſehen worden/ hat ſie jhn hefftig wegen ſeiner Vermeſſenheitan⸗ gefahren: Wieer ſie gefragt/ ob ſie ihn kenneꝛ Hat ſie geantwortet Ich weiß wol daß du unſer Churfuͤrſt ſeyſt/ und faſt mit jederman Streit fuͤhreſt/ wann du nun durch Vermeſſenheit dir ſelber das Leben verkuͦt⸗ zeſt/ wer waͤre in groͤſſer Noth/ als wir deine arme Unterthanene Wor⸗ auff er jihr Geld geben und geſagt: Muͤtterchen du haſtrecht/ ich ſol dieſes hinfuͤrder nicht mehrthun. . 2. In ſpiritualibus: In geiſtlichen Sachen: Und iſt ditſelbe nichts anders als eine geiſtliche Hoffart/ da einer ſich alſo gottſelig/ hei⸗ . lig und gerecht vermiſſet zu ſeyn/ daß er entweder wahrer Buſſe nicht noͤhtig habe/ oder dieſ lbe offentlich/ nur Ergernuͤß zu verhuͤten/ bewei⸗ ſe: Dieſe Vermeſſenheit iſt gegruͤndet. a. In mendacio: Auff Luͤgen Dann die ſo ſich eigener Gaß⸗ 8 jakeit ————— ———— Jagt auff eine hohe Steinklippen geritten/ und von einem alten Wab⸗ — be aetten berdigete 5z St Hatſt hier rälldg ſgeEs Kd Hioh ſindw weA fruche daſe 7 S tabſit ſuwed Pale ſoew Wa fode gag od tnan indernäß dahre unter welchen u P à erme ſenheit V Ru O a 3 4 5„ ☚ᷣ, den G achen: Di n A m/ da aner ſich läſſetdane 94** 8 11 der Kahaffte dcra 8 fifref JHatterethh ertn unt Len 3 8 8 N. 4 Ffugwegen ſaner Dam 4 3 4. 3 eſhn kenner hatſtgun „ . .* 6 3 ſ/ und fa mut wden. 1 W faß mn m —..ane: 5 21 ſen hent dir ſe der Awec ene arme!htrren. ſwif dame arme Unrtzer 341 44 A 8 Pee Muͤtterchen dußaſec 1 utd tlichen Gahn SA ich doawt ff 1 4 aemcrſ Tſe9 n atweder vaft „ 9 2 6. 8 t I nur Erxrmifanei xt. K 1AAAA ar Dundißides⸗ 6 ethng ff jhr 1 NAA ege 4 N. 343 3 Ä dene Gartzhet 3 IA 8 1 41 l 4 4 lep hochehe 7A APh wwelches iſt die Einbildung eigener Heiligkeit. g6⸗ tigkeit ver meſſen die vermeſſen ſich der LůFgen; Weilen fuͤr Gott kein Le⸗ bendiger gerecht iſt. Pſalm 14; v. z. Sie haben die Luͤgen ſo gerne. Pf4. v. 3. Sie heucheln mit jhrem Munde/ luͤgen mit jhrer Zungen/ und jhr Hertz iſt nicht feſt an Gott. Pſalm. 78. v. 38. Sieeſſen Luͤgen⸗Fruͤchte. Hoſ. 19. v. 13 Ergetzen und machen ſich froͤlich mit dem jenigen das doch eitel Luͤgen und nichts iſt. Und folget darauff daß ſie ſich verlaſſen auff jhre Schoͤne. Ezech. 16. v. 15. Die doch fuͤr Gott iſt/ wie ein unflaͤtiges Kleid Eſa. 64. v. 6. Oder luͤgenhafften Hoffart! 6. In vento: Auff Wind; Sie haben auffgeblaſene Wort. Hiob. 15 v. 16. Wie am Phariſeer gnugſam zu erſehen. Luc. 18. v. 1r. Sie ſind wie Wolcken und Wind ohne Regen. Prov. 15 v. 14. Dann gleich wie Wolcken und Wind ſich offt anſehen laſſen/ als wolten ſie einen fruchtbaren Regen bringen/ und folget doch ſolches nicht: Alſo haben dieſe Heuchler nur den Schein eines goltſeligen Weſens. 2. Timoth. z. v. 5. Sie ſaͤen nur Wid. Hoſ. 8. v. 7. Sie weiden ſich vom Winde: Aber was ſie ſaͤen/ daß werden ſie auch erndten/ Galat. 6. v. 7. Der Wind wird Weilen ſie ſind Aerne ohne Korn; Aeſie ohne Fruͤchte; Taube Eyer Loempor ſchwimmen; Ledige Wage Schaale/ ſoſich in die Hoͤhe ziehet: Wie zu Lacedæmon ein alter Legate/ ſo ſeine Haar gefaͤrbet/ ſeine Rede fuͤr dem Rathgethan’/ iſt Archidamus jhr Koͤnig auffgeſtanden/ und hat geſagt: Quid veri hic dicet, qui etiam capillis menritur: Das iſt; Was ſolte dieſer wahres ſagen/ der auch mit ſeinen Haaren luͤget Alſo ſagt man billich von ſolchẽ Heuchlern Was ſolte Gutes von denen zu erwar⸗ len ſeyn/ die mit Worten/ Gebaͤrden und Wercken jhre Falſchheit bewei⸗ ſen? Wie die ſchoͤne Hur Phryne genant/ auff einer Gaſterey geſehen/ daß viele Weiber ſich geſchmincket/ hat ſie ein Spiel angefangen/ darin auch was diejenige/ ſo gewinne/ thue/ die andern alle jhr nachfolgen ſol⸗ ten. Wie ſie nun das Spiel gewonnen/ hat ſie fuͤr allen /hr Angeſicht mit Waſſer gewaſchen/ da der andern Heßligkeit wie ſie ſich waſchen muͤſſen erſchienen/ jhre Schoͤne aber beſtaͤndig geblieben: O wie wird am lieben fuͤngſten Tage vieler Heuchler vorgegebene geiſtliche Schoͤnheit/ in die euſſerſte. Heßlichkeit verwandelt werden Solcher Leute Bußfertigkeit/ iſ lauter Betrug und Falſchheit. II. Juſtitia imaginaria: Eingebildete Gerechtigkeit: Sie “ Bbbb niſ vermaſ⸗ ſie weiden/ daß ſie zu Spott und zu Schanden werden. Jerem. 22 v 22. Zwing. Vol. 13. pag. 2824. 4 Zw'ing. 0l. 2. Pag. 301. ——õ ⁄**— vermaſſen ſich/ daß ſie from/ oder/ wie es in der Original Sprache vermafſenß h veßhe wird in heiliger Schrifft unterſchiedliche Ge⸗ rechtigkeit benamet: Als; 1. Juſtitia moſaica& legalis: Die Gerechtigkeit nach dem Geſetze Moſis: Welche Gerech tigkeit erfodert/ daß alle unſere Gedan⸗ cken/ Gebaͤrde/ Worte und Wercke nach dem Geſetze Gottes ſchnur ge⸗ rade ſollen erfunden werden/ und heiſſet es von derſelben: Thue das ſo wirſtu leben. Luc. 10. v. 28. Aber da muͤſſen wir nach Chriſti Anweiſung billich ſagen: Wann wir alles gethan haben was wir thun ſollen/ ſo ſind wir doch unnuͤtze Knechte. Luc. 17. v. 10. Niemand unter uns thut das Geſetze. Joh. 7. v. 19. Kein Fleiſch kan durch deß Geſetzes Werck faͤr Gott gerecht ſeyn. Rom. 3. v. 20. Dann ſo durchs Geſetz die Gerechtig⸗ keit kompt/ ſo iſt Chriſtus vergeblich geſtorben. Gal. 2. v. 21. Weilenes aber dem Geſetze ohnmuͤglich war/(uns gerecht und ſelig zu machen /ſo hat Gott ſeinen Sohn uns geſand. Rom. 8. verſ.;. Dieſes ſollen die Sehein⸗und Werckheiligen billich erkennen; Aber ſie ruͤhmen ſich deß Geſetzes/ und ſchaͤnden doch G Olt durch Vbertretung deß Geſetzs Rom. 2. v. 23. Bey denen die ſolches nicht erkennen wollen/ iſt wahre Buſſe nicht zu finden. 2. Juſtitia phariſaica& carnalis: Die Phariſaiſche und fleiſch⸗ liche Gerechtigkeit: Die Phariſeer/ und deren getreue Nachfolger der⸗ meinen ſie koͤnnen Moſi Satistaction und Gnugthun verſchaffen wann ſie nur euſſerlich das Geſetze halten/ und iſt alſo der ſelben Gerechtigkeit. a. Juſtitia externa: Eine euſſerliche Gerechtigkeit: Vermen⸗ nen wann ſie nur euſſerlich(und nicht zugleich innerlich) dem Geſetze in Gehorſam leiſten /ſo ſeyn ſie from und gerecht fuͤr Gott: Aber das Geſe⸗ te lautet viel anders: Wir ſollen Gott lieben von gantzem Hertzen/ von gantzer Seele von allem Vermoͤgen. Deut. 6.v.. Und daneben ſollen wit unſern Naͤchſten lieben als uns ſelbſt. Lev. 19. v. 8. Alſo iſt das Ge⸗ ſetze geiſtlich wir aber ſind fleiſchlich/ unter die Suͤnde verkaufft. Rom. 7.v. 14. Und ſo emand das gantze Geſetz haͤlt/ und ſuͤndiget an einem der iſts gantz ſchuldig. Jac. 2.v 10. Wir aber fehlen alle mannigfaltig Jar. 3.v. · Wie kan aber bey ſolchen wahre Buſſe ſeyn/ weilen ſie deß Giſetzes Erſodern nicht erkennen⸗ 3. Juſtitiainflata: Ein auffgeblaſene Gerechtigkeit: Siethun bre Wercke fuͤr den Leuten/ daß ſie von jhnen geſehen e glan Matth.s. . y, I. 5 Vom ſiebenzehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe⸗ inderni ß duhn der wiecz alger Sen 8 1 4 onncht afmnan velaj ls Die Phariſaſtzen und dxm gerrue uh und Gnugthundnſtn und iſtalſo deſehagen⸗ ſſerliche Gerechtign zugleich mnatih mit garcchtfuͤr Gan Aeh lben von ganzm he Deut v. UWdan ſt. Lc g.vdd Juht unte dir Sineraiui es baͤltund tdgtd⸗ derfihlcmalemumiin Buſſeſgveinſthi la axette⸗ ybeasſchranns 2 welches iſt die Einbildung eigener Heiligkeit. 56⁷ v.. ſeqꝗq. Sie ſind alſo ſtoltz/ daß ſie vermeinen/ ſie haben alles gehalten/ was das Geſetz von ihnen er fodere. Matth. 19. v. 20. Das gibt warlich ei⸗ ne ſtoltze Buſſe/ die fuͤr Gott nicht beſtehen kan. v. Iluſtitia mercenaria: Eine verdienſtliche Gerechtigkeit: Sie wollen mit Thun das ewige Leben ererben. Lulc. 10. v.2 75. Alſo hat Iſrael dem Geſetz der Gerechtigkeit nachgeſtanden/ und hat das Geſetz der Gerechtigkeit nicht uͤberkomen; Warum das? Darum daß ſiees nit auß dem Glauben/ ſondern als auß den Wercken deß Geſetzes geſuchet. Rom. 9. v. 3 1. leq. Solche Leute erkennen die Gerechtigkeit nicht/ die fuͤr Gott gilt/ ſondern trachten jhre eigene Gerechtigkeit auff zuriehten/ und ſind alſo der Gerechtigkeit di fuͤr Gott gilt/ nicht unterthan: Denn Chriſtus iſi deß Geſetzes Ende/ wer an den glaubet/ der iſt gerecht. Rom. 10. v. 4. feq. Alhie hat abermahl wahre Buſſe keine Staͤtte zu ſinden. 3.luſtitia hypocrytica: Eine heuchleriſche Gerechtigkeit: Dañ dieſer Schein⸗ und Werckheiligen ſind gleich den uͤbertuͤnchten Graͤ⸗ bern/ welche außwendig huͤbſch ſcheinen/ aber inwendig ſind ſie voller Todten⸗Bein und alles Vnfflaths. Alſo ſcheinen ſie außwendig fuͤr den Menſchen from/ aber inwendig ſind ſie voller Heucheley und Untu⸗ gend/ wie ſie Chriſtus mit lebendiger Farbe abmahlet. Matth. 23. v. 27. ſeq. Es iſt der Phariſeiſche Sauerteig/ das iſt/ Heucheley bey jhnen. Luc. 12. v. r. Omnis humana juſtitia, injuſtitia deprehenditur, ſi divi- nituùs diſtrictè judicetur, ſagt Gregorius: Das iſt: Alle menſchliche lib. 2r. Gerechtigkeit/ wird befunden daß ſie Ungerechtigkeit ſey/ wann ſievon mora Gott eigentlich gerichtet wird. Solche ſchein⸗ und falſche Heiligen/ ſind5 gleich den Kindern/ ſo von Karten⸗Blaͤttern Haͤuſer bauen/ wann ſie vermeinen es ſey nun alles gut /ſo faͤllet das Haus darnieder: Sie ſind gleich den Huͤnern/ welche alsbald gaͤcken/ wann ſie ein Ey gelegt/ und damil die Eyer verlieren: Alſo auch dieſe/ wann ſie einmahl etwas euſ⸗ ſerlich Gutes gethan/ ſo ſeyn ſie hochmuͤthig daruͤber/ aber jhr Gutes iſt damit fuͤr Gott verlohren: Wie Dominico Baudio ein Gelahrter ruͤhmete/ er haͤtte einen Brieff bekommen/ darin wuͤrde er titulirt der Gelahrteſte in der gantzen Welt: Antwortet Baudius; Herꝛ Niemand zweiffelt hieran als die gantze Welt: Ein gleiches Urtheil gehoͤret den Schein⸗und Maulheiligen. b 3. Juſtitia im Putata& ſalutaris: Die ugerechnete uñ heilſame Ge⸗ rechtigkeit. Oie uns durch den waren Glaube an Ehriſtum zugereehnet wirdꝛ 1 Gerlach. Eutrap. p. I. P. 10 6. ———— zes Vom ſiebenzehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ recht machet. Eſa. 53.v. 1IL. Der HErn der unſer Gerechtigkeit iſt. Ien 23. v. 6. Dieſe Gerechtigkeit kompt durch den Glauben an Chriſtumzu allen/ und auff alle die an jhn glaͤuben. Rom. 3. v. 22. Von dieſer Ge rechtigkeit ſagt Paulus: Er achte alles fuͤr Schaden und Dreck/ auf daß er Chriſtum gewinne/ und in jhm erfunden werde/ daß er nicht hahe ſeine Gerechtigkeit/ die auß dem Geſetz/ ſondern die durch den Glauben an Chriſtum kompt/ nemlich die Gerechtigkeit/ die von Gott dem Glau⸗ ben zugerechnet wird. Phil. 3. v. s. Und dieſt iſt die Gerechtigkeit/ welche der ſeligmachende Glaube in wahrer Buß ergreifft. 4. Jultitia inchoata& moralis: Die angefangene Gerechtig⸗ keit nach dem Geſetz: Dadiejenigen/ ſo durch den Glauben an Chr⸗ ſtum gerecht worden/ ſich eines gerechten Lebens und Wandels befleiſ ſigen; Verleugnen das ungoͤttliche Weſen/ und die weltliche Luͤſte/ und leben zuͤchtig/ gerecht und gottſelig in dieſer Welt. Tit. 2. v. 12. Undbe⸗ weiſen jhren Glauben mit guten Wercken. Jac. 2. verſ. 13. Welche Ge⸗ rechtigkeit auff wahre Buſſe nothwendig muß erfolgen/ aber es muß keine Vermeſſenheit einiges Verdienſtes dabey ſich finden laſſen. III. Proximi deſpicientia: Die Verachtung deß Nechſten⸗ Sie verachten die andern: Auß geiſtlichem Stoltz ſagen ſie offt; Oi⸗ ſer Menſch gehet ſo fleiſſig zur Kirchen/ ſo offt zur Beicht und Abend⸗ mahl/ er muß ein boͤſer Menſch ſeyn/ ſein Gewiſſen wird jhn ſehr aͤng⸗ ſten: Solche Suͤnder verachten jhren Nechſten. Prov. r4. v. 21. Woſſie hinkommen/ da kompt(mit jhnen) Verachtung und Schmach mi Hohn. Prov. 18. verſ. 3. Sie gedencken nicht/ daß wir alle Schuld auff uns haben. Sir. 3. v. 6. Sie richten frembde Knechte. Rom. 14. verſ4. Oonſtantinus ein Muͤnch zu Ancona, war unanſehenlich/ aber wegen ſeiner Tugenden und Frommigkeit ſehr beruͤhmet: Wie nun ein Freml⸗ der dahin kommen und jhn geſehen/ hat er demſelben gantz nicht gefal⸗ len: Wie der Muͤnch dieſes gemercket/ iſt er demſelben umb den Hals gefalls/ hat jhn freundlich gekuͤſſet und geſagt: Er erfreue ſich ſehr hoch/ daß er einmahl einen gefunden/ der/ wie er wuͤrdig waͤre/ jhn verachtete/ weilen er Lobes und Ruhms unwuͤrdig/ und etwas Gutes zuthunfuͤr ſich ſelber untuͤchtig ſey. Die ſtoltzen Hertzen ſehen an das Urtheil Chti⸗ ſn von dem auffgeblaſenen Phariſeer. Luc. 18. verſ. 14. Und aſſertun wird: Welcher iſt der gerechte Knecht/ ſo durch ſein Erkaͤntnuͤß vielge dis: Die gnaef * Deeangefangng. Ren/ ſodurch deGage Al den/ ſoofft;ur Bat n/ ſein Gewiſſmnwufte m Neechſten. Prnaau. ) Vaaachtung undett cen nicht /daßwrae frembde Knechtr.Aanu na, war unanſeherlc ſchrberuͤhmer Wrnnch baterdenſchenannu eer/ in edenſcbaut nd geſattErcfrart wieer windgvünſ dig/ und crva Gun Harvanſchenands 1 T Luc.Baſ 1 HalhsſſdeErrwartungd Miuckhet 569 Stoltz und Hochmut fallen: Der barmhertzige Gott der auff das Nie⸗ drige ſihet im Himmel und auff Erden. Pſal. 113. v. 6. Wolle jhm wol⸗ gfaͤlige Demut bey uns erwecken umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Die ſieben und achtzigſte Predigt. DE DECIMO OCTAVO VERÆ POENITENTIæE OB. STACULO, QHOD PERICUILOSA MORBI ET MOKTIS EXPECTATIO. Vom achtzehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ welches die gefaͤhrliche Erwartung der Kranckheit und deß Todes. Sir. 18. v. 2. Spare deine Buſſe nicht biß du kranck wer⸗ deſt/ ſondern beſſere dich weilen du nooch ſuͤndigen kanſt/ verzeuch nicht from zu werden/ und harre nicht mit Beſſe⸗ rung deines Lebens biß in den Tod. d S beſchreibet GO T die Unbußfertigen alſo. M. Zeph. 1. v. 12. Daß er ſie nennet Leute die auff jhren Hefen O liegen. Was es/ meine Chriſtliche Hertzen/ mit den Hefen 8 fuͤr eine Beſchaffenheit habe/ iſt gnugſam bekand: Solchen Hefen werden die Gottloſen verglichen: . Propter ſecuritatem: Wegen der Sicherheit: Gleich wie die Hefen im Faß ſich ſelber weder reget noch beweget/ ſondern ſtille lieget: Alſo liegen die Gottloſen ſtille und ſicher in jhren Suͤnden: Daher ſpricht Gott; Moab iſt von ſeiner Jugend auff ſicher geweſt/ und auff ſeinen Hefen ſtille gelegen/ und iſt nie auß einem Faſſe in das ander ge⸗ Cece goſſen/ —— —— S8*. 570 Vom achtzehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ goſſen/ und nie ins Gefaͤngnuͤß gezogen. Jer. 48. v. 1. Solche wohnen ſicher/ und haben weder Thuͤr noch Riegel. Jer. 49.v. 31. Das iſ/ ſi fuͤrchten ſich nicht fuͤr Gottes Zorn/ daß ſie demſelben vorbauen ſolten und ſeiner Straffe entfliehen; Sie bekuͤmmern ſich nicht umb den Schaden Joſephs. Amos. 6. v. 6. Sind gleich den Kindern ſo außge⸗ ſand jhrer Eltern Befehl zu verrichten/ und gehen auff der Gaſſen und ielen. ſpie 2. Propter abominationem; Wegen der Abſcheulichkeit. Den Hefen kan kein Menſch genieſſen/ ſondern hat ein Abſcheu dafur: Alſo iſt die Unbußfertigkeit abſcheulich fuͤr Gott: Dann ſie iſt ein Greuel fuͤr jhm. Hiob. 15. v. 16. Abſcheulich fuͤr den Engeln: Dann wie dieſelbe ſich freuen uͤber einen bußfertigen Suͤnder. Luc. 15. v. 1o. Alſo haben ſie ein Abſcheu fuͤr den UInbußfertigen; Abſcheulich fuͤr frommen Varben Dañ die haſſen die Ubertreter/ und laͤſſen ſie nicht bey ſich blei⸗ ben.„10I.V 3. 3. Propter vermium productionem: Im Hefen wanner alt wird/ wachſen Wuͤrme: Bey den Unbußfertigen waͤchſet der Wurm deß boſen Gewiſſens; Eſa. 66. v. 24. O wie kan ſie derſelbe wann er an⸗ faͤnget zu nagen/ auffs allerhaͤfftigſte plagen: Siehe an/ O Chriſtliches Hertz/ den Ammon Bey demſelben war die Blutſchaͤndliche Liebege⸗ gen ſeine Schweſter eine Zeit languͤber alle Maſſen groß/ aber wieſhm ſein Gewiſſen auffwachte/ und nach Verdienſt angriff/ war bey jhm der Haß groͤſſer gegen ſeine Schweſter/ als vorhin die Liebe geweſt war. 2. Sam. 13. v. v5. Das laß mir einen Wurm ſeyn 4. bropter abjectionem; Wegen der Verwerffung; Gleich⸗ wie der Hefen fuͤr das Vieh wird gegoſſen und veraͤchtlich gehalten.: A ſo ſeyn die Unbußfertigen bey Gott verachtet; Dann wer Gott verach⸗ tet der ſol wieder verachtet werden.i. Sam. 2. v.30. Sie heiſſen ein ver⸗ worffen Silber/ dann der Herr hat ſie verworffen. Jer. 6.v. 30. Er wilſit von ſeinem Angrſicht wegwerffen. Jer.7 v. 15. Dieſen Suͤnden hrfn befinden wir an den jenigen/ ſo in ihrer Unbußfertigkeit dahin gehen vel⸗ meinen es ſey noch fruͤh genug ſich zu bekehren/ wann eine gefaͤhrliche Kranckheit/ oder der zeitliche Todt ſie ans Hertze ſtoſſe: Wie Syrachſa⸗ getſdeſſen Worte wir in nachfolgendem Puͤnetlein betrachten wolen 3 8 4 1 m; Wegmdrql en/ ena en lüich fuͤr Gott Da 1 heuhich fur den Engie uen Sündg. aun ſanam Pſcaügſ aar und laͤſen kri Sionem: Undußfengmvitſt Owekan ſiedafſth lan Stfade nwar die Blutſchinb, ber alle Maſſengren Vadienſt ene als vorhin diecit Punnſcnu. egender Dewifn vſſen ind verichtätl erachtet Damve Sam a.rza Liß befindet ſich: 4 welches iſt die gefahrliche Erwartung der Kranckheit. 5 1 Wie daß die ſehr gefaͤhrliche Abwartung der Kranckheit oder Todtes/ bey Vielen wahre Buſſe verhindere. Der grundguͤtige Gott wolle uns ein continuirliches bußfertiges Herb verleyhen/ durch ſeinen h. Geiſt/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen. Erklaͤrung. Wir haben bey verleſenen Worten zu beobachten: I. Peſſimam multorum conigetudinem: Vieler Menſchen boͤſe Gewonheit: Dieſelbe wird alhie beſchrieben: 1. Ab objecto: a. Conyverſio: Wahre Buß und Bekehrung: Sie ſparen jh⸗ re Buſſe: Sparen iſt in vielen Dingen hochnuͤtzlich/ und muͤſſen wir bil⸗ lich die uhralte Vermahnung fleiſſig in acht nehmen; O ſunges Blut/ ſpar ja dein Guth/ dann die Armuth/ im Alter weh thut: Und iſt der er⸗ ſparte Pfennig redlicher dann der erworbener/ wie der HEnꝛ Lutherus pflegen zu ſagen. Aber in der Buſſe dlenet kein ſparen; Sondern da heiſ⸗ ſet es/ heute/ heute/ ſo jhr deß HErꝛen Stimme hoͤret/ ſo verſtocket eure Hertzen nicht. Pſalm. 05. v. d. Wir ſollen immerfort den HErꝛn fuͤrch⸗ ten/ und ſeiner Knechte Stimmegehorchen. Eſa. S0. v. 10. Wir ſollen unſer Ohren neigen/ und kommen zu Gott/ hoͤren/ ſowird unſer Seeſe le⸗ ben. Eſa. 5. v.;. Jetzt iſt die angenehme Zeit /jetze iſt der Tag deß Heils. 2. Cor. 6. v. 2. Derhalben ſollen wir unſer Buſſe nicht ſparen/ und ſie nicht auffſchieben von einem Tage zum andern. Syrt.⸗.p.J. Wann wir etwas Unreines an unſern Gliedern befinden/ waſchen wir uns gerne: Womit die boͤſe Gewonheit umbgehe: Da Zinckgr. paft. I. Nun iſt ja unſer Gerechtigkeit/ das A llerſchoͤnſte/ das an uns als an uns befunden wird/ füͤr Gott wie ein unflaͤthiges Kleid. Eſa. 64. v6. Was muͤſſen dann unſer Suͤnde fuͤr jhm ſeyn Eine ſchwere Laſt legen wir ger⸗ ne ab. Vnſer Suͤnde gehen uͤber unſer Haupt/ wie eine ſchwere Laſi wer⸗ den ſie uns zu ſchwer. Pſalm. 38. verſ.. Derowegen muͤſſen wir ſie in der Gnaden Zeit durch wahre Buſſe ablegen. b 8. Viæ melioris inſtitutio: Beſſerung unſers Lebens: Alles Fleiſch Cece i hat N Pag. 220. ——* 77² Vom achtzehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ hat/ leider/ ſinen Weg verderbet. Gen. 6. v. 12. Und wir verderbens off tieff. Hoſe. 9. v. o. Da gehet die Beſſerung unſers Lebens an/ in wahre Buſſe/ und continuiret hernach durch den neuen Gehorſam: Davon ſpricht Gott; Beſſere dich Jeruſalem ehe ſich mein Hertz von dir wen⸗ de/ und ich dich zum wuͤſten Lande mache. Jer. 6. v. 8. Ach wie wendeitt ſich ſo gnaͤdig zu uns Err wendt zu uns ſein Vaters Hertz/ Es iſt bey jym fürwar kein Schertz/ b Er laͤſt ſichs beſten koſten. b b Aber wir wenden uns/ leider/ durch die leidige Suͤnde von jhm. Beſſert euer Leben und Weſen/ ſo wil ich bey euch wohnen. Jer. 7,v. 3. Odeß gnadreichen Erbietens Was kan doch gottſeligen Kindern liebers wie⸗ derfahren/ als wann jhre Eltern zu jhnen kommen? Vollends mit ſol⸗ chem Segen als unſer allerliebſter himliſcher Vater mit ſich bringet: Die ſich beſſeren laͤſſet Gott zu Gnaden kommen. Sir. 17. v. 19. Aber unbußfertige Menſchen bleiben bey jhren fuͤnff Augen/ wie man ſagt/ und verſchieben die Beſſerung immer fort; Das iſt ja eine groſſe Va⸗ hindernuͤß wahrer Buſſe. b b 2. Ab incitamento; Was ſie dazu reitze; Nemlich I. Detectus morbi: Der Mangelder Kranckheit: Sieſpa⸗ ren jhre Buſſe biß ſie kranck werden; Es ſchicket zwar GOTTuns Kranckheit zu umb unſer Suͤnden willen/ wie an Mirjam Moſis Schweſter zu erſehen. Num. 12. verſ. o. Es iſt unſer Boßheit Schuld/ daß wir ſo geſteupet werden. Jer. 2. v. xo. Dann wer fuͤr ſeinem Schoͤpf⸗ fer ſuͤndiget/ der faͤlletdem Artzt in die Haͤnde. Sir. 38. verſ.. Derowe⸗ gen wir bey Kranckheiten Vergebung unſer Suͤnde billich und amer⸗ ſten begehren ſollen/ und mit David ſagen: Gott ſey mir gnaͤdig nach deiner Guͤte/ und tilge alle meine Suͤnde nach deiner groſſen Barm⸗ hertzigkeit. Pſal. Fr. v. 3. Wir ſollen von der Suͤnde la ſſen/ und machen unſer Haͤnde unſtraͤfflich/ und reinigen unſer Hertz von aller Miſſe⸗ that. Sir. 38. v. ro. Uind mit Hiskia den Troſt unſer Seelen vermittels Bergebung der Suͤnden ſuchen. Eſa. 38.v. 7. Aber/ wir muͤſſm inſe⸗ re Buſſe nicht ſparen/ biß uns maͤſſe uaſe, und zwar/ biß GOTT mit Kranckheit heimſuch , Propter ———— .——¼—ͥ/᷑—᷑᷑᷑᷑t⸗t⸗t⸗t—t———— - ————— “““* 3 1.! det Kec tlgrn komnnan vonſinet Wacht⸗ wder nen kommen⸗ dah 1 edazu reize Nanh kangel der Kranche in Esſchikewrdll willen/ wit an Munl 110. Es iſt unſer deich 19. Damwaffilſena Hande. Sir.38 aſ ag unſe Sände dſat ſagm: Gott ſe nra Söüͤnde nach dun giti von der Sundeluſenren gen unſa han 4 4 gen 39 dn DoſtunſeSenn welches iſt die Erwartung der Kranckheit ꝛc. 573 1. Propter morbi præventionem; Daß wir mit der Buſſe der Kranckheit zuvor moͤgen kommen: Dannes iſt kein beſſer Mit⸗ tel Kranckheiten und allen wohl⸗verdienten Straffen Gottes zuvor zu kommen/ als durch wahre Buſſe: Dann ſo ein Suͤnder ſich bekehrer von ſeiner Boßheit/ ſo ſoll Gott auch reuen das Ungluͤck/ das er jhm gedacht zu thun. Jer. 18. verſ.g. Es ſoll Gott gereuen das Vbel/ das er wider jhn gedacht hat. Jer. 26. v. 13. Weilen ſich Rehabeam vermittels wahrer Buſſe demuͤtigte/ hat ſich deß HErꝛn Zorn von jhm gewand. 2. Chron. 12. v. 12. Wie ſich die Niniviten bekehrten von jhrem boͤſen Weſen/ reuete Gott deß Vbels/ das er geredet hatte jhnen zu thun/ und thaͤts nicht. Jon. 3. v. o. Nach Vaters Art und Treuen/ er uns ſo gnaͤdigiſt; Wann wir die Suͤnd bereuen/ glaͤuben an Jeſum Chriſt; Hertzlich ohn Heucheley/ Thut er die Sund vergeben/ lindert die Straff daneben/ Steht uns in Noͤthen bey. b Vnd koͤnnen alſo auch Kranckheiten/ durch wahre Buſſe abgewendet werden. 2. Propter morbi conditionem; Wegen deß Zuſtandes der Kranckheit; Welcher iſt; a. Generalis: Ein allgemeiner Zuſtand: Dann wann wir in wahrer Bußfertigkeit gefunden werden/ und als dann mit Kranckheit von Gott heimgeſuchet werden/ ſo iſt dieſelbe nur eine vaͤterliche Zuͤch⸗ tigung/ und heiſſet: Den der ERR lieb hat/ den zuͤchtiget er/ und hat Wolgefallen an jhm/ wie ein Vater am Sohn. Prov. 3. v. 2. Weilen du Gott lieb wareſt/ ſo muſts ſo ſeyn/ ohne Anfechtung muſteſt du nicht bleiben/ auff daß du bewaͤhret wuͤrdeſt. Tob. 12. v. 3. Dann gleichwie das Gold durchs Feur/ alſo werden die/ ſo Gott gefallen/ durchs Feur der Truͤbſal bewehret. Sir. ꝛ. v.. Aber unterdeſſen ſo haben wir Friede mit Gott/ durch unſern HErꝛn Chriſtum. Rom.. v... Vnd muß de⸗ nen ſo Gott lieben/ alle Ding zum beſten dienen. Rom. s. verſ. 28. Wann wir aber in Suͤnden und Ungehorſam gegen Gott leben/ ſo ſind Kranck⸗ heiten eine gewiſſe Anzeigung deß Zorns/ und eigentliche Straffe Got⸗ tes/ wie Gott ſelber bezeuget Lev, 26. und Deut. 28. capp. Cec i g.Specia- —y —— 74 Bom achtzehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ 3. Specialis: Ein ſonderlicher Zuſtand Dann es ſind ezliche Kranckheiten ſodie fenige ſo damit behafftet/ alſobald jhrer Vernunſſ und Verſtands berauben/ als Wahnſinn/ gantzer Schlag und dergla⸗ chene Da iſt das Mittel zu wahrer Buſſe hinweg genommen/ und heiſ ſet wann ſie darinn ſterben. Wann der Baumffaͤllet/ er falle gegen Mit tag oder Mitternacht/ auff welchen Orter faͤllet/ da wird er liegen. Eel 11.v. 3. Und wann der Menſch ſtirbet/ da wird er innen/ wie er gelebet hat. Spr. 11. v. 29. Da iſt Niemand verſichert/ daß ihn G OT T mit eina ſolchen Kranckheit nicht werde heimſuchen/ ſondern es heiſſet cuivis ac cidere poteſt, quod cuiquam: Das iſt/ was jemand wirderfaͤhret kan ſederman wiederfahren: Solte uns aber die Betrachtung dieſes nichtzu ſchleuniger Buſſe bewegen? 2. Protractio lethi; Der Verzug deß Todtes: Sie vermeinen wann der Todt fuͤr jihre Thuͤr anklopffe/ ſo ſey es Zeit genug Buſſezu thun: Das ſind aber ſehr gefaͤhrliche Gedancken/ und heiſſet davon/ Und wann er Nmumer leben mag/ ſo hebt er an einegroſſe ag/ wilſich erſt Gott ergeben: Ich fürcht ͤrme degotrlich Gnad/ die er allzeit verſpot⸗ et hat/ wird ſchwerlch ob ihm ſchweben. Dann den Gottloſen wird das Ungluͤck toͤdten. Pſalm.; 4 b ꝛ:. Der Todt uͤbereilet ſie. Pſalm. 5. v. 16. Ploͤtzlich werden ſie zu nichte gehen unter/ und nehmen ein Ende mit Schrecken. Pſalm. 73 v. 19. Nu⸗ dab und Abihu/ Aarons Soͤhne/ brachten frembd Feuer fuͤr den Ennl dafuhr ploͤtzlich ein Feuer auß von dem) Ennn/ und verzehrte ſie. Lep. 10. v. 1. ſfegꝗd. Die gottloſen Kinder deß Prieſters Elt/ kamen elend inde Schlacht umb ihr Leben. 1. Sam. 4. verſ. 11. Ammon ward auß Ge⸗ heiß ſeines Bruders Abſolon wie er guter Ding vom Wein war/ jaͤm⸗ merlich erſchlagen. 2. Sam. 13. v. 28.le q. Wie Abſolon hernacher miu ſeinen Haaren an einer Eichen behaͤngen blieb/ von Joab mit drcyen Spieſen ins Hertze geſtoſſen. 2. Sam. 18. v. 9. leqq. Belſazer Koͤnig zu Babel/ war luſtig und guter Dinge/ dominirte und banquetirte diegantze b Nacht/ aber in derſelben ward er getoͤdtet. Dan. Cap. Ein Legatauß der — enmag /ohotamn 11 tuch Gnad diecrahe hweben. »Unglück tödim pe 215. Ploözlich vodain ut Schreckm Pſan⸗n chten frandd Fuefin en.)Ernurdraxiiti deß Priſies El kmatt 4.varſ. u. Amnondu welches iſidiegefahrliche Erwartug der Krauckheit, der Inſul Khodis, kam gen Rom)/ und daer fuͤr dem Rathe mit groſſer Verwunderung ſeine Rede gethan/ und ſeiner Herrn Notthurfft fuͤrge⸗ bracht hatte/ und wieder umb vom Rathauſe gehen wil/ bleibet er an der Thuͤrſchwellen eilendes Todtes. Lucius Cæſar deß erſten Roͤmiſchen Keyſers C. lulii Cælaris Vater/ da er in der Stadt bilis deß Morgens Naoider ſeine Schuh wil anzichen/ iſt er ploͤtzlich geſtorben. Anacreon ein Poet/ 6 29. wie er alt worden/ und mit ein wenig Saffts auß einer Weintrauben/ · ſeine ſchwache Kraͤffte erquicken wolte/ iſt er daruͤber erſticket. Marg⸗ Graff Philip von Baden/ da er zugeruͤſtet Hochzeit und Beylager mit Hertzog Wilhelmen von Cleve Tochter zu halten/ und viel Unkoſten an⸗ gewand/ iſt er deß Morgens zu Baden in ſeinem Bette todt gefunden worden. Bapſt Adrianus der vierdte/ daer ſich bey einem Brunnen er⸗ kuͤhlen wollen/ iſt jhm eine Muͤcke in den Hals geflogen/ davon er erſti⸗ cket/ und gehlings Tods verblichen. UInd ſolchen Exempeln ſeyn die Hi⸗ ſiorien vol/ daß es billich heiſſet: Heut ſind wir friſch geſund und ſtarck/ Morgen todt und liegen im Sarek b Heut bluͤhen wir wie ein Roſe roth/ bald kranck und tod/ Iſt allenthalben Muͤh und Noth. II. Conſuetudinis correctionem: Die Aenderung dieſer bo⸗ ſen Gewonheit: Dirſelbe erfodert: b 1. Temporis obſervationem: Daͤß wir die Zeit in acht neh⸗ men: Weilen wir noch ſundigen koͤnnen: Wir koͤnnen uns nicht ruͤh⸗ men deß morgenden Tages/ dann wir wiſſen nicht/ was ſich heute bege⸗ ben mag. Prov. 27. v.. Es kan fuͤr Abend wol anders werden/ als es am Morgen geweſen und ſolches geſchicht bald fuͤr Gott. Syr. 18. verſ. 26. Dieweilen vrSe haben/ ſollen wir Gutes thun. Gal. 6. v. o. Geden⸗ cken/ daß unſer Leben ſey gleich wie Dampff der eine kleine Zeit waͤret und baloveſender Jete de. eut iſt der Menſch ſchoͤn jung und lang/ ſieh/ morgeni er ſchwach und kranck/ 3 genſſ b Bald muß er auch gar ſterben. mnia potiũs amittenda, quàmtempus: Aurum amittis: Poteſt recu- —.—— 3 C—ͤſſſſſſſſ ͤſſſſ—— —— ——yWü *——yÿ—— 1 4 ——-—— 4 .——— 576 Vom neunzehenden Hindernuͤß wahrer Buſſ/ recuperari: amiſſum tempus difficulter, ſagt Chryſoſtomus: Dasiſſ Wir ſollen lieber alls verlieren/ als die Zeit; Verliereſt du Geld? Du kanſt es wieder bekommen Die verlohrne Zeit aber ſehr ſchwerlich. 2. Pietatis maturationem: Daß wir eilends from werden. Dieſe Frommigkeit beſtehet darinn/ daß wir das Boͤſe meiden/ und das Gute thun: Wie wir ein Exempel an Hiob haben. cap. x. v. t. Solchebe M kehren ſich/ und thun das Vnrecht ferne von jhrer Huͤtten. Hiob. a4 wida v. 23. Solcher Geſchlecht ſoll geſegnet ſeyn. Pſal. 112. v. 2. Ihre Huͦtn eͤue ſollen gruͤnen. Prov. 14.v. 11. Das Gebet der Frommen iſt Gott ang⸗ uauf nehm. Prov. 1. v. 8. Sie ſollen(zeitliches und ewiges) Gutes ererben. Huſſ Prov. 28.v. r0. Zuwelchem allen uns verhelffen wolle Gott der Vataſ ſin A durch ſeinen heiligen Geiſt/ umb Jeſu Chriſti willen/ Amen/ Amen.Ü ulde homil. 57. in Iohan. ſelige b Die acht und achtzigſte Predigt. eſem DE DECIMO NONO VERF POENITENTI OSTA. 9 CuILO, QlOD ERNITAIIS OBEIVIO. anda Vom neunzehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ welchesſſt ſa das Vergeſſen der Ewigkeit. n Matth. 25. v. 46. Die Gottloſen werden in die ewige Peing hen/ aber die Gerechten in das ewige u Leben. 8 Sſpricht Sirach cap. 7. verſ. 30. alſo: Wasn o NM. thuſt/ ſo bedencke das Ende/ ſo wirſt du nimmermehr Vbll V SD thun. In dieſen Worten haben wir/ 1. Memoriale continuum; Was wir immarfort h bedencken ſollen: Nemlich/ das Ende; Nicht allein unſern Tod/ Auff⸗ ian erſtehung und juͤngſtes Gerichte/ ſondern auch ſonderlich die ewige. Verdamnuͤß/ und das ewige Leben. Die ewige Verdamnuͤß ſolan u immerfon tiiches undewigeg 1 voreänl àNTAITB ORMnI üßwahre Buſtſa drEwigkit. 18. r. 46. in die ev 3 rechten m de netſcyn.Pſalmnz n b Ged— f Augen ſtellet/ auß welchen wir wollen beſehen/ welches iſt das Vergeſſen der Ewigkeit. 77 immerfort betrachten/ daß wir die Gnaden⸗Zeitin acht nehmen/ undin ſtatiger Bußfertigkeit leben moͤgen: Wir muͤſſen bedencken zu dieſer un⸗ ſer Zeit/ was zu unſerm(ewigen) Friede dienet. Luc. 19 v. 42. Jetzt iſt * die angenehme Zeit/ jetzt iſt der Tag deß Heils. 2. Cor. 6. v. 2. Derowe⸗ gen muͤſſen wir uns in die Zeit ſchieken. Eph. ⸗. verſ.. Wann bey den Juden emer ein Wohnhaus verkauffte/ hatte er ein Jahr Zeit/ ſolches wieder zuloͤſen. Lev. 25. v. 29. Der Himmel iſt unſer Haus von Gott gebauct. 2. Cor. F. verſ. 1. Das haben wir leider/ durch unſerere Suͤnde verkaufft/ das koͤnnen wir im Jahr dieſes zeitlichen Lebens/ durch wahre Buſſe wieder an uns loͤſen. Das ewige lLeben ſollen wir uns immerfort fuͤr Augen und Hertzen ſtellen/ daß wir Chriſtum in der Gnaden⸗Zeit mit wahrem Glauben ergreiffen/ und ſolchen Glauben mit einem gott⸗ ſeligen Leben beweiſen: Wir ſollen uns Schaͤte im Himmel ſamlen/ da ſie weder Motten noch Roſt freſſen/ und die Diebenicht nachgraben. Matih. o. verſ. a. Wir muͤſſen ſuchen was droben iſt/ da Chriftus iſt/ ſitzend zur Rechten Gottes/ trachten nach demwas droben iſt/ nicht nach dem das auff Erden iſt. Col.z.v.ꝛ. ſeq. Ach wie lauffen die elende Men⸗ ſchen/ groß Geld und Gut zu erwerben/ Aber ein gotuſeliges Hertze Das ewoig Gut machtrechten Muth/ Daaben ich bleib/ wag Gut und Leib⸗/ Gott helff mirs uͦberwinden. 2. Memorialis uſum; Den Nutzen dieſes Bedenckens: So wirſtunimmermehr Vbels thun: Das iſt du wirſt in ſtetiger Buß⸗ fertigkeit und gottſeligem Leben und Wandel dich finden laſſen/ der ewi⸗ gen Verdamnuͤß zu entfliehen/ und das ewige Leben zu ererben: Wann wir bedencken daß wir ſterben muͤſſen/ ſo werden wir klug. Pſal o0. v. 13. So iſt die Furcht deß HEnrrn eine Quelle deß Lebens daß man meide die Stricke deß Todes. Prov 14. v. 27. So gedencken wir an den Jorn/ der am Ende kommen wird/ und an die Rache wann wir davon muͤſſen. Spr. 18. v. 23. Aber dieſes Bedencken iſt/ leider/ bey vielen erloſchen und bedencken nur das Zeitliche und vergaͤngliche/ vergeſſen aber deß Ewigen und Unvergaͤnglichen! welches uns Chriſtus in verleſenen Worfen fuͤr 2 ———— 57s Vom neunzehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe⸗ Wie das Vergeſſen der Ewigkeit/ bey Vielen eine Verhin⸗ dernuͤß wahrer Buſſe ſey Unſer barmhertziger himliſcher Vater gebe uns die Gnade deß heilige Geiſtes/ daß wir alles Ewiges alſo betrachten/ daß wir der ewigen Seligkeit moͤgen genieſſen/ umb Jeſu Chriſtiwillen Amen ecErwrklaͤrung. et Wir haben alhie zu betrachten: 1 1. Kterni ſignificationem: Was Ewig alhie bedeute: Es han das Wort/ Ewig/ unterſchiedliche Bedeutung in Gottes Wort/ und bedeutetes: 1. Principio& fine deſtitutum: Ein ſolches/ welches weder Anfang noch Ende hat: Vnd alſo iſt Gott allein ewig; Gottes Jahr⸗ Zahl kan Niemand forſchen. Hiob. z6. v. 26. Er iſt unſer Gott immer und ewiglich. Pſalm. 48. v. Er iſt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Pſal 90. v. z. Er iſt ewig Pſ. 93. v. 2. Er bleibet wie er iſt/ und ſeine Jahr neß⸗ men kein Ende. Pſ. 102. v. 28. 2. Munqdt initium: Den Anfang der Welt: Alſo wirddas Ewig genant/ was von Anfang der Erſchaffung geweſen: Vndalſo wird das Evangelium ewig genant. Apoc. 14. v. 6. Nicht alleinwegen ſeiner ewigen Wirckung/ ſondern auch weilen es alsbald nach dem Falle im Paradieſſe unſern gefallenen Eltern verkuͤndiget. Gen. z. v z. 3. Tempuslongum: Eine lange Zeit: Alſo ſpricht Nehemia zum Arthaſaſta; Der Koͤnig lebe ewiglich. Nehem. 2. v. 3. Vnd David zu Gott: Wiltu dann ewiglich ſo langeuͤber uns zuͤrnen? Pſal. 8.9.5. Alſo hat Gott das Erdreich auf ſeinen Bodem grundet/ daß es bleibe im⸗ mer und ewiglich. Pſ. 104. v. 7. Das iſt/ ſo lange die Welt ſtehet. 4 Jahren: Alſo ſpricht Golt/ daß ein freywilliger leibeigener Knecht ſolle ewig ſeines Herrn Knecht ſeyn. Exod. 21. verſ. 6. Das iſt/ biß das Erlaß Jadene funfftig Jahren komme/ da alles muſie frey gelaſſen waden. z. Quod non habet terminum; Das zwar ein Anfangaber kein Ende hat: Vnd alſo iſt ewig die Verdamnuͤß der Vubußfertigen und die Seligkeit der Außerwehlten. Pen Tempus quinquaginta annorum: Eine Zeit vonfunfftzig ——— —— am: Einſolcheznitt iſt Gottallenedg ge . da6. Erſſtundte ſtvon Evigketzudg⸗ laerwieg ſt unſn infang der Walt. Ar Lrſchaffing gewin⸗ Jpec 14.„s. Mcla ch vallen es albbaddnht mverkuͤndiget Ganzu angegeit: Aſopnaen duch Nahem v) ge uber uns zäͤmm lſ Bodem gruͤndet daßt ſſt ſo langedie Witſt norum Eine it 9 illgerleibagenr n af Deßth a ales muſtfwatuſ Das warein Ahn Dadamai Du —————õÿõÿõÿõ welches iſt das Vergeſſen der Ewigkeit.„yo II. Krernam damnationem; Die ewige Verdamnuͤß der Vnbußfertigen: Dieſelbe bezeuget hell und klar 1. Scripturæ lacræ aſſeveratio; Die Beſtaͤtigung der heiligen Schrifft; Der Verdamten Feuer ſol wede Tag noch Nacht verle ſchen/ ſondern ewiglich wird Rauch von jhnen auffgehen. Eſa.; 4. v. 10. Ihr Wurm wird nicht ſterben/ und jhr Feuer wird nicht verleſchen. Eſa. 66. v. 24. Sie werden in das ewige Feuer geworffen werden. Malth.§. v. d. Sie ſollen in die ewige Pein gehen/ wie der Sohn G O TTESalhie redet: Sie werden theilhafftig deß ewigen Gerichts. Marc. 3. verſ.⸗... Sie werden Pein leiden/ das ewige Verderben vom Angeſicht deß HEr⸗ ren/ und von ſeiner herꝛlichen Macht. 2. Theſſ. 1. v.). Sie werden leiden deß ewigen Feuers Pein. Epiſt. Jud. v. 17.. Sie werden gequelet werden Tag und Nacht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Apoc. 20. v. 10. Oder er⸗ ſchrecklichen O der grauſamen Ewigkeit Sperret auff ſperret auff/ eu⸗ re Ohren und Hertzen alle unbußfertige Menſchen und gedencket an die⸗ re Ewigkeit Es hat der Teuffel mit ſeinen Helffershelffern jederzeit vie⸗ ſe unmenſchliche/ grauſame und erſchrerkliche Pein und Quaalſo Mar⸗ kyrern und andern angethan erdacht uñ geuͤbet/ aber es iſt unter denſelben keine zu finden/ ſo mit der hoͤlliſchen Qugal zu vergleichen/ und zu dem ſeyn ſolche eine geringe Zeit in ſolcher Pein und Quaal geweſen; Aber die hoͤlliſche hat kein Ende oder Auffhoͤren /ſondern waͤret ewig: Oder er⸗ ſchrecklichen O der grauſamen Ewigkeit Vtinam in tabernis vinariis, Serm.z1. reliquisquè commeſſationibus, imò& ubique degchenna disputa in Epiſt. retur: Non enim ſinit in gehennam incidere, gehennæ meminiſſe; ad KRom. Sagt Chryloſtomus Das iſt; Wolte Gott/ daß in den Weinſchencken und andern Sauffereyen/ ja auch allenthalhen von der Hoͤlle moͤgte viel geredet und dispuriret werden: Dann der Hoͤllen viel gedencken/ laͤſſen niche mdie Hollefahrenn. Dernelreeains negio: Daßz ſte kene Frlichterumghaben⸗ Der ewige Todt naget ſie und in der Hollen muͤſſen ſiebleiben Pſal. 49. v. Sie kommen nicht herauß biß ſie auch den ltten Heller bezahlen. Matth./ v. 20. Welches von ihnen in Ewigkeit nicht geſchehenkan. Die Thuͤr iſt jhnen verſchloſſen. Macth. 25. verſ. 10. Da iſt verſchloſſen die Thuͤr zu wahrer Buſſe: Die Thuͤt zu Gottes Gnade und Barm⸗ 2 1 e. 8 1 Dddd 1 5 8— hertzig⸗ —— 8 N —— 80 Vom neunzehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ hertzigkeit/ die Thuͤr der Erloͤſung/ die Thuͤr alles Troſtes/ die Thuͦ zur ewigen Seligkeit. Der reiche Schwelger kunte ja keines eintzgen Waſſers⸗Tropffenbemaͤchtiget ſeyn/ damit er moͤgte ſeine gottloſe Gottes veraͤchtliche uñ ſchlemmende Zungen kuͤhlen. Luc. 16. v. 24 leg⸗ Hiob klaget in ſeiner Creutz⸗Prob: Wil mein Elend nieht von mirla ſen/ daß ich ein wenig erquicket werde. Hiob. 10. verſ. 20. Was werden dann die Verdamten in jhrem ewigen Elend ſagen? O Jammer uͤhe allen Jammer: Sicut finis non eſt gaudio bonorum; lta nec finis ertt Verdamten. tormento malorum, ſagt Gregorius: Das iſt; Gleichwie die Freude der Außerwehlten kein Ende wird haben; Alſo auch nicht die Peinden 3. Divina indignatio; Der goͤttliche Zorn; Dannderſelbe ſchwebet immerfort uͤber die Unbußfertigen; Gott vertilget der gottl⸗ ſen Namen immer und ewiglich. Pſalm. 0. v. 6. Ewige Schmach/ und ewige Schande/ wil jhnen Gott zufuͤgen. Jerem. 23. v. 40. Sein Zorn uͤber die Gottloſen/ hat kein Auffhoͤren. Syr. 5. v. 7. Sonderner bleibet uͤber jhnen. Joh. 3. v. 36. Da gedencke/ O Menſch/ was der Feuer bren⸗ nender/ immerwehrender Zorn G OTTESmit ſich fuͤhre; Dagehet Dampff auß võ ſeiner Naſen/ und verzehrend Feuer von ſeinem Mun⸗ de/ daß es davon plitzet. Pſalm. 18. v.. Er machet die Gottloſen wieci⸗ nen Feuer⸗Ofen. Pſalm. 21. v. c. Da kommen die boͤſen Engelunter ſolche in ſeinem grimmigen Zorn/ und laͤſſet ſie toben und wuͤteen/ und leide thun. Pſalm. 78. v. 49. Da kommetdeß HErm Tag grauſam/ zornig und grimmig. Eſa. 13. v.). Vnd ſolcher Zeugnuͤß iſt die heilzge Schrifft voll. Nun bedencke doch/ OMenſch/ was es fuͤr ein Zu⸗ ſtand ſeyn werde mit den Verdamten/ ſo in alle Ewigkeit ſolchem grin⸗ migen Zorn Gottes werden unterworffen ſeyn. Qui pavet, cavet, Qu negligit, incidit, ſagt Bernhardus, Das iſt; Werſich fuͤrchtet/ der huͤte ſich; Wer es verachtet/ der faͤllethinein. Dann die jemge ſo dieſes elen⸗ den/ erſchrecklichen/ und grauſamen Zuſtandes der Verdamten verziſ⸗ ſen/ und an die ewige/ unauffhoͤrliche Hoͤllen⸗ Pein nicht gedencken/ die befleiſſigen ſich wahrer Buſſe nicht/ ſondern vermemeen/ wanndas le⸗ ben verloſchen/ ſo ſey der Leib dahin/ wie ein Loderaſche/ und der Geiſ zuflattere wie eine duͤnne Lufft. mit ewigem Schmertzen erfahren. 3. Aber ſie werdens anders 3⸗ KEter- ———ͤͤ —— M da bußf ichehtet truehe n eiraude SMt Funct Todt/ geund Dg Sil daſet alle de dägl tumc PWol nd läſctſie womudde netde Emd Dnad ſolcher guifi b (OMaſſch/ woeh ſoin alle Ewigkarſabe rffen ſeyn. Quipancter das iſz Waſſihfinten mn. Danndrimngeſe Zuſtandesder Dant Hollln⸗Penmager endenvanmm, dn wie en lannſide u 2,v. 3. Prſſewche, welches iſt das Vergeſſen der Ewigkeit. 581 d III. Prernam ſalvationem; Dierwige Seligkeit/ der beſtaͤn⸗ dig bußfertigen und glaubigen Hertzen; Gleichwie bey den Verdam⸗ ten ein ewige Quaal und Pein wird gefunden werden/ alſobey den Auß⸗ erwehlten ein ewige Freude und Herrlichkeit: Sehen wir an dieſes Le⸗ bens Anfang ſo iſt Weinen unſer erſte Stimme. Sap. 3.v. 7. Sehen wir an den Fortgang/ ſo iſts mit demſelben ein jaͤmmerlich elend Ding. Syr. 40. v. I. Allenthalben iſt Truͤbſal/ außwendig Streit/ inwendig Furcht. 2. Cor. 7. v. 5. Sehen wir an den Außgang/ ſo heiſſetes: O Todt/ wie bitter biſtu/ wann an dich gedeneketein Menſch/ der gute Ta⸗ ge und genug hat/ und ohne Sorge lebet/ uund demes wolgehet in allen Dingen/ und no ch wol eſſen mag. Syr. a. v. x. feq. Aber in der ewigen Seligkeit wird lauter Freude/ Wonne und Herꝛlichkeit ſeyn. Es wird daſelbſt ſeyn eine wahre Freude: Alhie auff Erden iſt alles gantz eitel/ iſt alles gantz eitel. Eecl. x. v. 2. Nach dem Lachen komt Trauren/ und nach der Freude komt Leid. Prov. r4. v. 3. Aber da wird Gott ſein ebeſtaͤn⸗ dig glaubige Kinder mit Freuden guͤrten. Pſalm. 30.v. 12. Sie werden truncken ſeyn/ von den reichen Guͤtern deß Haus Gottes/ und mit Wolluſt getraͤncket werden/ als mit einem Strom. Pſalm. 36. v. o. Sie werden ſich freuen mit unaußſprechlicher und herꝛlicher Freude. I. Pet. 1.v. 8. Gott wird abwiſchen alle Thraͤnen von jhren Augen/ und der Todt wird nicht mehr ſeyn/ noch Leid/ noch Geſchrey/ noch Schmer⸗ tzen wird mehr ſeyn/ dann das erſte iſt vergangen. Apoc. 21 v. 4. Es wird daſelbſt ſeyn mancherley Freude; Werden ſie uͤber ſich ſehen/ werden ſie Ihre allerhoͤchſte Freude an dem Anſchauen Gottes haben: Dawerden unſer Augen den Himmels⸗Koͤnig ſehen in ſeiner Schoͤne. Eſa 33. v. 17. Unduͤber dieſen Koͤnig werden wir froͤlich ſeyn. Pſalm. 149. v. 2. Wir werden GOT T ſehen von Angeſicht zu Angeſicht. x. Corint. 1z. v. 12. Wir werden jhn ſehen wie er iſt. 1. Johann. 3.v. 2. Werden ſie in ſich ſehen/ werden ſie eine groſſe Freude haben an der Verklaͤrung jhres Leibes und Seelen: Ihr nichtiger Leib(in dieſem Leben) wird verklaͤret und ehnlich ſeyn dem verklaͤrten Leibe Chriſti. Phil. 3. v. 2r1. Die Seele wird G OTT und ſeinen Sohn volkoͤmlich erkennen/ und dem Willen GOTTES volkomlich gemaͤß ſeyn: Werden ſie umb ſich ſehen/ werden ſie die Geſellſchafft aller heiligen Engel und außerwehlten 4 ———— ͤͤͤͤſ— 8 ——— ͤͤſää⅓—— S— 3 3. *— oo eeuue e e ——— ——— ————— ſuper Matth. oper. im- perf. homil. zI. 1N e82 Vom neunzehenden Hindernuͦß wahret Buſſe⸗ Kinder Gottes befinden: Werden ſit unter ſich ſehen/ werden ſie ſich a⸗ freuen/ daß ſie der hoͤlliſchen Pein befreyet/ und ſehen/ daß der Teufſa mit ſeinen falſchen Proöheten in den feurigen Pful und Schwefftl ge⸗ worffen ſeyn. Apoe.20. v. 10. Es wird daſelbſt eine ewige Freude ſeyn: Weiches bezeugerr::: cô 1. Scripturæ confirmatio: Die Beſtaͤtigung heiliger Schrifft Welche ſolches beſtaͤtigett:: e. Aclirmarivé; Daß ſie dieſelbe außtrücklich ewig nennet. Es ſol ewige Freude uͤber ihrem Haupte ſeyn. Eſa. 35. v. 10. Sie ſolln ewige Freude haben. Eſa.6 1.v. 7. Sie ſollen ſich ewiglich freuen/ und froͤlich ſeynuͤber dem das Gott ſchaffet. Eſa. 6 5, v. 18. Sit ſollen auff⸗ wachen zum ewigen Leben. Dan. 12. v. z. Sie ſollen einer ewigen und uͤber alle Maſſen wichtigen Herꝛlichkeit theilhafftig werden. 2. Cor. 4. vI7. Beſieheferner. Tim 6. v. 16. 1. Pel v. 10. Heb. 5. v9. 69. v.I6. 3. Negativs: Daß ſie dieſe unauffhoͤrlich beſchreibet: Se ſollen den Todt nicht ſehen ewiglich. Joh. 8. v. ſ1. nimmermehr ſterben Joh. 11.v. 6. Ihre Freude ſol niemand von jhnen nehmen. Johan. 16. v. 22. Der letzte Feind/ der Todt/ ſol auffgehoben ſeyn. 1. Cop. 15. p. 26. Ihnen ſol kein Leid geſchehen vom andern Tode. Apoc. 2. v.. 8 y. Parabolicè; Gleichnis weiſe: Ihre Blaͤtter ſollen nicht ver⸗ welcken. Pſal. 1.v.z. Es ſol ein unvergaͤngliches und unverwelcklichts Erbe ſeyn. 1 Pet.. verſ. 4 Der Baum deß Lebens ſol ſeine Fruͤchte le Monden bringen. Apoc. 22. vvcvcvc. . Salvandorum& ſtatus futuri conditio: Die Beſchaffenheit deren ſo ſelig werden/ und deß zukunfftigen Zuſtandes: Du Außerwehlten ſollen unverweßlich ſeyn. Cor.. v. 42·Sie ſollenewig bleiben. 1. Joh. 2 v. 7. Da werden auch keine Minuten/ Viertel halbe oder gantze Stunde/ Tage/ Monden oder Jahre ſeyn/ ſondernein Tag wird wie tauſend Jahr/ uñ tauſend Jahr wie ein Tag ſeyn. Petz. 9.8. Dieſer ewigen/ uͤnaußſprechlichen Freude vergiſſet der groͤſſeſte Tha Chryſoſt. der Menſchen/ und werden durch ſolche Vergeſſenheit von wahrer Buſ⸗ ſe abgehalten: Gleich ſo man in ein Faß Eſſig etzliche Tropffen. Honig geuſſet/ der Honig verlohren wird/ und der Eſſig Eſſig bleibet: Alſo wañ b dieſe Leute ſchon etzliche mahl vom ewigen Leben predigen hoͤreniſts doe bey jhnen vergehlich; Wofuͤr uns der barmhettzige Gott behuͤten 55 4 ndem Todt Apokan paiſe: Ihre Butm derganglichts und unn sumdeß Loensſoſſeu zufünffngm duin wn. 1 Cor.f.d. 4” h de Vagſſazetre welches iſt das Vergeſſen der Ewigkeit. 58; bey uns ein ſehnliches Verlangen nach dem ewigen Leben erwecken wol⸗ le/ umb Jeſu Chriſti willen Amen Ampen. Die neun undachtzigſte Predigt.“ DE VIGESIMO VERA POENIIENTIE OB STACHHO, QOD DESPERATI0. Dom zwantzigſten Hindernuß wahrer Buſſe/ welches dir Derzweiffeunmg. — Cannſprach zu dem Heerm: Reine Suͤnde itt groͤſſer/ dañ daß ſie nur vergeben wer⸗ z S ſpricht Syrach cap 2 v. g. Weh den Verzag⸗ N ten/ dann ſie glauben nicht/ darum werden ſie auch nicht be⸗ WS ſchumet: In dieſen Worten haben wir zu betrachten; =e. Subjectum; Wovon allhie geredet werde: Von den Verzagten Dadurch werden allhie verſianden die jenige/ ſo in Betrachtung jhrer vielen und groſſen Suͤnden/ und der ſchweren damit verdienten Straffen Gottes/ an der Gnade oder Errettung Gottes ver⸗ zweiffelen: Es ſind erſchrockene und zitterende Heuchler/ ſo da ſagen: Wer iſt unter uns/ der bey einem verzehrenden Feuer wohnen moͤge: Wer iſt unter uns der bey der ewigen Gluth wohne: Eſa.z3z. v. 14. Wañ jhnen jhre Suͤnde und Gottes Zorn unter Augen leuchtet/ ruffen ſie; Fallet auff uns jhr Bergen und Felſen/ und verberget uns fuͤr dem An⸗ 5 geſicht Gottes. Apoc. 6.v. 16. „ 12. Subjecti proprium: Die Eigenſchafft der Verzagten: Sie glauben nicht: Wannſiezu wahrer Buſſe in der Gnaden⸗Zeit ermah⸗ net/ und hnen die unauß bleibliche Straffe Gottes verkuͤndiget wird/ ſo haͤuffen ſie noch eine Suͤnde uͤber die ander. Eſa. 30. v. 1. Sie haben eine Hurenſtirn/ und wollen ſich nicht ſchaͤmen. Jerem. 3. verſ. 3. Sie ſin I 69 ☛ 5——; 5 E 5 4“ —— 3 584 Vom zwantzigſten Hindernuͤß wahrer Buſſe/ es uns nicht gehen. Jer. 7. v. 12. Vnd wan dann/ hr Gewiſſen endlich auffwachet/ ſo glauben ſie nicht der tcheuren Verheiſſung Gottes daer ſpricht: So wahr als ich lebe/ wil ich nicht den Todt deß Suͤnders/ or⸗ dern daß er ſich bekehre und lebe. Ezech. 33. v. Ir. Sie glauben nicht daß Chriſtus fuͤr jhre Suͤnde genug gethan/ ſodern verleugnen den HEnn der ſie erkaufft hat. 2. Pet. 2 v.. 3. Supplicium;? hre Straffe: Dacrfahren ſie; 2. Vææternum: Das ewige Weh: Gott wird mit Feuer⸗Flam⸗ men uͤber ſie Rache geben/ daß ſie jhn nicht erkenen/ und nicht gehorſam ſeyn dem Evangelio unſers HErrn Jeſu Chriſti. 2. Theſſ.. v.s. Sie haben ein erſchrecklich Warten deß Gerichts/ und Feur⸗Eiffers/ der die Widerwertigen verzehren wird. Hbb. 1o. v. 7. 3. Protectionis defectum; Sie werden nicht beſchirmet: Sondern der Zorn Gottes/ der Fluch deß Geſetzes/ die Gewaltdeß Teuffels/ Todtes und der. Hoͤllen werden ſie uͤberwaltigen/ und alſoin jhren Suͤnden und Verzweiffelung jaͤmmerlich auß gerechtem Ge⸗ richt Gottes umbkommen und verderben/ wie wir deſſen ein Eranpel an Cain haben/ auß welehes Worten wir wollen anſehen: 3 Wie die endliche Verzweiffelung ein erſchreckliches Hindar⸗ nuͤß wahrer Buſſe ſey. 1e Der allergnaͤdigſte Gott und Vater/ wolle uns bey und in ſeiner Gna⸗ de vaterlich erhalten/ umb Jeſu Chriſti willen/ Anen. Es wird uns in verleſenen Worten zubetrachten fuͤrgeſtellet: Al. leam Werderjenigeſen ſodieſe Wort gardache iſ geweſen Cain der erſigebohrne Sohn Adam und Eva/ welcher von ſeiner Mutter genant Cain/ das iſt/ eine Beſitzung: Dann wie er gehoht ren/ ſagte ſene Mutter mit groſſer Hertzens⸗Freude: Ich habelteſite) den Mann den Ern. Gen. 4.v, 1. Als wolt ſie ſagen: Gott ſey ha Er toll und glauben nicht/ 3thoͤricht und achtens nicht. Ierem. 4.v. 2. Se verleugnen den HErrn und prechen Das iſt er nicht/ und ſo uͤbelwid —— Zuuch deß Geſazez/ R waden ſieuͤherwaltia, ung ſämmerlich auß a rderden/ wie wirdeſen nuen wirwollmanſchar lungeinerſchrattic Buſſeſch. ter/ wolle uns beyuone ſu Chrſſtiwilm/ An rung orten zubehrachtm ügtt m; Sie werdennicht nigeſey ſodieſe dotg Sohn Damudero ane Beſiung Dunte Harzens⸗Kral Müfe Aos woltſiſtseh 53. v. 9. Vnder weiß unſer Gedancken/ daß ſte eitel ſind. Pſ. 94. v. 11. Il. Objectum; Gegen wemer ſie geredet: Gegen Gott dem HErin Zu dem almaͤchtigen und barmhertzigen Gott/ welcher iſt barm⸗ hertzig und gnaͤdig/ gedultig/ von groſſer Gnade/ Guͤte und Treue/ der da bewenſet Gnad in tauſend Glied/ und vergibe Vbertretung Miſſethat und Suͤnde. Exod.34. verſ. 6. ſeq. Der uns kan erloͤſen von allen unſern Suͤnden. Pſalm. 130. v. 8. Welcher ſpricht; Waſchet euch/ reiniget euch/ thut euer boͤſes Weſen(durch wahre Buſſe) von meinen Augen/ laſſet ab vom Boͤſen/ lernet Gutes thun/ wann dann euer Suͤndegleich Blut roih iſt/ ſol ſie doch Schnee weiß werden/ und wann ſie gleich iſt wie Roſin⸗Farbe/ ſol ſie doch wie Wolle werden. Eſa. 1. v. 16. leqꝗq. Kehre wieder/ ſpricht er/ du abtruͤnniger Menſch/ ſo wil ich mein Angeſicht nicht gegen dich verſtellen/ denn ich bin barmhertzig und wil nicht ewig⸗ lich zoͤrnen/ allein erkenne deine Miſſethat/ daß du wieder den HErrn dei⸗ nen Gott geſuͤndiget haſt. Jer. 3. v. 2. leq Ach/ ſpricht er/ warum wollen jhr alſo ſterben in euren Suͤnden? Ich habe keinen Gefallen am Todte deß Sterbenden/ darum bekehret euch ſo werdet jhr leben. Ezech 8. v.zr. ſeq. Dann wo die Suͤnde iſt maͤchtig worden/ da iſt die Gnade Gottes viel maͤchtiger. Rom. 5. v. 20. Dieſes/ O Chriſiliches Hertze/ muͤſſen win Hleiſſig m acht nehmen/ wir muͤſſen nicht allein in unſern Suͤnden be⸗ trachten G Ottes geſtrenge Gerechtigkeit/ dann diel alſo eintzig betrach⸗ tet) fuͤhret zur Verzweiffelung. Wir muͤſſen nicht allein auch betrachten Gottes Barmhertzigkeit/ dann ſolcher eintzigen Betrachtung mißbraus chen Viele zur Sicherheit Sondern beydes Gottes Gerechtigkeit/ daß wir den Unflath unſer Suͤnden beſto beſſer erkennen/ und dann auch G Ottes Barmhertzigkeit ſo uns zu ſeiner Gnade und dem Verdienſte ar. Es hat aber Cain grob und vielfaͤltig geſuͤndiget⸗ b 1. Superbiendo; Mit Hoffart, Cam war der Erſigebohrner und . Eeee vermeint — Lerm. 8 3. de temp. Zwing. Vol. 7. p. 3917. — 185 Vom zwantzigſten hindernuͤß wahrer Buſſe/ vermeinte deßwegen bey Gott hoͤher daran zu ſeyn/ als ſein Bruden Abtt mg/ daß ſie nach niemand fragen/ in allen ihren Tuͤcken halten ſie Gon fuͤr nichts. Pſaln. 10. v. 4. Sie ſagen von gottſeligen Hertzen/ wie ſolt uno dieſer weiſen was gut iſt. Pſal. 4. v. 7. Solche innerliche Hoffan verhinder das Erkaͤntnuͤß ſeiner ſelbſt/ und alſo wahre Buſſe/ wie Chriſtus mit dem Exempel deß ſtoltzen Phariſeers beweiſet Luc. 18 7 14. Dann gleich wie die hohen Baͤume vom Winde bald herunter ge⸗ worffen werden: Alſo dieſe durch Anfechtung deß leidigen Satans. 1. Hypocriſi turgendo: Daß er von Heucheley auffgebla⸗ ſen geweſen: Cain iſt der Ers. Vatter aller Heuchler und Scheinhei⸗ ligen/ dann Gott hat ſein Opffer nicht gnaͤdiglich angeſehen: Gen. 4 9 /. Warumd aber⸗ Weilen er ſein Opffer ohne wahren Glauben an den Meſſiam verrichtet: Durch den Glauben an den HErnn Meſl. am) hat Abel G Ott ein groͤſſer Opffer gethan denn Cam. Heb. 11. v. 4. Dann es iſt unmuͤglich ohne Glauben Gott gefallen. ib. v. 6. Wnd was nicht auß dem Glauben herruͤhret/ das iſt Suͤnde. Rom. 14.5.23. Alſo gehets allen Vnbußfertigen: Die leſen und beten auch untewe⸗ len/ kommen in die Kirchen(wie die Sau ins Juden⸗Hauß) und hoͤnn Gottes Wort: Sie kommen in die Verſamlung/ ſitzen daſelbſt als Gottes Volcke/ hoͤren Gottes Wort/ aber thun nichts darnach⸗Ezech 33. v. z1. Sie ſagen zwar/ ſie erkennen Gott/ aber mit den Wercken verleugnen ſie es. Tit.1.v. 16. Sind gleich den Sodomitiſchen Aepffein ſo außwendig ſchoͤn/ inwendig voller Staub und Aſchen ſeyn. 3. kratri invidendo; Daß er ſeinem Bruder mißgoͤnnet. Dar rgeſehen und erfahren daß derſelbe in Gnaden bey Gott war; Sol⸗ cher Neid iſt Eiter inden Beinen. Prov. 14. v. z0. Er iſt gifftig. Sap⸗ 6v. 25. Exiſtbitter. Jac. 3. v. 4. Auguſtinus ſagt daß gleich wiede Noſt das Eiſen verzehre/ und die Otter ihrer eigenen Multer Bauch/ darin ſie empſangen/ zerreiſſe: Alſo verzehre und zerreiſſe die Mißgunft ſören Beſiter. Wiedem Agidi Konig zu Sparta geſagt/ daß dö vill Mißgoͤnner hette; Hat er geantwortel; Das gefiele jhm ſehr wol dann alſo wuͤrden ſie nicht allein durch jhr Vngluͤck/ ſondern auch ſein und ſei⸗ ner Freunde Gluͤck/ und aſſo doppelt geplager. Solcher Neid wird bey alln Vnbußfertigen gefundan /ſo in Haß Jdeid und Zanck uge b5 Alſo ſeyn alle gottloſſe und unbußfertige ſtolt;; Sie ſind ſioltz und zuw —— — 25 3 — 1——— ** 8. — 81 Ser ſeinem Bradeni ſclbe in Gnadatgemn dor 14. v zo. d ſeh Aoguſtnapgräft dute ire agnn t vert nd mni, 3 zu Epeuru welches iſt die Verzweiffeluun 587 Naͤchſten leben/ und dehwegen keine wahre Buſſe bey ſnen Stau findenkan. 4 Excandeſcendo: Daß er ungebuͤrlichen Eiver gegen ſeinen Bruder gefaſſet: Er iſt ſehr ergrimmet. Gen. 4. v. 5. Wie auch der Eſau wider ſeinen Bruder Jacob. Gen. 27. v. 44. Ein ſol⸗ cher Ungedultiger Jach⸗Zorniger) thut naͤrriſch. Prov. 14. v. 17. Ein zorniger Man richtet Hader an. Prov. 15. v. 1s. Darumb vermah⸗ net Salomon/ wir ſollen uns nicht geſellen zum zornigen Mann/ und halten uns nicht zum grimmigen Mann/ daß wir nicht ſeine Wege ler⸗ nen/ und unſer Seelen Aergernuͤß empfahen. Prov. 22. v. 24. ſeq. Der Jaͤchzornige Grim/ hat Nerxem in die groſſe Thorheit geſtuͤrtzet/ daß D. Matth ihm nicht gnug geweſen denſelben gegen die Menſchen zu uͤben/ ſondern Theatr. auch in demſelben das Waſſer mit thoͤrichten Schlaͤgen angreiffen laſ⸗ Mon. 2. p. ſen/ und daſſelbe mit Feſſeln bezwingen wollen. 5. Geſtus pervertendo: Sein Geberde hat ſich verſtellet. Gen. 4. v.. Einen Mann kan man mercken an ſeinen Geberden/ Syr. 19. v. 26. Und wann ſolche verſtellet werden/ werden ſolche Menſchen ſo ſcheußlich wie ein Sack. Syr.. v. 24. Das befindet ſich auch bey unbußfertigen Leuten/ wann dieſelbe wegen jhrer Suͤnde geſtraffer/ und zu ernſtlicher Buß ermahnet werden/ ſiehet man bey jhren Geber⸗ den wol/ wie ſie ſolches auffnehmen: Gleich wie aber in trůbem Waſſer gut fiſchen iſt/ wie man ſagt Alſo weiß ſich Satan bey ſolchen unbuß⸗ fertigen Gemuͤthern meiſterlich zu inſinuiren und ſie in jhrer Boßheit zu ſtaͤrcken. 5. Admonitiones rejiciendo- Daß ſie alle Vermahnung verwerffen: GOet ermahnet den Cain zur Buſſe und Gottſeligkeit. Gen. 4. v. 7. Aber Cain achtet ſolches nicht/ ſondern bleibet bey ſeiner Boßheit: Solches thun alle Unbußfertige/ ſie beweiſen boͤſes umb gu⸗ tes/ Haß umb Liebe. Pſ. 109. v. F. Sie fluchen jhren Lehrern. Jer. 15. v. 10. Sie ſind widerſpenſtige und ſtachlichte Doͤrne. Ezech. 2.. 5. Sie ſind dem gram/ der ſie ſtraffet. Amoſ. ⸗. v. 1o. O wie gefaͤllet es G Ott ſo wol/ und ſchicket es offt ſo wunderlich/ daß ſolche Vermahnung Fruche ſchaffen: Ferchardus I„Koͤnig in Schottland/ wolte Colmanni ſeines Prieſters Vermahnungen nicht folgen/ ſondern lebete in greulichẽ Suͤn⸗ di/ wie jhn Gott zu ſchwerer Scraffe gezogẽ/ hat er erkaͤd/ daß ihm dieſes Eeee 2 billich 141. 1 Zwing. Vol.I. Pag.34: zos Vom zwantzigſten Hindernuͤß wahrer Buſſe billich wieder fahre/ weilen er Colmanni Vermabnung nicht folgen wol⸗ len/ wie ihn nun derſelbe getroͤſtet hat er ſich in einer Saͤnffte fuͤrdie Ge⸗ meine tragen laſſen/ und ſeine Suͤnde offentlich bekant/ und iſt darauff geſtorben. Aber es befindet ſich bey vielen nicht. 7. Simulando: Daß er ſich faͤlſchlich geſtellet als habe er den Zom gegen ſeinen Bruder fallen laſſen. Gen. 4·v. J. Alſo thun viele Unbuß⸗ fertige/ die kommen zur Kirchen/ zur Beicht und zum Abendmahl und bleiben gleichwol beharrlich in jhren Suͤnden; Werden die Zorn⸗Hum⸗ meln zu reden geſtellet/ ſagen ſie Ich gruͤſſe ihn/ ich rede mit jhm ich habe nichts mit jhm zu ſchaffen/ und der teuffliſche Groll ſtecket gleichwol im Hertzen. Oder groſſen Falſchheit! 3. Occidendo; Daßer ſeinen Bruder Abel toͤdtet: Gen. 4 v. Vergiſſet alſo der in ſeinem Herkzen eingepflantzten Liebe/ und Geſehzes Gottes. Dieſem folgen viele Unbußfertige/ und ob ſie ſchon jhren Niäͤch⸗ gen nicht mit der Fauſt oder Gifft toͤdten/ ſo toͤdten ſie ihn doch mit ſhten verleumbderiſchen Maul und Zungen. Jerem. 18. verſ. 8. Ja ſie wadden Moͤrder an jhrem eigenen Leib und Seel/ ſo ſie dem ewigen Todte in den Rachen ſtuͤrten. 1E33 9. Cor penitus obdurando: Daß ſie jhr Hertze gantz verſto⸗ cken Daß thaͤte Cain wie ihn Gott wegen ſeines Bruder⸗Mordes zute⸗ den ſtellete Gen. 4.v.9. leq. Alſo thun alle Unbußfertige/ und veſocken Ihre Hertzen wie Pharao Exod. 8.v. 15. Da iſt keiner dem ſeine Suͤnde leid waͤre und ſpraͤche/ was mache ich doch Sondern ſie lauffen alleſh⸗ ren Lauff wie ein grimmiger Hengſt im Streit. Jer.§. v. 6. Sie ſind wit verlockte Tauben/ die nicht mercken wollen. Hoſ. 7 v.ll Alſo haben wir/ O Chriſtliche Hertzen/ eine lebendige Abmahlung aller Vnbußferti⸗ gen/ ſo in ihren Sunden freventlich verharren/ und deßwegen keinewahte Buſſe bey jhnen kan gefundenwerden. (apraden Cune Vetun Die Wieckung dicher Sünne 95 b erzweiffelung/ und haͤlt jhm der Teuffelin ſein Bewiſſen ſr 1 raweiff mg und lt ihm der Teuffelinſe 1. Magnitudinem; Die Gröſſe der Suͤnde Meine Sünde iſt groſſer/ ſagt er. Es iſt zwar nicht ohne/ daß Cains Suͤnde ſeht groß geweſen/ wie oberzehlte Vmbſtaͤnde beweiſen/ aber er ſtimmet ſie gar zu groß; Daſich doch Gott erbarmel aller ſeiner Ward. Pſaim 4,de ——— 2 Daßſie teime 3 gen ſeines Bruda⸗ de Unbußfernge uh 5. Daiſtkenadenſo doch Sondar ſibufet n Saat. Ja 126,66 wollen hoſ nn M e Ahmaßtunzaladm danen unddetgate welches iſt die Verzweiffelung. 585 Vnd dieſelbe kein Ende hat. Thren. 3 v. 22. Vnd er ſich uͤber alles er⸗ barmet. Sap. 11. v. 24. Weilen ſeine Barmhertzigkeit ſo groß iſt/ als er ſelber iſt. Sir. 2. v. 22. Vnd wo deßwegen die Suͤnde maͤchtig worden/ da iſt ſeine Gnade viel maͤchtiger. Rom. 5. v. 20. Weilen er alles unter den Vnglauben beſchloſſen/ auff daß er ſich aller erbarme. Rom. Ir. v. 32. Vnd wer in dieſem Gott und ſeinem Wort nicht glaͤubet/ der ma⸗ chet jhn zum Luͤgener. 1. Joh. 5. verſ. 10. Das heiſſet dann Suͤnde mit Suͤnden uͤberhaͤuffen/ und dem Teuffel mehr/ als Gott glaͤuben. 2. rremiſſibilitatem: Daß ſie nicht koͤnnen vergeben wer⸗ den: Ob zwar die Suͤnde in den heiligen Geiſt ewiglich keine Verge⸗ bung hat/ ſondern ein ſolcher deß ewigen Gerichts ſchuldig iſt. Marc. 3. v. 29. So machet doch ſolches/ die beharꝛliche Verleug⸗Verfolg⸗und Laͤſterung/ neben der nbußfertigkeit/ ſo bey ſolcher Suͤnde gefunden wird/ derhalben auch von derſelben bey eines ſolchen Suͤnders Leben/ davon nicht wol von uns Menſchen kan geurtheilet werden: Aber mit allen andern Suͤnden iſts viel ein anders: Da vergibt(allen ernſtlich Bußfertigen) Gott alle jhre Suͤnde. Pſal. 103. verſ. 3. Wann ſie ſchon Blut⸗roth ſeyn/ ſollen ſie doch Schnee⸗weiß werden. Eſa. J. verſ. 18. In Chriſto erlangen Vergebung der Suͤnden alle die an ihn glaͤuben. Aet. 10. v. 43. Es iſt ein Reichthum der Gnade Gottes. Eph. 1. v. 7. Es ha⸗ ben aber alle Unbußfertige ein klaren Spiegel allhie an Cain/ was auff die beharꝛliche UInbußfertigkeit erfolge/ nemlich/ die erſchreckliche Ver⸗ zweiffelung. Wie jener Polniſche vom Adel/ mit Schindung ſeiner Bauren ohne einige Furcht G Ottes immer fortgefahren/ und endlich toͤdlich kranck worden/ deßwegen von den Geiſtlichen zu wahrer Buſſe ermahnet/ hat er geſagt/ er ſey mit Leib und Seel verdampt/ und ha⸗ be ſich keiner Gnade zu Gott zu verſehen/ und ſey ſchon der Gewalt deß Teuffels von Gott uͤbergeben/ und haben die Anweſende nicht allein grauſame Schlaͤge gehoͤret/ ſondern auch blutruͤnſtige Striemen an jhm geſehen/ worauff er mit jaͤmmerlichem zittern und zagen endlich ge⸗ ſtorben. Daß ſeyn die Fruͤchte der beharꝛlichen Vnbußfertigkeit; Der barmhertzige Gott gebe uns die Gnade deß heiligen Geiſtes/ daß wir wahrer Buſſe Befoderung und Erfoderung/ auch derſelben Beſchrei⸗ bung und Wirckung moͤgen wol und hertzlich in acht nehmen/ und alle derſelben Verhinderung auß dem Wege raͤumen/ um Jeſu Chriſti wil⸗ len/ Amen/ Anen. d 4 8 ie⸗ Eeee ij — Was zur wahren Bekehrung Die neuntzuaſte Predigt. b b DEARDUA CONVERSIONIS VERR REQVISITIONr. Was zur wahren Bekehrung nothwendig erfodert ſverde. Matth. 18. v. z. Warlich ich ſage euch/ es ſey dann daß jhr um⸗ 50 kehret/ und werdet wie die Kinder/ ſo wer⸗ det jhr nicht in das Himmel⸗Reich men. kom⸗ wir alle arme Bettler ſeyn: Es iſt aber eine ſchwere Kunſt rechtundwol beten: Dann es erfodert nicht allein das glaubige Erkaͤnsnuͤß deſſen/ den wir anruffen/ wie Paulus ſagt: Daß wir nicht koͤnnen anruffen/ an den wir nicht glauben. Rom. 10. v. 14. Sondern fuͤrnemlich unſer Hertzen Unſer Hertz ſampt unſern Haͤnden zu jhm auffheben. Thren. z. verſ l. Daß wur heiligeHaͤnde zu jhm auffheben/ ohne gornund weiffelel Tim. 2. v. 8. O das iſt ſchwer zu⸗ en 8 3 8 3. Ars moriendi: Die Sterbens⸗Kunſt. Dieſelbe iſt nolhwen⸗ wendig: Darumbbittet David. Pſ.39. v.. Vnd Moſes. Pſ.90.v. r. umd dieſelbe: Sie iſt aber auch ſchwer/ weilen der alte aen ien —— ——— 5 ——— nothwendig erfodert werde. For Todte als dem Feinde der menſchlichen Natur/ keinen appetit hat: Dann derſelbe iſt der Koͤnig deß Schreckens. Hiob. 18. v. 14. Er iſt jun⸗ gen und geſunden Leuten bitter. Syr. 41. v. t. Dafaͤllet es ſchwer gegen dieſen Feind ſich gebuͤhrlich zu ſchicken.“ †. Ars pernitendi: Die Buß⸗Kunſt: Dieſelbe iſt uns hoch⸗ nothig: Dann ohne dieſelbe kan ein erwachſener Menſche nicht ſelig werden: Aber es iſt ſchwer wahre Buſſe thun: Dann viele heuchlen mit ſhrem Munde und luͤgen mit ſhren uugen/ weilen jhr Hertze nicht feſt an oft iſt. Pſ. 78. v.;8. Sie bekehren ſich zwar/ aber nicht recht/ ſondern ſind gleich wie ein falſcher Boge. Hoſ. 7.v. 16. Daher bittet Jeremias: Bekehre du mich H Er/ ſo werde ich bekehrer. Jer. z1. v. 18. Dieſes iſt auß der Erfoderung wahrer Buſſe und Bekehrung zu erſehẽ/ wie uns dieſelbe in verleſenen Worten beſchrieben wird/ auß welchen wir wolle betrachten: Was zur wahren Bekehrung nothwendig erfodert werde. Der grundguͤtige Gott/ gebe ſeine Gnade/ daß wirs alſo behertzigen/ daß wir alle Beſchwerlichkeit durch Beyſtand deß. Geißes uͤberwin⸗ den umb Jeſu Chriſti willen Amen. Erklaͤrung. Wir haben alhie in acht zu nehmen: 1. Dicenrtis autoritatem: Das Anſehen deſſen ſo dieſes re⸗ det: Derſelbe iſt Jeſus Chriſtus/ Gottes und Marien Sohn/ die War⸗ heit ſelber. Joh. 14. v. 6. Es pflegen offt viele eine Sache ſchwerer zu ma⸗ chen/ als ſie an jhr ſelber iſt: Viele Rechts⸗Gelehrten pflegen eine Sa⸗ che/ viele Artzten eine Kranckheit oder Schaden/ gefaͤhrlicher zu machen/ viele Kauff⸗Leute die Wahren koͤſtlicher/ viele Handwercker fhre Arbeit beſchwerlicher/ als ſie an jhnen ſelbſt in der Warheit ſeyn: Aber die Ge⸗ dancken duͤrffen wir uns alhie nicht mach?. Dañ dieſer iſt/ welchem Gotrt ſein Wort in ſeinen Mund gegeben. Deut. 18. v. 8. Und ein creditiv gegeben mit eigener Stimme vom Himmel/ daß wir jhn hoͤren ſollen. Matth. 17. v. z. Welcher auch in die Welt kommen daß er die Warheit zeugen ſol. Joh. 18. v. 7. Und iſt kein Betrug in ſeinem Munde gefun⸗ den. i. Pet. 2, perſ. 21. Derhalben wu hoͤchſt billich ſeinem Wornte glau⸗ ben ſolen. b II. Dickt Laert. de vit.Phil. 992 b lich ich ſage euch: Dieſes iſt ein ſiarckes Bekraͤfftigungs Wont Dal — 3—— A. 4 —— Was zur wahren Bekehrung II. Dicti firmitatem: Die Gewißheit ſeiner Rede: War⸗ gleich wie alle Verheiſſung Gottes in Chriſio Jeſu Ja und Amen ſeyn 2. Cor.1. v. 20. Alſo auch ſeine Draͤuung: Daher wird er auch Amen der treue und warhafftige Zeuge genant. Apos 3. ver ſ14. Dieſes ſolun⸗ abermahl zuglaͤubiger Auffnehmung ſeines Wortes ermuntern: Dau wer jhn verachtet und nimt ſeine Worte nicht auff der hat ſchon der jin richtet/ das Wort das er geredet hat/ das wird ihn richten am fuͤngſin Tage. Johan. 2. v. 48. IIl. Objecti qualitatem: Zu wem es Chriſtus rede: Euch/ ſpricht er: Dieſelbe ſeyn geweſen ſeme Juͤnger: Nemlich ſeine zwoͤlf Apoſtel: Nun ſinduͤber alle wahre Chriſten de HErnn Chriſti Juͤngn. Alſo werden die ſich zum Chriſilichen Glauben bekenneun zu lidda Juͤnger genant. Act. 9, verſ. 38. Welcher Name hernach in den Naman hriſten iſt veraͤndert worden. Act. ii· verſ. 6. Vnd ſind gleichwol noch hernach die Chriſten Juͤnger genant worden/ wie Act. 13 v. 52. Pndan andern Oertern mehr zu ſehen; Dieſes/ O Chriſtliche Hertzen/ muͤſſen wir fleiſſig behertzigen Chriſtus iſt unſen Meiſier /wir ſind ſeine Juͤnga: Damuͤſſen wir Gott bitten/ daß er dieſes Geſetze/ uns als ſeinen Jin⸗ gern wolle verſieglen. Eſa 8. verſ. 16. Das iſt/ durch den heiligen Geſtin unſerm Hertzen einen glaͤubigen Gehorſam wircken. Eichines iſt einſo gehorſamer und fleiſſiger Juͤnger Socratis geweſen/ daß er hatte pflegen zu ſagẽ Solus Æſchines novit Socratem honorare: Das iſt Derein⸗ tzige Eſchines weiß wie er ſeinen Meiſter ehren ſoll: Wolte Gott daß lib.².pag. wir auch ſolche Juͤnger Chriſti waͤren/ daß wir jhn mit Glauben und (mihi) 205. Vid. laſl. Gehorſam als unſern getreuen Meiſier ehreten. IV. Pœnitcntiæ veræ difficultatem: Die Beſchwerligkeit wahrer Buſſe: Dieſelbe beweiſet: b 1. Noſtra converſio⸗Unſer Bmbkehrung: Es ſey dann daß ihr euch umkehret: Bey dieſer Vmkehrung muͤſſen wir betrachun. 2. Ortum: Woher dieſelbe komme: Wann die Baͤpſleri philolog. Gottes Wortleſen/ od 3 ſacrælib.z n oder auß demſelbenhoͤren/ daß uns die Bekehrung acræ lib 3. von Gott befohlen wird/ wollen ſie darauß ſchlieſſen/ daß es inunſerm tract. z. Canon. 22.. icht/ dann in Gottes Worte wirdofft dem WarckZeug dazſanan 3 freyen Willen ſtehe uns zu Gottbekehren: Aber das folget bey weitem Gerlach. Eutrap. p. 1 pag 106. ſolches ſeyn: Wir muͤſſen nicht unſern/ ſondern den Willen thun unſen Vaters im Hunel. Matt. 7. v. 21. Wir muͤſſen uns veraͤndern/ durcha ⸗ einem gottſeligen Leben: Die Suͤnde iſt ein liebliches Gifft Dahei fleiſſigen ſich die Gottloſen der Suͤnde. Pſ. ². v. z. Sie freuen ſich boßß zuthun/ uñ ſind froͤlich in jhrem boͤſen verkehrten Weſen. Prov vi⸗z. — 594 Was zur wahren Bekehrung Vernunfft und Gutduͤncken abzuſagen/ dann alle Reichthum valn⸗ ſen/ wie jenes gottſeliges Weib ſagte: Aber bey wahrer Buſſemuß en neuerung unſers Sinnes/ auff daß wir pruͤffen moͤgen/ welches daſ der gute/ der wolgefaͤllige und volkommene Wille Gottes. Rom u vt Werden verſtaͤndig/ und erkennen was deß HErꝛen Wille ſey. Ephet v. 17. Bitten Gott/ daß er uns wolle fertig machen in allen guien Wa cken/ zu thun ſeinen Willen. Heb. 131v. 21. Dieſe Beſchwerlichkent muͤſ wit/ mit Huͤlff deß H. Geiſtes/ uͤberwinden. 3. A peccati delectatione ad piam vitã: Von der Suͤnden Luſt Sie ruͤhmen ſich jhrer Suͤnde/ wie die zu Sodom/ und verbergen ſientt Eſa. z3. v.). Sie thun was jhnen wolgefaͤllet. Eſa. /8. v. 3. Ihre Sealehan Gefallen an jhren Greueln. Eſ. 66. v. 3z. Aber bußfertige Hertze diefiche fuͤr der Suͤnde wie fuͤr einer Schlangen. Syr. 21. v. 2. Und beweiſen hen Glauben mit wahrer Goetſeligkeit/ ſie fuͤhren jhr Leben in aller Golſt⸗ üggkeit und Erbarkeit. 1. Tim. 2. v. 2. Sie bleiben bey der Lehrevonda Gottſeligkeit.. Tim 6. v. 3. Sie verleugnẽ das ungoͤttliche Weſen und die weltliche Luſte/ lebben zaͤchtig/ gerecht und gottſelig in dieſer WellV 2. v. 12. Dieſes iſt abermal Fleiſch und Blut beſchwerlich/ aber wir muͤ ſen uns ſolches nicht laſſen hindern/ ſondern das Boͤſe mit Gunmuͤber winden. Rom 12. v. 21. 4 Amortcad vitam; Vom Tode zum Leben: Wir ſehn jledde in Suͤnden odt. Eph. 2.v.;. Wann wir aber die gnadreiche Stimme deß Sohns Gottes hoͤren/ ſo werden wir lebendig. Joh. z. v. 15. Beydem⸗ felben iſt der lebendigmachende Geiſt. Joh. 6.v. 6z. Da ſterbenwirdes ſers Herzzen ſloſſen das gehet durch Fleiſch und Duut. Suͤnde/ und leben Gott in Chriſto Jeſu unſerm Errn. Rom 69 Auß Todienwerden wiriber den Und auun erfolget /daßder alte Menſche getoͤdtet und geereutziget wird. Rom. S. v. s. O das ſibes ſchwerlich: Da ſind der Menſche boͤſe Luͤſte und Begierde dasliikoſew⸗ 3 Schoß⸗Huͤndlein/ die koͤnnen meiſterlich ſchmeichlen und den uchs⸗ ſchwant fireichen/ denſelben zu wieder ſeyn /ja ſie gar auß dem Hauſe un⸗ 2, Puexis “ —--— —— — eerlcugne das ungätit, rechtund gonſchgden und Buut heſchwalch ſondern da Baßm ſen. Eph. z. verſ. 19. Kinder ſeyn demuͤtig und iſt keine Hoffart bey jhnen: b Ffff 2 Alſo octhwendig erfodert werde. 59 2. Pueris aſſimilatio: Daß wir den Kindern muͤſſen gleich werden: Wir muͤfſen werden wie die Kinder: Dieſes komt der Ber⸗ nunfft ſeltzam fuͤr/ daß wir ſollen wieder kindiſch werden: Wir ſollen aber 4 durch wahre Buſſe Kinder werden/ nicht am Verſtaͤndnuͤß/ ſondern an der Boͤßheit.. Cor. 14. v. z0. Und zwar: 1. Lacdivinum appetendo: Daß wir nach der goͤttlichen Milch begierig ſeyn: Gleichwie die Kinder immerfort ein ſehnlich Be⸗ gterde zur Much haben; Alſo muͤſſen wir ſie zu G Ottes Wort haben; Wir muͤſſen begierig ſeyn nach der vernuͤnfftigen lautern Milch/ als die ietztgebohrne Kindlein/ auff daß wir durch dieſelbe zunehmen. 1. Pet.ꝛ. v. 2. Wachſen in der Gnade GOttes/ und Erkaͤntnuͤß unſers HErrn und Heylandes Jeſu Chriſti. 2. Pet. z. v. 18. Es muß uns das Wort Gottes ſuͤſſer ſeyn/ als Honig und Honigſeim. Pſ. 19. v. ru. Im Koͤnig⸗ Reich Schweden/ in der Inſul Orland/ ſo jetzunder zu Oſi⸗Goth⸗Land Zwing. gerechner wird/ ſol ein ſoſcher guter Lufft uñ fruchtbarer Bode von aller⸗Vol 2z. hand ſchoͤnen Kraͤutern ſeyn/ daß daſelbſt viele und alſo geſunde Milch pag.;989. gefunden wird/ daß die Butter⸗Milch daſelbſt vielen Krancken ſo durch ex Olao. andere Medicamen te nit zur Geſundheit gelangen koͤnnen/ durch dieſel⸗ be geholffen werde/ und dieſe Butter fuͤr aller andern Butter begehret un verkauft wer de. Daſſelbe moͤgen wir in geiſtlichen ſachen von dem Wor⸗ te Gottes wol ſagen. Das ſaͤttiget die hungerige Seele/ es heilet die kran⸗ cke Seele/ es troͤſtet die traurige Seele/ es hilfft zur ewigen Geſundheit. 12. beccata cavendo: Daß wir uns fuͤr Sunden huͤten: Bey kleinen Kindern findet man keine vorſetzliche Suͤnde: Aſſo auch nicht bey bußfertigen Hertzen: Sie haben Gott fuͤr Augen und im Hertzen und huͤten ſich daß ſie keine Suͤnde willigen. Tob. 4. v. 6. Das iſt ſie fuͤhlen zwar die Anreitzung der Suͤnden/ aber ſie willigen nit in ihr Begehren. Sie hůten ſich fuͤr Suͤnden/ dieweil ſie noch ſuͤndigen koͤnnen. Spyr. 18. p. 27. Sie fliehen fuͤr der Suͤnden/ wie fuͤr einer Schlangen. Syr. 21. v.ꝛ. Das iſt zwar Fleiſch uñ Blurbeſchwerꝛich/ aber uns zum hoͤchſſe noͤtig. 3. Pueros in bono ſequendo: Daß wir im Guten den Kin⸗ dern folgen: Kinder lieben jhre Eltern; Wir muͤſſen unſern himliſchen Vater lieben/ von gantem Hertzen/ von gantzer Seel/ von gantzem Ge⸗ muͤche/ und von allen Kraͤfften. Matth. 22. verſ. 37. Und unſern Heyland Jeſum Chriſtum welchen keb haben beſſer iſt dann alles wiſ⸗ Alſo muͤſſen wir auch ſeyn. Wer gering iſt und wartet deß ſeinen de beſſer/ dann der groß ſeyn wil. Prov. 12 v. 9. Trachten nicht nach hohen Dingen/ ſondern halten uns herunter zu dem niedrigen. Rom. 12,9. Kinder bitten von hren Eltern/ was ſie beduͤrffen. Wir von unſermhim liſchen Vater ſo werden wirs empfangen. Matth. 7. verſ.7. Ki der haben ein feſtes Vertrauen zu jhren Eltern: Wir muͤſſen unſe In liegen auffden HErꝛn wer ffen/ der wird uns verſorgen. ſal. /5. vaſ Kinder ſind verſuͤhnlich und vergeben gerne: Wir muͤſſen einer den Klage hat wider den andern/ gleich wie C hriſtus uns vergeben hat aſſ auch wir. Col 3.p 13. Kinder gehen gerne; Wir muͤſſen Gutesthuͤn ſtaic werden an guten Wercken/ gerne geben und behuͤlfflich ſeyn. 2. Tim p. 18. Und was ſolches Guten mehr iſt. Solches iſt abermahl Flaſſ und Plut beſchwerlich/ aber uns gantz noͤhtig. b 4. Delectabilium obliviſcendo; Daß wir der beluſtigenden Dinge vergeſſen: Wann Kindern etwas genommen wird/ das ſie on⸗ ſten beluſtiget; Vergeſſen ſie deſſen balde. Wir muͤſſen gedencken wi werden nichts inunſerm Sterben mit uns nehmen. Pſal. 45,v. Per geſſen deſſen das dahinden iſt/ und ſtrecken uns zu dem das droben Phil.3 v. 3. Dieſes iſt auch zwar ſchwer /aber hochnoͤhtig. 2. Penitentiæ neceſſirarem. Die Nothwendigkeit der Buß ſe: Sonſt werden wir nicht in das Himmelreich kommen: Dann es iſt ohnmuͤglich daß erwachſene Menſchen ohne wahre Buſſe koͤnnen lelig werden/ wie in der andern Buß⸗Predigt erwieſen: Der allergnaͤdig⸗ ſte himliſche Vater) verleihe uns ſeinen heiligen Geiſt/ daß wir durch deſ ſen Huͤlff und Beyſtand alle Beſ werligkeit uͤberwinden/ um Chnſt Jeſu willen/ Amen/ Amen. Raaal 1 dern vertragen in der Liebe/ und vergeben uns untereinander ſo jemad Dieſem dreheinigen und Preis und Ehre/ von Ewigkeit zu Ewigkei⸗ Amen/ Amen. 3. N 8 59 Was zur Bekehrung nothwendigerfodert werde. hochgelobten Gott ſehloh 3 oy. und.*& n.— a.d daa Pi“ dafebannneade eeeeeee eeeereeepeceeeceerpene m eSErſteg, ee Erſtes Regiſter im erſten Theil 4 4* 5.„— beweenzaand Darinn die Buß⸗Predigten und deren Inhaltzu finden. eerne We 1.(&. Owahrer Buſſe Wuͤrdigkeit/jäc 4..c.. pe. RMr V Buſſe Wuͤrdigkeit /Jac. 4.v.u.. Pag. sm nana 4 8 Von wahrer Buß Nothwendigkeit/ Luc. 10. v. 42. 5— e Chnſts men 5 3 ☛˖ Von wahrer Buſſe Nutzbarkeit/ 1 Joh.1v.9. 14 3ane Wrniſate 1 Don wer de Sa lains Buß Bedeuiungund Beſchrelbung/ 38,a. 20 g den undochäfi 3 Zan und betruͤglicher Buſſe/ JOel.z v.zx.— 26 kchr. Saan 2 Ban⸗ rheuchleriſchen und hochverderblichen Buſſe⸗/I uc. 12,7r⸗.. 32 anAnke ä DZon ſonderlicher und allgemeiner Buſſe/jerem. 25..Z. 39 lantznoͤhtig. 8 Wie wir uns zu wahrer Buſſe bereiten ſollen Ela. 40.v.z.. 6 tendo Daßwwiedeze 2 DVon den Theilen wahrer Buſſe/ Marc.. 15. tee3 42 n etwas 0 Vom Beweißthum der Theil wahrer B ſſe A. 58 geannne. Donder würckenden Urſach der Zuſ uſſeset 1a9. 59 nhalde. Wr 2 Wie Cott unſere Siseeo der Näſe Jerras. 24 Arn oftunſere Builſe Jer. 3.V.12I2I.“— mit uns nehmen. Pſa 13 Wie Gott unſere Buſſe ferner befor dere/ Pſal. 3. v,I2.13.144. 25 ſtraka unszuhm ae 14 Wie Got noch ferner uns zur Buſſeleiteundfuͤßre/ Act.)..z8. 8r wer aber 15715 dar afen lrfachan Gottes Seiten/ ſouns zu wahrer Buſſe treiben ſolle/ welx n Diettmadgt 16 on deranen Tfach nece sdan 13 87 as Hiumekrechtanr che iſt die N rſach an Gottes Seiten/ ſo uns zu wahrer Buſſe treiben ſoll/ wel⸗ Nen 8 cheiſt die Majeſtaͤt Gottes/ ſo ſievon uns erfordert/ Act. 17.v.o. 94 n ſen 17 Von erdritenbewegenden Leſach ur Buſſe an Gatts Stiten/ welcheiſ Got⸗ — giewiſedri. es groſſe Guͤttgkett/ Kuc 15.v. 20. e nen heligen Gaffddir⸗ 18 Von der vierdten bewegenden Urſache zur Buſſe/ an Gottes Seiten/ welche iſt ſwaligkan ibaric o Doths⸗ Langmuͤtigkeit Sap. 12. v. 1o.— 10, 29 on der fuͤnfften bewegenden Urſach zur Buſſe/ an Gottes Seiten/ welche iſt Got⸗ kes Barmhernigkeit/ Pſal. 78, v.3. 114 20] Don der ſechſten bewegenden Lirſach zur Buſſe/ an Gontes Selten/ welche Sottes achgelobten Guti u Dan dan fitenenuleegen uns/ Ezech. 18. v. 31. ſeq. b 127 h Ben der ſiebenden bewegenden Urſach zur Buſſe/ an Gottes Seiten/ welche iſt Ewigken uEri 32& Gottes Wolthaͤtigkelt/ Luc. 15 v. 22.„ 8 86 lin ne d, IAma. 2 Don der erſten bewegenden Urſach zur Buſſe/ an Chriſti Seiten/ welche iſt ſein ſcchweres geiden/ Eſa. 43.v. 24. feq. 23 1 Von der andern bewegenden Urſach zur Bu wegende Ir Buſſe/ an Chriſti Seiten/ welche iſt die 2 groſſe Treue Chriſti/ Cant.⸗ v.z.— uſß an Chriſ G. ten, 6 1 Von derdritten bewegenden litſach u wahrer Buſſe/ an deß Sohns Gotue 4 ewegenden Irſach zu wahrer Buſſe/ an deß Sohns Gotltes Sei⸗ Len/ welche iſt die holdſelige Einladung Chriſti/ Matth. SSn 148 Ffff u 5. Von Keßiſter. 2 6] Von der vierdten beivegenden Urſache zu wahrer Buſſe/ an Seiten deß Soßns Gottes/ welche iſt der Hirten⸗Fleiß Chriſti/ Luc. 15.*. 4. Pag g 19 ch 15 Vondder fuͤnfften bewegenden Urſache zu wahrer Buſſe an Seiten deß Sohns Gvoo, tes/ welche iſt die Klarheit ſeines Evangelti. Eſa. 61. v.1. ſeq. Ia 91S 27 Vonder ſechſten bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe/ an Seiten deß Sohns Got. tes/ welche Chriſti bittere Thraͤnen/ Luc. 19. v. 41. ſeq. 169 3 ¹ 28 QDon der erſten bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe/ an Seiten deß heiligen Cei 1 ſtes welche ſeine Vermahnung/ Matth 10.v 20.„. 29 DWonder andern bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe/ an Seiten deß heiligen Gei⸗ ſees welche die Einſetzung deß heiligen Predig⸗Ampts/ Johan. 20. v. 22. ſeq. 1z5 o zo Vondererſten bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe/ an Seiten der heiligen Enga welche iſt der Engel Freude/ L. uc. 15. v.4. 4 r 31 DVon der andern bewegenden U ſach zu wahrer Buſſe/ an der heiligen Engel Sdèix n welche iſt der Schuß der heiltgen Engel/ Pſal.9r v. i.. ſeq. 18 2 Von Rirerſten bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe an deß Teuffels Seiten/ welce iſt deß Teuffels Gewalt uͤber die Gottloſen/ Tob. 6.v. 16. 204½ 3. 33 Von der andern bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe/ an deß Teuffels Seiten/ welche iſt deß Teuffels Granſamkeit gegen die Gottloſen/ 2. Tim. 2. 26. 210 4 34 Von der erſten bewegenden Lrſach zuwahrer Buſſe/ an unſers Nechſten Seitn/ welche iſt das groſſe gegebene Aergernuͤß Matth. 18.v. 7. 1s 35 Vonder andern bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe/ an unſers Nechſten Seien/ welche iſt das herꝛliche Exempel der Frommen 2. Sam. 24. v. 10. b 233 1 36 Ponder erſten bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe/ an der Suͤnden Seiten/ wel⸗ 4 che iſt der Suͤnden Herkunfft/Jac. J.v. 14. ſeq. 29 y 37 Von der andern bewegenden Ulrſach zu wahrer Buſſe/ an der Suͤnden Seiten/ weio a cheiſt der Suͤnden Vielheit/ Pſal. 40. v. 33. 4 8 65 38 Von der dritten bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe/ an der Suͤnden Seiten/ wel Iee iſt der Suͤnden Boßhett/ Eſa.1.v. 16. 2 42 39 Von der vierdten bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe/ an der Suͤnden Seiten wex deiſ unſer Seelen Verderbung Pſal. 41.v.5. 1249 40 Vondder fuͤnfften bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe/ an der Suͤnden Seitin/ keilcheiſt unſers Leibes Zerſtoͤrung/ Rom.§. v.6. T e 255 41 Vondder ſechſten bewegenden Urſache zu wahrer Buſſe an der Suͤnden Seiten /wil q e iſt die ſchwere Laſt der Suͤnden/ Plal. 8. v. ä. atr t 267 6 42 Von der ſtebenden bewegenden Urſach/ zu wahrer Buſſe/ an der Suͤnden Salen⸗ welche iſt die Dienſtbarkeitund Unreinigkeit der Suͤnden/ Kom. 6.19. 165 6 4 Pondderachten bewegenden Urſach zu wahrer Buſſean der Suͤnden Seiten welche iſt unſer elender Irꝛgang Jer. 8. v.. AiA aher Tnn. Gt 726 K 256 6) 44 Bon der erſten bewegenden Urlach zuwahrer Buſſt anunſer Seten welchell un⸗ 3 feraüſynaremns an Gerfwee der Snd E 9.. an drer Buſſe/ en de ſähet enget Plalgiéuſe. eer Buſſe andeß daiftss ¹ loen/Tob 6.vg ahrer Buſe/ an de dunt gen die Getnloſen ama rra Buſſe/ munſerrdn. 1ß Muth. 8v drer Buſſe/an unſers Nat ommen ꝛ.§am. 14.7.h er Buſſe /ander Sinne “ 0 rer Bugeander Sintee rer Buff/ ander Siniar 2 — rer Buſſ ender Sittet 6 eörer Buſe en ReSb 19 4 K„. 9 vabrc Buſe unSin L 1 danK73 gfeit der Stnda 1 Buſclan rSüne . 9 „Buſſe anugſe Seae züͤndt E“S, * 3 die gute Gelegenheit /2. Cor. 6. v..xK. Kegiſter. Vonder andern bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe/ an unſer Seiten/ welche iſt die Beraubung der Gnaden Gottes durch unſere Suͤnde/ Eſa. 59,v. ã. 288 6 Don derdritten bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe/ anunſer Seiten/ welche iſt unſers Lebens Gebrechligkeit/ Plal. 9.. 5.4 c. 295 Von der vterdten bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe/ an unſer Seiten/ welche iſt/ unſer groſſes Elend wegen der Suͤnde/ Luc. 15. v..4.4. 302 Von der fuͤnfften bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe/ an unſer Seiten/ welche iſt lle⸗ 08 Von der ſechſten bewegenden Urſachzu wahrer Buſſe/ an unſer Seiten/ welche die Truͤbſals Schlaͤge Gottes ſeyn/ jer. 30. v. 14. 315 Von der ſiebenden bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe/ an unſer Seiten/ welche iſt ddie heilſame wuͤrdige Empfahung deß Abendmals/ 1. Cor. 11. v. 2 8. 321 Von der achten bewegenden Ulrſach zu wahrer Buſſe/ an unſer Seiten/ welche iſt die Beſchaffenheit der Fruͤhlings, Zeit/ Cant. 2. v. 10. 328 Von der neundten bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe/ an unſer Seiten/ welche iſt der Unbußfertigen Elend/ Rom. 2.v.)5. 35 Don der zehenden bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe/ an unſer Seiten/ welche iſt der Unbußfertigen ewige Straffe/ Apoc. 21. v. 8. 3 za Von der eilfften bewegenden Urſach zu wahrer Buſſe/ an unſer Seiten welcheder Bußfertigen ewige Gluͤckſeligkeit/ Act. i. v..l. 1 347 Wer Buſſethun ſolle/ 2. Pet. z. v.. b b 353 Wormit die wahre Buſſe umgehe/ KRom. 12. v. ä. 360 Was das Geſeß bey wahrer Buſſe wircke/ ocl. 2. v.z. 367 Was das Evangelium be) wahrer Buſſe wuͤrcke/ Rom. z. v. z5. 374 Wie wir wahre Buſſe thun ſollen/ Pſal. ↄ5.v. 8. b Von der End⸗Urſache wahrer Buſſe/ Hoſ. 6.v.i. 886 Vonder erſten Wirckung wahrer Buſſe/ welche iſt die Erlangung der Gnaden Got⸗ tes/ Eſa.0. v. 18. 1 393 Von draudern Wirckung wahrer Buſſe/ welche iſt die Vergebung der Suͤnden/ ſal. 32. v. i. feq. 399 Von der dritten Wirckung wahrer Buſſe/ welche iſt unſer Gerechtfertigung/ Matth. 5.v. G. 3 b 406 Von der vierdten Wirckung wahrer Buſſe/ welche iſt die Freudigkeit deß Gewiß⸗ ſens/ Efa. r2. v. z. b 3 41² Von der fuͤnfften Wirckung wahrer Buſſe/ welche iſt die gnadenreiche Einwohnung Gottes/ Eſa./7. v.. b b 4415 4¹⁹ b Von der ſechſten Wirckung wahrer Buſſe/ welche die Schenckung geiſtlicher Ga⸗ 7 6 ben/ er. 46.v. 27. b 42 Von der ſiebenden Wirckung wahrer Buſſe/ welche iſt das ſchuldtge Lob Gottes. Pſal. 103. v.⁊. ſeqꝗq. 4353 Von Regiſter. egen derachten Wirckung waßrer Buſſe/ welche ſt ein ſanffeer und balicher dan Luc. 2.v. 29. onder neundten Wirckung wahrer Vuſſe/ welche iſt die Erbſchafft deß wua 4. bens/ Act. 26. v. 18. 4 Dom erſten Hindernͤß wahrer Buſſe/ welches! ſt die Gewonheit zu tndten e 4 V. 23. Dom andern Hindernuͤß wahrer Buſſe/ welches iſt der Gewiſſens⸗Schlaf! r v. G. 46⁰ Vom Heitten Hindernuͤß wahrer Buſſe/ welches iſt der naͤrriſche Zuſtand der Sin. den/ Prov. 5.v. 23. 46) Bom vierdten Hindernuͤß wahrer Buſſe/ welches iſt vieler Menſchen heuchleriſt 4 Anſtellen/ Sy r. 1. v. z6. 474 Vom manfemne Hindernuͤß wahrer Buſſe/ welches iſt deß Satans Verfuͤhrung /* Or. II. v 48* om rah Hindernuͤß wahrer Buſſe /welches iſt die Liebe der Welt/ 1. oh. 2. v. z. 4³⁸⁸ Dom ſ nbenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ welches iſt die boͤfe Zuneigung genen ſe⸗ nen Nechſten/ 1. Cor. 3.v. z. Vom achten Hindernuͤß wahrer Buſſe/ welches iſt ungerechte Erwerbung des Reichthums /1. Tim. 6.v.9. 501 Vom neundten Hindernuͤß wahrer Buſſe/ welches iſt die Verachtung goͤttliches 3 08 Wcorts Zach. 7. v.lI. WVom zehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ welches iſt groſſe Macht und Gewalt/Sir. JF. 2.16 515 WDonr eilfften Hindernuͤß waßr er Buſſe/ wtlches der Verzug der goͤttlichen Str af⸗ /Sir.. v. 4 521 Vom zwoͤl ſhen Hindernuͤß wahrer Buſſe/ welches iſt die ſi chere Beharꝛligkeit in Ouͤnden Sir. 5.v. 5. 28 Blarmherxzigkeit Gottes/ dir. 5.. 6. ſeq. Vom vierzehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe welches iſt die Auffſchiebung de ben/ Sir..v. 8. ſeg. Vom funffzehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ welches iſt die Nachfolge oſer Er⸗ eempel/ Sap. 4.V.12. 549 Vom ſechzehenden Hindernuß wahrer Buſſe welches iſtdie Hoffartwider die Buſ⸗ ſe bewieſen/ Prov. 29.v. 23. 555 Vom ſiebenzehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe/ welches iſt die Einbildunz eigener Heiligkeit/ Luc. 18. v. 9. 62 omachzehenden Hindernuͤß wahter Byſſe/welches iſt die sefährlich 8 Er artung der Kranckheit und deß Todes Sir. 8.. 22. . 5² Vom dreyzehenden Hindernuͤß wahrer Buſſe welches iſt die Enſhelligung 34 ————— ͤöͤh Cu W 1 Genasng Gen ang Hodin deran. Degz. 3 ſea Sam 4E limn 91 Chro Lnu lh. er. nücheſg welches e eesa ücherſde airſan delches iſt nale Nſte malches iſtdeß Suude delches iſdi lteede di alches ſtie h3as delches ſſt unzercht ſe/ Pdlches ſſth Deaia malches iſ greſſe Naten rüſchesder Veluß ezai Seſches iſ die ſcheee zuſſe/ velches ſt n b 3 elches it diedoffen uſſ/ weſchetiſtdu lutit ſewäſches ſdeſmm aſe/ Eelcheren ſe welches fiergiüt 4 tdi 24naa 4Sehh 8a, 82 Vom neunzehenden Hindernn keit/ Matth. 25.v. 46. KRegiſter. ß wahrer Buſſe/ welches iſt das Verzeſſender Swlg⸗ 76 . Pag. 5 89 Vom zwantzigſten Hindernuͤß wahrer Buſſe/ welches iſt die Verzweiffelung/ Gen. V. I3.— 583 90] Waszur wahren Bekehrung nothwendigerfodert werde/ Matth. 18.v.z. 590 Zweytes Regiſter deß erſten Theils/ Uber die Spruͤche der heiligen Schrifft/ ſo theils im Eingang cheils in den Predigten erklaͤret ſeyn. Ch47. V. 13. Sen. 26.v. 9. Gen. 42. v. 7. FExod. 15. v. 26. Deut. 32.v. 4. Deut. zz. v. z. Judic. 5. v. 2. 2. Sam. 24. v. 10. 1. Chron. 29. v. 9. 2. Chron. 19. v. 7. 2. Chron. 24. v. 19. Pſal. 7. v. 12. Pfal. 19. v. 3. Pſal. 32. v. 1. ſeq. V. G. Pfal.; 4.v. 8. Pſal. 38. v. 5. v. 19. Pſal.39. v.5. ſeq. V Pfal. 40.v. 3. Pſal. 41. v.. Pſal. 44. v. 22. Pſal. 45. v. z. Pſal. 73. v. 25. Pſal.77. v. 4. Pfal. 78. v. z8. d Pag. 460 583 Fog 315 162²2 141 4²⁰ 43 . 2²³ 75 515 8 75 237 399 562 198 262 20 295 528 236 249 3 149 282 440 114 Pſal. 9r.. v. II. ſeq. Pag. 198 Pſal. 95. v. 8. 380 Pſal. 103. v. z. ſeqq. 43³ Pſal. 119. v. ult. 155.276 Pſal. 141.v. 4. 549 Pſal. 145. v. 9. 101 Pſal. 147. v. II. 81 Prov. l. v. 28. 41¹3 Prov. 5. v. 23. 467 Prov. 13.V. 13. 70 Prov. z2. v. 6. 454 Prov. 23. V. I. 322 Prov. 29. v. 23. 555 Eccl. 12. v. 13. 94 Cantic. 2. v. 10. 328 Cantic. F. v. z. 141 Eſa. I v. 16. 24² Eſa. z. v. 1I. 341 Efa. 12. v. z. 412 Eia. 30. v. 18. 393 Eſa. 40. v. z. 46 Eſa. 42. v. 19. 242 Eſa. 43. v. 24. 334 Eſa. 44.v. 22. 289 Eſa. 48. v. 17. b 14 Eſa. 57. v. 15. 4¹9 Eſa. 59. v. z. 282.288 Ea. 61. v. J. ſeq. b 161 6888 Jer.⁊ Kegiſter. 1derz“. Jer. ⁊*v. 22· 249% Sir. 43.7. 26⸗ 4⁸⁸ Jer. z. v. 12z. 70 Matth. 5. v. 6. 4⁰⁶ 1orlhn jer. 6.v. 16. 46 Matth. 10.v. 20o0.,) 177 1Cor.6Ä Jer. 8. v. r. 276 Matth. II. v. 8. 148 1.. vVv.7⸗ 329 Matth. 13. v. zz. 286„(orN, v. 21. 169 Matth. 13. v. 25. 204„Corz. Jer. 13. v. 16. 335 Matth. 18. v. 3⸗ 390o„Cotayull V. 23⸗ 45„ v.7. 216 19bulb 4 Jer. 25.v. 5. 39 Matth. 25. V. 46⸗ 57 ZAu Jer. 30,vI4. 315Marc. I.v. 5. 52 Tlelyv. Jer. 31.v. 18.. 64 Luc. 2. v. 29. 440„Tim Iw- v. 21. z. Luc. 10.v. 42- 8 Jer. 46.v. 27. 42²26 Luc. 12.v.t. 3— Ezech. 18.V. z1. 1²½ v. 40. 544* b v.32. 348 Luc. 13.v. 7. 532 FEzech. z3. v. II. 87 Luc. 15.v. 4. 191.154 V Hoſe. G. v.I. 386 v. 10. 191 Daem Hoſe. tz. v. 9⸗ 64. V. 20⸗ 100 Hoſe. 14.v. G. 128.393 V. 22. 1²27 ſce Joel. z. v. 12. 26.367 v. 24. 302 Imnm Habac. 2. v. G- 269 Luc. 18.v. 9. 567 ffiznin Zeph. I. v. 12. 569 Luc. i9. v. 41- 169 1 nufd Zach. 7. v. II. 508 Luc. 24.v. 47. 354 lnntin— Sap. 4. v. 12. 549 Joh. 15.v. ³3. 234 V di 5. Sap. 12.v. 0. 107 Ioh. 20. v. 22. feq; 183 ſan 1 Tob. 4. v. 4. 555 Act. z. v. 9. 59 Tob. 6. v. 16* 204 Act. 7. v. 3G. 81 ſtntd ſs Sir.*. 36. 474 Act. 11. v. 18. 347 Iöthude Sir. 2.v. 5. 583 Act. 17. v.z0. 94— 4. Sir. ̃ v.z. ſeq. 515 ACt. 26.v. 18. 39. 4 47* v.4. 521 RKom. z. v. 4. 108 1 de 528. 35. N.G. Ied. 534 RKom.z.v. 25. ·406 1 v.8. ſed 5 Komzw 334 429 Ama 4 Sir. 7. V. 39. 576 Rom. 6. v. 167 210 Sir. 18. v. 9. 81 v. 19. 269 Iln 4 -.22, 569 RKom. 8.v. 10. 256 1 1 V. 233. 380 Kom. II. v. z2. 114 Sir. 21.v.. 230 RKom. 12. v. 2. 121.360 T* Sir. 32. V. z3. 467 495 e aan . b 1. Cor. 3. v. 3. — Regiſter. b 1. Cor. 3. v. 9.„ 184] 1. Tim. 6. v. 9. 50r I. Cor. II. v. 28. 321 2. Tim. 2.. 26. 210 2.Cor. 6. v. 2. 38308 2. Tim. z. v.. 474 v.3. 217 1. Pet. I.v. I2. 195b 2. Cor. 7. v. 10. 59 1.Pet. 5. v. Io. 4²⁸ 2. Cor. fl. v. 3. 481 2. Pet. z.v. 9. 353 2. Cor. 13.v. II. 495 1Joh. I. v. 9. 14 Eph. 5..16. 309 r. Joh. 2. v. 1. ſeq. 488 Phil. 1.v.I. 177 Jac. 1. v. r 4. 229 1. Theſſ. 5.¼. G. 460 Jac. 442.v. 7 48N1 1. Tim. 1. v. 16. 2²3 1 1. Tim. 6.9,6 6. 502 Apocn 21.v. 8. 341 — Dntttes Regiſter im erſten Theuu Der vornehmſten Sachen in dieſen Predigten begrieffen. Abgoͤttiſche. 345 Ampts. Verrichtung ſuͤndlich. 281 Auffſtehen ſollen wir. 33² Augen deß Menſchen. 242² Augenluſtige. 4⁰3 Begnugſamkeit. 702 Bekehrung. Bekehrung wie ſie ſeyn ſol. 40⁰ Befiehlet Gott. 348.369 Allen Menſchen. b 311 Auff was Weiſe ſie geſchehe.— 220f Zu wem ſie geſchehen ſol. 4 6.74 Betrug. 279 Blindheit der Menſchen. 243 Blumen geiſtlich. 333 Buſſe. Ißre Wuͤrdigkeit. 3 Ihre Nothwendigkeit. 9 Sie fodert Gott. 12 Nutzbarkeit derſelben. 15.127 Bedentung und Beſchreibung 445 ·fed. Irzthum dabey. 54 fed. Unterſcheid derſelben. 25.44 Betriegliche Buſſe. 31 Heuchleriſche Buſſe. 34. ſeg. Verderbliche Buſſe. 37 Allgemeine und ſonderliche. 39 44 ſeq. Allgemeinheit derſelben. 41 Bereitung zu derſelben. 46. ſeq. Theile derſelben. 2. ſeq. 60 In derſelben erſcheinen lwey Etgenſchaff ten Gottes. Derſelben Vergleichung mit der An. ney. 64 Sie iſt ein Gnadenwerck Gottes. 6. 44 Befoderung derſelben. 71. ſeq. Durch Zeichen/ Wunder und Straffe. 83 Wird von Gott befohlen. 25 4 Allen Menſchen. 8. leq. Buſſe Urſprung. 349. ſeq. Buſſe Frucht. b 352 Buß,Thraͤnen. 372 Buſſe ſollen wir bald thun. 3831 [Wir ſollen ſieernſtlich chun. 384 Gg88 ij Wir 4 Ketziſter. Wir ſollen ſie herzlich thun. Pag.86] Ihr Schutz. 200 ſeq. Ihr End⸗ Urſach an Gottes Seiten 388 Erbe. b. 45 Anunſers Rechſten Seiten. 39 Ergernuͤß. An unſer Seiten. 391 Gibt die Welt. 219 Wovon ſie uns frey mache. 44 Iſtunterſchiedlich. 21⁰ Mit Myrrhen verglichen. 448 Seine Nothwendigkeit und Straffe, 221 Ihr Beſchwerligkeit. 554 Erneuerung. 121,363 Auffſchiebung derſelben. 534 Erhoͤrung Gottes. 310 Wie wir uns fuͤr auffſchieben zu huͤten. 4 Derſelben Verweigerung. 294 Buß Predigten Nothwendigkeit. 1.ſeg. Erkaͤntnuͤß unſer ſelbſt. 391 Was dieſelbe ſeyn. 1 Ewiges iſt unterſchiedlich. 578 b Chriſtus. Ewige Seligkeit. 18 Sein Verdienſt. 32.57 Ewige Verdamnuͤß. 579 Seine Liebe gegen uns. 134 Exempel. Seine Arbeit unſernthalben. 336. feq. Der Buſſe. 62 Hat gelittẽ als warer Gott und Menſch. 36 Senn gute und boͤſe, 550 Befodert unſer Bekehrung. 142 Boͤſer Wirckung. 572 Wie er uns ruffe. 144 Durch was Mittel. 553 Wie er bey uns anklopffe. 145 aſten. 371. feg. Seine liebliche Namen. 147 Finſternuͤß geiſtlich. 449 Seine Einladung zur Buſſe. 150] Fleiß der Menſchen. b Fleiß bey ſeinen verirreten Schaͤflein. 159 Fleifchliche welche ſie ſeyn. z00 Unſer Artze. 162 Fleiſchluſtige. 4 ⁹* Gottes Geſandter. 164 Freudigkeit der Gerechten. 414 Seine Predigt. 165. ſeq. Grund derſelben. 4¹5 Seine Thraͤnen. 171.ſeq. Wirckung⸗ 4¹7 Urſachen derſelben. 174 Friede. 430.445 Seine Vorſtellung von Gort. 375 Friedſam ſollen wir ſeyn, 495 Wie dieſelbe geſchehen. 3316 Fuͤlle geiſtlich. 431 Sein ſeliges Anſchauen. 446 Geberden verſtellen. 397 Sein entliche Zukunfft. 542 Gedancken der Menſchen mancherley. 238 Durfſt geiſtlich. 409 Veraebliche. b 523 Ehr⸗geitluſtige. 494] Der Unbußferitzen. 336 Eiver gut und boͤſe. 496 Geiſt. Boͤſes Anzeigung. 497586] Heiligen Geiſtes Ampt. 7 Eltern Liebe gegen jhre Kinder. 102] Wirckung bey der Buß. 67 Engel. Ein Geſchen ck Gottes. 185 Ihre Freude. 7.192 DHBerechtigkeit⸗ b Ihr Begterde. 191] Mancherley. ros. ſeg Ihr Ampt gegenuns. 299] So Gon gefaͤller. 3 8 dür 2 ““ — mtä. Fartſim 8 Phsſtun 4 eehe Et oübenmmdt Gchwitedeſn e denct fͤlch Schlafende HeinecDalin ſäzzudecn dargiſic Jfgaruph NMe Raſan Fanithed tn Vehe Flüübtangn heca O0)n Ku Bt ſaläenin. rSch 4 qu. be die N de Sreni lunterſchte eine Noth id. enenn. gktn eh s rſelben erwaigt larnüͤß unſerſct 1 iges iſt unterſcheoht ige Seligkeit 4 8e Derdamaiß. Buaſe Seema m zute und äſ ſet Daaung rrch vas Mit ien. Kerrruͤß zuiſlich. f der Menſchen. fchliche weiche ſiſan ſchluſtge udigkeit der Gercchtm. und derſelben. rckung. egetſtlich. erden verſtele. anckin der Maſcharit eebliche. Unbußferthzen. Geſt uam Geiſtes Ame. ckung ky der deſ. Geſchack Gan Gerchi ſcherſc Don zeftle dſam ſolen dirſgn, ———— b Kegiſter. Ihr Mittel. 407.411 Seine Gnade den Inden erwieſen. 4— Womit ſie umgehe. 409 Dieſelbe iſt ein Liecht. a Was ſie wircke. au Sein Gerichte. 108, ſfeq. Gerechten Eigenſchafft. 433. feq. Seine Wiſſenſchafft. 1142 Geſetzes und Evangelt Wirckung. 62 Sein Will. 123.357.366.443 Gewiſſen. Ubertrettung deſſelben. 277 In acht zu nehmen. 227 Seine Treue und Gerechtigkeit. 14²³ Schwaͤredeſſelben. 266 Seine Barmhernigkeit und Gerechtigkeit. Der Gerechten iſt ſicher/ ohne Jurcht und 224 froͤlich 417. feq. Gott haben was es heiſſe. 200 Schlafendes. 46*464 Von Gotr geſcheiden ſeyn. 233.286 Seine Verhinderung. 4563 Seine Wolthaͤtigkeit. 15.285.40 G Es zudecken. 465 Seine gnadreiche Gegenwarr 287 Gewonheit. Seine hertliche Gegenwart. 288 Hat groſſe Machh. 454 Er ſuchet uns. 307 Iſt gut und boͤſe. b 458 Gottes Ehre. 335 Vieler Menſchen mis Auffſchlebung der Gottes Furcht. 24 Buffe. 771 Seine Gnade allgemein. 314 Gemuͤthes Elend. 363 feq. Derſelben Mittel. 276 SGSlaube. Gottes Dienſt. 380.443 Ein Theil der Buſſe. 7z S Seine Gnade ein Thau. 393— Glaͤubiger Freude. 330 Wieer unſer harre. 394 Ihre Schoͤne. b 39 Zu was ende ers thue. 396 b Gnade Gottes. Wife er ſich auffmache. 398 Ben unſer Bekehrung. 396. feg. Zu wasende. 398 Iſt allgemein. 4²6 Seine Liebe gegen uns. 4²2⁰0 Auch ſonderlich. 427 Seine Wohnung. 4²1 Gott. Nutzen derhalben. 429 Angeſicht Gottes. 292 Seine Verheiſſung. 445 Derbergen deſſelben. 29 3 Gottloſe. Augen Gottes. 33.479 Ihre Boßßheit. 3.176 Sein Eid. 6.88. Seyn Trunckene. 212 Sein Draͤuung und Verheiſſung. 76. ſeg. Vom Teuffel gebunden. 215 Iſt ein Richter. 77] Teuffels Gefangene. 214 Sein Schwerd und Bogen. 278.feq. Teuffels Voluntirer. 215 Seine Langmuͤtigkeit. 81.108. 1. 56. 25. Ihr Elend. 339 581 Ihre Beſchreibung. 341 Seine Gaͤte. 101 Sind mancherley. 342 Seine Barmhertzigkeit. 1. 10 4,116. 35] Ihre Namen. 360 Sein entgegen gehen. 705] Ihr Zuſtand. 4 Ci ind Gggs iij Wie ſiewahre Buſſe verhindere. RKegiſter. Sind Mohren und Parder. is] Bey welchen ſie gefunden. 1 Sind wild und hoffaͤrtig. 467 Ihre Wirckung. r6r Wollen ungeſtraffet ſeyn. 465 Hole. 346 Leugnen jhre Suͤnde. 471 Huͤlffe Gottes. zu1 erachten Gottes Wort. 510 Hunger geiſtlich. 407 Kehren Gott den Ruͤcken zu. 512 Hurer. 344 erſtocken ihre Ohren. 313 Jacob/ wer dadurch verſtanden werde 428. Senn den Hefen gleich. 57⁶— ſeq. Gottloſigkeit mie Gottſeligkeit bemaͤnteln. b Juden Halsſtarrigkeit. 9 478 Juͤngſten Gerichts zu nahen. 3 Gottſeligkeit. Kindern wie wir gleich werden ſollen. 452. Gottſeliger Hernen Ruhm. 374 K, t- Jeout. ſeq. Gottſeligkeit euſerlicher Schein. 474 Kleidung. 130 Worinn Gottſeligkeit beſtehe. Fo2 Kommen ſollen wir zu Chriſto. 331 Greuliche welche ſeyn. 344 Kranckheit Erwartung verhindert bey vle⸗ Heiligung. 453 len die Buſſe. 9² Heiltgen jhre Schuld. 563 Welches nicht geſchehen ſoll. ib. ſeq HErꝛ wer da ſey· 442.520 Kuͤnſte der Glaͤubigen.. 414 Hertz Kuß. 107 Seine Tieffe. 33 b Leben. Seine Verſtockung. 337 Unterſchiedlich. 92.311 Seine Zerreiſſung. 373 Deß Menſchen einem wege verglichen. 296 Wie es Gottes Wohnung. 507 Wasauff dem Wege fuͤrfalle. 297 Seine Angſt⸗Reden. 4²³3 Lebens⸗Elend. 39898 Demanten Hertzen. 713 Leben hat ſeinen Ziel. 299 Seine Zuneigung. 549 Wir muͤſſen es verlaſſen. 300 b Heucheley. Lebens Vergleichung. 30rI ſeq. Iſt ein Saurteig. 35. ſeq.] Geiſtliches Leben von Gott. 307 Ihre Wirckung. 36 enn geiſtlich⸗ 333 Ihre Straffe. 37 Loben. Ihre Art. 36, 476.186] Womit und wie wir Gott ſollen. 433.ſech Heuchleriſche Gottesfurcht. 4775 Warum. b 4 ⁸6 Heucheley Erweiſung. 477 Lägener. 346 Weemet ſeſahen 479 Luſte. re Heßligkeit. 480 Bsſer Luͤſte Wirckung. 232.0 G*4 Hoffart Folge. 461.519 Wie zu meiden. 7 6 Seyn viel/thoͤricht und ſchaͤdlich. 507 Warum. ib. Macht. h17 Was ſie fuͤr eine Suͤnde. 7 Mammons⸗Betrug. 21 358 feq.]Memorial der Menſchen. 776 Sancdeutthp. Fänfagaeln Gtechendet Vaih 24 Menſchlicher in Achtgtenden Mäßgunt. Mahraſiys ie Taulrln reuaa tins Name Dhtstitde Ohterwige dmneſgng a. dugas 1ahGon Ifäähmn Ndans 4 dilſam adern die ur glac na .)** dlebung. Kommen ſelanir 1 kranckhat S— len die Buſt. adeneftaſt ünfie der S. 1 duß. Leben, interſchiedlich. deß Menſchenemendeggt Dasauf dem Wagefärfal dens Slend. ben zatſcnen Zi dir muͤſſen eswerliſcn. dens Vergleichung tnlches(ebenren Get zflich. ast Loben arum. gener u ggr lu Brcnt 4. 24 2 viel tzandmnſtat witund wiertrSekſs Regiſter. MNun deſſelben. 77 Schrecken. r Menſchen. S¶Schuldigkeit der Menſchen. 1 Elend derſelben. 71.103. 153. ſeq. 384 303 Schuse. 132 Den Schafen gleich. 155 ſoq. 260391 Seelen ſuͤndlicher Zuſtand. 250 Thorheit derſelben. 229 Sicherheit der Menſchen. 301.528 Irꝛgang durch die Suͤnde. 277 Gutund boͤſe. 4 ¶zo. leq Elendes Heilung. 303 Woher die boͤſekomme. 53² Seyn Verlohrne. 305 Wasſie wircke. z Kuͤnfftigen Elendes Urſprung. 337 Sinnen Verderbung. 254 · ſeq Gebrechen derſelben. 569 Sorge. 22 Verderben derſelben. 457 Speiſung Gottes. 133 Menſchlicher weiſe wandeln. 501 Staͤrcke im HErꝛn. 4¹⁶ Nichtigkeit deß Menſchen. 72²8 Straffe⸗ Mißgunſt. 386] Straffen Gottes. 86 Mohren ſind gottloſe. 455 Wollen Gottloſe nicht leiden⸗ 469 Muthwillen. 316 Goͤttlicher Verzug derſelben. 323. ſeq. Natuͤrlicher Zuſtand deß Menſchen. 3 Komptentlich gewiß. 2265 Nechſtens Verachtung. 568 Vermeinen Gotrtloſe werden außbleibe. 38 Obrigkeit ſoll Gott fuͤrchten. 515 Stricke deß Teuffels und Suͤnden. ſos Ohnvermuͤgenheit der Menſchen. 81 I uͤnde. Ohren verſtocken. 620 Zuͤnden Sorge. 23. ſeq. Parder ſeyn Gottloſe. 456 Vielheit derſelben. 11. 50. 238. 401 Predig⸗Ampts Ulrſprung. 69 Wirckung derſelben. 12.429 Prediger Gedancken. 177] Erkaͤndnuͤß und Bekaͤndnuͤß derſelben. 17. Ihr Zuſtand. 179. ſeq. 54-227 Ihr Betrachtung im Predig⸗Ampt. 182 vergebüg derſelbe. 17. 117.138. 402.452. 789 Seyn Gehuͤlffen Gottes 184 Worinn dieſelbe beſtehe. 40, ſeq. Pruͤfung fuͤrm Abendmahl. 323 Reinigung von Suͤnden. 20 Wie ſie geſchehen ſol. 324 Finſternuͤß derſelben. 39 Warum ſie geſchehen ſoll. 261] Reu und eid uͤber ſie. 5S Rache Gottes. 147 Abbitte der Suͤnden. 36 229 Regen. 333] Ihr Watter nnd Mutter. 231. ſeq. Reichthums Begierde. 503 Ihr Geſchlechte und Gefehrten. 234. ſeq. Ringe am Finger. 131 Wit fie begangen werde⸗ 238. feq. Schlaͤge Gottes. 317. feq.] Ihre Boßheit. 244. feq. Wieer ſchlage. 3¹19 ſeq. Ihre Beſchaffenheit. 250 Was jhn dazu verurſache. 321 Iſt gleich der Waſſerſuche. 356 Schlaf geiſtlich. 463. feqq. Hat Kleides Beſchaffenheis⸗ 263 Wie zu vertreiben. 1b. Iſt eine Laſt. 263. ſeq. Schluͤſſel der Kirchen. 488. feq. 1 Suͤnden⸗ Schlam. 270 Suͤnden⸗ Kesgiſter. Suͤnden⸗Dienſt. 2m Bernunff Finſternuͤß. 2ſt Suͤnden Unreinigkelt. 278 Verſuchung unterſchiedlich. 50ß Gleich einer Wolcken. 289 Leq. Verzagte. 4⁰8.58; Iſt eine Abweichung. 1 290 Verzweifflung. 387 odurch dieſelbe verurſacher. 290. ſeq. Umbkehren wie wir ſolle n. L ☚ Ihre Straffe und Erlaſſung. 293] Unbußfertigkeit. 339 Sie iſt ein ſchlafender Hund. 461] Unglaͤubige. 409 Sünde nicht achten. 456 Unwiſſenheit Muthwillige. 46 Suͤnden Beluſtigung. 469 Wege der Menſchen. ¼⸗ Suͤnde leugnen. 471 Gottes. 49 Suͤnde entſchuldigen. 472 Wele. Suͤnde auff einen andern legen. 473 Welt. 489. ſeq. Offtmahls ſuͤndigen· 473] Welt⸗ Dienſt. 273 Suͤnde fortſenen. 339 Welt⸗Liebe. 491 Suͤndigen was es ſey. 546 Welt⸗Kinder. 4⁰9² Tag Wiederkommen. 49 Juͤngſter Tag. 341 Willens Verderbung. b 283 Teuffel. Verenderung. 366 Seine Gewalt und Wirckung. 207. ſeq. 4s1 Winter geiſtlich. 332 Uber welche dieſelbe gehen. 209 Wort Gottes. Seine Herrſchafft. 268 Verachtung deſſelben, 70 111 Seine Boßheit. 483.feq. Liebe deſſelben. ib. Iſt Schlangen Art. 483. feq. Iſtein lebendiger Waſſerbrunn. 109 Wie er wahre Buſſe verhinderr. 486 Wunſch Gottes. 94 Wie er deß Menſchen Glieder verderbe. ib. Zanck. 499 Thiere Wiſſenſchafft. 325 Zauberer. 345 Tod. Zeitboͤſe und gut. 3 09 Geiſtlicher Tod. 304. ſeq. deß neuen Teſtaments. 312 Todes Erwarlung ſoll die Buſſe nicht auff⸗ Iſt in acht zu nehmen. 576 halten. 574 Zorn Gottes. 59. 580 Todſchlaͤger. 344 Uber die Suͤnde. 265 Torteltaube. 434 Wendung deſſelben. 119 Trauriskeit. 1 b 57 Zorn⸗Tag Gottes. 340 Verderben Gottes. 748 Zeichen deß Zorns Gottes. 85 Berenderung geiſtlich. 362 Zorn Gottes kompt bald. 547.549 Berfinſterter Verſtand. 36z Iſtſchwer. 840 Vermahnung verworffen. Zuhoͤrer Ampt. 77 Vermeſſenheit. 664. ſeq.] Zunahen zu Gott. 4 In geiſt⸗und weltlichen Sachen. 77;3 Zweitracht. 499